E— —.— — —— A 1„₰ 4. 1 — 8 4——„& 4 2 2— 4 ‿ Von Naffael. Alles mit Gottt —— Evangeliſches Gebetbuch für alle Morgen und Abende der Woche, in ſechsfacher Abwechslung, für die Feſt⸗ und Feiertage, für die Kommunion, ſowie für beſondere Zeiten und Lagen von Luther, Arndt, Scriver, Arnold, Stark, Storr, Roos, Terſteegen, Spitta, J. A. Burk, A. Knapp und vielen anderen Gottesmännern. Mit einem Titelbilde. Zweiundfünfzigſte, vermehrte und verbeſſerte Auflage. Reutlingen. Druck und Verlag von Enßlin und Laiblin ———y———— — „ Eigentum des Verlegers. Alle Rechte vorbehalten. — 12 8 Printed in Germany. Nittwoc Gegenw Gebete⸗ Libelr nicht als ſind ſiei ſo daß ſimmun Jedenfa die hei nehmen dar und Mö und Do Thron velchem können 8 Namen Vorwort zur fünfzigſten Auflage. Das ſeit Jahrzehnten weithin verbreitete Ge⸗ betbuch„Alles mit Gott“ iſt abermals neu durch⸗ geſehen worden. Die bisher als Morgengebete der fünften Woche benützten Vaterunſer⸗Gebete von Savonarola ſind jetzt, mit Ausnahme des Mittwochgebets, durch neue von Geiſtlichen der Gegenwart freundlichſt zur Verfügung geſtellte Gebete erſetzt. Sämtliche Gebete tragen nunmehr Bibelworte an der Spitze; können dieſe auch nicht als Thema des einzelnen Gebets gelten, ſo ſind ſie immerhin mit Sorgfalt ausgewählt worden, ſo daß ſie in jeder Lage die entſprechende Gebets⸗ ſtimmung hervorzurufen imſtande ſein ſollten. Jedenfalls reichen ſie denjenigen Betern, welche die heilige Schrift nicht zugleich in die Hand nehmen, tägliche Broſamen aus dem Worte Gottes dar und laden zu weiterem Gebrauch desſelben ein. Möchten doch immer mehr Menſchen mit Lob und Dank, mit Bitte und Fürbitte vor Gottes Thron treten und den Herrn Zebaoth anbeten, welchem wir kein anderes Lobopfer darbringen können als die Frucht der Lippen, die ſeinen Namen bekennen in Chriſto Jeſu! ** ——õõ—õ—õ———ÿ;ÿ— — * 4 ——- ͤ½mm.eK— Vorwort zur neuen Auflage. Norgeng A itt um Das ſeit Jahrzehnten eingebürgerte und durch Siiliches alle Lande evangeliſchen Bekenntniſſes verbreitete Dis Gebetbuch„Alles mit Gott!“ iſt von dem Unter⸗ der Ee zeichneten wieder durchgeſehen worden. Das Buch bietet Altes und Neues und möchte den einen Vorgen⸗ Gebetsworte in den Mund legen und die anderen zu ſelbſtändigem Beten anleiten. Die Bibelworte xxeng an der Spitze ſämtlicher Gebete reichen tägliche lde Broſamen aus dem Worte Gottes dar und geben b lbedg dem Beter Freudigkeit, vor den Thron des Gottes Junen zu treten, der ſich uns in ſeinem Wort ſo herrlich Aurxen geoffenbart hat und unſer Vertrauen ſo mächtig Abendger erwedt a I Möge das Gebetbuch auch auf ſeinem neuen Norgeng Gang durch die Welt dazu beitragen dürfen, daß Aend dem Herrn ein Lob zubereitet werde aus Abendgel 1 dem Munde ſeiner Kinder! 1 Albert Pregizer, Nann 1 Stadtpfarrer in Heilbronn a./N. dene of* ————ö————————mmm— 8 ge e und durch verbreitete dem Unter⸗ Das Buch den einen die anderen Bibelworte hen tägliche rund geben des Gottes t ſo herlic ſo mächtig inem neuen werde aus zer, pronn a/N Inhalts⸗-Verzeichnis. . Seite Bitte um die Gabe des Gebets. Arndt 13 Tägliches Gebet. Luther. 15 Das Gebet des Herrn als erweitertes Gebet. 17 Lied von Luther. 20 Der Segen als erweitertes Gebet..... 22 „„ Lied von Terſteegen... 23 Morgen⸗ und Abendgebete für alle Unge der poche. Erſte Woche. Morgengebet am Sonntag. Laſſenius 24 Abendgebet„ Arnold... 26 Morgengebet am Montag. Starkt... 27 Abendgebet„ Quirsfeldd 29 Morgengebet am Dienstag. Arndt.... 30 Abendgebet„ Arndt.... 32 Morgengebet am Mittwoch. Francke.. 34 Abendgebet„ Fraucke.... 36 Morgengebet am Donnerstag. Embden.... 38 Abendgebet„ NoDS..... 39 Morgengebet am Freitag. Schiolk.... 41 Abendgebet„ Auguſtinus 43 Morgengebet am Sonnabend. Kapff.... 45 Abendgebet„„ Beck.. 46 Zweite Woche. Morgengebet am Sonntag. Schmolk 48 Abendgebet„ Stark 50 Morgengebet am Montag. Ullmann... 52 Abendgebet„ Muzculu s 54 Morgengebet am Dienstag. Stölzlin.. 56 —————* 6 Abendgebet am Dienstag. Morgengebet am Mittwoch. Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet Abendgebet Morgengebet 7 am Donnerstag. Habermann. Fr am * am Freitag. 22 Sonnabend. f Inhaltsverzeichnis. Bail.. Scriver Scriver Habermann. Staiger Stark Storr Dritte Woche. Sonntag. Montag. 2 Dienstag. n Mittwoch. 2 Donnerstag. „ Freitag. 2 Sonnabend. Ff Sturm. Stark Baur Theremin Baſilius Savonarola Alcuin. A. Pregizer. Gerſon. Kempis Neumann. Rieger. Neumann Roos Vierte Woche. Sonntag. Montag. 22 Dienstag. f Mittwoch. F Donnerstag. f Freitag. Sailer. Gerhard. Habermann. Fenelon Arnold. Storr Arnold Stark Roos Roos Baſilins. Seite hendgebet, Nheryengebet bendgebet Vürgengeber lbendgebet Norgengebe Abendgebet Vorgengebe bendgebet Norgengebe Abendgebet Morgengebe Abendgebet Norgengeb Abendgebet Norgengeb Abendgebet Norgengel Abendgebe Norgengel Abendgebe Norgenge Albendgebe Morgenge Wbendgebe Vorgenge bendgeb Norgenge Abendgeb orgenge Wbendged ...(0 un.. un. 11 1.. Seite . d8 d Inhaltsverzeichnis. Abendgebet am Freitag. Terſteegen Morgengebet am Sonnabend. Fa ſenius. Abendgebet„„ A. Pregizer. Fünfte Woche. Morgengebet am Sonntag. E Kübel. Abendgebet„„ Schmolke. Morgengebet am Montag. F. Kübel. Abendgebet„„ Spitta. Morgengebet am Dienstag. F Kübel. Abendgebet Alcuin... Morgengebet am Mittwoch. Beck..... Abendgebet Götz.... Morgengebet am Donnerstag. C. Burk. Abendgebet„„ Teriteegen— Morgengebet am Freitag. C. Burk. Abendgebet Knack. Morgengebet am Sonnabend. C. Burk.. Abendgebet„ A. d. Engl. v. Knapp Sechſte Woche. Morgengebet am Sonntag. C. Burk. Abendgebet„„ C. Burk. Morgengebet am Montag. Robert Kübel. Abendgebet„„ R. Kübel. Morgengebet am Dienstag. J. Knapp. Abendgebet„„ J. Knapp. Morgengebet am Mittwoch. J. Knapp Abendgebet„„ J. Knapp. Morgengebet am Donnerstag. Blumhardt. Abendgebet„ Blumhardt. Morgengebet am Freitag. 51 anz Kübel Abendgebet„„ F. Kübel. Morgengebet am Son nabend. F. Kübel. Abendgebet„ 7 F. Kübel 4 4 8 Inhaltsverzeichnis. Morgen⸗ und Abendgebete für die Feſtzeiten. 17. Seite Morgengebet am Adventfeſt... Kapff.. 161 Abendgebet„„. Beck.. 163 Am heiligen Chriſtabend.... Scriver. 164 Morgengebet am Weihnachtsfeſt. Beck.. 165 Abendgebet„„. Arnuold 167 Morgengebet am zweiten Weihnachtstag. Kapff 169 Abendgebet„„„.. 170 Morgengebet am dritten Weihnachtstag. Kapff. 172 Abendgebet„„„ Scriver 173 Gebet zum Jahresſchluß. Beck.. 175 Morgengebet am Neujahrsfeſt.. Pregizer 177 Abendgebet„„....... 179 Morgengebet am Erſcheinungsfeſt. Storr. 181 Abendgebet„„ Sailer 183 Gebet am Anfange der Paſſionszeit. Kapff 184 Lied hiezu von A. Knapp 186 Morgengebet am Palmſonntag.. Storr. 187 Abendgebet„„. Harms. 189 Morgengebet in der Karwoche.. Laſſenius 191 Abendgebet„„„. Terſteegen 193 Morgengebet am Gründonnerstag. Quirsfeld 196 Abendgebet„„ Arnold. 197 Morgengebet am Karfreitag. Möller. 199 Abendgebet„„. Sailer„ 201 Gebet am Schluſſe der Karwoche. Storr 202 Morgengebet am Oſterfeſt.. Pregizer 204 Abendgebet„„ Taerſteegen 205 Morgengebet am Oſtermontag.. Arnold 207 Abendgebet„ 7 Storr. 209 Morgengebet am Himmelfahrtsfeſt. Terſteegen 211 Abendgebet„„ Terſteegen 213 Morgengebet am Pfingſtfeſt... Terſteegen 215 Abendgebet„. Sailer. 217 Morgengebet am Pfingſtmontag. Stark. 218 Abendgebet„„„ Seriver 220 Porgenger Alendgebe Nlargenge wendgebe Gebet am Norgenge lAhbendgebe Gebet am Gebet, gebet„ Gebet am 1 Norgenge Abendgeb Lußgebet Prüfung Morgeng Kürzeres Gebet vo Gebet vo Gebet ne Gebet ne Abendge Norgen, Beideren Gebete! gebete Gebet n Abendge Weidere Lied au Inhaltsverzeichnis. 9 Seite Feſheiten Morgengebet am Trinitatisfeſt. Arndt 222 Si Abendgebet„ Spitta 225 apff.. kt Morgengebet am eforsſätionszſ Nach Luther 226 eck.. iit Abendgebet Spener 228 zeriver. k Gebet am Kirchweihfeſté⸗ Ph. D. Burk 230 jeck.. ſiſß Morgengebet an einem Apoſteltag. Kapff.. 232 rnold 1 Abendgebet„. Roo3. 233 apff 1 Gebet am Bibelfeſt“... A. Pregizer 235 ..1 Gebet„ Miſſionsfeſt... A. Pregizer 237 apff. 1 Gebet„ Totenfeſt.. A. Pregizer 239 criver, 1 Gebet am Schluſſe des Kirchenjahrs. A. Pregizer 240 eck. 11 regizer ſ Buß⸗, Zeicht⸗ und Abendmahls⸗Gebete. .... II torr.. 1 Morgengebet am Bußtag. Rieger 243 ailer. 18. Abendgebet Theremin 245 Ipff.. 184 Bußgebete vor dem hl. Abendmahl 1. Auguſtinus 247 Knapp 1 2. Musculus 249. 3. Habermann 250 rr.. 1 4. Storr. 251 rms. k Prüfung des Herzens vor Gott. Lavater 252 ſſenius 19 Morgengebet am Beichttag. Staiger 255 rſteegen 13 Kürzeres Morgengebet am Beichttag. Arnold. 257 irsfeld 106 Gebet vor der Beichte. Roſt 258 nold. 1 Gebet vor der erſtmaligen Beichte. Storr. 260 jller. 10 Gebet nach der Beichte.. Habermann 261 jter Al Gebet nach der erſtmaligen Beichte. Geiſer.. 262 orr.. A Abendgebet am Beichttag... Arxrnold.. 263 Ah Morgengebete am Kommuniontage: 1. Arndt 264 egizen 1 W 2. Storr 265 rſteegen I Bei der erſtmaligen Abendmahlsfeier. Krüger.. 267 nold N Gebete vor der Abendmahlsfeier: 1. Pregizer 355 2... 2 ſſteegen 3 Gebete während der Abendmahlsfeier.. 270— 272 rſteegen Gebet nach der Abendmahlsfeier. Storr 272 ſteegen 2i Abendgebet am Kommuniontag. Roos. 273 ler. 3 Bei der erſtmaligen Abendmahlsfeier Roos.. 275 rk. 79 Lied aus Danns Kommunionbueh 276 river. 22 10 Inhaltsverzeichuis. .. ·1 Gebete ſür beſondere Zeiten und Iagen. 3 bnid Seite 33 tt in Al Morgengebet am Geburtstag. Conrad 278 Abendgebet am Geburtstag. Pregizer 280 Gebet am Tauf⸗ und Namenstag..... 281 Kurze Morgengebete......... 283 Gkbet beim: Während des Waſchens. Beim Ankleiden.. 284 Nurgengebet Beim Stundenſchlag.........284 gbendgebet Tiſchgebete..... 285 ankgebet no Beim Geläute der Abendglocke. 1. Herrmann 287 2. Selnecker 288 b Wenn man bei Nacht erwacht Sailer 288 Jrengeber Morgengebet eines Kindes... J. A. Burk 289 Augeidet Abendgebet eines Kindes.... J. A. Burk 2899 3 gebet 4 Gebet eines Schulkindes..... 289 Ven Fürbitte eines Kindes für ſeine Eltern. J. A Burk 290 48 Am Geburtstag von Vater oder Mutter. Pregizer 291 1 Be fr Gebet eines Waiſen... Krüger. 293 de an Morgengebet am Konfirmationstag. Kapff. 295 à Dei al Entſchließungen am Tage der Konfirmation. John. 297 i 5 ei Abendgebet am Konfirmationstag. Kapff 302 f Aach! Gebet des Vaters oder der Mutter am Konfir⸗ 8 Aach mationstag eines Kindes. Flatt.. 303 4 Pein Gebet eines Jünglings oder einer Jungfrau.. 306 1h. Nach Gebet bei der Verlobung... Kapff.. 307 V 1l Nach Gebet der Verlobten.. 309 2 Nach Gebet am Trauungstag. Württ. Kirchenbuch. 310 bebe n Gebet am jährlichen Gedächtnistü der ehelichen Gebet in Verbindung.... Rie 2. 312 1 Gebet chriſtlicher Eheleute... Arudt.. 313 tben Gebet des Hausvaters. Pregizer 315 Gebet um Gebete der Eltern vor der Taufe eines Kindes: 16 gebet in L 1 3 Gött um 2 Flatt. 317 Gött i Gebet der Eltern nach der Taufe, Kapff. 319 dunigebt Gebete der Eltern für ihre Kinder: 1. Arnold 320 Get in 2. Lied aus dem chriſtlichen Hausaltar 322 dah eil Inhaltsverzeichnis. 11 . Gebet einer Witwe, die Kinder hat. Patrik.. 323 Seit Gebet einer kinderloſen Witwe. Krüger.. 325 nrad. Mß Gebet im Alter.. Lavater 327 egizer IW. ... A Reiſe⸗Gebete. n. 33 Gebet beim Antritt einer Reiſe. Habermann 329 . 3 Morgengebet auf der Reiſe.. Nies. 330 .— Abendgebet auf der Reiſe... Derſelbe 331 rrmaur a Dankgebet nach glückl. vollbrachter Reiſe. Reumann 332 ſneke 3 Gebete für die Jahreszeiten. A. Burk Ih Morgengebet im Frühling.. Flatt.. 334 A. Burk 289 Abendgebet im Frühling... Derſelbe.. 336 . 2½ Gebete im Sommer: 1. Lob Gottes, Bitte um Segen 337 A Burk 20. 2. Für die Früchte des Feldes. Ha bermann 340 egizer 291 3. Um fruchtbare Witterung. Patrit.. 341 üger. W 4. Bei anhaltender Näſſe.. Arnold.. 341 pff.. W 5. Bei anhaltender Dürre.. Patrik 342 „John. M 6. Bei einem Gewitter... Arndt.. 343 pff.. W 7. Nach dem Gewitter... Hartmann 344 doufir⸗ 8. Nach einem verderblichen Hagelwetter.. 345 att. 338 9. Beim Beginn der Ernte. Kapff.. 347 rau. 3 10. Nach einer reichlichen Ernte.... 348 pff.. g 11. Nach einer ſpärlichen Ernte...... 349 Cg 12. Nach Mißwachs und Hagelſchlag.... 350 enbuc. 30 Gebet im Herbſt.. Flatt.. 352 ehelichen Gehet im Tainter.......... 353 6415 3 Gebete in Crübſalen, Krieg und Frirden. egizer 355 Gebet um Ergebung im Leiden...... 355 Kindes: Gebet in Leiden und Trübſal. Zollikofer 356 ... 316 Gebet um Geduld im Kreuze Laſſenius 357 Flatt. 30 Gebet in allgemeinen Nöten.. Arnold. 358 pff.. 319 Dankgebet n. überſtandener Gefahr. Pregizer 361 Arnold M Gebet in Kriegsnot......... 362 altar. Nach erlangtem Frieden... A. Pregizer 364 12 Inhaltsverzeichnis. Gebete für Kranke und Sterbende. Seite Tägl. Vorbereitungsgebete auf den Tod: 1. Schmolk 366 2. Roos 367 Tägliche Gebete eines Kranken: 1. Stark.. 368 2. Burkhard 370. 3. Neumann 372 1. Aruold. 373 1 2. Pregizer 374 Abendgebete für Kranke: 1. Arnold 375. 2. Ka pff 376 Fürbitte für einen Kranken. Demme 377 Fürbitte für einen kranken Ehegatten. Rics 379 Morgengebete für Kranke: Gebet bei ſchwerer Krankheit eines Kindes. Flatt. 381 Dankgebete nach wiedererlangter Geſundheit: 1. Roſenmüller 382. 2. Stark 384 Gewiſſensprüfung auf dem Krankenbette. Arnold 386 Gebet des Kranken vor der Kommunion... 389 Gebet nach der Kommunion.. 390 Gebet u. Abſchiedsworte eines Sterbenden. Stark. 392 Ein anderes Gebet eines Sterbenden. Luther 393 Fürbitte für einen Sterbenden...... 394 Gebete u. Seufzer, einem Sterbenden vorzuſprechen. 395 Gebete der Angehörigen nach erfolgter Auflöſung: 1. Stark 398. 2. Roſenmüller 399 Lieder von Lavater, Spitta, Schmolke, Menken, Hiller u. a. 400— 414 Anweiſung zum Beteu nach der heiligen Schrift von A. Pregizer 415 Gebetzheiſpiele......... 423 Gebetslieder von Pfeiffer, Terſteegen, Knapp, Seluecker.. 425 Das Gebet des Herrn...... 430 „,„„„ als erweitertes Gebet. 17 „„ Lied von Luther.. 20 Der Segen............ 14430 Der Segen als erweitertes Gebet..... 22 Der Segen. Lied von Terſteegen 23 — bitte Her Gnädige ſohlen, zu nich gelehr t in mei h alle v Lichtes, ſtändiges Tuott ohne noch bin ie m uchne meh auf deine diſe Siche fohen Ver vomit du und gieb hets. Laf danken: de anrlft; d dr reden nit Ernſt EFtzit Macht, b und gehe terbende. & S* 3 ruold. F. ————:—= — keumann Denme F Ries. g 8. Flatt. F udheit: 2. Stark K. *. Arnold F on.. R. ..... n. Stark. I Luther 39 .... aot rzuſprechen. 39 Auflöſung: nmüller 9h chmolke, .. 4⁰⁰4 gen Schrift 415 . ſteegel, Zebet.. er. — ———— Bitte um die Gabe des Gebets. Herr, lehre uns beten! Luk. 11, 1. Gnädiger, liebreicher Vater! Du haſt mir be⸗ fohlen, zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geiſt erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß, daß alle vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müſſen, und daß kein wahres beſtändiges Gut, keine Hilfe und kein wahrer Troſt ohne Gebet erlangt werden können. Den⸗ noch bin ich ſo läſſig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hilfe und Gnade. Ach! vergieb mir dieſe Sicherheit, Thorheit und Verachtung deiner hohen Verheißung. Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade droheſt, und gieb mir den Geiſt der Gnade und des Ge— bets. Laß mich deine tröſtliche Verheißung be⸗ denken: daß ſelig werden ſoll, wer deinen Namen anruft; daß du antworten willſt, wenn wir zu dir reden; daß du nahe biſt denen, die dich mit Ernſt anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger und brünſtüger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm ſei, und gehe nicht an mir vorüber. Erfreue mein 14 Bitte um die Gabe des Gebets. Gemüt mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das himmliſche Feuer deines Geiſtes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir auf⸗ hebe! Erwecke in mir einen heiligen Durſt nach deiner Gnade und laß mich deine Herr— lichkeit im Glauben ſehen, wenn mein eigenes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach Herr, der du die Herzen kenneſt und prüfeſt, du weißt, wie unbeſtändig menſchliche Gemüter ſind, viel beweglicher als die Welle des Meeres. Befeſtige ſelbſt meine Seele und nimm von mir den zerſtreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und her beweget werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geiſtes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hinderniſſe anzuſchauen und in himmliſcher Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einſamkeit, wo ich die Welt vergeſſe und du dich mir offenbareſt. Erneure Herz, Sinn und Ge⸗ müt und entferne durch deine Gnade alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des ſündlichen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüt eine? Wohnung deines heiligen Geiſtes ſein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke, und ein Zeugnis meiner Kindſchaft empfange. Erfülle mich mit Liebe, Troſt und Stärke; gieb mir den Frieden, der von dir kommt; die An⸗ di de nidh ohne, — — —— — e —— — — — — — — nigt! w igen G Eden —— llubige 1 Eh Liebe allwege ic allen und aus liche F »Later it nich dcc al leidigen nachen wege, ich den haben merken deine Rebetz. nade und winig ſche Feuer deine und laß es di inde zu dir ai heiligen dun nich deine Her. n mein eigene eine Augen ni den kenneſt ui ndig menſchlih als die Welle d Seele und nim aß ich nicht dumn beweget wedd. tes Herzens nit d bezwinge de de, um dich ohne immliſcher Stll ühre mich in di geſſe und du dit Sinn und Ge znade alles, wii che Neigung de aglaubens. Am Iheiligen Geiſt de und dir dan ſchaft engfan nd Stärke, g kommt,; die Me Tägliches Gebet von Luther. 15 dacht, die dich überall ſucht und findet, und die Freude, die nie von mir kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geiſtes immer mehr ver⸗ einigt werden, und mache mich zu einem leben⸗ digen Glied der Gemeinde im Himmel und auf Erden, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuverſicht der Erhörung im Namen Jeſu Chriſti anruft. Amen. Johann Arndt. Tägliches Gebet. Haltet an am Gebet! Röm. 12, 12. Lieber, himmliſcher Vater! Ich erkenne es allwege und du ſieheſt auch und weißeſt es, daß ich allenthalben, wo ich gehe und ſtehe, inwendig und auswendig, mit Leib und Seele in das höl⸗ liſche Feuer hinein gehöre. Das weißeſt du auch, o Vater, daß meinethalben nichts Gutes in mir iſt, nicht ein Haar auf meinem Haupte, es gehört doch alles in den Abgrund der Hölle zu dem leidigen Teufel. Was ſoll ich viele Worte davon machen? Aber, lieber Vater, ich bitte wieder alle— wege, ich ſei meinethalben was ich wolle, ſo bitte ich dennoch und will es von dir auch gebeten haben alle Tage, daß du dein Aufſehen und Auf⸗ merken nicht haben wolleſt auf mich und wolleſt deine Augen nicht kehren und wenden auf mich, 16 Tägliches Gebet von Luther. als auf einen ſolchen Sünder wie ich bin. O, es iſt ſonſt mit mir verloren und verdorben und wenn hunderttauſend Welten auf meiner Seite wären; ſondern das bitte ich dich, du wolleſt dein Aufſehen und Aufmerken alſo auf mich haben, daß du wolleſt deine Augen kehren, wenden und richten auf das Angeſicht deines liebſten Sohnes Jeſu Chriſti, deines Geſalbten, meines Mittlers, Hohenprieſters und Fürſprechers, meines Heilandes, Erlöſers und Seligmachers, und wolleſt mir um ſeinetwillen, ich bitte dich, lieber Vater, gnädig und barmherzig ſein und wolleſt mir um deines lieben Sohnes Jeſu Chriſti willen verleihen ein ſeliges Ende und eine fröhliche Auferſtehung und mir hier und dort helfen am Leib und an der Seele. Und um ſeines teuren Blutes willen, das er am Stamme des Kreuzes zur Verzeihung und Vergebung meiner Sünden vergoſſen hat, bitte ich, lieber himmliſcher Vater, daß du das Blut Jeſu Chriſti, deines lieben Sohnes, an mir armer Kreatur meiner mannigfaltigen Sünden halber, die da nicht auszuſprechen noch auszurechnen ſind, nach deiner Gerechtigkeit nicht wolleſt laſſen ver⸗ loren ſein, ſondern wolleſt es nach deiner grund⸗ loſen Barmherzigkeit den Nutzen und die Frucht laſſen ſchaffen und ausrichten, dazu es von dir in Ewigkeit verordnet und von deinem lieben Sohne Jeſu am Kreuze auch vergoſſen iſt; als nämlich, daß du nur es wolleſt gereichen und kommen laſſen zur Vergebung meiner Sünden, Unſe unſre Fre Gott unſe nit kindl Erde zu! dein leten dich derrn Hi und preiſ auch gnäd erliſt und Kolenden dß wir ſtct heil Dein dein Reig de Freud geiſ, un dr her Alles S Luther. wie ich bin. d nd verdorben ni auf meiner Seit , du wolleſt dein auf mich haben hren, wenden und s liebſten Sohnes meines Mitller, meinesGeilandes d wolleſt mir un er Vater, gnäͤdin ſt mir um deines llen verleihen ein Auferſtehung und Leib und an der utes willen, das Verzeihung und goſſen hat, bite aß du das Blut es, an mir armen Sünden halber uszurechnen ſid olleſt laſſen der ach deiner grud rund die Fruct dazu es von dr deinem liben ergoſſen iſ; d ſt gereichen un meiner Sünden Das Gebet des Herrn. 17 auf daß, welche Stunde und welchen Augenblick bei Nacht oder bei Tag du kommeſt und an— klopfeſt und meinen Geiſt, welchen du mir zuerſt haſt eingeblaſen, wiederum hinwegfordern wolleſt, ſo bitte ich dich allewege, lieber Vater, daß du dir denſelben meinen Geiſt und meine Seele wolleſt ja laſſen befohlen ſein in deine Hände. Amen. Dr. Martin Luther. Das Gebet des Herrn. Unſer Vater in dem Himmel! Das iſt * unſre Freude und im Leid unſer Troſt, daß du, Gott, unſer Vater biſt. Wir erheben unſre Seelen mit kindlicher Zuverſicht aus dem Dunkel der Erde zu dir in deine lichte Himmelshöhe. Dein Name werde geheiliget: Wir beten dich an als den allmächtigen Schöpfer und Herrn Himmels und der Erde, und wir loben und preiſen dich, daß du dich in deinem Namen auch gnädig geoffenbaret haſt als den, der uns erlöſt und uns ſamt der ganzen Welt herrlich vollenden wird. Heilige uns durch und durch, daß wir deinen Namen mit der That und Wahr⸗ heit heiligen können. Dein Reich komme: Gründe und ſtärke dein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude in unſren Herzen durch deinen heiligen Geiſt, und gieb uns einſt Teil an deinem Reich der Herrlichkeit, wenn du es offenbaren wirſt. Alles mit Gott! b 2 18 Das Gebet des Herrn. Sende bald deinen Sohn, unſeren Herrn, daß er dem Reich der Finſternis ein Ende mache und dein heiliges und herrliches Reich aufrichte. Dein Wille geſchehe auf Erden wie im Himmel: Damit wir in dein himmliſches Reich kommen können, gieb uns Willigkeit und Kraft, deinen Willen zu thun und ähnlich zu werden den reinen Geiſtern im Himmel, denen es Seligkeit iſt, deinen heiligen Willen zu voll⸗ bringen. Gieb uns auch Willigkeit und Kraft, nach deinem Willen zu leiden, wie es not thut zu unſrer Läuterung und Bewährung. Unſer täglich Brot gieb uns heute: So lange wir noch im Leibe wallen, laß deine Güte alle Morgen über uns neu werden und gieb uns, was zu unſres Leibes Notdurft gehört, denn wir ſind von Erde, und es iſt aus mit uns, wenn du uns das Brot verſagſt, das keine Menſchenkunſt uns ſchaffen kann. Stärke uns aber auch täglich neu das Vertrauen zu deiner väterlichen Güte und Treue, daß nicht Sorgen ums Zeitliche unſer Herz verfinſtern. Vergieb uns unſre Schulden, wie wir vergeben unſern Schuldigern: Wir bekennen und tragen Leid, daß wir deiner reichen Güte im Leiblichen und im Geiſtlichen nicht wert ſind, weil wir ſo viele Schulden auf uns haben und immer neue Schulden auf uns laden, durch Entheiligung deines Namens, durch Gleichgültig⸗ keit gegen dein Reich, durch Ungehorſam, Undank jnd dure unz alle den nach wir verſ wohlthun recht thu du uns ſtrei⸗ führe un lichen La heiten zu und bew Verſuchu Erli . frei von von aller erlöſe un zu ſtarki und Not ewige Le Dei die Her von Ewi und Her auf Erd Reich. dand ſte Vir rüt / l.. Chro derrn. inſeren dern i 4 Ende nnzem m Reich aüfricte auf Erue 1 tdein himnii i ins Wiligkeit n in und ähnd risn im biumß 1m uur und g fi ,wie es nut tha vigrun ieb uns heute wallen, laß den u werden und gi tdurft gehört,de iſt aus mit un erſagſt, das kin ann. Stärke m ertrauen zu dein daß nicht Sorne inſtern. Schulden, ni huldigern: A Wi wir deiner rite iiſtlichen nict vi en auf und hebi uns laden, ün gehorſam, U Undri Das(hober des Herrte 19 und durch Mißbrauch deiner Gaben. Vergieb uns alle dieſe Schulden und tilge unſere Sün⸗ den nach deiner großen Barmherzigkeit, wie auch wir verſöhnlich und barmherzig ſein wollen und wohlthun denen, die uns beleidigen und un⸗ recht thun. Führe uns nicht in Verſuchung: Hilf uns ſtreiten wider unſre eigene Luſt zum Böſen, führe uns ſiegreich hindurch durch alle verſuch⸗ lichen Lagen und Umſtände, halte die Gelegen— heiten zu unſren Lieblingsſünden ferne von uns, und bewahre uns insbeſondere vor der großen Verſuchung der letzten böſen Zeit. Erlöſe uns von dem Uebel: Mach uns frei von der Luſt und Macht der Sünde und von allen Uebeln, die aus der Sünde kommen, erlöſe uns aus der Macht der Finſternis, die uns zu ſtark iſt, hilf uns mächtig durch, durch Sünde und Not und durch den bitteren Tod, hinein ins ewige Leben. Dein iſt das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit: Herr Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, dir gebührt Majeſtät und Herrlichkeit. Alles, was im Himmel und auf Erden iſt, das iſt dein; dein, Herr, iſt das Reich. In deiner Hand ſteht Kraft, in deiner Hand ſteht es, alles groß und ſtark zu machen. Wir rühmen den Namen deiner Herrlichkeit. (1. Chron. 30, 10 ff.) Amen. 20 Das Gebet des Herru. Vater unſer im Himmelreich, Der du uns alle heißeſt gleich, Brüder ſein und dich rufen an, Daß von uns werd' Gebet gethan. Gieb, daß nicht bet' allein der Mund, Hilf, daß es geh' von Herzensgrund! Geheiligt werd' der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falſcher Lehr', Das arm' verführte Volk bekehr'! Es komm dein Reich zu dieſer Zeit, Und dort hernach in Ewigkeit! Der heil'ge Geiſt uns wohne bei Mit ſeinen Gaben mancherlei; Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm die Kirch' erhalt'! Dein Will geſcheh', Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich! Gieb uns Geduld in Leidenszeit; Gehorſam ſein in Lieb und Leid; Und ſteure allem Fleiſch und Blut, Das wider deinen Willen thut. Gieb uns heut' unſer täglich Brot, Was man bedarf zur Leibesnot! Behüt uns, Herr, vor Krieg und Streit Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden ſtehn, Den Sorgen und dem Geiz entgeh'n! Herru. glreich, c, an, ethan. er Mund, asgrund! dame dein, en rein, ch. Lehr', ihr'! V dieſer Zeit, bei Gewalt rhalt'! r Gott, zugleich Das Gebet des Herrn. All' unſer Schuld vergieb uns, Herr! Daß ſie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unſern Schuldigern Vergeben ihre Schulden gern; Zu dienen mach uns all' bereit, In rechter Lieb' und Einigkeit! Führ' uns, Herr, in Verſuchung nicht, Wenn uns der böſe Geiſt anficht! Zur linken und zur rechten Hand, Hilf uns thun ſtarken Widerſtand, Im Glauben feſt und wohl gerüſt't Und durch des heil'gen Geiſtes Troſt! Von allem ÜUbel uns erlös; Es ſind die Zeit und Tage bös! Erlös uns von dem ew'gen Tod, Und tröſt' uns in der letzten Not. Beſcher' uns, Herr, ein ſel'ges End, Nimm unſre Seel' in deine Händ'! O Vater, dein iſt ja das Reich, Du biſt allmächtig auch zugleich! Gieb, daß wir dir gehorſam ſei'n, Und trau'n auf deine Macht allein; Gieb, daß wir deine Herrlichkeit Jetzt preiſen und in Ewigkeit! Amen, das iſt, es werde wahr! Stärk unſern Glauben immerdar; Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Es ſei alſo die Bitt' gethan Auf dein Wort in dem Namen dein; So ſprechen wir das Amen fein. yr Martin Lnther. e 65 Der Segen. Der Segen. Herr, ſegne uns und behüte uns! Gieb und erhalte uns Geſundheit des Leibes und der Seele, Kraft und Gedeihen zu unſrer Arbeit, fruchtbares Wetter, Ruhe und Ordnung im Lande und was ſonſt zu unſrem zeitlichen Wohle dient. Vornehmlich aber ſchenke, erhalte und vermehre uns die Gabe des heiligen Geiſtes, gläubige Erkenntnis der Heilswahrheit, heilige Liebe zu dir und zu unſren Mitmenſchen und eine ſelige Hoffnung der ewigen Herrlichkeit, bis du uns endlich einſetzen wirſt in unſer himm⸗ liſches Erbe. Herr, laß dein Angeſicht leuchten über uns und ſei uns gnädig! Unſre Seele findet kein volles Genüge an den Gütern Himmels und der Erdo, ſondern ſie dürſtet nach dir ſelbſt, dem lebendigen Gott. Schenke uns Blicke deiner Liebe, offenbare dich ſelbſt in uns und verkläre uns mehr und mehr, damit wir dir ähnlicher werden und dich einſt ſchauen dürfen von Angeſicht zu Angeſicht. Herr, erhebe dein Angeſicht über uns und gieb uns Frieden! Wir ſtehen hienieden in ſtetem Kampf und Streit, mit dem Fleiſch des alten Menſchen, mit den Verſuchungen und Verfolgungen der Welt, mit den böſen Geiſtern unter dem Himmel und nit ihre nis. Dal hiff uns Frieden 9 Jeſu,! Geh auf, 9 Jeſu, Vir heber 1. behüte uns undheit des Lai Gedeihen zu unn Ruhe und Drdnm munſrem zäillih ber ſchenke ethal es heiligen Geiſt lswahrheit, heil Mitmenſchen m ten Herrlichkei t in unſer hine t leuchten ibe gnädig! volles Genüge m Erde, ſondenſt lebendigen Get ebe, offenbare dit 3 mehr und ne en und dich ein zu Angeſick. eſicht über in ieden! tetem Kamy m. ten Menſchen, ni gungen der B dem Himma Der Segen. 23 mit ihrem Oberhaupt, dem Fürſten der Finſter⸗ nis. Darum rufen wir zu dir: erhebe dich und hilf uns mit deiner großen Kraft, daß wir zum Frieden kommen. O Jeſu, meine Wonne! Komm bald und mach dich auf, Geh auf, erſehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf! O Jeſu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit, Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlöſungszeit Amen. ——ò—O——— Brunn alles Heils, dich ehren wir, Und beten gläubig an vor dir, Aus deiner Gottheit Heiligtum Dein hoher Segen auf uns komm. Der Herr, der Schöpfer bei uns bleib' Er ſegne uns nach Seel' und Leib, Und uns behüte ſeine Macht Vor allem Uebel Tag und Nacht. Der Herr, der Heiland, unſer Licht Uns leuchten laß ſein Angeſicht, Daß wir ihn ſchau'n und glauben frei Daß er uns ewig gnädig ſei. Der Herr, der Tröſter ob uns ſchweb', Sein Antlitz über uns erheb' Daß uns ſein Bild werd' eingedrückt, Und geb' uns Frieden unverrückt. G. Terſteegen. Morgen⸗ und Abendgebete für alle Tage der Woche. Erſte Woche. Morgengebet am Sonntag. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hauſe des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu ſchauen die ſchönen Gottesdienſte des Herrn, und ſeinen Tempel zu beſuchen. Pſ. 27, 4. Ewiger, allmächtiger Gott! Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich bewahret und beim Leben erhalten haſt, bis dieſer Tag herbeige— kommen iſt. Meine Augen ſehnen ſich, Herr, nach deinem Heil und nach dem Worte deiner Gerech⸗ tigkeit. Ich freue mich, daß mir geredet iſt, daß wir heute werden in das Haus des Herrn gehen, zu ſchauen die ſchönen Gottesdienſte und anzu⸗ beten den Herrn im heiligen Schmucke. Ach Herr! hilf und laß alles wohlgelingen. Laß mich mit Frohlocken wallen zu deinem Hauſe unter den Haufen derer, die da feiern. Laß mich voll Geiſtes werden und reden von Pſalmen und Lob⸗ geſängen und geiſtlichen Liedern, auch dir, dem Herrn, lobſingen aus reinem Herzen und dir, o Gott und Vater, im Namen Jeſu Dank ſagen. Laß dir heute gefallen die Rede meines Mundes und die ſtille Andacht meines Herzens. Herr, der du wohneſt im Heiligtum, wende von mir ab alle den inne heiligen ſelbſt de Geiſt we Geiſt de Jreudigt keit emp deines glauben hreudige das Gel ſreudig defne Samen antreffer in einen in Ged Nenſche bendgebe er Moche. che. Sonntag. s hätte ich gerne, möge mein Lena lm erſt des Herrn, n ! Ich danke dir u bewahret und li eſer Tag herlei dnen ſich, Herr, m Corte deiner Gen nir geredet iſ d s des Herrn gahe Ali sdienfte und ang en Schmucke. A gelingen. Laß ni einem Hauſe un. ern. Laß mic u Pſalmen un ern, auch dir, d Herzen und di Jeſu Dankſ ſ de meines Nuuue 8 Herzens. de , wende von! 1 — Sonntag. 25 ab alle ſündlichen Gedanken und erneure in mir den innerlichen Menſchen, damit ich mit deinem heiligen Geiſte erfüllet werde. Hilf mir, daß ich ſelbſt der heilige Tempel ſei, wo dein heiliger Geiſt wohnet. Gieße auch über mich aus den Geiſt der Gnade und der Liebe, damit ich mit Freudigkeit zu deinem Throne trete, Barmherzig⸗ keit empfange und Gnade finde. Laß uns alle einerlei geſinnet ſein nach Jeſu Chriſt, auf daß wir einmütig mit Einem Munde loben dich Gott und Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti, durch den du uns zur Seligkeit erwählet haſt, ehe der Welt Grund gelegt worden iſt. Laß uns mehr und mehr reich werden in aller Erkenntnis und Erfahrung, damit wir prüfen mögen, was das Beſte ſei, auf daß wir lauter und unanſtößig bleiben bis auf den Tag Chriſti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, dir zu Lob und Ehre. Und weil du durch die Predigt deines Wortes ſelig machen willſt alle, die daran glauben, ſo gieb deinem Diener, daß er mit freudigem Aufthun ſeines Mundes kund mache das Geheimnis des Evangeliums, daß er darin freudig handle und rede, wie es ſich gebühret. Oeffne auch mein Herz, wenn ich zuhöre. Laß den Samen deines Wortes bei mir ein gutes Land antreffen, damit ich das Wort höre und behalte in einem reinen guten Herzen und Frucht bringe in Geduld, damit ich es aufnehme nicht als Menſchenwort, ſondern als dein Wort. Gieb 26 Erſte Woche. mir die Kraft, deinen Willen zu vo llbringen. Heilige mich in deiner Wahrheit, denn dein Wort iſt die Wahrheit, und laß endlich kommen einen Sabbath nach dem andern, um dich anzubeten in der heiligen Stadt, in dem neuen Jeruſalem. Dir ſei Preis, Ehre und Dank, der du lebeſt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Dr. Johann Laſſenius. Abendgebet am Sonntag. Das aber auf dem guten Land, ſind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Luk. 8, 15. Dir allein ſei Preis und Lob gebracht, o heiliger Herr und Gott, der du uns heute dein Licht haſt helle werden laſſen, und uns ſo viele Gnade an Leib und Seele gegeben haſt. Ach, bewahre du doch ſelbſt in unſren Herzen, was dein Geiſt durch dein Wort in uns gepflanzet hat, damit wir viele Frucht bringen in Geduld zum ewigen Leben. Vergieb uns alles, worin wir deinem vollkommenen Willen nicht nachgelebt haben mögen. Laß auch den neidiſchen Feind dieſe Nacht oder ſonſt uns nicht ſchaden, noch das Gute, was du uns gezeiget haſt, rauben. Auch wolleſt du ſonſt aus Gnaden wachen über alles, was du uns gegeben und in deiner heiligen Ordnung anvertrauet haſt. Sei unſer Licht in unſrer Seele, wenn es dunkel wird, ſei unſre Kraft bei aller Schwachheit, unſer Schutz, Heil ooſſſſſſſſ——uͤſſſ—ſͤͤſͤͤſſſͤſͤſ und Lebe rryeben n Erinnere all unfre lleiben, d in unſren ſdictes b Seligkeit Geiſt. I Ich heb nir Hilfe der Himm du fange un an, weiß vird. W enem Te ganzen I derſelben gar. Ach Geitt, de nir das ſi Seg gang und Geſchäfte Segne a denem, he. vollbringen ze enn dein Wart mmen einen eii ubeten in der hel alem. Dir ſei gi eſt von Ewitt Johann Laſfenim 6 — — — ——— — 1 — — — Sonntag. nd, ſind, die das Na ien, guten Herzen w 8, 15. d Lob gebract, du uns heute di —, und uns ſo iie gegeben haft. N inſren Herzen, ne in uns geyflene bringen in Geͤt uns alles, vun len nicht natgi n neidiſchen Fii ht ſchaden, noh d — 7 haſt, rauben. l wachen über ile in deiner hilt Sei unſer Litt ne el wird, ſei! unſer Schut d Montag. 27 und Leben. In dein liebevolles Herz, Herr Jeſu, ergeben wir uns, du einiges Heil unſrer Seelen. Erinnere uns des gehörten Wortes allezeit, damit alle unſre Sinne und Gedanken zu dir gerichtet bleiben, damit es in uns immerfort Sonntag und in unſrem Gemüte ein heller Schein deines Lichtes bleibe, der du unſre einzige Ruhe und Seligkeit ſein mußt ewiglich, durch deinen heiligen Geiſt. Amen. M. Gottfried Arnold. Morgengebet am Montag. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Pſ. 121, 1. 2. du liebreicher und barmherziger Gott! Ich fange unter deinem Beiſtande eine neue Woche an, weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Uebel und Unglück kann uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche! Darum kommeich gleich im Anfang derſelben zu dir und empfehle mich dir ganz und gar. Ach mein Gott, gieb mir deinen heiligen Geiſt, der mich heilige, leite und regiere und mir das Zeugnis gebe, daß ich ein Kind Gottes ſei. Segne mich dieſe Woche, ſegne meinen Aus⸗ gang und Eingang, ſegne meine Berufsarbeit und Geſchäfte, ſegne meine Schritte und Tritte. Segne auch alles, was mein iſt, und laß es in deinem Segen blühen. 28 Erſte Woche. Ach mein Gott und treuer Vater! Schütze und bewahre mich vor Schaden, Gefahr, Verluſt und Unglück; laß mich bei Tag und Nacht in deinem Schutze und in deiner Gnade ſtehen. Bewahre mein Haus und laß um mich und das Meinige deine Engel eine Wagenburg ſchlagen, ſo wird mich kein Unfall ſtürzen, wie groß er auch ſei. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir rufe und laß mich nicht unerhört von dem Throne deiner Gnade gehen. Bewahre mich, Herr, vor Sünden, zeige mir deine Wege, leite mich in deiner Wahrheit. Er⸗ halte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Erfülle mein Herz mit heiliger Furcht vor dir, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, ſondern beſtändig darin bleibe bis in den Tod. Gieb, daß ich dieſe Woche möge frömmer und gottſeliger werden, in deiner Erkenntnis und Liebe zunehmen, und in meinem Glauben dar⸗ reichen Tugend, und in der Tugend Beſcheiden⸗ heit, und in der Beſcheidenheit Mäßigkeit, und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottſeligkeit, damit, wenn einſt die letzte Lebens⸗ woche einbricht, ich deiner Gnade verſichert ſei! Sollte dieſe Woche mir eine Kreuzeswoche wer⸗ den, ſo ſtärke mich durch deinen heiligen Geiſt, damit ich alles unter deinem mächtigen Beiſtande ertrage und überwinden möge. Nun, ich befehle mich mit Leib und Seele und mit allem, was ich habe, in deinen gnädigen gaterſchut d uns d tieſer Wo leſonders Wleibe Tag hat ſi Lieber deinem S Varmherz un und be ſam lober ja auch di bei mir! Uiſache g dic,*9 heledige. in mir, Gutes w rolbring ih nicht! than. W. bnt mein So nimn und dir nill mic Gott und oche. reuer Vater. ei aden, Gefehr a ei Tag und ah deiner Gnade fi V laß um nih m Wagenburg ſter 4 4 9 ſtürzen, wie gaß bet, wenn ich a chört von den die or Sünden, ziixn deiner Wahrhet. nigen, daß ichdi i in Herz mit hat ht aus deiner Gm in bleibe bis ind Voche möge fröm einer Erkenntnis einem Glauben e Tugend Weſha heit Mäßigket, und in der Ga⸗ inſt die letzte Lle 1 1 Hnade verſicett ne Kreuzeswohene 69 1 5 einen heiligen mächtigen Reüm ge. Leib und Sell 1 n deinen grüh Montag. 29 Vaterſchutz, wie auch alle frommen Chriſten. Sei du uns allen gnädig und beweiſe dich auch in dieſer Woche als den Heiland aller Menſchen, beſonders deiner Gläubigen. Amen. J. F. Stark. Abendgebet am Montag. Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat ſich geneiget. Luk. 24, 29. Lieber Gott! Du biſt dieſen Tag über mit deinem Schutz und Schirm, mit deiner Güte und Barmherzigkeit, mit deiner Liebe und Treue ſtets um und bei mir geweſen, dafür ich dich nicht genug⸗ ſam loben, rühmen und preiſen kann. Du wirſt ja auch dieſe Nacht über mit deiner großen Gnade bei mir und um mich ſein. Du hätteſt zwar Urſache genug, von mir zu weichen, indem ich dich, o Herr, mit meinen Sünden ſo oft und viel beleidige. Du ſieheſt aber wohl, lieber Vater, daß in mir, das iſt in meinem Fleiſche, leider nichts Gutes wohnet. Wollen habe ich wohl, aber zu vollbringen das Gute finde ich nicht. Nun, was ich nicht kann, das hat mein Jeſus für mich ge— than. Was ich verſehen und Böſes begangen, das hat mein Jeſus für mich bezahlet und gebüßet. So nimm denn, himmliſcher Vater, zwiſchen mir und dir dieſen Mittler und Verſöhner an. Ich will mich nun zur Ruhe legen und dir, o großer Gott und Vater, Leib und Seele anvertrauen in 30 Erſte Woche, dem feſten Glauben, daß ſie von dir wohl be⸗ wahret werden. Schlafe ich, ſo wache du, Herr, über mich. Sei du mein Schirm und Schild wider die feurigen Pfeile des Satans, daß ſie mich nicht treffen mögen. Ach, ſchließe mich voc als dein armes Kind ſelbſt in deine liebreichen Vaterarme ein, damit mich kein Unfall rühre. Laß mich ruhen und ſicher ſein unter deinen Flügeln, damit ich mit David ſingen und ſagen könne: Ich liege und ſchlafe ganz im Frieden, denn du allein, Herr, hilfſt mir, daß ich ſicher wohne. Amen. Johann Quirsfeld. Morgengebet am Dienstag. Er hat ſeinen Engeln befohlen über dir, daß ſie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß ſie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein ſtößeſt. Pſ. 91, 11. 12. Barmherziger, gnädiger Gott! Du, Vater des ewigen Lichtes und Troſtes, deſſen Güte und Treue alle Morgen neu ſind, dir ſei Lob, Ehre und Dank geſagt für das liebliche Tageslicht, und daß du mich in vergangener Nacht gnädiglich bewahret und mir einen ſanften, ruhigen Schlaf verliehen haſt. Laß mich nun in deiner Gnade und Liebe, in deinem Schutz und Schirm wieder fröhlich aufſtehen und das liebe Tageslicht nütz⸗ lich und froh gebrauchen. Vor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches iſt nein He nöge mit in meiner duüſelbe und San ſtapfen zurcht d 3 in. Bel gwerglau eiſterun Portes, damit di meinem; ſchaft und vor Falſ Geize, vo ſelben.( nach dir thun nac führe mi deines N meines oche. ſie von dit ni ch, ſo wache i n Schirm ud des Satune i lch, ſchließe nih ſt in deine läbn ſch kein Unfal i eer ſein unter R avid ſingen udn — afe ganz in Fit ſt mir, daß icſ Johann Ouiczi Dienstag. len über dir, daß ſl n, daß ſie dich ui puß nicht an einn e Gott! Du, Vateſ es, deſſen Gübn d, dir ſei Lb, b liebliche Tagalt ener Nacht gnddit iften, ruhigen eh un in deiner G und Schirm ui 4 1 liebe Tageslitin zr allen Dingat en Lichte, wehe Dienstag. 31 mein Herr Jeſus Chriſtus, daß er in mir leuchten möge mit ſeiner Gnade und Erkenntnis. Bewahre in meinem Herzen das Licht des Glaubens, mehre dasſelbe und ſtärke es. Gieb mir wahre Demut und Sanftmut, damit ich wandle in den Fuß⸗ ſtapfen meines Herrn Jeſu Chriſti, und laß die Furcht vor dir zu jeder Zeit vor meinen Augen ſein. Behüte mich dieſen Tag und alle Zeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffart, vor Läſterung deines Namens, vor Verachtung deines Wortes, vor Ungehorſam, vor Haß und Zorn, damit die Sonne dieſen Tag nicht möge über meinem Zorne untergehen. Behüte mich vor Feind⸗ ſchaft und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falſchheit und Lügen, vor dem ſchädlichen Geize, vor aller böſen Luſt und Vollbringung der⸗ ſelben. Erwecke in mir einen Hunger und Durſt nach dir und deiner Gerechtigkeit. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geiſt führe mich auf ebener Bahn. Laß, Herr, mir heute begegnen das Heer deiner heiligen Engel, wie dem Jakob; thue denſelben Befehl, daß ſie mich auf allen meinen Wegen behüten, mich auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein ſtoße. Ich befehle dir heute meine Gedanken und alle meine Worte, mein Herz, meine Sinne und alle meine Anſchläge. Ich befehle dir alle meine Werke, damit ſie zu deines Namens Ehre gereichen und zum Nutzen meines Nächſten. Segne all' mein Thun. Laß 32 Erſte Woche. meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele, meine Ehre und mein Gut. Halte deine Hand über mich, ob ich gehe oder ſtehe, ſitze oder wandle, wache oder ſchlafe. Segne meine Nahrung, gieb mir, was dein Wille iſt, zu meiner Notdurft, aber laß mich deine Gaben nicht mißbrauchen. Behüte uns alle vor Krieg, Hunger und Seuchen und vor einem böſen ſchnellen Tode. Behüte meine Seele und meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Johann Arndt. Abendgebet am Dienstag. Siehe, der Hüter Israels ſchläft noch ſchlummert nicht. Pſ. 121, 4. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater! Ich ſage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geſchaffen, Licht und Finſternis unterſchieden haſt, den Tag zur Arbeit, die Nacht zur Ruhe, auf daß ſich deine Kreatur darin erquicken möge. Ich lobe und preiſe dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und durch deinen Schutz den vergangenen Tag haſt vollenden und die Laſt und Plage desſelben überwinden und zurücklegen laſſen. Es iſt ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag ſeine eigene Plage habe. Du hilfſt ja immer eine Laſt nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem evigen d aufhören alles Gut dnpfangen ller Bar c danke dmir di füt, dar und dem Unglück u llieben bi bergieb dag bega Verken! habe ich Gott, ſei niir abſte gottesfürch oufſtehe, ſondern ei nein Gei und hand nich zu⸗ ervache; llaben, it nicht daßich m ondern drumen gffahr. S Ales Dche. gehen und wein ſch befehle dirn 1/ d he oder a 4 was dein Pile laß mich deineg uns alle vor ſi einem diſen ſta und meinen h s in Ewigkei. Un Johann Amt Dienstag. ſchläft noch ſchlunme Gott und Varterl ß du Tag und m is unterſchiedenſt ht zur Ruhe, affi icken möge. 1 nen Wohlthaten u deine göttliche b 8 = 2 n vergengenn und Pl an des fh ſſen. Es iſt jamm Laſt nach der ahn Ruhe und zu 9 Dienstag. 33 ewigen Tage kommen, wo alle Plagen und Not aufhören werden. Ich danke dir von Herzen für alles Gute, was ich dieſen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr! ich bin zu gering aller Barmherzigkeit, die du mir täglich erzeigeſt. Ich danke dir auch für Abwendung des Böſen, ſo mir dieſen Tag hätte begegnen können und dafür, daß ich unter dem Schatten des Höchſten und dem Schirme des Allmächtigen vor allem Unglück und vor ſchweren Sünden behütet ge⸗ blieben bin. Ich bitte dich herzlich und kindlich: Vergieb mir alle meine Sünden, die ich dieſen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken! Viel Böſes habe ich gethan, viel Gutes habe ich verſäumt. Ach ſei mir gnädig, mein Gott, ſei mir gnädig! Laß heute die Sünde bei mir abſterben und gieb, daß ich immer wieder gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter aufſtehe, daß mein Schlaf kein Sündenſchlaf ſei, ſondern ein heiliger Schlaf, daß meine Seele und mein Geiſt immer mit dir wachen, mit dir reden und handeln. Laß mich von dir reden, wenn ich mich zu Bette lege, deiner gedenken, wenn ich erwache; laß deine Gebote in meinem Herzen bleiben, ob ich ſchlafe oder wache. Gieb mir, daß ich nicht erſchrecke vor dem Grauen der Nacht, daß ich mich nicht fürchte vor plötzlichem Schrecken, ſondern ruhig ſchlafe! Behüte mich vor ſchweren Träumen, vor Einbruch, vor Feuers⸗ und Waſſers⸗ gefahr. Siehe, der uns behütet, ſchläft nicht; ſiehe, Alles mit Gott! 3 34 Erſte Woche. der Hüter Israels ſchläft und ſchlummert nicht! Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand; laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel ſich um mich lagern und mir aushelfen. Wecke mich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lob und Preis, damit ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber dieſe Nacht nach deinem unerforſchlichen Ratſchluſſe die letzte ſein ſollte und mein Stündlein gekom⸗ men wäre, ſo verleihe mir ein ſanftes Entſchlafen und eine ſelige Ruhe in Jeſu Chriſto, meinem Herrn! Amen. Johann Arndt. AMorgengebet am AMiittwoch. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, ſo wollen wir rühmen und fröhlich ſein unſer Leben lang. Pſ. 90, 14. Lieber himmliſcher Vater! Ich lobe und preiſe dich auch für dieſe e Nacht, in der du mich behütet haſt, und für dieſen Tag, den du mich haſt wieder erleben laſſen. Laß das rechte göttliche und himmliſche Leben, das aus dir iſt, durch den Geiſt der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, ſondern Chriſtus in mir, und ich im Glauben des Sohnes Gottes ſtets erneuert werde, als eine Pflanze der Gerechtigkeit zu grünen und zu blühen, dir zum Preiſe, und auszubrechen in lebendige und dir wohlgefällige Früchte des Geiſtes, meinem Nächſten zu Nutz und Dienſt. Ich ergebe mich dir aufs neue, o Vater! Mache mit mir, wasdir nich, da zu dem Friede! Ghre, al die Gere b die gnade Für mei du haſt perſäume Laß mich herzlicher Jarmher de auf deine Ge kennen bunden gelobten Gebet E welchem Sei du die mir mit erba gleichwie Ungehöri und Sch ih dir, lend; in dns dan Vins voche. und ſälunnein tten über meinan W ächter nih be mich lagern mh. orgen zur wötn und Preis dni enen möge. Vem‚ rforſchlichen Raſtt nein Stündlein z f — ein ſanftes Eutſti Jeſu Chriſt, nan Johann Aai n Mittwog. er Gnade, ſo wolenn r Leben lang. Nh rr! Ich lobe ume in der du michl 3, den du nit ß das rechte ſit aus dir iſt, dunt u werden, dantit in mir, und it z ſtets erneuert m K ttigkeit zu grünnt und auszubrehe ge Früchte desbi ud Dienſt. Jöch er! Mache nit Mittwoch. 35 was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewahre mich, damit ich ein rechtſchaffener Chriſt ſei und zu dem Israel Gottes gehöre, über welchem iſt Friede und Barmherzigkeit. Ich begehre keine Ehre, als deine Kindſchaft, keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Jeſu Chriſti, keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung des heiligen Geiſtes. Für mein Leibliches wirſt du wohl ſorgen, denn du haſt geſagt: Ich will dich nicht verlaſſen noch verſäumen! Doch bewahre mich vor Müßiggang. Laß mich arbeiten nicht aus Geiz, ſondern in herzlicher Liebe gegen meinen Nächſten. Laß deine Barmherzigkeit ſich ausbreiten über alle Menſchen, die auf Erden wohnen, und deine Güte über alle deine Geſchöpfe. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geiſtes ver⸗ bunden ſind als lebendige Glieder an ihrem hoch⸗ gelobten Oberhaupte Jeſu Chriſto. Laß unſer aller Gebet Ein Gebet ſein vor dir durch Chriſtum, in welchem du uns dir ſelbſt angenehm gemacht haſt. Sei du ſelbſt eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe beweiſen. Meine Beleidiger ſiehe mit erbarmenden Augen an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Angehörigen lege ich in deine Liebesarme; Kirchen und Schulen, Obrigkeit und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott! Ach, ſiehe an das Sünden⸗ elend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, damit deine Ehre gerettet und des gottloſen Weſens ein Ende werde. Hilf den Armen und 3*¾ 36 Erſte Woche. Elenden, die zu dir rufen. Herr, mein Gott, verſchmähe mein Gebet nicht, ſondern erhöre mich um Jeſu Chriſti willen. Amen. Hermann Auguſt Francke. Abendgebet am WMittwoch. Ich rufe an mit meiner Stimme den Herrn, ſo er⸗ höret er mich von ſeinem heiligen Berge. Pſ. 3, 5. Ich lobe und preiſe deinen heiligen Namen, ewiger, dreieiniger Gott, weil du mich erhöret und mein Gebet nicht verſchmähet haſt, das ich heute in der Morgenſtunde vor dein heiliges Angeſicht gebracht habe. Zwar iſt mir von deiner wunderbaren Güte um meiner Schwachheit willen noch das meiſte verborgen; doch preiſe ich dich mit meinen Lippen nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreicheſt, beides für die er— kannten und unerkannten Wohlthaten, bis ich dahin gelange, wo ich ſie alle erkennen, ja dich ſelber von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen werde. So lange ich hienieden bin, will ich dich beſon⸗ ders preiſen für das liebe Kreuz, welches du mir als einem Jünger Chriſti täglich auflegſt, um meine Seele von den Lüſten dieſer Welt zu be— freien und an dich zu gewöhnen. Nun iſt ja dieſes Tages Laſt und Hitze über⸗ wunden unter deinem gnädigen Beiſtande. So wird ein Schritt nach dem andern aus dieſem Elende der Welt zurückgelegt und wir kommen unſer e haſt du. ole unf ſreien 3 geiu C. alen me ſt deine ſalg ger Gnade n Untugen s meine hefreit; diſe ſter ſelben n dälig m von der werde fahren, un das önade; geblich, So Vater, i Vertraue ſeender indeſſen Satan gniͤdiglik Alls wo auch ale oche. en. Herr, mii ht, ſondern d5 Amen. rmann Auguſt zme — Mittwog. Stimme den mn igen Berge. Nſ inen heiligen Ra weil du mih? 1 ſchmähet haſt, d de vor dein bü war iſt mir voni ner Schwachhe tn ; doch preiſe it n Maße deiner i ſt, beides für i Wo hlt hate n, bö alle inann, xi geſicht ſtamn u, will ich dichl Treuz, welches ne täglich ufeh h n dieſer Weltnt öhnen. Laſt und Hibet digen Baiiun — andern aus — und wir im Mittwoch. 