OER ORIVERSITAETS- BIBLIOTHEK GIESSEN GESCHiENKIT VON 3—,—— Pffentlichen Gottesdienſt der 8 evangeliſch⸗ proteſtantiſchen Gemeinden b— V“ De chrifllie ſe Der heilige= ſal Laſſet das Wort Ehriſti reichlich unter euch wohnen, in E r ſt aller Weisheit; lehret und ermahnet euch ſelbſt mit Pſalmen und 1 3 Lobgeſaͤngen, und geiſtlichen, lieblichen Liedern„und ſinget dem 5 jeder uͤbe ie 7 Herrn in euerm Herzen 4 Coll. III. V. 6. b gottes W Offnbarungen 6 Einheit Gottt 13 Later, Sohnmn! Vollkommenſe Gott, der Iõ i unerforſchlich- 6 Ewigkeit und abe Almacht Got.= wiſſenheit 12 A Weisheit— nu Aibe und Guͤ ſo Zarmherzigke und ngmuth und Led Heiligkeit untd- re en und Wn ha eligkeit Go Gottes St*hf Das Weltall. 3 3 Geiſterw.* ——— In h 3 1 t. b Ein 1 e i un g. Die chriſtliche Religion. 1. Der heilige Geſang. 2— 6. unter euch wohnen, in hübt un Puua m Erſter Hauptthei l. iedern, und ſt Lieder; uͤber die chriſtliche E Glaubenslehre. Coll. m. Mgs b 4 3 1I. Von Gott. 1. Gottes Weſen. Offenbarungen Gottes. 7— 12. Einheit Gottes. 13. Vater, Sohn und heiliger Geiſt. 14—— 2o. 2. Vollkommenheiten Gottes. Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 21— 23. Unerforſchlichkeit Gottes. 24. 25. Ewigkeit und Unveraͤnderlichkeit Gottes. 26. 27. Allmacht Gottes. 28— 30. Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. 31— 36. DOdie Weisheit Gottes. 37. 38. b iebe und Guͤte Gottes. 39— 43. BZAarmherzigkeit und Gnade Gottes. 44. Langmuth und Geduld Gottes. 45. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 46— 48. Tcreue und Wäßrhaftigkeit Gottes. 49— 51. Seligkeit Gottes. 52. 3. Gottes Schoͤpfung. SDSDas Weltall. 53— 56. Die Geiſterwelt. 57— 359. Die Erde und ihre Bewohner. 60. 61. Inhalt . Gottes Vorſehung. Welterhaltung. 62— 65. Weltregierung. 66— 70. Verſorgung der Geſchoͤpfe. 71. 72. Gottes Schutz. 73— 75. Huͤlfe Gottes in der Noth. 76— 79. Erziehung der Menſchen. 80— 84. Gottes Geſetzgebung. 85. Gottes richtende Vergeltung. 86. II. Von dem Menſchen. Faͤhigkeiten und Vorzuͤge des Menſchen. Der Menſch, Gottes Ebenbild. 87. 88. Empfindung und Gefuͤhl. 89. 90. Denkkraft. 91. 3. 4. Willensfreiheit. 92. 93. Gewiſſen. 94. 95. Leibesvorzuge. 96. Sprachfahigkeit. 97. Beſtimmung des Menſchen. Vollkommenheit. 98. Seligkeit. 99. 100. Suͤndhaftigkeit des Menſchen. Allgemeine Verdorbenheit. 101. 102. Schwaͤche des Willens. 103— 107. irkliche Suͤnden. 108— 110. Elend des Suͤnders. Aeußere Noth. 111. Gewiſſensqual. 112. 113. Todesangſt. 114. III. Von dem Erloͤſer Jeſus Chriſtus. Namen, Wuͤrden und Verdienſte des Erloſers Jeſus. 115. 116., Chriſtus. 117. Sohn Sohn Herr. 2. Stnd Sendur⸗ Arkunf: Johan Geburt? die Wt Eimeo 3. Lebet Jeſu Ln die Let Jeſu Ur Jeſus Geſegn Jeſu 0 Jeſtt(m Die Fe Petri 2 Verur! Jeſur ln Kreui Jeſu z1 dod zei 1 Dank Jittene d 5. Jeſa Ermu 2 Starke Erveg bi⸗ Gewi 2. — riſtus. es Erloͤſers. Sohn Inhalt. Sohn Gottes. 1148. 119. Herr und Heiland. 120— 126. Sendung, Ankunft und Geburt des Erlöſers Sendung Jeſu. 127— 132. Ankunft Jeſu. 133— 143. Johannes der Taͤufer. 144. Geburt Jeſu. 145— 135. Die Weiſen aus Morgenland. 156. Simeon. 157. . Leben, Lehren und Thaten Jeſu Chriſti. Jeſu Leben als Vorbild. 158— 162. Die Lehren Jeſu. 163. 164. Jeſu Wunderthaten. 165. 166. Jeſu Leiden und Tod. Geſegnete Betrachtung der Leiden Jeſu. 1067. 168. Jeſu Leiden am Oelberg. 169— 17. Jeſu Gefangennehmung. 173. 174. Die Flucht der Juͤnger Jeſu. 175. Petri Verlaͤugnung und Reue. 176. 177. Verurtheilung Jeſu. 178— 181. Jeſu Geduld unter Mißhandlung. 182. 183. Kreuzigung Jeſu. 184— 186.* Jeſu Worte am Kreuze. 187— 193. Tod Jeſu. 194. 195.“ Jeſu Begraͤbniß. 196. 197. Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. 198— 203. Bitten um Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Leiden und Tod. 204— 207. Jeſu Auferſtehung. Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Zeue 208— V 2 4. Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. 213— 219. Erweckung zur Beſſerung aus Jeſu Auferſtehung. 220 4 bis 222. — Gavißßheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſtehung. 223— 228. b 3 6. Jeſu —— Inhalt. Jeſu Erhoͤhung zur Herrſchaft im Himmel. Ermunterung zur Feier des Himmelfahrtsfeſtes. 229. 230. Lob des erhoͤheten Heilandes. 231— 233. Lob der himmliſchen Regierung Chriſti. 234. 235. Staͤrkung und Troſt aus Chriſti Erhoͤhung. 236— 240. IV. Von den Heilsanſtalten der Erloͤſung. Der Beiſtand des heiligen Geiſtes. Die Ausgießung des heiligen Geiſtes uͤber die Apoſtel. (Pfingſtlieder). 241— 247. Die Gaben des heiligen Geiſtes. 248— 259. Das Wort Gottes in der heiligen Schrift. Lob des goͤttlichen Wortes. 260— 265. Dank fuͤr die Zuruͤckgabe des goͤttlichen Wortes durch die Reformation. 266— 268. Dulten um Me Erhaltung des goͤttlichen Wortes. 269— 273. Rechter Gebrauch des goͤttlichen Wortes. 274. 275. Die chriſtliche Kirche und das Lehramt. Lob der chriſtlichen Kirche. 276— 278. Die vollendeten Glaubenshelden. 279. Bitten um das Wohl der Kirche. 280— 283⸗ Dank fuͤr die wiederhergeſtellte Freiheit der Kirche. 284. Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schutz. 285— 287. Einweihung einer Kirche. 288. Feier der Kirchweih. 289. 290. Ermunterung zur Glaubenstreue in Verfolgung. 291. Ermunterung zur Eintracht. 292. 293. Fuͤrbitten fuͤr das Lehramt. 294. 295. Ordination. 296. 297. Einfuͤhrung eines Lehrers. 298. Fuͤrbitte fuͤr die Schulen. 299. 4. Die heilige Taufe. Fuͤrbitte bei der Taufe. 300— 303. Erinnerung an die Taufe. 304— 307. b 5. Die Auffor ie Bitten 2 Süͤndet: Bitten n 34— Troß 2. Freug in! Ermm. Vitten! Freudi 3. Erne Auffor Vitten Lob n 4. Geli Gewi Selig Velt ft im Himmel. gfeſtes 229. 230. 909. 234. 235. ung. 236— 240, Erloͤſung. eiſtes. uͤber die Apoſtl. — 259. ligen Schrift. 665. en Wortes durch lichen Wortes. 4. 274. 275. Lehramt. 278. — 283⸗ der Kirche. 284. erfolgung. 209t. 3. — 9. 6. Die Confirmation. Bitten der Confirmanden. Bitten um Staͤrkung des Glaubens. Fuͤrbitten bei der Confirmation. Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. Das heilige Abendmahl. Inhalt. 308— 310. 311. 312. 3¹3— 318. Vorbereitung zur Feier des heiligen Abendmahls. 319. 320. Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 321— 328. Nach der Feier des heiligen Abendmahls. 320. 330. V. Von den Heilsguͤtern der Erloͤſung. Troſt der Suͤndenvergebung auf Puße und Bekehrung. Aufforderungen zur Buße. Bitten um Huͤlfe zur Buße. Suͤndenbekenntniſſe. 331— 334. 335— 337. 338— 340. Bitten um Vergebung und Beiſtand zur Bekehrung. 341— 355. Troſt der Vergebung. b 356— 362. Freudigkeit des Glaubens an Gottes Gnade in Chriſto. Ermunterung zum Glauben. Freudigkeit des Glanbens. Erneuerung zu heiligem Sinn und Wandel. 378— 383. Aufforderung zur Heiligung. Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. 363. 364. 370— 377. 384— 394. 395— 398. Seligkeit der Chriſten in dieſem Leben. Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 399— 406. Seliger Liebesverein mit Chriſto. 414— 417. 407— 410. Weltverachtung, Himmelsſinn und Hoffnung der Herr⸗ lichkeit. VI. Von vII Inhalt. VI. Von Tod, Auferſtehung und ewigem Leben. 1. Von dem Tode. Die Gewiſiheit des Todes und die ungewiſſe Todeszeit. Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 422— 425. Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. 426— 429. Von der unſterblichkeit und Auferſtehung. Gruͤnde des Glaubens an Unſterblichkeit und Auferſte⸗ hung. 430. Troſt des Glaubens an Unſterblichkeit und Auferſtehung. 31— 436. Von dem Gericht und der Verdammniß der Gottloſen. Schilderung des Gerichts. 437— 440. Das Gericht, Aufruf zur Bekehrung und Heiligung. 441— 446. Von der Seligkeit der Frommen im Him⸗ mel. Allgemeine Schilderung der Herrlichkeit des ewigen Le⸗ bens. 447— 453. Troſt der Erloͤſung von Erdenleiden. 454. 455. Hoffnung der Vereinigung mit Engeln und unſeren Ge⸗ liebten. 456. 457. Frohe Zuverſicht auf Belohnung. 458. Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel durch die Hoff⸗ nung der ewigen Seligkeit. 459— 462. Zwei⸗ ——— 3 Litd I Vou= „Liebens Ermurt⸗ Freuder Verlaute Tracht Wiligit 2. Ehrp: Erwehn Heilig n Tarn x Heiligt 3. Vertr. Ermur 4 Zufritn Gorg Gedur Getre: Hofn. 1. Anb: Erm, Dütte Alaa. Alge Erm Allge wigem Leben ewiſſe Todeszeit. ge. 422— 423. den. 426— 429. luferſtehung. it und Auferſt⸗ id Auferſtehung. dammniß der 0. und Heiligung. nen im Him⸗ des ewigen Le⸗ 454. 455. und unſeren Ge⸗ el durch die Hof⸗ 4 — 462. Zwei⸗ J. Ermunterung zum Gebet. Inhalt. Zweiter Haupttheil. Lieder uͤber die chriſtliche Sittenlehre. Von der Gottſeligkeit und ihren Erweiſungen. Liebe zu Gott mit ihren Erweiſungen. Ermunterungen Gott zu lieben. 463— 466. Freude im Andenken an Gott. 467— 470. Verlangen nach Erkenntniß Gottes. 471— 473. Trachten nach Gottaͤhnlichkeit. 474. Williger und treuer Gehorſam gegen Gott. 475— 478. Ehrfurcht vor Gott mit ihren Erweiſungen. Erweckungen, Gott kindlich zu fuͤrchten. 479— 481. Heiligung des goͤttlichen Namens. 482. Warnung vor Fluchen. 483. Heilighaltung des Eides. 484— 486. Vertrauen auf Gott und Ergebung in Got⸗ tes Willen mit ihren Erweiſungen. Ermunterung zu ergebungsvollem Vertrauen auf Gott. 487— 505. Zufriedenheit. 506— 512. Sorgenfreiheit. 513— 518. Geduld in Leiden. 519— 532. Getroſter Muth. 533— 538. Hoffnung. 539— 544. Anbetung Gottes. 545— 551. Bitte um Beiſtand zum Gebet. 552. 553. Allgemeine Bitten. 554— 563. Allgemeine Fuͤrbitten. 564— 566. Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 567— 570. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 571— 579. 5. Sonn⸗ b 4 X Inhalt. 5. Sonntagsfeier und oͤffentlicher Gottesdienſt. Preis der Sonntagsfeier. 580— 585. Ermunterung zur Theilnahme an dem oͤffentlichen Got⸗ tesdienſt. 586— 588. Lieder zum Anfange des Gottesdienſtes. 589— 592. Lieder zum Schluſſe des Gottesdienſtes. 593. 594. 6. Fromme Geſinnungen gegen Jeſum Chriſtum. II. Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. 595— 597. Freudiger Muth zum Bekenntniß Jeſu Chriſti. 598. Ergebung zur Nachfolge Jeſu Chriſti. 599— 601. Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. 602— 605. Von der chriſtlichen Selbſtliebe und weiſen Vor⸗ ſorge fuͤr unſere wahre Wohlfahrt. Chriſtliche Selbſtliebe. Gerechte Selbſtſchaͤtzung. 606. Selbſterkenntniß. 607. Demuth. 608— 612. Weiſe Sorge fuͤr wahre Wohlfahrt. 613. 614. Chriſtliche Sorge fuͤr das Heil der Seele. Werthſchaͤtzung des Seelenheils. 615. Trachten nach Weisheit. 616— 619. Bewahrung eines guten Gewiſſens. 620— 622. Fleiß in der Heiligung. 623— 626. Standhaftigkeit im Kampfe mit Verſuchungen. 627. 628. Himmliſcher Sinn. 629. Treue im Guten. 630. Wachſamkeit und Gebet. 631. Selbſtpruͤfung. 632. 633. Sebſtbeherrſchung. 634. Weltbetrachtung. 635. Einſamkeit. 636. Frommer Umgang. 637. 3. Chriſt⸗ 3 Ehrifg püücht: Mäßigt Kelſch 4 Gleiſtk Ewerb Genigſ Sparſars 5. Chriſ Ehrbar: Veſcheil 6. Chrib Rützlid? Arbeitt Schuld Bildund III. Vot 1. Reuſt Liebe Theiln Wohhh. Dema. Vertr 2. Erwe Gerech Aufrie Reͤlie Leben Lieben hne Got⸗ 668 594. ſum Chriſtun. 595— 597. Chriſti. 598. 599 Z 601. 602— 605. id weiſen Vor⸗ fahrt. 13. 614. der Seele. 0— 622. ungen. 627. 528. 3. Chriſ⸗ Inhalt. „Chriſtliche Sorge fuͤr Leben und Geſundheit. Pflicht der Lebenserhaltung. 638— 64 1. Maͤßigkeit. 642. Keuſchheit. 643. 644. „Chriſtliche Sorge füͤr äußeren Bohlfand. Erwerbfleiß. 645. Genuͤgſamkeit. 646— 648. Sparſamkeit. 649. 650. . Chriſtliche Sorge fuͤr Ehre und guten Namen. b Ehrbarkeit und Redlichkeit. 651. Beſcheidenheit. 652. 653. . Chriſtliche Pennzung der gebenszeit. Nuͤtzliche Thaͤtigkeit. 654. 655. Arbeitſamkeit im Beruf. 656— 658. Schuldloſer Lebensgenuß. 659— 661. Bildung fuͤr die Ewigkeit. 662— 667. Von der chriſtlichen Raͤchſtenliebe und ihren Erweiſungen. 1. Menſchenfreundliche Geſinnungen. Liebe uͤberhaupt. 668— 670. Theilnahme ohne Neid und Schadenfreude. 671 1— 673. Wohlwollen ohne Eigennutz. 674. 675. Demuͤthige Werthſchaͤtzung. 676. 1 Vertrauen ohne Argwohn. 677. .Erweiſungen der chriſtlichen Nächſtenliebe. Gerechtigkeit. 678. 679. Aufrichtigkeit. 680. 681. Redlichkeit und Treue. 682. 683. Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Seelenheil. 684. 685. Liebevolle Sorge fuͤr des Rchſten Leben und Gelünd⸗ heit. 686. Liebe⸗ XII Inhalt.. 3. Ehrin Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Eigenthum. 687. d* Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Ehre und guten Na⸗ aa men. 688. 8 Weiſer!“ Liebreiche Guͤte und Wohlthaͤtigkeit uͤberhaupt. 689. bewen 690. Finit7 Dienſtfertigkeit. 691— 693. V Barmherzigkeit gegen Nothleidender 694— 697. 14 Uhr1 Friedfertigkeit. 098. 699. b ſc⸗ Sanftmüthig, Nachſicht mit den Fehlern des Naͤchſten. demmis 00. 70 7— Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. 702— 706. zufrielr Dankbarkeit gegen Wohlthaͤter. 707. 708. L Freundſchaft. 709. 740. Liebevolle Vorſorge fuͤr das Wohl der Nachwelt. 711. 712. IV. Von chriſtlichem Sinn und Wandel in den Di beſonderen Verbindungen und Lagen des Lebens. eiaͤerf 1. EVriſ icher Sinn und Wandel im Haus⸗ ſin inn. ande.. b Fromme Haͤltslichkeit und Verwandtenliebe. 713. 714. b ſn Eheliche Liebe und Treue. 715. 716. 1. Lider, Fuͤrbitten bei Trauungen. 717— 719. 1 Einſegnung eines Jubelpaares. 720. 721. Norg r Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. 722— 724. Am a Pflichten der Kinder gegen die Eltern. 725. bi d Pflichten gegen Wittwen und Waiſen. 726. 727. S ita u Pflichten der Herrſchaften gegen Dienende. 728. te Pflichten der Dienenden gegen ihre Herrſchaften. 729. V Hinbli 2. Chriſtlicher Sinn und Wandel im Staate. 1 Nurge Vaterlandsliebe und Gemeinſinn. 730. 731. 2 Abenn Pflichten der Obrigkeiten. 732. Algene Pflichten der Buͤrger gegen die Obrigkeit. 733. † Fuͤrbitte fuͤr Gemeinwohl. 734. 735. 1 G Fuͤrbitte fuͤr alle Staͤnde. 736. m Fuͤrbitte fuͤr die Obrigkeit. 737. b A a 9 Furbitte fuͤr Handel und Gewerbe. 738. 739. b Tdn enthum. 687. e und guten N. iberhaupt. 6so. 94— 697. — 706. 708. Nachwelt. 711. Jandel in den gen des Lebens. el im Haus lliebe. 713. 714. 9. 21. 722— 724. 725. 726. 727. de. 728. rſchaften. 729. imm Staate. 731. — Inhalt. b zm 3. Chriſtlicher Sinn und Wandel nach Verſchie⸗ I. 4 denheit der Lebensalter. Froͤmmigkeit in der Jugend. 740— 742. Weiſer Gebrauch des jugendlichen Alters. 743. Gottvertrauen im Alter. 744. Fuͤrbitte fuͤr alle Lebensalter. 745. Chriſtlicher Sinn und Wandel nach Ver⸗ ſchiedenheit der Gluͤcksumſtaͤnde. Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten und Reichen. 9.. 746— 7 Zufriedenheit, Muth und Hoffnung der Armen und Leidenden. 750— 756. Dritter Haupttheil. Lieder fuͤr die beſonderen Bedurfniſſe der Chri⸗ ſten in verſchiedenen Zeiten, Umſtaͤnden, Vor⸗ fallen des Lebens und beim Tode. Lieder zur chriſtlichen Feier verſchiedener Zeiten. b Morgenlieder. 1 Allgemeine Dankſagungen und Bitten am Morgen. 757 bis 761. Bitten um Gottes Beiſtand zur Erfuͤllung unſerer Pflich⸗ ten. 762— 764.. Hinblick auf den Morgen der Auferſtehung. b 765. 766. Morgenlied am Sonntage. 767. Abendlieder. b b b Alllgemeine Dankſagungen und Bitten am Abend. 768 bis 770. Lob Gottes am Abend. 771. Gottvertrauen bei einbrechender Nacht. 772. 773. Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. 774. Todesbetrachtung am Abend. 775. S e ⸗ 5 3 G 6 3 18 XIV Inhalt. 3. Lieder zur Feier des Jahreswechſels. 3 Bit Allgemeine Dankſagungen und Bitten zum Anfange des neuen Jahrs. 776. 777. 5 G oh Lob Gottes am Morgen des neuen Jahrs. 778. 779. 1 dn Gottvertrauen zum Antritt des neuen Jahrs. 780. 781. 16* Bitten um Gottes Segen zum neuen Jahre. 782. Abbitte am Schluſſe des Jahrs. 783. 4 3 Bitte am Jahreswechſel um weiſe Benutzung der Lebens⸗ ⁵ 4 4 zeit. 784— 786. 89 Neujahrslied in Kriegsnoͤthen. 787. Dankt Wechſel des Kirchenjahrs. 788. 789. düis Lieder zur Feier der Jahreszeiten. Lob Gottes um den Wechſel der Jahreszeiten. 790. Lob Gottes im Fruͤhling. 791. 792. 8 Lob Gottes im Sommer. 793. Lob Gottes im Herbſt. 794. 795. 4 Göt3 Lob Gottes im Winter. 796.* Lob Gottes zur Saatzeit. 797. b V dan Lob Gottes zur Erndtezeit. 798— 801. G. Troſt nach einer Mißerndte. 802. 803. 12 98 4 dit 3 II. Lieder zur Erweckung und Aeußerung chriſtlicher Geſinnung in beſonderen Zeitumſtaͤnden und außer⸗ ordentlichen Vorfaͤllen. b „Bitten in allgemeinen Roͤthen uͤberhaupt und Dankſagungen nach Errettung aus denſelben. Bitten in allgemeinen Noͤthen. 804— 807. Dankſagung nach Errettung aus Noth. 808— 810. „Bitten in Kriegsleiden und Dankſagungen nach hergeſtelltem Frieden. Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. 811— 813. Dankſagung nach hergeſtelltem Frieden. 814. 815. Dankſagung fuͤr Bewahrung vor Kriegsnoͤthen. 816. 3. Bit⸗ Inhalt. b XV echſels zum Anfange des 3. Bitten und Dankſagungen in und nach außer⸗ ordentlichen allgemeinen Ungluͤcksfaͤllen. 8 hes. 1 7o. Gebet bei Theurung und herrſchendem Mangel. 817. ah 0. 781. Dank nach Errettung aus Hungersnoth. 818. kahre. 732.. Gebet bei herrſchenden Seuchen. 819.— Dank nach Abwendung herrſchender Seuchen. 820. uzungder Lebenn. Gebet bei gefaͤhrlicher Ueberſchwemmung. 821. b Gottvertrauen in Waſſersgefahr. 822. Dankſagung nach Errettung aus Waſſersnoth. 823. Gebet nach erlittenem Brandſchaden. 824. Dank fuͤr Errettung aus Feuersgefahr. 825. eiten. b 1 szeiten. 7o. 4. Bitten in Noth und Gefahr drohender Wit⸗ b terung und Dankſagung nach Abwen⸗ dung derſelben. Gebet bei unguͤnſtiger Witterung tberhaupt. 826. Gebet bei anhaltender Duͤrre. 827. Dank fuͤr einen fruchtbaren Regen. 828. 9f. Gebet bei anhaltender Naͤſſe. 829. 3. Dank fuͤr erhaltenen Sonnenſchein. 830. Gebet bei ſtrenger Kaͤlte. 831. b 332 333 sung chriftlich Vertrauen auf Gottes Schutz in Gewittern. 833. aden und außerr K. III. Lieder zur criſtlichen Vorbereitung auf unſern ¹ en uͤberhauut Tod und zur Erweiſung chriſtlicher Geſinnung rrettung aus bei dem Tode der Unſrigen. 307 Chriſtliche Vorbereitung auf unſern Tod. So— 810. 2 huns Erinnerung an den Tod. 834— 840. G Willige Ergebung zum Sterben nach Gottes Willen. 841. 842. ankſagungen Getroſte Erwartung des Todes. 843— 845. 313. Frohe Hoffnung auf die Erloͤſung von allen Leiden im gs. 811— Tode. 846. 814. 38 Sitten um einen ſeligen Tod. 847— 849. noͤthen. z. Lit 2. Ehriſ⸗ Inhalt. XVI em Tode der iſtliches Verhalten nach d de f. 850. ernerdeedeneeerunn eh e⸗ Rißiae denken der verdi Ehrendes An auͤbnißlieder.„ e 3. Degi Vegraͤbnißlieder. ea ber An G be eines fruͤh Verſto enan 857,9 An Gen des ſelig Vollendeten. r86 8 Geau eines verdienten Lehrers. Am * Ai lli Gottun Herrl c, höchſte Ach, wichdir Ac, ſeht de Ac, tiefgeb Ach, wann Ach wider Ach, wie ge A, vie iſ Ah wie nich Alein Gont Alein zud Ale Menſc Alen Naſ Aller Herre Aler mene Als hattd NMs iſt an Alss, was Alitiger. Klebender Allebender amäctge Aunichige t. nach dem Tode der Verſtorbene n. 850. 3 aten Todten. 851. Sn 353— 856. denen. 857. en. 858. 859. hrers. 860. Regi ſte uͤber die in dieſem Geſangbuche befindlichen Lieder mit den Namen der Verfaſſer, ſoweit dieſelben bekannt ſind. 1 Ach, bleib bei uns, Herr Jeſu 282 Ach Gott und Herr, wie druͤckt 343 Ach Herr! lehre mich bedenken 837 Ach, hoͤchſter Gott! verleihe 384 Ach, mich duͤrſtet! hoͤrt am Kreuz 101 Ach, ſeht das Recht gebeuget 178 Ach, tiefgebeugt erſcheinen wir 822 Ach, wann werd' ich von der 102 Ach, wiederum ein Jahr 283 Ach, wie gvoß iſt deine Gnade 120 Ach, wie iſt der Menſchen Liebe 405 Ach wie nichtig! ach wie fluͤchtig 423 Allein Gott in der Hoͤh ſey Ehr 15 Allein zu dir, Herr Jeſu Chriſt 351 Alle Menſchen muͤſſen ſterben 448 Allen Menſchen, und auch mir 003 Aller Herren Herr und Koͤnig 310 Aller meiner Bruͤder Rechte 670 Alles haſt du mir gegeben 578 Alles iſt an deinem Segen 406 Alles, was ich bin und habe 687 Allguͤtiger! du gabſt dem Herzen 680 Allliebender! du ſchufſt mein Herz 671 Allliebender! wir nahen 500 Allmaͤchtiger! der ſeinen Thron 552 Allmaͤchtiger! wer kann dich 424 Eſchenburg. Zachariͤè er Selnecker. Rutilius. Weiſe. Muͤnter. Olearius. Muͤnter. Franke. Decius. Chiomoſus od. Hubert Albinus. Weiſe. v. Breitenau. Cramer. Olearius. Kohlroß. Halem. Niemeyer. Diterich. Diterich. * Allmaͤch⸗ 2 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Allmaͤchtiger! wer kann vor dir 832 Allwiſſender! dein Blick 33 Als des Volkes Zuͤrnen drohte 180 Alſo hat Gott die Welt geliebt 131 Als unſer Heiland, Gottes Sohn 244 Am Kreuz erblaßt, ſ. Du biſt erbl. Anbetung ſey dir, Gott! 243 An dich, mein Gott, zu denken 467 An guter Aeltern Grabe 727 Auch fuͤr den Winter danken wir 706 Auch noch im ſpaͤten Alter 244 Auf! auf! ihr Reichsgenoſſen 142 Auf! Chriſten, dieſer Tag 241 Auf! Chriſten, preißt mit mir 567£. Auf deine Weisheit ſchauen 507 Auf dich, Gott! nicht auf meinen 502 Auf Erden Wahrheit auszubreiten 164 Auferſtanden! auferſtanden 216 Auferſtehn, ja auferſtehn 435 Auf ewig iſt der Herr mein Theil 322 Auf, Juͤnger Jeſu, freuet euch! 230 Auf! laßt uns Gottes Guͤte 22 Auf! laßt uns ihn, den großen 3833 Auf, meine Seele, ſinge! 573 Auf, o Seele! ſey noch munter 768 Aus Gottes Vaterhand 650 Aus meines Herzens Grunde 761 Aus tiefer Noth ruf ich zu dir 341 Bald oder ſpaͤt des Todes Raub 662 Bedenke Menſch das Ende 834 Befiehl du deine Wege 488 Beginnt ein Lied voll Dank 120 Begleite, Herr! den Frommen 566 Begrabt den Leib in ſeine Gruft 355 Beim theuren Namen Vaterland 730 R Bekenner Jeſu, werdet nie 125 u. Cramer. Muͤnter. Hecker. Riſt. uUz. Sturm. Schmolke. Reinold. Cramer. Dolz. Riſt. Loͤſcher. Mudre. Gellert. Koppe. Wagner. Lavater. Klopſtock. Klopſtock. Albertus. Dilherr. Cramer. Poliander. Riſt. Reche. Matheſius. Luther. Funck. Schmolke. Gerhard. Cramer. Reche. Weiß. Klopſtock. eche. Cramer. oͤſcher. Schlegel. Beſchaͤmt nn 5 Chrien! Ehritt ga Chritt pr (hriſtusli Hecker. Riſt. uz. Sturm. Schmolke. Reinold. Cramer. Dolz. Riſt. Loſcher. Löſcher. Schlegel. Mudre. leae Gellert. Koppe. Wagner. Lavater. Klopſtock. Klopſtock. Albertus. Dilherr. Cramer. Poliander. Riſt. Reche. Matheſius. Luther. Funck. Schmolke. Gerhard. Cramer. Reche. Weiß. Klopſtock. Reche. Cramer. Beſchaͤmt Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Beſchaͤmt klag' ich es dir 552 Beſter, weiſeſter Regierer 271 Beſtimme meinem Pfade 665 Beſtimmt haſt du, mein Gott 98 Betet an! laßt uns lobſingen 53 Betruͤbter Gang, den jetzt mein 184 Bewache, Juͤngling, deine Schritte 740 Bewahre meinen Mund 482 Bewahre mich, oHerr 3381 Bis der Tod ihm winkt zum Grabe 661 Blick herab auf unſre Schmerzen 824 Blinder Menſch! thu' weg 610 Bringt Dank dem Herrſcher 546 Bringt Gott, ihr Chriſten 814 Bringt Preis und Ruhm dem 214 Chriſten! hoͤrt die frohe Kunde 149 Chriſt! gedenk an deinen Tod 835 Chriſt! pruͤfe dich an jedem Tag 632 Chriſtus! du gehſt² himmelan 232 Dank, Dank, mein Vater will 577 Dank und Anbetung bringen wir 16 Das Amt der Lehrer, Gott! 204 Das Grab iſt leer; des Hoͤchſten 221 Das Gute zu vollbringen 624 Daß du, o Gott! allweiſe biſt 38 Daß ich in deiner Chriſtenheit 304 Daß ich mich, o Gott! ſelbſt liebe 608 Daß unſer Gott uns Leben gab 572 Dein bin ich, Gott! dir will ich 304 Deines Gottes freue dich 460 Dein Gott, o Kirche! ſchuͤtzet 282 Dein Heiland lebt, o Chriſtenheit 219 Dein Heil, o Chriſt, nicht zu 542 Dein iſt das Licht, das uns 205 Brukhorſt. Lavater. Starck. Reche. Cramer. Schloſſer. Muck. Niemeyer. Spreng. Pfranger. Schmidt. v. Birken. Teller. Funck. Seidt. Meiſter. Lavater. Sturm. Cramer. von Cronegk. Grot. Grot. Koppe. Hochmuth. F. L. Gr. v. Stollberg. Ramler. Gellert. Cramer. Dein 4 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Dein Leben, das dir Gott 639 Dein Name, Jeſul ſoll 115 Dein ſind wir Gott, in 847 Dein Wort, o Hoͤchſter! iſt 260 Dem finſtern Erdkreis iſt vom 150 Dem Herrn, dem Herrn ſingt 3 Demuthsvoll komm' ich zu dir 501 Dennoch bleib ich ſtets an dir 501 Der am Kreuz iſt meine Liebe! 202 Der du dein Wort mir haſt 261 Der du dem Tode nah, fuͤr die 704 Der du den Menſchen huldreich 745 Der du der Liebe Vorbild biſt 695 Der du ſo gern uns Menſchen 505 Der du uns als Vater liebeſt 248 Der du uns das Heil errungen 135 Der du vom Himmel Licht 206 Der Eheſtand ſoll heilig ſeyn! 715 Der frohe Morgen weckt mich 703 Der Hang zum Boͤſen wohnt 103 Der Herr hat zum Gerichte 86 Der Herr iſt Gott und keiner 23 Der Herr iſt gut! Ihr Himmel 810 Der Herr iſt in den Hoͤhen 36 Der Herr iſt Schoͤpfer ſ. Du Herr Der Quell von meines Gottes 712 Der Spoͤtter Strom reißt viele 270 Der Wolluſt Reiz zu widerſtreben 643 Des Herrn Geſetz verkuͤndet 202 Des Jahres erſter Morgen 278 Des Leibes warten und ihn 640 Des Morgens erſte Stunde 762 Des wahren Chriſten ganzes Leben 532 Dich bet' ich an, erſtand'ner Held 218 Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht 603 Dich preiſen, Herr! Geſang 582 Dich ſeh' ich wieder, Morgenlicht 760 Die auf der Erde wallen 844 Reinwald. Freylinghauſen. Klopſtockk. Cramer. Diterich. Schlegel. Wagner. Schmolke. Menzer. Klopſtock. Zollikofer. Muͤnter. Starke. Hiller. Lavater. Bruhn. Franzisky. 6 Schreiber. Gerhard. Lavater. Cramer. Cramer. Cramer.„ Uz. Cramer. Gellert. Gellert. Cramer. Sturm. Diterich. Schlegel. Staban. 1 Neander. Liebich.. Pfranger. Neander. Funk. Die die Bahn die Erndt die Her Die Hinm Die Menſc die puhe D, ühri Dies ſſt der De Sonne Dir hleibe, de, Ewi dr, Gott b Dir, Gott; Dir ſey P dir trau⸗ dir, unſe Dir, Vate Dir, Vat Drei Jeue Du beſter: Du biſ e Di biſt er Du biſt b du biſts, du, dem du dentſ Du, der Du, deß —„——ſWöö 0— — 1 2— 0 4— e Lieder. Reinwald. Freylinghauſen. Klopſtock. Cramer. Diterich. Schlegel. Wagner. Schmolke. Menzer. Klopſtock. Zollikofer. Muͤnter. Starke. Hiller. Lavater. Bruhn. Franzisky. Schreiber. Gerhard. Lavater. Cramer. Cramer. Cramer. uz. Cramer. Gellert. Gellert. Cramer. Sturm. Diterich. Schlegel. Staban. Neander. Liebich. Pfranger. Neander. Funk. l Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Die Bahn iſt rauh, auf der 530 Die Eyndt iſt da, ſchon winkt 708 Die Herrlichkeit der Erden à24 Die Himmel preißen Gottes 11 Die Menſchen moͤgen herrſchen 728 Die Nuhe ſenkt ſich wieder 269 Dies, Chriſten! iſt der Tag 502 Dies iſt der Tag den Gott 146 Die Sonne ſchmuͤcket Berg 62 Dir hleibe, Herr! geweihet 288 Dir, Ewiger! ſey dieſer Tag 580 Dir, Gott! iſt alles offenbar 32 Dir, Gott! ſey Preis und Dank 96 Dir ſey Preis! ich lebe wieder 264 Dir trau' ich, Gott! und wanke 406 Dir, unſerm Gott iſt niemand 69 Diir, Vater! dankt mein Herz 245 Shir, Vater, Dank und Preis 205 Drei Zeugen deiner Gnade 315 Du aller Menſchen Vater! 604 Du beſter Troſt der Armen 817 Du biſt ein Menſch und Gottes 514 Du biſt erblaßt, mein Heil! 106 Du biſt, o Gott, gerecht 48 Du biſt's, dem Dank und Ruhm 521 Du, dem ich angehoͤre, 500 Du denkſt auch in der tiefften 189 Du, der kein Boͤſes thut! 101 Du, deß ſich alle Himmel freun 554 Du foͤrderſt gern mein wahres 61⁴ Du gabſt mir, Ewiger! dieſes 666 Du gabſt mir, Gott, der alles 651 Du Geber guter Gaben 387 Du gingſt zum hoͤchſten Lohne 240 Du, Gott! biſt aller Welten 425 Du Gott, du biſt der Herr 777 Du haſt, o allerhoͤchſter Gott 85 Du haſt, o gnadenreicher Gott 818 Muͤnter. Huber. Reche. Gryphius. Cramer. Wagner. Cramer. 5 v. Cronegk. Demme. Selnecker. Gellert. Kuͤttner. Sturm. Cramer. Cramer. Sturm. Muͤnter. Eſchenburg. Maſius. Lavater. Lavater. Hiller. Hiller. Gerhard. Neander. Cramer. Gellert. Werhahn. Sturm. Diterich. Klopſtock. Diterich. Weiſe. Reche. Hiller. Neuhofer. Zollikofer. Diterich. Rambach. Kuͤſter. Du, 6 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder.. Du, Herr! biſt meine Zuverſicht 400 Du Herr und Meiſter meiner 830 Du Herr und Richter aller Welt! 485 Du Herr und Schoͤpfer 826 Du klagſt und fuͤhleſt 750 Du liebſt, o Gott! Gerechtigkeit 678 Durch dich, o großer Gott! 478 Du ſchufſt dies Kind 301 Du ſchufſt mich, Gott 88 Du weiſer Schoͤpfer aller Dinge 37 Du willſt, o Herr, mein Gott! 613 Ehre, Lob und Preisder Staͤrke 228 Ehr', o Chriſt! die Obrigkeit 733 Ein Chriſt, der feige Furcht 412 Ein' feſte Burg iſt unſer Gott 285 Ein Gott regiert! Was zagen 77 Ein kleiner Todtenhuͤgel 447 Ein milder Regen ſinket 828 020 Ein Pilger bin ich in der Welt 460 Ein ruhiges Gewiſſen 622 Einſt reift die Saat 431 Einſt ſelig dort zu werden 100 Eltern, Eltern! ſaͤumet nicht 722 Empor zu Gott, mein Lobgeſang! 145 Endlich, endlich muß es doch 756 Entehre nicht, o Chriſt 751 Entſchwinge dich, mein Geiſt 522 Erbarn dich, Herr! du kennſt 391 Erfuͤlle redlich deine Pflicht 402 Erhabner Gott, was reicht 25 Erhalt uns, Herr! bei deinem 269 Erhalt' uns, Herr! die Obrigkeit! 737 Er hat ſein T agewert vollbracht! 360 Erhebe dich, mein; Lobgeſang 90 Erhebt den Herrn, ihr Frommen 132 Erhebt den Herrn mit Freuden! 800 v. Pilſach. Lavater. Diterich. Gellert. Hiller. Gellert. Trautſchold. Muͤnter. Rambach. Diterich. Sturm Cramer. Luther. Reche. Muͤnter. Sturm. Gellert. Klopſtock. Funk. Reche. Krummacher. Schmolke. Köhler. Kopken. v. Cronegk. — Demme. Luther.. Diterich. Cramer. Schirmer. Reche. Erhoͤh⸗ bi 1 1 Erwacht G. Es baut„1 Es rief da Es ffromt Es wole Es zi ziht I, U Es richig Ewi wn b Faltn nied guün, 6 Fern vom diſt ſtehte aah Veach auf Forſche n Forti reiheit Lieder. Pilſach. vater. ierich. ellert. lller. ellert. rautſchold. duͤnter. ambach. diterich. Sturm ramer. uther. Keche. Ruͤnter. Sturm. Gellert. Klopſtock. Funk. Reche. Krummacher. Schmolke. Köͤhler. Koͤpken. v. Cronegk. Demme. Luther. Diterich. Cramer. Schirmer. Reche. Erhoͤh⸗ Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Erhoͤhter Jeſu! Gottes Sohn 437 Erhoͤre, Gott, erhoͤre! 236 Erhoͤre, Vater, unſer Flehn 311 Erinnere dich, mein Geiſt 2⁰⁰ Er kommt, er kommt, der ſtarke 134 Er kommt! er kommt! geht ihm 1350 Er lebt, o Freudenwort! 915 Erloͤſer! ſieh auf uns hernieder 2027 Erloͤſer! ſieh wir fallen 169 Ermuntere dich, mein ſchwacher 155 Erſchallt, ihr Lieder, Gott 570 Erſchienen iſt der Chriſt 117 Erſchienen iſt der Sieges⸗Tag! 211 Erwacht Geſaͤnge! preiſt den 2 604 664 Es baut, o Gott, auf dein Es eilt der letzte von den Es iſt das Heil uns kommen her 350 Es iſt ein Gott! o fuͤhl es Herz! 8 Es iſt noch eine Ruh vorhanden 454 Es iſt vollbracht! ſo ruft 192 Es lebt ein Gott, der Menſchen 40 Es rief der Herr vor dem 190 Es ſtroͤmt des Krieges wilde 316 Es wolle Gott uns gnaͤdig ſeyn 271 Es zieht, o Gott! 811 Es zuͤchtigt deine Hand 8306 Ewig und unwandelbar 779 Fallet nieder, fallet nieder 4381 Feiert, Chriſten! ſingt ihm 212 Fern vom Ziel, wornach ich 303 Feſt ſteht dein Bund, wie Felſen 780 Flammet ihr, des Dankes Triebe 42 Fleuch auf mein Pſalm ſ. Erhebe Forſche nach der Zukunft nicht 558 Fortgekaͤmpft und fortgerungen 531 Freiheit gabſt du meinem Willen 93 Ulber. Schmolke. Kuͤſter. Gellert. Schiebeler. Liebich. Klugkiſt. Sturm. Riſt. Cramer. Heermann. Ringwald. Neander. Speratus. Pfranger Knuth. Diterich. Niemeyer. Gerhard. Luther. Klopſtock. Borchward. Bruhn. Sturm. Cramer. Rambach. Reche. Reche. . 2 . 8„ Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Freu dich, aͤngſtliches Gewiſſen 360 Freu dich ſehr, omeine Seeſe! 846 Freue deines Glaubens dich 598 Froͤhlich laßt uns Gott lorſingen 147 Frohlockend, Vater, wach ich 707 Frohlockt dem Herrn, bringt 213 — Frohlockt zu Gotkes Ruhme 277 Fuͤr unſern Naͤchſten beten wir 564 Fuͤrwahr, du biſt, o Gott! 80 Gedenk' ich, Heiland, an das 158 Geerntet iſt der Felder Saat 795 Geiſt, das iſt mein hoher Name 430 Geiſt der Wahrheit, lehre mich 252 Geiſt vom Vater und vom Sohne 249 Gelobet ſey der Herr 20 Gelobet ſeyſt du, Jeſus Chriſt 151 Gelobt ſey, der den Fruͤhling 791 Gelobt ſey Gott, daß Jeſus 210 Geprieſen ſey uns Gottes Wort 273 Getreuer Gott! wie viel Geduld 45 Getroſt, des Glaubens tapfre 291 Geweiht zum Chriſtenthume 303 Gib deinen Frieden uns, o Herr 510 Gib, Gott! wenn ich dir diene 612 Gib mir ein froͤhlich Herz 508 Gib mir, o Gott! ein Herz 689 Glaube, Lieb' und Hoffnung ſind 383 Gott! aus deinen Schoͤpferhaͤnden 60 Gott aus deſſen Gnadenfuͤlle 33 Gott, beſter Vater deiner 464 Gott! deine Gnad' iſt unſer 357 Gott, deine Guͤte reicht ſo weit 562 Gott! deinen weiſen Willen 729 Gott! deiner Huͤlfe freue ſich 732 Gott, deiner Werke jedes 12 Gott, deine weiſe Macht erhaͤlt 63 Speratus. Riſt. Graf od. Graͤvins. Cramer. Gerhard. Cramer. Schiebeler. Cramer. Frank. Eliſe v. d. Recke. Cramer. Buͤrde. Hofmann. Diterich. Olearius. Luther. Funk. v. Hardenberg. Knorr v. Roſenroth. Zimmermann. Salis. Neander. Mann. Gellert. Schmolke. Kaͤmpfe. Mudre. Schmolke. Diterich. Gellert. Lavater. Cramer. Lavater. Munter. Gott! Gott! der Gott, der, Gott, derd Gott, derd Gott! derd Gott! derde Gott! der de Gott! derd Golt der I Gottdes Hin Gottdir gefe Gott, du Ho⸗ Gott! du w Gottes Gna Gott, ich w Gott im Hin Gott iſ der Gott iſt get Gott iſt me⸗ Gott iſt mei Gont iſ mei / wein Got ruft d dl Lieder. Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. 9 pperatus. Ri draf od. Snde, Gott! der an allen Enden 79 Fr. v. Gersdorf. ramer. 1. Gott, der aus Liebe Leben 41 zerhard. Gott, der den Himmel 70 Fr. v. d. Recke. rramer. Gott, der du deinen Sohn 201 Liebich. Schiebeler. Gott! der du die Menſchen 700 Hiller. Gott! der du Herzenskenner biſt 486 Bickel. Gott! der du mir das Leben 773 Gellert. 1 n Peune Gott! der du unſre Zuflucht 346 Eſchenburg. — Gott der Wahrheit, deſſen 505 Rambach. Golt det Hinnaſte undoer Eeder 759 Alberti. Diterich. 146, 4 ott dir gefaͤllt ſ. O großer Gott Eliſe v. d. Recke. Gott, du Hoͤchſter ohne Gleichen 558 zeanter Gott! du weißt, in welchen 283 Olearius. . Gottes Gnade ſey mit euch 318 Funk. Surde. Gott, ich will mich ernſtlih 338 Munter. Dofinann. Diterich. Gott im Himmel und auf Erden! 799 Olearius. Gott iſt der Suͤnden Feind 340 Fleiſcher. Luther. Gott iſt getreu, ſein Herz 50 Stoͤlzel. Funk. den Gott ſ mein Hort 275 Gelert. v. Hardenberg. Gott iſt mein Lied! 22 Gellert. Knorr v. Roſenroth. Gott iſt mein Schutz in boͤſen 535 Uz. Zimmermann. Gott iſt's, der das Vermogen 657 Liskov. Diterich. Salis. Gott, mein Troſt und mein 490 Achab Hrz. v. Brſchw. Neander. Gott ruft der Sonn’ und fuͤhrt 776 Gellert. Gott! Schoͤpfer! Stifter heilger 717 Schlegel. Gott ſey Dank in aller Welt 133 Held. Mann. Gott ſey Preis und Dank 594 Schink. Gellert. Gott ſorgt fuͤr uns! o ſingt 800 Teller. Schmolke. Gott! ſtore du die eitle Ruh' 335 Kaͤmpfe. Gott und Herr der Ewigkeiten 81— Mudre. Gott und Vater! der du Leben 317 Spieß. Schmolke. Gott, Vater! du wollſt Gluͤk 739 Diterich. Gott! vor deſſen Angeſichte 47 Zimmermann. Gellert Gott! was waͤren Freudentage 710 Niemeyer. Deut Gott; welch ein Kampf 102 Cramer. Zuͤrde. Lavater. Gott! wenn auch der Leiden 543 Eramer. Gott, wer fuͤhlet nicht 465 Grot. daunter Gott will, wir ſollen uns 660 Schink. unter. Großer Gott! 10 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Großer Mittler, der zur Rechten 235 Groß iſt der Herr, die Berge 807 Groß wird des Suͤnders Elend 446 Gut und heilig iſt dein Wille 476 Habe deine Luſt am Herrn 468 Hallelujah! jauchzt ihr Choͤre 223 Halt an mein Herz mit deinem 532 Halt ein, mein Herz, den Herrn 523 Haͤtte nicht, o Gott! dein Sohn 358 Heiland, deine Menſchenliebe 161 Heiland! warum willſt du 236 Heil'ger Bund der Lieb' 716 Heiliger, dem Engel dienen 46 Heil'ger Geiſt, du Himmelslehrer 253 Heilig, heilig iſt das Band 670 Heilig, heilig ſey der Eid 484 Heilig ſey des Men ſchen Leben 686 Heil uns! aus unſrer Suͤnden 127 Heil uns, geſchloſſen iſt der Bund 310 Herr, allerhoͤchſter Gott 366 Herr! aus deiner Gnadenfuͤlle 398 Herr, deine Allmacht reicht 30 Herr! deine Kirche danket dir 290 Herr, deine Sanftmuth iſt nicht 705 Herr! deines Lebens letzte Nacht 321 Herr, der du alles giebſt 747 Herr, der du vormals haſt 813 Herr! deſſen Vaterhuld 659 Herr! du biſt meine Zuverſicht 436 Herr, du erforſcheſt mich 31 Herr, du kenneſt meine Wege 106 Herr, du wolleſt uns bereiten 320 Herr, es geſcheh dein Wille 173 Herr Gott! dich loben wir! 575 Herr Gott, du biſt die Zuflucht 27 Herr Gott, wir preiſen deine 735 Rambach. Tiedge. Grot. Muͤnter. Reiſig. Schmolke. Funk. Schmolke. Freylinghauſen. Spalding. Rambach. Arnold. Sontag. Cramer. Cramer. Arnold. Muͤnter. Sontag. Iitopvieh Diterich. Schubart. Diterich. Rambach. Cramer. Ulber. Lavater. Gellert. Zimmermann. Gerhard. Niemeyer. Sturm. Cramer. Gotter. Diterich. Klopſtock. v. Cronegk. Luther. Klopſtock. Kuͤſter. Herr! 9 Herr! hoͤre derr! ich ſi Herr! ich Herr Jiſt e V derr il Herr Jeſt Herr M Herr Jeſu Herr! ij Herr, leh Herr, u Harr! mein. Herr, mein Herr, mein. har hne Herr! ſegne Herr! ſieh, Herr ſaäͤrk! Herr, wele⸗ Herr! wie! Herr wir ſ Herzallerlie Heute mir Rante, ſore Heut dfnet hier bin igt Hier ind u hilf, Gont zäf, Gott dif, Heur hilf mir n hiff me, hinmel, E Anuf, hi un mi och ſchwi Hoöchſir Höchſtr 9 Lieder. Kambach. iedge. Hrot. Ruͤnter. Reiſig. Schmolke. Funk. Schmolke. Freylinghauſen. Spalding. Rambach. Arnold. Sontag. Cramer. Cramer. Arnold. Muͤnter. Sontag. Diterich. Schubart. Diterich. Rambach. Cramer. Ulber. Lavater. Gellert⸗Zimmermann. Gerhard. Niemeyer. Sturm. Cramer. Gotter. Diterich. Klopſtock. v. Cronegk. Luther. Klopftoc. Kuͤſter. Herr! Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Herr! hoͤre mein Gebet 345 Herr! ich falle vor dir nieder 322 Herr! ich hab' nicht recht 344 Herr Jeſu Chriſt! du hoͤchſtes 342 Herr Jeſu, deiner Glieder Ruhm 238 Herr Jeſu, Gnadenſonne 389 Herr Jeſu, ſend' uns deinen 590 349 652 Herr Jeſu, wahrer Menſch Herr! laß nach eitler Ehre Herr, lehre mich gewiſſenhaft 649 Herr, mache meine Seele ſtille! 528 Herr! meiner Seele großen 615 Herr, mein Licht! erleuchte mich 274 Herr, mein Verſohner, der du 706 Herr, ohne Glauben kann 365 Herr! ſegne mein Beſtreben 674 Herr! ſieh, ich bin verdroſſen 443 Herr! ſtaͤrke mich, dein Leiden 168 Herr, welch Heil kann ich 462 Herr! wie du willt, ſo ſchick's 559 Herr! wir ſingen deiner Ehre 130 Herzallerliebſter Gott 385 Heute mir und morgen dir! 856 Heute, ſprach mein Heiland 188 Heut' öfnet ſich die neue Bahn 78⁰ Hier bin ich, Jeſu! zu erfuͤllen 323 Hier ſind wir dich zu ehren 788 Hilf, Gott! daß ja 724 Hilf, Gott! daß ich 688 Hilf, Herr Jeſu, laß gelingen 782 Hilf mir nach deinen Lehren 493 Hilf mir, o Gott! daß ich 611 Himmel, Erde, Luft und Meer 54 Hinauf, hinauf zur Ewigkeit 683 Hinweg mit bangen Klagen 524 Hoch ſchwing dich uͤber Erd 449 Hoͤchſter! denk ich an die Guͤte 339 Hoͤchſter Gott! wir danken dir 593 Lavater. 11 Frank. Neander. Ringwald. Neander. Lange. Gotter. Wilh. Hzg. v. Sachſen Eberus. Heeren. Havecker. Diterich. Diterich. Diterich. Hecker. Diterich. Buſch. Cramer. Uz. Gellert. Klopſtock. Meliſander. Eſchenburg. Angelus. Schmolke. Schlegel. Sturm. Bruhn. Uhling. Hoffmann. Riſt. Grot. Grot. Neander. Hippel. Reiſig. Fabricius. Hoͤchſter 12 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder.— Hoͤchſter Troͤſter, komm hernieder 254 Liebich. Neander. Hoͤchſter, wer iſts, der dir 24 Grot. Hoͤher hebt ſich Gottes Sonne 792 Muͤnter. Huͤlfe kann dein Arm bereiten 268 Neumann. . Jauchzet Gott mit lautem 229 Cramer. Klopſtock. Ich bebe nicht vor Tod 427 Demme. Ich bin ein Chriſt 414 Ich bin erloͤſt! Es floß 203 Wagner. Ich bin getauft, ich ſteh 306 Starke. Ich bin gewiß, daß weder Tod 376 Muͤnter. Ich bin mit dir, mein Gott! 512 Ingolſieter. Ich bin vergnuͤgt nach Gottes 511 Tug. Ich blick' empor zu dir 110 Juliane Veillodter. Ich denk an dein Gerichte 438 Schmolke.* Ich erhebe mein Gemuͤthe 355 Titius. Lavater. Ich fleh', Allliebender, zu dir! 707 Collius. Ich flehe, Gott von ewig großer 348 Neander. Ich freue meines Lebens mich 513 Eſchenburg. Ich freue mich, dein Heil 362 Gellert. Ich freue mich, mein Gott! 470 Liskov. Ich fuͤhle, daß ich ſterblich bin 425 uz. 6 Ich geh zu deinem Grabe 225 Schmolke. Ich habe nun den Grund 373 Rothe. Ich hab' in Gottes Vaterſinn 504 Gerhard. Ich hab' in guten Stunden 527 Gellert. Ich hoff', o Gott! mit frohem 401 Gellert. Ich komme, Heil der Welt! 349 Freilinghauſ. Sturm. Ich komme, Herr, und ſuche 325 Gellert. Ich komme vor dein Angeſicht 556 Gellert. Ich ſeh in deiner tiefſten Noth 171 Ich ſinge dir mit Herz 65 Gerhard.*. Ich Staub vom Staube! 392 Klopſtock. Ich ſterbe taͤglich 418 Schmolke. Ich weil' an Jeſu Siegesgrabe 222 Mann. Ich weiß, daß Gott iſt, Gott 10 Cramer. Ich weiß, mein Gott, daß all' 74 Gerhard. Ich 3ch weiß/0 weiß u 6 6 wei 1 Ich weiß we 86 weiß,n Ich wil den Ich will m. Feüu Chriſi Feſu! deinen Jeſu, dun. Feſu, hilfn diu meine: Jeſu, mein. Jeſt, Rett Jeſis Ehri Ieſus Chri Püushri Feſu ſieh die iſt Ilſus kom Jeſus lbt Jeſus, me Jeſus nim a Mitge In dun In Li ihe Iume n 8 allen! 8 deiner zu ded 3 die 3 Gott Irheiße A une 3 Gatt I Gatt If vwoh ö== S Lieder. Liebich. N Grot eander. Muͤnter. Neumann. Cramer. Klopſtock. Demme. Wagner. Starke. Munter. Ingolſieter. Tug. Juliane Veillodter. Schmolke. Titius. Lavater. Collius. Neander. Eſchenburg. Gellert. Liskov. uz. Schmolke. Rothe. Gerhard. Gellert. Gellert. Freilinghauſ. Sturm. Gellert. Gellert. Gerhard. Klopſtock. Schmolke. Mann. Cramer. Gerhard. Ich weiß, wem ich kann glauben 371 72 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. 15 Ich weiß, o Gott! ich weiß 444 Ich weiß und bins gewiß 370 Ich weiß, was meine Hoffnung 417 Ich weiß, woran ich glaube Ich will dem Herrn in jeder 822 Ich will, mein Gott, du Koͤnig 574 Jeſu Chriſti Sterbetag 195 Jeſu! deine Schmach 205 Jeſu, du mein Hirte 397 Jeſu, hilf mir ſtandhaft glauben 366 0 Jeſu meine Freude 9 Frank. Jeſu, meines Lebens Leben 200 Homburg. Jeſu, Retter meiner Seele 350 Riſt. Jeſus Chriſt! dich bitten wir 300 Noͤlting. Jeſus Chriſtus, deſſen Wunden 174 Rambach. Jeſus Chriſtus, Troſt der Deinen 368 Neander. Jeſu! ſieh mich an in Gnaden 3532 Jeſus iſt gekommen! 136 Muͤnter. Jeſus kommt, von allem Boͤſen 455 Muͤnter. Jeſus lebt! Mit ihm auch ich 226 Gellert. Jeſus, meine Zuverſicht 433 v. Aſſig. Jeſus nimmt die Suͤnder an 356 Neumeiſter. Ihr Mitgenoſſen, auf 627 Klopſtock. Im Dunkel lag die Welt 144 Schlegel. Im Leichentuche ſchlaͤft ſichs gut 429 Luiſe Frſt. v. Neuwiev. Immer naͤher kommt die Zeit 439 Loder. In allen meinen Thaten 489 Flemming. In deiner Liebe, Gott! 637 Cramer. In den Bund der Chriſtenheit 302 In die Stille will ich fliehen 636 Cramer. Reche. In Gottes Rath ergeben 842 Herberger. In heißem Angſtgebete 172 Sturm. In unſern Kummer fallen 819 Junkheim. Iſt Gott fuͤr mich, ſo trete 404 Gerhard. Iſt Gott fuͤr uns; was kann 753 Iſt wohl ein Gott? wer darf 7 Chriſt. Franziſk)y. Cramer. Muͤnter. Rambach. Sturm. Neumeiſter. Cramer. Cramer. Niemeyer. Heermann. Klopſtock. Cramer. Kein 14 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. 1 eob, Ehre: Kein Lehrer iſt dir, Jeſu! gleich 163 Rambach. Bruhn. ob, Ehr! Kein Menſch, o Gott, iſt 109 Reche. dob, Ehr. Kinder, die ihr noch im Kreiſe 725 Schaller. ob iunge,n. Kindlich nahen wir 555 Reche. zobſinget t Klag nicht mein Herz, wenn 754„ Hobſugtld: Komm auf uns, o Geiſt 255* ah Grtt. Komm Herr Jeſu, laß uns 755 Olearius. goht Gott, Komm, o Geiſt, von Gott 251 Neander. Komm, Pilger, zu dem Grabe 157 Schubart. V Kommſt du, kommſt du? 140 Homburg. Mace dien Kommt, laßt euch vom Herrn 382 Denicke. Kahtigtei Kommt, Menſchen, Gott 29 Cramer. Nan ut Kommt und eßt das Brod 327 Pauli. MNein Nan: Kommt zum ſtillen Heiligthume 720 Nu liie Koͤnig, dem kein Koͤnig gleichet 234 Rambach.„ b6 Miien Jer in Erlo: Laſſet uns mit Jeſu ziehen 601 Birken. 34 an Laß deinen Geiſt mich ſtets 207 Gellert. Rene G Laß deines Leidens Feierzeiten 157 Meiſter. aMumaa Laß doch, o Jeſu! laß dein 280 Ulber. Diterich. Nens 9 Laß jeden meiner Augenblicke 654 Paulmann. v— 3 4 Laß in meinem Pilgerkleide 388 v. Meyer. en 7 Laß mich doch nicht, o Gott! 646 Gellert. en nn Laß mich, Hoͤchſter, eifrig ſtreben 681 Diterich. Mein 3 Laß mich, ſo lang ich lebe hier 699 5 Heil Laß, o Helfer unſrer Seelen 170 1 in Helt Laß, o Jeſu! mich empſinden 684 Cramer. in Au Laßt dem Tode ſeinen Raaub 858 Pfranger. nen Ven. Laßt uns mit Danken treten 4 Muͤnter. an Veün Laßt uns mit ehrfurchtsvollem 155 Kraft. b den Vene Laut und freudig dir lobſingen 97 Reche. Wagner.. 8 N Lebensquell! durch dich 641 Reche.* d din Lehre mich, Herr! recht bedenken 617 Freylinghauſen. b m Lebe Lehr mich meine Tage zaͤhlen 774 4. b Mendaſ Liebſter Jeſu, wir ſind hier 589 Clausnitzer. ein liees Liebſter Vater! ich dein Kind 354 Titius. Miin Tai Lieblich ſcheint die Sonne 830 Baͤßler. MNanſchen Lob, 1 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. 15 an ach Jruhn. Lob, Ehre, Preis und Dank 118 Hiller. Diterich. ſchaller Lob, Ehr und Dank ſey dir 823 Moͤllenhof. leche. Lob, Ehr und Preis dem 808 Schutz. F2n Lobſinge, meine Seele 217 Neander. Lobſinget Gott! Dank, Preis 18 Craſſelius. Mearius Lobſingt! denn Gottes Huld 267 Cramer. dearius. Lobt Gott, der Sonn 766 Funk. nder Lobt Gott, ihr Chriſten 152 Hermann. Diterich. omburg. b eenicke. Mache dich, mein Geiſt! 631 Freyſtein. ramer. Maͤchtig kannſt du uns bewahren 73 Reche. auli. Mag auch der Glaube zag3en 540 Krummacher. Mein Auge ſieht, o Gott 75 Becker. Diterich. tambach. Mein beſter Troſt in dieſen 551 Muͤller. Meine Lebenszeit verſtreicht 838 Gellert. Meinen Jeſum laß ich nicht! 602 Keymann. virken. Mein Erloͤſer! der du mich 305 Werenberg. hellert. Mieein erſt Gefuͤhl ſey Preis 758 Gellert. Reiſter. Meine Seel, ermuntre dich 198 Schade. Schlegel. llber. Diterich. Meines Lebens reinſte Freude 410 Buͤrde. zaulmann. Meines Ungluͤcks harte Plagen 542 Meyer. Mein Geiſt, o Gott! wird hoch 450 Fritſch. zellert. Mein Gluͤck im kurzen Raum 17 Sturm. diterich. Mein Gott! du wohneſt hoch 472 Schmolke. Mein Heiland! tief im Staube 119 tz. Mein Heiland! wenn mein Geiſt 401 Sturm. amter Mein Herz haßt billig alle 483 Heeren. eranger Mein Jeſu! Du kamſt, unſere 116 Freylinghauſen. A 4 tey. Mein Jeſu, meines Herzens Luſt 407 Lange. Kunter. Mein Jeſus ruft: Es iſt 194 Laurentius. Schlegel. rraft. e, Mein Jeſus triumphiret 239 b Keche. Wagner. Mein Jeſu, welch ein Schmerz 176 Schlegel. Reche. Mein Leben ſteht in Gottes 841 Neander. Freylinghauſen. Mein Leib ſoll, Gott! dein 644 Cramer. 8 Mein lieber Chriſt, was zageſt 494 Bethelius. Lausnitzer. Mein Vater, ich befehle dir 193 Muͤnter. titius. Menſchen, euer Leben eilt 786 Schlegel. Baͤßler. Menſchen⸗ Lob, 16 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Menſchenfreund! nach deinem 690 Menſch, was iſt dein 422 Mir nach! ſpricht Chriſtus 600 Mit bewunderndem Gemuͤthe 128 Mit dir, o Hoͤchſter! 400 MNiit Ernſt, o Menſchenkinder 137 Mit heil'gem Schauer blick ich 56 Mit heil'ger Freude nahen wir 308 Mit Preis und Ruhm gekroͤnt 232 Mittler! ſchau auf ſie hernieder 312 Muthig! muthig! Bald errungen 534 Nach einer Pruͤfung kurzer Tage 452 Nach Fried' und Eintracht ſtreben 698 Nach Gottes weisheitsvollem 731 Nach meiner Seele Seligkeit 626 Nichts betruͤbteres iſt auf Erden 726 Nichts iſt von ungefaͤhr! 67 Nicht um ein fluͤchtig Gut 256 Nicht um Reichthum, nicht 561 Nie biſt du Hoͤchſter, von uns 35 Niedrig und in Durftigkeit 160 Nie kann ich, Jeſu! dich genug 123 Nie kann ich meines Gottes 83 Nie will ich wieder fluchen 703 Nimm hin den Dank 329 Noch bin ich ein Gaſt der Erde 421 Noch eh' ich, Gott, dich kannte 307 Noch immer wechſeln ordentlich 790 Noch leb ich! ob ich morgen 419 Noch nie haſt du dein Wort 51 Noch ſing ich hier aus dunkler 6 Noch wallen wir im Thraͤnenthal 453 Nun bitten wir dich, heiliger 258. Nun danket alle, bringet Ehr: 570 Nun danket alle Gott 568 Nun laßt uns gehn und treten 787 Niemeyer. Wudrian. Angelus. Rambach. Diterich. Thilo. Sturm. Spieß. Niemeyer. Wagner. Lavater. Gellert. Grot. Grot. Diterich. Hunold. Uz. Neander. Lavater. Sturm. Reche. Heeren. Cramer. Gellert. Zollikofer. Sturm. Trautſchold. Cramer. v. Hippel. Rambach. Heeren. Lavater. Luther. Gerhard. Rinkhard. Gerhard. R gun ruhen Aun ſinkt d Rur Einer, O Ehrit, 6 O Chri, in DO d) den t O u Lebe 1 dh uit dOtbl di dt 1 wit O Gott, are d Gott, duc 9 Gott! d dett, du SO Eott! ei d Eottes O Gott! m. 1 O geoßerG. † O Haupt, dhüln 90 Harld O Hoffun, DO Jeſu Ch . 8 Jeſuld. d Jeſul H dgeſul 3⸗ he Lieder. Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Nuneger giſter ſaͤmmtliche Lieder 12 Wudrian. Nun ruhen alle Waͤlder 770 Gerhard. Angelus. Nun ſinkt die Sonne nieder 771 Junkheim. Runbach Nur Einer, Einer biſt du Gott 13 Diterich. Diterich. Thilo. Sturm. O Chriſt, erhebe Herz 629 Liebich. Spieß. O Chriſt, in dieſen 519 Bachhoff v. Echt. Niemeyer. O du, den keine Sprache nennt 721 Collius. Wagner. O du Liebe meiner Liebe! 199 Angelus. Lavater. O Ewigkeit, du Donnerwort 445 Riſt. Oft bluͤh'n Verbrecher auf 78. Oft haͤlt dein Antlitz ſich 84 Schlegel. Gellert. Ditt noch will mein Glaube 367 Lavater. Grot. O Gott, aus deinen Werken 9 Liebich. Grot. O Gott, den alle Himmel 64 Gellert. Diterich. O Gott! du biſt mein Preis 584 Schmolke. Hunold DOõ Gott, du frommer Gott 386 Hermann. . O Gott! es fehlt uns Kraft 553 Angelus. Neander O Gottes Sohn! du litteſt 206 Gellert. Woater. O Gott! man kennet dich nicht 396 Terſteegen. Kavater. O Gott, mein Vater! ſteh' 609 Liebich. Cramer. Surig. O großer Gott! du reines Weſen 257 Reche. O Haupt, voll Blut 182 Gerhard. Heeren. DO heilger Geiſt! kehr bei uns 250 Schirmer. Cramer. O Herr! dein Liebesblick 177 Schlegel. Gellert. O Hoffnung, Lebenswonne 539 Buͤrger. Zollikofer. O Jeſu Chriſt, mein Troſt 596 Gerhard. Sturm. SO% IJeſul dir ſey ewig Dank 330 Olearius. Trautſchold. O ZJeſu! Herr der Herrlichkeit 298 Bickel. Cramer. OJeſu! Jeſu! Gottes Sohn! 597 Hermann. v. Hippel. O Jeſu, Licht und Heil 276 Diterich. Rambach. O Jeſu! mein Vergnuͤgen 605 Heeren. DO ihr, denen Gott auf Erden 723 Kuͤſter. Lavater.„ O König, deſſen Majeſtaͤt 347 Löſcher. Luther. O Lamm Gottes unſchuldig 204 Derius. Gerhard. b O mein Schoͤpfer, Herr 655 Mudre. Rinkhard. O ruͤhmt euch eurer Weisheit 653 Heeren. Gerhard. O ſelig, wenn die Herzen 714— 5* Oſtern N 18 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Oſtern, Oſtern, Fruͤhlingswehen 208 O ſtimm auch du mit frohem 150 O Tag! den uns des Vaters 242 O Tod! wo iſt dein Stachel 227 O welch ein unſchaͤtzbares Gut 621 O Welt, ſieh hier dein Leben 186 Ol wer zaͤhlt euch Millionen 58 O wie ſanft iſt dein Gebot 112 O wie unausſprechlich ſelig 451 O wie wichtig, wie erfreulich 413 O wundergroßer Siegesheld 231 Pilger ſind wir, wallen hier 667 Preis dir, der du auch unſrer 299 Preis dir, Herr Jeſu Chriſt 159 Preis ihm! Er ſchuf 19 Preiſt Chriſten! mit Zufriedenheit 802 Preiſt Menſchen, preiſt 68 Qual des Argwohns! ſollteſt du 677 Rede, Herr! dein Juͤnger hoͤret 263 Redlichkeit, mit dir im Bund 682 Reichthum iſt des Hoͤchſten Gabe 749 Religion, von Gott gegeben 1 Ruhen ſie in Gottes Frieden 852 Ruhe ſanft hier, wo die 859 Ruhig ſoll die Seele bleiben 634 Rund um mich her iſt alles 793 Saͤe deine Thraͤnenſaat 525 Sammelt euch, o Chriſten 686 Schaffe doch vor allen Dingen 623 Schatz uͤber alle Schaͤtze 408 v. Schenkendorf. Diterich. Schlegel. Backemeiſter. Riſt. Gerhard. Cramer. Noͤlting. Niemeyer. Schmolke. Homburg. v. Meyer. Paulmann. Niemeyer. Klopſtock. Froͤbing. Diterich. Grot. Heermann. Reche. Thieß. Jaeobi. Schreiber. Reche. Cramer. Meiſter. Reche. Gotter. Liskov. Schau' Schau hi Schmerz! Schmüͤck Schmüce Schin ii Schor d Schon ſed Schlbedie Gchweiget, Echwer liec Echwing die Scwing di Schwingt, Geele, ſey; kele! warn N unsg Seh getreu Se Gott Seh uns ge Seyuusge Se us, T Siy ünber Eey, Wat e zufned icrer R Sch m, ) ———— de Lieder. v. Schenke Diterich. maeh Schlegel. Vackemeiſter. Riſt. Gerhard. Cramer. Noͤlting. Niemeyer. Schmolke. Homburg. v. Meyer. Paulmann. Niemeyer. Klopſtock. Froͤbing. Diterich.— Grot. Heermam. Reche. Thieß. Jacobi. Schreiber. Reche. Cramer. Meiſter. Reche. Gotter. Liskov⸗ Schan Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Schau' hin in die vergangnen 633 Schmerz und Klage fuͤllt das 829 Schmuͤcke dich, erloͤſte Seele 324 Schmuͤcke dich, mein Herz 61 Schoͤn iſt die Tugend 104 Schon iſt der Tag von Gott 440 Schon ſendeſt du den Herbſt 794 Schuͤtze die Deinen, die nach 281 Schweiget, bange Zweifel 374 Schwer liegt der Trennung 457 Schwing dich auf gen Golgatha! Schwing dich auf zu deinem Schwingt, heilige Gedanken 21 Seele, ſey zufrieden! 521 Seele! warum haͤngſt du dich 363 Sehn wir nur Truͤbſal 804 Seht, welch ein Menſch! 183 Selbſt Engel ſielen einſt 59 Selig ſind die, welche nun 428 Seyd uns gegruͤßt im Erdenthal 279 Sey getreu in deinem Glauben! 630 Sey Gott getreu, halt deinen 477 Sey uns geſegnet, Tag der ſtillen 583 Sey uns geſegnet, Tag des Herrn! 582 Sey uns, Tag des Herrn 581 Sey unverzagt, du frommer 536 Sey, Welterloͤſer, hoch gepreißt 247 Sey zufrieden, mein Gemuͤthe! 5006 Sichrer Menſch, noch iſt es Zeit 332 Sieh an, o Gott! die Noth 805 Singt unſerm Gott mit dankendem 44 Sink ich einſt in jenen Schlummer 775 So Jemand ſpricht: ich liebe 669 Sollten Menſchen, meine 702 Sollt' es gleich bisweilen 544 Sollt' ich den beneiden köͤnnen 672 Sollt' ich meinem Gott nicht ſingen 43 Sollt ich meinem Gott nicht tr. 547 Reche. Meiſter. Baͤßler. Frank. Cramer. Diterich. Muͤnter. v. Loͤwenſtern. Schlegel. Buͤrde. Gerhard. Cramer. Eberus. Muͤnter. Cramer. Klopſtock. Lenzner. Frank. Sturm. Niemeyer. Lavater. Helmbold. Sturm. Schmolke. Sturm. Hermann. Cramer. Klopſtock. Gellert. Cramer. Titius. Funk. Gerhard. Olearius. 19 Schmolke. Schlegel. Sollt 20 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. b Sollt ich meinem Herzen 108 Cramer. Sonnen leuchten, Erden wallen 92 So viele gehn unher und ſuchen 364 v. Hardenberg. S do wahr ich lebe! ſpricht 331 Hermann. Spar' deine Buße nicht 333 Starke. Staͤrke, denn oft ꝛc. ſ. Oft noch Steil und dornigt ſey der Pfad 41 Stiller Friede ſinket nieder 77 Hohebaum. Reinwald. Pfranger. A* Streb' immermehr zur Weisheit 63. Suͤnder! willſt du ſicher ſeyn 33 — — 8+ Theuer wie mein eignes Leben 675 Cramer. Triumphirt! Es 1 224 Mann. Trocknet eures Jammers Thraͤnen 857 r. s i iſt bein Tod! ——= — — — Uebt ſanfte Nachſicht Um Erwarmen flehen wir 8 12 Um Gnade fuͤr die Sim Unendlicher, undenkbar iſ Unendlich re eich, 96 G ot ut biſt biſt d du! Un eiſd rſehli ch Unſch dger Feſu, haſt unſer Kgan if ar oß un 10 me aͤchtig Unſers Gottes? Lob und Ehre 56 Unſer Wandel iſt im Himmel 459 Unſre Kindheit, unſre Jugend 742 Cramer. Unſterblichkeit! Gedar nke, der 432 Schmidt. Loſſius. ilnwiederbrin rel i ſchnell 784 Neander. Urquell aller Seligkeiten 560 Schubart. 6 5 che. 82 Cramer. Herr. mann.„ Vater, den mein Herz vere ehret 463 Lavater. Vater, groß und gut und weiſe ick. S Vater, heilig moͤcht ich lel ſes 5 Lavpater. Vereinigt laßt uns Gutes wirke 6902 Demme. Vernimm, oGott! m 3 un F lehen 390 Niemeyer. — e Lieder. Cramer. v. Hardenberg. Hermann. Starke. Buͤrde. Hohebaum. Reinwald. Pfranger. Cramer. Mann.„ Voß. Sturm. Muͤnter. Reche. Cramer. Herrmann. Loder. Schlegel. Cramer. Schmidt. Loſſius. Neander. Schubart. Lavater. Muck. Spieß. Lavater. Demme. Niemeyer. Ver⸗ Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. 21 Vernimm, o Gott! mein heißes 509 Verſchuldet iſt die ganze Welt 353 Verſtummtes Lamm, das vor 179 Verſucht und pruͤft euch ſelbſt 379 Viel Gutes iſt, Allliebender 91 Voll Andacht, Dank und Freude 326 Vollendet freudig euren Pfad 458 Voll von Ehrfurcht, Dank 328 Vom Geraͤuſch der Welt 406 Vom Grab, an dem wir wallen 125 Vom heiligen Gefuͤhl 289 Vom Himmel kam der Engel 148 Von Chriſtus Jeſus laßt uns 124 Von dir, der meine Freuden 685 Von dir, du Gott der Einigkeit! 719 Von dir, Gott! ſind der Ehe 718 Von dir in dieſe Welt gerufen 676 Von Froſt und Kaͤlte ſtarrt 831 Von ganzem Herzen lieb ich dich 466 Von ganzer Seele preiß ich dich 563 Von Gott will ich nicht laſſen 497 Von Herzen preiß ich dich 262 Vor dir, o Gott! ſich kindlich 479 Wach auf, mein Herz! die Nacht 220 Wach auf, mein Herz und ſinge 757 Wachet auf! ſo ruft die Stimme 434 Wachet auf vom Schlaf 441 Walle ſtets, o Chriſt, auf Erden 526 Warum haͤufſt du jeden Morgen 516 Warum ſollte ich nicht erben? 375 Warum ſollt' ich mich denn 533 Warum willſt du draußen ſtehen 141 Was achteſt du der truͤben Tage? 520 Was frag ich nach der Welt 411 Was Gott thut, das iſt 503 Was Gott thut, das iſt 803 Trautſchold. Hiller. Graͤmlich. Breithaupt. Schink. Wagner. Niemeyer. Cramer. Muͤnter. Eſchenburg. Sturm. Muͤnter. Demme. Luther. Nz. Reche. Eſchenburg. Cramer. Cramer. Daniel.. Schalling. Cramer. Koͤhler. Helmbold. Diterich. Schmolke. Laurenti. Gerhard. Nicolai. Klopſtock. Funk. Meiſter. Laurenti. Klopſtock. v. Meyer. Gerhard. Gerhard. Reche. Pfefferkorn. Rodigaſt. Schmolke. Was 22 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Was ich nur Gutes habe 748 Diterich. Was in mir forſcht 616 Reche. Was iſt im Himmel, Hoͤchſter! 473 Cramer. Was iſt mein zeitlich Leben 638 Diterich. Was iſts, daß ich mich quaͤle? 491 ‚e Uert. Was iſt vor deinem Angeſichte 87 Schmidt. Gellert. Was mein Gott will, geſcheh 500 Albrecht v. Brandenb. Was ſollen uns die Thaten 166 Was ſoll ich aͤngſtlich klagen 515 Sturm. Was waͤr 10 ohne dich geweſen 126 Novalis. Was zagſt du? Gott regiert die 66 Schlegel. Weg, mein Herz, mit dem 752 Ger hard. Weh dem, der im kalten Herzen 711 Sontag. Weiche, Grabesſchrecken, weiche 843 Lavater. Weicht, ihr Berge; fallt 49 Schmolke. Wei'sheit, hohe Gottesgabe! 618 Burde. Welche Stimme ſpricht in mir 294 Wagner. Welch hinamliſch Licht iſts, das 8 lls Welch hohes Vorrecht ſchenkſt Welterloͤſer! dich zu lieben Wem Weisheit fehlt, der bitte Wenn alle untreu werden Wenn bittrer Reue Thraͤnen Wenn Chriſtus ſeine Kirche Wenn der Schoͤpfer der Wenn dich in dun keln Kagen Wenn ich auf Gottes A Wenn ich ein rein Gewiſe Wenn ich einſt aus jenem Wenn ich, o S häͤpfer. deine Wenn ich vor di ich, mein Wenn meine Zeitr Wenn Menſchen d Wenn uns, o Gott! 1 dure hd deine Wenn Verwandte fromm Wenn wir unſern Lauf vollenden 4. Wenn wir, Vater, hier auf 314 Wer auf ſeinen Gott v vertraut 518 Beyſchlag. Era amer. Wer Wer bit Fer das⸗ Ter Gu Ver it d Ver? M en Wer! rmien 19 N Ser md 2= 2— — — — — 122 2 —= — — 8 2 —— — — — — —— — —— — —— 2—— 22 — —— 22 — —— ————— 8————————— —.— 2—— 5——— K ———————————— —— — — 4—— 2— de Lieder. Diterich. Reche. Cramer. Diterich. Gellert. Schmidt. Geller Albrecht v. Vrundaf Sturm. Novalis. Schlegel. Gerhard. Sontag. Lavater. Schmolke. Buͤrde. Wagner. Freſenins. Weigel. Reche. Cramer. v. Hardenberg. Burde. Gellert. Grieſinger. Meiſter. Cramer. Weiſe. Klopſtock. Gellert. Cramer. Hermann. Cramer. Cramer. Reche. Cramer. Beyſchlag. Pexr Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. Wer bin ich? welche wicht ge 607 Wer das Kleinod will erringen 628 Wer Gottes Wort nicht halt 378 Wer iſt der Mann, von großer 165 Wer Menſchen, ſeine Bruͤder 673 Wer mit Luſt und Eifer ſtrebte 8514 Wer nur den lieben Gott laͤßt 541 Wer, o mein Gott! aus dir 399 Wer ſingt nach Wuͤrden 246 Wer Sunde thut, naͤhrt argen 143 Wer zaͤhlt, Unendlicher 57 Wie bin ich ſo vergnuͤgt 709 Wie bitter iſt der Armuth 695 Wie biſt du, den kein Auge 316 Wie der Blitz, der Wolken theilet 785 Wie edel iſt's, wenn mit 697 Diterich. Klopſtock. Gellert. Neuffer. Grot. Cramer. Neumark. Cramer. Spreng. Mudre. Grot. Niemeyer. Loſſius. Cramer. Dilthey. Muͤnter. Wie ſlieht dahin der Menſchen 839 Neander. Wie fuͤrcht ich mich, mein Herz 336 Muͤnter. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen 39 Gellert. Wie groß iſt Gottes Huld! 549 Loder. Wie groß iſt unſre Seligkeit 403 Schmidt. Wie groß, wie angebetet iſt 122 Cramer. Wie herrlich ſtrahlt der 121 Nicolai. Schlegel. Wie hoch haſt du mich, Gott! 606 Meiſter. Wie lang iſt, Gott! dein 266 Luther. Wie lieblich iſt doch, Herr, die 588 Cramer. Wie maͤchtig ſpricht in meiner 395 Kruͤger. Wie mannichfaltig ſind die 642 Diterich. Wie qualvoll ſind die Schrecken 114 Reche. Wie ſanft ſehn wir den Frommen 845 Weiſe. Wie ſchlaͤgt voll Dank und Liebe 95 Wagner. Wie ſelig bin ich, wenn mein 52 Cramer. Wie ſelig, Herr! iſt der 25 Funk. Wie ſelig lebt der Chriſt 694 Gellert. Wie ſicher lebt der Menſch 840 Gellert. Wie ſoll ich dich empfangen. 138 Gerhard. Wie ſoll ich dich wuͤrdig loben 576 Diterich. Wie theuer, Gott! iſt deine 380 Bahrdt. 23 Wie Wie ungewiß, iſt Herr, das Ziel 420 Wie wichtig iſt doch der Beruf 99 Will mich, o Gott! hienieden 529 Willſt du der Weisheit Quelle Wir alle, Menſchenvater, bringen 801 Wir bringen nun den Leib 35 6( 85 Wir freuen uns, Herr Jeſn 234 W glauben an den ein d. Got t 1- Wir kommen, Helfer, dir Geſang 820 Wir nahn zu deinem Throne 825 Wir ſind in Noth, laß uns 824 Wir ſingen dir Immanuel Wir ſingen hier der Andacht 5 Wir wallen, Pilger allzumal 663 Wirf, bloͤder Sinn 143 Wo eilt ihr hin 743 Wo ſind ich Gott, den meine 471 Wohlauf mein Herz, wohlauf 545 Wohl dem, der beßre Schatze 647 Wohl dem, der Chriſo 278 Wohl dem, der Reſum liebet 265 Wohl den, dei 14 Pülhem 487 Wohl den, der ſei eige 4Wandel 741 Wohl euch), ihr Glaͤubigen Wohl, wohl dem Menſchen 402 Wohluthun und mitzutheilen 6 Vo iſt ein Volk, wo iſt ein 738 Wo iſt, o Gott, ein Elend 111 Wort aus Gottes Munde 264 Wuͤnſcht Gluͤck der Stadt 734 Wunderbar iſt Gottes Rath 284 Zaget nicht, wenn Dunkelheiten Zeige dich uns ohne Huͤlle! 585 24 Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Wie wird mir dann, ach dnn 426. 154 eder. v. Canitz. Woltersdorf. Gieſecke. Klopſtock. Freylinghauſen. Meiſter. Funk. Selnecker. Buͤrde. v. Breitenau. Sto th auſen. v. St 5 ck en. Cramer. Ram nndch. Cramer. O earius. Cramer. doͤlting 6 ramer. Spli tttegarb. Hecker. 2 inna Ldgr. zu Heſſen. rie e Lieder. v. Canitz. Woltersdorf. Gieſe Klopſtock. 1 Freylinghauſen. Schmolke. Meiſter. Funk. Liebich. Selnecker. Buͤrde. Luther. v. Breitenau. Stockhauſen. v. Stoͤcken. Cramer. Gerhard. Starke. Burde. Rambach. Liebich. Cramer. Olearius. Gellert. Cramer. Anna Ldgr. zu Heſen. Schlegel. Bruhn. Meiſter. Tramer. Framer. Noͤlting. Framer. Splittegarb. Hecker. Reche. Klopſtock. Zeuch b Zweierlei bitt ich von dir Regiſter uͤber ſaͤmmtliche Lieder. 25 b Zeuch ein zu deinen Thoren 259 Zu dir erhebt ſich mein Gemuͤthe 162 Zu dir, Unendlicher! 345 Zu Gott, o Seele! ſchwing 3 um Fleiße ward das Leben 658 Zur Arbeit/ nicht zum Muͤßiggang 656 Zur Grabesruh, entſchliefeſt lu 15 7 Gerhard. Sturm. Teller. Fr. v. d. Recke. Hartmann. Borchward. Riſt. Schlegel. 8 Gerhard. Anzeige Anzeige der Melodien, nach welchen die im Geſangbuche befindlichen Lieder geſungen werden koͤnnen. Ach Gott und Herr 275. 343. 2. Ach Herr, mich armen Suͤnder 76. 86. 178. 182. 524. 539. 604. 665. 680. 703. 766. 834. 842. 844. 3. Ach! was ſoll ich Suͤnder machen 93. 129. 140. 4. Ach wie nichtig, ach wie 2ä. Er 5. Allein Gott in der Hoͤh' ſey Ehr' 11. 12. 15. En 797. 808. 6. Allein zu dir, Herr Jeſu Chriſt 351.. E 7. Alle Menſchen muͤſſen ſterben 71. 105. 107. 120. 7. 174. 180. 200. 235. 268. 312. 350. 352. 8. Alles iſt an Gottes Seegen 97. 208. 463. 4956.. 3 531. 5 9. An Waſſerſluͤſſen Babylon ſ. E 10. Auf, ermunt're dich ſ. Zeuch mich, zeuch mich ꝛc. 11. Auferſteh'n, ja auferſteh'n wirſt du 435. 2 12. Auf meinen lieben Gott 101. 176. 177. 806. 34. — „.% lodien, befindlichen Lieder unen. 76. 86. 8. 443. 0H. 703. 178. 182. 447. 488. 766. 834. hen 93. 129. 100, 8. 702. 774. g 413. 423. Ehr' 11. 12. 6 h. 227. 238. 330. 1. 730. 767. 776. . 105. 107. 170. 3. 312. 350. 352. 1. 561. 576. 628. „ 785. 851. 857. „208. 463. 496. Laͤmmlein geht ie. „zeuch mich te. du 435. 76. 177. 806. 13. Aus 1. 448. 451. 456. 4 13. Aus tiefer Noth ſchrei dch. zu dir 85. 109. 183. 193. 20. Ein Kindlein ſo loͤbelich 431. Melodien⸗Regiſter. 27 341. 342. 621. 656. 739. 14. Chriſtus, der iſt mein Leben 157. 309. 540. 566. 698. 809. 15. Chriſtus, der uns ſelig macht 670. 16. Der du ſo gern uns Menſchen ſegneſt 565. 17. Dir, dir Jehovah will ich ſingen 5. 587. 18. Dir, Gott, dir will ich froͤhlich ſingen ö. 37. 64. 80. 87. 139. 166. 222. 260. 261. 532. 588. 633. 666. 746. 763. 789. 807. 19. Dreieinigkeit, der Gottheit wahrer Spiegel 25. 27. 179. 184. 21. Ein Laͤmmlein geht und traͤgt die Schuld 45. 118. 246. 325. 347. 353. 391. 693. 820. 22. Eins iſt Noth, ach Herr dies Eine 81. 23. Ein' veſte Burg iſt unſer Gott a. 215. 286. b. 285. 290. c. 377. Erbarm' dich mein, o Herre Gott 392. 25. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort 269. 270. 282. 294. 724A. 26. Erloſer, ſteh auf uns hernieder 246. 297. 27. Ermunt're dich mein ſchwacher Geiſt 38. 153. 221 420. 514.. b 28. Erſchienen iſt der herrlich' Tag 2. 16. 154. 211. 219. 233. 267. 554. 29. Es iſt das Heil uns kommen her 8. 23. 41. 96. 99. 116. 127. 155. 287. 295. 359. 394. 721. 735. 737. 738. 777. 780. 791. 818. 30. Es iſt genug, ſo nimm Herr meinen Geiſt 50. 203. 31. Es iſt gewißlich an der Zeit 48. 91. 440. 444. 552. 553. 626. 649. 657. 683. 32. Es wolle Gott uns gnaͤdig ſeyn 271. 627. 4 33. Freu dich ſehr, o meine Seele! 24. 47., 248. 249. 263. 328. 338. 339. 382. 388. 430. 617. 630. 672. 687. 782. 337. 846. 852. Gelobet ſeyſt du, Jeſus Chriſt! 19. 151. Gott des Himmels und der Erden 49. 82. 251. 393. 422. 00 35. 28 54. Melodien⸗Regiſter. 422. 634. 636. 661. 675. 725. 749. 759. 764. 272. 850. 845. 859. Gott iſt mein Lied 22. Gott ſey Dank in aller Welt, ſ. Nun kommt der Heiden ꝛe. b Herr Chriſt, der ein ge Gottes Sohn, ſiehe Herr du Eingeborner 389. 495. Herr Gott, dich loben wir 575. 815 Herr, ich hab' nicht recht aeſordan 344. 369. 713 5. 850. Herr Jeſu Chr iſt, dich zu uns wend' 75. 301. 59 99. 794. 784. 796. Herr Jeſu Chriſt wahr'r M tenſch u nd Gott 849. Herglich lieb hab⸗ ich dich o Herr 12.1 37. 346. 349. 464. 466. 498.. Herzliebſter J Je me w ma das haſt du verbrochen 7. 10. 111. 123. 4168. 175. 181. 201. 206. 280. 281. 348. 376. 475. 510 580. 585. 637. 688 8. 705. 70 728. 822. 833. Ich dank dir ſchon durch deinen Sohn 13. 32. 40. 56. 279. 485. 557. 572. 629. 71. 673. 826. Ich hab' mein Sach Gott heimgeſtellt 194. 839. 841. 847. 860. Ich ruß zu di dir, Herr Jeſu Chriſt 596. In allen meinen Thaten ſ. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. In dich hab' ich h gehoffet, Herr 62. 74. 470. 536. 563. 702 819. Jeſu, der du meine S 526. Jeſu, meine Freude 136. 264. 397. deruſales uh du hochgebau⸗ te — 409. 521. Stadt 432. 2. 185. 185. 224. 2 125 37 598, 655. 667. 668. 756. 856. Komm heil ger Geiſt, Herre Gott 242. 247. 296. 311. Kommt h er zu mir! ſpricht Gottes Sohn 370. 396. un kommt dar an, ſiehe Her 1⸗ =4. 369. 693 5. 301. 584 V* Gott 849. 217. 546. 549. lle Vaͤlder ꝛc. 65. 66. 69. 70. 71. 72. 73. Melodien⸗Regiſter. 20 401. 455. 492. 614. 615. 616. 635. 678. 794. Liebſter Jeſu, wir ſind hier 160. 198. 252. 255. 1 300. 305. 383. 589. 591. 593. 594. 22. b Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich 3. 52. 134. 152. 165. 210. 304. 570. 571. 655. 699. 732. 798. 800. 8414. Mache dich, mein Geiſt, bereit 332. 586. 651. 829. Meinen Jeſum laß ich nicht 468. 6092. Mein erſt Gefuͤhl ſey Preis und Dank 88.310. 758. Mir nach! ſpricht Chriſtus unſer Herr 50. 35. 1153. 232. 5378. 429. 436. 600. 609. 647. 662. 669. 704. Mitten wir im Leben ſind 191. Nun bitten wir den heil'gen Geiſt 258.“ Nun danket Alle Gott 20. 117. 120. 241. 289. 474. 508. 568. 823. 825. Nun freu't euch, liebe Chriſteng mein 156. 276. Nun kommt der Heiden Heiland 54. 155. 755. 786. 8 Nun Run lob, mein' Seel', den He 119. 125. 217. 240. 277. laßt uns den Leib begraben 853. 854. 855. rren 4. 29. 36. 288. 503. 371. 573. 828. Nun ruhen alle Waͤlder 100. 114. 186. 424. 489. 491. 507. 515. 527. 529. 612. 622. 658. 658. 674. 694. 714. 727. 729. 736. 744. 748. 769. 770. 771. 773. 845 Run ſich der Tag geendet hat 65. 1531. 256. 402. 415. 475. 663. 790. 852. O du Liebe meiner Liebe 199. 618. 690. 824. O Ewigkeit du Donnerwort 59. 244. 457. 445. 486. O Gott du frommer Gott 31. 67. 78. 98. 110. 115. 144. 159. 262. 355. 540. 345. 3062. 368. 366. 579. 581. 385. 386. 590. 4414. 478. 482. 545. 549. 613. 646. 650. 659. 689. 691. 747. 805. 74. O, Jeſu 50 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83. 84. 85. 36. 97. 88. 39. 50. 91. 92. 9d. 905. 96. Wach' auf, mein Herz, und ſinge 9. 22. 507. Melodien⸗Regiſter. O Jeſu Chriſt, dein Kruͤpplein iſt 143. O Jeſu Chriſt, mein's Lebens Licht 189. 840. O Jeſu! mein Vergnuͤgen 500. 603, O Lamm Gottes unſchuldig 169. 2 O Traurigkeit, o Herzeleid 106. n 335 Schmuͤcke dich, o liebe Seele 01. 161. 254. 317. 322. 324. 40i h 558. 585. Schwing' dich auf zu deinem Gott 94. 354. 361. 469. 622. 082. 779. 858. b Seelup hezuteden 555. 041. Sey Lob und Ehr' dem hoͤchſten Gut ſ. Es iſt das Heil ꝛc. Sieh hier bin ich, Ehrenkoͤnig 363. Singen wir aus Herzensgrund 648. 312. Sollt' es gleich bisweilen ſcheinen 253. 544. 560. 581. 781. Sollt' ich meinem Gott nicht ſingen? 43. 46. 60. 135. 210. 337. 470. 505. 601. 6386. 700. 710. 716. 5 792. Suͤnder, willſt du ſicher ſeyn 334. Valet will ich d duſcher. 05. 225. 372. Vater unſer im Himmel lreich 63. 103. 425. 500. 645. 695. Vom Himmel hoch da tam ich her 57. 70. 145. 146. 143. 200. 230. 243. 513. 567. 502. 619. 205. Von Gott will ich nicht laſſen? 70. 132. 137. 142 315. 382.402. 497. 024. 291 702. 778.312. 2757. 787. 789. Wachet auf! ruft uns die Stimme 28. 42. 53. 598. 92. 150. 140. 212. 223. 228. 220. 313. 314. 520. 508. 434. 441. 455. 462. 405. 543. 569. Warum betruͤbſt du dich, mein Herz? 316. Warum ſollt ich mich denn graͤmen 7 142. 254. 37 410. 500. 510. 533. Was mein Gott will, geſcheh' allzeit 68, 260. 273. 384. 477. 404. 500. 504. 821. 4* 25. 92. Was 2 23822 — 2 122 1335. 2l. 254. 317 1 2. 354. 361 Ge ſ. Es iſt des „ 6—* *„ — 2. —. 544. 500. 2-=. 46. 60. 73. . 636. 700. 9 2. 307. 757. it„. 266. 275. 11 92. Was 97 98. 99. 100. 101. 102. 103. 104. 105. 100. 107. 108. 100. 110. 111. 112. Melodien⸗Regiſter. 31 Was Gott thut, das iſt wohlgethan 66. 77. 422. 400. 502. 503. 550. 548. 603. 302. 805. Wenn meine Suͤnd' mich kraͤnken 172. 173. 652. Wenn mein Stuͤndlein vorhanden iſt 171.321. 446. 457. 460. 550. 848. b 1 Wenn wir in hoͤchſten Roͤthen ſeyn 556. 504. 005. 804. 827. Werde munter, mein Gemuͤthe 128. 141 1388. 202. 205. 256. 522. 542. 608. 610. 623. 242. 265. 768. 775. Wer nur den lieben Gott laͤßt walten 1. 51. 33. 84. 89. 104. 164. 100. 102. 257. 278. 203. 200. 300. 323. 520. 557. 375. 380. 300. 400. 405. 412. 418. 410. 442. 452. 454. 464. 471. 472. 470. 480. 485. 511. 512. 510. 520. 522. 525. 526. 557. 541. 550. 551. 607. 020. 625. 630. 640. 642. 643. 654. 604. 676. 602. 701. 708. 218. 740. 743. 745. 753. 811. 836. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen Guͤte 33. 30. 102. 124. 120. 158. 167. 201. 336. 364. 305. 535. 540. 542. 577. 570. 606. 632. 660. 712. 741. 2750. 751. 254. 783. 801. 810. Wie ſchoͤn leuchtet der Morgenſtern 18. 00 121. 122. 150. 213.251. 250. 272. 208. 308. 316. a56⸗ 402. 426. 440. 450. 582. 507. 715. 719. 700. Wie ſoll ich dich empfangen 138. b Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen 162. 697. 793. Wir glauben an den ein'gen Gott 14. Wo Gott der Herr nicht bei uns haͤlt 813. 831. Wo Gott zum Haus nicht gibt ſein' Gunſt 717. 731. Zeuch ein zu deinen Thoren 21. 230. 250. Zeuch mich, zeuch mich mit den Armen 106. 103. 319. 790. Zion klagt mit Angſt und Schmerzen 720. 752.255. Druckfehler. Nro. 160. iſt in der 3ten Zeile eines jeden Verſes nur einmal o Jeſu zu leſen. „ 413. Mel. Ach wie wichtig ꝛc. l. nichtig. „ 512. V. 1. Z. 4. ein? ſtatt Punkt. Am Schluſſe eines jeden Verſes von 3. 52. 134. 165. 210. 304. 570. und 521 muß das Wiederholungszeichen,: 8 ergaͤnzt werden. — Hrnn Verſes uur Aig. 2. 165. 240. * ingszeichen. jede Tugend lieb. Einleitung. Die chriſtliche Religion. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 1. Religion, von Gott gegeben, ſey ewig meinem Herzen werth! Wie trau⸗ ig iſt das Erdenleben fuͤr den, der ihren Troſt entbehrt: Wo find ich außer ihr das Licht, das durch des Lebens Dunkel bricht. 172. Sie iſt es, die mich Gott erkennen, nich meinen Schoͤpfer lieben lehrt, ich darf getroſt ihn Vater nennen, darf ſicher eyn, daß er mich hoͤrt. Sie ruft mir zu: dein Gott iſt gut! Wohl dem, der ſeinen Willen thut!“ 3. Sie treibt mein Herz, ſich ſelbſt zu richten, ſie ſchaͤrfet meines Geiſtes Blick, belehrt mich uͤber meine Pflichten, und ſchreckt vom Boͤſen mich zuruͤck; ſie ſtaͤr⸗ ket des Gewiſſens Trieb, und macht mir Sie leitet mich auf allen Wegen, zeiget mir das hoͤchſte Gut, ſie macht ar jedes Gluͤck zum Segen, und gibt am Ungluͤck frohen Muth. Wo nichts, ſonſt nichts mich troͤſten kann, da hebt ihr hoher Troſt erſt an. 5. Sie laͤßt mich ew'ges Leben hoffen, verkuͤndigt mir Unſterblichkeit. Durch ſie ſteht mir der Himmel offen, und mein iſt ſeine Seligkeit. Entſchwinge dich der Erde Tand, mein Geiſt, empor in's Vaterland! n6 Der heilige Geſang. rnun Nel. Erſchienen iſt der herrl. ꝛc. 2. Erw acht G eſaͤnge prei t den H errn! Es toͤnt ſein Lob von Stern zu Stern. Bei aller Weſen Harmonie verſtumm auch unſre Lippe nie von ſeinem Ruhm. Vernehmen laß das Ohr von fern der Dank und Sehnſucht gluht dasvolle Herz. Wir blicken auf zu jener Schaar, „ 8 8 die in 8 7 n verklaͤrt, einſt ſterblich war. pel wi Fuft! In ihres Kampfes heißem Drang erhob des He heilger 40 tiet⸗ ddem H 5 d Glck nausſt die Nul 16 auß flen Wega Ga ſie mn ege und git h. Vo nichtz keen, da heh esben hoffa ickit. Durg ;fer und mn ng ich der En in= Vaterland eunng. . za. wer den Hetn 1 t zu Sten 0 verſtumn † iem Ruhſt ides Hem or. von fern d on Lieb u Frblich wal Der heilige Geſang. A. Auch unſre Seelen hebt der& des Heiligthums vom Staub empor, we heilger Lieder Allgewalt in Gottes Tem⸗ pel wiederhallt, empor zum Thron. 5. O ſuͤße Wehmuth, heil ge Luſt, wie ſtaͤrkſt, wie reinigſt du die Bruſt! Mit Kraft von oben angethan, ſchickt ſie zu 8 jedem Kampf ſich an, des Siegs gewiß. 6. Des Lebens Schmerz, ſein treulos Gluͤck flieht vor dem Ewigen zuruͤck; ein unausſprechliches Gefuͤhl verkuͤndet uns die Ruh' am Ziel, des Himmels Ruh. 7. So toͤne heiliger Geſang, wie einſt in Zions Harfenklang, bis, wenn der Mund ſich ſterbend ſchließt, ſein letzter Ton hinuͤber fließt zum hoͤhern Chor! Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten ꝛc. 3. Dem Herrn, dem Herrn ſingt un⸗ ſer Chor; erwache, o Geſang! Er ſchuf auch dich, gab Sinn dem Ohr fuͤr hohen Lieder⸗Klang. 4 2. Wir fuͤhlen froh uns und begluͤckt, wenn Gott die Zunge preiſt, ſein uner⸗ reichtes Lob entzuͤckt den dankdurchdrung⸗ nen Geiſt. A 2 3. Er ——— f Der heilige Geſang. Er ſchwingt ſich uͤber Erdenluſt und jiel der Eitelkeit; und Vorgefuͤhl gluͤht der Bruſt der naͤhern Ewigkeit. 4. Zwar ſtammeln wir, es bebt der Ton, ſo warm das Herz auch gluͤht. Dich, Vater, und den hohen Sohn er⸗ reicht kein ſterblich Lied.— 5. Doch iſt es Himmels⸗Seligkeit, dich ſingen, dich den Herrn; du, Vater der Barmherzigkeit, hoͤrſt unſer Stam⸗ meln gern. 4 6. Einſt ſingen wir in hoͤherm Ton ihm unſrer Seele Dank; einſt toͤnt dem Vater und dem Sohn ein beß rer Preis⸗ geſang. Mel Nun lob' mein' Seel' den ꝛe. 4. Laßt uns mit Danken treten vor unſern Gott; mit Preis und Ruhm, mit freudigen Gebeten lobt ihn in ſeinem Hei⸗ ligthum! Ihn, der mit ew ger Treue, was er erſchuf, erhaͤlt, der, daß die Welt ſich freue, begnadigt alle Welt, traͤgt mit Geduld die Suͤnder, hilft ſeinem Volke gern. Lobt ihn, ihr ſeine Kinder, ihr Chriſten, dankt dem Herrn! 5 2. Ihr einigt! ben un — — — 8 2.. Gnade winde iſahe Eelike Ale gle Stufen 9 ter„ dricbe, hilf d den lebe nit Da — —— — — — — — — g denluſt nn Sur jefuͤhl gluͦ Sgkeit. s bebt r uch gläht ”en Sohn 1 ee, Seligtii en du, Vatc ſt aſer Stam⸗ n Dherm Tuu Gt toͤnt den meë rer Prei See en ic. 6 1 7 ikiss treten vo in uhm, mt ir ſeinem He erger Tretc r,pß die Wcl W traͤgt mi ftnem Vol 7 ne inder, ihn rr. 2. Jhl Der heilige Geſang. 2. Ihr, unſers Hauptes Glieder, einigt liebreich Herz und Mund; als C ben und als Bruͤder macht eures Vaters Gnade kund. Durch Sanftmuth uͤber⸗ windet euch ſelbſt, und Haß und Neid; verſoͤhnt euch, und empfindet der Liebe Seligkeit! Zu einem Heil berufen, habt Alle gleichen Sinn! So tretet zu den Stufen des Throns anbetend hin. 3. O pflanze ſelbſt die Liebe, mit aller ihrer Himmelsluſt, pflanz jeden ihrer Hilf, daß wir, als die Deinen, uns lie⸗ ben lebenslang, und ſo vor dir erſcheinen mit Dank und Lobgeſang. Dann ſteigt aus unſern Choͤren der Eintracht Lied empor, und dieſes Lied zu hoͤren, neig, Herr, zu uns dein Ohr! 4. Wenn wir dann vor dir flehen, erhoͤre gnaͤdig dieß Gebet! Laß uns zum Heil geſchehen, was unſre Seele glaubend fleht! Wenn wir mit frohem Herzen fuͤr Rettung aus der Noth, fuͤr Linderung der Schmerzen dir danken, unſerm Gott, fuͤr ſo viel Huld uns Alle dir weihen lebenslang: o Vater, ſo gefalle dir deiner Kinder Dank! Triebe, o Gott, in unſer aller Bruſt! Der heilige Geſang. Mel. Dir, dir Jehovah will ꝛe. 1. Wir ſingen hier der Andacht Lieder, von Erdenlaſt und Erdentande fern; ver⸗ bunden, als des Leibes Glieder, wir, frohe Unterthanen Eines Herrn. Geſtaͤrkt, ge⸗ weiht erhebet ſich der Geiſt, der Gott in der Gemeinde feiernd preſtt. 2. O Preis dir, Vater in der Hoͤhe! Du naͤhrſt den Wurm, duzaͤhlſt des Men⸗ ſchen Haar; und waͤgeſt Arbeit, Gluͤck und Wehe mit Weisheit, Macht und Guͤte Jedem dar. Auf dich zu ſchauen mit Vertraun und Dank', erwecke uns der fromme Lobgeſang. 3. Wir ſchmachten, ach! wir kaͤmpfen, ringen aus unſres Staubes irrer Dun⸗ kelheit, zu hellerm Licht empor zu dringen, zu Gottes Frieden, zur Vollkommenheit. Zu kämpfen nimmer matt und nimmer bang, begeiſtre uns der weihende Ge⸗ ſang. Erden, was ſoll der Gotteshauch im Staube hier; wir wuͤnſchen heiliger zu werden, und immer aͤhnlicher, o Vater, dir. Des Herzens Sehnſucht macht. im Lie 4. Wir forſchen hier, was kann auf ir tc. Ar acht Liede ain fern; ver de wir, froh 02, der Gott peſt. ur der Huͤhe Kſt des Man t Nacht um di⸗ zu ſchauen rwecke um hlrwir kaͤmpfen bes irrer Dun n zu dringen ZoLommenheit ttt end nimmt Filhende Ge 125 kann al Ge eshauch in chr heiliger z lige, o Van at macht in nſ*) ch gi Der heilige Geſang. Lied der Mund, ſie mit erweckend, um Bruͤdern kund. 5. Des Saatkorns Huͤllen nur verge⸗ hen, die Keime dringen ſiegend in die Luft: So ſteigt der Geiſt zu reinern Hoͤ⸗ hen, ſinkt einſt der Leib hin in die Moder⸗ gruft. Es feiert triumphirend unſer Ziel das Todeslied mit Himmels⸗Vorgefuͤhl. 6. So faltet betend eure Haͤnde; ſo preiſt auch fuͤr des Lied's Geſchenk den Herrn, und mahnt es an des Lebens Ende, ſo hoͤrt auch dann das Lied des Ernſtes gern. Vollendet einſt, o Gott des Lebens, Phelſ dich herrlicher im Engelchor der zeiſt. gel. Dir Gott, dir will ich ꝛe. 6. Noch ſing ich hier aus dunkler Fer⸗ ne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einſt noch, jenſeit aller Sterne, dich mein verklaͤrtes Auge ſieht; dann ſchallet dir im Jubelklang der Ueberwinder mein Geſang. 2. Wohl mir indeß! du ſchauſt hernie⸗ der, ſteigt mein Gebet zu dir hinan; du hoͤrſt den Dank der heil gen Lieda uit b ater⸗ Deer heilige Geſang. erliebe gnaͤdig an, und ſtille Freude, ammelsruh' ſtroͤmt aus dem frommen Ned mir zu. 44 3. Froh wall' ich hin mit meinen Bruͤ⸗ dern zu deines Tempels Heiligthum; da toͤnt in andachtsvollen Liedern des Dan⸗ kes Stimme dir zum Ruhm; und dann durchdringet meine Bruſt ſchon hier die reinſte Himmelsluſt. b 4. Die Kraft von Jeſu Himmelslehren erhebt und ſtaͤrket meinen Geiſt, wenn er, vereint mit heil'gen Choͤren, dich, Gott, den Vater Aller preiſt; Anbetung dir und Ehre bringt, und wuͤrdevoll dein Lob beſingt. 5. Wie fuͤhlt' ich, Gott, mich ſtets er⸗ hoben, wenn meiner Miterloͤſten Schaar, dich oͤffentlich mit mir zu loben, in dei⸗ nem Tempel eifrig war, ſich bis zu deinem Throne ſchwang, und dir in vollen Choͤ⸗ ren ſang. 6. Drum will ich mit der Frommen Schaaren, Herr, gern in deinen Tempel gehn, wo einſt auch die verſammelt wa⸗ ren, die nun vor deinem Throne ſteh'n, bis dir in hohem Jubelklang auch dort er⸗ ſchallt mein Siegsgeſang. Erſter , rille Freud ben fromm Erſter Haupttheil. einen Bi⸗ 4 gthumgzun gijrder den des ad L 1 b der M☛ und damn uͤber die Don hiri chriſtliche Glaubenslehre. § melslehre Eſt, wenng Sr I. Von Gott. en dich, Got abetung A 1 1. Gottes Weſen. wndevoll den in tt nich ſtets a Mel. Herzliebſter Jeſu ꝛc. ter=ten Schaa, ianS d 1. Iſr wohl ein Gott? Wer darf noch ſich Ais zu deimn alſo fragen? Hoͤrt man nicht laute Stim⸗ ar vvollen Chh men, die es ſagen? Sieh! rufen Schrift, b Vernunft und Kreaturen, der Gottheit 1. Aromm Spurenn„ne t. Temn 2. Schau um dich her; ſieh Himmel, In unmelt wh Laͤnder, Meere; ſieh der Geſchoͤpfe unzaͤhl⸗ v wne ſichl bare Heerel Schließ von dem Bau und n k vom Verſtand der Geiſter auf ihren vom lan uch dorte Meiſter. .. Ert 5. L Offenbarungen Gottes. 1 Offenbarungen Gottes. .O ſieh' hinauf zu den geſtirnten ohen, wo Welten ſich in feſten Kreiſen Frehen, wo von gemeſſner Bahn ſie nim⸗ mer weichen, ihr Ziel erreichen! 4. Sieh', wie die Sonne Jahr und Tage theilet; ſiehe, wie der Mond durch ſeine Laufbahn eilet, und wie durch beide Jahr und Tag der Erde regieret werdel 5. Was macht's, daß dieſe Ordnung ſtets vorhanden, und unverruͤckt Jahr⸗ tauſende beſtanden? Kannſt du der Gott⸗ heit Daſeyn, Kraft und Weſen darinn nicht leſen? 2₰ 6. Sieh Menſch! du Edler unter Krea⸗ turen, ſieh an dir ſelbſt der Gottheit lichte Spuren! Kannſt du mit Wahrheit dich verſtaͤndig nennen, und Gott verkennen? 7. Laß dich ſein Wort den Weg der Wahrheit lehren; es zeiget dir, wie du ihn ſollſt verehren, bis er dich einſt zum Himmel wird erheben, bei ihm zu leben. Mel. Es iſt das Heil uns ꝛc. 8. Es it ein Gott! o fuͤhl es Herz! Flieht, zweifelnde Gedanken! Im hoͤch⸗ ſten Gluͤck, im tiefſten Schmerz ſoll nie mein tt dr geſtirntn en Kreiſa Hhn ſie nim Ider! n.=Jahr um r Nond durc vdurch beid re aret werden di Ordnum ve aüͤckt Jahr ſtẽn der Gott⸗ I ſen darim le nter Kreu Etheit licht Achrheit dich ſot hyerkennen! dr Weg der et Or, wie da d einſt zum ei in zu leben. Ins l es Her. f P In r. ſchr erz ſol chr r mein Offenbarungen Gottes. mein Glaube wanken. Was giebt m Geraͤuſch der Welt die Hoffnung, dien froh erhaͤlt, wenn ich an Gott nicht glaube 2. Beſtimmt zum Himmel leb'ich hier, ſehn' mich nach hoͤhern Freuden. Wer ſtillt die heiße Sehnſucht mir? Wer rettet mich vom Leiden? Wenn ſich mein Herz der Tugend weiht, wer knuͤpft an ſie die Seligkeit? Wer reicht mir Sie⸗ geskronen? 3. Du biſt es, Gott! Du biſt und lebſt! Gleich Felſen ſteht mein Glaube. Du lohnſt der Tugend, du erhebſt ſie maͤchtig aus dem Staube. Du biſt und lebſt! Ich ſeh' es ja an deinen Werken den und nah; du ſchufſt und traͤgſt ſie alle. 4A. Da ſteht die Welt, der Allmacht Bild; dort funkeln deine Sterne; da leuchtet mir ſo ſanft und mild dein Mond aus jener Ferne; da flieht vor deinem Glanz die Nacht; die Sonn entſteigt in voller Pracht dem Schooß der Morgenroͤthe. 5. Du Schoͤpfer, du nur zogſt ſie an, mit dieſem Strahlenkleide; du waͤlzeſt ſie durch ihre Bahn, zu deiner Kinder Freude. Nur du haſt dort mit ſtarker Hand das — elt Offenbarungen Gottes. ſo herrlich ausgeſpannt, worin die velten kreiſen. 6. In tauſend Stimmen rauſcht und 9. dͤnt dein Leben durch die Waͤlder; dein 1Segen, Herr, verjuͤngt und kroͤnt mit umit Schmuchk die reichen Felder. Wie lieblich 10 ruft die Nachtigall, wie laut des Donners unui W tederhall ein Gott, ein Gott ſchuf iten: alles! b b 7. Und ſollt' auch alles, alles hier vor Per ſora meinem Blicke ſchwinden, doch wuͤrd' ich dn Ster den Beweis in mir von deinem Daſen in Ma finden. Ich bin, ich bin! wie koͤnnt ich Ve ſeyn, waͤr ich, o Herr der Welt, nicht il dein, nicht dein Geſchoͤpf, o Vater! dfft, Er 8. Der mich aus ſeiner Quelle traͤnkt, Und mich ſpeiſt von ſeinem Gute, deß Kraft dien Leit in meiner Seele denkt, und wallt in mei⸗ ſhaket, nem Buue, und fuͤhlt und wirkt in Herz ae mund Sinn, o du, durch den ich ward und dͤn F öbin, Gott, du mußt ſeyn und leben! um, d 9. Drum blick ich Gott, mit Zuvera ſicht empor zu deiner Hoͤhe. Du biſt und unneue lebſt; ich zweifle nicht, ob ich dich gleich met nicht ſehe. Stets muͤſſe dieſer Glaube 6 hu rein, und ſtets durch Werke thaͤtig ſeyn; an 3 dann freu ich dein mich ewig! i 4h Mel. 15 kroͤnt mu Wie lieblih t=rs Donner i Gott ſchu ees hier vo d⸗) wuͤrd ic derum Daſeyn 1* koͤnnt ich et ISelt, nicht 4 BZater! Pelle traͤntt 1— deß Kraft daallt in mei⸗ ie ekt in Hetz in e ward und uſm leben! ztt mit Zuvel⸗ Syu biſt und sin dich gleich der Glaube ke wyaͤtig ſeyni ig Mel⸗ Offenbarungen Gottes. Mel. Wach' auf, mein Herz ꝛc. 9. O Gott, aus deinen Werken kan ich dein Daſeyn merken. In allen Krea⸗ turen find ich der Allmacht Spuren. 2. Das große Weltgebaͤude, voll An⸗ muth und voll Freude, ruft in viel tauſend Choͤren: Gott iſt! Ihn ſollſt du ehren! 3. Wer ſprach zum Himmel: Werde! Wer ſprach es zu der Erde? Wer rief dem Sternenheere? ſchuf Sonnen, Wol⸗ ken, Meerrer 4. Wer hieß zu Luſtgefilden ſich Au und Huͤgel bilden? Hieß all die Millionen, Luft, Erd und Meer bewohnen? 55. Und wer hat mir das Leben, mir dieſen Leib gegeben, mir dieſen Geiſt ge⸗ ſchenket, der fuͤhlt, erkennt und denket? 4 6. Wer gab mir das Gewiſſen, mich in den Finſterniſſen des Lebens fruͤh zu lehren, die Tugend zu verehren? 5 7. Wer mir zu Erdenleiden die Hoff⸗ nung neuer Freuden, und Sinn und Kraft zum Streben nach einem hoͤhern Leben? 8. Nur du, den Gott ich nenne! Wohl mir, daß ich dich kenne! Wohl mir, wenn ich dich preiſe, Verehrung dir bewelſei⸗ 9. La Offenbarungen Gottes. Laß Alle, die dich kennen, die dich tt Ehrfurcht nennen, und die dir feſt vertrauen, dein Antlitz ewig ſchauen! — Mel. Herzliebſter Jeſu ꝛc. 10. Ich weiß, daß Gott iſt, Gott hat mich erſchaffen! Wer gaͤbe wider Furcht und Gram mir Waffen, wenn dieſe Welt kein Werk zu ſeiner Ehre, wenn er nicht waͤre? 2. Ich, ohne Vater auf der weiten Er⸗ de, ging troſtlos durch ein Leben voll Be⸗ ſchwerde, wuͤßt' keine Heimath, ſchlich am Pilgerſtabe nur bang zum Grabe. 3. Waͤr ich nicht elend, waͤr ich nicht verloren? Ach beſſer waͤr's, ich waͤre nicht geboren, wenn ich, wo Taͤuſchung herrſcht und Trug der Luͤſte, von Gott nichts wuͤßte! 4. Im Menſchen wohnte darum eine Seele, damit er ſich mit bangen Zweifeln quaͤle? Er ſehnte nach dem Ziel des beſ⸗ ſern Lebens ſich nur vergebens? 5. Flieht, laͤſternde Gedanken! Ihr entehret die Seele, deren Himmel ihr zer⸗ ſtoͤret. Flieht! nur der ungluͤckſel ge Wahn der Thoren hat euch geboren. 4 hun, die diſ die dir ſah chauen! u= tert, Gotthat er ider Furch. ein dieſe Wäth Snn er nitt b f weiten E K en voll We eitmth, ſchlih zun Grabe. „Air ich nich 8,0 waͤrenich uſtemg herrſch b öttchts wuͤßte! ont darum ein balen Zweifil den ziel des bi eber Bet⸗iken! 1 Hranel ihr ze⸗ giut el ge Wah 6. J9 orel— chen toͤnt dein Ruf, Offenbarungen Gottes. 6. Ich weiß, daß Gott iſt, weiß wen ich glaube, weß Hauch mein G iſt, wer den Leib vom Staube ſo kun voll ſchuf, mich traͤgt, mich unterſtuͤtzet, mich taͤglich ſchuͤtzet. b 7. Ich weiß, auf welchen Grund mein Gluͤck ich baue, wen ich verehre, wem ich kindlich traue. Stets will ich dankbar mich im Guten uͤben, ihn ewig lieben. Mel. Allein Gott in der Hoh' ꝛc. 11. Die Himmel preiſen Gottes Macht mit allen ihren Heeren! Und aller ihrer Wunder Pracht ſtrahlt, Schoͤpfer! dir zu Ehren. Was deine Weisheit, Gott, 2 vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die andre. 2. Das laute Loblied der Natur erto⸗ net, dich zu preiſen, und uns, vernaͤhmen wir es nur, von dir zu unterweiſen. Wem ruft es nicht frohlockend zu: Der Herr iſt Gott! wem laͤſſeſt du dich, Schoͤpfer, unbezeuget? 3. Preiſt dankbar den, der euch erſchuf! ſo ſchallt's in allen Landen, in allen Spra⸗ Natur! und wird ver⸗ Offenbarungen Gottes. zanden. Ja, deiner Saite Ton er⸗ agt, ſo weit der Erdkreis reicht und ringt bis zu dem Sonnenzelte. 4. Wer iſt's, der ihren hohen Gang ddie Sterne Gottes lehret? Der Herr! den unſer Lobgeſang vor allen Voͤlkern ehret. Durch ihn allein vermoͤgen ſie, in Ordnung und in Harmonie, die Bah⸗ nen zu durchlaufen. 5. Gleich einem Braͤutigam geſchmuͤckt, geht aus des Morgens Pforten die Sonn; Aae hervor, erfreut, entzuͤckt die Menſchen aller Orten. Sie freut ſich, ruͤſtig wie ein Held, die Bahn zu laufen um die Welt, die ihr der Schoͤpfer zeiget. 6. Doch ſeiner Schoͤpfung Unterricht verſtehen ſelbſt die Weiſen mit allem ih⸗ b rem Forſchen nicht, und lernen Gott nicht preiſen. Was wuͤßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott! dein Evangelium uns nicht verkuͤndigt haͤtte? 7. Nur Jeſu Weisheit, dieſe nur, gibt Blinden Kraft, zu ſehen, und lehrt, die Weisheit der Natur, der Schoͤpfung Ruf 3 verſtehen. Sie macht der Heiden Augen hell; von ihr beſtrahlet, ſehen ſie ſchnell 5 der den Schoͤpfer in der Schoͤpfung. 60s. Offenbarungen Gottes. Faien 8. Was gießeſt du, o Wort des Herrn, 1 te u in unſer Herz fuͤr Wonne? Mehr Schim⸗ e hoh en E mer, als der Morgenſtern, mehr Strah⸗ t. Der Nu len, als die Sonne. Wie ſtrahlſt; wie 1 Ha heiligſt du; wie ſchmuͤckſt du unſre r llen Volnn Seelen, wie begluͤckſt du ſie mit deinen un ermoͤgenz Lehren!“ n ie, die 3 9. Wie lieblich biſt du, wie ſo hold, Geſetz der ew'gen Wahrheit! Du biſt in geſchmutz viel koͤſtlicher als Gold, in deiner hohen fe In die Son Klarheit. Biſt ſuͤßer mir, als Honig iſt tDe Menſca und Honigſeim; dein Segen fließt auf t, ruͤſtig w die, die dich verehren. 1eufen um u 240. Gott! was mein Herz vor dir ver⸗ pe zeiget. hehlt, entdeckſt du meiner Seele! Vergib, pir g Unterrith wer merkt, wie oft er fehlt? wo ich un⸗ en iit allemi wiſſend fehle! Bewahre vor den Spoͤttern lee en Gottniht mich, die deinen Sohn, dein Wort und vil. wenn deinn dich beſtreiten und verleugnen. Et⸗igelium mu 11. So werd ch durch dein Wort er⸗ hellt, durch ſeine Kraft getrieben, was e ua, 3 dir, Vater, wohlaefall geereuundeiftg 3 7 lehrt, à lieben.“ Dieß iſt mein Wille; laß ihn dir „opfung zu gefallen und erfuͤll an mir, was uns dein er=tiden Augi Wort verheißet. „(En ſie ſchn 8 39 B Mel. Offendarungen Goites. Mel. Allein Gott in der 35)' ꝛc. 12 Gott, deiner Werke jedes iſt von ur J dir uns Pfand und Siegel; das kleinſte wen ruft uns, daß du biſt, und iſt von dir ein die lt Spiegel. Ein jeder Punkt in der Natur J Faa deiner weiſen Allmacht Spur, iſt ann. Ausfluß deiner Guͤte. b 3122. Ein jeder Zeitpunkt, jeder Ort, iſt Dfendanied deiner, und dennoch fand dich, ohne Wort von dir, der Menſchen kkeiner! Erſcheinen, daſtehn mußteſt du; 10. du riefſt dem erſten Menſchen zu: Sieh, i. Pier bin ich, dein Schoͤpfer! 3. Wiemenſchlich machteſt dudich kund/ du Gott, den Menſchenkindern. Voll Ernſt und Gnade ſprach dein Mund mit Heiligen, mit Suͤndern. Vernommen wurde, bald mit Luſt, dein Wort, bald mit beklemmter Bruſt, verewigt dann durch Schriften. 8 A. Unſchaͤtzbar iſt uns, Gott, dies Wort d69[Geiſt und reich an Gnade! Wie hilfts dem Schwachen maͤchtig fort durch rauhe Dornenpfade. Wie iſt s uns Licht in Fin⸗ ſterniß! Wie machts den Wahrheits⸗ ſceund gewiß von Ewigkeit und Bunmei An⸗ Ges. de ͤh' ꝛc. Se jedes iſt g 1 das klein riſt von die uf in der Nau mraht Spurt kt eder Ort,i in dennoch ſu ir her Menſct nſtn mußteſtd nſin zu: Sich vſA chrdudich n eeif idern. N h*n Mund i en Vernom und lentſt d a von dir weichen? 3.;Hinweg mit Goͤttern dem Wort/ b „„-rewigt dau „(tt, dies Wn ! Wit hilß gPt durch ral § n s Licht in ſ dr Wahrhch ———— fke und Himm ſteigen. Einheit Gottees. 19 5. Anbetung, Dank dir fuͤr dies Licht, dem alle Schatten weichen! Nein, was nur Menſchenweisheit ſpricht, kann dei⸗ nem Wort nicht gleichen. Anbetung, Dank dir, daß du kamſt, die Binde von dem Aug' und nahmſt, dich, Vater, zu er⸗ kennen! Einheit Gottes. Mel. Ich dank' dir ſchon durch tct. 13. Nur Einer, Einer biſt du Gott, im Himmel und auf Erden. Nur dein allmaͤchtiges Gebot hieß Erd und Him⸗ mel werden. 2. Ja, du biſt Gott, und keiner mehr, Herr, wo iſt deines Gleichen? Du ſchufſt und lenkſt der Welten Heer. Wer duͤrfte neben mir! haſt du uns zugerufen; drum will ich beten nur vor dir, an deines Thrones Stufen. 4. Nie ſollen meine Kniee ſich vor eiteln Goͤtzen beugen. Ich ſoll und kann allein durch dich zu hoͤhern Freuden B 2 5. So 20 Vater, Sohn und heiliger Geiſt. 5. So ſey's dann ewig auch allein der Herr, an dem ich hange. Druͤckt dann mich Sorge, Schmerz und Pein, um Troſt iſt mir nicht bange. 6. Mein Leben ſey dir ganz geweiht, dir, Gott, dem ich vertraue, bis ich, ge⸗ reift zur Ewigkeit, einſt deine Groͤße ſchaue. 1 Vater, Sohn und heiliger Geiſt. (In eigener Melodie.) Gott, Schoͤpfer Himmels und der Er⸗ den. Er, aller Vater, unſer Gott, hieß uns ſeine Kinder werden. Er will uns auch ſtets ernaͤhren, jedes wahre Gut gewaͤhren. Er erwog ſchon, eh' wir wa⸗ ren, unſre Rettung in Gefahren. Er iſt's, der fuͤr uns ſorgt und wacht, und alles ſteht in ſeiner Macht. b 22. Wir glauben auch an Jeſum Chriſt Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Menſch geworden iſt, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete ſein Leben nicht zu theu'r fuͤr uns zu ge⸗ ben. Er erſtand, herrſcht hoch erhoͤhet . b in du, und in 3 ſi 14. Wir glauben an den ein gen in dem uns al dereinſ fine Cht Früͤſten ewge 1— K 1 Vater, Sohn und heiliger Geiſt. 21 ..„— 2 2 ge. Dru in dem Reich, das nie vergehet. Er laͤßt um pet 4 uns auch im Grabe nicht, und kommt 1g*l dereinſt zum Weltgeritcht. d 3. Wir glauben an den heil'gen Geiſt, er a, bis ich unſern goͤttlichen Regierer, den Jeſus in! eine 6 Chriſtus uns verheißt, uns zum Bei⸗ ti ſtand und zum Fuͤhrer. Der in Truͤbſal ſeine Chriſten weiß mit Kraft und Muth 8 zu ruͤſten, der uns lehrt Vergebung fin⸗ hei Ber Geiſ. den, und der Tugend Werth empfinden; elor n und floͤßt uns ſelbſt im Todesſchmerz b des ew'gen Lebens Ruh' in's Herz. qa den eing e g uh Herz me= und der Cn⸗ ufEr Gott, hü. en! Er willm 15. Aleein Gott in der Hoͤh' ſey Ehr jed ⸗ wahre G und Dank fuͤr ſeine Gnadel Er ſorget, chen eh wir i daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall in—efahren. 6 ſchade. Uns wohlzuthun iſt er bereit: ſein un wacht, u Rath iſt unſre Seligkeit. Erhebet ihn achk⸗ mit Freuden!. 1 K.ain Sesit a Feſum Chu 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit ein bornen, d freudigem Gemuͤthe; du herrſcheſt unver⸗ enerden iſt, n aͤnderlich mit Weisheit und mit Guͤte. .=r, er acn Unendlich groß iſt deine Macht, und ſtets jrFfir uns zu geſchieht, was du bedacht. Wohl uns, h daß du regiereſt! ſch hoch erhi ß du regiereſt! 28 (In eigener Melodie.) 22 Vater, Sohn und heiliger Geiſt. 3. O Jeſus Chriſt, des Hoͤchſten Sohn! dich, ſeinen Eingebornen, dich ſandte Gott vom Himmelsthron, zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwiſchen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod; erbarm dich unſer Aller!— 4. O heil ger Geiſt, du Geiſt von Gott! erleuchte, beſſ re, troͤſte die Jeſus Chriſt durch ſeinen Tod zum Dienſt des Herrn erloͤſte. Auf deinen Beiſtand hof⸗ fen wir; verlaß uns nicht, ſo ſind wir hier, und einſt auch ewig ſelig. 3' Mel. Erſchienen iſt der herrl. ꝛe. 1 6. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unſer Gott und Vater, dir. Du biſt es, der die ganze Welt erſchaffen hat und noch erhaͤlt. Halleluja! 4 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland dir. Du littſt fuͤr uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrei'n. Halleluja! 3. Gelobet ſeyſt du, Geiſt des Herrn! Wir waren einſt von Chriſto fern; du aſt durch deines Wortes Macht uns Allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! Mel. Köhſten Schr ⸗ſandte Gi ut Rettung d er wiſchen i 1 ben und i „E Geiſt m „S ſte die Iii drn Dienſt d net Beiſtand he ich- ſo ſind u vig elig. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛct. 17. Mein Gluͤck im kurzen Raum der Zeit iſt gegen ew'ge Seligkeit nicht werth, daß ich's erwaͤhle. Du riefſt mich, Vater, aus dem Nichts zum frohen An⸗ ſchau'n deines Licht's: dies dankt dir meine Seele. Nicht zu der Freude dieſer Welt, die ſo viel Maͤngel noch enthaͤlt; zur Wonne jener Ewigkeit beſtimmt mich deine Guͤtigkeit. O Vater, Gott, wie liebſt du mich! wie liebſt du mich! Dein freuet meine Seele ſich! der Serl. te. stu ⸗ bringen wi Per, dir. rrſchaffen tut=bringen ii un⸗ Heiland ͤ Ts Pein, U G= t des Heu 2. O Sohn, vom Vater uns ge⸗ ſandt, Erloͤſer, der mit ſanfter Hand zu Gott die Seinen leitet: fuͤr mich auch gabſt du dich dahin, und haſt, wenn ich dir folgſam bin, mir ew'ges Heil berei⸗ tet! Zwar ſeh' ich jetzt mit ſchwachem Blick von ferne nur des Himmels Gluͤck, noch dunkel iſt mir jene Welt, die Gott dem Glauben vorbehaͤlt; doch preiſ ich dich, o Gottes Sohn, o Gottes Sohn! im Licht dereinſt auf deinem Thron. 3. Geiſt Gottes, unſre Zuverſicht, ver⸗ laß, verlaß uns Arme nicht, und gib uns Kraft zum Glauben! Zeuch uns zu Gott unnd ad Vuater, Sohn und heiliger Geiſt. und ſeinem Sohn, und laß nicht unſern Gnadenlohn in jener Welt uns rauben! Lenk von des Lebens Eitelkeit uns auf das Heil der Ewigkeit! Ach unſre Seel empfehlen wir im Leben und im Sterben dir! O Geiſt aus Gott, zeig uns im Tod das Heil des Herrn; dann ſterben freu⸗ dig wir und gern! 9 4. Dreieiniger! wie groß ſind wir durch dich, wie ſelig werden wir! Lehr: uns dieß Gluͤck recht achten! Der Erde Scheingut ſaͤttigt nicht, und ihre Weis⸗ heit troͤſtet nicht, lehr uns dieß recht betrachten! Dir Schoͤpfer und Erloͤſer dir, und dir, Geiſt Gottes, bringen wir, mit Freuden hier im Heiligthum verei⸗ nigt, Preis und Dank und Ruhm! Drei⸗ einiger, in Ewigkeit, in Ewigkeit ſey unſer Herz dir ganz geweiht! 1 Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns ꝛc. 18. Lobſinget Gott! Dank, Preis und Ehr ſey unſerm Gott je mehr und mehr, fuͤr alle ſeine Werke! Von Ewig keit zu Ewigkeit lebt er und herrſchet weit und breit mit Weisheit, Guͤt' und Staͤrke. Singet, 1 nicht un Vater, Sohn und heiliger Geiſt. 25 Zteung eun Singet, bringet frohe Lieder! Fallet nie⸗ — raun der! Rufet froͤhlich: Gott iſt herrlich, it unsg groß und ſelill „*) unſre En g Leo eng. S uns m Juhmn bon uns, deinem Eigenthum, engt Herr,Teſu, dieeimnen pitche zwiſchen uns und Gott, haſt durch Ge⸗ n ſind 1 horſam bis zum Tod das Leben uns er⸗ e i udes enzenereedheſe e mn huf cht Der E durch deneuſe Tal ehrwennne 4 hen 8 5 Lohſinaet Gott! Du Geiſt des pf⸗ und Er mit Kraft ihn us uſern Ciſten = und Erl mit Kraſt ihn au zuruͤſten! Du machſt tte bringen wi uns glaubig, weiſe, rein, hilfſt uns ge⸗ Df arhan 1 troſt und ſiegreich ſeyn im Streit mit un⸗ u 1D i Ewigkeitſ Freude wie im Leide, Gott ergeben und gem ht! der Tugend treu zu leben! uchtt is ꝛc. Mel. Gelobet ſeyſt du Jeſus Chriſt ꝛc. 1 C h o T. t! Dank, Pu 19 P 1n Hoc=je mehr 1„ Ppreis ihm! Er ſchuf und er er⸗ ert Von En haͤlt ſeine wundervolle Welt. un- zerrſchetu 9. Geme inde. Gir und Stit Du ſprachſt, da wurden, Herr, auch Sinm wir; ſern Luͤſten. Leit' uns, ſtaͤrk uns in der* ———ͤͤöͤͤſͤſſͤſſſſſſſſnn. 26 Vater, Sohn und heiliger Geiſt. wir; wir leben und wir ſterben dir. Ge⸗ lobt ſey Gott! Chor. 2. Preis ihm! Er liebt von Ewig⸗ keit, wird ein Menſch, ſtirbt in der Zeit. Gemeinde. Erloͤſt, erldſt haſt du uns dir; dir leben und dir ſterben wir. Gelobt ſey Gott! Chor. 3. Preis ihm! Er fuͤhrt die ſchmale Bahn, fuͤhrt zum Himmel uns hinan. Gemeinde. Geheiliget haſt du uns dir; dir leben und dir ſterben wir. Gelobt ſey Gott! Chor. 4. Sing, fließt! Heilig, heilig, heilig iſt Gemeinde. Gott unſer Gott. O Hoͤchſter! dir, dir leben und dir ſterben wir. Halleluja! Mel. Nun danket Alle Gott ꝛe. 20. Gaobet ſey der Herr, mein Gott, mein Licht und Leben, mein Schoͤpfer, der mir hat den Leib, die Seel gegeben, mein Vater, der mich ſchuͤtzt von Mutkee⸗ eibe Pſalter! Freudenthraͤnen, — — —. liibe an, n wir, 2. R. nein hi Slhn, nihaüſ dr mein ſi hüch 3 Gll gein Tr 3 — dſe e —— ͤ8ͤ8ͤ8ͤö8ͤͤͤͤͤo —— ilie Geiſt. iere von Em tip in der z7 d— b un irr; dir lehe loſey Gott! uͤh n die ſchma m uns hinan. d ns Dr; dir lebe elo⸗ ſey Gottl 5 ⸗denthraͤn hein iſt 1 d n unn. Hallellhe — Alle—tt ꝛe⸗ Oenochſter! R keit! b Vuater, Sohn und heiliger Geiſt. 27 leibe an, der jeden Augenblick viel Gut's an mir gethan. b b 2. Gelobet ſey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters ew ger Sohn, der ſich fuͤr mich gegeben und mich erloͤſet hat mit ſeinem theuern Blut, der meinem Glauben ſchenkt ſich ſelbſt, das hoͤchſte Gut. 3. Gelobet ſey der Herr, mein Gott, mein Troſt, mein Leben, des Vaters werther Geiſt, den mir der Sohn gege⸗ ben; der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Troſt und Huͤlfe ſchafft. 4. Gelobet ſey der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobt und preiſt, was iſt, was lebt und webet: Gelobet ſey der Herr, deß Name Heilig heißt, der einig wahre Gott: Gott, Vater, Sohn und Geiſt. 1 5. Dem wir, mit Dank erfuͤllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engel Schaar das dreimal Heilig ſingen; ihn preiſe ehrfurchtsvoll die ganze Chriſten⸗ heit. Gelobet ſey mein Gott in alle Ewig⸗ ————— 2. Voll⸗ V— b † 28 Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. Rlt⸗ 1 eGeſt 2. Vollkommenheiten Gottes. fer; er. Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 5. N “ der i Mel. Zeuch ein zu deinenꝛe. b gtber en 21. Schwingt, heilige Gedanken, euch dun von der Erde los! Gott, frei von allen bün Schranken, iſt unausſprechlich groß. Lob⸗ um Nu n ſinget Gott, lobſingt vor ſeinem Ange⸗ 6 Ett ſſiichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem in Ee kein Auge dringt. ͤ2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein meeddlicher Verſtand. Was kann ſich im vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? i Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreiſe, zu ſeinem ew gen Preiſe, mit Herrlichkeit erfuͤllt! hle 3. Die Sonn in hoher Ferne mag(ebhlich ſtrahlenreicher gluͤhen; glaͤnzt heller noch, al ihr Sterne, was ſeyd ihr gegen ihn? Irhr ſeyd mit eurer Pracht, in eurem ſ(chznſten Lichte, vor ſeinem Angeſichte nuur Schimmer ſeiner Macht. 4. Wie ſollen wir dich nennen, dich, 9. 6 Vater der Natur? Was wiſſen wir? Kt der Wir kennen der Weſen Huͤlle nur. Der geoß Weiſen Scharfſinn ſteigt nie zur Natur Annel er — 1 llkommenhein Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 29 e Gottes. der Geiſter. Hier ſtaunt der kluͤgſte Mei⸗ 1 ſtteer; er glaubet nur und ſchweigt. Bommenhein. 5. Von dir ſtroͤmt alles Leben, du biſt Nrng. der reinſte Geiſt; du haſt die Kraft ge⸗ 1 geben dem Engel, der dich preiſt. In gerdanken,aa deinem Heiligthum ertoͤnen Lobgeſaͤnge ,Mei von alz in ſeiner Bruͤder Menge, zu deines Na⸗ ed h groß. Ao mens Ruhm. ot einem An 6. Stimm in der Engel Choͤre, o m Schte, zuda meine Seele auch; ſey voll von Gottes Ehre, du, ſeines Odems Hauch! Wie hi rreichen, i groß iſt dein Beruf! Auf! widme deine as ann ſich ii Kraͤfte dem wuͤrdigſten Geſchaͤfte, wozu hnemmz erkan dich Gott erſchuf. in mild, der all. 7. Im Geiſte bet ihn, Seele, bet ihn mSp'gen Priſ in Wahrheit an! Liebſt du des Herrn 1 Befehle, wie ſelig biſt du dann! Er hat 1 Ferne 1 Unſterblichkeit und Seligkeit und Leben; das alles wird er geben, dem, der ſich Ir hel in ganz ihm weiht. ra=, in eun. ſeit=n Angeſch Ngl. 1 22. Gott iſt mein Lied! Er iſt der dich ennen, d Gott der Stärke; Herr iſt ſein Nam Be wiſſen in und groß ſind ſeine Werke, und alle 1 4 alle mr. Himmel ſein Gebiet. gce e zur auua 2. Er (In eigener Melodie.) 30 Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. b 2. Er will und ſpricht's; ſo ſind und b leben Welten. Und er gebeut, ſo fallen nalle, durch ſein Schelten die Himmel nieder in ihr Nichts. 3. Licht iſt ſein Kleid und ſeine Wahl das Beſte; er herrſcht als Gott, und ſeines Thrones Veſte iſt Wahrheit und Gerechtigkeit. 4A. Unendlich reich, ein Meer von Se⸗ ligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten; Herr aller Welt, wer iſt dir gleichch 5. Was iſt und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und ſri⸗ ner Werke Heere ſind ewig vor ihm of⸗ fenbar. 6. Er iſt um mich, ſchafft, daß ich ſicher ruhe; er ſchafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforſchet mich und dich. 7. Er iſt dir nah', du ſitzeſt oder ge⸗ heſt; ob du an's Meer, ob du gen Him⸗ mel floͤheſt; ſo iſt er allenthalben da. 8. Er kennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnaͤ⸗ dig beizuſteh'n. . 9. Er Gott, der 9. E. ſeben o icht aun Me 1f1. J Pundern nhyſtt Schipfer 1, D ſit Spie Juen, T D ai güne und For fimgn A K. veinn W f. ene ſo ſi Gott, der 3„ alt, we 9 gr Inbegriff aller Vollk Diamel ni d woll r wog mir dar ommenheiten. 5 1 leben ſollt in ſein B er mir geb 2 ſeine W. 10 e da ich noch uch, wie la 6 en d Gen 4 nicht mihri, nihn unbaeaies uheic Jahrheit i hs Namens e, Her, nand das Gott ineer v unde ſeyn! hre, dein Lob darſo dei⸗ Kt evon A1tp d kann die Pra in meunem alr Wel 1 du haſt faſſen? Ei dracht von d.. elt, we Sche˖ werden l in jeder St deinen 1 1 V b dpfers M aſſen, verkuͤ aub, den in dimmel 6 12. Der k acht. uͤndigt ſeines t Sott, u m p heit Spiegel leinſte Halm iſt ſei eine N=r, ud Wen Tha uute Haimiß ſggr We ihm! Lobli 8— und Suft und Wiet e eis⸗ 1 9 uut 8 Bnrztn 4 ſed ſan Sich vor 1 gruͤne Wei as Land, fuͤ di rdeſt dich deinen Bin Sweanalh Srilden em⸗ d8 ndeſ urhs mirdem q r aaedet wands Aen. Srle 1. Bar, u Flln und all in Leben hält? en, daß Herznich 2 d6, wie oſti mein Iſt Gott mei 1 e Hand un ilt, mirge mein Retter we ein Schutz, will nn du henalaug. Pfro ich uichts eTrug. und diete 9. Mel. 32 Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. Mll. Es iſ das Heil uns ꝛc. 9 23. Der Herr iſt Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer iſt ihm gleich? Wer iſt wie er, ſo herrlich, ſo vollkommen? Der Herr iſt groß, ſein Nam iſt groß, er iſt un endlich, graͤnzenlos in ſeinem ganzen im Weſen. „2. Er iſt und bleibet, wie er iſt. Wer“ Alſt ſtrebet nicht vergebens, ihn auszuſprechen?. Wer ermißt die Dauer ſeines Lebens?! Wir Menſchen ſind von geſtern her: Eh⸗ noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. 30 3. Des Ewgen Thron umgibt ein an Licht, das ihn vor uns verhuͤllet; ihn ſſa faſſen alle Himmel nicht, die ſeine Kraft erfuͤllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und nur offenbar in ſeiner 8 Werke Wundern. 1 4. Wo waͤren wir, wenn ſeine Kraft uns nicht gebildet haͤtte? Er kennt unds, kennet, was er ſchafft, der Weſen ganzze Kette. Bei ihm iſt Weisheit und Ver. ſtand und Kraft und Staͤrke; ſeine Hand regieret Erd' und Himmel. 1 4 ö“* 8 J““ 4 4 8 V 8 . 4 er ollkommeite de Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 33 eill n ic. 5. Er iſt uns nah' iſt niemals fern, G=t und k weiß unſer Aller Wege. Wo iſt die Nacht, Ae Fr a da ſich dem Herrn ein Menſch verberg ezen 84 iſ Feonn moͤge? Die Finſterniß iſt vor ihm Licht; n D ie er, Gedanken ſelbſt entflieh'n ihm nicht in A er Den unſers Herzens Tiefen. 5 gtri, er iſtt 6. Wer ſchuͤtzt den Weltbau ohne dich n hüinem gan o⸗ Herr, v vor ſeinem Falle? Allgegenwaͤr⸗ W 8 breitet ſich dein Aufſehen uͤber Alle. , De eriſt. Du biſt voll Freundlichkeit, voll Huld tszuſpra barmherzig, gnaͤdig, voll Geduld, ein er ines Leben Vater, ein Verſchoner. ern her: G um. Unſtraͤflich biſt du, heilig, gut, und noch ehet reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen I Willen thut, denn du vergiltſt mit hr 2 umgibt W Du haſt Unſterblichkeit allein, unt erhuͤllet; biſt ſelig, wirſt es ewig ſeyn, haſt F Freu⸗ ht zie ſeine Kui den, Gott, die Fuͤlle. vig- wie er as 8. Dir nur gebuͤhret Lob und Dank, offmbar in ſcn Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgeſang, ihr alle ſeine nen ſeine u Heere! Der Herr iſt Gott und keiner 31 er kennt w mehr. Wer iſt ihm gleich? Wer iſt wie Weſen gal er, ſo Herelich, ſ vollkommen?* 3 eit und J DI n ee of*] Vherſcuahtet Geit. Uuner f orſchlichkeit GCottes. mMel. Freu' dich ſehr, o meine Seele ke. und niemand iſt, was du warſt und im⸗ mer biſt. Wer erſteigt des Himmels Hohen, um dich ſelbſt im Licht zu ſehen? (2. Unerſchaff ner, Erſter, Schoͤpfer, Vater der Natur! Du, der hoͤhern Geiſter groͤßter, Gott der Men⸗ ſchen, Gott der Flur! Du biſt ganz Voll⸗ kommenheit, lebſt und wirkſt von Ewig⸗ keit. Wer verkennt bei dem Gedanken ſeiner Einſicht enge Schranken? 3. Du, der UÜrſpre anß Heherrſcher ſeder Welt uber alc, herhaben, was ihr Umfang in ſich hoch häͤlt; Wege und Gerichte ſtaunet ſelbſt der 24. Höchſter, wer iſt s, der dir gleii-. chet? Was ſind Engel? Was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, I acht wer begreifet dich? Niemand war ng aller Gaben du biſt unveraͤnderlich, alles, alles 90 durch dich. Nur in deines Reiches bränzen ſehen wir deine Wunder glaͤnzen. 4. Ja, du wohnſt in einem Lichte, das kein Menſch durchdringen kann. Deine Engel an. Kein Erſchaff ner ſiehet ganz u b 34 deiner Cees. Unerforſchlichkeit Gottes. 55 1 fGotres deiner Hoheit vollen Glanz; ſtets wird me Seele. neue Tiefen finden, wer s verſucht, ſie zu iſ 2, der dir ergründen. ll mi 1, rRa. 1=tzas bin daß⸗ ennoch ſoll mir meinen Glauben, agreichet, n daß du biſt und auch fuͤr mich, nie der 5 diemand Thor und Spoͤtter rauben, der vom d. varſt 4 Pfad des Glaubens wich. Sey gleich undz unerforſchlich mir; dennoch bleib' ich ſtets gt hes Hinm an dir. Welten ſind's, die von dir zeu⸗ u ict unſg gen und mein Herz zum Glauben neigen. 4“ b Nrur! Du ur ottdea At Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit ꝛc. d rokſt von Ew⸗ 25. Erhabner Gott, was reicht an deitm Gedan deine Groͤße? Denk ich an dich, ſo fuͤhl = t ich meine Bloͤße; ich fuͤhle, Herr, daß du rur.⸗ aller Gu unendlich biſt, und daß umſchraͤnkt mein =t uͤber M forſchend Denken iſt. ar infang in 2. Du wohnſt im Licht, wozu kein deu), alles, Menſch kann kommen. Was iſt d, das in eines Nuß wir von deinem Ruhmvernommen? Ach! ſe einder glaän nur ein Theil von deiner Majeſtaͤt, die n ie em Lichte, uͤber alles dich, o Gott! erhoͤht. 1 (nkann. Di 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz voll⸗ ner ſalbſt“ kommnes Weſen, das, was du wirkſt, ſtaꝛ er ſiehal i und was dein Rath erleſen, iſt viel haf2 d C 2 hoch 36 Unerforſchlichkeit Gottes. 3 geln ſelbſt wirſt du nie ganz erkannt. — 4. Wie ſollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher! dich voͤllig zu ergruͤnden? O mache mich von ſolchem Duͤnkel frei! daß mir dein Wort des Glaubens Richtſchnur ſey. hoch fuͤr menſchlichen Verſtand: von En⸗ b 5. Mein eigner Geiſt kann ſich leicht ailt hintergehen. Dein Wort iſt wahr: es bleibet ewig ſtehen. Erforſch' ich gleich dein goͤttlich Weſen nicht, ſo genuͤge mir W davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir ſind alle Dinge; gib, daß ich dir mich ſelbſt 1 zum Opfer bringe! Begreif ich's nicht, wie du die Welt regierſt; ſo ſey mir's gnug, daß du mich ſelig fuͤh½rit. 7. Einſt wirſt du dich mir naͤher of⸗ fenbaren; einſt werd' ich mehr von dei⸗ nem Rath erfahren; wenn ich nur dem was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle, in allem Thun nach dei⸗ nem Willen handle: zufrieden ſey, wie du mich hier regierſt, bis du mich einſt zu deinem Himmel fuͤh½rrt. 9. Dann G es. m. von ſolch on Wort 1 ſt Enn ſich lat zors iſt wahr: reerſch' ich gla ht ſo gnuͤgen dI, zu dir ſ ich ir mich ſch Zex eif ich's nic er ſo ſey mi iq vihrſt. dic nir naͤher! ich nehr vond ve ich nur da get ert, geglaut higverehrt. ic nit Ehrfun m= hun nach u den ſey, b du mich dh in 9. Da — Ewigkeit und Unveraͤnderlichkeit Gottes. 37 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte ſehen, und, froh in dir, dein ewig Lob erhoͤhen! Herr, du biſt groß und zeigſt es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath! 4 Ewigkeit und Unveraͤnderlichkeit Gottes. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 26. Anendlicher„undenkbar iſt die Zahl von deinen Jahren! Du warſt, o Schoͤpfer, was du biſt, eh' alle Son⸗ nen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, warſt du dir, ohne ſie, genug, und keiner Welt beduͤrftig. 2. Ja, Ew'ger, tauſend Jahre ſind dir weniger als Stunden, viel ſchneller, als ein Tropfen rinnt, begonnen und verſchwunden; ſie, laͤngſt entfloh'n, ſind immerdar, mit dem, was iſt, was wird und war, dir, Schoͤpfer, gegenwaͤrtig. 3. Was bin ich, Gott, vor dir? ich Staub, ich bald verbluͤhte Blume; ich, ach! wie bald des Grabes Raub, mit allem Glanz und Ruhme! Wie ein Ge⸗ ſchwaͤtz des Tages fleucht mein Pugerte en —— z8 Ewigkeit und Unveraͤnderlichkeit Gottes. ben hin, es gleicht kaum einem Morgen⸗ traume. 1 1 4. Und dennoch zeigſt du mir von dir ſo viel in Augenblicken; entdeckeſt deinen Rathſchluß mir, mich ewig zu begluͤcken. keine Zukunft bang; dies Leben iſt ein Uebergang in ein voll e d kwedder Nun macht mir kommner's Leben. 5. Unwandelbar und ewig iſt, Herr) deine Gnad' und Treue. Du bleibſt auf immer, was du biſt, der Gott, deß ich mich freue. Ob Erd' und Himmel un⸗ tergeh'n; wohl mir! dein Wort bleibt ewig ſtehen:„du wirſt mich nicht ver⸗ laſſen.“ Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit ꝛc. 27. Herr Gott, du biſt die Zuflucht aller Zeiten, denn du biſt Gott in allen Ewigkeiten. Du warſt es ſchon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' no dein Ar ſich une Lefendert noch Aam 2. Was binich, Herr, und alle Men⸗ ſchenkinder? Staub ſind vor dir der Hei⸗ lige, der Suͤnder. Wie ſchnell entflieht das ubehe hanur 3. 0 e Arm gärtet. ic Aleid 4 E tbendelt denn wel Unen ma. De ſiner K. rtend enerſe ſe ſide 6 D Smder thedur nic. nen h R. unſi li. iit Gottez. nem Morga mir vone Jeckeſt dem w zu begluͤck kkunft ban gn in ein vol ng iſt, Ha Su bleibſt a cwezott, deß i 1 u Himmel u ei Wort bla t mnch nicht w Allmacht Gottes. das Leben doch von mir! Du, Hoͤchſter, du nur bleibeſt fuͤr und ͤrr. 3. Du haſt vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel aus⸗ gebreitet. Doch ſie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibſt in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir ver⸗ wandelt werden, du bleibeſt wie du biſt; denn welche Zeit umgraͤnzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 111 5. Das iſt der Troſt, die Hoffnung deiner Knechte, du ſchuͤtzeſt ſie mit deiner ſtarken Rechte, du laͤßt ihr Herz ſich ewig deiner freuen, und bleibſt ihr Gott; denn ſie ſind ewig dein. r atheit ꝛc. iſ Bott in all e hon, ch C „Sch dein Am r, Ind alle M dar dir der h ie hnell entft 6. Das ſey mein Troſt in allen truͤben Stunden; vom Tode ſelbſt bleibt er un⸗ uͤberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt t= die Zuflut mich, o Gott! von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibſt du ewig mir. Allmacht Go t t e 8S8. Mel. Wachet auf, ruft uns ec. 28. Anſer Gott iſt groß und maͤchtig, und ſeine Schoͤpfung reich und präͤchtig ol 40 Allmacht Gottes. voll Weisheit und Vollkommenheit. O il ihr, ſeiner Allmacht Heere, hoch in den Fa Himmeln, tief im Meere verkuͤndigt ſeine och Herrlichkeit! Sein Kleid iſt reines Licht; uf er haͤlt im Gleichgewicht alle Welten. fli Der Weſen Heer, das weite Meer, den wi Engel und den Wurm ſchafft er. 2. Er, der auf den Winden ſchwebet, lte er ſchaut die Erde an, ſie bebet; er ruͤhrt gh den Berg an, und er raucht; ſpeiſt den Vogel, naͤhrt die Heerde, erneuert die Geſtalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlich⸗ keit gibt er zu ſeiner Zeit Allen Speiſe, ſchmuͤckt und erhaͤlt Wald, Flur und b Feld; ihm dankt, ihm jauchzet alle Welt. 3. Sonnen glaͤnzen, Mond und Ster⸗ ne in unermeßlich hoher Ferne als Zeugen ſeiner Herrlichkeit. Gott iſt gnaͤdig, d Gott regieret, Gott iſt’'s, der alle Wel⸗ ten fuͤhret und alle ſegnet und erfreut. Der Bluͤthenduft, der Sturm, der Wallfiſch, wie der Wurm, zeugt vom Huchſae„De Tan 4 die Nacht ruͤhmt d„ rühm. s all⸗ machtig Hacht hmt, daß er ſtets all 4. Gott der Weisheit, Gott der Stͤr⸗ d kel! 1 dralenheit. 8 er hoch in undigt ſin Mreines Lich hl ile Weln v 2. Meer, da 0 er. Br hen ſchwehe le„het; er rüh al⸗t; ſpeiſt d rd erneuert bec was in ih nigrr Freundit ei Allen Speit W), Flur wi au et alle Wa Mand und Sm Fr⸗ee als Zeuh — da 6. Dank und Ehre Gott zu M ihm, dem Allmaͤcht gen zu lobſingen, ſoll fra ewig meine Wonne ſeyn! Laut ſoll ihm mein Lied erſchallen; mit vaͤterlichem Wohlgefallen ſieht er's, wenn wir uns ruün ſeiner freuen. b Ihm ſey mein Herz geweih't! Ihm nur Allmacht Gottes. 41 ke! Wie groß, wie ſchoͤn ſind deine Werke, wie voll von Guͤtern iſt das Land! Schiffe geh'n in weiten Meeren, da wim⸗ melt es von frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Ordnung und Genuß, mit Reiz und Ueberfluß prangt die Erde, wohin entzuͤckt mein Auge blickt, mit Wundern Gottes aus⸗ geſchmuͤckt. i 5. Der des Feldes Blumen kleidet, den Voͤgeln Nahrung zubereitet, Gott ſorgt als Vater auch fuͤr mich. Auch mein Loos in fernen Tagen hat er geordnet; ſollt ich zagen? Nein, meine Seele, faſſe dich! Trau' deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sorgen hin! Er wird ſorgen, er, der mich naͤhrt, mein Fleh'n erhoͤrt, des Guten mir ſo viel gewaͤhrt. bringen, Sein Lob iſt Seligkeit! leben will ich, will rein und heilig ſeyn; dann werd' ich ſein mich ewig freu'n. Mel. 42 Allmacht Gottes. Mel. Nun lob' mein' Seel' ꝛc. der keinen ſeines Gleichen hat! o niem c b i Ster 29. Kommt, Menſchen, Gott zu preiſen, der groß von Rath iſt, groß von That; den Maͤchtigen, den Weiſen⸗ er Herr thut große Werke; wer hindert ſeine dlein, dde zu 4H Ffüſt. ſi We Kraft, wer ſeines Armes Staͤrke, die fun alles Gute ſchafft? Nichts heraus. 6 2. Er will: und Sonnen flammen auch draͤngt das Waſſer, wenn er ſpricht, in Wolken ſich zuſammen, und ihre Schlaͤuche reißen nicht. Er ruft den Un⸗ gewittern, das Meer wird ungeſtuͤmm, des Himmels Saͤulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will: und Blitze zuͤnden Gebirg an, ſie vergeh'n. Er ſpricht und ruft den Winden: ſchnell wird ſein Him⸗ mel ſchoͤn. 3. Nur er gebeut den Wellen: bis hierher! ihm gehorchen ſie; er legt in Felſen Quellen: ſie rieſeln und verſiegen nie. Er fuͤllt auch Wuͤſteneien mit ſeinen wo uun Er dehnet, gleich ürloh Gezelten, die weiten Himmel aus; er ſpricht: ſo gehen Welten aus ihrem Wundern an, heißt Thiere da ſich freuen, i Negierer Autoſ enre füler, ſäth iſt, gun ge den Wäſſ ch hat! I ud hindert ſa m Staͤrke, Er ehnet, glei Hiamel aus; Zeher as ih S Se men flamm *, enn er ſprich nner, und ih „R ruft den! wrn) ungeſtum zuarn, die uz Blitze zuͤnd n. kr ſpricht nel Jird ſein R den Wellen: en ie; er legt eſtn und verſi iſt rien mit ſ hie da ſich f a vor geſchah, gebieteſt du; ſo ſteht es da. Allmacht Gottes. 43 wo niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne fuͤhren, wer weiß, als Gott allein, das Weltall zu regieren, die Erde zu erneu'n? 4 84 4. Herr, dein iſt alle Staͤrke und alle Huͤlfe, Gott, iſt dein! Dich preiſen deine Werke, die deiner Kraft allein ſich freu'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer; ihr Lob ſey unſ're Pflicht, o Vater, o Regierer! wen haͤlt, wen ſchuͤtzt ſie nicht? Du lebſt, du wirkſt in Allen; dir, dir vertrauen wir! Allmaͤcht ger, wer kann fallen, beſchuͤtzt, geſtaͤrkt von dir? Mel. Mir nach, ſpricht Chriſt e. 30. Herr, deine Allmacht reicht ſo h weit, ſo weit dein Wille reichet, vor d deſſen Allgenugſamkeit die Kraft des Weltalls weichet; nichts iſt ſo groß, 9 nichts iſt ſo ſchwer, das dir zu thun un⸗ moͤglich waͤrä. 2. Du ſprichſt, und es geſchieht ſofort, was dein Rath auserſehen. Nichts hin⸗ dert dein allmaͤchtig Wort; wie ſollt' es nicht geſchehen? Und was auch nie zu⸗ Du —— —õÿ ʒ— — 44 Allmacht Gottes. 3. Du riefſt der Welt, als ſie nicht war, auf dein allmaͤchtig: Werde! trat aus dem Nichts der Weſen Schaar im Himmel, auf der Erde. Durch dich auch N. nur beſteht die Welt, weil deine All⸗ n macht ſie erhaͤlt. 4. Dich fuͤrchten muͤſſe, Gott und Herr! was auf dem Erdkreis wohnet, vor dir ſich ſcheu'n, Allmaͤchtiger! wen deine Langmuth ſchonet; denn dein all. n maͤchtiges Gericht ertraͤgt ja ein Erſchaff⸗ on ner nicht. 5. Doch deine Allmacht, Herr, ge⸗ hhſ waͤhrt auch Schutz und reichen Segen dem Frommen, der dich kindlich ehrt, d'rum wall' auf deinen Wegen ich im Ver⸗ trau'n auf deine Macht, daß ſie mich 1 ſegnet und bewacht. 6. Vermehr in mir die Zuverſicht, fuſ Gott! deiner Macht zu trauen, und laß, Allguͤtiger! mich nicht auf andre Huͤlfe bauen, als auf die Huͤlfe deiner Kraft, die alles kann und alles ſchafft. p Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. 45 5 ſnt Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. 6 Schau 8 Mel. O Gott, du frommer ꝛ:c. rcch dich au 31. Herr, du erforſcheſt mich; dir eil deine bin ich unverborgen. Du kennſt mein 1 ganzes Thun, und alle meine Sorgen. a1, Gott u Was meine Seele denkt, war dir bereits Eereis wohm bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Uir chtiger! w Seel entſtand. nes t enn dein 2. Nie ſpricht mein Mund ein Wort, igter ein Erſchi das du, o Herr, nicht wiſſeſt. Du ſchaf⸗ feſt, was ich thu; du ordneſt, du be⸗ 1a=, Herr, ſchlieſſeſt, was mir begegnen ſoll. Er⸗ nd eichen En ſtaunt ſeh ich auf dich. Wie groß iſt di kindlich oe dein Verſtand! Wie wunderbar fuͤr mich! Wen ichimd 3. Wohin, wohin ſoll ich, vor deinem hi daß ſie m Geiſte fliehen? Wo koͤnnt ich jemals vohl nich deinem Aug entijehan⸗ Puhe 3= n ich gen Himmel auf, ſo biſt du, och⸗ „ Eie— ſter, da; fuͤhr ich zur Tief hinab, auch t* andre hier biſt du nnur nah. obon al deiner Kej 4. Naͤhm ich auch, ſchnell zu fliehn, — ft die Fittige vom Morgen; ſelbſt an dem esſ hafft fernſten Meer blieb ich dir nicht verbor⸗ gen. Auch da umſchloͤſſe mich doch deine 1 Allmachtshand; denn du biſt uͤberall, und dein iſt jedes Land. 5. Spraͤch' 46 Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. mich, mich zu decken! ſo ſucht' i 3. Spraͤch' ich zur Finſterniß: ſey um praͤch ich zur Finſ— umſonſt vor dir mich zu verſtecken. Denn a auch die Finſterniß iſt vor dir helles Licht; 4 die Nacht glaͤnzt wie der Tag vor deinem Angeſicht.. 6. Du warſt ſchon uͤber mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteſt mein Herz, Gott! deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, ſchon vaͤterlich . gedacht.. 7. Was fuͤr Erkenntniſſe! furcht will ich ſtets auf dich, mein Schoͤp⸗ fer, ſehn, dir folgen, und dein Lob, ſo gut ich kann, erhoͤh'n. 8. Erforſche mich, mein Gott, und pruͤfe, wie ich's meyne; ob ich rechtſchaf⸗ fen bin, wie ich's von auſſen ſcheine. Sieh', ob vielleicht mein Fuß ſich einem Irrweg nahtt, und leite mich zuruͤck auf ſichern Tugendpfad. 4 Fuͤr koſt⸗ b liche Gedanken! Unzaͤhlbar ſind ſie mir; denn ſie ſind ohne Schranken. Mit Ehr⸗ eu=t Gottes. nſerniß: ſenn b b üe NRel. Ich dank dir ſchon ꝛc. 1e ecken. Dar 32. Dir, Gott! iſt alles offenbar im ts helles eitz Himmel und auf Erden, was jetzt noch r S vor dein iſt, was vormals war, was kuͤnftig uauocch wird werden. be nir in min 2. Du ſchaueſt, Vater alles Licht's, dete= mein Ha durch alle Finſterniſſe; in deiner ganzen blo! Ich dan Welt iſt nichts, das dein Verſtand nicht undwar gemah wiſſe. 2 ar)*hon väten 3. Mein bloͤdes Auge ſiehet nur, ſo weit dein Licht mir glaͤnzet. Nichts ſieht tnee! Für! es ganz, denn von Natur iſt ſtets ſein alorm ſind ſie m Blick begraͤnzet. rat n. MitEC 4. Nur dir iſt alles aufgehellt, vor dir di= mein Sch liegt ohne Huͤlle das Innere der Koͤrper⸗ u 7 dein Lob, welt und jedes Geiſtes Wille. 6 5. Gedanken kennſt du, che ſie in mer Gott, n unſ rer Seel entſtehen, und du vergiſ⸗ „Wich rechtſh ſeſt ihrer nie, wenn ſie uns auch ent⸗ on auſen ſiͦ gehen. und wenanur 1 juß ſich ir 6. Nur nach und nach, und wenig nur, eit ſuß eni, kann unſer Geiſt hier lernen; dein Blick Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. 42 temich zurdet durchſchauet die Natur im Wurm, wie in den Sternen. m 1 7. Auch mich, und was ich hab' und thu', mein Streben und mein Sorge n, das 48 Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. das alles, Hoͤchſter, kenneſt du, vor dir iſt nichts verborgen. bricht, noch eh' ich's kann erflehen; ſiehſt alles deutlich, irreſt nicht; wer kann dich hintergehen? 9. Dich, den ich nicht erreichen kann, it in ehrfurchtsvoller Stille bet ich, All⸗ ſn, Alwi Namen vunderbe 2. ſihlen, d wiſſender, dich an, denn heilig iſt dein ſtaf Wille. biſt! Ich traue deinen Wegen. Aus dem, was jetzt mir Ungluͤck iſt, quillt einſt mir Heil und Segen. 11. Selbſt in der finſtern Todesnacht darf ich nun nicht erbeben. Du kenneſt mich, dein Auge wacht, du fuͤhreſt mich imöca zum Leben. — Mel. Wie groß iſt des ꝛc. Gauet die Tiefen der Unendlichkeit, der ſ elten Raum, die du gebauet, der Zei⸗ ten Strom, die Ewigkeit. O du, de alles weiß und kennet, was iſt, was werden ſoll und war, erforſchet und mit 40. Wohl mir, daß du mein Vater Na⸗ 11 -t Gottes. du, vor um Wohl fehen ſiht ver kannd tSreichen kam U det ich, A u heilig iſt d 8=nn. Aus de tAuillt einſtn ſen Todesm br Du keng nn fuͤhreſt i Alhwiſfenheit und Allgegenwart Gottes. a“H ſ Namen nennet, wie biſt du groß wunderbar! 8 2. Koͤnnt' ich das Heer der Sterne zaͤhlen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und kennt und wuͤßt' ich alle Seelen Gedanken von der Schoͤpfung her; ſo waͤr' ich weiſer, als auf Erden, und weiſer, als am Strom des Lichts er⸗ ſchaff ne Geiſter jemals werden: doch woͤßt ich gegen dich noch nichts. e mein Vu 3. 73. Gott, dich verehren, dir vertrauer ſey meines Geiſtes erſte Pflicht. Ergee. bungsvoll auf dich zu ſchauen, wo Licht und Einſicht mir gebricht; dies heißen mich die engen Schranken, die meinem dem Gedanken, der uͤber alles ſich erſtrecktä. 81 4. Allwiſſender, du kannſt ergruͤnden, f ſſchrecke mich zuruͤck von Suͤnden, von Heuchelei, Betrug und Liſt. Nichts. kann vor deinem Blick mich decken, kee z falſcher Schein betruͤget ihn. Dem Suͤn. g der folgen deine Schrecken, und koͤnnt er aus der Welt entſtieahn. 4 5. Wer kennet ſeines Herzens Tiefen? d Wer darf, o Gott, ſich ſelber traunge 60 Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. ilf mir, Allwiſſender, mich pruͤfen, Selinmit. Herzens Grund durchſchau n. Ach! ſieh'ſt du mich auf boͤſen Wegen, ſo fuͤhre mich auf rechte Bahn! Dann ſ werd' ich hier ſchon deinen Segen und 4 dort ein ew ges Heil empfah'n. 9 Nel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 8 34. Zu Gott, o Seele! ſchwing dich uu auf und werde Dank und Wonnel Er, u Iz 1 4 3 7 4 1* der voll Huld der Sternen Lauf, den ³₰ Lauf von Mond und Sonne, er, der die un ganze Schoͤpfung lenkt, dem Weltall Wind Seyn und Leben ſchenkt: er iſt allgegen waͤrtig. b 6 6 2. Wenn, betend in der Einſamkeit, na hi mein Geiſt zu ihm ſich hebet, im Vorge⸗ Anr da nuß der Seligkeit hier ſeinem Gott nur duſf lebet: dann ſieh't des Hoͤchſten Vaterblick Wichn mit Wohlgefallen dies mein Gluͤck; er ſiehts allgegenwaͤrtig. mw 3. Wenn ich, zu thun, was ihm ge⸗ J faͤllt, den frommen Vorſatz faſſe; wenn 5 Ur ich die Eitelkeit der Welt und jede Suͤnde haſſe: dann mangelt mir 8 Licht und Kraft; 4 in me Gottes. E Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. 51 n h n Kraft; denn er, der das Vermoͤgen [Sſen Pega ſchafft, Gott iſt allgegenwaͤrtig. =ahn! Da 4. Wenn er mir heit re Tage giebt, und np= Segen dieſes Lebens Freuden; und wenn er meine ₰ gen u Tugend uͤbt durch Pruͤfungen und Leiden: pff n. ſo trau' ich ihm und zage nicht, denn er 4 kennt Finſterniß und Licht; er iſt allgegen⸗ waͤrtig. 5. Wann einſt mein Auge ſterbend eleſchwingin bricht, wann jeder Sinn mir ſchwindet, in Wonne. e und meine bange Seele nicht der Freund⸗ ‿ Laufe mich erfreuen kann: oGott, mein Vater, 9 Ten eh auch alsdann biſt du mir gegenwaͤrtig. kt e, iſt alcgeg zu deines Himmels Freuden; beginn ich meinen hoͤhern Lauf, nun ewig frei von n Einſamt Leiden: dann ſeh' ich dich, der alles lenkt, hel, im Von hier Troſt und dort mir Wonne ſchen ſoem Gott 1 ſeh dich mir gegenwaͤrtig. der=h' ꝛ. Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus e. hut was ihm 35. Nie biſt du, Hoͤchſter, von uns dor faſſe; we fern, du wirkſt an allen Enden; wo ich eltand jede Sul nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in m nie Licht deinen Haͤnden. Durch dich nur leh⸗ 1 1 4 z2 Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. und athme ich; du ſiehſt, du häͤlſt, du fuͤhreſt mich. 2. Du weißt es, was ich Gutes thu, du weißt es, wenn ich fehle; auch den Ge⸗ i danken ſieheſt du im tiefſten Grund der Seele; nichts, nichts kann deinem Aug entflieh'n, und nichts mich deiner Hand entzieh'n. 3. Wenn ich in ſtiller Einſamkeit mein i Herz an dich ergebe, und, uͤber deine Huld erfreut, lobſingend dich erhebe, ſo hoͤrſt du es und ſteh'ſt mir bei, daß ich dir immer treuer ſey. 4. Du merkſt es, wenn des Herzens Rath derkehrte Wege waͤhlet; und bleibt auch eine boͤſe That vor aller Welt ver⸗ hehlet: du weißt um ſie, und vaͤterlich 1 5. Erbarmend, Vater, zaͤhleſt du die Thränen, die ich weine, horſt liebreich meinen Seufzern zu, ſchaffſt, daß mir Hilf' erſcheine. Du ſieh'ſt und waͤgeſt meinen Schmerz und ſtaͤrkſt mit reichem Troſt mein Herz. 6. O druͤck, Allgegenwaͤrtiger, dies tief in meine Seele: daß, wo ich bin, beſtrafeſt du zur Beſſ'rung mich. 1 nur dich,» Heer! mein Herz zur Zuflucht b waͤhle; — I i Gottss Allwiſſenheit und Allgegenwart Gottes. 55 u haͤlſt waͤhle; daß uͤberall du um mich ſeyſt: E Gutes t dies ſtaͤrk und troͤſte meinen Geiſtt. i8 Gutes 7. Laß uͤberall gewiſſenhaft nach dei⸗ e nuch dentz nem Wort mich handeln, verleihe uͤberall fſ= Grundn mir Kraft, getroſt vor dir zu wandeln, indeinem A voll Zuverſicht und heilger Scheu', mit nedeiner Hu froher Hoffnung und getrrtrau. Hiſamkeit m ntt Mel. Nun lob' mein' Seel it. u, uͤber 2 R.* ndoch erhebe 6 6. Der Herr iſt in den Hoͤhen, auch n= bei, daßi in den Tiefen iſt der Herr; wo Menſchen zu ihm flehen, wo ihn die Engel ſchaun, ve* des Heru iſt er, iſt, wo ich in Gedanken mich den⸗ w“ ret; undhi ken mag, mir nah', iſt, frei von allen or—ler Weltuͤ Schranken, in jedem Raume da; umfaßt ſi und vatez mit ſeinen Haͤnden die Welten, und um⸗ rut mich. ſpannt an allen ihren Enden, was je ate zͤhleſt d durch ihn entſtand. enh. ne horſt liebth 2. Allgegenwaͤrtig ſchauet ſein allum⸗ ne de daßt faſſend Aug umher und wer nur ihm ver⸗ f=ſt und ni trauet, den ſchuͤtzet, den verſorget er; ſt nit reit hoͤrt das Geſchrei der Raben, hat fuͤr ſtre ſt die ganze Welt, hat fuͤr den Wurm ſelhſt rtiger, Gaben und Schmuck fuͤr Thal und Feld. heg vartiger Zagt nicht! fuͤr uns zu ſorgen, fehlt ihm d, wo n nicht Rath und Macht; ihm, der, wie⸗ zur Zuſt b 1 wi wohl 34 Die Weisheit Gottes. wohl verborgen, uns nah iſt, uns be⸗ fend wacht. dine Wa 3. Wie koͤnnt ihr denn, Verbrecher, 2 W. b ihm, der ſo nah euch iſt, entgeh'n, koͤnnt nen A waͤhnen, er, der Raͤcher, werd' euer ull dein finſtres Werk nicht ſeh’n? Eh' noch Ge⸗ g luͤchſ danken werden, von ferne ſieh't er ſie, ſl iſt und alle Naͤcht' auf Erden verhuͤllen ihm euch nie. Waͤhnt nicht, daß er's nicht Mit wiſſe: mit ſeinem Schrecken fuͤllt er ſelbſt uih wel ddie Finſterniſſe, in welche ihr euch huͤllt. ut du⸗ 4. Doch iſt er nah auch denen die wil ßeit gg thun was er gebot, hoͤrt ſie, zaͤhlt rſchaff hre Thraͤnen, kennt die Gefahr, die ſie u Geiſt vbedroht. Wohl mir! Mir iſtzu Rechten, Die zur Linken mir mein Gott! In meines nieder Kummers Naͤchten und wo ich ſeufz, iſt deinen Gott. Wo keinen Freund ich habe, wo ufeh Niemand hilft, iſt Gott! Im Todes, ſäßt n kampf, im Grabe und überall iſt Gott! 9 Die Weisheit Gottes. Mel. Gott, dir will ich froͤhlichꝛc. kanslau 37. Da pe dofer glle. Adenn. ht 2eu weiſer Schoͤpfer aller Dinge, ſui — eſſen Rath die Welt beſtehtt, nichtsiſt ſo groß, nichts ſo geringe, das nicht nach ſf dei⸗ 1 iſt, un dhehnen— Weisheit Gottes.. inem Willen geht, und herrli „QDtgehn,/ in u 2. Wie viele Weſen undueglich Zahl. ch, werd a unſern Augen fern und olle Werke ſtehen, Un Eh' noch 6 mahl deiner Macht m a 7 zum Denk⸗ ſee ſieht an Br hoͤhſten Weisheit Stuͤnfe und dei⸗ d verhülleni b. err! iſt dein Verſtand, d 1 Unendlich, ht 7 ers m 5 mach ts bekannt. er ganze Welt⸗ re enfuͤllt erſ 13. Mit eben dieſen dei 4* dh hr durch wechtadie lſent Maiſerh nde aus denen dien Weisheit hei an allen Enden, was dei 5 t. oͤrt ſie, u un heit heilſam fand; d was deine die uß 1 unerſchaf nes Licht, der D benuaſ,n 4=cohrans uns oſtand nicht ſchen Nant G=tl Jn ma wo ea Menge ſo verſchied ner Willen d a ich ſeuff den voin ſeinen Weg erwaͤhlt, ln beu ich habe 1 ie nſtets erfuͤllen der ſeines Zi vch c nie verfehlt. War der ſeines Zieles e 1 Im T beſteht, w as di as du beſchlieſſeſt, das d Werall iſ 5.— e demesfang i, denat— 9 des Eigenwillens Thorheit meiner Seele Tortes dich zum Führer horheit auf, damit ich Leb hrer waͤhle fuͤr meinen ganzen Id röhlich ꝛc. ic maauf Den Weg des Fruodens find⸗ er alerdi heit Lch t fuͤhrt mich nicht deiner Weis⸗ zel eſie nicht bisher nach wet urch dies Erdenleben b ch weiſem Rath gefuͤhrt, ich muß ——-——— 4— f„.—.— —.——————ͤͤͤ“.— B⁵ e 2* h5h Die Weisheit Gottes. muß dir, Gott! die Ehre geben, aufs ute beſte haſt du mich regiert. O leite mich durch Welt und Zeit zu jener frohen Ewigkeit! n Mel. Ermunt re dich mein ꝛe. 38 b Daß du, o Gott! allweiſe biſt, kann taͤglich ich empfinden; doch deiner Weisheit Abgrund iſt fuͤr mich nicht zu ergruͤnden. Wer dringt in dieſen Tiefen ein? Wem leuchtet hier ein ſich'rer Schein, durch Nacht und Dunkelheiten den For⸗ ſcher zu begleiten? 2. Wer kann, o Gott! was du erſchufſt, in ſeinem Urſprung ſehen, wie du das Nichts zum Daſeyn rufſt, erkennen und verſtehen? O, wer erforſcht der Kraͤfte Gang und ſchaut ſie im Zuſammenhang? Wer weiß, wie du ſie bindeſt, und Welt auf Welten grundeſt 3. Ich blicke ſtill zu dir hinauf; nur du biſt der Allweiſe, du gibſt den Sternen ihren Lauf, und ordneſt ihre Kreiſe, und auch die Erde leiteſt du, und waͤgſt ihr Schmuck und Seegen zu, du kannſt nur Gu⸗ — — V Die Weisheit Gottts. 51 r ſeben, amf Gutes waͤhlen und nie des Zweckss ver⸗ *. O leitem verfehlen. 1 iener feoan 4. Wohin mein forſchend Auge ſiehtt, aauf Thiere, Steine, Pflanzen, fuͤgt al⸗ les, alles, Glied an Glied, ſich weisheits⸗ vooll zum Ganzen; hier zielt Verluſt und dort Gewinn auf hoͤh'res Wohl des Gan⸗ b zen hin; es frommt, was hier entſtehet, dot allweiſet es frommt, was dort vergehet. hen t. 1 fl wich nicht! ich in deinen Werken! Doch herrſchet gt dieſen da Ordnung weit und breit; die Hand iſt ei chrer Scha wohl zu merken, die Alles feſt zuſammen⸗ akeMiten den h haͤlt, und allen Wechſel in der Welt nach F weeiſem Rath regieret, und Alles herrlich tthzns duerſchl fuͤhret. 7 S ie dun 6. Selbſt was die freie Seele denkt, chaſt du, Gott, vorgeſehen; durch dich wird Menſchenthun gelenkt, nichts kann mh ſammenhm dir widerſtehen. Gerecht und weiſe fuͤh⸗ bis eſt undd reſt du der Ewigkeit uns Alle zu, und 6bl wirſt in jenen Welten nach Weisheit uns u d jinauf; vergelten. e e ud den Ein 7. Dir will ich denn voll Zuverſicht 1 9 Kreſſt, mein Schickſal uͤberlaſſen; du weißt ja, Gott, was mir gebricht, drum will ich Hoffnung faſſen: du wirſt mein Nanh 1 un ndes doch du uun5. Gott welche Manigſaltigkeit ſchau⸗ —y — —— 58 Liebe und Guͤte Gottes. und Helfer ſeyn; in aller Noth, in aller Pein auf deine Weisheit ſchauen, und dir getroſt vertrauen. —— Liebe und Guͤte Gottes. (An eigener Melodie.) 39. Wie groß iſt des Allmaͤcht gen Guͤte! Iſt der ein Menſch, den ſie nicht ruͤhrt? Der mit verhaͤrtetem Gemuͤthe den Dank erſtickt, der ihm gebuͤhrt? Nein, ſeine Liebe zu ermeſſen, ſey ewig meine groͤßte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergeſſen, vergiß, mein Herz, auch ſeiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, deß ſen Rath ich oft verwarf. Wer ſtaͤrkt den Frieden im Gewiſſen? Wer gibt dem Geiſte neue Kraft? Wer laͤßt mich ſo 1 viel Gluͤck genießen? Iſt's nicht ſein Arm der alles ſchafft? Seamcht 3. Schau’, o mein Geiſt, in jenes Le⸗ ben, zu welchem du erſchaffen biſt; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig b ſehhn itti n ile i nehr 8 4 5 * 8 betes. Liebe und Güte Gottes. 59 oth, inn ſehn wirſt, wie er iſt. Du haſt ein Recht ſchauen, n zu dieſen Freuden; durch Gottes Guͤte b ſind ſie dein. Sieh, darum mußte Chri⸗ — ſtus leiden, damit du koͤnnteſt ſelig ſeyn. WBotnes 4. Und dieſen Gott ſollt ich nicht eh⸗ mren, und ſeine Guͤte nicht erhoͤh'n? Er lel=.) ſollte rufen, ich nicht hoͤren? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will 1⸗ Allmächtz iſt mir ins Herz geſchriehen, ſein Wort :nI, den ſiem beſtaͤrkt ihn ewiglich: Gott ſoll ich uͤber Me den— 2 alleben und meinen Naͤchſten, gleich de ihm gebiht als mich. b m er uſſen, ſeyn 5. Dies ſey mein Dank, dies iſt ſein Da Herr hatm 2 ille: ich ſoll vollkommen ſeyn, wie er. derm, mein 9. Je mehr ich dies Gebot erfuͤlle, ſtell' ich ſein Vidwiß 3 mir he Leb 5 Lieb Irbar beren in meiner Seele; ſo kaͤrkt ſie mich zu je⸗ vur der Pflicht, und wenn ich gleich aus Schwachheit fehle, herrſcht doch in mir 23. Wer t dir Suͤnde nicht. 1 1 Wer gübt! 6. O Gott! laß deine Guͤt und Liebe A laͤßt mit mir immer vor den Augen ſeyn! Sie ſtaͤrk iicht ſend in mir die guten Triebe, mein ganzes Le⸗ Iſt=l ben dir zu weihn; ſie troͤſte mich zur Zeit in jenc der Schmerzen; ſie leite mich zur Zeit in(oſte in eiß des Gluck's; und ſie beſieg, in meinem Gottt Herzen die Furcht des letzten Augenblick's. um. ben, e Mel. 60o Liebe und Guͤte Gottes. Mel. Ich dank' dir ſchon durch ꝛc. 40. Es lebt ein Gott, der Menſchen liebt: ich ſeh's, wohin ich blicke; am Ner. bel, der den Himmel truͤbt, ſo wie um Sonnenblicke. 2. Ich ſeh's an jeder dunkeln Nacht wo kein Geſtirn mir leuchtet; am Mond) i B wenn er in ſtiller Pracht mir meinen Pfad i beleuchtet. 5 Wun ſ 3. Ich ſeh's, wenn Donnerwolken udel gluͤh'n, und Berg und Wald bewegen; l ich ſeh's, wenn ſie voruͤber flieh'n, am — fruchtbar ſanften Regen. durch Laub und junge Bluͤthe; ich ſeh, reiche Guͤte. wenn reife Saaten ſtehen, des Schoͤpfers 5. Ich ſeh ſie auch, wenn tiefer Schnee din ſaans ün bdeet dund brauſend von des Himmels Hoͤh der Nord den Wand'rer ſchrecket. 4 6. Ich ſehe ſie nicht nur im Gluͤck und lt bei des Lebens Freuden; ich ſeh' ſie mit i bethraͤntem Blick auch. Leiden. luch in des Lebens 7. Einſt ſeh ich ohne Thraͤnen ſie, noch ſi n e. Liebe und Guͤte Gottes. 61 arch e. heit rer als die Sonne; und frei von die⸗ b ſer Erden Muͤh, ſing ich in eweꝛger Wonne. er Menſch b— 85 9 dü uns 11. Mel. Es iſt das Heil uns ꝛc. 1. Gott, der aus Liebe Leben ſchuſf, der du auch mir das Leben, in ihm den h* am M ſeligen Beruf zur Liebe, mir gegeben: ich 4 meinen jauchze dir, ich preiſe dich, dein Segen, b Vater, ſenket ſich in Stroͤmen auf uns Dyonnerwoh nieder! (Lald bewegg 2. Der reiche Lebensſtrom entquoll des i⸗c fliehn, ¹ Vaterherzens Tiefen. Er winkt, und 1. Segensfuͤlle ſchwoll, wo ſtarre Kraͤfte naslüftewt ſchliefen. Es werde, ſprach der Herr, Anthe; ich das Licht! und ſieh', die Fruͤhlingsſonne Rnkeln A „ des Schöyf bricht aus duͤſtern Winternaͤchtenn! . G 3. Da grühe das Hand, der Woge on ſingt; es ſchwaͤrmt in Meer un Luͤften; enifae die Schaar des Wildes jauchzt und h eer Nordi ſpringt; es widerhallt in Kluͤften: Was ‚h en jebt, erſchuf der Herr zu Luſt! Doch in Glückt legt er nur in deine Bruſt, o Menſch, tunh ſet das höhre Lebenn. Rderi nn des Lebt 4. Den Tropfen ſenkt er dir in's Herz ſch n der ſchopferiſchen Liebe, das Mitgefuͤhl üanen ſi,1 fuͤr Freud und Schmerz, des Wohlthuns eanenſn,, rege deine Guͤte waͤhren. Vergieß' ich gleich n 1 doch erfreu'n. Gott, was dein weiſer 62 Liebe und Guͤte Gottes. rege Triebe; ſo ſteh'ſt du da, der Gottheit Aal m Bild; ſo lang dein Herz von Liebe UEen ſchwillt, bleibſt du in ſeiner Liebe. 5. Wir ſinken, Ew'ger, vor dir hin, F zu Kindern dir erkoren! Erwaͤrme du den id kalten Sinn, der deine Spur verloren. n Wir weihn uns dir zu neuer Treu; und unſer Aller Wandel ſey ein Spiegel der ner Liebe! —— 4 4 5 — Ä 8 4 E 1 .G 4 m A 1 9 8 . 4 8 . 8 “ 4 4 4 4 5 1 4 8 * 4 4 Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 42. Ilammet, ihr, des Dankes Triebe! Der Gott des Weltalls iſt die Liebe; er iſts in alle Ewigkeit! O, wo kann ich Worte finden, die Liebe Gottes zu ver. kuͤnden, die ewig ſegnet und erfreut! Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur ſtammeln G Lann bch hier. Hitbet hehe Kein Menſch ie gut du biſt; ja ſelbſt der En⸗ geuſfaßt es vichr ſm ſelhſ En 2. Jreundlich riefſt dumich in's Leben, t um hohe Kraͤfte mir zu geben, und Freu⸗ lger den um mich her zu ſtreuun. Stets wird 2 8 oft Kummerzaͤhren, ſie wird zuletzt mich Rath 4-—es. Liebe und Guͤte Gottes. 65 de der Gorh Rath mit mir beſchloſſen hat, bringt = von an mir Segen: Du gibſt mir Kraft, gewiſ⸗ Liebe. ſenhaft den Pfad der Tugend fortzugehen. 6 vor dir 3. Nie will ich dir treulos werden. (vaͤrme duh Wer iſt im Himmel und auf Erden, der Spur verlon ſo, wie du, mein Gott, mich liebt? Lie⸗ war Treu; u bend will ich deinen Willen auch unter Spiegelt Leiden treu erfuͤllen, bis meinen Leib das Grab umgiebt. Dann lieb' ich dich, o — Herr! noch weit vollkommener mit den am Deinen. O, gib mir Theil an ihrem * v. Heil; dir will ich ewig dankbar ſeyn! SZankes Trichn, m die Liebe;z;⸗(In eigener Melodie.) 8 a fann 43. Sollt ich meinem Gott nicht 4 2 jortes t A ſingen? Sollt ich ihm nicht dankbar ſeyn? uerfreu um Seh ich doch aus allen Dingen, wie er 4 uur ſten nguͤtig waltet, ein. Odie reinſten, waͤrm⸗ db Kein ſten Triebe, die ein Mutterherz nur hegt, eſelbſt der welches fuͤr den Saͤugling ſchlaͤgt, reichen e irs eisnicht an ſeine Liebe. Alles waͤhrt nur undch ins Lanſeine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. „On, und 0 2. Wie der Aar, die Brut zu ſchir⸗ .= Stets vimen, uͤber ſie die Schwingen ſtreckt; hat Beieß ich gain allen Lebensſtuͤrmen mich des Hoͤchſten =ed zuletztnArm bedeckt. Seit zuerſt im Mutter⸗ ₰ dein wat leibe . R 64 Liebe und Guͤte Gottes. leibe mir ſein Wink das Daſeyn gab, bis uei zum Schlaf im kuͤhlen Grab', weiß ich, 6 daß er bei mir bleibe. Alles waͤhrt nur. D ſeine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. in, 3. Iſt ihm auch ſein Sohn zu theuer? ſſich Nein, er gibt ihn ſelbſt dahin, daß der ui ew gen Liebe Feuer hell und laͤut re mei⸗ tt ge nen Sinn. O der wundervollen Guͤte, welche mir mein Gott erweiſt! Nicht ſie faſſen kann mein Geiſt; nur empfinden mein Gemuͤthe. Alles waͤhrt nur ſeine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Mich auf dunkelm Pfad' zu leiten, gibt er mir im Wort den Geiſt, der, wo leicht die Tritte gleiten, ſtets die ſich're Bahn mir weiſt. In des Lebens Daͤm⸗ merungen leuchtet mir des Glaubens Licht. Grabesnacht, du ſchreckſt mich nicht! V ee Tod, du biſt in Sieg verſchlungen! Alles ueil waͤhrt nur ſeine Zeit; Gottes Lieb in Lvie Ewigkeit. b i 55. Himmel, Erd' und ihre Heere hat un. er mir zum Dienſt beſtellt, wo ich hin u F mein Auge kehre, find' ich, was mich naͤhrt und haͤlt, Thiere, Kraͤuter und Getraide; in den Thaͤlern, i d9, ni. in don Wo Thaͤlern, in der Hoͤh, ee in den Baͤchen, in der See, uͤberall iſt d 3 mei ,— Liebe und Guͤte Gottes. 65 =n Kah meine Weide. Alles waͤhrt nur ſeine Zeit; nab, dß Gottes Lieb in Ewigkeit.— 1 Ewi 5 6. Wenn ich ſchlafe, wacht ſein Sor⸗ Sohn idt gen, ſcheucht von mir Gefahr und Weh, F zu thu daß ich neu an jedem Morgen ſeiner Guͤte 1nda do Wunder ſeh'. Waͤr'ſt nicht du, mein autten Gott, geweſen, haͤtte nicht dein Ange⸗ rfonten ſicht mein gewahret; waͤr ich nicht aus Boeiſt! Nich ſo mancher Noth geneſen. Alles waͤhrt ſt. nur empftt nur ſeine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. Smaͤhrt nur 11 7. Wie ein Vater ſeinem Kinde nim⸗ —gkeit. mer ganz ſein Herz entzieht, ob es gleich t Pfad zulä durch manche Suͤnde kraͤnkt ſein lieben⸗ t 5en Geiſt, des Gemuͤth; ſo wird auch durch mein tes ſtets dieſt Verſehen Gott von mir nicht abgewandt; z Lebens d zuͤchtigt mich mit ſanfter Hand, ſichrer Hlaubens ſeinen Weg zu gehen. Alles waͤhrt nur ſt mich u ſeine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. drylungen! M 8. Selbſt des Schickſals haͤrt ſte Schlaͤ⸗ „ottes Lal ge, wie ſo bitter ſie auch ſeyn, wenn ich ihren Zweck erwaͤge, bringen ſie mir Se⸗ 1ihre Heete gen ein; zeugen, daß Gott mein gedenke, 2i 1 ih mir die Feſſeln eitler Welt, die uns hart P'ich, wasn gefangen haͤlt, loſ, und frei zu ihm mich 4 Kraͤuter lenke. Alles waͤhrt nur ſeine Zeit; Got⸗ 1—, in der tes Lieb in Ewigkeit. 1 =ec, überdl 9. Das weiß ich fuͤrwahr, und laſſe See, 1 a E mir's * 4 1 . g—.— —— 3——— 1 ſ 8⁵ . 1 A* A 4 1 4 8 66 Barmherzigkeit und Gnade Gottes. mir's nicht reden aus dem Sinn: Chri⸗ ſten⸗Kreuz hat ſeine Maße; ch mans denkt, iſts ganz dahin! Wenn der Win⸗ ter ausgeſchneiet, tritt der ſchoͤne Som⸗ mer ein; alſo wird auch nach der Pein b wer's erwarten kann, erfreuet. All waͤhrt nur ſeine Zeit; Gottes Lieb in Ewigkeit. 3 Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Mel. Herzliebſter Jeſu, was ꝛc. 3 44. Singt unſerm Gott mit danken⸗ dem Gemuͤthe! Er iſt barmherzig und von großer Guͤte. will mit ſeinen Knechten nicht ewig rechten. 96 f2. Er handelt nicht mit uns nach un⸗ ſern Suͤnden, und laͤßt verſchonend uns hmanſe Herz nicht gaben, verſchuldet 3. Hoch iſt der Himmel uͤber ſeinet Erde; ſo groß iſt auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes uͤben. 4. Wem bleibt ſein Antlitz, wenn er ſucht, Er zuͤrnet nicht ewig, à Er lit gene ore Wdas tene Vi d Dlun düber, 4 did nac vunden, kfieden. das nicht empfinden, was wir, weil wir A Lo kie G A lait Kͤe, 1 rfreuet. A Dottes Lieh ade Gotte e- vas ic. ütt mit dam trmherzig b 8 nt nicht et chn nicht ch marel uͤber ſil „zaß er geli Hann bei dene gt uͤben. Aixitz, wenn 3 ſut von unſern Kinder erbarmet, der Sunder, wenn ſie mit Ernſt auf daruͤber, ſie verbluͤhen; n wird nach wenig n gefunden. 8. Von mret die Guͤte Gottes jedem, der ihn ehret. Barmherzigkeit und Gnade Gottes. 67 ſucht, verborgen? So weit der Abend ſich entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Suͤnde Schuld und Schmerzen Herzen. b 5. So herzlich ſich ein Vater ſeiner ſo erbarmt ſich Gott be⸗ heilt, verwundet, ſeine Stimme hoͤren, und ſich kehren. 6. Er ſchlaͤgt und V laͤßt geneſen; er weiß: der Menſch iſt ein gebrechlich Weſen; er denkt daran, daß das Geſchoͤpf von Erde bald Aſche werde. „7. Wir ſind wie Gras, wir bluͤhen, wie Blumen bluͤhen; die Winde wehn und ihre Staͤtte Stunden nicht mehr Ewigkeit zu Ewigkeiten waͤh⸗ So leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! — E 2 Lang⸗ 63 Langmuth und Geduld Gottes. Langmuth und Geduld Gott es. Mel. Ein Laͤmmlein geht und ꝛc. 45. Getreuer Gott! wie viel Geduld erzeigeſt du uns Armen! wir haͤufen taͤg⸗ lich unſre Schuld; du haͤufeſt dein Er⸗ barmen. Was iſt des Menſchen Lebens⸗ lauf? Er iſt verderbt von Jugend auf⸗ und dem Geſetz entgegen; und doch, d Vater! ſuchſt du ihn von ſeinem Irr⸗ weg abzuzieh'n, zur Beſſ rung zu be⸗ wegen. b 3 2. Der Menſchen Elend jammert dich; wenn ſie ſich gleich verſtocken, willſt du ſie dennoch vaͤterlich durch Guͤte zu dir locken. Wie lange ſah'ſt und riefeſt du nicht ch'mals deinem Volke zu, daß ſich ſein Herz bekehrte! Wie trugſt du nicht ſo lange Zeit die erſte Welt mit Guͤtigg keit, eh ſie die Fluth verheerte!) 3. So gibſt du Suͤndern Zeit und iu Raum, der Strafe zu entgehen; du laͤßt i den unfruchtbaren Baum nicht ohne † Pflege ſtehen; du warteſt ſein, du ſucheſt Frucht; und wenn du gleich umſonſt ge⸗ fu ſucht, hoͤrſt du nicht auf ch dunſon a⸗ Gn ſchoneſt ſein von Jahr zu Jahr; dein Vater⸗ u Bottes. d b b b 2d Gorta Vaterherz wuͤnſcht immerdar noch Frucht 9 nund w. von ihm zu ſchauen. Pie viel Ga 4. Langmuͤthiger! ſo große Huld be⸗ lair haͤufet zeigeſt du den Suͤndern: und wie viel ffeſt den Nachſicht und Geduld haſt du mit deinen A niichen Kindern! Sie werden ja, wenn Fleiſch 1. A 5 und Welt und Satan ihnen Netze ſtellt, vngen leicht ſicher, matt und traͤge. Sie ſtrau⸗ d un och heln, ſie vergehen ſich, ſie fallen oft, * ſeinem J verlaſſen dich und deine heil'gen Wege. JPeſrung zuſ 55. Du warneſt ſie vor der Gefahr, ſo oft ſie irre gehen, reichſt ihnen deine Rechte dar, vom Falle aufzuſtehen. Du lockeſt ſie, voll Lieb und Huld, verheißeſt, ihre Suͤndenſchuld durch Chriſtum zu vergeben; ſchenkſt ihnen deines Geiſtes 6½ Kraft und, nach vollbrachter Pilger⸗ ü ſchaft, ein ewig ſelig Leben. lt mit Gi 6. Laß deine Langmuth und Geduld, weerte! Gott, unſre Herzen ruͤhren! Nie muͤſſe irwern Zeit N deine Vaterhuld zur Sicherheit uns fuͤh⸗ emehen; dull ren! Trag' uns erbarmend fernerhin; Aan nicht h doch gib uns auch dabei den Sinn, daß ein, du ſutz wir die Suͤnde haſſen, und uns noch in ach umſonſ der Gnadenzeit den Reichthum deiner 1 u bauen. Guͤtigkeit zur Buſſe leiten laſſen. * Vant Hei⸗ Langmuth und Geduld Gottes. 69 20 Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. 46. Heiliger! dem Engel dienen, dem in ewig heiterm Licht himmliſch reine Seraphinen mit verdecktem Angeſicht Lob und Dank und Ehre bringen, dir, dem herrlich großen Gott, unſerm Herren Ze⸗ baoth: heilig, heilig, heilig! ſingent heilige du auch durch mich deinen Namen ewiglich! 8 2. Nimm mich auf in jene Choͤre Herr! mein Herz ſtimmt ihnen bei; hilfe daß deines Namens Ehre auch durch mich verherrlicht ſey! Laß mich dir zur Ehre leben, laß mich, treu und fromm umd rein, dir mich ganz zum Dienſte weihin, jeder Suͤnde widerſtreben; laß mich ſtets dein Auge ſcheu'n, und mich deiner Gna⸗ de freu'n. in m Mel. Freu' dich ſehr o meine ze. 47. Gott! vor deſſen Angeſichte nut ein reiner Wandel gilt, ew'ges Licht! aus deſſen Lichte ſtets die reinſte Wahrheit quillt: heilig und gerecht biſt du; und uns tökeit Gottes ligkei eit Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 21 agkei b G, 2 Reit Gan uns allen rufſt du zu: ich bin heilig; hei⸗ Gott ꝛe. lig werde jeder enſch ſchon auf der A Erde! 4. 3 Dnmaa 2. Heilig iſt dein ganzes Weſen, und fe Angei kein Boͤſes iſt an dir. Ewig biſt du ſo 42 eich geweſen, und ſo bleibſt du fuͤr und fuͤr. Nagen, ir, Was dein Wille waͤhlt und thut, iſt u Lrm Herrn, untadelhaft und gut, und mit deines Teilig! ſin Armes Staͤrke wirkſt duſtets vollkomm ne n⸗== deinen Nan Werke. 3. Herr! du willſt daß deine Kinder in jene Ch deinem Bilde aͤhnlich ſeyen. Nie beſteht mohnen beiz! vor dir der Suͤnder, denn du biſt voll⸗ hi mch durchn kommen rein. Nur der Fromme darf ſich 120 dir zur C dein, deiner Huld und Gnade freun. uad fromm! Wer beharrt in ſeinen Suͤnden, kann ut Dienſte wal vor dir nicht Gnade finden. 8 b laß micht 4. O! ſo laß uns nicht verſcherzen, d ich deiner was dein Rath uns zugedacht! Schaff' in uns ſtets reine Herzen! Toͤd' in uns b der Suͤnde Macht! Denn was ſind wir, Gott! vor dir? Du biſt heilig, aber wir ch meine. ſind verderbt; und wer kann zaͤhlen, großer Angeſichte Gott, wie oft wir fehlen?: ſi nge 5. Uns von Suͤnden zu erloͤſen, gabſt 2d ges Va du deinen Sohn dahin. Ol ſo reinige , I vom Boͤſen durch ihn unſern ganzen dus Sinn W nn. rbt b —————.——. ———— dr— wenen—— 9——— 1— 1— —— ——.— ,—— inn za Heeiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Sinn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geiſt, daß er un. ſern Geiſt regiere und zu allem Guten fuͤhre. b 4 6. Keiner ſuͤndlichen Begierde bleibe unſer Herz geweiht! UUnſers Wandels großte Zierde ſey rechtſchaff ne Heiligkeit Mach uns deinem Bilde gleich! denn z deinem Himmelreich wirſt du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig ie W leben. Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛe. 48. Du biſt, o Gott, gerecht; du giebſt uns heilige Geſetze, und willſt, weil du das Gute liebſt, daß keiner ſie ver⸗ letze. Dein Wort und die Vernunft er klaͤrt uns deiner Rechte hohen Werth; i o hilf uns treu ſie halten! 2. Wie wohl iſt dem, o Herr, zu Muth, der treu in deinen Wegen nach deinem heil'gen Willen thut; ihm wird der beſte Segen, ein Segen, den kein Suͤnder kennt, ſein hoͤchſtes Gut der Fromme nennt: die Ruhe des Gewiſſens. 3. Auch * Gottes. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 75 ort verhiz 3. Auch das iſt ſeine Zuverſicht: du 9-, daß en werdeſt einſt vergelten; und wer ſie hegt, ſmallem Em den taͤuſchet nicht die Hoffnung beſſ rer Weelten. Groß wird dereinſt vor deinem Segierde haͤ Thron der hier gepruͤften Tugend Lohn, zmers Want reich ihre Erndte werden. 38 hrr'ne Heilg 4. Der Suͤnder prange, gleich dem d leich! demn Baum voll gruͤner friſcher Blaͤtter, be⸗ woſt du, R ſchatte ſtolz den weiten Raum, und trotze m Zlauben haͤ jedem Wetter. Bald brauſt der Sturm; der Stolze faͤllt; entwurzelt liegt er und b entſtellt: dies iſt der Lohn der Suͤnder. 2 5. Gerechter Gott! dies warne mich, 4= u mein Herz ſich wider dich und dein Gebot — Vernuie cht hohen B in ultmt 0 Hert Treue und Wahrhaftigkeit Gottes⸗ deen Wegen AMel. Gott des Himmels und ꝛc. en hut; im 49. Wei t, ihr Berge; ſallt, ur n— =cgen, de Huͤgel; brecht, ihr Felſen; ſtuͤrzet ein! Liebe mag erkalten, fir Gott nur werth. Er, der meinen Kum⸗ i 24 Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. tes Vatertreue ſeyn, unbewegter noch, als ſie. Seine Wahrheit truͤget nie. 2. Gnade hat er mir verſprochen; das iſt Gottes Bund mit mir. Dieſer Bund wird nie gebrochen; ſeine Treue buͤrgt 2 dafuͤr. Erd' und Himmel mag vergehnn was er zuſagt, muß geſcheh'n. 3. Nicht auf Menſchen will ich bauen; wie betruͤglich iſt die Welt! Meinem iſſ Gott will ich vertrauen, der, was er if gelobt, auch haͤlt. Er, ein Feind der Heuchelei, iſt wahrhaftig, iſt getrei. muhn. 4. Mag die Welt mich immer haſſen und verfolgen; doch will ich mich auf Gottes Treu verlaſſen; Gott erbarmt auch meiner ſich. Denn er bleibet immer⸗ dar, was er iſt, und was er war. 5. Scheint auch er mi mich rufen, laͤßt gißt er mich doch nicht. Treu bleibt ſtets — erz geſinnt gegen mich, ſein liebes 6. Friede will er mit mir halten, wenn ſich auch die Welt empoͤrt. Ihre bleib' ich meinem mer eint auch er mich nicht zu ach: fat ten, und verbirgt ſein Angeſicht, laͤßt in mich ſchmachten; ſo ver⸗ ſin ſe t Gottes. he 8 euegtes ue fult, blaöt mir inmer Somne umd — 6 child.. Arotnat 7. Er, der Herr iſt mein Erbarmer; d Treue d ſo hat er ſich ſelbſt genennt. Welch ein mamag ve 1 Troſt! nun werd ich Armer nimmermehr ſahn Ih von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht de wil ich han ſeyn; ſollte nicht mein Herz ſich freun? lt Man 8. Ihm allein will ich vertrauen, will Seelt! Men auf dieſem Felſen ruhn, will mein Gluͤck der, was auf ihn nur bauen; was er ſagt, wird —in Feind er auch thun. Erd' und Himmel mag 1= it demn vergehen! Ewig wird ſein Bund beſtehn. n. ich mich n Gott erba d. 3 n 1 bleibet imm 50. Gott iſt getreu, ſein Herz, ſein n= er war. Vaterherz verlaͤßt die Seinen nie. Gott r h nicht zun iſt getreu! Im Wohlſeyn und im nSngeſicht, Schmerz erfreut und traͤgt er ſie. Mich ſccmachten; ſor decken ſeiner Allmacht Fluͤgel. Stuͤrzt t.= reu bleil 4 ein, ihr Berge! Fallt, ihr Huͤgel! Gott S n s Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 25 —-z 8 Mel. Es iſt genug, ſo nimm ee. —. ſein uu iſt getreu! 8 nſach, ſen 2. Gott iſt getreu! Er iſt mein treu⸗ nt mir haß ſter Freund. Dies weiß, dies hoff ich Zer emport. J feſt; ich weiß gewiß, daß er mich keinen 4=h ich man Feind zu hart verſuchen laͤßt. Er ſtaͤrket meinen N mich nach ſeinem Bunde in meiner ih 1 b Pruͤ⸗ 7b Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Pruͤfung truͤbſter Stunde. Gott iſt getreu! 3. Gott iſt getren! Er thut, was er verheißt. Er ſendet mir ſein Licht. Wenn dieſes mir den Weg zum Leben weiſt; ſo irr' und gleit ich nicht. Das Laſter ſoll Treuc ioſtdirn Scy Go ſag doc mich nicht beluͤgen, mich um den Himmel h nicht betruͤgen. Gott iſt getreu! 4. Gott iſt getreu! Er handelt vaͤter⸗ lich, und, was er thut, iſt gut. Die Truͤbſal auch; mein Vater beſſert mich durch alles, was er thut. Die Truͤbſa gibt Geduld und Staͤrke zum Fleiß in je⸗ dem guten Werke. Gott iſt getreu! 5. Gott iſt getreu! Er, dem ich theuer bin, fuͤhrt mich nach weiſem Plan im Wechſellauf der Dinge, zum Gewinn des ew'gen Heils hinan; vergibt mir gnaͤdig meine Suͤnden, und laͤßt mich Troſt durch Chriſtum ſinden. Gott iſt getreu! h 6. Gott iſt getreu! Stets hat ſein Va⸗ terblick auf ſeine Kinder Acht. Auch freut D es ihn, wenn ſchon ihr irrdiſch Gluͤck ſie froh und dankbar macht. Was uns zu ſchwer wird, hilft er tragen, und endlich ſtillt er alle Klagen. Gott iſt getreu! 7. Gott iſt getreu! Mein Herz, was ſi fehlt Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 22 = Got fehlt dir noch, dich Gottes ſtets zu freuyn? H Sey Gott getreu und fuͤrchte nichts! hut, wan Mag doch die Welt voll Argliſt ſeyn! 4 Licht. VWu Selbſt falſcher Menſchen Neid und Tuͤcke Den weiſtzz gereichen mir zum wahren Gluͤcke. Gott Zas Laſterſu iſt getreu! ſan den Himn 8. Gott iſt getreu! Vergiß, o Seele, —treu! nicht, wie zaͤrtlich treu er iſt! Gott treu andelt van zu ſeyn, ſey deine liebſte Pflicht, weil du ſt gut.— ſo werth ihm biſt! Halt feſt an Gott; 48 beſſert m ſey treu im Glauben! Laß nichts den . Die Truͤhl ſtarken Troſt dir rauben: Gott iſt getreu! asn Fleiß inn-— * getreu! Mel. Wer nur den lieben Gott ec. ¹en d0n 31. Noch ne haſt du dein Wort ge Gewvimd brochen, nie deinen Bund, o Gott! ver⸗ 19)t mir ana letßt. Du haͤltſt getreu, was du verſpro⸗ 18 mich dh chen; vollfuͤhrſt, was du dir vorgeſetzt. htt iſt gete Wenn Erd und Himmel gleich vergeh'n, = waſens wird ewig doch dein Wort beſtehn. 2 92 h 2. Du biſt kein Menſch, daß dich ge⸗ Wt. Glüc reue, was uns dein Mund verheißen hat. viſch us Nach deiner Macht, nach deiner Treue 1 Wad— 6 bringſt du, was du verſprichſt, zur That. net, und en Scheint die Erfuͤllung gleich noch weit; SP t iſt getre ſo kommt ſie doch zur rechten Zeit. A in Herz, 3. Wie =ð Gottes, 28 Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 3. Wie du unfehlbar das verleiheſt, was deine Guͤte uns verhieß; ſo trifft die Strafe, die du draͤueſt, den Suͤnder endlich auch gewiß. Die deine Langmuth, Gott, verſchmaͤh'n; wie wollen ſie vor dir beſteh'n? 4. Opflanze, Herr, in mein Gemuͤthe die Ehrfurcht, die dich kindlich ſcheut! Gib, daß ich mich vor Leichtſinn huͤte, vor aller Ungerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Geſetz mit unterſagt! 5. Doch laß mich auch mit feſtem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Troſt uns jemals rauben, den wir auf dein Verſprechen bau'n? Du biſt ein Fels; dein Bund ſteht feſt. Wohl dem, der ſich auf dich verlaͤßt! 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und, allen meinen Pflichten treu, durch Falſchheit Keinen je betruͤbe, und ferne ſey von Heuchelei! Dann bin auch ich des Gottes Kind, dem Treu ſf und Wahrheit heilig ſind. — 8t Gottes. Seligkeit Gottes. 29 3 verli Seligkeit Gottes. den Säai Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten ꝛc. ine Langume 52. Wie ſelig bin ich, wenn mein voollen ſen Geiſt empor zu Gott ſich hebt und, weil er ſeinen Schoͤpfer preiſt, des Engels amein Gemi Leben lebt! indlich ſcu. 2. Wer gleicht ihm? wer iſt ſo ge⸗ Zcichtſinn h ſchmuͤckt mit Herrlichkeit und Licht? t Nie werdee Des Himmels Geiſter ſeh'n entzuͤckt ſein ain Geſetz/ herrlich Angeſicht. b 3. Ein voller Strom von Wonne quillt ath mit feß aus ſeiner Wiſſenſchaft; denn er iſt ſelig 1= Gnadeten und erfuͤllt mit Freuden, was er ſchafft. u. jemals tal 4. Der Herr iſt ſelig nicht allein; denn Toen baune er will in der Zeit und Ewigkeit auch uns Aeht feſt. M rfreun durch ſeine Seligkeit. Släßt!t 5. Er wollts und ſchuf; und nun um⸗ — die Waht vingt den Seligen ein Heer, das ſelig iſt pflichtm und ihm lobſingt, das Niemand zaͤhlt, 1 betruͤbe als er. 1 Dam 6. Auch ich entſtand auf ſeinen Ruf; 2 dan d auch ich ſoll ſelig ſeyn. Heil Seele, dir! KSO, die Gott erſchuf, um ſeiner dich zu freu'n. ſi 7. 7. Schon ſieh'ſt du durch ein daͤmmernd Licht, was Engel mehr verſteh nz dort wirſt + du ihn von Angeſicht zu Angeſichte ſeh'n. 3. Got⸗ 6 80 Das Weltall. 3. Gottes Schoͤpfung. Das Weltall. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 53. Betet an! laßt uns lobſingen, und Ruhm und Dank dem Schoͤpfer er bringen; dem Gott voll Weisheit, Guͤt⸗ l und Macht! Was da iſt, hieß er entſte, u hen, die Erde und des Himmels Hoͤhen. t Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer iſt dem Hoͤchſten gleich? Er hat ſein weites Reich ſich bereitet; er ſchuf die Welt, die er erhaͤlt. Es ruͤhm und uprei preiſ ihn ſeine Welt! 2. Seiner Seligkeiten Fuͤlle auch mit zutheilen, war ſein Wille; und, waaz er wollte, das geſchah. Er gebot allmaͤch. INen. tig: Werde! da ward der Himmel, ſtand ahen! die Erde zum Preiſe ſeiner Guͤte da. Der litt Allmacht erſter Sohn, der Engel jauchzte d ſchon ſeinem Schoͤpfer; doch war's noch i c nicht auf Erden Licht. Er ſprach: es ſey! da ward es Licht. t, 3. Alles ordnet er auf's Beſte, und woͤlbte oben eine Feſte, und unter ihr der i Wolken Heer. Waſſer deckt der Erde iih Hoͤhen 8 Das Weltall. 81 pfung. Hohen; er donnert, ſeine Winde wehen; . es flieht, und decket ſie nicht mehr. So lb bricht er ſeinen Lauf; enthuͤllt ſteigt nun uns r. herauf ſeine Erde, ſein Eigenthum, ſein Preis und Ruhm, und ſeines Sohnes auns lobſun Eigenthum. 1 dem Sch 4. Er gebeut: der Erde Felder und — Weisheit, G Huͤgel, Thaͤler, Berg und Waͤlder bluͤh'n k hieß erm fruchtbar durch ſein Wort voll Macht. „= mmels Hih Sein Sonn in hoher Ferne regiert den SS reis gebra Tag; und Mond und Sterne regieren e leich? Er ſtiller in der Nacht. Er ſpricht: da fuͤllt eeitet; erſt das Meer ein tauſendfaͤltig Heer, ihm t. Es rühm zum Preiſe. Auch ſingt und ruft das b Bale der Luft zu ihm, der es zum Leben it Fuͤlle aucht ruft. .huua 15. Und wie wimmelt s im Gefilde von = gebot aln Thieren! wie ſein Wald vom Wildel von = Himmel, ij Freuden hallen Berg und Thal. Wer in Gaͤte da. ¹ bevoͤlkerte die Erde mit dieſer lebensfrohen Engel jut Heerde, ſo mannigfaltig ohne Zahl? 1 och wakdt Was ſich auf Erden regt, ſich fuͤhlet, ſi r Er ſorat bewegt, ſchuf der Hoͤchſte. Der Herr iſt 4- Gott, der Herr f Gokt Er iſt der t. ſch iſt Gott! fs Be Schatfere enheſt an, und bringet des Hi unterm hohen Lobes mehr, und ſinget erhab'ner ſe deckt den F euren 32 Das Weltall. uren Preisgeſang! Laßt uns, ſprach er Aen ſchaffen; ein Bild von uns, b nach uns geſchaffen: und Adam ward und an lachu Dank! Dank, rief er, Schoͤpfer, 5 Gott! ich ward auf dein Gebot. Preis dir, Schoͤpfer! Du Herr, biſt Gott! Du, Herr, ii biſt Gott! Es iſt kein and'rer Herr, als Gottt 7. Ewig wollen wir lobſingen, und Ruhm und Dank dem Schoͤpfer bringen. Sein, ſein iſt Weisheit, Guͤt und Macht Jauchzt; er hat auch uns erſchaffen, nae ſeinem Bild auch uns erſchaffen! Ihm wel de Dank und Preis gebracht! Wir ſind, o Gott, von dir. Frohlockend rufen wir; 9 Preis dem Schoͤpfer! Er ſchuf die Welt, die er erhaͤlt. Es ruͤhm' espreiſ ihn ſeine Welt Mel. Nun kommt der Heiden ꝛc. 54. Hanmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schoͤpfers Ehr’; meine Seele, ſinge du, bring' auch jetzt dein Lob herzu. b 2. Ihn erhebt das Sonnenlicht, wenn ſ rdurch, d Wolken cbricht auch der ul terne Lauf und Pracht jau zott N bei ſtiller Nacht. P t jauchzet G 2 3. Seht, *Herr, alö 1 bſingen, E Npfer bri =it und M n rſchaffen, u ſi ffen! Ihm beaht! Wir lwend rufent p huf die Wah ra ihn ſeine N —— .=Heiden i. Das Weltall. 85 3. Seht, wie er das Land begluͤckt und mit reichem Segen ſchmuͤckt! Jedes Krraut und jedes Thier, iſt ein Zeuge, re Gott! von dir. 4 4. Seht der Voͤgel munt res Chor ſchickt ihm frohen Dank empor! Ihn verkuͤndigt uͤberall ſeines Donners lau⸗ ter Schall. 5. Seine ſtarke Schoͤpferhand macht das weite Meer bekannt. Auf ſein Drohen ſchweigt vor ihm ſelbſt der Wel⸗ len Ungeſtuͤm. 6. Ach, mein Gott! wie ſichtbarlich, zeigſt du meiner Seele dich! Druͤcke ſtets in meinen Sinn, wer du biſt und wer ich bin! Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. do Luft und M 55. Wenn ich, o Schoͤpfer, deine p.s Ehr; u Macht, die Weisheit deiner Wege, die n auch jezt Liebe, die fuͤr alle wacht, anbetend uͤber⸗ lege; ſo weiß ich, von Bewund'rung nenlicht voll, nicht, wie ich dich erheben ſoll, mein rricht; auh Gott, mein Herr und Vater!— ar jauchzett 2. Mein Auge ſieht, wohin es blickt, * die Wunder deiner Werke. Der Him⸗ 34 Das Weltall. mel, praͤchtig ausgeſchmuͤckt, preiſt dich vyxxxe du Gott tinegeſcher har die Som an ihm erhoͤht? Wer kleidet ſie mit Ma⸗ ſi uf ahn Welenf dem Heer der Sterne? urn 3. Wer mißt dem Winde ſeinen Lauff Wer heißt die Wolken regnen? Wer n ſchließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu ſegnen? O Gott der M Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Bür reicht ſo weit, ſo weit die Himmah reichen! Aich 4. Dich predigt Sonnenſchein umd Sturm, dich preiſt der Sand am Meere bringt, ruft auch der geringſte Wurm bringt meinem Schoͤpfer Ehre! Mih ruft der Baum in ſeiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unſerm Schoͤpfer Ehre! 3. FM dei 5. Der Menſch, ein Leib, den deine 4 Unf Hand ſo wundervoll bereitet; der Menſch; Viuni ein Geiſt, den ſein Verſtand dich zu er⸗ ſatſ kennen leitet; der Menſch, der Schoͤp⸗ an fung Ruhm und Preis, iſt ſelbſt der herr⸗ i lichſte Beweis von deiner Guͤt; und änn Groͤße. m ſean R6. Erheb ihn ewig, o mein Geiſt! Er⸗ m hebe ſeinen Namen! Gott, unſer Vabe 6 An ſey 1 Das Weltall. 88 — preiti ſey gepreiſt, und alle Welt ſag: Amen! 7 die Sn u Und alle Welt fuͤrcht ihren Herrn, und [tt ſie mith hoff' auf ihn, und dien ihm gern! Wer 5 der Sten wollte Gott nicht dienen? Same ſeinen Lai be Mel. Ich dank dir ſchon durch ꝛc. nen O Gotti 56. Mit heil'gem Schauer blick Wich —. Gott, 1 hin, Herr, zu des Himmels Hoͤhen, wo prrit die Hm Sonn’ an Sonne, Welt an Welt, ſo ſchdn geordnet ſtehen. Gmenſchcn r2. Auf deine Erde ſtrahlt herab aus =ind am Ma weiter ‚hoher Ferne des Mondes fanfter r Tringſte We Silhesalanz, das milde Licht der Sterne. pt Ehrel M 3. Vom Staube wag' ichs hinzu⸗ 4 Pracht, u ſch Haun, wo deine Sonnen glaͤnzen, 0 emachtzht und forſchend ſucht mein Auge dort, 2 Derr deines Reiches Grenzen. 4 eib, dat. 4. Umſonſt! den grenzenloſen Raum 1 d. beu dder fernſten Sonnenheere mißt kein Er⸗ — Ser⸗ dic zuſchaffner, zahllos ſind ſie, wie der nd der. Sand am Meere. N-ch, 1. 5. Du zaͤhlſt, o Unermeßlicher, der 5 ut Sterne Millionen, und herrſcheſt hier, ener uud ſegneſt dort, wo nur Geſchoͤpfe nen. w „mein 98 6. Auch dort iſt deines Reichs Gebiet t, unſer d erfuͤllt die jetzt und einſt noch wunderbar du mit i der Menſchheit Huͤlle zierſt, und durch 86 Die Geiſterwelt. erfuͤllt mit hoͤhern Weſen, und ſie, wie ic, ſind, Herrl durch dich zur Ewigkeit ſn erleſen. 7. Frei werd ich einſt mit ihnen mich i von Sonn' zu Sonne ſchwingen; mit ihnen, Weltenſchoͤpfer, dir Dank, Preis K ſi und Ehre ſingen! Die Geiſterwelt.. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛe. om 57. Wer zaäͤhlt, Unendlicher! d Reih'n der Geiſter, die ſich deiner freu'n, hinauf zu dir als Vater ſeh'n, aus allen Welten zu dir fleh'n? die einſt an Staub gefeſſelt war, und jetzt in einer hoͤhern Welt anbetend voy dir niederfaͤllt. i 3. Unzaͤhlbar iſt der Seelen Schaar, i den Tod zum Leben fuͤhrſt. 4. Doch hier auf Erden nicht allein 3ase Barehidſh riede zu dir als Vater ſehin, dich lieben, be⸗ tend dich erhoͤh'n; hn, dich Nehen, 5. Dein 1 und ſ Die Geiſterwelt. 87 — ie,d.: 4. 2—. 5. Dein Reich iſt unermeßlich groß 1„ b) 1h nnx En iſt, wiedhſeloſt biſt, grenzenlos; es lebt in mit ihnan deenee ltenmer ein ungezaͤhltes Gei⸗ E 1 6. Wenn einſt auf deinen Wink mein 2h Geiſt ſich ſeiner Feſſeln hier entreißt, dann ſtimm'’ auch ich in ihren Reih'n weirn als Mitanbeter Gottes ein. welt 7. Dann preiſ' ich dich, deß All⸗ , da. machtsruf mit ihnen mich verſchwiſtert ſchuf, nur meiner Huͤlle hier ein Grab, nſterblichkeit dem Geiſte gab. ſt Schoͤpfer. Hallelujah! toͤnts fern und z'en nicht—nah durch alle Himmel Gottes hin. Aer freun,i 2. Hohe Seligkeit iſts ihnen, dem * dich lieben Gott, der ſie erſchuf, zu dienen von nied⸗ A dern Sinnenluͤſten fern. Voll von Eifer 5. 1 un Die Geiſterwelt. und vollkommen gehorchen ſie, ſchaut hin ihr Frommen! ihm, ihrem Gott, dem an Weltenherrn. All ihre Herrlichkeit, all. f ihre Seligkeit iſt Gehorſam. Sie zogern nie, er ſende ſie, wohin ſein Wink ſie ſen⸗ ſi den mag. 3. Gott! mit allen Engelheeren ſoll, 9 wer hier heilig wird, dich ehren, und ewig ſich mit ihnen freu'n; ſoll, wenn hier er ſiegend ſtreitet, von ihnen einſt zu dit 1 geleitet, wie ſie bei dir dort ſelig ſeyn u Heil mir! ich bete dann froh dich, o Va⸗ ter, an mit den Engeln; in ihren Dank toͤnt mein Geſang dann hin durch alle Ewigkeit. Mel. O Ewigkeit du Donner ꝛc.“ 59. Selbſt Engel fielen einſt, o Herr! in weil ſie nicht dir, Allmaͤchtiger! ſich uu Durch Ungehorſam nun entweiht und fern von jener Herr⸗ lichkeit, die ſie bewahren ſollten, erfreut iſ terwerfen wollten. ſie nie dein Angeſicht; ſie ſind behalten zum Gericht. geſichts ſieſ halten M 2. Sie fuͤhlen's, und verſuchen doch, ihh wie Satan, ihr Verfuͤhrer, noch, dir, nicht Herr! 4 Die Geiſterwet. 39 d ſie, ſou Herr! zu widerſtreben. Der erſte Menſch, b ſeem Gott gereizt durch ihn, ſich dem Geſetze hanſ rrlichket,! ziehen, verſchmaͤh'te Heil und Leben. Die J 1. Sie a Luſt gebar die Suͤnd', o Gott! und ſie, n Wink ſeß ach! ſie gebar den TFodä. 6 1 3. Wenn wir nicht deiner Wahrheit S gelheeren Licht, wenn wir dich ſelbſt„o Vater! „Sch ehren, nicht zu unſerm Schutze haͤtten; wer Pn ſoll, wenn widerſtaͤnde ſeiner Macht? Nun koͤnnen n Ynen einſta wir's, von dir bewacht; wir koͤnnen di ort ſeligt uns nun retten, wir koͤnnen ſeine Schlin⸗ inSoh dich oſ gen ſeh'n, und ſeiner Bosheit wider⸗ in iin ihrend ſtehn. anrahin durh 4. Dir, Gott, ſey Dank! Sey hoch⸗ gelobt! Wir koͤnnen's nun, wie ſehr er tobt, mit dir ſoll's uns gelingen. Dein Sohn hat Satans Reich zerſtoͤrt, zer⸗ t randonner. ſtoͤrt ſein Werk, und uns gelehrt, die H=n einſt 9 Suͤnd und ihn bezwingen. Wer kaͤmpft a.Shtiger! ſch und treu an Jeſum glaubt, zertritt mit 1₰ Ungchei ihm des Moͤrders Haupt. WDoon jenen 95. Verfuͤhren kann er nun blos den, en ve Uten ch der ſchlummern will, nicht widerſtehn, hu ſoll duch nicht nuchtern ſeyn, nicht beten; doch ind un der, der ſtark durch deine Macht, ſich chen ſelbſt erkennt, und weislich wacht, wird u 7 verſt oh er nicht untertreten. Der Glaube ſiegt, erehrer, ud 1 b und und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen 90 Die Erde und ihre Bewohner. und zwinget ihn, bedeckt mit Schande, zu entflieh'n. 6. Er reiz uns, oder reiz uns nicht zur Uebertretung unſ rer Pflicht; wer frevelt, wird ſein Sklave! Wer ſeiner Miſſethat ſich freult, gewarnt und mit Beharrlichkeit, verdient auch gleiche Strafe. Verſchuldet iſt ſein Untergang; er ſuͤndigt frei, und nicht aus Zwang. 7. Hilf uns in unſerm Kampf, o Gott! Dann ſoll kein Leiden und kein Tod von deiner Lieb' uns trennen. Erſcheint uns auch ein taͤuſchend Licht, doch taͤuſcht, » Herr! dein Feind uns nicht, wir wer 5 den ihn erkennen. Getroſt! wir kaͤmpfen i nicht allein, Du hilfſt; wir werden ſud Sieger ſeyn. A Die Erde und ihre Bewohner. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. 60. Gott! aus deinen Schoͤpferhaͤn⸗ uh dieſe den ging die herrliche Natur. Solchen ume Bau ſo ſchoͤn vollenden, konnte ſolch ein Schoͤpfer nur. O wie koͤnnt ich deine Werke, ihre Regelmaͤßigkeit, Pracht in deiner e=wohner. Die Erde und ihre Bewohner. 91 ed= mit Schm deiner Staͤrke, deiner Huld und Weis⸗ heit ſeh'n, und doch ſtumm voruͤbergeh'n? de keiz ush. Rings auf Erden hallt es wieder: v⸗ Pflccht; gut und groß iſt, der uns ſchuf! Betend 1r! Wer ſa werf auch ich mich nieder; Herr, dein varnt und Preis ſey mir Beruf! Preis, daß ich die auch gi dich Vater nenne, Preis, daß ich dich iein Unterz preiſen kann, daß auch ich durch dich nil aus Zwa begann, dich als meinen Schoͤpfer kenne, ert ſampf 6 und, von hohem Eifer voll, mehr dich 0d kein Tii kennen lernen ſolll tt Erſchät Z. Ja, wenn Thraͤnen mir entgleiten, ei—, doch tut will ich deine Schoͤpfung ſeh'n, und durch uticht, wiet ihre Herrlichkeiten ſtets mit off nem et uſt wir kin Herzen geh'n. Alle ſteh'n ja unverſchloſ⸗ det; wir w ſen; ſind dem Aermſten ja bekannt; naͤ⸗ hret; her werd' ich dir verwandt, hab ich chuldlos ſe genoſſen⸗ ſtill und heiter * nwird mein Sinn, wenn ich hier nicht 1 Bewohn fuͤllos bin. b 9— Man Gott. 4. Du gedachteſt meiner Leiden, eh⸗ b Schvyſt noch dieſes Herz dir ſchlug; ſorgteſt ſchon de zen*. én für meine Freuden vor dem erſten Athem⸗ he tatn rt 1 zug. Zum Genuß fuͤr Leib und Seele nden kon ri haſt du, Herr, mit Freundlichkeit ſo . koͤnn viel Gaben hingeſtreut, daß ich im eln Jigkeit„Genuß oft waͤhle. Wer ſo viel, ſo ket wie die gern — —— ———— 2 92 Die Erde und ihre Bewohner. gern mir giebt, ol der zeigt, daß er pneiſen mich liebt. 5. Und wer wollte je, vermeſſen, mit. ihtht ten in der ſchonen Welt, deiner Macht rlut und Huld vergeſſen und nicht thun, was i Ko dir gefaͤllt? Du, der ſelbſt dem kleinſtttn un A Wurme ſeine Vaterſorge weih't, du r biſt's, der auch mich erfreut in der Stille ini wie im Sturme. Herr, dir willich ganz ver⸗ tl in trau'n, und mein Heil auf dich nur bauun! 5 id i dan Mel. Schmuͤcke dich, o liebe ꝛe. tii in 6. ts ee 6 1. Schmucke dich, mein Herz, zu 78 preiſen, den, der dir hat wollen wei⸗ ſpen ſen, wie durch Werke ſeiner Haͤnde ſeine zofüß Lieb er dir verpfaͤnde, wie die Liebe ſeyy ug an befliſſen deines Schauens zu genießen, daßß i W du ſuͤß gelocket kaͤmeſt, und um Luſt die) ſütel Liebe naͤhmeſt., w / 2. Wo ich mein Geſicht hinſchicke, leuchten mir der Liebe Blicke; und wo mder ich mein Ohr hinkehre toͤnet mir die Freu⸗ i denlehre: Liebe laͤßt ſich nicht verhehlen, hian⸗ die die Himmel zu erzaͤhlen und die Beſte ſhuu zu verkuͤnden nie ſich laſſen muͤſſig finden. 3. Himmel, Erde, Luft und Meere prei⸗ 'ohner. G geigt, daß. Die Erde und ihre Bewohner. 93 preiſen ihres Schoͤpfers Ehre, da man zrxmeſen, ſiehet, ſchmeckt und fuͤhlet, wie der Guͤte ¹ deinen In Reichthum ſpielet. So zur Rechten, ſo hrr u zur Linken ſieht man Gottes Finger win⸗ . d hun, ken: Komm, und ſiehe meine Werke, . dem klun meine Weisheit, Lieb und Staͤrke! d=. weiht, 4. Großer Gott! ach! meine Sinne 12t in der en werden ihrer Schwachheit inne. Großer imillich gann Gott! in engen Schranken bleibet mei⸗ u ich nurbuj nes Herzens Danken. Wem kann ich 1 dich dann vergleichen? Wie kann dich be t. mein Lob erreichen? gaͤb' ich auch mein ganzes Leben, großer Gott! dich zu erheben. 5. Doch erweckt in mir das Sollen mein Herz 9. wollen u ſtets ein kuͤhnes gerne Wollen, daß ich rmnr Haͤndeſn im Gefuͤhl der Schwaͤche voll Bewun⸗ 4* die Lieheß derung ausbreche: Herr, wie groß ſind zagenießen,N deine Werke! deine Weisheit, deine d um Luſtͤ Staͤrke! und mit dankendem Gemuͤthe: Herr, wie groß iſt deine Guͤte! 3 Föht hinſchik’ 6. Laß aus Sonne, Mond und Ster⸗ icke; undu nen deine Macht uns kennen lernen; laß die Wunder auf der Erden uns zu klaren e cht verhehn Spiegeln werden, deine Liebe d'rin zu —und die I ſchauen, daß wir freudig dir vertrauen, 1rmüſſig inn uns durch Sorgen nicht betruͤben, dich 5 nur fuͤrchten, ehren, liebenl! 1zt und Mu 12: m 4. Gottes Welterhaltung. 4. Gottes Vorſehung. uu Welterhaltung. b b Wr Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. b nui 4 62. Die Sonne ſchmuͤcket Berg und Thal; es waͤrmet uns ihr milder Strahlz mmn und ſchon hat manch Jahrhundert ihr Albe mildes Feuer uͤberall empfunden und be. gwundert. 2. Doch iſt ſie nur dein ſchwachee Bild, o Schoͤpfer, der die Welt erfuͤllt ſul du biſt die wahre Sonne. Aus deinet I Vaterguͤte quillt Licht, Leben, Heil und Wonne. 1 II 3. Dein Auge, das fuͤr Alles wacht, hat auch auf unſer Wohlſein Acht, und wird nie matt und truͤbe. Selbſt in be l Wolkter Mitternacht umſtrahlt uns deine l 4. Du biſts, der die erſchaffene Welt ur He vom Engel bis zum Staub erhaͤlt; du 3 ſteheſt unſ re Sorgen. Kein Blaͤttchen das vom Baume faͤllt, bleibt deinem Vlic Verhorgen. .O Wahrheit, Himmelsglanz vom Herrn, ſey mir zu meinem Heil nicht fern! b Welterhaltung. 95 hung. fern! geh auf in meiner Seele, daß ich mein Ziel hier kennen lern, und ſichre 2is. Wege waͤhle ſet u. 6. Ja, Herr, dein Wort ſey ſtets mein Licht! o laß mich deiner Leitung aket Bergu nicht muthwillig widerſtreben! Zu treuer llder Stra Ulebung meiner Pflicht gib Waͤrme, Licht rhunderti und Leben! an 1 unden und on Mel. Vater unſer im Himmelreich ꝛc. Welt erf D7 dr 1. Aus di die ganze lebensvolle Welt; und Aller Sben, Heilt voll auf dich, auf dich, der du ſie alle oleibt den ſo lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein 96 Welterhaltung. 4. Ich bin gewiß, du kannſt mich nicht verlaſſen, meine Zuverſicht! ich bin ge. gens wiß, du thuſt mir wohl, ſo lang ich hier noch leben ſoll. Nicht Ueberfluß bitt 1 1 ich von dir; was ich bedarf, das gibſt hl du mir. l 5. Der Vogel bauet nicht das Land; ff doch naͤhrt ihn deine milde Hand. Die Blume ſchmuͤckt nicht ſelber ſich; doch kleideſt du ſie koͤniglich. Vergiß ese meine Seele, nie: weit mehr biſt du vo Gott, als ſie!