S W beten a Ihm dienen. n E hn a er Völk Es werden u le Dorwort. er ſündige, wo gar keine Sünde vor⸗ handen; und dieſer zweite Punht, welcher am meiſten außer acht ge⸗ laſſen wird, iſt vielleicht gerade der wichtigſte, weil er den Zrieden der Sreunde Gottes betrifft.“ Dies waren die Gründe, welche der ſo berühmte Pater huadrupani in ſeinem Schreiben angab, als er die hier folgende Anweiſung zur Be⸗ ruhigung verſchiedener und ausgezeich⸗ neter Perſonen verfaßte, die ihn darum gebeten hatten, als er im Jahre 1795 während der Zaſtenzeit in der Haupt⸗ ſtadt Turin vor dem Hofe predigte. Dieſe Anweiſung wurde alsbald auf höheren Befehl dem Drucke über⸗ geben. Das goldene Büchlein, wel⸗ ches ſie enthielt, durchlief raſch ganz Italien und wurde bald in Rom, Slorenz, Piſtoja, Bologna, Genua, Mailand und in vielen andern Städten gedruckt. Vorwort.. Der vorliegenden deutſchen Uber⸗ ſetzung liegt die 30. Griginalausgabe zu Grunde, die vom berfaſſer ſelbſt auf Bitten angeſehener Perſonen durch⸗ geſehen und vermehrt worden iſt. Sehr zu gute kam uns die im Jahre 1874 bereits in 18. Auflage erſchienene franzöſiſche Uberſetzung des Chevalier du Chambon de Méſilac, der die einzelnen Rapitel mit verſchiedenen paſſenden Suſätzen, beſonders aus den Schriften des hl. enz von Sales, bereichert hat. Möge denn dieſes Buchtein, das in Italien und Zrankreich eine ſo außerordentliche Derbreitung erlangt hat, auch bei uns dieſelbe finden, und ſo mancher unruhigen und ängſtlichen Seele den Srieden des Ferzens bringen. —— 5 gr ſukn i ernenhunh rdeniſt. Seh n Juhre ſ erſchienen des Cheuli lac, der di eich eine ſo ung erlangt finden und dängſtlichen ens bringen Heiterkeit des Geiſtes. „Darüber freute ich mich, da mir ward geſagt: Sum Kauſe des Kerrn gehen wir.“(Pſ. 121, 1.) „Preiſet Gott, alle Lande, dienet dem herrn in Sreude. Kommt vor ſein Angeſicht in Jubel.“(Pf. 99, 1.) „Was biſt du traurig, meine Secle, und was betrübeſt du 2, S. „Und abwiſchen wird Gott jegliche Träne von ihren Augen“ (Gffenb. Joh. 21, 4.) 1. Mach der Sünde gibt es kein größeres Ubel als die Traurigkeit, ſagt der hl. Sranz von Sales. Daher mahnt er: Widerſtehe mit Gewalt dem Pang zur Traurigkeit, und ſcheint es dir auch, daß alles, was du in jener Seit tuſt, mit Kälte, widerwillen und Crägheit geſchehe, ſo unterlaß dennoch 8 nicht, es zu tun. Denn wenn der Zeind, der uns durch Craurigkeit von den guten Werßken abhalten will, ge⸗ wahrt, daß wir von denſelben doch Keiterkeit des Geiſtes. nicht ablaſſen, und daß ſie, mit wider⸗ ſtrebung des Gemütes verrichtet, nur um ſo verdienſtvoller find, ſo läßt er ſchon nach, uns zu betrüben. 2. Einige, die ein geſammeltes Ceben führen wollen, führen ein trauriges Leben. Das iſt ein großer Irrtum. Die Sammlung kommt von dem Geiſte und von der Liebe Gottes; die Traurigkeit von dem Geiſt der Finſternis. 3. Halte ſtets den großen Grund⸗ ſatz des hl. Zranz von Sales feſt, daß jeder Gedanße, welcher beunruhigt, nicht von Gott iſt; denn Gott iſt Rönig des Friedens und wohnt in den friedſeligen Kerzen. Der hl. Sranz von Sales ſchreibt: Ja, meine Tochter, ich ſage dir es ſchriftlich ſowohl wie mündlich: Freue dich, ſoviel du kannſt, bei dem, was 60 un chun ble des beſtt Dem n. uch tunn nabhaltnn von denſn aß ſi nih es veritt ürr ſi ſelit u betrihen. in geſunnlt —— =— — — — — olen fihn Das iſ en zuj mlung omm der liche holt n dem hiſ en großen önn on Sals fi cher bunnhj denn Goit i un wehn en. n Sales ſchrit ich ſage ts mündlich: hu , bei den Keiterkeit des Geiſtes. 9 du Gutes tuſt; denn einen doppelten Wert gewinnen die guten Werhe da⸗ durch, daß ſie gut und freudig zugleich verrichtet werden. Und wenn ich ſage bei dem, was du wohl tuſt, ſo will ich damit nicht ſagen, daß du dich gleich der Traurigkeit hingebeſt, wenn es dir begegnet, irgend einen Zehler zu begehen; nein, bei Gott nicht! denn das hieße gerade zum Sehler einen neuen Zehler hinzufügen; ich will vielmehr damit ſagen, daß du be⸗ harren mögeſt in dem willen, Gutes zu tun, und daß du immer wieder zum Guten zurückkehreſt, ſobald du zu der Erkenntnis kommſt, dich davon entfernt zu haben, und daß du ver⸗ mittels dieſer Treue im allgemeinen freudig lebeſt.... Gott ſei unſer Herz, meine Tochter..... Cebe in Zreudigkeit und ſei guten Mutes! Gott, den wir lieben, und dem wir uns ergeben haben, will uns ſo. 4. Man darf ſich auch irgend eine ehrbare Erholung nicht verſagen; ſonſt bleibt der Geiſt unterdrückt und all⸗ zuſehr in ſich gekehrt, und deshalb 10 weit leichter der Traurigkeit zugäng⸗ lich. Auch ſagt der hl. Thomas, das Vermeiden jedes ehrbaren bergnügens könne ſogar Sünde werden. Die Tugend beruht auf der Ordnung, und alles Ubermaß, als der Yrdnung zu⸗ wider, verletzt die Tugend. Der hl. Sranz von Sales ſchreibt: Wir müſſen zuweilen durch irgend eine Erholung unſern Geiſt abſpannen und unſern Ceib erquicken. Es iſt daher ohne Sweifel ein Zehler, wenn man ſo ſtrenge, ſo hart und rauh iſt, daß man weder ſich ſelbſt, noch andern eine Erholung erlauben will. Aber nimm dich in acht, an alles dieſes dein Kerz zu heften; denn ſo ehrlich auch eine Erholung ſein mag, ſo iſt es doch ein Sehler, wenn man ſich derſelben mit Geiſt und Herz hingibt. Ich ſage nicht, daß man am Spiel kein Dergnügen finden ſoll, während man ſpielt, denn ſonſt wäre es keine Erholung; ſondern ich ſage, man ſoll ſein Ferz nicht dergeſtalt daran hängen, daß man leidenſchaftlich ſich danach ſehnt und dabei beeifert. Keiterkeit des HGeiſtes. lhn ſin; 6 pidri dürft ſch nit alſo er euer oder rig ihr die ſut uhn win n mnn nde wehen p f der—. s der bunng; Lugen. von Sule ſtuh etlen durch i t ern Heiſt ſchhum 6 lein Khle un hn tuduhi h ſelbſt, woch n lauben wi ht, an uls ji 6 m ſe en; dem ſ ſt 19 ſein nh p r, wen mit ſ ſt und ſen ſi aß 3 a ſonſt 8jh n ich ſage ml — ahunt n Heiterkeit des Geiſtes. 11 5. Das bergnügen muß für das Leben, wie das Salz in den Speiſen ſein; zu viel Salz macht die Speiſen widrig, gar kein Salz macht ſie äußerſt geſchmacklos. 6. Micht allen genügt dasſelbe Maß von Speiſe; denn einige be⸗ dürfen mehr und andere weniger Hahrung. Ebenſo verhält es ſich auch mit dem Vergnügen. Genießet es alſo in dem Maße, wie es der Natur eueres Geiſtes, der Beſchaffenheit euerer Beſchäftigung und euerem mehr oder weniger trübgeſtimmten weſen angemeſſen iſt.. 7. Wenn ihr merket, daß die Trau⸗ rigkeit ſich eueres Ferzens bemächtigen will, ſo zerſtreut euch in Dingen, die ihr gerade entgegengeſetzt ſind, ſuchet Geſellſchaft, und wäre es auch nur die euerer Hausgenoſſen, leſet etwas Gleichgiltiges oder Beiteres, gehet ſpazieren, ſinget, tuet, was nur immer, 12 Heiterkeit des Geiſtes. auf daß ja nur dieſem fürchterlichen SZeinde der Eintritt verwehrt werde. Der ſchwermütige Gedanke iſt gleich dem Schalle der feindlichen Trompete, der die Teufel einladet, uns zu be⸗ kämpfen. Daher die Mahnung des Heiligen: Der Zeind des Heiles bedient ſich der Traurigkeit, um die 6uten in yer⸗ ſuchung zu führen. Denn ſo wie er die Böſen dahin zu bringen ſucht, daß ſie ſich in ihrer Sünde erfreuen, ſo bemüht er ſich auch, die Guten bei ihren guten Werken betrübt zu machen. Und wie er ja das Böſe nur fördern Rann, wenn er es unter angenehmer Geſtalt darſtellt, ſo kann er auch vom Guten nur dadurch abwendig machen, daß er uns dasſelbe unangenehm vor⸗ malt. Der böſe Seind liebt Traurig⸗ keit und Schwermut, weil er ſelbſt traurig und ſchwermütig iſt und es auch ewig ſein wird; darum möchte er, daß alle wären wie er. ——— des eiſts ieſen füchtig, 14 3 tt vetweht b , — 1i t nut, wel n i 1 ermulig 6 5 ird⸗ 4, L n wie. Liebe 15 Der hl. Sranz von Sales ſchreibt: Die chriſtliche Ciebe läßt uns Gott über alles und den Rächſten wie uns ſelbſt lieben, mit einer Liebe, die nicht ſinnlich, nicht natürlich, nicht eigen⸗ nützig iſt, ſondern mit einer reinen, echten und unveränderlichen Liebe, die ihren Grund in Gott hat.... Eine Perſon iſt ſehr ſanft, ſehr angenehm, und ich liebe ſie zärtlich, ſie liebt mich ſehr und tut mir alles zu Ge⸗ fallen; ich liebe ſie deshalb wieder. Per ſieht hier nicht, daß ich den Sinnen und dem Sleiſche nach liebe? Denn die Ciere, die keinen Geiſt und nur Zleiſch und Sinne haben, lieben ihren Wohltäter und diejenigen, die gegen ße ſanft und freundlich ſind. Aber: eine Perſon iſt rauh, unfreund⸗ lich, übrigens aber ſehr fromm, und bemüht, ſanft und höflich zu ſein, und ich liebe ſie, gehe mit ihr um, erweiſe ihr Dienſte, bin ihr freund⸗ lich, und das nicht, um des bver⸗ gnügens willen, das ich an ihr finde, nicht aus irgend einem Eigennutzen, ſondern um des göttlichen Wohlge⸗ fallens willen: ſo iſt dieſe Ciebe nach 16 CLiebe. dem Geiſte; denn das Zleiſch hat keinen Anteil daran. 5. Obgleich der innerliche Haß und die äußerliche Zeindſeligkeit gegen die Beleidiger und böſen Menſchen verboten ſind, ſo iſt doch durchaus nicht jene Behutſamkeit unterſagt, welche ſogar eine notwendige Bolge der Klugheit iſt. Die chriſtliche CLiebe gibt uns Anleitung, unſere teueren Brüder zu lieben und ihnen wohl zu tun, nicht aber, auch die Beſchützer der Böſen zu werden, oder uns ſelbſt oder die Unſchuld und Nraloſiakeit anderer ihren Ränken und,* Bosheit preiszugeben.„Seid ein⸗ fältig wie die Tauben“, ſagt Chriſtus,„aber ſeid auchklug wie die Schlangen.“(Matth. 10, 16.) 6. Habet Mitleiden mit euerem nächſten, und legt ſeinen Kandlungen keine ſchlechten Abſichten unter. von ſie 8 ver* pihn ſich du!„ ie 1 ner on lich 17 er Ir B 6e ſch* ch ſhn getun heinn dn 1 den mit n ef t Liebe. 17 Daher mahnt der heilige Franz von Sales: Spüre nicht nach, was die andern tun, noch was aus ihnen werden wird, ſondern betrachte ſie vielmehr einfältigen, guten, ſanften und wohlwollenden Auges. Perlange nicht, daß ſie vollkommener ſeien, als du biſt, und wundere dich nicht über die Mannigfaltigkeit der Unvollkom⸗ menheiten; denn wenn eine Unvoll⸗ kommenheit auch albern und wunder⸗ lich iſt, ſo ändert das den Charakter der Unvollkommenheit nicht. Eine Kandlung, ſagt der hl. Franz von Sales, kann hundertfältigen An, ſchein haben. Der von der Liebe Beſeelte ſieht ſie von der ſchönſten Seite an, der Laſterhafte von der ſchlechteſten. 7. Es iſt ſehr ſchwer, daß der gute Chriſt ſich eines freventlichen Urteils ſchuldig macht, das heißt, daß er ohne gerechte Beweggründe mit Beſtimmt⸗ heit ein verdammendes Urteil über den Nächſten fällte. Gewöhnlich iſt huadrupani, Beruhigung. 2 Ciebe. 18 es nur Derdacht bei ihm, oder es ſind nur Befürchtungen, wozu dann weit ungewichtigere Beweggründe hin⸗ reichen. Der hl. Sranz von Sales ſchreibt: O wie ſehr mißfallen Gott die ver⸗ meſſenen Urteile! Die Urteile der Menſchenkinder ſind vermeſſen, weil keines des andern Richter iſt, und weil ſie durch ihr Arteil in das Richteramt des herrn eingreifen. Ihre Urteile ſind ferner vermeſſen, weil die hauptſächliche Bosheit der Sünde von der Abſicht und der Ge⸗ ſinnung des herzens abhängt, das für uns ein Geheimnis der Zinſternis iſt. Sie ſind endlich vermeſſen, weil jeder genug zu tun hat, um ſich ſelbſt zu richten, ohne daß er ſich anzumaßen braucht, ſeinen Mächſten zu richten. Wollen wir nicht gerichtet werden, ſo iſt ebenfalls notwendig, daß wir nicht andere, ſondern uns ſelbſt richten; denn wie der heiland uns das eine verbietet, ſo gebietet der Apoſtel das andere, indem er ſagt:„Wenn wir uns ſelbſt richteten, ſo würden wir an on 8 Suls s jn niffuln ju iel Ri 1„ n 16 ßerf ſhnzm nin chſen znn gericht ven wemiz h m nunsſilhſtiin und us ius in t der Ayoſel agt: ſo rinnn Ciebe. 19 nicht gerichtet werden“.(1 Ror. 11, 31.) Aber, o Gott! wir tun gerade das Gegenteil; wir hören nicht auf, zu tun, was uns verboten iſt, und richten unſere Rächſten bei jeder Gelegenheit, und nimmer tun wir, was uns ge⸗ boten iſt, nämlich uns ſelbſt zu richten. S. Der Derdacht iſt erlaubt, wenn ihn die eigene, der Klugheit ange⸗ meſſene Vorſicht bedingt. Die chriſt⸗ liche Ciebe verbietet das Sündhafte des Gedankens, nicht aber die Wach⸗ ſamkeit und Vorſicht. 9. Bei Perſonen, welchen die Süh⸗ rung anderer anvertraut iſt, iſt der berdacht nicht nur erlaubt, ſondern es gebietet ihn bei ihnen zuweilen ſogar die Pflicht. Dies iſt der Sall bei Pätern in Rüchſicht ihrer Rinder, bei Perrſchaften in Bezug auf ihre Dienſtboten, wenn es ſich darum handelt, ein wirkliches übel zu heilen oder einem mit Grund befürchteten, vorzubeugen. 2. 20 Ciebe. 10. Man darf aber die Surcht nicht mit dem berdachte verwechſeln. Die Surcht iſt ein Suſtand, in dem wir uns unfreiwillig befinden; der berdacht iſt eine freiwillige Kandlung unſeres Geiſtes. III. Beichte. Ich ſprach:„Mein Unrecht will ich dem Kerrn beßennen wider mich, da haſt du nachgelaſſen meine Schuld.“ (Pf. 31, 5.) „Aber auch wenn jemand geſün⸗ diget hat, ſo haben wir einen Sür⸗ ſprecher bei dem Vater, Jeſum Chriſtum, den Gerechten.“ Joh 2 „Welchen ihr die Sünden erlaſſen werdet, denen ſind ſie erlaſſen; und welchen ihr ſie behalten werdet, denen ſind ſie behalten.“(YJoh. 20, 23.) 1. Die Beichte iſt ein Sakrament der Barmherzigkeit; wir müſſen alſo mit freudig⸗frommem und vertrauens⸗ vollem Gemüte demſelben nahen. Der hl. Zranz von Sales lehrt, daß für denjenigen, welcher alle acht Tage 22 Beichte. zur heiligen Beichte gehe, eine viertel⸗ ſtunde zur Gewiſſenserforſchung hin⸗ reiche und noch weniger Seit zur Erwechung der Reue. wer noch öfter beichtet, braucht nicht einmal ſo viel. 2. Wenn man auch einige Sünden vergißt, oder in der Beicht ſich nicht darüber anklagt, ſo werden dieſelben nichtsdeſtoweniger nachgelaſſen. Der hl. Zranz von Sales erteilt in dieſer Beziehung folgende Belehrung:„Man muß ſich nicht beunruhigen darüber, wenn man ſich ſeiner Zehler, um ſie zu beichten, nicht erinnert; denn es iſt nicht glaublich, daß eine Seele, die oft ihre Gewiſſenserforſchung vor⸗ nimmt, dies nicht gut mache, ſodaß ſie ſich jener Zehler nicht erinnere, die von Bedeutung ſind. Man muß auch nicht ſo gar ängſtlich ſein, daß man ſich ſo vieler geringer Unvoll⸗ kommenheiten, ſo vieler kleiner und leichter Sehler anklagen wolle. Eine 1 ved i Vot nich dſo hbe mn uch5 ltz ich wen der Sch hit n ma hie Me N abl cr —— ————— he. gehe ein hi erfurſtun veniger eit z. e. Wer whij teimuſt i uch— Sun 2 ieſhn achgelaſen. erteilt in i iſn belehung Mn muhign dnn t Sehle, unſi innert; Mnt daß ein Sul etforſchung wy t nuche ſoh nicht einer, id NMen u ſlich ſin, b etinget Unwl⸗ ler Kleinet in en wolle(in Beichte. 23 Verdemütigung im Geiſte, ein Seufzer reicht hin zu ihrer Tilgung.“ Saget alſo nicht, daß ihr verborgene Sünden habet, deren ihr euch nicht anklaget. Es iſt das eine Argliſt des Teufels, um euch zu beunruhigen. Beherziget auch noch das, daß die umſtändliche Erzählung der eigenen Sünden es nicht iſt, die dieſelben tilgt, ebenſo⸗ wenig, wie die genaue Aufzählung der Schulden den Schuldner von ſeiner Schuld befreit. „Man darf nicht ſo weich ſein, alles ſagen oder zu den Vorgeſetzten hinlaufen zu wollen, um Lärm zu machen bei dem leiſeſten Weh, das man hat, und das vielleicht in einer biertelſtunde ſchon vorüber ſein wird. Man muß mutig jene Kleinigkeiten zu ertragen lernen, denen wir ja nicht abhelfen können, da ſie gewöhnlich Erzeugniſſe unſerer unvollkommenen Ratur ſind, wie z. B. jene Unbeſtän⸗ digkeiten der Gemütsſtimmung, des Wollens und Wünſchens, die bald ein 24 Beichte. bißchen verdrießlich machen, bald wieder Cuſt erwecken zu reden und bald wieder plötzlich eine große Ab⸗ neigung dagegen, und andere der⸗ gleichen Dinge, denen wir unter⸗ worfen ſind, und denen wir für die ganze Dauer dieſes hinfälligen und vergänglichen Lebens unterworfen bleiben werden. Man braucht in der Beichte ſich nicht über jene kleinen Gedanken anzuklagen, die gleich ZSliegen vor den Augen hin und her tanzen, noch jenen Ekel und wider⸗ willen, die uns bei unſern Gelübden oder Andachten anwandeln; denn das alles ſind keine Sünden, ſondern Un⸗ behaglichkeiten und Ungelegenheiten.“ (Der hl. Sranz von Sales.) 3. Seid verſichert, daß, je mehr ihr euch erforſchet, deſto weniger ihr finden werdet. Auf der andern Seite ermüdet auch eine lange chewiſſens⸗ erforſchung den Geiſt und ſchwächt den Affekt. 4. Auch folgende Anweiſung des hl. Sranz von Sales iſt von großer ei unſetn helile wandeln; den i 0 nden ſonden d Ungelegnhein n Sales, ert, daß je nh deſo werignih f der uhensi lange beiſ eiſt und ſnit e Anweiſn e es iſt wn zuh Beichte. wichtigkeit:„Wenn man ſich nicht ganz deutlich bewußt iſt, bei den Regungen des Sorns oder andern berſuchungen irgendwie eingewilligt zu haben, ſo muß man ſich bei der geiſtlichen Beratung darüber aus⸗ ſprechen, um ſich über ſein verhalten belehren zu laſſen, aber nicht in der Art und Weiſe einer Beichtanklage. Denn wenn ihr ſaget, ich klage mich an, daß ich zwei Tage lang große Reigungen des Sorns gehabt, aber ich habe nicht eingewilligt: ſo ſprichſt du von deinen Cu⸗ genden, anſtatt von deinen Sehlern zu reden. Wenn ihr aber im Sweifel ſeid, ob ihr euch nicht irgend eines Seh⸗ lers ſchuldig gemacht, ſo müßt ihr ernſtlich darüber nachdenken, ob dieſer Swei⸗ fel gegründet iſt, und als⸗ dann ſaget dies ganz einfach. 26 Beichte. Im andern Salle muß man davon ſchweigen, wenn es auch ein wenig Bekümmer⸗ nis verurſacht.“ 5. Der Feilige verbietet auch ge⸗ wiſſe allgemeine Anklagen, wie dies viele zu tun pflegen, und die er über⸗ flüſſig hält, wie z. B., daß man Gott und den Nächſten nicht geliebt habe, wie man es hätte tun ſollen, daß man die Gebete nicht verrichtet und die heiligen Sakramente nicht empfangen habe mit der geziemenden Ehrfurcht, und dergleichen mehr; weil — fügt der Feilige hinzu— alle Heiligen des Paradieſes und alle Menſchen der welt dasſelbe ſagen könnten, wenn ſie beichten ſollten. 6. Kaltet weiterhin die wichtige Mahnung des hl. Franz v. Sales feſt: „Wir ſind nicht verpflichtet, die läßlichen Sünden 3 u beichten. Aber wenn wir uns n der z13 ach den hab 2 zu 68 1. it k „ In ſch* eut det fan 5e3 pu aun 6e hie. lle nuß nan L.Stfünn verbietet ah ilagen, vie is und die eiher 3. B., daß nn ſen nit glit hätte un ſun e nicht enihtt akramente ſi der gzenn ichen mehr wil e hinzu—dle dieſes ud dasſelbe ſin ichten ſollen. in die wichtig nz v. Sales fit erpflichtet, Suͤnden zu wenn vir Beichte. uns darüber anklagen in der Beichte, müſſen wir den feſten Entſchluß gefaßt haben, uns in Bezug darauf zu beſſern; denn ſonſt würde es ein Mißbrauch ſein, ſie z u beichten. 7. Mach der Beicht beunruhigt euch nicht weiter.— Ganz unbedingt iſt es euch verboten, irgend einer Ungſtlichkeit Raum zu geben in Rück⸗ ſicht auf die Gewiſſenserforſchung, auf die Reue oder wegen anderer Beweggründe. Dieſe Bedenklichkeiten ſind Einflüſterungen des Teufels, der euch ein Sakrament des Troſtes und der Ciebe zu verbittern ſucht. Darüber ſchreibt unſer Beilige: Rach der Beicht iſt es nicht an der Seit, ſich zu erforſchen, ob man alles, was man getan hat, genau geſagt habe; ſondern man muß dann ſich aufmerkſam und in Ruhe an der Seite des Ferrn halten, mit dem 28 Beichte. man ſich verſöhnt hat, und muß ihm für ſeine Wohltaten Dank ſagen. Es iſt alſo eine Unterſuchung über das, was wir vergeſſen haben könnten, durchaus nicht nötig. Man muß ganz einfach ſagen, was uns einfällt; hernach ſoll man nicht mehr daran denken. 8s. Man muß ſeine Sünden be⸗ reuen, aber ſich nicht verwirren laſſen durch ſie. Die Reue iſt eine wirkung der Liebe Gottes die Verwirrung eine Jolge der Eigenliebe. Ja, mitten in unſerer aufrichtigen Reue über unſere Sünden ſollen wir Gott auch danken dafür, daß wir durch ſeine Barmherzigkeit nicht noch tiefer ge⸗ fallen. berſprechen wir ihm ſodann eine dauernde Beſſerung, einzig und allein im Dertrauen auf Gottes Güte. Sollte man auch hundertmal des Cages fallen, ſo darf man doch nie aufhören zu hoffen und wahre Beſſe⸗ rung zu verſprechen. In einem Augen⸗ hli Ibr 8 ohn un bi he o die w vi w las vo n Be u e diei ie ichte. hat, un m tſuchung itee n hoben ſint nicht nhrin ſine Sihn cht verwinn lin 5 ue iß ein win dir heminn enliebe J mn len wir ut u ſicht noch ifnn en wit ihn ſun ſſerung ing en auf öoitts i ch hunderinel b darf man di n und wahn hi n. Meinn lh Beichte. 29 blicke kann Gott aus Steinen Rinder Abrahams, das heißt Keilige machen. Er wird es tun, wenn wir nur ſtand⸗ haft auf ihn vertrauen. „Gott hat einige plötzlich geheilt, ohne ihnen ein Merkmal ihrer frühe⸗ ren Rrankheiten zu laſſen, wie er es bei Magdalena tat, die in einem Augenblicke aus einem Pfuhle der Perderbnis in einen Guell der Voll⸗ kommenheit verwandelt und von dieſem Augenblicke an nie mehr trübe wurde. Aber derſelbe Gott hat an vielen ſeiner geliebten Jünger auch noch nach ihrer Bekehrung viele Merkmale ihrer böſen Reigungen ge⸗ laſſen, und das alles zu ihrem Beſten. Seuge deſſen iſt der hl. Petrus, der nach ſeiner erſten Berufung in Un⸗ vollkommenheiten ſtrauchelte und ein⸗ mal ſehr elendiglich ganz und gar zu Boden ſtürzte durch ſeine verleug⸗ nungen. Salomon ſagt, ein ganz un⸗ erträglich Ding ſei eine Kammermagd, die plötzlich zur Herrin wird. Es wäre große Gefahr vorhanden, daß die Seele, die lange Seit ihren eigenen 30 Beichte. Ceidenſchaften gefrönt, ſtolz und eitel werden möchte, wenn ſie in einem Augenblicke vollkommene Berrin dar⸗ über würde. Wir können nur nach und nach, Schritt vor Schritt zu dieſer Herrſchaft gelangen, deren Er⸗ kämpfung die Feiligen mehrere Jahr⸗ zehnte gekoſtet. Man muß mit jeder⸗ mann, vorerſt aber mit ſich ſelbſt Geduld haben.“ So der heil. Zranz von Sales. 9. Die Reue über die Sünden be⸗ ruht auf dem entſchiedenen willen, welcher die begangenen vergehen ver⸗ abſcheut und für die Sukunft keines mehr begehen will. Su einer wahren Reue bedarf es alſo weder Tränen, noch Seufzer, noch ſonſtiger fühlbarer Erſchütterung. Ja, es kann mitten in der größten Trockenheit und Dürre, die uns wie Gefühlloſigkeit vor⸗ kommen könnte, eine heilige und rechtfertigende Serknirſchung beſtehen. Beunruhigt euch alſo nicht über dieſen Punkt! wal erw ver bot ne Bei vo ſes lie ſt2 1 au 8 an ver B va So der ſel entſchi ngnn ir die zluſkt vil. öu inn s alo win lin och ſuſizn jiln Ju, ts in in Croderh m)n 6efihluſti w nie, ein hih u Serhnirſhngihn uch alſo rihtinin Beichte. 31 10. Cuet euch nie irgend eine Ge⸗ walt an, um die Reue in euch zu erwecken. Die Anſtrengung erzeugt berwirrung und Niedergeſchlagenheit des Geiſtes, nicht aber die Reue. Saget liebevollen Kerzens euerem Gotte, daß ihr wollet, ihr hättet ihn nie beleidigt, und daß ihr mit ſeinem Beiſtande ihn nie wieder beleidigen wollet. Dann habet ihr Reue. Die Reue iſt eine Wirkung der Liebe, die Ciebe aber wirket immer mit Ruhe. 11. Hach dem hl. Sranz von Sales iſt der Aht der Reue das Werk eines Augenblickes; ein raſcher, doppelter Blick erzeugt ſie, von der einen Seite auf uns, indem wir die Sünde ver⸗ abſcheuen, und auf Gott von der andern Seite, indem wir Beſſerung verſprechen und ſie hoffen von ſeinem Beiſtande. Einer der reuigſten Sünder war David, und ſeine Reue beſtand in dem einzigen Worte:„Ich habe 832 Beichte. geſündigt, peccavi! und durch dieſes einzige Wort wurde er gerecht⸗ fertigt. Der hl. SFranz von Sales ſagt: Das angenehmſte Schauſpiel in den Augen des Fimmels iſt das ſtand⸗ hafte und beharrliche, aber geduldige und ruhige, wenn auch dem Anſcheine nach fruchtloſe Bemühen einer Seele, die voller Gebrechen und Elend, aber durch einen feſten Willen und durch aufrichtiges Verlangen, ihm nicht freiwillig zu mißfallen, mit Gott vereinigt iſt. Dieſe Seele, darin er⸗ geben, ihre Unvollkommenheiten zu behalten, wenn es Gott gefällt, ihr dieſelben zu laſſen, aber feſt ent⸗ ſchloſſen, dennoch ſie ohne Unterlaß zu bekämpfen, iſt in den Augen Gottes weit koſtbarer, als wenn ſie in Ruhe und Zrieden der Ausübung der Tugend obläge und ſich des Be⸗ ſitzes der geiſtlichen Güter erfreute. Arbeite in Gottes Gegenwart, ſtreite mit Kraft und Mut, aber ohne all⸗ zuſehr die Befriediguug, die in dem Erfolge liegt, zu wünſchen; denn da, wo das Verlangen nach unſerer iigen 3 uch fa ſan Srn nd d eifi nic liers nars tei hiß lw ſom Ud Da wir entſc vit 3 den die gti md vir vir 3 e n von ſte Schaupi nneks iſ As ſu rliche aher auch den i — Benihen int —— — — t . Z. — — — = — — = — Reſe Seele du vollkonnehin — es dott gil ſſen, ahet jin — — ch ſie ohr jun iſt in dn ku barer ab yn rieden der Mun äge um ſih ichen Güter eut es Gegenwut ſi Mut, aher cut edigung die in wunſchen; int gen eh un guh, Beichte. eigenen Befriedigung anfängt, nimmt auch der Verdruß der Ungeduld ſeinen Anfang. Man muß nicht, ſagt der hl. Zranz v. Sales, das Böſe wollen, und nicht das allzu 6ute. Und anderswo: Liebe nichts zu eifrig, ich bitte dich, ſelbſt nicht Tugenden, man ver⸗ liert ſie mitunter, indem man die Grenzen der Mäßig⸗ keit überſchreitet.“ Serner ſagt er:„was will das heißen, daß, wenn uns irgend eine Unvollkommenheit oder Sünde über⸗ kommt, wir uns darüber verwundern und verwirrt und ungeduldig werden? Das kommt ohne Sweifel daher, daß wir uns einbildeten, wir ſeien gut, entſchloſſen und ſtänden feſt; und wenn wir nun zur Einſicht kommen, daß dem nicht alſo iſt, und daß wir auf die Naſe gefallen, ſo finden wir uns getäuſcht, und das betrübt, kränßkt und beunruhigt uns dann. wenn wir wüßten, wer wir ſind, ſo würden wir, anſtatt uns zu verwundern darüber, daß wir am Boden liegen, Guadrupani, Beruhigung. 3 ſtaunen vielmehr darüber, wie wir uns aufrecht zu halten vermögen. Man muß alſo arbeiten, ohne wegen des Erfolges beſorgt zu ſein; denn wenn wir mit Beharrlichkeit kämpfen und ohne daß uns unſere Niederlagen ermutigen, dann werden ſie den Wert von ebenſo vielen Siegen und noch größeren für uns haben; aber ſeien wir auf unſerer Kut; es befindet ſich hier eine Rlippe; wenn wir in dieſen Kampf nicht einen guten, unver⸗ kümmerten Glauben mitbringen, ſo wird es uns begegnen, daß wir uns über die Wirklichkeit unſerer An⸗ ſtrengungen zu täuſchen ſuchen werden, indem wir die Zeigheit, die uns den Rampf verſchmähen läßt, für eine Hiederlage erklären und den Solgen unſerer Weichlichkeit und Trägheit den Schmeichelnamen der Prüfung beilegen. Beichte. 12. Ihr ſagt, ihr möchtet gerne Reue haben, könntet aber nicht dazu kommen. Der hl. Sranz von Sales antwortet darauf:„Ein großes RKönnen iſt es, das Wollen gen ſ dare 1 unte ih abt vor ſne iger ſiht füd tid 6efi heit 1 ſich he dr ſele hotc ine gen dal 6ale Poßes —— Beichte. 35 zu vermögen. Das Derlan⸗ gen nach der Reue deutet darauf hin, daß die Reue ſchon da iſt. Das Seuer, das unter der Aſche glimmt, fühlt und ſieht man nicht; aber das Seuer iſt dennoch vorhanden.“ Das berlangen, Reue zu fühlen, kommt oft von einer eigennützigen Selbſtgefälligkeit, welche nicht dabei ſtehen bleibt, Gott zu be⸗ friedigen, ſondern auch ſich ſelbſt zu⸗ friedenſtellen und in dem eigenen Gefühle das Seugnis der Rechtſchaffen⸗ heit und Tugend finden möchte. 13. Gott läßt euch euere Reue nicht immer erkennen, um euch das Derdienſt des Gehorſams zu gewähren, der euch ſagt, daß ihr ruhig leben ſollet. Glaubet alſo demütig, ge⸗ horchet unbedingt, und ihr werdet eine doppelte Krone empfangen. Die größten Feiligen glaubten zuweilen, Beichte. 36 daß ſie weder Reue noch Ciebe be⸗ ſäßen; aber mitten in ihrer Zinſter⸗ nis folgten ſie dem Lichte des Ge⸗ horſams mit heldenmütiger Ergebung. 14. Denkt auch nicht, weil ihr in denſelben Zehler zurückfallet, es fehle euch an Reue und ihr habet ſchlecht gebeichtet. Man muß einen Unter⸗ ſchied zwiſchen Sehlern und Zehlern machen. Zene, welche aus einem böſen willen entſpringen, der die Sünde liebt, der ſündigen und fort⸗ fahren will zu ſündigen, müſſen mit aller Rraft beſeitigt werden. Die⸗ jenigen Zehler aber, welche von Uber⸗ raſchung, Schwäche oder Gebrechlich⸗ keit herrühren, werden uns teilweiſe bis zu unſerm Tode begleiten. „Du fragſt“, ſagt der Heilige,„wie du in kurzer Seit den Akt der Reue erwecken könneſt; ich ſage dir, daß man faſt gar keine Seit dazu braucht, um dies ganz gehörig zu tun; denn es bedarf dazu nicht mehr, als daß nan i n ti wegen f nohd ih ir 1 dr 6 Mn inem uf iich i 6 eny ßerz dein Sung ob es 6 azuf hott alſch vile w ſe ie 8 ² geul Seicht — heldemniig e und iyr ſch an miß in ientprin k det ſünign u fündigen niſt beſeitigt vnn aber, welhem wäche oder iht , werden us i Lode beglin „ſagt der heiig Ieit den Ut i eſt; ich ſage. eine Zeit dan ku gehörig zu unt nicht mehr 6 ſie dem lij. Ah en Jehlen n, welhe 6 Beichte. 37 man ſich vor Gott niederwerfe im Geiſte der Demut und im Schmerze über die ihm zugefügte Beleidigung. In ähnlicher Weiſe ſpricht ſich der heil. Senelon aus:„Deiner Mängel wegen darfſt du weder dich wundern, noch dich entmutigen laſſen. Du mußt dich ſelbſt mit Geduld ertragen, ohne dir zu ſchmeicheln, noch deiner, um der Süchtigung willen, zu ſchonen. Du mußt mit dir verfahren, wie mit einem andern. Sobald du inne wirſt, daß du gefehlt habeſt, verdamme dich in deinem Innern; wende dich zu Gott hin, um deine Buße zu empfangen; ſage mit Einfalt des Herzens dem Manne Gottes, der dein vertrauen beſitzt, deinen Zehler. Sange im Guten von neuem an, als ob es der erſte Tag wäre, und werde nicht müde, alle Tage von neuem anzufangen. Nichts bewegt den lieben Gott ſo ſehr, als dieſer demütige und geduldige Mut. Man muß ſich nicht abſchrecken laſſen, wenn man auch viele Verſuchungen in ſich verſpürt und ſogar mancherlei Sehler begeht. „Die Cugend“, ſagt der Apoſtel(2 Kor. 88 Beichte. 12, 9),„wird in der Schwachheit voll⸗ kommen.“ Man nähert ſich Gott nicht ſo ſehr durch den Reiz der Empfindungen und die geiſtlichen Cröſtungen, als durch die innere Yer⸗ demütigung und die häufige Suflucht zu ihm.“ „Wir dürfen zufrieden ſein“, ſagt unſer Keiliger,„von ge⸗ wiſſen Sehlern eine viertel⸗ ſtunde vor unſerem Tode ent⸗ ledigt ſein zu können“, und an einer anderen Stelle:„Man muß nicht allein die Sehler des Nächſten, ſondern auch die eigenen ertragen und Geduld damit haben, d aß man ſich unvollkommen ſieht“. Streben wir nach Beſſerung, aber mit Ruhe und ohne Bangen; denn wir können keine Engel werden vor der Seit. „Du beklagſt dich darüber, daß ſich ſo mancherlei Anvollkommen⸗ in niſte lange rinet& vort u ſln wiſe 8 tuge8 rigt ſtage vit wd in ig ange co ger ſo 1 Blic hing hütc md 3 ſin bli Salt ie ichte r Schwa rähert ich den Fe ie giſt ch de ine i — = — S =—— * zuftiehe Neiliger, wonz, eine vier in die Sehler ſondern auz ttragen in haben, hef ollkomner r nach Beſinn dohne Bann ine Engel wue ch daribet, h Unvollionm Beichte. 89 heiten und Sehler in dein Ceben ein⸗ miſchen, und zwar gegen das Der⸗ langen nach Vollkommenheit und reiner Gottesliebe in dir. Ich ant⸗ worte dir, daß es nicht möglich iſt, daß wir ganz uns ſelbſt aufgeben, ſolange wir hienieden weilen. Wir müſſen uns ſo lange immer ſelbſt tragen, bis Gott uns in den Himmel trägt; und ſolange wir uns tragen, tragen wir nichts, das von Wert wäre. Man muß alſo Geduld haben und nicht meinen, wir könnten uns in einem Tage heilen von ſo vielen böſen Gewohnheiten, die wir dadurch angenommen haben, daß wir ſo wenig Sorgfalt für unſer geiſtiges Wohl getragen. Ich bitte dich, ſieh nicht ſo viel hin und her: halte deinen Blick feſt auf Gott und auf dich hingerichtet: du wirſt Gott nie ohne Güte, und dich nie ohne Gebrechen und dein Elend als den Gegenſtand ſeiner Güte und Erbarmung er⸗ blicken.“ So der heilige Zranz von Sales. 15. Züget eurer Beichte immer irgend eine Sünde im allgemeinen 40 Beichte. aus euerem früheren Leben bei, die euch beſonders leid tut. Saget im allgemeinen zum Beiſpiel: Ich klage mich der Sünden der Unkeuſchheit oder des Haſſes oder der Rache aus meinem früheren Ceben an; dadurch wird die zur Gültigkeit des Saßra⸗ mentes erforderliche Materie deſto⸗ mehr außer Sweifel geſetzt. 16. Verbannet alle Zurcht, in den General⸗ oder gewöhnlichen Beichten euch verfündigt oder Sünden nicht gehörig gebeichtet zu haben. Höret, was ein großer Gottesgelehrter(Ja⸗ min) darüber ſagt: Die Kirche, welche die Auslegerin des willens Chriſti iſt, verlangt bei unſern Beichten eine ſakramentaliſche, aber nicht eine mate⸗ rielle Vollſtändigkeit. Die erſte beſteht in dem Bekenntniſſe aller Sünden, deren man nach einer vernünftigen und dem gegenwärtigen Suſtande unſerer Seele angemeſſenen Gewiſſens⸗ en tille nter tm dd ch ſh ti 2 ibeſ& ſicht ni m ien Fu ie 1 dt uftit iher „ er ſce vilc vili ife z Beichte heren lche 4 leid ut a 0 n Bii 3 den der hu oder der nh Mu hültigit 1sz6 n Leben n r Mahi eife el ge ſezt. et alle Sucht i „ hit oder Sin tet zu habn j. rGottesgelhrn 9t Die Rirche n des Wills(t unſern Beih e, aber nicht inn keit. Die eſtt ntniſſe alle e ch einer vnin enwärtigen öi gemeſſenen öm Beichte. 41 erforſchung ſich erinnert. Die mate⸗ rielle Vollkommenheit beſteht in der materiellen Angabe aller von uns begangenen Sünden, ihrer Anzahl und der damit verbundenen Umſtände, ohne das geringſte auszulaſſen. Die Firche fordert jene erſte Vollſtändig⸗ keit, weil dieſe unſere Kräfte nicht überſteigt, die andere aber fordert ſie nicht, weil ſie ſehr wohl weiß, daß, wie ſorgfältig wir uns auch er⸗ forſchen mögen, uns dennoch immer irgend etwas entgeht, entweder in Bezug auf die Sünden ſelbſt oder auf die Umſtände. Kurz, ſie verlangt von den Gläubigen nur eine demütige und aufrichtige Angabe alles deſſen, was ihnen nach einer gehörigen Gewiſſens⸗ erforſchung einfällt, indem ſie zu ver⸗ ſtehen gibt, daß alsdann der gute wille des Beichtenden die unfrei⸗ willige Mangelhaftigkeit des Gedächt⸗ niſſes ergänze. 42 Beichte. Der hl. Sranz von Sales mahnt: „Beunruhige dich nicht darüber, daß du nicht alle deine geringſten Zehler bemerhkſt, um dich darüber anzuklagen. Rein! denn ſo wie du oft fühlſt, ohne es wahrzunehmen, ſo heißt es auch nicht in der Stelle, die du anführſt, daß der Gerechte es ſehe oder fühle, daß er ſiebenmal des Cages falle, ſondern einfach, daß er ſiebenmal falle; ebenſo ſteht er auch wieder auf, ohne auf ſein Wiederaufſtehen zu achten. Mache dir alſo ßeine Bekümmerniſſe deshalb, ſondern gehe hin und ſage demütig und offen, was du bemerßt haſt, und was du nicht ſollteſt bemerßkt haben, das ſtelle der milden Barm⸗ berzigkeit deſſen anheim, der denen, welche ohne Böswilligkeit fallen, die Hand unterhält, damit ſie Reinen Schaden nehmen, und der ſie ſo ſanft und ſo ſchnell wieder aufrichtet, daß ſie, weil die Hand Gottes ſie auf⸗ gefangen im Zalle, weder, daß ſie gefallen, inne werden, noch auch, daß ſie aufgehoben werden, weil er ſie ſo ſchnell wieder aufgerichtet, daß ſie es gar nicht wahrgenommen.“ nen 18 mſt& liſ& d5 b 68 zirs ein nhr hw rgn hn * hte. von Sale iht tantu geinſer wüber an uun t ohn eißt e a die du unhi fih ages f eet wicder uf cp. un zu uhhn e um ſt efin uwdſt wes du benent ht ſollteſ benet m bn der dn igeit fale i nt ſi kin d der ſi ſi eſo 6 auftichtet, Gottes ſ e weder daß ſi noch auch h n, weil er ſeſt chtet, daß ſes men —— — Beichte. 48 17. Ihr habt der ſakramentaliſchen vollſtändigkeit vollkommen Genüge geleiſtet; verbannet alſo alle Surcht und Sweifel als wahre Derſuchungen. 18. Merkt euch auch das noch, daß, wenn es euch vorkommen ſollte, als hättet ihr es fehlen laſſen an der gehörigen Sorgfalt, der umſichtige Beichtvater durch ſeine Fragen ſie ergänzt hat, und daß, wenn er nichts mehr gefragt, dies darin ſeinen Grund hat, daß er die Beſchaffenheit eurer Sünden und den Suſtand eurer Seele hinlänglich erkannt hat, welches ja gerade der Sweck der ſakramenta⸗ liſchen Anklage iſt. 19. Daher irren diejenigen, welche aus Surcht, ſie möchten in betreff der Gewiſſenserforſchung oder der Reue irgend etwas verabſäumt haben, ihre Generalbeichten wiederholen wollen, und zu tadeln ſind jene Beichtväter, die ſolche Wiederholungen geſtatten. 44 Beichte. „Ich habe in Ihrer General⸗ beichte“, ſchreibt unſer Heilige an eine ängſtliche Perſon,„alle Rennzeichen einer wahren, guten und gründlichen Beicht gefunden, und mir iſt nie eine andere vorgekommen, die mich voll⸗ kommener befriedigt hätte. Dies iſt die reine Wahrheit, und glauben ſie es mir, ich ſpreche bei ſolchen Gelegen⸗ heiten ſehr aufrichtig. Sollten Sie etwas zu ſagen ausgelaſſen haben, ſo erwägen Sie, ob dies wiſſentlich oder freiwillig geſchehen; denn in dieſem Jalle müſſen Sie ohne Sweifel Ihre Beichte erneuern, wenn das, was ſie ausgelaſſen haben, eine Codſünde war, oder wenn Sie damals es für eine ſolche hielten; iſt es aber nur eine läßliche Sünde, oder, wenn es auch eine Codſünde iſt, die Sie aus Vergeßlichkeit oder aus Untreue des Gedächtniſſes ausgelaſſen, ſo geben Sie Ihre Sweifel auf; denn auf Gefahr meiner Seele, Sie ſind durch⸗ aus nicht zur Erneuerung Ihrer Beichte verpflichtet, ſondern es ge⸗ nügt, daß Sie den Punkt, den Sie ausgelaſſen haben, Ihrem gewöhn⸗ ichn 6 qbo ſ n ulbe un inei dr lh jüu 32 w ven mwN mn in wu is 1 e wiſni Nhen; dem i Si ejn zuſ R, wenn das, vis n eine Lojin e damals 6 ſir iſt es aber uu vem t, die Sie au lntu t 6 laſſen ſo ghn uf; dem uf Sie ſind uh reuerung h ſondern 6 p Punkt, den Si Ihrem gewihn Bechite. 45 lichen Beichtvater ſagen. Dafür bürge ich Ihnen!“ wenn man ſolcher Surcht Raum geben dürfte, ſo müßte man das ganze CLeben damit zubringen, Gene⸗ ralbeichten zu erneuern; denn die⸗ ſelben Beſorgniſſe könnten auch bei den größten Beiligen immer wieder⸗ kehren, und dadurch würde die Beicht in eine wahre Solter⸗ und Marterbank der Seele verwandelt, was eine Irr⸗ lehre iſt, die das Cridentiniſche Kon⸗ zilium ausdrücklich verworfen hat. 20. Es iſt die Lehre aller Keiligen und erleuchteten Gottesgelehrten, daß, wenn ihr mit aufrichtigem Gemüte und mit dem verlangen nach Beſſe⸗ rung eure Generalbeicht abgelegt, ihr fortan ruhig verbleiben und die ſelbe in keiner weiſe wiederholen ſollet. wer anders verfährt, der ruft Dinge ins Gedächtnis zurück, die er ver⸗ geſſen ſollte, und verwirrt den Geiſt, 46 Beichte. anſtatt ihn zu beruhigen; denn, wie der heilige Philippus Reri ſagt: Je mehr man kehrt, deſto mehr Staub regt man auf. 21. Um euren Geiſt zu beruhigen, möge auch noch die einſtimmige Mei⸗ nung der Keiligen dienen, daß die Zurcht vor der Sünde aufhört heilſam zu ſein, wenn dieſelbe maßlos iſt. gen Wn lippus ehrt, deſ nan 3 en eiſ zu ken die einſt miſ ige dienn. IV. Sine uht union. dieſelbe mfl S „Wenn ihr das Sleiſch des Men⸗ ſchenſohnes nicht eſſen und ſein Blut nicht trinken werdet, ſo werdet ihr das Ceben nicht in euch haben.