37 unſrer ewigen Herrlichkeit immer näher. Indeſſen haſt du Geduld mit uns und verzeiheſt reichlich alle unſre Sünden. Darum habe ich auch einen freien Zutritt zu dir, mein Vater, in dem Blute Jeſu Chriſti, welches mich abgewaſchen und von allen meinen Sünden gereinigt hat. Wie groß iſt deine Liebe, daß du mich alſo aus Gnaden ſelig gemacht haſt, mein Vater! Ich werfe deine Gnade nicht weg, ob ich wohl alle Gebrechen und Untugenden an mir erkenne. Auch weißt du, daß es meines Herzens Verlangen iſt, völlig davon befreit zu werden, und daß mich ganz beſonders dieſe ſterbliche Hülle drückt, weil ich mich in der⸗ ſelben nicht recht zu dir aufſchwingen, noch mich völlig mit dir vereinigen kann, ſondern immer von der Sünde, die mir anklebt, träge gemacht werde. Doch laß mir nur dieſe Gnade wider⸗ fahren, mein Vater, daß mein Chriſtentum bis an das Ende rechtſchaffen ſei und daß ich deine Gnade zu meinem täglichen Wachstum nicht ver⸗ geblich empfange, ſo genüget mir. So nimm arich denn in deine Ruhe; lieber Vater, ich lege mich in deine Arme im gläubigen Vertrauen deiner Gnade. Schließe mir mit deiner ſegnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indeſſen vereinigt mit meinem Geiſte, daß der Satan keine Macht über mich finde. Behüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben haſt. Erbarme dich auch aller Menſchen in der Welt, erbarme dich 38 Erſte Woche. aller deiner Kinder, meiner Mitorüder und Mit⸗ dn Es ſchweſtern in Chriſto Jeſu und laß auch ſie an dinen dieſem Abend mein armes Gebet mitgenießen. löen L Oeffne mir dann an dem morgenden Tag wieder en uns die Augen und erfülle meinen Mund aufs neue elſtind mit deinem Lobe, damit ich ſo lange dich preiſe ſeinen und dir zu Ehren lebe, bis der Abend dieſes fein Ge zeitlichen Lebens kommt und du mich ins Grab ſi dein zur Ruhe legeſt. Dereinſt aber erwecke mich auch iſe vor aus dem Grabesſchlummer und laß mich in ewiger tehmen Wahrheit und Klarheit vor dir leben. Amen. iiti Auguſt Hermann Francke. richt in —— anziehen Morgengebet am Donnerstag. ſn Laſſet uns ehrbarlich wandeln als am Tage! Röm. 13,13. Perkeſe Mein Herr und Gott! Ich danke dir voen Uun we Herzen, daß du in der vergangenen Nacht ſo Lben b gnädig und väterlich mich und alle die Meinigen u das vor Schaden und Gefahr bewahret und uns mit⸗ turen einander wiederum friſch und geſund dieſe Morgen⸗ nilen. ſtunde haſt erleben laſſen. Ich bitte dich nun demütig, du wolleſt aus lauter Gnaden uns unſre Sünden, die wir wachend oder ſchlafend begangen haben, väterlich verzeihen und heute unſere Seele Der und unſern Leib in deinen göttlichen Schutz dir undderg laſſen befohlen ſein, und alles, was wir brauchen, wir ſchenken und erhalten. Mein Gott, erhebe heute(hriſi dein Angeſicht über uns und ſegne uns; breite lit, daß deine Hand über uns aus und bedecke uns unter wir ls —— Woche. ger Miterider nh u und laß uhf nes Gebet mit eni morgenden dun einen Mund ain, bis der Aen 1 und du nich in aber erwete niiht und laß michim 1 or dir leben. M aguſt Hermann Fun Donnerstig als am Tagel Rön Ich danke in dergangenen Nat 1 und alle die Mim dewahret und mir geſund dieſe a Ich bitte dn ter Gnaden miu der ſchlafend beum nd heute unſenss göttlichen Sth es, was wir bit in Gott, erhebet nd ſegne uns, d und bedecke unn — Donnerstag. 39 dem Schatten deiner Flügel; umgieb uns mit deinen heiligen Engeln; wehre dem Satan und böſen Leuten, daß ſie keine Macht noch Gewalt an uns finden. Und weil du biſt das ewige, ſelbſtändige Licht, ſo bitte ich dich, du wolleſt in meinem Herzen wohnen, meinen Verſtand und mein Gemüt erleuchten, damit ich in der Erkennt⸗ nis deines göttlichen Willens und deiner Geheim⸗ niſſe von Tag zu Tag möge wachſen und zu—⸗ nehmen und ehrbarlich wandeln als am Tage; nicht in Ueppigkeit, nicht in Wolluſt und Unzucht, nicht in Hader und Neid, ſondern daß ich möge anziehen Jeſum Chriſtum im rechten Glauben und durch gottſeliges Leben, auch mein Licht laſſe leuchten vor den Leuten, damit ſie meine guten Werke ſehen und meinen Vater im Himmel preiſen. Und wenn ich nach deinem Willen mein irdiſches Leben beſchließen ſoll, ſo wolleſt du mich bringen an das Licht der ewigen Seligkeit, alles um des teuren Verdienſtes Jeſu Chriſti, meines Heilandes willen. Amen. Joachim Embden. Abendgebet am Donnerstag. Der Herr iſt geduldig und, von großer Barmherzigkeit und vergiebt Miſſethat und Übertretung. 4. Moſ. 14, 18. Wir danken dir, Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti, der du um ſeinetwillen auch unſer Vater diſt, daß du uns heute viel Gutes erwieſen, da wir als Sünder nur Zorn und Strafe verdient 40 Erſte Woche. hätten. Wir preiſen deine Geduld und Langmut, womit du uns trägſt, und deine Güte, welche ewiglich währet. Die Wohlthaten, die du uns täglich erweiſeſt, überzeugen uns, daß wir einen Fürſprecher haben, der gerecht und die Verſöh— nung für unſre und der ganzen Welt Sünde iſt, weil wir ohne dieſelbe deine Wohlthaten nicht empfangen könnten. Im Vertrauen auf dieſen Fürſprecher bitten wir nun, daß du ferner für uns Arme, die wir nichts haben, als was du uns giebſt, nach allen unſren leiblichen und geiſt— lichen Bedürfniſſen ſorgen und deine Barmher⸗ zigkeit ewiglich an uns beweiſen wolleſt. Du haſt uns nicht geſetzt zum Zorn, ſondern die Seligkeit zu beſitzen. Weil du die Liebe biſt, ſo darf ſich unſer Herz darüber freuen, daß du ſo gerne hilfſt, ſo gerne tröſteſt und ein Wohlgefallen an der Bekehrung und am Leben, nicht aber am Tode des Sünders haſt. Vergieb uns daher unſre Sünden und reinige uns von denſelben, damit wir tüchtig werden, die Seligkeit, zu der du uns berufen haſt, zu erlangen und zu beſitzen. Gieb uns deinen heiligen Geiſt, den Geiſt der Weis⸗ heit und der Offenbarung zu deiner Erkenntnis, den Geiſt der Kraft und der Liebe und der Zucht zu einem heiligen Wandel. Tilge durch dieſen deinen Geiſt alle unordentlichen Begierden und alle Unruhe, die heute bei der Verrichtung unſrer zeitlichen Geſchäfte in uns entſtanden ſind, damit wir im rechten Frieden einſchlafen können. Dein lmächt 1 das in d, und ſie alle Nienne Leben läf herr ii dara das grof Aleen S0 todes ern = e —= —S= —— — — neuen B neines g nein En Woche. ne Geduld un lm. und deine git. Wohlthaten 1 4 3 gen uns, daß m. gerecht und die ganzen Val ei deine Wohlthr m Vertrauen ui nun, daß du fem dts haben, als ſren leiblichen u in und deine par wweiſen wollet. N n, ſondern diei Liebe biſt, ſo di „daß du ſo geuet Wohlgefalen n , nicht aber m gieb uns dahen von denſelben n eligkeit, zu dernn und zu beſiten. „den Geiſt dal zu deiner Eriat er Liebe und da . Tilge durti tlichen Begierda! — der Verrichtungm entſtanden ſind d ſchlafen können. 3 Freitag. 41 allmächtiger Schutz wende alle Unglücksfälle, die uns in dieſer Nacht begegnen könnten, von uns ab, und morgen begegne uns mit deiner Güte, die alle Morgen neu iſt. Amen. 8 M. M. F. Roos. Morgengebet am Freitag. Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er ſein Leben läſſet für ſeine Freunde. Joh. 15, 13. Herr Jeſu! In dieſer Morgenſtunde gedenke ich daran, daß du an dieſem Tage der Woche das große Werk der Erlöſung ausgeführt haſt. Allen Schmerz und alle Schmach deines Kreuzes⸗ todes erduldeteſt du aus lauter Liebe gegen uns arme Sünder. Ach, teurer Heiland, laß mich doch dieſe deine große Liebe recht erkennen und mich vor der Sünde hüten, wodurch ich dir ſo viele Mühe ge⸗ macht habe und die dich dein teures Blut gekoſtet hat. Gekreuzigter Jeſu, auch ich will mein eigen Fleiſch kreuzigen ſamt ſeinen Lüſten und Be⸗ gierden. Du haſt mich frei gemacht, mein Erlöſer, von der Sklaverei des Satans und der Sünde durch das teure Löſegeld, das du bezahlt haſt; laß mich daher nicht unter die Knechtſchaft der Sünde geraten, ſondern die herrliche Freiheit des neuen Bundes genießen und das köſtliche Kleinod meines allerheiligſten Glaubens behalten bis an mein Ende. 42 Erſte Woche. Herr Jeſu, du Anfänger und Vollender meines Glaubens, laß mich auch heute in deine Fußſtapfen treten und dir nachfolgen. Deine Lehren ſeien mein Unterricht; dein Leben und Wandel ein Muſter meiner Nachfolge; deine Demut, deine Geduld mein Beiſpiel; dein leidender und voll— bringender Gehorſam meine Gerechtigkeit; deine Schmach meine Ehre und dein Tod mein Leben. Hilf, daß meine Gedanken nicht eitel, meine Worte niemand ärgerlich und mein Thun und Laſſen nicht ſündlich ſeien. Gieb, daß mein Herz nicht hoffärtig und meine Augen nicht ſtolz werden, wenn Stunden des Glückes und Segens kommen. Laß mich auch nicht kleinmütig werden, wenn ein böſes Stündlein da iſt. Armut und Reichtum gieb mir nicht, laß mich nur mein beſcheiden Teil dahin nehmen. Sollteſt du mir mehr, als ich nötig be— darf, zugedacht haben, ſo gieb mir dabei die Gnade, dasſelbe recht zu gebrauchen, damit es nicht zum Schaden meiner Seele diene. Bewahre mich vor Geiz und vor Verſchwendung deiner Gaben. Zorn und unzeitige Gelindigkeit laß ferne von mir ſein. Laß mich heute und immerdar auf⸗ richtig gegen dich, den Herzenskündiger, liebreich gegen meinen Nächſten, treu in meinem Amte und fleißig in meinem Berufe bezeigen, daß mich mein Gewiſſen nicht verklage, wenn ich meinen Wandel prüfe.— Und wenn endlich meine Wallfahrt zu⸗ rückgelegt und die Zeit meines ſeligen Heimgangs gekommen iſt, wo du mich wirſt frei machen von dieſem L nehmen;z Goites, ſondern un) Gere⸗ werde en Ihr wi oher wohl alf daß ih 2c d drbare L ducch dein dlſo liebt korenen d lauben, Aehen hal ſcch, der du geſand unermeßli um den g diſen zu ſenb den ſidas La negnahm, und aufer „ innen wi Woche. fänger ud A nich auch jen nachfolgen. diin dein Leben un de lge; deine dmn dein leidender 3 eine Gerectit kit, d dein Tod uns nicht eitel, meim mein Thun ud ud b, daß mein Oiht nic tſtolz werdn Segens komme nesge wenn en und Reicht tum gi: beſcheiden d mehr, als ic mn o gieb mir dat gebrauchen, dun „Seele diene. da⸗ Verſchwendung i eGelindigkeit li ute und immert zenskündiger, u in meinem Am ezeigen, daß nir enn ih meinen 4 ch meine Palfüi nes ſeligen de Heine wirſt frei maht: Freitag. 43 dieſem Leibe des Todes, ſo wolleſt du mich auf⸗ nehmen zu der vollkommenen Freiheit der Kinder Gottes, wo mich keine Sünde mehr betrüben wird, ſondern wo ich dir in vollkommener Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen und dich loben und preiſen werde ewiglich. Amen. Benjamin Schmolk. Abendgebet am Freitag. Ihr wiſſet die Gnade unſeres Herrn Jeſu Chriſti, daß, ob er wohl reich iſt, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch ſeine Armut reich würdet. 2. Kor. 8, 9, Ich danke dir, Herr mein Gott, für die wun⸗ derbare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet haſt; denn alſo liebteſt du die Welt, daß du deinen Einge⸗ borenen dahin gabſt, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben. Das iſt das ewige Leben, daß wir dich, der du allein wahrer Gott biſt, und den du geſandt haſt, Jeſum Chriſtum, erkennen. O unermeßliche Liebe, du gabſt den Sohn dahin, um den Knecht zu erlöſen und jeder Gewalt des Böſen zu entreißen. Chriſtus ward Menſch und ſtarb den Tod des Kreuzes zu unſrem Heile. Er iſt das Lamm, welches die Sünden der Welt hin⸗ wegnahm, welches ſterbend unſern Tod vertilgte und auferſtehend unſer Leben erneuerte. Wie können wir vergelten, o Gott, dieſe großen Wohl⸗ e * 1 8 5 4 8 9 44 Erſte Woche. thaten deiner Barmherzigkeit? Wie ſollen wir dich loben und dir Dank ſagen? Erhaben über alles Erkennen iſt deine grenzenloſe Liebe. Laß dir wohlgefallen den kindlichen Dank unſres Herzens! Vernimm in deiner Herrlichkeit die ſchwachen Seufzer unſrer Seele, die wir dir dar— bringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unſrem Heilande, zu Hilfe kamſt. Er ſtarb für unſre Sünden und ſtand auf zu unſrer Rechtfertigung und herrſchet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du haſt ihm alle Macht gegeben, daß in ſeinem Namen ſich unſre Kniee beugen und alle Zungen bekennen ſollen, daß er der Herr ſei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet ſei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmliſcher Vater, der großen Verheißung deines Sohnes. Vollende, was du begonnen haſt, und laß uns immer reich⸗ licher zum Genuſſe deiner Gnade gelangen. Wür⸗ dige uns tieferer Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerſtreue alle Finſterniſſe unſres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige und gründe uns durch die helle Erkenntnis unſres Erlöſers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns, ihn ſtärker lieben. Siehe, wir glauben, hilf unſrem Unglauben! Amen. Auguſtinus. 4 du erhö di. Du m geis und d Auch i 1s wieden — öchatten d nit dir für Namen, d necen, dar dnten, da⸗ lbend dei 1ns, daß il unſer; dit uns ſe Inz iſt. 9 gehüren ih und di e Norge urch deine ſelen Men und in dir! de deils . Woche. rzigkeit? Veein ank ſagen? E ie grenzellie he kindlichen de du n deiner denlit er Seele, die ut rmungen, nani frem Heilande i re Sünden m ig und herrſcen hten und bitttſ dt gegeben, daßn beugen und aleg de Herr ſei n Vater, gelobet keit g, himnliſcher du⸗ nes Sohnes. Al und laß uns imnan Gnade gelangen in das Geheimnii ie alle Finſteriiſe — — — — 1 fh 63' en deines ewigen! inde uns durchd ers. Siehe, 1n ker lieben. Sie iglauben! Ama Augit Sonnabend. 45 Morgengebet am Sonnabend. Du erhöreſt Gebet, darum kommt alles Fleiſch zu dir. Du machſt fröhlich, was da lehet, beide des Mor⸗ gens und des Abends. Pſ. 65, Auch in dieſer Nacht haſt n, treuer Gott, uns wieder geholfen und läſſeſt uns heute fröh⸗ lich und geſund den Schluß dieſer Woche erleben. O Herr, deine Güte reicht, ſo weit der Himmel iſt, und deine Wahrheit, ſo weit die Wolken gehen; deine Gerechtigkeit ſteht feſt wie die Berge, und dein Recht wie die große Tiefe. Wie teuer iſt deine Güte, Gott, daß Menſchenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen! Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobſingen deinem Namen, du Höchſter! Du ſelbſt wolleſt uns er— wecken, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue ge⸗ denken, daß wir am Morgen deine Gnade, am Abend deine Wahrheit verkündigen. Aber hilf uns, daß auch all' unſer Wandel dich preiſe und all' unſer Thun und Laſſen dich ehre. Dir ſind wir uns ſchuldig mit allem, was in uns und an uns iſt. Heilige du uns zu Opfern, die dir völlig angehören und die da lebendig, heilig, unſträf— lich und dir wohlgefällig ſind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beſtändig in unſern Herzen durch deinen heiligen Geiſt und ſchaffe uns zu neuen Menſchen, auf daß wir in dir verbleiben und in dir völlige Hoffnung und einen feſten Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche 46 Erſte Woche. um die andere dahin fliehet. Ach, es iſt ja alles eitel. Alles, was wir jetzt ſehen, muß vergehen; alles Fleiſch iſt wie Gras und alle Herrlichkeit des Menſchen wie des Graſes Blume. Das Gras verdorret, die Blume fällt ab; du allein bleibſt ewiglich, und nur in dir haben wir ewiges Leben und volles Genüge. Denn du haſt verheißen, du wolleſt deine Herde weiden wie ein Hirte und die Lämmer in deine Arme ſammeln. Ach, erfülle das auch an uns heute und alle Tage. Sei heute unſer allmächtiger Schutz und Segen, leite uns an deiner Hand, damit wir nicht abweichen von deinen Wegen, weder zur Rechten noch zur Linken. Hilf uns zu einem geſegneten Schluſſe der Woche, erwecke uns heute zu ernſtlicher Prüfung unſrer ſelbſt, damit wir merken, wo wir gefehlt haben, und uns demütigen vor dir. O Herr, wirke ſelbſt in uns die wahre Buße und Veränderung an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könneſt, mache uns den heutigen Tag zu einem ſtillen Vorſabbath unſrer Seele, ziehe ſelbſt uns die hochzeitlichen Kleider an, damit wir morgen deinen heiligen Sabbathtag im rechten Segen feiern mögen. Amen. S. C. Kapff. Abendgebet am Sonnabend. Gott iſt mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall ſtürzen wird, wie groß er iſt. Pſ. 62, 3. Bis hierher hat der Herr geholfen!— rühme ich am Abend dieſes Tages und am Schluß der Voche. uid Welt hühende werden hunte ich than, d und Zuve rir ſelbe nich man⸗ ih dir, n * geholfen! gepreßtem llage, ſo Anfechtun welches ei licht meit felbttder Lebenzub verde. l alln Lei deiland ſder Fri Darumh neine Se⸗ due und enpfange Soſt * Woche. liehet. Ach ai etzt ſehen, nuß e ras und ale zm -raſes Blume. da. illt ab; du alen haben wir ewiye — un du haft reti den wie ein hn me ſammeln. Ihe ind alle Tage 8i 8 und Segen li wir nicht abweitn Rechten noch zut teten Schluſſe dad nſtlicher Prüfunge , wo wir gefeht. ir. O Herr, vit 2 und Veründen uns zu, daß dr he uns den heutin ath unſrer Selh n Kleider am dr Sabbathtag in — nen. S. 6 1 Sonnaben e Hilfe, mein Sin wie groß er itt 3 — zpp 9 1—1 derr geholfen 3 ges und am 39 1 3 Sonnabend. 47 Woche. Ob ich alt oder jung bin: Menſchenkraft und Weltpracht hat ſich mir eitel gezeigt wie das blühende und ſchnell verwelkende Gras. Die Be⸗ ſchwerden des Alters oder die Gefahren der Jugend konnte ich ſelbſt nicht abwenden, du, Herr, haſt es gethan, du ſollſt auch mein Ruhm, meine Stärke und Zuverſicht ſein! Glück und Segen konnte ich mir ſelber nicht geben, aber deine Gnade hat mich mannigfach erfreut und erquickt; darum will ich dir, meinem Vater im Himmel meinen Dank bezahlen und alle gute Gabe, die ich empfangen habe, durch Gebet und durch dein Wort heiligen. Und wenn du, Herr, mir auch nicht immer ſo geholfen haſt, wie ich es wünſchte, daß ich mit gepreßtem Herzen am Ende der Woche ſtehe und klage, ſo will ich auch unter meinen Sorgen und Anfechtungen mein Vertrauen nicht wegwerfen, welches eine große Belohnung hat. Ich will auch nicht meinen, es geſchehe mir unrecht, muß doch ſelbſt der Gerechte viel leiden, damit er fürs höhere Leben zubereitet und nicht mit der Welt verdammt werde. Und du biſt ja der Herr, der mir aus allen Leiden hilft; du biſt unſer Erlöſer und Heiland in Chriſto Jeſu; kommſt du nicht zu jeder Friſt, kommſt du doch, wenn's nötig iſt. Darum hebe ich Haupt und Herz empor und faſſe meine Seele in Geduld, auf daß ich deinen Willen thue und leide und deine göttliche Verheißung empfange. So ſpreche ich allerwege: Gott Lob, bis hie⸗ 48 Zweite Woche. her iſt es doch gegangen, und je weiter je näher kommt mir die von Gott verheißene Ruhe, wenn ich nur meinem Herrn und Heiland mein Kreuz immer beſſer nachtragen lerne. Du haſt bis hieher geholfen, du wirſt auch weiter helfen! Amen. Nach J. T. Beck. Zweite Woche. Morgengebet am Sonntag. Wohl dem Menſchen, der ſolches thut, und dem Menſchenkinde, der es feſthält, daß er den Sabbath halte und nicht entheilige. Jeſ. 56, 2. Gott Vater, mein Schöpfer! Wie heilig iſt dieſer Tag, an welchem du ſelbſt geruhet haſt! Ich komme von der Ruhe und gehe zur Ruhe. Geruhet habe ich dieſe Nacht in deinen Armen, dafün danke ich dir; dieſen Tag willſt du in meinem Herzen ruhen, darüber freue ich mich. Die Nacht iſt vergangen, der Tag aber herbei—⸗ gekommen, laß es nun auch Licht werden in meinem Herzen, du Vater des Lichtes, damit ich in deinem Licht ſehe das Licht und darinnen wandle. Bewahre meinen Fuß, wenn ich heute zu deinem Hauſe gehe. Meine Seele verlanget und ſehnet ſich nach deinen Vorhöfen. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Laß meine Gottesfurcht nicht Heuchelei ſein und meinen Gottesdienſt nicht Menſchenwerk. Penn ich eſter Sel Gott dein Tag. ſch laß Vohrheit drauer zu ſeit und nein Her hauſe ha enn dein Sreue de hunder ſeuchten g dimmel, und ſelbſt Gott! ſt auchd aasgegyſſ nich Le Vort hör neinen S elige mi diebe. C der Anfet Sterben. duch Thä geben das Kleinod in Gllſſung. Alesn 1, und je wete verheißene zuß und Heiland nit i lerne. du ſi rſt auch wei eitr Nach Th Woche. am Sonntan. er ſolches thut m. ält, daß er den ei Jeſ. 56, 2. chöpfer! Wie hil du ſelbſt dann he und gehe zut acht in deni 1 eſen Tag wilt arüber freue itn der Tag abe t auch Licht wen des Lichtes, un s Licht und dur Fuß, wenn ichin ie Seele verlant orhöfen. Erhaht aß ich deinen sfurcht nicht Hu nſt nicht t Menſchen Sonntag. 49 Wenn ich in deinem Vorhofe ſtehe, ſo ſei mein erſter Seufzer: Gott, ſei mir Sünder gnädig! Gott Sohn, mein Heiland, dieſer Tag iſt dein Tag. An demſelben biſt du auferſtanden. Ach laß mich heute auferſtehen vom Irrtum zur Wahrheit, von der Sünde zur Heiligkeit, von der Trauer zur Freude. Du biſt der Weg, die Wahr⸗ heit und das Leben. Komm durch dein Wort in mein Herz, damit ich reichen Troſt von deinem Hauſe habe. Baue dieſes Land und wäſſere es, denn deine Brünnlein haben Waſſers die Fülle. Streue deinen Samen auf ein gutes Feld, damit es hundertfältige Früchte bringe. Laß dein Wort leuchten als das Licht auf meinem Wege zum Himmel, ſo werde ich Luſt an deinen Zeugniſſen und ſelbſt einen fröhlichen Sabbath haben. Gott heiliger Geiſt, mein Tröſter! Dieſer Tag iſt auch dein Tag, an welchem du ſichtbar biſt ausgegoſſen worden. Ergieße dich heute auch über mich. Lehre du mich innerlich, wenn ich das Wort höre. Schreibe es durch deinen Finger in meinen Sinn. Reinige mich in der Buße. Be⸗ feſtige mich im Glauben. Erbaue mich in der Liebe. Beſſere mich im Leben. Tröſte mich in der Anfechtung. Bereite mich zu einem ſeligen Sterben. So werde ich nicht nur Hörer, ſondern auch Thäter deines Wortes ſein. Du aber wirſt geben das Wollen und Vollbringen, und das gute Kleinod in mir bewahren bis auf den Tag meiner Erlöſung. Alles mit Gott. 4 50 Zweite Woche. Heiliger, dreieiniger Gott, heilige mich heute durch und durch. Sei du alles in mir, ſo ver⸗ mag ich alles durch dich. Mache dir einen Tem⸗ pel in meinem Herzen, ſo wird meinem Hauſe heute Heil widerfahren. Laß die Gemeinde der Gläubigen an dieſem Tage Ein Herz und Eine Seele ſein. Niemand diene dir mit falſchem Herzen. Bewahre alle Frommen in heiliger Ruhe, bis wir jene Ruhe finden, welche dem Volke Gottes beſchieden iſt. Dort werden wir mit allen Auserwählten einen ewigen Sabbath halten. Amen. Benjamin Schmolk. Abendgebet am Sonntag. Seid Thäter des Worts und 4* 5 re allein, da⸗ mit ihr euch ſelbſt betrüget. Jak. 1 O du gnadenreicher Gott, wie kann ich dir genugſam danken, wie kann ich genugſam dich loben und preiſen, daß du mich dieſen Sonntag haſt erleben laſſen, an welchem ich aus deinem heiligen Wort vernommen habe, wie ich ſoll recht glauben, fromm leben und dereinſt ſelig ſterben. Du haſt mir laſſen kund werden, was dein gnädiger Wille ſei, du haſt mich laſſen lehren, was ich meiden und was ich thun ſoll. Du läſſeſt dich nicht unbezeugt, damit niemand, der dir ferne bleibt, eine Entſchuldigung habe. Du giebſt uns dein heiliges Wort und die heiligen Sakramente, damit wir ſie als Gnadenmittel zu unſerem Heil brruche ſarin leh⸗ fründen. iccht dar dbſ in jabe, un nnd kriff Vort des ſelbe gege raube, un eale an die zwar licht beke nn li darnach t dernomm annher, wh if 1 Jorn, werfalle, niem Phne. Ha ilige mih ha un mir, ſo we. dir einen da⸗ meinem Oaui Gemeinde— Herz und(n er mit falſte n heiliger nu lche dem La en wir mit alg Sabbath halh jamin Schnolt ntag. t Hörer allein de 22. ie kann ih )genugſan dit dieſen Sonnw ich aus dein wie ich ſol c nſt ſelig ſtete den, was wi h laſſen lähe ſoll. Du liſt ind, der drfe .Du gielſtw len Sakranmn zu unſeren e Sonntag. 51 gebrauchen ſollen; dein heiliger Geiſt will uns darin lehren, uns erleuchten, heiligen, ſtärken und gründen. Was hilft mir alles Hören, wenn ich nicht darnach thue? Darum verſiegle, o Gott, ſelbſt in mir, was ich heute gehört und geleſen habe, und mache es auch in mir lebendig, thätig und kräftig. Schleuß mein Herz zu, ſobald das Wort des Lebens zu meiner Erbauung in das⸗ ſelbe gegangen iſt, damit es der Satan mir nicht raube, und ich leer bleibe. Gieb, daß ich mich ſpiegle an dem Beiſpiel ſo vieler tauſend Menſchen, die zwar dein Wort, o Gott, anhören, aber ſich nicht bekehren, ſondern vielmehr an Bosheit und Frechheit zunehmen und darin beharren. Würde ich ihnen gleichen, würde dann das Wort mich nicht um ſo mehr verdammen, da ich des Herrn Willen gehört, gewußt, und doch nicht darnach gethan hätte? Ach mein Gott, laß mich dieſe Woche frömmer und gottſeliger werden! Gieb, daß ich das ge⸗ hörte Wort täglich wiederhole, davon mit den Meinigen rede, darüber mich freue und allezeit darnach thue. Habe ich aus deinem heiligen Worte vernommen, ich ſoll ſanftmütig, demütig und barmherzig ſein: ach, ſo verleihe mir Gnade, daß ich ſtets daran mich erinnere, und niemals in Zorn, Rachgier, Stolz und Unbarmherzigkeit verfalle, ſondern meine Feinde liebe, mich ſelbſt verleugne, und den Armen und Elenden Gutes thue. Habe ich gehört, ich ſolle gegen meine böſen 4* 52 Zweite Woche. Lüſte und Gedanken ſtreiten, den alten Menſchen ablegen, hingegen den neuen anziehen, züchtig, gerecht und gottſelig leben in dieſer Welt, ſo gieb mir Kraft und Stärke, daß ich mich darin täglich üben und es vollbringen möge. Ach, laß mich mit deinem heiligen Worte umgehen, wie die Weltkinder mit ihren irdiſchen Schätzen, welche ſie einſchließen und wohl bewahren; ebenſo gieb mir die Kraft, daß ich die heiligen Wahrheiten, die teuern Glaubenslehren, die kräftigen Ver⸗ mahnungen zur Heiligung des Lebens als einen lieben und werten Schatz in meinem Herzen be⸗ wahren, auch täglich vermehren möge, damit ich in allen ſchweren Fällen, in Kreuz, in Trübſal, in Krankheit und im Sterben daraus einen Troſt⸗ ſpruch nach dem andern hervorholen könne. Ja, mein Gott, laß mich täglich zunehmen an Weis⸗ heit, Frömmigkeit, Gottesfurcht, Erkenntnis deines Willens und an Gnade bei dir und den Menſchen. Amen. J. F. Starck. Morgengebet am Montag. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du biſt mein Gott; dein guter Geiſt führe mich auf ebener Bahn. Pſ. 143, 10. O Herr, durch deine Güte fangen wir mit dieſem Morgen unſre Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überſchüttet hat, gehe denn rich heut „Gott, Vir ſind Juhms, nicht imn tſan ſoll ſe üfters terzagt. ac deine Ferheißun und nach oren wer berlaß un uns ab, und die, gefallen. angefange du uns v. unſern Lei allen Büſe tuns vern Jeſm, Glaubens ſethon ſei Kraft und utieden ichen Bei d mns be waſeee, ei wohl alten Nenſte ſiehen ſu 11 en W unne kräftigen Ne ebens als en 3 nem Herzen be näge, damtit uz, in duüſl aus einen Tiſt olen könne. ehmen an Wei rkenntnisdeie d den Merſcer J. F. Start lontag. ahlgefallen, dnd frre mich auf n fangen wit f ebeit von ue Due, die un! 11 t hat, geher Montag. 53 auch heute uns abermals auf. Wer ſind wir denn, o Gott, daß du uns bis hieher gebracht haſt? Wir ſind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir vor dir haben ſollten. Wir thun nicht immer und ſo ganz vollkommen, was wir thun ſollten. Unſre Gedanken, wie gar übel ſind ſie öfters, und unſer Herz iſt bald trotzig, bald verzagt. Ach, ſo gedenke denn auch heute unſer nach deiner großen Barmherzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach dieſem Glauben leben, nicht ſollen ver⸗ loren werden, ſondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe die Hand nicht von uns ab, Gott unſer Heil! Lehre uns auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohl⸗ gefallen. Wir wiſſen nicht, was uns in dieſer angefangenen Woche begegnen kann. Ach, behüte du uns vor allem Uebel, behüte unſre Seele und unſern Leib, unſern Eingang und Ausgang. Wehre allem Böſen, welches uns das Ziel unſres Chriſten⸗ tums verrücken könnte. Laß uns aufſehen auf Jeſum, den Anfänger und Vollender unſres Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan ſei! Gieb zu unſrer Arbeit dem Leibe Kraft und Geſundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erfreue uns mit deinem gött⸗ lichen Beiſtande. Erhalte uns den Segen, den du uns bisher haſt zufließen laſſen. Ernähre, verſorge, beſchütze uns. Gieb uns Weisheit, unſre Zeit wohl anzuwenden. Legeſt du uns eine Laſt 4 O 54 Zweite Woche. auf, ſo hilf uns und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott ſeiſt, der uns von allem Uebel und Unglück erlöſen wird. Segne uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, ſo ſegne auch heute und in dieſer Woche alle gute Nahrung und die wohlgefällige Arbeit und gieb, daß ein jeder ſich dabei redlich nähre und mit gutem Gewiſſen vor dir wandle. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf und erfülle alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Denke an uns und ſegne uns! Segne alle Menſchen, die dich lieben. Segne uns alle um deines lieben Sohnes Jeſu Chriſti willen. Amen. Dr. A. H. L. Ullmann. Abendgebet am AAoning Barmherzig und gnädig iſt der Herr, geduldig und von großer Güte. Pſ. 103, 8 Gnädiger, gütiger, Harmheriger Gott und Vater! Dir ſagen wir Dank und preiſen dich von Herzen, daß du uns ſündige Menſchen an dieſem Tage nicht nach unſrem Verdienſte, ſon⸗ dern aus lauter Gnade und Barmherzigkeit als gnädiger Gott und Vater vor allem Uebel und Unfall behütet haſt. Wir bitten dich, du getreuer Vater, du wolleſt uns arme Geſchöpfe deiner großen Gnade auch fernerhin befohlen ſein laſſen und uns dieſe Nacht in gleicher Gnade und Güte behüten, damit wir mit reinem Herzen in dir ein⸗ clefen u dufflehen Herr pir alleu leſſer als iicdieſen rürnet! ins arme ondern u villen un n deinen ſetzigkeit Irfonder uns einſt einer w und in d undins; deſondere unſre S wollſt zeit erfahnn n allem Uauc uns und wei j dich wang Loche alle gu beit und gih dähre und nit Ja, thue dei erfülle als Denke an mm ſchen, die di lieben Sohne d. L. Ullmann. tag. err, geduldig m iger Gott m nd preiſen di e Menſchen n Verdienſte, ſe 1 eeſchöpfe di hlen ſein li znade und bt 4 rzen in din Montag. 35 ſchlafen und friſch und geſund wieder erwachen und aufſtehen, dir zu dienen, dich zu loben und zu preiſen. Herr Jeſu Chriſte! Dir klagen und bekennen wir alle unſre Sünden und Miſſethaten, welche dir beſſer als uns bekannt ſind und mit welchen wir dich dieſen Tag in Werken, Worten und Gedanken erzürnet haben, und bitten dich, du wolleſt mit uns armen Sündern nicht ins Gericht gehen, ſondern um deines bitteren Leidens und Sterbens willen uns alles gnädig vergeben, und uns alſo in deinem Frieden, in deiner Gnade und Barm⸗ herzigkeit einſchlafen und in dir ruhen laſſen. Inſonderheit aber wolleſt du, Herr Jeſu Chriſte, uns einſt, wenn es dein göttlicher Wille iſt, in deiner wahren Erkenntnis, im feſten Glauben und in deinem Frieden ſelig entſchlafen laſſen und uns zu deiner herrlichen Zukunft, zum ewigen Leben mit großen Freuden erwecken. O heiliger Geiſt, dich rufen wir an und bitten dich herzlich, daß du dieſe Nacht bei uns ſein und bleiben wolleſt, auf daß, wenn der Leib ruhet und ſchläft, dir unſer Herz wache und dich ſtets vor Augen habe, daß ſich der böſe Feind nicht zu uns nahe, ſondern daß wir unter deinem Schutz und Schirme mögen ruhen und mit fröh⸗ lichem Herzen wieder aufſtehen, um unſer Leben zu deiner Ehre anzuwenden. Wir bitten dich auch beſonders, daß du als unſer innigſter Troſt und unſre Stärke mit großer Gnade bei uns ſein wolleſt, wenn wir uns heute oder morgen ins 56 Zweite Woche. Sterbebette zur ewigen Ruhe niederlegen ſollen, daß wir in deinem Troſte, in deiner Stärke und Kraft ſelig zum ewigen Leben eingehen mögen. Amen. Dr. Andreas Musculus. Morgengehet 7 am Mienotg Der da wohnet in einem Lichte, da niemand zukom⸗ men kann, welchen kein Menſch geſehen hat noch ſehen kann; dem ſei Ehre! 1. Tim 6, 16 6 du allmächtiger Gott und Vater des Lichtes, der du aus der Finſternis den Morgen macheſ et und die Sonne dem Tag zum Licht giebſt. di bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finſter⸗ nis wieder haſt erblicken und den Tag wieder geſund antreten laſſen. Ach Herr, laß mit dem Tageslicht auch deine Gnade neu aufgehen! Gieb neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit. Laß mein Licht, mein Glück und meine Wohlfahrt hervorbrechen wie die ſchöne Morhenüte, und wenn ich im Finſtern ſitze, ſei du mein Licht. O Herr Jeſu Chriſte, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erfreue und erwärme dasſelbe. Bewahre mich vor den Werken der Finſternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frömmer werden und dereinſt gelangen zu der himmliſchen Klarheit um deines teuren Verdienſtes willen. Amen. B. Stölzlin, Ver u dan Scha gerrn: 1 alf den ie Durch ih auch Große B in mir, teefen, n nanche ſ Aer wie wahret u dand au nein Va jerdiente ſafür da ind dort du d onmt, f gunde, 1 tißfä li i ſce llle von manz nac geſelen u ſein! Abend me verſich eerlegen ſoll ner Stärke 1 ngehen nͤa das Musculis 1stag. niemand zubde en hat noch ſehe ater des Liclt Morgen mahh icht giebſt. d neines Munde ach der Finne den Tag wier r, laß mit da aufgehen! Git teues Leben m mein Glütw wie die ſha Kinſtern ſize Friſte, du Sa deiner Gmdei ue und ervim Lichte wande 1 den Werken den und dan arheit un di n. S. Sh Dienstag. 57 Abendgebet am Dienstag. Wer unter dem Schirm des Höchſten ſitzet und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der ſpricht zu dem Herrn: Meine Zuverſicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Pſ. 91, 1. 2. Durch deine Gnade, allmächtiger Gott, habe ich auch dieſen Tag glücklich zu Ende gebracht. Große Barmherzigkeit haſt du auch heute wieder an mir gethan. Wie vielerlei Leiden hätten mich treffen, mich traurig und elend machen, in wie manche ſchwere Sünde hätte ich fallen können! Aber wie väterlich haſt du mich vor allem be⸗ wahret und wie viel Gutes habe ich aus deiner Hand auch heute empfangen! Wie ſoll ich dir, mein Vater, vergelten alle Wohlthat, die du un⸗ verdienter Weiſe mir erzeiget haſt? Dir will ich dafür danken und deinen Namen preiſen hier und dort in Ewigkeit. Zu dir, o Gott, von dem allein alles Gute kommt, flehe ich auch jetzt, im Vertrauen auf deine ˙ Gnade, um Verzeihung alles deſſen, was dir heute mißfällig in meinem Verhalten geweſen, und bitte dich, ſchenke mir immer mehr Luſt und Kraft, alle von dir empfangenen Güter und Segnungen ganz nach deiner Abſicht und zu deinem Wohl⸗ gefallen anzuwenden. Hilf mir, ſtets ſo geſinnt zu ſein und ſo zu handeln, daß ich, wenn der Abend meines Lebens herannaht, in der freudigen Zuverſicht eines beſſern und vollkommeneren Lebens 58 Zweite Woche. dieſe Welt verlaſſen und dann zum Genuſſe jener ewig dauernden Wonne und Seligkeit im Himmel gelangen möge, die mir mein Herr und Heiland Jeſus Chriſtus zubereitet hat. Dir, Herr und Vater, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schickſale. Dein allmächtiger Schutz bedecke auch in dieſer Nacht mich und die Meinigen, damit ein ſanfter Schlaf uns erquicke und dadurch die Kräfte zur Erfüllung unſerer Pflichten auf den kommenden Tag wieder geſtärkt werden. Alles was du, allweiſer Vater, als heilſam für uns erkenneſt, das ſchenke uns um deiner unendlichen Liebe willen, durch Jeſum Chriſtum. Amen. J. S. Bail. Morgengebet am Mittwoch. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne ſie, und ſie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben. Joh. 10, 27. Herr Gott, himmliſcher Vater! In dieſer Morgenſtunde befehle ich meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche und gnadenvolle Regie— rung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väter⸗ liche Aufſicht, Fürſorge und Treue. Laß mir heute kein Uebel begegnen und keine Plage meinem Hauſe ſich nahen. Laß deine heiligen Engel mich und die Meinigen auf allen Wegen begleiten. Laß deinen heiligen Geiſt uns kräftig regieren und nnſerherz rir von d rict abwem Peltkeine in Gut un n Leib m Eingang,ſ Laß mir in rigmen dei uoft mich dirr ged vilen ein düj nit⸗ ſteengd m Genuſe ja keit im Hinne err und Heiln gebe ich mein n und alle menn hutz bedecke n Neinigen, dm und dadurhi flichten auf werden. M heilſam für m einer unendüihe ſtum. Anen. J. S. Bal — ttwoch. me, und ith im e ihnen das eu 2 — — — — — — — 1 1 n z, in deine ui e. Laß nit ge meinen, Engel nic begleiten ig regiern ——— adenvolle — —— 6 1 — —— Mittwoch. 59 unſer Herz zu kindlichem Gehorſam lenken, damit wir von den Wegen der wahren Gottſeligkeit nicht abweichen. Laß den Satan und die böſe Welt keine Macht finden, uns an Leib oder Seele, an Gut und Ehre zu ſchaden. Segne mich heute an Leib und Seele, ſegne meinen Ausgang und Eingang, ſegne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geſchäften und Vor⸗ nehmen dein himmliſches Licht leuchten, deine Kraft mich ſtärken, deine Liebe in mich dringen, deine Furcht mir beiwohnen, damit ich in Ge⸗ rechtigkeit wandle, meinen Taufbund ſtets vor Augen habe, meinem Nächſten mit aufrichtiger Liebe und Sanftmut, Demut und Freundlichkeit, Dienſtwilligkeit und Wahrheit begegne und die Worte im Herzen habe: Wie ihr wollet, daß euch die Leute thun ſollen, alſo thut ihnen gleich auch ihr. Erhalte mir auch, Herr, die Geſundheit des Leibes und des Gemütes, ſo lange ich hier wallen ſoll. Gieb mir die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit ſtets erinnere und meine Gedanken immerdar von dem Zeitlichen auf das Himmliſche und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet, und das Ziel, ſo du mir in Gnaden geſetzt, erreicht habe, ſo verleihe mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jeſu Chriſti willen ein ſanftes, fröhliches und ſeliges Ende. Laß mich, mein Gott und Vater, in der Ver⸗ ſicherung deiner Liebe und des himmliſchen, ewigen Erbes, in deiner Gemeinſchaft, Herr Jeſu, durch 6 6G gZweite Woche. wahren Glauben, in deinem Troſte, Gott heiliger Geiſt, ſanft einſchlafen. Bewahre mich vor allen Anfechtungen des Satans und laß nicht zu, daß er meine Seele bei ihrem Abſchied ſtöre und be⸗ trübe. Erfülle alsdann deine teure Verheißung: Du wolleſt deinen Schäflein, die deine Stimme hören und dir folgen, das ewige Leben geben, ſie ſollen nimmermehr umkommen und niemand ſolle ſie aus deiner Hand reißen. Dann kann mich weder die Macht der Welt, noch irgend eine Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes von dir und deiner Amen. Chriſtian Scriver. ewigen Liebe ſcheiden. Abendgebet am Wittwoch. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feſte verkündigt Seiner Hände Werk. Ein Tag ſagt's dem an⸗ dern, und eine Nacht thut's kund der andern. Pſ. 19, 1. 2. Herr, mein Gott und Heiland, mein Beſchützer! Nachdem die liebe Sonne mit ihrem Glanze von uns gewichen, treten an ihre Stelle ſo viele tauſend hellleuchtende liebliche Sterne, welche mir alle von deiner unbegreiflich großen Güte predigen. Denn der Himmel erzählet deine Ehre und die Sterne verkündigen deiner Hände Werk. So lobe und preiſe ich dich nun für deine überſchwengliche Gnade, die auch an dieſem Tage meine Decke und mein Schutz geweſen iſt, obgleich ich meiner nniigfel Strafe vet der Jefu, In deines Werdienſtes düſe Nacht ellen. laß nicht a, hied ſtöre 1 eure Veizeſu ie deine din dige Leben gi men und nien. Ben. Dam h t, noch irgend noch Zukünſi 8 6 n dir und R Chriſtian Serbe ittwoch. Gottes, und diſe t Tag ſagt's dar andern. Pi lhl d, mein Riſth 1 ihrem Glauze alle ſo vieletm. welche mirale te predigen. re und des⸗ rk. So lie e überſchve Tage mein! obgleich ihn 6 6 Mittwoch. 61 mannigfaltigen und vielen Sünden wegen nur Strafe verdient hätte; die Sünden wolleſt du, Herr Jeſu, mir aber um deiner heiligen Wunden, um deines vergoſſenen Blutes und deines ganzen Verdienſtes willen gnädiglich vergeben und mir dieſe Nacht eine friedliche Ruhe und ſanften Schlaf verleihen. Sollteſt du aber in dieſer Nacht mich aus der Welt abfordern, wie ich denn deinen Willen zu meinem eigenen Beſten nicht wiſſen kann, ſo wolleſt du mich zum ewigen Leben ein⸗ führen. Soll ich jedoch nach deinem göttlichen Gefallen noch länger leben, ſo laß mich morgen durch deine Gnade fröhlich und geſund wieder erwachen und aufſtehen, um dich mit freudigem Herzen zu preiſen und zu loben. Segne mich, Gott Vater, der du mir Leib und Seele gegeben und mich bisher gnädiglich erhalten haſt. Segne mich, Herr Jeſu, du Sohn Gottes, der du meinen Leib und meine Seele durch dein Blut dir zum Eigentum erkauft haſt. Segne mich, Gott heiliger Geiſt, der du meinen Leib und meine Seele durch dich ſelbſt zum ewigen Leben verſiegelt haſt. Dir, dem dreieinigen und ewigen Gott, ſei Lob, Preis und Dank in Ewigkeit! Amen. Chriſtian Scriver. Zweite Woche. Morgengebet am Donnerstag. Siehe, des Herrn Auge ſiehet auf die⸗ ſo ihn fürch⸗ ten, die auf ſeine Güte hoffen. Pſ. 3„ 18. Gelobet ſeiſt du, o Gott, der n mein höchſter Troſt, mein Schutz und meine Hilfe biſt, daß du. mich in der vergangenen Nacht nach deiner großen Barmherzigkeit an Leib und Seele vor Schaden und Gefahren bewahret und geſund dieſen Tag. haſt erleben laſſen. Ich bitte dich nun durch Jeſum Chriſtum, deinen lieben Sohn, du wolleſt mich auch heute in deinen göttlichen Schutz nehmen, mich beſchirmen und bewahren, innerlich und äußer⸗ lich, daß mir kein Arges widerfahre. In deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, alle meine Gedanken, Worte und Werke, mein Thun und Laſſen, meinen Ausgang und Ein⸗ gang. O Herr Gott, ſchaffe es mit mir nach deinem Willen; du weißt, wie es zu deiner Ehre und meiner Seligkeit am beſten ſei. Erhalte mich in deiner Furcht und wahren Erkenntnis. Behüte mich vor den Werken der Ungerechtigkeit, und ſo ich etwa aus Gebrechlichkeit ſündigen würde, ſo⸗ wolleſt du, ich bitte dich, deine Barmherzigkeit nicht von mir nehmen, deine Gnade nicht von mir wenden, deine Hilfe mir nicht entziehen. Denn es iſt ſonſt kein anderer Gott noch Helfer. Du allein biſt der Erſte und der Letzte und außer dir iſt kein Gott. Darum rufe ich jetzt zu dir: laß deine Güte über mich walten, laſſe mich frühe — din ——— —— =F 5— =é E= — n nerstag. f die, ſo ihn in 33 10 ihn ſe du mein hött dilfe bit, di ach deiner guuj ſeele vor Shh⸗ eſund dieſen? dich nun m Sohn, du vul en Schutz nehre nerlich undun rfahre. Ad und meine&h und Werke, m sgang undh it mir nach der deiner Ehren . Erhalte nit kenntnis. R⸗ rrechtigkeit m ndigen vün ne Barmherit Gnade uitt t entziehen noch Helfa Letzte und e ich jett n n, laſſe miht Donnerstag. 63 hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich. Leite meinen Fuß auf rechter Straße, daß ich nicht wandle im Rate der Gottloſen, noch trete auf den Weg der Sünder, noch ſitze, wo die Spötter ſitzen; ſondern daß ich all meines Herzens Luſt und Liebe habe an deinem Worte und an deinen Geboten und darin mich übe Tag und Nacht durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum, der mit dir und dem heiligen Geiſt lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Joh. Habermann. Abendgebet am Donnerstag. Gelobet ſei Gott der Herr, der allein Wunder thut, gelobet ſei ſein heiliger Name ewiglich und alle Lande müſſen ſeiner Ehre voll werden. Pſ. 72, 18. 19. Ich will täglich rühmen von Gott, und des Abends ſoll ihm mein Mund danken für und für; denn wenn ich rufe, ſo höret er mich; wenn ich flehe, ſo neiget er ſeine Ohren zu mir, und wenn ich bete, ſo merket er auf meine Stimme. Der Herr iſt meine Zuverſicht und Stärke, eine Hilfe, wenn mich Not betroffen hat. Darum ſage ich dir, ewiger Gott, Lob und Preis, daß du mich dieſen Tag väterlich behütet haſt vor allem Unfall und Schaden, ſo mir hätte begegnen können. Mein Herz iſt fröhlich und meine Seele preiſet dich für alle deine Güte und Barmherzigkeit. Meine Zunge ſoll ihr Geſpräch von dir haben 64 ggweite Woche. und immer ſagen: Hochgelobt ſei Gott, geſegnet ſei ſein heiliger Name! Ich bitte dich, du wolleſt mir aus Gnaden nachlaſſen alles, was ich heute wider dich gethan habe, und mich dieſe Nacht ſamt allem, was mir angehört, beſchützen. Sei du, o Herr, mein Schild und mein Schatten. Bewahre mich vor allem Uebel und behüte meine Seele: ſei mir gnädig, denn auf dich allein traue ich. Ich hoffe auf den Herrn und rufe zu Gott, dem Allerhöchſten. Siehe, der mich behütet, ſchläft nicht; ſiehe, der Hüter Israels ſchläft und ſchlummert nicht. Er wird meinen Gang erhalten auf rechter Bahn, daß ich nicht ſtrauchle und meine Tritte nicht wanken. Aꝙ Er wird meinen Fuß nicht gleiten laſſen, denn ſein Wort iſt ein Licht auf meinem Wege. Darum, wenn ich mich lege, ſo werde ich mich nicht fürch— ten, ſondern ſanft ſchlafen. O Herr Gott, erhebe über mich das Licht deines Antlitzes, auf daß ich liege und ſchlafe ganz mit Frieden und ſicher wohne unter deinem Schirme. Denn du, Herr, allein hilfſt mir. In deinem Namen will ich mich nun zur Ruhe legen und meine Augen ſchlummern laſſen. Du wirſt mich fröhlich wieder erwecken zu Lob und Ehren deiner göttlichen Majeſtät durch Jeſum Chriſtum. Amen. Joh. Habermann. dinen göt Un Jeſu alr mein Laterliebe könnteſt de ſei Gott gein mir aus Gmmd wider diñ gö — allem, wan t derr, mein di mich vor l „ſei mir gi Ich hoffe uil erhöchſten. En ſiehe, der gi t nicht. En er Bahn, di te nicht vn eiten laſſen,d im Wege. Dan mich nicht i Derr Gott, en litzes, auf dit rieden und ſi Denn du h. G 1 1 1 1 emnen wil ihn Augen ſchlunn wwieder enn⸗ öttlichen Nif n. Joh. Haberna Freitaa. 65 Morgengebet am Freitag. Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jeſu, und danket Gott und dem Vater durch Ihn. Kol. 3, 17. Herr, mein Gott! In dem Namen Jeſu Chriſti danke ich dir für alle die Gnade, die du mir dieſe Nacht erzeiget haſt. Um meines Erlöſers willen empfehle ich mich und die Meinigen, wie alle Menſchen, an dieſem neuerlebten Tage in deinen göttlichen Schutz und in deine Fürſorge. Um Jeſu willen bitte ich dich um Vergebung aller meiner Sünden. Gieb, daß ich an deiner Vaterliebe nicht verzage, noch verzweifle. Wie könnteſt du doch meine Verdammnis wollen, da du ſelbſt deinen eingeborenen Sohn für mich in den Tod gegeben? Laß mich deine Gnade nur nicht verſcherzen und in meinen Sünden nicht be— harren, ſondern laß ſie vielmehr in mir eine ſo feurige Liebe entzünden, daß ich mit deiner Kraft jede Sünde überwinden kann. Segne heute meine Berufsarbeit und gieb mir dazu die nötigen Kräfte. Laß mich alles in dir anfangen und mit Luſt verrichten. Schenke mir ſo viel von äußeren Gütern, daß ich mich und die Meinigen verſorgen kann. Giebſt du mir mehr, als ich bedarf, ſo gieb Gnade, damit ich es recht gebrauche und es nicht zum Schaden meiner Seele diene. Gieb mir ferner ein keuſches Herz. Ach, Herr Gott, Vater im Himmel und Herr meines Alles mit Gott. 5 66 Zweite Woche. Lebens, behüte mich vor unzüchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken und wende von mir alle böſen Lüſte. Von aller Befleckung des Fleiſches und des Geiſtes will ich mich reinigen und fort⸗ fahren in der Heiligung und in der Furcht Gottes, wozu mich Chriſtus, mein Heiland, berufen hat. Endlich gieb auch, daß ich im Unglücke nicht ver⸗ zagt ſei. Der Gott, der ſeinen eingeborenen Sohn für uns in den Tod gegeben, wie ſollte er uns durch ihn nicht alles ſchenken? Jeſus erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und iſt erhoben in den Himmel zur rechten Hand Gottes. Darum unverzagt! Die Leiden dieſer Zeit ſind nichts gegen der Herrlichkeit, die einſt an uns ſoll offenbaret werden. Dulden wir hier mit Jeſu, ſo werden wir auch mit ihm herrſchen. Dieſe Zuverſicht ſoll mich auch heute tröſten, wenn mir Unglück begegnen ſollte. Jeſus am Krenz, aber Jeſus auch im Himmel, ſitzend zur Rechten Gottes. Mag es gehen, wie Gott will. Ex weiß die Seinen zu retten aus aller Not, des bin ich fröhlich. Amen. Abendgebet am Freitag. So wir im Lichte wandeln, wie Er im Lichte iſt, ſo haben wir Gemeinſchaft untereinander. 1. Joh. 1, 7. Heiliger Gott! Welch ein herrliches Reich iſt dein Reich, das Reich der Gläubigen, die Ge⸗ meinſchaft derer, die an dir halten, die dich lieben then wit ſe zeuge dern e der Veis inmer be uiiesa ſchen 1 dr Rei b b V 1 iche Gr ie da b tigen Gedatn d wende vonn rung des Flit einigen udin er Furcht Gune 7 1 and, berufene nglücke nichn ggeborenen 3 vie ſollte erm Jeſus erdube ande nicht und ten Hand Gon dieſer Zitſ deinſt an undſ ar hier mit qi herrſchen. A tröſten, wemn am Krenz 1 ur Rechten Ge r weiß die on ich fröhlich. 1 reitag. Er im Licket der. 1. Joh.1 zerrliches Ri äubigen, d len, die dilt Freitag. 67 dich mit Worten und Werken verehren. O wenn wir doch alle zu den Deinen gehörten und Gnade fänden vor deinen Augen und, obwohl wir Sünder ſind, als deine Kinder angenommen würden! O laß uns dies hoffen, barmherziger, liebreicher Vater! Du haſt uns ſchon ſo viel Treue und Barmher⸗ zigkeit erzeiget, daß wir auch ferner auf deine huldvolle Güte, auf dein väterlich Erbarmen ver⸗ trauen dürfen. Du biſt es ja, durch den wir bis⸗ her vor gänzlichem Untergange bewahret blieben; dir haben wir es zu verdanken, daß wir den Rückweg wieder fanden, wenn wir vom rechten Pfade abirrten; du haſt uns wieder aufgerichtet, wenn wir ſtraucheln wollten; du haſt uns neu geſtärkt, wenn wir am Ermatten waren. Und in allen dieſen Gnadengaben, die wir empfingen, ſehen wir nur Verheißungen noch größerer Güter; ſie zeugen dafür, daß du uns durch Chriſtum erretten willſt vom Verderben und erhalten zum ewigen Leben. O du Gott der Herrlichkeit, Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti! Du hilfſt uns durch den Geiſt der Weisheit und der Offenbarung, damit wir dich immer beſſer erkennen; du erleuchteſt die Augen * unſres Verſtandes, damit wir jemehr und mehr ein⸗ ſehen, welches die Hoffnung unſres Berufes und der Reichtum des herrlichen Erbes ſei, das du den Deinen bereitet haſt, und die überſchweng⸗ liche Größe der Kraft, welche diejenigen ſtärket, die da glauben. — 4 5* 68 Zweite Woche. Hilf uns, o Gott, daß die ſelige Hoffnung, die da unter ſteter Buße auf die herrliche Er⸗ ſcheinung unſres Herrn Jeſu Chriſti wartet, nim⸗ mermehr geſtört werde durch ungöttliches Weſen und weltliche Lüſte. Laß uns nie vergeſſen, daß wir dein teuer erkauftes Eigentum ſind. Erhalte uns immerdar und auch in der kommenden Nacht in deiner Gemeinſchaft; bewahre uns vor den Werken der Finſternis und laß uns in deinem Frieden ruhen, bis wir durch deine Gnade einen neuen Tag beginnen dürfen. Amen. K. Staiger. Morgengebet am Sonnabend. Herr lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich da⸗ — von muß. Pſ. 39, 5. Starker und allmächtiger Gott! Dieſes ſind jetzt meine Gedanken am Ende der Woche, da du am letzten Tage derſelben mich haſt geſund von meiner Ruhe aufſtehen laſſen. Ich rühme dich in dieſer Frühſtunde, daß du Leib und Seele ſo herrlich beſchützet, ſo mächtig bedecket haſt, daß keine Gefahr noch Leiden mich haben beunruhigen können. O mein Gott, ſo wenig die Sterne am Himmel, der Sand in der Wüſte, die Tropfen im Meere zu zählen ſind: ſo wenig kann ich auch die Wohlthaten namhaft machen, welche ich Zeit meines Lebens und auch dieſe Woche von dir enpfengen neiner S wun mir, Ach la ales ungö ferecht uu Jurct. eundlic dagegen d Ungerechti gwietracht Pihe dit heute von i wartet, nir öttliches Viſ vergeſſen, di z ſind. Erhal nmenden Nu uns vor de uns in deinen ne Gnade eine men. K. Staiger nabend. n Ende mit n. lhat, und ich d tt! Dieſes ſi der Woce nich haſt gie Leib und E 1 eedecket ha ben beunrui g die Stenet * Sontabend. 69 empfangen habe. Du biſt dieſe Nacht nicht von meiner Seite gewichen und haſt alles Ungemach von mir abgewendet.„ Ach laß mich dieſen Tag unter Verleugnung alles ungöttlichen Weſens und der weltlichen Lüſte gerecht und gottſelig leben in deiner heiligen Furcht. Laß mich anziehen herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Sanftmut, Demut und Geduld, dagegen den alten Menſchen mit ſeinen Werken, Ungerechtigkeit, Falſchheit, Lügen, Zorn, Zank, Zwietracht, Uneinigkeit und Bosheit ausziehen. Weihe dir mein Herz zu einem Tempel, damit heute von mir nichts geredet oder gethan werde, was dir zuwider ſein könnte. Mein Jeſu, der du biſt der Anfang und das Ende, ich habe nun abermals durch deine Gnade das Ende einer Woche erlebt: laß mich wohl be⸗ denken, daß einmal die letzte Woche und der letzte Tag meines Lebens kommen werde, und laß mich alle Wochen und Tage von Anfang bis zu Ende ſo durchleben, daß ich in den letzten Stunden mich nicht ſchämen oder beklagen dürfe, daß ich gelebt habe. Behüte nun heute meinen Ausgang und Eingang, ſegne meine Arbeit, ſtehe mir in allen Fällen bei, und richte all mein Beginnen und Trachten nach deinem Willen; tilge durch dein Blut meine Sünden, und laß mich die künf⸗ tige Woche behutſamer, frömmer, aufrichtiger und dir wohlgefälliger werden. Amen. J. F. Stark. —.