“ 6. Mich ſchuf Gott nicht fuͤr dieſt h Zeit: mein Ziel iſt in der Ewigkeit; er pl gab mir Freiheit und Verſtand, und wi machte ſelbſt ſich mir bekannt; nichts was die Erde zeugt und naͤhrt, gleicht der mir an Hoheit und an Werth. 7. Von Gott, der das an mir gethan, D werd' ich auch Speiſ und Trank em pfah'n. Selbſt dem, der ſeine Huld ver ſchmaͤht, gibt er ſie ohne ſein Gebet; ge⸗ im wiß wird er, bei Fleiß und Fleh'n, mich d vaͤterlich damit verſeh'n. ſl 8. Laß, Gott! mich nur genuͤgſam 3 ſeyn, mich dankbar deiner Gaben freun; zu, u und mehr noch deiner, der du dich ſo ül freund⸗ — — annſt michn tl ich bin o lang ich Ueberfluß Sarf, das icht das? e Hand. ber ſich; 1. Vergiß seehr biſt du un nicht fuͤrd Verſtand, dee Ewigkeit Mkannt; nic 7 naͤhrt, —=—= Welterhaltung. freundlich zeigeſt gegen mich, der du des Segens Quelle biſt aus welcher alle Wohlthat fließil!!/1 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt' mich maͤßig im Genuß. Bewahre mich in Duͤrftigkeit vor Schmach und 97 Unzu⸗ friedenheit. Du ſorgſt doch fuͤr mich le⸗ kenslang; dies ruͤhme ſtets mein Lobge⸗ ang! 4 16 Nhat Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 9ℳ. O Gott, den alle Himmel ehe ren, von dir kommt aller Welten Pracht! Was wir empfinden, ſeh'n und hoͤren, hat, Herr! dein Wort hervor gebracht; und deiner tiefen Weisheit Licht erforſcht der groͤßte Weiſe nnitht. 72. Du hiſt es, der die Thiere weidet, dem Baume ſeine Schoͤnheit ſchenkt; du biſt's, der Berg und Thaͤler kleidet, und g a 98 Welterhaltung. mit tauſend Farben ſpielt: das alles kommt von dir, o Herr! du willſt, ſo wird's, Allmaͤchtiger! 4. Wie viel vermag dein ſchaffend: Werde! das einſt dem Nichts zu ſeyn ge bot! Dein Lob verkuͤndet ſchon die Erde; doch herrlicher und ſtaͤrker, Gott! ver⸗ ihe Q kuͤndiget der Himmel Pracht die Groͤße deiner Schoͤpfermacht. 3 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes! von fließt auch der Sonne feurig Meer. In, großer Schoͤpfer des Geſichtes! von dir koͤmmt auch das Wunder her, daß mir m die Schoͤnheit dieſer Welt ſo ſtrahlend in die Augen faͤllt. hlend i 6. Was lehrt das Heer von tauſend N Sternen, das ſelbſt die Naͤchte reizend it macht? Von ihnen ſoll ich hier ſchon ler nen, wie groß, o Schoͤpfer, deine Pracht! Gott! du biſt nichts als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen ſind dein Kleid. Ach, Schoͤpfer! heil'ge mein Ge⸗ i g 4. ſichte, wenn ich ſo voll Verwund'rung ſteh, daß ich in deines Geiſtes Lichte d etend dih, den Urſprung ſeh ud Ache reinige ſelbſt meine Bruſt von je⸗ der ſchnoͤden Erdenluſt! ſtwon — Mel. tt: d Welterhaltung. 99 t: das du müt(Wal dan ſich der Tag geendet e. 1 65. Ich ſinge dir mit Herz und Mund, zein ſchaff Herr, meines Herzens Luſt! Ich mache =hts zu ſen deine Guͤte kund aus dankerfuͤllter Bruſt. :ſchon diec. 2. Ich weiß, daß du von Ewigkeit die Sr, Gottl reiche Quelle biſt, aus der uns allen je⸗ acht die Gi derzeit viel Heil und Gutes fließt. 3. Was ſind wir doch, was haben 8 alles Lich wir von Guͤtern aller Art, das uns, o —iig Meer.] Vater, nicht von dir allein gegeben ward? Oichtes! vonſ 164. Wer hat des Himmels ſchoͤnen Bau her, daßt ſo praͤchtig ausgeſchmuͤckt? Wer iſt's der lt ſo ſtrahn unſer Feld mit Thau und Regen mild erquickt? „er von tal 61 5. Wer ſorgt fuͤr uns im Winterfroſt Naͤchte vin und unter Sturm und Wind? Wer ah hier ſcho macht’s, daß jaͤhrlich Korn und Moſt „, deine Puat fuͤr uns vorhanden ſind? 1 whdenn 6. Wer gibt dem Leibe Staͤrk und ein Kled. Kraft; wer iſt es, deſſen Hand den wer⸗ 1illge men! then Frieden haͤlt und ſchafft in unſerm Verwunn Vaterland? Geiſtes. 7. Ach, Herr und Gott! das kommt f Urſprung! von dir, du, du mußt alles thun! dein Bruſt won Aufſeh'n wachet fuͤr und fuͤr, und laͤßt — uns ſicher ruhn. G 2. 8. Du — 10⁰ Welterhaltung. 8. Du naͤhreſt uns von Jahr zu Jahr, bleibſt immer fromm und treu, und ſte⸗ heſt uns auch in Gefahr und Noͤthen treulich bei., 9. Du traͤgſt uns Suͤnder mit Ge⸗ duld, und zuͤchtigſt vaͤterlich; und bitten wir: erlaß die Schuld! erbarmſt du unſrer dich.. b 11a 10. Die Thraͤnen, die der Fromme weint, bemerkſt und zaͤhleſt du, und ſprichſt ihm troͤſtend, als ein Freund, in ſeinem Kummer zu. 1 d 11. Wenn ihm auch irdiſch Gluͤck ge bricht; wie herrlich wird's erſetzt, wen einſt vor deinem Angezcht ihn ewig Heil ergdtzt! 12. O! Seele, die du zaghaft biſt, wohlauf! und faſſe Muth! der alles Guten Urquell iſt, Gott macht es mit dir gut. 13. Er iſt dein Schatz, dein beſtes Theil, in Finſterniß dein Licht, in alle Noth dein Schirm und Heil; dein Gott verlaͤßt dich ncht. 15 14. Ei nun, ſo laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein; ſo wirſt du hier in Frieden ruh n, dort ewig ſelig ſeyn. Welt⸗ S=— 1. ==*2 —— — — — — — — — — — — — —-—— ——— —— —— —— ——— 3——— ——=— 8— ———/·— — — — 2 Jahr zugä — d treu, und a und M —— nder mit =ch; und hi erbarmt 3 De der From hleſt du, t ‚ein Freund üdiſch Glüdh — erſetzt, i = ihn ewwig Bl zaghaft =th! der A m macht 6 101 Mel. Was Gott thut, das iſt ic. Weltregierung. 66. Was zagſt du? Gott regierde Welt, und Gott iſt ja allmaͤchtig. Den Arm, der dieſes Weltall haͤlt, wer macht ihn dir verdaͤchtig? Wenn Meeresfluth, wenn Feuersgluth uns ſchon ereilet haͤt⸗ ten; ſo kann er doch noch retten. 72. Was zagſt du? Gott regiert die Welt, und Gott weiß alle Dinge. Selbſt was der Menſch fuͤr kleinlich haͤlt, iſt ihm nicht zu geringe. Sein Auge ſieht in dein Gemuͤth. Die Bitte, die du tha⸗ teſt, vernahm er, eh' du bateſt. 3. Was zagſt du? Gott regiert die Welt, und Gott iſt der Allweiſe. Einſt weckt dich, was dir jetzt mißfaͤllt, zu ſei⸗ nes Namens Preiſe. Er fuͤhrt gewiß durch Finſterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagſt du? Gott regiert die g Welt, und iſt allegegenwaͤrtig. Der Fromme, der an ihn ſich haͤlt, iſt ſeines Heil's gewaͤrtig. O glaub' es gern! Gott iſt nicht fern. Wo Menſchen zu ihm flehen, da eilt er beizuſtehen. 102 Weltregierung. 5. Was zagſt du? Gott regiert die Welt, und iſt er nicht die Liebe? Nichts iſt, was dem, der ihm gefaͤllt, ein Quell des Elend's bliebe. Ofaſſe Muth! Selbſt Jeſu Blut ſagt dir bei jedem Leiden: Gott ſegnet uns mit Freden. 6. Was zagſt du? Gott regiert die Welt; iſt gnaͤdig und geduldig. Zwar, wenn er vor Gericht uns ſtellt, ſind ſelbſt die Frommen ſchuldig; doch ſein Gericht trifft Fromme nicht. Er ſchonet als Er⸗ barmer; was waͤrſt du ſonſt, du Armer!? 7. D'rum, Gott, weil du die Welt regierſt, wie koͤnnt ich je verzagen? Ich folge dir, wie du mich fuͤhrſt. Nichts ſoll mich niederſchlagen. Ich hoff auf fi dich; du ſegneſt mich, wenn ich auf dich nur ſchaue, und freudig dir vertraue. ii Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 67. Nichts iſt von ungefaͤhr! Ein 1 G großer Gott regieret, ein Gott, der ſeine hkeii Welt mit reichem Segen zieret. Und Fiterke⸗ alles, was er will, iſt weiſe, recht und gut. O wohl mir, daß mein Gluͤck in ſeinen Haͤnden ruht! 1 b n alet 2. Wie Mei ¹regiert i Sebe? Nich At, ein Qu Nuth! Süh edem Ledden en. Dt regiert aldig. Zot Rllt, ſind ſitt *⸗) ſein Gent honet alse „gt, du Arm 5 du die I erzagen? Morſt. M Ich hofs Dn ich aufü a vertraut niß Gott erkennen, und mich Weltregierung. 10⁵ 2. Wie duͤrft' ich mißvergnuͤgt in mei⸗ nem Stande leben? Kann jemahls boͤſe ſeyn, was Gott mir hat gegeben? Der Thor nur klagt und murrt, und tadelt Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 3. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken:„mein Heil, mein Fels iſt Gott, und wenn auch Welten wanken.“ Ich ſollte, was ich bin, nicht etwas Anders ſeyn, und mein beſondres Loos ſtimmt mit dem Ganzen ein. 4. Mein Unmuth aͤndert nie die Ord⸗ nung aller Dinge. Ich quaͤle nur mich ſelbſt, wenn ich die Haͤnde ringe. Doch, folg' ich meinem Gott, ſo lindert ſich mein Schmerz; denn, was mich elend macht, iſt immer nur mein Herz. 5. Wie thoͤricht wuͤrd ich ſeyn, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verſchonen ſollte! Mein Vater liebt auch mich, und miſcht mit Freund⸗ ins lichkeit in ſeinen Segeuskelch des Leidens — Bitterkeit. en 2 6. Im Leiden lern ich mich und meinen b mit edelm Sinn von falſchen Freundell Hauaen 104 Weltregierung. Wie kann mir ſchrecklich ſeyn, was mich vollkommner macht? Die Tugend iſt mir uſt mehr, als Reichthum, Gluͤck und Pracht. 87. Ja, Tugend wird bald ſchwach im Schooße nied rer Freuden, und ſtark er⸗ m ſcheinet ſie, umringt von herben Leiden. Sie ſtrahlt am göttlichſten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet ſie der Welt, und ülaſſh uͤberlebt die Zeit. n ³ 8. Hinweg mit bloͤder Furcht! Der Herr will mich regieren, und auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele fuͤhrem Hier bin ich, Herr, mein Gott! O ſte he du mir bei, daß ſelbſt in Noth und di Tod mein Herz dir folgſam ſely! u Mel. Was mein Gott will ꝛe. 68. Preiſt, Menſchen, preiſt den Herrn der Welt! Seht ſeiner Vorſicht uh Spuren in Berg und Thal und Wald und i Feld, in Wieſen und auf Fluren! Durch ſeine Kraft, die nichts erſchafft, was er nicht auch regieret, ſteht Alles da, wird fern und nah' ſein Rathſe chluß ausge⸗. r fuͤhret. 2. Nichts laͤßt er durch ein Ungefaͤhr, b nichts 6 * yn, wasn eugend iſn 2icck und Pm ald ſchwatt / und ſtaut b za herben Lih Uten aus f trö der Welt 8e, Furcht! dm und auch rr* Ziele füh n⸗n Gott! O dor in Noth! f ſam ſcy! G x will ꝛe. en, preit ſeiner N 9*lund Van qa Fluren! N SSſchafft, wi 1 Alles da thſchluß u 1 h ein uun Weltregierung. 105 nichts ohne Zweck geſchehen. Sein Wink ruft die Geſchoͤpfe her; ſein Wink laͤßt ſie vergehen, und was er thut, iſt immer gut, kann nie des Zwecks verfehlen. Ihm mangelt's nicht an Macht und Licht, das Beſte zu erwaͤhlen. u3. Nur er vertheilt der Kraͤfte Gang; in Menſchen, Thieren, Pflanzen, herrſcht DOrdnung und Zuſ ammenhang zum ſichern Wohl des Ganzen. Der Baͤume Laub, der feinſte Staub, und Waſſer, Luft und Erde zeugt, daß die Welt, die er erhaͤlt, nie leer an Segen werde. n4. Die duͤrren Felder traͤnket er mit Thau und mildem Regen; der Berge Grund, das weite Meer erfuͤllet er mit Segen. Wir ſehnn erfreut den Reiz er⸗ neut, der unſre Erde ſchmuͤcket; und daß die Saat Gedeihen hat, wirkt er, der Von gern begluͤcket. 875. Der Herr, der Welten Herr allein, d laͤßt unſern Plan gelingen, gibt Kraft, der Tugend treu zu ſeyn, und Gutes zu vollbringen. Was uns gebricht, verſagt er nicht; er will uns gern erfreuen, wenn wir nur gern ihm, unſerm Herrn, hier unſer Leben weihen. 6. Gott 106 Weltregierung. 6. Gott, was dein Rath mir nuͤtzlich fand, mag immer mir begegnen! Mein Schickſal ſteht in deiner Hand; ich weiß du willſt mich ſegnen. Ja, ſelbſt im Schmerz ſoll nie mein Herz an deiner Huld verzagen. Ich kenne dich; du ken⸗ neſt mich: wie koͤnnt ich jemals kla, ubll gen? b Nel. Allein Gott in der Höh ꝛc. 69. Der, unſerm Gott iſt niema gleich im Himmel und auf Erden. 4⸗ biſt der Hoͤchſte, und dein Reich kann nit if 4 begriffen werden. Unendlich iſt die Ma⸗ H jeſtaͤt, die uͤber alle dich erhoͤht, die Kron und Zepter tragen. ch 2. Wie weit erſtreckt ſich dein Gebiet! Wer kennet ſeine Grenzen? Wohin auch dod nur mein Auge ſieht, da ſeh' ich Welten i glaͤnzen. Weit, uͤber alle Himmel weit, geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrſcheſt uͤber Alles. 3. Duherrſcheſt weislich, recht und gut, nach heiligen Geſetzen. Du pflegſt auch deiner treuen Hut das Kleinſte werth zu ſchaͤtzen. Auf Alles geht dein Augeumer b un .5 Weltregierung. 107 den n ſegnen, zu begluͤcken. 3 Ind; ich uh 4. Wie recht iſt, Hoͤchſter! dein Ge⸗ Ja, ſebhtd richt, der du die Wahrheit liebeſt! Wie =rz an den richtig Maaß haͤlt dein Gewicht, wenn dich; dan du Vergeltung uͤbeſt! Du handelſt ſtets —) jemabs h nach Billgkeit, in dieſer und der küͤnft gen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 5. Wohl uns! daß du das Regiment, 9 ct. Gott, uͤber Alles fuͤhreſt. Und wohl dem! der den Zweck erkennt, dazu du att iſt nien, uns regiereſt. Ich, dein geringſter Unter⸗ —— Erden. 4 than, Herr! bete doch getroſt dich an, wReich kam und traue deiner Gnade. 6m „ cch iſt dey) 6. Herr! ewig will ich deinen Ruhm Doht, de mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum h dein Gal Dienſt ergeben. Mit Luſt will ich bis in ? Wohinn den Tod, nach deinem heiligen Gebot, ſch ich Vun durch deinen Beiſtand wandeln. 1— Himmelnu = rrlichkeit b rechtunt 70. Gott, der den Himmel ausge⸗ -), V Mel. Vom Himmel hoch ꝛc. g ſpannt, umfaſſet ihn mit ſtarker Hand — 4 ui und ſeines Reiches Herrlichkeit iſt ohne 45 Augen Grenzen, Maaß und Zeit. 2. Doch 106 Verſorgung der Geſchoͤpfe. nur der weiſe Vater der Natur; er, der I dan dſeinſten ‚eaut, heſealt hat jedes Haupthaar auch gezaͤhlt. Hauplhn ohne ſeinen Willen faͤllt kein Sperling nieder; denn er haͤlt den Wurm, wie den Engel werth. 4. Und ſo ſorgt auch ſein Vaterſinn fuͤr mich, und was ich hab' und bin. Leib⸗ (Seeele, Geiſt, Herz und Verſtand, ver⸗ dank ich ſeiner Vaterhand. 8 meine Wohlfahrt und mein Leid, mein meine Lebensdauer ab. 1e ann 6. Erhalte den Gedanken mir, o Gottt — ö— deine Vorſicht an mir thut, iſt herrlich, weiſe, heilig, gut. 1 0 Verſorgung der Gſchoöpfe. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ꝛe. Welten Preis ſey dir! du mein Fuͤhrer! Gott, mein Gott, wie 12. Doch fuͤr das Ganze ſorgt nicht der ſich im Staube naͤhrt, des Schutzes, dalit 1l 5. Er wog, nach meiner Faͤhigkeit, min iit⸗ ganzes Schickſal bis ins Grab, und was kommt, das kommt von dir! Was ſ 71. Beſter, weiſeſter Regierer! aller Du mein Beiſtand, i dank ut ic di dein . ufe Verſorgung der Geſchoͤpfe. 109 Inetn dank ich dir! Unter vielen Millionen,f t 9 tn die dein weites Reich bewohnen, ſiehſt Ät, hat ſu du huldreich auch auf mich, und verſorgſt Lüllen fältt mich vaͤterllich. zuuen aut 2. Kann ich dich genug erheben? Du, aͤlt den am der alles werden heißt, gabſt mir mit 2 des Schu des Leibes Leben auch die Seele, die dich preiſt. Ich, ein Wunder deiner Guͤte, ſeh' mit ſtaunendem Gemuͤthe, das ſich ſelbſt nicht faſſen kann, als ein Bild von dir mich an. ein Vater und bin. 9 Verſtand! „ Faͤhigkeit! ſtellte, Herr, mich deine Hand, wo ich zin Leid, n deiner Stimme Rufen fruͤh ſchon hoͤrte, 2s Grab, 1 fruͤh verſtand. Aus unendlichem Erbar⸗ men zogſt du mich mit Vaterarmen in An mir, obn der Kindheit ſchon zu dir. O wie preiſ von dir! d ich dich dafurt!— ut, iſt hei 4. Taͤglich wareſt du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hoͤrte, was ich ſahe, zeigte mir, o Vater, dich. Gſchoͤrie Ja, du kamſt mit neuem Segen jeden Norgen mir entgegen. Was nur je mir iſen w. heilſam war, reichte deine Hand mir dar. — Regiererli 5. Wie ſo viele frohe Tage ſchenkte ⁵ mein Veit deine Guͤte dur Sandteſ d auch eine nein Golt Plage, o ſo kam auch Troſt mit ſhe — 3. Auf der Menſchheit hohe Stufe 110 Verſorgung der Geſchoͤpfe. Und wer zaͤhlt die Guͤter alle, die mir, ſeit ich hier ſchon walle, deine Vater⸗ huld verlieh? Nein, zu zaͤhlen ſind ſie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freu⸗ den dankbar und ergeben ſeyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder draͤun; Nein, o Herr! dich laß ich walten; du, du wirſt mich aufrecht halten. Sende Wonne, ſende Schmerz dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 7. Floh'n mich auch die beſten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, waͤvett viel auch meiner Feinde; dennoch bleih ich ſtets an dir; dennoch will ich nicht i verzagen, will aufs Ende aller Klagen, auf die beß're Zukunft ſchaunn, und von Herzen dir vertrau'n. nuͤtzt, wird ſie mir geben, und mich tra⸗ gen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbeſter, immer inniger und feſter hier mit dir vereinigt ſeyn, deiner Gnade mich zu freu'n. 9. O der ſeligen Verbindung, Aller⸗ guͤtigſter, mit dir! Gib, o Vater, ſtets Empfindung deiner Vaterliebe mir! „8. Beſſer noch, als ſelbſt das Leben iſt, o Vater, deine Huld. Was mir f Mache Nached hetz aud Himmel Verſorgung der Geſchoͤpfe. 144 Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einſt noch deiner ſich in deinem Hünmal lreu„ und in dir ganz ſelig ſey! 5. ⸗„ſan t 1Le. Mel. Wach' auf mein Herz ꝛc. b ſe a widerfag 1. 4 dich 72. Auf!! laßt uns Gottes Guͤte uns mich auſtt fuͤhren zu Gemuͤthe! Komm, laſſet uns V ende Schm erwaͤgen des Vaters Huld und Segen! demein Hez 2. Noch eh' er ſprach: es werde der rſien za Himmel und die Erde! ſind wir, diewir 1 viueg ihn lieben, ins Lebensbuch geſchrieben. ie dennoch 13. Als wir noch ohn Bewegen in Fin⸗ M will ih ſterniß gelegen, ohn Menſchenhuͤlf und aller K 1 Sorgen, der Mutter ſelbſt verborgen; — aun, und 11 4. Hat er uns ſchon gegeben die Glie⸗ der und das Lebeni halidas, was, uns gen hret, uns wundervoll gewaͤhret. b6 dn 15. Durch ihn, der uns bereitet, ſind * nnd nich wir anss Licht geleitet; daß wir's geſund ich un geſehen, iſt nur durch ihn geſchehen. 1 m dfein hn 6. Und da wir' kaum erblicket, hat ie un r6 er uns ſchon begluͤcket, zum Chriſten⸗ 3deiner R thum erkohren, durch Taufe neugeboren. 1. 7. Ergibt uns zu erkennen ſein Wort, undunge 4 daß wir ihn nennen den guͤtigen Ernaͤh⸗ mrer und freundlichen Beſchererr. 1„ 8. Er — —— 112 Verſorgung der Geſchoͤpfe. 8. Er hat fuͤr unſer Leben ſelbſt ſeine Sohn gegeben, zu wirken, ja, zu dulden zur Tilgung unſrer Schulden. 1 9. O laſſet uns bedenken, wann uns die Sorgen kraͤnken, daß der auf s hoͤchſte liebet, der auch den Sohn uns giebet. 10. Er kann uns nicht verſagen, wenn wir ihm glaͤubig klagen, was wir von ſeinen Gaben hier taͤglich noͤthig haben. 11. Die Voͤgel in den Luͤften, die Thiere in den Kluͤften, die Blumen an den Wegen beweiſen ſeinen Segen. 12. Der ſie ſo treulich heget und ihre fleißig pfleget, kann keinen Himmels⸗E ben verlaſſen zum Verderben. 13. O Vater, deine Liebe laß uns aus heil gem Triebe doch aller Zeit betra ten, und nie gering ſie achten! 6 14. Verleih' uns und gewaͤhre, zu deines Namens Ehre, daß wir auf dich nur ſchauen, und dir allein vertrauen! 15. Wenn wir dich, Hoͤchſter, haben, ſo werden uns die Gaben, der wir in dieſem Leben beduͤrfen, wohl gegeben. 16. Die Erde mag vergehen, der Him⸗ mel nicht beſtehen: du, Gott, kannſt nicht verlaſſen, die dich im Glauben faſſen. ii Gottes r. ch 4 4. hoͤpfe. Gottes Schutz. 115 5 ſelbſtſa„ Lia, zuda Goetes 1e e ue vum Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. zer auf 1 4 3. Machtig kannſt du uns bewa „ahn uns gi ren; Hoͤchſter, du ermatteſt nie. Schwe Gerſagen, den wir gleich in Gefahren: du gebeutſt was wir ſo füchen ſie. Alles wechſelt rings auf K noͤthig huͤ Erden; alles, was die Sinne ruͤ rt un Luͤften, und das Herz oft irre fuͤhrt, kann uns ie Blunen leicht entriſſen werden; du nur ſteheſt dan Segen. en ig treu deinen frommen Freunden bei. ſe heget undi 2. Gott, wer deiner Macht und Lied 4 ne immer glaubensvoll gedenkt, fuͤ elt ſich eEn Him 4 durch des Glaubens Triebe von Ver⸗ f zeiflung weggelenkt. Niemals ſorgle os 4= ler Jeitm und verwegen, doch auch fern von Aengſtlichkeit, ſieht er, wenn Gefahr wähln ihm draͤut, deiner Huͤlfe ſtill entgegen. 1e e h— au8 alee uf ihn los; dieſer 1 n Glaube macht ihn gro -jen amg 3. Haſt du nicht verborgne Leiden — ͤch 4 taufendmal ſchon abgewandt? nicht ſchon Bnn; egäg tauſend Lebensfreuden unerwartet uns 1 vohl gd g geſandt? Ach, wer wollte dir nicht trauen, veſehen, 4 der du gnaͤdig uns regierſt, und uns dr Gotk⸗ 1 zu dem Ziele führſt, wo wir deine Gnade 1 G H ſcha nen? ſchauen? Selig wer ſich felſenfeſt auf dein Vaterherz verlaͤßt! 4. Friede ruht auf deinen Wegen; Weisheit leitet deinen Gang. Du ver⸗ wandelſt Noth in Segen, Angſtgeſchrey in Preisgeſang. Oft ſchon beugte Gram uns nieder, doch im Stillen fuͤhreſt du hier und dort uns Huͤlfe zu, und der Frobſinn hob ſich wieder. Ja, der Kampf ſey noch ſo heiß; du biſt's, der zu retten weißs. 5. Alle Weisheit unſrer Seele iſt oft nichts als Wahn von dir. Wir beſtim⸗ men, was uns fehle, und aus Duͤntel 6 7. Mi duch all ſeeintter dott ber irren wir. Herrlicher, als wir verſte padir hen, ordneſt du den Lauf der Welt, phen an und was deine Hand erhaͤlt, kann und e wird nicht untergehen! Der iſt weiſe, der dich liebt, und dir alles uͤbergiebt. ich r6. Soll der Erde Gluͤck entſchwin⸗ uih den; dennoch zagt kein edler Geiſt. Herr, niahe bei dir wir Ruhe finden, wer der Welt. a luſt ſich entreißt. Freudig ruft er dir 7. Reine entgegen: mir geſchehe, wie du willſt! ine Der du allen Jammer ſtillſt, du haſt ſa tauſendfachen Segen. O wie muthvoll an iſt ein Chriſt, der dir ſtets ergeben iſt! felſenft ng, Dux Angſtgiſt — beugte Gn allen fuͤhttt 7 zu, und Ser. Ja, du biſt —r Seele iſ mn. Wir bi nd aus Dit ils wir d —uf der A ält, kann der iſt we les uͤbergit Suͤck entſche — rechten guten Wegen. Gottes Schutz. 115 617. Reine Chriſtentugend ſtehet, wenn auch alles kracht und faͤllt; Jeſus, der ſie einſt erhoͤhet, zeiget ihr die beßre Welt. Dort verſchwinden die Gefahren, dort iſt alle Furcht entfloh'n, Dulder jauch⸗ zen dort am Thron, die hier treu und ſtandhaft waren. Herr, es gehe, wie es ſoll! Unſer Herz bleibt hoffnungsvoll. a. In dich haß, ic gehofet t. 74. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun in deinem Willen nur kann ruhen, von dir kommt Gluͤck und Segen. Was dir gefaͤllt, das ſteht und geht auf 2. Es ſteht in keines Menſ chen Macht, daß das geſcheh', was er bedacht, und * er ſich deſſen freue; dein Beiſtand, Hoͤchſter! macht allein, daß Menſchen⸗ werk gedeihhe. r.. er Geiſt. 9' Z (wer der? 3. Oft denkt der Menſch in ſeinem iig ruft Muth, dies oder jenes ſey ihm gut; und wie du ul iſt doch weit gefehlet. Oft ſieht er auch illſt du als ſchaͤdlich an, was Gott doch ſelbſt B.s da en Ren ſheeg fuem g fts erg 73 e 4 8 116 Gottes Schutz. wohl uͤber Berg und Hoͤhen hin, und eh er ſichs verſiehet, ſo liegt er das ſein vſchueler Fuß hat ſich umſt onſt be⸗ 5. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter traͤgſt auf deinem Thron, von deinem Angeſichte laß leuchten mit 4 helles Licht, daß all mein Thun es richte. 1 daß ich ja nicht mit Trotz beſteh' auf mei⸗ nem eignen Willen. Sey du mir Freund und treuer Rath, den deinen zu erfuͤllen tür 7. Was dir gefaͤllt, was recht und tuitd diten En 111. S n dir un 6. Gib du mir Weisheit aus der Hoͤh., gut, das gib mir ein; was Fleiſch und it Blut erwaͤhlet, das verwehre: mein hoͤchſter Zweck, mein beſtes Theil ſeh uͤles deine Lieb' und Ehre. .8. Iſts Werk von dir, ſo hilf zu ſu Gluͤck; iſts Menſchenthun, ſo treib's zu ruͤck, und ſteu're dem Beginnen: was i du nicht willſt, das laſſe ſchnell in eitel u⸗ Nichts zerinnen. 9. Sollt aber dein und unſer Feind 1 auf das, was treu und gut gemeynt, die ehn g Höllenmaͤchte richten; ſo ſey mein Troſt, aß deine Macht die ſeine wird vernichttn. — hen hin u D liegt erſ n unſani =, der du 1 zinem ai leuchten mein Ta üaus derh Seſteh⸗ auft mdu mir 5 — ren zu erfut vas recht Jas Fleiſcht — rwehre. n Sfies Dl tapferm Muth bezwingen. ilf ihm durch, du hilfſt ihm, Gott ſein gutes Werk vollbringen. Gottes Schutz.. 11v 10. Stehy du mir bei, und mache leicht, was mir ſonſt faſt unmoͤglich daͤucht; die Werke meiner Haͤnde, die ich mit dir begonnen hab, bringſt du zum guten Ende. 11. Sey auch der Anfang etwas ſ chwer, dies treibe mich nur um ſo mehr, u dir um Kraft zu beten, dann werd cch aus der Sorgenfluth auf feſten E Grund bald treten. 12. Sey auch der Weg zum Guten wild, mit Dorn und Diſteln angefuͤllt, mit dir kann ich ihn gehen; du fuͤhreſt, Herr! mich doch dahin, wo reife Ernd⸗ ten ſtehen. 113. Wer fleißig betet und dir naut wird alles das, wofuͤr ihm graut, nit 14. Dir trau' ich, Vater! als dein ue Kind; was ich bei mir nicht hab und find', haſt du doch zur Genuͤge! Ol hilf du mir! durch deine Kraft hilf mir, mein Gott, zum Siege! Mel. 118 Huͤlfe Gottes in der Noth. ens Mel. Herr Jeſu Chriſt. dich ꝛe. 1. von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht die dieſe Welt hervorgebracht. 1 2. Getroſt, mein Herz! dein treuer Hirt ſchafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behuͤtet, ſchlummert nicht; in Finſterniß iſt er dein Licht. 3. Kein Uebel ſey dir fuͤrchterlich; denn Gottes Rechte ſchuͤtzet dich. Durch ſeine treue Vaterhand wird, was d ſchadet abgewandt. 4. Sein Schutz gewaͤhrt dir Siicheh ſtt de heit; ſein Troſt fuͤllt dich mit Freudigkeit. Er ſeitet dich auf ehner Bahn, und nimmt dich einſt mit Ehren an. 5. Herr, ſegne und behuͤte mich! Du 1 biſt mein Heil, ich hoff auf dich. Dein und Segen folg; aus dißfet Zeit mir bis i in uf jene Ewigkeit! Sülfr Goepeſs in d eit Math. 6 Kel. Aich, Herr, mich arnten ꝛe. 11 Wenn dich in dunkeln Lagen g 5 heimer Kummer druͤckt, und unter ſtillen Kla⸗ Mein Auge ſieht, Gott, nach u ten. adeiner M Scht l dein ta⸗ nicht ge G w uͤte mich . 1 3 i Aarmen. t und unter nit Freudigt Ihn, und mmn 4 Vollbracht iſt, Gott zum Preiſe, auf di. 8 at Roth Oie e Söpgen, K „ leuchte deine Nacht, und zeige dir den Morgen, der einſt dich froͤhlich macht. 1 1 ankeln Tagn Huͤlfe Gottes in der Noth. Klagen dein Auge aufwaͤrts blickt; wenn dann kein Licht hernieder in deine Seele faͤllt; ſo zage nicht, du Muͤder! Dein Gott regiert die Welt.. „2. Er hat auch deinen Leiden ein weiſes Ziel beſtimmt; ſie wandeln ſich in Freuden, wann er dich zu ſich nimmt. Dann lernſt du heller ſehen, was hier 119 dem Blick entſchwand, ſchauſt von ent⸗ vwooͤlkten Hoͤhen auf dieſes Pruͤfungsland. =tt dich. N ird, ws 3. Dann ſind die Finſterniſſe durch Gottes Licht zerſtreut; die Weisheit ſei⸗ ner Schluͤſſe entdeckt die Ewigkeit; dann fließt die Freudenzaͤhre, dann toͤnt Dir froher Dank; der Erde Schmach wird Ehre, die Klage Lobgeſang. dein kurzer Leidenslauf. Du wurdeſt zut und weiſe, d'rum nahm der Herr dich auf. Nun ſchwinden dir die Freuden bewaͤhrter Tugend nie; Gott pruͤfte ſie durch Leiden, und nun belohnt er ſie. 5. Dies hemme deine Sorgen, er⸗ Dies lehre mit Vertrauen auf Gott, den Herrn der Welt, dich dann noch di 1d waͤrt 120 Huͤlfe Gottes in der Noth. 6. So ſammle denn im Stillen den Troſt der Vorſicht ein! Ihr Rath wird ſich enthuͤllen, ihr Licht wird dich erfreu'n. Du ſegneſt einſt die Pfade, auf denen Gott dich fuͤhrt, und dankeſt ſeiner Gnade, die deinen Lauf regietrtt. —— Mel. Was Gott thut, das iſt zꝛc. Tin Gott regiert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzens Druck uns hier. Was iſt des Lebens Leiden? Ein ernſter Streit um Seligkeit! Es mag uns uͤbel gehen; wir werden's uͤberſtehen 2. Wir werden, was am Herzen nagt, o Chriſten! uͤberleben, und uͤber alles, was uns plagt, uns ſiegend einſt erheben. Die Welt vergeht; der Geiſt beſteht. O laß den Schoͤpfer walten! Er will den Geiſt erhalten. 3. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerſteuben; es nah⸗ ſich Schmerz und Tod und Grab; des Schoͤpfers Huld wird bleiben! Er ſegnet gern waͤrts ſchauen, wenn ganz dein Gluͤck Koth. — dein 2 — Stillen i =r Rath wi d dich rn — oe, auf dan ankeſt ſein ugiert. ☛s iſt n. 4 Was n unrrch Freu „eis Druck 1 Leiden! zkeit! Es n 2 uns uͤberſih een Herz enm nd Kce — d einſt erhe Geeiſt baſ Dilten! Er — die Welt! „uben; es ud Gral; aben! er Muth; Hülfe Gottes in der Noth. 121 gern und iſt nicht fern von Allen, die ihn lieben, und ſich im Dulden uͤben. 4. Wir zagen nicht; du, Gott regierſt, und wenn du Menſchenherzen durch Lei⸗ den hin zum Guten fuͤhrſt; ſo ſegnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; ſind wir nur gut, ſo mags uns uͤbel gehen, wir werdens Lherſtehen m Mel. 78.. bluͤh n Verbrecher auf, und Gottes Fromme leiden. O moͤchten ſie doch nie der Suͤnder Gluͤck beneiden! Wie lang' es waͤhrt, waͤhrt'’s doch nur einen Augenblick. Wie leicht verwelkend Gens, verwelkt ihr eitles Gluͤkä. 2. Ihr, die ihr Gott verehrt, vertraut O Gott du frommer ie. nur ſeiner Guͤte! Er wachet uͤber euch; das Ungluͤck brauſ' und wuͤthe. Er blei⸗ z bet euer Heil; habt nur Geduld und denn Gott iſt euer Gott; einſt macht er alles gut. 3. Befehlt ihm euern Weg; der Herr u kommt euch entgegen; er iſt an Gnade reich; zum Lohn wird euch ſein Segen; auch eure Tugend ſtrahlt, der hohen Son⸗ 122 Huͤlfe Gottes in der Noth. Sonne gleich, einſt alle Wolken durch; erſt aber pruͤft er euhk. 4. Seyd ſtille vor dem Herrn! Laßt alle Seufzer ſchweigen! Gott kommt verborgen her, ſich herrlich euch zu zeigen. Hofft; zuͤrnet nicht auf den, dem ſeine Bosheit gluͤckt; denn ſelbſt durch ſie wird er in ſeinem Fall verſtrickt. or 5. Bald wird durch ſein Gericht der Frevler umgekehret. Wer, trotzig durch ſein Gluͤck, ſich wider Gott empoͤret, er⸗ trotzt den Untergang; wird, eh' ers 1 6. J a, ben's angeſe ſmme ſic Keynt iht uch ſey⸗ Volken dat Herrnl d Gott kom üeuch zu r. durch ſiet Fin Gericht 2, trotzig de att emporet, vird, che eichter Na verdens ſh Ir ſtieg; ſie s empor! rgehen.„ der einen wi Huͤlfe Gottes in der Noth⸗ 123 die Tugend Staͤrke zum Muthe, zur Geduld, zu jedem edeln Werke. Das weiß ihr Vater, Gott, und darum pruͤft er ſie; er laͤutert ſie wie Gold, verlaͤßt 9. Des Frommen Auge weint bei ei ſei⸗ nes Naͤchſten Thraͤnen; er hilft, wenn Arme ſich nach ſeiner Huͤlfe ſehnen: meynt ihr, daß euer Gott nicht guͤtiger noch ſey? er, der ſo maͤchtig iſt, als liebreich und getreuuMug 10. Wo iſt ein Greis, und ſah ſeit ſeiner erſten Jugend, daß unſer Gott vergaß den wahren Freund der Tugend? Doch leidet er auch hier; ſo iſt noch eine Welt, in der Gott herrlicher, was * er verheißt, uns haͤlt winn mt 41. Sey denn ein Freund des Rechts, erlaß den Weg der Suͤnden und wand le feſt gin treu dor Gott: dein Weg wird Gnade ſinden. Denn Gott liebt auch das Recht; den, der es liebt wie er, und jeden Fre⸗ vel haßt, den liebt, den ſchuͤtzt der Herr. an ngh 42. Thu', ſelbſt im Leiden, nur der llein m a Tugend edle Werke! Sey muthig, wanke g und ſchue nicht; der Herr iſt deine Staͤrke! Das Eleud) das dich druͤckt, undedas dich wigkeit gen noch t an vorbei⸗ Dr Stolzt A um und — ——ʃj — — — 1 Huͤlfe Gottes in der Roth. noch bedroht, verwandelt dir in Gluͤck dein Helfer in der Noth. 813. Der Herr erſcheinet einſt in Macht und Huld gekleidet, vergilt, und ſegnet den, der, fromm auch, Unrecht leidet. Der Tugend Lohn iſt groß; Gefahr und Elend fliehn. Der Herr iſt Gott und hilft; hoff und vertrau auf ihn!i mnal. Von Gott wil ich nicht ie. 4. 79. Gott der an allen Enden vin große Wunder thut, du biſt's, in deſſen Haͤnden ja auch mein Schickſal ruhtt du zaͤhlſt die Zahl mir zu der wechſel⸗ vollen Tage, mit Frohgenuß und Plagt mit Unruh' und mit Ruh. 2. Dir will ich ſtille halten; vom er, iit ſten Lebenstag war liebevoll dein Walten vermag mein endlicher i rſtand zu zaͤhlen, zu erheben, was du in meinem Leben mir Gutes zugewandt! 3. Laͤßt du mich Noth empfinden; dein o Vater! wie Verſtand zu Wort, Herr! troͤſtet mich; dann muß der Kummer ſchwinden, ae getroſt hoff ich auf dich: du bleibſt doch mitleidsvoll hülfſt tragen und hilfſt lindern die La doraen hie deine ſl. 4 A tyon der rir zum te: wen jund Aille ent 5. De ſjoft an Min He * Noth. * dir in eh Seinſt in Ma Ilt, und 6 Unrecht ii —; Gefahra — iſt Gotte auf ihn! *) nicht it. Dlen Enden Schickſal u zu der wete 56 aiuß und 3 —* aalten; don 2 Wll dein Wit —n mein eult noch mitledd n erheben,——J“ 1 Erziehung der Menſchen. borgen, du fuͤhreſt oft uns wunderbar; Erziehung der Menſchen. 125 din deinen Kindern zur Pruͤfung dienen oll. 1 A. 4. Auch ich, auf meinen Wegen, trug ſchon des Lebens Muͤh, doch ward ſie mir zum Segen, und du verließ ſt mich nie: wenn ich bekuͤmmert war, ſo fleht ich und war ſtille, und dein ſtets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name ſey geprieſen, der ſich ſo oft an mir gar herrlich hat bewieſen. Mein Herz und Mund ſoll dir, du Ret⸗ ter aus Gefahr, des Dankes Opfer bringen, von deiner Guͤte ſingen, ſo jetzt und immerdad. 6. Du haſt mich wohl berathen, viel . Gutes mir gethan; daß deiner Liebe Thaten ich gar nicht zaͤhlen kann. Hilf⸗ gater! daß ich dort mit allen ſelgen Frommen, verklaͤrt und ganz vollkom⸗ men, dich preiſe, Herr! mein Hort. Mel. Dir Gott, dir will ich zc. 80. Furwahr, du biſt, o Gott! ver⸗ um⸗ 4126„Erziehung der Menſchen. umſonſt ſind alle unſer Sorgen; du ſorg teſt eh⸗ die Welt noch war!l! * Gemeindeä.. Sott, fuͤhre du uns ünmerdar; nur ſan, wenn gleich wunderbar! s Chor. 2. Dein Weg iſt oft in Finſterniſtn dor unſern Augen ganz verſteckt, wir koͤnnen deinen Rath nicht wiſen, ken Ausgang iſt uns aufgedeckt. 9 Gemeinde. Gott fuͤhre de 4 3. Nie ſind die Tiefen zu ergründen der Weisheit und Allwiſſenheit; nie ſind die Wege auszufinden der ewigen Ge⸗ rachtigkeitt* 190 Giemeinde Gott fuͤhre du ꝛc. Chor. 4. Hinwe die uͤngſtlichen Gedanken! Gott hilf, wo wir nicht Huͤlfe ſeh'n. Bleib, Seele! in der Demuth Schran⸗ ken. Einſt wirſt du Gottes Narh t ver⸗ ſieh n. Gemein 18 e. Gott fuͤhre du ꝛc. nchen. Srsiehung der Menſchey. 427 rgen; duſ 3511 1. 9” 25,h 4,,; zarl! 575. Was da o Seele, nicht Lanſ n faſſen, vertraue dem, der ewig iſt, dich anmerderin gaͤnzlich ihm zu ubetlaſen mit allem, dar! une was du haſt und biſt Gemeinde. n den Gott fuͤhre du ꝛc. aßt wiſe 1 66. Daß unſer Glaube ſtets ſ-h nehen „ ckt. in Gluͤck und Ungluͤck, Freud' und Leid; ſchick alles, Gott, zu deiner Chue und unſrer Seelen Seligkeiit!l Gemeindee. M Gott fuͤhre du uns immerdar; nur 1 ai wenn gleich wunderbar! 637 er twignt Mel. Eins iſt Noth, ach derr rc. 31. b Jana et nicht, wenn Dunkelhei⸗ ten auf des Lebens Pfade ruhen! Gott — Gda⸗ iſt gut, er wird euch leiten; ihm iſt s L hen ülfeſt Freude, wohlzuthun. Sind ſeine Ge⸗ uht 9 danken nicht eure Gedanken, laßt den⸗ Semuth d noch, o Chriſten, den Glauben nicht ⸗ ttes Ralht wanken, daß er, der des Wurms im Sttaube gedenkt, auch ſorgſam und . freundlich durchs Dunkel euch lentti b 6 5 —— chern das H 128 Erziehung der Menſchen. 2. Alles Dunkel dieſes Lebens glaͤnzt un vor Gott, wie Sonnenlicht; wir durch⸗ mir d forſchen's oft vergebens; ſeinen Blick pant, beſchraͤnkt es nicht. Er kennet das Gro⸗ m artz ße, das Kleine, das Ferne, die Thraͤnen der Armen, die Schaaren der Sterne. itſtge Mit maͤchtiger Liebe verfolgt er den Plan⸗ ſi 1 den ſeine unendliche Weisheit erſann. 3. Ach, erkenne dich, o Seele! fuͤhle, i c wie ſo ſchwach du biſt; blicke ſtill zu Goft fanr wi und waͤhle, was von ihm verordnet iſt! ian Dem Ungluͤck entſtromen geheiligte Frein n gr den, und Scheingluͤck iſt oft nur die Quelle der Leiden. Be ind jauchze, daß Gott dich regiert! Seh folgſam⸗ auch wenn er auf Dornen dich uhr.„... 4 4. Nicht das ſinnliche Vergnuͤget wird von Edeln hoch geehrt. Schäte.. nur, die nimmer truͤgen, ſind des heißen l. K bangen, entehrenden Sorgen! Die Strebens werth. Schaͤtze des Edeln ſind in ihm verborgen. Hier tilgt ſie kein Unfall, kein tobender Schmerz; auch traurige Stunden berei⸗ erz. 5. Dulden wir gleich manche Plage: der ſchen.— 8 Erziehung der Menſchen. bhe l 9 der Allweiſe waͤgt ſie ab, er durchſchauet ſeine 4 unſre Tage, von der Wiege bis ans Annet 11 i8 Grab. Was jetzt uns betruͤbet, oll e dn a, d u uns entzuͤcken; o ſelige Hoffnung, wie 2* hen kannſt du erquicken! Nun zgſten die In der Ein fuͤnftigen Tage uns nicht; der Ewige Igt er dag ſpricht, und das Dunkel wird Licht. 1heit erſan 6. Hebe dich empor vom Staube! „ Seelel ſi Faſſe Muth, verzagter Geiſt! Siegen, lcke ſtillzuc ſiegen wird der Glaube, der den Herrn rvemn des Leidens preiſt. O laß dich das Dun⸗ geheiligte kel der Erde nicht kuͤmmern! Schon ſieht ſt oft un ja dein Glaube die Herrlichkeit ſchim Aedenk, mern, die jenſeits der Sterne dir Jeſus Aregiert! enthuͤllt. Da rufſt du einſt haachzend. =nf Dornen mein Wunſch. erfüle 1 nn Mel. Gott des Himmels und zWcc. E des h 8. Duerforſchlich ſey mir immer mei⸗ awes den m, nes Gottes Weg und Nath, und die ¹Nacht ſey ohne Schimmer, die mich hier ihm. umſchattet hat: ich vertrau' ihm; weiſ 2 as und gut iſt doch alles, was Gott thut. tun 2. Gott will ich mit Freuden loben, Stundent wenn ich ſeine Weisheit ſeh; doch, wenn ce 9 der das Licht von oben, daß ich ſeinen r man J Rath 83. 4590 Erziehung der Menſchen. Rath verſteh', mir auch jetzo noch ver⸗ ſagt, bleib' ich d'rum doch unverzagt. 3. Sollte Gott wohl unterlaſſen, was mir unbegreiflich iſt? Selten kann das Kind ja faſſen, was des Vaters Sinn l ermißt: lernen muß es erſt vertra'un, iu dann gelangt es einſt zum Schaun. if 4. Sollt er meine Wuͤnſch' erheben aute zu Beherrſchung ſeiner Welt? ſollt der whaa Heilige mir geben, was den Luͤſten nur gefaͤllt? Wohl mir, daß er nicht gewaͤhrt, Eri was mein thoͤricht Herz begehrt. f 1 5. Hier in meinem Pilgerſtande ſey mein Theil Zufriedenheit; dort in mei⸗ nem Vaterlande reifet volle Seligkeit: füͤhrt mich nur mein Weg dahin, Gott ig ir befohlen wandl ich inä. 6. Auch auf dunkeln Dornenwegen i murre und verzag' ich nicht; was hier ur ſchmerzet, wird dort Segen, was hier de kann Nacht iſt, wird dort Licht; und ich faſſe ſan Gottes Sinn, wann ich dort vollendet bin. uet a Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. N ha 2. Nie kann ich meines Gottes Wege mft mit meinen Blicken uͤberſeh'n, noch, m 8 b Erziehung der Menſchen. 131 eun wenn ich alles überlege, vollkommen ſeinen atterlaſen in Rath verſteh'n. Er herrſcht als Gott; tten— d'rum bleibet m ir ſein Thun ſtets uner⸗ kun forſchlich hier. Jaterse 1 2. Doch kann ich gnug von ihm er⸗ üerſt ver kennen, ihn zu bewundern, und fuͤr ihn nn Schum in frommer Liebe zu entbrennen, ihn je⸗ Su et dem Gute vorzuziehen; genug, um ihm 1 Velt? ſolc nich ganz allein, mich ſeinem Dienſte eer den Lüſte gern zu weihnn. r nichtgun 3. Er iſt, was brauch ich mehr zu ebegehrt. wiſſen? mein Vater; thut vergebenn hülgerſtan nichts! Selbſt in des Lebens Finſterniſſen tat; dort in bedarf ich keines hellern Licht. Was r volle Seil er hier werden laͤßt, iſt ja zum Beſter V g dahin euch ihr Frommen, ddä. 9 4. 4. Es iſt, o glaubt ihm, alles euer, l Dornem die Welt, das Leben und der Tod; er S icht; wa fuͤhrt durch Stroͤme, fuͤhrt durch Feuer; Segen, wu nichts kann euch ſchaden wies auch droht. ſrht: udn J In Truͤmmer falle ſelbſt die Welt! was 4* dort vollende zaget ihr, da er euch haltt“ 5. Der Wolken Sturm, des Meers Getuͤmmel brauſt oder ruht, wie ers enn Gott. beſchließt; er, welcher hoͤher als der Himmel und tiefer, als der Abgrund nenes Gottts 2 berſehu⸗ u. erquickt ſelbſt darche de den Skurm —— 15² Erziehnug der Menſchen. dernd bebt. 6. Was brauch ich alles zu ergruͤnden, ii was er beſchloſſen hat und macht? Ge⸗ nug, ich kann den Vater finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was uld er fuͤr ſeine Kinder thut, iſt alles recht, ſun iſt alles gut. 7. Kenn ich den Weg des Lichts und 12 Und Regens, des Blitzes und der Winde ſu. O. Gang? kenn'’ ich die Ouelle alles Se⸗ gens? verſteh ich's, wie das Meer ent. nloch! ſprang? ſah ichs, wie er die Berge itſ wog, und ſeiner Erde Grenzen zog? 8. Wer traͤgt die Himmel, die nicht wanken? wer haͤlt uns, daß wir nicht Vwm vergeh'n? wer ſchenket unſerm Geiſt Ge. n danken, der Weisheit Lehren zu verſtehn! Er gibt ſie, er, der nur beſchließt, nm 1 ott thut, was gut und heilſam iſt. Kvaterl 9. Ihm will ich folgen, alles haſſe und meiden, was er mir verbeut; ihm ſmin will ich kindlich uͤberlaſſen mein Gluͤck in Got in Zeit und Ewigkeit. ſterniß. naes a. 5. N Se Er fuͤhre mich! tich Er fuͤhrt gewiß zum Lichte aus der Fin(im Iſchen. adhr Erziehnug der Menſchen. 133 Mel. Wer nur den lieben Gott ic. „Wann 84. Oft haͤlt dein Antlitz ſich verbor⸗ ud machte gen, als ſaͤheſt du mein Elend nicht. er funn Oft fang' ich aͤngſtlich an zu ſorgen, 7 Nacht. weil Troſt und Freude mir gebricht. iſt ülan Mein thraͤnenvolles Auge ſieht nach Huͤlfe hin, und ſie verzieht. des Licht 2. Und doch will ich von dir nicht d der 8 laſſen. Dir, Vater! eil ich flehend nach. eelle alles Nur feſter noch will ich dich faſſen, dich, das Mun der noch nie ſein Wort uns brach. Ver⸗ kmer die 3 birgt ſich auch dein Antlitz mir; doch rrenzen zol nück ich hoffend auf zu dir. i 13. Ein Vater ſorgt fuͤr ſeine Kinder; daß wi und wer iſt Vater, ſo wie du? Dein ſern 4(Regen traͤufelt ſelbſt dem Suͤnder, und Se zuveit deine Sonne ſtrahlt ihm zu. O wohl beſchliß mir, Gott! Ich bin dein Kind, und du b am iſt. biſt vaͤterlich geſinnt. en als 4. Ihr Zweifel, flieht, die ihr ver⸗ verbee meſſen im bangen Herzen euch emport; mein Gott hat meiner nicht vergeſſen, prſen tunn obgleich er mich nicht ſchnell erhoͤrt. „Er 1. er kennet mich und meinen„Schmerz 1 ote au So ſey denn ruhig, o mein Herz! 9 5. Von jeher ſtellte deinem Biiche 4 ie 134 Erziehung der Menſchen. die ganze Zukunft, Herr, ſich dr. u warſt bekannt mit meinem Gluͤcke und meinem Leid, noch eh' ich war; denn i du, du biſt es, deſſen Rath mein Schick,. n ſal ſelbſt geordnet hat. „6. Und du, Herr, ſollteſt was mit tn fehlet, nicht deutlicher noch ſeh'n, als ich! ni gege Du, der des Hauptes Haare zaͤhlet, uu du waͤreſt unbeſorgt fuͤr mich? Nein! aller deine Kinder Schmerz bewegt 7. Wenn dir mein Elend Freude machte, du haͤtteſt Jeſum nicht geſandt. Er war es ja, der Segen brachte, er, der mit iln A dir, Gott, uns verband. Er ruft mir han: zu: Verzage nicht, obgleich dir jede Stuͤtze bricht! 8. Ja, huͤlle dich in finſt're Wetter: awi du biſt mir doch mit Gnade nah'. Uns k d helfen wirſt du, ſtarker Retter! nur ian deine Stund' iſt noch nicht da. Dein und Licht geht auf, das Elend weicht, ſoo d bald es ſeinen Zweck errreicht³. — — Gottes ſchen. ſich dar. d i Gluͤcke i ch warz eh mein i ulteſt wasn ¹ ſeh'n, ab Haare zih 2. mich? M =hmerz ban * Freudema gſandt. Er — Er uft 3 eleich di nſtre Wch unde nah. r Retter! n cht da. 0 nd weht I --— Sitnn, auf eb'nem Wege fuͤhr 2. Wen Suͤndenluſt gefeſſelt 4. O Herr! ſo mache dein b Gpottes Geſetzgebung. 36 ottes Ge ſetzgebung. b Mel. Aus tiefer Noth ic. 8— 85. Da haſt, o allerhochſter Gott Herr uͤber Tod und Leben! dein heilit Recht und dein Gebot uns nicht um⸗ ſonſt gegeben. Du willſt, daß wir aus aller Kraft, die deine Gnade in uns hafft, gewiſſenhaft es halten. der wird ſich nicht beguemen, dein Joch, das ſeinem Sinn mißfaͤllt, mit Freuden aufzunehmen. Ein Sinn, bethoͤrt von eitelm Wahn, iſt dem Geſetz nicht un⸗ terthan; er haſſet deſen Bande. 3. Wenn aber, Gott, dein guter Geiſt uns lehrt, belebt, regieret; ſo thun wir gern, was er uns heißt und geh'n, wohin er fuͤhret. Des Geiſtes Kraft erweiſet ſich in treuer Liebe gegen dich und gegen unſern Naͤchſten. Gebot mir angenehm und ſuͤße. Dein Wille ſey bis in den Tod die Leuchte meiner Fuͤße! Schreib' dein Geſetz in meinen int mich hin dein Geiſt zum ew'gen Leben! Gottes EE. — hn ———— 156 Gottes richtende Vergeltung. Goitttes richtende Vergeltung. Mel. Ach, Herr, mich armen ꝛc. . Chor. 8 4 . ſeinen Thron erhoͤht. Vor ſeinem An⸗ geſichte bleibt nicht, wer widerſteht. iſt Verweg ne Suͤnder, zittert, bereuet eu⸗ i ſchuttert; der Herr bleibt ewig Gott. Giemeinde. b Gott, meine ganze Seele macht dei nen Ruhm bekannt; dir dank ich, und erzaͤhle die Wunder deiner Hand. Du Gan ſitzeſt auf dem Throne als Richter aller ſurtt rechte Urtheil faͤllt. b Chopr. 2. Ihr Knechte Gottes, preiſet des Ewigen Gericht, der ſich als Gott erwei⸗ ſet, wenn er das Urtheil ſpricht. Die Wage ſinkt und ſteiget, wie ſein Geſetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 161 Gemeinde. Gerechter Gott! du liebeſt, was un⸗ gerecht iſt, nicht; du waͤgſt die Schuld und Der Herr hat zum Gerichte ſich ltung. 8 g eltan ꝛAnen ꝛc. — Gerichteſ Sor ſeinem —r widerſtt t, bereuct in Thron drewig Got⸗ — ele macht — dank ich, r Hand. Richter ann Lohne Ss, preiſt Gottes richtende Vergeltung 157 und uͤbeſt partheylos dein Gericht. Wenn dich die Menſchen ſchmaͤhen, ſo trifft ſie ſelbſt der Spott; du ſchiltſt, und ſie vergehen; du biſt und bleibeſt Gott. “ 3 Chor. 3. Gott iſt ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf ſein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thraͤnen, die ſie weinen, ſind ihm bekannt und werth, und er verſaͤumet Keinen, der ſeinen Schutz begehrt. 3 HlrtGemeindedn. „Herr, ſey mir gnaͤdig, ſchaue voll Huld auf meine Noth! Du biſt'’s, dem ich vertraue; du retteſt ſelbſt vom Tod. Nach uͤberwundnen Leiden geh' ich in's Heiligthum; in Fuͤlle ew'ger Freuden erheb ich deinen Ruhm. „ als Gott en ſpricht ä.u. wie ſcin Gh un bezeugtt. Sre urr e hler as eut wree „gſt die II. Von 138 Der Menſch, Gottes Ebenbild. gaähigkeiten und Vorzuge des Menſchenn. Der Menſch, Go ttes Ebenbild. Mel. Dir Gott, dir will iche. 87. Was iſt vor deinem Angeſichte der Menſch, daß du, Gott, ſein ge⸗ denkſt, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieden ſenkſt? Zu deinem Bilde ſchufſt du ihn zum Bilde Gottes ſchufſt du ihn. 2. So wundervoll haſt du aus Erde den Leib des Menſchen auferbaut; daß er des Geiſtes Werkzeug werde, ihm Sinn und Sprache anvertraut. Ja, zu dem Herrn der Erdenwelt haſt du den Menſchen, Gott! beſtellt. 3. Das Groͤßte, das du ihm geſchen⸗ ſein beß'rer Theil iſt, Herr, der Geiſt, der in ihm denket: Und ihm haſt du ein ewges Heil, noch ehe er nach dir gefragt, in deinem Worte ket, ſein edlerer, zugeſagt. 4. Drum laß es mich ſtets wohl be⸗ denken, denbill. n ſch en. nem Angiſ Hott, ſen Dyl von dar atud⸗ herui ſchufſt dai — du ihn. „ſt du aus uferbautz g werde, vertraut. venwelt hal =ſtellt. du ihm gec ß rer d in ihm d E ges Hei i, — deinem Y ts wol .) ſte d der =— —=— Der Menſch, Gottes E benbild. 159 denken, was du, o Gott, an mir ge⸗ than; dir Leib und Seele wieder ſchen⸗ ken, da ich dir ſonſt nichts ſchenken kann. So preiſen, bis in Ewigkeit⸗ dich Leib und Seele jallezeit. Mel. Mein erſt Gefuͤhl 9: zc. 5 88. Du⸗ ſch ufſt mich, Gott, dein Bild zu nwuch dafuͤr will ich dich prei⸗ ſen, und des Berufs, ein Menſch zu ſeyn, mich wuͤrdig ſtets erweiſen. 2. Fuͤr meinen Leib, Gott, dank ich dir, doch mehr noch fuͤr die Seele. Ver⸗ nunft und Freiheit gabſt du mir, durch die ich denk und waͤhle. 1 3. Und was ich denke, ſpricht mein Mund) und thut im Wort der Lehre des Menſchengeiſtes Kraͤfte kund, Dir, unſerm Gott, zur Ehre! 4. Du ſchufſt mich zur Geſelligkeit; 3 du Habſ mir ſanfte Triebe zum Mitge⸗ fuͤhl, zur Menſchlichkeit, zur Freund⸗ ſchaft und zur Liebe. 5. Dich, meinen Schoͤpfer, meinen Gott, erkenn' ich, deine Werke, dein Wort, 140 Der Menſch, Gottes Ebenbild. Wort, dein heiliges Gebot, und deine Lieb und Saͤrle. 6. In ſtiller Andacht kann mein Geiſt empor zu dir ſich heben, und dir, den Erd' und Himmel preiſt, auch Preis und Ehre geben. G: M 7. Vom Himmel kam, geſandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er ward ein Menſch, ein Menſch, wie wir, der Menſchen Heil zu werden. 8. Heil mir, bei meiner Zuverſicht, die ich durch Jeſum habe! du rufſt zur Ewigkeit an's Licht mich wieder aus dem Grabee. mn nid 9. Gott, ſolchen Vorzug gabſt du mir vor ſo viel Millionen, die auch belebt, beſeelt von dir, auf deiner Erde wohnen. 1277 10. O, welch ein Gluͤck, ein Menſch zu ſeyn! Mein Gott, dich will ich prei⸗ ſen, und des Berufs, dein Bild zu ine ſeyn, mich wuͤrdig ſtets erweiſen. Empfin⸗ Senbilld. rt, und da onn mein Ge und dir, — auch um * geſandt w uf Erdenz Menſch, n zu werden rer Zuverſe ⸗l du rufſt 8i) wieder zug aaüt nen, die u oif deiner Empfindung und Gefuͤhl. 141 Empfindung und Gefühl. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 35 89. Auguͤtiger l du gabſt dem Her⸗ zen Gefuͤhl fuͤr Wohlſeyn, Gluͤck und Luſt; du goſſeſt auch fuͤr Gram und Schmerzen Empfindungen in unſre Bruſt. So haſt du alles wohlgemacht; fuͤr alles ſey dir Preis gebracht. 2. Wohl mir, daß ich fuͤr tauſend Freuden durch dich, mein Gott, empfaͤng⸗ lich bin! Und fließen auch, in herben Leiden, des Kummers Thraͤnen reichlich hin; ſo dank ich, Vater, doch dafuͤr ſelbſt mit bethraͤntem Auge dir. 3. Nur laß in meinen frohen Tagen dies leicht bewegte Herz mir nie fuͤr unerlaubte Freuden ſchlagen; gib, daß Mich niedre Luͤſte flieh! Ach! ſie berau⸗ ſchen nur das Herz und enden ſich mit tiefem Schmerzsz. 4. In dicht belaubten Schattenwaͤl⸗ dern, auf bunter Au', auf gruͤner Flur, auf ſegensreichen Erndtefeldern, im gro⸗ ßen Tempel der Natur, bei der Geſchoͤpfe Jubelchor: da ſchlage hoch mein Herz empor! 3 5. Wenn 14⁴² Empfindung und Gefühl. 5. Wenn ich erblick der Tugend Saa⸗ ten, zum Wohl der Menſchen ausge⸗ ſtreut, und wenn, erhoͤht durch edle Thaten, vollendet fuͤr die Ewigkeit, der Menſchheit Wuͤrde vor mir ſchwebt: dann gib, daß ſich mein Herz erhebt! 6. Und wird des Lebens kurze Reiſe durch treue Freunde mir verſuͤßt, und fuͤhl ich es in ihrem Kreiſe, wie groß der Werth der Freundſchaft iſt: auch dies Gefuͤhl ſey dir geweiht, und wuͤr⸗ dig der Unſterblichkeit.m 27. Mit tiefempfundenem Erbarmen durchdringe mich des Naͤchſten Schmerzz immer mitleidsvoll das Herz; mein Mit, leid werde Troſt und Rath, und die uhw es breche bei der Noth des Armen n Empfindung Huͤlf' und That! Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der ꝛc. 90. Eryobe dich mein Lobgeſang, Am betung Gott, und Ruhm und Dank vor i ſeinen Thron zu bringen! Er hoͤrt der Menſchen Lieder gern, wenn gleich die i Engel ihrem Herrn im hoͤhren Chore ſingen. Darum hat er, mit den Heeren teiſe. die Düähl. Tugende Iſchen au —t durch wigkeit nir ſche Herz a a kurze R verſußt = iſe, wie w Oaft iſt u zt, und =— — 11 —— am Erbau ſten Schm Ds Armm 233; mein Shat! der ie N pbgeſang nund Dante 1 Er han venn gleih hoh ren 9 it den 143 Empfindung und Gefuͤhl. die ihn ehren, zu den Stufen ſeines Thron's auch dich gerufen. 2. Wie groß iſt Gottes Herrlichkeit! Er ſprach zu ſeinen Himmeln: Seyd! Zu ſeinem Erdkreis: Werde! Gleich ſtanden da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preiſe ſeiner Macht, die Himmel und die Erde. Flammend prie⸗ ſen Sonnenheere ſeine Ehre und erhell⸗ ten ein unzaͤhlbar Heer von Welten. 3. Wie ſie ſo herrlich ſind, ſo ſchoͤn; eintraͤchtig alle Gott erhoͤhen, und ſeine Groͤße preiſen! Wie alles Jubel iſt und Dank, ein hoher, lauter Lobgeſang dem Guͤtigen und Weiſen! O wie koͤnnt ich fuͤhllos ſchweigen, ſolcher Zeugen Lob ernehmen und doch ſeines Ruhm's mich 4. Er hat der Sonne hohes Zelt, die Himmel uͤber ſeine Welt fuͤr mich auch ausgebreitet. Wer nuͤtzt die Erde mehr als ich? Hat ſie mein Vater nicht fuͤr mich gegruͤndet und bereitet? Laͤcheln mir nicht alle Waͤlder, alle Felder froh ent⸗ gegen, reich fuͤr mich von ſeinem Segen? 5. Wem bluͤh't das Thal, fuͤr wen erhebt ſich das Gebirg? Wem toͤnt und 44 ſchwebt 444 ſchwebt der Saͤnger in den Luͤften? Fuͤr ſ bevoͤlkert ſich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf ſegenreichen Emp 8 dun g und. G efuͤhl. Triften? Quellen rieſeln; Winde wehen; zum Segen, ihm zur Ehre. 6. So hat mein Gott an mich gedacht; hat uͤber ſie durch ſeine Macht zum Herr⸗ ſcher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, ſeines Odems Hauch, gleich Engeln, ihn zu loben. Ruͤhm ihn, Seele! Und es halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd Fluͤß und Seen werden Meere, mir und Himmel wieder! 7. Das Kind, der Juͤngling und der Mann, die ganze Schoͤpfung bet' ihn an und ſeiner Wunder Menge. Stroͤmt hin, aus meiner vollen Bruſt, ſtroͤmt hin, Empfindungen voll Luſt in hohe Dankgeſaͤnge! Schoͤpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbegluͤckte Seele! uͤhl. = Lüften a*r? Wem af ſegenrni Vinde wiß Meeren De 6 A mich geda =cht zun =ib mir w ſeines O ihn zu lu nes halle *. Gottes! aigling un Sfung bei nenge. Et Bruſt, in 1 Luſt in e — Vaterl mte Seele m. Denkkraft. 145 Denkkrafl. Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛc. 91. Ve Gutes iſt, Allliebender,“ von dir auch uns gegeben! Beſelig haſt du uns, o Herr! ſchon hier im Er⸗ denleben. Doch iſt zum wuͤrdigen Ge⸗ brauch der tauſendfachen Guͤter auch uns die Vernunft verliehen. 2. Sie iſt's, die uns zu dir erhebt, du Weſen aller Weſen! die unſer Auge ſchaͤrft, belebt, in der Natur zu leſen; Zweck, Ordnung und Zuſammenhang, und deiner Gottheit hohen Gang zu ſeh'n in deinen Werken.„ 3. Fuͤhrt ſie uns auf des Lebens Bahn, ſo wird es um uns helle; vor ihr zerrinnt des Irthums Wahn; ſie ſchoͤpft aus rei⸗ cher Quelle der Wahrheit, tilget Zwei⸗ felſucht, und Ueberzeugung iſt die Frucht, die ſie im Herzen ſchaffet, 4. Ihr heiliges Geſetz gebeut, der Tugend nachzuſtreben, und uns dadurch zur Aehnlichkeit mit dir, Gott, zu erhe⸗ 11 ben. Zum Glauben an Unſterblichkeit, zur Hoffnung ew'ger Seligkeit belebt ſie unſre Seele. K 5. Sie „ 146 Denkkraft. 5. Sie iſt es, die nicht muthlos bebt, ſtuͤrmet; im wenn's ringsumher auch Kampfe muthvoll ſich erhebt, der Men⸗ ſchen Rechte ſchirmet; ſich nimmer furcht ſam taͤuſchen laͤßt, und unerſchuͤtterlich un feſt fuͤr Pflicht und Wahrheit kaͤm⸗ 16. Sie iſt die wahre Lehrerin der Demuth, macht beſcheiden, gibt uns des Chriſten hohen Sinn und feſten Muth im Leiden. Sie zeiget uns der Menſch⸗ heit Werth, und ſie belohnt den, der ſt ihn ehrt, mit freudigem Gewiſſen. 7. Durch Jeſum, unſern Herrn, er⸗ ſchien ſie einſt in Himmelsklarheit. Wit ſehen nun, belehrt durch ihn, das reine Licht der Wahrheit. Er liebte ſtillen Prufungsgeiſt, der ſich dem Vorurtheil entreißt, und haßte blinden Glauben. 8. Dem Herrn ſey Preis! ſein mil des Licht erleuchtet unſre Seelen; dem Herrn ſey Preis! was uns gebricht kann nie bei ihm uns fehlen. Von ihm gebil i et un wird jeder, der ver⸗ nuͤnftig denkt, zur Geiſtesruh' erhoben. det und gelenkt, Willens⸗ muthlusi * ſtuͤrmet, = Lehrerin 1*, gibt unei m feſten M ans der Ma Ohnt den Bewiſſen. In Herm klarheit. hn, dasn = liebte ſi Sm Vorrrt nnn Glauba —eis! ſänt a Seeleni as gebricht Zon ihm e der, der! =sruh ctht 99 Ewigkeit: Das Willleusfreiheit. Willensfreiheit. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 92. Sonnen leuchten, Erden wallen hin durch des Weltalls weite Hallen, und grenzenlos iſt die Natur. Alle Welten jubeln Pſalmen; in Sonnen 147 ſchau'n wir, wie in Halmen, der ew⸗ gen Weisheit lichte Spur. Doch ohne Willen nur gehorchet die Natur dem ſull Geſetze. Menſch! du biſt mehr, als ſelbſt ein Heer von willenloſen Welten iſt. 2. Freiheit hat dir Gott gegeben, ſie reicht dir Fluͤgel, aufzuſchweben, und Kraft, dem Beſſerndich zu nah'n. Himm⸗ liſch wohnt ein freier Wille, der Menſch⸗ heit Adel, in der Huͤlle von Erd’ erbaut. Auf ſteiler Bahn kannſt du durch ihn empor, zu beſſ'rer Welten Chor, muthig ſtreben. Durch ihn eilſt du dem Ziele zu, zu welchem Gott, dein Gott dich ruft. 3. Der du Sonnen Licht gegeben, dem Wurm ſein fruͤh erloͤſchend Leben, uns Freiheit und Unſterblichkeit; Vater, der du Welten ſchufeſt, der du zur Tu⸗ gend Geiſter rufeſt und bildeſt fuͤr die K 2 große Werk iſt dein, 148 Willensfreiheit. dem wir das Leben weihn. muthig, durch Tugend frey, den Pflich⸗ ten treu, der Palme der Vollendung nahn. Mel. Ach was ſoll ich Suͤnder ꝛc. 93. Freiheit gabſt du meinem Willen; durch dich, o allweiſer Gott, ward ich faͤhig dein Gebot zu verletzen, zu erfuͤ beides ſteht in meiner Wahl. 2. Nur das Thier iſt in die Schran⸗ m ken ſeiner Sinnlichkeit gebannt; ihm iſt keine Pflicht bekannt; nie geleitet von Gedanken, immer knechtiſch, folgt es nur blinden Trieben der Natur. 3. Aber mir iſt mehr verliehen. Ohne Zwang und Sklaverey kann ich waͤhlen handeln frei, Gutes thun und Boͤſes fliehen, bin mir uͤber niedre Luſt meiner Uebermacht bewußt. 4. Regen ſich unreine Triebe; ſie ver. un draͤngen mich doch nicht von dem Pfade meiner Pflicht, wenn ich Gott von Her⸗ zen liebe. Koſtet es gleich Kampf und Muͤh' ich kann ſiegen uͤber ſie. 5. Wenn Laß uns 66 ter nie rund ſe len. Tod und Leben, Heil und Qual: p gander ꝛ. a.inem Vih zen, zu e 1 d und A Sahl. die Sch debannt; i lie geleitet Siſſh, foln Katur. rliehen. d ann. ich wiht n und I „Dre Luſt we riebes ſit oon dem Gott twit — ſ du nicht gewaltſam ihn auf den Willensfreiheit. 149 5. Wenn Verfuͤhrer ſich erheben, und ich denke redlich nach; werden hoͤhre Kraͤfte wach, ich vermag zu wiederſtre⸗ ben. Stark durch den, der mich erbaͤlt, trotz' ich jedem Reitz der Welt. 6. Feſſeln kann man meine Glieder, aber nie den regen Geiſt; maͤchtig bleibt er und zerreißt, wenn er will, die Bande wieder. Hier wird jeder Zwang zu Spott; Geiſtesfreiheit kommt von Gott. 7. Alles, was mein Auge ſiehet, ſelbſt das Sternenheer der Nacht, noͤthigſt du mit weiſer Macht, daß es dein Ge⸗ bot vollziehet. Nur dem Menſchen re⸗ deſt du warnend und ermunternd zu. 8. Seine Freuden zu erhoͤhen, dränuſt eg der Tugend hin; willig ſoll er ſelbſt ihn gehen. Zwar geſegnet iſt ſein Gang, doch dein Ruf iſt ohne Zwang. 9. Menſchenwuͤrde, Menſchenwurde! Ja, du ſollſt mir heilig ſeyn! Leichter wird, gedenk' ich dein, mir des niedern Lebens Buͤrde. Stiller duld' ich Hohn und Schmerz, und den Himmel hofft mein Herz. 10. Staͤrke, Gott! mich indem Sten en, 150 Gewiſſen. ben, meines Geiſtes freie Kraft uͤber heben. Mich begleite jederzeit Faſſung und Beſonnenheit. b 11. Wenn ich frei und unbezwungen, und mit chriſtlich frohem Sinn dir, b Vater, folgſam bin; welches Heil wird dann errungen! Mag die ganze Welt vergeh'n; ewig wird mein Heil beſtehen. Gewi ſſen. Mel. Schwing dich auf zu ꝛe. 94 7 Welche Stimme ſpricht in mir ſpricht zu meiner Seele, bei der Lok⸗ kung der Begier, daß ich Gutes waͤhle? iſt es Stimme der Natur? Stimme der Erfahrung? Nein! ſo wunderbar ſpricht nur Gottes Offenbarung. 2. Aus dem Reich der Geiſter ſpricht Gott in meine Seele, daß im Sinnen⸗ land ich nicht meines Ziels verfehle; ruft mir Muth im Kampfe zu, daß ich uͤber⸗ winde, lohnt den Sieg mit Himmels⸗ ruh', ſtraft mit Qual die Suͤnde. 3. O, ſey immer heilig mir, heilig, wo ich lebe, Stimme Gottes, daß ich dir nie⸗ rneine imnal wilde Leidenſchaft immer ſiegend zu er⸗ ſy nie a pi yn Si .„. 6 6 an dem imi ſirich Jewiſe * Kraft i eegend u (tzeit Faſn ¹ ubezwung 1 Sinn di es Heil de ganze A qF ſu ic. 1— bei der l 6 Hutes wi Armir? Stin o wundene auch da, wo kein 1 an dem dunkeln Grabe. Und doch komm ; pricht inn hoͤrt ich dich, und folget mir nur ein gut Gewiſſen. niemals widerſtrebe; mich auch in ver⸗ ſchwiegner Nacht nie vermeſſen freue; Zeuge wacht, jedes 151 Unrecht ſcheue! KIJIHHAHeE A 4. Sey mir heilig, daß ich treu meine Kraͤfte uͤbe, fuͤr die Menſchheit thaͤtig ſey, nie ein Herz betruͤbe; daß ich auf der Pilgerbahn jeden Kampf beſtehe, und u Sieg zu Sieg hinan zu dem Ziele gehe! 5. Einſt zerrint mein Erdengluͤck; alle meine Habe nimmt die Erde einſt zuruͤck ich reich zu dir, Gott, aus Finſterniſſen; Gewiſſen. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. 95. Wie ſchlaͤgt voll Dank und Liebe dir, Gott mein flehend Herz! Du gabſt mir Sinn fuͤr Freude, gabſt mir Gefuͤhl fuͤr Schmerz; und Wohl und Wehe bil⸗ den, im Wechſellauf der Zeit, mich zu dem hoͤhern Leben in deiner Ewigkeit. 2. Was fuͤhl ich, wenn die Sonne wie neu⸗ 152 Gewiſſen. neugeſchaffen gluͤht, und auferſtandenes Leben auf Erden gruͤnt und bluͤht! Was, wenn am Friedensſtrahle die ſchoͤn re Saat gedeiht, die mild umher die Weisheit und Menſchenhuld geſtreut! 3. Sanft hebt, was ich die Reue truͤbt, und des Stimme mir ſtillen Beifall giebt. 4. Wie iſt ſo wohl dem Herzen nach jeder Edelthat! Wenn ich den Kummer 17 ſtillte, eh mich der Dulder bat; wenn ich die Unſchuld ſchuͤtzte, die Hand dem Feinde bot; wie ſuͤß iſt dann die Ruhe im ſanften Abendroth! 3633 5. Schlingt in des Freundes Lehen 1 ſich freundliches Geſchick; faͤllt ſelber mir 1 zum Looſe ein unverhofftes Gluck; lohnt mir des Tages Muͤhe ein edles Herz mit Luſt; welch heilige Gefuhle erfüͤlen. meine Bruſt! 6. Ob mir auch fremdes Leiden als eigner Schmerz erſcheint; wohlthaͤtig iſt die Zaͤhre, die frommes Mitleid weint. Faßt Kummer ſelbſt mein Leben; getroſt 3 Füft Fander iͤdei empfinde, mich zu der Geiſterwelt, wenn mir das ä Licht der Wahrheit das Leben mehr er⸗ hellt; wenn ich die Luſt beſiege, die bald 1 Gewiſſens u Sben mehe Oiege, dieſt nn die R undes d0 allt ſelbern — Gluͤck; =n edles 9 =cfühle ait ves Leüdt wohlthint Nitleid we⸗ eben; Jt Leibes vorzuͤge. 153 es loͤßt der Schmerz von dieſer Erde Banden, von Sinnlichkeit mein Herz. 7. Wenn einſam meine Seele, zu dir, dem Retter, fleht, wie ſtaͤrkt mich hoher Friede im kindlichen Gebet! Und preiſ't des Dankes Thraͤne dich an des Leidens Ziel: o, dann iſt mein Entzuͤcken des Himmels Vorgefuͤlll!— 8. Es flieh'n die Erdgedanken: ich athme Seligkeit, wenn dir im Heilig⸗ thume die Andacht Opfer weih't. Da knie ich mit den Frommen vor deinem Thron und du ſieh'ſt freundlich unſre Ruͤhrung und lohnſt mit Himmelsruh'. 9. Preis dir! deß Vaterguͤte ein fuͤh⸗ lend Herz mir gab. Nie zieh' es zu der Erde die nied're Luſt herab. Nie ſchlag' es fuͤr die Suͤnde! Nein, dieſes zarte Herz fuͤhl nur der Unſchuld Freuden und nie der Reue Schmerz. Leibesvor zuͤge. Mel. Es iſt das Heil uns ic. 96. Die, Gott, ſey Preis und Dank gebracht, dich ruͤhmen meine Lieder! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schoͤpfer 1 L—— Ll—. ———— Gib, daß 1 und daß mein Herz ein Tempel ſey, von iihtd 154 Sprachfaͤhigkeit. Schoͤpfer, mein Gebieter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv' an mir Groͤße. 1 enl 2. Ich jauchze, daß ich ſehen kann, und hoͤren und empfinden. Dich, Vater! bet' ich ſtaunend an, dein Lob will ich verkuͤnden. M frommem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgeſang der ganzen weiten Schdpfun! f 3. O preiſ ich dankbar immer dich, ten. woenn ich die Sinne brauche, geh', liege, 4 ruhe oder mich bewege, athme, hauchel ich nie mich ſelbſt entweih, it Mein Mund ſey voll von deinem Geiſt bewohnet. Sprachfähigkeit. Mel. Alles iſt an Gottes Segen ꝛc. 97. Laut und freudig dir lobſingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Va⸗ Uͤe ter! das iſt mein Beruf. Wer vermag P von dir zu ſchweigen? Meine Worte ſelbſt ſind Zeugen, daß auch mich dein Wort. chat, daß auch mich dein Wo 2. Du iſt Denkmal deiner uma ii mich Nein amn a jeder 6 mal diin 8 ehen im — hich, Ama Lob wili ſey volln kerz vemim nzen wen 1, immer A, in shme„h Glböſt entwe npel ſey, b eit. Segen ie. Worte 2 Spyrachfaͤhigkett. 2. Du nur gabſt mir Kraft, zu 155 ſprechen, Wuͤnſche Sorgen und Gebre⸗ chen meinen Bruͤdern zu geſteh'n, und mit geiſtlichen Gedanken, aus des Koͤr⸗ pers engen Schranken in die Welt her⸗ vorzugehn... 3. Was ich fuͤhle, weiß und waͤhle, alle Schaͤtze meiner Seele kann ich weit⸗ hin um mich ſtreu'n, und die Menſchen, die mich hoͤren, kann ich warnen und belehren, und durch Troſt und Rath erfreuun. b 4. Suͤßer wird mir das Vergnuͤgen, ſchneller muß der Gram verfliegen, hoͤ⸗ her ſtrahlt der Wahrheit Licht, ſanfter fließt des Lebens Stunde, wenn in treu⸗ em Freundſchaftsbunde ſanft das Herz zum Herzen ſpricht. 2 5. Nimmer koͤnnt ich hier auf Erden weiſe, froh und gluͤcklich werden, muͤßt ich ohne Sprache ſeyn. Schwerer fuͤhlt dir lobſihnt 4 UEln uh Wuͤrde ſaͤnk ich einſt ins Grab hinein. Wer deun ich jede Buͤrde, unbekannt mit meiner 6. Wohl mir! Du haſt nicht nur Le⸗ ben, haſt auch Sprache mir gegeben; o mein Gott, wie freu' ich mich! Schon des Kindes frohes Lallen ſchaft nir ſuͤßes 3— 1 v 4 4 4 4 1 1 156 Vollkommenheit. ſuͤßes Wohlgefallen, es verkuͤndigt, Va⸗ 6 ter! dich. 7. Laut und freudig dir lobſingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Va⸗ ter! das iſt mein Beruf. Wer vermag von dir zu ſchweigen? Meine Worte ſelbſt ſind Zeugen, daß auch mich dein Wort erſchuf. 2. Beſtimmung des Menſchen. Vollkommenheit. Mel. O Gott, du frommer ꝛc. 98. Beſtimmt haſt du, mein Gott, auch mich ſchon hier auf Erden, dir an Vollkommenheit ſtets aͤhnlicher z werden. Die Sunde ſoll ich fliehnn, ſoll gut und weiſe ſeyn, um einſt im hoͤhern ii Licht mich deiner Huld zu freuen. 2. Sollt, ich der Sinnenluſt zum Dienſte mich ergeben, und, niedern We⸗ ſen gleich, am Erdenſtaube kleben? Du gabſt mir einen Geiſt, der dich, o Schoͤp⸗ fer, denkt, und den der Wahrheit Kraft zur Pflicht und Tugend lenkt. 3. Selbſt Jeſum, deinen Sohn, haſ 8 u rid ſie ſſch wan dad,d kuͤndigt,a ir lobſine ringen,„ Wer dem eine W ¹üich mich i Menſcht pyeit. mer te. 40 mein Gi 24 Erden, * aͤhnlichtt) ch fliehn —nſt im hit =i freun. =nnenluſt h e., niedern! ge kleben?! Diich, oE Zahrheit g Inkt. In Sohn, mich zu ſich empor. mir mein Gewiſſen; mich Vollkommenheit. 157 du dahin gegeben, damit ich eifrig ſey, nach Heiligung zu ſtreben. Sein Licht erleuchtet mich, ſein Muſter glaͤnzt mir vor; er ſteht am hohen Ziel, ruft 4. Wie iſt die Welt ſo ſchoͤn, wo Menſchen menſchlich handeln! Wie ſehr wird ſie entſtellt, wenn Menſchen thie⸗ riſch wandeln! Wie ſchnell zerreißt das Band, das ſie zuſammenhaͤlt, wenn je⸗ der zuͤgellos nur thut, was ihm gefaͤllt. 5. Ja, heilig ſoll ich ſeyn! dies ſagt lehrt mein eig⸗ nes Herz, daß Frevler zagen muͤſſen. Und reine Seligkeit durchſtroͤmt, Herr, meine Bruſt, bin ich mir einer That nach deinem Sinn bewußt. ar. 6. O lehre, Gott, mich thun nach deinem Wohlgefallen, und auf der Tu⸗ gend Bahn zu meinem Ziele wallen! Beſeelt mich frommer Sinn, im Elend wie im Gluͤck; dann ſeh' ich ruhevoll einſt auf die Welt zuruͤck. Seligkeit. in Seligkeit. Mel. Es iſt das Heil uns c. 99. Wie wichtig iſt doch der Beruſf. den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe ſchuf, da ſchuf ſie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig waͤhrt, das weder Leid noch Angſt be ſchwert, willſt du uns hier erziehen. 2. Nicht hier iſt unſer Vaterland; M- allein bei dir, Gott, droben; da iſt der Ort, wo deine Hand das Gluck uns aufge, iud hoben, das nie ein traurig Ende nimmt; mt hier ſind wir nur von dir beſtimmt, zun Himmel uns zu bilden. 3. O, laß mir doch dies große Ziel durch Guͤtern dieſer urch nichts verruͤcket werden! Was uche hilfts, wenn ich auch noch ſo viel von igerl und Luſt gewinn', wenn ich dabei nicht un q tuͤchtig bin, dein Himmelreich zu erben! 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: un laß mich Tage haſt du mir meſſen. ſie vollbracht, Pracht auf ewig mir vergehen. 5. D'rum dies nie vergeſſen! Nur wenig iſi 1 zur Wallfahrt zuge⸗ h n Schnell, wie ein Traum, ſind tte und dann wird dieſer Erde 4& Seligkeit. 159 5. D'rum laß des Himmels Herr⸗ ul *A tc. lichkeit mich ſtets vor Augen habenf — der Ba und mich in meiner Pruͤfungszeit hm — ee da jene beß'ren Gaben, die mir im Tode du 4 nicht entflieh'n, am erſten und mit Ernſt † 4 bemuͤh'n, daß ich dort ſelig werde. ch Angiſ 0 V zch het; da ſth. 00. Einſt ſelig dort zu werden, das (ick unsan iſt und bleibt auf Erden mein heiliger FFndenim Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, eſtimmt, weckt wieder aus dem Staube mich, den b er einſt aus Staub erſchff. 2s große 2. Die Erde, da wir wallen, oft arden! d ſtraucheln, ſteh'n und fallen, iſt nur ein 1.) ſo viln Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, u. Ehre, G zur Ewigkeit bereitet, der Frommen 1.⸗h dabein kurzer Pruͤfungsſtand. 1iich zun 3. Derum ſoll nicht Luſt noch Leiden . ja unt von meinem Gott mich ſcheiden, mich, der 1* Jurm ich ewig bin. Was iſt mein irdiſch L-«. 1 Nn ben? wozu iſt mir's gegeben? Wie lage Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. alſahn waͤhrt's, ſo iſt s dahin! ₰ diſſtt 4. Einſt ſelig dort zu werden, das it rrrd dieſet und bleibt auf Erden mein heiliger Bbe. „ 8 4. 9. ϑ 160 Allgemeine Verdorbenheit. ruf. D'rum ſey all mein Beſtreben, ganz heilig ihm zu leben, der mich zur Ewigkeit erſchuf. 3. Sündhaftigkeit des Menſchen. Allgeme ine Verdorbenheit. n Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 101. Da, der kein Boͤſes thut, Kilü du ſchufſt den Menſchen gut. Du, wad ſtets recht vor dir zu handeln. f2. Wo iſt der Unſchuld Ruhm? Ach, enen wir, dein Eigenthum, wie tief ſind Rn wir gefallen! Wo iſt jetzt unter allen ein Menſch, ganz rein von Suͤnden, vor e we 5 dir, o Gott, zu finden; e 3. Hier iſt kein Unterſchied; dein hel dan les Auge ſieht auf alle Menſchenkinder gau und ſieht in allen Suͤnder; ach! heilig Gott, iſt keiner, unſchuldig auch nicht da einer. Hochſte, gabſt pm Krafte zum ſaun Geſchafte, in Heiligkeit zu wandeln, ſſ 4. Verderbt iſt Aller Sinn; die Weis⸗ unn heit iſt dahin, die uns regieren ſollt, nur A heit. =— Beſtche — der nich —₰ Menſch be nheit⸗ Gott ic. unter 4 2 Sinm daß wer was uns Geuetcht, ch uimñ br verderbt wir ſind, ſo willſt du. uns daß wir, ſchon hier auf Erden, dir gleich Allgemeine Verdorbenheit. 161 nur was dein Wille wollte, zu waͤhlen und zu lieben, und freudenvoll zu uͤben Der Sinne Luſt und Schmerz ruͤhrt, lei der! unſer Herz mehr, als dis ypdohern Freuden, mehr als die groͤßern Leiden, die wir auf Ewigkeiten ſelbſt unfer a Geiſt bereiten. 6. Dir folgen, duͤnkt uns Zwang. Des Herzens boͤſer Hang reißt uns mit ſtarkem Triebe zu ſchnoͤder Suͤndenliebe. Ach! koͤnnen wir wohl Jahlau 3 wie krof und ber wir fehlen? 30 vor dir erkennen und vor Begierd ent⸗ brennen, der Suͤnde zu entſagen, der Beß rung nachzujagen! 8. Wohl dem, der ſie gewinnt! Den 1 doch heilen, und Kraͤfte uns ertheilen geſinnet werden. 9. Herr, dieſe deine Huld laß uns durch unſre Schuld nicht freventlich ver⸗ ſcherzen; erwecke unſre Herzen, dir nicht zu wirderſtreben damit wir ewig ſehen L Mel. 192 Allgemeine Verdorbenheit. mel. Wie groß iſt des Almmaͤchtigen it. . 02. Gott! welch ein Kampf in meiner Seele, welch ſteter Widerſpruch in mir! Mein Geiſt gebeut, daß ich dich waͤhle, mein Herz ſehnt innig ſich nach dir; allein das Fleiſch verfuͤhrt den Wil⸗ len, macht ihn den Sinnen unterthan, ſtrebt ihre Luͤſternheit zu ſtillen, und ſchmiegt ſich an's Verbot'ne an. 2. Ein doppeltes Geſetz regieret mein Weſen, o wie raͤthſelhaft! Wenn mich g der Wahrheit Strahl beruͤhret, em⸗ pfind ich Seligkeit und Kraft: doch ſchnell entzieht der Sinne Schimmer mir dieſes himmliſch reine Licht. Mein Geiſt will zwar das Gute immer, allein mein Lleiſch vollbringt es nichtä. entweicht oft wie ein Traumgeſicht. Das Boͤſe thu ich, das ich haſſe; das Gute das ich liebe, nicht. Getrieben wie ein Schiff vom Winde, dem Maſt und Steuerruder brach, reißt ſie mich m din, die Macht der Suͤnde; zu ſpaͤte 45 Thraͤnen folgen nach. 4. Wer loͤſt mich von den Sclaven⸗ ketten?: en nua d ſtillen, e an. regieret m 54 Wenn V kruͤhret Kraft d Eün Licht. N „inm — nicht ſend ihn, daß die Tugend ſieget! Nimn geh'n, betrete ſie voll Luſt und Mu h, Schwäche des Willens. 165 ketten? Wer ſchafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von mir ſelbſt erretten? Nur du, Allmaͤchtiger, nur du! Ein Strahl von deiner mabe gnuͤget zur ſeligen Geneſung mir; d ich mir ſelbſt, und gib mich 3 et mn Sowade des Willeus. 95 Mel. Vater unſer im Himmelreich t. 10 03. Der Hang zum B Boͤſen wohm 4 ur, mit Schmerzen klag ich, Gott, es dir. mich zur Suͤnde noch, und ſtaͤrket ſich durch Reizungen der Sinnlichkeit zur Wie oft, wie oft verſucht er ſchnoͤden ichtvergeſſenheit. .2. 39p eh's, die Tugend, Gott, iſt ſchön; ich will auf ihrer Bahn auch gewiß, daß wer nicht Suͤnde thut und ſeine Pflichten nicht vergißt, hier. ruhi 3. Doch bald erwachti in meiner Bruß die unterdruͤckte boͤſe Luſt, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbſtge⸗ ua: Cha L 2 faͤllig⸗ 164 Schwaͤche des Willens. faͤlligkeit; gelingt es ihr, ſo glaub' ich lelnhair leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verfuͤhrt, denn, aci wer ſtolz und ſicher wird iſt ſchwach vergroͤßert ſeine Kraͤfte ſich, verlaͤßt ſch mehr auf ſch, als dich, verachtt Feinde, die ihm draͤun, wird traͤg' und laß, und ſchlummert ein. 6. Wie nah,, wie nah iſt dann ſen Fall, wenn er, verſuchet uͤberall, durch ſein bethoͤrtes eignes Herz, durch Luſt, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kaͤmpfen ſoll! Wie leicht, wie leicht ver⸗ liert er dale Kraft und weicht! 6. J Gott! mich ſchrecken leicht Gefahr und Spott. Zerſtreuung und Vermeſſenheit, des Beiſpiels Reitz, die Weichlichkeit, des Fleiſches Luſt, der Seele Schmerz: t wie leicht verderben ſie mein Herz. w 7. Wer kann mir beiſteh'n? Du al lein ſollſt meine Huͤlf' und Staͤrke ſeyn! mn Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen ſeyn, daß ich von dir nie weiche, daß ich ſta t ich von che Tode dir getreu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von fuͤhle meine Schwachheit ſtandhaft ſey und bis zum dm K iſt dan 3 berall, d *, durch Schmerzen wie laiche Schwaͤche des Willens. 165 von dir die Luſt zum Boͤſen ganz in mir vertilgt und ausgerottet wird, wo nie Verſtand und Herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herr⸗ lich und wie ſelig ſeyn! Gei n Rel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 104. Sohon iſt die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth! Ihr feſt und ſtandhaft anzu⸗ hangen hat meine Seele oft begehrt; ach koͤnnt ich's, wie wuͤrd ich mich freu'n! Wer heilig iſt, muß ſelig ſeyn. 2. Doch blenden ſchnell mich Finſter⸗ niſſe, wenn ich auf rechtem Wege bin! Dann fliehn die heiligſten Entſchluͤſſe, leich Morgentraͤumen, ſchnell dahin. B bald wieder deinen Dienſt, o Welt! 3. Wie bin ich dieſes Wechſels muͤde! Wann werd' ich feſt im Guten ſeyn? O wann erfreut mich inn rer Friede? Wann wird mich keine That mehr reun; wann nicht mehr meine Sinnlichkeit mich hindern an der Heiligkeit? 4. O Vater, bilde meine Seele nach Bald waͤhl ich, was dem Herrn gefaͤllt, deinem Mel. Alle Menſchen muͤſſen ꝛc. noch oft ein Quell der Schmerzen. Mich beſc hwert der Suͤnden Joch; was ich. nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen betenz meinem Vorſatz trau' ich nicht. Lockende Begierden treten zwiſchen mich und meine Pflicht. Selbſt den ſuͤßen Andachtsſtunden, wo, der niedern Welt ſchwunden, ich zu dir von Tugend ent ſprach, folgten Suͤndentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, ſchmerz(nt lich meinen Fall bereut, glaͤubig mic mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnaͤdig ſah'ſt du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflich und, 105. Vater! heilig moͤcht ich leben, ihdi Rechtthun waͤre meine Luſt; aber Luͤſte e widerſtreben dem Geſetz in meiner Bruſt. l Ach! der Suͤndentrieb im Herzen iſt un inn Herzen nerzen. M Dch; wabi rch Schwat au ich m zwiſchenm Iſt den ſit S niedern d — von. b =ge nach. — zeinet, ſne gläͤubig ſ *) deiner 1 zu mir rih „emeine— Schwaͤche des Willens. 167 mich. 1 an wenn mich niemand retten kann. Beten will ich, bruͤnſtig beten: ſchau mich mit Erbarmen an! Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, reiß' die Suͤnd aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite ſelbſt zur Tugend mich! 5. Sieh' mich duͤrſten nach dem Gu⸗ een! Fruͤh und ſpaͤt ruf ich zu dir. Laß Mel. t2 31492 Mel. Zeuch mi 5, euch mich zc.. 9 4 wie ſo kalt und traͤge ich dir zu ge⸗ horchen bin; wie von eitelm Schein ge⸗ blendet ſich von dir das Herz abwendet. 2. Deinen Willen zu vollbringen, wird mir oft ſo druͤckend ſchwer; ſoll es mir mit Luſt gelingen, mußt du ſelbſt von Oben her mir die Kraft dazu ver⸗ leihen, ganz mein traͤges Herz erneuen. le 3. Schaffe dann in meinem Herzen m d den gewiſſen neuen Geiſt! Laß mich mih nicht das Heil verſcherzen, das mir die Verheißung weiſt! Bau der Traͤgheit wi⸗ derſtehen und auf Hoffnung freudig ſaͤen! pnat 4. Unter Wachen, Beten, Ringen, uſt hilf mir wacker Fleiſch und Blut unter inmi deinen Willen zwingen, denn dein Wille, ſii hi Herr, iſt gut! Treu erfuͤllte Pflichten m geben reiche Erndt in jenem Leben. aht 5. Schauen will ich auf die Krone, die der Treu' iſt beigelegt, daß ich meiner niemals ſchone, wenn ſich Unluſt i in mir regt. Unter Wachen, Beten, u Ringen, hilf die Traͤgheit mir bezwingen. ühen 8 6. Sollt 106. Hearr, du kenneſt meine Wege, u Irz abwant 8 vollbrinm 2* chwa xinem Heh 5!! Laß k 6 — Traͤgheit — freudigſt =ten, Nuii add Blut ui =nn dein villte Pfüte nem Leben. uf 9 legt, 39. den ſich 4 Sachen, N zmir dee Schwaͤche des Willens. 169 16. Sollt ich dennoch ihr erliegen, hilf mir eilig wieder auf! Hilf mit dei⸗ ner Kraft mir ſiegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Haͤnden gut und ſeelig moͤge endenn! Rel. Alle Menſchen müſſen it. 1 07. Ach, wann werd ich von der Suͤnde, Gott mein Vater! voͤllig frei; daß ich ganz ſie uͤberwinde, ganz dir wohlgefaͤllig ſey? Noch nicht, ich geſteh's mit Thraͤnen, kann ich mich von ihr entwoͤhnen; nur zu oft noch regt ſie ſich, und verſucht zum Boͤſen mic 2. Jn der Andacht ſelgen Stunden, wo mein Geiſt die Wahrheit hoͤrt, hab⸗ ich oft das Gluͤck empfunden, das die Froͤmmigkeit gewaͤhrt; habe nichts ſo ſehr hienieden mir gewuͤnſcht, als in⸗ nern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Entſchluͤſſen ſchwur ich dann, dir treu zu ſeyn, und mit wachendem Gewiſſen meiner Treue mich zu freu'n; willig wollt ich da mein Leben dir, mein Gott! zu eigen geben aller 170 Schwaͤche des Willens. aller Suͤnde widerſtehn, ſtandhaft deie Wege gehn. 4. Aber nur zu ſchnell empoͤret ſich der Leidenſchaften Macht; ſie verdun. kelt, ſchwaͤcht und ſtoͤret, was ich ſonſt(thiic ſo gut bedacht. Ploͤtzliche Gelegenhei⸗ i⸗ ten, Beiſpiel, Reitz der Eitelkeiten: w eh' ich's merke, ziehen ſie mich zur Suͤnde, die ich fliehy. m 5. Ach mir Armen! dem zur Treue feſte Seelenſtaͤrke fehlt, den ſo oft auf⸗ r richt ge Reue, und ſo oft doch fruchtlos m quaͤlt; ach! wer wird mich doch von Boͤſen, von der Suͤnde ganz erloͤſen? Elend bin ich! wer befreit mich von meiner Suͤndlichkeit? 6. Wenn ich falle, laß mich's merken, laß mich ſtreben, aufzuſteh'n! Eile, mich, dein Kind, zu ſtaͤrken; lehre ſelbſt mich ſichrer gehn! Warne mich, ſey mein tt Begleiter; fuͤhre, Gott! mich taͤglich ſii weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit! tm he Wirk⸗ Wirkliche Suünden. b 171 Aſdhaftun Wirkliche Süunden. . enpitt 1 1 Mel. Zeuch mich, zeuch mich ꝛc. 5— W385 ſe un 108. Solt ich meinem Herzen uas ihit ſchmeicheln, Suͤnde thun und ſicher 2 Gelegeu ſeyn? Sollt ich falſche Tugend heucheln = Eiteltann und dann ſagen: ich bin rein? O, wie de mich wuͤrden Furcht und Schrecken endlich mmein Gewiſſen wecken! don zur IA 2. Nein, dies Blendwerk ſey verach⸗ dar ſo oft ao tet! Gott, du ſieh'ſt das Herz nur gn. och fruchi Wer nach innerm Frieden trachtet, flie⸗ mah dochia het heuchleriſchen Wahn. O hilf mir anz eß mein Herz ergruͤnden, und entdeck mir wit michn meine Suͤnden! 3. Bin ich, wenn ich das nur haſſe, was ſchon Menſchen haſſen, rein? wenn ich das nur unterlaſſe, was auch Hei⸗ den nicht verzeih'n? Iſt's genug ſchon, nichts verbrechen, was ſchon Menſchen⸗ ſtrafen raͤchen? b 4. Bin ich darum fromm und beſſer, darum Gottes Kind und Freund, weil des Naͤchſten Schuld noch groͤßer als die meinige mir ſcheint? darum, weil von mancher Suͤnde ich mich rein und ſchuldlos ſinde? 3 5. Oder A.. 172 Wirkliche Suͤnden. 5. Oder weil durch aͤuß're Werke, und oft bloß durch ihren Schein, ich mich in dem Wahne ſtaͤrke, angenehm vor Gott zu ſeyn? oder weil verhehlte Suͤnden Menſchenblicke nicht ergruͤn⸗ den? nen, Beſſerung beduͤrf ich nicht, weil es mir an Reu' und Thraͤnen, aber nicht an Ruhm gebricht; zaͤhlt die Welt mich zu den Frommen, darum bin ich nicht vollkommen. inch 7. Keine Suͤnde muͤſſ' ich lieben auch den Wunſch der Suͤnde nicht! rein in allen meinen Trieben, frei von fal⸗ ſcher Zuverſicht, muͤſſe nichts mein Herz weblenden, mich vom wahren Heil ab⸗ wenden. S i n 8. Gott! du weißt, wie oft ich fehle auf der Bahn der Heiligung, ach! ver⸗ zu der vollen hilf du meiner Seele Reinigung; nimm mich in die Zahl der Deinen, die es ſind und nicht blos n ſcheinen! 66. Nein! ich wil nicht thoricht waͤh⸗ 8 hkeit, ahunſer Vi t ſeom is au Draͤnen, a aͤhlt died arum bing —ſ' ich lit de nicht! m frei von hts meine hren Halt un denfreil Wer durfte ſich erheben? Was hln furcht, veergeſſen wir im Schmerz, dir kindlich Wirkliche Suͤnden. Mel. Aus tiefer Rotht. hilft uns Trug und Heuchelei? Du kennſt ja Herz und Leben. Umſonſt, um⸗ ſonſt verbergen wir ſelbſt die geheimſten Triebe dir; dein Blick durchſchauet alles! 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns boͤſer Thaten freuen, und unſers Beiſtes edle Kraft dem Suͤndendienſte weihen. Gereizt von Welt und Sinn lichkeit, verſcherzen wir oft unſre Zeit und unſers Herzens Ruhe. 3. Wir ſollen ſtets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir koͤn⸗ nen's auch, denn du, o Gott! willſt gern die Schwachen ſtaͤrken. Und den⸗ noch unterdruͤcken wir ſo oft die Ehr⸗ Herr! vor dir, und folgen unſern Luͤſten.. 3* 1 4. Wie leicht entwoͤhnt ſich unſer Herz, in Gluͤck auf dich zu ſchauen! Wie bald zu vertrauen! Wie maͤchtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Guͤte! 5. Du 174 Wirkliche Süͤnden. 5. Du haſt mit Menſchen uns vereint, die dir, Gott! angehoͤren; wir ſollen, aller Bosheit feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer iſt immer liebevoll, ſorgt immer gern fuͤr fremdes Wohl? wer hilft, ſo viel er könntee 6. Oft fuͤhret unſers Beiſpiels Macht iut auch Andre zum Verderben. Ihr Herz iſt nie mit Ernſt bedacht, ſich Tugend u erwerben. Gleich uns, verſchmaͤhn ſie deine Huld, und haͤufen nun auch unſre Schuld durch ihre Laſterliebe. ut 7. O großer Gott, hier ſtehen wit, Fſat verklagt von unſern Suͤnden! Vor dir, ſuun Allheiliger, vor dir iſt Keiner rein zu it finden! Wie graͤmet unſre Seele ſich! litde Wir alle fehlten wider dich, und uns und unſre Bruder. 8. Ach, Herr, wir ſinken vor dir hin und flehen: hilf uns Armen! Ver, klaͤre deinen Vaterſinn! bei dir iſt viel Erbarmen. Du gabſt uns Jeſum, dei⸗ nen Sohn, o lehr uns auch, der Suͤnd ſuck, entfloh'n, im Glauben an ihn, leben!! Ue ‚ifen nuna aſterliebe ier ſtehenn den! Vott Keiner 5 are Seeleſt dich, min inken vort Armen! 9 bei dir iſt Dich, der Et — ihn, lie 175 Wirkliche Sunden. Mel. O Gott du frommer t. 110. Ich blick empor zu dir, du Ewiger! der Allen, die durch der Pruͤ fung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter iſt, und fleh' voll Innigkeit: Gedenk der Suͤnden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernſter Andacht Stille:„dein heiliges Geſetz, o Gott, ſey ſtets mein Wille!“ Du kennſt mein Herz, du weißt, es war der Vorſatz rein: dir treu auf jedem Pfad, den du mich fuͤhrſt, zu ſeny. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach! ſeine Schwaͤchen, die ſo tief verborgen ſchlie⸗ fen, erwachten, aufgereizt vom Sturn der Leidenſchaft; betaͤubt und uͤberraſcht 4. Nun blick ich pruͤfend hin auf die durchlebten Tage; ſie bringt kein Menſch zuruͤck, ſie feſſelt keine Klage. Doch ihre Bilder fuͤhrt, mit richterlichem Blick, mir ernſt und warnend oft Er⸗ innerung zuruͤck. 5. Der Edle, der ſein Herz ſchon 2 ruͤ 176 Wirkliche Suͤnden. fruͤh der Tugend weih te, fuͤhlt Engel⸗ ſeligkeit, ſieht er an ihrer Seite auf die durchlauf ne Bahn mit ſtiller Heiterkeit; er hat geſaͤtt in ihr fuͤr eine Ewigkeit. 6. Und dieſe Seligkeit, des Herzens ſuͤßen Frieden, das hoͤchſte Gut, das hier den Sterblichen beſchieden, erwarb ich mir noch nicht zum bleibenden Ge⸗ winn, gab es, vom Schein getaͤuſcht, fuͤr kurze Luſt oft hin; b 7. Vergaß die große Pflicht, die Reizungen der Suͤnde, durch Weisheit iund und durch Muth geſtaͤrkt, zu uͤberwin⸗ den; ergebungsvoll und ſtill, mit ruh A gem Vertrau'n, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu ſchaun. ¹s. Verjeh Algutiger! Du ſichtt ia der Reue Zaͤhren; du wirſt dem Schwa⸗ chen Kraft und Huͤlfe gern gewaͤhren. 8 Mit neuer Treue will ich deine Wege m gehn; laß einſt am großen Ziel,, GVott, dein Heil mich ſehn! Sein getiu ² Plüct arch i =t, zu uͤben 15 14 verwuͤſtet Huͤtten, truͤbt jeden Segens⸗ a quell, droht jedem Tage mit neuer † 1 5. Wie koͤnnen Suͤnder froh zum Him mel ſchauen; wie an den Tod gedenken ohne Grauen; wie an Vergeltung in dem kuͤnft gen Leben, ohn zu e 1 6. O Hoͤchſter, dieſe Ausſicht ſoll mich Aeußere Noth. 125 4 Elen d d es Süunder 3. 8 b Aeußere Noth. 4 Nel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du zꝛe. der Erde, das von der Suͤnde nicht erzeuget werde? Stets enden ſich der Uebetretung Freuden mit herben Leiden. 2. O waͤren wir, vom Kinde bis zum Greiſe, gehorſam deinem Willen, gut und weiſe; was wuͤrden wir hei ru⸗ higem Gewiſſen fuͤr Gluͤck genießen! 3. Wie wuͤrde jede wahre Luſt auf Erden erhoͤht, und jede Laſt erleichtert werden, wenn unſer Herz den Taͤuſchun gen der Suͤnde ſtets widerſtuͤndel! 4. Doch, ach! ſie herrſcht, um alles zerruͤtten, erſchuͤttert Thronen und 8 8 8 7 4 ſten Vorſat ſchrecken, und zu dem ern 176 Gewiſſensqual. mich erwecken: mit Unſchuld auf des Lebens Bahn zu wandeln, und recht zu handeln. 7. Laß uns dann immer mehr geheiligt 3 werden, und dir ſtets folgſam, dir ge⸗ treu, auf Erden thun, was du willſt, 1 u bis wir, zu dir erhoben, dich ewig loben! ier — Gewiſſensqual. Mel. Jeſu meine Zuverſicht ꝛe. 112. O wie ſanft iſt dein Gebot Herr! wie leicht dein guter Wille! Sorg entflieh't und Erdennoth, wenn Gewiß ſensruh und Stille in der Seele friedlich wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt⸗ 2. Aber, ach! iſt er entflohen, des Gewiſſens ſanfter Friede, dann wirh Qual der Suͤnden Lohn, und ihr Dienſt macht lebensmuͤde. Keine wahre Freude bluͤh't, wo des Herzens Unſchuld flieht. 3. Druͤckend iſt des Laſters Joch, ſchwer unn ſind ſeine harten Bande; und ihr Sclave hag waͤhlt ſie doch, taumelt an des Abgrunds Rande; bei der tiefſten Sclaverei duͤnkt der Thor ſich groß und frei. In b 4. InI tn uf , und 1 mehr gehe lgſam, d was du w d ewig h ——— Lual. 4 feſicht ꝛ. iſt dein 6 r Willel 6. wenn 6 Seele fii Tugend h annſenn e, dann und ihr d e wahnß Unſchudd ers Joch'ſc und ihr E n des Ahgun Sclavere 3 ei. 1 ſanft Gefuͤhl bannt er em an Gewiſſensqual. 177 4. In der ungeſtuͤmmen Bruſt weilet keine Freude lange, Unmuth folgt auf Sinnenluſt, angſtvoll bebt das Herz und bange, ſucht vergebens Fried⸗ und Ruh, und eilt neuen Laſtern zä. b 5. Unter ſchuldlos füohen Reih' nwan⸗ deit t er mit truͤbem Blicke, will, und kann nicht froͤhlich ſeyn, wuͤnſcht vergangne Zeit zuruͤcke; denn das Herz voll Gram und Neid, ſtoͤret ſeine Froͤhlichkeit. 6. Gottes ſchoͤn geſchmuͤckte Welt iſt umſonſt fuͤr ihn geſchmuͤcket; Blumen⸗ ftur und Aehrenfeld, und was ſonſt das Herz entzuͤcket, und der Seele Kummer br bricht, ruͤhrt die ſtumpfe Seele nicht. 7. Nied're Luſt und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freund⸗ eit, was der Unſchuld Auge ſcheut. 8. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Suͤnder, die dich haſſen; theuer ſey mir meine Pflicht; nimmer will ich ſie verlaſſen. Herr, erhalt mich ihr ge tren; ſteh mir in Verſuchung bei! Mel. 3 8— 3 8 „ M— —— 178 b Gewiſſensqual. Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus zc. 11 3. Wer Suͤnde thut, naͤhrt argen Wahn, liebt Traͤume, die nur truͤgen; er wandelt auf des Irthums Bahn, und lernt ſich ſelbſt beluͤgen. O hilf mir, Gott, daß ich dir treu, und fern vom Selbſtbe⸗ truge ſey! n 2. Wer Suͤnde thut, der unterdruͤckk und ſchwaͤcht die Seelenkraͤfte, wird frech und blind und ungeſchickt zum Heiligungs⸗ geſchaͤfte. O Vater! gib, daß nie men Geiſt ſich ſeiner Wuͤrde ſebſt entreißt! 3. Wer Suͤnde thut, der haßt das Licht, das Gott uns angezuͤndet; erkennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lehre, Gott, mich weiſe ſeyn, und ſtets den Reiz der Suͤnde ſcheu'n! 4. Wer Suͤnde thut, verlaͤßt den Herrn, durch den wir ſind und leben er bleibt von jenem Reiche fern, nach den die Frommen ſtreben. Wie thoͤricht, und ind wie undankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 3* 5. Wer Gott verlaͤßt und Suͤnde thut, bringt ſich um reine Freuden, verzagt in der untru afte, witz = um Heilih 1= daß nirt bbſt entreiß =r haßt dash vet; erkenm je uns mit iiz der Et e 1¹, verlaſt ü ſind undit 114. Wie qualvoll ſind die Schrek⸗ ken, die einſt den Suͤnder wecken in ſei⸗ ner Todesnoth! Mit ſchauervollem Blicke fern, nah Sie thdrich dße Gott, nd Sindei Seuden, m —— verlieh'n! Todesangſt. 179 in Noth, hat keinen Muth in Pruͤfung, Schmerz und Leiden. Gott, mache mich durch deine Kraft behutſam und gewiſſen⸗ haft! 6. Wer Suͤnde thut, ſieht ſchreckens⸗ vooll des Lebens Ende kommen; die Hoff⸗ nung, die ihn troͤſten ſoll, iſt ſeinem Geiſt benommen. Er liebte Gott und Tugend 1 hr; nun droh'n ihm Tod und Weltge⸗ 7. So taͤuſcht die Suͤnde, ſo beſtraft ſie ſelbſt ſich ſchon auf Erden. Einſt wird zur ſtrengern Rechenſchaft ihr Knecht gezogen werden. Lehr uns, o Gott, die Suͤnde flieh'n; noch b Todesangſt. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder z. bemerkt er ſeine Tuͤcke, und ſeinen Fre⸗ vel wider Gott. 2. Der Herr, den er verhoͤhnte, als er iſt uns Zeit dazu 1 180 Todesangſt. er dem Laſter froͤhnte, kommt, wie die Wetternacht, zu des Gerichtes Schrecken den Suͤnder zu erwecken; denn ſeine Lauf⸗ bahn iſt vollbracht. 3. Gott ſah ihn trotzig handeln, den Weg der Bosheit wandeln, nun haͤlt er bald Gericht, waͤgt auf gerechter Wage nun bald des Frevlers Tage; er waͤget ſie, und ſchonet nicht! 4. Nun ſind die Beß'rungs⸗Stunden der Gnadenzeit verſchwunden; ſie kehren nie zuruͤck. Nun hilft kein banges Flehen, der Suͤnder muß vergehen; es kommt ſ ſein letzter Augenblick. . 7 5. Mit nagendem Gewiſſen irrt er in Duuſterniſen. von keinem Licht erhellt; i ucht auf des Todes Pfade zu ſpaͤt des Hoͤchſten Gnade, will ſich ermannen, ſinkt und ſtirbt. 6. O jammervolles Ende! Mein Hei⸗ land, ſieh', ich wende ſchon jetzt mich hin zu dir. Laß mich einſt ſo nicht ſter⸗ ben! Ach, laß mich nicht verderben! Er⸗ dffne deinen Himmel mir! III. Von handen, , nun hält rechter Re ge; er rir engs⸗Stun den; ſie kä danges zli n; es kon wiſſen irrtat Licht at he zu ſpät chon jezt iſt ſo nichtt verderben ſ IIL 9' umt, die tes 2 Jeſus. 181 III. Von dem Erloͤſer Jeſus Chriſtus. 1. Namen, Wuͤrden und Verdienſte des Erloͤſers. Jeſus. b Mel. O Gott, du frommer Gott te. 115. Dein Name, Jeſu! ſoll, im 182 3 Jeſus. finſtern Thale walle; er ſey mein feſter Stab, daß ich nicht gleit und falle; in Glut mein Schatten mir, ein Schirm vor Satans Wuth; mein Reichthum, Ehr und Ruhm, mein allerhoͤchſtes Gut! 5. Er ſey mir ſtets der Weg, die Wahrheit und das Leben: Er wolle mir zuletzt aus Gnade dies auch geben, daß ich, erſcheinet nun auch mir mein Sterbetag, mit voller Freudigkeit in ihm entſchlafen naag. 6. Dir leb' ich, und in dir, in dir will ich auch ſterben. O, hilf durch dein Verdienſt, aus Gnaden mir ererben das ew'ge Himmelreich, das du mir, Herr! erwarbſt, als du zu meinem Heil den Tod am Kreuze ſtarbſtt!! Mel. Es iſt das Heil uns kommen her ꝛc. erhoͤrte Lieb; und Huld! freiwillig zu ertragen; du der Gerechte ließeſt dich zur Suͤnde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 39— 1 2. So 3 he 110. MRein Jeſu! du kamſt unſre Schuld und unſrer Strafen Plagen, oun⸗ Seudigkeit ⁵ dir, i —, hilf de In mir ere das du n meinem reſſt! Dnmen het bk. lnn * Plagem Nua b (Ste lißtt S ich mihi 1 2. So heißeſt du nicht Jeſus nur, —/ du biſt auch, der du heißeſt, da du dſe menſchliche Natur aus allem Elen reißeſt. Die That ſtimmt mit dem Na- men ein; du kannſt mir, was du heißeſt, ſeyn: Erloͤſer, Seligmacher. 3. Auch iſt in keinem Andern Heil; kein Name iſt gegeben, durch den der Sunder haͤtte Theil an Seligkeit und Leben; du biſt's allein, der Jederman das ew'ge Leben geben kann; gelobet ſey dein Name! a 4. Dein Name, Jeſu, werd'’ in mir durch Gottes Geiſt verklaͤret, auf daß mein Herz, vereint mit dir, was er verheißt, erfaͤhret. Laß mich empfinden ſeine Kraft, die Troſt und neues Leben ſchafft, daß ich den Himmel erbe. Chriſtus. Mel. Nun danket alle Gott zc. 117. Erſchienen iſt der Chriſt, auf den die Vaͤter harrten, und laͤnger duͤrfen wir nun keines Andern warten. Er⸗ kennet Jeſum an, bringt Preis 1u Ell ihm 184 Sohn Gottes. ihm her! Er iſt der wahre Chriſt; Im⸗ manuel iſt er. 2. Er iſts! Der Arme hoͤrt der fro⸗ hen Botſchaft Lehren, und auch der Taube kann, von ihm geheilt, ſie hoͤ⸗ ren; der Blinde ſieht und ſchaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Fuͤße geh'n, und Tode ſtehen auf. 3. Gott iſt mit uns; wir ſehen des Vaters Eingebornen, den Glanz der Herrlichkeit, den Retter der Verlornen. Er, der Peuphetnn Wunſch, den Koͤnige ſttz e ſo gern ſeh'n wollten; er iſt da in Jeſu hhriſt dem Herrn. 4. Er iſt gekommen, uns dem Vater zu verſoͤhnen, und mit Barmherzigkeit die Glaͤubigen zu kroͤnen; er iſt es, der i allein uns ſelig machen kann. Frohlocke, Suͤndenwelt, und nimm ihn glaͤubig an! ih b Sohn Gottes. n Mel. Ein Laͤmmlein geht und traͤgt ic. 118. Lod, Ehre, Preis und Dan! ſey dir, o Jeſu, unſer Leben! Preis⸗ uh wuͤrdig biſt du fuͤr und fuͤr: wer lans dich Ahei d ort derſe ddd auch yeilt, ſi ſchaut des Lahee Zen auf. rir ſehn 2 Glanzi —r Verlomn 5, den Ke tda in — — — —— ans dem d Sarmherjit ger iſt e Ann. Frohle an gläͤubigt Sohn Gottes. b 185 dich genug erheben? Noch eh' die Welt war, warſt du ſchon, o eingeborner Gottes⸗Sohn, und Erbe ſeiner Ehre! Du biſt der Herr der Herrlichkeit, und du bezeerſcheſ weit und breit der Kreatu⸗ ren Heere. A m 2. Dein ſind ſie; denn durch deine raft, ward Himmel, Meer und Erde. Du haſt das Leben uns verſchafft; du ſprachſt zum Engel: werde! Du biſt es, deſſen Allmachtsruf die ganze Welt aus Nichts erſchuf. Du biſt's, der Alles traͤget, was ſichtbar und unſichtbar iſt, was Erd' und Himmel in ſich ſchließt, und was im Meer ſich reget. 13. Und dennoch biſt du uns zu gut in dieſe Welt gekommen; haſt willig unſer Fleiſch und Blut, o Herr! an dich genommen. Ja, aus der ſchreck⸗ lichſten Gefahr zu retten, was verloren war, kamſt du zu uns auf Erden. O Huld, die ſonſt nichts Gleiches hat! Du ſtarbſt fuͤr unſre Miſſethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardſt es uns, und biſt es noch jetzt auf des Himmels Throne; ſuchſt liebreich von der Suͤnde Sochund ihrem 18 Sohn Gottes. b ihrem ſchnoͤden Lohne, die ihr noch die nen, zu befrein; reu voller Suͤnder Troſt zu ſeyn, iſt deines Herzens Freude. Wer zu dir kommt, der findet Ruh, ihn von dir nichts ſcheide. d Bi at de Beundn oeee dn ſtilleſt ihre Klage, und bleibſt, bis Zeit und Welt vergeht, o Herr! noch alle Tage bei uns, bei deinem Eigenthum. Dir, dir ſey ewig Dank und Ruhm fuͤr alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; hilf, daß ich mich nach deinem Sinn in guten Werken uͤbe! Mel. Nun lob' mein' Seel', den Herren t. 1 19. 4 Mein Heiland! tief im Staube bet ich als Gottes Sohn dich an. Ich weiß an wen ich glaube: als Gott haſt du dich kund gethan; du biſt der Erſtgebohrne vor aller Kreatur, kamſt zwar fuͤr uns Verlohrne in menſchlicher Natur; ein Volk dir zu erleſen, er⸗ ſchienſt du in der Zeit: doch eh' die Welt geweſen, warſt du von Ewigkeit. dt 2. Der en Gebet Aſſt, bis z er! noch Eigenth und N ¹ geb' ichm ch mich! Jerken übl en Herrnu 1 Seraphinen, dich, ſohn! mit Freuden dir zu dienen, ſtehn Sohn Gottes. 187 2. Der Himmel und die Erde, ſind durch dein kraͤftig Wort gemacht; auf dein allmaͤchtig Werde! entſtand die Welt mit ihrer Pracht. Du biſt auch unſer Meiſter, du ſchufſt uns, wie das Heer der hoͤher'n Himmelsgeiſter, und liebteſt uns noch mehr; die Strafen unſres Falles nahmſt du am Kreuz auf dich; regierſt nun uͤber Alles, und herr⸗ ſcheſt ewiglich. Vaters 84 Dir Ehre zu erzeigen, dies iſt des Will', es ſoll vor dir ſich alles beugen, dir dienen, deines Lobes voll. Du traͤgeſt alle Dinge, allmaͤchtig durch dein Wort; das Große, das Geringe Tht, wie du wollteſt, fort; bei dir ſteht od und Leben; es wird einſt jede Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. i Pn 4. Wie herrlich iſt dein Name, ſchon jetzt, o Herr, in dieſer Welt! Dich preiſt der Frommen Saame, der glaͤu⸗ big vor dir niederfaͤllt; dort preiſen großer Menſchen⸗ ſie vor deinem Thron. Wer ſollte dein ſich ſchaͤmen? Werth biſt du,— Ruhm ———— — 188 Herr und Heiland. Nuhm von aller Welt zu nehmens ſi iſ dein Eigenthum. 5. Sohn Gottes! ich verehre, ich bete dich in Demuth an. Beſchaͤme und be⸗ kehre, die dir noch nicht ſind zugethan! Die deinem Wort nicht glauben, und dir, der fuͤr ſie litt, die ſchuld'ge Ehre rauben, theil' ihnen Gnade mit, dich glaͤubig zu erkennen, und, welche dich erkannt, die laß von dir nichts trennen erleuchte jedes Land! 1 DHerr und Heiland. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 120. Beainnt ein Lied voll Datt mit freudigem Gemuthe, Erloſte Gottes ſingt dem Vater aller Guͤte! Dem Alle mi, gewaltigen, dem, welcher, groß von i Rath, ſelbſt ſeinen eignen Crof ien ſer Welt gegeben hat! h 2. Gefallen waren wir, und Niemand konnte retten, kein Menſch, kein Engel ſelbſt, uns aus des Todes Ketten; erld⸗ ein⸗ ſen konnte nur die abgefallne Schaar der ſ nd. nehmen, Trehre, ihn Aih ne ind zugete a glauben, ꝛſchuldge Ade mit, t nichts tren Herr und Heiland, 189 eingeborne Sohn, der auch ihr Schoͤpfer war. 3. Er hats gethan! Er hat die Suͤn⸗ derwelt erneuert, vom Tode ſie erweckt. Erloͤſte, feiert, feiert! Er hat errettet, Er; durch ſeiner Liebe Macht, hat er uſsesblichkeit fuͤr uns an's Licht ge⸗ hracht. 4. Wie es verheißen war, er ſollt geboren werden; ward er ein Menſch, wie wir, erfunden in Gebehrden. Doch ſelbſt in Knechtsgeſtalt, erniedrigt bis zum Tod' am Kreuze, war und blieb er dennoch wahrer Gott. 3. Looſingt! So iſt er hin nach Gol⸗ gatha gegangen. Ein Opfer fuͤr die Welt, hat er am Kreuz gehangen. Lob⸗ fingt! wir ſind verſoͤhnt; er hat das Werk der Macht, der Liebe groͤßtes Werk, er hats, er hat's vollbracht! 6. Der Tod hat keine Macht an ihm, er iſt erſtanden; erldſ't ſind wir mit ihm, o Tod! aus deinen Banden. Erhoͤht zum Himmelsthron, gießt er den heil⸗ gen Geiſt auf ſeine Juͤnger aus, der ihn durch Wunder preſit. 7. Geſtuͤrzt ſind weit und Rees 8 Hei⸗ —— ——* 8 ——“ 4 — amnere— ———————— —— ——,— 2— ——— Lebens: 190 Heerr und Heiland. Heidenthums Altaͤre. In Geiſt und Wahrheit bringt, bringt Gott dem Va⸗ ter Ehre! bringt Ehre ſeinem Sohn; der Erdkreis bet' ihn an, und mache uͤberall unei dem Himmelreiche Bahn! d Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns dericr. 99 3 8 5* 2 ——„ A 4 8. 9 5 Die herrlich ſtrahlt der Mor⸗ genſtern! o welch ein Glanz geh't au vom Herrn! Wer ſollte ſein nicht achten Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! du bring'ſt in finſtre Seelen Licht, die nach der Wahrheit ſchmachten. Demn ſie Wort, Jeſul iſt voll Klarheit, fuͤhrt zur Wahrheit, und zum Leben. Wa kann dich genug erheben! 2. Du, hier mein Troſt und dort meig i 8 Lohn! Sohn Gottes und des Menſchen in⸗ Sohn! des Himmels großer Koͤnigl VTon ganzem Herzen preiſ' ich dich! n Hab' ich dein Heil; ſo ruͤhret mich das Gluͤck der Erde wenig. u ndſe⸗he h, Zu dir komm ich 3 wahrlich keiner troͤſtet deiner ſich vergebens, wenn er dich ſucht, Herr des b dd. b 3a Geit 2 Gott den⸗ mem Sohu —mache iin s der i. uhu d lanz geh r in nicht ac Sicht durchhe Selen Lich mnachten. 7 kKlarheit/ zn Leben. 82! 1 18d des M preiſ ich Oruͤhret mi 3u di t a ſtet deum dich! Von Ewigkeit her haſt du mich = ſt und dott! d ein Sohn af hat mich mit dir vereint, er ſelbſt, mein ⸗ großet N. Koͤnig, iſt mein Freund; was i t's das preif i mich betruͤbet? Seele, waͤhle ihn, den Beſten, ihn den Groͤßten, dir zum Freun⸗ Herr und Heiland. 191 3. Durch dich nur kann ich ſelig ſeyn. Geuß tief mir in das Herz hinein die Flamme deiner Liebe; damit ich ganz dein eigen ſey, aus Weltſinn deinen Dienſt nicht ſcheu' und dein Gebot gern uͤbe! Nach dir, nach dir, den ich faſſe und aucht laſſe, ewig wähle, duͤrſtet meine ganze Seelel! erquicken. Du kannſt, Heiland! ſchon hienieden Freude, Frieden, Troſt und Leben der gebeugten Seele geben. 85. Und wie, Gott Vater, preiſ ich in deinem Sohn geliebet; dein Sohn de! Und dann fuͤrchte keine Feinde! 6. Ihm, welcher Tod und Grab be⸗ zwang, ihm muͤſſe froher Lobgeſang mit jedem Tag erſchallen! ihm, unſerm Hei⸗ N land ℳ —— ———y —.——— ———— u4. Von Gott ſtrahlt mir ein Freuden⸗ lüchte die Hoffnung, daß dein Ange⸗ ſicht ich einſtens ſoll erblicken. Du kannſt indeß durch deine Kraft, die Ruh in muͤden Seelen ſchafft, mich ſtaͤrken, mich —————— ————:—ꝛꝛ:õʒ———ÿ— ———-— 192 Herr und Heiland. land Jeſu Chriſt, dem Lamme das er⸗ ſelig meinen Lauf; du weckſt mich am wuͤrget iſt, zum Ruhm und Wohlgefal⸗ len! Toͤnet, toͤnet Jubellieder! Schal⸗ let wieder! daß die Erde voll von ſeinem Lobe werde. 17. Wie freu ich mich, o Jeſu Chriſt daß du der Erſt' und Letzte biſt, de Anfang und das Ende! Du ſchliefßuſt vom Tode auf; deß freu' ich mich oh ie Ende. Mel. Wie ſchon leuchbt uns der ic.) 122. Wie groß, wie angebetet iſt dein Nam, o Heiland Jeſu Chriſt! wit theuer deinem Volke! Wie hell ward in der Finſterniß durch deine Lehre! wie zerriß, wie floh“ des Irrthums Wolke! ia Als du kameſt, hoͤrten Taube, und der g Glaube half den Kranken; Stumme ul ſangen, dir zu danken. verbreiteten; ſind ſie? wo die Hohen und wo die Ewig werd' ich, Herr! doit oben hoch dich loben, dir vertrauen, und iis dein Antlitz freudig ſchauen. „2. Geringe warens, die dein Licht ſag die Weiſen nicht. Wo ahte Rei⸗ 1 3 1 4 N. eid Vohg deder! E oll von ſan b Jeſu 6. Du ſch ins der n. dä = angebent Sſu Chrit bie hell we Sine Lehuel 4 1 Herr und Heiland. 193 Reichen? wo die Macht, vor der des Goͤtzendienſtes Nacht und ſeine Schatten flohen? Macht nicht, Liſt nicht; deine Gaben, Mittler! haben dich verklaͤret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhoͤhn, wir werden deinen Himmel ſehn, den Mreis von deinem Leiden; genießen, was duuns erwarbſt, als du fuͤr uns am Kreuze ſtarbſt: der Engel hohe Freu⸗ den. Welche Gnade, daß wir Suͤnder Gottes Kinder werden ſollen, wenn wir an dich glauben wollen! 1 4. Du haſt dich deiner Herrlichkeit entaͤußert, eine kurze Zeit, fuͤr uns, von Gott verlaſſen; und nun, mit Ruhm und Ehr gekroͤnt, nun machſt du ſelig, die, verſohnt, der Suͤnde Graͤuel haſſen: ihnen willſt du Heil und Leben gerne ge⸗ ben, und uns Allen helfen, daß wir dir 835. Vom Aufgang bis zum Niedergang erſchallet dir der Lobgeſang erretteter Ge⸗ rechten. Unzaͤhlbar ſind die Schaaren ſchon, die gerne dir vor deinem Thron ein wuͤrdig Loblied braͤchten. Ihrer mehr noch, Jeſu! werden, aas auf Erden, ☛ dir bringen. dir lobſingen, Preis und Dank und Ruhm iinn 6. Wie groß, wie angebetet iſt dein Name, Heiland! Jeſu Chriſt! wie herr⸗ lich bei den Deinen! Fuͤhrſt du uns einſt zur ſtillen Ruh'; o wie weit herrlicher wirſt du den Frommen dann erſcheinen! Ewig muͤſſe, dir zur Ehre, ihrer Choͤre me Lob erſchallen; durch die Himmel wiedet., Mel. Herzliebſter Jeſu, was haft du it. R 123. Nie kann ich, Jeſu! dich g nug erheben, du biſt der Weg, die Wahr⸗ i heit und das Leben; durch dich kann ich d der Suͤndenlaſt entnommen, zum Vater kommen. 1 2. Du, Gottes Sohn! du kamſt in uns auf Erden, und gabſt dich hin in mi Marter und Beſchwerden, um Troſt und Heil fuͤr Zeit und Ewigkeiten mir mau zu bereiten. —3. Nun liegt ſie vor mir, deine Se⸗ gensfuͤlle, daß ich daraus den Durſt Ehm der Seele ſtille, den Durſt nach Güͤtern 9 ic Sä haf du n Zeg, died ¹ dich kani dn, zum d Herr und Heiland. 195 IAa die mein Herz erquicken, mich ganz be⸗ 4. Mir fehlte Licht, Gott richtig zu erkennen, froh zu verehren, Vater ihn zu nennen; du aber biſt zum Lichte mir erſchienen, Gott recht zu diennen. 5. Vor deinem Glanzentflieh'n die To⸗ desſchatten, die mich Verblendeten um⸗ gehen hatten; ich ſehe nun, erhellt vom Licht der Wahrheit, des Hoͤchſten Klar⸗ heit. b 6. Verſchloſſen hatt' ich mir durch meine Suͤnden den Weg zu Gott, um Troſt an ihm zu finden; ich ſehnte mich, durch Schuld von ihm geſchieden, umſonſt nach Frieden. 7. Das große Elend haſt du wegge⸗ nommen, biſt mir der Weg, in Gottes Reich zu kommen, dein Opfer ſchafft mir der Vergebung Freuden, und Troſt im Leiden. b 28. Die beß're Zukunft war vor mir verhuͤllet; kein Strahl der Hoffnung, welche Seelen fuͤllet, die ſich unſterblich fuͤhlen, ſchien dem Herzen in ſeinen Schmerzen. n 9. Du aber, großer Mittler! biſt mein Leben, ID6. Herr und Heiland. Leben, willſt aus dem Tod zum Himmel mich erheben, mir ew'ges Heil fuͤr mei⸗ nen Geiſt gewaͤhren, den Leib verklaͤren. 10. Mit tief geruͤhrtem dankbarem Gemuͤthe, verehr' ich, Jeſu! deine große Guͤte. In Himmelswonne preiſ ich dei⸗ nen Namen einſt ewig! Amen! Mel. Wie groß iſt des Almäͤchtigen Gͤte de. 89 1 4 4 1 — — 124. Von Chriſtus Jeſus laßt uns ſingen. Er iſt das Licht, das Heil der Welt. Die Wahrheit flog mit lichten 1 1 1 1 5 8 H 8 Schwingen ihm, goͤttlich ſtrahlend, bey n geſellt. Als Finſterniß gleich Todesſchat, tn⸗ ten noch uͤber allen Voͤlkern lag, und kaum die Weiſen Daͤmm rung hatten kam er, und mit ihm lichter Tag. 2. Er kam, vom Himmel ſie zu lehren) ſehtt, wie vor ihm die Erde ſchweigt; üßn die Heiden nahen, ihn zu hoͤren, wieer den Weg der Wahrheit zeigt. Er lehret nne ſie das Leben kennen, ermuthigt Suͤn⸗ ſn dern Herz und Mund, daß ſie Gott ihren Vater nennen, und ladet ſie zum neuen Bund. and 3. Zum Heil der menſchlichen Ge⸗ ahe ſchlechte, das ſchwer mit Schuld beladen — dan war, ſtellt ſich der einzige Gerechte zum 2 de ha Opfer der Verſoͤhnung dar. Verloren 1n deineg waren Adams Kinder; da gibt ſich hin nen zum Kreuzestod, und ſtirbt fuͤr uns ver⸗ en! n lorne Suͤnder, der Sohn des Gottes Zebaoth. 3 4. Verehrt, verehrt ihn alle Lande! mgen oin Er, Jeſus, der im Grabe liegt, zer⸗ bricht des Todes ehr'ne Bande, lebt ewig, eſus laßte und der Glaube ſiegt. Der Glaube, dieſe he mrung hän w Meſſ 3 Ser Tag. Erdenthronen, ſie hemmen nicht des wrſie zulch Glaubens Lauf. Bald ſind die Feinde all verſchwunden; daß Menſchen Gott nicht u widerſteh'n, und Jeſus Chriſt hat uͤber⸗ igt. Erltz wunden, wird bald der ganze Erdkreis —muthigt éE ſeh'n. — “ Herr und Heiland. b 1972 198 Herr und Heiland. el. Nun lob' mein Seel, den Herrenꝛc. 125., Ben N an emme an len, ſoll, Jeſu Chriſt, dein Lobgeſang(lhl empor zum Himmel ſchallen! dir opfre i bll jede Seele Dank, und jeder der Gebor. nen ſey froh, ein Menſch zu ſeyn! und iſm jeder der Verlornen ruͤhm es, erloͤſt zu ſeyn! Zum Heiland uns gegebenerſchieiſt du, Gottes Sohn. Mit dir erſchien das Leben, mit dir des Himmels Lohn.. t 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor ſuun unſerm Mittler Jeſus Chriſt, und dan 8 ken, daß er Allen Erretter, Freund und um Bruder iſt! Er, gleich der Morgenſon⸗ Fdan ne mit ihrem erſten Strahl, verbreitct Licht und Wonne und Leben uͤberall Durch ihn kommt Heil und Gnade auf 7 unſre Welt herab; er ſegnet unſre Pfa, ir de durch's Leben bis in's Graub. 3. Frohlockt, ihr Mitgenoſſen der heh Suͤnde und der Sterblichkeit! Nicht Herrlichkeit. Zu unſrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er ſeine Bruͤder empor zu Gottes Thron. Er war das Heil der Suͤnder, und der b Ver⸗ wiir eicn dls Lohn de 1 Driſt, undt ar, Fteuui der Morzen ahl, dan Leben uͤban und Gnade Onet unſte zrab. Dittgenoſſe 1 Ichkeit! J =Eingang i Sen hern 3 unn 15 Herr und Heiland. 199 Verlornen Hort; hier ſind ſie Gottes Kinder und Gottes Erbe dort. 4. O du, dem jetzt die Menge der äll Engel und Verklaͤrten ſingt, vernimm b die Lobgeſaͤnge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warſt einſt auf Erden, was deine Bruͤder ſind: ein Dulder der Beſchwerden, ein ſchwaches werden einſt deine Bruͤder ſeyn, wann ſie, entruckt der Erden, ſich deines An. b ſchau⸗ ns freu'n. 5. Bald ſind wir zu dem Lohne der Himmelsbuͤrger dort erhoͤht. Nah' ſind wir dann dem Throne, und ſchauen deine Majeſtaͤt; nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; erhaben uͤber Sterne, dir naͤher, jauch⸗ zen wir. Dann ſchallt durch jede Sphaͤ⸗ re, Herr! unſer Lobgeſang: dem Ewigen ſey Ehre⸗ dem Weltverſohnen Dankie Nel. Wie doß it des Allmäͤchtigen Guͤte z. 126. Was waͤr ich ohne dich gewe⸗ ſen, und ohne dich, was wurd ich ſeyn? Von Furcht und Angſt noch nicht gene. en, Menſchenkind. Was du nun biſt, das 200 Herr und Heiland. ſen, ſtuͤnd' ich in weiter Welt allein. Nichts wuͤßt' ich ſicher, was ich liebte; die Zukunft waͤr ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz ſich tief betruͤbte, wem thaͤt ich meinen Kummer kund? em 2. Allein, verzehrt von Lieb' und Sehnen, ſaͤß' ich in Nacht bei hellem Tag: ich folgte nur mit heißen Thui⸗ nen dem wilden Lauf des Lebens nachz ich faͤnde Unruh' im Getuͤmmel, und hoffnungsloſen Gram zu Haus; wie hielt ich's, ohne Freund im Himmelh wie hielt ich's hier auf Erden aus 3. Haſt aber du dich kund gegeben iſt ein Gemuͤth erſt dein gewiß; wie ſchnell verzehrt ein lichtes Leben die bo denloſe Finſterniß? Mit dir bin ich erſt Menſch geworden; mein Schickſal wird verklaͤrt durch dich, und ſelbſt im rach hen, kalten Norden bluͤhen Paradieſe froh um mic. Wieſe 4. Das Leben wird zur Feierſtundes die Welt ſpricht Liebe mir und Luſtt ein heilend Kraut waͤchſt jeder Wunde, und frei und voll klopft meine Bruſt. ſur ſolche Guͤte, ſolche Gaben, ergibt ““ mei⸗ Setümmeh 1 Hauct Himme — kund gegi =n gewißt *¹ Leben di dir bin ich * Schickſalt ſelbſt imt ih'n Paudd bei uns auf Erden; im Glauben ſchauen Herr und Heiland. 201 meinem Freund ich haben; die Seele ſtrebet himmelwaͤrts. 5. Ol ſuchet mir auf allen Wegen, und holt die Irrenden herein; ſtreckt jedem eure Hand entgegen, und ladet oh ſie zu uns ein! Der Himmel iſt win ihn an; die eines Glaubens mit ats werden, auch ihnen iſt er auf⸗ 31 6. Ein alter, ſchwerer Wahn von Suͤnde war ſonſt an unſer Herz ge⸗ bannt; wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Luſt und Reu zugleich entbrannt; ein jedes Leid ſchien uns Verbrechen, der Menſch der Gottheit Feind zu ſeyn; und ſchien der Himmel uns zu ſprechen, ſo ſprach er nur von Tod und Pein. 1 lnS r. Das Herz, des Lebens reinſte Quelle, ein boͤſes Weſen wohnte d'rin; und war's in unſerm Geiſte helle, ſo war nur Unruh' der Gewinn. Ein ei⸗ ſern Band hielt an der Erde die beben⸗ den Gefangnen feſt; Furcht vor des Todes⸗Engels Schwerdte verſchlang der Hoffnung Ueberreſt. 2 Da 202 Herr und Heiland. 8. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menſchenſohn voll Lieb' und Macht; durch ihn ward ein belebend Feuer in unſerm Innern angefacht. Nun ſahen wir den Himmel offen, als unſ rer a Seele Vaterland; wir konnten glauben, ⸗ durften hoffen, und fuͤhlten uns mit Gott verwandt. b* „9. Seitdem verſchwand in uns die 5 Suͤnde, und froͤhlich wurde jeutt i Schritt; man gab, damit ich fruͤh ihn ⸗ finde, der Jugend ſeinen Namen mit Durch ihn geheiligt, zog das Leben i voruͤber, wie ein ſelger Traum, und, geben, bemerkte te ew'ger Lieb' und Luſt er⸗ man den Abſchied kaum. 110. Noch ſteht in hehrem Gottes ſir glanze der heilige Geliebte hier; geruͤhrt von ſeinem Dornenkranze und ſeine Treue, weinen wir; ein jeder Menſch i ſey uns willkommen, der ſeine Hand mit uns ergreift, und, in ſein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Pa t radieſes reift. 2. Sen⸗ 3 ein Vefi t hend Faut Anten glaux lten und 8) in unh wurde r ih ſ 2 Namen sg das W „Traumi oben, bemn ehrem En hier; geih 1 sze und ſt jeder R er ſeine in ſein h rrucht do 2 aus Gnaden uns erſetzt. 2. Sendung, Ankünft und Geburt hmdes Erloſers. NMel. Es iſt das Heil uns kommen her tiwt. IE!. Heil uns! aus unſrer Suͤn⸗ den Noth, iſt Rettung uns erworben; der Herr will nicht des Suͤnders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er 18 Gn Wie werth ſind wir vor ihm geſchaͤtzt! Wie groß iſt ſein Erbarmenn! 2. Selbſt ſeinen eingebohrnen Sohn ſandt' er zu uns auf Erden; von aller Suͤnd' und ihrem Lohn ein Retter uns zu werden. Er kam; mit ihm kam unſer Heil: er kam, am ewegen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Gelobt ſey Gott, gelobt ſein Sohn, der Retter unſrer Seelen! Nun kann uns, auch auf Erden ſchon, das wahre Gluͤck nicht fehlen: getroſt und froh in Gott zu ſeyn, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott fuͤr uns verordnet. 4. Herr! laß uns dieſe Selig⸗ ei 204 Sendung Jeſu. keit doch uͤber alles ſchaͤtzen! Nie koͤn⸗ nen Guͤter dieſer Zeit den Mangel uns erſetzen, wenn uns das hoͤchſte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuver⸗ ſicht zu dir, Gott, unſerm Vater! 5. O lenk auf dies erhab'ne Gluͤck der Seele ſtaͤrkſte Triebe! Zeuch maͤchtig unſer Herz zuruͤck von ſchnoͤder Sän⸗ t denliebe! Der Herr erſchien auch um zum Heil; laßt uns in wahrem Glau⸗ den Theil an ſeiner Gnade nehmen. uin Mel. Werde munter mein ꝛc. 128. Mit bewunderndem Gemu⸗ the, wag ich, Hoͤchſter! einen Blick in die Tiefen deiner Guͤte, und er kehrt erſtaunt zuruͤck; tief anbetend preiſ ich dann, wie die Gottheit lieben kann und, daß Suͤnder ewig leben, ihnen will die Schuld vergeben. 2. Dank ſey dir, o Gott der Liebet fuͤr den ew'gen Friedensrath! fuͤr das was aus freiem Triebe dein Erbarmen fuͤr uns that; fuͤr das theure Loſegeld, der verlornen Suͤnderwelt, durch des Ein⸗ 8 — tzen! N den 4 as hochſtt 35 voll 1 om Vann rhabne Zeuchn ſuna hien aue wahrem ade nehma nein it. rndem 60 einen B = und ert rtend preſ = lieben t 8 leben, ——— 2 Zott der erathl ſit dein Erbu heure Lit elt, duuc⸗ gelt —— — — wie bͤſung Antheil nimmt. Sendung Jeſu. 205 Eingebornen Sterben, Heil und Leben zu erwerbeen. 3. Ol ein Rathſchluß voll Erbarmen, voller Huld 1 und Freundlichkeit, der uns ſchuldbelad'nen Armen deiner Gnade Troſt verleiht! Da der Sohn ſich fuͤr uns gab in den Tod und in das Grab; fall ich nicht verloren gehen, ſoll ich Heil und Leben ſehen. te Ewig ſey mit Dank beſungen, was dein Rath beſchloſſen hat! Mit uns preiſen Engelzungen, Gott der Liebe! deinen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft mit Staunen hoͤrt; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergruͤndet. 8 5. Doch du haſt in deinem Rathe, Herr! die Ordnung auch beſtimmt, der Suͤnder an der Gnade der Er⸗ le Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft ſeines Undanks Lohn; ſein beharrlich Widerſtreben raubt ihm Gnade, Heil mir darnach ſtreben, meines Heils gewiß zu ſeyn; richte 6. Vater! hilf ſelbſt mein ganzes Leben ganz nach dei⸗ nem 2os nem Willen ein! daß des Glaubens ————ÿü;— — Sendung Jeſu. Frucht und Kraft, die dein Geiſt im Herzen ſchafft, mir das ſich're Zeugniß geben: ich ſey auf dem Weg zum Leben. 7. Laß mich meinen Namen ſchauen in dem Buch des Lebens ſteh'n; dann kann ich auch ohne Grauen meinem Tod entgegengeh'n. Halt' ich feſt im Glauben nur; dann wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, Guitt mich dir entreißen koͤnnen. unn Met. Ach was ſoll ich Sinder t. 129. Ach, wie groß iſt deine Gnade 4 du getreues Vaterherz! daß der Men ſchen Noth und Schmerz, daß dich aller Suͤnder Schade hat erbarmt ſo vaͤter 4 lich, uns zu helfen ewigliht. 2. Alſo haſt du uns geliebet! willſt, daß wir von aller Pein frei und ſelig ſollen ſeyn, daß dein Sohn ſich ſelbſt hingiebet⸗ und beruft uns allzumal zu em großen Abendmahl. 3. Ja, dein werther Geiſt bezeuget uns durch Tauf' und Abendmahl, dei⸗ ner „* zunder. ſt deine Gn daß der h s daß dich rarmt ſorb 1 1 Glauben ſchenkt, daß uns Hoͤlle und Tod nicht kraͤnkt. erbarm dich unſ'rer und erhoͤre, nimm frei und du die Liebe, wirſt ſieſeun. 2. Um zu dir uns zu etheben⸗ hauchſt Sendung Jeſu. ner Gnade heilge Wahl; der die der⸗ zen zu dir neiget, der uns Kraft zum 4. Weil die Wahrheit nicht kann luͤgen, weil ich ihr vertrauen feſt; weil au Keinen je verläͤſſſt, weil dein Wort nicht kann betruͤgen, bleibt mir deine Zeligkeit unverruͤckt in Ewigkeit. 5. Lob ſey dir fuͤr deine Gnade, du getreues Vaterherz! daß dich meine Noth und Schmerz, daß dich auch mein See⸗ lenſchade hat erbarmt ſo vaͤterlich; da⸗ unm lob' ich ewig dich. el. Wachet auf ruft uns ꝛc. 1 130. Oerr! wir ſingen deiner Ehre, nͤdig unſer Loblied an! Herr, wir dan⸗ ken voll Entzuͤcken! Wo iſt ein Gott, der ſo begluͤcken, ſo lieben und ſo ſegnen kann? O Gott! den wir erhoͤhen, du, deſſen Heil wir ſeh'n, biſt die Liebe; ſchon vor der Zeit, in Ewigkeit, warſt ————*———. —————õʒᷓ;—— 6 8— ———jj 8 4 ——— als deine Gnade erbarmend uns voruͤben 208 Sendung Jeſu. du in unſre Bruſt das Leben, und ſchen⸗ keſt uns der Erde Gluͤck. Um zu dir uns zu erheben, entzieh'ſt du unſrer Bruſt das Leben, und ſchenkeſt uns des Him⸗ mels Gluͤck. Du gibſt das Leben, Gott! Du ſendeſt uns den Tod nur zum Sel gen; biſt liebevoll; nur unſer Wohl, nicht unſer Elend ſchaffeſt du. 100 3. Als wir, von der Suͤnde Plaͤgen gequaͤlt, in unſerm Elend lagen, uͤnd Nacht des Todes uns umfing, fern voß deiner Wahrheit Pfade; da war es Gott ging. Da rief dein Vaterblick durch Je⸗ ſum uns zuruͤck von der Suͤnde; von ih rer Nacht ſind wir erwacht, dein Licht o Gott, dein Heil zu ſeh'n. 2201c. 4. Preiſet ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde ſtieg ſein Sohn hernieder, wals Menſch, und ſtarb der Suͤnder Tod. Chriſtus hat den Tod bezwungen; eut neues Lied werd' ihm geſungen! Uns ſegnet und begnadigt Gott: wir ſind mit ihm verſoͤhnt. Ihr Lobgeſaͤnge, toͤnt! toͤnt zum Himmell erſchallt ſchon hier! Einſt knieen wir an ſeinem Thron und beten an. Mel. b — —— =— —— ——— 8— — — —— —— — 2— — — — Sendung Jeſu. 209 Mel, Iun ſich der Tag geendet a. 1 31. Alſo hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns ſeinen Sohn 4 Häland giebt; wie hat uns Gott 12. Was ſein erbarmungsvoller Rath, ſchon in der Ewigkeit, zu unſerm Heil heſchloſſen hat, vollfuͤhrt er in der Zeit. dn. Er, aller Menſchen hoͤchſtes Gut, der alle ſegnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleiſch und Blut, doch ohne ölick att A. Ich freue mich, mein Heil! in dir; 1inde; den du wirſt ein Menſch wie ich. Was fehlt un wir nun? Iſt Gott mit mir, wer iſt dann 4 wider mich? 2 Pelliederl u5. Du, Sohn des Allerhoͤchſten! wirſt enieder N Auch mir Rath, Kraft und Held, wirſt Suͤndet Vater mir und Friedensfuͤrſt; du wirſt Szwungn das Heil der Welt... eſungen!h.16. Was mir zum Heiligſeyn gebricht, —„ das, Herr! erwarbſt du mir. Verſoͤh⸗ ne Lobzen nung, Leben, Troſt und Licht, das hab ii ich nur von diirr. 7. Dein Mangel bringt mir reiches Heil; dein Leiden ſtillt mein Leid. Durch —õxiiiiii—* 8 — ——— ———— — — ——— 210 Sendung Jeſu. dich, Erloſer, hab ich Theil an deiner Herrlichkeit. 8. Gelobt ſey Gott; gelobt ſein Sohn, durch den er Gnad erweiſt! Lobt, Engel! ihn vor ſeinem Thron! Erheb'’ ihn auch, mein Geiſt! d. Mel. Von Gott will ich nicht laſſen ꝛc. 132. Erhebt den Herrn, ihr From⸗ men! Er haͤlt, was er verſpricht. De Heiland iſt gekommen, der Voͤlker Troſt und Licht. Gott, der uns nicht verſtoͤßt hat, uns zum Heil und Leben, ſelbſt 8 feen Sohn gegeben; durch ihn ſind wit 2. Erlöſt! O welche Liebe hat uns de Herr erzeigt; mit welchem Vatertriehe ſein Herz zu uns geneigt! Von ſeiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Suͤndern zu erwerben, ſein eingeborner Sohn! 3. Er kam iu uns auf Erden in ar⸗ mer Knechtsgeſtalt; voll Muͤhe und Be⸗ ſchwerden war hier ſein Aufenthalt. Der ihm gegeb'nen Macht enthielt er ſich Lobt, En hheb in 1 V lbe hat un mn Vateit ¹ Von ſth Rettung l zu erwet Sendung Jeſu. 211 ſich mit Freuden, bis er, durch Todes⸗ leiden, ſein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lobgeſang! Erloͤſte Men⸗ ſchen, ſinget dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unſ rer Seele Schaden! O nehmt ihn glaͤubig an! 5. Du, Freund der Menſchenkinder, verwirf uns, Jeſu, nicht! dein Name: Heil der Suͤnder, iſt unſre Zuverſicht. Drum kommen wir zu dir. Hilf uns, die Macht der Suͤnden allmaͤchtig uͤber⸗ winden; denn dein, o Herr, ſind wir! 6. Bei dir ſteht unſer Leben; zu un⸗ ſerm ew gen Heil haſt du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns 1 dir folgſam ſeyn! Was wird uns, Herr⸗ dann fehlen? Dann werden unſre See⸗ len ſich Gottes ewig freun. Ankunft Jeſn. Ankunft Je f u. Mel. Nun kommt der Heiden ꝛc. 133. Gott ſey Dank in aller Welt, der ſein Wort beſtaͤndig haͤlt; und der Sunder Troſt und Rath in die Welt geſendet hat. 2. Was der alten Vaͤter Schaar hochſter Wunſch und Sehnen war, was ihr Glaube dunkel ſah, Heil uns! iſt un Lichte da.“ 3. Hier iſt mehr als Davids Sohn; unvergaͤnglich iſt ſein Thron; Licht der Seelen, ew'ges Heil, wird durch Jeſum uns zu Theil. 4. Sey willkommen! jauchzen witz alles finden wir in dir; richte du dir eine Bahn auch zu meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkoͤnig, ein! 6 gehoͤret dir allein; weih' es dir, und mach' mich frei von der Suͤndenſclavere! 6. Und wie du voll Sanftmuth kamſt, jedes Suͤnders dich annahmſt; ſo er⸗ ſcheine ſanft auch mir, und vereine mich mit dir! 7. Staͤrk und troͤſte meinen Sinn, Rin wenn ich ſchwach und zaghaft binz wenn ſu. ſen c. n aller W zaͤllt; ud i di zaͤter ein den warue eil unsl davids Eh on; Lich 7 ndenſclate fftmuth l ahmſt; ſi und den⸗ geſang! Ankunft Jeſu. 215 wenn der Hoͤlle Macht und Liſt wider mich geſchaͤftig itt 8. Dank dir, Held! der fuͤr mich. ſtritt, der der Schlange Kopf zertritt; gib mir Kraft, damit ich frei von der Macht des Boͤſen ſey. 9. Laß mich, wenn du, Lebensfuͤrſt! herrlich wieder kommen wirſt, einſt zu deiner Rechten ſteh'n, und mit dir zum 5 2 Himmel geh'n! 66 Mel. Lobt Gott ihr Chriſten allzugleich ꝛc. 1,34. Er kommt, er kommt der ſtarke Held, voll goͤttlich hoher Macht; ſein Arm zerſtreut, ſein Blick erhellt des Todes Mitternacht! 8 12. Wer kommt zu uns, wer iſt der Held voll goͤttlich oher Macht? Der eiland iſt S! Lobſinge Welt! Dir wird dein Heil gebrach. 73. Dir, Menſchgeword'ner! ſingen wir Anbetung, Preis und Dank: an deiner Krippe ſchalle dir der Erde Loh⸗ 3 3 42 3 8 2 2 8 8 Mel. gleich verdorben, o ſo haſt du neno Kraft uns zur Heiligung verſchafft, und lichkeit dort zu deiner Rechten erben; Ankunft Jeſu. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ꝛc. 135. Der du uns das Heil errun— gen, Menſch gewordener Gottesſohn! ewig ſey dir Lob geſungen, daß du it von des Himmels Thron biſt in dieſe Welt gekommen, und, uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleiſch und Blut haſt ſo willig angenommen, und mein Bruder worden biſt; ſey gelobt, Herr Jeſus Chriſt! 2. Du, du biſt der Voͤlker Segen; uns vom Elend zu befrein, kamſt du liebend uns entgegen, wollteſt unſck Heiland ſeyn. Hat die Suͤnd' und 8 die Tuͤchtigkeit erworben, einſt, volt Suͤnden voͤllig rein, deinem Bilde gleich zu ſeyn. ſh 3. Du, doyr Mittler deiner Bruͤder, ſchenkteſt uns ein ew'ges Heil; dein Verdienſt erwarb uns wieder an dem Himmelreiche Theil, und wir werden, wenn wir ſterben, nach vollbrachter Pruͤfungszeit, Leben, Wonn’' und Herr⸗ dieſe —— 2— —— ——;y —»* 1 — ———— nicht u. S Hel em Gotriit gen, 9 biſt in i Sterdit Fleiſchm onmmg z ſcy g olker 2 —— q— — ein, kamf voltteſt Ankunft Jeſu. 215 dieſe frohe Zuverſicht haͤlt ein Anker, der nicht bricht. 4. Herr, wie groß iſt deine Gute! Meine Seele freut ſich dein. Laß doch immer mein Gemuͤthe voll von deinem Lobe ſeyn! Deine Huld iſt unermeſſen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgſam auf dich bau'n, deiner nimmer⸗ mehr vergeſſen. Gib, daß ich fuͤr deine Treu' ewig dir ergeben ſey! nn Jeſu meine Freude ꝛc. 18 6. Jeſus iſt gekommen! Dankt ihm, ſeine Frommen! dankt ihm, daß er kam; daß er hier auf Erden, unſer Heil zu werden, ſeine Wohnung nahm. Menſch, wie wir, erſchien er hier, ſei⸗ nes Vaters gnaͤd'gen Willen an uns zu erfuͤllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, 1 daß er Allen Freund und Bruder iſt! Gott auf ſeinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jeſum Chriſt. Welch ein Heil! am Sohne Theil, Theil durch ſeiner Sendung Gaben, ſelbſt an Gott zu haben! 3. Keine e — ——— 4 4½ 3 5 A 1 4 4 5 4 216 Ankunft Jeſu. 3. Keine Macht der Leiden, ſoll von ihm uns ſcheiden: Er bleibt ewig treul Dort wird er vom Boſen voͤllig uns erlbſen, hier ſteht er uns bei. Unſer Freund, mit Gott vereint, kann niche ſeine Bruͤder haſſen, noch ſie huͤlffde laſſen.( ao 9 4 16 19 19₰ K 4. Wann wir einſt ermuͤden, fuͤhrt mit er uns zum Frieden, in des Grabes Nacht. Unſre todten Glieder gibt die Erde wieder, ihm, der ſie bewacht. Je ſus ruft uns aus der Gruft, er, d ſelbſt den Tod einſt ſchmeckte, den eint Staub bedeckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unſern Bruder ſchau'n. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier vel⸗ ſucht, wie wir: uͤberſchwaͤnglich wirdu lohnen, und der Schwachheit ſchonen⸗ 6. Eilt nun, eilt, ihr Suͤnder, werde Gottes Kinder, glaubet an den Herrn! Eilet doch, ihr Frommen, ſeyd, wie er vollkommen, und gehorcht ihm gern! Preiſet ihn, daß er erſchien, preiſt ihn ewig, ihm gegeben, durch ein goͤttlich Leben! Mel. == 5 des Giih jeder gihn bewach.) ckte, den 9 R ne werdenn ſchaut. llen geben vard hierſt inglich wi hheit ſchon uͤnder, vel Ankunft Jeſu. 217 Mal Ven Gott wit ih nict lafen. 137. Ma Erſ, o Mauſcentun der, macht euer Herz bereit! Er kommt, das Heil der Suͤnder, der Herr der Herrlichkeit! Er kommt von ſeinem Thron, voll Huld, zu uns hernieder, wird einer unſrer Bruͤder, er, Gottes liebſter Sohn. 3602. Er eilet voll Verlangen, uns Ar⸗ nien ſich zu nah'n. Ihn wuͤrdig zu em⸗ pfangen, macht eilig ebne Bahn! Der einſt im Fleiſch erſchien, der will auch 1m nicht verſchmaͤhen, bei euch jetzt einzu⸗ gehen; d'rum auf! emfanget ihn! 3. Die ihr gerecht euch duͤnket, legt ruern Duͤnkel ab! Erniedrigt euch, und ſinket von euerm Stolz herab! Die ihr um Gnade fleh't, wiſſt daß ihr hier ſie findet; denn wer ſein Nichts empfindet, der wird von ihm erhoͤhtä. . Wer wahre Demuth liebet, und ſeine Maͤngel fuͤhlt, daruͤber ſich betruͤ⸗ bet, nicht mit der Suͤnde ſpielt; wer ganz voll Glauben iſt, dabei ſein Fleiſch beſtreitet, nur der iſt recht bereitet; zu ihm kommt Jeſus Chriſt. b 5. Ach! 218 Ankunft Jeſu. 5. Ach! mache du mich Armen, in meiner Gnadenzeit, aus Guͤte und Er⸗ barmen, mein Jeſu! ſelbſt bereit. Wie ſeufzt das Herz nach dir! Bald jauchzt es dir entgegen: komm, komm mit dei⸗ nem Segen, und wohne ſtets in mir! Eijgene Melodie. 1 38. Wie ſoll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir? o aller Welt Verlangen! du meiner Seele Zier! 9 Jeſu, mich regiere, und deinen Geiſt verleih’, damit, was dir gebuͤhre, mir kund und wiſſend ſel! pp 2. Dein Zion ſtreu't dir Palmen und gruͤne Zweige hin; ich will zu Freuden⸗ pſalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herz ſoll willig bringen Anbetung, Dant und Preis; mein Mund dir froh lobſin⸗ gen, ſo viel ich kann und weiß. 0% 3. Was haſt du unterlaſſen zum Troſt mir und zur Freud', als tiefgebeugt wir ſaßen in Suͤnd und großem Leid? Als mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, biſt du, mein Heil, 4 gekommen, und haſt mich froh gemacht. 4. Ich gebuͤhre, 1 „Palma 1 il zu Freu Sinn. M Reichthum thut. Ankunft Jeſu. 21¹9 4A. Ich lag in ſchweren Banden, du kommſt und machſt mich los; ich war in Spott und Schanden, du kommſt, und machſt mich groß; du heb'ſt mich hoch zu Ehren und ſchenk ſt mir großes Gut, das ſich nicht laͤßt verzehren, wie ird ſcher 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir, vom Himmelszelt, als dein unend⸗ lich Lieben, womit du alle Welt in ihren tauſend Plagen und großer Noth und Laſt, die kein Mund kann ausſagen, ſo feſt umfangen haſt. 6. Das ſchreib' dir in die Herzen, du tiefbetruͤbtes Heer! bei welchem Gram und Schmerzen ſich haͤufen mehr und nehr. Seyd unverzagt! ihr habet die Huͤlfe vor der Thuͤr! der eure Herzen abet und troͤſtet, ſtehet hier. 1 117. Ihr duͤrft euch nicht bemuͤhen, noch ſorgen Tag und Nacht, ihn zu euch hin⸗ zuziehen mit eurer Bitten Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, iſt voller Lieb' und Luſt, all Angſt und Noth zu ſtillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch durft ihr nicht erſchrecken vor eurer Suͤnden Schuld; nein! Beſas uil b ie —————————— 2*—— —— 5 4——— 4 *— 4 weeeen ſſſſſſſ— — e—— 3—— 8 220 Ankunft Jeſu. ſie decken mit ſeiner Liebf und Huld. ke kommt, er kommt, den Suͤndern zu wah⸗ rem Troſt und Heil; ſchafft, daß bei Got⸗ tes Kindern verbleib ihm Erb' und Theil. 9. Laßt nun die Feinde draͤuen; weicht darum nicht zuruͤck! Der Herr wird ſie zerſtreuen in einem Augenblick. Er 82 7 kommt, er kommt, ein Koͤnig, dem au denſaal! — x —— Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛct. J100f 4 Chor. 1 10 139. Er kommt! er kommt! gehl ihm entgegen! der Heiland aller Welt erſcheint! Er bringt euch Leben, Heil und Segen, und ſtillt die Thraͤ⸗ nen, die ihr weint; er fuͤhrt euch aus des Irrthums Nacht, befreit euch von der Suͤnde Macht. 1 Ge⸗ n, ach k allzumal deinen z — — reit e U — Ankunft Jeſu. 221 .IgGemeinde Wir kommen, Freund verlorner Suͤn⸗ der! lobſingen dir, Rath, Kraft und Held! dir Friedensfuͤrſt und Ueberwin⸗ der, der unſern Feind zu Boden faͤllt; obſingen dir; du heißt, du biſt, der lobſin, rrue Mittler Jeſus Chriſt. 2. Er kommt, der Schoͤpfer aller Dinge, mit ſanftmuthsvoller Majeſtaͤt; ein Suͤnder iſt ihm zu geringe, der hi um Gnad' und Huͤlf anfleh't. Auf! d 8 & 8 ,2 ah't euch ihm mitZuyerſicht; der Suͤn⸗ rfreund verſtoͤßt euch nichh!!— h e ue1e Wir kommen, Herr! laß uns em⸗ pfinden, wie ſehr du haſt die Welt ge⸗ liebt; daß Furcht und Gram und Sor⸗ en ſchwinden und ſich das Herz dem heſt ergiebt: daß deine Niedrigkeit hebt zu Gott, was in dem Staube lebt. Chor. b 4 3. Erhebt dem Heiland eure Herzen und huldiget ihm heute gern! Wollt ihr die Gnadenzeit verſcherzen; ſo ſehet ihr dereinſt den Herrn als Richter komunen, und 222 Ankunſt Jeſu. und er ſpricht: weicht, weicht von mir! euch kenn ich nchhlt! Gemeinde. Herr! unſre Herzen ſtehen offen; zeuch, ſanftmuthsvoller Koͤnig, ein! Was außer dir die Menſchen hoffen, iſt dun⸗ Eitelkeit und leerer Schein. Du ſchenkſt iu allein Gerechtigkeit und goͤttliche Zuftie. u denheit. 2—— ——————— eraenreaenei lrcce 2 Mel. Ach was ſoll ich Suͤnder ec. M 140. b Kommſt du, kommſt dur eccicht der Heiden! Ja du kommſt und MNllaaͤumeſt nicht, bringeſt uns, was uns gebricht, retteſt uns aus allen Leiden, Heiland! meines Herzens Thuͤr' ſteht dir offen, komm zu mirt! um 2. Ja du biſt bereits zugegen hier auf Erden, Gottesſohn! und mein Herz em⸗ p iindet ſchon deinen gnadenvollen Segen, ddene wundervolle Kraft, die der Menſch⸗ heeiitt Heil verſchaffft. b G 3. Herr! erwecke mein Gemuͤthe, oͤffne elber mir den Mund, daß ich jetzt aus Herzensgrund dankbar preiſe deine Gute wei Ader t. kommſt kommſtu 8, was allm Len. Thur ſegen ſn rein Hetz vollen S e der M Mn emäthe, ich jetzt 1 ſe deine h 1 V dem Eiteln mich entreißt, und gib Aras 2 Schlaugenbiſſen, deren Sift Ankunft Jeſu. 225 weil du auch, Herr Jeſu Shriſtt m mit 6 zu gut gekommen biſt! 4. Adle mich durch deine Liebe, d te, daß mein Geiſt ſich, dir zu gefallen, uͤbe! Dich zu lieben ſtark und treu, ſteh⸗ mit Kraft mir Schwachen beil 865. Schenk mir deines Geiſtes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, bis ich einſt durch deine Huld, uͤber Suͤnd und Welt erhaben, mit den Engeln dir alsdann: K oſiannar ſingen kann! Mel. Werde munter mein ꝛc. 141. Warum! willſt du draußen ſie hen? du Geſegneter des Herrn! eile zu mir einzugehen, bleibe doch nicht laͤnger ſern! Jeſu, Herr der Herrlichkeit, Hel⸗ fer in der rechten Zeit, heile du in mei⸗ nem Herzen alle Wunden, die mich ſchmerzen! d 2. Mein verwundetes Gewiſſen, das ſo ſchwer verſchuldet iſt, 1 irds s von mcch zerfrißt; 224 Ankunft Jeſu. mich, Furcht und Schrecken regen ſich vor dem Richter meiner Suͤnden. Ach! wo ſoll ich Troͤſtung fidene: 3. Flieh ich, um die Angſt zu lindern, zu erleichtern meine Pein, zu der Welt und ihren Kindern, fall ich nur noch tiefer derein; da iſt Troſt, der mich be⸗ truͤbt; Freude, die mein Ungluͤck liebt. da ſind Freunde, die mein lachen; Hel fer, die mir Wehmuth machen. nhn 4. In der Welt iſt Alles nichtig, Reichthum, Luſtbarkeit und Ehr'! Hab ich Hoheit, die iſt fluͤchtig; hab' ich Reichthum, was iſt's mehr als ein Gluͤck der armen Erd’? alle Luſt, was iſt ſie werth? Oft, daß morgen mich gereuct was mich heute hoch erfreuet. nn 5. Aller Troſt und alle Freude ruht in dir, Herr, Jeſu Chriſt! Hirte, du allein gibſt Weide, die dem Geiſt genuͤgend iſt. Leuchte mir, o Freudenlicht, eh vor Gram das Herz mir bricht! Jeſu! komm, laß erquicken! 6. Jeſu, Helfer, Troͤſter! kehre du isd in meinem Herzen ein! dieſe Bitte nur erhoͤre: laß dein Eigenthum mich ſeyn! dich erblicken! komm, o komm, mich zu ſg omm, vii Ankunft Jeſu. 225 Du biſt's, der es treulich meint; was mir noch ſo ſchaͤdlich ſcheint, alles dient zu meinem Frommen, wenn du, Herr! mich angenommen. 1I. 7. Was ich Boͤſes hab begangen, al les iſt dann abgeſchafft; deine Liebe nimmt gefangen meiner Suͤnden Macht und Kraft, und bleib' ich nur dir getreu, o ſo geln droben dich dann werde ewig loben. Mel. Von Gott will ich nicht laſſen ie. 142. Auf, auf! ihr Reichsgenoſſen! der Koͤnig kommt heran! empfanget un⸗ verdroſſen ihn, der euch helfen kann! Mit heiliger Begier laßt uns ihm Ehre brin⸗ gen, ihm: Hoſiannal ſingen; das Heil der Welt iſt hier! e 2. Seyd fromm, ihr Unterthanen! der Koͤnig iſt gerecht; eilt, ihm den Weg zu bahnen, und machet alles recht! Fuͤrwahr, er meint es gut; derum laſſet uns die Plagen, die er uns ſchickt, er⸗ tragen mit unerſchrocknem Muth. 3. Faßt Muth, ihr Tiefbetruͤbten! P 2 euch leibt es feſt dabei, daß ich mit den kn. 226 Ankunft Jeſu. euch hilft des Koͤnigs Macht; an ſeine Vielgeliebten hat er ſchon laͤngſt gedacht. Wir ſollen Kinder ſeyn des Vaters aller Gnaden; was kann uns dann wohl ſcha⸗ den der Truͤbſal Angſt und Pein? e 4. Und wenn gleich Krieg und Flam⸗ men uns Alles rauben hin; ſtuͤrz auch die Welt zuſammen, uns iſt es doch Ge⸗ winn. Wenn gleich ein fruͤher Tod, die wir geliebt, genommen, getroſt! ſie ſind gekommen in's Leben aus dem Tod. 5. Auf, auf! betruͤbte Herzen, der Koͤnig iſt euch nah'! Hinweg mit Angſt und Schmerzen; ſchon iſt der Helfer dal ä Auf, tretet froh heran, den Heilandzu begruͤßen, der alles Leid verſuͤßen, der uns erloͤſen kann! n 6. Auf dann und hofft ihr Armen) der Koͤnig ſorgt fuͤr euch; er machet, voll Erbarmen, die Seinen groß und reichh in Er, der ſich ſelbſt uns giebt, wit wirdet Uin den bedenken mit koͤſtlichen Geſchenken, der ihn von Herzen liebt! Mel. den Geſchn 111 Aukunft Jeſu. 22 W P NGn den den hn, 143. Wirf„bloͤder Sinn, den Kummer hin! Gott iſt fuͤr dich; was will dich ferner kraͤnken? Hallelujahl ſein Sohn iſt da! Wie ſollt er uns mit ihm nicht alles ſchenken? 2. Schlaͤgt dir das Herz vor Angſt und Schmerz, empfindeſt du, wie ſehr die Suͤnden kraͤnken; dein Heil iſt hier. Wie? ſollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Friede ſchenkee?n?: 3. Iſt deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwaͤ⸗ che denken; er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Krraͤfte ſchenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um heilig hier zu wandeln, Boͤſes nicht einmal zu denken: verzage nicht! Gott iſt dein Licht; er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit ſchenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier; ſorgſt du wer dich noch ſpeiſen wird und traͤnken; o faſſe Muth! das hoͤchſte Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft ſchenken. —————.—————————————————. —.—————————————— ——— 1 3—————j—————— —õ—————ÿ—————e—ſſſſ— m————— —————————õ—᷑—ÿ—x—ZC˖˖——Q—..,—,—,———————— 3 ————yy——ſſſ 4———— — 2——————— 35——— — v“———.———— ————.—————————————=————— — 3——————*— 228 Johannes der Taͤufer. 6. Wirf, bloͤder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit verſenken! Dein Heil iſt da. Hallelujah! Wie? ſollt uns Gott mit ihm nicht alles ſchenken? n Jh anues d e r Taͤu fer. Mel. O Gott du frommer Gott zc. 144. Im Dunkel lag die Welt mit Elend ſchwer beladen. Gott ſprach; es werde Licht! Die Fuͤlle ſeiner Gnaden erweckt den Mann voll Kraft; er kommt, er bricht die Bahn, und kuͤndigt Iſrael den lang' Verheiß'nen an. 2. Johannes, Gottes voll, wird Fuͤh⸗ rer, Warner, Lehrer; am Geiſte ſtark, ein Licht, ein maͤchtiger Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne Schonen ſtraft; auf ſeinem Geiſte ruht Elias Geiſt und Kraft. 3. Des Herolds Stimme ruft laut an der Taufe Fluſſe: Das Himmelreich iſt nah'; bereitet euch, thut Buße; der Allbarmherz'ge hat ſein ſeufzend Vol ſing e⸗ = Gott x. ä die A a Gott ſeu Seiner Gmt Ift zerk ft; erkom uͤndigt N ol, win b Geburt Jeſf. 229 beſucht; Gott will erloͤſen; eilt, und tragt der Beßrung Frucht! 4. Es zeugt von Jeſu Heil der häbenn Wahrheit Lehrer; er weiſt zu eeſu hin die heilbegier'gen Hoͤrer; ſeht, das iſt Gottes Lamm, das, mit der Schuld belegt, fuͤr uns geopfert wird, und unſre Suͤnden traͤgt! 24 5. Wohl dem, der ihn, den Herrn, auf den Johannes weiſet, mit feſtem Glauben ſucht und durch ſein Leben prei⸗ ſett Wer ſeinem Taufbund treu, ſich Jeſu ganz ergiebt, der wird in ihm von Gott begnadigt und geliebt. n 4 1171 3 4. 8 *† 8. uns, Gott, deines Nam Buße thut und glaubt, in der Zeit, und endet er Himmelsſeligkeit. Geburt Jeſu. Mel. Vom Himmel hoch, da komm te. 145. Empor zu Gott mein Lobge⸗ ſang! Er, dem das Lied der Engel 230 Geburt Jeſu. klang, der hohe Freudentag iſt da! Lob⸗ ſinget, Gottes Heil iſt nah'! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht ge⸗ bracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenroth im dunkeln 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, vom armen Pilgerkleid umhuͤllt, und fuͤhret uns mit ſanfter Hand, ein treuer Hirt, in's Vaterland. ö 4. Er, der im Himmel herrlich thront, hat unter uns, ein Menſch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. * 5. Er leitet auf des Himmels Bahn uns, ſeiner Bruͤder Schaar, hinan; und wandelt unſer Pilgerkleid in Sternen⸗ glanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgeſang! Er, dem der Engel Lied erklang, der ho⸗ he Freudentag iſt da! Lobſinget, Gottes Heil iſt nah'! V immel ar, hinanz d in Sten ein Lobgeſi Tlung, 3 — Geburt Jeſn. Mel. Vom Himmel das 3 tomm c. C h o r. 146. Dies iſt der Tag den Gott ge⸗ macht; ſein werd' in aller Welt gedacht! ihn preiſe, was durch Jeſum Lhriſt i im Hiuinel. und auf Erden iſt! Gemeinde. Die Vöolker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfuͤllet ward; da ſandte Gott von ſeinem Thron das Heil der Mit. dich, ſeinen Sohn. 4 In 5 horr. ſo ieht mein 1 voll Ehrzue fuu er betet an, Ai unendlich iſt. Gemeinde. - Danit der Suͤnder Gnad' echält, er⸗ niedrigſt du dich, Herr der Welt! nimmſt ſelbſt an unſrer Menſchheit Theil, er⸗ ſcheinſt im Fleiſch, wirſt unſer Heil. 8 Chor. der du Menſch geboren wirſt, auf den die Vaͤter 3. Herr, Immanucl und Friedefuͤrſt! Du, unſer Heil und hoͤchſtes Gut, vereineſt dich mit Fleiſch und Blut, wirſt 232 Geburt Jeſu. Vaͤter hoffend ſah'n, dich Gott, mein Heiland! bet' ich an. Gemeinde. unſer Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. ie Heich Chor.— 4. Gedanke voller Majeſtaͤt! du biſt es, der das Herz erhoͤht; Gedanke vol⸗ ler Seligkeit! du biſt es, der das HM erfreut. Gemeinde. Durch Eines Suͤnde fiel die Wett ein Mittler iſt's, der ſie erhaͤlt. Was zagt der Menſch, wenn der ihn ſchuͤtzt, der nun zur Rechten Gottes ſitzt? Chor. 1 ue. Jauchzt, Himmel!l die ihr ihn a— fuhet. den Tag der heiligſten Geburt; und Erde, die ihn heute ſieht, ſing ihmn, dem Herrn, ein neues Lied! Gemeinde. Herr! der du uns den Tag gemacht, der uns ſo großes Heil gebracht, dich preiſe, was durch Jeſum Chriſt im Him⸗ mel und auf Erden iſt! Mel. Gott, mein Blut 1 1 V Geburt Jeſu. Mel. Warum ſollt' ich mich den. b CEhor. 147. Fedhlich laßt uns Gott lobſin⸗ gen! Hoch erfreut, laßt uns heut Dank und Preis ihm bringen! Unſer Heiland hier zu werden, kommt vom Thron Got⸗ tes Sohn, wird ein Gaſt auf Erden. In des Himmels hohe Choͤre ſtimm ich ein: Gott allein in der Hoͤh ſey Ehre! Denen, die auf Erden wallen, Friede hher Menſch! und dir Gottes Wohlge⸗ allenn e Chor. 2. Eilt im Geiſt nach Bethlems Huͤt⸗ ten; ſeht, was dort euer Hort ſchon fuͤr euch erlitten! Lernt den Menſchenfreund erkennen! Gnadenreich will er euch ſeine Bruͤder nennen. G Gemeinde. Gottmenſch! du nahmſt meine Buͤrde gern auf dich, daß auch ich frei und ſelig wuͤrde. Wer kann deine Lieb' ergruͤnden? Ewig ſoll, freudevoll, ſie mein Herz em⸗ pfinden. 254 Geburt Jeſu. Chor. 3. Jeder, der ſich fuͤhlt verloren, freue ſich inniglich: Chriſtus iſt geboren. Wenn euch eure Suͤnden kraͤnken, eilt herzu, ſuchet Ruhl er will ſie euch ſchenken. Gemeinde. 4 Herr! mich reuen meine Suͤnden; Schaam und Schmerz fuͤhlt mein Herz; laß mich Gnade finden! Deiner will ich mich erfreuen; zum Gericht kommſt du nicht, ſondern zu verzeihen. Chor. 4. Ihr, o Dulder ſchwerer Tage, eu⸗ ern Schmerz fuͤhlt ſein Herz; kein Erld⸗ ſter zage! Er verlaͤßt euch nicht, ihr öchwachen! mehr als ihr, litt er hier, ſelig euch zu machen.“ Gemeinde. Dir, mein goͤttlicher Befreier! folg ich nach, obwohl ſchwach, doch um ſo viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod ſoll von dir mich ſcheiden! 2 Voren, ſa ten. Va s eilt heng ſchenken. =t komm Rer dan —;; keinh *) nicht, 1 ² litt er 4 ren unſer Fleiſch und Blut, Gott. Laßt Teufel, dlle droh'n; mit uns, mit uns iſt Gottes Geburt Jeſu. Mel. Vom Himmel hoch da komm ꝛic. 1 48. b Vom Himmel kam der Engel Schaar, erſchien den Hirten offenbar, und große Freude that ihr Mund, nach kurzem Schrecken, ihnen kunnd]. 172. Heil allem Volk! geboren iſt der Heerr und Heiland Jeſus Chriſt, zu Bethlehem in B Davids Stadt, wie Micha dies verkuͤndet hat. 1 3. Deß wollen wir denn froͤhlich ſeyn, daß Gott mit uns iſt im Verein, gebo⸗ re und Bru⸗ der iſt das ewge Gt. 4. Was kann uns ſchaden Suͤnd und Tod? Mit uns iſt nun der wahre Welt und Hoͤlle Sohn!. 5. Er will und kann uns laſſen nicht; auf ihn ſteht unſ're Zuverſicht; wer immer uns mag fechten an, Trotz dem, der es nicht laſſen kann!— 6. Zuletzt behalten wir doch Recht; wir ſind von goͤttlichem Geſchlecht, ge— duldig, froͤhlich; allezeit ſey Gott ge⸗ dankt in Ewigkeiit* — Mel. 236 Geburt Jeſu. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 149. Chriſten! hoͤrt die frohe Kunde des Feſtes aus des Engels Munde, der zu den frommen Hirten ſpricht:„Fuͤrch⸗ tet nicht des Himmels Klarheit, ſie ſtrahlet euch in Gnad' und Wahrheit; o zaget und erſchrecket nicht! Sieh, ich verkuͤnde nicht Jehovah's Strafge⸗ richt. Große Freude fuͤr alle Welt, 10 ſie erhaͤlt, verkuͤndet Gottes Engel 2. Suͤnder, die ihr wartt verloren euch iſt der Heiland heut geboren, in Davids Stadt, der Herr, der Chriſt, der dort in der Krippe lieget, er, der einſt Suͤnd' und Tod beſieget, und euer Mittler worden iſt.“ So that mit fro⸗ b 1 hem Mund die Weihnachtsbothſchaft ſ kund Gottes Engel, und mit ihm war die Heeresſchaar der Himmliſchen und lobte Gott: 3. Ehre ſey Gott in der Hoͤhel und falſcher Goͤtter Ruhm vergehe! Der Sohn kommt von des Hoͤchſten Thron. Friede wohne nun auf Erden; die Men. i chen ſollen ſelig werden durch Gottes ſh ein⸗ ö art veil at gebormi —r, der jeget, a geget, undt = that nit aachtsbothſt z mit ihwn zumliſchen Geburt Jeſu. 237 eingebornen Sohn. Und wer ſich ihm ergiebt, der wird von Gott geliebt; Wohlgefallen wird dem zu Theil, der Hottes Heil mit dankerfuͤlltem Herzen 1 Mel. Wie ſchoͤn leucht uns der ꝛc. 190. O ſtimm' auch du mit frohem Dank, mein Geiſt! in jenen Lobgeſang, davon der Himmel toͤnte, als der zur Welt hernieder kam, und unſ re Menſch⸗ heit an ſich nahm, der uns mit Gott verſohnte. Freu' dich innig! Er dein Fuͤhrer und Regierer kam zur Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, ſey dir! Wie gnadenvoll biſt du auch mir in deinem Sohn erſchienen! Du ſandteſt aus Erbarmen ihn, um die dem Elend zu entzieh'n, die ſchnoͤden Luͤſten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen ſtehen, mich der Suͤnd entruͤckt zu ſehen! 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, ſchon eh ich war, bewieſen? Du ba qqqgäöõöõöõõõqqéqq—— ————— 238 Geburt Jeſu. teſt unter Schmerz und Leid auch mir den Weg zur Seligkeit; ſey hoch dafuͤr Wgevrieſen! Durch dich kann ich nun ihienieden Gottes Frieden ſchon empfan⸗ gen, und einſt volles Gluͤck erlangen. 4. O gib, daß ich an dieſem Heil nun auch von ganzem Herzen Theil im wahren Glauben nehme; daß ich hinweg vom Eiteln ſeh', die Wege deiner Waht⸗ heit geh', und deiner nie mich ſchaͤme, bis ich durch dich, wenn ich ſterbe, zu dem Erbe deiner Frommen einſt auch mich ſeh' aufgenommen! b b 5. Dir bring ich, Herr! ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefaͤllt, zu wandeln. Verleihe du mir ſelbſt die Kraft, nach deinem Wort gewiſſenhaft zu denken und zu handeln! Froͤhlich will ich hier im Leben dich erheben und einſt droben wonnevoll dich ewig loben! — —— ———— ————— 3 L (In eigener Melodie.) 151. Gaohet ſeyſt du, Jeſus Chriſt, daß du Menſch geboren biſt! Da eine Jung⸗ ſey hoch n 3 3 ſchon em uͤck— dieſen) erzen Thut daß ich hu e deiner Ai e mich ſce t ich ſtere men einſtn 1 ar! ein da und in Shm. ndeln. Va 5, nach die denken unſ h hier inte woben wom Leid auch Geburt Jeſu. 239 Jungfrau dich gebar, frohlockte ſelbſt der Engel Schaar. Hallelujah! 2. Des ew'gen Vaters ein ger C Sohn ſteiget von des Himmels Thron; es kleidet ſich in Fleiſch und Blut, zu un⸗ ſerm Heil, das hoͤchſte Gut. Hallelujah! 3. Den ſelbſt der Weltkreis nie um⸗ ſchloß, er liegt in Mariens Schooß; er wird ein Kind, ſo zart und klein, der alle Ding' erhaͤlt allein. Hallelujah! 4. Das ewyge Licht ſtrahlt da herein, gibt der Welt eine'n neuen Schein; es leuchtet mitten in der Nacht; zu Lich⸗ tes Kindern es uns macht. Hallelujah! 5. Der Sohn, des Vaters Ebenbild, naht ſich zu uns ſanft und mild, und fuͤhrt durch dieſes Erdenthal uns ein in ſeinen Freudenſaal. Hallelujahh 76. Er lebt' ſo arm und niedrig hier, der ſo reich konnt ſeyn, daß wir durch ſeine Armuth wuͤrden reich, an S keit den Engeln gleich. Hallelujah! 7, Dies alles macht uns offenbar, wie groß Gottes Liebe war! Dein freue ſich die Chriſtenheit, und dank es dir in Swigkeiitl! — — 9 G. „. D 3 . àre e ig⸗ ö K. 4 —é ¶—ͤ—— 240 Geburt Jeſu. (In eigener Melodie.) 152. Lobt Gott, ihr Chriſten, all zugleich! Es kommt von ſeinem Thron⸗ und ſchließt uns in ſein Himmelreich der eingeborne Sohn, der eingeborne Sohn. 2. Er kommt aus ſeines Vaters Schooß, ein Kind ſo ſchwach und klein, liegt in der Krippe, arm und bloß, und alles iſt doch ſein, und alles iſt doch ſein, uc 3. Ihn naͤhret an der treuen Bruſt, iht die Mutter, fromm und mild, ihn, aller ſil Engel Lob und Luſt, des Vaters Ebem ſſ bild, des Vaters Ebenbild. b 4. Entaͤußert ſeiner Aligewalt, g k huͤllt in Niedrigkeit; ſo ſtiftet er in Knechtsgeſtalt, ſein Reich, die Chri⸗ ſtenheit, ſein Reich, die Chriſtenheit. 5. Er wechſelt mit uns wunderlich, nimmt unſ re Menſchheit an, und hebet ſie, vereint mit ſich, zur Goͤttlichkeit u hinan, zur Goͤttlichkeit hinan. 6. Wir werden Herrn, durch ihn, den Knecht; das mag ein Wechſel ſeyn! O freu dich, menſchliches Geſchlecht, die Herrlichkeit iſt dein! die Herrlichkeit 7. Der iſt dein! Jimmelric ugeborneen 1 3 treuen d anild, ihn, 6Vatetse Ald. Ehr' und Preis! 453. Ermunt re dich, mein ſchwa⸗ Geburt Jeſu. 241 7. Der Sohn ſchloß wieder auf das Thor zum Himmel⸗Paradeis; der Che⸗ rub flammt nicht mehr davor; Gott ſey Lob, Ehr' und Preis! Gott ſey Lob, (In eigener Melodie.) b cher Geiſt! die Gnade zu erheben, die al⸗ ler Himmel Loblied preiſt; ſie ſchafft uns Heil und Leben. Denk an die Nacht, da Jeſus kam, und unſ re Menſchheit an ſich nahm, um ſein ſo theures Leben fuͤr Suͤnder hinzugeben. 5 2. O großer Tag! Erwuͤnſchte Nacht, von Engeln ſelbſt beſungen! du haſt den Mittler uns gebracht, der uns das Heil In dir erſchien der ſtarke Held, der Retter einer Suͤndenwelt, der Freund der Menſchenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns geſandt vom Herrn, aus deinem Himmel kameſt, und unſer ſi Fleiſch und Blut ſo gern in Demuth un an dich nahmeſt, Sohn Gottes! o wie haſt du dich ſo tief teniedeigt auch fuͤr mich! 242 Geburt Jeſf. mich! Wie arm biſt du erſchienen, um mir zum Heil zu dienen;— 4A. O lehre mich den großen Werth von ſolcher Liebe faſſen! Was reizte dich auf dieſer Erd', dich ſo herab zu laſſen? Hier traf dich tauſendfache Noth, Ver⸗ achtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamſt du auf Erden, ein Men⸗ ſchenſohn zu werden. 5. Dich fuͤhrten, Herr! zu Schmerz und Tod nur deines Mitleids Triebe; uns half aus unſrer Suͤndennoth das Opfer deiner Liebe. Du ſtimmteſt, un. ſer Heil zu ſeyn, in deines Vaters Rath ſchluß ein; wardſt Menſch, und kamſt, mit Freuden den Tod fuͤr uns zu leiden. 6. Sohn Gottes, deiner freu' ich mich du biſt auch mein Erretter. Auch mit zum Troſte ſandte dich der Herr, der Gott der Goͤtter. Was mir ein wahres Wohl verſchafft, Erleuchtung, Friede, Beſſ rungskraft, ein unvergaͤnglich Lr⸗ ben will deine Huld mir geben. 7. Was ſoll ich dir, mein Seelenfreund, fuͤr deine Treue geben? Du biſts, der mich mit Gott vereint; du bringſt mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und b was 6. zu eh /=leids d Ci endennoth. — timutt 1= Vatersi —8), und ¹ uns zu li (der Her a nir ein we (a)tung, nd deine Stimme hoͤren. deine Frommen. Dann ſeh' auch ich, o i der Vaͤter und Propheten Schaar.§H lelujah! Geburt Jeſu. 245 was ich bin, das geb' ich dir zum Dienſte hin. Ich will dich ſtets verehren; auf S. Zwar ſieht dich hier mein Auge nicht; doch du wirſt wieder kommen; dann ſchauen dich von Angeſicht, Herr! alle Jeſu Chriſt, dich ſo verherrlicht, wie du biſt; dann wirſt du mich zum Leben, das ewig iſt, erheben. S 1 1 Nel. Erſchienen iſt der herrliche ꝛe. 5 m 1544. War ſingen dir Immanuel, du Lebensfuͤrſt und Gnadenquell, du Him⸗ melslicht und Morgenſtern, du Gottes Sohn, Herr aller Herrn. Hallelujah! 2. Wir ſingen mit des Himmels Heer von Herzen dir Lob, Preis und Ehr', daß du, o lang gewuͤnſchter Gaſt, dich endlich eingeſtellet haſt. Hallelujah! 3. Von Anfang, da dich Gott ver⸗ ſprach, hat immer, wenn's an Troſt ge⸗ an brach, auf dich gehofft ſo manches Jahr * al⸗ 4* 4. Nun 244 Geburt Jeſu. 4. Nun biſt du da, du Menſchenfreund; doch ſind dir ſo viel Menſchen feind. Du Um bringeſt nichts als lauter Heil, und Man⸗ i Hendoch verſchmaͤht ſein Theil. Hallelu⸗ uun jahl 20 5. Ich aber, dein geringſter Knecht, ich ſag' es frei und mein es recht. Ich uſ liebe dich, doch nicht ſo viel, als ich dich Mh gerne lieben will. Hallelujah! n n 6. Der Will iſt da, die Kraft iſt klein, wn doch wird dir nicht zuwider ſeyn mein armes Herz, und was es kann, wirſt du i mit Guͤte nehmen an. Hallelujah! 7. Haſt du doch ſelbſt dich klein gee iſ macht, erwaͤhlteſt, was die Welt ver, acht't, warſt arm und duͤrftig, nahmſt m fuͤrlieb, wohin dich dein Erbarmen trieb. i Hallelujah! 78. Drum bin ich guter Zuverſicht: W. Auch mich, auch mich verwirfſt du d nicht! O Jeſu Chriſt! dein frommer ſtt Sinn macht, daß ich ſo voll Troſtes Wh bin. Hallelujah! 9. Bin ich auch ſchwach und fehler⸗ u voll, hab' nicht gelebt, ſo wie ich ſoll, ſo kommſt du ja deßwegen her, daß ſich ſi der Suͤnder zu dir kehr'. Hahlhnah 1 1 10. So rraft itte Zer ſeyn Ann, uitf lujah! f dich kl die Wett xeftig⸗ 1 1 = barmen Geburt Jeſu. 10. So faſſ ich dich nun ohne 245 d du macheſt mich von Suͤnden frei, du u traͤgſt die Schuld, beſiegſt den Tod, verkehrſt in Freud' all Angſt und Noth. Hallelujah!* 11. Du biſt mein Haupt, mein Heil und Ruhm, ich bin dein Glied und Ei⸗ genthum; und will, ſo viel dein Geiſt mir giebt, ſtets dienen dir, wie dir's beliebt. Hallelujah! 12. Dir will ich Hallelujah hier mit Freuden ſing en fuͤr und fuͤr, und dorten ohne Maas und Zahl ſolls ſchallen in den Himmelsſaal: Hallelujah! Mel. Es iſt das Heil uns kommen her ꝛic. 155. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhoͤhen, mit feierlichem Lobgeſang des Heilands Feſt begehen! Preis ſey dem Vater, der ihn gab, Preis ſey dem Sohn, er kam herab, und ward das Heil der Menſchen. 2. Wie liebt uns Gott ſo vaͤterlich! Fuͤr uns, fuͤr uns Verlorne erniedrigt bis zum Tode ſich ſein Sohn, der Ei gebor⸗ 2 Geburt Jeſu. geborne; durch ihn ſind wir ſein Eigen⸗ thum. O ſingt zu ſeines Namens Ruhm: Preis ſey Gott in der Hdhe! 3. Doch mehr als euer Lobgeſang preiſ' ihn ein frommes Leben! Dies iſt ſein Wille, dies der Dank, durch den wir ihn erheben. Wer liebevoll, wie R Jeſus Chriſt, ein Helfer ſeiner Bruͤder f ſſ, der bringt ihm wuͤrdig Ehre. 4. Im Durft gen laßt uns ihn et⸗ freu'n, bekleiden, ſpeiſen, traͤnken; ja, laßt uns frohe Geber ſeyn, und Jeſu Wort bedenken: Was ihr den Armen habt gethan, das, ſpricht er, habt ihe mir gethan, und ich, ich will s vergelten. 5. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, der darf ſich ſeiner trèſten. Von ihm errettet und belehrt, lobſingt ihm, ihr t Erloſten! Es freu ſich deine Chriſtenheit, Herr, deiner Menſchenfreundlichkeit! ſ Dir, dir ſey ewig Ehre! 6 1 J Ehre. - uns ih — traͤnken n, und àr den Ar A er, hab vill svertt n Hetzen In. VWan eſingt ihn ze Cheiſtne afreunditt — 49 Die Weiſen aus Morgenland. 247 Die Weiſen aus Morgenlandx. Mell Nun freirt euch lieben Chriſten. 156. Dem finſtern Erdkreis iſt vom Herrn ein helles Licht erſchienen; es leuchtet nah', es leuchtet fern; zahlloſe Voͤlker dienen den toden Goͤtzen nun nicht mehr, im Lichte wandeln ſie ein⸗ her; Gott ſey dafuͤr geprieſen! 2. Kaum ſandte Gott durch ſeinen Sohn der Erde Licht und Freuden, da ſammelt er ſich ſelber ſchon die Erſtlinge der Heiden; zu ihrem neugebornen Herrn fuͤhrt ſie von Morgen her ein Stern; ſie kommen, anzubeten. 3. Und waͤre, nicht dein Licht, oo Gott! auch unſerm Volk erſchienen, wir wuͤrden, der Vernunft zum Spott, noch heut' den Goͤtzen dienen. Nicht eig'ne Weisheit dieſer Welt hat unſern dunkeln Geiſt erhellt; es iſt das Licht von oben. A. 1 4. Hilf, Gott! mit frommer Dank⸗ barkeit in dieſem Licht uns wandeln, und in dem Schooß der Chriſtenheit auch chriſtlich denken, handeln; Ver⸗ ächtern droht dein Strafgericht, du 1. nimmſt 8 1 1 4 248 Siimeon. nimmſt zuruͤck das Himmelslicht von Frevlern, die es ſchmaͤhen. 5. Erhalt' dein Licht uns allezeit, und laß es da auch ſiegen, wo noch auf Voͤlkern Dunkelheit und Todesſchat⸗ ten liegen. Es geh' in ſtetem Sieges⸗ lauf dem ganzen weiten Erdkreis auf, zum Preiſe deines Namens! Simeon. Mel. Chriſtus, der iſt mein Leben ꝛc. 157. Komm, Pilger zu dem Grabe! Komm, armer Erdenſohn! an deinem Wanderſtabe; betrachte Simeon. 2. Er betet in dem Tempel hinauf zu ſeinem Gott, und blickt, dir zum Exempel, getroſt auf ſeinen Tod. 3. Ihn hatte Gott geleitet, der Tu⸗ gend Bahn zu geh'n. Der Troſt war ihm bereitet, den Heiland noch zu ſeh'n. 4. Er ſah ihn mit Entzuͤcken, druͤckt ihn an ſeine Bruſt; und aus des Hei⸗ lands Blicken ſtrahlt ihm des Himmels Luſt. 5.„Die Fuͤlle ſeiner Freuden, da dei ben. Simeon. 2249 Heil aus Gottes Hoͤhn, das Licht der blinden Heiden“, ſpricht er,„hab' ich geſeh'n. 6. Nun blick ich ohne Beben auf meine Heimfahrt hin: denn Chriſtus iſt mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 7. Nun iſt kein Gluͤck hienieden mehr reizend fuͤr mein Herz: ich fahre hin in Frieden, ich ſehe himmelwaͤrts.“ 8. Herr, ſoll ich, alt an Jahren, nach mancher Erdennoth, zu meinen Vaͤtern fahren, ſo gib mir ſolchen Tod! 9. Zwar werd' ich ihn nicht ſehen, nicht hier, wie Simeon: doch in des Himmels Hoͤhen erwartet er mich ſchon. 10. Dann toͤnen meine Lieder: Heil mir! nun ſeh ich ihn. Der Himmel kemei wieder: Heil dir! nun ſiehſt du ihn. 1 250 Jeſu Leben als Vorbild. 3. Leben, Lehren und Thaten Jeſu Chriſti. Jeſu Leben als Vorbild. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤchtigen Guͤte ꝛc. 158. Gedenk ich, Heiland, an das Leben, das du auf Erden haſt gefuͤhrt, wie innig fuͤhlt, dich zu erheben, ſich meine Seele dann geruͤhrt! Beſchaͤmt von meiner eignen Bloͤße, ſeh' ich der wah⸗ ren Tugend Werth, in aller ihrer Fuͤll' und Groͤße, durch deinen Wandel, Herr! verklaͤrt. 2. Nur wohlzuthun war deine Freu⸗ de, Erbarmen deine Seligkeit; du wehr⸗ teſt gern dem Menſchenleide, und warſt zum Helfen ſtets bereit; befrei'teſt Men⸗ ſchen gern von Suͤnden, brachſt Hung⸗ rigen ſo gern das Brod; verſchaffteſt das Geſicht den Blinden, und halfſt von Krankheit, halfſt vom Tod. 3. Zum Heil der Welt gabſt du in Schmerzen dich hin, und fuͤhlteſt ihr Ge⸗ wicht; du flehteſt laut, doch deinem Herzen entwich Vertraun zum Vater nicht.„Laß dieſen Kelch voruͤber gehen!“ riefſt du in deiner Seelenpein,„jedoch 3 dein Jeſu Leben als Vorbild. dein Wille ſoll geſchehen, der meine nicht! ganz bin ich dein!l!/ 4. Und, o mit welcher ſanften Seele trugſt du die Schwachen in Geduld! wie großmuthsvoll vergabſt du Fehle, ja ſelbſt die allergroͤßte Schuld! Selbſt unter dei⸗ ner Moͤrder Haͤnden riefſt du fuͤr ſie vol Mitleid noch, von ihnen Elend abzuwen⸗ den:„Vergib es ihnen, Vater, doch!“ 5. Wer kann dies wiſſen, und nicht fühlen, wie werth⸗du unſrer Ehrfurcht biſt; d'ran denken, und mit Dankgefuͤh⸗ len dein Lob nicht ſingen, Jeſus Chriſt? 1 Doch, Herr! dein gottgeweihtes Leben ſoll nicht blos unſer Loblied ſeyn; es ſoll uns wecken, ſoll uns heben, nur Gottes Willen uns zu weihnn. 6. Verleihe mir, dir nachzuahmen, Erloͤſer! Staͤrke, Muth und Treu'’, da⸗ mit ich nicht blos nach dem Namen ein Chriſt, nein, in der That auch ſey! Nie laß mich von dem Pfade weichen, den du mir vorgegangen biſt; hilf mir dein hohes Bild erreichen; dann ſeh' ich einſt dich, wie du bſtt. Mel. 252 AJeſu Leben als Vorbild. Mel. O Gott, du frommer Gott ic. 159. Preis dir, Herr Jeſu Chriſt! Dem Alter, wie der Jugend, warſt du, als Pilger hier, ein Vorbild echter Tugend. Von fruͤh'ſter Kindheit an betrat ſt du ihren Pfad, und ehrteſt — Gott mit Herz und Mund und That. 2. Wie unſchuldsvoll, wie rein, wie unbefleckt von Suͤnde, floh deine Jugend hin! wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Juͤngling ſchon das nur, was Gott gefiel! Ihm angenehm zu ſeyn, war deines Strebens Ziel. 3. Du bliebeſt immerfort bereit, des Vaters Willen, ſelbſt bis zum Kreuzes⸗ tod mit Freuden zu erfuͤllen. Du trugeſt mit Geduld Verluſt und Muͤh' und Schmerz; ſah'ſt die Begluͤckteren, und neidlos war dein Herz. 4. Wie edel war dein Herz, wer kann die Guͤte faſſen, die goͤttliche Ge⸗ duld, ſo ſchonend, ſo gelaſſen! Stets haſt du Irrende gewarnt, belehrt, ge⸗ ruͤhrt, und ſie mit Freundes Hand auf beſſern Weg gefuͤhrt. b b 5. Ver⸗ 2d. V Jott. Jeſu Cheh b 8), warſh L indhet und ehnn Mund die rein i Beine Jun a Kinde, § nur, h ym zu ſe — t bereit um Kren 2 Du tw Muͤh Ickteren, Jeſn Leben als Vorbild. 255 5. Verſuchung ohne Zahl: hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Ge⸗ winn, hier bitt rer Feinde Draͤuen um⸗ gaben immer dich; doch immer gingeſt du don hohen Ziele nach, mit Feſtigkeit und Rüh. 6. Voll hoher Seelenruh' bliebſt du bis an dein Ende; empfahleſt ſtill den Geiſt in deines Vaters Haͤnde. Vollendet war dein Lauf; am Ziele deiner Bahn ſahſt du mit heiter'm Blick den großen Lohn dir nah'n. 77. So kann auch ich dereinſt,» Jeſut ohne Beben in deines Vaters Hand die Seele uͤbergeben, wenn unbefleckt, und rein von des Gewiſſens Schuld, ſie dir, Herr! aͤhnlich iſt an Tugend und Geduld. 8. Blick', o mein Geiſt, auf ihn! Verſchmaͤh' des Laſters Freuden! Der Suͤnde Lohn iſt Tod, und ihre Frucht iſt Leiden. Wie er, ſo weih' auch du, Gott deine Lebenszeit; dann geh'ſt du auch, wie er, in's Reich der Seligkeit. W Mel. 254 AIJeſu Leben als Vorbild. Nel. Liebſter Jeſu wir ſind hierꝛec. 160. Niedrig und in Durftigkeit lebte Jeſus einſt auf Erden; ihn, den Herrn der Herrlichkeit, druͤckten Mangel und Beſchwerden; aber ſtill und ohne Klagen wußt er ſeine Laſt zu tragen. 2. Er entaͤußerte ſich gern ſeiner goͤtt lich hohen Rechte, und von eitelm Glanze fern, trat er in den Kreis der Knechtes denn er war hier nur erſchienen, um in Demuth uns zu dienen. 30 .3. Das Geraͤuſch der großen Welk, Rang und Pracht und ſchnoͤde Freuden, und was Thoren ſonſt gefaͤllt, konnte nie ſein Herz beneiden. Seine Wonne war'’s, im Stillen Gottes Rathſchluß zu enthuͤllen. 8 b 4. Nur der Ehre werth zu ſeyn, aber nie ſich zu erheben; nur die Menſchen zu erfreu'n, war ſein heiliges Beſtreben. Ach! er liebte ſie wie Bruͤder, und ſein Vater liebt ihn wieder. 3 35. Willig ließ er ſich herab zu den Suͤndern, zu den Schwachen; trug ſein Kreuz und ging ins Grab, um ſie glau⸗ bensvoll zu machen, um mit Gott ſie zu Alld. hier z. iner mritelm 8 der Ku wienen, i großen Joͤde Fm gfaͤllt, i Seine N —₰ Nat 6. Immer verachten. Nur auf Suͤnden ruhet Schat Jeſu Leben als Vorbild. 257 zu verſoͤhnen und zur Tugend zu ge⸗ woͤhnen. 5. ſoll dein holdes Bild, Heiland, mir vor Augen ſchweben! Immer will ich, ſanft und mild, meine Zeit, gleich dir, durchleben, und, wenn Andre mich betruͤben, dennoch ſie als Bruͤder lieben. 7. Weiſe, fromme Thaͤtigkeit will ich ſtets fuͤr Ehre achten, und, entfernt von Gram und Neid, niemals meinen Stand der aber nicht auf nieder'm Stande. 8. Herr! mein Reichthum ſey ein Herz, das den Armen nie verachtet, und, auch unter Hohn und Schmerz, ſtets nach hoͤhern Guͤtern trachtet! Solch ein Herz wird ſchon auf Erden deinem Herzen aͤhnlich werden. 1 9. Aus der Tiefe ſchwangſt du dich a des Himmels Freudenhoͤhe. Heil mir ewig, wenn auch ich dort vor deinem Throne ſtehe! O! dann ſchau ich, fern vom Staube, was ich hier nur hoff und glaube. 3 in. R 288 Ieſu Leben als Vorbild. el. Schmuͤcke dich, o liebe ꝛe. 161. Heiland! deine Menſchenliebe war die Quelle deiner Triebe, ſelbſt ein Menſch fuͤr uns zu werden, tief ernied⸗ riget auf Erden; zu entſagen allen Freu⸗ den, was nur kraͤnken kann, zu leiden O wer faßt die ſtarken Triebe deiner treuen Menſchenliebe! ti 2. Ueber ſeine Feinde weinen, jedem helfend zu erſcheinen, ſich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als vaͤterlich er⸗ barmen, der Betruͤbten Klagen hoͤren, ſich in And'rer Dienſt verzehren: owig voll von ſolcher Guͤte war, Erloͤſer, dein 3. O du Zuflucht der Elenden! wer hat nicht von deinen Haͤnden Segen, Licht und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie iſt dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke ange⸗ ſprochen! o wie pflegteſt du zu eilen, das Gebet'ne zu ertheilen! 4. Kinder an dein Herz zu druͤcken, Kummervolle zu erquicken, die Unwiſſen⸗ den zu lehren, die Verfuͤhrten zu bekeh⸗ ren, die Verſtockten zu erſchrecken, und 3 zur mrzehren. —†, Erliͤſa Elenda — haͤnden xe iſt dei — Kranke V ndu zu eiln Klagen m Jerz zu d at, die Unmt Shrten zu rſchreck nen. — Jeſu Leben als Vorbild. 259 zur Buße ſie zu wecken, ſelbſt den Nied⸗ rigſten zu dienen; dazu wareſt du erſ hi⸗ 5. Und wie hoch ſtieg dein Erbarm en, da du, Mittler! von uns Armen Gottes Strafen abzuwenden, unter frecher Suͤn⸗ 1. der Haͤnden Angſt und unerhoͤrte Schmer⸗ 4 en litteſt mit gelaſſ nem Herzen; als ein Miſſethaͤter ſtarbeſt, ew'ges Leben uns erwarbeſt— 76. Deine Huld hat dich getrieben — und Geduld zu uͤben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmaͤher nicht zu ſchelten, Allen freund⸗ lich zu begegnen, die dich laͤſterten, zu ſegnen, deine Feinde zu vertreten, und fuͤr Moͤrder ſelbſt zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deines Lebens Schmuck und Krone; nie haſt du nach Glanz getrach⸗ tet, und auf Menſchenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen mit Ge⸗ horſam zu erfuͤllen, und uns Troſt und Sei zu geben, opferteſt du ſelbſt dein eben. 8. Laß mich, Herr! zu meinem Se⸗ gen deinen Wandel oft erwegen! laß R 2 mich, 1— 260 Jeſu Leben als Vorbild. b mich, in der Angſt der Suͤnden, Troſt und Huͤlfe bei dir finden! Heilige du meine Triebe zu rechtſchaff ner Men⸗ ſchenliebe; laß mich immer mehr auf uif Erden deinem Bilde aͤhnlich werden! Mel. Wie wohl iſt mir, o Freund ꝛc. 162. Zu dir erhebt ſich mein Ge⸗ muͤthe, du Freund der Menſchen, Jeſt eil Chriſt! der du, durch Wohlthun und ſt durch Guͤte, der Welt ein Vorbild wor⸗ at den biſt. Du lebteſt Suͤndern nur 4 Beſten; ſie zu befreien, ſie zu troͤſten entſagteſt du der Herrlichkeit. Nut wohlzuthun war dein Beſtreben; det im Zweck von deinem ganzen Leben war: Gi deiner Menſchen Seligkeit. 2. Nicht ſchrecklich waren deine Wetz ke, du kamſt nicht Suͤndern zum Ge⸗ richt; du warſt der bloͤden Seelen Staͤrke / und der Bedraͤngten Zuverſicht. Dein Blick war ſo, wie dein Gemuͤthe, voll Mitleid, Freundlichkeit und Guͤte, und deine Huld gab Armen Brod. Du ſah'ſt die Thraͤnen der Verruͤhtae. 9 b ehn⸗ Jeſu Leben als Vorbild. 261 „dn Sehnſucht derer, die dich liebten;z auf me deinen Wink entfloh der TFod(. 3. Du fuͤhlteſt deiner Freunden Lei⸗ ſir den mehr, als du eig ne Noth empfandſt. Du dachteſt nicht an Ruh und Freuden, ſo oft du Menſchen leidend fandſt. Auch ſelbſt mit Schwaͤchung deiner Kraͤfte, war es dein taͤgliches Geſchaͤfte, als Menſchenfreund umherzuzieh'n. Eh z noch ein Leidender es wagte, und dir 1 Denſcha ſein Elend thraͤnend klagte, erquickte ſ(chon dein Beiſtand iinu. 1 904. Herr! wo du gingſt, mit jedem Schvritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach; ſie folgten in des Kranken Huͤtte, und unter des Verlaſſenen Dach. Die Tempel, wie die ſtillen Waͤlder, die Staͤdte, wie die freien Felder, empfin⸗ gen deine Thaͤtigkeit. Wo Kummer war, warſt du zugegen; dein milder ¹Zuſpruch und dein Segen vertrieb des Leidens Bitterkeit. 1 5. So gingſt du ſtill auf deinem Pfade dem Tod, den du erkohreſt, zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von len Sei⸗ 262 Die Lehren Jeſu. Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein edler Muth. Du bliebſt Beſchuͤtzer deiner Freunde, bliebſt ein Erbarmer deiner Feinde; du liebteſt ſie trotz ihrer 6. O Jeſus! waͤre doch mein Leben ſo mitleidsvoll, wie du! O ſtaͤrk in mir die edeln Triebe der Sanftmuth und der Menſchenliebe, und gib mir deinen milden Sinn! Leben deine Lehre; ſo mich einſt die Ehre, und Juͤnger bin. So zeigt mein daß ich dein Freund Die Lehren Jeſu. Mel. Vater unſer im Himmelreich ꝛc. 163. Kein Lehrer iſt gleich. An Weisheit wie an Liebe reich, ertheilſt du, Herr! durch Wort' und That Belehrung, Troſt und ſichern Rath. Mein Geiſt erfreuet deiner ſich, du Licht der Welt! und preiſet dich. 2. Die hohen Wunder deiner Hand ſind dem deinen gleich; waͤr ich wie du, ſo ganz der Menſchenlieb' ergeben, ſo ſanft, kroͤnt vor dib dir, Jeſu! mmelreich V 1 1 preiſtt er deine in ſeinen Siegen maͤchtig fort, Die Lehren Jeſu. 265 ſind Gottes Werk und Unterpfand, daß Gott die Welt durch dich belehrt, und, ſchwaͤche mir der Freyler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. wer dich ehrt, den Vater ehrt. 2 a 3. Du kamſt zu uns, von Gott ge⸗ ſandt, und machteſt uns den Weg be⸗ kannt, wie wir, befreit von Suͤndenſchuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig ſey dir Dank und Ruhm, Herr, fuͤr dies Evangelium! . Du zeigteſt uns in hellem Licht den Weg des Lebens, unſ re Pflicht; und auf der reinſten Tugend Bahn gingſt du uns leuchtend, Herr! voran. O gib, daß ich in ſteter Treu dir nach⸗ zufolgen ſtandhaft ſeuy! 5. Du biſt es, Herr! von dem das Amt, das die Verſoͤhnung predigt, ſtammt; du machſt durch treuer Lehrer Mund noch ſtets dein Heil den Men⸗ ſchen kund. Begleite denn mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Segen ſchafft! deinem Wort und ſende, wie dein Wort verheißt, den hei⸗ ligen, den guten Geiſt, der jedem, b welcher 6. Hilf, Welterldſer! im Licht der Ewigkeit des S Wonne mich erfreut. W Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 164. Auf Erden Wahrheit auszu⸗ breiten, die Wahrheit, die vom Him⸗ mel ſtammt, und, uns zum ewigen Gluͤck zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb' entflammt; dazu erſchienſt du Jeſus! hier, von Gott geſandt zum 2. Dies war das taͤgliche Geſchaͤfte, darin dein Geiſt Vergnuͤgen fand. Wie emſig haſt du Zeit und Kraͤfte, beſeelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menſchenſeelen 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzuſeh'n; ihr chauens Die Lehren Jeſu. 265 ihr Licht, auf dieſem ſelgen Pfade mit ſicherm Schritt einherzugeh'n; ihr Licht, mit freudigem Vertrau'n hin in die Ewigkeit zu ſchauun. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig uͤbernahmſt du nicht auch ſelbſt die groͤßeſten Beſchwerden! und druͤckte dich gleich ihr Gewicht; ſo trugſt du doch voll Guͤt und Huld ſie gern mit himmliſcher Geduld. 4. 5. Juͤrwahr! noch immer iſt das Le⸗ ben, das du auf Erden haſt gefuͤhrt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafuͤr ihm ew'ger Dank gebuͤhrt; ein Segen, deſſen auch mein Geiſt ſich freut und dich, Erloſer! preiſt. 6. Ja, Preis ſey dir, du beſter Leh⸗ rer, auch mir zum Heil von Gott ge⸗ ſandt! O wuͤrde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nie erkannt! Gib, daß ich deiner Wahrheit treu, und durch ſie ewig ſelig ſey! 5 — Jeſu 266 Jeſu Wunderthaten. Jeſu. Wunderthaten. 88 Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich ꝛc. 165. Wer iſt der Mann, von großer That, voll wunderbarer Kraft, der jedem Dulder, welcher naht, im Elend Huͤlfe ſchafft? b 2. Wie draͤngt zu ihm die Menge ſich, voll Glaubens nah und fern, und alles ruft: erbarme dich! und Allen hilft er gerr. ino 3. Den Siechen, der um Heilung fleht, heilt ſein gewaltig Wort; der Lahme hebt ſein Bett und geht verjuͤngt an Kraͤfte ſort. 4. Dem Tauben oͤffnet er das Ohr, der Stummgeborne ſpricht; dem Blin⸗ den faͤllt des Auges Flor, und ſeine Nacht wird Licht. 3 5. Der Tode richtet, wo er ruft, em⸗ por den ſtarren Blick; auf ſein Gebot gibt ſelbſt die Gruft alsbald den Raub zuruͤck. b 6. Ein wilder Sturm empoͤrt das Meer, die Woge ſchaͤumt und ſteigt; er draͤut: da wird es ſtill umher, und Sturm und Woge ſchweigt. 75 b 7. Wer mn ſe o j 4 aten. lzugleich d. Nann, w baren g er ui — — — — — — — nd Aldan 4„ 4 aum Ha Wort 1 ,gt. 7 Jein underchauen 26: 7. Wer iſt der Mann, voll großer Kraft, der ſolche Thaten thut, der je⸗ dem Dulder Hilfe ſchafft, und nimmer ſaͤumt und ruht? 8. Das iſt der Mittler Jeſus Chriſt, der hoch vom Himmelszelt aus Gottes Schooß gekommen iſt zum Heiland aller Welt. 9. Dem hat der Vater Macht ver⸗ lieh'n, daß fromm und ehrfurchtsvoll an ſeine Lehren und an ihn die Menſch⸗ heit glauben ſoll. 40. Den hat er durch den Geiſt ge⸗ weiht, und als den Sohn bewaͤhrt, und mit des Himmels Herrlichkeit auf Erden ſchon verklaͤttt. 11. Von dir, o Gottesſohn! von dir kommt Wahrheit uns und Licht; d'rum wollen deinem Worte wir vertrau'n voll Zuverſicht. Intit 42. Wir glauben und bekennen nun: du biſt der rechte Chriſt; denn Niemand kann die Thaten thun, wenn Gott nicht mit ihm iſt. 268 Jeſu Wunderthaten. Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 166. Was ſollen uns die Thaten lehren, die Jeſus Chriſtus hat vollbracht? Als Gottgeſandten ihn zu ehren; ſie zeu⸗ gen ja von Gottes Macht, und zeugen liebevoll dabei, daß er der Welterloͤſer ſey. 2. Die Herrlichkeit war voller Gna⸗ den, die man aus ſeinen Wundern ſah; er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten ſonſt geſchah; und raffete die Suͤnder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. n unt 3. Er ſchenkte das Geſicht den Blin⸗ den, den Tauben gab er das Gehoͤrz der Auſſatz mußte vor ihm ſchwinden; der Stumme ſang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen geh'n, und ſelbſt die Toden auferſteh'n. 4. Kaum ſchalt er Satans Legionen, kaum ſchauten boͤſe Geiſter ihn: ſo muß⸗ ten ſie der Menſchen ſchonen, und ploͤtz⸗ lich in den Abgrund flieh'n! Berief er ſeiner Engel Schaar, ſo ſtellten ſie ſich henſtha dar.. 65 Sein Segen ſpeiſte ganze Heere, da, wo es doch an Brod denrac und aum 11 = = — dundern 1 1 4 6 nk und e. Sahmeng iſtehn. de ganit he 8 geran Geſegnete Betrachtung der Leiden Jeſu. 269 kaum bedraͤut er Wind und Meere, ſo ließ ihr Sturm gehorſam nach. So ſahe man in allem Thun auf ihm der Gott⸗ heit Fuͤlle ruh'n. 5 6. Wir danken, Hoͤchſter! deiner Staͤrke, die Jeſum vor der Welt ver⸗ klaͤrt; der durch ſo große Wunderwerke, als dein Geſandter, ſich bewaͤhrt. Wir nehmen ſolchen glaubig an, und ſind ihm willig unterthaen. 7. Erfuͤll, o Herr! nur unſ re Her⸗ zen mit ſeiner Lehren Goͤttlichkeit, da⸗ mit wir nicht das Heil verſcherzen, das uns dein Sohn allein verleih't; und ſchaffe, daß ihm unſ re Treu bis in den Tod beſtaͤndig ſey! 40 — 4. Jeſu Leiden und Tod. Geſegnete Betrachtung der Leiden Jeſu. e Mel. Wie groß iſt des Almäͤchtigen Gͤte:ꝛc. 467. Laß deines Leidens Feierzeiten o Herr! entfliehn; Kreuz begleiten, Welt entziehn; nicht fruchtlos mir, ich will dich an dein mich ganz der Luſt der 270 Geſegnete Betrachtung der Leiden Jeſu. mane und Golgatha, wo einſt dich, Herr! die Welt in treuer, in heil ger Liebe dulden ſah. 2. Jçn ſtillen, Gott geweihten Stun⸗ den will ich dich, Jeſu! leiden ſeh'n, und dich mit deinen Todeswunden durch heißen Thraͤnendank erhoͤh'n; will, tief geruͤhrt, die Huld ermeſſen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und bis zum Tode nie vergeſſen, was du fuͤr mich erduldet haſt. 18 3. Ol laß die Feier deiner Leiden mir reichlich, Herr, geſegnet ſeyn! ſie helfe mir die Suͤnde meiden, und ganz mich dir in Liebe weih'n, dir, deſſen Blut fuͤr mich gefloſſen, der meiner Suͤnden Strafe trug, deß Herz, im Lieben un⸗ verdroſſen, fuͤr mich im Tod noch lie⸗ bend ſchlug. 8 Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛe. 168. Herr! ſtaͤrke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu verſenken, die dich bewog, von aller Schuld des Boͤſen uns zu 4* b 2. Ver⸗ vor allem ſeyen mir jetzt theuer Gethſe⸗ — — — G — Geſegnete Betrachtung der Leiden Jeſu. 271 2. Vereint mit Gott, ein Menſch än ie gleich uns auf Erden, und bis zum Tod 8 er Leddan eyn! 9. ud ganſt *. deſſen d meiner Eli Rim Liehat 2 Tod m — int un — th Luuns uch zas Mat ch beco⸗ 9 M gebuͤckt im Staube, am Kreuz gehorſam werden; an unſ rer Statt gemartert und zerſchlagen, die Suͤnde tragen: 3. Welch wundervoll hoch heiliges Geſchaͤfte! Sinn' ich ihm nach, ſo za— gen meine Kraͤfte, mein Herz erbebt, ich ſehe und empfinde den Fluch der Suͤnde. 7 s ann 4. Gott iſt gerecht, ein Raͤcher alles Boͤſen; Gott iſt die Lieb', und laͤßt die Welt erloſen. Dies kann mein Geiſt mit Schrecken und Entzuͤcken am Kreuz erblicken. 88 5. Es ſchlaͤgt den Stolz und mein Verdienſt darnieder; es beugt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Gluͤck; macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil! an deſſen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir verliere mich mit dankendem Gemuͤthe in deiner Guͤte. 7. Sie uͤberſteigt die menſchlichen Gedanken; allein ſollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Menſch arf zau Jeſu Leiden am Oelberg. darf der ſich unterwinden, Gott zu er⸗ gruͤnden? n 8. Dein hoͤchſtes Werk iſt Gnad' und Lieb erweiſen; uns kommt es zu, ſie demuthsvoll zu preiſen; zu ſeh'n, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade ſteiget. 8 9. So ſey dann ewig auch von mir geprieſen fuͤr das Erbarmen, das du mir erwieſen, da du, mein Heiland! auch fuͤr mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebteſt mich; ich will dich wieder lieben, und ſtets mit Freuden deinen Willen uͤben. O gib zu dieſem ſeligen Geſchaͤfte, Herr, ſelbſt mir Kraͤfte! Jeſu Leiden am Oelberg. azr Mel. O Lamm Gottes unſchuldig ꝛc. 169. Erldſer! ſieh', wir fallen an⸗ betend vor dir nieder; zu deinem Him⸗ mel ſchallen die Jubel unſ rer Lieder. Dn haſt den Sieg errungen, fuͤr uns den Tod bezwungen. Preis ſey dir ewig, b o Jeſu! o Jeſu! 2. Du ſah'ſt von fern die Bande, wo⸗ ſchuldig 1 4 Jeſu Leiden am Oelberg. 273 womit die Frevler droh'ten; ſah'ſt vor die Qual und Schande, und dich ſchon unter Toden: doch du, voll Huld und Gnade, gingſt gern die Marterpfade. Preis ſey dir ewig, o Jeſu! o Jeſu! 3. Von heißer Angſt erſchuͤttert, lagſt du vor Gott im Staube; doch, ob dein Herz erzittert, die Furcht beſiegt der Glaube; dich faßte Todesgrauen, doch bliebſt du voll Vertrauen. Preis ſey dir ewig, o Jeſu! o Jeſu! 4. Nur uns zum Heil und Leben haſt du in Angſt und Plagen dich willig hin⸗ b an enelen, des Kreuzes Laſt getragen. icht Gluͤck, nicht Schmach und Leiden, ſoll nun von dir uns ſcheiden. Preis y dir ewig, o Jeſu! o Jeſu! 4 Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛe. 170. Laß, o Helfer unſ rer Seelen, Jeſu! deine Seelennoth, wenn Gewiſ⸗ ſensbiſſe quaͤlen, und des Richters Strafe droht, wenn der Geiſt in dem Gedraͤnge un vor der Suͤnden ſchwerer Menge nir⸗ gends weiß, wo aus noch ein, unſern Seelen troͤſtlich ſeyn. len troͤſtlich ſey G d. 2244 b Jeſu Leiden am Oelberg. 19 2. Dich, mit ſo viel Angſt umgeben, Quell der Freuden! trauern ſeh'n; dich dann unter Furcht und Beben hoͤren um Erloͤſung fleh'n: dieſes ſchuͤtz in Leidensnaͤchten uns vor finſtern Hoͤllen ein uns maͤchten! Laß, o laß in aller P dein Zagen troͤſtlich ſeyn! b 3. Uns als Mittler zu vertreten, uͤbernahmſt du unſer Weh', kaͤmpfteſt unter Fleh'n und Beten fuͤr uns in Geth⸗ ſemane; ſtillteſt des Geſetzes Draͤuen, halfſt uns kindlich: Abba! ſchreien. D laß in des Zweifels Pein uns dein Be⸗ ten troͤſtlich ſeyn! G 4. Nicht nur Marter, Hohn und Wunden: Leid ſelbſt, das dein Herz dir bricht, haſt du, Gottesſohn! empfun⸗ den, und die Menſchen jammert's nicht und man laͤßt dich bis zum Scheiden, Troͤſter! ohne Troͤſtung leiden! Sprich mir, durch dein Troſtlosſeyn, Troſt in meinen Noͤthen ein. ts 5. Habe Dank, o Freund der Seelen! daß du das fuͤr uns gethan; dir, Erld⸗ ſer! dir befehlen wir nach Leib und Seel uns an. Laß fuͤr Leibespein und Schmerzen, laß fuͤr Angſt und Le, der er⸗ ſetzes Da B ſchrein r uns diu — 4 leiden. 