“ (Yoh. 6, 54.) „Und er ſandte... um den Ge⸗ ladenen zu ſagen, daß ſie kämen, weil ſchon alles bereit wäre. Es fingen aber alle einſtimmig an, ſich zu ent⸗ ſchuldigen.“(Cuk. 14, 17, 18.) „Und wenn ich ſie ungeſpeiſt nach Hauſe gehen laſſe, ſo werden ſie auf dem Wege* (Mark. 8, 3.) „Mein Kerz vertrocknete, weil ich vergaß mein Brot zu eſſen.“ (Pſalm 101, S.) 1. Die heilige Kommunion iſt das wirkſamſte Mittel, mit Gott vereinigt zu werden.„Wer mein Sleiſch 48 Kommunion. ißt“, ſagt Zeſus,„der bleibtin mir und ich in ihm.“ 2. Dieſes heilige Sakrament wird von dem heil. Bernhard die Liebe aller CLiebe genannt. Verlanget alſo, recht oft daran teilzunehmen, um von dieſer göttlichen Liebe erfüllt zu werden. 3. Der hl. Sranz von Sales ſagt, daß zwei Menſchenklaſſen häufig kommunizieren ſollten: die Vollkom⸗ menen, um ſich dem Urquell aller Vollkommenheit zu nähern, die Unvoll⸗ kommenen, um zur Vollkommenheit zu gelangen; die Starken, um nicht ſchwach, und die Schwachen, um ſtark zu werden; die Rranken, um zu ge⸗ neſen, und die Geſunden, um nicht zu erkranken. Ihr ſaget, daß ihr, als unvollkommen, ſchwach und krank, nicht würdig ſeid, öfter zu kommuni⸗ zieren. Ich aber ſage euch, daß ihr als ſolche gerade recht oft zur heil. wu, um nn holio aun ſi8 ſud, giie Jit hluba ſ 05 ½ i der gun ih t fom wz in de in wn vihe ſijn ebe wn ſümg* (u vx 8 nunion. Hder bleittß n ihm“. ge Sahramen tyi nhar die liehe Rnannt. hern aran teilunhn tlichen lube ——— —= . — nz von Salts ſy chenklaſſen ſi llten: die hollun dem Urquel dle nähern, die mn ur Vollzonmht Starken, un ſt chwachen un ſin ranken, un u eſunden, un iit ſaget, daß ihr hwach und jn öfter zu omm ſage euch deh it recht eft zu hi Kommunion. 49 Kommunion gehen ſollet, um euch immer mehr mit dem Urquell aller vollkommenheit zu vereinigen, der eure Stärke und euer Feilmittel ſein muß. So der Beilige. Hier ein Wort über dieſen Gegen⸗ ſtand, das von einem heil. Grdens⸗ geiſtlichen kommt. Der ehrwürdige Jeſuitenpater Margottet, der kurz nach ſeiner Rüchkehr aus Por⸗ tugal, woſelbſt er mit dem Mute des Glaubens eine grauſame Gefangen⸗ ſchaft ausgeſtanden hatte, den 1. April 1835 in Nizza ſtarb, unterhielt ſich in den letzten Monaten ſeines Cebens gerne mit einem jungen Manne, der ihn täglich beſuchte, ſich in ſeinen frommen Geſprächen zu unterrichten und zu erbauen. Eines Tages teilte ihm dieſer junge Mann mit, daß es ihn einigermaßen verlegen mache, von der Erlaubnis ſeines Beichtvaters, wöchentlich mehrere Male zu kommu⸗ nizieren, Gebrauch zu machen, wenn er bedenke, daß der heilige Aloyſius von Gonzaga im Moviziate der Je⸗ ſuiten nur alle Sonntage kommuni⸗ huadrupani, Beruhigung. 850 Kommunion. zierte.„Gehen Sie, gehen Sie, mein lieber Kerr“, antwortete ſchalkhaft lächelnd der gute Grdensgeiſtliche, kommunizieren Sie nur; Sie haben es nötiger als jener.“ Und in der Cat, man betrachtet fälſchlich und aus Stolz die öftere Kommunion nur von dem Geſichtspunkte einer Beloh⸗ nung und gewiſſermaßen als einen Maßſtab der Vollkommenheit; ſie iſt vor allem ein Mittel, daran zu ar⸗ beiten, und die einzige erworbene Tugend, die die Anwendung dieſes Mittels verlangt, iſt das Verlangen, es zu benützen, um vollkommener dadurch zu werden. Jeſus Chriſtus hat nicht geſagt:„Kommet zu mir, die ihr vollkommen ſeid; ſondern: Rommet zu mir, die ihr mühſelig und beladen ſeid!“ Daher verſichert der heilige Sranz von Sales:„Der Keiland hat das hocherhabene Sakrament des Altars, welches weſentlich ſein Sleiſch und Blut enthält, zu dem Ende eingeſetzt, daß, wer davon iſſet, in Ewigkeit lebe. Wer demnach oft und mit a I litt u wfn ingene ſiht ph wr blihe w 6 Konnetzu ühſelig un der heilige un Niland het tent des ut ein Sleiſch Ende eingeſch. t in Enigut oft un nit Kommunion. 51 Andacht dasſelbe empfängt, der be⸗ feſtigt die Geſundheit und das Leben ſeiner Seele ſo ſehr, daß es faſt un⸗ möglich wird, daß er durch irgend⸗ welche böſe Begierden vergiftet werde. Man kann nicht zugleich von dieſem Sleiſche genährt werden und von den Gelüſten des Todes leben. So wie die Menſchen im irdiſchen Paradieſe durch die Rraft der Srucht von dem Baume des Cebens, den Gott hinein⸗ gepflanzt hatte, dem Ceibe nach nicht ſterben konnten, ſo können wir auch durch die Kraft dieſes Sakramentes des Lebens nicht geiſtigerweiſe ſterben. Und wenn die zarteſten und am meiſten der Säulnis unterworfenen Hrüchte, als Firſchen, Aprikoſen, Erdbeeren, leicht jahrelang ſich erhalten laſſen, wofern ſie nur in Sucker oder Fonig eingelegt werden, ſo darf es uns nicht wundern, daß unſere Herzen, ſo hinfällig und ſchwach ſie ſind, vor der Zäulnis der Sünde bewahrt bleiben, wenn ſie von der Rraft und Süße des Zleiſches und Blutes des Sohnes Gottes durchdrungen ſind. Philothea! die Chriſten, welche 4* 52 Kommunion. verdammt werden, müſſen verſtummen, wenn der gerechte Richter ihnen zeigen wird, wie ſehr ſie unrecht hatten, des geiſtigen Todes zu ſterben, da es ihnen doch ſo leicht war, ihre Seele am Leben und in Geſundheit zu erhalten durch den Genuß ſeines Ceibes, den er ihnen in dieſer Abſicht hinterlaſſen hatte. Anglückſelige, wird er ſagen, warum ſeid ihr geſtorben, da euch die Frucht und die Speiſe des Lebens zu eurer Verfügung ſtand? Yn derſelben Weiſe mahnt der gottſelige Thomas von Rempen zum öftern Empfange der heiligen Kom⸗ munion.„Oft mußt du zum Borne der Gnade und der göttlichen Barm⸗ herzigkeit, zum Borne der Güte und aller Reinheit deine Sukehr nehmen, auf daß du von deinen Ceidenſchaften und Zehlern geſunden könneſt, und wider die ſämtlichen Anfechtungen und Zallſtricke Satans größere Stärke und Wachſamkeit erlangeſt. Da er wohl weiß, daß die größte Srucht und das größte Feilmittel in dieſer heiligen Kommunion enthalten iſt, ſo ſtrebt der Seind auf jede Weiſe und i 0 mih M ſiſen ſtu ſns n ſie tigen,* mjd ijun ſin 6 uht ciner k w hein n n gjihl wbli Biditt nei chu ſ u ½ (hnn tm wr p ommunion en, müſ iſſen verſ ichter ihnen; ie eunrecht t zu ſt ſterben* ius geſ ſtorben, da ah Speiſe de lehe s; ſtand? eiſe mahrt von Kun p er heil iligen in nut du zum Ben er göttli tin hn Borne der(ih n ine öuhehr mn einen Leidenſiht unden hönneſ in ichen Inf luſcht ing tans hn Stint erlanget. Nn die uit Srit eilmittel in iiſt on en en iſ uf jede eiſ in inn Kommunion. 563 bei jeder Gelegenheit die Gläubigen und Andächtigen, ſoviel er vermag, von ihr abzuziehen und zu hindern!“ Der Geiſt der Kirche iſt über dieſen Hauptpunkt zu allen Seiten ſich gleich geblieben. Der hl. Chryſo⸗ ſtomus nimmt keinen Mittelzuſtand an zwiſchen denjenigen, die eine Tod⸗ ſünde auf ſich haben, und den Gläu⸗ bigen, die im Stande der Gnade ſind und jeden Derſammlungstag kommu⸗ nizieren. Umſonſt tun manche Men⸗ ſchen, die ſich für gereinigt und ge⸗ recht halten, keine Buße, wie die Sünder, und enthalten ſich dennoch der heiligen Kommunion, indem ſie glauben, ſie ſeien nicht vollkommen genug. Dieſer Mittelzuſtand iſt ſehr gefährlich für denjenigen, der darin verbleiben will, und er iſt auch eine Beleidigung gegen das Sakrament. Serne davon, das Sakrament dadurch zu ehren, daß man ſich ſeinen Emp⸗ fang verſagt, beleidigt man Jeſus Chriſtus dadurch, wenn man, während er uns zu ſeinem Seſtmahl einladet, nicht eſſen will. Rurz, dieſem Rirchen⸗ vater gemäß muß man entweder mit 54 Kommunion. denen, die die Gnade haben, kommu⸗ nizieren oder Buße tun, um ſich ſo⸗ bald als möglich mit denſelben zu vereinigen. Doch hören wir ihn ſelbſt:„Diele unter den Gläubigen ſind ſchwach und ſchmachten dahin; und viele unter ihnen ſchlafen. Und wie, werdet ihr ſagen, treffen uns dann dieſe Ubel, die wir dieſes Saßrament doch nur einmal im Jahre empfangen? Das iſt's gerade, was alles verdirbt. Denn ihr bildet euch ein, daß das Verdienſt nicht in der Reinheit des Gewiſſens, ſondern in dem längſten Swiſchen⸗ raume von einer Kommunion zur anderen beſtehe. Ihr betrachtet es als die größte Kochachtung und Chren⸗ bezeugung gegen das Sakrament, ſelten euch dieſem himmliſchen Tiſche zu nahen.... Die Vermeſſenheit be⸗ ſteht nicht darin, zu oft dem Ciſche des Ferrn zu nahen; ſondern darin, unwürdig hinzutreten. und wäre es auch nur ein einziges Mal für die ganze Cebensdauer.... Warum legen wir alſo den Maßſtab des Seit⸗ geſetzes an die Kommunion? Die mmunien öncde uße ich n wit ihn ſchſ. igenf ſind ſ ſtnin n, und pile u wie, werſe ns dam Rſ i Sakranett t e empfangnn), alles verirht. n daß das he theit des ünſn längſten zwit er Rom muin Ihr bettutht chachtung un in ds bafunn himmliſchen it ie hemeſinet 1 zu oft den lj Nen; ſondem i eten und nine nziges Mal fit ſun nMaßſtab des qi Kommmion! N 63 N Kommunion. 855 Reinheit des Gewiſſens macht, daß es Seit iſt, hinzuzutreten. Dieſes Geheimnis hat zu Gſtern nichts mehr, als zu allen andern Seiten, in denen man es fortwährend vollbringt. Es iſt immer dasſelbe; es iſt immer die⸗ ſelbe Gnade des hl. Geiſtes. Gſtern dauert das ganze Jahr hindurch. Ihr. die ihr eingeweiht ſeid, verſteht ſehr wohl, was ich ſage. Sei es Sams⸗ tag, ſei es Sonntag, ſei es an den Seſten der Märtyrer: es iſt immer dasſelbe Gpfer und derſelbe Opfer⸗ dienſt. Der Kerr wollte ſeine Gpfer nicht durch die Beobachtung irgend einer Seit beſchränken.“ Die übrigen Kirchenväter führen ganz dieſelbe Sprache:„Wenn es das tägliche Brot iſt“, ſagt der heilige Ambroſius,„warum eſſet ihr es bloß am Ende eines Jahres? Empfanget es alle Tage, damit es euch alle Tage von Nutzen ſei. Cebet ſo, daß ihr es alle Tage zu empfangen ver⸗ dienet. Wer es nicht täglich zu empfangen verdient, der verdient auch nicht am Ende des Jahres es zu empfangen..... wWiſſet ihr denn 56 Kommunion. nicht, daß, ſooft dieſes Gpfer dar⸗ gebracht wird, der Tod, die Aufer⸗ ſtehung, die Himmelfahrt des Ferrn und die Vergebung der Sünden dar⸗ geſtellt werden? Und dennoch emp⸗ fanget ihr nicht alle Tage dieſes Brot des CLebens. wWer eine wWunde emp⸗ fangen hat, ſucht der nicht das Feil⸗ mittel? Die Sünde, die uns gefangen hält, iſt unſere Wunde; unſer Feil⸗ mittel iſt in dem himmliſchen und ehrwürdigen Sakrament!“ Und damit es recht offenbar ſei, daß in unſeren Tagen die Chriſt⸗ gläubigen keinen Grund haben, in dieſer Beziehung anders zu handeln, als die der erſten Kirche, ſo findet ſich jene Disziplinarlehre des Alter⸗ tums beſtätigt in der neueren Seit durch das heilige Ronzilium von Crient:„Die Chriſten müſſen dieſes Sakrament mit ſo unerſchütterlichem Glauben und mit ſolcher Andacht und Srömmigkeit glauben und verehren, daß ſie jenes überweſentliche Brot öfter empfangen können, damit es in Wahrheit das Leben ihrer Seele und das ewige Beil ihres Geiſtes ſein nnih uns ehlft 2 hura 2 niht uh 1 whren vn eN Nn u inj Nio r il 01 1 imn m ö 8 vhe 3 uhzu zuhes Nn. 5 ihd hn beib un u (mu ommunion oft dieſes 6 der Sine 6 nd denne alle Lage er ein Pun der ntisi inde, die us1 us gin unde; uſz em hinnlifn krament“ es recht ofjnin n Lagen de(i en Grund huhn 3anders z h linarlehre he in der neunn z lige Konziunn hriſten miſin i ſo unerſchitterit t ſolcher Mait auben und neßn überweſentliche l. önnen, dani eben ihrer Sen l ihres heiſs j Kommunion. 57 möge, und damit die Rraft, die ſie daraus ſchöpfen werden, ihnen aus den verſuchungen dieſer Pilgerfahrt verhelfe zur Ruhe des himmliſchen vaterlandes. Das heilige Konzil möchte wünſchen, daß die Gläubigen, welche täglich der heiligen Meſſe bei⸗ wohnen, nicht nur geiſtig und mit dem verlangen kommunizierten, ſon⸗ dern auch durch den ſakramentaliſchen Empfang der Euchariſtie, damit ſie deſto reichlicherer der Zrüchte dieſes heil. Opfers teilhaftig würden.“ 4. Am Abend vor der heiligen Rommunion ſammelt euch ein wenig, um über das große Gnadengeſchenk, welches Gott euch verleihen will, nachzudenken, und erwecket ein recht großes vertrauen, geheiligt zu wer⸗ den. Sange ſchon am Porabende an, dich durch öftere Liebesſeufzer und Er⸗ hebungen des Ferzens vorzubereiten; begib dich etwas früher zur Ruhe, um auch früher aufſtehen zu können. Erwachſt du in der Nacht, ſo erfülle 58 Kommunion. ſogleich Kerz und Mund mit andãch tigen Worten, damit deine Seele, von denſelben durchwürzt, ihren Bräuti⸗ gam empfange, der, während du ſchläfſt, wacht und ſich bereitet, dir tauſend Gnaden und Gunſtbezeugungen zu erweiſen, wenn du deinerſeits im⸗ ſtande biſt, ſie zu empfangen. 5. Glaubet auch ja nicht, daß ihr fruchtlos kommuniziert, weil es euch dünkt, als nähmet ihr nicht an Tu⸗ gend zu. Wenn es euch auch zu nichts anderem nützte, ſo dient es euch doch dazu, euch im Stande der Gnade zu erhalten. Jeden Tag ißt man, und doch nimmt man nicht jeden Tag an Rräften zu, ſonſt würden wir ja alle wie Samſon. Sollte aber deshalb wohl die Speiſe nutzlos ſein? Gewiß nicht; denn wenn ſie uns auch nicht gerade größere Rräfte gibt, er⸗ hält ſie doch die, welche wir haben. Ebenſo verhält es ſich auch mit dieſer Seelenſpeiſe. ———————— 8 d ſen grn ina fh mn verm munion. h ja niht Mh niziert, well 4 et iht niht ul⸗ es euch auch 1 nützte, ſo in uch im Stene en. JNden l mmmt mu ſi ten zu, ſonß wi⸗ amſon. Solle Speiſe ms jin n wenn ſi us u ere Krifte git welche wir hun ſich auch nit i Kommunion. 59 Bemerke übrigens, daß es kein wirkliches Wachstum in der Tugend gibt, ohne das Wachstum in der De⸗ mut; je mehr ihr von ihr beſitzet, deſto weniger werdet ihr alſo von ihr zu beſitzen glauben; je würdiger ihr ſein werdet, eurem Gott zu nahen, deſto tiefer werdet ihr euere Unter⸗ würfigkeit fühlen; denn da der Menſch, zu was immer für einer Vollkommen⸗ heit er auch gelangen möge, doch hienieden nur voll Elend und Sünde ſein kann, ſo ſieht er ſeine Niedrig⸗ keit in demſelben Maße deutlicher, als er höher ſteht an Gnade und Er⸗ leuchtung. FHier noch, was Zenelon über dieſen Gegenſtand ſchreibt:„Früher fehlte es euch an[icht, um in dem Grunde eueres Perzens viele Regun⸗ gen der böſen und verderbten Matur zu entdecken, die ſich jetzt vor eueren Augen zu entfalten anfangen. In dem Maße, wie dieſes Licht zunimmt, findet man ſich auch verdorbener, als man glaubte; aber man muß darüber weder ſich wundern, noch verzagen. wir ſind deshalb nicht ſchlimmer, als Rommunion. 60 wir waren; im Gegenteile, wir ſind es weniger; aber während das Böſe in uns ſich vermindert, wächſt das Cicht, welches uns dasſelbe zeigt.“ 6. Denket nicht, ihr wäret unvor⸗ bereitet und mißbrauchtet das Sakra⸗ ment, weil ihr euch beim Empfange desſelben kalt, gleichgültig und faſt gefühllos fühlet. Es ſind dies Prü⸗ fungén, welche Gott euch ſchickt, um euer Verdienſt zu mehren. Hier finden alle die Antworten Anwendung, die ich euch in Bezug auf die Trocken⸗ heit beim Gebete gegeben. Heget aber das berlangen nach der glühendſten wingebung der Heiligen. Gott belohnt das berlangen ebenſo, wie das Werk, wie ich oben mit dem hl. Gregor dem Großen geſagt. 7. Wenn ihr es unterlaßt, häufig zu kommunizieren, weil ihr nicht würdig ſeid, dann dürfet ihr über⸗ haupt gar nicht kommunizieren, weil n ſich tot ſin 2 itte Un ſſ ſete m Mie ſihn ſtnu* ufm ſt fl imn NWic iſen ct R Sit njn chne ſwih w 5 6 5 munion. mundert, vigſ is dasſelhe z t, ihr wire uwy rauchtet des Sun uch bein eny leichgili un Es ſind is At euch ſhit nehren. Fier ſi n Anwewun, g auf die lwin egeben. Fegtth ch det glihenin ligen. Gott belh ¹ n ſi nſo, wie das Nir em hl. hreget in unterlaßt hü „ weil iht ſit dürfet ihr iön mmunizieten mi KFommunion. 61 ihr nie würdig genug dazu ſein werdet. Gott ganz allein kann nur würdig ſein, Gott zu empfangen. Ja, ihr dürftet dann ſogar auch nie zur Rirche gehen, nie beten; denn der elende Menſch iſt nicht würdig, in das Haus Gottes zu treten, noch mit Gott zu reden, wie dies beim Gebete geſchieht. Deshalb klagt mit Recht Senelon: „wie viele allzu ängſtliche Gläubige ſieht man, die, weil ihnen dieſe Hahrung fehlt, ganz und gar dahin⸗ ſchmachten. Sie verzehren ſich in unfruchtbarem Sinnen und Trachten; ſie fürchten, ſie zittern, ſie leben immer im Sweifel und ſuchen ver⸗ geblich eine Gewißheit, die ſie in dieſem Leben nicht finden können. Sie haben keine Salbung in ſich. Sie wollen für Zeſus Chriſtus leben, ohne von ihm zu leben. Sie ver⸗ trocknen, verſchmachten, ſind erſchöpft und fallen in Ohnmacht. Sie ſind an der Guelle lebendigen Waſſers und laſſen ſich von Durſt dahin⸗ ſterben. Sie wollen äußerlich alles 62 Kommunion. tun und wagen es nicht, ſich inner⸗ lich zu rühren. Sie wollen die Laſt des Geſetzes tragen, ohne ſeinen Geiſt und ſeine Tröſtungen zu ſchöpfen im Gebete und in der häufigen Kommu⸗ nion.“ 8S. Wir dürfen nicht unſere Arm⸗ ſeligkeit in Anſchlag bringen, ſondern müſſen vielmehr der Erwägung des göttlichen Erbarmens uns hingeben. Zene, welche zu dem myſtiſchen Gaſt⸗ mahle, dem Sinnbilde des heiligen Abendmahls, geladen waren, waren nicht die Adeligen und Großen, ſon⸗ dern die Blinden und CLahmen, Sinn⸗ bilder von uns Elenden. Wer das hochzeitliche Kleid hat, das Symbol der Gnade, der iſt von dieſem SZeſt⸗ mahle nicht ausgeſchloſſen. 9. Wer aus Gehorſam zur heiligen Fommunion geht, der nähert ſich mit einer ſolchen Stimmung, wie ſie Gott ſehr gefällig iſt. Wenn der Gehorſam euch die Kommunion geſtattet, ſo 1 nint nnin NRn ½ zimt 6 un 1 ſiic der d uyih k nide giſi whlht ticl ſm uh 3 njs ſcler mn o Mgn ſeilig je lhnn 1 munion. la beingen ſun der kwign mens uns zint ini dem myſti ſiſcen t nbile d ſn aden waren nun n und Groen ſe und lahnn n Elenden. Wer hat, das n ſt von dieen t eſchloſſen. horſun zur hein der nihert ſch m mung, wie fe Wenn der hehnin mion geſutteh j Kommunion. 68 nähert euch derſelben mit Liebe; ver⸗ weigert euch der Gehorſam die Kom⸗ munion, ſo enthaltet euch davon in Demut. 10. Wenn ihr nicht kommunizieren könnet, ohne daß eure Vorgeſetzten daran ſich ſtoßen, oder ohne andere Pflichten der Gerechtigkeit, der Ciebe oder der Grdnung zu verletzen, ſo begnüget euch, ſagt unſer Feiliger, mit der geiſtlichen Fommunion. Dieſe geiſtige Abtötung wird Gott ſehr wohlgefällig aufnehmen. Die heiligen Einſiedler haben ſich nicht durch viele Kommunionen geheiligt, ſondern da⸗ durch, daß ſie dem Swecke ihres Be⸗ rufes entſprachen. Der heilige Ein⸗ ſiedler Paulus, der ſo lange lebte, kommunizierte nur zweimal. Und dennoch, wie groß war er in den Augen Gottes! Deshalb gibt unſer Heilige uns folgende ſehr ſchöne Be⸗ „Je größer die ver⸗ lehrung: 64 Kommunion. hinderung iſt, die euch von der Ausübung des 6uten, ſo ihr zu tun wünſchet, ab⸗ hält, mit deſto größerem Eifer tuet das Gute, wonach ihr nicht verlanget; denn es hat weit höheren Wert“. Der heilige Johannes der Täufer war viel inniger mit Jeſus im Geiſte ver⸗ einigt, als es die Apoſtel waren; und dennoch ging er nicht, um ſich an ſeine Perſon anzuſchließen, weil es ſein Beruf anders verlangte. Dieſes iſt das größte Beiſpiel von Abtötung, das ſich unter den Beiligen findet. Der heilige Sranz von Sales ſchreibt:„Ich habe oft die außer⸗ ordentliche Entſagung des heiligen Johannes des Läufers bewundert, der ſo lange in der Wüſte verblieb, unſerem herrn ſo nahe, und ohne ſich zu beeilen, ihn zu ſehen, ihn zu hören und ihm zu folgen; und wie ihn 1 unn* m vimn 5 hegn gii vnn „ n im ſn ißt blun it n2 icn vidn wen ie in i im ch ſin M d luhm z ſh (hriſt buu n Konmunin tunwünſtet verlanget, t höherenp hannes r lil it Jeſis in(iſ. s die Apoſtl n 6 ing et nicht n i on anzuſchlußn n anders nl größte Beiiln ſich unter da hilh e Franz von zl habe eſt die uß tſagung des ſeih Cäufers benn n der Wiſe wil ſo nhe ihn zu ſehen ih zu folgen; un Kommunion. 65 konnte er, nachdem er ihn geſehen und getauft hatte, es über ſich ge⸗ winnen, ihn wieder weggehen zu laſſen, ohne ſich ihm in körperlicher Gegenwart anzuſchließen, wie er in geiſtiger Gemeinſchaft ſo eng mit ihm verbunden war? Allein er wußte, daß er eben dieſem Kerrn gerade durch dieſe Entbehrung ſeiner wirk⸗ lichen Gegenwart diente. Ich will ſagen, daß das auch Gott dienen heißt, wenn ihr, um den Geiſt der Oberen zu gewinnen, die er euch ge⸗ ſetzt hat, die Entbehrung der wirk⸗ lichen Kommunion erduldet; und es wird mir ein ſehr großer Troſt ſein, wenn ich weiß, daß dieſer Beſcheid, den ich euch gebe, euer Ferz nicht in Unruhe verſetzt. Glaubet mir, dieſe Entſagung, dieſe berleugnung werden von außerordentlichem Mutzen ſein. Anderswo verbreitet er ſich noch mehr über dieſe gänzliche Selbſtver⸗ leugnung und dieſes ganz geiſtige Ceben, welche den Vorläufer Jeſu Chriſti in ſo hohem Grade ausge⸗ zeichnet haben, und ſtellt ihn von huadrupani, Beruhigung. 5 66 neuem als Beiſpiel für ähnliche Zälle auf:„Mutig, meine Tochter! wenn es nicht wohl tunlich iſt, daß du ſo oft wirklich kommuniziereſt, ſo kannſt du es ja, ſo oft du nur wünſcheſt, geiſtigerweiſe tun. Wohlan, du ver⸗ langſt ein gutes Wort von mir über den heiligen Johannes, und dieſes iſt mir äußerſt ſüß. Bei verſchiedenen veranlaſſungen hatte er unſern Herrn ſchon vom Mutterſchoße aus kennen gelernt; er bezeugte ſchon damals, welche Luſt es für ihn ſein würde, ihn zu ſehen, ihn zu hören, mit ihm umzugehen; aber dennoch blieb er alles deſſen beraubt, und nach allem, was die heilige Schrift davon meldet, hat er keine zweimal recht ordentlich mit ihm geſprochen; ja, wiſſend, daß dieſer göttliche Erlöſer predige und aller Welt in Judäa ſich mitteilte, blieb er einſam in einer Wüſte ganz nahe dabei, ohne es zu wagen, ihn wirklich zu beſuchen, obgleich er geiſtigerweiſe ihn immer ſah. Gab es je eine Abtötung, gleich dieſer; feiner einzigen und höchſten Ciebe ſo nahe zu ſein, und aus Ciebe zu ihm Rommunion. . n hifn d wuf j n i i ſ. . m ſun 5 ſiht ro 6 ihn ſimn ſichen, 4 hiit 4 vere3 flich nlh ſeh n Riſr B ihn M lihen 1 Mut munion. iel für i niches teine eh ulich it h u mniienſ, ſin U nur winſ . Wohlan, i ort von mir annes und dies Bei verſchieden atte er unſen hen erſchoße aus ſen eugte ſchon dan für ihn ſein win zu hören nit in r dennoch hliht ubt, und nach aln Schrift davon nil imal recht ordent . Nen; ja, wiſen i Erlöſer predig u Rdäa ſich nittit in einer Wiſt gu e es zu wagen it ſuchen, obgleicht immet ſch t tung, gleich iſ und höchſen lih nd aus liebe jin Kommunion. 67 dennoch auszuharren, ohne ihn zu ſehen, ohne ihn zu hören, ohne ihm zuzuhorchen? Alſo, meine liebe Coch⸗ ter, wirſt du dasſelbe tun in der ähe des Sakramentes, wo Zeſus iſt; denn du wirſt ihn nur im Geiſte koſten, wie der hl. Johannes. Siehe doch nur, ich bitte dich, dieſen heiligen Jüngling in der Einſamkeit vertieft; er befindet ſich aus Gehorſam daſelbſt, darauf wartend, daß dort ihm der Ruf zugehe, zum Volke hinzutreten. Er hielt ſich ferne vom Feilande, den er kannte und anbetete ſchon vom Mutterſchoße aus, und zwar, um ſich nicht vom Gehorſam zu entfernen, da es ihm ſehr wohl bewußt, daß, den Heiland außer dem Gehorſame zu ſuchen, ihn ganz und gar verlieren heißt. G Gott, welche bewunderns⸗ werte Reinheit des Herzens! welche Gleichgültigkeit gegen alles in dieſem menſchlichen Engel oder engliſchen Menſchen, der gewiſſermaßen ſeinen Meiſter nicht zu lieben ſcheint, um ihn deſto mehr und deſto reiner zu. lieben! Ich weiß nicht, wie er den Mut hatte, in ſeiner Wüſte zu bleiben, S* 5 NFommunion. 68 nachdem er ſeinen heiland erblickt und ihn dann ſich wieder entfernen geſehen. Aber er ſetzte dennoch ſeine Predigten fort, und mit einer ge⸗ wiſſen heiligen Härte gegen ſich ſelbſt läßt er ſich nicht überwältigen von der Särtlichkeit und Süßigkeit ſeiner CLiebe für die Gegenwart ſeines höchſten Gutes; ſondern mit einer ſtrengen, ſtandhaften und ſtarken Liebe dient er ihm in ſeiner Ab⸗ weſenheit um ſeiner großen Ciebe willen.“ 11. Unterlaſſet die Kommunion nicht um des Kampfes willen, den euch die Verſuchungen bereiten. Wenn ihr dieſelbe aus dieſem Grunde unter⸗ laſſet, ſo gebet ihr eurem Zeinde den Sieg des Kampfes. Je mehr die Kämpfe zunehmen, deſto mehr bedarf es des Mutes und der Waffen. Gehet getroſt hin, mit der Speiſe der Starken euch zu nähren, und der Sieg wird euch nicht fehlen! in h en 6 piln eifer vitſ 3 ſih i mn u n hin zu il zn ſch d nh uribe urig 1 ½ hn Mmunion. nen ßeian e ſch wieder ni er ſehte denn ſy nit ei eine tie gegen ſih ſt ht t iberwilt 6 und Sißiget ſin Qgenwart ſi ondern nit en aften und ſut ihm in ſe ſiut 1 einer grofen lit 4 — — — et die Konmnn ampfes wilen N igen bereiten wen ieſem Grunde ue iht euren Sin ampfes. J ni ehmen deſo nh Mutes un de etroſt hin nit de neuch zu nite wird euch ſizt Kommunion. 69 12. Hütet euch wohl, die Kommu⸗ nion häufig zu empfangen, weil an⸗ dere es tun. Das iſt, wie unſer Heilige ſagt, eine törichte und eiferſüchtige Nachahmung, wie ſie bei Srauen gewöhn⸗ lich iſt“. Nur aus Liebe darf man Jeſus Chriſtus in der Kommunion empfangen; denn auch er gibt ſich uns nur einzig und allein aus Ciebe hin. 13. Nicht allen iſt ein gleich häu⸗ figer Empfang der Kommunion an⸗ zuraten. Alle ſollen ein und dasſelbe Siel vor Augen haben, die Yereini⸗ gung mit Gott, aber nicht alle ſollen ſich derſelben Mittel bedienen. Ein vernünftiger Gehorſam entſcheidet darüber, was für einen jeden am zuträglichſten iſt. 14. Eine einzige, heilig empfangene Kommunion reicht hin, um uns heilig 70 Kommunion. zu machen. Beſtrebet euch alſo, jene Kommunionen zu heiligen, welche euch durch den Gehorſam geſtattet ſind, ohne euch über diejenigen zu betrüben, die euch verweigert ſind. —————— G 8 „t — ent ₰5 Konmunin Beſ ſtrebet 66 nen zu hiin den ſiz V. Umgang mit andern. „Auch zündet man kein Licht an und ſtellt es unter den Scheffel, ſondern auf den CLeuchter, auf daß es allen leuchte, die im Hauſe ſind.— So leuchte euer Licht vor den Menſchen, damit ſie eure guten Werke ſehen und den Vater preiſen, der im Kimmel iſt.“ (Matth. 5, 15. 16.) „CLaſſe dich nicht in wortgezänk ein, denn es nützet zu nichts als zum Uniergange der Hörenden.“ (2 Tim. 2, 14.) 1. Im Umgange muß man ſtets eine heilige Sreude zeigen. Euer Benehmen ſei alſo immer beſtimmt, gleichmäßig, gefällig, wohlwollend. Die heilige Heiterkeit und Fröhlich⸗ keit machen die Srömmigkeit ſelbſt, ſowie jene, die ſie üben, angenehm. Umgang mit andern. 72 Den heiligen Antonius, wiewohl er hr in ein ſo großer Büßer war, ſah man in immer nur mit einem ſo heiteren iit Antlitze, daß er allen wohltat, die mn ihn anſahen.— e ſ 2. Man muß im Umgange ebenſo uſn ſehr das Suvielreden als die zu große nt Schweigſamkeit vermeiden. Wer zu imt viel redet, erſcheint unüberlegt und ſnu verletzt die Achtung gegen andere. ilig Wer zu viel ſchweigt, ſcheint entweder en len an der Geſellſchaft anderer kein Be⸗ puhthe& hagen zu finden oder den perſonen, n nn mit denen er umgeht, imponieren zu wollen. . Küte dich ſorgfältig, Geſpräche all⸗ ſil zuſehr fliehen zu wollen, in welchen nh 1 die Regeln der Srömmigkeit nicht ſo 1 ganz ſtrenge beobachtet werden; denn n in allem dieſem ſoll die chriſtliche e Ciebe herrſchen und uns erleuchten, en i damit wir in dem, was nicht gegen n im die Gebote Gottes iſt, Nachſicht mit dem willen des Nächſten haben. ſeig p chſm ang mit anden. Ant tonius, in Sihe war, ſhn nit einen ſ ſit er alln milt a vermeiden vn heint uniberi n htung gegen en eigt. ſcheit en aft anderer jenz oder den pen geht, inynin fältig, heprite wollen, in wilh römmigleit i achtet weren h ſoll die in i und uns erlac „ was nicht iſt, Machſicht ächſten haben Umgang mit andern. 75 oder eine nicht ganz ehrbare Rede, oder ein nicht ganz reines, nicht ganz religisſes Wort höret, erniedriget euch dann nicht ſelbſt durch ausdrückliche oder ſchweigende Billigung. Der rechtſchaffene und ehrliebende Mann macht den Schmeichler nicht und nimmt auch bei dem mächtigſten monarchen den Schein nicht an, als billige er, was zu tadeln iſt. Wer dem Laſter anderer die Rechte der wahrheit und der Vernunft opfert, der verdient nicht einmal den Namen eines Menſchen. 7. In Geſellſchaften erweiſet euch, ſoviel es ohne Zwang und Siererei tunlich iſt, freundlich und zuvor⸗ kommend gegen alle, indem ihr die Rede entweder an ſie einzeln richtet oder irgend etwas fraget oder ſaget, was ihnen angenehm ſein mag. Der heilige Sranz von Sales öffnete ſich durch ſeine anmutige und einnehmende 76 Umgang mit andern. Umgangsweiſe den Weg, um eine große Anzahl Sünder und Irrgläubige zu gewinnen; und ihr werdet der Frömmigkeit großes CLob bereiten. Den Dienern der Kirche übrigens erweiſe man um ihrer Würde willen beſondere Fochachtung. 8. Wortſtreite, Spottreden, Unduld⸗ ſamkeit und Härte ſind das Gift der angenehmen Geſellſchaft. Im Um⸗ gange mit andern ſollen wir den Bienen gleichen, die FHonig machen, aber nicht den Weſpen, welche ſtechen und vergiften. 9. Habet immer die weiſe Lehre vor Augen, die uns nicht allein von den Philoſophen gegeben wird: daß man im Umgange den Föheren mit Achtung, mit Sanftmut den Gleich⸗ geſtellten und den Geringeren mit wohlwollen begegnen müſſe. 10. Im allgemeinen kann man es nicht gutheißen, wenn jemand ehr⸗ he jn de ſ 1 hen der wel e ſiüg ie ni ſe hotes in tibſli uhni hiſch din n lt z ſhefeh ang nit anen e den W 3 Suͤnder und großes loh j. der at* m ihrer Pin acht tung te Spotttcn ärte ſind e* eſellſchaft. dern n n, die Ponig n Weſpen, weltheſt nmer die we uns nicht al gegeben wi nge den ßihen Sanftmut dat den Geringen enen müſi emeinen kamw wenn je Umgang mit andern. bare und ſeinem Stande angemeſſene Geſellſchaft flieht. Gott, der Lehr⸗ meiſter der Tugend, iſt auch der Stifter der Geſellſchaft. Wenn jemand laſterhaft iſt, ſo tut er wohl, daß er den Augen anderer ferne bleibt; wenn aber jemand wohlgeſittet iſt, ſo macht er ſich nützlich, wenn er ſich zeigt. von der andern Seite ſoll auch die Welt erkennen, daß es durchaus nicht nötig iſt, ſich unſichtbar zu machen, um das Evangelium zu befolgen; daß, wer mit Gott lebt, auch mit den Menſchen zu leben verſteht, die ja Gottes Ebenbild ſind; daß das Ceben in der Srömmigkeit weder rauh, noch trübſelig iſt, ſondern freundlich und äußerſt zugänglich, und durchaus die Rüchſichten geſellſchaftlichen Anſtandes deſſen nicht behindert, der in der Welt lebt; daß es die ehrbaren Geſell⸗ ſchaften vervollkommnet, aber nicht aufhebt oder ſtört; daß man in der Umgang mit andern. 78 Welt leben kann und muß, deshalb weltlich geſinnt zu ſein. Daher ſagt der heilige Sranz von Sales: Die Geſellſchaften aufſuchen und ſie fliehen, iſt beides nur tadel⸗ hafte Ubertreibung bei pPerſonen, die in der Welt nach der Srömmigkeit, von der ich hier rede, ſtreben. Das Zliehen der Geſellſchaften zeigt eine ohne Art Geringſchätzung und verachtung des Nächſten an, und das Aufſuchen derſelben hingegen bezeugt Hang zum Müßiggang und zur Untätigkeit. Man ſoll den Nächſten lieben wie ſich ſelbſt. Um ihm dieſe Ciebe zu bezei gen, ſollen wir ſeine Geſellſchaft nicht fliehen; wie auch, um uns ſelbſt Liebe zu beweiſen, müſſen wir bei uns ſelbſt bleiben, wenn wir bei uns ſind; wir ſind aber bei uns ſelbſt, wenn wir allein ſind.„Denke an dich ſelbſt“, ſagt der hl. Bernhard,„und danach an andere.“ Wenn alſo dich nichts nötigt, in Geſellſchaften zu gehen oder Geſellſchaften zu empfangen, ſo bleibe bei dir ſelbſt und unterhalte dich mit deinem Kerzen. Kommt aber Geſell⸗ ſchaft zu dir, oder haſt du irgend ws nhin ki, nn und m ch d ſellſ ſcheften ing un e „Und das Auf ſ en bezeugt in p zur Untät tiijt j lieben wie ſch ſh ebe zu bezei 1 ſ0 ſchaft ft nicht ji il uns ſelbſt u n wit bei uß ſt ir bei us ſinr ns ſelbſt wenn nke an dich ſilt nhard,„und du nn alſo dich iit chaften zu ghen empfangen ſo ht unterhalte dih n Romnt cber hil der haſt du ihn ent 6 heili lige Sun ſichein u ſe ſt beides ur tt ung bei Rer rede, ſt Umgang mit andern. 79 einen billigen Grund, Geſellſchaften zu beſuchen, ſo gehe in Gottes Kamen und ſiehe deinen Kächſten mit freund⸗ lichem Auge und Ferzen an. 11. Wenn alle geiſtlichen Sührer in dieſen ſo wichtigen Grundſätzen übereinſtimmten, ſo würden gewiß viele Seelen, welche allzuſehr ver⸗ borgen und in einer traurigen und übertriebenen Abgeſchiedenheit leben, dem geſellſchaftlichen Ceben von gro⸗ ßem Beiſpiel und Mutzen ſein, und man würde in der Welt nicht ſo vieles gegen die Srömmigkeit und gegen die Srommen vorbringen. Senelon, der vielleicht noch mehr als der heilige Sranz von Sales, Ge⸗ legenheit hatte, den Perſonen der Welt das chriſtlich geſellſchaftliche Ceben zu lehren, ſchrieb folgendes an eine Perſon am Pofe:„Sie ſollten, wie es mir ſcheint, ſich nicht beun⸗ ruhigen rückſichtlich der Ergötzlich⸗ keiten, an denen Sie nicht vermeiden können, Anteil zu nehmen. Es gibt 80 Umgang mit andern. freilich Leute, die da wollen, daß man über alles ſeufze und ſich be⸗ ſtändigen Swang antue, indem man Ekel in ſich erregt vor den Ergötzlich⸗ keiten, denen man nicht ausweichen kann. Was mich betrifft, geſtehe ich, daß ich mich zu dieſer Strenge nicht zu verſtehen wüßte. Ich liebe mehr etwas weit Einfacheres, und ich glaube, daß auch Gott ſelbſt es viel mehr liebt. Wenn die Ergötzlichkeiten an und für ſich ſelbſt unſchuldig ſind und die Regeln des Standes, in den uns die Porſehung geſetzt hat, uns ihnen zuführen, glaube ich, daß es genügt, wenn man mit Maß und mit Rückſicht auf Gott daran Anteil nimmt. Strengeres und zurückhalten⸗ deres Benehmen, weniger gefällig und offen, würde nur dazu dienen, den Leuten der Welt einen falſchen Begriff von der Srömmigkeit zu geben, die ohnehin ſchon nur zu ſehr gegen jene eingenommen ſind und glauben würden, daß man Gott nur durch ein finſteres und verdrießliches Leben dienen könne.“ 12. Außer den in ehrbarer und mäßiger Erholung zugebrachten Stun⸗ . n nin won d d la* wihe i üſl d ſu x n des Standes i hung geſeß n, glaube ich man nit ſi auf Gott darn geres und zuride n weniger gili nur dazu dine t einen fulſhnhe migkeit zu ghn nur zu ſeht gun nd undglaubenni nur durch en i es LCeben dienenin den in chthnn ung zugebrachnin Umgang mit andern. 81 den pfleget nie den Müßiggang. Der Müßiggang iſt die Mutter böſer Mach⸗ reden, der Langweile und anderer noch gefährlicheren Verſuchungen. Auch in den Tagen der Unſchuld und in dem irdiſchen Paradieſe ſelbſt wollte Gott, daß Adam ſich damit beſchäftigte, jenen glückſeligen Aufenthalt zu bewachen und zu pflegen. ———— huadrupani, Beruhigung. VI. Unruhe und Haſt. „Martha, Martha, du machſt dir Sorge und bekümmerſt dich um viele Dinge.“(Cuk. 10, 41.) Immer tätig, immer ruhig.“ (Der hl. Auguſtinus.) 1. Ihr müßt bedacht ſein, die Un⸗ ruhe und Kaſt zu fliehen, von welchen der heilige Sranz von Sales ein ſo großer Zeind war. Sie hindern den Gedanken an Gott und machen uns bei jedem kleinen Hindernis, das uns bei unſerem Tun in den weg tritt, leicht zum Sorne geneigt. Wer dem Gotte des Sriedens dient, muß fried⸗ lich wirken. Daher mahnt Scupoli:„Geben wir doch nie zu, daß unſer Friede 3 uch d 1 ihnl jcgend 4 vhiü r ſtifin wnh ir in 2 u ihr N6 vlhn ihin Inil2 R n hen ſt dh ſi m Si Anl 3 ir Soran Rhe wrint Jinn lehen bec V. he un Hef. tlätg in t bedacht ſein ſüt u fliehen von wih. nz von Sals in ar. Sie hinen ott und mechenn Pindemis, hs t n in den Weg i geneigt. Vet ns dient mij ſih t Sapoli hi u daß unſer i Unruhe und Kaſt. 88 durch die Ubereilung unſeres äußer⸗ lichen Tuns geſtört werde; wenn wir irgend eine körperliche oder geiſtige Arbeit vornehmen, ſo ſei unſere Be⸗ ſchäftigung mit derſelben bedächtig und ruhig, ohne daß wir weder zu ihrer Vollendung uns eine Friſt feſt⸗ ſetzen, noch uns zu eifrig beſtreben, ſie zu Ende gebracht zu ſehen.“ Ahnlich ſchreibt der heil. Sranz: „Die Sorgfalt und der Zleiß, mit welchen wir unſere Geſchäfte ver⸗ richten ſollen, ſind von Bekümmernis. Angſtlichkeit und Haß ſehr verſchieden. Die Engel ſorgen für unſer Keil und befördern es mit Sleiß, doch, bleiben ſie dabei, fern von Sorgen, Angſtlich⸗ keit und Ubereilung; denn Eifer und Sleiß gehören zu ihrer Liebe; aber Aengſtlichkeit und Unruhe wären ihrer Seligkeit durchaus zuwider. Sorgſamkeit und Sleiß ſind mit der Ruhe und dem Zrieden des Geiſtes vereinbar, nicht aber Unruhe und Beſorgnis, und noch viel weniger Uebereilung. Sei alſo, meine Seele, in allen Geſchäften, die du zu betreiben haſt, 6* 84 Unruhe und Haſt. ſorgſam und fleißig; denn da Gott ſie dir anvertraut hat, will er auch, daß du große Sorgfalt darauf ver⸗ wendeſt; hüte dich jedoch, ſoviel als möglich, vor Beſorgnis und Unruhe, das heißt, beginne ſie nicht mit Aengſtlichkeit, Bekümmernis und Hitze, und übereile dich nicht bei der Arbeit; denn jede Art Aebereilung verwirrt die Vernunft und Arteilskraft und hindert uns ſogar, die mit ſo großer Haſt betriebene Sache gut zu voll⸗ bringen. 2. Martha war mit einer gewiß ſehr heiligen Sache beſchäftigt, näm⸗ lich mit der Bereitung der Speiſen für Jeſus, und dennoch ward ſie von ihm getadelt, weil ſie allzuſehr be⸗ kümmert war. Es iſt nicht genug, ſagt unſer Keiliger, das Gute zu tun, ſondern man muß auch das Gute ſelbſt gut tun, das heißt, mit Liebe und Ruhe. wenn man die Spindel zu ſchnell dreht, ſo fällt ſie, und der Jaden reißt. nhig ſinnd , w f iben huie 73 m6e jub . inm uſn nh wz ſiſers teile n mwre M hininn chrehnz win 13 63 chn ſp als nt 1½ wat mit einr zn che beſchifig 1 ereitung der Syi ennoch wan ſt eil ſie alzuſhrh Es iſt niht geu iger, das hu an muf ach un, das heift n Wenn mun l dreht ſo fillſ. ißt. Unruhe und Haſt. 85 s. Man arbeitet immer ge⸗ ſchwind genug, wenn man das gut tut, was man tut. Jene, welche ſich übereilen, leiſten weder viel noch Gutes. 4. Man ſah den heiligen Sranz von Sales nie etwas mit Baſt tun; deshalb erwiderte er auch, als ihn jemand bei einer beſonderen Deran⸗ laſſung darüber befragte:„Du frageſt mich, warum, während ich alle doch ſo eilfertig ſehe, nicht auch ich mich beeile und abmühe? Was ſoll ich antworten? Ich bin nicht in die Welt gekommen, um Derwirrung hineinzubringen; gibt es deren nicht ohnehin genug, ohne daß ich durch mein Ungeſtüm ſie noch vermehre?“ 5. Man muß jedoch auch die über⸗ triebene Langſamkeit vermeiden; denn alles Ubertriebene taugt nicht. Seid mit Ruhe tätig und in Tätigkeit ruhig. 