—— 70 Zweite Woche. Abendgebet am Sonnabend Danket dem Herrn, denn er iſt freundlich und ſeine Güte währet ewiglich. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden und alle ſeine löblichen Werke preiſen? Pſ. 106, 1. 2. Ich danke dir auch von ganzem Herzen; ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich und auch jetzt am Ende dieſer Woche loben und deinen Namen verherrlichen. Denn wer bin ich, Herr, und was iſt mein Haus, daß du mich bis hieher gebracht haſt? O du haſt dieſe ganze Woche über nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meinen Miſſethaten. Du haſt mir Leben und Wohlthat erzeiget und durch dein Aufſehen haſt du meinen Odem bewahret. Ich bin am Tage unter deinem Schirme geſeſſen, du Höchſter, und in der Nacht durfte ichruhen unter deinem Schatten, Allmächtiger! Warum ſollte ich nicht am Ende dieſes Tages und dieſer Woche von ganzem Herzen zu dir ſprechen: Meine Zuverſicht und meine Burg! O— wohl ein treuer Gott, auf den ich hoffe, auf den ich mich in völligem Glauben ſtütze. Denn du haſt mich und mein Haus dieſe ganze Woche vor ſo mancherlei Unfall in Gnaden bewahret. Wie viel, wie reichlich haſt du mir täglich ver⸗ geben. Wie herzlich haſt du dich meiner Seele angenommen, daß ſie nicht verderbe. Und ob du ns auch türtigke den Tod ſigafen, ales erke greiſend und leib ſhüttet, drübſale nit um welche ic vder mi gott, ein Slhnes, igen Ge neine vi nirdieſe lſen, al bornung tledigt ſglichen t nicht doche a bnnte. Arnes en L drito J dieſe uuerich ludt. R bend undlich und ſi e großen Thu löblichen Lat em Herzen, i du König m viglich. Ichui de dieſer Aah chen. Demn —Haus, daßd O du hatt di gehandeltm vergolten mi mir Leben u in Aufſehen ſi h bin an à du Höchſter,w deinem Schat nicht an h n ganzem hen uf den ih li ben ſtüße. de ieſe ganzeb naden beuit mir täglih! ich meiner d erbe. Und und meine du Sonnabend. 71 uns auch gezüchtiget und mit Leiden und Wider⸗ wärtigkeiten heimgeſucht, ſo haſt du uns doch nicht dem Tode übergeben, ſondern es iſt uns zu Nutz ge⸗ ſchaffen, daß wir deine Heiligung erlangen. Dies alles erkennet meine Seele wohl und meine Lippen preiſen dich, daß du uns bisher mit geiſtlichem und leiblichem Segen in reichem Maße über— ſchüttet, auch uns in und durch ſo mancherlei Trübſale viel Gutes erwieſen haſt. Ach, vergieb mir um Jeſu Chriſti willen alle meine Sünden, welche ich wider dich, wider meinen Nächſten und wider mich ſelbſt begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut Jeſu, deines Sohnes, und einen neuen Geiſt durch deinen hei⸗ ligen Geiſt. Und gleichwie du mir aus Gnaden meine vielen Uebertretungen erläſſeſt, welche ich mir dieſe Woche hindurch habe zu Schulden kommen laſſen, alſo neige auch mein Herz durch deine Er⸗ barmungen zur Erbarmung gegen alle, die mich beleidigt haben, damit ich auch von Herzen einem jeglichen ſeine Fehler vergebe. Ich weiß ja nicht, ob nicht in dieſer Nacht mit dem Ende dieſer Woche auch das Ende meines Lebens einbrechen könnte. Darum laß mich nicht in der Sünde des Zornes und der Unverſöhnlichkeit, noch ſonſt in einem Laſter ſterben oder verderben, ſondern in Chriſto Jeſu, meinem Heilande, erfunden werden. In dieſem tröſte ich mich: Du Herr, biſt meine Zuverſicht, und, du Höchſter, biſt ſtets meine Zu⸗ flucht. Nur bereite mich, die Meinigen und alle, 79 Drute Woche. die nach dir fragen und das Heil von dir lieb haben, durch deine Kraft, daß ein jeder da⸗ W zerk, das du ihm befohlen haſt, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende ſeines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende unſres Lebens, es komme heute oder morgen, eine Befreiung von dem Dienſte des vergänglichen Weſens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt ſei. Das thue, lieber Vater, um Jeſu Chriſti, deines lieben Sohnes, unſres Herrn und Heilandes willen. Amen. M. Joh. Chr. Storr. Drirre Woche. Morgengebet am Sonntag. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken um deiner Güte und Treue; denn du haſt deinen Nahi nen über alles herrlich gemacht durch dein Wort. Pſ. 2. Gott, unſer Ae Mit Freude und Dank erſcheinen wir jetzt vor deinem Angeſichte und freuen uns des Lebens, welches du uns neu ge⸗ ſchenkt, ſowie aller Wohlthaten, die wir von dir empfangen haben. Wir danken dir für den Schutz, den du uns in der verfloſſenen Nacht haſt ange⸗ deihen laſſen, für die Ruhe, durch welche unſer Körper erquickt worden iſt, und für den Sonntag, welchen du uns heute wieder erleben läſſeſt. R zu erken Gläte d tedt u 5 din; ſ Mache rzen, d beſſetund näͤgen. S ds Sege wenn wir langt ſein anbeten,d Aleu dahe deir baige iitte ſe ligkeit ſat te vie ai di eeil von di zein jeder ait, von di de ſeines da damit das eh der morgen i es vergäng üh errlichen Frat lt ſei. Das i, deines li deilandes vide Joh. Chr. Sun fe. onntag. iligen Teupel n te und Treueri rrlich gemachd Freude und A u Angeſicte 3 du uns ne „die wir dan vir für denet Nacht haſt u urch welchen für den Sun⸗ erleben läſſ Sonntag. 73 Laß uns den heutigen Tag dazu gebrauchen, zu erkennen und zu thun, was zu unſrem wahren Glücke dient. Dein Geiſt mache uns tüchtig, dir recht wohlgefällig zu dienen und dein Wort an⸗ dächtig zu betrachten. Wenn wir dich öffentlich mit unſern Brüdern anbeten, ſo gieb uns eine lebendige Empfindung deiner Allgegenwart, deiner Güte und Heiligkeit, damit wir dich im Geiſte und in der Wahrheit anbeten. Wenn wir dir und deinem Sohne Jeſu Chriſto Loblieder ſingen, ſo laß es mit Andacht und Inbrunſt geſchehen. Wenn wir öffentlich oder in der Einſamkeit zu dir beten, ſo laß unſer Herz ganz zu dir gerichtet und mit Glauben und Liebe erfüllet ſein. Wenn wir dein Wort betrachten oder verkündigen hören, ſo mache es durch deinen Geiſt kräftig in unſrem Herzen, damit wir erleuchtet und überzeugt, ge— beſſert und geſtärkt, ermuntert und getröſtet werden mögen. So laß dieſen Tag für uns einen Tag des Segens ſein, deſſen wir uns einſt erfreuen, wenn wir zu der Verſammluug deiner Kinder ge⸗ langt ſein werden, die dich, den Dreieinigen, ewig anbeten, dir ewig in Heiligkeit und Unſchuld dienen. Alle unſre Mitchriſten empfehlen wir an dieſem Tage deinem Segen und deiner Gnade, barm⸗ herziger Vater! Erbarme dich der Verirrten und führe ſie auf den Weg der Wahrheit und der Seligkeit. Bekehre die Laſterhaften und gieb, daß heute viele durch dein Wort gewonnen werden. Stärke die Schwachen im Glauben, damit ſie a Dritte Woche. immer vollkommener, immer feſter in der Erkennt⸗ nis Jeſu Chriſti und im Gehorſam gegen dich werden möchten. Gieb heute allen Traurigen Troſt und Freude, allen Kranken Erquickung und Hoffnung. Sorge väterlich für die Bedürfniſſe aller deiner Kinder und deines ganzen Reiches. Laß die Erkenntnis deiner Wahrheit und die Liebe zu dir und zu allen Menſchen von Tag zu Tag unter uns zunehmen, auf daß alle Lande deiner Ehre voll werden und Friede auf Erden wohnen möge. Amen. Chriſtoph Chriſtian Sturm. Abendgebet am Sonntag. Dein Wort iſt meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Pſ. 119, 105. O du lebendiger, allmächtiger Gott! Wie un⸗ begreiflich ſind deine Werke, wie unausſprechlich iſt deine Güte, welche du den Menſchenkindern erzeigeſt. Wir können von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit ſagen, indem du den vergangenen Tag uns viel Gutes an Leib und Seele erwieſen haſt. Du haſt unſre Seele geſpeiſet mit dem Brote des Lebens und uns aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort iſt unſrem Munde ſüßer geweſen, denn Honig und Honigſeim. Laß es als heiligen Samen in uns aufgehen, deſſen Früchte in unſerem Leben, in der Frömmigkeit, in der Gottesfurcht, in dem Abſterben der Welt und in der heiligen Hingebung ittvon! linurchei dir darna iirich dubit he n Kiblie lbend err jernherzi ſh nun u u,Hüt undſchließ dict nur doben mitt du, 9 wem ſolle Gutes an de neuen ins eine: 10 dir V A gärrc ſaxngene er in der Eiie rſam gegen allen Traung n Erauicungt r die Vedurf ganzen gte heit und deg von Tag zun alle Lande de nuf Erden vuh Chriſtian Sum onntag. keuchte und eug er Gott! Wen ſjie unausſpret Menſchente de und Vahte ſagen, ide el Gutes a haſt unſu? bens und wit ken gegeben, er geweſen, als heilignér in unſerente ottesfurch zeiligen Lu Sonntag. 75 an dich ſich erweiſen mögen. Verzeihe, wenn wir dir heute nicht mit ſolchem Eifer gedient, wie wir billig geſollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von uns. Laß dein Wort unſer ganzes Leben hindurch ein Licht auf unſern Wegen bleiben, damit wir darnach unſern Gang richten, dann werden wir nicht ſtraucheln, noch aus deiner Gnade fallen. Du biſt heute unſer Erretter, unſer Beiſtand auch im Leiblichen geweſen, ſo daß wir geſund dieſen Abend erreicht haben. Wir ſind nicht wert aller Barmherzigkeit, die du an uns gethan haſt. Wenn ſich nun unſre Glieder zur Ruhe legen, ſo ſtehe du, o Hüter, an unſrer Seite; habe acht auf uns und ſchließe uns in deinen Schutz. Laß das beſtändige Licht nur in dir ſein und uns keine Gemeinſchaft haben mit den unfruchtbaren Werkender Finſternis. Du, Herr, biſt unſer Licht und unſer Heil, vor wem ſollten wir uns fürchten? Du, Herr, biſt unſres Lebens Kraft, vor wem ſollte uns grauen? Wende Feuer⸗ und Waſſersnot, ſowie alles Un⸗ glück von uns ab und laß allen Betrübten, Kranken und Sterbenden deine Gnade zufließen, ſo wird morgen früh unſer aller Mund deines Ruhmes voll ſein und wir wollen erzählen, was du uns Gutes an Leib und Seele gethan haſt. Laß in der neuen Woche alles neu an uns ſein, ſchenke uns eine neue Liebe und ein neues Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen. Laß uns die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit 76 Dritte Woche. jedermann erkenne, daß wir den Sonntag nicht vergebens hingebracht haben. Hilf uns fleißig erwägen, daß wir eine unſterbliche Seele haben, damit wir mehr um die Seele, als um den Leib bekümmert ſeien. Wenn wir uns jetzt nach unſrer Ruheſtätte umſehen, ſo erinnern wir uns, o Gott, an unſre Grabesſtätte, darin wir einſt ruhen wer⸗ den, bis du uns an dem frohen jüngſten Tage durch Jeſum Chriſtum zum ewigen Leben erwecken wirſt. Zu dieſer Ruhe, die du deinem Volke be⸗ reitet haſt, wolleſt du uns vollbereiten, ſtärken, kräftigen und gründen um deiner Gnade willen. Amen. J. F. Stark. Morgengebet am Montag. Ich muß wirken, ſo lange es Tag iſt; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Joh. 9, 4. Guter, gnädiger Gott! Wir ſagen dir den innigſten Dank unſeres Herzens für die Ruhe der Nacht, womit du uns erquickt und zu den Arbeiten des Tages geſtärkt haſt. Dieſer Morgen fordert uns wieder auf, die Arbeiten unſres Berufes an⸗ zufangen und zu wirken, ſo lange unſer Erden⸗ tag währet. Heilig ſei uns dein Wille, teuer die Pflicht, die uns obliegt, wichtig der Beruf, den du uns angewieſen haſt. Ehe wir unſre Geſchäfte beginnen, wollen wir dieſe ſtillen Augenblicke an— wenden, um an dich, unſern himmliſchen Vater, zu denken! Wir wollen das Vorbild unſres Er— fe der ſin Tag w Auner dare dher in un vir mi iitke, was Pbbriſte ict ryen ſolle enutlos! tüſen in u der vollbri dne neuen ſgritam, d en vor den murren Fus Chriſ ſbens erſe h uir ir wgeviſſe 5 4 „ als un da 1s jetzt nach w wir uns,d ir einſt ruhene den jüngſten à gen Leben eu⸗ deinem Vah llbereiten, ſit iner Gnaden J. en Montag. Tag iſt; es bun Joh. 9, 4 Lir ſagen di s für die Vie nd zu den Ai 1 d. ſer Morgenfe unſres Verie ange unſerl tenr 1 ein Wille, tn tig der Jei 69 wir unſre be len Augenlltt himmliſcet Vorbild mie 1 it Montag. 77 köſers, der zum Heile der Welt wirkte, ſo lange ſein Tag währte, uns recht einprägen, damit wir immer darauf bedacht ſein mögen, mit redlichem Eifer in unſrem Berufe deinen Willen zu thun. Ja, wir müſſen wirken, o Gott, und wir wollen wirken, was du uns aufgetragen haſt; wir wollen als Chriſten dulden, was du uns auferlegſt und nicht murren, wenn wir des Tages Laſt und Hitze tragen ſollen. Und wenn es uns ſchwer wird und uns mutlos die Hände ſinken, und wenn wir klagen müſſen in unſrem Herzen: Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht, ſo gieb uns neuen Mut und laß uns außblicken auf Jeſum Chriſtum, der da ſpricht: Laſſet euer Licht leuch⸗ ten vor den Leuten, daß ſie eure guten Werke ſehen und euren Vater im Himmel preiſen! Herr Jeſus Chriſtus, wie bald wird der Abend unſeres Lebens erſchienen ſein! Darum ſei du unſer Führer, bis unſer Tag ſich neigt. Laß nicht zu, daß wir irgend eine Aufgabe leichtſinnig auf die ungewiſſe Zukunft verſchieben. Kurz iſt die Zeit der Ausſaat; lehre du ſie uns treu benützen für die ewige Ernte. Führe du uns zum Vater, da⸗ mit wir Gnade und Ruhe für unſre Seele finden 7 wenn die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Amen. Samuel Baur. 78 Dritte Woche. Abendgebet am Montag. Ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Pſ. 39, 13. Deine Pilger ſind wir, o Gott, du willſt es und haſt es alſo geordnet, daß die Dinge um uns her ſich in unaufhörlichem Wechſel bewegen, daß auch in unſrem Inneren Gefühle, Gedanken und Entwürfe vorüberrauſchen und daß der Tod, die größte aller Veränderungen, die Reihe der⸗ ſelben beſchließe. Aber du haſt uns nicht dem Gefühle dieſer Vergänglichkeit, nicht derniederſchlagenden Trauer, nicht der Verachtung des Lebens, die daraus her⸗ vorgehen würden, überlaſſen. Offenbaret haſt du uns das ewig Beſtehende, nämlich dich ſelbſt und die Ratſchläge deiner Liebe und Weisheit. Be⸗ rufen haſt du uns zu einem Streben, das Jugend und Alter, Zeit und Ewigkeit verbindet und das, weil es auf die Aehnlichkeit mit dir, dem unend⸗ lich Vollkommenen, gerichtet iſt, auch niemals auf⸗ hören kann. Und dereinſt ſollen wir, wenn wir hier nach Heiligung rangen, die Gemeinſchaft mit dir, heiliger Vater, genießen und in deine ewige Stadt, die auf einem unwandelbaren Grunde erbauet iſt, eingehen dürfen. So ſind wir denn auch deine Bürger, ſind es ſchon jetzt, ſobald wir das Unvergängliche, wie du uns dazu aufforderſt, ergreifen. Gieb denn, Gott, daß wir dich ſtets vor Augen haben, dich, den Unvergänglichen, ——— — — — — — — Montag. und dein Lun Gott, du ui daß die d 4 mn Wechſel he Gefühle, Gar n und uin dem G Gefü ffühle M Lſchlagendende ns, die daru O Offerbart th müih dih und Weishei. 13d Streben, das verbindet m 1 mit dir, denw ſt, auch niemile llen wit, wie ie Gemei duit und in deire andelbum d 1 hon est ſid ins dazu oufen daß wir ru n Unverginſ der da kommt, der Allmächtige. Dienstag. 79 wenn alles verſchwindet, dich, den Unmandelbaren, wenn die Bewegung der irdiſchen Dinge uns fortreißt. Gieb, daß wir jagen nach dem vorge— ſteckten Ziele, nach dem Kleinode, welches uns deine ſemmiliſche Berufung in Chriſ ſto Jeſu vor⸗ hält, und ſtärke uns Pilger, wenn wir ermüden, durch das Vorgefühl unſres Bürgerrechtes in deiner herrlichen Stadt, wo der Baum des Lebens ewig grünet und unvergängliche Früchte trägt. Amen. Dr. Franz T Theremin. Morgengebet am Dienstag. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, ſpricht der Herr, der da iſt, und der da war, und Offenb. 1, 8. Ewiger Gott, du urſprungsloſes und unver⸗ gängliches Licht, Schöpfer al ller Kreatur, du Quelle der Barmherzigkeit, du Meer der Güte, du un⸗ ergründliche Tiefe der Leutſeligkeit! Laß leuchten über uns das Licht deines Antlitzes, Herr! Scheine in unſre Herzen, du wahrhaftige Sonne der Ge⸗ rechtigkeit und erfülle mit deiner Lieblichkeit unſre Seelen. Lehre uns, allezeit an deine Gerichte denken und von ihnen reden und dich ohne Unterlaß als unſern Herrn und Wohlthäter bekennen. Richte nach deinem Willen die Werke unſrer Hände und leite uns auf rechtem Wege, damit wir thun mögen, was dir wohlgefällig und angenehm iſt, damit auch durch uns Unwürdige dein heiliger 81. 2 5 ESpo⸗ A—. 4 Dritte Woche. 80 Name verherrlicht werde, der Name des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geiſtes, dem allein gebühret Ruhm, Ehre und Anbetung in Ewigkeit! Amen. Baſilius. Abendgebet am Dienstag. Gott iſt der rechte Vater über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Eph. 3, 15. O allmächtiger, ewiger Gott, der du dich einen himmliſchen Vater unſer aller genannt haſt, auf daß wir deine himmliſchen Kinder ſein möchten, gieb, daß dein allerheiligſter Name durch Fröm⸗ migkeit des Sinnes und Wandels in uns ge⸗ heiliget werde. Schaffe, daß das Reich deiner Gnade und Barmherzigkeit in unſer Herz einziehe. Verleihe, daß wir deinem Willen gehorchen bis in den Tod, und Fleiſch, Welt und Hölle überwinden und eines Sinnes untereinander leben wie die himmliſchen Heerſcharen. Gieb uns, Herr, das tägliche Brot zur Nahrung des Leibes, gieb uns das Brot deines Wortes zur Speiſe unſrer Seelen. Hilf, daß wir unſern Feinden und Beleidigern freundlich begegnen und ihnen ihre Fehler gerne vergeben, damit auch du uns unſre Sünden ver⸗ zeihen mögeſt. Laß uns nicht in zu tiefe Anfech⸗ tung fallen und verderben, ſondern laß uns in aller Trübſal deinen weiſen väterlichen Willen erkennen. Endlich gieb, gütiger Vater, daß wir von allem Uebel des Leibes und der Seele durch —.—— — — —— — —— — =—₰,— — ame des Jag eiſtes, den u tung in Euint Vaſiin estag. les, was d ſi Eph. 3, 1. der du dich i genannt haie der ſein nihn ame dur zi dels in ung das Reich der iſer Herz äni jgehorchen lit Hölle übervin eer leben wien uns, Her, Leibes, gün iſe unſter eil⸗ und Belein ihre Fehler ſ iſre Sünden! mzu tiefe We dern laß u äterlichen R „Vater, di ) der Seckd deine Ohren zu unſren Gebeten. Mittwoch. 9 81 deine Gnade erlöſt, zum Erbteil des Himmels, das uns durch das Blut deines Sohnes erworben iſt, erhoben und in Gemeinſchaft der Engel der ewigen Freude teilhaftig werden, durch Jeſum Chriſtum, unſern Heiland, welchem ſamt dir und dem heiligen Geiſte ſei Lob, Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Savonarola Morgengebet am Mittwoch. Prüfet, was da ſei wohlgefällig dem Herrn. Eph. 5, 10. Wir danken dir, allmächtiger Vater, daß du uns in dieſer Nacht gnädiglich behütet haſt. Laß uns nun, gütiger Herr, den kommenden Tag ſo in deinem Dienſte vollbringen, wie es dir wohl⸗ gefällt. Gieb uns Demut, Weisheit und Geduld. Halte deine Augen offen über uns vom Aufgange des Lichtes bis zu deſſen Untergang und wende ſ Sende deine Engel zu unſrem Schutze, richte unſre Schritte auf den Weg des Friedens, damit wir ohne An⸗ ſtoß in deinen Geſetzen wandeln mögen durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum. O ewiger Gott, der du der alles durchdringende Geiſt biſt und auch unſre Herzen und Nieren er⸗ forſcheſt, lenke unſre Seelen alſo, daß wir deinen heiligen Willen allezeit erkennen und mit Freudig⸗ keit befolgen. Strafe uns, heiliger Herr Zebaoth, nach deiner Gerechtigkeit, wo wir fehlen, damit Alles mit Gott. 8 82— Dritte Woche. wir von den böſen Wegen umkehren und deiner Güte und Barmherzigkeit uns freuen dürfen, welche du denen erweiſeſt, die bußfertig und heilsbegierig niederfallen vor dem Gnadenſtuhl Jeſu Chriſti, welchem Ehre ſei von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Nach Alcuin. ——::V—B—— Abendgebet am WMittwoch. Fürchte dich nicht, glaube nur! Mark. 5, 36. Herr Gott, Regierer und Beſchützer aller Dinge, der du das Licht von der Finſternis geſchieden haſt, wir bitten dich inſtändig: Laß bei der Finſter⸗ nis der kommenden Nacht uns deine Rechte be⸗ decken, damit wir allzumal fröhlich die Morgen— röte wieder hervorbrechen ſehen. Die Nacht könnte uns wohl ſchrecken: aber du Herr, unſer Heiland, haſt geſagt: Fürchte dich nicht, glaube nur! So wollen wir uns auch in dieſer Nacht nicht fürchten vor böſen Menſchen und Unfällen aller Art, ſon⸗ dern wir glauben, daß du uns vor allem Unge⸗ mach bewahren kannſt und wirſt. Ach Herr, ſtärke uns dieſen Glauben, ſo kann uns kein Uebel widerfahren, ob tauſend zur Rechten und zehn⸗ tauſend zur Linken fallen. Aber laß uns nicht ſicher werden und nicht vertrauen auf Menſchen⸗ Schutz und Wehr, ſonſt müßteſt du ja unſern weltlichen Sinn und Hochmut ſtrafen und unſre Schwachheit und Unmacht uns zu fühlen geben. Laß uns jede, auch die kleinſte Not, die uns bei dgung d wit uns zns deine dah dder äͤrr in d dgen, d nhiet i 1 Das iſt Ilnc in dinn ſt 6, de dn Leg diin lie fäint. dilen de en Wert ——= —— — — — — —— —— —— — —e — — — — — — — — — — — = —— — — — — — — — — — — — — — — ehren und dn nen dürfen,n und heilsbege uhl Jeſu oin Ewigkeit n Nach Ali ittwoch. Mark. 5, 3. chützer allr di iſternis geſtin aß bei der ſin 3 deine Rechen hhlich die Non Die Nachtu err, unſer helr „, glaube muli Kacht nicht ſi llen aller Atſ ¹s vor allem 6 1 ſt. Ach Hernſſ ¹ uns kein Rechten un lber laß unn wen auf Mit zteſt du jtu V s zu fühlet e Not, d Donnerstag. 83 Tag oder des Nachts nahe tritt, als eine Züch⸗ tigung deiner väterlichen Hand erkennen, auf daß wir uns alles zum Beſten dienen laſſen. Gieb uns deinen Frieden vom Himmel, o Herr, damit wir in dieſem ſchlafen und mit Chriſto erwachen mögen, der mit dir und dem heiligen Geiſte regieret in Ewigkeit! Amen. A. Pregizer. Morgengebet am Donnerstag. Das iſt der Wille Gottes, eure Heiligung. 1. Theſſ. 4,3. Allmächtiger Gott! Dein Wille geſchehe wie im Himmel, alſo auch auf Erden. Dein Wille iſt es, daß wir ſchwache und arme Menſchen auf dem Wege deiner Gebote zu dir wandeln ſollen. Dein lieber Sohn, unſer Herr und Heiland, hat — geſagt: Meine Speiſe iſt die, daß ich thue den Willen deſſen, der mich geſandt hat, und vollende ſein Werk. Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht daß ich meinen Willen thue, ſondern den Willen des Vaters, der mich geſandt hat. Und deinen heiligen Engeln iſt es Freude und Selig— keit, dir nach deinem Willen im Himmel zu dienen und deine Befehle auszurichten. Alſo ge⸗ ſchehe auch auf Erden dein Wille. Aber wie mag das geſchehen, wenn du uns nicht regiereſt und leiteſt? Ach, lieber Vater, führe uns ſelber zu dir, überlaß uns nicht unſrem Rate, überlaß uns nicht unſrem Willen. Ziehe uns zu dir, wie du 6* 84 Dritte Woche. willſt, ſei es durch Unglück oder Glück, durch Engel oder Menſchen, durch das Gefühl deiner ſüßen Gnade oder deines gewaltigen Armes. Laß uns dazu die heiligen Ratſchlüſſe deiner Liebe erkennen, welche auf unſre Seligkeit hinzielen, damit wir allerwege ſprechen: Solches geſchieht auch vom Herrn Zebaoth, denn ſein Rat iſt wun⸗ derbar und führet es herrlich hinaus. Nun Herr, wir hoffen auf dich, du wirſt uns nicht umkommen laſſen, ſondern deinen Willen in uns und an uns hindurchführen. Amen. Nach Gerſon. Abendgebet am Donnerstag. Was iſt der Menſch, daß du ſein gedenkeſt, und des Menſchen Kind, daß du dich ſein annimmſt? Pſ. 8, 5 Wie hätten wir es je verdienen können, daß du, o Gott, uns deine Gnade gewähreſt, und wie dürften wir klagen, wenn du uns verließeſt; oder was könnten wir dir vorhalten, wenn du nicht erhörteſt, was wir bitten? Ach, wir ſind nichts und vermögen nichts; wir haben nichts Gutes aus uns ſelbſt; wir ſind ohnmächtig und ſtreben nach dem Nichtigen; und wenn du uns nicht unter⸗ ſtützeſt und innerlich ſtärkeſt, ſo werden wir durch⸗ aus lau und zuchtlos werden. Du aber, o Herr, biſt immer derſelbe und bleibeſt in Ewigkeit alle⸗ zeit gut, gerecht und heilig: Du macheſt alles wohl und ordneſt alles mit Weisheit. Wir aber beharren nicht, ſondern ſind veränderlich wie die — — — — — nade ern —— — — — — *— — — oder Glüt 1 das Gefühl ltigen Armes hlüſſe deiner g Seligkeit hini Solches gich ſein Rat iin zinaus. Nu as nicht umtene n in uns m. Nach Gan innerstag. ein gedenteſ u 1 annimmſt? M. dienen können gewähreſt me ten, wenn d * lch, wir ſin mächtig un o werden ui R Weisheit. d 41 8 6 47 veränderlil 3 haben nictz 1 n du unsritte uns verließet 1 Freitag. 85 Zeit, und es wird nur beſſer, wenn es dir gefällt, uns deine helfende Hand zu reichen. Du allein kannſt helfen ohne menſchlichen Beiſtand und uns ſo ſehr befeſtigen, daß unſre Augen ſich nicht mehr wenden, ſondern allein zu dir blicken und in dir ruhen. O hätten wir doch gelernt, auf menſchlichen Troſt zu verzichten und dich allein zu ſuchen, dann könnten wir zuverſichtlicher deine Gnade erwarten, dann würden wir bald deine Tröſtung in neuem Maße und mit heiliger Freude genießen! Dank ſei dir, von dem alles kommt, ſo oft uns etwas Gutes zu teil wird. Deiner wollen wir uns rühmen und in deinem Namen uns freuen. Denn was könnten wir von uns rühmen, da wir ſo leer, unſtät und ſchwach ſind? Dein Name werde gelobet und nicht der unſrige; — dein Werk werde geprieſen und nicht, was wir vollbringen. Denn aller menſchliche Ruhm, alle zeitliche Ehre, alle weltliche Hoheit, was ſind ſie gegen deine ewige Herrlichkeit anders, als Eitel⸗ keit und Thorheit? O ewige Wahrheit, unendliche Liebe, Herr, du unſer Gott! Dir allein ſei Ehre, Lob und Ruhm! Amen. Thomas a Kempis. Morgengebet am Freitag. Ziehet den neuen Menſchen an, der nach Gott ge⸗ ſchaffen iſt in rechtſchaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Eph. 4, 24. Gott, deſſen Güte und Treue alle Morgen neu wird, erhöre mein Gebet und gieb mir nach 86 Dritte Woche. deinem gnädigen Willen alles, was ich heute in meinem Chriſtentum haben ſoll und in meinem zeitlichen Leben bedarf. Erneure mit dem angehen⸗ den Tage mein Leben, ermuntre meine Augen, erleuchte meinen Verſtand, ſtärke meine Kräfte, erhalte mir die Geſundheit, und mache mich ge— ſchickt zu thun, was mir befohlen und dir ſelber gefällig iſt. Laß mit dem Lichte dieſer Welt auch das Licht deiner Erkenntnis in mir wieder auf⸗ gehen. Deine Gnade befruchte mich wie ein Morgen⸗ tau. Hilf, daß ich mit reinen Kleidern auch von neuem anziehe den Herrn Jeſum Chriſt, und alſo, als ein Kind des Lichts, den ganzen Tag über in Gedanken, Worten und Werken gegen dich und die Menſchen gottesfürchtig, ehrbar, gerecht, treu, beſcheiden, nüchtern und mäßig erfunden werde. O Herr Jeſu, ich will heute alles in deinem Namen thun! Verleihe mir dazu einen fröhlichen Anfang, einen ungehinderten Fortgang und ein glückliches Ende. Gieb, daß ich meines Berufes treulich warte, alle Stunden des Tages recht ein⸗ teile und nützlich gebrauche. Zeige mir ſelbſt die Gelegenheit, in allen Dingen auch heute etwas zu thun, wodurch deine Ehre vermehrt, meinen Nebenmenſchen gedient, mir ſelbſt aber und den Meinigen geholfen werden möge. Gieb mir heute mein täglich Brot; entferne alle Gefahren; er⸗ leichtere, was du mir auflegſt, und ſchaffe, daß ich des Tages Laſt und Hitze mit Geduld ertraze. Dazu, o du heiliger, dreieiniger Gott, ergebe und —— — — — —= — —— 4— — — — — — — 2 —— „Was ich hen l und in nii emit dem mni atre meine irke meine u und mache rit, len und dirſ te dieſer Van tt ich wieein Non Kleidern au m Chriſt, ud ganzen Tai ig erfunden we alles in di zu einen früht⸗ Fortgang ud⸗ ch meines Am es Tagest Zeige mir ſalh auch heute 96 vermehrt m elbſt aber w ge. Gieb unt alle Gefabe che — — Freitag. 87 überlaſſe ich dir dieſen ganzen Tag meine Seele und meinen Leib, mein Hab und Gut, mein Denken und Wollen, mein Reden und Thun. Begleite mich mit deinen heiligen Engeln, und laß mich vom Morgen bis an den Abend dir immer be⸗ fohlen ſein. Die Allmacht des Vaters beſchütze mich, die Weisheit des Sohnes regiere mich, die Kraft des heiligen Geiſtes erhalte mich. Der Herr ſegne und behüte mich; der Herr laſſe leuchten ſein Ange⸗ ſicht über mich und ſei mir gnädig; der Herr erhebe ſein Angeſicht auf mich und gebe mir ſeinen Frie⸗ den, heute und in Ewigkeit! Amen. K. Neumann. Abendgebet am Freitag. Eure Traurigkeit ſoll in Freude verkehret werden. Joh. 16, 20. Herr Jeſu! Du allein biſt der Urſprung wahrer Freude. Alle andere Freude iſt Eitelkeit, Schatten⸗ werk, und ergötzt nimmermehr unſern unſterb⸗ lichen Geiſt. Wenn wir uns in dir und über dir freuen können, ſo iſt das etwas, und wir dürfen es eine wirkliche Freude nennen. Du ſiehſt ja, Herr Jeſu, wie gerne ſich das menſchliche Herz freuet, und wie es ſo ungern an das Trauern geht. Aber du betrübſt die Menſchen und machſt ſie traurig, ehe du ſie tröſteſt und erfreueſt. Da⸗ rum, wer unter uns noch nicht göttlich betrübt worden, wem ſeine Sünden noch nicht angſt und bange gemacht haben, den führe doch recht hinein 88 Dritte Woche. in das Gefühl ſeiner geiſtlichen Armut. Laß den Schrecken des Geſetes und die Furcht vor deinem gerechten Zorne auf ihn fallen, wirke in ihm eine Traurigkeit zur Seligkeit, die niemand gereuet, und lege dadurch einen dauerhaften Grund zur beſtändigen Freude. Wenn wir aber in der Buße zu arbeiten angefangen haben, wenn wir über unſre Sünden uns recht bekümmert haben und mit zerſchlagenem Geiſt nach deinem Troſt uns ſehnen, ſo laß uns deine Gnadenſonne wieder leuchten. Erfreue uns wieder, nachdem du uns lange betrübt haſt, zeige uns dein freundliches Angeſicht und überzeuge uns, wie hohe Urſache wir haben, uns über dich als unſern Heiland und Erlöſer zu freuen. Treuer Heiland, wirke auch in dieſer Abendſtunde eine göttliche Traurigkeit in uns und laß uns das Zeugnis deiner Gnade erfahren, auf daß wir in Friede und Freude jetzt einſchlafen und dereinſt ins ewige Leben eingehen dürfen. Amen. Nach G. K. Rieger. Morgengebet am Sonnabend. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Pſ. 103, 1. 2. Herr, wir ſind zu geringe aller Wohlthaten, die du an uns gethan haſt. Wunderbar ſind deine Werke und wahrhaft ſind deine Verheißungen; gerecht ſind deine Strafen und gnädig dei ne Aruultt. Laj zurcht vor di wirke in ihn t niemand geu aften Grund aber in der g wenn wirü nmert haben u einem Toſn adenſonne wi nachdem dun dein freundit 6 1 wie hohe Uii ſern Heiland iland, virkea ttliche Trauri nnis deiner Gu ze und Fraudeſ⸗ zze Leben eingi ach G. K. Rän unnabend. Sund was in nit eern, meine S 1 1 zan hat. N0 Haller Wallhe Wundera ſ * ine Verhei 1- 2 8 und gnöd Sonnabend. 89 Züchtigungen; treu biſt du in deinen Zuſagen, und deine Liebe iſt über alles, denn ſie iſt höher als der Himmel und tiefer als das Meer. Wir ſind deine Geſchöpfe und deine Kinder, du biſt unſer Schöpfer und Vater, wir ſind deine Diener und Schuldner und du biſt unſer Herr und Wohl⸗ thäter. Darum ſei gelobet, Gott, himmliſcher Vater, daß du uns ans Licht gerufen und zu deinem Ebenbild gemacht und uns eine vernünf⸗ tige Seele gegeben haſt; ſei geprieſen, daß du uns im Schoße der Kirche Chriſti haſt laſſen ge⸗ boren werden, daß du dich auch unſer erbarmet, uns deinen Sohn geſchenket, und ihn auch für uns zu einem Fürſprecher und Erlöſer, Heiland und Mittler gemacht haſt. O wie herrlich iſt ſein Evangelium, wie tröſtlich ſind ſeine Zuſagen, wie köſtlich iſt ſeine Erlöſung, wie kräftig iſt ſein Leiden und Sterben! O ſei gelobet in Ewigkeit, daß du uns arme, verderbte Menſchen aus unſrem Elende geriſſen, durch das Wort des Evangeliums uns berufen, unſre finſtere Seele erleuchtet, unſre verlornen Kräfte erneuert, und uns zu Erben des ewigen Lebens gemacht haſt. O Gott, wie viel ſind wir dir ſchuldig! Wie haſt du uns von unſrer Kindheit an bis auf dieſen Tag mächtig erhalten, väterlich verſorgt und wunderbar geführt! Aus mancher Not haſt du uns errettet, vor man⸗ chem Unglücke behütet, in manchem Kummer ge⸗ tröſtet. Als wir krank waren, haſt du uns geneſen laſſen; als wir irrten, haſt du uns zurecht ge⸗ 90 Dritte Woche. holfen; als wir ſündigten, haſt du Geduld mit uns gehabt; unſre Buße haſt du angenommen, unſer Gebet erhört, unſre Arbeit geſegnet. Immer⸗ dar haſt du uns das tägliche Brot beſcheret und uns erfreuet, und auch im Alter wirſt du dich unſer annehmen. Habe Dank für dieſe Gaben deiner Güte, für Freunde und Geliebte, die du uns gegeben; für den Stand, den du uns ange⸗ wieſen; für jedes Gute, das du durch uns ge⸗ ſchehen ließeſt; habe Dank auch für dieſen Tag, den du uns wieder ſchenkeſt, für die Ruhe der ver⸗ gangenen Nacht und für das geſunde Leben, mit welchem du uns erwachen ließeſt. O wie viele Menſchen ſind in dieſer Stunde hier und anderswo arm und elend, verlaſſen und tief betrübt! Laß dein Angeſicht über alle leuchten, die dich in ihrer Not anrufen und ſegne ſie nach deiner Güte; uns aber laß allezeit erkennen, wie du zu rühmen und zu loben biſt, und unſre Seele möge nicht müde werden, dich zu preiſen und dir zu danken, Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt. Amen. K. Neumann. Abendgebet am Sonnabend. In Jeſu Chriſto haben wir die Erlöſung durch ſein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden nach dem Reich⸗ tum ſeiner Gnade. Eph. 1, 7. Dir nahen wir uns, o barmherziger Gott und Vater, am Ende dieſes Tages und dieſer Woche, und bitten dich, du wolleſt uns alle unſre Sün⸗ — —— —— —= — — — — — —— —— -— — — — — — ——— — — — ——— ————.— S ———— —————— —— ———— b Geduld enngemm 1 geſen egnet. für dieſe ga Geliebte b u durch um un dieſen T Tan ie Ruhe dr ſunde dhsn 1 jeeſt. O wie n ier idae dr betrübt! Laßi dich in ihre oſcr uns A rühn 1 m. ſich! nüde wen ken, Gott La In. K. Manan nabend. Erlöſung duchi den nach demt jerzi igerſbi und die rfd alle unfte Jeſum Chriſtum, Sonnabend. 91 den vergeben und unſre Seelen durch das Blut Jeſu reinigen, um in deinem Frieden einſchlafen und mit deinem Willen die neue Woche mit fröhlichem Herzen antreten zu können. Unſer Leben iſt voller Fehler und Gebrechen, auch unſre beſten Werke ſind mangelhaft vor dir. Vieles, was wir gedacht, geredet und gethan haben, war böſe und ſündhaft. Und doch kennen wir uns ſelber nicht ganz; du aber, o Gott, kenneſt uns und unſer Leben vollkommen. Wie arm und elend, wie un— rein und gebrechlich müſſen wir vor deinen Augen ſein! Und doch biſt du barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, und läſſeſt uns deſſen froh werden, daß wir einen Fur ſprecher ber dir haben, nämlich h deinen Sohn, der gerecht und der die Ver⸗ ſöhnung für unſre und der ganzen Welt Sünde geworden iſt. Im Namen deines Sohnes bitten wir dich, o himmliſcher Vater, um Vergebung unſrer Sünden und um die Heinigung unſrer Seele von jeder Sünde. Wir bitten dich aber ench, daß du unſre Herzen mit reiner Liebe er⸗ füllen und uns dadurch tüchtig machen wolleſt, dir anzuhängen und deine Gebote mit Freuden zu halten. Tilge in uns das Andenken an alle Beleidigungen, die uns widerfahren ſind. Laß keinen Haß und keine Rachgier in uns wurzeln. Lehre uns erkennen, wie klein und heilſam alles Leiden in der Welt ſei und wie uns auch der Nächſte nicht ohne deine heilige Zulaſſung belei⸗ 92 Vierte Woche. digen könne. Sollen wir des Leidens deines Sohnes, welches ja größtenteils auch von Menſchen herkam, teilhaftig ſein, ſo mache uns auch ſeiner Geduld, Sanftmut und Liebe teilhaftig. Und gleichwie er jetzt Freude die Fülle und liebliches Weſen zu deiner Rechten ewiglich genießt, alſo führe uns endlich auch in deine Ruhe und Freude ein. Amen. M. M. F. Roos. Vierte Woche. Morgengebet am Sonntag. Dies iſt der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen und fröhlich darinnen ſein. Pſ. 118, 24. Der heutige Tag iſt der Tag des Herrn; er hat ihn gemacht zu ſeiner Ehre, zu ſeinem Dienſte und zu unſrem Heil. Darum ſollſt du dich freuen, meine Seele: denn der Sonntag iſt dir gegeben zu deiner Erhebung und Erquickung, zu deiner Vereinigung mit Gott und zu deiner Stärkung. Du ſollſt ausruhen von allen weltlichen Sorgen, um in Gott zu ſuchen und zu finden, was du die künftige Woche hindurch zu deiner Erleuchtung und Stärkung, zu deinem Troſt und zu deiner Beruhigung, in allen Verhältniſſen und Umſtänden des menſchlichen Lebens nötig haſt. Am heutigen Tage ſpricht Gott an unſer Herz durch ſein Wort, damit er es an ſich ziehe und ihm ſeinen Frieden verleihe, den die Welt nicht geben kann. Es iſt din eitel verde d nit dir dvigixi 'Leidens di duch von M 5 ſe uns ußſ ſi teilha 9. N ül dewunn l lich geneſf Ruhe und ſu N. M. F. ku e onntag. eer macht; laßt Pſ. 118, 4 ag des Hern. zu ſeinem dir llſt du dihſen ag iſt dir gen geg ricckung, zu d deiner Stät veltlichen So finden, ww venerd Er daut Coſt und zi aW' dn und Un un MA haſt. Am ta M z durch ſäi 45 ſeine ſi 1 eben kam Sonntag. 93 der Tag, der uns nicht nur an unſre Erſchaffung und hohe Beſtimmung, ſondern auch an unſre Erlöſung durch Chriſ ſtum, an unſre Unſterblichkeit, an den jetzigen Zuſtand der Gnade und an den einſtigen Zuſtand der Verherrlichung oder unſrer Verwerſung lebhaft erinnern ſoll. Segne mir, Gott, dieſen heiligen Tag! Laß mich ihn nach deinen weiſen Abſichten benützen, um ſtets mehr los zu werden von den Banden dieſes irdiſchen Lebens; um mich abzuwenden von den eiteln und vergänglichen D Dingen dieſer Welt, und um mich inniger und feſter an dich anzu⸗ ſchließen, um dich anzubeten, um dich zu ehren und zu preiſen, und um mich durch dein Wort belehren und erbauen und durch deine Gnade mich ſtärken zu laſſen. Heilige du mich, o Herr, mein Gott und Vater, zu deiner Ehre und zur V Verherrlichung deines Namens. Laß mich ausruhen in deiner Wahrheit und in deiner Liebe; laß mich erkennen, wie wert und teuer ich dir geworden durch deinen Sohn, unſern Herrn Jeſum Chriſtum. Verleihe mir, daß ic heute im Glauben befeſ ſtigt, in der Hoffnung geſtärkt, in der Liebe entflammt, und dadurch über den Staub der Erde erhoben, des ewigen Lebens emnfinaticher und teilhaftiger werde durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum, der mit dir und dem heiligen Geiſt regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. J. M. Saliler. Vierte Woche. Abendgebet am Sonntag. Es iſt das Wohlgefallen geweſen, daß in Chriſto alle Fülle wohnen ſollte, und alles durch ihn verſöhnet würde zu ihm ſelbſt, es ſei auf Erden oder im Himmel, damit daß er Friede machte durch das Blut an ſeinem Kreuz durch ſich ſelbſt. Kol. 1, 19. 20. Dir, o mein Gott und mein Herr, gebühret Lob, Ehre und Dank, daß du dein väterliches Wohlgefa llen und deinen Ratſchluß zu unſrer Erlöſung durch die Predigt d deines Wortes uns offenbaren wollteſt. Wir waren weiland Finſter— nis und ſaßen in Finſternis und Schatten des Todes; du aber vertriebſt durch das helle Licht deines Evangeliums jene Finſternis. Mit dank⸗ barem Herzen verkündige ich nun die unendli e Wohlthat, daß es dir gefallen habe, durch das Wort des Evangeliums die reichen Gnadengüter deines Sohnes uns zu offenbaren. Wie lieblich ſind die Füße der Boten, welche die frohe Bot⸗ ſchaft bringen und Frieden verkünden. Dieſen Frieden im Gewiſſen, dies Heil für die Seele boteſt du uns auch heute durch dein Evangelium, und auch heute riefeſt du uns in das Reich deines Sohnes. In Irrtümer und Abwege war ich geraten, du aber riefſt mich durch dein Wort auf den rechten Weg zurück. Ich war unſelig, ich war verloren, du aber bieteſt mir an im Worte des Evangeliums die Wohlthaten Chriſti, in den Wohle die V pergeb und E barmen nag a den Re Erlöſu rar, l liuns. dr Gr ͤͤlſt ns im Leben. nach u ſclgt du uns nie oft datd nehmeſt uns no heii 35 dir di mnd bit ehh lten untag. daß in Chrih ihn verſöhnet un N 113 ½ det vvnr 1 9 n Herr gün ¹ dein väterle ines Wortes n weiland ziſ . ch das hele nun die urend i habe, dum ichen Gnadeni nren. Wie lit iche die fuher erkünden. M eil für des dein in Wort alf r unſelig an im La 11 Chriſtiei Sonntag. 95 Wohlthaten Chriſti deine Gnade, in deiner Gnade die Vergebung meiner Sünden, in der Sünden⸗ vergebung Gerechtigkeit, in der Gerechtigkeit Leben und Seligkeit. Wer mag die Tiefen deines Er⸗ barmens in Worten würdig darſtellen? Ja, wer mag ausdenken in ſeiner Seele die Größe und den Reichtum deiner Güte? Das Geheimnis unſrer Erlöſung, das von der Welt her verſchwiegen war, löſeſt du durch die Offenbarung des Evange⸗ liums. Gedanken des Friedens, welche du vor der Grundlegung der Welt über uns gefaßt, ent⸗ hüllſt du uns durch die Predigt des Wortes, das uns im finſtern Thale eine Leuchte iſt ins ewige Leben. Den ganzen Tag ſtreckſt du deine Arme nach uns aus; an die Thüre unſres Herzens ſchlägſt du täglich, und durch dein Wort ladeſt du uns alle zu dir, o gnadenvoller Jeſu! Ach, wie oft verdienen wir durch Verachtung und Un⸗ dank, daß du den Leuchter des Wortes von uns nehmeſt! Du aber bleibſt langmütig und erhältſt uns noch aus der Fülle deines Erbarmens dieſe heilige Beilage des Wortes, dieſes koſtbare Kleinod. Für dieſe Wohlthat ſagen wir dir ewiglich Dank, und bitten demütig, daß du ſie auch ferner uns erhalten wolleſt. Amen. D. Johann Gerhard. 96 Vierte Woche. Morgengebet am Montag. Laſſet uns opfern durch Chriſtum das Lobopfer Gott allezeit, das iſt die Frucht der Lippen, die ſeinen Namen bekennen. Ebr. 13, 15. Herr, himmliſcher Vater, ewiger Gott! Ge⸗ lobet ſei deine göttliche K raft und Allmacht, deine grundloſe Güte und Barmherzigkeit, deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieſer Nacht mit deiner Hand bedecket, und unter dem Schatten deiner Flügel haſt ſicher ruhen und ſchlafen laſſen, auch vor d böſen Feinde be⸗ vngde und ganz väterlich beſchirmet. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wun—⸗ der, die du an den Menſchenkindern thuſt, und will dich in der Gemeine preiſen. Meine Seele ſoll allezeit dich, meinen Herrn rühmen, und was in mir iſt, deinen heiligen Namen loben; ich will nimmermehr vergeſſen, was du mir Gutes gethan haſt. So laß dir nun gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfalt meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüt, du wolleſt mich heute dieſen Tag behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seele, und deinen Engeln über mir Befehl thun, daß ſie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgieb mich rings mit deinem Schilde und führe mich auf den Weg deiner Gebote, daß ich unſträflich wandle in deinem Dienſt, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlo Yerger fuit iberwa nit me nit de ſehme, dir gef Najeſt dfer, flig denſt l mie Sellen undver dären darauf d Albe Anen. pontag. das Lobohfer 1 ; die ſeinen Am. iger Gottl d Allmacht den keit, deine emn und unter icher ruhen m böſen Feinde! hirmet. Da » um deine ba ndern thuſ, u een. Meine ei rühmen, undn en loben; ihn mir Gutes git das Loboyfet dir des Nuu s bringe. Hemüt, du ul vor alle bii inen Engeli behüten aff ings nit an den Begd andle in w ges, zu w 1 6 I 6 Montag. 97 Wohlgefallen. Wehre dem böſen Feind und allen Aergerniſſen dieſer Welt; dazu ſteure meinem Fleiſch und Blut, daß ich nicht etwa, von ihnen überwältigt, gröblich wider dich handle und dich mit meinen Sünden erzürne. 1 laß mich dein Eigentum ſein, regiere mein Herz, Seele und Gemüt, daß ich nichts, denn dich, wiſſe und verſtehe. Herr, frühe wolleſt du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir ſchicken und darauf merken; frühe will ich dich loben, und des Abends nicht aufhören, durch Jeſum Chriſtum. Amen. Joh. Habermann. Abendgebet am Montag. Nun ihr ſeid von der Sünde frei nnd Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Röm. 6, 22. Mein Gott! Ich will mich dir hingeben, gieb mir den Mut dazu, ſtärke meinen ſchwachen Willen, der da ſeufzet nach dir. Ich ſtrecke den Arm zu dir aus, nimm mich an; ich habe nicht die Kraft, mich dir hinzugeben, ziehe mich durch die Freund⸗ Alles mit Gott. 7 98 Vierte Woche. lichkeit deines Antlitzes, reiß mich hin zu dir durch die Bande deiner L Liebe. Herr, wes ſollte ich ſein, wenn ich dein nicht bin? Welch eine barte Knechtſchaft, ein Knecht ſeiner ſelbſt und ſeiner Leidenſchaften zu ſein! Selig, wer die wahre Freiheit der Kinder Gottes gefunden hat, und wer ſie nicht mehr da ſucht, wo ſie nicht iſt; glücklich, wer in allen Dingen Gott dient, um ewig in ſeinem Dienſte ſtehen zu dürfen. Aber woher kommt es, o Herr, daß man ſich fürchtet, ſeine Ketten zu zerbrechen? Sind die vergänglichen Eitelkeiten beſſer, als deine ewige Wahrheit und als du ſelbſt? Kann man fürchten, ſich dir hinzugeben? Dies hieße ſein Glück fürch⸗ ten; es hieße fürchten, von Epomen auszuziehen, um in das Land der Verheißung einzugehen. Ich gebe mich nicht dir: du, du mein Gott, giebſt dich ganz mir. Welch eine Seligkeit, mit dir in der Einſamkeit zu ſein; nicht mehr zu hören und zu ſagen, was eitel und unnütz iſt, auf daß man dich höre! Du wirſt zu mir reden, o du Liebe meines Gottes; du wirſt mich unter⸗ weiſen und mein Herz abkehren von der Eitel⸗ keit und Lüge. Herr, wenn ich dein Joch bedenke, ſo dünkt es mir zu ſanft: und iſt dies denn das Kreuz, das ich als dein Nachfolger dir nachtragen ſoll? Haſt du keinen bittereren Leidenskelch, mich ihn bis auf die Hefe austrinken zu laſſen? Ich habe mich deiner unwert gemacht, aber du, o Liebe, ſchoneſt meiner Schwachheit. Lehre mich, 5 deunn wo ſie nich n tt dien n zu dürfe err, daß manii chen? Sid „als deine in ann man fürzze jſein Glückfin die al vißß 1 mwirf f ni it 1 en von der b dein Joch da d it dem lger dir natt — Al d 5 Dienstag. 99 den Welt⸗ und Sündendienſt fliehen und mich fürchten vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Herr Jeſu, der du gekommen biſt, die Werke des Teufels zu zerſtören, bilf du mir recht kämpfen, daß ich die Krone des Lebens um deiner Barmherzigkeit willen erlangen möge. Deinem Namen ſei Lob und Preis und An⸗ betung! Amen. Nach Fenelon. Morgengebet am Dienstag. Ein jeglicher ſei geſinnet wie Jeſus Chriſtus auch war. Phil. 2, 5. O du Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommenen Gaben! Dich flehen wir in dieſer Morgenf ſtunde an um alles Gute, auch um das, was wir nicht für gut erkennen, vornäm⸗ lie, aber um dich ſelbſt, als das ewige Gute. Wirke in uns den rechten Glauben allermeiſt, ſamt einer ungeheuchelten Bekehrung und Aen⸗ derung unſres Herzens und unſres ganzen Lebens. Durch den Glauben werde uns, o Gott, ein all⸗ mächtiger Schirm, ein gnädiger T Troſt, ein barm⸗ herziger Vater, eine feſte Hoffnung und ein ewiger Fels des Heils. Gieb uns deine ſüße Liebe alſo zu ſchmecken, daß wir dich wieder lieben, und dir aus Liebe, nicht aber aus Zwang gehorſ am, auch gegen alle Menſchen liebreich werden. Re⸗ giere unſre Gedanken, heilige unſern Willen, bewahre unſern Mund und unſre Sinnen in 7* 100 Vierte Woche. deiner heiligen Ehrfurcht. Stärke die lebendige Hoffnung auf die Zukunft deines Reiches in uns und gieb uns ſchon jetzt einen offenen Zugang zu dir im Gebet. Herr Jeſu, ſei und bleibe jetzt und immer— dar kraft deiner Erlöſung unſer Heiland. Mache uns nach deinem Bilde von Herzen ſanft und demütig, und laß uns dich und deine Liebe für und für im Gedächtnis behalten. Bleibe durch dein Leiden und Auferſtehen in der That ewig⸗ lich unſer Heil, Licht, Leben, Kraft, Ruhe, Zu⸗ flucht, Fürſprache und alles, was uns not iſt. Komm und regiere in uns wie ein König, lehre in uns wie ein Prophet, vertritt und bete in uns als unſer Hoheprieſter, und nimm uns alſo ganz ein, als das wahre Licht unſrer Seelen. O heiliger Geiſt, erleuchte uns allezeit in unſrer Finſternis, heilige uns in der Unreinig⸗ keit, ſtärke uns in der Schwachheit, tröſte uns im Trauern und belebe uns im Tode. Mache uns alle brünſtig im Geiſt, freudig in Hoffnung, geduldig in Trübſal, anhaltend im Gebet, ſanft— mütig in Widrigkeit, demütig in Schmach und Ehre. Werde unſer Rat im Zweifel, unſer Aus⸗ leger im Leſen deines Wortes, unſre Hilfe in NPöten, unſer Führer in Ungewißheit, unſer Leben im Sterben, ja unſer Wegweiſer und Begleiter ins rechte Vaterland. Amen. G. Arnold. ärke die lien nes Reiches in n offenen Ian e jetzt und inn ſer Heiland, Ne Herzen ſent nd deine Lih lten. Bleiben in der That a Kraft, Nuhe, was uns i 6 ertritt und be ind nimm unn ie ein Köri △ 9 ht unſrer Sale zte uns alle 1 3 in der Unra vachheit, trit im Tode. N reudig in dofe nd im Gebet ſe ig in Scmat: weifel, una! tes, unſte di 14 vißheit, win 4 eiſer und: 1 5 holdſelig ſein. Dienstag. 101 Abendgebet am Dienstag. Ich liege und ſchlaſe, und erwache; denn der Herr hält mich. Pſ. 3, 6. Herzlich, kindlich und mit demütig bewegter Seele, danke ich deinem Namen, o heiliger Herr und Gott, für alle die unverdienten Wohlthaten, welche du mir heute erwieſen haſt an Leib und Seele. Aber ich kann mich nicht zur Ruhe legen, du gewähreſt mir denn die gnädige Verheißung, welche du allen Kindern der Weisheit gegeben haſt in deinem Wort, da du ſprichſt:„Mein Kind, laß ſie nicht von deinen Augen weichen, ſo wirſt du glückſelig und klug werden. Das wird deiner Seele Leben ſein, und dein Mund wird Dann wirſt du ſicher wandeln auf deinem Wege, daß ſich dein Fuß nicht ſtoßen wird. Legeſt du dich, ſo wirſt du dich nicht fürch⸗ ten, ſondern ſanft ſchlafen, daß du dich nicht fürchten darfſt vor plötzlichem Schrecken, noch vor dem Sturme der Gottloſen, wann er kommt. Denn der Herr iſt dein Troſt, der behütet deinen Fuß, daß er nicht gefangen werde.“ Auf dieſes dein Wort lege ich mich denn als dein Kind in deine Arme und in den Schoß deiner himmliſchen Weisheit. Ja, ich liege und ſchlafe ganz mit Frieden in deiner Treue und Wahrheit, denn du, Herr, erhältſt mich, daß ich ſicher ſchlafe. Amen. Joh. Chr. Storr. 102 Vierte Woche. Morgengebet am Mittwoch. Es ſegne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Pſ. 67,8. Es ſegne mich die ewige Liebe des Vaters in dem Blute Jeſu Chriſti durch die Kraft des heiligen Geiſtes! Dank und Lob ſei dir, du drei— einige ewige Gottheit, für deinen ſo beſtändigen Schutz, Rat und Troſt, damit du mir noch nie ferne geweſen biſt in aller Gefahr, und auch in dieſer Nacht nicht. Wie ſollte ich mich nicht fer— nerhin dir allein aus ganzer Macht anvertrauen, der du ſo unzählige Pfänder deiner Treue mir gegeben? Ich befehle mich dir billig mit allem, worein du mich zum Hanehalten geordnet haſt. Du wolleſt meines Sinnens und Beginnens An⸗ fang und Ende ſein, und alles zu deinem Lobe gereichen laſſen, und dem Nächſten zu Dienſt in deiner Liebe. Wende dagegen von mir ab die zerſtörenden Begierden und Kräfte böſer Geiſter und Menſchen; begütige auch h die Feinde vor mir, und laß mich in deinem Weinberge treulich ar— beiten, als ein gehorſam Werkzeug deiner Gnade. Laß keine Sicherheit noch Heuchelei in mir auf⸗ kommen. Schenke mir ein freudig Gemüt in ſeliger Uebereinſtimmung mit deinem Willen, und halte deine Liebe beſtändig über mir, daß deine Gnadenſonne nicht untergehe, ſondern mich von Anfang bis zu Ende regiere in Chriſto Jeſu, meinem Herrn. Amen G. Arnold. — Auf lünnen littwoc. fürchte ihn. No Liebe des e. rch die Krott b ſei dir dw nen ſo beſtäͤnd du mir w fahr, und auhi „ 1” ich mich rich Kacht anvertren deiner Treuen billig nit il ter geordnt! nd Beginnem! 5 6 *s zu deinen hſten zu D ſe — u von mir d cäfte böſer Gi die Feinde win aberge treultt zeug deiner zchelei in mi Fer freudig Ge vein ſ ber mir, din kſondern uie in Chrit 6w ſt 1 1 1 1 1 em Wilk 5 Mittwoch. 