8 ſeyn, d Jeſu Leiden am Oelberg. 275 Herzen, Heiland! uns bei dir allein Huͤlf' und Troſt bereitet ſeyn! b Mel. Wenn mein Stuͤndlein vorhanden iſt ꝛc. 171. Ich ſeh' in deiner tiefſten Noth dich, Jeſul zittern, zagen; ich hoͤre dern Gebet zu Gott, dein jammervolles Kla⸗ gen. Du liegſt auf deinem Angeſicht; die Erde nicht, der Himmel nicht hat Troſt fuͤr deine Seele. 2.„Laß, Vater!“ flehſt du„„dieſe Pein vor mir voruͤbergehen; doch, muß mein Tod das Opfer ſeyn: dein Wille ſoll geſchehen!“ Indem dein Herz in Aengſten bebt, ermannt die Seele ſich und hebt ſich auf vom Staub der Erde. 3. Ach! ſpraͤch auch ich, wenn Noth mir draͤut: Herr! es geſcheh' dein Wille! ging' ich, wie du, wenn Gott gebeut, zum Kreuz in frommer Stille; blieb' ich, wenn alle Hoffnung fleucht, ihr letzter Strahl in Nacht entweicht, auch dann noch Gott ergeben! 4. Ach!l moͤcht ich, Herr, dein Juͤn⸗ ger ſeyn! befreie du mich Schwachen b S 2 von 276 Jeſu Leiden am Oelberg. von duͤſtrer Kleinmuth Schmach und Pein, und hilf mir beten, wachen, daß ich, getroſt, zu Leid und Noth, Gefah⸗ ren Schmerz und Martertod, dem Va⸗ ter mich ergebe! Mel. Wenn meine Suͤnd' mich kraͤnken ꝛct. 172. In heißem Angſtgebete. 0 Mittler! kaͤmpfteſt du; und deine Seel fleh'te um Milderung und Ruh. Doch Troſt und Huͤlfe ſah'ſt du nicht; du vinſeteſt vergebens nach Freudigkeit und Licht. 2. Auch ſie, die ſo entſchloſſen, ſo maͤnnlich dich bekannt, ſind muthlos, ſind verdroſſen, vom Schlummer uͤbermannt; ſie kennen deiner Seele Schmerz, doch keiner deiner Freunde hat Labſal fuͤr dein Herz. ts 3. Wie traͤgſt du, Herr! die Schwa⸗ chen mit goͤttlicher Geduld; du eilſt, ſie ſtark zu machen, und milderſt ihre Schuld. Erbarmend ſprichſt du:„Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet! nah' iſt des Feindes Macht./.. b 4. O — hinken a 1 ggſtgebet andd deinee Nuh. d hu nicht lrendigtin muthlasſ rrunde m t! nuh i Jeſu Gefangennehmung. 272 4. O Troͤſter ſchwacher Bruͤder, nimm dich auch meiner an! leicht fall auch ich darnieder, verfuͤhrt durch falſchen Wahn! Ach! oftmals ſchlummr ich ſorglos ein; bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele draͤu'n. inn 8 5. Herr! rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geiſt verdroſſen machen; gib Kraft und Muth im Streit! Hilf mir, getroſt mit Vor⸗ ſicht ſeyn, zu wachen und zu beten; dann iſt die Krone mein. Jeſu Gefangennehmung. Mel. Wenn meine Suͤnden mich kraͤnken zc. b . 173. Herr, es geſcheh' dein Wille! gern duld' ich jeden Schmerz; nur gib mir Muth und Stille, und Freudigkeit ins Herz. Laß mich, wenn mir Ver⸗ ſuchung droht, wie du, mein Heiland! leiden; ſo treu ſeyn bis zum Tod. 2. Ein Heer von Martern ſchwebte vor deinem truͤben Blick: zwar deine Seele bebte, doch wich ſie nicht zuruͤck; geſtaͤrkt von Gott, voll Geiſtesruh, er 278 Jeſu Gefangennehmung. hobſt du dich vom Staube, und gingſt dem Kreuze zu. 3. Dich ſchreckte das Getuͤmmel der Moͤrderwaffen nicht; in deinem Blick war Himmel, und Muth im Angeſicht. Schon ſtuͤrzt auf dich der Feinde Schaar, doch bot'ſt du deine Haͤnde den Banden willig dar. 4. O waͤr' ich doch im Leiden, wie du, ſo ſanft und ſtill! o litt ich ſo mit Freuden, was Gott, mein Vater, will! Laß mich mit Ehrfurcht und Vertraun, ne Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erloͤſer! ſchau'n. rtt 5. Gibſt du mir deinen Frieden, ſo ſchreckt mich keine Noth, nicht Schmerz, nicht Tod hienieden, waͤr's auch ein Mar⸗ tertod. Durch dich, Herr! uͤberwind' ich weit: denn deine Gnade troͤſtet mit Ruh' und Seligkeit. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben, ꝛc. 174. Jeſus Chriſtus, deſſen Wun⸗ den Heil und Leben uns gebracht! ach, wie hart wirſt du gebunden und Ver⸗ brechern gleich gemacht! Deiner bittem b einde V ht Friede icht Etn d= auch ein Srr! ilm ande troͤftt 1— ſfierben⸗. e deſſn d r gebroch den u e Deunh -— Jeſu Gefangennehmung. Feinde Tuͤcke kennſt du, und weichſt nicht zuruͤcke, gibſt mit edelm Helden⸗ ſinn dich in ihre Bande inuäuä. 2. Mehr als zwoͤlf der Legionen, die um deines Vaters Thron in dem Licht des Himmels wohnen, ſteh'n bereit, o Menſchenſohn! wenn du winkſt, dich zu befreien, und die Feinde zu zerſtreuen; aber du verlangſt es nicht, deine Bande bricht. 1 1I3. Du biſt ſelbſt ja reich an Staͤrke, die auch hier ſich nicht verlor; aber 1im Erldoſungswerke geht Geduld der All2 macht vor. Wollteſt du ein Wort nur ſprechen; deine Bande wuͤrden brechen, und der Feinde große Zahl ſtuͤrzte dei⸗ ner Gottheit Strahl. n 4. Doch, ſie liegen ſchon zur Erde hingeſtuͤrzt durch dein:„Ich bin's;“ daß ſie ſelbſt die Zeugen werden deines edeln[uul Heldenſinns. Niemand nimmt von dir dein Leben; du willſt ſelbſt es fuͤr uns geben, und vom Fluch uns zu befrein, weder Schmach noch Bande ſcheuen. 5. Treuer Buͤrgel unſertwillen ſtreckſt du deine Haͤnde dar; Gottes Rathſchluß zu erfuͤllen, ſchoneſt du der frechen Schaar; 279 1 d . man 1 A .. a 8 1 280 Jeſu Gefangennehmung. Fr undes, heilſt die Wunde deines Fein⸗ des„ nimmſt die Bande willig an, du, der Boͤſes nie gethan. .6. Edel ſind ſie, deine Bande, 8 ſind ſie deines Ruhms; deinen Feinden ſind ſie Schande, dir ein Schmuck des Heiligthums; denn du trugſt ſie unver⸗ ſchuldet. Alles, was du, Herr! erdul⸗ det, litteſt du, uns zu befrei'n, und ein Retter uns zu ſeyn. 7. Dank dir fuͤr ſo große Guͤte! Zeigr ſie an mir auf's Neu', und befreie mein Gemuͤthe von der Suͤnden Sklaverei, daß die Welt mich nicht verſtricke, boͤſe Luſt mich nie beruͤcke, des Verſuchers Argliſt nie mich in Strick' und Netze zieh. 8. Soll ich einſt den Ruhm erlangen, daß ich, deines Geiſtes voll, in Bekenner⸗ Feſſeln prangen, deinetwegen leiden ſoll; o dann ſtaͤrk in meinen Leiden mich dein Geiſt, der Geiſt der Freuden, daß ich, meinem Glauben treu, immer uner⸗ ſchrocken ſey! Schaar; wehrſt dem Schwerdte deines Tundt ii 7inen fau *1Schmut daſt ſiem Herrl t Drein, mi 1 Die Flucht der Juͤnger Jeſu. 281 Die Flucht der Juͤnger Jeſu. Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛe. 175. Bekenner Jeſu, werdet nie vermeſſen: Der Fall iſt nahe, wenn wir je vergeſſen Beſtaͤndigkeit und Sicher⸗ heit vor Suͤnden auf Gott zu gruͤnden. 12. Dann gleichen ſelbſt die feurigſten Entſchluͤſſe nur Irrlichtfackeln, die durch Finſterniſſe ſchnell in die Hoͤhe ſchim⸗ mern und vergehen, wie ſie entſtehen. 33. Die Juͤnger ſtaͤrkten in der Pruͤ⸗ fungsſtunde durch Wachen und Gebet ſich nicht im Bunde mit ihrem Herrn, und fielen, ſchwach von Kummer, in tiefen Schlummer. h hn 4. Als der Verraͤther kam mit ſeinen Schaaren, erbebten ſie vor drohenden Gefahren; hin iſt ihr Muth, fuͤr ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden. 5. Uneingedenk des Hirten, flieh'n die Schaafe; er wird verlaſſen, er, der unſre Strafe ſo willig duldete, daß ſeine Heerde gerettet werde. 6. Wer dich bekennt, der fuͤrchte, Jeſu! alles von ſeiner Schwachheit; ein⸗ 28² Petri Verleugnung und Rene. eingedenk des Falles der beſſern Juͤnger, ſtreb'er, ſein Vertrauen auf dich zu bauen. 7. Dein Bild ſoll ſtets vor meine Seele treten; mit dir, Herr, will ich wachen, kaͤmpfen, beten; dann werd ich nicht im Kampfe unterliegen; ich werde ſiegen! Petri Verleugnung und Reuen Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 176. Mein Jeſu, welch ein Schmerz fuͤr dein ſo treues Herz! ihn haſt du mehr empfunden, als Bande, Schmach und Wunden; die kleine Zahl der Freunde kraͤnkt bittrer dich als Feinde. 2. Kaum nahtt ſich die Gefahr, ſo bebt der Juͤnger Schaar; die erſt ſich hoch vermeſſen der Treu’ nie zu vergeſſen, den Tod gar vorzuziehen, verlaſſen dich und fliehen. at. n 3. Der kuͤhn ſein Schwerdt gezuͤckt, dein Petrus ſelbſt erſchrickt; er flieht, eh' Bande drohen, ſchaͤmt ſich, daß er geflohen, kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Dahin * Rene. ſern J adich zuhmm 8s vor nen eerr, wil nr dann i erliegen, — & 4 — „ Petri Verleugnung und Reue. 283 4. Dahin iſt Petri Treu'; er, welcher Jeſum frey fuͤr Gottes Sohn bekannte, fuͤr ihn voll Eifer brannte, laͤßt ſich hun Furcht bethoͤren ihn treulos abzu⸗ ſchwoͤren. 5. Wie iſt der Menſch ſo ſchwach! So viel ſein Muth verſprach, liegt er doch bald im Staube, erloſchen iſt ſein Glaube, ſein hoher Muth gedaͤmpfet; b ach, Chriſten, wacht und kaͤmpfet! Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. oh O Herr! dein Liebesblick bringt Petrum bald zuruͤck. Er fuͤhlet ſein Verbrechen, er kann vor Schaam nicht ſprechen und weinet bitt re Thraͤnen, die ſich nach Gnade ſehnen. 2. Er ſucht und findet ſie. Verzagt, Gefall'ne, nie! Laßt euch zur Reu' er⸗ wecken; doch nie durch Zweifel ſchre⸗ cken; ſo groß ſind keine Suͤnden, ſie koͤnnen Gnade finden. 3. Beſieget Menſchenſcheu, Herr Jeſu! meine Treu', und trennt mich von den Deinen; laß mich mit Petrus wei⸗ nen, 284 Verurtheilung Jeſu. nen, vergib mir meine Suͤnden, und laß mich Gnade finden! Verurtheilung Jeſu. Mel. Ach Herr, mich armen ꝛc. 178. Ach! ſeht das Recht gebeuget, entweih't das Richteramt, dort, wo die Luͤge zeuget, und Bosheit frech ver⸗ dammt! Von Laͤſterern umgeben, ſteht vor dem hohen Rath der Heil ge deſſen Leben rein war in Wort und That. 2. Entweihet iſt die Staͤtte, geſchaͤn⸗ det das Gericht, in dem man Jeſum ſchmaͤhte; doch ſeine Unſchuld nicht. Er ſchweigt; es that ſein Schweigen und ſelbſt der Laͤſtrer Mund, die wieder ihnh m dort zeugen, laut ſeine Unſchuld kunnd. 3. Doch eilen ſie, die Frechen, die laͤngſt ſchon ihn gehaßt, das Urtheil ihm zu ſprechen; ihr Rathſchluß iſt gefaßt: i Die Unſchuld zu verdammen, beſchließet nn ihre Wuth; denn ihrer Rachſucht Flam⸗ vie men loͤſcht nur der Unſchuld Blut. un 4. O wuͤrde nie mit Raͤnken der Un⸗ ſih gerechtigkeit, der Unſchuld Nech iu. raͤn⸗ Verurtheilung Jeſu. 285 ünde h kraͤnken, ein Richterſtuhl entweiht! Es ſiitz' an heilgem Orte das Recht nur zu Gericht; es wach' auch uͤber Worte der Wahrheit ſtrenge Pflicht! aJeſ 5. O, moͤchten Laͤſterungen, die Un⸗ ſchuld nie bedroh'n; und ſpraͤchen falſche Zungen, doch nie dem Rechte Hohn! Maein Mund ſoll niemals truͤgen; ich 8 dort, ui will, von Falſchheit rein, Herr! ſtets eit frein ein Feind der Luͤgen, ein Freund der ungeben Wahrheit ſeyn. Heilgi 6. Auch will ich nicht vergelten; wenn ich geſcholten werd', nicht zornig wieder ſchelten: ſo haſt du mich gelehrt. Das Boͤſe will ich meiden; und muß ich, ohne Schuld, doch Laͤſterung erleiden, ſo ſchweig' ich in Geduld. Jnen ꝛ. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit ꝛc. h k 79. Verſtummtes Lamm, das vor u dem Scheerer ſchweiget! dein Schwei⸗ an gen in Geduld und Sanftmuth zeiget, wie ſtill und ruhig, auch in Schmerz — und Pein, ein Herz voll frommer Un⸗ ſchuld han ſeyn. de ber Went buſe 2. Ach! ſteh' mir bei, wenn boſe, -1 huld 2 ch! ſteh gift ge 8 2 “, —-—————*— * „ —————————-————..——— ————————————————————————— ———————— S————————;ʒ—*———— 2 ———————— 52— 4——**— ———õ—õ—g————„—— 5——— 2—— .———————————õ-——————————————— —õ————ÿ—ÿ—ÿ’xO—⸗—⸗—⸗——————ͦͦ⏑;—;—;:—B:;:B—’—;;::CBCBCB—B—’’B’B—B—B—B—BC—C—C—C—C—B—C—C—--.——4————————————— —— õ————————— 5—————,——————————ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ————ÿ ÿÿÿ—õÿõÿõÿy — 2—yy———ℳ 9— öco“ 5— ——— A* 3 4 4 286 Verurtheilung Jeſu. gift'ge Zungen auch mich verfolgen frech mit Laͤſterungen, und ſich der Zorn im Herzen regen will, daß ich, gleich dir, mit Sanftmuth ſchweige ſtill. 3. Komm, ſtilles Lamm! ſchließ mei⸗ nes Mundes Pforten, damit ich nie mit Flluch und Laͤſterworten dem Feind in blinder, toller Raſerei, zu eig'nem Schimpf und Schaden, aͤhnlich ſey. A4. Nichts muͤſſe je aus meinem Munde gehen, als was vor dir, mein Heiland! kann beſtehen: kein ſchanddar Wort, kein faul Geſchwaͤtz der Welt, kein Spott und Scherz, der meinem Gott 5. Dagegen gib mir Kraft, dich zu bekennen, mit Herz und Mund dich meinen Herrn zu nennen; der Wahrheit nur und deiner Ehr' allein ſoll meine Rede ſtets geweihet ſeyn. 28 MNel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ie. 180. Als des Volkes Zuͤrnen drohte, ſpricht Pilati Unbeſtand:„Nehmt ihn hin zum Kreuzestode, Jeſum, den ich ſchuldlos fand.“ Und es fließt der Weh⸗ 4 muth — +— — —— ——— Verurtheilung Jeſn. 287 erfolg e egan muth Zaͤhre dem Verurtheilten zur d, A an Ehre; mit Verachtung blickt der Sinn ſl auf den feigen Richter hin. a fii 2. Doch woher dies ernſte Schwei⸗ wut ais gen? dieſe Unruh“, Herz! woher? i nen Mußt du eigne Schuld bezeugen? biſt em zan du feig und ſchwach, wie er? Ach, du zu ahn biſt es! ſelbſt der Freunde nahmſt du — jnlich ſn gegen ihre Feinde oft dich nicht ſo eifrig einem au an, als dem Fremden er gethan. ein Hau 163. Du auch magſt gern von dir wei⸗ abar N ſen Schweres, was die Pflicht gebeut, klug und mild dich laſſen preiſen, ſelbſt fuͤr Ungerechtigkeit; reizeſt ſelbſt des Haſ⸗ ſes Rache gegen fremder Unſchuld Sache Braft, d durch den Mißbrauch deiner Macht, 23) Mandh durch des Leichtſinns Unbedacht. = der Wi 14. Furcht vor And rer Droh'n und Schmaͤhen, ſchwache Allgefaͤlligkeit fuͤr — Bethoͤrter Wunſch und Flehen: ſuͤndigen ſie nicht noch heut? Selbſtſucht, die hein nur ſich will hoͤren, nimmer dulden, = ahat nichts entbehren, ſie entſcheidet, ach, ürnadat wie oft! wo die Pflicht ein Opfer hofft. „Nrwti 5. Seine Schuld dann zu bekennen, da waͤhnt der Menſch, das tilge ſie; ſchwach —ußt i und ſchlerhaft ſich nennen, ſpare bhm 3 4 — — 288 b Verurtheilung Jeſu. der Beſſ'rung Muͤh'. Wenn Pilatus waͤſcht die Haͤnde, meinſt du, daß den Fluch er wende? Wenn du ſuͤndigſt wiſſentlich, trifft die Strafe doppelt dich. 6. Was dir Recht und Pflicht gebie⸗ ten, das nur achte, dies allein; ſey es, daß die Boͤſen wuͤthen, ſey es, daß die Thoren draͤuen. Koſte dir's auch Gut und Leben: Gott ſollſt du die Ehre geben in der ſtreng erfuͤllten Pflicht, wie es dein Gewiſſen ſpricht. on Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛe. 181. Anſchuld ger Jeſu! nichts haſt du verbrochen, doch wird das Todesun theil dir geſprochen; du, rein und frei von ſuͤndlichem Verderben, ſollſt ſchmach⸗ voll ſterben. 2. Nun wirſt du frech geſchlagen und verhoͤhnet, gegeißelt und mit Dornen gar gekroͤnet; zuletzt, erſchoͤpft von un⸗ nennbaren Plagen, ans Kreuz geſchlagen. 3. Wer hat die Schuld von deinen Todesſchmerzen? O Herr! ich fuͤhle ſie in meinem Herzen; ich, ich, Herr Jeſu! habe das verſchuldet was du erduldet. ““ 4. Welch Verurtheilung Jeſu. 289 — 4. Welch gnadenvoller Rath! Der 9 Sänden Strafe ertrugſt due treuer Hir⸗ 2 ünt„. für di Schaaſe ſonſ haͤtten wir — apete den Lohn der Suͤnde muͤſſen i = Pfichtg bußen h uͤſſen im Tode Welten! koͤnnt ich doch deine Liebe dir 1 veergelten; was ſoll ich aber finden und eerdenken, es dir zu ſchenken? 7. Nichts weiß ich, als mich ſelbſt 1 dir hinzugeben, nimm hin zum Dank, 9 das d o Herr! mein ganzes Leben. Den Suͤn⸗ d rein m den, die dich an das Kreuz geſchlagen, beeſſolſt ſta Will ich entſagen. 88. Dies Opfer, welches ich dir aus⸗ dgeſchlaut erſehen, wirſt du, wie klein es ſey, doch 1en mit du nicht verſchmaͤhen; du wirſt, o Suͤnder⸗ achdpft um heiland! dich nicht ſchaͤmen, mich anzu⸗ S= euzgeſch nehmen. A-dd von 9. So gib denn zu dem Heiligungs⸗ Alichih Geſchaͤfte mir Schwachen deines guten 1 h, Hag Geiſtes Kraͤfte, und ſtaͤrke mich, mit 2 d adn Freuden deinen Willen ſtets zu erfuͤllen. vro e T 10. Hilf . 290 Jeſu Geduld und Mißhandlung. 140. Hilf mir zu deiner Ehre alles wagen, das Kreuz mit Muth und mit Geduld ertragen, daß mich auch ſelbſt des bangſten Todes Leiden nicht von dir ſcheiden. 11. Werd' ich mit dir, Herr Jeſu! leiden, ſterben; ſo werd ich auch durch dich den Himmel erben; du reichſt mir ſelbſt von deinem Richterthrone die Eh⸗ renkrone. Jeſu Geduld und Mißhandlung. Mel. Ach Herr, mich armen ꝛc. 182. O Haupt, voll Blut und Wunden, voll Schmerzen, Schmach und Hohn; o Haupt, zum Spott um⸗ wunden mit einer Dornenkron! o Haupt, ſonſt ſchoͤn geſchmuͤcket mit hoͤchſter An⸗ muth Zier, jetzt tief vom Leid gedruͤcket; gegruͤßet ſeyſt du mir! Rtdts 2. Du Abglanz der Verklaͤrung, du heilges Angeſicht, der Himmliſchen Verehrung, der Menſchen Troſt und Licht! wie biſt du ſo verblichen, wie iſt der Augen Glanz, dem ſelbſt die Sterne wichen, nunmehr erloſchen ganz! 2 men. A 1 w= l Be⸗ Sen Ee S=im Eput Aron! ohl miit hochſt eid gan e zerklärm d= Hinn Jeſu Geduld und Mißhandlung. 291 3. Die Farben deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht, iſt ganz und gar vergangen; des blaſſen Todes Macht — 1 hat alles weggenommen, hat alles dch gerafft, du biſt herab gekommen von aller Leibeskraft. 4. O Herr! was du erduldet, iſt meiner Suͤnden Laſt; ich, ich hab' es verſchuldet, was du getragen haſt. Schau her! hier ſteh' ich Armer, der dies verdienet hat, und ſchenke mir, Er⸗ barmer! den Anblick deiner Gnadd. 5. Erkenne mich, mein Huͤter! Mein Hirte, nimm mich an! Die Fuͤlle deiner Guͤter ſey mir auch aufgethan! Du wollſt auch mich begaben mit deinem Himmelsbrod, und meine Seele laben mit Troſt in aller Nothh!h 6. Ich will hier bei dir ſtehen; ver⸗ wirf, o Herr! mich nicht! ich will nicht von dir gehen, bis daß das Herz dir bricht; o laß dein Haupt, erblaſſet und aller Marter los, vom Liebesarm um⸗ faſſet dann ruh'n in meinem Schooß! 7. Es gibt mir ſelge Freuden, es thut mir herzlich wohl, daß ich an dei⸗ nen Leiden mein Heil nun finden ſoll. T 2 Ach! — 292 Jeſu Geduld und Mißhandlung. Ach! könnt ich Blut und Leben fuͤr na dich am Kreuze hier, o mein Erloͤſer! ſit geben; wie wohl geſchaͤhe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jeſu, der liebſter Freund! fuͤr deine Todesſchmer⸗ de zen; wie treu haſt du's gemeint. Ach! 1. gib, daß ich mich halte zu dir und dei⸗ da ner Treu, und bis ich einſt erkalte, ganz nur der Deine ſey! 5 9. Wenn ich einmal ſoll ſcheiden, ſo U ſcheide nicht von mir; wenn ich den ſit Tod ſoll leiden, ſo tritt zu mir herfuͤr; in wenn dann am allerbaͤngſten wird um u das Herz mir ſeyn, ſo reiß mich aus p Aengſten, kraft deiner Angſt und— Pein!. —10. Erſcheine mir zum Schilde, zum Troſt in meinem Tod, und laß mich i ſeh'n im Vilde dich, deine Kreuzesnothh Da will ich nach dir blicken, da will i ich glaubensvoll feſt an mein Herz dich druͤcken. Wer ſo ſtirbt, der ſtirbt wohl. Mel. Aus tiefer Noth ſchrey ich zu dir ꝛt. 183. Seht, welch ein Menſch! was duldet er, der unſere Schuld ge⸗ a tragen; dlung. ein Erl ſe mirl S=meint.— = dir wii I erkalte m p reiß mihn feer Andr aSchül und li Krenzzei Dicken, ¹ Jeſu Geduld und Mißhandlung. 295 tragen; wie liegt auf unſerm Herrn ſo ſchwer die Laſt der groͤßten a zen, G Als ein Verbrecher ſteht er da, verklagt, n Plagen! verdammt, dem Tode nah, den wild die Mordluſt fordert. 2. Erfind'riſch war der Frevler Wuth, den Heiligen zu plagen; ſie hatten ihn bedeckt mit Blut, gegeißelt und zerſchla⸗ gen; mit einem Dornenkranz gekroͤnt, von wilder Krieger Spott verhoͤhnt, ſtand ſo der Sohn des Hoͤchſten. 3. Den Heiden, der ſein Richter war, ergriff ein menſchlich Schrecken, er ſtellt ihn ſeinen Bruͤdern dar, ihr Mitleid zu erwecken:„Seht, welch ein Menſch! die Unſchuld ſpricht aus ſeinem Blick; ich kann ihn nicht, ihn kann ich nicht verdammen!“ 4. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menſchlichkeit des Heiden; die auf⸗ gebrachte wilde Schaar ſah Jeſu Schmach mit Freuden; ſein Tod befrie⸗ digt ſie allein; ſie ſtuͤrmten auf den Richter ein, und ſchrie'n:„er ſterb' am Kreuze!“ 5. Ach! ohne Schauder denk ich nie 6 an an jene Schreckensſtunden, und feſe S fu 2943 IFeſu Geduld und Mißhandlung. fuͤhl ich mich durch ſie mit dir, mein Heil! verbunden. Aus Liebe ſtarbſt du ſa für mnch wie ſollte meine Seele dich nicht ewig, ewig lieben? 28 6. Ich ſchwoͤre, Weltverſoͤhner! dir, und ewig will ich's halten: So wahr du lebeſt, ſoll in mir die Liebe nie er⸗ kalten! Dein Leiden und dein Tod ſoll mich, ſo lang' ich lebe, ſtets an dich und deine Lieb' erinnern. 7. O hochgelobter Gottesſohn! du Tilger meiner Suͤnden, erhoͤh't auf dei⸗ nes Vaters Thron, ach laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir ſeyn, um deiner Liebe willen! 8. Lockt mich die Welt, lockt Fleiſch i und Blut mich auf den Weg der Suͤnde, und fehlt es mir an Kraft und Muth, i daß ich ſie uͤberwinde; dann rufe mir vom Himmel zu: Denk, welch ein Menſch ich war, und du, du wollteſt mich nicht lieben? b ül —— 1 Kreuz⸗ dein dii dann vi * af/ tvech Kreuzigung Jeſu. 295 Kreuzigung Jeſu. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit ꝛc. 184. Betruͤbter Gang, den jetzt mein Jeſus wallet, zur Stadt hinaus, wo Mordgeſchrei erſchallet! er gehet hin als ein verſtummtes Lamm, zum Tod' fuͤr mich am blut gen Kreuzesſtamm. 2. Was ich verdient fuͤr meine ſchwere Schulden, das will jetzt er, mein Hei⸗ land, fuͤr mich dulden; was dem gebuͤhrt, der ein Verbrecher iſt, das leidet der Verſoͤhner Jeſu Chriſt. 3. Du Lebensquell, von dem ich habe Leben, willſt in den Tod als Opfer hin dich geben, daß durch dein Blut den Suͤndern wuͤrde Heil, und Lebenskraft den Sterblichen zu Theil. 4. O Seelenfreund, zum Heiland mir erkohren, der mich geliebt, noch eh' ich war geboren, hilf, daß ich ſtets an deinen Todesgang, von Dank er⸗ fallt, gedenke lebenslang! 5. Will mich die Luſt zum breiten Weg verfuͤhren, laß deinen Schmerz mich tief, mein Heiland! ruͤhren, wenn b Kreuzigung Jeſu. ich dich ſeh' auf deinem Todesſteg, daß ich entflieh' dem breiten Suͤnderweg. 6. Soll ich das Kreuz dir nach, mein Heilandl tragen, bewahre mich vor Mur⸗ ren und Verzagen; wenn ich dich ſeh', wie du mir gingſt voran ſo ſanft und till die ſchwere Kreuzesbahn. 7. Und muß ich einſt verlaſſen dieſes Leben, in's finſtre Thal des Todes mich begeben, ſo ſchenke Licht und Troſt der Glaube mir: ich folge dir, im Tode folg' ich dir. 8. Bis endlich du von allen Erden⸗ leiden wirſt Ruhe mir im Himmel einſt bereiten, wohin du mir vorangegangen biſt, und wer dir folgt, einſt ewig ſelig iſt. Mel. Jeſu meine Zuverſicht ꝛc. 185. gathal ſieh den Heiland hier am Kreuze, und bedenke, was dich da fuͤr ein Trieb zur Buße reize! Kannſt du hier gefuͤhl⸗ los ſeyn, haͤrter waͤreſt du als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwiſchen Erd' und Himmel hangen, bit a Schwing⸗ dich auf gen Gol⸗ Himnat oorangehu⸗ anſt evig 0 -— de ſicht ie ſier an g Kreuzigung Jeſu. 297 das Blut in Stroͤmen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Schau, ach ſchau! (erſchrickſt du nicht?) wie ſein Herz im Tode bricht. itn lat dlnl 3. O Lamm Gottes, ohne Schuld! haſt, aus freier Huld, Pein und Schmach fuͤr mich erduldet. Mich zu retten aus der Noth, ſtarbſt du, Herr! den Kreu⸗ zestod. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, o wie groß iſt deine Liebe! Schau' von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betruͤbe! Ich bin ſchuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Herr! was kann ich dir dafuͤr, daß du ſo mich liebeſt, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir ge⸗ hoͤrt mein Leben. Wie du mein, ſo will ich dein, lebend, leidend, ſterbend ſeyn. 6. Nur bei dir allein ſuch' ich Huͤlf' in meinen bangen Stunden; ſchmach⸗ tend, lechzend ſehn ich mich nach dem Troſt aus deinen Wunden, wie ein Hirſch nach Waſſer ſchreit, bis er meine Seel erfreut. 7. Kreuzige mein Fleiſch und Väute pint ehre ſ 298 Kreuzigung Jeſu. lehre mich die Welt verſchmaͤhen! laß auf dich, du hoͤchſtes Gut, immer un⸗ verwandt mich ſehen! und im Kreuze fuͤhre mich ſelig, wenn ſchon wunderlich! 8. Endlich laß mich alle Noth freudig ſterbend uͤberwinden! Nirgends muͤſſe mich der Tod, als bei dir, mein Hei⸗ land, finden! Wer nur dich zur Zuflucht macht, ſpricht getroſt: Es iſt vollbracht! Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 186. O Welt, ſieh' hier dein Leben am Stamm des Kreuzes ſchweben! dein Heil ſinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren laͤßt willig ſich beſchweren mit Banden, Schlaͤgen, Hohn und Spott. b b 2. Er nimmt auf ſeinen Ruͤcken die Laſten, die mich druͤcken, bis zum Erlie⸗ gen ſchwer; er wird ein Fluch, dagegen erwirbt er mir den Segen; und o wie gnadenreich iſt der! b 3. Er gehet meinetwegen der Todes⸗ nacht entgegen mit ſtarkem Heldenmuth; er ſtirbt, um vom Verderben mir Ret⸗ tung ilder. „Jdier deinth zu gut. Kreuzigung Jeſu. 299 tung zu erwerben; ja alles thut er mir 4. So bin ich hoch verbunden, mein Hort! in allen Stunden zu deinem Ei⸗ genthum. Dies thaͤtig zu beweiſen, muß Seel und Leib dich preiſen; mein ganzes Leben ſey dein Ruhm:; ol 5. Was kann in dieſem Leben ich ſonſt dir wieder geben? was dir zum Danke thun? Drum ſoll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele ſcheiden, mir ſtets in treuem Herzen ruh'n. 6. Dein Beiſpiel ſoll mich lehren, des hoͤchſten Rath zu ehren, auch wenn er Truͤbſal ſchickt. Ich will des Lebens Puaagen getroſt und willig tragen, bis Gottes Huͤlfe mich erquickt. 7. Nie will ich wieder ſchelten, nie Haß mit Haß vergelten; nie, wenn ich leide, draͤunn. Das unrecht will ich dulden, dem Naͤchſten ſeine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeih'n. 8. Geruͤhrt von deinem Leiden, will ich die Suͤnde meiden, die dir, mein Heill mißfaͤllt; was deine Augen haſſen, das will ich flieh'n und laſſen, gefiel es auch der ganzen Welt. 9. Und 300 Jeſu Worte am Kreuze. 9. Und ſoll ich endlich ſterben, ſo laß dein Reich mich erben; laß mich getroſt, wie du, den Geiſt bei meinem Ende in meines Vaters Haͤnde befehlen zu der ew'gen Ruh! 1 Jeſu Worte am Kreuze. Mel. Herzlich hab' ich dich ꝛe. 187. Am Gnade füͤr die Sünden⸗ welt rufſt du, mein Heil! am Kreuz 8 gequaͤlt von frecher Suͤnder Rotten; dir ſie blutet das bedraͤngte Herz, wenn deiner, bei dem herben Schmerz, die Boͤſewich⸗ ter ſpotten. Doch ſiehſt du mit erhab⸗ nem Sinn von ihnen weg zum Vater hin, den ihre Wuth in dir entehrt; rufſt, daß es Erd und Himmel hoͤrt:„Ver⸗ gib, o Gott! und fuͤhre nicht ſie inss Gericht, denn was ſie thun, ſie wiſſens nicht.“ s n 2. Erſtaunend ſeh ich dieſe Huld, die gegen Moͤrder noch Geduld, Gnad' und Erbarmung heget. Ihr, die ihr euren f Heiland ehrt, fuͤhlt ſeiner Großmuth u hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch ſegnendes Gebet auch uns d 1 ein ecl! an nr Rott —, wennd die Viſet du mit ah ig zum d entehttzi AI hort. ¹ vicht ſ An, ſitti uht dem du ein Heiland biſt! Jeſu Worte am Kreuze. 301 ein ewig Heil erfleht; er ſagt auch uns, zu unſ'rer Ruh, Erbarmen und Verge⸗ bung zu. Herr Jeſu Chriſt, gelobt ſeyſt du fuͤr deinen Tod! Gott iſt durch dich auch unſer Gott! b. 3. Den ſanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, floͤß, Heerr! in meine Seele. Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle! Beſaͤnftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an, o ſo erinnere mich da⸗ ran, Herr Jeſu Chriſt! wie du am Kreuz, durch dein Gebet, ſelbſt deinen Moͤrdern Gnad erfleht! n 4. Im Sterben troͤſte mich dein Tod! Im Leben leit' mich dein Gebot, daß ich dir aͤhnlich werde! O zeuch mich, du erhoͤhter Held, zu dir hinauf vom Dienſt der Welt, zum Himmel von der Erde! Als Vorbild gingſt du uns voran, ich folge dir auf deiner Bahn. Und ſchließt ſich meine Pilgrimmſchaft, ſo ſtaͤrke mich mit Himmelskraft zum letzten Kampf. Herr Jeſu Chriſt! o ſelig iſt der Menſch, Mel. Jeſu Worte am Kreuze. MReel. Werde munter mein c. 188. land,„heute“, an ſein blutig Kreuz erhoͤht, als ein Suͤnder, ihm zur Seite, ſterbend noch um Gnade fleht:„heute, ſo betheur ich dir, heute noch ſollſt du mit mir, in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche habenl!! 2. Theures Wort aus Jeſu Munde, 8 feſt verſiegelt durch ſein Blut! in der fin⸗ ſtern Todesſtunde gibſt du Freudigkeit und Muth. Wenn der Chriſt nun ſchei⸗ den ſoll, bleibt er feſter Hoffnung voll ſieht die Nacht in Licht verwandelt weiß gewiß, wohin er wandelt. 5 3. Ohne Zagen kann er ſterben; ſeim Seele ſtirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben; auch kein Schlaf betaͤu bet ſie, wo ſie erſt aus langer Nachth nach Jahrhunderten erwacht: nein, ſie ſoll zu neuem Leben, ſcheidend noch, empor ſich heben. 4. Theures Wort des ew gen Lebens! troͤſteſt du mein brechend Herz, o! dann aͤngſtet ganz vergebens meinen Geiſt der Trennung Schmerz. Er ſinkt nicht in „Heute“, ſprach mein Hei⸗ Fin⸗ mindelt. rſterben woroht rih drr Schlaſt Jeſu Worte am Kreuze. 505 Finſterniß; denn wahrhaftig und gewiß dier iſt das Wort des treuen Zeugen! H muß jeder Zweifel ſchweigen. 5. Herr! nun fuͤhl ich, abzuſcheiden, eine heil'ge Luſt in mir: Dort ſind un⸗ befleckte Freuden; aber Muͤh' und Elend hier. Kein auch noch ſo fruͤhes Grab kuͤrzet mir das Leben ab: es ſoll nur, frei von Beſchwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Maͤn⸗ geln, ja von nun an ſelig iſt bruͤder⸗ lich begruͤßt von Engeln, der im Herrn entſchlaf'ne Chriſt. Was ſein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann ſeiner Seele von der Erden, hin vor Gott, ſein Lohn zu werden. 8 7. Nun auch ich„ Herr! befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erloͤſte Seele deinen treuen Haͤnden an. Und du, Heiland! ſtaͤrkeſt mich, rufeſt mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich ſterbe, deine Herrlich⸗ keit ererbe. 8. Ja, noch an demſelben Tage geh⸗ ich in den Himmel ein, los vonaller Furcht und Plage, Herr! bei dir dahenn ſn 1 eyn. — —-———— 8—— ———— 2——oaoͤoͤoͤoöoöoöoöoſoſoſoſ⁄ſ——.———— 2 —— 5———.— 8—— 8———————* 8 2——————;—P————————— ————— —— 3 ————— ——— — 1— —— õ—õ ——— 30b9 IJeſu Worte am Kreuze. ſeyn. Hier genieß, ich deines Lichts bis der Tag des Weltgerichts auch die Nacht des Grabes endet, volle Seligkeit mir ſpendet. lAdeneh. W Mel. O Jeſu Chriſt, mein's ꝛc. 5p 1 89. Da denkſt auch in der tiefſten Noth, ergriffen, Herr! von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und 8 b 3 Schmnz und floͤßeſt ihnen Troſt inss erz. 122 2. Du ſieh'ſt die Mutter, ſieh'ſt den Freund; die Thraͤnen, die ihr Augr weint, verwunden dein ſo edles Herzs ganz fuͤhlſt du deiner Mutter Schmerz. 3. Du eilſt, ihr Staͤrkung zu verleihn: „Sieh'“ ſprichſt du,„dieſer Sohn iſt dein! was ich dir war, wird er dir ſeyn, und dich mit Troſt und Huͤlf erfreun.“ 4. So innig bis zum Tod, ſo treu, ſey meine Zaͤrtlichkeit; ich ſey ſo willig, Andern beizuſteh'n, und ihnen Beiſtand zu erflehin! 5. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde! einſt mein Tod 1 4 betruͤbt, 1 ein' u. am in deru Jeſu Worte am Kreuze. 305 vetruͤbt, dann uͤbergeb' ich euch dem Herrn; er hoͤrt, er hilft, er ſegnet gern. 6. Froh geh' ich, wenn es ihm gefaͤllt, den Weg zu jener beſſern Welt; euch ſag' ich, die ihr um mich weint:„Ge⸗ troſt! bald werden wir vereint/. 7. Den Troſt, o Jeſul! dank ich dir: du brachteſt ihn vom Himmel mir. Du haſt verheißen:„ihr ſeyd mein; wo ich bin, ſollt ihr ewig ſeynnl! Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 190. Es rief der Herr vor dem Er⸗ blaſſen:„Mein Gott! mein Gott! haſt du denn mich, o warum haſt du mich verlaſſen?“ ſo kraft⸗ und troſtlos fuͤhlt er ſich: Doch Gottverlaſſen war er nicht; er ging durch Finſterniß zum Licht. 2. Verlaß, o Gott! auch meine Seele dann nicht, wann Noth und Tod mich ſchreckt! ſey du mir nah', wenn ich nic b quaͤle, daß unſichtbar dein Arm mich 15 deckt; fuͤhr' mich durch Finſterniß zum Licht, mein Gott! mein Gott! verlaß mich nicht. — u Mel. — öö—aa—eeee ͤ ·· 306 Jeſu Worte am Kreuze. Mel. Mitten wir im Leben dc. Chor. 5 191.„ Ach! mich duͤrſtet!“ hoͤrt am Kreuz den Erldͤſer klagen; ihn, der Tauſende erquickt in des Lebens Tagen. b Solo. Ach, ſeht ihn ſterbend ſchmachten! Ach, weh uns Armen! furchtbar droht Qualen einſt der bittre Tod. b Chor. Heiliger Schoͤpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Troͤſter! Du ewiger Gott! “ Gemeinde. Laß uns nicht verſchmachten in der letzten Todesnoth! Erbarm dich unſer!l. Chor. 2. Starke, die zu dieſer Zeit, da wir, Herr! dir ſingen, muͤde, ſtumm, im kalten Schweiß mit dem Tode ringen! b Solo. Nur du kannſt ſie erquicken. Sie lie gen da und ſeh'n hinab in das ſchauer⸗ ae eeee ee Chor. volle Grab. zott! 8, barmüe itt! Jeſu Worte am Kreuze. 307 (( hor. b Heiliger Schoͤpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger roͤſter! Du ewiger Gott!— Gemeinde. Laß ſie nicht verſinken in des Todes leßzter Angſt Erbarm dich ihrer! Chor. 3. Wer mit einem Waſſertrunk der Gerinaſten Einen deiner Treuen labt, ſol froh im Gericht erſcheinen. Solo. Wir labten, Herr! ſie gerne, allein kein Trunk mehr kuͤhlet ſie, darum be⸗ ten wir fuͤr ſie. AnctE b o r... Heil iger Schoͤpfer, Gott! Heiliger Mittler⸗ Gott! Heiliger, barmherziger eier Du ewiger Gott! Gemeinde. Laß ſie nicht erliegen den heißen Todeskampf lErbarm dich ihrer! Chor. 4. Ach! weil Jeſus Chriſtus ſelbſt dieſen Kelch getrunken, und von viel —u 2 mehr —. õõ;yůʒ-ʒ——— 308 Jeſu Worte am Kreuze. mehr Qual umringt, in das Grab ge⸗ ſunken. Solo. Erhoͤr um ſeinetwillen, Herr! unſer thraͤnenvoll Gebet, das fuͤr alle Men⸗ ſchen fleht. 4 Chor. Heeiliger Schoͤpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Troͤſter! Du ewiger Gott! Gemeinde. Hilf uns uͤberwinden! Trock'ne dann in jener Welt all unſ're Thraͤnen! Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 192.„ Es iſt volbracht!“ ſo ruſt im Scheiden des ſterbenden Erloͤſers Mund. O, theures Wort! O Quell der Freuden, welch frohe Bothſchaft thuſt du kund! Das Opfer, uns zum gei erſeh'n, das große Opfer iſt ge⸗ † 2. Du haſt es, Herr, mein Heil! vollendet, als dir das Herz in Sh 8 rach; I1 Gott ne gacht!“ 1 Senden C Jeſu Worte am Kreuze. 309 brach; der Fluch iſt nun hinweggewen⸗ det, der auf der Welt voll Suͤnden lag. Zum Gnadenthron iſt Bahn gemacht, das haſt du, Herr, mein Heill vollbracht. 3. O hilf mir treu nun auch vollbrin⸗ gen, was dich, du Weltverſohner! ehrt; hilf mir die Heiligung erringen, dazu dein Tod uns Kraft gewaͤhrt! Mich halt' und ſtaͤrke deine Macht, bis meine Heil gung iſt vollbracht! 4. Soll ich, bei dir ergeb'nem Herzen, dann auch durch manche Truͤbſal geh'n, und hat mein Gott des Leidens Schmer⸗ zen zu meiner Pruͤfung auserſeh'n; ſo ſey die frohe Hoffnung mein: Voll⸗ bracht wird einſt mein Leiden ſeyn! 5. Auch in des letzten Kampfes Schrecken, wenn mich des Todes Grauen faßt, laß ſterbend mich den Troſt noch ſchmecken, daß du den Tod beſieget haſt; dann gruͤß ich ſelbſt des Todes Nacht mit dem Triumph: Es iſt vollbracht! 310 Jeſu Worte am Kreuze. Mel. Aus tiefer Noth ſchrei ich zu dir ꝛc. weinen: * 4. Dann, Vater! nimm ihn auf, den Geiſt, der freudig zu dir fliehet, der Erdenhuͤlle ſich entreißt, und Tod und Grab nicht ſiehet. Es ſchweige jede Klag um mich; wer wohl mir will, der freue ſich! Mein Geiſt geh't hin zum Vater. 8 z da 46 jenſeite elbſt än det; weit een, vole einen d 194. Tod Jeſu. b 511 Tod Jefnu MRel. Ich hab' mein Sach' ꝛiect. n. Mein Jeſus ruft: Es iſt vollbracht! Nunmehr iſt alles wohl ge⸗ macht. Er neigt ſein Haupt, der fuͤr uns ſtirbt, und uns erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht; der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, und finſtre Pracht. 3. Das Heiligthum ſteht aufgedeckt, es birſt der Fels, man ſieht erſchreckt der Toden Graͤber offen ſtehen. Was hier geſcheh'n, laͤßt deutlich Gottes Fin⸗ 4. Sieh'! die Natur entſetzet ſich. Was ſie bewegt, beweg auch dich! Der Fels zerreißt; und du wirſt nicht durch dies Gericht erinnert, daß Gott ſelbſt hier ſprichte 5. Sein Tod, o nimm es wohl in Acht! hat Troſt und Heil auch dir ge⸗ bracht. Verehre den, der bis zum Grab ſich fuͤr dich gab, und ſtirb dem Suͤnden⸗ leben ab! 6. Ja, Nacht verhuͤllt der Sonne Glanz und Tod Jeſu. 6. Ja, Vater! unter Schmerz und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn; nun iſt kein Zweifel, deine Huld tilgt meine Schuld, und traͤgt forthin mit mir Gedul dy. 19 7. Hin auf ſein Kreuz will ich ſtets ſeh'n, und dankvoll ſeine Treu erhoͤhn; Troſt ſoll er mir im Sterben ſeyn, mich dann erfreue, ſo ſchlaf ich ſanft und ſelig ein. 8. Und nun dient ich der Suͤnde noch? Fern ſey von mir ihr ſchimpflich Joch. Auf, Seele! daß du dich erhebſt, nur Jeſu lebſt, nur Jeſu zu gefallen ſtrebſt! 9. Ertoͤdte ſelbſt in meiner Bruſt, mein Heiland! jede boͤſe Luſt. Dein Tod, der mir das Leben ſchafft, verleih. mir Kraft und Muth im Kampf der Lenhenſchaf.. I ans 10. Geſtaͤrkt von dir beſieg ich ſie, und ſcheue dabei keine Muͤh'; ich ſetze freudig auf dein Wort den Kampf hier fort, und du fuͤhrſt mich zum Siege dort. Chriſt! daß du fuͤr mich geſtorben biſt; dich preiſ ich hier ſchon hocherfreut, dec na — 11. Wie dank’ ich dir, Herr Jeſu Tod Jeſu. 313 ih nach der Zeit noch wuͤrd'ger in der Ewigkeit. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 4 195. Jeſu Chriſti Sterbetag ſey euch, Chriſten, ewig theuer! Weiht, was Lieb' und Dank vermag, ihm bei dieſes Tages Feier! Eure Seele, ſtill vor Gott, denke des Erloͤſers Tod. 2. Dieſer Welt und ihrer Muͤh', die⸗ ſes Lebens kurzer Freuden, alles Tands vergeſſe ſie, und erwaͤge nur die Leiden, die, nach ſeines Vaters Rath, unſer Herr erduldet ht. 3. Staunt ihn an, den Menſchen⸗ freund⸗ den ſein Volk ans Kreuz erhoͤh te, er auch da fuͤr ſeinen Feind blutend noch um Gnade fleh te, und der in des dube Nacht freudig rief:„Es iſt voll⸗ 4. Hocherhab'ner! Ewiger! vor dir wirft mein Geiſt ſich nieder. Preis dir, Unerforſchlicher! daß fuͤr mich und meine Bruͤder er, dein Sohn, mein Heiland, ſtarb, und uns Troſt und Ruh' erwarbe .Ja, 4 314 Tod Jefſr. 5. Ja, du gabſt ihn fuͤr uns hin weil du Suͤndern gern vergiebeſt; du verſicherſt uns durch ihn, daß du uns als Vater liebeſt. O wie ruͤhrend ruft ſein Tod: Weg mit Furcht und Angſt vor Gott! 6. Alles, was das Herz erfreut, willſt du uns mit Jeſus ſchenken, willſt durch ihn zur Herrlichkeit, zu des Him⸗ mels Gluͤck uns lenken, bringen wir nur ftonmen Sinn dir und ihm zum Opfer in. 7. O wie hoch begluͤckt ſind wir, welches Heil iſt uns erworben; Gott! wir ſind verſoͤhnt mit dir; Jeſus iſt fuͤr uns geſtorben! Nun erſchreckt uns kein Gericht; deine Huld verwirft uns nicht. 8. Sieh', wir weihen dir das Herzz heilig ſey dir unſer Leben! Jedes Gluͤck und jeder Schmerz ſoll uns, Gott! zu dir erheben. Solcher Dank, er wird allein ſolches Opfers wuͤrdig ſeyn. —— Jeſu Jfſush — reckt usſ irft unom — Jeſu Begraͤbniß. 315 Jeſu Begraͤbniß. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid ꝛc. 196. Du biſt erblaßt, mein Heil! unnd haſt nun ausgekaͤmpft, und muͤde findet, Jeſu! nun dein Leib in dem Grabe Friede. Beeh 41 2. Ein heil ger Schmerz durchdringt mein Herz. Ach, Herr! was kann ich ſagen? Nur an meine Bruſt kann ich tief geruͤhret ſchlagen. 3. Du ſchuͤtzeſt mich und uͤber dich geh'n aller Truͤbſal Wetter. Sterben wollteſt du fuͤr mich, einziger Erretter! 4. Du haſt's gethan. Dich bet ich an, du Koͤnig der Erloͤſten! Dein will ch im Tode mich glaubensvoll getroͤſten. 5.„Es iſt vollbracht!“ riefſt du mit Macht; du zeigſt, daß du dein Leben, mein Verſoͤhner! goͤttlich frei habeſt hin⸗ gegeben. 6. Hochheilge That! Des Hoͤchſten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mir's einſt erklaärdetn. 7. All⸗ 3³ 4 Jeſu Begraͤbniß. 7. Allmaͤchtig rief er, der entſchlief, den Todten: ſie erſtanden; leicht ent⸗ reißt der Lebensfuͤrſt ſich des Todes Banden. 8. Das finſtre Thal will ich einmal durchwandern ohne Beben; denn durch di Erldſer! iſt s mir der Weg zum eben. 9. Ich preiſe dich! Erforſche mich, und ſiehe, wie ich's meine; ja, du ſieh'ſt mich, wenn ich ſtill meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, ſo werde mein in Ewigkeit vergeſſen. Herr! ich will, ſo lang ich bin, deine Licd ermeſſen. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid ꝛc. 197. Zur Grabesruh entſchliefeſt 9 der du fuͤr uns geſtorben, und am Kreuz uns ſchmerzenvoll ew'ges Heil erworben. 2. Du biſt erblaßt, o Herr! und haſt doch in dir ſelbſt das Leben; gleich den Sterblichen hielt dich einſt das Grab umgeben. 3. Doch, Heil ſey mir! du konnteſt hier nicht die Verweſung ſehen; bald hieß V werden — err! ih Kmſt zeled u. ntſhliü und am ge jeil erwbont Jeſu Begraͤbniß. 317 hieß dich des Hoͤchſten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirſt, mein Lebens⸗ fuͤrſt! dereinſt auch mich erwecken; koͤnnt ich jetzt noch hoffnungslos vor der Gruft erſchrecken? 5. Hier werd' ich einſt, bis du er⸗ ſcheinſt, in ſanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab beſiegen. 6. Ihr, die die Welt gefeſſelt haͤlt, zagt nur vor der Verweſung; ich, ich hoff durch Chriſtum einſt aus dem Grab Erloͤſung. 4 7. Nein, nichts verdirbt; ſelbſt das, was ſtirbt, der Leib wird auferſtehen; und, zum Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. 8. So ſink in's Grab, mein Leib, hinab! Ich will mich doch nicht kraͤnken. Ich will, Jeſu! mir zum Tuyſt an dein Grab b ordenken. Dank Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. Da uk fuͤ r. J eſu Aufo pferung. Mel. Liebſter Jeſu, wir ſind hier ꝛe. b 1 98. Meine Seel'! ermunt re dich, Jeſu Liebe zu bedenken; auf ſein Kreuz hin muͤſſe ſich jetzt dein Blick voll An⸗ dacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jeſu ſich erfreue. 2. Sieh'! der wahre Gottes Sohn iſt fuͤr dich an's Kreuz geheftet; ſieh', wie Schmerz und Schmach und Hohn ihn, den Blutenden, entkraͤftet. Er laͤßt ſich fuͤr dich verwunden; wo wird groͤßere Lieb' gefunden? 3. Du, du ſollteſt Schmach und Pein als den Lohn der Suͤnde leiden, und von Gott verſtoßen ſeyn, von der Quelle aller Freuden; aber Jeſus, der Gerechte ſtarb, daß er dir Friede braͤchte. 4. Durch ihn ſteht zu Gottes Huld dir nun freier Zutritt offen. Tilgung deiner Suͤndenſchuld, Recht, ein ewig Gluͤck zu hoffen, Kraft, der Suͤnder Weg zu meiden, iſt der Segen ſeiner Leiden. welches Heil er dir erworben; danke 833 dem, mach ung 1 19 leiden u =)n der Au der Geutt raͤchte. „ auf dies freudenvolle Leben. Jeſul dir Dank fuͤr Jeſu Aufopferug. 318 dem, der Angſt und Schmerz gern er⸗ trug, der gern geſtorben. Mit der rein⸗ ſten Treu und Liebe weihe du ihm deine Triebe! 6. Ja, Herr! ewig preiſ ich dich; haͤtt ich nur dich ſtets geliebet, nicht ſo oft mit Suͤnden mich ſelbſt befleckt und dich betruͤbet. Ach! laß mich doch Gnade finden, und vergib mir meine Suͤnden! 7. Kuͤnftig will ich dir zum Ruhm leben, jede Kraft dir weihen; ſtaͤrke mich, dein Eigenthum, laß mich deinen Geiſt erneuen; dann ſoll weder Luſt noch Leiden mich von deiner Liebe ſcheiden! 8. Du willſt, daß die Schwachen hier Ruhe fuͤr die Seele finden, ſegneſt Alle, die mit dir ſich durch Glauben feſt verbinden. Schenkſt du ſchon uns viel auf Erden; wie weit mehr wird dort uns werden! 9. Dort im Himmel ſtimm ich ein in die frohe Jubel⸗Choͤre. O wie wohl wird dann mir ſeyn! Welche Wonne, welche Ehre find' ich einſt bei dir dort oben! da will ich dich ewig loben. 10. Nun, im Voraus freu' ich mich ſey 1 320 Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. ſey Dank! durch dich wird es mir der⸗ einſt gegeben. Hilf nur, Herr! an den ich glaube, dah mir nichts dies Kleinod raube! 4(In eiener Melodie.)— b 199. 8. du Liebe meiner Liebe! du erwuͤnſchte Seligkeit! die du dich aus edelm Triebe in das jammervolle Leid deines Todes, mir zu Gute, als ein Lamm haſt eingeſtellt, und bezahlt mit deinem Blute fuͤr die Miſſethat der Welt. ten Suͤnde traͤgt. Spott und Hohn und d ſeatanun hoͤrt; Liebe, die in Qual und Schmerzen noch des Vaters Willen ehrt; die, bis Kraft und Athem endet, liebend ſich, nur, 5 2. Liebe, d die mit Schweiß und Thra⸗ nen an dem Oelberg ſich betruͤbt; Liebe, die mit Angſt und Sehnen treu und unverbruͤchlich liebt; Liebe, die den eig⸗ nen Willen in den Staub der Erde legt, und ergebungsvoll im Stillen aller Wal 1 See) eun ein. De du Snmervoll Hute, a aid nen Miſſahu Pveß 1 wnen tue Hec, die d — dac 3 müßte nicht verzagen, daß ich koͤnnte muthig ſeyn, wenn ſi rühret, meiner Schuld mich uͤberfuͤhret: tauſend, tauſendmal ſey dir, liebſter i allr arkem. 3 1 5 Schmerzan die, 6 —1 ſich, m Braut. ſtarbſt du, Jeſu Chriſt! füͤr mich; dir zu leben, dir zu ſteehen, übergeb ich mich an dich b Feſu, en 1 1 Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. 321 bend zeigt; erſt, nachdem das Werk vol⸗ lendet, ſich zur Todesruhe neigt. 4. Liebe, deine Todeswunden haben mich dir anvertraut; ewig bin ich dir herbunden, wie dem Braͤutigam die Ewig Heil mir zu erwerben, . Mel. u Menſchen miſen ſse,: ꝛc. 200. Jeſu, meines Lebens Leben! meines Todes Tod! der du dich haſt hingegeben, in die tiefſte Seelenoth, von der Huͤlenmacht des Boͤſen meine Seele zu erloͤſen: tauſend, tauſendmal ſey dir, liebſter Jeſu! Dank dafuͤr. au„Faͤlſchlich ließeſt du verklagen dich, und warſt ſo rein; daß ich 6 Herr! ch mein Gewiſſen Jeſu! Dank dafür.. 3. Wunden ließeſt du dir ſchlagen, unter Laͤſt rung, Spott und Hohn, 3 ℛ Scmerz 522 Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. Schmerz und Schmach haſt du ertragen, eingeborner Gottes Sohn! haſt der Strafe mich entriſſen, die mich haͤtte treffen muͤſſen: tauſend, tauſendmal ſen dir, liebſter Jeſu! Dank dafuͤͤ. 4. Frevler kroͤnten dich zum Lohn deine Stirne blutete unter einer Dornen krone, Koͤnig aller Kdnige! ach! um mir in jenem Leben einſt die Siegerkron zu geben: tauſend, tauſendmal ſey dir, liebſter Jeſu! Dank dafuͤr. 5. Du betratſt, fuͤr mich zu ſterben, endlich gar die Todesbahn; ſtiegſt, mir Leben zu erwerben, zu der Schaͤdel ſtaͤtt hinan. Dir, der ſich dem Tode weih'te daß er mich vom Tod befrei'te: tauſend ſanna ſey dir, liebſter Jeſul Dank afüur. 1 6. Ruh im Leben, Troſt am Grabrt o welch ſeliger Gewinn, den ich dir zu danken habe! nimm zum Dank mein Leben hin! Dir will ich mich ganz erge! ben, dir nur, Jeſu! will ich leben. Tau⸗ ſend, tauſendmal ſey dir, liebſtet Jeſut Dank dafür. Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. 323 Mel. Herzliebſter Jeſn, was haſt du ze⸗ auſende 201. Gott, der du deinen Sohn 2 fuͤr uns gegeben, wer kann doch wuͤrdig a.) zum u deine Huld erheben? Wie herrlich zeigſt — einer dan du im Erloͤſungswerke der Liebe Staͤrke! igel ach 2. Dein Eingeborner ſtirbt fuͤr Men⸗ ie Siezeiz ſchenkinder; der Heilige tritt an die e ndmal Statt der Suͤnder; der Seligſte begibt Fr. ſich ſeiner Freuden, fuͤr uns zu leiden. ich zuſ 3. Was iſt der Menſch, daß ſeiner n; ſiei du gedenkeſt, und deinen Sohn ihm zum ar Schun Erldſer ſchenkeſt? Was findeſt du an mir und an uns Allen fuͤr Wohlgefallen? 4. Verdient Verachtung goͤttlicher Feſetze, verdient Verſchwendung un⸗ 1 häßbaren Shüßin verdient ehäuftt, — ſtraͤfliche Verſchuldung ſo viele Duldung? walche Tufe dauer Nanccen den ehe! Wer faßt, 0 Gott! die Große iheer Triebe? Du thuſt weit mehr zu unſerm Wohlergehen, als wir verſtehen. nn.. Ach! lehre recht mich deine Huld *, lichin erkennen, voll Zuverſicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorſam dir mein ganzes Leben willig ergeben! b X 2 7. Ich haben..„ 9. Was du auch mir, da du fuͤr mich geſtorben, aus Gnaden haſt durch deinen Tod erworben, das werde mir, 324 Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. 7. Ich flieh', o Herr! zu deinen Lie⸗ besarmen, ich ſuch und bitte nichts als dein Erbarmen; verſtoß den nicht, der ſeine Suͤnden haſſet, und dich umfaſſet. 8. Zeuch mich, o Gotteslamm! zu deinem Krenze, damit dein Blut die Seele draͤng und reize, dich, den Er werber aller guten Gaben, recht lieb zu zu meinem ewigen Heile, nun auch zu 10. Dein Friede wohne ſtets in mer nem Herzen, und troͤſte mich bei des Gewiſſens Schmerzen; dein Geiſt ſey mit mir, deinen guten Willen treu n erfuͤlsſeen.. '1:1. Dir, Jeſu! leb' ich, dir will ich auch ſterben, dann werd ich einſt das Himmelxeich ererben, wenn ich mit dir die Noth der letzten Stunden hab uͤber . 43 V 1 niche Mel. Werde munter meinit. adwa 202. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Sttealan Meine Lieb, iſt Jeſus Chriſt! Ferne ſey en Bn es, daß ich liebe, was vergänglich, eitel dich i it! Solche Lieb' iſt nicht von Gott; m. ntt h ſolche Lieb iſt gar der Tod; der am hſ Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben ucdcdcsts. Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. 325 e 2. Der am Kreu iſt meine Liche ahs Frevler, was befremders dich, daß ich mich im Glauben uͤbe? Jeſus gab ſich mn aſ ſälbſt fuͤr mich; ſo ward er mein Schirm d Schild, aber auch mein Lebensbild. et Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich Gt mſch im Glauben ucbvbe. 23. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Suͤnde, du biſt mir verhaßt. Weh mir! wenn ich den betruͤbe, der fuͤr mich am drn Kreuz erblaßt. Kreuzig ich nicht Gottes ch an Sohn? ſprech ich ſeinem Blut nicht ch Hohn? Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben uͤbee. 4. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Was iſt dir noch fuͤrchterlich, mein Ge⸗ „viſſen? er, die Liebe, Jeſus opfert ſich fuͤr mich. Schaue, wie er blutend ringt mi 326 Dank fuͤr Jeſu Aufopferung. mit der Suͤnd', und ſie bezwingt! Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben uͤbbe. ann 5. Der am Kreuz iſt meine Liebel Nichts, wie maͤchtig es auch iſt, Hungel, Bloͤße, Suͤndentriebe reißt von dir michz Jeſu Chriſt! nicht Gewalt, nicht Gold) nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fuͤrſten⸗ thum! Der am Kreuz iſt meine Liebef weil ich mich im Glauben uͤbe. 8 6. Der am Kreuz iſt meine Liebel Komm, o Tod, du biſt mein Freund Wenn ich wie ein Staub zerſtiebe, wird mein Geiſt mit Gott vereint. Da, da ſchau' ich Gottes Sohn, erndte ſeiner Leiden Lohn! Der am Kreuz iſt meim Liebe, weil ich mich im Glauben uͤbe. “ 3 ““ Mel. Es iſt genug, ſo mein ꝛc. 203. Ich bin erldͤſt! Es floß des Mittlers Blut, er ſtarb den Kreuzestodl Mit Gott verſoͤhnt, empfind ich Glau⸗ bensmuth; ich fuͤrchte keinen Tod. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, die Liebe glorreich uͤberwunden: ich bin er⸗ loſt! 2. Ich — 8— =S 1 — ——— —t, nicht E, kein Fa b meine 5. meint d mein zu Serſtiebe n reint. D A⁴ erndttſe euß iſte „Ilaubenit 1 — 4 17 —— —— —— —— —— ——— = =—— —— ¶— 42 — — — ————— ——— 2. Ich bin erloͤſt! Es trifft des Don⸗ ners Spruch von Sinai mich nicht; mein Heiland nahm von mir den ſchwe⸗ ren Fluch, ich komm nicht in's Gericht. Drum quaͤlt mich nicht, bereute Suͤn⸗ den; der Vater laͤßt mich Gnade finden: ich bin erldſt! i 3. Ich bin erloͤſt! Der Held zerriß das Band der Feinde meiner Ruh! Zur Hoͤlle hat den Schluͤſſel ſeine Hand; er ſchloß die Pforte zu. Nun koͤnnen Feinde frommer Seelen mich nicht mit Furcht und Schrecken quaͤlen: ich bin erloͤſt! 964. Ich bin erloͤſt! Was iſt noch, das mich ſchreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens weckt in neuer Schoͤpfungspracht. Ich ruh', werd'’ ich in's Grab getragen, nur von den ſchwuͤlen Pruͤfungstagen: ich bin erldſtk! 595. Ich bin erloͤſt! In Friede fahr ich hin, iſt meine Stunde da. Der Tod wird mir zum ſeligſten Gewinn; mein Retter iſt mir nah, den Geiſt, beim Abſchied von dem Leben, in's Land der Engel zu erheben: ich bin erloͤſt!. Bitten ——— 8—————— 1 — — — ——————.— 2— —————— 3———. —-õ—⏑—xxxxxxxxõ—— ð—õmmõ—— ——yyy—:ᷓ——:õ—.————. —— 5——* 3——— ———————V———————— ———— dic mein verderbtes Fleiſch und Blut, ſo gedenk ich deiner Leiden, ſchnell verliſcht die wilde Glut. Fuͤr die Pflicht lehrt 328 Bitten um Stärkung u. Troſt aus s Jeſu Leiden ꝛc. Bitten um Stürkung und Troſt aus Jeſn Leiden und Tod. 63 n eigener Melodie.) am m Kreuz 98 uns in Guthent, nles 1 1 beſt du geduldig, wiewohl du wurdſt verachtet. Die Suͤnd' haſt du getragen, ſonſt muͤßten wir verzagen. Erbarmf Vnſes o Jeſu! e Werde munter! mein ꝛc. 205. Jeſuldeine Schmach und aWm b den, deine Qual, dein bitt'rer Tod ge⸗ ben mir in truͤben Stunden Kraft I Tugend⸗ Troſt in Noth. Faͤllt mir ch zen mit der Suͤndenluſt zu ſcherzen. in 2. Will ſich dann in Wolluſt weiden mich dein Kreuz kaͤmpfen mit dem Sin⸗ nenreiz, um duͤrch dieſen Kampf auf Lrden deinem Bilde gleich zu warden 3. Wi „ was Arges ein, denk ich deiner Angt und Pein; ſie erlaubt nicht meinem Hn⸗ ——— 8— 8————.„. Faällnn —h denerde at vas u ſchenze Woluiſtie and Vr Bitten um Stärkung u. Troſt aus Jeſu Leiden ꝛc. 329 3. Will die Welt mein Herz verfuͤh⸗ ren auf des Laſters breite Bahn, wo ſo viele ſich verlieren, und ſich dem Verder⸗ ben nah'n, dann denk ich der Leiden Laſt, die du, Herr! geduldet haſt, mich von aller Schuld des Boͤſen, von der Suͤnde zu erloͤſen.“ 4. Haͤlt mein mir der Suͤnden Menge vor, blick' in meinen Kuͤmmerniſſen ich zu deinem Kreuz empor, fuͤhl ich Reu und innern Schmerz; ach! dann ſtilleſt du mein Herz, rufſt zum Troſte mir und Leben: deine Suͤnden ſind vergeben! 5. Gib bei allem, was mich kraͤnket, mir durch deine Leiden Ruh, wenn mein Herz daran gedenket, ſtroͤme neuer Troſt mir zu! Dieſes Troſtes Suͤßigkeit mil⸗ dert jedes bitt re Leid; ewig Heil iſt mir erworben, denn du biſt fuͤr mich geſtorben. §116. Laß auf deinen Tod mich trauen, Feſu, meine Zuverſicht! Laß mich freu⸗ dig darauf bauen, wenn mein Aug im Tode bricht. Ja! dein Kampf und deine Pein ſoll mir Troſt im Sterben ſeyn. Herr! laß deinen Tod mir geben Auf⸗ erſtehung, Heil und Leben. 3 7. Hab' 330 Bitten um Staͤrkung n. Troſt aus Jeſu Leiden ꝛc. 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Quelle aller Seligkeit! ſo beſieg' ich Angſt und Schmerzen ſelbſt im letzten Kampf und Streit. Wenn des Leibes Huͤtte bricht, quaͤlt des Todes Furcht mich nicht. In dir hab' ich Heil gefun⸗ den, durch dich alles uͤberwunden. 6 Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du te. 206. O Gottes Sohn! du litteſt uns zu Gute, ich bin verſoͤhnt in deinem theuern Blute; du haſt auch mir, da du fuͤr mich geſtorben, dies Heil erworben⸗ 2. So bin ich denn ſchon ſelig hien im Glauben, ſo wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, ſo werd' ich dort, 3. Mag dann das Kreuz den Klugen dieſer Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; mir ſey es ſtets, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit 4. Das Gute thun, das Boͤſe fliehn und meiden, Herr! dieſe Pfücht lehen a Bitteu um Stärkung u. Troſt aus Jeſu Leidenzc. 351 a mich dein heilig Leiden; kann ich zugleich 5 ſ 1 des Boͤſe mir erlauben und an dich glau⸗ em de 4 5 5. Da du dich ſelbſt fuͤr mich dahin r n gegeben; wie koͤnnt ich noch nach mei⸗ Halhß nem Willen leben, und nicht vielmehr, . da ich dir angehdre, zu deiner Ehre? 6. Lockt boͤſe Luſt mein Herz mit ih⸗ rem Reize, ſo ſchrecke mich dein Wort, ut un das Wort vom Kreuze; und werd ich matt in Uebung guter Werke, ſo ſey Rhntiin. Es helfe mir, wenn Leiden dieſer wauchm Erden, wenn Kreuz mich druͤckt, gelaſſ⸗ 'alan nes Herzens werden, da du ſo viel füͤr t hon ſaht uns, das wir verſchuldet, liebreich er⸗ 8 xrd 5 8. Werd ich denn ſo der Tugend Pfad eng betreten, werd ich im Glauben kaͤmpfen, wachen, beten; ſo iſt mein Heil ſchon atz den ſo gewiß erſtrebet, als Jeſus lebet. uß u ing. So ſehr mich, Herr! auch meine Suͤnden kraͤnken, das Wort vom Kreuze die Wau wird mir Ruhe ſchenken; es ſchenket aauch, wenn ich den Tod einſt leide, mir Fried' und Freude. 2A — p 8 Mel. . 332 Bitten um Stärkung u. Troſt aus Jeſu Leidenꝛc. „Met. Herznehner Jelu was haſt du u. 207. Laß deinen Geiſt mich ſtets mein Heiland lehren, das Opfer deiner Liebe ſo zu ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriſtlich uͤbe. 2. Fur welche du dein Leben ſelbſt ge⸗ laſſen, wie koͤnnt ich ſie, ſie, meine Bruͦ⸗ der, haſſen? Dein Beiſpiel lehrt, wenn ſie mich niedertreten, fuͤr ſie noch beten. 23. So will ich denn nicht Haß mit Haß vergelten, wenn man mich ſchilt, nicht raͤchend wieder ſchelten. Du Hei⸗ liger, du Herr und Haupt der Glieder! ſchalt ſt auch nicht widder. 4. Ein liebend Herz gleich deinem edeln Herzen, dies ſey der Dank fu deines Todes Schmerzen, und Gott gibt Muth und Kraft, in beinem Naman dir nachzuahmen. — — — — — — — aun niich G aiten. Dh at der i — 4 ihr das Leben binden? Aus des Todes duͤſtern Gottberlaſſne Heidenſchmerz. Erunuutermig zur Feier der Auferſtehung Jeſu. 3 Jeſu Auferſtehung. ermunterung zur Feier der Auferſtehuus Jefu. G.. Mel. Alles. iſt an Gottes ne ( 2 208. Shen Oſtern, Fruphnos wehen!. Oſtern, Oſtern, Auferſtehen! aus des tiefen Grabes Nacht. Blumen ſollen froͤhlich bluͤhen, Herzen ſollen himmliſch gluͤhen, denn der Heiland iſt erwacht. 2. Trotz euch hölliſche Gewalten! Haͤttet ihn wohl gern behalten, der. euch in den Abgrund zwang. M ht Grunden dringt hinan ſein eweger Gang. 3. Der im Grabe lag gebunden, hat den Satan uͤberwunden, und der dunkle Kerker bricht. Fruͤhling wehet auf der Erden, Fruͤhling ſoll's im Herzen wer⸗ den, herrſchen ſoll das ew'ge Licht. 4. Alle Schranken ſind entriegelt, aalle Hoffnung iſt verſiegelt, und befluͤ⸗ gelt jedes Herz; und es klagt bei 25 desleiche nimmermehr der kalte, bleiche, 3. Ale 1 334 Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. 5. Alle Graͤber ſind nun heilig. Gra⸗ bestraͤume ſchwinden eilig, ſeit im Grabe Jeſus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, ach! wie ſchnell ſind ſie ver⸗ Bhnen und es ſcheint ein ew ger ag! Mel. Vom Himmel hoch da komm ꝛe. 209. Eriun⸗'re dich, mein Geiſt! er⸗ freut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedaͤchtniß Jeſum Chriſt, der von dem Tod erſtanden iſt! 2. Fuͤhl alle Dankbarkeit fuͤr ihn als ob er heute dir erſchien; als ſpraͤch er: Friede ſey mit dir! ſo freue dich mein Geiſt, in mir! 3. Schau uͤber dich und bet⸗ ihn and Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrſcht mit Gott vereint, und iſt dein Koͤnig und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit im⸗ merdar dem, der da iſt und der da war! Sein Name ſey gebenedei t von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhoͤht! Was üſt der Erde Majeſtaͤt, wenn ſie in. mein nd der dn Zeit don 4 Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. 355 mein Geiſt mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor ſeinem Thron, in ſeinem Reich, unſterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig ſelig ſeyn: Herr, welche Herrlichkeit iſt mein! 7. Mein Herz erliegt entzuͤckt vor ihr; Lieb und Bewund rung kaͤmpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott! auf mein Angeſicht. 18. Du, der du in den Himmeln thronſt, ich ſoll da wohnen, wo du wohnſt; und du erfuͤllſt einſt mein Vertrau'n, in meinem Fleiſche dich zu ſchauun! 19. Ich ſoll, wann du, o Lebensfuͤrſt! ich Wolken goͤttlich kommen wirſt, er⸗ weckt aus meinem Grabe geh'n und froh u deiner Rechten ſtehhn. 40. Dann ſtimm ich, ganz von Suͤn⸗ den rein, in deiner Engel Loblied ein. Mit allen Frommen aller Zeit ſoll ich mich freu'n in Ewigkeit. 1111. Zu welchem Gluͤck, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Chriſten⸗ thum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn! ſind wir auch auferſtanden ſchon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, 356 Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. ſein iſt das Reich, ſein iſt die Ku a Halt im Gedaͤchtniß Jeſum Shriſt, da en em Td uſtanden i Sinn, was ich, mein Heil! dir ſchuldig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu einem Bilde ſtets erneu. 13. Er iſts, der alles in uns ſchafft; 4 Mel. Lobt Gott„ihr hriſten allzugleich ic. lt 210.. Gene ſey Gott, daß Jeſus lebt, und auferſtanden iſt, daß er in unſrer 5 Nitte webt und ewig bei uns iſt 2. Jetzt iſt die Welt dem neuen Sin iſt wie ein Vaterland; ein neues Leben Pht⸗ man hin, entzuͤckt, aus ſeinn Hand b 3. Hinunter in das tiefe Meer ven ſank des Todes Graun; in ſeine Zu⸗ kunft kann nunmehr ein Jeder froͤhlich ſchau n. 4. Der dunkle Weg, den er betrat geht in den Himmel aus; und wer nur boͤrt auf ſeinen Rath kommt auch ins Vaterhaus. 1 5. Nun zagt auch keiner mehr allhier, wenn meins die Alugen ſchließt; vom Wie⸗ derſehn, Exmunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. 557 derſeh'n, ſpaͤt oder fruͤh, wird Tren⸗ nungsſchmerz verſuͤßtt. 6. Es kann zu aller guten That, ein Jeder neu ergluͤh'n, denn herrlich wird ihm ſeine Saat in ſchoͤnern Fluren bluͤhen. 7. Er lebt! Er wird auch bei uns ſtanden Gra e u 358 Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. Ich bin's! und ihre Traurigkeit wird Jubel, Wonn und Seligkeit. Lobſinget Gott! 5. Zween Juͤnger fragen, tief verirrt in Zweifel, was noch kommen wird. Er kommt und lehrt; ihr Herz entbrennt, obgleich ihr Aug' ihn nicht erkennt. Lob⸗ ſinget Gott! 6. Er will, ſo ſcheint s, voruͤber gehin, er bleibt bei ihnen, und ſie ſeh'n den Herrn, als er das Brod nun bricht, ſie ſeh'n den Herrn und zweifeln nicht. Lob⸗ ſinget Gott! 7. Sieh’ meine Naͤgelmale hier, ſrich b der zu Thomas, glaube mir! und Tho⸗ mas ruft: mein Herr und Gott! Du biſt’s, du biſt’'s, mein Herr und Gott! Lobſinget Gott! 8. Er lebt, er lebt, die Hoͤlle liegt zu ſeinen Fuͤßen; Jeſus ſiegt! Der Loͤw aus Juda uͤberwand, der fuͤr uns ſtarb und auferſtand. Lobſinget Gott! ol 9. Wie furchtbar auch das Grab uns droht, wir fuͤrchten doch nicht Grab und Tod; zerſtoͤrt iſt nun des Todes Macht, er hat das Leben wiederbracht 3 Lobſinget Gottt 10. Wie E nun dui Selu mih 3 3 aale bin n Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. 339 10. Wie werden wir des Siegs uns freu'n, wenn wir, von allen Suͤnden rein, dir ewig jauchzen, Jeſu Chriſt! daß du fuͤr uns erſtanden biſt. Lobſin⸗ Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛe. 212. Jeyert, Chriſten! ſingt ihm Lieder, dem Heiligen! er lebet wieder, und offenbart nun ſeine Macht. Er litt namenloſe Plagen; die Pulſe hatten ausgeſchlagen, und ihn umfing des Gra⸗ der Stein; zum neuen Leben ging er ein. 2. Aengſtlich ſuchen die Betruͤbten im ſtillen Grabe den Geliebten; in Thraͤnen ſchwimmt ihr ſanfter Blick. Lieb, ach! lieb war ihrem Herzen im Tode noch der Mann der Schmerzen. Sein Leben war ihr Lebensgluck. Er hatte ſie be⸗ kehrt, er hatte ſie gelehrt hohe Tugend. Des Todes Hand riß nicht das Band, das ſich um ihre Seelen wand. D2 3. Und 540 Ermunterung zur Feier der Auferſtehung Jeſu. 4 3. Und nun, welche Himmelswonne! Wie eilen in der Morgenſonne ſie vo der leeren Gruft zuruͤck! Hoffnung, ſe⸗ liges Entzuͤcken, verklaͤren ſich in ihren 2 Blicken: erwacht war ihres Lebens Gluͤck „Ihr ſollt ihn wiederſeh'n; er wird euch wiederſeh'n,“ ſprach ein Bote in Licht⸗ gewand, von Gott geſandt,„er, den ihr ſucht, der Herr, erſtand.“ 4. Freut euch, Chriſten! Unſerm Le, 2 ben hat er den groͤßten Troſt gegeben, er, der zuruͤch vom Tode kam. Wit auch werden auferſtehen, und alle Guten wiederſehen, die hier des Todes Hand uns nahm. Es werden nicht zu Staub, nicht der Verweſung Raub unſre Seelen. Denn dort am Grab legt mit dem Stab der Pllger ſeine Laſt nur a. 0 5. Leben keimt aus Grabeshuͤgeln. Der Glaube hebt auf ſeinen Fluͤgeln uns von der Erde, Gott! zu dir. Graͤ⸗ ber bergen uns nicht immer; des ewgen Tages Morgenſchimmer faͤllt auch durchh unſre Grabesthuür. Der Fromme wird belohnt; du, der im Himmel wohnt, biſt Belohner. Zur Herrlichkeit im Grab erneut, erhebt er ſich zur Ewigkeit. —— Stär⸗ in R Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. 541 1nientäd Staͤrkung und Troſt aus Jeſu — une ſen Anferſtehung. Hufun b Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns der c. 213. Frohlockt dem Herrn, bringt iz erwn Lobgeſang ihm, der des Todes Macht hbezwang, und uns, den Staub, erhoͤhte! at, on Der hohe Sieger uͤberwand. Nacht war um ihn, und ſie verſchwand in helle Morgenroͤthe. Bebet! gebet, ſtolze Spoͤtter, unſerm Retter Preis und Sde uf Ehre! huldigt ihm und ſeiner Lehre! n 2. Preis ihm! Heil uns! ſein Grab iſt leer. Feſt ſtehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er geſprochen. O ſelig, wer ſich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebun. den blinde Wuth zerbrochen. Seele! waͤhle ihn zum Fuͤh⸗ rer und Regierer deines Lebens;; auf ihn hoffſt du nicht vergebens. 3. Zum hoͤhern Leben fuͤhrt er dich, und nimmt gewiß dich einſt zu ſich, ſinkt deine Huͤtte nieder. Empfaͤngt das Grab auch dein Gebein, in Graͤber dringt einſt Leben ein; verklaͤrt erſteh'ſt du wie⸗ der. Herrlich wird ſich dann aufs Neuec ſeine Treue offenbaren! volles Heil wirſt du erfahren.“ — — — — ———— —— — — = — —— Mel. 342 Starkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. Mel. Allein Gott in der Höh⸗ ſey Ehr', ꝛc. 214. Bringt Preis und Ruhm dem dar! Frohlockt ihm alle From⸗ men! Er, der fuͤr uns getoͤdtet war, iſt dem Gericht entnommen. Sey hochge⸗ lobt, Herr Jeſu Chriſt! daß du fuͤr uns geſtorben biſt, und ſiegreich auferſtanden. 2. Dein Leben in der Majeſtaͤt be⸗ feſtigt unſern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhoͤh't, uns nun den Troſt grund rauben: daß du das Heil an Licht gebracht, und von des ew'gen To⸗ des Macht uns Suͤnder haſt erloͤſet. 3. Gott ſelbſt, der dich dem Grab entruͤckt, hat dem, was du gelehret. der Wahrheit Siegel aufgedruͤckt und dich als Sohn geehret. Ja, deines Opfers hohen Werth hat er aufs herr⸗ lichſte bewaͤhrt, da er dich auferwecket, 4. Erſtandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebeſt. Du lebſt und ſiegſt, daß du auch mir das ewyge Leben gebeſt; daß du mein Herr und Koͤnig ſeyſt und neue Kraͤfte mir verleihſt, mit Freuden Gott zu dienen. R Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. 545. 3, 5. Mein Herr, mein Gott: hilf mir dazu; befreye mich von Suͤnden! Laß nd Nan mich, mit Gott verſoͤhnet, Ruh⸗ fuͤr meine Seele finden! und pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erloͤſter wandle! 6. Dein iſt das Reich; dein iſt die Macht, Verſtorb'ne zu erwecken. Du rufſt einſt, und der Graͤber Nacht wird Todte nicht mehr decken; denn, wie du auferſtanden biſt, ſo werd' auch ich, Per Jeſu Chriſt! durch dich einſt aufer⸗ 7. Drum laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben treulich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtſchaffen ſeyn und handeln, damit ich, wenn ich auferſteh’, und dich, des Todes Sieger, in ſch', vor dir dann nicht erſchrecke. It uß 8. Da, wo du biſt, da ſoll auch einſt ih uſn mit dir dein Junger leben. Du wirſt r hlocft d, s lebſt und ihn, wenn du nun erſcheinſt, zu deiner Freud' erheben. Laß dieſes auch mein Erbtheil ſeyn; ſo werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erſtanden. Ma. ——— 544 Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. MNel. Ein' veſte Burg it unſer Gott ꝛc. 215. Er lebt, o Freudenwort! er lebt, der Heiland aller Suͤnder. Der Feinde Heer erſchrickt und bebt vor ſei⸗ ſi nem Ueberwinder. Er ſtritt mit Helden⸗ i muth, und kaͤmpfte bis aufs Blut; t durch ſeinen Kreuzestod, erwarb er uns ne bey Gott Vergebung unſrer Suͤnden. 1u 2. Er lebt, des Vaters ew'ger Sohn h Werhoͤh't zu ſeiner Rechten. Er herrſcht und hilft von ſeinem Thron, auch ſeinen ſchwachen Knechten; er lebt nun ewig⸗ lich, und ewig ſchuͤtzt er mich: er thut mit ſtarker Hand, den Feinden Wider⸗ ſtand; ſie koͤnnen mir nicht ſchaden. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt; Gott wird auch mich erwecken. Was Sterbliche am meiſten ſchreckt, der Tod kann mich nicht ſchrecken; ſein Stachel iſt dahin, da ich verſoͤhnet bin. Der treue Zeuge ſpricht: wer glaubt, der ſtirbet nicht. Deß troͤſt ich mich von Herzen. 4. Er lebt, der unbezwungne Held: beſingt, ihr Engelchoͤre! beſingt, ihr Voͤl⸗ ker in der Welt, des Mittlers Ruhm und Ehre! erhebt des Siegers Macht, der *——B——— von 8 Din. Dan Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. 545 von dem Tod erwacht; der unſern Tod bezwingt, uns Leben wiederbringt, und maͤchtig fuͤr uns ſtreitee! 5. Er lebt. O Chriſten! laßt uns heut frohlockend ihn erheben; laßt uns von nun an jederzeit ihm wohlgefaͤllig leben! wir ſind ſein Eigenthum, erkauft zu ſei⸗ nem Ruhm; ſein wollen wir allein, todt und lebendig, ſeyn, und ſein auch ewig bleiben. ne 31 ntal n Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ic. 216. Auferſtanden auferſtanden, iſt der Herr, der uns verſoͤhnt! O wie hat, nach Schmerz und Banden, Gott mit Ehren ihn gekroͤnt! Dort, zu ſeines Va⸗ ters Rechten, uͤber Schmach und Tod rhoͤht, herrſcht er nun in Majeſtaͤt. Freut euch ſeiner, ihr Gerechten und ihr ſeine Feinde, bebt! Hallelujah; Jeſus lebt! 2. Singt dem Herrn! er iſt erſtanden, er, der ſtarb auf Golgatha! ruͤhmt es, ruͤhmt's in allen Landen: was ſein Wort verhieß, geſchah. A Wer, wer kann ihm widerſtreben? Maͤchtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, 546 Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger ſich erhebt. Heil uns Allen; Je⸗ ſus lebtt 3. Uns vom Tode zu befreien, ſank er in des Grabes Nacht. Uns zum Leben ein⸗ zuweihen, ſteht er auf durch Gottes Macht. Tod! durch ihn biſt du bezwungen, deine Herrſchaft iſt bekaͤmpft, deine Schrecken. ſind gedaͤmpft, und das Leben uns er⸗ rungen. Jauchzt, ihr, die man einſt be⸗ graͤbt, jauchzt dem Hoͤchſten; Jeſus lebt 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben; dann iſt Sterben uns Ge⸗ winn. Haltet, unter Luſt und Leiden, im Gedaͤchtniß Jeſum Chriſt, der vom Tod erſtanden iſt! Unvergaͤnglich ſind die Freuden deß, der nach dem Himmel trebt. Singet, preiſet: Jeſus lebt! 5 5. Freutt euch ſeiner, Gottes Kinderz er ſey euer Lobgeſang! Bringt dem Tod⸗ esuͤberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Ruͤhmt's in der Verſuchung Stunden, wenn euch Suͤnd' und Elend droht, ruͤhmt s in eurer Todesnoth: unſer Herr ſich hebt, dann ruͤhmt s ewig: Jeſus lebt! — hat uͤberwunden! und wenn er euch zu —— — —————— —=————— zuerhehan ßt uns ing terben wi tund Leha Jeſus li Gottes Kit — — — — zringt den Lob und jung Et Elend tth: unſer enn er euh vig: Jeüut — — t —— —— — —— 448 Staͤrkung und Troſt aus Jeſu Auferſtehung. ihn ſteigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr! deine Boten ſiegen, von dir und deinem Geiſt belehrt, die Goͤtzentem⸗ pel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Chriſt: Ihn betz ich an im Staube, ihn, der mein Retter iſt; ihn werd ich ewig ſchauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr iſt mein Ver⸗ tbauen, er Mheb fuͤr mich, und lebt. — Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her ꝛc. 218. Dich bet' ich an, erſtande ner Held, Erretter einer Suͤnderwelt! du, unſre Zuflucht fuͤr und dfür, froh bul disr meine Seele dir. 2. Um deinen Thron, der ewig ſteht, g glaͤnzt Wahrheit, Heil und Majeſtat. Ich nahe mich voll Zuverſicht zu dir, denn du verwirfſt mich nicht. 3. Herr! meine Seele preiſet dich; erloͤſ't auf ewig haſt du mich, ſo wahr du ſelbſt vom Himmel kamſt, dein Le⸗ 4. Wer ben in gabſt und wiedernahmſt. denn du h 8 —— —. — 2—. —=— — —— —— —— 21 — — — — —— — 1 = — — P un ich ſeu 1, erſtau dderwet 8 ſi u er evig nd Miii merſicht u ſegenreicher Weg zu dir. dein⸗ und ewig werden wir es ſeyn. Stasfins und Troſt aus Jeſu Anferſtehung. 349 4. Wer iſts, der mich verdammen uun Ich glaub' an dich und ſage dann: der Gott, durch den die Himmel ſind, der iſt mein Vater, ich ſein Kind. 5. Nun iſt dies erſte Leben mir ein So lang ich hier bin, Herr, mein Heil! hab⸗ ich an deinem Frieden Theil. 6. Zwar trifft noch mancher Schmerz 5 uns hier; noch, o Erbarmer! nrbes wir. Doch du regierſt: und wir ſind Ich weiß, daß mein Erloͤſer lebt! Du Boſt! der meinen Geiſt erhebt, ich ſeh', durch dich geſtaͤrkt, aufs Grab mit unerſchrock⸗ nem Aug' hinab. 8. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieſer Zeit! Da fin⸗ det der verklaͤrte Chriſt das Heil, das unausſprechlich iſt. 9. Der du fuͤr unſre Seelen wachſt, 4 ſie zu dir ziehſt und ſelig machſt, laß mich mit freudigem V etraun n im Tod auf deh Vollender, ſchunmt 116. Mel. 55 Eemkekſrad zur Beſerung aus Jeſu Auferſtehung. 1 3 Met Erſchienen it der herrliche zc. x 19. Dein. Heiland lebt, 0 GChri ſtenheit! Wohl dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab iſt leer, der Sieg iſt ſein und wir, o Jeſu! wir ſind dein. Halle⸗ lujahl 2. Gelobet ſeyſt du, Jeſu Chriſt, daß du vom Tod erſtanden biſt! Lob ſey dir, Herr der Herrl ichkeit, von Ewigkeit zu Lwigkelte Halleinjahl . 6 rweickung z ur Beſſerung aus Jeſu Auferſtehung. b b Mel. Allein Gott in der Sah ſey Ehr' ie 4 220. 2 2 Vach auf,„mein Herz! die Nacht iſt hin, die Sonn iſt aufgegan⸗ gen; ermuntre dich, mein Geiſt und Sinn, den Heiland zu empfangen! Sieh⸗ aus des Todes dunkelm Thor, aus Gra⸗ besnacht bricht er hervor„ und bringt uns neues Leben. 2. Steh' aus dem Tod der Sunden auf, erwach' zum neuen Leben! Zu einem neuen Lebenslauf wird er dir Krift ge en; —— 1n g a436 1 1g.. 3h ſih eßen 1 pfangen hor, a e, und da's Stamm, der. Erweckung zur Beſſerung aus Jeſu Auferſtehung. 351 geben; nur ſuche was dort oben iſt, nicht was hienieden; Jeſus Chriſt iſt in dem Himmel droben. 3. Druͤckt dich der Sorge ſchwerer Stein, getroſt! er wird ihn heben, und mit der Hoffnung Freudenſchein den truͤ⸗ ben Muth beleben; wirf deine Sorgen auf den Herrn! er ſorgt fuͤr dich, er iſt nicht fern, er iſt ja auferſtanden. o 4. Da Salome und Masdalen, mit frommer Liebesgabe, ſo ſorgenvoll zum Grabe geh'n; was ſeh'n ſie an dem Grabe? Der Stein iſt weg, geoͤffnet iſt des Gra⸗ bes Thuͤr, und Jeſus Chriſt iſt von dem Tod erſtanden. 5. Drum auf, mein Herz, und zage nicht! mit ihm muß es gelingen, der Suͤnde Macht, die dich anficht, zu brechen, zu bezwingen! Er, das erwuͤrgte Gottes Lamm, iſt jezt der Loͤw' aus Ju⸗ Held, der Ueberwinder! 6. Geh' in den Streit, voll kuͤhnen Muth'’s, mit Satan, Welt und Suͤnden! denn mit den Siegen ſeines Bluts wirſt du auch uͤberwinden. Scheu keinen Feind und keinen Tod, denn Jeſus lebt; es hat nicht Noth, daß du erliegen werdeſt. 7. AOch, mein Herr Jeſu! der du biſt vom Tode auferſtanden, hilf gegen Sa⸗ tans Macht und Liſt, rett uns aus ſei⸗ nen Banden! und ſtaͤrk uns, daß wir insgemein zum neuen Leben gehen ein, mit dir vom Tod erwecket. 8. Sey hochgelobt in dieſer Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern die uͤberwunden durch dein Blut. O gib uns, Jeſu! Kraft und Muth, daß wir auch uͤberwinden! 6 ————— Mel. Ermuntre dich, mein Geiſt ic. 221. Das Grab iſt leer; des Hoͤchſten Sohn verlaͤßt der Todten Gruͤfte; es hallt der Juͤnger Jubelton, frohlockend durch die Luͤfte. Herr! den der Engel Loblied preiſt, entreiße jetzt auch meinen Geiſt den Luſten dieſer Erde, daß erdir heilig werddddddd[d. 2 2. Soll ich dereinſt, o Gottesſohn! in deinem Reich dich ſehen; ſo muß ich hier auf Erden ſchon vom Tode aufer⸗ ſtehen. Der lebt nicht, den die Luſt der Welt und ihre Pracht gefeſſelt halt N— na 552 Erweckung zur Beſſerung aus Jeſu Auferſtehung. 2 n Geiſ ger; n3. Jen Grü b Jon, frohl — den dan etzt uus rde, dir 0 utt Jen; ſor om Tie 1 „den a 1 jetzt leben und einſt ſterben, und endlich da, wo du nun biſt, vollkomm'ne Freu⸗ den erben. Dahin, mein Heiland! hilf du mir; ſo bring ich, ewig froh in dir, Erweckung zur Beſſerung aus Jeſu Auferſtehung. 353 mnnach Gott und Tugend ſtreben; nur das au heißt wirklich leben. 3. O auferſtand'ner Menſcheufreund erweck in mir die Triebe, durch die man ſich mit dir vereint: den Glauben und die Liebe. Ich will, o Herr! dein eigen ſeyn; laß mich mit Ernſt die Suͤnde ſcheu'n; gib ſelbſt mir Muth und Kraͤfte ium Heiligungsgeſchaͤfte! 4. So kann ich als ein wahrer Chriſt mit deiner Frommen Menge dir Lob⸗ und Dankgeſaͤnge. S Dir Gott, dir will ich zc. 222. Ich weil an Jeſu Seigesgrabe, der freudigſten Empfindung voll; nun weiß ich, wie des Lebens Gabe als weiſer Chriſt ich nuͤtzen ſoll. Ich lebe, Vater, Preis ſey dir! doch ich nicht: Chriſtus lebt in mir! 2. Verherrlicht ſind nun ſeine Lehren; 1. 4. 7, 5 dh geiſ an ſeiner Felſengruft erſchall 8: des A 4———————— 8 4 ——— ·————————yÿÿy— ſſſſſſ—— 3———————=——— 4 ¼¾.————=———— — —— — — ꝗ— 7 4 der Chriſten Tempel wiederhallt' d. mir! ich leb' im Glauben hier; doch ich nicht: Chriſtus lebt in mir! 354 Erweckung zur Beſſerung aus Jeſu Auferſtehung. iſt mein Sohn; den ſollt ihr hoͤren!⸗ Heil 3. Unſterblich Heil lohnt dort dem Sohne; der Liebe, ſtaͤrker, als der Tod⸗ reichſt du, Vergelter! ihre Krone, und rufſt mir zu:„Sieh', Eins iſt noth! O% Lugend! dir nur leb' ich, dir; 10 ich nicht: Chriſtus lebt in mir! als mein Erloͤſer lebt! Der frohen Hoffnung leb' ich hier; doch ich nicht: Chriſtus lebt in mir! 5. Heil mir! wenn er in meinem Herzen, durch Glauben, Lieb' und Hoff⸗ nung lebt; wenn unter Freuden, unter Schmerzen, ſein Bild mir ſtets vor Augen ſchwebt. Dann leb’ ich, Vater! wuͤrdig dir; doch ich nicht: Chriſtus lcht in mir! Gewiß⸗ 44. Sink hin, du Erdenkleid, zum Stauber Der Geiſt, der nach Vollem dung ſtrebt, wird der Verweſung nicht zum Raube; ſo wahr, —— Rei de nach Serweſunn ls meindi kaung leb üſe S lebt in m a er in wi. Lieb' miͤ =Freuden mir ſit reb. ich 9 =t: Chrit — unt Gewißheit des ewigen Lebens ans Jefn Auferßt. Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu b Auferſtehung. 1 Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛe. 223. Halelujah! jauchzt, ihr Chörel ſingt Jeſu Chriſto Lob und Ehre! Wie Held, iſt, von den Banden des Todes frey, nun auferſtanden; er, der fuͤr uns im Grabe lag. Sein iſt Gewalt und Macht; Preis ihm! Er hat's vollbracht! Hallelujah! Er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat maͤchtig Tod und Grab bezwungen, von ihrem Schrecken uns befreyt. Wir von Gott gefallene Suͤnder ſind nun mit ihm verſoͤhnt, ſind Kinder und Erben ſeiner Seligkeit. Bald, bald entſchlafen wir, entſchlafen, Jeſu! dir; ruh'’n im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht dem Tage der Vergeltung rut. 3. Unſern Staub mag Staub bedek⸗ ken, du wirſt ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schoͤpfer biſt; du wirſt unvergaͤnglich Lehen und Hraſs und 556 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſt. und Herrlichkeit ihm geben, dem Staub⸗ der dir geheiligt iſt. Wir werden ewig dein, gerecht und ſelig ſeyn. Hallelujah! Tod und Gericht erſchreckt uns nicht: der Todesuͤberwinder lebt! 8 Mel. Jeſus/ meine Zuverſicht ꝛe. b 1 1 224. Triumphirt! Es iſt kein Tod! Jeſus, unſer Heiland, lebet! Schoͤnern Lebens Morgenroth ſtrahlt der Felſen⸗ gruft; ſie bebet. Herzen, die ihr freudig bebt, jauchzet: Jeſus Chriſtus lebt! 22. Uebergang zum beſſern Seyn wird der lezte Schlaf auf Erden. Er, dem wir das Leben weih'n, laͤßt uns nicht vernichtet werden. Aus des Vaters Sehouße kam, der die Macht dem Tode 3. Preiſt den Todesſieger! Lebt treu in Liebe, feſt im Glauben; wer nach Jeſu Reiche ſtrebt, was kann dem das Grabnoch rauben? Er, der Auferſtand ne, ſpricht: wer mir glaubt, ſtirbt ewig nicht. 4. Unſ're Lieben, klein und groß, die an unſerm Herzen ruh'ten, ſammeln ſich im hen; th — Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſt. 357 im Vaterſchooß, wo die Wunden nicht mehr bluten, die des Scheidens Kampf uns ſchlug, als man ſie zu Grabe trug. 5. Aus dem Scheidebecher trinkt Troſt auf beß res Wiederſehen! Euer Erden⸗ leib nur ſinkt, einſt verklaͤrt hervorzu⸗ gehen. Wenn euch Grab und Trennung droht, triumphirt: es iſt kein Tod! Mel. Valet will ich dir ꝛc. 225. Ich geh' zu deinem Grabe, du ggrroßer Lebensfuͤrſt! weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirſt, wie man kann froͤhlich ſterben und froͤh⸗ lich auferſteh'n, auch mit den Himmels⸗ erben ins Land des Lebens geh'n. 2. Du liegeſt in der Erde, und haſt ſie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß ſich mein Herz nicht ſcheut, auch in den Staub zu legen, was Aſch und Staub vermehrt, weil dir doch aller⸗ i wegen die Erde zugehort. 3. Du ſchlaͤfeſt in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh’ an dieſem Orte habe; du druͤckſt die Augen zu: ſo ſoll mir 358 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſt. mir gar nicht grauen, wenn mein Geſicht der mir zur Seite ſteht. ich den erblicken, der mich vom Tod 5. Du faͤhreſt in die Hoͤhe, und zer geſt mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann; dort iſt es ſicher wohnen, und lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in dei⸗ ner Hand auf mich. 6 6. O meines Lebens Leben! du weckſt mich einſt vom Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Nie ſoll mich traurig machen des Todes duͤſtre Gruft; denn auch ich werd' erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Und hab' ich ausgelitten, ſo nimmſt du, Herr! mich auf, in Salems Frie⸗ denshuͤtten nach muͤdem Pilgerlauf; dort toͤnen Freudenpſalmen, da heißt's: Vie⸗ Siegespalme. Ach waͤr toria! da wehen ich nur ſchon dal Mel. vergeht, ich werde den wohl ſchauen, 3 kann, i zuter Gian = Kronenin hat er zugeſagt, daß der Suͤnder ſich Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſt. 359 Mel. Jeſus, meine Zuverſichtꝛe. 226. Jeſus lebt! Mit ihm auch ich. Tod! wo ſind nun deine Schrecken? Jeſus lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklaͤrt mich in ſein Licht; dies iſt meine Zuverſicht. 2. Jeſus lebt! Ihm iſt das Reich uͤber alle Welt gegeben. Mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrſchen, ewig leben. Gott erfuͤllt, was er verſpricht; dies iſt meine Zuverſicht. 4 3. Jeſus lebt! Wer nun verzagt, ſchmaͤhet ihn und Gottes Ehre. Gnade bekehre. Gott verſtoͤßt in Chriſto nicht; dies iſt meine Zuverſicht. 4. Jeſus lebt! Sein Heil iſt mein. Sein ſey nun mein ganzes Leben. Rei⸗ nes Herzens will ich ſeyn, und den Luͤſten widerſtreben. Er verlaͤßt den Schwachen nicht; dies iſt meine Zuverſicht. 5. Jeſus lebt! Ich bin gewiß, nichts ſoll nun von ihm mich ſcheiden; keine Macht der Finſterniß, keine Herrlichkeit/ kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieſer Pflicht; dies iſt meine Zuverſicht. 1 360 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferft 6. Jeſus lebt! Nun iſt der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Troſt in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn ſie glaͤubig zu ihm ſpricht: Herr, Herr, meine Zuverſicht! Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ſey Ehr, e. nun? O Grabl wo iſt dein Grauen? Was kann uns nun Verweſung thun? Wir werden Jeſum ſchauen, der uns, nach ſchwerem Kampf und Krieg, gebracht hat Leben, Heil und Sieg durch ſeine Auferſtehung. 2. Lebendig ging der Herr hervor, nahm jeden Feind gefangen, ſchwang aus dem Grabe ſich empor, trug weg den Raub mit Prangen. Nichts hielt in ſeinem Siegeslauf ihn, unſern Herrn und Heiland, auf. Ach! laßt uns ihm lobſingen! 3. Er ward getoͤdtet, Jeſus Chriſt; doch ſeh't, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erſtanden iſt, erſteh'n auch wir, die Glieder. Wer an den Welter⸗ loͤſer 227. O Lod! wo iſt dein Stache g, „ͤ—u— Rrieg, g S ieg durg . Herr hm mgen, ſcm⸗ Nicht — unſern he 8 laßt uni — erſtehn ain daß Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſt. 361 loͤſer glaubt, der lebt, ob er gleich ſtirbt, ihm raubt kein Tod das wahre Leben. 4. Und wer durch wahre Herzensreu von Suͤnden auferſtehet, iſt von des Richters Strafe frei, der keiner ſonſt entgehet. Beſieget iſt des Todes Macht, das Leben an das Licht gebracht und unvergaͤnglich's Weſen. 5. Dies iſt die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden: Heil, Segen, Ruh, Zufriedenheit im Himmel und auf Erden. Hier ſind wir ſtill und hoffnungs⸗ voll, daß unſer Leib dort gleichen ſoll des Herrn verklaͤrtem Leibe. b 6. O Tod! wo iſt dein Stachel nun? O Grab! wo iſt dein Grauen? Was kann uns nun Verweſung thun? Wir werden Jeſum ſchauen! Die Schrecken dunkler Grabesnacht beſiegen wir durch ſeine Macht. Ihm ſey Lob, Preis und Ehre! Mel. Wachet auf ‚ruft uns ꝛc. 1 b 228. Ehre, Lob und Preis der Starke ſey dem Vollender ſeiner Werke! dem Singt dem Todesuͤberwinder Dank! Auf⸗ 362 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferft. Auferſtand'nen Lieder! in alle Himmel ſchall es wieder; der ganze Erdkreis ſey Geſang! Ihm, der vom Tod erſtand, Ihm, der einſt uͤberwand, Hallelujahl Sein iſt die Macht! Er hat's vollbracht Die Welt iſt ſeiner Ehre voll! 12. Land der Graͤber, duͤſt re Erde empor aus deinem Staube! werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der ſiegreich auferſtanden, befreit uns von des Todesbanden, und von den Schrecken des Gerichts. Heil uns! daß Grab iſt leer: des Abgrunds Schrecken⸗ heer iſt bezwungen; des Todes Nacht, der Hoͤlle Macht, der Graͤber Grauen iſt beſiegt. b 3. Was vermag Der Suͤnde Sclave ihm, der ewig, ewig lebt! Wir, des Auferſtandenen Bruͤder, wir Chriſten, unſers Hauptes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt! Fuͤr uns litt er den Tod; fuͤr uns entruͤckte Gott ihn dem Grabe. Veraͤchter, bebt! der Sieger lebt! er lebt, und ſtirbt hinfort nicht mehr. 4. Unſer Herz darf nun nicht wanken. Die bangen zweifelnden Gedanken be n ſieg uns zu erſchuͤttern! n moͤgen zittern vor zu erſchite gen zitten Ibt! Vi a wir Gh — wir ftrun d uns lite Gott ihn „t! der E. ffort niche — an nicht e 2 Geͤat 1 1 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeſu Auferſt. 3653 ſiegt des Glaubens Zuverſicht. Wie ein Fels des 5 des Herrn im Meere, ſteht uner⸗ ſchuͤttert Jeſu Lehre, umglaͤnzt mit Se⸗ ligkeit und Licht. Die Herrlichkeit der Welt, der Himmel Bau zerfaͤllt, alles ſchwindet; doch fort und fort ſteht Jeſu keit. Wort; bleibt Troſt und Heil in Ewig⸗ 5. Wir auch, wir auch werden bleiben! mag doch des Koͤrpers Staub zerſtaͤu⸗ ben; verzehre Moder mein Gebein! Je⸗ ſus lebt! und meine Glieder belebt einſt ſeine Allmacht wieder! Wie er, werd' ich unſterblich ſeyn. In der Verweſung Grab dringt dann ſein Ruf hinab; und ich lebe! und ich bin ſein, auf ewig ſein! Wie wird mir dann, o dann mir ſeyn! b. Jeſu — 364 Ermunterung zur Feyer des Himmelfahrtsfeſtes . Jeſu Erhoͤhung zur Herrſchaft 5 im Himmel. 4 Ermunterung zur Feyer des 11 b H i m mel f a hr t s feſt e'e. . Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛ cW. 229. Jauchzet Gott mit lautem Schalle! der ganze Weltkreis wiederhalle, und jauchz' ihm! Unſer Herr faͤhrt auf. Wir, im Staub anbetend, ſehen dem Sieger nach, und zu den Hoͤhen, zu welchen er ſich ſchwang, hinauf. O Jeſu Chriſte! dir; dir, Heiland! folgen wir. Hallelujah! Nicht zum Gericht, zum Erb' im Licht fuͤhrſt du uns vor ſein Angeſichchcht. 2. Jeſus! Du wirſt wiederkommen. Ach, laß uns, Herr! doch mit den From⸗ men verklaͤrt zu deiner Rechten ſteh'n! Wann dereinſt die Suͤnder beben, dann duͤrfen wir das Haupt erheben; wann ſie zu ihrer Strafe geh'n, dann ſchenkſt du, Gottes Sohn! den Frommen ihren Lohn. Hoſianna! Zur Seligkeit mach une bere durch Glauben und Gottſe⸗ igkeit! —— Mel. , ſehe *r Hihe hinui Delland fi Zzum Gan 1 — du um iederkonm wnit den ze Sechten ſitt „ beben, d —„ Zeligkeit ne „r und Go Ermunterung zur Feyer des Himmelfahrtsfeſtes. 365 Mel. Vom Himmel hoch da komm ꝛc. 4 85 8 230. Auf„Juͤnger Jeſu! freuet euch! Der Herr faͤhrt auf zu ſeinem Reich. Er triumphirt; lobſinget ihm! lobſinget ihm mit lauter Stimm! 2. Sein Werk auf Erden iſt vollbracht, zerſtoͤrt hat er des Todes Macht; er hat hat ihn mit Preis gekroͤnt. 3. Weit, uͤber alle Himmel weit, geht ſeine Macht und Herrlichkeit; der Engel Schaaren dienen ihm; lobſinget ihm! lobſinget ihm! 11 4. Er ſchuͤtzet ſeine Chriſtenheit, er⸗ haͤlt ſie bis in Ewigkeit. Er iſt ihr Haupt; lobſinget ihm! lobſinget iim mit froher Stimm! 5. Ja, Heiland! wir erheben dich, und unſre Herzen freuen ſich der Herr⸗ lichkeit und Majeſtaͤt, dazu dich Gott, dein Gott, erhoͤh't. 6. Wohl nun auch uns! denn, Herr! bei dir ſteht Kraft und Macht; und dein ſind wir. Nimmſt du dich unſ rer huͤlf⸗ reich an, was iſt, das uns noch fehlen kann? 7. In die Welt mit Gott verſoͤhnt, und Gott 368 Lob des erhoͤheten Heilandes. 7. In deiner Hand ſteht unſer Heil Wer an dich glaubt, dem gibſt du Theil am Segen, den du uns erwarbſt, als du fuͤr uns am Kreuze ſtarbt. 8. Du haͤltſt die Staͤtte uns bereit, wo wir dich ſeh'n in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Pilgerlauf nimmſt du uns in den Himmel auf. 9. O zieh' uns immer mehr zu dir Hilf uns mit eifrigſter Begier nur ſuchen das, was droben iſt, wo du, verklaͤrter 10. Dein Eingang in die Herrlichkeit ſtaͤrk' uns in unſrer Pruͤfungszeit, nut dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir ver⸗ klaͤrt dein Antlitz ſchau'n. Lob des erhöheten Heilandes. MNael. Wie ſchoͤn leucht' uns der ꝛic. 231. O wundergroßer Siegesheld! Verſoͤhner einer ganzen Welt! du haſt dich nun geſetzet zur rechten Hand der hoͤchſten Kraft; dein Arm hat dir den Sieg verſchafft, durch den du unverletzet, maͤchtig, praͤchtig triumphireſt und r giereſt. yeiland —s der k. ar Singa Weit u Dten Hud en hat d du undeit w birct u 1 Lob des erhoͤheten Heilandes. 367 mehr uͤbergeben. b 1 2. Die Engel alle dienen dir. Mit ihnen, Herr! vereinen wir uns froͤhlich, dich zu loben. Du haſt dein großes Werk vollbracht, mit Majeſtaͤt und großer Pracht gen Himmel dich erhoben. uhl giereſt. Tod und Leben ſind dir nun⸗ 1 Singet! bringet Ruhm ihm: ehret den, der faͤhret auf gen Himmel aus dem niedern Weltgetuͤmmell!— 3. Du, Herr! biſt unſer Haupt, und ir ſind deine Glieder, nur von dir kommt Licht uns, Troſt und Leben; Heil, Friede, Freude, Staͤrk und Kraft, und was uns ſonſt Erquickung ſchafft, wird uns von dir gegeben. Ruͤhre, fuͤhre, ew'ge Guͤte! mein Gemuͤthe! daß dich's preiſe, dir Lob, Ehr' und Ruhm erweiſe. 4. Zeuch, Jeſu! uns, zeuch uns zu dir! Hilf, daß wir kuͤnftig fuͤr und fuͤr nach deinem Reiche trachten! Laß unſern Sinn und Wandel rein, und unſer Herz voll Demuth ſeyn, und eitle Luſt verachten! Unart, Hoffart, laß uns meiden, chriſtlich leiden, wohl ergruͤn⸗ den, wo die Gnade ſey zu finden!— 5. Sey, Jeſu! unſer Schirm und Schatz, ——— 368 Lob des erhoͤheten Heilandes. Schatz, ſey unſer Ruhm und feſter Platz, worauf wir uns verlaſſen! Laß ſuchen uns, was droben iſt! Auf Erden wohnt viel Trug und Liſt, ſind viele, die un haſſen. Luͤgen, Truͤgen, Angſt und Plagen: ach! wie nagen und wie quaͤlen ſie ſo viele Chriſtenſeelen! 6. Herr Jeſu, auf dem Gnadenthront Du Siegesfuͤrſt, Held, Davids Sohn Komm', ſtille mein Verlangen! Du hiſt auch uns, auch uns zu gut, o Jeſuf durch dein theures Blut ins Heiligthun gegangen. Dafuͤr ſoll dir von uns Allen Dank erſchallen, bis wir droben dich vollkommner werden loben. Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus unſer Herr ꝛc. 23 2. Mit Preis und Ruhm gekroͤnt haſt du, o Herr! dein Werk vollendet, und geh'ſt nun ein zur ſelgen Ruh bei dem, der dich geſendet. Dein iſt der Sieg nach Kampf und Streit, und dich empfaͤngt die Herrlichkeitt. 12. Nun erndteſt du den großen Lohn fuͤr deiner Leiden Menge. Berſammet teh'n — mä — nadante aoide unen de Axut, 1 5 zu von und ar drobaſ . an unſer Her uhm git Herk volin Lob des erhoͤheten Heilandes. 869 ſtehen um deinen Thron, in feſtlichem Gedraͤnge, die Schaaren, hoch durch dich begluͤckt, belehrt, geheiligt und er⸗ 3. Aus allen Voͤlkern kamen ſie, muͤh⸗ ſelig und beladen, und ſuchten Ruh' und fanden ſie, des ſchweren Jochs ent⸗ laden; und, wohl bewaͤhrt in ihrem Lauf, nahm ſie, wie dich, der Himmel auf. 2 4. Noch retteſt du, die ſich verirrt, in Finſterniß verloren. Welch' eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren; wie auf der friſchen Morgenau zuf Blumen ungezaͤhlt der Thau! 5. Es toͤnt der Himmelslehren Schall mm allen Zungen wieder. Wohin es blickt, ſieht uͤberall das Auge theure Bruͤder; ie leben dir, ſie ſterben dir; dein Eigen⸗ thum ſind Herr! auch wrir.— 6. Auch wir! O ſchau von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir ſind deiner Muͤhen Lohn, zwar ſterblich noch und Suͤnder, doch das iſt unſre Zuverſicht, einſt ſuͤndenfrei und ſterblich nicht. 7. Vereint dann mit der ſelgen Schaar, der Sterblichkeit entnommen, b A a wird 370 Lob des erhoͤheten Heilandes. wird droben erſt uns offenbar, zu welchem Heil wir kommen. Kein Ohr vernimmt, Geiſt entzuͤckt. 8. O daß wir nie, Vollendeter! un⸗ dankbar dich verkennen; uns vor der kein Aug' erblickt, was den verklaͤrten Welt nicht ſchaͤmen, Herr! Erloͤſer dich 3 nennen! Ach Keiner von uns Allen ſey, dir, ſeinem Heiland, ungetreul 9. Vollenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk vollbeingen, und, iſtß vollbracht, zu dir hinauf den Geiſt au por zu ſchwingen! Nichts ſind die Leideg dieſer Zeit, Herr! gegen jene Herrlichkait Mel. Erſchienen iſt der herrliche ꝛc. 23 3. 1 Wir freuen uns, Herr Jeſu Chriſt! daß du zur Rechten Gottes biſt O du, den unſer Loblied preiſt, ſtaͤrk auch im Glauben unſern Geiſt! Gelobt ſey Gott! 2. Duherrſcheſt auf des Vaters Thron, als Gottes und des Menſchen Sohn; auch da ſchaͤmſt du dich unſrer nicht: drum bleibſt du unſre Zuverſicht. Ge⸗ lobt ſey Gottt! 3. Dein oten Gotai 3d preit — S —. — = ch unſter n zuverſicht 1 Lob des erhoͤheten Heilandes. 5371 3. Dein iſt die Macht, dein iſt das Reich, wer iſt an Majeſtaͤt dir ſleſc Kein Sterblicher, kein Engel iſ Deine Herrlichkeit ermißt. Gelobt ſey 4. Umſonſt, umſonſt empoͤrten ſich der Feinde Heere wieder dich; dein Thron ſteht feſt und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerſpricht. Gelobt ſey Gott! 5. Du, unſer triumphirend Haupt! wie ſelig iſt, wer an dich glaubt! Du biſt ſein Licht, ſein Troſt, ſein Theil, lobt ſey Gott!— 5 6. Herr! unſre Herzen trau'n auf dich, dein freuet unſre Seele ſich; du, einſt von unſerm Fleiſch und Blut, biſt 5 ſein ſtarker Schutz, ſein ewig Heil. Ge⸗ unſer Heil und hoͤchſtes Gut. Gelobt ſey Gott! 7. Was uns gebricht, iſt dir bekannt, und alles iſt in deiner Hand; nie biſt du von den Deinen fern, du ſich ſt auf ſie, begluͤckſt ſie gern. Gelobt ſey Gott! 8. Sieh gnaͤdig auf uns allezeit, vom Throne deiner Herrlichkeit! Stark uns ſun ſchweren Tugend⸗Lauf, hilf unſerm chwachen Glauben auf Gelobht ſey Gott! A a 2 9. Gen —————————— — ——————,——yyy 8———ÿ——.———— 4————————————— ͤͤſͤſͤſſ“———————————— y— —— — —Q——— — 372 Lob der himmliſchen Regierung Chriſti. Gelobt ſey Gott! 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, dann preiſen wir dich ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jeſu Chriſt! der du zur Rechten Gottes biſt. Geloht — Mel. Schmuͤcke dich, o liebe ꝛe. 234. Koͤnig, dem kein Koͤnig gleichet deſſen Ruhm kein Lob erreichet, Eben⸗ bid von Gottes Weſen, der, zum Mitt⸗ ler uns erleſen, ſich der Welt wollt of⸗ als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere muͤſſen ſtets, zu deiner Ehre, dir, Herr! zu Gebote ſtehen, und dein Wille muß geſchehen; Fluch und Segen, Tod und Leben, alles iſt dir uͤbergeben, und vor dei⸗ 9. Gen Himmel fuhrſt du als ein Held; als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinſt der Erdkreis ſehen; hilf, daß wir dann vor dir beſtehn! Lob der hinmliſchen Regierung Chriße fenbaren, als das Bild des Unſichtba ren; dir gebuͤhrt das Recht zum Throne, ierung liebe te. Aiunnn rreichet, d der, nun? Welt 3 Lob der himmliſchen Regierung Chriſti. 575 deinen maͤcht gen Worten, zittern ſelbſt der Hoͤlle Pforten. 3. Alles ruͤhmet deine Ehre, wo man kennet deine Lehre, wo ſo viele treue Seelen, dich zu ihrem Haupte waͤhlen, die nach deiner Vorſchrift leben, dir nur zu gefallen ſtreben, alles gern fuͤr dich verlaſſen, und, wie du, das Boͤſe haſſen. 4. In dem Reiche deiner Ehre jauch⸗ — dir der Engel Choͤre; durch frohlok⸗ kende Geſaͤnge, preiſt dich der Erloͤſten ſenge, die befrei't von Furcht und Grauen, dein verklaͤrtes Antliz ſchauen, und in himmliſch hohen Weiſen, bis in Ewigkeit dich preiſen. 5. Herr, in allen dieſen Reichen iſt dr Niemand zu vergleichen, an dem K df der Schaͤtze, an der Weisheit der Geſetze, an der Unterthanen Menge, an der Herrſchaft Macht und Laͤnge, an E der Freunde und an Siegen uͤber Feinde. 6. O herrſch' auch, in meinem Her⸗ zen, uͤber Zorn, Furcht, Luſt und Schmer⸗ zen! Laß mich Gnad' und Huͤlfe finden, alle Sünden uͤberwinden; dich im Ghau⸗ en 37a Lob der himmliſchen Regierung Chriſti. ben ehren, lieben, und mich im Gehor⸗ ſam uͤben; gib, daß ich hier muthig Mel. All Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 2 35. b Großer Mittler, der zur Rech⸗ ten Gottes, ſeines Vaters, thront, und der ſeinen treuen Knechten ſtets mit Huld und Gnade lohnt; dir lobſingen froh zur Ehre aller deiner Engel Hecbe⸗ und in ihren Lobgeſang jauchzet aller Frommen Dank. 2. Was vollendet ſollte werden, du von Gott zum Heil gemacht, Herr dein großes Werk auf Erden, die Erldſung iſt vollbracht. Weil du gern fuͤr uns geſtorben, iſt uns Gnad' und Heil et worben, und dein ſiegreich Auferſtehn iſt zum Siegel uns geſcheh'n. 3. Alles ſollen wir empfangen, was uns noth iſt; denn du⸗biſt in den Him⸗ mel eingegangen, der nur unſre Hei⸗ math iſt. Da regierſt du, da vollendeſt dein großes Werk, und ſendeſt deinen Geiſt auf die herab, die zum Erbe Gott 4. Herr⸗ ſtreite, und dort herrſche dir zur Seite! (ung Eing =eh. pfange Aſt in da Lob der himmliſchen Regierung Chriſti. 375 4. Herrlich wirket deine Lehre; denn du gibſt ihr Licht und Kraft. Suͤnder macht ſie, Gott zur Ehre, glaubig und gewiſſenhaft. Alle lehret ſie, den Suͤn⸗ den widerſtehen und uͤberwinden. Strau⸗ cheln ſie in ihrem Lauf; hilfſt du ihnen maͤchtig auf. oOh An 6 5. Du gedenkeſt ſtets der Deinen, bleibeſt ihnen ewig treu; zaͤhlſt die Thraͤ⸗ nen, die ſie weinen, ſteheſt ihnen maͤch⸗ tig bei, ſorgſt dafuͤr, daß ihren Glauben keine Feinde ihnen rauben, und bereiteſt ihnen zu Wohnungen der Himmelsruh. 6. Du vergiſſeſt auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein bruͤderlich Erbarmen ſelbſt des Richters Strenge bricht; bitteſt Gott, daß er verſchone, daß er nach Verdienſt nicht lohne, daß er aͤndre ihren Sinn, Alle zu dir ziehe hin. b dein Erbe, bis du einſt ganz dein großes Werk vollfuͤhreſt, wenn du zum Gericht erſcheinſt. Dann iſt Ernte! Heil den Chriſten, welche kaͤmpften mit den Luͤ⸗ ſten daß ſie deinem Throne nah'n, und die Ehrenkron' empfah'n! 8. Gro⸗ 376 Staͤrkung und Troſt aus Chriſti Erhoͤhung. 8. Großer Mittler, dir nur weihe ſich das Herz zum Eigenthum! Ewig waͤhret deine Treue; ewig ſey dir Dank und Ruhm! Dein Verdienſt moͤg uns vertreten, wenn wir zu dem Vater beten! Wenn der Tod die Lippen ſchließt, ſprich fuͤr uns noch, Jeſu Chriſt Starkung und Troſt aus Chriiſf Erhoͤhung. Mel. Werde munter mein e. 140 23 6. Heiland! warum willſt du ſchet den? warum faͤhrſt du in die Hoͤh? Ach, auf Erden muß ich leiden ſo viel Schmer⸗ den⸗ ſo viel Weh! Nimm mich Armen och mit dir, oder ſend' den Troͤſter mir, daß ich ihn und ſeine Gaben, taͤglich moͤge bei mir haben. 2. Laß mir deinen Geiſt zuruͤcke und nimm du mein Herz hinauf! Wenn ich Seufzer zu dir ſchicke; dann thu mir den Himmel auf! Sende du mir deinen Geiſt der im Beten unterweiſt; kraͤftig willſt du ja vertreten, die zu dir im Geiſte beten. 3. Zeuch Staͤrkung und Troſt aus Chriſti Erhöhung. 377 3. Zeuch die Sinnen von der Erde uͤber alles Eitle hin; daß ich mit dir himmliſch werde, ob ich gleich noch ſterb⸗ lich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit; bis wir auch u dir gelangen, wie du biſt vorange⸗ gangen! er 4. Sey bei mir ſtets gegenwaͤrtig, wann ich gehe ein und aus! mache meine Wohnung fertig droben in des Vaters Haus! bringe mich zu deiner Ruh’; du biſt ſelbſt der Weg dazu, und nimm an dem letzten Ende meinen Geiſt in deine Händel Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 9 7 Chriſtus l du geh'ſt himmelan nach Vollendung deiner Leiden, geh'ſt die hohe Sternenbahn zum Genuſſe ewiger Freuden; du, der uns mit Gott verſ ohnt, herrlich ward dein Werk ge⸗ ront!!. 2. Auch fuͤr mich, fuͤr mich, haſt du eine Staͤtte dort bereitet, in den Woh⸗ nungen der Ruh', wohin deine Hand mich mich leitet; gib, daß ich dir ewig treu, 318 Stärkung und Troſt aus Chriſti Erhöhung. und mein Wandel himmliſch ſehyy Welch ein herrlicher Gewinn fuͤr die Kaͤmpfe kurzer Leiden, wenn ich ewig bey dir bin im Genuſſe deiner Freuden Deine Seligkeit wird mein, herrlich meine Krone ſeyn! 1Aataim Mel. Allein Gott in der Höh' ſey Ehr' ꝛc. 238. Heerr Jeſu! deiner Glieder Ruhm, du ſtarkes Haupt der Schwa⸗ chen! du haſt ein ewig Prieſterthum, kannſt all zeit ſelig machen; du haſt durch deine Himmelfahrt den Weg zum Vater offenbart, die Staͤtte uns bereitet. 2. Geh't unſer Haupt zum Himmel ein; ſo werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeſchloſſen ſeyn; du bringſt ſie alle wieder. Sie werden da ſeyn, wo du biſt, und dich verklaͤrt, Herr Jeſu Chriſt! dir aͤhnlich, ewig ſchauen. Starkung und Troſt aus Chriſti Erhöhung. 328 3. Zeuch uns dir nach, ſo laufen wir; laß uns ein himmliſch Weſen in Worten, Werken und Begier, von heute an erleſen! Zeuch unſer Herz dem Him⸗ mel zu; daß unſer Wandel, Schatz und Ruh' nur ſey bei dir dort oben! 4. Was droben iſt, laß kuͤnftighin uns unablaͤßig ſuchen; was eitel iſt, das laß uns flieh'n; was ſuͤndlich iſt, ver⸗ Auchen! Dein Gut, o Welt! dein Freu⸗ denſchein iſt viel zu elend, viel zu klein, fuͤr himmliſche Gemuͤther. 5. O Kleinod, das im Himmel ſtrahlt, ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! O Erbtheil voll Zufrie⸗ denheit, o Himmel voller Seligkeit: ſey mein aus Jeſu Gnaden! 6 i Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren ꝛe. 5 230. Men Jeſus triumphiret, Werk hat er vollfuͤhret, vollendet ſeinen Lauf; die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach uͤberſtandnem Lei⸗ den. Lobſingt, woſttge: ihma 4 8 380 Staͤrkung und Troſt aus Chriſti Erhoͤhung. 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Seitdem er triumphirt, ſteh't uns der Himmel offen, wo Jeſus nun regiert. Er ſelbſt macht uns die Bahn. Wer hier ihn innig liebet, ſich ſtets im Guten uͤbet, der wandelt himmelan. u 3. Nur dort, nicht hier auf Erden, iſt unſer beſtes Theil; damit wir ſelig werden, erwarb der Herr uns Heil, Erldſte, macht euch auf! wo Jeſus hin⸗ gegangen, dahin blickt mit Verlangent dahin geh't euer Lauf! 19 4. Herr! hilf uns eifrig ringen nach jener Herrlichkeit; laß unſern Fleiß ge⸗ lingen, und ſtaͤrk' uns in dem Streit! Laß uns in dieſer Welt im Glauben an dich wandeln, ſo denken und ſo handelm wie dir es wohlgefaͤllt! b 5. Was ſind der Erde Freuden? wie bald ſind ſie dahin! O hilf uns alles meiden, was hier noch unſern Sinn vereitelt, und uns ſtoͤrt, auf deinen Ruf zu achten und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewaͤhrt! 4 6. Du, Herr! woll'ſt ſtets uns leiten und durch die Pruͤfungszeit uns ſchuͤtzend ſelbſt begleiten zu deiner Herrlichkeie 1 2 ig rine inſern Fe =in dem 6 im Glaut und ſo ha e Freude 3 hilf wme *) unſem auf dein wem zu te vollem Licht uns an. Staͤrkung und Troſt aus Chriſti Erhoͤhung. 381 b bis dieſe Zeit vorbei, bis wir dich, Hei⸗ land! ſehen, und freudig vor dir ſtehen, von allem Kummer fril! Mel. Nun lob' mein Seel' den Herrn ie. 240. Da gingſt zum hoͤchſten Lohne, ins Haus des Vaters gingſt du ein; nun iſt des Sieges Krone, und Ruhm und Herrlichkeit iſt dein! Ich blicke mit Erhebung, Vollendeter! zu dir, und Hoffnung und Ergebung gewaͤhrt dein Buͤrde, Verfolgung, Schmerz und Spott; doch welche hohe Wuͤrde ge⸗ waͤhrte dir dein Gott! „Auch wir ſtreu'n oft mit Thraͤnen des Guten edeln Saamen aus; geſtillt wird unſer Sehnen, zur Ernte winkt das Vaterhaus! wenn wir im Frieden ſtarben, geh'n wir zum Frieden ein; dort werden volle Garben, der Lohn des Treuen ſeyn! Scheint uns hier oft verborgen und dunkel Gottes Plan; einſt bricht ein ſchoͤner Morgen mit 3. Voll 382 Starkung und Troſt aus Chriſti Erhoͤhung. 3. Voll heil ger Ruͤhrung wallen wir an der fruͤh Entſchlaf'nen Grab, und minder brennend fallen der Wehmuth Thraͤnen d'rauf hinab. Du willtt ja, daß die Deinen dort ewig bei dir ſeyn; mit dir uns zu vereinen, gingſt du zum Himmel ein! Die hier von uns geſchie⸗ den, ſind dort im Vaterland; einſt wink zum ew'gen Frieden auch uns des Vaters Hand. 4. Vereint mit dir zu werden, ſſt unſer Ziel; denn wir ſind dein! O moͤchte ſchon auf Erden im Himmel unſer Waw del ſeyn! Dir ſtandhaft anzuhangen unnd nur auf dich zu ſeh'n; wie du vor⸗ angegangen, der Tugend Pfad zu gehn, ſoll heiliges Beſtreben und ſuͤße Luſt uns ſeyn; ſo geh'n durchs Pilgerleben auch wir zum Himmel ein. 241. Auf, Chriſten! dieſer Tan werd' feſtlich froh beſungen; ſprecht Gottes Thaten aus mit neuerweckten Die Ausgießung des heil. Geiſtes üb. d. Apoſtel 383 IV. Von den Heilsanſtalten der Erloͤſung.. 1. Der Beiſtand des heiligen Geiſtes. Die Ausgießung des heiligen Geiſtes 5 uͤber die Apoſtel. Mel. Nun danket alle Gott ze. 8 Chor. Zungen! Des heil'gen Geiſtes voll, wie der Apoſtel Schaar mit Gottes Geiſt cfülte am heilgen Pfingſtfeſt war. Gemeinde. O heilger Gottesgeiſt, du er uns mit deinen Gaben kommen! Erleucht b und ſtaͤrke du mit Licht und Kraft den Geiſt, daß dich des Glaubens rucht in That und Leben preſtt. E hor. 2. Wir ſind im Pefa der Taufe neugeboren, zu Gliedern Allſammnc an hri⸗ ———— —— ſter aller Frommen, du wollſt auch uͤber ——B—B—jj—tO/ ·nn—⅛——.——+— ————————————————ͤ ————,————=——————————————ꝛ—ꝛ;—yÿ;ÿÿÿÿℳꝛℳ⸗—ꝛꝛꝛ-nea:’e—yyʃʃ, ———————————õmõ ——C—--—————yjC—;—;—;—;—;;⏑————⸗ꝛ—⸗—//-/ℳ·/-—————— ——õ—————— — — — —— —— —— —————õ— 384 Die Ausgießung des heil. Geiſtes uͤb. d. Apoſtel. Chriſti Leib erkohren; uns ſpeiſt an Chriſti Tiſch und traͤnkt ein Brod, ein Wein: laß denn, o Geiſt des Herr uns Eins in Liebe ſeyn! Gemeinde. Du edler Liebesgeiſt! laß deiner Liebe b hemen durch alle Herzen geh'n, und uͤge ſie zuſammen. Bei Chriſti Li⸗ besmahl woll'ſſt du geſchaͤftig ſchn. dann kehrt, was ſch getrennt, I henzlihen Verein. 1d Chor. 3. Wen Gottes Geiſt beſeelt, wey Gottes Kraft beweget, in weſſen Herz ſich heut das neue Leben reget: der ſtimm mit uns ein, und preiſe Gottes Treug ſie iſt an dieſem Feſt und alle Mor as Gemeinde. Geprieſen ſey der Herr! Sein Wek iſt angefangen, er fuͤhrt es auch hinaus laßt uns ans Ziel gelangen, wo wit⸗ von Suͤnden rein, was hier wir glau⸗ ben, ſeh'n, und heilig und gerecht zur Heerlichteit eingch n. b “,— TN— . Die Ausgießung d. heil. Geiſtes uͤb. d. Apoſtel. 585 AMa. Kommr, heirger Geitt erfül die Heten u. 242. O Tagl den uns des Vaters Rath und Jeſu Heil verkuͤndet hat, ſey nun von aller Chriſten Zungen zu Got⸗ tes Preiſe froh beſungen! Die Erde lag in Nacht verhuͤllt, mit Wahn und Gotzendienſt erfuͤllt; doch nun iſt ſie den Finſterniſſen durch's Licht des Chriſten⸗ thums entriſſen. Gelobt ſey Gott! Ge⸗ lobt ſey Gott 2. Singt Jeſu Dank! Er ward er⸗ hoͤhlt auf Gottes Thron voll Majeſtaͤt. 2 8 Nun ſegnet gnaͤdig ſeine Juͤnger der triumphirende Vollbringer. Er ſendet den verheiß nen Geiſt, der ſeine Zeugen unterweiſt. Nun predigen ſie ſeine Lehre, daß ſich die Welt zu ihm bekehre. Gelobt ſey Gott! Gelobt ſey Gott! 3. Geſandt von ihm gehn ſie nun gern, und ſammeln uͤberall dem Herrn ein neues Reich, ein Volk von Chriſten, die ſich mit Glaubenswaffen ruͤſten. n6 Vergebens tobt der Feind mit Wuth; ſiee ſiegen, ſtark durch Gott an Muth, trotz aller Macht des Hohns und Spot⸗ Bb es, 5 9 586 Die Ausgießung d. heil. Geiſtes ub. d. Apoſtel. tes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt ſey Gott! Gelobt ſey Gott! 4. Apoſtel Jeſu! Gott mit euch! Ihr bauet ihm ſein neues Reich. Nun herrſcht der Herr auch unter Heiden, und Vol ker dienen ihm mit Freuden. Nun ler nen ſie, erhellt, und frei vom Joche der Abgoͤtterei, den lang verkannten Schoͤpfer kennen und ihn durch Chri⸗ ſtum Vater nennen. Gelobt ſey Gott! Gelobt ſey Gott! 5. Auch uns hat ſeines Geiſtes Kraft wir d uns Mel. Vom Himmel hoch da komm te. 24— Anbetung ſey dir, Gott! ge⸗ bracht; du haſt uns dieſen Tag gemacht! Dich preiſe, was durch Jeſum Chriſt erleuchtet und geheiligt iſtt g 2. Der vom du Zelobt ſeyt — aan da komm 1 Die Ausgießung d. heil. Geiſtes uͤb. d. Apoſtel. 287 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhuͤllt, mit Wahn und Goͤtzendienſt erfuͤllt; da mit ihm der Wahrheit Licht. kam von deinem Angeſicht dein Geiſt, 3. Er, den des Vaters Gnad' uns gab, kam in der Juͤnger Herz herab; in fremden Sprachen macht ihr Mund die großen Thaten Gottes kund. 4. Des Geiſtes voll, geh'n ſie nun gern, und ſammeln Juͤnger ihrem Herrn; vom Anfang bis zum Niedergang wird alles Licht und Lobgeſang. 5. Umſonſt beſtuͤrmt ſie Grimm und Spott; ſie ſiegen, ſtark durch dich, o Gott! Ihr Schutz iſt Jeſus, und ihr Ruhm ſein theures Evangelium.. 6. Und ihrer Predigt froher Sch erfuͤllt den Erdkreis uͤberall; es kennet deinen Sohn und dich das fernſte Land und freuet ſich. 1 7. Noch dauert dieſer Segen fort; noch ſiegt, o Ewiger! dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze b deiner Wahrheit treu, mach' uns von Suͤnd und Irr⸗ —thum frei; dein Geiſt tei jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns 6 2 Gu⸗ 8s8s Die Ausgießung d. heil. Geiſtes üb. d. Apoſtel. Guten an, und leit uns ſtets auf eb'ner Bahnn. 9. Bis wir dereinſt im hellern Licht von Angeſicht zu Angeſicht dich ſchaun, und in des Himmels Hoͤh'n auch uns durch dich verherrlicht ſeh'n. 3 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort ꝛc. 244. As unſer Heiland, Gottes Sohn, empor ſich hob auf ſeinen Thron⸗ kamſt du auf ſeine Zeugen, Geiſt Got⸗ tes! Mit dir kam die Gluth der Liebe⸗ Kraft und Heldenmuth, die Welt zu uͤberzeugen. Groß war die Erndte, ſchwet die ih doch, Maͤchtiger! du ſtaͤrk⸗ 2. Da that der Ungelehrten Mund die groͤßten Thaten Gottes kund, ſprach hohe Weisheitslehren; da ſank der Goͤtz⸗ en finſtre Macht mit ihrem Tempel Schmuck und Pracht, mit Opfern und Altaͤren. Unuͤberwindlich war ihr Muth; verſtummten ſie, ſprach laut ihr Blut. 3. Wie Gottes Blitze ging ihr Wort bis an der Erde Grenzen fort; die Nata Die Ausgießung d. heil. Geiſtes üͤb. d. Apoſtel. 589 wich vor dem Lichte. Ihn beteten dſde Heiden an, von dem wir einſt die Kron empfah'n, wann er kommt zum Gerichte. Zu Aller Heil, zu Jeſu Ruhm, ſchufſt na du die Welt, Geiſt Gottes! um. 4 Verfolgung zu erregen: der Name Jeſu 1 Mel. Ein Laͤmmlein geht und traͤgt ꝛc. 245. Dir, Vater! dankt mein Herz und ſingt, daß du den Sohn gegeben; den Sohn, der Heil den Suͤndern bringt und unvergaͤnglich Leben. Ich danke dir, daß du den Geiſt, der deinen Sohn durch Wunder preiſt, vom Himmel haſt geſendet; der Geiſt der Wahrheit kam helab der deinen Boten Staͤrke gab, daß ſie dein Werk vollendet. 2. Erfuͤllt von ſeiner Wunderkraft geh'n ſie, die Welt zu lehren; der Geiſt, der neue Herzen ſchafft, hilft ihnen, ſie bekehren. Die Voͤlker hoͤren hocherfreut die Botſchaft ihrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit ſiegen; die Blindheit und das Laſter flieh't, denn wo man Gottes Finger ſieh't, muß jeder Feind erliegen. 3. Umſonſt, daß wilder Eifer tobt, wird 95990 Die Ausgießung d. heil. Geiſtes uͤb. d. Apoſtel. wird gelobt; ſein Wort iſt Kraft und Segen. Die Juͤnger ſchreckt nicht Pein noch Muͤh' dein Geiſt, o Vater! ſtaͤr ket ſie in Martern und im Tode. Sie bleiben ihrem Herrn getreu, bekennen Triebe! Schaff' du in mir ein neues Stunden troͤſte mich, und deine Huͤlfe Linen Namen frei und preiſen ihn im Tode. 4. Noch jetzt biſt du der Geiſt der Kraft, noch jetzt der Menſchen Lehrer, der Jeſu treue Juͤnger ſchafft, des Süun denreichs Zerſtoͤrer. In Suͤndern wirkſt du Reu' und Leid, in frommen Seelen Troſt und Freud', und Muth im Kampf der Suͤnden. In bangen Stunden ſchen⸗ keſt du, und noch im Tode Seelenruh) und lehrſt, ihn uͤberwinden. n 5. Des Vaters und des Sohnes Geiſt, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott dem Betenden verheißt, ach, heil ge meine Herz; es fuͤhle tief der Suͤnde Schmerz und lern' im Glauben beten. In bangen zeige ſich mir einſt in Todesnoͤthen! — „Sth in 1 ttundaſ ſee Ecti m. dSSohnesei ee cce, deo a heilgem dir ein m ande Echm. 9. In bch mad dein M desnthen. — — Die Ausgießung d. heil. Geiſtes uͤb. d. Apoſtel. 391 Meel. Erldſer! ſieh auf uns ꝛc. 246. We ſingt nach Wuͤrden deine Staͤrke, Geiſt Gottes! der durch Wun⸗ derwerke in Jeſu Boten ſich erwies, und, daß man Jeſu Hoheit merke, ſich uͤberſchwaͤnglich ſehen ließ. 2. Daß IJeſu Lehre durchgedrungen, und an der Erden End erklungen, ver⸗ dankt dir, wer ſie ſaͤt und hegt, weil du ddie Gaben neuer Zungen in ſeiner Zeugen Mund gelegt. d She 3. Was vor kein Auge je gekommen, was nie ein ſterblich Ohr vernommen, was keine Seele je gedacht; das ward auf's herrlichſte den Frommen durch ihre Predigt kund gemach. 4. Sie brauchten keiner Waffen Stren⸗ ge, und ſtuͤrzten doch der Goͤtzen Menge ſelbſt in den groͤßten Reichen um, und pflanzten ohne Kunſtgepraͤnge in aller Welt das Chriſtenthum. 5. Kein Reiz der Luͤſte, noch der Eh⸗ ren, kein Reichthum konnte ſie bethoͤren: ſie waren elend, arm und bloß, und nur durch Thaten und durch Lehren und durch ein heilig Leben groß. 6 2 6. An⸗ ͤͤ ben, ermahnten ſie die Himmelserben, dem Dienſt der Welt ſich zu entzieh'n, 9. Drum woll'ſt du mir Erleuchtung 592 Die Ausgießung d. heil. Geiſtes üb. d. Apoſtel. 6. Anſtatt um Menſchengunſt zu wer⸗ den liebſten Suͤnden abzuſterben, ſie mehr als Schmerz und Tod zu flieh'en. 7. Sie blieben unter Satans Schaa⸗ ren, bei allen Muͤhen und Gefahren, hii allen Martern, Felſen gleich, und gruͤn⸗ deten in wenig Jahren unuͤberwindlich Jeſu Reicch. 8. Wer muß nicht hier in allen Stut ken, o allmachtsvoller Geiſt! erblicken, daß du dies große Werk regierſt, und, trotz der Hoͤlle Wuth und Tuͤcken, i Jeſu Zeugen triumphirſt? geben, zu wandeln hier den Weg zum Leben, in Glaube, Lieb' und Hoffnung feſt, bis Gott mich dorthin wird erhe⸗ ben, wo er ſich ſelber ſchauen laͤßt. — Mel. Komm', heil ger Geiſt! re 2447. Scy, Welterlöſer! hoch ge⸗ preiſt! Du ſandteſt deinen heilgen Geiſt, daß er in alle Wahrheit leite, und zun In iüen — d falls et ggiei ſa) d i iſter Erlauter e en Wa ¹. ud häf ofen wid h ſwien liſt Komm ſegensvoll auf uns hernieder! hilf Die Ausgießung d. heil. Geiſtes üb. d. Apoſtel. 868 zum Apoſtelamt bereite die auserwaͤhlte Juͤngerſchaft. Er ſtaͤrket ſie mit Gottes kraft, das Werk des Amtes zu vollbriu: gen, die Siegerkronen zu erringen. Ge⸗ lobt ſey Gott! Gelobt ſey Gott! 2. Durch deines Geiſtes Kraft erfreut, wagt deiner Boten Schaar den Streit, kaͤmpft gegen falſcher Goͤtter Heere, und ſiegt durch deines Kreuzes Lehre. Be⸗ gabt mit Staͤrke, ging ihr Wort bis au der Erde Grenze fort, erleuchtete dſle Nationen, drang zu den Huͤtten, zu den Thronen. Gelobt ſey Gott! Gelobt ſey Gott! E e e en 3 O ſend' ihn auch zu uns, den Geiſt, der uns den Weg zur Wahrheit weiſt! Ach, dunkel ſind des Lebens Pfa⸗ de: erleuchte ſie durch deine Gnade! Er lehr' uns Gottes Heil verſteh'n, er leit uns, wenn wir irre geh'n; und wen wir ſtraucheln und ermuͤden, dann ſtaͤrk er uns durch Gottes Frieden. Gelobt ſey Gott! Gelobt ſey Gott!— 4. Hier, in dem Heiligthum des Herrn, hier warten deiner, Geiſt des Herrn! wir Chriſten, unſers Hauptes Glieder. uns, 1 8 Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und 594 Die Gaben des heiligen Geiſtees. uns, gib dem Verſtande Licht, dem Her⸗ zen Muth und Zuverſicht, daß uns von ihm, den wir bekennen, hier weder Gluͤck noch Leiden trennen. Gelobt ſey Gott! 5. O leit uns, Herr! an deiner Hand hinauf in s wahre Vaterland. Entreiß uns maͤchtig dem Verderben, erhalt uns glaͤubig, bis wir ſterben; dann ſtaͤrk' uns in des Todes Schmerz das ſchwache, freudenleere Herz, daß wir mit Muth zum Himmel dringen, und ſo den letzten Sieg erringen. Gelobt ſey Gott! Ge⸗ lobt ſey Gott! Die Gaben des heiligen Geiſtes. Rel. Freu dich ſehr, o meine Seele ꝛc. 248. Der du uns als Vater liebeſt treuer Gott! und deinen Geiſt denen, die dich bitten, giebeſt, ja uns um ihn bitten heißt; demuthsvoll ſich ich zu dir: Vater! ſend' ihn auch zu mir, daß er meinen Geiſt erneue, und ihn dir zum Tempel weih!. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wiſſen mein Gelobt ſey Gott! oZZ— aid ſo daa Kſey Got V ligen Guß dne Eeltn — Varerltt an Gäſtin 5. Henl gen Lrler daß ich Gott, mein hoͤchſtes Gut, uͤber ja uns m Dienſt der Welt geweiht, wenn durch ſeine Kraft die Geſinnung in mir mein Herz bleibt dir entriſſen, und dem ſchafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lee. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jeſu! noch mit wahrer Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, ſtehet mir dein Geiſt nicht bei. Darum laß ihn kraͤftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme hoͤre. s. Attt 4. Ew'ge Quelle heil ger Guͤte, hoch⸗ gelobter Gottes Geiſt! Der du menſch⸗ liche Gemuͤther beſſerſt und mit Troſt erfreuſt. Nach dir, Herr! verlanget mich! Ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preiſe, heilig und zum Himmel weiſe! 4 5. Fuͤlle mich mit heilgen Trieben, alles moͤge lieben, daß ich mit getroſtem Muth ſeiner Vaterhuld mich freuu, und mit wahrer Kindestreu ſtets vor ſeinen Augen wandle, und rechtſchaffen denk und handle. 6. Geiſt des Friedens und der Liebe! 4. wi, 2d an neium I adthatt 8986 Die Gaben des heiligen Geiſtes. bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth uͤbe, und mir' rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knuͤpfen kann; wenn meine Hand zur Erleicht rung der Beſchwerden kann dem Naͤchſten nuͤtzlich werden. 7. Lehre mich, mich ſelbſt erkennen, die verborg'nen Fehler ſeh'n, ſie mit Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehyn. Mache Vorſicht, Ernſt und Treu', ſie zu beſſern, in mit neu; gib mir taͤglich neue Kraͤfte zu dem Heiligungs⸗Geſchaͤfte! 1 8. Wenn der Anblick meiner Suͤnden mein Gewiſſen niederſchlaͤgt; wenn ſich Zweifel in mir finden, die mein Herz mit Zagen hegt; wenn mein Aug' in Noͤthen weint, ferne mir die Huͤlfe ſcheint; d dann gib, daß meiner Seele nimmer Troſt und Staͤrkung fehle! 1 9. Was ſich Gutes in mir findet, iſt dein Gnadenwerk in mir; ſelbſt den Trieb haſt du entzuͤndet, daß mein Wort deine Gnadenwirkung fort, daß mein Abſchied von der Erde mir ein Ruf zum Himmel werde! —] Herz ver⸗ langt nach dir. O! ſo ſetze durch dein —„ 4 e räͤften clt riner en ſchet; wa dnein Heh it Sug in Th ſclfe ſchen⸗ n Seele iim Die Gaben des heiligen Geiſtes. 597 Mel. Freu dich ſehr, o meine Seele ꝛc. 24 4 249. Geiſt vom Vater und vom Sohne! der du unſer Troͤſter biſt, und von deines Vaters Throne huldreich auf uns Schwache ſieh'ſt; ſtehe du mir maͤchtig bei, daß ich Gott ergeben ſey; o! ſo wird mein Herz auf Erden ſchon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir ſeyn; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich er⸗ freu'n. Lenke kraͤftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlſeyn hin. Lehrſt du mich, was recht iſt, waͤhlen; werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich, meinem Gott getreu, ihn ſtets uͤber alles liebe; daß mir nichts ſo wichtig ſey, als in ſeiner Huld zu ſteh'n. Sei⸗ nen Namen zu erhoͤhn, ſeinen Willen zu vollbringen, muͤſſe mir durch dich ge⸗ lingen. 4. Staͤrke mich, ſo oft zur Suͤnde mein Gemuͤth verſuchet wird, daß ſie u mich nicht uͤberwinde. Hab ich irgend mich verirrt; o! ſo ſtrafe du mein Herz, daß =——————yÿy —— yy ͤ ..—————— Q— 2——— 2———.——— 5——-———— ☛ A— 8 1 E. 4 ——Oℳ————.—— 5—————— —————— 5———m— ÿ———————————— —————-— GGG⅓——x———————————————— ———— 8—————— —————————————ͦ——ℳ⸗ℳÿ;⏑;;;«;ͦ«§⏑ͦ⸗:§ X ℳ:—(«BCLO-OU⸗—ꝛͦͦꝓꝛ⸗⸗ℳꝛꝛꝛ-⸗⸗⸗⸗--⸗-⸗—ä—ä—⸗—ä:—ͤꝛ—ꝛ—ꝛ—·——————— 1————————ᷣ—* —— e——õ; — 3 —* 8 — 8.——y 8—— 5 . 2—— —————=. 8———————— ————————— ———————————— ————————— 1 —õ————y=———— “——————————— ——— 3—————— ———*—— 5————— Wonne! Daß wir uns dir, recht zu 5398 Dire Gaben des heiligen Geiſtes. daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott daruͤber beuge und mein Herz zur Beſſrung neiege. 5. Reize mich, mit Fleh'n und Beten, wenn mir Huͤlfe noͤthig iſt, zu dem Gnadenthron zu treten. Gib, daß ich auf Jeſum Chriſt, als auf meinen Mitt⸗ ler, ſchau;, und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad auf mein Ver⸗ langen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden ſtets mit deinem Troſte bei; daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Fuͤhrung folgſam ſey. Gib mir ein gelaß nes Herz! Laß mich, ſelbſt im Todesſchmerz bis zum frohen Ueberwinden, deinen reichen Troſt empfinden! Mel. Wie ſchoͤn leucht' uns der ꝛc. 250. O heilger Geiſt! kehr bei uns ein, und laß uns deine Wohnung ſeyn; ſey unſers Herzens Sonne! Du Him⸗ melslicht! laß deinen Schein in unſern Seelen kraͤftig ſeyn zu ſteter Freud und leben, — —— — —— 11 — — —== — — —½ — — — 1 — 1 mnn der u. Die Gaben des heiligen Geiſtes. 399 leben, ganz ergeben, oft, mit Beten dies erflehend, vor dich treten! 2. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort; laß' es, wie Flammen, immer⸗ fort in unſern Herzen brennen! Daß wir dich, Vater, Sohn und Geiſt! den aller Himmel Himmel preiſt, als unſern Gott erkennen. Bleibe!l treibe und be⸗ huͤte das Gemuͤthe, daß wir glauben. Laß uns nichts das Kleinod rauben! 3. Du Lehrer! deſſen Wort und Kraft den Seelen Licht und Leben ſchafft, gib, daß wir ſtets dich ehren! Laß uns in Geiſteseinigkeit auch And're in der Chri⸗ ſtenheit dein wahres Zeugniß lehren, daß ſie ſich hie recht beſtreben, dir zu leben, dich zu preiſen, Bruͤdern Liebe zu er⸗ weiſen! 4 4. Erleuchte uns durch deinen Rath, und fuͤhre uns den rechten Pfad, den wwir von ſelbſt nicht wiſſen. Gib uns Beſtaͤndigkeit, daß wir getreu dir bleiben fuͤr und fuͤr, wenn wir hier leiden muͤſſen. Schenke, lenke, ſtill zu halten deinem Walten, das Vertrauen, nur auf dich allein zu bauen! 5. Laß uns, Herr! deine Gotteskraft 1 em⸗ 400 Die Gaben des heiligen Geiſtes. empfinden, und zur Ritterſchaft dadurch ben werden! geſtaͤrket werden; auf daß wir, unter deiner Hut, begegnen aller Feinde Wuth, ſo lang' wir ſind auf Erden! Sende, ſpende uns im Leide, Geiſt der Freude, den wir loben! ſpende Troſt und Kraft vwon oben! 6. Du Geiſt des Friedens! ſenke dich in unſre Herzen kraͤftiglich, und ſchenk uns deine Milde, daß unſer Herz mit Lieb und Treu, dem Naͤchſten ſtets er⸗ geben ſey, und ſich nach dir nur bilde! kein Neid, kein Streit dich betruͤbe! Sanfte Liebe woll ſt du geben; demuth⸗ voll ſey unſer Leben! 7. Erfuͤll uns, Herr! zu jeder Jeh mit Fruͤchten der Gerechtigkeit; ſey un⸗ ſers Geiſtes Staͤrke; daß uns hinfort ſey wohl bewußt, wie eitel unſers Flei⸗ ſches Luſt, wie ſuͤndlich deſſen Werken Ruͤhre, fuͤhre unſer Sinnen und Begin⸗ nen ſo auf Erden, daß wir Himmelser⸗ Die Gaben des heiligen Geiſtes. 401 Mel. Gott des Himmels und der Erden ꝛc. 251. Komm, o Geiſt, von Gott gegeben! Heilige und beß're mich! zuͤch⸗ tig und gerecht zu leben; dies vermag ich nur durch dich. Nimm, da ich ſo fündhaft bin, mein Verderben von mir hin. 2. Ach! ich irr' in Finſterniſſen, Geiſt der Wahrheit! ohne dich; von Begierden hingeriſſen, taͤuſchet meine Seele ſich, ſuchet Ruh' und findet ſie in der Erde Buͤtern ne 3. Hilf mir, nach dem Himmel ſtreben, der den Lohn mir aufbehaͤlt. Gott und Jeſu hilf mir leben, nicht den Luͤſten dieſer Welt. Lehre mich, von Suͤnden rein, heilig, und Gott aͤhnlich ſeyn. 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin. Staͤrke mich durch deine Gnade, wenn ich ſchwach und muthlos bin, daß ich naͤher jeden Tag meinem Ziele kommen magl! 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Luſt, und im Kampfe fldße Staͤrke mir in meine ſchwache G 402 Die Gaben des heiligen Geiſtes. Bruſt. Gib mir Troſt in jeder Noth! Hilf mir treu ſeyn bis zum Tod! 6. Sey mein Beiſtand, wenn ich ſterbe; zeige meinem Geiſt von fern das mir aufbewahrte Erbe in der Herrlich⸗ keit des Herrn! So, geſtaͤrkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerſchaft. Mel. Liebſter Jeſu, wir ſind hier ꝛc. 252. Geiſ der Wahrheit! lehre mich Gott in Jeſu Chriſto kennen. Nur belehrt, geweih't durch dich kann ich Herrn ihn nennen. Du mur kannſt mir ihn verklaͤren, du mein Hetz meinen zu Gott bekehren. 9 2. In des Irrthums Finſterniß muͤßt ich ohne Fuͤhrer wanken. Du nur machſt das Herz gewiß und erleuchteſt die Ge danken; offenbareſt Gottes Pfade, zeugſt von Wahrheit und von Gnade. 3. Du, du ſtaͤrkſt uns zum Gebet. Jenes inbrunſtvolle Sehnen, das mit ſtillem Seufzen fleh't und uns Wonne gibt durch Thraͤnen, Hoffnung und Ge⸗ duld in Leiden: iſt dein Werk, du Geiſt der Freuden! 2 4. Hei⸗ In du wa S3 nſterniße Du name uchteſt ** Pfade 9o Fnade. 1 zum Die Gaben des heiligen Geiſtes. 40⁵ 4. Heiligung und Reinigkeit und ein gottgefaͤllig Leben, der Vollkommenheit geweih't, kannſt nur du, Geiſt Gottes! geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben. 5. Ich erflehe ſie von dir. Zur Be⸗ kaͤmpfung meiner Triebe ſchenke hoͤhre Kraͤfte mir, daß ich nur das Gute liebe! Dann wird meine Ohnmacht Slaͤrke, und ich wirke Gottes Werke. 6. Dir will ich mich anvertrau'n, bis gelaͤutert ich durch Leiden durchgedrun⸗ gen bin zum Schau'n; du weihſt ein zu hoͤhern Freuden. Folg' ich, Fuͤhrer! dir auf Erden; wird mir dort der Him⸗ mel werden. Mel. Solt es gleich bisweilen ſcheinen ec. 253. Heilger Geiſt, du Himmels⸗ lehrer! ſtarker Helfer und Bekehrer! mach' mein Herz von Suͤnden rein; laß es deine Wohnung ſeyn! 2. Gib mir eifriges Verlangen, Jeſu ſtets feſt anzuhangen; daß vom Suͤn⸗ dendienſt ich frey Gottes Kind in Chri⸗ ſto ſey. Kc2 3. Gib 404 Diile Gaben des heiligen Geiſtes. 33. Gib mir Muth und Kraft, den Willen meines Gottes zu erfuͤllen; gib mir heilge Luſt dazu, daß ich ihn mit Freuden thu. 4. Laß mit Ernſt mich ſtets erwaͤgen, Gott ſey uͤberall zugegen; er gewahre Wort und That, auch des Herzens ſtil⸗ len Rath. b 5. Laß, ſo lang ich leb' auf Erden wachſam mich erfunden werden; und beſchleicht mich Sicherheit, warne mich zu rechter Zeit! 1 6. Wenn ich aber irr'’ und fehle; ſo erweck' in meiner Seele uͤber meinen Fehltritt Reu' und befeſt ge meine Tre 7. Lehr' vor allem mich, mein Denken auf des Himmels Erbtheil lenken; halt 4 ſaͤumniß frei. 8. Sey mit Beiſtand gegenwaͤrtig daß, zu jeder Tugend fertig, froh mein im Irdiſchen dabei mich auch von Ver Geiſt und unverweilt ſeinem Ziel ent⸗ gegen eiltlt. b 9. Selig, wer alſo gefuͤhret, ſo vom Geiſt des Herrn regieret, Vater, Sohn und heilger Geiſt! dich durch ſeinen Mel. 1 ——B—ÿ N—— m.: uͤber m ge men 8), mein di reil lenke ä auch in =d gegnnt 1 anem Ja fübrt e 5 Vatet, =h durh Die Gaben des heiligen Geiſtes. 405 Mel. Warum ſollt' ich mich denn ꝛc. 254. Hochſter Troͤſter, komm her⸗ nieder! Geiſt des Herrn, ſey nicht fern; ſtaͤrke Jeſu Glieder! Er, der nie ſein Wort gebrochen, Jeſus hat, deinen Rath, ſeinem Volk verſprochen. 2. Jeden, der noch ohne Kummer ſeine Zeit Suͤnden weih't, weck aus ſeinem Schlummer! Zeig uns den Be⸗ trug der Suͤnde, daß das Herz tiefen Schmerz, Reu' und Leid empfinde. 3. Wenn denn unſer Auge thraͤnet, rufe du, ſanft uns zu: ihr ſey Gott ver⸗ ſoͤhnet! Lehr' uns, wenn wir zagend ſchmachten, in der Noth Jeſu Tod, glau⸗ bensvoll betrachten. 4. Geiſt der Weisheit! gib uns Allen, durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten; ſteh' uns bey, und verleih, daß wir glaͤubig beenn! 5. Hilf den Kampf des Glaubens kaͤmpfen; gib uns Muth, Fleiſch und Blut, Suͤnd' und Welt zu daͤmpfen. Laß uns Truͤbſal, Kreuz und Leiden, Angſt 406 Die Gaben des heiligen Geiſtes. Angſt und Noth, Schmerz und Tod, nicht von Jeſu ſcheiden! 6. Hilf uns, nach dem Beſten ſtre⸗ ben; ſchenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie ſtille ſtehen; treib' uns an, froh die Bahn, die du zeigſt, zu gehen! 7. Sey in Schwachheit unſre Stuͤtze ſteh' uns bey; mach uns treu in der Pruͤfungshitze! Fuͤhre, wenn nach kur zen Leiden Gott den Geiſt ſcheiden heißt, ihn zu Himmelsfreuden! Mel. Liebſter Jeſu wir ſind hier ꝛc. 255. Komm auf uns, o Geiſt des Herrn! lehr' uns zu dem Vater beten, und beleb' uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten; ſo wird er un Chriſti willen, unſre Bitten gern erfuͤllen. 2. O du Geiſt der Herrlichkeit! wohn und wirke in uns Allen; jedes Herz ſey dir geweih't, ſchmuͤck es auch nach Wohl⸗ gefallen! Reich ſind wir verſeh'n mit Ga⸗ ben, wenn wir deine Salbung haben. Mel. ——— n hier n. 1 h Die Gaben des heiligen Geiſtes. 407 Mel. Nun ſich der Tag geendet hat ꝛc. 256. Nicht um ein fluͤchtig Gut der Zeit; ich fleh' um deinen Geiſt, Gott! den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel ſtammt, o Vater! lehr' er mich: die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 1 3. Dich lieben, Gott! iſt Seligkeit; gern thun, was dir gefaͤllt, wirkt edlere Zufriedenheit, als alles Gluͤck der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir, dann ſchenket ſelbſt dein Geiſt das freudige Bewußtſeyn mir, daß du mir gnaͤdig ſeyſt. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Tugend ſtaͤrk' er mich; beweiſe, wenn ich traurig bin, auch mir als Troͤ⸗ ſter ſich. 6. Er ſchaff' in mir ein reines Herz, verſiegle deine Huld; und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit gah Geduld! b b 408 Die Gaben des heiligen Geiſtes. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 97. O großer Gott! du reines Weſen, der du die reinen Herzen dir zur ſteten Wohnung auserleſen; o ſchaff ein reines Herz in mir! ein Herz, das von dem Sinn der Welt ſich rein und unbefleckt erhaͤlt. 2. Laß mich auf die begangnen Suͤt⸗ den mit inniger Beſchaͤmung ſeh'n; durch Chriſtum vor dir Gnade ſinden, und willig deine Wege gehn! ich will fort⸗ hin die Suͤnde ſcheu'n, und deinem Dienſt mein Leben weih'n. 3. Erhalt' in mir ſtets den Gedan⸗ ken! gib meinem Vorſatz Feſtigkeit; und will mein ſchwaches Herz noch wanken, ſo hilf der Unentſchloſſenheit. Wie viel vermag ich, Gott! mit dir! nimm dei nen Geiſt doch nicht von mir! 4. Gib, daß er mir ſtets Huͤlfe leiſte, und Muth und Kraͤfte mir verleih, daß ich mit kindlich frommem Geiſte dir bis zum Tod' ergeben ſey! So ſieg ich uͤber Fleiſch und Welt, und thue, was dir wohlgefaͤllt. 5. Doch, deu = ſtigkeit, noch woni Sit. Wui el vinwi dem ſt d So ſig theil mich erfreut. Die Gaben des heiligen Geiſtes. 409 5. Doch, wenn ich je aus Schwach⸗ heit fehle, mein Vater! dann verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betruͤbten Seele, wenn ſie dich ſucht, dein Ange⸗ ſicht; und mache in Bekuͤmmerniß mich deiner Gnad' und Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; ſchaff' ein getroſtes Herz in mir, und ſtaͤrke mich in allen Leiden; ſo halt' ich mich, mein Gott! zu dir, bis nach voll⸗ brachter Pruͤfungszeit, der Deinen Erb⸗ (In eigener Melodie.) 258. Nun bitten wir dich, heiliger Geiſt! was uns Armen Noth thut al⸗ lermeiſt: Glaube, Hoffnung, Liebe, die wollſt du geben uns zu Begleitern im irdiſchen Leben; gib ſie uns, Geiſt Gottes! 2. Du werthes Licht! es leucht' uns dein Schein, der uns zeiget Jeſum Chriſt allein, daß in deinem Lichte wir ihn erkennen, unſeren Heiland im Glauben ihn nennen; gruͤnd' in uns den Glauben. 3. Du ſuͤße Lieb'! es zuͤnde dein Strahl unſre kalten Herzen olnnnat dß * 1 ——— 3——— 2—— 1 5——————— ooooooͤoͤoͤoſ——„ 5— ——————————*-————— 3———.——————————-————-—— 4 —————*————————— ———————————— 2——.— ———— 410 Die Gaben des heiligen Geiſtes. daß ſie gluͤh'n und brennen in heil'ger Liebe, daß ſie entflammen von himmli⸗ ſchem Triebe; zuͤnd' in uns die Liebe. 4. Du hoͤchſter Troͤſter in aller Noth! ſtaͤrk uns, halt uns aufrecht auch im Tod! daß wir freudig ſchauen den Him⸗ mel offen, zweifellos ewige Seligkeit hoffen: ſtaͤrk in uns die Hoffnung! (In eigener Melodie.) 259. Jeuch ein zu deinen Thoren zu deiner Chriſtenheit, die Gott ſich hat erkohren zum Dienſt in Heiligkeit! dn heilger guter Geiſt vom Vater und vom Sohne! komm von dem Himmelsthrone, wie Gottes Wort verheißt! 12. Zeuch ein! laß uns empfinden und fuͤhlen deine Kraft; die Kraft, die um von Suͤnden Huͤlf und Errettung ſchafft, daß jeder als ein Chriſt, in gleichem Sinn und Geiſte, auch treu und redlich leiſte, was er Gott ſchuldig iſt. 3. Von allen wilden Reben mach Chriſti Weinſtock frey, daß jeder voller Leben und reich an Fruͤchten ſey, die je⸗ der Fromme bringt, den, ſeinen Gott zu —— Siligktnd —ater uhn umeläter 1 1 ettungſo. in gii u 1 1 ig iſt. a. Reben n di jda Nen 1 .. ſeinen Die Gaben des heiligen Geiſtes. 411 zu ehren und Menſchenwohl zu mehren, die Liebe Chriſti dringt.. 4. Du biſt ein Geiſt der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willſt nicht, daß uns betruͤbe Haß, Mißgunſt, Zank und Streit; der Zwietracht biſt du feind; willſt, daß in Liebesflammen, was ſich getrennt, zuſammen ſchnell wieder ſich vereint. 5. Erhebe dich, und wehre denn al⸗ lem Krieg und Streit; erhalte uns und mehre den Sinn der Einigkeit. Du haſt ja alle Welt, o Herr! in deinen Haͤnden, kannſt alle Herzen wenden, wie es dir wohlgefaͤllt. b 6. Beſchirm' die Obrigkeiten, bau' gu⸗ ter Fuͤrſten Thron; und ſchmuͤcke ſonder Streiten Jedweden mit der Kron'; die Alten mit Verſtand, mit Froͤmmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tu⸗ gend das Volk in Stadt und Land. 7. Erfuͤlle die Gemuͤther mit Glau⸗ bensfreudigkeit; gib zum Genuß der Guͤter uns auch Zufriedenheit. Vertreib' den boͤſen Geiſt, der dir ſich widerſetzet, und das, was dich ergoͤtzet, uns aus dem Herzen reißt. Si nn 8. Richt' 412 Lob des goͤttlichen Wortes. 8. Richt' unſer ganzes Leben nach deinem heilgen Sinn, daß wir's einſt moͤgen geben getroſt und ruhig hin! Iſt es hier mit uns aus, ſo hilf uns froͤh⸗ lich ſterben, und ew'ges Leben erben in Gottes Vaterhaus! 2. Das Wort Gottes in der heiligen Schrift. Lob des goöͤttlichen Wortes. Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 260. Dein Wort, o Hoͤchſter! iſt vollkommen; es lehret Jeden ſeine Pflicht es gibt dem Suͤnder und dem Frommen zum Leben ſichern Unterricht. O ſelig! wer es achtſam hoͤrt, bewahrt und mit Gehorſam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unſern We⸗ gen, zerſtreut des Irrthums Finſterniß, verkuͤndigt Gnade, Heil und Segen und macht dann unſer Herz gewiß; es lehrt uns, Hoͤchſter! was du biſt und was dir wohlgefaͤllig iſt. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben und lehrt, wie viel du denen giehſ je un. wuͤrd ich ein Raub des Irrthun Lob des goͤttlichen Wortes. 415 die dein Gebot mit Freuden uͤben, und wie ſo vaͤterlich du liebſt. Was uns da⸗ rin dein Mund verſpricht, bleibt ewig wahr und truͤget nicht. 4. Gott! dies dein theures Wort iſt beſſer, und mehr der Sehnſucht werth, als Geld; ein Schatz, weit koͤſtlicher und groͤßer, als alle Schaͤtze dieſer Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem iſt dein Segen ſtets bereit. 5. So laß mich denn mit Luſt betrach⸗ ten, was mich dein Wort, o Hochſter! lehrt; laß mich auf das gehorſam ach ten, was dein Befehl von mir begehrt: 1 ſo fließen Troſt und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu! Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 261. Der du dein Wort mir haſt gegeben, wie preiſ ich dich, o Gott! dafuͤr? Nie kann mein Dank dich genug. erheben; durch Chriſtum ſchenkteſt du es mir. Kennt ich die Gotteslehre nicht, mir fehlte ganz des Lebens Licht! 2. Auf ungewiſſen, ſinſtern Pfaden s ſeyn; mit, Tode mich! 414 Lob des goͤttlichen Wortes. mit Suͤndenſchuld und Fluch beladen, muͤßt ich des Richters Strafe ſcheun; ich haͤtte keinen Troſt in Noth, und ſchrecklich waͤre mir der Tod. 3. Herr! du haſt mich den Finſter⸗ niſſen des Irrthums, und der Suͤnden Macht durch deines Wortes Licht ent⸗ riſſen; ſein Glanz zerſtreut des Zweifels Nacht. Du, Vater! zeigſt mir deinen Nath und fuͤhrſt mich auf der Wahrheit ad. 4. Ich weiß, wozu du mich erſchaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geiſt wird nicht im Tod' entſchlafen einſt kommt dein Sohn und haͤlt Ge⸗ richt; durch ihn verſoͤhnt, werd ich be⸗ ſteh'n, und ewig deine Huld erhoͤhn. 5. Ol laß mich deines Wortes Lehre befolgen mit ſtets groͤßrer Luſt, und kei nes Spoͤtters Wahn zerſtoͤre dein He⸗ ligthum in meiner Bruſt; mein ganzes Leben preiſe dich; dein Wort erfreu im r Ides ze 1n mwiſe dMer A ch ett Mücht i „e enfi weiht! Lob des goͤttlichen Wortes. 415 Mel. O Gott du frommer Gott ꝛc. 262. Von Herzen preiſ' ich dich, Gott! fuͤr der Bibel Lehre, die ich als dein Geſchenk mit Dankbarkeit verehre. Sie iſt das Gluͤck der Welt, der Ruhm der Chriſtenheit, mein Kleinod, Troſt und Licht bis in die Ewigkeit. 2. Wie kraͤftig iſt dein Wort! Gott, wie viel tauſend Chriſten gab deine Bi⸗ bel Sieg im Kampf mit boͤſen Luͤſten! im Leben frohen Muth, im Kreuz Ge⸗ laſſenheit, im Alter Troſt und Kraft, im Tode Freudigkeit! 3. Der Fromme wird geſtaͤrkt, der Suͤnder tief erſchuͤttert; der Zweifler wird beſchaͤmt, des Spoͤtters Seele zittert; es troͤſtet ſich am Grab' der Sei⸗ nigen der Chriſt, dem Leben nach dem Tod' hier zugeſichert iſt. 4. Wer fuͤhlt nicht deinen Geiſt, und ſeiner Wirkung Staͤrke, wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werke, der, mit dem lautern Wunſch nach Licht und Froͤmmigkeit, andaͤchtig Geiſt und Herz dem Worte Gottes 5. So 416 Lob des goͤttlichen Wortes. 263. Rede, Herr! dein Junger hi 5. So kann kein and'res Buch, Gott! deine Groͤße preiſen, ſo faßlich ruͤhrend nicht den Weg zum Himmel weiſen; durch keine Rednerkunſt wird ſo das Herz erquickt, zu jeder guten That ſo willig und geſchickt. 6. Zur Ehrfurcht fuͤr dies Buch laß deinen Geiſt mich ruͤhren; mich ſeime ganze Kraft an meinem Herzen ſpuͤren! bis mich, mein Gott! bei dir in deiner Herrlichkeit ein voͤllig helles Licht un leuchtet und erfreut. — Mel. Freu' dich ſehr o meine Seele ꝛe. ret. Voll Verlangen merk ich auf, daß ich, durch dein Wort belehret, meinen ird'ſchen Pilgerlauf dir zur Ehre ſeh fort; ach! daß ſtets dein heilig Won in mein Herz ſey eingeſchloſſen, dir zu folgen unverdroſſen! 2. Ach! wer wollte dich nicht hoͤren, dich, du liebſter Menſchenfreund? Sind doch deine Wort' und Lehren, liebevoll und wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; ſelbſt des Todes Bitterkeit muſ „; wii xrzen her ne Eutn E A h ' 1 ich d ehret we 3 zur Cit A heilig? 35 loſſen, d “ à dich! dann ſoll auch mein ſchwacher M Lob des goͤttlichen Wortes. 417 vor deinen Worten weichen: nichts iſt ihnen zu vergleichenn 3. Auf dem dunkeln Weg zum Grabe ſchreit ich, durch dein troͤſtend Wort, wie der Wandersmann am Stabe, feſt ge⸗ ſtuͤtzet, muthig fort; ſelbſt durchs finſtre Todesthal leitet es mich ohne Qual; haͤlt mich, daß ich nicht erliege; fuͤhret mich zum frohen Segee. 4. Jeſu! dein Wort ſoll mich laben; deine troſterfuͤllte Lehr' will ich ſtets im Herzen haben. Ach! nimm ſie doch nim⸗ mermehr von mir weg in dieſer Zeit, bis ich in der Ewigkeit, welches Heil, o 3 che Ehre! dich, Herr Jeſul ſelber 5. Unterdeß vernimm mein Flehen; liebſter Jeſu, hoͤre mich! laß mich feſt Pei dir beſtehen, und mein Wandel 8 dir, o Herr! zu jeder Stund', Ehr und Dank in Demuth bringen und dein hohes Lob beſingen 418 Lob des göttlichen Wortes. Mel. Jeſu! meine Freude ꝛe. 3 Wort vom Friedensbunde! Evange⸗ lium! Quelle wahrer Freuden! Troſt in allen Leiden! unſer hoͤchſter Ruhm Gottes Kraft, die Glauben ſchafft; frohe Botſchaft, uns zum Leben von Gott ſelbſt gegeben! 4 2. Was dein Wohlgefallen, großer 4. Wort aus Gottes Mundel 2 4 6. Gott! uns Allen laͤngſt beſtimmet hat; was erſt dunkle Schatten vorgehiden hatten, das vollfuͤhrt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereutt, zeigſt du nun in Jeſu Namen wird er Ja und Amen 3. Alles iſt vollendet: Gott hat den geſendet, der verheißen war. Jeſus, den ſein Leben fuͤr uns wollte geben, ſtellt der Welt ſich dar. Dankt! er hat doß Hoͤchſten Rath ganz vollbracht zu Get tes Ehre. Welche theure Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, thatm Friedensboten Heil von Gott uns kund. Was fuͤr frohe Lehren laſſen ſie uns hoͤ ren! Welch ein theurer Bund: Gottes Huld tilgt unſre Schuld, und wer ihnmit Glauben ehret, wird von ihm erhoͤret! 5. Jeſul fkt! dr da bracht zi Lehre rohten, t Gott uno ſſen ſem Bund: G Lob des goͤttlichen Wortes. 419 5. Jeſu! voll Vertrauen will ich auf dich bauen und in dir mich freu'n! Dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir ſeyn! So werd ich auch einſt durch dich, o mein Heiland! ſelig ſterben und den Himmel erben. Mel. Ach Herr mich armen ꝛe. 4 5. Wohl dem! der Jeſum liebet, und Jeſu Lebenswort; niemals wird er hetruͤbet, denn Jeſus iſt ſein Hort. Wo ſich dies Wort befindet, da ſtehet alles gur das Leben d'rauf gegruͤndet, gibt Ruh und frohen Muuutht. 652. Haſt du dich laſſen blenden und irrſt im Dunkel fort, willſt du zum Licht dich wenden: komm! hier iſt Gottes Wort! Dies hilft, daß auch die Blin⸗ den von ihrem Irreweg zurecht ſich koͤn⸗ nen finden auf hellen Lebensſteg. 3. Biſt du vielleicht verirret vom ſich⸗ ern Lebensport; hat dich die Welt ver⸗ wirret: komm! hier iſt Gottes Wort. Dies wird dir klaͤrlich weiſen die rechte Tugendbahn, mit Sicherheit zu reiſen von dannen himmelan. Dd2 4. Biſt 420 Dank f. d. Zuruͤckg. d. goͤttl. Wortes durch d. Ref. 4A. Biſt du vielleicht betruͤbet, und wirſt du fort und fort in Noth und Kreuz geuͤbet: komm! hier iſt Gottes Wort. Dies wird dein Herz erquicken, daß, wenn die ganze Welt dich wollte unterdruͤcken, du doch behaͤltſt das Feld. 5. Und wirſt du auch gefuͤhret an je nen dunkeln Ort, woſelbſt der Tod re⸗ gieret: komm! hier iſt Gottes Wort. Dies iſt dein Stab und Stecken; halt ihn, ſo kann dich nicht des Todes Thal Tſhrecten. du geh'ſt durch Nacht zum Da uk fuͤr die Zuruͤckgab e des g trliche Wortes durch die Reformation. Mel. Was mein Gott will, geſcheh alrzeit ie 266. Wie lang iſt, Gott! deis Lebenswort der Welt verborgen bliebenl! Kaum wußte man an manchem Ot was d'rinnen ſteh't geſchrieben. Nun aber iſt's durch deine Macht, trotz allem Widerſtreben, doch wieder an das Licht gebracht, den Chriſten neu gegeben. 2. Herr, unſer Gott! wir danken dir dafuͤr aus einem Munde, von ganzem Her⸗ 1 M 1 ſottes d 1 t . Tadi 1e) Aan I a= es göti 4 — ormatien *— B „Sh dt 13. Die deines Dank f. d. Zuruͤckg. d. goͤttl. Wortes durch d. Ref. 421 Herzen froh, daß wir erlebt die ſelge Stunde, da uns dein Wort iſt ſtets zur Hand, und wer es wollt vertreiben aus unſ'rer Stadt, aus unſ rem Land, es muͤßte laſſen bleibetteen. Wortes Feinde ſind, und es nicht wollen lehren, vom Trug der Menſchenlehren blind, erbarme, Herr! dich deren, mach' ihnen doch des Worts Verſtand, das ſie nicht moͤgen leſen, und ſeine edle Kraft bekannt, ſo 4. Doch uns, o HerrV! hilf treulich auch, da wir den Schatz beſitzen, daß wir durch redlichen Gebrauch zu unſerm Heil ihn nuͤtzen. Laß Glauben, Liebe, Hoffnung ſich in unſern Herzen mehren, daß wir, des Wortes Thaͤter, dich durch unſern Wandel ehrren. 5. Du wirſt, o Herr! in Freud' und Leid den Chriſten nie verlaſſen, der ſich beſtrebt, mit Lauterkeit dein heilig Wort zu faſſen, und fromm und zuͤchtig und gerecht nach deinem Wort zu leben; du wirſt dem frommen, treuen Knecht des ant Himmels Erbtheil geben! 13 n Mel. 422 Dankff. d. Zuruͤckg. d. goͤttl. Wortes durch d. Ref. Mel. Erſchienen iſt der herrliche ee. 267. Lobſingt! denn Gottes Huſd und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht, des Wahns und Irrthums Fin⸗ ſterniß, die uns ſein goͤttlich Wort ent⸗ riß. Lobſingt dem Herrir! 2. Verdunkelt war des Wortes Licht, viel Chriſtenlehrer ſahen's nicht; per⸗ blendet irrte, traͤg und bang, in Fin ſterniß und Glaubenszwang, das Voll des Herrn. 3. Lobſingt, lobſingt dem Herrn! denn er ſchafft neues Licht und immer mehr verſchwindet Geiſtesſelaverei; de Glaube und der Geiſt iſt frei! Lobſingt 4. Bewahrt das Wort des Herrn unß ſeyd vertraͤglich! Liebe, Froͤmmigkut und Tugend ſey der Wahrheit Zier; ſh ſieget ſie. Gott iſt mit ihr, und bleilt ihr Schuz. Sd 5. Zagt nicht, wenn ſeines Wortes Licht erſt ſpaͤt durch Nacht und Wolken bricht, wenn Spoͤtter Gottes Wahrheit ſchmaͤh'n; die Lehre Jeſu wird beſtehn. ſie iſt von Gott. am. 6. Seht 2 Nies durt Delich n. —Gotta =Ahanxing Jerthwe c Dan 1 .5 2. nih ng, di d dem t ht unm ſelaben ſffrei 1 3 3 u h n des Hem. 1 Fronm rarheit e ir, udi m ſeines Ve 4 5 8 Dank f. d. Zuruͤckg. d. gottl. W ortes durch d. Ref. 425 6. Seh't Gottes Sonne; ſie erhellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Wohl dem, der rein'res Licht genießt, wenn er ein Kind des Lichtes iſt! Das laßt uns ſeyn!. 4 n 7. Lobſingt, lobſingt dem Herrn, und freut, ihr Chriſten! euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwieſpalt, wird allein Ein Hirt und Eine Heerde ſeyn. Lob⸗ ſingt dem Herrn! iii ha 1einnt Mel. Alle Menſchen müſſen terben ꝛt. 268. Halfe kann dein Arm bereiten, Gott! am Tage der Gefahr, aus der 32. Swig weiſe, ewig milde walteſt du, Allmaͤchtiger! deckeſt, wie mit einem Schilde, die Gerechten um dich her, die mit feſt entſchloſſnem Muthe fuͤr das Wahre, fuͤr das Gute treu in heißem Kampfe cht zum Lichte leiten der Bekenner tapfre Schaar. Aus dem Dunkel ſchaffſt du Klarheit, ziehſt hervor aus Wahn die Wahrheit; und der Vaͤter Thraͤnen⸗ blick gruͤndet oft der Kinder Gluͤck. 1 1 424 Dank f.d. Zuruͤckg. d. goͤttl. Wortes durch d. Ref. dampfe ſtehen, und auf dich voll Hoff au. Siegen muß die gute Sache, un⸗ ter deinem Schutz iſt ſie; mag der Frev⸗ ler wilde Rache ſchnauben, er vertilgt ſie nie. Nicht der Bosheit ſchlaue Pla⸗ ne, nicht der Mordgier blut ge Fahne, nicht des Laͤſt rers gift ger Zahn: nichts iſt, was ihr ſchaden kann! 4. Seit der Vorzeit grauen Jahren iſt es herrlich oft erprobt: in den ſchreck⸗ lichſten Gefahren, wenn der Boͤſen Rotte tobt, in den grauenvollſten Stuͤrnen kannſt du Recht und Wahrheit ſchirmen Frevler! eure Macht iſt Spott; eit veſte Burg iſt Gott! lomt 5. Stirbt die Wahrheit in den Flam⸗ men? Sinkt ſie unter in der Fluth? O iüuir koͤnnt den nur verdammen, der die Wcahrheit liebt und thut! Aber wind ſein Blut euch nuͤtzen? vor der Wahr⸗ heit Macht euch ſchuͤtzen, die, je mehr ihr ſie entehrt, herrlicher nur ſich ver⸗ 6. Aus des Kampfes heißer Gaͤhrung tritt ſie rein und ungetruͤbt, wie des rei⸗ nen Goldes Waͤhrung in der Flamme ſich . 4 „ — ——————————.—— 8 9—*—— 6.——— 8——— 2——— *——————.———. 4 ———yͤͤͤͤööͤöoöoöoöſͤſͤoöoͤſͤöſͤſöſſnn———— ———————— —————— el⸗ ſ geit in da der Fuu ummen i . Ja! du hilfſt ihr kaͤmpfen, ſiegen; mag des Frevlers Macht und Liſt, mag die Luͤge ſie bekriegen: der du ſelbſt die Wahrheit biſt, laͤßt ihr Licht nicht un⸗ tergehen: feſt wird ihre Kraft beſtehen; immerfort hat deine Macht ſie im ſchwer⸗ ſten Kampf bewacht. 219. Auf denn! huldiget dem Wahren, huldiget dem Guten gern; in den dro⸗ A hendſten Gefahren iſt des Schuͤtzers Arm nicht fern. Liebt, Gerechte! treu hienie⸗ den Gottes Wahrheit, ihren Frieden, bis euch in der beſſern Welt ihre Sonne ganz erhellt c —— Bitten 426 Bitten um die Erhaltung des gotlichen Wortes Bitten um die Erhaltung des .öttlichen Wortes. In eigener Melodie.) 2 269. Erh alt uns, Herr! bei deinan Wort, und Feuure bald an jedem Ort, wo falſche Lehre deinen Sohn will für zen von dem Herrſcherthron. N 2. Zeig' deine Macht, Herr Jeg Chriſt daß du Herr aller Herren hiſt beſchirme deine Chriſtenheit zu deitſm Lob in Ewigkeit! 3. Gott, heil'ger Geiſt! kehr' bei 1 ein, und laß uns eines Sinnes ſeyn in Licht und Recht, in Freud' und Noth. Leit uns ins Leben durch den Tod. 4. Zu nichte mache boͤſen Rath, und wehre jeder boͤſen That, die uns dei Wort zu brauchen wehrt, und deins Wortes Sinn verkehrt. 5. Laß alle Welt erkennen doch: d unſer Gott! du lebeſt noch und helfeſ maͤchtig aus Gefahr der frommen, aus⸗ Ewahlten Schnar i kehei SS innesſe 2” rnd i Bitten um die Erhaltung des goͤttlichen Wortes. 427 Mel. Erhalt' uns, Herr! bey deinem tc. 270. Der Spoͤtter b Strom reißt Viele fort. Erhalt' uns, Herr! bei dei⸗ nem Wort; laß unſern Glauben feſt und rein nach deines Wortes Lehre ſeyn. 2. Der Laͤſt rer Rotte wagts, o Gott! mit frechem, ausgelaſſenem Spott, den Sohn, den Mittler, den zu ſchmaͤh'n, durch den ſie wurden und beſtehn. 2.3. Ach! ihrer Lehre Peſt, o Herr! ſchleicht jetzt nicht blos im Finſtern mehr; am Mittag ſelbſt bricht ſie hervor, hebt kuͤhn ihr toͤdtend Haupt empor. 4, Sie herrſcht verheerend in der Welt; Herr! wen dein Wort nicht auf⸗ recht haͤlt, den reißt ſie ſchnell zum Tode fort; drum ſtaͤrk uns durch dein heilig Wortttt— 5. und du, erhoͤh'ter Jeſus Chriſt! der du zur Rechten Gottes biſt, ſey du der Deinen Schutz und Wehr, was iſt vor dir der Spoͤtter Heer 6. Was iſt, wer gegen dich empoͤrt, des Aufruhrs wilden Frevler lehrt? was iſt er? ach! vor dir nur Staub, des Todes und der Hoͤlle Raub!.— 4 Du lang ernſten Reu' ihr Sinn erwacht! 428 Bitten um die Erhaltung des goͤttlichen Wortes. 7. Du haſt von Ewigkeit geſeh'n, wie „ der Spoͤtter Trotz beſtehen und eſtrafet freveln ſoll; vielleicht iſt Herr! das Maaß bald voll. 8. Ach! waͤren ſie dir auch verſoͤhnt, ſie, deren Spott dich, Herr! verhoͤhnt! Ach, gib, daß vor des Todes Nacht zur 3*. (In eigener Melodie.) 271. Es wolle Gott uns gnedi ſeyn, und ſeinen Segen geben! mit ſet ner Wahrheit hellem Schein exleucht er uns zum Leben! er lehr uns, was ihm wohlgefaͤllt, gern thun ſchon hiit auf Erden; und laſſe jedes Volk der Welt an Chriſtum glaubig werden un ſich zu ihm bekehren. lhan 2. So danken dir und loben dich, Gott! die Voͤlker alle; ſo freuet dein der Weltkreis ſich und ſingt mit frohem Schalle: daß du ſein Gott und Vatc biſt, nicht laͤſeſt Suͤnde walten und daß dein Wort der Segen iſt, durch den wit Kraft erhalten, auf rechter Bahn ziu wallen. 3 -½£ͤͤ. ſiig wein e) loben i —— Bitten um die Erhaltung des goͤttlichen Wortes. 429 3. An uns auch laß dein Wort gedeihn, dein Werk an uns gelingen; uns gleich dem guten Lande ſeyn, und reichlich Fruͤchte bringen. Uns ſegne Bater, Sohn und Geiſt, daß unſer Heil ſich mehre! Er, unſer Gott, ſey hochgepreiſt! ihn s und ihn verehre der ganze Weltkreis! Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der ꝛc. 272. Welch himmliſch Licht iſt 8, mild erhellt, den dunkeln Pfad durchs Leben? es iſt das Wort des Herrn, das Licht, von Gott geſendet, das uns nicht un Finſterniß laͤßt ſchweben. Seine reine, ew'ge Wahrheit ſtrahl in Klarheit dir, o Erdel daß der Herr verherrlicht werde. 2. Was fuͤhrt uns hin zum hoͤchſten Gut, was gibt zur Tugend Kraft und Muth und reinigt uns von Suͤnden? es iſt des Lebens Wort allein; dies lehrt uns treu und ſtandhaft ſeyn und gluͤck⸗ lich uͤberwinden. Heil uns! laßt uns dann mit Freuden auch verbreiten Got⸗ tes Lehre, daß das Reich des Herrn ſich mehre. 3. Wo 430 Bitten um die Erhaltung des goͤttlichen Wortes. 3. Wo quillt dem Herzen Troſt und Ruh'? wo ſtroͤmt ihm ſelge Hoffnung Erldſer heilgem Wort; es fuͤhrt zur Seligkeit uns dort und troͤſtet uns hie⸗ nieden. Dieſen ſuͤßen Quell der Freuden, ſoll kein Leiden, dieſen Glauben keine Macht der Welt uns rauben. 8A d hoher Gottes Frieden? in des Mel. Was mein Gott willI, geſcheh' allzeit c. 1O 7 a 273. Geprieſe en ſey uns Gottet Wort; Gott hat es uns gegeben, daß wir darnach an jedem Ort geſtalten Lehr und Leben. Aus Gottes Mund ward einſt es kund den Boten, die getrie⸗ ben vom Geiſt des Herrn, es treu und gern in heil ge Schrift geſchrieben. Gemeinde. 2. Wie in der Schrift dein Wort umn ſteht, wird, Gott! es ewig ſtehen; und wenn die ganze Welt vergeh't, dein Wort wird nicht vergehen. Kein Widerſtand von Menſchenhand kann, Gott! dein Wort vernichten. Am juͤngſten 9 . wir u Fottes ge eit, es ktan ta chriche. „Bitten um die Erhaltung des goͤttlichen Wortes. 434 wirſt du darnach ſo Freund’ als Feinde 3. D'rum ſey dein Wort uns immer⸗ dar die Quelle reiner Lehren. Es unter⸗ weiſ' uns, recht und wahr im Geiſte dich verehren; in Zuͤchtigkeit, Gerechtigkeit, gottſelig hier zu leben, und unſer Herz in Freud und Schmerz zum Himmel zu erheben. b Chor. 4. Komm, Suͤnder! voller Reu und Leid, komm hier zur Freudenſtelle; dir bietet Troſt und Seligkeit des Wortes Guadenquelle. All deine Schuld tilgt Chriſti Huld; auf dieſen Troſt zu ſter⸗ den, ſtaͤrkt allſofort dich Gottes Wort, macht dich zum Himmelserben. 5. Was, Gott, dein Wort verleiht und ſchafft, iſt nimmermehr zu ſchaͤtzen; dagegen iſt nicht Macht und Kraft von Erdengut zu ſetzen. Laß nicht nach Geld, und was die Welt ſonſt koſtbar pflegt zu achten, nein, jederzeit in Freud und Leid nach dieſem Schatz uns trachtee. b Gemeinde.. 4 6. Erhalt' uns, Herr! dein heil ges Wort, und hilf es frei verkuͤnden da b ein⸗ 432 Rechter Gebrauch des goͤttlichen Wortes. 1 Feinden wehr' an jedem Ort laß es Ver⸗ ehrer finden. So wollen wir dir fuͤr und kur von Herzen danken, und an dem Wort, Herr unſer Hort! feſthalten Rechter Gebrauch des göttlichen Wortit Mel. Liebſter Jeſu wir ſind hier ie. dim 27 4. Nerr, mein Licht! erleucht mich, daß ich mich und dich erkennen daß ich voll Vertrauen dich meinen Gatt und Vater nenne. Hoͤchſter! laß uſeh doch auf Erden weiſe fuͤr den Hinmm werden. i 2. Lauter Wahrheit iſt dein Worg lehre mich es recht verſtehen; hilf ſall meinem Forſchen fort, richtig daran einzuſehen, was zu meinem Heil mih fuͤhret und was mir zu thun gebuͤhrtt 3. Aber laß mich nicht allein richtin ſeinen Sinn verſtehen; laß mich, Herr! auch folgſam ſeyn den erkannten Weg zu gehen. Denn ſonſt wuͤrd' ich be⸗ dem Wiſſen doppelt Strafe leiden muſſen 4. Gih, gſt eitei du etwen; hü rt ichtig a müm L ; hun gät 5 tallen n rA mi, et kannten tn er Zwärd it 1. Swft 4 den 4 . werde. und nach hoͤhern Freuden trachten. Rechter Gebrauch des goͤttlichen Wortes. 435 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verſpricht, reichlich an mir ſelbſt er⸗ fahre. Dann wird es in meinem Leiden mir ein Quell von Troſt und Freu⸗ 5. Gib mir Eifer, allezeit meine Kennt⸗ niſſe zu mehren. Find' ich manche Dun⸗ kelheit bey geheimnißvollen Lehren; hilf mir Zweifelſucht entfernen und in Se. muth glanben lernen. 346. Lenke, Hoͤchſter! meinen Sinn von den Gutern dieſer Erde durch dein Wort zum Himmel hin, wo ich ewig ſelig Laß mich Erdenluſt verachten r. Ol verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemaͤß zu handeln und vor dir gewiſſenhaft als dein treues Kind zu wandeln. So wird einſt in jenem Le⸗ ben mich ein hales Licht ungehen. Mel. ach Gott und Herr de..— 275. Gott iſt mein Hort, und auf ſein Wort ſoll meine Seele trauen. Ich Ee wand⸗ 434 Rechter Gebrauch des goͤttlichen Wortes. wandle hier, mein Gott! vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 22. Dein Wort iſt wahr; laß immer. dar, mich ſeine Kraͤfte ſchmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben ſchrecken. 3. Wo haͤtt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott! ohne ſie verſtuͤnd ich nie, wie ich dich wuͤrdig ehrte! 4. Dein Wort erklaͤrt der Seale Werth, Unſterblichkeit und Leben; daß dieſe Zeit zur Ewigkeit mir ſey dond gegeben. A 1 5. Den ew'gen Rath, die Miſſethan der Suͤnder zu verſuͤhnen, den kennt ich nicht, waͤr mir dies Licht nicht durch dei Wort erſchienen. 10 6. Nun darf mein Herz in Reu und b Schmerz der Suͤnden nicht verzagen nein, du verzeih'ſt, lehrſt meinen Geiſ im Glauben: Vater! ſagen. 7. Mich zu erneu n, mich dir zu weihn b iſt meines Heils Geſchaͤfte. Durch meine Muͤh' vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kraͤfte. 8. Herr, unſer Hort! laß dieſes Wort mir air ſc Lob der chriſtlichen Kirche. 435 mir Licht und Freude geben; es ſey mein Theil, es ſey mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben. en mmnhe 3. Die chriſtliche Kirche und das Larens Lehramt. b n Lob der chriſtlichen Kirche. Mel. Nun freu't euch, lieben ꝛe. 27 6. O Jeſu, Licht und Heil der Welt! der du in dieſem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthaͤlt, zur Richt⸗ ſchnur uns gegeben, du biſt der Herr der Chriſtenheit, die du voll Huld und Freundlichkeit dir aus den Menſchen ſammeitct.(A. u2. Du willſt ſie, als dein Eigenthum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr! biſt groß von Rath und That; und was dein Mund verſprochen hat, wirſt du gewiß erfuͤllen. 3. Du biſt der Deinen Troſt und Heil. So viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns Ee 2 kein 436 Lob der chriſtlichen Kirche. kein Feind kann rauben. Zufriedenheit und Himmelsruh fließt Allen ſchon auf Erden zu. Dein iſt des Guten Fuͤlle. 4. Mag auch der Spoͤtter immerhin auf deinen Ruf nicht hoͤren, und Man⸗ cher in verkehrtem Sinn ſich wider dich empoͤren: es faͤllt doch deine Kirche nie; du haͤltſt und du beſchuͤtzeſt ſie durch dei⸗ nes Geiſtes Weisheit. hhſ 5. Dein iſt das Reich und dein die Kraft; wer ſollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und ſchafft, nicht ſeine⸗ Hoffnung bauen? Dein Heil iſt unſer hoͤchſtes Gut; hilf, daß wir ſtets mit ſin hem Muth dich vor der Welt bekennen! 6. Zwar kaͤmpfen wir noch manchen Streit auch mit uns ſelbſt auf Erdenn doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet ſich der Deinen Muͤh'; dann kroͤneſt und bo lohnſt du ſie mit Preis und ew ger Freudel 7. Dann ſeh'n wir dich in Majeſtaͤt, und uns, gleich deinen Engeln, zu mie empfund'nem Gluͤck erhoͤh't, befreit von allen Maͤngeln. Dann preiſen wir froh⸗ lockend dich, daß deine Macht und Gna⸗ de ſich ſo hoch an uns verherrlicht! b Mel. Aenheit ut. ai endet Lob der chriſtlichen Kirche. 43⁷ Mel. Nun lob' mein' Seel' den Herrn dt. 277. Frohlockt zu Gottes Ruhmet Feſt ſteht die ihm geweih'te Stadt, die ihm zum Heiligthume des Menſchen Sohn erbauet hat. Auf Felſengrund erbauet, ſteht Gottes Stadt erhoͤht, die ihrem Herrn vertrauet, in ſeiner Macht beſteh't. Oft, wie von Meeres⸗ wogen, ward ſie beſtuͤrmt von Krieg. Um⸗ ſonſt! die Feinde zogen hinweg. Ihr blieb der Sieg. „2. Erfuͤllt mit Licht und Klarheit, ☛ freut Gottes Stadt ſich ihres Herrn, er wohnt mit ſeiner Wahrheit in ihren heil⸗ gen Tempeln gern. Von ihren Sternen funkelt der Wahrheit Sonnenlicht, die kein Gewoͤlk verdunkelt, der Wolke Nacht durchbricht. Dem falſchen Wahn entriſ⸗ ſen, ſtroͤmt Gottes Volk ihr zu mit freu⸗ den Gewiſſen, und findet Fried' und Mel. Wer nur den lieben Gott nßt ꝛ˙cr. 1 278. Wohl dem, der Chriſto an⸗ gehoͤret! wer Chriſtum liebt, der iſt ſein Freund; 458 Lob der chriſtlichen Kirche. Freund; mit Jedem, der den Heiland ehret, iſt er durch gleichen Sinn vereint: nicht einſam wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. 2. Verkennt die Welt ihn; ol es lie⸗ ben, es kennen ihn doch die, die ſich mit ihm auf Gottes Wegen uͤben aufrichtig, treu und bruͤderlich. Ein Sinn verei⸗ nigt ſie, Ein Geiſt; ein Band, das keine Zeit zerreift. R0 0 3. Kein Eigennutz, kein Stolz, keß Leiden, kein Wechſel ihres Gluͤcks, fen Schmerz entzieht ihm ihrer Treue Feeu⸗ den, ihr feſt mit ihm verbund'nes Hauz Sie haben an einander Theil durch ECh nen Troſt, Ein Gluͤck, Ein Heil. umt 4. Ja, alle Chriſten auf der Erd wie weit ſie auch getrennet ſind, ſind alle doch nur Eine Heerde, in Jeſu Licle gleich geſinnt; durch Glauben, Hoffnung Liebe gleich, an Fruͤchten guter Werkereich 5. Und welche Freunde, welche Bri⸗ der, hat nicht im Himmel dort der Chriſt, wo Jeſus ſeines Leibes Glieder verſammelt, wo er ſichtbar iſt! Da ſoll ſein Diener nicht allein, mit Allen ſoll er ſelig ſeyn. b 6. Er in Ste der Daan rdundmi Theil dai Ein Ha⸗ — auf de unet ſnd e, in ghi uben, 9 uter Weih de, welher immel der Leibet ben; ich ſey! bar it d , mit WW Lob der chriſtlichen Kirche. 459 6. Er ſprach ja ſelbſt:„ſie ſollen le⸗ will, daß, wo ich bin, die ſey'n, die, Vater! mir von dir gegeben, ſich meiner hier im Glauben freu'n: einſt dort, wie ſchon im Glauben hier, auch in der Herrlichkeit mit mir./... 7. O Troſt! zu Jeſu Auserkohrnen zu kommen, zu der Vaͤter Schaar, zu unſers Gottes Erſtgebornen, zu Jedem, der hier heilig war; mit denen dort am Thron zu ſteh'n, mit ihnen Allen Gott rrhoͤh'nt u8. Mach' uns, o Jeſul dazu tuͤchtig, dein wuͤrdig Eigenthum zu ſeyn. O mach' das Chriſtenthum uns wichtig! denn was kann uns ſo ſehr erfreu'n, wie hier in dieſer Pilgerzeit, ſo dort einſt in der Ewigkeit. 2⁰9. Schenk' uns den Geiſt der Bru⸗ derliebe, der Nachſicht und der Einigkeit. Gib, daß ſich jeder eifrig uͤbe in edler Dienſtbefliſſenheit, daß alles, unſerm Bunde treu, Ein Herz und Eine Seele 4⁴0 Die vollendeten Glaubenshelden. Die vollendeten Glaubenshelden. 6 el Ich dank dir ſchon ꝛc. b 1J. Oeyd uns gegruͤßt im Erden thal, ihr Erben jener Freuden, ihr treuen Freunde unſers Herrn, Gefaͤhrten ſeiner Leiden! 1 n 2. Ihr zoget aus in alle Welt, die Wahrheit zu verkuͤnden; kein Bann kein Schwerdt, kein Blutgericht konnt euren Freimuth binden. ge 3. Kein Glanz, kein Gold, kein Füt⸗ ſtenthron hielt euren Lauf zuruͤcke ihr ſpottetet der Luſt der Welt, entſagtet ihrem Gluͤcke. b i90 4. Ihr gingt zum Sieg die Dornew bahn mit hohem Heldenmuthe; tuugt eure Palmen himmelan, benetzt mit frommem Blute! 1 5. Jetzt thronet ihr im Frieden dort nach eurem ſchweren Streite, erhaben über Tod und Welt, an eures Jeſu „6. Sein Reich war nicht von dieſer Welt: dort werdet ihrs verſtehen, wo um der Wahrheit reinen Quell die Himmelspalmen wehen. 7. In z die dm enuthe 2 benett r. Friaͤni rreite, dh n eurs icht vat lrs vi inen Ou 7. In welcher hohen Seligkeit lebt ihr nun dort am Thronel Mit welcher Wonne blicket ihr auf eure Siegeskrone! 8. Was iſt das Leiden dieſer Zeit, wenn wir den Himmel erben? Die Welt vergeht mit ihrer Luſt; die Tugend kann nicht ſterben! Bitſt ten um das Wohl de r Kirche. Iiii Meel. Herzliebſter Jeſu was haſt du ꝛe. 280. Laß doch, D Jeſu 1 laß dein Reich auf Erden nie unterdruͤcket, ſtets erweitert werden. Gib allen Suͤndern, deiner Leiden wegen, Licht, Heil und Segenn!n! 1. 12. Gib ihnen Gnade, Herr! dich zu erkennen, daß ſie dich glaͤubig ihren Hei⸗ land nennen; gib ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfuͤlleen. 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift ſie ehren; denn ſie verkuͤndigt deines Mundes Lehren; und ohne ſie ſucht man doch nur vergebens das Licht des Leben. 4. Erbarmer! ſteure deiner Feinde Grimme. Die Deinen warne vor des b Irr⸗ 442 Bitten um das Wohl der Kirche. Irrthums Stimme. Bewahr' ſie gnaͤ⸗ dig, daß ſie nichts verblende, nichts von dir wene. 5. Sey du ihr Licht in ihren Finſter⸗ niſſen, und heile ihr verwundetes Ge⸗ wiſſen; ſchlaͤgt oft ein Kummer ihrt Herzen nieder: ſo ſtaͤrk' ſie wieder. 6. Herr! ſchuͤtz' uns vor der Liſt und Macht der Boͤſen, bis du von ihnen ganz uns wirſt erloͤſen; bis wir zum Umgang der verklaͤrten Frommen frohlockend kom⸗ men!.5 7 Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛc. 4 1 281. Schuͤtze die Deinen, die nach dir ſich nennen, und dich, o Jeſu! vot der Welt bekennen. Laß deinen Haͤnden. wie du ſelbſt verheißen, nichts ſie ent reißen. 1 9. 2. Laß deine Wahrheit rein verkuͤndigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden; gib Muth und Weisheit denen, die ſie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du haſt noch niemals, Herr! dein Worrt gebrochen. Fuͤhre die Deinen, wie du ſelbſt verſprochen, fuͤhre ſie endlich. 4 em Inen, Ra 3,*In eenen he „ nichts ſ zreindetit de herlih Veishetd zu män als, Hn. die Demn re ſie ul den einſt ſchwachen Heerde! Himmel und Erde! Bitten um das Wohl der Kirche. 445 dem Kampf hienieden zum ewigen Frie⸗ 4. Ewig, o Heiland! ſey dein Nam erhoben! Ewig frohlockend muͤſſe dich loben, o du Veherrſcher deiner . ann Mel. Erhalt' uns, Herr! bey deinem Wort ꝛc. 282. Ach„bleib' bey uns, Herr Jeſu Chriſt! weil es nun Abend worden iſt; dein goͤttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns erloͤſchen nicht! 2. In dieſer ſchwer betruͤbten Zeit verleih uns, Herr! Beſtaͤndigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament behal⸗ ten rein bis an das Eknd(. 3. Ach Gott! es geht gar uͤbel zu! In dieſer Welt iſt keine Ruh', wo Irr⸗ thum iſt und Schwaͤrmerei, auch Bos⸗ 4. Den ſtolzen Geiſtern wehre doch, die ſich mit Macht erheben hoch, und bringen ſtets was Neues her, zu faͤl⸗ ſchen deine reine Lehrr. 5. Erhalt' uns, Herr! bei deinem Wort, 444 Bitten um das Wohl der Kirche. wWort, hilf es verkuͤnden fort und fort, und ſtche du doch denen bei, die es ver⸗ kuͤnden rein und frei. 6. Herr Jeſul deine Kirch' erhalt; wir ſind zu ſicher, ſind zu kalt. Gib uns, nach deiner Gnad' und Huld, in Ewigkeit Muth und Geduld! 7. Nicht unſre, deine Ehre iſt der Kircche Heil, Herr Jeſu Chriſt! D'rum 1 ſtehe jedem kraͤftig bei, der ſich auf dich 1 verlaͤſſet frei. Mel. Ach! was ſoll ich Suͤnder te. 50 4 283. Gott! du weißt, in welchen Zeiten deine liebe Kirche ſchwebt, ob ſie dir zu Willen lebt; ach es nimmt auf allen Seiten, uͤberall, in jedem Stand, boͤſes Unkraut uͤberhand. 2. Weil bei Hirten und bei Schafen leider! große Sicherheit herrſcht in dieſen lauen Zeit, ſaͤlt der Feind, indem ſit ſchlafen, auf den Acker wohlbeſtellt, Wahn und Trug der argen Welt. 3. Hilf, daß deine Diener wachen, daß nicht Thorheit, Suͤnd' und Schand gaͤnzlich nehmen uͤberhand. Hilf du ſelbſt in Dank f. d wiederhergeſtellte Freiheit der Kirche. 445 in allen Sachen; gib den Dienern fruͤh unnd ſpat Troſt und Huͤlfe, Rath und That. 4. Laß uns deines Wortes Saamen, Lehr' und Leben halten rein, und ein guter Waizen ſeyn, daß wir deinen gro⸗ ßen Namen preiſen hier in dieſer Zeit, ind in alle Ewigkeiil!!— 9u5. Wenn du endlich ſelbſt wirſt kom⸗ men, wenn die Erndte bricht herein; ſammle uns mit Freuden ein, und laß uns mit allen Frommen, frey von Trug und falſchem Schein, ewig bei dir ſelig ſeyn. Dank fuͤr die wiederhergeſtellte unesFreiheit der Kirche. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 13 6 2 2ee ss 284. Wunderbar iſt Gottes Rath! ſingt es laut, befreite Bruͤder! ruͤhmt, was Gottes Rechte that! heilge Hallen, toͤnt es wieder! ſchnoͤder Geiſtesſclave⸗ rei hartes Joch brach ſie entzweix. 2. In dem Joch der Sclaverei ſeufzte huͤlflos Jeſu Heerde; maͤchtig ſchlug der n hah p⸗ 446 Dank f. d. wiederhergeſtellte Freiheit der Kirche. troſtlos kamen Jahre wieder; da echon Tyrannei Eiſenſtab die halbe Erde, ſprach von ihrem Schreckensthron ſelbſt Geſalbten Gottes Hohn. 3. Ganzer Nationen Blut trank des Irrwahns Ungeheuer, und des Aber, glaubens Wuth zuͤndete der Hoͤlle Feuer frommer Dulder Auge ſah keinen Strahl der Hoffnung nah. 4 4. Troſtlos ſchwanden Jahre hin, voll Freiheitsſinn, nennt des Edlen Na⸗ men, Bruͤder! da erhob die mut'ge Hand Luther, und die Noth vet ſchwand. 5. Doch auf Menſchenworte ſchwieg nicht der Feind und lag im Staube Gottes Wort erhielt den Sieg! darum ruͤhmt der fromme Glaube: Wunderhar iſt Gottes Rath! groß der Herr th Rath und That! 1 Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schutz. 447 Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schutz. (Eigene Melodte) 285. Ein feſte Burg iſt unſer Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat be⸗ troffen: der alt boͤſe Feind, mit Ernſt ers jetzt meint; groß; Macht und viel Liſt ſein' grauſam Ruͤſtung iſt; auf Erd'n iſt nicht ſeines Gleichen. „2. Mit unſrer Macht iſts nicht ge⸗ than; wir ſind gar bald verloren: es ſtreit't fuͤr uns der rechte Mann, den Gott ſelbſt hat erkohren. Fragſt du, wer der iſt? Er heißt Jeſus Chriſt, der Herr Zebaoth! und iſt kein andrer Gott: 2 Siegin das Feld muß er behalten. . Wn 1 Z. Und wenn die Welt voll Teufel der ha war und wollt uns gar verſchlingen; ſo furchten wir uns nicht ſo ſehr: es ſoll uns doch gelingen; der Fuͤrſt dieſer Welt, wie ſaurr er ſich ſtellt, thut er uns doch 4 nichts; das macht, er iſt gerichtt; ein Woͤrtlein kann ihn faͤlen. 4. Das Wort ſie ſollen laſſen ſtahn und kein'n Dank dazu haben. Er iſt bei uns wohl auf dem Plan mit ſeinem Geiſß un —————— —————y— 448 Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schutz. und Gaben. Nehmen ſie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren da⸗ hin! ſie habens nicht Gewinn: das Reich muß uns doch bleiben! MRel. Ein feſte Burg iſt unſer ꝛc. 286. Wenn Chriſtus ſeine Kirche ſchuͤtzt, ſo mag die Hoͤlle wuͤthen; ey⸗ der zur Rechten Gottes ſitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er iſt mit Huͤlfe nah; wenn er gebeut, ſtehts da; er ſchuͤtzet ſeinen Ruhm und haͤlt das Chriſtenthum mag doch die Hoͤlle wuͤthen! m 2. Es moͤgen Fuͤrſten auf dem Thro⸗ ſich wider ihn empoͤren; ſtets werden ihn, des Hoͤchſten Sohn, zahlloſe Voͤlker eh⸗ ren. Sein Wort iſt wahr; nichts iſt der Großen Macht und Liſt; wie lange waͤhrt ihr Spott? Auch ſie ſind Staub vor Gott. Sie moͤgen ſich empoͤren! 3. Der Frevler mag die Wahrheit ſchmaͤhen: uns kann er ſie nicht rauben; der Unchriſt mag ihr widerſteh'n: wir halten feſt am Glauben. Gelobt ſey Je⸗ ſus Chriſt! wer hier ſein Juͤnger it ſein 6 Wort Der Kirche Vetrauen auf Gottes Schutz. 449 ſin Wort von Herzen haͤlt, dem kann die an dand ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. ne 4. Auf, Chriſten, die ihr ihm ver⸗ b traut, laßt euch kein Drohyn erſchrecken! der Gott, der von dem Himmel ſchaut, wird uns gewiß bedecken; der Herr, der uſ ſtarke Gott, haͤlt uͤber ſein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was will uns denn er⸗ ſchreckenn“ Mel. Es iſt das Heil uns kommen ꝛe. 287. Dein Gott, o Kirche! ſchuͤtzet Inl! n dich, ſchuͤtzt ſeines Sohnes Lehre. Um⸗ muf den ſonſt empoͤrt die Hoͤlle ſich mit ihrem ets wein Zanzen Heere. Sie ſpreche Hohn, ſie loſe Wh ſchaͤume Wuth! Mit uns iſt Gott! er erz nb gibt uns Muth, er ſchenkt uns Kraft wvie lugu zum Siege. h 2. Wenn Tauſende zu Schmach und nodren Tod ſich gegen dich verſchwoͤren: ſey dWh muthig! deines Glaubens Gott wird Aenittu ihren Rath zerſtoren. Durch ihn, der Adertit einſt mit ſtarker Hand das Heer der Ant un Hoͤlle uͤberwand, wirſt du den Sieg 4„ erhalten. Ff 3. Jahr⸗ 450 Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schutz. poͤrer. Gott ſah von ſeiner Allmacht auf ihrem Felſengrunde. ————qq 3. Jahrhunderte bekaͤmpft es ſchon das Heiligthum der Chriſten, ſpricht trotzend unſrer Kirche Hohn und droht, uͤh': noch unerſchuͤttert ſtehet ſie ſie zu verwuſten. Umſonſt iſt ſeines Fre. 4. Wo ſind mit ihres Armes Macht die wuͤthenden Zerſtoͤrer? Wo ſind ſie? In des Grabes Nacht, da liegen die Em⸗ Thron der Starken Trotz, der Spoͤtter Hohn, und ſtuͤrzte ſie zu Boden. 396 5. Auf ihrer Feinde Truͤmmern ſteht⸗ ſiegprangend Jeſu Lehre. Sie ſteht, die Kirche Chriſti ſteht, wie ein Gebirg' im Meere! nicht wilder Wellen Ungeſtuͤm nicht der erboſten Feinde Grimm vermag ſie zu erſchuͤttern.. 3 6. Und Erd und Himmel wird ver⸗ geh'n, doch Jeſu Wort wird bleiben, wenn deine Feinde, die es ſchmaͤh'n, vor ihm wie Spreu zerſtaͤuben. Wohl uns, wenn wir uns, Jeſu! dein und deiner Wahrheit glaͤubig freu'n! auch wir, wir werden bleiben. Ein⸗ vłͤͤWͤſͤſſſſſ — — = — —— — — — — — SB= =² g der 4 — — — a wird b Sſchmähn 3l. Vuh =in undd gauch wir ——„— Einweihung einer Kirche. 451 Einweihung einer Kirche. NRell. Nun lob' mein Seel den Herrn ꝛct. 288. Dir bleibe, Herr! geweihet, dir, unſerm Gott, dein Tempel hier! dir wurde er geweihet, ſtets ſey er auch beſchirmt von dir. Wend' ab von ihm Gefahren; gib Pfleger, treu bemuͤht, daß noch in fernen Jahren hier toͤn' des Enkels Lied. Kein Frevelnder betrete das theure Heiligthum; es wohn an dieſer Staͤtte nur deines Namens Ruhm. ———ÿ4 4⁵² Einweihung einer Kirche. Herz; zu dir, o Gott, erhoben, vergeß 7 ſeinen Schmerz. Und jedes heiße Fle⸗ hen, das hier dich kindlich ehrt, laß in Erfuͤllung gehen, wenn es uns Heil ge⸗ währt. e. weefnhf 4. Die feyernd am Altare verkuͤndi⸗ gen des Heilands Tod, erwecke und be⸗ wahre zur Heiligkeit dein Geiſt, o Gott! Die in der Taufe Weihe dir werden dar⸗ gebracht, veredle und erfreue des Chri⸗ ſtenglaubens Macht. Die hier vor dir beſchwoͤren der Ehe heilgen Bund, laß treu im Wandel ehren, was dir gelobt ihr Mund. 106 5. Erhoͤr uns, Herr! ſo ſchauen als Himmelsvorhof wir dies Haus; noch in der Graͤber Grauen ſtroͤmt es dann ſeinen Segen aus. Es nah' nun auch die Stunde, die uns von hinnen ruft; die hier erhaltne Kunde folgt uns ſelbſt in die Gruft: daß einſtens hoͤh're Son⸗ nen ſich uns zum Tempel weihn, daß reinern Preiſes Wonnen uns ewig dort erfreun. 8 Feyer — „ — — —. — — — 1 wetdeh ——. ——— B== —— —— — ſo — — ——— Feyer der Kirchweih. 455 Feyer der Kirchweih. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 289. Vom heiligen Gefuͤhl der An⸗ dacht tief durchdrungen, ſey heute dir von uns Lob, Preis und Dank geſungen, da wir am Weihungsfeſt in dieſem Tem⸗ pel dich, vereint, o guter Gott! anbeten feyerlich.“ 2. O! welch ein Gluͤck iſt es, mit Andern froh verbunden ſich betend dir zu nahn! Ja, das ſind ſelge Stunden! Hier iſt's, wo unſer Herz ſich betend deiner freut; drum bleibe ſtets dies Haus der Andacht nur geweilnt. 3. Mit lautem Preisgeſang dich ehr⸗ furchtsvoll erheben; dies heilige Geſchaͤft iſt Seligkeit und Leben. Du, Vater! gibſt ſie uns; in dieſem Tempel ſoll er⸗ toͤnen unſer Lied zu dir anbetungsvoll. 4. Wir ſollen hier, welch Gluͤck! die aͤchten Chriſtenlehren und ihren hohen Werth ſelbſt fuͤhlen, nicht blos hoͤren. Auch dazu haſt du uns dies Andachts⸗ haus verliehe'n; drum muͤſſe unſer Herz von heißem Danke gluͤhn. 5. Hier —— ——-— 4543 Feyer der Kirchweih. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in fruͤher Jugend geweih't dem Kinder⸗ freund, dem Vorbild jeder Tugend; ein Wink zur großen Pflicht, daß man das Kind ſchon fruͤh zur Herzensreinigkeit, nach Jeſu Sinn, erziehe! duf 6. Hier ſollen wir vereint das Mahl der Liebe feyern, den Schwur der Lieb und Pflicht andaͤchtig zu erneuern, er⸗ innern uns an den, der, auf der Liebe Bahn, im Leben wie im Tod uns muth⸗ 7. Laß dieſer Wohlthat Werth uns Vater! ſtets erwaͤgen, und dieſes Ortes Zweck recht ernſtlich uͤberlegen; dann wird uns dieſes Haus ein Haus des Segens ſeyn, und ſeiner wird ſich noch die ſpaͤte Nachwelt freun! Mel. Ein feſte Burg iſt unſer Gott ꝛc. 290. Oerr! deine Kirche danket dirr noch wohnt dein Wort im Lande. Von & er Gnade haben wir noch deinen fahr durch der Feinde Schaar; dann, o Geiſt zum Pfande Kommt ſie in Ge⸗ Jeſu — — — egen; i =3i Ha tidd ſohl * Feyer der Kirchweth. 455 Jeſu Chriſt! beſiege Macht und Liſt, und herrſch' in jedem Landee! 2. Sey, Herr! mit uns; verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch' und ſchuͤtze ſie, denn wir ſind deine Bruͤder. Sie, die dir vertraut, haſt du ſelbſt erbaut; ach! erhalt' ſie rein, und die den Bund entweih'n, die heilige dir wieder. 233. Eins iſt, was deine Trenen kraͤnkt: daß unter deinen Chriſten noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrſcht von ſei⸗ nen Luͤſten. Nur auf's Eitle hin ſtehet Vieler Sinn; ſie bedenken nicht, es droh’ ein ſchwer Gericht den traͤgen, ſichern Chriſten. 1 6 4. Und du, o Jeſu! biſt ſo treu! Ach, daß wir froͤmmer waͤren! Mach' alle Herzen rein und neu, laß Alle ſich be⸗ kehren! Gib uns Wiſſenſchaft, Glaube, Lieb' und Kraft; gib Entſchluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preiſe deiner Lehren! 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh' und Frieden! Laß uns, geſtaͤrket durch dein Wort, im Guten nie ermuͤden! Mache leicht 5 duͤckt; 456 Ermunterung z. Glaubenstreue in Verfolgung. druͤckt; gib uns, was begluͤckt; nach der Pruͤfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden! urc 6. Herr! deine Kirche ſtreitet noch: bilf deiner Kirche ſiegen! Wie ſchwer ihr Kampf iſt, muſſe doch kein Kaͤmpfer — Ermunterung zur Glaubenstreuf b in Verfolgung. Mel. Wie groß iſt des Allmäͤcht gen Güͤte 291. Getroſt! des Glaubens tapfre Zeugen, auf der euch angewieſenen Bahn! der heiße Kampf ſoll euch nicht beugen, nie muͤſſe Kleinmuth ſich euch nahin; blickt hoffend auf zur Schaar der Treuen, die Glauben hielt bis in den Tod; auch euch wird hoher Lohn erfreuen nach uͤber⸗ ſtand ner Erdennoth! 2. Getroſt! ihr edeln Unterdruͤckten; wenn hier kein Hoſfaumsſtrahl. maße linkt! —— —— — aub Kan 2tn g. laubenin rwieſ nad eh nicht ch euc nt gaar ded den Ti rreuen mte 1 Untandet ungsiui Ermunterung z. Glaubenstreue in Verfolgung. 457 blinktlihr mit dem Opferkranz Geſchmuͤck⸗ ten, die ihr an dem Altare ſinkt! Des Ruhmes Flitterkrone werde hier eures Unterdruͤckers Preis; euch keimt aus blut⸗ geduͤngter Erde des aͤchten Ruhmes Lor⸗ berreis. 1 23. Die ihr, verpflanzt in arge Zeiten, nit Finſterniß zu kaͤmpfen wagt, um Bahn dem Lichte zu bereiten; ihr bangt und trauert, eh' es tagt. Schaut ruhig an des Feinds Triumphe; bleibt ruhig, wenn die Schlange ziſcht, und wißt, daß Irrlicht aus dem Sumpfe nur truͤg⸗ lich aufglaͤnzt und erliſcht!* 4. Die Wahrheit harrt mit ſich'rer Waage im Wolkenzelt der Folgezeit; ver⸗ weh't die Spreu gedung'ner Sage und huldigt der Gerechtigkeit. Sie folget ewigen Geſetzen, die ein gefuͤrchteter Tyrann ein Menſchenalter durch verlez⸗ zen, doch ewig nicht vertilgen kann. 25. Wenn, vom Verhaͤngniß losgeriſ⸗ ſen, der Hoffnung letzte Truͤmmer ſtuͤrzt, ſollt ihr den Kelch zu trinken wiſſen, der uns das Erdenweh verkuͤrzt. Das Recht, verbannt, verſchmaͤh't, erwuͤrget, erlie⸗ gend im gerechten Streit, ruft Gottes Spruch 458 Ermunterung zur Eintracht. Spruch herbei, verbuͤrget dem Kaͤmpfer die Unſterblichkeitt. 6. Dem Staub entfloh'n, wirkt eure Seele begeiſternd auf der Chriſten Bund; daß ihrem hohen Muth nichts fehle, thut euer Sinn ſich ihnen kund. Be⸗ hauptet eure Chriſtenwuͤrde, und dann vertraut dem Herrn der Zeit; tragt ſtandhaft ihr des Druckes Buͤrde, wird euch am Ziel die Herrlichkeit. Ermunterung zur Eintracht. Nel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛe. 292. Des Herrn Geſetz verkuͤndet den Gemeinen! Euch muͤſſe Liebe, Friede hier vereinen, daß unter einem Hirten eine Heerde aus Allen werde. 