86 Unruhe und Kaſt. 6. Ich ſage in Ruhe tätig, um anzudeuten, daß man ſich einer über⸗ mäßigen Menge von Geſchäften ent⸗ ziehen ſoll, weil ſie unſern Geiſt mit Sorge und Unruhe erfüllen und un⸗ ſere heimliche Eitelkeit nähren, der mehr daran gelegen iſt, viel als gut zu tun. Dasſelbe ſagt der heilige SFranz von Sales mit lebhaftem Hachdrucke:„Anſere Eigenliebe iſt ein großer Erzverwirrer, der immer vieles unternehmen will und nichts zu ſtande bringt“. Unſer heilige ſagt:„Es kommt mir vor, als ſähe ich dich mit großer Eile und Unruhe nach der vollkom⸗ menheit ſtreben. Nun aber ſage ich dir in Wahrheit, wie es im Buche der Könige geſchrieben ſteht: Gott iſt nicht im Sturmwinde, nicht im Erd⸗ beben, noch in dieſem Zeuer, ſondern in jenem ſanften Säuſeln des kaum wahrnehmbaren Lüftchens. Haſt und Aufregung bei einem Vorhaben verhelfen nicht zum glüch⸗ in ine lmhe ii lwl whei vi m vit u hed 1 age in Rhe da N ü ß man ſih in en ge on bſtiſn weil ſie unſen ſe lnruhe en . tuhe ufiln w. Ne Eitelkeit nihm gelegen it vil. sſelbe ſagt N ſ Sales nit liht Unſere Egnlt rzverwirret heſ ehmen wil Uhn gt“. lige ſagt: 6 jn ſähe ich dich ni g uhe nach der hi n. Hun che ſy Neit, wie es in ſchrieben ſteht: it mwinde, niht int dieſem Suer in ten Säuſeln e n en Lüftchen Auftegung k helfen nicht unz Unruhe und Faſt. lichen Erfolge. Der Wunſch des Ge⸗ lingens iſt gut; aber er ſei ohne Unruhe. Ich verbiete dir ausdrüch⸗ lich dieſe Kaſt, als die Mutter oder Unvollkommenheit aller Unvollkom⸗ menheiten. Und an einer andern Stelle: In allem und überall ſoll man ruhig zu werke gehen. Widerfährt uns ein Ceid, inneres oder äußeres: wir müſſen es in Zrieden hinnehmen. wird uns Sreude zu teil: ſo ſollen wir auch dieſe in Srieden hinnehmen, ohne deshalb zu erbeben. Sollen wir das Böſe fliehen: ſo geſchehe es in Ruhe und ohne Perwirrung; denn ſonſt könnten wir fallen auf der Slucht und dem Seinde Zeit laſſen, uns zu töten. Müſſen wir Gutes tun: ſo geſchehe es in Frieden und Ruhe; ſonſt würden viele Zehler die Solge unſerer Uebereilung ſein; ſelbſt die Buße ſollen wir in Ruhe und Srieden verrichten. Siehe, ſagte jener Büßer, meine bitterſte Bitterkeit iſt im Srieden. (Iſ. 38, 17.) ———— n Nn VII. Geiſtliche Leſung. peſn „Glückſelig der Menſch, den du unterweiſeſt, o Ferr, und ihn lehreſt pn(y dein Geſetz.“(Pſ. 93, 12) tin 3 „Jede von Gott eingegebene Schrift iſt nützlich zur Belehrung, zur Surecht⸗ mitem weiſung, zur Beſſerung, zur Unter⸗ weiſung in der Gerechtigkeit.“ inm E Eim. 3, 16) 1. Was die Speiſe für den Leib, das iſt die geiſtliche Leſung für die Seele. Ihr müſſet diejenigen Bücher wählen, die eurer Seele am beſten uu zuſagen. Deswegen machet euch mit ſlcchn der CLeſung der werße des hl. Zranz r von Sales vertraut. Jbn 2. Bei der geiſtlichen Leſung muß ße man den gegebenen Inhalt, wie von 6 ſin ut Gott geſchrieben, leſen. gber ſi VI. 4 g der n K 0 e e Golt 6 jur Bele 16 eu z n der Eiin Speiſe e fit h iſt ſtliche leſ ung fir üſſet die jenign ji rer Seele an t egen machet uhr Werhe des l zu raut. eiſtlichen leſn nen Rhalt wi leſen. Geiſtliche Leſung. 89 3. Uberlaſſet euch keiner Vorliebe für jene CLebensgeſchichten der Feiligen⸗ welche außerordentliche und wunder⸗ bare Dinge enthalten. Die fromme Menge überläßt ſich dabei unnützer Sehnſucht, und ein jeder möchte gerne die Hffenbarungen der heil. Brigitta, die Entzückungen des heiligen Joſeph von Cupertin, die Abtötungen der Styliten haben. Während man ſo unnützerweiſe nach dem Außerordent⸗ lichen verlangt, werden zu eigenem Nachteil die gewöhnlichen und durch die Pflicht gebotenen Dinge vergeſſen. Und doch gefällt ſich ein großer Teil mehr in dem, was unſere Bewunde⸗ rung verdient, als in dem, was unſere Nachahmung fordert. Wir dürfen keine außerordentlichen Dinge begehren, wie z. B., daß Gott uns, wie die heilige Katharina von Siena, das ßherz herausnehme und ſein eigenes koſtbares gebe; wohl aber ſollen wir wünſchen, daß unſere 90 Geiſtliche Leſung. armen Ferzen fortan nur mehr unter dem Gehorſam gegen das Ferz dieſes Erlöſers leben mögen. Das wird hinlänglich genügen, um in dieſem Stüche die heilige Katharina nach⸗ zuahmen; in dieſer Weiſe werden wir ſanft, demütig und mildtätig ſein.... Die wahre Feiligkeit liegt in der Liebe zu Gott, und nicht in albernen Ein⸗ bildungen und Derzüchungen, die die Eigenliebe nähren und den Gehorſam und die Demut vernichten. Nach Perzückung zu verlangen, iſt ein Miß⸗ brauch. Schreiten wir vielmehr zur Uebung der wahren und wahrhaftigen Sanftmut und Anterwürfigkeit, zur Selbſtverleugnung, zur Lenkſamkeit des Ferzens, zur Willfährigkeit gegen andere: darin beſteht die wahre und liebenswürdigſte Verzückung der Die⸗ ner Gottes. So der hl. Sranz. 4. Man muß auch jene ascetiſchen Bücher, deren Zahl ſehr groß iſt, fliehen, welche mit ſehr geringer Klar⸗ heit geſchrieben ſind; welche den bloßen Rat mit dem Gebote verwechſeln; welche die Rangordnung und die not⸗ i wig in iti ſighein ſuuſt c uc m D Ueſch i w ir mne u lai an hhn hf det ur Un ſunen hih n ohſ 65 ſmin beiſlice Ln zu it in chreiten wir vienh wahren und ni und Unterwirg gnung, zut tä zur Wilfihtizu in beſteht de min igſ ſte herziäuni K. So der hl Sn muß auch jene teu en öahl ſeht zi e mit ſehr gerinn en ſind; welche ni em Bebole vt angordnung u Geiſtliche CLeſung. 91 wendigen Schranken der Tugend nicht bezeichnen, welche den Ceſer mit an⸗ dächtigen und bloß äußerlichen Rlei⸗ nigkeiten hinhalten und mehr geeignet ſind, unſerem Derſtande zu ſchmeicheln, als unſere Herzen zu beſſern; welche dem Wahne huldigen, deſto eifriger zu erſcheinen, wenn ſie irgend eine neue, in den erſten Jahrhunderten der Kirche noch unbekannte Andacht erfunden oder eine neue Lebensregel zu Tage gefördert oder eine neue Strenge in der Lehre aufgebracht haben. 5. Der ſo gelehrte Dupin ſagt, daß die Irrlehrer neuerer Seit ſich der Unwiſſenheit und des übel ver⸗ ſtandenen Eifers vieler ascetiſcher Bücher bedient haben, um unſere doch ſo ganz heilige Religion zu be⸗ kämpfen und lächerlich zu machen. 6. Darum ſchreibt ein ſcharf⸗ ſinniger Schriftſteller ebenſo weiſe als 92 Geiſtliche Leſung. freimütig:„Es iſt nicht genug, daß derjenige, der über Ascetik ſchreibt, ein guter Menſch ſei; denn auch ein guter Menſch kann Ungereimtheiten ſagen und ſich in Albernheiten auf⸗ halten“. Er muß auch gelehrt und der Welt kundig ſein, ſonſt wird er entweder in der Lehre oder in ihrer Anwendung irren. Bekannt iſt der Spruch, der dem heiligen Thomas zugeſchrieben wird:„Wer da fromm und heilig iſt, bete für uns; wer aber gelehrt, der unterweiſe uns!“ Die Begriffe von den Dingen müſſen richtig gegeben werden, wenn man die Welt nicht verderben und nicht noch ſchlechter machen will, als ſie iſt. Undeutliche Lehren geben Anlaß zu Bedenklichkeiten für Schwache, zum Tadel für Gelehrte, zum Spotte und Schmähung für Gottloſe. 7. Wie viele ſolcher Unrichtig⸗ keiten finden ſich in ſo vielen asce⸗ 1 in giut piti lin 2 Shen* ſelihn. eiſtich leng 6 iſt nicht g r über n ſei; den kann Unun ch in Abenhein nuß auch lht undig ſein ſuſ n in der Hehre c ung irten pe um r dem heiligen ti hun wird: Wer fin bete für i 1 der unterweſſ on den Jingen ni werden, en verderben um ſi machen wil, c e Lehren gen M eiten für Sim Gelehrte, zun 6t fur Gotilſ. le ſolcer hrit ch in ſo vielen t ü ſu Geiſtliche CLeſung. 98 ü ie täglich zu Tage tiſchen Büchern, die— werden! Seid daher äußerſt vorſichtig bei ihrer Auswahl und Ceſung, um nicht an Geiſt und Nerz Schaden zu nehmen, ſtatt beide zu heiligen. ——— ——— VIII. Freiheit des Geiſtes. „Denn der Herr iſt Geiſt; aber wo der Geiſt des Kerrn iſt, da iſt Srei⸗ heit.“(2 Ror. 3, 17.) „Ihr habet nicht wieder den Geiſt der Rnechtſchaft empfangen, um euch zu fürchten, ſondern ihr habet den Geiſt der Kindſchaft empfangen, in welchem wir rufen: Abba, Pater!“ (Rðm. 8, 15.) „CLiebe Gott, und tue, was du willſt.“(Der hl. Auguſtinus.) 1. Die ſo ſehr von den Feiligen empfohlene Zreiheit des Geiſtes beſteht in der verzichtleiſtung auf die eige⸗ nen, auch guten Neigungen, um einzig und allein den Willen Gottes zu er⸗ füllen, ſowie in einem Wirken voll in 1* t ih ihu 7 6 3li lindes iches iin bo i ſunc ic ſihe ten es 3 uw iig min i hen ſiiht nels z nibt i6 ſud 3 h bi giflchon sheit —— VII. eit des Geiſt nn der Ferriſt heiſ 1 ſt des hermn ſſt u it 2jorz r habet nicht wihe t chtſchaſt enpjungn m hten, ſondem iſt ht er Rindſchaſt myinn wir rujen: Ain ſe (Rin 31 be Gott, und he w Oet hl Augin ſehr von du ſih reiheit des Geiſts ii htleiſtung af ſit en Meigungen unit en Willen hotts u in einen Mim Freiheit des Geiſtes. 95 heiliger Suverſicht, und heiterkeit. Ich laſſe dir den Geiſt der Zrei⸗ heit, nicht jenen, der den Gehorſam ausſchließt, denn das iſt die Sreiheit des Zleiſches; ſondern denjenigen, welcher den Swang und die Gewiſſens⸗ ängſtlichkeit ausſchließt..... Wir bitten Gott vor allem andern, daß ſein Name geheiligt werde, daß ſein Reich zu uns komme, daß ſein Wille geſchehe, wie im Kimmel, alſo auch auf Erden. Das alles iſt nichts anderes, als der Geiſt der Sreiheit; denn wenn nur der Name Gottes ge⸗ heiligt wird, wenn nur ſeine Majeſtät in dir herrſcht, wenn nur ſein Wille geſchieht, ſo kümmert der Geiſt ſich um alles andere nicht. 2. Der heilige Sranz von Sales ſchreibt über dieſen wichtigen Gegen⸗ ſtand:„Das Ferz, welches die Srei⸗ heit beſitzt, bindet ſich nicht an die geiſtlichen Ubungen; wenn der Ge⸗ horſam, die Ciebe, Rrankheit oder Bosheit es daran hindern, ſo beun⸗ Unbefangenheit 96 Freiheit des Geiſtes ruhigt es ſich nicht; wenn man ſie auch ſehr lieben muß, darf man den⸗ noch nicht daran hangen.“ 3. Eine Seele, welche für die Ubung der Betrachtung Anhänglich⸗ keit gefaßt hat, werdet ihr, wenn ſie dieſelbe unterbrechen muß, nur mit Verdruß und Unruhe ſie verlaſſen ſehen. Eine Seele aber, welche die wahre Freiheit des Geiſtes beſitzt, wird ſie mit unveränderter Miene und mit einem Kerzen voll Wohl⸗ wollen gegen den, welcher ſie be⸗ läſtigt hat, verlaſſen, weil es ihr gleich iſt, Gott in der Betrachtung oder in der geduldigen Ertragung des Nächſten zu dienen; mit dem einen wie mit dem andern geſchieht der Wille Gottes; aber in dieſem Augen⸗ blicke iſt die Ertragung des Nächſten dasjenige, was notwendig iſt. 4. Aus dieſer heiligen Freiheit des Geiſtes entſpringt eine bereitwillige mn mt. lnu in nin Ui6ſ ei iimn nnhn irm wi lah 6 rl 51 — — uſn 3 13 n Salsſ t* fihrn buꝝ Freiheit des 6eiſe ich nicht vnn. ieben muß, darf mn S erbrechen mß m nd Unrhe ſe e Seele cher u iheit des heſs ut unverindert trſ inem Hetzen vl en den, wele verlaſſen wel 6 Gott in det zeut geduldigen rnn dienen; nit hnt m ander geii s; aber in dieen l Ertragung d ſi as notwenig ii ieſer heiligen Si pringt ein kein haben. Sreiheit des Geiſtes. 97 Unterwerfung in allem und ein ruhiger Edelmut. Der heilige Ignatius von Coyola aß, um eines kleinen Unwohl⸗ ſeins willen, an dem er litt, weil der Arzt es für zuträglich hielt, auf deſſen einfache Anordnung hin am Mittwoch in der Karwoche Sleiſch. Ein ſkrupu⸗ löſer und ungelehriger Geiſt würde ſich drei Tage haben bitten laſſen, ſagt der hl. Sranz von Sales, und dann würde er nach ſeinem Ropfe gehandelt Ich ſage dies für fromme und ängſtliche Seelen, nicht für jene, welche ſich abſichtlich unerlaubte Dis⸗ penſen verſchaffen, um das Geſetz zu umgehen und ſich ſelbſt zu betrügen. Dieſer Gegenſtand iſt von ſolcher wichtigkeit, und der goldene Mittel⸗ weg ſo ſchwer zum Gebrauche auf⸗ zufinden, daß es uns nützlich erſcheint, die ganze Stelle des heil. Sranz von Sales ſamt den Regeln und Beiſpielen, mit welchen er ſie begleitet, anzu⸗ führen, um die Gelegenheiten und die Guadrupani, Beruhigung. 7 Freiheit des Geiſtes. 98 rechten Grenzen dieſer Tugend kennen zu lernen. „Das Ferz, welches dieſe Sreiheit beſitzet, hängt nicht an den Tröſtun⸗ gen, ſondern nimmt die Trübſale an mit der ganzen Unterwerfung, deren das Sleiſch fähig iſt. Ich ſage nicht, daß es die Fröſtungen nicht liebe und nicht danach verlange; ich ſage nur, daß es ſein Kerz nicht an dieſelben hängt... Es verliert ſeine Freudig⸗ keit nicht; denn keine Beraubung vermag denjenigen traurig zu machen, der ſein Kerz an nichts gefeſſelt hat. Ich will damit nicht ſagen, daß es ſie nicht verliert, aber daß es nur für Augenblicke der Zall iſt.“„Die Wirkungen dieſer Sreiheit ſind eine große Süßigkeit des Geiſtes, eine große Milde und willfährigkeit für alles, was nicht Sünde oder Gefahr zur Sünde iſt; es iſt jene Stimmung, die zur Mebung jeder Tugend und chriſtlichen Liebe ſo ſanftgeſchmeidig macht.“„Alles, was unſeren fleigun⸗ gen Widerſtrebendes begegnet, biete Gelegenheit zur Ausübung dieſer Srei⸗ heit; denn wer nicht von ſeinen nſ ſthen gn ſinn zumu v ithin n Inaht z ſoe we vinn ſin i lhr ih6 n S5 ziſt — — jnen Nn Nic d lnwh mütwg eiheit des eiſts en dieſer Cugen in z welches ieſe nicht an den U nimmt die lrüiſ en Unterwefn ig iit Joſun röſtungen niht lih 6 verlange; ich ſig geſ Herz nicht n i 6s verliert ſin du denn keine Jernh nigen trauiʒ un an nichtz geiſitt it nicht ſn liert, abet dt die der Sul ii“ ieſer Sreiheit ſut Reit des Geiſ, und Wilfihriget icht Sünde cder iit es iſt jene Sinn ung jeder Uuget ebe ſo ſanſtgeihn es, was unſem lih bendes begegeh ſ ur Ausübung iijth wer nicht wn ſ —— —=— age ſi Freiheit des Geiſtes. 99 Reigungen gefeſſelt iſt, wird nicht ungeduldig, wenn ſie auf Widerſtand ſtoßen.“„Dieſe Zreiheit hat zwei ihr entgegengeſetzte Sehler: Unbeſtän⸗ digkeit und Engherzigkeit, oder Un⸗ gebundenheit und Rnechtſchaft.“ Die Unbeſtändigkeit des Geiſtes oder die Ungebundenheit iſt eine ge⸗ wiſſe Ausſchweifung der Zreiheit, in⸗ folgederen man ſeine Andachtsübun⸗ gen, ſeinen Beruf wechſeln will ohne Grund und ohne Erkenntnis, daß dies ſo der wille Gottes iſt. Bei der ge⸗ ringſten Veranlaſſung wechſelt man Andachtsübung, Vorhaben, Regel; um jedes noch ſo unbedeutenden Vorfalls willen verläßt man ſeine Regel und ſeine löbliche Gewohnheit; und in ſolcher Weiſe zerſtreut und verliert ſich das Kerz und iſt wie ein von allen Seiten offener Garten, deſſen Zrüchte nicht für die Eigentümer find, ſondern für die Vorübergehenden. Die Engherzigkeit oder die Rnecht⸗ ſchaft iſt ein gewiſſer Mangel an Zreiheit, durch den der Geiſt von Langeweile oder Verdruß niederge⸗ drückt wird, wenn er, was er vorhat, 7⁸ 100 Sreiheit des Geiſtes. nicht ausführen kann, ſelbſt wenn er etwas Beſſeres zu tun imſtande wäre. „Ich habe mir z. B. vorgenommen, alle Tage morgens eine Betrachtung zu halten; wenn ich nun den Geiſt der Anbeſtändigkeit oder der Unge⸗ bundenheit habe, ſo werde ich ſie bei der geringſten Veranlaſſung auf den Abend verſchieben, wegen eines Hun⸗ des, der mich nicht hat ſchlafen laſſen, wegen eines Briefes, den ich ſchreiben ſoll, obwohl derſelbe keine Eile hat. Habe ich im Gegenteile den Geiſt der Engherzigkeit und der Rnechtſchaft, ſo werde ich meine Betrachtung nicht aufgeben, wenn ein Rranker zu der⸗ ſelben Stunde auch noch ſo ſehr meines Beiſtandes bedarf, oder wenn ich einen Eilbrief von großer Wichtigkeit zu beſorgen habe, der nicht wohl einen berzug geſtattet; und ſo in allem andern.“ „Es bleibt mir jetzt noch übrig, die zwei oder drei Beiſpiele dieſer Zreiheit anzuführen, die dich das, was ich nicht ſo zu ſagen weiß, deut⸗ licher erkennen laſſen werden. Vorerſt aber muß ich dir noch ſagen, daß — —— — b hum tihe 3 uß ihn n ſiht t ie che in en ſnnn Uin wn ſt oh e n wn 0 h“ iheit des Geiſtes — ſun, ſelſ ven n un inſnn 5. vrgun rgens eine keuh enn ich un i digkeit cet k abe, ſo werde i ſe n eranlafing u eben, wegen int z nicht hat ſchlafn ij Briefes, den ic jhu derſelbe keine(ie Gegenteile de hel und det ſniit i 1 meine Betrchtgi nn ein Rranke i auch noch ſo ſhenn darf, oder wemihn großer Wichtigt e, der nicht wol ttet; und ſo in mir jetzt noh r drei Beiſiel uführen, die ht t ſo zu ſagen weiz en laſſen werden l ch dir noch ſen Sreiheit des Geiſtes. 101 man zwei Regeln beobachten muß, um hier nicht anzuſtoßen: nämlich, daß man ſeine geiſtlichen Ubungen und die gewöhnlichen Cu⸗ gendregeln nicht unterlaſſen ſoll, wenn man nicht auf der andern Seite den willen Gottes ſieht. Der Wille Got⸗ tes offenbart ſich aber auf zweierlei weiſe: durch die Motwendigkeit und durch die chriſtliche Ciebe. Ich will an einem kleinen Grte meines Rirchen⸗ ſprengels in dieſen Zaſten predigen; wenn ich nun unterdeſſen erkranke oder ein Bein breche, ſo habe ich gar nicht nötig, zu bedauern und mich zu beunruhigen, daß ich nicht predigen kann; denn es iſt eine ausgemachte Sache, daß es der Wille Gottes iſt, daß ich ihm durch meine Ceiden und nicht durch meine Predigten diene. Bin ich nicht krank, es zeigt ſich aber eine Gelegenheit, an einen andern Grt zu gehen, wo, wenn ich nicht dahin gehe, die Ceute Fugenotten werden: ſo iſt der Wille Gottes doch deutlich genug erklärt, daß ich von meinem Vochaben ſanft um⸗ lenke.“ Freiheit des Geiſtes. 102 „Die zweite Regel iſt, daß, wenn man aus chriſtlicher Ciebe von der Freiheit Gebrauch machen muß, dies dann ohne Aergernis und ohne Un⸗ gerechtigkeit geſchehe. S. B. ich weiß, daß ich irgendwo recht weit von meinem Firchſprengel nützlicher wäre, ſo darf ich hierin von der Freiheit keinen Gebrauch machen; denn ich würde Aergernis geben und ungerecht handeln, weil ich hier durch meine Pflicht gebunden bin.“„Es iſt alſo eine falſche Freiheit, wenn verheira⸗ tete Srauen ohne rechtmäßige Urſache ſich von ihren Männern entfernen, unter dem Vorwande der Andacht und der chriſtlichen Ciebe..„Es beeinträchtigt alſo dieſe Zreiheit nie den Beruf; ſie bewirkt im Gegenteile, daß jeder ſich in dem ſeinigen gefällt; denn jeder muß wiſſen, daß es der wille Gottes iſt, daß man darin verbleibe.“ „Und nun wünſche ich, daß du den Rardinal Borromäus betrachteſt, den man in kurzem heilig ſprechen wird: er war der pünktlichſte, feſteſte und ſtrengſte Charakter, den man ſich nur vorſtellen kann; er tranß nur Rſifn * n heit des Geiſts te Regel iſt ilichn liein uch nachenn ergeris u ch eſchehe 3 3 ihn dwo nit vel prengel nihlchnn terin von der iht — 5 = —— —= ich hiet dui ni en bin“ 6 ſi6 eiheit, wen verſit nerechtnißig i Männetn nijnt orwande der In chen liehe alſo dieſe Suihelt bewirkt in qenut n den ſenign gil wiſſen, daß esder i man darin verhlih. wünſche ich hht orromäus heinch urzem heilig ſynt er pünktlichſt jii arakter, den un kann; er trn Freiheit des Geiſtes. 108 waſſer und aß nichts als Brot; ſo pünktlich, daß, ſeit er Erzbiſchof war, er in einundzwanzig Zahren nur zweimal in das Haus ſeiner Brüder trat, als dieſelben krank waren, und zweimal in ſeinen Garten. Und den⸗ noch, wenn er zuweilen mit ſeinen nachbarn, den Schweizern, ſpeiſte, machte ſich dieſer ſo ſtrenge Mann, um ſich hier aufzumuntern, kein Be⸗ denken daraus, bei jedem Mahle mit ihnen Geſundheiten auszubringen und bis auf den letzten Tropfen ſein Glas auszuſtürzen, nicht gerechnet, was er ſchon üher den Durſt getrunken hatte. Da ſiehſt du einen Zug heiliger Zrei⸗ heit an dem ſtrengſten Manne ſeiner Seit. Ein ungebundener Geiſt hätte zu viel getan; ein Engherziger würde geglaubt haben, eine Todſünde zu be⸗ gehen; der Geiſt der Zreiheit tut dies aus chriſtlicher Ciebe. Als Spiridion, ein alter Biſchof, einen halbverhungerten Pilger zur Zeit der Saſten in einem Grte, wo es nichts als geſalzenes Sleiſch gab, bei ſich aufgenommen hatte, ließ er von dieſem ZSleiſche kochen und ſtellte 104 Freiheit des Geiſtes. es dem Pilger vor. Der pilger wollte trotz der Motwendigkeit nicht davon eſſen; da aß Spiridion, obgleich ihn keine Not dazu zwang, zuerſt davon aus chriſtlicher Liebe, um dem pilger durch ſein Beiſpiel die Bedenklichkeit zu benehmen. Erblicke hier die chriſt⸗ lich liebevolle Zreiheit eines heiligen Mannes.“ S. Eine Zolge dieſer heiligen Frei⸗ heit des Geiſtes iſt auch das tröſtliche Pertrauen auf Gott rüchſichtlich früher begangener Sünden, ſowie in Bezug auf den gegenwärtigen Suſtand un⸗ ſerer Seele und ihres ewigen Beiles. Sie weiß, daß ſie nur die Fölle ver⸗ dient hat, aber ſie weiß auch, daß Zeſus Chriſtus für uns den Himmel verdient hat. Man würde ſich alſo ſchwer an der Güte Gottes verſün⸗ digen, wenn man nicht berzeihung für das vergangene, ſeinen Beiſtand für die Gegenwart und das Feil für die Sukunft hoffte. Sie hofft mehr in it ſe „ fi w wn wridcn 1 ſ wleh uin lii ſh e s 5 im n iet e u tiſe dn upi. 6½ hneſlch —— — iheit des Geiſte olge dieſer heiliun s iſt auch des tijlt fGott rucſchtichſt ünden ſowie in nwärtigen öuſu nd ihres wign Kl ß ſie nur die Kilen er ſie weiß uc s für uns den ſin Man würde ſh Güte Goites wi man nicht bein angene, ſeinen Reie wart und des ſilt hoffte. Sie hoftn i Freiheit des Geiſtes. 105 von der Barmherzigkeit Gottes, als ſie für die eigene Schuld fürchtet. 6. Ich warne euch noch, nie be⸗ ſondere Gelübde zu machen unter dem täuſchenden Vorwande, mit größerem Verdienſte etwas zu tun, was ſich auf ſo vielen andern, weit leichteren und weniger gefährlichen Wegen er⸗ reichen läßt. Wer ſolche Gelübde macht, findet ſich oft in der harten und wiederkehrenden Gefahr, dieſelben zu verletzen und ſich dadurch ſchwer zu verſündigen. Und wenn auch nichts anderes wäre, ſo handelt man doch immer mit überflüſſiger Surcht und verliert damit auch den Zrieden des Geiſtes, der zu unſerer Vervollkomm⸗ nung ſo nötig iſt. 7. Es gibt fromme Perſonen, die gerne ſolche Gelübde anzuraten pflegen. Entſchuldigt euch demütig, aber auf entſchiedene Weiſe zugleich damit, daß ihr in euch jene zu ihrer Erfüllung 106 Freiheit des Geiſtes. erforderliche außerordentliche Tugend nicht fühlet. Der heilige Zranz von Sales mißbilligte die Gelübde der Chantal und erklärte ſie für nichtig, obgleich dieſelben auf den Rat eines gelehrten und geachteten Seelenführers eingegangen worden waren. Zaſt noch alle durch beſondere Gelübde gebundene Perſonen habe ich unruhig gefunden, und zuweilen in Gefahr zu tiefem Zall. 8. Laſſet euch nicht durch das Beiſpiel irgend eines oder irgend einer Feiligen zu ſolchen Gelübden verleiten. Das Verlangen, gewiſſe außerordentliche Andachtsübungen der Heiligen nachzuahmen, iſt in der Regel keine göttliche Eingebung, ſondern vielmehr Verſuchung und Vermeſſen⸗ heit. Der hl. Zranz ſagte:„Gib mir den Geiſt des heiligen Bernardus, und ich werde dann auch tun, was derhl. „ zetnotie e vir 3 den ſo u fw x iun l un ii ej inihe ihn nſusf 1 oie en pihmn Freiheit des heiſe che n et. ißbilligte 8 a t und erklärt ſef ieſelben auf de 1 wit und geachtet eten Seelnf iit en wordenvun g beſondete un habe ich unhi gin ilen in hejihr ut i ach it rgend eines ger gen zu ſolchen hil Das herlngn z lliche Amachtihnn chzuahmen, iſ inl iche Eingehng ſu erſuchung un m hl. Franz ſige Geiſt des heilh us, und ich vo h tun, was hen 5 ſüt ſt Sreiheit des Geiſtes. 107 Bernardus getan hat“. Ah⸗ men wir die heiligen in ihren Tu⸗ genden nach, nicht in ihren Gelübden. Man findet bei den Beiligen vieles, was bewundernswürdig iſt, aber t nachahmungswürdig, 9. Um ſich durch eigenmächtige Gelübde, beſonders in ſchwierigen Dingen, zu binden, ſind folgende drei Stücke erforderlich: 1) eine außer⸗ ordentliche Eingebung, die Gelübde zu mächen, 2) außerordentliche Tugend, um ſie ausführen zu können, 3) außer⸗ ordentliche Ruhe, um den Srieden des Kerzens bei ihrer Ausübung zu be⸗ wahren. ———————— IX. Sanftmut. „Selig ſind die Sanftmütigen; ſne denn ſie werden das Erdreich beſitzen.“„ (matth. s, 4) inl 3 „Lernet von mir; denn ich bin ht ſanftmütig und demütig von Ferzen.“ (Matth. 11, 29) ihbhe 1. Chriſtus iſt das muſter aller 1 Tugenden, aber ganz beſonders der F Sanftmut. Deshalb ſagter:„Lernet in von mir, dennich bin ſanft⸗ ſöln mütig und demütig von ber⸗ z e n“. d 2. Man muß alſo ſowohl im Ber⸗ 6 zen ſanftmütig ſein, als auch äußer⸗ Mnnt lich in ſeinen Handlungen. Ich will dsun damit nicht ſagen, daß ihr den Sorn ö nicht empfinden ſollet; denn das liegt ie ſlne — — — E Sauftmt „Selig ſind riſtus iſt des ſi eaber ganz hen . Deshalb ſigt r, dennich binſ und denütig m mn muß alſo ſowohln nen ßandlungn ht ſagen daß ihh finden ſollet; dent in ſie werden iihnt „Lermet von nir. en mütig und denitzmi uth. Sanftmut. 109 nicht in unſerer Gewalt, aber daß ihr nie einwilliget. Es liegt in dem Menſchen, daß er vom Sorn befallen wird, ſagt der heilige Hieronymus; aber es iſt auch dem Chriſten eigen, daß er ſich nicht davon überwinden läßt. 3. Der heil. Bernhard ſagt, daß, wenn der Chriſt keine Perſon habe, die ihm läſtig ſei, er ſorgfältig eine ſolche ſich aufſuchen, ja, ſogar mit Gold bezahlen ſoll, um eine Gelegen⸗ heit zu haben, Duldſamkeit und Sanftmut zu üben. Wenn ihr alſo eine ſolche findet, ohne weder Gold noch Silber dafür auszugeben, ſo be⸗ nützet ſie zur Abung einer ſo ſchönen Cugend. 4. Es würde ſehr zweckmäßig ſein, wenn wir, wie es der hl. Sranz von Sales getan, einen Vertrag mit un⸗ ſerer Sunge machten, daß dieſelbe nie rede, ſolange das Gemüt zornig auf⸗ Sanftmut. 110 geregt iſt. Wenn ihr im Sorne ſeid, wird es euch dünken, ihr hättet die Abſicht, innerhalb der Grenzen der vernunft mit eueren Reden zu ver⸗ bleiben, aber in der Tat wird es euch nicht alſo gelingen. Wer im Sorn iſt, kann durch Surechtweiſung nicht der Arzt anderer ſein, weil er ſelbſt krank iſt und des Arztes und der Arznei bedarf. Wartet es alſo ab, bis das Kerz im Frieden iſt, und alsdann werdet ihr mit Nutzen reden. Auch wenn ausdrückliche pflicht vãter⸗ liche Zurechtweiſung von uns fordert, muß man die gelegene Seit der eigenen oder der Ruhe anderer abwarten denn ſonſt wird das Feilmittel verderblich werden für den Rranken. 5. Bevor ihr aber den fehlenden Nächſten belehret und zurechtweiſet, bittet Gott, daß er zum Herzen deſſen rede, zu deſſen Ohr ihr reden wollt. 3 ine jn Sanſtmut Wenn ihr in uch dünken, t nnechalb er un — 1 ſit mit eueren un ber in der l n talſo gelngn kann durch z Anihn Arzt andeter ſi ſin n R iſt und n i bedarf. Part Ferz i nſünt erdet ihr nit ſuhn ausdrüchliche iht htweiſung vni die gelegene hei Kih he andeter uwan das Feilnitiel n den Rranhen. r ihr aber den it elehret un zucht t, daß et zn zu deſſen Oyr int = Sanftmut. 111 6. Beachtet jedoch wohl mit dem hl. Gregor dem Großen und mit dem hl. Thomas, daß, wenn der Mächſte euere Sanftmut und Milde miß⸗ braucht, ihr alsdann berechtigt ſeid, in freimütigem Tone zu ihm zu reden und ſeine Dreiſtigkeit ihm zu ver⸗ weiſen; wie der heilige Geiſt lehrt: „Antworte dem Toren nach ſeiner Torheit, damiter ſelbſt ſich weiſe dünke“. Die Surechtwei⸗ ſung iſt eine Arznei, und die Arznei muß nach den Bedürfniſſen des Kran⸗ ken eingerichtet ſein. ———————— X Gebet. „Den ganzen Tag Gott preiſen? Wer vermöchte das? Ich gebe dir ein Mittel an: Was immer du tuſt, tue es wohl, und du haſt Gott gelobt.“ (Der hl. Auguſtinus, Erkl. des Pſ. 34.) „c wie leide ich innerlich, wenn ich im Geiſte mit Fimmliſchem ver⸗ kehre und alsbald eine Schar fleiſch⸗ licher Gedanken den Betenden befällt.“ Machf. Chriſti, HMI., 48, 5.) 1. Man muß die Betrachtung lieben und ſie oft über das Ceiden Jeſu Chriſti anſtellen, um vor allem Demut, Geduld und Liebe daraus zu ſchöpfen. Das Gebet erhebt unſern Verſtand zu der Klarheit des göttlichen Cichtes und ſetzt unſern Willen der Wärme der himmliſchen Liebe aus. Nichts ¹ hor ² mlch tner ſun m iifigt i5 nid dein filt vr. lußweim imhn ſiigen N A uin z uhut ehu öhten w Ei d 1 kinn 1 bunt ———— I. Gebet H ben ganzen Lag 61 1 vermochte das% zht 1an Dus mner a b und du hat ht z . Auguſtins cr. b) wie leide ich imerit n Heiſte nit Finnliſe und alsbald eine 6t Gedanken den Beenenh Machf. Cyriſt II — 4 . 7 n muß die Bitrt ſie oft über d l i anſtellen, un wri uld und iehe deuu et erhebt unſen bi heit des göttlicheli nſern Willen M e ſchen liebe us 1 Gebet. 118 reinigt unſern berſtand ſo ſehr von ſeiner Unwiſſenheit und unſern Willen von ſeinen verdorbenen Meigungen als das Gebet. Es iſt ein Segens⸗ waſſer, das durch ſeinen Erguß die pflanzen unſerer guten Begierden grünen und blühen macht, unſere Seelen von ihren Unvollkommenheiten reinigt und das Zeuer der Leiden⸗ ſchaften in unſerm Ferzen löſcht. Vor allem empfehle ich dir das innerliche Gebet und das des Ferzens, beſonders jenes, welches ſich mit dem CLeben und Ceiden unſeres Ferrn be⸗ ſchäftigt. Indem du oft deinen Blick in der Betrachtung auf Zeſus richteſt, wird deine ganze Seele von ihm er⸗ füllt werden. Du wirſt ſeine Kand⸗ lungsweiſe kennen lernen und deine Handlungen nach dem Muſter der ſeinigen bilden. Er iſt das Ficht der welt Goh. 8, 12); wir müſſen alſo in ihm, durch ihn und für ihn er⸗ leuchtet und erhellt werden. Er iſt der Baum des Verlangens, in deſſen Schatten wir uns erquicken ſollen. Er iſt der lebendige Jakobsbrunnen, beſtimmt, alle unſere Slecken abzu⸗ huadrupani, Beruhigung. 8 114 Gebet. waſchen. Die Kinder lernen, indem ſie ihre Mutter ſprechen hören und ihr nachſtammeln, bald deren Sprache reden So werden auch wir, die wir durch die Betrachtung in der Hähe unſeres Heilandes bleiben, ſeine Worte, KHandlungen und Geſinnungen beob⸗ achten, mit dem Beiſtande ſeiner Gnade lernen, ſprechen, wollen und tun, wie er. Pieran müſſen wir feſthalten, Philothea, und glaube es mir, nur durch dieſe Tür können wir zu Gott dem Dater gehen. Wie das Glas eines Spiegels unſern Blick nicht aufhalten könnte, wenn ſeine Rüch⸗ ſeite nicht mit Sinn oder Blei über⸗ zogen wäre, ebenſo würde auch die Gottheit von uns hier auf Erden nicht recht betrachtet werden können, wenn ſie ſich nicht mit der geheiligten Menſchheit des Erlöſers vereinigt hätte, deſſen Leben und Tod der an⸗ gemeſſenſte, lieblichſte und nützlichſte Gegenſtand iſt, den wir für unſere ge⸗ wöhnliche Betrachtung wählen können. Unſer Feiland nennt ſich nicht um⸗ ſonſt das Brot, das vom Fimmel herabgekommen iſt, denn wie zu jeder n mi de ſeheten ¹ twohel, worden. pn hn nieh r ben uhen — in — — rbot chi au uhſenm uleesz 6 i Irun, iun fm ienſtas Sbſ ksn ſi r n — Betrachtnz u deilandes blei denin gen und Geſ inn nt dem Beiſaweſint prechen, an müſſen vir ji und glauhe tn ſt ſe Lür kömen vrn er gehen. wi k piegels unſem 5 önnte, wen jin tmit e zun oder J ire, ebenſo wüthe u von uns hie ut betrachtet wenenſt ſich nicht nit ergi it des erlö ſes un ſſen Teben und lah lieblichſe ui d iſt, den wir fün Betracht ſ ilund nemt ſih tü Brot, das un mmen iſt dem win Gebet. 116 Art Sleiſch Brot genoſſen wird, ebenſo muß der heiland in allen unſern Gebeten und bei allem unſerm Tun erwogen, betrachtet und geſucht werden. 2. Wenn wir während der Be⸗ trachtung oder bei andern Gebeten Crockenheit fühlen, ſo darf uns das weder beunruhigen, noch dürfen wir glauben, daß Gott uns zürne; denn das in der Trockenheit verrichtete Gebet iſt ſogar in der Regel das ver⸗ dienſtlichſte. Uns gefällt es weniger, aber Gott gefällt es mehr, weil man dabei aus Liebe zu ihm mehr leidet. bergeſſen wir nicht, daß auch Chriſtus in Todesangſt gebetet. Es iſt ein ziemlich allgemeiner Irrtum, den Wert des Gebetes mit ſeinem fühlbaren Erfolge, und das Perdienſt, das man dabei erwirbt, mit der Selbſtbefriedigung zu verwechſeln, die es uns gewährt. Die Leichtigkeit, mit der du beteſt, und die Süßigkeit, die du dabei empfindeſt, ſind Gnaden, 8* 116 Gebet. die Gott dir zu teil werden läßt; es iſt eine Gunſt, die er dir erweiſt, und von der du ihm Rechenſchaft abzulegen haſt; es fließt daraus alſo kein Der⸗ dienſt für dich, ſondern vielmehr eine Schuld. Darum mahnt der gottſelige Tho⸗ mas von Rempen: Wenn dir alſo geiſtliche Tröſtung von Gott gegeben wird, dann empfange ſie mit Dank und erkenne, daß es Gottes Gabe iſt, und nicht dein Derdienſt. Wolle dich nicht überheben, wolle dich nicht zu viel freuen, noch dich eitel vermeſſen; ſondern ſei deſto demütiger der Gabe wegen, und um ſo behutſamer und gottesfürchtiger in allen deinen Wer⸗ ken, weil jene Stunden vorübergehen und die Perſuchung folgen wird. Wenn der Troſt genommen wird, ſo verzage nicht alſobald, und erwarte in Geduld die himmliſche beimſuchung, weil Gott es wohl vermag, dir reiche⸗ ren Troſt zurüchzugeben. Dies iſt denen nicht neu, noch fremd, die den Weg Gottes kennen: denn in großen Keiligen und alten Propheten war oft ſolche Weiſe des Wechſels. ſmigt* hriri ſnht un 1 itln ſ ale jezul wi vin ſhoglic ten li hungeb heft ſin S vin der zuhe ſhviz ieterm nn ni inEn Gebet 3 teil wee ij er dir i m Rchenſhnſch ießt daras aj dich, ſondem tiln mahnt der goliſliht Rempen: Pen ſt röſtung von het 1 empfange ſe nih e, daß es Golies ith dein Verdient wl eben, woll ih tt noch dich itlem deſto denitiger ki d um ſo behuſn tiger in allen dennh ene Stunden viteh erſuchung felen n Croſt genomnen mi ht alſobald, m ie himmliſche beint s wohl vermag ſn zurückzugeben Is neu, noch ften i s kennen: dem i nd alten pnyhent veiſe des Wehſit Gebet. 117 Was uns beunruhigt, iſt die Eigen⸗ liebe und die hohe Meinung, die wir von uns ſelbſt haben. Wenn wir beim Gebete nicht jene Särtlichkeiten und Herzensrührungen haben, nicht jene innere Süßigkeit bei der Betrachtung, ſo bemächtigt ſich unſerer ſogleich Traurigkeit; wenn es mit gewiſſen Schwierigkeiten für uns verbunden iſt, recht zu tun; wenn ſich unſeren guten Abſichten Finderniſſe entgegen⸗ ſtellen: ſo ſind wir gleich darauf aus, das alles zu überwinden und mit Haſt zu beſeitigen. Warum denn dies alles? Wohl deshalb ohne Sweifel, weil wir unſere Tröſtungen, unſere Behaglichkeit, unſere Bequemlich⸗ Reiten lieben. Wir möchten gerne in Grangeblütenwaſſer beten und tugend⸗ haft ſein, um Süßigkeiten zu genießen, und wir blicken nicht auf Jeſus, der, zu Boden liegend, Blut chwitzt, aus Angſt in jenem äußerſten Kampfe, den er in ſeinem Innern fühlt zwiſchen den Neigungen des niederen Teiles ſeiner Seele und den Entſchlüſſen des höheren. Gebet. 118 Hier auch noch dieſelbe Anweiſung, die ein anderer großer Lehrmeiſter des geiſtigen CLebens gibt: Gft ſucht man die Ruhe und den Croſt der Eigenliebe in dem Seugniſſe, das man ſich ſelbſt geben will. So zerſtreut man ſich durch dieſe ſinnliche Andacht und betet doch nie reiner, als gerade, wenn man verſucht iſt, zu glauben, daß man nicht mehr bete; man fürchtet alsdann, ſchlecht zu beten, aber man ſollte doch nur fürchten, ſich der Troſtloſigkeit der feigen Natur, der philoſophiſchen Un⸗ gläubigkeit hinzugeben, die ſich immer ihre eigene Werktätigkeit nachweiſen will, und endlich dem ungeduldigen berlangen, zu ſehen und zu fühlen, um ſich zu tröſten. Es gibt keine bitterere Buße, als dieſen Huſtand des reinen Glaubens ohne fühlbare Stütze, und ich ſchließe daraus, daß es die wirkſamſte, die kreuzigendſte und von aller Selbſt⸗ täuſchung freieſte Buße iſt. Seltſame berſuchung! Man ſucht ungeduldig nach fühlbarem Troſte aus Surcht, nicht bußfertig genug zu ſein. Warum vs in pin ie a 3 6 ½ int ih bu n uluch ſhn in — — in zoße un wrſt Nu in heb n dab 10 dein ier vo de, m v in ſoe 2 hebet. dno dieſle zn ur guhn lehnijn ens gibt. tman die hhem genliebe in en zu ch ſelbſt geen n n ſih durh iſt in 0 betet doh ni n wenn mn mi daß man nitn fuͤrchtet abdam, ſhl ber man ſolle ohr ch der lwſlogel! r, det philoſyhicn! hinzugeben du ſchin Werktätigeit uhn ndlich den mghl zu ſehen un zufiſt tröſten. keine bitterer hi nd des reinen hlute re Stütze, und ih ſilt ß es die wiriſunſt! e und von aller öi eieſte Buße iſ. Silhn Man ſucht wem Croſte aus u ng genug zu ſin l Gebet. 119 nimmt man nicht vielmehr die Der⸗ zichtleiſtung auf den Troſt, den man ſo ſehr zu ſuchen verſucht iſt, als Buße an? 3. Es mag euch zuweilen ſein, als wäret ihr in der Kirche oder beim Gebete wie eine Bildſäule oder wie ein Leuchter; aber vergeſſet nicht, daß auch die Bildſäulen zur Sierde da⸗ ſtehen in den Fäuſern der Sürſten, ſo wie ihr es ſeid in dem Hauſe Gottes, und wie es die Leuchter ſind auf dem Altare. Es iſt für das Ge⸗ ſchöpf immer eine große Ehre und ein großes Glück, ſich dem Schöpfer nur vorſtellen zu dürfen. Du tuſt, wie du mir ſagſt, nichts beim Gebete; aber was wünſcheſt du denn dabei zu tun, wenn nicht grade das, was du tuſt, nämlich dein Hichts und dein Elend Gott wieder und wieder vorzuſtellen? Das iſt die beſte Anrede, die ein Bettler an uns halten kann, wenn er ſeine Wunden und ſeine Not uns zeigt. Aber, wie du 120 Gebet. mir ſagſt, tuſt du zuweilen auch von allem dem nichts, und ſtehſt vielmehr wie ein Schatten und wie eine Bild⸗ ſäule da. Wohlan, das iſt gar nichts ſo Geringes. In den Paläſten der Fürſten und Rönige ſtellt man Bild⸗ ſäulen auf, die zu nichts dienen, als nur das Auge des Zürſten zu er⸗ freuen; begnüge dich alſo, zu gleichem Swecke in der Gegenwart deines Gottes zu dienen; er wird dieſe Bild⸗ ſäule beleben, wenn es ihm gefällt. (Der hl. Zranz.) 4. Wenn ihr die Serſtreuungen nicht wiſſentlich wirklich zulaſſet, ſo unterlaſſet alle weiteren Anterſuchun⸗ gen über deren Urſachen und yeran⸗ laſſungen, um euch nicht unnützerweiſe zu beunruhigen. Woher ſie auch immer kommen mögen, machet ein Mittel des verdienſtes für euch daraus, indem ihr euch dem lieben Gott ganz in die Arme werfet. Als man den hl. Zranz von Sales fragte, wie es ihm beim Gebete ergehe, antwortete ed 6a1s und v ſott 12 nehr1 7 v 61 be ot wi 3 M wiſng Nsvz venn Gebet ilen ih und ſt ben und e uge uüge dich aho der cnii enen; er witd wem s in (Nerhl l Jun ihr die Zurſten lich wirlih Uliſt lle weiteten Intni ren Urſachen un hen neuch nicht mihmi igen. Woher ſet nen mögen maht rdienſtes für euchdan ch dem lieben ho x werfet. Ab nn n Sales fragte, vit ebete ergehe, nmi inn Gebet. 