103 Abendgebet am Mittwoch. Auf Gott hoffe ich, darum fürchte ich mich nicht, was können mir Menſchen thun? Pſ. 56, 12. Alſo ſpreche ich jetzt, du gnädiger und lieb⸗ reicher Gott, in dieſer Abendſtunde, und ſage dir demütigen Dank, daß du mich dieſen Tag unter deinem väterlichen Schutz, deiner liebreichen Für⸗ ſorge, gnädigen Führung und reichem Segen haſt zurücklegen laſſen. Herr, deine Güte iſt groß, und deine Barmherzigkeit hat kein Ende. Der Herr iſt nahe allen, die Ihn anrufen, allen, die Ihn mit Ernſt anrufen; er thut, was die Gottesfürch⸗ tigen begehren, Er höret ihr Schreien, und hilft ihnen. Ach mein Gott, wie geſchwind gehet doch ein Tag dahin; wie ein Pfeil wird abgeſchoſſen, ſo geſchwind verfließen unſre Jahre. Darum lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine Tage ſind einer Hand breit vor dir, und mein Leben iſt wie nichts vor dir. Wir müſſen alle offenbar werden vor dem Richterſtuhle, daß ein jeder empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es ſei Gutes oder Böſes. Darum richte ich mich ſelbſt und frage: Meine Seele, wie haſt du heute den Tag hingebracht? Haſt du auch etwas Gutes gedacht? Iſt Gott heute mit dir vereinigt geblieben, oder haſt du ihn mit vorſätzlichen und wiſſentlichen Sünden von dir getrieben? Mein Mund, was N— ⸗ 2A 4 x — — 104 Vierte Woche. haſt du heute geredet? Haſt du geſprochen, was ehrbar, was keuſch, was wohl lautet? Iſt das Lob Gottes von dir ausgebreitet worden, oder biſt du von Narreteidingen und ſchandbaren Worten übergefloſſen? Wo ſeid ihr hingegangen, ihr Füße? Was habt ihr verrichtet und verübet, ihr Hände? Was habt ihr gehöret, ihr Ohren? Ihr Augen, wornach habt ihr geſehen? Was iſt heute dein Verlangen, Dichten und Trachten ge⸗ weſen, mein Herz? Ach mein Gott, wenn ich auf alle dieſe Fragen antworten ſoll, wie werde ich beſtehen? O Jeſu, tilge meine Sünden mit deinem heiligen Blut. O heiliger Geiſt, verſichere mich der Vergebung aller meiner Sünden, ehe ich ein⸗ ſchlafe, daß ich nicht, wenn dieſe Nacht die letzte ſein ſollte, verloren werde. Mein Vater, deine Liebe decke mich und die Meinigen; mein Jeſu, in deinen Wunden ruhe ich ſanft und wohl; o heiliger Geiſt, thue du den letzten Seufzer in meinem Herzen, ehe ich ein⸗ ſchlafe, mit welchem ich meinen Geiſt in die Hände Gottes empfehle. Amen. Joh. Fr. Stark. Morgengebet am Donnerstag. Ich bin nicht mehr in der Welt; ſie aber ſind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte ſie in deinem Namen, die du mir gegeben haſt. Joh. 17, 11. Lieber Heiland! So haſt du in deinem Gebet vor deinem Leiden zu deinem himmliſchen Vater ——— — — — — — — — ◻? — — — ˖——— ———— ——— —24ꝗ=ꝑ — —— ————r— =— — 2 —— — — 2 — — — ——= ——— —=Z —— —— ͤ— ES — —.——— ———— — 1—— — — — —= — — — — — — — geſprodhen n aautet! Rd et worden, w und ſchandhen ihr hingegonge htet und verit öret, ihr Dhme geſehen? Van und Tracht ott, wenn ihn ll, wie werdei ünden mitdine t, verſichete w inden, cheihn ſe Nackt dil 1 1” zecke mich un den Wunden Geiſt, thued 7 erzen, ehe iht Geiſt indec Joh. Fr. En Ennerstag. e.; ſie abet ſü Igger Vater, a den haſt. Jul u in deinen himmliſhat 1 6 1 6 1 Donnerstag. 105 geſagt. Dieſes dein Wort dürfen wir auch auf uns deuten. Wir ſind noch in der Welt. Was aber die Welt ſei, weißt du beſſer, als wir, da du gleichfalls darin gewohnt haſt, und allent— halben verſucht worden biſt, wie wir, doch ohne Sünde. Nun biſt du über die Welt und alle Verſuchungen erhaben, und ſitzeſt zur Rechten des Vaters auf ſeinem Thron. Weil du aber ein barmherziger und treuer Hoheprieſter biſt und Mitleiden haben kannſt mit denen, die in der Welt verſucht werden, ſo bitten wir dich, daß du uns einen täglichen Sieg über die Welt gebeſt, täglich uns vor dem Argen bewahreſt, und uns alles, was uns in der Welt begegnet, zum Beſten dienen laſſeſt. Wie finſter, wie jammer⸗ voll iſt die Welt! Wie groß iſt die Macht der Verführung! Wie ſieht faſt jedermann auf das Sichtbare! Wie untreu gehen die Menſchen mit der Gnadenzeit und den Gnadenmitteln um! Wie vera chtet iſt dein Name und dein Himmelreich! Herr Jeſu, bewahre uns auch heute, daß wir von ₰ der Welt nicht hingeriſſen werden, nicht geſinnet ſeien, wie ſie, und nicht auf ihrem Wege wan— deln, ſondern uns von ihr durch den Glauben an dich, durch die Liebe zu dir und deinen Kindern, und durch einen heiligen Wandel unter⸗ ſcheiden! Dein ſind wir, Herr Jeſu! Dir leben, leiden und ſterben wir. Gleichwie du ſchon viele Kinder zur Herrlichkeit eingeführt haſt, alſo hilf auch uns durch die gefährliche Welt hindurch 106 Vierte Woche. und bringe uns zum Ziele der Herrlichkeit. Amen. M. M. F. Roos. Abendgebet am Donnerstag. Jeſus Chriſtus, geſtern und heute, und derſelbe anck, in Ewigkeit. Ebr. 13, 8. Wir danken dir, Herr Jeſu, am Abend die⸗ ſes Tages, daß du uns heute vor allem Übel, ſo uns hätte zuſtoßen können, bewahrt, und uns vielfältig Gutes gethan haſt! Dieſer Tag iſt nun dahingegangen und kommt nicht wieder, und die Plage dieſes Tages iſt nun ebenfalls überſtanden und auf immer vorüber; wir aber ſind an die⸗ ſem Abend unſrem Ende näher, als wir am Morgen waren. Du aber, Herr Jeſu, bleibeſt wie du biſt, und deine Jahre nehmen kein Ende. Laß uns hinfällige Menſchen, deren Zeit ſchnell dahin geht, durch dich ewiges Leben, ewige Freude und Ruhe erlangen, weil unſre Herzen ſo gebildet ſind, daß ſie mit keinem geringern Gut geſättigt werden können. Du ſiehſt und kennſt uns, und weißt, was wir täglich denken, reden und thun. Es wird auch am jüngſten Tage unſer Thun offenbar werden, und wir werden empfangen, nach dem wir bei Leibesleben gehan— delt haben. Ach, daß alsdann unſre Sünden nur als ſchon lang geſchenkte Schulden offenbar würden! Ach, daß uns alsdann von dir auch Lob widerfahren möge! Vergieb uns unſre Sün⸗ der derulit N. A. J. Nu nerstag. de, und derſehen a, am Awend jvoor alen l dewahrt, udn dieſer Tag ün ayt wieder, ui nfalls übertwn jaber ſind ai hyer, als wit err Jeſu, bli Ahre nehnent Enſchen, demng oiges Leben, veil unſre he keinem gein „ Du ſieſtt zir täglich di ram jüngſinn und wir w. mnn von a⸗ 4 3 b uns unſee wol llleſt. Freitag. 107 den, mache uns fertig zu thun deinen Willen, und ſchaffe in uns, was vor dir gefällig iſt. Gieb uns Luſt, Kraft und Gelegenheit, vielen guten Samen auszuſtreuen, ſollte es auch mit Thränen geſchehen, damit wir dereinſt mit Freuden und reichlich ernten können. Reinige unſre Seelen durch dein Blut; vertilge darin alle vergebliche Bekümmernis und alle unreinen Bilder, und laß uns auch im Schlafe mit dir vereinigt und in deinen allmächtigen Schutz eingeſchloſſen bleiben! Erbarme dich aller Kranken, Bedrängten und Angefochtenen, und verherrliche dich an ihnen durch Troſt und Hilfe, die du ihnen erzeigen Amen. à M. F. Noos Morgengebet am Freitag. Er hat ausgetilgt die Handſchrift, ſo wider nus war, und hat ſie aus dem Mittel gethan, und an das Kreuz geheftet. Kol. 2, 14. Gott und Herr der Heerſcharen, aller Dinge Schöpfer, der du uns aus unvergleichlichem Er⸗ barmen deinen eingeborenen Sohn, unſern Herrn Jeſum Chriſtum, zum Heile unſres Geſchlechts herabgeſendet, durch ſeinen heiligen Kreuzestod die Handſchrift unſrer Sünden vernichtet, und über die Herrſchaften und Gewalten der Finſter⸗ nis triumphieret haſt, gnädiger, freundlicher Gott, nimm auch von uns, den Sündern, in dieſer Morgenſtunde Dank und Flehen an, und erlöſe 108 Vierte Woche. uns von allen Werken der Finſternis und allen unſern Feinden, die uns zu verderben trachten, ſichtbaren und unſichtbaren. Hilf uns in deiner Furcht unſer Fleiſch kreuzigen, und laß nicht zu, daß unſre Herzen in unheilige Gedanken und Worte ausſchweifen, ſondern erfülle unſre Herzen mit Sehnſucht nach dir, auf daß wir, unverrückt auf dich hinblickend und von deinem Lichte aus deiner Höhe geleitet, dich, das unzugängliche und ewige Licht, von ferne ſchauen und dir ohne Unterlaß Preis und Dank darbringen mögen, dir, dem ewigen Vater, mit dem eingeborenen Sohne und deinem heiligen belebenden Geiſte jetzt und immerdar und in Ewigkeit. Amen. Baſilius. Abendgebet am Freitag. Welche Chriſto angehören, die kreuzigen ihr Fleiſch ſamt den Lüſten und Begierden. Gal. 5, 24. O Herr Jeſu Chriſte, du auferſtandener und ſiegender König der Herrlichkeit, beuge durch dei⸗ nen Geiſt unſre Herzen, daß wir dich als einen lebendigen und herrſchenden König der Ehren an⸗ beten und dir huldigen. Dir, o Herr, gebührt das Reich; dein Vater hat dir die Völker zum Erbe, und der Welt Ende zum Eigentum ge— geben; alle Völker müſſen ſich beugen zum Schemel deiner Füße. Dir gehören die Herzen; du haſt ſie teuer erkauft, du haſt ſie befreit von aller Macht der Feinde, und dir Recht und Macht über ſie eworbe end ül ſlecten lle Kni du der ———— —— — — —r ——. —— —— — — — — — —— —— —— — — —— —— ——— —— ——ę— — ——. -=— —j nſternis und 1 verderben dilf uns in i und laß rit ge Gedancen rfülle unſte aß wir, unre deinem Liht das unzugint 1 4 3 - U auen und di darbringen ni dem eingüen belebenden he⸗ wigkeit. Ame Wiſii p . Freitag. kreuzigen in Gal. 5, A. auferſtandener ät, beuge dud mwir dich abt önig der Chm er, o Herr, ſi ir die Völir zum Eigenta heugen zuné . Herzen, ul eit von allr! ind Maät i Freitag. 109 erworben. O hochverklärter Heiland, triumphie⸗ rend über alle deine Feinde, und nun ſitzend zur Rechten der göttlichen Majeſtät! Dir müſſen ſich alle Kniee beugen und alle Zungen bekennen, daß du der Herr ſeieſt. Dir müſſe unſer Herz danken für alle deine Mühe und Arbeit, für deine bit— teren Leiden und deine Todesnot: Dank ſei dir, o Je u, für deine liefe Erniedrigung; Ehre ſei dir, dem ſiegreich Auferſtandenen! Herr Jeſu! Gieb uns Mut und Kraft durch deine Auferſtehung, männlich zu kämpfen wider alle Macht der Finſternis, wider die Sünde, wider die Welt, wider unſer eigen Fleiſch und Blut, daß wir auch durch dich den Sieg erhalten und ſelig überwinden. Lehre uns deinem Vorbilde folgen und mit dir auferſtehen zur Gemeinſchaft deiner göttlichen Tugenden; verkläre uns in dein herrliches Bild, und gieße den Glanz deines in⸗ wendigen Lebens über uns aus, daß wir wan⸗ deln als in deiner Gegenwart, in deiner Ge⸗ meinſchaft: durchſtrahle uns ſchon hier als Kin⸗ der des Paradieſes mit deiner Klarheit, bekleide uns mit deinem Kleide, daß wir geſchickt werden zum Eingang in deine ewige Herrlichkeit. O höre und erhöre uns, und thue mehr, als wir bitten und verſtehen. Wir gehen ein, Herr Jeſu, in die Gemeinſchaft deines Todes, allem zu ſterben, was du nicht ſelber biſt, damit du allein ewig in unſern Herzen leben mögeſt. Herr Jeſu, laß es alſo geſchehen! Amen. Gerh. Terſteegen. 110 Vierte Woche. Morgengebet am Sonnabend. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte gethan haſt. 1. Moſ. 32, 10. Lob und Dank, Preis und Ehre ſei dir, barmherziger Gott und Vater, du getreuer Hüter Israel, der du nicht ſchläfſt noch ſchlummerſt, daß du die vergangene Nacht an mir deine Barmherzigkeit erzeiget, und mich friſch, geſund und ohne Gefahr haſt ſchlafen laſſen, daß du mich behütet wie einen Augapfel, und mich be— ſchirmet unter dem Schatten deiner Flügel, auch mir vergönnt, das Licht dieſes Tages wieder fröh⸗ lich anzuſchauen. O Vater, deine Liebe iſt groß! Wer kann ſie ausſprechen? Ich preiſe dich um alle deine Wunder, und danke dir für alle Gnade, die du mir bis auf dieſe Stunde erwieſen. Ich erkenne gar wohl, daß ich meiner Sünde und Undankbarkeit wegen nicht wert bin ſo großer Güte. Aber ach, gütiger Gott, gedenke deiner Barmherzigkeit, die von der Welt her geweſen. Erbarme dich über mich armen, elenden Menſchen, vergieb mir alle meine Sünden, und zeuch deine Hand nicht von mir ab. Ja, Vater, gedenke an das teure Blut deines Sohnes Jeſu, für mich vergoſſen. Um deswillen ſei mir gnädig, und verwirf mich nicht von deinem Angeſichte. Nimm mich aber auch heute in deinen väterlichen Schutz und Schirm. Bewahre meine Seele, daß ſie nicht aus den Schranken deiner Gebote trete. Wehre dem Satan, daß er mich nicht zu Fall rringe. oß es Fedank dett Naitenis elr gen eit nnabend. üigkeit und alled daaſt. 1. Miſ 4 nd Ehre ſä du getreuer ä noch ſchlunne ht an nir w znich friſc, gh on laſſen, di fel, und mi einer Flüge ¹ages wie ine Liebe iſ — — — * ſi 1 hu 1 ich preiſe dih 1 dir für alle om Inde erwieſa ich meiner eie ett, gedente i Welt her geue telenden Mait 7;, und zeubie „Vater, geden s Jeſu, ſun mir gnäd Angeſichte.ſ väterlichen? De Seele, sner Gebate nich nickt ſ Sonnabend. 111 bringe. Bändige mein eigen Fleiſch und Blut, daß es mich nicht verführe, gieb mir himmliſche Gedanken, und ziehe mich ab von der Luſt dieſer Welt. Behüte auch dieſen Tag, den letzten der Woche, nach deinem väterlichen Willen meinen Leib und mein Leben; beſchütze mich durch deine heiligen Engel, und laß kein Böſes meiner Hütte nahen; denn in deine Vaterhände befehle ich alles, was mein iſt. Du biſt mein Vater, ich bin dein Kind. Du Licht der Menſchen, laß leuchten dein Antlitz über mich, daß ich im Lichte wandle, und dieſen Tag alſo heilige, daß ich dir die ſchuldige Ehre gebe und die Werke der Liebe thue, mit welchen ich meinem Nächſten verpflichtet bin, bis ich endlich, kraft der fröhlichen Auferſtehung dei⸗ nes Sohnes Jeſu Chriſti, zu deinem ewigen Schauen in Anbetung und Liebe erhoben werde. Erbarme dich über mich und die Meinigen und ſei mir gnädig, gnädig jetzt und in der Stunde meines Todes, wie am Tage deines letzten und ſtrengen Gerichts, um deines heiligen Namens willen! Amen. Joh. Laſſenius. Abendgebet am Sonnabend. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem iſt keine Veränderung, noch Wechſel des Lichts und der Finſternis. Jak. 1, 17. ferr unſer Gott! Wir erſcheinen vor deinem heiligen Angeſicht, um dir Lob und Dank zu 112 Vierte Woche. ſagen. Wir danken dir von Herzen für alles Gute, das du uns in der zurückgelegten Woche geſchenkt haſt. Wir danken dir, daß du uns Kraft gegeben haſt, die Arbeit unſeres Berufes auszurichten und daß du es auch am täglichen Brot nicht haſt fehlen laſſen. Und wenn auch der Mühen und Sorgen viel war, wie haſt du uns durch deinen Geiſt alle Tage neu geſtärkt und durch dein teures Wort immer wieder er⸗ freut und erquickt! Weil du denn ſeither deine Gnade und Güte uns reichlich erzeigt haſt, ſo befehlen wir dir auch fernerhin alle unſre An⸗ liegen. Ja, wir bitten dich, barmherziger Gott, du wolleſt uns wie am Ende dieſes Tages und dieſer Woche, ſo auch bis ans Ende unſres Lebens in deiner gnädigen Führung behalten. Errette uns aus den Gefahren, welche oft, ohne daß wir es wiſſen oder ahnen, Leib und Leben bedrohen. Bewahre unſre Seelen vor allem Schaden und gieb, daß wir in Chriſto Jeſu, unſrem einigen Heiland und Erlöſer, ſeien und bleiben. Wir bitten aber nicht nur für uns, ſondern auch für die, welche du uns gegeben haſt und flehen zu dir, du wolleſt die Unſrigen nah und fern, unſre Glaubensgenoſſen und alle Menſchen immer mehr durch deinen Sohn in deine Gemeinſchaft ziehen und bei dir ewiglich erhalten, damit die Selig— keiten deines himmliſchen Reiches immer mehr Seelen zu teil und alle Lande deiner Ehre voll werden. Amen. A. Pregizer. —-y— Herzen fit 1 Lückgelegten d ür, daß d 1 uunſeres den⸗ d Auch am tügät r Und wem n war, wie ſaß, agge neu ghit gimmer wiehe, z'enn ſeither de ) erzeigt hah en alle miien armherziger -dieſes Tagen Joft, ohne dir td Leben lau lem Schaden »l, unſrem äi⸗ Jleiben. Viit drn auch fini und flehen i und fern, n aſchen innan zemeinſcat damit di?⸗ Liches imme! e deiner C A. Pef Sonntag. 113 Fünfte Woche. Morgengebet am Sonntag. Es iſt noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes Ebr. 4, 9. O wie köſtlich, lieber himmliſcher Vater, daß du allen Geſchöpfen der Erde einen Tag ge— ſchenkt haſt, der deiner eigenen himmliſchen Ruhe Abbild, der ehemaligen Paradieſes⸗Ruhe Nach⸗ bild, der dereinſtigen Ruhe im güldenen Jeru⸗ ſalem Vorbild ſein ſoll und kann, und daß dein Sohn, unſer Herr Jeſus Chriſtus, dieſen ſieben⸗ ten Tag aufs neue geſegnet und geheiligt hat durch ſeine herrliche Auferſtehung. Dank und Lob ſei dir gebracht, daß wir, wenigſtens für Einen Tag der Woche, ablegen dürfen die Laſt der Werktagsarbeit, und uns aus dem Getümmel des Erdentreibens, aus der Weltzerſtreuung in heilige Stille flüchten dürfen. Dank und Lob ſei dir, daß du auf dieſen Tag beſondere Gnadenkräfte deiner Nähe gelegt haſt, daß die Auferſtehungs⸗ kräfte Jeſu Chriſti mit voller ungehinderter Macht darin ſpielen dürfen. Dank ſei dir, daß dein heilig Wort heute in der Verſammlung deiner Gemeinde, durch das geordnete Predigtamt der Kirche uns verkündet wird. O ſegne es an allen, die es hören; lege Kraft aus der Höhe auf die Lippen deiner Diener, öffne ihnen, und durch Alles mit Gott. 8 114 Fünfte Woche. ihre Verkündigung uns allen die Geheimniſſe dei⸗ nes Reiches, wie es jedem heilſam und ſelig iſt! Und wo im einſamen Kämmerlein ein trauriges Herz, ein kranker oder alter Mitbruder ſeufzen muß, da mach ihm ſeine Wohnung zum Tempel Gottes, da du ſelbſt bei ihm einkehreſt, und ihn ſchmecken läſſeſt deine Lieblichkeit und die Wonne dieſes deines Tages! Laß uns alle durch dein Wort gereiniget, gefördert und geſtillet werden, daß du ſelbſt in deinem Geiſte mit uns Lebens⸗ gemeinſchaft haben mögeſt und die Segenskraft dieſer Gemeinſchaft ausgehe über den ganzen Tag, über die ganze Woche, ja hineinrage bis in jenen ewigen Sabbath, nach dem unſer Herz ſich ſehnet. Ach komm bald, Herr Jeſu, wir warten deiner! Kehre wieder, meine Seele, Kehre aus der Welt Zerſtreuung In die Einſamkeit zurück, Wo in geiſtiger Erneuung Deiner harrt ein großes Glück, Wo ſich bald die Stürme legen, Die das Herz ſo wild bewegen, Wo des heiligen Geiſtes Mahnen Du mit ſtillem Beben hörſt, Und von neuem zu den Fahnen Jeſu Chriſti heilig ſchwörſt. F. Kuper. Amen. — Geheimniſen Sam und ſälgi jein ein tung (itdruder ſaß Ung zum daf mkehreſt, whi 1 Ct und die An 2) geſtillet ne f mit uns är J die Segaxie irr den ganzed Arrage bis ii er Herz ſih ſ — zir warten din Dele, ſtreuung Ick, dng d. Glück ne legen, Zewegen, 3 Mahnen a örſt, e Fahnen Sörſt. Sonntag. Abendgebet am Sonntag. Ceures Wort aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, Was zu Gott mich führen kann. Will ich einen Vorſchmack haben Von den Frenden jener Welt, Biſt du, meinen Geiſt zu laben, Mir zur Nahrung dargeſtellt; Lebensbrot, das find ich hier, 2 Lebenswaſſer giebſt du mir. Heil'ger Geiſt, der Gottes Worte In mein Herz lebendig prägt, Lehre mich an jedem Orte, Bis mein Glaube recht erwägt, Welche Schätze Gottes Hand Durch ſein Wort mir zugeſandt. Was ich leſe, laß mich merken, Was du lehreſt, laß mich thun. Wird dein Wort den Glanben ſtärken, Laß es nicht dabei beruh'n, Sondern gieb, daß er dabei Auch durch Liebe thätig ſei. Laß dein Wort mir einen Spiegel Jenes ew'gen Lebens ſein! Drück es als ein Gnadenſiegel Göttlich mir ins Herz hinein, Bis ich, was ich hier geglaubt, Schaue mit gekröntem Haupt. Amen. B. Schmolke. 116 Fünfte Woche. Morgengebet am Montag. Spricht Simon Petrus: Ich will hin fiſchen gehen. Sie ſprechen zu ihm, ſo wollen wir mit dir gehen. Joh. 21, 3. Wie deine Jünger, Herr und Heiland Jeſu Chriſte, damals nach ſo tief traurigen und dann wieder ſo wunderbar herrlichen Feſttagen, nach Karfreitag und Oſtertag, in das gewöhnliche Be⸗ rufsleben wieder zurücktraten und wirkten, was ihres Amtes war, ſo iſt es jetzt auch unſre Auf⸗ gabe, nach des Sonntags Segen und Freude, Ruhe und Stille wieder hinauszugehen und zu thun, was der Beruf und unſre Lebensaufgabe jedem von uns zu arbeiten auflegt. Wer weiß, was der heutige Tag und die nun beginnende Woche bringen wird? Du allein weißt es, o Herr, und das genügt uns. Dein Sonntagsſegen gehe mit uns, gebe Kraft zu jeglichem guten Thun in Haus und Amt. Was wir empfangen und gelobt, das mache uns treu und gewiſſenhaft, daß wir im Frieden und in der Zucht deines heiligen Geiſtes unſre Wege gehen, dich allezeit vor Augen und im Herzen haben; dann werden wir auch mitten im Geſchäfte des Tages, ja auch in Sorgen, Anfechtungen und Nöten, wenn du ſolche uns zu ſenden für gut anſiehſt, ſpüren dürfen, daß du bei uns biſt mit deiner Gnade, deiner Weis⸗ heit, deinem Troſte, deiner Gerechtigkeit. Gingeſt du nicht mit uns, ſo wollten wir lieber nicht hinaufziehen. Aber du biſt ja auferſtanden, du hienne werde. al J ontag. hin fiſ racta e d Heiland arigen und de Feſttagen, u gewöhnlie d virkten, m wauch unſre ne end Freude u en und zu t rsaufgabe j Wer weiß n eginnende Lau kes, o Herr,m ssſegen geher guten Thmi engen und ga cenhaft, daß ii t deines heihy llezeit vor lur 1 1 1 6 p woerden wirn „rauch in Son du ſolche m dürfen, wi fe, deinet de htigkeit. öi wir lieber vauferſtanda U Montag. 117 lebſt und regierſt und trägſt uns auf deinem hoheprieſterlichen Bruſtſchildlein. So ſei's denn in deinem Namen gewagt! Hilf, Herr, laß alles wohlgelingen, was vor dir gut iſt! Sei mit deinem Segen nahe uns und jedem redlichen Menſchen, hoch und nieder, Obrigkeit und Un⸗ terthan, reich und arm! Mit dir können wir Thaten thun. Bring uns ſo dir ſelbſt immer näher, daß auch dieſe Woche ein Schritt ſei auf dem Lebenswege, und ſo unſer Wachstum im himmliſchen Sinne und heiligen Weſen gefördert werde. Herr, ſegne uns und die Unſrigen, ja alle Menſchen, ſonderlich deine Gläubigen. Gieb, daß ich thu mit Fleiß Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet. Gieb, daß ich's thue bald Zu der Zeit, da ich ſoll, Und dann gerate mir's Durch deinen Segen wohl! Amen. F. Kübel. Abendgebet am Montag. Vollendet hat der Tag die Bahn, Sein Licht der Abend ausgethan, Und überall die dunkle Nacht Die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun ſegne du Uns deine Nacht zu guter Ruh', Fünfte Woche. Was du uns Gutes haſt beſchert, Wie du uns heut' verſorgt, ernährt, In aller Fährlichkeit beſchützt, Uns zugewendet, was uns nützt; Wir danken dafür inniglich Und Herz und Lippen preiſen dich. Was aber Übels wir gethan, Das rechn' aus Gnaden uns nicht an Wir klagen dir's mit Reu' und Schmerz Und zeichnen unſer Haus und Herz Mit deines lieben Sohnes Blut Zu Glaubenstroſt und Glaubensmut. Nun gieb uns Ruheo, die erqguickt, Nach der das müde Auge blickt. Des Wächters Hut und Wachſamkeit, Der Thor' und Riegel Feſtigkeit. Das Lager weich und warm und dicht: Das alles giebt die Ruhe nicht. Hältſt du nicht ſelbſt im Herzen auf Der Sorgen und Gedanken Lauf, So fährt es aufgeregt einher Wie ein vom Sturm bewegtes Meer, Und manche Stunde ſtiller Nacht Wird Ruhe ſuchend hingebracht. Drum bring du unſer Herz zur Ruh Und ſchließ uns bald die Augen zu. Mit deiner Güte decke uns, Zu rechter Zeit erwecke uns, Dann ſei dir unſer Dank gebracht Für dein Geſchenk, die gute Nacht. Amen. Karl Joh. Ph. Spitta. Oarun fehe ufb lheſ 5, jt vnt Amen. b oh. Ph. Spit Dienstag. 119 Morgengebet am Dienstag. Darum ſpricht er: Wache auf, der du ſchläfſt, und ſtehe auf von den Toten, ſo wird dich Chriſtus erleuchten. Epheſ. 5, 14. Die„güldene Sonne“ hat ihr herzerquicken⸗ des liebliches Licht wieder unſern Grenzen ge⸗ bracht. Die Nacht iſt vergangen, und Haupt und Glieder, die umfangen waren von Nacht und gebannt im Schlafe, ſind erwacht und be⸗ reit, zur Tagesarbeit zu gehen. Dank ſei dir geſagt, lieber Vater im Himmel, der mich und die Meinigen heute Nacht behütet hat vor allem Uebel. Wir ſind nicht wert aller Barmherzigkeit, die du an uns thuſt. Ach daß die Schatten des Todes, die noch ſo vielfach auf unſre Seele fallen, die finſteren Nächte der Sünde und Schuld auch ſo ſchnell vergiengen, wie die kreatürliche Nacht! Siehe, Herr, von dieſem geiſtigen Schlaf möchten wir immer gründlicher aufwachen, möch⸗ ten immer klarer und tiefer von deinem Lichte, o Jeſu, erleuchtet und durchleuchtet werden. So vergieb du, großer Hoheprieſter, um deines teu⸗ ren Sühnopſers willen alles, was uns vor dir verklagt, alles, was auch bei Nacht ſelbſt im Schlaf und Traum aus unſerem ſündigen Herzen hervorgegangen und unſern Geiſt befleckt hat. Und der du der Herr, der Geiſt biſt, durchgeiſte uns je länger, je mehr, und mache helle in uns, was noch verkläret werden kann und ſoll. Dazu 120 Fünfte Woche. laß auch dieſen Tag dienen. Segne auch unſer Thun und Laſſen in irdiſchen Dingen. Nimm dich gnädig an aller unſerer Lieben, gedenke an alle Kranken, Armen und Schwachen, ſei mit unſrer Obrigkeit in Ort und Land und Reich. Gieb ein friedliches und geruhiges Leben in aller Gottſeligkeit und Ehrbarkeit. Und wenn du uns in Kreuz und Leiden, oder gar in den Tod führen willſt, ſo ſei uns nahe, daß wir dein freundliches Angeſicht dabei(wenn auch nicht leiblich) ſchauen mögen. Dir befehlen wir uns mit Leib, Seele und Geiſt, und preiſen deinen hochgelobten Namen! Gott meine Krone, vergieb und ſchone, Laß meine Schulden in Gnad und Hulden Aus deinen Augen ſein abgewandt. Sonſt, Herr, regiere mich, lenke und führe, Wie dir's gefället. Ich hab geſtellet Alles in deine Beliebung und Hand. Amen. F. Kübel. Abendgebet am Dienstag. Du Quell des Lichts, in dem das Licht wir ſehen, O neige, Herr, dein Ohr zu unſrem Flehen, Damit in deiner Klarheit unſre Seelen Das Gute wählen. Geendet ſind nun dieſes Tags Geſchäfte; Du, Herr, verliehſt uns Schutz, Gedeih'n und Kräfte. Vernimm den Dank, den dafür hoch erfreuet Das Herz dir weihet. dei Vergeſſ ſur do D jzegne auch w Dingen. Ah Lieben, gede hwachen, ſän and und Ri öhiges Laben veit. Und un voder gar n nahe, daß u bei(wem u dir befehlen n Diſt, und wit ¹ ſchone, dnd Hulden fnndt. und fühte, ſtellet Hand. Amal F. Kü Fenstag. 8; Licht vir ſi iſrem Flehen te Seelen eſchäfte; deih'n und ü g erfreuct Mittwoch. 121 Doch ach, auch dieſer Tag zählt ſeine Sünden; Laß uns bei dir, Herr Jeſu, Gnade finden! Du Gnädiger, vertilg aus unſrent Herzen Der Sünde Schmerzen! Dein denk' die Seele wachend, auch im Schlummer, Vergeſſen ſei die Sorge und der Kummer. Nur das ſei unſre Sorge, Herr, in allem Dir zu gefallen! Noch dauert unſer Werktag hier auf Erden; Einſt kommt die Zeit, da wird es Sabbath werden. Dann weck uns aus dem Grab, o Lebensſonne Zur ew'gen Wonne. Amen. Alcuin. Morgengebet am Mittwoch. Jeſus ſprach: Martha, Martha, du haſt viel Sorge und Mühe; Eins aber iſt not. Maria hat das gute Teil erwählet, das ſoll nicht von ihr genommen werden. Luk. 10, 41. 42. Heiliger Gott und Vater unſeres Herrn Jeſu Chriſti und durch ihn auch unſer Vater! Wir ſind jetzt in die Mitte der Woche eingetreten und ſtehen auch mitten in dem Bernf, den du uns gegeben haſt. Lehre uns das äußere Geſchäft in rechter Ordnung verbinden mit dem Geiſtes⸗ geſchäft, mit der inneren Arbeit an der Seele, wovon das ewige Leben abhängt. Auf dieſes, nach oben, in dein himmliſches Reich weiſeſt du uns durch Jeſum Chriſtum, deinen Sohn, um uns über dieſe Welt hinauszuführen. Aber 122 Fünfte Woche. darum nimmſt du uns nicht aus der Welt her⸗ aus, aus dem irdiſchen Beruf, in welchem Mann und Weib arbeiten ſoll; ſagt doch der Apoſtel unſeres Herrn Jeſu Chriſti: Ein jeglicher bleibe in dem Beruf, darinnen er berufen iſt, und er⸗ mahnt uns, daß wir mit ſtillem Weſen arbeiten ᷣ und unſer eigen Brot eſſen. Ja, es iſt dein heiliger Wille, daß wir im Schweiße unſeres Angeſichts unſer Brot eſſen. Aber hilf uns, Gott, daß wir nicht bloß im Dienſte des ver⸗ gänglichen Weſens arbeiten wie die Tiere; hebe unſere Häupter in die Höhe, hinauf zum Him— mel, und laß uns gedenken, daß wir göttlichen Geſchlechtes ſind. O, lehre uns doch erkennen, daß wir nicht von der Erde und für die Erde allein leben, ſondern von dir und für dich, heiliger Gott, zu deſſen Bild wir erſchaffen ſind. Laß dein Wort reichlich in uns wohnen, wur⸗ zeln und wachſen, und laß uns als ſtille Schüler deines Wortes das gute Teil erwählen, das nicht mehr von uns genommen werden ſoll. Komm Segen aus der Höh', Gieb, Herr, mir Lieb und Stärke, Daß ich nur wachſam geh' An jedes meiner Werke! Arbeitſam ſein iſt ſüß; Nur hilf auch du dabei, Daß Martha dieſer Leib, Der Geiſt Maria ſei! Amen. Nach J. T. Beck. i gridt hein Vundant bin ſt dl Weis die d idag ſa d H c jäer! So me lAunicheſ dis je 1h Anxe Aff d9 tnge lud ge dienſte de n die Tiere, nauf zun qi 1z wir götlit az doch erkenn ĩd für die b C und fir i er erſchaffn ſn ¹ wohnen, u. als ſtille Stil Dählen, dasnt dnen ſoll. Höh,, d) Stärke, 2 1 nen. lach J dA Mittwoch. Abendgebet am Mittwoch. Sei gnädig, Herr, und höre, wenn nun zu deiner Ehre Mein Herze dir lobſingt; Wenn dankbar mein Gemütte dir, Gott der Lieb' und Güte, Ein ſtilles Abendopfer bringt! Voll Weisheit, Güt' und Stärke ſind alle deine Werke, Die du hervorgebracht. Ein Tag ſagt es dem andern, und eine Nacht der andern: Der Herr hat alles wohl gemacht! Hat jeder unſrer Tage auch ſeine eig'ne Plage, So machſt du ſie doch leicht, Und miſcheſt in die Leiden Erquickung, Troſt und Freuden, Bis jede Laſt ihr Ziel erreicht. Ach, Vater, ach verzeihe die Schuld, die ich bereue, Die oft verletzte Pflicht! Ach, trage doch mich Armen mit ſchonendem Erbarmen Und geh nicht mit mir ins Gericht! Laß um mich und die Meinen das Licht der Gnade ſcheinen, Daß uns kein Unfall ſchreckt, Damit der neue Morgen uns fern von Gram und Sorgen, Zu deinem Lobe freudig weckt! Amen. Götz. Morgengebet am Donnerstag. Selig ſind die Barmherzigen, denn ſie werden Barm⸗ herzigkeit erlangen. Matth. 5, 7. Großer, heiliger Gott! Welch ein unbegreif— liches Wunder iſt es doch, daß du, der du in 124 Fünfte Woche. der Höhe und im Heiligtnm wohneſt, dich er⸗ barmend herabgelaſſen haſt zu uns armen Men⸗ ſchen, die wir nicht allein dem Tod und ſo vielem Elend unterworfen, ſondern auch mit Sünden befleckt ſind und im Ungehorſam uns von dir abgewendet haben! Wie unergründlich iſt deine Barmherzigkeit, nach welcher du durch die Da⸗ hingabe deines eingeborenen Sohnes uns den Wege eröffnet haſt, um aus der Verirrung der Sünde zurückzukehren in deine ſelige Gemein⸗ ſchaft! Und nicht allein an der ganzen Menſch⸗ heit haſt du ſolches dein Erbarmen beywieſen, ſondern auch mir haf det, haſt mich nicht allein mit aller Notdurft und Nahrung dieſes Lebens verſorgt, wider alle Fähr⸗ lichkeit beſchirmet und vor allem Uebel behütet und bewahret, ſondern ich bin dir auch nicht zu gering geweſen, mich durch die heilige Taufe in den Bund deiner Gnade aufzunehmen; und ſo oft ich auch dieſes Bundes vergeſſen und deine heiligen Gebote übertreten habe, haſt du mich doch mit großer Geduld getragen und biſt nicht müde geworden, deine Hände nach mir auszu— ſtrecken und mich durch die Führungen meines Lebens in Freude und Leid, ſowie durch die Kraft deines Wortes und die Mahnungen deines Geiſtes zu dir zu ziehen aus lauter Güte; und da ich Chriſtum im Glauben als meinen Heiland aufgenommen hatte, da vergabſt du mir die Miſſethat meiner Sünde und öffneteſt mir den —= — t du deine Gnade zugewen⸗ —— —— ———=z ———— —— c⸗— ——————— —————— 2ùꝑ———— ————y— ——————— —=—— ———— ——— lche. in wohneſt ſ zu uns arna e1 auch nità⸗ Vorſam uns u tergründlich ſ r du durc i. In Sohnes m 28 der Verirnn eine ſelige ge 2 der ganzen e Erbarmen ban ine Gnade zn t aller Nudden „ orgt, wider ale Gallem Uebele Oin dir auch ſi die heilige de afzunehmen, u vergeſſen ud „ „ jhabe, bat ragen ud! id, ſowie de * Mahnungen s lauter Gi Di als meinen! ergabſt dn d öffnetef meinem Nächſten mich entziehe. Menſchen Sünde mich zu unbarmherzigem Richten 1 elde nach mir : Führungen Donnerstag. 125 Zugang zu allen Gütern deiner Gnade und ſchenkſt mir in deinem heiligen Mahle immer aufs neue die gewiſſe Verſicherung der Vergebung meiner Sünden. Ja, ich bin der Knecht, dem alle ſeine große Schuld erlaſſen iſt durch deine Barmher⸗ zigkeit. O behüte mich, daß ich dieſes Erbar⸗ mens nicht verluſtig gehe durch eigene Unbarm⸗ herzigkeit! Hilf vielmehr, daß deine Liebe, die ich in Chriſto Jeſu an mir erfahren habe, mich dränge, ſelbſt auch erbarmende Liebe zu üben gegen meinen Nächſten. Schenke mir einen barm⸗ herzigen Sinn, daß mir die Not meiner Brüder in der Nähe und Ferne, der mannigfaltige Jam⸗ mer der Menſchheit zu Herzen gehe und daß ich für alle Elenden, mit denen du mich zuſammen⸗ führſt, ein freundliches, tröſtendes Wort habe; daß ich auch gerne und freudig, wo ich kann, mit Rat und That helfe und weder aus Hab⸗ ſucht noch aus Hochmut oder Bequemlichkeit Wenn aber der und Verdammen verſucht, dann erinnere mich daran, wie du mich durch dein Erbarmen dem Dienſt der Sünde entriſſen haſt und hilf mir nicht mit fleiſchlichem Eifer, ſondern durch herzliche Fürbitte und Ermahnung die Beſſerung meines Nächſten ſuchen, indem ich ſtets daran gedenke, daß auch ich deines Erbarmens jeden Tag bedarf. Du wolleſt dasſelbe nicht von mir wenden, ſondern es mir im Leben und Sterben, insbeſondere aber Fünfte Woche. am Tage des Gerichts zur Seite ſtehen laſſen um Jeſu Chriſti, meines Heilandes willen. Gott, der du reich biſt an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir Und ziehe durch den Tod mich Armen, Durch meines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig hoch erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. Amen. C. Burk. b Abendgebet am Donnerstag. Der Abend kommt, die Sonne ſich verdecket, Und alles ſich zur Ruh und Stille ſtrecket. O meine Seel', merk auf! wo bleibeſt du? In Gottes Schoß, ſonſt nirgends find'ſt du Ruh'. Recht väterlich haſt du, Gott, mich geleitet, Bewahrt, verſchont, geſtärket und geweidet. Ich bin's nicht wert, daß du ſo gut und treu: Mein Alles dir zum Dank ergeben ſei. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret, Und mich zu viel durch dies und das verwirret Es iſt mir leid, es ſoll nicht mehr geſcheh'n; Nimm mich nur ein, ſo werd ich feſter ſteh'n. Die Dunkelheit iſt da, und alles ſchweiget, Mein Geiſt vor dir, o Majeſtät, ſich beuget. Ins Heiligtum, ins Dunkle kehr' ich ein: Herr! rede du, laß mich ganz ſtille ſein. Mein Herz ſich dir zum Abendopfer ſchenket, Mein Wille ſich in dich gelaſſen ſenket. Begierden ſchweigt! Vernunft und Sinne ſtill! Mein müder Geiſt im Herren ruhen will. Zeite ſtehen ¹ilandes vilen 2 Erbarnen 2 ſt von mir —mmich Arme od zu dir! eut ggkeit. Anen 6 A unerstan ſich verdett Sle ſtrecket eibeſt du find'ſt du mu mich geleitet geweidet. F gut und teu un ſei. — heut verirnet a das verwiret ar geſchehnn feſter ſtehn es ſchweigen S ſich beuget — ich ein: lle ſein. „ opfer ſchenk ſenket. dn d Sinne ſil hen wil. Freitag. 127 Dem Leib wirſt du bald ſeine Ruhe geben; Laß nicht den Geiſt zerſtreut in Unruh' ſchweben. Mein treuer Hirt', führ mich in dich hinein, In dir, mit dir kann ich vergnüget ſein. Im Finſtern ſei des Geiſtes Licht und Sonne, Im Kampf und Kreuz mein Beiſtand, Kraft und Wonne. Deck' mich bei dir in deiner Hütte zu, Bis ich erreich' die volle Sabbathruh'. Amen. G. Terſtegen. Morgengebet am Freitag. Selig ſind, die reines Herzens ſind, denn ſie werden Gott ſchauen. Matth. 5, 8. Heiliger Gott! Du wohneſt in einem Lichte, da niemand zukommen kann, und kein menſch⸗ licher Verſtand vermag dich in deinem ewigen, geheimnisvollen Weſen zu ergründen. Aber du haſt deinen Namen, deine unermeßliche Macht, unerforſchliche Weisheit, unbefleckte Heiligkeit und unergründliche Barmherzigkeit uns geoffenbart in deinem lieben Sohne. Wir aber müſſen be⸗ ſchämt bekennen, daß uns die Erkenntnis deines Namens weit nicht ſo am Herzen liegt, als es ſein ſollte, daß uns der Blick auf dich ſo manch⸗ mal verdunkelt wird durch die Sorge oder die Luſt der Welt, daß wir in dem, was uns wider⸗ fährt von Freude oder Leid, ſo oft das Walten deiner Hand überſehen oder gar irre werden an deiner Güte und Gerechtigkeit, wenn es uns — 128 Fünfte Woche. nicht nach unſerem Wunſche geht. Wir erkennen es aber auch, daß ſolche Verdunklung unſeres geiſtigen Sinnes ihren Grund hat in der Un— reinigkeit unſerer Herzen. Weil unreine Wünſche und Begierden uns erfüllen, weil der Welt Luſt und der Welt Ehre und der Welt Beſitz uns blendet, darum haben wir ſo oft kein Auge für deine Führungen in unſerem Leben, keine Einſicht in dein Wort und keine Liebe zu dem— ſelben, darum geht uns das helle Licht, welches von unſeres Heilandes unſchuldigem Leben und Leiden ausſtrahlt, nicht ſo zu Herzen, wie es ſollte.— Weil wir aber wiſſen, daß wir unſere Herzen nicht ſelber reinigen können, daß viel⸗ mehr du allein nach deiner Treue und Gerech⸗ tigkeit dies thun kannſt und willſt; ſo bitten wir dich herzlich, du wolleſt uns durch das Blut Jeſu Chriſti, deines Sohnes, rein machen von aller Sünde und durch deinen Geiſt uns je mehr und mehr heiligen und dem unbefleckten Bilde unſeres hochgelobten Heilandes gleich geſtalten, damit dann auch unſer Auge hell werde und wir dich in deinem Sohne immer beſſer er⸗ kennen. Ja mache unſer Herz zu einem reinen Spiegel, daß die Heiligkeit unſeres Herrn aus ihm widerſtrahle ſchon hier im Lande des Glau⸗ bens, bis es dann, wenn dieſer Leib der Sünde mit allen verunreinigenden Begierden, die von ihm ausgehen, dereinſt abgelegt ſein wird, unge⸗ hemmt durch das Fleiſch dich ſchauen und im rt. Wir erim » unklung uin unreine Vin eil der Val * Welt Veihn oft ken u vem Leben, nn Ae Liebe zuh llle Licht, u rigem Leben! — Herzen, ni daß nir u onnen, daß ü — eue und Gau * wilſt; ſo ¹s durch dit Rrein machen Geiſt uns ſen a anbeflecken d gleich geint 3 hell werder =mmer beſtt — „ zu einem i ſeres dam! ⁵ Lande de r Leih dad ggierden, nn 5 ſein widn — ſchauen w Freitag. 129 Schauen deines Angeſichtes ſich ſättigen darf in ſeliger Vollendung. Wohlan, ſo lebe du in mir! In dir ich leb' und webe, Damit mein Herz dich für und für Nach Würden hoch erhebe, Und meine Liebe ganz allein In Lieb und Leid, in Luſt und Pein An deiner Liebe hange, Bis ich nach wohlbeſtand'ner Prob' In vollem Licht zu deinem Lob Dein Anſchau'n dort erlange! Amen. C. —— Abendgebet am Freitag. Ach! halt uns feſt, Herr Jeſu Chriſt! Daß unſer Herz dich nie vergißt, Und daß wir dir und deinem Wort Getreu verbleiben fort und fort. Lehr' unſre Schwachheit uns verſtehen, Daß wir auf deine Kraft nur ſehen; Zeig' uns, wie krank und arm und blind Wir ohne dich, Herr Jeſu, ſind. Erbarm' dich unſer, liebſter Herr! Daß unſer Herz ſich recht bekehr' Und von dem eitlen Tand und Schein Sich wende nur zu dir allein. Sei unſer ſteter Freund und Gaſt In Arbeit wie zur Zeit der Raſt; Behüt uns vor Gefahr und Not Und ſchütz uns vor dem ew'gen Tod. Alles mit Gott. 9 1 1 — Y ö ö ö Fünfte Woche. Brich unſre Bande ſelbſt entzwei Und mach uns ganz vom Böſen frei, Daß wir nur dir als unſerm Herrn In Furcht uud Liebe dienen gern. Gieb, daß wir demutsvoll und ſtill Dir folgen, wie dein Geiſt es will; Mach uns an Himmelsgütern reich Und unſer Herz dem deinen gleich. Gieb, daß wir feſt auf dich vertranen In Freud und Schmerz, in Angſt und Grauen; Und wenn wir kindlich zu dir flehen, So laß es nicht umſonſt geſchehen. Beſchütz uns, Herr, mit deinem Heer, Sei unſer Fels und ſtarke Wehr, Und gieb, daß wir Lob, Preis und Dand Dir ſagen unſer Leben lang. Amen. G. Knack. Morgengebet am Sonnabend. Selig ſind die Friedfertigen, denn ſie werden Gottes Kinder heißen. Matth. 5, 9. Gott des Friedens, der du in ſeliger Voll⸗ kommenheit lebeſt und regiereſt in Ewigkeit, und deſſen Friede durch alle Unruhe der Welt und durch allen Haß deiner Feinde nicht geſtört wird; du haſt auch uns zum Frieden berufen und das Verlangen nach Frieden tief in unſere Herzeu Vgi ene ulßen duſers unden üren iict dewah kidd rtrauen und Grau, ehen, n. n Heer, And Dankd Umen. G. Knt mabend. ſie werden G de der Vtt icht geſtt den berin in unſer ge Sonnabend. 131 gepflanzt. Aber du haſt uns herein geſtellt in eine Welt des Kampfes, nicht allein von außen Streit aller Art uns umgiebt und auf unſere Seelen reizend und erbitternd eindringt, ſondern wo auch von innen die Lüſte, welche in den Gliedern ſtreiten, den Frieden des Herzens ſtören. In dieſer Welt ſollen wir des Friedens nicht allein ſelber teilhaftig werden und denſelben bewahren, ſondern ſollen auch durch unſern Wandel Friede um uns verbreiten und der Welt einen Eindruck geben von deinem Frieden, welcher höher iſt denn alle Vernunft. Du weißt, o Herr, wie wenig wir hiezu ge⸗ ſchickt ſind von uns ſelber, und wie wir in den Unfrieden der Welt uns immer wieder hinein ziehen laſſen, ſei es durch Eifern um die eigene Ehre ode den eigenen Vorteil oder die eigenen Meinungen, ſei es, daß wir im Unverſtand um dich und deine Sache eifern und durch unſere Leidenſchaft dir Unehre machen, während wir meinen, für deine Ehre einzutreten. Darum rufen wir dich an, du wolleſt uns ſelbſt deinen Frieden ſchenken und erhalten, den Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, welchen aber dein lieber Sohn in dieſer friedloſen Welt bis zum Tode bewieſen und den Seinigen hinter⸗ laſſen hat. Schenke uns zu allererſt den Frieden mit dir, indem du uns der V zergebung unſerer Sünden durch Jeſum Chriſtum einir machſt und durch deinen Geiſt es uns bezeugſt, daß wir 9* 132 Fünfte Woche. deine Kinder ſeien. Ziehe uns, daß wir unſer Kindesrecht brauchen in fleißigem Hinzutreten zu deinem Gnadenthron, damit wir im Umgange mit dir in immer reicherem Maße des Friedens⸗ geiſtes teilhaftig werden und der elbe je mehr und mehr all unſer Denken, Reden und Thun durchdringe. Hilf uns, daß wir nicht allein bei ſchwerem Unrecht, das uns widerfährt, vergeben können, wie du uns vergeben haſt, ſondern daß auch unter den alltäglichen Widerwärtigkeiten dein Friede unſere Herzen und Sinne bewahre und jene Lindigkeit und Freundlichkeit, jenen ſanften ſtillen Geiſt in uns ſchaffe, welcher föſtlich iſt vor dir. Lege auf unſene e Worte und Werke deinen Segen, daß durch dieſelben der Friede nicht ge⸗ ſtört ſondern gefördert, die Feindſeligen aber überwunden und zurecht gebracht werden, und nimm uns, nachdem wir einen guten Kampf ge⸗ kämpft haben, auf in dein himmliſches Friedens⸗ reich als deine Kinder und Erben deiner Ver⸗ heißung. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen. Du ſelbſt ſollſt mir mein ew'ger Friede ſein; Ich hülle wich in deine Gnade ein, Mein Element iſt einzig dein Erbarmen; Und weil du ſelbſt mir Eins und Alles biſt, So iſt's geunug', wenn dich mein Geiſt genießt Amen. C. Burk. —,——— ——=—— 2=e 2— v2 ð J 2ͤ— —,——— 8 — daß wir m Hinzutre, t im Unm. idder — — — — ——. —= de md nicht allin fährt, vene ſt, ſondern w därtigkeitd ne bewahre u t, jenen ſeit er ljlihi id Werke denr Fr ied rich Andfüh 4 ht werden, u guten Kamt lliſches Frie ben deine k deinen Arna r Friede ſen ein, 5 armen; d Alles! iſ 1 dgeit geui 6( . Sonnabend. Abendgebet am Sonnabend. Der Herr hat wieder uns geführet Voll Treu durch eine Wochenzeit! Drum ſuchen wir, wie ſich's gebühret, Im Sabbath Fried' und Sicherheit. Der Sonntag iſt der beſte Tag, Wohl dem, der ewig ruhen mag. Huld floß vom Herrn zu jeder Stunde, Sie ruft uns auf zum Lobgeſang; Er ſchützte, heilte jede Wunde Und ſtand uns bei auf unſerm Gang. Er bleibt barmherzig, treu, gelind, So oft wir auch un ndankbar ſind. In Jeſu Namen hör' uns fle O Herr, zeig uns dein A Ingeſich Laß unſre Schuld doch untergehe In deiner Gnade ſel' gem Licht. Laß uns von allen Sorgen ruh'n Und nur die Werke Gottes thun. hen, 1; jel 1 Wenn uns der Strahl des Morgens Sei deine Gegenwart nicht fern; Gieb dann dein Heil uns aufge edecket, Hilf ſchauen uns das Licht des Herrn, Und laß, wenn wir zur Kirche geh'n, Im Geiſt die Ewigkeit uns ſeh'n O laß des Evat geliums Beſi ſiegen jedes Sün denherg Laß dein Erbarmen jede Wunde Ausheilen, ſ ſtillen jeden Schmerz. Laß hier uns jeden Sabbathſe chein Ein Bild der ew'gen Ruhe ſein! Kunde Amen. Aus dem Engl. von A. Knapp. Sechſte Woche. Sechſte Woche. Morgengebet am Sonntag. Gleichwie Chriſtus iſt auferwecket von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, alſo ſollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Röm. 6, 4. Wir danken dir großer, barmherziger Gott, daß du durch die Auferſtehung deines Sohnes von den Toten ein neues unvergängliches Leben der Welt geſchenkt haſt und daß du jeden Sonntag wieder das Andenken an dieſe größte That deiner Barmherzigkeit unter uns neu werden lüſſeeſt. O laß auch dieſen heutigen Sonntag, welchen uns deine Güte hat erleben laſſen, dazu für uns geſegnet ſein, daß wir jenes unvergängliche Leben, welches in Chriſto erſchienen iſt, voller und tiefer uns zu eigen machen. Oeffne unſre Ohren und Herzen, dein Wort mit heiliger Begierde und Freude aufzunehmen, damit unſer innerer Menſch dadurch genährt und all unſer Denken und Wollen mehr und mehr umgeſtaltet werde nach dem Bilde unſres hochgelobten Herrn und Heilandes Jeſu Chriſti. Laß uns aus dem Worte, welches heute unter uns verkündiget wird, deine unergründliche Barmherzigkeit recht lebendig erkennen, dami wir ein Herz faſſen zu dir, mit allen Anliegen Leibes und der Seele vertrauensvoll unſre Zu— flucht nehmen zu deiner Gnade, unter allen An— fechtungen uns des Friedensbundes getröſten, in veich on, fice Aben iict deele tiler dem ſoren ſlaſ ſeit nit und dvan 1 If ich untag. von dad but mauch w rmherziger 6e g deines Shh gänglichen d nehe rößte Thatde u werden i Ä' kundg n en, danu firn d „voller mͤit unir Dm ger Begiedde ſer inn rerr Denken undd de nach det nd Heilands orte, welhet d erzingit 9 — 5 eine unergi- g erkenn un. mit allen! densvol n ui de, unter dl undes geti Sonntag. 135 welchen du uns aufgenommen haſt durch die heilige Taufe, und unſre ganze Zukunft in deine väterliche Leitung übergeben. Laß aber dein heiliges Wort für uns auch zu einem Richter der Gedanken und Sinne unſrer Herzen werden. Ziehe durch dasſelbe alle verborgenen Sünden unſres äußeren und inneren Lebens ans Licht, daß wir uns ſelbſt immer gründlicher erkennen lernen, über unſrer Untreue, womit wir den Reichtum deiner Güte dir vergolten haben, uns von Herzen demütigen und bei dir Vergebung ſuchen. Scheide immer mehr aus unſrem inneren Leben alles das aus, was mit dem Sinne Chriſti nicht übereinſtimmt. Pflanze dagegen in unſre Seelen die herzliche Gottes⸗ und Menſchenliebe, den ſtillen Gehorſam, die Geduld und Sanftmut, die Demut und Wahrhaftigkeit, worin dein einge⸗ borener Sohn— das vollkommenſte Vorbild gelaſſen hat. Verleih uns auch die rechte Weis⸗ heit zu einem; Wandel in ſeinen Fuf ßſtapfen, da⸗ mit wir am Sonntag und Werktag, in Freude und Leid, vor Freund und Feind deinem heiligen Evangelium durch unſer Leben Ehre machen und es offenbar werde vor der Welt, daß wir Chriſtum nicht vergeblich kennen gelernt haben. Ach ja, laß uns Chriſten werden, Chriſten, die ein Licht der Welt, Chriſten, die ein Salz der Erden, Wie's dem Vater wohlgefällt. Amen. C. Burk. Sechſte Woche. Abendgebet am Sonntag. Brannte nicht unſer Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffuete? Luk. 24, 32. Treuer Heiland! Wie du am Abend deines Auferſtehungstages deinen Jüngern begegnet biſt und haſt ihnen das Verſtändnis der Schrift auf— geſchloſſen, ſo thuſt du den Deinigen noch alle⸗ zeit, ganz beſonders am Sonntage, dem Gedächt⸗ nistage deiner Auferſtehung. Auch heute biſt du wiederum in unſerer Mitte geweſen und haſt durch dein heiliges Wort Unwiſſende belehrt, Träge ermuntert, untreu Gewordene geſtraft, Traurige getröſtet, Angefochtene aufgerichtet. O habe Dank für allen Segen, welchen dein Wort auch heute wieder in unſrer Gemeinde und in deiner ganzen Chriſtenheit gewirkt hat. Vergieb uns aber auch, wenn wir durch Zerſtreutheit unſrer Gedanken, durch Stumpfheit unſres Herzens des Segens deines Wortes nicht ſo teilhaftig geworden ſind, wie es nach deinem gnädigen Heilandswillen hätte geſchehen ſollen. Diejenigen, welche den heutigen Tag zugebracht haben in der Welt Luſt oder Sorge, ohne dein Wort zu hören, ohne Gottes Angeſicht zu ſuchen, wolleſt du in Geduld tragen. Sie wiſſen ja nicht, was ſie thun, ſie wiſſen nicht, wie ſie um die Scheinfreude der Welt ihr ewiges, himmliſches Erbe verſcherzen. O, öffne ihnen die Augen, daß ſie dich und die unvergänglichen Güter, —— — —— ——y —4ü——— ————— ———— —— —— —— — — — untag. us, da er ni die Schrift ffh am Abend ii gern begen à der Schrite einigen wi age, dem Ge⸗ Auch heue geweſen w ende belehrt d geſtraft, Aar ſtet. O haben Wort auc e d in deiner e ieb uns aben unſrer Gedet zens des eh tig gewordai eilandsviln e- r Welt Lit bren, ohme b in Geduhdne in, ſie wiſen r Velt ij — — — —2 — — — — — ergäng ih lichens⸗ Sonntag. 137 welche du den Deinen darreichſt, erkennen und lieben lernen! Wehre den Argerniſſen, durch welche dein Tag für ſo viele aus einem Tage des Segens in einen Tag des Fluches verkehrt wird; und lehre unſer ganzes Volk je mehr und mehr ſich in dir freuen allewege! Gieb, daß der Segen deines Wortes, der Eindruck deines Naheſeins, den wir heute em— pfangen haben, uns geleite durch die ganze Woche! Hilf uns wandeln als vor deinem Angeſicht, die Werke unſres Berufes ausrichten zu deiner Ehre, die Freundlichkeit, welche wir von dir haben er— fahren dürfen, unſern Brüdern erweiſen, ja allen Menſchen, mit welchen uns Gott zuſammenführt! Und wenn uns dieſe Woche Mühen und Kämpfe, Sorgen und Trübſale bringen ſollte nach ſeinem heiligen Ratſchluß, ſo hilf uns aufſehen auf dich, den Anfänger und Vollender des Glaubens, da— mit wir in allem überwinden, wie du überwunden haſt. Ja, führe uns an deiner Hand von einer Woche unſres Lebens zur andern, bis wir dahin gelangen, wo du nicht mehr bloß auf dem Wege mit uns redeſt, wo wir vielmehr daheim ſein dürfen bei dir, dich in deiner Herrlichkeit ſchauen und in unausſprechlicher Freude mit dir und allen deinen Auserwählten einen ewigen Sonntag feiern. O des Tags der Herrlichkeit! Jeſus Chriſtus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Amen. C. Burk. — Sechſte Woche. Morgengebet am Montag. Viele wandeln, von welchen ich euch oft geſagt habe, nun aber ſage ich auch mit Weinen: Die Feinde des Kreuzes Chriſti, welcher Ende iſt die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott iſt und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdiſch geſinnt ſind. Unſer Wandel aber iſt im Himmel, von dannen wir auch warten des Hei⸗ landes Jeſu Chriſti, des Herrn, welcher unſern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde ſeinem ver⸗ klärten Leibe nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ſich unterthänig machen. Phil. 3, 18—21. Entweder oder— der breite oder der ſchmale Weg, irdiſch oder himmliſch geſinnt! Eine ernſte Wahrheit, wohl wert, am Morgen jedes Tages neubeherzigt zu werden. Soll unſer Leben, heute und immer, den Stempel der irdiſchen oder der himmliſchen Geſinnung an ſich tragen?— It der Schatz, bei welchem unſer Herz iſt, das ir⸗ diſche Gut, die irdiſche Freude, die Gott uns ſchenkt, um uns zu ſich zu ziehen, von der Gabe weg zum Geber? oder iſt unſer Schatz das Leben, das Jeſus lebt droben beim Vater? Wie ſelig, wer mit dem Apoſtel ſagen kann, nicht: unſer Wandel ſoll im Himmel ſein; ſondern: unſer Wandel, d. i. unſre Heimat, wo wir Bürger ſind, Bürgerrecht haben und Bürgerpflicht üben, iſt im Himmel. Und: des vom Himmel kommenden Jeſus warten wir. Unſer Blick, unſer Intereſſe geht hinaus in die Zukunft, ins Ende. Mit Jeſu vereinigt zu ſein im neuen Jeruſalem, ſeinen Vater und ihn anbeten zu dürfen Tag ontag. c oft geſagt : Die Feinde die Verdanm Chre zu Shmn Unſer Wande h warten da er unſern litie werde ſeinen amit er kam a Phil. 3, B Hoder der ſtht innt! Eine m egen jedes w miſer Leben ſe irdiſchen de tragen!- Herz iſ, de, die Gott en, von de Schatz das Vater? Wiſ aannn, niche 1; ſondem. o wir Bürgt gerpflich iln vimmel konne 3 ick, unſer Ie ins Ene ⁸ 8 neuen Iu durch Jeſum Chriſtum. Joah- Montag. 139 und Nacht in ſeinem Tempel, das iſt das Ziel unſres Lebens. Alſo: hinauf und hinaus! iſt es ſo? Treuer Gott und Vater! Du haſt uns reich⸗ lich geſegnet im Irdiſchen,— gieb, daß wir's nicht mißbrauchen, ſondern ſo gebrauchen, ſo unſre Pflicht auf Erden, auch heute, verrichten, ſo auch das Gute, das du uns ſchenkeſt, genießen, daß unſer Herz nicht an der Gabe hängen bleibe, ſondern allein dir, dem Geber gehöre. Behüt uns, Herr, gnädig vor irdiſcher Geſinnung, vor Geiz, Neid und Liebloſigkeit, Leichtſinn und Eitel⸗ keit und gieb uns ein dankbares, zufriedenes Herz. — Noch viel reicher als im Irdiſchen haſt du uns ſchon jetzt geſegnet in himmliſchen Gütern, mit ewigem Leben, Geiſtigkeit, Friede und Freude Und welch' herrliche Ausſichten für die Zukunft eröffneſt du uns, daß wir einſt, in dein Bild verklärt, ewig dich ſchauen und dir dienen dürfen! Lob und Dank ſei dir geſagt für all deine Erbarmung. O ſo laß deinen heiligen Geiſt uns durchdringen und uns himm⸗ — liſch geſinnt machen. Hilf, daß wir uns mehr und mehr ſehnen nach dem Kommen deines Sohnes, unſres lieben Herrn, und daß wir auf ſeine Zu⸗ kunft uns bereiten. Laß auch am heutigen Tag das unſer Leben ſein, daß wir dich ſuchen, dich lieben, mit dir umgehen, Gott und Heiland; zeuch uns in dich hinein, daß du endlich uns zu dir heimholen könneſt. Amen, ja komm, Herr Jeſu! Amen. Dr. Robert Kübel, Sechſte Woche. Abendgebet am Montag. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals ſage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit laſſet kund ſein allen Menſchen; der Herr iſt nahe. Sorget nichts, ſondern in allen Dingen laſſet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dankſagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher iſt denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Chriſto Jeſu! Phil. 4, 4—7. Wie thöricht iſt der Vorwurf, welchen man oft dem Chriſtentum machen hört, als ob's eine Religion der Trübſeligkeit wäre, als ob die, die es mit dem chriſtlichen Leben ernſt nehmen, keine fröhlichen, ſondern eitel ſeufzende Leute wären. Wohl iſt die Freude der Chriſten verbunden mit dem ernſten Sinn, welcher in Gebet und Flehen allezeit vor Gott ſteht und Herzen und Sinne in der Gemeinſchaft Chriſti zu bewahren, alſo auch vor aller Zügelloſigkeit ſich zu hüten ſucht und weiß. Und wir dürfen uns wohl ernſtlich prüfen, ob dergeſtalt unſre Freude immer, auch heute, eine heilige, ein ſich freuen in dem Herrn geweſen iſt. 11. Aber ſolcher Ernſt und ſolches Beten thut der Freude keinen Eintrag, erhöht ſie vielmehr. Iſt's denn dem Kind keine Freude, mit dem Vater zu reden, ihm zu danken? Und thut er nicht alles für uns? Selbſt das, daß unſre Herzen und Sinnen in der Gemeinſchaft Chriſti bewahrt werden, ſelbſt das geſchieht nach des Apoſtels Worten eigentlich nicht durch uns und unſre ——— —— 2——.—— — — — — — ——————— ——— — — — — — — 2*—— ———— ————— B — — — ontag. wege, und üben gkeit laſſet ind, orget nichtz ſi in Gebet und den. Und dr 1 „Vernuuft, da Jeſu! Phi. 4½ ende Leute u⸗ ten verbund. Gebet udi Herzen unde zu bewahre, ſich zu hütn uns wohl en reude inne, zuen in dent⸗ olches R: ſolches de chöht ſie vin 1 Freude, mi ken? Uut 9 . a, daß ulſ aft Chritit -e h nach dot h u 1 Montag. b 141 Arbeit, ſondern der Friede Gottes ſelbſt be⸗ ſorgt ſozuſagen dies Geſchäft und bewahrt uns in Chriſto. Ja, es iſt ſo: je größer und inniger unſer Friede iſt, die ſelige Erfahrung unſrer Gotteskindſchaft und Sündenvergebung, um ſo wirkſamer iſt auch die Kraft, von der Sünde ſich frei zu halten, deſto leichter der Kampf gegen die Verſuchung. Und ſolcher Friede thut von ſelbſt ſich auch kund den Mitchriſten gegenüber in Lindigkeit, in heiter gelaſſenem Weſen, daß es auch andern wohl werden muß im Umgang mit Gotteskindern. Das alles aber, weil der Herr nahe iſt, nicht bloß jetzt nahe mit ſeiner Liebe und ſeinem Ernſt, ſondern auch nahe mit ſeiner Zukunft; auf ſie, auf die Vollendung blicken, das macht erſt recht getroſt. Lieber Herr und Heiland! Du biſt nahe, das haben wir heute erfahren und dürfen's alle Tage erfahren— Lob und Preis ſei dir geſagt für alle Erweiſungen deiner Nähe in Liebe und Güte, in Ernſt und Heiligkeit. Und wir wiſſen auch: deine Zukunft iſt nahe, wenn ſie auch etwa menſch⸗ licher Berechnung nach lange ſich hinauszieht, du wirſt doch die Deinen erretten in einer Kürze. Wir freuen uns in dir, und ach, wie werden wir einſt uns vor dir freuen, wenn du die Sieges⸗ palmen austeilſt den Ueberwindern! Aber werden wir auch vor dir beſtehen in deiner Zukunft? Lehre uns bedenken, welchen Ernſt es gilt, um nicht weggeworfen zu werden von deinem An⸗ 142 Sechſte Woche. geſicht! Hilf du uns ſelbſt unſer Herz und Sinnen bewahren, daß ſie nicht abſchweifen von deinem Weg und uns nicht abführen aus deiner Ge⸗ meinſchaft. Und da dein Friede es iſt, der ſelbſt am beſten uns bewahrt, ſo bitten wir dich, treuer Herr, mach auch an uns jetzt und immer, für Tag und Nacht, für Leben und Sterben, wahr dein ſeliges Wort: Den Frieden laſſe ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Friede und Freude in dir erfülle unſre Herzen, und von uns laß auch Frieden und Freude, Liebe und Lindigkeit ausgehen auf andere, daß wir alle zuſammen daſtehen als ein fröhliches Volk unter dir, dem Könige der Ehren, dem Friedenskönig, welchem ſei Ehre jetzt und immerdar! Amen. bDbDr. Robert Kübel. Morgengebet am Dienstag. Kaufet die Zeit aus; denn es iſt böſe Zeit. Eph. 5, 16. Treuer, barmherziger Gott und Vater! Du erhöreſt Gebet; darum kommt alles Fleiſch zu dir. Auch wir erſcheinen an dieſem Morgen vor deinem heiligen Antlitz mit Loben und Danken, mit Bitten und Flehen. Du haſt in der verwichenen Nacht die Flügel deiner Barmherzigkeit über unſer Haus und Leben gebreitet, und dein Aufſehen hat unſern Odem bewahrt. Deine Güte iſt es, daß wir noch Atem holen und unſre Glieder bewegen können, daß wir im ſtande ſind, die Hand an den Pflug zu legen und alle unſre Dinge zue e ——— — ——— —— — — —=— ͤͤͤͤſͤſͤſͤſͤhſſſſ — — Herz und en eifen von de aus deiner e es iſt, deſf en wir dic,m und inme iĩd Sterben, den laſſe ihe Friede woͤn und von mr be und Lui⸗ ir alle zuſen lk unter d enskönig, wet Amen. Dr. Robett Kü Hdienstag böſe Zeit. Gi 5 t und Vate t alles Flit dieſem Nout en und Danin in der deni⸗ erzigkeit in ddein dufſt ne Güte tt re Glisder ſind, di de e unſte N Dienstag. 143 beſchicken. Sei geprieſen, daß du in deiner Huld auch unſer gedacht haſt und jetzt einen neuen Heilstag uns ſchauen läſſeſt. O gieb, daß wir ihn gewiſſenhaft auskaufen und ſeine flüchtigen Stunden getreulich benützen. Die Zeit iſt kurz und fähret ſchnell dahin; die Ewigkeit aber iſt ſo lang. Schenke uns neue Kraft und Freudig⸗ keit, unſern Beruf wohl auszurichten und unſers Amtes redlich zu warten. Gieb zu unſrem Pflanzen und Begießen dein gnädiges Gedeihen, den Segen, an welchem alles gelegen iſt und der nur von oben ſtammt. Treibe uns an, daß wir all unſer Thun und Wirken in das Licht der Ewigkeit hineinſtellen und ohne Aufhören die künftige Ver⸗ geltung und Abrechnung uns vergegenwärtigen. Bewahre uns vor aller Trägheit und Zerſtreu⸗ ung, vor allem Leichtſinn und Hochmut, vor jed⸗ weder Abweichung von dem Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit. Hab acht auf uns und die Unſrigen und wende unſre Augen und Herzen ab von allem, was uns im Lauf nach den ewigen Hütten beſchweren und aufhalten kann. Richte unſern ganzen Sinn himmelan, dorthin, wohin du uns täglich mit einem heiligen Rufe berufeſt, und wo dein geliebter Sohn, unſer Heiland, auch uns Stätten bereitet hat, damit wir ſeien, wo er iſt und ſeine Herrlichkeit ſchauen. Herr, unſer Gott, wir hoffen auf dich; laß uns nicht zu Schanden werden. Erhöre uns um deines Namens willen! Amen. Joſeph Knapp. Sechſte Woche. Abendgebet am Dienstag. Sende deine Hand von der Höhe und erlöſe mich! P. 144, 7 Herr, unſer Gott! Wir heben unſre Augen auf zu dir, der du im Himmel ſitzeſt. Mit dir haben wir dieſen Tag begonnen, mit dir wollen wir ihn auch beſchließen. Du haſt dich auch heute an uns nicht unbezeugt gelaſſen, ſondern nach innen und außen uns viel Gutes gethan. Herr, was iſt der Menſch, daß du ſeiner gedenkeſt, und des Menſchen Kind, daß du dich ſeiner an⸗ nimmſt? Behüte uns nun auch in der ange⸗ brochenen Nacht und ſei unſer Wächter, der nicht ſchläft noch ſchlummert. Laß uns keine unver⸗ gebene Sünde in den kommenden Tag hinüber⸗ nehmen, ſondern mit einem verſöhnten Herzen und vollendeten Gewiſſen einſchlafen. Reinige uns durch das teure Blut deines Sohnes, unſres hochgelobten Heilands, von aller Befleckung des Geiſtes und Fleiſches und arbeite kräftig an unſern Herzen durch deinen heiligen Geiſt, der da weht, wo er will. Vater im Himmel! Unſre Tage ſind einer Hand breit vor dir; es geht, als flögen wir davon. Lehre uns doch erkennen, daß unſer Leben ein Ziel hat und wir davon müſſen. Gieb, daß wir bei jeder Nacht, die hier unten einbricht, auch an die Todesnacht denken, da man nicht mehr wirken kann. Schenke uns die große Gnade, daß uns dieſe letzte Nacht einſt nstag. e und eüllſen M.n fh whaid dc u gelaſſen, ſenn A G Gut tes giir ſeiner un dich ſeine ch in der m Lächter, dent uns keine umr TX den Tag hi 4 1 erſöhnten de 1 afen. K Sohnes, ui r Beflechung beit krifti iligen rGei n Himmel 3 dor dir; e ins doch ell b und wir N Nacht, dn ddesnatt tw m. Schenke lette Aab erleben läſſeſt. von unſrem Lager aufgeſtanden. Mittwoch. 145 himmelan führe zum Erbteil der Heiligen im Lichte, und in einen ewigen Tag ſich verwandle. Bereite uns in dieſer Zeit der Gnade auf ein ſanftes, ſeliges Ende und laß uns im Leben wie im Sterben die Deinigen bleiben. Herr, hilf, 0 Herr, laß alles wohlgelingen! Amen. Joſeph Knapp. Morgengebet am Mittwoch. Ich gehe einher in der Kraft des Herrn. Pſ. 71, 16. Treuer, barmherziger Vater! Habe Dank, daß du uns auch heute einen neuen Tag der Gnade Geſund und erfriſcht ſind wir Alle unſre Ge⸗ beine müſſen ſagen: Herr, wer iſt wie du? Wie viele unſrer Mitmenſchen müſſen d den Tag unter Schmerzen und Kämpfen, in Trauer und Be⸗ trübnis anfangen! Uns aber haſt du durch den Schlaf der vergangenen Nacht mit neuer Kraft angethan und zu frohem Wirken ausgerüſtet. Wer hat uns vorgezogen? Du biſt der Schöpfer aller Dinge, der Geber aller vollkommenen Gaben. Dein iſt die Kraft und die Herrlichkeit. Gieb nun aber, daß kein Undank und Kaltſinn uns beſchleiche, keine Sicherheit und Glaubensſchwäche uns überfalle. Du haſt einen neuen Tag an⸗ brechen und die Sonne wieder über unſern Häup⸗ tern aufgehen laſſen. Was hilft uns aber alles natürliche Licht, wenn nicht das Licht deiner Alles mit Gott. 10 146 Sechſte Woche. Gnade und Wahrheit uns durchſtrahlt, wenn wir nicht im Lichte wandeln und unſer Licht ge⸗ räuſchlos leuchten laſſen vor den Leuten? Verhilf uns dazu, daß wir unſern himmliſchen Beruf immer feſter machen und ſo leben, wie wir, wann wir einmal ſterben, wünſchen werden, gelebt zu haben. Schenke uns mitten in der Unruhe und Aufregung dieſer Welt das köſtliche Gut eines immer fröhlichen Herzens und jenen Frieden, der höher iſt, als alle Vernunft, damit unſre Herzen und Sinne bewahret werden in Chriſto Jeſu, deinem geliebten Sohne. Laß unſre Berufsarbeit gnädig gelingen und alles, was wir in deinem Namen beginnen, wohl von ſtatten gehen. Be⸗ wahre uns, wenn es dein Wille iſt, vor jedem Unheil und Schaden und laß uns die Stunden des Abends unverletzt erreichen. Nimm in deine Obhut und Leitung alle unſre Angehörigen und Freunde. Du weißt, wo ſie wohnen und weilen, kennſt am beſten ihre Anliegen und Bedürfniſſe. Nimn dich ihrer und unſer herzlich an und halte uns bei den mancherlei Wechſelfällen dieſes Lebens unter einander eng verbunden, beſonders aber mit dir, unſrem himmliſchen Herrn und König. Der hat alles, der dich hat und einſt auch in dir er⸗ funden wird. Laß dir wohlgefallen die Rede unſres Mundes und das Geſpräch unſres Herzens vor dir, Herr, unſer Hort und Erlöſer! Amen. Joſeph Knapp. ſſtrahlt, n unſer d euten? . . ei ——— —* — 25 ——— ten Friedan nit unſre he Chriſbp fre Veriſt vir in di ten gehen. le iſt, vor 6 — 6 1 — — — — 6 1” — — —— 9 — „ 1 — ms die Sni Nimm iw Angehörign 1 5 glich an wiit lllen dieſesde eeſonderz ae⸗ und Köni N itt auch ni gefalen den ich unſtes d Erlbſer! Joſebh Mittwoch. 147 Abendgebet am Wittwoch. So liegt es nun nicht an jemands Wollen oder Laufen, ſondern an Gottes Erbarmen. Röm. 9, 16. Getreuer Gott und Herr! Wir unterwinden uns, mit dir zu reden, obwohl wir Erde und Aſche ſind. Du haſt uns am heutigen Tage gnädig behütet und das Licht deiner Freundlichkeit uns helle leuchten laſſen. Du biſt uns nahe geblieben mit deinem Wort und Geiſt und haſt zu unſrem Thun dein göttliches Ja und Amen geſprochen. Darum iſt es uns ein köſtliches Ding, deinem Namen zu lobſingen und die Geſchäfte deiner Hand zu rühmen. Wir haben es von neuem erkannt, daß es nicht an unſrem Wollen und Laufen liegt, ſondern an deinem göttlichen Erbarmen, und daß wir ohne dich nichts Völliges auszuführen vermögen. Vergieb uns alle Sünden und Verſäumniſſe dieſes Tages, die du noch beſſer kennſt, als wir vergeßliche Menſchenkinder. Wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler. Laß uns im Frieden einſchlummern und ſchenke uns als beſtes Ruhe⸗ kiſſen die frohe Gewißheit, daß unſer Herz durch das Blut deines Sohnes gereinigt iſt. Wache über uns in der angebrochenen Nacht als der Hüter Iſraels, der nicht ſchläft noch ſchlummert. Wenn du nicht Stadt und Land, unſre Häuſer und unſer Leben behüteſt, ſo wachen alle Wächter umſonſt. Halte unſre Gedanken immer in der 10* 148 Sechſte Woche. rechten Zucht und leite ſie, auch wann wir ſchlafen, auf die lichten Bahnen der Wahrheit und Ge⸗ rechtigkeit. Herr unſer Gott! Wie leicht kann dieſe Nacht den Abſchluß unſres Lebens bringen. Wir ſind übernächtig und ſtehen jederzeit mit einem Fuß im Grabe. Lehre uns doch bedenken, daß wir ſterben müſſen, damit wir klug werden. Bewahre uns in Gnaden vor einem böſen, ſchnellen Tod, vor einem Ende mit Schrecken. Laß uns einſt mit einem verſöhnten Gewiſſen von hinnen fahren und aus der Fremde dieſer Welt in die ſelige Heimat des Himmels kommen, wo keine Nacht, keine Sünde und kein Tod mehr ſein wird; denn das Alte iſt vergangen. Erhöre uns um Jeſu Chriſti, unſres einzigen Mittlers und Für⸗ ſprechers willen! Amen. Joſeph Knapp. Morgengebet am Donnerstag. Wo zwei oder drei verſammelt ſind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Matth. 18, 20. Herr, unſer Heiland, Jeſu Chriſte, wir ſind miteinander verſammelt, um durch einen Aufblick zu dir uns zu erquicken und aufzurichten und für den Lauf dieſes Tages zu ſtärken. Du aber haſt verheißen, daß du wolleſt bei denen ſein, die in deinem Namen ſich verſammeln, und dich denen nicht verſagen, die dich ſuchen und ge⸗ 3 aann wir ſten ahrheit wn Wie leitt n Lebens brin hen jederzeit (eht wir klug ve em böſen, ſn recken. Lijn jeſer Welt n immen, w d mehr ſeinu Erhöre unn Rittlers woͤ Joſeph Ke mnerstan. ld in meinem de latth. 18, 2 Chriſte, nti 4 1 urch einen Ki aufzurichn ſtärken. A ſt bei dn ſammeln, m h ſuche m 6 Donnerstag. 149 meinſam dich ſuchen. Nun, Herr, ſo glauben wir's, daß du in unſrer Mitte ſeieſt und uns helfeſt, daß wir mögen offene Herzen haben, um von dir etwas empfangen zu können, das unſern Seelen aufhilft. Wir fühlen uns ſo arm, ſo ſchwach in dieſer Welt, und meinen's oft faſt nicht fortbringen zu können. Du weißt es, o Herr, und kennſt unſre Schwachheit, unſre Armut,— und wir wiſſen's auch, daß du nach den Armen ſiehſt, und daß dir das Herz bricht, wenn du ſeufzende, ſchmachtende Seelen ſiehſt, Seelen, die nach dir verlangen. Und wir freuen uns, von dir zu wiſſen, daß du gnädig biſt und freundlich uns armen Menſchenkindern, wenn wir nach dir blicken! Herr, unſer Erbarmer, ja wir blicken hinauf zu dir,— ſiehe du herab zu uns und gieb uns aus der Fülle deiner Gnade recht viel in unſre Herzen hinein, das uns zu etwas diene auf Leben und Sterben, und insbeſondere dazu helfe, daß wir einmal zu dir mögen geſammelt werden, unſrem großen Hirten und Heiland, um bei dir ewig ſatt zu werden. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beſchützer und mein Hort; Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret ſein. Amen. Nach Blumhardt, Sechſte Woche. Abendgebet am Donnerstag. Laſſet eure Lenden umgürtet ſein und eure Lichter breunen; ſeid gleich den Menſchen, die auf ihren Herrn warten. Lukas 12, 35. Herr Jeſu, gnadenreicher Heiland, der du ge⸗ kommen biſt in die Welt, die Sünder ſelig zu machen, und darum auch wieder kommen vwirſt, die Lebenden und die Toten, die dir zugehören, zu dir zu führen, um ihnen nach viel über⸗ ſtandenem Weh bei dir ewige Ruhe und volles Heil zu geben, ſei mit uns in dieſer Abendſtunde! Hilf uns den Weg ergreifen, der zu dir führt, und ihn feſthalten. Umgürtet möchten wir ſtehen, brennende Lichter haben, das Anſehen von War⸗ tenden haben, wenn du kommen wirſt. Befreie uns, o Herr, von allem, was uns an ſolcher Bereitſchaft hindert. Leuchtend durch Demut, Sanftmut, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, auch Geduld unter Verfolgung und Trübſal möchten wir deiner harren, leuchtend vor dir und unter⸗ einander. Hilf uns dazu, o Herr! Hilf doch, daß wir treu ſind in Geduld und Glauben, in Lieben und Hoffen, daß du uns kannſt erkennen, wenn du kommſt, und uns aufnehmen in deine Herrlichkeit. Ach Herr, wenn du dieſe Nacht kämeſt, würdeſt du uns mit umgürteten Lenden und mit brennenden Lichtern finden? Eile doch, uns zu bereiten! b nerstag. in und euke h die auf ihrn. iland, der n Sünder ſin er kommen u die dir zugei nach viel i Ruhe mndu * jeſer Abend 1 1 1 d der zu de möchten witſ Anſehen vnb ten wirſt. de as uns an ſ end durc de vor dir ude 1 4 Friedferigtit d Trübſal u 1 Herrl d und Glane ns kaunt ii⸗ rufnehmen un un du di umgürteten . jinden d mich und in mich eindringen. Freitag. 151 Der Tag iſt hin; mein Jeſu bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, Erleuchte mich, o Herr, denn es iſt Zeit! Amen. Nach Blumhardt. Morgengebet am Freitag. Ich lebe aber, doch nun nicht ich, ſondern Chriſtus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleiſch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet hat und ſich ſelbſt für mich dargegeben! Gal. 2, 20. Ein herrliches, hochwichtiges Wort! O all⸗ wiſſender Gott, darf ich es auch auf mich an— wenden? Lebe ich? Bin ich nicht mehr im Todes— banne der Sünde? Iſt mein Fleiſch gekreuzigt mit Chriſto, oder lebt noch der alte Adam in mir? Herr, du weißt es, wieviel ich noch die Anläufe des Feindes ſpüre, und wie oft, ſelbſt im Traumleben der Nacht, ſeine feurigen Pfeile auf Ach vergieb, wo ich mich wieder vom Tode habe feſſeln laſſen! Vergieb um meines Heilands willen, der für mich ſich zum Löſegeld dargegeben! Reinige mich und befreie mich! Ich halte dich, o Jeſu, im Glauben feſt; auf dich bin ich getauft, und du haſt dein Leben auch in mich geſenket. Des tröſt' ich mich und laß es mir nicht rauben durch den Verkläger. Aber ich bitte, o Fürſt des Lebens: lebe du nun heute und fernerhin in mir, und offenbare dies 152 Sechſte Woche. dein Leben durch allerlei Kraft und himuliſche Gabe, die du mir darreichen wolleſt. Laß mich hente im Glauben ſtets mit dir verbunden ſein, und nicht durch Luſt und Sorge, nicht durch Leichtſinn noch durch Schwermut aus deiner hei⸗ ligen Nähe geriſſen werden. Halte mich in der Arbeit wie in der Ruhe jeden Augenblick in deiner Zucht und in deinem Frieden. Gieb Segen zu meinem Werke in Wort und That, daß alles geſchehe zu deiner Ehre und zu meinem wahren Wohle. Bezeuge dich, o Herr, an allen, die zu deinem Volke zählen, ja an allen, die dein An⸗ geſicht ſuchen. Sei mit jedem Treuen in ſeinem Stand und Beruf, ſegne unſre Obrigkeit in Stadt, Land und Reich. Segne unſre evange⸗ liſche Kirche! Zertritt den Böſewicht unter unſern Füßen. Denn du biſt ja der Sieger Jeſus; und du haſt uns geliebet und teuer erkauft! Du kannſt die Deinen nicht laſſen, noch dem Feinde dein Reich preisgeben. Amen, du wirſt es thun! Iſt's doch deines Vaters Wille, Daß du endeſt dieſes Werk, Hiezu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb' und Stärk, Daß du nichts von dem verliereſt, Was er dir geſchenket hat, Und es von dem Treiben führeſt, Zu der ſüßen Ruheſtatt. Amen. F. Kübel. ft und ſmn wolleſt dir ir verdunn Sorge, niht nut aus denn Halte miht den dunai ieden. Gice nd That, de zu meinen ie er, an alln, allen, die din n Treuen inſt unſre Otrit Segne unſtei ſewicht unen der Sieger d teuer eret 5 9 en, noch dm en, du wirte⸗ ters Will, Werk, die Füll und Stärk dem verlirni t hat, iben führeſ att. 6 haſt der Welt Sünde getragen. Freitag. 153 Abendgebet am Freitag. Siehe, das iſt Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1, 2 Herr Jeſu, laß mich an dieſem Abend meine Seele ſenken in das Gedächtnis deines heiligen Leidens und Sterbens, welches du einſt auch an dieſem Wochentage auf dich genommen haſt. Du Dein ganzer Lebensgang zuvor ſchon war ein ſolches Tragen, ein Bußgang für die ganze Welt. Arm und gering, verachtet von den Hohen der Welt, zu⸗ rückgeſtoßen von deinem Volke,„in ſteter Arbeit, Müh' und Kummer biſt du geweſen Tag und Nacht!“ Aber wie ſtürmte die Macht der Finſter⸗ nis erſt am Ziele deines Erdenlebens auf dich ein! Was hat dein Leib erduldet, da er ge— ſchlagen, verſpieen und auf alle Art gequält, von einem Richter zum andern geſchleppt und endlich mit dem Kreuzesbalken belaſtet zur Richtſtätte geführt wurde. Und dann, als du ans Kreuz genagelt ſechs Stunden zwiſchen Erd und Himmel ſchwebteſt, in heißem Durſte und unſäglichen Schmerzen: wer kann dieſen Jammer ausdenken? Was hat deine Seele ertragen, als das Gottes⸗ volk dich verwarf, der Hoheprieſter Jehovahs dich als Gottesläſterer des Todes würdig erklärte und aus dem Bunde Gottes ausſtieß, als des Kaiſers Statthalter dich als Empörer und Aufrührer verurteilte, ija Gott, dein Gott, ſelbſt dich ver⸗ 154 Sechſte Woche. laſſen hat! Das war Höllenqual! Wie ſchauerlich und doch wie ſo tröſtlich iſt's für mich, daran zu gedenken! Du trugſt ja hier aller Welt Sünde; ach zu dieſer Welt, zur ſündigen, abgefallenen, verunreinigten Welt gehörte ja auch ich. Und ich erfahre es täglich und erſt heute wieder mit Schmerz, welche Macht noch immer dieſe Welt über mich hat! Nun denn, du trugſt der Welt, alſo auch meine Sünde! Lob, Ehr, Preis und Anbetung und Dank ſei dir, du Lamm Gottes, für ſolche Botſchaft! O laß mich's feſt glauben, und gieb mir's zu genießen in allerlei Troſt der Vergebung, in Freudigkeit und Zuverſicht des Glaubens und der Hoffnung. Aber laß es auch zur Kraft in mir werden, ſelbſt immer aufs neue wieder mit dir zu ſterben! Hilf mir die Sünde, deren Fluch du alſo gebüßet, von Herzen verabſcheuen und ſie gründlich haſſen und aus⸗ rotten, daß jede Stunde meines Lebens, ich wache oder ſchlafe, dir geweiht ſei, dir, der ſein Leben für mich gegeben und mich teuer erkauft hat zu ſeinem Eigentum. Du biſt mein Herr! So ſei heute Nacht auch mit deinem Schutze mir und all den Meinigen nahe, nimm Leib und Seele in deine Obhut, und behüte uns vor allem Schaden und vor allen Schanden. Gedenke in Gnaden der ganzen Welt, auch aller, die noch ferne ſtehen, beſonders aber aller Gläubigen. Beweiſe die Kraft deines Todes und deines Lebens durch dein Wort in unſrer evangeliſchen Kirche. Laß in ihr — — —— — ——— —.—— — „Vie et r mich, dun er Welt eh en, abgeirla wauch ih, d heute viden mmer dieſe. trugſt de d Ehr, Presn ch's feſ glat allerlei dii iĩd Zuverjitt Aber laß G eAloſt imme a en! Hiff wi büßet, von hen haſſen udn Lebens, ihu dr, der ſenh zchutze mir w eib und E vor allem ehl edenke in he enoch feree gen. Weit Lebens d lirhh. Wi Sonnabend. 155 die Zahl derer wachſen, die ihren Heiland kennen und ſich dem ergeben, der auch ihre Schuld ge⸗ büßt. Sei mit deinen Dienern, laß alle Pre⸗ diger und Leiter unſrer Kirche dir befohlen ſein, daß ſie ſelbſt zuerſt erfüllt werden mit deinen Todes⸗ und Lebenskräften, und ſodann auch für andere zu Lichtern werden, die dein Licht aus⸗ breiten. Herr, erbarme dich aller Menſchen, du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. O Lamm Gottes unſchuldig, Am Stamm des Kreuzes geſchlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du wareſt verachtet, All' Sünd' haſt du getragen, Sonſt müßten wir verzagen, Gieb uns den Frieden, o Jeſu! Amen. F. Kübel. — ᷣ—— Morgengebet am Sonnabend. Es iſt den Menſchen geſetzt, einmal zu ſterben, dar⸗ nach aber das Gericht! Hebr. 9, 27. Wie ein Traum vorbeieilt, ſo ſchnell iſt dieſe Woche ihrem Ziele nahe gekommen. Noch ein Tag und auch ſie iſt vorbei! Und mit dieſen Stunden und Tagen läuft auch mein Leben ab! Wer weiß, wie nahe mein Ende iſt! Und was dann?„Darnach aber das Gericht!“ Was aber nach dem Gericht? Die Ewigkeit! O Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang 156 Sechſte Woche. ſonder Ende. Ewig, ewig, ohne Änderung und Minderung unglücklich oder ſelig! Ewiger Sonn— tag, daheim beim Herrn, an den Lebensbächen und Lebensbäumen der neuen Erde, oder aber — ich kann den Gedanken nicht ausdenken— ewig verflucht, fern vom Angeſicht Gottes, fern von aller Freude! Entſetzliche Zukunft! O himmliſcher Vater, hör' meine Bitte, gieb mir Gnade, wie heute den letzten Tag der Woche, 8 ſo überhaupt noch den Reſt meiner Erdenzeit ſo auszukaufen, daß ich einſt beſtehen mag vor deinem Gerichte! O mach mich treu, treu im Kleinen und Fremden, in den Dingen und Gütern dieſer Erde, treu in meinem Berufe und Geſchäfte, treu in meinem Hauſe! Gieb mir heute und allezeit durch deinen heiligen Geiſt Weisheit und Verſtand, zu erkennen, was wohlgefällig iſt vor dir, und gieb mir Luſt und Liebe und Kraft, das erkannte Gute auch zu thun. Hilf mir über⸗ winden, was aus der ſichtbaren oder unſichtbaren Welt mir entgegentritt und meine Schritte ver⸗ kehren will. Kämpfe, o Jeſu, ſelbſt für mich wider den Argen und ſeine mir unbekannten Schlingen und Anläufe, und halte du meine Seele feſt, daß ſie in allem Denken, Reden und Thun bei dir und in dir ſei. Laß mich heute wachſen nach dem inwendigen neuen Menſchen und ab⸗ nehmen am alten Menſchen. Gieb Segen zu allem Thun, daß es geſchehe als aus der Kraft, die du darreicheſt, zu deiner Ehre und zu meiner V hue Andenm, ig. Ewiger ſe Zukunft neine gitt, nich treu Dingen uohi erufe und bii⸗ eb mir heu Geiſt Weiſt vohlgefäli i tebe und Aui 1. Hilf uti en oder mittte meine Schrit ſu, ſelbſt ſir e mir uubeir alte du meine 7, Reden whi mich heute n. Menſchen we Gieb 5n als aus dat ihre und un 6 1 — — 1 Sonnabend. 157 Seligkeit. Gedenke gleich alſo aller derer, die deinen Namen kennen, gedenke deines Volkes hin und her, gedenke unſrer evangeliſchen Kirche. Ja ſei mit jeder redlichen Seele und ſegne jede dir wohlgefällige Arbeit im kleinen und im großen, bei Hohen und Niedern. Steure dem offenen und geheimen Wüten des Böſewichts, und laß alſo uns deinem großen Sabbath, täglich mehr be⸗ reitet, entgegengehen. Dann graut uns auch nicht mehr vor Tod und Gericht. Sie mögen dahin⸗ eilen die Tage der Woche und die Jahre des Lebens, komm nur du, Herr Jeſu, bald, aber komm uns mit Gnade und ſüßem Lichte! Indeſſen bleibe bei uns, auch wenn die Woche und der Tag ſich neigt. Man ſtirbt nur einmal, man lebt auch nur einmal. Darnach aber das Gericht: Herr, dieſe Offenbarung Drück du mir zur Bewahrun Beſtändig in den Sinn, Daß ich auf das nur ſehe, Ich gehe oder ſtehe, Wie ich vor deinen Augen bin! Amen. F. Kübel. Abendgebet am Sonnabend. Bis hieher hat der Herr geholfen. 1. Sam. 7, 12. Ja, treuer, himmliſcher Vater, das iſt auch bei mir wahr geworden. Deine Gnadenhand habe ich mit den Meinigen in dieſer Woche recht erfahren dürfen. Du haſt uns geſund und wohl 158 Sechſte Woche. erhalten; zu unſrer Arbeit haſt du Gedeihen ge⸗ geben; viel Liebe haben wir empfangen und ge⸗ nießen dürfen von unſern Mitmenſchen. Und uns ſelbſt haſt du, Herr, auch je und je dazu brauchen können, daß wir andern Liebe erweiſen durften. O wie reich machſt du unſer Erden⸗ leben durch Liebe! Und was das Köſtlichſte iſt, du haſt auch in dieſer Woche nicht aufgehört, uns dein eigen Liebesherz in Chriſto Jeſu, deinem Sohne, aufzuſchließen. Du haſt uns mit deinem heiligen Geiſte geholfen, hineinzuſchauen in die ſeligen Geheimniſſe deines Liebesratſchluſſes; dein Sohn, unſer einiger Mittler und Heiland iſt uns nahe gekommen im Worte und im Geiſte. Wir haben's ſpüren dürfen in allerlei Wirkung des heiligen Geiſtes, in Strafe, in Vermahnung, in Zucht und Troſt und Frieden. Du haſt uns auch dadurch geholfen im Kampfe mit unſrem Fleiſche, mit den Verſuchungen der Welt und des Teufels. Ja tauſend tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! Und nicht nur für uns allein danken wir. Für alle Hungrigen, welche du in dieſer Woche geſpeiſt, für alle Elenden, die du erquickt, für alle Kranken, die du geftärkt, für alle Gebeugten, die du emporgerichtet, ja für alle Menſchen, denen du Leben und Odem er⸗ halten und deine Liebe erzeiget haſt, ſei dieſes Lobgetöne, dieſer Dank dir, du gütiger Vater im Himmel, dargebracht. Und nun, o Herr, merke auf die Bitte deines thur 4=—,= —— ——— — — j==S— ——— — — — — G== empfangen u Mitmenſce. uch je ud dern Liebe 1 t du mſer. das Küſlüth dicht oufgehän, friſto Jeſu, i jaſt uns mi einzuſchauen besratſchuſe und Heiland nd im Geite lerlei Vittn in Vermahmm hen. Du hai Kampfe niw gen der B tauſendmal ſ ind nicht mrii. Hungrigen, ür alle Glene e, die du gi nporgerictt iget haft i ben und de du gütht auf die dit Sonnabend. 159 Kindes: Fahre fort zu ſegnen, aus Gnaden, um deines Sohnes, des Geliebten willen. Du wolleſt um unſrer Sünde willen ſolche Bitte nicht ver— ſagen. Ach ja, wenn du rechten wollteſt:— Wie haben wir deine Liebe vergolten? Wie manches Wort, wie mancher Gedanke und auch wie manche That zeugt wieder aus dieſer Woche her gegen unſre Seele.„Nicht treu genug geweſen, nicht brünſtig genug im Gebet, nicht fleißig genug im Worte Gottes, nicht ſtrenge genug in der Selbſt⸗ zucht, nicht ernſt genug im Wandel, nicht ein— fältig genug im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung!“ So und vielleicht noch viel ſtrenger lautet das Urteil auch über mich! Was ſoll ich thun? Nichts anders, als zu derſelben Liebe flüchten, die bisher ſo gnädig durchgeholfen hat. O Heiland, hilf du auch wider den Ankläger meiner Seele! O Herr, vergieb! Laß Jeſu Blut ſich ergießen und die böſen Flecken aus meinem Herzen und aus deinem Buche tilgen! O Vater 2 2 7 7 zerreiß die Handſchrift, die wider mich zeuget! Ja, ich glaube an den Namen deines Sohnes und hoffe auf ſeine Hilfe; ich glaube, daß er mich ſchon verſöhnt hat, und daß ich auch die Sünden dieſer Woche in ſeinem Namen hinter mich werfen darf. Du wirſt mich nicht zu Schanden werden laſſen. Nun denn, ſo ſei der Tag und ſei die Woche beſchloſſen. Deine Liebe, o Vater, wird weiter helfen. Behüt' uns heute Nacht vor allen Ge⸗ 160 Sechſte Woche. fahren Leibes und der Seele! Gedenke insbe⸗ ſondere aller derer, welche uns zur Fürbitte em⸗ pfohlen ſind(du kenneſt ſie, Herr), gedenke aller Kranken, Armen und Elenden. Sei mit unſrem Volke und aller Obrigkeit! Erbarme dich deines Zions und offenbare dich ihm auch morgen an deinem Tage! Erbarme dich aller Menſchen! Nun denn, mein Herz, ſei getroſt und unverzagt und harre des Herrn: Hat er bisher geholfen: Ei nun, ſo laß ihn weiter thun, Und red' ihm nicht darein: So wirſt du hier im Frieden ruh'n Und ewig fröhlich ſein. Amen. —2 2A„ = S —= — F. Kübel. — — —ù—— —— 2 .— —— — —— —2 — — — ——.—= ———.———— ——O Gedente in zur Fürbit Sei mit m barme dih i err, Jedat W 15 1 1 1 auch morma, er Menſchenlh nd unverzant her geholfer er thun, n: jeden ruyn Amen. Su Gebete für die Feſtzeiten. —— Morgengebet am Adventfeſt. Siehe, dein König kommt zu dir! Matth. 21, 5. Allmächtiger Gott und Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti! Mit Dank und Anbetung werfen wir uns nieder vor dem Throne deiner Gnade und preiſen deinen heiligen Namen, daß du uns abermal den Morgen eines neuen Kirchenjahres erleben läſſeſt. O wie können wir dir genugſam danken für alle die Gnadenerweiſungen, womit du bis auf dieſen Augenblick unſre unſterblichen Seelen erquickt und uns geſegnet haſt mit allerlei geiſtlichem Segen in himmliſchen Gütern durch Chriſtum! So hoch der Himmel über der Erde iſt, läſſeſt du deine Gnade über uns walten; ſo fern der Morgen iſt vom Abend, läſſeſt du unſre Uebertretung von uns ſein. Deine Gnade währet von Ewigkeit zu Ewigkeit und deine Gerechtig⸗ keit auf Kindeskind. Darum ſollen alle deine Heiligen dich loben und die Ehre deines König⸗ reichs rühmen. Insbeſondere preiſen wir dich, daß du zum Anfange dieſes Kirchenjahres uns die große Wahrheit von dem Kommen deines Alles mit Gott. 11 162 Gebete für die Feſtzeiten. eingeborenen Sohnes vor Augen ſtellſt. Dieſes Kommen macht ja alles neu. Schenke dadurch auch uns neue Herzen und bereite uns ſelbſt durch deinen heiligen Geiſt, damit in uns und in aller Welt die Thäler erhöhet und alle Berge und Hügel erniedrigt werden, auf daß Jeſus Chriſtus, der hochgelobte König der Ehren, einziehe in uns und ewiglich in uns bleibe als unſer Licht und Leben. O treuer Heiland, komme zu uns und mache Wohnung in unſern Herzen, ſchenke uns deinen Frieden; du kommſt ja als ein ſanftmütiger König, reich an Gnade und Erbarmung. Komme zu uns mit dem ganzen Segen deines heiligſten Lebens, Leidens, Sterbens und Auferſtehens. Laß uns allezeit wandeln im Lichte deiner Gnade, und gieb, daß alles in uns und an uns ſich dir als dem rechten Herrſcher zu Füßen lege und daß wir nicht erſchrecken dürfen vor deinem Kommen zum Gerichte, ſondern frohe Hoffnung haben in dir. O dreieiniger Gott, ſegne uns das neue Kirchenjahr, ſegne jeden Gottesdienſt und alle kirchlichen Anſtalten ſamt allen Dienern und Gliedern der Kirche; ſegne heute und alle Tage unſer Gebet und den Gebrauch deiner heiligen Sakramente. Laß durch dieſe teuren Gnaden⸗ mittel deine Kirche unter uns äußerlich und inner⸗ lich gebaut und befeſtiget werden. Alles zur Chre deines hochheiligen Namens und uns zur ewigen Seligkeit! Amen. S. C. Kapff. 4 iten. R ſtellt. d Schenke dad in u, einziehe nu 1 tw ezu uns udm chenke uns der uftmütiger g. Kommeuu heiligſten Lie tehens. Lahu iner Gnude,n tuns ſich det gen lege mii : deinem Fomn hoffnung hilet ne uns dan ttesdienſt wn len Dienen! ute und dld ch deiner hi e teuren Gi ußerlich wir m. Alles ii nd uns zur S. 6N Advent. 163 Abendgebet am Adventfeſt. Die Nacht iſt vergangen, der Tag aber herbeigekom⸗ men; ſo laſſet uns ablegen die Werke der Finſternis und anlegen die Waffen des Lichts. Röm. 13, 12. Herr Jeſus Chriſtus! Du biſt gewißlich das Licht der Welt, die Sonne in den Menſchen⸗ herzen. Jeder Sonn⸗ und Feſttag mit ſeinem Evangelium iſt ein Strahl deines Lichts, ein Gnadenſchein in die irdiſche Finſternis. Laß es unſre Seele erkennen, daß auch das Adventfeſt, welches wir heute als erſten Feſttag des Kirchen⸗ jahrs gefeiert haben, wie ein Gruß vom Him⸗ mel an unſer Herz, wie der Anblick des Morgen⸗ rots nach dunklen Nächten uns ſein ſollte. Dein Heil iſt uns näher gekommen, als wir glauben und wiſſen. Unſer armes Herz müht ſich, wie es die Laſten ſich erträglich mache, die immer wieder neu hereinbrechen. Du aber reckſt deine Hand nach uns aus und ſprichſt:„Ich will dir — Ruhe geben, mühſeliges, beladenes Herz— komm her zu mir!“ Leite uns alſo, Herr Jeſus Chriſtus, daß auch wir ſelbſt dem nahenden Heil immer mehr entgegenkommen und nicht abkommen von demſelben. Laß es ein jedes unter uns wiſſen: deine Stunde iſt da, aufzuſtehen vom Schlafe! Lehre uns bedenken, was zu unſrem Heile dient, daß wir deinen Ruf nicht verſchlafen, ſolange er als milde Gnadenſtimme und noch nicht als rechtende Donnerſtimme uns an das Herz kommt; 11*¾ 164 Gebete für die Feſtzeiten. laß uns nicht in Sicherheit und Leichtſinn des Herzens das Aufſtehen verſchieben von einer Stunde zur andern. Mache es zu unſrem täg⸗ lichen Geſchäft in allem Ernſte, daß wir an⸗ ziehen dich, den Herrn Jeſum Chriſtum, dich in dem Dichten und Trachten unſeres Herzens mit uns tragen, dich in uns haben als unſer Vor⸗ bild, zu dem wir aufſehen unter Thun und Reden, ja daß wir dich in uns haben als unſern un⸗ ſichtbaren Beiſtand, zu dem wir beten um gött⸗ liche Kräfte und göttliche Segnungen, als unſer Haupt, das uns nach ſich zieht ins Himmliſche, und dem wir dienen im Irdiſchen, als den großen Zukünftigen, der da kommt, den Seinen des Vaters Reich zu beſcheiden und die Welt zu richten. Amen. Nach J. T. Beck. Am heiligen Chriſtabend. Fürchtet euch nicht; ſiehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch iſt heute der Heiland geboren, welcher iſt Chriſtus der Herr. in der Stadt Davids. Luc. 2, 10. 11. Gelobet ſeiſt du, Herr Jeſu, für deine große Liebe, daß du unſer Bruder geworden biſt, um uns zu Kindern Gottes zu machen und vom ewigen Verderben zu erlöſen! Du haſt wollen zu Bethlehem in einem geringen Stalle geboren werden, damit wir Bürger des himmliſchen Je⸗ ⸗. ruſalems ſein möchten; du haſt unſre Schwach⸗ heit, doch ohne Sünde, an dich genommen, damit zu unten d, daß vire hriſtum, dii res Herzen r als unſer de Thun und R Gals unſern beten un ſ ungen, als mn ins dinulit n,, als den gi nden Seinen w nd die Wi Nach J. L. A rabend. rkündige euh ii twird; denn ai 1 ſt Chriſtus derh⸗ 11. e, für deine n reworden bit nachen ud Du haſt vile 1 Stale gi⸗ z himmlſte junſtes M Am Weihnachsfeſt. 165 dein himmliſcher Vater mit unſrer menſchlichen Schwachheit Geduld haben möchte. Darum ſind wir fröhlich in dir und loben deinen heiligen Namen! Wir bitten dich: Bleibe allezeit bei uns, du Geſegneter des Herrn, in welchem alle Völker auf Erden geſegnet werden; wirke wahre Buße und Glauben in uns, daß wir deiner Menſchwerdung ſtets als einer unausſprechlichen Wohlthat ge⸗ denken und von Herzen in das Lob der himm⸗ liſchen Heerſcharen einſtimmen mögen: Ehre ſei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen! Nach Scriver. Was hat, o Jeſu, dich von Aufang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Liebe! Meine große Not Hat deine Lieb' entflammt, die ſtärker als der Tod. Das Leben iſt in dir, und alles Licht des Lebens! Laß deinen Glanz in mir, mein Gott, nicht ſein vergebens! Weil du das Licht der Welt, ſei meines Lebens Licht, O Jeſu, bis mir dort dein Sonnenglanz anbricht! Amen. Morgengebet am Weihnachtsfeſt. Das Wort ward Fleiſch und wohnete unter uns, und wir ſahen ſeine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Joh. 1, 14. „Verr Jeſus Chriſtus! Dein Ausgang iſt aus der Ewigkeit; du warſt ſchon, ehe du in Beth⸗ 166 Gebete für die Feſtzeiten. lehem geboren wurdeſt, ehe Menſchen ſagen konnten: Siehe, da iſt er— ein Kind in der Krippe, ein Mann von Gott, ein Jeſus Chriſtus! Das Wort warſt du, durch welches Gott ſprach: Es werde Licht, es werde Himmel, es werde Erde und Meer! In dir, dem ewigen Worte Gottes, liegt die ganze Fülle des Herzens Gottes, du biſt das Ebenbild Gottes, der Abglanz ſeiner Herrlichkeit und das Abbild ſeines Weſens. Und du wardſt Fleiſch, biſt aus der Gottesgeſtalt ein— gegangen in die Knechtsgeſtalt, in die Geſtalt des ſündlichen Fleiſches! Dieſes Wunder der gött⸗ lichen Liebe beten wir heute in Liebe und Dank an. Wir preiſen Gottes Gnade dafür, daß wir den Ein⸗ und Erſtgeborenen nicht nur ferne von uns haben, wie er iſt in dem von uns verlorenen Anfang der Schöpfung, ſondern daß wir ihn in der Welt haben, wie ſie wirklich uns umgiebt mit Sündendruck und Todesnot. Wir rühmen es laut, daß du, Herr Jeſus Chriſtus, durch deine Menſchwerdung die göttliche Natur, des Geiſtes Kraft und Leben wiedergebracht haſt in das Fleiſch, daß wir, die Fleiſch ſind geboren vom Fleiſche, Geiſt wieder werden können ge⸗ boren vom Geiſte. Nun biſt du da, treuer Heiland, und bleibeſt bei uns bis an der Welt Ende. Du giebſt uns Macht, Gottes Kinder zu werden, giebſt Gnade um Gnade, Wahrheit um Wahrheit, giebſt ſanft⸗ mütig und demütig, daß kein Sünder ſich ſcheue, eiten. Menſzen ſn ein Kind i in Jeſus Chi lches Got ſnt dimmel, ei m em ewigen Ne es Herzens 1 der Abglanſe ines Weſen. „Gottesgeſtltt lt, in die it de dafür, wn licht nur fewen von uns dellhe en daß virihi rklich uns umi not. Wir ri ¹s Chriſtus n tttliche Natr, 4 dergebract i leiſch ſin rae werden könn, rden, giütl⸗ hrheit, gint Sünder ſhi Am Weihnachsfeſt. 167 aus deiner Fülle zu nehmen. Darum wollen wir's heute geloben, dir zu glauben und zu ge⸗ horchen und dich zu lieben, in dir zu bleiben und zu wachſen, und das unſres Herzens Freude und Wonne ſein zu laſſen, zu ſtehen vor dir und zu ſagen: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen! Du weſentliches Wort, vom Anfang her geweſen, Du Gott von Gott gezeugt, von Ewigkeit erleſen Zum Heil der ganzen Welt— o mein Herr Jeſus Chriſt, Willkommen, der du mir zum Heil geboren biſt!! Amen. Nach J. T. Beck. Abendgebet am Weihnachtsfeſt. Daran iſt erſchienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott ſeinen eingeborenen Sohn geſandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben ſollen. 1. Joh. 4, 9. O ewiger Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti! Wir bitten dich durch die heilige Erſcheinung deiner Leutſeligkeit und Freundlichkeit: ſchenke uns deinen lieben Sohn zum rechten Chriſtgeſchenk in unſre Herzen, damit du auch an uns ein Wohlgefallen haben mögeſt. Schließe auf dein Vaterherz und gieb uns dieſen Schatz geiſtig, wie du ihn vormals leiblich gabſt und auf die Erde ſandteſt. Mache uns ſeiner heiligen Menſch⸗ werdung in der That teilhaftig, darnit wir alle die Seligkeit faſſen und genießen, die du uns bereitet und er uns gebracht hat. O du liebſter 168 Gebete fur die Feſtzeiten. Jeſu, reiche uns deine heilige Hand aus deiner Krippe und rufe uns zu dir, denn du biſt ge⸗ kommen, uns zu holen aus dieſem Jammerthale. Du, unſre Hoffnung, unſer Heil, unſer Alles! Entzünde die Herzen mit der Flamme deiner Huld, die dich aus der Herrlichkeit ins Elend trieb. Dieſe müſſe in uns die Sehnſucht erwecken, dich im Geiſte zu umfangen und zu bewahren, damit uns nichts von dir ſcheide. Befeſtige dein Vor⸗ bild in uns in Sanftmut und Demut, in Geduld, in Verleugnung und Armut des Geiſtes, in Ge⸗ horſam und Treue der Wahrheit, in kindlichem, lauterem Sinne nach deinem Wandel. Gnade und Wahrheit iſt durch dich geworden, ſo werde ſie auch in uns. Den Frieden haſt du gebracht, der ſei auch unſer eigen. Die Sünder willſtdu ſelig machen, darum mache auch uns ſelig. Und weil du auf das Niedrige ſieheſt, ſo laß uns doch willig in Mangel, in Verachtung und Schmach, in Verfolgung und Trübſal zufrieden ſein, dir im Kreuze nachfolgen und mit deinem Leiden, welches mit deiner Geburt anfing, Gemeinſchaft haben, auf daß wir auch mit dir herrſchen in Ewigkeit. Hochgelobt ſeiſt du, o Heiland! Amen G. Arnold. —— —— — ———————— — S— S— ——— — — — — zeiten. ſem Jamnetie t Flamme i it ins Elend 6 ucht ervecen, tbewahren, zefeſtihe den Demut, in Gai 8 Geiſtes, i eit, in kudli Pandel.(m worden, ſo m thaſt du geu 1 Sünder vilh hH uns ſeli l ſt, ſo laß en ung und Schme ufrieden ſei, it deinem 9 ſing, Gemeind 9/ t dir herrſtat o Heiland! we G. Ar Am zweiten Weih nachtstag. 169 Morgengebet am zweiten Weihnachtstag. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen biſt. 1. Timoth. 6, 12. O Herr Jeſu Chriſte, der du vom Himmel kommen biſt auf dieſe Erde, damit wir von der Erde ſelig in den Himmel kommen möchten: wir danken dir, daß du durch deine heilige Menſch— werdung und deinen blutigen Tod die Kräfte deiner Gottheit in uns gelegt und unſre Schwach⸗ heit, unſer Elend alſo verklärt haſt, daß wir unter allen Schmerzen und Leiden den Himmel offen ſehen und unſern Geiſt in deine Hände be⸗ fehlen können. In der Kraft dieſer Verklärung haſt du ſo viele Blutzeugen deines Namens freudig die ſchwerſte Marter überwinden laſſen und ihr Blut zu einem Samen neuen Lebens * für deine Gemeinde gemacht. Insbeſondere preiſen wir dich, daß du dem Märtyrer Stephanus ver⸗ liehen haſt, den guten Kampf zu kämpfen, und haſt ihm beigelegt die Krone der Gerechtigkeit. Laß uns von ihm lernen, wie das wahre Leben aus dem Tode fließt und wie unſer alter Menſch ſterben muß, wenn du in uns geboren werden ſolleſt. Laß uns nie vergeſſen, daß deine Geburt den Himmel öffnet nur für die, welche mit dir ſich hingeben zum gleichen Tode, alſo daß der alte Menſch ſamt dir gekreuzigt werde und wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen. So nur biſt du unſer Leben, und Sterben unſer Gewinn, 170 Gebete für die Feſtzeiten. O das ſchenke uns, wie deinem Diener Stephanus. Hilf, daß wir uns nicht in dieſes irdiſche Leben einbauen, ſondern bei allen Lebensgedanken auch das Sterben in und mit dir in Rechnung nehmen. Mache ſo unſre jetzige Chriſtfreude zu einer rechten Sterbensfreudigkeit, wie ja deine Geburt eine Geburt zum Sterben, wie zum Leben war. Ziehe unſre Seelen ganz in dich hinein, erfülle uns tief mit einem heiligen Heimweh nach deinem Reiche, damit wir alles vergeſſen, was dahinten iſt, und nur trachten nach dem, was vor uns iſt, nach dem Kleinode, welches uns vorhält unſre himmliſche Berufung in dir, o Heiland! Amen. S. C. Kapff. Abendgebet am zweiten Weihnachtstag. Es iſt erſchienen die heilſame Gnade Gottes allen Menſchen und züchtiget uns, daß wir ſollen verleugnen das ungöttliche Weſen und die weltlichen Lüſte, und züchtig, gerecht und gottſelig leben in dieſer Welt. Tit. 2, 11.12. Lob und Dank ſei dir geſagt, ewiger, barm— herziger Gott, daß du deinen eingeborenen Sohn Jeſum Chriſtum geſandt haſt in die Welt zu unſrer Seelen Seligkeit. O laß uns den ganzen Segen ſeiner Geburt genießen, damit er uns antreibe zur wahren Beſſerung und Sinnesände⸗ rung. Hilf, daß wir dieſelbe fortſetzen bis an unſer Ende, und lehre uns Chriſtum lieb haben, welches beſſer iſt, als alles Wiſſen. eſtzeiten. dieſes iite Lebensgedan n Rechnungu reeude zu einen deine Gm m Leben wn hinein, eil ämweh mih geſſen, wade eem, was dorn 3 uns vorhä „ o Heilanl 6, ½ Dienet Sin — — n Weihnuge jme Gnade Get äß wir ſolen me ltlichen Lüſte m⸗ eſer Welt. d geſagt, ewinn ——n eingebore haſt in der ) laß msm ießen, damt ung und En feelbe fortſenn 6 Wiſſen. Am zweiten Weihnachtstag. 171 Herr Jeſu, du kamſt vom Himmel hernieder, nicht um uns nur für die wenigen Tage dieſer Pilgerſchaft zu beglücken, dir verdanken wir auch die zuverſichtliche Hoffnung ſeliger Unſterblichkeit. Du betrateſt die Erde in armer Geſtalt und lagſt entfernt von aller Pracht in einer Krippe; wie könnten wir in deiner Nachfolge auf Reichtümer, auf Hoheit und auf ſinnliche Genüſſe zählen? Ob du wohl hätteſt mögen Freude haben, er⸗ duldeteſt du doch das Kreuz und achteteſt der Schande nicht, um die, ſo an dich glauben, durch deine Armut reich und durch dein Leiden ewig ſelig zu machen. So führe uns ein in deine Fußſtapfen und heilige uns nach deinem Bilde, damit wir der Welt entſagen und uns nicht durch ihre Eitelkeit verblenden laſſen. Laß uns hinſehen auf die Beiſpiele der erſten Chriſten, welche ſo mutig und ſtandhaft deinen Namen vor aller Welt verkündigten und mit der größten Freudigkeit ſelbſt dem Tode entgegen gingen. Erfülle uns mit Mut und Standhaftigkeit, damit kein Leiden und keine Trübſal, keine Schmach und kein Spott der Welt uns von dir abwendig machen. Lehre uns mit Stephanus aufßblicken zum Himmel, auf die Krone des Lebens, die einſt alle treuen Kämpfer belohnen wird. Laß uns aber nicht über Vermögen verſucht werden; du weißt ja, wie weit unſre Kräfte reichen; du wolleſt uns darum ſelbſt durch deines Geiſtes Kraft ſtärken und bis ans Ende treu erhalten. 172 Gebete für die Feſtzeiten. Hilf uns, alle ſündlichen Lüſte fliehen, damit wir dir ganz angehören; ſo ſind wir gewiß, wo der Herr iſt, werden auch ſeine Diener ſein. Du haſt uns geliebet und erlöſet, o Heiland! Dir übergeben wir uns in guten, wie in böſen Tagen; verherrliche deinen Namen an uns und durch uns. Bleibe auch in dieſer Nacht unſer Licht und laß uns in deinem Frieden ruhen! Amen. Morgengebet am dritten Weihnachtstag, dem Johannistag. Laſſet uns ihn lieben; denn er hat uns zuerſt ge⸗ liebet. 1. Joh. 4, 19. Creueſter Heiland, der du uns geliebet haſt, ehe die Welt gegründet war, und biſt aus un⸗ begreiflicher Liebe herabgekommen in unſer armes Fleiſch und Blut, wir danken dir von Grund unſrer Seele, daß du durch die Offenbarung deiner überſchwenglichen Liebe auch in unſre kalten, liebe⸗ leeren Herzen die Kraft der Liebe ausgegoſſen haſt. Du haſt uns zuerſt geliebt, wie könnten wir anders als dich wieder lieben von ganzem Herzen und mit allen Kräften! Hilf du uns dazu durch deinen heiligen Geiſt und gieb, daß aus unſrer Betrachtung deiner heiligen Geburt die edle Frucht einer wahren, innigen Liebe hervor⸗ gehe. Segne dazu beſonders auch das Andenken an den Jünger der Liebe, dem die Feier dieſes Tages gewidmet iſt., Wie er an deiner Bruſt ſtzeiten. e ſliehen, dm wir gewiß we Dien 1 3 werliſtt hi guten, wien Ramen m m. dieſer Aatte tem Friedenn 1 Weihanse istag. er hat und ai u uns galib c, und bit w. umen in mier kken dir vn e Offenbermn in unſrekalmn r Liebe ai f . 6 t 1 geliebt, we —lieben vun en! Hiff un und gie heiligen bi 1 nnigen Li s auch dul dem die d er au din Am dritten Weihnachtstag. 173 lag und nichts kannte und liebte, als dich, ſo vereinige uns mit dir; ja, wie du in uns ein⸗ gegangen biſt durch deine Menſchwerdung, ſo laß uns eingehen in dich und ewiglich bleiben in dir. Du biſt die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in dir und du in ihm. Wer lieb hat, der iſt von Gott geboren und kennet dich und hat in dir das Leben. Wer nicht lieb hat, der kennet dich nicht und bleibt im Tode, dem bringt auch die Chriſttagsfreude keinen Segen, dem biſt du ein Geruch des Todes zum Tode. O ſo er⸗ fülle uns ganz und völlig mit Liebe, damit wir ausgehen aus uns ſelbſt und uns dir allein über⸗ geben; damit wir in dir auch unſre Brüder lieben; nicht mit Worten und mit der Zunge, ſondern mit der That und mit der Wahrheit. Mache das Vorbild deines Jüngers Johannes recht kräftig an uns, damit wir gleich ihm durch Liebe neu geboren werden zum heiligen Leben der Liebe, in welchem wir eins ſind mit dir und jetzt ſchon einen Vorſchmack haben von der Herr⸗ lichkeit, die du uns verheißen haſt. Amen. S. C. Kapff. Abendgebet am dritten Weihnachtstag. Laſſet das Wort Chriſti unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Kol. 3, 16. Lob und Dank ſei dir geſagt, ewiger, allmäch— tiger Gott, daß du mich mit dieſem Tage das 174 Gebete für die Feſtzeiten. freudenreiche Feſt der heiligen Geburt deines ein⸗ geborenen Sohnes in Frieden und Ruhe haſt beſchließen laſſen. O barmherziger Vater! Du haſt mir nicht allein gegeben, was ich bedurfte zur Leibes⸗Nahrung und Notdurft, ſondern auch meine Seele mit dem Troſte deines heiligen Evangeliums, welches lauter Gnade und Selig⸗ keit verheißt, ſo reichlich erquicket, daß ich durch ſolche heilſame Erkenntnis deines heiligen Gnaden⸗ ratſchluſſes weit reicher und glückſeliger geworden bin, als wenn ich alle Schätze der Welt erlangt hätte. Dieſen herrlichen Schatz, der bis in die Ewigkeit währet, verſiegle jetzt in meinem Herzen und hilf, daß ich der himmliſchen Weisheit immer weiter nachforſche, welches niemand thut, denn der den Herrn fürchtet; und wer ſich an Gottes Wort hält, der findet ſie. Dieſe himmliſche Weisheit verleihe mir, o mein Herr und Gott, und vertilge alles in meinem Herzen und in meiner Seele, was derſelben zuwider iſt: be⸗ ſonders meinen angeborenen Hochmut und meine Heuchelei, welche beide vor dir ein Greuel ſind, indem die Weisheit Gottes in keine Seele kommt, die der Sünde dienet. Bekräftige mich durch die heilige Geburt deines Sohnes in der Wieder⸗ geburt, welche du mir in der heiligen Taufe aus Gnade geſchenket haſt, und hilf mir dieſelbe bis an mein Ende in ſteter Erneuerung durch wahre Buße und Reue über meine Sünden fortſetzen. O mein lieber Gott und Herr! Laß mich t „ was ig ha durſt, ſorde ſte deines ſi Gnade ud t 1 ncket, daß ihe ꝛes heiligen e lückſeliger gnt ze der Valt hatz, der bo t in meinenie 2 giemand ht wer ſich m 8 8 Dieſe Hochmut win dir ein Greut keine Selle nes in de heiligen d ilf mir u uerung dud e Sünden e id Herrl d hen Weithen ine ein Herr u Jahresſchluß. 