2. Wir ſind mit Einem Opfer Gott erkaufet; wir Alle ſind auf Einen Tod getaufet, daß jeder Chriſt, mit gleichem Ernſt und Triebe, den Bruder liebe. 3. Nie muͤſſe die, die Einen Herrn bekennen, der Streit um beſſere Erkennt⸗ niß trennen; nie Herzen, die ſich Eines Heilands freuen, der Haß entzweien. 4. Wenn — ———— Ermunterung zur Eintracht. 459 4. Wenn wir, wie Bruͤder, bei ein⸗ ander wohnen, und, irrt ein Bruder, ſeiner Schwaͤche ſchonen: dann werden wir dir aͤhnlich ſchon auf Erden, dann ſelig werden. 5. Der danke, wer mehr Licht hat; er ſey weiſe, nicht ſich nur zu gefallen: dir zum Preiſe ſey er's den Bruͤdern; und an Einſicht groͤßer, ſey er auch eſſer! b b 6. Er wiſſe, daß die Wahrheit, gleich der Sonne, im Morgenroth ſich naht, eh' ſie voll Wonne, wenn nun ihr Mit⸗ tagslicht die Erde ſchmuͤcket, das Aug entzuͤcket. b 7 Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe ſich freyer in der Wahrheit Pruͤfung uͤbe, und gern zum Lichte, frei vom Bruderhaſſe, ſich leiten laſſl! 8. Auch dazu muͤſſe deine Lieb' uns leiten! Du wolleſt, Herr! uns Alle voll⸗ bereiten, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus Allen werde. ————————— 460 Ermunterung zur Eintracht. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 293. Dir, Vater! Dank und Preis und Ehre von aller deiner Kinder Schaar! Dir, Herr der hohen Sternenheere! bring jeder Mund Anbetung dar. Denn wer dich fromm und kindlich ehrt; deß Flehen wird von dir erhoͤrt. —2. Bereit, dich dem zu offenbaren, den Sehnſucht draͤngt, ſich dir zu nahen, nimmſt du von allen Voͤlkerſchaaren Ge⸗ bete, Lieder, Opfer an. Ganz ohne Strahl von deinem Licht iſt keines Men⸗ ſchen Angeſicht. 3. Von allen Keiner, welche leben, iſt fern, Unendlicher! von dir. In dir, du Vater Aller! weben wir Alle, ſind und athmen wir; und dich zu ſuchen, rufeſt du, voll Liebe, allen Herzen zu. 4. Und wir, wir ſollten ſtrenge rich⸗ ten? wir lieblos ſeyn, wo du verſchonſt? die Einfalt und die Tugend richten, die du vielleicht mit Ehre lohnſt? den ſchmaͤ⸗ hen, der dich anders ehrt, als uns der Vaͤter Glaube lehrt? 5. Wer heilig deinen Namen nennet, dir ehrfurchtsvoll zu dienen meint, ſo gut Fuͤrbitten fuͤr das Lehramt. 461 gut dich ehrt, als er dich kennet, ſey Bruder uns, mit uns vereint! O wehe dem, der ſie verdammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! b 6. Erwecke Fuͤrſten, bilde Lehrer voll weiſer Menſchenfreundlichkeit! Entwaff⸗ ne maͤchtig, Herr! den Stoͤrer der Ein⸗ tracht und Vertraͤglichkeit; und heller ſtrahle bald dein Licht, wo noch an Dul⸗ dung es gebricht! Fuͤrbitten fuür das Lehramt. Mel. Erhalt' uns, Herr! bey deinem ꝛc. AA7/ 4 94. Das Amt der Lehrer, Gott! iſt dein; dein ſoll auch Dank und Ehre ſeyn, daß du der Kirche, die du liebſt, noch immer treue Lehrer giebſt. 2. Geſegnet ſey ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr! von dir geſandt, von Jahr zu Jahr dein heilig Wort, und mit ihm Licht und Tugend fort. 3. Ihr Unterricht ſoll uns erfreu'n; laß uns nur treue Hoͤrer ſeyn, den Weg, den er uns zeigt, zu geh'n, durch Froͤm⸗ migkeit dich zu erhoͤh'n. 3 4. Er⸗ 462 Furbitten fuͤr das Lehramt. 4. Ermahnen, warnen, ſtrafen ſie: ſo weig're, wer ſie hoͤrt, ſich nie, zu thun, was du durch ſie begehrſt, zu haſ⸗ ſen, was du uns verwehrſt. 5. Laß ihrer Fehler wegen nicht ver⸗ achtet ſeyn den Unterricht, den ſie uns geben; Huhnn ddich dann auch ihrer Schwachheit gnaͤdig an. 9 Der Frevler ſey verbannt, o Gott! zu kraͤnken ſie durch Haß und Spott. Gib, daß ihr Herz von Seufzern freif und fern von bangen Sorgen ſey. unſs 7. Laß jeden, Herr! belohnt von dir⸗ frohlocken:„Gott iſt ſtets mit mir! Am Throne werd ich wonnevoll die ſchaum,“ die ich hier leiten ſoll.“+ 8. Ja, lehr' uns, Vater! ſie erfreum und ihnen immer dankbar ſeyn! ſo fuͤhrſt du einſt auch uns zugleich mit ihnen in des Himmels Reich. 90 Mel. Es iſt das Heil uns kommen ꝛc. 295. Dein iſt das Licht, das uns erhellt; von dir das Amt der Lehrer. Gott! welch Geſchenk fuͤr deine Welt, fuͤr deines Worts Verehrer! Du thuſt durch ☛ ———— —— —— 1 . Fuͤrbitten fuͤr das Lehramt. 463 durch deiner Boten Mund den Segen deines Reiches kund, den Weg zum ew⸗ 2. Welch großes Amt, Betrug und Wahn und Laſter zu beſtreiten, und See⸗ len auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott! zu leiten! Wie edel, aber auch wie ſchwer! Laß alle Lehrer taͤglich mehr des Amtes Wuͤrde fuͤhlen! 3. Gib ihnen deiner Weisheit Licht; ſtaͤrk ihres Geiſtes Gaben, die ſie zu And'rer Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, feſt ihren eig'nen Glauben ſeyn, ihr Le⸗ ben fromm und heilig. 4. An Sanftmuth und an Nachſicht reich, laß ſie die Schwachen tragen, und keimt der Saame nicht ſogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß ſie mit Unver⸗ droſſenheit und ohne Haß und Bitter⸗ keit vor Suͤnd' und Laſter warnen. 5. Gib, Herr! der alles Gute ſchafft, wenn ſie uns unterweiſen, daß ſie, voll Geiſtes und voll Kraft, der Tugend Wuͤrde preiſen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, daß uns auch ihres Beiſpiels Licht auf deine Wege leite. 6. Laß 464 Fuͤrbitten fuͤr das Lehramt. 6. Laß ſie den Irrenden zuruͤck zu deinem Pfade fuͤhren, beſorgt fuͤr ſei⸗ ner Seele Gluͤck, zur Beſſerung ihn ruͤhren. Laß ſie geduldig und gelind, nicht ſtolz, nicht hart ſeyn, ſtets ge⸗ ſinnt, wies Chriſti Dienern ziemet. 7. Trifft ſie Verfolgung oder Spott; o dann laß ſie mit Freuden, mit uner⸗ ſchrocknem Muth, o Gott! fuͤr deine Wahrheit leiden. Du ſandteſt ſie; ſie ehren dich. Umſonſt empoͤren Frevler ſich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr! ſie auch ſchon hier. Dein Segen ſey mit ihnen, wenn ſie un⸗ eigennuͤtzig dir und ihren Bruͤdern die⸗ nen. Laß ſie mit Vorſatz nie betruͤbt, von allen Redlichen geliebt, geſchaͤtzt von Allen werden.“ 9. Und wenn ſie, ihrem Rufe treu, durch deines Geiſtes Gaben, viel See⸗ len aus der Sclaverei der Suͤnd' erret⸗ tet haben; ſo laß ſie, Gott! im reinſten Licht des großen Lohns erfuͤllter Pflicht des ew'gen Heils ſich freuen! Ordi⸗ Sälgen uch 8 n, va — Drin tz nie St, geſch Dem Ni den, il 1r Sind —tt! imm erfuülte uen! — die Treue ſchwoͤren. O wehe, weh ihm! ſpricht! doch Ordination. 465 r Ordination.. Mel. Komm heiliger Geiſt! erfüll die tt. 296. Der du vom Himmel Licht uns giebſt, und alle Menſchenſeelen liebſt, ſie alle ſchufſt zum ew'gen Leben, ſie alle willſt zu dir erheben, o ſegne, Vater! ihn, der heut der Wahrheit heilgem Dienſt ſich weiht! auch er will Licht von dir verbreiten, auch er zum Him⸗ mel Seelen leiten: gib Weisheit ihm und Freudigkeit! 2. Gott! ſchwoͤren will er, ſchwoͤren dir, mit Muth und heiliger Begier, der Vahrheit Spur ſtets nachzugehen, um immermehr dein Licht zu ſehen; dein goͤtt⸗ lich Wort zu lehren rein, und Thaͤter ſelbſt des Worts zu ſeyn, um alle, die ſich ihm vertrauen, durch Lehr und Le⸗ ben zu erbauen. Laß dieſen Schwur ihm heilig ſeyn! 3. Einſt wird ihn richten dein Gericht, ihn richten nach der großen Pflicht, die er gelobt. Wir alle hoͤren ihn feierlich wenn er bricht, was er ſo heilig dir ver⸗ wohl ihm, wenn er, fromm B * 1 9 Ä I 1 4 1 3 466 Do dination. bemuͤhet, die du ihm gabeſt, dir erzie⸗ het! dann, Gottl verklaͤrt ihn einſt dein Lcht. (Ecgae Melodie.) der⸗ die Hirten und der Heerde Glieder ſieheſt du vereinigt vor dir ſteh'n! dir ſingen wir; hoͤr' unſre Lieder, und neig dein Ohr u unſerm Fleh'n. 2. Erhoͤh't zu deines Vaters Rechten, gabſt du den Juͤngern, deinen Knechten, zum Beiſtand den verheißnen Geiſt, daß ſie die Voͤlker lehren moͤchten, wie man dich, Herr und Heiland! preiſt. 3. Wie ſelig, welchen du erwaͤhlet, zu deinen Boten du gezaͤhlet, wenn man von ihm dein Wort nur hoͤrt, und wenn er nie mit Vorſatz fehlet, ſelbſt uͤbet, was er And're lehrt! 4. So ſelig ſey auch der zu halten, fuͤr den wir jetzt die Haͤnde falten; ſieh ihnh zu deinem Dienſt bereit! getreu will er ſein Amt verwalten; ſein N Lbund, ſein Herz ſind dir geweihtt. 5. O! laß thn nur durch d ret, ——— .Eehfe ſieh auf uns hernie⸗ — — t, un * rzuhei Dalten & getral 9 1 Mud 3 un dht Irrthums Wahn be⸗ thoͤret, die Wahrheit, ſelbſt geruͤhret,“Y ſchn; und wie ſich auch das Fleiſchem, poͤret, doch ihre Wege ſtandhaft geh'n! 6. Getreu zu lehren, fromm zu leben, b nach dem, was Noth thut, ſtets zu ſtre⸗ ben, dem Geiz, der Wolluſt Feind zu ſeyn, ſich nie der Ehrſucht zu ergeben: das praͤge du ihm kraͤftig ein 97. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein ſtreng Geſetz aus ſeinem Munde die Suͤnde ruͤge, doch dabei das frohe Wort vom Lebensbunde gebeugten Suͤndern troͤſtlich ſehy„„ us. O laß ihn ſeiner Arbeit Fruͤchte, mit unbeſchaͤmtem Angeſichte nach treu⸗ em Fleiße reifen ſehn; und, bei dem Kuͤckenden Gewichte des Amtes, Kraft don dir erflehn! 9. Wenn dann auch Pruͤfungsſtunden kaͤmen, ſo laß ihn nicht ſich aͤngſtlich graͤ⸗ men; und unter Leiden, Schmach und Spott doch nimmer ſich des Kreuzes ſchaͤmen, ſtets deiner harren, treuer Gott! 210. Erhalt ihn Herr! in deinen Schranken. In Wort, in Werken und Gedanken laß ſtets dein recht Gericht Gg?2 ihn DOLrdination. 46v6 die erldſte Welt, regierſt ſie, wie es dir 468 Einfuͤhrung eines Lehrers. ihn ſcheuen. Laß ſeinen Vorſatz nim⸗ mer wanken, dir bis ans Ende treu zu 11. O daß ſein Herz der heut gen Weihe ſich einſt im Tode noch erfreuel Steh’ ihm mit deiner Gnade bei, daß das Gelubde ſeiner Treue ihm unverbruͤch⸗ lich heilig ſehl!* Ein fuͤhrung eines Lehrers. b Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der de. H GII 298. O Jeſu! Herr der Herrlich⸗ lichkeit, du Koͤnig deiner Chriſtenheit, du Hirte deiner Heerde! du ſiehſt auf gefaͤllt, ſorgſt, daß ſie ſelig werde. Von dir ſind wir auch erwaͤhlet, zugezaͤhlet den Erloͤſten, die du ſegnen willſt und troͤſten. 2. O wohl dem Volke! das du liebſt und dem du treue Hirten giebſt, die es zum Himmel fuͤhren; die auf des Lebens rechter Bahn nach deinem Vorbild gehin vovan, und deine Lehre zieren! Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, hee wigk und —— —— Einfuͤhrung eines Lehreres. 469 und die Heerden mit den Hirten froͤmmer werden— 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns geſandt; Herr, ſegne ſein Geſchaͤfte! Die Seelen, die ſich ihm vertrau'n, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kraͤf⸗ te. Maͤchtig ſteh' ihm ſtets zur Seite, daß er ſtreite, bet und wache, ſich und And're ſelig mache!““ 4. Herr! deinen Geiſt laß auf ihm ruh'n, lehr ihn ſein Amt mit Freuden thun, ſchaff weg, was ihn betruͤbet! ged). wenn er deine Wahrheit lehrt, uns Aumt ſters ein Herz, das folgſam hoͤrt, und ſich an um Guten uͤbet. Staͤrke Lehrer und Ge⸗ meine; laß ſie deine Treue ſehen, und auf deinen Wegen gehen. 25. Wenn einſt dein großer Tagerſcheint, laß unſern Lehrer, unſern Freund, uns d dir entgegen fuͤhren! die Seelen ſind ihm d zugezaͤhlt; o gib, daß dort ihm keine , fehlt! laß keine ihn verlieren! Vor dir, Ricchter! wird der Lehrer, und der Ho⸗ d rer dann ſich freuen, und dir Jubellieder weihnn.. 6. Sey uns geſegnet, Knecht des Heuen u 47⁰0 Fuͤrbitte fuͤr die Schulen. du kommſt im Namen unſers Herrn, in Jeſu Chriſti Namen. O reich' uns deine Freundeshand; fuͤhr uns zum ew'gen Va⸗ terland! Gott mit dir! Amen! Amen! Segne, Vater, dieſe Stunde! laß dem Bunde treu uns leben, bis 2 wir uns zu . Fürbitte fur die Schuten. Mel. Wer nur den leben Gott läßtitict. 299. Preis dir! der du auch unſrer Jugend mit vaͤterlicher Huld gedenkſt, unnd ihr zur Weisheit und zur Tugend noch immer treue Fuͤhrer ſchenkſt! o guter Gott! wie danken wir fuͤr unſre Schulen 2. Aus ihnen ſtroͤmt, o Herr! dein Segen in Fuͤlle uͤber alle Welt. Folgt nur die Jugend deinen Wegen, dann iſt die Zukunft wohl beſtellt; dann geht, nach unſre Kinder fort. 3. O gib den Lehrern Licht und Kraͤfte und Trieb, die Kinder dir zu weih'n! laß treuen Fleiß im Lehrgeſchaͤfte ihr Ruhm und ihre Freude ſeyn! gib ihnen Liebe fuͤr ein unſerm Tod, dein Wort und Werk durch 6 Fuͤrbitte fuͤr die Schulen. 4²¹ ein Amt, aus dem das Heil ſo Vieler ſtammt! b 4. O welch ein Amt voll Pflicht und Wuͤrde! Steh, Vater, jedem Lehrer 1 ad beil erleicht re ſeines Amtes Buͤrde, daß er ſtets froh und heiter ſey. Und immer zeig er ſich als Chriſt, der wirkt, ſo lang es Tag noch itt. 5. Wenn ihn des Tages Laſten druͤcken, wenn Unmuth in die Seele ſchleicht, dann muͤß' er jenen Lohn erblicken, den deine Hand ihm dort einſt reicht; doch uns ſey auch ein Herz gewaͤhrt, das dankbar ihn crfreut und ehrtt 6. O Gott! laß jede Schule bluͤhen, und reich an guten Fruͤchten ſeyn! laß des Lehrers Eifer gluͤhen, der Kinder Herzen dir zu weihnt einſt ſegn' ihn dir hegluͤckte Schaar, der er hier Freund m nd Fuͤhrer warl 4. Die n. Fuͤrbitte bei der Taufe. 4. Die heilige Taufe. Fürbitte bei der Taufe. NRel. Liebſter Feſu! wir ſind hierꝛc. innl 8 300. J ſa Ghint diß artegi laß dies Kind auf unſern Armen gnaͤdig in, daß es moͤge fromm auf Erden und im Himmel ſelig werden. 1 es 2. Mach es, o Herr Jeſul rein durch dein Blut von ſeinen Suͤnden, laß eß deinen Geiſt erneu'n, und mit dir genau verbinden; da wir ihm den Namen ge⸗ ben; ſchreib es in dein Buch zum Leben. 3. Hirte! nimm dies Schaͤflein anz Haupt! mach es zu deinem Gliede, Lehrer! zeig ihm deine Bahn; Friede fuͤrſt! ſey du ſein Friede; Koͤnig! laß e deinen Willen kuͤnftig immer treu erfuͤllen. 4. Laß uns Alle in der Welt als rechtſchaffne Chriſten leben; endlich auch wenn dirs gefaͤllt, chriſtlich unſern Geiſt aufgeben, und im Himmel zu den From⸗ men mit der Siegeskrone lmnnen 17 Mel. efallen dir und erzeige dein Erbar⸗ Fuͤrbitte bei der Taufe. 475 5 b Mel. Herr Jeſu Chriſt, dich zu uns te.— 301. Da ſchufſt dies Kind zur Se⸗ ligkeit: dir ſeys nach Leib und Geiſt geweih't! Allvater! nimm es gnaͤdig auf; regiere ſeinen Erdenlau! 2. Du riefſt die Kindlein einſt zu dir; v Herr! vertrauend bringen wir hier dieſen Saͤugling auch dir dar: geſell! ihn zu der Deinen Schaar! 3. Und du, der Lieb' und Hoffnung Geiſt, der Fromme ſtaͤrkt und unterweiſt: die zarte Seele bilde du, und fuͤhre ſie dem Himmel zu! K 8 1 14 Uins Allen ſey es heilge Pflict, zu wandeln in der Wahrheit Licht: daß wir vereint dem Ziele nahen, und einſt der Treue Lohn empfahunl Mel. Jeſus, meine Zuverſicht ꝛt. 5 302. In den Bund der Chriſtenheit iſt dies Kind nun aufgenommen; laſſet drum in fruͤher Zeit, Gott! zur Ruh des Glaubens kommen! Dieſem heilgen Bund allein muͤſſ es Herz und Leben weihn!!—. n b 2. Es uns nuͤtzt. und Gottſeligkeit; gib, daß 2. Es erkennt den Tag noch nicht, derr ſein Antlitz mild beſcheinet, weiß noch nicht, was ihm gebricht, wenn es huͤlfsbeduͤrftig weinet; ſieh't nicht, wer es ſorgſam traͤgt, nicht, wer muͤtterlich 3. So umſtrahlt uns hoͤh res Licht, ohne daß wir's jetzt noch ſehen; wiſſen, wmas uns gut iſt, nicht, wenn wir bang um Huͤlfe flehen; ſeh'n die Hand nicht, ddie uns ſchuͤtzt, und uns ſpendet, was 4. Doch wir wiſen, daß du biſt Nichts ſoll dieſen Troſt uns rauben. Daß ein Gott ſtets nah ihm iſt, muͤß aaauch dieſes Kind einſt glauben. Gib nnun, daß es, fromm und treu, deiner, Gott! ſich immer freul!— Mel. Nun lob' mein' Seel den Herrn tc. 303. Gewelht zum Chriſtenthune, ſſt dieſes Kind dir, Gott! geweiht; er⸗ zieh es dir zum Ruhme, jer Tugend und Gott es deiner Liiebe ſich immer dankbar freu, und durch des n geſandt. Erinnerung an die Taufe. 425 des Geiſtes Triebe dir ſtets gehorſam ſeey; daß froͤhlich es dem Lohne der Treu entgegengeh;, und vor des Mittlers Throne ſich einſt verherrlicht ſehhy. 4 2. Geweih't zum Chriſtenthume, ſind Gott dem Herrn auch wir geweih't; nur ihm zum Preis und Ruhme zu fuͤhren unſre Lebenszeit. Dies ſtaͤrk' uns zum Vertrauen, mit kindlich frohem Sinn zum Himmel aufzuſchauen, zu unſerm Vater hin! Es lehre uns ermeſſen, was uns dein Wort verſpricht; es laß uns nie vergeſſen die ihm gelobte Pflicht! —— .——— ———————— G 1 dich Erinner ung au die Tauf e. Mel. Lobt Gott ihr Chriſten allzugleich ꝛc. 304. Daß ich in deiner Chriſtenheit, mein Gott! geboren bin, und durch die Taufe dir geweih't: wie ſehr iſt's mir Gewinn! 2. In meiner Kindheit ward ich ſchon mit dir und dem bekannt, den du von deinem Himmelsthron zum Heil der Welt 3. Ich lernte da ſchon fruͤh erſt eh'n, was b Erinnerung a an die Taufe. was dein allweiſer Rath auch mir zum ew'gen Wohlergeh n voll Huld verord⸗ net hat. 4. Erleuchtet durch dein heilig Wort, 476 ſah 8 die ſich're Bahn, auf welcher wir uns hier und dort dem wahren Le⸗ ben nahnä. 5. Du riefſt vom Laſter mich zuruͤck, und gabſt mir Troſt im Schmerz; du zeig⸗ teſt mir des Chriſten Gluͤck und bildeteſt mein Herz. 6. Wie dank ich dir, Allliebender! fur dieſe Vatertreu? Gib, daß dir immer Pniger mein Herz ergeben ſey. 7. Auch ich bin dir zum Eigenthun durch deinen Sohn erkauft; auch ich bin, dir zum Dienſt und Ruhm, auf ſein Ge⸗ bot getauft.. 8. Dir will ich dann, o ſtaͤrke mich; mein ganzes Leben weih'n: ſo freu't mein Geiſt auf ewig ſchd des Glaͤets,e ein Pyriſt zu ſeym“ 02 Mel. Liebſter ge wir 6 nd hier. 2uule zum Eigenthum erkaufet, als dein Juͤn⸗ ger 303. Mein Erldſer! der du mich mnu 1). 52 Eign ue uchth Sufſtt 1I Erinnerung an die Taufe. 477 ger bin auch ich auf dein heilig Wort ge⸗ taufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu ſeyn das, was ich heiße! 2. Gib, daß ich mit Achtſamkeit mei⸗ nen Taufbund oft betrachte, und nur das au jeder Zeit fur Gewinn und Freude ach⸗ te, daß ich, Jeſu! deinen Willen treu⸗ 1. lich ſuche zu erfuͤlen. 8. Dieſer Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zuruͤcke; nur ein wahres Chriſtenthum folgt uns nach zum ew gen Gluͤcke; dadurch iſt, auch nach dem Ster⸗ en ew'ger Segen zu erwerben. 4. Laß mich drum, wie dir's gefaͤllt, deinem Dienſt, Herr! ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein tveuer Juͤnger leben, daß auch ich einſt, wenn ich ſterbe, das verheiß ne Lebem erbe! ird. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 306. Jo bin getauft; ich ſteh' im Bunde mit meinem Herrn, mit meinem Gott! ſo ſprech ich ſtets mit frohem Munde in Kreuz und Truͤbſal, Angſt und Noth. Ich bin getauft; deß ſern 428 Erinnerung an die Taufe. ich mich, deß freuft mein Herz auf ewig ich 4 Ich bin getauft; bin uͤbergeben dir, Vater, Sohn und heil ger Geiſt! Ge⸗ heiligt wird mein Sinn und Leben, daß dich mein Herz und Wandel preiſt, dich, der ſo theuer mich erkauft, auf deſſen Tod ich bin getauft!. Ich bin getauft; i den ſchoͤnſten Schmuck, das Ehrenkleid; zu Gottes Preiſe ſoll ich prangen in Heiligkeit, Gerechtigkeit; im Schmuck, der alle Erdenpracht zu Schanden unb zu Nichte macht. 4. Ich bin getauft; es ſteht geſchrieben im Buch des Lebens, wohlbekannt dem der mich zaͤhlt zu ſeinen Lieben, mein Name von des Vaters Hand; und mehr bin ich, ich, Gottes Kind! als Koͤnige der Erde ſind. 5. Ich bin getauft; weicht, Feinde! weichet! ich ſtehe unter Gottes Schutz, der ſeinem Kind die Hande reichet, und biete eurem Zuͤrnen Trutz! Greift frevelnd Gottes Kind ihr an, ſo wißt, daß e er 6. Ich ö feh⸗ ich hab empfangen getauft; was kann mir 18 ab K wicht, ſn S tes Et Erinnerung an die Taufe. 479 fehlen, wenn ſtets der Vater mein ge⸗ denkt! Wer kann die guten Gaben zaͤhlen, die er den S iſt ſo reich, ſchenkt er ihnen taͤglich mehy. Ich werde nie von ihm geſchieden, ſein Wohlthun iſt ja taͤglich neu. Wie es mein Vater ſchickt und fuͤgt, bin ich mit allem wohlvergnuͤgt. 18. Ich bin getauft; ob ich auch ſterbe, was ſchadet mir denn Tod und Grabzs Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das l ich bei Gott im Himmel hab. O dorten iſt mir ſchon bereit der Kinder Gottes Seligkeit! e Mel. Wach auf, mein Herz! ar.. 30 7. Noch ehe ich, Gott dich kannt, ch ich dich Vater nannte, kamſt du mit reichem Segen mir vaͤterlich entgegen. 2. Du ließeſt deine Gnade mir zu des Lebens Pfade ſchon in der Kindheit Jah⸗ mren durch Chriſtum offenbaren. 3. Den Seinen huldreich ſchenkt? Er und liebt ſo ſehr; drum „7. Ich bin getauft; ich bin zufrieden.Q 480 Erinnerung an die Taufe. 3. Den Geiſt mir zu erhellen, ſtehft zu der Wahrheit Quellen auch mir der hugang offen, im Glauben, Lieben, Hof⸗ 4. Schon lange vor mir kamen, ge⸗ tauft auf Chriſti Namen, der Erdenwal⸗ ler Viele durch deinen Geiſt zum Ziele. 5. O! laß zu allen Zeiten nur dieſen Geiſt mich leiten; gelingen laß mein Streben, dem Retter treu zu leben. 6. Mich ſoll im Tugendlaufe der Weih' bund meiner Taufe erheitern, wek⸗ ken, ſtaͤrken zum Fleiß in guten Werken. 7. Mein hoͤchſter Wunſch auf Erden iſt: frei von Schuld zu werden, daß, wohlgefale. 1 8. Mir kann den frommen Glauben auch Tod und Grab nicht rauben. Wie ſollte Luſt und Leiden mich je von Jeſu ſcheiden! — 5. Die ⅞——— — — ——;— 308. Bitten der Confirmanden. 481 5. Die Confirmation. Bitten der E on fir mand en. b Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns der zc. 20 Mit heilger Freude nahen wir, Erloͤſer, Jeſus Chriſtus! dir, uns deinem Dienſt zu weihen; wir nahen, Herr! 4 Und du, Jeſu! woll'ſſt zum Bunde dieſer Skunde Segen ſprechen; daß wir nim⸗ mermehr ihn brechen 2. Heil uns! wir haben dich erkannt, Gott Vater! und das Vaterland, 1tim Himmel uns bereitet, und dich, Sohn Gottes, Jeſus Chriſt! daß du der Suͤn⸗ der Heiland biſt, der ſie zum Himmel eitet. Laß dein uns ſeyn; unſer Leben, dir ergeben, ſoll dich loben! Gib uns dazu Kraft von oben. 3. Ol ſend' uns, wie dein Wort ver⸗ heißt, den heil'gen, guten Gottesgeiſt, daß er uns Weisheit lehre! Er ſteh uns in Verſuchung bei, er mache uns von Suͤn⸗ den frei, und troͤſt uns dir zur Ehre; daß wir dir hier, wie in Freuden, ſo in Leiden, leben, ſterben und die Seligkeit ererben! Mel. Hh mit Herz und Mund, der Taufe ſegens.. chen Bund als Chriſten zu erneuen. 4³⁴² Bitten der Cofirmanden. Mel. Chriſtus, der iſt mein Leben ꝛc. 309. Aulebender! wir nahen uns be⸗ tend deinem Thron, erhoͤr' uns, deine Kinder, durch Chriſtum deinen Sohn. 2. Als ſeines Reiches Erben und auf ſein Wort getauft, hat er, der Welt⸗ Erloͤſer, uns theuer ſich erkauft.. 3. Nicht Silber, Gold und Schaͤtze, vergaͤnglich ird'ſches Gut, bracht’ er zum Loͤſegelde; es war ſein theures Blut. 4. Fuͤr uns ward es vergoſſen! Sieh uns von Dank ergluͤh'n, und nimm mit Leib und Seele zum Eigenthum uns hin. 5. Den Taufbund zu erneuen ſind wir verſammelt hier, und weihen unſer Leben 7 G und unſre Herzen dir. 6. Du hoͤr'ſt, was wir geloben, du ſiehſt in jedes Herz, ach! laß uns treu dir bleiben in Freude, wie in Schmerz! 7. Laß uns von dir nicht wanken! Und ſtraucheln wir im Lauf; dann reich uns deine Haͤnde und hilf uns wieder auf! 8. Und fuͤhr' uns bis zum Ziele, wo du des Sieges Kron' dem treuen Kaͤm⸗ pfer reicheſt, vor deinem Gnadenthron! — Mel. Bitten der Confirmanden. 483 Mel. Mein erſt Gefuͤhl ſey ꝛe. 310. Oeil uns! geſchloſſen iſt der Bund, der uns mit dir verbindet, Er⸗ loͤſer! deſſen treuer Mund uns Heil und Aben um Troſt verkuͤndet. e, 72. Wir kennen nun den Weg, wohin ckuſt du deine Juͤnger leiteſt, und was du w une denen, die ihn ziehe, an ſeinem Ziel t un pereiteſt. a theun 3. Ach! laß uns dieſes hohe Ziel aus KPeichtſinn nie verfehlen; nie durch ein ſündliches Gefuͤhl des Laſters Wege waͤh⸗ 2u 4. Gib, daß die freie Seele nicht dem Suͤnden⸗Joch ſich beuge, daß dieſer Tag 4 beim Weltgericht nicht gegen uns einſt 1 4 8 t am ageese 8 S. Dein Kreuz, das heilige Panier, laß uns vor Augen ſchweben; es fuͤhrt zum Sieg, es fuͤhrt zu dir, es fuͤhrt zum auft dm ew gen Leben. 1 2u. 6. Drum laß uns ewig treu dir ſeyn — uuedi im Leben und im Sterben; dann fuͤhrſt (= zum n du in dein Reich uns ein als deines Hbim⸗ dan tram mels Erben! xie in Eh a nicht v Hh 2 Fuͤr⸗ 484 Fuͤrbitten bei der Confirmation. Fuͤrbitten bei der Confirmation. Mel. Komm heil'ger Geiſt erfuͤlc. 31 1. Erhore, Vater unſer Fleh'n fuͤr ſie, die hier entſchloſſen ſteh'n, den Bund der Taufe zu erneuern, und feier⸗ lich dir zu betheuern, in ihrem Glauben feſt zu ſteh'n, in ihrem Thun auf dich zu ſeh'n, im Wandel rein und rein im Herzen, dein Heil nie ſorglos zu der⸗ ſcherzen; erfuͤlle ſie dazu mit Kraft! 2. Gib ihnen, Vater! Freudigkeit; laß des Geluͤbdes Heiligkeit ihr zartes Herz ſo tief durchdringen, daß ſie das Wollen treu vollbringen. Auch wir er neuern unſern Bund, dir treu zu ſeynt mit Herz und Mund. Laß Alle, die hier betend ſtehen, mit ihnen einſt zumi Himmel gehen. Erhoͤr' uns Gott! Er⸗ hoͤr uns Gott! b Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben, 3¹ 99 312. Ni. 312. Muner ſchauf auf ſie hernie⸗ der, die ſich dir im Glauben weihn, und, als deiner Kirche Glieder, dir ge⸗ 6 8 loben —p%·˖;„,˖ m Gottt Fuͤrbitten bei der Confirmation. loben treu zu ſeyn. Sie ſind dein, Er⸗ barmer! weihe du, der mit ſo großer Treue auch fuͤr ſie dahin ſich gab, weih ſie dir bis an das Grarbh!.. 2. Laß die Bluͤthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt ſeyn, daß ſie nie vom Pfad der Tugend in die Irre ſich zer⸗ ſtreu'n. Schuͤtze ſie vor allen Schlingen; laß es nimmermehr gelingen, daß bei Lockungen der Welt ihre Tugend wankt und faͤllt.“ 8. Laß ſie treu in deiner Liebe, feſt in deiner Lehre ſeyn, und durch deines Gei⸗ ſtes Triebe Wunſch und That des Boͤ⸗ ſen ſcheu'n. Staͤrke ſie durch deine Gna⸗ de, daß ſie auf der Tugend Pfade, wie ſie kindlich zu dir fleh'n, ſtets den Weg zum Leben gehn. 4. Halte ſie mit ſtarken Armen, wenn ſie ſtraucheln wollen, feſt; laß ſie fuͤhlen dein Erbarmen, das ſie nimmermehr verlaͤßt. Und wenn eines ſich verirrte, ach! dann nimm dich, treuer Hirte! des verirrten Kindes an; fuͤhr' es auf die rechte Bahn! b“ 5. Keines, keines, ach! von Allen, — die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner 485 486 Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. deiner Gnade fallen, und von dir geſchie⸗ den ſeyn! Herr, verſiegle ihren Glau⸗ ben; Keinem laß die Krone rauben, die du Alen zugedacht, die ſie ewig gluͤcklich machht!!. D. NiA 6. Sammle ſie einſt Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie ſind deiner Kirche Glieder; einſt, den Engeln Got⸗ tes gleich, ſingen ſie dir, Herr! zu Eh⸗ ren, in der Selgen hohen Choͤren dann ihr Loblied, hocherfreut, laut durch alle Ewigkeit! . 01 Wechſelgeſaͤnge bei der Coufirmation. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. Die Gemeinde. 3 13. Vater, groß und gut und weiſe! vereint zu deines Namens Preiſe betreten wir dein Heiligthum. Daſeyn gabſt du uns und Leben; doch mehr noch haſt du uns gegeben: dein theures Evangelium. Zum Chriſtenthum geweiht, fuͤr Zeit und Ewigkeit deine Kinder, Gott! wel⸗ ches Heil ward uns zu Theill O wuͤrd es aller Welt zu Theil! 2. Nimm —— 1 2 onfiu 1. der Ide Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. 487 2. Nimm in deiſer ſelgen Stunde zum freudenreichen Chriſtenbunde auch unſre Soͤhn und Toͤchter auf. Unter⸗ richtet in den Lehren des Heilands, dem wir angehoren, vollbrachten ſie der Kind⸗ heit Lauf! Nun ſteh'n vereint ſie hier, ſich, Welterloͤſer! dir ganz zu weihen. Steh ihnen bei, daß rein und frei ihr Schwur und reich geſegnet ſey er1 AinDdie Confirmand en. 3. Sey willkommen, ſel'’ge Stunde! die uns geſellt zum Chriſtenbunde, uns weih't dem Evangelium. Herr! vernimm den Schwur der Treue, wir uͤbergeben üns aufs Neue zu deinem ew'gen Eigen⸗ thum. Gott Vater, Sohn und Geiſt, den Erd und Himmel preiſt; Gott der Chriſten! wir wollen dein auf ewig ſeyn; du biſt der wahre Gott allin. Die Confirmirten. 4. Vater! kindlich dir ergeben in Freud' und Leid ſey unſer Leben; nimm uns in deine Vaterhut. Sohn des Hoͤch⸗ ſten! dich zu ehren, und treu zu folgen deinen Lehren, ſey unſer Heil und hoͤch⸗ ſtes Gut! Du heil ger Gottesgeiſt! der A Freund 488 Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. Freund und Troͤſter heißt, ſey uns Fuͤh⸗ rer auf unſrer Bahn zum Ziel hinan, wo wir des Lebens Kron empfahen. Die Gemeinde und die Confirmirten. 5. Herr! du haſt fuͤr uns gelitten den Kreuzestod, uns dir erſtritten zum Volke 8 deines Eigenthums; gruͤnd' uns felſenfeſt im Glauben, laß Welt und Hoͤlle dir icht rauben die frohen Zeugen deines Ruhms. Hilf, wenn Verſuchung droht, ſtaͤrk uns in Noth und Tod! Herr! be⸗ wahre vor Unbeſtand, die dich erkannt; nie laß und los aus deiner Hand. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. Die Confirmanden. 3144. Wenn wir, Vater, hier auf Erden im Glauben treu erfunden werden, ſo iſt dein Beifall unſer Lohn. Wenn ſich Licht um uns verbreitet, wenn Tu⸗ gend unſern Willen leitet, ſo nah'n wir freudig deinem Thron. Als Chriſten weihen wir den Sinn und Wandel dir! Sey uns gnaͤdig; und gib uns Kraft, ge⸗ Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. 489 gewiſſenhaft dem Ziel zu nahn, das Heil 2. Nur durch deines Geiſtes Gnade gelangten wir auf heiterm Pfade zu die⸗ ſem heil gen Pruͤfungstag. Du verlieh'ſt den Faͤhigkeiten zur Bildung viel Gele⸗ genheiten und halfſt den Schwachen treu⸗ lich nach. O! laß, von Duͤnkel rein, uns ferner eifrig ſeyn! Unſer Wiſſen iſt Stuͤckwerk doch; es laſtet noch auf un⸗ ſerm Geiſt des Irrthums Joch. 4r Die Gemeinde. 3. Gott! ſie wollen dir geloben, zum Himmel Herz und Blick erhoben, dein ew'ges Eigenthum zu ſeyn! Ewig wollen ſie dich lieben, in jeder Tugend fruͤh ſich uͤben, und ſtets ſich deiner Guͤte freu'n. Ol leite ihren Lauf den ſtillen Pfad hin⸗ auf zu dem Ziele, wo Seligkeit einſt b din zefreur, der treu ſich ſeinen Pflichten weih't. Mel. Von Gott will ich nicht c. Die Gemeinde. b 3 1 5. Drei Zeugen deiner Gnade, unendlich Guͤtiger! erhellen unſre Pfade mmit 490 Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. mit Segen rings umher. Sie winken Muth uns zu, geh'n traulich uns zur Seite; ihr troͤſtendes Geleite bringt lie⸗ bend uns zur Ruh'. 5 2. Will uns mit ihren Schrecken in banger Zweifel Nacht des Unmuths Woge decken: uns ſchuͤtzt der Wahrheit Macht! Die Pfade geh'n hinan; die Frucht entbluͤht dem Staube; die Furcht beſiegt der Glaube, befreit von Men. ſchenwahn. 3. Druͤckt ſchwerer Pflichten Buͤrde, ſinkt matt der Treue Hand, ſieht ſich die reinſte Wuͤrde des edeln Sinns verkannt; wenn bald das Herz erliegt im Kampfß nied'rer Triebe, erhebet uns die Liebe; der beſſ're Wille ſiegt. 4. Wenn alles nun entfliehet, was uns die Erde gab, der Himmel ſich um, ziehet, uns Schwermuth draͤngt hinab; was haͤlt dann unſer Herz, daß es in banger Schwaͤche nicht troſtlos zag' und breche? Die Hoffnung heilt den Schmerz! Die Confirmanden. 5. Juͤr Hoffnung, Liebe, Glauben, die unſer Herz errang, nichts muͤſſe ſie uns rauben! nimm, Gott! den Dank⸗ geſang. 4 4 1 1 1 L 4 4 ’ 1 O 4 4 8 4 5 1 A 4 ½ 4 6 1 4 4½ 1 1 * 4 1 L 4. B 4 2 4 1 * V —— Cſſſſſſ ———— r. 4 Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. 491 ai) geſang. Sie ſind kein Traumgebild! Die del 3un Liebe iſt Vertrauen, der Glaube fuͤhrt zum Schauen, die Hoffnung wirderfuͤllt. Nel. Wie ſchon leuchtt uns der ꝛe. 316. Wie biſt du, den kein Auge ſah, uns ſichtbar, Ewiger! und nah in ihm, der uns verſoͤhnet! Im reinſten Menſchen⸗Angeſicht ſtrahlt uns der Gottheit blendend Licht gemildert und derſchoͤnet. Vater, Vater! ruft ver⸗ trauend, auf dich ſchauend der Entzuͤckte, der in Jeſu dich erblickte. 2. Aus ſeinem dunkeln Kreuz erbluͤht fuͤr unſer glaubiges Gemuͤth ein helles (ihu Warmes Leben, das von der Erde will 72 ſt und kann ſich hoch und hoͤher himmelan uth E ingi in ew'ger Liebe heben. Selig! Selig! 9 dahs von den Suͤnden rein, empfinden die ttEbs Gemuͤther ganz die Fuͤlle deiner Guͤter. 4 Die Gemeindet.. ’ de . Guu 3. O kaͤmpften All um dieſen Preis! d nit O ſchloͤſſen ſich an unſern Kreis auch die⸗ * ſer Kinder Seelel! 6 492 Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. Die Confirmanden. Gerufen machen wir uns auf, ſchon in der fruͤhen Jugend Lauf ein ewig Ziel zu wählen Die Gemeinde. Heil euch! Heil euch! Auserkorne 4 Gottgeborne!— Die Confirmanden. Seh't, wir kommen!— Die Gemeinde. Seyd mit Freuden aufgenommen! Mel. Schmuͤcke dich, o liebe ꝛc. Die Konfürmandein— den, Sinn und Geiſt uns haſt dese uns verſorget und bewahret, und dich ſelbſt uns offenbaret; von des Daſeyns erſten Tagen haſt du huldreich uns getra⸗ gen; hoͤre Gott! mit Wohlgefallen ſchwa⸗ chen Dank, den wir dir lallen. Die Gemeinde. Hööre, Gott! mit Wohlgefallen ſchwa⸗ chen Dank, den M dir lallen. Die Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. 493 Die Confirmanden. u02. In der Bluͤthe unſ'rer Jahre nahen wir nun dem Altare, ſchwoͤren, ganz uns dir zu weihen; darum wollſt du uns verzeihen, was des Kindes Thun befleck⸗ ein te, als den Geiſt noch Blindheit deckte; „wirr bereuen unſ re Sunden, laß, o Herr! (* uns Gnade finden. — Die Gemeinde. Sie bereuen ihre Sunden, laß, o Herr! ſie Gnade finden. b Die Confirmanden. 1 3. Vater, Sohn und Geiſt! wir nen⸗ nen unſern Gott dich, wir bekennen freu⸗ eimnn dig unſern Chriſtenglauben, den die Welt as ſern uns nicht ſoll rauben. Unſern Taufbund, 5 den Herr! erneuen wir mit dir, dem ewig Treuen; o Dreieiniger dort oben! hoͤre, 1 was wir dir geloben! 2 di Die Gemeinde. h Huen d Dreieiniger dort oben! hoͤre, was fülaſt ſie dir geloben. 5e Die Confirmanden. — 4. Vater! kindlich auf dich ſchauen 1 1 wollen wir und dir vertrauen; unſre 8 1 n' Schuld ſoll ſtets uns lehren, Sohmund . 494 Wechſelgeſaͤuge bei der Confirmation. Mittler! dich zu ehren, und dir, Geiſt, von Gott gegeben! wollen nie wir wider⸗ ſtreben. Laß denn, Urquell aller Gabent Theil an deinem Reich uns haben. wdie Gemeinde. 8 Laß, o Urquell aller Gaben! Theil an deinem Reich ſie haben. Die Confirmanden. 5. Staͤrke uns mit Himmelskraͤften, naͤhre uns mit Lebensſaͤften, leite ſtets mit treuer Rechte durch des Erdenthales Naͤchte unſre ſchwachen irren Schritte; o erhoͤre unſre Bitte: fuͤhr' uns, Hery! durch Freud' und Leiden zu des Hummeth Seligkeitent 196 Die Ge m einde. Fuͤhr uns, Herr! durch Freud' umh Leiden zu des Hiumels Seligkeiten. Mel. Jeſus meine Zuverſict ꝛc. Die G e m e in de. 318. Gottes Gnade ſey mit eucht ſie verleih euch Kraft und Segen! Wal⸗ let freudig, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Groß iſt einſt der Tugend Loß vor des Weltenrichters Thran.) 5 2. Hei⸗ Wechſelgeſaͤnge bei der Confirmation. 495 au 2. Heilig ſey euch dieſer Tag, heilig, euna was ihr jetzt verſprochen; was der Mund mei vor Gott verſprach, werde nie von euch gebrochen; bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod. uh nsDie Confirmirten. 3. Ja, zu treuer Folgſamkeit haben wwir uns dir verpflichtet! Dir ſey unſer 1 4 Herz geweiht, unſer Geiſt auf dich ge⸗ ¹=2 uͤichtet! O wie ſelig werden wir durch ei den Bund, o Gott, mit dir! nten 4. Staͤrk uns, Herr, mit deiner i Kraſt! ſchutz; uns vor der Macht der n tshe Saͤnden! Gib, daß wir gewiſſenhaft je⸗ dem Fehler uns entwinden; hilf, daß me unſer Herz dir treu, ſtandhaft unſ're da) dun Tugend ſehy! Alle. 5. Sieh', o Herr! wir alle fleh'n, ar ſtarke liebreich unſre Seelen; daß wir e niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles ſchwindet mit der non ſer 4 Zeit; nur nicht wahre Froͤmmigkeit. 6. Das 496 Vorbereitung zur Feier des heil. Abendmahls. 1346. Das heilige Abendmahl. Vorbereitung zur Feier des heiligen Abendmahls. Nel. Auf, ermuntr'e dich ꝛc. Chor. 3 1 9. Aler Herren Herr und Köni ſtellt ein frohes Gaſtmahl an; er, dem alle Welt zu wenig, dem der Himmel unterthan, laͤßt uns Alle doch in Gua⸗ den, auch den Alleraͤrmſten laden. Communicanten. 2. Auf! lermuntre dich Gemuͤthe! Auf mein Herz! und freue dich; tran auf deines Heiland's Guͤte, deiner auch er⸗ barmt er ſich, und laͤßt dir ſein Mahl bereiten; nahe dich mit den Geweih⸗ ten. Chor. 3. Keiner wird hier ausgeſchloſſen Alle haben gleiches Recht: er erwaͤhlt zu Tiſchgenoſſen wie den Herrn, ſo auch den Knecht, und der Suͤnder mit dem Frommen wird hier gnaͤdig angenommen. Communicanten. 4. Hilf uns, Herr! hilf uns bezwin⸗ gen Sünde, Plaſche und Blut und Wel⸗ hil ꝑ— ———— Vorbereitung zur Feier des heil. Abendmahls. 497 b hilf uns nach der Tugend ringen, die dena dein Vorbild dargeſtellt, daß, der Schaam unnd Schuld entnommen, wir zu deiner 1. Tafel kommen. b Chor. b 5. Hier wird Heil und Kraft; zum Leben, hier wird Gnad' und Seliakeit jedem Reuigen gegeben, der mit De⸗ muth iſt bereit, um mit glaubigem Ver⸗ langen Heil und Leben zu empfangen. 8. Communteanten. 6. Speiſ und traͤnk' uns, daß wir Pben, floͤß uns Kraft und Staͤrkung in; wie dem Weinſtock ſeine Reben laß Uns dir verbunden ſeyn, Lebensſaͤfte uns durchdringen, daß wir reiche Fruͤchte b hringen. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. Gemeinde. ade tit 320. Herr, du wolleſt uns bereiten 4 mugenem zu deines Mahles Seligkeiten! ſey mitten unter uns, o Gott! Geiſt und Leben zu 4 8 m ig empfahen, laß wuͤrdig unſer Herz ſich 4 1 nahen, und ſprich uns los von Suͤnd Ji — 2 ——e — — — — —= 408 Vorbereitung zur Feier des heil. Abendmahls. und Tod! Sind wir gleich nicht ganz rein, wir ſind doch, Jeſu! dein; ſind unſterblich. O! laß uns ſeh'n in jenen Hoͤh'n von fern der Ueberwinder Lohn! (Ehor. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben das Himmelsbrod, von Gott gegeben. Des Vaters Gnade ſey mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen Leben des Bundes Kelch, von Gott gegeben. Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele ſey bis in den Tod getreu! Wacht und betet, der Weg iſt ſchmal, klein iſt die Zahl der Sieger, die der Richter kroͤnt! (Gemeinde. 6 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen als Maͤrtyrer dir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vor'm Blut⸗ gericht zu ſtehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Muths in aller Marter⸗ qual. Verleih' Beſtaͤndigkeit auch uns! Nicht Luſt noch Leid laß uns ſcheiden, o Herr! von dir, denn dein ſind wir; im Leben und im Tode dein. — Lieder d üichn XI r fenet ge yen den u vornà d. Sin da aler Ma na zeit auc funs ſon 1 in ſid (Sn. Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 499 Lieder zur Feier des heiligen tIIge Abendmahls. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. 321. b Heer! deines Lebens letzte Nacht, die Nacht voll Angſt und Schmer⸗ zen, die dich dem Tode nah' gebracht, ſey heilig unſern Herzen. An deiner letzten Stunden Qual laß uns, bei dei⸗ nem Abendmahl, mit Dank und Ruͤh⸗ rung denken! 69u12. Verſammelt hatteſt du um dich noch einmal deine Treuen, den Bund der Liebe feierlich mit ihnen zu erneuen; von Tod und Trennung ſpracheſt du; vernichtet war der Deinen Ruh, ihr Muth und ihre Hoffnung. 3. Da gabſt du, ſorgend fuͤr ihr Wohl, Erquickung ihren Herzen. Du troͤſteteſt ſie liebevoll bei deinen eignen Schmerzen. Du ſtifteteſt der Liebe Mahl, und einer beſſern Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. 4. Auch wir erheben unſern Blick, an deines Altars Stufen, zu jenem ho⸗ hern, ew gen Gluͤck, zu dem uns Gott berufen durch dich, der du fuͤr Alle Ji 2 ſtarbſt, 500 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. ſtarbſt, und Hoffnung uns, auch uns, erwarbſt, des ew'gen Lebens Hoffnung. 5. Hilf, daß aus Dankbarkeit wir nut die Suͤnde ernſtlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun, und ſtand⸗ haft ſey'n im Leiden; gib, daß wir deine große Huld durch Liebe, Sanftmuth und Geduld und frommes Leben ehren, 6. O ſchenke, Herr! uns Luſt und Kraft, wenn wir dein Mahl genießen, daß wir alsdann, gewiſſenhaft von neuem feſt beſchließen: uns deiner Liebe ſtets zu weih'n, dir unverbruͤchli im Leben und im Tode. ch treu zu ſeyn 1 Mel. Schmuͤcke dich o liebe Seele ꝛc. 80 3292. Heerl ich falle vor dir niederz dir ertoͤnen meine Lieder. Wer, o Til⸗ ger meiner Suͤnden! wer kann deine Huld ergruͤnden? Ach! mit welchem edeln Herzen wollteſt du die tiefſten Schmerzen, Schmach und Spott fuͤr dulden! chulden, ja den Kreuzestod er⸗ meine S 2. Meine Suͤnden willſt du decken, willſt mich Toden auferwecken, willſt ein ———— ͤ netit demn . 1ℳ * M M=Kn lar dem 11 Wer,9. 1 ni vit E di uf e Snne Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 501 ein ewig frohes Leben, Menſchenretter! einſt mir geben. Nun ſo ſey der Bund erneuet! Ganz ſey dir mein Herz gewei⸗ het; was du haſſeſt, will ich haſſen, ſtets von dir mich leiten laſſen. 3. Ich gelobe dir von Herzen, meiner Bruͤder Noth und Schmerzen immer bruͤderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden, auch das Unrecht ſtill zu leiden, unge⸗ duldig nie zu klagen, nie im Ungluͤck zu verzagen. 1 814. Zwar ich kenne meine Schwaͤche, da ich, Herr! dir dies verſpreche. Was ich heute dir verſprochen, iſt oft morgen ſchon gebrochen; darum gib mir Muth und Staͤrke zu der Tugend edelm Werke! Komm, und eile mich vom Boͤſen, das mir anklebt, zu erldſenn!— 5. Hilf den erſten Reiz der Suͤnden, hilf mir bald ihn uͤberwinden! Wecke, ruͤhre mein Gewiſſen, eh' der Geiſt wird hingeriſſen; laß der Suͤnden Sold mich ſchrecken, mich der Tugend Freuden ſchmecken; oft ſchon wurden ſie empfun⸗ den, hatt ich Suͤnden uͤberwunden. 6. Laß mich deine Treu' ermeſſen, deine Liebe 502 Lieder zur Feier Is heiligen Abendmahls. Liebe nicht vergeſſen; laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr! dich ſehen am Kreuze bluten; Liebe ſchlug dir deine Wunden: dies ſoll mich in dunkeln Stun⸗ den, wenn mich Angſt und Zweifel druͤk⸗ ken, mit erhabnem Troſt erquicken! 7. Gib, daß ich und alle Chriſten ſich auf deine Zukunft ruͤſten, daß, wenn jetzt dein Tag ſchon kaͤme, Herr! vor dir ſich keiner ſchaͤme. Schaff'“, o Hei⸗ land aller Suͤnder! dir viel Juͤnger, Gott viel Kinder, die da leben, leiden, ſterben, deine Herrlichkeit zu erben. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils! wann wirſt du kommen, daß wir mit der Engel Choͤren Jeſum ſeh'n und ewig ehren? Hallelujah! ewig leben alle, die ſich ihm ergeben! Halle⸗ lujah! welche Freuden ſind die Fruͤchte ſeiner Leiden! Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 323. Hier bin ich, Jeſus! zu erfuͤl⸗ len, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht 8 und Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 505 und Wohlthat mir gemacht. Verleih aun zur Uebung dieſer Pflicht mir deines 1 Geiſtes Kraft und Licht! . 2. Bewundernd denk ich an die Liebe, mit der du unſer Heil bedacht. Wie ſtark ſind deines Mitleids Triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesſchmerz jetzt neuen Ein⸗ druck in mein Herz. in 3. Nie will ich mich des Mahles ſchaͤmen, das, Jeſul deine Liebe preiſt; mit frohem Herzen Antheil nehmen, wo man Verehrung dir erweiſt; den heil gen Eiſe floͤß mir ein, ein Zeuge deiner Huld zu ſeyn. 4. Es werde dann fuͤr mein Gewiſſen dein Mahl ein troͤſtend Unterpfand, daß ich, der Suͤndenſchuld entriſſen, durch dich bei Gott Vergebung fand; ſo freuet meine Seele ſich in deinem Heil und preiſet dich 5. Doch laß mich auch die Suͤnde ſcheuen, fuͤr welche du, dich opfernd, ſtarbſt; durch ſchnoͤden Mißbrauch nie entweihen, was du ſo theuer mir er⸗ warbſt. Nie fuͤhre mich zur Sicherheit der Troſt, den mir dein Tod verleih't! 6. Ich 504 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 6. Ich uͤbergebe mich auf's Neue, mein treuer Heiland! jetzt an dich. Ich ſchwoͤre dir den Eid der Treue vor deinem Tiſche feierlich. Dir will ich ewig eigen ſeyn; du ſtarbſt fuͤr mich: d'rum bin ich dein! 8 Gleich dir, will ich den Naͤchſten lieben, und, wenn er ſtrauchelt, was verſieht, Verſoͤhnlichkeit und Sanftmuth uͤben; Herr! ſtaͤrke dazu mein Gemuͤth⸗ da du der Schulden ſchwere Laſt auch mir aus Huld erlaſſen haſt. 8. Wie ſelig macht mich dann der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einſt aus des Grabes Staube mich deiner Allmacht Ruf erhebt, wenn duß o großer Lebensfuͤrſt! in Herrlichkeit er⸗ ſcheinen wirſt. 9. Hier lieg' ich, Herr! zu deinen Fuͤßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich flie⸗ ßen, mein Heiland! laß es doch geſchehen, daß mir zur Staͤrkung meiner Treu dein Sbendmahl geſegnet ſey! 8 Mel. —— ———— ben tani r, na Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 505 (Eigene Melodie) I 3244. Schmuͤcke dich, erlöſte Scele! komm aus dunkler Trauerhoͤle, komm an's helle Licht gegangen, froh und feſt⸗ lich ſollſt du prangen; denn der Herr, voll Huld und Gnaden, hat zum Nacht⸗ mahl dich geladen; deinen Bund ſollſt du erneuen und dich ſeiner Liebe freuen. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, dem Geliebten froh entgegen! eile, denn es iſt äſein Wille! mit der unerſchoͤpften Fuͤlle ſeiner theuern Liebesgaben will er deine Seele laben; eile zu den Gnaden⸗ pforten, red' ihn an mit frommen 3. Herr! wie koͤſtlich iſt die Gabe, die ich hier vor Augen habe, und umſonſt wird mir gegeben Lebensbrod, Gewaͤchs der Reben, weil in aller Berge Gruͤnden doch der Schatz nicht iſt zu finden, der das Labſal dieſer Schaalen, der dies Manna kann bezahlen. 11 4. Ach! wen ſollte nicht verlangen, ſolche Speiſe zu empfangen; ach! wen ſollte, Herr! nicht duͤrſten nach dem Trank des Lebensfuͤrſten. Ach! wer ſollte nicht 506 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. nicht mit Thraͤnen ſich nach ſolchem Mahle ſehnen, wo du, Herr! dich mit den Deinen willſt nach Leib und Seel vereinen? 5. Herr! ich freue mich mit Beben, daß du ſelbſt dich mir willſt geben, Le⸗ benskraft mir zu gewaͤhren, mich mit deinem Leben naͤhren, durch des heil gen Mahles Speiſe auf ſo wunderbare Weiſe! Ol! wer darf ſich unterwinden 6. Jeſus! laß mich wuͤrdig nahen, Heil und Leben zu empfahen: mir zum Heil und nicht zum Schaden, haſt du ja mich eingeladen; hier fall' ich zu dei⸗ nen Fuͤßen, ach! laß wuͤrdig mich genießen dieſe deine Seelenſpeiſe, mir zum Heil und dir zum Preiſe! dies Geheimniß zu ergruͤnden! 9 7. Herr! du haſt dein theures Leben in den Tod fuͤr uns gegeben: an dem Kreuz, fuͤr uns vergoſſen, iſt des Bundes Blut gefloſſen; ewig iſt dein treues Lie⸗ ben! Herr! von Lieb und Dank getrieben, will ich dir denn auch mein Leben ganz zum Opfer uͤbergeben. 18. Laß fuͤr alle meine Suͤnden der Vergebung Troſt mich finden; all' mein Den⸗ ſe anr zu eitt dunh goen: a. en ades di ſt 3i nu d Crtant 18 Llben * li Schulden abgethan; nun ſind ſie Gottes Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 507 Denken, all mein Sinnen, all' mein Wollen und Beginnen, lenke, Herr! durch deine Guͤte, daß mit dankbarem Gemuͤthe ich fortan auf alle Weiſe dich t und deine Liebe preiſe! 9. Der du zu des Lammes Mahle einſt uns rufſt im Himmelsſaale, wo die Sieger herrlich prangen; laß auch mich dazu gelangen, daß ich dort vor deinem Throne mich im Schmuck der Ehrenkrone ewig deiner Lieb' und Treue 5 mit den Auserwaͤhlten fraa! Mel. An Waſeerfluͤſeen ꝛe. 99. 325. Ich komme, Herr! und ſuche dich, muͤhſelig und beladen. O wuͤrdige, Erbarmer! mich des Troſtes deiner Gna⸗ den! Zuruͤckgekehrt auf deine Bahn, will ich mich dem Altare nah'n, mich deiner zu getroͤſten. Ich fuͤhle meiner Suͤnden Muͤh'; ich ſuche Ruh' und finde ſie im Glauben der Erlͤſten. 2. Dich bet' ich zuverſichtlich an, du biſt das Heil der Suͤnder, haſt ihre Kin⸗ 508 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es iſt voll⸗ bracht! Du haſt mir Heil erworben; fuͤr mich haſt du dich dargeſtellt; mit ſich verſoͤhnte Gott die Welt, da du fuͤr ſie geſtorben. 3. O freue dich, mein Herz! in mir; er tilget deine Suͤnden, und laͤßt bei ſeinem Mahle hier dich Gnad' um Gnade finden; du rufſt und er erhoͤrt dich ſchon, ſpricht liebreich:„ſey getroſt mein Sohn! die Schuld iſt dir vergeben! Du biſt auf meinen Tod getauft, vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zum Ruhme ſtets zu leben! 427 A.„Dein iſt der Seele Seligkeit! bewahre ſie im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben! Sieh', ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinſtock; bleib' an mir, ſo wirſt du Fruͤchte bringen! Ich ſteh' dir bei, ich ſtaͤrke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr! mein Heil iſt dein Ge⸗ bot; ich will es treu erfuͤllen. Verleihe mir durch deinen Tod die Kraft zu dieſem Willen! Laß mich von nun an eifrig ſeyn, —y—— 1— Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 509 ſeyn, mein ganzes Leben dir zu weih'n, und deinen Tod zu preiſen! Laß mich durch wahre Beſſerung den frommen Ernſt der Heiligung dir und der Welt beweiſen! n Mel. Ach, Herr! mich armen ꝛc. 326. Voll Andacht, Dank und Freude verſammelt, beten wir, gedenken deines Todes und ſingen, Jeſu! dir. Erweckt bei deinem Mahle zu neuer, feſtrer Treu', empfinden wir, wie ſelig, wer dir ſich weihet, ſey. 2, Wie heilig iſt die Stunde, da wir uns betend nahn, und mit geruͤhrtem Herzen dein heiliges Mahl empfahn; wenn dein verdienſtlich Leiden vor unſern Blicken ſchwebt, und auf der Andacht Fluͤgeln der Geiſt zu dir ſich hebt. 3. Wie brennen unſ re Seelen in heil⸗ ger Dankbegier! Wie wallen unſre Her⸗ an zen voll heißer Liebe dir! Dir, unſerm Herrn, geloben wir, ewig treu zu ſeyn, und uns und unſer Leben ganz deinem Dienſt zu weih'n. 1n 4. Zwar 510 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 4. Zwar ſehen unſre Augen dich, un ſern Heiland, nicht; nicht deine Huld und Liebe in deinem Angeſicht; ſeh'n nicht das Brod dich reichen, des Bundes Kelch uns weih'n; uns ſchallt nicht deine Stimme: nehmt und gedenket mein! 5. Doch wir, auch wir empfinden, wie goͤttlich du uns liebſt, wenn du in deinem Mahle der Gnade Pfand uns giebſt. Wir ſeh'n den Himmel offen, und der entzuͤckte Geiſt hoͤrt, wie der Selgen Menge dich, ihren Retter, preiſt! 6. Dort wo nach Kampf und Siegen die Kron' am Ziel uns lohnt, wo Tod nicht iſt, nicht Leiden, wo ew'ger Friede wohnt: dort werden wir, vereinet in eine Bruͤderſchaar, dir danken, Herr! dich preiſen, der unſer Retter war. 7. Laß dieſen Tag der Wonne uns, Herr! geſegnet ſeyn, daß noch dereinſt im Himmel wir ſeines Heils uns freu'n! und was wir dir geloben, dazu verleih uns Kraft; dann enden wir mit Freuden einſt unſre Pilgerſchaft! — =n Ret mpf m. u ohnt, t o ew rir, dem dm danken, *zetter we 1Er Vom 12 0 den eik m [On, da ir mi Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 511 Mel. Werde munter mein ꝛc. 327. Kommt, und eßt das Brod des Bundes; kommt und trinkt von die⸗ ſem Wein! Herr! dem Worte deines Mundes ſoll mein Herz gehorſam ſeyn. Du, du bluteteſt fuͤr mich, ſtarbſt zu meinem Heil, und ich ſollte deiner nicht gedenken? meinen Freund durch Undank kraͤnken: 2. Nein, dich ſoll mein Mund beken⸗ nen vor der Welt bis in den Tod; nichts ſoll je von dir mich trennen, weder Gluͤck, noch Angſt und Noth! Meiner Seele Ruhm biſt du; durch dich kann ich Troſt und Ruh', durch dich Reinigung von Suͤnden, Muth im Todeskampfe finden. 3. Unter meinen Miterloͤſten komm' ich, Herr! zu deinem Mahl, will mich deſſen freuen, troͤſten, daß ich von der ſel'gen Zahl derer bin, die du geliebt, bis zum Tod am Kreuz geliebt, ſie vom Tode zu befreien, ſie zum Himmel ein⸗ zuweihen. 4. Herr! das Wort, das du geſpro⸗ cchen, glaub' ich feſt und preiſe dich, daß fuͤr mich dein Leib gebrochen, daß dein Blut 512 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. Blut floß auch fuͤr mich. Soll ich Gott noch aͤngſtlich ſcheu'n? Nein, ich darf mich ſeiner freuun! Der den Sohn fuͤr b wich gegeben, will, ſein Leben ſey mein Leben. 5. Nie vergiß es, meine Seele! was der Herr an dir gethan. Lob' ihn ewig und erwaͤhle die von ihm betretene Bahn. Er iſts, der ſie wandeln heißt. Waͤhle ſie, ſein guter Geiſt wird zu alle guten Werken dich bei deiner Schwach⸗ heit ſtaͤrken. 1 6. Das Geluͤbde will ich halten, ei dir getreu zu ſeyn! Laß den Eifer uit erkalten; mehr und mehr mich dir zu weihn! Dir zu folgen, iſt mein Gluͤck Wich' ich je von dir zuruͤck, wuͤrd' ich doch, nach kurzen Freuden, Schaden an der Seele leiden. 7. Das Gedaͤchtniß deiner Liebe hei⸗ lige mein ganzes Herz; es belebe fromme Triebe, troͤſte mich in Noth und Schmerz. Heiland! ich gehoͤre dir; ſtaͤrke du die Hoffnung mir: auf der kurzen Bahn der Leiden fuͤhreſt du zu Himmelsfreu⸗ en. b Mel. 1 n u, Sod ß Ener b zbelcefe Ja met . ſited ea. 1 t Hinuti erwarbſt; dir zu Ehren ſtets zu leben was ich, Herr! dir ſch Lieder zur Feier des heiligen Abendmatts. 513 Mel. Freu⸗ dich ſehr o meine Seele ꝛc. 1 88 328. Voll von Ehrfurcht, Dank und Freuden komm ich Herr! auf dein Gebot zu dem Denkmal deiner Leiden und betrachte deinen Tod. Mittler! der du fuͤr mich ſtarbſt, mir ein ew'ges Hei ſey mein eifrigſtes Beſtreben! 5 f 2. Ich empfind' es jetzt aufs Neue, uldig bin. Du, du gabſt mit großer Treue ganz dich mir zum Segen hin, zeigteſt mir den Weg zu Gott, und ertrugſt den Kreu⸗ zestod, mir im Leben und im Sterben ſichre Troͤſtung zu erwerben. 3. Du verlieh'ſt zu Gottes Gnade Zutritt mir;; du haſt mir Kraft, auf der Tugend ſicherm Pfade feſt einherzu⸗ gehen, verſchafft. Und du rufſt aufs Neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme, und mich deiner niemals ſchaͤme. 4. Sollt' ich, Jeſu! denn vergebens deinen Leib, dein Blut empfah'n? nicht zur Beſſ'rung meines Lebens mich au deinem Tiſche nah'n? Jas znier wahren 514 Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. Ernſt will ich mich vor Suͤnden ſcheutn, und dich durch ein neues frommes Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 1915. Dieſen Vorſatz, den ich habe, thaͤ⸗ tig dankbar dir zu ſeyn, praͤg ihn, Jeſu! bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Suͤnde ſtets zu flieh'n, ihre Lockungen nd Freuden bis an meinen Tod zu mei⸗ 6. Geh'’ mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Huͤlfe nach, daß ich als ein Chriſt ſtets handle; und wird ja mein Glaube ſchwach: ol ſo hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermuͤde; ſo erquicket mich dein Friedee?! 4 17. Ewig will ich dir es danken, daß du ſo barmherzig biſt, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu beſtaͤn⸗ dig iſt. Herr! ich hoff' es froh und feſt, daß ſie niemals mich verlaͤßt. Nach des Lebens kurzen Leiden fuͤhrt ſie mich zu Himmelsfreuden. Nach der Feier des heiligen Abendmahls. 515 Nach der Feier des heiligen Aben dmah ls. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt te. 329. Nuͤnm hin den Dank fuͤr deine Liebe, erhabner Mittler, Jeſu Chriſt! Gib, daß ich, dir getreu, ſtets uͤbe, was dir, Herr! wohlgefaͤllig iſt! es muͤſſe deines Todes Pein mir immerdar vor Augen ſeyn! aſ 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich, Suͤnder, und des Todes werth, ich ſoll nicht ſterben, ſondern leben! du haſt das Leben mir gewaͤhrt; du ſtarbſt fuͤr Suͤnder, ſtarbſt fuͤr mich: wie preiſ und ehr ich wuͤrdig dich! Rihun 3. Heil mir! dein Brod ward mir ge⸗ brochen; ich trank, Herr! deines Bun⸗ des Wein. Von Herzen hab' ich dir ver⸗ ſprochen, dir bis zum Tode treu zu ſeyn. Und nun gelob' ich nochmals dir, und flehe: hilf, o Heiland, mirl 4. Bewahre mich vor neuen Suͤnden; verlaß mich in Verſuchung nicht! Im Kampfe hilf mir uͤberwinden, und ſtaͤrke mich zu jeder Pflicht! Im Tode noch ſey, Herr! dein Heil mein hoͤchſter Troſt, mein beſtes Theil! Kk 2 5. So 516 Rach der Feier des heiligen Abendmahls, 3 So ſoll denn weder Gluͤck noch Lei⸗ den 85 Hohn und Ruhm und Luſt der Welt, mich, Herr! von deiner Liebe ſcheiden, die ſelbſt im Tode mich erhaͤlt; du biſt und bleibeſt ewig mein; laß mich nur deiner wuͤrdig ſeyn! Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 330. O J O Jeſu! dir ſey ewig Dans fuͤr deine beſte Gabe, fuͤr meiner Seele Speiſ' und Trank, die ich empfangen habe. Daß du an deinem Tiſch als Gaſt mich Armen nicht verſchmaͤhet haſt; wir ſoll ich's Herr! dir danken? 2. Laß mich nun bleiben ſtets bei dir, mit dir vereinigt leben! Ach! leb' und wirke du in mir; ich will mich dir erge⸗ ben. So hab’ ich, was ich haben ſoll, Licht, Kraft und Troſt, und ferudeoul dill ich dir rewig danken! Aufforderu ugen zur Buße. 517 Iſam V. Von den Heilsguͤtern der Erldſung. urn 4 b b und Bekehrung. Aufforderungen zur 1 3 n ſe. Mel. Vater unſer im Himmelreich ꝛct. 331.„So wahr ich lebe!“ ſpeicht Ae in dein Gott,„mir iſt nicht lieb des Suͤn⸗ n ſch m ders Tod; mein Wunſch und Wille iſt ür n vielmehr, daß er von Suͤnden ſich bekehr, ic ſicch beſſre in der Gnadenzeit, und mit mir nich ieb in Ewigkeit“"“ S Tſhh 2. Dies Wort bedenk', o Menſchen Hcheſtte kind! verzweifle nicht in deiner Suͤndz noch ſindeſt du Troſt, Heil und Gnade, die Gott dir zugeſaget hat, und zwar mit 2 Ach t einem theuern Eid! O ſelig, wem die il mihda Suͤnd iſt leid. 1 ans ichhi 3. Dochhuͤte dich vor Sicherheit! Denk 2, und ſin nicht: zur Beßrung iſt's noch Zeit; ich l wiill mich mit der Welt erſt freu'n, und weerd' ich ihrer muͤde ſeyn, dann eil ich, und bekehre mich; Gott wird wohl mein — erbarmen ſich. 4. Wahr iſt's: Gott iſt wohl ſtets be⸗ reit zum Wohlthun, zur Barnnhekzigkeit doch Aufforderungen zur Buße. doch Weh dem, der mit frechem Sinn auf Gottes Langmuth ſuͤndigt hin, und ſeiner Seele ſelbſt nicht ſchont; dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. Vergebung ſagt dir zu dein Gott durch des Verſoͤhners Blut und Tod; doch welchem Suͤnder ſagt er wohl, ob er bis morgen leben ſoll? Daß du mußt ſterben, iſt dir kund; verborgen iſt die Todesſtundt. 6. Heut lebſt du, heut' bekehre dich! eh's Morgen wird, kann's aͤndern ſich. Wer jetzt geſund iſt, ſtirbt vielleicht, eh⸗ er den Abend noch erreicht; ſtirbſt du nun ohne Buße hin, wie willſt du dem Gericht entflieh'n? 7. Hilf, o Herr Jeſu, hilf du mir! daß ich noch heute komm zu dir, und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende uͤbereilt, damit ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt ſey bereit! 69 — — 1d noch iſt es Zeit, aufzuſtehe'n vom Schlafe! Nahe iſt die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hoͤr, Hoͤr', Gott ſpricht; ſaͤume nicht, ſeinen Aufforderungen zur Büße. 519 Ruf zu hoͤren, und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Poſaunenſchall nicht die Todten alle; noch bebt nicht der Er⸗ denball, nahe ſeinem Falle; aber bald, bald erſchallt Gottes Ruf: Es werde, Menſch, dein Leib zur Erdehd! 3. Kommt nun, eh’ du es gedacht, un⸗ ter Suͤndenfreuden, deines Lebens letzte Nacht; was wirſt du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz d deiner Schuld zerriſſen, wird verzagen muͤſſen! 4. Wenn vor deinem Antlitz ſich jede 12 Suͤnd enthuͤllet; wenn dann eine jede dich ganz mit Graunn erfuͤllet; nichts dich dann ſtaͤrken kann, keine deiner Freuden: was wirſt du dann leiden! 5. Nah dem Untergang wirſt du an des Grabes Stufen, bang um Troſt und Seelenruh', dann vergebens rufen: Rette, Gott! mich vom Tod! Rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, Menſch! wandelſt du allhier auf des Lebens Pfade; noch iſt zur Er⸗ rettung dir nahe Gottes Gnade. Eil ihr zu! dann wirſt du ganz durch ſie erneuet und mit Troſt erfreuet. Nel. 3 Nuferdemngen zur Buße n n 9 Gott du fronnmer Gokt ꝛc. 333. Spa deine Buße nicht von einem Jahr zum andern; du weißt nicht, wann da mußt aus dieſem Leben wan⸗ dern. Du mußt nach deinem Tod vor Gottes Angeſicht; ach! denke fleißis dran, ſpar deine Buße nicht! 886 2. Cpar⸗ deine Buße nicht auf ferme Lebenstage, du weißt ja nicht, wie lang dein R ichter dich noch trage. Wie bald, wie bald verliſcht der Menſchen Lebens⸗ licht; wie bald iſt es geſcheh'n; ſpat deine Buße nicht! 3. Spar' deine Buße nicht bis auf dein Sterbebette! Zerreiß in Zeiten doch die ſtarke Suͤndenkette! Verzweifeln muͤßteſt du, wenn einſt dein Auge bricht, eh' du der Suͤnd entſagt; d'rum ſpar die Buße nicht. 4. Spar' deine Buße nicht, biſt du gleich jung von Jahren, haſt du auch wenig noch von Luſt und Leid erfahren; die Jungen ſterben auch, und muͤſſen vor Gericht: d'rum aͤndre dich bei Zeit; ſpar' deine Buße nicht! 5. Spar deine Buße nicht! dein Leben wird (E in dun St dim doch dich nicht noch ferner blenden. 2 Aufforderungen zur Buße. 521 wird ſich enden; drum laß die Suͤnde ie 2 kann, wer frevelhaft verachtet Pflicht, einſt im Gericht beſtel 6. Spar' deine Buße nicht! ſo lang du noch kannſt beten, laß ja nicht ab, vor Gott bußfertig hinzutreten. Bereuſt Gott und nz ſpar' du deine Schuld vor ſeinem Angeſicht, ſo nimmt er gern dich an; ſpar' deine Buße nicht! 7. Spar deine Buße nicht! ach! aͤndre heut dein Leben; ſey willig, deinem Gott dein ganzes Herz zu geben. Auf Jeſus Chriſtus ſetz du deine Zuverſicht, ſo wesſ du ſeg ſexn; ſpas deie Buße (Eigene Melodie.) 334. Sander! willſt du ſicher ſeyn, und befreit von Angſt und Pein; ſchaffe, daß du dich bekehreſt, da du Gottes Stimme hoͤreſt. Auf! Gott rufet dich zu ſich: eile, und errette iſch!! 2. Auf! die Feinde deiner Ruh, deine Suͤnden, nehmen zu; dein Gewiſſen vim L⸗ 522 ZBitten um Hülfe zur Buße. veret, und der Strafe Maaß ver⸗ mehret. Auf! Gott ruft dich noch zu ſich: eile, und errette dich! 3. Herzens Haͤrtigkeit ſteigt und waͤchſt von Zeit zu Zeit. Suͤnden, die dich jetzt noch ſchrecken, wirſt du bald mit Luſt vollſtrecken. Auf! Gott rufet dich zu ſich: eile, und errette dicht! 4. Eile! denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt ſoll gehen, und vor Gott nicht kann beſtehen. Auf! Gott ruft dich noch zu ſich: eile, und errette dich! 5. Brauch', ach brauch' die Gnaden⸗ zeit! denn die Stund' iſt nicht mehr weit, da du wirſt von deinem Leben Rechen⸗ ſchaft dem Richter geben. Auf! Gott kufti dich noch zu ſich: eile, und erretke Bitten um Hülfe zur Buße. Mel. O Traurigkeit,» Herzeleid ꝛc. 335. Gott! ſtoͤre du die eitle Ruh deß, der dein Wort nicht achtet, und Tugend trachtet. b nicht nach 2. Gib di e. dan Kh 2 5 f ae Sbun 55 A d dam At der d 2 2 Vehen Aufle nd en. uach det icht we n Leben n. An ile, me „ H zut Jui Herzeled u die eit e cht attt ta 8 Git, itt 1 Bitten um Huͤlfe zur Buße. 523 2. Gib Reu' und Leid, gib Trau⸗ rigkeit dem, welcher frevelnd ſuͤndigt. Strafe werd' ihm und Gericht hier zum Heil verkuͤndigt. e b 3. Wenn ſchon der Tod dem Suͤnder droht; iſt dann noch Zeit zur Buße? Jetzt, am Tage ſeines Heils, fall er dir zu Fuße. 4. Erbarme dich, Gott! vaͤterlich um deines Sohnes willen! Hilf uns, deiner Gnade Ruf gern und fruͤh erfuͤllen! Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen Guͤte c. 228G.I. 12 336. We ſucch ih mih, men Herz zu pruͤfen, mich zu erforſchen, wer ich bin! Wie blick' ich uͤber ſeine Tiefen bald laͤßig, bald mit Vorſatz hin. Mich warnet heimlich mein Gewiſſen: betruͤg, o Menſch, dich ſelber nicht! Geneigt, mein Unrecht nicht zu wiſſen, vergeß ich alles, was es ſpricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtſinns und der Eitelkeit. Gott! durch den Mißbrauch deiner Gnade ver⸗ ſinke ich in Sicherheit. Nach tauſend gern 524 Bitten um Huͤlfe zur Buße. gern vollbrachten Suͤnden denk ich ein⸗ mal an Jeſum Chriſt, und hoffe, dich verſoͤhnt zu finden, weil er fuͤr mich ge⸗ ſtorben iſt. 3. Ausſchweifend bleiben meine Trie⸗ be, und unerleuchtet mein Verſtand; mein Herz iſt leer von deiner Liebe, mit meinen Pflichten unbekannt; mein Glaub' iſt todt und ohne Fruͤchte, mein Wandel ohne Beſſerung; und dennoch hoff' ich im Gerichte, o Gott! von dir Begna⸗ digung. 4. Ich Unbeſonnener! wie lange werd! ich mich ſelber hintergehn? Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht ſeh'n. Erwecke, Gott! mich aus dem Schlafe; ach! groß iſt freilich meine Schuld! doch eile nicht mit deiner Strafe, und hab', o Vater, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir ſelbſt verhehle, verhehl ich mich vor dir doch nichtz denn in der Tiefe meiner Seele iſt alles deinen Augen Licht. Reiß' mich aus mei⸗ nen Finſterniſſen! entfalte du mein Herz vor mir; dann treibe maͤchtig mein Gewiſ⸗ ſen zur Reue mich und, Gott! zu dir. 6. Der 1 awiella t=ehn? e nd will 3 erwech 6 achl n t doch i uE hab, 9 Bitten um Huͤlfe zur Buße. 525 6. Der du die Herzen pruͤfſt, bekehre, erleuchte, beßre, leite mich auf deiner eb'nen Bahn, und lehre mich dann Ge⸗ horſam gegen dich. Auf dich, o Heil⸗ ger! laß mich ſehen; vor dir ſey Herz und Wandel rein! ſo werd ich der Ge⸗ fahr entgehen, betrogen von mir ſelbſt Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ꝛe. 337. Gott! aus deſſen Gnadenfuͤlle lauter Segen auf uns fließt; alles, was dein Rath und Wille fordert, ordnet und beſchließt, iſt der Weg zum wahren Leben. Wahre Sinnesbeſſerung, ſteter Fleiß der Heiligung, ſoll uns immer mehr erheben, bis wir, ganz von Suͤnden rein, deines Heils uns ewig freuun. Jiſt 2. Von den Sterblichen iſt keiner dei⸗ ner großen Gnade werth; unter Allen 9t auch nicht Einer, der nicht oft von dir i ſich kehrt. Dennoch willſt du das Ver⸗ derben deiner ſchwachen Kinder nicht, ru⸗ u feſt ſie zu ihrer Pflicht, rufeſt: warum ac wollt ihr ſterben? Suͤnder! kehrt zu eu⸗ rem Gluͤck, kehrt auf meinen Weg zuruͤck! 3. Laß, 526 Bitten um Huͤlfe zur Buße. 3. Laß, Herr! dieſes Wort mich ruͤh⸗ ren, reuvoll dir mein Herz zu weih'n; laß es mich zur Tugend fuͤhren, um ge⸗ faͤllig dir zu ſeyn. Komm ich muͤhvoll und beladen mit der Suͤndenlaſt zu dir: ol ſo nahe du dich mir mit dem Reich⸗ thum deiner Gnaden; ſey Erbarmer! gehe nicht, Vater, mit mir ins Gericht! 4. Dein Erbarmen uͤberwieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Gei⸗ ſtes Beiſtand ſieget, wenn mein Geiſt er⸗ ſchrocken zagt. O! wie ſoll mein Herz dich lieben, der du mich in Chriſto liebſt, und mir neue Kraͤfte giebſt, gern die Pflichten auszuuͤben, die das Wort der Seligkeit den Begnadigten gebeut. 5. Dich von ganzem Herzen lieben, deinem Wink gehorſam ſeyn, auch am Naͤchſten Liebe uͤben, und mich ſeines Wohlſeyns freu'n, fromm bei allen mei⸗ nen Pflichten, Gott! auf deinen Willen ſeh'n, deine Wege folgſam geh'n, redlich, was du willſt, verrichten, Suͤndenwege ernſtlich flieh'n: dies ſey taͤglich mein Be⸗ muͤhni Suͤn⸗ ˖Ät geber d a Her. n vn, u ad vit Ser bei c r deimn d ſre gehn f dglicun — Suͤndenbekenntniſſe. Suͤndenbekenntniſſe. Mel. Freu' dich ſehr, o meine Seele ꝛc. 338. Gott! ich will mich ernſtlich pruͤfen, ob ich redlich bin vor dir! du kennſt meines Herzens Tiefen; ach, ent⸗ decke ſie auch mir! Laß mich ſehen, ob ich treu dir in meinem Wandel ſey; ob ich, recht zu thun, mich uͤbe, weil ich dich von Herzen liebe? 2. Eitelkeit und Eigenliebe ſind die Goͤtzen dieſer Welt; aber ſie ſind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefaͤllt. Wer das Gute, das er uͤbt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter! dem gibſt du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. uu. Die um deiner Liebe willen wan⸗ deln, wie dein Wort gebeut, dieſe, dieſe nur erfuͤllen das Geſetz der Froͤmmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Abſicht ſieh'ſt du an; deine Liebe ſoll uns zwingen, gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein leichter Nebel ſchwinden meine Tugenden vor dir; denn noch tren⸗ nen Lieblingsſuͤnden mich, o Heiligſter! von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfuͤllung meiner Pflicht; ich vergaß, an 527 528 cðõSundenbekenntniſſe. an dich zu denken, ließ vom Eigennutz 5. Oft gcehorcht' ich deinem Rechte nur, daß meine Folgſamkeit mir bei Menſchen Ehre braͤchte, und den Ruhm der Froͤmmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie ſuͤß war mir dies Lob! nur von ihm ließ ich mich treiben dem Geſetze treu zu bleiben. 1 6. Ach! wie konnt ich dich vergeſſen, wie ſo undankbar dir ſeyn, deine Liebe nicht ermeſſen, deines Beifalls nicht mich freu'n! Meinen Lohn hab' ich da⸗ hin: eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn ſollt’ ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. caf 877. Du, der jedes Herz voll Reue gern mit ſeinem Troſt erfreut, ſey mir gnaͤdig und verzeihe die unlautre Froͤm⸗ migkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin: dich zu lie⸗ ben, und vor Allen, dir o Hoͤchſter! zu gefallen. 4 n „8. Laß, Herr! alle meine Werke Fruͤchte deiner Liebe ſeyn; gib mir taͤg⸗ lich neue Staͤrke, ganz der Tugend mich zu weihen! Ich bin, Gott! dein Eigen⸗ thum; in mreinn hef n: Was du gabſt Suͤndenbekenntniſſe. i 529 thum; drum ſey dies mein hoͤchſter Ruhm, daß ich hier ſchon auf der Erde deiner Liebe wuͤrdig werde! mel. Freu dich ſehr o meine Seele ꝛt. 339. Hochſter! denk ich an die Guͤte, die du mir bisher erzeigt, ol ſo wird mein ganz Gemuͤthe tief beſchaͤmet und gebeugt, daß ich dich nicht ſo verehrt, wie mich deine Vorſchrift lehrt, dich, der mich ſo ſehr geliebet, mit Vergehungen betruͤbet.“ 2. Alle meine Seelenkraͤfte, meine Glieder ſind ja dein, und ſie ſollten zum Geſchaͤfte deines Dienſts geheiligt ſeyn; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtſam ſie geweiht; ja ich ließ zum Dienſt der Suͤnden nur zu oft mich willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen uͤber mir, o Vater! neu; von wie man⸗ chen ſchweren Sorgen machteſt du mein Herz ſchon frei! Was mir nuͤtzte, gabſt du mir; aber ach! wie dankt ich dir? gabſt, hab' ich vermeſſen oft ge⸗ Er a dam 550 3 Sundenbekenntniſſe. 4. Fromm, gehorſam deinen Lehren, ſollt ich ſtets die Suͤnde flieh'n; dich durch Wort und That zu ehren, ſollt' ich freu⸗ dig mich bemuͤh'n. Deine Guͤte lockte mich oft zur Buße, aber ich blieb ver⸗ ſtockt beim Ruf der Gnade auf dem ſchno⸗ den Suͤndenpfade. 5. Ich erkenne meine Suͤnden, beuge mich, mein Gott! vor dir. Laß vor dir mich Gnade finden, neige, Herr! dein Ohr zu mir! Ach! vergib, was ich ge⸗ than; nimm mich noch erbarmend an; fuͤhre mich durch deine Gnade ſchnell zu⸗ ruͤck zum Tugendpfade! 1 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue. Gib, daß mein beſchwerter Geiſt deiner Vaterhuld ſich freue, die dein troͤſtend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er fuͤr die Suͤnder ſtarb: innre Ruhe, Seelenfrieden, ſey auch mir durch ihn beſchieden!. 7. Starke ſelbſt in meiner Seele den Entſchluß, mich dir zu weih'n. Gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, dem Geluͤbde treu zu ſeyn! Stehe mir ſtets maͤchtig bei, daß ich ganz dein eigen ſey! Dich zu lieben, dir zu leben ſey mein eifrigſtes Beſtreben! Maal. 85 Sn en ur Sün ſen n Nn, l daruͤber lachte, wenn uber Tugend ſich Mel. O Gott, du frommer Gott ie. 8 340. Gott iſt der Sunden Feind. Wenn ich dies recht bedenke, und ohne Eigenlieb' mein Herz zur Pruͤfung lenke, ob ich ſie nicht gepflegt, nicht Vorſchub ihr gethan? ſo wandeln mich mit Recht Furcht, Angſt und Grauen an. 2. Gar oft hab' ich, o Gott! an Suͤn⸗ den Theil genommen. Zu mancher boͤſen That waͤr es wohl nicht gekommen, haͤtt ich, wo ichs vermocht, ſchnell Einhalt ihr gethan, und nicht mit kaltem Sinn gedacht: was geht's dich an? — 4₰ 3. Noch ſchaͤndlicher war es, daß ich die Frechheit luſtig machte; wenn ſuͤnd⸗ liches Geſchwaͤtz vergnuͤgte meine Bruſt. Und ach! ich hoͤrt es oft mit frevelhafter Luſt. wadnhuften ₰ 4. Ich billigte wohl gar was Andre Boſes thaten, ich zeigte willig mich, zu helfen und zu rathen; verſchwieg, war mir bewußt, was Suͤndliches geſcheh'n. der 2r irrt u ar n Wie kann ich Suͤndenfreund o Gott! vor . Boͤ Suͤndenbekenntniſe. 551 532 Bitten um Vergebungu. Beiſtand zur Bekehrung. Boͤſe ſelbſt befohlen? Dir, der du alles weißt, dir iſt es nicht verholen; gedro⸗ het hab' ich dort, geſchmeichelt hab' ich hier, und man gehorchete, ach leider, leider! mir. an 6. So trag' ich denn die Schuld von vielen, vielen Suͤnden, die Andere ver⸗ uͤbt. Ach! laß mich Gnade finden! ſey gnaͤdig denen auch, die deine Vaterhuld, o heil ger Suͤndenfeind! verſcherzt durch meine Schuld. 7. Regiere mich dein Geiſt, daß ich durch Wort und Werke dem Boͤſen Ein⸗ halt thu', die Guten aber ſtaͤrke. Mein Beiſpiel ſey ein Licht fuͤr die, die auf mich ſeh'n, daß ſie, geſtaͤrkt durch mich, nur Gottes Wege geh'n! tunt Bitten um Vergebung und Beiſtand zur 1(Eigene Melodie.) dir, o Gott, erhoͤr mein Flehen! Ent⸗ zieh nicht dein Erbarmen mir, laß Gnad fuͤr Recht ergehen! Ach! ſieheſt de.. 341. Aus tiefer Noth ruf ich zu —y= au. Beſ 38 icht ver 1 geſchmei thorcher denn d den, die ſcch Gnad die dein feind! ed h dein G 8 Verke den en aber ſ n 80 eicht für e geſtär gehn! —— ung und ehrung. Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 555 Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer kann, o Herr! beſtehen? 2. Vor dir gilt nichts, denn Gnad allein, dem Suͤnder zu vergeben; nie iſt ein Menſch von Fehlern rein, auch in dem beſten Leben. Und, Herr! was iſt er ohne dich? wie darf der Staub, der Suͤnder, ſich des Ruhms vor dir er⸗ kuͤhnen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienſt nicht bauen; auf dich verlaſſen will ich mich, und deiner Guͤte trauen; dein theures Wort ſagt mir ſie zu; aus ihr fließt meine Seelen⸗ ruh und aller Troſt im Leiden. . 4. Und ob es waͤhrt bis in die Nacht, und wieder an den Morgen, ſoll doch mein Herz an deiner Macht verzweifeln nicht, noch ſorgen. Der wahre Glaube zweifelt nicht an dem, was uns dein Wort verſpricht; er harret ſeines Gottes. 5. Ob bei uns ſind der Suͤnden viel, bei dir iſt doch mehr Gnade; denn dein Erbarmen hat kein Ziel, wie groß auch ſey der Schade! Du biſt allein der gute Hirt, der wiederbringt, was ſich verirrt; du hilfſt aus allen Noͤthen. un. Mel. 534 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. Mel. Aus tiefer Noth ſchrei ich zu dir te. 34 2. Oerr Jeſu Chriſt! du hoͤchſtes Gut, du Zuflucht der Erloͤſten! Ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu troͤſten; durch dich dem Vater mich zu nahn, von dir Vergebung zu empfah'n, und Kraft zum neuen Leben. 2. Wie druͤcket mich der Suͤnden Laſt! nimm ſie von meinem Herzen, der du auch mich erloͤſet haſt, erloͤſt mit Todes⸗ ſchmerzen; damit ich nicht vor Angſt und Weh bei dem Bewußtſeyn ganz vergeh“ daß ich ſo viel verſchuldet. 42 3. Denk ich mit ſtillem Ernſt zuruck an mein gefuͤhrtes Leben, an das von mir verſcherzte Gluͤck; was ſoll dann Troſt mir geben? Bei dir, Herr! find ich ihn allein; ich wuͤrde ganz verloren ſeyn, wenn ich dein Wort nicht haͤtte. 4. Dies ewig theure Wort verſpricht Heil Allen, die dich ehren; die reuevoll zu ihrer Pflicht zuruͤck zu dir, Herr! keh⸗ ren, und nun, vom Suͤndenjoch befreit, aus wahrer, frommer Dankbarkeit tru deine Wege wandeln. 5. Du mich Stin inem erze daſt teiſtn ich nic vor wußtf n gan ſchullt nit ſiſtn En 65 4&, anſ Bluͤch 2 BWtar, hen h wſte gaunm. in AEtnicti theut don m dich(E an; dem rüͤck dir, he om a deniet— ame S antdait eln. 343. Ach b druͤckt ſo ſchwer die Laſt veruͤbter S mich. Wo ſoll ich Huͤlfe finden? Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 535 5. Du rufſt den Suͤndern liebreich zu: „Ihr Reuerfuͤllten alle! kommt her zu mir, ich ſchenk' euch Ruh', und richt euch auf vom Falle; mein Joch iſt ſanft, leicht meine Laſt; nehmt willig ſie auf euch und faßt die Hoffnung, Ruh zu finden/ 5 66. Herr! dieſer Zuruf troͤſt auch mich wenn mich die Suͤnden ſchrecken; du weißt es, ich vertrau' auf dich; laß ſeine Kraft mich ſchmecken! Vergib, o du, der gern vergiebt! das Unrecht, das ich oft veruͤbt, nach deiner Lieb' und Gnade. 7. Es ſtaͤrke mich dein Freudengeiſt. einſt in den letzten Stunden, wenn ſich mein Geiſt der Erd’ entreißt, von Suͤn⸗ den ganz entbunden; und nimm mich, woenn es dir gefaͤllt, des Himmels wuͤrdig, aus der Welt, zu deinen Auserwaͤhlten! (Eigene Melodie.) Gott und Herr! wie uͤn⸗ den! Gebeugt fuͤhl ich, ſie druͤckt auch 2. Wo⸗ 536 Bittenum Vergebungn. Beiſtand zur Bekehrung. 2. Wohin ich flieh', verfolgen ſie mit ihrer Pein mich Armen; in dieſer Noth kenn’ ich o Gott! kein Heil, als dein Erbarmen. 1 3. Erlaß die Schuld mit Vaterhuld, und rette meine Seele. Herr! ſtaͤrke mich, daß kuͤnftig ich nie wiſſentlich mehr felll. 11 Din 4. Mach' es mit mir, wies duͤnket dir; geduldig will ich's leiden. Nur woll'ſt du mich nicht ewiglich von deiner Gnade ſcheiden. 5. Das thuſt du nicht! Mit Zuver⸗ ſicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Chriſti Tod ſteht ja, mein Gott! auch mir dein Himmel offen. 9 6. Dies troͤſtet mich, und ob auch ſich hier Leib und Seele ſcheiden; ſo werd ich dort, bei dir, mein Hort! ererben ew ge Freuden. 7. Dir, Gott, ſey Ruhm! Dein Ei⸗ genthum bleib' ich in Jeſu Namen. Ich zweifle nicht; mein Heiland ſpricht: Wer glaubt, wird ſelig. Amen! (Eigene 8—ͤ—=—— 4 nein Ge loſte tmkE undohn zeel heiden (e Nuhm d h Feſu Am me* Heilan d=g. Aha —— 2. Kann ich Du biſt allenthalben nah'; floͤh ich, dir mich zu entziehen, himmelan, ſo biſt du Reaechte faßt mich wiedrer. 3. Herr! ich flieh in deine Haͤnde! (Außer dir iſt keine Ruh; dein Erbarmen hat kein Ende; wer iſt gnaͤdiger als du? (Du biſt Gott, und kannſt vergeben; fach, vergib, und laß mich lebe! ſim Hatt. 4. Groß ſit e b ihre Laſt iſt mir zu ſchwer. Harte Stra⸗ fen muͤßt ich dulden, wenn nicht deine Gnade waͤr'; muͤßte, wuͤrdeſt du nur winken, hin in Todesnacht verſinken. Bitten um Vergebungu. Beiſtand zur Bekehrung. 537 (Eigene Melodie.) Derr! ich hab' nicht recht ge⸗ 344. H handelt; ſchwer druͤckt mich die Suͤn⸗ denlaſt; ich bin nicht den Weg gewan⸗ delt, den du mir gezeiget haſt. Wo werd ich Errettung finden? Wer wird mich der Straf' entbindenrn? deinem Arm entfliehen? da; ſtuͤrzt ich in die Tiefe nieder, deine 4. Groß ſind meine Suͤndenſchulden; 5. Mich fuͤr ſtraflos zu erklaͤren, reicht nicht meine Reue zu. Und zerfloͤſſ ich ganz in Zaͤhren, faͤnd' ich darum doch nicht Ruh'. Koͤnnen eines Su 6 er 558 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. ders Thraͤnen dich, o Heiliger! verſoͤh⸗ nen? 6. Aber, Jeſu! dein Erbarmen, dein fuͤr mich vergoſſenes Blut und dein Tod erloͤſt mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienſt iſt, was mmich decket, wenn mich dein Gerichtstag ſchrecket. 7. Rette mich von meinen Suͤnden, ſchaff' ein reines Herz in mir, laß bei dir mich Ruhe finden, zieh mich immer mehr zu dir! Dankbar will ich mich be⸗ ſtreben, mein Erloͤſer! dir zu leben. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 345. Heer! hoͤre mein Gebet um dei⸗ ner Wahrheit willen! Du biſt an Gnade reich, und wirſt mein Seufzen ſtillen. Ach! geh' nicht ins Gericht mit deinem armen Knecht! Vor dir, o Herr! iſt ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Groͤße meiner Schuld ſchlaͤgt neine Seele nieder. Beſchaͤmt empfind' ich ſie; o troͤſte du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft ver⸗ zehrt! — ———— re na Götr en!(Chiſtab mein Deußen 1 5 G dt nü he Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 539 zehrt! Wer iſt, der, außer dir, mir wahren Troſt gewaͤhrt? n. 3. Zu dir, o treuer Gott! erheb' ich Herz und Haͤnde, mein Heil ſteht nur bei dir; o daß ich Huͤlfe faͤnde! Fuͤr Recht laß Gnad' ergeh'n! Ich hoffe, Herr! auf dich, zeig mir den rechten Wegz erleuchte, heile mich. 8 44. Ich wil die Sunde ſtets als meinen Todfeind haſſen; mit treuer Liebe dich, mein Gott und Heil! umfaſſen; nur das, was dir gefaͤllt, werd' auch von mir ge⸗ than. Fuͤhr' mich durch deinen Geiſt auf ſichrer, ebner Bahn! 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß ſeines Opfers Troſt auch mein Gewiſſen ſtillen. Du biſt die Liebe ſelbſt, ganz unveraͤnderlich. Dein will ich ewig ſeyn. O Gott! er⸗ hoͤre mich! 1 Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich ꝛe. 346. Gott der du unſre Zuflucht b biſt in unſerm Heiland Jeſu Chriſt durch d deinen Geiſt der Gnaden! Allguͤtiger! n verwirf uns nicht; wir kommen vor dein An⸗ 540 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. Angeſicht, mit Suͤnden ſchwer beladen. Nimm von uns, Vater! unſre Schuld, du Gott der Langmuth und Geduld! er⸗ hoͤre gnaͤdig unſer Fleh'n, daß wir dein Gott! verbirg uns nicht dein Angeſicht) und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweih't, gebrochen unſers Bundes Eid, dein Weg von uns verlaſſen: o ſieh'! wir kehren voller Reu zuruͤck zu dir; laß, Herr! auf's Neu uns deine Gnade faſſen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irr⸗ thum und Verſuchung nie uns auf die Bahn des Laſters zieh'. Herr, unſer Gott! groß von Geduld! vor aller Schuld behuͤt uns deine Vaterhuld! 6 3. Dein Segen komm auf Stadt und Land! laß uns, beſchuͤtzt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! wend' ab von uns der Flammen Wuth, und die Verwuͤſtung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sey unſer Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater! wolleſt mit uns ſeyn, daß wir uns deines Schutzes eeun err, Heil, Erbarmer! ſeh'n. Herr, unſer ———hͤ u ſicht e Sna udSittm en ue Ja verl Fr dſe 1 zutr u ns de ti Gne den Naenz zeich² hat 3 chunſt ie wi 8 ziie Hen duld Nx alle Vatedl kon u aufen Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 541 Herr, unſer Gott! verleih; uns Muth; in deiner Huth ſind wir; und was du 4. Vereine, was entzweiet iſt, der du ein Gott der Liebe biſt; laß Alle friedlich leben! Den Sinn der Herrſcher lenke du, daß weiſe ſie in ſich'rer Ruh, der Laͤnder Wohl erheben; laß ſtets in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wor⸗ tes ſeyn, und bringe zu der Wahrheit Gluͤck, zu dir, die Irrenden zuruͤck. Herr, unſer Gott! mit ſtarker Hand ſchuͤtz je⸗ des Land; begluͤcke, ſegne jeden Stand! 5. Vernimm der Leidenden Gebet! wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus ſeinen Noͤthen! Gib Kranken Linde⸗ rung und Ruh'; die Sterbenden erldſe du, erhoͤr ihr letztes Beten! Sey aller Unterdruͤckten Heil, der Wittwen und der Waiſen Theil; ſey Aller Schutz, ſey Aller Rath, fuͤhr' Alle auf den rechten Pfad! Herr, unſer Gott! durch alles 8 Leid der Pilgerzeit fuͤhr uns zu deiner Aun Herrlichkeitlt 542 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. Mel. An Waſferbaͤchen ꝛc. 347.— Koͤnig! deſſen Majeſtaͤt hoch uͤber alles ſteiget, vor deſſen Thron der Engel fleh't, die Hoͤlle zitternd wei⸗ chet! In unumſchraͤnkter Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, regierſt du wunderthaͤtig. Wie truͤg' ich Schwa⸗ cher dein Gericht, erhoͤrteſt du mein Flehen nicht: Gott, ſey mir Suͤnder gnaͤdig! b 2. Hier ſteh' ich, wie der Zoͤllner that, gebeugt, beſchaͤmt, von ferne, und fleh um Hilfe, fleh' um Gnad', o Gott! du hilfſt ja gerne. So groß, als meine Suͤndenſchuld, war deine Langmuth und Geduld, zu meinem Wohl ſtets thaͤtig? ach, Vater, ich verdien es nicht! ich ſchlage nieder mein Geſicht: Gott, ſey mir Suͤnder gnaͤdig! 3. So vieler Suͤnden mir bewußt, wie ſtraft mich mein Gewiſſen! ich ſchla⸗ ge, Herr! an meine Bruſt, von Reu⸗ und Schmerz zerriſſen; wie hab' ich dein Geſetz entehrt! Dein Kind zu ſeyn bin ich nicht werth; doch du biſt Suͤndern gnaͤdig; drum wagt es mein zerknteſchh⸗ a— Bitten um Vergebungu. Beiſtand zur Bekehrung. 543 dn 2 er Geiſt und fleh't zu dir, der Vater heißt: ig! eſa aa Gott, ſey mir Suͤnder gnaͤdDig, iget, 5 4. Alſo haſt du die Welt geliebt, uns de ſt 1 deinen Sohn zu geben, daß jeder der ſchrär 8 ſich ihm ergiebt, Vergebung faͤnd und Ewgit n Leben. Kein Sunder ſoll verloren geh'n; Ne 8 o laß auch mich Errettung ſeh'n, mach t, an aller Schuld mich ledig! Ich laſſe Je⸗ ott, tä ſum Chriſtum nicht, bis daß ſein Gaſf nß zu mir auch ſpricht: Gott iſt dir Suͤnder 4 w gnaͤdig! ꝓ† er3 5. Regiere denn mir Herz und Sinn, deferm, daß ich mich dir ergebe, und dir, deß Ei⸗ in Gey, oß genthum ich bin, zur Freud' und Ehre S0, 8. kbe. Ach! heilige mich ganz und gar! ar ditn Laum es ſey mein Glaube immerdar, in wahrer em Ehl ſitzz Liebe thaͤtig; und ſollt' ich wieder irre derſn a geh'n, erhoͤr auch dann mein reuig Flehen: ein ii icht: eh Gott, ſey mir Suͤnder gnaͤdig! dig! 6. Mein Erdenloos, o Herr! beruht Sücon mieh allein auf deiner Gnade. Mir geh' es an uiſals uͤbel oder gut; gib, daß es mir nicht ſchade. ine Tuſt, wo Und kommt mein Ende dann heran, ſo iſen vie 9 ſey auch auf der Todesbahn barmherzig hher and un mir und gnaͤdig; und wenn ich nicht mehr . rii 5 ſprechen kann, ſo nimm den letzten Seuſ⸗ mzer an, und ſey mir Suͤnder gnaͤdig! Mel. 544 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. Mel. Herzliebſter Jeſu was haſt du ꝛc. 3 8. Ich flehe, Gott von ewig gro⸗ ßer Guͤte! zu dir, mit heilsbegierigem Gemuͤthe. Wer auf dich hofft, der hof⸗ fet nicht vergebens, du Gott des Lebens! 2. Du Heiligſter, Erforſcher aller Heerzen! ſieh'ſt meine Reu'; ich trau, in tiefſten Schmerzen, auf deinen Sohn, der Gnade mir verkuͤndigt, und mich entſuͤndigt.. 35 3. Statt aller Opfer, Richter aller Welten! ſoll Jeſu Tod vor dir auf ewig gelten, um ſeinetwillen laß mich meinet Suͤnden Vergebung finden. 4. Staͤrk mich, des Laſters falſche Reiz zu fliehen, ein rein Gewiſſen Allem vorzuziehen. Mit heil ger Freude ſchwoͤt ich dir aufs neue den Eid der Treue. 1 8 2 — Mel. Herzlich lieb hab ich dich tc. 349. Ich komme, Heil der Welt zu dir; erbarmend rufſt du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Suͤn⸗ den Laſt iſt mir zu ſchwer; o laß mein Herz ng fa. , desd ſſtu in ril cin heil a rade den. de d —— li dh Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 545 Herz von Troſt nicht leer! o laß es Ruh erlangen! die Ruhe, die dem banu gen Geiſt dein troͤſtend Gnadenwort ver. heißt. Wer troͤſtet mich, als du alleina wer macht mein Herz von Suͤnden rein? Herr Jeſu Chriſt, mein Troſt und Licht! mein Troſt und Licht! verwirf mich, ach! verwirf mich nicht! 2. Muͤhſelig kam ich, Herr! zu dir. Wie leid ſind meine Suͤnden mir; ach ſey mir Suͤnder gnaͤdig! Sanftmuͤthi- ger, der gern verzeiht, o mache aus Barmherzigkeit mich meiner Schulden tledig! Der du am Kreuz gelitten haſf, idu trugſt ja, Herr! auch meine Laſt, als du zum Heil der Suͤnder ſtarbſt, und ihnen Gottes Huld erwarbſt. Herr Jeſu Chriſt! ich hoff' auf dich; ich hoff uuf. dich! in meiner Hoffnung ſtaͤrke mich. 1 3. Mein ganzes Leben preiſe dich! er⸗ ldſt haſt du, mein Mittler! mich; dir will ich mich ergeben. Gibſt du mir, Herr! Beruhigung, ſo gib auch Kraft zur Heiligung, zum frommen Erdenleben. Auf meinem Weg zum Vaterland ent⸗ zeuch mir niemals deine Hand; in allen RNim Käan 646 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. Kaͤmpfen ſtaͤrke mich, und laß mich ſie⸗ gen einſt durch dich. Herr Jeſu Chriſt! im Leben dein, im Sterben dein: ſo werd ich ewig ſelig ſeyn! 18 38 Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 1696 350. Jeſu, Retter meiner Seele! der du fuͤr die Suͤnder ſtarbſt, der, daß ſie kein Tod mehr quaͤle, ſie zum Eigen⸗ thum erwarbſt; du, du rufeſt allen Suͤn⸗ dern, wie ein Vater ſeinen Kindern: Kommt, Verſchuldete, zu mir! Sieh, ich komme, Herr! zu dir. 2. Ich auch bin ſo voller Suͤnden, voß ler Ungerechtigkeit; nirgends kann ich i mir ſinden Gutes, rein und unentweiht Meine Luͤſte zu bezwingen, was ich wollte, 15 ducht geh’ nicht mit mir ins Ge⸗ 3. Laß mich trauern, laß mich wei⸗ ha aber fuͤr mein zagend Herz laß auch Licht und Heil erſcheinen, lind're meines Kummers Schmerz! Du allein, Herr! kannſt es wehren, daß ich nicht den duuc b — eS m rei, ud me win 3 va wasit an Sah nich! it mitu auite laß n 1z6 nd 4 1 8d allin,) 8 nihtn ſer! o laß kommen mir auch dein Ver⸗ des Lebens und des Lichts! Ohn Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekel rang. 547 darf hoͤren: Ihr zu meiner linken H Dand 1 weicht! ich hab euch nie erkannt! 4. Jeſu! du haſt weggenommen unſre Schuiden durch dein Blut; laß, Erlo⸗ dienſt zu gut; dies mein Herz, von Gram bedraͤnget, das dein theures Blut be⸗ ſprenget, uͤbergeb' ich/ Jeſu! dir; nimm es gnaͤdig an von mir! 4 5. Hilf mir ſiegen, hilf mir ſiegen wenn die Suͤnde mich anficht, laß mich ja nicht unterliegen, thu' mir, wie dein Mund verſpricht; komm du ſelbſt, in mir zu leben, Kraft zur Heiligung zu ge⸗ ben, daß, von Suͤnden rein und frei⸗ ganz mein Herz dir eigen ſey. 6. Steh mir bei in allen Leide n, ſtärke mich in Noth und Schmerz; nichts laß, Herr! mich von dir ſcheiden; gib, daß ſtets mein armes H Mund geſchworen: Wer da glaubt, geht nicht verloren; ewig lebt er, in's Gericht kommt, wer an mich glaubet, nicht. 7. Herr! ich glaube; hilf mir Schwa⸗ chen, ohne dich vermag ich nichts; d nur kannſt mich maͤchtig machen, Du Mm2 mn erz hoͤre, was dein 2 Bürtenun WDeehnns u. Beiſtand zur Bekehrung. s mit t dir kann ich alles deznacht haſt (Eigene Melodie.) 351. Allein zu dir, Herr Jeſu Lhriſt! ſteht mein Vertrau'n auf Erden. Ich weiß, daß du mein Heiland biſts b kein Troſt mag ſonſt mir werden. Es iſt kein Heiland außer dir, kein Menſch⸗ kei Engel, welcher mir aus meinen No⸗ then helfen kann. Dich ruf' ich anz du biſt’s, der helfen will und kann! 2. Ach! meine Suͤnden, ſchwer und groß, ſie reuen mich von Herzen; der⸗ ſelben mach' mich frei und los durch deine Todesſchmerzen. Haſt du genug fuͤr mich gethan, ſo nimmt mich Gott zu ——— ihe , h 3 Rnm — — — — — — — ——— —— — — — —— zu t, he 1m traun ait dun ein Ha ſot mir wain rnnedir, kind hetrar ausnen t hich uf fei e il und in 1 den, ſtu Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 549 — denlaſt, mein Glaub⸗ umfaßt dich — bis zum Ziel der Pilgrimſchaft durch — zu Gnaden an, ſo bin ich frei von Suͤn⸗ „ de du ſie getragen haſt. 3 3. Gib, Herr! denn auch dem Glau⸗ ben Kraft, ſich thaͤtig zu erweiſen, und Licbo dich zu preiſen; daß ich vor allem liebe dich, und meinen Naͤchſten, ſo wie mich, und treu verbleibe jederzeit, in Freud' und Leid, dir Helfer voll Barm⸗ herzigkeit! es Alle Menſchen muͤſſen ſerhen zc. 352. Jeſul ſieh' mich an in Gnaden, rette mich aus meiner Noth; heile mei⸗ ner Seele Schaden, ach! er bringt mir ſonſt den Tod. Sollteſt du Erloͤſer heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? H i⸗ land! ſprich doch nur ein Wort; o weicht mein Jammer fort!— 2. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, all dein Leben, von der Krippen bis man dich am Oel⸗ 3 berg band, alles Dulden deiner Leiden, % ſSchmach und Kreuz und Todesſcheiden, Alles, 860 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. — — BS 4———— 8 8— A ———.——. 2. 3—.————— 1.—————. 7—. 7—— 2*. ͤ 2 8 3 3— 2——————— 4 4 ——— 3 3— 8— 2————— 1 ..— 8— 8——— — 4——— und zerbrich ——— —— —— — Alles, von Gott vorgeſ ehen, iſt zu unſerm Heil geſchehn. 3. Wo ſich deine Haͤnde regten, w warſt zu belfen du bereit; wo die Lippen ſich bewegten, ſchallte Troſt und Seligkeit. die Starken„Heilgen, Frommen; 4 Dhban riefeſt du, zu kommen. Allen, 3 verhießeſt du Huͤlfe, Troſt und 4 Jeſu! ſollt' ich denn verzagen, weil ich 6 huldbeladen bin? Nein, ich darß ich will es wagen, glaubensvoll zu dir zu fliehn. Du wirſt meiner dich erbarmen; nie verſtießeſt du die Armen. Groͤßer noch als meine Schuld iſt doch deine Gnad und Huld. 15. Laß die Gnade maͤchtig werden, wie ſie Suͤnd es worden iſt. Herr! auch mich laß inne werden, daß du mein Er⸗ öſer biſt. Eile, Heiland! mich zu retten, und zerbrich; der Suͤnde Ketten, daß⸗ von Schuld und Suͤnden frei, ganz ch nur dein eigen ſey. 2 6. Mach auf ewig mich dir eigen, daß 3 mein Derf nur dein begehrt! hilf mir mei⸗ den, dulden, ſchweigen, wie dein Mund de Deinen lehrt! Dir nur, Herr! nur e dir ich ſren verw bin aun glelsensvo merr dch ndi lrmen Sdrn iſt R ide attig neh ord Wiſt. Ha da daß un Eime Kamn 2auen frai Im nur, Sinn Leib und Seel und Alles bin 1 möuͤhſelig mich: drum werf ich u durch Jeſum Ehriſt, mich wagen: durch Bitten um Vergehungn. Beiſtand zur Bekehrung. 551 dir ergeben ſey mein ganzes Thun und L ben; nimm es ganz, nimm Herz und Mel. Ein Laͤmmlein geht und traͤgt zc. 353 Verſchuldet iſt die ganze Welt dir, Heiliger, Gerechter! doch, wenn nur dir zu Fuͤßen faͤllt des ew gen Heils Veraͤchter; wie biſt du dann an Gnade reich, an Liebe nur dir ſelber gleich, un⸗ endlich im Erbarmen. Du rufſt durch deinen Sohn uns zu: Kommt her zu b mir und ſuchet Ruh'; kommt her zu mir, ir Armen! Ich komm' auf dieſen Ruf zu dir, 1u6 mich Erbarmung finden! Ich komm und ſehe nichts vor mir, als lauderS huld und Suͤnden. Sie beugen mich wie eine Laſt, und haben ſonder Ruh und Raſt mein armes Herz beladen. Ich fuͤhle ſo meinen Blick auf dich, und komm zum Thron der Gnaden. Zu deinem Thron darf ich, erloſt Bi 3 1 8 ergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. krank iſt und zerſchlagen. Verwirf des Herzens Opfer nicht, wie mir dein theu⸗ res Wort verſpricht; laß es dir wohlge⸗ fallen! Von allem, was man Opfer heißt, gefaͤllt dir ein zerknirſchter Geiſt, der ſich verdammt, vor allen. a. Es troͤſte mich dein Gnadenſchein; er ſey mir Licht und Sonne! Sprich nur ein Wort des Lebens ein; ſo hoͤr ich wie⸗ der Wonne. Mach' du mich wieder ſtark und froh, denn du allein zerſchlaͤgſt mich ſo, du kannſt mich wieder heilen. Ver⸗ birg, verbirg dein Angeſicht vor meinet Schuld; und laß dein Licht der Suͤnde Wolken theilen. 4 15. Ja tilg’, Erbarmer! tilge ſie, und laß mich nicht verderben! Laß, der durch Jeſum ſtets verzieh, mich nicht in Sun den ſterben! Ja, alle unſre Schmerzen haſt, all unſrer Krankheit ſchwere Laſt, mein Jeſus! du getragen. Verwundet um der Miſſethat und um der Suͤnden wiilen hat man dich ſo hart geſchlagen. 66. Die Strafe wurde dir zu Theil, durch die wir Frieden fanden; durch deine Wunden ſind wir heil, und frei durch deine Ban⸗ 8 alle nate Shr Kran net ſchher⸗ getra d. DWatt und ui de ei ſo Stgiſhhn wS dr u n fl En; du 1itnͤnd 3 ich halte mich nur feſt an dich, Er Bittenum Vergebung u Beiſtand zur Bekehrung 553 Banden. Was zage, was verzage ich! löſer, Freund der Armen! Du machſt mich frei, du hilfeſt mir: denn viel Vergebung iſt bei dir; bei dir iſt viel Erbarmen! Mel. Schwing' dich auf zu ic. 54. Liebſter Vater! ich dein Kind, falle vor dir nieder; ſiehe, was mein Herz empfind't, und erbarm dich wieder! Groß iſt meine Suͤndenſchuld, die mich ſchmerzlich reuet; groͤßer deine Vater⸗ huld, die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bin's nicht werth, zu dir kindlich aufzuſehen; doch du bleibſt ein Vater mir, du vernimmſt mein Flehen; kennſt mein Herz, ermunterſt mich, es vor dir zu ſtillen; du erhoͤrſt mich vaͤter⸗ lich noch um Chriſti willen. u13. Dies, dies ſoll in jedem Schmerz mein Vertrau'n erwecken. Vor der Suͤnde ſoll mein Herz, nicht vor dir, erſchrecken; trauen, Vater! will ich dir, will die Suͤnde haſſen, nie vergeſſen, daß du mir ſo viel Schuld erlaſ„fern. 4. Preis zud Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. mein Seufzen kennet, der dem Gnade Suchenden freien Zutritt goͤnnet! Sing es, Seele! vor dem Herrn, fließ vor nicht gern, er begnadigt lieber. nnh 5. Ewig biſt du ſo geſinnt, Vater meiner Seele! Auch wenn ich, dein ſtrau⸗ chelnd Kind, noch aus Schwachheit feh⸗ le; ſo gedenkſt du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwach⸗ heit„und verzeih ſt dem, der wiederkehret⸗ Se Nel. Alle Menſchen muſſen ſterben ic. 4 355. Jch erhebe mein Gemuͤthe ſchn⸗ ſuchtsvoll, mein Gott! zu dir, denn ch kenne deine Guͤte; o wie theuer iſt ſit mir! Gott der Liebe und des Lebens⸗ keiner harr't auf dich vergebens! Nur Veraͤchter deiner Huld ſtuͤrzet ihre eigne 2 Lehre mich, Hetr! deine Wen⸗ zeige deinen Willen mir! Daß ich richtig wandeln moͤge, fuͤhre du mich ſelbſt zu dir! Gott! du ſieheſt mein Vertrauen; is ſey ihm, dem Guͤtigen, der en uͤber! Gott, dein Gott, verſtoͤßt ſtflſhſii— im, 9p 5 Bitten um Vergebung u. Beiſtand zur Bekehrung. 555 te a ſicher kann ich auf dich bauen; dei⸗ Sut T gonne de Waseraeate iſt ewig, wie du ſelber d 3. Ach, gedenke, Herr! der Sünden ae meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, geh' nicht mit mir ins Gericht. Alle Suͤnden, die uns da reuen, willſt du, Vater! ja verzeihen. O ſo hoͤre denn auch mich! meine Seele hofft auf dich. 1 44 Gott! du willſt des Sünders Leben, dir iſt ſeine Seele werth; gnaͤdig willſt — du ihm vergeben, wenn er ſich zu dir be⸗ b kehrt. Mitten auf dem Suͤndenwege machſt du mein Gewiſſen rege. Wohl dem, der zu ſeiner Pflicht umkehrti du t verwirfſt ihn nicht. Gott imn 65. Allen, die zu dir ſich wenden, uͤber 3 o ten ihre Schuld betruͤbt, willſt du Troſt und diebe nad deth Rettung ſenden, wenn ihr Herz ſich dir dich wrgehet ergiebt. Freude ſchenket deine Guͤte dem Hull ujtin geaͤngſteten Gemuͤthe, welchem du die Suͤndenlaſt liebreich abgenommen haſt. H dur 6. Dir will ich mich denn ergeben, 1m Daß cht Gott, mein Gott! verlaß mich nicht! öre a mih t Laß mich immer heilig lehen, Herr! vor zei aun Im deinem Angeſicht. Keine ſchnoͤde Lun der Suͤn⸗ 556 1 48 Troſt der Vergebung. Suͤnden ſoll mich ferner uͤberwinden. Ach, bewahr', ich bitte dich, meinen Geiſt und ſtaͤrke mich! — * ſt der Vergebun g. 54 Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. Chor. b 1 356. Jeſus nimmt die Suͤnder an. Sagt doch dieſes Troſtwort Allen, welche, fern von rechter Bahn, noch auf Suͤn⸗ denwegen wallen; hier iſt, der ſie retten kann: Jeſus nimmt die Suͤnder an. s ühmumGemeinde. 2. Jeſus! ſieh', ich komme hier, ich bekenne meine Suͤnden; reuevoll komm ich zu dir, laß mich Heil und Gnade fin⸗ den, daß ich deß mich troͤſten kann: du, Herr! nimmſt die Suͤnder an. 1nd 3. Wenn ein Schaaf verloren iſt, ſuchet es ein treuer Hirte. Jeſus, der uns nie vergißt, ſuchet treulich das ver⸗ errte, zeiget ihm die rechte Bahn; Jeſus nimmt die Suͤnder an. 8 Ge⸗ , ict unt unde Sreurvol uch( 3nd be⸗ nich+ eSut⸗ Gan. 65* ſer r 88 Sdaf vetlin rt. IW ſuhe ruich u nerg Behre) Troſt der Vergebung. aas Gemeinde. 3 4. Nun ſo hab⸗ ich guten Muth a aus h von meinen ſchweren Suͤnden kann ich, Herr! in deinem Blut Reinigung und Huͤlfe finden; und geheiligt ruͤhm ich dann: du, Herr! nimmſt die Sunder an. Chor. 5. Kommet Alle, kommet her! kom⸗ met ihr betruͤbten Suͤnder! Jeſus rufet euch, und er macht aus Suͤndern Gottes Kinder, hat den Himmel aufgethan. Pfſus nimmt die Suͤnder uaa. * Gemeinde. 3 6. Ja, du nimmſt die Sünder e an! mich auch haſt du angenommen, mir den Himmel aufgethan⸗ daß ich ſelig zu n t kommen und es ewig rühuen kann: ö 3 5 5 4 C 1p o r. 8IIS Keiner Gnade ſind wir werth; dennoch hat in ſeinem Worte Gott ſich gnadenvoll erklaͤrt, und des ew'gen Le⸗ bens Pforte dem, der glaubet, aufge⸗ than. Jeſus nimmt die Suͤnder an. Gemeinde. 8. Meine Seele zaget nicht; wer will ni vor Gott tt verklagen? Der mir Ktan as 558 b Troſt der Vergebung. das Urtheil ſpricht, hat auch meine Schuld Setragene daß mich nichts ver⸗ dammen kann: Jeſus nimmt die Sin⸗ 1 Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 3 57. Gott! deine Gnad' iſt unſe r Leben, ſie ſchafft uns Heil und Seelem⸗ ruh' dein iſts, die Suͤnden zu vergeben, und willig iſt dein Herz dazu. Dem tief verſchuldeten Geſchlecht ſchenkſt dn 1 zum Leben neues Recht. A 2. Um uns Verlorne zu erretten, gabſt 1 du fuͤr uns ſelbſt deinen Sohn. Er litt damit wir Frieden haͤtten, fuͤr uns den 1 Tod, der Suͤnden Lohn. O Gott! wie haſt du uns geliebt, welch ein Erbar⸗ men ausgeuͤbt! 3. Dank, ewig Dank ſey deiner Trett die Niemand wuͤrdig preiſen kann. Di nimmſt, o Vater! unſre Reue um Chriſt willen gnaͤdig an. Wohl dem, der ſich zu dir bekehrt, und glaͤubig ſeinen Mitt⸗ ler ehrt. 4. Den, Herr! befrei'ſt du von den plagen, die dem Gewiſſen furchtbar iinde rLoh 4 ebt, dcch en Dan f dein rdi eſan im unſt S euemd V den n 30E,g ſeinns 19Sfhn mns ſ irct Gott iſt fuͤr mich. auch fuͤr mich Troſt der Vergebung. er kann getroſt und freudig ſagen: Gott iſt fuͤr mich; ich Hier iſt der, welcher fuͤr mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. bin ſein Kind. Hier iſt 5. Gott! welch ein Gluͤck genießt die Seelle, die deiner Gnade ſich erfreut! ob v. alles Erdengluͤck ihr fehle, fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Dein F 4 wieget weit die Welt und ihre Herrlichkeit. riede uͤber⸗ 6. Dein Friede ſtaͤrkt zu frohem Mu⸗ the das Herz auch in der groͤßten Noth, gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getroſt im bittern Tod; er iſt ſchon in der Pilgerzeit ein Vorſchmack jener Sel igkeit. 97. Laß, Vater! denn in dieſem Frie⸗ den auch meine Seele freudig ruh'n. Auch mir haſt du dies Gluͤck beſchieden, deß troͤſt ich mich und hoffe nun: der aller Menſchen Suͤnde trug, that ſterbend genug. 8. O! laß mich dies im Glauben fa en, und mich mit ſtarker Zuverſicht auf deine Bundestreu verlaſſen! wenn alles wankt, wankt ſie doch nicht. Mit Reu' und De⸗ muth ſuch' ich dich; gib m mir den Troſt: 9. Lob⸗ 560 Troſt der Vergebung. 9. Lobſingend will ich dich erheben, Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 1 358. Haͤtte nicht, o Gott! dein Sohn unſrer Schwachheit Troſt gegeben, haͤtt er zu der Gnade Thron nicht ver⸗ mocht uns zu erheben: ach! wie wollten wir beſteh'n, wenn du ins Gericht wirſt gehn n 2. Aber Jeſus kam herab, der, ein milder Arzt, uns Kranken ſeines Troſtes Balſam gab, eh’ wir troſtlos niederſan⸗ ken. Wenn die Reu'’ uns ſchmerzlich druͤckt, werden wir durch ihn erquickt. 3. Wort voll Huld! wie herrlich bricht doch dein Strahl durch unſre Naͤchte: „mehr erfreu'n den Himmel nicht viel vollendete Gerechte, als wenn Einer wiederkehrt, den die Suͤnde lang be⸗ thoͤrt.“ mich ewig deiner Gnade freun, und dei⸗ nem Dienſt mein ganzes Leben in kindli⸗ chem Gehorſam weihen. Daß, Herr! bei dir Vergebung ſey, das mach in dei⸗ 4. 0b Troſt der Vergebung. 561 4. Ob auch eine Mutter ſich nicht er⸗ barmte ihrer Kinder; du, o Herr! er⸗ barmeſt dich ſelbſt der undankbaren Suͤn⸗ der; ſelbſt die Thraͤne ſpaͤter Reu' fließt nicht ungeſeh'n vorbei. 5. Dies befeu're meinen Muth, end⸗ — liicch aus der Thorheit Ketten, aus der Leidenſchaften Wuth, mich zu dir, mein an u. Gott! zu retten. Suͤnde lohnet nur 1 ct mit Leid; Reue lohnt mit Seligkeit! a Sen 1(Eigene Melodie) 4 nn dut n Ga 359. Es iſt das Heil uns kommen vbeer von Gottes freien Gnaden; die Werke s kant ubh ehelfen nimmermehr der Schuld uns zu Krale ſäusz entladen. Der Glaube blick auf Jeſum wir Wiosna Chriſt, der unſer Mittler worden iſt, der N w ſan hat uns Gytt verſohnet. inan 2. Vermiß' dich nicht, untadelhaft dud dent nach dem Geſetz zu leben; kein Menſch 4 uß vermags aus eigner Kraft; Gott hat es — 1 u uns gegeben zum hellen Spiegel, welcher den— zeigt, wie wir zur Suͤnde ſind geneigt; — * S m wie viel und ſchwer verſchuldet. i une 3. Doch ſchaue Jeſum Chriſtum an! b Nn Der Troſt der Vergebung. Der Heilige, Gerechte, hat dem Geſetz genug gethan, und unſerem Geſchlechte; durch ſein Verdienſt Gerechtigkeit, die Troſt und Hoffnung uns verleih't, vor Gottes Thron erworben. 562 4. Dies glaube feſt und zweifle nicht! Es wird niemals gebrochen, was der. Wahrhaftige verſpricht; und er hat jg verſprochen: wer glaubt an mich und iſt getauft, dem iſt die Seligkeit erkauft; er hat das ew'ge Leben! 5. Und wenn dein Glaube nur erzeugt die Fruͤchte guter Werke; dein Herz zu Gottes Willen neigt, zum Guten dir gibt Staͤrke; ſo zweifle nicht, er iſt auch aͤchtz er machet dich gewiß gerecht, iſt er in Liebe thaͤtig. 6. Kann auch, was dir der Glaube giebt, dein Herz, gebeugt von Suͤnden, Wie Gott uns liebt, im hellen Licht will ers oft nicht entdecken. Sein Wort uß dir „ 1 durch ſie erſchrecket und betruͤbt, nicht alſobald empfinden; ſo harre nur der rechten Zeit, und trau' auf Gott, denn er erfreut zur beſten Zeit und Stunde. 7. Und ob's auch ſchien, als wollt er nicht, ſo laß dich's doch nicht ſchrecken. ETN ͤy—ä ͤ e b Troſt der Vergebung. 565 dir Gewißheit ſeyn; dann bleibt des rahäd Aweſſels bange Pein von deinem Herzen danah ferne. b Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. b 360. Freu⸗ dich, aͤngſtliches Gewiſ⸗ gr a ſen! Auf, und faſſe neuen Muth! du biſt aller Noth entriſſen durch des Welt⸗ den! erloͤſers Blut. Laß dein Trauern, laß dein aube dein Weinen! Gott laͤßt Gnade dir er⸗ 5 ſccheinen. Du biſt frei, und ſollſt allein igt Gren ewig deines Jeſu ſeyn. ſe nx cria 2. Druͤckten dich gleich deine Suͤnden, gewi entt, beugten das zerriſſ'ne Herz; koͤnnte Nie⸗ Rat mand Huͤlfe finden, Niemand ſtillen dei⸗ PH u nen Schmerz; koͤnnte von den Suͤnden⸗ „ Ue di ketten dich kein Menſch, kein Engel ret⸗ .9 gtms ten: freu' dich! Jeſus heilet dich, und ket a latt ninnt alle Schuld auf ſch. ent han 3. Ja mein Heiland, Troſt und Leben! etr Kaauf bit meiner Seele beſtes Theil! du biſt's, der ren und en mir Ruh gegeben, der mir das verlorne ichden, 1 Heil, Gortes Segen wieder brachte. 8 nnh niht Hilf, daß ich nichts hoͤher achte, weder t e helat hier, noch ewig dort, als dich, o mein 1, Scn Schutz, men Hotti„„ 564 Troſt der Vergebung. 4. Hilf, daß ich die Suͤnde meide; hilf, daß keine boͤſe Luſt, keine Macht mich von dir ſcheide; laß mich ſtets mit treuer Bruſt, Herr! auf deinen Wegen bleiben, deinen Geiſt zu dem mich treiben, was dir, Heiland! wohlgefaͤllt, mich in deinem Dienſt erhaͤlt. 0 5. Herr! ich will fuͤr dieſe Guͤte, und fuͤr deine große Huld ſtets mit danken⸗ dem Gemuͤthe meiner ew'gen Liebe Schuld dir, o Jeſu! gern entrichten. Nichts ſoll den Entſchluß vernichten: du ſollſt ewig und allein meines Herzens Freude ſeyn! (Eigene Melodie.) 361. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betruͤbte Seele! Fuͤrchte nicht, daß in der Noth dir ein Helfer fehle. Zwei⸗ fel nicht, nicht Drohn und Liſt ſollen dir den Glauben und den Troſt, den Jeſus Chriſt dir erworben, rauben. 8 2. Auf, ermanne dich zum Streit! Sieh, die Palme wehen! Kaͤmpf ums Gluͤck der Ewigkeit! Gott will bei dir ſtehen. Sprich: nimm von mir, d der Ver Räung daß ich die. Troſt der Vergebung. 565 ai b d mir draͤut! ich bin durch das Leiden mei⸗ Hen. un d Heilands eingeweih't zu des Himmels ert Freuden. n Geiſtzu dan 3. Was ich Boͤſes je gethan, reuet land! wohlaet mich von Herzen. Glaubig ſchau ich Je⸗ erhält. ſum an, ihn, den Mann der Schmerzen. ch wil für daag Vater! dein geliebter Sohn ſtarb fuͤr de Huld ſtetze mich mit Freuden; nun darf ich der Suͤnde meiner ewgat Lohn im Gericht nicht leiden. ern entrichta. 4. Stuͤrme Welt nur, ſtuͤrme Tod! vernichten; Wer iſt, der mir ſchade? Deckt mich nes Herzens n doch in jeder Noth Gott mit ſeiner Gnade. des Herzenst Sie, mein Schild im ſchwerſten Streit, ſuͤßer noch als Leben, kann mir Troſt in Traurigkeit, Ruh' in Stuͤrmen geben. dngene Nee) 5. Quaͤlt der Zweifel mich, es ſey GSott mir nicht gewogen; Taͤuſchung iſt's, hwing dich 1 denn er iſt treu; er hat nie gelogen. Waͤ⸗ rubte Seelel reſt du, o Gott! mein Feind, koͤnnt ein athdir in Heſet Troſt mich laben? Koͤnnt ich Jeſum dann dt Drohn ud zum Freund und Erloͤſer haben und den Tutt 6. Sagt, was iſt im Himmelszelt, vorhen, ralhn was im tiefen Meere, was iſt Gutes imn eamanne dih der Welt, was fuͤr mich nicht waͤre? BWer ne wehen. Aühat Sonn und Sternenglanz fuͤr mich m 3 henchten laſſen⸗ Sorespaud unſramt when mumich ganz; ſollt' er mich denn haſenn: 566 Troſt der Vergebung. 7. Ich bin Gottes, Gott iſt mein; wer iſt, der uns ſcheide? Dringen Leiden auf mich ein, ſchwindet alle Freude; nun ſo kommt die Pruͤfung doch von geliebten Haͤnden, und ein Tag muß endlich noch all mein Ungluͤck enden. 8. Gottes Kinder ſaͤen zwar traurig und mit Thraͤnen; doch es kommt ein Freudenjahr einſt nach langem Sehnen. Ja, ſie kommt, die Erntezeit, wo der Schmerz der Erden, wo die Thraͤnen dieſer Zeit lauter Jubel werden. b 9. O ſo faſſe dich, mein Herz! wanke nicht im Glauben; laß nicht Freude, laß nicht Schmerz dir die Krone rauben. Preis ihm, der den Tod bezwang! Sei⸗ nem großen Namen toͤn auf ewig mein Geſang! Er wird helfen. Amen. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 1 362. Ich freue mich, dein Heil, Herr Jeſu! anzunehmen; mag auch der Spoͤtter Heer ſich deines Namens ſchaͤmen. Dem, der verloren geht, dem iſt dein Kreuz ein Spott: doch dem, der Glauben hat, dem iſt es Kraft von Gott. 8 dlr. 5.————— ter Jubel wer edich, mein, den; laß nicht r den Tod hezm damen toͤu' ait vird helfen. da Hott, du frommer Getl freue mich, n. Troſt der Vergebung. 567 2. O wundervolle Huld! Wer kann, unn o Herrl ſie faſſen? Als Sohn des Ewi⸗ an gen der Himmel Thron verlaſſen, ſich ſelbſt erniedrigen, einher in Demuth geh'n, der Wahrheit Herold ſeyn, und ſich ver⸗ ſpottet ſeh'n. 1 3. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geſchlagen, mit himmliſcher 1 Geduld der Menſchen Schulden tragen, um der zu ſeyn, der uns ein ewig Heil er⸗ wirbt: wie groß iſt deſſen Herz, der ſelbſt fuͤr Feinde ſtirbt! 114. Dies muͤſſe meine Lieb', o Herr! z dir die uu zu dir entzuͤnden. Zu ſchwach, den hohen Rath der Gottheit zu ergruͤnden, be⸗ wundr' ich deine Huld, die ich nicht faſ⸗ ſen kann, und bete, Mittler! dich in tiefſter Demuth an. 1 5. Herr! jene beſſre Welt wird mehr Licht mir gewaͤhren, und deine große Huld mir voͤlliger erklaͤren. Unendlich iſt mein Heil: O Glaube, der erfreut! zunchmen; unt Gelobt ſey Jeſus Chriſt, gelobt in Ewig⸗ ic deines ma keit! Ene i gr 1elot eloren geht, da tt: doch dmde 3 Sunſ m 2. Freu⸗ 568 Ermunterung zum Glauben. 2. Freudigkeit des Glaubens an Gottes Gunade in Chriſto. Ermunterung zum Glauben. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 363. Seele, warum haͤngſt du dich an die Dinge dieſer Erden, die in Kur⸗ zem ſicherlich doch zu Staub und Aſche werden? Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerſtreuten Sinn, laß ihn ſich zum Himmel ſchwingen; richt ihn nach dem Heiland hin, laß um ſeine Gnad' ihn ringen! Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangeſt oft nach Ruh', dein betruͤbtes Herz zu laben: eil der Lebens⸗ quelle zu, da kannſt du ſie reichlich haben! Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht.— 4. Fliehe die unſel ge fuͤhret! Suche Jeſum und ſein Licht; 5. Daͤucht 4. Pein, die der Weltluſt Tand gebieret; laß nur den dein Labſal ſeyn, der zur Glaubensfreude as in Alnie 8 Glauben àg zum Glau dſer Erden,n h zu Stau Ieſum und dir nicht. en zerſtreute mmel ſchwin aland hin, a en! Suche R Andre hilſt ien geſt oft nach R nlaben: eil iſt du ſie richi d ſein kicht; i unſel ge Den thieret; läßmn er zur Gluich Jeſum und ſo Ermunterung zum Glauben. 569 5. Daͤucht es dir nicht arg genug, daß du ſo viel Zeit verdorben, da du noch um ſchnoͤden Trug leeren Scheingluͤcks haſt erworben? Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 6. Geh' in Einfalt ſtets einher, laß dir nichts das Ziel verruͤcken. Gott wird gerne aus dem Meer ſeiner Liebe dich erquicken. Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß dieſe Welt ganz ein andres Weſen heget, als dem Hoͤchſten wohlgefaͤllt, und dein Urſprung in ſich traͤget? Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. u 8. Siege doch, du Bild nach Gott! du, aus Gottes Hauch geſchaffen, uͤber Luſt, Verſuchung, Spott, dieſer Erde eitle Waffen! Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nichàM 9. Schwinge ſtuͤndlich dich im Geiſt in des Himmels lichte Hoͤhen, laß, was dich zur Erde reißt, fern von deinem Herzen ſtehen. Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem Gnadenthron dei⸗ nes Jeſu mit Vertrauen, denn auf ſein Wort 570 Ermunterung zum Glauben. Wort darfſt du ſchon deiner Zukunft Segen bauen. Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 11. Hold iſt ſeine Majeſtaͤt! Laß ſie dir vor Augen ſchweben; laß dein bruͤn⸗ ſtiges Gebet dich im Flug' zu ihr erheben. Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. ö912. Halte ſeiner Leitung ſtill, du wirſt ſchon zum Ziel gelangen. Glaube! was die Liebe will, iſt ihr niemals noch ent⸗ gangen. Suche Jeſum und ſein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht’'gen Guͤte ꝛc. 364. So viele geh'n umher und ſu⸗ chen, und finden doch das Rechte nicht; ſie nennen immer ſich die Klugen, wie viel der Klugheit auch gebricht. Der Eine denkt: Ich hab's ergriffen! und was er hat, iſt nichts als Gold. Der undre will die Welt umſchiffen; nichts, als ein Name, iſt ſein Sold. 2. Der laͤuft nach einem Sieger dir nicht. — — ſ des Almächza k 571 wird von verſchied'nem Glanze getaͤuſcht ein Jeder, Keiner reich. Habt ihr von Jeſu nichts geleſen, von ihm kein einzig Wort gehoͤrt, wie himmliſch guͤtig er geweſen, und welch ein Gut er uns 63. Wie er vom Himmel hergekommen, ſo milde war und ſo gelind? Welch Wort Ermunterung zum Glauben. die Welt von ihm vernommen, wie Viel' durch ihn geneſen ſind? Wie er, von Liebe nur beweget, ſich ganz uns hinge⸗ geben hat, und in die Gruft ſich hin⸗ 5 eleget, zum Grundſtein einer Gottes⸗ tadt? 4. Kann dieſe Botſchaft euch nicht ruͤhren, iſt euch des Menſchen Sohn nicht g'nug, zu oͤffnen ihm des Herzens dung trug? Ol laßt doch willig alles fahren, thut doch auf alles gern Verzicht, um ihm die Seele zu bewahren, ihm, in der euch ſo viel Huld verſpricht! 5. Nimm ganz mich hin, du Held der nn Liebe! ſey du mein Leben, meine Welt! Wenn nichts vom Irdiſchen mir bliebe; ich weiß, wer ganz mich ſchadlos haͤlt. Du gibſt mir meine Lieben wieder; du öleibſt „72 Bitten um Staͤrkung des Glaubens. bleibſt in Ewigkeit mir treu. Dir, Heil⸗ ger! ſingt der Himmel Lieder; ach, daß mein Herz dir heilig ſey! Bitten um Staͤrkung des Glanbens. Mel. O Gott du frommer Gott ꝛc. 365. Heer! ohne Glauben kann kein Menſch vor dir beſtehen; d'rum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Fle⸗ hen; o zuͤnde ſelbſt in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. 2. Laß mich, daß du regierſt, mit Ueberzeugung glauben! Nichts muͤſſe mit den Troſt aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich ſucht, ſtets ein Vergelter ſeyſt, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreu'ſt. 3. Wahrhaftig iſt dein Wort. Gib, daß ich ihm vertraue, und meine Hoff⸗ nung feſt auf deine Treue baue. Gib, daß ich dir im Gluͤck und Ungluͤck ſtets getreu, und dem, was du gebeutſt, von Herzen folgſam ſeeoey teng i dan t wir tren. innel b de Nilig ſeyn bun 0 — irkung des Olat ſt du frommer at ohne Glauda beſtehen; d nit demuths lbſt in mir! welchem ich n. daß du thht zuben! Nichtztt neinem zan er dich ſucht, und hier udche erfreuſſt. ziſt dein Au traue, und 9 eine Treue baut luͤck und uüt wasd du geat Bitten um Staͤrkung des Glaubens. 573 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du geſandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von ganzer Seele nenne, und dank⸗ bar fuͤr das Heil, das mir ſein Tod ge⸗ waͤhrt, ſtets thue, was er mich in ſeinem Wort gelehrt. 5. Sein goͤttliches Verdienſt ſey mir beſtaͤndig theuer, es fuͤlle mich mit Troſt, und mache mich ſtets freier vom ſchnoͤden Suͤndendienſt; es ſtaͤrke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgrimſchaft. 6. Wie ſelig leb' ich dann im Glauben ſchon auf Erden! Noch herrlicher wird einſt mein Theil im Himmel werden. Dann ſchau' ich, was ich hier, Herr! auf dein Wort geglaubt, und meine Krone wird mir nimrnermehr geraubt. Mel. O Gott du frommer Gott ꝛe. 366. Herr, allerhoͤchſter Gott! von dem wir alle Gaben, fuͤr Zeit und Ewig⸗ keit, was wir beduͤrfen, haben! O ſieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ic nicht, wie ich will, dir feſt vertrauen kann. b 2. Ich 574 Bitten um Staͤrkung des Glaubens. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit ſchwachem Glauben. Oft will die Zweifelſucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr! allein? Laß deine Huͤlfe doch von mir nicht ferne ſeyn! 3. O reiche du mir ſelbſt aus Gnaden deine Haͤnde! Hilf meiner Schwachheik auf, daß mich von dir nichts wende! Ach! wie ein Senfkorn iſt mein Glaube noch ſehr klein; du wolleſt taͤglich ihm mehr Licht und Kraft verleih'n! 4. Gib, daß ich ſtets in mir die Zu⸗ verſicht vermehre, daß du mein Vater ſeyſt, daß ich dir angehoͤre, daß alle meine Schuld von dir vergeben ſey, da⸗ mit mein Herz ſich bein, als ſeines Gotz tes, freu! 5. Und dieſe Zuverſicht ſey ſtandhaft, Gott! und kraͤftig, zu meiner Heiligung lebendig und geſchaͤftig; damit ich eifrig ſey, zu thun, was dir gefaͤllt; dann hab ich, Gott! in dir den Himmel auf der Welt. e 6. Mein Heiland! der du einſt für deine Junger hateſt, und, wenn ſie wan⸗ keten, beim Vater ſie vert ateſt; ach! un⸗ Kraft verlei ch ſtets in e, daß du m dir angehore, en dir vergeba 1 ch dein, absſir Zuverſccht ſwi duͤſtern Lampe zu. 14— ftig; damc s dir gefäll ie r den Humnt and! der duch und, 2a an Bitten um Staͤrkung des Glaubens. 575 unterſtuͤtz auch jetzt mein ſehnliches Ge⸗ bet, und gib des Glaubens Kraft mir, der dich darum fleh't. 7. In deiner Mittlershand iſt Heil und aller Segen: drum unterſtuͤtze mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seele Seligkeit, er⸗ langen mag, und dich erheb in Ewigkeit! Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 367. Oft noch will mein Glaube wanken; ſtaͤrk ihn, Gott! ich bitte dich, und von zweifelnden Gedanken, treuer Gott! erloͤſe mich. Nie laß mich an dir verzagen, immer kuͤhn're Bitten wagen; ſinkt mein Glaube, gieße du Oel der 2. Wollen Zweifel ſich erheben, blen⸗ 12„¶ det mich des Irrthums Schein; o ſo laß das Herz nicht beben, den Verſtand nicht dunkel ſeyn! Zeige du dein Licht mir wieder! ſtroͤme Glauben auf mich nieder! Deiner Wahrheit reiner Glanz, er enthuͤlle mir ſich ganz! 3. Nur auf dein Wort, nicht auf Leh⸗ 576 Bitten um Staͤrkung des Glaubens. Lehren ſchwacher Menſchen, laß mich ſeh'n; deine Stimme laß mich hoͤren, deine Weisheit recht verſteh'n! Mehr als Zeuaniß aller Welten laß mir, Gott! dein Zeugniß gelten; richte meinen gan⸗ zen Sinn nur auf deine Wahrheit hin! 4. Wahren Glauben ſchenk vor allen andern Gaben, Vater, mir! ohn ihn muͤßt ich dir mißfallen, durch ihn bin ich eins mit dir. Glauben, wie wenn ich dich ſaͤhe, gleich den Juͤngern, in der Naͤhe, floͤße mir, mein Heiland! ein, mit dir voͤllig eins zu ſeyn. 5. Unausſprechlich ſchwach und fluͤch⸗ itgg iſt mein rief verdorb'nes Herzs heut⸗ iſt mir die Tugend wichtig, morgen mit die Suͤnd ein Scherz. Laß bei dir die Kraft mich finden, meinen Glauben feſt zu gruͤnden! Jeſus, eile; ſtaͤrk' ihn dul ach, ſonſt find' ich keine Ruh! dau Sieh, Lier bn 19,. a 368. Jeſus Chriſtus! Troſt der Dei nen, meines Lebens Kraft und Licht! laß die Sonne wieder ſcheinen, neige b b her 11 her Munſche Bitten um Staͤrkung des Glaubens. 577 Stimme laß 9 her dein Angeſicht! Laß dich finden, laßs ichug di ich finden, meines Lebens Troſt und Welten laß n d2 Licht! gelten; icn 2. In der dunkein Nacht der Erde auf d e ſprich ein: Friede ſey mit dirl daß mein Glauben ſte Herz ermuthigt werde, zeige deine Liebe Vater, 3; mir. Weiß ich doch, durch Kreuz und nßfallen, da Leiden folge man am beſten dir. Glauben, d 3. Alle deine Liebeswege lehre mich, Herr! recht verſtehn, alle deine Leidens⸗ ich den Jnn e 1 nir, mein 5 ſtege voll Vertraun und muthig gehin! In 4 Wird es dunkel, waͤhrt es lange: du 2. zu ſeyn wirſt mir zur Seite ſtehhnn. ſechlich ſchuu 4. Will die Furcht ins Herz ſich ſteh⸗ fderdorbns zen vor der bangen Zukunft Nacht; will gend wichtig n ich deine Treu erzaͤhlen, die bisher fuͤr Scherz. Ait mich gewacht. Was geſchah, ſey mir den, meinen bet ein Siegel deiner Huld und deiner geſus, eile; ii W Racht. ich keine Nu. Jeſus Chriſtus! Kraft der Schwa⸗ chen, meines Lebens Troſt und Lichtt! 81 will flehen, ringen, wachen; deine Treue laͤßt mich nicht. Laß dich finden, eh, her ba e laß dich finden, Herr, Herr! meine Zu⸗ Sheiſus den verſicht. Lebens Kraft u. 5 widder ſhit Oo ma. 578 Bitten um Staͤrkung des Glaubens. Herr! ich hab⸗ nicht ꝛc. 369. Jeſul hilf mir ſtandhaft glau⸗ ven! Deine Seligkeit iſt mein. Laß mir nichts die Krone rauben, die des Glau⸗ bens Lohn ſoll ſeyn. Hilf, daß ich dir ſeſt veetraue⸗ bis ich dich dort ewig ſchaue. 2. Jeſu, hilf mir chriſtlich leben! fuͤhre mich die Tugendbahn! du, Herr! kannſt mir Kraͤfte geben, daß ich richtig wandenn kann. Hilf mir, hilf mir deinen Willen wilig, freudig ſtets erfuͤllen. eIl 3. Jeſu, hilf mir willig leiden! macht b mich im Kreuz dir treu; hilf mir Furcht und Kummer meiden, in Betruͤbniß ſteh mir bei. Gib mir in den Leidensſtunden Troſt und Kraft aus deinen Wunden. 4. Jeſu, hilf mir ſelig ſterben! Went und Suͤnde ſind mir Laſt. Laß mich dor aus Gnade erben, was du hier verdienet haſt. Hilf mir ſelig uͤberwinden/ lß mich ewwig Ruhe finden! herr 1 i 3 Frendigkeit des Glaubens. 579 tha na a, Sreudigkeit des Glanbens. 1 län ma De Kommt her iu mir ac... lfan hi 370. J Ich weiß und bin's gewiß, daß dis ich dichd 1 ich erloͤſt vin, Gottesſohn, durch dich fwir nn von aller meiner Suͤnde. Gelobt ſey dbahn! du Gott, ich bin's gewiß! Hilf, o mein en daß ihn 8 hei daß ichedies bis an mein End. Krbi. Wenn meine Freudigkeit zu d dir, erfüln mein Glaub' und meine Hoffnung mir, 5 wilig’ Gott! entriſſen wuͤrden; was koͤnnte ir treus mir erfreulich ſeyn? was meiner Seele neiden, in d Troſt verleihn, fuͤhlt ich des Elends mir in den in Buͤrde: ft aus deimnx 3. Wenn ich von meinem Glauben f mir ſelig ſut wich, wie wuͤrd in meiner Seele ſich dmir kaſt. kur hald Angſt und Lun mene häufen und , ds nte hniche dan der dod ber 15 9 ergreifen. 4. In dieſer glaubenbloſen Zeit des Leichtſinns und der Sicherheit wach' uͤber meinen Glauben! O Mernſchenhuͤter! wache du, daß keine Feinde meine Ruh und meinen Troſt mir rauben. Oo2 3. Den 580 Frendigkeit des Glaubens, 5. Den Spott der Frevler uͤber dich und meinen Glauben, Herr! laß mich, wie er's verdient, verachten. Mit deſto ſtaͤrkerer Begier laß meine Seele ſtets nach dir und deinem Reiche trachtent 5— Nun lob' mein Seel' den te. 371. Ich weiß, wem ich kann 1n gan ben, mein Jeſus iſt der Glaubensgrund, den ſoll kein Feind mir rauben, das ſchwoͤr ich, Herr! mit Herz und Mund, Wenn deine Hand mich fuͤhret, ſo werd ich ſicher geh'n; wenn mich dein Geiſt regieret, wird's ſelig um mich ſtehn. Ach! ſegne mein Vertrauen, und bleih mit mir vereint; ſo laß ich mir nicht grauen, und fuͤrchte keinen Feind. 2. Hilf mir im Glauben leben! ſollt auch Verfolgung, Angſt und Pein mich auf der Welt umgeben; hilf treu mit in dem Glauben ſeyn! Im Glauben laß mich ſterben, wenn hier mein Lauf ſich ſchließt, und mich den Himmel erben, der mir verheißen iſt. Nimm mich in ine Haͤnde bei Lehe⸗ und Sterbenaies 3 er dan 4 Freudigkeit des Glaubens. 581 dauda hmn 9 ſo iſt des Glaubens Ende der Seele „ wruümn 8 Seligkeit. mein deinen Ran e 1 Nas d ai Valet wil ich dir geben ꝛc. Q——äU4 4 372. Ich weiß, woran ich glaube leh mar enn ich weiß, h feſt beſteht, wenn alles . hier im Staube wie Sand und Staub deiß, wemtz verweh't; ich weiß, was ewig bleibet, b iſt der Ga wyo alles wankt und faͤllt, wo Wahn die eind mir Weiſen treibet und Trug die Klugen haͤlt. el mit H 2. Das iſt das Licht der Hohe, das und mich ſiß i iſt der Jeſus Chriſt, der Fels, auf dem u wenn m ich ſtehe, der diamanten iſt; der nim⸗ s ſclig un mermehr kann wanken, der Heiland und in Vertrau der Hort, die Leuchte der Gedanken, die t; ſo laß tn leuchtet hier und dort. te 1 773. Drum weiß ich, was ich glaube, achte kiim ii ich weiß, was feſt beſteht, und in dem in Glauhatt Erdenſtaube nicht mit als Staub ver⸗ ng, Angſt mi gt. ich weiß, was in dem Grauen des wae iin Todes ewig bleibt, und ſelbſt auf fenan 88 4 uen des Himmels Blumen treibt. 582 Frreudigkeit des Glaubens. 37 3 2. Ihn legte ewiges„ das alles Denken uͤberſteigt, des Vaters, di mit offnen Armen ſich liebend zu dem Suͤnder neigt; des Vaters, der erbar⸗ mend ſpricht: ich will den Tod des Suͤm⸗ 3. Wir ſollen nicht verloren werdent Gott will des Suͤnders Seligkeit. Drum ſandt er ſeinen Sohn auf Erden, der uns von aller Schuld befreit. Der Heiland ruft uns huldreich zu: kommt her zu mit; 111 190 bei mir iſt Ruh! *„ 4. O Liebel welche unſ re Sunden durch Chriſti Tod getilget hat! bei dir nur kann ich Rettung finden; hier findet kein Ver⸗ dammen ſtatt; hier findet, wer um Huͤlfe ſchrei 5. In dieſe will ich mich verſenken, ihr will ich glaͤubig mich vertrau'en, und, 3 wenn t, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! Frendigkeit des Glaubens. dahe wcoenn mich meine Suͤnden kraͤnken, getroſt — mn ma auf meinen Heiland ſchaun; hier find ner Hoffnu a ich ja zu aller Zeit unendliche Barmher⸗ 1 Ee de zigkeitt eit d 276. Muß ich in meinen beſten Werken, wenn ich im Pruͤfen redlich bin, auch faͤllt 55 Selbſtruhm denn dahin; ſo bleibt berſteigt da mir doch der Troſt bereit: bei Gott find c ich Barmherzigkeit. 1137. Wird alles Andre mir entriſſen, was Leib und Seel erquicken kann, muß will den? ich d das Gluͤck der Erde miſſen, nimmt hier kein Freund ſich meiner an, iſt keine b em nicht dein Hulfe weit und breit: bei Gott bleibtmir Sünders Sat Barmherzigkeit. Sohn auféeie zu8. Es 5 mir nach deſſen Willen, bei uld befreit. d dem ſo viel Erbarmen iſt; er wird des ich zu: kumnt Herzens Sehnſucht ſtillen, der ſeine Kin.⸗ 1 der nie vergißt, der Vater bleibt in Freudd weiche unftreu und Leid ein n Helfer vo l diget hatl ie nne enn 4 Bdunargicteie dier findet, ae Rel. Ane Menſchen müſſen ferbem e. iant dns 374. Eene bange Zweife. I dna ſchweiget! mein Erbarmer iſt getreu, un 1 V Maͤngel noch und Fehler merken! und 584 Freudigkeit des Glaubens. ſein Geiſt in mir bezeuget, daß ich Gott verſoͤhnet ſey. Mir droht keiner Rache Flammen; will mich auch mein Herz ver⸗ dammen, faß' ich dennoch Muth im Schmerz: Gott iſt groͤßer als mein Herz. 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich, und weiß allein, wie dieß Herz von Sehnſucht brennet, ganz ſich ſeinem Dienſt zu weihen; ſchaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt. ſo oft ich fehle; ſieh't nicht meiner Zwei⸗ fel Wahn, ſondern meinen Glauben am 3. Mir auch iſt ſein Sohn gegebenz durch den Glauben iſt er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einſt ſelig ſeyn. Mich ſah Gott von ſeinem Throne; mich erwaͤhlt er in dem Sohne eh’ noch ſeiner Allmacht Ruf mich und alle Weſen ſchufB. n acni 4. Wer will nun noch den verklagen den Gott ſelber auserwaͤhlt? den noch zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zaͤhlt? Hier iſt Gott, in deſſen Schutze ich der Macht der Hoͤlle trutze. War ich gleich der Suͤnde Knecht; er mein Gott! macht mich gerech. . mir! ni bezeuntt„ Freudigkeit des Glaubens. 585 lmchangt 1d mne ſcht michtſ intveuer H dern meine Leiden? Ne iſt ſein E bie b 4 iſt ern 5 drlehen, ud Ailles um mich her ſey Nacht! Gott, mein erwäͤhlt eii meine Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang Vluugt Nir auch huͤlflos bliebe, leitet mich doch ſeine f. Hnun noch dut nichts) in die Wohnungen des Lichts. 4 Bann 9 1 t Hier iſt Gotzi d. Macht der h der Sünde n—. iit mich ger ich ihm ert 586 Freudigkeit des Glaubens. 9. Dennoch weiß ich, Schmerz und reuden, Tod und Leben, Lob und Schmach, werden mich von Gott nicht ſcheiden; Gott iſt ſtark, bin ich gleich ſchwach. Gunſt der Großen, Haß der Feinde; Ueberredungen der Freunde nichts erſchuͤttert meine Treu', Gottes t Liebe ſteht mir bei. 10. Ich beharr in meinem G Glaubene wenn man mir auch Alles raubt; nichtz kann Gottes Huld mir rauben, drum erheb' ich froh mein Haupt. Heil mirl! u Heil mir! mein gedenket der mir ſeinen Sohn geſchenket, und mich nimmermehr verlaͤßt. Diaſer Fels bleibt ewwig feſt. Mel. Varum vout ich mich denn ꝛc. 375. Warum ſollte ich nicht ebent a Floß nur dir, nicht auch mir, vom Verderben? dir nur, der mit freud- Heil in des Mittlers Blute? 2. Nicht auch mir, der oft mit Beben n klomm hinan auf der Bahn zudem höhern 13 Lebens den noſt Schrecken Gottes ſchreck⸗ ten, nimmt ſein Theil von dem ſſtg deiß ch,& Freudigkeit des Glaubens. 587 hten, wanns ihm ſchten, als ob ihn Wet⸗ nich d un a ternaͤchte deckten tiſt ſaart 3. Mag mein Herz doch zitternd wan⸗ din ken! Jeſus hat andern Rath, andere — num 8 G Gedanken. In des Gnaͤdigen Gerichte tt meine du hab⸗ ich Theil an dem Heil, an dem Erb ru im Lichtte hHarr in mena 4. Mannigfalt ſind ſeine Pfade; g ro⸗ auch Al. ßer ahl ſeine Wahl, wenn er fuhrt zur — Sun Gnade. Dieſer Seele banges Leiden mein Hau bringt zum Ziel; iſt es viel, mehr noch . n gedenket! ſind der Freuden. tt, und michl!. r Fels dien Mel. Balne Jeſu was baſt du te. 376. Ich bin gewiß, daß weder Tod un ſett ih uim noch Erben, noch Engel, die des Hoͤch ſten Thron umgeben, noch Teufel, noch rum ſollte ihn Gewalt, noch Freud und Leiden von Goct nicht auch mi mich ſchriden Srm in? dir nur, da 2. Der Ewige,, der über Sonn immt ſein dhun thror eet, hat auch fuͤr ni ohm ittlers Blute nicht verſchonet; voll Huld hat s 4 7 de 1 der oftu 1 nit wir alle leben, ihn hingegeben. — 3. Wie ſollt er un wenn uns 94 ie — mn e Sunden kraͤnken, mit Je cht 588 Freudigkeit des Glaubens. alles, alles ſchenken? Ja alles, o des Wunders von Erbarmenl! ſchenkt er uns 4. So knieet denn, Erloͤſte, theure Bruͤder! voll heißen Danks vor ſeinem ben, unſer Leben, ganz zu ergeben. 5. Hier ſind wir, Gott! Du ſchenk. teſt uns Verlornen das Liebſte, Jeſumn deinen Eingebornen, und wir, wir brin gen dir voll reiner Triebe ein Herz voll Mel. Ein' feſte Burg iſt unſer ꝛe. 377. Auf ewig iſt der Herr met Theil, mein Fuͤhrer und mein Troͤſter. Er iſt mein Gott, mein Licht, mein Heil) ſ und ich bin ſein Erloͤſter. Du verwirfſt mich nicht ſelbſt im Gericht. Mit jenezs Lebens Ruh' erquickſt, beſchatteſt du mich ſchon in dieſem LeIben. 2. Fern von der Welt, mit dir allein o allerhoͤchſtes Weſen! wie iſt von aller ſeiner Pein, durch dich mein Herz gene ſen! Der die ganze Welt ſchuf und er haͤlt, half mir und war mein Gott, half agkeit des b Eiiene 48 maͤchtig m mir in Noth, und 3ab mir ſei⸗ nen Frieden! 3. Wenn meine ganze Seele fleh't, er⸗ u 4 hoben aus dem Staube; wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater! maͤchtig den, gam um glaube: dann ſteig' ich empor zum Sie⸗ Gan gerchor, dann ruhz ich ganz in dir, dann ornen das li iſt mein Geiſt ſchon hier durch Hoffnung ernen, undn imdir ſelig! b 4. Allgegenwaͤrtig haſt du mich, nuc mich, den Staub umgeben. Du ſieh ſt mmiich, ich empfinde dich, ſehen werd ich — dich und leben. Hier und dort und da iſt ſeie dar ſün Gott mir nah! Gedanke meiner Ruh, wie reich an Heil biſt dul wie reich am ewig iſt daß Tvoſte Gottes! 48 uͤhrer und miſ. 5. Ich lebe dir, ich ſterbe dir, doch tt, mein Lcti nicht durch meine Kraͤfte. Bin ich des n Erlöſter. Herrn; ſo iſts in mir ſein goͤttliches Ge⸗ ſt in Gerich N ſe haͤfte. Ja ich lebe dir, ich ſterbe dir! quickſt deſhat Ja, Vater, Vater! dein will ich auf Leben. ewig ſeyn, auf ewig dein I Weefohnteee 3 der Bet, ui i Weſen! wit ſi— urch dich menhn ganze Erkenntniß ſteigt„ je mehr wird dieſe 590 Aufforderung zur Heiligung. 3. Erneuerung zu heiligem Sinn und b 8 Wandel... 3 A n ffor d erung zur H eil i g ung. Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus ꝛc. n 378. Wer Gottes Wort nicht hält und ſpricht: ich kenne Gott, der luͤget; in Solchem iſt die Wahrheit nicht, die durch den Glauben ſieget. Wer aber ſein Wort glaubt und haͤlt, der iſt von Got nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den ſein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je hoͤher die ſteigen. Der Glaub erleuchtet nicht al⸗ lein; er ſtaͤrkt das Herz und macht es rein 73. Durch Jeſum rein von Miſſethat, ſind wir nun Gottes Kinder. Wer ſolche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sunder, folgt Chriſti Beiſpiel a ein Chriſt, und reinigt ſich, wie er reiniſt. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehorſam uͤbe. Wer die Gebote haͤlt, in dem iſt wahrlich Gottes Liebe. Ein taͤglich thaͤtig Chriſtenthum, das iſt ii des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der 4 1 2 6 3 dmn nr — duün a zu heit Aufforderung zur Heiligung 3591 Dandel aädn 5. Der bleibt in Gott und Gott in run ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb⸗ 41 Anr San iſt's, die die Seraphim, Gott zu gehor⸗ r uach, n an ſchen treibet. Gott iſt die Lieb'; an ſei⸗ nem Heil hat ohne Liebe niemand Theil et Gottes; ch kenne Go G. 4— ü de dn e 7Lhlt Mel. O Gott du frommer Gott: ue. 3H leget. u 550 und bäle 5 27 V.. Verſucht und pruͤft euch ſelbſt, Velt. 06 ihr im Glauben ſtehet, ob euer Glaube de, deſint lebt, ihr Gottes Wege gehet in Hoffnung iche zeugen. und Geduld? ob ihr mit Freundlichkeit igt 5 3 1an Liebe Jedermann zu dienen willig Blauh alaat 1i2. Es iſt der Glaube ſelbſt zwar in das Herzundn der Bruſt verborgen; doch bricht ſein ſeſum ren iaz Licht hervor, gleich einem hellen Morgen; zottes Kinder er zeiget ſeine Kraft, daß, Chriſto gleich am hat derfun geſinnt, wir hoffen mit Geduld, in Liebe folgt Chriti d thätig. ſind. reinigt ſic uen 3. Der Glaube hofft, was Gott in bin ich Gott n ſeinem Wort geſchrieben; dann muß die rſam uͤhe. Vai⸗ Sorge flieh'n, die Schwermuth wird fvuc gan vertrieben. So folgt dem Glauben ſtets die ſich're Hoffnung nach; ſie häft im 4 Sbeiimm 4 elte aus, beſteht im Un aemach 592 Anufforderung zur Heiligung. 4. Legt Gott auch vaͤterlich ein Kreuz uns auf zu tragen: der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen. Statt Murren und Verdruß wird das Gebet erweckt: der Glaube weiß, daß Gott„ Noth ein Ziel geſteckt. 5. Gott gab uns ſeinen Sohn, de wir noch Feinde waren, die wir den Tod verdient⸗ und laͤßt uns Gnad' erfahren. Wort voll Lebenskraft! Hat dies der Glaub⸗ erkannt, ſo wird die Lieb' erweckt und laß und Zorn verbannt. 8 6. Und wie uns Gott geliebt, ſo lieben wir die Bruͤder. Wir geben, flucht man uns, dafuͤr den Segen wieder, das Leben fuͤr den Tod; bei Schimpf, bei Spot und Hohn getroͤſten wir uns ſtets der ew'gen Ehrenkron'. 3 7. Gib, Gott! daß ſich in mir der wahre Glaube mehre, daß ich, in Hoff⸗ nung ſtark, an Liebe reich, dich ehre, Erhalte mich getreu, daß ich nach dieſer Zeit des Glaubens Ende ſeh': der Seeles Selakeitt NMMAl laͤßt uns G Eanans t, ſo wird di Zorn verba uns Gott ga r. Wir geba Segen wiede. bei Schinf troͤſten wit ul fron. zott! daß ſchi mehre, daß ih an Liehe ni getkeu, daß u dens Ende ſch — n ernſtlich haßt, und Zuverſicht zum Mitt⸗ Autorderung zur Heiligung.— 593 1 NMel. Wer nur den leben Got re 380. Wie theuer, Gott! iſt deine Guͤte, die jede Miſfethat vergiebt, ſo⸗ bald ein reuendes Gemuͤthe die Suͤnden, die es ſonſt geliebt, erkennt, bereut und ler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht ſicher wer⸗ den, weil du ſo reich an Gnade biſt! Wie kurz iſt meine Zeit auf Erden, die zir zum Heil gegeben iſt! Gib, daß ſie mir ſtets wichtig ſey, daß ich ſie meiner Beßrung weih'! b 3. Sind, deine Gnade zu verdienen, gleich Reu' und Beß rung viel zu klein; ſo darf ſich doch kein Menſch erkuͤhnen, zu glauben, dir verſoͤhnt zu ſeyn, wenn er noch liebt, was dir mißfaͤllt, und mcht dein Wort von Herzen haͤlt. Nie kannſt du dem die Schuld erlaſen. der frevelnd Schuld auf Schul⸗ den haͤuft. Der kann kein Herz zu Jeſu faſſen, der nur der Suͤnden Wege laͤuft, der ſeines Herrn Verdienſt erhebt, und Ndoch als Knecht der Suͤnde leht 594 Aufforderung zur Heiligung. 5. Daß mit Gerechtigkeit auch Staͤrke durch Chriſtum mir verliehen ſey, will ich durch Uebung guter Werke beweiſen. Mache du mich treu, Herr, in der Liebe ſi gegen dich! ſie leite, ſie beſeele mich! 6. Zu deiner Ehre will ich leben, der ſiſ du die Miſſethat vergiebſt, das haſſen, was du mir vergeben, das ewig lieben was du liebſt. Herr! mache mein Ge⸗ wiſſen rein; laß heilig meinen Wandel ſeyn! Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 381. b Bewahre mich, o Herr! von frevelndem Vertrauen, hilf mir auf den Verdienſt mit feſtem Glauben bauen doch nicht, als ob es mir, von Schuld that ein ſich'rer Schutzbrief ſey. 2. Der iſt kein Glaͤubiger, der nur: Herr, Herr! dich nennet, dich mit dem net, am Bundestiſche dir den Eid der Treue ſchwoͤrt, und vom Altar zuruͤck 4 zu ſeinen Suͤnden kehrt. 3. Weh und Strafe frei, fuͤr Suͤnd' und Miſſe Mund allein, nicht mit der That beken 5 denag un d de 4 tGerechtit Aufforderung zur Heiligung. 595 i mit mütgt 3. Weh Allen, die der Wahn, ein ung guter da Chriſt zu ſeyn, betruͤget wenn der Ver. d tra, m d gebung Troſt in ſich're Ruh' ſie wieget! t leite ſi in Weh' ihnen, wenn vom Thron einnt er Ehre viin deine Stimme ſpricht: Ihr Uebelthaͤter! weicht; ich kenn, ich kenn euch nicht! vergehen, de 4. Vergeblich werden ſie, o Herr! . Herr!— nach Huͤlfe ſchreyen. Nur ſolchen Glaͤu⸗ aß heilig m bigen wirſt du dein Reich verleihen, die Gottes Willen hier aus allen Kraͤften thun, und bis zum Tode nie vom Heils⸗ — ggeſchaͤfte ruh'n. 5. Drum gib, daß ich, o Herr! von Beit, du fram ganzem Herzen glaube, daß nichts des „ Glaubens Troſt und ſeine Kraft mir wahre mich ſ raube, und daß, durch ſeine Kraft er⸗ ertrauen, hih wecket und belebt, den Weg des Heils t feſtem Glun ich geh', der mich zu dir erhebt. ob es mir, 676. Erleucht' und ſtaͤrke mich, daß ich rei, fur Süng den Reiz der Suͤnde, der ſich im Herzen er Schutzbrifſt regt, bekaͤmpf und uͤberwinde; daß man kein Gläͤubign dein Ebenbild in meinem Wandel ſchau,, dich nennet, i und daß den Naͤchſten auch mein Wan⸗ nicht mit de d del ſtets erbaut. „anhe dir det. 7. So hilf mir nach dem Heil mit ndestſche Furcht und Zittern trachten; und ja dein t, und von Ant ichten; und ja dein Bundesblut nicht frevelnd unrein ach⸗ nden ken. Pp 2 ten. that dergici — b 596 Aufforderung zur Heiligung. ten. Verhuͤte, daß ich je den Geiſt der Gnade ſchmaͤh', und nicht in Sicherheit den Weg des Todes geh. 8. Dich, Jeſus! ſoll mein Herz den Herrn und Heiland nennen, und nicht i der Mund allein, die That auch dich be⸗ kennen. Hilf, daß ich nicht der Welt, nein, einzig lebe dir; und du, mein Herr und Gott! o lebe du in mir! E n Mel. Freu dich ſehr v meine Seele ꝛc. 382. b Kommt, laßt euch vom Herrn belehren; kommt und lernet allzumal, welche die ſind, die gehoͤren zu der rechten i Chriſten Zahl! die im Glauben feſt he⸗ i ſtehen, freudig Gottes Wege geh'n, undd u den Heiland frei bekennen, duͤrfen ſich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, ſeine u Schwachheit nie vergißt, nie ſich ſelbſt mit Stolz erhebet, ſondern Jeſu aͤhnlich iſt; denn das Himmelreich iſt ſein: Got⸗ u tes Huld wird ihn erfreu'n! Gott wird dort zu Ehren ſetzen, die ſich ſelbſt gering hier ſchäͤzen. 1b 3. Selig iſt, wer ſeine Suͤnde weh muths. Aufforderung zur Heiligung. 597 d nche muthsvoll vor Gott bereut, und, damit Heiland n— 3 nih e „land naug zeih'n, Kraft zum Guten ihm verleih'n, dn deda und er ſoll ſchon hier auf Erden und — daß ich ut auch dort getroͤſtet werden. be dir; udn 1 lebe du in min nicht dem Feinde wieder flucht, niemals dlnaß ſcheut. Gott will ihm die Schuld ver⸗ 14. Selig iſt, wer Sanftmuth liebe, Rache an ihm uͤbet, ſondern wohlzuthun ihm ſucht. Wer des Zornes Flamme d eir eug daͤmpft und das eigne Herz bekampft; ſolchen wird Gott Ehr' und Leben, ja u lafts der Erde Herrſchaft gben. die ged i5. Selig ſind, die ſehnlich ſtreben, die gehomm immer mehr von Suͤnden rein und ge⸗ die im Gan recht vor Gott zu leben, ganz der Tugend Gottes Wat ſich zu weihen. Gott iſes, der in ihnen frei bekemn wohnt, durch ſich ſelbſt das Gute lohnt. ennen. Er wird ihren Wunſch erfuͤllen, und den wer in Demuht edeln Durſt einſt ſtilen. nie vergißt, 6. Selig iſt, wer voll Erbarmen und chet, ſonden aus Lieb' und Menſchlichkeit jedem Lei⸗ Himmekrechiindenden und Armen Huͤlfe, Troſt und ihn erſteune Rettung beut; wer ihm nuͤtzt mit treuem ſeben,. it wird bei G tt 598 Aufforderung zur Heiligung. 7. Selig ſind die Gottgeweihten, die noch reines Herzens ſind, fern von nied⸗ rer Wolluſt Freuden, gleich dem un⸗ ſchuldsvollen Kind; die kein Laſter noch beſtrickt, kein Gefuͤhl von Schuld noch druͤckt; nichts erſchuͤttert ihr Vertrauen, daß ſie Gott einſt werden ſchauen. 8. Selig ſind des Friedens Freunde, deren Herz, ſelbſt fern von Streit, ſich vielmehr, erzuͤrnte Feinde wieder zu ge⸗ winnen, freut; welche ſtets, nach Gottes Bild liebevoll und ſanft und mild, ſich des Friedens nur befleiſſen, werden Got⸗ tes Kinder heißen.. 9. Selig, die um Chriſti willen leiden und ſich deſſen freu'n, ſtandhaft ihre Pflicht erfuͤllen und den Martertod nicht ſcheu'n; Gott ſteht ihnen maͤchtig hei, unnd wird ſie fuͤr ihre Treu herrlich mit des Sieges Kronen einſt in ſeinem Reich i belohnen. u 10. Herr! du wollſt mich ſelber leiten i auf der rechten Tugendbahn, daß ich die ſer Seligkeiten hier und dort mich freuen ſit kann. Gib, daß demuthsvoll ich ſey, meine i Schuld vor dir bereu', die Gerechtigkeit iſ ſtets liebe, und an Feinden Sanftmuth die G I Aufforderung zur Heiligung. 599 rztns ſind 11. Daß ich gern des Armen Thraͤne 6 trockne, reines Herzens ſey, mit dem 3 88 Feinde mich verſoͤhne, bis zum Tode ſey 8 getreu. Vater! hilf von deinem Thron, Bea eti daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch einſt verdaſs deines Geiſtes Staͤrke mich beſleiße guter ind des Fi⸗ Werke! ſelbſt 8 ürnte Feindeſ Mel. Liebſter Jeſu wir ſind hier c. wel c itt 94 und ſanft 383. Glaube, Lieb und Hoffaung nur Kenſe ſind der wahrhafte Schmuck der Chriſten ißen. Hiermit muß ſich Gottes Kind 8 hſt be⸗ die um Lhr ſtreben auszuruͤſten. Wo man Gott will ſen freun, iu chriſtlich dienen, muß dies holde Kleeblatt gruͤnen. 4 mm 2. Glaube legt den erſten Stein zu des für irt duß Heils bewaͤhrtem Grunde; ſieh't auf Je⸗ — tning, ſum ganz allein, und bekennt mit Herz ronen 84 munde ſih u gelhes beriſts Lehren, t ſich nie durch Truͤbſal ſtͤdren. du vollmi 3. Liebe muß des Glaubens Frucht n damman Gott und auch dem Naͤchſten zeigen, un⸗ en mam terwirft ſich Chriſti Zucht, und gibt ihm ſich ganz zu eigen, laͤſſet ſich in allem Lei⸗ den nicht von ihrem Jeſu ſcheiden.„ 600 Aufforderung zur Heiligung. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, alle Noth zu uͤberwinden; ſie kann in der Truͤbſal Fluth ihren Anker feſt begruͤnden. Reichlich wird ſie einſt verſuͤßen, was alle N wir hier erdulden muͤſſen. 1 5. Jeſu, du mein Herr und Gott, ach, bewahr' in mir den Glauben! mache du den Feind zu Spott, der dies Kleinod denkt zu rauben; der dies ſchwache Roht wil btdc un, mich durch Furcht und Zwei⸗ fel ſchwaͤchen. Ien 6. Mache meine Liebe rein, daß ſie nicht im Schein beſtehe! floͤß mir Kraft des Geiſtes ein, daß ſie mir von Herzen dich und meinen Naͤchſten liebe. 7 7. Gruͤnde meine Hoffnung feſt! ſtaͤrke ſie, in allen Noͤthen, daß ſie dich nich fahren laͤßt, wollteſt du den Leib auch toͤdten. Laß ſie nach dem Himmel ſchauen, und auf ew ge Guter bauen. 6 S. Glaub' und Hoffnung hoͤren auf, t wenn wir zu dem Schauen kommen; doch die Liebe dringt hinauf, wo ſie Urſprung hat genommen. Ach! dort werd ich erſt ſi recht lieben, mich im Lieben ewig uͤben!! Bitten gehe, daß ich aus rechtſchaffnem Triebe neine Liebe beſtehel daß ſie ni aus rechtſchi n Naͤchſten ſii neine Hoffnngt am dthen, daß ſi ſchaͤtz roltf n e leih⸗ mir einen feſten Glauben, der ſtanda nachdn m 1 Mhet den Heiland liebe, und bilde mich Bitten um Hͤlfe zur Heilignng. 601 Bitten um Hälfe zur SHeitigung b Mel. Was mein Gott will ꝛc. 1 384. Ach, hochſter Gott! verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein gan⸗ zes Gluͤck nur ſuch' in dir, und dich allein verehre; in Gluͤck und Noth dich meinen Gott und Vater glaͤubig nenne; daß Freud' und Leid zu keiner Zeit von dir, mein Gott mich trenne! 8 b 2. Erfuͤlle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich je betruͤbe; gib, daß ich alles Boſe ſcheu', und ſtets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr! meine Pflicht mit Vorſatz je verletzen; der Seele Heil, ein beſtes Theil, laß mich nach Wuͤrden 33. Auch bitt ich dich, mein Gott! ver. haft, treu und thaͤtig ſey, den nichts mir n koͤnne rauben. Gib, daß ich mich allzeit „auf dich und auf dein Wort verlaſſe, und in der Noth, ja ſelbſt im Tod, dein Heil getroſt umfaſſe. 4. Hilf mir, der ich erldͤſet bin, daß 3 nach 6. Nie ſoll nach Reichthum, Gut und Geld mein Herz begierig trachten; nie 60² Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. nach ſeinem Sinn, gib, daß ich ſtets mich uͤbe, auf ihn zu ſeh'n, ihm nachzu⸗ gehn, mich ſeiner nie zu ſchaͤmen, und gern wie er, ſey's noch ſo ſchwer, mein Kreuz auf mich zu nehmen. 8 5. Nie muͤſſe Stolz und Eitelkeit mein ſchwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich ver⸗ fuͤhren! Dein Wort gebeut Verſoͤhnlich⸗ keit, verdammt der Rachſucht Triebe; gib, daß den Feind, ſo wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe! b Ruhm und Ehre dieſer Welt mehr, als ſie werth ſind, achten; und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und eitelm Lohe ſtreben: laß mich vielmehr zu deiner Ehr⸗ in wahrer Demuth leben. n 7. Laß keine Ungerechtigkeit, o Gott! meein Herz beſchweren; durch Mittel, die dein Wort verbeut, laß nie mein Gut mich mehren. Nie neig' der Sinn zum Gieize hin! willſt du mir Guͤter ſchenken, ſoo laſſe mich ſtets bruͤderlich der Duͤrfti⸗ gen gedenken! 8. Gib, daß ich Trug und Heuchali 1 kanitmad erkeit zur Ran Vort man 1 der„ ichtig uen nach Reichth erz begierig n he dieſer Veh ſchten; undnun Macht und i ich vielmehr uie muth leben. eUngerechtiait rdeut, laß nn Nie neig da lſt du mit dins 385. Oerzallerliebſter Gott! der du mir dieſes Leben, Leib, Seele und Ver⸗ nunft aus naden haſt gegeben; regie 0 Mu n eets bruderich Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 605 mit aller Sorgfalt fliehe; mich nie durch nied're Schmeichelei um Menſchengunſt bemuͤhe. Laß Ja und Nein mir heilig ſeyn; laß nie mich lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth ſchlichten. 9. Schaff', Gott! ein reines Herz in mir, voll Glauben, Liebe, Guͤte; ein Han, des ganz Theiligt dir, vor boͤſer Luſt ſich huͤte. ſhſta Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit na⸗ Billigkeit mit meinem Naͤchſten handenn. 10. Verleihe, Herr! mir deinen G Geiſt, daß er mich ſtets regiere, mich, wie es uns dein Wort verheißt, auf deinen We⸗ ggen fuͤhre: ſo wird mein Herz, in Freud⸗ und Schmerz, dir zu gefallen ſtreben, und du wirſt mir, Gott! einſt bei dir, den Lohn der Treue geben! chweren; duchth er Luͤgen Feind, der Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 604 Bitten um Hülfe zur Heiligung. doch mein Herz durch deinen guten Geiſt, daß ich dem folgſam ſey, was, Gott! dein Wort mich heißt. h 2. Verleih', daß ich zuerſt nach deinem Reiche ringe, und von der Erde, Gott! zu dir empor mich ſchwinge. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen ſtrebt, er⸗ faͤhrt daß er zum Lohn ſchon hier gluͤck⸗ 3. Hilf, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte! Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung ſtark und feſt gegruͤndet ſey! ff 4. Gib, daß ich als ein Chriſt mich Chriſto aͤhnlich zeige, und achtſam ſtets mein Ohr zu ſeiner Lehre neige. Dein Geiſt regiere mich, und nicht der Geiſt der Welt; dann geh ich, Herr! vor dir den Weg, der dir gefaͤllt. Gn 5. Entflamme du mein Herz mit einer 1 reinen Liebe, die ich ſowohl an dir, als i an dem Naͤchſten uͤbe! Verleihe mir Ge⸗ ſin duld, wenn Truͤbſal bricht herein, und i hilf, daß ich im Gluͤck demuͤthig moge i ſeyn. 6. Haß, — — ich von dan de, und daß n nie etan im Kampf Hoffnungi ich als en ge zeige, und abn einer Lehre uin uich, und nitit ine ageh ich, he dir gefäͤllt. ge du mein ie ich ſonuhan n uͤbe!: . brich temn a Glück das d I Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 605 6. Haß, Falſchheit, Uebermuth, und ¹ Heuchelei daneben, laß ja an mir nicht ſeyn in meinem ganzen Leben; Liſt, Un⸗ 1 kecht⸗ Frevel, Geiz und Unbarmherzig⸗ keit ſey ganz von mir entfernt, o Gott! zu aller Zeit! 7. Mit deiner rechten Hand, Herr! wolleſt du mich leiten, daß meine Tritte nicht vom rechten Wege gleiten; wirſt du mir Schutz und Burg in meinen Noͤthen ſeyn, ſo geh' ich ohn Gefahr und furcht⸗ los aus und ein. 8. Zulezt erloͤſe mich von allen meinen Leiden, und wenn ich ſoll einmal von die⸗ ſer Welt abſcheiden; ſo ſtehe du mir bei mit deiner Gnadenhand, und fuͤhre mich Uianaf ins rechte Vaterland! 1 8& (Eigene Melodie.) 3 e 386. O. Gott, du frommer Gott! 1 du Geber aller Gaben! du Vater alles Lichts! von dem wir Alles haben; Ge⸗ ſundheit gib dem Leib und hilf, t daß auch dabei geſund die Seel und ſtets rein das Gewiſſen ſey. 606 b Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebuͤhret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande fuͤhret. Gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich ſoll, und dann gerathe mir's durch dei⸗ nen Segen wohl. 17 g 3. Hilf, daß ich rede ſtets womit ich kann beſtehen; laß kein unnuͤtzes Wort aus meinem Munde gehen. Und wenn in meinem Stand ich reden ſoll und muß; ſo gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. n 4. Droht mir Gefahr und Noth; ſo laß mich nicht verzagen. Hilf mir, mit Heldenmuth die Laſt des Kreuzes tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanft⸗ muth uͤberwind', und, brauch ich guten Rath, ſo hilf, daß ich ihn find. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundſchaft leben, ſo weit es chriſt⸗ lich iſt. Willſt du mir etwas geben von Reichthum, Gut und Geld, ſo gib auch ferne von mir ſey. 36. Soll ich in dieſer Welt mein Leben hoͤher bringen, durch manchen ſauern Tritt hindurch ins Alter dringen; ſo gib dies dabei, daß ungerechtes Gut ſtets b 1 Ge⸗ 8 Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 607 dona Geduld und Kraft; vor Schande mich un Stanee bewayr⸗ auf 5 ich tragen mag mit Ehren graues Haar. an gerathe nie 7. Laß mich an meinem End' auf Chriſti Tod abſcheiden; die Seele nimm zu dir, Rich nede ſine hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein laß kein unn Raͤumlein goͤnn bei andrer Chriſten Grab, dunde gchn. auf daß er ſeine Ruh an ihrer Seite hab. id ich redei 8. Wenn du die Todten wirſt an jenem ten Kraft a Tag erwecken, und auch zu meinem Grab wiirſt deine Hand ausſtrecken; wenn einſt ir Gef mein Leib erwacht, der Staub bei Staube - ahru war; ſo fuͤhr' ihn ſchoͤn verklaͤrt zur aus⸗ verzagen. erwaͤhlten Schaar. Müteis eLaſt des Fumn neinen Feindn n —, un. 1n. daß ich ihn ſu m in mit Jedermt. 87. Du Geber guter Gaben, Gott! aft lehen, ſout unſer hoͤchſtes Gut, den wir zum Vater i du wir tag haben, der lauter Gutes thut: du Ur⸗ dut und Ged, ſprung alles Lichts! von dir muß deinen aß ungerc eummen 5 alles Ghun kommen; du gibſt: ſo fehlt uns nichts. ad Bätn 2. Laß mein Gebet dich ruͤhren, das udiſe nana angefangne Werk in mir auch zu voll⸗ durch namfuͤhren, durch deines Geiſtes Staͤrk: auf us Alre eunn daß Mel. Von Gott will ich nichtꝛ t. 6os Bitten um Hulfe zur Heiligung. daß ich lauter ſey, feſt in der Wahrheit ſtehe, im Wandel richtig gehe und ohne Heuchelei! 3. Gib, daß ch und Satans Macht Herr, uͤberwinde, der du mein Helfer biſt! gib, daß ich ritterlich um jene Krone ringe, daß mir der Sieg gelinge; denn alles kommt durch dich. 4. Gib mir den Geiſt der Liebe, der Sanſftmuth und der Huld; gib mir die reinen Triebe der Demuth und Geduld den Geiſt, der mich entzuͤnd', daß ich recht kindlich bete, den Geiſt, der mich vertrete, daß ich Erhoͤrung find! 5. Gib, daß ich deinen Willen von Herzen gerne thu'; denn dein Gebot er⸗ fuͤllen bringt einzig Seelenruh'! gib, daß mich deine Kraft befeſtige und grunde bis ich das Leben finde, das Jeſus mir Welt und Suͤnde, verſchafft. 6. Entflamme meine Triebe, daß, ohne 1 1 1 8 1* 8 1 165 4 Heuchelei, nur dir und deiner Liebe mein Herz gewidmet ſeyl ja, bleibe lebenslang, auch mitten in dem Leide, mein Ruhm und meine Freude, mein Pſalm und Lob⸗ 7. Wir geſang! und Liſt durch dich, 1 Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 609 u 7. Wir armen Pilger wallen hier, als in truͤber Nacht. Ach hilf! daß wir nicht 4 Düt n fallen; hab' immer auf uns Acht! wenn Macht und 1 ich im Straucheln bin, halt mich in dei⸗ inde, der an nen Schranken! wenn meine Tritte wan⸗ ken, gib du mich nicht dahin! b 8 8* 8 rder Sie u8. Gib, daß ich, wie die Muͤden, hin⸗ ncch dic.Uberſchlummern mag, und weck den Leib den Geiſtea Zum Frieden dereinſt am juͤngſten Tag! d der Hud Mach mich im Himmel froh; ſchenk mir, der Demut d Lebensſonne! auf ewig deine Wonne! ce Mel. Freu' dich ſehr o meine Seelec. thu; denn inſ 388. Laßin meinem Pilgerkleide wal⸗ nzig Serlems en mich zu deinem Ruhm; und von frem⸗ aft befeſtgen der Herrſchaft ſcheide dein erkauftes Ei⸗ den finde, un genthum. Treue, Herr! gib deinem Knecht, guͤrte mich mit Gnad' und Recht; mache ne meine diten ein die Lampe brennen, bis wir dich em⸗ 1 und deinad pfangen können. lama 2. Vor des Glaubens Aug erhelle ſich dan ede dein Bildniß ewig klar, und, gleich einem d npant Spiegel, ſtelle dich mein neues Leben dar. ud, Einfalt leite meinen Schritt, keine Schalk⸗ Ao heit 610 Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. heit laufe mit. Werth nur ſey mein ſtil⸗ les Handeln denen, die im Lichte wan 3. Der du biſt der Thron der Gnade i und des Vaters Freundlichkeit, waſche i mich im Geiſtesbade zum Gefaͤß der Hei ligkeit; ſo wie du mich ſelbſt verlangſt, wie du gern in Seelen prangſt; nicht, was eigne Zier iſt, waͤhle meine dir ge⸗ weihte Seele. 4. Scheuche mit des Richters Blicken was von Trug ſich um mich waͤlzt. Sollt; ich mich mit Flimmern ſchmuͤcken, die der Tag des Zorns zerſchmelzt? Leite frei mich durch den Tand, und vom beſſern Vater⸗ land laß auf die entwirrten Sinnen Staͤr⸗ kungen herniederrinnen. 8 — MNel. Herr Chriſt, du Eingeborner ꝛc. 389. Herr Jeſu, Gnadenſonne, wahr⸗ haftes Lebenslicht! laß deines Lichtes Wonne mein bloͤdes Angeſicht nach deiner nad'erfreuen, und meinen Geiſt erneuen, Gott! verſag mirs nicht. r 2. Ver⸗ 4 1 mwern ſchm. eſchmetzteh und vom ii ntwirrten en rinnen. drit, du kuniem. d Gnahi cu Gn das fallen beſtaͤndig moͤge wallen auf rechter ot! lai Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 611 2. Vergib mir meine Suͤnden und laß, Erloͤſer! mich der Gnade Troſt empfin⸗ den, ich ſey verſoͤhnt durch dich; daß deine Friedensgaben mein Herz mit Hoffnung laben: ach Herr! erhoͤre mich. 3. Nimm ganz aus meiner Seele den Hang zur Suͤnde hin, daß ich nur dich erwaͤhle, und ernſtlich mich forthin zu deinem Dienſt ergebe, und dir zu Ehren lebe, weil ich erloͤſet bin. u4. Befoͤrdre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort! und oͤffne mein Ver⸗ ſtaͤndniß durch dein lebendig Wort; daß ich dich ganz erfaſſe und nimmer von dir laſſe, bis ich dich ſchaue dort. 5. Lehr' mich als einen Chriſten, zu kreuzigen in mir das Fleiſch mit ſeinen Luͤſten, und laß mich fuͤr und fuͤr der Suͤndenluſt erſterben; ſollt' auch das Fleiſch verderben, wenn ich nur leb' in dir. 6. Ach! zuͤnde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlge⸗ des Anotſch Lebensbahn! und meinende ag mirs uih verleih mir M th und 5 eraft; d enn da 4 9Q42 ſimd 612 Bitten um Hülfe zur Heiligung. ſind Gnadenwerke, die dein Geiſt in uns ſchafft: hingegen iſt mein Sinnen, mein ſchaden, und mach mich taͤglich neu. Gib, daß ich deinen Willen ſtets ſuche zu er⸗ fuͤllen, und ſteh' mir kraͤftig bei! 6 Mel. O Gott du frommer Gott ꝛe. 390. Dernimml o Gott! mein Fleh'n, ich, Pilger hier auf Erden, ich moͤchte jeden Tag gern weiſer, beſſer werden, Ich moͤchte deinen Weg, den oft mein Fuß verliert, mit ſicherm Schritte gehn, weil er zum Ziele fuͤhrt. 3 2. Du nur bringſt mich ans Ziel. In dir geweihten Stunden, wie oft hat nicht mein Herz es inniger empfunden, daß dein Geſetz, mein Gott! dein groͤßter Segen iſt, daß der ſein Heil verkennt, der dein Gebot vergißt. ai Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 615 aniger nit Preis, zum Lohhn. un Gott. w! 8— der ſe har b. Mel. Ein Limmlein geht und traͤgt ꝛc. b zere ißt. 0. 1. 2 1 waut n 39 1. Erbarm dich, Herr! du kennſt b mein Herz, geneigt zu Eitelkeiten, bald rSun nte““ kann 614 Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. kann die Freude, bald der Schmerz zu Suͤnden mich verleiten. Gleich einem Rohr, vom Wind bewegt, ſo wankt, von Leidenſchaft erregt, oft meine ſchwache Seele. Herr! hilf mir, daß, unwandel⸗ bar im Reich der Luſt und in Gefahr, ich ſtets das Gute waͤhle. nd 2. Umſonſt ſuch ich der Tugend Bahm wenn du mich nicht begleiteſt, mich nichh befreit von eitelm Wahn, zu deiner Wahn heit leiteſt; erleuchte mich und fuͤhre mich ich uͤbergebe mich an dich. Hilf, Herr! —— um Jeſu willen. Erhebe den gebeugten Muthz; hilf mir der Leidenſchaften Wuth durch deine Gnade ſtillen! 1 3. Mein Gott, mein Gott! gedente nicht der Suͤnden meiner Jugend. Wie hart ſchien mir oft meine Pflicht, wie rauh die Bahn der Tugend! und doch trugſt du mich mit Geduld. Laß, Vater! laß mich dieſe Huld nicht undankbar ver⸗ ſi achten. Dir folgen, iſt mein wahres ſit Heil; o laß mich's als mein beſtes Theil ſi auch immerfort betrachten. 3 4. Laß doch mein Herz nicht fernerhin ſo unvermoͤgend wanken, befeſtige den ſchwachen Sinn durch himmliſche Gedar 88 en! b b 4, ba Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 615 Knteim da ken! Wenn von dem Dienſt der Eitelkeit dewen 1 mich deines Geiſtes Kraft befreit, ſo wird att, eſt na es mir gelingen; ſo werd’ich feſt und ſtand⸗ haft ſeyn, mich gaͤnzlich deinem Dienſte e kuſtuhug weihen; werd wollen und vollbringen. 5. Ein ſchwacher Menſch, o Herr! uch ich dade bin ich, und ſchwach ſind meine Kraͤfte, icht beglett doch meine Seele hofft auf dich; zum Heiligungsgeſchaͤfte wirſt du, mein Gott! mir Kraft verleih'n, mit deiner Huͤlfe mich erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Erhebe! Ich will dann als dein Eigenthum, Herr! deh deines großen Namens Ruhm in Ewig⸗ er keidenſt keit erhebe! b 1 de ſtillen! tt, mein Geth ⸗ den meiner u ⸗ oſt memt ie ael. erbarm dich mein, o. der Tugent Sre„ t9s nit Gedn lii 392. Ich Staub vom Staube! wer duld nicht na bin ich, daß du, o Gott! ſtets meiner dlaen, it un dich erbarmſt, daß du noch meiner ſchonſſt, s abs wen und mir nicht nach Verdienſten lohn'ſt? tracht. Zum Glauben und zum Thun zu ſchwach, betrug riir gibt oft mein Herz der Suͤnde nach; ge⸗ nein Haf m tauſchet durch der Luͦſte Trug, haͤlt es der 4 wanka⸗ ſt Thorheit Wahl fuͤr klug. 616 Bitten um Hülfe zur Heiligung. 2. Wie ſchnell iſt von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie ſchned mein ganzes Herz erſchrickt, wenn es in dieſen Abgrund blickt. Wie nahe graͤnzt die Miſſethat an unſers Herzens boͤſen Rath! Wie bald wird Frevel ſelbſt V veruͤbt, wenn man erſt Schwachheit ſich vergiebt!! d dant 3. Vertreib', o Gott! des Irrthums Nacht, entreiße mich der Suͤnde Macht Wie glaͤnzet deiner Streiter Schaar, die einſt, wie ich, auf Erden war! ſie, die nun, weil ſie uͤberwand, den Lohn em⸗ u pfaͤngt aus deiner Hand! Sie iſt gekroͤutz ich bin im Streit; o! gib auch mir Be⸗ ſtaͤndigkeit! b kir 4. Schmaliſt der Wegzu deinen Hoͤhn, und Wenige ſind, die ihn geh'n; die Pfork iſt eng’, und der nur dringt durch ſie em⸗ por, der muthig ringt. Ich lieg' auf meinem Angeſicht, und fleh' und weine: laß dein Licht mir leuchten, Vater! laß i mich dein im Leben und im Tode ſeyn! 5. Der mir in Chriſto Alles gab, Gott! ſchaue doch auf mich herab; auf mich, der Suͤnde ſchnellen Raub, den Himmelser⸗ den, und den Staub! Erbarm dich ma 2 A und liſt von mnh Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 611 e und ſteh. mir bei, daß ich des Kleinods grund de erwarb, als er fuͤr mich am Kreuze ſtarb! ſethat an 6. Ja, Vater! du erbarmeſt dich voll die bald noß Huld und Gnade uͤber mich. Vom Leibe nan erſt 2 dieſes Tod's befreit, fuͤhrſt du mich einſt zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht wn Gottl mehr wankt, dir ewig meine Seele dankt, emich derh daß ſie dein Gnadenlohn begluͤckt, und ner Striit driner Sieger Krone ſchmuͤckt! auf Erden— er Hand! CG Zun Dal. Doht des Himmele und der.... reit; o! gha 393. Fern vom Ziel, wornach ich ringe, fleh' ich, o mein Gott! zu dir. ſtder Wegut Hilf, daß ich den Lauf vollbringe; wirke d, die ihnain Muth und Kraft in mir. Mache taͤglich er nur drin Ernſt und Treu, mich zu beſſern, in mir hig ringt. neu. 21 Hu tts 4 cht, und ſi: 2. Ach, ich irr in Finſterniſſen, Geiſt mit leuchte, d der Wahrheit! ohne dich. Von Begier⸗ den und in din den hingeriſſen, taͤuſcht oft meine Seele n Chr-b: on Erdenguͤtern nie. b mid imn⸗ 3. Hilf mir nach dem Himmel ſtreben, n Na a die den Lohn mir aufbehaͤlt; Gott und mans Jeſu 618 BZitten um Hulfe zur Heiligung. Jeſu laß mich leben, nicht den Luͤſten die⸗ ſer Welt. Lehre mich, von Suͤnden rein, eifrig nur im Guten ſeyn. A. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; ſtaͤrke mich durch deine Gnade, wenn ich ſchwach und muth⸗ los bin, daß ich naͤher jeden Tag meimn Ziele kommen mag! 5. Gib zur Uebung guter Werke nun Erkenntniß, Kraft und Luſt, und im Kampfe floͤße Staͤrke mir in die verzagte Bruſt! Gib mir Troſt in jeder Noth hilf mir treu ſeyn bis zum Tod! 6. Sey mein Beiſtand, wenn ich erbes zeige meinem Geiſt von fern das mir auf⸗ behalt’ne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! Dann geſtaͤrkt durch deine Kraſt, and. ich ſro⸗ die Pugrimſchaft. 19 Mel. Es iſt das Heil uns kommen ic. 394. Dein bin ich, Gott! dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; recht⸗ ſchaffen, fromm und rein will ich vor dei⸗ nen Augen leben! Wie koͤnnt ich eines Anu⸗ — ——— — 2u2ͤſſſſſſſ leben, nich ün b Bitten um Huͤlfe zur Heiligung. 619 r Andern ſeyn? Ich bin ja durch die Schoͤpfung dein, und dein durch die Er⸗ —* lͤſung. den hin; fti 2. Ich fiel und wandte mich von dir, e zur Finſterniß vom Lichte; doch wand⸗ teſt du dich, Gott! zu mir mit deinem asſichte wft haſt dsden d2 Luſt zur Pflicht, oft von der Finſterniß zum lem † Licht den Strauchelnden gefuͤhret. Faͤrf nd th. Dein, Herr! dein iſt Barmherzig⸗ emet keit; du liebeſt ſelbſt die Suͤnder. Seyd, nr Troſt i rufſt du, heilig, mir geweih't, und mei⸗ bis zum ner Gnade Kinder! Laßt euch erneuern, Beiſtan, werdet gut! Dort fließet der Verſoh⸗ eiſt von fin nung Blut, und macht euch rein von in der Han Suͤnden. geſtaͤrktdachh 4. Dein Sohn wird, Gott! ein Pilgrimſchi Menſch und ſtirbt, und leitet unſre Stra⸗ fen; buͤßt fuͤr die Laſter und erwirbt Be⸗ freiung ihren Sklaven. Wie koͤnnt' ich eines Andern ſeyn? Ich bin ja durch die Schoͤpfung dein, und dein durch die Er⸗ 2 S1 bas ldſung. n ih, G 5. Durch ihn verſoͤhnt, und, dir zum dn ih, aua Ruhm, erkauft mit ſeinem Leiden, will pfer zans i ich mich, Gott! dein Eigenthum, von und ren lurt die dir nie wieder ſcheiden. Gekreuzigt werde mir 620 Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. mir die Welt, getoͤdtet, was dir nicht gefaͤllt; damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott! dein Geiſt in mir; ich habe kein Vermoͤgen, die Suͤnd⸗ und alles, Gott! was dir verhaßt iſt, abzulegen. Hier iſt mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. Fihl 7. So werd ich, der ich finſter warf ein Licht in deinem Lichte; beſteh' einſt mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich u daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und ſelig machte. ne — — ———— 4 2 LTob und Dank fuͤr die Erneuerung. Mel. Wie groß iſt des Allmächtgen Guͤteꝛc. 395. Wie maͤchtig ſpricht in meiner Seele, Herr! deine Stimme voller Huld! i Du ſchoneſt meiner, wenn ich fehle, haſt vaͤterlich mit mir Geduld; gibſt deinen Geiſt, mich zu regieren, ſprichſt meinem Herzen freundlich zu, wirſt niemals muͤde, nt mich V etädta, u Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. 621 4 dir nur d mich zu fuͤhren, und ſorgſt fuͤr meine 1 d, Gott d Seelenruhh. in V 1 2. Erbarmer deiner Kreaturen, lieb⸗ ott! was i Freicher Herr der ganzen Welt, die deiner der iſt men d Guͤte reiche Spuren auch in dem kleinſten Staub enthaͤlt! Mit Dankgefuͤhle denk ich deſſen, was du zu meinem Heil ge⸗ 6 than; laß nie die Troͤſtung mich vergeſſen: inem Litn du nehmeſt dich des Suͤnders an. n. Sollt' ich nun wider deſſen Willen noch handeln, der mir gern vergiebt? der d mir Gebote zu erfuͤllen gegeben hat, weil 2 und d er mich liebt? der die Erfuͤllung meiner 4 Pflichten aus lauter Guͤte mir vergilt? und der, anſtatt mich ſtreng zu richten, mein Herz mit Troſt und Freud' erfuͤllt? 4. Ihm zu gehorchen, gibt der Seele ſchon Freude hier, dort Seligkeit! Ich at für dicm weine kindlich, wenn ich fehle, vor der Vater! der verzeih't. Fuͤhl ich die in msß Groͤße meiner Sunden; ich zage nicht: mäͤctig ſritn ich bin ein Chriſt! Wie freudig kann ic eine Stimnelt dann empfinden, daß Khriſtus mein Er⸗ iner,— l fafer ſſe ——— 622 Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. feſt, wenn alles bricht. Es moͤgen ſchrek⸗ kensvoll erzittern, die Kinder des Ver⸗ derbens ſind! Gott mag der Erde Grund cerſchuͤttern: ich bebe nicht; ich bin ſein Kind! Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 396. O Gottl man kennet dich nit t recht. Ein ſtolzer Sinn waͤhnt ſich ge⸗ recht, und ſucht dich nicht von Herzenz will heilig leben ohne dich, vergoͤttert ſelbſtgefaͤllig ſich, und erndtet Schmach und Schmerzen. 2. Ich bin nur ſelig, Gott! durch dich, was haͤtt ich, und was koͤnnte ich, waͤt ich von dir geſchieden? Du ſenkeſt in deis Menſchen Bruſt des ew'gen Lebens Kraft und Luſt mit deinem Himmelsfrieden.* 3. Was in des Frommen Herzen wohnt, was ſeine Demuth reichlich lohnt, man kann es niemals nennen; es iſt der Gott⸗ heit Kraft ihm nah, ein uͤberſchwenglich Gut iſt da, das Stolze gar nicht kennen. 4. Er iſt in Gottes Heiligthum; er be⸗ tet an, verehret ſtumm, was ſeine Seele fuͤl △ D aat fir de hndt 8 Lob und Dank für die Erneuerung. 625 die an füllet; er glaubet, was er nicht kann Gott m ep hlort 4* agdag ſeh'n, bleibt ehrfurchtsvoll beſchaͤmet ich debe nen ſteh'n, und fuͤhlt ſich ganz geſtillet. 5. Veraͤndert iſt ſein Sinn ſo ſehr, daß er ſich kaum kennt ſelber mehr; denn er iſt neu geboren; zum Guten braucht 1an er keinen Zwang, ihn treibet frommer um Liebe Drang; ſein Joch hat er verloren. ott! mann„. 6. Begierde herrſcht nicht uͤber ihn, lzer Sim ſanft fließen die Gedanken hin, geſchmei⸗ ͤt dich nih dig iſt der Wille. Nicht mehr beſtuͤrmt en ohne d von Fleiſch und Blut, thut er gelaſſen, 6 td was er thut, im Herzen Ruh und Stille. und an 7. Weg iſt der harte Eigenſinn; ganz n. gibt er ſeinem Gott ſich hin mit willenlo⸗ nur ſclig Gu ſem Weſen; in ſeiner Seele iſt kein Zwiſt, und was ha kein Widerſtand und keine Liſt. Wohl hieden? Duſt ihm! er iſt geneſen. 8 iſt des wgalt S. So findet ſich in Gott mein Geiſt, einem Himm der ohn’ ihn in der Irre kreiſt, nach lan⸗ s Fromnahe gem Suchen wieder. Bei dir, Gott! will nuth reichdh ich ewig ſeyn, genuͤgend biſt du mir allein. vema 5 O komm zu mir hernieder! nah, ein ihath SStolze grn 6 rianm, 1 Mel. 624 Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. “ Mel. Jeſu meine Freude ꝛc. 397. Jeſu, du mein Hirte! als ich mich verirrte, ich verlornes Schaaf, kamſt du mir entgegen, eh' auf meinen Wegen mich das Unheil traf. Siech war ich, und du trugſt mich doch zur Heerde, voll Erbarmen, Herr! in deir nen Armen. dui 2. Du gabſt mir das Leben; will mir alles geben, was mein Herz erfreut Keine wahre Freude, mangelt deingt Weide, keine Seligkeit. Voll und hell, ſpringt auch der Quell, der mich, wenn lin Leid mich druͤcket, ſtaͤrket und erquik⸗ 3. Du, daß ich nicht falle, haͤltſt mich, und ich walle ſicher meine Bahn, folgſam deiner Rechten; ſelbſt in finſtern Naͤch⸗ ten ſtoͤßt mein Fuß nicht an. Schreckt und droht ſogar der Tod; du, wenn Furcht und Angſt mich ſchrecken, biſt mein Stab und Stecken! b 8 4. Trauend meinem Freunde, fuͤrcht ich keine Feinde, Herr! von dir beſchuͤtzt Reich an allen Gaben, gibſt du, mich zu laben, was mir ewig nutzt. Troſt unn Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. 625 Luſt durchſtroͤmt die Bruſt; denn ich bete te nie vergebens zu dir, Herr des Lebens! 5. Deine Lieb' und Gnade folgt mir auf dem Pfade meiner Wallfahrt hier. Wenn ich ſie vollende, reicheſt du am Ende deine Krone mir. Herrlichkeit iſt mir bereit; ewig ſelig und vollkommen leb' ich mit den Frommen! 3 Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 398. Heer! aus deiner Gnadenfuͤlle fließt meiner Seele ſanfte Stille und Luſt und Kraft zur Tugend zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, ſo kenn' ich erſt das rechte Leben und ſchmecke des Ge⸗ wiſſens Ruh. Erbarmend gabſt du mir den Frieden, Gott! mit dir. Hochgelo⸗ bet ſey deine Treu'! ſie ſchuf mich neu; vom Suͤndendienſte bin ich frei. 2. Heiter fuͤhlt ſich meine Seele, weil ich nun das, was gut iſt, waͤhle, und Trieb dazu verleih'ſt du mir. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Luͤſte Reiz bezwinge, zieht immer naͤher mich zu dir. Gott! welche Seligkeit, von Sklaven⸗ Rr ſinn 626 Lob und Dank fuͤr die Erneuerung. ſinn befreit, deinen Willen von Herzen thun, und freudig nun in deinen Vater⸗ armen ruh'n! 3. Beugt auch mancher Fehl mich nie⸗ der; ſo richteſt du mein Herz doch wieder durch deines Sohnes Troſtwort auf; und zum Heiligungsgeſchaͤfte verſtaͤrkeſt du mir Muth und Kraͤfte, beſchleunigſt mei⸗ nen Tugendlauf. Wie freut ſich dann mein Geiſt, daß du ſo gern verzeih'ſt reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu, und achtſam auf mich ſelber ſey. A. Und wie koͤnnt ich aͤngſtlich zagen wenn nun in meinen Pilgertagen mein Fuß auf rauhe Wege ſtoͤßt? Nein, auch auf dem rauh'ſten Pfade bleibt mir die Hoffnung deiner Gnade, die vom Ver⸗ derben mich erloͤſt. Des Lebens groͤßte Pein kann mir nicht ſchaͤdlich ſeyn; denn dich liebet mein kindlich Herz. Auch um ter Schmerz blick ich getroſt nun himmel⸗ waͤrts! 5. Ja, ich ſeh' im Geiſt ihn offen! ihm deinen Himmel, darf ich hoffen; ich weiß daß ich ſein Erbe bin. O wie liebreich iſt dein Wille! Dort lebt in wonnevoller Stille einſt ſelig mein verklaͤrter Sinne dort — Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 627 den dort fuͤhl' ich hocherfreut die volle Selig⸗ mkeit deiner Gnade! Dann preiſ ich dich, 14 d 1 u- 4* Stufen älin und ſchwinge mich, z hohern Staſen 4. Seligkeit der Chriſten in dieſem Leben. Gewiſſensruhe und Friede der Kinder 2 Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 399. Wer, o mein Gott! aus dir itäag geboren, ein neues Herz von dir em⸗ anüäan pfaͤngt, und dir zum Eigenthum erkoh⸗ igeam ren, der Suͤnd' entſagt und goͤttlich denkt t? Iu und goͤttlich lebt: wie ſelig iſt dein Kind, dletn dein Eigenthum, der Chriſt! 65 die um 2. Befreit aus ſeinen Finſterniſſen und Lebensx von der Suͤnde Sklaverei, begnadigt, dlich ſeung ruhig im Gewiſſen, vom Fluche des Ge⸗ herz. Ahl ſetzes frei, ſieht er in dir, mit dir vereint, oſt mnſin den Vater, und den treuſten Freund. 3. Voll Zuverſicht darf er verlangen, tihn efeut was ihm dein eigner Sohn erwarb; er poffenihn wird es auch von dir empfangen, weil wie ludutz Jeſus ihm zum Heile ſtarb: Licht, wo in wonnan ers braucht, und Muth und Kraft zum rklärtn G Kampfe mit der Leidenſchaft) 1 Rr2 4. Zum 628 Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 4. Zum ſichern Siege deine Staͤrke, und deinen Geiſt der Heiligung zu einem jeden guten Werke, im Leiden Troſt und Linderung; ja, ſchon in dieſer Pruͤfungs⸗ zeit den Vorſchmack jener Herrlichkeit. 5. In ſeinem kindlichen Gebete iſt er der frohen Zuverſicht, daß du ihn hoͤrſt, wohin er trete, und gern ihm ſchenkſt, was ihm gebricht. Ja, deine Vaterhuld gewaͤhrt ihm immer mehr, als er be⸗ gehrt. 6. Bereit, zu helfen und zu troͤſten lenkſt du zum frohen Ziel mit Huld die Lebenspfade des Erloſten, erlaͤſſeſt gna⸗ dig ihm die Schuld; hilfſt gern von ſeinem a. ihm auf, und foͤrderſt ſeinen guten Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen, liebt alle Menſchen bruͤderlich, was er nur thut, wird Heil und Segen, erfreut er deines Beifalls ſich. Mag doch der Suͤnder Herr ihn ſchmaͤh'n; er wird vor dir, o Gott! beſteh'n. 8. Er, ſicher, daß er ſelig werde, zu⸗ frieden hier mit ſeinem Loos, erhoben uͤber Luſt der Erde, fuͤhlt ſeinen Werth. iſt reich, iſt groß; denn ſeiner Wuͤnſche Ziel 3n Kann ich getroſt auf dich nur ſchauen, Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 629 Ziel begraͤnzt kein Gluͤck der Welt, wie ſehr es glaͤnzt! 4 9. Er ſieht den Tod von ferne kom⸗ men, und zittert nicht; er iſt ſein Freund: von dir zum Erben angenommen, froh⸗ lockt er, wann der Tod erſcheint. Er endet froͤhlich ſeinen Lauf, und ſchwin⸗ get ſich zu dir hinauf. 10. Wie ſelig, wer aus dir geboren, ein neues Herz von dir empfaͤngt, und dir zum Eigenthum erkohren, der Suͤnd' entſagt und goͤttlich denkt, und goͤttlich lebt! wie ſelig iſt dein Kind! dein Eigen⸗ thum, der Chriſt! Mel. Wer nur den lieben Gott läͤßt ꝛc. „ 400. Mit dir, o Hoͤchſter! Friede haben und deiner Huld verſichert ſeyn, dies iſt die groͤßte aller Gaben, die je des Menſchen Herz erfreu'n; dies bleibt ſelbſt 4 der Ewigkeit die Quelle der Zufrieden⸗ heit. b 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott! nicht ſchrecklich biſt? dem 650 Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. dem alles unterworfen iſt; ſo ſeh' ich auch mit heiterm Sinn auf alles Andre ruhig hin. h 3. Beſchaͤmt mich meiner Fehler Men⸗ ge; du, Vater! du verzeihſt ſie mir; bringt eine Noth mich ins Gedraͤnge, ſo hab' ich reichen Troſt an dir. Du lenkſt die Heiden dieſer Zeit doch ſtets zu meiner 4. Froh ſeh ich deinem hoͤhern Segen, den deine Hand in jener Welt den Der nen aufbewahrt, entgegen, und wann mein Leib in Staub zerfaͤllt, ſo zagt mein Herz doch darum nicht: denn du biſt meine Zuverſicht! 5. Mein Heil ſteht blos in deinen Han⸗ den, und dein iſt, Vater! alle Macht mir jedes Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. Nur du vollfuͤhrſt ſtets deinen Rath: wohl dem, der dich zum Freunde hat! 6. Dies iſt das Gluͤck der reinen See⸗ len die ſich mit Ernſt vor Suͤnden ſcheun, nur dich zu ihrem Troſt erwaͤhlen, vor dir zu wandeln, ſich erfreu'n. Wer dich Smit ſolchem Sinn verehrt, der iſt dein Freund, und deiner werth! — 7. Der ter! ahl nden, de ur duw l dem, d der riinne Muth auff deine Gnad' und Chriſti Blut; Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 631 7. Der hat dich auch in allen Faͤllen gewiß zum Troſt, und kann ſein Herz in dir, o Gott! zufrieden ſtellen, bei jeder Sorg', in jedem Schmerz; den wird zum ew'gen Wohlergehn unfehlbar deine Lieb' erhoͤh'n. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gnade mich zu freu'n, nach einem reinen Herzen ſtrebe, und praͤg es mir aufs tiefſte ein: kein groͤß⸗ res Gluͤck ſey auf der Welt, als wenn man dir, o Gott! gefaͤllt. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. Ich hoff', o Gott! mit frohem ich hoff ein ewig Leben! Du biſt ein Va⸗ ter, der verzeih't; haſt mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unausſprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, ſi Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und verſichert ſeyn von deines Geiſtes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Se⸗ ligkeit, wirkt goͤttliche Zufriedenheit, b wenn 632 Gewiſſeusruhe und Friede der Kinder Gottes. wenn wir es treu bewahren; es ſpricht uns Troſt im Elend zu, verſuͤſſet uns des Lebens Ruh', und ſtaͤrkt uns in Gefah⸗ ren. 4. Erhalte mir, o Herr! mein Hort, den Glauben an dein goͤttlich Wort um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden ſeyn, ihn taͤglich mehr mein Herz erneu'n und mich mit Tooſt erfuͤllen! Mel. Nun ſich der Tag geendet hat ꝛe. 402. Wohl, wohl dem Menſchen der dem Rath der Frevler ſich entzieht,; dem Menſchen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieh't! 2. Der, wo der falſche Spoͤtter lacht, die fromme Seel entfernt; ſich Gottes Recht zur Wonne macht und Tag und Nacht es lernt! 3. Er gruͤnet, wie am Bach ein Baum von ſeinem Segen ſchwillt, ſich hebt und einen weiten Raum mit ſeinen Wipfeln fuͤllt. 4. Er traͤgt, wenn ſeine Zeit kommt, Frucht, und bleibet immer gruͤn, erquit⸗ ket den nn ler ſiim krumwa Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 633 ket den, der Schatten ſucht; der Wand⸗ rer ſegnet ihn. 5. Das iſt der Fromme; was er macht, geraͤth ihm und gedeih't. Staub iſt der Thor, der ſeiner lacht; Spreu, die der Wind zerſtreut. 6. Wer frech ſich gegen Gott empoͤrt, beſteh't nicht vor Gericht; in der Ge⸗ meine, die Gott ehrt, bleibt der Ver⸗ brecher nicht. 7. Dir, Hoͤchſter! dir gefaͤllt die Bahn, die der Gerechte geh't. Du ſchauſt mit Ernſt den Suͤnder an; des Suͤnders Weg vergeh't. b — Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns ꝛe. 403. Wie groß iſt unſre Seligkeit, o Gott! ſchon in der Pruͤfungszeit, ſelbſt unter viel Beſchwerden; wenn unſer Herz ſich dir ergiebt, und treu in Jeſu Dienſt ſich uͤbt; doch groͤßer wird ſie werden, wenn wir zu dir uns erheben, dort zu le⸗ ben, wo wir Freuden erndten aus der Saat der Leiden! 2. O! wie erhaben iſt das Recht, das du uns ſchenkeſt: dein Geſchlecht und Vun⸗ 3 des⸗ 634 Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. desvolk zu heißen! Bei dir iſt unſer Va⸗ terland; und wer will deiner ſtarken Hand, Allmaͤcht ger! uns entreißen? Ob wir auch hier muͤſſen ſtreiten, und zu Zeiten ſchwach uns finden, hilfſt du doch uns uͤberwinden. b 3. Du deckeſt unſre Schulden zu, ſchenkſt unſern Seelen wahre Ruh', und ſtaͤrkeſt uns mit Freude. Dein Sohn iſt unſer Haupt und Ruhm; wir ſind ſein theures Eigenthum, die Schaafe ſeinet Weide. Gutes Muthes ſind auf Erden, in Beſchwerden, unſre Seelen. Herr! was kann bei dir uns fehlen? 1100 A. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfaͤhrt, verbor⸗ gen hier auf Erden; doch wird er, wann vor aller Welt er, unſer Haupt, Gericht einſt haͤlt, auch Allen ſichtbar werden. Alsdann ſieh't man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren fuͤr ſein treues Volk erklaͤren. 5. Wie wohl, o Gott! ſind Chriſten d'ran! wie viel haſt du an uns gethan! O laß uns unſre Wuͤrde vor Augen haben jederzeit; ſo tragen wir mit Willikeit der kurzen Leiden Buͤrde! Hilf du, Jeſul um, Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 655 unſern Seelen, dich nur waͤhlen, und das Leben deinem Dienſte ganz zu geben. — We Ach Herr! mich armen ꝛe. 4 4. Itt Gott fuͤr mich, ſo trete gleich Alles wider mich. So oft ich zu ihm bete, ſtaͤrkt meine Seele ſich. Hab. ich nur ihn zum Freunde: wie gluͤcklich bin ich dann! Vergebens droh'n mir Feinde: Gott nimmt ſich meiner an. 2. Wie ruhig und wie ſelig bin ich in Gott, als Chriſt! Ich weiß und glaub' es froͤhlich, daß er mein Vater iſt, der mir zu allen Zeiten die Vaterhaͤnde reicht, im Kampfe mir hilft ſtreiten, in Noth nicht von mir weicht. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle, und nur aus Vorſatz nicht; ſo ſtaͤrket meine Seele die hohe Zuverſicht:„den, der, Herr! deinen Willen, ſo gut er im⸗ mer kann, bemuͤht iſt zu erfuͤllen, ſiehſt du erbarmend an.“ 4. Dein Geiſt wohnt mir im Herzen, und troͤſtet meinen Sinn; ſtillt alle meine Schmerzen, nimmt jeden Kummer hin; zeigt zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu ver⸗ gleichen ſey mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewaͤhrter Treu'. 5. Auf dies mein Heil und Erbe ſeh ich voll Zuverſicht; auch dann, wenn ich einſt ſterbe, ſinkt meine Hoffnung nicht. Hier geh' ich unter Zaͤhren wohl oft auf rauher Bahn: doch nimmſt du mich zu Ehren dereinſt auf ewig an. 6. Dies ſtaͤrke mich, im Leiden dir, Hoͤchſter! treu zu ſeyn. Nichts kann von ch ſcheiden, auch nicht die groͤßt: dir mi Pein. Du lenkſt ſie mir zum Beſten, biſt mir mit Troſte nah'; und wenn die Noth am groͤßten, iſt deine Huͤlfe da. 6 7. Iſt Gott fuͤr mich, ſo trete gleich alles wider mich. So oft ich zu ihm bete⸗ ſtaͤrkt meine Seele ſich. Deß iſt mein Herz voll Wonne. Was iſt, das mir ge⸗ bricht! Der Herr iſt meine Sonne, mein Schutz, mein Heil, mein Licht. Mel. Wer nur den lieben Gott ec. 405. fließen, mein Herz mit Angſt und Schmer⸗ 636 Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. Wenn bittrer Reue Thraͤnen zen ine Some in liht Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. 657 zen ringt; dann ſink ich, Herr! zu dei⸗ nen Fuͤßen, und finde, was mir Troͤſtung bringt; dann wird der Glaube mir ein Licht das meines Kummers Nacht durch⸗ richt. 2. Du, Heiland! bieteſt jedem Muͤ⸗ den Erquickung, Muth und Hoffnung an, und gibſt ihm jenen innern Frieden, den ihm die Welt nicht geben kann! Durch dieſes Friedens Kraft erfreut, wird ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns graͤmen, wenn Kleinmuth unſern Geiſt verſtimmt; willſt du uns Schwache nicht beſchaͤmen, ſo lang' ein Funke Glaubens glimmt; du fachſt ihn an, du naͤhreſt ihn, und bald wird er von neuem gluͤhin. 4A. Du ſtaͤrkſt die ſchon geſunknen Haͤnde, ſtellſt feſt des matten Kaͤmpfers Fuß, gibſt der Verſuchung ſolches Ende, daß unſer Dank dich preiſen muß, und fuͤhreſt durch die Pruͤfungszeit uns nur zu groͤß'rer Herrlichkeit. ben Golt k. Reur d. ngſtund e nicht des Glaubens Kraft; doch, 5. Wir wuͤrden immer unterliegen im Kampfe mit der Leidenſchaft; wir koͤnn⸗ ten keinen Feind beſiegen, erfuͤllt' uns wenn dein — 1————— —— 638 Gewiſſensruhe und Friede der Kinder Gottes. dein Geiſt nur auf uns ruht, ſo ſiegen wir mit Heldenmuth. 64 Der Glaube, Herrl iſt unſre Staͤrke; er uͤberwindet eine Welt, und wirket in uns Gottes Werke, und Tugend, die ihm wohlgefaͤllt; und jeder Sieg, den er ver⸗ ſchafft, belebet uns mit neuer Kraft. n 7. Verleih, o Herr! mir dieſen Glan⸗ ben, der mehr iſt, als nur frommer Schein! Laß nichts mir ſeine Freuden rauben, laß ihn durch Liebe thaͤtig ſeynz Dann werd' auch ich in jener Welt den Auserwaͤhlten zugeſellt. 7p Mel. Schmuͤcke dich, o liebe ee. 2 ſ 406. b Vom Geraͤuſch der Welt ge⸗ ſchieden, fuͤhl ich, Jeſu! deinen Frieden und die Freude, ſchon auf Erden, Herr! mit dir vereint zu werden. Dieſe Welt mit ihren Suͤnden ſeh' ich unter mir ver⸗ ſchwinden, und das Heil aus jenem Le⸗ ben den entzuͤckten Geiſt umſchweben. 2. O! was achten weiſe Chriſten je⸗ nen Reiz von niedern Luͤſten, jenen Glanz der eiteln Freuden, und des Lebens kuns ei 1 8 o liben. ch der N ¹ deina u f Erda en. Dät ch unt m. il aus jan umſchwehn eiſe Chrin ſten, jenn des Lehen Seliger Liebesverein mit Chriſto. 639 eLeiden; wenn ſie ſchon im Geiſt am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der ſie ewig wird begluͤcken? 3. Mag doch Truͤbſal mich umſtuͤr⸗ men; deine Huld wird mich beſchirmen. Kurz nur ſind des Jammers Pfade; ewig waͤhrt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes ſtillen Zaͤhren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Buͤrde za⸗ gen, ſondern ſie voll Hoffnung tragen! 4. Du haſt ſelbſt der Menſchen Pla⸗ gen, Heiland! voll Geduld getragen, tauſendfaches Leid gelitten, und den ſchwerſten Kampf geſtritten. Gib, wenn ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Durch dich wird es mir gelingen, deinen Frieden zu erringen! Seliger Liebesverein mit Chriſto. Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns ꝛc. 407. Mein Jeſu, meines Herzens Luſt! nichts iſt mir auf der Welt bewußt, das meine Seele ſtillet, als deine Huld, die koͤſtlich iſt, ſo daß auch ſeiner ſelbſt b ver⸗ 640 Seliger Liebesverein mit Chriſto. vergißt, den du mit ihr erfuͤllet. Zeuch mich kraͤftig zu der Liebe reinſtem Triebe von der Erde, daß ich ganz dir eigen werde! 2. Was hatt' ich doch fuͤr Troſt und Licht, als ich dein holdes Angeſicht, mein Jeſu! noch nicht kannte! Wie blind und thoͤricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleiſchesſinn von Weltbegierden branntel bis mir von dir Licht und Leben ward ge⸗ geben, dich zu kennen, dich mein hoͤchſtes Gut zu nennen. 3. Die Luſt der Welt hat wohl den Schein, als waͤr' ihr eitles Froͤhlichſeyn ein herrliches Vergnuͤgen. Allein wie eilend fleucht's vorbei, ſich lohnend nt mit bitt'rer Reu', und des Gewiſſens Ruͤ⸗ gen. Drum muß Jeſus mit den Schaͤtzen mich ergoͤtzen, die beſtehen, ſich von Kraft zu Kraft erhoͤhen. 1 4. Ja, wer ihn feſt im Glauben haͤlt, der kann die Freuden jener Welt im Vor⸗ ſ genuß ſchon ſchmecken. Pflegt Jeſus gleich ſ zu mancher Zeit in Kuͤmmerniß und Trau⸗ rigkeit ſein Antlitz zu verdecken; iſt doch ſein ſ Joch frei von Plagen, welche nagen, welche quaͤlen welt⸗ und ſuͤndergeb'ne Serlen. 1 5. J mit due⸗ en, ſichtn Himmels Erbel 6. Und alſo ſoll mich keine Noth, kein Jammer, keine Schmach, kein Tod von Seliger Liebesverein mit Chriſto. 641 5. Ich weiß nun auch aus deinem Wort, daß du, mein Heiland und mein Hort! dich ewig nicht verhuͤlleſt. Du zauderſt, ew'ge Liebe! du, auf daß mit deſto groͤß'rer Ruh du nachher mich er⸗ fuͤlleſt. Wenn ich treulich in dir lebe, in dir leide, in dir ſterbe; bin ich deines dir, mein Heiland! ſchrecken. Ich weiß, wie treu dein Herz mich liebt; wohlan! ich gehe ungetruͤbt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, ſchlage; ich bin ſtille, iſt's dein Wille. Pruͤfungsleiden wandelſt du in Himmelsfreuden. 7. und ſollt' ich, als ein Pilger hier, den Troſt der Ruh' noch nicht in mir in vollem Maaß empfinden: ſo will ich hof⸗ fend, unverwandt, hinſchauen in mein Vaterland, wo ich ihn werde finden. Wo im 2un ich ewig mit Entzuͤcken ſoll erblicken, und ne tdie ſoll haben dich mit allen Himmelsgaben.. Pflet und 8. Du Gottes und des Menſchen mmſ Sohn! ich kenne deine Liebe ſchon, wenn deckenzi It mich auch Dornen ſtechen; dein Herz, lchenag das mich in Trauer ſetzt, und ſich ver⸗ geb ne Eeh Sſ ſchleußt, 2 9 8 642 Seliger Liebesverein mit Chriſto. ſchleußt, muß doch zuletzt zu meinem Troſte ſprechen. Drum ſey ſtets neu mein Beſtreben, dir zu leben, dich zu lieben, deinen Geiſt nie zu betruͤben. 9. Der Glaube, der mich dir verband, ſoll halten dich mit ſtarker Hand. Herr! mehre mir den Glauben. Im Glauben kann mich Niemand dir, im Glauben kann dich Niemand mir, o maͤcht'ger Je⸗ ſu! rauben. Durch dich werd' ich tapfer ringen und bezwingen Welt und Suͤnden, und mit Ehren uͤberwinden. 6 Mel. Ach Herr! mich armen ie. 408. Schatz uͤber alle Schaͤtze 6 Jeſu! beſter Schatz, an dem ich mich er⸗ goͤtze, hier hab' ich einen Platz in meinem treuen Herzen dir, Liebſter! zugetheilt; weil du mit deinen Schmerzen mir mei⸗ nen Schmerz geheilt. 2. Laß, Liebſter! mich erblicken dein freundlich Angeſicht; laß ſich mein Herz erquicken an deinem Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben, iſt lauter Herzeleid; Seliger Liebesverein mit Chriſto. 645 mit dir iſt mir gegeben die hoͤchſte Selig— keit! 3. Ach, Freude meiner Freuden! du wahres Himmelsbrod! an dir kann ich mich weiden, und alle Seelennoth iſt al⸗ ſobald geſtillet; auch in der Leidenszeit mein Herz ſogleich erfuͤllet mit Troſt und Shfiaeit 8 4. Mit dir will gern ich leiden; es ſoll nuch keine Pein von deiner Liebe ſcheiden, noch mir beſchwerlich ſeyn. Dir bleib' ich treu ergeben, dir, Jeſu! fuͤr vlch fuͤr, nur dir allein zu leben, zu ſter⸗ ben, Jeſu! dir. 3 5. O Herrlichkeit der Erden! dich mag und will ich nicht; mein Geiſt will himm⸗ liſch werden. Dort in das Reich voll Licht, wo Jeſus wird geſchauet, da ſehn dn ich mich hinein; wo Jeſus Hutten bauet, * dort, dort iſt gut zu ſeyn! 'ſter uun 6. O! komm denn, mein Vergnuͤgen! zmerzen mn laß mich nicht laͤnger hier. Hilf mir den Tod beſiegen, und hole mich zu dir, wo ch ruütn mich kein Leid beruͤhren, kein Tod mehr bſſchmn toͤdten kann. Wie werd' ich trumphlren udenlcht! N wie ſelig bin ch dann un mn t auter He ha Sf 2 Ebcigene — eereere. 1——— 1 4 8. e— ———————————— e— ——— errgeele e 8 2 8 644 SGeliger Liebesverein mit Chriſto. (Eigene Melodie.) 409. Jeſu! meine Freude 1 beſter Troſt im Leide, beſtes Gut im Gluͤck. Alle meine Triebe richten ſtets in Liebe nur auf dich den Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! ſo wie du ſoll nichts auf Erden je mir theuer werden! 2. Weg mit eiteln Schaͤtzen! Du bhiſt mein Ergoͤtzen, Jeſu! und dein Heill Weg ihr eiteln Ehren! nichts mag ich mehr hoͤren von der Ruhmſucht Theill Gute Nacht, du ſtolze Pracht! mich kannſt du nicht mehr verblenden, nicht von Jeſu wenden. 3. Gute Nacht, o Weſen! das die Welt erleſen ſich zur Luſtbarkeit. Nie, du eitles Leben! willſt und kannſt du ge⸗ ben mir Zufriedenheit. Gute Nacht! ich bin bedacht, fern geſchieden von den Suͤn⸗ den, wahre Ruh zu finden. 4. Unter Jeſu Schirme koͤnnen keine Erdkreis zittern, moͤgen Felſen ſplittern, und den Einſturz draͤu'n: Gottes Macht nimmt mich in Acht. Unter aller Feinde Toben kann ich Gott noch loben. . 5. Je⸗ Stuͤrme mir erſchrecklich ſeyn. Mag der Peſal iſthartck. hen. ne köanen Seliger Liebesverein mit Chriſto. 645 5. Jeſus will mich decken vor des To⸗ des Schrecken, vor dem Weltgericht. Nichts kann meinem Glauben Troſt und Hoffnung rauben; er verlaͤßt mich nicht! Kreuz und Noth, Gefahr und Tod: nichts kann, was ich auch muß leiden, mich von Jeſu ſcheiden. 6. Schweigt denn, bange Klagen! weichet Sorg' und Zagen! Jeſus iſt ja mein! Jeden, der ihn liebet, muß, was lei 172 erſt betruͤbet, doch zuletzt erfreu'n. Duld ich ſchon hier Schmerz und Hohn; den⸗ noch bleibſt du auch im Leide, Jeſu! mei⸗ ne Freude. Mel. Warum ſollt' ich mich denn te. 4— 5 41 0. Meines Lebens reinſte Freude iſt nur die, daß ich nie mich von Jeſu ſcheide. Daß ich ihn durch Glauben ehre jederzeit, hocherfreut, ſeine Stimme hoͤre. 2. Freundlich ruft er alle Muͤden, und erfuͤllt, ſanft und mild, ihren Geiſt mit Frieden. Seine Laſt iſt leicht zu tragen. Er macht Bahn, geht voran, ſtaͤrkt uns, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensſtunden. Groͤß⸗ 646 Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. Groͤßern Schmerz, als ſein Herz, hat kein Herz empfunden; darum blickt, wenn ſeiner Bruͤder einer weint, unſer Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer bre⸗ chen, ach! er traͤgt und verpflegt uns in unſern Schwaͤchen. Selig, wer in boͤ⸗ ſen Zeiten, in Gefahr, immerdar ſich von ihm laͤßt leiten! 1 5. Jeſu! treuſter Freund von allent mit dir will froh und ſtill ich durch's Le⸗ ben wallen! Auch der Tod kann mich nicht ſchrecken; Lebensfuͤrſt! ja, du wirſt einſt mich auferwecken! ini dnn Weltverachtung, Himmelsſinn und Hoff nung der Herrlichkeit. 1e 1 Mel. O Gott du frommer Gott ꝛc. 411. Was frag' ich nach der Welt und allen ihren Schätzen, wenn ich mich nur an dir, Herr Jeſu! kann ergoͤtzen. Dich hab' ich mir allein zur Freude dar⸗ geſtellt; du, du biſt meine Ruh!! Was 2. Die frag ich nach der Welt! M zſinn undh dkeit MMe Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 647 2. Die Weltluſt iſt wie Rauch, den jeder Wind verwehet, iſt einem Schatten gleich, der alſobald vergehet. Mein Je⸗ ſus aber bleibt, wenn alles bricht und faͤllt. Er iſt mein ſtarker Fels; was frag ich nach der Welltt!d 33. Die Welt ſucht Ehr' und Ruhm, des Lobes Eitelkeiten; doch anders wird, als ſie, der Richter einſt entſcheiden. Ich waͤhle Chriſti Schmach. Wenn ihm mein Herz gefaͤllt, wenn mich mein Hei⸗ land ehrt; was frag' ich nach der Welt! 4. Die Welt ſucht Geld und Gut, und kann nicht ruh'n noch raſten; ſie haͤuft, ſich ſelbſt zur Qual, des Reichthums ſchwere Laſten. Ich hab' ein beß'res Gut zu meinem Ziel geſtellt, denn Jeſus iſt mein Schatz; was frag' ich nach der Welt! 1 5. Die Welt kann ihre Luſt nicht hoch genug erheben, ſie moͤchte wohl dafuͤr ſelbſt gar den Himmel geben. Ein And'⸗ rer halt's mit ihr, der von ſich ſelbſt nichts haͤlt! Ich liebe meinen Gott; was frag; ich nach der Welt! 11 6. Was frag'ich nach der Welt! Mein Jeſus iſt mein Leben, mein Schatz, mein — Ei⸗ 648 Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffu. d. Herrl.* Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben. ¹ Ich weiß es, was er mir im Himmel n aufbehaͤlt, was da mein Erbtheil iſt. Was it frag' ich nach der Welt! 9 b M 1— b Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 1 412. Ein Chriſt, der feige Furcht n nicht kennet, fuͤr Gott und Tugend alles wagt, und wenn die Welt ihn huͤlflos lim nennet, an Gottes Huͤlfe nicht verzagt; t wie groß, wie achtungswuͤrdig iſt ein f ſolcher Menſch, ein ſolcher Chriſt! n u 2. Er bleibet ruhig wenn von oben des in Donners Stimme ſich erhebt, wenn um 0 ihn her die Meere toben, und unter ihm die Erde bebt. Er weiß, wenn nicht der if Schoͤpfer ſpricht, ſo ſchadet ein Geſchopf n ihm nicht. 3. Des Hoͤchſten Wink zu widerſtre⸗ 1 ben, des Vaters Huld nicht werth zu ſeyn, und ſelbſt nicht Fehler zu vergeben, dies t fuͤrchtet er, und dies allein. Was ſonſt fuͤr ſchrecklich wird erklaͤrt, das ſchreckt ber nie den, der Gott verehrt. b m 4. Be her Che denn vonit rhebt, , und uuth wenn ut adet enen Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 649 4. Bekannt mit ihm, dem ſtarken Ret⸗ u ter, dem Troſt im widrigſten Geſchick, gilt ihm der Zorn der Erdengoͤtter ſo we⸗ nig, als ihr Gnadenblick. Der iſt des Himmels Schutz nicht werth, wer Sterb⸗ liche wie Goͤtter ehrt. 5. Verfolgt ein Feind ihn bis aufs Le⸗ ben, zieht Liſt ihn in das Netz hinein; was kann der Chriſt? er kann vergeben, und ſeinem Heiland aͤhnlich ſeyn; kann ſeiner Haſſer Tuͤcke ſeh'n, und Gott fuͤr ſie um Gnade fleh'n. n e 6. Iſt Schmaͤhſucht wider ihn befliſ⸗ ſen, trifft ſeine beſten Thaten Spott; was gibt ihm Troſt? ſein rein Gewiſſen. Wo hat er Ruhm? bei ſeinem Gott. Ein Un⸗ fall, der dies Gluͤck nicht ſtoͤrt, iſt keiner Chriſtenthraͤne werh. 7. und ſo durchlebt er ſeine Tage in ungetruͤbter Heiterkeit! gleich fern im Leid von feiger Klage, als eitelm Sinn zu guter Zeit, beweiſt er ſtets, wie groß der Chriſt, wie ſtark der Freund des Hoͤchſten iſt. S 8. Der du ſo maͤchtig biſt im Schwa⸗ chen, belebe mich mit deiner Kraft! ſie kann mich unbeſiegbar machen, ſie iſt s, die der Fromme kann. Mel. Ach wie wichtig, ach wie te. 41 3. O wie wichtig, wie erfreulich iſt der Chriſten Leben, wenn ſie Gott von Herzen lieben, ihren Naͤchſten nie betro ben, keine gute That verſchieben! 2. O wie wichtig, wie erfreulich ij der Chriſten Wiſſen! Jeſus iſt es, den ſie kennen und im Glauben Bruder nen nen, weil ſie nie von ihm ſich trennen.“ 3. O wie wichtig, wie erfreulich iſt der Chriſten Streben! Sie, die allen Tant verachten, und nach Gottes Gnade ſchmachten, ſieht man ſtets nach Tugend trachten. 4. O wie wichtig, wie erfreulich iſt der Chriſten Schoͤnheit! Herz und Geiſt ſind ausgeſchmuͤcket; mit der Pracht, die ſtets entzuͤcket, und im Himniel noch be⸗ gluͤcket. 5. O wie wichtig, wie erfreulich iſt der Chriſten Staͤrke! Gott, der ſie zum Kam⸗ 650 Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrt! die alles in uns ſchafft. Kommt s dann zu Kaͤmpfen, nun wohlan! ſo zeig ich, was —= unn. dh tonnt a ſnaih „wie erfnts mn icſans erſcin vientt Jeſunten lben dan mn ſihm wie erit ich Gotttt dets nacd t der pr. Hinnin vie erfrelt ott, 1 Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 651 Kampfe leitet, iſt es auch, der durch ſie ſtreitet, und den Siegern Lohn bereitet. 6. O wie wichtig, wie erfreulich iſt der Chriſten Ehre! ſelbſt von aller Welt verhoͤhnet, ſteh'n ſie da, mit Gott ver⸗ ſoͤhnet, und von ihm mit Ruhm gekroͤnet. 7. O wie wichtig, wie erfreulich ſind der Chriſten Schaͤtze! Mag die ganze Welt vergehen, mag im Sturm ihr Buwanchen. Chriſtengluͤck bleibt ewig tehen. b 8. O wie wichtig, wie erfreulich iſt der Chriſten Hoffnung! Keine Sorge kann ſie quaͤlen, weil ſie ganz ſich Gott befehlen, und dgs hoͤchſte Gut erwaͤhlen. 1 9. O wie wichtig, wie erfreulich iſt das Loos der Chriſten! Ja, dem Chriſten⸗ thum ergeben, will ich fromm und weiſe leben! Vater, ſegne mein Beſtreben! Mel. Allein Gott in der Hoͤh' te. 41 4. Ich bin ein Chriſt, Gott iſt mein Freund. In dieſer hohen Wuͤrde ſteh' ich, 1 und fuͤrchte keinen Feind, und ſcheue keine Buͤrde. Geſtaͤrkt von hoher Gotteskraft, vol⸗ 652 Weltverachtung, Himmelsſiun u. Hoffn. d. Herrl. voollend' ich meine Pilgerſchaft; mein Va⸗ terland iſt droben! 4 4 2. Mein Glaube ſteht und wanket nicht; ſtark, feſt iſt er gegruͤndet; er ſtuͤtzt voll froher Zuverſicht auf Chriſtum ſich, und findet bei ihm nur Rath und Kraft und Heil; an allem Segen nimmt er Theil, den Jeſus uns erworben. 3. Wie koͤnnten Guͤter dieſer Welt, der Ehrſucht Eitelkeiten, und was dem Woß luͤſtling gefaͤllt, von meinem Gott mich ſcheiden? Mit Himmelsſinn und Glau benskraft beſieg' ich jede Leidenſchaft der niedern Erdenliebe. b 4. Und was ſind Leiden dieſer Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will beloh⸗ nen? Kurz iſt des Lebens Muͤh und Streit: doch ewig waͤhrt die Seligkeit der treuen Ueberwinder. 5. So ſoll denn keines Gluͤckes Luſt und keines Ungluͤcks Leiden mich, meiner Wuͤrde mir bewußt, von meinem Hei⸗ land ſcheiden. Mich ſchrecket nicht des Todes Macht; er fuͤhrt mich durch des Grabes Nacht zu meinem Vaterlande! 6. OGott ſey Dank! ich bin eingtriſ — —————— — — wontt mmen w han A rt di en nes ett den micn von numn hreckt 1 mi — T. ru 1 bintn Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 653 ich weiß, an wen ich glaube. Mein Geiſt erkennet, wer er iſt, und reißt ſich los vom Staube. Im Himmel iſt mein Vaterland; dorthin fuͤhr' mich an deiner Hand, mein Heiland, mein Erldſer: Mel. Nun ſich der Tag geendet hat e. 415. Wohl euch, ihr Glaubigent Wohl euch, die ihr dem Herrn nur lebt, die ihr an guten Werken reich zu werden b euch beſtrebt! 2. Wohl euch! daß ihr mit wahrer Luſt die Rechte Gottes lernt, und, eures Vorzugs euch bewußt, von Suͤnden euch entfernt! 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, von ihm unterſtuͤtzt, Licht, Kraft, Gelegenheit und Zeit zu edlen Thaten nuͤtzt! 4. Daß ihr die Selbſtverl eugnung nicht, der Tugend Kampf nicht ſcheut; auch, wenn ſie ſchwer iſt, doch der P Pflicht getreu zu ſeyn euch freut! 5. Daß, wenn ihr fuͤr die Tugend hier auch duldet Schmach und Spore ihr Recht thut ohne Ruhmbegier, und Niemand ſcheut, als Gott! 6. Wohl dem, der Glauben hat und uͤbt, und alles Gute blos um ſeines Got. tes Willen liebt! Wohl ihm, ſein Lohn iſt groß! 1 7. Wo wohnet die Zufriedenheit, wo wohnen Ruh' und Luſt? Nur bei der wahren Heiligkeit; nur in des Frommen 8. Zu durftig iſt die ganze Welt, dem der der Suͤnd entfloh'n, der feſt am tin 4—— . 4 — ſichtbaren haͤlt; der Himmel iſt ſein Lohn t 9. Er oͤffnet ſich; vom Throne ſchalles: „Geh ein, du frommer Knecht!“ Del ganze Himmel widerhallt's:„Geh' ein du frommer Knecht!“ i 10.„Geh' ein! Geh' ein! du ſtritteſt gern! die Kron'iſt dir bereit! empfange nun das Reich des Herrn und ſeine Se⸗ ligkeit! — —y 1 Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. .“ ““ 5 3 2 — 3 “ 8 4 4 654 Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 1 1. Dteil und dornicht ſey der Pfad, der uns zur Vollendung leitet! ſelig iſt, wer Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 655 wer ihn betrat, und als Juͤnger Jeſu ſtreitet! ſelig, wer den Lauf vollbringt, und das hohe Ziel erringt! 2. Ueberſchwaͤnglich iſt der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die, der Luſt der Welt entflohn, willig ihrem Gott ſich weihen; deren Hoffnung unverruͤckt nach der Sieges⸗Krone blickt. ae 3. Den wir lieben und nicht ſeh'n, er hat uns den Lohn errungen; von dem Kreuz zu Gottes Hoͤh'n hat er ſich empor geſchwungen; Sieger in des Todes Nacht, ſprach er ſelbſt: es iſt vollbracht! b .4. Herrlicher Vollender! dir folgen wir, die Schaar der Streiter! Sturm ¼ und Nacht umfaͤngt uns hier, jenſeits iſt es ſtill und heiter; Hoffnung ſieht das Morgenroth ſchimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, Mitgenoſſen! geht hin zum Streite wider Luͤſte! ſeh't auf Jeſum, wachet, fleht, daß Gott ſelbſt zum Kampf euch ruͤſte! Der im Schwachen maͤchtig iſt, gibt uns Sieg durch Jeſum Chriſti 656 Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl g Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ſey Ehr', ꝛc. 417. Ich weiß, was meine Hoffnung haͤlt; kein Feind ſoll mir ſie rauben! Alsſi Buͤrger einer beſſern Welt leb' ich hier nur im Glauben; dort ſchau' ich, was Ä ich hier geglaubt. Wer iſt, der mir mein i Erbtheil raubt? Es ruht in Jeſu Haͤndem 2. Mein Leben iſt ein kurzer Streit; doch mit dem Tag des Sieges beginnt die ſ frohe Ewigkeit, erwuͤnſchter Preis des Krieges; von dort winkt mir das Kleinod 7 zu; dort find ich nach dem Streite Ruh 1 des Himmels goldne Krone! au 3. Herr! lenke meines Geiſtes Biih 1 von dieſer Welt Getuͤmmel auf dich, auf meiner Scele Gluͤck, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlich keit vergeh't, und waͤhrt nur kurze Zeitz im Himmel iſt mein Wandel! 1 „4. Jetzt, da mich dieſer Leib beſchwert, iſt mir noch nicht erſchienen, was jene beß re Welt gewaͤhrt, wo wir Gott hei⸗ lig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erloͤſungs⸗ kag erſcheint; dann werd' ich's froh em⸗ pfinden.— dof 88 ſe bir, 4. Weltverachtung, Himmelsſinn u. Hoffn. d. Herrl. 657 5. Im Dunkeln ſeh'ich hier mein Heil; dort ſeh' ich es verklaͤret. Dort iſt die Schwachheit nicht mein Theil, die hier der Einſicht wehret. Hier iſt mein Werth mir noch verhuͤllt; dort wird er ſichtbar, wenn dein Bild, mich, Gott! vollkom⸗ men ſchmuͤcket. b 6. Zu dieſem Gluͤck bin ich erkauft, o Herr! durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft; wer will von dir mich ſcheiden? Du zeichneſt mich in dei⸗ ne Hand; Herr, du biſt mir, ich dir be⸗ kannt. Mein ſind des Himmels Freuden. 7. Wie groß iſt meine Herrlichkeit! empfinde ſie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glaͤnzend Nichts vergeh't; nur des Gerechten Ruhm beſteh't durch alle Ewigkeiten. Tt VI. Von 658 Die Gewißheit d. Todes u. d. ungewiſſe Todeszeit. 19 VI. Von Tod, Auferſtehung und 16 9 ewigem Leben. . Von dem Tode. Die Gewißheit des Todes und die ungewiſſe Todeszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 41 8. Ich ſterbe taͤglich, und mein Leben eilt immer fort zum Grabe hin Wer kann mir einen Buͤrgen geben, oh ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her. Ach, wer nur immer fertig waͤr! 2. Ein Menſch, der ſich mit Suͤnden traͤget, iſt immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm ſchon haͤget, faͤllt endlich unverſehens ab. Der alte Bund ſchließt keinen aus; mein Leib iſt auch ein Todtenhaus. 3. Es ſchickt der Tod nicht immer Bo⸗ ten, er kommt auch oft unangemeld't, und fordert uns ins Land der Todten; wohl dem! der Haus und Herz beſtellt; denn ewig Ungluͤck oder Gluͤck haͤngt nur an einem Augenblick. — ———“ —— — —— 6— 4. Herr Prviſedig ſtchon m. T A lodes u eszeit den St glih nn uu Süna d bun u nt ha dn ſichme⸗ u Sanm Vurm ſta ens ab. d aus; wint Ro Troͤſter! ſo erbarme diche und laſſe der Die Gewißheit d. Todes u. d. ungewiſſe Todeszeit. 659 4. Herr aller Herren! Tod und Leben haſt du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Friſt gegeben, das iſt und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Sei⸗ gerſchlag an meinen Abſchied denken mag! 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den ei⸗ nen Fuß hab' ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr'. Ein kleiner Schritt ſgur dahin, wo ich der Wuͤrmer Speiſe bin. 266. Ein einz ger Schlag kann alles en⸗ den, und Fall und Tod beiſammen ſeyn; doch hilf mir nur mit Vaterhaͤnden, und floͤß mir Chriſtenglauben ein, daß, wenn der Leib zu Boden faͤllt, die Seel an Je⸗ ſu Kreuz ſich haͤlt. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr ſagen, wenn Auge, Mund und Ohr ſich ſchleußt; drum bet' ich bei geſunden Ta⸗ gen: Herr, dir befehl ich meinen Geiſt! Verſchließen meine Lippen ſich, ſo ſchreie Jeſu Blut fuͤr mich. '(8. Kann ich die Meinen nicht mehr ſegnen, ſo ſegne du ſie mehr, als ich. Wenn lauter Thraͤnen um mich regnen, 1 2 Ver⸗ 660 Die Gewißheit d. Todes u. d. ungewiſſe Todeszeit. Verlaß'nen Schrei'n durch deinen Troſt erhoͤrlich ſeyn. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, ſo ſchließe mir den Himmel auf! verkuͤrze mir die Todesſchmerzen, und hole mich zu dir hinauf; ſo wird mein Abſchied keine Pein, zwar eilig, dennoch ſelig ſeyn. 30 Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 419. Noch leb' ich! ob ich morgen lebe, ob bis zum Abend, weiß ich nicht. Wohl mir! wenn ich mich Gott ergebe und treu erfuͤlle meine Pflicht; dann bin ich durch des Geiſtes Kraft bereit zu meiner Rechenſchaft. 2. Am Morgen bluͤh't und prangt die Blume und faͤllt oft ſchon am Abend ab. So ſinkt mit ſeinem Gluͤck und Ruhme der Menſch, eh' er's beſorgt, ins Grab. Und, Seele! du mißbrauchſt ſo leicht ein Leben, das ſo ſchnell entfleucht? 3. Entziche dich dem Weltgetuͤmmel! hier iſt der Kampf, dort iſt die Ruh. Auf, ſtreb' und ringe nach dem Himmel, 4 1 eil Die Gewißheit d. Todes u. d. ungewiſſe Todeszeit. 661 eil deiner beſſern Heimath zu! Wie bald verfließt die Pruͤfungszeit! und dann, seis dann kommt die Ewigkeit. mnud 4. Verſchiebe niemals deine Pflichten. * Was du zu thun jetzt ſchuldig biſt, das ſonn eile heute zu verrichten, wer weiß ob's ar digſan morgen moͤglich iſt? Nur dieſer Augen⸗ blick iſt dein; der naͤchſte wird's vielleicht unaicht ſeyn. 5. So ſey denn, Vater meines Lebens! Ga4 die Warnung: wachet, ſeyd bereit! an mmaeiner Seele nicht vergebens, verloren 1 timg nicht der Gnade Zeit! Dann fuͤhrt mich d, viich ſelbſt ein ſchneller Tod zu deiner Selig⸗ mich oin Feit, o Gott! Pflichia nn Krft m Mel. Ermuntre dich, mein Geiſt ꝛc. h't undzm 420. Wie ungewiß iſt, Herr! das Hon anilt Ziel der Wallfahrt auf der Erde! Ob Zlut mn ich noch wenig oder viel an Tagen zaͤh⸗ geſorgt,ii len werde, das weiß ich nicht; du weißt s rauctbt allein. Ich kann vielleicht der Naͤchſte entfteut ſeyn, vom abgekuͤrzten Leben ein Bei⸗ Waltnt ſpiel abzugeben.„ 1 2. Bin mehr an Lebenskraft ich reich, dott ün als Andre, die, an J In Jahren und Mun⸗ nach den he 2 ter⸗ 662 Die Gewißheit d. Todes u. d. ungewiſſe Todeszeit. terkeit mir voͤllig gleich, des Todes Beute waren? Wie manchem ſtarrte ſchnell das Herz, eh' weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, ſein nahes Ende droh'ten! 3. Wenn ich die Gottesaͤcker ſeh', und alles koͤnnte leſen, was der, auf deſſen Grab ich geh', in ſeinem Sinn geweſen) und was bey ihm die Todesnacht fuͤn Hoffnungen zu Nichts gemacht; ſo wuͤrd ich oft mit Schrecken mein eignes Herz entdecken. 1 4. Befrey' mich, Gott! von Wahn und Dunſt der Luͤſte dieſer Erden und lehre mich die große Kunſt, bey Graͤbern klug zu werden. Nur der iſt weiſe, der bedenkt, wie viel von ſeinem Tod ab⸗ haͤngt, und der dazu in Zeiten ſein Herz ſucht zu bereiten. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 421. Noch bin ich ein Gaſt der Erde; Gott mehrt meiner Tage Zahl; daß ich reif zum Himmel werde, pruͤft er mich, laͤßt mir die Wahl, boͤſe oder gut emadhſig nena 1 11 ottlun dieſer dan nſt, dab der it ui ſeinen d 1 Zeitnſe — uſſen ſeerbet Ä. h ein bi einer Ta Wahl 9 ) mel wad Die Gewißheit d. Todes u. d. ungewiſſe Todeszeit. 665 gut zu handeln. Doch, werd' ich noch lange wandeln hier auf Erden oder droh't bald vielleicht auch mir der Todd? 2. Herr! du weißt's; du haſt die Tage meiner Lebenszeit gezaͤhlt, ihre Freude, ihre Plage ſah dein Auge, das nie fehlt; lange, eh' du mich auf Erden ließeſt einen Pilger werden, ſetzteſt du mir ſchon mein Ziel, wie es deinem Rath gefiel. 3. Einſt, wenn es dein Wille fodert, werd' ich der Verweſung Raub, mein erblaßter Leib vermodert und verwandelt ſich in Staub. Wie die Blumen, wird mein Leben welken, wie ein Traum ver⸗ ſchweben; Kraft und Odem nehmen ab, und der Leichnam ſinkt ins Grab. 4. Immerhin werd' er zum Staube, wo er Staub und Erde mehrt, dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einſt verklaͤrt. Des verweſten Koͤrpers Truͤmmer bleiben wahrlich nicht auf immer ſo zerſtaͤubt des Grabes Raub; neu beſeelt wird einſt mein Staub. 5. Durch dein Allmachtswort: es werde! rufſt du, Herrl in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde werd ach dein 664 Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. dein Verklaͤrter, ſeyn. Zu den himmli⸗ ſchen Geſchaͤften ſchmuͤckſt du mich mit neuen Kraͤften, und von Schmerz und Sterblichkeit werd' ich ewig dann befreyt. 6. Hoͤr', o Seele! einſt mit Freuden jenen Ruf: Das Grab iſt da! denn das Ende deiner Leiden iſt mit ihm zugleicht dir nah'. Der, der ſelbſt den Tod be⸗ zwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit fuͤhrt er dich zur Ewigkeit. 7. Staͤrke mich auf dieſe Stunden Jeſu! der du fuͤr mich ſtarbſt, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbſt; hilf, daß ich den Tod nicht ſcheue, ſeiner mich vielmehr erfreue, denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmſt du mich zum Himmel auf. Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 4 Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 4 b 422. Manſch! was iſt dein Erden⸗ leben? Bluͤthe jetzt, bald duͤrres Laub. Sieh'ſt du dies im Winde ſchweben, und ver⸗ ˖ ſtanan ewig da h da Ri neht eim Lauf uin nmmels und u iſt did d din inde ſchue Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 665 verſinken in den Staub; denk': ich bin es, Menſchenkind! weil wir alle ſterb⸗ b lich ſind. 2. Sey vom edelſten Geſchlechte, was hil ft hochgeboren ſeyn? Muß der Herr doch mit dem Knechte dulden gleiche To⸗ despein. Kaiſer, Koͤnig, Edelmann; alle muͤſſen ſie daran. 16. Was iſt Weisheit, was ſind Gaben hoher Einſicht, ſeltner Kunſt? und was hilft es, Anſeh'n haben, Ehre, Ruhm und Menſchengunſt? Draͤngt der Tod ich bei. dir ein, hilft nicht klug, noch vornehm ſeyn. 4. Was iſt Reichthum? kann er ſchuß⸗ zen einen Reichen vor dem Tod? Nun, was werden denn dir nuͤtzen Schaͤtze in der letzten Noth? Nimmt der Tod dich ſelbſt dahin; raubt er auch den Weltge⸗ winn. 5. Was vermoͤgen junge Jahre? Die in friſcher Bluͤthe ſteh'n, wie der Greis im Silberhaare, muͤſſen mit dem Tode geh n. Rieſenkraft, Gebrechlichkeit machen keinen Unterſcheid. 3 6. Was ſind Zierlichkeit und S chone, wenn das Aug' im Tode bricht, und der Stim⸗ 666 Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. Stimme ſuͤße Toͤne? Ach! der Tod ſchont ihrer nicht; ſchnell zerfaͤllt die Wohlge⸗ ſtalt, und der ſuͤße Ton verhallt. 7. Menſchentoͤchter! Menſchenſoͤhne! laßt euch dies geſaget ſeyn: prunket nicht mit eurer Schoͤne! ſie bedeckt ein Todten⸗ bein, und der Wangen Roſenſchein witd der Wuͤrmer Nahrung ſeyn. ch 8. Stolze Herren! laßt's euch ſagen: trotzet nicht auf Rang und Stand, auf die Macht von Roſſ' und Wagen, umd das Gold in eurer Hand; heute ſeyd ihl Herr im Haus, morgen traͤgt man euch hinaus. 9. Menſchl laß Hochfahrt, Neid und Haſſen; Lieb' und Demuth ſey dein Sinn! Alles mußt du Andern laſſen, wenn der Tod dich reißt dahin. Denke, daß du ſterben mußt, ſo erſtirbt die Suͤndenluſt. (Eigene Melodie.) 423. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤch tig iſt der Menſchen Leben! Wie ſich Rauch und Wolken heben und den Blik⸗ ken ſchnell entſchweben, ſo iſt unſer Er⸗ denleben. 2. Ach chfahr h uth ſchdat rlaſen w Denkt d bt die Su Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 667 2. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig ſind der Menſchen Freuden! So wie Nacht und Tageszeiten, wechſeln ſtets mit bittern Leiden unſers Lebens Frdh⸗ lichkeiten. 3. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig m iſt der Menſchen Schoͤnel wie ein Bluͦͤm⸗ chen friſch beſtehet, aber auch alsbald ver⸗ gehet, wenn ein rauhes Luͤftchen wehet. 4. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig iſt der Menſchen Staͤrke! Der an Rie⸗ ſen ſie erpruͤfte, ſtürzt vom Anhauch gift⸗ ger Duͤfte, ploͤtzlich hin in Todtengruͤfte. 5. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig iſt der Menſchen Ehre! Manchen, dem man heut hat muͤſſen tiefgebeugt die Haͤn⸗ deküͤſſen, tritt man morgen gar mit Fuͤßen. 6. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig ſind der Menſchen Schaͤtze! Schnell kann Gluth und Fluth entſtehen, eilig, eh wir's uns verſehen, Hab und Gut zu Grunde gehen. 7. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig A iſt der Menſchen Herrſchen! Der in 3 Macht von Sieg zu Siegen noch ſo hoch emporgeſtiegen, muß doch endlich unterliegen. b 8. Ach 668 Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 8. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig iſt der Menſchen Wuͤrde! Keinen noch, wie hoch vermeſſen er auch auf dem Thron geſeſſen, hat der Tod noch je vergeſſen. 9. Ach wie nichtig! ach, wie fluͤchtig ſind doch alle Sachen! Alles, alles, was wir ſehen, muß einſt fallen und vergehen Gottes Wort nur bleibet ſtehen. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 424. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Aſche werden, und nichts bleibt ewig ſteh'n; das, was uns hier er⸗ goͤtzet, was man fuͤr ewig ſchaͤtzet, wird als ein leichter Traum vergeh'n. 9 2. Was ſind doch alle Sachen, die uns ſo trotzig machen, als Tand und Eitel⸗ keit! Was iſt der Menſchen Leben! ſtets mit Gefahr umgeben, waͤhrt es nur eine kurze Zeit. 1 3. Was hilft uns Kunſt und Wiſſen? wird, wenn wir ſterben muͤſſen, dies noch ein Vorzug ſeyn? Was hilft uns Macht und Ehre, ſo glaͤnzend ſie auch waͤre? kann ſie uns wohl alsdann erfreu'n? 4. Wie wig ſoͤtt vergehl. le Saha Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 669 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Muͤh' gewinnen, was unſer Fleiß erwirbt! Kann wohl, was wir be⸗ ſitzen, uns vor dem Tode ſchuͤtzen? ſtirbt dies nicht alles, wenn man ſtirbt? 95. Was ſind die eiteln Freuden? Wie bald folgt Angſt und Leiden und Reu auf den Genuß! Was iſt's, womit wir pran⸗ gen? wo wirſt du Ehr' erlangen, die nicht zuletzt verſchwinden muß? 6. Was ſind ſelbſt alle Thronen? Gibt es wohl ird'ſche Kronen, die unverwelk⸗ lich bluͤh'n? Kann vor des Grabes Schrek⸗ ken der Purpur dich bedecken, die Krone dich dem Tod entziehen?: 1 dum. Wie, wann die Sonn’ aufgehet, die Roſe bluͤhend ſtehet in ihrer ſchoͤnſten Zier, und doch verwelkt ſich beuget, eh' ſich der Abend zeiget: ſo bluͤhen und ver⸗ welken wir. au. Froh wachſen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Kunſt ans Sorgen frei: doch in den ſchoͤnſten Ta⸗ umüſehdh gen, noch eh' wir Fruͤchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei.. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, in⸗ zwiſchen wird die Bahre vor unſer Haus ge⸗ as hiſtms nd ſie uh ann Ri 670 Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. gebracht; man ſcheidet von den Seinen, dee Lachts uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns of⸗ fen ſteht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, die einſt mit ihrer Luſt vergeht. 1 Mel. Vater unſer im Himmelreich ꝛe. 425. Ich fuͤhle, daß ich ſterblich bin mein Leben welkt wie Gras dahin. Wer weiß, wie unerwartet bald des Hoͤchſten Ruf an mich erſchallt: Menſch! kehre wieder in den Staub! Wie leicht bin ich des Todes Raub! 2. Wenn man ins finſtre Grab mich ſenkt und meiner bald nicht mehr gedenkt; ſo bleibt, was irdiſch iſt, zuruͤck, und haͤtte gleich der Erde Gluͤck mich hier be⸗ ſtaͤndig angelacht und glaͤnzend vor der Welt gemacht. 3. O Thorheit! haͤtt ich mich verkannt und nach der Erdenguͤter Tand, nach gro⸗ ßem Ueberfluß, gegeizt, und, von der Ehr⸗ Der Tod, das Ende aller irdiſchen Vorzuͤge. 671 b mnne Ehrbegier gereizt, dem ſchnoͤden Prunk nl der Eitelkeit mein Herz und mein Be⸗ bedf muͤh'n geweih't. ſw 4. Wie Viele nimmt dies Blendwerk u ein! Herr! laß es ferne von mir ſeyn. mnat Ich uͤbergebe ganz mich dir; hier bin ich, n, Nair 65 geſchehe mir nach deiner Weisheit beſ⸗ ſerm Rath, die nur mein Heil zur Ab⸗ . iich hat. 4 Gedanke der Unſterblichkeit! du inatst bebſ uns uͤber Welt und Zeit; erfuͤlle mmeeine ganze Bruſt, wenn mich die Lok⸗ Hitztza kung falſcher Luſt vom Guten abzufuͤh⸗ zraah ren ſtrebt! Wohl dem, der hier der Tu⸗ dald dah gend lebt! MG. 6. Die Roſen um der Laſter Haupt Wieliict verbluͤhen, eh' ihr Sclav' es glaubt; ihr ſchaͤndlicher Genuß entweih', und dauert inſtte Gut doch nur kurze Zeit. Nur Freuden, die cht mihmt der Himmel naͤhrt, ſind meiner ganzen ſt, zut Sorge werth. lück nin 7. Gib mir, o du, der gerne giebt! ju ein Herz, das nur das Gute liebt! Mach And're groß, o Gott! ich ſey vergnuͤgt d niͤin und meiner pflicht getreu; ein Menſch, un der dir gefaͤllig iſt, ein wahrer Weiſer n und ein Lhriſt. Der 622 Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. Leiden. Der Tod, Erloſung aus allen irdiſchen Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns der ꝛc. 426. Wie wird mir dann, ach dann mir ſeyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entſchlafen werde! von keiner Suͤnde mehr entweiht. entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Menſch von Erde! Freu' dich, Seele! ſtaͤrke, troͤſte dich, Erloͤſte! mit dem Leben, das dir dann dein Goct wird geben! 2. Ich freue mich und bebe doch; ſo druͤckt mich meines Elends Joch, der Fluch der Suͤnde nieder. Doch du,„ Herr! erleichterſt mir dies Joch; men Herz ſtaͤrkt ſich an dir, glaubt, und er hebt ſich wieder. Jeſus, Chriſtus! laß mich ſtreben, dir zu leben, dir zu ſterben n deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geiſt! Er iſt der Weg zum Schaun, der Weg im finſtern Thale. Er ſey dir i nicht mehr fuͤrchterlich; ins Allerheiligſte fuͤhrt dich der Weg im finſtern Thale. Gottes Ruh' iſt unvergaͤnglich, uͤber⸗ ſchwaͤng⸗ ins Aleit 1 Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. 673 ſchwaͤnglich; die Erloͤſten wird ſie unaus⸗ ſprechlich troͤſten. 6 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten ſammelt. Viell leicht umgibt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgeſtammelt. Vater! Vater! ich befehle meine Seele deinen Haͤnden, jetzo, Vater! deinen Haͤnden. 5. Vielleicht ſind meiner Tage vielz ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, anu dem die Krone ſchimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Huͤtte mei⸗ ner Sterblichkeit, wird ſie erſt ſpaͤt zer⸗ truͤmmert: laß dann, Vater! reiche Saa⸗ ten guter Thaten mich begleiten, vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann, mir ſeyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! von keiner Suͤnde mehr entweihtt, ein Mit⸗ 3 genoß der Ewigkeit, nicht mehr ein Nenſch von Erde! Heilig! Heilig! Hei⸗ lig! ſingen wir dir; bringen Preis und nad Ehre; dir, der war und ſeyn wird, 12 nu wa Mel. Was Gott thut das iſt ꝛc. 427 des Himmels Friede. Aus aller Noth erloͤſt der Tod; der Augenblick des Schei⸗ dens iſt auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieſer Welt was meine Sehnſucht ſtillet; nur dann, wann dieſe Huͤlle faͤllt, wird erſt mein Wunſch erfuͤllet. Zum Sternenchor, ſteig ich empor; vom Schattenthal zur delarbeit, von Taͤuſchung zu der Wahr⸗ eit, 3. Von hier, wo oft die Unſchuld weint und oft das Laſter ſieget, bis der Vergeltungstag erſcheint, wo dieſes un⸗ terlieget. Die Klage ſchweigt, der Ju⸗ bel ſteigt; der Unſchuld bluͤh'n aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu' ich mich im Glauben ſchon auf jenes beß're Leben, denn unſrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort einſt geben. Was Tod uns heißt, be⸗ freit den Geiſt; men als Engel Gottes kommen. Mel. 674 Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. Ich bebe nicht vor Tod und Grab; im Grabe ruht der Muͤde; auf den Entſchlummernden herab ſinkt ſchon ſchoͤnſte Freuden er muß zu allen From⸗ ung na oft dh ter ſient nt, wod ſchweigt d d ſchiutt der Lida mich in b ih zu i kommen- — Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. 675 Mel. Jeſus, meine Zuverſicht ꝛct. 428. Selig ſind die, welche nun in dem friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruh'n, und ſich Gottes groͤßter Gabe, eines ew'gen Lebens freu'n; moͤg⸗ ten wir es auch einſt ſeyn! 2. Gott! du willſt's; wir leben noch muͤhſam hier in Pilgerhuͤtten. Alle tru⸗ gen einſt dies Joch, die des Lebens Kron; erſtritten. Endlich aber fuͤhrt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! ew'ges Schickſal an. 676 Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. 6. Daß wir dein ſind, nicht der Welt, daß du uns wirſt auferwecken: dieſen Troſt der beſſern Welt laß uns, wenn wir ſterben, ſchmecken. Floͤß uns Muth und Ruhe ein, ſelbſt im Tode froh zu ſeyn! 7. Wenn wir auch, um auszuruhn, zu den Auserwaͤhlten gehen; wollſt du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verſtehen; auch fuͤr unſre Todes⸗ nacht riefſt du einſt: Es iſt vollbracht! Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus ꝛc. —0 429. Im Leichentuche ſchlaͤft ſichs gut! Wie bei des Tages Sinken des Pilgers Fuß ermattet ruht, wenn Sterne Kuͤhlung winken: ſo ſchlaͤft erquickt im Leichentnch wer duldend ſchwere Laſten ig. 2. Im Leichentuche ſchlaͤft ſich's gut! Dahin iſt Schmerz und Streiten! der Leiden Drang, des Kampfes Muth, be— Wonen Shabelten Getrdadet iſt der lit weiß; es quillt die Thraͤne nht wahr heiß 4 T) . Im Leichentuche ſchlaͤft ſich's gut! Sanft iſt der Unſchuld Sah tcher. im b Grabe 2 Der Tod, Erloͤſung aus allen irdiſchen Leiden. 677 bringt ſchnellern Lauf ins raſche Blut, nicht derd wciar Grabe bricht ſich Feindeswuth, Verfol⸗ laß uns h gung, Weh' und Kummer. Verlaͤum⸗ Jläß mnh. dung, tauſendzuͤngig, flieh't, wenn ſie ddefuyn ihr Opfer fallen ſieht. um aaet 4. Im Leichentuche ſchlaͤft ſichs gut! dchen a Kein Draͤngen, Treiben, Streben 1 — — — — — — — —— uche ſaan fdges ei — uht, deme ſchlͤft tnu end ſchwenl ſclät it dt und Strii⸗ . umpfes M nagt mehr am fluͤcht'gen Leben. Still, friedlich iſt des Todes Steg, und jeder wandelt ſeinen Weg. 5. Im Leichentuche ſchlaͤft ſich's gut! Des Lebens Truggeſtalten, die Men⸗ ſchen, im bethoͤrtem Muth, fuͤr Werth und Weſen halten; verſchwunden ſind ſie! Sklav und Knecht, hat, wie ſein Quaͤler, gleiches Recht. 6. Im Leichentuche ſchlaͤft ſich's gut! Im ew'gen Frieden wohnen die Men⸗ ſchen einſt, aus einem Blut; und alle Nationen aus Oſt und Weſten kommen ſie, entkleidet von des Lebens Muͤh'. 7. Erloͤſche nie in meiner Bruſt, du Getrocnt BWild des ernſten Schlummers! Veredler quillt Rd biſt du jeder Luſt, biſt Mild'rer jedes Kummers. Und herrlich wird der Mor⸗ ſchläft ſc gen ſeyn, deß die Erwachten einſt ſich d Schlumn freun! 2. Von 628 Gruͤnde d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. 2. Von der Unſterblichkeit und Auferſtehung. 8 Gruͤnde des Glaubens an Unſterblichkeit und Auferſtehung. Mel. Freu' dich ſehr o meine Seele ꝛc. 430. Geitt das iſt mein hoher Na⸗ me; dieſer Leib iſt Huͤlle nur; einſt des edlern Leibes Saame auf der Auferſte⸗ hung Flur. Wie ein Saatkorn ſich auf⸗ „loſt, Frucht zu bringen, ſo verweſt auch mein Leib, um hoͤh'res Leben einem edlern Keim zu geben. 2. Staͤrke, Gott! mich in dem Glau⸗ ben, daß mein Geiſt unſterblich ſey; laß ihn mir kein Blendwerk rauben, keines Leichtſinns Spoͤtterei. Gabſt du, Gott! mir Thaͤtigkeit nur fuͤr dieſen Traum der Zeit? Sehnſucht nach vollkommnem Gluͤcke nur fuͤr wenig Augenblicke? 3. Seyn, und dann vernichtet werden: Mitternachtgedanke, fleuch! oder, ihr Gewuͤrm' auf Erden, neidiſch ſeh' ich hin auf euch! denn was huͤlfe mir der Flug, der ſo oft zu Gott mich trug? War acin 1„Han res bne b der Zeit. Wandeln will ich feſt und ſtill Gründe d. Glaubens a. Unſterblichkeit u. Auferſt. 679 b Grab das Ziel des Lebens, dann hofft ich auf Gott vergebesns. 4. Dieſer heiſſe Durſt im Herzen nach der Unvergaͤnglichkeit; dieſer Drang in Freud' und Schmerzen nach vollkomm⸗ ner Seligkeit, ſind die ſichern Buͤrgen mir, daß ich mich, mein Gott! zu dir, dem ich mich ſchon jetzt ergebe, einſt er⸗ heb' und ewig lebe. 8 5. Du, o Schrecken im Gewiſſen bei Verbrechern, du, o Ruh', und, was Fromme nur genießen, hoher Friede Gottes, du! ſichere Zeugen ſeyd auch ihr bei des Todes Anblick mir, daß, wird auch der Leib zu Erde, doch der Geiſt nicht ſterben werde. 6. Dankt es Jeſu, Gottes Kinder! daß euch keine Zukunft ſchreckt; daß des Todes Ueberwinder einſt auch unſern Leib erweckt. Wenn ihr ſterbet, fuͤhrt er gleich eure Seelen in ſein Reich, und will ſelbſt ein beß'res Leben eurem Stau⸗ be wiedergeben. 1 7. Ja, auf ewig werd' ich leben! Sicher der Unſterblichkeit, ſtreb' ich, mich emporzuheben uͤber jeden Traum nur 680 Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. nur der Tugend Pfad, und will unver⸗ ruͤckt zum Ziele ſtreben, hier ſchon fuͤr den Himmel leben. 8. Aber, daß mein Flug nicht wanke, ſtaͤrke mich, o Gott! dein Wort; leh in mir ſtets der Gedanke: dort iſt meine Heimath, dort! dort iſt weder Schmerz noch Leid: Wonne nur und Herrlichkeit!/ dort iſt, Herr! vor deinem Throne mal nes Kampfes Preis und Kronel Troſt des Glaubens an Unſterblich keit und Auferſtehung. Mel. Ein Kindlein ſo ꝛc. 431. Einſt reift die Saat: mein Staub erſteh't zu Jeſu Chriſti Leben, der Geiſt, hinauf zu Gott erhoͤh't, wird freier ſich erheben zu hoͤherer Vollkom⸗ menheit, zu immer groͤß'rer Seligkeit. Gott! welch ein ſel'ger Glaube! Preis und Ehre Jeſu Chriſt! der fuͤr mich ge⸗ ſtorben iſt, iſt auch fuͤr mich erſtanden. 2. Ich ſinke zu verweſen ein, und werde wieder Erde; doch werd' ich nich au Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. 681 auf ewig ſeyn, was ich im Grabe werde. Im Schooße Gottes ruht mein Geiſt von allen Muͤhen aus, und fleußt von Wonn anbetend uͤber. Ach, mein Auge ſahe nie, meinem Ohr ertoͤnte nie ſolch Heil in dieſem Leben. Sinm 3. Das kam in keines Menſchen Herz, was denen Gott bereitet, den Pilgern, die oft truͤber Schmerz zum ew'gen Leben leitet. Wir ſchauen in das tiefe Meer, uul erforſchen's nicht; denn Gott iſt der, der unſrer ſich erbarmet. Mehr, viel⸗ mehr, als wir verſteh'n, mehr, als unſre Thraͤnen fleh'n, gibt uns, der ewig liebet. 4. Sey, Seele! ſtark und fuͤrchte nicht, durch's finſt're Thal zu wallen. Nah' an des Thales Nacht iſt Licht; der Engel Jubel ſchallen in's letzte Seufzen der Natur! Der bei ſich ſelbſt dir Gnade ſchwur, ſein Haupt zum Kreuze neigte: er erfuͤllt des Bundes Eid; er iſt ganz Barmherzigkeit. Dank ſey ihm, Preis und Ehre! Mel. b Mel. Jeruſalem, du hochgeb. ic. b b 432. Anſterblichkeit! Gedanke, der V den Geiſt des Sterblichen belebt, in Truͤh⸗ ſal ihn dem finſtern Gram entreißt undzu den Sternen hebt! du ſtrahlſt mehr, als die Sonne, mir Licht und Waͤrme zu! Mein Gluͤck und meine Wonne, mein ganzer Stolz biſt du. 2. Ich daure fort, auch wenn der Leih zerfaͤllt. Sonſt waͤre Leben Qual. Die Seele kommt zu einer beſſern Welt, zu Freuden ohne Zahl. Es ſtammt vom Herrn des Lebens dies ſuͤße Vorgefühl 682 Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. Er gab mirs nicht vergebens: ich ſeh' mein hoͤh'res Ziel. 3. Vernichtet wird im Reiche der Na⸗ tur auch nicht der kleinſte Staub. Thor! haͤltſt du denn des Menſchen Seele nur fuͤr der Vernichtung Raub? Der uns das Seyn gegeben, erhaͤlt, was er uns gab; ſchafft aus Verweſung Leben, lockt Keime aus dem Grab' 4. Ich dau re fort; es ſtrebt' in mir ei Drang zur Thaͤtigkeit ſchon fruͤh, und wenn ich hier mit allen Kraͤften rang, er⸗ reicht ich's Ziel doch nie. Wozu der Mtß b ies häͤlt, nät ſung läe, Sſſtrebt un ſchon fuih Kraͤften ta Vezude Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. 683 dies Streben, der Keim voll hoher Kraft? Fuͤr dieſe Spanne Leben? Wie klein! wie an raͤthſelhaft! 5. Hier ſtrebt der Geiſt nach Wahr⸗ heit und nach Licht; doch Wahn und Irr⸗ thum hemmt des Forſchers Lauf; er fin⸗ det ſie hier nicht; ihm bleibt ſo vieles fremd. Ach! dieſer Durſt nach Wahr⸗ heit wird einſt gewiß geſtillt, dort, wo in groͤßter Klarheit der Quell der Weis⸗ heit quillt. 11nn. 6. Wie weint hier oft der wahre Tugendfreund, verkannt, verfolgt, ge⸗ ſchmaͤht; indeß im Gluͤck der freche Tu⸗ gendfeind ſein frevelnd Haupt erhoͤht. Dort uͤber Sternen thronet er, der Ge⸗ richt einſt haͤlt. Die Tugend wird beloh⸗ net in einer beſſern Welt. 7. Deß bin ich froh; die ganze Seele gluͤht voll hoher Ahnungen. Hoch toͤnet noch am Grab das Jubellied der bald Vollendeten. Ich weiß, an wen ich glau⸗ be, weiß, was mir Gott verheißt. Er⸗ hoͤh't, befreit vom Staube, unſterblich iſt mein Geiſt. 8. So ſtirbt die Flur im Winterſchlaf dahin; die Baͤume ſteh'n entlaubt. Der enz 684 Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. Lenz erwacht und die Gefilde bluͤh'n, der im Lenz der Ewigkeit. (Eigene Melodie.) 433. Jeſus, meine Zuverſicht und mein Heiland, iſt im Leben! Dieſes weiß ich, ſollt ich nicht auch zu ſterben mich ergeben? Ob das Grab, das einſt mich deckt, mein zu ſchwaches Herz auch ſchreckt? 2. Jeſus, mein Erloͤſer, lebt; ich werd auch das Leben ſchauen; ſeyn, wo er vollendet lebt; warum ſollte mir denn grauen? Er iſt der Gemeinde Haupt; ewig ſein, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er ſtaͤrkt mich mit ſeiner Hand auch in meinen letz⸗ ten Stunden, fuͤhrt mich auf der finſtern Bahn und nimmt mich mit Ehren an. 4. Meine Huͤtte nur iſt Staub; ſie nur ſinkt zuruͤck zum Staube. Nie wirſt du des Todes Raub, du mein Geiſ 22 elger Wald bekraͤnzt ſein Haupt. O ſchoͤne Bild im Leben! du Flur im Fruͤhlings⸗ b kleid! Mein Haupt werd' ich erheben w- n Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. 685 ſelger Glaube! Heil mir! mein Erloͤſer lebt, der mich einſt zu ſich erhebt! d n h 5. Ob dies Aug' im Tod' auch bricht, m wird's doch dich, den Heiland, kennen; mmit belohnter Zuverſicht werd' ich dich Vollender nennen, wenn ich von der Steerblichkeit nun auf ewig bin befreit. d. 6. Mich, der hier noch ſeufzt und fleh't, z wiirſt du herrlich dort erhoͤhen. Irrdiſch „Natu werd' ich ausgeſätt, himmliſch werd ich enae auferſtehen. Nimm, Verweſung! mein in Gebein; ich, ich werd' unſterblich ſeyn. „n 77. O der hohen Zuverſicht! Nichts derzat beugt meine Hoffnung nieder. Jeſus lebt! r,lünbm ich ſterbe nicht! meine Seele kehret wieder, ſemm ſiegend uͤber Tod und Grab, zu dem Schoͤp⸗ ſollnn fer, der ſie gaaua. mneine h 8. Nur daß du empor dich hebſt von aubt. den Luͤſten dieſer Erden; nur daß du ſchon Hoffund hier ihm lebſt, mit dem du vereint ſollſt denzſt werden! Heilig mußt du, Seelel ſeyn, hin unn willſt du ſein dich ewig freun. „ 7 auf drfii itt Ehrena(Eigene Melodie.) ſt en 4344. Wachet auf! ſo ruft die Stim⸗ . N ube. me, des Sohnes Goktes Ilhmachtoſtime er⸗ 686 Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wa⸗ chet auf, erloͤſte Suͤnder! verſammelt euch, ihr Gotteskinder! der Weltenherr⸗ ſcher iſtss, der ruft. Des Todes ſtille Nacht iſt nun vorbei; erwacht! Hallelu⸗ jah! Macht euch bereit zur Ewigkeit! Sein Tag, ſein großer Tag iſt da! 2. Erd' und Meer und Himmel beben; die Frommen ſtehen auf zum Leben, zum neuen Leben ſteh'n ſie auf. Ihr Verſth⸗ ner kommt voll Klarheit, durch Gnade maͤchtig, ſtark durch Wahrheit. Der Tu⸗ gend Preis kroͤnt ihren Lauf. Sie ſtehn vor deinem Thron undleben, Gottes Sohn! Hoſianna! Erloͤſer! dir, dir folgen wir in deines Vaters Herrlichkeit! 3. Ewig ſey dir Lob geſungen! Wir ſind zum Leben durchgedrungen, am Ziel ſind wir beim großen Lohn. Glaͤnzend ſind des Himmels Pforten; o welch ein Heer von allen Orten freut ſich mit uns um deinen Thron! Noch ſah' kein Auge ſie; dem Ohrerſcholl ſie nie, dieſe Wonne. Von Ewigkeit zu Ewigkeit ſey Dank und Preis und Ehre dir! Eigene Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. 687 (Eigene Melodie.) 435. Auferſteh'n, ja auferſteh'n wirſt du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unſterblich Leben wird der dich ſchuf, dir geben. Gelobt ſey Gott! 2. Wieder aufzubluͤhen werd' ich geſaͤ't, der Herr der Ernte geht und ſammelt Garben, uns ein, uns ein, die ſtarben. Gelobt ſey Gott! b 3. Tag des Danks, der Freudenthraͤ⸗ nen Tag! du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geſchlummert habe, erweckſt du mich! 4. Wie den Traͤumenden wird's dann uns ſeyn. Mit Jeſu gehn wir ein zu ſeinen Freuden. Der muͤden Pilger Lei⸗ a den ſind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligſte fuͤhrt mich mein Mittler; dann leb' ich im Heilig⸗ thume zu ſeines Namens Ruhme, in un Ewigkeit. Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus ꝛe. 436. Heer! du biſt meine Zuverſicht; du lebſt, auch ich werd' leben. Du wirſt 688 Troſt d. Glaubens an Unſterblichkeit u. Auferſt. mir, was dein Wort verſpricht, Unſterb⸗ lichkeit einſt geben. Dein Juͤnger kommt nicht ins Gericht; dies ſtaͤrket meine Zu⸗ verſicht. 4 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszuſtreuen; dort wird der herrlichſte Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; denn du biſt meine Zuverſicht. 3. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben Nur hier werd' ich des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie ſtark iſt dieſes Troſts Gewicht! wie ſicher meine Zuver⸗ ſicht! 4. Mein Dank ſteigt, Herr! zu dir empor. Mich aus der Gruft zu heben, gingſt du aus deinem Grab hervorz du lebſt und ich ſoll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht. Dein Wort iſt meine Zuverſicht. 5. In dieſem Glauben ſtaͤrke mich, laß mich den Troſt empfinden, den großen Troſt, daß ich durch dich den Tod kann uͤberwinden. Grab und Verweſungſchreckt mich nicht; denn du bleibſt meine Zuver⸗ 3. Von ——— ——— Gruft an Grab ſeen Ic glant in Vottſin derweſüngſ öſt win — 9 Schilderung des Gerichtes. 689 3. Von dem Gericht und der Verdammniß der Gottloſen. Schilderung des Gerichtes. Mel. O Ewigkeit, dutctc. 437. Erhöhter Jeſu! Gottes Sohnt! der du ſchon laͤngſt der Himmel Thron als Herrſcher eingenommen, du wirſt einſt in der letzten Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder⸗ kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertrau'n dich, Jeſu! meine Augen ſchaun. 2 2. Wer faßt, o Heiland! izt die Pracht, die deinen Tag einſt herrlich macht? Wie groß wirſt du dich zeigen! wann du auf lichten Wolken einſt mit deiner Engel Heer erſcheinſt, die ſich vor dir, Herr! beugen. Dann ſieht die Welt die Maje⸗ ſtaͤt, dazu dich Gott, dein Gott, erhoͤht. 3. Dann toͤnt dein Ruf in jedes Grab a mit allmachtsvoller Kraft hinab, und n ſchafft ein neues Leben. Auf deinen Wink aut muß Erd' und Meer das unzaͤhlbare große Heer der Todten wiedergeben. Sie ſtehn durch dich, Herr! neu beſeelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 839240 inn. P„r 4. Du 690 Schilderung des Gerichtes. 4. Du ſammelſt ſie vor deinem Thron, um jedem den beſtimmten Lohn nach ſei⸗ ner That zu geben. Dann trifft den Boſen Schmach und Pein; den Frommen Haber fuͤhrſt du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jeſu Chriſt! daß du der Erde Richter biſt! 5. O gib, wenn nun dein Tag erſcheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freu⸗ den vor dir ſteh⸗, und mit dir in den Him⸗ mel geh, ganz frei von Fluch und Suͤnde Laß mich im Glauben wacker ſeyn, und auch die kleinſte Suͤnde ſcheun. 1n 6. Dein Name ſey mir ewig werth⸗ und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich uͤben. Niemals ermuͤde hier mein Geiſt, dich, den ſchon izt der Himmel preiſt, aus aller Kraft zu lie⸗ ben; ſo hab' ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Ach Herr mich armen ꝛce. 8 438. Ich denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt! Der Thor nenn's ein Gedichte, das Schwachen k ſe nc aͤllt; — J————— aleer Kri der Evinit Hket h armen u. deinnd 23 1 Herr! ſegneſt ſie. 1 Schilderung des Gerichtes. faͤllt; mich ſoll ſein Wahn nicht ſtoͤren; 3 weil mich dein goͤttlich Licht und mein ewiſſen lehren, du halteſt einſt Gericht. 2. Ich ſeh' im Geiſt die Blitze und hoͤr den Donner ſchon, ich ſeh' dich auf dem Sitze, auf hohem Richterthron, um den die heilgge Menge erhabner Engel ſteht. Welch herrliches Gepraͤnge! Welch hohe Majeſtaͤt! 3. Umſonſt ſucht nun der Suͤnder vor deiner Macht zu fliehn. Herr! alle Men⸗ ſchenkinder wirſt du zur Rechnung ziehn. Du rufſt und ſie erſcheinen vor deinem Richterthron; den Suͤndern und den Deinen gibſt du gerechten Lohn. 4. Frohlockend ſehn die Frommen dein goͤttlich Angeſicht; ſchon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erloͤſt von aller Muͤh' ſehn ſie den Himmel offen, und du, 5. Wie angſtvoll aber beben, die hier dein Wort verhoͤhnt, und durch ein ſinn⸗ lich Leben das eitle Herz verwoͤhnt! Du dein Geit Der Thut hwachenn 4 fuͤhreſt die Gerechten zu deinen Freuden ein, und gibſt der Suͤnde Knechten ihr Theil in jener Perniä. . b X£r 2 6. Herr! 691 692 Schilderung des Gerichtes. 6. Herr! laß in dieſem Leben dein ſchreckliches Gericht mir ſtets vor Augen ſchweben; ſo ſchreckt's mich kuͤnftig nicht. Ich werde vor dir wandeln in wahrer Froͤmmigkeit, und als ein Weiſer han⸗ deln, der ſeinen Richter ſcheut. 7. Iſt dann dein Tag vorhanden, wird dieſe Welt vergehn; ſo hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu ſtehn. Du ſtellſt mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, fuͤhrſt mich mit dei⸗ nen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛe. △ 4 439. Immer naͤher kommt die Zeit, ſtuͤndlich eil' ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird alles, alles klar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbſt des Herzens ſtillen Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird fuͤr jede That dann Vergeltung widerfahren. Wie er hier den Saamen ſtreut, erntet er in Ewigkeit. 3. Dann rverichn komnrdi ttgegen, n meine Iih alles, alei ar. Schilderung des Gerichtes. 693 3. Dann verſtummt der Thoren Spott; Frevler ſtehen dann und beben. Heilig und gerecht iſt Gott, der hier ſah ihr Suͤndenleben. Wer beſchraͤnkt des Rich⸗ ters Kraft, ruft er ſie zur Rechenſchaft? 4. Wer hier ſeine Zeit vertraͤumt, nur nach Sinnenfreuden ſchmachtet, ſeines Geiſtes Wohl verſaͤumt, Menſchen quaͤ— let und verachtet, und ſich reuvoll nicht weehete fuͤhlt ſich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weiſes, frommes Herz darf nicht vor dem Richter zittern. Nur den Frommen wird kein Schmerz dort am Gnadenthron erſchuͤttern. Heilig war ihm ſeine Pflicht, nun verdammt ſein Herz ihn nicht. 6. Selbſt der Richter, der ſein Blut einſt fuͤr ihn dahin gegeben, gibt ihm dann getroſten Muth, und verkuͤndigt ihm das Leben. Unparteiiſch iſt der Herr; aber gern belohnet er. 7. Chriſten, Chriſten! richtet nicht! laßt den Herrn das Urtheil faͤllen! Er bringt alles einſt ans Licht, wird einſt jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis ſein großer Tag erſcheint! 8. Laßt 694 Schilderung des Gerichtes. 8. Laßt uns nur gewiſſenhaft ſtets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenſchaft, fromm auch im Verborg⸗ nen wandeln, ſelbſt die kleinſte Suͤnde ſcheun, und Verehrer Jeſu ſeyn! Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛc. 440. Soeon iſt der Tagvon Gothe ſtimmt, da, wer auf Erden wandelt, ſein Loos aus Gottes Haͤnden nimmt, nach⸗ dem er hier gehandelt. Er kommt, ar kommt, des Menſchen Sohn, er kommt, und Wolken ſind ſein Thron, er kommt, die Welt zu richten. 2. Hier an dem Rand' der Ewigkeit, hier ſtehn die Millionen, die ſeit dem er⸗ ſten Tag der Zeit auf dieſer Erde wohnen, nur dem Allwiſſenden bekannt, unzaͤhl⸗ bar, wie am Meer der Sand; hier ſtehn ſie vor dem Richter. 3. Hier muß der falſche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage haͤlt, wird keine Bosheit ſiegen. Hier hat der Suͤnder nicht mehr Friſt; hier gilt nicht mehr Be⸗ trug und Liſt, hier gilt kein falſe cher Zeuge. 4. Ja, 6 Schilt d ichtes. 695 enhaſt Schilderung des Gerichtes 4. Ja, Herr! mit hoher Majeſtaͤt wirſt ich m du das Urtheil fällen. Was wird dann lun dem, der dich verſchmaͤht, den dunkeln 1 eiuſan Pfad erhellen? Dann nagt ihn des Ge⸗ viiſſens Pein, und Niemand kann ſein ul Retter ſeyn; er muß ſich ſelbſt verdam⸗ul dun 5. Wie glaͤnzend aber wird alsdann d der Frommen Werth erſcheinen! Du, ndang Herr, nimmſt ſie in Ehren an, und nen⸗ tieſt ſie die Deinen. Nun ſehn ſie mit er⸗ e ſtauntem Blick des Glaubens und er Liebe 8 Sluͤck, und jauchzen deiner Gnade. WMaimn a. Sie gehen in das ſelge Reich, das n Gott fuͤr ſie bereitet, und ſehen ewig, En⸗ and anh geln gleich, ihr Wohlſeyn ausgebreitet. en, mt Das Stuͤckwerk wird Vollkommenheit; ieſerEin kein Kummer, keine Traurigkeit ſtoͤrt nun bekant die reinſte Freude. Saundh 7. Mein Heiland! laß mich dein Ge⸗ richt mit ſtetem Ernſt bedenken. Es ſtaͤrke falſhe d meine Zuverſicht, ſo oft mich Leiden kraͤn⸗ nterlt. ken; es reize mich, gewiſſenhaft und ge häͤlt un eingedenk der Rechenſchaft nach deinem e hat dae Wort zu handeln! gilt richn kein falche — — Das 696 Das Gericht, Aufruf z. Bekehrung u. Heiligung. b„Das Gericht, Aufruf zur Bekehrung und Heiligung. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛe. 441. Wachet auf vom Schlaf, ihr Suͤnder! Erwacht! denn euch, ihr Men⸗ ſchenkinder! erwartet Grab und Ewig⸗ keit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben. Er⸗ wacht! noch iſt zur Beſſ'rung Zeit. Ge⸗ recht, gerecht iſt Gott! er hoͤrt der Frev⸗ ler Spott. Frevler, zittert! wißt, was er ſpricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und haͤlt Gericht. 2. Suͤnder werden angſtvoll zagen, ſich vor dem Richter ſelbſt verklagen, und be⸗ bend ſtehn vor ſeinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr ſeine Frommen! Er wird zu eurem Heile kommen; bald kommteer, und mit ihm ſein Lohn. Euch ſchreckt nicht ſein Gericht; der Herr verwirft euch nicht. Euer Mittler hat euch verſoͤhnt, mit Gott verſoͤhnt; wer uͤberwindet, wird gekroͤnt. 3. Seyd bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen; denn ploͤtzlich bricht ſein Cag herein; und 3 Rich⸗ ———— angſtulza verklan Thron. R ommen! d en; badim öhn. Go „Herr den hat euo. er uͤberwin u wit Au uempfend Das Gericht, Aufruf z. Bekehrung u. Heiligung. 692 Richter wird vom Boſen ſein Volk, die Frommen, ganz erloͤſen, von Suͤnd' und Tode ſie befrei'n. Dann iſt vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen! ſeyd ſtets bereit auf dieſe Zeit, und ſingt Gott Dank in Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 442. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und ſtraucheln will; ſo ſchrecke mmiich der herzerſchuͤtternde Gedanke: Gott richtet einſt die Welt und dich! Er hat's verkuͤndigt; ſein Gericht iſt unausbleib⸗ lich: ſtrauchle nicht. 2. Laß mich zu meiner Seele ſagen: die Welt vergeht mit ihrer Luſt! Wohl mir, wenn ich bei allen Plagen mir keines Fre⸗ vels bin bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 3. Dann werd' ich Jeſu Stimme hoͤ⸗ ren:„Der du zu meiner Rechten biſt, du warſt gehorſam meinen Lehren; nimm hin was dir bereitet iſt! Sey, treuer Knecht! den Engeln gleich, komm', erbe meines Vaters Reich!“ 4. Solch 698 Das Gericht, Aufruf z. Bekehrungu. Heiligung. 4. Solch eine Wonne wartet meiner, wenn ich mit bruͤderlichem Sinn den Naͤchſten lieb', und gern mich ſeiner er barm, und Jeſu aͤhnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos ſeyn, Betruͤbte ſehn und nicht erfreun! 5. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie menſchenfreundlich ſich be⸗ weiſt, der fuͤhllos bei der Noth der A⸗ men, Bedraͤngte nie erquickt noch ſpeiſt, dem Hungrigen ſein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 6.„Juͤhlloſe!“ wird der Richter ſagen, „verſchloſſen habt ihr eure Hand, verach⸗ tet eurer Bruͤder Klagen. Entweicht! ich hab' euch nie erkannt!“ Fuͤr die, die Bruͤder nicht erfreut, iſt freudenleer die Ewigkeit. 7. So wirſt du jede Suͤnde richten, gerechter Richter! wann du einſt den Ue⸗ bertretern ihrer Pflichten in deiner Maje⸗ ſtaͤt erſcheinſt; dann wird der Fromme 5 erfreun, dem Boͤſen alles ſchreckklich eyn. 8. Gib mir, o Vater! Muth und Staͤrke, damit mein Glaube dir getreu, geuͤbt in jedem guten Werke, bewaͤhrt und ir d der d eure he gen. En t!“ ii Hiſt ftu ſede Sun ann du cith. — hten in dit wird da öſen alläſtt Vater. M Glaube Werke, bebe 443. ——- Das Gericht, Aufruf z. Bekehrung u. Heiligung. 699 dir gefaͤllig ſey! Es ſtaͤrke mich, Herr! dein Gericht zur treuen Uebung meiner Pflicht. 8„ Mel. Ach Herr! mich armen ꝛc. Heer! ſieh', ich bin verdroſſen, zu thun, was dir gefaͤllt; mein Herz wankt unentſchloſſen noch zwiſchen Gott und Welt. Mich druͤcken ſchwere Ketten der Suͤndenſclaverey; verzieh' nicht, mich 3 retten! mach', o mein Gott! mich 12. Geh' auf in meiner Seele, geh' auf in vollem Glanz! Damit ich dich er⸗ waͤhle, ſo zeige dich mir ganz; wie ſchreck⸗ lich du dem Suͤnder, o reinſtes Weſen! ſeyſt, du Vater deiner Kinder, vollkomm⸗ ner, hoͤchſter Geiſt! 3. Sollt' in gewohnten Suͤnden, eh ich geheiligt bin, dein großer Tag mich finden, o Gott! wo floͤh' ich hin? Wann Berg' in Ungewittern hertaumeln, wie vom Wind, und Erd' und Himmel zit⸗ tern, und Sonnen finſter ſidn]. 4. Ringt jammernd eure Haͤnde, die ihr der Suͤnde lebt! die Erde fuͤhlt ihr Ende, 700 Das Gericht, Aufruf z. Bekehrung u. Heiligung. Ende, ſie aͤngſtet ſich und bebt, ſie rau⸗ chet, angezuͤndet, die Staͤtt der Miſſe⸗ that, da der die Welt gegruͤndet, ſich ihr als Richter naht. 5. Ihr frohen Himmel ſchweiget! der Suͤnder wird verklagt, und ſein Gewiſ⸗ ſen zeuget, das an der Seele nagt. Er bebt, er weicht zuruͤcke, ach, ſchon die Hoͤlle gluͤht in ſeinem wilden Blicke, der ſeinen Richter flieht. hd 6. Was hilft nun alle Groͤße, die hier den Neid erweckt, dort, wo des Laſtels Bloͤße kein falſcher Schimmer deckt Wo bleibt nun das Gepraͤnge, wo ſich mit Engeln freut, wer hier der Armen Menge Rath, Troſt und Huͤlfe beut. 7. Ach, wann ſich einſt dem Lohne dein Streiter nahe ſieht; wann fern von Gottes Throne die ſchnoͤde Rotte flieht; am Tag der heilgen Rache, Herr! nimm dich meiner an; hilf, daß ich ſtreit⸗ und wache, und wandle deine Bahn. Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛc. 4 ₰ 414. Ich weiß, o Gott! ich weiß es wohl, daß ich nach dieſem Leben di einſt einſt m ht; wamſt yndde Jeni n Nace dle dein de — lich an der Gottli h dieſen 1 Das Gericht, Aufruf z. Bekehrung u. Heiligung. 701 einſt das Pfund verrechnen ſoll, das du mir hier gegeben; ob ich's auf Wucher uul Kausgethan, ach! oder ob, in ſicherm ul Wahn, ich es verſchwendet habe. 2. Doch, Herr! wie kann ich Rechen⸗ ſchaft dir von dem Pfunde geben? Miß⸗ brauchet hab' ich manche Kraft in mei⸗ nem Erdenleben, ſo manches Boͤſe hier veruͤbt, und deinen Geiſt ſo oft betruͤbt, der mich zum Guten mahnte. S 3. Herr! wenn du ins Gericht willſt gehen, ſo weiß ich nichts zu ſagen, ſo kann ich nimmermehr beſtehn; ich muß, ich muß verzagen. Doch Eins, noch Eins iſt mir bewußt, das mir die angſt⸗ kehigtt Bruſt gleich einem Fruͤhthau kuͤhlet. 4. Ich flieh' zu dir, Herr Jeſu Chriſt! Daß Suͤnder ſelig werden durch dich, Erloͤſer, Heiland! biſt gekommen du auf Erden. O ſchenke denn nach deiner Huld auch mir die große Suͤndenſchuld, und gib mich frey und ledig. 5 5. Mach' aber, liebſter Herr! mich doch auch tuͤchtig unterdeſſen, daß in der Zeit, die du mir noch zu leben zuge⸗ meſſen, du deines Willens heil gen Natß 3 ur durch mich in Sinn, in Wort und That vollkommen magſt erfuͤllen. 6. Nichts Hoͤh'res wuͤnſch' ich auf der wie du dich in Liebe haſt am Kreuz fuͤr mich und meine Schuld geopfert. 7. Soll ich dann, wenn es dir gefaͤllt mich zu den Deinen: du rufſt mir zun Komm her zu mir, das Reich zu erben das auch dir im Himmel iſt bereitet! (Eigene Melodie.) 445. O Ewigkeit, du Donnerwort! du Schwert, das dem das Herz durch⸗ bohrt, der hier in Suͤnden wandelt! Wer denkt es ganz, das ew'ge Leid, das Gott dem Suͤnder hat gedraͤut, der gottlos lebt und handelt? Er ſelbſt, der Suͤnder Heiland, ſpricht:„Ihr Wurm, ihr Feu'r vergehen nicht.“ 2. Gott! du biſt heilig, bleibſt gerecht, wann du dereinſt dem boͤſen Knecht ver⸗ 702 Das Gericht, Aufruf z. Bekehrung u. Heiligung. d Welt, als deinen heil'gen Willen, den mir dein Wort vor Augen ſtellt, von mnun an zu erfuͤllen; mich dir zu opfern, vor deinem Thron erſcheinen, wo mitt dein Mund das Urtheil faͤllt, ſtellſt du kehrunga n 8 Das Gericht, Aufruf zur Bekehrungu. Heiligung⸗ 705 Vort n len n giltſt mit ew'gen Schmerzen. Den an t Sinn, dem Suͤnde wohlgefaͤllt, nimmt 1 er mit in die andre Welt. O Menſch! faß es zu Herzen! hier, hier nur iſt die 1 d t Gnadenzeit, dort ſtrafet Gott, wie er auß gedraͤut. 3. Gib Gott, der treu dich warnt, Fum Gehor, daß Sicherheit dich nicht bethoͤr' nan und aͤndre bald dein Leben! Wach' auf! henm wach' auf! dich draͤngt die Zeit; ſie eilt un heran, die Ewigkeit, dir deinen Lohn dußg zu geben. Dein letzter Tag iſt heut viel⸗ leicht, und deines Lebens Hauchentfleucht. 4. O daß der Ewigkeit Gericht, den — Ausſchlag von dem Weltgericht, der Frrevler ernſt bedenke! Daß von uns je⸗ der ſeinen Sinn zu ſel'ger Ewigkeit Ge⸗ „ du Dan winn mit Ernſt und Eifer lenke! Ach m das ho ſegn uns, Gott! mit Jeſu Heil; ſey jetzt Sünda n und ewig unſer Theil! as ew elh elodie.) —⏑ — — — — —— ei⸗ 83, Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. ct⸗ ſeyn, unendlich wer zu tragen. Ach! ilig, 4 döſin Kit Seele 704 Das Gericht, Aufruf zur Bekehrung u. Heiligung. Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Welgerichts erſchreckt, zur Rechenſchaft ihn fordert. 2. Verſcherzt iſt dann die Gnadenzeit, verloren ſind die Stunden, die er der Suͤnde hat geweiht, ſein Troſt iſt hin— geſchwunden. Schon zeigt ihm nun die Ewigkeit, daß nie der Herr vergebens draͤut, nicht ſtets des Laſters ſchonet. 3. Wo bleibt nun jenes Erdengut worauf ſein Wunſch ſich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kraͤnkte? Gebeugt iſt jetzt ſein trotzig Herz, und jede Luſt wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Laſters Bahn, durch ihn verfuͤhrt, erwaͤhlte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quaͤlte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Gluͤck, durch ihn geſtoͤrt, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernſte Stimme ſpricht: weicht von mir, Uebelthaͤter! Entſchuldigen kann er ſich nicht; ſein Herz wird ſein Verraͤther! Von Gott und Seligkeit verbannt, fuͤhlt er, was er ——————ö lemi ebenißz e Lutwm Qula , weſab erfüͤhnt n. Allgem. Schilderungd. Herrlichk. d. ewig. Lebens. 705 g er ſonſt nie empfand, gerecht ſey ſeine Strafe. 6. O Suͤnder, ſichre Suͤnder! eilt, d euch reuvoll zu bekehren, laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethoͤren: Es ſey noch ſtets zur Buße Zeit, noch ferne ſey die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr moͤgt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein ſchneller Tod die Zeit zur Beß rung rauben! Noch jetzt will Gott Erbarmer ſeyn, will eure Suͤnde noch verzeihn; o ſuchet ſeine Gnade! b — 4. Von der Seligkeit der Frommen im Himmel. b Allgemeine Schilderung der Herrlich⸗ keit des ewigen Lebens. Mel. Ach, Herr! mich armen ꝛc. 447. Ein kleiner Todtenhuͤgel, o Erde, biſt du mir! Die Andacht leiht mir Fluͤgel, und traͤgt mich, weit von * hier, hin, wo ſich Licht und Wonne, dem Yy 706 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. dem Meere gleich, ergießt, aus dem der Erde Sonne klein, wie ein Tropfen, fließt. Gott! Hier fuͤllet er mit ſeines Kleides Saume die Himmel weit umher. Der Engel Choͤre ſtehen im Lichtglanz un den Thron und zu des Stuhles Hoͤhen ſteigt ewiger Jubelton. Jehovah, Herr und Gott! Sein Loh, das vor dem Throne die Schaar der Engel ſprach, toͤnt hier in niedrer Zone nur fern und leiſe nach. 4. Doch, was kein Aug geſehen, kein ſterblich Ohr gehoͤrt, kann das der Menſch verſtehen, den noch der Schein bethoͤrt? Kaum darf der Blick ſich wagen zur hohen Heimath hin, ſo lang, vom Staub getragen, ich hier ein Pilger bin. 25. Reich' in der Erde Naͤchten, o Glaube, mir die Hand, und fuͤhre mich zum rechten, zum ew gen Vaterland! Dort truͤben keine Thraͤnen den kummer⸗ freien Blick; im Schaun des ewig Schoͤnen verklaͤrt ſich mein Geſchick.. — 6. E 2. Im unbeſchraͤnkten Raume thront 3. Mit Hallelujah preiſet der gang Himmel Gott, der dreimal heilig heiße, 3 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. 707 6. Es fliehn der Erde Sorgen, wie mvor dem Licht die Nacht, wann einſt des Himmels Morgen, dem Auferſtandnen lacht. Unendlich uͤbertroffen, geh' ich t un 44 zum Himmel ein, wird all mein irdiſch — Hoffen und irdiſch Wuͤnſchen ſeyn. (Eigene Melodie.) 448. Alc Menſchen muͤſſen ſterben; ihre Herrlichkeit verbluͤht; Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht ſieht. Staub wird dieſer Leib von Erde; doch damit er himmliſch werde, wird er einſt von Gott erneut und zieht an Unſterblichkeit. 2. Willig werd' ich dieſes Leben, wenn es deinem Rath gefaͤllt, dir, mein Va⸗ ter! wiedergeben, gern verlaſſen dieſe Welt; denn nach dieſem Erdenleiden warten meiner hoͤh're Freuden. Ich als Chriſt, ich fuͤrchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts ſoll mir den Troſt entreißen; er ſoll mir ſtets heilig ſeyn: Gott erfuͤllt, was er verheißen; ſeiner will ich ſtets DYy 2 miich 708 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jeſum ich er⸗ lange eine frohe Seligkeit, wenn ich nuͤtze dieſe Zeit. 4. Dort bey ihm iſt wahres Leben; Millionen ſtehen ſchon, ihren Retter zu erheben, ſeelig da vor ſeinem Thron⸗ hohe Himmelsgeiſter ringen, mitanbetend ihm zu ſingen, der des Ruhms ſo wuͤr⸗ dig iſt, dem Erbarmer Jeſus Chriſt. 5. Alle die ihm nachgewandelt, ſehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihm im hoͤhern Preisgeſang. in 6. Vaterland verklaͤrter Frommen! Heil, Unſterblichkeit und Ruh, was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewaͤhreſt du! Freudenernten ſchenkt Gott denen, die hier einſt geſaͤt mit Thraͤnen; alle Thraͤnen trocknet er; Suͤnd' und Elend ſind nicht mehr. 7. Ich entbrenne vor Verlangen, was ich glaub' im Licht zu ſehn, jene Krone zu empfangen, bald verklaͤrt vor Gott in zu nAllgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebeus. 709 Jein zu ſtehn! Werde dieſer Leib zu Staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; mir ſunl iſt Sterben ein Gewinn, denn ich gehl zum Vater hin. b 8. Welche Troͤſtung das zu wiſſen! h i Dieſer großen Hoffnung voll zag' ich n di w nide A unf ihn a laͤrter im und Rn rommen udenerntni eeinſ wt nen trcn nicht ui Verlaug ſehn, ſan verklaͤrt ui nicht in Kuͤmmerniſſen, die ich hier noch dulden ſoll. Leicht und kurz ſind dieſe Leiden; ſie verwandeln ſich in Freuden, wenn ich chriſtlich ſie ertrug, bis Gott ſpricht: Es iſt genug! Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der ꝛc. 449. Hoch ſchwing' dich uͤber Erd' und Zeit, hoch uͤber Tod und Sterblich⸗ keit empor, o meine Seele! Hoch uͤber Sarg und Leichengruft, hoch uͤber Staub und Moderduft der duͤſtern Grabeshoͤhle. Heil! dir Seele! aus den Choͤren, hoͤhrer Sphaͤren glaͤnzt ein Schimmer durch die finſtern Todestruͤmmer. 2. Was du hier ſiehſt, iſt duͤrres Laub. Was hier erſtirbt, iſt Staub von Staub; die Huͤlle deiner Bruͤder. Die Huͤlle nur vermorſcht und bricht; ſie modert 9 nur nur, du ſelber nicht, ſinkt ſie ins Grab hernieder. Du wirſt wieder dich zum Leben froh erheben, nach dem Scheiden hebſt du dich zu ew'gen Freuden. 3. Ja, ewig, ewig wirſt du ſeyn, dich Gottes ewiglich zu freuun. O ſelige Gedanken! Von Angeſicht zu Angeſicht wirſt du Gott ſehn im hellſten Licht; frei von der Erde Schranken, wirſt du danken ew'ges Leben, dir gegeben, hoch am Throne, Gott und ſeinem großen Sohne. 4. Des Vaters Liebe wirſt du ſehn, der Vorſicht Wege ganz verſtehn, und Himmelsweisheit lernen; der Welten viele Heere dann, der weiten Schoͤpfung gro⸗ ßen Plan in ungemeſſ'nen Fernen, wirſt du ſehen. Glaͤnzen werden neue Erden, neue Himmel, dir dann in dem Stern⸗ gewimmel. b 5. Dann wirſt du ohne Unbeſtand, mit allen Frommen Hand in Hand, durch Gottes Himmel wallen. Nichts ſtoͤret deinen Frieden dort und keine Zaͤhre wird hinfort mehr deinem Aug entfallen. „Heil! Euch Allen ſtroͤmt ganz helle jene Quelle reiner Freuden dort, wo euch kein Tod kann ſcheiden. 6. Dort 710 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. 4 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens 711 6. Dort reift zur Frucht die Erden⸗ ſaat, dort lohnet jede gute That dein Vater uͤberſchwaͤnglich. Dort macht er dich ſtets hoͤhrer Luſt, hier Sterblichen ut noch unbewußt, in Ewigkeit empfaͤng⸗ ſernd lich. Uinvergaͤnglich, frei von Maͤngeln, atſ ua n ded. A 1 en Aui mt ganz b dort, wo gleich den Engeln, wirſt du droben wuͤr⸗ diger den Hoͤchſten loben. Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der ꝛe. 1 r 450. Mein Geiſt, o Gott! wird hoch entzuͤckt, wenn er hinauf zum Him⸗ mel blickt; da ſeh' ich ausgebreitet die hoͤchſten Wunder deiner Hand, zum Erbtheil mir im Vaterland von deiner Huld bereitet. Maͤchtig fuͤhl ich mich erhoben hin nach oben, nach dem Leben, das im Himmel wird anheben. 2. Was ſind die Freuden dieſer Zeit, Heerr! gegen jene Herrlichkeit, die dort einſt uns ſoll werden? Du reicheſt, Guͤ⸗ tigerl uns zwar auch jetzt ſchon viele Freuden dar, im Leben hier auf Erden. Doch hier ſind wir wie mit Seuden, 3 iſt vollkommnes Leben. 3. Kein Tod iſt da mehr, und kein Grab; du trockneſt alle Thraͤnen ab von deiner Kinder Wangen. Kein Leid iſt da mehr, kein Geſchrei; die Zeit der Truͤbſal iſt vorbei, das Alte iſt vergan⸗ gen. Voͤllig gibt ſich den Erloͤſten, ſie zu troͤſten, der zu kennen, den ſie hier ſchon Vater nennen. 9 4. Vor ſeinem Antlitz wandeln ſie, auf ewig frei von aller Muͤht, und ſchmecken ſeine Guͤte; dort ſtoͤrt den Frieden ihrer Bruſt, und ihre tauſend⸗ fache Luſt, kein feindliches Gemuͤthe; kein Neid, kein Streit, hemmt die Triebe reiner Liebe in den Seelen, die nicht irren und nicht fehlen. 5. Gott! welche Schaar iſt dort ver⸗ eint! Die Theuren, die ich hier beweint, find' ich dort oben wieder; dort ſammelt deine Vaterhand die fromme Liebe hier verband, Herr! alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Maͤngeln, ſelbſt mit Engeln Freundſchaft pflegen; welch ein Umgang voller Segen! 6. Auch dich werd' ich, Herr Jeſu Chriſt! — p„‚— 712 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. b ſo mit Leiden, ſtets umgeben; dort nur —=—— ſe dein ſ i von M undſchaß jer Seaa ic, N. Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. 715 Chriſt! der du fuͤr mich geſtorben biſt, dort mit Entzuͤcken ſehen. O treuſter Freund, des Hochſten Sohn! ich eile hin zu deinem Thron, um den die Sel⸗ gen ſtehen. Da wird, mein Hirt! von den Freuden nichts mich ſcheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 217. Weit uͤberſteigt mein Denken, weit, o Gott! des Himmels Seligkeit. Wie koͤnnt ich ſie erwerben? Du Jeſu! der du ſie erwarbſt, als du am Kreuz fuͤr Suͤnder ſtarbſt, hilf du ſie mir er⸗ erben! Laß mich, wann ich von der Erde ſcheiden werde, laß mich ſehen dann den Himmel offen ſtehen. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 451. O wie unausſprechlich ſelig werden wir im Himmel ſeyn! Da, da ernten wir unzaͤhlig unſers Glaubens Fruͤchte ein; da wird ohne Leid und Zaͤhren unſer Leben ewig waͤhren. Gott! zu welcher Seligkeit fuͤhrſt du uns durch dieſe Zeit! 2. Hier iſt zwar, was du den From⸗ men 714 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. men dort fuͤr Gluͤck bereitet haſt, noch in keines Herz gekommen. Welcher Menſch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch, nach dieſes Le⸗ f bens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als ſie hoffen, ſchaun. b 3. Neue Wunder deiner Guͤte werden unſer Gluͤck erhoͤhn; und mit ſtaunendem Gemuͤthe wird dann unſer Auge ſehn, deine Huld ſey uͤberſchwaͤnglich und die Wohlfahrt unvergaͤnglich, die dem der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. ſ 4. Dann wirſt du dich unſern Seelen offenbaren, wie du biſt. Keine Luſt wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne iſt. Zu vollkommnen Seligkeia ten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieſes Heil erwarb, als am Kreuz er fuͤr uns ſtarb. 5. Da wird deiner Frommen Menge, Ein Herz, Eine Seele ſeyn, Liebe, Dank und Lobgeſaͤnge dir, erhabner i Gott! zu weihn; dir und dem, der ſelbſt ſ ſein Leben willig fuͤr uns hingegeben. ſ Mit ihm, unſerm groͤßten Freund, ſind ſſſ wir ewig dann vereint. 9 d 6. Allgem. Schilderungd. Hertlichk.d. ewig. Lebeus. 715 6. O wer ſollte ſich nicht ſehnen, auf⸗ geldſt und da zu ſeyn, wo, nach ausge⸗ weinten Thraͤnen, ew'ge Guͤter uns er⸗ freun? Wo ſich unſer Kampf in Pal⸗ men, unſer Klagelied in Pſalmen, unſre Angſt in Luſt verkehrt, die forthin kein Kummer ſtoͤrt.— 17T4 7. Was iſt unſer Loos auf Erden? Ob's auch noch ſo koͤſtlich ſey, iſts doch nie ganz von Beſchwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luſt oft Weinen; dort nur wird die Zeit er⸗ ſcheinen wo kein Wechſel mehr uns beugt, hoͤher nur die Wonne ſteigt. 8. Sey, o Seele! hocherfreuet uͤber das erhabne Gluͤck, das dir einſt dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernſt dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch biſt, ſtets nach dem, was dyoben iſt. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr! in deinen Himmel gehn. O ſo mache im⸗ mer reiner hier mein Herz, dich einſt zu ſehn! Hilf du ſelber meiner Seele, daß ſie nie des Wegs verfehle, der mich ſicher dahin bringt, wo man ewig Lob dir ſingt. Mel. 716 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛe. 452. Nach einer Pruͤfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt ſich die Klage in goͤttliche Zufriedenheit. Hier uͤbt die Tugend ih⸗ ren Fleiß, Preis. 1 2. Wahr iſt's, der Fromme ſchmeckt auf Erden ſchon manchen ſel'gen Augen⸗ blick; doch alle Freuden, die ihm werden, ſind nur ein unvollkommnes Gluͤck. Ei bleibt ein Menſch, und ſeine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald ſtoͤren ihn des Koͤrpers Schmer⸗ zen, bald das Geraͤuſch der eiteln Welt: bald kaͤmpft in ſeinem eignen Herzen ein Feind, der oͤfter ſiegt, als faͤllt; bald ſinkt er durch des Naͤchſten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo ſo oft die Tugend leidet, das Laſter ſcheinbar gluͤcklich iſt, wo man⸗ den Gluͤcklichen beneidet, und des Be⸗ kuͤmmerten vergißt; hier kann der Menſch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit ſeyn. 5. Hier ſuch' ich's nur, dort werd⸗ ſcr b l⸗ und jene Welt reicht ihr den JKoͤrree h der aal eignen jen „als fil uldd. die duu icklich ii det, un d — 6 rkanndest je frei don , dort 2 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. 717 finden; dort werd' ich, heilig und ver⸗ klaͤrt, der Tugend ganzen Werth empfin- den, den unausſprechlich hohen Werth; den Gott der Liebe werd ich ſehn, inn lieben, ewig ihn erhoͤhn. n 6. Da wird der Vorſicht heil ger Wille mein Wille, meine Wohlfahrt ſeyn; und lieblich Weſen, Heil die Fuͤlle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann laͤßt Gewinn ſtets auf Gewinn mich fuͤhlen, daß ich ſe⸗ 7. Da werdich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel ſah; das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforſch⸗ lich hier geſchah; da preiſt mein Geiſt mit Lobeſang die Schickung im Zuſammen⸗ hang. 8. Da werd' ich zu dem Throne drin⸗ gen, wo Gott, mein Heil, ſich offen⸗ bart; ein heilig! heilig! heilig! ſingen, ihm, der fuͤr uns getoͤdtet ward; da ſchallt im auserwaͤhlten Chor der Engel auch mein Dank empor. 9. Da werd' ich in der Engel Schaa⸗ ren mich ihnen gleich und heilig ſehn, das nie geſtoͤrte Gluͤck erfahren, mit Frommen ſtets fromm umzugehn. Da wird in je⸗ dem 718 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. dem Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Gluͤck ihr Gluͤck. 10. Da werd ich dem den Dank be⸗ zahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch ſegnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höͤchſten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 44. Da ruft, o moͤchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Hell ſey dir! denn du haſt mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott! wie muß das Gluͤck erfreun: der Retter einer Seele ſeyn. 12. Was ſeyd ihr, Leiden dieſer Er⸗ den, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns ſoll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen ſie iſt doch ein Augenblick voll Muͤh'! Mel. Kommt her zu mir, ꝛc. — 193. Noch wallen wir im Thraͤnen⸗ thal, gedruͤckt von Kummer, Muͤh' und Qual, doch nur noch wenig Tage. Dann —.—— &—2—z— m dnda Ledan : Hrrttt derdentud. chts, dim in Aue Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. 719 fliehen wir aus dieſer Zeit hinuͤber in die ull Ewigkeit, weit weg von jeder Plagen. 1 2. Dann ſinkt der Leib ins kuͤhle Grab, der Staub zu anderm Staub hinab, nichtuul ſterblich mehr zu leben. Mit freiem Flug und hohem Blick kehrt der entbundne ſuul Geiſt zuruͤck, zu dem, der ihn gegeben. l 3. Wohl ihm, wenn Thaten fromm und gut, zum Grabe, wo die Arbeit ruht, als Engel ihn begleiten! wenn er dir aͤhn⸗ lich, Jeſus Chriſt, unſtraͤflich, rein und faͤhig iſt, zum Gluͤck der Ewigkeiten! 4. O hohes Gluͤck, vor Gott zu ſtehn! O Freude, Jeſul dich zu ſehn, und dei⸗ nes Reiches Glieder! zu ſehen dich in dei⸗ nem Licht von Angeſicht zu Angeſicht, dich, Erſter aller Bruͤder! 1 5. Ich, ich, der jetzt noch Thraͤnen weint, ich werde, wann der Herr erſcheint, dann leuchten, wie die Sonne. Ich, Suͤn⸗ der! werd'’ von Suͤnden rein, ich, Sterb⸗ — en wir ind ummer wenig d licher, unſterblich ſeyn; voll Seligkeit und Wonne. 6. Wie wird mir dann zu Muthe ſeyn, wann der Erweckten große Reih'n, o Jeſu! vor dir ſtehen! wann du mich dann mit Namen nennſt, vor Gott ud n⸗ 720 Allgem. Schilderung d. Herrlichk. d. ewig. Lebens. Engeln mich bekennſt, die dich mit mir erhoͤhen. 7. Befreit und ewig fern von Qual, erquickt mit Freuden ohne Zahl, Gott immer, immer naͤher ſteigt dann mit je⸗ dem Augenblick der Seelen unausſprech⸗ lich Gluͤck noch unausſprechlich hoͤher. 8. Ich mit der heil'gen Engel Schaan ſind dann Bruͤder; ein ſeliger Verein ſind wir, und ſingen ewig, Jeſu! dir⸗ aus Einem Munde Lieder. 9. O Seligkeit, wie groß und viell O Freuden, ohne Maaß und Ziel, hoch uͤber alles Sehnen! O Ewigkeit luo Ewigkeit! Was iſt das Leiden dieſer Zeit? Wie nichts ſind alle Thraͤnen?e 10. Sey ſtark, ſey freudenvoll, mein Geiſt! Gott lebt, Gott haͤlt, was er verheißt, Gott iſt ein Gott der Fvom⸗ men. Nichts, glaub' es, iſt fuͤr dich zu groß, fuͤr dich, zu dem aus Gottes Schooß ſelbſt Jeſus iſt gekommen. Troſt und wer auf Erden heilig war, wir Alle das nd ale di hfreuden Hott hitn in Gottde ) es, üſti mdem w iſt gekonnt — Troſt der Erloͤſung von Erdenleiden. 721 Troſt der Erloͤſung von Erdenleiden. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 454. Es iſt noch eine Ruh' vorhan⸗ den fuͤr jeden Gott ergebnen Geiſt, wenn er ſich dieſes Koͤrpers Banden nach Got⸗ tes Willen einſt entreißt; und nun nicht mehr ſo eingeſchraͤnkt, als hier auf Er⸗ den, lebt und denkt. u12. Die, Herr! zu dieſer Ruhe kom⸗ men, wie ſelig ſind doch alle die! In deinen Himmel aufgenommen, ruhnn ſie von dieſes Lebens Muͤh'; nach aller Laſt, die ſie gedruͤckt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Muͤtter ihre Kinder troͤſten, ſo troͤſtet in der Ewigkeit auch deine Gnade die Erloͤſten nach uͤberſtandner Pruͤfungszeit. Dann machſt du ihnen offenbar, wie gut ſtets deine Fuͤhrung war. 4. Da ſchweigen alle ihre Klagen; da bringt der Selgen frohe Schaar ſelbſt fuͤr die ausgeſtandnen Plagen dir Preis und Dank auf ewig dar. Nun jauchzen ſie:„es iſt vollbracht! der Herr hat alles wohlgemacht!“ 33 5. Fort⸗ 722 Troſt der Erloͤſung von Erdenleiden. 5. Forthin erwartet ſie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott fuͤhrt ſie zu vollkommnen Freuden und kroͤnet ſie mit Preis und Ehr'. Wie herrlich, Hoͤchſter! ſegneſt du! 6. Wer kann hier deine Gnade faſſen? Du willſt den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh' laſſen, die die⸗ ſes Leben noch umgiebt. O mache mich doch in der Zeit geſchickt zu dieſer Se⸗ ligkeit! 7. Mein Heiland! der du ſelbſt auf Erden der Leiden Joch getragen haſt, will ich des Lebens muͤde werden, und fuͤhl ich dieſer Tage Laſt; ſo ſtaͤrke maͤchtig meinen Geiſt, daß er dem Un⸗ muth ſich entreißt. 2 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen iſt, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild biſt; ſo ernt' ich von der O unausſprechlich ſuͤße Ruh! Laſt der Zeit einſt voͤllige Zufriedenheit. ch dni nüden L. dm ffnung m R ißen 1 Troſt der Erloͤſung von Erdenleiden. 723 Mel. Wachet auf, ruft uns die e. 455. Jeſus kommt, von allem Boͤ⸗ ſen uns, ſeine Chriſten, zu erloͤſen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an ſeinem großen Tage, ver⸗ wandelt ſich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sey froͤhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er iſt nicht feun, dein Erretter. ein Morgentraum: auf ihn folgt un⸗ Dein Leid iſt kaum vergaͤnglich Heil. 9 2. Augenblicke dieſer Leiden, was ſeyd ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kaͤmpft und ringt, ſie zu erlangen, die ihr dazu berufen ſeyd! Euch halt' in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf! Ueberwinder! das Ziel iſt nah, bald ſeyd ihr da, und eure Lei⸗ 2 3. Der ſich euch zum Volk erwaͤhlet, der eure Thraͤnen alle zaͤhlet, ſtritt auch mit unerſchoͤpftem Muth. Wie hat Je⸗ ſus nicht gerungen! Wie tief war er von Angſt durchdrungen! Wie ſeufzt' er laut! Wie floß ſein Blut! Doch ſahn die 3 2 Feinde den ſind nicht mehr. 724 Troſt der Erloͤſung von Erdenleiden. Feinde nicht auf ſeinem Angeſicht bange Schrecken. Er nahm den Lauf zu Gott hinauf; da jauchzten alle Himmel ihm. 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm lei⸗ den! dann ernten wir davon einſt Freu⸗ den mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kaͤmpfen, laßt uns ringen, mit unſerm Haupt hindurch zu dringen, und ſeines Himmels werth zu ſeyn! Der Huͤlfe ſchafft, iſt er! ſein großer Nam iſt: Herr, unſre Staͤrke! Die ihm den trau'n, die werden ſchau'n, welch eine feſte Burg er iſt. ja 5. Ja, du kamſt, von allem Boͤſen uns, deine Chriſten, zu erloͤſen! Wir freuen uns und danken dir! Auchnin noch ſo truͤben Tagen ſoll unſer Herz doch nie verzagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wiſſen, wer du biſt, o Heiland, Jeſu Chriſt! und ſind ſtilles wenn gleich die Welt zu Truͤmmern faͤllt du haͤltſt uns und wir zagen nicht. 5 Hoffnung der Vereinigung mit Eugeln ꝛc. 725 Hoffnung der Vereinigung mit Engelu und unſeren Geliebten. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛe. 456. Wenn wir unſern Lauf vol⸗ lenden, wenn wir unſre Seelen nun uͤbergeben deinen Haͤnden, um in deinem Schooß zu ruhn; eilen wir aus allen Lriden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott! bei dir zu ſeyn, ewig deiner uns zu freun. b u. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater! voll Vertrau'n auch, wie ſie, mit allen Frommen deine Herrlich⸗ keit zu ſchau'n. Gleiche Hoheit wird uns ſchmuͤcken, gleiche Wonne uns entzuͤcken; wir, erhoben in dein Reich, werden dei⸗ nen Engeln gleich. 3. Dieſes Gluͤckes der Erloͤſten, die⸗ ſer Wonne, dich zu ſehn, duͤrfen wir im Tod uns troͤſten, wenn wir deine Wege gehn, wenn wir ringen, ſchon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, ſtandhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen ſtets bereit; 4. Welch ein Heil, Gott! ſchon auf Erden Engeln an Vollkommenheit im⸗ mer 726 Hoffnung der Vereinigung mit Engeln ꝛc. mer aͤhnlicher zu werden, aͤhnlich einſt an Seligkeit! Laß uns nicht in eiteln Traͤumen dieſes große Heil verſaͤumen; lehr' uns deine Wege gehn, einſt mit ih⸗ nen dich zu ſehn. — Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. Schmerz auf mir; ich liebe ſie, die Meinen. Mit meinem Kummer laß vor dir, mich, Herr, mein Gott! erſcher⸗ nen: Werd' ich nach meinem Tode gleich, werd' ich in Jeſu Chriſti Reich die Meinen wiederſehen? 2. Wohl mir, o Gott! ich hoͤre ſchon des Geiſtes Stimme wehen; ſie haucht ſie wiederſehen. Biſt du nur fromm, ſind ſie nur gut; ſo ſeyd ihr ja durch Jeſu Blut, erloͤſt zum ew'gen Leben.“ 3. Des Frommen Seele trennt ſich nicht von gleichgeſtimmten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu' zuſammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt, denn Gottes en gel, 1i 45 7. Schwer liegt der Trennung mir zu mit ſanftem Ton:„Du wirſt h ma eſu Emn. n?n unten ſir Hoffnung der Vereinigung mit Engeln ꝛc. 727 gel, der ſie kennt, verſammelt die Er⸗ waͤhlten. 4. Der Freund ſieht ſeine Freunde dann an Gottes Throne wieder, die Gattin trifft den Gatten an, der Bru⸗ der ſeine Bruͤder; die Mutter ſieht, um⸗ armt ihr Kind; denn alle gute Seelen ſind in Gottes Stadt beiſammen. 1n 5. Drum laßt uns hier ſchon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir einſt im Vaterland uns freudig wie⸗ derſehen! Wie wird's uns ſeyn, wenn wir uns ſehn, wenn wir uns froh ent⸗ gegen gehn, und Freudenthraͤnen wei⸗ nen! b 6. Seyd froh, ihr Lieben! denn ge⸗ wiß, wir werden uns dort finden, in Gottes Stadt, im Paradies, befreit von allen Suͤnden. Auch unſer Leib wird auferſtehn. O Wiederſehn! o Wie⸗ derſehn! wie troͤſteſt du die Seele! b Frohe 728 Frohe Zuverſicht auf Belohnung. Frohe Zuverſicht auf Belohnung. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 458. Vollendet freudig euren Pfad, bleibt, Chriſten! Gott ergeben, einſt wird vergolten jede That in jenem beß ſern Leben. Der Fromme harrt vertrau⸗ ensvoll des Richters, denn wer glaubt, der ſoll Gott nicht als Richter fuͤrchten⸗ 2. Die ſtillſte That, der Pflicht age⸗ weiht, wird Gott einſt offenbaren, Lob wird alsdann der Froͤmmigkeit vor Ap⸗ len widerfahren. O welch ein Ruhm, den ſie gewinnt! Selbſt heilige Gedan⸗ ken ſind beſtimmt, belohnt zu werden. 3. Wen keine Wolluſt, wen kein Geitz, kein eitles Lob bethoͤrte; wer ſelbſtobei aller Luͤſte Reiz die Stimme Gottes hor⸗ te; wer ſtrebte, maͤßig, keuſch und reit, demuͤthig, ſanft und mild zu ſeyn, der wird einſt Gottes Erbe. 4. Wer eines der Geringſten ſich er⸗ barmte, was ihn druͤckte, ihm tragen half und bruͤderlich die Leidenden erquick⸗ te; das ſiehet der Erbarmer an, als haͤtt er es ihm ſelbſt gethan, vergilt ihm uͤber⸗ ſchwaͤnglich. 5. So ————,ͤ—³— te; wa timne Gi g, kruſch 1 wild zi ſ Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel ꝛc. 729 5. So glaubet denn und uͤbet nur, was Gott gefaͤllt, ihr Bruͤder! Er, der fuͤr uns zum Himmel fuhr, kommt als Vergelter wieder. Wohl euch alsdann, er fuͤhret euch in ſeiner Auserwaͤhlten Reich, zu ſeines Himmels Wonne! Erweckung zu heiligem Sinn und Wan⸗ dgdelbdurch die Hoffnung der ewigen J*⁵ Seligkeit. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛe. 459.„Anſer Wandel iſt im Him⸗ mel!“ Koͤſtlich Wort! wie ſtroͤmeſt du mir, umringt vom Weltgetuͤmmel, Muth und ſuͤße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe naͤher, immer naͤher zu; Wort, wie hoch erfreueſt du! 2. Haltet's feſt, ihr theuern Bruͤder! haltet's feſt, dies werthe Wort; nichts ſchlag' eure Hoffnung nieder, wallet ima mer muthig fort. Muthig blicket hin zum Ziele; Viele ſchon erreichten's, Vie⸗ le. Wir, ſo wahr es Gott verhieß, wir erreichen's auch gewiß. b 3. Nur, des hohen Ziels befliſſen, daß der Herr euch nie verlaͤßt. Feinde ſtehn an euern Wegen, Stuͤrme toben euch entgegen, Fluthen rauſchen, Felſen drohn. Faſſet Muth! groß iſt der Lohn. d 4. Was kein Auge je geſehen, was kein Ohr gehoͤret hat, was kein Herz hier zu erflehen je ſich unterwunden hatz das hat Gott dort dem bereitet, der hier tapfer kaͤmpft und ſtreitet; drum verlaßt nicht eure Bahn. Jeſus ſelbſt ging euch voran. 5. Dieſe Bahn fuͤhrt uns zum Him⸗ mel: o wie ſtroͤmſt Gedanke, du mir, umringt vom Weltgetuͤmmel, Muth und ſuͤße Hoffnung zu! Auf, mein Geiſt, er⸗ muͤde nimmer! Schon ſeh' ich des Zieles Schimmer, das nach einer kurzen Friſt auch von mir errungen iſt. 1 Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. 460. Ein Pilger bin ich in der Welt, und kurz ſind meine Tage. So manche 730 Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel ꝛc. 3. Nur, wie fromme Wandrer muͤſ⸗ ſen, bleibet wacker, treu und feſt. Denkt, un und Va Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel ꝛc. 731 die mich befaͤllt, reizt oft mich wohl zur Klage; doch jene frohe Ewigkeit verſuͤßt mir, Vater! alles Leid der ſchweren Pilgerreiſe. 1 2. Ich blick empor zum Sternenheer in dunkler Nacht mit Sehnen, und kommt der Morgen freudeleer, ſo fließen h meine Thraͤnen; doch ſtillt mein Herz die Zuverſicht: einſt wecket mich das Morgenlicht zu ew'gen Freudetagen. 3. Jezt, da die Suͤnde mich noch druͤckt, ſeufzt meine bange Seele: wie leicht wird doch mein Herz beruͤckt, wie viel ſind meiner Fehle! Doch einſt werd' ich, von Suͤnden rein, ganz heilig und Gott aͤhnlich ſeyn; dies troͤſtet meine 4. Seh' ich vor meinen Augen die, 1 die dich, mein Heiland! ſchmaͤhen, wie a ſchmerzt es mich ſo tief, daß ſie nicht deine Hoheit ſehen; doch troͤſt ich mich: es kommt die Zeit, da vor dir, Herr der Herrlichkeit! ſich Aller Kniee beugen. 5. Ob mir die Zukunft Sorg' erweckt; will ich doch nicht verzagen. Mit welchen Uebeln ſie mich ſchreckt; ich werd' es wohl ertragen. Sind doch die Leiden ie dieſer Zeit Nichts gegen jene Herrlichkeit die einſt mein Theil ſoll werden. 6. Ich bin getroſt, wenn mir der Tod am Feyerabend winket, und dann Schlummer ſinket; ich ruh' von aller Arbeit hier, und meine Werke folgen mir zum großen Erntetage. o 7. Herr! dieſen Troſt der Ewigkeit erhalt' in meinem Herzen; er linderb ui allem Leid der Erdenwallfahrt Schint⸗ zen. Und endet ſich mein Erdenlaaf ſo nimm den muͤden Pilger auf im Vaterland dort oben. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich te. 46 1. Mein Heiland! wenn mein Geiſt, erfreut im Glauben, auf die Herr⸗ lichkeit des ew'gen Erbtheils blicket, das mir dann jede Laſt, die mich hienieden druͤcket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in ſeinem Unwerth mir bekannt; der Erde Pracht iſt mir wie Nichts beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jeſu Chriſt 732 Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel zc. b nach aller Erdennoth mein Haupt zun du fuͤr mich bereitet haſt, wie leicht duͤnkt b 4 8 d Gott! mein Mae mein Herr und mein Iun Sörf and Gott dies Heil verdank ich 7Wenn., 5 dintet 8 deinem Tod. 4 d daß mir nicht ſchrecklich ſey das Grab, „. 3 da wir che ſehrha hinab getroſt und d dar f's freun. Herr Jeſu Chriſt, mein enh mt Hie.ſaan Gott! mein Herr und Gott! ple 7 du ſchaffſt das Leben aus dem Tod. ichts. 9 4. Du Troſt, wenn du zum Weltgericht mit Majeſtaͤt wirſt kommen. Vor deinem Thron werd ich dann ſtehn, dich, Rich⸗ ter aller Voͤlker! ſehn, dich ſehn mit allen Frommen. Auch mir ſchenkſt du dann jenes Heil, der Auserwaͤhlten ſelges Theil. Ich ſoll, dein Mund ſchwur mir es zu, ich ſoll verherrlicht 734 Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel ꝛc. 4. Du bleibeſt meine Zuverſicht, mein ſeyn, wie du. Herr Jeſu Chriſt, mein Herr und Gott! mein Herr und Gonk ſtaͤrk dieſen Glauben einſt im Tod! ———— Mel. Wachet auf ruft uns te. 462. Heer! welch Heil kann ich er⸗ ringen! In welche Hoͤhn darf ich mich ſchwingen! Ich ſoll des Himmels Buͤr⸗ ger ſeyn. O du Wort voll heilgen Be⸗ bens voll Wonne, voll des ew'gen Le⸗ bens: des Himmels Buͤrger ſoll ich ſeyn! Ich ſink' erſtaunend hin! empfinde, wer ich bin! wer ich ſeyn kann! Ich trage noch, des Todes Joch; doch Himmels⸗ buͤrger werd' ich ſeyn! 2. Schwing' dich denn in dieſe 3 14 hen, — hin! emü n kann ** ch; doh. denn ind Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel ꝛc. 735 hen, und lern' im Lichte Gottes ſehen, wer du, verſoͤhnte Seele, biſt! Mit dem goͤttlichſten Entzuͤcken wirſt du in dieſem Licht erblicken, wer, Seele! dein Verſoͤhner iſt. Du, durch ſein Opfer rein, und ſtark, dich ihm zu weih'n! Er, des Vaters gleich ew'ger Sohn, Ruh', Heil und Lohn der Glaubenden, hr naͤh rer Gott!. u. Wort vom Anfang! Wunderbarer! wodu, der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit. Du er⸗ ſchienſt, du Licht vom Lichte! wir ſchau'n in deinem Angeſichte nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur, auch Ruh', ſtrahlſt du uns, Gottmenſch! zu; Seelenfrieden! Du haſts vollbracht! Des Irrthums Nacht, der Suͤnde dun⸗ kle Nacht iſt hin. 4. Wenn die Seel in tiefe Stille ver⸗ in ſunken iſt, wenn ganz ihr Wille der Wille deß iſt, der ſie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig Hoffen faſt zum Schauen empor ſteigt, wenn ſie wieder liebt, und nun wahrhaftig weiß: dein Kampf und Todesſchweiß, Gottverſoͤhner! dein Blut am Kreu dein —— m— 736 Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel ꝛc. dein Tod am Kreuz, verſoͤhn, o Herr! verſoͤhn auch ſie: 5. O dann iſt ihr ſchon gegeben der Himmelsſinn und ew'ges Leben; im Himmel iſt ihr Wandel dann! Stark, den Streit des Herrn zu ſtreiten, ſieht ſie die Krone ſchon von weiten, die Kron' am Ziel, und betet an. Preis, Ehr' und Staͤrk und Kraft, ſey dem der uns erſchafft, ihm zu leben! Fuͤr uns verbuͤrgt, biſt du erwuͤrgt! Anbetung, Ruhm und Dank ſey dir! 6. Preis ſey dem, der auf dem Thro⸗ ne der Himmel ſitzt! Preis ſey dem Sohne! Gott und dem Sohne Preis und Dank! Weisheit ſind, und Gnad und Staͤrke, Herr, Herr! und Wun⸗ der deine Werke. Gott und dem Sohne Preis und Dank! Wie ſtrahlt dein An⸗ geſicht voll Huld! doch im Gericht biſt du heilig! Lobſingt dem Herrn, die ihr den Herrn geſtorben ſeyd, und ſterben ollt! Zweitel chon eat.„ b. 3 11 n Zweiter Haupttheil. du ſtri ven mn Lieder dan Ä aͤber die Krairge 4 ue chriſtliche Sittenlehre. dun a, r b 1 I. Von der Gottſeligkeit und den enh ihren Erweiſungen. we 1. Liebe zu Gott mit ihren Erweiſungen. eerm n“ Daa Ermunterungen Gott zu lieben. ie hn Mel. Alles iſt an Gottes Segen ꝛc. Win bech..5 V 4 Han d 463. Vater, den mein Herz vereh⸗ ſad ni ret, dem mein Leben angehoͤret! heilig n ſey mir dein Gebot: uͤber alles dich zu lieben, deinen Willen gern zu uͤben, und dir treu zu ſeyn, o Gott! 2. Ohne dich iſt doch kein Friede und die Seele ringt ſich muͤde nach dem Aaa Blend⸗ — —— ͤ 738 Ermunterungen Gott zu lieben. Blendwerk dieſer Zeit. Ihre Sehn⸗ ſucht kannſt du ſtillen, jeden edeln Wunſch erfuͤllen, hier und auch in Ewigkeit. 3. Gib, daß ſchimmernd Gluͤck der Erde nie fuͤr mich verfuͤhrend werde, dei⸗ ne Huld ſey mehr mir werth! Sie nur iſt das Gluͤck der Seelen, und das werd' ich nie verfehlen, wenn mein Herz dich kindlich ehrt. P 4. Innre Ruhe, Seelenfrieden, habt ich, Vater! ſchon hienieden, lieb' ich herzlich dich allein. Such' ich dir, Gott! mehr als Allen, durch mein Leben zu gefallen; ſo ſind deine Freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich Andre haſſen, mich, Gott! nur auf dich verlaſſen und verdammt mein Herz mich nicht; o ſo bin ich voller Freude und verlier', auch wenn ich leide, nicht den Muth zu mei⸗ ner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir mein Herz ableiten, bleib du mir mein hoͤchſtes Gut! Hilf mir den Be⸗ trug der Suͤnden, ſehn und ſtandhaft Wherſpinden„gib dazu mir Kraft und 7. Len⸗ Ermunterungen Gott zu lieben. 739 7. Lenke, Vater! mein Beſtreben hin zu einem beſſern Leben! Lehre mich ſchon in der Zeit mich des Ewigen zu freuen, edle Saaten auszuſtreuen, Saaten fuͤr die Ewigkeit! Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 464. Gott, beſter Vater deiner Kin⸗ der! der du die Liebe ſelber biſt; du, deſ⸗ ſen Herz ſelbſt gegen Suͤnder ſo liebevoll, ſo gnaͤdig iſt: laß mich von ganzem Her⸗ ſen dein, laß mich's aus allen Kraͤften eyn! 2. Gib, daß ich als dein Kind dich lie⸗ be, da du mich als mein Vater liebſt; und dein Geſetz mit Freuden uͤbe, das du zu meinem Heil mir giebſt. Was dir ge⸗ faͤllt gefall auch mir; nichts ſcheide mich, mein Gott! von dir. 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieſer Welt; daß zu verleugnen ich mich uͤbe was dir, o Va⸗ ter! nicht gefaͤllt. Wie ſollt ich, was vergaͤnglich iſt, dir vorziehn, der du ewig biſt? Aaa2 4. Der 740 Ermunterungen Gott zu lieben. 4. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott! mißfaͤllt. O laß es mich mit Ernſt ver⸗ meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinſte Suͤnde ſelbſt zu ſcheun, laß immer mein Beſtreben ſeyn.. 5. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich ſoll, erfuͤllen, ſo ſieh' auf meine Willigkeit. Acht rechne, Gott! nach deiner Huld, mie meine Schwachheit mir zur Schuld. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiſer Rath beſtimmt. Wohl deml der muthvoll und mit Freu⸗ den, was du ihm auflegſt, uͤbernimmt. Du willſt zum Himmel ihn erziehen, da kroͤnſt du, da belohnſt du ihn. 7. In deiner Liebe laß mich ſterben; ſo wird auch Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin; wo ich dich, Gott! entzuͤckt von dir, vollkommner lie⸗ ben kann, als hier. ; wo ih vollkomne Ermunterungen Gott zu lieben. 741 Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 465. Gott! wer fuͤhlet nicht die Triebe der ſtaͤrkſten dankerfuͤllten Liebe, wenn er an dich, die Liebe, denkt? Je⸗ des Gluͤck, das wir genießen, die Freu⸗ den, die den Schmerz verſuͤßen, hat dei⸗ ne Vaterhuld geſchenkt. Und ein noch groͤßres Heil wird uns durch dich zu Theil, wann wir ſterben. Dann leben wir, o Gott! bei dir in Himmelswonne fuͤr und fuͤr. 2. Deiner Gnade mich zu freuen, mich deiner Liebe, Gott! zu weihen, das ſey mir Freude, ſel'ge Pflicht. Wie begluͤk⸗ keſt du mit Segen die Frommen, die auf ihren Wegen nur folgen deiner Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen ſie fuͤr ihres Kampfes Muͤh, ſie die Streiter, wann nach der Zeit in Ewigkeit du, Gott! den Ueberwindern lohnſt!. 3. Ich will in der Pruͤfung Tagen, was du mir auflegſt, ſtille tragen, will Ungeduld und Unmuth ſcheun. Sollten Freunde mich verlaſſen, ja ſollten Bruͤ⸗ der ſelbſt mich haſſen, will ich aus Liebe gern verzeihn. Kein Kampf ſey mir zu ſchwer, 742 Ermunterungen Gott zu lieben. ſchwer, verlangeſt du ihn, Herr! du, mein Vater! Durch deine Kraft, die Leben ſchafft, beſteh' ich ſiegreich jeden Kampf. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. 466. Von ganzem Herzen lieb' ich dich. Nach Gnade, Vater! duͤrſtet mich, die meine Seele labe. Wenn mir auch Erdengluͤck gebricht, nach Erd' und Him⸗ mel frag' ich nicht, wenn ich nur dich, Herr! habe. Und wenn mein Herz im Tode bricht, biſt du der Seele Zuver⸗ ſicht, der Maͤchtige, der mich erloͤſt, der mich im Tode nicht verſtoͤßt. O du mein Heil, mein Herr und Gott! mein Herrund Gottl ein Schlummer ſey mir einſt der Tod. 2. Mein Alles, Vater! kommt von dir; den Leib, die Seele gabſt du mir und dies mein erſtes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih, ein Bruder meinen Bruͤdern ſey, das wolleſt du mir geben. Laß, Vater! mein Erkenntniß rein und heilig meinen Wandel ſeyn, in Leiden dir mich anvertrau'n und nur auf deine Huͤlfe bauun! O du mein Heil, mein Herr ött mahr wirennid ater! bn 467. Freude im Andenken an Gott. 743 Heerr und Gott! mein Herr und Gott! ſey mir' in meiner letzten Noth. 3. O daß, wenn du mich ſterben heißt, dein Engel den entbundnen Geiſt ins Land der Wonne trage! Mein ſtill ver— weſendes Gebein wird Erde, doch nicht immer ſeyn, erwacht am letzten Tage. Du laͤſſeſt mich im Tode nicht; und u kommt dein Sohn zum Weltgericht, darf ich den Richter ohne Graun auf ſeinem hehren Throne ſchaun. O du mein Heil, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! dann preiſ' ich ewig dich, mein Gott! „Freude im Andenken an Gott. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛc. An dich, mein Gott! zu den⸗ ken, iſt Seligkeit fuͤr mich. Wenn Gram und Angſt mich kraͤnken, blick ich getroſt auf dich. Dann mindert ſich der Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, 2. Denk und Ruh' erfuͤllt mein Herz. 744 Frreude im Andenken an Gott. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd' ich hocherfreut! Mit dankerfuͤlltem Trie⸗ be, fuͤhl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich kindlich zu erheben, zum Preiſe dir zu leben, vor Suͤnden mich zu ſcheun. 3. Geſtaͤrkt iſt mein Gemuͤthe, gedenk ich deiner Treu; ich harre deiner Guͤte; b ſie wird mir taͤglich neu. Du unterſtuͤ⸗⸗ zeſt mich; ſelbſt zu dem ſchwerſten Werke gibſt du mir Muth und Staͤrke; o wird mir leicht durch dich. 4. An dich, Gott, will ich denken! Die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenken; wie klein iſt ihr Gewinn! Ich halte mich an dich. Dies bringt mir wahre Freude; dies ſtaͤrkt mich, wenn ich leide, dies labt im Tode mich. 5. Drum will ich an dich denken, ſo lang ich denken kann. Mag man ins Grab mich ſenken; der Geiſt ſteigt him⸗ melan. Vergeſſe mein die Welt; du, Herr! gedenkeſt meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedaͤchtniß haͤlt. — m bert, d. Frende im Andenken an Gott. 745 Mel. Meinen Jeſu laß ich ꝛc. 468. Habe deine Luſt am Herrn! Bei dem Herrn iſt Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir nuͤtzet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wuͤnſchen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luſt, die in Weinen ſich verkehret. Wiſſe, wer in ſeiner Bruſt Gottes Liebe fuͤhlt und naͤhret, findet ſtets auf ſeiner Bahn, was das Herz nur wuͤnſchen kann(. 3. Luſt am Herrn erfuͤllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Luſt am Herrn ſtaͤrkt den zur Pflicht, der von ſeiner Liebe brennet. Luſt am Herrn gewaͤhrt uns dann„ was das Herz ſich wuͤnſchen kann. 4. Wer die Luſt am Hoͤchſten hat, hat auch Luſt an ſeinem Willen, ſucher ihn durch Wort und That, unverdroſ⸗ ſen zu erfuͤllen; und ſo trifft er alles an, was das Herz nur wuͤnſchen kann. 5. Bleibſt du auch nicht ohne Laſt; trage willig die Beſchwerden! Wenn du wohl geduldet haſt, wird dir ew'ge Freu⸗ 746 Freude im Andenken an Gott. Freude werden, und im Himmel haſt du dann, was dein Herz nur wuͤnſchen kann. Mel. Schwing' dich auf zu ꝛc. 469. Deines Gottes freue dich! Dank' ihm, meine Seele! Sorget er nicht vaͤterlich, daß kein Gut dir fehle? Schuͤtzt dich ſeine Vorſicht nicht, wenn Gefahren draͤuen? Iſt' nicht Seligkeit und Pflicht, ſeiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott! ich hab' an dir, was mein Herz begehret, einen Vatcr, der mich hier ſchuͤtzet und ernaͤhret, der mich durch ſein goͤttlich Wort hier zum Glauben lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele traͤnket. 9. 3. Wenn ich ernſtlich dein Gebot und mit Freuden uͤbe, wenn ich kindlich dich, mein Gott! fuͤrcht' und ehr' und liebe; o wie iſt mir dann ſo wohl! Ruhig im Gemuͤthe, ſeliger Empfindung voll, ſchmeck ich deine Guͤte. 4. Dann darf ich mit Zuverſicht nach dem Himmel blicken, meine Leiden acht ich nicht, wie ſie mich auch druͤcken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir reude im Andenken an Gott. 747 m Hinn F im Anden erz m n mir im Herzen, und ihr Troſt erhebt mich weit uͤber alle Schmerzen. b af 5. Du biſt mein! ſo jauchz' ich dann; i vweer iſt, der mir ſchade? Heil mir! daß ich ruͤhmen kann: mein iſt deine Gnade! 3Jeſus hat ſo liebevoll mich durch Todes⸗ cn ge ſeiden ewig dir vereint, nichts ſoll nun von dir mich ſcheiden. 6. Lichtſtrahl in der Sterblichkeit, Troſt des beſſern Lebens, himmliſche Voll⸗ t beit kommenheit ſuch ich nicht vergebens. un Wenn mein Lauf vollendet iſt und voll⸗ 4 p bracht mein Leiden, ruft mein Mittler, dunde Jeſus Chriſt, mich zu ſeinen Freuden. ich er—17. Meine Freud in dir, mein Gott! nit hun waͤhrt dann ohn' Aufhoͤren; kein Ge⸗ intt, ſchrey, kein Leid, kein Tod kann ſie fer⸗ lich dint ner ſtoren. Mag mein moderndes Ge⸗ ann ihin bein die Verweſung ſehen, einſt wird', und crn bricht dein Tag herein, herrlich aufer⸗ * wohl h ſtehen. Empfnda S. Gib mir, Gott! ſo lang ich hier in der r. Fremde walle, das Bewuſtſeyn, daß h mit tich dir als dein Kind gefalle; dieſe ſanfte icken, un Freudigkeit, die ich zu dir habe, ſey mein mwich wh Heil in dieſer Zeit und mein Troſt am riedenheit Grabe! Mel. 748 Freude im Andenken an Gott. Mel. In dich hab' ich gehoffet, ꝛc. 470. Ich freue mich, mein Gott! in dir, du biſt mein Troſt; was koͤnnte mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr! biſt mein, und ich bin dein; was man⸗ gelt meiner Seelen? 2. Du haſt mich von der Welt er⸗ waͤhlt, und deinen Kindern zugezaͤhlt. Mag mich die Welt doch haſſen; du liebſt mein Wohl, wirſt gnadenvoll mich nimmermehr verlaſſen. 3. Du traͤgſt mich liebreich mit Ge⸗ duld, vergibſt in Chriſto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibſt mir Theil an ſeinem Heil. Dies troͤſtet meine Seele. 4. Du biſt mir der bewaͤhrte Freund, der es aufs Beſte mit mir meint. Wo find' ich deines Gleichen? Du ſtehſt mir bei und bleibſt mir treu, wenn Berg' und Huͤgel weichen. 5. Du biſt mein Leben, Troſt und Licht, mein Fels und Heil, drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erden; denn nur bei dir, o Herr! kann mir des Himmels Wonne werden. d b 6. Du Verlangen nach Erkenntniß Gottes. 749 13ct, 6. Du biſt mein allerhoͤchſtes Gut, nich u, darauf mein wahres Wohl beruht. In Twit mt dir leb' ich zufrieden. So dort, als n d hier, Herr! bleiben wir in Liebe unge. ll „ul ſchieden. M denz i t) 7. Du laͤßt mir's ewig wohl ergehn. den. Einſt werd' ich dich noch naͤher ſehn, Auet du Urſprung wahrer Freuden! Mein Kindmg Herz wird ſich dann ewiglich an deiner t dohi Liebe weiden. h lieben Verlangen nach Erkenntniß Gottes. iſto r Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. vachhet 24 3 471. Wo find' ich Gott, den meine Seele ſo ſehnlich ſucht, wo find' ich er bewün ihn, den Freund, den ich mir auser⸗ iit mir ut waͤhle, ihn Allen, Allen vorzuziehn? hen? d Wann kommt die Zeit, da mich mein dan. d Freund in Liebe ganz mit ſich vereint? ttu, 2. Wie wuͤrd ich, Gott, mein Gott! dich preiſen, wenn ich dich ſaͤhe, wie du Aum biſt! Die Werke deiner Macht beweiſen, id Hil wie groß und gut dein Weſen iſt; doch ne ind n häͤlt mich meine Schwachheit hier, Un⸗ * Han kendlicher! noch fern von dir. te werden 3 3. Ich 750 Verlangen nach Erkenntniß Gottes. 3. Ich ſehe hier dich nur im Spiegel, im Staube bet ich, Gott! dich an. Ach! haͤtte meine Seele Fluͤgel, ſich kraͤf⸗ tiger zu dir zu nahn, wie wuͤrde ſie ſich deiner freun! wie ſelig, o wie ſelig ſeynt 4. Duͤrft' ich am Fuße deines Thrones mit deinen Engeln dich erhoͤhn, ein Aus⸗ erwaͤhlter deines Sohnes, in Himmels⸗ licht dein Antlitz ſehn, ich, der ich hier nur ſtammeln kann, welch hohes Loblied ſtimmt ich an! 1. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich ruͤhmen kann, bekannt; es zeigt mir deiner Allmacht Staͤrke, und deinen weiſeſten Verſtand, und Guͤte, die ſelbſt Davids Lob in ſchwa⸗ chen Toͤnen nur erhob. 6. Auch ſprichſt du wie mit deinem Kinde, mein Gott! in deinem Wort zu mir; den reichen Troſt, den ich hier finde, gewiß er kommt allein von dir; es iſt, Allguͤtiger! dein Geiſt, der ſelbſt von dir mich unterweiſt. 7. Ach! hoͤrt' ich nur auf deine Stim⸗ me in deinem Worte, hoͤrt' ich nur mit Andacht auf die laute Stimme der dir lobſingenden Natur; wohl thnnte du ann, Verlau en nach Erkenntni Gottes. 251 b „Gott dann, Gott! allein mein hoͤchſtes Gut, mein Alles ſeyn. 8. Wohl koͤnnt' ich uͤber Alles lieben, 9, oten mein Gott! dich dann, und koͤnnte mich puße d mit Freuden im Gehorſam uͤben, und waͤre ſelig dann durch dich; nun aber, weh mir Schwachen mir! die Welt zieht n, itnn mich hinweg von ie. ne 9. Die Welt umhuͤllt mit Finſterniſſen 2 mein innres Auge, ſie betaͤubt mir Ohr und Herz, daß all mein Wiſſen von dir, rjedden o Gott! nur Stuͤckwerk bleibt; auch en kin preiſt ſie mir gar oft nur Wahn und Alng eitel Trug als Wahrheit an. n Dn. 40. Welch Elend, Vater! Ich em— vis bi pfinde mein Elend tief; ach, hilf du mir! Vertilg in mir die Macht der Suͤnde, u vien und ziehe mich empor zu dir; dein Licht n denmd erleuchte meinen Sinn und leite mich of, dat zur Wahrheit hin! nt aen 11. Hilf glauben mir, hilf mir ver⸗ nchi krauen mit demuthsvollem Kindesſinn . und von dem Glauben zu dem Schauen rafte führ einſt dein Kind, o Vater, hinn. hork in Ich⸗ der ich hier nur ſtammeln kann, 6 Stimim Engelchor preis ich dich dann. wohl kh b. Mel. b 752 Verlangen nach Erkenntniß Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 472. Mein Gott! du wohneſt hoch im Lichte, wohin kein ſterblich Auge dringt: doch gibſt du uns zum Unter⸗ richte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt: was du, o Allerhoͤchſter! biſt und was mit uns dein Wille iſt. 2. Gib denn, daß ich mit Fleiß drauf achte als auf ein Licht in dunkelm Ott; und wenn ich ernſtlich es betrachte, ſo hilf ſelbſt meinem Forſchen fort! Laß fuͤr der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz ſtets offen ſeyn! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glau⸗ be, wenn es mich warnt, ermahnt, be⸗ lehrt, damit kein falſcher Wahn mir raube, was mir den beſten Troſt ge⸗ waͤhrt! Kein Spott der Welt verfuͤhre mich; kein Zweifel ſey mir hinderlich! 4. Das iſt der Weg zum ewygen Le⸗ ben, daß wir, o Vater! dich und den, den du zum Heil uns haſt gegeben, er⸗ kennen, lieben und erhoͤhn. O fuͤhre du auf dieſer Bahn mich ſelbſt durch deine Wahrheit an! b 5. Vor allem gib, daß ſtets lebendi bei ——;—— ——— ꝗᷣͦ⁴ᷣ——* Verlangen nach Erkenntniß Gottes. 753 bei mir, Gott! dein Erkenntniß ſey, und daß ich dir darnach beſtaͤndig Lieb', Ehrfurcht und Gehorſam weih'! Hilf, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft's, die Enſicht ſtets ver⸗ mehren, wenn ſie doch nicht zur Liebe treibt? Was hilft es, den Verſtand aufklaͤren, wenn doch das Herz noch boͤſe bleibt? Durch Wahrheit lenke mei⸗ nen Sinn, mein Gott! zu deinem Dien⸗ ſte hin! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Troſtes ſeyn! Laß auch, wenn Leib und Seele ſcheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort ſeh' ich dich im hellern Licht von Angeſicht zu Angeſicht. Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt du ꝛe. 473. Was iſt im Himmel, Hoͤch ſter! was auf Erden, das ſo, wie du, zverdient erkannt zu werden? Nichts iſt, das meinen Wahrheitsdurſt ſo ſtille, als deine Fuͤlle. Bbb 2. Sey 754 Verlangen nach Erkenntniß Gottes. 2. Sey du, mein Schoͤpfer! wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke. Herr! ich ſchmachte dich recht zu kennen und nach deinen Lehren dich zu verehren. 3. Dich ſuchen iſt die edelſte der Sor⸗ gen; zwar biſt du unerforſchlich und ver⸗ borgen, doch willſt du, wenn wir nur dein Licht nicht haſſen, dich finden laſſen. 4. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Guͤt' und Staͤrke; auch haſt du uns, ſey hoch dafuͤr geprieſen! ſelbſt unterwieſen. 5. Und immer mehr willſt du dich of⸗ fenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, wenn wir den Weg, den ſie uns fuͤhren ſollen, nur wandeln wol⸗ len. 6. Zu dieſem mir ſo ſeligen Geſchaͤfte erheb' und ſtaͤrke meines Geiſtes Kraͤfte! Gib, wenn ich dich in deinem Worte hoͤre, daß nichts mich ſtoͤre. 7. Ergreife dann und leite meine See⸗ le, daß ſie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle; gewaͤhre mir, damit ſie nicht ermuͤde, Ernſt, Luſt und Friede! 8. Dann werd' ich immer beſſer dich erkennen, und taͤglich mehr von deinss Lieh' ——— —.——— ———— ———— —— —ᷣ-—==— — —— ——* — ——— 5 — = — — ada nead virad nur ww du mir ſelbſt dazu! Trachten nach Gottaͤhnlichkeit. 755 Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, ſwohlich dich erheben, dir, Gott! nur eben. — Trachten nach Got.taͤhnlichkeit. 474. Allmaͤchtiger! wer kann dich wuͤrdig je erheben? Du gabſt der ganzen Welt ihr Daſeyn, Kraft und Leben. Der Geiſter zahllos Heer, die ganze Koͤrperwelt, hat deine Huld gemacht, die jetzt noch alles haͤlt. 2. Du ſchufſt, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre und wollteſt, Guͤ⸗ tigſter! daß ich dein Bildniß waͤre; drum haſt du auch den Geiſt, der in mir lebt und denkt, mir zur Unſterblichkeit aus freyer Huld geſchenkt. 3. O welch ein großes Ziel, dazu du, Gott! mich ſchufeſt; wie herrlich iſt das Theil, dazu du mich berufeſt: dir, Hoͤch⸗ ſter, aͤhnlich ſeyn, vollkommen ſeyn, wie du! O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf Bbb 2 4. Laß Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. 756 Trachten nach Gottaͤhnlichkeit. 4. Laß dieſes große Ziel mir ſtets vor Augen ſchweben; mein allerhoͤchſter Wunſch, mein eifrigſtes Beſtreben in allem meinem Thun ſey dies, o Gott! allein, daß ich auch, ſo wie du, geſinnet moͤge ſeyn. A. 5. Du biſt der Wahrheit Freund; laß mich aus Wahrheit lieben, mit unver⸗ droß'nem Fleiß in allem dem mich uͤben, was mich zur Weisheit fuͤhrt; zur Weis⸗ heit, die dich ehrt und allem Beifall gibt, was uns dein Wille lehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich ſtets zum Muſter nehmen, hilf mir die Suͤnde fliehn, des Fleiſches Luͤſte zaͤhmen, nur das, was recht iſt, thun, des Guten mich erfreun und dem, der's uͤben will, auch gern behuͤlflich ſeyn. 7. Gib, daß ich ſo, wie du, ein Freund der Menſchen werde, dem Wohl⸗ thun Freude macht, der Kummer und Beſchwerde dem Naͤchſten gern erſpart, ſein Leben ihm verſuͤßt und, wo er hel⸗ fen kann, zum Helfen willig iſt. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott! von dieſem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich ſelber b fuͤhle, — n 1 ülkger 44 treuer Gehorſam gegen Gott. 757 lahnuiz binen Sehonde du nh gan S Whna 9. ilde du mi 4 nach dir und deinem Sinn! iich gand 1,g 4 9. Deaüctt iſt nur alsdann mein Le⸗ mee Houf Erden, wenn ich dir immer dürdn Wehr ſ 3 hier kann aͤhnlich werden. 1ans einigt ſe eed ich ewic auch mit die ver⸗ ias Gonn dome und mich ohn' Unterlaß, 15 tt! deiner Guͤte freun. Aa ee, kkaui Williger und treuer G fn gegen Gott. ehdr ſam Luſt imn Mel. Nun ſich der Tag tm 475. D 3 4 dent 4 de n, Herr; V zu, Gott! biſt aller Welten n Me oueeand 11dacud ſind dein. „. ti.. 4s iger! nic de zun gut, iſt fr 1 du gebeutſt, iſt recht und cſten ant der diin i nieeniateit Wohl dem, kanr na heu thut, und deß ſich in⸗ n wiligt 3. Wer aber ſeine Pflicht vergi peinat f fein ergißt, der weit un bringt ſich ſelbſt in Nöth; tver ißt wear zick. boͤs und ſchaͤdlich iſt, und ic, Gott. verbietet unſer 4. Du 758 Williiger und treuer Gehorſam gegen Gott. 4. Du biſt, wenn du Geſetze giebſt, nur Vater, nicht Tyrann, und treibſt uns nur, weil du uns liebſt, dir zu ge— horchen, an. 5. Nehm ich auf mich dein ſanftes Joch, ſo ſetz' ich meinen Lauf mit Freu— den fort, und fall ich noch, ſo hilfſt du ſelbſt mir auf. 6. Mich warnt dein Wort, droht und verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Wie koͤnnt' ich frevelnd deinem Geiſt verſchließen Herz und Ohr? 7. Wie koͤnnte der, der dich nicht hoͤrt, dein Kind, o Vater! ſeyn? Nur die ſind deines Namens werth, die dei⸗ nem Dienſt ſich weihn. b 8. So ſey dir denn mein Herz ge⸗ weiht; ich bin dein Eigenthum Gib dieſem Willen Feſtigkeit! Dir folgen ſey mein Ruhm! Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. 476. Gut und heilig iſt dein Will, wie du ſelbſt es biſt, o Gott! und es hoͤrt in tiefer Stille alle Welt auf dein Gebot. Die im Himmel dir lobſingen, . ſtehn A Williger und treuer Gehorſam gegen Gott. 759 ſtehn um deinen Thron bereit, freuen ſich der Seligkeit, deinen Willen zu voll⸗ bringen; nur der Menſch erkennt's oft nicht fuͤr ſein Gluͤck und ſeine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit Luſt und Wonne ſelger Geiſter zahllos Heer. Deine Ve⸗ ſte, deine Sonne, Sturm und Don⸗ ner, Erd' und Meer; Alles dienet dei⸗ nem Willen; Alles, Hoͤchſter! was du ſchufſt, eilt und draͤngt ſich, wenn du rufſt, dein Gebot ſtets zu erfuͤllen; nur der Menſch erkennt's oft nicht fuͤr ſein Gluͤck und ſeine Pflicht. 3. Laß doch, Gott! bei uns auf Er⸗ den, wie im Himmel, dein Gebot willig ausgerichtet werden; heiliger und großer Gott! mach' uns deinen Willen wichtig, fuͤhr' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Irrweg fliehn, denn dein Weg allein iſt richtig, und wer deinen Willen thut, der nur hat es ewig gut. Mel. Was mein Gott will ꝛc. /1 7 ₰½ 4 4 7. Sey Gott getreu, halt deinen Bund, bekenn' ihn durch dein Leben! Dein 760 Williger und treuer Gehorſam gegen Gott. Dcein Glaube ruht auf feſtem Grund, drum bleib ihm ſtets ergeben. Wie hat Gott dich verpflichtet ſich durch ſeine Huld und Gnade! Vertrau dem Herrn und wandle gern der Tugend ſichre ade. Phe Sey Gott getreu von Jugend auf; laß keine Luſt, kein Leiden, dich je in deines Lebens Lauf von ſeiner Liebe ſchei⸗ den: denn ſeine Treu' iſt taͤglich neu; ſein Wort kann niemals truͤgen. Was er verſpricht, das bricht er nicht; daran laß dir genuͤgen. 3. Sey Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich ſetzet; dann ſchuͤtzt dich ſeine ſtarke Hand: wer iſt, der dich verletzet? Wer ſeinen Rath zum Bei⸗ ſtand hat, iſt immer wohl berathen. Wer mit Gebet zur Arbeit geht, hat Gluͤck bei ſeinen Thaten. 4. Sey Gott getreu, ſein theures Wort freimuͤthig zu bekennen vor Je⸗ dermann, an jedem Ort dich ſeinen Freund zu nennen. Was in der Welt dir wohlgefaͤllt, muß alles bald verge— hen; nur Gottes Wort bleibt immer⸗ fort zum Heil der Frommen ſtehen. 5. Sey fer finden. Williger und treuer Gehorſam gegen Gott. 761 5. Sey Gott getreu in jedem Streit, dann wirſt du uͤberwinden; denn er laͤßßt Muth und Freudigkeit den treuen Kaͤmpo⸗ Verletze nicht die kleinſte Pflicht. Doch wirſt du dich vergehen: ſo nuͤtz' die Reu', um kuͤnftig treu die Pruͤfung zu beſtehen. 6. Sey Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich ſcheiden. Er iſt mit dir in jeder Noth; er ſchuͤtzt in Gluͤck und Leiden. Und ſeine Macht wird durch die Nacht des Grabes ſelbſt dich leiten. Dann lohnen dich einſt ewiglich des Himmels Seligkeiten. b Mel. O Gott du frommer Gott ꝛc. 478. Durch dich, o großer Gottt durch dich bin ich vorhanden. Die Him⸗ mel und ihr Heer ſind durch dein Wort entſtanden; denn, wenn du ſprichſt, ge⸗ ſchieht's, wenn du gebeutſt, ſteht's da. Mit Allmacht biſt du mir und auch mit Guͤte nah. 2. Wem ſoll ich ſonſt vertraun, als dir, du Gott der Goͤtter? wen ehren, als 762 Williger und treuer Gehorſam gegen Gott. als nur dich, mein Schutz und mein Er⸗ retter? Wie ſanft iſt dein Befehl:„gib mir dein Herz, mein Sohn! und wand⸗ le meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn.“ 3. Herr! dein Gebot iſt Heil, dein Weg iſt Fried und Leben. Wie koͤnnt' ich einem Gott der Liebe widerſtreben? Das ſichre Laſter mag in ſtolzem Gluͤcke bluͤhn; mich ſoll es dennoch nicht in ſei— ne Netze ziehn. 4. Sollt' ich der Menſchen Ruhm ſtolz zu erringen trachten? Nein, Herr! wenn du mich ehrſt, mag mich die Welt verachten. Auch wenn kein Menſch mich ſieht, will ich die Suͤnde fliehn; denn du wirſt Aller Werk vor dein Gericht einſt ziehn. 5. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewuͤrdigt werde, was frag' ich, außer dir, nach Himmel und nach Erde. Du biſt es, dem zum Dienſt ich Leib und Seele weih'. Gib, daß mein Wandel ſtets voll deines Ruhmes ſey! u enin Wen 1 d nagrdan ken daäu unde iten vor wd Erweckungen, Gott kindlich zu fuͤrchten. 763 2. Ehrfurcht vor Gott mit ihren Erweiſungen. Erweckungen, Gott kindlich zu fuͤrchten. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 479. 2 dor dir, o Gott! ſich kindlich ſcheuen, iſt unſer Gluͤck, iſt unſre Pflicht. Kein Menſch kann deiner Huld ſich freuen, ſcheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geiſt die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. Sie leite mich auf allen Wegen, ſie ſey mir Weisheit und Verſtand, ſie treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht ſchon erkannt. Denn wer noch Luſt zur Suͤnde hat, der fuͤrchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich ſtets zu Herzen neh⸗ me, daß du allgegenwaͤrtig biſt; und das vor dir zu thun mich ſchaͤme, was gegen deinen Willen iſt. Der Beifall einer ganzen Welt, was huͤlf' er dem, der dir mißfaͤllt? b 4. Nie laß mich dein Gericht vergeſ⸗ ſen, nie mich mit Suͤndern ſuͤndlich freun; nie muthlos, doch auch nie ver b meſ⸗ 764 Erweckungen, Gott kindlich zu fuͤrchten. meſſen und ſtolz in deinem Dienſte ſeyn. Nie fuͤhre mich zur Sicherheit der Reich⸗ thum deiner Guͤtigkeiit! 5. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln und ſtets, wo immer ich auch ſey, nach deiner Vorſchrift redlich han⸗ deln, entfernt von aller Heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der iſt dir, o Vater werth. 6. In deiner Furcht laß mich auch ſterben, dann ſchreckt mich weder Tod noch Grab; dann werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn ſich fuͤr mich gab. Dann werd' ich dein mich ewig freun, ja ewig in dir ſelig ſeyn. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 480. Dillſt du der Weisheit Quelle kennen? Es iſt die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der iſt weiſ' und klug zu nennen, der alle ſeine Pflichten gern, weil Gott ſie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Menſch ihn zwingt. 12. Lern' Gottes Groͤße recht empfin⸗ den, und fuͤhle deine Nichtigkeit; ſo wirſt 4 1 Erweckungen, Gott kindlich zu fuͤrchten. 765 rhet n wirſt du nie dich unterwinden, mit thoͤ⸗ ien richter Verwegenheit zu tadeln, was ſm ſein Rath beſchließt, der wunderbar, am doch heilig iſt. 3. Wirſt du den Hochſten kindlich eit ui ſcheuen; ſo wird dir keine Pflicht zur Hauti Laſt. Nur das wirſt du vor ihm bereu⸗ naat en, daß du ſie oft verſaͤumet haſt. Wer Gott als Zeugen vor ſich hat, der freut Rthug ſich jeder guten That. 1 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich düua decken, die dem Verbrecher Muth ver⸗ ohnm leihn, wird dich die Furcht des Herrn hucm erwecken, auch dann, was Unrecht iſt, ſe. zu ſcheun. Denk nur, vor ſeinem An⸗ — geſicht iſt Finſterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Hoͤchſten vor der Welt vereh⸗ zn eate ren ſowohl als in der Einſamkeit, auf Vibi des Gewiſſens Stimme hoͤren und willig nn khun, was es gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das 3 ftn thut, wer ihn ehret, gern. ine- 8 6. Laͤßt dich die Welt Verachtung ebelt, merken, wenn du dich fromm von ihr entfernſt: die Furcht des Herrn wird ie dich ſchon ſtaͤrken, daß du auch das ver⸗ zroͤße 9 ſchmerzen lernſt. Wer Gott, dem Hoͤch⸗ Nihtt ſten, 766 Erweckungen, Gott kindlich zu fuͤrchten. ſten, wohlgefaͤllt, iſt gluͤcklich, ſelbſt beim Spott der Welt. 7. Sich ſtets vor dem Allmaͤcht gen ſcheuen, gibt Kraft und Muth und Berudigeelt, wenn uns der Menſchen tolzes Draͤuen, was unrecht iſt, zu thun gebeut. Iſt Gott mein Schutz, mein Heil, mein Licht, ſo beb' ich vor den Menſchen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott mich re⸗ gieren, auf dich ſtets glaubenvoll zu ſehn. Laß ſie mich zu der Weisheit fuͤhren, ſo werd' ich niemals irre gehn. Wohl deml der dich ſtets kindlich ſcheut: dich fuͤrchten, Gott! iſt Seligkeit. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 481. Fallet nieder, fallet nieder, betet Gottes Wunder an! Sehr viel Gutes hat, ihr Bruͤder! unſer Gott an uns gethan. Wir entſchoͤpfen, was wir haben, nur dem Strome ſeiner Gaben; jede Luſt, die uns entzuͤckt, jeden Vor⸗ zug, der uns ſchmuͤckt. 2. Keiner ruͤhme ſeiner Staͤrke, ſei⸗ ner Kunſt und Weisheit ſich; jeder ruͤh⸗ me Heiligung des goͤttlichen Namens. 767 me deine Werke, preiſe laut als Vater m A dich; mit beſeelter Zunge preiſe dich der m t. Starke, dich der Weiſe! Ihre Kraft 95 und ior Verſtand ſind Geſchenke deiner Hand. unte. 3. Unſre rege Dankbegierde muüſſe, naet Gott! nur dein ſich freun; denn der eßt Chriſten Ruhm und Zierde iſt die De⸗ muth, ſie allein. Sollten wir uns uͤber⸗ heben deß, was du nur uns kannſt ge⸗ ben? deß, was darum nur uns ſchmuͤckt, mwweeil du uns damit begluͤckt? r a en 1 der wiſe ſchtpſtt Heiligung des goͤttlichen Namens. Mel. 9 Gott, du frommer Gott ꝛe. Bewahre meinen Mund, ſo 1 ai oft er, Gott! dich nennet, dich, den ur ſ umit Ehrfurcht ſelbſt der Engel Hee hel ſi⸗ be⸗ ———,:·— 768 Heiligung des goͤttlichen Na bekennet, daß ich im Reden nie durch Leichtſinn ihn entweih', daß nie mir Scherz und Spott dein großer Name mens. ey. 2. Stets bleib er heilig mir, und muß mein Ohr es hoͤren, daß Andret dich, o Herr! und dein Gebot entehren; ſo reiße nie der Strom der Spoͤtter mich dahin; die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenoſſe bin. 3. Auch Jeſus Chriſtus ſey zu jeder deit und Stunde, ſo oft ich ſein gedenk, o oft in meinem Munde ſein hoher Name toͤnt, mir heilig! Ihn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nicht ſei⸗ nes Heils ſich freut. 4. Von meinen Lippen fern ſey Fluch und freches Schwoͤren und Spott mit Gottes Wort! Wer ſo ſich kann enteh⸗ ren, den ſtraft der Heilige durch des Gewiſſens Pein; dies laß, mein Gott und„Herr! mir Lehr' und Warnung eyn! b Warnung vor Fluchen. 769 1 1 un Warnung vor Fluchen. doht Mn Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 483. Mein Herz haßt billig alle iga, 4. 1* Suͤnden, und jede Bosheit, die man aaas uͤbt; doch iſt kaum eine ſonſt zu finden, ae die meinen Geiſt ſo ſehr betruͤbt, als d wenn ich wider Gottes Ehr' die frechen Flucher toben hoͤr'. 2. Gewinnt durch Fluchen deine Eh⸗ 19 re? Meinſt du, das Fluchen ſtehe wohl? Auee Denkft du, daß es dein Anſehn mehre? Dauiſtne daß man dach wcht Rüuln 1— erachten di ein Raſen tm ch nur iſt fuͤrchterlich. infh 3. Dem Gottesfuͤrcht'gen macht es 1 i Schmerzen, wenn er dein freches Flu⸗ nn chen hoͤrt. Er ſeufzt zu Gott aus from⸗ dſch 1 mem Herzen, daß ſo ſein Name wird di 3 entehrt. Es kommt viel Aergerniß lui m durch dich, ungluͤcklich biſt du ewiglich. me a4. O lerne deine Zunge zwingen! Ge⸗ denk' an Gottes Mgjeſtaͤt! Dort wird er vor's Gericht einſt bringen, was hier d 2&„ des Fluchers Mund geredt. Gott ſieht, — Gott hoͤrt, Gott iſt um mich: dies, fre⸗ cher Flucher, ſchrecke dich Cec 5. Herr! 3 4 770 Heilighaltung des Eides. 5. Herr! praͤge deines Namens Ehre tief, tief in Aller Seelen ein, daß man nicht freche Flucher hoͤre, die deine Ma⸗ jeſtaͤt nicht ſcheun. O mach' dich ihren Herzen kund; ſo geht kein Fluch aus ih⸗ rem Mund'. Heilighaltung des Eides. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 484. Heilig, heilig ſey der Eid euch, ihr Chriſten! wenn ihr ſchwoͤret; furcht⸗ bar iſt die Heiligkeit eures Richters, der euch hoͤret; furchtbar, aller Luͤgen Feind, hier, und wenn er einſt erſcheint. 2. Wenn ihr eure Hand erhebt, dann ergreif euch heilges Schrecken! Denkt: Gott iſt uns nah, er lebt, er wird al— les doch entdecken, was Betrug und Liſt verſtellt, er, der Richter aller Welt. 3. Wenn ihr freveln wolltet: ach! eures eignen Herzens Klage folgt auf je⸗ dem Tritt euch nach, quaͤlt euch naͤchtlich und am Tage; folternde Gewiſſenspein wuͤrde euer Loos dann ſeyn. 4. Qual und Elend wuͤrde dann Al⸗ les um euch her auf Erden; alles, was b ſonſt Heilighaltung des Eides. 7721 ſonſt ſegnen kann, wuͤrde dann zum Fluch euch werden, und Verzweiflung kaͤm' zugleich ohne Rettung uͤber euch. 5. Nein! fuͤr aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Ueberzeugung hin, daß das recht iſt, was ich thue; daß mir, fern von Trug un Schein, heilig iſt ſchon Ja und ein. 6. Dann darf ich zu Gott empor voll Vertrau'n und Hoffnung ſehen; gnaͤdig neigt er dann ſein Ohr allezeit zu mei⸗ nem Flehen. Denn dem, der es redlich meint, iſt Gott Vater, iſt Gott Freund. Mel. Ich dank' dir ſchon ꝛc. 485. T u, Herr und Richter aller Welt! deß Auge alles ſiehet, dem nur der Redliche gefaͤllt, der Trug und Luͤ⸗ gen fliehet. 2. Laß mir den Eid ſtets heilig ſeyn, auch dadurch dich zu ehren; mich nie aus Leichtſinn ihn entweihn, nie aus Ge⸗ wohnheit ſchwoͤren. Ccc2 3. Ehr⸗ 772 Heilighaltung des Eides. 3. Ehrwuͤrdig ſey dein Name mir! So oft ich ihn nur nenne, geſcheh's mit Ehrfurcht, Gott! vor dir, deß Ho⸗ heit ich erkenne. b 4. Erfordern es Geſetz und Pflicht, bei dir es zu bezeugen, was Wahrheit ſey; ſo laß mich nicht um alles ſie ver⸗ ſchweigen. b 5. Die deines Namens Heiligkeit durch falſchen Schwur entweihen, die koͤnnen ſich nicht dieſer Zeit, nicht je⸗ ner mehr erfreuen. 6. Drum will ich denken, was ich thu', leichtſinnig niemals ſchwoͤren. Des Eides Richter, Gott! biſt du; dich will ich ewig ehren. Mel. O Ewigkeit, du te. 486. Oott! der du Herzenskenner biſt, dem Falſchheit ſtets ein Graͤuel iſt, und Luͤgen ein Verbrechen! Kein Wort ſpricht je ein falſcher Mund, Allwiſſen⸗ der! dir iſt es kund, und einſt wirſt du es raͤchen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit ſeyn! 2. Gott! Heilighaltung des Eides. 773 2. Gott! wenn ich ſchwoͤrend vor dir ſteh', im Geiſte dir ins Antlitz ſeh', die Hand zum Himmel hebe; wenn ich dich ſelbſt zum Zeugen ruf', dich, deſſen Allmacht mich erſchuf, durch den ich bin und lebe; dann ſey von Trug und Heuche elei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler auch noch da dich ſchmaͤhn, und frech vor dir mit Luͤgen ſtehn, dann laß mein Herz erſchrecken. Weh' dem! der dich und deine Macht zur Huͤlle ſeiner Bosheit macht, ſie vor der Welt zu decken. Weh' ihm! er ſtuͤr⸗ zet freventlich in ewiges Verderben ſich. 4. O Seele! wenn du noch dich liebſt, bedenkô, was du zum Pfande giebſt: dein Gluͤck, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wie⸗ dergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat ſie, das dich ſchad⸗ los haͤlt. 5. Ach, wenn du nicht mein Gott mehr biſt, dein Sohn nicht mehr mein Heiland iſt, dein Himmel nicht mein Er⸗ be; wenn bei den Leiden dieſer Zeit dein Troſt nicht mehr mein Herz erffente dehn b Troſt 774 Heilighaltung des Eides. Tpooſt nicht, wenn ich ſterbe; wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann beſſer, nie geboren ſeyn! 6. Wie thoͤricht, wer noch denkt und ſpricht: Gott ſiehet's nicht, Gott ach⸗ tet's nicht! So laͤſtern Spoͤtterrotten. Zwar ſeine Langmuth iſt bekannt, er laͤhmt nicht jede falſche Hand; doch laͤßt er ſich nicht ſpotten, iſt Richter uns ſchon in der Zeit und einſt in jener Ewigkeit. 7. Drum ſoll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verfuͤhren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, will ich doch meine Seligkeit muthwil⸗ lig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Gluͤck der Zeit; nein! es gilt Gott und Seligkeit. 8. Gott! heilige du ſelbſt mein Herz, daß ich nie frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidſchwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu ſchaden ſcheint, mit fro— hem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun, dem Tod einſt ſelbſt ins Antlitz ſchaun. 3. Ver⸗ ehhtwint Spotune wour 1 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 775 3. Vertrauen auf Gott und Ergebung in Gottes Willen, mit ihren Erweiſungen. Ermunterung zu ergebungsvollem Vertrauen auf Gott. Mel. Ach! was ſoll ich Suͤnder ꝛc. 487. Wohl dem, der mit ſtillem Herzen Gott, der uns als Vater liebt, ganz ſein Schickſal uͤbergiebt, und auch in der Leiden Schmerzen ſeinem Kum⸗ mer weiſe wehrt, nicht durch Gram ihn noch vermehrt! 2. Menſch! kein Schickſal deines Le⸗ bens, ſorgſt du gleich von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sor⸗ ge quaͤlt, und quaͤlt vergebens; deine ₰ — 1 Kraͤfte zehrt ſie ab, ſtuͤrzt nur fruͤher dich ins Grab. 3. Eh' du noch die Welt betrateſt, wog Gott, der dir Leben gab, was dir nun begegnet, ab; eh' du noch um Se⸗ gen bateſt, eh' noch deine Thraͤne rann, ſah' er dich ſchon gnaͤdig an. 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden aaus des Vaters milder Hand; hat er Kreuz dir zuerkannt, nun ſo faſſe Muth zu 776 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. zu leiden. Gut iſt alles, was Gott will; dulde willig, dulde ſtil. 5. Will dein Anſchlag nicht gedeihen, und mißlingt dir dein Bemuͤhn: o was Gluͤck dem Menſchen ſchien, muß er oft hernach bereuen. Wohlthat iſt's fuͤr dich gewiß, daß es Gott mißlingen ließ. 6. Wenn er nicht ſo reichen Segen, als dem Naͤchſten, dir verlieh: muͤſſe doch ſein Wohlſtand nie Neid in deiner Bruſt erregen. Lerne fremden Gluͤcks dich freun; fremdes Gluͤck wird dadurch ein. 7. Wenn dir Frevler Angſt erwecken, dich ihr Haß verfolgt und kraͤnkt: haͤlt ſie Gottes Macht beſchraͤnkt. Droht der Tod mit ſeinen Schrecken: der vom Tod erretten kann, Gott voll Macht nimmt dein ſich an. 8. Ruͤſtete ſogar zum Streite alle Welt ſich wider dich: dir iſt ſie nicht fuͤrchterlich. Fielen auch zu deiner Seite tauſend dort, zehn tauſend hier: zage nicht! Gott iſt bei dir. 9. Drum ſey unbeſorgt und heiter! Voll Vertrauen auf ſein Wort ſetze deine Wallfahrt fort; der bisher haf hilft Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 777 hilft dir weiter. Gott haͤlt feſt, was er verſpricht, er, dein Gott, verlaͤßt dich nicht. Mel. Ach Herr! mich armen ꝛe. 488. Befiehl du deine Wege, und was dich, Seele, kraͤnkt, der allertreu⸗ ſten Pflege deß der den Weltkreis lenkt; der Wolken, Luft und Winden beſtim⸗ met ihre Bahn, der wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's ſoll wohl ergehn, auf ſein Werk mußt du ſchauen, wenn dein Werk ſoll beſtehn. Mit Sorgen und mit Graͤmen und ſelbſtgeſchaffner Pein laͤßt Gott ſich doch nichts nehmen, es muß erbeten ſeyn. 3. Dein Auge, Gott der Gnade! hat ſchon vorlaͤngſt erkannt, was gut ſey oder ſchade Geſchoͤpfen deiner Hand; und was du dann erleſen zum Beſten deiner Welt, bringſt du zum Stand und Weſen, ſo bald es dir gefaͤllt. 4. Weg' haſt du allerwegen, an Mit⸗ teln fehlt dir's nicht, dein Thun iſt lau⸗ ter 778 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. ter Segen, dein Gang iſt lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, dein Wirken darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern zum Segen dient, willſt thun. 5. Und obgleich Welt und Teufel hier wollten widerſtehn, ſo wird doch ohne Zweifel Gott nicht zuruͤcke gehn. Was er ſich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kom⸗ men zu ſeinem Zweck und Ziel. 6 6. Hoff', o bedraͤngte Seele! hoff' und ſey unverzagt, was dich auch immer quaͤle! Dem Kummer, der dich plagt, wird Gott dich einſt entruͤcken, erwarte nur die Zeit; ſo wirſt du ſchon erblicken die Sonn der ſchoͤnſten Freud'. 7. Auf, auf! gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann' aus deinem Herzen was dich ſo traurig macht. Biſt du doch nicht Regente, der alles fuͤhren ſoll; Gott ſitzt im Regi— mente und fuͤhret alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er iſt ein weiſer Fuͤrſt, und wird ſich ſo verhalten, daß du dich wundern wirſt; wenn er, wie ihm gebuͤhret, mit han⸗ b er⸗ uir avret aumn. r, nAu entutn m du ütit ten zui Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 779 derbarem Rath das Werk hinausgefuͤh⸗ ret, das dich bekuͤmmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit ſei⸗ nem Troſt verziehn, und thun an ſeinem Theile, als haͤtt' in ſeinem Sinn er dei⸗ ner ſich begeben, als ſollt'ſt du fuͤr und fuͤr in Angſt und Noͤthen ſchweben, als frag' er nichts nach dir. 10. Wird's aber ſich befinden, daß du ihm treu verbleibſt; ſo wird dein Leid verſchwinden, wenn du's am mindſten glaͤubſt. Er wird dein Seufzen ſtillen und enden deine Laſt, die du nach ſeinem Willen bisher getragen haſt. 11. Wohl dir! denn deine Treue traͤgt nun den Sieg davon. Dir iſt ge⸗ holfen! Freue dich beim erkaͤmpften Lohn. Gott gibt dir ſelbſt die Palmen in deine rechte Hand, und du ſingſt Freuden⸗ Pſalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach', Herr! ein froͤhlich Ende einſt aller unſrer Noth, und reich uns deine Haͤnde im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege und Treu' empfohlen ſeyn, ſo gehen unſre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. 780 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. 489. In allen meinen Thaten, laß ich den Hoͤchſten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, ſoll's anders wohl gelingen, ſelbſt Helfer ſeyn durch Rath und That. 2. Nichts iſt mein aͤngſtlich Sorgen vom Abend bis zum Morgen, Nichts alle Muͤh und Kunſt: er mags mit meinen Sachen nach ſeinem Willen ma⸗ chen; ich ſtell's in ſeine Vatergunſt. 3. Es kann mir nichts geſchehen, als was Gott mir erſehen, und was mir dient zum Heil; er thu, was ihm beliebet: was er, mein Gott, mir giebet, das iſt gewiß mein beſtes Theil. 4. Ich trau' dem Gott der Gnaden, der mich vor allem Schaden, vor allem Uebel ſchuͤtzt; leb' ich nach ſeinen Saͤtzen; ſo wird mich nichts verletzen, nichts wird mir mangeln, was mir nuͤtzt. 5. Hat er es denn beſchloſſen, ſo will ich unverdroſſen, an mein Verhaͤngniß gehn; kein Unfall unter allen, wird je zu ſchwer mir fallen; mit Gott will ich ihn uͤberſtehn. 6. Ihm Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 781 6. Ihm hab ich mich ergeben, zu ſter⸗ ben und zu leben, ſobald er mir's gebeut; es ſey heut' oder morgen, dafuͤr laß ich ihn ſorgen, er weiß allein die rechte eit. 3 7. So ſey nun, Seellel ſtille; dich leitet Gottes Wille, der dich erſchaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in de Hoͤhe weiß doch zu allen Sachen Rath. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 490. Gott, mein Troſt und mein Vertrauen, ewig meine Zuverſicht! deine Huͤlfe werd' ich ſchauen, ſeh' ich ſonſt auch nirgends Licht. Auch auf rauhen, dunkeln Wegen find' ich Freude, find' ich Segen. Deiner Fuͤhrung folg' ich ſtill; wie du willſt, nicht wie ich will. 2. Seit der Jugend erſten Jahren haſt du treulich mich gefuͤhrt. O wie oft hab' ich erfahren, wie dein Vaterherz geruͤhrt Huͤlfe mir und Rettung ſandte, wenn mein Flehn zu dir ſich wandte! Deiner Fuͤhrung folg' ich ſtill; wie du willſtt, nicht wie ich will. 3. Alles ſey dir uͤbergeben! Was du thuſt 782 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. thuſt iſt wohlgethan, es ſey Sterben oder Leben; dankbar nehm' ich Alles an. Mag die Laſt auch ſchwer mich druͤcken, du kannſt ſtaͤrken und erquicken. Dei⸗ ner Fuͤhrung folg' ich ſtill; wie du willſt, nicht wie ich will. 4. Juͤhre mich, Herr! wie du denkeſt, daß ich vor dir wandeln ſoll! Wenn nur du mein Schickſal lenkeſt, o ſo geht mir's ewig wohl. Steh' ich nur bei dir in Gnaden, welcher Feind kann dann mir ſchaden? Deiner Fuͤhrung folg ich ſtill; wie du willſt, nicht wie ich will. 5. Muß ich manchen Schmerz em⸗ pfinden, fuͤhl' ich oft, wie ſchwer es ſey, ſich durch Leiden durchzuwinden; weiß ich doch, mein Gott iſt treu. Jede Laſt hilfſt du mir tragen, und ich ſollte troſt⸗ los zagen? Deiner Fuͤhrung folg ich ſtill; wie du willſt, nicht wie ich will. 6. Bin ich niedrig hier auf Erden, trifft mich unverdienter Hohn, hoff ich doch erhoͤht zu werden, Ewiger! vor deinem Thron. Moͤgen dann mich Men⸗ ſchen haſſen! Du, du wirſt mich nicht verlaſſen. Deiner Fuͤhrung folg' ich ſtill; wie du willſt, nicht wie ich Pi 7. Wuͤr⸗ Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 783 7. Wuͤrden nicht, die Menſchen ge⸗ ben, nicht der Sinne Luſt, nicht Geld, ſuch' ich; nur ein frommes Leben ſey mein Reichthum auf der Welt. Meine Luſt ſey, dich zu ſchauen, und mein Stolz, dir zu vertrauen. Deiner Fuͤh⸗ rung folg' ich ſtill; wie du willſt, nicht wie ich will. 8. Ich empfehl' mich deinen Haͤnden, Vater! voll Zufriedenheit. Jede Klage wird ſich enden, jeder Schmerz wird Seligkeit. Kann ich von des Himmels 4 Hoͤhen einſt mein Schickſal uͤberſehen, aemt o dann ſprech' ich tief geruͤhrt: ſelig haſt riſtns du mich gefuͤhrt; M Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. 4 91. Was iſt's, daß ich mich quaͤ— 3t le? Harr' nur auf Gott, o Seele! harr' aut und ſey unverzagt! Du weißt nicht, he was dir nuͤtzet; Gott weiß es, und Gott dn,— ſhühe allmaͤchtig den, der nach ihm dana fragt. an 1 8. Er Bäcgt⸗ men Tas, mein Gluͤck meen und meine Plage, eh' ich die Welt noch 3 ſah. Eh' ich mich ſelbſt noch kannt⸗ V— eh' 784 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. eh' ich ihn Vater nannte, war er mir ſchon mit Huͤlfe nah. 3. Die kleinſte meiner Sorgen iſt dem ja nicht verborgen, der alles ſieht und haͤlt; und was er mir beſchieden, das dient zu meinem Frieden, waͤr's auch die groͤßte Laſt der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz gluͤcklich hier zu werden; die Luſt der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Heil zu legen, das ewig, wie mein Geiſt, beſteht. 5. Was dieſes Heil vermehret, ſey mir von dir gewaͤhret! Gott! du gewaͤhrſt es gern. Was dieſes Heil verletzet, wenn's alle Welt auch ſchaͤtzet, ſey, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, iſt Mangel ſchwer zu tragen, noch ſchwerer Haß und Spott: ſo harr' ich, und bin ſtille in dir; denn nicht mein Wille, dein Wille nur geſcheh', o Gott! 7. Du biſt der Muͤden Staͤrke, und aller deiner Werke erbarmſt du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willſt bewahren? Und du, mein Gott! bewahreſt mich. — Mel. Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 785 Mel. Kommt her zu mir te. 492. Erfulle redlich deine Pflicht, und hoffe dann mit Zuverſicht: Gott ſorgt mit Vaterliebe fuͤr deines Lebens wahres Gluͤck. Zu ihm erhebe dann den Blick, ſey auch dein Himmel truͤbe. 2. Die Wolken werden ſich verziehn, und unter Sonnenſtrahlen bluͤhn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz, veredelt werden Geiſt und Herz durch Pruͤfungen und Leiden. 44 3. Oft fuͤhrt die dornenvolle Bahn weit ſichrer dich zum Ziel hinan, als ſanfte Blumenpfade. Drum dulde ſtets ſr anſt mit feſtem Muth! Was Gott, der Ari Menſchen Vater, thut, iſt Weisheit, zu tun Huld und Gnade. A t 1 4. Doch deines Gottes dich zu freun, nnn im Sturme, wie im Sonnenſchein Be⸗ füct ruhigung zu finden, benutze ſelbſt ge⸗ r giünn wiſſenhaft Verſtand und Zeit und jede püden e Kraft, dein wahres Wohl zu grunden. erberni 5. Herr! hilf mir, daß ich fromm wmir n und treu in allen meinen Pflichten ſey, bewahrat und jede gern erfuͤlle! Wer redlich lei⸗ — 786 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. ſtet, was er ſoll, der ſpricht getroſt und hoffuungsvoll: Herr! es geſcheh' dein Villle! b Mel. Herr Chriſt, der eing'e ꝛc. 493. Huf mir nach deinen Lehren, vom Aberglauben fern, dich kennen und verehren, dich meinen Gott und Herrn; auch wuͤrdig von dir denken, auf dich mein Zutraun lenken, der du mein Va⸗ ter biſt! 2. Gern laß mich dem entſagen, was Herz und Sinn verkehrt; aufs Ohnge⸗ faͤhr nichts wagen, was die Vernunft empoͤrt; dann werd' ich weiſe handeln, mit kluger Vorſicht wandeln, des Zu⸗ falls Spiel nicht ſeyn. 3. Ich kann nicht alles wiſſen, was deiner Weisheit Rath, nach heilig ho⸗ hen Schluͤſſen, fuͤr mich geordnet hat; ich kann von deinen Zwecken ſehr viele nicht entdecken, die unerforſchlich ſind. 4. Und Wunder zu begehren, aus thoͤricht falſchem Wahn, die nie dein Rath gewaͤhren, und ich nicht ſordeun ann: 1 effrſtäh wmhegchn, i üte Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 787 kann: das heißt kuͤhn und vermeſſen verkennen und vergeſſen, du ſeyſt ein weiſer Gott. 5. Im kleinſten deiner Werke, o Va⸗ ter der Natur! entdeck' ich Huld und Staͤrke, und deiner Weisheit Spur. Du, der die Welt regieret, und mich 8 Vater fuͤhret, lenkſt aller Dinge auf. 6. Drum laß den Aberglauben mein b Herz dir nie entziehn, nie mir die Ruhe rauben; laß mich ihn ernſtlich fliehn! Dir, der mich ſtets beſchuͤtzet, und wohl weiß, was mir nuͤtzet, dir, Gott! ergeb' 9 ich mich. Mel. Was mein Gott will ꝛe. Chor. 494. Mein lieber Chriſt, was za— geſt du, willſt dir die Ruh' nicht goͤn⸗ nen? Gott goͤnnet Allen gern die Ruh', die ihm vertrauen koͤnnen. Wenn nach Begehr es nicht geht her, was willſt du drum dich graͤmen? Gott lebt ja noch, das glaube doch, der wird es auf ſich nehmen. D d d 2 Ge⸗ —ꝛꝛ—————ÿõÿy———————ʒʒ———————————; ͦů—“ 0ow—ñ—·——————⸗—jj——⸗—ꝛ—-——————B—⸗—Y—-——-————————:P:——————— ————— 8——— 3 ————— 5— 1 * 6 *** 788 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. Gemeinde. 2. Auf deine Vorſicht, Gott! ich ſchau', dich will ich laſſen walten. Auf deine Treu' und Lieb' ich bau, die nim⸗ mermehr erkalten. Nach Vorbedacht wird deine Macht mir helfen und mir rathen. Das glaub' ich noch, du fuͤhrſt mich doch in allen meinen Thaten. Chor. 3. DSie Gaben theilt des Vaters Guͤt⸗ uns aus nach Wohlgefallen. Und mit gemeſſ'nem Unterſchied ſchenkt er nicht Alles Allen. Dort gibt er viel, hier ſetzt er Ziel der Menſchen kuͤhnem Stre⸗ ben; doch gibt er noch, das glaube doch, die Nothdurft deinem Leben. Gemeinde. 4. Ich ſey in Armuth oder reich, tief unten oder oben, vor dir, o Gott! ſind Alle gleich; ich will dich allzeit lo⸗ ben. Es haͤlt mein Will' in Allem ſtill, im Gluͤcken und Mißgluͤcken. Du wirſt mir doch, das glaub' ich noch, nur das, was gut iſt, ſchicken. Chor. 5. Es will nur Gott die Arbeit auch friſch 1 E Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 789 friſch angegriffen haben, und fodert von ſe me dir den Gebrauch der Leibs⸗und See⸗ lengaben. Drum nicht vergrab, was Gott dir gab, und Fleiß und Muͤh' an⸗ wende; Gott ſegnet noch, das glaube doch, die Arbeit deiner Haͤnde. Gemeinde. 6. Gott! ſtehe du mir huldreich bei, hilf meines Standes Pflichten, von ſor⸗ genloſer Traͤgheit frei, mich treu und wohl verrichten. Der Fromme geht froh mit Gebet in ſeines Amtes Schran⸗ ken; dann wird er doch, dies glaub' ich noch, fuͤr reichen Segen danken. Chor. 7. Geht's dir beim frommen Leben ſchlecht, und wohl den ſchlimmſten Leu⸗ ten; gilt Unrecht oͤfters mehr als Recht, o wiß auch dies zu deuten. Gott ordnet ſchon den Gnadenlohn, womit er dich will zieren. Gott liebt dich noch, das glaube doch, er wird dich ſelig fuͤhren. b Gemeinde. 8. Gib, Vater! daß ich dir befehl mein ganzes Thun und Leben, und mich mit Sorgen nimmer quaͤl, dir bleid es über⸗ 790 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. uͤbergeben. So wie es woll' und wie es ſoll, mag alles immer gehen! Gott hilft mir doch, das glaub' ich noch, und laͤßt ſein Heil mich ſehen. Mel. Ach, was ſoll ich Suͤnder ꝛc. 495. Ach, wie iſt der Menſchen Liebe ſo veraͤnderlich, ſo kalt! wie er⸗ ſtirbt ſie doch ſo bald! Auf das leichte Spiel der Triebe, das nicht haͤlt, was es verſpricht, ſetz' ich keine Zuverſicht. 2. Aber deiner Liebe trauen, Hoͤch⸗ ſter! das gereuet nie; denn ein ſtarker Fels iſt ſie. Die auf dieſen Felſen bau⸗ en, wohnen unverletzt, und ſehn ruhig Welten untergehn. 3. Taͤglich ſag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig! ſeine Treu wird mit jedem Morgen neu; ihn, den Ewigen, erwaͤhle dir zum Freund, und jauchze dann, daß kein Feind dir ſchaden kann. 4. Darum will ich dich erwaͤhlen, Vater! ich will nur allein ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach! die Kraͤfte feh⸗ 3dma din ir t, uſh Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 791 fehlen meinem Vorſatz; bald vergißt Fleiſch und Blut, wie treu du biſt. 5. Ploͤtzlich uͤberfaͤllt mich wieder Sorge der Vergaͤnglichkeit, irdiſch Hof⸗ fen, irdiſch Leid, und dann ſink' ich muthlos nieder, ſuche nur bei Menſchen Ruh', und mein Helfer bleibſt doch du. 6. Ach, vergib mir, wenn im Stau⸗ be dieſes Lebens ſich mein Geiſt oft ſo ſchwer der Welt entreißt. Ach, vergib mir, wenn mein Glaube hier noch wankt, und ſich nicht feſt, ſich nicht ganz auf dich verlaͤßt! 7. Taͤglich laß mein Herz empfinden, daß ihm Menſchengunſt nicht nuͤtzt, wenn es nur auf ſie ſich ſtuͤtzt. Allen Troſt laß mir verſchwinden, bis ich wie⸗ der flieh' zu dir, und dann, Vater! hilf du mir. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott! mein Gott! ſo gern erhoͤrſt, der du ſie ſelbſt beten lehrſt; laß mich feſt im Glauben ſtehen, und erfahren, wie ſo treu deine Vaterliebe ſey! (Eigene b 792 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. (Eigene Melodie.) 496. Ales iſt an deinem Segen, großer Gott! allein gelegen: du biſt un⸗ ſer hoͤchſtes Gut. Ueber alles hoch dich ſchaͤten, und auf dich die Hoffnung ſetzen, gibt allein getroſten Muth. 2. Du, der mich bisher ernaͤhret, manche Freude mir gewaͤhret, biſt und bleibeſt ewig mein. Du, mein Vater und Regierer! wirſt mein Helfer und wein Fuͤhrer durch mein ganzes Leben ſeyn. 3. Soll ich aͤngſtlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen, und vergaͤnglich ſind, bemuͤhn? Nein, ich will nach Guͤtern ſtreben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Hoffnung kann das Herz erquik⸗ ken. Was ich wuͤnſche, wird ſich ſchik⸗ ken, wenn es anders dir gefaͤllt. Dir will ich mich froh ergeben; Gluͤck und Truͤbſal, Tod und Leben, Alles ſey dir heimgeſtellt. 5. Iſt mein Wunſch nach deinem Willen, o ſo wirſt du ihn erfuͤllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich b nichts ——³— Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 793 nichts vorzuſchreiben; wie du willſt, ſo ſoll es bleiben: was du willſt, iſt Seligkeit. 5 6. Soll ich hier noch laͤnger leben: o ſo wollſt du Kraft mir geben, mich um das nur zu bemuͤhn, was in Ewig⸗ keit beſtehet. Alles Irdiſche vergehet, und faͤhrt wie ein Strom dahin. (Eigene Melodie.) 497. Von Gott will ich nicht laſſen, denn er laͤßt nicht von mir; und ſeine Hand ſtets faſſen, daß ſie mich leite hier. Er ſteht mir huͤlfreich bei; an je⸗ dem neuen Morgen weiß er fuͤr mich zu ſorgen, ich ſey auch, wo ich ſey. 2. Der Menſchen Gunſt und Liebe wankt oft und aͤndert ſich, doch Gottes Vatertriebe ſind unveraͤnderlich. Er hilft aus aller Noth, wenn nirgends Huͤlf' wir haͤtten, uns wunderbar zu ret⸗ ten, ja, waͤr' es ſelbſt der Tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen, auch in in der ſchwerſten Zeit auf ſeine Huͤlfe bauen; er wendet alles Leid, ihm ſey es heim⸗ 794 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. heimgeſtellt! Leib, Seele, Gut und Le⸗ ben will ich ihm uͤbergeben; er mach's, wie's ihm gefaͤllt! 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns nuͤtzlich iſt. Gut meint er's mit uns Allen, er gab uns Jeſum Chriſt. Hat er ſo viel gethan, ſo wird er auch gewaͤhren, was unſern Leib ernaͤhren, den Geiſt begluͤcken kann. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns Beides ſchenkt! Geſegnet iſt die Stunde, darin man ſein gedenkt! So braucht man recht die Zeit. Wir ſol⸗ len ja auf Erden in ihm ſchon ſelig wer⸗ den, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit aller ihrer Pracht; das Gluͤck bleibt ewig ſtehen, das Gott mir zugedacht. Zwar ſchließ' ich hier den Lauf, wenn ich vollendet habe; doch weckt er aus dem Grabe dereinſt mich wieder auf. 7. Die Seel iſt unverloren in Gottes Vaterhand, der Leib wird neu geboren zum beſſern Vaterland. Wie ſelig werd' ich ſeyn! Mit Gott und allen Frommen werd' ich mich da vollkommen, werd' ich mich ewig freun. 8. Ob Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 795 8. Ob ich ſchon Truͤbſal dulde und Leiden dieſer Zeit, wie ich's auch oft ver⸗ ſchulde, kommt doch die Ewigkeit ſo großer Freuden voll, die, da ich Chri⸗ ſtum kenne, und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden ſoll. 9. Das iſt des Vaters Wille, der uns erſchaffen hat. Aus ſeines Sohnes Fuͤlle empfahn wir Gnad' um Gnad'. Er gibt uns ſeinen Geiſt, damit er uns regiere, die Bahn zum Himmel fuͤhre, wie uns a ſein Wort verheißt. uimgid Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. Wt um 498. Dir trau' ich, Gott! und wan⸗ d ke nicht, wenn gleich von meiner Hoff⸗ Gotmg nung Licht der letzte Schimmer ſchwin⸗ er da det. Mein Helfer und mein Gott biſt doh utn du, durch den mein Herz doch endlich nichwite Ruh und Freude wieder findet. Von je⸗ weltze her haft du mich gefuͤhrt, und meines Le⸗ bens Lauf regiert; mit ſegensvoller Va⸗ an terhand ſo manche Noth von mir ge⸗ p wandt. Unendlicher! ich trau' auf dich; — du leiteſt mich! Ich kaͤmpf' und ſiege, litommn Gott! durch dich. 2. Zwar 796 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 2. Zwar iſt der Kampf der Leiden ſchwer, kaum fuͤhl ich Muth und Staͤr⸗ ke mehr, zu kaͤmpfen und zu ſiegen; doch ewig, Vater! waͤhrt es nicht; wenn mir dein Beiſtand nicht gebricht, ſo werd' ich nicht erliegen. Bald iſt der Thraͤ— nen Maaß gefuͤllt, bald meiner Seele Schmerz geſtillt, bald haſt du, Gott! mein Flehn erhoͤrt, mich g'nug gepruͤft und mich bewaͤhrt. Du Gott der Huld! erhoͤrt von dir, lobſing' ich hier mit dank⸗ erfuͤllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieſer Zeit ſind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirſt offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn, bald ſteh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kaͤmp⸗ fer Schaaren; und danke dann dir, Gott! verklaͤrt, der jetzt mich pruͤft, mich dann bewaͤhrt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels ſey. Barmher⸗ ziger! feſt, ohne Graun, will ich dir traun; denn einſt werd' ich dein Antlitz ſchaun. on mitei ankedmie ic min von älnte mebsſa d Hraun, Ui derd ih dul Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 797 Mel. Was Gott thut das iſt ꝛe. 499. Da, Herr! biſt meine Zuver⸗ ſicht, mein einz'ger Troſt im Leben; mir fehlt es nie an Troſt und Licht, dir hab' ich mich ergeben. Du biſt mein Gott; auf dein Gebot wird meine Seele ſtille, ihr g'nuͤgt des Vaters Wille. 2. Wer wollte, Herr! dir nicht ver⸗ traun? Du biſt des Schwachen Staͤr⸗ ke. Die Augen, welche auf dich ſchaun, ſehn deine Wunderwerke. Herr! groß von Rath und ſtark von That, mit gnadenvollen Haͤnden wirſt du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat ſich, wer dich geliebt, verlaſſen ſehen muͤſſen: du laͤßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, bald deinen Troſt ge⸗ nießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz. Der Suͤnder eitles Dich⸗ ten, pflegſt du, Herr! zu vernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Der Thoren Troſt verſchwindet, wenn der Gerechte in der Noth Huͤlf' und Errettung findet. Wenn jener faͤllt, ſteht er als Held; er ſteht, wenn Suͤn⸗ der zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Sey 798 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 5. Sey unbewegt, wenn um dich her ſich Ungewitter ſammeln; Gott hilft, wenn Chriſten freudenleer zu ihm um Gnade ſtammeln; die Zeit der Qual, der Thraͤnen Zahl weiß er; er waͤgt die Schmerzen, und waͤlzt ſie von dem Her⸗ zen. b 6. Herr! du biſt meine Zuverſicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Gluͤck gebricht, wenn ich mich ſorgend quaͤle. Wer wollte ſich nicht ganz auf dich, Allmaͤchtiger! verlaſſen, ſich nicht im Kummer faſſen? 7. In deine Hand befehl' ich mich, mein Wohlſeyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einſt im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz ſchaue. (Eigene Melodie.) 500. Was mein Gott will, geſcheh⸗ allzeit, er waͤhlet ſtets das Beſte; zu helfen iſt er dem bereit, der an ihn glau⸗ bet feſte. Aus jeder Noth hilfſt du, nem Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 799 Gott! und zuͤchtigeſt mit Maßen. Wer dir vertraut, feſt auf dich baut, den wirſt du nicht verlaſſen. 2. Herr! meine Seele hofft auf dich; du biſt mir Ruh' und Leben; dein Thun iſt Liebel nie will ich dir murrend wider⸗ ſtreben. Dein Wort iſt wahr, und in Gefahr werd' ich von dir beſchuͤtzet. Herr! deine Macht, die fuͤr mich wacht, gibt ſtets mir was mir nuͤtzet. 3. Wenn es dein Wille mir gebeut, das Leben zu verlaſſen, ſo will ich voll Ergebenheit in deinem Rath mich faſ⸗ ſen. Erbarme dich, und rette mich in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, ufd un o Gott! hat Grab und Tod fuͤr mich dumieh auch uͤberwunden. Kal Mel. Jeſus, meine Zuverſicht ꝛc. 501. Dennoch bleib ich ſtets an dir, ah was mir hier auch ſey zuwider; keine Lrruͤbſal druͤckt in mir die gefaßte Hoff⸗ eetm nung nieder, daß, wenn Alles bricht und ets das faͤllt, dennoch deine Hand mich haͤlt. drg 2. Leite mich nach deinem Rath, der woh 800 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. wohl wunderlich mir ſcheinet, aber den⸗ noch in der That meine hoͤchſte Wohl⸗ fahrt meinet; denn du fuͤhrſt es wohl hinaus, ſieht es auch gefaͤhrlich aus. 3. Nimm mich dort zu Ehren an, wenn ich ausgekaͤmpfet habe; fuͤhre mich des Lebens Bahn, aus dem Tod und aus dem Grabe zu des Himmels Freu⸗ den ein. O wie ſelig werd' ich ſeyn! Mel. Was Gott thut das iſt ꝛc. 502. Auf dich, Gott! nicht auf mei⸗ nen Rath, will ich mein Gluͤck erbauen; und dir, der mich erſchaffen hat, von ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmaͤchtig haͤlt, wirſt mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. b 2. Du ſaheſt ſchon von Ewigkeit, wie viel mir nuͤtzen wuͤrde; beſtimmteſt meine Gluͤck und meine Buͤr⸗ mein Herz? Iſt auch ein zu des Glaubens Ehre, — Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 801 gnaͤdig, eh' ich's bat, gewaͤhrt, wenn s deine Weisheit litte. Du ſorgſt fuͤr mich ſtets vaͤterlich. Nicht, was ich mir erſehe, dein Wille, Herr, geſchehe! 4. An dem, was ewig ſelig macht, laͤßt du es Keinem fehlen; Geſundheit, Ehre, Gluͤck und Pracht ſind nicht das Heil der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Ge⸗ wiſſen die Truͤbſal auch verſuͤen. 5. Ich darf ein ungeſtoͤrtes Gluͤck mir zu erflehn nicht wagen, doch will ich auch im Mißgeſchick und Ungluͤck nicht verzagen; die groͤßte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Gluͤck und Habe ver⸗ laͤßt mich auch am Grabe. 6. Was iſt des Lebens Herrlichkeit? Wie bald iſt ſie verſchwunden! Was iſt das Leiden dieſer Zeit? Wie bald iſts uͤberwunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern. Seyd froͤhlich, ihr Ge⸗ rechten! der Herr hilft ſeinen Knechten. (Eigene Melodie.) 503. Was Gott thut, das iſt wohl⸗ gethan! es bleibt gerecht ſein Wille; er Eee nimmt 802 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. nimmt ſich ſtets der Seinen an, ihm trau ich, und bin ſtille. Er iſt mein Gott; in jeder Noth weiß er mich zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! ſein Wort kann nimmer truͤgen, er fuͤhret mich auf rechter Bahn; ich laſſe mir genuͤgen an ſeiner Huld und hab' Geduld; er wird mein Ungluͤck wenden, es ſteht in ſeinen Haͤnden. 3. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! nur er weiß, was uns nuͤtzet. Wie ungewiß irrt Jedermann, der ſich auf Klugheit ſtuͤtzet! Ja, ſeine Treu iſt immer neu, drum will ich auf ihn bau⸗ en, und ſeiner Guͤte trauen. 4. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! er iſt mein Licht, mein Leben, der mich nicht irre fuͤhren kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da oͤffentlich erſcheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das iſt wohlge— than! Muß ich den Kelch gleich ſchmek⸗ ken, der bitter iſt nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht ſchrecken; weil doch zuletzt ich werd' ergoͤtzt mit ſuͤßem Troſt Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 803 Troſt im Herzen; dann weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! den Troſt ſoll nichts mir rauben; ich will, auch auf der rauh'ſten Bahn, an ſeine Liebe glauben. Sein Arm hat mich ſo vaͤterlich bis dieſen Tag erhal⸗ ten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. Was mein Gott will das tꝛe. 504. Ich hab' in Gottes Vaterſinn mein ganzes Herz ergeben. Was boͤſe ſcheint, iſt mir Gewinn, der Tod ſelbſt i iſt mir Leben; denn Gott iſt mein, und — — —— — 5 —— 2.„ N— ——— B —— — ——— — — .— — — — — — — —— — — — — — — — —— ich bin ſein: was iſt wohl, das mir ſcha⸗ de? Ob er gleich ſchlaͤgt und Kreuz auf⸗ legt, iſt doch ſein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr; mein Vater muß mich lieben. Laͤßt er auch oft mich freudenleer, ſo will er mich nur uͤben; er will mein Herz, auch un⸗ ter Schmerz, gewoͤhnen, ſich zu faſſen. Ueb' ich Geduld, trau ſeiner Huld; wird er mich nicht verlaſſen. 3. Gebildet hat mich ſeine Kraft, mir Leib und Seel' gegeben; er iſt's, der Eee 2 Nah⸗ 804 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. Nahrung mir verſchafft, er friſtet mir das Leben; erbarmet ſich, und zaͤhlet mich aus Gnade zu den Seinen. Wer ſo viel thut, machts immer gut, und kann's nie boͤſe meinen. 4. Er iſt voll Weisheit und Verſtand, voll Kraft in ſeinen Thaten; Zeit, Ort und Weg iſt ihm bekannt, zu helfen und zu rathen. Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, ſeinen Kindern, diene; und was er thut, iſt alles gut, ob's noch ſo traurig ſchiene. 5. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Fruͤchte tragen; ſo reift auch Menſchen⸗Wohlfahrt nicht bei lauter gu⸗ ten Tagen. Des Arztes Kur ſcheut die Natur, doch hilft ſie oft zum Leben; ſo muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Gluͤck erheben. 6. Darum ſo uͤbergeb' ich dir mich, Gott! in deine Haͤnde; leit mich, und mach' es ſo mit mir bis an des Lebens Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geiſt ſein Heil daraus entſtehe, und deine Ehr' je mehr und mehr ſich auch an mir erhoͤhe. 7. Gibſt du des Gluͤckes Gennenſche⸗ 0 ——.——— ——— — —— ——— acr rickam Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. 805 ſo nehm ich's an mit Freuden; ſoll's aber Kreuz und Truͤbſal ſeyn, will ich's ge⸗ duldig leiden. Die baͤngſte Nacht iſt ſchnell durchwacht, dann folgt der ewge Morgen. Wie du mich fuͤhrſt und fuͤh⸗ ren wirſt, dafuͤr laß ich dich ſorgen. 8. Auch noch im Tode bin ich dein; vor ihm ſoll mir nicht grauen; er fuͤhrt zum beſſern Leben ein, er iſt der Weg zum Schauen. Dort wird mir klar, was dunkel war in dieſem erſten Leben, und dann werd' ich voll Wonne dich, fuͤr Leiden ſelbſt, erheben. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛe. 4 505. Gott der Wahrheit, deſſen Treue unſre Hoffnung ſtuͤtzt und haͤlt! ich erkenn' es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befaͤllt. Ach, mein Herz haͤngt noch an Dingen, die doch keinen Troſt mir bringen, O! wie oft vergeh ich mich aͤngſtlich zweifelnd wider dich. 2. Gott! vergib mir dieſe Suͤnde! nimm die Strafe von mir hin! Schen⸗ ke, Vater! deinem Kinde einen dir er⸗ gebnen Sinn, der von dir nur Hulſe hei⸗ 806 Ermunterung zum Vertrauen auf Gott. heiſchet, ſich nicht ſelbſt mit Traͤumen taͤuſchet, die das Herz aufs Eitle ziehn, und wie leichter Rauch entfliehn. 3. Laß mich Gram und Unmuth mei⸗ den, weil du ſelber fuͤr mich wachſt, und beim Anlauf ſchwerer Leiden dich um mich zur Mauer machſt. Wehr' den aͤngſtlichen Beſchwerden, lehr’ mich trau⸗ en, denn es werden Erd' und Himmel einſt vergehn, dein Wort aber wird be⸗ ſtehn. b 4. Laß mich feſt im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig ſey; on werd' ich hier auf Erden von ſo man — 1 Aℳ 4 cher Unruh frei. Dann werd’ich, mein Gott! mit Flehen ſtets auf deine Huͤlfe ſehen; dann waͤchſt meine Zuverſicht und die Hoffnung truͤgt mich nicht. 5. Vater! meine Hoffnung gruͤndet ſich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele ſucht und findet darin großen Troſt in Noth. Ja ſein ſiegreich Auferſtehen laͤßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewyges Heil beſtimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Er— den, Gott! entfernt vom Himmel ſenn wirſt ———— ——-˖—— 1 Zufriedenheit. 807 t m wirſt du doch von den Beſchwerden die⸗ amenp ſer Zeit mich einſt befrein. Ol erwuͤnſch⸗ undl te ſelge Stunden! ewig aller Noth ent⸗ bunden, werd ich dich, mein Heiland! ſehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich froͤhlich darauf hoffen, Herr! Herr! meine Zuverſicht! bis daß alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verſpricht. Auf dich, Quelle al⸗ les Lebens! harrt der Glaube nie verge⸗ bens; was wir glauben, ſchauen wir, einſt gewiß, o Herr! bei dir. —,— Zufriedenheit. Mel. Warum ſollt' ich mich denn tc. 506. Sey zufrieden mein Gemuͤthe! Gott iſt gut, was er thut, iſt voll Lieb und Guͤte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie an That, Alles wohl zu machen. 2. Siehe, Erd' und Himmel preiſen ſeine Macht; Tag und Nacht muͤſſen ſie beweiſen. Sonn' und Mond, das Heer hni der Sterne, was ſich regt und bewegt, noch lobt ihn nah und ferne. vom Häm 3. Schau — —— — — — ———— x½ — = 808 Zufriedenheit. 3. Schau die Werke ſeiner Haͤnde! Menſch und Thier melden dir ſeinen Ruhm ohn' Ende; auch das Kleinſte, was wir nennen, Gras und Laub, ſelbſt der Staub, lehrt dich Gott erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gruͤnden, in der Hoͤh', in der See, oder ſonſt zu finden, ruͤhmt die Weisheit ſeiner Wer⸗ ke; Wind und Sturm, jeder Wurm preiſet ſeine Staͤrke. 5. Sollt' ich ihn denn nicht erheben? Wie ſogar wunderbar gab er mir mein Leben! Was ich hab', iſt ſein Geſchenke, auch der Geiſt, der ihn preiſt, durch den ich ihn denke. 6. Wie mich ſein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen; ja kein Augenblick verſchwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Nun mein Herz! dies hat ſchon lange Gott gethan; denke dran, wenn dir je wird bange! Nein, er kann dich nicht verlaſſen; vaͤterlich liebt er dich; er kann dich nicht haſſen. 8. Drum ergib dich ſeinem Willen! Was er thut, iſt dir gut; einſt wir 2— V — — — — — —— S — —— —— —— ☛ 34 — — — — — — S ——Z-: ⁊ =— ——— —— — — * — — — — — B— Keishit — = — —— — — — — Z— * „iint r inm Zufriedenheit. 809 ſich's enthuͤllen. Denn Gott iſt in allen Sachen groß von Rath, groß von That; er, er wird's wohl machen. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 5 907. Auf deine Weisheit ſchauen, Gott! deiner Guͤte trauen, das ſchafft Zufriedenheit. Wer kann mein Wohl entſcheiden? Wer ſchenkt mir beßre Freu⸗ den, als du? Quell aller Seligkeit! 2. Vor dir iſt nichts verborgen. Wie ſollt' ich aͤngſtlich ſorgen, da du mein Vater biſt? Du, Herr! gabſt mir mein Leben, und wirſt mir alles geben, was mir zum Leben noͤthig iſt. 3. Wir ſtreben oft nach Dingen, die, wenn wir ſie erringen, des Ungluͤcks Quellen ſind. Ein Schein, der uns bethoͤret, und unſern Stolz vermehret, macht uns fuͤr wahre Guͤter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten ſtoͤrt doch zu allen Zeiten die wahre Seelen⸗ ruh. Wenn wir dir unſer Leben, o Vater! uͤbergeben, dann fließt dem Her⸗ n zen Friede zu. b 5. Dein 810 Zufriedenheit. 5. Dein Rathſchluß ſey mein Wille! Ich will in heit rer Stille mich deiner Vorſicht freun. Dein ewiges Erbar⸗ men, dein Beiſtand ſoll mir Armen Zu⸗ friedenheit und Reichthum ſeyn. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, wenn traurige Gedanken mir deinen Troſt entziehn. Ich werde nie verge⸗ bens zu dir, Herr meines Lebens! mit kindlichem Vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch dei⸗ nes Geiſtes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Druͤckt mich die Laſt der Schmerzen, dann ſprich zu meinem Herzen: Ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was ſollt' ich mich betruͤben? Den Menſchen, die dich lieben, muß alles Segen ſeyn. Ich bin ja dein Er⸗ loͤſter; ſonſt weiß ich keinen Troͤſter, ſonſt keinen Schutz, als dich allein. — Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 508. Gis mir ein froͤhlich Herz, Gott, Quelle wahrer Freuden! Laß dieſes theure Gut mich Lebenslang be⸗ glei⸗ Zufriedenheit. 