121 er: Ich wüßte es euch nicht zu ſagen, weil ich nicht darauf merke. Ich nehme in Srieden hin, was der Fberr mir ſſchickt. Cröſtet er mich, ſo küſſe ich die Rechte ſeiner Barmherzigkeit; bin ich trocken und zerſtreut, ſo küſſe ich die Linke ſeiner Gerech⸗ tigkeit. Das iſt die beſte Art und weiſe; denn wie der Beilige ſagt: wer das 6ebet liebt, muß es aus Liebe zu Gott lieben, und wer es aus Fiebe zu Gott liebt, der will nicht mehr und nicht weniger, als was Gott will. Und das, was uns begegnet, iſt gerade das, was Gott will. §. Man merke ſich folgende Unter⸗ weiſung des heil. Sranz von Sales: Das wird gut gebetet ſein, wenn man ſich in Ruhe und 1722 Gebet Zrieden in der Gegenwart Gottes verhält, ohne andern wunſch, als unter ſeinen Augen zu ſein und ihm zu gefallen. And an einer andern Stelle: Tuet euch keine Gewalt an, um mit der göttlichen Fiebe zu reden; denn ihr ſprechet ja ſchon mit 5 indem ihr ſie betrachtet oder euch von ihr ſehen laſſet. Bedenke, mahnt der Keilige, daß die Gnaden und Güter des Gebetes keine Waſſer der Erde ſind, ſondern des Himmels, und daß wir deshalb mit allen unſeren Anſtrengungen ſie uns nicht verſchaffen können, obgleich es die Wahrheit iſt, daß wir mit großer, aber demütiger und ruhiger Sorgfalt uns dazu vorbereiten ſollen. Man muß das Herz dem Himmel offen halten und ſeinen heiligen Tau abwarten und nie vergeſſen, die Er⸗ wägung zum Gebete mitzubringen, daß man in demſelben aus zwei wichtigen Gründen ſich Gott naht weit teſch uhn d mn1 t cber ſhlon ſnſr . un w — iſnei p a wliben ja ſchon nit von ihr ſehenliſt nuhnt der Kel und Güter de li s, und daß wir ei nſeren Anftenguni rſchaffen könen cilt eheit iſt, deß win demüliger und ui s dazu vorbenitit das ßerz den ſim und ſeinen heilgn l d nie vergeſen t n Gebeie nitzubtn n demſelben ats p runden ſich Gott u Gebet. 128. und ſeiner Gegenwart vorſtellt: Der erſte iſt, um Gott die Ehre und Buldi⸗ gung darzubringen, die wir ihm ſchuldig ſind, und dies kann geſchehen, ohne daß er zu uns ſpricht oder wir mit ihm reden; denn dieſer Pflicht genügen wir, indem wir anerkennen, daß er unſer Gott und wir ſeine niedrigen Geſchöpfe ſind, und indem wir im Geiſte vor ihm niedergeworfen verbleiben und ſeine Befehle erwarten. Der zweite Grund, warum man vor Gott erſcheint, iſt, um mit ihm zu ſprechen und ihn ſprechen zu hören zu uns durch ſeine Eingebungen und inneren Anregungen.... Mun kann uns aber eines dieſer beiden Güter nie fehlen beim Gebet; wenn wir mit unſerem Ferrn ſprechen können, ſo tun wir's; laßt uns ihn loben, ihn anflehen, ihn anhören; wenn wir nicht ſprechen können, weil wir heiſer ſind, ſo laßt uns dennoch im Simmer verbleiben und ihm unſere Ehrfurcht bezeugen; er wird uns da ſehen, unſere Geduld wohlgefällig aufnehmen und unſer Schweigen begnadigen. Ein anderes Mal werden wir ganz ver⸗ Gebet. wundert ſein, daß er uns die Fand nimmt und mit uns ßoſt und hundert⸗ mal in den Luſtgängen ſeines Gebets⸗ gartens mit uns auf und ab geht; und wenn er es nie täte, ſo ſeien wir dennoch zufrieden, da es unſere Schuldigkeit iſt, in ſeinem Gefolge zu ſein, und eine große Gnade und viel zu hohe Ehre es für uns iſt, daß er uns in ſeiner Gegenwart duldet. Auf dieſe Art werden wir uns nicht quälen, um mit ihm zu ſprechen, da die andere Weiſe, bei ihm zu ſein, von nicht geringerem Nutzen für uns iſt, ja, vielleicht noch viel nützlicher, wenn auch unſerem Geſchmache ein bißchen weniger angenehm. wenn du alſo zu deinem Ferrn kommſt, ſo ſprich mit ihm, wenn du kannſt; kannſt du es nicht, ſo verbleibe da, laſſe dich ſehen, und bemühe dich nicht um anderes.. Alſo Mut! Sage unſerem Kerrn, daß du ihn nie laſſen werdeſt, auch wenn er dich nie irgend eine Süßigkeit koſten laſſen ſollte; ſage ihm, daß du vor ihm verharren werdeſt, bis daß er dich geſegnet habe. inſtat mand de lugen ſnder ud v ung e haben es für u i t. egenwarthuht erden wr i it ihm zu yuce eiſe bei in ſ ngerem Kuhnſi cht noch vi nit nſerem beſhnu e angenehn nem ßerm zunn , wenn a n ticht, ſo verhlih „und bemihe iht 8. Alſo Ruht daß du ihn mili enn er dich nein . 6 6 6 — oſten laſin ſü du vor ihn vn daß et dich zin Gebet. 125 6. Noch eine andere, ſehr wichtige Belehrung unſeres Keiligen ſei an⸗ geführt: Viele machen keinen Unterſchied zwiſchen Gott und der Empfindung von Gott, zwiſchen dem Glauben und der Empfindung des 6laubens; und das iſt ein ſehr großer Sehler. Es dünkt ihnen, wenn ſie Gott nicht empfinden, als befänden ſie ſich gar nicht in ſeiner 6 e⸗ genwart; und das iſt eine große Unwiſſenheit. Denn jemand, der aus Liebe zu Gott das Martyrium erlei⸗ det, denkt vielleicht in dem Augenblicke nicht an Gott, ſondern nur an ſeine Feiden; und wenn er dieſe Empfin⸗ dung des Glaubens nicht haben ſollte, ſo hörter doch in Kraft ſeines erſten Ent⸗ 126 Gebet. dienſt zu erwerben und einen Akt der größten Liebe z u verrichten. Es iſt ein großer Unterſchied zwiſchen dem Beſitze der GegenwartGot⸗ tes und zwiſchen der Emp⸗ findung von ſeiner Gegen⸗ wart. Soweit der Feilige. 7. Der mündlichen Gebete bedarf es nur wenige; aber dieſe ſeien in⸗ brünſtig. Nicht die Menge der Speiſe, ſondern die gut verdaute Speiſe gibt dem Menſchen Kraft. Cin einziges Daterunſer oder ein kurzer Pſalm, ruhig und andächtig gebetet, iſt mehr wert, als viele Roſenkränze und lange Tagezeiten, die mit ängſtlicher Kaſt hergeſagt werden. 8S. Wenn ihr bei Verrichtung münd⸗ licher Gebete, zu denen ihr nicht ver⸗ pflichtet ſeid, euch von Gott angeregt fühlet zur Betrachtung, ſo folgt dieſer ſcrüſſe nicht auf, ſich ver⸗ ihtfis mnj⸗ ſgeſüts ſcht m5 nes lugen i hethen— n n nitd u tuny Gebet auf s ed zwiſ ſcen egenwar t wiſchen dert, on ſeiner hun eit der peilg ündlichen chet e; aber di dieſe ſie ſ die Mengee 6i ut verdaute yiſt Rraft. lin e i oder ein unnj ächtig gebeut i Koſenkrinz in b. e mit inzilchei en. t bei errichunzn zu denen ihr nihtn uch von ott mn rachtung ſo folzi Gebet. 127 Anregung; denn ihr macht damit einen beſſern und Gott angenehmeren Lauſch. 9. Man muß mit Sammlung und Ruhe zum Gebete gehen, aber ohne Angſtlichkeit. Deshalb ſchrieb der hl. Sranz von Sales an eine heilige, aber zu ängſtliche Seele:„Die große Ungſtlichkeit, die du beim Gebete haſt, um irgend etwas zu finden, was deinen Geiſt tröſte, macht gerade, daß du nicht findeſt, was du ſuchſt. Wwenn jemand mit KHaſt und Ungeſtüm etwas Derlorenes ſucht, wird er mit den Hän⸗ den es berühren, mit den Augen hundertmales ſehen, und wird es doch nicht be⸗ merken.— Dieſe törichte und nutzloſe Ungſtlichkeit wird nur große Rälte und Stumpfheit Solge haben.“ für dich zur 128 Gebet. 10. überladet euern Geiſt nie mit zu vielem Gebet, weder mündlichem, noch innerem. Wenn der Geiſt Lange⸗ weile oder Ermüdung verſpürt, ſoll man, wenn es ſich tun läßt, das Gebet unterbrechen oder aufſchieben, und ſich durch irgend eine andere Beſchäftigung oder Unterhaltung oder ſonſt zwechdienliche Weiſe wieder ein wenig erholen. Es iſt dies eine große Belehrung, die der hl. Thomas und die erleuchtetſten Väter erteilen, und man ſoll es auch treulich befolgen. Aus der Ermüdung des Geiſtes ent⸗ ſteht, wie ihr gehört habet, Lange⸗ weile, Rälte und Stumpfheit der Seele.*) 11. Wiederholet die Gebete nicht, ſelbſt wenn es euch dünkt, als hättet ihr dieſelben mit zerſtreutem Geiſte Thom. 2. a. 2. et quaest. 83 art. 14 in corpore. . nihte. un mh 1 ſi uf in l. 2 n ün ni ut Klet zoh, i nich in ſuunge n murt in nIni ſung ſicht, it 5 4 ¹ Gebet. adet euerm üeſn bet, wede ninit nnt rmiding 3 es ſich un i rechen oder tch itged in odet Unterhal u enliche Weiſe wih Esiſt dies ein ſten hätet ere auch tralch bih üdung des heist r gehört hehe le und Sunyf! rholet die Gehete 1 s euch dünit, b mit zerſtun it 2. a. 2. et ques. 6 Gebet. 129 verrichtet. Ihr könnet kaum glauben, bis zu welchen Beängſtigungen dieſe Gewohnheit zu führen imſtande iſt, die auf das entſchiedenſte unterſagt ſein ſoll. Es reicht hin, daß man nach gewohnter Weiſe das berlangen habe, mit Sammlung zu beten. Gott belohnt das verlangen ebenſo, wie die Tat, ſagt der hl. Gregorius der Große, wenn die Vollführung der Tat nicht von unſerem Willen ab⸗ hängt. Bei dieſen unfreiwilligen Ser⸗ ſtreuungen entzieht er uns ſeine Ge⸗ genwart, nicht ſeine Liebe. Die heilige Thereſia pflegte in ihrer Trockenheit und bei ihren Ser⸗ ſtreuungen zu ſagen: Ich bete nicht, ich tue Buße. Aber ich füge hinzu: Ihr tuet Buße, und betet; Buße durch die Mot, die ihr in eurem Geiſte leidet, und ihr betet, weil ihr das Verlangen danach habet. Quadrupani, Beruhigung. 130 Gebet. Der heilige Ignatius hatte einen Grdensgeiſtlichen, der in dieſe Art Gewiſſensängſtlichkeit gefallen war und davon ſo ſehr beunruhigt wurde, daß ſein Brevier ihn immer weit über die erforderliche Seit beſchäftigte; denn er kam ganze Stunden lang auf Stellen zurück, die er nicht mit ge⸗ höriger Aufmerkſamkeit gebetet zu haben glaubte. Machdem der Beilige vergeblich verſchiedene Mittel verſucht hatte, ihn zurechtzuweiſen, verfiel er auf den Gedanken, einen Skrupel durch den andern zu heilen, und ge⸗ bot ihm unter Strafe der Sünde, in Kraft des geiſtlichen Gehorſams, jeden Tag ſein Brevier nach Verlauf einer feſtgeſetzten Zriſt zu verlaſſen, welche grade erforderlich war, um das Bre⸗ vier einmal, und zwar ziemlich ſchnell, zu leſen. Den erſten Tag war der arme Grdensgeiſtliche genötigt, ſich zu unterbrechen, ehe er noch die Hälfte desſelben vollendet hatte, was ihm großes Ceidweſen verurſachte; bald aber brachte ihn die Surcht, ſein Brevier nicht ganz beten zu können, dahin, daß er ſich gewöhnte, xile i zulnd 60 t d n abe worten. 3 i i dern uſchwe5 tihnun Nher 6 Rn hugde tbi d ſit huſn ſN —— = Hebet. 6 huh n, der i iiu nu ſehr wt evier ihn imn erliche eit h it ganze Stunden. die er uchtn ſeriſumket t ghet achdem der jil ſchiedene y iteln ſü urechtzweien u danken ener gin ern zu heilen w N Sih lichen behorſns jt er nach herlufi iſt zu nerlijnn vi lich war un h nd zwar jenlchſ n erſten lag vn geiſtliche genötgj en, che er wh en vollendet helt n Leidweſen vennh achte ihn die Iut nicht ganz hn „daß er ſich gin — — — Gebet. 181 dasſelbe in der vorgeſchriebenen Seit zu vollenden. 12. Selbſt dann ſollt ihr das Gebet nicht wiederholen, wenn euch Gedanken kommen ſollten, die mit dem, was ihr betet oder betrachtet, ganz und gar im Widerſpruche ſtehen und wider Gott ſtreiten:— fahret vielmehr ganz ruhig fort zu beten, als wenn gar nichts derart vorgekommen wäre, ohne den hölliſchen Kunden, welche bellen, aber nicht beißen können, zu antworten. Der Teufel, ſagt der hl. Auguſtinus, iſt ein Rieſe für der ihn ce n ein ſchwaches Rind fürden, der ihn verachtet. Daher mahnt der hl. Sranz von Sales: Man muß bei dieſer Ver⸗ ſuchung dasſelbe Verhalten beobachten, wie bei der des Sleiſches, nämlich ſich nicht mehr oder weniger darauf einlaſſen, ſondern es machen, wie die Rinder Israels es mit den Rnochen 9* 182 Gebet. des Oſterlammes machten, die ſie keineswegs zu brechen verſuchten, ſondern ins Zeuer warfen. Du darfſt durchaus nicht antworten, auch nicht den Schein annehmen, als hörteſt du, was der Zeind ſagt. Laſſe den Kund, ſoviel er will, an der Türe bellen; du darfſt nicht einmal rufen: Werda! 13. Wenn auch die ganze zum Gebet beſtimmte Seit in dem Rampfe des Geiſtes gegen die verſuchungen und Serſtreuungen hingehen ſollte, ohne auch nur einen einzigen heiligen Gedanken faſſen zu können, ſo ſagt euch unſer Heiliger, daß ihr ein um ſo verdienſtlicheres Gebet verrichtet habet, je peinlicher es für euch ge⸗ weſen, und daß euch ein ſolches Gebet dem im Garten Gethſemani und auf dem Kalvarienberge betenden Jeſus Chriſtus ähnlich gemacht. Bedenket, daß das Brot ohne Sucker immer beſſer iſt, als der Sucker ohne Brot: un urlnde ze er le owie t in de mn die u vii nn auch die gu mte Zeit in njn gegen die heriu euungen hign ur einen einjgnh ſſen zu imm eiliger, da iſri licheres ebet unt % einlicher es fira 4 5 daß euch ein ſltt ten Gethſenmi m ienberge betmn Uich gemacht. J rot ohne öuäu i s der öucher ul darfſ niht imt 5 Gebet. 188 — daß wir, um in dem himmliſchen vaterlande groß zu ſein, leiden müſſen in der Verbannung; daß die größten und verdienſtlichſten CLeiden gerade die Ceiden des Geiſtes ſind. Der heilige ſagt:„Wenn dein Kerz ſich verirrt oder umherſchweift, ſo führe es ſachte an ſeinen Ort zu⸗ rück, geleite es ſanft zu ſeinem Ferrn zurück, und wenn du nichts anderes täteſt während einer ganzen Stunde, als dein Kerz hübſch aufnehmen und dasſelbe unſerem Kerrn wieder zu⸗ führen; und wenn es auch, ſooft du es dahin zurückgebracht, jedesmal ſich wieder von ihm abwenden ſollte: ſo iſt deine Stunde dennoch ſehr gut angewendet, und du haſt eine deinem Zeſus ſehr angenehme Uebung ge⸗ macht. 14. Auch muß man wiſſen, daß, wenn die Beilige Schrift Gebet ohne Unterlaß vorſchreibt, darunter nicht das wirßkliche Gebet zu verſtehen iſt, welches der Menſch hienieden gar nicht ununterbrochen verrichten könnte, 134 Gebet. ſondern daß vielmehr das verlangen gemeint iſt, Gott in allen unſeren Handlungen zu verherrlichen, welches Verlangen uns beſtändig beleben muß. Darum ſagt der heilige Auguſtinus: Iſt dein Verlangen häufig, ſo iſt auch dein Gebet häufig; iſt dein berlangen beſtändig, ſo iſt auch dein Gebet be⸗ ſtändig. Iſt es alſo wohl zu verwundern, ſchreibt Senelon, wenn der heilige Auguſtinus uns oft verſichert, daß das ganze chriſtliche Leben nichts ſei, als ein langes, ununterbrochenes Streben nach jener ewigen Gerechtig⸗ keit, nach der wir hienieden ſeufzen? Unſer ganzes Glück beſteht darin, immer danach zu dürſten. Dieſer Durſt aber iſt ein Gebet; verlange alſo ohne Anterlaß nach jener Ge⸗ rechtigkeit, und du wirſt nie auf⸗ hören zu beten. Glaube nicht, daß es einer langen Reihe von Worten und vieler Anſtrengung bedürfe, um zu Gott zu beten. Beten heißt ihn gſa lnblm bichiyet 2 ih in m in heri ſigt da k Gebet. velnhr es u Gott in al zu verherli ns befüni bian t det heilg ian berlangen ſin dein hetelſſn erlangen heſi ich dein hebe 3 3 * ilſo wohl ju vernh telon, wen det . uns oft verih hriſtliche n unges, umnint h jener ewign in er wir hieniehen ſ es Gluͤch beſth ach zu dürin iſt ein hebet; n . — 6 * 8 — — , —= i * und du wirt eten. Glaube i ngen Reihe un lnſtrengung bi beten. Beien hi nterlaß nh jm Gebet. 135 bitten, daß ſein wille geſchehe, heißt irgend einen guten Vorſatz faſſen, heißt ſein Kerz zu Gott erheben, heißt nach den Gütern verlangen, die er uns verſpricht; heißt ſeufzen beim Anblick unſeres Elendes und der Gefahren, in welchen wir uns befinden, ihm zu mißfallen und ſein Geſetz zu übertreten. Dieſes Gebet erfordert aber weder wiſſenſchaft, noch Methode, noch Vernunfturteil; es ſoll keine Kopfarbeit ſein; es be⸗ darf nur eines Augenblicks unſerer Zeit und einer guten Regung unſeres Herzens. Man kann beten ohne irgend einen beſtimmten Gedanken; es bedarf nur der Rückkehr des Herzens auf einen Augenblick; und dieſer Augenblick ſelbſt kann ſogar noch zu etwas anderem verwendet werden. Gottes Kerablaſſung zu un⸗ ſerer Schwäche iſt ſo groß, daß er uns geſtattet, wo es not tut, dieſen Augenblick zwiſchen ihm und den Geſchöpfen zu teilen. Ja, beſchäftige dich in dieſem Augenblicke, wie es dein Beruf mit ſich bringt; es ge⸗ nügt, daß du die gemeinſten Dinge, 136 Gebet. die du gerade zu verrichten haſt, Gott aufopferſt, oder daß du im all⸗ gemeinen die gute Meinung faſſeſt, ihn zu verherrlichen. Darin beſteht jenes Gebet ohne Unterlaß, welches der heilige Paulus fordert... ein Gebet, das viele fromme perſonen für unausführbar halten, deſſen Mebung aber für jeden leicht ſein wird, der es weiß, daß das allerbeſte Gebet darin beſtehe, daß man mit reiner Abſicht handle, indem man oft das Verlangen in ſich erneuert, alles Gott gemäß und für Gott zu tun. 15. Wir dürfen auch nicht die nötigen Standesverrichtungen unter⸗ laſſen, um nach unſerer willkür dem Gebete obzuliegen. Die Beſchäfti⸗ gungen und Arbeiten, die unſer Stand mit ſich bringt, vertreten Gebetes Stelle, und erwirken, wie der heilige Chomas ſagt, die Gnaden, deren wir bedürfen, und die jenen verſprochen ſind, welche beten, wie ſie beten ſollen. Ja, es iſt mehr getan, wenn inbil⸗ inen en 7 ſirzu in um et a in ii diz pnh . Je 13 imte oe munm ſiig mihm z Gebet. Uenihtn — —— — — le fr zrin ai en defen lu n kict ſin u das dleheſ daß man ni e inden nn i ſich tukt r Gott tzut dürfen 4 esverrichtunn un h unſeter willith egen. Die Biſhi beiten die unſren gt, vertreten ht virken, wie der h die Gnaden, demn die jenen vehn beten, wie ſi i iſt mehr gein w — —— — — — — — = 53 ſt. n —— — —— wenn er auch Tote erwechte, Gebet. 137 man aus Ciebe zu Gott arbeitet, als wenn man in Gedanken bei ihm verweilt, wie dies beim Gebete ge⸗ ſchieht. Hierzu bemerkt der heilige Sranz von Sales: Man muß ſorgfältig die beſonderen Gebote erfüllen, die jedem einzelnen rüchſichtlich ſeines Berufes obliegen; und wer es nicht tut, ſelbſt iſt den⸗ noch im Stande der Sünde und iſt verdammt, wenn er ſtirbt.— So iſt es z. B. den Biſchöfen ghöſen ihre Schafe zu beſuchen, ſie zu lehren, zurechtzuweiſen, zu tröſten; möge ich nun die ganze Woche im Gebet zu⸗ bringen, möge ich faſten mein ganzes Ceben lang: ich werde verloren gehen, wenn ich jenes nicht tue. 16. Bedienet euch recht häufig der ſogenannten Stoßgebete, das iſt kurzer Anmutungen und Ciebesergießungen, die die Seele zu Gott emportragen. Der heilige Sranz von Sales ſchreibt von ihnen, daß ſie den Mangel aller 138 Gebet. andern Gebete erſetzen, daß aber alle andern Gebete nicht ihren Mangel erſetzen. Der Feilige ſchreibt: Seufze alſo recht oft zu Gott auf, Philothea, durch kurze, aber heiße Erhebungen deines Kerzens. Bewundere ſeine Schönheit, rufe ſeine Hilfe an, wirf dich im Geiſte am Suße des Rreuzes nieder, bete ſeine Güte an, befrage ihn oft über dein Seelenheil, ſchenße ihm tauſendmal des Tages deine Seele, richte dein inneres Auge auf ſeine Sanftmut, reiche ihm die Fand, wie ein Rind ſeinem Dater, damit er dich leite; lege ihn auf deine Bruſt, wie ein koſtbares Sträußlein, pflanze ihn in deiner Seele auf wie eine Jahne, bewege dein Ferz auf tauſenderlei Weiſe zur Ciebe Gottes und errege es zu einer heftigen und zarten Liebe für ſeinen göéttlichen Bräutigam. In dieſer Weiſe macht man die Stoßgebete, die der große heilige Auguſtinus der gottſeligen Matrone Proba ſo dringend empfiehlt, Unſere 10 zjoſcht n. ie n se w uich en. j um S— — — — — inn iſen o 3 im in li un hln m w un vice ſind. 1 M in zu em efiſcs mnt mn it wie 6 ſirit 13 licht 15 22 ——— — Melt i n it n wn n6 Gebet. te etſeten, u n 1 ete nicht i hun n ige 66. aber hih ciſ* ens. kmnn — ſeine Fie n eam Suße Nes jun ſeine Hüt an it dein Sulnhi ſt mal des dein inneres lu ut reiche ihn iit nd hair N e; lege ihn uf in koſtbares S ſ in deiner Sel an bewege dein ſent Weiſe zur luhe öt es zu h für ſeinen zitlt —— Weiſe macht un die der gre ſih der gottſelign Mun ngend enyfihlt hi Gebet. 189 Seele wird, indem ſie liebend und traulich mit Gott verkehrt, von ſeinen vollkommenheiten ganz durchduftet werden. Dieſe Uebung iſt nicht un⸗ bequem; denn ſie läßt ſich mit allen unſeren Arbeiten und Geſchäften ver⸗ einen, ohne dieſe im mindeſten zu ſtören. Denn ſowohl in der geiſt⸗ lichen Einſamkeit, als bei den inne⸗ ren Erhebungen verweilt man nur kurze Augenblicke, welche uns in dem, was wir eben zu verrichten haben, viel mehr dienlich, als hinder⸗ lich ſind. Der Wanderer, welcher um ſein Herz zu erfreuen und ſeinen Gaumen zu erfriſchen, ein wenig Wein zu ſich nimmt, unterbricht dadurch ſeine Reiſe nicht, wiewohl er ſich etwas aufhält. Er ſtärkt ſich vielmehr, um ſchneller und leichter ſeinen Weg abzumachen, und ſteht nur ſtill, um raſcher voran⸗ zugehen. Diele haben ſolche Stoßgebete ge⸗ ſammelt, die recht nützlich ſind; aber meiner Meinung nach ſollſt du dich nicht an beſtimmte Worte binden, ſondern mit dem Fherzen oder auch 140 Gebet. mit dem Munde die ausſprechen, welche dir die Liebe eben eingibt; denn ſie wird dir deren, ſoviel du nur wünſchen magſt, liefern. In⸗ deſſen gibt es Sprüche, die eine be⸗ ſondere Rraft haben, das HFerz in dieſer Kinſicht zu befriedigen, wie die in Davids Pſalmen ſo oft vor⸗ kommenden Ferzenserhebungen, die verſchiedenen Anrufungen des heiligen Ramens Zeſu und die Ergüſſe der heiligen Liebe im Kohenliede. Auch geiſtliche Lieder dienen zu dieſem Swecke, vorausgeſetzt, daß ſie mit Andacht geſungen werden. Wie diejenigen, welche von menſch⸗ licher und natürlicher Ciebe einge⸗ nommen ſind, faſt ohne Anterlaß ihre Gedanken auf den geliebten Gegen⸗ ſtand gerichtet, das Kerz voller Ge⸗ fühle für ihn und den Mund voll von ſeinem CLobe haben; wie ſie in Abweſenheit desſelben keine Gelegen⸗ heit vorübergehen laſſen, dieſelbe durch Briefe zu bezeugen, und in die Rinde jedes Baumes den Namen des Ge⸗ liebten zeichnen möchten: alſo können auch diejenigen, welche Gott lieben, n jentt iclen 3 mt 6 un in m . p ſalmen ſo N P ungen werden nigen, welhe unn natürlicher lihe t. faſt ohne lniul uf den gelubtn i tet, das herz ului n und den M Lobe haben; weſ desſelben hein iih ehen laſſen, diluh zeugen, und in deit e den enn en möchten: ah in etzuethlun Anrfingn Wi u und de Eiſ im Fohenlch. der dienn ju ausgeſett, de ſ Gebet. 141 nicht aufhören, an ihn zu denhen, für ihn zu atmen, nach ihm zu ſeufzen, von ihm zu reden, und möchten, wenn es nur möglich wäre, allen Menſchen auf Erden den ſüßen Namen Zeſus ins Herz drücken. Dazu laden alle Dinge ſie ein; es gibt kein Geſchöpf, das ihnen des Geliebten CLob nicht verkündet. Wie der heilige Antonius bezeugt, ſpricht der heilige Auguſtinus:„Alles, was auf der welt iſt, ſpricht ihnen in ſtummer, aber ſehr verſtändlicher Sprache von ihrer Liebe. Alles er⸗ weckt ſie zu frommen Gedanken, aus welchen dann die Erhebungen des Herzens und die Seufzer zu Gott ſich erzeugen. Fiervon einige Beiſpiele: 17. Dieſer Stoßgebete kann man an jedem Grte, zu jeder Seit und bei allen Gelegenheiten ſich bedienen. wie man Suckerſachen oder Pillen nimmt, um den Geſchmack zu ver⸗ ſüßen oder den Magen zu ſtärken, ſo bedient man ſich häufig dieſer Stoß⸗ gebetchen, um den Geiſt zu erquicken. 142 Gebet. 18. Die alten Mönche, von denen der heil. Auguſtinus ſpricht, konnten keine langen Gebete verrichten; denn ſie mußten ſich durch tägliche Arbeit den Lebensunterhalt verſchaffen. Der öftere Gebrauch der Stoßgebete er⸗ ſetzte den Mangel der andern Gebete, und man ßonnte ſagen, daß ſie be⸗ ſtändig beteten, ſelbſt während ſie be⸗ ſtändig arbeiteten. 19. Ich wünſche ſehr, daß ihr euch eifrig bemühet, in der Ubung dieſer ſo wichtigen und leichten Gebetsweiſe zuzunehmen; dieſelbe wird euch nütz⸗ licher ſein, als ſo viele andere münd⸗ liche Gebete, deren bervielfältigung oft nur dazu dient, die Sunge zu er⸗ müden, nicht aber den Geiſt zu er. leuchten und zu beleben. 20. Die heil. Thereſia will, daß der Leib beim Gebete ſich in einer bequemen Stellung befinde, damit der Geiſt nicht von der dem Gebete und lng imd ihe M. Gebet, nMönh uh ins ſprcht; ebete ven ihen n durht ilit rhalt ltwerſtujn] der Sthit gel der an a6 „ ſagen ſelbſ wihn en. ſche ſeht hine in der lhng nd leichten heht ieſelbe vin aht ſo viele n deren Dewiit ient, die zugh aber den hiſ u beleben. l. Cherſu vl Gebete ſih it ung befnd n det den h jn Gebet. 148 Gott ſchuldigen Andacht abgezogen werde. Ermüdet euch alſo nicht durch allzu langes Knieen. Es iſt genug, daß der Geiſt vor Gott ſich beuge in gebührender Ehrfurcht, Vertrauen und Ciebe. ——————— XI. Buße. „Ein betrübtes Gemüt iſt ein Opfer vor Gott: ein zerknirſchtes und gede⸗ — mütigtes Ferz wirſt du, o Gott, nicht verachten.“(Pſ. 50, 19.) 1. Der hl. Thomas lehrt, daß es dreierlei Buße gebe: Saſten, Beten und Almoſen, körperliches ſowohl, als geiſtiges. Ihr müßt alſo nicht glauben, ihr tätet keine Buße, weil ihr nicht den Leib peiniget und nicht viel faſten könnet. Die beiden andern, das Gebet nämlich und das Almoſen, ergänzen dieſe pflicht des Chriſten. Andererſeits beabſichtigen die Gebote Gottes und der Firche, die das Saſten vorſchreiben, nie, die Menſchen zu ſchwächen oder ſie in der Erfüllung V. Zuße. betrbtes henti Chones lit gebe Jaſten e n, körperlchts jn Ihr nißt aſoi ätet kein Jiſ eib peiniget uwt et. Jie beien nn lich und des Un pflicht de l abſichtigen i ö Kirche die d e, die Meſh entieht ein zeriniritte u Kerz wirt ohit ſie in der tin Buße. 145 der mit ihrem Stande verbundenen Pflichten zu hindern. Als der franzöſiſche Uberſetzer dieſer Anweiſungen ſich über dieſen Gegenſtand zu Rom mit einem ge⸗ lehrten und frommen Zeſuiten rück⸗ ſichtlich der außerordentlichen Zaſten und Abtötungen des heil. Ignatius beſprach, erhielt derſelbe folgende merkwürdige Antwort:„Laſſen Sie uns nicht die Urſache mit der Wir⸗ kung verwechſeln; nicht darum, daß er ſolches tat, iſt er heilig geworden, ſondern im Gegenteil, weil er ſchon heilig war, war es ihm möglich und erlaubt, es zu tun!“ Und in der Tat, jede Handlung, welche die menſch⸗ lichen Kräfte überſteigt, iſt ein Akt der vermeſſenheit, wenn ſie nicht die Solge einer beſondern göttlichen Ein⸗ gebung iſt. Die Rirche billigt ſie nur dann, wenn ſie dieſe göttlichen Ein⸗ gebungen darin erkennt, die zu ſolcher Abweichung von der allgemeinen Regel ermächtigen. Als eine ſolche Aus⸗ nahme verehrt ſie unter jenen, welche den Tod für den Glauben erlitten, die hl. Theodora, die hl. Pompoſia, die huadrupani, Beruhigung. 10 146 Buße. hl. Slora, die hl. Dionyſia, obwohl ſie dem Geſetze zuwider handelten, welches verbot, das Martyrium zu begehren; in demſelben Sinne billigt ſie auch den freiwilligen Tod Sam⸗ ſons und den der hl. Appolina, die man fromme Selbſtmörderin nennen könnte, wenn es erlaubt wäre, zwei ſolche Worte zuſammenzuſtellen. 2. Wenn man mit Ergebung Müh⸗ ſeligkeiten, Krankheiten, Trockenheit und Unglücksfälle annimmt, ſo iſt das eine Buße, die Gott um ſo wohl⸗ gefälliger iſt, je weniger ſie unſere eigene Wahl iſt. Es gibt zwei Gat⸗ tungen von Tugenden; die eine um⸗ faßt die handelnden, die andere die leidenden; dieſe letzteren ſind die ver⸗ dienſtlichſten und weniger gefährlich; an unſeren Werken kann die Natur und eine verſteckte Selbſtgefälligkeit großen Anteil haben, aber nicht beim Ceiden, am wenigſten, wenn das Ceiden nicht von unſerer eigenen ½ 10 imt. 1N A. m N n hl n hfin 4 ſiig Se 1Nr wlb t ſit dieſs tag Buße. die hl. J Ji. ip eſetz znin „ ot, das lan n demſebnzu n freiwilin ni en der h lu le Selbinzhtn nuln zuſammen man mi it th un Krankteitn liit isfälle min he, die ol tinſn „je weni i ſt. E zö mu Lugenden; in idelnden, die u eſe letztern jn und weiger jiit Verken jum iſt ſtechte Selbſfi haben aber üi wenigſten v. m von unſn Buße. 147 wahl, ſondern unmittelbar von Gott kommt. 3. Der hl. Hieronymus lehrt, daß, wenn der Teufel eine Seele nicht vom Guten abwendig machen kann, er ſie zu übermäßiger Strenge und Bußübungen zu verlocken ſuche, da⸗ mit der Geiſt niedergedrückt werde und ſeine Rraft unterliege. Dieſem Betruge ſind viele tugendhafte und heilige Seelen amheimgefallen. 4. Der hl. Sranz von Sales ſagt deshalb: Ich ermahne euch, für die Geſundheit Sorge zu tragen, denn das iſt der Wwille Gottes, und euere Kräfte zu bewahren, um ſie zur Ehre Gottes zu ver⸗ wenden, indem es immer beſſer iſt, Uberfluß als Man⸗ gel an Kräften zu haben, weil es allzuſchwer fälkt, ſie wiederzugewinnen, wenn 10* 148 Buße. ſie einmal verloren ſind. Geſtattet alſo euerem Rörper jenes Maß von Speiſe und Trank, deſſen er zur Erhaltung euerer Rräfte und euerer Geſundheit bedarf. S. Caſſianus und der hl. Thomas ſchreiben, daß der hl. Abt Antonius in einer berühmten Konferenz, die er mit den erleuchtetſten Mönchen Igyp⸗ tens hatte, damit ſchloß, daß die Mäßigung die allernotwendigſte Tugend ſei, weil, wie das Salz alle Speiſen würzet, ſo die Mäßigung alle Tugenden regelt. Diele, welche dieſe ſo nötige Mäßigung bei ihren Buß⸗ und Andachtsübungen nicht im Auge behielten, ſind anſtatt heilig ſchwach geworden und haben ſpäter den Weg der Vollkommenheit ver⸗ laſſen, im Wahne, daß ſich darauf nicht wandeln laſſe. 6. Hier eine ſchöne und ſcharf⸗ ſinnige Bemerkung des heil. Augu⸗ j d iun n ſarn! ullen nyfoh 3 ngene ngen 3 üfriſn nit puſ, Ni unkh ennb pen6 iſt ſifeion befilt 7 nden ieſg lſcen di huyun9 in Uhen z ſn ch in Sule 3 Buße. l verlotenſ, euerem inſ iſe un lun i ng euerer jriſtt Neit bedatf s und derhl ihn der hl Abt nu u nten Konftten i tetſten nhe i mit ſchoß kß die alencin il, wie dos ih t, ſo die ſin regelt. hiele ni Mäßigung beh chtsübungen ſit „ſind anfut ſe en und ſuhn ſi Vollkommenhit u hne, daß ſich u aſſe. e ſchöne un ir ung des hell Buße. 149 ſtinus, die euch als ſichere Regel dienen möge: Unſer Rörper iſt ein armer Kranker, der liebe⸗ vollen Pflege der Seele an⸗ empfohlen, von der er die angemeſſene Arznei emp⸗ Fanen ſol vie 5ürßniſſe er h o Krankheiten hat er. Hunger, Durſt, Müdigkeit ſind alles RKrankheiten des Leibes, gegen welche die Seele ihm in den Grenzen der Vernunft und Mäßigung liebevoll zu Hilfe kommen muß. Wer das tut, erfüllt eine Pflicht des Gehorſams gegen den Schöpfer ſelbſt. 7. Wie falſch alſo iſt die in ſo vielen ascetiſchen Büchern ausgeſprochene Behauptung: Es liege wenig daran, ſein LCeben um zehn oder fünfzehn Jahre abzukürzen, wenn man nur ſeine Seele rette. Buße. Um die Seele zu retten, muß man auch auf der Stelle bereit ſein, in den Tod zu gehen; aber auf dieſen allgemeinen Beweggrund hin darf man dennoch nicht jede willkürliche Buße wählen, die geradezu das Ceben abkürzt; denn, ſagt der hl. Hierony⸗ mus, es verſchlägt wenig, ob man auf einen Schlag oder nach und nach ſich umbringt. Wir ſind Der⸗ walter unſeres CLebens, unſerer Ge⸗ ſundheit und unſerer Rräfte, aber nicht Herren und Eigentümer der⸗ ſelben. S. Die Beiſpiele ſolcher Keiligen, welche ſich ſo außerordentlichen Buß⸗ übungen hingaben, verdienen unſere Bewunderung, nicht unſere NMach⸗ ahmung. Wir müßten zu dieſem Behufe damit anfangen, heilig zu ſein, wie ſie. Ahme doch auch ihre Wunder nach, wenn du kannſt. ju un in l wch ſtiun l ſim ſſe in nit na ein nmni6 hhe i greg Buße. ezu retten, un Stell beri ſu chen; ahe a enen jn z nicht joe vil ut die genhend uisl ſagt der hl ſin lägt weniz n hlag oder uh tingt. Vit fu Lebens, mjre unſerer Krift und(Eigentine piele ſolher ſilh ußerordentichn ben, verdienn ui nicht unſer ſi n zu dieſen) i nheilig zuſin ach ihn u kannſt. Buße. 151 Die hl. Sranziska von Chantal ſagt: Man muß, was die Heiligen taten, in Ehren halten, aber nicht alles nachahmen; ſonſt müßten wir mit ihnen in der ſchaudervollen Köhle des hl. Climacus unſere Tage ver⸗ bringen, wären mit dem hl. Stiliten auf hoher Säule, würden wochenlang leben mit der heil. Katharina von Siena einzig und allein von der heil. Kommunion, oder mit dem hl. Aloy⸗ ſius von Gonzaga täglich nur eine Unze Speiſe zu uns nehmen. Die Heiligen in dergleichen außerordent⸗ lichen Dingen nachahmen zu wollen, iſt Außerung geheimen Stolzes, nicht aber geregelter Tugend. ————— XII. Chriſtliche Vollkommenheit. „Sühre mich, Ferr, auf deinem wege, ſo will ich wandeln in deiner Wahrheit.“(Pſ. 85, 11.) „Wenn der Kerr das KHaus nicht „ ſo arbeiten die Bauleute um⸗ (Pſ. 126, 1.) 1. Der Chriſt iſt nicht verpflichtet, vollkommen zu ſein, wohl aber, nach der Vollkommenheit zu ſtreben, d. h., er muß es ſich Mühe und Sleiß koſten laſſen, um in der Tugend fortzu⸗ ſchreiten. Im Guten nicht vorwärts⸗ gehen, heißt zurückgehen. Es handelt ſich alſo darum, kräftig und mit Ernſt daran zu arbeiten, nicht aber damit zuſtande zu kommen. Der XI. Lolkunni e nich. hett, u h will ich wnini 5 1 n der Herr des hutn arbeiten die Buluun ſt iſt nicht veyfit ſein, wehl h nheit zu ſrhe Mühe und zitt der Uug jn Guten nicht mni rüchgehen. ich alſo daum h aran zu arheien nde zu omnn cChriſtliche Vollkommenheit. 153 Erfolg hängt nicht von uns ab. Gott gewährt, verſagt oder verſchiebt den⸗ ſelben, jenachdem er es für uns am beſten hält. wören wir darüber den hl. Sranz von Sales:„Drei Dinge, meine liebe Tochter, laß uns tun: laß uns eine recht lautere Abſicht haben, in allem die Ehre und Der⸗ herrlichung Gottes zu wollen; laß uns das Wenige, was wir vermögen, tun nach dem Rate unſeres geiſtlichen paters, und überlaſſen wir Gott die Sorge für alles übrige. Wer Gott zum Gegenſtande ſeiner Abſichten hat, und wer tut, was er kann, warum quält der ſich? warum beunruhigt er ſich? was hat er zu fürchten? Rein, nein, Gott iſt nicht ſo ſchrecklich gegen die, welche ihn lieben; er begnügt ſich mit wenigem, denn er weiß es wohl, daß wir nicht viel haben.“ Und an einer andern Stelle:„Ueber⸗ laſſe dich der CLeitung Gottes; denke nicht ſo viel an dich ſelbſt; habe einen allgemeinen und umfaſſenden Entſchluß, Gott ſo zu dienen, wie du es am beſten vermagſt, und bringe deine Seit damit nicht hin, zu unter⸗ 154 Chriſtliche Vollkommenheit. ſuchen und ſpitzfindig auszuklügeln, welches die beſte Weiſe ſei. Es iſt dies eine ſeiner Beſchaffenheit nach eigentümliche Unart deines feinen und ſcharfen Geiſtes, der deinen Willen beherrſchen oder mit Ciſt und Spitzfindigkeit ihn beaufſichtigen will. Du weißt, daß Gott im allgemeinen will, daß man ihm diene, indem man ihn über alles und den Mächſten wie ſich ſelbſt liebt. Insbeſondere will er, daß du deine Standespflichten er⸗ fülleſt. Das genügt. Man muß das aufrichtig tun, ohne Flügeln und Spitzfindigkeit, alles nach Art dieſer Welt, wo die Vollkommenheit nicht zu Hauſe iſt, in menſchlicher weiſe und der Seitlichkeit gemäß, in Er⸗ wartung eines Tages, wo wir es nach Art der Engel in göttlicher weiſe tun werden und gemäß der Ewigkeit. Unterſuche alſo nicht ſo genau, ob du in der Vollkommenheit biſt oder nicht; denn ſolches Unterſuchen iſt zu nichts. Denn wenn wir auch die vollkommen⸗ ſten der Welt wären, ſo dürfen wir es doch niemals wiſſen, noch erkennen, ſondern ſollen uns immer für unvoll⸗ 0 ien nin nn!* iach ſnel, un wu 1 Runs i vn ilen 3 it ar un it& nt ns uh wen vgut ſm; du uden 13 eſen igen 6 uheſmn ſiiht mt enm Ne 1 u lune uh M büht he bollonnent chen oder ni lin ihn beufich B ho pl 3 Oott in ulgntn ihm dien, mnn und den Hitin n t. Insbiſnhn ie Standesyſitn emigt. Mnnjt ohne Kig alles nach jni bollkomnethi i in menſchlihet chkeit geniß ut Cages, wo vi igel in göttlcheſ gemäß der i nicht ſo gnu i nenheit biſ cun terſuchen iutt auch die holum ären, ſo dürint wiſſen, nochem ns immet fün — Chriſtliche vollkommenheit. 155 kommen halten. Anſere Unterſuchung ſoll auch nie dahin gehen, zu er⸗ kennen, ob wir unvollkommen ſind; denn wir ſollen daran nie zweifeln. Daraus folgt, daß wir uns nie dar⸗ über verwundern dürfen, wenn wir uns unvollkommen erblicken, da wir uns niemals anders in dieſem Leben erblicken ſollen; auch ſollen wir uns nicht darüber betrüben, denn es gibt kein Mittel dagegen; aber wohl ſollen wir uns darum demütigen, denn da⸗ durch werden wir unſere Zehler wie⸗ der gut machen und uns allmählich beſſern; denn um dieſer Uebung willen wurden unſere Unvollkommenheiten zugelaſſen; indem wir nicht zu ent⸗ ſchuldigen ſind, wenn wir um ihre berbeſſerung uns nicht bemühen, und nicht ohne Entſchuldigung, wenn wir ſie nicht gänzlich beſſern; denn er nimmt es mit den Unvollkommen⸗ heiten nicht, wie mit den Sünden.“ 2. Die Art und Weiſe aber, in der Tugend fortzuſchreiten und alſo nach der Vollkommenheit zu ſtreben, beſteht nicht in der Vervielfältigung 156 Chriſtliche Vollkommenheit. der Gebete, Bußwerke und anderer frommen Werke. Sehr treffend iſt die Antwort, welche der heil. Zranz von Sales einigen Monnen gab, die ein ganzes ZJahr hindurch dreimal die Woche gefaſtet hatten und es nun für eine Pflicht der Vollkommenheit hielten, während des neuen Jahres, welches ſie anfingen, viermal in der Woche zu faſten.„Wenn ihr“, ſagte der Feilige,„um nach der voll⸗ kommenheit zu ſtreben, in dem neuen Zahre viermal faſten müſſet, ſo müſſet ihr aus demſelben Grunde im nächſten Jahre fünfmal in der Woche faſten, dann ſechsmal und dann ſiebenmal, und ſo alſo die ganze Woche. Und aus demſelben Grunde, nämlich um durch Pervielfältigung des Zaſtens in der Vollkommenheit zuzunehmen, müſſet ihr ſodann weiterhin zweimal am Tage faſten, dann drei⸗, vier⸗, fünfmal am Tage, und wer lange (8 lit nib un ſin uh w ingen. 1 inn* nbiſ wihet ingen nhſchn giſnt iunr w alen 6 iſih zn i beuh lirzt o mihtet iſi eu e iſ nit Mhif n zm volhonneni ßwerhe Unh h e. Sehr tjni velche der ſei gen ſonen h hr fith hin et hatten un 6 p der holenn d des neun Nht ngen, viernal Wen ir⸗ſ um nach der hi ſtreben, in ennu aſten miſſtt ſoni n Grunei in niij in det Woche jiſ und dann ſihem e ganze Woche Grunde, ninlh n ltigung des Sit menheit zuznhn an weiterhin win n dann drei, i age, und wi h Chriſtliche vollkommenheit. 157 lebt, wird alſo ſechzig⸗, ſiebenzig⸗, achtzigmal am Tage faſten müſſen.“ was hier vom Zaſten geſagt iſt, gilt auch von den übrigen Andachts⸗ übungen. 3. Anſtatt alſo die Andachts⸗ übungen zu vervielfältigen, die oft den Geiſt mehr erdrücken als erheben, bemühet euch vielmehr, jene Andachts⸗ übungen zu vervollkommnen, indem ihr dieſelben mit mehr Gemütsruhe, größerer Innigkeit des Ferzens und reinerer Abſicht verrichtet. Ja, wenn ihr allen Andachtsübungen, die ihr täglich zu verrichten pfleget, nicht mit Bequemlichkeit obliegen könnet, ſo kürzet ſie ohne weiteres ab und verrichtet ihrer viel weniger, nur laſſet euch es angelegen ſein, daß dieſe mit Ruhe verrichtet werden. „Der Geiſt der vollkommenheit“, ſagt der hl. Bernhard,„beſteht nicht darin, große und viele Dinge zu tun, ſondern 158 Chriſtliche Vollkommenheit. darin, die gemeinen und alltäglichen, aber auf nicht gewöhnliche Art zu verrichten.“ Die meiſten Menſchen denken, ſchreibt Senelon, wenn ſie ſich beſſern wollen, mehr daran, ihr Ceben mit gewiſſen ſchweren und außerordent⸗ lichen Handlungen auszufüllen, als daran, ihre Geſinnungen zu läutern und ihre natürlichen Neigungen bei den gewöhnlichſten Berufsgeſchäften zu beſſern. Sie täuſchen ſich hierin ſehr oft. Es würde beſſer ſein, weniger die Handlungen, deſto mehr aber die Abſichten des Herzens, mit welchen ſie verrichtet werden, um⸗ zuändern. Wenn unſer Ceben ſchon ein ehrbares und geregeltes iſt, ſo iſt es viel dringender, um ein wahrer Chriſt zu werden, daß man das Innere als das Aeußere umgeſtaltet. Gott begnügt ſich weder mit dem Geräuſche der Fippen, noch mit der Haltung des Förpers, noch mit äußeren Ceremonien; was er ver⸗ langt, das iſt ein wille, der nicht mehr geteilt ſei zwiſchen ihm und irgend einem andern Geſchöpfe; das lwfin ur zung nn denß niß u i in Ue nder im liſe ſcgn ſuinden ehit ſiten en ne che bollunnn neinen und li di zninht 9 — Mnitn W on wenſſ . * — 5 — hrlunn eren und u ungen atzſiin emnungen z litn ürlichen ſiunn ichſten Bnßgjit Sie täuſchen ſch ſt ks wine heſt i dandlungen zeſn chten des et verrichtet werhn Nenn unſer lihen und geregeltsij gendet, un innh erden, de n as Aeufen ung t ſich wee nt — — —3 örpet n emonien; ve ſt ein wile e1 ſei zwiſta h andem biji Chriſtliche vollkommenheit. 