175 nun mit heiligen Gedanken einſchlafen, auch bei Nacht dein gedenken, und gieb, daß ich meine Seele wieder zu dir richte, ſobald ich durch deine Gnade vom Schlafe erwacht ſein werde. Behüte mich vor allem Uebel, welches mir die Nachtruhe ſtören könnte. Wende väterlich ab von mir und von allen, welche dich von Herzen ſuchen und anrufen, jegliche Gefahr des Leibes und der Seele und behüte mich vor einem böſen und ſchnellen Tode. Sollte es aber deinem göttlichen Willen nicht gefallen, mich den neuen Morgen erleben zu laſſen, ſo verleihe mir ein ruhiges und ſeliges Ende, bringe mich zu deinen Aus⸗ erwählten, mit denen ich dich ſamt deinem Sohne Jeſu Chriſto und dem heiligen Geiſte in Ewig⸗ keit loben und preiſen werde! Amen. Chriſtian Scriver. Gebet zum Jahresſchluß. Gott ſei uns gnädig, und ſegne uns! Pſalm 67, 2. O Gott, du ewige, unergründliche Liebe! Je mehr wir zurückdenken an den Weg, welchen du uns geführt haſt, und ſehen auf die Art, wie wir ihn gingen: je mehr müſſen wir anbeten deine Güte und Geduld, deine Langmut und Barmherzigkeit, und müſſen uns ſchämen unſrer zahlloſen Schulden. Wir bekennen das vor dir, o Vater, und bitten dich von Herzen um Ver⸗ gebung in dem Namen deines Sohnes Jeſu 176 Gebete für die Feſtzeiten. Chriſti, der ſich ſelbſt für uns geheiligt hat. Deine Gnade und Treue, ſo tauſendfach erfahren in dieſem Jahre, ſoll uns heute erwecken zu ernſter Einkehr in unſer Herz und Gewiſſen, zur aufrichtigen Sinnesänderung und Bundeserneue⸗ rung mit deiner Liebe und zu neuem Eifer in Benützung aller der Mittel, welche deine väter⸗ liche Huld uns darbietet zu unſrer Reinigung und Beſeligung. Lehre uns erkennen, du Schöpfer der Weis⸗ heit, wie du durch alle Führungen und Schickungen des verfloſſenen und künftigen Jahres, durch alle Wohlthaten, Züchtigungen und Demütigungen, nur uns ziehen und bilden willſt zur Gottſelig— keit und zur Verleugnung der weltlichen Lüſte. Verkläre du dich ſelbſt in uns, und ſtrafe in⸗ uns, was nicht recht iſt vor dir, durch deinen heiligen Geiſt, damit wir das ewige Leben in dir und dem Sohne erkennen und ergreifen. Vergönnſt du uns noch ein Jahr, ſo hilf uns ſeine Tage nützen für dies Eine Notwendige, das der Tod nicht kann von uns nehmen; hilf uns wachen über unſre Herzen und Häuſer, zu wehren dem Geiſt der Sünde, und in der Gnade und Wahrheit Jeſu Chriſti uns zu erbauen. Vater im Himmel! An dein Herz legen wir alle unſre Nöten, Sorgen und Kümmerniſſe. Du wirſt jedem der kommenden Tage ſeine eigene Plage geben, aber gewiß auch jedem ſeine eigene Stärkung und Weiſung ins Himmliſche. Deine zeiten. uns gehein uſendfag iin heute ervetn und Geviſe ind Vundenmn u neuen éi — — chöpfer der en und Schitn. Jahres, duht nd Demütime illſt zur Gaßt r weltlichn d ans, und ſti dir, durh i s ewige Aha⸗ ten und erhei Jahr, ſo hit Eine Notwat uns nehna in und Hölh, und in derh⸗ uns zu etbar ein derz en. ſ Kümmerlſ Tage ſein jedem ſint zimmliſce 1 velche deine i unſter Reiie Am Neujahrsfeſt. 177 große Liebe, womit du uns geliebet haſt und liebſt in dem Sohn deiner Liebe, ſei täglich unſer Troſt und unſre Hoffnung, aber auch unſre Er⸗ weckung und Stärkung, deinen Weg zu gehen, und in dir unſer Alles zu ſuchen! Amen. J. T. Beck. Morgengebet am Neujahrsfeſt. Herr Gott, du biſt unſre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt ge⸗ ſchaffen worden, biſt du Gott von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit, der du die Menſchen läſſeſt ſterben und ſprichſt: kommt wieder, Menſchenkinder! Denn tauſend Jahre ſind vor dir wie der Tag, der geſtern vergangen iſt und wie eine Nachtwache. Du läſſeſt ſie dahinfahren wie einen Strom und ſind wie ein Schlaf; gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorrt. Pſalm 90. So beten wir mit dem Pſalmſänger des alten Bundes am erſten Morgen des neuen Jahres. Wollten wir es mit unſern Augen nicht ſehen, daß mit dem abgelaufenen Jahre ein Stück unſrer Lebenszeit und unſrer Lebenskraft dahingegangen iſt, ſo lehre uns dies Gotteswort die Flüchtig⸗ keit der Erdentage und die Vergänglichkeit des Menſchenweſens mit tiefem Ernſt bedenken. Ja, wie die Waſſer des Stromes gehen unſre Tage dahin; wie die welkende Blume verdorrt auch die ſchönſte Blüte der irdiſchen Schöpfung— der Menſch! Und ehe wir des Abends abgehauen werden, nimmt uns ſchon des Mittags Hitze unſern Alles mit Gott. 12 178 Gebete für die Feſtzeiten. Schmuck. Oder was bleibt unberührt und un⸗ verſehrt von dem verheerenden Flügelſchlage der dahineilenden Zeit, und iſt nicht alles Irdiſche in die Macht des Vergänglichen gegeben? Nur das Himmliſche bleibet und nur du, der du über den ewigen Bergen throneſt, ſteheſt über der Zeit; darum biſt du, Herr Gott, unter allem Wechſel der Zeiten unſre Zuflucht für und für! Sodtriumphieren wir insbeſondere als Chriſten, die aus der ſeligen Weihnachtszeit herkommen, und legen das alle Glieder der Chriſtengemeinde ſtärkende Bekenntnis ab: Herr Gott, du biſt unſre Zuflucht für und für in dem, welchen du mitten in dieſe Zeit hereingeſtellt haſt, damit er uns die Zeit überwinden und die Ewigkeit ge⸗ winnen lehre. Ewiger Sohn Gottes, begleite du uns auch im neuen Jahre, du, der du bei deiner Beſchneidung Jeſus genannt worden biſt, weil du ein Jeſus auch biſt, ein Erretter und Seligmacher. Du ſollſt unſre Loſung ſein, unſer weiſer Meiſter in aller Arbeit, unſer ſtarker Steuermann auf ungeſtümer Fahrt und unſer gütiger Geleitsmann zu ſeligen Freuden, auf daß wir unter allen Arbeiten, Leiden und Freuden des noch verhüllt vor uns ſtehenden Zeitlaufes einen ewigen Gewinn davonbringen. Jeſu, geh voran anf der Lebensbahn Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand bis ins Vaterland! Amen. A. Pregizer zeiten. mberührt m d n Flügelſti icht alle dhi hen gegeben! ur du, der mi „ſteheſt ihe Gott, untr lucht für mii jonderealsoh htszeit herhn er Chriſtengan zerr Gott u ſtell hun di d die Evig ein Gottes, ore, du, dei enannt vudd c, ein(r inſre Lifmn Arbeit, uiſeſ i Fahrt w den Freuden, i Leiden udf ſtehenden h nbringen. ensbahn ten, 1s Vaterlud 18 — Am Neujahrsfeſt Abendgebet am UReujahrsfeſt. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewiſſen Geiſt. Pſalm 51, 12. Herr meiner Zeit und Herr der Ewigkeit! Der erſte Tag dieſes Jahres iſt verfloſſen und mir ein neuer Beweis deiner Liebe, Erbarmung und Fürſorge geweſen. Deine Geduld hat mich getragen, deine gütige Hand hat mich bewahrt und geſegnet. Du haſt mir heute von neuem in deinem Worte den Weg zum Leben kund ge⸗ than und mir die Pflichten ans Herz gelegt, die ich erfüllen muß, wenn ich dir wohlgefallen und nach dieſer Zeit eine frohe Ewigkeit gewinnen will. Gelobet ſeiſt du, Dreieiniger, daß du mich nicht verſtößeſt. Verwirf mich auch meiner heu⸗ tigen Sünden wegen nicht von deinem Angeſichte! Befeſtige den heute von mir erneuerten Vorſatz: Dir in Zukunft getreu zu leben, allen Sünden und ſündlichen Gewohnheiten abzuſterben und immer beſſer und vollkommener zu werden. Ich will nicht länger in der Eitelkeit dieſer Welt mein höchſtes Gut ſuchen, denn das Weſen dieſer Welt vergehet. Ich will in deiner Kraft die Ver⸗ ſuchungen des Fleiſches und der Welt überwinden; die Wohlthaten, welche du mir ſchenken wirſt, nicht mißbrauchen, ſondern will dich fürchten und lieben und alle Pflichten, welche mein Stand und Chriſtenberuf von mir fordern, treulich zu erfüllen ſtreben. Ach, möchte doch kein Tag in dieſem 12* 179 180 Gebete für die Feſtzeiten. Jahre vergehen, an welchem ich nicht einen guten Grund für das Zukünftige legte! Aber, Herr, ohne deine Kraft und ſtärkende Gnade ſind meine heiligſten Gelübde eitel. So ſchaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir deinen Geiſt, damit ich meine frommen Entſchließungen auszuführen vermöge. Erinnere mich ſtets an die Flüchtigkeit meiner Tage und an die Ungewißheit, ob ich dieſes Jahr noch durchleben oder in demſelben vor deinen Richterſtuhl gefordert werde, damit ich bereit ſei, wenn du rufeſt, dir freudig in die Ewigkeit zu folgen. O du, deſſen Jahre kein Ende nehmen, der du immer bleibeſt, wie du biſt, laß deine Gnade nicht von mir weichen und den Bund deines Friedens nicht hinfallen! Laß auch mich den Bund des Glaubens und eines guten Gewiſſens unverbrüchlich halten! Laß dieſes Jahr für mich ein Jahr deines Wohlgeftälens werden; damit, wenn das Ende meiner Tage in demſelben er⸗ g folgen ſollte, ich von dir in die Wohnungen des Friedens eingeführt werde. Mit dieſem heiligen Gedanken laß mich einſchlafen. Erquicke mich mit einem ſanften, ſtärkenden Schlafe, und laß mich morgen zu deinem Lobe wieder fröhlich erwachen! Amen. ———— —————— —— —.——— —— —O— — — tzeiten. c nicht einng egte! Aler e e Gnade ſihn ſchaffe in ni deinen Geit uungen auzgin Han die Flt ingewißheit oder in dene tdert werde t, dir freuni ——* 6 1 — —— — — — — — 11 — 4 — — — — ſt, laß deire den Bun ie laß auch uih tes guten Geſf dieſes Jahr fie ens werden, i Ende nehng, 1 „ 1 8 1 1 een. Ermik: n Schlafe, n be wiede fi Evangelium erblicken läſſeſt. Am Erſcheinungsfeſt. 181 Morgengebet am Erſcheinungsfeſt. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn ſiehe, Finſternis bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr und ſeine Herrlichkeit erſcheint über dir! Jeſ. 60, 1.2. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Ich lege mich mit beſchämtem Herzen vor den Thron deiner Gnade, weil du mich nicht nur die vergangene Nacht vor ſo man⸗ cherlei leiblicher Not mit deiner göttlichen Güte bewahret haſt, ſondern auch, weil du mich mit dem natürlichen Lichte dieſes Tages dich ſelbſt, als das wahrhaftige Licht des Lebens, in deinem Nun iſt die Ver⸗ heißung deines Vaters erfüllt, da er zu dir ſprach: Es iſt ein Geringes, daß du mein Knecht biſt, die Stämme Jakobs aufzurichten und das Ver⸗ wahrloſte in Israel wieder einzubringen, aber ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, daß du ſeieſt das Heil bis an der Welt Ende! So biſt du auch mein Licht. Darum lobe ich dich an dieſem Tage mit den Heiden und lobſinge deinem Namen. Ich freue mich nach deinem Worte mit deinem Volke. Mein armes, mit Sün⸗ den verwundetes Herz eilet zu dir als der Wurzel Jeſſe, die nun durch die Predigt des Evangeliums als ein Panier, als eine Fahne allen Völkern aufgeſtecket iſt, damit auch ich Ruhe und Herr⸗ lichkeit in und bei dir finden möge. O mache 182 Gebete für die Feſtzeiten. vermittelſt deiner Gnade mich ſo gehorſam, wie die Weiſen aus Morgenland. Ich habe nicht ſo weit zu dir, wie jene. Das Wort von deiner Gnade iſt mir nahe in meinem Munde und in meinem Herzen. So öffne mir die Augen, daß ich ſehen möge die Wunder deiner Liebe gegen uns arme Sünder in deinem Evangelium. Bewege mein Herz kräftiglich, damit ich dir auch ſo ungeſäumt wie ſie als meinem Lichte einmal nachfolgen möge; dann werde ich nicht mehr in Finſternis wandeln, ſondern in dir das Leben haben. Ich weiß ja nicht, wie lange du mir noch als das Licht des Lebens in dieſer Zeitlichkeit nahe biſt; darum erwecke mein Herz, dich als mein Licht in völligem Glauben zu ergreifen, damit mich die Finſternis nicht überfalle. Die Liebe zur Finſternis hat mich ſchon lange und hart gequält; ach, Herr Jeſu, mache mich endlich frei davon, daß ich in deinem Lichte das Licht ſehe. O daß dieſer Tag, an dem du dich den Erſtlingen aus den Heiden offen⸗ barteſt, auch meinem Herzen ein Tag deiner Offenbarung würde! Erſcheine mir denn aus Gnaden, du heller Morgenſtern! Gehe mir auf, du Sonne der Gerechtigkeit und gehe mir nie⸗ mals unter. Heilige vielmehr durch deine göttliche Liebe den Weg, den ich gehe, daß er glänzet wie ein Licht, das da fortgehet und leuchtet bis auf den vollen Mittag, bis kein Wechſel mehr ſein wird des Lichtes und der Finſternis und ich würdig werde, dich als mein Licht, mein Lamm eiten. ſo gehorien jIch hlüe n Vott ton wi in Munde u ir die Aupen, er Liebe gegen rium. he en n ſo un ln lnachfel lhas inſternis vmi zen. Ic vi dals das Lit nahe bit dm n Licht in uihn mich die Funer Finſternis latn ; ach, hm daß ich n de ieſer T u den däͤe f mein WWd ne mir dm! en! Gehe nie und gehe ni durch deinegtt ſe, daß e jeet und la lautt kein Wehſ rimm 1 rb Ach, en Am Erſcheinungsfeſt. 183 und meinen Tempel zu ſchauen von Angeſicht zu Angeſicht! Amen. Joh. Chr. Storr. Abendgebet am Erſcheinungsfeſt. „Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Meu⸗ ſchen erleuchtet, die in dieſe Welt kommen. Joh. 1, 9. Herr Jeſu, du erleuchteſt jeden, der in die Welt eintritt. Du haſt mich hingeleitet zum Lichte des heiligen, chriſtlichen Glaubens; des Glaubens, der in Liebe thätig zu allem Guten undi in Hoffnung mächtig zu allem Troſte iſt. Das Licht des Glau⸗ bens iſt Gnade. Wir ſaßen im Schatten des Todes und wußten nicht einmal, daß wir von der Finſter⸗ nis umgeben waren. Da kamſt du liebevoll vom Himmel herab, ſahſt uns freundlich an, nahmſt uns rliderlich bei der Hand, führteſt uns in die Nähe es Lichtes und zeigteſt uns deinen Vater und den Weg zu ihm. Das Licht des Glaubens iſt deine Gnade, denn ohne dich, ohne deinen Geiſt würden wir dich und deinen Vater nicht kennen und ohne Erkenntnis deiner und deines Vaters hätten wir kein ewiges Leben in uns. Der heilige chriſtliche Glaube iſt große Gnade. Was iſt der Menſch ohne Glauben? Es fehlt ihm für ſeine ewigen An⸗ gelegenheiten das Auge zum Sehen, das Ohr zum Hören. Ohne Glauben wäre ich blind und taub, könnte den Vater und den Sohn nicht erkennen, könnte ihre Stimme nicht hören und ihr nicht folgen. Der Glaube iſt für mich nicht nur eine 1814 Gebete für die Feſtzeiten. unverdiente, ſondern auch eine unverdienbare Gnade. Wäre mir kein Stern aufgegangen wie den Weiſen im Morgenlande, wäre mir die Freuden⸗ botſchaft von Jeſu Chriſto nicht verkündigt worden, hätte mich die Kraft des heiligen Geiſtes nicht be⸗ lebt, was wäre mein Glaube? Und hätte Jeſus dieſe Gabe nicht erzogen und erhalten, ſo wäre mein Glaube längſt ſchon verloren. Hätte mich der Geiſt Jeſu Chriſti nicht vor Thorheit und Sünde bewahret, ich hätte mich ja ſelbſt verblendet, ich hatte mir ſelbſt das Auge des Glaubens ausgeriſſen. le nu Jeſu, der du mir mit dem Glauben raft zu allem Guten dargereicht haſt, dich preiſe ich dankbar, daß du mich zum wunderrvollen Lichte geleitet haſt; zu dir flehe ich, daß alle Völker der Erde, von deinem Lichte erleuchtet, deine Erbarmungen erkennen und deine Huld preiſen möchten; daß aber die, welche nach dei⸗ nem Namen ſich ſchon nennen, durch würdige Fruhe des Glaubens, durch reine Thaten der iebe, durch ein lichthelles Leben die Kraft deiner Lehre unverkennbar darſtellen und in der That beweiſen möchten, daß ſie deine Angehörigen ſeien, Kinder des Lichtes! Amen. J. M. Saller. Gebet am Anfange der Paſſonszeit. 3 Faft uns mitziehen, daß wir mit ihm ſterben! 0 O Heu Jeſu Chriſte, du Heiland der ganzen Welt! Wir armen Sünder beugen uns in den — —.——,— 4—* —— ˙Q☚ł— — — ͤ rr ——— — 2 —. ————,——,——. zeiten. ene unvetdin aigegangen ne 4 Und hiv erhalten, ſn ren. Hitte ri horheit unden lbſt verblen aubens nugii mit den h lehe ic, dij n Lichte elat den die Kmti prſini zir mit inn ſe deiland de 6 heugen un Am Anfange der Paſſionszeit. 185 Staub vor dir und ſagen dir Lob und Dank, daß du uns nicht laſſen willſt im Elend unſrer Sünde und Verdorbenheit, ſondern haſt dich unſer erbarmt und auf dich genommen unſre Schuld und Strafe, auf daß wir Frieden hätten und ſtatt der Verdammnis unſrer Natur die Gerechtigkeit erlangen, die vor Gott gilt. Herr, dir ſei Lob und Dank auch für dieſe heilige Zeit, in welcher wir deines teuern Leidens und Sterbens beſonders gedenken und daraus Kräfte der zukünftigen Welt ziehen ſollen, in welcher du ernſtlicher mit uns reden und ſegensreicher zu uns kommen willſt. Ja, komm Herr, komm zu uns und in uns; verkläre dich in uns mit der ganzen Kraft deines vollgültigen Verdienſtes; gieße über uns alle Segnungen und Kräfte deiner reinen und heiligen Gottmenſchheit aus; laß uns die Früchte deines Todes reichlich genießen und erquicke und nähre uns mit denſelben für das ewige Leben. O mache uns die teure Zeit, in welche wir jetzt eintreten, recht geſegnet durch ernſtliche Erweckung zur Buße, durch gründliche Wiedergeburt in dein Leben und durch alle vuuchte eines wahren Glaubens, einer reinen Liebe und einer gewiſſen Hoffnung des ewigen Lebens. Mache in dieſer ernſten Vorbereitungszeit uns dein heiliges Wort beſonders teuer und wichtig und ſchenke uns dadurch viel Licht über unſre Finſternis, viel Reue und Leid über alle unſre Sünden, viel Demut über unſer großes Elend; 186 Gebete für die Feſtzeiten. erfülle uns mit der rechten Heilsbegierde, damit wir in uns ſelbſt nichts mehr ſuchen, ſondern alles Heil nur aus dir und in dir finden. Erwecke uns zu einem fleißigen und von Herzen dankbaren Andenken an dein blutiges Leiden und Sterben, damit wir uns mit deinem Tode wie mit einem Lieblingsgedanken beſchäftigen. Durch dieſe heiligen Bilder vertreibe aus unſern Herzen alle Sünden⸗ und Weltbilder. O nimm doch alle Thorheiten und Verkehrtheiten der Welt von uns hinweg, bewahre uns vor ſündlichen Neigungen, hilf uns fliehen alle Narrentheidinge und Scherze, die ſich nicht ziemen, und mache dieſe ernſte Zeit dazu geſegnet, daß wir immer mehr der Welt abſterben und unſer Fleiſch ſamt ſeinen Lüſten und Begierden kreuzigen. Herr, heilige dich ſelbſt in unſern Herzen, erneuere uns in dein vollkommenes Ebenbild und ſei uns allenthalben und allezeit nahe mit deiner Weisheit, Gerechtigkeit und allmächtigen Hilfe! Amen. Nach S. C. Kapff. Jeſum zu kennen und Jeſum zu haben, Dies iſt das herrlichſte Los in der Welt! Suche des Erdballs vortrefflichſte Gaben, Finde, was Augen und Ohren gefällt: Dennoch kann Eins nur die Seele dir laben: Jeſum zu kennen und Jeſum zu haben. Sucheſt du Weisheit?— In ihm iſt ſie reichlich, Wie ſie kein andrer dir jemals gewährt! Er, der beim Vater war, giebt unvergleichlich Was dich erleuchtet, beſeelt und verklärt. zeiten. eilsbegit d ir ſuchen, ſan dd in di fi en und um g lutiges Lin 1 9 .„, zeſchäftigen. N aus unferrhir r. O rinn rtheiten der 1 ins vor ſüuih lle Narreteie jemen, und m t, daß viim unſer Fliſßſe kreuzigen he Herzen, en enbild um ſir nit deiner Viit n Hilfel Uen Nach 8 0 zu haben, der Welt ſte Gehe allt: d dir lobn. u haben. an ihm 3 rit ewährt. b Anvergett verklärt Am Palmſonntag. 187 Eins iſt die Krone der glänzendſten Gaben: Jeſum zu wiſſen und Jeſum zu haben. Suchſt du Gerechtigkeit.— Sieh den Gerechten, Der für Verlor'ne den Zornkelch genoß! Schau, wie die Dornen das Haupt ihm umflechten⸗ Und wie ſein heiliges Blut er vergoß! Hier iſt Gerechtigkeit! Das kann dich laben, Jeſum zu glauben und Jeſum zu haben. Sucheſt du Heiligung?— Siehe die Reben Können nicht außer dem Weinſtock gedeih'n! Er nur giebt Säfte, Gedeihen und Leben,— Nur wer in ihm iſt, wird kräftig und rein. Suche zur Heil'gung die Gabe der Gaben: Jeſum zu lieben und Jeſum zu haben. Willſt du Erlöſung?— O ſchaue den Retter, Der in dem Siege verſchlungen den Tod! Er nur, die Sonne, verdränget das Wetter, Hebt dich empor aus Verderbnis und Not! Laß es ins Herz der Erlöſung dir graben: Jeſum zu halten und Jeſum zu haben. Jeſu, du Sohn des lebendigen Gottes Du biſt die Gabe, die ewiglich bleibt! Was iſt das Ziſchen des irdiſchen Spottes, Wenn deine Hand mich ins Lebensbuch ſchreibt? Drum gieb mir eins nur, du Gabe der Gaben: Jeſum zu faſſen und Jeſum zu haben. Albert Knapp Morgengebet am Palmſonntag. Herr Jeſu Chriſte, du Lamm Gottes, das der Welt ünde weggenommen hat, erbarme dich über uns und gieb uns deinen Frieden. Amen! Gott, meine Seele ſinget dir und meine Lippen preiſen deinen heiligen Namen, daß du mich nach 188 Gebete für die Feſtzeiten. deiner ewigen Erbarmung dieſen erſten Tag der großen und ſtillen Woche haſt erleben laſſen, in welcher dein eingeborener Sohn für die ganze Welt, alſo auch für mich elenden Sünder, in unzähliger Marter und Pein den Tod am Kreuze geſtorben iſt! Nun ſo müſſe mir denn in dieſer großen Woche aufs neue groß werden meine ewige Erlöſung, die ich durch deinen Sohn Jeſum Chriſtum, meinen lieben Herrn, erlangt habe. Herr Jeſu, ach daß alle Welt vor dir, der durch Leiden des Todes mit Preis und Ehren gekrönet und nun im heiligen Tempel zur Rechten des Vaters ſitzet, ſtille würde in dieſer großen Woche; ſtille in den Häuſern, ſtille auf den Straßen, ſtille bei Tag und bei Nacht. Doch mache nur vor allem mein Herz, das unruhige übel, ſtille in und vor dir, du ſtiller Jeſus! Sammle durch deinen ewigen Geiſt, in welchem ſich dein Vater geoffenbaret hat, mein zerſtreutes Herz, um deine Stimme zu hören, wenn du mir in mein Inneres rufeſt: Mir haſt du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und Mühe mit deinen Miſſethaten; ich aber tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht! Ja, daß auf deinen himmliſchen Zuruf:„Daran gedenke, Jakob; Israel, vergiß mein nicht!“ aus dem innerſten Grunde meines neuen Herzens es wieder⸗ ſchalle: ich denke daran, lieber Herr Jeſu, und will dir dafür von heute an aufs neue dankbar ſein. Ich will dein Leiden und Sterben nicht zeiten. Jen erſen an 1 erleben lin Ihn für de enden Sune unn Tod m Suir denn in oß werde Linen Eih Arn, erlm Svor dir d And Ehren ni k zur Rebtn ſer großene den Straj; och macem. ¹ze Ubel, fl f! Samnle Iim ſich dei rzes Her u r in mein za⸗ 4 5 —— — 6 — — — —— — — ——— macht ni *1 Miſethene 1 um meintr Herzenztht Herr R- zaufs nexr annd Stein Am Palmſonntag. 189 mißbrauchen, ſondern mit allem Ernſte verehren. Ich will mich unter dein Kreuz ſtellen, bis ich in Wahrheit ſagen kann: ich bin mit Chriſto gekreuziget; ich bin mit ihm geſtorben, auf daß ich Gott lebe; ich lebe, aber nicht mehr ich, ſondern Chriſtus lebet in mir! So ſegne denn, erbarmender Heiland, deines Leidens Anfang, Fortgang und Ausgang an mir. Segne den Anfang desſelben durch einen gründlichen und völligen Glauben mit wahrhaftigem Herzen an deinen Namen. Segne den Fortgang deiner Leiden zur Gründung der Erkenntnis des Geheim⸗ niſſes deines Kreuzes, deiner Liebe und deines Todes. Segne den Ausgang deiner Leiden an mir durch Geduld, daß ich ſtille bleibe unter allen Widerwärtigkeiten, mich deinem Willen opfere, und ſo aushalte durch Großes und Kleines, durch Böſes und Gutes bis ans Ende; daß ich mich dann ewiglich bei dir in deiner Herr⸗ lichkeit erfreuen könne um deines allerteuerſten Verdienſtes willen. Amen. Joh. Chr. Storr. Abendgebet am Palmſonntag. Sehet, wir gehen hinauf gen Jeruſalem, und es wird alles vollendet, das geſchrieben iſt durch die Propheten von des Menſchen Sohn. Luk. 18, 31. Sonſt, o Jeſu, zogeſt du uns dir nach, wo du zu lehren ſtandeſt, in den Schulen, an Schiffen, an dem Berge, der zum Tempel ward durch 190 Gebete für die Feſtzeiten. deine Lehre, und wir folgten dir; denn du biſt der Weg, die Wahrheit und das Leben. Jetzt aber führeſt du uns gen Jeruſalem, nicht ſowohl daß wir ſehen, was du thuſt, ſondern was du leideſt. Hilf uns, dir dahin zu folgen, wo in ſtiller Einſamkeit die ſchrecklichen Vorgänge, die nun bald eintreten, an dir vorübergehen; wo du unter deinen Zwölfen ſitzeſt und das herrliche Verlangen ausſprichſt, noch einmal das Oſterlamm mit ihnen zu genießen; dahin, wo du ringeſt mit Gott in Gethſemane; wo du vor den Richtern ſteheſt, und wo über dich, den der Prophet ohne Geſtalt und Schöne bezeichnete, der menſchlich empfindende Pilatus ausruft: Sehet, welch ein Menſch! Unter das Kreuz rufeſt du uns, um zu hören das Wort, welches ſchneidet wie ein Schwert: Mein Gott, mein Gott, warum haſt du mich verlaſſen? Hilf uns, dir dahin zu folgen! Züͤnde den Glauben an, damit wir in ſeinem ichte ſehen: für uns geſchieht das, für uns leideſt du, damit aus dem Glauben die Liebe und die Dankbarkeit aufflammen! Oder, weil du die Seelenführung beſſer verſteheſt, willſt du, bis in den Tod uns Liebender, zuvor die Liebe ins Herz legen, damit an ihr der Glaube erglimme. Um Glauben, um Liebe bitten wir, denn beiderlei Stab iſt uns Schwachen nötig; reich ihn uns! Amen. men Klaus Harms. ———— 2—— —£½——/—————— ——————— —M—V—— eiten. dir denn idas Ahn. llen, nitſ 1 ſondern un L zu folga n Pien Lorzi, ibergehen,n ) rind do im. ual das Dhe * ttt, warm h E dahin a „eit wiriinſt Feht da, i Zlauben d een! Oder Sheſ, uihh „wor dech 7 Glaubein wir, dmle ig; reih 1 Aau p 1 Karwoche. 191 Morgengebet in der Karwoche. Fürwahr, er trug unſre Krankheit und lud auf ſich unſre Schmerzen. Jeſ. 53, 4. 1 Allmächtiger Gott! Wir erkennen vor deinem Angeſichte, daß wir von Natur Knechte der Sünde und Kinder des Zornes ſind. Unſre Sünden verbergen dein Angeſicht vor uns und du höreſt uns nicht. Wir können dir auf Tauſend nicht Eins antworten; dennoch haſt du uns, da wir noch deine Feinde waren, ſo ſehr geliebt, daß du deinen einzigen Sohn für uns in den Tod dahin gegeben. Er iſt der Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Weſens, aber du haſt ihn die Geſtalt eines Knechtes annehmen und in Niedrigkeit geboren werden laſſen. Er war der Größte und wurde der Geringſte, der Reichſte und wurde der Armſte, der Beſte unter allen Menſchen kindern und wurde der Verachtetſte. In ſeinem Munde ward kein Betrug gefunden und du haſt all' unſre Ungerechtigkeit auf ihn geleget. Er trug unſre Sünden und lud auf ſich unſre Schmerzen; er iſt um unſrer Miſſethat willen verwundet und um unſrer Sünde willen geſchlagen worden. Die Strafe lag auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch ſeine Wunden ſind wir geheilt. Er erfüllte alle Gerechtigkeit, auf daß dieſelbe uns Ungerechten zugerechnet und wir bekleidet würden mit ſeiner Herrlichkeit und Unſchuld, damit unſre Schande und unſre Blöße nicht ans Licht kommen. 192 Gebete für die Feſtzeiten. Seine Seele iſt betrübt und traurig geweſen bis in den Tod, nur damit unſre Seelen getröſtet würden und wir Ruhe hätten. Er iſt verſpottet, verſpeiet und geſchlagen worden, damit wir von unſrer Schmach befreit würden. Ja, Vater, er hat uns teuer erkauft mit ſeinem Blute. Er hat am Stamme des Kreuzes gelitten und iſt unter die Übelthäter gerechnet worden, damit wir, vom Fluche des Geſetzes erlöſet, mit himmliſchen Gütern geſegnet und erfüllet würden. Er iſt ins Grab gelegt worden und hat unſre Sünde mit ſich hinabgenommen und unſre Uebertretungen ver⸗ ſiegelt. Laß uns begreifen mit allen Heiligen, welches da ſei die Länge und die Tiefe und die Höhe der Liebe, mit welcher uns dein Sohn geliebt hat. Seine Liebe war ſtärker als der Tod. Herr Jeſu, der du unſer Haupt biſt, gieb, daß wir, deine Glieder, dir gleichförmig werden, an dem Fleiſche leiden und von den Sünden ablaſſen. Kreuzige durch deine Kraft den alten Menſchen in uns mit allen ſeinen böſen Lüſten und Begier⸗ den; töte durch deinen Tod unſre Glieder, damit der Leib der Sünden vergehe und wir ihnen nicht mehr dienen. Herr, unſer Fleiſch iſt ſchwach, ſtärke du uns im geiſtigen Kampfe, dann werden wir den Sieg behalten. Ziehe uns dir nach, um mit dir zu leben und zu dulden und mit dir zu herrſchen. O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erhöre uns! Amen. J. Laſſenius. —— — — —— — ——— — —— — — — — ſten. rig geweſentt 1 getriſtt i 1 Jertretungn cie Tiefe u g ein Schngi ruls der d =pt biſt gih Crmig vena „ Sünden ili 2 alten Nai ſten und de ute Glidt dir ihmn⸗ it ſhwat Im werdan ach, un nn. i berſt ünde trig 3 Si * nicht um deiner Sünde willen; und deiner Schmerzen. verdient. Wir haben geſündiget, Karwoche. 193 Abendgebet in der Karwoche. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeglicher ſahe auf ſeinen Weg; aber der Herr warf unſer aller Sünde auf ihn. Jeſ. 53, 6. Jeſu Chriſte! Du unſchuldiges Lamm Gottes, der du die Sünden aller am Stamme des Kreuzes getragen haſt, erbarme dich unſer jetzt und immer⸗ dar. Wir arme fluchwürdige Sünder wollen uns in tiefer Demut beugen vor deinem heiligen und gnädigen Angeſichte. Wir wollen dich anſchauen in dieſer Abendſtunde, wie du um unſrer Sünde willen und um uns zu erlöſen am Stamme des Kreuzes hängeſt, und wollen dir unſer Bekennt⸗ nis zu Füßen legen. Ach ja, du unſchuldiges Lamm, du leideſt denn unſre vielen Sünden ſind die Urſachen deiner Pein Wir haben ewige Strafe o Herr, durch das Vergeſſen deiner heiligen und gerechten Ge⸗ bote, durch falſche und ſündliche Liebe unſer ſelbſt, indem wir nicht dich, ſondern die Welt hoch⸗ ſchätzten; haben geſündiget mit unſrem Willen, weil wir ihn dir entgegengeſetzt und nach dem Gutdünken unſres Herzens gehandelt haben. Wir haben geſündiget, indem wir deiner Gnade und deinem heiligen Geiſt widerſtanden, indem wir ſo viele teure Mittel der Gnade verſäumt und gering geachtet und keine Frucht davon gebracht Alles mit Gott. 13 194 Gebete für die Feſtzeiten. haben, wozu du uns dieſelben gegeben hatteſt. Wir haben geſündigt, Herr, mit unſern gottloſen Thaten, mit unſern unnötigen und ſündlichen Worten, mit unſern eitlen Begierden, die uns von dir abwendig machten. Alle dieſe und un⸗ zählige andere unerkannten Sünden ſind es, die du getragen haſt. Ja, meine und der ganzen Welt Sünde trugeſt du, o Lamm Gottes! Da⸗ rum drückte dich das Leiden ſo ſchwer, daß du in der großen Angſt deines Herzens ausrufen mußteſt: Mein Gott! mein Gott! warum haſt du mich verlaſſen? O Herr, laß dein Leiden unſre Herzen aufs neue zu tiefſter Reue über alle unſre Sünden erweichen. Präge uns einen tiefen Abſcheu vor allen, auch den kleinſten Sünden ein. O, daß wir dir wenigſtens von jetzt an keine Laſt mehr auf⸗ legen und dich nicht von neuem kreuzigen möch⸗ ten mit unſern Sünden, und deine Wunden nicht mehr erneuern möchten mit unſern Miſſethaten! O liebſter Heiland, laß mir bleibend eingeprägt ſein das große Gewicht der Sünde, ſowie die Heiligkeit Gottes, die ſich durch dein Leiden offen⸗ baret hat. Erfülle uns mit heiliger Furcht vor deiner göttlichen Majeſtät, laß uns in derſelben wandeln, um einſt ohne Furcht und Schrecken vor unſrem Gott erſcheinen zu können. Bringe uns in die wahre Gemeinſchaft mit deinem Lei⸗ den, Kreuz und Sterben; laß uns deinem Tode ähnlich werden, indem wir der Welt und ihren zeiten. 1 gegeben t it unſerna ¹in und ſtu ſegierden d Ile di ewh. ünden ſid ** und d unm Got ſo ſchwer 2 Herzens un —Gott! vann 1 eg te unſte den Zllle unſte d 3 tiefen Aiſc n en ein. d weine Laſt ni diem kreuzin — Karwoche. 195 Lüſten, der Sünde und allen Eitelkeiten abſter⸗ ben; laß uns durch willige Aufopferung, auch des Liebſten, dir, der uns ſo unendlich viel gegeben, unſern ſchwachen Dank heweiſen und den Lohn für deine Schmerzen darbringen. O Herr, du willſt als Mittler uns wieder zu unſrem Gott hinführen. Nun, ſo nimm mich armes Kind, nimm uns alle in der Finſternis dieſer argen Welt bei der Hand, damit wir den richtigen Pfad des Sterbens mit dir erwählen und feſthalten; damit wir mit dir auch alle Not überwinden und durch dich im lebendigen Glau⸗ ben zu unſrem Gott und Vater hingeführt wer⸗ den und eindringen in das Allerheiligſte deiner innigen und ewigen Gemeinſchaft. Segne, Herr Jeſu, alle die Deinigen. Ach daß doch keiner verloren gehe! Halte feſt, die du erkaufet haſt mit deinem Blute, und laß unſre Seelen in deinen Augen teuer ſein. Ja, Herr, ſegne dein ganzes Zion, die Herde deiner Weide. Erhöre unſre Bitte, doch nicht um unſrer Wür⸗ digkeit willen, ſondern aus freier Barmherzigkeit zur Verherrlichung deines großen Namens in Zeit und Ewigkeit! Amen. Gerh. Terſteegen. 13* 196 Gebete für die Feſtzeiten. Morgengebet am Gründonnerstag. Mich hat herzlich verlanget, dies Oſterlamm mit euch zu eſſen, ehe denn ich leide. Luk. 22, 15. O lieber Herr Jeſu! Wie kann ich dich ge⸗ nugſam loben und preiſen für die unausſprechliche Liebe und Wohlthat, die du mir an dem heutigen Tage erwieſen haſt. Du trittſt heute den ſchweren Gang an, an welchem du durch dein bitteres Leiden und Sterben der ganzen Welt Sünde geduldig büßen willſt. Und ſiehe, ehe du hin⸗ geheſt, machſt du mit uns noch einen Bund, das iſt das Neue Teſtament in deinem Blut, das für die Sünde der Welt vergoſſen ward. O heiliger Bund! o heiliges Teſtament! darin du uns armen Sündern deinen heiligen Leib und dein teures Blut zum Pfande der erhabenſten Liebe giebſt, daß wer dein Fleiſch iſſet und trinket dein Blut, in dir bleiben ſoll und du in ihm. Ja, du ver⸗ heißeſt uns, wir ſollen das ewige Leben haben, und du wirſt uns am jüngſten Tage auferwecken zum ewigen Leben. O gieb, liebſter Jeſu, daß ich ſolch teures Liebesmahl, das heute zum erſten⸗ male deine Jünger genoſſen, nicht gering achte, ſondern allezeit mit wahrer Andacht beherzigen möge. Gieb, daß ich es ſtets im wahren Glauben und in herzlicher Andacht würdig gebrauche und genieße, und hilf, daß ſolch teures Liebespfand nach deinem Wort und erſter Einſetzung unter und bei uns immerdar unverfälſcht ausgeteilt werden ten. vonnerzt ſteerlamm ua Si Ra he, ehe ui „ einen Bmd =m Blu R ard. D hül E in dumim — und den m 1 1 ² ten Liebe — rinket dite Auhm. Ix, u =ge Lede age alfeme ebſter Jn — heute zun ihht gerin 1 dact din Dwahran bl wiig gebrmh rres Lie ü ſetzung un e rusgetite Am Gründonnerstag. 197 möge, damit auch wir, wenn wir von dieſem Brote eſſen und von dieſem Kelche trinken, nach des Apo⸗ ſtels Lehre deinen Tod verkündigen, bis du kommſt und uns von dieſer armen Erde heimholeſt in deine Herrlichkeit. Dann werden wir in deinem Reiche zu Tiſche ſitzen und trunken ſein von den reichen Gütern deines Hauſes ewiglich. Amen. Joh. Quirsfeld. Abendgebet am Gründonnerstag. Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geiſt iſt willig, aber das Fleiſch iſt ſchwach. Matth. 26, 41. Herr Jeſu, richte meine Augen in dieſer Abendſtunde und allezeit auf dein innerliches Leiden, das du im Garten Gethſemane unter ſo unausſprechlichen Aengſten über meine Sünden ausgeſtanden haſt. Laß doch die blutigen Schweiß⸗ tropfen, die du daſelbſt vergoſſen, ſo kräftig in meine Seele fließen, daß ſie mir ſowohl im ganzen Leben einen Eindruck deiner ewigen Liebe, als auch beſonders im Sterben Kraft und Troſt geben. Vereinige mich mit dir im Glauben, und nimm meinen Willen in den deinigen auf, da⸗ mit ich mich dem himmliſchen Vater in dir opfere und mich willig in alles Leiden, das du über mich beſchloſſen haſt, ergebe. Laß dein Blut mich durchdringen zur wahren Reinigung von aller Befleckung des Fleiſches und des Geiſtes. Und 198 Gebete für die Feſtzeiten. wie du zu deinem Vater ſo demütig auf den Knieen fleheteſt, alſo wirf mich durch deines Geiſtes Kraft tief vor dir nieder und befreie mich von aller Hoffart und Eigenwilligkeit. Laß mich dir ganz und gar überlaſſen, daß nicht mein, ſon⸗ dern dein Wille an mir vollbracht werde. Hilf mir wachen und beten! Muntere mich immer von neuem auf, wenn ich mit den Jüngern ſchlafen möchte. Mache nur meinen Geiſt willig, wenn je das Fleiſch ſchwach wird. Und ſollte mir auch in meinen Nöten oder in der letzten Todesſtunde der Angſtſchweiß ausbrechen, ſo mache mich dir dennoch getreu bis in den Tod! O getreuer Heiland, ſei du bei mir in allen Anfechtungen. Ach bitte für mich allezeit als mein getreuer Hoheprieſter, der du dich ſelbſt dem Vater für mich geopfert haſt. Denn du biſt und bleibſt ja barmherzig und haſt Mitleiden mit meiner Schwach⸗ heit, weil du verſucht worden biſt allenthalben, obwohl ohne Sünde. Darum hilf mir auf durch deine Angſt und Not in allem Kreuz und Elend, ſo mir jetzt oder künftig begegnen möchte. Lehre mich aber, im Wachen und Beten beharren und laß mich nicht läſſig werden im Kampfe; wecke mich allezeit auf und richte mich wiederum zu⸗ recht, damit ich nicht in Anfechtung falle, ſon⸗ dern endlich gewinne und den Sieg behalte. Alles kraft deiner bittern Angſt und großen Schmerzen! Amen. M. G. Arnold. Riten. Demütig af * befrei mi tt. Laß ni w nicht mei Jacht ved 3)/ mich inn „Jünger ſti eiſt willg n ad ſolltewie ¹tzten Todein ») mache vih — Jit meineren dbiſt allet nilf nit ui 0 Kreuz uht — en möck.. ten behim kim Kan =ä dich widem es chtung il gen Sien 4 lngſt un 4 6* rch deines in Am Karfreitag. 199 Morgengebet am Karfreitag. Ihr ſollt des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. 1. Kor. 11, 26. Dies iſt, Herr Jeſu, der Tag deines aller⸗ heiligſten Leidens und Sterbens, der große Tag unſrer Verſöhnung, an welchem du, unſchuldiges Lamm Gottes, dich haſt opfern laſſen am Stamme des Kreuzes und dein Leben für uns zum Schuld⸗ opfer gegeben haſt. O Jeſu, du ewiges Gut, der du an dieſem ſtillen Freitage deinem Vater für mich ſtille gehalten und ſeinen Zorn um meinetwillen gehorſam bis in den Tod getragen; gieb, daß ich heute auch halte den rechten, ſtillen Freitag mit heiligen Gedanken und in ſtiller An⸗ dacht, damit ich mich durch wahren Glauben deines Opfers teilhaftig mache. Mein Herr Jeſu, du biſt ja der gerechte Knecht deines Vaters, der wohl und weislich gethan und ſeinen Willen gehorſam verrichtet hat. Durch dein Blut und durch deinen Tod iſt uns die ewige Erlöſung und Reinigung geſtiftet und erworben. Du warſt der Allerverachtetſte und Unwerteſte, voller Schmer⸗ zen und Krankheiten, du warſt ſo verachtet, daß man das Angeſicht vor dir verbarg. Ja, ſie haben deiner nicht geachtet und dich den Uebel⸗ thätern gleich gerechnet. Gelobet ſei dein heiliger Name für deine bittere Marter, für deine uner⸗ hörte Schmach, für deine unausſprechliche Seelen⸗ angſt, die du für mich ausgeſtanden haſt. O für⸗ 200 Gebete für die Feſtzeiten. wahr, du trugeſt unſre Krankheit und ludeſt auf dich unſre Schmerzen. Ich bin die Urſache deines Jammers, und alle Not und Angſt habe ich dir zubereitet mit meinen Sünden. Aber den⸗ noch haſt du das Leben zum Opfer gebracht, die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Friede hätten, durch deine Wunden ſind wir geheilet worden. Ja, alſo haſt du vieler Sünden getragen und macheſt viele gerecht durch deine Erkenntnis. Du haſt viele Heiden beſprenget mit deinem Blute und ſollſt nun alle gläubigen Herzen zum Anteile haben. Ich danke dir, Herr Jeſu Chriſte, daß du mich durch dein eigenes Blut erlöſet und mit deinem Vater verſöhnet und Troſt und Frieden ins Herz und Gewiſſen gegeben haſt. Gieb nun, Herr Jeſu, mein Heiland und mein Seligmacher, daß ich hier zeitlich meine Sünden erkenne und meine Miſſethaten bereue, auf daß ſie mir nicht ewig zu ſchwer werden; verleihe, daß ich meinen Ungehorſam hier zeitlich beweine, damit ich ihn dort nicht ewig betrauern und beklagen muß. O du treuer Heiland, der du für mich bezahlet haſt, laß mich nicht ohne Buße in meinen Sün⸗ den ſterben, ſondern gieb, daß ich mich und dich recht erkenne und mich ſtets in Demut vor dir ſchuldig gebe. Verleihe mir auch, Herr Jeſu, daß ich dir in Kreuz und Leiden gehorſam nachfolge, mich täg⸗ lich in die Verfolgung und in alle Widerwärtig⸗ keiten der Welt ſchicke und bereit ſei, ſo es dir — ——— — — —— — — —— —— — ——— — —— Apfer geöne vir Ftideſt 4 geheilt w Aen getrnyn, =: Erkennne a deinen Alh Am Anteleht *(hriſt d — erlöſet u Troſt udſ —n haſt. Gr — nein Selim = den erkem. ndaß ſie min Je, daß ihn ne, danitt d beklaga für mih x. in meini dich nihn — 4 3 1 6 =n Demut ſu, di chfolge m r ale Vön reit ſei h Am Karfrettag. 201 gefiele, ſelbſt das Leben um deinetwillen zu laſſen. Behüte mich, daß ich nicht ſicher werde, dein Blut nicht mit Füßen trete und für deine Liebe und Treue nicht undankbar ſei. Gieb aber, daß ich alle deine Wohlthaten mit Luſt anſchaue und die Predigt deines heiligen Evangeliums mit Freuden höre, ja Tag und Nacht dahin trachte, daß die ſchwere Arbeit deines heiligen Leidens und Sterbens an mir nicht vergebens und ver⸗ loren ſei. Amen. Martin Möller. Abendgebet am Karfreitag. Es iſt vollbracht! Joh. 19, 30. Der du für uns am Kreuze erblaſſet biſt, ſo wie du hat kein Menſch gelebt, kein Menſch wie du ſein Leben beſchloſſen! O du Einziger, der alles, deſſen Vollendung ihm aufgetragen war, ohne Ausnahme vollbracht hat! So wie du hat keiner gelehret, wie du keiner gehandelt! Wohl⸗ thun war dein Leben, und Segen für alle Welt dein Sterben. Die Gottheit wohnte, lebte, wirkte in dir. Wer kann deine Liebe ausſprechen? wie du hat noch keiner geliebt: das Heil der Menſchen war deine Freude. Wer kann deine Geduld nennen? Wie du hat noch keiner gelitten; dulden in Liebe war dein Geſchäft. Wer kann deinen Gehorſam gegen deinen Vater meſſen? Wie du hat ſich keiner gehorſam erwieſen: Gehorſam war 8 202 Gebete für die Feſtzeiten. dein Leben und dein Sterben. Du kamſt auf die Erde herab aus Liebe für uns alle: Du lebteſt für alle, du ſtarbſt für alle. So wie du hat's keiner vollbracht. Ewiger! Du biſt der Voll⸗ bringer, du der Vollender! Deine Lehre, dein Beiſpiel, deine Gnade iſt Licht und Kraft und Leben! Gekreuzigter, am Kreuze haſt du es voll⸗ bracht; am Kreuze haſt du vollendet das Werk der Liebe, der Geduld, des Gehorſams. Am Kreuze ward deiner Lehre, deinem Beiſpiele das letzte Siegel aufgedrückt. Am Kreuze haſt du uns die Unſterblichkeit und das ewige Leben erkauft. Am Kreuze haſt du uns die Vaterliebe Gottes und die Seligkeit vollends zugeſichert. Laß uns erkennen und fühlen, was wir an dir haben, damit wir durch dich werden, was wir durch dich ſein können. Du biſt unſer Heiland; dein ſind wir alle in Zeit und Ewigkeit. Amen. J. M. Sailer. Gebet am Schluſſe der Karwoche. Meine Seele iſt ſtille zu Gott, der mir hilft. Denn er iſt mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall ſtürzen wird, wie groß er iſt. Pſ. 62, 2. 3. Lieber Herr Jeſu, ich habe dich am Anfange dieſer ſtillen und großen Woche um ein ſtilles Herz gebeten; nun bitte ich dich auch am Schluſſe der⸗ ſelben: Gieb mir Gnade, daß ich meine Seele ganz beruhigen kann. Dein Tod am Kreuze hat alles unter deinen Freunden und Feinden ſtill —== — — — 1 6 lendet dm 4 = Hehorſank gem Weiſxite — reuze hat. — ge Leben t Paterliebe g. ¹ eſichert di 4 66 r an dr 1 as wir dii reiland, di . Amen. —₰ Karvest 2 der niriiti in Shu d „it iſt N Am Schluſſe der Karwoche. 203 gemacht, was zuvor voll Unruhe war. Alle, die dabei waren, fühlten die Macht deines Todes, du Kraft des Höchſten. Deine Freunde erſchraken und wurden beſtürzt; das tobende Volk wendete wieder um. Maria, deine Mutter, durch deren Seele bei deinem Kreuze ein ſcharfes Schwert drang, deine Jünger und die übrigen heiligen Seelen waren ſtille den Sabbath über nach dem Geſetz. Nun ſo weihe auch mir dieſen Tag zu heiliger Stille. Wenn das Wort von deinen Leiden, welches ich in dieſer Woche gehört, in meine Seele gedrungen, mein Gemüt ergriffen und mich heilſam beunruhigt hat, ach, ſo gieb mir Gnade, daß ich in dieſer Abendſtunde meine unruhige Seele ſtille, und daß das, was mich ſo ſehr betrübt, durch deinen heiligen Geiſt von mir weiche. Wenn ich mir nicht raten laſſe von dir, ſo iſt all dein Leiden bis zum Tod am Kreuz an meiner Seele verloren und es wartet nichts auf mich, als ewige Unruhe an Leib und Seele zur gerechten Strafe. Da aber die Schätze des Heils, die in dem Geheimniſſe deines Kreuzes verborgen liegen, mir von neuem ſo reichlich ge⸗ zeigt worden ſind, ach ſo laß mich dieſelben nun auch im ſtillen Geiſt des Glaubens ergreifen und genießen; laß mein Herz dadurch zur wahren Liebe gegen dich entzündet werden und eine Frucht in mir aufgehen, die da bleibet in Zeit und Ewig⸗ keit. Amen M. Joh. Chr. Storr. Gebete für die Feſtzeiten. Morgengebet am Oſterfeſt. Der Tod iſt verſchlungen in den Sieg. Tod, wo iſt dein Stachel? Hölle, wo iſt dein Sieg? 1. Kor. 15, 55. So triumphieren wir am Oſtermorgen, da wir die Auferſtehung des Herrn feiern. Mit lauter Freude rühmen wir's, daß für dich, unſern hoch⸗ gelobten Herrn und Heiland, der Tod in den Sieg verſchlungen iſt und daß die Macht des Todes, welche an dich getaſtet hatte, dich nicht verzehren konnte. Wohl haſt du dich ſchon in deinem Leben, Leiden und Sterben als den Heiligen Gottes und als einen großen Siegesfürſten erwieſen; aber wie herrlich, majeſtätiſch groß iſt dein Sieg, da du biſt erſtanden aus des Todes Banden! Nun iſt's an den Tag gekommen, daß dein Tod nicht eigener Sünde Sold geweſen, daß Tod und Hölle kein Anrecht auf dich haben. Nun biſt du der König, der die Mächte des Abgrundes bezwungen, der über der in Tod verſinkenden Welt lebend ſtehet, mit dem Kreuz als Scepter in deiner Hand, allen denen winkend, die vor deinem Namen knieen. Tod, wo iſt dein Stachel? Hölle, wo iſt dein Sieg? So triumphieren wir am Oſtermorgen; denn nun wiſſen wir, daß du, unſer Heiland, den wir im Karfreitagsdunkel ins Grab ſinken ge⸗ ſehen haben, noch über uns walteſt mit deiner Heilandsliebe und Heilandshilfe; daß du noch nahe biſt den Mühſeligen und Beladenen, den Ringenden und Kämpfenden, den Seufzenden und Szeiten. 10terſt amn Sieg. d. Jzieg? 1. n ſternurge xeiern. Mh Er in deinen! reiligen Goth in erwifſa, — iſt den dn — des Bandel — aß dein dit rdaß Todw — Nun bit 9 7 Der in denn — tem Nannt — Hälle,wh am Diem en Seufße Am Oſterfeſt. 205 Betenden, den Leidenden und Sterbenden; daß es noch eine Erlöſung aus dem Tode giebt für die, welche in dir entſchlafen und in dir aufer⸗ ſtehen! Darum kommen wir zum Feſt herbei und bringen Opfer des Lobes und Dankes vor dem Altar des Herrn. Wir ſagen Dank unſrem Gott, der den Sieg gegeben durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum, und ehren den ſtarken Streiter, den großen Sieger; wir ſtreuen dir Palmen und ſingen: Überwinder, nimm die Palmen, Die dein Volk dir heute bringt Das mit frohen Oſterpſalmen Den erkämpften Sieg beſingt! Wo iſt nun der Feinde Pochen, Und der Würger Mordgeſchrei, Da des Todes Nacht vorbei, Und ſein Stachel iſt zerbrochen? Tod und Hölle liegen da! Gott ſei Dank, Halleluja! Amen. A Pregizer. Abendgebet am Oſterfeſt. Salt im Gedächtnis Jeſum Chriſtum, der auferſtan⸗ den iſt von den Toten. 2. Timoth. 2, 8. O Fürſt des Lebens, Jeſu Chriſte! Dich beten wir an in deiner Kraft und Herrlichkeit, mit welcher du geſieget haſt über den Tod, über die Hölle und über alle deine und unſre Feinde. Dir, o mächtiger Lebens⸗ und Friedensfürſt, wollen wir Ehre geben; dir wollen wir huldigen als unſrem Herrn und Könige! Dir wollen wir uns ergeben 206 Gebete für die Feſtzeiten. mit allem, was wir ſind und haben. Himmel und Erde müſſen dich anbeten, alles müſſe dir Preis und Lob bringen. O Jeſu, erbarme dich über uns und hilf auch uns zum Auferſtehungstage; laß deinen Kampf und deinen Sieg an uns nicht vergeblich ſein. Laß es uns erfahren, daß du lebeſt, daß du Macht haſt und gegenwärtig biſt, um uns zu helfen. O wir führen unſer Leben nur allzu ſehr in eigener Kraft, im eigenen, ge⸗ brechlichen Wirken, und erfahren zu wenig dein Wirken in uns, weil wir ihm nicht Raum geben. Drücke es noch tief in unſre Herzen ein, daß wir nicht ablaſſen vom Gebet, beſtändig bleiben in der Anhänglichkeit an dich und an deine lebendig machende Geiſteskraft. Ziehe uns aus dem Grabe in dein Leben hinein und laß uns der Welt immer mehr entfremdet werden. Dein göttliches Leben werde bekannt in unſern Herzen, werde uns immer lieber und wichtiger, damit wir als wahre Fremd⸗ linge in dieſer Welt leben mögen. Scheide unſern Sinn von allem, was nicht in dein Reich gehört; laß unſern ganzen Wandel zeigen, daß wir dir angehören und dich zum Herrn haben. Herr, wir erkennen deine Oberherrſchaft über uns, über unſer Leben, über unſer Sterben, über Seele und Leib; dir gehört alles zu. O gieb, daß wir dir alles willig opfern und alle unſre Kraft deinem Dienſte weihen. Lehre uns, vor dir mit kindlichem, andäch⸗ tigem Weſen zu wandeln, unverrückt unſer einziges Seiten. ben. dnni. 2 müſſe di 4 gegenniti hren unſe — t, im eimm —en zu wain — dicht Ram; rzen ein, tändig bi m — b — n gättlch = als wahri daß ui 1 raft deinn . kindliden ₰ rrück rnne Am Oſtermontag. 907 Augenmerk auf dich gerichtet zu halten und von deinem Winke abzuhängen in allem Thun und Laſſen. Werde immer völliger, Herr, in unſrem Innern; laß deine Herrſchaft in uns ganz aus⸗ gebreitet werden; laß dein Leben unſre Seele, unſre Kräfte, alle Sinne durchdringen, daß alles voll deines Lebens werde. Komm, Herr und König! Zieh ein in unſer Herz, befiehl, herrſche und lebe ewiglich in uns als in deinem Eigentume. O du treuer Herr! Lehre uns, dir zu ver⸗ trauen im Leben und im Sterben, dich für unſer Ein und Alles zu halten und mit dir, Herr, ein⸗ zugehen in dein ewiges Reich. Jeſu, erhöre uns nach dem Reichtume deiner Gnade und zur Ver⸗ herrlichung deines großen Namens. Amen. Gerh. Terſteegen. Morgengebet am Oſtermontag. Wache auf, der du ſchläfſt, und ſtehe auf von den Toten, ſo wird dich Chriſtus erleuchten. Eph. 5, 14. O du glorwürdigſter Siegesfürſt und Heiland! Dich bete ich an in deiner großen Kraft und Herr⸗ lichkeit, die du an allen deinen Feinden bewieſen haſt, indem du ſie zum Schemel deiner Füße legteſt. Gebenedeiet ſei deine Liebe, daß du auch um meinetwillen durch die Pforten des Todes gegangen, die Hölle zerſtört, den Teufel bezwungen und alles dir unterworfen haſt, damit ich aus der Hölle Gewalt befreit würde. Du haſt der Sünde 208 Gebete für die Feſtzeiten. die Macht genommen, damit ſie nicht mehr über mich herrſche, wenn ich ihr den Willen nicht laſſe. Du biſt dazu geſtorben und auferſtanden, daß du über Tote und Lebendige ein Herr ſeieſt. Weil ich denn auch einer von deinen Erlöſten bin, den du durch dein Sterben und Auferſtehen zu deinem Eigentume erworben haſt, aber an dem du noch ſo viel Elend und Jammer an Leib und Seele findeſt, ſo bitte ich dich, o mein Herr, laß mir deine Auferſtehung zu gut kommen. Siehe, ich liege in Sünden tot; ach, wecke mich auf zum neuen Leben des Geiſtes! Ich bin gefangen unter der Sünde Geſetz; mache mich frei durch deine Auferſtehung aus dem Grabe. Hauche mich Toten an und ſprich zu mir, daß ich lebe. Ja, ſprich dein lebendiges Wort in meine Seele und gieb mir deine bußerweckende Kraft, damit ich nicht ganz im Tode entſchlafe, ſondern alle deine Ver⸗ heißungen in mir lebendig und heilſam werden zur Seligkeit. Stehe auf in meinem Herzen, o Heiland, wecke mich auf von den Toten, gleich wie du auferwecket worden biſt durch die Herr⸗ lichkeit des Vaters. Töte mein Fleiſch durch wahre Buße, mache mich lebendig im Geiſte, da— mit ich dir zu Ehren und zum Zeugniſſe deiner Auferſtehung der Gerechtigkeit wahrhaftig diene, weil auch ich durch deine Wunden geheilt worden bin. Mache mich deinem Bilde ähnlich und laß mich von dir erweckt werden, damit ich vor dir leben möge. Kom e in mein Herz und bringe en. — nicht mehr 1 Lilen iil u ſttanden di err ſeiet d rliſten la Atehen zu din =m dem a eib und 8h * Herr, lij Aien. Sit * mich af 8 gefangam — frei duch m 1 6 —de. Wſr a damit ihit — alle deir — heilſan ve = inem Hern 1 Toten g — durch deh mn Fleſßn Ii im Gein — zeugriſen ahrhaftiu E1 geheil nc dhnlich w. mit ih m derz ud Seligkeit, Geiſte. Am Oſtermontag. 909 den Frieden in meine Seele. Ja, begegne mir mit deiner Freundlichkeit und Treue, wie den Jüngern zu Emmaus. Mache mein Herz brennend nach dir; öffne mir die Schrift, die von dir zeuget, und ſtärke meinen Glauben durch deine kräftigen Lebensworte. Gehe ein in mein Herz, halte dein Abendmahl mit mir, gieb dich mir zu erkennen an der milden Mitteilung deiner Lebensfrüchte und beweiſe dich als meinen erſtandenen Sieges⸗ herrn im Leben und im Sterben; denn du haſt alles in Händen und kannſt erretten, die zu dir kommen. Darum komme ich auch zu dir, als meinem Bruder, der nicht tot, ſondern lebendig iſt, und nehme von dik im Glauben Leben und ja Friede und Freude im heiligen Amen. Halleluja! 2 G. Arnold. — Abendgebet am Oſtermontag. Gott hat Jeſum auferwecket am dritten Tage und ihn laſſen offenbar werden. Ap.⸗Geſch. 10, 40. heerr Jeſu, lebendiger Heiland, du haſt dich nach deiner Auferſtehung deinen vorerwählten Zeugen durch ſo mancherlei Erweiſungen als lebendig dargeſtellt und von da an als Gottesſohn in der Kraft nach dem Geiſt der Heiligkeit be— wieſen: ach, ſo offenbare dich mir gleichfalls, daß ich dich ſehe in deiner Lebenskraft, beſonders an Alles mit Gott. 14 216 Gebete für die Feſtzeiten. dem Abende dieſes Tages. Ja, laß mich nur dein Herz ſehen, getreuer Heiland, welches du in deiner Auferſtehung den Deinen geoffenbaret haſt, ſo genüget mir. Dein treues Herz hat ſich zuerſt nach den Elenden umgeſehen; ja, die Allerelen⸗ deſten, Maria Magdalena, Petrus und Thomas waren die nächſten an deinem Herzen. O ſo wende dich auch zu mir in Gnaden, ob ich gleich noch viel elender bin, als jene. Nahe dich zu mir. Neige dein Herz zu meinem Herzen, ſo neiget ſich mein Herz zu deinem Herzen. Rühre es, ſo lebet es. Entzünde es, ſo glühet es. Oeffne es, ſo thut es ſich dir auf, daß du eingehen und es mit deiner Liebe durchdringen kannſt. Was hilft mich's, daß ich lebe, wenn ich nicht in dir lebe, und wenn du nicht in mir lebeſt? Wie kann ich ruhig ſchlafen in dieſer Nacht, wenn deine Liebe nicht mein Schirm über mir iſt? Wo ſoll ich hin in meinem Leiden, wenn mir's deine Liebe nicht heiliget und verſüßet? Und wie fürchterlich und ſchrecklich wird das Ende meines Lebens ſein, wenn ich dich, den Erſten und Letzten und den Lebendigen, der allein die Schlüſſel der Hölle und des Todes hat, nicht in meinem Herzen wohnend und herrſchend habe? Darum erfülle auch an mir deine teure Verheißung: Ich lebe, und ihr werdet auch leben. Und wer da lebet und glaubet an mich, der ſoll nimmer⸗ mehr ſterben. Ich glaube es, lieber Herr, hilf mir von meinem Unglauben. Durch deine Auferſtehung und Himmelfahrt 1 — hit ſch Uhe dih an — zen, ſo nelen — tühre es ſ = effne a, — zjen un 6 Washiſtn. r lebe, ur ₰ — — — — — — tich ruhig — liebe nitt cch hin um ric hel Ind ſoretttt — wenn itli — ndigen,Ri ⁵☛ Todes l m herrſcene — zteure benht und öm Am Himmelfahrtsfeſt. 