811 Stile u gleiten. Was nuͤtzt der Ehre Glanz, in e des Reichthums Ueberfluß, was Kron, und Zepter dem, der dies entbehren thmn in mußffße 2. Gib mir ein froͤhlich Herz, ſo oft ankn ich dein gedenke, und von der Erd' em⸗ ba por den Blick gen Himmel lenke. Der mintde Freuden ſeligſte, die fromme Freud' an r i dir, die Wonne des Gebets, Gott! die erhalte mir. 3. Gib mir ein froͤhlich Herz bei Wuͤnſchen, die ich naͤhre; was deine Weisheit waͤhlt, nur, Vater! das ge— waͤhre. Du gabſt mir ja bisher was un ſelig war und gut; wie ſtaͤrkt dies mein h nhm Vertraun, wie waͤchſt mein heitrer Jhun 4. Gib mir ein froͤhlich Herz bei Ar⸗ ch fund beit, Fleiß und Treue im irdiſchen Beruf, abh dem ich die Kraͤfte weihe. Mein Tage⸗ werk gedeiht, das Schwerſte ſelbſt wird — leicht, wenn froͤhliches Vertraun der S Sorgen Heer verſcheucht. 14 5. Gib mir ein froͤhlich Herz im Kreiſe füh edler Freunde; verziehen ſey dann ſelbſt im Frohgefuͤhl dem Feinde. Der Ein⸗ nich aa tracht ſanftes Band umſchling' uns brie b er⸗ nn ſizu 6☛. — 8 812 Zufriedenheit. derlich, und dankbar weihe dir, Gott! unſre Freude ſich. 6. Gib mir ein froͤhlich Herz in rau— hen Lebenstagen. Stets froh in Hoff⸗ nung ſeyn, verſuͤßt ja alle Plagen. Auch durch der Stuͤrme Nacht bricht doch der Sonne Licht; ſo flieh' auch mich im Schmerz der Geiſt der Freude nicht. 7. Gib mir ein froͤhlich Herz auch endlich noch im Sterben! Zum Leben fuͤhrt der Tod, den Himmel ſoll ich er— ben; o da erſt heben ſich vollkommne Freuden an, ihr Vorſchmack ſtaͤrke mich noch auf der Todesbahn. 8. Gib mir ein froͤhlich Herz! Ich will dich kindlich lieben, in jeder Pflicht mich treu, mein Gott und Vater! uͤben. Dann ſchwingt voll hoher Luſt mein Geiſt ſich himmelwaͤrts; erhoͤrt iſt dann mein Flehn: gib mir ein froͤhlich Herz! Mel. Vater unſer im Himmelreich ꝛc. 509. Vernimm, o Gott! mein hei— ßes Flehn: laß ſanfte Troͤſtung mich um⸗ ——³ ꝗ———n— ——»———y — ₰ = — ——— — S V—ę— —— —— — — — — — —— 4 ——— — 3 2 — .—= ——— — — —— Zufriedenheit. 813 umwehn, und ſteh' mir Angefochtenem bei, daß ich gefaßten Muthes ſey. Mir ſtrahl' in Nacht der Hoffnung Stern, ſo bleib' ich vom Verzagen fern. 2. Oft kaͤmpft in ungeſtuͤmer Bruſt Verdroſſenheit mit Scherz und Luſt; und ach, der wahre Frohſinn weicht, weil Ungeduld das Herz beſchleicht. Ich fuͤhl's, ich koͤnnte gluͤcklich ſeyn, doch ſchafft mir Mißmuth herbe Pein. 3. Du, Vater! ſchenkſt der Freuden viel; nur thoͤricht ſtolzer Wuͤnſche Ziel verſagte deine Vorſicht mir. Allweiſerl wie vergalt ich dir? Ich murrt' in Ungenuͤg⸗ ſamkeit, und mir gebrach Zufriedenheit. 4. Erbarm' dich, Gott! und ſende du dem irren Herzen Muth und Ruh; erweck' in mir Entſchloſſenheit zum Sieg in der Verſtimmung Streit, und lenke den umwoͤlkten Sinn auf deiner Gaben Reichthum hin. 5. Die Offenbarung deiner Huld ent⸗ reiße mich der Ungeduld; ſie lehrt ja furchtlos vorwaͤrts ſehn auf das, was kuͤnftig wird geſchehn. Sie naͤhr' in mir die Zuverſicht, daß ſtets durch Wolken Klarheit bricht! Mel. 814 Zufriedenheit. Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt du ꝛe. 510. Gio deinen Frieden uns, o Herr der Staͤrke! Im Frieden nur ge⸗ deihen deine Werke; daß wir im Kampf der Sinne nicht ermuͤden, ſtaͤrk uns dein Frieden. 2. Des Lebens Tag iſt ſchwuͤl; des Le⸗ bens Abend oft ſtuͤrmiſch noch, und We⸗ nigen erlabend. Ach, es bedarf das Herz un Staub hienieden, Herr! deinen Frie⸗ en. 3. Gib Frieden! daß die fromm 1 — getreue, oft ſchwer gepruͤfte Seele ſich 4. Gib, wie den Vaͤtern, die dir wohl⸗ gefallen, auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen. Gib Hoffnung, daß des Glaubens Palmenkrone dem Sieger lohne. 5. Das ganze Leben auf der dunkeln Erde iſt, ach! ein Streit mit Sorge und Beſchwerde. O birg uns, Herr! in deines Friedens Schatten, wenn wir ermatten. 6. Der Tod, dein Engel, wenn wir huͤlf⸗ Zufriedenheit. 815 hulflos ringen, bedecke uns mit ſeinen ſichern Schwingen; und wir entſchlum⸗ mern, vom Geraͤuſch geſchieden, zu ew⸗ gem Frieden. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 51 1. Ich bin vergnuͤgt nach Gottes Willen, iſt mir doch ſeine Huld bekannt; was helfen Kummer, Sorgen, Grillen, ich ſchau auf Gottes Vaterhand, und denke: ſo wie Gott es fuͤgt, iſt Alles gut, ich bin vergnuͤgt. 2. Ich bin vergnuͤgt bei hartem Leben; und hab' ich Armer auch nicht viel, ſo denk' ich, was mir Gott gegeben, ſoll ſeyn auch meiner Wuͤnſche Ziel. Wer Gott vertraut und gern ſich ſchmiegt, hat leicht genug: ich bin vergnuͤgt. 3. Ich bin vergnuͤgt, wenn ich nur habe nach Nothdurft meinen Unterhalt, und komm ich naͤher auch dem Grabe, werd ich alsdann auch ſchwach und alt, u bleibt doch mein Troſt, der nimmer truͤgt: Gott ſorgt fuͤr mich; ich bin 4. Ich vergnuͤgt. 816 Zufriedenheit. 4. Ich bin vergnuͤgt, ſeh' ohne Nei⸗ den die Hohen, die in Ehren ſtehn. Was helfen ſchoͤne Eitelkeiten, die wie ein Rauch im Wind' verwehn? Der Menſchen Ehr' und Gunſt betruͤgt; Gott iſt mein Ruhm! ich bin vergnuͤgt. 5. Ich bin vergnuͤgt und halte ſtille, wenn mich auch Noth und Truͤbſal druͤckt; ich denke: das iſt Gottes Wille, der hat das Kreuz mir zugeſchickt; wenn ſich mein Herz geduldig fuͤgt, ſo traͤgt er's mit; ich bin vergnuͤgt. 6. Ich bin vergnuͤgt; mit frohem Hoffen ſchau ich auf aller Leiden Ziel; dem Frommen ſteht der Himmel offen, ihm toͤnt der Engel Harfenſpiel; dort lebt, wer dieſe Welt beſiegt, einſt ewig ſelig und vergnuͤgt. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 512. Ich bin mit dir, mein Gott! zufrieden, ich halte deinem Willen ſtill; vergnuͤgt mit dem, was du beſchieden, will ich, was deine Guͤte will. Mei ille — Zufriedenheit. 817 MWillle ſoll nicht laͤnger mein, ſoll ganz o Gott! dein Wille ſeyn. 2. Willſt du, daß unter harten Schlaͤ⸗ gen des Ungluͤcks ich verlaſſen wein'? unnd willſt du mich auf's Siechbett legen? ſoll arm ich und verachtet ſeyn? In Allem, Allem mag es gehn, wie es dein Rath hat auserſehn! 3. Hilf mir nur thun nach deinem Willen! dein Will' iſt, daß ich heilig ergt ſey; und dieſen treulich zu erfuͤllen, ver⸗ hiinndert leider Mancherlei; bald will der unmuth treten ein, bald Uebermuth auf e mein Meiſter ſeyn. ht inſm 4. Nicht ſo, mein Herz! was Gott dl huint beliebet, das ſey mit Luſt von dir gethan; eet bit und was von Freud' und Leid er giebet, nimm ohne Eigenwillen an! Ja, ja, mein Herz, nur was Gott will, erwaͤhl' — und ruhe ſanft und ſtill! ne Güle Fff GSor⸗ Sorgenfreiheit. Sorgenfreiheit. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛc. 513. Ich freue meines Lebens mich, und preiſe, Gott der Liebe! dich. Ich rufe dir mit Jubel zu: Mein Schoͤpfer und mein Gott biſt du! 2. Wo du biſt, Vater! bin ich froh. Wo iſt ein Punkt der Schoͤpfung, wo der Strahl von deiner Herrlichkeit nicht jedes Aug' und Herz erfreut? 3. Wenn aus des Schlummers ſtiller Nacht mein Aug zum neuen Tag er⸗ wacht, und Alles lebt im neuen Licht, wer fuͤhlt, wer fuͤhlt dich, Vater! nicht? 4. Mein Herz ſchlaͤgt maͤchtiger in mir; es ſtrebt empor, empor zu dir, du Quell des Lebens, hoͤchſter Geiſt! den jeder Hauch des Mundes preiſt. 5. Mit ſtiller Luſt erfuͤllt es mich; wohin ich ſehe, ſeh' ich dich; und Alles, was ich ſeh', iſt dein, und Alles gut, und Alles mein. 6. Der Sonne Strahl, des Mondes Licht iſt dein, und leuchtet dir doch nicht: iſt mein, und ihre Herrlichkeit erfreut dich, weil ſie mich erfreut.. 7. Mich ichtet dru Herricht blichen „ nooch herrſcht er, wie er immer that; rfreut. Sorgenfreiheit. 819 7. Mich kuͤhlet, mich belebt die Luft; mein iſt der Fruͤhlingsblume Duft, und mein der Bach, der Quell, der See, die Tiefe mein, und mein die Hoͤh. 8. Du ſegneſt mich durch Tag und Nacht, durch deines Himmels ſtille Pracht; und taͤglich und auf tauſend Art haſt du dich mir geoffenbart. 9. Was bin ich, Gott! was werd' ich ſeyn? Unſterblich einſt, und ewig dein! Wer fuͤhlt die Lieb', und ſinket nicht lobpreiſend auf ſein Angeſicht? 10. Empfindung deiner Herrlichkeit, ein Herz, das ganz ſich deiner freut, das ſtill in deiner Fuͤgung ruht, und freudig deinen Willen thut: 11. Das ſey mein Dank, das ſey mein Preis! Er iſt dir angenehm. Ich weiß, auch dies, mein ſchwaches Lob⸗ und drinat hinauf, wo dir der Engel ingt. Mel. Ermuntre dich mein Geiſt ꝛc. 4 f 514. Du biſt ein Menſch und Got⸗ tes Rath iſt Sterblichen verborgen; Fff 2 was 820 Sorgenfreiheit. was nuͤtzen deine Sorgen? Was irreſt du mit bangem Sinn durch tauſend Kuͤmmerniſſe hin, und denkſt: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Was quaͤlſt du dich, und willſt in Schmerz und Sorgen dich verlieren? Iſt Gott nicht weiſer als dein Herz? Laß ihn allein dich fuͤhren. Denn all dein Gram dient nur dazu, daß du dich ſelbſt aus deiner Ruh in Angſt und Schwermuth ſtuͤrzeſt, und dir dein Le⸗ ben kuͤrzeſt. 3. Wirf deine Sorgen doch auf ihn, der ſchon ſo lang regieret, und vielmals, was unmoͤglich ſchien, voll Weisheit aus⸗ gefuͤhret. Ergib dich ſeiner Vaterhuld, und trag' dein Leiden mit Geduld! er wird, was gut iſt, ſchicken, und dich gewiß begluͤcken. 4. Eh' deine Mutter dich gebar, als noch, in ihr verborgen, dein ſchwaches Leben ſchlummernd war, wo waren dei⸗ ne Sorgen? Wer hat ſchon da dein Wohl bedacht? wer hat dich an das Licht gebracht, und Seele, Leib und Leben aus Gnaden dir gegeben? 5. Wer hat geſorgt, daß nichts ge— brach, ——— —,— ,—,—— Sorgenfreiheit. 821 Sinn du brach, als du die Welt betrateſt, noch ehe deine Zunge ſprach, und du durch g, M „ 89 4' 4 97 chm Weinen bateſt? Wer hat an deiner Mut⸗ 5 I 3 Ru 1- c 4 4 9 H 1 ter Bruſt geſunde Nahrung, ſtille Luſt, dir ſchon voraus bereitet, und dich bis⸗ her geleitet? b— 6. Erhebe nur dein Angeſicht! Hier unten und dort oben, wo ſiehſt du Got⸗ tes Guͤte nicht, nicht ſeiner Weisheit Proben? Wie oft hat er dir vaͤterlich ein Gluͤck bereitet, das du dich zu hof— fen nicht erkuͤhnteſt, und mehr als du verdienteſt? 7. Doch willſt du niemals ruhig ſeyn; willſt Gott nicht walten laſſen. Dringſt du in ſeine Weisheit ein, die Menſchen doch nicht faſſen? Wenn du nicht ſiehſt, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich fuͤhrt; ſo faͤngſt du an zu zagen, zu murren und zu klagen. 8. Bedenke doch, wie manches Mal du nicht zum Ziel gekommen, wenn ohne Gott, auf eigne Wahl, du etwas un⸗ ternommen. Was aber dir dein Gott erſehn, das mußte ſeyn, das iſt geſchehn, und Niemand konnt' es hindern von al⸗ len Menſchenkindern. 3 9. Er 822 Sorgenfreiheit. 9. Er richtet die Betruͤbten auf, macht gut, was wir verwirren; er leitet lieb⸗ reich unſern Lauf, und lenkt uns, wo wir irren; gibt immer das nur, was uns nuͤtzt, errettet uns, und hilft und ſchuͤtzt, eh' wir Gefahren ſehen, und ihn um Huͤlfe flehen. 35 10. Und dieſem Vater wollteſt du dein Heil nicht anvertrauen? nicht dei⸗ nes Lebens ganze Ruh' auf dieſen Felſen bauen? Vertrau' ihm, und dann zage nicht! Ein Herz voll feſter Zuverſich auch in Ungewittern nicht ohne Hoff⸗ nung zittern. 11. Wirf als ein Kind voll Glaubens dich in deines Gottes Arme, und fleh⸗ ihn, daß er vaͤterlich auch deiner ſich er⸗ barme; ſo kommt dein aͤngſtlich Herz zur Ruh. Vertrau' auf ihn, ſo findeſt du auf deines Vaters Wegen zuletzt nur Heil und Segen. n Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 51 9. Was ſoll ich aͤngſtlich klagen, und in der Noth verzagen? Der Höͤch⸗ ſte ſorgt fuͤr mich; er ſorgt, daß miner 2 b Seele icht darf Kufteihet au auj 1 Drriüt Sorgenfreiheit. 823 uimei Seele ihr wahres Wohl nie fehle. Ge⸗ und aid nug, mein Herz, zum Troſt fuͤr dich! ern 2. Was nutzt es, angſtlich ſorgen, d und jedem neuen Morgen betruͤbt entge⸗ henn gen ſehn? Du, Vater meiner Tage! kennſt, eh' ich dir's noch klage, mein Dun Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deinen Wink zu ſchauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr! iſt i meine Pflicht; ich will ſie treulich uͤben, l und dich, mein Vater! lieben, denn du an e verſaͤumſt die Deinen nicht. nh 4. Der du die Blumen kleideſt, und aalle Thiere weideſt, du Schoͤpfer der Na⸗ in Kan tur! weißt alles, was mir fehlet. Drum, ttes iun Seele, was dich quaͤlet, befiehl dem lich unn Herrn, und glaube nur! t dnane 5. Herr! alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Huͤlfe fragt. 6. Wenn meine Augen thraͤnen, und ſich nach Huͤlfe ſehnen, ſo klag' ichs dir, dem Herrn; dir, Vater! dir befehle ich jeden Wunſch der Seele; du hoͤrſt, du hilfſt, du ſegneſt gern. 5 7. Du 824 Sorgenfreiheit. 7. Du haſt mir hier im Leben ſchon groͤßres Heil gegeben, und deinen Sohn geſchenkt; du wirſt mir Alles ſchenken, und ſtets zum Beſten lenken, was mei⸗ nen Geiſt betruͤbt und kraͤnkt. 8. Du fuͤhreſt, Herr! die Deinen nicht ſo, wie ſie es meynen; doch ſtets nach deinem Rath! Ob ich mich auch betruͤ⸗ be, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen ſehe, und es nicht ganz verſtehe, was du mit mir ge⸗ than; kann ich doch deß mich troͤſten: du, Gott! nimmſt mich Erloͤſten gewiß dereinſt zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaa⸗ ren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich gefuͤhrt. Da bring' ich dir mit Freuden, nach uͤberſtandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebuͤhrt. ————ͤͤ Mel. Warum ſollt' ich mich ꝛe. 221 516. Warum haͤufſt du jeden Mor⸗ gen, armes Herz, deinen Schmerz durch die baͤngſten Sorgen? Warum Gihe dn b elbſt in. Saꝛ icken! s it, ſchuſt luſe 1. len, mehrt die Qual ohne Sorgenfreiheit. 825 ſelbſt dich kraͤnken? Will denn Gott dei⸗ ner Noth nicht mit Huld gedenken? 2. Sorge, ſtatt des Glaubens, waͤh⸗ Zahl in ver⸗ zagten Seelen. Unſer Gott hat nichts vergeſſen; er, dein Heil, hat dein Theil laͤngſt dir zugemeſſfen. 3. Was dir auf des Lebens Reiſe noͤthig iſt, das, o Chriſt! kennet der Allweiſe. Sollte denn in truͤben Tagen ſeine Huld zur Geduld dir die Kraft verſagen? 4. Schau die Voͤgel in den Luͤften! Spaͤt und fruͤh naͤhrt er ſie auf der Erde Triften. Schau, wie ſich die Blumen ſchmuͤcken! Seine Macht ſchuf die Pracht, ſchuf ſie zum Entzuͤcken. 5. Sollt' er denn wohl dich verlaſſen, den ſein Ruf hoͤher ſchuf? Sollt' er dich wohl haſſen? Nein, laß ab von bangen Traͤumen! Er wird dich ſicherlich nim⸗ mermehr verſaͤumen. 6. Trachte nur vor allen Dingen und mit Fleiß, ihm zum Preis, in ſein Reich zu dringen. Alles, was dir ſonſt auf Erden! heilſam iſt, laͤßt, o Chriſt, dann dein Gott dir werden. 7. Je⸗ 826 Sorgenfreiheit. 7. Jeder Tag hat ſeine Plagen, und du haſt an der Laſt ſchon genug zu tra⸗ gen. Graͤmſt du dich, was wird dir's nuͤtzen? Dieſe Muͤh wird dich nie vor Gefahren ſchuͤtzen. 8. Seine Wege Gott empfehlen, und ſich ſein immer freun: das begluͤckt die Seelen. Wer dem Gram durch Glau⸗ ben wehret, deſſen Noth wird von Gott einſt in Heil verkehret. 9. Nun, mein Vater! ich befehle glau⸗ bensvoll, wie ich ſoll, dir ſtets Leib und Seele. Sorge du, dir halt ich ſtille; ic 3 dein ewig ſeyn. Es geſcheh' dein Ville! 10. Nie laß meine Hoffnung wanken! Bleibe mir auch ſchon hier immer in Gedanken. Lob und Preis ſey deinem Namen, und dein Heil ſey mein Theil hier und ewig! Amen. Mel. Ach! was ſoll ich Suͤnder te. .— 517. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt ſo vaͤterlich, der ſo liebreich ſorgt fuͤr mich. Sollt' ich au hass bet mich, Gott verſorgt mich ewiglich! Sorgeufreiheit. 827 auf den Fels nicht bauen, der mir ſtehet ewig feſt, der die Seinen nicht verlaͤßt? 2. Er weiß alles, was mich druͤcket, mein Anliegen, meine Noth; er ſteht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu bleibt mir alle Morgen neu. 3. Der die Voͤgel all' ernaͤhret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet ſchoͤn ohn' Unterlaß; der uns alles Gut beſcheret, ſollte der verlaſſen mich? Nein, ich trau ihm ſicherlich. 4. Wenn ich ſeinem Reich nachtrachte, wenn ich in Gerechtigkeit ſuche meine Seligkeit; wenn der Welt Luſt ich ver⸗ achte, ſegnet mein Gott fruͤh und ſpat Wort und Werke, Rath und That. 5. Nun, ſo mag dem andern Morgen bleiben, was noch kuͤnftig iſt! Irrt mich nicht; ich bin ein Chriſt, laſſe meinen Gott nur ſorgen. Alles war er allezeit zu verſorgen ſchon bereit. b 6. Gott Lob, der mein Herz erfreuet, daß ich glaube feſtiglich: er, mein Va⸗ ter, ſorgt fuͤr mich! Gott Lob, der den Troſt erneuet, daß ich weiß: Gott lie⸗ Mel. Sorgenfreiheit. he Mel. Jeſus, meine Zuverſicht ꝛc. V ſ 518. Wer auf ſeinen Gott vertraut, 6. aͤngſtigt ſich durch keine Sorgen; ihm, ſhei auf den er ſicher baut, bleibt ſein Kum⸗ ſchtt mer nicht verborgen; Gott verlaͤßt die Frei Seinen nicht, dies iſt meine Zuverſicht. wo 2. Er, der Schoͤpfer aller Welt, der A Verſorger ſeiner Kinder, der, was er 7. verſpricht, auch haͤlt, huldreich ſelbſt Walt noch gegen Suͤnder, er, der uns hervor wod gebracht, hat auch uns zu helfen Macht. udt 3. Ihm, ihm iſt es immer leicht, unſre imu Wuͤnſche zu erfuͤllen; wie unmoͤglich es ha uns deucht, kann er doch den Kummer ſtillen, helfen ſtets, wenn Noth uns quaͤlt, wenn uns Rath und Beiſtand fehlt. 4. Und wer iſt ihm gleich, dem jh. Herrn? wer ſo reich, wie er, an Se⸗ un, gen? Niemand hilft, wie er, ſo gern uf auf des Lebens rauhen Wegen, er, der ſig⸗ liebreich unſrer denkt, und zum Heil piher die Truͤbſal lenkt. ſ 5. Wenn mein Auge lange weint, ich 24 nicht ſeine Huͤlfe ſehe, und ſie nicht ſo ur de fruͤh erſcheint, als ich ſie von ihm te drber b flehe; und ſrtt ſe unn Geduld in Leiden. 829 flehe; weiß ich doch voll Zuverſicht, daß ſie nimmer mir gebricht. 6. Ja auch dann, wann mir es ſcheint, daß der Hoffnung Troſt ver⸗ ſchwinde, glaub' ich doch, daß Gott, mein Freund, da noch tauſend Wege finde, wo ſie Niemand ſonſt entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich ſchreckt. 7. Drum ſey ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schickſal uͤberlaſſen; er, der auch den Wurm erhaͤlt, kann und wird mich nicht verlaſſen. Bleib' ich nur der Tugend treu, ſo ſteht er mir huldreich bei. Geduld in Leiden. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛce. 5 519. O Chriſt! in dieſen Pruͤfungs⸗ tagen, wo jeder Morgen Plage draͤut, bewaffne dich, ſie zu ertragen, mit chriſt⸗ licher Gelaſſenheit; und zeige, daß ein waher Chriſt ein Held in allem Leiden 2. Das kurze Leben hier auf Erden iſt nur des Chriſten Probezeit; hier muß er vorbereitet werden zu jenes Lebens Herr⸗ lich⸗ 830— Geduld in Leiden. lichkeit; hier iſt des Chriſten Pruͤfungs⸗ ſtand; dort erſt ſein wahres Vaterland. 3. Laß nie den Gram dein Herz ver⸗ zehren, ergieb dich nicht der Traurig⸗ keit. Erdulde willig, Gott zu Ehren, die groͤßten Leiden dieſer Zeit. Belohnen nicht dies kurze Leid die Freuden einer Ewigkeit? 4. Mußt du im tiefſten Elend weinen, quaͤlt deinen Leib der Krankheit Schmerz: Gott hilft zu rechter Zeit den Seinen, erheitert dein betruͤbtes Herz. Er bleibt dein Vater, der dich liebt, wenn er dich auch durch Leiden uͤbt. 4 5. Mußt du dich hier verſpotten laſ⸗ ſen, verlaͤſtert man dich ohne Schuld: beſieg' die Feinde, die dich haſſen, als Chriſt, durch Sanftmuth und Geduld. Dein Heiland Jeſus, Gottes Sohn, ertrug ſanftmuͤthig Schmach und Hohn. 6. Betruͤbet der Verluſt der Deinen, der Guͤter und des Gluͤcks dein Herz: du biſt ein Menſch, drum darfſt du wei⸗ nen, nur murre nicht in deinem Schmerz; ſprich glaubensvoll mit ſtillem Geiſt: Gokt gabs, Gott nahms; er ſey ge⸗ preiſt! 3 7. Dein Geduld in Leiden. 831 7. Dein Freund, dein Goͤnner liegt un im Grabe: es ſchmerzt; doch ſprich mit zun Zuverſicht: Ach, Herr! Herr! wenn ich oesse dich nur habe, frag' ich nach Erd' und Himmel nicht. Ja, ſtuͤrzt der Bau der Welt auch ein, ein Chriſt kann un⸗ erſchrocken ſeyn. 8. Wohl dir, o Chriſt! Nach kurzem Leide ruft dir des Heilands Stimme zu: Wime Geh ein zu deines Herren Freude, nach Muͤh' und Kampf zur ew'gen Ruh! Komm, und empfang vor ſeinem Thron der Ueberwinder großen Lohn! b Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. h AOo X2 nu m 520. Was achteſt du der truͤben Tage? O Seele, warum zageſt du? onchi Getroſt! getroſt! die Jammerklage ruft dentet nur noch groͤßres Leid herzu. Wer 1 Flicke aͤngſtlich klagt, verklagt ſein Herz, und f — — — — — 2 muc mehrt die Noth durch innern Schmerz. nm i 2. Wie kannſt du wiſſen, was d t ur nuͤtzet, da du die Zukunft nicht durch⸗ nit ſ 1 ſchauſt? Vielleicht wird gar dein Wohl ahms n geſchuͤtzet, indem der Sturm des Keens rauſt. 3 4 832 Geduld in Leiden. brauſt. Wie oft enthuͤllt die Folgezeit den Segen der Vergangenheit! 3. Und biſt du denn allein berufen, des Erdenſegens dich zu freun? Stehſt du auf dieſes Lebens Stufen vor deinem Schoͤpfer ganz allein? O Thor! Gott liebt die ganze Welt, ihr dient auch das, was dir mißfaͤllt. 4. Du haſt kein Recht auf ſeine Ga⸗ ben; nichts gabſt du jemals ihm zuvor. Wie koͤnnteſt du Verdienſte haben, du, der ſo oft den Muth verlor? Nein, klage doch dich ſelbſt nur an, und ſchweig, wo Niemand rechten kann. 4 5. Du kannſt den Plan ja nicht er⸗ gruͤnden, den Gott zu deinem Heil ent⸗ warf; kannſt auch die Mittel nicht er⸗ finden, die er zu ſeinem Zweck bedarf. Wer biſt du denn, daß du noch klagſt, und ſeinen Gang zu tadeln wagſt? 6. Sein Gang iſt ſtill und abgemeſſen, wie ſeiner milden Sterne Gang. Ihn lenkt, auch wenn wir ſein vergeſſen, nur Weisheit, nur der Liebe Drang. O ſelig, ſelig, wer ihn ehrt, und muthvoll 2. jedem Kummer wehrt! 7. Drum klage nicht, du darfſt noc hof⸗ Geduld in Leiden. 833 hoffen; ein guter Gott wohnt uͤber dir. Zu ihm ſteht dir der Zugang offen, noch ruft er: Seele, folge mir! So folg' ihm denn, er fuͤhrt gewiß ſelbſt aus der baͤngſten Finſterniß. b 8. Ja, ſiehe, Herr! ich falle nieder, ich bete demuthsvoll dich an. Schon glimmt des Glaubens Funke wieder; ſchon ſeh' ichs, du haſt wohl gethan. Im Dunkel ſtrahlet mir dein Licht? ſchau her zu mir, ich klage nicht! 9. Ich hebe mich empor und walle getroſt die ſteile Dornenbahn. Was ſind des Lebens Leiden alle? Sie fuͤhren, Herr! zu dir hinan. Dort reicht mir, wenn ich ſtandhaft war, dein Sohn die Siegeskrone dar. Mel. Jeſu meine Freude ꝛc. 5 21. Seele, ſey zufrieden! Was dir Gott beſchieden, das iſt Alles gut. Scheuch aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faſſe neuen Muth. Ob auch Noth ringsum dir droht, Sorgen ſtets mit dir erwachen; Gott wird's doch Ggg 2. Iſt wohl machen. 834 Geduld in Leiden. 2. Iſt der Himmel truͤbe, wankt der Menſchen Liebe, ſtehſt du als verwaiſt; ſchreckt mit jedem Tage eine neue Plage den beſtuͤrzten Geiſt; weicht das Gluͤck ſtets mehr zuruͤck, hoͤrſt du Bosheit decinen⸗ lachen; Gott wird's doch wohl machen. 3. Buͤrden abzunehmen, hilft nicht aͤngſtlich Graͤmen, hilft nicht Ungeduld. Angſt macht, daß man zittert, Unge⸗ duld erbittert, beides haͤuft die Schuld. Drum, mein Herz, wehr' deinem Schmerz! Druͤcket gleich die Laſt mich Schwachen⸗ Gott wird's doch wohl 4. Du fuͤhrſt Chriſti Namen; Chri⸗ ſtum nachzuahmen, das iſt deine Pflicht. Werde nicht erſchuͤttert, wenn die Erde zittert, und der Himmel bricht. Der ſteht feſt, der ſich verlaͤßt auf den Herrn in allen Sachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Kronen ſoll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld beſiegt. Frͤhlich ausgehalten, und Gott laſſen walten, das, das macht vergnuͤgt. In Geduld trau Gottes Huld, deinen Giau⸗ en as in rt, dm rnmne drch äßt ufdaſ L t wine jtraaen, N O maa ihn erfreute, was er litt, und St gt bagnt als uld dein Geduld in Leiden ben anzufachen; Gott wird's doch wohl machen. 6. Nun, ſo ſoll es bleiben, ich wil nie mich ſtraͤuben, Gott ſtets folgſam ſeyn. Stets im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; er iſt mein, ich ſein. Was Gott will; ich halt' ihm ſtill. Er wird es in allen Sachen wohl und weiſe machen. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛe. 522. Entſchwinge dich, mein Geiſt, den Naͤchten, in welche dich die Schwer⸗ muth huͤllt! Willſt du mit deinem Schoͤp⸗ fer rechten, daß er nicht jeden Wunſch erfuͤllt? Jetzt kennſt du, was dir gut 1 nicht; einſt ſtrahlet dir ſein hoͤhres Licht. 2. In Finſterniſſen irrt hienieden des Menſchen ungewiſſer Schritt. Was Gottes Vorſicht ihm beſchieden, was klaͤrt ſich nicht hier im Pilgerlauf, doch einſt am Ziel Heil ihm auf. 811 3. Dort findeſt du, von Licht umfloſ⸗ Ggg 2 ſen, v 3 . 4 B 835. 4 836 Geduld in Leiden. ſen, auch deiner Erden⸗Thraͤnen Lohn. Schau! ihre Saat iſt aufgeſchoſſen,„ und bluͤht zur vollen Ernte ſchon. In Kummer ward ſie ausgeſtreut; bald reift 4 ſie fuͤr die Ewigkeit. b 4. Drum heb' empor die truͤben Blik⸗ bez ke, wenn ſich dein Pfad in Nacht ver⸗ M liert. Dich leitet Gott! O denk zuruͤk⸗: M ke, wie guͤtig er dich ſtets gefuͤhrt; wie it. oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Naͤchten ſelbſt das Licht dir brach. 10. 5. Gott, gnaͤdig, wenn du uns erhd⸗ reſt, noch gnaͤdiger, wenn du den Plan, den unſre Thorheit ſchuf, zerſtoͤreſt, dich, Vater! bet' ich kindlich an. Ich harr' auf dich mit feſtem Muth, denn was du ſendeſt, iſt mir gut. 0 n0 6. Den Weg, auf den du mich geſtel⸗ let, geh' ich getroſt an deiner Hand. Ich fuͤrchte nichts; auch unerhellet fuͤhrt er mich doch ins Vaterland. Dort ſehh ich dann im hellen Glanz die Weisheit deiner Fuͤhrung ganz. Geduld in Leiden. 837 Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Herrn zu richten! Wie, klagſt du deinen Gott ſelbſt an? Willſt du auf ſeine Huld verzichten in deinem frevelhaften Wahn? Halt ein! wer ſeinem Gott nicht glaubt, hat ſeine Krone ihm geraubt. — 512. Sollt' er was ſagen und nicht halten? Sollt' er was reden, und nicht thun? Kann ſeine Liebe je erkalten? Sein Wohlthun, kann es jemals ruhn? Nein! Gottes Treu ſteht felſenfeſt. Weh' aber dem, der ihn verlaͤßt! klagen, du Sitz der Unbeſtaͤndigkeit! In guten und in boͤſen Tagen, durch Ungeduld und Sicherheit verſchuldeſt du den Friedensbruch und waͤhlſt, ſtatt Segen, dir den Fluch. 4. Denk nur, wenn ſich in Truͤbſals⸗ tagen, die Freudenſonne dir verſteckt, wie du ſo ſchnell beginnſt zu zagen; und doch iſt ſie nur leicht verdeckt, und bricht aus dunkelm Wolkenflor mit hel⸗ lerm Lichte bald hervor. 5. Denk', wenn dich denn mit reichem Se⸗ 838 Geduld in Leiden. Segen dein lieber Gott erfreuen will, ermatteſt du auf ſeinen Wegen, ſtehſt ſcoorgenlos und traͤge ſtill; die Fuͤlle ſei⸗ her Guͤtigkeit verleitet dich zur Sicher⸗ eit. n 6. Gott meint mit dir es ſtets aufs Beſte, du meinſt es ſelber treu und gut; der Bund ſteht ſeiner Seits voll feſte, doch du brichſt ihn mit Wankel⸗ muth. Dein Freund iſt unveraͤnderlich, du aͤnderſt alle Stunden dich. 7. Drum falle vor dem Hoͤchſten nie⸗ der in Reu, und rechte mit ihm nicht; gelobe neue Treu ihm wieder, und halte, was dein Mund verſpricht. Nimm Freuden an und Traurigkeit mit De⸗ muth und Zufriedenheit! —— Mel. Ach Herr mich armen tc. 524. Hinweg mit bangen Klagen, mit Gram und Ungeduld! Durch Zit⸗ tern und durch Zagen haͤuft Leiden ſich und Schuld. Wir mehren unſre Schmer⸗ zen, vergroͤßern unſre Pein, und floͤßen unſerm Herzen geheimes Gift nur n. b 2. Die Geduld in Leiden. 839 2. Die Thraͤne, die ich weine, fließt. oft aus Unverſtand; wenn ich verlaſſen ſcheine, haͤlt mich des Hoͤchſten Hand. Was ich heut Ungluͤck nenne, iſt mor⸗ gen ſchon mein Gluͤck. Ich, der ich mich nicht kenne, kenn' auch nicht mein Geſchick. 3. Wenn aber truͤbe Stunden, wenn mmancher Jammertag, wenn hier gehei⸗ me Wunden, und wenn dort Schlag auf Schlag, und Schrecken ſchnell auf Schrecken den Untergang mir drohn, iſt Gott mir Stab und Stecken, und Schild und großer Lohn. derfna. 4. Den Frommen, die Gott lieben, ratt iſt alles Seligkeit. Ihr Jauchzen, ihr heit Betruͤben, ihr Siegen und ihr Streit, ihr Gluͤck und ihre Plage, ihr ganzer Lebenslauf loͤſt ſich am letzten Tage in h st Himmelsfreuden auf. 5. Wie troͤſtlich ſind die Lehren, die t bau Gottes Wort mir giebt! Mein Flehn dud! da will Gott erhoͤren; er zuͤchtigt, den er häu b liebt. Nach truͤben Augenblicken geh' ren uſte ich zur frohen Ruh! Mein Geiſt eilt Neu, 9 mit Entzuͤcken der Schaar der Selgen — 6. Kurz 840 Geduld in Leiden. 6. Kurz ſind der Chriſten Leiden, kurz ihre Pruͤfungszeit, nicht werth der ew'gen Freuden und der Unſterblichkeit. O Troſt, wie kannſt du troͤſten, wie ſehr das Herz erfreun! Ich geh' mit den Erloͤſten zum Lohn des Himmels ein. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 525. Sae deine Thraͤnenſaat, from⸗ mer Dulder, hier im Glauben! Dunkel ſey dein Lebenspfad; doch laß dir den Troſt nicht rauben, daß nach dieſer Dunkelheit dich ein hell'res Licht erfreut. 2. Ausgerungen haben ſchon Vielc, die im Glauben litten. Nun ſtehn ſie vor Gottes Thron; ihre Kronen ſind erſtritten! Du, auch du wirſt Sieger ſeyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget; ſey getroſt im Thraͤnenland! Er iſt's, der dich lieb⸗ reich traͤget; vaͤterlich iſt ſein Bemuͤhn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es iſt Liebe, wenn er dir Lebens⸗ gluͤck und Freude ſchenket; es iſt Liebe, wenn fln ſks, wn ˖iſt ſi in Kunmmer kraͤnket. Gott iſt Vater, mild Geduld in Leiden. 841 wenn dich hier Angſt und Schmerz und und gut; Lieb' iſt Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelaſſenheit, Unter⸗ werfung und Vertrauen! Einſt am Ziel der Pruͤfungszeit wirſt du froh hernieder ſchauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thraͤnen, die ihr hier gefloßen! Wie ein Strom von oben her wird dann Troſt ins Herz gegoſſen; dann erkennt der frohe Blick reines, unvermiſchtes Gluͤck. 7. Harre, Dulder, unverzagt! harre in der Naͤchte Grauen! Wenn der große Morgen tagt, wirſt du die Gefilde ſchauen, die dem Sieger offen ſtehn, dir die Krone winken ſenn. 8. Dort verſchwindet alles Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heitre Land der Wonne. In den Himmel gehſt du ein, ewig ſelig da zu ſenrny. 6 Mel. 842 Geduld in Leiden. Mel. Jeſu, der du meine Seele ꝛc. 526. Walle ſtets, o Chriſt, auf Erden ſtandhaft deiner Heimath zu. Hier ſollſt du gelaͤutert werden; dort um⸗ ſchwebt dich Himmelsruh. Laß die Hoff⸗ nung nicht ermatten, wenn durch dieſes Lebens Schatten dir kein Strahl des Lich⸗ tes dringt, und dein Werk nicht gleich gelingt. 2. Schaue jenſeits jener Sonne, mit des Glaubens ſicherm Blick, hin ins Land der reinſten Wonne! Dort iſt mehr, als Erdengluͤck. Freuden ohne Bitterkeiten, will der Herr dir dort be⸗ reiten; Wonne, die kein Ende nimmt, iſt fuͤr dich, o Chriſt, beſtimmt. 3. Weit noch uͤber alles Hoffen, wirſt du dort einſt ſelig ſeyn; ſehn der Engel Arme offen, die ſich deiner Ankunft freun. In dem Kreiſe deiner Bruͤder, ſtimmſt du dann in ihre Lieder, jauchzeſt, daß dich Gott erſchuf, folgeſt ſeinem Vaterruf. 4. Freudig eilſt du, ihm zu danken; eilſt zum Thron des Lichts hinan! Auf⸗ geſchloſſen ſind die Schranken, offen iſt die neue Bahn. Dein Verſtand wird ann 1 neriwit rBridn Geduld in Leiden. 843 dann erheitert, und dein Wirkungskreis erweitert, deines Wiſſens Durſt geſtillt, und des hoͤchſten Rath enthuͤllt. 5. Nimm, o Chriſt, die Laſt und gehe, ſtill den rauhen Pfad hinan! Kraft aus deines Gottes Hoͤhe ſtaͤrke dich auf deiner Bahn! Legeſt du die Laſt einſt nieder; decket dich, wie deine Bruͤder, friedlich einſt ein Grabmal zu; dann ge⸗ langeſt du zur Ruh'. 6. Iſt die Pruͤfung nun zu Ende, und vollbracht dein Leidenslauf; o dann tra⸗ gen Gottes Haͤnde den erloͤſten Geiſt hinauf. Neues Leben, ohne Thraͤnen, uͤber dein Verſteh'n und Sehnen, ohne Schmerzen, Gram und Tod, das, o Chriſt, gibt dir dein Gott. b Mel. In allen meinen Thaten ec. 52 7. Ich hab' in guten Stunden des Lebens Gluͤck empfunden, und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelaſſen mich auch im Leiden faſſen; welch Leben hat nicht ſeine Qual? 2. Ich fuͤhl's, ich bin ein Suͤnder, und du ſtrafſt weit gelinder, als es der Menſch 844 Geduld in Leiden. Menſch verdient. Sollt' ich, beſchwert mit Schulden, nicht ſtandhaft das er⸗ dulden, was doch zu meinem Beſten dient. D 3. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Suͤnden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geiſt noch Kraͤfte zum wichtigſten Geſchaͤfte, nach deinem Wort mich zu erneun. 4. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menſchen bau⸗ en; du hilfſt und du erretteſt gern. 5. Wenn ich in Chriſto ſterbe, bin ich des Himmels Erbe, was ſchreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr! biſt bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glau⸗ ben zu ihm flehn; getroſt des Todes den⸗ ken. Der Herr wird Alles lenken; und was mir gut iſt, wird geſchehn. Mel. t auſtäas u ermaͤn. hriſto i tvas ſti luch ww deiner bu n der Wwh Kum verchenn, 1 roft ded dales d yſch — Geduld in Leiden. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 528. Herr, mache meine Seele ſtille! Bei allem, was mich druͤckt und kraͤnkt, geſchieht doch nur dein weiſer Wille, der Alles mir zum Beſten lenkt. Du biſts, der Alles aͤndern kann, und was du thuſt, iſt wohlgethan. . Auch auf den allerrauhſten Wegen fuͤhrſt du uns nur zur Seligkeit. Selbſt Truͤbſal bringt dem ew'gen Segen, der dir ſein ganzes Herz geweiht. Sieht’s gleich der bloͤde Geiſt nicht ein, ihr Aus⸗ gang wird doch herrlich ſeyn. u. Drum laß mich ſtille ſeyn und hoffen, wenn du mir Pruͤfung haſt be⸗ ſtimmt. Dein Vaterherz ſteht dem doch offen, der zu dir ſeine Zuflucht nimmt. Wer ſtill in deiner Fuͤgung ruht, mit dem machſt du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nuͤtzt, verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft ſind unſre Wuͤnſch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverſtand. Wer kann, was ſeinem Wohlergehn nachthei⸗ lig iſt, ganz uͤberſehn? 5. Nur 846 Geduld in Leiden. 5. Nur du, Gott! kennſt und waͤhlſt das Beſte. O Vater! mache ſelbſt mein Herz in dieſer Ueberzeugung feſte, dann uͤberwaͤltigt mich kein Schmerz, dann ſag' ich mit getroſtem Muth: was Gott will, das iſt immer gut! 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Gluͤck erfreut; denn einmal fuͤhrſt du doch die Frommen zur voͤlligen Zufriedenheit; und dann wird ihnen offenbar, daß ſtets dein Rath der beſte war. 1 7. Dann ernt auch ich von meinen Plagen die guten Fruͤchte ewig ein; d ann wird mein Herz, ſtatt aller Klagen, nar voll von Dank und Lobe ſeyn:„De Herr, der fuͤr mein Heil gewacht, hat Alles wohl mit mir gemacht!“ Mel. In allen meinen Thaten ꝛc. 529. Win mich, o Gott! hienieden des Lebens Laſt ermuͤden, ſo ſtaͤrke mei⸗ nen Geiſt! Wenn mich die Leiden kraͤn⸗ ken, ſo laß mich wohl bedenken: auch das ſey gut, was Truͤbſal heißt. . 2. Nicht 474. Ja, wenn ichs recht erwaͤge, Geduld in Leiden. 847 2. Nicht ewig ſoll ſie waͤhren; oft werden unſre Zaͤhren ſchnell von uns ab⸗ gewiſcht; und ſeufzen wir: wie lange iſt unſrer Seele bange? ſo wird mit Troſt das Herz erfriſcht. 3. Du, Vater! wendeſt Buͤrden, die mich erdruͤcken wuͤrden, von meinem Haupte ab; du waͤgeſt unſre Plagen ſtets nach der Kraft zu tragen, die dei⸗ ne Hand erſt ſelbſt uns gab. 0. ſind's nur Liebesſchlaͤge, womit du uns belegſt; nicht Schwerter ſind's, nur Ru⸗ then, womit du, blos zum Guten, als 5. Du willſt uns hier erziehen, daß wir die Suͤnde fliehen, und thun, was dir gefaͤllt. Du willſt die Luͤſte ſchwaͤ⸗ chen, den Eigenwillen brechen, entwoͤh⸗ nen uns der Luſt der Welt. 6. Du willſt den Eifer mehren, iu Vater deine Kinder ſchlaͤgſt. ge⸗ horſam dich zu ehren mit Glauben und h, oGeteſ Geduld; daß wir in unſern Noͤthen, auch nüden dih wenn du uns wolltiſt toͤdten, doch trau⸗ ch delhe en deiner Vaterhuld. mih nn 7. Nichts, Herr! nichts kann uns vohh ſat ſcheiden von dir und jenen Freuden, die rruͤbſal! 1 b du 2 1* 848 Geduld in Leiden. du fuͤr uns erſehn. Wir leben oder ſter⸗ ben, ſo wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 8. Zu jenem beſſern Leben wirſt du auch mich erheben, der Tod iſt mein Ge⸗ winn. Muß gleich mein Leib verweſen, wird doch mein Geiſt geneſen; er eilt zu ſeinem Vater hin. b 9. O druͤcke meinem Herzen bei Sor⸗ gen, Gram und Schmerzen den Troſt aufs tiefſte ein: Der, den du, Vater! iig liebeſt, kann, wenn du ihn betruͤbeſt, doch it niemals ungluͤckſelig ſeyn. Mel. Was Gott thut das iſt ꝛc. 530. Die Bahn iſt rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath walle. Ach, viel Gefahren drohen mir; oft bin ich nah' dem Falle. Gott! waͤrſt du nicht mein Troſt und Licht, mein Heil in fin⸗ ſtern Tagen wie aͤngſtlich wuͤrd' ich za⸗ gen! 2. Dir darf mein kummervolles Herz nicht ſchuͤchtern ſich verhehlen; es darf i nur betend ſeinen Schmerz vertraulich dir er⸗ Geduld in Leiden. 849 erzaͤhlen; dann ſchaffeſt du ihm Troſt und Ruh aus deiner Gottesfuͤlle, und es wird wieder ſtille. 3. Du zeigeſt mir den hohen Werth der Truͤbſal, die ich leide, zeigſt, daß eiſt aunn ſie dir vertrauen lehrt, und daß ſie fuͤhrt n zur Freude. Ich wuͤrde dein mich min⸗ einem en der freun, nur dieſer Welt begehren, wenn keine Leiden waͤren. Snh 4. Ich glaube, Herr! mit Zuverſicht, Senn du ſorgſt fuͤr meine Tage, dein Auge 1on mi ſchlaͤft und ſchlummert nicht, du hoͤreſt lig ſc. meine Klage; du kroͤnſt mich einſt, wenn du erſcheinſt, in deinem Heiligthume, mit Wonne und mit Ruhme. 5. O dann wird alle Traurigkeit aus meinem Herzen ſchwinden; vergeſſen ahn iſt mht werd’ ich ganz mein Leid, und nur dein aner Hanat Heil empfinden. Dann wird mein Dank, n drobm uht mein Lobgeſang, durch deinen Himmel ott win ſchallen, und ewig dir gefallen. man hu.6. Mich, den Vollendeten, wird dann maſtich viit die Suͤnd nicht mehr entweihen; mit 2— unſchuld ſteh' ich angethan in deiner eemeta Kinder Reihen, und ſchau im Licht dein Angeſicht, wenn ich, der Menſch von I n deta Erde, den Engeln aͤhnlich werde. meig un 2, Hhh 7. Drum 850 Geduld in Leiden. 7. Drum will ich auch des Lebens Schmerz, mein Gott! geduldig tragen. Beruhigen ſoll ſich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen. Zu ſeiner Zeit biſt du bereit, o Herr! von allem Boͤſen mich herrlich zu erloͤſen. Mel. Alles iſt an Gottes Segen ꝛc. 531. Fortgekämpft und fortgerun⸗ gen, bis zum Lichte durchgedrungen, muß es, bange Seele, ſeyn! Durch die tiefſten Dunkelheiten wird dein Hei⸗ land dich begleiten; Muth ſpricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich faſſen, ſcheinſt du gleich von ihm verlaſſen. Glaube nur und zweifle nicht! Bet' und kaͤmpfe ohne Wanken! Du wirſt bald ihm freudig danken; bald durchſtroͤmt dich Kraft und Licht. 3. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen ſeiner All⸗ macht treue Hand. Nie zu ſchwach iſt ſeine Rechte. Wo iſt einer ſeiner Knech⸗ te, der bei ihm nicht Rettung fand? 4. Schließ Geduld in Leiden. 4. Schließ dich ein in deine Kammer! Geh', und ſchuͤtte deinen Jammer ſtill in Gottes Vaterherz! Kannſt du dann nur tief empfinden, aber keine Wor⸗ ch u ain te finden, klag ihm ſchweigend deinen 4 AU *. 1 * 5 8 4 13 4 611 „ h N NI ö 4 n e L 4 3 Schmerz. 5. Kraͤftig iſt auch ſelbſt dein Schwei⸗ gen, Gott wird ſich als Vater zeigen; glaube, daß er dich erhoͤrt, daß er Schweigende verſtehet, daß fuͤr dich dein Jeſus flehet, und daß Gott ſein Flehn gewaͤhrt. b 6. Nun, ſo will ich nie verzagen, will vor Gottes Thron mich wagen mit des Kindes Zuverſicht. Kaͤmpfen will ich ohne Wanken. Bald wird froh mein Herz ihm danken, bald durchſtroͤmt mich Mel. Dir, Gott! dir will ich ꝛc. cht. M 532. Halt an mein Herz mit dei⸗ umers wüns nem Glauben, Beſtaͤndigkeit iſt Kronen esgezogn n werth. Wer ſich den Anker laͤſſet rau⸗ Nw uit ben, der wird im Sturme leicht ge⸗ it einr ſias faͤhrd't. Wer aber feſt an Jeſu haͤlt, wenn Erd' und Himmel faͤllt. Hhh 2 2. Halt 852 Getroſter Muth. 2. Halt ein mit deinen Jammerkla⸗ gen! Der Himmel liebet die Geduld. Wenn wir die Laſt gelaſſen tragen, ge⸗ winnen wir des Schoͤpfers Huld. Wie wuͤrde der von ihm geſchaͤtzt, der ihm ſich murrend widerſetzt? b 3. Halt aus! das Kreuz waͤhrt doch nicht immer; die Hoffnung ſieget ganz gewiß. Auf Sturm folgt wieder Son⸗ nenſchimmer, der Kreuzweg fuͤhrt ins Paradies, die Wuͤſte hin zum Vater⸗ haus; drum, Herz, halt an, halt ein, halt aus! Getroſter Muth. (Eigene Melodie.)- 533. Warum ſollt' ich mich denn graͤmen? Hab' ich doch Chriſtum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir ſchon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieſes Leben, da es mir einſt allhier ward von Gott gegeben; nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich ſie, nach viel Muh einſt verlaſſen werde. 3. Gut Getroſter Muth. 853 llin 3. Gut und Blut, Leib, Seel und aia Leben, iſt nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder geben, geb' ich's hin, preiſe ihn, blick' aufs beßre Leben. 1 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tra⸗ gen, dringt herein Angſt und Pein: ſollt ich drum verzagen? Der es ſchickt, der wirds auch wenden, er weiß wohl, wie er ſoll all mein Ungluͤck enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergoͤtzt; ſollt' ich jetzt auch nicht et⸗ wwoas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu ſchwer zuͤchtigt Rer an er ſeine treuen Kinder. 6. Satan, Welt und ihre Rotten koͤnnen mir nichts mehr hier thun, als mſolr on meiner ſpotten. Laß ſie ſpotten, laß ſie S doc bi lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' ſie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen ſoll unna ein Chriſt, wo er iſt, ſeinem Gott ver⸗ rrauen. Was ſollt er zu ſchmerzlich fin⸗ den? Selbſt den Tod hilft ihm Gott Uhiet Mn winden. mn e 8. Kann mich doch der Tod nicht toͤd⸗ nachennten; nein, er reißt meinen Geiſt aus viel 4 b tau⸗ 854 Getroſter Muth. tauſend Noͤthen; ſchließt das Thor der bittern Leiden, und gibt mir einſt dafuͤr alle Himmelsfreuden. b 9. O dann wird an hoͤhern Schaͤtzen Geiſt und Herz, frei von Schmerz, ewig ſich ergoͤtzen. Bleibend Gut iſt nicht zu finden in der Welt, ſie enthaͤlt Guͤter, die verſchwinden. 10. Was ſind dieſes Lebens Guͤter? Unbeſtand, oft nur Tand, Kummer der Gemuͤther. Dort, dort ſind die edlern Gaben, da mein Hirt, Chriſtus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Quell aller Freuden! du biſt mein, ich bin dein, Niemand kann uns ſcheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du biſt mein, weil ich dich faſſe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen laſſe. Laß mich, laß mich hin⸗ gelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen! ———— —— — —— — —. — -— der Nu ſchlißt nd git mi den. td an frei vone eibend elt, ſie dieſes! ur Tau. t, dortan Hirt, 3 V aben. ein Hit u t mein, ii uns ſcheie Leben udi en Tod = — — — — — * — —ẽ 4 16 — — — — — = faßt. gen. Mein Erbarmer iſt tend ſoll mein Geiſt wo ich weine, nen keine dem, Getroſter Muth. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 534. Muthig! muthig! Bald er⸗ rungen iſt das Ziel von jeder Pein! bald iſt jeder Schmerz verſchlungen von der Freude, frei zu ſeyn, frei von Sorgen und Gefahren, die mir oft ſo druͤckend waren. Unausſprechlich, ewig liebt er, der uns durch Leiden uͤbt. 22. Ich will harren, hoffen, ſchwei⸗ t mir nah'. Be⸗ ſich beugen; wo ich da. Im Verborgnen, bleibt von meinen Thraͤ⸗ der mich in Schwach⸗ heit ſtaͤrkt, meinem Vater unbemerkt. 3. Seine Vateraugen blicken ſanften Troſt auf mich herab, und die Laſten, die mich druͤcken, nimmt er einſt gewiß mir ab. Bis zum letzten truͤben Tage ſtaͤrkt er mich, daß ich ſie trage. Wenn mein Herz verſchmachten will, ruft er mir: Sey fromm und ſtill! 4. Jeſus Chriſtus trug im Staube muthig ſeiner Leiden Laſt; und auch mich erhebt der Glaube, leide, Gott iſt Gott, mein Vater, ſieht main b el⸗ der die Ewigkeit um⸗ 8566 Getroſter Muth. Leiden, Gott, mein Vater, ſieht die Freuden, die das Leiden mir gewaͤhrt, wenn mein Herz ihn duldend ehrt. 5. Fließet dann, ihr ſtillen Thraͤnen! Gott im Himmel zaͤhlet euch. Gott be⸗ merket all mein Sehnen; Gott iſt gnaͤ⸗ dig, Gott iſt reich, naht ſich freundlich meinem Herzen, reinigt es durch Angſt und Schmerzen, lenkt und ziehet mei⸗ nen Sinn ganz zu ſeiner Liebe hin. 6. Bald erſcheint die letzte Stunde, meiner Thraͤnen letzte bald! O dann heilet jede Wunde, und der Gnade Stim⸗ me ſchallt: Ueberſtanden, uͤberſtanden! Sey erloͤſt von allen Banden! Sey be⸗ freit von aller Pein! Geh' zur Him⸗ melsfreude ein! Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 0Ꝙ 4...— 535. G ott iſt mein Schutz in boͤſen b delten Was ſollt' ich fuͤrchten in Ge⸗ bar. Wann heulend ſich die Wogen thuͤrmen, und eine Fluth der andem 4 ruft, ahr? Wer Gott vertraut, hat ihn zur Seiten, er hilft ihm treu und wunder⸗ u ſeiner bi eint det. letzte but e, und dern⸗ erſtanden allen Bu Pein! Gh 5 b 8 hriſt, wenu du in Kreuz und Truͤbſal r wird's wohl machen. Getroſter Muth. 857 ruft, iſt er, geſchuͤtzt durch Gottes Schir⸗ men, wie in der ſichern Felſenkluft. 2. Und wenn die Wolken Flammen ſpeien, geht er getroſt an Gottes Hand, getroſt durch duͤrre Wuͤſteneien, und ihren brennend heißen Sand; getroſt in Peſt und unter Leichen, wenn wuͤ⸗ thend rings umher der Tod, auf ſchwar⸗ zen Fluͤgeln fauler Seuchen, ein eilendes Verderben droht. 3. Geſtuͤtzt, o Herr! auf deine Gnade ſcheut er nicht der Verlaͤumdung Wuth; geht unerſchrocken ſeine Pfade, zertritt die feile Natterbrut. Iſt Gott mein Schutz in boͤſen Zeiten; was ſollt' ich fuͤrchten in Gefahr? Wer Gott vertraut, hat ihn zur Seiten, er hilft ihm treu und wunderbar. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. 25Q 36. Sey unverzagt, du frommer befiehl Gott deine Sachen. In Pein vertrau' allein auf ihn; er 2. Kein 858 Getroſter Muth. 2. Kein Leiden kommt von ohngefaͤhr; wenn's noch ſo unverſchuldet waͤr', hat's Gottes Rath erſehen. Drum ſey nur ſtill, was dein Gott will, laß immer gern geſchehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, ſo ſoll's dir doch nicht ſchaͤdlich ſeyn; Gott kann ſein Kind nicht haſſen. Wer ihn nur liebt, ſich ihm ergiebt, den wird er nicht verlaſſen. 4. Der dich durch Jeſum herzlich liebt, ſucht, wenn er dich durch Kreuz betruͤbt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Luſt und Eifer fehle. b 5. Das Leid beugt Stolz und Ueber⸗ muth, erſtickt der Wolluſt wilde Glut, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß fremder Schmerz dein ditleid leicht gewinne. 6. Auch uͤbt das Kreuz dich in Ge⸗ duld; erhoͤht den Werth von Gottes Huld, ſtaͤrkt maͤchtig dein Vertrauen, lehrt in Verluſt dich nun mit Luſt aufs Unſichtbare ſchauen. 7. Des Leidens Schmerz erhebt dich ſtets zu groͤßrer Inbrunſt des Gebet un Getroſter Muth. und laͤutert deinen Glauben; weit min⸗ der kann Verfuͤhrung dann dir deine Krone rauben. 8. Zwar ſtoͤrt das Leiden deine Ruh; mit bangen Thraͤnen ſaͤeſt du, und un⸗ ter viel Beſchwerden. Chriſt, hoffe doch! es wird dir noch zur reichen Ernte werden. 9. Wie lange waͤhrt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr! nur kurze 859 Zeit. Nach uͤberſtandnem Leide erquik⸗ ha keſt du ihr Herz mit Ruh', und einſt an mit ew'ger Freude. b oh ee. Drum hab', o Seele, guten Muth, vertraue Gott, es wird noch an Zut nach aller Truͤbſal werden. mhet dich durch Kreuz zu ſich, zum Him⸗ Er zie⸗ mel von der Erden. 11. O bet', und ſieh' auf deinen Gott, in aller deiner Angſt und Noth; laß, wie er will, es gehen! Sein Will' iſt gut; behalte Muth! Gott wird dich einſt u erhoͤben. 360 Getroſter Muth. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt tc 537. Des wahren Chriſten ganzes Leben iſt ſteter Kampf, iſt Krieg und Streit; ſo vielen Feinden bloßgegeben, bedarf er große Tapferkeit, mit Eifer und Entſchloſſenheit, mit Vorſicht und mit Wachſamkeit. 2. Chriſt, ſuche hier doch keinen Frie⸗ den! Von Kampf zu Kampfe mußt du gehn; nur denen iſt der Kranz beſchie⸗ et ihn dafuͤr mit Freuden ſein hilft ihm unverhofft, und ſtroͤ⸗ en Herzen zu. Zwar Fleiſch und Blut pflegt's oft zu grauen, es haͤlt das Kreuz fuͤr uͤber⸗ ſchwer; die aber auf zum Himmel ſchau⸗ en, die fuͤrchten ſich davor nicht mehr. Wenn unſer Geiſt nur willig iſt, ſo hilft der Sieger, Jeſus Chriſt. 5. Drum ſoll die Hoffnung feſt ni b ſte⸗ — 5——— — — Heiterkeit und Ruh dem kummer⸗ „—, — — — ——— 3— ————— Himmehm aͤmpfe d 11 romnen a hwere dm für nitſri unverhoſt 1 Nuh min Lhi e Hoffuun ———— ——— 8 ———— 5—=S——— 2 3———— Getroſter Muth. ſtehen, daß alles Leiden dieſer Zeit, das gleich der Erde wird vergehen, nicht werth ſey jener Herrlichkeit, die dort am Ziel der Laufbahn glaͤnzt, und treue Streiter einſt umkraͤnzt. 6. Wohlan, es ſtuͤrmen Noth und Plagen, es ſtuͤrmen Feinde auf mich zu! Ich bin ein Chriſt, ich will nicht zagen; denn meine Huͤlfe, Herr! biſt du, zu dem umſonſt kein Schwacher fleht, und meine Waffen ſind Gebet. 7. Hilf, Jeſu! jeden Feind bekaͤm⸗ pfen, und Glauben halten, und beſtehn; hilf mir die Leidenſchaften daͤmpfen, und ſtets auf dich, Vollender! ſehn. Dann gib mir, nach vollbrachtem Streit, die Krone der Gerechtigkeit. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 538. Forſche nach der Zukunft nicht u mit verweg ner Neugier Sorgen; Gott nit hat deinem Angeſicht weislich, was da i kommt, verborgen; drum laß ferne von dir ſeyn Traͤum' und Ahndungen zu ſcheun. 2. Traue 861 Segen. Wi ſſe dc aß dein n Zief n dir kein Feind verr icken an 2 Jenn dein letzter S hlag eezt auch durch die Lufte bebte„ſa, der E rde d 3 ter m8 ub er dei gem Haup⸗ brand: Gott! ich Hoffnung. 863 2. Wie oft haſt du dem Muͤden ver⸗ uuͤngte Kraft ertheilt; wie oft mit ſanf⸗ nl tem Frieden des Herzens Angſt geheilt; denn a wie oft zu großen Thaten dem Schwa⸗ dn tittit chen Muth geſchenkt, und unter edeln Saaten zu Gott den Blick gelenkt! 3. Aus Donner, Thau und Regen, gus Sturm und Sonnenſchein, ver⸗ ſprichſt du Gottes Segen, um Sorgen zu zerſtreun; und frohe Lieder toͤnen, eind derng durch dich hervorgebracht, von frommen ster Enn Mdenſohnen dem Gott der Huld und di acht. 4. Du biſt es, die dem Kranken die Angſt des Todes ſtillt, mit himmliſchen Gedanken der Zukunft ihn erfuͤllt. In ſeinen letzten Stunden zeigſt du ihm — Seligkeit, die ihn, der Huͤll entbunden, aauf ewig dort erfreut. b 5. Auch mir, auch mir zur Seite gehſt du, o Hoffnung, treu, machſt, und, A daß in jedem Leide ich mich der Zukunft ung ſt freu; zeigſt dort mir neue Bluͤthe, welkt rin n hier ein Gluͤck mir ab. Preis ihm! der äu dich aus Guͤte mir zur Gefaͤhrtin gab. t rech. 6. O fuͤhre du mich weiter, auf dunk⸗ 3, du lis ler Lebensbahn; dann geh' ich froh und 4 Sorn hei⸗ — 7 864 Hoffnung. heiter zu meinem Ziel hinan. Wie viel darf ich noch hoffen! Du zeigſt in Got⸗ tes Licht mir ſelbſt den Himmel offen; und dieſes taͤuſchet nicht. Mel. Chriſtus, der iſt mein Leben ꝛc. 540. Mag auch der Glaube zagen! Ein Tag des Lichtes naht. Aus Daͤmm⸗ rung wird es tagen, zur Heimath fuͤhrt ſein Pfad. 2. Mag auch die Liebe weinen! Es kommt ein Tag des Herrn. Nach dunk⸗ ler Nacht wird ſcheinen ein heller Mor⸗ genſtern. 3. Mag Hoffnung auch erſchrecken! Mag jauchzen Grab und Tod! Die Schlummernden wird wecken dereinſt ein Morgenroth. (Eigene Melodie.) 541. Wer nur den lieben Gott laͤßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in halle Noth —— 3——— —— A — — Hoffnung. 865 Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem ſt den„ Allerhoͤchſten, traut, der hat auf keinen tncht Sand gebaut. R 2. Was helfen uns die ſchweren Sor⸗ — gen? Was hilft uns unſer Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Mor⸗ de ſt unim gen beſeufzen unſer Ungemach? Wir machen unſer Kreuz und Leid nur groͤ⸗ uc ßer durch die Traurigkeit. es naßt. 3. Man halte nur dem Hoͤchſten ſtille, lagen ß und ſey mit ſeinem Rath vergnuͤgt, wie unnſers Gottes Gnadenwille zu unſerm die Lihet wahren Wohl es fuͤgt. Gotk, der uns s Ham. ſich hat auserwaͤhlt, der weiß am beſten, heinen nt was uns fehlt. ſ ung acht den, weiß, wenn uns Huͤlfe nuͤtzlich ſey. zrab und d wird witt ——— mah und daß ihm der im Schooße ſitze, den b f Erden gluͤcklich preiſt; die Zu⸗ t* h ſehr viel, und ſetzet t auf w n at crhaln Jii 6. Es 866 Hoffnung. 6. Es ſind ja Gott ſehr leichte Sa⸗ chen, und ſeiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott iſt's allein, der Jedermann ſo bald er⸗ hoͤhn, als ſtuͤrzen kann. .7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu, und trau' des Himmels reichem Segen, ſor⸗ wird er r bei dir werden neu. Denn ſeine Zuverſicht auf Gott ſetzt, Seufien, Se d einen,„Ria a b allein m nur e 2. Ge„. ich ih en W einſam, ohne Freundeshand, anter Blitz und Donnerichlägen, durch das Pilger land: wenn das Wet Hoffnung. 867 dun e wird die Ausſicht hell und frei, und ich waman ſehe mit Vergnuͤgen meine Heimath vor dß Und nz mir liegen. 3. Saaten, weinend ausgeſaͤet, wach⸗ ſen unter Stuͤrmen auf, muͤhſam endlich abgemaͤhet, ſammelt ſich die Frucht zu Hauf; ſuͤßer Lohn fuͤr Muͤh' und Fleiß, wohlvergoltner ſaurer Schweiß, wenn der Schnitter dich erblicket, o wie wird an ſein Herz erquicket! 4. Wenn ich Roſen will abbrechen, mnuß ich leiden ſanft und ſtill, daß mich ſcharfe Dornen ſtechen, weil es ſo der Schoͤpfer will; er hat uns ein Ziel gezeigt, on das man nur mit Muͤh' erreicht; dieſe muß man uͤberwinden, wenn man will n nach dem hielt den Sieg, 1 Krieg; Kanaan wird ni eh’ die Feinde uͤber⸗ 4 4 11 † I IV 494 MI 1 4 3 1.1* “ 64 1 ll t 1 17„ AI 4 4 das Weinbe dur 1 8 —— — 868 Hoffnung. math hin; zu des Himmels Seligkeit kommt kein Menſch hin ohne Streit, aber nach vollbrachtem Streiten folgen ew'ge Feirdenszriren, 7. Es ſind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Freude ſehn, aus viel Truͤb⸗ ſal hergekommen; darum ſiehet man ſie ſtehn vor des Lammes Strahlenthron, prangen in der Siegeskron, und mit Pal⸗ men ausgezieret, weil ſie gluͤcklich trium⸗ phiret. 8. Darum will ich nicht verzagen in dem Kampf mit Erdennoth, all mein Leid geduldig tragen, treu und ſtandhaft bis zum Tod; aber jene Herrlichkeit, nach dem Leiden dieſer Zeit, o Herr, laß es mir gelingen, daß ich dieſe moͤg er⸗ ringen! b Zachet auf, ruft uns die ꝛe. 43. Gott! wenn auch der.s Leiden Burde wach druͤc ender dem Her Mel. T du, o? Vater! 35 ede Mor hern Freude mir hervor. ude ſchn aen ; darun ſi ammes En iegeskron u weil ſie g ill ich nita jene Hert r Zeit, oh daß ich de tauf, nit mn 1 1 Hoffnung. 869 nicht vergißt, der Liebe war und iſt, wiͤſt ereerken CHin glaubt mein Herz, kaͤgt den Schmerz gelaſſen im Ver⸗ trau'n auf dich. z9elaſß 2 c hoffnun Nacht dr Sn 544. Sollt es gleich bisweilen ſchei⸗ 5.. 4 Pinen, als verließe Gott die Seinen, o heibbt⸗ ſo Hoffuaus. — 2 Seiner kann ich mich getroͤſten, e Noth am allergroͤßten; er iſt nich Kind, mehr als vaͤter⸗ —„—— — — 3—— —— ——=ͤͤ —— der 4, anm mn— ſie Alle däg ſte Gen an ich mit am allergn, Kind, me Jelt michu c der Him ſe Alles hi du mein; a 545. bringen, — Ermunterung zum Gebet. 871 4. Anbetung Gottes. Ermunterung zum Gebet. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. Wohlauf, mein Herz, wohl⸗ auf! zu Gott empor zu dringen, ihm Wuͤnſche und Gebet im Glauben darzu⸗ weil Gott dich beten heißt, weil dich ſein lieber Sohn mit Freuden tre⸗ ten heißt vor Gottes Gnadenthron. 2. Dein Vater iſt's, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder iſt's, der dir verſprach, dich zu vertreten; der werthe Troͤſter floͤßt den Trieb zum Beten ein, drum muß dein Seufzen auch gewiß erhoͤret ſeyn. b b 3. Da ſiehſt du Gottes Herz; das kann dir nichts verſagen; ſein Wort, ſein treues Wort, vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmoͤglich duͤnkt, kann ſeine Vaterhand noch geben, die von dir ſchon ſo viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jeſu Chriſti Namen! Sprich: lieber Vater, hilf! Ich bin dein Kind; ſprich: Amen! Ich weiß, es wird geſchehn; ein 872 Ermunterung zum Gebet. dein Herz verlaͤßt mic d du wil ſt ſt,. du kann ſt; , Ehre! Frohlockt im Staube, betet an! Vor n ga n zen terdge ſha nan 1 — darf nur der Menſch zu Got Flügel die Andacht ſtiner Seele rahe im haxu del. auf dem? 8* umenhuͤgel, in wen enn wirz in ei 1 lgen Ger el e— de durc rc ihren Slan zum Schoͤf 1 zie ſchim⸗ Gott der Sterne, als Kind mit 3. Nie Bateheſt uͤhlt de er L Ehriſt die Bi Bu dde e, di die ih n hoſt me itt 5 rErde zieht Ermunterung zum Gebet. 873 athmet ſchon der Staubverwandte das Leben, das im Himmel lebt, zu dem er aus dem Sinnenlande durch ſtille Gra⸗ besſchauer ſchwebt. 4. Da ſchwindet jedes Gluͤck der Erde vor ſeinem hellen Blick in Nichts; da ſchwinden Kummer und Beſchwerde, wohhecte wie Schatten vor der Macht des Lichts. ganen. Drum laßt, mit reiner Seelen Fuͤlle, der uns oft dem Weltgeraͤuſch entfliehn, f n und in dem Himmel unſrer Stille vor dem Erhabnen betend knien. Mel. Wie groß iſt des Almaͤcht'gen ꝛc. 547. Dein Heil, o Chriſt, nicht zu verſcherzen, ſey wach und nuͤchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem guten Herzen hat Gott, dein Vater, nie ver⸗ werſicht ni ſchmaͤht. Erſchein' vor ſeinem Ange⸗ Sterne uh ſichte mit Dank, mit Demuth, oft und n gern, und pruͤfe dich in ſeinem Lichte, fintt l und klage deine Noth dem Herrn. Una eh 2. Welch Gluͤck, ſo hoch geehrt zu ae werden, und im Gebet vor Gott zu n, ſtehn! Der Herr des Himmels und der 9 8 Er⸗ 5 3 874 Vaninternng zum Gebet. Seele nic ht? 2 t taag in det Furcht des Hoͤc hſten ſtaͤrken, in dem Tnehann daß Gott uns liebt, im Fleiß zu a llen guten Werken, was iſt, das ſo 0 viel 2 uht gie bt? zum Fleiß in guten Hkraͤftiger den Muth erhoͤhn? e in Leidens ſtunden daeken r5. Dein; dna ort 8 die immer 3a und bw Amen. A WVer lau big bitte tet, nicht? 6 ſten ſtätte Gott unt uten Wetht ſch giedt? zum F tiger den Leidensſtn kindlich at t gibt u I ſ H die grißtne das reudigketti art iſt inme laubig 6 darum il M da kan nd Troſ * men mit fücht mich 875 dann Gott! Ermunterung zum Gebet. tig, herzlich fromm und rein! werd ich uͤber Alles lieben dich, und ewig ſelig ſeyn. 7 Mel. Was Gott thut das iſt ꝛc. 548. Welch hohes Vorrecht ſchenkſt du mir, o du, dem Seraphinen, mit Ehrfurcht und mit Dankbegier, vereinet feſtlich dienen! Es darf mein Geiſt, der ſchwach dich preiſt, ſich aus dem Staube wingen, und betend zu dir dringen. 2. Ich darf mit froher Zuverſicht vor deinem Thron erſcheinen, und du, mein Gott! verwirfſt mich nicht, du zaͤhlſt mich zu den Deinen. Du zeigeſt dich mir vaͤterlich, ſo oft ich zu dir trete, und kindlich vor dir bete. 3. Erſtickt die Sinnlichkeit in mir des erzens fromme Triebe, ſo ſtaͤrkt mich Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was ſuͤndlich iſt, kann ich als Chriſt durch deine Kraft bezwingen, und ſo den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an ſanftem Sinn, Liebe gegen Bruͤder, ſo flieh ich be⸗ tend 876 Ermunterung zum Gebet. tend zu dir hin, und haſſe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und ſucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergel⸗ ten. 5. Betracht' ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben, ſo wird und kann ſich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh' zu dir: ver⸗ zeihe mir! und du willſt gern verzeihen, und mich mit Troſt erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quaͤlen; wenn mir des Lebens Gluͤck entflieht, und treue Freunde fehlen; ſo wend ich mich getroſt an dich, du lehrſt mich mit Entzuͤcken im Elend Heil erblicken. 7. In ſtillen Stunden denk' ich oft: Was ſeyd ihr eitle Freuden? Ach, wie geſchwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk' ich dies, ſo fuͤhlt gewiß mein Herz ſich angetrieben, nur dich, Herr! ſtets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufs⸗Geſchaͤften! Du lohneſt dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kraͤften. Wer dir vertraut und buf Jo ſch u wilſt zu oſt erfreun mmer mii mich Sa Lebens Git de fehlens fich, du lat end Heila Ermunterung zum Gebet. 872 dich baut, den kroͤneſt du mit Segen auf allen ſeinen Wegen. 9. Du Geiſt der Kraft und des Ge⸗ bets, du Geiſt der reinſten Liebe, er⸗ weck' und ſtaͤrke du nur ſtets zur An⸗ dacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuverſicht zu meinem Vater treten; ſo lehre du mich beten. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛe. 549. Wie groß iſt Gottes Huld! Ich darf mich unterwinden, mich betend ihm zu nahn, um tief es zu empfinden, wie groß an Macht zum Schutz, wie reich an Freundlichkeit er jedem From⸗ men ſey, der ſein Gebet ihm weiht. 2. Zu meinem Troſt und Gluͤck, zu unverhoftn meiner Tugend Segen, mich gegen Gott dati zum Dank, zur Liebe zu bewegen, von Und dant Furnt« 1 Herz ſi ihm im Leiden Kraft und Staͤrke zu 8 in empfahn, darf ich mit Zuverſicht ihm Nau a im Gebet mich nahhn. 4 N lin 3. Wie innig freu' ich mich, wenn veſch eg ich aus voller Seele die Wunder ſeiner ſeht m Huld mit heißem Dank erzaͤhle. Du Ver dir 4 biſt Stunden i. tle Freuda 878 Ermunterung zum Gebet. biſt die Liebe, Gott! ſo ruf' ich hoch entzuͤckt, und fuͤhl im Geiſte ſchon zu ihm mich hingeruͤckt.. 4. Wenn ich mein Gluͤck und Herz in ſeine Haͤnde lege, und ſeine Fuͤhrun⸗ gen mit Preis und Dank erwaͤge: wie ſuͤß iſt meine Ruh! wie feſt die Zuver⸗ ſicht: mein Vater und mein Gott ver⸗ laͤßt die Seinen nicht. 5. Ich wandle Gottes Weg nie fro⸗ her, nie gewiſſer; nie iſt des Lebens Luſt mir unſchuldsvoller, ſuͤßer; nie bin ich meiner Pflicht mit groͤßrer Sorgfalt treu; nie iſt mein Blick ſo froh, mein Herz ſo ſorgenfrei! 6. Fromm, ruhig und vergnuͤgt ver⸗ fließen mir die Stunden, wenn ich am Morgen ſchon Gott im Gebet empfun⸗ den; ihn dankerfuͤllt erhob und Weis⸗ heit, Kraft und Rath, Schutz, Segen, Troſt und Ruh' andaͤchtig mir erbat. 7. So will ich denn, o Gott! mit kindlichem Vertrauen mein Herz oft durch Gebet veredeln und erbauen. Er⸗ weck und ſtaͤrk' in mir der Andacht ho⸗ hen Trieb; und dann verſiegle mir den Troſt: du haſt mich lieb! G — Mel. Gottes nie iſt dee ler, ſͤßenn nit groͤßet n Blick i ei! hhig und wa Stunden, k ott mas füllt ahnr Leiden uͤbt, bleibt er doch Vater, der Rath, Stt uns liebt. 4 andaͤctine h dem it den, e rauen un und hilft ime muns zur Suͤnd' und Thorheit reißt; nur nit den muͤſſen unſre Wuͤnſche damn verſt Khriſten wuͤrdig deln und c iich lie — Ermunterung zum Gebet. 879 Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ze.. 550. Wenn ich vor dich, mein Schoͤp⸗ fer! trete, und in der ſtillen Einſamkeit zu dir aus voller Seele bete, was fuͤhl ich da fuͤr Seligkeit! Ich ſchwinge mich empor, es flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann acht ich nicht der falſchen Freuden, verachte jede Flitterpracht, um die ſich Menſchen oft beneiden, und die ſie nur zu Sklaven macht. Nur hoͤhre Luſt kann mich erfreun: das Gluͤck, Gott wohlgefaͤllig ſeyn. 34 3. Dann weichen ſelbſt die ſchwerſten Sorgen, dann weicht das Leiden, das mich druͤckt; ich weiß, dem Herrn iſt nichts verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Auch wenn er uns durch 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Lei⸗ den, es ſtaͤrkt zur Tugend unſern Geiſt, mit Weisheit alles meiden, was rein, und eines ſeyn. A 5. Drum 880 Ermunterung zum Gebet. 5. Drum bitt ich nicht in meinen Lei⸗ den: Nimm, o mein Vater! ſie von mir; auch bitt' ich nicht in meinen Freu⸗ den: erhalte dieſe Freuden mir; nur um ein dir ergebnes Herz bitt' ich zu dir in Freud' und Schmerz. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 551. Mein beſter Troſt in dieſem Leben iſt ein Gebet zu dir, o Gott! Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ru⸗ higes, zufried'nes Herz. 2. Wo kann ich Troſt und Ruhe fin⸗ den, wenn mein Gewiſſen mich verklagt, wenn, bei der Menge meiner Suͤnden, mein Herz vor ſeinem Richter zagt? Nichts troͤſtet mehr als ein Gebet, das, Gott! bei dir um Gnade fleht. 3. Und wenn ein Kummer mich ver⸗ zehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich dich, Gott! der mich hoͤret, um Troſt in dieſem Kum⸗ mer ich ALn: b Bitte um Beiſtand zum Gebet. 881 ich nich i ſtandez mein Am mer an. Wer dir ſein Leid mit Zuver⸗ uitum ſicht entdecket, den verwirfſt du nicht. 4. Bet ich bei des Berufs⸗Geſchaͤfte, Her üri den du mir auferlegt, zu dir, ſo fleh er. ich nicht umſonſt um Kraͤfte, du, Gott der Staͤrke! gibſt ſie mir; du gibſt aus vaͤterlicher Huld mir Segen, Weisheit — und Geduld. 5. Wenn boͤſer Luͤſte Macht zu daͤmpf⸗ en, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bet' ich, und du hilfſt mir kaͤmpfen, du gibſt mir Muth zu je⸗ awin der Pflicht, und ſtark durch deine Got⸗ Schan teskraft, bezwing ich jede Leidenſchaft. 6. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Huͤlfe finden kann, ſo ruf' ich dich doch nicht vergebens um deinen Beiſtand, Vater! an, der, wenn Gewiſennt die Sprache mir vergeht, ſelbſt meine Nenge uan Seufzer noch verſteht. ſeinem N—. ehr als ihèh Bitte um Beiſtand zum Gebet.. Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛc. B 9 DOeſchaͤmt klag' ich es dir, der dc mein Gott! gern wollt ich eifrig beten, f ich wit und fuͤhl ich Mangel, Elend, Noth, b Troſt b Kkk voll will jede Traͤgheit haſſen; mein Herz, 882 Bitte um Beiſtand zum Gebet. voll Glauben vor dich treten; gern braͤcht ich, beſter Vater! dir, voll Andacht und voll Dankbegier, die Opfer meiner Lip⸗ pen. 2. Allein mein ſchwaches Herz, o Herr! kann ſich nicht gnug erheben; zum Guten oft zu kalt und ſchwer, bleibt es am Eiteln kleben. Mir fehlt's an Eifer und an Muth, mich reizet oft mein Fleiſch und Blut, das Beten zu ver⸗ ſaͤumen. 3. Und faß ich einmal den Entſchluß, ſo leb ich unter Suͤndern, die mich durch Spott und durch Verdruß am Beten oft verhindern. Fleht auch mein ſeuf⸗ zend Herz zu dir, ſo kann leicht die Zer⸗ flreuun mir den Ernſt der Andacht rau⸗ en. 4 Voll Wehmuth, Vaterl bitt' ich dich, befrei' mich von dem Kummer; dein guter Geiſt erwecke mich aus mei⸗ ner Traͤgheit Schlummer, und treibe mich zu meiner Pflicht, ſo wird mir Ernſt und Eifer nicht bei meiner An⸗ dacht fehlen. 5. Ich will hinfort Nachlaͤſſigkeit, ſonſt ————— —*½—— ——— —— 5 —— ——ꝛ—— —+X————— — — — — — — — — — iſtand zun ich tuin di, doll e die dyf nd Fleht au⸗ „ſo kamnſ Ernſt de muth, Va. ch von da erweckt ui Schlummet 1 Bitte um Beiſtand zum Gebet. 883 ſonſt oft der Welt geweiht, ſey dir ganz uͤberlaſſen; es ſoll, mein Gott! auf dich allein in Andacht ernſt gerichtet ſeyn; gib du mir Kraft und Stlaͤrke. 6. O laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten; den Ernſt der Andacht wollſt du ſtets befoͤrdern und erhalten. Den Hinderniſſen wehre du; gib meinem Herjen ſtille Ruh, zu dir ſich zu erhe— ben! b Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛc. 553. O Gott! es fehlt uns Kraft und Licht, dich wuͤrdig zu verehren; wir wiſſen ſo zu beten nicht, daß du uns kannſt erhoͤren. Geuß aus, wie es dein Wort verheißt, auch uͤber uns den heil⸗ gen Geiſt der Gnad' und des Gebetes. 2. Der nehm' ſich unſrer Schwach⸗ heit an, uns kraͤftig zu vertreten, ſo oft wir deinem Thron uns nahn, zu dan⸗ Aflicht, ſon; its ken und zu beten; hilf, daß wir nicht tmicht u blos mit dem Mund, daß wir aus tie⸗ 3 fem Herzensgrund zu dir mit Andacht hinfort 1 beten. eit haſtni Kkk2 3. Zieh 88⁴4 Bitte um Beiſtand zum Gebet. 3. Zieh unſer Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen, und thu' uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Gefallen hat, ſo daß ſich unſer Herz dir naht, und nicht blos unſre Lippen. 4. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maaß im Beten dir vorſchreiben; anhalten ohne Unterlaß; bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unſer Wohl befoͤrdert. 5. Laßt uns im Herzen und Gemuͤth auf unſer Werk nicht bauen; auf deine unerſchoͤpfte Guͤt' laß einzig uns ver⸗ trauen. Und ſind wir auch nicht deſſen werth, ſo ſey doch unſer Flehn erhoͤrt von dir aus lauter Gnade! 6. Du, Vater! weißt, was uns ge⸗ bricht, ſo lange wir hier leben; verbor⸗ gen iſt dir's gleichfalls nicht, wenn wir in Noͤthen ſchweben. Wir, deine Kin⸗ der, flehn dich an; wir ſind gewiß, daß uns nicht kann dein Vaterherz verlaſſen. 7. Wir haben ja die Freudigkeit in Jeſu Tod empfangen, der Gnadenthron iſt da bereit, die Huͤlfe zu erlangen. d eil⸗ keine tn creiden eit m allen u⸗ zille bitmte tamen chi Allgemeine Bitten. 885 heilge Haͤnd' uns immer hier aufheben, Bater und zu dir mit wahrer Inbrunſt eten! Allgemeine Bitten. Mel. Erſchienen iſt der herrliche ꝛc. 554. Du, deß ſich alle Himmel freun, auch meine Seele freut ſich dein, daß, du, du ſelbſt, der ewig iſt, Herr, Herr, daß du mein Vater biſt! mein Vater biſt. 2. Weit, uͤber unſer Stammeln, weit geht deines Namens Herrlichkeit; ihn heilige, von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Namen nennt, Unendlicher! 3. Der du dich uns durch ihn ent: huͤllſt, das nur iſt ſelig, was du willſt! Dein Will'’, o Liebender, geſcheh' auf Erden, in der Himmel Hoͤh', du Lie— bender! 4. In unſers Leibes kleinern Noth ſey mit uns! Gib uns unſer Brod! Labſt du den Leib, ſchickſt duihm Schmerzz froh, ſtill, voll Dank ſey unſer Herz! Erhalt' uns dir! 35 e.—— 1 8 886 Allgemeine Bitten. 5. Vergib uns unſre Miſſethat, die, Vater! dich erzuͤrnet hat, wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidigungen ihm verzeihn! Erbarme dich! 6. Zu ſchwer ſey die Verſuchung nicht! Uns leucht', Erbarmender! dein Licht, wenn uns der Fluch der Suͤnde ſchreckt, und Nacht vor uns dein Antlitz deckt, Erbarmender! 7. Erloͤſ, erloͤſ uns, unſer Gott, aus dieſer und aus aller Noth! Laß ſterbend uns dein Heil erflehn, und ein zu dei— ner Ruhe gehn, Gott, dem wir traun! 8. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erſchallt dein Ruhm! Du biſt der Herr der Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gelobt ſeyſt dul! — Mel. Seelenbraͤutigam ꝛc. 955. Kindlich nahen wir uns, d Vater! dir; der Gedanke deiner Liebe heiligt unſers Herzens Triebe; ja, mit Vaterſinn ſchauſt du zu uns hin! „2. Himmliſch iſt dein Thron, himm⸗ liſch auch dein Lohn, wenn wir ohne Furcht ine Binn unſt Nm ut m rein, Ji die Dait armender h ihh der Eun uns den m uns, unſt er Nothl hi fflehn, min Gott, demnn Himmels erſchalt n der Hent gkeit. Geb ——————;‧ dlenbraͤutigmn Allgemeine Bitten. 887 Furcht und Grauen deiner Huld und Macht vertrauen. Beifall winkeſt du frommen Betern zu. 3. Sey denn jederzeit, Herr der Herr⸗ lichkeit! von der weiten Welt verehret, und was deinen Ruhm vermehret, muͤſſe ſtets allein uns geheiligt ſeyn! b 4. Deines Reiches Glanz zeige ſich uns ganz, und das Alter, wie die Ju⸗ gend, liebe Wahrheit, Recht und Tu⸗ hand. Ueberall wie hier, weihe man ſich dir. 5. Jeder faſſe Muth! Du regierſt uns gut. Jeder ſuche deinen Willen gleich den Geiſtern zu erfuͤllen, die ſich himm— liſch freun, dir getreu zu ſeyn. 6. Froͤmmigkeit beſteht, Erdengluͤck vergeht. Doch was noͤthig iſt auf Er⸗ den, Herr! das muͤſſ' uns taͤglich wer⸗ den! Nur was uns gebricht, mehr er⸗ flehn wir nicht. 7. Oft verirren wir uns, o Gott! 9f nahen Gedantt i erzens dii von dir; ach verzeih' uns dieſe Suͤn⸗ den, ſo wie wir uns willig finden, Fein⸗ rien den zu verzeihn, ſanft und mild zu ſeyn. du n s. Regt die boͤſe Luſt ſich in unſrer it den An Bruſt, Herr! ſo laß uns nicht erliegen; kohn, nm⸗ lehr' 888 Allgemeine Bitten. lehr' uns beten, kaͤmpfen, ſiegen! Un⸗ verfuͤhrbar ſey unſer Herz dir treu! 9. Leit uns durch die Welt, wie es dir gefaͤllt; nur entreiß' uns allem Boͤ⸗ ſen! Du biſt Gott, du kannſt erloͤſen. Deines Himmels Heil werd' uns einſt zu Theil. 10. Herr! wer iſt wie du? Alles jauchzt dir zu; Alles lehrt in deinem Reiche, daß an Macht dir Niemand gleiche. Deine Herrlichkeit waͤhrt in Ewigkeit. Mel. Wenn wir in hoͤchſten ꝛc. 556. Ich komme vor dein Angeſicht, verwirf, o Gott! mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Gedulld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir; ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sey mein Beſchuͤtzer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Iſt wohl 33 Uebel, — — — a wir in höin mme vorde t! men ie neine Söll Geduld! ein reirdſ Allgemeine Bitten. 889 Uebel, das mich ſchreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 84 4. Ich bin ja, Herr! in deiner Hand; von dir empfing ich den Verſtand; er⸗ halt' in mir, und durch dein Wort er⸗ leucht' und leit' ihn immerfort. 5. Laß, deiner Gnade mich zu freun, ſie ſtets vor meinen Augen ſeyn; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn ſtets durch Liebe thaͤtig ſeyn. 6. Das iſt mein Gluͤck, was du mich lehrſt, drum gib mir Kraft, daß ich zu⸗ erſt nach deinem Reiche tracht' und treu in allen meinen Pflichten ſey. 7. Ich bin zu ſchwach aus eigner Kraft zum Siege uͤber Leidenſchaft; du aber ziehſt mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Guͤtern dieſer Welt ſo viel mir nuͤtzt und dir gefaͤllt; bei Wenigem Zufriedenheit, zur Arbeit Muth und Heiterkeit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueber⸗ 16 fluß, ſo lehr' mich maͤßig im Genuß, und 7 duͤrftge Bruͤder zu erfreun, auch einen frohen Geber ſeyn. 10. Gib mir Geſundheit und werſah, da 890 Allgemeine Bitten. daß ich ſie nuͤtz' und dankbar ſey, doch nie, zu meiden Schmerz und Muͤh, mich zaghaft meiner Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir ſtets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht ſich uͤbt, mir Rath und Troſt und Beiſpiel giebt. 12. Befiehlſt du mir ein laͤngres Ziel, und werden meiner Tage viel: ach dann, o meine Zuverſicht! verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird ſich einſt mein Ende nahn, ſo nimm dich meiner herzlich an, und ſey durch Chriſtum, deinen Sohn, nein Schirm, mein Schild, mein großer ohn. Mel. Ich dank' dir ſchon ꝛc. 557. Aumaͤchtiger! der ſeinen Thron im Himmel hoch erhoͤhet, o hoͤre mich, der erde Sohn, der hier im Staube ehet. 2. Du ſchufſt mich Staub, und willſt mich Staub zum Engel einſt erheben; hier werd' ich der Verweſung Raub, um ewig dort zu leben. 3. Was 2— —————— ——— —— —— — — — — — er Tage ie zt. verlaß d ſich einiet dich meinee hriſtum, de ein Schid —·,— ·—— dank dieſäei mein ewoges Heil zu finden, Allgemeine Bitten. 891 3. Was iſt der Menſch? Wie arm, wie bloß iſt er, der Herr auf Erden! Was iſt der Menſch? Wie frei, wie groß! Unſterblich muß er werden. 4. Verleihe mir die Wiſſenſchaft, und gib mir Willen, Muth und Kraft, mich ſelbſt zu uͤberwinden. 5. Im Gluͤcke Furcht, im Ungluͤck Muth, iſt's, was ich von dir fiehe. Was du mein Schoͤpfer willſt, iſt gut, und was du willſt, geſchehe! 6. Laß mich mein Brod durch deine Gunſt und meinen Fleiß erwerben, und lehre mich die große Kunſt, einſt froh in dir zu ſterben. b 7. O du, vor dem der Seraph kniet, den Engel⸗Choͤr' umringen! von allen Sternen ſchallt das Lied, das dir die htiger deſ Geiſter ſingen. 1 du haſt den Staub erhoben. Heil mir! ich bin ein Geiſt, wie ſie; der Menſch darf, Herr! dich loben. n, der hie 1 8. Anbetend beug' auch ich mein Knie; Mel. 892 Allgemeine Bitten. Mel. Schmuͤcke dich, o liebe ꝛc. 558. Gott, du Hoͤchſter ohne Glei⸗ chen! Herr von Millionen Reichen, kindlich darf ich vor dich treten, darf zu dir als Vater beten, darf dich meinen Vater nennen, meine Wuͤnſche dir be⸗ kennen, und du gibſt mir, was ich flehe, ja weit mehr, als ich verſtehe. 2. O ſo hoͤre, Vater! hoͤre, was ich demuthsvoll begehre: Laß vor Eifer mich entbrennen, dich zu ſuchen, dich zu kennen, daß mich, wo ich bin und lebe, deine Herrlichkeit umſchwebe, und ich dich in Freud' und Schmerzen immer hab' in meinem Herzen. 3. Der im Leben und im Sterben uns erloͤſte vom Verderben, Jeſus Chri⸗ ſtus, meine Freude, du mein Troſt, wenn ich einſt ſcheide! dir, wie ſehr auch Spoͤtter ſpotten, dir auch unter Frevelrotten treu zu ſeyn in meinem Glauben, dieſen Schmuck laß nichts mir rauben. b 4. Deinen Geiſt, der Schwachen Fuͤh⸗ rer, gib auch mir ihn zum Regierer, daß ich nie den Pfad erwaͤhle, wo ich mei⸗ Allgemeine Bitten. 893 meines Ziels verfehle, ernſtlich nur nach Wahrheit ringe, jede Leidenſchaft be⸗ Muen zwinge, chriſtlich froh ſey, chriſtlich u leide, und mit Chriſtenſinne ſcheide. 3. Willſt du, Herr! zum Erdenleben mir vom Irdiſchen auch geben; gib Ge⸗ ſundheit, Muth und Kraͤfte, ſegne des Berufs Geſchaͤfte; laß, die Duͤrftigen zu laben, immer mich ein Schaͤrflein haben, und im Menſchenkreis erfreue Frieden mich und Lieb' und Treue. Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛc. und Schmn 559. Oerr! wie du willſt, ſo ſchick's Herzn mit mir, im Leben und im Sterben. ehen un Mein Herz verlangt allein nach dir; Verder, Herr! laß mich nicht verderben, erhalt ude n mich nur in deiner Huld, ſonſt wie du ſchede n wilſese gib mir Geduld, dein Wille iſt der beſte. votim i 2. Zucht, Ehr und Treu verleih' mir, Herr! zu deinem Worte Liebe; behuͤte mich vor falſcher Lehr, und gib, daß ich mich uͤbe in Werken wahrer Froͤm⸗ ſt,derEirz migkeit; wend' ab all' Ungerechtigkeit ni in von meinem ganzen Leben. fad eche 3. Soll Pfad mi 894 Allgemeine Bitten. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieſer Welt abſcheiden; o, ſo ver⸗ leih mir deine Gnad, daß es geſcheh mit Freuden. Herr! Seel und Leib befehl ich dir, gib nur ein ſel'ges Ende mir durch Jeſum Chriſtum, Amen. Mel. Sollt' es gleich bisweilen ꝛc. 560. Arquell aller Seligkeiten, die in Stroͤmen ſich verbreiten durch der Schoͤpfung weit Gebiet, Vater, hoͤr' mein flehend Lied! 2. Nicht um Guͤter dieſer Erde, nicht damit ich reicher werde, auch um Welt⸗ luſt komm ich nicht, Vater! vor dein Angeſicht. 3. Schaͤtze, die mich nicht verlaſſen, wenn ich ſterbend werd' erblaſſen, Tu⸗ genden des Chriſten werth, ſind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Gaben! feſten Glauben moͤcht' ich haben, den kein Zweifel, keine Nacht ſchwerer Leiden wankend macht. 5. Unverfaͤlſchte, wahre Liebe, voller edler, reiner Triebe; Liebe, die dem Feind — 3— — —— ——. ——— ——yjj,—— ——— ——— 5 —— — — Allgemeine Bitten. 895 Feind verzeiht, und dem Freund das nad, di Leben weiht; er eu 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, un i wenn die Welt ihr Alles raubte, hin⸗ Sbriß blickt, wo ſie wonnevoll Alles wieder Khuiſn finden ſoll; — 7. Starken Muth im Kampf des gich ian. EChriſten mit der Welt und ihren Luͤſten, Sieg dem Geiſt, und wenn er ſiegt, aln Stts Demuth, die im Staub ſich ſchmiegt; detteng 8. Starke, alle Lebensplagen mit Gehit t Gelaſſenheit zu tragen; ſtilles Harren bis der Tod mich erloͤſt auf dein Gebot; iter diſt 9. Seelenruhe, Muth im Sterben, verde aht wenn die Lippen ſich entfaͤrben, und der ht, Vun letzte Seufzer ſpricht: O mein Jeſu! laß mich nicht. mich uctt 10. Herr! du wollſt im Erdenleben, werd an mir nur dieſe Guͤter geben, bis dein n werth. Ruf einſt meinen Geiſt zu dir, Vater! kommen heißt. — — —½ — = ch haben, 1 acht ſcrn. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 561. Nicht um Reichthum, nicht wahnd um Ehre, bitt' ich, beſter Vater! dich. 1 abtt! be; Libe Wenn 896 Allgemeine Bitten. Wenn ich Weltbeſitzer waͤre, ohne Gott, wie arm waͤr' ich! Nicht um lauter heitre Morgen, nicht um Tage ohne„ Sorgen fleh; ich; wie auch du mich fuͤhrſt: Du, mein Vater, du regierſt! i 2. Dich, o Guͤtigſter! zu kennen; dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dies nur wuͤnſcht mein ganzes Herz. Dank bei froͤhlichen Genuͤſſen, ſtillen Frieden im Gewiſſen; u auch bei Leiden Freud' in dir, Freudd am Guten wuͤnſch' ich mir. b 3. Kraft und Muth und Herzens⸗ freude, meinem Naͤchſten wohlzuthun; Troſt und Staͤrke, wenn ich leide, ſanft und ſtill in dir zu ruhn; Muth die Laſter zu bekaͤmpfen, jede Leidenſchaft zu daͤmpfen, Sinnenreize zu verſchmaͤhn, 6 feſt in Pruͤfung auch zu ſtehn; 4. Nur auf deinen Willen ſehen; dich, o Gott! ſonſt Niemand ſcheun; feſt in deiner Liebe ſtehen, Vater! ſtets dir nahe ſeyn: dieſes Sehnen mir zu ſtillen, l dieſen Wunſch ganz zu erfuͤllen kannſt nur Du, mein Vater! Du. Winke ll mir Erhoͤrung zu! Mel. züͤtigſtr ſch im e Freud un hy ich mi Mut uth i Nachſten n e, wennit ruhn; Mh jede ne enreize zu 1 auch zu ſi h inen Vüntt diemand ſör n mit Weisheit und Verſtand, Allgemeine Bitten. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ſey Ehr' ꝛc. * 562. Gott deine Guͤte reicht ſo weit, ſo weit die Wolken gehen; du kroͤnſt uns mit Barmherzigkeit, und eilſt, uns beizuſtehen; Herr, meine Burg, mein Fels und H mein Flehn, merk auf mein Wort, er⸗ hoͤre meine Bitte. b 2. Ich bitte nicht um Ueber Schaͤtze dieſer Erden; was ich ben haben muß, laß 897 fluß, um zum Le⸗ mir nur taͤglich werden; mit Geiſtesſchaͤtzen ſegne mich, daß ich des Himmels Erbe werde. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, ſo ſehr ſie Menſchen ruͤhren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren; mein Ruhm ſey treuerfuͤllte Pflicht, der Ruhm vor deinem Ange⸗ ſicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und den, Van Gott! auch nicht um langes Leben; im Schnen ganz zi Vater ul — — an wolleſt du mir geben; in deiner Hand Gluͤcke Demuth, Troſt in Noth, die d ſteht meine Zeit, laß du mich nur Barm⸗ herzigkeit vor dir im Tode finden! Lll Mel. ort! vernimm Allgemeine Bitten. Mel. In dich hab' ich gehoffet, ꝛc. 563. Von ganzer Seele preis ich dich, Herr! der du mich ſo vaͤterlich bis dieſen Tag erhalten. Laß fuͤr und fuͤr noch uͤber mir dein goͤttlich Auge walten. b 2. Wer ſchenkt uns Leben, Gluͤck und Ruh? wer gibt uns Kraft zur Pflicht? Nur du ſchaffſt Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn uns nicht erfreun, ſo kann uns nichts gelingen. 3. Du ſchufſt und du regierſt die Welt, nach deinem Rath, wie dirs ge⸗ faͤllt; du lenkſt der Menſchen Herzen. Sey auch mein Licht, und laß mich nicht, Gott! deine Huld verſcherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fuͤhl ich auch was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld! vergib die Sehud, wenn ich aus Schwachheit ehle. b 15. Verſtand und Herz iſt fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft mich weislich zu regieren. Drum bitt Allgemeine Fuͤrbitten. 899 — antz biitt ich dich, laß, Hochſter! mich von — deiner Weisheit fuͤhren. 8 ea 6. Herr! deſſen Huld uns ewig liebt, u mi laß mich beym Segen, den ſie giebt, Halten. ai auf dich, den Geber, ſchauen. Selbſt nir dein wenn du ſchlaͤgſt und Kreuz auflegſt, ſo laß mich dir vertrauen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernſt geweiht, in ddeiner Furcht vollbringe; bis ich einſt ſihn un an dir dort fuͤr und fuͤr Lob, Preis und ts gelina Ehre ſinge. t und du 3 Allgemeine Fuͤrbitten. Licht, mn Mel. Wenn wir in hoͤchſten ꝛc. ne Huddtn 564. Füͤr unſern Naͤchſten beten lehrt nit wir, o Vater! wie fuͤr uns, zu dir. ähl ich unt Gib, der du Aller Vater biſt, gib Jedem, lindheit uin was ihm heilſam iſt. r Hud 2. Dir opfert unſer Lobgeſang An⸗ ich ans n betung, Ehre, Preis und Dank„daß du die Menſchen alle liebſt, und ihnen d Hezitt taͤglich Gutes giebſt. eiche, bali 4 Der rii 1 un un danken eh an raen dir und beten herzlich, Gott! zu dir, ih in n zuch, Lit in di 900 Allgemeine Fuͤrbitten. fuͤr Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menſchen ſchuf. 4. Nimm ihrer vaͤterlich dich an, und leite ſie auf deiner Bahn, und bilde ſie fuͤr deinen Ruhm, zu deinem Volk und Eigenthum! 5. Verirrte fuͤhre du zuruͤck zu dir, zu ihrem wahren Gluͤck; und wer von dir ſich fuͤhren laͤßt, den mach im Glau⸗ ben treu und feſt! 6. O mache doch die Suͤnder frei von aller Laſter Tyranney, daß ſie der Tugend Pfade gehn, und freudig einſt dein Antlitz ſehn! b 7. Gib Allen einen frohen Muth; bewahr' ihr Leben und ihr Gut, ihr Haus, ihr Gluͤck und Eigenthum, und ihres Namens Ehr' und Ruhm! 8. In ihrer Noth verlaß ſie nie, und ſind ſie traurig, troͤſte ſie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort des Him⸗ mels Seligkeit! 9. O welche Wonne wird es ſeyn, wenn einſt wir Alle fromm und rein und liebend, Hoͤchſter! vor dir ſtehn, und ſelig dich, den Vater, ſehn! (Eig⸗ Gluͤck; m doch dir e Tyranney ſ gehn, undi 1 einen ſti en und in k und Eint Ein Her jene weiſe Fuͤhrer ſeyn, Allgemeine Fuͤrbitten. 901 (Eigene Melodie.) 56 5. Der du ſo gern uns Menſchen ſegneſt, uns immer liebevoll begegneſt, hilf uns dir treu ergeben ſeyn, um dei⸗ ner Huld uns ſtets zu freun. 2. Vermehre, Gott! die Zahl der Frommen; laß alle naͤher zu dir kom⸗ men, ſtets naͤher ihrer Seligkeit, die dir bereits ihr Herz geweiht. 3. Begluͤcke jedes deiner Kinder; mach' alles Elends taͤglich minder, gib Frieden unſerm Vaterland und Gluͤck 4. Laß, die an deiner Statt regieren, den Herrſcherſtab mit Weisheit fuͤhren; ihr Herz ſey der Gerechtigkeit und wah⸗ rer Menſchenhuld geweiht. 5. Laß treue Hirten, fromme Heerden erz und Eine Seele werden; laß und dieſe ſtets und Heil zu jedem Stand! den Irrweg ſcheun. 6. Laß Aeltern an dem Wohlergehen Vonne 3 der Kinder ihre Freude ſehen; Ale fim⸗ der bilde deine dchſter! W en Vater, 1 die Kin⸗ Kraft verſtaͤndig, fromm und tugendhaft. 7. Ja, Vater! komm mit deinem e⸗ 902 Allgemeine Fuͤrbitten. Segen dem Juͤngling und dem Greis entgegen; laß Jeden, was ihm nuͤtzt, empfahn, und nimm dich aller Kranken an. 8. Erhoͤre das Gebet der Deinen; ach laß ſie niemals troſtlos weinen, und ſende jedem Huͤlf' und Rath, der keinen Freund und Retter hat. 9. Gib, daß uns Allen ſchon die Erde ein Vorhof deines Himmels werde. Wer Menſch iſt, freue dankbar ſich, Gott! deiner Huld, und preiſe dich! Mel. Chriſtus, der iſt mein Leben ꝛc. 566. Begleite, Herr! den From⸗ men, der ſtets von Eifer gluͤht, in jenes erih zu kommen, wo Heil und Friede uͤht. 2. Hilf du, o Herr! ihm ſiegen, im Kampfe mit der Welt. Sein innigſtes Vergnuͤgen ſey das, was dir gefaͤllt! 3. Mit jedem Lebenstage befeſt ge ſeinen Geiſt, daß weder Luſt noch Plage die Tugend ihm entreißt! 4. Sein frommes Beiſpiel ruͤhre des Suͤn⸗ Eifer gü 1, wo hit Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 903 SOu—nners rohen Sinn, und ſeine Sanft⸗ mmuth fuͤhre auch ihn zum Guten hin! 5. Er eile taͤglich weiter auf deines Sohnes Bahn, und komme ſtill und heiter bei ihm im Himmel an! ————— Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛe. 567. Auf, Chriſten! preiſt mit mir den Herrn! Wer preiſt, was herrlich iſt, nicht gern? Iſt er, den Erd' und Himmel ehrt, nicht eures hoͤchſten Lobes werth? 2. Lobt ihn! ſein ganzer Nam' iſt Ruhm; Unendlichkeit ſein Eigenthum. Dies graͤnzenloſe Meer von Licht durch⸗ ſchauet ſelbſt der Engel nicht. 3. Ja freuet euch, ihn zu erhoͤhn! Solch Lob iſt heilſam, lieblich, ſchoͤn, ſchaͤrft den Verſtand, erhebt das Herz Sun und lindert, ſtillet jeden Schmerz. 4. Wie wird der Geiſt dadurch ent⸗ gii zuͤckt, zum Himmel hoch empor geruͤckt, 15 Gott ſtets inniger vereint! mit ſeinem hocherhabnen Freund, mit 5. O 904 Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 5. O welch ein herrlicher Beruf, zu dem Gott ſelbſt die Engel ſchuf! Welch eine theure ſuͤße Pflicht, die uns ſo rei⸗ chen Lohn verſpricht! 6. Ja, Heil euch, die ihr ſein gedenkt! Dazu iſt euch Verſtand geſchenkt! Die Ehre des Verſtandes iſt, daß ihr den Ewygen kennt und wißt. 7. Wenn ihr den Ewigen beſingt, freut euch, daß ihr ein Herz empfingt, das ſich zu Gott mit Inbrunſt nahn und ſeine Groͤße preiſen kann. 8. Auf, Chriſten, denn! erhebt den Herrn! Wer preiſt nicht milde Geber gern? Bedenkt, welch Heil er uns ge⸗ waͤhrt! Wer iſt, wie er, des Lobes werth? (Eigene Melodie.) 568. Nun danket alle Gott mit Herz und Mund und Haͤnden, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns ſo vaͤterlich von unſrer Kind⸗ heit an bis dieſen Augenblick unzaͤhlig Guts gethan. 2. Der — ———— — ———————— ——————-— — —— ——— — ſten, demmte reiſt nicht w welch Hat t, wit c, mne Melodie) 563 aei beſingen ſeiner Engel Choͤre; der Herr iſt groß, — Volk des Eigenthumes! Biſt Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 905 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unſerm Leben ein immer froͤhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in ſeiner Huld erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erloͤſen hier und dort. 3. Der große, ſtarke Gott woll uns von allem Boͤſen, das uns druͤckt oder droht, mit maͤcht'ger Hand erloͤſen! Er ſchuͤtz uns in Gefahr, er helf' uns alle⸗ zeit, und fuͤhr' uns ſicher fort zur fro⸗ hen Ewigkeit! 4. Dir, Vater! dir ſey Preis auf Erden und dort oben: dich Sohn, Herr Jeſus Chriſt! dich wollen wir ſtets lo⸗ ben. Dein Ruhm, o heilger Geiſt! erſchalle weit und hehr. Dir, der du warſt und biſt und ſeyn wirſt, Preis und Ehr'! Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. b Anſers Gottes Lob und Ehre, ſein Name hoch. Werd' auch ſeines Ruhmes, Volk Gottes, du auch Staub, du voll 906 Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. Staub, er hoͤrt dich doch. Er ſandt' von ſeinem Thron zum Mittler ſeinen Sohn. Hallelujah! Toͤnt, Lieder! toͤnt! wir ſind verſoͤhnt! wir ſind mit Gottes Huld gekroͤnt. 2. Rath der Sterblichen kann wan⸗ ken; oft irren menſchliche Gedanken, und oft bereut man eignen Rath: Got⸗ tes Rath kann niemals wanken; kein Wechſel aͤndert die Gedanken, und das, was Er beſchloſſen hat. Jauchzt, Chri⸗ ſten! denn euch liebt, der volle Gnuͤge giebt. Hallelujah! Ruͤhmt und erzaͤhlt: Kein Gutes fehlt dem Volke, das er ſich erwaͤhlt! 3. Starker! deiner Allmacht gleichet nur deine Gnad', und ſie, ſie reichet durch aller Himmel Himmel hin. Nie haſt du dein Wort gebrochen; und Gluͤck, das du auch nur verſprochen, iſt mehr, als einer Welt Gewinn. Eh Erd' und Himmel war, warſt du unwandelbar. Hallelujah! Ihn, ihn erhoͤht! ſein Wort beſteht, wann Erd' und Himmel ſchon vergeht. 4. Einſt erſchuf er, ſich zur Ehre, von Sonnen unzaͤhlbare Heere; auch die d trah⸗ die Gedanin en hat. Iu liebt, der n h! Rüͤhmtu lt dem Vh deiner Almt y, und ſie mel Himm t gebrochm verſproce Gevim d arſt du ue Vän at erd' und 5 f G iüns are Herts heit! Ich tappe hier in hinzu/ Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 907 ſtrahlend uns erquickt. Um die Sonne hieß er Erden, auch die, die uns ernaͤh⸗ ret, werden; und herrlich hat er ſie ge⸗ ſchmuͤckt. Er ſprach, und es geſchah. Die Welt ſtand fertig da. Hallelujah! Er will, er ſpricht's; er ſchafft aus Nichts; der Herr, der Vater alles Lichts. 5. Herr! von dem wir alle Gaben aus deines Reichthums Fuͤlle haben, du, Herr! vergiſſeſt unſrer nie. Du ſchufſt alle Millionen, die auf dem weiten Erd⸗ kreis wohnen; du kennſt und uͤberſchaueſt ſie. Und Jedem theileſt du ſein Maaß mit Weisheit zu. Hallelujah! Mein Gott! durch dich entſtand auch ich; und du regierſt mich vaͤterlich. 6. Sende, Gott! mir deine Wahr⸗ heit; dein Licht umſtrahle mich mit Klar⸗ Finſterniß. Du, der du mich eingeladen, fuͤhrſt ſelbſt zur Fuͤlle deiner Gnaden mich hin, machſt meinen Gang gewiß. Ich nahe mich und ſchoͤpfe Troſt und Ruh' Hallelujah! Ich ruͤhm' erfreut: auch mit verzeiht der Vater der Barmherzig⸗ eit. 7. Nun bin ich dir feſt vereinet. Wenn b b nun 908 Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. nun zu dir mein Auge weinet, du trock⸗ neſt meine Thraͤnen ab. Gott! an mei⸗ ner Wallfahrt Ende nimmſt du den Geiſt in deine Haͤnde, und oͤffneſt auch dereinſt mein Grab. Verklaͤrt geh ich hervor, und ſchwinge mich empor; Hallelujah! empor zu dir! und fuͤr und fuͤr dank ich mit deinen Engeln dir. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich ꝛc. 570. Run danket Alle, bringet Ehr', ihr Menſchen in der Welt, dem Herrn, der Himmel, Erd' und Meer und, was da lebt, erhaͤlt. 2. Beſingt mit frohem Jubelſchall Gott, unſer hoͤchſtes Gut, der große Wunde uͤberall, auch an uns Menſchen, thut! 3. Von unſrer zarten Kindheit an hat er uns unterſtuͤtzt; er, der allein uns helſan kann, und gern uns hilft und uͤtzt. b 4. Aus ſeiner Fuͤlle nehmen wir noch immer was uns naͤhrt, und unſern See⸗ len auch ſchon hier Zufriedenheit gewaͤhet - 5. Er Auge vein Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 909 n ah. S 5. Er ſtreut auf dieſes Lebens Pfad dn vie Feaden un uns her. Die” ind ifmſan. womit ſein weiſer Rath uns pruͤft, er⸗ 9 leichtert er. vriſſt, ar enpor, Er traͤgt, nach guͤt'ger Vaͤter Art un Schwache writ Geduld; er zuͤchtigt Doch nie zu hart, erlaͤßt die Schuld. inchare, erlißt uns gem — Er wecket das Gewiſſen auf, ruft uns zur Beſſerung, und ſtaͤrkt uns, ruft ken wir darauf, mit Kraft zur Heili⸗ aket Alnt 8. Er bleibt uns treu; ſein Wort ntet Ale h 8. bt uns treu; teht de De feſt Sder bier 15 zu ynhait eſe ) und enn er dieſe Welt verlaͤßt, zum Gluͤck der beſſern Welt. 5 9. Er trag uns ferner mit Geduld, hſtes Gut,t und helf' uns heilig ſeyn, und ſeiner vaͤ⸗ auch anmt terlichen Huld uns allezeit erfreun! 10. Er gebe uns ein froͤhlich Herz und r zutmn einen frommen Sinn; er troͤſt uns auch ltt; w hi jedem Schmerz, und helf' uns ferner⸗ und gerni 11. Er laſſe ſeinen Segen ruhn auf ill nimn uns und jedem Land! Er gebe Gluͤck zu züͤll da unſerm Thun, und Heil fuͤr jeden Stand! aͤhrt, 12. Singt, Chriſten! ſingt ihm Preis — und .„ . —————-——õÿõÿymy y—i— 910 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. und Dank fuͤr ſeine Guͤtigkeit! Einſt wird ſie euer Lobgeſang dort in der Ewigkeit. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. Mel. Lobt Gott ihr Chriſten allzugleich ꝛc. 571. Du biſts, dem Dank und Ruhm gebuͤhrt; und froh bring ich ſie dir. Du haſt mich vaͤterlich gefuͤhrt, warſt immerfort mit mir. 2. Wenn Angſt und Noth mich uͤber⸗ fiel, ſo hoͤrteſt du mein Flehn; du ſetz⸗ teſ meinem Kummer Ziel; ich ſollte dich erhoͤhn. 3. In Krankheit ſank ich und in Schmerz; ich rief: ach, rette mich! Mein Retter wurdeſt du; mein Herz ward froh und ſtaͤrkte ſich. 4. Und kraͤnkte mich des Feindes Haß, und klagt' ich dir mein Leid: du halffſt mir, daß ich ſein vergaß; es ſchwand die Traurigkeit. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor, mich in Gefahren ſah, rief ich voll Angſt zu dir empor, und Huͤlfe war nfr nahh . Un lod. und. ſene Gi ſt und zunr un menn zi zmer Ziel; i n nömm jah rif. L jeder Kreatur, Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 6. Und wenn nach Troſt die Seele rang, ſucht' ich dein Angeſicht; voll Sehnſucht rief ich: Herr wie lang'? Vergebens fleht' ich nicht.* 7. Und noch haͤlſt du mit Vatertreu mich, Gott! in deiner Huth, ſtehſt mir in der Verſuchung bei, gibſt mir zum Kampfe Muth. 8. Dir dank' ich es, daß die Natur mich naͤhret und erfreut; ich ſchmeck in Gott! deine Freundlich⸗ eit. 9. Und wie fuͤr den Genuß, den mir dein milder Segen giebt, dank ich auch für die Leiden dir, wodurch du mich ge— uͤbt. 10. Vergiß denn, meine Seele, nicht, was Gott an dir gethan, und lebe ganz in Recht und Licht! So bet' ihn dan⸗ kend an! b Mel. Ich dank dir ſchon ꝛc. 572. Daß unſer Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen, und von der Wiege bis ans Grab ihm un⸗ ſern Dank erneuen. b 2. Denn 911 912 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieſer Welt das Leben, und ne mehr zu geben. 3. Die Fruͤhlingswaͤrme haucht ſein Mund, und Kuͤhlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von ſeinem Bund der ſchoͤne Regenbogen. hat verheißen, nach dem Tod der Won⸗ 4. Und Gaͤrten, Waͤlder, Berg und Flur verkuͤnden ſeine Gnade. Wir fin⸗ den ſeiner Groͤße Spur auf jedem unſ⸗ rer Pfade. b 5. Drum koͤnnen wir bei regem Fleiß getroſt auf Segen warten. Von heit⸗ rer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und aͤhn⸗ lich werden unſerm Herrn, zu dem der⸗ einſt wir kommen. 7. Wir ſchaun die Wunder ſeiner Hand aus unſern tiefen Fernen, und wiſſen, unſer Vaterland iſt uͤber jenen Sternen. 8. Auf unſerm Leben ſchwimmt, wie Schaum, ein wenig Muͤh' und Kummer. Das Leben iſt ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir —— zur Pn b Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 915 Welt wh 9. Wir ſinken freudig in den Staub, der unſre Vaͤter decket, und goͤnnen Wuͤr⸗ 1 mern ihren Raub, weil Gott uns auf⸗ ngäwim erwecket. ugt donea.. wogen. 1 Mel. Nun lob' mein' Seel' den te. n, Välda 573. Auf, meine Seele, ſinge! Es ſeine Git t lobe Gott, was in mir iſt, den Schop⸗ : Sdur afßz fer aller Dinge! Weh' dir! wenn ihn dein Herz vergißt! Gott ſchenkt dir neues nen wir lain Leben, will alle Miſſethat in Chriſto dir en warten vergeben. O gnadenvoller Rath! Schon it der Ehn hier wirſt du mit Heile getroͤſtet und er⸗ eten. freut, und dort wird dir zu Theile die wole ut Ruh' der Ewigkeit. enomma 2. Es hat uns wiſſen laſſen der Herr t gen ſein Recht und ſein Gericht! Erbarmung m Herm ohne Maßen dem Frommen, der den Bund nicht bricht. Schnell eilt ſein Zorn ie Vus voruͤber, ſtraft nicht nach unſrer Schuld, Fernenn der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber ſt uͤber jnnd auf zur Huld. Wohl dem, der Chriſto Leben ſoit lebet! er iſt Gott angenehm; mit Ad⸗ i Nihml lersfluͤgeln ſchwebet Erbarmung uͤber n Morgens dem. chlummet Mmm 3. Wie 914 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 3. Wie Vaͤter mit Erbarmen auf ih⸗ re ſchwachen Kinder ſchaun; ſo thut der Herr uns Armen, wenn wir in De muth ihm vertraun. Er weiß es, wir ſind Suͤnder; er weiß es, wir ſind Staub, und der Verweſung Kinder, ein nieder⸗ fallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, ſo iſt es nicht mehr da; wir welken, wir vergehen, ſind ſtets dem Tode nah. 4. Des Ew'gen Gnad' alleine bleibt, ſo wie er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz ſich ſeinem Dienſte weiht; die, daß ſie ſelig werde, mit Furcht und Zittern ringt, und jetzt ſchon von der Erde ſich zu dem Himmel ſchwingt. Dort ſteht bei ſeinen Engeln auch unſrer Bruͤder Schaar, nun rein von allen Maͤngeln, und lobt Gott im⸗ merdar. 5. Anbetung, Preis und Ehre ſey dir, Gott Vater, Sohn und Geiſt! So ſin⸗ gen dir die Choͤre der Schaar, die dich vollkommner preiſt. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warſt und biſt! wir ſtammeln's nur; doch hoͤre, hoͤr' uns, der ewig iſt! Einſt tragen wir auch Pal⸗ 1 4 3 men, Ewigfc e, die gan die, daß t zittern n Erde ſich at t ſteht haſt ruͤder Sohen Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 915 men, du Gott, auf den wir traun! Einſt ſingen wir dir Pſalmen, wenn wir verklaͤrt dich ſchaun. Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt du ꝛe. 3 574. Ich will, mein Gott, du Koͤ⸗ nig, dir lobſingen, und ewig Ehre dei⸗ nem Namen bringen. Sey taͤglich, ewig ſe von mir erhoben! Dich will ich oben! b 2. Wie herrlich biſt du, wie geſchmuͤckt und praͤchtig! Wie groß in deinen Wun⸗ dern, Herr, wie maͤchtig! O daß dein Name von der ganzen Erde erhoben werde! 3. Daß deiner Wunder Ruhm um⸗ geln, udih her erſchalle, die Welt von deinen Tha⸗ ten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld beſinge, und Preis dir vringe 4. Herr du biſt gut, machſt, daß ſich Stan alles freue, biſt gnaͤdig, und von großer iiſ Ann Guͤt' und Treue; erbarmſt dich deiner der du ds Werke, haſt an allen dein Wohlgefallen. de a 5. Zu dir empor ſchaun aller Weſen . tagen is Blicke, daß deine Hand ſie vaͤterlich er⸗ 4 Preis md ohn und Gi ¹ — — — — — — — — — Mmm 2 luicke, 916 Allgemeine Lob- und Danklieder. quicke, und du gibſt einem jeden ſeine Speiſe, daß er dich preiſe. 6. Du nur erhaͤltſt mit deinem Wohl⸗ gefallen was lebt; thuſt deine Hand auf, und gibſt Allen, was ſie beduͤrfen; Kei⸗ ner ſucht vergebens dich, Quell des Le⸗ ens! 7. In allen deinen Wegen ſtrahlet Gnade; untadelhaft ſind alle deine Pfa⸗ de, und was du thuſt, gereicht zu dei⸗ nem Preiſe, iſt gut und weiſe. 8. Du biſt auch nahe denen, die dich bitten, die ernſtlich dich um deine Huͤlfe bitten; du thuſt, was die Gerechten, die dich ehren, von dir begehren. 9. Du ſchuͤtzeſt, Vater! alle, die dich lieben; die aber, die Gewalt und Frevel uͤben, die werden fuͤr ihr Uebelthun auf Erden gerichtet werden. 10. O Vater, ewig wollen wir dich loben, von allen werde ſtets dein Nam⸗ erhoben! Was lebet, muͤſſe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten! (Eigene gut und m nuch nahe d dir beachn eſt, Vateli r, die Geu en fuͤr ihelh twerden. er, ewig bib en werde ft zlebet, mi o Geiſt, deß Wunderkraft ein neues Le⸗ in Lob vaen ben in uns ſchafft! Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 917 (Eigene Melodie.) 45 575. Heer Gott! dich loben wir! Herr Gott! wir danken dir! Dein, Vater, iſt in Ewigkeit das Reich, die Kraft und Herrlichkeit; die Welt, dein Werk und Eigenthum, verkuͤndigt dei⸗ nes Namens Ruhm, und aller Him⸗ mel Seraphim lobſingen dir mit hoher Stimm':„Heilig iſt unſer Gott! Heilig „iſt unſer Gott! Heilig iſt unſer Gott, „der Herr, Herr Zebaoth!“ b 2. Weit, uͤber alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, dei⸗ ner Boten Schaar, ſie, Chriſti Lehre Maͤrtirer, erheben ewig dich, o Herr! Auch hier, im Thal der Sterblichkeit, lobſinget dir die Chriſtenheit, dir, Va⸗ ter, auf des Himmels Thron, dir, Je⸗ ſus Chriſt, des Vaters Sohn, und dir, 3. O ewger Koͤnig, Jeſu Chriſt, der du der Suͤnder Heiland biſt! Du wardſt ein Menſch, doch ſuͤndenrein, die Welt von Suͤnden zu befrein. Dem Tode nahmſt 918 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. nahmſt du ſeine Macht; haſt Leben an das Licht gebracht. Nun herrſcheſt du, und nie vergeht dein Reich und deine Majeſtaͤt. Im Grabe laͤſſeſt du uns nicht; du kommſt dereinſt und haͤltſt Gericht! 4. Herr, gib, daß wir dir dankbar ſeyn, dir folgen und uns deiner freun! Einſt ſey im Himmel ew'ges Heil, mit allen Frommen unſer Theil! Hilf dei⸗ nem Volk, Herr Jeſu Chriſt! und ſeg— ne, was dein Erbtheil iſt! Leit' uns durch unſre Pruͤfungszeit, bis zu der frohen Ewigkeit! b 5. Taͤglich, Herr Gott, wir loben dich! Dir heiligt unſre Seele ſich. Vor aller Ungerechtigkeit behuͤt' uns izt und allezeit! Sey gnaͤdig uns, o treuer Gott! ſey gnaͤdig uns in aller Noth! So oft wir auch um Huͤlfe ſchrein, laß deiner Gnade uns erfreun! Auf dich ſteht unſre Zuverſicht; verlaß uns auch im Tode nicht! Amen. —— *— 3—— — 3 ““ Jiu dn ina ufungszeit Herr Gott t unſte Eih 4 keit behl ¹ gnäͤdig u dg uns in 3 4 erſicht; dc Amen. — hum Hüßtih ms erften Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 576. Wie ſoll ich dich wuͤrdig lo⸗ ll ben, maͤchtiger Herr Zebaoth? gib du Vſelbſt mir Kraft von oben, dir zu dan⸗ ken, o mein Gott! Alles, was ich bin und habe und vermag, iſt deine Gabe. Taͤglich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. 2. Dieſer Geiſt, der in mir denket, ſinnt, beſchließt verwirft und waͤhlt, der den Leib mit Willkuͤhr lenket, jedes Glied zugleich beſeelt, nur durch dich iſt er entſtanden, bleibt durch dich nur ſtets vorhanden. Taͤglich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. 3. Dieſen Leib, dies Kunſtgebaͤude, wer hat ihn erbaut als du? Durch ihn ſtroͤmt dem Geiſte Freude aus der gan⸗ zen Schoͤpfung zu. Auch wird jeder meiner Sinne taͤglich deines Aufſehns inne. Taͤglich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. 4. Mir exfuͤllt die heitern Luͤfte munt⸗ rer Voͤgel Lobgeſang; und der Blumen ſuͤße Duͤfte fordern von mir frommen Dank. Mir auch gruͤnen junge Lan ben; 919 920 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. ben; mir auch reift der Saft der Trau⸗ ben. Taͤglich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. 5. Du willſt, daß mir alles zolle; gibſt den Saaten ihr Gedeihn, gibſt den Heerden ihre Wolle, Holz und Gras und Wild dem Hain. Alles, Alles muß mir nuͤtzen, mich ernaͤhren, kleiden, ſchuͤtzen. Taͤglich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. 6. Wer kann jemals ganz empfinden, wie du reich an Guͤte biſt? wer, was grundlos iſt, ergruͤnden? zaͤhlen was un⸗ zaͤhlbar iſt? Allenthalben ſtroͤmet Se⸗ gen mir aus deiner Fuͤll' entgegen. Taͤg⸗ lich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. 7. Taͤglich greif' ich unverdroſſen mit dir mein Berufswerk an, da, was ich mit dir beſchloſſen, ich mit dir vollfuͤhren kann. Wuͤrd' ich's ohne dich vermoͤgen? Doch mir gluͤckts durch deinen Segen. Taͤglich thuſt du wohl an mir; taͤglich dank ich dir dafuͤr. b 8. Ja, mein Gott! mit jeder Stun⸗ de ruͤhm' ich deine große Treu; denn ſie wird mit jeder Stunde uͤber mich Ce oͤſten jemals ſen Güte hide halbest ner Füll an ohl an mitzt en, ich nitn 's ohne üt Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 921 loͤſten neu. Und dereinſt auch, wann ich ſterbe, wird dein Himmel ja mein Erbe. Ewig thuſt du wohl an mir; ewig dank ich dir dafuͤr. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛe. 577. Dank, Dank, mein Vater! will ich ſingen dir, der mir nichts als Gutes giebt! mit aller Kraft, vor allen Dingen, ſey du gelobet und geliebt. Du warſt mir, eh' ich war, gewogen, und ewig auf mein Wohl bedacht; du haſt mich aus dem Nichts gezogen; zum Menſchen haſt du mich gemacht. 2. Der Seele gabſt du Kraft zu den⸗ ken, durch Wahl ſich zu beſtimmen Kraft, Vernunft, des Lebens Gluͤck zu lenken, Empfindung, die mir Wonne ſchafft. Dich kann ich in der Schoͤpfung finden, mich deiner großen Werke freun, mich inniger mit dir verbinden, mein Herz, mein Leben, Gott! dir weihn. 3. Anbetend ſink' ich vor dir nieder, und danke laut dir, daß ich bin. Dich preiſen alle meine Glieder, und deine Huld ruͤhmt jeder Sinn. Was ich be darf, 922 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. darf, hat ſie gewaͤhret, hat in Gefahren mich bewacht, mit Guͤtern jeder Art genaͤhret, mich milde, vaͤterlich bedacht. 4. Erwaͤg' ich, Vater! alle Pfade, die deine Hand mich durchgefuͤhrt, er⸗ blick' ich Weisheit nur und Gnade, und fuͤhle, daß dir Ruhm gebuͤhrt. Du lenkteſt ſchon von fruͤher Jugend, durch viele Freuden, wenig Schmerz, zu deiner Wahrheit und zur Tugend, zu meinem Heil Verſtand und Herz. 5. Fuͤr jede nuͤtzliche Erfahrung, fuͤr alles was belehren kann, fuͤr Unterricht der Offenbarung bet' ich, belebt von Dank, dich an. Im Dunkeln forſcht' ich nicht vergebens; du ſelbſt gabſt mir dein Wort zum Licht; du zeigteſt mir den Weg des Lebens, mein Wohl, mein Elend, meine Pflicht. b 6. Nein, nein, die Zunge kann nicht ſagen, wie unausſprechlich gut du biſt; nun darf die Seele nicht verzagen, die durch dich, Gott! unſterblich iſt. Voll Danks ſey Geiſt und Herz und Leben; du biſt mein Alles; nichts bin ich. O du, der mir ſo viel gegeben, gib mir auch Dankgefuͤhl fuͤr dich! Mel. — E==n ; du ſht Licht; uß ens, mend licht. Bemuͤhn, mich Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 923 Mel. Ach! was ſoll ich Suͤnder ꝛe. 578. Ales haſt du mir gegeben, Al⸗ les, Gott! bin ich durch dich; du, nur du begluͤckteſt mich; Kraͤfte, Triebe, Freiheit, Leben, Glieder, Sinnen und Verſtand gab mir deine Schoͤpferhand. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh' ich reif zum Daſeyn war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Gluͤck und Freude kannte, ſorgteſt du ſchon vaͤterlich fuͤr mein Daſeyn und fuͤr mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich ſchwach an Einſicht war, warn— teſt du mich vor Gefahr, gabſt du mir Gefuͤhl fuͤr Tugend, ſegneteſt du mein Verfuͤhrern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab' ich, Vater! nur von dir: Gluͤck und Wohl⸗ die Zuat fahrt gibſt du mir, frohen Muth in meinem Leiden; und wie oft traͤgt deine sſprechlih t ges Huld meine Fehler mit Geduld! daditt 5. Taͤglich kann ich es erfahren, wie unſteriſtte du deine Menſchen liebſt, ihnen Schutz und Dee und Beiſtand giebſt, ſie vor Uebeln zu s; vichs bewahren; wie du ſie verſorgſt und viel gegti naͤhrſt, ihnen manchen Wunſch gewaͤhrſt. für dihh 6. Wie — 924 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 6. Wie du ſtets mich weiſe fuͤhreſt, vaͤterlich an mich gedenkſt, Uebel auch zum Guten lenkſt; wie du mein Geſchick regiereſt, meine Wohlfahrt zu erhoͤhn, lern ich immer mehr verſtehn. 7. Mit dem freudigſten Gemuͤthe fuͤhl ich jeder Wohlthat Werth, die mir taͤg⸗ lich wiederfaͤhrt, preiſe deine weiſe Guͤte und erfleh' auch kuͤnftig mir Segen, Troſt und Heil von dir. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛe. 579. Erſchall, ihr Lieder, Gott zu loben! Das Lob des Herrn iſt lieblich, ſchoͤn. Er wird von der Natur erhoben, drum wollen wir auch ihn erhoͤhn. Die Stolzen ſtuͤrzet er darnieder, und rich⸗ tet die Geringen auf. Toͤnt, Harfen! in die frohen Lieder! Dank ſchalle froh zu ihm hinauf! 2. Gott rief den Sternen einſt, ſie kamen und wandelten die neue Bahn. Er kennt und nennet ſie mit Namen. Erſtaunt, erſtaunt, und betet an! Ruͤhmt Gottes große Wunderwerke, Geſchoͤpfe ſeiner Schoͤpferhand! Wer faſſet br⸗ ſ ii des Alnit. 5 des Hami von der N Nauch ihn e er darnia! 1 auf. d 925 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. Allmaͤcht'gen Staͤrke, und des Allwiſſen⸗ den Verſtand? b 3. Gott iſt es, der im milden Regen ein ſchmachtendes Gefild erquickt, die Fluren reich erfuͤllt mit Segen, mit dn Gras der Berge Gipfel ſchmuͤckt; er ſchenkt der Erde alle Gaben, wodurch ſie die Geſchoͤpfe naͤhrt, hoͤrt das Ge— ſchrei der jungen Raben und gibt, was ihr Geſchrei begehrt. 4. Er laͤßt uns ſeine Macht erſchei⸗ nen, er ſtreut herab aus ſeiner Hoͤh' die Schloſſen weit umher, gleich Stei⸗ nen, wie Aſche Reif, wie Wolle Schnee. Sein Froſt erſchreckt; er ruft den Win⸗ den, ſchnell ſchmilzt das Eis, der Win⸗ ter flieht vor ſeinem Hauch, und wir empfinden des Fruͤhlings Luſt, der um uns bluͤht. 5. Gib deinem Lobgeſange Fluͤgel, Stadt, die du durch ihn ſicher biſt! Wer ſtaͤrket deiner Thore Riegel, als Gott, der deine Schutzwehr iſt? Er ſeg⸗ net reichlich deine Buͤrger, er ſaͤttigt ſie mit Ueberfluß, beſchuͤtzt ſie vor dem Schwerdt der Wuͤrger, und Friede ſich⸗ ert den Genuß. 6. Gott 926 Preis der Sonntagsfeier. 6. Gott ſendet aus ſein Wort; es hoͤret die ganze Schoͤpfung ihren Herrn: zer ſpricht und es geſchieht, ihn ehret das Heer der Welten willig, gern. Uns oͤffnet er der Weisheit Schaͤtze, vor Allen uns; o folget gern dem weiſen, heiligen Geſetze! Mit Wort und Thaten lobt den Herrn! 5. Sonntagsfeier und öffentlicher Gottesdienſt. Preis der Sonntagsfeier. Mel. Herzliebſter Jeſu was haſt du ꝛc. 580. Der, Ewiger! ſey dieſer Tag geweihet, ihn feiert gern, wer deiner, Gott! ſich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzu⸗ eten. 2. Dich ruͤhmt der Lobgeſang der Himmelsheere. Auch unſer Tempel ſchallt von deiner Ehre, auch unſer Dank und unſers Geiſtes Flehen ſoll dich erhoͤhen. b 3. Wie freu ich mich, die Staͤtte zu begruͤßen, wo Duͤrſtenden des Leben⸗ aͤche Preis der Sonntagsfeier. 922 ds ſe and Baͤche fließen, und wo dein Heil von z giſci 1 der Erloͤſten Zungen froh wird beſungen! n a. 2.4. Vergebens lockt die Welt zu ihren dichat 6 Freuden. Mein Geiſt ſoll ſich auf Got⸗ lga un tes Auen weiden. Sein heilig Wort, Mt à das ſeine Boten lehren, das will ich Wen Wa horen. 5. Mit Andacht will ich, Hoͤchſter! — oor dich treten. Du liebeſt die, die te ud kindlich zu dir beten und willſt, die ihrer in Suͤnden Schuld bereuen, mit Troſt er⸗ ttesdienſt b freuen. b Sonnen 6. O laß auch heute deinen Geiſt 16 3 as n mich lehren, im Geiſt und in der Wahr⸗ heit dich verehren, laß feſten Schritts Ewiger! ſc mich wandeln deine Pfade, du Gott diert gen n der Gnade! et. D l. 7. Dein Tag ſey mir ein Denkmahl dic rrta deiner Guͤte, er bring mir Heil und dich mßs lenke mein Gemuͤthe auf jenen Troſt, den uns dein Sohn erworben, da er der Loiß mnt geſtorben. Auch u 3 8. Dich bet' ich an, du Todesuͤber⸗ ner Ehkt, winder! der du an dieſem Tag zum Heil ſers Geiſts der Suͤnder, die, fern von Gott, in 4 16 Todesſchatten ſaßen, dein Grab ver⸗ ich mic, de laſſen. Dürſtend 1 1 9. Dein 928 Preis der Sonntagsfeier. 9. Dein Siegstag iſt der Tag des Heils der Erden. O laß ihn ſegenreich fuͤr jede Seele werden! Lob ſey, Erloͤſer! deinem großen Namen auf ewig! Amen. Mel. Sollt' es gleich bisweilen ꝛc. 581. Sey uns Tag des Herrn will⸗ kommen, froher Feſttag aller Frommen! Tag des Segens, Tag der Ruh, Seell und Leib erquickeſt du. 2. Laßt uns Gottes Vaterlehren, Chriſten, ſtill und kindlich hoͤren! Chri⸗ ſten fuͤhlt, wie der uns liebt, der uns Alles, Alles giebt! 1 3. Dieſer Tag ſey Tag der Wonne! Jeſus Chriſtus, unſre Sonne, leucht uns ſanft und waͤrmend an! Freu ſich, wer ſich freuen kann! 4. Vater, deinen guten Willen lehr' uns freudiger erfuͤllen! ferne von uns, ferne ſey Leichtſinn oder Heucheley! 5. Gib uns Weisheit, gib uns Liebe, daß ſich Jeder taͤglich uͤbe, ſich mit Froͤhlichen zu freun, Troſt des Leiden⸗ den zu ſeyn! 6. Be⸗ ————————. =—— — ☛ —,— —— -—ꝙỹ— —— —— —— — ——' S— ——— Preis der Sonntagsfeier. 929 6. Beſter Lehrer! lehr' uns leben, immer froh nach Tugend ſtreben, bitten, ſuchen, dir vertraun, bis wir finden, bis wir ſchaun. — Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der ꝛc. 582. Sey uns geſegnet, Tag des Feſttag te Herrn! Zu Gottes Preiſe, nah und T e fern, weckſt du der Chriſten Menge. nd kundiihe der uns bt u ſey dani⸗ unſte em värmend u Ihr Lobgeſang toͤnt ſpaͤt und fruͤh; zum Heiligthume wallen ſie im feſtlichen Ge⸗ draͤnge. Dir, Herr, ſchallen ihre Lie⸗ der, wo die Bruͤder vor dich treten, froh vereint dich anzubeten. 2. Komm, Geiſt der Andacht und der Ruh! Beleb' auch uns, entferne du, was ſtoͤrt die heil'ge Stille. Mach un⸗ ſern Geiſt vom Irrthum frei, in allem Guten feſt und treu; das Herz mit Troſt erfuͤlle. Fromme Liebe, Bruder⸗ treue, laß aufs neue uns beleben, Jeſu en! fem in Oddrhit Vorbild nachzuſtreben. Mel. Nun 950 Preis der Sonntagsfeier. Mel. Herzliebſter Jeſu 1 was haſt du ꝛe. 583. Sey uns geſegnet, Tag der ſtillen Feier! du heil ger Tag, ſey unſerm Herzen theuer! erfuͤll' mit Andacht uns, Gott zu verehren, ſein Wort zu hoͤren. 2. Heut ſoll uns nichts, was irdiſch iſt, zerſtreuen; wir wollen nur des ew⸗⸗ gen Heils uns freuen, und uns zum Glauben und zu guten Werken, aufs neue ſtaͤrken. 3. Daß wir nach immer hoͤhrer Tu⸗ gend ringen, ſtets unſer Tagwerk freu⸗ diger vollbringen, und, reich an Thaten, einſt mit allen Frommen, zum Vater kommen. Mel. Herr Jeſu Chriſt, dich zu ꝛc. 584. O Gott! du biſt mein Preis und Ruhm, mein Herz ſey ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sabbath hei⸗ lig ſeyn, mich gern ihn deinem Dienſte weihn. 2. Vor Leichtſinn, Vater! mich be— wahr', wenn ich mit deiner Chriſten⸗ ſchaar ger zu hich m 3 Erin wir ge⸗ 8 Wor. 1 as 4 Praͤc d laß! 1 mir des W Hilf iinem S ſch vor n Tag: 6 Doc 1 d Preis der Sonntagsfeier. 931 h ſchaar zu deines Hauſes Staͤtte geh, d geſegu 4 daß ich mit Erfurcht vor dir ſtehy. Kler 3. Erinnre ſelber meinen Geiſt, das fül ue du mir gegenwaͤrtig ſeyſt, damit ich dee ſein dn nes Wortes Lehr, mit Andacht und ns nc mit Nutzen hoͤr. 1 dir walae 4. Prag; alles tief dem Herzen ein; freun, unnd laß mich nicht blos Hoͤrer ſeyn. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thaͤter ſey. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr mich vor dem Geiſt der Welt, die dei⸗ nen Tag nicht heilig haͤlt. b 6. Doch laß dabei mich nicht beſtehn, dich nur am Sabbath zu erhoͤhn; nein, meine ganze Lebenszeit ſey deinem Dienſt und Ruhm geweiht! ott! du i 1 b Mel. Schmuͤcke dich, o liebe ꝛe. an nas 585. Jeige dich uns ohne Huͤlle! 8n Stroͤm, auf uns der Gnade Fuͤlle, daß mm an dieſem Gottestage unſer Herz der Vrnn Welt entſage; daß, durch dich, der Peſinn, Nnß ſtarb, vom Boͤſen uns Gefallne zu er⸗ ch mt n Nnn 2 ühſen, 932 Preis der Sonntagsfeier. loͤſen, jede glaubende Gemeine mit dem Vater ſich vereine. 2. O daß frei von Erdenbuͤrden und der Suͤnde Laſten wuͤrden, unſre See⸗ len! unſer Wille ſanft wie dieſe Sab⸗ bathſtille! daß in deines Himmels Ho⸗ hen, wir von fern den Ausgang ſaͤhen jenes Lichts, das dort verklaͤret, wo der Sabbath ewig waͤhret! 3. Was ich ſtrahlen ſeh am Throne, iſt es nicht der Sieger Krone? Was ich uͤber Graͤbern hoͤre, ſind's nicht Ueber⸗ winder⸗Choͤre? Feiernd tragen ſie die Palmen, ihr Triumph erſchallt in Pſal⸗ men. Herr, du ſelber wollſt mich wei⸗ hen dieſem Sabbath deiner Treuen! 4. Decke meiner Bloͤße Schande mit dem feſtlichen Gewande deiner Unſchuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage, dort zu wandeln, wo, voll Gna⸗ den, deine Schaar du eingeladen! wo nicht mehr die Streiter ringen, wo ſie Sieges⸗Lieder ſingen! 8 ende Gma Ermunt. z. Theilnahme am oͤffentl. Gottesdienſt. 935 Ermunterung zur Theilnahme an dem fuon Ei oͤffentlichen Gottesdienſt. ne Mel. Mache dich, mein Geiſt ꝛc. deins ſh, AT har en den aug 586. Sammelt euch, o Chriſten, dort de gern hier an dieſer Staͤtte! Singt und däͤhrett danket euerm Herrn! Preiſt ihn im rahlen ſae Gebete! Hoͤrt und ehrt, was er lehrt, ieger Knn und erwaͤgt im Stillen ſeinen Vater⸗ dre, ſindon willen 1 b Feietnd da 16. Gemeinde dunch a„Sieh, o Gott! hier kommen wir mit mſeher an der Schaar der Deinen. O wer wollte dath dan nicht vor dir andachtsvoll erſcheinen? ur Bühe Du erfreuſt unſern Geiſt, wenn wir ier Ne vor dich treten, Herr! dich anzubeten. wande dun. 2 har eines Nis 2. Von dem Weltgeraͤuſch entfernt, anden, din das uns oft zerſtreuet, fuͤhlt hier unſer ar du uin Geiſt und lernt, was ihn ſtets erfreuet. Streiter innt Eitles Gluͤck weicht zuruͤck vor den hoͤ⸗ ngen! hern Gaben, die die Seele laben. Gemeinde. Groß iſt uͤberall dein Ruhm, wo — nur Weſen denken. Dieſes Venpeſs 1. jei⸗ 934 Ermunt. z. Theilnahme am oͤffentl. Gattesdienſt. Heiligthum kann dich nicht umſchraͤnken; aber hier ſtroͤmt von dir voller reicher Seegen deinem Volk entgegen. Chor. 3. Hier wird Chriſtenſinn geweckt, Licht und Troſt verbreitet, mancher Suͤnder aufgeſchreckt, und zu Gott gelei⸗ tet; Noth und Schmerz lernt das Herz, hier geſtaͤrkt, ertragen, ohne zu verza⸗ gen. 2 Gemeinde. Ja, dein Wort, das hier ertoͤnt, iſt das Wort des Lebens. Er, der uns mit dir verſoͤhnt, ſprach es nicht ver⸗ gebens. Selig iſt, jeder Chriſt, der es achtſam hoͤret, und durch Tugend ehret. b Chor. 1 4. Jeden zieht ein ſanftes Band hin zu ſeinen Bruͤdern. Alle fuͤhlen ſich ver⸗ wandt, Hohe mit den Niedern. Freund und Feind ſind vereint, dich, durch den ſie leben, friedlich zu erheben. Gemeinde. Gott! wir wollen oft und gern dich im Tempel preiſen, und hier Jeſu, un⸗ ſerm Herrn, dankbar uns beweiſen. Er allein b dlger! 4— 4 munt. 3 W lin ſoll iſtets; 87. L Lieder Natur wieder, N Aäitte nn weite — — — — — der lol ———— ——— —— == S=— ——-— — ———— hiu aßtt neindt Ermunt. z. Theilnahme am oͤffentl. Gottesdienſt. 955 allein ſoll es ſeyn, den ſich unſre See— len ſtets zum Fuͤhrer waͤhlen. Mel. Dir, dir Jehovah will ꝛc. 587. Dich preiſen, Herr! Geſang und Lieder in all den tauſend Stimmen der Natur; und Erd und Himmel toͤnt ſie wieder, nicht die nach dir genannte Staͤtte nur. Dein großer Tempel iſt die weite Welt, iſt jedes Herz, das, Heilger! dir gefaͤllt. 2. Doch voller noch ſtroͤmt uns dein Segen, wie reich er auch den ſtillen Beter lohnt, in Gnad und Wahrheit hier entgegen, wo deines Namens Ehre ſichtbar thront. Hier fleht die Jugend und hier dankt der Greis, hier bringet Leid und Freude dir den Preis. 3. Hier, wo, beſeelt von gleichem Triebe, ein frommes Feierlied das an⸗ vereint, 1 n dere hebt, und Alles, voll von deiner Liebe, in hohem Himmelsſinne lebt und webt, wie ſtaͤrkt' und troͤſtet hier, wie weihet mich, der heil'ge ſelige Gedank an dich! 836 olen oft ug ſen, und 3 4. Verklaͤre dich aus deinem Worte, kbar uns b o du, 936 Ermunt. z. Theilnahme am oͤffentl. Gottesdienſt. o du, des Lichtes Quell’! auch heut uns ganz. Nicht hier allein, an jedem Orte, umſtrahl' uns deiner ew'gen Wahrheit Glanz, in Lieb' und Glauben froh uns dir zu weihn; dein Tempel, Heil ger! uͤberall zu ſeyn. 5. Dein Segen lohnt der frommen Mahnung, die aus des Lehrers Munde zu uns ſpricht; des Lebens⸗Zieles hohe Ahnung zur Wahrheit ſchafft, enthuͤllt ur Lebenspflicht, und uns den Blick für eine hoͤh're Welt, als die uns hier im Staub umgibt, erhellt. 6. Hier, wo ein Zweck, ein heil ger Glaube vor dir uns beugt, hoch, nied⸗ rig, arm und reich, macht das Gefuͤhl, du riefſt vom Staube den Fuͤrſten wie den Bettler, All' uns gleich; laut ſpricht zu uns die große Wahrheit hier: nur einen Gott und Vater haben wir. b Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛe. 588. Wie lieblich iſt doch, Herr, die Staͤtte, wo deines Namens Ehre wohnt! O gib, daß ich ſie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt„die dei⸗ nes B —. — S S =FB —— — — ⸗ — — —;ÿ — — — Welt, ali Ermunt. z. Theilnahme am oͤffentl. Gottesdienſt. 957 nes Wortes ſich erfreun, und dir des Herzens Andacht weinä. 2. Wohl dem! der in der Deinen Mitte dich zu verehren Ernſt beweiſt. Du hoͤrſt ſein Lob und ſeine Bitte, und ſtaͤrkſt mit neuer Kraft den Geiſt, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtſchaf⸗ fen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Her⸗ zen nimmt. Es gibt uns Troſt auf Truͤbſalswegen, die du zu unſerm Heil beſtimmt. Es giebt im Kampf uns Muth und Kraft, und iſt ein Schwert, das Sieg verſchafft. 4. Gott! laß auch mir dein Antlitz ſcheinen, der Feſttag bring' auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heil ger Staͤtte bin! Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer ſeyn. 5. Ja, du biſt Sonn' und Schild den Frommen, du biſt ihr Segen und ihr Heil; wenn ſie im Glauben vor dich kommen, wird ihnen neue Huld zu Theil. Was du verheißeſt, haͤltſt du feſt; wohl nn n dünt Lie⸗ p „ 938 Lieder zum Anfang des Gottesdienſtes. Lied er zum Anfange des Gottes⸗ — dienſtes. (Eigene Melodie.) 589. Liebſter Jeſu! wir ſind hier, dich und dein Wort anzuhoͤren; lenke Sinne und Begier zu den ſuͤßen Him⸗ melslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden! 2. Alle unſre Wiſſenſchaft bleibt mit Finſterniß umhuͤllet, wenn nicht deines Geiſtes Kraft uns mit Licht von Gott erfuͤllet. Gutes denken, Gutes dichten wollſt du ſelbſt in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht aus Gott geboren! mach' uns Alle jetzt bereit; oͤffne Herzen, Mund und Ohren! Unſer Hoͤren, Beten, Singen laß, Herr Jeſu! wohl gelingen. —— Mel. Herr Jeſu Chriſt, dich zu ꝛe. 6* 590. Heer Jeſu! ſend' uns deinen Geiſt, den Geiſt, der, wie dein Wort b ver⸗ a leet, wemnz ns mit Ln denken, kiſ in uns vert z der Herttt zott geborm. öffne Han Unſer Hie rr Ieſun ne 1ſad n nr Lieder zum Anfang des Gottesdienſtes. 959 verheißt, mit ſeiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit fuͤhrt. 2. Oeffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; ruͤhr' unſer Herz, ſtaͤrk den Ver⸗ ſtand, ſo wird dein Nam uns recht be⸗ kannt. m 3. Bis wir einſt deinen Engeln gleich, dich preiſen, Herr! in deinem Reich, und ſchauen dich von Angeſicht in ew⸗ ger Freud' und ſel'gem Licht. b 4. Dir Gott, den Erd' und Himmel preiſt, dir Vater, Sohn und heil'gem Geiſt, dir, heilige Dreieinigkeit! ſey Lob und Preis in Ewigkeit! Mel. Liebſter Jeſu! wir ſind hier ꝛc. 591 3 Demuthsvoll komm' ich zu dir, dich im Geiſte zu verehren, Vater! ach, verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weisheit mich recht ruͤh⸗ ren, mich den Weg zum Himmel fuͤhren. 2. Ach gib, daß dein theures Wort tief in meine Seele dringe, und in mir, o Herr, mein Hort! Frucht zum ew⸗ gen 940 Lieder zum Anfang des Gottesdienſtes. gen Leben bringe; gib, daß es mich maͤchtig ſtaͤrke zur Vollbringung guter Werke. 3. Laß es ſeyn mein Troſt, mein Licht auf des Lebens dunkeln Wegen; meine ſtarke Zuverſicht, wenn ſich Zwei⸗ fel in mir regen; meines Herzens hoͤch⸗ ſ Areude, wenn ich von der Welt einſt ſcheide. b Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛc. Chor. 592. Dies, Chriſten! iſt der Tag des Herrn, die Arbeit ſey heut' von euch fern! Kommt vor des Hoͤchſten Aunneſicht, und freuet euch in ſeinem 2. Kommt, betet euern Schoͤpfer an, und ruͤhmt, was er an euch gethan! Verherrlicht ihn im Heiligthum, hoͤrt an ſein Wort, bringt Preis und Ruhm! Gemeinde. 3. O heilger Geiſt! laß uns dein Wort ſo hoͤren heut und nmnerfor Lieder kſch i ſ und 4 Erl ſieh u Tooſt 3 ai 48 Lieder zum Schluſſe des Gottesdienſtes. 941 3 Sn, 1, r Volh 4 daß ſich in uns durch deine Lehr Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. on men de 4. Erleuchte uns, du wahres Licht! Anhih dine deinn Phaht liche ſey un⸗ ſer Troſt in aller Noth; ſtaͤrk uns im aich 3 Leben und im Tod! 5 asaf rn Lieder zum Schluſſe des Gottesdienſtes. Mel. Liebſter Jeſu! wir ſind hier ꝛc. dinm tit 593. Hachſter Gott! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Hilf dbern uns ferner, daß auch wir nach demſel⸗ Chrikin i ben heilig leben. Gib dem Glauben ſolche Nhet Staͤrke, daß er thaͤtig ſey im Werke. Ar 1 2. Uns, o Vater! lehreſt du, was mmt der wir thun und glauben ſollen, ſchenk freutt ati uns deine Kraft dazu; gib zum Wiſſen „auch das Wollen, und zum Wollen das etet aumde Bollöringen; ſo wird alles wohl ge⸗ er a lingen. a heun;— ringt Prai Mel. Liebſter Jeſu! wir ſind hier ꝛe. 8 Ters dr 594. Gott ſey Preis und Dank ge⸗ t gaſf ig bracht! Mit des ew gen Lebens Lehren heut hat 942 Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. hat er gnaͤdig uns bedacht; laſſet uns ſein Lob vermehren. Unſer Gott ſey hochgeprieſen, daß er uns hat unter⸗ wieſen! 2. Freudig gehen wir nach Haus, neh⸗ men wir doch Gottes Segen aus dem Tempel mit hinaus, und auf allen un⸗ ſern Wegen wird er immer uns beglei⸗ ten, und zu unſerm Heil uns leiten. 3. Unſern Ausgang ſegne Gott; un⸗ ſern Eingang gleichermaßen; ſegne unſer d taͤglich Brod; ſegne unſer Thun und Laſſen; ſegne uns mit ſel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelserben! — 6. Fromme Geſinnungen gegen Jeſum b Chriſtum. Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. 595. Wectterloͤſer! dich zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinſten Trieben, iſt uns theu⸗ re, heilge Pflicht! Von der Liebe Blus⸗ durch⸗ echdrut 16 Re imn gle ſinnungen zi Thriſtun. e gegen Jäſu ich menen Gt erlöſer! di m Tode hu 1 1 Lre als Liebe, predigt uns die ſchoͤne Welt, ttt Von ken vor dem rn; hig ſehen wir uns ſchrecken; er iſt nim⸗ Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum, 945 durchdrungen, kamſt du aus des Him⸗ mels Reich, wurdeſt ſchwachen Men⸗ ſchen gleich, haſt mit Noth und Tod gerungen. Froher Herzen Preisgeſang ſagt nun deiner Liebe Dank! 2. Keine lockende Begierde draͤngte dich zum Eiteln hin; Heiligkeit war dei⸗ ne Zierde, Menſe winn. O wer bebt Uns, auch uns um⸗ 944 Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. die er taͤglich noch erhaͤlt, daß ſie uns im Lieben uͤbe. Menſchenfreund! ſeit du erſchienſt, iſt die Liebe Gottesdienſt. 5. Selbſt der Suͤnder darf nicht be⸗ ben; eilt er nur zu dir zuruͤck. Deine Stimme: du ſollſt leben! heitert ſeinen Thraͤnenblick. Ach, du bluteteſt am Kreu⸗ ze, trugeſt Schmach und Angſt und Noth, ſtarbſt fuͤr ihn, damit dein Tod ihn zum froͤmmern Leben reize. Folgt er dir; o welche Huld! ausgetilgt iſt ſeine Schuld. 6. Heil uns, wenn wir treu dir die⸗ nen! Wonne ſtroͤmt durch unſern Geiſt, noch iſt es uns nicht erſchienen, was die Zukunft uns verheißt. Dich, dich hat uns Gott gegeben; o zu welcher Herr⸗ lichkeit wird er, nach durchkaͤmpfter Zeit, uns, dein treues Volk, erheben! Herr! durch dieſen Hoffnungsſtrahl wird uns b hell des Todes Thal. 7. Dank ſey dir von allen Frommen, Preis und Dank ſey dir geweiht! Herr! urch dich iſt Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer, gleich dir, durchs Leben gehet, Himmels Luſt; Friede wohnt in ſeiner Bruſt. Wird er einſt zu Gott gehöheti ann ſchmeckt ſchon hier des ¹ — b Dankbare Lie„ ha d are Liebe gegen Jeſum Chriſtum. 945 ainn dann miſcht ſich der Li. lige an Engen Mücht hrder Liede Danr in der Sünde dir b* na Dit ſt, Mel. Ich ruf zu dir, He liſt leben 8 6 Ich ruf zu dir, Herr ꝛc. c du tunnr 5 9 6. 4 D Jeſu Chriſt, mein Tru Licht! der dũ men egeinnnd Senſtund damit dud hoch— 7 daß ich es nicht nach Wuͤr⸗ räit, drn kan erheben; gib, daß mein Herz getlgtii mög⸗ at Funnne 4 liebendem Verlangen mog i gen, und als dein Eigen⸗ deas en di zwin ten namden. e e a wne dnenctn n nang e Leine Tiebe. wohne, daß i huße A nat dan,— erwaͤhl zum Schatz mir nach dacin alles hin, w b. diceß alles aus, nimm n nen, und das dich und mich will tren⸗ Delt nn nen, und nicht gonnen, daß alle meine fiunit Stun in Deiner Fiebe brennen. 3. eundlich, ſelig, babn 5 hun ſi. Jeſu⸗ dene Kehn, e dun wm feht, kann vichts entſtehn, das meinem lackonnnil res bedteenber Drum laß nichts and⸗ Der, glt— hoͤren lie mich, nichts ſehen, fuͤhlen, dm ft ör fur di ieben, ehren, als was in mir ne rien ür ch die ehe kunn venmeßren voſt und Schatz, mein Licht Rat6R6. Sbo iih 946 Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. und Heil, mein hoͤchſtes Gut und Leben! gib mir an deiner Liebe Theil, ich will mich dir ergeben. Daß du mich liebſt, o laß mein Herz den ſuͤßen Troſt empfin⸗ den, der die Suͤnden und aller Leiden Schmerz ſo leicht kann uͤberwinden. 5. Ach, liebſter Freund! wenn du ent⸗ weichſt, was hilft's mir, ſeyn geboren? Wenn du mir deine Lieb' entzeuchſt, ſo bin ich doch verloren. Nur du kannſt mich der Todesnoth durch deine Lieb entreißen, leben heißen, und mich mit Himmelbrod zum ewigen Leben ſpeiſen. 6. Du haſt mich je und je geliebt; du warſt mir ſchon gewogen, eh ich noch etwas Guts geuͤbt; haſt mich zu dir ge⸗ zogen. O laß doch ferner, theurer Hort! mich dieſe Liebe leiten, mich begleiten, ſie ſteh mir immerfort mit Huͤlf' und Troſt zur Seiten. 4 7. Laß auch den Stand, in dem ich ſteh’, Herr! deine Liebe zieren; und wo ich etwa irre geh', mich bald zurechte fuͤhren. Laß ſie mich immer guten Rath und gutes Beiſpiel lehren, und verweh⸗ ren, daß keine boͤſe That moͤg' meinen Stand entehren. 8 8. Sie 1 Kreund a fts mi, a eine Lieh ae loren. Ju n ewgn mich je m on gewogn t; haſtut och ferner, 1 leiten, uf merfort nih den Stnd in ne Liebe ſian ſch, nich mich immm 1 4 6 . del lchren uüt di That u Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. 947 8. Sie ſey mein Troſt in allem Leid, in Schwachheit mein Vermoͤgen! Und ſoll ich nach vollbrachter Zeit zur To⸗ desruh mich legen: ol dann laß deine Liebestreu, Herr Jeſu! mir beiſtehen, laß mich ſehen dein Antlitz ohne Scheu und in dein Reich eingehen! Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns der ꝛc. 597. O Jeſul Jeſu! Gottes Sohn! mein Mittler auf dem Gnadenthron, mein Schatz voll Freud' und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir iſt alles ſonnenklar und heller als die Sonne. Herzlich lieb' ich, voll Gefal⸗ len, dich vor Allen; nichts auf Erden kann und ſoll mir lieber werden. 2. Das iſt mein Schmerz, das kraͤn⸗ ket mich, daß ich doch ſo nicht liebe dich, wie ich gern lieben wollte. Ich fuͤhl' mes jeden Tag ſo ſehr, daß ich dich doch noch ungleich mehr, noch ſtaͤrker lieben ſollte. Von dir zu mir ins Gemuͤthe laß der Guͤte Stroͤme fließen, deine Lie⸗ be ſich ergießen. 5 Ooo 2 3. Ge⸗ 948 Dankbare Liebe gegen Jeſum Chriſtum. 3. Geſtaͤrkt von deiner Liebe Kraft will ich dir in der Pilgerſchaft mit treuer Lieb' anhangen. Nicht Ehre, Wolluſt, Pracht und Geld, nichts auf der gan⸗ zen weiten Welt befriedigt mein Ver⸗ langen. Ohn dich kann mich nichts be⸗ gluͤcken, nichts erquicken: mich zu laben, muß ich deine Liebe haben. 4. Und wer dich liebt, den liebeſt du, ſchaffſt ſeinem Herzen Fried' und Ruh', und troͤſteſt ſein Gewiſſen. Ob ihn gleich manche Noth hier druͤckt, durch deine Liebe reich begluͤckt in allen Kuͤmmer⸗ niſſen, wird ſich endlich nach dem Leide große Freude fuͤr ihn finden; da wird alles Trauern ſchwinden. 1 5. Kein Auge hat es je geſehn, kein Ohr gehoͤret, und verſtehn kann's Nie⸗ mand, noch beſchreiben, was denen dort fuͤr Herrlichkeit von dir bei dir iſt ſchon bereit, die in der Liebe bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unſer Leben zu ergoͤtzen, iſt dagegen nichts zu ſchaͤtzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jeſu! meine Freude ſeyn, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefaͤllt, was mir dein Wort vor Augen ſtellt, diger t ſe hendli fanden at entt Da inden Liebe in Him wnh Pälgrrſte areen d, nichts ä 1 i b dich kann we auctn lehe habn ich lilt ne HOerzen Fria Gewiſen d der drück, luͤckt in alen Hendlich wi — ür ihn fuda d. ſchwinden. ſe hat tz ſe und verſtthnit creiben, di von dir ban der Liche bit , u ad gegehan nes Lohnes, voller Muth und unver⸗ ſtellt, freudig vor der ganzen Welt. 4 dagegen nicht in jic bilig it reude ſeyn, 1 dai i Wrnn ſey ir dein; 2 ſeine L Freudiger Muth zum Bekenntniß Jeſn Chriſti. A49 ſtellt, je mehr und mehr mich uͤbe; bis ich endlich werd' abſcheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Truͤbſal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Guͤtigkeit, von Suͤnden und von Tod befreit, in rei⸗ ner Liebe ſchmecken; und ſehn im rein⸗ ſten Himmelslicht dein liebevolles An⸗ geſicht, befreit von Furcht und Schrek⸗ ken. Reichlich werd' ich dann erquik⸗ ket und geſchmuͤcket vor dem Throne mit der ſchoͤnen Ehrenkrone. Freudiger Muth zum Bekenutniß Jeſu Chriſti. 8. 2. Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. & 598. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, ſeines Sohnes! Deine Seele ruͤhme ſich ihrer Hoffnung, ſei⸗ .Hat gleich ſein Bekenntniß hier eiden und Beſchwerden; dennoch ihm treu; denn dir ſollen ew'ge Freu⸗ 950 Freudiger Muth zum Bekenntniß Jeſu Chriſti. Freuden werden. Was iſt gegen ſolch ein Gluͤck dieſes Lebens Augenblick! 3. Schaͤme ſeines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spoͤttern; wenn ſie ihn verſchmaͤhn, wenn ſie ſich und ihren Witz vergoͤttern; was vermag der Laͤſtrer Spott wider Jeſum, wider Gott? 4. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Got⸗ tes Beifall, Gottes Reich kann doch kei⸗ ne Macht dir rauben. Halte dich an dem nur feſt, der die Seinen nie verlaͤßt. 5. Welchen Kampf hat nicht dein Herr fuͤr dein ew'ges Heil geſtritten? Jene Schaar der Maͤrtirer, was hat die fuͤr ihn gelitten? Schmach und Martern, ſelbſt den Tod litten ſie getroſt fuͤr Gott. 6. Und der Spoͤtter Witz und Hohn koͤnnte je dein Herz verfuͤhren, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chriſt! nein, wanke nie; fleh' um Rettung auch fuͤr ſie. 7. Sey getreu bis in den Tod; denn du glaubeſt nicht vergebens. Nach dem Tode fuͤhrt dich Gott zu der Wonne ſei⸗ nes Lebens. Und nach einem kurzen Streit kroͤnt dich ſeine Herrlichkeit. —— Erge⸗ S Naich uben. Hah e Seinen te ampf hatie Heil geittt ärtirer, ve Schmach un Spöktrr er Herz vafün n Lohn deust Nein, b dr Ergebung zur Nachfolge Jeſu Chriſti. 951 Ergebung zur Nachfolge Jeſu Chriſti. Mel. O Jeſu, mein Vergnuͤgencdt. 599. Du dem ich angehoͤre, o Hei⸗ land Jeſu Chriſt! dem oft die ſtille Zaͤh⸗ re, zur Huldigung und Ehre, aus from⸗ men Augen fließt; S1g 2. Wenn, in Erinnerungen an dein Verdienſt verſenkt, von Liebe tief durch⸗ drungen, im Geiſt von dir umſchlun⸗ gen, dich meine Seele denkt; 9 3. Alsdann wird dieſe Erde, auch einſt bewohnt von dir, trotz mancherlei Be⸗ ſchwerde, die ich hier inne werde, zum Heiligthume mir. 4. Ich folge deinen Blicken, ich hang⸗ an deiner Hand, und ſchaue mit Entzuͤk⸗ ken hin, wo nicht Leiden druͤcken, dir nach ins Vaterland. 5. Du, der nur Andern lebte, der nur fuͤr Andre litt, nur uns zu retten ſtrebte, und ob das Herz gleich bebte, 1bis indh doch feſt zum Sterben ſchritt; Gott zu dece 56. Dir bin ich hingegeben zu Lieb' und 3 Dankbarkeit. Mein Ruhen und mein Streben, mein Sterben und mein Le⸗ t ben, ſey, Jeſu, dir geweiht! 7. Du . 1 ———— —õõõõ õʒõõõõ——õÿ—— —.————————————. . —— ——————— —— 952 Ergebung zur Nachfolge Jeſu Chriſti. 7. Du Wonne meiner Seele, mein Ruhm, mein Lobgeſang, dem ich mein Herz vermaͤhle, Verſoͤhner meiner Fehle! dein bin ich lebenslang. (Eigene Melodie.) 600.„ Mir nach!/ ſpricht Chriſtus, unſer Held,„mir nach“ zu allen Chri⸗ ſten;„entfeſſelt euch von Suͤnd' und Welt, entreißt euch ihren Luͤſten! Ich litt fuͤr euch, und ihr ſeyd mein; ihr alle ſollt mir aͤhnlich ſeyn. 2. Ich leucht euch vor, bin euer Licht durch Unterricht und Leben. Und wer mir folgt, der irret nicht, darf nicht im Finſtern ſchweben. Ja, wer mir nach⸗ eilt, dringt gewiß Finſterniß. 3. Mein Herz voll Gottergebenheit, war auch voll Menſchenliebe, voll De⸗ muth, Sanftmuth, Freundlichkeit, und voller Mitleidstriebe; bereit dem Feinde zu verzeihn, und ihn zu erfreun. b 4. Ich lehre euch, durch Wort und That den Weg der Suͤnde meiden, ich zeige zum Lichte aus der durch Wohlthun beiter jadherre — 6. W thalten kuxen Nüne) ir nachl! ſi 3 mir mſs t euch unſ euch ihmm und ihr ſen hnlich ſeyn⸗ t euch vor, k ht und Lebm irret nich, veben. Iun mwiß zum bi Menſczelit zuth, Freuntſtt. triebe; beritt nd ihu dug 7 de Sünd wir, gewaͤhre, Heiland! Aller Ergebung zur Nachfolge Jeſu Chriſti. 955 zeige euch der Tugend Pfad, zu Gott euch hin zu leiten; wer mir hier nach⸗ folgt, der allein kann nur mein wahrer Juͤnger ſeyn. 5. Faͤllt's euch zu ſchwer, ich geh vor⸗ an, ich bin euch ſtets zur Seite. Kaͤmpft nur getroſt! ich brech' die Bahn und ſteh euch bei im Streite. Kein tapfrer Streiter weicht und flieht wenn er den Feldherrn kaͤmpfen ſieht. 6. Wer mich verleugnet, weil er ſich erhalten will, verlieret; und wer verliert und glaubt an mich, gewinnt und tri⸗ umphiret. Wer mich nicht auch im Lei⸗ den ehrt, iſt mein und meines Heils nicht werth.“ 7. Dir, Herr! zu folgen wuͤnſchen Kand⸗ haften Muth, gib Staͤrke mir, dir, wie du fuͤhrſt, zu wallen. Denn wer nicht kaͤmpft, traͤgt auch die Kron' des ew'⸗ gen Lebens nicht davon. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. 601. Laſſet uns mit Jeſu ziehen, ſei⸗ nem Vorbild folgen nach, in der Welt er 954 Ergebung zur Nachfolge Jeſu Chriſti. der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach; immerfort zum Himmel reiſen, irdiſch noch ſchon himmliſch ſeyn, glauben recht und leben fein, in der Lie⸗ be Glauben weiſen. Treuer Jeſul bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir. 2. Laſſet uns mit Jeſu leiden, ſeinem Vorbild werden gleich. Nach dem Lei⸗ den folgen Freuden: Armuth hier macht dorten reich. Sonnenſchein folgt auf den Regen, Hoffnung troͤſtet die Geduld und es wandelt Gotteshuld, Thraͤnenſaat in Erndteſegen. Jeſul! mit dir leid ich hier, dort erfreue mich bei dir. 210 3. Laſſet uns mit Jeſu ſterben. Aus des Seelentodes Noth, und aus ewi⸗ gem Verderben, rettet uns des Heilands Tod. Sterben wir, dieweil wir leben, unſres Fleiſches Luͤſten ab, ſo wird er uns aus dem Grab zu des Himmels Le⸗ ben heben. Jeſul ſterb ich, ſterb ich dir, daß ich lebe fuͤr und fuͤr. 4. Laſſet uns mit Jeſu leben, von den Todten ſtand er auf. Sey von nun an ihm ergeben, unſer neuer Lebenslauf. Tod, wo ſind nun deine Schrecken? Er, das Haupt der Chriſtenheit, wird gewiß zur Arnuj vonnenn ung troͤſteti tteshuld, T Jeſu! mit i⸗ ich bei dir ns mit Jiſuſt des Noth, u n, rettet uwit n wir, dienat s Lüͤſten 2¹ Grab zu d cſul ſterhich ar und füt. s mi Fſuſtt tr auf. Sg unſer neun num. dins r Hhritenſe Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. 955 zar Herrlichkeit ſeine Glieder auferwek⸗ ken. Jeſu! dir nur leb' ich hier und dort ewig auch bei dir. Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. (Eigene Melodie.) 602. Meinen Jeſum laß ich nicht! er hat ſich fuͤr mich gegeben. Mir iſts Freude, mir iſts Pflicht, treu ergeben ihm zu leben. Er iſt meines Lebens Licht; meinen Jeſum laß ich nicht. 2. Jeſus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in ſeine Haͤnde. Er ſorgt, daß mir nichts gebricht, darum laß ich Jeſum nicht. 3. Wenn mein Auge ſchon verliſcht, Wang und Lippen ſich entfaͤrben, mich kein Labſal mehr erfriſcht, alle Sinne mir erſterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jeſum nicht. 4. Dort auch laß ich Jeſum nie, hange ſtets an ſeinen Blicken; denn, nach dieſes Lebens Muͤh, leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir ſein Ange⸗ ſicht. Meinen Jeſum laß ich nicht! 5. Nichts 956 Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. 5. Nichts auf dieſer Erde iſt, was des Herzens Wuͤnſche ſtillet; du, o Je⸗ ſu! du nur biſt, der ſie alle ganz erfuͤllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jeſu, laß ich nicht! 6. Dich, mein Jeſu, halt ich feſt; nichts ſoll je von dir mich ſcheiden. Wehe dem, der dich verlaͤßt! er beraubt ſich ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahr⸗ heit ſpricht: meinen Jeſum laß ich nicht! Mel. Was Gott thut das iſt ꝛc. 603. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Mein Innerſtes der Seele ſpricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du ſollſt es ſeyn! du ſollſt mein Schatz auf Erden, mein Theil im Himmel werden. ich halte dich mit Glauben. Nichts kann mir meine Zuverſicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat feſten Grund: die deiner ſich nicht ſchaͤmen, die kann dir Niemand nehmen. b 3. Dich, 2. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht; Tre got zinder ich Ar 19 ſe Pflic 4 Di ch, G Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. 957 3. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht; der ſie ale aus goͤttlichem Erbarmen gingſt du fuͤr Reichthum 1 Suͤnder ins Gericht, und buͤßteſt fuͤr ein Ieſu dt mich Armen. Aus Dankbarkeit, will nein Jiiu n ich allzeit, um deines Leidens Willen, üſtt die Pflicht der Treu erfuͤllen. verläßt 4. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht, läßt!an dich, Gottes groͤßte Gabe! ich weiß, ¹ Salgn daß mir kein Gut gebricht, Herr! wenn einen Jeimt ich dich nur habe. Ich mag dir, Welt, fuͤr Gut und Geld, wornach die Eiteln laufen, den Heiland nicht verkaufen. Gett ns 5. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht; kein Kreuz ſoll ja uns ſcheiden. Es iſt h, Jeſum t ja jedes Gliedes Pflicht mit ſeinem eiht mein hho Haupt zu leiden. Die Traurigkeit, es der Salß waͤhrt kurze Zeit; die Angſt geht bald h leben. A voruͤber; gepruͤft werd' ich dir lieber. n du ſoltn 6. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht; in Thaln nie will ich von dir wanken! Wenn mein meine morſche Huͤtte bricht, ſterb ich dan⸗ aßht mit dem Gedanken: Mein Freund iſt geſun, laß ch mein, und ich bin ſein, Er iſt mein h mnt Gus Heil, mein Troͤſter, und ich bin ſein eine zue Erloͤſter. en. Der u 7. Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht!. rund: die 10 Hier will ich dir vertrauen; dort werddà lun r Jus 1 958 Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. ich dich von Angeſicht zu Angeſichte ſchauen. Gebt Fluͤgel her! ich kann nicht mehr als Pilger hier verweilen, ich muß zum Anſchaun eilen. —— Mel. Ach Herr, mich armen ꝛc. 604. Wenn alle untreu werden, doch bleib ich dir getreu, daß Dankbar⸗ keit auf Erden nicht ausgeſtorben ſey. Fuͤr mich umfing dich Leiden, du ſtarbſt fuͤr mich in Schmerz; drum geb ich n mit Freuden auf ewig hin mein Herz. 2. Oft moͤcht' ich bitter weinen, daß mancher dich vergißt, der du doch fuͤr die Deinen am Kreuz geſtorben biſt. Von Liebe nur durchdrungen, haſt du ſo viel gethan, haſt Heil der Welt er⸗ rungen; und ach wer denkt daran? 3. Du ſtehſt voll treuer Liebe, noch immer Jedem bei; und wenn dir Keiner bliebe, du bleibſt doch ſtets getreu. O dieſe Liebe ſieget, und ſie ergreifet mich; das Herz voll Ruͤhrung ſchmieget ſich inniger an dich. b b 81 4. Ich r atfutn Angeſß at 5 Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. 959 t iaaa. 4. Ich habe dich gefunden! Laß du s Püg 6 auch nicht von mir! Laß ewig mich ver⸗ Anſcham u bunden, eins ewig ſeyn mit dir! Einſt ſſchauen Alle wieder, voll Glauben, him⸗ — maelwaͤrts, und ſinken liebend nieder, und fallen dir ans Herz. ch Herr, nich dna. (Eigene Melodie.) un alt ung dir getreu, d 605. O Jeſu! mein Vergnuͤgen, n nicht aug wie reich bin ich in dir! Du willſt mir ang dic kaha eiw ges Leben und volle Gnuͤge geben, Schmatz in mein Glaube ſagt es mir. it den auf e 2. Dazu kamſt du auf Erden, und litteſt ial und d Hluf daines Lei⸗ wich bitten dens Wegen erwarbſt du mir auch Se⸗ 4 wen gen und Troſt in Todesnoth. vergißt, 33. Schickt mir gleich hier auf Erden am Kreug g Gott manches Leiden zu: o Troſt! nach 1 dun den Beſchwerden, die ſtill erduldet wer⸗ u, haſt. den, find' ich bei dir einſt Ruh.. ac wer datt 4. Mir iſt nun nicht mehr bange um ſt voll tra 1 meine Seligkeit; ich weiß es, ich erlange, beiz und den wenn ich treu an dir hange, des Him⸗ däſt doch ſttt mels Herrlichkeit. 2 5. Du, Wahrheit, Weg zum Leben, Rührumg erhabner Gottes⸗Sohn! dir will ich ““ ganz 960 Treue in der Nachfolge Jeſu Chriſti. ganz vertrauen, dann werd' ich dich einſt ſchauen auf deiner Hoheit Thron. 6. Du haſt mich, Freund der See⸗ len! bis in den Tod geliebt; du biſt es, der im Leiden mir Troſt und ſanfte Freuden und Himmelswonne giebt. 7. Wie wird dereinſt im Himmel dein Anſchaun mich erfreun! Nur muß ich hier erſt ringen, ſo manchen Feind bezwingen, und treu im Glauben ſeyn. 8. Da werd' ich Jeſum finden, den meine Seele liebt; da ſind die Jammer⸗ ſtunden gleich einem Traum verſchwun⸗ den, wo nichts mich mehr betruͤbt. 9. Mein Herz iſt dann voll Freuden, weil Chriſtus in mir lebt; ich weiß, an wen ich glaube, und daß er aus dem Staube mich einſt zu ſich erhebt. 10. O ſeliges Entzuͤcken! an ſeiner treuen Hand fuͤhrt er gewiß die Seinen, die hier im Jammer weinen, ins beßre Vaterland. 191 11. Mich ſoll nicht Tod und Leben, nicht Herrlichkeit der Welt von dir,f mein Heiland! ſcheiden; du gibſt dem ew ge Freuden, der feſt an dich ſich haͤlt. II. Von Gerechte Selbſtſchätzng. 961 deintr h II. Von der chriſtlichen Selbſtliebe und weiſen Vorſorge fuͤr unſre wahre en mir Wohlfahrt. Amnchna 1. Chriſtliche Selbſtliebe. erd dereint i Gerech te Selbſtſch ä tzung. nih aia ungen, o Mel. Wie groß iſt des Allmäͤcht gen ꝛc. b treu in 606. Wie hoch haſt du mich, Gott! d ich J Jin erhoben zur Menſchheit, dieſem Ehren⸗ dits dain ſtand; ich kann ihn lieben, ehren, loben; einem dan bei dir dort iſt mein Vaterland. Mein s mich mairt Geiſt, beſtimmt, noch fortzuleben, Joerz iſt dang wann dieſer Leib in Staub zerfaͤllt, in mir li wird uͤber Sonnen ſich erheben, zu Woh⸗ alaube, non uungen der beſſern Welt. — eintut 2. Und ſelbſt mein Leib bleibt nicht gcs Eutzutd im Grabe, bleibt nicht im Staube hier zuruͤck; ich weiß, daß ich die Hoffnung üürt er unt habe: auch er nimmt Theil an meinem dammer Gluͤck. Er wird, unſterblich und voll⸗ 2 kommen, dem Leibe Chriſti ähnlich ſeyn, ſol nicht 3 und ſich mit den verklaͤrten Frommen hkeit der d der neuen Himmelswuͤrde freun. à! ſcheiden 4 3. Erinnre mich an dieſe Wuͤrde, , derſi in Gott! deſſen Hand dazu mich ſchuf; ſie 962 Selbſterkeuntniß. ſey mir, bei des Lebens Buͤrde Ermun⸗ trung, Troſt und Tugendruf; ſie lehre mich mit Sorgfalt meiden, was meinen Menſchenwerth entehrt. Iſt jene Welt mit ihren Freuden nicht auch des groͤßten Opfers werth? 4. Getreu dem himmliſchen Berufe, will ich auf dich, mein Vorbild, ſehn, um ſtets zu einer hoͤhern Stufe der Hei⸗ ligkeit hinanzugehn. Mein Ziel ſey: frei von allen Maͤngeln zu ſehn in dei⸗ nem Licht das Licht, zu ſchauen dich mit deinen Engeln von Angeſicht zu Angeſicht. 1 Selbſterkenntnißh. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 607. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Allwiſſender! wie ſchwer fuͤr mich! Gib, daß ich mir die Wahrheit ſage; nur eitle Thoren Wer ſich nicht ſelbſt recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Haͤn⸗ den, ſchmeicheln ſich. u ge dwu n dauf d dein Selbſterkenntniß. 963 „und de den, geſchaffen, Gott! zu dei eis. „eenn Llhena den, geſchaff l zu deinem Preis. rgfalt mien Dazu mein Leben anzuwenden, dnei ith antet Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich uden nichtag als dein Eigenthum, auch, wie ich ſoll, 9 zu deinem Ruhme: dem binnit 3. Ich bin ein Chriſt, nach dem Be⸗ dich, men kenntniß, doch bin ich's, Herr! auch in ner höhanen der That? O oͤffne du mir das Ver⸗ zugehn. M ſtaͤndniß, recht einzuſehn, ob ich den eun— und ob ich auch im Glauben ſteh'? n 4. Du kenneſt unſers Herzens Tiefen, Engein don die uns ſelbſt unergruͤndlich ſind; drum laß mich oft und ernſtlich pruͤfen, ob —(icch ſey Chriſto gleich geſinnt. Befreie mich vom falſchen Wahn, der auch den Kluͤgſten taͤuſchen kann. b 5. Wer Vieles weiß, und doch ver⸗ ar un den 1at borgen und unbekannt ſich ſelbſt noch bleibt, wie will der fuͤr ſein Beſtes ſor⸗ er bin ich uh gen? Was iſts, das den zur Beß rung ſſender! u treibt? Sich ſelbſt recht kennen, iſt Ver⸗ aß ich mi ſtand; drum mache mich mit mir bekannt! Thore 6. Was mir zu meiner Wohlfahrt ſebi rccheis fehlet, mein Vater! das entdecke mir. aashetnt Hab, ich der Wahrheit Weg erwaͤhlet, Vet unb ſo gib, daß ich ihn nicht verlier'. Er⸗ ein Wett uh. Ppp 2 leuchte dſterkenmn Pfad, den Jeſus mir gewieſen, geh, leuchte mich mit deinem Licht, ſo taͤu⸗ ſchen mich Verfuͤhrer nicht. ne un 7. Bin ich jetzt von dem ſichern Pfade, der mich zum Leben fuͤhrt, noch fern, ſo wecke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernſtlich ſuchen lern. Gib mir zur Beß'rung Luſt und Kraft; du biſt's, der beides in uns ſchafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin ſparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom Wahn und Selbſtbetrug. Demuth. Mel. Werde munter mein tꝛc. 608. Daß ich mich, o Gott! ſelbſt liebe, kann dir nicht zuwieder ſeyn; denn du pflanzteſt dieſe Triebe von Na⸗ tur den Menſchen ein. Jeder lenket H Herz und Sinn auf ſein eigen Wohl⸗ in ſeyn hin; keinen wird die Erde faſſen, der ſich ſelbſt kann feindlich haſſen. / uns ſchaft. es einmal e var und hier ht bis dahir mehr helfen im Himnu nd Selbſtbem⸗ —— Demnut Berde munter un Demuth. 965 2. Ach, daß dies den Nutzen braͤchte, daß man in der Gnadenzeit recht ſein wahres Wohl bedaͤchte, ſeiner Seele Seligkeit! Nur wer ewoge Guͤter liebt, 48 ganz ſich ſeinem Gott ergiebt, der iſt's, 9 der ſich liebt und achtet, und nach wah⸗ rem Wohlſeyn trachtet. 3. Nicht, wer Geiz und Wolluſt he⸗ get, nicht, wer auch gefliſſentlich nur nach Ruhm Verlangen traͤget, liebt mit weiſer Liebe ſich. Was die Welt gibt, macht nicht ſatt; wer nicht Gottes Gnade hat, Gott nicht liebt von ganzem Herzen, wird ſein wahres Wohl ver⸗ ſcherzen. b 4. Statt der eiteln Ehrbegierden flöͤße, Gott! mir Demuth ein! Wollt' ich mehr, als ſich's gebuͤhrte, in der Welt geehret ſeyn, waͤr' ich aller Welt verhaßt und dem Naͤchſten eine Laſt; darum hilf, daß ich mich ehre nur, weil ich dir angehoͤre. 5. Leider iſt ſeit Adams Falle uns der Hochmuth angeerbt; ach, wir ſehn es nicht, wie alle Menſchen ſchwach ſind und verderbt. allein gern ſein eigner Abgott ſeyn, alle Jeder moͤchte nur Welt 966 Demuth. Welt geringe ſchaͤtzen, uͤber Welt und Gott ſich ſetzen. 4 3 6. Gott! aus dieſes blinden Goͤtzen hoͤchſt verderblicher Gewalt, aus des Eigenduͤnkels Netzen hilf mir doch, ach hilf mir bald! Hilf mir kaͤmpfen wider mich, und der Hochmuth beuge ſich mit des eiteln Wahns Gedanken in der De⸗ muth enge Schranken! 7. Daß ich nicht zu meinem Schaden in mich ſelbſt verliebt moͤcht' ſeyn, ma⸗ che, guter Gott! in Gnaden mich von Eigenliebe rein. Sey du ſtets mein hoͤchſtes Gut, dann hab' ich auch Kraft und Muth, meinen Naͤchſten hoch zu achten und nach ſeinem Wohl zu trachten. Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus ꝛc. 609. O Gott, mein Vater! ſteh mir bei, daß ich, weil ich hier walle, dem Sinne Jeſu aͤhnlich ſey, damit ich dir gefalle. Laß mich durch ihn vom Stolze rein, und, ſo wie er, voll De⸗ muth ſeyn. 88 4 anken! ct zu meia rliebt nüch ! in Grada⸗ Sey dui inn hab iche inen Nächin einem Wohli —— ic, foricht Chritt tt, mein We jweil ich 4 an. laͤhnlic ſc z nich dußi d, do vie 1 1 610. 7 Demuth. 967 2. Wer in ſein Reich zu kommen ſucht, muß ſich vom Stolz entfernen; muß unter deines Geiſtes Zucht auch wahre Demuth lernen. Wer ſie von ſeinem Herrn nicht lernt, bleibt auch von ſeinem Reich entfernt. § Gedantaa 3. Wer ſich voll Hoffarth ſelbſt er⸗ hoͤht, wird ſich erniedrigt ſehen, doch wer einher in Demuth geht, den wirſt du, Gott! erhoͤhen; dir, deſſen Hand die Welt umfaßt, iſt jedes ſtolze Herz ver⸗ aßt 4. Was ich auch bin, bin ich darch dich und deine freie Gnade; durch dieſe Gnade leite mich der Demuth ſtille Pfade! Verleihe ſie zum Schmucke mir, denn nur durch ſie gefall' ich dir. 5. Nur du biſt groß, was iſt an mir? wie bald bin ich nicht Erde? Gib, daß ich allezeit vor dir gerecht erfunden werde, und zeig' im Glanze deines Lichts mir deine Hoheit und mein Nichts! —— Mel. Werde munter mein te b Bünder Menſch! thu weg die Decke, die vor deinen Augan i jeh 968 Demuth. ſtolz und eitel biſt. Was du nicht biſt, willſt du ſeyn; was du biſt, geht dir nicht ein; wirſt du recht dich ſelbſt erkennen, wirſt du Erd' und Staub dich nennen. 2. Erde biſt du, gehſt auf Erden, lebſt von Erd', und wirſt einmal wie⸗ der Erde muͤſſen werden in dem finſtern Todesthal. Hoch und niedrig, arm und reich, Herr und Knecht iſt alles gleich; was geboren iſt auf Erden, muß zu Staub und Erde werden. 3. Wie Geburt und Tod ſich gleichen, ſchaue in dem Todtenhaus; ſuche einen Edeln, Reichen, einen klugen Kopf heraus. Auch zur Wiege gehe hin, ſchau' das nackte Kind darin, ob es hochgeprieſne Dinge, Kronen, Gold, zur Welt mitbringe. 4. So iſt alle Erdengroͤße eitle, kurze Flitterpracht; eine Decke unſrer Bloͤße, die der Tod zu nichte macht. Darum, Menſch, beſinne dich, blaͤht in dir der Hochmuth ſich; laß ihn ſchwinden! Hier im Leben haſt du nichts, dich zu erheben. gis b 5. Aber ſieh! den Staub der Erden zieht ſteh' dich ſelber, und erſchrecke wenn du boren iſ aft ) Erde warda durt und dof Todtenheu hen, einen i h zur Wiu gackte Kind t Dinge Keh bringe. alle Erdengrißte eine Dechm. zunichte müt inn 18 3 ſich; laß h 1 haſt dun chl den Stun 86 6611. Huf mir, o Gott! daß Demuth. 969 zieht das Licht der Sonnen an: ſo ſollſt du gezogen werden auch hinauf ſur Himmelsbahn. Beug' in Demuth einen Sinn nur zum Staub der Erde hin; ſo wird Gott dich ihm entruͤcken, ewig deinen Geiſt begluͤcken. Mel. Herzliebſter Jeſu was haſt du ꝛc. ich mich ſelbſt erkenne, nicht ohne Grund mich gut und edel nenne, mich nicht durch eieln Tugendwahn betruͤge, nicht ſelbſt 2. Nie laß, o Herr! mich ſelbſt die kleinſten Suͤnden entſchuldigen und un⸗ terheblich finden: hilf, daß ich ſie mit tiefer Schaam bereue, und ernſtlich ſcheu. 3. Wenn ich ſo gern mich meiner Thaten freue, und doch nicht ganz mich a deinem Dienſte weihe; ſo zeige mir, wie wenig ſie genuͤgen, wie leicht betruͤgen. 4. Entdecke mir, wie oft, aus nie⸗ derm Triebe, aus Stolz entſprungen und aus Eigenliebe, ſo manche That, auch hochgeruͤhmt von Allen, dir muß mißfallen. 3101— 5. Ent⸗ 970 Demuth. 5. Entdecke mir der Tugend wahre Groͤße, und jedes Laſters Niedrigkeit und Bloͤße, damit ſein falſcher Reiz mich nicht verblende, und von dir wende. 6. Verhehl'’ ich mir im Heiligungs⸗ geſchaͤfte, aus Selbſtvertraun, den Man⸗ gel meiner Kraͤfte, ſo lehre mich, ihn redlich mir geſtehen, und Huͤlf erflehen. 7. Wie leicht verkenn' ich meines Her⸗ zens Schwaͤche, wenn ich zuviel mir von mir ſelbſt verſpreche! Gib, Gott! daß ich mit frommer Vorſicht handle, und richtig wandle. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 612. Go, Gott! wenn ich dir die⸗ ne, daß ich mich nicht erkuͤhne daruͤber ſtolz zu ſeyn. Wer kann bei ſeinen Wer⸗ ken, wie oft er fehlet, merken? wer iſt von Fehlern voͤllig reina b '2. Such ich ſtets deinen Willen ſo eifrig zu erfuͤllen, als mir dein Wort gebeut? Trag ich der Tugend Buͤrde, aus Achtung ihrer Wuͤrde, mit Demuth und Zufriedenheit? b 3. Such' 46 uch ſt Demh e wir de b Demuth. 91 jcdes 1n 3. Such' ich den Trieb zu Suͤnden, mi ſenfäſtn auch ſtets zu uͤberwinden aus wahrer und dan ig Froͤmmigkeit? Oft ſind die guten Trie⸗ ich mi m be nicht Fruͤchte deiner Liebe, nur Fruͤchte Seibſtvertan der Natur und Zeit. 1 Selbſtvertran räfte, ſol 4 4. Der Suͤnden meiner Jugend, der dchen, und h Maͤngel meiner Tugend, o Herrl ge⸗ tverkeni 5* denke nicht. Willſt du mit deinen Knech⸗ vem mn ten, wie ſie verdienet, rechten; ſo trifft 1 mimn ſie alle dein Gericht. preche! Güh 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, ier Vorſchtſt rein meine Tugend waͤre, iſt das mein Eigenthum? Wer ließ mich unterrich⸗ ten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Heil mich ſehn und meinen Ruhm: an nahe ae 306.. 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu uͤben, Trieb, Luſt und „Gott! vant Freudigkeit? Wer ſtaͤrkte meine Kraͤfte ich nicht uiun im Heiligungsgeſchaͤfte? Wer gab mir Ber kamat Muth und Sieg im Streit? r fehlet rt 7. Du lehrſt mich, was ich waͤhle; f run du rufſt mich, wenn ich fehle, auf rech⸗ dlig e danns ten Weg zuruͤck; du ziehſt mich ab von d iin* Suͤnden, und laͤßt mich Gnade finden; len, als 39 ſieht nur auf dich des Glaubens Blick. gich der„ 8. Sollt ich mich deß erheben, was hre Bün du mir, Herr! gegeben? Hab ich dazu heitee n ein 972 Weiſe Sorge fuͤr wahre Wohlfahrt. ein Recht? Koͤnnt ich auch alles uͤben, was du mir vorgeſchrieben, wer bin ich? Ein unwuͤrd'ger Knecht. — Weiſe Sorge fuͤr wahre Wohlfahrt. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 613. Do willſt, o Herr, mein Gott! daß ich mich ſelbſt ſoll lieben. Doch hilf mir dieſe Pflicht, nach deiner Vor⸗ ſchrift uͤben; und ſchraͤnke du den Trieb, froh und begluͤckt zu ſeyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Graͤnzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz ſich deiner Liebe weihe; und daß in Allem ich dein Auge kindlich ſcheue. Wer als ein Chriſt ſich liebt, der flieht auch, als ein Chriſt, was wider dein Gebot und Menſchenliebe iſt. 0 3. Kein niedrer Eigennutz beherrſche meine Seele! Und wenn zu meinem Gluͤck ich Weg und Mittel waͤhle, ſo laß mich ſtets dabei auf Recht und Wahr⸗ heit ſchaun, und nie mein Wohlergehn auf Andrer Ungluͤck baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Gluͤck, wo bei die Tugend leidet, wobei der, der b es Weiſe Sorge fuͤr wahre Wohlfahrt. 975 cn a es ſucht, Gott! deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt dei⸗ ct zu ſan n eihe; und di kindlich ſchm. ſeht, der fihte s wider dan t. 1 rer Eigenne Und wenng. und Miut bei auf Rchle dnie men d. nen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott! dies ſchreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemuͤth der Ei⸗ telkeiten Schimmer. Die Welt mit ih⸗ rer Luſt vergeht doch einſt auf immer. Was hilft uns kurze Luſt, was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergaͤnglich Gut iſt's, was uns gluͤcklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein un⸗ verletzt Gewiſſen: nur das kann uns al⸗ 6 lein des Lebens Laſt verſuͤßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum die Ewigkeit. 7. O ſelig, wer darnach mit heil gem Eifer trachtet, und fuͤr ſein hoͤchſtes Gut, Gott! deine Gnade achtet! der liebt al⸗ lein ſich recht; er findet Ruhe hier, und volle Seligkeit im Himmel einſt bei dir. 8. Dies ſey dann auch mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Gluͤck nach Wunſche zu errin⸗ gen. Ich liebe dann mich ſelbſt, wie dir es wohlgefaͤllt, lieb' uͤber Alles dich, mein Gott! und nicht die Welt. großen Segen nach bis in Mel. 974 34 Weiſe Sorge fuͤr wahre Wohlfahrt. Mel. Kommt her zu mir tc. 6 14. Da foͤrderſt gern mein wah⸗ res Wohl, drum hilf mir, Gott! auch, wie ich ſoll, mit Weisheit darnach ſtre⸗ ben. Von dir kommt mir die rege Luſt, der ſtarke Trieb in meiner Bruſt, be⸗ gluͤckt und froh zu leben. 2. Stets heilig ſey mir dieſer Trieb, doch auch dein Wille mir ſo lieb, daß ich mein Wohlergehen nur ſuch' auf je⸗ nem ſichern Pfad, den mir dazu dein weiſer Rath von Ewigkeit erſehen. 3. Untruͤglich iſt nur dein Verſtand; nur dir iſt es allein bekannt, was Noth, was Heil gewaͤhret. Mich aber taͤu⸗ ſchet oft ein Wahn; oft ſeh' ich das als nuͤtzlich 4. Drum laß mich nie dem Anſchein traun, und niemals, um mein Gluͤck zu baun, nur, was mir gut duͤnkt, waͤh⸗ len. Auch hier ſey ſtets dein Wort mein Licht! Folg ich nur dem, ſo werd ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Moͤcht ich den unterſchiednen Werth der Guͤter, die der Menſch begehrt, recht einſehn und bedenken; und meine groͤßte 1 Em⸗ an, was nur mein Elend mehret. werd ſliche e flichn nihn, „Wi e ſtt wah 8 Werthſchaͤtzung des Seelenheilz. 975 tonn her 12 Emſigkeit auf das, was ewig mich er⸗ ſardert ga freut, mit weiſer Sorgfalt lenken! m hiffn na 6. Ach, hilf zu dieſer Weisheit mir, t Vaa giid ſo werde ich am erſten hier nach deinem kommt nrt Reiche ſtreben, die ſchnoͤde Luſt der Suͤn⸗ 5 in man de fliehn, mich um ein reines Herz be. zu leben un muͤhn, nur deinem Willen leben. ſch nne 7. Wie ſtill werd ich mich deſſen freun! Wile N Wie ſelig werd' ich dann ſchon ſeyn, in gehe nrſt meinen Pilgertagen! Was meinem Er⸗ 9 nmit denwohl gebricht, das wird mir deine nd, da m Liebe nicht, Allguͤtiger! verſagen. 4 vittteh 8. Ich gehe dann den ebnen Pfad, iſt nur da auf welchem mich dein weiſer Rath zum ein bekant u höhern Leben fuͤhret, wo mich vollkomm⸗ hret. Mhi ners Wohl erfreut, und wo mich nun aohn; oſt ſchu in Ewigkeit kein unfal mehr berühret. nur mein Ehm nich 119 2. Chriſtliche Sorge für das Heil der Seele. e er b Werthſchaͤtzung des Seelenheils. 1 ſet did Mel. Kommt her zu mir ꝛc. nur 1m. 615. Herr! meiner Seele großen s Wohl u2 Werth, den mir dein theures Wort er⸗ enunterſ unklaͤrt, laß mich mit Ernſt bedenken; und rus aufg die Sorge fuͤr ihr Wohl, ſo uner⸗ muͤ⸗ 976 Weiſe Sorge fuͤr wahre Wohlfahrt. müdet als ich ſoll, den groͤßten Eifer lenken. 2. Wie haſt du nicht an ſie gedacht! wieviel hat deiner Gnade Macht, nicht an ihr Gluͤck gewendet! Du ſchufſt ſie, Gott! dein Bild zu ſeyn; und haſt, vom Fluch ſie zu befrein, ſelbſt deinen Sohn geſendet. 3. Zu groß fuͤr dieſe kurze Zeit, be⸗ ſtimmt zum Gluͤck der Ewigkeit, lebt ſie menheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willſt du ſie, durch dieſes Lebens kurze Muͤh, zu je⸗ nem Ziele fuͤhren. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott! vereint zu ſeyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Troſt zu waͤhlen: mein Zweck und mein Bemuͤhn! Laß mich den rechten Weg dahin, aus Leicht⸗ ſinn nie verfehlen. bleibt nicht vor 6. Wer Suͤnde liebt, dir. Drum ſchaffe ſelbſt, o Gott! in ſeine mf 1 im Fleiſch auf Erden, durch Glauben und Gottſeligkeit, zu groͤßerer Vollkom⸗ das ſey mir ein Herz, das Suͤnden haſſet; das 1 iir S mr mich ach jer Trachten nach Weisheit. 9 ſeine Schuld vor dir bereut, und das zu t du nict un deiner ufigfeit durch Chriſtum Hoff⸗ 4 iner Gnaheg nung faſſet. gewendet! An 7. In meiner ganzen Pilgrimſchaft id zu ſeyn laß mich, geſtaͤrkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir rein 1 fren, ſilt e na dein Ruf vor Augen ſtellt, und alle Lei- den dieſer Welt, wie Nichts dagegen i diſt ie achten. ic dre 8. Wie ſelig werd' ich dann nicht ſeyn! Erda an Schon hier werd' ich mich deiner freun, t, zu giſe in dir, Gott! ruhig leben; und du wirſt, — nif ut nach vollbrachter Zeit, auch mich gewiß . dr 1* zur Herrlichkeit in deinem Neic erhehen. ebens fuͤtz dren. O u: chuld das hh Trachten nach Beisheit zugedacht Uh Mel. Kommt her zu mir 5 t 4 Vi 616. Was in mir forſcht, was in i zu wiüſa mir denkt, haſt du, mein Schoͤpfer! mir 1 Sn geſchenkt; gib, daß ich's dir auch weihe! d 4 Von dir kommt Wiſſen und Verſtand: Wa cha hilf, daß der Gaben deiner Hand ich en. u mich mit Demuth freie de libt, 68, 2. Wie herrlich iſt's, ein Menſch zu uf ſel 6sf ſeyn! Ich bin es, Herrt durch di— . ö 8 ö 928 Trachten nach Weisheit. lein; du gabſt mir hohe Kraͤfte. Du biſt's auch, der Gelegenheit, ſie fortzubilden, mir verleiht, und Segen zum Geſchaͤfte. 3. Wenn ſchnell mein Geiſt und ohne Muͤh die Wahrheit faßt, o dann laß nie mich Gluͤcklichen vergeſſen: du ſchufſt den Geiſt, du ſtaͤrkſt die Kraft, und wirſt am Tag der Rechenſchaft, nach meiner Kraft mich meſſen. 4. Wer viel empfing, ſoll edle Saat, ſo viel er kann, auf ſeinem Pfad weit um ſich her ausſtreuen. Wer ſicher ſchlummert, kaͤrglich ſaͤt, der wird, er⸗ wacht er einſt zu ſpaͤt, ſich keiner Ernte freuen. 5. Nur der, der ohne ſeine Schuld nicht viel vermag, und in Geduld doch Tugendfruͤchte bringet, der war dir doch im Kleinen treu, drum lohnſt du ihm, wenn feſſelfrei ſein Geiſt zum Himmel dringet. 6. Viel oder wenig ſey mein Theil; ich will durch Traͤgheit nie mein Heil, und nie durch Stolz verſcherzen. Wer treu benutzt, was du ihm giebſt, der iſt es, Vater! den du liebſt, der fuͤhlet Ruh im Herzen. — Mel. nxhen b Trachten nach Weisheit. 979 5 3 8 Mel. Freu' dich ſehr, o meine t. hnel mein 617. Lehre mich, Herr! recht be⸗ hrheit faßt 1 denken, was die wahre Weisheit ſey; lichen dane meinen Fleiß darauf zu lenken, ſteh' uſtärkſt de dein Geiſt mir maͤchtig bei! Denn die g der Nane Klugheit dieſer Welt, die der Thor fuͤr mich meſan Weisheit haͤlt, foͤrdert nicht mein Wohl⸗ empfig, ergehen und wird nie vor dir beſtehen. n, g ing ſli 2. Weisheit iſt's, wenn unſre Seelen 1 auf ſeim deines theuren Wortes Licht ſich allein ausſan zum Leitſtern waͤhlen, und mit feſter rglich ſit Zuverſicht, dieſem Licht ſich anvertraun. zu ſpät, ſchh Denn die folgſam darauf ſchaun, dar⸗ auf ihre Hoffnung gruͤnden, werden Heil der obhne ſi und Leben finden. nag, und nth 3. Weisheit iſt es, darnach trachten, bringet, dan recht mit ſich bekannt zu ſeyn, ſich nicht en, drun l ſchon vollkommen achten, und den Ei⸗ ſen Geik ſe genduͤnkel ſcheun; gern auf ſeine Fehler ſehn, ſie gebeugt vor Gott geſtehn, ei⸗ weni cn frig ſtets nach Beß rung ſtreben, doch „ dahet an ſich deß nie uͤberhben. A h 4. Weisheit iſt es, Chriſtum ehren, Stolz! ihm, dem Gottesſohn, vertraun, ſo auf das du ihm ſeine Stimme hoͤren, ſo auf ſeinen Wan⸗ en du licit del ſchaun, daß man falſche Wege flieht Qaq. 2 und 4 — 980 Trachten nach Weisheit. und mit Eifer ſich bemuͤht, ſeinem Bilde hier auf Erden immer aͤhnlicher zu wer⸗ den. 5. Weisheit iſt es, alles meiden, was mit Reu das Herz beſchwert, und ſich huͤten vor den Freuden, die der Suͤnde Dienſt gewaͤhrt; Menſchenruhm, der bald verbluͤht, Luſt, die im Genuß ſchon flieht, nicht fuͤr wahres Wohlſeyn ach⸗ ten, nein, nach beſſern Guͤtern trachten. 6. Weisheit iſt es, Gottes Gnade ſich zu ſeinem Ziel erſehn, und auf ſeiner Wahrheit Pfade ew'gem Heil entgegen gehn; gern nach Gottes Willen thun, froh in ſeiner Fuͤgung ruhn, und, wenn Leiden uns beſchweren, hoffend mit Ge⸗ duld ihn ehren. 7. Weisheit iſt es, ſtets bedenken, daß, was irdiſch iſt, vergeht, Wunſch und Hoffnung dorthin lenken, wo das Ziel des Glaubens ſteht; ſeine Blicke unverwandt hin auf jenes Vaterland richten, und mit Eifer ſtreben, fuͤr die Ewigkeit zu leben. S. Dieſe Weisheit iſt auf Erden unſ⸗ rer Seele beſtes Theil; die von ihr ge⸗ leitet werden, deren Weg iſt Licht un Heil. dn u Ig ſich henit dunmer zhan b Trachten nach Weisheit. 981 Heil. Dieſe Weisheit kommt von dir, tiſtes un. GottV verleihe ſie auch mir, laß ſie mich 5 dlsn zu allen Zeiten auf den Weg des Frie⸗ Nr deſtee dens leiten! Freuden, d ert; Manſten⸗ Luſt, demg Ir wahres Wa defen 618. Weisheit, hohe Gottesgabe! iſt es Gone ſchmachtend ringe ich nach dir. Bis ich erſehn u dich errungen habe, mangelt Ruh und de cw ah Staͤrke mir; ohne dich und deine Lehre 9 ſeh' ich nichts als Widerſpruch, und der ach Bolts d Schoͤpfung Weſenheere ſind mir ein ver⸗ Sugung uühn ſchloßnes Buch. chwere oft 2. Leuchtet mir auf meinen Wegen .2 nicht dein himmliſch reiner Strahl, ach, iſt e, ſit ſo waͤhl' ich Fluch fuͤr Segen, und ſtatt ſh iſt, dat Freude find' ich Qual. Unentſchloſſen dorthin lint zu dem Guten, fuͤr den Ruf der Wahr⸗ bens ſtehtz heit taub, treib' ich auf des Irrthums in auf jns Fluthen, bin der Leidenſchaften Raub. nit Eifer ſitt 3. Sende du, zu dem ich flehe aus den dem dunkeln Thale hier, ſende, Vater abeit it un in der Hoͤhe, deine Weisheit her zu mir! Tel ann Ja, nur du kannſt mir ihn geben, dei⸗ Wail nen weiſen guten Geiſt. Selig, wen dam Vailn ſen g fuͤr Mel. O du Liebe meiner Liebe te. 982 Trachten nach Weisheit. fuͤr jenes Leben du dir ſo zum Diener weihſt. 4. Selig, wem nach Pruͤfungsſtun⸗ den, du die Herrlichkeit enthuͤllſt, wen, im Kleinen treu erfunden, du mit Licht und Kraft erfuͤllſt! Doch, von dieſem hohen Ziele, bin ich immer noch ſo weit! Ach, bei jedem Schritte fuͤhle ich die Laſt der Eitelkeit. 5. Du, der Muͤden Staͤrke, wende nie von mir dein Angeſicht! Reiche, Vater! mir die Haͤnde, wenn mir Muth und Kraft gebricht! Du biſt gut, und laͤſſeſt Keinen, der um Weisheit bittet, leer. Waͤr' ich nur erſt treu im Kleinen, o wie gern gaͤbſt du mir mehr. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛc. 61 9. Wem Weisheit fehlt, der bitte von Gott, der Weisheit hat. Er leitet unſre Schritte durch ſeines Geiſtes Rath. Wer ruft zu ihm hinauf, dem er nicht gern gewaͤhret, was er von ihm begeh⸗ ret? Und Niemand ruͤckt er's aufſ. 2. Gib, ten nach Denn Trachten nach Weisheit. 98³ en du di üd Weish 2. Gib, weiſeſter der Vaͤter, mir ei⸗ wen nach ha nen weiſen Sinn! Du gibſt die Ueber⸗ errlichkei K treter in ihren Sinn dahin. Ich aber ererfunden wünſche mir ein Herz, das dich nur lie⸗ ullſt“ Das be, gern, was du forderſt, uͤbe; das mut Dotſt bitte ich von dir in ich innam ch von di. n Schriti 3. Wie leicht irrt meine Seele und 1. wie betruͤg ich mich, wenn ich mein Gluͤck . miir waͤhle, erleuchtet nicht durch dich. Muͤden ein Von jedem Schein verfuͤhrt, begehr: dein Angiſch ich falſche Guͤter, wenn, o mein treuer Haͤnde ban Huͤter! mich nicht dein Rath regiertt. richt! danß 4. Kaum treff ich was auf Erden mir der un Bi gut und heilſam iſt. Wie kann ich ſelig nur erſttnaß werden, wenn du mein Licht nicht biſt? ſt du mir uß Seh' ich nicht ſtets auf dich, ſo geh ich in der Irre, im Finſtern, und ver⸗ — wiirre in tauſend Netzen mich. 5. Doch du, o Herr! biſt weiſe. Was dir, mein Gott! gefaͤllt, iſt gut, Get mu und dir zum Preiſe bezeugt's die ganze Beishei in Welt. Dein Wort erhaͤlt allein, und — theit ii lenkt der Welten Heere. Dir will ich Weldhe Preis und Ehre, Dank und Anbetung durch ſeinsee weih n. in ſinaſ 6. Was ich fuͤr ſchäͤdlich achte im er, was er„. ſten Augenblick, fuͤhrt, wenn ichs recht nand rücke b betrach⸗ 984 Bewahrung eines guten Gewiſſens. betrachte, mich hin zu meinem Gluͤck. Dein Urtheil truͤget nicht: was Uebel ſchien wird Segen, die Nacht auf dei⸗ nen Wegen ein wundervolles Licht. 7. Mein einziges Beſtreben ſey, was dein Rath gebeut; regiereſt du mein Le⸗ ben, ſo fuͤhrts zur Seligkeit. Von dir erwart' ich ſie; wen deine Weisheit leitet, der, beſter Fuͤhrer! gleitet auf ſeinen Wegen nie. b 3 Bewahrung eines guten Gewiſſens. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 620. Wenn ich ein rein Gewiſſen habe, ſo hab' ich große Seligkeit; es iſt des Himmels beſte Gabe, das hoͤchſte Gut zu aller Zeit; in Freud' und Lei⸗ den gibt es hier der Seele wahre Ruhe mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Suͤnder be⸗ ben, daß Gott gerecht und heilig iſt; mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chriſt, des goͤttlichen Berufes werth, der mich hier himmliſch wandeln lehrt. 1 3. Ge⸗ ganzer 4 ⁸ liden, nd H ſreuden lohn. Bewahrung eines guten Gewiſſens. 985 3. Getroſt wag' ich's, vor Gott zu ena treten, und ihn voll Glaubensfreudig⸗ under keit als meinen Vater anzubeten, der n Schwachheit liebevoll verzeiht, dem Heil und Segen giebt, der und Je⸗ ihn von ganzer Seele liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Laͤſt rung, Schmach 1 und H ohn, denn des Gewiſſens innre Frreuden ſind ſuͤßer als der Menſchen ar den lieden Get ſ un ich in mgn ich große Sch beſte Gabe, t Zeit; in Fu rder Sealene nicht, vem t gercct u 9 Zeugniß mr delt als Kun jfes werth, N deln lehrt. Lohn. Und was kann hoͤhern Troſt ver⸗ leihn, als ohne Schuld im Leiden ſeyn? tines guten da 5. Ich eile mit geſetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu. Faͤllt endlich meines Leibes Huͤtte, ſo geh' ich ein zur wahren Ruh'; weil dann mein Geiſt, der Gott gelebt, zum hoͤhern Leben ſich erhebt. b 6. O Seele! darum ſey befliſſen, daß, bei unwandelbarer Treu, ein immer freu⸗ diges Gewiſſen dein Troſt in dieſem Le⸗ ben ſey. Und du, mein Gott! regiere mich; denn was vermag ich ohne dich? . — 986 Bewahrung eines guten Gewiſſens. Mel. Aus dieſer Noth ſchrei ꝛc. b 621. O welch' ein unſchaͤtzbares Gut iſt doch ein rein Gewiſſen! Wer dieſes hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen muͤſſen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn ſchreckt kein Tod und kein Gericht, denn er hat Gott zum Freunde. 2. Gott! deines Beifalls ſich bewußt, vertraut er deiner Gnade. wohnt in ſeiner Bruſt; wer iſt es, der ihm ſchade? Auf dich ſieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht; ihn troͤſtet deine Liebe. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Laͤſterzungen, des Herzens Heldenmuth wird doch durch keine Schmach bezwungen. Er huͤtet ſich vor Uebelthat, und denkt: der Luͤgen wird wohl Rath; Gott wird die Unſchuld retten. 4. Sein Geiſt ſieht mit Zufriedenheit der kuͤnft'gen Welt entgegen. Dies gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen ſeinen Wegen. Denn dort macht ſelbſt, o Herr! dein Mund den wahren Weun r er Dein Friede f dich ſäjt ſie Zukunſt ihe Liebe. auch hier zer ſterzungen, R ird doch m agen. Er dit denkt: der b pott wid d groͤßte Sorge. Bewahrung eines guten Gewiſſens. 987 der Menſchen kund; da wird der From⸗ me ſiegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewiſſen, des Lebens allerbeſtes Theil, zu haben ſey befliſſen. Mitt dir, o Gott! in Frieden ſeyn, dein heilig Recht nicht zu entweihn, ſey meine 6. Laß mich, was mein Gewiſſen 1 ſpricht, als Stimme Gottes ehren, und folgſam ſtets dem Ruf der Pflicht auf ſeine Warnung hoͤren. Erinnert's mich an meine Schuld, ſo laß mich, Vater! deine Huld voll Reu' und Glauben ſuchen! 7. Durch deine Gnade troͤſte mich, und ſtaͤrke meine Seele, daß ſie vor Suͤnden huͤte ſich, und nie aus Vorſatz fehle. Denn nur wer reines Herzens iſt, hat immer dich durch Jeſum Chriſt, Allguͤtiger! zum Freunde. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. . NM( duftid 622. Ein ruhiges Gewiſſen laß, unng Herr! mich ſtets genießen, denn hab⸗ ich dieſes nur, ſo iſt fuͤr mich in Tagen, wo 988 Bewahrung eines guten Gewiſſens. wo Andre aͤngſtlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, doch mir dein Geiſt bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Troſt erquicket, ſo oft mich Truͤbſal druͤcket; wie unſchaͤtzbar iſt mein Gewinn! 3. Sollt' ich ſolch ruhig Leben fuͤr Luſt der Sinne geben, und dann die bittre Pein, mich ſelber zu verklagen, in meinem Buſen tragen? Gott! laß dies ferne von mir ſeyn! b 4. Sein eignes Herz bekaͤmpfen und ſeine Neigung daͤmpfen, iſt freilich ſchwere Pflicht; doch wenn wir uns beſiegen, welch himmliſches Vergnuͤgen gewaͤhrt die Ueberwindung nicht? 5. Nichts kann im Wohlergehen ſo unſer Gluͤck erhoͤhen, als ein ſtill ruhig Herz. Das ſchafft uns innre Freuden, und mildert auch im Leiden durch ſeinen Troſt den groͤßten Schmerz. 6. Die Guͤter zu verachten, wornach die Thoren trachten, was gibt uns dazu Muth? Was troͤſtet Gottes Kinder beim Spotte frecher Suͤnder? Ein ru⸗ hig Herz, dies groͤßte Gut. auen ten tragen t. nir ſecn! es Herz bete dampfen, z doch wem himmliſche d erwindung ni in im Wuit öhen, als i afft uns ine im b 3 e Schmerz 39 dea en vn troſtet a thrr Em ha Ru Fleiß in der Heiligung. 989 7. Zu dir gen Himmel ſchauen, o Gott! und mit Vertrauen zu ruͤhmen: ich bin dein; im Glauben der Erloͤſten dan ſich deiner Huld zu troͤſten: welch Gluͤck, mein Gott! kann groͤßer ſeyn? 8. Laͤßt du mich im Gewiſſen einſt dieſen Troſt genießen, wenn alles von mir weicht; kann ich dann voll Ver⸗ trauen auf dich noch, Vater! ſchauen, ſo wird mir ſelbſt das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache ſelbſt mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung ſtaͤrken, daß groß der Lohn im Himmel ſey. Fleiß in der Heiligung. Mel. Werde munter mein ꝛc. 623. Schafe doch vor allen Din⸗ gen, Seele! deine Seligkeit. Saͤume nicht darnach zu ringen, ſchnell entflieht die Gnadenzeit. Sey nicht ſichern Suͤndern gleich; trachte nach dem Him⸗ melreich, trachte, heilig hier auf Erden, trachte, ſelig dort zu werden. N Laß 2. Laf 990 Fleiß in der Heiligung. 2. Laß es doch mit Ernſt geſchehen, und entſchließe dich, der Welt und dir ſelbſt zu widerſtehen; waͤhle, was dem Herrn gefaͤllt. Was Gott fordert, muß allein deines Lebens Richtſchnur ſeyn, mag es dem verderbten Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Deine Luͤſte zu bezwingen, mußt du keine Opfer ſcheun, unermuͤdet mußt du ringen, treu bis an das Ende ſeyn. Was ſich Boͤſes in dir regt, werde nim⸗ mermehr gehegt; wer den Himmel will ererben, muß den Suͤnden erſt abſterben. 4. Eifrig beten, ſorgſam wachen, die Verſuchung weislich fliehn, ſich die flicht zur Freude machen, keiner feige ſich entziehn; ſelbſt bei Spott und Hohn der Welt ſtandhaft thun, was Gott ge⸗ faͤllt: dies zu wollen, zu vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 5. Drum entreiße dich den Luͤſten, meide, was dem Herrn mißfaͤllt, zeige dich als einen Chriſten mitten in der argen Welt, ſchone deiner Neigung nicht, uͤbe dich in jeder Pflicht, und gedenk an Chriſti Worte:„Dringet durch die enge Pforte!“ 6. Ja, bis an das in dir ngt n 3 wer dan he em Suͤnden ei en, ſorgſamte eislich flihn, ude machen, lbſt bei Spott 624. dir, Gott! treu zu ſeyn, muß ich mich ſelbſt bezwingen, und harten Kampf nicht ſcheun. O gib mir Kraft und Muth, daß ich den Kampf beſtehe, und nicht zu Rathe gehe mit meinem Fleiſch * haft thun, ve⸗ wollen, zu Himmel nan treiße dich n m Herrn ui Chriſten mint ſchone diu ein jider ſt aüit Vat murs die Pflicht gebeut, mich ihm zu Wrtelä Pleut” Fleiß in der Heiligung. 