159 iſt ein wille, geſchmeidig in ſeiner hand.. der ohne Vorbehalt alles wolle, was er will, und der nie, unter keinem Vorwande, irgend etwas von allem dem wolle, was er nicht will. Trage dieſen ganz einfachen, dieſen ganz gotterfüllten Willen über⸗ all, wohin ſeine Vorſehung dich führt. Selbſt der nutzloſeſte Seitvertreib wird ſich zum guten Werke geſtalten, wenn du nur der wahren Wohlanſtändigkeit gemäß, und um dich damit der An⸗ ordnung Gottes zu fügen, dich dabei beteiligſt. Wie erweitert ſich das Kerz, wenn Gott dieſen Weg der Ein⸗ falt eröffnet! Man wandelt darauf wie ein kleines Rind, das die Mutter an der FHand führt, und das ſich führen läßt, ohne in Sorgen darüber zu ſein, wohin es geht. Man iſt zu⸗ frieden, frei zu ſein, man iſt bereit, zu ſprechen, man iſt bereit, zu ſchwei⸗ gen. Wenn man keine erbaulichen Dinge ſagen kann, ſo ſagt man un⸗ bedeutende ebenſo bereitwillig; man unterhält ſich mit Kurzweilig⸗ keiten, und ſo erholt man ſich, indem man andern Erholung bereitet. 160 Chriſtliche vollkommenheit. Du wirſt mir vielleicht ſagen, daß du dich lieber mit etwas Ernſterem und Würdigerem beſchäftigeſt. Aber Gott zieht das nicht vor für dich, weil er will, was du nicht wählen würdeſt. Du weißt, daß ſein Geſchmach beſſer iſt, als der deine. Du würdeſt größze⸗ ren Troſt in ernſten Dingen finden, wofür er dir Geſchmachk gegeben hat; aber eben dieſen Troſt will er dir nehmen, dieſen Geſchmack will er in dir abtöten, obſchon er gut und heil⸗ ſam iſt. Die Cugenden ſelbſt müſſen durch Hinderniſſe, denen Gott ſie unterwirft, in ihrer Ausübung geläutert werden, um ſie deſto mehr von allem Eigen⸗ willen frei zu machen. G wie iſt die Srömmigkeit, wenn ſie von dem Grundprinzipe, dem willen Gottes ohne Beachtung des Geſchmackes, des Temperamentes oder der Aufwallung eines übertriebenen Eifers ergriffen iſt, ſo einfach, ſo ſanft, ſo liebens⸗ würdig, ſo beſonnen und ſicher bei allen ihren Schritten! Man lebt ſo ziemlich, wie die andern Menſchen, ohne Siererei, ohne anſcheinende borm woll un Sta ſht dieh il bi n in jde 5. ſihehit im n 3 che volionnit vielleichtſ ſi it etwes beſchäft N vor fit ih ſunn 1 — — 1 nicht vihle nit ſ ſein heſh ſhnu eine. R s ernſten Geſ ſchnüg ieſen Uuſ n ſen Gei ob ſchon e qu m 44 = enden ſilhi niſat denen Gott ſt um t zu i igkeit, wem in zipe, den bini ſtung des heſ entes odet Rhit n benen lin fach, ſo 6 ſa il ererel, ſn ſigi jſ ℳ 1 wl Chriſtliche Vollkommenheit. 161 Strenge, geſellig und ungezwungen, aber in beſtändiger Unterwerfung unter alle ſeine Pflichten, in unab⸗ läſſiger Verzichtleiſtung auf alles, was nicht von einem Augenblick zum an⸗ dern mit der⸗ Anordnung Gottes in betreff unſerer übereinſtimmt, endlich in immer lauterem hinblicke auf Gott, dem man alle untergeordneten Reigungen der Matur zum Gypfer bringt. Das iſt die Anbetung im Geiſte und in der Wahrheit, die Jeſus Chriſtus und ſein himmliſcher Vater verlangen. Ohne dieſe iſt alles übrige nichts als eine Ceremonien⸗Religion, und iſt viel mehr der Schatten als die Wahrheit des Chriſtentums. 4. Vor allem ſeid bemüht, euch zu vervollkommnen in der Erfüllung eurer Standespflichten; denn darin beſteht die höchſte Feiligkeit. Gott befahl bei der Schöpfung, daß alle pflanzen Srüchte hervorbringen ſollten. aber jede nach ihrer Art. Jede my⸗ ſtiſche Pflanze, ein Sinnbild der Seele, muß Zrüchte der Keiligkeit bringen, huadrupani, Beruhigung. 11 162 Chriſtliche vollkommenheit. aber eine jede nach ihrer Art, das heißt nach ihrem Stande. Auf ganz verſchiedene Weiſe müſſen Elias in der Wüſte und David auf dem Throne fromm und heilig ſein, und jene Tugendübungen, welche den Samuel im Tempel heiligten, vermochten den Joſue nicht unter den Waffen zu heiligen. Es iſt dies eine wichtige Cehre für diejenigen, welche in der Welt ſich befinden und darin leben möchten nach Floſterſitte, ſowie für jene, welche am FPofe ſich befinden und daſelbſt leben möchten wie die Einſiedler. Die Srüchte an und für ſich ſelbſt ſind vortrefflich; aber ſie find der Pflanze nicht angemeſſen, die ſie hervorbringt. 5. Das Siel der Vollkommenheit iſt nur eines, nämlich der Ciebe Gottes; aber verſchieden ſind die Wege, die dahin führen. Auch die Heiligen haben ganz verſchiedene Wege 08 mhli wiett. ſae 2 unn, N ne hn hil Unichte ihn deh m ihr jchen une Ufim yhede h iet lo e nach 3 em Stawe v eiſe niſen lin David af den n 4 ſein, unh , welche heng Sn ne vernochin nter den Nafn iſt dies ein⸗ i enigen, welh i den und dari 6 Kloſterſit ſowie j m Pofe u ben möchten nil Früchte n wi vortrefflich; cet nicht angmeſe! der holunnn , rinlih khi verſchiedn ſu in fihen ganz verſchdenlh Chriſtliche Vvollkommenheit. 168 eingehalten. Der heilige Bernhard verbietet ſeinen Mönchen, die Aerzte zu Rate zu ziehen und Arzneien zu nehmen, während der hl. Ignatius dem Arzte mit Pünktlichkeit gehorchte. Den heil. Benediktus ſah man nie lachen, der hl. Sranz von Sales lachte mit den andern und zeigte einen Geiſt heiliger Heiterkeit und Sröhlichkeit. Der hl. Hilarion hielt es für Weich⸗ lichkeit, das Bußgewand zu wechſeln, die hl. Ratharina von Siena jedoch pflegte im Gegenteil zu ſagen, die Reinlichkeit des Förpers ſei ein Kenn⸗ zeichen der Reinigkeit des Geiſtes. wenn ihr den heil. Hieronymus zu Rate ziehet, dünkt es euch, er ſpreche nur von Strenge; wenn ihr den heil. Auguſtinus leſet, findet ihr nur die Sprache der Ciebe. Wie das Angeſicht der Menſchen verſchieden iſt, ſo ſind auch die Geiſter verſchieden; die Gnade vervollkommnet ſtufenweiſe, aber ver⸗ 146 164 Chriſtliche Vollkommenheit. wandelt nicht ihre NKatur. Man ſoll alſo die verſchiedene Handlungsweiſe der Peiligen weder verdammen, noch in allem ſie nachahmen, ſondern man muß mit dem Pſalmiſten ſagen: Alles was Odem hat, lobe den Herrn.*) Dein Seelenführer wird dir ſagen, was für dich ange⸗ meſſen iſt oder nicht. 6. Glaubet nicht, ihr ſeiet nicht auf dem Wege der Vollkommenheit, weil ihr nicht in Mängel und Zehler geratet. Davon waren auch die größten Heiligen nicht frei; denn auch ſie müſſen, wie der heilige Auguſtinus bemerkt, mit dem heiligen Apoſtel Johannes ſagen:„Wenn wir ſagen, wir ſündigen nicht, ſo täuſchen wir uns ſelbſt, und die Wahrheit iſt nicht P 60 6. (* uuns et pis zie in ſche nSles, m ſe n hůt nm ern uhen nhen ihh ſot ſüch an nhiſchb z di wunde — — — =— liche vollonnen ihre ſatur. ſu chiedene ſnllun weder vetdammn achahnen ſhnn em Pſalniſn in Oden hat ſ .) Dein Sulufin w was fit ih n nicht. nicht iht ſic e der volomnn in Mängl ut waren auchiziß frei; dem uh der heilige Mgin dem heiligen h gen: Mennn ſündigen ni wit uns ſell ahrheit iſ n Chriſtliche Vollkommenheit. 165 in uns“.*) Wer mit der Sünde in die Welt kommt, ſagt der heilige Gregorius der Große, kann ohne Sünde in der Welt nicht leben. Mache es, mahnt der hl. Sranz von Sales, wie die kleinen Rinder; ſolange ſie fühlen, daß ihre Mutter ſie am Gängelbande hält, gehen ſie dreiſt und laufen überall herum, und wundern ſich nicht, wenn ihre ſchwachen Süßchen hin und wieder ſtraucheln; in gleicher Weiſe gehe auch du, ſolange du wahrnimmſt, daß Gott dich am guten Willen hält und am Entſchluſſe, den er dir gegeben, ihm zu dienen, munter vorwärts, und wundere dich nicht, wenn du zuweilen fehltrittſt und anſtoßeſt; auch darfſt du darüber nicht ver⸗ drießlich werden; nur mußt du von Seit zu Seit dich ihm in die Arme werfen und ihn küſſen mit dem Ruſſe der Liebe. Wandle alſo mit freudigem Mute und offenem Ferzen, ſoweit als du nur kannſt, und wenn du nicht 166 Chriſtliche Vollkommenheit. immer freudig einhergehſt, ſo gehe doch immer mutig und frei. 7. Doch ein anderes iſt es, die Sehler lieben, und ein anderes, in Sehler verfallen aus Schwäche und Gebrechlichkeit, wie bereits bemerkt worden, als von der Buße die Rede war. Mur das erſte hindert die Voll⸗ kommenheit. Deshalb unterſcheiden die gelehrteſten Väter zwei Arten von Lauigkeit des Geiſtes, eine ver⸗ meidliche und eine unvermeid⸗ liche. Die vermeidliche CLauigkeit iſt jene, welche die Sünde liebt, die unvermeioliche iſt jene, welche aus Uberraſchung und Schwäche in Sehler verfällt; und dieſe fand ſich auch bei den Beiligen. 8. Anſtatt aber wegen ſolcher Sehler, die von unſerer gebrechlichen Natur unzertrennlich ſind, in ver⸗ wirrung zu geraten, ziehet vielmehr das Gegengift der heiligen Demut 1 u örege n bit ſen ſe inne 1 kilbſtu nen au dnh itott ſit unger ßin hun hiſe 4 n ihr b euer —— ihet iht ie man Wen ſ iht M dr n Seh welß nu unl iche num dig inen ſit nutig un fri in ander iſt6 „und ein adez len aus Shnihen b wie benitz h von der Fie iſ erſte hinet h Deshalb unuit 6 3 näter wi unn s Geiſte, eine n und eine mſi vermeidliche lu N die Sünde it iſt jene, weliet 5 Schwäche i ſi dieſe fan ſch u aber wegen ſ n unſerer 4 6 rennlich ſind i eraten ziehet un der. ign Chriſtliche vollhommenheit. 167 daraus. Gerade deswegen, ſagt der hl. Gregorius der Große, läßt Gott öfter bei großen Seelen Zehler zu, wie ſie nur Anfänger begehen, damit ſie immer mehr wachſen ſollen in der Selbſterkenntnis und in dem Der⸗ trauen auf ihn. Der hl. Auguſtinus ſagt, daß der liebe Gott es ſeiner unendlichen Weis⸗ heit angemeſſener erachtet, aus dem Böſen Gutes entſtehen zu laſſen, als das Böſe ganz und gar zu verhindern. wWenn ihr alſo den Nutzen der Demut aus euern Zehlern ziehet, ſo ent⸗ ſprechet ihr dem erhabenen Endzwecke ſeiner unausſprechlichen Weisheit. 9. Wenn euch die Surcht anwan⸗ delt, ihr wandeltet nicht auf dem wege der Vollkommenheit, ſo ziehet euren Seelenführer darüber zu Rate und verlaſſet euch vollſtändig auf das, was er euch ſagt. Wo iſt der Feilige, der wohl ganz ohne ſolche Surcht 168 Chriſtliche Vollkommenheit. wäre? Aber ſie beruhigten ſich alle bei dem Gedanken an die Güte Gottes und im Gehorſam gegen denjenigen, der die Ceitung ihres Geiſtes über⸗ nommen hatte. Gewiſſe Perſonen ſind trotz des Bewußtſeins ihres aufrichtigen Ver⸗ langens, Gott zu dienen, dennoch ge⸗ neigt, ſich über dieſen Seelenzuſtand zu beunruhigen, beim Gedanken an alles dasjenige, was ſie geleſen oder wiederholen gehört haben über falſche Gewiſſen, über Selbſttäuſchungen, die man ſich macht, und über die trüge⸗ riſche Sicherheit derjenigen, die auf einem falſchen Wege wandeln. Es gibt zwei Arten, ſich ein ſolches Ge⸗ wiſſen zu bilden; wenn man unter ſeinen Pflichten diejenigen wählt, für welche man den größten Hang und die meiſte Neigung fühlt und ſich ihnen mit mehr als notwendigem Eifer hingibt, und ſich überredet, man dürfe die andern vernachläſſigen. So wird z. B. eine Perſon, die ſich zu äußeren Religionsübungen hin⸗ gezogen fühlt, ganze Tage im Gebete, iche vollonneni ſie beruhige ſh nhen un iclte ſan gegen wnn ng ihres hiſe i —— — erſonen ſid teh hres auftichignn zu dieun ienhe et diſen Sulmin n 6onint was ſie geln ſitpuni ſ Selbſtäſhngi t, und ibet ie ni it derjenigen dieg Wege wanden n, ſich ein ſelhs en; wenn man t diejenigen wihl i en größten iu gung fihlt unft hr als woineh und ſich iben mdern vemachliſn eine Perſon jt eligionsibunn ſ anze Lage in iü . 7 . ℳ . 6 ℳ 169 beim Gottesdienſte zubringen und ſich für ſehr fromm halten, obwohl ſie dabei ihre zeitlichen Pflichten ver⸗ nachläſſigt; während eine andere, die entgegengeſetzte Neigungen hat, ſich ausſchließlich den Pflichten ihres Standes widmet und ihnen ohne An⸗ ſtand die Pflichten der Religion auf⸗ opfern wird, indem ſie ſich überredet, daß derjenige, der ein guter Vater, ein guter Gatte, ein guter Zreund iſt, der jedem gibt, was ihm gebührt, Gott nicht mißfällig ſein könne. Die zweite Art beſteht darin, daß man vorzugsweiſe unter den chriſtlichen Tugenden diejenigen ſchätzt und übt, deren verwandte man von Natur beſitzt; denn alle chriſtlichen TCugenden haben ihre entſprechenden Beziehungen zu den Temperamentseigenſchaften. So werden perſonen von ſanftem und weichem Charakter ſich der chriſtlichen Sanftmut hingeben, deren Uebung ihnen ganz leicht ſein und keine Anſtrengung fordern wird; und indem ſie ſich einbilden, eine chriſt⸗ liche Tugend zu üben, während ſie in wirklichkeit doch nichts anderes Chriſtliche vollkommenheit. 170 Chriſtliche vollkommenheit. tun, als daß ſie ſich einem natür⸗ lichen Kange überlaſſen, werden ſie leicht in ſträfliche Schwäche verfallen können. Jene hingegen, die eine ent⸗ ſchiedene und ſtrenge Sinnesart haben, werden die Gerechtigkeit und die Regel über alles ſtellen, und ſich wenig kümmern um Sanftmut und chriſt⸗ liche Liebe; und alſo in ihrer natür⸗ lichen Meigung fälſchlicherweiſe ſich rechtfertigend, werden ſie im Wahne, daß ſie dem Geiſte gehorchen, dem Suge des Zleiſches folgen und leicht zu einer übermäßigen Strenge kommen. Man ſieht alſo, daß die erſte Regel, die man zu befolgen hat, um dieſe gefährlichen Selbſttäuſchungen zu vermeiden und mit Sicherheit auf dem Wege der Vollkommenheit zu wandeln, die iſt, daß man vor allem mit der Erfüllung derjenigen pflichten ſich befaſſe, zu denen der natürliche Hang am wenigſten uns hinzieht, und immer ſeinen Temperaments⸗ tugenden mißtraue, wie gut ſie auch erſcheinen mögen. Auch verdient noch das von allen Chriſten, die ſich mit ihrem Seelenheile beſchäftigen, zu uh nn u die 1 un ſchn ſmern lnt j „ — liche ubnn e ſch in 3 fü etaſn un echeshnihn eMngegen h ſtrenge einen 6 — . erechtighei u ed Wh ſtellen, m Sanfmn und alſo ninn ung fälſchitan d, werden ſtinſ n Geiſt ghin eiſches fohnmlt aßigen Sten ſ eht alſo, M h man zu beſlhnh rlichen Sehthi en und nit Sih der Vollomt ie iſt, daß num uͤllung detjnit „zu denen e wenigſten mß er ſeinen lnn nißtraue, wi mögen. Auchu llen Chriſtn elenheile beſſit — Chriſtliche Vollkommenheit. 474 ihrer Beruhigung erwogen zu werden, daß man ehrlicherweiſe ſich kein falſches Gewiſſen bilden kann; denn ein falſches Gewiſſen iſt bei gänz⸗ licher Aufrichtigkeit unter den Augen des Beichtvaters etwas Unmögliches. Hier noch eine ſchöne Stelle, in welcher der heilige Sranz von Sales empfiehlt, daß man ſorgfältig ſeine natürlichen Regungen überwachen und ſoviel als möglich die Eingebungen der Gnade an ihre Stelle treten laſſen ſoll; er nennt dieſes„nach dem Geiſte leben“. „Nach dem Geiſte leben, meine vielgeliebte Tochter, heißt denken, reden und handeln nach den Tugen⸗ den, die in dem Geiſte ſind, und nicht nach dem Sinne und den Empfindun⸗ gen, die im Sleiſche ſind. Dieſer ſoll man ſich bedienen; aber man muß ſie unterwerfen und nicht in ihnen leben: jenen geiſtigen Tugenden hin⸗ gegen ſoll man dienen und ihnen alles andere unterwerfen.... Siehſt du, meine Tochter, der menſchliche Sinn will teilhaben an allem, was vorgeht, und er liebt ſich ſo ſehr, 172 Chriſtliche vollkommenheit. daß er meint, nichts ſei gut, wenn er ſich nicht hineingemiſcht hat. Der Geiſt hingegen ſchließt ſich an Gott und ſagt oft, daß alles, was nicht von Gott iſt, nichts für ihn, und wie er an den Dingen teilnimmt, die ihm mitgeteilt werden aus chriſtlicher Liebe, ſo entſagt er auch gern ſeinem Anteil an Dingen, die ihm verborgen werden, aus Selbſtverleugnung und Demut... ch mißtraue mir ſelbſt, und ich wünſchte deshalb, daß man mich dieſer Neigung gemäß leben ließe; wer ſieht nicht ein, daß das nicht nach dem Geiſte leben heißt?.... Aber obſchon ich furchtſam und ſchüchtern von Matur bin, will ich dennoch verſuchen, dieſe natürlichen Ceidenſchaften zu überwinden, und alles tun, was zu dem Amte gehört, welches mir der von Gott ausgehende Gehorſam auferlegt hat; wer ſieht nicht ein, daß dies nach dem Geiſte leben heißt? Meine liebe Tochter, nach dem Geiſte leben heißt alſo, die Handlungen verrichten, die worte ſprechen und die Gedanken fuaſſen, welche der Geiſt Gottes von uns mier; ſun htt mi e ſo1 i der 2 Rlibe 1 u darmt I durt ſ W gnes 0 J f ur uhn ile, kn whri j che vulkonnune nichts ſi iningniſ ſchleßt ſhe it daß ales vun ichts für hn Wn gen teihunnt ji rden aus rilt gt er auch gmj n en, die ihn verhh Selbſwerlugun M ch mißtrue nnſlt = —— — Ne deshalb he 1 ung gemäß 6 i tein, daß des ſi e leben heißt, ich fuchtin u Hatur bin wil t en, dieſe natitch zu überwimen u zu dem Ante gifit von Gott ausgehn — rlegt hat; mer ſt dies nach den hi Meine liebe loi leben heißt uſ rrichten, die W ie Gedanen ſit ſt Gottes vn s fordert. Chriſtliche Vollkommenheit. 173 Und wenn ich fage, die Ge⸗ danken faſſen, ſo verſtehe ich darunter freiwillige Gedanken. Ich bin traurig und will deshalb nicht reden; ſo machen es die Suhrleute und die Papageien. Ich bin traurig; aber weil die chriſtliche Liebe verlangt, daß ich rede, ſo tue ich es; ſo machen es die CLeute nach dem Geiſte. Man verachtet mich, und ich ärgere mich darüber; nun, ſo machen es die pfauen und die Affen. Man ver⸗ achtet mich, und ich freue mich dar⸗ über; ſo machen es die Apoſtel. ſach dem Geiſte leben heißt alſo, unter allen Umſtänden dasjenige tun, was der Glaube, die Foffnung und die Ciebe von uns fordern, ohne auch nur daran denken zu wollen, ob wir uns durch unſere natürliche Anlage dazu geneigt fühlen oder nicht.“ 10. In der Regel gelangt man auf den Berg der Vollkommenheit nur nach langer Wanderung. Es gibt Statuen, ſagt der hl. Zranz von Sales, deren Vollendung den Künſtler mehr als dreißig Jahre gekoſtet. Die 174 vollkommenheit des Geiſtes iſt ein noch weit vortrefflicheres Werk. Man muß alſo mit Ruhe und Yertrauen Chriſtliche Vollkommenheit. auf Gott daran arbeiten. Wir be⸗ ſitzen das, was wir wünſchen, immer früh genug, wenn wir es zu der Seit haben, in der es Gott gefällt, es zu geben.— (u 4 uns Ber 1 Dn tliche voliomn Nit des heiſ ſ. ttrefflihers n nit iche wyh * 4 ran achein N as wir vinte wenn wir z) 0 t es Gott gil XIII. Gegenwart Gottes. „Wandle vor meinem Angeſicht, und ſei vollkommen.“(1 Moſ. 17, 1.) „Ich hebe meine Augen zu den Bergen, von welchen mir Filfe kommt.“ (Pſ. 120, 1.) 1. Der Gedanke an die Gegenwart Gottes iſt ein von Gott ſelbſt dem Abraham vorgeſchriebenes Mittel zur vollkommenheit. Man muß alſo freudig Sorge tragen, dieſen Gedanken ſich zu verſchaffen, ohne Anſtrengung und Swang. Der Gott des Zriedens will, daß alles friedlich und auf dem wWege der Ciebe geſchehe. 2. Nur im Kimmel werden wir beſtändig an Gott denken; auf der 176 Gegenwart Gottes. Welt iſt das nicht möglich. Die Be⸗ ſchäftigungen, Bedürfniſſe, die Ein⸗ bildungskraft ziehen uns davon ab. Man muß alſo kein Engel und kein Seliger ſein wollen vor der Zeit. 3. Einige glauben, ſie beſäßen die Gegenwart Gottes nicht, weil ſie nicht auch an ihn denken; das iſt ein Irrtum. Wenn ihr auch nicht an Gott denket, ſo tuet ihr, was ihr tuet, dennoch für Gott, in Rraft der auf ihn bezogenen vorhergegangenen willensrichtung; und die Tat iſt immer mehr wert, als der Gedanke. während der Arzt oder der Apotheker die Arznei für den Rranken bereitet, denkt er vielleicht an den Rranken nicht; und dennoch handelt und arbeitet er für denſelben, und ſein wirken nützt und gefällt dem Rran⸗ ken mehr, als ſein Denken an ihn. während ihr ſtudiert, leſet, eſſet, redet, denket ihr vielleicht nicht an „ ſit ab iln U herh min ieien ſtt ſont ſihten n un! h die! imn o u ande 4 5e iclin, bich wy u dt ni5 liemdc whhn. i Mnt wht chr iuahn znhipt tunyn begenwart bult 8 nicht n n, Bedürfuſ, ft ziehen s m alſo kein( Aut wollen vor ke zi e glauben ſe hottes nicht n denken; enn iht uh ih „ſo tuet iht v hfür Gott i ju ogenen votherzn ung; und di lt wert, als det r Arzt oder de hit uͤr den Kranhn hi elleicht an der ju dennch he fur denſelben und h 6 6 i t ihr vieli i Gegenwart Gottes. 177 Gott; aber ihr handelt um ſeinet⸗ willen, und das reicht hin, um euch zu beruhigen und alles verdienſtlich zu machen. Der heilige Paulus ſagt nicht, daß man eſſen, trinken und arbeiten ſoll mit dem Gedanken an Gott, ſondern mit der auf Gott hin⸗ gerichteten Abſicht, ihn zu verherr⸗ lichen und ihm zu gehorchen, was durch die gute Meinung geſchieht, die man am Morgen ſich macht, und durch andere religiöſe Akte. 4. Bedienet euch häufig der Stoß⸗ gebetlein, von denen ſchon früher, wo es ſich vom Gebete handelte, die Rede war, und ſorget nur dafür, daß dieſe in der Regel mit Vertrauen, mit Ciebe und ohne Anſtrengung verrichtet werden. 5. Wenn auch eine geraume Seit vergeht, ohne daß ihr an Gott gedacht oder euch zu ihm erhoben hättet, ſo beunruhiget euch nicht deshalb. Der huadrupani, Beruhigung. 12 178 Gegenwart Gottes. Rnecht hat auf verdienſtliche Weiſe ſeine Pflicht getan, auch ohne daß er an ſeinen Ferrn dabei gedacht hätte. Haltet das immer feſt, daß die Tat mehr gilt als der Gedanke, und daß der Gedanke für das Werk da iſt, nicht das Werk für den Gedanken. iun gfü gehe doh du 1n jmet in 6 genwart Gottes auf verdienſlih elan, auch che h rrn dabei gach imer feſ, uß der Gedanke un w für das wer Ui r fuͤr den tiu 4 Rennet XIV. Ergebung in den Willen Gottes. „Ja, Vater; denn alſo iſt es wohl⸗ gefällig geweſen vor dir.“ (Cuß. 10, 21.) „Mein Vater, wenn es möglich iſt, gehe dieſer Relch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, ſondern wie du willſt.“(matth. 26, 39.) 1. In allem, was geſchieht, er⸗ immer den Willen Gottes; alle Bosheit der Menſchen und des Teufels vermag nicht zu bewirken, daß uns irgend etwas begegne, was Gott nicht gewollt; deshalb verſichert Chriſtus, daß auch nicht einmal ein Haar von unſerem Haupte falle ohne den Willen des Vaters im Pimmel. 180 Ergebung in den willen Gottes. 2. Erkennet deshalb bei Rrank⸗ heiten, bei Verſuchungen, bei Rrän⸗ kungen und Unbilden, in allem, was euch begegnet, den göttlichen Willen, und ſaget mit ergebenem und liebe⸗ vollem herzen: Dein Wille ge⸗ ſchehe; möge der Ferr über mich verfügen, was er will, wie er will und wann er will. 3. Dadurch kann man alles, was auch noch ſo beſchwerlich und läſtig iſt, leicht ertragen. Die hl. Magda⸗ lena von Pazzis ſagte: Zühlet ihr nicht, welche Süßigkeit die ſes bloße Wort in ſich ſchließt: Gottes Willen? Wie das dem Moſes gezeigte Folz die bitteren Waſſer ſüß machte, ſo ver⸗ ſüßt der Wille Gottes alle Bitterkeit. 4. Wenn aber dieſes Licht und dieſe Glaubensübung fehlt, dann iſt das Ceiden unerträglich. Deshalb ſagt der heilige Philippus Meri: In ſtabe ſtigt⸗ uts nüt in zur NAtzn in det wil ſ is ihe ihin ein ſieche ni ſil N ſ ln uzn t 6 ng in den wilen iitt met deshalh z berſ utun ſ Unbilden u et, den götll lichn yl. mit wle Dein vilk öge det er ihn tn as er wil rien er will. rch kann nndt ſo beſchwerlih l rtragen. Refl ſ 6 wei Gottes Pillen Noſes augei iſſer ſüß naht ille Gottes ale hu n aber dieſts lu ensübung ſcht u uner t ilige Phil pys Ergebung in den willen Gottes. 181 die ſem CLeben gibtes khein Segfeuer, ſondern nur Kim⸗ mel und FHölle. Denn wer die CLeiden desſelben mit Geduld trät hat da Ppa radies ſchon voraus; wer ſie aber nicht mit Geduld trägt, hat ſchon die Hölle voraus. 5. Das Ceiden iſt nicht nur allein von Gott, ſondern es iſt auch von ihm zu unſerem Beſten angeordnet. Die Arznei mißfällt dem Rranken; aber der liebevolle Arzt verordnet ſie, weil ſie dem Rranken zur Heilung ſeines Ubels dient. Ihr verwandelt alſo in einen Grund zur Klage, was für euch ein Beweggrund zur Dank⸗ barkeit ſein ſollte. 6. Das Kreuz, ſagt unſer Beiliger, iſt die königliche Pforte, durch welche man zum Tempel der Beiligkeit ein⸗ geht; es gibt keinen anderen Ein⸗ 182 Ergebung in den willen Gottes. gang.... Ein einziger Augenblick am Rreuze zugebracht iſt mehr wert⸗ als alle Sreude des Paradieſes.... Die Seligkeit der Seligen beſteht in der Anſchauung Gottes; die der Wan⸗ derer hienieden in dem LCeiden aus CLiebe zu Gott. Daher verſichert Chriſtus, daß ſelig ſeien, die in der verbannung hienieden weinen, weil ihrer die ewige Tröſtung wartet im ewigen Daterlande:„Selig, die da trauern; denn ſie werden getröſtet werden“.*) 7. Ich ſagte: aus Liebe zu Gott leiden; denn, bemerkt der heilige Auguſtinus, niemand liebt, was er leidet, nämlich die Ceiden ſelbſt; er leidet aber dennoch gerne, das heißt: er liebt die Tugend der Geduld und das Derdienſt und den Mutzen, die für den Leidenden daraus fließen. *) Matth. 5, 5. bſ ui vr us6 w wn in den willen holte in einziger Nun „i gebracht ij nhrn de des Parhiſs der Seligen teſit 6 botts die der w. n in den Leide i it. Dahe verſn ſelig ſein de n renieden weinn n ge Cröſtung warti ande:„Selig, ji denn ſie werhe ee e aus liebe zu it bemerht det hil iemand lieht wes die Leiden ſilhſ noch gerne, das hi ugend der ebubm und den ſuhn i nden daras ſih Ergebung in den willen Gottes. 183 Das natürliche Verlangen, vom Ceiden befreit zu ſein, ſteht darum mit der vollkommenſten Ergebung nicht in widerſpruch; es iſt die Stimme der natur, welche von der Gnade ſtufen⸗ weiſe vervollkommnet, aber nicht zer⸗ ſtört wird. Auch Zeſus Chriſtus im Garten Gethſemani flehte, um zu zeigen, daß er wahrer Menſch ſei, der Kelch ſeines CLeidens möge vor⸗ übergehen an ihm. Es ſcheint, daß der Erlöſer der welt bei dieſer Gelegenheit uns das Maß des Grades von Vollkommen⸗ heit habe geben wollen, den die Schwäche der menſchlichen Matur in den Aengſten des Schmerzes zu erreichen vermag; inſtinktmäßiges widerſtreben gegen das Leiden in dem niedern Teile der Seele, wo die Sähigkeit, zu fühlen, ihren Sitz hat; demütiges Gebet um Erleichterung, wenn es Gott beliebt, ſie zu gewähren, und wenn er ſie verſagt, gänzliche Unterwerfung in dem oberen Teile, 184 Ergebung in den willen Gottes. wo der Wille ſeinen Sitz hat. Mehr tun wollen, wenn man nicht durch eine beſondere Gnade dazu berufen worden, wäre hochmütige Torheit; es wäre dies Anmaßung, den Suſtand unſerer Natur umzuändern, da es doch unſere Pflicht iſt, ihn ſo hin⸗ zunehmen, um ihn zu bekämpfen und darunter zu leiden. Hören wir, wie uns der heilige Zranz von Sales dasſelbe Beiſpiel der Ergebung des Erlöſers in ſeiner Codesangſt vorſtellt: Denke an jene große Verlaſſenheit, die unſer Heiland im Gelgarten ausſtand, und ſiehe, wie dieſer treue Sohn, nachdem er ſeinen guten Vater um Troſt ange⸗ fleht und erßannt hat, daß dieſer ihm keinen geben wollte, nicht mehr daran denkt, nicht ferner ſich darum bemüht, nicht länger ihn ſucht; ſondern, als ob er nie darum angeſprochen, ent⸗ ſchloſſen und mutig das Werk unſerer Erlöſung vollbringt. Nachdem du alſo den Pater gebeten, daß er dich tröſte und es ihm nicht gefällt, es zu tun, denke nicht mehr daran, und ermutige dich, das Werk am Rreuze zu ver⸗ itge ſien e ſtig ſe dine it erb hhrl . Un da un ſun es Kli in den wilen u le ſeinen Sih h. wenn mun ſitt ere Gnade hen ire hochnitij l — leiden. i, wie ußs M Sales dasſihe ki g des Erlijtz nit vorſtellt: Nen ſſenheit, die uſrhi en ausſtand, wWf treue Sohn uchn n Dater in Ung Rannt hat, itt wollte, nicht th ferner ſich dennir r ihn ſucht; ſumt darum angeſnin d mutig das Mnn Ulbringt. lahhnt nicht gefilt 6 mehr daran w Verk am Kug e Anmahng möſt ur umzuin g pflicht it inſt — Ergebung in den willen Gottes. 185 richten, als ob du nie mehr davon herabſteigen und nie mehr den Pim⸗ mel deines Lebens wieder rein und heiter erblicken ſollteſt. Ahnlich drückt ſich auch der gott⸗ ſelige Verfaſſer der Machfolge Chriſti aus: Herr, wenn dir dies wohlge⸗ fallen, dann geſchehe es alſo; Kerr, wenn es zu deiner Ehre gereicht, dann geſchehe dies in deinem Namen; Berr, wenn du geſehen, daß es mir förder⸗ lich iſt und du es für nützlich be⸗ funden, dann laß mich dies gebrauchen zu der Ehre dein. Aber wenn du er⸗ kannt, es werde mir ſchädlich ſein und dem Feile meiner Seele nicht nützen, dann nimm ein ſolch Ver⸗ langen von mir. Denn nicht jedes verkangen iſt vom heiligen Geiſte, ob es auch den Menſchen recht und gut ſcheint. Es iſt ſchwer, nach der Wahrheit zu entſcheiden, ob der gute oder der böſe Geiſt dich treibe, dies oder jenes zu verlangen, oder auch, ob du von dem eigenen Sleiſche be⸗ wegt werdeſt. viele ſind am Ende betrogen worden, die zuerſt von einem guten Geiſte geleitet ſchienen. 186 Ergebung in den Willen Gottes. Darum ſollſt du immer mit Gottes⸗ furcht und Demut des Berzens alles, was deinem Gemüte wünſchenswert vorkommt, wünſchen und begehren, und vorzüglich mußt du mit Selbſt⸗ verleugnung mir alles anheimſtellen und ſprechen: Herr, du weißt, wie es beſſer iſt; tue dies oder das, wie du willſt. Gib mir, was du willſt und wie viel du willſt und wann du willſt. Tue mit mir, wie du willſt und wie es dir wohlgefällig und zu deiner größeren Ehre gereicht. Setze mich hin, wo du willſt, und ſchalte frei mit mir in allem. In deiner Hand bin ich, drehe und kehre mich um und um. Siehe, ich bin dein Rnecht (Pf. 115, 16; Pſ. 118, 125), bereit zu allem; weil ich nicht verlange, mir zu leben, ſondern dir; möchte ich doch dies würdig und vollkommen! Wir finden bei demſelben Heiligen noch manchen erhabenen Unterricht über die Ergebung, angewandt auf die Prüfungen und Verſuchungen, woran das geiſtige Ceben ſo reich iſt. Er zieht ſie aus dem ſo großen nbei ngiſli uts inc ji unſer inn, ſiht an monwe mie it z mir ge zu fi ſun ch itin. ſi der ra ſude imn mnt inf wi ſiit um fi ii in den wilen 6ote — = — tdui innerni itt emut des iut benüte ninſe vünſchen unh muft dun mir alles 3 — — — —— — ==— * — l veißt, wie e he ti das, wie du wilſſt n wir wann du wilſ e du wilſt un gfili und zu de 6 e gereicht. Sie n willſt, und ſchale ſ Uem. In deinet ſn und ehre nihn he, ich bin dein ju pi 118, 105) lu eil ich nicht win ſondern dir; nihl rdig und velim bei demſelben heilh erhabenen nte i ebung, angewnt n und eiſt ige Leben ſ ſie aus den Ergebung in den Willen Gottes. 187 und dabei ſo einfachen Gedanken, der den geiſtlichen Uebungen des heiligen Ignatius zur Grundlage dient: daß nämlich, da die Seligkeit das einzige Siel unſeres Cebens iſt, und alle Be⸗ ziehungen, die dasſelbe durchſchneiden, nichts anderes ſind als Mittel, die wir anwenden ſollen, um jenes Siel zu erreichen: Michts einen unbedingten Wert hat, und daß die einzig wahre Weiſe, die Dinge zu würdigen, darin beſteht, zu erwägen, ob ſie mehr oder weniger geeignet ſind, uns zu jenem Siele zu führen. Was liegt demnach daran, ob wir dahin gelangen durch Reichtum oder Armut, durch Geſund⸗ heit oder Krankheit, durch Trocken⸗ heit oder Tröſtungen, durch Ehren oder Verachtung der Menſchen. Das ſagt uns der Glaube und die Ver⸗ nunft; aber der menſchliche Sinn ſträubt ſich gegen ſolche Gleichgültig⸗ keit, und er muß es wohl; denn wie wäre anders irgend ein Verdienſt zu erringen? Es beſteht alſo hierüber ein Rampf zwiſchen dem Zleiſche und dem Geiſte; und dieſer Rampf gerade iſt das, was für den Chriſten Leben heißt. 188 Ergebung in den willen Gottes. Hören wir unſern bewunderungs⸗ würdigen Peiligen: Wollte Gott, wir ſähen nicht auf die Beſchaffenheit des Weges, den wir gehen, ſondern daß wir die Augen auf den gerichtet hielten, der uns führt, und nach dem glüchſeligen CLande, wohin er uns führt. Was ſollen wir danach fragen, ob wir durch Einöden oder durch Auen wan⸗ dern, wenn nur Gott mit uns iſt und wir dem Paradieſe zugehen? Rurz: zur Ehre Gottes unterwerfe dich gänzlich ſeinem Willen, und wähne nicht, du könnteſt auf andere Weiſe ihm beſſer dienen; denn man dient ihm nie gut, außer wenn man ihm dient, wie er es will. Run will er aber von dir, daß du ihm dieneſt ohne Geſchmack, ohne Gefühl, mit Widerſtreben und mit Suckungen des Geiſtes. Dieſer Dienſt gewährt dir keine Befriedigung; aber er befriedigt ihn; er iſt nicht nach deinem Sinne, aber er iſt nach dem ſeinigen..... berſtehe dich alſo freudig zu dieſer Abtötung; und in demſelben Maße, als du behindert ſein wirſt, das Gute lrg finr lngt. iſugun ihe nſchſ vieren t hott u eth iü m i vole ſ nimn zu un wi jits ſin oe nin ſuniſſ in den willen holie unſern he ligen: t. wir ſihen nicht heit des Wges e n daß wit zi lun chtet hielten de nach den gliiſin er uns füht pe mach ftagen, ch n oder durh un yn nur Gott nit w n Paradieſe zughn hre Gottes unut wuken ſeinen wiln u du könnteſt uf ann ſer dienen; den m gut, außet wem m er es wil. ſinn r, daß du ihn hin c, ohne Gefihl u nd nit öuchunge. t Dienſt gewihrt i un; aber er bifti ht nach deinen Sin h dem ſeinigen.. alſo freudig zu i d in denſelben ſih rt ſein wirſt, des Ergebung in den willen Gottes 189 zu tun, was du wünſcheſt, tue deſto eifriger das Gute, wonach dich nicht verlangt. Du wünſcheſt nicht dieſe Entſagungen, du wünſchteſt andere; aber übe diejenigen, die du nicht wünſcheſt; denn ſie haben um ſo größeren Wert.... Rurz, ſeien wir, was Gott will, wenn wir ihm nur ganz ergeben ſind; und ſeien wir nicht, was wir gegen ſeine Abſicht ſein wollen; denn wenn wir die vor⸗ trefflichſten Geſchöpfe des Kimmels wären, zu was würde uns das nützen, wenn wir nicht nach dem Willen Gottes ſind? Und anderswo ſchreibt der Keilige an eine Dame, die bei der Abſicht, ſich dem Kloſterleben zu widmen, auf Hinderniſſe ſtieß: Du mußt dich ganz in die Hände unſeres guten Gottes hingeben. Ihm wird, wenn du das wenige, was von dir verlangt wird, zur Betreibung jenes Vorhabens, mit dem du um⸗ gehſt(Nonne zu werden), getan haben wirſt, alles ſehr genehm ſein, was du tun wirſt, wenn es auch noch viel weniger wäre; wenn es dir 190 Ergebung in den willen Gottes. nach allen deinen Anſtrengungen doch nicht gelingen will, ſo kannſt du unſerem Kerrn nicht wohlgefälliger ſein, als indem du ihm deinen Willen aufopferſt und in Ruhe, Demut und Andacht verharreſt, gänzlich ſeinem heiligen Willen und Wohlgefallen unterworfen und hingegeben, welche du hinlänglich erkennen wirſt, wenn du dich deiner Wünſche nicht wirſt erfreuen können, nachdem du dein Mögliches aufgeboten haſt. Denn unſer guter Gott prüft zuweilen unſern Mut und unſere Ciebe, indem er uns Dinge verſagt, die uns für die Seele ſehr gut ſcheinen und es auch ſind; und wenn er uns eifrig darum bemüht ſieht, und dennoch demütig, ruhig und ergeben bei der Ermangelung und Entbehrung, ſo gibt er uns größeren Segen in der Beraubung, als in dem Beſitze des berlangten; denn in allem und über⸗ all liebt Gott diejenigen, welche bei allen Gelegenheiten und Vorfällen mit aufrichtigem Kerzen und in Ein⸗ falt ihm ſagen können: Dein wille geſchehel inebt m 6 nit k t n i üdru 5 M neſt m . hriſte einen 4 en wil, ſ un rrn nicht t wehl en d de mgn ah harreſt 1 ſ ilen ind und uz n ch erkennen wii n ner Wünſche iin 3 nnen, nchen i aufgeboten haſ Gott pyrift u und unſere ſi 1 e verſagt, di 3 hr gut ſcheinn u und wenn erni üht ſicht, n hig und F h g und Entbehnn s größeren Sn als in den hh denn in allen wWi tt diejenigen, nh enheiten und n tigem ßerzen woi en können Ni Ergebung in den willen Gottes. 191 Es wird alſo nicht ſtoiſche Gleich⸗ gültigkeit oder Unempfindlichkeit von euch gefordert, ſondern nur evange⸗ liſche Geduld und edelmütige Erge⸗ bung. Das fordert die Vernunft von dem Menſchen und der Glaube von den Chriſten. —————— XV. Heiligung der Sonn⸗ und Feiertage. „Der Sabbat iſt um des Menſchen willen gemacht, nicht aber der Menſch um des Sabbats willen.“ (Mark. 2, 27.) 1. Zeder Cag ſoll der berherr⸗ lichung Gottes gewidmet ſein, aber einige Tage hat er ſelbſt auserkoren, an denen er beſondere Derehrung verlangt, und dieſes ſind eben die ZSeſttage. 2. Man muß ſie alſo heiligen durch häufigere Werke der Liebe, durch Anhören der heiligen Meſſe, der Predigt, durch den Empfang der iwri Myn ihe ſnder n letg kſes, 139 in nn W. ¹9 der Som 1 Feiertag. r Sabbat iſ un des jleſit emacht, nicht ahet ſia Sabbats willen“ UMa. 7 Cag ſoll der hefn gewidmet ſin i t er ſelbſt usern beſonder heuhn dieſes ſind chen i nuß ſie alſo ſeihn re Werke der lü n det heilign Mi urch den Enyjuh Heiligung der Sonn⸗ und Seiertage. 198 heiligen Sakramente und fromme Cektüre. 3. Man ſoll jedoch weder den Förper ermüden, noch den BGeiſt niederdrücken durch allzuviele An⸗ dachtsübungen. Auch in heiligen Dingen iſt das Ubermaß zu tadeln; denn wo das Ubermaß anfängt, hört die Tugend auf. Hierher gehört, was bereits, wo vom Gebete die Rede war, geſagt worden. 4. Ein ehrbarer Beſuch, ein er⸗ heiternder Spaziergang, ein anſtän⸗ diges Vergnügen dienen zur Heiligung des Seſtes, weil dies alles Dinge ſind, die auf Gott ſich beziehen laſſen, und vorausgeſetzt, daß ſie auch auf ihn bezogen werden. Ebenſowenig ſtehen auch die andern zum Ceben des Men⸗ ſchen unentbehrlichen Handlungen mit jenen in Widerſpruch, welche die Heiligkeit des Chriſten an den Seſt⸗ tagen von ihm fordert. huadrupani, Beruhigung. 13 194 Keiligung der Sonn⸗ und Seiertage Mein Gott, ruft der heil. Franz von Sales aus, wie täuſchen wir uns doch ſo oft! Ich ſage es dir noch einmal, daß man nicht auf die äußere Beſchaffenheit der Handlungen ſehen ſoll, ſondern auf die innere; das heißt, ob Gott ſie will oder nicht!... Sieh durchaus nicht auf das Weſen der Dinge, die du tuſt, ſondern, wie geringfügig ſie auch ſein mögen, auf die Ehre, die ſie ver⸗ dienen, ob ſie von Gott gewollt, ob ſie der Grdnung ſeiner Vorſehung gemäß, und ob ſie durch ſeine weis⸗ heit vermittelt ſind; mit einem Worte, wenn ſie Gott wohlgefällig ſind und als ſolche anerkannt, wem ſollten ſie wohl mißfällig ſein dürfen? S. Ich ſage dies zum Troſte der⸗ jenigen, welche ſich törichten Be⸗ kümmerniſſen in betreff der Beili⸗ gung der Zeſte hingeben, und mehr dem phariſäiſchen Aberglauben des alten Sabbats zu huldigen ſcheinen, als der heiligen Sreiheit des Geiſtes, die uns Jeſus Chriſtus mit ſeinem zigu mu mch m r5 er hihun n hch 3 wn pn ng der Sonn, n Gott, tuft brſ 1 5 p ni üſt n eſtl b daß munig iuſchn tde jnt. dern ein ob Gott ni. Sieh ut ie Ding, R ht geringfügz ſu f die ſ 3 ſie von bot t gnl rdnung ſeine huit d ob ſie duch ſinh telt ſind; mit nte ott wohlgefilig ſt merkannt, wenſlh illig ſein drint — — —— = ſage dies zn lihl elche ſich üin en in betref Mſe eſte hingeben Wn äiſchen Aberguht ats zu huldign jin ligen Freiheit sit ſus Chriſus niin ſ Heiligung der Sonn⸗ und Zeiertage. 195 Evangelium gegeben hat. Man ver⸗ meide ebenſo die allzugroße Ser⸗ ſtreuung, wie die allzuvielen Andachts⸗ übungen. 6. Wenn eure Verhältniſſe es euch nicht geſtatten, dem chriſtlichen Unter⸗ richte beizuwohnen, ſo leſet an jedem Seſttage etwas im Ratechismus, um der CLehren unſerer heiligen Religion eingedenk zu bleiben. 