211 hilf mir, lieber Herr Jeſu! O Leben, lebe in mir und laß in dir mich leben. Amen. Joh. Chr. Storr. Morgangebet am Himmelfahrtsfeſt. Der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und ſitzet zur rechten Hand Gottes. Mark. 16, 19. O Heiland, der du aus Liebe zu uns dich aller deiner Herrlichkeit entäußert und Knechts⸗ geſtalt angenommen hatteſt und gehorſam wareſt bis zum Tode am Kreuze; dem aber Gott einen Namen gegeben hat, der über alle Namen iſt; o laß von der Kraft deiner Herrlichkeit unſere Herzen erfüllt werden, daß auch wir uns vor deinem Namen beugen und dir, Herr Jeſu, als unſrem Könige dienen und nachfolgen. Wir danken dir, daß du durch deine Himmel⸗ fahrt den Weg zum Himmel gebahnt und deines Vaters Herz uns aufgeſchloſſen haſt. Du ſitzeſt zur Rechten der Kraft Gottes, damit dir alle Herzen als ihrem rechtmäßigen Könige unterthan werden ſollen. So bitten wir dich, Herr, du wolleſt als triumphierender König auch über uns gerrſchen und regieren; ja ſende einen Blick deiner Freundlichkeit auch auf uns herab! Herr Jeſu, gieb uns ein himmliſches Herz und laß uns durch deine Gnade heute und immer⸗ dar bewahret werden vor allen eiteln und irdiſchen 14* 212 Gebete für die Feſtzeiten. Gedanken; ſammle uns in deiner Gegenwart; fülle unſer Gemüt durch deine gnadenreiche Mit⸗ teilung; laß uns vor deinem Angeſichte geſegnet ſein. Herr, der du den rechten Schlüſſel der Er⸗ kenntnis haſt, ſchließe durch deinen heiligen Geiſt unſre Augen auf, damit wir ſehen mögen die Größe deiner Herrlichkeit und die Ueberſchweng⸗ lichkeit deiner Liebe; damit wir mit ganzem Herzen, Sinne und Gemüte anfangen mögen, gen Himmel zu wandeln, vor deinem Angeſichte heilig zu leben und dich zu lieben, dich, der du uns ſo ſehr geliebet haſt. O Herr, vergieb um deiner Lihd willen, daß wir zwar oft von dir und deiner Auffahrt zur Herrlichkeit gehört, aber doch noch ſo wenig ihre Kraft in unſern Herzen empfun⸗ den haben. O daß wir dir die Ehre geben und uns deinem allmächtigen Scepter unterwerfen möchten! Verherrlichter Jeſu, verherrliche dich an uns, daß wir dich in deiner Größe erkennen, ehren und lieben. Ziehe ein in unſre Herzen; laß ſie deine Werkſtätte ſein; ſchließe ſie auf, da⸗ mit wir ermuntert werden, dir auf dem uns ge⸗ zeigten Weg zum Ziele nachzuwandeln. Erhöre unſer Seufzen, o großer Hoheprieſter zur Rech⸗ ten Gottes, erwirb uns kraft deiner Verdienſte ein tröſtliches Ja und Amen! G. Terſteegen. == —— — — — — ——— —*———— —eiten. a gnadenrit w ² jangen nin = n Angeſctei iich, der ur — dergieb me — von dirmi — tt, aber d =— n Herzen a —, verherlt a Größet — in unei an ſchließe ſer iir auf der — uwandel Teprieſtert —t deiner d G. d Am Himmelfahrtsfeſt 213 Abendgebet am Himmelfahrtsfeſt. Und ich, wann ich erhöhet werde von der Erde, ſo will ich ſie alle zu mir ziehen. Joh. 12, 323. O Jeſu, Hochverklärter, du unſer Herr und König, in welcher Herrlichkeit haſt du deinen Lauf vollendet! Wie haben dich die himmliſchen Scharen bewillkommnet, da du in dein Reich eingingeſt, als Sieger über Sünde, Tod und Hölle, und dich geſetzet haſt zur Rechten Gottes! Auch wir Fremdlinge hier auf Erden begehren teilzunehmen an der Freude der Himmliſchen, uns mit zu beugen und dir die Ehre zu geben. Ho⸗ ſianna dir, dem Sohne Davids, Hoſianna dir in der Höhe! Herrſche, o Jeſu, ſende das Scepter deines Reiches aus Zion, unterwirf dir alle Herzen! Du biſt gen Himmel gefahren; wir aber leben noch auf Erden. Du haſt den Weg vollen⸗ det; wir aber wandeln noch auf dem ſchmalen, dornigen Wege. Hilf uns und laß durch deine Schmerzenstritte die unſrigen geſegnet ſein, laß all' dein Thun, all' dein Verleugnen, dein Beten und dein Leiden unſer Thun, unſer Verleugnen, unſer Beten und Leiden heiligen. Stärke uns durch deine Hand, damit wir auf dem angetretenen Wege zu unſrer Himmelfahrt getroſt fortwandern und nicht müde werden unter den Mühſeligkeiten dieſes Lebens. O lehre uns immer fortgehen auf dem ſeligen Wege, daß wir nicht als Anfänger ſtehen bleiben, ſondern durch die Kraft deines 214 Gebete für die Feſtzeiten. heiligen Geiſtes unſre Heiligung, Vollendung und Verklärung erfahren. Jeſu Chriſte, unſer Heiland, du haſt geſagt: „Wenn ich werde erhöhet ſein, ſo will ich ſie alle zu mir ziehen.“ O ziehe uns aus dem Verderben, aus dem ſichtbaren und ſinnlichen Weſen zu dir ins himmliſche Leben, um mit dir da, wo du nun biſt, zu leben. Laß uns nicht verſinken in das Vergängliche, ſondern nach der ewigen Stätte trachten, daß wir uns mit ganzem Herzen und völliger Liebe allein an dich halten und uns nur mit dem beſchäftigen, was in Not und Tod tröſten und beſeligen kann. O Jeſu, Fürſt des Lebens, lehre uns mu⸗ tiger mit dir wandeln, der Welt und allen unſern Feinden getroſt unter die Augen treten und in Sturm und Anfechtungen unerſchrocken auf dich ſehen. Unterwirf dir, o mächtiger König, alle diejenigen, die noch deine Feinde ſind. Sende Apoſtel und Boten aus, welche die Größe deiner Liebe und Herrlichkeit den Sündern preiſen und bekannt machen, damit dein Reich in allen Enden der Welt ausgebreitet werde. Ach Herr, wann wirſt du kommen in deiner Kraft, um dir die Herzen aller Völker zu unterwerfen? Lehre uns, mit brennenden Lampen vor dir wandeln und jederzeit den Tag unſrer Heimführung gewärtigen, damit wir, wenn du kommſfſt, bereit erfunden werden. Gieb uns reichlich das Oel deines Geiſtes und deiner Liebe, erhalte uns in beſtändiger Wach⸗ —— ——— —— — —— —— —— — — * ren Der ewin ei — zem derm A ten und unr Not ud ₰ kehre wir zn und alle 1 In treten w ſchrodn ui S tüger Könn Sd ſin e — die Guih = dern niie —2 — —. — — =— —— — ——— — rfen Len ddir ven hrung gele =, beriit i del deina beſtändin. — — = —— — — heiligen Geiſtes. — — Am Pfingſtfeſt. 215 ſamkeit und in unermüdetem Gebete. Weiſe uns himmelwärts, damit wir alle Tage Himmelfahrt halten, bis wir es vollkommen thun werden am Tage unſres Heimganges. O Herr, wir legen unſre Seufzer an dein Herz. Bringe du, der Prieſter im Heiligtume, unſre Gebete deinem Vater dar, erwirb uns eine gnädige Erlöſung, verſiegle dein Wort in unſern Herzen und erfülle unſer Verlangen. Amen. G. Terſteegen. Morgengebet am Pfingſtfeſt. Als der Tag der Pfingſten erfüllet war, waren ſie alle einmütig bei einander, und wurden alle voll des Ap.„Geſch. 2, 1. 4. Großer und erhabener Gott, du Vater in der b Höhe, der du auch verheißen haſt zu wohnen bei denen, die demütigen Herzens ſind und ſich fürch⸗ ten vor deinem Worte: wir danken dir, daß du deine Verheißungen erfüllt und deinen heiligen Geiſt über alles Fleiſch ausgegoſſen haſt; o ſchaffe auch in uns ſolche Herzen, darinnen dein heiliger Geiſt wohnen kann. Herr, du weißt, welche zerſtreute Herzen wir haben: o ſammle uns! Du weißt, welche harte und tote Herzen wir haben: o rühre und erwecke uns. Du weißt, wie wir noch widerſtreben deinem Wort und wie wir uns von Natur nicht unter dein Scepter beugen wollen: darum beweiſe deine 216. Gebete für die Feſtzeiten. Macht; ſende deinen Geiſt aus der Höhe, daß er unter uns wirke, dir unſre Herzen unterthan und uns tüchtig mache, ganz mit dir, unſrem Heil, vereinigt zu leben und deiner Gnade uns gänz⸗ lich zu überlaſſen. Komm, heiliger Geiſt, und entzünde unſre Herzen zu heiliger Liebe; komm, du Geiſt der Kraft, und errege unſre Seelen, daß ſie hungern und dürſten nach dir, dem rechten und, wahren Führer, daß ihnen geholfen werde durch deine allvermögende Gnade. Mache dich auf, du Geiſt des Lebens, daß wir durch dich beginnen, zu leben; ergieße dich über uns und ſchaffe uns zu Menſchen nach dem Herzen Gottes, erneuert zum Bilde Chriſti und von einer Klarheit zur andern übergehend. — Geiſt, der du die Tiefe der Gottheit er⸗ forſcheſt, laß uns erfahren, was wir an unſrem Gott und Heiland haben, damit er uns kein fremder Gott und Heiland ſei und wir in brün⸗ ſtiger Liebe ihm unbeweglich anhangen. Wirke in uns eine Befreiung von allem Ir⸗ diſchen. Komm, du Strom der Ewigkeit, der von dem Throne Gottes mächtig hervorbricht, und überſtröme unſre Herzen; tilge in uns alles Weſen der Welt, alles, was im Paradieſe Gottes nicht beſtehen kann. Komm und gieße dich aus in tau— ſend Herzen, die bis dahin ohne Leben und Gnade geweſen ſind. Laß dir Kinder geboren werden, wie der Tau aus der Morgenröte! Laß den Tau entzünde e 1 Rhes Le M, erji manſchen nuhl ilde Chri — übergehen F der Gotte vir au m. iit er wi * nd wii thange g van aln = wigket. zervordrit * unsalel an ieſe Gatt „1 dich usi reben ud Cgeboren mel Loin Am Pfingſtfeſtt. 217 deiner Gnade auf die dürren Herzen reichlich niederfallen, daß noch viele mögen erweckt, viele, zum Himmelreich geboren werden. Erbarme dich, über uns; laß unſrer Gebrechlichkeit wegen deinen Segen von uns nicht abgewendet werden; thue mehr, als wir zu bitten vermögen. Begleite mit. deiner Kraft unſre Herzen, damit ſie reiche Frucht. bringen zu deines Namens Ehre. Erhöre uns um dein ſelbſt willen, nicht um unſres armen Gebets willen; erhöre uns um Jeſu Chriſti willen. Er, unſer Mittler, vereinige ſein kräftiges Gebet mit unſern ſchwachen Seufzern, und du, o Herr, verſiegle es mit einem ewigen Ja und Amen! G. Terſteegen. Abendgebet am Pfingſtfeſt. Welche der Geiſt Gottes treibet, die ſind Gottes. Kinder. Röm. 8, 14. Vater, du willſt mich rein und unſträflich haben: hilf mir's werden durch die Kraft des heiligen Geiſtes. Im Namen deines Sohnes flehe ich zu dir um den heiligen Geiſt. Pflanze mit deinem heiligen Geiſte, der die Liebe, die Freude und der Friede ſelbſt iſt, in mir wahre Liebe, Freude und Frieden, damit ich dich liebe über alles, und alle Menſchen, wie mich ſelbſt. Der heilige Geiſt iſt auch der Geiſt deines Sohnes. Alſo, Vater, laß deinen heiligen Geiſt, den Geiſt deines Sohnes, über mich kommen, wie er einſt, 218 Gebete für die Feſtzeiten. über die Jünger Jeſu gekommen iſt. Dein hei⸗ liger Geiſt ſei meine Ermunterung, wenn ich träge, meine Stärke, wenn ich ſchwach bin, mein Licht, wenn ich mir nicht zu helfen weiß; be⸗ feſtige meinen Glauben, wenn mich finſtere Zweifel beunruhigen, ſtärke meine Hoffnung, wenn ich mutlos werde, entzünde meine Liebe, wenn ſie gegen dich und meinen Nächſten erkaltet. Dein heiliger Geiſt tröſte mich, wenn Drangſale über mich kommen; erquicke mich, wenn die Angſt⸗ ſtunde auf mir liegt; öffne mir den Himmel, wenn mich die Erde zu ſich lockt; erinnere mich an Tod, Gericht, Auferſtehung und ewiges Leben, wenn Fleiſch, Welt und Hölle mich zur Sünde drängen. Alſo, Vater, laß deinen heiligen Geiſt in unſer Herz kommen. Du haſt durch Jeſum Chri⸗ ſtum verheißen allen, die dich bitten, den heiligen Geiſt zu geben. Dein Wort iſt Wahrheit, deine Verheißung iſt ja Ja und Amen: laß die Kraft des heiligen Geiſtes auch in mir und in allen Menſchen wirkſam werden. Amen. Nach J. M. Sailer. —————— Morgengebet am Pfingſtmontag. „Ich will Waſſer gießen auf die Durſtigen und Ströme auf die Dürren. Jeſ. 44, 3. Du willſt Waſſer gießen auf die Durſtigen, mein Gott, und Ströme auf die Dürren; du ———— ——— =—— 111 den. = iſt Dda zung, wmi wach bin n Lelfen weß finſtergoi — ung, wem Miebe, nem — erkaltt. A Drangſalei enn de Mi =: den üm n exinner d ewiges l rich zur d Füiſtmontn. mdie Duffil — 3. de dM z die dum und Eigenliebe. Am Pfingſtmontag. 219 willſt deinen Geiſt ausgießen über alles Fleiſch. Laß auch mich teilhaben an dieſer herrlichen Gabe und gieße ſie in reichem Maße über mich aus! Erleuchte mich zum ewigen Leben, daß ich möge Jeſum Chriſtum wahrhaftig erkennen; heilige meinen Willen, daß ich nichts begehre und wünſche, als was dir gefällt; gieb mir Mut und Kraft, auf deinen Wegen zu gehen, die Welt zu beſiegen, den Sünden zu widerſtehen und als dein wahres Kind zu leben. Mache mich fruchtbar in allen guten Werken; erquicke mich in der Hitze der Anfechtung und verſiegle in mir den Troſt, daß ich in deiner Gnade ſtehe. Ruhe auf mir, du Geiſt der Weisheit, daß ich wandle in der ewigen Wahrheit. Behüte mein Herz vor Irrtum, und vertreibe daraus alle Finſternis der Unwiſſenheit Ruhe auf mir, du Geiſt der heiligen Furcht und befeſtige meine Seele, daß ich nimmer mit Willen ſündige. Ruhe auf mir, du Geiſt der Liebe, und reiße Zorn, Neid und Rachgier aus meinem Gemüte. Sei mein Tröſter in der Trübſal, wenn die Wellen über mir zu⸗ ſammenſchlagen. Sei meine Stärke, wenn ich ſchwach bin, und hilf mir die Lüſte des Fleiſches unterdrücken. Laß in mir wachſen Glaube und Liebe, Demut, Hoffnung und Geduld. Leite mich auf ebener Bahn, daß ich nicht anſtoße, falle oder thue wider Gottes Gebot. Siehe, wie ich von ſo vielen Verſuchungen umgeben bin, be⸗ wahre mich daher, daß ich nicht von dir weiche; 220 Gebete für die Feſtzeiten. zeige mir den Weg, den ich wandeln ſoll, denn mich verlanget nach dir. Wenn ich ſelbſt mich führen will, ſo irre ich; führſt du mich aber, ſo gehe ich den Weg deiner Gebote. Siehe, mein Herz ſteht dir offen, kehre ein mit deinen reichen Gaben, befeſtige mich, gründe mich und erhalte in mir das gute Werk, das du in mir angefangen haſt. Ach, ſchaffe in mir ein reines Herz; beſiege in mir alle Herrſchaft der Sünde; gieb mir ein geheiligtes und durch deine Gnade erneuertes Gemüt. Wohne in mir und mache mich zu deinem Tempel, dann habe ich das Pfand der Kindſchaft und meiner Seligkeit. Weiche nicht von mir in der letzten Not und gieb mir einen Blick in jene Herrlichkeit, einen Vorſchmack der ewigen Freude, wo ich nach dem Kampf zur Krone und nach dem Leide zur Wonne getragen werde. Heiliger Geiſ du Kraft der Frommen, kehre bei mir ein, rul auf mir und ſei ewiglich mein Teil. Amen. J. F. Stark. 4 1, he Abendgebet am pfingſtmontag. Der Geiſt iſt es, der du Tebeudig macht; das Fleiſc iſt kein nütze. Joh. 6 Lob und Dank ſe dir geſagt, o du ewiger und allmächtiger Gott, daß du mich dieſe heiligen Pfingſttage in Friede und Ruhe haſt überleben laſſen. O, was iſt es für eine große und unaus⸗ ſprechliche Wohlthat, daß ich nicht nur im Schoße — — —— —— ——-— — — —. —— — n en. nich zui 1d der auie — icht on i den Biit i eriigen ie — e ud u =. Heiige x'ei nir en —₰ Teil. l J F m tmonian 2 mn madt, d Am Pfingſtmontag. 221 deiner chriſtlichen Kirche geboren bin, ſondern daß du mich auch bis auf dieſe Stunde in der⸗ ſelben gnädiglich erhalten haſt. Beſonders aber erkenne ich deine väterliche Liebe und Barmher⸗ zigkeit, weil du mich in dieſen Tagen mit dem himmliſchen Troſte deines heiligen und allein ſeligmachenden Wortes erquickt und mir die gna⸗ denreiche Sendung deines heiligen Geiſtes haſt verkündigen laſſen, welcher das göttliche Licht iſt, das unſre Seele heiligen, erleuchten und auf den rechten Weg zum Himmel führen kann. Für dieſen deinen heiligen Geiſt, den du im Namen deines lieben Sohnes Jeſu Chriſti geſandt haſt, ſei dir ewiger Dank geſagt. Vergieb mir aber, gnädiger, barmherziger Vater, daß meine Pfingſtandacht mit eitlen Gedanken, unnötigen Sorgen und an⸗ derer Unruhe des Gemüts vermiſcht geweſen iſt. Ach, ich bekenne dir mit bußfertigem und zer⸗ knirſchtem Herzen, daß ich dieſe Tage nicht alſo zugebracht, wie es die Dankbarkeit für ein ſo großes Geſchenk und der ſchuldige Gehorſam gegen deine göttliche Majeſtät erfordert hätten. DO Gott heiliger Geiſt, du Tröſter in aller Not! Dir ſei Lob und Dank für dein gnaden⸗ reiches Kommen am erſten chriſtlichen Pfingſtfeſte, ſowie für alle Segnungen, die mit dir über die Apoſtel und über die ganze Chriſtenheit ausge⸗ goſſen worden ſind. Ach, kehre du auch ein in mein und aller Menſchen Herzen, damit wir recht zu dir bekehrt und durch dein himmliſches Licht 222 Gebete für die Feſtzeiten. kräftig erleuchtet werden. Entzünde in mir die göttliche Liebe und mache meine Zunge feurig, damit ſie tüchtig werde, von deiner unausſprech⸗ lichen Liebe Tag und Nacht zu reden und deine Wunder zu verkündigen. Laß mich in den künf⸗ tigen Tagen Frucht des Geiſtes bringen, als da iſt: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlich⸗ keit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuſchheit. KHeeilliger, dreieiniger Gott, laß mich die be⸗ vorſtehende Nacht in deiner Liebe einſchlafen und in derſelben auch wieder erwachen. Schütze mich in der Finſternis der Nacht an Leib und Seele, Hab und Gut, und erbarme dich aller Menſchen. Bekehre diejenigen, welche deine Wahrheit noch nicht erkannt haben. Durch deine himmliſche Er⸗ leuchtung führe ſie auf den rechten Weg des Lebens; der du lebeſt und regiereſt von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen. Chr. Scriver. Morgengebet am Trinitatisfeſt. Drei ſind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geiſt, und dieſe drei ſind Eins. 1. Joh. 5, 7. Heiliger, dreieiniger Gott, du ewiges, unend⸗ liches, unbegreifliches, unerforſchliches Weſen! Ich ſage dir Lob, Ehre und Dank für die göttliche Offenbarung deiner heiligen Erkenntnis, in wel⸗ cher das ewige Leben ſtehet: nämlich, daß wir 2 e himiit — rechten I — iereſt von Chr An Auirtüſt inmal k — und diſe n Am Trinitatisfeſt. 523 dich, Gott den Vater, und welchen du geſandt haſt, Jeſum Chriſtum, deinen lieben Sohn, in Kraft des heiligen Geiſtes erkennen. O Gott Vater, dich erkenne, ehre, liebe und preiſe ich als meinen gütigen Vater, der der rechte Vater iſt über alles, was Kinder heißt im Him⸗ mel und auf Erden. Dein lieber Sohn hat mir befohlen, dich als meinen lieben Vater anzurufen, indem er ſagte: Was ihr den Vater in meinem Namen bittet, das wird er euch geben. Ach, lieber Vater, du haſt uns ſchon die edelſten Gaben gegeben, deinen lieben Sohn und den heiligen Geiſt; dir ſei ewig Lob und Dank für die große unausſprechliche Liebe! O Gott Sohn, von Ewigkeit her gezeuget aus dem göttlichen Weſen des Vaters, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gotte, Licht vom Lichte, du weſentliches Ebenbild deines himmliſchen Vaters und Abglanz ſeiner Herrlichkeit, du wahr⸗ haftiger Gott und ewiges Leben, du Anfang und Ende aller Dinge, durch welchen alles erſchaffen, das Sichtbare und Unſichtbare, das ganze Welt⸗ all und der Himmel, durch welchen alle Dinge gemacht ſind und in welchem alles beſteht! Du biſt in der Fülle der Zeit Menſch geworden und biſt geſandt von deinem himmliſchen Vater, zu ſuchen und ſelig zu machen, was verloren war. Du ſitzeſt jetzt auf dem Stuhl der Herrlichkeit, zur Rechten der Majeſtät Gottes, höreſt unſer Gebet und Seufzen und biſt bei uns alle Tage 24 Gebete für die Feſtzeiten. bis ans Ende der Welt. Dir ſage ich für deine große Liebe, Leiden und Tod, Auferſtehung und Himmelfahrt Lob, Ehre und Dank! O Gott, heiliger Geiſt, gleich ewig und all⸗ mächtig mit dem Vater und dem Sohne, der du ausgeheſt und geſandt wirſt vom Vater und von dem Sohne, als ein Geiſt des Vaters und des Sohnes, und macheſt uns zu Tempeln und Woh— nungen der heiligen Dreieinigkeit; der du uns nen gebäreſt, erleuchteſt, heiligeſt und tröſteſt, du biſt unſer einiger und allerhöchſter Tröſter, der bei uns bleibet ewiglich, auch wenn uns die ganze Welt und alle Kreaturen verlaſſen. Dir ſage ich Lob, Ehre und Dank für die Wiedergeburt, Er⸗ leuchtung und Heiligung! Heiliger, dreieiniger Gott, komme zu uns und mache Wohnung bei uns; du biſt ja über uns allen, in uns allen und bei uns allen. Gott Vater, du ewige Liebe und Barmher⸗ zigkeit, ſegne und behüte uns als deine Kinder! Gott Sohn, meine ewige Gerechtigkeit, Weisheit, Heiligung und Erlöſung, mein Licht, mein Heil, mein Leben und meine Seligkeit, erleuchte uns durch deine Gnade! Gott heiliger Geiſt, in wel— chem wir Gottes väterliches Angeſicht anſchauen und des ewigen Friedens genießen, mein einiger und ewiger Troſt, Freude, Stärke und Kraft, er⸗ hebe dein Angeſicht auf uns und gieb uns Frieden! Dreieiniger Gott, beſchirme mich unter dem Schatten deiner Flügel auch in meiner letzten Iten. Age ih ſii ank. lh ewig vi * Sähne R 3 Vaters m P wpeln uda E it; der un — und triſth, 3 ter Triſt, xu uns wm 2 n. Di ſii iedergebmn B komme a — du bit ſei i uns all 3 und u Sls deine kin S igkeit Ait — jiicht, nant Dtt, elläner — Geit ur = priitt nie — en, meinen A ke uud n J ieb uns iich unte n neine. * 2 Am Trinitatisfeſt. 9935 Not, nimm meine Seele zu dir, erwecke meinen, Leib am jüngſten Tage zur ewigen Freude und laß mich deine Herrlichkeit ſehen ewiglich! Amen. Johann Arndt. — Abendgebet am Crinitatisfeſt. 4 1 8 0 Vaterhand, die mich ſo treu geführet, O Vaterauge, das mich treu bewacht, 3 O Vaterherz, das meine Bitte rühret Und das mit ewiger Liebe mein gedacht! Du wolleſt mich denn ferner treulich leiten, Daß ich den g'raden Weg zum Himmel geh', Und mich zum ew'gen Leben vorbereiten, Es ſei durch Lieb' und Leid, durch Wohl und Weh. „O mein Erlöſer, der für mich geſtorben, Und der mich Gott erkauft mit ſeinem Blut, Der mir Vergebung aller Schuld erworben, Daß nun mein Herz im Frieden Gottes ruht! Du wolleſt mich denn immer mehr erlöſen, Von allen Banden völliger befrei'n, Bei aller Liſt und aller Macht des Böſen Der Held, durch den ich endlich ſiege, ſein. O heil'ger Geiſt, der du mit ſanftem Triebe Mich ſtrafeſt, tröſteſt, treibſt und beten lehrſt, Der du den Gottesfrieden und die Liebe, Die Hoffnung und den Glauben mir beſcherſt! egiere mich und drücke mir den Stempel Der Gotteskindſchaft in die Seele ein Und laß mich meines Gottes heil'ger Tempel Voll Stille, voll Gebet und Andacht ſein! Amen. Karl Joh. Phil. Spitta. Alles mit Gott 15 226 Gebete für die Feſtzeiten. Morgengebet am Reformationsfeſt. 3 Gott iſt unſre Zuverſicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns troffen haben. Pſalm 46, 2. Gott, der du in einem Lichte wohneſt, da niemand zukommen kann! Lob und Dank ſei dir geſagt von allen Gläubigen, daß du dich geoffen⸗ bart haſt als Vater, Sohn und Geiſt! Wir danken dir höchlich und alle Zeit, daß du uns nach dem überſchwenglichen Reichtum deiner Gnaden haſt gebracht zu dem Schatz deines Wortes, darin wir haben Erkenntnis deines lieben Sohnes. Das iſt ein ſicher Pfand unſres Lebens und der Selig⸗ keit, die im Himmel zukünftig iſt und bereitet allen, die in reinem Glauben und brünſtiger Liebe beſtändiglich bis ans Ende beharren. Allmächtiger, ewiger Vater unſres Herrn und Heilandes Jeſu Chriſti, wir ſehen und fühlen, wie es in deiner Kirche in dieſem Leben geht, was ſie für Glück hat, und wie ſie in ſo man⸗ cherlei Weiſe vom Teufel und von der Welt ge⸗ plagt wird. Darum bitten wir dich um deines eingeborenen Sohnes willen, erſtlich: Du wolleſt unſre Herzen mit deinem heiligen Geiſte tröſten und ſtärken, auf daß wir von ſo viel Gefahren nicht überwältigt werden. Zum andern: Du wolleſt auch der Feinde Vornehmen und Anſchläge nicht allein hindern, ſondern mit deiner treuen und wunderbaren Hilfe der ganzen Welt begweiſen, Iten. Suutiouit Dtärke, ein a aben. Pfal hte wahns ꝛind Dalſ 2 d dh ven. eiſt! Vrw d u un ni 2 zer Gnude t 2 Vonc, — en Schnes s und dere 1 iſt und la 2 und buin J e beher ¹₰ unſres hemn chen udſſt lſem Loa e ſieibr Joon der b — 1 6 dich m ſllih: An — zen Geſer ſo riloit zudern: dr d Arſcli 1 zeiner da a Wä be Am Reformationsfeſt. 227 daß du für deine Kirche ſorgſt, ſie regiereſt, ſchützeſt und erretteſt. Ach Herr, wiewohl du billig mit uns von wegen unſrer Sünden zürneſt, haſt du doch das menſchliche Geſchlecht noch nie ſo gar verlaſſen, daß du daraus nicht ſollteſt allezeit ein Kirchlein für dich behalten haben, deren Woh⸗ nung und Zuflucht du geweſen, die ſich auch alles Guten zu dir getröſtet und verſehen haben. Lieber Gott, erhalte uns und dein armes Häuflein. Gieb uns deine Gnade, daß wir dein Reich ohn Unter⸗ laß mehren, dem Teufel ſein Reich mindern und zerſtören. Schick Werkleute in deine Ernte, und deine Engel, daß ſie wegnehmen die Aergerniſſe, deren jetzt ſehr viel iſt im Reiche Gottes. Thue ab alle Menſchenlehre und laß allein Chriſtum unſern König ſein, der durch ſein Evangelium regiere. Gieb uns fromme, gottesfürchtige Lehrer, die deinen Namen der Welt offenbaren und kund⸗ thun, nämlich daß du gnädig und barmherzig ſeieſt und uns um deines lieben Sohnes willen unſre Sünden verzeihen und das ewige Leben geben willſt. Das hilf uns, lieber Herr und Gott, der du lebeſt und regiereſt ein ewiger Gott, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geiſt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1 Nach Luther. „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, Und ſteure deiner Feinde Mord‧, Die Jeſum Chriſtum, deinen Sohn, Wollen ſtürzen von ſeinem Thron. 228 Gebete für die Feſtzeiten. Beweis dein' Macht, Herr Jeſu Chriſt, Der du Herr aller Herren biſt! Beſchirm dein' arme Chriſtenheit, Daß ſie dich lob' in Ewigkeit. Amen. Abendgebet am RKeformationsfeſt. Nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit. Pſalm 119, 443. Ach liebſter Jeſu, du Licht und Leben der Menſchen, der du gekommen biſt, zu erleuchten alle Welt; wir ſagen dir demütigen Dank; denn dein Licht kam durch dich, durch deine Apoſtel und deren Nachfolger auf uns und iſt durch den treuen Dienſt deines Knechtes Luther und ſeiner Gehilfen wieder neu hervorgebrochen, nachdem die Finſternis überhand genommen und der Aber⸗ glauben das wahre Licht ausgelöſcht hatte. Ver⸗ gieb uns doch gnädiglich, daß auch wir bisher für die Wohlthat deines Lichtes undankbar waren und mit Werken der Finſternis unſre geringe Achtung gegen dasſelbe bezeugt haben. Daher haſt du auch gerechte Urſache, dein Licht wieder von uns zu nehmen und dem Reiche der Finſter⸗ nis neue Gewalt zu geben. Laß uns ſolche Sün⸗ den herzlich und bußfertig erkennen, aber zur wahren Beſſerung. Gieße dein Licht reich und klar in unſre Seele, damit wir die Wohlthat der Offenbarung deines Evangeliums recht gründlich verſtehen und getreulich beherzigen, damit wir — S en. Jeſu Chuſ 1 1 =it, — Aneen. tionefet — ade du Wn * gen Danh ch deine n unnd iſt dute = uther ud — rochen, ui n und d Z üͤſcht hatt. Wauch wir aandantüer — 2s unſte a haben — die At n n rett Wgen, We Am Reformationsfeſt. 229 uns ferner bemühen, uns von aller Finſternis zu reinigen, dagegen deinem Lichte immer mehr Bahn zu brechen. Gieb uns den Irrwahn der Abtrün⸗ nigen zu erkennen, laß uns mit denſelben keine Gemeinſchaft pflegen, noch uns von ihnen ver⸗ führen. Gegen dieſe wollen wir uns waffnen mit der lebendigen Erkenntnis deiner Wahrheit und durch deinen heiligen Geiſt auf den bevorſtehen⸗ den Kampf vorbereitet und geſtärkt ſein. Lehre uns ganz beſonders, deinem Evange⸗ lium treu nachzuleben und zwar in herzlicher Dankbarkeit für die empfangenen Wohlthaten und zum Preiſe deiner ewigen Wahrheit. Entziehe uns dein Licht nicht wieder; geſchähe es aber als Strafe der Undankbaren, die es mißbrauchen, ſo erhalte es doch denjenigen, die dich im Geiſte und in der Wahrheit lieben. Und wenn auch dieſe Zeit der Trübſal vorbei ſein wird, dann erleuchte uns wieder und laß uns in deinem heiligen Lichte wandeln bis zur vollkommenen Offenbarung deiner Herrlichkeit. Der du mit dem Vater und dem heiligen Geiſte das ewige Licht biſt ohne Wech⸗ ſel, erleuchte und heilige uns durch dein Wort! Amen. Spener. 230 Gebete für die Feſtzeiten. Gebet am Kirchweihfeſt. Wie heilig iſt dieſe Stätte! Hier iſt nichts anderes, ben Gottes Haus, und hier iſt die Pforte des Himmels⸗ 1. Moſ. 28, 17. Hferr Jeſu, dir iſt gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, darum ſammelſt du eine Gemeinde, ein Volk zum Eigentum, das da fleißig wäre in guten Werken. An allen Orten erſchallt das Wort deines Heiles und überall wird dein Evangelium verkündet! Auch an uns haſt du in Gnaden gedacht. Unſre Vorfahren waren Heiden, ſie verehrten Götzen, weil Finſternis noch ihren Sinn deckte. Da kam dein Licht der Wahrheit, und dieſes Licht ſtürzte den Altar des Wahns und der Verblendung. Wir errichteten heilige Ge⸗ bäude, geweiht deiner Verehrung und Anbetung im Geiſte und in der Wahrheit. Dieſes Heilig⸗ tum haſt du unter den Stürmen der Zeit bis auf den heutigen Tag erhalten. Noch verſammeln wir uns darin zur Anhörung deines Wortes und zur Lobpreiſung deines Namens. Deine Gnade iſt es, daß wir noch frei und ungehindert in dein Heiligtum treten können, daß das Licht deines Evangeliums unſre Seelen erhellet und daß die heiligen Sakramente unter uns in göttliche Kraft verwandelt werden. O wie viel gute Lehren, kräftige Ermahnungen, heilſame Beſtrafungen, erquickende Tröſtungen ſind uns ſchon von heiliger Stätte herab vorgehalten worden, welch ein reicher Segen iſt durch die heiligen Handlungen der = n. — üfet. it nictz nn arte de hinn ¹alle Geva zammeltua B das de ſi n Ortm eitt — erall wit ₰ uns hui T I waran hi — doch verſent E nes Porti —. Da / eehindeti = as dch let und d 1 m göttich el gut 9 — e Befraie — chon wnſe „ welchent Am Kirchweihfeſt. 231 Kirche ſchon auf unſre Gemeinde ausgegangen! Dank ſei dir, du ewiger Heiland, für all' das Gute, das du an uns und den Unſrigen gethan haſt! Der heutige Tag ſoll wieder Zeugnis geben von deiner Güte und von unſrer Dankbarkeit, von deinen Wohlthaten und von unſrer demütigen Erkenntlichkeit. Dann werden wir in dem dir geweihten Hauſe als dir geweihte, geheiligte und geſegnete Menſchen ein⸗ und ausgehen; dann werden alle Häuſer und Hütten unſrer Gemeinde zu geweihten Kirchlein, darin dein Wort reichlich wohnet und wir uns unter einander lehren und ermahnen mit Pſalmen, Lobgeſängen und geiſt⸗ lichen Liedern. Ach, daß es bei uns einmal Ja und Amen werden möchte! Wir haben zwar ſchon oft Kirchweihe gehalten; aber nicht mit dir, ſon⸗ dern mit den Götzen dieſer Welt im Herzen kamen wir in dein Haus und verſündigten uns während der Anhörung deines Wortes durch Gedanken, Blicke und Werke unzählige Male. O mache uns den heutigen Tag zu einem Segenstage, zu einem Lob⸗ und Danktage. Wir wollen ihn nicht durch Verſchwendung, Völlerei, Trunkenheit, Augenluſt, Fleiſchesluſt und hoffärtiges Weſen entweihen. Vergieb uns, o Herr, ſolche große und ſchwere Sünden und verleihe uns deinen guten Geiſt, damit er uns lehre, Kirchweihe zu halten, wie es dir gefällig iſt und uns nütze für die Ewig⸗ keit! Erhöre uns um deiner Güte willen! Amen. M. Philipp Daniel Burk. Gebete für die Feſtzeiten. Morgengebet an einem Apoſteltag. 2 Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium äller Kreatur. Mark. 16, 15. O Jeſu Chriſte, wir danken dir, daß du die heiligen Apoſtel durch deine glorreiche Aufer⸗ weckung geſtärket und durch die Ausgießung dei⸗ nes Geiſtes erleuchtet haſt, zu verkündigen dein Wort unter allen Völkern und eine Gemeinde zu ſammeln, die nach deiner Verheißung von der Hölle nicht überwältigt werden ſoll. Wir danken dir, daß du uns das reine Wort der Wahrheit bis auf dieſen Tag erhalten haſt und heute noch deine Diener und Zeugen unter Chriſten und Heiden ſendeſt, um als Botſchafter an deiner Statt aller Welt zu predigen: laſſet euch verſöhnen mit Gott! O Herr, mache dieſe Predigt geſegnet in allen Herzen; öffne allen Zeugen deiner Wahr⸗ heit die Thüren, daß ſie Eingang finden und fruchtbaren Samen für die Ewigkeit ausſtreuen. Und wie du über die Apoſtel deinen heiligen Geiſt ausgegoſſen haſt, ſo gieße ihn heute noch über alle aus, die dein Wort verkündigen oder hören. O lege den Geiſt deiner Apoſtel auf uns, mache uns felſenfeſt, wie Petrus; voll Liebe, wie Johannes; treu bis in den Tod, wie Jakobus; männlich ſtark, wie Andreas; ohne Falſch, wie Bartholomäus; demütig und bereit, alles zu ver⸗ laſſen, wie Matthäus; gerecht und ernſtlich in der Heiligung, wie Jakobus; eifrig, wie Simon, — en. A dpuſtin — t das hrngä J heißung wn ol. Viru t der Ai ₰ und heuen r(hriten. F an deinee ch verſöhne =½ digt geſtne An deine de 2 ang fidat ü gkeit wi a deinen ſi⸗ 'e ihn heu — erkündihn 6 * Aroſtlai —; v Sie 6 9 hne Fa ceit, alan und rni — ffrig wi Geiſtes! Amen. An einem Apoſteltag. 233 Laß uns, wie Philippus, in dir den Vater ſuchen und finden; führe uns, trotz Thomas, durch alle Zweifel zum feſten Glauben; offenbare dich uns, wie dem Judas Zebedäus, und mache Wohnung in uns ſamt dem Vater; bewahre uns vor den ſchrecklichen Sünden des Verräters; laß uns da⸗ gegen das Los aufs lieblichſte fallen, wie dem Matthias, und erfülle uns mit der Liebe, der Kraft und dem Feuereifer des Paulus, auf daß wir ſtark ſeien in dir und treiben dein Werk und dir dienen in all' unſrem Wandel zur Verherrlichung deines Namens. Und wie du die Namen deiner Apoſtel ſchreiben willſt auf die zwölf Gründe deiner himmliſchen Stadt, alſo ſchreibe auch unſre Namen in das Buch des Lebens und bewahre uns durch das Wort der Apoſtel und Propheten zur ewigen Seligkeit in der Kraft deines heiligen S. C. Kapff. Abendgebet an einem Apoſteltag. 3 Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes geſagt haben, welcher Ende ſchauet an, und folget ihrem Glauben nach. Ebr. 13, 7. Gütiger Gott und Vater, wir danken dir herzlich, daß du durch deinen Sohn Jeſum Chriſtum die Diener deines Wortes beſtellt und beſonders durch die Apoſtel die troſtreiche Nachricht von der Vergebung der Sünden und der ewigen Selig⸗ 234 Gebete für die Feſtzeiten. keit dem menſchlichen Geſchlechte haſt verkünden laſſen. Finſternis bedeckte das Erdreich und Dunkel die Völker; ja, Aberglauben, Unglauben und Laſter herrſchten überall; aber uns ging auf das erfreuliche Licht der Weisheit und der helle Glanz des Evangeliums. Wir kennen den einzigen wahren Gott und den Mittler zwiſchen ihm und den Men⸗ ſchen, Jeſum Chriſtum, der um unſrer Sünden willen dahingegeben und um unſrer Gerechtigkeit willen auferweckt worden iſt. Wir haben nun die beſte Anleitung zum ſeligmachenden Glauben, die treueſte Unterweiſung zu einem heiligen und gottſeligen Leben.— Dank und Preis ſei dir, allgütiger Vater, für alle die Belehrungen und Ermunterungen, die wir aus den Schriften der Apoſtel und durch das Amt der Lehrer, welche die geſtiftete Verſöhnung predigen, erlangen. Gieb uns deine Gnade, daß wir dem Beiſpiele jener heiligen Männer folgen. Durch einen unſträflichen Wandel wollen wir ihren Lehren und Ermahnungen gehorchen, uns für Wahrheit und Religion gerne aufopfern, um würdig zu werden, einſt in ihrer Verſammlung dich, o Gott, ewig zu preiſen! Dazu verhilf uns um Jeſu Chriſti willen. Amen. Roos. — reich mde = Unglauben —m ging 1 — derhellg reinzigenne m und dag — unſeer en ſrer Gertti . Wir habe Ihenden Gla 1 ¹ em heiliha. d Prii ſi e elehrunxa. — erlane iſpie inen uririi Beißpi and Ernahn Ad Reliing Sen, entin „wig zu m E Ki wiler! 4 Am Bibelfeſt.. 235 Gebet am Bibelfeſt. Betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe und geprieſen werde! 2. Theſſ. 3, 1. Barmherziger Gott, Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti! Wir danken dir von Grund unſrer Herzen, daß du uns den Schatz deines Wortes gegeben und durch den Dienſt Martin Luthers in deutſcher Sprache unſrem Volk zum Eigentum gemacht haſt. Wir rühmen dein Wort und haben Luſt zu deinen Zeugniſſen; das Geſetz deines Mundes iſt uns lieber denn viel tauſend Stück Gold und Silber, und dein Evangelium iſt unſres Herzens Freude und Troſt. Wir gingen alle in der Irre, wenn dein Geſetz nicht unſres Fußes Leuchte wäre; wir wären alle verloren, wenn das Evangelium Jeſu Chriſti nicht eine göttliche Kraft väro, ſelig zu machen alle, die daran glauben; wir tappten im Finſtern, wenn wir nicht ein feſtes prophetiſches Wort hätten! Darum preiſen wir deine Güte, in welcher du uns die Offen⸗ barung deines Willens als dein heiliges Teſta⸗ ment gegeben haſt. Aber wir bitten dich auch: Oeffne uns die Augen, daß wir ſehen alle Wun⸗ der in deinem Geſetz und erkennen alle Geheim⸗ niſſe in deinem Evangelium. Mache uns eifrig, zu hören und zu bewahren dein Wort; mache uns demütig, wenn es uns ſtraft, gelehrig, wenn es uns zur Seligkeit unterweiſt, und dankbar, wenn Gebete für die Feſtzeiten. es uns in aller Not, Widerwärtigkeit und An⸗ fechtung tröſtet. Banmherziger Gott und Vater, wir danken dir insbeſondere für deine Hilfe, mit welcher du das Werk der Bibelverbreitung bisher gefördert und geſegnet haſt. Wir rühmen es als dein Werk, daß nun die Armen wie die Reichen dein Wort in Händen haben, daß die Tauben und Blinden es leſen dürfen, und wer nur will, in der Schrift forſchen kann. Kröne auch ferner die Arbeit der Bibelanſtalten mit deinem Segen, damit dein Wort laufe und in der Nähe und Ferne geprie⸗ ſen werde. Wehre den Feinden deines Wortes, die es aufhalten wollen, und überwinde ſie durch die Macht der Wahrheit. Leite alle Seelen der Menſchen, die da dürſten oft, ohne daß ſie es wiſſen oder geſtehen, zu deinen Zeugniſſen und laß ſie trinken aus der Quelle deines lebendigen Waſſerer. Ach, Herr, erhalte uns das heilige Bibelbuch unverſehrt und unverfälſcht; bewahre das Buch aller Bücher und laß nicht zu, daß jemand etwas davon oder dazu thue, und laß dein Wort unſre Speiſe ſein, bis wir gen Himmel reiſen. b Hilf, Jeſu, daß ich liebe dein ſeligmachend Wort, Und ſtets darin mich übe; hilf, liebſter Seelenhort. Daß ich's in meinem Herzen bewahr' durch deine Huld, Damit in Kreuzesſchmerzen es Frucht trag' in Geduld! Amen.. . A. Pregizer. —,———— — bben und K Ail, uwa Der die Uit gen, dant Lnnd Femg —n deines Er weru inde i = alee Saa — ohne d *. Feuxriſe E deines lim 2 heil d Pan d 3 dein Lö r Jel riſen A uchend n ſer ter Satlnte 4 dung) kei t trap u 6 — aß ſan Am Miſſionsfeſt. 237 „Gebet am Miſſionsfeſt. Und da er das Volk ſahe, jammerte ihn desſelbigen, denn ſie waren verſchmachtet und zerſtreuet wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da ſprach er zu ſeinen Jüngern: Die Ernte iſt groß, aber wenige ſind der Arbeiter. Da⸗ rum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in ſeine Ernte ſende. Matth. 9, 36— 38. Herr Jeſus Chriſtus, dir iſt gezeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, du haſt deinen Jüngern und Apoſteln geboten: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Du willſt alle, die dir der Vater ge⸗ geben hat und die du mit deinem teuren Blute zu deinem Eigentum erkauft haſt, ewig ſelig machen. Darum ſendeſt du auch heute noch Boten in alle Weltteile und anf die fernen Inſeln, da⸗ mit ſie dein Evangelium allen Heiden bringen, welche noch in Finſternis und Todesſchatten ſitzen. Du läſ ſeſt auch ihnen predigen: Laſſet euch ver⸗ ſöhnen mit Gott! Dafür ſollen dich loben alle Heiden und preiſen alle Völker, daß du ihrer in Gnaden gedenkſt und ſo wohl an ihnen thuſt. Ach, Herr, der du zur Rechten deines Vaters ſitzeſt, leite du ſelbſt das Werk der Miſſion mit deinem heiligen Geiſte. Erwähle dir die rechten Werkzeuge und rüſte ſie aus mit W Wahrheit und Weisheit, mit Kraft und Mut, mit Liebe und Demut. Behüte und beſchütze die Boten deines Evangeliums auf allen ihren Wegen zu Waſſer und zu Land. Lege dein Wort in ihren Mund, 238 Gebete für die Feſtzeiten. und laß es nicht leer zurückkommen, ſondern thun, was dir gefällt, und laß es gelingen, dazu du es ſendeſt. Wappne uns aber auch mit Geduld, damit wir nicht verzagen, ſondern auf dich warten und harren, bis daß du kommſt in deinem Reich! Ja, komm Herr Jeſu, ſieh deine arme Chri⸗ ſtenheit in Gnaden an! Mitten unter uns ſind viele Schafe, die keinen Hirten haben. Herr, wenn du hinausziehſt in der Heiden Land, ſo weiche nicht aus unſern Grenzen; ſende auch hier treue Arbeiter in deine Ernte, welche die ver⸗ lorenen Schäflein ſuchen, die verwundeten heilen, die ſchwachen verbinden und der matten warten. Stärke, was da ſterben will, und laß nicht zu, daß, die auf deinen Namen getauft ſind, in Sünde und Schande verloren gehen. Nimm in deine Leitung und Obhut alle Anſtalten zur Be⸗ wahrung und Rettung der gefährdeten und ge⸗ fallenen Seelen, und rufe allen, die in ihrem Blute liegen, kräftig zu: Ihr ſollt leben! Treuer Heiland! Heilige und ſegne du alles Werk der äußeren und inneren Miſſion, damit alle Lande deiner und deines Vaters Ehre voll werden! Laß ſich dein Wort zu deiner Ehr' In aller Welt ausbreiten. O Licht der Völker, deine Lehr' Laß ſie zum Himmel leiten! Laß Glaube, Hoffnung, Liebe blühn, Und alle Finſternis entfliehn Vor deines Wortes Glanze! Amen. A. Pregizer. —— —— —2— — — Jeiten. jen,indent 4— — — — —. — — — — in deie * deine am In unter m en welce di rwundeca er matten ne Annd laz ſit — getauft ſi — gehen. A A. NAnſtalten a. ährdeten u „ u, die ui A ſoltt le tid ſegre e Niſſion, dun * Ehrevolr iner Ehr — Lehr nl. iebe bli rehn e 1* Am Totenfeſt. 239 Gebet am Totenfeſt. Selig ſind die Toten, die in dem Herrn ſterben, von nun an. Ja der Geiſt ſpricht, daß ſie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach. Offenb. Joh. 14, 13. Ewiger Gott und Herr über Lebende und Tote, der da war und der da iſt und der da ſein wird! Du läſſeſt aus deinen Odem, ſo wer⸗ den ſie geſchaffen; du nimmſt weg ihren Odem, ſo vergehen ſie und werden wieder zu Staub. Du verſammelſt uns alle der Reihe nach zu unſern Vätern, und niemand iſt, der die Thore des Todes wieder öffnen könnte. Wo ſind die teuern Eltern, die mich mit Liebe und Treue aufge⸗ zogen haben, und die Lehrer, die mich in der Gerechtigkeit unterwieſen haben? Wo ſind die Geſpielen meiner Kindheit und die Genoſſen meiner Jugend, die ſich mit mir des Lebens freuten? Ach, Herr, ich ſtehe heute an Gräbern und weine Thränen des Leids über alle, die mir durch den Tod entriſſen worden ſind. Wem ſollte ich mein Leid klagen als dir, der du Wunden ſchlägſt, aber auch Wunden heileſt? Aber du, Herr, biſt nicht ein Gott der Toten, ſondern der Leben⸗ digen; dir leben alle, die unter der Erde in ihren Kammern ruhen. Lob und Dank ſei dir dafür, daß ſelig ſind alle, die im Glauben an deinen Sohn ſterben, daß ſie ruhen dürfen von ihrer Arbeit und dem großen Tag der Auferſtehung 240 Gebete für die Feſtzeiten entgegengehen. Das Land der Toten wirſt du ſtürzen, großer Gott; deine Toten werden leben, und die in Chriſto Jeſu entſchlafen ſind, werden in ihm auch auferſtehen! Mittlerweile erhalte uns in der Gemeinſchaft des Geiſtes mit den abgeſchiedenen Gläubigen. Lehre uns bedenken, daß auch wir ſterben müſſen, ſteh uns bei mit deinem heiligen Geiſte, daß wir im Glauben an Jeſum Chriſtum, deinen Sohn, unſre Lebenszeit vollenden, und gieb, daß wir einſt in ſeinem Namen ſprechen können: Herr, nun läſſeſt du deinen Diener im Frieden fahren und ihn dahin kommen, wo ſein Heiland lebt. So heben wir die Blicke Aus Nacht zum Licht empor, Wo höherer Geſchicke Sich freut der Sel'gen Chor. Es ſuchet die Verlor'nen Das Auge thränenſchwer: Doch bei den Gottgebor'nen, Nicht bei den Toten mehr. Amen. A. Pregizer. Gebet am Schluſſe des Kirchenjahres. Gelobet ſei Gott und der Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti, der uns geſegnet hat mit allerlei geiſtlichem Segen in himmliſchen Gütern durch Chriſtum. Epheſ. 1, 3. Lob und Dank legen wir, barmherziger Vater, an deinem Gnadenthrone nieder— heute am Schluſſe eines Kirchenjahres, in deſſen Lauf du uns den ganzen Ratſchluß deiner Liebe und Gnade in Chriſto Jeſu abermals kund gethan haſt. Du haſt uns wieder von der Krippe unſres Heilan⸗ unſte Läe k inſt in ſ — uun liſſg E und ihni 42 * Izum Liht a. — i den Toten. A ri thenjähn A unſtes den — igeitütmaà Ar.(yhei! e anheriigelt =— hau deſſen dui 3 ihn 3 ethau bit 2 b d Am Schluſſe des Kirchenjahres. 241 des bis zu ſeinem Kreuze geführt und ſein gnaden⸗ reiches Kommen und ſein verſöhnendes Sterben ſchauen laſſen. Wir haben ſein Heilands⸗Wirken auf Erden und ſein hoheprieſterliches Eintreten im Himmel für uns arme ſündige Menſchen ge⸗ ſehen. Wir wiſſen, daß du deinem Sohne Voll⸗ macht gegeben haſt, den Tod zu überwinden und zu deiner Rechten zu ſitzen und zu herrſchen, bis alle Feinde deines Reiches zu ſeinen Füßen liegen. Wir haben gehört, wie die Apoſtel Jeſu Chriſti zu allen Völkern hingegangen ſind, das Evange⸗ lium zu predigen, und welche Arbeit die Kirche heute noch thut in Jeſu Namen, die Irrenden zu bekehren, die Betrübten zu tröſten, die Brüder zu ſtärken und eine Gemeinde zu ſammeln, die auf den Herrn wartet, bis daß er kommt und ſeine Herrlichkeit mit ihm. Soviel nun an uns und durch uns geſchehen iſt zur Ausbreitung deines Reiches, iſt es alles durch dein teures Wort und unſres Heilandes gnadenreiches Sakrament ge⸗ ſchehen in der Kraft des heiligen Geiſtes. Da— rum habe Dank für dieſe himmliſchen Güter, mit welchen du uns reichlich geſegnet haſt, und erhalte uns auch ferner dein göttliches Wort und die heiligen Sakramente. Von dem Reichtum deiner Güte beſchämt, be⸗ kennen wir heute unſre Lauheit und Trägheit, in welcher wir oft verſäumt haben, das Angebot deiner Gnade auszunützen und die Stunden dieſes Heilsjahres auszukaufen. Vergieb uns ſolche Alles mit Gott. 16 242 Gebete für die Feſtzeiten. Verſäumniſſe, aber auch die Miſſethaten, mit welchen wir deine heiligen Gebote übertreten und dich, den gerechten Vater, beleidigt und erzürnet haben. Mache uns im neuen Kirchenjahre immer eifriger und heilsbegieriger, damit wir treue Haushalter werden über die mancherlei Gaben, die du uns darreichſt in Chriſto Jeſu, und wir⸗ am Ende all' unſrer Heils⸗ und Gnadenzeit nicht als unfruchtbare Bäume hinweggeworfen werden. O Herr, laß uns Früchte tragen, die da bleiben bis ins ewige Leben; erhalte uns in deiner Wahr⸗ heit, dein Wort iſt die Wahrheit, und in deinem Dienſte, dein Dienſt iſt Leben und Seligkeit! Amen. A. Pregizer. — — ——— — ———— 5 R. iſſehate n Dübertrenn 2t und min erjahre in rucherlei — Jeiu, wr Gebete für Bußtage, Beichte und Abendmahlsfeier. Morgengebet am Bußtag. „So thut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden vertilget werden, auf daß da komme die Zeit der Erauickung von dem Angeſicht des Herrn. Ap.⸗Geſch. 3, Heiliger Gott, barmherziger Vater! Du rufſt heute alle Sünder zur Buße durch Jeſum Chri⸗ ſtum, deinen Sohn, der geſagt hat: Thut Buße, das Himmelreich iſt nahe herbeigekommen. Laß dieſen Ruf auch in mein Herz dringen, daß ich mich aufmache und voll Reue zu dir komme. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. Ach, Herr, ich habe von Jugend auf geſündigt und dich, meinen treuen Schöpfer und Heiland, mit meinen Sünden vielfach belei⸗ digt und erzürnt. Aber nun iſt meine Sünde immer vor mir und ich bekenne mit Schmerzen der Reue: Vater, ich habe geſündigt in dem Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. So du willſt, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird beſtehen? 244 Bußgebete. So ſtrafe mich nicht in deinem Zorn und züch⸗ tige mich nicht in deinem Grimm. Sei mir gnädig und vergieb mir. Wirke ſelbſt in mir die wahre Buße, ändere mein Herz und lenke es von dem Böſen auf das Gute. Gieb mir einen neuen Sinn, der dem vorigen Wandel entgegen und von Herzen feind ſei, der ſich von nun an richte nach deinem Wort und dem Evangelium deines Sohnes würdiglich nachwandle. Bekehre du mich, Herr, ſo werde ich bekehrt; hilf mir, Herr, ſo iſt mir geholfen! Großer Gott, der du uns ſelbſt in deinem Wort erinnerſt: Wer ſich dünken läßt, er ſtehe, der ſehe wohl zu, daß er nicht falle; gieb uns Gnade, daß wir die beſtändigen Anläufe des Teufels und ſeiner Werkzeuge ja nicht gering achten, ſondern uns vielmehr ſorgfältig verwahren, daß wir als Stehende nicht wieder aufs neue in einen gefährlichen Zuſtand der Sicherheit geraten und dadurch unſer Letztes ärger machen als das Erſte. Vielmehr gieb uns, treuer Gott, immer⸗ dar lebhaft zu erkennen, wie wir noch immer mannigfach fehlen und fortwährend der Buße bedürfen, damit wir in Chriſto, unſrem Heiland, bleiben und beſtändig in ihm vor dir gerecht er⸗ funden werden, bis wir endlich ganz und gar erlöſt werden von dem Leibe dieſes Todes und alsdann, von allen Feinden unangefochten, in ſeliger Ruhe dir ewig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig iſt. 1 Jorn m Jthgegen un nan rihten In deineset 2 du nih — Herr, ſſt S elbſt in w zn läßt, ti Smangeft Bußgebete. 245 Heiliger und gerechter Gott, wir bitten dich, du wolleſt das Wort deines Sohnes dazu ſegnen, daß die, welche ſich bisher vor deinem Zorn nicht haben fürchten wollen, heilſamlich erſchrecken, da⸗ mit ſie noch als ein Brand aus dem Feuer ge⸗ rettet werden. Zermalme die Härtigkeit derſelben mit dem alles zermalmenden Hammer deines Wortes. Kehre dich doch noch einmal zu denen, die dem Gericht der Verſtockung am nächſten ſein möchten. Blicke ſie, Herr Jeſu, noch einmal mit deinen holdſeligen Hirtenaugen an, erweiche ſie, damit dein ſeligmachendes Evangelium endlich noch einen Eingang in ihre Herzen gewinnen möge. Arbeite mit deiner Gnade an ihnen, daß ſie froh werden, eine Rettung aus Sünde und Verdammnis zu ſehen und zu ergreifen. Auf will ich von Sünden ſtehen Und zu meinem Vater gehen! Seele, Seele, es iſt Zeit, Tod iſt nah und Ewigkeit. Amen. b Nach G. K. Rieger. Abendgebet am Bußtag. Wir liegen vor dir mit unſrem Gebet, nicht auf unſre Gerechtigkeit, ſondern auf deine große Barmher⸗ zigkeit. Dan. 9, 18. Heiliger und gerechter Gott, der du richteſt in aller Welt und dereinſt richten wirſt den Kreis des Erdbodens, zu geben einem jeglichen nach 246 Bußgebete. ſeinen Werken! Herr, ſtrafe uns nicht in deinem Zorne. Was ſollte aus uns werden, wenn du unſre Sünden heimſuchen wollteſt mit zeitlichen und ewigen Strafen, wie ſie es verdienen? Ach, dann würde es in der Zeit nichts als Leiden, in der Ewigkeit nichts als Verdammnis für uns geben. O erſcheine uns nicht gekleidet in Teuer wie du einſt auf den Sinai herabkamſt, gehüllt in Dunkel, Finſternis und Ungewitter; ſprich zu uns nicht Worte des Zornes, bei denen unſer Herz vor Angſt vergehen müßte! Nein, deine Gegenwart gehe an uns vorüber wie ein gelin⸗ des ſanftes Säuſeln und dein Geiſt gebe uns die Zuverſicht, daß wir dir nachrufen können: Herr, Herr Gott! Du biſt barmherzig und gnä⸗ dig, geduldig und von großer Gnade und Treue; du bewahreſt Gnade am tauſendſten Gliede und vergiebſt Miſſethat, Uebertretung und Sünde! Ach, wir haben es ja aufgegeben, uns ſelbſt zu rechtfertigen; wir ſehen, wohin wir blicken, in uns und außer uns nichts als Sünde und Ver⸗ gehungen; wir wiſſen, daß wir dir nicht wohl⸗ gefallen können; aber wir bitten dich, um deines lieben Sohnes willen, der ſein großes Opfer für uns dargebracht hat, wolleſt du uns mit Gnade und Erbarmen anſehen und Vergebung aller unſerer Sünden finden laſſen! Wenn du die Schickſale unſrer Kirche, unſres Volkes und unſres häuslichen Lebens beſtimmeſt, wenn du dereinſt unſer Los in der Ewigkeit feſtſtellen wirſt; dann, t vichtnw rerden, vn Oeſt mit fit verdienen hts als a vammnisſt. kleidet un tabkanſ E witter; ſfi = bei dene! te! Nen, kr wie en = Geiſt ge achrufen ie aherzig m = nade wdd zndſten Güt —ug ude Zeen, unſ Dn wir lü — Sündew r dir uit —en dic,M 3 großes Ju uns n — Vergedu —! Wem ¹ Volkezu — wenn u Stellen und Vor dem hl. Abendmahl. 247 Herr, dann ſiehe nicht auf unſre Sünden; dann richte deinen Blick auf das Verdienſt deines Sohnes, dann gedenke, daß er für uns geſtorben iſt. Dann, Sohn Gottes, bitte für uns und nimm dich derer an, für die du dein Leben hin⸗ gegeben haſt. Wir begehren nicht bloß deines Geiſtes Troſt für unſre zerſchlagenen Herzen; wir begehren auch deines Geiſtes Kraft, unſre Herzen umzuwandeln und zu heiligen. In unſrer Kirche herrſche ein unverfälſchter Glaube, der durch Liebe thätig ſei und die Gemüter in Ein⸗ tracht verbinde! Unter unſrem Volke herrſche Zucht, Ordnung und Gehorſam. Jedes Haus werde zu deinem Tempel geweiht! Der Fromme werde immer vollkommener, der Sünder beſſere ſich, der Leidende werde getröſtet, das mit Kummer und Sorgen beladene Herz erleichtert! Gieb allen, wenn die letzte Stunde gekommen iſt, ein ſanftes, ſeliges Ende; nimm uns auf unter die Zahl der Deinen, daß wir in deinem Heiligtume dich loben und preiſen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Dr. Franz Theremin. Bußgebete vor dem hl. Abendmahl. h 12 h1sn Du, Herr, biſt meine Leuchte. Der Herr macht meine Finſternis licht. 