9991 6. Ja, ich will mich uͤberwinden, gib mir, Jeſu! Kraft zum Streit, laß mich deinen Beiſtand finden, und verleih' Beſtaͤndigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und alſo zum Himmel dringe. 7. Selig, wer im Glauben kaͤmpfet, ſelig, wer im Kampf beſteht, wer des Fleiſches Luͤſte daͤmpfet und den Reiz der Welt verſchmaͤht! Selig, wer in dieſem Krieg ſtreitet und erringt den Sieg! Gott wird mit des Himmels Kronen dort die Sieger einſt belohnen. — Mel. Von Gott will ich nicht ꝛe. Das Gute zu vollbringen und und Blut. 2. Ich ſoll kein Uebel fliehen, wenn unter⸗ 992 unterziehen; ſoll mit Entſchloſſenheit, auch wo Gefahren ſind, ſelbſt die Ge⸗ fahr nicht ſcheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu' im Kampf ge⸗ winnt. 3. Wie ſchwer iſt dies Geſchaͤfte der Selbſtbeherrſchung mir! wie ſchwach ſind meine Kraͤfte! wer unterſtuͤtzt mich hier? Du, Vater! kannſt allein zum eifrigen Beſtreben mir Muth und Kraͤfte geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Laß mich die Welt verachten, wenn ihre Luſt mich ruͤhrt, und nicht nach Guͤtern ſchmachten, die man ſo leicht verliert, und jede Leidenſchaft in ihrem Anfang daͤmpfen, und ſie als Sbuſ bekaͤmpfen, geſtaͤrkt durch deine Kraft. 4 5. Bei m ſtaͤrkſten meiner Triebe laß Fleiß in der Heilignng. mich behutſam ſeyn, und mich vor Ei⸗ genliebe und ihrem Lobſpruch ſcheun. Will Wolluſt, Zorn und Geiz mein ſchwaches Herz beruͤcken, ſo hilf ſie un⸗ terdruͤcken, beſiegen ihren Reiz. C 6. Auf dich will ich ſtets ſehen; laß nur in dieſem Streit mich ſelbſt nicht hintergehen; gib mir Entſchloſſenheit, und l wit ſa tn, um Dreul in e e it d ea ung mir, de fe. we u ger! kannſt a n mir Mahu den Si un die At mich tiht hmachten, n und jede Lehe dämpfen m en, geſtittt — kſten ne cyn, und we dem Lohſnt und unterſtuͤtze mich, daß ich mein ric bekaͤmpfe, 993 Herz die Macht der Luͤſte daͤmpfe, Gott! durch dich. Fleiß in der Heiligung. ſo ſieg' ich, Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 625. Wie ſelig, Herr! iſt der Ge⸗ rechte; du biſt ſein Schild und großer Lohn. O, daß ich ganz gerecht ſeyn moͤchte! doch ach, wie wenig bin ich's ſchon! Du weißt es, Gott! ich bin noch weit entfernt von der Vollkom⸗ menheit. 2. Wie viel iſt noch an mir zu finden, was dein Gebot, mein Gott! verletzt! Oft uͤbereilen mich die Suͤnden, wenn ich mir Gutes vorgeſetzt. Ja, oft ver⸗ letz' ich meine Pflicht, mein Gott! und weiß es ſelber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, mer⸗ ken? Nur du, du ſiehſt mich, wie ich bin. Nur du kannſt mich im Guten 4 ſtaͤrken; drum werf' ich, Gott! vor dir eit mich hin, und fleh': o laß doch ganz ann mich rein auch von verborgnen Fehlern ſeyn.. Rrr 4. Von Fleiß in der Heiligung. 4. Von aller eiteln Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck' und 994 mehr' in mir die Triebe zu dem, was wahre Beß rung ſchafft. Laß meinen Fleiß geſegnet ſeyn, und meine Heili⸗ gung gedeihn. 5. Du wirſt das demuthsvolle Flehen des Suͤnders, der dich liebt und ehrt, o Gott der Gnade! nicht verſchmaͤhen; du biſt es, der Gebet erhoͤrt. Mein Fels, mein Heil! ich traue dir; das, was ich bitte, gibſt du mir. Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛe. 62 6. Nach meiner Seele Seligkeit hilf, Herr! mir eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen, wie wuͤrd ich einſt vor dir beſtehn? Wer in dein Reich wuͤnſcht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erſt an dem Schiuß der Lebens⸗ bahn auf ſeine Suͤnden ſehen, und, wenn man nicht mehr ſuͤnd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen: das iſt der Weg zum Leben nicht, den uns, 9 1 † Gott! eiteln ei 1 Fleiß in der Heiligung. 995 94 A 4 Gott! dein Unterricht in deinem Wort de Triehe an bezeichnet. 3. Du rufſt uns hier zur Heiligung, un drum laß auch hier auf Erden des Her⸗ zens wahre Beſſerung mein Hauptge⸗ das denuht ſchaͤfte werden. Herr! ſtaͤrke mir dazu der dich i den Trieb. Nichts ſey zu groß, nichts aade! uir mir zu lieb, es dir nicht aufzuopfern. r Gedtt ein 4. Gewoͤnn ich auch die ganze Welt all ich a mit allem, was den Sinnen und meinen bſt d u Luͤſten hier gefaͤllt, was wuͤrd ich, Gott! Aſt du m gewinnen? Was huͤlfe jeder Reichthum —mir? was aller Ahm wenn ich bei dir mein ewig Heil verloͤre. tt ansu s 5. Was fuͤhrt mich zur Zufriedenheit b ſchon hier in dieſem Leben? Was kann meiner Ent mir Troſt und Freudigkeit in Noth, im tr eifrig rinn Tode geben? Nicht Menſchengunſt, adenſci ug nicht irdiſch Gluͤck, nur Gottes Gnade wuüͤrd ichn und ein Blick auf jenes Lebens Freuden. in dein Au 6. Nach dieſem Kleinod, Herr! laß raines Hahen mich vor allen Dingen trachten, und em Sch uürt laß mich immer nur auf dich und deine „Saͤnden 82 Lehren achten. Daß ich auf deinen 69 an Wegen geh' und vor dir, Herr! dereinſt t beſteh⸗ iſey meine groͤßte Sorge. her 7. Doch was vermag ich, wenn du geen nu en Rrr 2 nicht 996 Standhaftigkeit im Kampfe mit Verſuchungen. nicht vor Traͤgheit mich beſchuͤtzeſt, und nicht zur Treu' in dieſer Pflicht mit Kraͤften unterſtuͤtzeſt? O ſtaͤrke mich, mein Gott! dazu; ſo find' ich hier ſchon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. Standhaftigkeit im Kampfe mit Ver⸗ ſuchungen. 36 Mel. Es woll' uns Gott ꝛc. 627. Ihr Mitgenoſſen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, der Ueberwinder Krone! Der Weichende wird nicht gekroͤnt. Wie hat der Herr geſtritten! Der Herr, der uns mit Gott verſoͤhnt, er, der fuͤr uns gelitten am Oelberg und am Kreuze! 2. Miterben, haltet an, und ſeht empor zum großen Lohne. Getroſt! durch unſre Feinde geht der Weg zu jener Krone. Ob tauſend auch zur Rechten euch, zur Linken tauſend ſaͤn⸗ ken; wankt dennoch nicht! Gott wird ſein Reich, wird Kraft zum Stuan it im Lanſſe uchungen woll uns Sit. Mitgenoſen uns Gott ke ) der Hetit 1 O tuſn * 4 bens! jct lohnen. Standhaftigkeit im Kampfe mit Verſuchungen. 997 uns ſchenken, wenn wir nicht muthlos wceeichen. 3. Zwar groß iſt unſers Kampfs Ge⸗ fahr, doch darf ſie uns nicht ſchrecken; Gott iſt mit uns, und wunderbar wird GSpottes Schutz uns decken. Er ſtarkt, der maͤchtig ſtaͤrken kann, wenn wir um Huͤlfe flehen. Blickt glaubend nur zu ihm hinan, dann koͤnnt ihr muth⸗ vooll ſtehen, und freudig uͤberwinden. 4. Mit ſeiner Hoͤlle Graun umhuͤllt ſchießt Satan Flammenpfeile! Dann, dann ergreift des Glaubens Schild, ſchuͤtzt euch mit Chriſti Heile! Mit dieſem Helm auf euerm Haupt und mit des Geiſtes Schwerte; das iſt's, das ſelbſt der Tod nicht raubt, das maͤch⸗ tige, bewaͤhrte, das feſte Wort des Le⸗ 5. Wer uͤberwindet ſoll den Tod, den ewigen, nicht ſehen. Verging er auch in ſeiner Noth; dort wird er nicht ver⸗ gehen! Nach dieſes Lebens kurzem Streit, nach ſeinen kurzen Leiden, wird ihn der Herr der Herrlichkeit mit ſeines n Himmels Freuden, mit ew'ger Wonne 6. Ach, b ————————————————————————————— 5—— — õ——————————————————— — 2—— ᷣ/———ꝑ44444ÿÿꝰö—————y———VC—N——e—e—ooe—yy——— ——— ͦ— 4——————————=—— —*.———— 1 5———————.*. ———— 998 Standhaftigkeit im Kampfe mit Verſuchung. 6. Ach, Huͤter, iſt die Nacht bald hin, die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einſt Ueberwinder bin, dann erſt wird's heller werden. Wer uͤber⸗ windet, der wird ſeyn des Himmelrei⸗ ches Erbe. Sohn Gottes, Jeſu, hilf mir's ſeyn! Sey mit mir, wenn ich ſterbe! Sey mit mir, dort am Throne! 8 Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 628. Wer das Kleinod will errin⸗ gen, wer zum Lohn der beſſern Welt will hindurch, als Sieger, dringen, zeig⸗ im Kampfe ſich als Held! Hier in ſei⸗ nen Uebungstagen muß er alles thun und wagen, um des Siegs gewiß zu ſeyn, und der Krone ſich zu freun. 2. Wie hat nicht der Herr geſtritten, eh' ſein Haupt am Kreuze ſank! Wel⸗ che Qual hat er gelitten, als den To⸗ deskelch er trank! Hoch erhoͤht zum Himmelslohne iſt er, und an Gottes⸗ throne beugen nun ſich Aller Knie'; denn er kaͤmpfte einſt fuͤr ſie. 3. Kaͤmpf⸗ Kenſchen muſc fett das Kleinod Lohn der dcß als Sieger, de h als Hedd. ggen muß mt m des Si Krone ſich wit nicht der Han⸗ Suͤnde; daß ich meiner Pflicht 1 ank! Hoch M Standhaftigkeit im Kampfe mit Verſuchung. 999 3. Kaͤmpften nicht und uͤberwanden ſeiner. Wahrheit Maͤrtyrer? Was ſie duldend einſt empfanden, fuͤhlt und dul⸗ det Keiner mehr. Und doch trugen ſie mit Freuden der Verfolgung ſchwere Leiden; achteten nicht Schmach und Nolh Bande nicht, nicht Qual noch 4. Und ich ſollte unterliegen? Und mich ſollte Leidenſchaft, mich der Reiz der Welt beſiegen? Nein! zu wagen meine Kraft, um der Luͤſte Gluth zu daͤmpfen, muthig mit der Welt zu kaͤm⸗ pfen: dieſer meiner Chriſtenpflicht feig mich weigern darf ich nicht. 5. Reiche mir aus deiner Hoͤhe, Herr! die Waffen ſelbſt zum Streit, daß ich unerſchuͤttert ſtehe, wenn der Feinde Macht mir draͤut; daß ich mich ſelbſt uͤberwinde bei den Lockungen der getreu, ſtandhaft in Verſuchung ſey! b ——— Him⸗ 1000 Himmliſcher Sinn. Himmliſcher Sinn. MNel. Ich dank dir ſchon ꝛc. 629. O Chriſt, erhebe Herz und Sinn! Was ſuchſt du hier auf Erden? Hinauf, hinauf! zum Himmel hin! ein Chriſt muß himmliſch werden. 1 2. Was biſt du in der Welt? Ein Gaſt, ein Fremdling und ein Wandrer; wenn du kurz hausgehalten haſt, ſo erbt dein Gut ein Andrer. 3. Was hat die Welt, was beut ſie an? Nur Tand und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, ſchaͤtzt Ir⸗ diſches geringe. 4. Schau hoch empor! Wie kannſt du noch den Sinn aufs Niedre lenken, und dich als Himmelsbuͤrger doch, als Himmelserbe denken 5. Du biſt nicht da fuͤr dieſe Welt, dein Ziel iſt nicht auf Erden; du ſollſt, wenn deine Huͤtte faͤllt, ein Himmels⸗ buͤrger werden. b 6. Wenn dich die Laſt der Leiden druͤckt, ſchau drum nicht muthlos nie⸗ der; ſchau frei empor, denn dich erquickt der Herr gewißlich wieder. umliſcher Sin liſ che t Sn 1 N 6. uchſt du hi a N a umlſch vahn du in mde dling und ad hausgchamnſ ein Andea. die Wat, ne und eitle da hoffen kan, occh emporl Sinn aufs Na Himmelsbärgen enken? nicht da firt dt auf Edan B- —,' — — —— Himmel kommen. 10. Dort wohnt Gott Vater, Sohn und Geiſt, mit Licht und Glanz umge⸗ Himmliſcher Sinn. 1001 7. Schau hin ins Land der Herrlich keit, wo Lebensbaͤche fließen; dies wirdd V dir, Chriſt, zu aller Zeit den Leidens⸗ kelch verſuͤßen.* 8. Dort oben iſt des Vaters Haus; dort theilet Gott zum Lohne den Ueber⸗ windern Kronen aus; kaͤmpf' auch um dieſe Krone. 9. Dort herrſcht dein Heiland Jeſus Chriſt, im Kreiſe ſeiner Frommen; zu ihm, der dein Erloͤſer iſt, ſollſt du im ben; o Gluͤck! das dir dein Gott ver⸗ heißt: auch du ſollſt dorten leben! 11. Dort iſt's den Engeln ſuͤße Pflicht, Gott Lob und Preis zu bringen. O Seele! ſehneſt du dich nicht, auch dort ſein Lob zu ſingen? 12. Hilf mir, Erloͤſer! hilf du mir, itte fäll at daß ich den Geiſt erhebe, und, ſelig ſchon in Hoffnung hier, als Himmels⸗ erbe lebe! Treue 1002 Treue im Guten. Treue im Guten. Mel. Freu' dich ſehr o meine ꝛc. 630. Sey getreu in deinem Glau⸗ ben! Laß dir ſeinen feſten Grund, nicht durch Spott und Zweifel rauben; halte treulich deinen Bund, den du haſt mit Gott gemacht, und laß ja nicht aus der Acht, daß der gehet leicht verloren, der nicht haͤlt, was er geſchworen. 2. Sey getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! Auch am Naͤch⸗ ſten Liebe uͤbe, wenn er gleich dich oft betruͤbt. Denke, wie dein Heiland that, da er fuͤr die Feinde bat. So mußt du verſoͤhnlich leben, ſoll Gott anders dir vergeben. 3. Sey getreu in deinem Leiden, und laß dich kein Ungemach keine Noth von Jeſu ſcheiden, murre nicht mit Weh und Ach! Was nutzt dir die Ungeduld? Ach! ſie haͤufet nur die Schuld. Selig iſt, wer willig traͤget, was ſein Gott ihm auferleget! b „ 4. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott nicht gleich, faſſe dich! 3Su Ohr doch immer offen, ja er liebt dich vaͤter⸗ u in dana hh geliebt, Aohr wenn er glat wie dein hi einde bat. Er , ſoll Gott⸗ am in deinem h ngemach käni nurre nich mit tdir die Uauu Wachſamkeit und Gebet. 1005 vaͤterlich. Wiſſe, endlich kommt die Zeit, da er ſeine Hand dir beut; wenn du ſeinen Willen thateſt, gibt er mehr dir, als du bateſt. 5. Sey getreu bis an das Ende! O daß keine Qual und Noth, dich von deinem Jeſu wende! Sey ihm treu bis in den Tod! Denn das Leiden dieſer Zeit iſt nicht werth der Herrlichkeit, die dir Jeſus einſt will geben, dort in je⸗ nem Freudenleben. Wachſamkeit und Gebet. (Eigene Melodie.) 05, 1 b 631. Mache dich, mein Geiſt! be⸗ reit, wache, fleh' und bete, daß mein Herz zur boͤſen Zeit nicht von Gott ab⸗ trete! Sicher iſt nie der Chriſt; Gott laͤßt auch die Frommen in Verſuchung kommen. 2. Sage nicht: Noch hab' ich Zeit; une izt darf ich noch ſchlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, denk' an ihre Strafen; denn der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Suͤnden unbereitet finden. 3. Auf dann, und ermuntre dich aus dem ſichern Schlafe! denn gewiß, es zei⸗ 1004 Wachſamkeit und Gebet. zeiget ſich ſtets darauf die Strafe. Der faͤllt leicht, dem es deucht, daß er ſicher ſtehe auf der Tugend Hoͤhe. 4. Wache!l denn hier muß der Chriſt kaͤmpfen ſtets mit Suͤnden, und nur der, der wachſam iſt, kann ſie uͤberwinden. Gott laͤßt zu, daß auch du, wenn du ſorglos walleſt, in Verſuchung falleſt. 5. Wache, daß dich nicht die Welt mit Gewalt beſiege, oder, wenn ſie ſich verſtellt, dich mit Liſt betruͤge! Wach' und ſieh, daß dich nie die Verfuͤhrer faͤllen, die dir Netze ſtellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht; traue nicht dem Herzen! Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verſcherzen. ſo truͤg'riſch heucheln. 7. Aber bet' auch ſtets dabei, bete bei dem Wachen! Das wird dich von Traͤgheit frei und behutſam machen. Gott verleiht Feſtigkeit dir durch ſeine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Auf! und nah dich mit Gebet froh zu ſeinem Throne! Wenn das Herz nur glaubig fleht, hoͤrt er in dem Sohne. Er — Ach, es iſt voller Liſt, mag ſo gern ſich ſchmeicheln, kann Netze ſtelln. nd hab af cht dem Herg nicht bewach e. 4 Ach, 6 m ſich ſchmii uchen. auch ſtets d n! Das wiit und behutſat ſeſtigkeit d nchten M. nah dich un nel— hort er u Selbſtpruͤfung. 1005 Er verheißt, ſeinen Geiſt, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. 9. Nun ſo woll'ſſt du immerdar wa⸗ chen, kaͤmpfen, flehen, um in jeglicher Gefahr ſiegreich zu beſtehen. Kurze Zeit waͤhrt der Streit; Gott gibt dann zum Lohne dir die Siegeskrone. Selbſtpruüͤfung. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen te. 632. Chriſt! pruͤfe dich an jedem Tage mit Ernſt vor Gottes Angeſicht, hoͤr auf des innern Richters Klage, ver⸗ achte ſeine Warnung nicht! Die oͤftre Pruͤfung wird dich lehren, wie viel noch deiner Tugend fehlt; daß Suͤnden dich noch oft bethoͤren, daß du nicht Gottes Weg gewaͤhlt. 2. Sie lehret dich dein Herz bewa⸗ chen, dies Herz, das dich ſo oft betruͤgt, und das, die Luͤſte anzufachen, dich erſt in ſuͤßen Schlummer wiegt. Sieh, je⸗ der Tag von deinem Leben ruft dich der⸗ einſt zur Rechenſchaft; ihn ganz der dur gen 1006 Selbſtpruͤfung. gend hinzugeben, ermanne dich mit Got⸗ teskraft. 3. An jedem Abend, jedem Morgen 4 die allerhoͤchſten Sorgen fuͤr deiner See⸗ le Wohlfahrt nicht! Einſt wuͤrdeſt du's zu ſpaͤt beklagen, daß du die Warnung nicht gehoͤrt, wenn nun von allen Er⸗ dentagen kein einziger zuruͤcke kehrt. 4. Drum pruͤfe heute noch dein Leben, denn noch iſt dieſe Stunde dein; wird dich des Todes Nacht umgeben, dann iſt's zu ſpaͤt, es zu bereun. Ihn, deſſen erwecke dich zu deiner Pflicht! Vergiß Augen alles pruͤfen, betruͤgt des Heuch⸗ lers Liſt ja nie. Er ſchauet in der Her⸗ zen Tiefen und kennt und offenbart einſt ie. Mel. Dir, Gott! dir will ich ꝛc. 633. Schau hin in die vergangnen Zeiten, o Chriſt! und ſammle Weis⸗ heit ein, entfernt vom Dienſt der Ei⸗ telkeiten der Tugend ganz dein Herz zu weihn. Nur ſie gewaͤhrt zu aller Zeit das wahre Gluͤck, Zufriedenheit. 8 2, (ldſtpräfunn Selbſtpruͤfung. 1007 emanede ee es 2. O danke Gott fuͤr alle Freuden, Abend, änd womit er dich ſo oft erquickt; doch dank deiner pft ihm auch fuͤr jedes Leiden, nur Liebe hat Sernntn dires zugeſchickt. In Allem, was er an ctl En— dir thun⸗ bleibt doch ſein Rath ſtets weiſ und gut. daß hd 3. Vergiß nicht, wie er dich beſchuͤtz enn nin mg te, dir in Gefahr zur Seite trat, dir ziger zirittt gab, was deiner Seele nuͤtzte, ſo oft ſe heute moin dein Herz ihn darum bat; ja wie er dir teſe Studei noch mehr gewaͤhrt, als je dein Herz von Nacht unin ihm begehrt. zu beran. 4. Erinnre dich der Gnadenſtunden, ifen, betrgti die der Allliebende dir gab. Sind ſie in Er ſchutn ſeinem Dienſt verſchwunden, ſo fuͤrchte d kennt umd weder Tod noch Grab. Dir bleibt von der verſchwundnen Zeit dann noch Ge⸗ wwinn in Ewigkeit. — 5. Doch ſchau', erfuͤllt von Scham und Reue, auf deine Fehler auch zuruͤck, getdr ße und uͤbe dich in feſter Treue, und ern⸗ „en indins ſter Sorge fuͤr dein Gluͤck! So ſam⸗ u bin in nn melſt du noch Weisheit ein ſelbſt aus ſtl und ſe den Fehlern, die dich reurn. ent vom 4 6. Gebrauch' es treu, das kurze Le⸗ gend aan w ben, wie dir dein Gott geboten hat; er⸗ j zewährt muͤde nicht in deinem Streben, zu ſaͤen if Arftaos e hier 1 1008 Selbſtbeherrſchung. hier die edle Saat, die fuͤr die Ewig⸗ keit dir reift, und einſt die Freudenernte haͤuft. b b Selbſtbeherrſchung. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 634. Ruhig ſoll die Seele bleiben, die ſich ſelbſt erkennt und ehrt. Wenn mich Leidenſchaften treiben, ſo verlier ich meinen Werth, und mein ungeſtuͤm⸗ mer Sinn reißet mich zur Thorheit hin. 2. Herr! du gabſt mir Kraft zu den⸗ ken, Kraft, mein Leben dir zu weihn. Wahrheitsliebe ſoll mich lenken, Tu⸗ gend meine Freude ſeyn. O wo bleibt dir A Kraft, folg' ich blos der Leiden⸗ aft? 3. Wer kann ernſtlich uͤberlegen, und den Glanz der Wahrheit ſehn; wer kann ſeine Pflicht erwaͤgen, und auf deinen und Chriſt, wenn ſein Herz in Aufruhr 14. Von Verblendung fortgeriſſen tobt er, wie der Sturm im Meer, uͤbertaͤu⸗ e bet —— —— ——. — — — —x —— — — — — — — —— —— ——— — — - 8 — ——— —— — A ehe rrſöin es Hinmels m ſoll de Ea kennt un iht ten treien, 9 9 5 mich zur d gabſt mir Fi an Leben ſoll mich la ude ſeyn. d folg ich en Selbſtbeherrſchung. 1009 bet ſein Gewiſſen, breitet Schrecken um ſich her, laͤſtert, wo die Unſchuld weint, und verflucht den treuſten Freund. 5. Wenn ihn Stolz und Neid beſee— len, wenn ſich Argwohn in ihm haͤuft, wenn ihn Geiz und Murrſinn quaͤlen, und die Rachſucht ihn ergreift; ach, dann flieht vor ſeinem Blick Menſchenrecht und Menſchengluͤck. b 6. Aber iſt die That vollzogen, die ſein wildes Herz erfreut: o wie hat er ſich betrogen! o wie wird ſie nun be⸗ reut! Hingeſchwunden iſt ſein Wahn, und nun klagt er ſelbſt ſich an. 7. Nein, ich bin ein Menſch, und fuͤhle, daß mich Leidenſchaft entehrt, daß ſie meinen Lauf zum Ziele und mein Wohl auf Erden ſtoͤrt, meine Bruͤder mir entruͤckt, und des Lebens Kraft er⸗ tickt. 8. Kaͤmpfen will ich, bis ich ſiege. Vater, Vater! ſteh' mir beil hilf mir, daß ich nicht erliege! hilf mir, daß ich ſtandhaft ſey! Mehr, als Heldenruhm, m erringt, wer die Leidenſchaft bezwingt. — Sſſ Welt⸗ 10¹0 Weltbetrachtung. Weltbetrachtung. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 635. Streb⸗ immer mehr zur Weis⸗ heit hin, und ſieh', o Chriſt! mit from⸗ mem Sinn vom Staub bis zu den Ster⸗ nen. Es gibt dir jeder Gegenſtand, von Gottes⸗ und von Menſchenhand, Gele⸗ genheit zu lernen. 2. Der große Schauplatz der Natur iſt voll von hoher Weisheit Spur, um deinen Geiſt zu naͤhren. Der Blumen⸗ flor auf friſcher Au, der kleinſten Thiere ſchoͤner Bau kann dich die Weisheit leh⸗ ren. b 3. Wie wirkt die Schoͤpfung weit und breit! Sie ruft auch dich zur Thaͤtig⸗ keit; dein Werk ſollſt du verrichten. Dich warnt der Stunden ſchneller Flug vor Muͤßiggang und vor Verzug in Uebung deiner Pflichten. 4. Sieh, welchen Unterricht enthaͤlt fuͤr dich die ganze Menſchenwelt, ihr Gluͤck und ihre Leiden! Des Reichen und des Armen Loos lehrt, in des Mit⸗ telſtandes Schooß, dich Ungeduld ver⸗ meiden. 5. Dich derrachtug etra htan wumt her zu nnn. 4 8 immer nir ch, o Shri Staud lin ir jeder Gezanz u Nacah n wSchauplazne er A naͤhren. Daß Au, der lii inn dich de de die Schkoyfin ft auch dichſ ſollſt du veriit unden ſchnelte — —— —— 1 — 6 — anze Munſ 4 Leiden! 3 Lonslin h 1ee räuſch mich frei⸗ deiner Einſamkeit. 1011 5. Dich ſoll, was Andern widerfaͤhrt, A und Gottes Herrſchaft dir bewaͤhrt, zumm ernſten Denken leiten. Es ſoll auf ähn liches Geſchick(denn wandelbar ſind ZLtiit und Gluͤck) dich chriſtlich vorbereiten. .6. O wohl dir, wenn dein Geiſt ſich uͤbt, in allem, was dich hier umgiebt, der Gottheit Wink zu finden! Sey folg⸗ ſam ihrem Unterricht, und in Erfuͤllung Pflicht laß jeden Tag verſchwin⸗ den! Einſam kei t. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 636. In die Stille will ich fliehen, will mit weiſer Sorgſamkeit dem Ge⸗ raͤuſche mich entziehen, das mich ſtoͤret dvor Verzuu” und zerſtreut; ruhig will ich und allein, Achen Uutm 1 Gott! mit dir beſchaͤftigt ſeyn. 2. Nicht aus Wahn und Aberglau⸗ ben, oder nur aus Eigenſinn, nicht der „Welt den Dienſt zu rauben, den auch ich ihr ſchuldig bin, auch nicht ſtolz nicht menſchenſcheu, mach ich vom Ge⸗ Sſſ2 3. Nur 101² Einſamkeit. 3. Nur um Weisheit zu erſtreben, und mir ſelbſt bekannt zu ſeyn, um zu dir mich zu erheben, und der Tugend mich zu weihn, nur mit liebevollem Sinn flieh' ich oft zur Stille hin. 4. Wenn in dir geweihter Stille meine Leidenſchaften ruhn, o dann ſtrebt mit Ernſt mein Wille, alles, was du willſt, zu thun, und ich hab' durch deine Huld auch in Truͤbſal mehr Geduld. b 5. Tiefer fuͤhl' ich deine Liebe, wo mich kein Geraͤuſch zerſtreut, ſtaͤrker dei⸗ nes Geiſtes Triebe, mehr der Zukunft Herrlichkeit; heller ſeh ich dein Gericht, und die Wuͤrde jeder Pflicht. 6. Jeder Taͤuſchung dann entriſſen, ſtrahlt mir herrlicher mein Ziel; lauter ſagt mir mein Gewiſſen, wo ich ſiegte, wo ich fiel; hoͤher flammt mein Herz ſich dann zu der Tugend Kaͤmpfen an. 7. Froher kehr' ich, theure Bruͤder! dann zur Thaͤtigkeit zuruͤck; menſchen⸗ freundlich leb' ich wieder gern fuͤr euch und euer Gluͤck, freue mich, wenn ihr euch freut, leide, wenn ihr traurig ſeyd. 8. Ja zur Stille will ich fliehen, will mit weiſer Sorgſamkeit oft mich dem . b Ge⸗ h zerſten i de, mehr de er ſch ich d Frommer Umgang. 1015 Geraͤuſch entziehen, das mich ſtoͤret und zerſtreut, bis mich einſt zur ſtillen Gruft, Vater! deine Stimme ruft. 38 Frommer Umgang. Mel. Herzliebſter Jeſu was haſt du ꝛc. 637. In deiner Liebe, Gott! nicht zu erkalten, will ich mich ſtets zu dei⸗ nen Freunden halten; durch ſie ermun⸗ tert, wird mein Herz mit ihnen dir fro⸗ her dienen. b 2. Ein reger Trieb zur Heiligung ver⸗ binde uns in dem Kampfe wider jede Suͤnde, daß der Verſuchung Keiner un⸗ terliege, daß Jeder ſiege. 3. Laß ihren Eifer in der Tugend Werken auch meinen Fleiß und meinen Eifer ſtaͤrken, um nicht, wenn ſie dein Werk mit Freude treiben, zuruͤck zu bleiben. b 4. Laß mich mit Luſt den Rath der Weiſen hoͤren, gib, daß ſie gern und freundlich mich belehren, und brauch' ich Troſt, mich, ihren Miterloͤſten, voll Mitleids troͤſten. 4 n 5. Gib, 10¹4 Pflicht der Lebenserhaltung. 15. Gib, daß ſie ſanft mich warnen, eh ich falle, und mir's entdecken, ob ich richtig walle, und wie ich wahrer Tu⸗ gend Hinderniſſe beſiegen muͤſſe. 6. Ja, deine Kinder, Gott! ſind alle Bruͤder, und alle, alle deines Reiches Glieder, daß ſie, um einen Himmel zu beſitzen, einander nuͤtzen. 7. O darum laß, Erbarmer! uns zu⸗ ſammen einander ſtets zur Tugend mehr entflammen, und ſo einſt alle durch ver⸗ eintes Ringen zum Himmel dringen. — 3. Chriſtliche Sorge fuͤr Leben und b Geſundheit. Pflicht der Lebenserhaltung. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 638. Was iſt mein zeitlich Leben, das du mir, Gott! gegeben? Ein gro⸗ ßes, theures Gut. Du gabſt mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden; das iſts, worauf ſein Werth beruht. 2. Hier wird die Saat geſtreuet, dort erntet man erfreuet die Frucht der Tu⸗ gend ein. Je laͤnger ich hier lebe, und gut Lebenserheh dher ale Däadet Pflicht der Lebeuserhaltung. 101⁵ gut zu werden ſtrebe; je reicher wird die Ernte ſeny. 3. Sollt ich mir ſelbſt ſie rauben? O nein! es muͤß', im Glauben der kuͤnft'⸗ gen Erntezeit, mein Leben hier auf Er⸗ den ſo werth und lieb mir werden, als, Gott! dein Wort es mir gebeut. 4. Wer ſelbſt ſein Leben kuͤrzet, wer in den Tod ſich ſtuͤrzet, empoͤrt ſich wi⸗ der dich; beſiegt von wildem Triebe ſind Glaube, Hoffnung, Liebe; davor, o Gott! bewahre mich. 5. Im ſchweren Lebensſtreite ſey du mir ſtets zur Seite, und ſtaͤrke mich zur Pflicht; ſo kann mich nie ein Leiden von deiner Liebe ſcheiden, und die Verzweif⸗ lung naht mir nicht. 6. Mit dankbarem Gemuͤthe laß, Herr! mich deine Guͤte im Gluͤck des Lebens ſchaun; ſo werd' ich auch nicht froͤhnen Genuͤſſen, die dich hoͤhnen, mir nicht mein Grab durch Wolluſt baun. 7. So hilf mir, Herr! vermeiden in Freuden, wie in Leiden, was fruͤhen Tod mir draͤut; doch laß mich auch nicht zagen, das Leben kuͤhn zu wagen, wo ſolches mir die Pflicht gebeut. 8 ſels Vncgeig 8. Was 1016 Pflicht der Lebenserhaltung. 8. Was nuͤtzt ein langes Leben, wenn es der Luſt ergeben, nur nach der Erde ſtrebt? Wer aber frommer Tugend ſich opfert in der Jugend, hat lang, denn er hat wohl gelebt. 9. In deine Vaterhaͤnde befehl' ich, Herr! mein Ende und meiner Tage Lauf. Mein ganzes Erdenleben ſey dir, nur dir ergeben! hilf du ſelbſt meiner Sch heit auf! Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 639. 2 nicht ein, wach⸗ ee lieben Gett ſit eben, das de wahren, itd ihr entziehen Pflicht der Lebenserhaltung. 1017 vor allen Leidenden auf Erden belaſtet und geplagt zu ſeyn. Wie Viele nagt ein groͤßrer Schmerz, und ruhiger ſchlaͤgt doch ihr Herz. 4. Es kann vor Nacht ſchon anders werden, als es am fruͤhen Morgen iſt; drum trage muthig die Beſchwerden, und faſſe Hoffnung, duld' als Chriſt! Waͤhl ihn nicht ſelbſt, den Weg zur Gruft; erwarte, bis dein Gott dich ruft. 5. Zu Gottes Ehre anzuwenden dein Leben, ſey dir heil'ge Pflicht. Es unbe⸗ dachtſam zu verſchwenden, dazu gab es der Schoͤpfer nicht. Drum nutze treu dir kurze Zeit zur Ausſaat fuͤr die Ewig⸗ eit. b Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 640. Des Leibes warten und ihn naͤhren, das iſt, o Schoͤpfer! meine tann dan ren, kamn at ſtehe mir mit Weisheit bei, daß dieſe it ſn 3 Pflicht mir heilig ſy. 8 unterthan 2. Sollt' ich gering, o Vater! ſchaͤz⸗ 1018 Pflicht der Lebenserhaltung. du, o Schoͤpfer! ſelbſt erbaut? Weß iſt mein Leib? er iſt ja dein; ſollt' ich denn ſein Zerſtoͤrer ſeyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beſchuͤtzen gibſt du, mit milder Vaterhand, die Mittel uns, daß wir ſie nuͤtzen, und zum Gebrauch gibſt du Verſtand. Dir iſt die Sorge nicht zu klein; wie ſollte ſie denn mir es ſeyn? 4. Geſunde Glieder, muntre Kraͤfte, wie viel ſind die, o Gott! nicht werth? Wer taugt fuͤr des Berufs Geſchaͤfte, wenn Krankheit ſeinen Leib beſchwert? Iſt nicht der Erde groͤßtes Gut Geſund⸗ heit und ein heitrer Muthh 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Koͤrpers Wohlſeyn ſtoͤrt; daß nicht, wenn ſeine Kraͤfte lei⸗ den, mein Geiſt den innern Vorwurf hoͤrt: Du ſelbſt biſt Stoͤrer deiner Ruh,, du zogſt dir ſelbſt dein Uebel zu! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich, zu bewahren, achtſam ſeyn; druͤckt mich die Laſt der Krankheit nieder, ſo floße ſelbſt Geduld mir ein; gib heitern Muth und dann verleih, daß mir des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch de grißtes Er rer Muth! ich denn mit nes Korpet 1 verleih, 9r 6. Bruſt. Pflicht der Lebenserhaltung. 1019 7. Doch gib, daß ich nicht uͤbertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; und ſtets in jenen Schranken bleibe, die dein Geſetz mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein das Ziel von mei⸗ nen Sorgen ſeyn. i 8. Mein groͤßter Fleiß auf dieſer Erde ſey meinem Geiſte ſtets geweiht, daß er zum Himmel weiſe werde, und wenn, nach dieſer Pruͤfungszeit, des Leibes Huͤtte einſt zerfaͤllt, er wuͤrdig ſey der hoͤhern Welt. Mel. Seelenbraͤutigam ꝛc. 641. Lebensquell! durch dich bin und leb' auch ich, und du, Herr! haſt mit dem Leben tauſend Freuden mir an gegeben. Froh durch dich begluͤckt, fuͤhl ich mich entzuͤckt. 2. Heiße Lebensluſt ſtroͤmt in meiner Dort haſt du ſie ausgegoſſen; und auch lange ſchon genoſſen, macht d rn ut ein reger Trieb doch das Leben lieb. 3. Durch dich ſelbſt belehrt, kenn ich ſeinen Werth. Reiche Ernte ſen a 1020 Pflicht der Lebenserhaltung. das Leben, wenn ich's recht benutze, geben, Ernte fuͤr den Geiſt, die mir nichts entreißt. 4. Hoher Weisheit voll, handeln, wie ich ſoll, und nach Seelenguͤte rin⸗ gen, dies wird dir mich naͤher bringen; dhes fuͤhrt durch die Zeit mich zur Se⸗ igkeit. 5. Dazu hilf du mir, jede Stunde hier als Geſchenk aus deinen Haͤnden, ſtets mit hoͤchſtem Ernſt verwenden! dnr durch deine Kraft leb' ich tugend⸗ aft. 6. Wenn ich meine Zeit, frei von Aengſtlichkeit, unablaͤßig theuer achte, und als Uebungszeit betrachte; ſo wird ſtetes Heil einſt gewiß mein Theil. 7. Nichts verkuͤrze mir dieſes Leben hier! Lehre, Gott! mich wilde Freuden, Schwermuth, Gram und Zorn vermei⸗ den wdenn kein Augenblick kehrt mir je zuruͤck. 8. Ach, wann einſt der Tod meinem Leben droht, dann laß, Herr! das beßre Leben freundlich mir vor Augen ſchwe⸗ ben! Dies entflieht mir nicht, wenn das Herz auch bricht. — Maͤßig⸗ in ich Maͤßigkeit. 1021 t den Gai Maͤ ß i g k e it. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. ait nach Ettan 642. Wie mannigfaltig ſind die Ga⸗ wir mit ih ben, wodurch uns, Herr! dein Wohl⸗ die It ahr thun naͤhrt, das, uns zu ſtaͤrken, uns zu laben, ſo viel des Guten uns gewaͤhrt. Auch das, was unſer Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott! du biſt. 2. Du gibſt uns Brod fuͤr unſer im Enm Leben; und unſre Herzen zu erfreuen, Kraſt gibſt du aus traubenvollen Reben mit ſegenreicher Hand den Wein. Wie an⸗ nei zi genehm iſt der Genuß von dem, was nabläßig a uns ernaͤhren muß! geit bettha 3. Doch laß die Kraft uns zu ver⸗ gewiß mind gnuͤgen, die du in Speiſ' und Trank ürze mir ich gelegt, mich nie, o Hoͤchſter! ſo beſie⸗ tl mich uut gen, daß ſie zum Schwelgen mich be⸗ ram und amt wegt. Laß, deiner Gaben mich zu lugenblik inr freun, mich maͤßig im Genuſſe ſeyn. vmnmmn 4. Die Schwelgerei laͤhmt unſre g Kraͤfte; bringt Krankheit, Armuth, tint ded yn u Schmach und Streit; macht traͤge zum rlaß, Na Berufsgeſchaͤfte, vernichtet unſre Thaͤ⸗ 4. tigkeit; erniedrigt unter's Thier herab mn und ſtuͤrzet vor der Zeit ins Geabe 1 „ U 1022 Kenſchheit. 5. So oft ich Speiſ und Trank ge⸗ nieße, ſo laß es mit Vernunft geſchehn, und daß ich beides mir verſuͤße, mit Dank auf dich, den Geber, ſehn; auf dich, der du uns zaͤrtlich liebſt, und Nahrung und Erquickung giebſt. Keuſchheit. Mel. Wer nur den lieben Gott te. 643. Der Wolluſt Reiz zu wider⸗ ſtreben, laß, Hoͤchſter! meine Weisheit ſeyn; ſie iſt ein Gift fuͤr unſer Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: O ſchaff ein keuſches Herz in mir. 1 2. Die Wolluſt kuͤrzet unſre Tage, ſie raubt dem Koͤrper ſeine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Pla⸗ ge, ſind Fruͤchte ihrer Leidenſchaft. Der haßt ſich ſelber, der ſie uͤbt, und ſich in ihre Feſſeln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Staͤrke, ſchwaͤcht den Verſtand, der Seele Licht; ſie raubt den Eifer edler Werke, und Ernſt und Luſt zu jeder 1 Pflicht; h Epeiſ 94 Keuſchheit. 1025 nit Dana Pflicht; ſie fuͤhrt Reu und Gewiſſens⸗ ſides mit un ſchmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Menſch ſinkt unter ihrer t Burde zur Niedrigkeit des Thiers her⸗ abz er ſchaͤndet und entehrt die Wuͤrde, die ihm ſein weiſer Schoͤpfer gab. Wer ſchnoͤder Wolluſt ſich ergiebt, wird nie 4 9, b2, von dir, o Gott! geliebt. Hdeit 5. Du wirſt den wiederum verderben, unr der liin zi der deinen Tembet Hie verdicbt; dein Himmelreich wird Niemand erben, in Volluſt Ath dem die boͤſe Luſt nicht ſtirbt; drum dchſier mn laß mich ihre Reizung fliehn, und n Gift ſinn keuſch zu ſeyn mich ſtets bemuͤhn. en wetde u 6. Gib, daß ich allen boͤſen Luͤſten devoll zu ii mit Muth und Nachdruck wiederſteh, rz in mi. und ſtets dawider mich zu ruͤſten, auf Uuſt kützetn dich, Allgegenwaͤrt ger! ſeh'. Wer dich, Körper ſimn o. Gott! vor Augen hat, flieht auch hen, Sount verborgne Miſſethat. 5 b chte ihret R ſelber, de itid ſeln giebt. int Mel. Aus tiefer Noth ꝛc an t dem, u G t 644. Mein Leib ſoll, Gott! dein icht den mit ſe rault e Tempel ſeyn, mit allen ſeinen Büuder a ihn Eni ub — 1024 Keuſchheit. ihn ſoll ich dir zum Dienſte weihn; zum Dienſt auch meinen Bruͤdern. Gib, daß ich dies dein Heiligthum, fuͤr ſie, und, Herr! fuͤr deinen Ruhm, ſtets unbefleckt bewahre. 2. Erhalte Zung und Augen rein von unverſchaͤmten Sitten, mein Ohr laß feſt verſchloſſen ſeyn, taub fuͤr der Wolluſt Bitten; damit der Luͤſte Schmeichelei mir nicht, durch ihre Zau⸗ berei, der Unſchuld Wuͤrde raube. 3. Wo Wolluſt wandelt haucht ſie Gift; welch Elend, das die Sclaven unheiliger Begierden trifft in tauſend⸗ fachen Strafen! Zu welcher Schande Tiefe ſinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verſtrickt in ihren Netzen! 4. Ach, wo die Unſchuld weicht, da flieht des Herzens Fried' und Stille; da, wo der Wolluſt Flamme gluͤht, fehlt ſelbſt der gute Wille; ſie wuͤthet, toͤdtet und verheert mehr Segen, als das Schwert zerſtoͤrt, als Peſt und Glut zerſtoͤren. 5. Heil dem, der deiner nie vergißt, nicht, Gott! dein Werk zerſtoͤret; der immer reines Herzens iſt; der dehnen em⸗ re. 1 dung und ſten Sitta m. loſſen ſem, itten; dant nicht, dudt uld Wünde u uſt wandatt ſend, das dei 645. b Erwerbfleiß. Tempel ehret! Es wird ihm hier ſchon wohl ergehn; dort wird er Gott und Jeſum ſehn, denn rein iſt ſeine Seele. 1025 4. Chriſtliche Sorge für aͤußern Wohlſtand. 42 Erwerbfleiß. b Mel. Vater unſer im Himmelreich ꝛc. LAnendlich reich, o Gott, biſt du! Dein Segen ſtroͤmt der Erde zu, und deine milde Hand erhaͤlt die ganze lebenvolle Welt; in Guͤtern tauſend⸗ erden wifti facher Art, wird deine Huld uns offen⸗ 14 bart. b 2. Du naͤhrſt die Voͤgel in der Luft und ſelbſt das Wild in ſeiner Kluft; auch mich, o Herr! verſaͤumſt du nie, denn ich bin mehr, weit mehr als ſie; nur willſt du, daß ich dir getreu, als Menſch auch reg und thaͤtig ſey. S 3. Ich ſoll, o Gott! auf dein Ge⸗ — din heiß, durch frommen unverdroßnen Fleiß, unmm deine Gaben mich bemuͤhn, und ſtets man von ernſtem Eifer gluͤhn, zu hindern 6 an was mein Elend mehrt, und meine Pflich⸗ Meen mir erſchwert. 1026 Erwerbfleiß. 4 Ich kann zu deines Namens Ruhm, bei recht erworbnem Eigenthum mich meines Lebens hoͤher freun, und vieler Menſchen Helfer ſeyn, und auch mein Geiſt wird unterſtuͤtzt, zu lernen was ihm ewig nuͤtzt. b 5. O wehe dem! der ſeine Zeit der Traͤgheit und dem Spiele weiht, ſein Gluͤck verſchwenderiſch verkuͤrzt, die Sei⸗ nigen in Armuth ſtuͤrzt, ſich wilde Schwel⸗ gerei erlaubt, und ſich des Wohlthuns Freuden raubt. 6. Verbannt von mir ſey dieſer Sinn, ſo lang' ich hier auf Erden bin! Du haſt, o Vater! Zeit und Kraft zum Nuͤtzlichwerden mir verſchafft. Verletz' ich meines Standes Pflicht, ſo trifft mich einſt dein Strafgericht. 7. Nur Sorgfalt, Fleiß und Spar⸗ ſamkeit, nicht Habſucht, Geiz und Nah⸗ rungsneid geziemen dem, der dieſe Welt fuͤr ſeine Uebungsſtaͤtte haͤlt. Was hilft mir alles Erdengut, wenn Fluͤch auf meiner Seele ruht? 8. Gibſt du mir wenig oder viel; Zu⸗ friedenheit ſey ſtets mein Ziel! Nur ſie verſuͤßet jeden Stand und jede Gabe dei⸗ ner 1027 ner Hand. O Gott! wie groß iſt mein Gewinn, wenn ich auch treu im Klei⸗ nen bin! 9. Einſt flieht das eitle Gluͤck der Welt; doch wohl dann dem, der dir ge⸗ faͤllt! Dann rufſt du gnaͤdig und ge⸗ recht:„O frommer und getreuer Knecht! du wirkteſt mir zur Ehre gern; geh ein zur Freude deines Herrn!“ Genuͤgſamkeit. b Genuͤgſamkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 646. Laß mich doch nicht, o Gott! den Schaͤtzen dieſer Erden ſo ſehr erge⸗ ben ſeyn, daß ſie mein Abgott werden. Oft fehlt beim Uleberfluß doch die Zu⸗ friedenheit; und was iſt ohne ſie des Reichthums Herrlichkeite an 2. Der Schatz, der unſerm Geiſt Zu⸗ friedenheit gewaͤhret, iſt nicht ein Er⸗ dengut, das uns das Gluͤck beſcheret; der Thor hat Geld und Gut, er hatis und wuͤnſcht noch mehr, und immer bleibt ſein Herz an Ruh und Frieden leer. Ght g. 1028 Genuͤgfamkeit. 3. Wie koͤnnt auch Erdengut je unſre Wuͤnſche ſtillen? Es ſteht ja ſein Beſitz nicht blos in unſerm Willen. Nicht ſtets wird's dem zu Theil, der aͤngſtlich darnach ringt, und ſchnell verliert's oft der, dem ſein Bemuͤhn gelingt. 4. O Gott! ſo wehre doch der Hab⸗ ſucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nicht Erdengut zu lieben, das man mit Muͤh' gewinnt, bald ſchwelge— riſch verzehrt, bald ruhelos bewacht, bald gar mit Fluch vermehrt. 5. Ein weiſes, frommes Herz, dies ſey mein Schatz auf Erden; ſonſt Alles, nur nicht dies, kann mir entriſſen wer⸗ den; dies bleibt im Tod' auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum ſeligen Ge⸗ winn auch in die Ewigkeit. 6. Nichts ſind, wenn dieſes fehlt, des Reichthums Herrlichkeiten; oft, ſtatt getraͤumter Luſt, die Quelle bittrer Lei⸗ den. Drum lenke, Gott! mein Herz vom irdiſchen Gewinn, durch deines Gei⸗ ſtes Kraft, zu ew'gen Guͤtern hin. — Mel. Gauf Erden, kann mir m in Tod aun. eer Zeit zum Ewigkeit. ), wenn uu rrlichkeiten; die Qultie winn, èriſ w en Gimſt — mit Genuͤgſamkeit. 1029 Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus ꝛe. 647. Wohl dem, der beßre Schaͤtze liebt, als Schaͤtze dieſer Erden! Wohl dan⸗ der ſich mit Eifer uͤbt, an Tugend rei Sinn belebt, ſich uͤber Erd' und Staub erhebt! 2. Der Herr verbeut den Seinen nicht, hier Guͤter zu beſitzen. Er gibt ſie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit ſie zu nuͤtzen: ſie ſollen unſer Herz erfreun und Mittel uns zur Tugend ſeyn. 3. Doch nach den Guͤtern dieſer Zeit ganzer Seele ſchmachten, nicht erſt nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: iſt dies, o Menſch! wohl dein Beruf, da Gott zur Ewigkeit dich ſchuf? 4. Der Geiz erniedrigt unſer Herz, erſtickt die edlern Triebe; die Liebe fuͤr ein ſchimmernd Erz verdraͤngt der Tu⸗ ae, Gottn gend Liebe, und machet, der Vernunft „Goaa zum Spott, ein elend Gold zu deinem 5. Erhalte mich, o Gott! dabei, daß ich mir gnuͤgen laſſe, Geiz ewig als Ab⸗ godotterei von mir entfern' und haſſel Ein wei⸗ zu werden, und von des Glaubens * 4 4 1 4 4 4 1 10³⁰ Genuͤgſamkeit. weiſes Herz, ein froher Muth, ſey mei⸗ nes Lebens hoͤchſtes Gut! Mel. Singen wir aus ꝛc. 648. weierlei bitt ich von dir, Gott, mein Vater! gib es mir. Du, der vaͤ— terlich uns liebt, gerne, was uns nuͤtzt, uns giebt, gib es mir, ſo lang' ich leb' und in Leibesnothdurft ſchweb', bis ich mich dem Tod ergeb'. 2. Gib, daß ferne von mir ſey Luͤge und Abgoͤtterei. Armuth, der zu viel gebricht, und viel Reichthum gib mir nicht. Allzu arm und allzu reich iſt nicht gut, ſtuͤrzt beides gleich gar zu leicht in's Suͤndenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil! neh⸗ men mein beſcheiden Theil; gib, zu weh⸗ ren aller Noth, mir nur heut' mein taͤg⸗ lich Brod. Wenig auch, bei gutem Muth, der auf Seelenfrieden ruht, iſt fuͤrwahr ein großes Gut. 4. Ach, ich moͤcht' im Ueberfluß bald empfinden Ueberdruß, ſtolz verlaͤugnen dich, zum Spott fragen: wer iſt Herr und Nenügſanet n froher Jyg. ſtes dn An — Singen wir u erlei bitr ihmng ib es mit A , gerne, von es mir, ſi thdurft ſchwi ergeb.. ferne von wi . Armuth, d viel Reichther mm und alzun es gleich gar aber, vmen iden Theilz c mir nur har denig auc i Serlernut oßes Glt. nshe Win 1n tt fragen. re voll, wie er ſich erheben Sparſamkeit. 1051 und Gott? Iſt dem Menſchen gar zu wohl, weiß er nicht, ven Hochmuth oll. wenn nackt und blos, gar zu groß, macht und ſtellt nach des Geld, braucht Ge⸗ 5. Wiederum, wird die Armuth ſie untreu, ſtiehlt Naͤchſten Gut und walt, braucht Staͤrk' und Liſt, fragt, mit Bosheit ausgeruͤſt't, gar nicht mehr was chriſtlich iſt. 6. Gott, ſey meine Zuverſicht! Ar⸗ muth, Reichthum dient mir nicht, bei⸗ des ſchmaͤlert deine Ehr', und verſucht zur Suͤnde ſehr. Gib mir nur bis an den Tod, lieber Gott! mein taͤglich Brod, ſo hat's mit mir keine Noth. Sparſamkeit. Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛc. 649. Herr, lehre mich gewiſſenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gib mir Verſtand und gib mir Kraft, mit Weis⸗ heit hauszuhalten, wie es mir nuͤtzt und dir gefaͤllt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Guͤtern darbe. 2. Mein 103² Sparſamkeit. 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir, es iſt dein milder Segen, und nicht zum Fallſtrick gabſt du mir mein zeitliches Vermoͤgen. Du gabſt es mir zum wahren Wohl; drum hilf mir, daß ich, wie ich ſoll, auch chriſtlich es gebrauche. 3. Was iſt das mir geſchenkte Gut? Nur ein Beſitz von Erde. Hilf, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde; nie reiße zeitlicher Gewinn mein Herz ſo weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergeſſe. 4. Was huͤlfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schaͤtzen, verblendete mich Gut und Geld ſorglos hintanzu⸗ ſetzen, was, Herr! dein Wort von mir begehrt, was mir ein ewig Heil gewaͤhrt; wie thoͤricht wuͤrd' ich handeln! b 5. Mein groͤßtes Trachten, Herr! ſey hier nach deinem Reich gerichtet, nach der Gerechtigkeit, die mir kein Mißgeſchick vernichtet. Beſitz' ich, Va⸗ ter! deine Huld, Gewiſſensfrieden und Geduld, ſo bin ich reich geſegnet. 6. Den Geiz laß ferne von mir ſeyn, die Wurzel alles Boͤſen! Von Unruh und bermuth dͤnt daue zum Enk n eſſe. ife mit diezr 1 Schätzen, Geld ſorgies err! dein War r ein ewig Ni. ard ich haudh oßtes Tratn — 5 ſchtigkeit, M nant Su an b Menſch! un mißbrauche nie das Gut, das dir dein Gott gewaͤhrt; biſt du doch mehr als arm, wenn es dein Herz bethoͤrt. Sparſamkeit. 1033 und Gewiſſenspein kann Reichthum nicht erloͤſen; er hilft in Todesnoͤthen nichts, hilft nicht am Tage des Gerichts; kann nicht den Suͤnder ſchuͤtzen. 7. Doch gib mir weiſe Sparſamkeit, nicht Guͤter zu verſchwenden, die du mir gabſt, zu jeder Zeit ſie nuͤtzlich an⸗ zuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier durch ſie dem Naͤchſten, ſo wie mir, des Lebens Muͤh' erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechen⸗ ſchaft: das laß mich wohl erwaͤgen; ſo brauch' ich ſtets gewiſſenhaft den mir vertrauten Segen; und von den Guͤtern dieſer Zeit, reift mir noch in der Ewig⸗ keit die ſegensvolle Ernte. Mel. O Gott du frommer Gott ꝛc. 650. Aus Gottes Vaterhand iſt jede deiner Freuden; drum wache ſtets, den Undank zu vermeiden; 4 s 4 1034 Sparſamkeit. 2. Was du dein eigen nennſt, hat er dir nur geliehen, um dich zur Thaͤtig⸗ keit und Treue zu erziehen. Du raubſt dir ſeine Huld, wenn du Verſchwendung liebſt, und dich mit eitelm Sinn der Ueppigkeit ergiebſt. 3. Wie kann erborgter Glanz dir eigne Wuͤrde geben, und deinen waͤhren Ruhm, den Ruhm vor Gott, erheben? Nein, was nicht in dir iſt, ſteht nicht in deiner Macht; doch Tugend und Verſtand iſt mehr, als Fuͤrſtenpracht. 4. Kennſt du nicht einen Gott, den Erdentand nicht blendet, der ein Ge⸗ muͤth nur liebt, das gern zu ihm ſich wendet? Deck' immerhin dich nur ein duͤrftiges Gewand; er reicht, wenn du ihm folgſt, dir doch die Vaterhand. 5. Wozu verlieh er dir die krafter⸗ fuͤllte Seele? Er wollte, daß ſie ſtets das wahre Gute waͤhle. Ach, du be⸗ truͤgſt dich ſelbſt, wenn du das Ziel verruͤckſt, und deine Huͤtte nur, nicht deine Seele, ſchmuͤckſt. 6. Kein Edler feſſelt ſich an leere Kleinigkeiten; ſein Geiſt iſt gut und groß, und weiß ſich ſelbſt zu leiten; was eden, und in. uhm vor ben ehr, als zuͤnn u nicht eunh dt blendet, R das gern z immerhin di und; er ric doch die Vm lich er dir Er woltte, d te wäͤhle. 19 u ter! * n Hi — 1035 ehret dem Strom Ehrbarkeit und Redlichkeit. was Wohlſtand ihm gebeut, das er als Pflicht, doch folget er der eiteln Thoren nich. 7. Die große Stunde naht, wo dir dein Richter winket; dann flieht der Prunk der Welt, und deine Huͤtte ſin⸗ ket. Sey weiſe, Menſch, und flieh, flieh alle Ueppigkeit! Bedenke, was du thuſt, iſt Saat fuͤr Ewigkeit. 5. Chriſtliche Sorge fuͤr Ehre guten Ramen. Ehrbarkeit und Redlichkeit. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ſey Ehr' ꝛc. 651. Du gabſt mir, Gott! der alles ſchafft, das Leben auf der Erde, auf daß ich hier mit reger Kraft den Menſchen nuͤtzlich werde. O Gott! wie ſchwer wird dieſe Pflicht, wenn b guter Name mir gebricht, wenn Bruͤder mich verachten. b 2. Drum ſey mir mehr, als alles und Gold, mein guter Name theuer? Iſt meiner Bruͤder Herz mir hold, ſo leb' ich leichter, freier; und wenn der Tod zu 1056 Ehrbarkeit und Redlichkeit. zu dir mich ruft, dann weinen ſie an meiner Gruft noch Thraͤnen treuer Liebe. 3. Vermag ich auch kein großes Gluͤck den Meinen zu erwerben; bleibt ihnen doch mein Ruf zuruͤck, der kann nicht mit mir ſterben; er ſchaffet ihnen man⸗ chen Freund, der gern mit ihnen ſich vereint, ihr Leben zu verſuͤßen. 4. Doch taͤuſche, wer nicht redlich iſt, die Welt auch noch ſo lange; er nahet, ſelbſt durch ſeine Liſt, ſich nur dem Untergange. Sein feinſter Trug wird oft entdeckt; und dann iſt auch ſein Ruf befleckt, dann folget ihm die Schande. 5. Mein Herz, o Gott! ſoll redlich ſeyn, bis einſt mein Leben ſchwindet, durch feſte Redlichkeit allein wird wah⸗ rer Ruhm gegruͤndet; ſie wendet deine Huld mir zu, ſie gibt mir des Gewiſſens Ruh' und auch bei Menſchen Ehre. 16. Ja, Gott! ich will durch frommen Sinn nach gutem Namen ſtreben, und iſt und bleibt er mein Gewinn, doch nie mich ſtolz erheben; und werd' ich dennoch hier verkannt, weiß ich, daß in der Wahrheit Land die Nebel du zerſtreueſt. Be⸗ rz, o Gottl mein Lebenſ gichkeit allin zuundet; ſie eu e gibt mirdot bei Maſänt dich wil dunſ em Nana i b mein Gewn en; und unn veß ih, d dadur 652. Herr des Anſehns vor der Welt. gefaͤllt. Beſcheidenheit. 103⁷ Beſcheidenh e iſt. Mel. Wenn meine Suͤnd' mich ꝛc. 2. laß nach eitler Ehre mich niemals geizig ſeyn. Gib, daß dein Geiſt mich lehre, der Ehre mich zu freu'n, die ewiglich vor dir beſteht, und mit mir von der Erde zum Himmel uͤbergeht. 8 2. Nie blende mich der Schimmer Das bleib', o Vater! immer mein Ruhm, was dir Wie bald entfuͤhrt ein ſtolzer Sinn mich von der Demuth Pfade! verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht Stand und hohe Wuͤrde veredeln meinen Sinn. Wie oft zieht ihre Buͤrde den Geiſt zur Erde hin! Verdienſt und Tugend ſey allein der Ruhm, nach dem ich ringe; nur der bleibt ewig mein. 4. Auch im Beſitz von Schaͤtzen und Guͤtern dieſer Zeit laß niemals Ruhm mich ſetzen; ſie ſind doch Eitelkeit. Oft ſind ſie auch des Thoren Gluͤck, verlaſ⸗ ſen mich im Tode, und bleiben hier zuruͤck. 1038 b Beſcheidenhei t. 5. Nie laß mich Ruhm erſchmeicheln, der mir doch nicht gebuͤhrt, nie als ein Gleißner heucheln, den Menſchengunſt verfuͤhrt. Der Wahrheit meine Treue weihn, ihr ſtets die Ehr' zu geben, laß mein Beſtreben ſeyn. 6. Laß mich in Demuth leben, auch wenn die Welt mich ehrt, durch Stolz mich nie erheben, wenn ſich mein An⸗ ſehn mehrt. Und ſchenkſt du mir der Erde Gut, o Vater! ſo bewahre mich auch vor Uebermuth. b 7. Dein Beifall iſt der groͤßte, nach dem ich ſtreben kann; wenn ich mich deſſen troͤſte, hab ich genug daran; ob es mir auch an Lohn der Welt„an Menſchenlob und Ehre bei guten Thaten fehlt. 8. Wann einſt am Ehre Dunſt verfliegt, und, Herr! auf liegt, dann ſchmuͤcke meinen ſelgen Geiſt die ew'ige Ehrenkrone, die mir dein Wort verheißt. großen Tage der — — —. ᷣ = — — Vater! ſo la muth. fall iſt dr g en kann; wen hab ich genng an Lohn der ind Ehre bei gi — — rfliegt, und, Verdieni u. ſchmuͤck nir ze Ehreuktn 1 heißt. — 7 — die jetzt Beſcheidenheit. 1039 Mel. Lobt Gott ihr Chriſten ꝛe. 653. W O ruͤhmt euch eurer Weis— heit nicht, die ihr euch weiſe meint! Wißt, daß euch eurer Weisheit Licht einſt nicht im Tode ſcheint.:; b 2. O ruͤhmt euch eurer Staͤrke nicht, euch trotzig macht! Wißt, daß es euch an Muth gebricht, ſinkt ihr in Todesnacht.:: 3. O ruͤhmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch jetzt erfreut! Wißt, daß er keine Zuverſicht in Todesnoth verleiht.: 4. Sucht darin euern wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt und kennt; daß ihr, ſein Volk und Eigenthum, ihn glaͤubig Vater nennt.:; 5. Dies iſt es, was dem Herrn gefaͤllt; bedenk es wohl, o Chriſt! Gott, unſer Gott regiert die Welt. Wohl dem, deß Ruhm er iſt!:;: — 6. Chriſt⸗ 1040 Ruͤtzliche Thaͤtigkeit. 6. Chriſtliche Benutzung der b Lebenszeit. Nuͤtzliche Thaͤtigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 654. Laß jeden meiner Augenblcke mir, Herr des Lebens! theuer ſeyn; die Zeit, die du mir gabſt zum Gluͤcke, durch Dienſt der Suͤnde nie entweihn. Fern ſey das Spiel der Sinnlichkeit, der Mißbrauch meiner theuren Zeit. 2. O daß von meinen Lebenstagen doch keiner ganz verloren ſey! Verlorne Stunden, ach, ſie nagen zu ſpaͤt das Herz mit Gram und Reu', und den entflohenen Augenblick bringt mir kein Wunſch, kein Flehn zuruͤck. 3. Noch iſt es Tag; jetzt, Herr der Staͤrkel gib Willen mir und Kraft zur That, damit ich wirke gute Werke, eh' Nacht, da Niemand wirket, naht. Wie viel iſt noch fuͤr mich zu thun! Und ich, ich ſollte jetzt ſchon ruhn? 4. Auf, auf, mein Geiſt! laß keine Stunde des Lebens ungenuͤtzt vorbei! Gelobe heut mit Herz und Mittde, ſeh 1 em gliche d trite FKℛ Rützlicho Thaͤtigkeit. 1041 iche a 6. Seruſn dem Geluͤbde ewig treu: Dir, Herr eit der Zeit und Ewigkeit! ſey hier mein de Thin Leben ganz geweiht. an . 5. Wenn mich des Tages Hitze druͤk⸗ es len a ket, von Arbeitsſchweiß die Stirne jiden main trieft, das Auge matt nach Ruhe blicket, Echensl h wenn Undank meine Tugend pruͤft, wir adh 1 wenn mir der Lohn zu lange ſaͤumt, zu d gadt n ſparſam mir die Ausſaat keimt: e Sündt t 6. Dann laß die Hoffnung mich er⸗ Spiel da t auicken: einſt kommt mein Abend ſtill meiner than und kuͤhl; der Arbeit Laſt wird dann von meinnt Enczuͤcken, Geduld wird Wonn' und 1 derloren ſte Dankgefuͤhl; endloſe Ernte gibt die Herr! durch deine Haͤnde enpfing iſt ſt Din nit ich witkem Niemand 4— h für mih Mel. Jeſus meine Zuverſicht te. e tſchon u ½ t; 6 finpb. 4 mein Gett 655. O. mein Schoͤpfer, Herr der 3 Zeit! gib doch, daß ich nicht berſchwende i luun daß 4042 Nuͤtzliche Thaͤtigkeit. daß ich mit Entſchloſſenheit, treu und eeifrig wohl verwende meine Zeit, die mir dein Rath hier zu ſeyn beſchieden hat. 2. Wie ein Morgentraum entfliehn Jahre, Monden, Tag' und Stunden; unverſehns ſind ſie dahin, ohne Wieder⸗ kehr verſchwunden. Und wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Allmacht Wink mich ruft. 3. Gott! wie thoricht hab' ich ſchon, ach! ſo manchen Theil der Zeiten, die mir ungenuͤtzt entflohn, unter ſchnoͤden Eitelkeiten und in traͤger Ruh verbracht, die mich tief bekuͤmmert macht. 4. Doch erbarmend ſchenkſt du mu ojjetzt noch Raum und Zeit zur Buße. „Herr! ich komm' und falle dir flehend und beſchaͤmt zu Fuße: Sey mir gnaͤdig ſieh! mich reut die verlorne theure Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal iſt verſchwunden; doch ich bin der Zuverſicht, nuͤtz' ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner ſchenkſt, daß du gnaͤdig mein gedenkſt. 6. Lehre mich die kurze Friſt, die du mir hier zugemeſſen, ſo, wie es Sdein 1e entf Norgem 8 en, Tag end. V ſie dein n unden. Un n „Gruft deimn. 1 he thoͤricht ſah en Theil n entflohn, un in träger Ih Ach dkummert mch barmend ſce zum und Zet un und fallt uzußt: Sgn tdie verlon engen kann verſchwundg ſcht, niß ſhr dic du un du mnäͤdig n ch die kutße 5 meſen 1 ſ, Mewyger Seligkeit. rrr. 64 h 2 Arbeitſamkeit im Beruf. 1045 iſt, brauchen, und es nie vergeſ⸗ Pruͤfungszeit fuͤhrt zu 77. Saͤen will ich hier mit Fleiß fuͤr die Ernte jenes Lebens. O wie gluͤck⸗ lich, daß ich weiß, dieſe Saat ſey nicht vergebens. Ewig freut ſich ſeiner Saat, wer hier reich geſaͤet hat. Will N10 Arbeitſamkeit im Beru f. Mel. Aus tiefer Noth ſchrei ꝛc. ndane 936. Zur Arbeit, nicht zum Muͤſ⸗ Drum will ich jetzt und lebenslang durch Arbrit nuͤtzlich werden. Gib mir Ver⸗ ſtand und Luſt und Kraft, geſchickt, treu und gewiſſenhaft zu thun, was mir gebuͤhret. 2. Haſt du ein Amt, ſo warte ſein! das iſt, o Gott! dein Wille. O floͤße ſelbſt den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfuͤlle. Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einſicht und an Fertig⸗ keit in dem Berufe wachhe. 4 Uuu 2 3. Hilf, 1044 Arbeitſamkeit im Bernf. 3. Hilf, daß vor traͤger Weichlichkeit ich ſtandhaft mich bewahre, und, wo die Pflicht mir Muͤh' gebeut, nie meine Kraͤfte ſpare. Wann ſie ermatten, dann will ich durch reine, ſtille Freuden mich zu neuer Arbeit ſtaͤrken. 9 884. Gih Weisheit, Herr! und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, und mit Verſaͤumung meiner Pflicht, ver⸗ ſchwenderiſch verbringen. Das nuſſe mein Vergnuͤgen ſeyn, mich den Ge⸗ ſchaͤften ganz zu weihn, die du mir auf⸗ erleget. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Hoͤchſter! meine Pflichten in deiner Furcht, geſtaͤrkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das ſich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Mun⸗ terkeit, verſuͤßt uns ihre Laſten. 6. Laß mich vor dir, Herr! unver⸗ ruͤckt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrſucht nie beſtrickt, gewiſ⸗ ſenlos zu handeln. Mein Leben deinem Dienſt zu weihn, ſo nuͤtzlich, als ich kann, zu ſeyn, das ſey mir Ehr' und ann, Freude 7. Dir zu gefallen, ſey mein M Arbeitſamkeit im Beruf. 1045 gehe wie es will, in meinem He zen Ruhe. Denn wer dir, Heiligſter! miß⸗ faͤllt, was nuͤtzet dem die ganze Welt mit allen ihren Schaͤtzenn 8. Gib, daß mein Fleiß in dem Be⸗ an ruf, dazu mich auf der Erde dein weiſes Allmachtswort erſchuf, mir Vorberei⸗ verbringen. d kung werde, damit ich hier ſchon in der en ſeyn, i Zeit zur hoͤhern Kraft und Thatigkeit u weihn, ſtt des beſſern Lebens weife ger Trieh bih chin 5 hen Mel. Es iſt gewißlich an der ic⸗ Ein Ha 99 6. Gott iſt's, der das Vermoͤgen git zu derd ſchafft 5 Gute lu wulbeinaen r uns ihre kit gibt zur Arbeit Mut 9 und Kraft, und 35 5 9 laͤßt ſie uns gelingen. Was man mit ha as Gott nur unternimmt, wird, weils m H in mit ſeinem Willen ſtimmt, nie ohne 9 Auu Segen bleiben. be chn. N 33 2. Wer uͤber Alles ſich beſtrebt, vor ihn ſo ß ihm gerecht zu werden, und treu nach , das ſc m ſeinem Willen lebt, dem gibt er auch Gn auf Erden vom Irdiſchen mit milder Hand 1046 Arbeitſamkeit im Beruf. Hand ſo viel, beim Fleiß in ſeinem Stand, als ihm wahrhaftig nuͤtzet. 3. Gott iſt der Frommen Schild und Lohn, er kroͤnet ſie mit Gnaden, wie koͤnnte ihrer Feinde Hohn, und Miß⸗ gunſt ihnen ſchaden? Mit ſeinem Schutz bedeckt er ſie und ſtaͤrket, bei des Lebens Muͤh 3 ihr Herz mit Troſt und Hoffnung.. 4. Drum gib, o Gott! daß ich auf dich bei meiner Arbeit ſehe; mit Licht und Weisheit ſegne mich, daß ich der Weg ſtets gehe, den mir dein heilig Wort gebeut; nach deines Reichs Ge⸗ rechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Muͤſſiggang und Traͤgheit mich, als dir mißfaͤllig, meiden; und hil daß ich geſtaͤrkt durch dich, mein Werk vollbring mit Freuden; daß ich in mei⸗ nem Stande treu, und meinen Bruͤdern nuͤtzlich ſey, und dir zur Ehre lebe. 6. Sey uͤberall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Haͤnde befehl ich, Allerhoͤchſter! dir, bis ich ſie ſelig ende; damit, zu deines Namens Preis, einſt mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. Mel. Khilf, 2. Jleiß uͤbet unſre Kraͤfte, L die Geſchaͤfte, will Sorg und Gram nicht weichen, cane ma e, den b nach deines„ mich vor Alh aggang unden. illig, meiden, Freuden; dyſ Arbeitſamkeit im Beruf. 1047 b Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 658. Zum Fleiße ward das Leben vom Schoͤpfer uns gegeben, und nicht zu traͤger Raſt. Dem Fleiße nur folgt Seegen, wie Fruchtbarkeit dem Regen; der Traͤge wird ſich ſelbſt zur Laſt. und gibt ein frohes Herz; der Fleiß hilft ſie verſcheuchen, und ſchuͤtzt vor mancher Krankheit Schmerz. 3. Dem ſuͤndlichen Vergnuͤgen laͤßt er uns nicht erliegen, lehrt uns den Werth der Zeit; die Werke ernſter Pflich⸗ 4 ten mit Treue zu verrichten, iſt from⸗ mien Fleißes Seligkeit. ℳ. Drum laß uns hier auf Erden, o Gott! nicht traͤge werden, du gabſt der Kraͤfte viel. Durch frohen Fleiß dich ehren, und Menſchenwohlfahrt mehren, ſey immer unſrer Kraͤfte Zil. 5. Wir duͤrfen dann nicht zagen, wenn Andre troſtlos klagen, und ihre Zeit bereun. Wenn Traͤge zittern muůſ ſen, dann ſpricht ein gut Gewiſſen uns Muth und frohe Hoffnung ein. 6. Und erleichtert ll 1048 Schuldloſer Lebensgenuß. 6. Und wenn, gleich frohen Saaten, des Fleißes edle Thaten der Welt zum Segen bluͤhn, dann wird vom Herrn der Ernte, dem, der getreu ſeyn lernte, an Kraft und Gaben mehr verliehn. Schuldloſer Lebensgennß. Mel. O Gott, du frommer Gott e. l 659. Herr! deſſen Vaterhuld, gern Freuden uns bereitet, wie ſelig, wer von dir an Vaterhand geleitet,? nur dann ſich gluͤcklich fuͤhlt, wenn erd dir ſich haͤlt, und jede Luſt verſchmaͤht, die dir Gott nicht gefaͤllt! unn 2. Wie ſelig, wenn ſein Geiſt, zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und waͤhlt, ſich oft und gern er⸗ hebet, wenn er die Freude kennt, mit dir allein zu ſeyn, erſtaunt ſich deiner Macht, und deiner Huld zu freun! 3. Wie ſelig, wenn er ſelbſt der Erde klein're Freuden mit Maaß und Weis⸗ heit waͤhlt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Muͤh iſt ſchuldlos ihr 41 1 4. G e⸗ zu Genuß. erſetzt Zu⸗ Schuldloter Lebeusgenußd 1049 Wer nur der Freude lebt, fuͤhlt Ekel und Verdruß. ne 4. O gib, Allguͤtiger! gib, daß auch meine Seele, wenn ſie nach Freude ſtrebt, nie jene Frenden waͤhle, die end⸗ lich doch gereun; es ſchlage meine Bruſt, vom Eiteln unverfuͤhrt, nur fuͤr die rein're Luſt. b“ 1 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht toͤdten, nie vor der Tugend mich bei meinem Scherz erroͤthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick des Laſters Freuden weinä. 266. Vernunft und Tugend ſey Ge⸗ fährtin meiner Freuden; dem Schwel⸗ ger laß mich nie ſein kurzes Gluͤck be⸗ neiden; was mir an Reichthum fehlt, ufriedenheit, denn ſtets wohnt froher Sinn bei ſtiller Haͤuslichkeit. 7. Der Tag der Froͤhlichkeit ſey nie⸗ mals ganz verloren! Ich ward zum Dienſt der Welt, zum Spiele nicht geboren. Erholung ſey er mir 4 0 8 Muth, des Guten ſtaͤrke mich mein mehr zu thun, ſo oft ich ausgeruht. 18. Nie laß durch meine Luſt den aͤr⸗ Wand mern 1050 Schuldloſer Lebensgenuß. mern Bruder leiden; der Tag der mich begluͤckt, ſey auch ihm Tag der Freuden. Iſt er verlebt, wohl mir! wenn er mich nie gereut; nie ſcheid' er ohne Dank fuͤr den, der mich erfreut. —— Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 660. Gott will, wir ſollen uns der Jugend und jeder Zeit des Lebens freunz denn ſelbſt die Froͤhlichkeit iſt Tugend nur, o mein Herz, genieße rein! Ge⸗ nieße du die Luſt der Erde, Gott wills, nur huͤte dich, mein Herz, daß keine Luſt dir Unluſt werde, und niemals dei⸗ ne Freude Schmerz. 2. Gott fuͤllet ſeine ſchoͤne Erde mit neuem Segen jedes Jahr, daß ſie der Freude Schauplatz werde, fuͤr ſeine Men⸗ ſchen immerdar. Thal, Hain und Flur ruft uns entgegen: Gott liebt die Men⸗ ſchen die er ſchuf; genießt, genießt von ſeinem Segen! toͤnt uͤberall der Schoͤp⸗ fung Ruß. 3. Folg dieſem Ruf', und nimm die Freude mit f Sinn, die Gott dir 1 beut; leiden; Schuldloſer Lebensgenuß. 1051 „wohl wir, m. ſich rings um dich die Flur erneut, ſo ne ſceih a oft der Schimmer reicher Aehren im A ch aftut Sommer dir entgegen blinkt, ſo oft im — Herbſt aus traubenſchweren Weinhuügeln * retett der hüt der Aus 1052 Schuldloſer Lebensgennß. iſt. Genieße maͤßig, weiſ, und werde der hoͤhern Freuden werth, als Chriſt. Mel. Gott des Himmels und der ic. 561. Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, danke ſeinem Gott der Chriſt, dem die theure Himmelsgabe, Heiter⸗ keit, verliehen iſt, der auch nie ſie frech entweiht, immer ſich in Unſchuld freut. 2. Er verſeufzet ſeine Kraͤfte nicht in Unzufriedenheit; unter nuͤtzlichem Ge⸗ ſchaͤfte fliehet ſeine Tageszeit. Heit rer fräßls ſnn Geſicht nach erfuͤllter Men— Luth a uf der Tugend nur beruht. 15. Wenn guch jedes Gluͤck ihm ſchwaͤn⸗ Emund die Erde freudenleer ihm nun M vor ſchweben dann ihm uͤber Thal e= — — —— ——— 4₰ uua“ 8 unter nitit ſeine Tages eſicht nach eif 1 4 9. Chriſt laſſen, was auf Erden iſt, Gott ſich ſe Raub, wall ich noch doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich ſoll unſterblich werden; Bildung fuͤr die Ewigkett. 1058 vor den Augen ſtaͤnde: Hoffnung flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ih⸗ rer Hand er ins beßre Vaterland. 6. Staͤrke, Gott! auch meine Seele, daß ſie ſich zum Guten neigt und ich ſtets den Pfad erwaͤhle, den dein lieber Sohn mir zeigt! Dauernd iſt mein h hritter Sinn, wenn ich Jeſu folgſam 8 * Bildung fuͤr die Ew igkeit. e Mel. Mir nach, ſpricht Chriſtus ꝛc. ald oder ſpaͤt des Todes hier auf Erden, und dann, dann iſt mein ew'ges Theil, o Gott! Verwerfung oder b Heil. Mit Ernſt und Freude ſoll der nach ſeinem Heile ringen, gern hinauf zu den Pfad 2. ſchwingen; getroſt a 7 n der Truͤbſal gehn, und ſtandhaft in Ver⸗ 3. Noch 0405d4 Bildung fuͤr die Ewigkeit. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß⸗ noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele, und mein Fuß beginnet oft zu wanken. O ſtaͤrke mich durch deine Kraft in meiner ſchweren Pilger⸗ ſchaft! 4. So lang ich noch ein Fremdling hier in dieſem Leibe walle, ſchaff, Herr! ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle; und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geiſt zu dir hinan. 5. Es ſey mein Ruhm, dir werthz ſeyn, was du gebeutſt, zu uͤben; mein hoͤchſtes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Troſt, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoff⸗ nung, dich zu ſchaun. a9 dnnn 6. Nie ſoll des Zweifels Dunkelheit mir dieſen hohen Glauben, das Vorge⸗ fuͤhl der Seligkeit, des Himmels Hoff⸗ nung rauben. Was lindert ſonſt des Lebens Noth, und was verſuͤßt mir einſt den Todd? 7. Heil mir! Ich bin dein Eigenthum; nichts ſoll von dir mich ſcheiden; nicht Sinnenluſt, nicht Gold, noch Ruhm, nicht Schmach, noch Tod, noch Beiban Wa Bildung fuͤr die Ewigkeit. 1055 dm Stna Was iſt des Lebens kurze Zeit? Heil n mir! Mein iſt Unſterblichkeit. 9 ih mhg( Läbe 3n man FFum Der muͤde Wandrer ſieht und hofft und ſcham. tend vor Begier, von dir nit 6. Wir bauen auf und reißen ein, San und wechſeln Laſt mit Laſt; das Ding b 0b6 Bildung für die Ewigkeit. deß wir uns heute freun, iſt morgen uns verhaßt. 7. Er, der vom Hinumel, groß und klein die Menſchenkinder ſieht, er will, wir ſollen gluͤcklich ſeyn, und lehrt uns, wies geſchieht. Doch Stolz und eitles Wiſf en blaht, fuͤhrt irre den Verſtand; ein Blinder ruft zu Blinden: Seht, ich fand, was Keiner fand. du9. Befrei uns, Vater in der Hoͤh!! von allem eiteln Wahn; dein Will, All⸗ liebender, geſcheh'! ſo rufen wir dich an. 40. Wo Einfalt ſich mit Zuverſicht an dein Wort glaͤubig haͤlt, da ſtrahlt ein unverfälſchtes Licht, und fuͤhrt uns durch die Welt. b 11. Der Geiſt der Wahrheit ſchwebt herab im reinſten Himmelsglanz, und zeigt uns, uͤber Tod und Grab des Pilgers Siegeskranz. — Mel. Wer nur den lieben Gott läßt ꝛc. 664. Es eilt der letzte von den Ta⸗ gen,. du hier lebſt, o Menſch! her⸗ — erkauf die Zeit, und ſtatt zu kla⸗ b gen, Bildung für die Ewigkeit. 1057 (ſlen, ſie ſey zu kurz, gebrauch' ſie treu. dom Himm. Nimm mit erkenntlichem Gemuͤth der nſchenkinde nahen Stunde wahr; ſie flieht. aclich ſon. 2. Getaͤuſcht von Tand und Eitelkei⸗ t. man ten verfehlſt du deines Lebens Ziel, ver⸗ dlundenene ſchiebſt dein Heil auf ferne Zeiten, als haͤtteſt du der Zeit ſo viel. Wer kann Smm dir dafuͤr Buͤrge ſeyn, der naͤchſte Mor⸗ Seem gen ſey noch dein? 3. Einſt Ewigkeiten zu beſitzen, ſolllt ins, Van u du des kurzen Lebens Zeit, als deine in Wahm dm Saatzeit, weislich nuͤtzen, und thun, deh! ſo mint was dir der Herr gebeut. Er ruft dir emfalt ſich wi menſchenfreundlich zu:„Sieh, Eins t aläubig hät iſt noth!“ was ſaͤumeſt du? dtes bicht u 4. Drum eil' und rette deine Seele, It.. unnd denke nicht: ein andermal. Sey goſſt der ZSahr wacker, bet' und uͤberzaͤhle der Men⸗ — een Himnt ſchentage kleine Zahl. Sey fromm und ahaen id ade wandle vor dem Herrn, waͤr auch dein der Lo m Ende noch ſo ferirn! estranz. 5. Mit jedem neu geſchenkten Mor⸗ — gen erwecke dich zu dieſer Pflicht; ſprich: n ſ 148 5476 Dir, o GottV! iſt nichts verborgen, ich bin vor deinem Angeſicht, und will, dilt de lan mich deiner Huld zu freun, mein Leben dier küſt, 1n deinem Dienſte weinä. Se 1 Pxxr 6. Er⸗ io aim. Wohl mir! 1058 Bildung fuͤr die Ewigkeit. 6. Erleucht' und ſtaͤrke meine Seele, weil ohne dich ſie nichts vermag. Du goͤnnſt, daß ich mein Heil erwaͤhle, aus Gnaden mir noch dieſen Tag. Was iſt nicht eine Stunde werth, die deine Lang⸗ muth mir gewaͤhrt! 81 wenn ich aus allen Kraͤften nach Gottes Reiche hier ge⸗ ſtrebt, in Gott gefaͤlligen Geſchaͤften die Pilgertage durchgelebt, und einſt im Glauben ſagen kann: Du nimmſt mich, 8. Mein ſprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmſt du, Herzenskuͤndiger! In deine treuen Vaterhaͤnde befehl' ich meinen Geiſt, o Herr! Er ſchwingt ſich uber Grab und Welt zu dir, wenn ſeine Huͤtte faͤllt. Heerr! zu Ehren an. Mel. Ach, Herr! mich armen ꝛe. 66 5. Beſtimme meinem Pfade, Herr! wie du willſt, ſein Ziel; du ſchenkeſt dei⸗ ner Gnade auf kurzem Weg auch viel; du, Vater! gabſt das Leben, und dein Riath weiß es wohl, was er dem Kinde geben, wie lang es leben ſol. . Im e Bildung fuͤr die Ewigkeit. 1059 ich men m 2. Im hellen Sonnenglanze, im ſanf noch een Morgenlicht, im bunten Bluͤthen tundeehf kranze, den uns der Fruͤhling flicht, im erthed goldnen Fruchtgefilde und in des Win- wuhttt muf ters Ruh, ſprichſt du mit Vatermil de den ht den Menſchen freundlich zu. e Gottes ae. 3. Wer uberall dich findet, d u, Hoͤch⸗ Gott gefällan ſter! groß und gut, auf dich ſein Hof⸗ nrchgelet e fen gruͤndet, und ſeinen Troſt und Muth, Dun dem wurde mehr gegeben in engbeſchraͤnk. lteer Zeit, als auch das laͤngſte Leben demn undankbaren beut. inſt du, h. 4. Daß wir, vereint mit Andern, in Frieden, Hand in Hand, das Erden⸗ . thal durchwandern ins beßre Vaterland; 1e Her E daß Recht und Lieb' und Treue, in nd Welt zudi aller Freud' und Noth, uns fuͤr den Himmel weihe, das, Herr! iſt dein aoter deine Stünme höret, aff 5. Wer deine Stimme hoͤret, au 39 den a deine Weisheit traut, ſtets, wie uns dunme meine Jeſus lehret, hinauf zum Himmel ſan Jiel un ſchaut, und nach des Geiſtes Frieden auf kurzm 3 mit regem Eifer ſtrebt, wohl dem! der ſſ hat hienieden ſtets lang genug gelebt. voh uee 6 un kunft 9 fehne Mnge pil de i nicht aͤngſtli ehn und nicht mi u sen Err2 ban⸗ 1060 Bildung fuͤr die Ewigkeit. bangen Sorgen hinaus ins Weite ſehn; bis ſich die Augen ſchließen, das Gute freudig thun, das Gute froh genießen, und dir ergeben ruhn. 7. Du laͤſſeſt jetzt mich leben; ich fuͤlle dieſen Tag mit dir geweihtem Streben, ſo folgt ihm Friede nach. Der Tag kommt nimmer wieder; ich will mich heute freun, und was euch nuͤtzet, Bruͤder! in treuer Kraft euch weihn. 8. Der du die Sterne fuͤhreſt am Himmel auf und ab, auch meinen Lauf regiereſt du, Vater! bis ins Grab; du ſchenkeſt Gnad' auf Gnade, du rufſt zur beſſern Welt. O ſetze meinem Pfade ſein Ziel, wie dir's gefaͤllt. Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 19 666. 2 u gabſt mir, Ew ger! dieſes Leben nicht fuͤr den Augenblick der Zeit. Das Leben, das du mir gegeben, gabſt du mir fuͤr die Ewigkeit. Hier ſoll ich treu den Samen ſtreun; der Ernte werd ich dort mich freun. 2. Du — Bildung fuͤr die Ewigkeit. 1061 2. Du ſchenkteſt mir Verſtand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorſchrift zu erfuͤl⸗ len, und eine Richtſchnur meiner Pflicht: in der Tugend inneres Gefuͤhl und Freiheit, in za wie ich waͤhlen will.. Kn he 3. Du ſchmuͤckteſt durch dein maͤchtig: Werde! mit Wohlgeſtalt mein irdiſch Haus, du goſſeſt uͤber dieſe Erde die Wunder aller Schoͤnheit aus. Und daß ich ſie empfinden kann, ſchufſt du mir ſeine Sinne an. 4A. Und dennoch laͤſſeſt du mich wiſſen, Gna daß dies mein irdiſch Haus zerbricht. ſs h Ich ſoll zwar dieſer Welt genießen, doch dirs arfalt. als genoß ich ihrer nicht. Ich ſoll der drs gefalt. Sinnen Luͤſte fliehn, wenn ſie mich zu . der Erde ziehn. 5. Der Freude ſoll ich oft nicht ach⸗ dan, de e ten, wie ſehr ſie auch die Sinne reizt; nach Wolluſt, Ehr' und Gold nicht d, e trachten, wornach der Sinnenmenſch im nur geizt; nicht fliehen, was die Nei⸗ d' au 3 gung ſcheut, wenn meine Pflicht es mir gebeut. 6. Die Pruͤfung, Gott! ſey nicht vergebens; gib, daß ich immer dir ge⸗ b treu, 1062 0: Bildung für die Ewigkeit.— treu, in der Gemeinſchaft jenes Lebens mit dir zu wohnen, wuͤrdig ſey! und, frei vom Tand der Eitelkeit, reif werde daß ich hier geheiligt werde, ſoll ich aufs Unſichtbare ſchaun, dem Reiz der Luͤſte widerſtehn, und ſtets auf deinen Wegen gennä. 8. Wohl mir! wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu ſeyn, und dieſe kurzen Pruͤfungs⸗ tage Gott und der Tugend ganz zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad er mich zum beſſern Leben verliert, . 8 — 9. Wohl mir! wenn ich den Hang zur Suͤnde, die Luſt des Fleiſches und der Welt, und jede Lockung uͤberwinde, die noch mein Herz gefeſſelt haͤlt; und wenn ich, o welch ein Gewinn! hier Sieger, dort gekroͤnet taunu. 10. O. Gott! gib deines Geiſtes Staͤrke, der du in Schwachen maͤchtig biſt, dem, der zu dieſem großen Werke erſene an chwade derſenh a,t „Denn du willſt eine neue Erde und einen neuen Himmel baun; und, ha. ABildung fuͤr die Ewigkeit 1055 de deitn lehr⸗ ſnich, die Eitelkeit verſchmaͤhn, und an Eitelta ſtets nach meinem Ziele ecieiehnn. 11.. Laß oft mich in geſunden Tagen du dilſt em an mein Grab mir in Gedanken baun, und n Hiumn bei des Lebens Freud und Plagen auf gehaligt ae dich und aufs Zukuͤnft ge ſchaun; damit are ſcham, ins ich, meiner Pflicht getreu, des hoͤhern hn, und 8* Lebens faͤhig ſey.. MReel. Jeſus, meine Zuverſicht ne d d in 667. Pilger ſind wir, wallen hier, 7 der dana Gottes Stadt! nach deinen Huͤtten; nie mein NM ſchmal der Weg, und eng die Thuͤr, mich zum ch Stein und Dorn auf allen Schritten. ſgerne ſtrahlt der Heimath Licht, doch nir! wenn ich wer weicht, erreicht ſie nicht. die Euſt des i 2. Manchen ſeh ich vor mir her nach d jede Lochne des Zieles Kronen eilen. Warum Herz geftſttt. ſaͤum' ich? Iſt's auch ſchwer, wie nur Nan hun koͤnnt ich hier verweilen? Strahlt doch fern' des Himmels Pracht; hier iſt — 3 dunkle/ oͤde Nacht. 3. Nein, ich will zum Vaterland, nan zu der Ruh' der Heimath dringen. Die hier Weh und Schmerz umwand, ſtehn 1064 Bilddung für die Ewigkeit. ſtehn am Throne jetzt und ſingen: nim⸗ mer werth ſey Erdenleid ihrer großen Herrlichkeitt. b 4. Bin ich etwa Suͤnder nur? und nicht auch mit Gott verbunden? Wall ich nicht auf deſſen Spur, der die Welt hat uͤberwunden? Wie kann Kleinmuth mich entweihn? Wo er iſt, da ſoll ich ſeyn. 5. Er, der mir ein ewig Theil, das kein Auge ſah, bereitet, hat nur zu gewiſſerm Heil mich den rauhen Weg geleitet. Glaubensvoll ſchreit' ich vor⸗ an, Jeſus ebnet mir die Bahn. 6. Wall ich weiter nur voran, wer⸗ den Roſen um mich ſprießen, und am Ziele meiner Bahn wird die Pforte ſich erſchließen. Und, nach treuͦ voll⸗ brachtem Lauf, nimmt die Gottesſtadt mich auf. III. Von Liebe uͤberhaupt. 1065 8 III. Von der chriſtlichen Naͤchſtenliebe d Su und ihren Erweiſungen. 1 en 1. Menſchenfreundliche Geſinnungen. Lie bie überhaupt. ein n ne ee, len Menſchen, und auch mln mir, hat der Herr dies vorgeſchrieben: en hd 4 Euern Naͤchſten ſollt ihr hier, wie mich dem euch ſelbſt, von Herzen lieben! Hoͤrt densvollſchi das heilige Gebot: Wer die Bruͤder kwir dieBi liebt, liebt Gott! weiter nur 2. Wir ſind Buͤrger Einer Welt, wich ſoriet Kinder Eines Vaters, Bruͤder, die er Bahn wird huldreich All erhaͤlt, Alle eines Leibes Und, mo Glieder, die ſein weiſer Allmachtsruf mmt die Alle) ſich zu lieben ſchuf. 3. Eine ſterbliche Natur hat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir nur in dieſer Welt redlich thun, was ihm gefaͤllt* — 4. Und wir ſollten uns entzwei'n? lieblos uns einander haſſen? uns zu unſrer eignen Pein, Stolz und Neid ₰ be⸗ 106 nicht von der Menſchenliebe Liebe uberhaupt. beherrſchen laſſen? Wer kein Freung ater Menſch, 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher als Andre haben, Anſehn, Reichthum, höoͤher Stand, Leibeskraͤfte, Geiſtesgaben, alles dies befreie uns icht. 6. Selbſt der Gaben Unterſchied dient zum allgemeinen Beſten, wenn nur jeder ſich bemuͤht, von dem Kleinſten bis zum Groͤßten, Andern, und nicht 34 allein, nuͤtzlich, wie er kann, zu 7. Darum gib uns, Gott! ein Herz, das von Menſchenliebe brennet, auch in Armuth, Noth und Schmerz, ſeinen Naͤchſten nicht verkennet, nie voll eitlen Wahrns vergißt, daß er unſer Bruder iſt. 8. Laß dem großen Menſchenfreund, laß uns Jeſu aͤhnlich werden, daß wir einſt mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, ewig moͤgen bei ihm ſeyn, und uns ſeiner Liebe freun! — — „. 1 4 3 5„„ 4 1 6 ken gr Rin. Mir nach ſrict Ceinus.. b 669. So Jemand ſpricht: ich liebe 4 Andre han Gott! und haßt doch ſeine Bruͤder, der her Stan zi kreibt mit Gottes Wahrheit Spott, les d s und handelt ganz darwider. Gott iſt Menſchenn die Lieb' und will, daß ich den Naͤchſten liebe, gleich als nih. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, emeinen di ſind Eines Leibes Glieder. Drum diene bonie deinem Naͤchſten gern; denn wir ſind dan Alle Bruͤder. Gott ſchuf die Welt nicht neß blos für mich; mein Naͤchſter iſt ſein Kind wie ich. ühnüch s Schuld, du, Herr von meinen Tagen! ſeiner iießs dem du vergiebſt, und den 5. Was ich den Frommen hier ge-. than, nicht lieben, =/ Liebe überhaupt. 10660 1068 Liebe uͤherhaupt. than, den Kleinſten auch von dieſen, das ſiehſt du, mein Erloͤſer! an, als haͤtt' ich's dir erwieſen. Und ich, ich ſollt ein Menſch noch ſeyn, und dich in Bruͤdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird uͤber den ergehen, der nicht barmherzig iſt, der nicht die rettet die ihn flehen; drum gib mir, Gott! auch deinen Geiſt, ein Herz, das dich durch Liebe preiſt. „ 8 Mel. Chriſtus, der uns ſelig zc. 670. Heilig, heilig iſt das Band, das die Menſchen bindet, iſt geknuͤpft von deſſen Hand, der die Welt gegruͤn⸗ det; iſt geknuͤpft zur Freude mir, wo ich immer walle, Einen Schoͤpfer haben wir, Einen Vater Alle. 2. Unſer Vater, der uns Brod und Geſundheit giebet, der in Gluͤck und in der Noth uns als Vater liebet, blickt nicht nur mit Guͤtigkeit auf der Fuͤrſten Thronen, ſegnet die auch und erfreut, die in Huͤtten wohnen. 3. Menſchen, wie und wo ſie ſind, alle ſind ſie Bruͤder, und Gott ſieht d 3 Bildung fuͤr die Ewigkeit. 1069 nein 8n als auf ſein Kind, ſtets auf Jeden nieder. ervieſen 8 O wie koͤnnt ich ihn mit Luſt meinen 4 di Vater nennen, fuͤhlt ich nicht in meiner Bruſt Menſchenliebe brennen? 4. Fuͤhle darum tief, o Herz! and⸗ rer Menſchen Leiden, lindre willig frem⸗ den Schmerz, freu' dich fremder Freu⸗ Ae ke den den! Gluͤcklich, oder elend, ihr ſeyd mir Gott ugi alle Bruͤder. Nur noch theurer ſeyd ihr dich da mir, druͤckt euch Leiden nieder. — 5. Liebreich will ich, wenn ich kann, „ es euch helfen tragen, und kann ich es n, z mit nicht, o dann, euch ein Troſtwort ſagen; ig, heilg it dann ſollt ihr an meiner Bruſt euern chen bindt Gram verweinen, bis die Sonne neue ad, der de Lüſt euch ins Herz wird ſcheinen. oft zur iun 6. O gewiß, dann werdet ihr froh den pft zur zra Vater preiſen, und an Leidenden mit mir e Eneeh gern euch mild beweiſen, und, o ſuͤßer Jater All. Troſt! auch mich werdet ihr erquicken, dater de wenn die Freude mir entwich, und mich ſt wd ſs bet, dr ut Sorgen druͤcken. als Date — Theit⸗ 011070 Theilnahme ohne Neid und Schadenfreude. Theilnahme ohne Neid und Schaden⸗ arn n e Rel. Ich dank dir ſchon ꝛe. 6 6 1. Auuebender! du ſchufſt mein Herz, bei meines Naͤchſten Freuden mich u mit zu freun, und fuͤhlt er Schmerz, auch gern mit ihm zu leiden. 2. O laß mich dieſe heil ge Pflicht nie aus den Augen ſetzen, und, wär's auch der Geringſte, nicht gering ſein Wohlſeyn 8 ſchaͤzen... 3. Nie reize mich ein fremdes Gluͤck ur Mißgunſt und zum Neide; nie And⸗ 4 Freude. 111 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, „ Gott! mein eignes finden, und wenn ich kann auch, wie ich ſoll, gern ihre Wohlfahrt gruͤnden. 5. Laß mich auch ſelber meinem Feind des Mitleids Thraͤne weihen; wenn er in ſeinem Ungluͤck weint, ihn gern mit Huͤlf erfreuen. 6. Gott! welch ein ſeliger Gewinn iſt dann ſchon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne aͤhnlich werden 11 b 7. ein r widriges Geſchick zur ſchadenfrohen ie. ge 1 3 Theilnahme ohne Neid und Schadeufreude. 1071 ins Kaſ. 7. Dein Beifall iſt mir dann w 6 und unter deinem Segen, geh ich, V Wort verſpricht! mir des froh jener Wen b 1 entgegen.. 8. Da wirſt du dann, mein Vater! ma mir das Gluͤck des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von n hire in deinem 4 3 1 Nche er Mel. Freu⸗ dich ſche 5 meine: c. ma enn 672. Solt⸗ l'ich den beneiden koͤnnen, und zum Na den Gott mehr, als mich begluͤckt? Sollt' Geſchick unſ ich ihm das Leiden goͤnnen, das ihn kraͤnkt und niederdruͤckt? Sollt' ich je ſo grau⸗ rumer u ſam ſeyn, ſeines Unglucks mich zu freun? Unns Feant haͤmiſch ſeine Noth vermehren, und ſein „ e Gluͤck Aaus Mißgunſt ſtoͤren? 2. Immer will ich ſtill erwaͤgen, daß unden. 3 wir Alle Bruͤder ſind. Auch mein Naͤch⸗ ˖auch üan ſter fleht um Segen, und auch er iſt Got⸗ Drane wem tes Kind. Gott vertheilt, wie's ihm ge⸗ f weut I faͤllt, ſeine Gaben in der Welt, und wird einem Jeden geben, was er nothig hat dch it zum Leben. nafenn 3. Keiner hat ein Recht zu fra⸗ 1072 Theilnahme ohne Neid und Schadenfreude. Herr der Welt, was macheſt du? Mur⸗ ren und aus Mißgunſt klagen, ziehet ſchwere Schuld uns zu. Gab er wenig, oder viel, unſer Wohl iſt ſtets ſein Ziel. Suͤnde waͤr' es darauf denken, ſeine Liebe zu beſchraͤnken. 65 4. Gut in meines Naͤchſten Haͤnden, dienet oft zu groͤßerm Heil; um es ed⸗ ler zu verwenden, ward's nur ihm, nicht mir, zu Theil. Aber wenn er ſorglos iſt, und des Menſchenwohls vergißt, o dann wird ſein Gluͤck auf Erden ihm des Leidens Quelle werden. 3 5. Einſt entfliehen Gluͤck und Freu⸗ den; auch der Reiche ſtirbt dahin. Gott, wie koͤnnt ich ihn beneiden, wenn ich fromm und heiter bin! Nein, mit Froh⸗ lichen mich freun, Traurigen mein Mit⸗ leid weihn, Gluͤck befoͤrdern, Leiden ſtil⸗ len, will ich ſtets nach deinem Willen. V 6. Schenke mir, o Gott der Liebe! Liebe gegen Jedermann, daß ich ſtets aus reinem Triebe fremden Gluͤcks mich freuen kann! Hilf mir, daß ich mit⸗ leidsvoll fremde Leiden, wie ich ſoll, ſorgſam mir zu Herzen ziehe, und zu lindern mich bemuͤhe! Mel. Theilnahme ohne Neid und Schadenfreude. 1073 Mel. Ich dank' dir ſchon ie. ing 673. Wer Menſchen, ſeine Bruͤder, liebt, der freut ſich ihrer Freuden; und wenn ein Unfall ſie betruͤbt, ſo theilt er ihre Leiden. 2. Sein edles, liebevolles Herz iſt fern von allem Neide, und fuͤhlet nie be ſwamden Schmerz die Regung wilder reude. 3. Er wird, ſuch ihn auch mancher Feind durch Haß und Spott zu kraͤnken, dem Feinde, der im Ungluͤck weint, des Mitleids Thraͤne ſchenken. 4. Voll Menſchlichkeit wird er ſich freun, des Naͤchſten Wohl zu mehren, gern in der Noth ſein Beiſtand ſeyn, gern ſeinem Kummer wehren. 5. Wird, wenn er's kann, ſelbſt And⸗ rer Gluͤck mit frohem Eifer gruͤnden, und immer mit zufriednem Blick darin das ſeine finden. im 6. Gott! laß mich, deiner werth zu ſeyn, ſo meine Bruͤder lieben; gern Leiden mildern, gern erfreun, und nie ein Herz betruͤben. b 7. Dann werd' ich immer, Herr! 1074 Wohlwollen ohne Eigennutz. vor dir, froh und zufrieden leben, und du wirſt guter Vater! mir des Himmels Erbtheil geben. Wohlwollen ohne Eigennutz, Mel. Nun ruhen alle Waͤlder te. 674. Herr! ſegne mein Beſtreben, nicht blos fuͤr mich zu leben, auch Men⸗ ſchenfreund zu ſeyn, und Andern willig nuͤtzen, des Gluͤcks, das ſie beſitzen, mich, wie des Meinigen, zu freun. 2. Nie laß bei Andrer Klagen, mich, denn dafuͤr? Nein, reine Menſchenliebe, frei von der Lohnſucht Triebe, Allguͤ⸗ tiger! verleihe mir. 1 3. Bei meinen guten Werken, laß ſtets mich darauf merken, ob Stolz und Prahlerei, ob Luſt, die zu beſchaͤmen, die Gutes von mir nehmen, nicht mei⸗ nes Wohlthuns Quelle ſey. 4. Wenn ich des Dankes Zaͤhre fuͤr me mein Herz des Wohlthuns muͤde wer⸗ eh' ich helfe, fragen: Was wird mit Wohlthun auch entbehre, ſo laß doch mit Seligkeit. verkuͤndet dein Wort mir, Herr! Ihn findet mein Geiſt einſt in der Ewigkeit. Wohlwollen ohne Eigennutz. 1075 werden; ja ſelbſt auch mit Beſchwerden vermindre gern es fremden Schmerz. 5. Es liebe nicht nur Freunde; es ſorge ſelbſt fuͤr Feinde, voll Großmuth und Geduld. Du hilfſt ja in Gefahren, o Gott! auch Undankbaren, ſebſt Boͤſe ſegnet deine Huld. 6. Laß mich dir aͤhnlich werden; dann lohnt mein Herz auf Erden mich ſchon Noch groͤßern Lohn Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 675. Theuer wie mein eignes Leben, guͤter Nam’ und Eigenthum, ſey mir meines Naͤchſten Leben, ſeine Habe und ſein Ruhm, alles was ihm, Gott! dein Rath gab und noch beſchieden hat. zu2. Hilf mir, daß ich frei vom Neide, und vom Eigennutze rein, ſeines Segens, ſeiner Freude, ſeines Ruhms mich moͤge freun; froh, daß du auch, Gott, ihn liebſt, ihm ſo mild und reichlich giebſt. 3. Hilf mir alle Menſchen lieben, Jedermann gern gluͤcklich ſehn, Keinen Yyy 2 kraͤn⸗ ——————ſſſſ⁄⁄ 1076 Demuͤthige Werthſchaͤtzung. b kraͤnken und betruͤben, Keinen druͤcken, Keinen ſchmaͤhn; Troͤſter, Fuͤhrer, ‚Helfer ſeyn, Jeden, wo ich kann, er⸗ freun. nnt Demuͤthige Werthſchaͤtzung. en Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 676. Von dir in dieſe Welt geru⸗ ufen, ſtehn, Vater! alle Menſchen hier, auf hoͤhern und auf niedern Stufen, und was ſie haben kommt von dir. Sie gleichen ſich nicht an Geſtalt, auch nicht an Kraͤften und Gewalt. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben; denn du allein, o Vater! giebſt Dem dieſe, Jenem andre Gaben, weil du als Vater Alle liebſt. Sie Alle ſollen gluͤcklich ſeyn, und Einer ſich des Andern freun. 3. Begluͤcken und auch gluͤcklich wer⸗ den, iſt Aller Ruf, iſt Aller Loos. Nur darum, Gott! iſt Der auf Erden gering und arm, Der reich und groß. Der hat mehr Kraft, Der mehr Ver⸗ ſtand, und Jener braucht, was Der erfand. 4. Wer 6 Führer in ſer⸗ N „ 3 1 un hier t 1ng 4½ 4 t geru ſm Demuͤthige Werthſchaͤtzung. 1077 4. Wer hat mich Andern vergezogen? wer wieder andre Menſchen mir? Du, Herr! durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. 5. O laß in meinem ganzen Leben mich meines Gluͤcks und Vorzugs nicht, zur Kraͤnkung Andrer, uͤberheben, nein, ehren ſtets der Demuth Pflicht; nicht blos auf meinen Vorzug ſehn, nicht Andrer Gaben ſtolz verſchmaähn. 6. Ja, meine Bruͤder will ich ehren, wie arm, wie niedrig ſie auch ſeyn. Sie koͤnnen meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne ſie nicht freun. Nimmt Keiner meines Gluͤcks ſich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann! ꝙ. 7. Was ziert das Alter, wie die Jugend? Was gibt dem Stande ſeinen Werth? Nur ſtille, nur beſcheidne Tu⸗ gend, die niemals eiteln Glanz begehrt. Ja, Demuth und Beſcheidenheit, iſt unſre wahre Herrlichkeit. 8. Gib, Herr! zu allen deinen Gaben, auch dieſe: laß, vom Stolze rein, uns redlich brauchen, was wir haben, um —õ 1078 Vertrauen ohne Argwohn. uns einander zu erfreun! Dann werden wir in deinem Reich an Seligkeit ein⸗ ander gleich. Vertrauen ohne Argwohn. Mel. Schwing dich auf ꝛc. 677. Dual des Argwohns! ſollteſt du mir die Seele truͤben? Sollt ich mit Verluſt der Ruh', meinen Scharfſinn uͤben? Hieß doch Jeden das Geſchick, Schweres g'nug ſchon tragen, und ich ſtoͤrte noch mein Gluͤck durch vermeinte plagen? fahne 2. Weh dem, der des Argtwohns Qual muß im Innern dulden! Weſche Pein iſt's, uͤberall nichts ſehn, als Ver⸗ ſchulden! Sorge, Schwermuth, Aengſt⸗ lichkeit, draͤngen dann durchs Leben. Was kann Ruh' und Heiterkeit da dem Geiſte geben? 3. Ach! wohl drohen hier und dort unſrer Ruh' Gefahren; wer mag Blick und Ton und Wort immer aͤngſtlich wahren? Laß, o Gott! dann bald den Schmerz Gerechtigkeit. 1079 Schmerz des Verdachts ermuͤden; heile du das wunde Herz, gib ihm Lieb' und Frieden! 3 2. Erweiſung der chriſtlichen Naͤchſtenliebe. Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir te. 8 78. Da liebſt, o Gott! Gerechtig⸗ keit. Nie kann, wer dieſe Pflicht ent⸗ weiht, dir wohlgefaͤllig leben. Einſt wirſt du den verdienten Lohn fuͤr unge⸗ rechten Druck und Hohn dem ſtolzen Frevlex geben. 3n 562. Gerechter Gott! laß deinen Geiſt zu dem, was recht und billig heißt, ſtets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus ſchnoͤder Habſucht, um Gewinn, des Naͤchſten Recht zu kraͤnken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Bruſt, und laß mich ſtets mit wahrer Luſt der Liebe Pflichten uͤben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha⸗— en *——————————ſſſ⁄⁄ 100 Gerechtigkeit. den ſucht und Andte kraͤnkt, kannſt du, o Gott! nicht lieben. e 4. Nie ſeufze Jemand uͤber mich! Hilf, o gerechter Gott! daß ich dem Naͤchſten redlich gebe, was er mit Recht verlangen kann, auch billig gegen Je⸗ dermann zu handeln mich beſtrebe. 5. Laß mich beſtaͤndig dahin ſehn, mit Jeglichem ſo umzugehn, wie ich's von ihm begehre, damit ich keines Men⸗ ſchen Herz durch meine Haͤrte je mit Schmerz und Kuͤmmerniß beſchwere. 6. Herr! mit dem Maaß, womit ich hier dem Naͤchſten meſſe, wirſt du mir dereinſt auch wieder meſſen. Dies fuͤhre mich zur Billigkeit, und laſſe mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht ver⸗ geſſen! Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 679. Auer meiner Bruͤder Rechte ſollen, Gott! mir heilig ſeyn! Wenn ich ſie zu kraͤnken daͤchte, ihres Kummers mich zu freun, uͤber ſie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann velecf i midu, uihl ch dem Gerechtigkeit. 1081 ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen 2. Köonnt ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigenſinn, oder Neid und Geiz verſagen, was ich ihnen ſchul⸗ dig bin; koͤnnt ich, ohne Treu' und Glauben, Andern Gut und Ehre rau⸗ ben: welchen Haß verdient ich nicht! welch ein ſchreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht haſſen, Recht erzeigen Jedermann; Jedem ge⸗ ben, Jedem laſſen, was er hat und for⸗ dern kann. Lieber will ich Unrecht lei⸗ den als begehen, und mit Freuden lieber arm und niedrig ſeyn, als mich eines Unrechts freun. 4. Nein, ich will gerecht und billig ſelbſt auch gegen Feinde ſeyn, Keinen druͤcken, lieber willig dem Beleidiger verzeihn. Hab' ich Macht; ich will ſie nuͤtzen, die Bedraͤngten zu beſchuͤtzen; eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen huͤlf⸗ reich beizuſtehn. 5. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, ſchonend, liebreich handeln, aͤhnlich Je⸗ ſu, meinem Herrn. Denn du, Nichtar aller ——————— 1082 Aufrichtigkeit. aller Welten! wirſt mir alles einſt ver⸗ gelten, was ich meinen Bruͤdern that, wenn ſich dein Gericht mir naht. Aufrichtigkeit. Mel. Ach, Herr! mich armen ꝛc. 680. Wohl dem! der richtig wan⸗ delt, der als ein Wahrheitsfreund ſtets denket, ſpricht und handelt, und das iſt, was er ſcheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falſchheit uͤbet, ſich un⸗ befleckt erhaͤlt. 311 5 9760 2. Wer nicht das Recht verletzet, wer ſich an jedem Ort dies ſtets vor Augen ſetzet: Gott merkt auf jedes Wort; den wirſt du, Gott! erhoͤhen, wenn in der Wabhrheit Licht beſchaͤmt, die Falſchen ſtehen, geſchreckt durch dein Gericht. 3. O Herr! laß alles Luͤgen ſtets ferne von mir ſeyn; mich nie den Naͤchſten truͤgen mit gleißneriſchem Schein! Er⸗ inn're mein Gewiſſen, du haſſeſt Heuche⸗ lei, damit ich ſtets befliſſen der Treu' und Wahrheit ſey. 4. Laß Aufrichtigkeit. 1083 4. Laß niemals mich verſprechen, was ich nicht halten kann; Zuſagen niemals brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Bei⸗ ſpiels Macht, als Wahrheit auszubrei⸗ ten, was Schmaͤhſucht hat erdacht. 5. Doch laß zu allen Zeiten auch dei⸗ ner Wahrheit Licht, Herr! meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klug⸗ heit uͤb', und wiſſe, wann ich fuͤr And⸗ rer Wohl und fuͤr mich reden muͤſſe, und wann ich ſchweigen ſoll. 816. Wenn jemals, mich zu druͤcken, des Feindes Rath gelingt; wenn er durch boͤſe Tuͤcken in Leid und Noth mich bringt; ſo ſtaͤrke meine Seele, daß ſie nicht unter⸗ liegt, und Alles dir befehle, durch den die Unſchuld ſiegt. b 7. Ein Herz, voll Treu und Glau⸗ ben, das, Gott! zu dir ſich haͤlt, das ſoll mir Niemand rauben. So kann ich aus der Welt einſt mit der Hoffnung gehen, ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen ſehen, die reines Her⸗ zens ſind. 1084 Aufrichtigkeit. . Met. Ane Menſchen müſſen ſterben ꝛe. 681. Laß mich, Hoͤchſter! eifrig ſtre⸗ ben, ſtets der Wahrheit Freund zu ſeyn. Zu des Himmels Freudenleben gehen keine Luͤgner ein, und vor deinem An⸗ geſichte werden ſie beſchaͤmt zu nichte; denn vor dir ſind immerdar Aller Her⸗ zen offenbar. 2. Andern zu gefallen luͤgen, leeren Schwaͤtzern gleich zu ſeyn; heuchelnd Bruͤder zu betruͤgen, Herr! das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten. Redlich ſey des Herzens Grund; Wahr⸗ heit ſpreche ſtets der Mund. 3. Die der Falſchheit ſich ergeben, ha⸗ ben nicht an deinem Heil, nicht an je⸗ nem beſſern Leben, das du uns verheiſ⸗ ſen, Theil. Hier ſchon trifft verdiente Schande ſie bei Redlichen im Lande, denn ein jeder Menſchenfreund iſt der Falſchheit Raͤnken feind. 4. Schmaͤht mich, ohne mein Ver⸗ ſchulden, der Verlaͤumder Laͤſtermund, Herr! ſo laß mich's ſtill erdulden, einſt wird doch die Wahrheit kund. Darf ich 1 ja kereu helnd fale Aen Corten. I 5 1 4 and ſt d 7 9„ Redlichkeit und Treuc. 1085 ja nicht laͤnger ſchweigen, meine Un⸗ ſchuld zu bezeugen, ſo verleihe, daß da⸗ bei Herz und Mund voll Sanftmuth ſey. 5. Daß du, Gott! an jedem Orte Zeuge meines Wandels biſt; daß nicht eines meiner Worte deinem Ohr verbor⸗ gen iſt: dies ſey ſtets mir im Gemuͤthe, daß ich mich vor Luͤgen huͤte; denn du liebſt den Wahrheitsfreund, und biſt al⸗ ler Falſchheit feind. Redlichkeit und Treue. Mel. Schwing' dich auf zu deinem ec. 682. Raduchkeit, mit dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich ſeyn mit Herz und Mund, nach Gewiſſen han⸗ deln; ohne Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menſchenſcheu, ſie mit Strenge uͤben: 2. Dieſer ſchoͤnen Tugendpflicht ſey mein Herz ergeben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben; red⸗ lich, wenn die Welt mich ſieht, redlich, ohne Zeugen. Kann, was auch dem gen? Tag entflieht, Gott die Nacht verſchwei⸗ 3. Fin⸗ ——ÿ——————————̈⏑̈——:—ÿ ——ö—ö—öſſ⁄ 1086 Redlichkeit und Treue. 3. Finſterniß iſt ihm, wie Licht, Mit⸗ ternacht, wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verbor⸗ gen. Was ich denk und thu', erſpaͤht er im hellſten Lichte; und kein Luͤgen⸗ geiſt entgeht ſeinem Strafgerichte. 4. Meines Namens hoͤchſter Ruhm unter meinen Bruͤdern, und mein lieb⸗ ſtes Eigenthum ſey der Ruf des Viedern. Wer nach eiteln Schaͤtzen ringt, ringt nach Sorg' und Plage; aber Redlich⸗ keit nur bringt Freund' und frohe Tage. 5. Zwar ſucht mancher Boͤſewicht Redliche zu druͤcken, weil ihr Freimuth ſtraft und nicht ſchweigt zu ſeinen Tuͤk⸗ ken; aber dieſes ruͤckt ſie nie aus der Wahrheit Wegen; ihnen wird, das wiſ⸗ ſen ſie, dennoch Gottes Segen. 9 6. Ich will redlich ſeyn, bis ich hier vollendet habe; gute Menſchen ſegnen mich dann noch einſt im Grabe. In ihr Herz geſchrieben bleibt meine Tugend immer; und wenn auch mein Leib zer⸗ ſtaͤubt, ſtirbt mein Name nimmer. 2— Mhal b Redlichkeit und Treue. 1087 Mel. Es iſt gewißlich an der ꝛe. 683. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Bruͤder! Was unſre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Redlichkeit bluͤht ewig ſchoͤn; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, von Licht und Recht geleitet. 1 2. O, was ſind Schaͤtze, was iſt Geld? und waͤren’s Millionen. Was ſind die Reiche dieſer Welt? was aller Herrſcher Kronen? Wer gaͤbe fuͤr der Welt Ge⸗ winn des Herzens innern Frieden hin? Hinweg mit Trug und Luͤgen! 63. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als haͤtt' es Fluͤgel! Ein enger Sarg, ein Todtenkleid, des Grabes ſtil⸗ ler Huͤgel, iſt hier des Menſchen letztes Loos. Fuͤrwahr, drum iſt der Menſch zu groß, fuͤr Weltgewinn zu luͤgen. 4. Wir ſind nicht blos fuͤr dieſe Zeit Gefaͤhrten, Freund' und Bruͤder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lutxne 5. Es jedes Reich der Erde; die Treue ſchuͤtze jedes Land, und wohn' am Thron und Heerde! O Menſchen, Bruͤder, brechet nicht, was Mund und Hand und Schwur verſpricht! Hinweg mit Trug und Luͤgen! 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, zum Himmel blicket, Bruͤder! Im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn, leit uns zum ſchoͤnen Ziel hinan, und fern ſey Luͤg' und Laſter! Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Seelenheil. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 684. Laß, o Jeſu! mich empfinden, welche Seligkeit es iſt, daß du mich von Wahn und Suͤnden zu befrein erſchie⸗ nen biſt, und daß du mit Huld und Gnade, auf des Lebens dunklem Pfade die Gefahr mir offenbarſt, treu mich warneſt und bewahrſt! 2. Laß michs fuͤhlen, welch ein Segen mes fuͤr meine Seele ſey, wenn ich * 3 au 12 1088 Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Seelenheil. ¹ 5. Es winde ſich der Treue Band um npfinden mich wm Ferſchie duld und Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Seelenheil. 1089 auf Gottes Wegen immer folgſam bin und treu; wenn ich meinen Schoͤpfer lieben, und, von deinem Geiſt getrieben, immer froher hoffen kann: mich nimmt Gott mit Ehren an. 3. Doch, wie koͤnnt' ich dies empfin⸗ den, und doch fuͤhllos Menſchen ſehn, die bethoͤrt vom Reiz der Suͤnden, Wege des Verderbens gehn, und nicht rufen, daß ſie's hoͤren: Eilet, Bruͤder, umzu⸗ kehren; nuͤtzt zur Beſſerung die Zeit; ringet nach der Seligkeit! 4. Auch fuͤr meiner Bruͤder Seelen, nicht fuͤr meine Seel' allein, ſoll ich ſor⸗ gen; wenn ſie fehlen, gern ihr treuer Fuͤhrer ſeyn. Wenn ſie ſuͤndigen und ſterben, und ich rief nicht vom Verder⸗ ben, wo ich konnte, ſie zu dir, forderſt du ſie, Herr! von mir. 5. Von des Irrthums Finſterniſſen ſelbſt errettet, will auch ich warnen, ruͤhren das Gewiſſen deſſen, der vom Guten wich; will ihm zeigen, was ihn blende, daß ſein Herz zu dir ſich wende, ihn ermuntern, dir allein, nicht der Suͤnde, ſich zu weihn. 6. Hilf, daß ich ihn moͤg erweichen, 3z uund ——— 1090 Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Seelenheil. und wenn meine Bitten nicht bis zu ſeinem Herzen reichen, ſey mein Bei⸗ ſpiel ihm ein Licht; daß an mir er ſehen moͤge, wie der Tugend richt'ge Wege Jedem, der ſie lieb gewinnt, lauter Heil und Segen ſind. 7. Laß ihn ſehn an meinen Freuden, wie begluͤckt der Fromme ſey, wie ſo heiter, auch im Leiden, wie getroſt und ſorgenfrei; daß er ſich der Luſt der Erde noch entreiß' und heilig werde! Selig, ſelig iſt ein Chriſt, der des Naͤchſten Retter iſt! 4 Mel. Vater unſer im Himmelreich ec. 685. Von dir, der meine Freuden ſchuf, iſt auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nuͤtz⸗ lich in der Welt zu ſeyn. Wer dieſe große Pflicht nicht ehrt, der iſt auch keiner Freude werth. 2. Es war, o Vater! deine Hand, die mit den Menſchen mich verband. Ich ſollte redlich mich bemuͤhn, auch ſie zum Guten hinzuziehn; ſtrahlt ihnen ͤͤ mei⸗ Seelenei bis zu in Bi. er ſehen e Wan ter He freuden, wie ſo oſt und 36 elig ſin . 8 5 G Freude ruf, in nd nuͤt ſe großs keiner Hand erband. auch ſt ihnal e Liebevolle Sorge fuͤr des Nächſten Seelenheil. 1091 meines Beiſpiels Licht, ſo fehlt mir dei⸗ ne Liebe nichM. 3. Ja, groß iſt jedes Beiſpiels Macht. O wuͤrd' es ſtets von uns bedacht, wie viel im Stillen um ſich her es wirkt, und taͤglich mehr und mehr, die ſchwaͤ⸗ chern Herzen, die es ruͤhrt, zu Tugend oder Laſtern fuͤhrt! 4. O wehe dem, der ſorglos bleibt, und kuͤhn des Laſters Werke treibt, den nie der Blick der Unſchuld ſchreckt, und aus des Laſters Taumel weckt, der ſelbſt die Schwachen gern beruͤckt, und liſtig in ſein Netz verſtrickt! 5. Wie troſtlos wird er einſt ſich ſehn, wenn um ihn die Verfuͤhrten ſtehn, und wenn nun Jeder laut ihm flucht, ihm ſeine Qual zu mehren ſucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann ſein frecher Geiſt verzagt! 6. Fern ſey ſo ſchwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob' es dir: mein Beiſpiel reize jederzeit zur Tugend nur und Froͤmmigkeit! Gib ſelbſt, o Gott! gib mir die Kraft, zu dem, was Heil und Gutes ſchaff! 893 3z2 1092 Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Leben ꝛc. Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Leben und Geſundheit. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ꝛe. 686. Heilig ſey des Menſchen Le⸗ ben, heilig jeder Menſchenbruſt! Gott iſtss, der es uns gegeben, der es ſchuf fuͤr Schmerz und Luſt. Jedes Leben ſchaffet Freuden; nimmer bricht ein Men⸗ ſchenherz ohne eines Andern Schmerz; unſre Sorgen ſelbſt und Leiden dienen fuͤr ein fremdes Gluͤck, leichtern aͤhnli⸗ ches Geſchick. b 2. Schon des Kindes erſtes Laͤcheln ſcheuchet Mutterſorgen fort; noch des Greiſes mattes Roͤcheln ſpricht der Lehr⸗ und Warnung Wort. Wer das Leben auch als Buͤrde von ſich wirft, iſt An⸗ dern doch theuer, unentbehrlich noch! Und zu ſeiner Menſchenwuͤrde kann ein redliches Bemuͤhn ſelbſt den Boͤſ wicht noch erziehn. 3. Weh' darum dem Moͤrder! wehe! aber weh' auch mir, wenn ich je be⸗ draͤngt ein Leben ſaͤhe, und ihm kalt entzoͤge mich. Wehe! wenn des Todes b Same, —————— Liebevolle Sorge für des Naͤchſten Leben ꝛc. 1095 Same, mit des Laſters Gift getraͤnkt, in ein Leben ſich geſenkt, wenn es lang⸗ ſam ſtirbt am Grame, Menſch, durch deine Schuld, wenn fruͤh ſich's verzehrt in Sorg' und Muͤh'. 4. Heil! o Heil dem weichen Herzen, Heil der zarten, feſten Hand, wenn durch dich vom Tod, von Schmerzen, je ſich los ein Leben wand! Heil dir, wenn gebeugte Kranken, in der duͤſtern Einſamkeit, du mit deinem Troſt erfreut! Sieh', o ſieh', wie herzlich danken Seuf⸗ zer, Wort, und Ton und Blick, flehend dir vom Himmel Gluͤck. 5. Menſchen! einem Menſchenleben, wall' es unbemerkt auch hin, Dauer, Kraft und Freuden geben, welch ein ſe⸗ liger Gewinn! Muͤſſen wir auch drum entbehren, koſtet es der Stirne Schweiß, gilt es manches Opfers Preis: froͤhlich wollen wir's gewaͤhren. Nur in ſteiler Hohen Glanz ſchwebt der Liebe Sieges⸗ kranz. 1094 Liebevolle Sorge fuͤr d. Naͤchſten Eigenthum. Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Eigenthum. Mel. Freu' dich ſehr o meine ꝛc. 687. Alcs, was ich bin und habe, kommt, o Gott! aus deiner Hand. Wie ſo manche gute Gabe haſt du mild mir zugewandt! Vater, all mein Gluͤck iſt dein; deinem Ruhme will ich's weihn! Niemals laß mich mehr verlangen, als was ich von dir empfangen. 2. Laß mich dankbar und zufrieden im Genuß der Guͤter ſeyn, die mir deine Huld beſchieden; uͤber Andrer Gluͤck mich freun; nie auf meiner Bruͤder Gluͤck neidiſch ſehn mit ſcheelem Blick; nie, was du mir gabſt, verachten, nie nach fremden Guͤtern trachten. 3. Dem, der Arbeit und Geſchaͤfte, die mir nuͤtzten, uͤbernahm, der mit Aufwand ſeiner Kraͤfte meinem Fleiß zu Huͤlfe kam, laß mich lohnen ſeine Muͤh', redlich ihm vergelten ſie; Trug und Un⸗ recht laß mich fliehen, Niemand Lohn und Sold entziehen. 4. Eigenthum, das ich entwende, muß Verderben fuͤr mich ſeyn; aber halt' ich 9. mei⸗ tieden deine ld ſie nah der mit Fleiß z Muͤh, und Un⸗ d Lohn de, nuß halki 4 verdammlich mache! — Richten nimmer ihn betruͤbe, ihn nicht o, — — Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Ehre ꝛc. 1095 meine Haͤnde von Betrug und Raube rein: dann darf ich mit Zuverſicht, tre⸗ ten vor dein Angeſicht. Deſſen Flehn, Gott! wirſt du hoͤren, den Verbrecher nicht entehren. 5. Haͤtt ich mich durch Andrer Schaͤtze und durch Argliſt reich gemacht: laß mich, Gott! daß ich's erſetze, bald und eifrig ſeyn bedacht! Lieber arm und duͤrftig ſeyn, als mich eines Unrechts freun, und, nach bald entflohnen Freu⸗ den, des Gewiſſens Qualen leiden! 6. Heil'ger Gott, ein frommes Leben liebeſt und belohneſt du. Gib mir Kraft, und laß mich ſtreben, ſtets gerecht zu ſeyn, wie du; daß mein Leben ohne Reu, ohne Qual mein Ende ſey; daß mich, wann ich einſt erwache, keine Schuld Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Ehre und guten Namen. Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt du ꝛe. 688. Hif, Gott! daß ich den Naͤch⸗ ſten redlich liebe, durch Schmaͤhn und ver⸗ 1096 Liebevolle Sorge fuͤr des Naͤchſten Ehre ꝛc. verlaͤumde, noch durch Tuͤck' und Raͤnke ſein Wohlſeyn kraͤnke. 2. Auch gib, daß ich, der ich ſelbſt taͤglich fehle, mit Nachſicht ſeine Fehler gern verhehle, und wenn er faͤllt, auf mich, der ich noch ſtehe, mit Vorſicht ehe. 3. Gib, daß ich liebreich ihn zu beſ⸗ ſern trachte, und ſeiner Seele Wohl⸗ fahrt theuer achte. Hat doch fuͤr ihn, „ Gott! dein Sohn ſein Leben dahin gegeben. 4. Aufrichtig laß mich ſchaͤtzen alle Gaben, die Andre deiner Huld zu dan⸗ ken haben; es muͤſſe nie mein Herz des Naͤchſten Freuden und Gluͤck beneiden. 5. Laß alle Schmaͤhſucht mich von Herzen haſſen! Herr! in dein Reich wird Niemand zugelaſſen, der Boheit, Neid und Grauſamkeit hier uͤbet, und Falſchheit liebet. 6. An Lieb' und Guͤte laß mich dir auf Erden ſtets aͤhnlicher, o mein Erld⸗ ſer, werden! Gib Kraft dazu, ſo hab' ich ſchon hienieden, Herr! deinen Frie⸗ Lieb⸗ Liebreiche Guͤte u. Wohlthaͤtigkeit uͤberhaupt. 1097 Liebreiche Guͤte und Wohlthaͤtigkeit uͤberhaupt. Mel. O Gott du frommer Gott ꝛe. 689. Gi mir, o Gott! ein Herz, das alle Menſchen liebet, bei ihrem Wohl ſich freut, bei ihrer Noth betruͤbet; ein Herz, das Eigennutz und Neid und Haͤrte flieht, und ſich um Andrer Gluͤck, wie um ſein Gluͤck bemuͤht. 2. Seh' ich den Duͤrftigen, ſo laß mich liebreich eilen, von dem, was du mir gabſt, ihm huͤlfreich mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb, groß vor der Welt zu ſeyn, um mich verehrt zu ſehn, nein, Menſchen zu erfreun! 3. Es ſey mir heilge Pflicht, ſelbſt unbemerkt von ihnen, den Bruͤdern, wo ich kann, mit Rath und That zu die— nen! Mich treibe nicht erſt Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Gu⸗ tes thu, das ſey, Herr! dir gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienſt dem Durſtigen begegnet; ein Blick voll Troſt, mit dem mein Herz Betruͤbte ſegnet; ein Rath, mit dem mein Mund im 1098 Liebreiche Gute u. Wohlthaͤtigkeit uͤberhaupt. im Kummer Andre ſtaͤrktz nichts bleibt, ſo klein es iſt, von dir, Gott! unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Un⸗ frieden anzurichten, ſo will ich ſorgſam ſeyn, der Bruͤder Zwiſt zu ſchlichten. Aus Schmaͤhſucht ſtoͤre nie mein Mund des Naͤchſten Ruh'; er ruͤhme ſein Ver⸗ dienſt, gern deck er Fehler zu. 6. Fern ſey's, o Gott! von mir, das Boͤſe zu vergelten. Still, duldſam ſey mein Sinn, wenn Andre draͤu'n und ſchelten. Gib, daß ich dem verzeih', der mir zu ſchaden ſucht, den liebe, der mich haßt, den ſegne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeſchraͤnk⸗ tem Blick bei meinem Naͤchſten ſehen; noch ſtaͤrker muͤſſe mich ſein ewig Gluͤck erfreun, noch mehr ſein Seelenheil mir angelegen ſeyn. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu beſtaͤrken; den, der noch ſicher iſt bei ſeinen boͤſen Werken, von der verkehrten Bahn des Laſters abzu⸗ ziehn: dazu verleih' mir Kraft und ſegne mein Bemuͤhn. ar 9. O, heilige du ſelbſt, Gott! Mefee er⸗ Liebreiche Guͤte u. Wohlthäͤtigkeit überhaupt. 109099 Herzens Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menſchenliebe. Wer nicht den Naͤchſten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß dieſe Wahrheit, Gott! mir ſtets vor Augen ſeyn. Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 690. Menſchenfreund! nach deinem Bilde bilde ſich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Guͤte hin! Unwerth waͤr ich, dich zu kennen, liebt' ich meine llein af Bruͤder nicht; unwerth mich nach dir gſchrin vig Glü nheil mi zu nennen, wich' ich von der Liebe 2. Wo du, Jeſu! Menſchen nahteſt, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du ſegnend Gutes thateſt, in den Huͤtten, auf der Flur, an dem Lager kranker Bruͤder, wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menſchheit ward erquickt. 3. Menſchenfreundlichſter von Allen, Keinen haſt du je verſchmaͤht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Troſt —'— ‧² zu dir gefleht, hat fuͤr ſeines Herzens Wunden, Herr! in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Troſt gefunden, Huͤlfe, die er nirgend fand. 4. Bruͤder! kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich ſein mich nicht erbarme, wende ſich mein Gott von mir! Ohne Liebe iſt kein Le— ben; liebend nur gleich' ich dem Herrn; ſein Verſchonen, ſein Vergeben! o wie uͤbt's mein Herz ſo gern! 5. Mag man mich auch bitter kraͤn⸗ ken; o, mein Heiland litt noch mehr! Mag man Arges von mir denken; dul⸗ den will ich es, wie er! Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur ſein Verſtand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer ſoll mein Herz ermuͤden, reiner Liebe ſich zu weihn! O es ſchafft ſo ſuͤßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat ſchon ſeinen Lohn dahin; wen zum Wohlthun Liebe dringet, den lohnt dauernder Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zaͤhr entilaſ e 1100 Liebreiche Guͤte u. Wohlthaͤtigkeit uͤberhaupt. t k ein Le / Herrn 17o wie eer kraͤ⸗ h mehh ken; da Jenn wi viclit dce s eich mein ermuͤde Dienſtfertigkeit. 1101 ſet dem, der reiche Saat geſtreut, wenn der Hoffnung Feld nicht ſprießet, oder wenig Frucht ihm beut. Aber wer beim Saͤen weinet, freut doch einſt ſich, waͤr's auch ſpaͤt; endlich, Heil uns! endlich keimet, was die Liebe ausgeſaͤtt. Dienſtfertigkeit. Mel. O Gott du frommer ꝛc. 691. Wie ſelig lebt der Chriſt, der, nach des Heilands Lehren, aus Menſchenliebe ſtrebt, der Menſchen Wohl zu mehren; der, zwingt ihn auch kein Schwur zu dem, was ſie gebeut, doch ihr aus Pflicht gehorcht, auch ohne Zwang und Eid. 2. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienſt und Kraͤfte; ihr nuͤtzen iſt fuͤr mich ein ſeliges Geſchaͤfte. Als Glieder ſchuf uns Gott, als Buͤr⸗ ger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des Andern haͤlt. 3. So denkt der Menſchenfreund, und das iſt ſein Beſtreben, er ſucht 0 Dienſtfertigkeit. ſo lang er lebt, fuͤr Andrer Wohl zu leben; er, ſeines hohen Rufs zum Wohlthun ſich bewußt, verbreitet uͤber⸗ all Zufriedenheit und Luſt. 1 4. Er eilt dem, der's bedarf, mit Huͤlfe beizuſtehen; ſein Anſehn und ſein Freund, ſein Stand, ſein Wohler⸗ gehen, ſind Mittel, die er braucht, wohlthaͤtig ſtets zu ſeyn, und auch den Leidenden mit Troſt oft zu erfreun. 5. Gefuͤhl fuͤr Andrer Noth weckt ſeine Mitleidstriebe, auch ohne Ruhm und Lohn dient ſeine Menſchenliebe. Kein Stolz, kein Eigennutz, treibt ihn zur Guͤtigkeit. Er ſieht auf ſeinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 6. So laß auch mich geſinnt, mein Gott! durch Chriſtum werden. Voll regen Eifers ſey mein Leben hier auf Erden, ſo nuͤtzlich, als ich kann, dem Naͤchſten ſtets zu ſeyn; dann geh' ich einſt, o Gott! ins Reich der Liebe ein. ¹Hand! Es ſchlinge ſich um unfre eRuhm chenbebe. treidt ihen nen Got, M nt, met en. V hier au ann, du r gch ij Liebe ein wir moͤgen arm ſeyn oder reich. jedem Volk, in jedem Stande, ſind Dienſtfertigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 692. Vereinigt laßt uns Gutes wirken! O Chriſten, wandelt Hand in er⸗ zen der Menſchenliebe ſanftes Band, und heilig ſey uns dieſe Pflicht, bis einſt das Auge ſterbend bricht. 2. Wir ſind ja eines Vaters Kinder, In Gottes Kinder alle gleich, und ſollen ſich als Bruͤder freun, und Gott durch Liebe aͤhnlich ſeyn. 3. So ſchlage denn fuͤr Menſchen⸗ freude, fuͤr Menſchenwohl auch unſer Herz, und leidet irgend wo ein Armer, gemildert werde ſchnell ſein Schmerz. Sein heitrer, dankerfuͤllter Blick, erhoͤht dann unſer eignes Gluͤck. 4. O Wonne, Menſchen gluͤcklich machen! O Wonne, Menſchen gluͤcklich ſehn! Hier wird die ſchoͤne Erde Gottes dem Herzen noch einmal ſo ſchoͤn; o eine freudenreich're Pflicht, als Men⸗ ſchenliebe, gibt es nicht. 5. Erſcheint des Todes ernſte Stunde tr, 1004 Dienſtfertigkeit. dir, Menſchenfreund, ſo naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkuͤndigt den Lohn der Menſchenliebe dir. Des Gra⸗ bes Nacht wird dir erhellt; du ſaͤteſt fuͤr die beßre Welt. 4. 6. Ja, Chriſten! wer ſein⸗Herz hienie⸗ den der reinſten Menſchenliebe weiht, der ſtreut zu einer reichen Ernte den b Samen fuͤr die Ewigkeit. Auf! laßt uns dieſen Samen ſtreun! Auf! laßt uns Menſchenfreunde ſeyn! Mel. Ein Laͤmmlein geht und traͤgt ꝛc. 693. Der du der Liebe Vorbild biſt, ſo gern uns Menſchen ſegneſt; ja dem auch, der dein Feind noch iſt, mit Wohlthun doch begegneſt! o bilde mei⸗ nen Sinn nach dir und laß mich, mein Erloͤſer! hier nach deinem Vorbild wan⸗ deln. Die koͤnnen keine Chriſten ſeyn, die ſich nicht Andrer Wohlfahrt freun, nicht menſchenfreundlich handeln. 2. Dein Leben in der Niedrigkeit war fuͤr die Menſchen Segen; dir folg⸗ ten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen —.,—-ä—————2 — — iſt, bilde m nich, tiil rbild wo iſten ſenn * 4 I 8* Dienſtfertigkeit. 1105 deinen Wegen; wohin du gingſt, ging Wohlthun mit; dein Wort und Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du kamſt, durch eigne Muͤh und Pein, von Druck und Noth uns zu befrein, und ſtarbſt zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt, auf hohem Himmels⸗ thron, biſt du, o Herr! nicht minder das, was du warſt als Menſchenſohn, ein Freund der Menſchenkinder. Du ſchaffſt den Deinen Troſt und Ruh, und die Verirrten ſucheſt du auf rechten Weg zu leiten; du hoͤrſt der Seufzenden Gebet, und braucheſt deine Majeſtaͤt, um Segen zu verbreiten. 4. Laß, Herr! in meiner Pilgerſchaft mich auf dein Vorbild ſehen, erfuͤlle mich mit Luſt und Kraft, dem Naͤchſten beizuſtehen, betruͤbter Herzen Troſt zu ſeyn, mich mit den Froͤhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß nie mich dem, der meinen Rath, der meine Hulfe noͤthig hat, was ich vermag, ver⸗ agen. 5. Laß mich, mit unverdroßnem Muth, den Fleiß zum Guten wecken, doch wenn mein Naͤchſter Unrecht thut, b Agqaa die 1106 Barmherzigkeit gegen Nothleidende. die Schuld mit Liebe decken; auch Haß und Undank laß mich, Herr! verzeihn, und ſelbſt Beleidiger mit Lieb' umfahn, als Bruͤder; und kann ich ihre Herzen hier nicht mehr gewinnen, gib ſie mir im Reich der Liebe wieder. Barm herzigkeit gegen Nothleidende. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 694. Du aller Menſchen Vater! du guͤtiger Berather in Allem, was uns druͤckt; du Geber guter Gaben! du gibſt uns, was wir haben, was uns er⸗ freuet und begluͤckt. 2. Du laͤßt dich auch von Suͤndern durch Undank nicht verhindern, zu ſeg⸗ nen, zu erfreun; zu ew'gen Seligkeiten uns gnaͤdig hinzuleiten, das iſt und bleibt dein Will allein. 3. Wie groß iſt deine Milde! Barm⸗ herz'ger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn; daß ich der Noth der Armen mich willig moͤg erbarmen, nimm alle Haͤrte von mir hin. . 4. Hilf, 4—³—— ude, nuch Haß e mfahn, e Hera b ſie m eidende Pater das ung ds uns Barmherzigkeit gegen Nothleidende. 1107 4. Hilf, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun beſtrebe, wie mein Erloͤſer that, der goͤttliche Erbarmer, den kein bedraͤngter Armer vergebens je um Huͤlfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mit⸗ leidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, ſo laß um deinetwillen, mich Andrer Kummer ſtillen, ſo oft ich ihn nur ſtillen kann. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung ſtaͤrken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, ſey, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefaͤllt. 7. Laß mich hier reichlich ſaͤen! Mir folgt, was hier geſchehen, aus dieſer Uebungszeit; die Ernte meiner Saaten, die Frucht der guten Thaten, reift dort zur ew'gen Seligkeit. Mel. Wenn wir in hoͤchſten ꝛe. 695. Wie bitter iſt der Armuth Schmerz! Ach, welche Laſten fuͤhlt ein Ff Aaaa 2 Herz, 1108 Barmherzigkeit gegen Nothleidende. Herz, das bei des Reichen Ueberfluß mit ſchweren Sorgen kaͤmpfen muß! 2. Wie elend iſt, wer alt und ſchwach, umherirrt, ohne Kleid und Dach, oft bei der Krankheit Qual und Noth, um⸗ ſonſt herbeiſehnt ſeinen Cod! 3. Wie traurig gar, wenn um ihn her viel Kinder rufen: Brod! und er tief aufſeufzt, und bei Muͤh' und Fleiß doch weder Rath noch Huͤlfe weiß! 4. O du, der du mein Vater biſt, deß Kind, wie ich, der Arme iſt, du gabſt Empfindung mir ins Herz fuͤr ſeine Leiden, ſeinen Schmerz. 5. Fuͤhrt deine Vorſicht ihn mir zu; dann gib, Herr! daß mein Herz nicht ruh“, bis ich erleichtert ſeine Laſt, die du ihm auferleget haſt. 6. O moͤgten doch, durch mich er⸗ quickt, viel Arme, die die Noth gedruͤckt, einſt, wenn ich von der Arbeit ruh, mich ſegnen! Hilf mir, Gott, dazu! 4 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc 696. Wohlzuthun und mitzutheilen, Chriſten, das vergeſſet nicht! Mitlride vo ——y— und Fleiß veiß, nter hiſe Hai ſü Barmherzigkeit gegen Nothleidende. 1109 voll und willig eilen, Armen beizuſtehn, iſt Pflicht, ſuͤße Pflicht, die Jeſus lehret; Gott ſelbſt wird durch ſie geehret. 2. Speiſet die, ſo Hunger leiden, und die durſtig ſind erquickt; eilt die Nackenden zu kleiden, troͤſtet, die der Kummer druͤckt; Schwache ſucht zu un⸗ terſtuͤtzen, Unterdruͤckte zu beſchuͤtzen! 3. Nicht nur denen die euch lieben, oder euch um Huͤlfe flehn, Allen eilt, belebt von Trieben des Erbarmens, beizuſtehn; ſuchet auf, die ſtill ſich graͤ⸗ men, Huͤlfe ſich zu fordern, ſchaͤmen! 4. O was ſchafft's fuͤr ſanfte Freuden, der Verlaßnen Helfer ſeyn; ſehn, wie ſie in ihren Leiden ſich, durch uns ge⸗ ſtaͤrkt, erfreun! Ein betruͤbtes Herz er⸗ gnicken, welch ein himmliſches Entzuͤk⸗ en! b 5. Heil und Gluͤck auf unſern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Men⸗ ſchen, Gottes Segen, folgen auf Barm⸗ herzigkeit, und dereinſt zum Gnadenlohne ſchenkt ihr Gott des Himmels Krone. 6. Laßt uns eilen unſre Gaben, weil es Zeit iſt, auszuſtreun! Was wir hier geſaͤet haben, ernten wir einſt reichlich ein. 1110 Barmherzigkeit gegen Nothleidende. ein. Seyd barmherzig, helft den Ar⸗ men! Gott wird eurer ſich erbarmen. Mel. Wie wohl iſt mir, o Freude ꝛc. 697. Wie edel iſt's, wenn mit Er⸗ barmen ich meiner Bruͤder Elend ſeh'; wie wohl iſt mir, wenn ich dem Armen mit Huͤlf und Rath entgegengeh'; wenn ſeiner Freude ſtille Zaͤhre, Gott, der durch mich ihm half, zur Ehre, von ſeiner bleichen Wange fließt; wenn dann mein Herz die ſuͤßen Freuden, beim Anblick weggeſchwundner Leiden, des Wohlthuns Freuden dann genießt! 2. Wie wohl iſt mir, wenn ich erquik⸗ ken, und Menſchen gluͤcklich machen kann; dem, welchen ſchwere Laſten druͤk⸗ ken, mittragend ſie erleichtern kann; wenn ich durch ſanften Sinn und Mie⸗ nen den armen Bruͤdern, die mir dienen, das Loos verſuͤße, das ſie traf; in ihnen nie mich ſelbſt verkenne; Erholung ihren Kraͤften goͤnne, und nach der Arbeit ſuͤßen Schlaf! 3. Wie edel iſt's, wenn ich dem Kran en, —:—ä,q,—— — 2——— ende. t den A. barmen. ee. mit Er lend ſey, Armen h; wenn 5 9 Ftenden er Leide genich ich erqui h mache aſten dri ern kann⸗ und Mo nir dienen, Zin ihna lung ihtel er Arbii em Krau- V n t wem Barmherzigkeit gegen Nothleidende. 1111 ken, der unter Angſt und Schmerzen ringt, wenn ſein Vertraun beginnt zu wanken, ob ſein Gebet zu Gott auch dringt, mit Staͤrkung dann entgegeneile, ſein Elend willig mit ihm theile, ihn troͤſt in ſeiner Einſamkeit; ihm ſeiner Armuth Jammer mindre, ihm ſeiner Wunden Schmerzen lindre! Sein Druck der Hand iſt Seligkeit. 4. Wie wohl, wenn elternloſen Kin⸗ dern ich Vater(Mutter) werde, wenn ich ſie der Noth entreiße, wenn ich mindern ihr Elend kann, ſie fromm er⸗ zieh; wenn ihrem Geiſt ich Guͤter ſchenke, die mehr als Gold ſind; ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, ſelbſt ohne Bitte, der fruͤh Verwaiste in der Huͤtte ſo werth mir, als der Reichſte, iſt! 5. Du ſchufſt zum Menſchen mich; erhalte, mein Schoͤpfer! ſtets den Sinn in mir, daß meine Liebe nie erkalte; durch Liebe bin ich aͤhnlich dir. Menſchenwohl; ich nie mich ſchaͤme des Mitgefuͤhls bei fremder Noth. Helf' ich in ihrer Noth den Armen, o ſo er quik⸗ Gib, daß mir nichts die Freude nehme an 111² Friedfertigkeit. quicket dein Erbarmen auch mich einſt in der Noth, o Gott! Friedfertigkeit. Mel. Chriſtus, der iſt mein ꝛc. 698. Nach Fried' und Eintracht ſtreben, und fern vom Sinn der Welt, mit Andern friedlich leben, dies iſt's was Gott gefaͤllt. 2. Doch der ſeinen Naͤchſten liebt, ſich ſelbſt weiß zu bezwingen, ſich in der Sanftmuth e uͤbt. 3. Nachgebend und gefaͤllig, des Ha⸗ ders groͤßter Feind, zeigt er ſich ſtets geſellig, erwirbt ſich manchen Freund. 4. Er ſucht mit Ernſt zu meiden, was ſeine Bruͤder kraͤnkt, weil er von ſich beſcheiden, von ihnen edel denkt. 5. So oft ſie Zwiſt erregen, ſo ſucht er jeden Streit mit iſt voll Gelaſſenheit. 6. Der Uebereilung Suͤnden entruͤſten nie ſein Herz; er laͤßt ſie Nachſicht fin⸗ den, beſiegt des Unmuths Schmerz. b 7. Nie Klugheit beizulegen dem nur wird's gelingen, —— ————— —— Einraht der Velh es 6s gelingen, doſt waß auftmuth Freund. meiden eil er bon denkt. „ſo ſuch heizulegen entruͤſtn kel ſtt merz 7. M Friedfertigkeit. 1 1113 7. Nie ſpottet er der Bruͤder, ſo viel er Witz beſitzt, und zuͤrnet nicht gleich wieder, wenn ſie ihr Zorn erhitzt. 8. Er widerſpricht beſcheiden, trotzt und erbittert nicht, und weiß auch Zank zu meiden, wenn man ihm widerſpricht. 9. So Fried' und Eintracht lieben, und nie durch Zank und Streit des Naͤchſten Tage truͤben, iſt Pflicht, die Gott gebeut. 10. Mich ſelbſt zu uͤberwinden gib Eifer mir und Kraft, dann werd' ich froh empfinden, welch Gluͤck die Ein⸗ tracht ſchafft. 4 11. Von aller Noth geſchieden werd' ich einſt ſelig ſeyn, und mich im ew'gen Frieden des Lohns der Liebe freun. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich ꝛe. 699. Laß mich, ſo lang' ich lebe hier, geneigt zum Frieden ſeyn; doch auch, gebietet Pflicht es mir, der Men⸗ ſchen Haß nie ſcheun.:; b 2. Zu thun, was wahr iſt, recht und gut, wenn Freund und Feind auch decin⸗ ꝗ⸗ 1114 Nachſicht mit den Fehlern des Naͤchſten. dazu verleihe, Gott! mir Muth, Kraft und Beſtaͤndigkeit.:; Sanftmuͤthige Nachſicht mit den Feh⸗ lern des Naͤchſten. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ꝛc. 700. Gott! der du die Menſchen liebeſt, der du nicht ein ſtrenges Recht, ſondern Huld und Gnade uͤbeſt, an dem ſuͤndlichen Geſchlecht; laß mich deinen Geiſt beleben, daß ich, Vater! als dein Kind, liebreich ſey, wie du, geſinnt! Herr! du wollſt den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachſicht zeigt, und mit Sanftmuth ſpricht und ſchweigt. 2. Laß mich meines Naͤchſten ſchonen, willig tragen ſeine Laſt, und ſo lang ich hier ſoll wohnen, bleibe Zankſucht mir verhaßt; denn das iſt, o Gott! dein Wille; Fried' und Eintracht liebeſt du, o ſo hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden ſucht und liebt, das, ſtatt Rache, Sanft⸗ muth uͤbt! 3. O ächſten. th, Kuf den Fet. ſlebeſt du ein Het eden ſuct „Sanji 3,9 Nachſicht mit den Fehlern des Naͤchſten. 1115 3. O wie wird das Herz beſchweret durch des Zornes Leidenſchaft! Zank⸗ ſucht, Zorn und Haß verzehret Seelen⸗ ruh' und Lebenskraft, kuͤrzt den Lauf von unſern Jahren, macht zum Himmel ungeſchickt. Herr! der auf mich Schwa⸗ chen blickt, ach, du wolleſt mich bewah⸗ ren, daß des Jaͤhzorns Raſerei nie des Herzens Meiſter ſey! 4. Wer mir flucht, den will ich ſeg⸗ nen, ſo wie mein Erloͤſer that; will mit Nachſicht dem begegnen, der zum Zan⸗ ken Neigung hat; fuͤr die Feinde will ich beten, und vor dich, o Friedensfuͤrſt! wenn du Alle richten wirſt, ausgeſoͤhnt mit ihnen treten. Gott des Friedens, ſtaͤrke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewiges Heil iſt dem beſchieden, der nach frommer Eintracht ſtrebt. Gib mir, Hoͤchſterl deinen Frieden, der zur Sanft⸗ muth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz re⸗ giert, wird, was zu der Zwietracht fuͤhrt, niemals Uebermacht gewinnen, bis einſt un der Herrlichkeit ew'ger Friede uns er⸗ reut. 1116 Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 701. DAebt ſanfte Nachſicht mit dem Schwachen! Er iſt ein Menſch, wie ihr, und faͤllt. Sich gaͤnzlich fehlerfrei zu machen, gluͤckt Keinem in der Sinnen⸗ welt. Das irre Herz bleibt bis ans Ziel, der Luͤſte ungewiſſes Spiel. 2. Seyd menſchlich! denkt: Wir ſtrau⸗ cheln alle. Wer waͤhnt, daß er vollkom⸗ men ſey, der ſehe zu, daß er nicht falle; ſein Stolz iſt eitle Traͤumerei. Wie oft ſind Meinung nur und Zeit die Stuͤtzen unſrer Feſtigkeit! 3. Ein Andrer that, was in der Stille du ſelbſt gewuͤnſcht, doch nicht gethan. Das Schickſal nur, und nicht dein Wille, erhielt dich auf der Tugend Bahn. Ach, ſchwankend iſt der Pilger Lauf! Ein Schwacher helf' dem Andern auf! Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. Mel. Ach! was ſoll ich Suͤnder ꝛc. 702. Sollten Menſchen, meine Bruͤ⸗ der, mir, o Gott! nicht theuer ſeyn? Sollt' ———(n — ———— d 1 . Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. 1117 ſtu. Sollt' ich ſie nicht gern erfreun? Sie ſſind alle Chriſti Glieder, Chriſti, der tmitdm fuͤr Alle ſtarb, Allen Gottes Huld er⸗ „ wieih, warb. b ſerftaca 2. Er hat All' aus einem Blute kom⸗ Sinnn men laſſen; Alle ſind Gottes, Jeder iſt ans Zie ſein Kind; Alle ſind mit Einem Blute ihm erkauft und Eines Throns Erben, ir ſra Erben ſeines Sohns. b vollom. 3. Sollt' ich meine Bruͤder haſſen, cefale, hart und unbarmherzig ſeyn? Sollt Wieoſt ich Feinden nicht verzeihn? ihnen nicht Stoten die Schuld erlaſſen? Und der Herr er⸗ Wlaͤßt mir doch meine Schuld, und traͤgt der Stih mich noch! t gethu 4. Der du fuͤr die Uebelthaͤter ſter⸗ din Wil bend flehteſt, und die Laſt unſrer Schuld ahn. Ah getragen haſt, unſer Mittler und Ver⸗ auf! EiE treter! es verſoͤhnte Gott durch dich eine auf! Sunderwelt mit ſich. b 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Ounde hingeriſſen, dich verkennt und zu lichkeit. Haß und Rach' entbrennt; hilf dann, daß ich uͤberwinde meinen Haß, und laß „. miich ſehn in den Tod fuͤr uns dich gehn! eineBu 6. Wie dir deine Thraͤnen floſſen, als jer ſcnn dein Aug um mich geweint, wie du, groſ⸗ Eöll. ſer 1118 Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. ſer Menſchenfreund! auch fuͤr mich dein Blut vergoſſen, wie du littſt, mich zu erfreun: das laß mir vor Augen ſeyn! 7. Und ſo hilf mir, daß ich uͤbe, was dein Wille mir gebeut: Nachſicht, Sanft⸗ muth, Guͤtigkeit; daß ich, wie du lieb⸗ teſt, liebe, innig liebe, mild und treu, ſanft, und leicht verſoͤhnlich ſey. 8. Ja, euch alle, Chriſti Glieder, un⸗ ſers Haupts, der fuͤr uns ſtarb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Bruͤder! fuͤr euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn! Mel. Ach, Herr! mich armen ꝛc. 703. Nie will ich wieder fluchen dem Feinde, der mir flucht; nie dem zu ſcha⸗ den ſuchen, der mir zu ſchaden ſucht. Ich will ihm ſanft begegnen, nicht dro⸗ hen, wenn er droht; ſchilt er, ſo will ich ſegnen. Dies iſt des Herrn Gebot. 2. Mein Jeſus, der Gerechte, ver⸗ galt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Ge⸗ duld. Sollt' ich denn wieder ſchelten Jr, am a ————— ey. leder, Un. n wil ich ten, euch Rexeihn. Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. 1119 da er nicht wieder ſchalt? mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden muͤſſen, iſt ſchwer; doch dieſe Pflicht wird leicht, wenn das Gewiſſen fuͤr meine Unſchuld ſpricht. Dies will ich treu bewahren, ſo beſſert mich mein Feind, lehrt weiſer mich verfahren, indem er's boͤſe meint. 4. Ich will die Fehler ſcheuen, die er von mir erſann; auch die will ich bereuen, die er nicht wiſſen kann. Entfernt, mich je zu raͤchen, will ich ſein Gutes ſehn, und Gutes von ihm ſprechen; wie koͤnnt er laͤnger ſchmaͤhn? b 5. Ich will niemals ermuͤden, ihm herzlich zu verzeihn; als Chriſt will ich zum Frieden geneigt und willig ſeyn. Wie wird es mich erquicken, wenn end⸗ lich er, erweicht, mit liebevollen Blicken die Bruderhand mir reicht! Mel. Mir nach! ſpricht Chriſtus ꝛc. 704. Der du dem Tode nah', fuͤr ddie, die dich erwuͤrgten, bateſt, der du mein Heiland! bei deinem Vater ſie, it ſelbſt 1120 Feeindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. ſelbſt vertrateſt, o moͤcht ich doch dir aͤhnlich ſeyn, und meinem Feinde gern verzeihn! 2. Wie koͤnnt ich hoffen Troſt im Tod, Gnad im Gericht zu finden? zu dir noch flehen: richte, Gott, mich nicht nach meinen Suͤnden? hoͤrt' ich die Stimme nicht in mir: wie du vergibſt, vergibt Gott dir! 3.(₰Du, Stimme Gottes, ſchalle mir durch meine ganze Seele, daß ich mit Ernſt, o Gott! vor dir, drauf achte, und dann waͤhle. Der waͤhlt den Se⸗ gen, der vergiebt, und der den Fluch, der Rache uͤbt. ttut 4. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Suͤnder, mit Blut er⸗ kauft auch ihn zum Heil der Todesuͤber⸗ winder; an mich und ihn ergeht der Ruf des Gottes, der uns beide ſchuf. 5. O köoͤnnt' ihn meine Sanftmuth noch zur Seligkeit bekehren, und ihn der Liebe ſanftes Joch mit Freuden tra⸗ gen lehren! Wie ſehr wuͤrd' es mich dann erfreun, der Retter meines Feinds zu ſeyn! 6. Wie wuͤrd er mich am Weltgerich ann —ͤ 5 rd 6 ſw Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. 1121 dann Freund und Bruder nennen, mir danken, und ſich ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott erhoͤhen, deſſen Hand uns fuͤr die Ewigkeit verband! 7. Hilf mir, mein Heiland, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden! Hilf mir verzeihn; da du mir's dort vergiltſt mit hohen Freuden! O welche Wonne, wenn mein Feind einſt Freu⸗ denthraͤnen mit mir weitn!!! Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛe. 705. Herr! deine Sanftmuth iſt nicht zu ermeſſen! Wie viel haſt du vergeben und vergeſſen! Ach, fuͤhre mir doch deine große Guͤte recht zu Gemuͤthe! 2. Du ſegneteſt, die deinem Namen fluchten; du heilteſt die, die dich zu fan⸗ gen ſuchten. Am Kreuze flehteſt du noch, großer Beter! fuͤr Uebelthaͤter. 3. Ach, glich ich dir, mein Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von ſchnel⸗ lem Zorn entbrenne, und mich vor dir ſehr leicht durch Haß und Rache ver⸗ werflich mache. Bbbb 4. Ich 1122 Feeindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. 4. Ich muß es wehmuthsvoll dir, Heiland, klagen: Beleidigung kann ich nicht leicht ertragen; und ſelten weiß ich, wenn mich andre haſſen, mein Herz zu faſſen. 5. Vergib mir, Herr! und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß kann ich dein Reich nicht erben; und je⸗ ner Tag vergilt nach ſtrengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die wilde Glut erſticken, und tief dein Bild in meine Seele druͤcken. So werd ich mich ver— ſhnlich finden laſſen, den Feind nicht daſſen. 7. Flucht mir der Feind, ſo gib, daß ich ihn ſegne, und ſeinem Haß mit Sanft⸗ muth ſtets begegne; daß mich das Boͤſe, das ich dann empfinde, nicht uͤberwinde. 8. Verleih' mir das, um deiner Sanft⸗ muth willen; ſo erb' auch ich im Lande deiner Stillen, die Seligkeit, wozu ſie jenes Leben einſt wird erheben. — ᷣä——— ner Sauſ Him Laud , wozu 1. 11 nit San ˖das W uͤberwind Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. 1125 Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛc. 706. Herr, mein Verſoͤhner, der du fuͤr mich litteſt, und noch zur Rech⸗ ten Gottes fuͤr mich bitteſt! erweck' in mir, du Vorbild wahrer Liebe! der Sanftmuth Triebe. 2. Wann haſt du jemals Haß mit Haß vergolten? Du ſchaltſt nicht wie⸗ der, wenn man dich geſcholten, du ſeg⸗ neteſt mit Wohlthun nicht bloß Freunde, nein, ſelbſt auch Feinde. 3. Und ich, Herr! ſollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich ſollte jemals Haß mit Haß vergelten, ich wieder ſchel⸗ ten? 4. Wie duͤrft' ich Vater zu dir, Hoͤch⸗ ſter! ſagen, und Groll im Herzen gegen Bruͤder tragen? Wie duͤrft' ich zu dir flehn, mir zu verzeihen, und Rache ſchreien? b 5. Wer nicht vergibt, der wird fuͤr ſeine Suͤnden auch nicht bei dir, o Herr! Vergebung finden. Dein Juͤnger iſt nur wer, wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele b b Bbbb 2 Trie⸗ 1124 Feindesliebe und Verſoͤhnlichkeit. Triebe, mein Heiland! durch den Geiſt der wahren Liebe, daß ich mich ſtets verſopnüich finden laſſe, die Rachgier haſe Hilf mir der Menſchen Unrecht uͤberſehen, wenn ſie aus Blindheit ſich an mir vergehen, auch wenn ſie mich aus Haß und Bosheit kraͤnken, an dich gedenken. 8. Erwecke, Jeſu! dann in meinem Herzen, aufs neue das Gedaͤchtniß dei⸗ ner Schmerzen, die du, in deinen ſchwe⸗ ren Leidensſtunden, fuͤr mich empfunden. 9. Hilf mir mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, wie du, mit Großmuth ſegnen; Herr! mache gegen Alle, die mich haſſen, mein Herz gelaſſen. 140. Du ſchuͤtzeſt den, der redlich vor dir wandelt, und uͤberall nach deinem Vorbild handelt, drum laß in Sanft⸗ muth auch mich hier auf Erden dir aͤhn⸗ lich werden. ——.,—— —,——— n meinm htniß da⸗ nen ſchwwe mofunden th weina mir fluch ten; Hau ſen, ma Dankbarkeit gegen Wohlthaͤter. 1125 Dankbarkeit gegen Wohlthaͤter. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. 707. Ich fleh', Allliebender, zu dir, was du mir gabſt, erhalte mir, den reg⸗ ſten aller Triebe, den Sinn der wahren Dankbarkeit fuͤr Mitgefuͤhl und Liebe. 2. Weh' mir, wenn Stolz und Sich⸗ erheit je meiner Bruſt die Seligkeit des Dankgefuͤhls entriſſen! Wie niedrig wuͤrd' ich dann, wie klein, mir ſelbſt er⸗ ſcheinen muͤſſen! 3. Mir iſt's, als fuͤhlte ich noch heut die Stunde der Verlaſſenheit, wo ich nach Huͤlfe fragte, und mir, in tiefer Dunkelheit, kein Hoffnungsſchimmer tagte. 4. Da ſtand die Liebe nah' bei mir, und rief: ich rath', ich helfe dir! und bot mir ihre Rechte. Wie tief geſun⸗ ken waͤre ich, wenn ich das nicht be— daͤchte! b 5. Nein jetzt, da ich geborgen bin, will ich mit dankerfuͤlltem Sinn den treu⸗ en Freund erheben, und ihm mein gan⸗ zes Leben lang fuͤr Liebe Liebe eben b b 5. Ver⸗ 1126 Dankbarkeit gegen Wohlthaͤter. 6. Vergelten freilich kann ich nie, was mir zu meinem Gluͤck gedieh; doch kann ich es empfinden, und mit des Dankes Thraͤnenblick der Welt und dir verkuͤnden. 7. Erhalte, Herr! mir dies Gefuͤhl, bis ich an deiner Hand das Ziel der Wall⸗ fahrt einſt gefunden! Dort wird dann reiner, frommer Dank, was ich hier ſchwach empfunden. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 708. Wenn Menſchen dir, o Gott! an Guͤte, an Wohlthun, ſtreben gleich zu ſeyn, und mich mit willigem Ge⸗ muͤthe durch ihren Rath und Troſt er⸗ freun: mit reichem Segen ſegne dann ſie, die ich nicht belohnen kann! 2. Es zeuge meine Freudenzaͤhre, wie tief mich Dankbarkeit durchdringt, mit welchem Eifer ich begehre, was ihrem Herzen Freude bringt, mit welcher In⸗ brunſt mein Gebet fuͤr ſie, zu dir, mein Vater! fleht. 3. Ich ligem 6 Troſt d Dankbarkeit gegen Wohlthaͤter. 1127 3. Ich will mich aller ihrer Freuden, und ihres Gluͤcks von Herzen freun, will, trauernd uͤber ihre Leiden, gern ihnen Freund und Troͤſter ſeyn; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freuden will ich's thun, o Gott! 4. Und kann ich's nicht, mein Gott! ſo dringe mein bruͤnſtiges Gebet zu dir; was ihnen gut iſt, das gelinge! denn, Herr! ſie thaten wohl an mir. Auf Je⸗ den komme Freud' herab, der ſeinen Bruͤdern Freude gab! 5. Erfreue ſie mit deiner Guͤte, und deine Huld verlaß ſie nie! Sey ſtets ihr Helfer, und behuͤte vor allzu ſchwe⸗ ren Leiden ſie; und trifft ſie doch Gefahr und Schmerz, ſo troͤſt' und ſtaͤrke ſelbſt ihr Herz!— 6. Nimm, Vater, ſie einſt mit Er⸗ barmen, wenn ſie im Tod entſchlafen, an! Sie haben immer hier den Armen mit deinen Gaben wohlgethan. Beloh⸗ ne ſie in Ewigkeit mit deiner großen Se⸗ ligkeit. Freunnd⸗ Freundſchaft. Freundſchaft. Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt te. 709.:Oie bin ich ſo vergnuͤgt auf dieſer Erde, wenn ich von Andern treu geliebet werde, mit ihrem Herzen ſanft mein Herz verbinde, und Freunde finde! 2. Wie elend waͤr ich, wenn, ge⸗ trennt von Allen, ich einſam muͤßte meine Wege wallen! O darum gib, daß ich mit ſteter Treue ſie gern erfreue! 3. Wie lieblich iſt's, wie fein, wenn unſre Seelen die Eintracht ſtets zur Fuͤh⸗ rerin erwaͤhlen! Sie fuͤhr' uns dann durch das Gewuͤhl hienieden zum ho⸗ hern Frieden! 4. Umringt mich, Freunde! Liebt mich, o ihr Meinen! Gern will ich mit euch froh ſeyn und auch weinen; mein Herz ſoll ſtets auch euer Gluͤck vermeh⸗ ren, und Liebe naͤhren. .5. Ja ſelbſt im Himmel, ſelbſt im hoͤhern Leben, will ich euch noch den Preis der Liebe geben. Da werden wir dann im Genuß der Freuden uns nim⸗ mer ſcheiden. Mel. ͤu——rͤ in wem drur Füh uns damn zum h de! Lilt will ich ni nen; mein f verme elbſt in noch de erden wit uns nim, M Freundſchaft. 1129 Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ꝛe. 710. C hott! was waͤren Freudenta⸗ ge, theilte ſie kein Freund mit mir? Ach, ſie endeten in Klage, waͤr' mein Leben einſam hier; wie in leere Wuͤſteneien waͤr' ich auf die Erd' verbannt, lebt' al⸗ lein und unbekannt, muͤßte ohne Freund mich freuen. Werde froher, mein Ge⸗ ſang! Bruͤder, ſtimmt in meinen Dank! 2. Dank dir, Gott! mit Herz und Munde, daß, in treuer Freunde Schooß, mir ſo manche frohe Stunde wie ein Augenblick verfloß; Dank fuͤr alle reine Freuden, die mir fromme Liebe gab, die bereit, bis an das Grab mit zu danken, mit zu leiden, deine treue Vaterhand inniger mit mir verband. 3. Dank, daß du auf meinem Wege manchen Freund mir zugefuͤhrt, der, wenn ich oft matt und traͤge, oder wenn mein Fuß verirrt von dem ebnen Pfade weichet, mir voran zum Ziele wallt, und wenn ich nicht folge, bald ſeine treuen Haͤnde reichet, und mich bei dem Gluͤck erhaͤlt, daß mein Leben dir gefaͤllt. 4. Dir geheiligt ſey die Freude, hie b uͤr 1130 b Freundſchaft. fuͤr mich aus Freundſchaft quillt. Was erquickt gleich ihr im Leide unſer Herz ſo ſanft und mild? Nur an frommer Freunde Haͤnden werd' ich meinen kur⸗ zen Lauf, der zu dir mich fuͤhrt hinauf, feſtern Schrittes einſt vollenden, fried— lich gehen Hand in Hand hin ins hoͤh⸗ re Vaterland. 5. Alle, die mir nah' und ferne ihre Liebe ſchenken, Gott! ſegne ſie! du ſeg— neſt gerne; ſey ihr Beiſtand in der Noth! Ihrer Seele ſtilles Sehnen, ihres Her⸗ zens fromm Gebet, das vielleicht fuͤr mich izt fleht; ihre Freuden, ihre Thraͤ⸗ nen, und was ſie nur klagen dir, alles, Gott! empfehl' ich dir. 6. Hebe, wenn der Tod die Bande, die uns binden, einſt zerreißt, zu der Freundſchaft Vaterlande, zu dem Him⸗ mel, unſern Geiſt. Laß uns dort uns wiederfinden, wo, erhaben uͤber Tod, keine Trennung mehr uns droht, wo wir reiner uns verbinden, keine Abſchieds⸗ krane fließt, und die Freundſchaft ewig Liebe⸗ — her Th „thl d aft ewi ht 1 Liebr Liebevolle Vorſorge f. d. Wohl d. Nachwelt. 1131 Liebevolle Vorſorge für das Wohl der Nachwelt. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛe. 711. Weh dem, der im kalten Herzen ſtets das eigne Wohl nur traͤgt, ſeine Freuden, ſeine Schmerzen fuͤr die Gegenwart nur waͤgt! Sind wir Schwe⸗ ſtern nicht und Bruͤder? Alle Eines Hauptes Glieder? Uns vertraut ward Gluͤck und Recht ſelbſt fuͤrs kuͤnftige Geſchlecht. 2. Der du, frevelnd, willſſt zerſtoͤren, der du, traͤge, nicht magſt baun! moͤch⸗ teſt du die Seufzer hoͤren, moͤchteſt du die Thraͤnen ſchaun von den Soͤhnen und den Tochtern, ſpaͤt von kuͤnftigen Geſchlechtern, wenn ihr Elend in die Gruft noch ein Wehe! nach dir ruft. 3. Aber Heil den treuen Haͤnden, Heil dem zarten milden Sinn, die im Wirken, die im Spenden ſehn den eige— nen Gewinn! Wachſ' auch ſpaͤt, in fremdem Raume, einſt der Kern empor zum Baume, froh doch ſenken ſie ihn ein: Menſchen wird er ja erfreun! 4. Haͤtt 1132 Liebevolle Vorſorge f. d. Wohl d. Nachwelt. 4. Haͤtt uns Dunkel auch umzogen, wuͤrde Theures auch vermißt, dennoch werde treu erwogen, was die Pflicht der Zeiten iſt. Stuͤrme reinigen die Luͤfte, Blumen ſchmuͤcken auch die Gruͤfte; unter Druck und Noth hervor draͤngt ſich Menſchenkraft empor. 5. Nein, ihr ſollt uns nicht verkla⸗ gen, Enkel dieſer ernſten Zeit! Nein, wir wollen nicht verzagen, was auch druͤckt, und was auch draͤut! Weisheit rathe, Pflicht gebiete, dem erhobenen Gemuͤthe! Freudig gibt ein edler Sinn ſich dem Heil der Nachwelt hin. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛe. 712. Der Quell von meines Got⸗ tes Segen eroͤffnet ſich durch Menſchen⸗ Hand; mich haͤlt auf meiner Wallfahrt Wegen der Menſchheit eng' verſchlung⸗ nes Band; wo ich mich freue, wo ich leide, bei regem Fleiß fuͤr Menſchenheil, ſtehn mir Verbuͤndete zur Seite, und wirken mit, und nehmen Theil. 2. Auch ſchlafen friedevoll im Grabe ſo Manche, die fuͤr mich gewacht, die eigne Nachwelt mzogen, dennoch Pfüct gen die ich de hervor r berkla⸗ 5 auch geisheit obenen Sinn Liebevolle Vorſorge f. d. Wohl d. Nachwelt. 1135 eigne Ruhe, Blut und Habe fur mich zum Opfer dargebracht. Noch eh zum Leben ich erwachte, da wirkte edler Vaͤter Sinn, und was ihr Fleiß zum Daſeyn brachte, war, unerbeten, mir Gewinn. 3. Sie gruͤndeten des Hauſes Schwel⸗ le, wo fromme Andacht ſich ergießt, und wo des heiligen Segens Quelle dem Alter und der Jugend fließt. Noch reichet ihre milde Gabe der Wittwe und den Waiſen Brod, Verlaßnen Zuflucht, Huͤlf' und Habe, wo Mangel oder Krankheit droht. 4. Getragen auf der Menſchheit Arme, gepflegt auf treuer Eltern Schooß, fiel freundlich mir und frei vom Harme des jugendlichen Alters Loos. Ich ruhe in der Vorwelt Schat⸗ ten, ich ernte ihres Fleißes Saat, vom Glauben, den die Vaͤter hatten, beſeligt auf der Tugend Pfad. 5 5. Und ich, ein Glied vom großen Bunde, den Gottes Vaterliebe ſchließt, aus dem fuͤr jede Lebensſtunde mir ſo viel Wohl und Freude ſprießt; ich ſollte nehmen und nicht geben? nicht Gor un 1134 Fromme Haͤuslichkeit und Verwandtenliebe. und Menſchen dankbar ſeyn? Nein, auch fuͤr Andre will ich leben, und noch der Nachwelt Segen ſtreun. Ie Von riflichem Sim und Wande in den beſonderen Verbindungen und Lagen des Lebens. 1. Chriſtlicher Sinn und Wandel im Hausſtande. Fromme Haͤuslichkeit und Ver⸗ wandtenliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. 71 3. Wenn Verwandte fromm und weiſe nachſichtsvoll und guͤtig ſind, wenn in ihrem ſtillen Kreiſe ſtets des Friedens Quelle rinnt, o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick mit Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts ver⸗ — 0——— ——— — bunden ſollen wir durchs Leben gehn; und die Liebe macht die Stunden unſers Daſeyns immer ſchoͤn. Fern von Zwie⸗ tracht, Groll und Neide, wandelt gern mit uns die Freude. 3. Ueben ———— dtenliehe in, auch b noch de Vandel en und del in Ver⸗ t. ömm h dd, wem Frieden uf ihnn ffalen. luts ven n gehn. nunſet on Ziwie elt geut . Ueben Fromme Haͤuslichkeit und Verwandtenliebe. 1155 3. Ueben ſtets mit frohem Herzen ſollen wir, was Gott gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen, uns er⸗ leichtern Muͤh' und Noth, warnen uns, ſo oft wir fehlen, und veredeln unſre Seelen. 4. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird geſegnet und erfreut. Eltern ſehn ſich ſchon belohnet in der Kinder Einig⸗ keit. Selbſt die Hausgenoſſen ſtreben froh zu machen Aller Leben. 5. Liebe komm' herab vom Himmel! komm' in unſer Herz herab! leit' uns durch der Welt Getuͤmmel mit den Un⸗ ſern bis ans Grab! Moͤchte jedes Haus auf Erden dir ein heil ger Tempel werden! Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 714. O ſelig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, ver⸗ eint durch Einen Sinn, ſich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn. 2. Es wohnet ſchon hienieden des Himmels ſuͤßer Frieden bei ſtiller Hius⸗ 1 2 1136 CEyheliche Liebe und Treue. lichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zu⸗ friedenheit. 3. Da theilt man alle Freuden, da theilt man Gram und Leiden, da wallt man Hand in Hand durchs kurze Pil⸗ gerleben, geht mit vereintem Streben den Weg ins beßre Vaterland. Eheliche Liebe und Treuc. 8 Mel. Wie ſchoͤn leuchtet der ꝛe. 715. Der Eheſtand ſoll heilig ſeyn Der Eheſtand ſoll heilig ſeyn! Du Schoͤpfer, ſezteſt ſelbſt ihn ein, der Welt zum Gluͤck und Segen. Noch immer fließt in dieſem Stand, aus deiner milden Vaterhand, den Frommen Heil entgegen. Vater, Vater! dich erhoͤhen, die in Ehen dein ſich freuen, durch dich bluͤhen und gedeihen. 2. Wie gluͤcklich lebt ein frommer Mann, wenn er die liebt und ehren kann, die Gott ihm auserſehen! Wie gluͤcklich lebt an ſeiner Hand die Fromme, die ihm Gott geſandt, ihm huͤlfreich beizuſtehen! Wohl euch! Wohl euch! From ——eereree ene. llig ſey ihn oh J. Al Eheliche Liebe und Treue. 1137 Fromme Gatten! In dem Schatten ſeiner Guͤte, jauchzt mit freudigem Gemuͤthe! 3. Ihr ſeyd Geſegnete des Herrn, ihr ſeyd vom Haß und Argwohn fern, bei euch wohnt holder Friede. Und haͤuft die Laſt der Leiden ſich, ihr tragt die Laſt gemeinſchaftlich, daß ſie euch nicht ermuͤde. Flehet, flehet! Gott wird hoͤren, Plagen wehren, Schmerzen lindern, und des Kreuzes Buͤrde mindern. 4. Gott, der du ſie verbunden haſt, erleichtre du des Lebens Laſt, gib, daß kein Segen fehle. Laß ſie nie ihren Bund entweihn, Herr! laß ſie zuͤchtig, friedſam ſeyn, ein Herz und eine Seele. Lenke, lenke, Geiſt der Liebe! ihre Triebe weg von Suͤnden, daß ſie haͤus⸗ lich Gluͤck empfinden. b 5. Lenk ab das Herz von Ueppigkeit zu Freuden, die man nie bereut, zu Freuden echter Tugend. Auch ſelbſt ihr hohes Alter ſey von druͤckenden Be⸗ ſchwerden frei, und heiter, wie die Ju⸗ gend. Segne, ſegne, Herr und Vater, und Berather frommer Ehen, alle, die auf dich nur ſehen! Cecc Mel. 1138 Eheliche Liebe und Treue. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. 716. Heilger Bund der Lieb' und Treue, ja vom Himmel ſtammeſt du, und mit deiner hohen Weihe fuͤhreſt du dem Himmel zu. Schoͤn verklaͤreſt du das Leben, milderſt jeden Lebensſchmerz, fuͤllſt mit Seligkeit das Herz; aber uns zu Gott zu heben, zu der Tugend Hoch⸗ gefuͤhl: dieſes iſt dein hoͤh'res Ziel. 2. Zu des Lebens Ernſt erziehet ernſt des Hauſes Muͤh und Pflicht, und die treue Liebe ſiehet edel auf das Ihre nicht. Eignes Gluͤck im fremden finden, raſtlos um ſich her erfreun, ſtill entbeh⸗ ren, mild verzeihn, hohen Sinns ſich uͤberwinden, ſelig ſeyn in Herzensruh': lehreſt, Bund der Ehe, du! 3. In des Hauſes trauter Stille keimt das zaͤrtere Gefuͤhl, hebet ſich der edle Wille uͤber niedres Weltgewuͤhl. Menſchen, huldiget der Ehe! Sie nur hat zur Menſchlichkeit, pflegend, euch zuerſt geweiht; ſie hebt zu der Menſch⸗ heit Hoͤhe zu der ſel'gen Geiſter Chor, mild erziehend uns empor. 4. Darum waltet ob den Ehen wun⸗ der⸗ Fuͤrbitten bei Trauungen. 1159 derbar, o Gott, dein Rath; und wie du es haſt erſehen, alſo nur wird es zur That. Auch auf dunkeln, rauhen Wegen haͤlt die Treuen deine Hand, kroͤnt mit Segen ihren Stand. Fuͤr der Ehe reichen Segen preiſe jedes Ehe⸗ paar deine Weisheit immerdar. Fuͤrbitten bei Trauungen. Mel. Wo Gott zum Haus ꝛc. 717. Gott! Schoͤpfer! Stifter heil⸗ ger Eh'! ſchau auf dies Paar aus deiner Hoͤh, das vor dir ſteht, und hier den Bund der Liebe ſchließt mit Herz und Mund. 2. Mit Gnade ſchau auf ſie herab; verbinde ſie bis an das Grab, durch edeln Sinn und Froͤmmigkeit; ihr Herz ſey ewig dir geweiht! 3. Gib, Herr! daß ſie dir froh ver⸗ traun, und ſelbſt einander ſich erbaun, vereinigt deine Huͤlf erflehn, zuſammen auch dein Lob erhoͤhn. 4. Auch mache ſie zu dem Beruf, wozu ſie deine Weisheit ſchuf, geſchickt LCcec2 uund 146 Fuͤrbitten bei Trauungen. und tnunter enffg„treu, damit ihr Werk geſegnet ſey. 5. Und druͤckt ſie dieſes Lebens Muͤh, ſo troͤſte ſie, verlaß ſie nie. Ein Jedes trage immer gern des Andern Laſt, von Unmuth fern. 6. Fuͤhrſt du ſie auf des Leidens Bahn, ſo nimm dich ihrer liebreich an; gib heitre Tage nach dem Leid, und ſegn' es fuͤr die Ewigkeit. 7. Willſt du durch Kinder ſie erfreun, ſo gib zu ihrer Zucht Gedeihn; daß ſie als Chriſten ſich bemuͤhn, dem Himmel Buͤrger zu erziehn. 8. Trennt auch dereinſt der Tod ihr Band, ſo ſey ihr Troſt, daß deine Hand die, welche ſich hier treu gelieht, einander ewig wieder giebt. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 718. Von dir, Gott! ſind der Ehe Freuden. Du, der du Mann und Weib erſchufſt, und ſie im Gluͤck, ſo wie im Leiden, zu großer Pflichten Uebung b rufſt, b mit iht sMi in Jode aſt, voh Leden reich un id, un erſtmn W daßſ Dünm Fuͤrbitten bei Trauungen. 1141 rufſt, gib, daß ſie beide dir ſich weihn, und dein ſich uͤber alles freun! 2. Erhalte ſie auf deinen Wegen nimm ihres ganzen Thuns dich an! Laß Wohlſtand, laß ſie jeden Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn, wenn ihr vereinigtes Gebet zu dir um Gnad' und Huͤlfe fleht. b 3. Erfuͤll' durch deines Geiſtes Triebe mit wahrer Tugend du ihr Herz, mit reiner, feſter, treuer Liebe, in Gluͤck und Ungluͤck, Freud und Schmerz; mit Liebe, die voll Zaͤrtlichkeit durch Sinn und Wort und That erfreut! 4. Kein Theil verbittre ſeine Tage dem andern je durch Ungeſtuͤm, und trifft den einen Laſt und Plage, ſo mildre ſie der andre ihm. Das Gluͤck, deß ſich der eine freut, ſchaff' auch dem andern Heiterkeit! 5. Laß ſie einander, wo ſie fehlen, ſanftmuͤthig nachſehn und verzeihn, und ſich, das Gute nur zu waͤhlen, Ermun⸗ terung und Beiſpiel ſeyn, dann waͤchſt in jedem Augenblick mit ihrer Tugend auch ihr Gluͤck. Mel. 1142² Einſegnung eines Jubelpaares. Mel. Wie ſchoͤn leucht't uns der ꝛe. 719. Von dir, du Gott der Einig⸗ keit! ward einſt der Ehebund geweiht; o weih' auch ſie zum Segen, die hier vor deinem Angeſicht entſchloſſen ſtehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzu⸗ legen. Laß ſie, Vater! dir ergeben, einig leben, weiſe handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 2. O ſegne ſie, der gern begluͤckt und Segen uns von oben ſchickt, auf allen ihren Wegen! Herr, lehre ſie, ſich dei⸗ ner freun, geſchaͤftig, keuſch und fried⸗ ſam ſeyn, und ihr Beruf ſey Segen! Laß ſie, Vater, dir ergeben, gluͤcklich leben, freudig ſterben, und vereint den Himmel erben! Einſegnung eines Jubelpaares. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ec. 720. Kommt zum ſtillen Heilig⸗ thume, Hochbegluͤckte, froh vereint! Singt zu unſers Gottes Ruhme hier, 4 wo reinti paares 1 Heili vereint ne hit, 1 Einſegnung eines Jubelpaares. 1445 wo Ruͤhrung Freude weint. Ueberſchaut den Lauf der Tage wechſelnder Vergan⸗ genheit: war der Herr nicht ſtets bereit, abzuwenden Noth und Plage? Hat er nicht in viel Gefahr euch beſchirmt von Jahr zu Jahr? 1 2. Welch ein Inbegriff von Segen, ward der fruͤh geknuͤpfte Bund! Auf des frommen Fleißes Wegen that ſich Gottes Huld euch kund. Mitgefuͤhl aus treuem Herzen ſchuf der Freude Voll⸗ genuß, ohne Reu und Ueberdruß, und beſiegte ſelbſt die Schmerzen. Dem, der euch dies Gluͤck beſchied, weihn wir heut ein Freudenlied. 3. Nicht umſonſt war euer Streben, Kinder, Enkel zu erziehn. Sie, die dankbar euch umgeben, lehrtet ihr, das Boͤſe fliehn. Aus den Sorgen, aus den Muͤhen, deren Ausgang oft nicht klar, oft fuͤr euch ſehr drohend war, ließ euch Gott viel Frucht erbluͤhen. Ihn, durch den ſo viel gelang, preiſt im frommen Lobgeſang. V 4. Treuer Menſchenvater! ſende neue Kraft dem Jubelpaar, das vor dir heut Herz und Haͤnde neu vereint am WMeih⸗ altar! 1144 Einſegnung eines Jubelpaares. altar! Deiner Schickung ganz ergeben, laß ſie ſpaͤt dem Ziele nahn, und am Schluß der Doppelbahn in Gemeinſchaft aufwaͤrts ſchweben! Treubewaͤhrte fuͤh⸗ reſt du zum Genuß der Himmelsruh'. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. 721. O du, den keine Sprache nennt, den tief das Herz empfindet, der ſuͤße Bande knuͤpft und trennt und dann auf ewig bindet! des Dankes Opfer iſt bereit; hier ſtehen, deiner Huld geweiht, zwei hochbejahrte Zeugen. 2. Ein tiefgeruͤhrtes Greiſen⸗Paar ſinkt betend vor dir nieder; der Tag, der einſt ihr Gluͤck gebar, er kehret feſt⸗ lich wieder. Ein halb Jahrhundert floh dahin; ſie ſahn es ſtill voruͤberziehn, denn ihre Liebe weilte. 3. Du leiteteſt ſie Hand in Hand, Ein Herz und Eine Seele, mit jedem Jahre mehr verwandt; der frohe Mund er⸗ zaͤhle, wie jeder Trug der Sinne wich, im raſchen Strom der Jahre ſich vere⸗ delte die Liebe. 4. Gott! Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. 1145 4. Gott! welche Wunder deiner Macht enthuͤllt ein langes Leben. Bis hierher haſt du ſie gebracht; ſieh' ihre Lippen beben; vernimm der Enkel Ju⸗ belchor, und dieſen Seufzer, tief her⸗ vor aus froh geruͤhrtem Herzen! 5. Bis hieher haſt du ſie gebracht; wie manche treue Gatten barg ſchon des Grabes tiefe Nacht in ihre Trauer⸗ Schatten! Wie viele wurden fruͤh ge⸗ trennt! Sie ſtehn vereint, und ſelig nennt dich ihre Seele:„Vater!“ 6. So leite ſie durchs Alter auch, du Staͤrke aller Schwachen! Bis zu des Lebens letztem Hauch wird deine Liebe wachen. Wie Eine Stunde ſie verband, ſo fuͤhre deine Vaterhand ſie auch ver⸗ eint zum Ziele! Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. Mel. Liebſter Jeſu! wir ſind hier ꝛc. 722. Eltern! Eltern! ſaͤumet nicht, eure Kinder zu erziehen! Heilig, groß iſt eure Pflicht. Lehrt ſie alles, ales ie⸗ 1146 Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. fliehen, was nur Wahn und Suͤnde naͤhret, und der Seele Wohl zerſtoͤret. 2. Fern ſey blinde Zaͤrtlichkeit! Liebet ſie mit weiſer Treue! Strebet, daß zu jeder Zeit euer Herz ſich ihrer freue! Heil euch, wenn ſie durch ihr Leben eu— ern Ruhm vor Gott erheben! 3. Staͤrket ihres Koͤrpers Kraft, daß ſich auch die Seele ſtaͤrke, und, was reine Freuden ſchafft, ſie mit offnem Sinn bemerke! Lehrt ſie Weichlichkeit verach⸗ ten, und durch Fleiß nach Ruhe trachten! 4. Bringt der Wahrheit helles Licht in das Dunkel ihrer Seele! Sorgt, daß weiſer Unterricht ihnen Recht und Pflicht empfehle, daß nicht blinder Aber⸗ glaube ihnen Lieb' und Wahrheit raube! .5. Floͤßet in ihr zartes Herz Hochge⸗ fuͤhl fuͤr Gott und Tugend! Gottesfurcht in Gluͤck und Schmerz heilige ſchon ihre Jugend, und die reinſte Menſchenliebe adle jeden ihrer Triebe! 6. Wandelt ſelbſt auf ebner Bahn, daß ſie eure Schritte ſehen! Locket, fuͤhrt und reizt ſie an, gern mit euch zum Ziel zu gehen! Seyd, was ſie noch werden muͤſſen, um ihr Leben zu verſuͤßen! 3 7. 4 eit verah trachtan elles ech Setg Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. 1147 7. Vaͤter! Muͤtter! freuet euch! Ho⸗ her Lohn wird euch verliehen, ſucht ihr ſtets fuͤr Gottes Reich eure Kinder zu erziehen. Ja, ihr Dank und Gottes Segen ſtroͤmet euch ſchon hier entgegen. 8. Seht, ſie thun was Gott gefaͤllt, ſeht, ſie ſtreuen edeln Saamen; ſie er⸗ halten in der Welt euern unbefleckten Namen. Ihnen winkt auf ihren We⸗ gen eurer Tugend Lohn entgegen. 9. Welche Himmelsſeligkeit wird durch eure Seele dringen, wenn auch ſie einſt hochrftru ſich mit euch zum Throne ſchwingen! O dann jauchzt ihr eure Lie⸗ der: Herr! wir bringen ſie dir wieder! Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 723. O ihr, denen Gott auf Er⸗ den theure Kinder anvertraut, ſorgt, daß ſie ſtets beſſer werden, dann iſt feſt ihr Wohl gebaut. Lehrt ſie fruͤh den Schoͤpfer lieben, und das Gute willig uͤben. Dieſe Pflicht iſt ernſt und groß; nichts, nichts ſpricht euch davon los. 2. Euch 1148 Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. 2. Euch hat Gott dazu erſehen, die⸗ ſes große Werk zu thun. Thut ihr's, ſo wird Wohlergehen auf euch und auf ihnen ruhn. Gott, der ſtrafet und be— lohnet, keinen Pflichtvergeßnen ſchonet, fordert einſt von eurer Hand eure Kin⸗ der, als ſein Pfand. 3. Gott, du unſers Flehens Hoͤrer! laß die Menſchen weit und breit, Vaͤ⸗ ter, Muͤtter, Pfleger, Lehrer, Fuͤrſten und die Obrigkeit mit vereinter Sorg⸗ falt wachen, unſre Jugend fromm zu machen, durch der Lehre Unterricht, durch des Vorbilds ſtrahlend Licht. 4. Welche Freud' und Seligkeiten wer⸗ den, Vater! wir dort ſehn, wann in deinen Herrlichkeiten Eltern, die dan vor dir ſtehn, ſagen:„Vater! von den Meinen, die du gabſt, verlor ich keinen!“ und der Kinder frommer Dank dir er⸗ toͤnt als Lobgeſang! Mel. Erhalt' uns„Herr! bei deinem ꝛe. 724. Huf, Gott! daß ja die Kin⸗ derzucht geſchehe ſtets mit Nutz und Frucht; keitenäte wami die dm ·l vonde hkeine. nk dire m t6. di gi Nutz un Fruch b kund. Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. 1149 Frucht; daß auch aus unſrer Kinder Mund dein Lob, o großer Gott! werd 2. Laß Chriſtenkinder allgemein den Eltern ſtets gehorſam ſeyn, und meiden all ihr Lebenlang den Eigenſinn und Muͤßiggang. 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht heilſame Lehr' und Unterricht; damit das Wort aus deinem Mund ſey ihres Glau⸗ bens feſter Grund. 4. Fuͤhr' du ſie ſelbſt auf rechter Bahn, damit ihr Fuß nicht gleiten kann, und vor Verfuͤhrungen behuͤt' ſie deine Weis⸗ heit, Macht und Guͤt'. 5. Hilf, daß ſie dich, Gott! uͤberall vor Augen haben allzumal, und ſich be⸗ fleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 6. Wo ſie nur gehen aus und ein, da laß ſie, Gott! geſegnet ſeyn; daß ſie an Weisheit jedes Jahr an Tugend wach⸗ ſen immerdar. 7. Wann ſich dann endet einſt ihr Lauf, ſo nimm ſie, Herr! zu dir hin⸗ auf, wo wir mit ihnen einſt zugleich dich preiſen in dem Himmelreich. pflich⸗ 1150 Pflichten der Kinder gegen die Eltern. Pflichten der Kinder gegen die Eltern. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 725. Kinder! die ihr noch im Kreiſe eurer guten Eltern weilt, und um Kleid und Trank und Speiſe ſorglos nur zu ihnen eilt, und durch ſie in jeder Pflicht Lehr' empfangt und Unterricht; 2. Kinder! o bedenket fruͤhe, was ſie thun fuͤr euer Gluͤck, denkt der namen⸗ loſen Muͤhe, die ſie euch vom Augen⸗ blick eures Aufbluͤhns bis zur Zeit eurer Reife ſtets geweiht. 3. Elternlieb' iſt ohne Schranken. Kinder! nie belohnt ihr ſie; danken aber koͤnnt ihr, danken fuͤr der Eltern Lieb' und Muͤh', fuͤr ſo manche lange Nacht ſchlummerlos fuͤr euch durchwacht! 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ih⸗ nen treu und folgſam ſeyn; nie mit Vor⸗ ſatz ſie betruͤben, jede Kraͤnkung ſchnell bereun; ohne Kluͤgeln ihnen traun und auf ihre Winke ſchaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren ſey, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, 2—————— lehen, mit Va Pflichten gegen Wittwen und Waiſen. treu, fern vom Laſterpfade geht, bis ihr einſt am Ziele ſteht; 6. Eure Kraft den Eltern leihen, wenn ſie kraftlos ſind und ſchwach; ſie mit Troſt und Huͤlf erfreuen bei des Alters Ungemach: dies iſt Kindesdank und Pflicht; Kinder, dies vergeſſet nicht! 1151 Pflichten gegen Wittwen und Waiſen. Mel. Zion klagt mit ꝛe. 726. Nichts betruͤbters iſt auf Er⸗ den, nichts kann ſo zu Herzen gehn, als wenn Arme Wittwen werden, und die Waiſen um ſie ſtehn, ohne Vater, ohne Gut, ohne Huͤlfe, ohne Muth. Wittwen ſind verlaßne Frauen, Waiſen klaͤglich anzuſchauen. 2. Doch wenn in der Truͤbſal Schran⸗ ken, darin Gott ſie hat geſtellt, nur geduldig ohne Wanken feſt an Gott ihr Herz ſich haͤlt, ſitzen Waiſen, arm und bloß, wohl verſorgt in Gottes Schooß, finden ſtets in Gottes Armen Wittwen Huͤlfe, Troſt, Erbarmen. 3. Gott 1152 Pflichten gegen Wittwen und Waiſen. 3. Gott iſt Richter und Berather frommer Wittwen, hoͤrt ihr Schrein, Gott iſt armer Waiſen Vater, will ihr Schutz und Helfer ſeyn. Wehe drum dem harten Mann, der die Wittwen druͤcken kann! Unbarmherzige Gerichte drohen ſolchem Boͤſewichte. 4. Laßt uns der Bedraͤngten ſchonen, mildern Wittwen⸗Waiſen Noth, reich⸗ lich wird dies Gott belohnen in dem Le⸗ ben ohne Tod; wo kein Wittwenauge thraͤnt, keiner Waiſe Seufzer ſtoͤhnt, wo von allen Lippen, allen, nichts als Freudenlieder ſchallen! Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 727. An guter Eltern Grabe klagt der verwaiſte Knabe in tiefem, bitterm Schmerz; o ſeht der Kinder Thraͤnen, ihr aͤngſtlich banges Sehnen; wie leidet ſchwer ihr junges Herz! b 2. Der Waiſe ſucht vergebens die Fuͤhrer ſeines Lebens, vergebens ihren Rath; ſie ſind hinweggenommen, ſie 9 8 wer⸗ werden nicht mehr kommen! ſchonn in demt ktwenan er ſthnt ſen druͤcken kann!, nin Pflichten gegen Wittwen und Waiſen. 1155 Er geht nun einſam ſeinen Pfad. b 13. Doch iſt ein Vater droben, der Alllen taͤglich Proben von ſeiner Treue giebt. Er bleibt, wenn Alles weichet; ſo weit der Himmel reichet, reicht Got⸗ tes Macht, der Alle liebt. 4. Der Waiſen bange Klage ſteigt nicht am Trauertage umſonſt zu ihm hinan. Weh' dem, der lieblos denket, der Elternloſe kraͤnket, und arme Wai⸗ 5. Laß Keinen von uns Allen in dieſe Suͤnde fallen, Gott, der die Waiſen hoͤrt! Die du willſt unterſtuͤtzen und leiten und beſchuͤtzen, ſind ſie nicht unſ⸗ rer Huͤlfe werth? 6. So gib uns denn, auf Erden Ver⸗ laßner Troſt zu werden, und Waiſen zu erfreun. Denn unter deiner Sonne iſts doch die groͤßte Wonne, dir, Gott! im Wohlthun aͤhnlich ſeyn. Doͤdd Pflich⸗ 1154 Pflichten der Herrſchaften gegen Dienende. Pflichten der Herrſchaften gegen Dienende. Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt du ꝛe. 728. Die Menſchen moͤgen herr⸗ ſchen oder dienen, du biſt ihr Herr, o Gott! und du gibſt ihnen, dir zu ge— horchen, als getreue Knechte, Geſetz und Rechte. 8 2. Und dieſe heiligen Geſetze ſollen ſie halten, wenn ſie gluͤcklich werden wollen, vereinigt Alle durch der Liebe Bande in jedem Lande. 3. Wer ſeinem Hauſe vorſteht, ſoll ſich huͤten, was er befiehlt, tyranniſch zu gebieten; mit Haͤrte zu beherrſchen, die ihm dienen, ſich nie erkuͤhnen; 4. Soll denken beim Gebrauche dei⸗ ner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, damit er Untergebene nie kraͤnke, ſie weiſe lenke. „5. Er ſoll verſprochnen Lohn nicht ihnen ſchmaͤlern, ſie ſtrafen ſanftmuths⸗ voll bei ihren Fehlern, und, wie ſo leicht er ſelber koͤnne fehlen, ſich nicht verheh⸗ len; G denende. gegen U:ct. gen he Herr, 1 ir zu g e, Geſ eſollen en wolle Bandei ſteht, d tyraniſc ehherrhen nen; rauche d / Herran, ntergie ohn lih nftmuthe e o li ht berhch 6 61 —— — Pflichten d. Dienenden gegen ihre Herrſchaften. 1155 6. Soll liebreich ſeyn, geduldig und gelinde, daß er vor ſeinem Richter Gna⸗ de finde, daß Gott, wie er belohnt, auch ihn belohne, wie er ſchont, ſchone. b 7. Doch, Gott! wie oft, wie leicht wird, wer regieret, zum Mißbrauch ſei⸗ nes Anſehns, nicht verfuͤhret von Eitel⸗ keit, vom Hange zum Gewinne, vom Eigenſinne! 8. Laß Jeden denn auf deinen Willen ſehen, um ſeinem Hauſe weiſe vorzuſte⸗ hen. Gib Jedem auch zu dieſem edeln Werke Licht, Muth und Staͤrke. ——— Pflichten der Dienenden gegen ihre Herrſchaften. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 729. Gott! deinen weiſen Willen ſoll Jeder hier erfuͤllen. Laß ihn uns heilig ſeyn! Laß alle unſre Kraͤfte uns treulich dem Geſchaͤfte, zu dem du uns berufen, weihn! 3 2. Wer Anderen will dienen, der diene redlich ihnen, und folge dir, o Gott! Hilf ihm der Herrſchaft Willen ſo gern Dddd 2 und 1156 Pflichten d. Dienenden gegen ihre Herrſchaften. und treu erfuͤllen, als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Klagen des Le⸗ bens Laſt ihn tragen, und Weichlichkeit verſchmaͤhn; im Reden und im Schwei⸗ gen ſich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn. 4. Der Herrſchaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, laß ſeine Freude ſeyn. Hilf ihm ſie herzlich lie⸗ ben, mit Vorſatz nicht betruͤben, ver⸗ droßnen Sinn und Frechheit ſcheun. 5. Laß ihn ſie nie beneiden; hilf ihm die Traͤgheit meiden und alle Zankſucht fliehn; ſtets recht thun, nicht betruͤgen, nicht laͤſtern und nicht luͤgen, und allem Leichtſinn ſich entziehn. 6. In allem Dienſt auf Erden ſtets tuͤchtiger zu werden, iſt unſer Aller Pflicht. Wer treu iſt hier im Kleinen, den zaͤhlſt du zu den Deinen, wenn du einſt kommſt zum Weltgericht. 7. Du, Gottÿ! biſt der Gerechte, der Herr der⸗Herrn und Knechte, und Bei⸗ der Troſt und Heil. Der Niedrigſte auf Erden kann groß im Himmel wer⸗ den, hat, wie der Reiche, an dir Theil. — 8. Dies Vaterlandsliebe und Gemeinſinn. 1157 8. Dies laß uns ſtets erwaͤgen, denn dies gibt Troſt und Segen, und reicht die Hoffnung dar: einſt wirſt du, Herr der Welten! uns treuen Fleiß vergelten, im Dienſt, der Menſchen nuͤtzlich war. 2. Chriſtlicher Sinn und Wandel im Staate. Vaterlandsliebe und Gemeinſinn. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 730. Beim theuern Namen Vater⸗ land erwachen frohe Triebe. Ich fuͤhle mich mit ihm verwandt, ich fuͤhle, daß ich's liebe. In dir, o Vaterland! be⸗ gann ich meinen Lauf einſt auf der Bahn zum hohen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unſchuld lernt' ich hier die erſten Worte ſtammeln, und mir Er⸗ kenntniß, Gott! von dir und deinen Wer⸗ ken ſammeln; mit Eltern ſah ich mich vereint, und ſie, und mancher Jugend⸗ freund, verſuͤßten meine Tage. 3. Wie Viele waren um mich her, geſchaͤftig mich zu pflegen! Wie Viele fuͤhrten immer mehr der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Baͤrgeerecht b ereit, 1158 Vaterlandsliebe und Gemeinſinn. bereit, hier fand ich Ruh und Sicher⸗ heit im Schutze der Geſetze. 4. So will ich denn auch dankbar ſeyn und Andern wieder nuͤtzen, will rathen, helfen und erfreun, und Gutes unterſtuͤtzen. Was Ordnung, Recht und Eintracht naͤhrt, und was des Landes Wohlſtand mehrt, ſoll ſtets mir theuer bleiben. 5. Ich will durch Fleiß und Redlich⸗ keit dem Vaterlande dienen, und was mir das Geſetz verbeut, mich nie zu thun erkuͤhnen; will Jedem geben was ich ſoll, und ohne Zwang und ohne Groll die Vorgeſetzten ehren. 6. Um uͤberall aus Dankbegier des Landes Ruhm zu gruͤnden, ſoll auch der Fremdling ſtets in mir den Freund der Menſchen finden. Ich will gerecht und liebreich ſeyn, ihm in Gefahren Schutz verleihn und Freuden ihm gewaͤhren. 7. Aus Liebe fuͤr mein Vaterland will ich mich nie vergehen, ein fremdes Volk mit Unverſtand zu haſſen und zu ſchmaͤ⸗ hen. Verdienſt und Tugend, nah und fern, ſoll immer meine Seele gern an jedem Menſchen ſchaͤtzen. 8. O —y— „ 11ℳ h— egier reund d recht un lauch en Schu knuͤpfet Gott allgemeinen Wohlfahrt Band. Vaterlandsliebe und Gemeinſinn. 1159 8. O wohl dem Lande, wo der Geiſt des Chriſtenthums regieret, wo Jeder dich, o Vater! preiſt, und ſich mit Weis. heit zieret; wo nie die Buͤrgertreu ent⸗ l flieht, und Keiner ſich der Pflicht ent⸗ zieht, Gemeinwohl zu befoͤrdern! Mel. Wo Gott zum Haus ꝛe. 731. Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der Alles wohl geordnet hat, wird Voͤlkern dauerhaftes Heil durch der Geſellſchaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thaͤtigkeit, die ſich dem Dienſt des Ganzen weiht, durch allerſeitiges Bemuͤhn kann Buͤrgerwohl beſtehn und bluͤhn. 3. Der Eine nuͤtzt durch Geiſteskraft, durch Einſicht und durch Wiſſenſchaft; der Andere durch Heldenmuth und durch ſein reiches Hab' und Gut. 4. Nicht minder nuͤtzt dem Vaterland das Werk der kunſtgeuͤbten Hand. So durch jeden Stand der 5. Gluͤck 1160 Pflichten der Obrigkeiten. 5. Gluͤck, Segen, Reichthum, Ueber⸗ fluß und immer wechſelnder Genuß, Be⸗ quemlichkeit und Freud' und Ruh fließt uns aus Fleiß und Ordnung zu. 6. Wer wollte drum nicht thaͤtig ſeyn? nicht ſeinem Stand ſich eifrig weihn? nicht wirken treu in dem Beruf, zu wel⸗ chem ihn ſein Gott erſchuf? 7. Wer die von Gott verliehne Kraft mit Weisheit nuͤtzt und Gutes ſchafft, der lebt zum Segen fuͤr die Welt, der lebt, ſo wie es Gott gefaͤllt. 8. Und kommt dann einſt die Nacht heran, in der er nicht mehr wirken kann; ſchließt er getroſt die Augen zu, denn wohlverdient iſt ſeine Ruh. Pflichten der Obrigkeiten. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten ꝛc. 732. Gott! deiner Huͤlfe freue ſich des Landes Obrigkeit, ihr Auge ſehe ſtets auf dich, ihr Herz ſey dir geweiht.:; 2. Begnadiget mit deiner Kraft, und deines Geiſtes voll, gedenke ſie der Re⸗ chenſchaft, die ſie dir geben ſoll.:: 6 3. Sie die N ken kan zu, dm Pflichten der Buͤrger gegen die Obrigkeit. 1161 3. Sie foͤrdre willig deinen Ruhm; ſie denke gern daran: der Staat ſey, Gott! dein Eigenthum, und ſie dir un⸗ terthan.:: 89 4. Wer uͤber Chriſten, Gott! von dir zum Herrn verordnet iſt, ſey deiner Kirche Schutz und Zier, der beſte Menſch und Chriſt.:; 5. Verleih' es ihm, wenn er begehrt, dir aͤhnlich, Gott! zu ſeyn, und laß ihn, in dein Bild verklaͤrt, die Menſchen gern erfreun.:; 6. So zeig' in ihren Thaten ſich auch unſre Obrigkeit, gerecht und gut und vaͤterlich, zu helfen ſtets bereit.;;: 7. Und wer da wallt nach dieſem Ziel, nach dem er wallen ſoll, dem mache Gott der Tage viel, und jeden ſegensvoll!:;: 1* Pflichten der Buͤrger gegen die Obrigkeit. Mel. Gott ſey Dank in aller ꝛc. 733. Ehr', o Chriſt! die Obrigkeit wie dir Gottes Wort gebeut. Sey ein guter Unterthan, weil nicht Jeder herr⸗ ſchen kann. 8 2. Un⸗ 1162 Pflichten der Buͤrger gegen die Obrigkeit. 2. Ungleich iſt der Menſchen Loos; der iſt niedrig, jener groß; aber jeder Stand hat Werth, wo man Recht und Tugend ehrt. 3. Zur gemeinen Wohlfahrt ſey dem Geſetze ſtets getreu; wer ihm gern ge⸗ horchen kann, der nur iſt ein freier Mann. 4. Schaue Jeſum Chriſtum an! Er war auch ein Unterthan. Thu', wie er, ohn Zwang und Noth, deiner Ob⸗ rigkeit Gebot. 5. Ehre gib, dem ſie gebuͤhrt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gaͤbſt du's Gott, dem Herrn, was du ſchuldig biſt, gib's gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Wohl⸗ ſtand, Schutz und Sicherheit, iſt ein Gluͤck, das Gott verleiht durch den Schutz der Obrigkeit. 7. Gluͤcklich iſt dann jeder Stand, dann bluͤht unſer Vaterland, wann ſich Alle treu bemuͤhn, Unrecht und Gewalt zu fliehn. 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Hoͤchſten an! Fuͤrchtet ihn; denn Fuͤrbitte fuͤr Gemeinwohl. denn ſein Gericht wird gerecht ſeyn; ſuͤndigt nicht! b Fuͤrbitte fuͤr Gemeinwohl. Mel. Herr Jeſu Chriſt, dich zu ꝛc. 734. Wanſcht Gluͤck der Stadt, worin ihr lebt, daß ſie der Segen Got⸗ tes hebt; ſtets laſſe ſie der Herr gedeihn, ſtets moͤg' ſie dankbar ihm ſich weihn. 2. Er, der mit weiſer Vaterhand, uns hier zu einem Volk verband, gebeut, daß fromme Buͤrger ſich zuſammenhal⸗ ten bruͤderlich. 3. Wuͤnſcht Gluͤck der theuren Obrig⸗ keit! und Weisheit und Gerechtigkeit, fuͤhr' mild und feſt den Richterſtab, den ihr der Hoͤchſte uͤbergab. 4. Wuͤnſcht Gluͤck der ganzen Buͤr⸗ gerſchaft! Sie uͤbe ſtets gewiſſenhaft, was treuer Buͤrger Pflicht erheiſcht, von falſcher Freiheit ungetaͤuſcht. 5. Und jedes Hauſes Eigenthum ſey reiner Sitten hoher Ruhm. Durch Fleiß und Ordnung mehre ſich des Se⸗ gens Fuͤlle ſichtbarlich. 6. Krieg, 1164 Fürbitte fuͤr Gemeinwohl. 6. Krieg, Seuchen, Feuer, Hungers⸗ noth, und was ſonſt unſrer Wohlfahrt droht, entferne, bei bereuter Schuld, des ſchonenden Erbarmers Huld. 7. Sprich, Herr! zu unſern Wuͤn⸗ ſchen: Ja! Sey ferner uns in Gnaden nah; laß uns nach deinem Willen thun, ſo wird dein Friede auf uns ruhn. Mel. Es iſt das Heil uns kommen ꝛc. 735. Heer Gott, wir preiſen deine Macht mit freudigem Gemuͤthe; du haſt bisher fuͤr uns gewacht durch deine große Guͤte, daß Jedermann von uns in Ruh die Werke des Berufs, wie du gebieteſt, kann verrichten. 2. In unſerm Lande blitzt kein Schwerdt, Unſchuldige zu toͤdten; es iſt von Feinden nicht verheert, und frei von Kriegesnoͤthen; daß Guͤte und Gerechtig⸗ keit, daß Wohlſtand, frohe Thaͤtigkeit und Friede herrſchen koͤnnen. 3. Allmaͤchtiger! laß uns forthin auch dieſe Wohlthat ſpuͤren; gib allen Maͤch⸗ tigen den Sinn, im Frieden zu regieren. Erhalt n ꝛc. eiſen da eiine gunh s in Ni u gebſett itt t tenz e Fuͤrbitte fuͤr alle Staͤnde. 1165 Erhalt uns ſtets dein gernich Wort, und laß in Ruh' an jedem Oun, Gluͤck, Heil und Tugend bluͤhen. 4. O hilf du ſelbſt uns adlich ſeyn, und alle Zwietracht meiden. Ein Herz von Haß und Feindſchaft rein, entgehet manchen Leiden; oft fließt ihm hier ſchon Freude zu, und dort genießet es die Ruh', wo ewig Friede herrſchet. Fuͤrbitte fuͤr alle Staͤnde. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 736. Erhore, Gott, erhoͤre! breit' deines Namens Ehre an allen Orten aus! Herr, ſegne alle Staͤnde! Durch R deiner Allmacht Haͤnde beſchuͤtze Kirche! Staat und Haus. b G 2. Ach laß dein Wort uns Allen noch ferner rein erſchallen, uns ſeines Segens freun; gib du getreue Lehrer, und unverdroßne Hoͤrer, und laß uns fromme Thaͤter ſeyn. 3. Laß alle, die regieren, ihr Amt mit Segen fuͤhren, uns Schutz und Recht 1166 Fuͤrbitte fuͤr alle Staͤnde. Recht verleihn; daß Fried' und Freud' ſich muͤſſen in unſerm Lande kuͤſſen, und ſegnend um und bei uns ſeyn. 4. Ach wende, Herr! in Gnaden Krieg, Feuer, Waſſerſchaden, und alles Ungluͤck ab. Kein Unfall, Gott! ver⸗ nichte des Landes reiche Fruͤchte, die uns dein milder Segen gab. 5. Die Leidenden begluͤcke, die Trau⸗ rigen erquicke, daß ſie ſich deiner freun. Den Waiſen ſey ein Vater, im Kum⸗ mer ihr Berather; du wollſt ihr Schutz, ihr Beiſtand ſeyn. 6. Nimm auch dich an der Kranken; und die im Glauben wanken, laß, Herr! auf dich ſtets ſehn. Den Alten hilf die Plagen und Laſt des Alters tragen, bis ſie zu ihrer Ruhe gehn. 7. Sey der Verfolgten Stuͤtze; die huͤlflos ſind, beſchuͤtze; und die in Ster⸗ bensnoth des Jammers Thraͤnen wei⸗ nen, erfreue als die Deinen mit einem ſanften, ſel'gen Tod. 8. Nun, Herr! du wirſt erfuͤllen, was wir, nach deinem Willen, in De⸗ muth jetzt begehrt; wir ſprechen 5 laß, He ten hiff d dich ehren, Fuͤrbitten fuͤr die Obrigkeit. 1167 lich: Amen! Es wird in Jeſu Namen auch dies Gebet von dir erhoͤrt. b Fuͤrbitten fuͤr die Obrigkeit. Mel. Es iſt das Heil uns ꝛc. 737. Erhalt uns, Herr, die Obrig⸗ keit! Du gabſt ſie uns, auf Erden mit Wohlſtand und mit Sicherheit durch ſie begluͤckt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Luſt und Kraft, was wahres Buͤrgerwohl verſchafft mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß ſie gleich geſinnet dir, uns vaͤterlich regiere, daß jeder Buͤrger unter ihr ein ruhig Leben fuͤhre; laß ſie der Unſchuld Zuflucht ſeyn, den Redlichen im Land erfreun, dem Unrecht kraͤftig ſteuern. 3. Laß uns von ihrem Schutz bewacht, des Friedens Gluͤck genießen, und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns ver⸗ fließen. Hilf, daß wir in Gottſeligkeit und ſchon in der Zeit die Fruͤchte davon ernteeen..uu 4 Gib. 1168 Fuͤrbitte fuͤr Handel und Gewerbe. 4. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu, die du ihr untergeben, daß Jedermann bemuͤhet ſey nach ſeiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihres Amtes Muͤh', mit dei— nem Segen kroͤne ſie, und ſey ihr Lohn auf ewig! 5. Ja ſtaͤrke, Herr! die Obrigkeit, gerecht vor dir zu wandeln; doch lehr' auch uns zu jeder Zeit als gute Buͤrger „handeln; damit vor deiner Majeſtaͤt, die uͤber alle Hoheit geht, wir Alle wohl beſtehen. Fürbitte fuͤr Handel und Gewerbe. Mel. Es iſt das Heil uns ꝛc. 738. Wo iſt ein Volk, wo iſt ein Land, o Geber aller Gaben! wo Menſchen nicht aus deiner Hand, was ſie beduͤrfen haben? Wie weislich, Herr, vertheilſt du nicht, was dieſer hat und dem gebricht, um Voͤlkerwohl zu gruͤnden. 2. Als milder Geber zeigſt du dich den e ſtroͤmt —B8„ ———————„— ———y—— Voͤlkern aller Lande, verknuͤpfeſt alle unter ſich durch deiner Guͤte Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort Gewerbe e. iſteinbun nſ chen ri rfen haba lſt du ich Fuͤrbitte fuͤr Handel und Gewerbe. ſtroͤmt unerſchoͤpft dein Segen fort, die Menſchen zu begluͤcken. 3. Du fuͤhrſt der Handlung kuͤhnen Lauf durch Stroͤme und durch Meere; thuſt taͤglich neue Quellen auf, daß reger Fleiß ſich naͤhre, hier durch des Land⸗ manns Muͤh' und Schweiß, dort durch geſchickter Kuͤnſtler Fleiß/ durch Umtauſch und Gewerbe. 4. Wer, Herr! durch Andrer Fleiß gewann, der ſegne ſeine Bruͤder, ſo reich und treu er immer kann, in ſeinem Fleiße wieder. Und Ehre nicht, und nicht Ge⸗ winn, ein reiner, hoher Pflichtenſinn ſey dieſes Fleißes Seele. 5. Verleih', daß jeder redlich ſey in allem Thun und Handel; rechtſchaffen, bruͤderlich und treu, in ſeinem ganzen Wandel. Wie gern, o Vater, wendeſt 1169 du dem Lande deinen Segen zu, wo ſolche Menſchen wohnen. 6. Herr, unſer Gott! wir preiſen dich mit froͤhlichem Gemuͤthe; auch uͤber uns verbreitet ſich die Fuͤlle deiner Guͤte. Theil deinen Segen ferner aus auf un⸗ ſer Land, auf jedes Haus, um Alle zu begluͤcken. EeeRc Mel. 1170 Furbitte fuͤr Handel und Gewerbe. Mel. Aus tiefer Noth ſchrei ich zu dir ꝛc. 739. Gortt, Vater! du wollſt Gluͤck und Heil zu unſrer Nahrung geben, daß Jeder ſein beſcheiden Theil empfang' in dieſem Leben; du weiſt am beſten Maaß und Ziel, uns nicht zu wenig, nicht zu viel, vom Erdengut zu geben. 2. Wir wollen, was uns heilſam iſt, mehr nicht, von dir begehren, daß je der ohne Trug und Liſt, ſich redlich koͤnn ernaͤhren. Dann gib uns, Va⸗ ter! Weisheit auch zu dir gefaͤlligem Gebrauch der Gaben deiner Guͤte. 3. Vor allem gib uns Seligkeit, dags gute Theil, das Beſte! Hier ſind wir doch auf kurze Zeit nur Pilgrimme und Gaͤſte. Eh man's vermuthet, ſind wir hin. Wohl uns, wenn wir, mit from⸗ mem Sinn, erſt nach dem Himmel trach en! ——·—— ———— gefäͤlinn Guͤte. gkeit, d r ſind w rimme m „ſind ii mit ftan unel trat 3. Chriß Froͤmmigkeit in der Jugend. 1171 3. Chriſtlicher Sinn und Wandel nach Ver⸗ ſchiedenheit der Lebensalter. Froͤmmigkeit in der Jugend. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 740. Bewache, Juͤngling, deine Schritte! Groß iſt die Macht der Sinn⸗ lichkeit; kaum merklich ſind die erſten Tritte zum Abgrund der Verworfenheit. Die Sicherheit ſtuͤrzt in Gefahr; o nimm ſie fruͤh von ferne wahr! b 2. Mach' dich ſchon in der fruͤhſten Jugend mit deinen Neigungen bekannt, und baue nicht auf deine Tugend, denn ploͤtzlich fiel, wer erſt noch ſtand. Dein eignes Herz iſt oft der Feind, der es am ſchlimmſten mit dir meint. 3. Vecfuͤhrer werden ſich vereinen, dich in des Laſters Netz zu ziehn. Ihr Thun wird loͤblich dir erſcheinen, ihr Schmeichelwort reißt dich dahin. O widerſteh', noch iſt es Zeit, den Lockun⸗ gen durch Wachſamkeit.* 4. Biſt du zu ſchwach zum Widerſte— hen, ſo wende dich zu deinem Gott; er hoͤrt ſo willig unſer Flehen und ſendet Eeee 2 Huͤlfe 1172² Froͤmmigkeit in der Jugend. Huͤlfe in der Noth. Die Macht der ſtaͤrkſten Leidenſchaft beſieget des Gebe⸗ tes Kraft. t nn 5. Die Kraft des Hoͤchſten wird dich ſtaͤrken, ſuchſt du ſie redlich im Gebet; zum Kampfe mit der Suͤnde Werken, fuͤhlſt du von Gott den Muth erhoͤht; kein Feind iſt, welcher dich erſchreckt, weil dich der Allmacht Fluͤgel deckt. 6. Laß, ſo gefaßt, die Stunde ſchla⸗ gen, zur Pruͤfung dir beſtimmt vom Herrn; mit Gott darfſt du den Kampf wohl wagen, mit Gott iſt dir der Sieg nicht fern. Am Ausgang harret deiner ſchon des Ueberwinders Ehrenlohn. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 741. Woyl dem, der ſeines Lebens Morgen Gott ſeinem Herrn und Schoͤpf⸗ er weiht, beſchaͤftigt mit den edeln Sorgen der Ausſaat fuͤr die Ewigkeit. Er wird die wilde Luſt der Jugend und roher Laſter Reize fliehn; ſein Herz wird nur fuͤr Gott und Tugend, fuͤr Pflicht und Recht und Wahrheit gluͤhn. 3 2. Von — 8———————— ——,—= der Eh rret deim Froͤmmigkeit in der Jugend. 1173 2. Von Sorgen frei, voll Muth, und heiter, wallt er der Unſchuld lichte Bahn mit feſtem Schritte immer weiter, und blickt getroſt zu Gott hinan. Auch wo Verfuͤhrer ihn umgeben, beſiegt er ſie durch Wachſamkeit; ermuͤdet nie in ſeinem Streben nach Tugend und Voll⸗ kommenheit. b 3. Wie freudenreich ſind ſeine Tage! G Wie ſanft entfließt ihm ſeine Zeit! Er fuͤrchtet keiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er ſtreut den Samen jeder Tugend, und freuet ſich der Ernte ſchon; die ſchoͤne Bluͤthe ſeiner Jugend verheißet ihm des Alters Lohn. Mel. Werde munter mein ze. 742. Anſre Kindheit, unſre Jugend jedes Alter darf ſich freun. Auch die Freude, Gottl iſt Tugend; aber heilig muß ſie ſeyn; nicht ein Taumel, der bethoͤrt, der Gefuͤhl und Kraft zerſtoͤrt, der im Sturme wilder Luͤſte deine Erde macht zur Wuͤſte. 1r 2. Nur in einem reinen Herzen, nur b in 1174 Froͤmmigkeit in der Jugend. in einer keuſchen Bruſt toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh und Luſt. Unbeherrſchte Sinnlichkeit toͤdtet die Zufriedenheit; ſie vergiftet alle Freuden und verwandelt ſie in Leiden. 