7. Wenn es ſich ereignet, daß ihr an Seſttagen Reiſen oder ſonſtige berrichtungen zu beſorgen habet, die nicht durch eure Wahl, ſondern durch andere Veranlaſſung herbeigeführt werden, ſo beunruhige es euch nicht, wenn ihr den genannten Andachts⸗ übungen nicht füglich nachkommen könnet. Mehmet eure Suflucht zu den Stoßgebetchen, von denen wir bereits ſchon geſagt haben, daß ſie die Stelle aller anderen Gebete er⸗ ſetzen. 196 Beiligung der Sonn⸗ und Zeiertage. S. Merket euch endlich noch, daß jene Perſonen, welche verpflichtet ſind, das Haus zu hüten, die kleinen Rinder zu bewahren, den Rranken heizu⸗ ſtehen, auch durch Anhörung einer einzigen heiligen Meſſe der Heiligung des Seſtes genügen Rönnen. Immer miſchen und mengen ſich, ſagt der heilige Sranz von Sales, die weltlichen Vorſtellungen unter unſere Gedanken. In dem Fauſe eines Sürſten iſt's nicht eins und dasſelbe, Küchendiener zu ſein oder edler Kammerherr; aber in dem Hauſe Gottes ſind jene, welche die ſchmutzigſten Arbeiten verrichten, oft die Würdigſten, weil, wenn ſie ſich beſudeln, es aus Ciebe zu Gott ge⸗ ſchieht, geſchieht um ſeines Willens und ſeiner Liebe willen; und dieſer wille, nicht das Außere, gibt unſern Handlungen den Wert. Wer alſo wahrhaft den wWillen Gottes in der Erfüllung ſeiner Pflicht liebt, hängt nicht mit ſeiner Suneigung an geiſt⸗ lichen Uebungen ſo, daß, wenn ihn 1 ziin mihi unhn wih- in n Mm ſen n bſce3 lm ur 12 teich en , welche F 6 hüten, dielne ſ, den durch 1 Mhinn igen Meſt i enügen m 6 3 niſchen un ne ilige Srn mt en verſlnn nken. J den 1 n iſt's i chendiener z erherr; i ſ ſind jene ni Arbeiten vnih aus Liebe z6t ieht um ſens iebe willen; W das Außere züt den Wert willen dols ner Suneiguh gen ſo, daß 1 Keiligung der Sonn⸗ und Zeiertage. 197 Krankheit oder ſonſt ein Begegnis daran hindert, dies ihn allzu empfind⸗ lich berühre. Ich ſage nicht, daß er ſie nicht lieben, ſondern ich ſage nur, daß er nicht daran hangen ſoll. Denn ſie beſchäftigen ſich mit Werken, welche die Gerechtigkeit und die chriſtliche Ciebe gebieten. In ſolchen Zällen hat die Beſchäftigung, weil ſie heilig iſt, denſelben Wert, wie das viele Gebet. Wenn du Gehorſam und Unter⸗ würfigkeit recht eigentlich liebſt, ſo will ich, wenn dir eine Gelegenheit kommt, wo Gerechtigkeit oder chriſt⸗ liche CLiebe die Unterlaſſung deiner Andachtsübungen nach ſich ziehen, daß dies für dich eine Art von Ge⸗ horſam ſei, und daß dieſe Unterlaſſung durch die Liebe erſetzt werde.... Ich habe es dir einmal geſagt: Je weniger wir nach unſerm Ge⸗ ſchmacke leben, und je weniger unſere Handlungen unſere eigene Wahl ſind, deſto mehr Wert und innere Geltung hat unſere Andacht. Es geht nicht 198 Keiligung der Sonn⸗ und Zeiertage. anders: wir müſſen manchmal unſern Kerrn verlaſſen, um andern aus Ciebe zu ihm zu willfahren. So der heilige Sranz von Sales. Ich rede nicht von den Kranken, denn ihre verdienſtreiche Geduld heiligt jeden Tag. 6en Ly aſo tau b dern Sut6 pin8 vſe 73 Mang inichte 6 n in dr 13 iein ſm in d in holr n hj ſſn. der Sonn⸗ uh i nicht von o hu dienſtreiche iolhh XVI. Gewiſſensängſtlichkeit. „Im Beſitze einer ſolchen Foffnung alſo handeln wir mit großem Ver⸗ trauen.“(2 Ror. 3, 12.) „Surcht iſt nicht in der Ciebe, ſon⸗ dern vollkommene Liebe verdrängt die Surcht; denn die Surcht hat etwas Peinliches; wer ſich alſo noch fürchtet, deſſen Liebe iſt noch nicht vollkommen.“ Joh. 4, 18.) 1. Manche betrachten die Gewiſſens⸗ ängſtlichkeit(den Skrupel) als eine Tugend; ſie iſt aber im Gegenteil einer der allergefährlichſten Zehler. Gerſon ſagt, daß ein ſkrupulöſes Ge⸗ wiſſen, das heißt ein ſolches, das über Gebühr und Pflicht enge iſt, oft mehr Böſes ſtifte als ein weites Ge⸗ wiſſen. 200 Gewiſſensängſtlichkeit. 2. Der Skrupel verfinſtert den verſtand, ſtört den Zrieden, erzeugt Mißtrauen, entfernt von den Sakra⸗ menten, beeinträchtigt die Geſundheit des KFörpers und wirkt nachteilig auf den Geiſt. Wie viele ſchon haben mit dem Skrupel angefangen und mit dem Wahnſinn geendet! Wie viele andere haben ebenſo mit dem Skrupel angefangen und geendet mit der Ausſchweifung! Alſo der heilige Antonius, der große Theologe und Lehrer in der Rirche Gottes. Jliehet alſo dieſes ſchreckliche Gift der Sröm⸗ migkeit und ſaget mit dem heiligen Philipp Reri:„Von Skrupel und Traurigkeit bleibe mein Haus befreit“. 3. Der Skrupel iſt eine törichte Surcht vor der Sünde, wo gar kein Grund zur Surcht vorhanden iſt. Aber der Skrupulöſe hält ſeine Befürch⸗ tungen und Sweifel nicht für Skrupel, ſondern für Wahrheit. Er muß in⸗ ſin ſin* m iſe m N 6 inhtAn 1 5 — „ violt ſie12 e 3 hach in be wſiner m ſn ſIx nwn m iht lebo L„. ömnns vMensingiih Sipel vijit. rt den Ftihn nträchtigt iin s und wirt u t. Wie viel ſtnſt krupel angjun Jahnſinn gu haben chenſn e fangen und g . ifung! oht Rirche hols hrechliche öiſt ſaget mit Knt i:„Von Sin leibe mein bast krupel iſt en e SSünd, et urcht vorhanm . löſe hält ſin weifel nicht ſüs Gewiſſensängſtlichkeit. 201 deſſen ſeinem Seelenführer glauben, wenn dieſer ihm ſagt, daß es Skrupel ſind. Der Skrupulöſe erblickt in ſich ſelbſt nichts als lauter Sünden, und in Gott ſieht er nichts als Sorn und Rache. Möge er ſich doch daran ge⸗ wöhnen, in Gott diejenige Eigenſchaft zu betrachten, die dieſer am meiſten zur Schau trägt, das iſt ſeine Barm⸗ herzigkeit. Dieſe muß der Gegenſtand ſeiner Gedanken, ſeiner Betrachtungen und ſeiner Innigkeit ſein. Man ſoll alles, ſagt der hl. Sranz von Sales, aus Ciebe tun, und nichts aus Swang; man ſoll den Gehorſam mehr lieben, als den Ungehorſam fürchten. 4. Das einzige Rettungsmittel für die Skrupulöſen iſt ein unbedingter Gehorſam. Der hl. Sranz von Sales ſagt, daß die Sortdauer der Skrupel in unſerm geheimen Stolz ihren Grund habe, weil wir die eigene Meinung 2——= —— 202 Gewiſſensängſtlichkeit. der unſeres Seelenführers vorziehen wollen.„Gehorchet alſo“, ſchließt der Heilige,„ohne weiteres Vernünfteln, euch damit begnügend:„Ich muß gehorchen!“ und ihr werdet geheilt ſein von dieſer furchtbaren Krankheit.“ S. Die Traurigen und Ingſtlichen tun dem himmliſchen Vater große Schmach an, indem ſie gewiſſermaßen den Schein nehmen, als ſei es ein ſchlimmer Dienſt, dem Gotte der Liebe und der unendlichen Güte zu dienen. Wehe der engherzigen und ver⸗ trockneten Seele, die alles fürchtet, und die vor lauter Surcht nicht die Seit hat, zu lieben und mutig vor⸗ wärts zu ſchreiten! h mein Gott! ich weiß es, du willſt, daß das Ferz, welches dich liebt, frei atme; ich will alſo ver⸗ trauensvoll handeln wie ein Find, das in den Armen ſeiner Mutter ſpielt; ich will mich erfreuen in dem Herrn; ich will die andern zu er⸗ freuen bemüht ſein; ich will mein viſeniniliu ehorchet ſ ſz ne weiters hnt 4 4 ſ k 1. 3 begnügen t 6 raurigen in hi immliſcen hiu indem ſi gwin nehmen, cb ſit ienſt, den olhel r engherzign m eele, die alts ſ auter Sucht it lieben un nh reiten! das herz, welt handeln wie in ill mich erfun will die and Gewiſſensängſtlichkeit. 203 Herz ohne Surcht erſchließen in der verſammlung der Kinder Gottes; ich will nur Gffenheit, Unſchuld, Sreude des heiligen Geiſtes. ZSern, fern, 0 mein Gott, bleibe mir jene traurige und ängſtliche Weisheit, die ſich immer ſelbſt verzehrt, die immer die Wage in der Hand hält, um Atome zu wägen. Es heißt dir Schmach antun, wenn man nicht mit mehr Einfalt gegen dich handelt; dieſe Strenge iſt deines väterlichen Kerzens unwürdig. So der gottſelige Zenelon. ———————— XVII. Pünktlicher Gehorſam gegen den Seelenführer. „Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn ſie wachen über eure Seelen und müſſen darüber Rechenſchaft ablegen.“ Gebr. 13, 17.) 1. Die Abungen der Srömmigkeit werden noch wenig zur Vervollkomm⸗ nung eures Geiſtes vermögen, wenn damit nicht auch der pünhtliche Ge⸗ horſam gegen den geiſtlichen Sührer verbunden iſt, in welchem ihr nicht die Stimme des Menſchen erkennen dürfet, ſondern die Stimme Gottes in der des Menſchen.„Alles iſt ſicher beim Gehorſam, und alles iſt ver⸗ inr u hehor n, ine ſidenn ſicht ine a ndz½ gert, 4J ihn ( ihn 3 ſlich WII. Gehorun zn euluſt htn. ehorchet ee n dhnen: denf u chaft ahl n Ete 1 bungen der Sin wenig zut ben Geiſtes vemihn auch der pint en den geiſlhn ſt, in welchen des Menſcn ern die Stim lenſchen. A6 ſam, und ds pünktl. Gehorſam gegen den Seelenführer. 208 dächtig außerhalb des Gehorſams“, ſagt der heilige Sranz von Sales. 2. Man halte folgende Sätze des⸗ ſelben Peiligen feſt:„Eſſen und Schlafen aus Gehorſam iſt Gott angenehmer, als das Saſten und die Nachtwachen der Einſiedler ohne das Ge⸗ leite dieſer Tugend“; und an einer andern Stelle:„Eſſen aus Gehorſam, das heißt, um den Willen Gottes zu tun, iſt mehr al den od er⸗ leiden ohne eine ſolche Ab⸗ icht er eine andere Eingebung habe und zu gehorchen ſich wei⸗ gert, der iſt ein Betrüger. 3. Jene Seelen, welche ihrem geiſt⸗ lichen Sührer widerſtreben oder den⸗ ſelben zu ihrer Meinung herüber⸗ zuziehen ſuchen, ſind wahrhaft die Zeinde ihres Sriedens und ihrer ſelbſt. 206 Pünktl. Gehorſam gegen den Seelenführer. Es iſt dies ein Stolz, der um ſo furchtbarer iſt, als er weniger erkannt wird. Ein Wanderer darf ſeinem Sührer den Weg nicht zeigen wollen, noch ein Kranker dem, der ihn heilen ſoll, die Mittel angeben. 4. Der heilige Sranz von Sales ſagt, man ſolle ſich ſogar damit begnügen, wenn man von dem Seelenführer es wiſſe, daß man gut wandle, ohne weiter darüber nach⸗ zuforſchen. 5. Haltet ferner immer den Unter⸗ ſchied feſt, welchen der heilige Sranz von Sales zwiſchen dem Seelenführer und dem Beichtvater macht:„Dem Seelenführerentdeckt man die ganze Seele, dem Beicht⸗ vater nur das allein, was Sünde iſt“. Ja, der heilige ver⸗ langt, daß auch nicht ein Stäubchen auf unſerer Seele dem Seelenführer verborgen bleibe. nil 5 jn ſilign, M wun ſ eine unn bn 3 m ran gegen den Sel, in Stolz der ni als er weniger an anderer Auf in eg nicht zign un er dem, der ihn ſil angeben. ige Franz m l le ſich ſogut n man e wiſſe daf ung veiter dariber v ſer immer d lin en det hellig u en dem Seelenfihn ater macht: rentdetn ele, den Beitt as allein v Ja, der Feile w nicht ein Sültn e dem Seelufih Pünktl. Gehorſam gegen den Seelenführer 207 6. Ihr werdet bei dieſem kind⸗ lichen Vertrauen und bei dieſem bereit⸗ willigen, allgemeinen, beſtändigen Ge⸗ horſam gegen den, der euer Sührer iſt, einen wunderbaren Zrieden in eurem Ferzen genießen; mit geringer Mühe werdet ihr viele Schätze der Gnade erlangen und werdet in den Augen Gottes um ſo größer ſein, als ihr gehorſamer ſeid gegen den, welcher in ſeinem Namen zu euch ſpricht. ———— KVLLI. Chriſtliche Hoffnung. „Alle eure Sorge werfet auf den Herrn; denn erx ſorgt für euch.“ Petr. 5, 7.) „Es walte deine Barmherzigkeit über uns, wie wir auf dich gehofft haben.“(Ambroſianiſcher CLobgeſang.) 1.„Glückſelig der Menſch, der auf Gott vertraut“,*) ſagt der heilige Geiſt. Der Mangel an Foffnung er⸗ zeugt Mangel an Tugend. 2. Merket euch wohl dieſe große Lehre: Wer nichts hofft, erlangt nichts; wer wenig hofft, dem nur wird zu teil; wer alles hofft, der erhält alles. *) Pſ. 88, 13. 6 nwlid t ImſeligW in ſe uns he ſwin tiher ſein luimg XVIII. tliche hof lle eure Sorg veitt denn er ſorz fir uh Uhin walte dein zumhn ns, wie wir u it (Ambroſiniſtu lij iſelig der Ma h mt“,*) ſagt Mangel an hfn el an Cugem t euch wehl i nichts heft 6 wenig hoft e il; wer ales ſi Chriſtliche Hoffnung. 209 3. Die Barmherzigkeit Gottes iſt unendlich größer als alle Sünden der Welt. Man muß alſo nicht bei ſeiner Armſeligkeit verweilen, ſondern immer zu Gottes Barmherzigkeit ſeine Su⸗ flucht nehmen. 4. Sehr treffend ſagt der heilige TChomas von billanova:„Was fürchtet ihr? Der Richter, der ver⸗ dammen ſoll, iſt Jeſus Chriſtus, der am Rreuze geſtorben iſt, um euch nicht zu verdammen.“ S. Unſere Armſeligkeit und unſere Sünden mögen uns wohl mißfallen, aber ſie ſollen uns nicht erſchrecken und uns den Mut nicht benehmen. Als Petrus zu Chriſtus ſagte, er möge ſich von ihm entfernen, weil er ein Sünder ſei, erwiderte Jeſus Chriſtus: „Sürchte dich nicht!“*) Der heilige Auguſtinus ſagt:„In der heiligen *) Cuk. 8, 10. huadrupani, Beruhigung. 210 Chriſtliche Hoffnung. Schrift wird die Poffnung und die Liebe immer der Surcht vorgezogen“. 6. Ja, unſer Elend, wie der heil. Sranz von Sales ſagt, bildet gerade den Thron der göttlichen Barmherzig⸗ keit; denn wenn es keine Armſelig⸗ keiten zu bemitleiden und keine Sün⸗ den zu tilgen gäbe, ſo wäre Gott an ſich barmherzig, aber nicht außenhin, weil er keinen Gegenſtand hätte, daran er ſeine Barmherzigkeit aus⸗ üben könnte; deshalb verſicherte auch Zeſus Chriſtus, daß er in die Welt gekommen, nicht für die Gerechten, ſondern für die armen Sünder. 7. Wenngleich Gott unſere Zehler nicht liebt, ſo liebt er doch unſere Perſon. Es iſt überflüſſig, zu bemerken, daß dies nur von Zehlern zu ver⸗ ſtehen iſt, welche in der Gebrechlich⸗ keit unſerer Natur ihren Grund haben, und gegen welche ein redlicher von der Gnade Gottes unterſtützter Wille ohne niſhehh nhare tngein ni leb lahr uft di mm6 ehle nhite chilt; al it jen w zuei iung„ un n nm ſn 1 u bom nen. net ſs; ſ i priſtliche ſofun. mitleiden un ſnt n gäbe, jo nin ii zig, aber niht uhn einen hegnim ine Jurnhuj deshalb veh us, daß er in i die armen Sie leich Gott uſn berfluſſig u in ur von Schn latur ihren ö elche ein rlien unterſtitie l Chriſtliche Foffnung. 211 Unterlaß ankämpft. Der verderbte Wille, ohne den es keine Todſünde gibt, entfernt uns von Gott und macht uns ſo lange in ſeinen Augen verabſcheuungswürdig, als wir darin verharren. Bei dem Gaſtmahle im Evangelium empfängt der Hausvater mit Ciebe die Bettler, die Blinden, die Lahmen, die mit dem hochzeit⸗ lichen Gewande angetan ſind, das heißt diejenigen, welche das her⸗ langen, Gott zu gefallen, mitten unter den Sehlern und Mängeln ihrer Natur im Beſitze der heiligmachenden Gnade erhält; aber ſeine ſtrenge Gerechtigkeit trifft jenen, der ohne dieſes Gewand dabei zu erſcheinen wagt. Dieſe Unter⸗ ſcheidung, die ſich überall im Evan⸗ gelium wiederfindet, iſt notwendig, um uns bei unſerem Zalle ein zärt⸗ liches Verlangen einzuflößen, ohne unſern Abſcheu vor der mit Vor⸗ bedacht begangenen Sünde zu ver⸗ mindern. Einer liebevollen Mutter mißfallen die Schwächen und Mängel ihres Rindes; aber ſie liebt ihr Kind, be⸗ 14* Chriſtliche woffnung. mitleidet dasſelbe und hilft ihm; ja, je größer die Gebrechlichkeit ihres Kindes iſt, deſto größer iſt auch die Hülfe, welche die Mutter ihm leiſtet. Ss. wir haben einen liebreichen Hohenprieſter, ſagt der heil Paulus (Gebr. 4, 15), der Mitleid mit unſeren Schwächen hat; dieſer iſt Jeſus Chriſtus, unſer Bruder und Mittler. Je elender ich mich fühle, deſto mehr vertraue ich auf den höchſten Helfer. 9. Angſtiget euch nicht über eure vorherbeſtimmung; ſie liegt in den Händen Gottes, und das will mehr heißen, als wenn ſie in meinen eignen Händen läge. 10. Wer übermäßig fürchtet, ver⸗ dammt zu werden, ſagt der hl. Sranz von Sales, zeigt, daß es ihm mehr noch an Demut und Ergebung fehle als an Vernunft. 1.1 hnhu huſweif ſicht ſt es ubed önben. du nd i hei nn 4 lfl be mimi nz ſign imet 8 8 ſ 3 „ ſto 8 welche di ſ haben einen lin er, ſagt der hel iget euch nicht ie mung; ſi tes, und des vüt wenn ſi in min igt o. daß mut und kute unft. Chriſtliche Koffnung. 213 11. Deshalb antwortete der heilige Bernhard, als ihn der Teufel mit berzweiflung verſuchte, dem Verſucher: „Ich verdiene das Paradies nicht; aber Jeſus Chriſtus hat es ür i ve ien er bedarf ſeiner Verdienſte nicht, er hat ſie erworben ür mich berß ſie mi und ich ei i durch ihn“ 12. Strebe nach großen Dingen und großen Tugenden; denn wie die heilige Thereſia ſagt, Gott iſt ein Sreund mutiger Seelen, wenn ſie dabei nur ſich ſelbſt mißtrauen. Der Teufel bemüht ſich, uns glauben zu machen, daß es Stolz ſei, nach großen Dingen zu verlangen und den großen Keiligen nachahmen zu wollen; doch ſchenket ſeinen Betrügereien keinen Glauben. Mach hohem Siele ſtreben, 214 Chriſtliche Hoffnung. gibt große Kraft; und auf der andern Seite verlacht der Teufel Seelen, die unentſchloſſen kleinmütig ſind. Soweit die ſeraphiſche heilige Thereſia. ————,—— 6 ne ber in Peilds parſt, a dies pihrte lic ofun raft; und q verlacht der lu ntſchloſſn e ie ſ ſrcyhiſe ſi XIX. Verſuchungen. „Haltet es für lauter Zreude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei berſuchungen geratet.“(Jak. 1, 2 „Wenn ich aber tue, was ich nicht will, ſo wirke nicht ich es, ſondern die in mir wohnende Sünde.“ (Rõm. 7, 20) 1. Wenn wir verſucht ſind, ſo iſt es ein Seichen, daß Gott uns liebt, ſagt der heilige Geiſt.(Jak. 1, 12.) Diejenigen, welche Gott am liebſten waren, waren auch am meiſten ver⸗ ſucht. Der Engel ſagte zu Tobias: „Weil du Gott wohlgefällig warſt, war es notwendig, daß die Verſuchung dich be⸗ währte“.(Tob. 12, 18.) verſuchungen. 2. Bittet Gott nicht, von der Der⸗ ſuchung frei zu bleiben, ſondern viel⸗ mehr um die Gnade, in der Derſuchung zu ſiegen und ſeinen allerheiligſten willen zu tun. wWer ſich zu kämpfen weigert, verſchmäht die Krone. ber⸗ traut auf Gott, und Gott wird in euch und für euch kämpfen. 8. Die Verſuchungen kommen vom Teufel und aus der Hölle, ſagt der hl. Sranz von Sales; aber die Be⸗ trübnis, welche ihr in denſelben empfindet, iſt von Gott und aus dem Himmel. Die Mütter ſind von Ba⸗ bylon, die Cöchter aber von Jeru⸗ ſalem. Verachtet alſo die verſu⸗ chungen, und nehmet die Ceiden hin, womit Gott euch reinigen und Rrönen will. 4. CLaſſet den Wind brauſen, und glaubet, daß das Rauſchen der Blätter Wwaffengeklirre ſei. Es iſt gewiß, daß ein ſo freundlich liebevoller Pater, nl 1 nhil un urU ur myoc uß en enn tnn jitg u wi 1 tm Iweie, o „ uh r inin ſd cu iht des ——— — rſuchungen it nicht mu bleien ſunn ade, inMhet ſeinen dlehi Wer ſchuzin näht di jw t, und hatt vh uch hänpfn. uchungen knn is det ſile jy Sales; che i von Gott m u Mütter ſi m chte a e htet alſo K nehmet di li ch reinign m en Wind b as Rauſchn dlich liebm“ verſuchungen. 217 wie Gott es iſt, nur um des Ver⸗ dienſtes und der Rrone willen es zuläßt, daß ſeine Finder verſucht werden. 5. Je länger die Verſuchung dauert, deſto offenbarer iſt es, daß ihr nicht eingewilligt habet. Mit Recht ſagt der heil. Sranz von Sales:„Wenn der Teufel fortfährt, an der Pforte eures berzens zu pochen, iſt es ein Seichen, daß er noch nicht hineinge⸗ kommen iſt“. Der Zeind erhebt keinen Waffenlärm und führt keinen Krieg um eine Seſtung herum, die bereits in ſeiner Gewalt iſt. Wenn der Fampf fortwährt, iſt es ein Beweis, daß auch der widerſtand noch fortdauert. 6. Ihr fürchtet überwunden zu ſein im Augenblicke, wo ihr Sieger ſeid. Eure Surcht kommt daher, weil ihr das Gefühl der verſuchung mit 218 verſuchungen. der Einwilligung in dieſelbe ver⸗ wechſelt, die Verſuchung ſelbſt mit der Einwilligung in dieſelbe. Hören wir auch hier den heiligen Sranz von Sales, der uns dieſen Kampf des Zleiſches gegen den Geiſt mit der ihm eigentümlichen Einfalt beſchreibt:„In der Tat, meine arme, liebe Tochter, du ſagſt recht, du haſt zwei Srauen in dir,... und die beiden Töchter dieſer verſchiedenen Mütter ſchlagen ſich, und die nichts taugt, iſt ſo böſe, daß es der Guten manchmal viel zu ſchaffen macht, ſich zu wehren, und dann kommt es der armen Guten vor, als ſei ſie überwunden worden, und als ob die Böſe tapferer ſei; aber nein, und gewiß nicht, meine arme, liebe Toch⸗ ter, die Böſe da iſt nicht tapferer als du; aber ſie iſt verkehrter, dreiſter und hartnäckiger; und wenn du weinen gehſt, iſt ſie froh darüber, weil dies immer verlorene Seit iſt; und es genügt ihr, zu machen, daß du die Seit verlierſt, wenn ſie nicht machen kann, daß du die Ewigkeit verlierſt.“ jnff Ml war ziſr weß e Ker uh den 5 ichungen 9 in the rſichun ſhn in dieſelbe h hir in ſin hes ggen ſe ſi entünlihe Gij r Tat, nun ſi 4 ut — — u n ſu* Und die nht 4 es det hn u ſchaffn nht id dan ſomt vor, als ſif ſ n und als h aber nein e arme, liebe l6 nicht tayfert 6 eriehrter hit und wen 1 ſie froh darhe verlorene züt it zu machen t, wenn ſi ih du die Erigt =—— — berſuchungen. 219 Die Einbildung hängt in der Regel nicht von unſerem Willen ab. Der heil. Hieronymus befand ſich in der wüſte, und ſeine Einbildung nötigte ihn gewaltſam, die Tänze der römi⸗ ſchen Srauen zu ſehen; ſein RKörper war ſtarr von lauter Bußübungen, und in ſeiner Bruſt tobte das läſtige Seuer der böſen Begierde. Wohl litt der Heilige in dieſem fürchterlichen Fampfe, aber er willigte nicht ein; wohl war er betrübt, aber frei von Schuld; ja, je mehr er erduldete, deſto größer war ſein Verdienſt. 7. Der heil. Abt Antonius ſagte daher:„Ich ſehe euch, aber ich achte nicht auf euch“. Ich ſehe euch; denn die Einbildungskraft ſtellt uns auch Dinge vor, die wir nicht wollen; aber ich achte nicht auf euch; denn der wille nimmt ſie nicht an und hat kein Wohlgefallen daran. „Die Sünde“, ſagt der hl. Augu⸗ —— ——— 220 berſuchungen. ſtinus,„i ſt ſo ſehr freiwillig, S n ſie iich fei⸗ ſt ſe ſicht Sünde iſt.) 8. Der Sinnenreiz und die Gewalt der Einbildungskraft ſind zuweilen ſo heftig, daß ſie die Suſtimmung des willens gewiſſermaßen zu verſchlingen ſcheinen; aber es iſt dies dennoch nicht der Sall. Der Wille leidet, aber er ſtimmt nicht zu; er iſt hart bedrängt, aber nicht beſiegt. Dies iſt das Ge⸗ ſetz des Sleiſches, wovon der heilige Paulus redet, welches dem Geſetze des Geiſtes widerſtrebt(Rém. 7, 238); es läßt uns fühlen, was wir nicht wollen, aber wir wollen nicht das, was wir fühlen. „Mut, meine liebe Seele! Ich ſage dieſes Wort mit großem Machdruck und in Zeſus Chriſtus. Mut! ſage ich, meine liebe Seele! Solange wir *) De vera relig. cap. 14. tom. 1. den meir do zid an ung ihen, m u dur m 06 whet ſchen 6 ul ſeis n ſund arn vo wen alnn n un ſt blein in nich un die z n — verfuchungen. mit Entſchloſſenheit ſagen können, wenn auch ohne das innere Gefühl davon: Es lebe JZeſus! dürfen wir nichts fürchten! Sage mir auch nicht, daß es dir vorkomme, als ſagteſt du es mit Seigheit, ohne Kraft und ohne mut und nur mit einer gewiſſen Gewalt, die du dir antueſt. O Gott! das iſt ſie ja eben, die heilige Gewalt, die den KHimmel an ſich reißt! Siehſt du, meine Tochter, es iſt das Seichen, daß alles genommen iſt, daß der Seind alles erobert hat in unſerer Seſtung, außer dem undurchdring⸗ lichen, unbezwingbaren Curme, der nur durch ſich ſelbſt verloren gehen kann. Es iſt dies jener freie Wille, welcher ganz nackt vor Gott, in dem höchſten und geiſtigſten Teile unſerer Seele ſeinen Sitz hat, und von nie⸗ mand anderem, als von ſeinem Gott und von ſich ſelbſt abhängt; und wenn alle anderen Seelenkräfte ver⸗ loren und dem Seinde unterworfen ſind, bleibt er allein Kerr ſeiner ſelbſt, um nicht einzuwilligen. Siehſt du nun die Seelen betrübt, weil der Seind, welcher alle andern Rräfte in 222 verſuchungen. Beſitz genommen, darin ſein Weſen und ſeinen lauten Lärm treibt? Man kann kaum hören, was in dieſem oberſten Willen geſagt und getan wird; es hat derſelbe wohl eine reinere und lebendigere Stimme; jener aber hat eine ſo rauhe und grobe, daß ſie die Flarheit der andern über⸗ täubt. Endlich merke dir noch dieſes: Solange dir die berſuchung mißfällt, iſt nichts zu fürchten; denn warum miß⸗ fällt ſie dir, wenn nicht einzig deswegen, weil du ſie nicht willſt?“ So der hl. Zranz. 9. Gott läßt euch manchmal es nicht erkennen, daß ihr in die ver⸗ ſuchungen nicht eingewilligt habet, und zwar, damit ihr euch an das haltet, was der Gehorſam euch vor⸗ ſchreibt. Wenn euch alſo euer Seelen⸗ führer ſagt, daß ihr nicht einwilliget oder nicht eingewilligt habet, ſo müßt ihr unerſchütterlich dies glauben und euch dabei beruhigen ohne alle Surcht, ob er euch auch ganz verſtanden und erkannt habe, oder ob ihr euch viel⸗ win nu jin d n n ir . heh pigt rh hu perſa uhr bc ji drei N Sach 2 urand lilens. Berz m we ſun„ u 6e it vohl irigt nhign ſihn. — — darn ſih uen it ören wes ni en ge agt at derſelhe wy dendiger 8 inm eſo rahe acheit der amt h merze i whl ie Perſchun ni demnnm in nicht en den ht wilſt!“ ſt 6o ßt euch nunqn „daß ihr inheh ſt eingerilig i mit ihr ech nt er Gehorſun uhn euch alſo ur willigt habch ſn rlich dies gutan higen ohn lu ganz verinn oder ob iht uht verſuchungen. 228 leicht nicht deutlich genug ausge⸗ ſprochen. Solche Sweifel ſind Runſt⸗ griffe des Teufels, um euch das Der⸗ dienſt des Gehorſams zu entziehen. Wenn man ſolcher Zurcht Gehör ge⸗ ben dürfte, ſo würde jede Ausübung des Gehorſams vereitelt, wie bereits geſagt worden, und man würde in der Perſon des Seelenführers nicht mehr Gott erblicken. 10. Um eine Todfünde zu begehen, ſind drei Dinge nötig: 1. Wichtigkeit der Sache, 2. klare Erkenntnis des Derſtandes, 3. volle Einwilligung des Willens. Dieſe Bemerkungen werden zur Beruhigung eueres Perzens die⸗ nen, wenn die Surcht, geſündigt zu haben, in euch aufſteigt: denn in einer Seele, die Gott fürchtet, finden ſich wohl ſchwerlich dieſe Bedingungen vereinigt; aber die zuverſichtlichſte Beruhigung muß aus dem Gehorſam fließen. 224 verſuchungen. 11. Bei berſuchungen gegen den Glauben und die Reinigkeit verweilet nicht dabei, die gerade entgegengeſetzten Akte zu erwecken, ſondern richtet nur einen liebevollen Blick auf Gott hin, ohne jedoch mit Gott ſelbſt von der berſuchung zu reden, um nicht da⸗ durch derſelben neue Rraft zu geben; beſchäftiget euch mit äußerlichen Din⸗ gen, und fahret fort zu tun, was euch gerade zur Hand liegt, ohne euch ſtören zu laſſen, ohne dem Zeinde zu antworten, gerade als ob ihr nicht verſucht wäret. So werdet ihr den Zrieden des Perzens bewahren und den Teufel zu ſchanden machen. Rimm auch noch denſelben Rat hin, den der hl. Sranz dir mit ſeiner gewöhnlichen Heiterkeit gibt:„Weißt du, wie Gott hierin verfährt? Er gibt zu, daß der böſe Zeind ſeine Ware uns zum Raufe anbiete, damit wir durch die Verachtung, die wir dagegen beweiſen, Seugnis ablegen 8 S vn ſngen. u m Galb mehn wlu filun iht ir dan le õut nihendm nts nic ſitgen, erſuchungn erſuchunn gh die Keirigitnn gerade ent cen, ſonden tih len Blic u iet mit Gott ſhl„ u reden, un i n neue Rrt uch mit äul et fort zutn me en, ohne den h erade ab ch int t. So wet it werzens bermnt ₰ ſchamen n ch noch dein hl. Sranz inſt Heitereit ſit m Rauft nic ie Verach eiſen, öuhs berſuchungen. 225 von unſerer Zuneigung zu göttlichen Dingen. Und deshalb, meine Schwe⸗ ſter, meine teuerſte Tochter, ſoll man deshalb wohl eine andere Stellung annehmen? C Gott, nein! Es iſt der Ceufel, der rings überall unſern Geiſt umkreiſt, alles durchſtörend und durchſuchend, um zu ſehen, ob er nicht irgend eine offene Türe finde.... Und darüber, wie, meine gute Tochter, ſollten wir böſe werden? Laß ihn draußen zittern vor Fälte, und halte alle Sugänge wohl verſchloſſen; er wird endlich müde werden, oder, wird er es nicht, ſo wird Gott ihn ſchon zwingen, die Belagerung aufzuheben. 12. Und wenn die Perſuchungen auch das ganze Ceben hindurch fort⸗ dauern ſollten, beunruhigt euch nicht. Dadurch wird euere Rrone nur deſto herrlicher werden. Seid nur ſtandhaft in der Perachtung der Verſuchung und des Verſuchers ſelbſt. Dazu ſchreibt der heilige Sranz: „Laß den Zeind an der Türe toben; laß ihn pochen, ſtoßen, ſchreien und Guadrupani, Beruhigung. 15. 3— 226 berſuchungen. ihn es treiben, wie arg er will: wir ſind verſichert, daß es für ihn keinen Eingang zu unſerer Seele gibt, als durch die Pforte unſerer Einwilligung. Halten wir dieſe feſt verſchloſſen, und ſehen wir oft nach, ob ſie vielleicht nicht gut verſchloſſen ſei; alles übrige kümmere uns nicht; denn es iſt ſonſt nichts dabei zu fürchten. 13. Die gelehrteſten Theologen und geiſtlichen Väter bemerken, daß die Perachtung der Verſuchung ein wirk⸗ ſameres Gegenmittel gegen dieſelbe iſt, als Worte. Ceſet mit Aufmerk⸗ ſamkeit das dritte und vierte Kapitel der Philothea, welche euch viele Auf⸗ klärung und Croſt verſchaffen werden. ſitigen witens linfn m m uri ſinite NR whälnn ſnt der 5 3 4 6 rr Su iſreithſn n ob ſi alls ibtig Rnest ſ in eſten Cheologun bemerken hf tſuchung ein: m tel ſl eſet mit? ufnet ſut und vi he Se tiele 1i erſchaffen w Kleidung. „Die Weiber ſollen ſich in anſtän⸗ diger Kleidung mit Schamhaftigkeit und Beſcheidenheit ſchmühen. 6 (1 Eim 2, 9.) 1. Die Fleider haben eine drei⸗ fache Beſtimmung; erſtens, zur ſorg⸗ fältigen Bewahrung der Sittſamkeit; zweitens, um uns zu ſchützen gegen den Einfluß der Jahreszeiten; drittens, um uns, wie der heil. Paulus ſich ausdrückt, beſcheiden und ehrbar zu ſchmücken. 2. Die Kleidung muß den Standes⸗ verhältniſſen angemeſſen ſein: dann, ſagt der hl. Thomas, gehört ſie zur 228 Fleidung. Tugend der Wahrheit, inſofern durch die äußere Tracht ſich der Stand der Perſon kundgibt. 3. Man vermeide alſo die beiden Extreme, übermäßigen Putz und all⸗ zugroße Vernachläſſigung des Anzugs. Die Putzſucht widerſpricht der chriſt⸗ lichen Beſcheidenheit, und die NMach⸗ läſſigkeit widerſtrebt der Grdnung, welche von einem jeden verlangt, daß er nach ſeinem Stande lebe und ſich kleide; Eſther wie eine Königin, Zudith wie eine Witwe, Abigail wie eine Perrin, Agar wie eine Magd. Der hl. Zranz von Sales widmet dieſem Gegenſtande in ſeiner Philo⸗ thea ein beſonderes Fapitel, worin er ſagt:„Der hl. Paulus will, daß die frommen Zrauen(asſelbe gilt auch von den Männern) ſich an⸗ ſtändig kleiden und mäßig und ehr⸗ bar ſchmücken.(1 Tim. 2, 9.) Die Wohlanſtändigkeit in Fleidern und anderem Schmuck hängt aber von dem Stoffe, von der Sorm und der pinli in nſ& ſin ſriel im Rin ufen eit ie 1 K Al* Smm a nft ſn wn den Iters, S W d lidet uon, kit. Kleidun ahrheit u rmeide alſ ſohihi mäßigen hih m kh hläſſi gung de widerſpriht u Nnheit, und ji un rſtrebt her(h w em jeden verln Stande le u 6. ein jit e win Nil gar wie ein ſh z von Suls nn ande in ſün ſi 3 Jupitl un hl. Pauls ril Srauen besſl Wämen ſi und niig 1 wi (Ein 3 0)) eit in Kleien u ch hängt cht n acht ſih in bt. der Som ub Kleidung. 229 Reinlichkeit ab. Die Reinlichkeit muß in unſern Fleidern faſt immer gleich ſein; denn wir ſollen auf denſelben, ſoviel wie nur möglich iſt, keine Art Schmutz oder Unreinlichkeit dulden. Die äußerliche Reinlichkeit iſt gewiſſer⸗ maßen ein Bild der innerlichen Rein⸗ heit. Gott ſelbſt fordert die körper⸗ liche Reinlichkeit von den Dienern des Altars, deren Beruf es iſt, die Srömmigkeit zu befördern. Was den Stoff und die Sorm be⸗ trifft, ſo hängt die Wohlanſtändigkeit von den Umſtänden der Seit, des Alters, des Standes, der Geſellſchaften und der Gelegenheiten ab. Man kleidet ſich gewöhnlich beſſer an Seſt⸗ tagen, nach Maßgabe ihrer Zeierlich⸗ kReit. Sur Seit der Buße, wie in der Zaſten, kleidet man ſich viel einfacher. Bei Vermählungen trägt man hoch⸗ zeitliche Kleider und bei Ceichenbe⸗ gängniſſen Trauerkleider. Am Fofe der Sürſten wird der Fleiderſtaat ge⸗ hoben und unter den Hausgenoſſen herabgeſetzt. Eine verheiratete Srau kann und ſoll ſich ſchmücken, wenn ſie bei ihrem Manne iſt und er es —— 230 Rleidung. verlangt; tut ſie aber dasſelbe in ſeiner Abweſenheit, ſo dürfte man wohl fragen, was ſie mit ihrem Putz beabſichtige. Den Jungfrauen erlaubt man ſchon mehr Aufwand in ihrem Putze, weil ſie rechtmäßigerweiſe ver⸗ langen können, mehreren zu gefallen, jedoch nur in der Abſicht, einen für die heilige Che zu gewinnen. Man mißbilligt auch nicht bei Witwen, die ſich wieder verehelichen wollen, daß ſie ſich einigermaßen ſchmücken, vor⸗ ausgeſetzt, daß in ihrem Putze nichts Ceichtfertiges zum Vorſcheine kommt, weil man von ihnen, da ſie ſchon Hausmütter waren und bereits die CLeiden des Witwenſtandes erfahren haben, mehr Ernſt und Reife des Geiſtes erwartet. Was die wahren Witwen anbelangt, die nicht nur dem Körper, ſondern auch dem Ferzen nach Witwen ſind, ſo geziemt ihnen kein anderer Putz als Demut, Sitt⸗ ſamkeit und Srömmigkeit; denn wenn ſie noch Männern LCiebe einflößen wollen, ſo ſind ſie keine wahren Witwen; wollen ſie aber keine Liebe ſe 1 ift 1 LeI2 vn 3 iſe 1 ed Hei ſicht ihes in An wlchen iun 3 eſhein 6 ler 5i ſoden W ſch au m Sic wite e beſe it fn ltt 6 uen, ingel u fun. 1 jtlen einflößen, warum tragen ſie dann wiiſch ieidung ſie vit chr kſt b ſo dürfte s ſie nit ihr Jungf ni ungfrauen eut Aufan init mäßigemit nehreren u gefil Aſcht in ſicht enn zu gewinnen)i ſcht bei winen elichen wolen i pen ſchnichen m ihren pute nit nVorſchein wnnt hnen, da ſi ſin en und beritz enſtandes erfihn nſt und Reif Was di wehn , die nicht mu in auch den ſen „ſo gezient ihn als Demut St migkeit; den wn n Liebe einfihn ſie keine min e aber heine li tragen ſe f — — — 231 die Werkzeuge dazu? Wer keine Gäſte empfangen will, muß das Schild vor ſeinem Hauſe wegnehmen. Alte CLeute werden immer ausgelacht, wenn ſie ſich als Stutzer kleiden; dieſe Torheit iſt höchſtens an der Jugend erträglich. Sei reinlich, Philothea! und leide nichts Schleppendes und Unordent⸗ liches an deiner Kleidung Es iſt eine Art Verachtung gegen jene, mit welchen man umgeht, wenn man in einem mißfälligen Anzug vor ihnen erſcheint. Küte dich aber wohl vor aller Siererei, Eitelkeit und albernen Moden. Soviel wie möglich halte dich auf der Seite der Einfachheit und Sittſamkeit, die ſicherlich die größte Sierde der Schönheit, ſowie die beſte Entſchuldigung der Käßlich⸗ keit ſind. Der hl. Petrus ermahnt (1 petr. 3, 8) vorzüglich die jungen Srauen. keine ſo ſehr gekräuſelte, geringelte und geflochtene Haare zu tragen. Männer, die ſo weichlich ſind, daß ſie an dergleichen Tand Gefallen finden, werden überall für weibiſch und entartet gehalten; und Fleidung. 232 Kleidung. eitle Weiber machen leicht ihre Keuſch⸗ heit verdächtig; wenigſtens iſt dieſelbe, wenn ſie noch beſteht, unter ſolchem Slitter und Tand nicht ſichtbar. Man ſagt zwar, daß man dabei nichts Böſes denke, aber ich antworte, wie ſchon anderswo, daß der Teufel immer Böſes denkt und bezweckt. Zür meinen Teil möchte ich gern meinen Srommen und meine Sromme immer am beſten, aber am weniaſten geſucht und zierlich in der ganzen Geſellſchaft gekleidet, und wie es im Buche der Sprichwörter heißt, mit Anmut, Sittſamkeit und Würde ge⸗ ſchmückt ſehen. Der hl. Ludwig ſagt mit einem Worte: Man kleide ſich nach ſeinem Stande, und zwar ſo, daß die RKlugen und Guten nicht ſagen können: du tuſt zu viel, noch auch die jungen Ceute: du tuſt zu wenig. Wollen aber die jungen Ceute ſich mit dem, was anſtändig iſt, nicht begnügen, ſo ſoll man ſich an die Meinung der Weiſen halten. 4. Unſittliche Kleidung iſt den ehr⸗ loſen Srauen und feilen Dirnen eigen. Ich nehme alſo gar nicht an, daß n i n w i n i ich mte pude iw ſd nit dyn net vlhe ier 5R un din er ſi ſit ugewh m e wwes igen ſ ni ven teen — — — Fleidung. 238 Srauen von Ehre und Anſtand, für die ich allein ſchreibe, ſolche wählen könnten. Aber weil der Mißbrauch grade in dieſer Beziehung ſehr groß iſt und zuweilen das Licht des Blitzes mit dem Sonnenlicht verwechſelt, ſo merket euch folgende Betrachtungen, welche euch zur Vorſicht und beſtän⸗ diger Arznei dienen werden. 5. Rein entgegenſtehender Gebrauch kann die Natur der Dinge umwandeln und erlaubt machen, was an und für ſich ſelbſt gegen die Sittſamkeit und deshalb weſentlich ſündhaft iſt; denn ſonſt ließe ſich jede Sünde entſchuldi⸗ gen, weil es Sünden aller Art gibt, die gewöhnlich ſind. Die Sünde anderer kann eure Sünde nicht entſchuldigen, und wenn es gewöhnlich iſt, zu ſün⸗ digen, ſo iſt es auch gewöhnlich, zur Fölle zu fahren. Es iſt alſo beſſer, mit wenigen ſich zu retten, als mit vielen verdammt zu werden. Fleidung. 234 6. Wenn ihr euch im Spiegel be⸗ trachtet, befolget den weiſen Rat des Sokrates, der auch für tugendhafte Chriſten von Hutzen ſein wird. Er ſagt: Wenn ihr, indem ihr euch im Spiegel betrachtet, findet, daß ihr ſchön ſeid, ſo ſaget zu euch ſelbſt: Ich muß den Geiſt ausbilden, damit die Schönheit der Seele des Förpers nicht nachſtehe; wenn ihr aber findet, daß ihr häßlich ſeid, ſo ſaget entſchloſſen: Ich muß doppelte Sorgfalt verwenden auf die Ausbildung des Geiſtes, auf daß die ſtrahlendere Schönheit der Scele den Mangel der körperlichen Schönheit erſetze. . * i .1 Kyrif* ſiſelbe ſer ni 2 D un bc s heiſ zſn ich ale ſne ſr Nn uch de witen n Kleidung hr euch in g 8 t d nit aich fir unt Kuhen ſin vu hr, inen ihruht chtet fet h u aget zu euch ſh. ausbilden un Seele des Rimn in ihr aber fuch d, ſo ſaget aithh lte Sorgful un dung des haſst endere Schinh ngel det ſreit . Demut. „Wenn ich mich ſelbſt rühme, iſt mein Ruhm nichts.(Joh. L54) 1. Wenige haben einen richtigen Begriff von dieſer Tugend, weil ſie dieſelbe verwechſeln mit der Schwäche oder mit der Kleinmütigkeit. 2. Die Demut beſteht darin, daß man Gott zuſchreibt, was Gottes iſt, das heißt, alles Gute, und daß wir uns zuſchreiben, was unſer iſt, näm⸗ lich alles Böſe. Es ſollte daher, dem erſten An⸗ ſcheine nach, ſchon der geſunde Per⸗ ſtand hinreichen, um den Menſchen zur Demut zu vermögen. Es würde auch der Sall ſein, wenn ſeine Zähig⸗ keiten nicht in ihrer Quelle durch den 236 Demut. Stolz, dieſe unſelige und unauslöſch⸗ liche Solge der Erbſünde, getrübt und verdorben wären. Der erſte Menſch, ein unmittelbares Geſchöpf Gottes, mußte ihm ſeine ganze Exiſtenz, ebenſo wie alle anderen Gaben, die er von ihm empfangen hatte, zuſchreiben und ihm damit huldigen. Es war dies eine einfache Pflicht der Gerechtigkeit. An jenem Tage, wo er durch einen Akt von Unabhängigkeit erklärte, in ſich ſelbſt leben zu wollen, fand eine ungeheure Verkehrung des Perhält⸗ niſſes des Geſchöpfes zum Schöpfer ſtatt, und der Stolz, dieſer Hang, in ſich zu leben, den Gebrauch der Sähig⸗ keiten, die man von Gott empfangen, auf ſich zu beziehen; der Stolz, den ein freier Akt des Willens in die Seele des erſten Menſchen eingeführt hatte, heftete ſich gleich einem untilg⸗ baren Krankheitsſtoff den Seelen aller ſeiner Nachkommen an und wurde für immer ein Teil ihres Weſens. Daher dieſes immer wieder auflebende Streben, in uns ſelbſt leben zu wollen, etwas ſein zu wollen durch uns ſelbſt, für uns ſelbſt Achtung, Suneigung, e 1 ifün!e uihe humn ſher 1 inyf i han m m vliont iir R en, uhrin 8 lin di vlbenn em wade ich ufhött, 2 en Wa„ 3. Sc ſeworge 3 e Er iſerer ir en 6eb ie d Denut. ſelige um un u tbfine gtrt er erſe Nu res heſchöyj u ganze Giſen e n Gaben die i = —— —— ſ 3 hatte, zuſchrihn ldigen S wn) licht der henti wo er dht angigſteit elit, zu wollen fuhh iehrung des het opfes zun 6ijht —— — 6 — tolz, dieſe inh n Gebrauch i von hott mjm ehen; der Soh i des Wiles u Menſchen init h gleich einen uh tsſtoff den Suln men an u m Ceil ihre 16 ſelbſt lben unlt vollen durch uil Achtung ömi Demut. 237 Ehre zu verlangen, trotz der Vor⸗ ſchriften des Geſetzes, trotz der Ein⸗ ſprüche der Gerechtigkeit, trotz der ſarnungen der geſunden Vernunft; daher unſer ganzes geiſtiges Ceben nichts, als ein langer, mühevoller Kampf gegen jenes laſterhafte Streben, ein RKampf, in welchem die Gnade uns unterſtützt, ohne uns je einen vollkommenen Sieg zu verleihen; denn dieſer Kampf ſoll nur mit dem Code enden, dieſer letzten Süchtigung der urſprünglichen Entartung, welche allein die Tilgung der letzten Spuren derſelben vollenden kann. wenn der wind der Gnade weht, werde ich emporgetragen; wenn er aufhört, falle ich wieder zur Erde zurück, verächtlicher Staub und von dem Wanderer zertreten. 3. So wie Gott alles aus nichts hervorgerufen, ebenſo will er auch aus der Erkenntnis unſeres Michts und unſerer Armſeligkeit den Grund zu dem Gebäude unſeres geiſtigen Lebens legen; deshalb ſagte der hl. Bona⸗ Demut. 238 ventura:„Wenn nur Gottalles iſt, ſchmerzt es mich nicht, daß ich nichts bin“. 4. Der wahrhaft Demütige bereut es aufrichtig, wenn er in irgend einen Sehler gefallen, aber es verwirrt ihn dies nicht, weil er ſich nicht ver⸗ wundert darüber, daß unſere Arm⸗ ſeligkeit armſelig, unſere Schwäche ſchwach und unſere Gebrechlichkeit gebrechlich iſt; er dankt vielmehr Gott dafür, daß er nicht noch Schlim⸗ meres begangen. Deshalb pflegte die hl. Ratharina von Genua, wenn ſie es inne ward, in irgend einen Sehler geraten zu ſein, ruhig zu ſagen: „Das iſt wieder in meinem Garten gewachſen“. Dieſe Cehre iſt ſo wichtig, daß der heil. Sranz von Sales ſchreibt: „Wirmüſſen unſere Unvoll⸗ kommenheiten ertragen, um z ur vollkommenheit z u ge⸗ lnge rge ſährt 5 6 ½ ſil, in. ſei ſ jn heg k ſyns M ieme o 6eb 1 ſl indn mmin ſ d en 6 n½ in8 Demut. enhn nurhe itth es nih; 5 ts bin. d ſt nig 6 wenn er in i i, aber es vmn veil er ſh ſitn ber, daß unh ſelig, unſen sir unſere ſnilt t; er dent nn aß er nicht whst en. NReshalbpſh von hen un „in irgend inn ein, rhig zu it iee in z von 6 6. en unſe iten ertrahn mnenheitſ re lm Demut. 239 bangen; durch ſolche Er tragen wird die Demut ge⸗ 5 S. Einige wollen, um demütig zu ſein, in ſich ſelbſt gar nichts Gutes und keinerlei Sähigkeit anerkennen. Im Gegenteil aber ſagt der heilige Thomas:„Die Anerkennung der Ge⸗ ſchenke erzeugt Erkenntlichkeit gegen den Geber. Die Laſttiere und Maul⸗ eſel ſind manchmal mit Gold und köſtlichen Gewürzen beladen, die ſie auf dem Rücken tragen; aber des⸗ wegen hören ſie doch nicht auf, jene unvernünftigen Tiere zu ſein, die ſie ſind. Der größte Teil der empfan⸗ genen Gnaden iſt nichts, als eine größere Schuld für den, der ſie emp⸗ fängt.“ 6. Das Cob gefällt natürlicher⸗ weiſe mehr, als der Tadel. Dies iſt aber durchaus noch keine Sünde; denn es liegt in dem unabweislichen 240 Demut. Inſtinkte unſerer Natur. Es reicht indeſſen hin, wenn wir nur das Cob auf den beziehen, dem es gebührt, nämlich auf Gott, deſſen Gaben man in uns lobt, und gegen den dasſelbe auch unſere Pflichten vermehrt. 7. Die wahrhaft demütige Seele iſt auch die großmütigſte. Je mehr ſie ſich ſelbſt mißtraut, deſto mehr vertraut ſie auf Gott, der ſie ſtärkt, indem ſie mit dem heiligen Paulus ſagt:„Alles vermag ich in dem, der mich ſtärkt“.(Philipp. 4, 13.) Des⸗ halb zeigt auch der heiliae Thomas, daß die chriſtliche Demut der Grund der Starkmütigkeit iſt. Wer ſich von heilſamen Werken, zu denen ihn Gott beruft, ſelbſt wenn dieſe großartig und glänzend ſind, zurückzieht, der iſt nicht demütig, ſondern kleinmütig und mißtrauiſch. So ſagt der hl. Sranz von Sales: Man muß eine edle und hochherzige Nm* ubt z em, öucht ib* ſcherſ ſ ere 3 8 ℳ ſ 6u niſen 3 N anl bimen 3 uch vez hebenſe n ſhm n eleu on i hnrh zun Ds vahrf hute, ½ uingt luadt* 3 Demut. erer ſahr 61 wenn wir min hen, den 6 iu ott, deſen hehnn und gegen heh w 3 4 — — flichtn nmht hrhaft t deniti großmüt igſ k. u mißtraut, dein t uf Gott, de ſiſ it dem heilign u vermag ich in in Philipp. 4) ich der heili liche Demth igkeit iſt. 6 rken, zu den wenn dieſ zi ſind zurtzjiti ſondern Kimi er hl. Smm ne edle un ſiß „Das Böſe, Demut. 241 Demut haben, die nichts tut, um ge⸗ lobt zu werden, und die nichts von dem, was ſich zu tun geziemt, aus Surcht vor dem LCobe unterläßt. übrigens iſt der Gehorſam das ſicherſte Mittel, den Ruf des herrn zu erkennen. S. Je mehr wir in der Ausübung des Guten voranſchreiten, deſto mehr müſſen wir die Eitelkeit fürchten. Die andern Laſter nähren ſich von Sünden; die Eitelkeit nährt ſich aber auch von Tugenden. Luzifer, der er⸗ habenſte unter den Engeln, ward durch Hochmut zum fürchterlichſten unter den Teufeln. Ein treffliches Mittel gegen die Eitelkeit wird die weiſe Bemerkung ſein, welche der heilige Sranz von Sales oft wiederholte: das ich tue, iſt wahrhaft böſe und wahr⸗ haft mein Werk; aber das Gute, das ich tue, iſt weder rein gut, noch einzig mein“. huadrupani, Beruhigung. 16 Demut. 242 9. Der Demütige verachtet nie⸗ mand, ſelbſt nicht einen auch noch ſo großen Sünder; der Sünder kann ſich bekehren und einſt groß ſein im immel; und wir können vom Wege abweichen und für immer Sklaven der Hölle werden. Judas war ein großer Apoſtel, Paulus ein großer berfolger der Rirche, und dennoch, welch eine erſtaunliche Umänderung hat in beiden ſtattgefunden! 10. Kütet euch, die falſche Demut mit der wahren zu verwechſeln. Die wahre Demut ſucht ihre übrigen Tugenden zu verbergen, noch weit mehr aber ſich ſelbſt. Wer demütig ſcheinen will, der iſt gerade der Boch⸗ mütigſte. 11. Dennoch iſt es löblich und notwendig zuweilen, die von Gott empfangenen Gaben und das durch ſeine Gnade vollbrachte Gute zu offen⸗ baren, wenn die Chre Gottes, das Pohl 1 6et ſat de borung hmih 17. ilgend er he Jie lecheit Veshe igen 3 ſohe 6 Shlane nitige 3 hurſche lunge ſ der Kin S ½ niigerx Demut emütige mut ſ 6 t wir kömnm N d für innni Jdes vn Uus ei S 4 ſtattgefunden! euch, die fulſhe)n n zu vetwechjn ſucht ihr ih verbergen, woh ſelbſt. Wer er iſt gerade ie n h iſt es liblch eilen, die wn aben und ds M brachte huu juf̃ ime Chre bet unn un d einſ in Demut. 243 Wohl der Rirche und das heil der Seele es fordert. Su dieſem Ende hat der hl. Paulus von ſeinen Gffen⸗ barungen und ſeinen apoſtoliſchen Bemühungen geſprochen. 12. Bemerket euch endlich noch folgende inhaltsſchweren Ausſprüche der heiligen Schrift und der Päter: „Die Anmaßung iſt eine Tochter der Torheit, die Demut eine Tochter der Weisheit; jene iſt niedrigen Seelen eigen, dieſe nur großen Seelen. Der ſtolze Menſch dieſer Welt iſt ein Sklave ſeiner Ceidenſchaften, der De⸗ mütige des Evangeliums iſt ihr Be⸗ herrſcher. Wer nach dem Geiſte des Evangeliums demütig zu ſein verſteht, iſt der Weiſeſte unter den Menſchen. Rein Stolzer im Paradieſe, kein De⸗ mütiger in der HFölle!“ ———— ———— X Gehorſam. „Denn nicht ihr ſeid es, die da reden, ſondern der heilige Geiſt.“ (Mark. 13, 11.) Der Gehorſam iſt nach dem Aus⸗ ſpruche der Väter die Richtſchnur jeder tugendhaften Handlung; er muß da⸗ her an der Spitze der Belehrung ſtehen, und folgendes iſt darüber zu bemerken: 1. Wer dem Prieſter des Ferrn gehorcht, gehorcht nicht einem Men⸗ ſchen, ſondern Gott, der geſagt hat: e he de hre mich“.(Cußk. 10, 16.) der hl 2½ ſt 3 gherf velhe ſinen* n 5 is be erſih leuft 4. ½ ſingeb fihrer ſcht n ch ler 63 ſhobe ſicht z hätte, 17 linglic fmere e der Belehnn . Gehorſam. 245 2. Niemand, der wahrhaft gehor⸗ ſam geweſen, iſt verdammt, kein Un⸗ gehorſamer iſt ſelig geworden, ſagt der hl. Philippus Meri. 3. Der hl. Bernhard ſagt, daß der, welcher ſeinen eigenen Einſichten und ſeinen eigenen Sweifeln folgt, gegen den Rat des Gehorſams, keines Ceu⸗ fels bedarf, der ihn verſuche, weil Sr ſich ſhſt Teufel iſt. 4. Man darf ſich der Surcht nicht hingeben, daß der umſichtige Seelen⸗ führer ſich täuſche, oder daß er uns nicht gehörig kenne, oder daß wir uns nicht hinreichend erklärt haben. Durch ſolche Befürchtungen würde aller Gehorſam umgangen oder auf⸗ gehoben. Wenn ein Beichtvater euch nicht gehörig erkannt und verſtanden hätte, oder wenn ihr euch nicht hin⸗ länglich erklärt hättet, ſo würde er fernere Sragen an euch gerichtet haben. 246 Gehorſam. Auf der andern Seite hat Gott ſeinen Beiſtand und ſeine Erleuchtungen dem⸗ jenigen verſprochen, der bei der Cei⸗ tung der Seelen ſeine Stelle vertritt, und dies reicht wohl hin, um zu gehorchen mit Bereitwilligkeit und Einfalt, wie die heilige Schrift es gebietet. §. Gott offenbart uns ſelbſt den Suſtand unſerer Seelen nicht, ſondern demjenigen, der anſtatt ſeiner uns hören ſoll. Es genüge euch alſo, durch euren weiſen Seelenführer zu erfahren, daß ihr auf gutem Wege wandelt, und daß die Barmherzigkeit und Gnade Jeſu Chriſti bei uns ſei. Ihr müßt gehorchen in allem, um ſo mehr in dieſem Punkte; denn der heilige Johannes vom Rreuz ſchreibt:„Sich it zuieen ſteben mit dem, was der Beichtvater a ſt n n an Glauben“. Derkez mß c3 herſn vas 3 aubt Rbiete Gehorſan. n Seite hat tcot tſun eine Erle leucht ung „ der 3 6 ſein Sule mit ffenbart us ſihj! er Seelen nicht ſun er anſtatt ſein u eelenführer zein gutem Wig vul Varnherjigiit u hriſti bei us ſi n in allen, un ſnt kte; denn M ſih Rrez ſchreiht Gehorſam. 6. Die Seele hat eine Verpflichtung zum Gehorſam, alſo iſt ſie auch ver⸗ pflichtet, die Befürchtungen zu ver⸗ achten, die ihr in betreff der Sünde aufſteigen, und frei zu handeln.„Es dünkt euch“, ſagt der hl. Bona⸗ ventura,„ihr handeltet gegen das Gewiſſen, und doch han⸗ delt ihr dem Gehorſam ge⸗ mäß, es dünkt euch, ihr ſün⸗ Sitet, nd ſ ſſen e werbt ihr euch großes Ver⸗ dien ſt.“ 7. Es iſt nicht genug, dem äußern Werke nach gehorſam zu ſein, man muß auch mit dem Willen und dem verſtande gehorchen, indem man will, was der Gehorſam will, und das glaubt, was der Gehorſam zu glauben gebietet. wiſſet, daß gerade in der Unterwerfung des Willens und des verſtandes ganz beſonders das Der⸗ dienſt des heiligen Gehorſams liegt. n— . 248 Gehorſam. Gott kann an dem Gpfer keinen Ge⸗ fallen haben, welches nicht im Geiſte und in der Wahrheit dargebracht wird. S. Euer Gehorſam ſei einfältig, ſchnell, frei und allgemein. Erſtens: einfältig, weil ihr nicht grübeln, ſondern nur einfach bedenken ſollt: ich ſoll gehorchen; zweitens: ſchnell, weil ihr ja Gott gehorchet; drittens: frei, weil, wer Gott ge⸗ horcht, nicht fehlen kann; viertens: allgemein, weil der Gehorſam ſich auf alles erſtreckt, was nicht Sünde iſt. 9. Der Beichtvater und Seelen⸗ führer, dem ihr euch zum Gehorſam unterworfen, ſei, was er ſein ſoll, nämlich: voll Liebe, redlich, unter⸗ richtet, einſichts voll. Darüber ſchreibt treffend der heil. Sranz von Sales: Als dem jungen Tobias befohlen wurde, nach Rages ge ¹ urche m ir ei ſ heu. pg 2 ſche ſih le& u die 3 icheß pirſt 3 ſcheter jns d Somn ind au lin Schrift ihn ge fden. ſeilnit ſechic ſiden iß tlich pners ſiht; huyſſt hnlu Gehorſan. den hjt hint velches thi Wahrheit in Mhorſn ſü uh nd allgemein lim weil iht nit t einfach been it ehorchen zin il ihr j hot gut i, weil, wer ot fehlen kum; rus „ weil det un erſtrecit, ves i ichtatr u S hr euch zn ihn ſei, was er ſufl Liebe, rellih u tsvoll. hreibt trfin kſt les: Als den i n wurde u i e ſinnj Gehorſam. 249 zu gehen, antwortete er:„Ich weiß durchaus den Weg nicht“.„So gehe denn“, erwiderte der Vater,„und ſuche dir einen Zührer, der dich geleite.“ Ich ſage dir dasſelbe, meine Philo⸗ thea. willſt du wohlbedächtig den wWeg der Srömmigkeit antreten, ſo ſuche dir einen tauglichen Mann, der dich leite und führe. Und hierin haſt du die wichtige CLehre: Wo du auch ſucheſt, ſagt der fromme Avila, du wirſt nirgends den Willen Gottes ſicherer finden, als auf dem Wege jenes demütigen Gehorſams, den alle Srommen der Vorzeit ſehr empfohlen und ausgeübt haben.. Ein treuer Sreund, ſagt die heil. Schrift, iſt ein ſtarker Schutz; wer ihn gefunden, hat einen Schatz ge⸗ funden. Ein treuer Sreund iſt ein Feilmittel des Cebens und der Un⸗ ſterblichkeit; die, welche Gott fürchten, finden ihn.(Cccli. 6, 14, 16.) Dieſe göttlichen Worte beziehen ſich be⸗ ſonders auf das ewige Ceben, wie du ſiehſt; weswegen ein treuer Zreund hauptſächlich notwendig iſt, der unſere Handlungen durch ſeine Warnungen 250 Gehorſam. und Ratſchläge leitet und uns dadurch vor Zallſtricken und Täuſchungen des böſen Geiſtes ſchützet. Er iſt für uns ein Schatz der Weisheit, wenn wir in Rummer, Traurigkeit und Sünde gefallen ſind; er dient uns als Beil⸗ mittel, um unſere Ferzen bei geiſtigen Krankheiten zu erleichtern, zu tröſten. Er wird uns vor dem Böſen be⸗ wahren und unſer Gutes in Beſſeres verwandeln, und kommt es vor, daß wir in irgend einen Zehler fallen, ſo wird er vorbeugen, daß er nicht töd⸗ lich werde, und uns wieder vom Zalle aufhelfen. Aber wer findet jenen Sreund? Der Weiſe antwortet:„Die⸗ jenigen, die Gott fürchten“, das heißt die Demütigen, welche ſich nach ihrem geiſtlichen Sortſchritte ſehnen. Weil es alſo ſo wichtig für dich iſt, Philothea, die heilige Reiſe der Gott⸗ ſeligkeit mit einem guten Sührer zu machen, ſo bitte Gott mit großer Innigkeit, er möge dir einen guten und getreuen geben, und ſollte er auch, wie dem jungen Tobias, einen Engel vom Fimmel dir ſchicken müſſen. M nerli hiren ſchtig m ſlung 6 nid d tejeſig gheilt. u3 ſten% vine C ſeg e umiſc pzw ten htz Gehorſam. ge leitet u undun) 6 en und än ſu ſchüzet triſj er Weieheit Craurigi ni e dient 6 nſere werzen bei ti 3 zu erleichten ut 8 vor en i unſer Gute und n 5 m d einen Sehle in eu daß er i nd uns wieder n Aber wer fh Weiſe ant unt fürchten t „welche ſhr uin riſchue ihn tig für K e heilige Reiſ u einem guten Un bitte Goit nih r möge dit int n geben, un Fimmel h Gehorſam⸗ 281 Er ſei dir aber auch immer ein Engel, d. h. wenn du ihn gefunden haſt, ſo betrachte ihn nie wie einen gewöhnlichen Menſchen, und vertraue dich nicht ihm, noch ſeinem menſch⸗ lichen Wiſſen, ſondern Gott, welcher dich mittels dieſes Menſchen begnadi⸗ gen und mit dir reden will; denn er wird ſeinem Berzen und ſeinem Munde eingeben, was zu deinem Glücke er⸗ forderlich iſt, und du ſollſt ihn an⸗ hören, wie einen Engel, der vom Himmel niederſteigt, um dich hinauf⸗ zuführen. Derkehre offenen Herzens mit ihm, in aller Treue und Auf⸗ richtigßeit zeige ihm klar das Gute und Böſe, ſo in dir iſt, ohne Der⸗ ſtellung und Gleisnerei. Das Gute wird dadurch in dir geläutert und befeſtigt, und das Böſe gebeſſert und geheilt. Er wird dich in deinen Trüb⸗ ſalen erleichtern und ſtärken, und deine Tröſtungen mäßigen und ordnen. Hege ein großes Dertrauen zu ihm, vermiſche es mit heiliger Ehrfurcht, ſo zwar, daß die Ehrfurcht das Der⸗ trauen nicht vermindere, und daß das Vertrauen der Ehrfurcht nichts be⸗ 252 Gehorſam. nehme. Vertraue dich ihm mit der Ehrfurcht einer Tochter gegen ihren Vater, ehre ihn mit dem Dertrauen eines Sohnes zu ſeiner Mutter, kurz, dieſe Sreundſchaft ſei ſtark und ſanft, ganz heilig, ganz gottſelig, ganz geiſtig und göttlich. Deswegen wähle dir einen unter tauſend, ſagt Avila; ich ſage dir: einen unter zehntauſend; denn es gibt weniger, als man ſagen mag, die dieſes Amtes fähig ſind; er muß voll Liebe, voll Wiſſenſchaft, voll Flugheit ſein; fehlt ihm eine dieſer drei Eigen⸗ ſchaften, ſo iſt Gefahr vorhanden, doch ſage ich dir von neuem, erflehe ihn von Gott, und wenn du ihn erhalten, ſo preiſe die göttliche Majeſtät, bleibe feſt und ſuche keinen anderen, aber gehe einfach, demütig und vertrauens⸗ voll, denn du wirſt eine glückliche Reiſe machen. 10. Bemerket endlich noch, daß man einen Prieſter zum Beichtvater und einen andern zum Seelenführer haben kann. Wie viele Seelen leitete der hl. Sranz von Sales durch ſeinen mn 3 5 5 ſ„ 63 getle, K Gehorſan. traue dich hnn iner Lochter ihn mit anſin s zu ſeiner ſit ſchaft ſ ſei ſtarz wir Lunz gitſ ſg ng n wähle dir in ſt Aila; in ehn tujn knt 8 Man ſagn n fähig ſin; er m ſſenſchaft, t hmn eine dieſer Mil iſt Gefahr voche iat von neuen ui nd wenn du ihr i göttli che N iüt che keinn mngi demi du wirſ in ſü n. 61 Prieſter z andern int 6 wie viele vt von Sal 7 Diſi ¹½ Gehorſam. 283 Rat und durch ſeine Briefe, deren gewöhnlicher Beichtvater er nicht war! Dem Seelenführer, ſagt unſer Heiliger, entdeckt man die ganze Seele, dem Beichtvater nur das, was Sünde iſt. Su dem Amte des Beichtvaters genügt ſchon weniger; von dem Seelenführer werden große Eigenſchaften gefordert. ———— XXIII. Eifer. „Wenn ihr aber bitteren Cifer und Hankſucht in euern herzen heget, ſo prahlet und huüget nicht wider die wahrheit. Denn das iſt nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, ſondern die irdiſche, tieriſche. teufliſche.“ (Jak. 8, 14. 15.) „Der Sorn des Menſchen tut nicht, was vor Gott gerecht iſt.“ (Ebendaſ. 1, 20.) 1. Der Seeleneifer iſt eine ſehr erhabene Tugend, und dennoch ſind unermeßlich die Sehler und Sünden, welche unter dieſem ſchönen Titel des Seeleneifers begangen werden. Man verübt das Böſe nie ſo ruhig, ſagt der heil. Sranz von Sales, als wenn man fälſchlich glaubt, man handle für die Ehre Gottes. it a3 mrim nht fur it ine d inn lijn. 1 w ſ lwnun 4Nn ſ denn tn — ſo 3. 8 re ber biteren ciit m n euem Perzen hegt, luget 7 ucht wid et Denn das von Pu oben enb wonnt teuf fſhe 3 14 65 5 iſc n N ut niht 3 0 thndn 1) eifer iſt ein ſit und dennoch ſih ehler und Süe m ſchönen litl& gen werden Mn nie ſo wuhig ſu n Sales, als wen aubt men ſol iſt nict Eifer. 256 2. Auch die heiligen ſelbſt haben in dieſem zarten Punkte zuweilen ſich verblenden laſſen, wie wir bei den Apoſteln Jakobus und Johannes ſehen, welchen Zeſus Chriſtus es verwies, als ſie gegen die Samari⸗ taner Seuer vom Fimmel verlangen wollten. 3. Man muß alſo das Gepräge dieſer ausgezeichneten Tugend auf⸗ merkſam prüfen; denn es gibt davon mehr falſche als echte Münzen. Es gibt einen unklugen, einen anmaßen⸗ den, einen ungerechten und bittern Eifer. Wir wollen dieſe Ausartungen und verirrungen in ihrer praktiſchen Anwendung unterſuchen. 4. In jeder Samilie gibt es Dor⸗ nen; denn jeder Acker, auch der beſte, bringt doch irgend ein Unkraut hervor. Der unkluge Eifer treibt dieſen Dorn unter dem Vorwande, ihn herauszunehmen, oft nur noch 256 Eifer. tiefer hinein, und macht dadurch die wunde nur noch tiefer und ſchmerz⸗ licher. „Nein, meine liebe Cochter“, ſchreibt der hl. Sranz von Sales,„ich kann nicht umhin, dir, was ich denke, mit⸗ zuteilen: bielleicht haſt du dieſem guten Vater und dieſem guten Gatten beranlaſſung gegeben, ſich um deine Andacht zu kümmern und ſich dagegen aufzulehnen; was weiß ich? Was gilt es, du biſt ein wenig zu haſtig und geſchäftig, und du haſt wohl ſelbſt ſie drängen und treiben wollen. wenn das iſt, ſo liegt darin ohne Sweifel die Urſache, daß ſie jetzt ſeit⸗ wärts ziehen. Man muß in dergleichen Sällen mit Behutſamkeit und Aberlegung zu Werke gehen.„Es gibt eine Seit zu ſchweigen“, ſagt der hl. Geiſt.(Ekhle⸗ ſiaſt. 3, 7.) Der erleuchtete Eifer redet nicht, als nur dann, wenn er erkennt, daß ſein Reden mehr nützt als ſein Schweigen. life ſe ung wit 3 vid ugen wit 3 ſibſt erſ det h Beſſe für i3 ine huuſct viht ſicht tter 3 Vohl 1 boen lir 6.1 ( lifer. ud mact dahurhi in u ſin Cifer. 257 5. Andere drängen ſich mit ihrem Eifer in andere Samilien ein, indem ſie mit Vorſchlägen und bverbeſſe⸗ rjhu rungen auftreten, aus denen Bitter⸗ t, was keit und Eiferſucht entſteht, und es icht haſt iin wird ſomit dann das Mittel, welches dieſem grten hat angewandt wird, weil es unklug iſt, te ſch un n weit nachteiliger als die Krankheit i ſelbſt, die geheilt werden ſoll. Der eii v u. erſſte Gegenſtand unſeres Eifers, ſagt und du hiſ n der heil. Bernhard, ſei unſere eigene und treiben weln. Beſſerung und das demütige Gebet ſo lig an u für die Beſſerung anderer. Es iſt he, daß ſie jehtit eine große Anmaßung, in anderer Hauſe den Apoſtel machen zu wollen, während man im eigenen Hauſe noch nicht einmal ein guter und erleuch⸗ dergleichen Siln und llber legung z . ks güöt ein öiu teter Jünger iſt. Der Eifer für das et hl. heif ſlil Wohl anderer iſt nicht verboten; ver⸗ r erleuchtet lin boten iſt's nur, daß man unklugem nur dann, wmt Eifer ſich hingebe. Reden meſti 6. wieder andere möchten aus n. Eifer, daß jedermann ihre eigenen huadrupani, Beruhigung. 17 Eifer. 258 Andachtsübungen auch für ſich wähle. Wer der Andacht des Ceidens Jeſu Chriſti oder des allerheiligſten Sakra⸗ mentes obliegt, möchte gerne, daß jedermann ſtundenlang zu den Süßen des Gekreuzigten oder vor dem Ferrn im Sakramente zubrächte. Wer die Kranken beſucht und fleißig in die Hoſpitäler geht, möchte gerne, daß alle Welt dieſer heilſamen Beſchäfti⸗ gung ſich ergebe. Das iſt kein er⸗ leuchteter Eifer. Martha und Mag⸗ dalena ſind Schweſtern, ſagt der heil. Auguſtinus, und dennoch betrachtet die eine, und die andere arbeitet. wenn beide ſich der Betrachtung hin⸗ gegeben hätten, ſo wäre niemand da⸗ geweſen, der für Zeſus und ſeine Jünger das Eſſen bereitet hätte. Ihre Betrachtung würde den göttlichen Meiſter genötigt haben, zu faſten. Dasſelbe gilt auch von den andern Werken der Srömmigkeit. Ein jeder gtt g ſoll 0hr lirs ig 1 han ſoch Sturg horſch Ungc „ Urſat e vot ſims in 8 ½ (hri Sh inde demn Eiſer. ugen auchfüſtn ndacht h des allerhelit gt, möchte ndenlag uhg 4 wi z ten oder wrhnin te zubricht pe cht un ſßig i 8 Lih it hi . 3 u weſtern ſigt u nd nnoch bet die andete ahit der Betuchun ſo wäre ninmb ur Jſus u n bereitet hůt uͤrde den götlt uch von den nn h 67 „* 3 N, möchte m Eifer. 259 ſoll dem Antriebe der vielfältigen göttlichen Gnade folgen, und das Auge, welches ſieht und nicht hört, ſoll ſich nicht beklagen über das Ohr, welches hört und nicht ſieht. „Ein jeglicher Geiſt lobe den berrn“, ſagt der Prophet.(Pſ. 160, 6.) 7. Der Eifer, welcher euch zu Handlungen verleitet, die, wenn auch noch ſo vortrefflich, aber nicht euerem Stande angemeſſen ſind und Unge⸗ horſam erzeugen, oder Störungen oder Ungelegenheiten in der Zamilie ver⸗ urſachen, iſt immer ein falſcher Eifer. Die heiligſten Dinge ſind verwerflich vor Gott, wenn ſie nicht in Uberein⸗ ſtimmung ſind mit den entſprechenden Pflichten eueres Standes. 8. Der heilige Paulus tadelt jene Chriſten, die ſich ihrer Meiſter und Sührer als eines Vorzugs rühmten, indem die einen mit Petrus, die an⸗ dern mit Apollo ſich brüſteten:„Iſt 17 — 260 Eifer. denn etwa Chriſtus geteilt unter euch? ſagt er; iſt denn etwa Paulus für euch ge⸗ kreuzigt worden? Seid ihr vielleicht getauft auf ſeinen Ramen?“(1 Ror. 3, 4 ff.) Dieſe tadelnswürdige Schwäche ſieht man oft bei ſonſt ganz ordentlichen Per⸗ ſonen ſich erneuern, die, um ihre eigenen Seelenführer als die heiligſten und gelehrteſten anzupreiſen, ſich kein Gewiſſen daraus machen, die anderen herabzuſetzen. Ein jeder iſt das, was er vor Gott iſt, und wir haben die Wagſchale des Peiligtums nicht, um die Gnade der heiligkeit und Weis⸗ heit anderer abzuwägen. Wenn ihr einen guten Seelenführer habet, ſo danket Gott dafür, und erweiſet ihm Ehrfurcht und Gehorſam; aber laſſet es euch nicht einfallen, euch zum Richter fremden berdienſtes aufzu⸗ werfen. Die Schmälerung des Der⸗ tauft taufſen Jor 3 4 7 Nij Schwäche ſiht nn n ordentlichn uern die un it hrer als die hei e heiiſn mzupreiſen ſc in machen, die anden njeder iſt des n und wir haben eiligtums nicht n eiligkeit un Mes uwägen. Wemih lenführer hahe ti , und etweiſt i horſam; aber iſ infalle ſ, euch herdienſtes uß mälerung ds Eifer. 261 dienſtes, das andern gebührt, iſt des⸗ halb gerade eine Derleumdung, vor der man ſich um ſo mehr hüten muß, weil ſie ſo wenig gefürchtet wird. 9.„Wenneuer Eifer bitter iſt“, ſagt der heilige Jakobus,„ſo iſt das nicht mehr die weis⸗ heit, die von oben herab⸗ kommt, ſondern die irdiſche, ſin iche efliſche(Jan 3, 15.) Dieſe apoſtoliſchen worte mögen jene Perſonen ſich wohl mer⸗ ken, die da fromm ſein wollen und dabei ſo leicht zum Sorne und zur Bitterkeit in ihrem Benehmen ſich hinreißen laſſen, weshalb man ſie denn auch gewöhnlich„Engel in der Rirche und Teufel zu Hauſe“ nennt. 10. Je duldſamer und liebevoller der Eifer iſt, deſto ſchätzbarer iſt er. „Du darfſt dich“, ſagt der heilige Sranz,„nicht darauf beſchränken, bloß fromm zu ſein und die Sröm⸗ 262 Cifer. migkeit zu lieben, ſondern du mußt die Srömmigkeit auch jedem liebens⸗ würdig, nützlich und angenehm machen. Die Kranken werden deine Srömmig⸗ Reit lieben, wenn ſie liebreich durch dieſelbe getröſtet werden; deine Za⸗ milie wird ſie lieben, wenn ſie er⸗ kennt, daß du ſorgſamer für ihr wohl, ſanfter bei vorkommenden Gelegenheiten, freundlicher beim Su⸗ rechtweiſen biſt, u. ſ. w.; dein Gatte, wenn er ſieht. daß in dem Maße, wie deine Srömmigkeit zunimmt, du auch herzlicher und zärtlicher in deiner Ciebe gegen ihn wirſt; deine Eltern und deine Sreunde, wenn ſie an dir mehr Gffenheit, Beiſtand und willfährigkeit für ihre Wünſche wahr⸗ nehmen, die mit denen Gottes nicht im Widerſpruche ſtehen. Rurz, du mußt dafür Sorge tragen, daß deine Srömmigkeit ſo viel Anziehendes als möglich beſitze. Darin offenbart ſich der wahre Eifer. Er iſt ein Rind der CLiebe und muß alſo ſeiner Mutter gleichen, welche, wie der heilige Paulus ſagt, ifer. ondern du ni auch jeden luh d angenehn nachn den deine Frönnin ſie liebteich Unt werden; Rin 3 eben, wen ſic orgſamer fir ih ei roromne undlicher bein 3. w. dein hut, ß in dem M, gheit zuninnt u nd zärtlichet ihn wirſt; din reunde, wen ſi heit, Beiſtan un hre Wünſche weh denen Gottes nih ſtehen. urz U tragen, daß dil el Anziehenes eb rin offenbar ſi d der liebe un Mutter in lige Pauls ſih Eifer. 263 geduldig iſt, gütig, nicht unbeſcheiden, nicht aufgeblaſen, nicht ſelbſtſüchtig. (1 Ror. 13, 4. 5.) 11.„Euer Eifer“, ſagt der heilige Sranz von Sales,„mache euch nie zu eilig in Bezug auf die Surecht⸗ weiſung anderer, die immer zu ge⸗ legener Seit geſchehen muß. Wenn ihr die Surechtweiſung verſchiebet, habet ihr immer noch Seit, dieſelbe ſpäter eintreten zu laſſen; wenn ihr aber zur ungelegenen Seit zurecht⸗ weiſet, machet ihr das Ubel, welches ihr zu heben beabſichtiget, nur noch ſchlimmer.“ 12. Ihr dürfet alſo immer, ſoviel ihr es vermöget, für das Wohl des Nächſten eifern, aber euer Eifer ſei nach der Unterweiſung der Päter beſchaffen; er habe die Wahrheit zur Grundlage, die Nachſicht zur Gefährtin, die Milde zur Sührerin und die Klug⸗ heit zur CLehrerin und Cenkerin. Cifer. Der gottſelige Senelon ſagt:„Ich ſoll das, was jeder CTag zu tun mit ſich bringt, nach Gottes An⸗ ordnung als das Werk betrachten, das Gott mir auferlegt, und mich demſelben auf eine Gottes würdige Weiſe widmen, das heißt, mit Pünkt⸗ lichkeit und Zrieden. Ich werde nichts vernachläſſigen, wegen nichts in Teidenſchaft geraten; denn es iſt gefährlich, entweder das Werk Gottes nachläſſig zu verrichten oder es ſich ſelbſt zuzueignen aus Eigen⸗ liebe und falſchem Eifer. Dann ver⸗ richtet man ſeine Handlungen nach ſeinem eigenen, beſonderen Sinne, man verrichtet ſie ſchlecht, man wird empfindlich, man erhitzt ſich, man will durchſetzen. Die Ehre Gottes iſt der Vorwand, hinter den ſich die Selbſttäuſchung verſteckt; die in Eifer verkleidete Selbſtliebe be⸗ trübt und ärgert ſich, wenn ſie ihr Siel nicht erreichen kann. c Gott, gib mir die Gnade, treu zu ſein in der Arbeit und gleichgültig über den Erfolg. Mein einziges Geſchäft iſt, zu wollen, was du willſt, und mitten 264 deren Sin orwand hinr — ete Selhſtliehe n. Die hu Eifer. in dem, was ich tue, mich in dir zu ſammeln; dir hiegt es ob, meine ſchwachen Bemühungen mit der Srucht zu ſegnen, die dir beliebt; mit keiner, wenn du nicht willſt.“ XXIV. Beharrlichkeit in der Befolgung dieſer Anweiſungen. „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt haſt und dir anvertraut worden iſt; denn du weißt ja, von wem du gelernt haſt.“(2 Tim. 3, 14.) 1. An dieſen Belehrungen hat derjenige, welcher ſie geſchrieben hat, durchaus keinen Teil; ſie ſind den gelehrteſten Heiligen und den größten Lehrern der Kirche entlehnt, und des⸗ halb auch ganz zuverläſſig. Ver⸗ bleibet alſo unwandelbar, ſowohl in betreff der Uberzeugung, als auch ihrer Befolgung dabei ſtehen. it yndig. werdet ſrzns zu K veſen 6iles. eiſzige! ſnib hricht 3 ſchft, 3 ſemtns Klarhes wiſter Renge bhant ohne de ie Be wotwen die Fe 1 vnmt ſudre XIr. in de Pijln lnweijungen et N bei den ws dir anvertraut v 1 eißt ja, von wen ( lin 3, 1) Belehrungen ſ r ſie geſchtiehen h Ceil; ſie ji e gen und den giiſtn he eulnt dmb z zuwerläſig lo andelbar ſowohli tzeugung a u dabei ſtehen. Beharrlichkeit ꝛc. 267 2. Wenn ihr alles das, was ihr leſet oder höret in Schriften oder Predigten, auf euch anwenden wollt, werdet ihr nie den Frieden des Herzens haben. Der eine wird euch zur Rechten, der andere zur Linken weiſen, ſagt der heilige Zranz von Sales. Die Weisheit iſt nur eine einzige, aber die darüber lehren und ſchreiben, ſind viele. Einigen ge⸗ bricht es an umfaſſender Wiſſen⸗ ſchaft, andern fehlt es an LCebens⸗ kenntnis, andern an Zrömmigßheit, Rlarheit und Beſtimmtheit. Die meiſten preiſen und rühmen, zur menge redend, die Gegenſtände, die ſie behandeln, Abtötung, Zaſten, Buße, ohne die Mittel zur Ausübung oder die Beweggründe gerechtfertigter und notwendiger Entbindung davon an die Hand zu geben; denn gar oft kommt es dabei auf Rüchſichten be⸗ ſonderer Perſönlichkeit an. 268 Beharrlichkeit ꝛc. 3. Möget ihr alle die guten Lehrer und Bücher ſchätzen und achten; aber in Bezug auf die Anwendung und Ausübung deſſen, was ſie euch lehren, höret nur euern Seelenführer an, der euch nach der Weisheit der Heiligen Rat erteilt hat. 4. Deshalb ſagt der heilige Sranz von Sales, daß man unter zehn⸗ tauſend ſich einen Seelenführer und Ratgeber wählen, dann aber uner⸗ ſchütterlich feſt an ſeinem Rate halten ſolle. 5. Ohne ſolche Zeſtigkeit werden die Bücher und die Predigten eine Quelle peinlicher Zweifel und bitterer Beunruhigungen für euch werden, und deshalb zum wirßklichen Nachteil für euren Geiſt, weil ihr auf euch be⸗ ziehet, was für euch gar nicht paßt. 6. Merket euch im allgemeinen, was der hl. Philippus Neri zu ſagen pflegte, nämlich, daß er diejenigen k nichn ſ nehr 0n 1 hefolge Nr ſe 3 Wewe hehen 3 l. u3 h vn hl. le di helehrſ ung l ſchefen „ im hottee blez3 Beharticht: unn at ſhäten un in uf die 1 mn eſſen, was f ſte etn ern Serlefflhur uh det Weisheit h ſih hat. ald ſagt der elgzn daß man un einen Se uniin ählen, dan ce feſt an ſeinen z ſi phili W ſei ſ i nli ich, d unn ſchaften, die erforderlich ſind, licher zweiftl wit 3 für 4 2 3 uf a et euch in el ½ Beharrlichkeit ꝛc. 269 Bücher ſchätze, deren Verfaſſer Keilige ſind, weil dieſelben auch von Gott mehr erleuchtet ſind. 7. Wenn ihr dieſe Belehrungen efolget, ſo werdet ihr nicht etwa den, der ſie geſchrieben, zu euerem ſichern wegweiſer und tröſtenden Zührer haben, ſondern die Heiligen ſelbſt, den hl. Auguſtinus, den hl. Thomas, den hl. Philippus Meri und ganz beſonders 6 den hl. Zranz von Sales, in welchem alle die große Feiligkeit, die große Gelehrſamkeit und die große Erfah⸗ rung bewundern, jene drei Eigen⸗ um einen großen CLehrer in der Kirche Gottes und einen ſichern Sührer der Seele zu bilden. —— Unhang. Andachtsübungen und Gebete. ——— Morgenandacht. (vom heiligen Sranz von Sales.) h mein Gott und Berr, ich bete dich an aus dem tiefſten Grunde meines Herzens und danke dir für alle Gnaden und Wohltaten, die du ſeit dem erſten Augenblicke meines Cebens mir verliehen haſt. Beſonders danke ich dir für meine Erhaltung während der verfloſſenen Nacht. Kimm dafür mein Kerz mit allen ſeinen guten Vorſätzen und Entſchlüſſen als hpfer an, womit ich das heiligſte Opfer verbinde, welches mein gött⸗ licher Erlöſer, Jeſus Chriſtus, am Stamme des heiligen Kreuzes dir dargebracht hat. Schenke mir, 0 hut 3 ſln n ringe 8 vinet* zir 8 Shwi giht 1 8 dn nih nir d weiden wlen Nheit 3 beenß ſ in die Und des ir Ren 6 blcet af n daß ic vchar lien der 63 ſpile 3 Anhanz sübu S ud ich ugeut gen Franz bon Su Gott und hen i us und dan h — n Mr taten ſi i ſten Augelů ut verliehen haſ his i 6 i ir fur meine verfloſſe. en h 1 perz m l i zen um ni 14 N won it ich des nde, welches m & iun: 4 4 Schen Morgenandacht. 271 Gott, die Gnade, daß ich den heutigen Cag nach deinem Wohlgefallen zu⸗ bringe. Was ich tue, werde ich zu deiner Ehre verrichten und aus Liebe zu dir. Stärke mich darum in meiner Schwäche, wende ab von mir alle gefährlichen Verſuchungen, und ſollte es deiner göttlichen Weisheit gefallen, mich heute zu prüfen, o ſo verleihe mir die Rraft, daß ich alles ver⸗ meiden könne, was deinem heiligſten Willen entgegen iſt. Segne meine Arbeiten, liebſter Vater! laß mich bedenken, daß dein allſehendes Auge in die Tiefe meines Rerzens dringt, und daß ich einſtens von jedem Worte dir Rechenſchaft ablegen muß. G Zeſus, mein göttlicher Erlöſer, und du, o heiligſte Mutter Maria, blicket am heutigen Tage huldreichſt auf mich herab und ſtehet mir bei, daß ich in meinen guten Vorſätzen verharre. Auch du, mein heiliger Schutzengel, wolleſt mich fernerhin leiten auf dem Wege der Tugend und der Gottſeligkeit. Bittet für mich, ihr Heiligen, auf daß ich eurem Bei⸗ ſpiele nachfolge. Amen. Morgenandacht. Ich glaube an Gott den Vater ꝛc. Vater unſer ꝛc. Gegrüßet ꝛc. 272 Geiliger Liebesbund mit dem heiliglten Perzen Seſu. (Pon der hl. Gertrud.) 6 Gott, du mein Schöpfer und Herr! du kennſt mein verlangen, und mein Seufzen iſt vor dir nicht ver⸗ borgen. Ich verlange, ohne Unterlaß meinen Geiſt und mein Gemüt mit deinem Cobe und Preiſe zu beſchäf⸗ tigen. Weil aber die Armſeligkeiten des gegenwärtigen Cebens das nicht zulaſſen, ſo möge mein wille das Werk erſetzen. Su dem Ende mache ich nun folgende ausdrückliche Be⸗ ſtimmung und Willensmeinung: Sooft ich heute(in dieſer Woche) zum Kimmel aufſchaue, will ich dich damit beglückwünſcht und mich mit dir gefreut haben wegen deiner un⸗ endlichen Vollkommenheiten, daß du biſt, der du biſt: der höchſt Mächtige, Weiſe, Gütige und Gerechte. Sooft ich das Auge ſchließe oder öffne, will ich damit alle Werke und Handlungen, welche dein eingeborner 1— zr 3 erſch loben 6 tate mer ſeſ ale haſt d haben n laß 1 Kin Chri 1 ( 3 iorgenanh an hott d e egtijtn 4 iebesbunh ni n erzen de der hl. bertrud) ſu u mein Stihinn i nein helunt iſt vor di in verlange, chu und mein int und preiſe zu hi abet die mſ tigen Lebens i möge mein lt ön den Un ene aeri d Willensmeimn heute in dijr wünſcht ud ihn haben wegen nun lkommenheien M e und hericht. damit alt u welche dei inn hut —————— w Abendandacht. Rnbetung und Dankſagung. 0 gütigſter Gott und Herr, mein Erſchaffer, Erhalter und Erlöſer! dich lobe und preiſe ich mit allen heiligen Engeln und Auserwählten, dir ſage ich kindlichen Dank für alle Wohl⸗ taten, welche mir heute von deiner unerſchöpflichen Güte wieder zuge⸗ floſſen ſind. Wie ſoll ich dir, o Herr, alles vergelten, was du mir getan haſt? Ceib und Seele, alle Fräfte und das Gute, welches ich heute getan habe, opfere ich dir auf in Vereini⸗ gung mit den Verdienſten Jeſu Chriſti. Caß dir, o Pater, dies Gpfer deines Kindes wohlgefällig ſein, durch Jeſum Chriſtum unſern Herrn. Amen. Gebet um Erleuchtung. Gütigſter Gott, Vater des ewigen Lichtes, der du jeden Menſchen er⸗ 18* C——, 276 Abendandacht. leuchteſt, welcher in dieſe Welt kommt, ſende einen Strahl deines heilſamen CLichtes in meine Seele, damit ich fähig ſei, mein Tun und Caſſen des heutigen Tages und mein Gewiſſen recht zu prüfen und mich für das zu erkennen, was ich in deinen Augen wahrhaft bin. Rühre auch mit deiner Gnade mein armſeliges Ferz, auf daß ich über meine begangenen Zehler und Nachläſſigkeiten innig zerknirſcht werde, und hilf mir zu einer wahren und ſtandhaften Beſſerung, bevor der Tod mich vor deinen ewigen Richter⸗ ſtuhl ruft Heiligſte Jungfrau, Suflucht der Sünder, und alle lieben Engel und Heiligen Gottes, erbittet mir Erhörung durch ZJeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen. (Erforſche dein Gewiſſen.) Reue und Vorſatz. h mein Gott und Perr, alle be⸗ wußten und unbewußten Sünden meines ganzen Lebens ſind mir leid und reuen mich aus dem innerſten Grunde meines Herzens; ich haſſe und verabſcheue dieſelben, weil ich dich ſi uds zin beſt ſind kon lieb hab. ſin Blu tritt kömt bart zeihn dit Jſui Unte nir; lebe lege org ſen mein eine helei dich endandacht, t in dieſe wil unt rahl deins ilnt ine Stle, dant n Cun w lan 6 sund mn zni n und nich fir g . s ich in deinn Mn * Rühre auch nit kn armſeliges hen u reine begangnen ht Reiten imig zuni lf mit zu tine wih en Beſſerung, barh deinen ewigen ſiſt — hiligſe Juj 0 Sünder, und al in 3 4 ¹ eiligen Hotts, ut durch Jun lhin Amen. in Gewiſen) und Porſt unbewun en Lbens jn m nich as dn nes ketes it eue dieſben — Abendandacht. 272 dich, meinen Schöpfer und ſtrengſten Richter, meinen liebreichſten Erlöſer und größten Wohltäter dadurch er⸗ zürnt, und verdient habe, von dir beſtraft zu werden; am meiſten aber ſind mir alle meine Sünden leid, weil ich dich, das höchſte, ſchönſte und voll⸗ kommenſte Gut, das ich über alles liebe, dadurch entehrt und beleidigt habe. Ich wünſche, daß ich nie ge⸗ ſündigt hätte, und daß ich mit meinem Blute und Ceben alle meine Sehl⸗ tritte und bergehungen austilgen könnte! Caß mich, o mein Gott und barmherzigſter Vater! Gnade und Der⸗ zeihung bei dir finden, die ich von dir durch die unendlichen Verdienſte Zeſu Chriſti zu erlangen hoffe.