3. Reiner Sinn und Unſchuld ſchmuͤk⸗ ket mehr als Schoͤnheit, ſie vermehrt jede Luſt, die uns entzuͤcket, jedes Gluͤk⸗ kes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; denn ſie hoffen voll Vertrauen, Gott im reinern Licht zu ſchauen. 4. Laß die Jugend froh, geſellig, ihres Lebens, Gott! ſich freun, liebens⸗ wuͤrdig und gefaͤllig, aber nur durch Tugend, ſeyn; offen, ohne Schmeichelei, ſtets beſcheiden und doch frei ohne Frech⸗ heit, ſtets bedaͤchtig, immer ihres Her⸗ zens maͤchtig. 5. Laß die Frechheit wilder Sitten nie das junge Herz entweihn. Laß, o Gott! Pallaͤſt und Huͤtten jeder Tugend Wohnung ſeyn. Jeder ſtrebe, wer ein Chriſt, weſſen Wunſch die Tugend iſt, daß ſein Haus, und daß die Erde deines Himmels Vorhof werde. Wei⸗ ——„ zuen. jögeſeh n, lieben nur daut ertraun Weiſer Gebrauch des jugendlichen Alters. 1175 Weiſer Gebrauch des jugendlichen Alters. Mel. Wer nur den lieben Gott laͤßt ꝛc. 743. Wo eilt ihr hin, ihr Lebens⸗ ſtunden? Ach, edle Zeit, wo fleuchſt du hin? Wie mancher Tag iſt ſchon ver⸗ ſchwunden ſeitdem ich auf der Erde bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ruht ſchon im Meer der Ewigkeit. 6 2. Ermuntre dich aus deinem Schlum⸗ mer! Auf, auf, mein Geiſt, ermuntre dich! Dies ſey dein Gram, dies ſey dein Kummer, daß mancher Tag umſonſt verſtrich. Der unbenutzte Augenblick, o fuͤhl es! nie kommt er zuruͤck. 3. Dem Thoren fliehen ſeine Jahre eh' er des Lebens Werth verſteht; er nahet fruͤher ſich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Und ach! was iſt ein Leben werth, das ungenuͤtzt vor⸗ uͤberfaͤhrt? b 4. Ermanne dich! Fang' an zu leben, und nuͤtzlich fuͤr die Welt zu ſeyn! Fang an, der Weisheit nachzuſtreben, und dich der Froͤmmigkeit zu weihn, daß, wenn 1176 Gottvertrauen im Alter. wenn man deinen Leib begraͤbt, dein Werk und dein Gedaͤchtniß lebt! 1 5. Sey keinen Theil des Lebens muͤ⸗ ßig! Sieh, daß du deine Pflicht erfuͤllſt! Du haſt den Tag nicht uͤberfluͤſſig, den du ſo frech verſchwenden willſt. Wie kurz, wie ſchaͤtzbar iſt die Zeit, die Gott auf Erden dir verleiht! b 6. Von jedem deiner Lebenstage, gib ſelbſt dir treulich Rechenſchaft. Durch⸗ denk ihn, leg ihn auf die Wage, und pruͤfe, was er dir verſchafft. O ſelig! wer ihn ſo durchlebt, daß nie ſein Herz vor ihm erbebt. 7. Ach, Herr des Lebens! ſteh' auch kuͤnftig mir bei mit deiner Gotteskraft! Dann leb' ich, wie ich ſoll, vernuͤnftig und auch als Chriſt gewiſſenhaft; dann preiſ ich noch in Ewigkeit dich fuͤr den groͤßten Schatz, die Zeit. Gottvertrauen im Alter. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 744 Auch noch im ſpaͤ 121. im ſpaͤten Alter fuͤhlt ſich, o Welterhalter ſhait Menſch begluͤckt durch dich. Der fromme Greis am —————— ztage 1 O ſh eſein hn lſtey' an otteskrſt vernuͤnftt haft; de ih für tage, t. Dud Lage u Gottvertrauen im Alter. 1177 am Stabe, bald reif zur Ruh' im Gra⸗ be, fleht noch zu dir um Lebensgluͤck. 2. Dich ruft er nicht vergebens im Herbſte ſeines Lebens, o Ewigguter! an. Du troͤſteſt ihn im Leiden, du ſchenkſt ihm oft noch Freuden und fuͤhrſt ihn ſanft auf oͤder Bahn. 3. Ihn macht des Alters Buͤrde, wenn er mit ſtiller Wuͤrde ſie traͤgt, der Ach⸗ tung werth. Wer wollt' ihn auch nicht achten; wer nicht mit Eifer trachten, zu thun, was Freuden ihm gewaͤhrt? 4. Wie viel hat er erfahren, wie viel in fruͤhern Jahren gewirkt, geſehn, ge⸗ hoͤrt! Wir koͤnnen von ihm lernen das fliehn und das entfernen, was unſres Lebens Frieden ſtoͤrt. 5. Jezt ruft ihn vom Geſchaͤfte der Mangel ſeiner Kraͤfte, und noͤthigt ihn, u ruhn. Doch du, Gott! wirſt ihn ſchuͤgen„ihn maͤchtig unterſtuͤtzen, ihm bis ans Ende Gutes thun. 6. Drum wollen wir auch ſtreben, die nah' am Ziele leben, wie du, Gott! zu erfreun. Wir wollen ſtets ſie ehren, gern ihrem Kummer wehren, der Alten Freund und Helfer ſeyn. Fuͤr⸗ 1178 Fuͤrbitten fuͤr alle Lebensalter. Fuͤrbitten fuͤr alle Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 745. Der du den Menſchen huld⸗ reich leiteſt, in jedem Lebensalter liebſt, in jedem Freuden ihm bereiteſt, ihm noch am Grabe Segen giebſt: ach lebte, Gott! zu deinem Preis der Juͤngling wie der Mann, der Greis! 2. Verleih' dem Juͤngling Weisheit; lehre ihn Maͤßigung, wenn er ſich freut, und Demuth auf der Bahn der Ehre; und wenn Verſuchung ihn bedraͤut, ſo bleibe ſeine Seele rein; dir muͤſſe ſie ge⸗ heiligt Feunty. 3. Dem Manne hilf, ſich ſelbſt be⸗ zwingen, die Habſucht und den Ehrgeiz fliehn, der Tugend jedes Opfer bringen; laß keiner Pflicht ſich ihn entziehn! Er wandle feſt die Bahn zum Ziel, und ſtreue guten Saamens viel. 4. Erſcheint der Abend einſt dem Greiſe, ſo ſey du Stecken ihm und Stab; und ſchwach, und lebensmuͤde preiſe er deine Huld noch bis ins Grab; und wann der morſche Koͤrper faͤllt, be⸗ gluͤck den Geiſt die beſſre Welt! 4. Chriſt⸗ —y————— er brinzen 4. Chriſtlicher Sinn und Wandel nach Verſchiedenheit der Gluͤcksumſtaͤnde. Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten und Reichen. Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 746. Wenn uns, o Gott! durch deine Milde dies Leben, wie ein Bach, verfließt, der durch verbluͤmte Luſtgefilde in groͤßre Stroͤme ſich ergießt; dann laß uns dankbar nicht allein, auch weiſ' und liebevoll ſtets ſeyn. 2. Laß uns in jedes Gluͤcks Gefahren, durch Demuth und Beſcheidenheit, vor ſeinem Mißbrauch uns bewahren, vor Uebermuth und Ueppigkeit, daß Jeder, deinem Rufe treu, auch ſeines Gluͤckes wuͤrdig ſey. 3. Des hohen Werthes deiner Gaben und ihres Zweckes eingedenk, beweiſe Jeder, was wir haben, ſey nicht ver⸗ dient, ſey dein Geſchenk; ſey ein Ge⸗ ſchenk nur fuͤr die Zeit, nicht fuͤr des Geiſtes Ewigkeit. 1 4. Daß nie der Schimmer ihn ver⸗ blende, und daß er nie, durch ihn hethort⸗ Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten ꝛc. 1179 ö “ 1180 Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten ꝛc. dir, guter Gott! ſein Herz entwende, und die Geſinnung, die dich ehrt; ſo ſtaͤr⸗ ke liebreich ſeinen Geiſt, daß er der Welt⸗ luſt ſich entreißt. 5. Daß es den Armen nie kann ſchmer⸗ zen, nicht ſo begluͤckt, wie er, zu ſeyn, lehr' ihn, mit liebevollem Herzen durch Wohlthun Arme zu erfreun. Er ſey durch Macht und Ueberfluß des Schwa⸗ chen Stab, des Lahmen Fuß! 6. O dann wird, ſeiner Milde wegen, die ſich auch fremder Freude freut, fuͤr ihn auch dieſes Lebens Segen ein Reich⸗ thum fuͤr die Ewigkeit. Der folgt ihm, Gott! in jene Welt, die deine Huld ihm aufbehaͤlt. Mel. O Gott du fommer ꝛc. 747. Heer! der du Alles gibſt, von dem ich Alles habe, was iſt mein Stand, mein Gluͤck, und jede gute Gabe? Es iſt nicht mein, es iſt ein unverdientes Gut: darum bewahre mich vor Stolz und le⸗ bermuth. 2. Wenn ich vielleicht der Welt neht b als ſeyn. Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten c. 1181 als mein Naͤchſter nuͤtze, wenn ich mehr Wiſſenſchaft, mehr Kunſt, als er, beſitze, ſey Stolz doch von mir fern! Gott! Alles kommt von dir; auch was mich tuͤchtig macht, gabſt du, mein Vater! mir. 3. Wenn mir ein groͤßres Gluͤck nach deinem Rath begegnet, wenn deine Guͤte mich vor Andern reichlich ſegnet; ſo bin und bleib ich doch, gleich Andern, ſtets dein Knecht, und deine Guͤte gibt zum Stolze mir kein Recht. 4. Wenn ich geehrt und groß in ho⸗ hen Wuͤrden ſtehe, und Andre unter mir im niedern Range ſehe, iſt oft mein Naͤchſter doch viel wuͤrdiger als ch, und uͤber ihn erhob nur deine Gnade mich. 5. Wie koͤnnt' ich mich, o Gott! des Guten uͤberheben? Was ich beſitz', iſt dein, du gabſt mir Kraft und Leben. Willſt du, ſo bin ich nichts; Nichts, was ich hab, iſt mein. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth 1182 Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten ꝛc Mel. Nun ruhen alle ꝛc. 748. Was ich nur Gutes habe, iſt deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Daſeyn und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verſtand und Luſt und Kraͤfte zum nuͤtzlichen Geſchaͤfte hab' ich aus deiner Huld. Dein iſt's wenn gute Thaten dem Vorſatz wohlgerathen; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Gluͤck, deß ich mich freue, wer ſchafft mir's? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordneſt meine Tage, ihr Gluͤck und ihre Plage, ſtets ſo, wie dir es wohlgefaͤllt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in dieſem Leben viel Gutes wider⸗ faͤhrt? Was hat dich, Herr! bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals deſſen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich beſinge! und werd' es ewig ſeyn. O laß mich's nie vergeſſen, ſo werd ich nie vermeſſen der Eigenliebe Weihrauch ſtreun. 6. Das wenn g erathenz d. uee, duh dneſt men Plage, ſ heben, we zutes wi r! bewohe din ich u e der hu zewig ſ ſo werd Wäihta mich fe ner Staub entzuͤckt, Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten ꝛc. 1185 6. Das nuͤtzlich anzuwenden, was du mit Vaterhaͤnden mir guͤtig zugewandt; dein treuer Knecht zu werden, das ſey mein Fleiß auf Erden! Dazu gib De⸗ muth und Verſtand! Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 749. Reichthum iſt des Hoͤchſten Gabe, iſt des waͤrmſten Dankes werth. Schwerer wird der Gang zum Grabe dem, der ſeiner ganz entbehrt, und mit jedem Morgenroth klaͤglich ruft: woher nun Brod? 2. Aber nichts ſind alle Schaͤtze, wenn uns Tugend nicht belebt, und wenn uͤber die Geſetze kuͤhn ſich unſer Stolz erhebt. Reichthum in des Thoren Hand iſt nur ſegenloſer Tand. 3. Wen die Habſucht quaͤlt und draͤnget, wer ſich nie geſichert glaubt, wem der Geiz das Herz verenget und des Lebens Frieden raubt, wen nur gold⸗ nicht begluͤckt. 4. O 1184 Demuth und Wohlthaͤtigkeit der Begluͤckten ꝛc. 4. O wie bald iſt das verſchwunden, was durch Glanz den Sinnen lacht! Noch hat Niemand Heil gefunden in dem Prunke eitler P in Augenblic ſelbſt das hoͤchſte Erden⸗ uͤck. 1 5. Sey es auch von langer Dauer; Menſch, dich treffe keine Noth; jetzt ergreift dich Todesſchauer, morgen ſchon vielleicht der Tod; ach, nun ſinkt ins dunkle Grab auch dein ganzes Gluͤckk hinab. 6. Reiße drum von ſchnoͤden Ketten deine freie Seele los! Lerne deinen Him⸗ mel retten! Sey fuͤr dieſe Welt zu groß! Alles, was du ſiehſt, zerſtaͤubt; nur das Unſichtbare bleibt. 7. Nuͤtze deines Gottes Gabe! Min⸗ dre ſeiner Kinder Noth! Gib dem Kran⸗ ken, was ihn labe! Brich dem Hung⸗ rigen dein Brod! Folge redlich deiner Pflicht! Dieſe Freuden fliehen nicht. 8. Gott! wie reich an Seligkeiten iſt der Menſchenfreund ſchon hier! Friede weandelt ihm zur Seiten, Kronen ſchim⸗ mern ihm bei dir, und in deinem Hei⸗ ligthum toͤnet ihm einſt Dank und Ruhm. — Zufrie⸗ racht; oft zerſtoͤrt ——‿⁹ — — — — — =—= 8 —⁸ — —— dden gie deinen hie zelt zurge bt; nni zabe! 1 dem K dem Hun dlich diin en nicht. rigkeiten ier! Fin onen ſch inem N und Nuhs zuni — 3 — Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 1185 Zufriedenheit, Muth und Hoffnung der Armen und Leidenden. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 750. Du klagſt und fuͤhleſt die Be⸗ ſchwerden des Stands, in dem du duͤrf⸗ tig lebſt; du ſtrebeſt gluͤcklicher zu werden, und ſiehſt, daß du vergebens ſtrebſt. Ja klage! Gott erlaubt die Zaͤhren; doch denk' im Klagen auch zuruͤck: Iſt denn das Gluͤck, das wir begehren, fuͤr uns auch ſtets ein wahres Gluͤck? 2. Nie ſchenkt der Stand, nie ſchen⸗ ken Guͤter dem Menſchen die Zufrieden⸗ heit; die wahre Ruhe der Gemuͤther iſt Tugend und Genuͤgſamkeit. Genieße, was dir Gott beſchieden! Entbehre gern, was du nicht haſt! Ein jeder Stand hat ſeinen Frieden; ein jeder Stand hat ſeine Laſt. b 3. Gott iſt der Herr, und ſeinen Se⸗ gen vertheilt er ſtets mit milder Hand; nicht ſo, wie wir's zu wuͤnſchen pflegen, doch ſo, wie er's uns heilſam fand. Willſt du zu denken dich erkuͤhnen, daß ſeine Liebe dich vergißt? Er gibt uns Fff mehr, 1186 Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns ſchaͤdlich iſt. 4. Verzehre nicht des Lebens Kraͤfte in traͤger Unzufriedenheit! Beſorge dei⸗ nes Stands Geſchaͤfte, und nuͤtze deine Lebenszeit! Bei Pflicht und Fleiß ſich Gott ergeben, ein ew'ges Gluͤck in Hoff⸗ nung ſehn: dies iſt der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre dieſen Weg mich gehn! Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 751. Entehre nicht, o Chriſt, mit Klagen, den Gott, der dich zum Gluͤck erſchuf! Des Lebens Muͤhen zu ertragen, und froh zu ſeyn, iſt dein Beruf. Er⸗ dulde ſtandhaft die Beſchwerden, die keine Sorgfalt hindern kann, daß ſie dir einſt zum Segen werden, und bete Gottes Fuͤhrung an! 2. Gott hat dir ſelbſt dein Loos be⸗ ſchieden; nimm's dankbar an aus ſeiner Hand; erfuͤlle jede Pflicht zufrieden, die ſeine Huld mit ihm verband. Er gibt dir Munterkeit und Kraͤfte, er b naͤhrt — ½———— 1 —— gen ꝛe. Chrif, n zum Gl au ertragen zeruf. d eerden, d aus ſein zuftied band. 6 meine Freude ſeyn! Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 1187 naͤhrt und ſtaͤrkt ſie vaͤterlich; ſie brau⸗ chen, das iſt dein Geſchaͤfte, und beides Gluͤck und Ruhm fuͤr dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Guͤter anvertraut, als dir, ſo denke froͤhlich: mehr Vermoͤgen verwei⸗ gert er aus Guͤte mir. Weiß er nicht beſſer, was mir nuͤtzet, was meinem Naͤchſten nuͤtzt, als ich? Wenn er mich naͤhrt, wenn er mich ſchuͤtzet, wie guͤtig ſorgt er dann fuͤr mich! 4. Du prangeſt nicht in hohen Wuͤr⸗ den; beneide nicht der Großen Gluͤck! Sie ſeufzen unter ſchweren Buͤrden; oft ſtuͤrzet ſie ein Augenblick. Dir iſt kein Ueberfluß gewaͤhret; ihn wuͤnſchen, iſt ein Selbſtbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der iſt be⸗ gluͤckt und reich genug.“ 5. Du haſt, o Gott! zum frohen Le⸗ ben mir, was ich brauch' und mehr ver⸗ liehn; laß taͤglich ſich mein Herz beſtre⸗ ben, die Unzufriedenheit zu fliehn. In Demuth laß mein Herz ſich uͤben, und ſtets ſich deiner Guͤte freun. Dich fuͤrch⸗ ten, dir vertraun, dich lieben, ſoll ewig Ffff 2 Mel. 1188 Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. Mel. Zion klagt mit Angſt ꝛc. 752. Weg, mein Herz! mit dem Gedanken, als ob du verſtoßen ſeyſt. Gottes Wort kann nimmer wanken, das dich anders glauben heißt. Biſt du ſchon voll Suͤnd' und Schuld, Gott iſt gut, voll Gnad' und Huld. Sey getroſt! er wird dein Flehen um Vergebung nicht verſchmaͤhen. 2. Spricht er doch: So wahr ich lebe, will ich nicht des Suͤnders Tod; daß er ſich bekehr' und lebe, dies gefaͤllt mir, ſpricht dein Gott. Chriſtus, der getreue Hirt, ſucht das Schaaf, das ſich ver⸗ irrt, fuͤhrt es wieder zu der Heerde, daß es nicht verloren werde. 3. Der Verklaͤrten Heer dort oben, das den Hoͤchſten kennt und ehrt, prei⸗ ſet ihn mit frohem Loben, wenn ein Suͤnder ſich bekehrt. Dich auch zu ſich hin zu ziehn, iſt ſein liebendes Bemuͤhn. Saͤhſt du, wie er liebt die Seinen, wuͤr⸗ deſt du vor Freude weinen. 4. Himmel, Erde, Meer und Seen moͤgen unermeßlich ſeyn; aber alles, was wir ſehen, iſt und bleibt unendii lein e b r dort die d ehrt, 1 a, wenn Hauch zuf des Benit Seinen, w klein gegen Gottes Vaterhuld, die bei unſrer Suͤndenſchuld uns verſchonet, dulder, liebet, und uns Raum zur Buße giebet. 3 5. Darum, Seele! laß doch ſchwin⸗ den Angſt, die hier nicht noͤthig iſt. Wahrlich! du wirſt Gnade finden, wenn du nur aufrichtig biſt. Iſt dein Schmerz, dein Herzeleid, wahrer Reue Traurig⸗ keit, ſchenket Gott auch deinem Herzen Troſt und Friede nach den Schmerzen. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 793. Iſ Gott fuͤr uns, was kann uns ſchaden, ob ſich uns Alles wider⸗ ſetzt? Denn, ſind wir nur bei Gott in Gnaden, ſo bleiben wir ſtets unverletzt. Wer Gott nur hat, hat immer Schutz; er bietet Welt und Teufel Trutz. 2. Iſt Gott mit uns, wird aus dem Feinde gar oft der allerbeſte Freund. Und haben wir nur Gott zum Freunde, was ſchadet uns der aͤrgſte Feind? Gott hintertreibet allen Rath, der Trug und Falſchheit in ſich hat. i 3 Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 11 1190 Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 3. Iſt Gott bei uns, ſo ſtehn wir feſte, wenn Sturm und Wetter blitzt und kracht. Gott decket uns aufs aller⸗ beſte, und machet Tag aus finſtrer Nacht. Wer unter ſeinem Schatten ſitzt, der wird vor aller Noth beſchuͤtzt. 4. Iſt Gott in uns, ſo wohnt im Herzen durch ſeine Kraft ein Helden⸗ muth; ſo ſpuͤrt man Luſt in Noth und Schmerzen, ſo heißt man auch das Ue— bel gut. Gott und ein gut Gewiſſen mache daß man der Feinde Zorn ver⸗ acht. 5. Wer wollte nun an Gott verzagen! Er will fuͤr, mit, bei, in uns ſeyn. Drum weg mit euch, ihr bangen Kla⸗ gen! Ich traue meinem Gott allein. Euch, Welt und Teufel, biet ich Trutz! Ich habe Gott, Gott iſt mein Schutz. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 754. Klag. nicht, mein Herz! wenn alle Freuden des Lebens ferne von dir fliehn; wenn ſchwere Pruͤfungen und Leiden dir oftmals allen Troſt entziehn. Trag' ſtandhaft jegliche Beſchwerde; wie Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 1191 wie bald verfließt die Pruͤfungszeit! Er⸗ hebe dich vom Staub der Erde, und freue dich der Ewigkeit! 2. Wirſt du auch uͤber deinen Glau⸗ ben an Gott und Jeſum ſtolz verlacht; ſey ſtark, und laß dir ihn nicht rauben! Gott, der allmaͤchtig fuͤr dich wacht, der Herr und Richter aller Welten, der aller Frommen Zuflucht iſt, wird dir' einſt tauſendfach vergelten, wenn bis ans Ende treu du biſt. 3. Verachten dich der Tugend Feinde, wenn du in Einfalt Tugend uͤbſt; ver⸗ lachen dich ſelbſt deine Freunde, weil du Gott mehr als Menſchen liebſt; ſey ſtand⸗ haft! Jeſus wird dich nennen; ſein Freund, ſein Liebling wirſt du ſeyn; vor Engeln wird er dich bekennen, dich ewig lieben und erfreun. 4. Bemuͤhſt du dich, der Deinen Se⸗ gen, des Vaterlandes Gluͤck zu ſeyn; ſteht dir die ganze Welt entgegen, laß dein Bemuͤhen dich nicht reun! Bald wallſt du nicht mehr hier auf Erden; es iſt ein Himmel, Seele! Dort wird deine Treu vergolten werden; drum ſey beherzt, und kaͤmpfe fort! b 5. Wenn 1192 Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 5. Wenn man dich einen Heuchler nennet, und deine Tugend Laſter ſchilt, ſo zage nicht, dich bei dem nicht Menſchenurtheil gilt. Sey ſtill, dem Herrn gehoͤrt die Rache; wenn Er nur redlich dich erklaͤrt. Er kennt und fuͤhrt der Unſchuld Sache, und ehrt den ewig, der ihn ehrt. 6. Sey ſtark, mein Geiſt, in deinem Leiden! Dein Glaube kaͤmpfe ritterlich! Sey redlich, Laſter ſtets zu meiden! Der groͤßten Truͤbſal ruͤhme dich! Sey ſtark! Gott ruft die Ueberwinder nach ihrem Kampf zu ſeinem Thron, und ſegnet ewig ſeine Kinder. Sey ſtark! Gott ſelber iſt dein Lohn. — Mel. Zion klagt mit Angſt ꝛe. 755. Kommr, Herr Jeſu! laß uns ſehen endlich deinen Freudentag! Komm, und laß es doch geſchehen, daß ſich endet alle Plag’! Sieh doch deine Glieder an, dir dſr Heur 1 find Fugethan. Heiland! ngſt der Armen; laß dich ihre Noth erbarmen! R dich i) 2. Gib weil Gott dich kennet, ————— 6—. Heuchl ſter ſcit ch kenn gilt. E. lche; wn Er kene / ache, m in dein eritterich eiden! de Sey ſtai u laß m 2. Gib Geduld in allen Leiden; troͤſte das betruͤbte Herz. Laß kein Leid von dir uns ſcheiden; lindre freundlich unſern Schmerz. Denk’ an deine Guͤtigkeit, ſey zu helfen bald bereit deinem Kinde, das oft zaget, wenn es viele Truͤbſal plaget. 3. Komm', Herr Jeſul laß uns ſehen den erwuͤnſchten Freudentag! Laß dir's doch zu Herzen gehen; hoͤre unſre Jam⸗ Du ſiehſt ja, was uns be⸗ merklag'. truͤbt, haſt du uns im Kreuz geubt. Komm doch, hilf aus allen Leiden, nimm uns auf zu deinen Freuden! Mel. Jeſus, meine Zuverſicht ꝛc. 756. Endlich, endlich muß es doch mit der Noth ein Ende nehmen. Endlich bricht das harte Joch, und es ſchwinden Angſt und Graͤmen. Auch der ſchwerſte Sorgenſtein wird dann ganz gehoben ſeyn. 2. Endlich bricht man Roſen ab, end⸗ lich kommt man durch die Wuͤſten, wenn wir mit dem Wanderſtab uns zum Vater⸗ lande Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. 1193 . ———————-—-————— ————— 5—— 5=—————— ——— ꝗ———;—————————————————— 3 —————— ͦ————————ʒ———————— — ꝗMo- 1194 Zufriedenheit und Hoffnung der Armen. lande ruͤſten. Endlich bringt die Thraͤ⸗ nenſaat, was die Ernte Frohes hat. 3. Endlich ſieht man Kanaan ferne von Aegypten liegen. Endlich trifft man Thabor an, iſt der Oelberg uͤberſtiegen. Endlich geht man da hinein, wo kein Stoͤrer mehr wird ſeyn. 4. Endlich! O du ſchoͤnes Wort! du kannſt alles Kreuz verſuͤßen. Endlich wird mein treuer Hort Balſam in die Wunden gießen. O, mein Herz! drum merke dies: Endlich kommt dein Heil gewiß! *△ 4 — — — —— 1. Gndhi lſam in —— Jerzl dm dein Dril Dritter Haupttheil. 3 i e der fuͤr die beſonderen Beduͤrfniſſe der Chri⸗ ſten in verſchiedenen Zeiten, Um⸗ ſtänden, Vorfaͤllen des Lebens und beim Tode. I. Lieder zur chriſtlichen Feier verſchiedener Zeiten. 1. Morgenlieder. i Allgemeine Dankſagungen und Bitten am Morgen. (Eigene Melodie.) 757. 2 Dach' auf, mein Herz! und ſinge dem Schoͤpfer aller Dinge, dem Geber aller Guͤter, dem treuen Men⸗ ſchenhuͤter. b b 2. Mit 1196 Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. 2,. Mit goͤttlichem Erbarmen bedeck⸗ teſt du mich Armen. Schlaf, ſprachſt du, ohne Grauen! du ſollſt die Sonne ſchauen.. 3. Dein Wort, Herr! iſt geſchehen, ich kann das Licht noch ſehen; du machſt, daß ich aufs Neue mich meines Lebens reue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geiſt des Herrn ſey Ehre, Anbe⸗ tung, Preis und Ehre! 5. Hoͤr' meinen Dank, mein Flehen! Du kannſt ins Herz mir ſehen. Ach, moͤgte dir gefallen, Herr, dies mein ſchwaches Lallen! 6. Du willſt ein Opfer haben? Hier bring' ich meine Gaben: mich ſelbſt; Leid, Seel und Leben ſey ganz dir uͤber⸗ geben. 7. Dir weih' ich mich aufs neue zu feſter Bundestreue; Du weißt, daß ich zur Gabe fuͤr dich nichts beſſers habe. 8. Dein Werk wollſt du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen mit Vaterhuld ſtets tragen. 9. In Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. 1197 9. In allen meinen Thaten wollſt du mir ſelber rathen; mich ſtets zum Beſten leiten, zum Himmel mich bereiten. 10. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen! Dein Wort ſey meine Speiſe auf meiner Pilgerreiſe! (Eigene Melodie.) 758. Mein erſt Gefuͤhl ſey Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hoͤrt deinen Lobgeſang; lobſing ihm, meine Seele! 2. Mich ſelbſt zu ſchuͤtzen ohne Macht, lag ich und ſchlief im Frieden; wer ſchafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe fuͤr die Muͤden? 3. Wer lehrt das Auge ſeine Pflicht, ſich ſicher zu bedecken, wer ruft dem Tag und ſeinem Licht, uns wieder aufzu⸗ wecken? 4. Du biſt es, Gott und Herr der Welt! und dein iſt unſer Leben. Du biſt es, der es uns erhaͤlt, und mir's jetzt neu gegeben. 1 5. Gelobet ſeyſt du, Gott der Macht! gelobt 1198 Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. gelobt ſey deine Treue, daß ich nach einer ſanften Nacht mich dieſes Tages freue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich ſelber thun nach deinem Wohlge⸗ allen. 7. Nimm meines Lebens gnaͤdig wahr, auf dich hofft meine Seele; ſey mir ein Rekter in Gefahr, ein Vater, wenn ich ehle. 8. Gib mir ein Herz voll Zuverſicht, ein Herz voll Lieb' und Ruhe; ein weiſes Hers das ſeine Pflicht erkenn' und willig ue. 9. Daß ich, als dein gehorſam Kind dir zu gefallen ſtrebe; dir treu ergeben, gut geſinnt, in deinem Reiche lebe. ö10. Daß ich, dem Naͤchſten beizuſtehn, nie Fleiß und Arbeit ſcheue; mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du es willſt beſchließe. 11. Daß ich das Gluͤck der Lebenszeit Zuverſch zein tuſſ orſam Fi teu ergebe de lebe. beizuſth mwich g Leben nd meine l es wilh wund wh (Eigene Melodie.) 759. Get der es Tag und Nacht laͤßt werden, Sonn' und Mond uns ſcheinen heißt; deſſen ſtarke Hand die Welt, und was drinnen iſt, erhaͤlt. 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieſer Naht vor Gefahr, Angſt, Noth und Schmazen, haſt be⸗ huͤtet und bewacht, und zei aller mei⸗ nend Schuld mich noch traͤgf mit Vater⸗ uld. 3. Laß die Nacht auch miner Suͤn⸗ den, jetzt mit dieſer Nacht verghn. Laß mich Gnade vor dir finden, glarbensvoll auf Jeſum ſehn, der fuͤr meine Niſſethat ſich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an dieſem NYorgen geiſtlich auferſtehen mag, und fuͤr neine Seele ſorgen, daß ich furchtlos jnem Tag des Gerichts entgegen ſeh' und zu deiner Rechten ſteh. 5. Fuͤhre mich, o Herr! und leite mi⸗ nen Gang nach deinem Wort, bleibe du auch heute mein Beſchuͤtzer unt mein Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. 1199 des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geiſt! ſey un 1200 Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. mein Hort; unter deinem Schutz allein kann ich froh und ſicher ſeyn. 6. Dir, o großer Gott! befehle ich, was ich nur hab' und bin; meinen Leib und meine Seele geb' ich dir zu eigen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! ſegne mich, dein Eigen⸗ thum. 7. Deinen Engel wollſt du ſenden, wenn Gewalt and Liſt mir droht; Alles mir zum Beſen wenden, es ſey Leben oder Tod. Sterb' ich, o ſo bringe da mich zu deiſer Himmels Ruh! Nl. Wie ſchoͤn leucht't uns der ꝛc. 760. Dich ſeh' ich wieder, Morgen⸗ licht, ind freue mich der edeln icht, dem doͤchſten Lob zu ſingen. 3uf voll frommer Dankbegier, o mildeſter Erkrmer, dir Preis und Anbetung bragen! Schoͤpfer! Vater! deine Treue ryrt aufs Neue mein Gemuͤthe; froh npfind' ich deine Guͤtee. 2. Du warſt auch dieſe Nacht um ni ————— mich. Was waͤr ich, haͤtteſt du d s ſey g ſo bringe uh! der ꝛc. eer, Monn ꝛdeln Pffe n. Ichn „o mildi dd Anbeue deine Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. 1201 nicht ſo huͤlfreich mir bewieſen? Zu mei⸗ nem Leben ſetzeſt du jetzt einen neuen Tag hinzu; ſey hoch dafuͤr geprieſen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Staͤrke. Dich erhebe Herz und Mund ſo lang ich lebe. b 3. Verleihe, o Gott der Lieb und Macht! daß Suͤnd' und Gram, wie dieſe Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit, in chriſtli⸗ cher Zufriedenheit, zu nuͤtzen mich bemuͤhe. Pruͤfe, ſiehe, wie ich's meine. Dir iſt keine meiner Sorgen, auch die kleinſte nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Chriſt! O Herr! ver⸗ leih', daß ich des Namens wuͤrdig ſey! Mein Ruhm iſt deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? wie leicht verirrt! Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Staͤrk' mich, daß ich ſtets mich uͤbe, deine Liebe zu betrachten, uͤber Alles dich zu achten. 5. Auch im Geraͤuſch der Welt ſoll mich der heilige Gedank' an dich oft ſtill zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; einſt nimmſt du mich hinauf zu dir, zum Licht und hoͤhern Leben. Gggg Auf 1202 Allgemeine Dankſagungen u. Bitteu am Morgen. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entſchwingen, dir dort ewig Lob zu ſingen. Nel. Von Gott will ich nicht ꝛc. 761. Aus meines Herzens Grunde preiſt dich mein Lobgeſang, in dieſer Morgenſtunde, dazu mein Leben lang. Dich, Schoͤpfer aller Welt! deß Gnade mir das Leben allmaͤchtig hat gegeben, und mir es noch erhaͤlt. 2. Dank dir, daß du aus Gnaden, auch in vergangner Nacht, mich vor Gefahr und Schaden behuͤtet und be⸗ wacht. Deß bin ich, Herr, nicht werth, verſchuldet iſt mein Leben; wollſt mir die Suͤnd vergeben, die mir das Herz beſchwert. 3. Du wolleſt mich bewahren auch gnaͤdig dieſen Tag vor Uebel und Gefah⸗ ren, vor Suͤnden und vor Schmach; vor Feu'r und Waſſersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Krankheit und vor Banden, vor boͤſem, ſchnellem Tod. 4. In deine Hand befehle ich 3 ein *, dir den k. ns Gun tet und herr, nich ben; wole — ——ÿõ y³“———— Ann Narga werde ni Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Morgen. 1205 dein Rath mir gab, mein Leben, Leib und Seele, ſammt Ehre, Gut und Hab' So Eltern, Weib und Kind, die Bruͤder und Verwandten, die Freunde und Bekannten, und all mein Hausge⸗ ind'. 5. Laß deinen Engel bleiben, und von mir weichen nicht, er helfe mir ver⸗ treiben den Feind, der mich anſicht; daß der mich nicht beruͤckt, zu meinem ew'gen Schaden in Suͤnd' und Miſſe⸗ thaten nicht meine Seel verſtrickt. 6. Dann laß ich, Gott! dich rathen, der alle Ding' vermag, befehle meine Thaten dir auch an dieſem Tag. Mach' es, wie dir's gefaͤllt, mit mir und mei— nem Leben; was du mir ſonſt willſt ge⸗ ben, es ſey dir heimgeſtellt. b 7. Drauf ſprech ich Ja und Amen! und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jeſu Namen ſich meiner gnaͤdig an. Es greifet meine Hand zum Tagewerk mit Freuden; Gott wird mir Gluͤck be⸗ ſcheiden in meinem Amt und Stand. — Gggg 2 Bit⸗ 1204 Bitten um Gottes Beiſtand zur Pflichterfuͤllung. Bitten um Gottes Beiſtand zur Erfuͤllung unſrer Pflichten. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛe. 762. T es Morgens erſte Stunde ſoll, Gott! mir heilig ſeyn. Mein Herz ſtimmt mit dem Munde zu Lobgeſaͤngen ein. Der Schlaf hat mich erqrickt, daß nun mit friſchen Kraͤften zu des Berufs Geſchaͤften mein Geiſt ſich freu— dig ſchickt. 2. Gib Gnade mir denn heute, daß ich gewiſſenhaft dem Boͤſen widerſtreite, geſtaͤrkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß mich vor deinen Augen wan⸗ deln, fromm denken, fromm auch han⸗ deln, aus Liebe gegen dich. 3. Fromm laß mich, doch geſellig, klug, doch von Falſchheit rein, freimuͤ⸗ thig, doch gefaͤllig, ſtark und beſcheiden ſeyn; daß nichts den Muth beſturzt, kein Zorn die Liebe hindert, den Ernſt die Sanftmuth lindert, den Scherz die Weisheit wärfe 4. Bei Fleiß und Arbeit ſchleiche kein Geiz ſich in mein Herz; ſc fremde Noth erweiche mich leicht zum Mitleids⸗ . ſchmerz. heute 1 widerſtn Den ga Augen gwe m auch; 1 1 1 Bitten um Gottes Beiſtand zur Pflichterfuͤllung. 1205 ſchmerz. Kein Gluͤck, das Andern bluͤht, empoͤre mich zum Neide, und kein Genuß der Freude verderbe mein Gemuͤth. s 5. Gib, daß an dieſem Tage ſich mir kein Unfall naht; doch trifft mich eine Plage nach deinem weiſen Rath, ſo gib, daß ich alsdann mein Leiden nicht ver⸗ ſchulde, nicht murre, chriſtlich dulde, und dir vertrauen kann. 6. Wie bald iſt's uͤberwunden, das Leiden dieſer Zeit! Auf wenig bange Stunden folgt ew'ge Seligkeit. Dies ſtaͤrke mich in Noth; daß ich auch nicht verzage am letzten meiner Tage, ſey dies mein Troſt im Tod. A Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 763. Der frohe Morgen weckt mich wieder, und ladet mich zur Arbeit ein. Der Schlaf erquickte meine Glieder, nun ſoll ich wieder thaͤtig ſeyn. So will ich denn auch freudig nun, was meine Pflicht erfordert, thun. b 2. Dir, 1206 Bitten um Gottes Beiſtand zur Pflichterfüllung. 2. Dir, Vater! dank ich fuͤr den Schlummer, und dir ergeb⸗ ich mich aufs neu. Durch dich beſchuͤtzt, bin ich von Kummer und allen bangen Sorgen frei. Du kenneſt, was mir nutzlich iſt, und gibſt es, weil du guͤtig biſt. 3.[„Oöu unterhaͤltſt mir meine Kraͤfte, und willſt, daß ich ſie brauchen ſoll; denn nur durch nuͤtzliche Geſchaͤfte beſorg ich meines Lebens Wohl. Bei Treu und Fleiß gibſt du Gedeihn; drum will ich treu und fleißig ſeyn. 4. Ich will es ſeyn, ſo lang' ich lebe, und du, o Gott! mir Kraͤfte ſchenkſte damit ich mir das Gluͤck erſtrebe, daß du mit Beifall an mich denkſt. Dann hab' ich hier Zufriedenheit, und dort vollkommne Seligkeit. Mel. Gott des Himmels und ꝛc. 764. Dir ſey Preis! ich lebe wie⸗ der, Vater! und empfinde mich! Mit mir wachen meine Lieder, und erheben dankbar dich. Denn dein Aug' hat in der ruchen ſi Fäfte beſt Bei du drum w kſt. Dar und dan Bitten um Gottes Beiſtand zur Pflichterfuͤllung. 1207 der Nacht uͤber mich, dein Kind, ge⸗ wacht. 4s 2. Wach auch uͤber meine Tage, Va⸗ ter, meine Zuverſicht! daß mich keiner einſt verklage, wenn du kommſt zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerſchrocken ſey 3. Keinen Tag zaͤhlſt du vergebens, Gott! durch den ich bin, mir zu; jeder iſt ein Theil des Lebens, uͤber jeden rich⸗ teſt du. Lehr' mich wachen, daß mir nie ungenutzt ein Tag entflieht! 4. Heute leb' ich: laß auch heute nicht umſonſt mein Leben ſeyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieſes Tages noch erfreun! Recht zu handeln, gib mir heut' Staͤrke, Luſt, Gelegenheit. 5. Wenn ich einſt vollendet habe dieſe meine Uebungszeit, ruh' ich aus im kuͤh⸗ len Grabe, keime fuͤr die Ewigkeit. Auch in dieſer langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht.* 6. Aber ich erwach' auch wieder, un mein Lobgeſang mit mir; dann erſchallen meine Lieder maͤchtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen ſeyn! ewig freu⸗ ich, Gott! mich dein! Hin⸗ 1208 Hinblick auf den Morgen der Auferſtehung. Hinblick auf den Morgen der b Auſerſtehung. Mel. Werde munter mein ꝛe. 2 765. Wenn ich einſt aus jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufer⸗ ſteh', frei von dieſes Lebens Kummer, jenen ſchoͤnern Morgen ſeh: o dann wach' ich anders auf, ſchon am Ziel iſt dann mein Lauf! Traͤume ſind des Pil⸗ gers Sorgen, großer Tag! an deinem Morgen. 2. Gib, daß keiner meiner Tage, Va⸗ ter der Unſterblichkeit! im Gericht ſich einſt beklage, er ſey ganz von mir ent⸗ weiht. Auch noch jetzt bin ich erwacht; Dank ſey deiner Huld und Macht! Laß mich heilig und im Segen dieſen Tag zuruͤck auch legen. 3. Hilf, daß ſie mich dann nicht ſchrecken, wann ihr letzter nun erſcheint, Nacht und Todesſchweiß mich decken, und mein Freund ſchon'um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Staͤrkſten ſeyn, daß ich ihn gen Himmel weiſe, und dich, Herr des Todes! preiſe. b Mel. Macht. 1 egen die dann nic un erſchenn nich decn mich wein n, und daß ich , Herr W1 M Hinblick auf den Morgen der Auferſtehung. 1209 Mel. Ach, Herr! mich armen ꝛe. 766. Lobt Gott, der Sonn' und Morgen uns ſendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen entſchlum⸗ mern, fuͤr uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unſre Kraft erneut, verjuͤngt die Erde ſchmuͤcket, und was er ſchuf, erfreut. 2. Herr! du haſt mir gegeben, was ich hier hab' und bin. Mein kurzes Erdenleben flieht ſchnell zum Tode hin. Bald, bald iſt ſie verſchwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch haͤngt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. Der Geiſt, der in mir denket, ſoll nimmermehr vergehn; der Leib ins Grab verſenket, einſt wieder auferſtehn. Nie will ich das vergeſſen; will, heil'ger Hoffnung voll, es taͤglich treu ermeſſen, was ich einſt werden ſoll. 4. Sollt' ich nach Reichthum trachten? Nie komm' es in mein Herz! Nach Ehr' und Wolluſt ſchmachten? Ihr Lohn iſt Reu' und Schmerz. Nein, nein, es ſoll auf Erden ſchon meine Seele rein, ein 1210 Morgenlied am Sonntage. ein Tenxe Gottes werden, ganz ihm eheiligt ſernyn. 2 Sind ungeſtoͤrte Freuden gleich nicht des Chriſten Loos, iſt doch in ih⸗ ren Leiden des Herrn Erbarmung groß. Sie leiden nicht vergebens, und ſchaun von ferne ſchon die Wonne jenes Lebens, der Ueberwinder Lohn. 6. Getroſt, mein Geiſt! ermuͤde in deinem Kampfe nicht! Dich ſtaͤrket Got⸗ tes Friede mit Kraft und Zuverſicht. Ermuntre dich zum Streite! Des Sie⸗ ges Lohn iſt nah! Getroſt! vielleicht iſt heute des Kampfes Ende da. Morgenlied am Sonntage. Mel. Allein Cott in der Hoͤh' ꝛc. b ☛ 767. Frohlockend, Vater! wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Mor⸗ genopfer dringt hinauf; ſchau du herab und hoͤre! Du willſt durch deinen Un⸗ terricht auch heute Muth und Troſt und Licht in meiner Seele wirken. 2. O leite, Vater! mich zu dir am Tage deiner Ehre! Gib, daß ich heut mi Mein Mu au du hetc deinen l Allgemeine Dankſagungenu. Bitten am Abend. 1211 mit Lernbegier das Wort des Lebens hoͤre. Laß dieſen Ruhetag allein dir, o mein Gott! geheiligt ſeyn, zum Beſten meiner Seele! mEniche 3. Gib, daß des Wortes Geiſt und Kraft mein ganzes Herz durchdringe; daß ich auch ſtets gewiſſenhaft, was du mich lehrſt, vollbringe. Laß, Herr! durch deinen Unterricht mich eifriger in meiner Pflicht, im Glauben ſtaͤrker werden! S 4. So wird dein Tag, o Vater! mir ein Tag des Segens werden; ſo ſeh' ich und empfind' ich hier den Himmel ſchon auf Erden; ſo werd' ich nach der Pruͤ⸗ fungszeit einſt im Genuß der Seligkeit dich unaufhoͤrlich preiſen. 3 2. Abendlieder. Allgemeine Dankſagungen und Bitten am Abend. 483 Mel. Werde munter mein ꝛc. 768. Auf, o Seele! ſey noch mun— ter! Gottes Lob iſt deine Pflicht; ſeine Sonne gehet unter, aber ſeine Guͤtee nicht. 1212 Augemeine Dankſagungen u. Bitten am Abend. nicht. Heut' auch hat ſie mich genaͤhrt, niche auch Freud' und Troſt gewährt, vor Gefahren mich beſchuͤtzet, meine Schwachheit unterſtuͤtzet. 2. Lob und Dank ſey dir geſungen, Vater voll Barmherzigkeit! Iſt mir heut' mein Werk gelungen, bleib ich frei von Schmerz und Leid, und von Suͤn⸗ den mancher Art, ſo haſt du mich, Gott! bewahrt; deine Hand hat mich gefuͤhret, daß kein Unfall mich beruͤhret. 3. Bin ich heut' von dir gewichen, ſtell' ich mich jetzt wieder ein; laß durch Jeſum mich verglichen, mich mit dir verſoͤhnet ſeyn. Ich verlaͤugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld iſt viel groͤßer als die Suͤnde, die ich ſtets an mir befinde. 4. O du Licht der frommen Seelen! Sonne der Gerechtigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen dieſe Nacht und al⸗ lezeit. Fehlt nur dieſes Freudenlicht mir in Nacht und Dunkel nicht; o dann nahen meinem Herzen weder Sorgen, Furcht noch Schmerzen ⁊5. Laß mich dieſe Nacht empfinden eine ſanfte, ſuͤße Ruh' alles Uebel laß ver⸗ Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Abend, 1215 verſchwinden, decke mich mit Gnade zu. Leib und Seele, Muth und Blut, El⸗ mtern, Kinder, Hab' und Gut, Bruͤder, Schweſtern, Hausgenoſſen, ſey'n in dei⸗ nen Schutz geſchloſſen. 6 6. Ach, bewahre uns vor Schrecken! Raͤuber nicht, noch Feuersgluth; laß uns aus dem Schlafe wecken, halt' uns, Herr! in deiner Hut. Wende ab Ge— fahr und Noth, Seuchen, boͤſen, ſchnel⸗ len Tod, und laß, wenn wir ſollen ſter⸗ ben, uns des Himmels Freuden erben. 7. Hoͤre, Vater! ach erhoͤre, was dein Kind gebeten hat; Jeſu Chriſt! den ich verehre, bleibe du mein Schutz, mein Rath, und mein Heil, du wer⸗ ther Geiſt! der du Freund und Troͤſter heißt. Hoͤr', o großer Gott! mein Fle⸗ hen. Amen, ja, es ſoll geſchehen! Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 769. Die Ruhe ſenkt ſich wieder auf unſern Welttheil nieder in ſtiller, dunkler Nacht. Mit ungedählten Lai en, 1214 Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Abend. den, mit ungezaͤhlten Freuden iſt aber⸗ mals ein Tag vollbracht. 2. Mir ſind des Tages Stunden nicht freudenleer verſchwunden; mit lieber Vaterhand haſt du mich, Herr! gelei⸗ tet, die Freuden mir bereitet, die ich an dieſem Tage fand. 3. Drum preiſ' ich deine Guͤte mit dankendem Gemuͤthe und herzlichem Ge⸗ ſang. Was du mir haſt gegeben, mein ganzes kuͤnft ges Leben ſey dir geweihter, frommer Dank! 4. Hab' ich gefehlt, verzeihe; dem Sterblichen verleihe zur Beßrung Kraft und Muth; auch ich will Schuld erlaß⸗ ſen, will Feinden, die mich haſſen, ver⸗ zeihen chriſtlich, fromm und gut. 5. Gib jetzt zu neuen Kraͤften in nuͤtzlichen Geſchaͤften des Schlafes Wohl⸗ that mir! Mein Vater! ich empfehle mein Leben, Leib und Seele, und alle meine Lieben dir. 6. Erquickung allen, denen das Schick⸗ ſal heiße Thraͤnen zu ihrem Looſe gab! Gott! lindre jeden Kummer, und gieße ſanften Schlummer auf jeden Leidenden herab. 7. So itten am Aue en iſt aoh unden i mit le Herr. A die ih e Güͤtem rzlichem 6 geben, m r geweih rzeihe; m Frung Ku zchuld er w werd ich, wenn ich ſcheide, Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Abend. 1215 7. So ſchlaf' ich denn im Frieden. Wie labend iſt dem Muͤden die Ruh in ſtiller Nacht! Sey einſt der letzte Abend des Lebens mir ſo labend, wenn alle Arbeit iſt vollbracht! (Eigene Melodie.) 1 770. Nun ruhen alle Waͤlder, es ruhen Staͤdt' und Felder; es ſchlaͤft die muͤde Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr ſollt noch beginnen, was euerm Schoͤpfer wohl gefaͤllt. 2. Wo biſt du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr'’ hin, du Erden⸗ ſonne! da Jeſus, meine Wonne, noch hell in meinem Herzen ſcheint. 3. Der Tag iſt nun vergangen, die goldnen Sternlein prangen in ihrer Herrlichkeit; verklaͤrt werd' ich auch ſte⸗ hen, wenn Gott mich heißet gehen aus finſtrer Gruft zur Seligkeit. 4. Wie ich mich jetzt entkleide, ſo ausziehn die Sterblichkeit. O Wonne!l wenn da⸗ gegen 1216 Allgemeine Dankſagungen u. Bitten am Abend. gegen mir Chriſtus wird anlegen des Himmels ſtrahlend Siegeskleid. 5. Das Haupt, die Fuͤß und Haͤnde ſind froh, daß nun zu Ende die Muͤh gekommen ſey. Auch du, o Herz! ſollſt werden vom Schmutze dieſer Erden und von der Laſt der Suͤnden frei. 6. Nun legt, ihr matten Glieder! euch auf das Lager nieder, der Ruhe ihr be⸗ gehrt. Bald kommen Stund' und Zei⸗ ten, da man euch wird bereiten ein enges Bettlein in der Erd'. 7. Die Augen ſtehn verdroſſen; wer wacht, wenn ſie verſchloſſen? wer ſorgt fuͤr Leib und Seel?? Nimm du mich auf zu Gnaden, beſchirme mich vor Scha⸗ den, du Waͤchter uͤber Iſrael! 8. Dein Fluͤgel, Herr! bedecke mich Schlafenden, es wecke kein Unfall mich noch Pein; o Jeſu, meine Freudel laß du vor allem Leide mein ſtilles Lager ſicher ſeyn. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, euch muͤſſe nichts betruͤben, kein Unfall noch Gefahr! Schlaft ruhig bis zum Morgen, der Herr wird fuͤr euch ſorgen: euch ſchuͤtzet ſeiner Engel Schaar. Lob du micht h vor Eh ael bedecke m Unfal m. — Freudelt Lob Gottes am Abend. Lob Gottes am Abend.„ Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛe. 771. Nin ſinkt die Sonne nieder, die holde Nacht kommt wieder, und mit ihr Schlaf und Ruh' ſie loͤſet unſre Kraͤfte, beſchließt des Tags Geſchaͤfte, und druͤckt die muͤden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzaͤhle mit tiefgeruͤhrter Seele, was Gott an mir gethan; mit dankbarem Gemuͤthe lobſing⸗ ich ſeiner Guͤte: Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieſer Nacht. Er iſt der Quell der Guͤter, mein Schutz und treuer Huͤter, der, wenn ich ſchlummre, fuͤr mich wacht. 4. Er laͤßt es finſter werden, und huͤllt den Kreis der Erden in ſchwarze Dunkel⸗ heit; doch auch in dunkler Stille wohnt Gott mit ſeiner Fuͤlle, und zeigt mir ſeine Herrlichkeit. 5. Er fuͤhrt aus dunkler Ferne den Mond und tauſend Sterne mit Maje⸗ ſtaͤt herauf; ſie leuchten ihm zur Ehre, Hhhh hoch 1217 er hoͤrt mein frommes 1218 Gottvertrauen bei einbrechender Nacht. hoch uͤber Land und Meere, und ſeine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß, in der ſtillen Nacht; im Sonnenſchein und Sturme, am Menſchen und am Wurme, groß, Vater! zeigſt du deine Macht. 7. Gott, groß von Macht und Treue! wenn ich mich deiner freue, wird mir die Nacht auch Licht. Leg' ich die muͤ⸗ den Glieder in deinem Namen nieder, ſo wachſt du und ich ſorge nicht. 8. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kraͤfte geben, ſo will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, ſo wirſt du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode ſeyn. Gottvertrauen bei einbrechender Racht. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 772. Stiller Friede ſinket nieder, wenn die Nacht die Erd' umfaßt. Frie⸗ de deck' auch meine Glieder, muͤde in de C und dm 22, wirdm Tich die m =men nic üicht. zum eln vill ich d eben ende — mein Ga. kender Ract der ꝛ. Gottvertrauen bei einbrechender Nacht. 1219 des Tages Laſt; Friede ſchirme meine Ruh', ſchließe mir die Augen zu. b 2. Wenn ich ſie geſchloſſen habe, bin ich halb entruͤckt der Welt; liege wie in meinem Grabe einſt der Todesſchlaf mich haͤlt. Ohne Sinne, Kraft und Licht, leb' ich noch und weiß es nicht. 3. Und ſo weit ſich Nacht erſtrecket, ſchlaͤft die Sorge, ſchlaͤft der Fleiß; Fin⸗ ſterniß und Ohnmacht decket einen hal⸗ ben Erdenkreis; Frevel nur und Kum⸗ mer wacht hie und da noch in der Nacht. 4. Dennoch geht in tiefer Stille Got⸗ tes Schoͤpfung ihren Lauf. Ueber dieſer Todtenhuͤlle thun ſich weite Himmel auf; Sonn an Sonne, Stern an Stern, eine neue Stadt des Herrn. 5. Und wann von dem Sternenheere, keiner mehr am Himmel gluͤht, wann die grauenvolle Leere ew'ges Dunkel uͤber⸗ zieht, find ich an des Vaters Bruſt ew“ ges Licht und ew'ge Luſt. 6. Voll Vertrau'n geh ich entgegen dieſer Nacht und jener Nacht. Bleibt mir doch des Vaters Segen; ſchuͤtzet mich doch Gottes Macht; und ein ſchoͤnes Hhhh?2 Mor⸗ 1220 Gottvertrauen bei einbrechender Nacht. Morgenroth weckt vom Schlaf mich und vom Tod. Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 773. C Jott! der du mir das Leben bis dieſen Tag gegeben, dich betz ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treu', die ich beſinge und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemuͤthe freu ich mich deiner Guͤte, ich freue mich in dir⸗ Du gabſt mir Kraft und Staͤrke, Ge⸗ deihn zu meinem Werke, und ſchaffſt ein reines Herz in mir. 3. Gott! welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn! auf deine Guͤte hoffen, im Geiſt den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens ſehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entla⸗ den, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel iſt mein Theil. '5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name ſey ge⸗ dich beri geringe rüthe fieu * wich int Staͤrke g id ſchaffd ¹ der En len einher te hoffen, jund dorta glaube, dir, o Gh Schud an Aaden, und Lil. Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. 1221 gepreiſt! Mein Leben und mein Ende iſt dein; in deine Haͤnde befehl' ich, Va⸗ ter! meinen Geiſt. Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. Mel. Ach was ſoll ich Suͤnder ꝛe. 774. Lehr' mich meine Tage zaͤhlen, Schoͤpfer! der du ſelbſt ſie zaͤhlſt, und mir ihre Zahl verhehlſt; lehr' mich jede Stunde waͤhlen! Und ſo fließe meine Zeit wohlgenutzt zur Ewigkeit! 2. Lehr' mich jene Zeit erſetzen, die mir ungenuͤtzt verſchwand. Als Geſchenk aus deiner Hand laß mich jede Stunde ſchaͤtzen. Und ſo fließe meine Zeit wohl⸗ genutzt zur Ewigkeit! 1 3. Schenk' im Schlaf mir Ruh und Sltaͤrke. Weck' mich fruͤh zur Thaͤtig— keit, und dann gib mir Heiterkeit zur Vollendung edler Werke; und ſo fließe meine Zeit wohlgenutzt zur Ewigkeit! 4. Bis zum Abend meines Lebens laß mich unermuͤdet ſeyn, ſo bleibt mein Se wiſ 1222 Todesbetrachtung am Abend. wiſſen rein, und ich lebe nicht vergebens. Und dann folgt mir aus der Zeit reife Frucht zur Ewigkeit.. Todesbetrachtung am Abend. Mel. Werde munter mein Gemuͤthe ꝛc. 775. Sink ich einſt in jenen Schlum⸗ mer, aus dem Keiner hier erwacht, naht ſich, nach ſo manchem Kummer, mir des Todes ſtille Nacht; o dann ſchlaf ich anders ein, weg iſt dieſes Lebens Pein, und die Frommen, die hier litten, ſch ich dann in Friedenshuͤtten. f2. Jetzo ſchlaf ich, aufzuwachen noch fuͤr Tage dieſer Zeit! Hilf doch fertig ſtets mich machen, Vater! zu der Ewig⸗ keit; daß zu wandern ich dann ſey leicht, bereit, von Buͤrden frei, von den La⸗ ſtern dieſer Erde, wann ich nun unſterb⸗ lich werde . Gerne laß den Tag mich ſehen, der als Retter mir erſcheint: uchn u jammervollem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Staͤrker, als mein Freund 9 wacht, u ner, mirſ zu der En inn ſey lt von den! nun uuſtt und heißt die Z Dankſagungen zum Anfange des neuen Jahrs. 1225 — in Schmerz, ſey mein Gott ver⸗ angend Herz! Voll von deines Na⸗ mens Preiſen laß mich ihn gen Himmel weiſen! 3. Lieder zur Feier des Jahreswechſels. Allgemeine Dankſagungen und Bitten zum Anfange des neuen Jahrs. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 776. Gott! ruft der Sonn' und fuͤhrt den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er ſchuͤtzet was auf Erden wohnt, eiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da iſt, und der da war! von dankerfuͤllten Zungen ſey dir, fuͤr das verfloßne Jahr, ein heilig Lied ge⸗ ſungen; fuͤr Leben, Wohlfahrt, Troſt und Rath, fuͤr Fried' und Ruh', fuͤr jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr geſegnet ſeyn, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft iſt dein, in deiner Furcht 1224 Dankſagungen zum Anfange des neuen Jahrs. Furcht zu leben. Du ſchuͤtzeſt uns, und du vermehrſt der Menſchen Gluͤck, wenn ſie zuerſt nach deinem Reiche ſtreben. 4. Gib mir, wofern es dir gefaͤlt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch, ſchadet mir das Gluͤck der Welt, ſo gih mir Kreuz und Leiden; nur ſtaͤrke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht, in Noth und Schmerz, die Gluͤcklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke vaͤterlich in die⸗ ſem Jahre wieder, erbarme der Ver⸗ laßnen dich, und der bedraͤngten Glie⸗ der! Gib Gluͤck zu jeder guten That, und laß dich, Gott! mit Heil und Rath auf unſre Obern nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit ihr Thun ſtets moͤge leiten, daß Segen und Zufriedenheit ſich unter uns verbrei⸗ ten; daß Treu' und Liebe bei uns ſeyn, das wollſt du gnaͤdig uns verleihn, du Herrſcher aller Zeiten! Mel. Es iſt das Heil uns kommen ꝛc. 777. Da, Gott! du biſt der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten,. mi cerlich ini Lne der I 7aͤngten 6 guten Che eil und R JGerechtigt „daß Say dr uns verbui bei uns ſen verleihn,” ommen e⸗ biſt der 7 vigkeiten, in gen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, Dankſagungen zum Anfange des neuen Jahrs. 1225 mich auch jetzt mit Freudigkeit, dein ho⸗ hes Lob verbreiten. Ein Jahr iſt aber⸗ mal dahin, wem dank ich's, Gott! daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und uͤte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Weſen! dich, den kein Wechſel treffen kann. Wir werden, ſind geweſen, wir bluͤhen und vergehn durch dich; nur du biſt unveraͤnderlich; du warſt, und biſt, und bleibeſt. 3. Herr! ewig waͤhret deine Treu' mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird ſie neu, mit Wohlthun uns zu ſegnen. Ich kenne keinen Au⸗ genblick, da nicht von ihr ſtets neues Gluͤck mir zugefloſſen waͤre. 4. Du haſt auch im verfloßnen Jahr mich vaͤterlich geleitet, und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Huͤlff und Troſt bereitet. Von ganzer Seele preiſ' ich dich; aufs neue uͤbergeb' ich mich, Gott! deiner weiſen Fuͤhrung. 5. Vergib mir die gehaͤufte Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Chriſto ferner tra⸗ und 1226 Lob Gottes am Morgen des neuen Jahrs. und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! b 6. Gib neue Luſt und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln; laß mich, Herr! ſtets gewiſſenhaft, mit mir und Andern handeln. Dein Geiſt belehe Herz und Muth, dich, o du allerhoͤch⸗ ſtes Gut! und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Luſt der Welt zu fliehen. Um beßere Freuden muͤſſe ſich mein Geiſt mit Ernſt bemuͤhen! Der Ewigkeit bin ich ver⸗ wandt; im Himmel iſt mein Vaterland; dahin, Herr! laß mich trachten. 8. O lehre ſelbſt mich, meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn der Ewigkeit mit heilger Vor⸗ ſicht laufen. Der Tage Laſt erleichtre mir, bis meine Ruh dereinſt bei dir kein Wechſel weiter ſtoͤret. Lob Gottes am Morgen des neuen Jahrs. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛc. 778. Des Jahres erſter Morgen ſoll, Gott! dir heilig ſeyn; ich will mich, frei von Sorgen, nur deiner Guͤte freui is Selt zu li es reize m —. Um! *t heilger I jaſt erleict diſt bei diet zneuen Jabl Lob Gottes am Morgen des nenen Jahrs. 1227 Bis hierher halfſt du, Herr! Lobſing' ihm, meine Seele! lobſing' ihm, und erzaͤhle: wie treu, wie gut iſt er. 2. Ich uͤberſchau die Pfade der kurzen Pilgerſchaft; nah', Gott! war deine Gnade, nah' war mir deine Kraft. Du fuͤhrteſt mich zum Ziel auf allen meinen Wegen, verliehſt mir reichen Segen, und großer Freude viel. 15 3. Und gegen dieſe Freuden, o Gott wer zaͤhlet ſie? was ſind die kurzen Lei⸗ den? was iſt des Lebens Muͤh’? Am Abend war mein Herz oft voll von Gram und Sorgen, und mit dem neuen Morgen verſchwand mein Gram und Schmerz. 4. So ſtaͤrkte, Gott! dein Segen der Seele Zuverſicht. Auf meines Le⸗ bens Wegen warſt du mir Heil und Licht. Wie thatſt du mir ſo wohl! Wo⸗ hin ich geh' und trete, iſt jede, jede Staͤtte von deiner Guͤte voll. 5. Gott! dir gebuͤhret Staͤrke und Preis in Ewigkeit. Groß, groß ſind deine Werke, groß deine Freundlichkeit. Ich will mein Lebenlang dich preiſen, dich er⸗ 1228 Lob Gottes am Morgen des neuen Jahrs. erhoͤhen; und noch mein letztes Flehen ſey, Herr! ein Lobgeſang. —— Mel. Schwing' dich auf zu ꝛc. 779. Ewig und unwandelbar, Gott! iſt deine Gnade, und durch dich ſtroͤmt immerdar Heil auf unſre Pfade. Tag⸗ und Jahre aͤndern ſich, und wir ſelbſt veralten; du nur bleibeſt, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unſrer Jahre ſchmuͤckt deine Hand mit Segen. Deine Vaterhuld begluͤckt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen ſendeſt du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt ſanfte Ruh' mit der Abendſonne. 3. Auch das Lebensjahr, das wir froh vollendet haben, war geſegnet, Herr! von dir, war ſo reich an Gaben. Kleid und Wohnung, Trank und Brod haſt du uns gewaͤhret, und in Wohlthat ſelbſt die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deine Vaterhand liebe⸗ voll geleitet, daß du uͤber Stadt und Land Ruh’ und Gluͤck verbreitet, daß ge⸗ Durt wen. J Ammt ſan anr geſehnt 5) an Gabe Ak und Vi Abreitet,d — Gottvertrauen zum Antritt des neuen Jahrs. 1229 gewiſſenhafter Fleiß uns durch dich ge⸗ lungen, Gott! dafuͤr ſey Dank und Preis herzlich dir geſungen. 5. Reich an Hoffnung treten wir in dies Jahr des Lebens. Wer, o Gott! vertraute dir jemals hier vergebens? Ja, du wirſt uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kraͤfte geben. 6. Fluchtig iſt die edle Zeit, groß ſind unſre Pflichten. Lehr' uns fuͤr die Ewig⸗ keit jede treu verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohl gelingen; Frucht laß jede Tugendſaat fuͤr den Him⸗ mel bringen! — Gottvertrauen zum Antritt des neuen Jahrs. „Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. 780. Heut ͤffnet ſich die neue Bahn auf meiner Lebensreiſe. Froh tret' ich meine Wallfahrt an nach frommer Pil⸗ ger Weiſe. Herr! mit Gebet und mit Geſang beginn' ich muthig meinen Gang; du wirſt mich ſicher leiten. 2. Mich 1250 Gottvertrauen zum Antritt des neuen Jahrs. 2. Mich ſchrecke nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhuͤllet! Ich weiß es, daß durch deine Macht einſt Licht aus Naͤchten quillet. Jetzt faß ich deinen Rathſchluß nicht, doch einſt, verklaͤrt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verſtehen. 3. Rauh oder eben ſey mein Pfad, laß mich ihn freudig gehen! ihn hat dein ewig weiſer Rath zu meinem Heil er⸗ ſehen. Was du verhaͤngſt, Gluͤck oder Noth, es ſey auch Leben oder Tod, muß mir zum Beſten dienen. 4. Mein Ziel ſey nahe oder fern, das ſoll mein Herz nicht quaͤlen. Dir, meiner Lebenstage Herrn, dir will ich es befch⸗ len. In deiner Hand ſteht meine Zeit; laß mich den Weg zur Ewigkeit nur ſelig einſt vollenden! Mel. Sollt' es gleich bisweilen ꝛc. 781. Gott und Herr der Ewigkei⸗ ten! du veraͤnderſt Stund und Zeiten, und auf dein allmaͤchtig Wort rollt die Sonne taͤglich fort. 2. Jahre ⸗n. er ſer fern, u 2 Dir, mein ² ich es bi — meine zi Ewigkeit w Gottvertrauen zum Antritt des neuen Jahrs. 1251 2. Jahre laͤſſeſt du, gleich Pfeilen, ſchnell an uns voruͤber eilen, und, wie Traͤum' und Schatten fliehn, faͤhrt hier unſre Zeit dahin. b 3. Nur bei dir, du Weltregierer, al⸗ ler Sonnenheere Fuͤhrer! nur bei dir, dr Alles hat, findet nie ein Wechſel tatt. 4. Kindlich, freudig uͤbergeben wir aufs neu' dir unſer Leben; nimmſt du dich nur unſrer an, was iſt, das uns ſchaden kann?, 5. Deiner feſten Vatertreue freut ſich unſer Herz aufs neue. Alles, was da beßt und iſt, freue, Gott! ſich, daß du iſt. 6. Was uns auch in dieſem Jahre Gutes, Boͤſes widerfahre, fuͤhrk uns nüre Wohlfahrt zu; Alles, Alles len⸗ eſt du. b 7. Reicher mach' an jeder Tugend, wie das Alter, ſo die Jugend! Von dem Saͤugling bis zum Greis lebe Alles dir zum Preis! —— Bitten 1232 Bitten um Gottes Segen zum neuen Jahre. Bitten um Gottes Segen zum neuen Jahre. Mel. Freu' dich ſehr o meine ꝛe. 782. Hüf, Herr Jeſu! laß gelin⸗ gen! Hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kraͤfte bringen, daß als Chriſt ich wandeln kann. Laß mich dir befoh⸗ len ſeyn, Leib und Seel und alles Mein. Neues Gluͤck und neues Leben wollſt du mir aus Gnade geben. 2. Laß dies ſeyn ein Jahr der Gnade, hilf mir meiden meine Suͤnd', alſo daß ſie mir nicht ſchade, ich bei dir Verge⸗ bung find'. Herr! du ſiehſt mein Herz voll Reu', ſiehſt den frommen Vorſatz neu; Herr! du wollſt ſie mir vergeben, Kraft verleihn zum neuen Leben. 3. Herr! du wollſt mir Gnade geben daß dies Jahr mir ſelig ſey, und ich chriſtlich moͤge leben, ohne Trug und Heuchelei; daß ich meinen Naͤchſten lieb⸗ ihn mit Vorſatz nicht betruͤb', immer frommer hier auf Erden und dort ſelig moͤge werden. 9 4. Troͤſte mich mit deiner Liebe, ſo geh ich getroſt dahin. Wenn ich mich in * e laß 4 eht an. 1 — als gh cih dir ki Malles Ma * Den wollit Er der Gm t mein h = nir vergehe Leben. Gnade get 2n ſey, undi Jae Trug ſten i und dort 1 Abbitte am Schluſſe des Jahrs. 1235 in Noth betruͤbe, ſtaͤrke meinen ſchwa⸗ chen Sinn. Laß in Ferud und Leid mich dein, dein im Gluͤck und Ungluͤck ſeyn; wenn ich ſchlafe oder wache, fuͤhre du, Herr! meine Sache. 5. Jeſu! laß mich froͤhlich enden die⸗ ſes angefangne Jahr! Trage mich auf deinen Haͤnden, halte bei mir in Ge⸗ fahr! Steh' mir bei in aller Noth, auch verlaß mich nicht im Tod! Freudig will ich dich umfaſſen, wenn ich ſoll die Welt verlaſſen. 1⁵ 2 Abbitte am Schluſſe des Jahrs. Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 783. Ach, wiederum ein Jahr ver⸗ ſchwunden; ein Jahr, und kommt nicht mehr zuruͤck! Dahin ſind ſo viel tauſend Stunden des Lebens, wie ein Augenblick; hin meine Tugenden und Suͤnden! doch nein: Der Richter aller Welt laͤßt jeg⸗ liche mich wiederfinden, wenn er vor ſein Gericht mich ſtellt. 3 2. Gedanken, Worte, Thatenheere! wie? duͤrft ihr Gottes Licht nicht ſcheun? Jiii Wenn 1234 Abbitte am Schluſſe des Jahrs. Wenn ich dies Jahr geſtorben waͤre, wo wuͤrd jetzt meine Seele ſeyn? ſtuͤnd⸗ ich verklaͤrt bei Gottes Kindern? waͤr⸗ ich von ſeiner Lieb' entflammt? Wie? oder haͤtte mit den Suͤndern der Allge⸗ rechte mich verdammt? ausi 3. Wie darf ich den Gedanken wagen: waͤr' ich jetzt reif zur Ewigkeit? Was wuͤrde mein Gewiſſen ſagen, wenn Gott mir rief: du ſtirbſt noch heut’! Wie? koͤnnt ich heute froh erſcheinen, o Aller⸗ heiligſter! vor dir? Hab' ich denn nichts mehr zu beweinen? iſt keine Suͤnde mehr in mir? 4. Nein, Vater! ſie ſind nicht zu zaͤhlen, die Suͤnden dieſes Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verhehlen? Ich bin nicht werth, noch hier zu ſeyn. Zu oft ließ ich das Herz erkalten; zu oft verletzt' ich meine Pflicht; ich darf vor dir nicht Rechnung halten; ich zittre! Geh' nicht ins Gericht. 5. Nein, Vater! ſie ſind nicht zu zaͤhlen, die Gnaden dieſes Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verhehlen? ich bin nicht werth, noch hier zu ſeyn. Wo fang' ich an? Gott! welche Menge vom 2 wenn Gan eut! WM Fren, oAl denn niht eine Süh nd nicht ar verhehlan cjier zu ſa dnan zcht; ich de halten; i aht. Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. 1233G vom erſten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß wenn ich Jahre ſaͤnge, ich dir zu danken nicht vermag. b 6. Verzeih' den Undank, ſchenk Er⸗ barmen! Gedenke meiner Suͤnden nicht, und zeig dem Reuenden und Armen, der Gnade ſucht, dein Angeſicht! Wie freudig will ich denn mein Leben von nun an deinem Dienſte weihn! Wie eif⸗ rig will ich mich beſtreben, durch deinen Geiſt ein Chriſt zu ſeyn! Bitte am Jahreswechſel um weiſe Benu tzung der Lebenszeit. Mel. Herr Jeſu Chriſt, dich zu te. 784. Anwiederbringlich ſchnell ent⸗ fliehn die Tage, die uns Gott verliehn; ein Jahr tritt ein, und eilt davon. Wie manches iſt bereits entflohn! 2. Dank ſey dir, ewig treuer Gott! fuͤr deinen Beiſtand in der Noth, fuͤr tauſend Proben deiner Huld, und deiner ſchonenden Geduld! 3. Ach! oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merkten's nicht. Du Jiii 2 ſiehſt, 2* 1236 Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. ſiehſt, Erbarmer, unſre Reu'; um Chriſti willen ſprich uns freiit. 4. Wir eilen mit dem Strom der Zeit ſtets naͤher hin zur Ewigkeit: du haſt die Stunden zugezaͤhlt; die letzte weislich uns verhehlt. 5. Drum weck' uns aus der Sicher⸗ heit, daß, eingedenk der Sterblichkeit, vwir ſtets dem Tod entgegen ſehn, und immer in Bereitſchaft ſtehn. 6. Iſt einſt die Zahl der Tage voll, die jeder hier durchleben ſoll, ſo fuͤhr' uns aus der Pruͤfungszeit zu deiner fro⸗ hen Ewigkeit. 7. Da ſind wir unſers Heils gewiß: da wechſeln Licht und Finſterniß nicht mehr, wie hier. Du ewoges Licht, Herr unſer Gott, verlaß uns nicht! MNel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 785. Wie der Blitz, der Wolken theilet, alſo fliegt dahin die Zeit. Schnell und unaufhaltſam eilet ſie ins Meer der Ewigkeit. Ach, mit Ernſt im Angeſichte ruft der Tod uns zum äl, ſo ſi * zu deinerf üHeils gete Siſterniß m = Licht, h. Ccht! ferben ꝛe. der Vol rin die 38 n eilet ſie ce mit E eod und 14 Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. 1237 Gerichte, und Verwerfung oder Heil wird dort ewig unſer Theil. 2. Nah bin ich vielleicht dem Ziele meiner kurz gemeſſenen Bahn, ſollt' auch ich mich, wie ſo Viele, dieſem Ziel mit Leichtſinn nahn? Ach, es iſt von mei⸗ nen Jahren wieder eins dahin gefahren! Sind noch viele Jahre mein? oder wird's das letzte ſeyn? 3. Seele, wiß' es nicht vergebens: klein iſt meiner Tage Zahl! Thatſt du jeden Schritt des Lebens mit Bedacht⸗ ſamkeit und Wahl? Saͤume nicht, dich ſelbſt zu richten! Forſche nach des Glau⸗ bens Fruͤchten! Frage: bin ich auch bereit, wenn Gott ruft zur Ewigkeit? 4. Waͤg' ich ſelbſt von jedem Tage meine Suͤnd' und Tugend ab; o wie ſteiget hier die Wage! o wie ſinkt ſie dort hinab! Kann ich ſo vor Gottes Throne freudig ſtehen? iſt die Krone, die den Frommen Gott verhies, mir am Ziele ganz gewiß? 5. Menſch! beginn ein neues Leben, fang es dieſen Tag noch an; ernſtlicher ſey dein Beſtreben, richtiger ſey deine Bahn! Laß doch nicht, beſchwert von 1238 Bitte um weiſe Benntzung der Lebenszeit. Suͤnden, dir das naͤchſte Jahr verſchwin⸗ den! Nutze redlich deine Zeit, Seele, fuͤr die Ewigkei! Mel. Nun kommt der Heiden ꝛe. Chor. 786. Menſchen, euer Leben eilt! Ohne Raſt und unverweilt eilt ſie hin, die kurze Zeit, hin ins Meer der Ewig⸗ eit. d 2. Wellenreich und ohne Ruh ſtuͤrzt ein Strom dem Meere zu; ſchau' wie deine Welle bleibt, eine ſtets die andre treibt. 3 3. So verdraͤnget immerdar dieſes Jahr das naͤchſte Jahr, und das letzte uſcht herbei, eh man merkt, wie nah es ſey. Gemeine. 4. Gott, du meiner Tage Herr! hilf mir, daß ich Sterblicher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nuͤtze meine Zeit. 5. Jede Stunde, da mein Geiſt ſich der Erde mehr entreißt, bringt mit, flieht ſie gleich dahin, ewig ſeligen Ge⸗ winn. 6. Jede 3 1 9=Nuh ſ 3 — ſchau — die a rrerdar dic add das l Skt, wien * e Hertl jeingedenk ine Zalt. r ein Geſſ bringt w =g ſeligen Bitte um weiſe Benutzung der Lebenszeit. 1259 6. Jede Stunde, da ich hier Andern nuͤtze, und vor dir redlich handle, dauert dort ſtets in ihrem Lohne fort. Chor. 7. Nehmt die Stunden wohl in Acht! Wirket Gutes; denn die Nacht, wo man nicht mehr wirken kann, eilet unverſehns herdanuä. 8 8. Jetzt noch waͤhrt der Tag des Heils. Trefft die Wahl des beſten Theils, ſtellt euch dieſer Welt nicht gleich, ſeyd an guten Werken reic. 9. Wenn ihr eure Zeit verſaͤumt, ſie in traͤger Ruh vertraͤumt, ſie in eitlem Tand verderbt: weh alsdann euch, wann ihr ſterbt! Gemeine. 10. Laß mir, Gott! den Werth der Zeit, und der frommen Thaͤtigkeit, im⸗ merdar vor Augen ſeyn und mich deinem Dienſte weihn. b 11. Steh' mit deiner Kraft mir bei, daß ich, meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Gluͤck, nutze jeden Augenblick. 34 b 12. Dann vertauſch' ich dieſe Zeit ruhig mit der Ewigkeit, finde da, vor Hei⸗ 1240 Neujahrslied in Kriegsnoͤthen. deinem Thron, meiner Arbeit Gnaden⸗ lohn. — Neujahrslied in Kriegsnoͤthen. Mel. Wach' auf, mein Herz ꝛe. 787. Run laßt uns gehn und tre⸗ ten, mit Danken und mit Beten, zum Herrn, der uns zum Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom Alten zu dem Neuen. 3. Durch ſo viel Angſt und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Muͤttern, in ſchweren Ungewittern, die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewachet werden: .5. Alſo auch und nicht minder laͤßt Gott ihm ſeine Kinder, wenn Noth und Truͤbſal blitzen, in ſeinem Schooße ſitzen. 6. Ach, vandetn t ir leben t= Neuen. agen, du Sn, dien ien Muͤtzn die Kindt Seiß beiwut ¹ winder wenn J Inem Shh Neujahrslied in Kriegsnoͤthen. 1241 6. Ach, Huͤter unſres Lebens! fuͤr⸗ wahr, es iſt vergebens all' unſer Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt ſey deine Treue, die alle Morgen neue; Lob ſey den ſtarken Haͤn⸗ den, die alles Herzleid enden. 4 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater! bleibe mitten in unſrem Kreuz und Lei⸗ den der Brunnquell unſrer Freuden. 9. Gib uns und allen denen, die ſich nach Huͤlfe ſehnen, in ihren bittren Schmerzen, vertrauensvolle Herzen. 10. Schließ zu die Jammerpforten, und laß an allen Orten, nach ſo viel uucvergießen, des Friedens Stroͤme ießen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unſren Wegen, laß Großen und auch Kleinen des Friedens Sonne ſchei⸗ nen. 12. Sey der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather; der Unverſorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnaͤdig allen Kranken; gib froͤhliche Gedanken den tiefbetruͤbten Seelen, die ſich in Schwermuth ulen⸗ b 14. Un 124² Wechſel des Kirchenjahres. 14. Und endlich, was das Meiſte, fuͤll uns mit deinem Geiſte, der uns hher herrlich ziere, und uns zum Himmel fuͤhre. 15. Das Alles wollſt du geben, o unſres Lebens Leben! So ſegne, ſo be⸗ wahre, ſo hilf im neuen Jahre! Wechſel des Kirchenjahres. Mel. Wach' auf mein Herz ꝛc. 788. Dier ſind wir, dich zu ehren, dich, dem wir angehoͤren, dir, Vater! zu lobſingen, dir Preis und Dank zu bringen. 2. Noch leuchtet dir zur Ehre der Offenbarung Lehre, dies Licht, von dir bereitet, das uns zum Leben leitet. 3. Noch haſt du uns verſchonet, nach Suͤnden nicht gelohnet, mit Langmuth uns getragen, erhoͤrt Gebet und Klagen. 4. Wir preiſen dein Erbarmen; ver⸗ gib, o Gott, uns Armen; du wolleſt laͤnger ſchonen, nicht nach Verdienſt uns lohnen! 5. Wir (auahres a tc. n jir, Van 82d Daut, *.: Ehre i ht, vond — honet, un t Langt und Klahr armen; *. du hul —) Werdi 5.5 3 dein e Guͤte Wechſel des Kirchenjahres. 1243 5. Wir wollen voll Vertrauen, auf deine hauen; dein heilſam Wort recht lernen, vom Boͤſen uns entfernen. 6. Hilf uns zu allen Zeiten! Laß uns dein Auge leiten! Getreu ſey jeder Leh⸗ rer, und folgſam jeder Hoͤrer! 7. Dein Friede wohn im Lande! Gib Segen jedem Stande! Nach uͤberwund⸗ nen Leiden gib uns des Himmels Freuden! Mel. Dir Gott, dir will ich t. 789. Feſ ſteht dein Bund, wie Fel⸗ ſen ſtehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr' und Jahrhunderte ver⸗ gehen, doch deine Hnld iſt taͤglich neu. Fuͤr dieſe Guͤte bringen wir auch heute Dank, o Vater! dirr. b 2. Kein Feind zerſtoͤrte die Altaͤre, kein Feind entweiht dein Heiligthum. Noch ſingen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt ſich dein Reich noch immer fort. b 3. Doch fragſt du nach des Wortes Fruͤchten, und bringſt, was wir gethan, ans Licht, nach unſern Werken uns 9 rich⸗ 1244 Wechſel des Kirchenjahres. richten: Gott, Richter! ſo beſtehn wir nicht. Du trugeſt uns mit viel Geduld, wir aber haͤuften Suͤnd und Schuld. 4. Verwirf uns nicht! O Herr, ver⸗ ſchone! o gib uns nicht der Suͤnden Lohn! Wir ſehn empor zu deinem Soh⸗ ne, und flehn gebeugt vor deinem Thron: vergib dem ſuͤndigen Geſchlecht! vor dir iſt Keiner ganz gerecht. 5. O laß es deinem Geiſt gelingen bei uns in dieſem neuen Jahr die Suͤnde maͤchtig zu bezwingen, wo ſie bisher noch herrſchend war. Heut ſchwoͤren wir, o Gott! auf's neu, dir und der Tugend ew'ge Treu. 6. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, der Wahrheit unverfaͤlſchtes Wort bei unſrer Nachwelt noch erſchallen, und ſie an dieſem heilgen Ort der Tauf und deines Mahls ſich freun, durch ſie der Tugend ſich zu weihn. 7. Gib, daß wir dich ſtets kindlich ehren, als dein geweihtes Eigenthum. Einſt fuͤhrſt du uns zu jenen Choͤren wo man, erfuͤllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beſeelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zaͤhlt. —— 4. Lie⸗ Sänem e ſe— Wort ſuallen, un n urch ſie ets kund Lob Gottes um den Wechſel der Jahreszeiten. 1245 4. Lieder zur Feier der Jahreszeiten. Lob Gottes um den Wechſel der Jahreszeiten. b Mel. Nun ſich der Tag geendet hat ꝛc. 1 790. Noch immer wechſeln ordent⸗ lich des Jahres Zeiten ab. In Schnee und Regen ſtroͤmt durch dich dein Se⸗ gen, Gott! herab. 2. Du winkſt! Es waͤrmt der Son⸗ ne Strahl und weckt das todte Land; ſchon fließt um Huͤgel, Berg und Thal ein blumigtes Gewand. 3. Dein Fußtritt in den Wolken treuft von Fett und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und bluͤht und reift, und ſaͤt⸗ tigt und erfreut.. 4. Wie froͤhlich laͤchelt jede Flur! Es fließt, ſich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur iſt unerſchoͤpflich reich. NA e 5. Wem ſtroͤmt ſie nicht, von dir er⸗ fuͤllt, in tauſend Stroͤmen zu? Wer iſt ſo gut, ſo treu, ſo mild, ſo vaͤterlich, wie du? 3 6. Von EI laß dies erhabne Gluͤck 1246 Lob Gottes im Fruͤhling. 6. Von dir geſegnet, bluͤht der Baum und pflegt die milde Frucht, beut unter kuͤhlen Zweigen Raum dem, der Er⸗ quickung ſucht. b 7. Des Herbſtes Stuͤrme ſendeſt du auch ſie uns zum Gedeihn. Du huͤlleſt fuͤr des Winters Ruh' in Schnee die Fluren ein. n en 8. O betet, Menſchen, betet an! er⸗ waͤgt's, und denket nun: Was hat Gott ſchon an uns gethan? was will er kuͤnf tig thun? 9. Laͤßt er uns ſeine Freundlichkeit ſchon hier ſo reichlich ſehn, was with in der Vollkommenheit der beſſern Welt geſchenne? 10. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in ſeine Wunder ein. O Gott! mir ſtets vor Augen ſeyn. b b Lob Gottes im Fruͤhling. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. 791. Gelobt ſey, der den Fruͤhling ſchafft, Gott, der den Erdkreis ſcmit et/ e Studlit ſcl= was L de ſſernd t 1dann m ( O Gi ru ſitts i S=th lint rt lWlc. en Früͤh teis in — Lob Gottes im Fruͤhling. ket, Gott, groß von Staͤrke, groß von 1247 Kraft, der, was er ſchuf, begluͤcket! Der Herr erſchafft, der Herr erhaͤlt; er liebt und ſegnet ſeine Welt. Lobſin⸗ get ihm, Geſchoͤpfe! 2. Das Land, das juͤngſt erſtorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es ſtroͤmt mit jedem neuen Tag ſein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Luͤften ſchwebt, erfreut ſich ſeines Lebens. 3. Der Erde Antlitz iſt verjuͤngt; er⸗ heitert glaͤnzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getuͤmmel. Und voll Erbarmen ſchaut herab, der Allen Seyn und Leben gab, auf ſeiner Schoͤpfung Werke. 4. Lobſinget ihm, er iſt uns nah; ſingt, alle ſeine Heere! Der Herr iſt in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preiſe dich, ich ſinge dir; denn du biſt, wo ich bin, bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 81 5. Du rufſt die Wolken in das Land und ſtillſt den Durſt der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Menſch ge⸗ ſegnet werde. Thau, Regen, Somnen ein 1248 Lob Gottes im Fruͤhling. ſchein und Wind, die deiner Allmacht Boten ſind, erzaͤhlen deine Guͤte. 6. Selbſt wenn, vom Donnerſturm bedraͤut, erſchrockne Laͤnder zittern, ſtromt Staͤrkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern, Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter ſchweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier er⸗ freut, du Urquell aller Gaben; dort wirſt du uns mit Seligkeit in reicher Stroͤmen laben. Wohl, wohl den Men⸗ ſchen, die ſchon hier ſich dir ergeben und einſt dir in Chriſto freudig ſterben! Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. b 792. Höoͤher hebt ſich Gottes Sonne, laͤnger ſtrahlt uns nun ihr Licht, Alles athmet neue Wonne, wenn ſie durch die Wolken bricht. Schau', der Fruͤhlinz ſenkt ſich nieder in die Waͤlder, auf di Flur! Die erſtorbene Natur lebet auf iſn Virke wisder.(Sofer deinem Schoͤ⸗ fer Dank! Preiſ' ihn froͤhlich, mein Geſang! 4 Tf lih Mun⸗ * ri E des Aln Ke itent — n Snnetfin er ern, ſttt r aRarket 1 1 Dann bi ni les jaut den ſſe Wi 4 w Snns hiet, — r Sben; w bh a in reich 18¼l den M hderxgeben dd Iterben! nà& tc. 3 ) Sttes Some ea ſie duri 1àA Fruühle (= der, auf Hur lebet einem 2 — ——— Glaube ſtets errang. mein Geſang! Lob Gottes im Fruͤhling. 1249 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und ſein frohes Danklied ſchallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde; ehrt durch fromme Zuverſicht ſeinen Gott und zweifelt nicht, daß ſie wohl gerathen werde; bringt ſchon hoff⸗ nungsvoll ihm Dank. Preiſ' auch du ihn, mein Geſang! 3. Glaͤnzend und im Feierkleide prangt die bluͤthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preiſt den Schoͤpfer der Natur. Und der Voͤgel bunte Choͤre, hier der ſpaͤten Nachtigall, dort der fruͤ⸗ hen Lerche Schall, Alles bringt dem Schoͤpfer Ehre. Bring' auch du ihm Lob und Dank, preiſ' ihn froͤhlich, mein Geſang! 4. Dieſer Fruͤhling wie geſchwinde, o wie ſchnell wird er verbluͤhn! Wie die Spreu verweht vom Winde, ſo wird ſeine Pracht entfliehn. Aber, Gott! vor deinem Throne wird ein ew'ger Fruͤh⸗ ling ſeyn; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nach jener Krone, die der Ewig preiſ' ihn, Kkkk 5. Alle 1250 Lob Gottes im Sommer. 5. Alle Herrlichkeit der Erde iſt ein Schatten von dem Licht, das ich ewig ſchauen werde dort vor Gottes Ange⸗ ſicht. Auch das freudenreichſte Leben hier auf Erden iſt nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, ſey Lob und Dank! Ewig preiſt dich mein Geſang! Lob Gottes im Sommer. Mel. Wie wohl iſt mir, nach ꝛc. 793. Rund um mich her Freude, verſchoͤnt iſt, Welt; es prangt in ſeinem Feierkleide Gebirg und Thal, und Wald und Feld. Wie heilig wird mir jede Staͤtte! Wo⸗ hin ich ſeh', wohin ich trete, erblick ich dich, o Schoͤpfer! dich; wohin ich ſeh, auf allen Fluren, in allen deinen Krea⸗ turen, erblick ich, Welterhalter, dich. 2. Das Saͤuſeln in belaubten Baͤu⸗ men ruft: freudig muͤßt ihr Gott erhoͤhn! die Zeit in Schwermuth zu vertraͤumen iſt Gottes Welt fuͤr euch zu ſchoͤn. Mir b ruft, iſt alles Schoͤpfer, deine v eeblicki z jin ich ſit — einen F alter, dich „ Abten R ) ott erhohe vertraun ſchon. N N Lob Gottes im Sommer. 1251 ruft, beglaͤnzt vom Morgenſtrahle, der Felder Reichthum, in dem Thale und auf den Hoͤhen: lobt den Herrn! Mir rufen Land und Waſſerfluthen:„Gott iſt der Urquell alles Guten, und erfreut ſo gern.“ b 3. Wie beugen ſich der Saaten Spiz⸗ zen, wie ſchwellen ſie von Segen an, daß kaum der Halm die Aehre ſtuͤtzen, die Er ſegnet reiche Laſt kaum tragen kann! Der Duͤfte kuͤhle Lieblichkeiten, die Waͤlder um ſich her verbreiten, hat Gott fuͤr dich, o Menſch, gemacht. Die Roſen bluͤhen, dich zu ſchmuͤcken; und tauſend⸗ fach dich zu erquicken, lacht dir der Blu⸗ mengaͤrten Pracht. 4. Umringt von hoher Luſt und Freude, o freu' auch, meine Seele, dich! In Gottes ſchoͤnem Weltgebaͤude freut alles, was da lebet, ſich. Dein Lobgeſang in hoher Wonne erhebe ſich, wie Gottes Sonne ſich hoch hinauf am Himmel hebt; ſtimm' in die frohen Jubelchoͤre, und bringe Gott Lob Preis und Ehre, mit allem, was auf Erden lebt. 5. Wie haſt du, Gott der Macht und Guͤte! ſo liebevoll an uns Idacht. Schoͤn kk2 iſt Lob Gottes im Herbſt. iſt des Fruͤhlings junge Bluͤthe, ſchoͤn des Pihlnges reiche Pracht. Zum vollen froͤhlichen Genuſſe empfaͤngt von deinem Ueberfluſſe, Gott! was da lebet, Speis und Trank; Gebuͤrge geben, Thaͤ⸗ ler geben, was Allen noͤthig iſt zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. 125² 0L ob Gottes im Herbſt. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 794. Schon ſendeſt du den Herbſt, o Gott! Schon fruͤher ſinkt auf dein Gebot die ſchoͤne Sonne nieder, und mit umwoͤlktem Angeſicht erſcheinet uns ihr ſchwaͤchres Licht erſt ſpaͤt am Him⸗ mel wieder. 2. Das milde Jahr iſt nun entflohn; die rauhen Stuͤrme brauſen ſchon durch die entbloͤßten Felder; die letzte Blume neigt ihr Haupt, des Herbſtes kalter Hauch entlaubt die Gaͤrten und die Waͤl⸗ er. „3. Wie ziehn die Nebel nun daher! Wie ſind die Aecker ſchon ſo leer von allem Ernteſegen! Veroͤdet ſchein die n⸗ u ⸗nieder, w h. tſcheinet Sit am uun entfon ſchon de , letzte Bu Srbſtes kit uund die d Lob Gottes im Herbſt. 12553 ſchoͤnſte Flur; entkraͤftet ſiehet die Na- tur der Winterruh' entgegen. 4. Die Vöͤgel, die dem Froſt entfliehn, beginnen ſchon davonzuziehn, weit uͤber Land und Meere. Du nimmſt der Wan⸗ dernden dich an; du Herr bezeichneſt ihre Bahn und ſaͤttigſt ihre Heere. 5. Uns treibt, o Herr, kein rauher Nord aus unſrer waͤrmern Wohnung fort; du willſt uns ſtets verſorgen. Ja, deiner Huld vertrauen wir; erneut wird ſie gewiß auch hier mit jedem Winter⸗ morgen. 6. Du ſchaffſt, daß wir in Sicher⸗ heit der ungeſtuͤmmen Monde Zeit be⸗ ginnen und durchleben. Es mußte, Herr! auf dein Gebot, das Land uns fuͤr den Winter Brod, dem Vieh ſein Futter geben. 7. O du, der Schwache gern beſchuͤtzt, die Armen naͤhrt und unterſtuͤtzt, du maͤchtiger Erhalter! du ſtaͤrkſt, wenn unſre Kraft entflieht, und ſie, dem Felde lich, verbluͤht, uns liebreich auch im ter. b 8. Ja, wohl uns! wenn zu jeder Zeit mit weiſer frommer Sapsſamkalk win eine 1254 Lob Gottes im Herbſt. deine Gnade ſuchen. Wer treu erfuͤllt des Lebens Pflicht, der wird den fruͤ⸗ hern Jahren nicht im Herbſt des Alters fluchen. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛc. 795. Geerntet iſt der Felder Saat. Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbſt mit ſeiner Fuͤlle ſich und ſegnet und erfreut auch mich. 2. Der ſegenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt, von ſei⸗ ner Laſt befreit zu ſeyn, uns zu erquik⸗ ken, zu erfreun. b 3. Der Saͤnger in den Luͤften ſchweigt, der hin in ferne Lande fleugt, wo Gott ſchon eine neue Saat und Frucht fuͤr ihn bereitet hat. 4. Dein Gott ernaͤhrt, was fliegt und webt, daß alles froͤhlich ſey, was lebt, daß ſeine ganze Schoͤpfung Dank und Jubel ſey und Lobgeſang. 5. Auf traubenvollen Huͤgeln ſchallt der Freude Lied, es wiederhallt von Berg auf Berg; denn Moſt und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. B ie 1„ a prangt 2e ggt, von is zu ergu f ſt, wo G dpfung do 8 — ng.. d ch Billt von. . Lob Gottes im Herbſt. 1255 „6. Wie liebevoll, wie mild, wie gut, iſt Gott, der ſo viel Wunder thut! Der Juͤngling, wie der Mann und Greis, ſey froͤhlich, Gott zum Ruhm und Preis! 4 7. Auch wenn du alterſt, ſorgt fuͤr dich dein Herr und Gott noch vaͤterlich; er, der wenn ſich dein Abend naht, fuͤr dich noch viel der Freuden hat. 8. Froh kannſt du ſterben, wenn du nur, wie ſeine ſegnende Natur, geſeg⸗ net haſt; wenn er die Frucht, die er verlangt, umſonſt nicht ſucht!. 9. Auch die Natur verbluͤht und ſtirbt; nur daß ihr Saame nicht verdirbt, und ſchoͤner auflebt, wenn ihr Freund, der Fruͤhling, wiederum erſcheint. 10. So bluͤhſt und reifſt du in der Zeit zu groͤßerer Vollkommenheit. Still keimt der Tugend Saat hervor, und reift zur reichen Ernt' empor. 1256 Lob Gottes im Winter. Lob Gottes im Winter. Mel. Herr Jeſu Chriſt, dich zu ꝛe. 796. Auch fuͤr den Winter danken wir, Herr, unſer Gott und Vater! dir; nicht fuͤr der Felder Segen nur, auch fuͤr den Schlummer der Natur. 2. Ein ſilberfarbenes Gewand ſchmuͤckt Berge, Huͤgel, Thal und Land! Wie ſchoͤn ſind ſie! wen freuet nicht der tie⸗ fern Sonne mildes Licht? 3. Doch pflegt die Erde muͤtterlich die ihr vertraute Saat, die ſich im kuͤnft gen Fruͤhling ſegensvoll enthuͤllen und uns naͤhren ſoll. 4. So naͤhret liebreich und geheim der frommen Tugend erſten Keim ein Vater mit verborgner Luſt in ſeiner ſchwachen Kinder Bruſt. 5. Doch wachſen ſoll der Tugend Saat, aufbluͤhn, was er im Stillen that, zu reichen Ernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 6. Drum brauſe nur der Sturm da⸗ her; auch dieſer iſt nicht ſegensleer, er dienet dir, o guter Gott, und du be⸗ ſchuͤtzeſt uns in Noth. 7 4 E müttat t die ſich nSll enthul i cund gehah 2i Keim Sſt in ſän der LTuha = in Etll a der Zeit, , Stuum ggensleir, u u „ Lob Gottes zur Saatzeit. 1257 7. Und wie viel Freuden danken wir ſelbſt in des Winters Tagen dir, der du ſo vaͤterlich uns traͤgſt, uns ſaͤttigeſt, er⸗ waͤrmſt und pflegſt! 8. Durch alle Zeiten, Vater! ſey dir, wer dich kindlich ehrt, getreu! Laß Je⸗ den deinen Ruhm erhoͤhn und freudig deine Wege gehn! 9. Durch jeden Wechſel in der Zeit bereit' uns auf die Ewigkeit, wo dann hinfort kein Wechſel iſt und du in Allem Alles biſt. 10. Da finden wir dann wahre Ruh'; da ſtroͤmt uns Himmelswonne zu, und Leiden, die uns hier noch drohn, ſind dann auf ewig hingeflohn. Lob Gottes zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. 797. Es baut, o Gott! auf dein Ge⸗ heiß der Menſchen Hand die Erde, voll Hoffnung, daß ihr reger Fleiß von dir geſegnet werde. Auf dein Verſprechen trauen ſie: du ſollſt dein Brod bei Fleiß und Muͤh', ſo lang' du lebeſt, eſſen. 2. Noch 1258 Lob Gottes zur Erntezeit. 2. Noch immer traf dies Wort auch ein; gib ferner deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Son⸗ nenſchein und Regen! Der Landmann baut umſonſt das Land, wenn deine mil⸗ de Vaterhand nicht ſeine Arbeit ſegnet. 3. So kroͤne dann mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Guͤte; und wenn die Ausſaat uns gedeiht, o Vater! ſo verhuͤte, daß Froſt und Sturm und Ha⸗ gelſchlag ſie nicht zerſtoͤrend treffen mag, nicht Fluth ſie uͤberſchwemme! 4. Wir traun auf dich, o guter Gott! und laſſen dich nur walten; du kennſt am beſten unſre Noth und kannſt uns leicht erhalten. So wirſt du denn zu deinem Ruhm auch uns, dein Volk und Eigenthum, noch ferner wohl verſorgen. Lob Gottes zur Erntezeit. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten ꝛc. 798. Die Ernt iſt dal ſchon winkt der Halm dem Schnitter in das Feld. So ſchalle denn ein Freudenpſalm dem großen Herrn der Welt!:; 2. Er h, ezuter G 4 altrn du km uü kannſt i vit Du denn „,1 mn Volkt Sl verſorge — Lob Gottes zur Erntezeit. 1259 2. Er iſt's, der uns die Ernte gibt; er oͤffnet ſeine Hand. Heil uns! daß er uns immer liebt, und ſegnet unſer Land!: 3 3. Er legte in ein Korn, ſo klein, den Reichthum ſeiner Kraft, gab ihm vom Himmel Sonnenſchein und milden Nahrungsſaft.:“: 4. Oft zogen ſchwarze Wolken her und drohten Hagelſchlag. Er ſprach! Wir ſahen ſie nicht mehr, und heller ward der Tag.;: 5. Erhebet ihn, den Herrlichen, der in Gewittern wohnt; lobt ihn mit Dank, den Guͤtigen, er donnert, er verſchont!:;: 6. Wie groß iſt deine Wundermacht; wie gut, o Gott, wie groß! ſie wirkt bei Tag und in der Nacht, ſie wirket graͤnzenlos.:;: b 7. Du willſt, und Segen ſtroͤmt daher, und naͤhret Menſch und Thier; das Kornfeld wallet wie ein Meer; der Landmann danket dir.:: b 8. Nun fuͤhreſt du die Erntezeit von neuem uns heran, und Jeder ruͤhmt es hocherfreut: du haſt uns wohlgethan⸗ 35 De 1260 Lob Gottes zur Erntezeit. 9. Des Schnitters Tag iſt lang und ſchwuͤl, doch freudig iſt ſein Muth; ſein Auge ſieht der Garben viel, und dich, Gott! treu und gut.:: 10. Du hebſt Bekuͤmmerniß und Schmerz; durch dich fließt Brod uns zu. Dir geben wir, Gott! unſer Herz; nur dies verlangeſt du.:; b 11. O wenn wir ſtets mit Freudigkeit und ganz das Herz dir weihn, wie ſchon wird dann die Erntezeit nach un⸗ ſerm Tode ſeyn!: Mel. Zeuch mich, zeuch mich te. 799. Gott im Himmel und auf Erden! Herrſcher in der ganzen Welt! laß das Herz voll Dankes werden, der dir an uns wohlgefaͤllt, fuͤr die reichen Erntegaben, die wir dir zu danken haben. 2. Vater! du haſt aus Erbarmen uns Unwuͤrdige ernaͤhrt. Du haſt Reichen, du haſt Armen milder Gaben viel gewaͤhrt. Gott, der uns viel Guts erwieſen, ſey gelobt und hoch geprieſen 3. Du 11 Freudi ir: zeihn, u m ait nachn ch n e. nral und a rnzen Wa 1 verden, d ⁵ die reich ir zu daut jis viel 9 ich qeprieſe ech gepnd Lob Gottes zur Erntezeit. 1261 3. Du haſt Sonnenſchein und Regen uns zu rechter Zeit geſchickt, daß man deinen reichen Segen allenthalben hat erblickt; Berge, Thaͤler, Tiefen, Hoͤhen ließen deine Huld uns ſehen. 5 4. Ach! wer iſt, der ſolche Guͤte dir genug verdanken kann? Nimm ein dank⸗ bares Gemuͤthe fuͤr die große Wohlthat an; unſer Mund ſoll ſtets erſchallen: Gott macht ſatt mit Wohlgefallen. 5. Lehr' auch uns wohl anzuwenden, was uns deine Huld gewaͤhrt; nie zur Suͤnd' es zu verſchwenden, daß es nicht der Fluch verzehrt. Ueppig ſeiner Luͤſte pflegen, bringet uns um deinen Segen. 6. Schenk' uns auch vergnuͤgte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne ſeyn; laß es Keinen neidiſch ſchmerzen, ob auch Andre mehr gedeihn. Willig laß mit deinen Gaben uns die Duͤrftigen auch aben. 7. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr' hier ſchon reich⸗ lich Fruͤchte bringen. Staͤrke du uns immer mehr! Schenk' uns auch nach allem Leide droben mehr als Erntefreude! Mel. 1262 Lob Gottes zur Erntezeit. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten ꝛc. 800. Gott ſorgt fuͤr uns! o ſingt ihm Dank! Ihr Chriſten, ſingt ihm gern! Vom Anfang bis zum Nieder⸗ gang traͤgt uns die Huld des Herrn.*B 2. Vom Menſchen bis zum kleinſten Wurm reicht ſeine Gnad' und Macht; im Sonnenſchein, ſo wie im Sturm, iſt er auf Heil bedacht.:;: 3. Was wir auf Hoffnung ausge⸗ ſtreut, hat ſeine Huld vermehrt: er hat das Flehn um Fruchtbarkeit auch dieſes Jahr erhoͤrt.:;: 4. Mit frohgeruͤhrter Seele bringt nun Dank und Preis ihm dar! Die Aehre, die vom Segen ſinkt, bekroͤnt durch ihn das Jahr.:: 5. Ja, Hoͤchſter! wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du naͤhrſt uns und gibſt vaͤterlich noch mehr als Speiſ und Trank.:“ 6. Geſundheit, Frieden und Gedeihn zu unſrer Haͤnde Fleiß, auch das gibſt du: nur dir allein gebuͤhrt auch dafuͤr Preis.:;: 7. Laß ¹ Seele bti In dar! 1nkt, bebtr aerehren di ; du nig. g'ch mehr d mund Geddh = ich das g ¹ auch dii 71 nun auch Lob Gottes zur Erntezeit. 1263 7. Laß deines Segens Ueberfluß uns zuch nuͤtzlich ſeyn, und hilf uns, daß wir im Genuß mit Maͤßigung uns freun.:; 8. Vermehr' in uns die Zuverſicht, dir gaͤnzlich zu vertraun; auf daß wir einſt in deinem Licht des Glaubens Ernte ſchaun.:: 8 Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛe. 801. Wir Alle, Menſchenvater! bringen dir unſern feierlichſten Dank, und unſre frohen Herzen ſingen dir ihren lauten Preisgeſang! Fuͤr Millionen dei⸗ ner Kinder iſt jetzt ein neuer Tiſch bereit. Du naͤhrſt den Frommen und den Sun⸗ der, und Alles wird durch dich erfreut. 2. O welchen Reichthum deiner Ga⸗ ben haſt du mit liebevoller Hand, uns zu erhalten und zu laben, von neuem uns herabgeſandt! Wir ernteten aus deiner Fuͤlle den Segen unſrer Fluren ein; denn uns zu ſegnen iſt dein Wille. Wer wollte dir nicht dankbar ſchn⸗e 3. Wie 1264 Lob Gottes zur Erntezeit. 3. Wie vaͤterlich kannſt du verſorgen! Mehr als wir bitten und verſtehn! Du hoͤrſt am Abend und am Morgen mit Vaterhuld auf unſer Flehn. unſer Undank, unſre Suͤnden, ermuͤden deine Liebe nicht. und empfinden, was uns dein goͤttlich Wort verſpricht. 4. Wer kann die Guͤte ganz ermeſſen, die weiter, als die Wolken, reicht? wer kann ſie undankbar vergeſſen, da jede Stunde von ihr zeugt? Du ſchenkteſt Sonnenſchein und Regen zur rechten Zeit fuͤr jede Frucht. O wohl uns, wenn auf deinen Wegen auch unſer Herz dich ewig ſucht! 5. Um deine Gaben anzuwenden, ver⸗ leih uns Weisheit und Verſtand. Nicht um ſie uͤppig zu verſchwenden, entſtroͤm⸗ ten ſie, Gott! deiner Hand. Wir ſollen alle ſie genießen, doch maͤßig auch und dankbar ſeyn; ſo guͤtig, wie du dich bewieſen, ſoll Jeder der Begluͤckten ſeyn. 6. Ja groß, o Gott! iſt deine Milde! Vir wollen freudig dich erhoͤhn, und liebreich ſeyn nach deinem Bilde, und hoͤren auf des Armen Flehn. Er Huchs eute Selbſt Wir ſchmecken, ſehen te inz ermſſ kun reichten ſen, daſt 1 hu ſchente ode zur nach wohl m om auch un venden, 1Skand. M das Gedeih'n. 1 ten bluͤhn, reifen und gerathen. .——— Troſt nach einer Mißernte. 1265 heute mit uns Allen, er trockne ſeine Thraͤnen ab, und denke ſtets mit Wohl⸗ gefallen, daß deine Hand uns Segen gab! Troſt nach einer Mißernte. Mel. Was Gott thut das iſt ꝛe. 802. Preiſt, Chriſten, mit Zufrie⸗ denheit, preiſt Gott, den Herrn der Ernte, daß ſie nicht ganz die Fruchtbar⸗ keit von unſrer Flur entfernte. Noch ſtets erhaͤlt er ſeine Welt, was noͤthig iſt zum Leben, will er uns Allen geben. 2. Er iſt der Herr; in ſeiner Hand ſteht, was die Erde bringet. Des Men⸗ ſchen Muͤhe baut das Land; Gott gibt, daß ſie gelinget. Von ihm allein kommt Nur er laͤßt unſre Saa— 3. Wir ſahen froh in Hoffnung ſchon der reichſten Ernt entgegen, und ploͤtz⸗ lich iſt er uns entflohn, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und giebt, was ihm beliebt; ſein Rath iſt uns verbor⸗ gen; doch will er fuͤr uns ſorgen. Llll 4. Und, 1266 Troſt nach einer Mißernte. 4A. Und, o welch ſeliger Gewinn, an dem ſich gnuͤgen laſſen, was da iſt, und mit heiterm Sinn das feſte Zutraun faſſen, daß, der die Welt regiert und haͤlt, auch uns, ſo lang wir leben, was noͤthig iſt, wird geben! 5. Ja, Hoͤchſter! wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen un⸗ veraͤnderlich auf deinen milden Segen. Du wirſt in Noth auch unſer Brod doch taͤglich uns gewaͤhren; laß uns dich kindlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weiſe fuͤget, deß Vorſicht niemals irren kann, deß Wohlthun nie mals truͤget. Froh danken wir, Erhal ter! dir, und preiſen deine Guͤte mit gnuͤgſamen Gemuͤthe. (Eigene Melodie.) 803. Was Gott thut, das iſt wohlgethan! ſo denken Gottes Kinder⸗ Wenn man nicht reichlich ernten kann liebt er uns doch nicht minder. Er nimmt und giebt, weil er uns ieit un M 1r Ste. io 8 Nie Zun Vf lregier 3if Aleban, di erehren „Rd traun n diden Smn u anſer ree laß une t oll dich t. eß Vorſt ohlthun n= vir, En 1 — —— S* — 5 4 —— 1 — 4 — =ce Guͤtt ——— Troſt nach einer Mißernte. 1267 und ſtets in Demuth muͤſſen die Vater⸗ hand wir kuͤſſen. 2. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! Im Nehmen und im Geben ſind wir bei ihm ſtets wohl daran, und koͤnnen ruhig leben; weil er allein der Schatz will ſeyn, nimmt er uns aus den Haͤnden, was uns von ihm will wenden. 3. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! Tritt Ungluͤck uns entgegen, und raubt, eh' man ihn ernten kann, den reichen Ernteſegen; ſo ſchau' mein Herz nur himmelwaͤrts! dort wohnt ein rei⸗ cher Vater, ein guͤtiger Berather. 4. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! Es geh' nach ſeinem Willen! Laͤßt ſich es auch zum Mangel an, Gott weiß ihn wohl zu ſtillen. Obgleich das Feld nicht viel enthaͤlt; man kann bei kargen Gaben doch ſeine Nothdurft haben. 5. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! Das Feld mag traurig ſtehen; wir gehn getroſt des Lebens Bahn, er hoͤret unſer Flehn. Sein Wort verſchafft uns Lebenskraft; wir werden nicht LlII 2 ver⸗ 1268 Bitten in allgemeinen Noͤthen. verderben, wir ſind des Himmels Er⸗ ben. 6. Was Gott thut, das iſt wohlge⸗ than! ſo wollen wir beſchließen. Sind wir auch nicht in Canaan, wo Milch und Honig fließen; ſo wird uns Gott doch unſer Brod an jedem Tag beſche⸗ ren, drum wollen wir ihn ehren. II. Lieder zur Erweckung und Aeuſſerung chriſtlicher Geſinnung in beſonderen Zeit⸗ umſtaͤnden und außerordentlichen Vorfaͤllen. 1. Bitten in allgemeinen Noͤthen uͤberhaupt und Dankſagungen nach Errettung aus denſelben. Bitten in allgemeinen Nothen. . Mel. Wenn wir in hoͤchſten ꝛc. 804. uns her und wiſſen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schutz noch Rach„ob wir auch ſorgen fruͤh und pat: 2. Dann Sehn wir nur Truͤbſal um 1 1 ———— —yyü—— Bitten in allgemeinen Noͤthen. 1269 b 2. Dann bleibt das unſer Troſt allein, de iſt ua daß wir uns nahen insgemein, und zu d dir beten, guter Gott, du beſter Helfer nan wo A in der Noth! 1d ms 3. Wir heben unſer Aug' und Herz drT hiinauf zu dir in unſerm Schmerz, und ag h flehn dich um Begnadigung und aller Leiden Linderung. 1 4. Nach deiner Gnade ſageſt du ſie Alllen, die dir trauen, zu, durch den, der unſer Mittler iſt, durch unſern Hei⸗ gi Auuſen land, Jeſum Chriſt. n Synderen z⸗ 5. Drum kommen wir, Herr, unſer Fean dentücha Gott! und rufen zu dir in der Noth. 1 Ach, deine Vateraugen ſehn, wie huͤlf⸗ los, Herr, wir vor dir ſtehn! hen ülana 6. Nur du biſt unſre Zuverſicht! Ver⸗ ) Suttung a gilt nach unſrer Schuld uns nicht, ſteh⸗ unns in unſern Noͤthen bei, und mach' nm Nothen uns aller Plagen frei. 7. Dann danken und lobſingen wir, aun mit freudevollem Herzen dir; gehorſam Truͤbſal! deinem theuern Wort, Herr! preiſen nen daet wir dich hier und dort. m Schut 7 men frihi 2 M 1270 Bitten in allgemeinen Noͤthen. Mel. O Gott du fommer ꝛe. 805. Sieh' an, o Gott! die Noth, in der wir uns befinden; wir haben ſie verdient mit vielen ſchweren Suͤnden; doch iſt das unſer Troſt: du biſt voll Guͤtigkeit, und wehrſt die Strafen ab, wenn uns die Suͤnd' iſt leid. 2. Wir liegen hier vor dir, bereuen unſre Suͤnden; ach, laß uns Gnade doch vor deinen Augen finden! entferne die Gefahr durch deine ſtarke Hand und ſchuͤse, guter Gott! das theure Vater⸗ and. 3. Laß ſehen Jedermann, laß Jeder⸗ mann erfahren, du ſeyſt noch unſer Gott, der wohl uns kann bewahren; der Huͤlfe ſenden kann, wann Niemand Huͤlfe weiß; und dir, Allmaͤchtiger, ſey dann ewig Dank und Preis! Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 806. Es zuchtigt deine Hand, o Hoͤchſter! jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt, in Furcht und Schmer⸗ neu e hen. ſen u. En! de en; Mit hahen it In Sim roſ du biſ .d Staf iſt*dD de dir, han l Tuns Gie n tren! urfe tiste Han datt ſeure M m, laß tie) unſer G daa; der In nand Hl d er, ſey d 1 1 Bitten in allgemeinen Roͤthen. 1271 Schmerzen, ſich das Geſchrei der Armen; erhoͤr' es mit Erbarmen! 2. Du ſiehſt des Landes Noth; ſie kam auf dein Gebot. Du kannſt mit ſtarken Haͤnden ſie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde veraͤndert Zeit und Stunde. 3. O Herr! wir murren nicht; gerecht iſt dein Gericht bei allem, was wir dul⸗ den, denn groß ſind unſre Schulden; und du beſtrafſt uns minder, als wir's verdient, wir Suͤnder. 4. Doch, Vater! deine Huld iſt groͤ⸗ ßer, als die Schuld. Gedenke drum der Deinen, die reuvoll vor dir weinen! Laß tief gebeugten Seelen nicht Troſt und Hoffnung fehlen! 5. Verkuͤrze, guter Gott, die Dauer unſrer Noth, und die voll Kummers fle⸗ hen, laß bald Erleichtrung ſehen! Ver⸗ wandle du ihr Leiden in neue Lebens⸗ freuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt! es dir noch nicht gefaͤllt, die Truͤbſal zu entfernen, ſo ſtaͤrk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! b 7. Herr! 1272 Bitten in allgemeinen Roͤthen. 7. Herr! deine Zuͤchtigung leit uns zur Beſſerung. Laß ſie die Sichern ſchrecken, die Schlaͤfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlichfrom⸗ me ſtaͤrken. 8. Wenn unſer Herz dich liebt, ſo wird, was uns betruͤbt, uns doch zum Heil gedeihen, und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dun⸗ kelm Pfade. 9. So ſtaͤrke denn das Herz, daß auch im groͤßten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O ſprich zu unſrer Seele: Getroſt! dich ſoll kein Leiden von meiner Liebe ſcheiden. 10. Am Schluß von unſerm Lauf klaͤrt einſt ſich alles auf;z dann wird die Aus⸗ ſicht heiter, dann thraͤnt kein Auge wei⸗ ter; dann finden unſre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. Mel. Dir Gott, dir will ich ꝛc. 807. Groß iſt der Herr, die Berge zittern vor ſeiner Gottesmajeſtaͤt, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vor⸗ dr Herz,. m es nie. ſeeh zu une Älan Leideng ud n kaufft n ird die A t Ain Augewe 1 Herzen i F Een. 1 hu ſeiner Huld. Bitten in allgemeinen Noͤthen. 1273 voruͤbergeht. Doch Liebe ſtroͤmt aus ſei— her Hand in finſtern Wolken auf das and. 2. Vom Raum', wo ſich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus herrſcht ſein Geſetz; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus; der Leben gibt und Freude ſchaft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch druͤckt, mein Herz, Er rettet! Vertraun zu ihm iſt deine Pflicht. Er, der dem Wurm ein Lager bettet, der Gott verlaͤßt den Menſchen nicht, der ſoviel gibt und mehr verheißt. Erhebe dankend ihn, mein Geiſt! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten, mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternaͤchten iſt dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Frieden, deinem Harm, wirf ſeiner Huld dich in den Arm. 5. O ſchwinge dich empor vom Stau⸗ be, verfinſtern deine Tage ſich; zu ihm blick' auf, und bet' und glaube, verſa— gend ſelbſt erhoͤrt er dich; doch nie ent⸗ huͤllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel 6. Gott 1274 Dankſagung nach Errettung aus Roth. 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, was dir gebuͤhrt, ſey fromm und gut! Verſage dir nicht dieſe Ruhe; aus ihr erwaͤchſt der hohe Muth, der, wenn das Ungluͤck uns umſtuͤrmt, uns rettet, troͤſtet, hebt und ſchirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhaͤnden, wenn er den liebſten Wunſch verſagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime dei⸗ ner Ewigkeit. Dankſagung nach Errettung aus Noth. Mel. Allein Gott in der Hoͤh' ꝛc. Chor. 808. Lob, Ehr' und Preis dem höch⸗ ſten Gut, mit freudigem Gemuͤthe, dem Gott, der große Wunder thut, dem Va⸗ ter voller Guͤte! der allen unſern Jam⸗ mer ſtillt, der uns mit reichem Troſt er⸗ fuͤllt, gebt unſerm Gott die Ehre! Gemeinde. Des Himmels Heere danken dir, Be⸗ herrſcher aller Thronen! Auch wir, o 3 Va⸗ — ‿‿&=— ————— mt. Saterhin Aſch vang 1 d hollan et rug aus Noi d' z.. Sreis dem h Smuͤthe, de umſern I 1— ken dis Auch wie —õ——————ÿ Dankſagung nach Errettung aus Noth. 1275 Vater! die wir hier im Erdenthale woh⸗ nen, wir Alle preiſen deine Macht, die uns erſchuf und uns bewacht; Anbetung dir und Ehre! Chor. 2. Was unſer Gott erſchaffen hat, das weiß er zu erhalten; daruͤber muß, nach weiſem Rath, der Schutz der All⸗ macht walten; in ſeinem ungemeßnen Reich herrſcht Weisheit, Recht und Huld zugleich; gebt unſerm Gott die Ehre! b Gemeinde. Wir riefen zu dir in der Noth: ver⸗ nimm, Herr! unſer Flehen; da ließeſt du, Herr, unſer Gott! uns Huͤlf' und Rettung ſehen. Nun danken und froh⸗ locken wir, Herr unſers Heils, und brin⸗ gen dir Anbetung, Preis und Ehre! Chor. 3. Gott iſt uns nah', und immer nicht von ſeinem Volk geſchieden, er bleibt auch ſeine Zuverſicht, und gibt ihm Heil und Frieden; er fuͤhrt mit treuer Vater⸗ hand die Seinen, die er treu erkannt; gebt unſerm Gott die Ehre! Gemein⸗ 1276 Dankſagung nach Errettung aus Noth. b Gemeinde. Wenn Troſt und Huͤlfe mangeln will, wenn niemand mehr kann rathen; ſo ſetzeſt du der Noth ein Ziel, hilfſt, Herr! durch Wort und Thaten; drum wollen wir dir ſtets vertraun, und ſtets auf deine Huͤlfe baun; Anbetung dir und Ehre! Chor. 4. Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unſerm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Chriſti Namen nennt, gebt unſerm Gott die Ehre! Die Goͤtzen ſind des Chriſten Spott; der Herr iſt Gott, der Herr iſt Gott; gebt unſerm Gott die Ehre! Gemeinde. Wir wollen unſer Lebenlang, o Gott! dich freudig ehren; man ſoll, Herr! un⸗ ſern Lobgeſang an allen Orten hoͤren. Der Herr hat Alles wohl bedacht, und Alles, Alles wohl gemacht. Anbetun ihm und Ehrod emach— ert= Gott, d unſ=n Gott d f. en ag, o Goht ſe2 Herrl u n ůtten hoͤre H dacht, m 2e A!betu ——— Mel. Chriſtus, der iſt mein Leben ꝛc. 809. Erhebt den Herrn mit Freu⸗ den! O Chriſten, betet an! Er liebt nicht unſre Leiden; er hat uns wohlge⸗ than. 2. Schon drohten uns Gefahren, ſchon riß uns Kleinmuth fort; da ſprach, uns zu bemahren, der Herr ſein Allmachts⸗ wort. 3. Vor ſeinem Worte ſchwanden die Schrecken ſchnell dahin, und unſre Her⸗ zen fanden ihn voll von Vaterſinn. 4. Er lenkt mit weiſer Liebe uns Alle durch die Welt, daß Jeder gern ſich uͤbe, zu thun, was ihm gefaͤllt. 5. Er reizet unſre Seelen auch durch Gefahren an, das beſte Theil zu waͤh⸗ len, das nie vergehen kannä. 6. Er ſteht auf dunkelm Pfade oft unbemerkt uns bei, daß ſeine Macht und Gnade zuletzt uns lichtvoll ſey. 7. Wer wollt' ihm nicht vertrauen, und ſeine Wege gehn, nicht ſelbſt im Todesgrauen durch Hoffnung ihn erhoͤhn! 8. Nein, unſer ganzes Leben ſeh d, o Gott! Dankſagung nach Errettung aus Noth. 1277 —y 1278 Dankſagung nach Errettung aus Noth. o Gott! geweiht; denn du nur kannſt uns geben, was unſer Herz erfreut. 9. Nur du kannſt uns beſchirmen, wenn Waſſerfluth ſich hebt, wenn Flam⸗ men uns umſtuͤrmen, und wenn die Erde bebt. 10. O Herrſcher! dich zu preiſen, ſelbſt wenn die Welt vergeht; dies iſt der Ruhm des Weiſen, und dieſer Ruhm beſteht. 11. Drum laſſen wir dich walten, und folgen deiner Hand. Was du uns haſt erhalten, iſt deiner Liebe Pfand. 12. Wir wollen's treu verwenden, und ſtets barmherzig ſeyn, bis wir den Lauf vollenden, und uns im Himmel freun. — Mel. Wie groß iſt des Allmaͤcht'gen ꝛc. 810. Der Herr iſt gut! Ihr Him⸗ mel, hoͤret und jauchzt mir nach: der Herr iſt gut! Er hat mein Leid in Luſt verkehret! Gott iſt's, der große Dinge thut! Zu ihm, von dem wir Huͤlfe ha— ben, zu Gott rief ich in meiner Not ttu a a u n mei nur im 9 Sttftin nn deſchim de denn Fla nd enn dieG die ziul pri ven yt; 8 un, ieſer Jn di valtn da u sſ de and. Iezenden,m but ir den h Lu mel ften Al m gen. r ir Hülfr einer z 1 Dankſagung nach Errettung aus Noth. 1279 als große Schrecken mich umgaben, und keine Hand mir Huͤlfe bot. 2. Verderben wollte mich verſchlin⸗ gen; vor Menſchen war's um mich ge⸗ than. Doch er vernahm mein flehend Ringen; Gott ſah mich Armen gnaͤdig an. Er ließ die Fluthen grauſend ſchwel⸗ len, und rettete mit ſtarker Macht mich mitten durch die ſchwarzen Wellen und alle Schrecken banger Nacht. 3. Gott iſt mit mir! Was kann mir ſchaden? was kann der Erde Macht mir thun? Wie gut iſt's, aller Sorg' ent⸗ laden, Herr! unter deinen Fluͤgeln ruhn! Ich preiſe dich, Fels meiner Sltaͤrke, Gott, meine Zuflucht, mein Panier! Wenn ich auf deine Fuͤhrung merke, wie weiſ' und goͤttlich iſt ſie mir! 4. Du fuͤhrteſt mich auf dunkeln We⸗ gen, verbargſt vor mir dein Angeſicht, und wareſt doch bei mir zugegen, und in der Finſterniß mein Licht. Ihr Ban⸗ de dankerfuͤllter Liebe, zieht mich zu meinem Vater hin! daß ihm ich weihe meine Triebe, ich, der ich ihm ſo theu⸗ er bin. 5. So 1280 Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. 5. So flieh' ich des Betrognen Pfade, der ſich von Gott zur Welt gewandt, des Herrn vergißt und ſeiner Gnade, der Huͤlfe, die er ihm geſandt. So werd ich noch auf ferne Zeiten des großen Ret⸗ ters in der Noth, des weiſen Vaters Lob herbreiten, das Lob des Gottes Ze⸗ baoth. 1 2. Bitten in Kriegsleiden und Dankſagungen nach hergeſtelltem Frieden. Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. b 811. Es zieht, o Gott! ein Krieges⸗ wetter jetzt uͤber unſer Haupt einher⸗ Doch biſt du unſer Schutz und Retter, ſo ſchreckt uns keines Feindes Heer, wie ſehr es auch Gefahr und Noth den Voͤl⸗ kern und den Laͤndern droht. 2. O gib in dieſen bangen Tagen uns Herr! den Sinn, auf dich zu ſehn, und da, wo Schwache troſtlos zagen, mit Zuverſicht zu dir zu flehn; weil Mer en⸗ V Be 4 JInen A ſt r un; hankſagang n If den. ſ 3. tebet it u. 5 zol ein 6 r Supt eine hu And Ntt ei s Heer, 1 doth den J = Tageu u ·j dl ſehn, w 1 1 1 un eiden dis Bahn. Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. 1281 ſchenhuͤlfe wenig nuͤtzt, wenn deine Macht uns nicht beſchuͤtzt. 3. Nicht blinder Zufall herrſcht auf Er⸗ den, du biſt es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menſchen inne werden, daß deine Hand das Ruder fuͤhrt. Es ruͤſte ſich der Feind zum Krieg: dein Wille nur ertheilt den Sieg. 4. Dir werfen wir uns in die Arme, und flehen um Barmherzigkeit! Sey unſer Vater und erbarme dich uͤber uns zur boͤſen Zeit! Beſchuͤtze gnaͤdig Stadt und Land vor Blutvergießen, Raub und Brand. 5. Doch findet dein allweiſer Wille die Zuͤchtigung noch ferner gut, ſo faſ⸗ ſen wir in frommer Stille auch dann noch feſten Heldenmuth, und rufen voll von Freudigkeit: du hilfſt gewiß zu rech⸗ ter Zeit. b 6. Zuletzt wird jeder ruͤhmen muͤſſen: du, Herr! haſt wohl an uns gethan; du fuͤhrſt uns, nach gerechten Schluͤſ⸗ ſen, durch Kummer nur zum Heil die Ja niemals biſt du von uns fern; du hilfſt uns und erretteſt gern. Mmmm Mel. 1282 Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. Mel. Singen wir aus ꝛe. 8 812. Un Erbarmen flehen wir, Got und Vater! jetzt zu dir. Um Erbarmen flehn wir, Herr, Gnaͤdiger, Allmaͤchti⸗ ger! Hoͤr' uns, rette, hilf uns, Gott! hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwuͤſtung, Schwert und Tod. E 2. Ach, des Krieges Flammen gluͤhn! Ruhe, Freud' und Segen fliehn! Der Zerſtoͤrer zieht daher, ſtuͤrmt und brauſet gleich dem Meer. Wie ein Hagelſchlag, verheert er das Land, und Blut begehrt, Blut und Tod, ſein Wuͤrgeſchwert. 3. Wer iſt Menſch und zittert nicht, wenn auch Vaterlandes Pflicht in dem moͤrderiſchen Streit Muth und Helden⸗ ſinn gebeut? Wird doch auch gerechter Muth leicht zur Rache, leicht zur Wuth! Immer fließt doch Menſchenblut! 4. O der Graͤuel, die wir ſehn! Za⸗ gend moͤchten wir vergehn. Um Erbar⸗ men flehen wir, Gott, Erbarmer! jetzt zu dir. Sieh' doch nicht auf unſre Schuld! Denk an uns mit Gnad' und Huld! Gih Vertrauen und Geduld! 5. Herr! wir beten vor dir an; du nur ————— di weiſt ſagelſc und Tut hege Wie ſchwer un ttert uich 8 ſp ccht in d butſt ud Hede 3———ͤſſſſ —————-— —————nßõẽÿ—— Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. 1285 nur biſt's, der helfen kann. Nicht auf Kriegsmacht trotzen wir; unſre Huͤlfe ſteht bei dir. Eile, Gott! zu dem wir flehn, eil uns Armen beizuſtehn, hilf uns, Vater! wir vergehn. 1 6. Send' herab von deinem Thron deines Segens erſten Sohn, der zu Bruͤdern Freund und Feind, durch der Liebe Band vereint! Deinen Frieden und ſein Gluͤck ſende, Vater! uns zuruͤck, und erheitre unſern Blick! 7. Du, der zu dem Meere ſpricht: bis hieher und weiter nicht! Sprich, o Hoͤchſter! nur ein Wort, und die Schrek⸗ ken fliehen fort; zu der Zwietracht ſprich: entfleuch! zur Verwuͤſtung ſprich: ent⸗ weich'! und zur Welt: ſey Gottes Reich! 8. Friedlich gehn in jedem Land dann die Voͤlker Hand in Hand; froh vereinet beten dann Freund und Feind dich, Hoͤchſter! an. Ach Erbarmer! ſieh' uns hier, um den Frieden flehen wir, um den Frieden, Gott! zu dir. Mel. Wo Gott der Herr nicht ꝛc. 813. Derr! der du vormals haſt dein Land mit Gnaden angeblicket, und Mmmm 2 dei⸗ 1284 Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. deinem Volk der Knechtſchaft Band ge⸗ loſt und es erquicket, vergib auch uns die Miſſethat, wie deine Vaterguͤte hat ſie ehmals oft vergeben. 2. Der du der Zuͤchtigungen Gluth haſt ehmals abgewendet, und deiner Gnade hoͤchſtes Gut bald wieder uns ge⸗ ſendet, ach Vaterherz! erbarme dich auch unſrer Drangſal jetzt, und ſprich uns wieder los und ledig. 3. Ach, moͤcht' ich hoͤren bald das Wort erſchallen hier auf Erden, daß Friede ſoll an jedem Ort, wo Chriſten wohnen, werden. Ach, daß doch Gott uns ſagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh', und aller Drangſal Endel 4. Ach, wechſelte die boͤſe Zeit doch bald mit guten Tagen, eh' wir in allzu⸗ großem Leid verſinken und verzagen. Doch ja, es iſt die Huͤlfe nah' von Gott dem Herrn, ſie iſt ſchon da fuͤr Alle, die ihn fuͤrchten. 5. Sind wir nur fromm, ſo wird ſich Gott ſchon wieder zu uns wenden, den Krieg und aller Knechtſchaft Noth ſo wunderherrlich enden, daß ſeine Ehr⸗ in ſe Sſe Zeit d „cwiir in alh 1rd verzagg ffi ah vonh 7 ſo vidh „venden, reift Nut ·5 ſeine —ᷣ—ͦ—᷑—’——;˖—ęO———Q—Q—ꝭ—ZQOά·:—BñUB ʒOAO·BDõ—————-8ädeſͤdͤööhöͤſͤſͤſn Dankſagung nach hergeſtelltem Frieden. 1285 in unſerm Land von allem Volk wird anerkannt und immer bei uns wohnet. 6. Dann werden Guͤt' und Treue ſchoͤn einander tigkeit ſich frei ergehn, und Friede wird ſie kuͤſen, und Treue wird mit Luſt und Freud' auf Erden bluͤhn, Gerechtigkeit vom hohen Himmel ſchauen. b 7. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land uns Fruͤchte geben, daß wir in ſeinem Schooße ruhn und froh und ſicher leben. Gerechtigkeit wird oben ſtehn und uͤberall im Schwange gehn, zur Ehre ſeines Namens. Dankſagung nach hergeſtelltem Frieden. Mel. Lobt Gott, ihr Chriſten ꝛc. 844. Bringt Gott, ihr Chriſten, Preis und Dank, ihm, der den Frieden ſchafft! Erhebt mit frohem Lobgeſang die Wunder ſeiner Kraft!: 2. Wer iſt ihm gleich? Wer iſt wie Er, der ſo zu rechter Zeit den Strei⸗ tenden und ihrem Heer mit Macht zu ruhn gebeut?:: 3. Er gruͤßen muͤſſen, Gerech 1286 Dankſagung nach hergeſtelltem Frieden. 3. Er aller Welten Herrſcher, Gott, vernahm des Jammers Flehn; er ſah der Voͤlker Angſt und Noth und half ſie uͤberſtehn.;;: 4. Kein Krieg, kein feindliches Ge⸗ ſchoß droht mehr uns fuͤrchterlich; wo Menſchenblut ſich ſonſt ergoß, ergießt ſein Segen ſich.:: 5. Das Feld bringt Frucht zu rechter Zeit dem Landmann, der es baut; er ſammelt ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. 6. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf, und keine Furcht vor Feindeswuth ſtoͤrt der Ge⸗ ſchaͤfte Lauf.:;B 7. Allguͤtiger! allein von dir, fließt die⸗ ſes Heil uns zu. Dein waren, ſind und bleiben wir, und unſer Gott biſt du. 1 8. Erweck' uns ſelbſt durch deinen Geiſt zu wahrer Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preiſt und ſtets ſich deiner freut.:;: 9. Lehr; uns des Friedens großen Werth mit weiſem Ernſt verſtehn, und allem, was das Herz beſchwert, in dei⸗ ner Furcht entgehn;:;: 10. Daß leb euer M at, und ki th It dr — vonic, fießt woe, ſindi Gr biſt du iſt E rrch dn kbeit, de pin und ſi gu es grih ſerarſtehn, W eDoert, u 10 N ———-ʒ——Q—·—·—····················m—᷑—ÿ—;;;;Rt& Dankſagung nach hergeſtelltem Frieden. 1287 10. Daß Guͤte und Gerechtigkeit, dafß Redlichkeit und Treu, vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrſ chend ſey.:“: 11. Durch unſre ganze Lebenszeit leit uns nach deinem Rath; und ſtets ſey dir von uns geweiht: Gedanke, Wort und That.“ 12. Wir ſehn, o Gott! auf deine Hand mit ruhigem Gemuͤth, und hoffen zuf, ds Vaterland, wo ewyger Friede uht... Mel. Herr Gott, dich loben ꝛc. 815. Zu dir, Unendlicher! zu dir, Allguͤtiger! der Voͤlkern ſtill zu ſeyn gebot und Frieden gab, zu dir, o Gott, ſteigt unſer Jubelton empor! Mit unſ⸗ rer hoͤhern Bruͤder Chor, ſingt unſer Herz, entflammt von Dank, den lauten, hohen Lobgeſang: Gelobt, gelobt ſey Gott! der Weltbeherrſcher Gott, der Weltheglucber Gott! der Friedensgeber ott! Wer iſt an Majeſtaͤt dir gleich! an Guͤte und an Macht ſo reich! Du ſprichſt 11 1 a h 1288 Dankſagung nach hergeſtelltem Frieden. ſprichſt ein Wort: der Himmel ſchweigt. Du ſprichſt ein Wort: der Erdkreis neigt ſich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret ſchweigend dein Gebot! Du ſieheſt Voͤlker ſich entzwein mit Schwert und Waffen ſich bedraͤun: Die Waffen ſinken und der Streit wird ſtill, wird Ruh und Einigkeit, ſobald, Herr! deine Rechte draͤut und Voͤlkern ſtill zu ſeyn gebeut. Wie ſchreckend, wie verheerend war empoͤrter Voͤlker Zwiſt! Gefahr und Angſt und Noth und Tod umgab uns drohend, offen ſtand das Grab und unſre Bruͤder ſanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin, und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blut'ge Thraͤ⸗ nen folgten nach. Gott! furchtbar war der Voͤlker Zwiſt. Dank dir, Allgutiger, er iſt durch dich, der Erd und Himmel traͤgt, geſchlichtet und nun beigelegt. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, iſt weggelegt. Aus deinem Schooß ſtroͤmt uns des Friedens ſanfte Ruh und Ueber⸗ fluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an, dich, Gott, — & nAͤ=S ſe)eerend ſt Hefahr s Sd und un b. Schaaren: d Schmerz, un lutge d w e der V le iger, er dimmel ti elegt. N d vergpß, nwichooß tti 2h und l ten au, ü I 5 Dankſagung fuͤr Bewahrung vor Kriegsnoͤthen. 1289 Gott, der dies an uns gethan. Laß ihn, laß ihn beſtaͤndig ſeyn, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in ſeinem Schooße laß uns nun und ſpaͤt noch unſre Nachwelt ruhn! O! ſegne, Gott! das Vaterland, Regenten, ſegne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal laß deinen Geiſt den treuen Fuͤhrer mit uns ſeyn! Dann fuͤhr zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! Dankſagung fuͤr Bewahrung vor — Kriegsnoöͤthen. Mel. Warum betruͤbſt du dich ꝛc. 816. Es ſteomt des Krieges wilde Flut, die manches Land mit Schmerz und Blut und heißen Thraͤnen fuͤllt; doch uns hat Gottes Freundlichkeit bis jetzt bewahrt vor ſolchem Leid. 2. Sieh an, mein Herz, was manche Stadt, was manches Land erlitten hat, im wilden Kriegesſturm; der Menſchen Huͤtten ſind zerſtoͤrt, die Gotteshaͤuſer umgekehrt. 9 3. So 1290 Dankſagung fuͤr Bewahrung vor Kriegsnoͤthen. 3. So mancher Bruder hart geplagt, von Haus und Hof zuletzt verjagt, irrt heimathlos umher; wir finden un⸗ term Feigenbaum und Weinſtock ſich're Ruh und Raum. 4. Auch uns umringte oft Gefahr; umzogen, wie von Wettern, war von Heeresmacht das Land; doch Gott, der Erd und Himmel traͤgt, hat Sturm und Wetter beigelegt. 5. O Gott! wer dieſes nicht verſteht, wem ſolches nicht zu Herzen geht, der iſt verſtockt und blind; wer deine Lang⸗ muth nicht verehrt, der iſt der ſchwerſten Strafe werth. 6. O, lieber Gott! lenk unſern Sinn auf deine Huld und Langmuth hin, und lehr' uns Dankbarkeit; daß mit der Lobgeſaͤnge Ton wir nahen deinem Gnadenthron. „7. Laß dann auch bald, nach ſo viel Leid, den Voͤlkern aus Barmherzigkeit, die Friedensſonn' aufgehn, und alle Welt in ihrem Schein durch Lieb' und Friede ſelig ſeyn! 4 83. Bit⸗ — ſſeir cht ver Hen geht, 5 n 1deine b ri rſchwan 4 gmuth dar tt; daß vit! ahen dein da enach ſit ermhetzig hi nd ale: ler anſernen und bi * 4* ——y——õ—ͤ— Gebet bei Theurung u. herrſchendem Mangel. 1291 3. Bitten und Dankſagungen in und nach außarordentlichen aligemtinen Ungluͤcks⸗ faͤllen. Gebet bei Theurung und herrſchendem Mangel. Mel. Von Gott will ich nicht ec. 817. Da beſter Troſt der Armen, du Herr der ganzen Welt, du, Vater, voll Erbarmen, der ſelbſt den Wurm erhaͤlt! Schau her auf unſre Noth! laß deine Huͤlf' erſcheinen! Wie Viele gehn und weinen und ſchmachten, Herr! nach Brod. 2. O, guter Vater, wende der Zeiten ſchweren Lauf! Thu' deine milden Haͤnde, uns zu verſorgen, auf! Du naͤhrſt, was Leben hat, mit ſtetem Wohlgefallen. Wir leben! ſchaff' uns Allen nun auch im Mangel Rath! e 3. Der du auch uns erſchufeſt, Gott, ſteh' uns huͤlfreich bei! Allmaͤchtiger, du rufeſt dem Nichts, damit es ſey. Zu helfen iſt dir leicht. Du kannſt dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn keh⸗— ren, wenns uns unmoͤglich deucht. 4. Den Reichen gib Erbarmen bei ihres Naͤchſten Schmerz, und, z9 er⸗ reun 1292 Dank nach Errettung aus Hungersnoth. freun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit ſie gern ihr Brod huͤlfloſen Bruͤ⸗ dern brechen und nicht mit Haͤrte ſpre⸗ chen: Geht hin, euch helfe Gott! 5. Die Fruͤchte laß gerathen, uns wieder zu erfreun, und allen unſern Saa⸗ ten, gib Wachsthum und Gedeihn. Mit milder Vaterhand gib Waͤrme, Thau und Regen, ſo kehrt dein reicher Segen zuruͤck in unſer Land. 6. Allguͤtiger! wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen, doch ſtandeſt du uns bei. Du hilfſt, du retteſt gern; ſo ſey denn unſer Leben vertrauensvoll ergeben dir, unſerm Gott und Herrn! — Dank nach Errettung aus Hungersnoth. Mel. Sey Lob und Ehr' dem ꝛc. 81 8. Du haſt, o gnadenreicher Gott! in Theurung uns ernaͤhret, in Elend und in Hungersnoth Errettung uns ge⸗ waͤhret; und nun hat deine Segenshand von uns und unſerm Vaterland den Mangel abgewendet. 1 2. Dich him af ſt it uns M t d Ams bei. 1 ſo) denn u rg er dir, unſe — at. Hungereuch 6— im ze nenteicheroe artt, il 3 E=ttung un d Scqend- b Saterland 29 ————— ꝛ 4 ————— Dank nach Errettung aus Hungersnoth. 1293 2. Dich, Vater der Barmherzigkeit, dich jammerte der Armen, und als ein Gott, der gern erfreut, bewieſeſt du Er⸗ barmen. Die Noth war groß, wie unſre Schuld, doch groͤßer noch war deine Huld, und deine Macht und Gnade. 3. Wer wollte nicht mit Lob und Dank zu deinem Throne dringen und laut den hohen Preisgeſang mit ſeinen Bruͤdern ſingen? Der Hoͤchſte haͤlt, was er verſpricht! So lang die Erde ſteht, ſoll nicht, die Saat und Ernte fehlen. 4. Ja ſelbſt in Theurung zeigſt du dich uns Menſchen noch gewogen. Du haſt, o Gott, uns vaͤterlich durch ſie zu dir gezogen. Nun wollen wir die Suͤnde fliehn und dir, der gnaͤdig uns verziehn, das ganze Leben weihen. 5. Wie furchtbar lehret Hungersnoth uns unſer Nichts erkennen! O lehr' uns dich allein, o Gott! von Herzen Retter nennen, und uͤberall auf dich nur ſchaun, dich kindlich ehren, dir vertraun, und deine Gaben ſchaͤtzen. 6. Gib, daß wir, auch in Ueberfluß, uns nie mit Stolz erheben, ſtets maͤßig bleiben im Genuß, den Luͤſten widerſtee⸗ en, 1294 Gebet bei herrſchenden Seuchen. ben, und gern mit dem, was deine Hand ſo liebevoll uns zugewandt, auch armen Bruͤdern helfen. s Gebet bei herrſchenden Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. 19. In unſerm Kummer fallen wir, gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens! nieder. Ach, uns be⸗ droht ein ſchneller Tod; ſchon wuͤrgt er unſre Bruͤder. 2. Ach, Viele ſanken ſchon ins Grab ſo unerwartet ſchnell hinab. Wie iſt um Huͤlf' uns bange! O ſchone noch! entreiß uns doch dem nahen Untergangel 3. Oft retten Kunſt und Vorſicht nicht. Wir haben keine Zuverſicht, als nur zu deiner Guͤte. Du biſt der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod ſo ſchreck⸗ lich wuͤthe! 4. Wir glauben, und vertraun auf dich. O darum ſchaue vaͤterlich auf tief⸗ gebeugte Suͤnder! Denn du allein kannſt uns befreyn, und wir ſind deine Kinder. 5. In deiner treuen Vaterhand a Cb S Seuchen ich Toffet ie durner fallnn 5u un di det. Ach, un dit hon wüng tel hon insge M ab. Vir 18 ſchone m n An Unterga⸗ n dund Woit ien zuverſicht, —— biſt derhe dmdod ſo ſhhr te vertram „terlich auf „=du allein *) deine F Sntaßan Dank nach Abwendu ———ᷣ—ᷣ—ᷣ—ʒ—ʒ—·—O————— Dank nach Abwendung herrſchender Seuchen. 1295 Tod und Leben, Stadt und Land; ent⸗ ferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! gib wieder heitre Tage! 6. Doch, willſt du uns noch nicht be⸗ freyn, ſo lehr' uns doch geduldig ſeyn, und dir uns ganz ergeben, und ſterben wir⸗ laß uns vor dir in deiner Wonne eben. 7. Zeig' allen Sterbenden dein Heil und gib, daß ſie ihr beſtes Theil im Himmel nicht verlieren. So wird der Tod aus jeder Noth vor deinen Thron ſie fuͤhren. 8 8. Laß unſer bruͤnſtiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Va⸗ ter, wohlgefallen! Der reinſte Dank und Lobgeſang wird dann bei uns erſchallen. ng herrſchender. Senheng * Mel. Ein Laͤmmlein geht ꝛc. 820. Wir kommen, Helfer! dir Ge⸗ ſang und Ruhm und Preis zu bringen; des ganzen Volkes lauter Dank ſoll, Retter! dir lobſingen. Wir ſchwebten in — 1296 Dank nach Abwendung herrſchender Seuchen. in Gefahr und Noth; wir ſahen uͤberall den Tod mit ſeinen Schrecken drohen. Nun wuͤthet ſeiner Seuchen Heer durch unſer Vaterland nicht mehr; ſie ſind vor dir entflohen. 2. Wir ſahen dort und ſahen hier ſo viele Bruͤder ſterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da half nicht Vorſicht! Stuͤndlich war uns nah' und furchtbar die Gefahr, und alle Kunſt vergebens. Den Wuͤrger trieb kein Arzt zuruͤck; auch ihm ſchien jeder Augenblick der letzte ſeines Lebens. 3. Allmaͤchtiger! wir alle ſchrien zu dir mit bangem Herzen. Wir ſind er⸗ hoͤrt! Die Seuchen fliehn; du heileſt unſre Schmerzen! O du Erbarmer voll Geduld! du haſt nach unſrer Suͤnden⸗ ſchuld auch diesmal nicht gelohnet. Ge⸗ zuͤchtigt, o wir preiſen dich, gezuͤchtigt haſt du vaͤterlich, und vaͤterlich verſcho⸗ net. 44. Dich, der du von Gefahr befreyſt, dich muͤſſen alle loben! Sey ewig, Va⸗ ter, Sohn und Geiſt, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, un ehre 1 1 4 gelohnet. dcerlich da d ch, geſitt kerlich; beſchuͤtz —— Gebete bei gefaͤhrlicher Ueberſchwemmung. 1297— ehre deinen Namen, und ruͤhme: Gott iſt unſer Gott! er hilft uns gnaͤdig in der Noth! erhebt ihn! Amen! Amen! Gebete bei gefaͤhrlicher Ueberſchwemmung. Mel. Was mein Gott will ꝛe. 821. Wir ſind in Noth, laß uns, o Gott! die Fluth nicht uͤberſchwemmen! Nimm uns in Acht, wehr' ihrer Macht! Du kannſt die Wogen hemmen. Ver⸗ birg jetzt nicht dein Angeſicht; gedenk' an uns in Gnaden! Gott! wenn auch n itzt dein Arm uns ſchuͤtzt, was kann die Fluth uns ſchaden? 2. Ach hilf uns, Herr, Allmaͤchtiger! um deiner Gnade willen! Ach, du allein kannſt uns befrein, kannſt Sturm und Wellen ſtillen. Erbarme dich; hilf vaͤ— uns Gut und Leben! dann wollen wir dir, Gott! dafuͤr Dank, Preis und Ehre geben. Nunn Gott⸗ 7 1298 Gottvertrauen in Waſſersgefahr. Gottvertrauen in Waſſersgefahr. Mel. Herzliebſter Jeſu, was haſt du ꝛe. 822. Ich will dem Herrn in jeder Noth vertrauen, und ſtets mein Heil auf dieſen Felſen bauen. Auch in den naͤchſten, ſchrecklichſten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Unge⸗ wittern, vor denen ſelbſt der Erde Saͤu⸗ len zittern, und da, wo, Bergen gleich, empoͤrte Wellen zum Himmel ſchwellen. 3. Sey alles Sturm und Aufruhr im Getuͤmmel; Er ſchuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er ge⸗ beut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. „4. Zum wilden Strome ſpricht er: Fleuß mit Stille! und allgewaltig iſt ſein Herrſcherwille. Der Strom ge⸗ horcht, die Wogen ſinken nieder, und ruhen wieder. b 5. Wer haͤnderingend ſein Geſchick be⸗ klagte, den Abgrund offen ſah und ſchon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott iſt Retter im Sturm, im Vhetter b b 6. So ₰ 4 Nefa. B togefatt fur. — n jc d= mein ien Jauch in en fahren 1 uen uch in w bſſAr Erdee vo? hergen ſi i 2 Aufruht, [a Meer, unt Wast d a Erden, trae ſpricht ein lewalti 9=? Strom in= nieder,1 ne in Geſcht 6 ſah maͤſt dmi und ui 1=“, im 1. Dankſagung nach Errettung aus Waſſersnoth. 1299 6. So moͤgen denn Gefahren mich umſchweben, und hohe Wogen ſich im Sturme heben, und furchtbar drohend jeden Damm erſchuͤttern; ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome ſchauen, und ruhig deiner Macht und Liebe trauen. Du, Herr! kannſt leicht uns, wenn du willſt, bewahren auch in Gefahren. b Dankſagung nach Evretkung aus Waſſers⸗ noth. Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. 823. Lob, Ehr' und Dank ſey dir, o großer Gott! geſungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen. Ver⸗ heerend brach ſie los, der Strom ſchwoll an zum Meer, die Wellen rauſchten ſchon im wilden Sturm daher. 2. Doch mitten in der Fluth bewie⸗ ſeſt du Erbarmen, und halfſt uns vaͤter⸗ lich. Du zeigteſt an uns Armen, daß du von Herzen doch die Menſchen nie betruͤbſt und in Gefahren noch ſie als ein Vater lieſſt. Nunn2 3. Dies 1500 Gebete nach erlittenem Brandſchaden. 3. Dies thatſt du, Maͤchtiger! der jeder Fluth gebieten, der Meere zaͤhmen kann, ſo maͤchtig ſie auch wuͤthen. Du ſchuͤtzeſt, du erhaͤltſt, du hilfſt in jeder Noth; du biſt der Fluthen Herr, du biſt der Meere Gott. 4. Dir, Allgewaltiger! laß uns nie widerſtreben! In Heiligkeit laß uns als deine Kinder leben. Dem Sturm ge⸗ bieteſt du; dein Wink ſpricht zu der Fluth:„Verſchone Land und Volk!“ und zu den Wellen:„Ruht!“ Gebete nach erlittenem Brandſchaden. Mel. O du Liebe meiner ꝛe. 824. Bück herab auf unſre Schmer⸗ zen, blick' auf unſern Jammerſtand, Gott! wie bluten unſre Herzen von den Schlaͤgen deiner Hand! Ohne Obdach ſind wir Arme, ohne Decke, ohne Brod; darum hilf uns und erbarme dich der Deinen in der Noth. 2. Der du weißt, wie Leiden druͤcken, und ſie ſelbſt getragen haſt, Jeſus! komm un —„ 2„— 2 en r udſchade de m p ate. au iſre Sch rn ummerſte re czen voud d hne Q dee ohne e ee me dc iSiden drü af Feſus. h Gebete nach erlittenem Brandſchaden. 1301 uns zu erquicken, mindre du des Kreuzes Laſt. Vormals haſt du manche Zaͤhre, Mittler! deinem Volk geweint, und du biſt zu deiner Ehre noch derſelbe Men⸗ ſchenfreund. V 3. So, wie treue Muͤtter eilen, Kin⸗ dern, die um Huͤlfe flehn, liebreich Huͤlfe zu ertheilen, eile, Herr, uns beizuſtehn! Ja, das haſt du uns verheißen; deine Worte truͤgen nicht. Nichts ſoll uns den Troſt entreißen, daß dein Mund die Wahrheit ſpricht. 4. Jetzo jammern wir im Staube, aber feſt und unberuͤhrt ſtehe unſer Chriſten⸗ glaube, daß dir ewig Ruhm gebuͤhrt. Herr! einſt ſehn wir, was jetzt truͤbe, was jetzt Nacht iſt, ſonnenklar, ſehn, daß deine hoͤchſte Liebe unſers Leidens Quelle war. 5. Herr! nun laß uns auch dem Guten nachzujagen uns bemuͤhn! Laß die Her⸗ zen, die jetzt bluten, auch des Laſters Lockung fliehn! Deine Guͤte rief zur Buße, wir vergaßen dein Gericht; jetzt wirft Noth uns dir zu Fuße; Vater, ach, verwirf uns nicht! 6. Fuͤhr' uns ſelbſt auf ebnem Dfade⸗ ei 1302 Dank fuͤr Errettung aus Feuersgefahr. Bei der Tugend bluͤhet Heil. Immer iſt ja deine Gnade der wahrhaften From⸗ men Theil. Nach vollbrachtem frommen Leben wirſt du uns, o Menſchenfreund! in ein beß'res Reich erheben, wo kein Auge Thraͤnen weint. Dank für Errettung aus Feuersgefahr. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 825. Wir nahn zu deinem Thron, Gott! mit geruͤhrten Herzen, daß du ſo gnaͤdig halfſt, da wir voll Angſt und Schmerzen, uns in Gefahr und Noth von Feuerflammen ſahn, und nun geret⸗ tet ſind; Gott! das haſt du gethan. 2. Dank ſey dir, großer Gott! Du haſt das Leid gewendet, das uns ſo nah umſchloß, und Huͤlfe uns geſendet. Heil uns! daß noch dein Lob von unſern Lip⸗ pen ſchallt, Gott! an Erbarmen reich⸗ und maͤchtig an Gewalt. 3. Steh den Bedraͤngten bei, die jetz noch traurig weinen; hoͤr' auf der From⸗ men Flehn, wenn ſie vor dir erſcheinen n aus ersgeſt de a. zu tem The Helm, daß d ir ⸗ Angſt u Geſd und in, y nun g aſt ec gethan⸗ gro*: Gott! t. E uns ſo. un Sſendet. ob m unſern 8 uf dage Gebet bei unguͤnſtiger Witterung uͤberhaupt. 1303 Und ſegne du mit Gluͤck, nach vaͤterli— chem Rath, was jetzt bei Andrer Not die Menſchenliebe that. 1. Bitten in Noth und Gefahr drohender Witterung, und Dankſagung nach Abwendung derſelben. b Gebet bei unguͤnſtiger Witterung uͤberhaupt. Mel. Ich dank' dir ſchon ꝛc. 826. Du Herr und Schoͤpfer der Natur regierſt an allen Enden, und auch die Wittrung ruhet nur in deinen weiſen Haͤnden. 2. Du ſendeſt uns aus deiner Hoͤh den Sonnenſchein und Regen, und Thau und Nebel, Reif und Schnee, und Alles uns zum Segen. 3. Du rufſt den Donner und den Wind, die Duͤnſte zu zerſtreuen, daß A die im Leben ſind, ſich ihres Lebens reuen. 5 4. Oft brauchſt du zwar als Diener ſie, die Fluren zu verheeren; jedoch auch dann 1304 Gebet bei anhaltender Duͤrre. dann laͤßt du uns nie, Gott, deiner Huͤlf entbehren. 5. Hilf uns, daß Sorg' und Aengſt⸗ lichkeit nicht unſer Herz beſiegen, daß wir ſtets mit Zufriedenheit in deinen Rath uns fuͤgen. 6. Den irdiſchen Verluſt wollſt du zum hoͤhern Gluͤcke lenken, und uns nach Kummer neue Ruh, nach Thraͤnen Freude ſchenken! Gebet bei anhaltender Duͤrre. Mel. Wenn wir in hoͤchſten ꝛc. 827. Ach, tiefgebeugt erſcheinen wir, doch voll Vertraun, o Gott, vor dir, und flehn dich vereinigt an: dein Him⸗ mel werd' uns aufgethan! 2. Die Felder ſind ein duͤrres Land, von Sonnenhitze ausgebrannt; ach, ſie verdorren immer mehr. Send' einen milden Regen her! 3. Beſorgt und mit geſenktem Haupt, der Hoffnung und des Troſt's beraubt, ſchaun wir das Feld und ſind betruͤbt, weil es uns ſein Gewaͤchs nicht giebt. 4. Entkraͤftet ſtehn die Baͤume da, die ———, Jaſt wolht ikei ünd unsn ich Mranen zu — tel er Duͤrn in hn r. jeun rſcheinente *Stt, vor gt a.: dein N ha 2 Auͤrres lu ge emt; ach, hr Send' ai 1 Iktem Huu Spſes beru u ſind bin d icht gict Bum Dank fuͤr einen fruchtbaren Regen. 1305 die Frucht iſt dem Verderben nah' die Hoffnung, die die Bluͤthe gab, nimmt ſichtbar jeden Tag noch ab. 5. Erbarme, Gott! dich unſrer Noth; erhalt uns unſer taͤglich Brod; hilf uns im Elend; Du allein kannſt Helfer uns und Retter ſeyn. 6. Gib, Guaͤdiger! zur rechten Zeit uns Regen, der das Land erfreut, der die gedoͤrrte Erde traͤnkt, und ſich in ihre Furchen ſenkt! 7. Dir wollen wir getroſt vertraun, auf deine Macht und Guüte ſchaun. Troͤſt' uns, o Herr, verlaß uns nicht, und ſtaͤrk' uns auch zu ſchwerer Pflicht! Dank fuͤr einen fruchtbaren Regen. Mel. Nun lob' mein' Seel' den ꝛc. 828. Ein milder Regen ſinket er⸗ quickend auf die duͤrre Flur. Wie labt ſie ſich, wie trinket ihn die verſchmachtete Natur! Die ſanften Stroͤme kuͤhlen der Luͤfte weites Meer, und die Geſchoͤpfe fuͤhlen ſich nicht mehr traͤg' und ſchwer. Gott ſpricht; das Seufzen ſchweiget und Hitz' und Duͤrre fliehn. Der From⸗ men 1306 Gebet bei anhaltender Naͤſſe. wen Dankted ſteiget hinauf und prei⸗ ſet ihn. 2. Mit Muth im Angeſichte beſchaut der Landmann nun ſein Feld; erquickt hat Gott die Fruͤchte, er, der Verſorger ſeiner Welt. Wie wallen nun die Aeh⸗ ren, vom Mark der Erde voll, das ſeine Menſchen naͤhren, das ſie erfreuen ſoll! Auf! preiſet Gottes Milde! Er iſt's, der Regen ſchickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt. 3. Erhalter unſers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn! ol laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du ſendeſt Thau und Regen, gibſt milden Sonnenſchein, und eilſt mit deinem Segen uns Alle zu er⸗ freun. O lehr' uns dich erheben und kindlich dir vertraun und menſchen⸗ freundlich leben, bis wir dich ewig ſchaun. Gebet bei anhaltender Naͤſſe. Mel. Mache dich, mein Geiſtꝛc. 829. Schmerz und Klage fuͤllt das Land, traurig ſtehn die Fruͤchte; hilſ a un ———— —2— ——— —= =— — 5 —= — — —— gE —½ — — — — — — =—— —;4 — — — — — — ſet, d Thau u So nuſchein, u en All zu 2 Dank fuͤr erhaltenen Sonnenſchein. 1307 uns, Gott! nicht deine Hand, ſind ſie bald zu nichte. Zeig' uns doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Armen! 2. Du regierſt der Wolken Lauf und befiehlſt dem Regen. Sprich ein Wort, ſo hoͤrt er auf und uns bleibt dein Segen. Steh' uns bei und zerſtreu', Herr, mit ſtarker Rechte unſers Kummers Naͤchte! 3. Sende warmen Sonnenſchein, der die Frucht erquicke! Sieh' wir ſchaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Unſre Noth, kennſt du, Gott! Eih,, uns beizuſtehen! laß uns Huͤlfe ſehen! Dank für erhaltenen Sonnenſchein. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. Chor. 830. Lieblich ſcheint die Sonne wie⸗ der an dem heitern Firmament; ſanft erquickend ſtralt ſie nieder auf die Frucht, die Gott uns goͤnnt. Seht, wie ſchoͤn, wie neu belebt, hoffnungs⸗ reich die Saat ſich hebt! Gemein⸗ 130b3s Gebet bei ſtrenger Käͤlte. Gemeinde. 2. Mit erkenntlichem Gemuͤthe wollen wir dir dankbar ſeyn; dir, o Vater, reich an Guͤte, ewig unſre Liebe weihn! Dir, der allem Mangel wehrt, immer liebreich uns ernaͤhrt. b Chor. b 3. Laſſet unſern Gott uns ehren und befolgen ſein Gebot, voll Vertraun zu ihm uns kehren, wenn Gefahr mit Noth uns droht, daß ihm ſtets in ew⸗ ger Treu' unſer Herz geheiligt ſey. 4½ Gemeinde. 4. Ja, dir, Leben aller Leben, aller Kraͤfte ew'ge Kraft! dir ſey unſer Herz ergeben: du biſt's, der uns Segen ſchafft. Ewig ſollſt du, Herr, allein, unſer Gott, geprieſen ſeyn! Gebet bei ſtrenger Kaͤlte. Mel. Wo Gott der Herr nicht ꝛc. 831. Von Froſt und Kaͤlte ſtarrt das Land, und Vieh und Menſchen ſchauern. Ach, hilf uns, Gott! wit ſtar⸗ 2—— e ra= Lrben, dir⸗) unſet un] zegen ſch rrauern. Gebet bei ſtrenger Kaͤlte. ſtarker Hand, 1309 daß wir nicht furchtſam In tiefer Demuth flehen wir um Jeſu willen, laß vor dir uns Huͤlf' und Rettung finden. 2. Gefeſſelt ſind mit Schnee und Eis die Felder, Baͤch' und Fluͤſſe. O ſchmelze ſie durch dein Geheiß, daß Niemand darben muͤſſe! Laß bald gelinde Winde wehn und keine Flur mehr oͤde ſtehn! Verſorg' uns, deine Kinder! 3. Gib, daß nicht Menſchen, Vieh und Frucht vom Froſt beſchaͤdigt werden! Dem Duͤrftigen, der Huͤlfe ſucht, er⸗ leichtre die Beſchwerden! Ach, ruͤhre jedes Reichern Herz, daß er der Armen Noth und Schmerz voll ſanften Mit⸗ leids mindre! 4. Der du dem Vieh ſein Futter gibſt, die jungen Raben ſpeiſeſt, und uns, die du in Chriſto liebſt, als Vater dich beweiſeſt! erhoͤre deiner Kinder Flehn! O laß die Kaͤlte bald vergehn vor dei⸗ ner Sonnenwaͤrme! ———— Ver⸗ 1310 Vertrauen auf Gottes Schutz in Gewittern. Vertr auen auf Gottes Schutz in Gewittern. Mel. Nun ſich der Tag geendet hat ꝛe. 832. Aumaͤchtiger! wer kann vor dir und deinem Donner ſtehen? Der Herr iſt groß! was trotzen wir? Er winkt, und wir vergehen. 2. Er lagert ſich in ſchwarzer Nacht; die Voͤlker zittern ſchon: gefluͤgeltes Verderben wacht um ſeinen Herrſcher⸗ thron. b 3. Rothgluͤhend ſchleudert ſeine Hand den Blitz aus finſtrer Hoͤh', und Donner bolet durch das Land aus lichtem Feu⸗ erſee. 4. Daß ſelbſt der Erde feſter Grund vom Grimm des Donners bebt, und was um ihr erſchuͤttert Rund und in der Tiefe lebt. 5. Den Herrn und ſeinen Arm er⸗ kennt die zitternde Natur, da weit um⸗ her der Himmel brennt und weit umher die Flur.. 6. Wer ſchuͤtzt mich Sterblichen, mich Staub, wenn, der im Himmel wohnt und Q—— ——— mſerunrzer M ſchin gefü 4 i hlei) t ſeie h H und Dan d ar lichtem Er Sfeter Gn om e bebt, 1 ert? und une —4 Vertrauen auf Gottes Schutz in Gewittern. 1311 und Welten pfluͤckt wie duͤrres Laub, nicht huldreich mich verſchont? b 7. Wir haben einen Gott voll Huld, auch wenn uns Blitze draͤun; er herrſcht mit ſchonender Geduld und will uns Vater ſeyn. b Mel. Herzliebſter Jeſu! was haſt du ꝛc. 833. Auf, laßt uns ihn, den großen Gott, erheben! Auch, wenn er liebt er unſer Leben. Er iſt allmaͤchtig, kann und will uns ſchuͤtzen vor Sturm und Blitzen. 2. Wir beugen uns, o Herr! vor deiner Groͤße; wir fuͤhlen unſre Ohn⸗ donnert, macht, unſre Bloͤße; doch wollen heid⸗ niſch wir in Ungewittern nicht mehr erzittern. 3. Du leiteſt ja, von Vaterſinn durch⸗ drungen, ſtets die Natur auch in Er⸗ ſchuͤtterungen; gleich herrlich iſt im Sturm und in der Stille dein Rath und Wille. 4. Du ſpracheſt laut aus ſchwarzer Donnerwolke von deiner Macht herab zu 1312 Vertrauen auf Gottes Schutz in Gewittern. zu deinem Volke; nun ſendeſt du in ſanftem, mildem Regen ihm neuen Segen. 5. Die gifterfuͤllten Duͤnſte und die Seuchen, die furchtbar uns bedroheten, entweichen. Wir athmen froh, von friſcher Luft umgeben, Muth, Kraft und Leben. 6. Bald ſtrahlet uns aus deiner hellen Sonne vom klaren Himmel neue Lebens⸗ wonne, dann prangt verjuͤngt die Flur, uns zum Entzuͤcken, vor unſern Blicken. 7. So ſteigt auch einſt am letzten Erdentage, zu enden deiner Frommen Schmerz und Klage, empor aus deines Weltgerichts Getuͤmmel ein neuer Him mel. 8. Wir wollen, Gott! dich durch Vertrauen ehren, kein Wetterſtrahl ſoll unſre Liebe ſtoͤren. Dann werden wir, in Truͤbſal wohl bewaͤhret, dereinſt verklaäͤret. III. Lie⸗ unss deinerg oim ri neue gi tvfanngt die vor uſern Bla b en ner From „ernor aus dal me n neuer. Ga! dich i kir Wettetſ en. Dann wet b'mihret, derch m ——, Heilſame Erinnerung an den Tod. 1313 III. Lieder zur chriſtlichen Vorbereitung auf unſern Tod und zur Erweiſung chriſtlicher Geſinnung bei dem Tode der Unſrigen. 1. Chriſtliche Vorbereitung auf aſian unſern Tod. 1 OHeilſame Erinnerung an den Tod. MNel. Ach Herr mich armen ꝛc. 834. Bedenke, Menſch, das Ende, bedenke deinen Tod; der Tod kommt oft behende; wer heut' iſt friſch und roth, kann morgen, ja geſchwinder, hinweg⸗ geſtorben ſeyn; drum bilde dir, o Suͤn⸗ der, dein Sterben taͤglich ein. 2. Bedenke, Menſch, das Ende; be⸗ denke das Gericht. Es muͤſſen alle Staͤnde vor Jeſu Angeſicht; kein Menſch iſt ausgenommen, ein jeder wird empfahn, wird ſeinen Lohn bekom⸗ men, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Menſch, das Ende, der Hoͤlle Angſt und Leid, damit dich nicht verblende der Suͤnde Eitelkeit. Hier iſt ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich Oooo ein 1314 Heilſame Erinnerung an den Tod. ein klaͤglich, ſchmerzlich Schreien; ach, Suͤnder, huͤte dich! 4. Bedenke, Menſch, das Ende, die Kuͤrze deiner Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, die dort vor Gottes Throne des Frommen Seele traͤgt; denk an die Lebenskrone, die ihm iſt beigelege. 5. Herr! lehre mich bedenken der Zei⸗ ten letzte Zeit, daß ſich zu dir zu lenken, mein Herz ſey ſtets bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richter⸗ thron, die Strafe nicht verachten, die Qual, der Suͤnder Lohn. 6. Hilf, Gott! daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag, mit Buße mich be⸗ reiten, und taͤglich ſterben mag! Im Tod und vor Gerichte ſteh' mir, o Jeſul bei, daß ich im Himmelslichte zu woh⸗ nen wuͤrdig ſey! Mel. Nun kommt der Heiden ꝛc. 835. Chriſt, gedent an deinen Tod,/ cher nin der Maße deoht. daß du von eiſen Ernſt, fruͤh dein Heil zu ſchaffen lernſt.. Heil 2. Daß — 2 Hic 1 Zaime nit Ihe mich ſtete magl ſie ür, O3 nel x hte zu f deinen d ol daß d 9 ih ein Hal 2 ———8— Heilſame Erinnerung an den Tod. 1315 2. Daß du, wann er nun erſcheint, nicht ihn fliehſt, als einen Feind, aus der Furcht dich ſtracks ermannſt, gern die Hand ihm bieten kannſt. 3. Kennſt du ihn, ſo zagſt du nicht, blickſt ihm heiter ins Geſicht. Er fuͤhrt wattes ſelger Ruh', deinem großen Ziel, ich zu. n 4. Ueberſiel er dich auch fruͤh: wohl dir! dieſes Lebens Muͤh' endet er, und du kommſt dann, an dem Ziele fruͤher an. 5. Da, Begluͤckter, findeſt du, nach der Arbeit deine Ruh' da reicht Gott vnn ſeinem Thron, ewig dir der Tugend Lohn. 6. Nur ſey weiſe, nur laß itzt keine Stunde ungenuͤtzt; laß, des Guten viel zu thun, Geiſt und Kraͤfte niemals ruhn. 7. Wenn dann fruͤh dein Tod ſich naht, reift auch fruͤh dort deine Saat; wer fruͤh viel zu nuͤtzen ſtrebt, hat auch jung ſchon viel gelebt. e Oooo 2 Mel. 1516 Seilſane Grtzmnemmus an den Tod. m Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 550. D du Herr und Meiſter meiner Sanr, du⸗ wanzt⸗ daß ich, dein ſchwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern tr age, die irdiſch und zerbrechlich ſind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit, zu meinem Tode ſey bereit. 14 2. Daß du, o Hoͤchſter! meinem L⸗ b den ein mir verborgnes Ziel beſtimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben viel⸗ beicht gar bald ein Ende nimmt: das floͤße mir die Weisheit ein, ſtets auf mein Heil bedacht zu ſeyn. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, ein Herz von Suͤnden abzuziehn, mich von der Weltluſt zu entfernen, und um den Himmel zu bemuͤhn. O mache mich dazu geſchickt, eh mich der Tod der Welt entruͤckt. . Nicht! auf der Erde, nein, nun droben iſt meiner Seele beſtes The Dort werd ich, Gott, dich ewig loben, dort iſt fuͤr mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz iſt, ſey mein Herz! Herr! lenke ſelbſt es himmelwaͤrts. 5. Herr, allen Suͤnden abzuſterben, zu —————ͤ nn, nrben En⸗ ninnt. heit n, fie bert ug zu lern den Juziehn, n enteeien, unde nie der To EE, nein, n ſin wenn mein Herz im Tode bricht, mein .——————=y— „— ferereerfrrrgerex eheeeenneeee Heilſame Erinnernng an den Tod. zu leben der Gerechtigkeit, um einſt dein himmliſch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit, mir ſtets, mein Gott, vor Augen ſeyn, und deine Huͤlfe mich erfreun. e m 6. Willſt du mich laͤnger leben laſ⸗ ſen, ſo laß es mir zum Heil geſchehn. Doch ſoll ich heute noch erblaſſen, ſo hoͤre, Vater, auf mein Flehn. Sey, Troſt und meine Zuverſicht! 6 7. Dir will ich gaͤnzlich mich ergeben, dir, deſſen Eigenthum ich bin. Biſt du, mein Heiland, nur mein Leben, ſo bleibt ſelbſt Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich ſterbe dir. Sey nur mein Troſt, ſo gnuͤget mir. 90 Mel. Freu' dich ſehr o meine Seele ꝛe. 837. Ach, Herr! lehre mich beden⸗ ken, daß ich einmal ſterben muß. Den wird einſt der Tod nicht kraͤnken, der, ſchon vor des Lebens Schluß, dieſes Le⸗ bens Werth erkennt, und von frommem Eifer brennt, ſich in dieſen Augenblicken zu der Ewigkeit zu ſchicken. 2. Bald — 1318 Heilſame Erinnerung an den Tod. 2. Bald muß ja ein Licht verbrennen, deſſen Schein noch jetzt erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? Was iſt meine Lebenszeit? Kommt mir niemals in den Sinn, daß ich ſo vergaͤnglich bin; wie geſchwind mein Docht ver⸗ lodert, Gott die Seele von mir fo⸗ dert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, theilt ſich ſchon der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe iſt ein kurz gemeßner Schritt; meine Kraft entwik⸗ kelt ſich, und zugleich verzehrt ſie ſich. O, ich merk, indem ich ſteige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menſchen, was iſt euer Leben, die ihr doch ſo ſicher ſeyd! Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr ſchaͤtzt den Tod ſo weit! Nur wer bald ſein Haus beſtellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des ſichern Suͤnders Wegen, eilet man der Hoͤll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder taͤg⸗ lich mir von Sterblichkeit. Kraftlos legen ſie ſich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch ſeine Staͤr⸗ kungskraft, ihnen neues Leben ſchaffs 7 — h ſi sehrt ſieſ ichf üge, vie lige h 18 Jeuer Lh ſeyl Stunden und 8 ſchätt er 3d ſein M dete s der M det Pegen, 6 ————— Heilſame Erinnerung an den Tod. doch bei aller ſeiner Milde, zeigt er uns den Tod im Bilde.. 6. Laß mich, Gott! mein Heil beden⸗ ken, und mich niemals ſicher ſeyn. Will die Welt auf ſich mich lenken, praͤge deine Furcht mir ein; rufe du mir maͤchtig zu: Sterblich biſt, o Menſch, auch du; willſt du dich mit eiteln Dingen um dein Gluͤck im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße ſparen, bis die Krankheit mich ergreift, ſondern ſchon bei jungen Jahren, ehe ſich die Suͤnde haͤuft, taͤglich, taͤglich Buße thun; ſtill kann ich in Gott dann ruhn, und bin ich bei dem in Gnaden, was kann da der Tod mir ſchaden! 1319 Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 838. Meine Lebenszeit verſtreicht, ſtuͤndlich eil ich zu dem Grabe; wenig Tage ſind's vielleicht, die ich noch zu leben habe. Denk, o Menſch, an dei⸗ nen Tod, ſaͤume nicht, denn Eins iſt Noth. e 2. Lebe, 1320 Heilſame Erinnerung an den Tod. 2. Lebe, wie du, wenn du ſtirbſt, wuͤnſchen wirſt gelebt zu haben. Guͤter, die du hier erwirbſt, Wuͤrden, die dir Menſchen gaben; nichts wird dich im Tod erfreun; dieſe Guͤter ſind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewiſſen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod verſuͤßen; dieſes Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freun⸗ de huͤlflos um dich beben, dann wird uͤber Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erſchreckt dich kein Ge⸗ richt; Gott iſt deine Zuverſicht. 5. Daß du dieſes Herz erwirbſt, fuͤrch⸗ te Gott und bet' und wache. Sorge nicht wie fruͤh du ſtirbſt, deine Zeit iſt Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht ſcheun, lern' auch, ſeiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun; ſprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn ſchaun, denn er weckt mich aus dem Staube. Ex, der rief:„es iſt vollbracht!“ nahm dem Tode ſeine Macht. 7. Tritt ͤö—ööͤͤſ röſt eine Re „ t nur, † o) z) ſeiner —õ—yjjj Heilſame Erinnerung an den Tod. 1321 7. Tritt im Geiſt zum Grab oft hin, ſiehe dein Gebein verſenken, ſprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich's ſelbſt bedenken. Lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiſer werden mag. Mel. Ich hab' mein' Sach ꝛe. 839. Wie flieht dahin der Men⸗ ſchen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie Mancher ſinkt, eh er's gedacht, in Todes Nacht! O eitler Menſch! nimm's wohl in Acht. 2. Das Leben iſt gleich einem Traum; gleich einem leichten Waſſerſchaum, iſt alle ſeine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt ſchnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, mein Gott! du bleibeſt mir das, was du biſt; ich traue dir. Es falle Berg und Huͤgel hin, mir bleibt's Gewinn, wenn ich dein todt und lebend bin. 4. So lang' ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottes Sohn! Verbor⸗ gen iſt mein Todestag, des Richters Tag; gib, daß ich ſtets bereit ſeyn mag. 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? was Ehr' und Reichthum nach dem Ton. (⸗ 1322 Heilſame Erinnerung an den Tod. Bedenk's, o Menſch! was eileſt du, dem Schatten zu? Kein Erdengluͤck gibt wahre Ruh. b 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luſt! Mir iſt ein beßres Gut bewußt. Das iſt mein Reichthum, meine Zier; das bleibet mir. Herr Jeſu, mich verlangt nach dir! 7. Wie wird mir ſeyn, wenn ich dich ſeh', und froh zu deiner Rechten ſteh'! O mein Erloͤſer! ſtaͤrke mich, daß ſtand⸗ haft ich, bis an mein Ende liebe dich. Mel. O Jeſu Chriſt, mein's ꝛc. 840. Wie ſicher lebt der Menſch, der Staub! Sein Leben iſt ein fallend Laub; und dennoch ſchmeichelt er ſich gern, der Tag des Todes ſey noch fern. 2. Der Juͤngling hofft des Greiſes Ziel, der Mann noch ſeiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Gluͤck und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiſer macht, hat nie mit Ernſt an ihn gedacht. 26 4. Wir 8 Tod. 1323 4. Wir leben fuͤr die Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unſres dann kleinſter Theil, iſt eine Friſt zu un⸗ erm Heil. Heilſame Erinnerung an den Bott Alles an das Laahcht und macht, i was hier verborgen war, den Rath der Herzen, offenbar. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunſch⸗ durch des Erloͤſers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu ſeyn, dies macht dich nicht von Suͤnden rein. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hoͤrt, ihr folgt und ſich vom Boͤſen kehrt, ein g laubig Herz von Lieb' erfuͤllt, das iſt es, was in. Chriſto gilt. 8. Drum, da dein Tod dir taͤglich draͤut, ſo ſey ſtets wachſam und bereit, pruͤf deinen Glauben als ein Chriſt, ob er durch Liebe thaͤtig iſt. 9. Die Heiligung erfordert Muͤh'; da wirkſt ſie nicht, Gott wirket ſie; du aber ringe ſtets nach ihr, als waͤre ſie ein Werk von dir. 10. Ihr alle ſeine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes ſeyn, und wachſen in 1324 Ergebung zum Sterben nach Gottes Willen. in der Heiligung, iſt wahre Todserinne⸗ rung. An 11. Wie leicht vergeß ich dieſe Pflicht! Herr, geh nicht mit mir ins Gericht! An meinen Tod erinnere mich, daß ich dir wandle wuͤrdiglich. 12. Daß ich mein Herz mit jedem Tag, vor dir, o Gott! erforſchen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu', die Frucht des Geiſtes in mir ſey 13. Daß ich zu dir um Gnade fleh', ſtets meinen Luͤſten widerſteh', und endlich in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf: es iſt vollbracht. Willige Ergebung zum Sterben nach b Gottes Willen. Mel. Ich hab' mein' Sach ꝛc. 841. Mein Leben ſteht in Gottes Hand, er thu', was er mir heilſam fand! Er zaͤhlte ja, ſo wie mein Haar, mir, uh ich war, auch meine Lebensſtunden ar. b 2. Zwar nuͤtz' ich mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit; denn du ver⸗ ——— △&△⏑de—- um Serbeu uat — Gor h Muͤh' und zefolg, und dann der 3. Die Blume bluͤhet und faͤllt ab; ſo bluͤht der Menſch und ſinkt ins Grab. Nicht Jugend ſchuͤtzt, nicht Stand noch Geld; nichts in der Welt iſt, was ihn 4. Wer ruͤſtet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerſchaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr! kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringſt mich, bin ich nur be⸗ reit, zum ſichern Gluͤck der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wohin, Herr Chriſt! du ſelbſt vorange⸗ gangen biſt. 81120 6. Froh werd' auch ich, wenn's dir gefaͤllt, ein Buͤrger deiner beſſern Welt; dann ſag ich dem, der um mich weint: „Gott iſt der Freund, der uns einſt wieder froh vereint.“ 7. Den Troſt, o Jeſu! dank ich dir; du brachteſt ihn vom Himmel mir. Du haſts verſichert:„Ihr ſeyd mein, auch ihr ſollt ſeyn, wo ich bin, und euch ewig freun.“ 1 5 Mel. 1326 Ergebung zum Sterben nach Gottes Willen. Mel. Ach Herr mich armen eꝛc. 842. b In Gottes Rath ergeben, ver⸗ laß' ich gern die Welt; ich geh' zum beſſern Leben, ſobald es ihm gefaͤllt. Was waͤrs, das mich betruͤbte? Dort ſchau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geſehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen, uns voll Erbarmen zu:„Kommt her, beladne Herzen, ihr findet bei mir Ruh'’!“ Dies Wort aus deinem Munde, laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geiſt und Leben ſeyn. 3. Mit dir muß es mir gluͤcken, den Kampf zu uͤberſtehn. In glaubigem Entzuͤcken, laß meine Seele ſehn, wie du, o Heil der Suͤnder! einſt mit dem Tode rangſt, und wie du, Ueberwinder! allmaͤchtig ihn bezwangſt. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo iſt dein Stachel Tod? ſtaͤrk' mich, daß ich nicht wanke, in meiner Todesnoth! So iſt, ob ich gleich ſterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort ſagt, daß ich's him 5. Du ..—— ———ͤö auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens, fuͤr mich vergo Liebe b ſte Erwartung des Todes. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 43. Weiche, Gr abesſchrecken, wei⸗ e! Freu' des Todes dich, mein Herz! egt ſie da, die kalte Leiche, wegge⸗ ſt jeder Schmerz, und der Thraͤ⸗ Quell verſiegt, wenn der Staub Staube lit. 2. Tod, du heileſt jede Wunde, jeden Kummer endeſt du. Flieht der Odem dich entfuͤhrt, noch geruͤhrt. 4 4. Hier 1328 Getroſte Erwartung des Todes. 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen Freuden, ungetruͤbt von Qual, dort nur ſtroͤmt nach deinem Willen, lautre Wonne ohne Zahl. Mich, von Erd' und Suͤnden los, nimmt die Ruh in ihren Schooß. 5. Welches Gluͤck kann hier mich hef⸗ ten an die Erde, an die Zeit? Nein, mit allen meinen Kraͤften ring' ich nach Unſterblichkeit. Was der Weltmenſch nur begehrt, iſt nicht meines Wunſches werth. b 6. Frei von jeglicher Beſchwerde, los⸗ gewunden von der Nacht, flieg' ich uͤber Zeit und Erde, fuͤhl' es ganz: es iſt vollbracht! Ueber Bitten und Verſtehn werd' ich dann begluͤckt mich ſehn. 7. Nie vernommne Preisgeſaͤnge hoͤrt dann mein entzuͤcktes Ohr; zu der Aus⸗ erwaͤhlten Menge tragen Engel mich empor. Selig bin ich dann wie ſie; fliehe Furcht des Todes, flieh'! 8. Bald, o bald iſts uͤberſtanden! ruhig harr' ich, Herr! auf dich. Viele tauſend uͤberwanden; uͤberwinden werd auch ich, wenn du, der du ewig lebſt, ſiegreich mich zu dir erhebſt. 9. Fliehe —— ——— —8— —=— Getroſte Erwartung des Todes. 1529 9. Fliehe denn von meinem Munde, Lebensodem, immer hin! Sinke, Leib, zu deiner Stunde in die Nacht des Gra⸗ hin! Herr! du ſtarbſt, du lebeſt mir; freudig, freudig ſeuß ich dir! Mel. Ach Herr mich armen ꝛic. —Al. Die auf d er Erde wallen, die Sterblichen, ſind Staub; ſie bluͤhen auf und fallen, des Todes ſichrer Raub. Verborgen iſt die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt naͤher uns der Gruft. 1. 2. Getroſt gehn Gottes Kinder die 4) ſehn. ernſte, dunkle Bahn, zu der verſtockte Suͤnder verzweiflungsvoll ſich nahn; wo ſelbſt der freche Spoͤtter, nicht mehr zu ſpotten wagt, vor dir, vor ſeinem Retter, erzittert und verzagt. .Wann dieſe Bahn zu gehen, dein Will einſt mir gebeut; wann nahe vor mir ſtehen Gericht und Ewigkeit; wann meine Kraͤfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr uͤber Tod und Leben o dann verlaß mich nicht! Pppu 4. Hilf 1350 Getroſte Erwartung des Todes. 4. Hilf, Todesuͤberwinder, hilf mir in dieſer Angſt, der du zum Heil der Suͤnder ſelbſt mit dem Tode rangſt. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Haͤnde, den du erloͤſet haſt. 5. Des Himmels Wonn' und Freu⸗ den, faßt nie ein ſterblich Herz. O Troſt fuͤr kurze Leiden, fuͤr kurzen Todesſchmerzz Dem Todesuͤberwinder ſey ewig Preis und Dank. Preis ihm, der auch fuͤr Suͤnder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden ſich ſchon dem Himmel weihn, die aufgeloͤſt zu werden, mit heilger Furcht ſich freun! 8 4 4 9.— 8 1 1 Mel. Nun ruhen alle Waͤlder ꝛc. 4 2— b 45 5. Wie ſanft ſehn wir den From⸗ men, bald allem Leid entnommen, ſich ſeinem Ziele nahn! Wo ſich des Lebens Freuden, vom frechen Sunder ſcheiden, da gehn des Chriſten Freuden an. 2. Er ———— — ⏑ O— Getroſte Erwartung des Todes. 1351 Er freut ſich auf ſein Ende, und hebt voll Dank die Hande zu ſeinem Va⸗ ter auf, der, bei der Welt I erderben, ſo froh ihn lehrt t zu ſterben, nach einem wohl vo lbrachten Lauf. .3. Sein ruhiges Gewiſſen, hat ihn er Angſt entriſſen⸗ die nur der Frevler t. Des Tod des 3 ſinſt tre Pfade erleuch⸗ te ihm die 6. 8 Gottes, den er 4. Nicht Angſtgeſchrei, nicht Thraͤ⸗ nen, nicht unru hvolles Sehnen, quaͤlt ſein gelaſſnes 3. Sein Geiſt, zu Gott erhoben, empfaͤngt den Troſt 941 oben, und Fried' und Freud verſüſßt de den S chmer z. .Er ſegnet froh die Seinen, die um ſein Lager weinen, ermahnt und troͤſtet ſie. Und ſeiner Treue wegen, ruht auch des Bei ſpiels Segen auf ihnen, und verlaͤßt ſie nie. 6. Erfuͤllt mit Gottes Frieden, ſchwingt ſich vom Leib' geſchieden, ſein Geiſt jetzt himmelan. Er ſtimmt in Engelchoͤre, Anbetung, Preis und Ehre, dem Mitt⸗ ler, ſeinem Heiland, an. Pppp 2 7. Laß, 1332 Hoffnung auf die Erloͤſung von allen Leiden ꝛc. 7. Laß, Herr! mich eifrig ſtreben, ſo in der Welt zu leben, wie man dies Gluͤck erwirbt. Damit ich als ein Erbe der Seligkeit auch ſterbe, ſo freudig, wie ein Frommer ſtirbt. Frohe Hoffnunng auf die Erloͤſung von allen Leiden im Tode. (Eigene Melodie.) 846. Ireu⸗ dich ſehr, o meine Seele, und vergiß der Noth und Qual! Chri⸗ ſtus, dem ich dich befehle, ruft dich aus dem Jammerthal; aus der Truͤbſal die, ſer Zeit, fuͤhrt er dich zur Herrlichkeit, die kein Ohr je hat gehoret, die in Ewig⸗ keit dann waͤhret. 2. Tag und Nacht warſt du mein Hoffen, du mein Herr, mein Troſt, mein Gott! Ach, mich hat viel Kreuz getroffen, manches Elend, manche Noth. Wie ein muͤder Wandrer klagt, oft nach ſeinem Ziele fragt, ſo mußt ich mich, oft mit Thraͤnen, nach dem Lebensziele ſehnen. 1e 3. So ———— ⁴4—2——— ſchoͤne? Roſer en ſtehen: unter Do„ſo, ach! muͤſſen iſten ge ehe de 0 oft in Angſt und in Ge⸗ ihr use die Meereswellen ſind, und der ungeſtuͤmme Wind, ſo iſt auch 8 221 6 hier auf Erden, unſer Leben voll Be⸗ 4. A delt und Teu unſer ſuͤndlich Fle vieler Leiden dee und leßeulen und Rdodie den/ Muth; wir ſind voller Angſt und Plag', und ſein Kreuz hat jeder Tag; erden, find't ſich Erden. Venn die Mo rgeurbihe ſchimmert, Schlaf ſich von uns wendt, aür ſo ee das uns bekuͤmmert, Muͤh; à Plag' an allem End', und wir eſ„ſen „oft mit Thraͤnen in der th; zber t die Sonne auf zu ſcheinen, waͤhrt doch noch unſer Weinen. 6. T drum, Herr Jeſu, ach! wie ger⸗ „folg' ich dir, wo du hingehſt. Sey, bitt ich, von mir nicht ferne, du haſt ja auch mich erloͤſt! Hilf, daß ich in Fried' und Freud', komm zu deiner Heut ich⸗ wie wir nur geboren m unmer r gnu⸗ g auf Jan ar 1334 Hoffnung auf die Erloͤſung von allen Leiden ꝛc. lichkeit. Ach, ich flehe, Herr! verlaſſe mich nicht auf der Todesſtraße! 7. Glaͤubig will ich zu dir fliehen, auf dem bittern Todesgang; mit dir will ich froͤhlich ziehen in das rechte Vaterland, in das ſchoͤne Paradies, das dein Wort dem Schaͤcher wies; dahin wirſt du mich auch fuͤhren, dort mit ew'ger Klarheit ieren. 8. Ob mir ſchon die Augen brechen, das Gehoͤr mir ganz verſchwind't, ich kein Wort vermag zu ſprechen, der Ver⸗ ſtand ſich nicht beſinnt, biſt du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Him⸗ melspfort'; gnaͤdig wirſt du mich regie⸗ ren, auf der rechten Bahn heimfuͤhren. 9. Laß dein'n Engel mich dann tra⸗ gen, nach hier uͤberſtandener Noth, wie einſt Lazarum nach Klagen, zu dir, Va⸗ ter, durch den Tod. Laß mich ruhn in deinem Schooß, mach' mich alles Jam⸗ mers los, bis mein Leib einſt aus der Erden wird von dir erwecket werden. 10. Freu’ dich ſehr, o meine Seelc, und vergiß der Noth und Qual. Chri⸗ ſtus, dem ich dich befehle, ruft dich aus dem Jammerthal. Seine reun au err⸗ ——— 1 la Bitten, um einen ſeligen Tod. 1355 Herrlichkeit ſollſt du ſehn in Ewigkeit, und, wenn Engel dich hinfuͤhren, ewig, ewig triumphiren. 1 5 Bitten um einen ſeligen Tod Mel. Ich hab' mein' Sach te. O2 Dein ſind wir, Gott! in Ewig⸗ keit, in deiner Hand ſteht unſre Zeit. Du haſt der ganzen Menſchenſchaar ihr Todesjahr beſtimmt, als keine Zeit noch war.* 2. Wenn nun auch unſer End' ſich naht, o Gott! ſey uns dann Schutz und Rath! Dann hilf uns in der Todes⸗ noth, Herr, unſer Gott! Ein ſanfter Schlaf werd' uns der Tod! rren 3. Nimm nach vollbrachtem Lebens⸗ lauf, in deine ew'ge Ruh' uns auf; ver⸗ wirf, wenn unſer Herz einſt bricht, ver⸗ wirf uns nicht, o Herr! von deinem An⸗ geſicht. 4. Druͤckt uns der Krankheit herber Schmerz, ſo ſtaͤrkedas beklommne Herz, verleih' uns einen ſtarken Muth, deiha 8 ir 1336 Bitten um einen ſeligen Tod. dir ruht, auch in der Schmerzen ſtaͤrk⸗ ſten Wuth. 5. Gib Hoffnung zu der ew'gen Ruh', in unſern Herzen wirke du, Geiſt Got⸗ tes! daß wir dir vertraun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes ſchaun. 6. Hilf unſrer Schwachheit, Geiſt des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Va⸗ ter flehn, getroͤſtet ſehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann fuͤr Rechte Denn von dem menſchlichen Geſchlecht iſt auch der heiligſte nicht rein. Wer kann je dein, Gott! ohne deine Gnade ſeyn S. O ſey uns dann nicht fuͤrchterlich! Erbarme, Vater, unſrer dich! Wenn unſer Auge ſterbend bricht, leit uns dein Aiht So fehlt uns Troſt im Tode Mel. Wenn mein Stuͤndlein ꝛe. 848. b Wenn meine Zeit vorhanden iſt, zu gehn die Todesſtraße, ſo leite mich, Herr Jeſu Chriſt! daß Hi K Bitten um einen ſeligen Tod. mich nicht verlaſſe. Den nem 1 Lebansend⸗ befehl ich, Her Haͤnd'; du wirſt ihn wo ohl be eenee b die Suͤnde wird mich kraͤnken ſh. ni mein Gewiſſen nagen; denn ihr iſt viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen. Bedenken will ich deinen T Tod, Herr Jeſul in der letzten Noth, und nur an dich umich balten 3. Ich bin ein Glied c deß troͤſt ich micher vo on Sizen. ich mit dir Wei den 19 de Lod ntenen 16 e ic 12 Grab nicht bleiben. Me desfurc riben Denn wo dn ne da kahnn dn hin, daß ich bei dir ſtets leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu ꝰJeſu Lhriſt fahr' Thne Furcht und Schrecken. S ſchlaf' ich ein und ruhe fein, kein Menſch kann mich erwecken; denn Jeſus Chri⸗ ſtus, Gottes Sohn, wird mir die Him⸗ mels⸗ . 2 *. 3 1 4 8 1338 Bitten um einen ſeligen Tod. melsthuͤr aufthun, mich fuͤhr'n zum ew⸗ gen Leben. (Eigene Melodie.) 849. Heer Jeſu, wahrer Menſch und Gott, der du littſt Marter, Angſt und Spott, fuͤr mich am Kreuz auch endlich ſtarbſt, und mir des Vaters Huld erwarbſt! 2. Um deiner Leiden willen ſey mir gnaͤdig, Herr! und ſteh mir bei im letz⸗ ten Kampfe, wenn der Tod mit allen ſeinen Schrecken droht. 3. Wenn dann mein ſterbend Auge bricht, und meine Zunge nicht mehr ſpricht, mein ſtockend Blut ſich ſchwer bewegt, und kaum das matte Herz mehr ſchlaͤgt; 4. Wenn mein Verſtand nicht denken kann; wenn alle Huͤlfe fehlt, ach! dann, dann ſteh' nach deiner Mittlertreu' in meiner letzten Noth mir bei. .5. Verkuͤrze meine Todesqual, und fuͤhr mich aus dem Jammerthall dein Geiſt erhebe mich zu dir; ſein Troſt ent⸗ weiche nicht von mir! 6. Ich t dun mnicht m Bun ſich ſche m ra Hetjnt ſta Sricht den fer achl dm r ttlertreu dir. SE Saual,u9 dalm erthall er Pin Troſte 61 nin E bend 1 ——— —-—— Bitten um einen ſeligen Tod. 1339 6. Ich gebe meine Seele dann in ddeine Haͤnde, nimm ſie an! Der Leib ruh in der ſtillen Gruft, bis einſt dein großer Tag ihn ruft. 7. Dann laß ihn froͤhlich auferſtehn, in deinen Himmel einzugehn; gedenke nicht mehr meiner Schuld, gedenk an deine Lieb und Huld! 8.„Fuͤrwahr“, ſprichſt du,„euch ſage ich, wer mein Wort haͤlt und glaubt an mich, der kommt gewiß nicht ins Vericht und ſchmeckt den Tod auf ewig nicht.“ 9. Ja, Herr, mein Heil! ich traue dir, dein Wort erfuͤllſt du auch an mir; du nimmſt mich zu dir in dein Reich, da leb ich dann mit dir zugleich. 10. Deß freuet meine Seele ſich. Erhoͤre mich, erhoͤre mich! Laß mich im ganzen Leben dein, den Tod mir ſanft und ſelig ſeyn! b 13540 Maͤßigung der Trauer um die Verſtorbenen. 2. Chriſtliches Verhalten nach dem Tode der Unſrigen. Maͤßigung der Trauer um die Ver⸗ b ſtorbenen. Nel. Herr, ich hab' nicht recht ꝛc. 850. Wenn der Schoͤpfer der Ge⸗ ſchlechter unſre Lieben zu ſich ruft; wenn die Soͤhne, wenn die Toͤchter ſinken in die fruͤhe Gruft; ach! dann fuͤhlen unſre Herzen unausſprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Saͤugling, kaum geboren, gleich der Blume ſchnell verbluͤht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung ſieht; wie wird da ihr Herz zerriſſen, ach, ſie muß den Liebling miſſen! 3. Wenn der Tod im edlen Sohne ſeine Luſt dem Vater raubt; wenn des Hauſes Stuͤtz' und Krone ſinket mit des Vaters Haupt; Muͤtter von den Kindern ſcheiden; Gott, was gleichet dieſen Leiden! b 4. Ach es muͤßte unterliegen, dieſes arme, ſchwache Herz, huͤlfeſt du nicht, Herr! uns ſiegen, uͤber Tod und Trei nungs⸗ mußt in Lie in w len Sth r ra3; wem d Krii ſinkt n Mr er von de zott das glh —— Ehrendes Andenken der verdienten Todten. 1541 nungsſchmerz. Deine Rechte ſchlug uns nieder! deine Rechte hebt uns wieder! 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unſre Lieben dort am Thron? Sollten wir ſie dann beneiden um den fruͤh er⸗ rungnen Lohn? Du wirſt uns im beſſern Leben die Verlornen wieder geben! 6. Vater, deines Troſtes Quelle trocknet auch am Grabe nicht, ſelbſt des Todes Nacht wird helle durch des Glau⸗ bens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einſt als Gluͤck er⸗ ſcheinen. Ehrendes Andenken der verdienten Todten. b Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. 85 1. Wer mit Luſt und Eifer ſtrebte, ſeine Bruͤder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, ſoll uns unvergeßlich ſeyn! deß Gedaͤchtniß bleib' und daure! ſeine Nachwelt klag' und traure! wo ſein Grab iſt, weine dann, wer, was gut iſt, ſchaͤtzen kann! 2. Laßt uns alle heute klagen, denn es ſtarb ein edler Mann! O, wie Viele muͤſſen — 1342 Ehrendes Andenken der verdienten Todten. muͤſſen ſagen: mir auch hat er wohlge⸗ than! Ja, gerecht ſind unſre Zaͤhren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unſer eignes Herz ehret unſer Leid und Schmerz. 3. Seines ſchoͤnen Lebens Thaten, bleiben ſegnend uns zuruͤck, und die Frucht der edlen Saaten, ſey fuͤr Nach⸗ welt Heil und Gluͤck! Achten laßt uns ſeinen Namen, ſeine Tugend nachzuah⸗ men, edel, wie er war, zu ſeyn, wolle Gott uns Kraft verleihn! Nel. Freu' dich ſehr, o meine ꝛe. 852. Ruhen ſie in Gottes Frieden, ſie, die hier begruͤßet kaum, fruͤhe ſchon hinuͤber ſchieden, aus des Lebens Mor⸗ gentraum; und die erſt nach langer Qual, aus der Erde dunkelm Thal, mit zerriſſnem Herzen ſchieden; All', ihr Seelen, ruht in Frieden! 4¾ 2. Die nach Irdiſchem nicht ſtrebten, ew'ges Gluͤck in Hoffnung ſahn, treu der ernſten Pflicht nur lebten, trotz der dor⸗ nenvollen Bahn, und, wie groß das Opfer ——ſe- y——, ————ͤ„— —,ARSS—ͤ — ſchr Wieine te. in Dottes guin kern, fruheſſt 8 Lebens M e nach lan drelm Thal c.=en; Al, dn 1 —— Ehrendes Andenken der verdienten Todten. 1545 Opfer war, freudig ihr es brachten dar, ungern drum vom Wirken ſchieden; ru⸗ het, ruhet ſanft, ihr Muͤden! 3. Die ſich ſtill nach Liebe ſehnten, wie der Menſch dem Menſchen giebt, einſam ihren Pfad bethraͤnten, ach! ver— kannt und uͤngeliebt; und von deren treuer Hand kaum Ein Herz den Druck verſtand, die doch liebend, ſegnend ſchie⸗ den; ruht ihr Dulder, ruht im Frieden! 4. Die nicht Gluͤck, nicht Ruhe kann⸗ ten auf des Kampfes offnem Feld, aber Muth und Staͤrke ſandten in die tief entſchlaf'ne Welt; die die Geiſter aufge⸗ weckt, nie durch Menſchenfurcht ge⸗ ſchreckt; die noch warnend, mahnend ſchieden; ruht ihr Frommen, ruht im Frieden! 5. Alle Geiſter, die voll Klarheit, ſtreitend fuͤr das Heiligthum, wurden Maͤrtyrer der Wahrheit, ſuchend nicht des Streitens Ruhm; die, auf ihrem Pfad im Licht, hin ſich opferten der Pflicht, und als Sieger Gottes ſchieden; ruht ihr Kaͤmpfer, ruht im Frieden! 6. Ruht auch ihr, o theure Seelen, die ihr meiner Tage Gluͤck, ben des L6 ben 1344 Allgemeine Begraͤbnißlieder. bens Drang und Quaͤlen, trugt in eu, rer Liebe Blick! Dort noch, in des Va ters Reich, mit euch ſelig, dank ichs euch! Ach, daß ihr dahin geſchieden! Ruht in Gottes heilgem Frieden! 3. Begraͤbnißlieder. Allgemeine Begraͤbnißlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 853. Dir bringen nun den Leib zur Ruh, und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der, nach des Schoͤpfers Scchuuß zu Staub und Erde werden 2. Er bleibt nicht immer Aſch' und Staub, nicht immer der Verweſung Raub; er wird, wenn Chriſtus einſt erſcheint, mit ſeiner Seele nen vereint. 3. Hier, Menſch, hier lerne, was du biſt, lern hier, was unſer Leben iſt; nach Sorge, Furcht und mancher Aoth und Arbeit, kommt zuletzt der od. ton 4. Schnell ſchwindet unſre Lebenszatt, b ſchnell niſ eder. f us d b u. gent in den h nitomi En ah Es Scßt uSerde na üner Aſcht r*. Varbet en Fhriſtns t. S= neu verct d lerne, h nnſer 0 und mat kant zulett Allgemeine Begraͤbuißlieder. 1345 ſchnell kommt heran die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, ſo folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So waͤhren Reichthum, Ehr und Gluͤck, gleich uns, nur einen Augenblick; ſo waͤhrt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unſer Leben, kurze Zeit. 6. O, ſichrer Menſch, beſinne dich! Tod, Grab und Richter nahen ſich; in allem, was du denkſt und thuſt, bedenke daß du ſterben mußt. 8 7. Hier, wo wir bei den Graͤbern ſtehn, ſoll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt', o Gott! durch Chriſti Blut, mach's einſt mit meinem Ende gut. 8. Laß alle Suͤnden uns bereun, vor unſerm Gott uns kindlich ſcheun! Wir ſind hier immer in Gefahr; nehm Jeder ſeiner Seele wahr.* 9. Wenn unſer Lauf vollendet iſt, ſo ſey uns nah, Herr Jeſu Chriſt! mach uns das Sterben zum Gewinn! zieh' unſre Seelen zu dir hin! 10. Und wenn du einſt, du Lebens⸗ fuͤrſt, die Graͤber maͤchtig oͤffnen wirſt, dann laß uns froͤhlich auferſtehn, und dann dein Antlitz ewig ſehn! 1346 Allgemeine Begraͤbnißlieder. 8. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 854. Wir gehn ans Grab und hoffen doch, dein Geiſt, Entſchlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unſterblichkeit. 2. Ruh' ſanft! Dein Auge ſchloß ſich zu, und nun umgibt dich ſuͤße Ruh': dein Gott hat wohl an dir gethan: nun ruͤhrt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingſt voran, wir folgen dir. Auch deine Freunde wallen hier auf ihres Lebens Bahn hinab, zur ſanften Ruh', ins ſtille Grab. 4. Du ſollſt uns unvergeßlich ſeyn! Die Thraͤnen, die wir jetzt dir weihn, verſiegen einſt beim Wiederſehn, wenn wir dir nach zum Himmel gehn. 5. Dahin erhebt ſich unſer Herz, von unſers Grabes tiefem Schmerz. Wir weinen ſtill und hoffen doch; dein Geiſt, Entſchlafner, lebet noch! an, n folgen t rr Saftn N un ßlic in vir f ⸗dit bwa Wieſt ahn, t 4 ch ut Hetz n Ser. 3 n dees deinoe 0 1 0 „ — — Allgemeine Begraͤbnißlieder. 1347 Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. Gemeinde. 855. Begrabt den Leib in ſeine Gruft! Gott, der den Geiſt zum Him⸗ mel ruft, weiſt hier den Staub zu ruhen an; was Gott thut, das iſt wohlgethan! Chor im Namen des Verſtorbenen. „Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen! nur ein; ich ſehe die Verweſung nicht; mich fuͤhrte Gott aus Nacht zum Licht. Gemeinde. 2. Den Leib ſchuf einſt aus Staub der Herr, er war ſchon Staub und wird nur mehr; zu Gottes Anſchaun eilt der Geiſt, wenn er dem Staube ſich entreißt. b Chor. Dich, du mein aufgeloͤſt Gebein! wird die Verweſung weit zerſtreun. Verklaͤrt hat mich mein Schoͤpfer ſchon; ſchon bet' ich an vor ſeinem Thron. Gemeinde. b 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, frei von der Erden Schmerz und Qqqq 2 Noth; 1348 Allgemeine Begraͤbnißlieder. Noth; verziehen hat ihr Gottes Huld der Erden Schwachheit, Fehl und Schuld. Cohor. Gott iſt barmherzig und verſtoͤßt im Tode nicht, die er erloͤſt, fuͤr die der Welterloͤſer ſtarb, der Allen Gnad und Heil erwarb..“ Gemeinde.“ 4. Wir wandeln hier im dunkeln Thal, erdulden oft hier Muͤh' und Qual⸗ Wir tragen Jeſu Chriſti Joch, entſchla⸗ fen einſt und leben doch. b 2 Eh 9 p. Auch mich hat Truͤbſal oft gedruͤckt: nun hat mich Gottes Ruh' erquickt; u finſtern Thale wandelt ich, doch Gottes Rechte fuͤhrte mich. 1 Gemeinde. .5. Viel mehr litt er, der uns ver⸗ ſoͤhnt, und himmliſch ſeine Streiter kroͤnt; kurz iſt der Kampf: dem kurzen Streit, folgt ew'ge Ruh und Herrlichkeit. b C hor. Ich trug ſein Joch bis an mein Grab: nun wiſcht er meine Thraͤnen ab. . Was 3 f. rrüb wft geduh »XBrraucti ſe i edoch G Allgemeine Begraͤbnißlieder. 1349 Was ſind die Leiden dieſer Zeit, doch gegen ſeine Herrlichkeit! Gemeinde. e 6. Du, Todter Gottes, ſchlaf' in Ruh! Wir gehen unſern Huͤtten zu. Schafft, daß ihr ſelig werdet, ringt, bis ihr euch auch der Erd' entſchwingt! Sohn Gottes! Mittler! Ach, dein Tod ſtaͤrk' uns in unſrer letzten Noth! Laß unſre ganze Seele dein, und freudig unſer Ende ſeyn! b — Mel. Jeſus meine Zuverſicht ꝛc. 856. Heute mir und morgen dir! hoͤren wir die Glocken klingen, wenn wir die Verſtorb'nen hier auf den Got⸗ tes⸗Acker bringen. Aus den Graͤbern ruft's herfuͤr: Heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt; unſer Leben eilt auf Fluͤgeln! Iſt's nicht der Vernunft Gebot, daß wir uns an Andern ſpiegeln? Ach! es thut uns wahrlich Noth. Heute roth und morgen todt! 3. Eines folgt dem Andern nach glei 1 1350 Allgemeine Begraͤbnißlieder. gleich vom Sturm getrieb'nen Wellen. Was die Hoffnung auch verſprach: kann ſie einen Buͤrgen ſtellen? Jeder eilt zum Schlafgemach; Eines folgt dem Andern nach. 4. Menſch, es iſt der alte Bund: ach! der Tod zaͤhlt keine Jahre! Biſt du heut auch noch geſund, dennoch denk' an deine Bahre! Morgen faͤllt, der heute ſtund: Menſch, dies iſt der alte Bund. 5. Ach! wer weiß, wie nah' mein Tod! Ich will ſterben, eh ich ſterbe; ſo wird mir die letzte Noth, kommt ſie einſtens, nicht ſo herbe. Ruͤſte mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 6. Selig, wer in Chriſto ſtirbt! denn der Tod wird ihm zum Leben. Wer ſich um ſein Heil bewirbt, kann den Geiſt getroſt aufgeben; weil er darum richt verdirbt. Selig, wer in Chriſto Am Not kommti herbe. Küſte h ſch, 8 weiß, t b Ehrit iirbt’ da zum Rben. N ewit kann d n; 1= er dan „ tS in Shi Am Grabe eines fruͤh Verſtorbenen. 1351 Am Grabe eines fruͤh Verſtorbenen. Mel. Alle Menſchen muͤſſen ſterben ꝛc. Chor. 6G 857. Drocknet eures Jammers Thraͤ⸗ nen, heitert euren truͤben Blick! denn es bringt kein banges Sehnen ihn, der von uns ſchied, zuruͤck; ach! die holde Stimm und Rede, und der Lieblichkeiten jede, und ſein freundliches Geſicht, ruht im Grab' und kehret nicht. 2. Gleich des Feldes Blumen ſchwin⸗ det, was da lebet rings umher; trau⸗ rend ſucht der Freund und findet den geliebten Freund nicht mehr. Vor dem welken Greiſ am Stabe, ſinkt der Juͤng⸗ ling und der Knabe; und ſo zog ein fruͤhes Grab den wir liebten auch hinab. 3. Gleich des Feldes Blumen werde, was geboren wird, verſtaͤubt! Nur der Erdenleib wird Erde, aber ſein Bewoh⸗ ner bleibt. Dieſe Huͤlle wird vernichtet, doch die freie Seele richtet zu der hoͤhern Geiſter Chor freudig ihren Weg empor. Gemeinde. 4. Auf! von Moder und Verweſung blicke ——— 1352 Am Grabe eines fruͤh Verſtorbenen. blicke dort hinauf mein Geiſt! wo im Friedenthal Geneſung alles Erdenjam⸗ mers fleußt; wo nicht Krieg, Erdbeben, Fluthen, Hunger, Peſt und wilde Glu⸗ then, wo nicht Trennung mehr, noch Tod, liebenden Geliebten droht! 5. Ach des Wonnetags! der wieder, was am Grabe hier geweint, Aeltern, Kinder, Schweſtern, Bruͤder, Freund und Gatten feſt vereint; wann gelehrt von Himmelsweiſen, wir des Vaters Liebe preiſen, der aus Irrthum, Schmach und Gram uns in ſeine Ruhe nahm! 6. Bald vielleicht, ach! bald verſchwun⸗ den iſt auch unſre Lebenszeit; und wer weiß? von meinen Stunden, kommt die letzte wohl ſchon heut. Ol laßt Gottes Weg' uns wandeln, immer gut und red⸗ lich handeln, daß wir, wenn der Vater ruft, freudig ſinken in die Gruft! Am kund x kommtü .D ußt Got mme, ut undih „wr der N di vuft! 858. Am Grabe des ſelig Vollendeten. 1355 Am Grabe des ſelig Vollendeten. Mel. Schwing' dich auf zu ꝛc. Laß dem Tode ſeinen Raub, Wuͤrmern ihre Habe! Seelen werden nie zu Staub, ſchlummern nicht im Grabe. Senkt auch dieſen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn ſegnen und uns freun, daß wir leben ſollen! 2. Seht da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Laßt ihn, Freunde, laßt ihn ruhn! Es iſt Gottes Willle. Weinet nicht! Er hat nun ſchon, was wir erſt erſehnen. Ihn erweckt kein Klageton; trocknet eure Thraͤnen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferſtehung! Wißt, als Jeſus einſt verſchied, folgte bald Erhoͤhung. — ruhn in ſeiner Hand, ruhn in ſanftem Frieden. Er, der ſtarb und auf⸗ erſtand, hat ihr Heil entſchieden. 4. Erndtefeld, hier ruhen ſie, Chri⸗ ſten unſre Bruͤder; kaͤmpften, aber kaͤm⸗ pfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand ſanfte Ruh der Muͤden! Fuͤr das beſſ're Vaterland ſchlummre er hienieden! .. 5. Saa⸗ 1354 Am Grabe des ſelig Vollendeten. 5. Saaten der Unſterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verſtroͤmt auch unſre Zeit, ruft der Tod: Erſcheine! Ruf' er dann; wir ſind bereit. Wer des Lebens Gabe nuͤtzet fuͤr die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. Gott des Himmels und der ꝛe. 859. Ruhe ſanft hier, wo die Schwuͤle banger Erdentage weicht! Lieb⸗ lich weh' um dich die Kuͤhle; Gottes Erde ſey dir leicht! Segen folgt dir nach ins Grab; Alle weinen Dank hinab. 2. Wohlzuthun war dein Beſtreben; und du warſt uns Freud und Gluͤck, Welch ein Bild von deinem Leben, blieh zu unſerm Troſt zuruͤck! Allen muͤſſ es Beiſpiel ſeyn, zu begluͤcken, zu er⸗ freun! 8 3. In den Segen deiner Tage lehſt du fort noch in der Zeit; jenſeits werden dir die Saaten Ernten ewyger Seligkeit; ſchon lohnt dich erfuͤllte Pflicht, bis dich wecket Gottes Licht. 3 4. ncls Aer. b Frei dund Güt eine Feben, hit äick Alen ui ber ken, u deit= Tant lU t. Sſäts wn entor Selift . 1F ht, ö6 4! atac, eeicht! h Am Grabe eines verdienten Lehrers. 1355 4. O dann, wenn zum vollen Lohne, die Gerechten auferſtehn, werden wir mit dir zum Throne des Vergelters prei⸗ ſend gehn; rufen dort vor ſeiner Schaar: Kroͤn' ihn, der uns Segen war! b Am Grabe eines verdienten Lehrers. Mel. Ich hab' mein' Sach' ꝛc. 860. Er hat ſein Tagewerk voll⸗ bracht! Sein Wirken hemmt des Todes⸗ nacht. Ihm winkt der Herr; nun legt er ab den Hirtenſtab; und ſeinen Leib verſchließt das Grab. 2. Ach, unſer Lehrer ruhet dort! Der Mund, aus welchem wir das Wort des Lebens oft vernahmen, ſpricht nun ſaeher nicht: zu unſerm Troſt und Un⸗ terricht. 3. O! moͤcht' uns ſein Gedaͤchtniß noch geſegnet ſeyn; o truͤge doch der Saame, den er ausgeſtreut, hier in der Zeit, viel Fruͤchte fuͤr die Ewigkeit! 4. Was je zur Lehr' und Beſſerung ſein Fleiß gethan an Alt und Jung b a 1356 Am Grabe eines verdienten Lehrers. was er gewirkt durch Werk und Wort an dieſem Ort, das wirfe noch zum Segen fort! 5. O haͤtte keiner ihn betruͤbt! Wem er gedient, wen er geliebt, wen ſeine Hand durch Mildigkeit hier oft erfreut, der ehr' ihn noch durch Dankbarkeit. 6. Einſt werden wir ihn wiederſehn, mit ihm vor Einem Richter ſtehn. Nimm uns, o Gott! in Gnaden an, daß Jeder dann des Wiederſehns ſich freuen kann! ———ͤ Be e ea sierdhs ehtee s drbee eun 5 4 3 “ 1 34 “ 8* 13 8* 8 86 8 ein 8 8 4 “ 8 4 8 4 3 5* 1“ 8 8 e 1 8. 8 ¹ — —