— Unter deinem Beiſtande nehme ich mir ernſtlich und kräftig vor, mein Ceben zu beſſern, alle nächſten Ge⸗ legenheiten und Gefahren zur Sünde ſorgfältig zu meiden und lieber tau⸗ ſendmal den Tod zu leiden, als dich, meinen liebenswürdigſten Gott, durch eine vorſätzliche Sünde aufs neue zu beleidigen. Um dieſe Gnade bitte ich dich durch Jeſum Chriſtum, deinen Abendandacht. vielgeliebten Sohn, unſern Perrn, und durch die unbefleckte Empfängnis und ſtete Sündenloſigkeit Mariä, ſeiner hochgebenedeiten, jungfräulichen Mut⸗ ter. Amen. Empfehlung in den göttlichen Schutz. In deine Hände, o Herr und Gott, empfehle ich meinen Ceib und meine Seele, meine Angehörigen, Eltern und Geſchwiſter und die ganze Menſchheit, beſonders aber die Notleidenden und Kranken. Auch empfehle ich dir mein Hab und Gut, mein Haus und alle, die darin wohnen. Laß hier herr⸗ ſchen Gottesfurcht und Srömmigkeit, Demut und Sanftmut, Sriede und Cintracht, Keuſchheit und Reinigkeit. Beſuche, o Perr, dieſe Wohnung und vertreibe von ihr alle Nach⸗ ſtellungen des Seindes. Laß in ihr deine heiligen Engel wohnen, und dein Segen ſei immer über uns. Durch Zeſum Chriſtum, unſern Kerrn. Amen. Im Namen meines gekreuzigten Herrn Jeſu Chriſti begebe ich mich zur Ruhe: Er wolle mich ſegnen, re mi ndandacht Abendandacht. 279 Unſern Fern p e Enpfinene regieren, bewahren und zum ewigen gheit e Leben führen. Amen. unfrillihn ſi Kochgebenedeite Mutter meines Erlöſers, mein heiliger Schutzengel und ihr, meine heiligen Patrone, bittet für mich Sünder und bewahret guz getlichen mich vor allem Uebel jetzt und in der Stunde meines Todes. Amen. de, o ßerr udh G Gott der Barmherzigkeit! ſet inen Leib unh nit auch gnädig den Seelen, die noch im gehörigen Eluen i Reinigungsorte leiden. Endige ihre die ganze Merſchi Schmerzen und führe alle, für welche die ſotleidenden u Fi 8 ſchuldig bin, in die ewige mpfehle i jt ſo Uhe. men. Herr Jeſu Chriſte! in deine Hände 1 en. Laß ſit m empfehle ich meinen Geiſt. t und Srnnii Vater unſer ꝛc Gegrüßet ſeiſt du, 1 nftmut rice Maria ꝛc. Ich glaube an Gott den heit und Feinigit bater ꝛc. err, dieſe Wohnn von ihr alle ſh eindes. laß iiſ gel wohnen u r über uns. M unſern perrn. Unu meines geirlj ſti begebe ich ni wolle mich ſn Meßandacht. (Kach dem hl. Alfons von Liguori.) Vorbereitungsgebet. G unendlich großer, heiliger Gott! Ich armer Menſch erſcheine vor dei⸗ nem Altare, um dem göttlichen Gpfer der heil. Meſſe beizuwohnen. Dieſes Gpfer iſt allein deiner Majeſtät würdig, weil es dein eingeborner Sohn ſelbſt iſt, der da geopfert wird. In bereinigung mit jener vollkom⸗ menſten Meinung, mit der ſich dein geliebteſter Sohn zu einem Opfer für uns dahingegeben hat, opfere ich dir dieſe heilige Meſſe auf zur Anbetung und Derherrlichung deines allerheilig⸗ ſten FKamens, zur Dankſagung für alle mir bis jetzt erwieſenen Gnaden, zur Genugtuung für alle meine began⸗ genen Sünden, zur Erlangung aller mir eßandacht. . Alſons von ligun eitungsgebet großer, helig it enſch erſchein uh n dem götllichenht beizuwohnn llein deiner M es dein einztn „der da geoyſtt m g mit jenet w ung, mit der ſh hn zu einen ljjt ben hat, oyſen ihi leſſe auf zu hün hung deines li zur Danlſaun i eßt erwiejenen un g fut ale nir i zur Crlannzum Meßandacht. 281 notwendigen Gnaden, zur Filfe und zum Troſte derjenigen, für welche ich zu beten beſonders ſchuldig bin, be⸗ ſonders dieſer CLebenden. und dieſer Verſtorbenen. Bereite, o Gott, mein Ferz, reinige meinen Geiſt, löſche aus meine Sünden, damit ich bei dieſem heiligſten Gpfer würdig erſcheine. Bum Staffelgebete. Ich bekenne Gott, dem Allmäch⸗ tigen, Mariä, der allerſeligſten Jung⸗ frau, dem ſeligen Erzengel Michael, dem ſeligen Johannes dem Täufer, den heiligen Apoſteln Petrus und Paulus und allen Keiligen, daß ich viel geſündigt habe mit Gedanken, Worten und Werken, und zwar durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld; daher bitte ich die allerſeligſte Jungfrau Maria, den ſeligen Erzengel Michael, den ſeligen Johannes den Täufer, die heiligen Apoſtel Petrus und Paulus und alle Heiligen, daß ſie für mich bei Gott, unſerm Ferrn, bitten wollen. Amen. 282 Meßandacht. Der allmächtige Gott erbarme ſich unſer und vergebe uns unſere Sünden und führe uns zum ewigen Ceben. Amen.— Der allmächtige und barm⸗ herzige Herr verleihe uns die Ver⸗ gebung, Losſprechung und Nachlaſſung unſerer Sünden. Amen. Zum Fyrie eleiſon. Kerr, erbarme dich unſer! Chriſte, erbarme dich unſer! FBerr, erbarme dich unſer! BZum Gloria. Ehre ſei Gott in der Höhe und Sriede den Menſchen auf Erden, die eines guten Willens ſind. Wir loben dich, wir preiſen dich, wir beten dich an; wir verherrlichen dich, wir danken dir wegen deiner großen Perrlichkeit; Herr, Gott, himmliſcher König! Gott, allmächtiger Vater! Ferr Jeſu Chriſte, du eingeborener Sohn! Berr, Gott, du Camm Gottes, Sohn des Vaters, der du hinwegnimmſt die Sünden der welt, nimm an unſer Gebet! Der du ſitzeſt zur Rechten des Vaters, er⸗ barme dich unſer! Denn du allein biſt alli ch der — Keßandacht. htige Gott erbamſ debe urs unſen it * zun epinl almächtige udh verleihe uns di i — S — — 8 6 n. Amen. iwrie eleiſon. me dich unſer! C nſer! ßerr, er m Gloria. Gott in der Fih lenſchen auf(h Pillens ſind. W eiſen dich, wit errlichen dich w einer großen ien himmliſchet Kö rVater! ſer J rener Sohn! in Gottes, Sohn s! wegnimnſt dir dit im an unſt i zut Rechten e ch unſer! Mn 6 echung und nachi“ —— meßandacht. 283 biſt heilig, du allein biſt Herr, du allein biſt der Allerhöchſte, Jeſu Chriſte, mit dem heiligen Geiſte in der Herrlichkeit Gottes des Daters! Amen. Bum Gebete. Allmächtiger, ewiger Gott! erhöre das Gebet deines Volkes und wende dein heiligſtes Angeſicht nicht von uns ab wegen unſerer Sünden. Er⸗ höre gnädig das Gebet deines Dieners, des Prieſters, der für das Feil deines Volkes bittet, und gib, daß wir das⸗ jenige, was wir mit Vertrauen von dir begehren, von deiner Barmherzig⸗ keit erlangen, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Zur Epiſtel. mein Gott! ich bete deinen heiligen Geiſt an, welcher aus den Propheten und den Apoſteln geredet hat und jetzt noch immer durch die heilige Kirche redet. Ich nehme mit Ehrfurcht und Demut alle Cehren und Unterweiſungen an, die mir die heilige Kirche durch ihre Prieſter gibt. 284 Meßandacht. berleihe mir, o Gott! daß ich alle ihre Cehren und Unterweiſungen be⸗ folge und nach denſelben lebe, durch Zeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Sum Evangelium. Göttlicher Feiland! wie groß iſt deine Liebe, daß du ſelbſt auf die Erde als Lehrer kommen wollteſt, um uns den Weg zum Fimmel zu zeigen. Gib mir die Gnade, daß ich jene Wahrheiten, die du gepredigt haſt, mit Demut anhöre; erleuchte meinen berſtand, daß ich ſie erkenne, erneuere mein Ferz, daß ich mich deines heil. Evangeliums niemals ſchäme, ſondern dasſelbe ſowohl mit Worten als durch Werke bekenne, der du lebſt und re⸗ gierſt in Ewigkeit. Amen. BZum Credo kannſt du das Apoſtoliſche Glaubensbekennt⸗ nis beten. Ich glaube an Gott ꝛc. Bur Opferung. Kimm an, o unendlicher, heiliger Dater, allmächtiger und ewiger Gott! leßandacht o Goit! daß daß i nd lnen 3 denſelben lehe unſemßem w . — — Svangelium deiland! wie du ſelbſ ufet men wolleſ n n Fimmel j zi önade, iu ſ e du gerig i öre; erlecht nin ch ſie erkeme, mun ich mich densi emals ſchäne ſe mit Worten cb der du lbſ n eit. Amen. m Eredo us beten. an Gott 1. Opferung. unendlicher ſilh iger und wign it — Meßandacht. 288 dieſes Opfer, welches dir der Prieſter für uns darbringt. Ich glaube feſt und unbezweifelt, daß es in den wahren Ceib und in das wahre Blut Chriſti werde verwandelt werden. Rimm dieſes Gpfer an, o himmliſcher Vater! zur berherrlichung deines heiligſten Namens, zur Verſöhnung meiner Sünden, zur Dankſagung für alle mir verliehenen Gnaden, zur Er⸗ langung neuer Wohltaten und be⸗ ſonders der Mittel, die mir zur Seligkeit notwendig ſind. So auch für alle geiſtlichen und weltlichen Obrigkeiten, für Sreunde und Zeinde, für alle lebenden und abgeſtorbenen Chriſten. Amen. BZum Yrate fratres. Der Kerr wolle dies Gpfer von deinen händen zum Cobe und zur Verherrlichung ſeines Mamens, wie auch zu unſerm und ſeiner heiligen Kirche Nutzen annehmen. Bur Bräfation. Es iſt höchſt billig und recht, pflichtmäßig und heilſam, daß wir zu allen Seiten und an allen Grten 286 Meßandacht. dich dankbar preiſen, heiliger Herr! allmächtiger Vater! ewiger Gott, durch Jeſum Chriſtum, unſern HFerrn, durch welchen die Engel deine Maje⸗ ſtät loben, die Fimmelsfürſten ſie anbeten, die Mächte vor ihr zittern, die Himmel und die Rräfte des Fim⸗ mels ſamt den ſeligen Seraphim ins⸗ geſamt mit Srohlocken preiſen. Mit dieſen laſſe auch unſere Stimme zu dir gelangen, die wir in tiefſter Ehr⸗ furcht bekennen und rufen: heilig! heilig! heilig iſt der Kerr, Gott Sabaoth! Fimmel und Erde ſind ſeiner Herrlichkeit voll: Hoſanna in der Föhe! gebenedeit ſei, der da kommt im Mamen des herrn, Hoſanna in der Höhe! SBum Fanon. Wir bitten dich inſtändig, o gütig⸗ ſter Vater! wir flehen zu dir durch Zeſum Chriſtum, deinen Sohn, unſern Herrn, daß du dieſe Gaben, dieſe Ge⸗ ſchenke, dieſe heiligen, unverſehrten Opfer gnädig annehmen und ſegnen wolleſt. wir bringen ſie dir vorzüg⸗ lich dar für deine heilige, katholiſche ale ſ un w ſe 1 reicr 37 CK an 9 ½ „ ſer Fundacht reiſen, heilin in ater! enig t itum, unſen ſen e Engel in Ni nneljiri ſ ie vor ir n die Rriſte he in ligen Snyfnit locen yuin ſi unſere Stime 1 wir in üfſr ih und nfen: ſi ſtdet ſen i iel und(we ſ voll: ßeſum edeit ſei, de des Fetm ſejm ſanon. inſtändig o gih lehen zu it jut einen Sohn, uin e Gaben, diſe h. gen, Unetſn ehmen und ſn en ſie dir wrſ ilige kuthelit —ͤ——— 4.— Meßandacht. 289 BZur Konſekration. Ich glaube, o Zeſu! daß du hier unter der Geſtalt des Brotes als Gott und Menſch wahrhaft gegenwärtig biſt; ich bete dich an als meinen Herrn und Gott mit tiefſter Ehrfurcht. — 0 Zeſu! dir lebe ich!— o Jeſu! dir ſterbe ich!— o Jeſu! dein bin ich tot und lebendig! Ich glaube, o Jeſu! daß du ſelbſt, daß dein koſtbares Blut, welches einſt als berſöhnungsopfer für uns Men⸗ ſchen am RKreuze vergoſſen wurde, unter der Geſtalt des Weines in dieſem Relche wahrhaftig und lebendig gegen⸗ wärtig iſt. Ich bete dich an, 0 heilig⸗ ſtes Blut meines Erlöſers, waſche und reinige mich von allen Sünden! Nach der Ronſekration. Wir erinnern uns, o Berr! an Chriſtum, deinen Sohn, unſern Herrn, an ſein beſeligendes Ceiden, an ſeine Auferſtehung von den Toten, an ſeine glorreiche Auffahrt in den Himmel, und bringen vor den Thron deiner erhabenen Majeſtät von deinen Ge⸗ ſchenken und Gaben ein heiliges, Guadrupani, Beruhigung. 19 Meßandacht. reines, unbeflecktes GOpfer, das heilige Brot des ewigen Cebens und den Relch des immerwährenden Heils. würdige dich, mit verſöhntem und geneigtem Angeſichte auf ſie Herabzu⸗ ſehen und ſie wohlgefällig anzunehmen, wie du mit Wohlgefallen aufgenommen haſt die Geſchenke deines Dieners, des gerechten Abel, das Opfer unſeres Erzvaters Abraham und das heilige hpfer und die unbefleckte Gabe, welche dir dein oberſter Prieſter Melchiſedech dargebracht hat. wir bitten dich flehentlich, all⸗ mächtiger Gott! laß dir dieſe Gpfer⸗ gabe durch die wände deines heiligen Engels auf deinen erhabenen Altar, vor deine göttliche Majeſtät bringen, damit wir alle, die wir durch die Teilnahme an dieſem Gpfer den hei⸗ ligſten CLeib und das heiligſte Blut deines Sohnes genießen, mit allem himmliſchen Segen und mit Gnade er⸗ füllt werden, durch denſelben Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Gedenke, o Herr! deiner Diener und Dienerinnen, welche uns mit dem Seichen des Glaubens voran⸗ ——————— (ßi der dan den ewi da rul de nö ſer 1 die 3 an Ay ½ pets tho all 3 ihr der um bel ſet ——— andacht. 6 3 das hiij Lebens un wie ſel. mit verſ ſin enm ichte auf ji hch lgefälig annhm gefallenufgum e deine nt das Opyje vi ham und is hih beflechte hehe ni Prieſter Mecie pände deines ſelh nen n u che M lajeſit in die wir u eſem cpun 6 das hel genießen m u egen undn it öute 5 * urch der ſelbnlhn“ —— Meßandacht. 291 gegangen ſind und im Zrieden ruhen. (wier nenne jene berſtorbenen, die du beſonders der göttlichen Barmherzigkeit empfehlen willſt, damit ihre Schmerzen gelindert, oder ſie aus dem Grte der Gualen in den Wohnſitz der ewigen Seligkeit geführt werden.) Derleihe, daß dieſe und alle, die in Chriſto ruhen, an den Grt der Erquickung, des Lichtes und des Sriedens gelangen mögen, durch denſelben Chriſtum, un⸗ ſern Herrn. Amen. Auch uns Sündern, deinen Dienern, die wir auf die Größe deiner Erbar⸗ mungen vertrauen, gib einen Anteil an der Geſellſchaft deiner heiligen Apoſtel und Märtyrer: des Johannes und Stephanus, Matthias, Barnabas, Ignatius, Alexander, Marcellinus, petrus, der Selicitas, Perpetua, Aga⸗ tha, Lucia, Cäcilia, Anaſtaſia und aller deiner Heiligen. Laß uns in ihre Geſellſchaft kommen, nicht aus Rückſicht auf unſere Verdienſte, ſon⸗ dern durch deine Gnade, durch Chriſtum, unſern Herrn, durch den du, o Gott, alles dieſes Gute ſchaffeſt, heiligeſt, belebeſt, ſegneſt und uns austeileſt. — Durch ihn, mit ihm und in ihm ſei dir, Gott, allmächtiger Vater, in 19* 5 292 Meßandacht. Einigkeit des heil. Geiſtes alle Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit 2c. Amen. Bum Pater noſter. Bete das Vaterunſer und hierauf: wir bitten dich, o Herr! befreie uns von allen vergangenen, gegen⸗ wärtigen und zukünftigen Uebeln, und durch die Zürbitte der ſeligen, glor⸗ reichen und unverſehrten Jungfrau und Gottes gebärerin Maria, der heil. Apoſtel Petrus und Paulus, Andreas und aller Keiligen, gib gnädig den Srieden in unſern Tagen, damit wir, durch den Beiſtand deiner Gütigkeit unterſtützt, von der Sünde immer frei und gegen alle Beunruhigung geſichert bleiben. Durch denſelben Chriſtum, unſern Ferrn, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert in Einig⸗ keit des heiligen Geiſtes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Wenn der Prieſter die heilige Koſtie bricht und einen kleinen Ceil derſelben in den Kelch fallen läßt, ſprich mit ihm: Die Vermiſchung des CLeibes und Blutes unſers Kerrn Zeſu Chriſti ge⸗ reiche uns, die wir daran teilnehmen, zum ewigen Leben. Amen. hin etb 5 unſe weit nen hin eud auft Glet nac& in un b dig 3 des heil 4 let nic un von dei zu we — wacht. eiſtes all chrin wigkeit 1. Inn er noſter. ſſer und hingf ert hein rgangenen, gin nftigen lebeln n det ſeligen go tſehrten wn Mari, b Paulue,7 ſn Cagen, dani ünt d deiner Gitizut er Sünde inn Ule Beunniz Durch derſhn errn, hnshh nd regierti 6 eiſtes von éwihht e ie heili 192 Foſtie in en ihm: des leibe U rn Jeju(hri daran teilnehn Amen. Meßandacht. 293 Zum Rgnus Dei und zur Kommunion. O du CLamm Gottes, welches du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erbarme dich unſer!(Dreimal.) Das drittemal ſage ſtatt: Erbarme dich unſer! Gib uns den Srieden! Dann bete weiter: Herr Jeſu Chriſte! der du zu dei⸗ nen Apoſteln geſprochen haſt: Ich hinterlaſſe euch den Zrieden, ich gebe euch meinen Frieden;— ſiehe nicht auf meine Sünden, ſondern auf den Glauben der Kirche, und erhalte ſie nach deinem Willen in Srieden und in Einigkeit, der du als Gott lebſt und regierſt in Ewigkeit. Amen. werr Zeſu Chriſte! Sohn des leben⸗ digen Gottes, der du nach dem Willen des Vaters und durch Mitwirkung des heiligen Geiſtes durch deinen Tod das CLeben der Welt gegeben haſt; befreie mich durch deinen allerheiligſten Ceib und durch dein allerheiligſtes Blut von allen Uebeln. Gib, daß ich immer deinen Geboten nachlebe und laſſe nicht zu, daß ich jemals von dir getrennt werde. Der du mit demſelben Gott 294 Meßandacht. Pater und dem heiligen Geiſte gleicher Gott lebſt und regierſt in alle Ewig⸗ kReit. Amen. wenn du während oder nach der heiligen Meſſe kommunizierſt, ſo kannſt du mit dem Prieſter noch folgendes Gebet verrichten: Herr Jeſu Chriſte! laß den Genuß deines CLeibes, den ich Unwürdiger zu empfangen wage, mir nicht zum Ge⸗ richte und zur Verdammung gereichen, ſondern bewirke, daß er mir nach deiner Gütigkeit zum heilmittel ge⸗ reiche, der du mit dem Dater und dem heiligen Geiſte gleicher Gott lebſt und regierſt in alle Ewigkeit. Amen. So will ich denn das himmliſche Brot koſten und den Namen des Ferrn anrufen. Dann ſprich dreimal mit dem Prieſter: KHerr! ich bin nicht würdig, daß du eingehſt unter mein Dach, ſondern ſprich nur ein Wort, ſo wird meine Seele geſund. Rlopfe dabei dreimal mit Demut an deine Bruſt.— Wenn du aber nicht kommunizierſt, ſo kannſt du die geiſtliche Kommunion ver⸗ richten. BZu den letzten Gebeten. Allmächtiger, ewiger Gott! ich dänke dir von ganzem herzen für andacht. iligen Geiſte gleh gierſt in alle Eu d oder nach der hin ſo kannſt du nih Gebet verrichten iſte! laß den in nich Unwürih , wir wicht zu dammung ge e, daß er n tzum ſdeilni mit dem bi eiſte gleicher bel alle Cwigheit h ch denn das ſim nd den ſamenkt dreimal mi den h bin nicht n unter mein M ein Wort, ſo m d. 5) en letzen 5 ————— Meßandacht. 295 alle mir erwieſenen Gnaden und Wohltaten, vorzüglich aber dafür, daß du uns deinen Sohn zum Verſöhnungs⸗ opfer und ſeinen Ceib und ſein Blut zur Kahrung unſerer Seelen gegeben haſt. Behüte mich gnädigſt, daß ich nie unwürdig dem heiligſten Meß⸗ opfer beiwohne und dieſe allerheiligſte Speiſe niemals unwürdig genieße, durch denſelben Chriſtum, unſern Herrn. Amen. BZum Segen des Prieſters. Caß dir, o allerheiligſte Dreifaltig⸗ keit, den vollbrachten Dienſt des Prieſters gefallen, und nimm das GOpfer, das wir dir dargebracht haben, gütig an, damit es uns allen, für die es dargebracht worden iſt, zur Ver⸗ ſéhnung und zum heile gereiche, durch Chriſtum unſern errn. Amen. Es ſegne uns der allmächtige Gott, Vater, Sohn und heiliger Geiſt. Amen. Zum letzten Evangelium. Jeſu! ewiges Wort des Daters, du wurdeſt Menſch aus Ciebe zu uns. Ich bete dich an, ich vertraue auf 296 Meßandacht. dich, ich liebe dich; du kamſt auf die welt, um uns den Weg des ewigen CLebens zu zeigen. Ceite mich, du wahres Licht der Welt, daß ich in den Sinſterniſſen dieſes CLebens nicht irre, ſondern nach deinem Lichte heilig lebe und ſelig ſterbe. Gebet nach der heiligen Meſſe. Gütigſter Gott! ich danke dir, daß du mich an dieſem heiligſten Opfer haſt Anteil nehmen laſſen. Derzeihe mir alle dabei begangenen Sehler der Serſtreuung. Ich faſſe den feſten Entſchluß, keine Sünde mehr zu be⸗ gehen und in Gedanken, Worten und werken ſo behutſam zu ſein, daß ich die Zrüchte des heiligen Meßopfers nicht verliere. Segne mich, allmäch⸗ tiger, ewiger Gott! zu meiner Arbeit. Jeſu und Maria, meine Ciebe in Ewigkeit! Amen. —————— eßandacht. dich; du unſch den Weg nin igen. Leit nit der Well, kß t en dieſes lehs ach deinen ſihtſt 1 ſterbe. der heilignz Gott! ich dnt uehmen kſjn ln ei begannnt —* emne Sünde nt edanin m Beichtandacht. Vor der Beichte. Bitte um die göttliche Grleuchtung. Allwiſſender Gott, himmliſcher Vater, laß mich erkennen und bereuen all meinen Ungehorſam gegen deinen heiligen Willen.— Unbeflecktes Kerz Jeſu, vollkommenſter Tempel des heiligen Geiſtes! ſende auch in mein Herz einen Strahl des göttlichen Cichtes, damit ich meine Sünden recht erkenne, vollkommen bereue und dem Prieſter als deinem Stell⸗ vertreter vollſtändig und demütig beichte.— Gott heiliger Geiſt, er⸗ leuchte meinen Verſtand, um all meine Sünden nach Sahl und Schwere zu erkennen, erweiche mein hartes Ferz, 298 Beichtandacht. damit ich ſie hinlänglich bereue, zer⸗ knirſcht und aufrichtig beichte und mich beſſere. Reue und Vorſatz. (vom hl. Alfons von Liguori.) Liebſter Vater im Fimmel; ich bereue von Grund meines Ferzens meinen Ungehorſam gegen deine hei⸗ ligen Gebote, meine ſchreckliche Un⸗ dankbarkeit. Ich verabſcheue meine Sünden, weil ich von dir, meinem gerechten Richter, dafür ſcharf ge⸗ ſtraft zu werden verdiene. Ach, ich habe durch die Sünden deine Gnade und das Recht auf den Fimmel ver⸗ loren: ich habe die Fölle mit ihrer ſchrecklichen Qual verdient. Doch hauptſächlich deshalb ſchmerzen mich meine Sünden, weil ich dir, o gütig⸗ ſter Vater, ſo undankbar geweſen bin, deine unendliche Ciebe und Güte verachtet habe. G mein heiland, du haſt einſt die Sünder ſo liebreich aufgenommen, wenn ſie nur den ernſten Willen zeigten, ſich zu beſſern; ſollteſt du mein von Reue durch⸗ drungenes Ferz von dir ſtoßen? Du und— N Aons vo on li Hrund horſam gih meine ſntlt i Jch bel chi 0 il ich vn h * 1& * cht lel, daf ür 0 eden vere di 1e Sünden dt * ai den in du wi ſo dn ir unendli ichel uh abe. 0 muj die Sd men⸗ wen nzeigten ſt U ein vo — M Kh 4 — erz vo d Beichtandacht. 299 haſt dein heiligſtes Blut am Rreuze vergoſſen für die ſündigen Menſchen, biſt auch für mich geſtorben: darum wirſt du mich nicht verſtoßen, der ich mit dem Beiſtande deiner gött⸗ lichen Gnade mein Ceben ernſtlich beſſern will. Ich will dich nie mehr beleidigen, kein Mebel ſo ſehr fliehen, als die Sünde, gern tun und leiden, was dir wohlgefällig iſt. Gib mir die Gnade, fernerhin mit größter Treue dir zu dienen. Amen. Bitten um Perzeihung. (Aus dem 50. Pfſalm: Miſerere 2c) Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Menge deiner Erbarmungen tilge meine Miſſetat.— Mehr und mehr waſche mich von meiner Un⸗ gerechtigkeit und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Uebeltat. Dir allein habe ich geſündigt und Böſes vor dir getan. — Wende ab dein Angeſicht von meinen Sünden und löſche aus alle meine Vergehungen. Erſchaffe in mir ein reines Berz und erneuere in 300 Beichtandacht. meinem Innern den rechten Geiſt. — Verwirf mich nicht vor deinem Angeſichte, und deinen heiligen Geiſt nimm nicht hinweg von mir; gib mir wieder die Sreude meines Heiles! Bitten un Marin und die Beiligen. Seligſte Jungfrau, Teilnehmerin an den liebevollen Geſinnungen deines Sohnes, Sürſprecherin und Suflucht der Sünder! Trage mein Zlehen deinem Eingeborenen vor, daß er ſich meiner erbarme und die Macht ſeiner Gnade an mir durch eine gänz⸗ liche Umänderung meines Sinnes und Wandels beweiſe. Amen. Ihr Heiligen Gottes! beſonders ihr, die ihr auf dem Wege der Buße und der Beſſerung den hohen Grad von Srömmigkeit und Vollkommen⸗ heit erreicht habt, welchen die Mit⸗ genoſſen eurer Seligkeit auf dem Wege der Unſchuld erreichten, bittet für mich bei Gott, daß auch meine Buße und Beſſerung der Anfang eines CLebenswandels ſeien, welcher, „ ti Aandacht. den rechten i nicht vor kn einen heiign ie weg von nir etede nit — lurin un di ihen. rau, Teihnehnen Geſinnungen deit erin und öi age mein Sihn len vor, daß e e und die ſut r durch ein ziß teines Simes n Amen. zottes! beſones Wege der Uh den hohen hul ind bolliomn welchen die M igkeit auf n erreichten, bitt daß auch min ig der Afn ſeien, welhe, Beichtandacht. 801 wie der eurige, von Tugend zu Tu⸗ gend fortſchreitet. Amen. Die heilige Beichte ſuche ſo gut und auf⸗ richtig abzulegen, als ob es die letzte deines CLebens wäre, deine letzte vor dem Gerichte. Rach der heiligen Beichte. Dunkſagung. (Aus pſalm 102.) CLobe, meine Seele, den Kerrn, und alles was in mir iſt, ſeinen heiligen Famen. vergiß nicht all ſeine Wohl⸗ taten; der all deine Miſſetat ver⸗ gibt, all deine Schwachheit heilt; der vom Untergange erlöſt dein Leben, der dich krönt mit Gnade und Er⸗ barmung; der dein Verlangen mit Gütern erfüllt, daß deine Jugend ſich erneuert, wie die des Adlers.— Der Herr iſt gnädig und barmherzig, lang⸗ mütig und von großer Erbarmung. Er hat uns nicht getan nach unſern Sünden, uns nicht vergolten nach unſern vergehungen.— Lobet den Herrn all ihr ſeine Engel, die ihr gewaltig an Kraft, erfüllet ſeinen ſwillen! CLobe, meine Seele, den Perrn! 802 Beichtandacht. Zum heiligſten Herzen Zeſu. ich Gütigſter Jeſu, ſei geprieſen für vi deine große Barmherzigkeit! Die pum CLaſt meiner Sünden haſt du in das ſl Meer deiner Erbarmungen verſenkt 3 und dein irrendes Schäflein auf milden Schultern zu deiner treuen Herde zurückgetragen. Gebenedeit ſe 3½ dein göttliches Herz, das nicht auf⸗ hört, die Sünder barmherzig auf⸗ ——— ————— zunehmen, ihre Seelenwunden durch* das Gel deiner Gnaden zu heilen. 6 Mildeſtes Ferz Jeſu, das mir nicht mn vergolten nach meinen Sünden: dich will ich lieben ohne Ende und von at nun an mit höchſtem Sleiß und an⸗ ſi dächtiger CLiebe auf den Spuren deiner 6n Beiſpiele wandeln.—— Die ge⸗ 3 ringe Buße, die dein Prieſter und en Stellvertreter mir auferlegt hat, ver⸗ iche einige ich mit deinem heiligen Leiden und Sterben, mit den Bußwerken Jüt aller heiligen Büßer und Büßerinnen, de mit den Gebeten der heiligen Kirche huf z und mit ihrem täglichen allerhöchſten hei Gpfer deines CLeibes und Blutes.— ale Ciebreichſter Jeſu! ſegne meine Vor⸗ ichtandacht len henz u ſei geyr iſi darnſe ig inden haſt tug 1h nit uge vit wer Se u — ₰ℳ r in tin ohne Eme m 60 em Si un auf den zunhn — — — — — — — —— 7 £ —— zu bringen, Beichtandacht. 303 ſätze und beſiegele mein Kerz, daß ich aufrichtig und in beſtändiger Ciebe vor dir wandle, ſtets deiner göttlichen Wohltaten dankbar gedenke und da⸗ hin trachte, dein heiliges Wohlge⸗ fallen zu erlangen. Amen. Vater unſer ꝛc. Zur ullerſeligſten Zungfruu Marin. (Vom hl. Anſelmus.) Heiligſte Jungfrau, wolle meine Genugtuung in Dereinigung mit der unendlichen Genugtuung deines Soh⸗ nes Jeſu Chriſti und deinen hohen Perdienſten der göttlichen Gerechtig⸗ Erwirke mir die würdige Srüchte der Buße damit ich nicht mit einer halben Buße den Fimmel ſcheine täuſchen zu wollen, und nicht die Hölle über meine mangelhafte Beichte frohlocke. Erbitte mir von deinem lieben Sohne ein tugend⸗ haftes Kerz und die Weisheit der Heiligen, damit mein Wandel nach allen Geboten des Herrn kutveinſt werde. Amen. Ave Maria. keit darbringen. Gnade, Beichtandacht. Zum hreiligen Schutzengel. Engel Gottes, mein Beſchützer! da ich von der göttlichen Güte dir an⸗ vertraut bin, erleuchte und bewahre mich, leite und regiere mich Amen. (100 Läge Ablaß, Pius VII. „ iun zu es, mein ze göttlichen hün jto erleucht um inh tegiere nih jn 00 Lage Ablaf K N Beichtandatt ſhihn X Pertrauen und Kommunionandacht. 309 Worte erwecken in mir kindliches innigſte Sehnſucht, mich auf immer mit dir zu vereini⸗ gen. Ja, wie ein hirſch nach den Waſſerquellen, ſo verlangt meine Seele nach dir. So kRomm denn, mein barmherziger Keiland, der du reumütigen Sündern, Armen und RKranken und mit Mühſal Beladenen dich naheſt! In dir iſt vollkommener Zriede, wahre Ruhe, und außer dir nichts als Plage, Unruhe und Schmerz. Romm in dies ßerz, das nach dir verlangt; aber ehe du dich mir gibſt, will ich mich dir ſchenken. Sieh, ich ſchenke mich dir, nimm mich in dei⸗ nen Beſitz! Anrufung der Heiligen. Ihr heiligen Engel und Auser⸗ wählten des Himmels, ihr lieben Schutzheiligen, die ihr beſtändig in ſeliger Liebe des Allerhöchſten Willen tut, ſtehet mir bei in dieſer wichtigen Stunde und begleitet mich zu eurem Rönige, meinem Erbarmer. Bittet für mich, daß mein Perz rein, mit Tugenden geziert und ein würdiger 810 Kommunionandacht. Tempel des himmliſchen Rönigs werde! Du vor allem, reinſte Jungfrau, Mutter meines Erlöſers, erlange mir durch deine kräftige Zürbitte die Gnade, daß mein Ferz deinem Sohne eine wohlgefällige Wohnung ſei. Gib du mir deinen Jeſus, wie du ihn den frommen Firten, den heiligen drei Fönigen und dem alten Simeon ge⸗ geben haſt.— Und du, hl. Joſeph, der du gewürdigt worden biſt, den welterlöſer auf deinen Armen zu tragen, ihn zu ernähren und von ihm zärtlich geliebt zu werden, er⸗ flche mir ein reines, ſchuldloſes Herz, damit er mich nicht verſchmähe. Komm, o Jeſu, ſei mein beiland und mache mich ſelig! Amen. Nach der heil. Kommunion. Lob- und Daunkgebet. So lobet denn alle Geſchöpfe den Herrn, preiſet und verherrlichet ihn mit mir in Cwigkeit! Ihr Engel und Erzengel, ihr Kräfte und Perr⸗ ſchaften, ihr Sürſtentümer und Mächte, — ſ reinſt Jnſu krläſets 8, cuhn äftige ichii ßetz d men s 3 e E ohung ſü 6t ſus, wie ſu ihn de elien hi walten Si Sinen nd du, hl. u gt wotin hiſ i deinen Mmn ermähren ud m ebt zu wer den 3, ſchul lloſes ſer nicht be tichn nit ei mein beilan w Anen. ommunin Danhgrtt. alle heſchiyſt ſe de d vetherlihe in akeit! NM b Kräſte u ſe ntnet wit Kommunionandacht. 311 ihr Thronen, ihr Cherubim und Sera⸗ phim, entflammt von der Liebe zu eurem Schöpfer, preiſet und verherr⸗ lichet ihn mit mir in Ewigkeit!— Ihr Apoſtel und Evangeliſten, er⸗ lauchte Begründer und Grundſäulen der heiligen RKirche Chriſti, lobet den Herrn, preiſet und verherrlichet ihn mit mir in Ewigkeit.— 0 glor⸗ reiches weer der Märtyrer und heil. Bekenner, ihr frommen und keuſchen Jungfrauen und alle Bewohner des heiligen Sion, lobet und verherrlichet ihn mit mir von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Wunder der Barmherzigkeit und Güte Gottes! JZeſu, meine ewige Sreude, du lebſt nun in mir und ich in dir! Wie ſoll ich dir die Wohltat deiner Heimſuchung vergelten! Su klein iſt des Menſchen Verſtand, dieſe Wohltat zu faſſen, zu gering ein Herz, dich zu lieben, zu ſchwach eine Sunge, dich zu loben! Reinen ge⸗ ringeren Dank bin ich dir ſchuldig, als daß ich ohne Vorbehalt mich ſelbſt ganz dir darbringe und ver⸗ lange, daß du allein in mir lebeſt. 312 Kommunionandacht. Tiebe und Aufopferung. c Jeſu, du ewige Liebe, könnte ich dich von ganzer Seele und ſo ſehr wiederlieben, wie du deſſen würdig biſt! Könnte ich dich lieben mit ſo inbrünſtiger Liebe, wie dich lieben deine Auserwählten und Peiligen im Himmel! Ich bitte dich, entzünde mein Berz mit dem Seuer deiner gött⸗ lichen Ciebe. Aus Liebe biſt du am Kreuze für mich geſtorben; laß auch mich erſterben in dir, damit du ewig lebeſt in mir. Rein von Sünden will ich von nun an mein Herz halten und auf alles gern verzichten, was mit deiner Ciebe nicht beſtehen Rann. Dieſes iſt das Gpfer, welches du von mir verlangſt: dieſes Opfer bringe ich dir. In dem heiligen Sakramente der Liebe haſt du heute dich ganz und ohne Vorbehalt mir geſchenkt, ganz und ohne Vorbehalt übergebe auch ich mich dir. Alle Rräfte meines Cebens und meiner Seele, mein Kerz und meinen willen opfere ich dir. Laß dies Gpfer dir wohlgefällig ſein; heilige dasſelbe und vereinige es mit mi dich unt 6et we S 6ez reis Se Er: m gen unionandacht d duſſnn ewige lihe ſ ijer Seele und ſſt ie du deſn pü ich dich ubeni dch luben ni ebe, wie iih hlten und ſilnn bitte dich eitih ℳ 3 1 em Seuer deie Aus fiebe biſ un ch geſtochen; i u in dir danit Un Rein von Sinen un mei ßet u gern verzchun u e nicht beſehun in dpyfer, welhe un dieſes Cyjet bi ligen Schrunt halt überghe ut Rräfte nens lt eele, mein ien opjer ih r wohlgiln i und verein ö — — —— —.———— Kommunionandacht. 313 dem großen Gpfer, welches du deinem himmliſchen Vater am Rreuze dar⸗ brachteſt. Laß nicht zu, daß die Sünde und die Welt abermals mich beherrſche, nachdem du mit deinem heil. Sleiſche und Blute mich geſpeiſet und von meinem Kerzen Beſitz ge⸗ nommen haſt. Schirme mich mit deiner ſtarßen Kand, daß der Zeind nichts über mich vermöge und ich in heiliger Creue für dich lebe und ſterbe. Bitte. G liebreichſter ZJeſu, du ewige Quelle alles Guten! um deine Gnaden mir reichlich mitzuteilen, biſt du bei mir eingekehrt. Geffne nun, ich bitte dich, deine freigebige wand gegen mich, und verleihe mir alles, wodurch meine Seele dir gefallen möge. Du weißt. was mir fehlt, du kennſt alle meine Schwächen. bertreibe aus meiner Seele alles, was dir mißfällig iſt, reinige meinen Ceib, heilige meine Seele, erleuchte meinen Verſtand zur Erkenntnis der Wahrheit, bewege meinen willen zur Uebung der Cu⸗ gend, vereinige dich innig mit mir 314 Kommunionandacht. und lebe allein in mir, damit auch ich in dir bleibe und allezeit dir allein lebe. Gib mir Demut, Reinheit des Herzens, Gleichförmigkeit mit deinem heiligen Willen, Stärke gegen böſe Gewohnheiten und Geduld, um alles Uebel, was mir widerfährt, um deiner Liebe willen zu ertragen. Allmächtiger Jeſu, nimm alles von mir, was die Wirkungen deiner Macht und Güte in mir hemmt; heile mich von aller Unlauterkeit und Un⸗ treue, und erfülle mich mit deiner Gnade und Weisheit. Unendliche Macht, unterſtütze meine GOhnmacht! Ewige Weisheit, erleuchte meine Sinſternis! Unermeßliche Güte, ſei nachſichtig mit memer Verkehrt⸗ heit! G Güte, o Ciebe, o Weisheit, wie ſpät habe ich dich erkannt, wie ſpät habe ich dich geliebt! G allerſeligſte Jungfrau, erlange mir bei deinem Sohne die Gnade, alle böſen Anfechtungen und Begier⸗ den, beſonders diejenigen, zu denen ich am meiſten geneigt bin, ſtandhaft zu überwinden und den Einſprechungen der Gnade gehorſam zu ſein. Erlange 6i en zun nonandacht. ir, danit u dalezet irclen nut, Reinheit e nigirit nit dinn Stärhe gegen bij Gedud, unl derfährt, un dei tragen. Jeſu, ninnls Wirhungen hint mir hemmt: heit lauterzeit ud In mich nit din unterſtite nin Weisheit erlurht nermeflichebit meiner Derkhr⸗ iebe, o Wehei ich erkamnt wi eliebt! ungfrau erln ohne die hu igen und Ri igen ju deni bin, ſtandheft j nEinſprchun zu ſein biln — — ——————————— Kommunionandacht. 315 mir und allen denen, für welche ich zu beten ſchuldig bin, diejenigen Gnaden, deren wir am meiſten be⸗ dürfen, um fromm zu leben und ſelig zu ſterben. Amen. Gebet des hl. Auguſtinus. G Kerr, mein Gott, gib meinem Kerzen, daß es immer nach dir ver⸗ lange, mit Verlangen dich ſuche, und ſuchend dich finde, und findend dich liebe, und dich liebend meine Sünden⸗ ſchuld tilge, und die getilgte nicht er⸗ neuere! Mein Gott, löſche in mir aus alles Gelüſten des Zleiſches und entzünde in mir das Seuer deiner Ciebe! Mein Erlöſer, nimm von mir den Geiſt des Stolzes und verleihe mir gnädig den Schatz deiner Demut! Mein Beiland, nimm von mir die Ceidenſchaft des Sornes und gib mir die Tugend der Geduld! Mein Schöpfer, befreie mich von aller Bitterkeit des Herzens und gib mir den ſüßen Zrieden eines ſanften Geiſtes! Verleihe mir, gütigſter Vater, einen unerſchütterlichen Glauben, eine zuverſichtliche Koffnung und eine un⸗ 316 Kommunionandacht. wandelbare CLiebe! Wende alles Citle von mir ab, die Serſtreuungen des Herzens, das unbedachtſame Gerede des Mundes, das Umherſchweifen der Augen, die Unmäßigkeit, die Schmä⸗ hung meiner Mitmenſchen, das Laſter der verleumdung, die Neugierde, das Ringen nach Reichtum und Macht, die Rechthaberei, die Ehrſucht, die verſtellung, das Gift der Schmeichelei, die verachtung und Unterdrückung der Armen und Schwachen, den Geiz⸗ den ſchmutzigen Neid und die tod⸗ bringende Gottesläſterung! G mein Gott! nimm von mir jede unbedacht⸗ ſame Leichtfertigkeit, allen Starrſinn, alles ruheſtörende Verhalten und Wir⸗ ken, Müßiggang und Crägheit, Blind⸗ heit des Verſtandes und Gefühlloſigkeit des Ferzens, Eigenſinn, Roheit im Benehmen, Mißbehagen am Guten, wegwerfenden Dünkel, Anſchwärzung der Unſchuldigen, Vernachläſſigung der Untergebenen, Strenge gegen Haus⸗ genoſſen, Liebloſigkeit gegen Sreunde und Hartherzigkeit gegen den Nächſten! O mein Gott, mein Erbarmer, ich bitte dich durch deinen geliebten Sohn Zeſus 3 am zu unionandacht e Pene als ci le erjteungnt nbedachtſne ul s Umherſhwifn k äßigkeit di Shn tmenſcen ks lit die Heugirk eichtum m ſit . de(hit i Gift der Schnih und Inuiin Schwachen t 6 Heid un hu lſtrung 0 n 1 mir jede beh keit, allen Sin e Vechalten wln und lrighei In es und hefihlſhi igenfin Iohti n behagen an ön ünkel, Mſhvinn hernachliſigul trenge gn i igkeit gezen it gegendnſitin nkrumn ihll geliebinðmn Kommunionandacht.* 317 Chriſtus, welcher in mein jüngſt ſo armes Kerz ſeinen gnadenvollen Ein⸗ zug hielt, laß mich fortan ausüben die Werke der Barmherzigkeit und Gottſeligkeit! Laß mich mitleidig ſein mit den Bedrängten: die Jrrenden belehren, den Hilfloſen beiſtehen, den Armen aushelfen, die Traurigen tröſten, den Bedrängten beiſtehen, die Dürftigen unterſtützen, den Weinenden ihre Tränen ſtillen, meinem Schuldner vergeben, Beleidigungen verzethen, meine Seinde lieben, Böſes mit Gutem vergelten, niemand verachten, ſondern jedermann ehren, nachahmen den Guten und wider die Böſen auf der Hut ſein, nach allen Tugenden ſtreben und das Auge fliehen, in Widerwärtigkeit ge⸗ duldig und im Glücke mäßig ver⸗ bleiben. CLaß mich alles Zrdiſche unter die Züße treten und nur nach dem Pimmliſchen dürſten! Amen. Gelobt und mit Dankſagung ge⸗ prieſen ſei immerdar das allerheiligſte Sakrament des Altars! Amen. — S S 0 SE S 2.SS SNS 5 318 Ablaßgebet. Ablaßgebet. (vor einem Rruzifipbilde zu verrichten) Siehe, o mein geliebter und gütiger Jeſus, in deiner heiligſten Gegenwart werfe ich mich nieder und bitte dich mit lebendigſtem Cifer: präge tief ein in mein Herz die Gefühle des Glaubens, der Hoffnung. der Liebe, des Schmerzes über meine Sünden und des Vorſatzes, dich nicht mehr zu beleidigen; indem ich mit aller CLiebe und allem Mitleid deine heiligen fünf Wunden betrachte, zunächſt mir vor die Seele führend, was von dir, o mein Jeſus, der hl. Prophet David geſagt hat: Sie ha⸗ ben durchbohrt meine Hände und meine Süße; alle meine Gebeine haben ſie gezählt— Sünf vaterunſer und Ave Maria nach der Meinung des Papſtes(vollkommener Ablaß unter en gewöhnlichen Bedingungen, den verſtorbenen zuwendbar) S Aßgee Iblaßgee inen KMnjittih n Lmiten * nmlätw ütiger Kntſeliininwart nch ſce lite dich ien i piglef ein herdieheji ſen, ung. utn sherzes ne Slnden un e ſatzes, 1 ut z bei indem ihe elnflitleid lgenfüf mahrachte, nu wr ji eulſhrend, r o nen Nis her hl. Dond gegt u ie h a⸗ ohrt neinbände iue Füße elreine aben ſiäht. 7. 18) 1 Ae einach der . n r iblaß wöpnlichen Beinen, den Inhaltsverztichnis. Seite. Vorwort 3 I. Heiterkeit des Heiſte⸗ 2 II. Ciebe III. Beichte 21 IV. Kommunion 47 V. Umgang mit andern 21 VI. Unruhe und Haſt 82 VII. Geiſtliche Leſung 89 VI. Sreiheit des Geiſtes 95 IX. Sanftmut. 108 X. Gebet 112 XI. Buße 144 XII. Chriſtliche vohinehe 52 XIII. Gegenwart Gottes 175 XIV. Ergebung in den willen Pottes 179 XV. Feiligung der Sonn⸗ und Seiertage 192 XVI. Gewiſſensängſtlichkeit 199 XVII. Pünktlicher Gehorſam gegen den Seelenführer 204 Inhaltsverzeichnis. 320 Seite. XXIII. Chriſtliche Koffnung 208½ XX. Rleidung. 227½ XXI. Demut. 235 XXII. Gehorſam. 244 XXIII. Eifer 254 XXIV. Beharrlichkeit in der Befolgung dieſer Anweiſungen 266 Anhang. Morgenandacht. 0 Abendandacht. 275 Meßandacht... 280 Beichtandacht. 297 Kommunionandacht.. 305 Ablaßgebet. 318 Rhili Seite. — 5„ enn — —————— — X 4 — —— — *„—— . U — — 2 — —— 6 WV 5 W S SM M