2. Sam. 22, 29. Vertreibe, o Herr, die Finſternis, die auf meinem Herzen liegt, auf daß ich dich erkenne 248 Bußgebete. und liebe. Denn wer dich erkennet, vergißt ſich und kommt zu dir, um ſich in dir zu freuen. Ich aber erkenne dich wenig, darum liebe ich dich wenig und freue mich wenig in dir. Ich buhle um die Freundſchaft der Welt. Mein Herz, das ganz dein ſein ſollte, habe ich der Eitelkeit hin⸗ gegeben. Ich bin Fleiſch, du biſt Geiſt; ich denke und ſpreche über Zeitliches und du, o Herr, wohneſt in der Ewigkeit und biſt die Ewigkeit. Höre mich, mein Schöpfer, deine Kreatur bin ich und gehe nun verloren; deine Kreatur bin ich und ſterbe nun. Deine Hände haben mich ge⸗ macht und gebildet; jene Hände, die einſt für mich ans Kreuz geſchlagen wurden. Verachte nicht das Werk deiner Hände. Siehe, in ihnen ſtehe ich geſchrieben. Verzeihe mir, daß ich mich unter⸗ winde, mit dir zu reden. Die Not kennt kein Geſetz, der Schmerz treibt mich, zu ſprechen, der Jammer zwingt mich, dich anzurufen. Ich bin krank, ich rufe zum Arzt; ich bin tot, ich ſeufze nach dem Leben. Du biſt der Arzt, du biſt das Leben. Jeſu von Nazareth, erbarme dich meiner! O Licht, welches vorübergeht, warte auf mich, den Blinden; reiche mir die Hand, daß ich zu dir komme und in deinem Lichte das Licht ſehe! Amen. Auguſtinus. —————— —————— —— ——— — —— —— — — — — — — Alin ih er bütti — Kreatur * haben ni *e, die in —. Peratzer B, in ihne * ich nihrr Not kent. — zu ſpreta mrufen. h. —n tot, it arzt, duli me dih ni — nnd, di dar Lit Aupit gvarte uf: Vor dem h. Abendmahl. 249 2. Die Opfer, die Gott gefallen, ſind ein geängſteter Geiſt; ein geängſtet und zerſchlagen Herz wirſt du, Gott, nicht verachten. Pſ. 51, 19. Ach mein Gott und mein Schöpfer, ich nahe mich dir, um viel von dir zu bitten und um Großes von dir zu begehren, erkenne mich aber ſelbſt nur wert deines Zornes, deiner Ungnade und der ewigen Verdammnis. Möchte ich auch verzagen, ſo faſſe ich doch wieder Mut, weil du allen Sündern, die deine Gnade und Barmher⸗ zigkeit in aufrichtiger Reue anflehen, deines lieben Sohnes wegen verzeihen und keinen verſtoßen wirſt! Ja, Herr, deine Liebe hat aller Menſchen Sünde jederzeit übertroffen. Du giebſt allen Sündern die troſtreiche Zuſage deiner Vergebung und der Wiedererlangung deiner Gnade. Obwohl ich, als großer Sünder, meine Augen nicht zu dir erheben darf, ſo nahe ich mich doch dir, dem gnädigen und barmherzigen Gott, mit der Zu⸗ verſicht, Gnade und Barmherzigkeit zu finden. Ich bekenne mit Herz und Mund, daß ich übel vor dir gethan, daß ich durch meine Sünden die ewige Verdammnis verdient habe; flehe aber zu dir, daß du um meines Heilands und Erlöſers willen mir die Sünden gnädig vergeben und ver⸗ zeihen wolleſt; du verlangeſt ein zerknirſchtes Herz und Gemütt: ſiehe, Herr, das gebe ich dir. Nimm es als Opfer an und laß den verlorenen Sohn vor deinem Angeſichte wieder Gnade finden. 250 Bußgebete. Reinige mich von meinen Sünden durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland! Amen. A. Musculus. 3. Gott, ſei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Denn ich erkenne meine Miſſethat, und meine Sünde iſt immer vor mir. An dir allein habe ich geſündiget und übel vor dir gethan, auf daß du Recht behalteſt in deinen Worten und rein bleibeſt, wenn du gerichtet wirſt. Pſ. 51, 3. 5. 6. Barmherziger Gott, ewiger Vater, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir iſt kein Lebendiger gerecht. Wenn du, Herr, Sünde willſt zurechnen, Herr, wer wird beſtehen? Denn ſiehe, auf Tauſend kann der Menſch dir nicht Eines antworten, ſintemal all' unſre Gerechtig⸗ keit vor dir iſt wie ein beflecktes Kleid. Deshalb erbarme dich meiner nach deiner Güte, und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit; waſche mich wohl von meiner Miſſethat, und reinige mich von aller meiner Sünde um deines Namens willen. Herr, ſei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe leider an dir geſündiget. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her geweſen iſt. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung, gedenke aber meiner nach deiner großen Barmherzigkeit um deiner Güte willen. Gedenke auch, daß wir Fleiſch ſind, ein ü den durh R *. Heilande h A. Mua ner Güte uh. —₰ armherzigtit. ine Sündeſtn 2 indiget udi eſt in deiral = hirſt. N 1 Vater, 1 —, denn dr — du, der * d beſtehen (Menſchd ' unſte Ga — es Kleid.) er Güte, w —n Varnze =er Miſett a Sünde m. Dan dir zit Daherzigte Alt her ga einer d I aber met — um dei ir Fleißt imädig hi 9 löſung. Vor dem hl. Abendmahl. 251 Wind, der dahin fähret und nicht wieder kommt, und laß ab von deinem Zorn und Grimm über uns. O gütiger Gott, ich erkenne, daß nicht meine Werke nach Verdienſt mögen austilgen meine Sünden oder deine Gnade erwerben, ſondern allein das heilige Leiden und Sterben Jeſu Chriſti, des unbefleckten Lammes; ſein Blut, ver⸗ goſſen zur Vergebung unſrer Sünden, iſt eine Abwaſchung und Reinigung unſrer Seelen. Auf ſolch Vertrauen und Hoffnung rufe ich zu dir, du wolleſt die Übertretung deinem Volk aus Gnaden vergeben, die Sünde bedecken, unſre Miſſethat uns nicht zurechnen. Verzeihe mir auch die verborgenen Fehle, auf daß meine betrübte Seele und die Gebeine, welche ſehr erſchrocken ſind, wiederum erfreuet und ge⸗ tröſtet werden. Denn dein iſt die Barmherzigkeit und Vergebung, bei dir iſt Gnade und viel Er⸗ O Herr, erhöre die Stimme meines Flehens und verachte nicht das Schreien meines Herzens, um Jeſu Chriſti willen. Amen. Joh. Habermann. 4. Er kennet, was für ein Gemächte wir ſind; er gedenket daran, daß wir Staub ſind. Pſ. 103, 14. O Herr, du biſt ein Gott, der ſich über alle Menſchen erbarmt, und haſſeſt nichts, was du geſchaffen haſt; ach, Herr, der du unſer Vater 252 Bußgebete. biſt, gedenke, wie arme Menſchen wir ſind; laß deinen Zorn nicht über uns ausbrechen und er⸗ zeige uns deine große Barmherzigkeit, da wir unſer Gebet nicht vor dir ausſchütten auf unſre eigene Gerechtigkeit, ſondern in der Hoffnung und im Glauben deiner großen Barmherzigkeit. Nimm von uns alle unſre Miſſethat und zünde in uns an gnädiglich die brünſtige Liebe des heiligen Geiſtes. Nimm von uns unſer hartes und ſteinernes Herz und gieb uns ein fleiſchernes Herz, das dich fürchte, liebe und ehre, allein ſeine Freude an dir habe, an dir hange und dir nach⸗ folge. Amen. . Joh. Chr. Storr. Prüfung des Herzens vor Gott. Herr, du erforſcheſt mich und kenneſt mich. Ich ſitze oder ſtehe auf, ſo weißeſt du es; du verſteheſt meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, ſo biſt du um mich und ſieheſt alle meine Wege. Denn ſiehe, es iſt kein Wort auf meiner Zunge, das du Herr nicht alles wiſſeſt. Pſ. 139, 1—4. Vor dir, Herr, iſt mein Innerſtes aufgedeck. Kein Gedanke iſt ſo flüchtig, daß er dir unbe⸗ merkt bleiben könnte, keine Regung meines Her⸗ zens ſo leiſe, daß ſie deinen. Zlicken entginge. An dich, o Gott, und an deine Allwiſſenheit glauben iſt Eins. Darum muß ich mich oft vor deinen Augen prüfen, mich erforſchen und fragen: ———= —— ———— —— —= — —— — — Aam vi fi sbrechen u 1 erzigkei 1 2 chütten dhd 6 1 — der dofnen Iherzigktit Itnd zündei. nge wom. Joh. Ch. — = vor Gat uneſt wich = du verſtin — din h —₰ denn ſit — du Herr ii — terſtes un⸗ Jaß er in — zuno neis an Blicen u ine Alwi iij nij jſchen wif Selbſtprüfung. 253 wie erſcheine ich dem Allwiſſenden, welch' ein Urteil fällt über mich der Allwiſſende? Heerr, lehre mich ſelbſt prüfen, mir ſelbſt den wahren Namen geben, mir redlich die Fragen beantworten: Wie erſcheine ich in deinen Augen? Iſt dein Geſetz mir heilig? Dein Wille mir über alles verehrungswürdig? Dein Wohlgefallen mir wichtiger, teurer, als der Beifall der Welt? Handle, rede, denke ich recht vor deinen Augen und vor deinem Willen? Ueberwinde ich mich, zu ſchweigen in allen Fällen, da dir dies wohlge⸗ fälliger wäre, als wenn ich redete? Dulde ich, was du mir auferlegeſt, um deinetwillen? Iſt es mir ernſt, als dein Kind vor dir zu leben? Bin ich ein Chriſt, will ich es ganz, allenthalben und allezeit ſein? Handle ich ſtets nach meiner chriſtlichen Überzeugung, auch wenn es dem natür⸗ lichen Sinne zuwider iſt? Mein Herr und mein Gott, du kenneſt meine tauſendfache Schwäche, meine Unbeſtändigkeit, meines Geiſtes Flüchtigkeit; du weißt, wie viel tauſendmal ich deiner vergeſſe, wie leicht eine Kleinigkeit mich von dir entfernen und meiner Seele das Andenken an dich entziehen kann. Jede Prüfung meines Sinnes und Herzens zeigt mir Blößen, deren ich mich ſchämen muß, wenn je noch Scham in mir iſt. Du könnteſt mich fragen: iſt deine Menſchenliebe rein, uneigen⸗ nützig, thätig, duldſam, langmütig, nachſichtsvoll, verſöhnlich? 254 Bußgebete. Wie oft müßte ich ſagen: Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte, erbarme dich meiner, meiner Liebe fehlt leider ſo oft Reinheit und Leben. Wie darf ich mich fragen, und fragen ſoll ich⸗ mich doch: unterdrücke ich ſogleich jede Regung der Eitelkeit, des Stolzes, des Neides, der Ver⸗ achtung meines Nächſten? Erlaube ich mir kein ſcharfes, liebloſes Urteil über meine Nebenmenſchen, auch über die nicht, welche mir nicht gut ſind? Spreche ich immer die reinſte Wahrheit, und fehlt der Wahrheit, die ich ſpreche, nie die Liebe? Herr, mein Gott, ich darf meine Augen nicht gegen dich aufheben; flöße mir einen tiefen Ab⸗ ſcheu ein gegen alle Unwahrheit! Frage ich mich, o mein Gott, vor deinem Angeſichte: Kämpfe ich redlich gegen alle meine Lieblingsſünden, weiche ich jeder Veranlaſſung dazu aus, widerſtehe ich der erſten Regung, be⸗ kämpfe ich ſie durch ernſtes Nachdenken an dich und an meine Pflicht? Thue ich das nicht, wie kann ich mich einen Chriſten nennen! Und wahr⸗ lich, ich thue es oft nicht. Ich ſchäme mich, meine Augen zu dir zu erheben. Denn ſo kann es nicht fortgehen. Es muß mehr Ernſt angewendet wer⸗ den, mich ſelbſt zu beherrſchen und meinen Willen unter den deinigen zu beugen. Es muß mehr nachgedacht, dringender und anhaltender gebetet werden. Jede kräftige Selbſtprüfung muß mich zu neuen, kraftvollen Entſchlüſſen erwecken, immer 1 —* h n π nicht gt Ri —= ina 1 eie die A jain luhn: einen tiiſn 4 oott, vor i egen alr er Veru den Reymn — chdenken u eh das rit = nen! Unr Gäme nihr — ſo kamai A angeren Id meinnt „( 6 halt ende —= üfung n erwedn Am Beichttage. 255 mehr muß ich an mir ſelbſt und an der Vervollkomm⸗ nung meines Geiſtes und Herzens arbeiten. Ach Herr, erbarme dich meiner und erleuchte mich immer mehr mit dem Lichte deiner Wahrheit; nur ſo erkenne ich mein ſündhaftes Weſen, nur dadurch komme ich zum Gehorſam und zur Er⸗ fuͤllung deines väterlichen Willens. Amen. J. K Lavater. Margengeber am Keichtinge Erforſche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich's meine, und ſiehe, ob ich auf böſem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege. Pſ. 139, 23. 24. O du heiliger, allwiſſender Gott, ich muß mich ſelbſt kennen lernen. Ich muß, welch' ein hartes Wort! Warum muß ich denn und warum iſt es nicht meine Freude, mit meinem innerſten Weſen bekannt zu werden? Ach, die Sünde trennt mich von mir ſelbſt, ich darf nicht in mein Herz hineinſchauen, weil das Verderben in ihm lauert; es öffnet ſich vor meinen erſchrockenen Blicken wie ein finſterer Abgrund; ich bebe zurück. O hilf, barmherziger Vater, hilf, daß ich mich jetzt nicht trotzig abwende, ſondern brich meinen Stolz, beuge meine Kniee, daß mich nicht doppelte Strafe treffe. Stehe du ſelbſt an meiner Seite und halte mir die Tafeln deines Geſetzes vor, und wollte ich irgend einen Tag meines Lebens vergeſſen, 256 Bußgebete. ſo rufe ihn mir laut und mit dem Donner deines Gerichtes ins Gedächtnis! Wenn mir irgend eine Falte des Herzens verborgen bleiben ſollte, ſo ſende einen Strahl deiner Klarheit und offen⸗ bare mir die begangenen Sünden. Mache mir deutlich, daß auch der böſe Gedanke und die Be⸗ reitwilligkeit zum Böſen vor dir, dem Allwiſſen⸗ den, Sünde ſei; überzeuge mich durch eigene Prü⸗ fung, daß der Keim und die Anfänge zu vielen Uebelthaten in meinem Herzen vorhanden ſeien; ja, daß ich unbedachtſam, boshaft oder von Fleiſches⸗ luſt hingeriſſen, die Einleitungen zu den größten Vergehen bereits getroffen hätte, wenn du mich nicht zurückgehalten hätteſt. Mißtrauen gegen Gott, Sonntagsentheiligung, Götzendienſt, Feindſchaft, Ungeduld, Neid, Unwahrheit, Lüſternheit— iſt denn von dieſen Flammen des Abgrundes kein Funke in mir? Wird nicht dieſer Funke nach und nach zum verderblichen Feuer? O Gott, lehre mich wachen und beten und mich jetzt ohne Schonung meine ſchwächſte Seite erkennen, damit ich hin⸗ fort nicht wieder in dieſelben Sünden falle. Ich erkenne deutlich den Hauptfehler: es iſt nicht der heilige Geiſt, der mich regieret. Ich achte nicht ſeiner Mahnungen, ſuche aber meinen eigenen verderblichen Willen durchzuſetzen. Es iſt mir weniger daran gelegen, Gott zu gefallen und die Brüder zu erfreuen, als meinen eigenen Lüſten zu fröhnen. Das Urteil der Welt gilt mir mehr, als das Gericht der Gerechtigkeit. O heiliger Gott, E orhande Ner von glit 2 M zu da gi wemn dr wen qegat nſw, Feide ſſternheit- 2 damit 1 inden ſale AM: es itit „ 31 dht — meina h ir. bi ' 3 *n O heilhr 9 N — eigene = t gilt unr Am Beichttage. 257 du Herzenskündiger, bewahre mich vor Selbſt⸗ betrug und eitler Täuſchung, erinnere mich an meine Thaten, Worte und Gedanken: zeige mir mein ganzes Weſen und enthülle mir mein Dich⸗ ten und Trachten von Jugend an. Ich will mich nicht mehr blindlings in den Abgrund des Ver⸗ derbens ſtürzen, darum laß du mich täglich und ſtündlich wiſſen, wo und wer ich bin. Ich will nicht mehr wie ein Träumender dahin leben und nicht mehr im Ungewiſſen darüber ſein, wie ich zu mir ſelbſt, wie ich zu meinem Gott ſtehe; da⸗ rum laß du die Stimme meines Gewiſſens kräftig reden und laß mich das Zeugnis deines Geiſtes nicht überhören. O Gott, lehre mich tapfer kämpfen wider die Sünde und hilf mir zum Sieg! Amen. — K. Staiger. Kürzeres Morgengebet am Beichttage. Die Güte des Herrn iſt's, daß wir nicht gar aus ſind; ſeine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, ſondern ſie iſt alle Morgen neu und deine Treue iſt groß. Klagel. 3, 22.23. Trreueſter Herr Jeſu Chriſte, auch heute bin ich durch deine Gnade geſund von meinem Lager auf⸗ geſtanden. Daher bitte ich dich, als das wahr⸗ haftige Licht, welches alle Menſchen, die in dieſe Welt kommen, erleuchtet: du wolleſt auch mein Herz mit der Gnade des heiligen Geiſtes erleuch⸗ ten, damit ich mehr nach dem Himmliſchen, als nach dem Irdiſchen trachte. Herr Jeſu, wie du Alles mit Gott. 17 258 Bußgebete. mich aus der Finſternis der Nacht an das helle Tageslicht gebracht haſt, alſo befreie mich auch von der Finſternis des Herzens und bewahre mich vor allen Werken der Finſternis. Und da ich mir vorgenommen habe, in deinem heiligen Namen heute zur Beichte zu gehen, mein Herz bußfertig gegen dich auszuſchütten und mich des Troſtes deiner Gnade aufs neue verſichern zu laſſen, ſo regiere mich mit deinem heiligen Geiſte, damit ich dieſes chriſtliche Werk mit herzlicher Andacht und mit inniger Heilsbegierde verrichte und durch dasſelbe der gnädigen Vergebung aller meiner Sünden und meiner Seligkeit verſichert werden möge. Wende mein Herz und meine Gedanken gänzlich ab von aller Bosheit und Weltliebe, be⸗ hüte mich vor neuen Sünden und vor jedem Un⸗ falle des Leibes und der Seele, verherrliche aber an mir deine Barmherzigkeit zum ewigen Preiſe deines heiligen Namens. Amen. G. Arnold Gebet vor der Beichte. So wir ſagen, wir haben keine Sünde, ſo verführen wir uns ſelbſt und die Wahrheit iſt nicht in uns. So wir aber unſre Sünden bekennen, ſo iſt er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. 1. Joh. 1, 8. 9. Mein Gott und Herr, wie iſt doch meine Seele ſo betrübt, wie iſt mein Herz voll Angſt und mein Gewiſſen voll Traurigkeit wegen der vielen Sün⸗ 3 uct an den 1 * Rffreie nih vern zu liſ en Geiſt, —jerzlicher de errichte wd Dung aler — verſicen n — 1 meine Gir — nd Veltig and vor jan = verherlit um ewign Ccen. richte „Sürde tr 7 icht in m der treu ui — end reinigtt Am Beichttage. 259 den, die ich bisher begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. AOch, ihrer ſind mehr denn Sand am Meere; ich weiß weder Troſt noch Rat zu finden, als allein bei dir, Herr, der du reich biſt an Barmherzigkeit und ein Vater alles Troſtes; der du alle Mühſeligen und Beladenen aufs freundlichſte zu dir rufeſt und ihnen Er⸗ quickung verheißeſt! Denn darum biſt du, o Herr Jeſu Chriſte, in die Welt gekommen, um die armen Sünder ſelig zu machen und biſt gekommen, das Verlorene zu ſuchen. Hier bin ich als ver⸗ lorenes Kind, nimm mich mit Gnaden an und ſchenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir, meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen annehmen. Laß mich bei deinem heiligen Abendmahle ein würdiger Gaſt ſein, deinen Leib eſſen und dein Blut trinken zur Stärkung meines ſchwachen Glaubens, zur Beſſerung meines ſündlichen Lebens und zum Pfande meiner ewigen Seligkeit. Und ſollte ich wiederum aus Schwachheit fallen und ſtraucheln, dann, Herr, richte mich auf und ſchone meiner um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine ſtete Buße ſei, daß ich mich allezeit nach deinem Worte und Willen richte, bis ich endlich in dein Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr be⸗ gangen wird, wo man dich anſchauet und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Georg Roſt. 260 Bußgebete. Gebet vor der erſtmaligen Beichte. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Pſ. 25,7. Abba, lieber Vater, ich gedenke heute an deine Gnade und an meine Sünden. Ich erinnere mich mit inniger Beſchämung und Dankhbarkeit des unausſprechlichen Reichtums deiner Güte, Geduld und Langmut, welche du mir armem Kinde bis auf dieſe Stunde erzeigt haſt. Aber eben das erinnert mich auch heute an meine Sünde und Abweichung von dir. Die Ermah⸗ nungen meiner Eltern und Lehrer und anderer, die mir ein gutes Wort an mein Herz gelegt, habe ich nicht immer befolgt. Die Aergerniſſe und das Böſe, ſo ich von andern geſehen und gehört, hat mein Herz allzu leicht gefaßt. Das Gute hingegen habe ich deſto weniger geachtet und bewahret. Wie leichtſinnig und unachtſam bin ich inſonderheit manchmal bei der Unterwei⸗ ſung und Vorbereitung zu meiner Konfirmation geweſen! Ich fühle mit tiefer Reue, daß ich mich vieler Jugendſünden,— wenn ich mich auch nicht mehr aller einzelnen erinnern kann,— vor dir, der du meine Gedanken von ferne verſteheſt, ſchuldig bekennen muß und daß ich noch mehr auf böſen Weg geraten wäre, wenn mich nicht deine Gnade vor mancher Verirrung bewahrt hätte. Ach gieb, daß nun meine erſte Beichte ein herzliches und reumütiges Bekenntnis meiner Sünden vor dei⸗ nem Angeſichte ſei. Herr, gedenke nicht der An gätt 1Jaged eigt hii. heute m rr. Deh Serr u w. rein der E Die Aan an eern geſen dt gefrit F veniger m. g und mn an bei der lit n,- m. — erſteben Am Beichttage. 261 Sünden meiner Jugend und meiner Übertre⸗ tungen, gedenke aber mein nach deiner Barm⸗ herzigkeit um deiner Güte willen in Chriſto Jeſu, meinem Heiland! Amen. . Nach Joh. Chr. Storr. Gebet nach der Beichte. Deine Gnade reichet, ſo weit der Himmel iſt. Pſ. 108, 5. O. allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, ich ſage dir von Grund meines Herzens Lob, Ehre und Dank für die große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt ſo väterlich er⸗ zeiget haſt, indem du mich armen Sünder aber⸗ mals zu Gnaden angenommen und mir alle meine Sünden verziehen und vergeben, auch das ewige Leben aufs neue zugeſagt und verſprochen haſt um deines lieben Sohnes Jeſu Chriſti willen. Ich bitte dich herzlich, du wolleſt mich in dieſer Gnade ſtets väterlich erhalten und mir den heiligen Geiſt verleihen, damit ich auf dieſe jetzt empfangene gnadenreiche Vergebung feſt glauben und mich der⸗ ſelben allezeit und in allen Anfechtungen und Widerwärtigkeiten tröſten möge. Verleihe mir auch die Gnade deines heiligen Geiſtes, damit ich der Sünde hinfort nicht mehr diene, mich davor hüte und meinem Fleiſch nicht mehr den Willen laſſe. Ich will von jetzt an durch ernſtliches Gebet und Wachſamkeit der Sünde widerſtehen und mein ganzes 262 Bußgebete. Leben nach deinem Willen anſtellen und führen. Und bin ich darin zu ſchwach, ſo ſtehe mir durch deinen heiligen Geiſt kräftig bei und hilf über⸗ winden. Alles durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland, Jeſum Chriſtum! Amen. F. Habermann. Gebet nach der erſtmaligen Beichte. Danket dem Herrn, denn ſeine Barmherzigkeit währet ewiglich. 2. Chron. 20, 21. Dank, innigen Dank dir, mein Gott und Vater, du haſt mein offenes demütiges Bekennt⸗ nis gehört und mir durch Jeſum Gnade, Troſt und Vergebung widerfahren laſſen. Wie wohl thut es meinem Herzen, welch' unausſprechlich Glück iſt mir jetzt zu teil geworden, du biſt mein Vater, ich dein Kind. Ich fühle mich wieder be⸗ ruhigt, erquickt und geſtärkt zu allem Guten. Mein Herz iſt voll von frommen Empfindungen und heiligen Vorſätzen; halte du, o Gott, mich dabei und ſtärke mich immer mehr, dir treu zu bleiben. Nie will ich weichen von dir und von deinen heiligen Geboten. Mutig will ich der Sünde und der Verſuchung zum Böſen widerſtehen; ich will ringen, kämpfen und ſtreiten; hilf du mir überwinden. Mit dieſem Entſchluſſe will ich das heilige Abendmahl genießen; laß es, o Gott, einen bleibenden Segen für meine Seele ſein. Dein Geiſt ſei in meiner Schwachheit mächtig! Amen. Jon Chr. D. Geiſer. ———— ———— ————— —— — ———— —— ———— —— —— — gen att = arnherzititn — mein git = mitiges 3e — um Guud, A. en. Wien llem Guta Zimpfindun —2 Gott, nh hiir treu 1 r und wn ll ich ai — en wideit iten: hi an üluſſe n — ß 6s,9 — Seele ſi jit mächtg — Chr. 1 — 1 1 ——— — Abendgebet am Beichttage. Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und ge⸗ duldig und von großer Gnade und Treue, der da be⸗ wahret Gnade in tauſend Glieder und vergiebt Miſſethat, Uebertretung und Sünde. 2. Moſ. 34, 6. 7. Dir danke ich, daß du dich über mich elen⸗ den Sünder erbarmet und mir heute die Ver⸗ gebung aller Sünden mitgeteilt haſt. Mit Schmerz und Trauern ſtand ich heute von meinem Lager auf, mit Freuden aber kann ich mich nieder⸗ legen; ich hatte deinen Zorn verdient, du aber haſt mich mit Gnade gekrönet. Ich ſollte ver⸗ flucht ſein und du haſt mich mit Segen über⸗ ſchüttet. Ich ſollte zur Hölle verſtoßen werden und du haſt mich in den Himmel gehoben. Denn indem mich dein Diener von meinen Sünden losgeſprochen, kam ich wieder in deine Gnade und ſoll nun teilhaben mit den Auserwählten am ewigen Heile. Ach wie lieblich klang in meine Ohren: Gehe hin mit Frieden, dir ſind deine Sünden vergeben! Wie ſüß iſt der Troſt in mei⸗ nem Herzen, daß in Chriſti Blut und Tod mir alle meine Sünden vergeben ſind! Nun kann ich mich mit Freuden niederlegen, nachdem ich dei⸗ nem Namen gedankt und mich in deinen gnädi⸗ gen Vaterſchutz befohlen habe. Ach, laß dieſen herzlichen Troſt deiner gnädigen Vergebung der Sünden nie aus meinem Herzen ſchwinden; laß mich mit dieſem Troſte in Frieden einſchlafen 264 Abenomahlsgebete. und mit Freuden wieder geſund erwachen, damit ich morgen zur Stärkung des Glaubens meines Herrn Jeſu Leib und Blut empfange, mir zum Leben und zur Seligkeit. Amen. Morgengebete am Kommuniontage. Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürſten. Joh. 6, 35. Herr Jeſu Chriſte, mein getreuer Hirt und Biſchof meiner Seele, ich komme zu dir und bitte dich demütig, du wolleſt mich durch wahren Glauben bereiten und zum würdigen Gaſt dieſer himmliſchen Mahlzeit machen; du wolleſt mich, dein armes Schäflein, heute weiden auf deiner grünen Aue und zum friſchen Waſſer des Lebens führen; du wolleſt meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen um deines Namens willen; du wolleſt mich würdig machen zu deinem Tiſch und mir voll einſchenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Vor allen Dingen aber gieb mir wahre herzliche Reue und Leid über meine Sünde, und lege mir an das rechte hochzeitliche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heiliges Verdienſt ergreife, und dasſelbe feſthalte und bewahre, damit ich nicht ein unwürdiger Gaſt bin. Gieb mir ein demütiges, G. Aruold. A ernuha d Jlaubens u 1 — hfange, min Beu. G Lan uninih. er zu niin —— mich glaut 35. I1 treuer Hit. — zu dir w “) durch iigen Gmi A₰ du volci iden af zaſſer dat =e enuitn ren m a.) wütdin zn einſchenin =ide. Na Dexzliche u — iiege niu = Glaubens aſt erguit ar damit t Jur ein di Abendmanlsgebete. 265 verſöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feindſeligkeit; pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barm⸗ herzigkeit, daß ich meinen Nächſten, ja alle Men⸗ ſchen in dir lieb habe. 1. Ach mein Herr, du haſt ja ſelbſt geſagt: die Starken bedürfen des Arztes nicht, ſondern die Kranken. Auch ich bin krank, ich bedarf deiner, als meines himmliſchen Seelenarztes. Du haſt ja geſagt: Kommet her zu mir alle, die ihr mühſelig und beladen ſeid, ich will euch erquicken. Ach, Herr, ich komme, mit vielen Sünden be⸗ laden, nimm ſie von mir. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorener, ſuche mich. In dir habe ich volle Genüge, du biſt mir alles. Bleibe ewig in mir, und laß mich ewig in dir bleiben, wie du geſagt haſt: Wer mein Fleiſch iſſet und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Tage. Amen. Joh. Arndt. Selig ſind, die zu dem Abendmahl des Lammes berufen ſind. Offenb. 19, 9. Lobe den Herrn meine Seele, daß er dich dieſe vergangene Nacht ſo treulich behütet und 266 Abendmahlsgebete. dich an dieſen Tag hat kommen laſſen, an wel⸗ chem er dich durch den Genuß ſeines heiligen Leibes und Blutes ſeiner ewigen Liebe verſichern will. O Gott, behüte mich, daß ich dein heiliges Abendmahl nicht gering ſchätze, noch verſäume, ſondern mit einem reuigen Herzen, mitzerknirſchtem Geiſte, mit inniger Begierde nach deiner Gnade, mit herzlicher Demut, brünſtiger Andacht und feuriger Liebe hinzutrete, auch einen feſten Vor⸗ ſatz faſſe, mein Leben zu beſſern und alles Böſe zu meiden. Herr Jeſu, auf dein Wort komme ich; ſpeiſe mich mit dem Brot des Lebens. Ich erſcheine, wiewohl arm und elend; ſtärke mich Jeſu, du Kraft des Höchſten. Mein treuer Hirte, ich, dein krankes Schäflein, eile zu dir; ach, heile und erquicke mich. Heilige du ſelbſt meinen Leib und meine Seele durch deinen Geiſt zu deinem Tempel und Wohnung, damit du in mir bleibeſt und ich in dir, Herr Jeſu! Du haſt mir befohlen, daß ich dich von ganzem Herzen lieben ſoll; aber verleihe mir auch die Kraft, dich ſo zu lieben, wie du von mir ge⸗ liebt werden willſt. Treuer Lehrer und Meiſter, du haſt mir geboten, daß ich in deinen Fuß⸗ ſtapfen wandeln ſoll; aber lehre du mich auch die verborgenen Wege, auf welchen ich ſicher und gewiß zu dir kommen kann. Lieber Heiland, durchleuchte heute mit der hellglänzenden Sonne deiner Gnade den Grund meiner Seele; ent⸗ zünde mein Herz durch und durch und mache — —— 1 laſen 49 2. ſeins ii 2 Liele wt 2 ich dein ta *“, voch wiſ =, nitzethiit ich deinrg zzer Andatt keinen feſn ein Vath des Lübe. ddend; ſtärkt — a. Min lein, eile ſ * Heiligen — ele durht — Wohrung t dir, d dich win 1 1 1 1 1 eihe mit u —= du vnt hrer und ) in dein hre dun aschen ihſſt 11 Lieberh eglänzendn einer Sel durch A —in und ale Abendmahlsgebete. 267 mich tüchtig, auf dem Weg des ewigen Lebens zu wandeln. Amen. Nach Joh. Chr. Storr. Morgengebet am Tage der erſtmaligen Abendmahlsfeier. Siehe, ich ſtehe vor der Thür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir. Offenb. 3, 20. Herr, du weißt es, daß ich ſehnlich wünſche, an deiner Gnade jetzt und ewig teilzuhaben. Du haſt mich zu deinem Kinde aufgenommen, du haſt mir bei meiner Einſegnung die gewiſſe Hoffnung geben laſſen, daß ich an deiner Gnade teilhaben ſoll. Heute naht für mich ein neuer, wichtiger, heiliger Augenblick. Du willſt dich ſelbſt im heiligen Abendmahle mir zu genießen geben. Ich ſoll eſſen dein Fleiſch und trinken dein Blut; du ſelbſt willſt dich durch dieſe ſichtbaren Zeichen deiner Gegenwart und Gnade mit mir auf ewig verbinden. Du willſt das Abendmahl mit mir und ich ſoll es mit dir halten. O vergegenwärtige mir, * ſo viel ich davon in meiner Schwachheit faſſen kann, was du für mich erduldet und gelitten haſt, wie du auch meine Sünden trugeſt. Laß durch dein vergoſſenes Blut auch mich Hilfe finden! Herr Jeſu, mein Heiland, bereite du mein Herz ſelbſt vor, daß ich als ein würdiger, nach 268 Abendmahlsgebete. Gnade hungernder Gaſt an deinem Tiſch erſcheine. Drücke dein Marterbild meinem Herzen aufs tiefſte ein, daß ich nie vergeſſe, wie teuer ich zu deinem Eigentume erkauft bin. Möge der Schein dieſer Welt mich nie bethören und ich nur dar⸗ nach trachten, durch Verachtung alles eiteln und ſündlichen Weſens dir allein zu leben, der du für mich geſtorben biſt. Sei meiner und aller Abendmahlsgäſte, beſonders derer, die heute zum erſtenmale die Unterpfänder deiner Liebe empfan⸗ gen, in Gnaden jetzt und ewig eingedenk! Amen. Fr. K. Krüger. Gebete vor der Abendmahlsfeier. 1. Kommt, denn es iſt alles bereit. Luk. 14, 17. Ja, treuer Heiland, du haſt alles bereitet, was wir arme, ſündige Menſchen brauchen. Du haſt durch dein heiliges Leiden und Sterben eine Verſöhnung mit dem Vater im Himmel und eine ewige Erlöſung von Sünde und Tod geſtiftet. Du haſt auch einen offenen Zugang zu der Gnade Gottes gemacht für alle, die an deinen Namen glauben, und ſtellſt alle Güter der göttlichen Gnade, Vegebung der Sünden, Frieden mit Gott, Freude in dir und Kraft zur Heiligung in der Gabe deines Leibes und Blutes auf deinem Tiſche bereit. Habe Dank, daß du heute mir — And ich m 1 ales eittt — luu leben, a neiner ud —, die heu Der Liebe i nd Stua deinen t er der ü nnn, Fran ¹ zur Heiln lutes uft ß du ber Abendmahlsgebete. 269 und allen Geladenen ſagen läſſeſt: Kommt zu meinem Abendmahl, denn es iſt alles bereit! So komme auch ich, obwohl ich nicht wert bin, daß ich an deiner Tafel erſcheine und daß du in mein ſündiges Herz eingeheſt. Aber ich komme auf dein Wort als ein Armer zu dem Reichen, als ein Kranker zu dem Arzte, als ein Gefangener zu ſeinem Erlöſer, als ein verlorener Sünder zu ſeinem Heiland. Verwirf mich nicht von deinem Angeſicht und laß die Kraft deines Leibes und Blutes an mir nicht vergeblich ſein, ſondern laß dein heiliges Mahl jetzt und in aller An— fechtung, beſonders auch in meiner letzten Not, mir zu gut kommen zu meiner Seele ewigen Errettung. Amen. A. Pregizer. . 2. Es ſegne uns Gott, unſer Gott! Pſ. 67, 7. Geſegnet ſei mir die heilige Stunde, in welcher ich das Gedächtnis des Leidens und Sterbens meines Erlöſers begehen und die feierlichſte Ver⸗ ſicherung von deiner Liebe, himmliſcher Vater, empfangen ſoll. Verkläre durch deinen Geiſt in meiner Seele die Größe dieſer Liebe, die den Eingeborenen für uns alle dahingegeben hat. Miein Herr und Heiland Jeſus Chriſtus, wie liebreich iſt dein Herz, wie holdſelig iſt deine Ein⸗ ladung und wie heilſam ſind deine Wunden, du 270 Abendmahlsgebete. biſt das wahre Himmelsbrot, das meine Seele zu ſpeiſen vermag. Darum bitte ich dich, du wolleſt auch jetzt meine Seele mit deinem heiligen Mahle erquicken. Sei du, o Heiland, meine Gerechtig⸗ keit, wenn meine Sünde mich anklagt; ſei mein Fürſprecher, wenn Gottes Geſetz und mein Ge⸗ wiſſen wider mich zeugen; ſei mein Hoheprieſter und bitte für mich, wenn ich ſchwach in der Andacht bin; ſei du mir Licht und Leben, wenn ich Tod und Finſternis in mir fühle; ſei du mir Schutz und Sieg, wenn Drangſale über mich kommen. O mein getreuer Herr und Hirte! Laß meine Seele bei deinem Tiſche die ganze Liebe und Freundlichkeit empfinden, womit du mich bis zum Tode am Kreuze geliebet haſt; laß ſie ſchmecken deinen göttlichen Troſt, die Kräfte der künftigen Welt, die Freude des ewigen Lebens. Ja, laß meine Seele durch dich immerdar erquickt und getröſtet werden, auch in der letzten Stunde, damit ſie mit guter Zuverſicht bei dem Abſchiede von dieſer Welt ſich dir befehle, im Glauben an deine Verheißung:„Wer dies Brot iſſet, der wird leben in Ewigkeit.“ Amen. Beim Hinzugehen zum Altare. Dein heiliger Leib, o Herr Jeſu Chriſte, mein Herr und Gott, gereiche und gedeihe mir zum ewigen Leben und dein teures Blut zur Ver⸗ — s meine 80, — h dich m helg meine Gat mirte! Lajn 1 1 Cganze Liht = t du nihl ed laß ſieſtt 1 ſ äfte der ii =— Lebens. rdar ergit — ten Stund Bem Aſh ₰ Glaubenw A ſet, der ut an Altn. — Jeſu Girt — gedeihe 1 es Blutſ Abendmahlsfeier. gebung aller meiner Sünden. Laß mir dein heiliges Sakrament nicht zum Gerichte, ſondern zur Seligkeit und wahren Freude gereichen, und mache mich armen Sünder würdig, daß ich am Tage des letzten Gerichtes zur Rechten der ewigen Herrlichkeit fröhlich ſtehen möge. Amen. Beim Empfange des Leibes Chriſti. Habe Dank, mein Heiland, daß du zum Opfer für mich deinen Leib in dem ſchmählichſten Tode dargebracht haſt. Hilf, daß ich mich dir wiederum mit Leib und Seele zum Opfer ergebe, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ſei. Amen. Beim Empfange des Blutes Chriſti. Sei gelobet, mein Heiland, daß du dein Blut auch zur Vergebung meiner Sünden vergoſſen haſt. Es reinige fortan immer mehr mein Gewiſſen von allen Untugenden und ſündlichen toten Werken zum Dienſte des lebendigen Gottes. Amen. Beim Weggehen vom Altare. Ich danke dir, Herr Jeſu Chriſte, daß du mich durch dieſe heilſamen Gaben deines Leibes 272 Abendmahlsfeier. und Blutes erquicket haſt, und bitte deine Barm⸗ herzigkeit, daß du mir ſolches gedeihen laſſeſt zu einem ſtarken Glauben an dich und zu brünſti⸗ ger Liebe gegen dich und alle Menſchen, der du mit Gott, dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geiſtes, lebeſt und regiereſt immer und ewiglich! Amen. Württ. Kirchenbuch. Gebet nach der Abendmahlsfeier. Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchſten deine Gelübde. Pſ. 50, 14. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du haſt mir aus lauter väterlicher Güte alle meine Sünden vergeben und mich um Jeſu Chriſti, deines lieben Sohnes willen, wieder zu Gnaden angenommen. Ich habe auch dir von Herzen verſprochen, mein Leben durch deine Gnade ernſt⸗ lich zu beſſern und frömmer zu werden. Ach, mein Herr und Gott, weil des Menſchen Thun nicht in ſeiner Gewalt ſtehet und das Dichten des menſchlichen Herzens alle Tage böſe iſt; und weil du allein dasſelbe lenken und in deiner Furcht leiten kannſt, wie es dir gefällig iſt, ſo bitte ich dich demütig: Gieb mir ein neues Herz, daß ich der Sünde feind werde. Laß deine Furcht mich heiligen, daß ich ein ander und frömmer Leben anfange und lebe in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig iſt. Laß mich auch deiner gött⸗ — ——— ——— ——— ——— ——— ————— —————— —————— —————— 2 1 er und ei rt. Kirtat auuhbſit. Jen fäßfnt 2t und Bu „ Güte alen m Jiſu b „ 8 4 . 1 ine Gnaden G Menſchn⸗ 1 das Ditm Ju werden! Döſe it, m. 2in deiner 3 kg iſ, ſolt es Her 1 Abendmahlsfeier. 273 lichen Gnade und meiner Zuſage nimmer ver⸗ geſſen, ſondern gieb mir gnädiglich, daß ich wider mein Fleiſch und Blut und wider alle böſen Lüſte desſelben ernſtlich ſtreite und nicht wieder aufs neue in Sünde gerate. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, auf daß ich gerecht und gottſelig lebe in dieſer Welt und warte auf die ſelige Hoffnung und Erſcheinung der Herrlich— keit des großen Gottes und unſres Heilandes Jeſu Chriſti, und dich Gott, Vater, Sohn und heiliger Geiſt, für alle deine Güte und Wohl⸗ thaten loben, ehren und preiſen möge in Ewig⸗ keit! Amen. M. Joh. Chr. Storr. ——:ꝛ— Abendgebet am Kommuniontage. Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er offenbaret wird, wir Freudigkeit haben und nicht zu Schanden werden vor ihm in ſeiner Zukunft. 1. Joh. 2, 28. Herr Jeſu, du haſt geſagt: Wer mein Fleiſch iſſet und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Tage, und wiederum: Wer mein Fleiſch iſſet und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm. Laß dieſe Worte auch an mir erfüllt wer⸗ den, der ich nun im heiligen Abendmahl deinen Leib gegeſſen und dein Blut getrunken habe. Weil ich aber täglich durch die vielen Verſuchungen, die mir begegnen, von dir abgezogen werden Alles mit Gott. 18 274 Abendmahlsfeier. könnte, ſo halte mich feſt mit deiner ſtarken Hand, treibe mich ſelber an zum Wachen und Beten, gieb mir Kraft, nach dem Reichtum deiner Herr⸗ lichkeit ſtark zu werden am inwendigen Menſchen, und verhilf mir nach deiner Treue dazu, daß die Verſuchungen mich noch tiefer in die Gemein⸗ ſchaft mit dir hineintreiben. Zerſtöre in mir den alten Menſchen, der durch Lüſte in Irrtum ſich verderbet, immer völliger, damit du in mir wohnen und bleiben könneſt und ich ſagen dürfe: Ich lebe nun, doch nicht ich, ſondern Chriſtus lebet in mir. Du haſt mir und allen, die du berufen haſt, die Auferweckung am jüngſten Tage als das Ziel unſrer Hoffnung vorgeſtellt. Hilf mir dazu, daß ich dieſes Ziel mit allen Auser⸗ wählten erreiche und des ganzen Segens deiner vollbrachten Erlöſung teilhaftig werde. Du haſt ſelber einen Lauf durch die Welt gemacht und biſt allenthalben wie wir verſucht worden, doch ohne Sünde. Habe daher Mitleiden mit meiner Schwachheit, laß mich nie über Vermögen verſucht werden, halte mich in einer ſtrengen Zucht und ſtärke mich zum Sieg über die Welt, die im Argen liegt, und über den Fürſten dieſer Welt, der noch immer diejenigen verfolgt, die ſelig wer⸗ den wollen. Laß dein Wort und Sakrament auch fernerhin mir ein kräftiges und heilſames Gnadenmittel ſein und mache dadurch etwas aus mir zum Lobe deiner Herrlichkeit. Haſt du, o himmliſcher Vater, ein gutes Werk in mir ange⸗ = chen und A tum deinr 3rdigen Nat 2 Treue dag —X in die on er ich ſexnſ ¹ ſonden dr Anm jünſad 2 vorgeſtel. mit alen l xen Segen 7I werde. d =Lelt gemt Jächt word Teiden nir „ Vermognn rengen Nh rdie Veh rrſten din olgt, diſt 3 und d kzes udh Adadurh 'keit. A „Verkin S ner ſirin N hängt. Abendmahlsfeier. 275 fangen, ſo vollführe es auch bis an den Tag Jeſu Chriſti. Dir, dreieiniger Gott, ſei Ehre! Alles, was Odem hat, lobe deinen herrlichen Namen ewiglich! Amen. Nach M. F. Roos. Abendgebet am Tage der erſtmaligen Abendmahlsfeier. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt iſt. 1. Joh. 2, 15. Himmliſcher Vater, der du der rechte Vater biſt über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden! Ich danke dir, daß du auch mich in der heiligen Taufe in deine väterliche Liebe aufgenommen und mir das Kindesrecht geſchenkt haſt, an welchem die Erbſchaft des ewigen Lebens Auch danke ich dir, daß du mich, da ich dir oft ungehorſam geweſen bin, mit großer Geduld und Langmut getragen, und noch dazu mit vielen Wohlthaten überſchüttet haſt und mich nun auch zum Genuß des Leibes und Blutes deines Sohnes im heiligen Abendmahl haſt ge⸗ langen laſſen. Bewahre mich nun, daß die Welt mich nicht aufs neue in ihre ſündliche Gemein⸗ ſchaft hineinziehe und die böſe Luſt nicht aufs neue in mir zur Herrſchaft komme. Ermuntere meine Seele durch deine Liebe, daß ich alle Menſchen lieben und mich gegen ſie freundlich, ſanftmütig und demütig bezeugen könne. Wirke 18* 276 Abendmahlsfeier. aber auch und erhalte in mir einen Ekel an der Eitelkeit und Thorheit, die in der Welt im Schwange geht, und lehre mich, meine koſtbare Gnadenzeit ſo anwenden, daß es mich am Ende nicht reuen dürfe, gelebt zu haben. Dein heiliger Geiſt erinnere mich täglich an deine Gerechtig— keit, an deine Liebe, an die Ewigkeit und an alles, wodurch ich von der Sünde zurückgezogen und zum Fleiß in der Gottſeligkeit angetrieben werden kann. Er erleuchte mich, daß ich deinen Willen, den ich thun ſoll, erkenne, und er ſtärke mich, daß ich ihn zu thun imſtande ſei. Mein Leben iſt kurz, aber ſehr wichtig. Es iſt eine Prüfungszeit, eine Vorbereitungszeit auf die Ewig⸗ keit, wo ich eine unausſprechliche Herrlichkeit, un⸗ vergängliche Güter und eine unzerſtörliche Freude und Ruhe empfangen ſoll. Laß mich doch dieſes Ziel erreichen. Bringe mich dahin, wo die Sünde ganz in mir vernichtet und meine Seligkeit voll⸗ kommen ſein wird. Deinem Namen ſei Ehre! Alles, was Odem hat, lobe deinen Namen ewig⸗ lich! Amen. Nach M. F. Roos. Ich war bei Gottes Tiſch!— Welch' eine hohe Ehre, Ein Tiſchgenoß des Herrn zu ſein; Des Herrn, dem ehrfurchtsvoll der Engel heil'ge Chöre Mit Freuden ihre Dienſte weih'n! Ich war bei Gottes Tiſch!— Erhabener Gedanke! Dem Heiland bin ich angetrant! — 3 inen Cklag Ah 1., meine bith 6 4s wich m 3n. Dein ſi 4 ¹ deine Gent „ Fwigkeit ü de zurütn 1 ſgkeit ungnt k, daß ich de R ne, und ei ande ſei. A ritig. Eoin ½ Ii zeit aufdit T 1 3 Herrlicth. „ rNamen ſith deerſtärlihen 11 de J ien Nauent rbener Gin 1 Abendmahlsfeier. 277 O daß mein Herz doch nie aus dieſem Bunde wanke, Bis dort mein Aug' entzückt ihn ſchaut. Ein himmliſch Gut hab' ich an dieſem Tiſch empfangen Den Leib des Herrn, ſein teures Blut! Am Kreuz, an welchem er zu meinem Heil gehangen, Verzehrte ihn der Liebe Glut. O Stunde voller Heil, da ich an dem Altare Auf ewig mich mit ihm verband! Herr!— ſtärke mich, daß ich gewiſſenhaft bewahre Der höchſten Liebe höchſtes Pfand. O du, bis zu dem Tod am Kreuz erprobte Liebe, Verleihe mir den edeln Sinn, Daß jede Kraft in mir zu deinem Dienſt ſich übe, Nimm Leib und Seel' zum Opfer hin. Lockt ſchmeichelnd mich die Welt zu ihren falſchen Freuden, So ziehe meinen Blick zurück, Und richt ihn unverwandt auf deine heißen Leiden, Erduldet für mein ewig' Glück. Geweihet ſeie dir der Jugendjahre Blüte, Geweiht des Lebens ſchönſte Zeit. Schon frühe ſchmücke mich, du Freund voll Herzeusgüte Mit deines Bildes Aehnlichkeit. Ein ſtiller, ſanfter Geiſt, entfernt vom Luſtgetümmel, Gewöhnt an weiſe Thätigkeit, Das ſei mein größter Schmuck, hienieden ſchon mein Himmel Im Lande der Vergänglichkeit. O Tag der Wonne, der den ſehnſuchtsvollen Blicken Auf ewig dich zu ſchauen giebt! Dann iſt mir alles klar;— ich ſehe mit Entzücken, Was ich geglaubt, gehofft, geliebt. Aus C. A. Danns Kommunionhnch. ——————ʒÿʒÿ— Gebete für beſondere Zeiten und Lagen. Morgengebet am Geburtstag. Ich danke dir zdarüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin. Pſ. 139, Der heutige Tag, o mein Gott, fordert mich ganz beſonders auf, dir für alles Gute, das du bisher an mir gethan haſt, mit gerührtem Herzen den innigſten Dank darzubringen. Es iſt der Tag, an welchem mein Leben auf! Erden eufing und auf den nun ſchon ſo viele Tage und Jahre ge⸗ folgt ſind, die alle von deiner Güte zeugen. Wenn ich bedenke, wie wunderbar und doch wie liebreich du mich von dem Augenblicke an, wo ich zum Leben erwachte, geführt haſt; in wie mancher Ge⸗ fahr, der ich zu erliegen glaubte, du mich erhal⸗ ten; wie väterlich du für meine Nahrung und nneohnt für meine Unterweiſung und Erziehung, für Geſundheit und ildiſche Wohlfahrt durch die, denen ich nächſt dir mein Daſein zu danken habe, geſorgt haſt; wie manchen glücklichen und frohen Tag du mir in der verfloſſenen Lebenszeit ge⸗ ſchenket; wie oft du meine Klagen und meine L 8 dund doh Apurtetn nderbarüt n oott, forden 1 es Gute, w . Es iſdan Frden anin. * ge und an üte zeugn. — doch wielt * an, woit wie man te, du nit Irne Nalbra 1 1 „„ iig und Eſ =hlfahrt u An zu dantt lichen un Fen Ledeu Stlagen w Geburtstag. 279 Leiden in Glück und Freude verwandelt haſt, dann, mein Gott, preiſe ich in Anbetung und Dank deinen herrlichen Namen! Aber dabei muß ich dir, Allwiſſender, aufrichtig bekennen: ich bin viel zu geringe, o Gott, aller der Barmherzigkeit und Treue, die du bisher an mir gethan haſt! Ich will dir jetzt beſtändige Treue und unverbrüch⸗ lichen Gehorſam gegen deine Gebote geloben, um meine Bekehrung und Heilung in deiner Furcht zu vollenden und ſo die Abſicht zu erfüllen, zu welcher du mich erſchaffen, durch Chriſtum begnadigt und zu einem ewig ſeligen Leben be⸗ rufen haſt.— Stehe mir in der Erfüllung dieſes Gelübdes bei, gütiger Gott, und lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geiſt führe mich auf ebener Bahn. Dir allein iſt bekannt, ob meiner Tage hier auf Erden noch viele oder wenige ſein werden. In der feſten Ueberzeugung, daß mein Leben in deiner Hand ſtehet, daß mir nichts begegnen kann, als was du über mich beſchloſſen haſt und was zu meinem Frieden dient, übergebe ich dir alle meine künftigen Schickſale; du wirſt, wenn ich nur nicht von dir weiche, auch mich nicht ver⸗ laſſen noch verſäumen. Gieb mir Kraft, zu — ſuchen, was droben iſt bei dir, da dein lieber Sohn Jeſus Chriſtus iſt, ſitzend zu deiner Rechten auch als mein Fürſprecher, daß du, o Gott, um ſeinetwillen mir meine Sünden verzeihen und mich einſt, wenn du meine Pilgerzeit abſchließeſt, 280 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. in die Heimat zur ewigen Freude eingehen laſſen wolleſt. Amen. Conrad. Abendgebet am Geburtstage. „Herr, was iſt der Menſch, daß du ſeiner gedenkeſt, und des Menſchen Kind, daß du dich ſeiner annimmſt?“ So ſage ich an dieſem Abend mit dem Pſalmſänger; denn es iſt mir wunder⸗ bar und faſt unbegreiflich, daß du mich nun... Jahre in lauter Gnade und Geduld getragen haſt. Ich ſündigte wohl viel und mannigfaltig; aber du rechneteſt mir meine Sünde nicht zu und vergabſt mir um Jeſu Chriſti willen. Und wie du dich in deiner großen Freundlichkeit und überſchwenglichen Leutſeligkeit zu mir herab⸗ gelaſſen haſt, ſo ſchwinge ich mich jetzt im Gebet zu dir empor, und unterwinde mich, deiner Majeſtät zu nahen und mit dir zu reden, ob ich wohl nur Staub und Aſche bin. Ich ſehe dir in dein Vaterauge und freue mich, dein Kind zu heißen, deine Liebe und Fürſorge genießen zu dürfen; ich erblicke deine rechte Hand und glaube feſt, daß du ſie auch ferner über mir ausgeſtreckt ſein laſſeſt und mich führeſt und leiteſt mit dei⸗ nem ſanften Stabe; ich höre deine Worte voll Geiſt und voll Leben, voll Gnade und Wahrheit, und weiß, daß ich nicht zu Schanden werde, wenn lich auf dich hoffe und auf deine Verheißungen ten zc * e eingehen li Conun Ian diſſen ne iſt nir umn du michm. B heduld gi Aid manni 2 Sünde uit, Siſti wille —n Freuniiit 7 d it zu nit ſ ch jettinlt mich, du morge genie 2 nir ale d leitet un „'eine Van ie und den we 3 e Werbeir 5 Am Tauf⸗ und Namenstag. 281 vertraue. Darum mag die Nacht jetzt herein— brechen, ich fürchte mich nicht; denn du biſt bei mir. Mag in meinem neuen Lebensjahr Finſter⸗ nis auf meinen Wegen ſich lagern, ich verzage nicht; denn dein Stecken und Stab tröſtet mich. Mögen die Thore des Todes vor mir ſich öffnen und hinter mir ſich ſchließen, ich ſterbe nicht, ſondern lebe in dem, der für mich geſtorben und auferſtanden iſt. Denn was ich noch lebe im Fleiſch, das will ich leben im Glauben des Soh⸗ nes Gottes, der mich geliebet hat und ſich ſelbſt für mich dargegeben. Solches gelobe ich dir heute; du aber wirke das Vollbringen nach deiner großen Gnade und Treue. Amen. A. Pregizer. Gebet am Cauf- und Namenstag. Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geſchrie⸗ ben ſind. Luk. 10, 20. Großer Gott, deſſen Name herrlich iſt in allen Landen, der du Jeſum Chriſtum, meinen Erlöſer, erhöhet und ihm einen Namen gegeben haſt, der über alle Namen iſt! Du haſt auch mir einen Namen gegeben, der mir über alle Namen in der Welt ſchätzbar iſt: ich bin ein Chriſt! Du haſt mir überdies noch einen eigentümlichen Namen gegeben, der mir eine frohe Erinnerung an meine heilige Tauf giebt und an den Gnadenbund, der du mit mir aufgerichtet haſt. 282 Gebete für beſondere Zeiten ꝛe. Wie treulich haſt du bisher deinen Bund ge⸗ halten! Wie herrlich haſt du deine Gnade und Wahrheit, deine Güte und Barmherzigkeit, deine Macht und Weisheit an mir kund werden laſſen; wie ſehr haſt du deinen großen Namen an mir verherrlicht! Aber ich— ach Gott, wie vieles habe ich dir verſprochen; und— wie wenig habe ich gehalten! Im Namen deines lieben Sohnes komme ich zu dir und bitte dich um Gnade. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen in meinem ganzen Leben, tilge meinen Namen nicht aus dem Buche des Lebens, laß ihn vielmehr im Himmel angeſchrie⸗ ben, laß mich in deine Hände eingezeichnet bleiben. O du, ohne deſſen Beiſtand ich nichts thun kann, laß mich dich ſtets vor Augen und im Her⸗ zen haben, damit ich in keine Sünde willige und wider Gottes Gebot thue. Dreieiniger, auf deſſen Namen ich getauft bin, laß mich nie vergeſſen, daß du mich zu deinem heiligen Tempel gemacht haſt und hilf mir dir in kindlicher Treue ſo dienen, daß mir meine Taufe allezeit der Bund eines guten Gewiſſens mit dir ſei. So werde ich das, was ich heiße, in der That ſein. Und, bin ich ein wahrer Chriſt, o, ſo bin ich unter der geſegneten Zahl derjenigen, welche du deine Kinder, Erlöſte des Herrn, deine Bürger und Hausgenoſſen nenneſt. Großer Gott, laß mich allezeit unter dieſer ſeligen Schar erfunden werden! Ueberzeuge mich —— iten a. deinen du Jeine Guad 1 nherzigtit e „d werdalin Namar an Gott, ni i G wie venig 7 8 lieben eltn 1 Gw. ddich un rner JIupendu din ganzend 6 gen undinn =ünde wiliyn A iniger, ufi 8 c Tempel put Adlicher dmi „CThat ſein 3 ſo bin ihn „ welche un ine Jumt! zeit unte- 1 b Uebe-zahn ch nie vg erlöſet hat. Kurze Morgengebete. 283 hievon durch deinen Geiſt; überzeuge mich, daß ich im Buche des Lebens, daß ich in deiner Gnade ſtehe. Stärke mich im Glauben, in der Gottſeligkeit und im Kampf wider alles, was mich um meinen Chriſten⸗Namen bringen will. O dann, Herr Jeſu, iſt dein Name ein feſtes Schloß; dann bin ich ſchon hier auf Erden ein ſeliger Himmelsbürger. Amen. Kurze Morgengebete. b Gelobet ſei die allerheiligſte Dreieinigkeit, Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt! O ewiger Gott, erleuchte meine Seele, die du nach deinem gött⸗ lichen Ebenbilde erſchaffen haſt, daß ſie dich, ihren Schöpfer und Herrn, erkenne, ſegne ſie mit deiner Gnade, daß ſie dich wahrhaft liebe und ſich in Andacht und heiliger Sehnſucht zu dir erhebe. Amen. — Ich ſtehe auf im Namen meines Herrn Jeſu Chriſti des Gekreuzigten, welcher mich und das ganze Menſchengeſchlecht mit ſeinem teuren Blute Derſelbe wolle mich an Leib und Seele vor allem Uebel behüten und bewahren und mir auch geben, was mich in allem Guten fördern und befeſtigen kann zum ewigen Leben. Amen. 284 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. Auf, auf, den Herrn zu loben, Erwache mein Gemüt! Bring deinem Vater droben Ein dankerfülltes Lied. Denn wer erhielt mein Leben In dieſer dunkeln Nacht? Der Herr, der mir's gegeben, Der hat es auch bewacht. Dr. Rambach. Während des Waſchens. Waſche mich wohl von meiner Miſſ ſethat und reinige mich von meiner Sünde. Pſ. 51, 4. 5 Das Blut Jeſu Chriſti, ſeines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 1. Joh. 1, 7. Mein Gott! Laß Jeſum mir allein Heut Wahrheit, Licht und Leben ſein! Sein Name heilige mein Thun, Dann wird dein Segen auf mir ruh'n. 8 Beim Anrkleidenr. Ich lege, Herr, die Kleider an, Führe du mich auf der Tugend Bahn, Daß ich nach deinem Willen lebe Und eifrig nach dem Himmel ſtrebe. Mein Jeſu ſchmücke mich mit Weisheit und mit Liebe Mit Keuſchheit, mit Geduld durch deines Geiſtes Triebe. Kleid' mit der Demut mich und mit der Sanftmut an. So bin ich wohlgeſchmückt und köſtlich angethan. Beim Stundenſchlage. Jeſu, hilf die kleinſten Zeiten Auszukaufen ohne Naſt Feiten. wwache neng enn ga dankerfülte i dieſer dur K hat es uhie Dr. Nands aſchens Qiner Niſehe Ade. M. 3 nes Sohne Jl. Joh. 1 nir allin Leben ſein nrhun, f mir ruhn feiden. ider au, ugend Si Llen lebe Amel ſtrede eisheit wn tdeines ü zmit der onf cjſtlich ange rſchlag iſten Zeit aſt Wohlgefallen. willſt. Tiſchgebete. 285 Als die Saat für Ewigkeiten, Weil du Lebenskronen haſt! A. Knapp. Tiſch-Gebete. Vor dem Eſſen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebſt uns Speiſe zu ſeiner Zeit. Du thuſt deine milde Hand auf und ſättigeſt, was da lebet mit Vater unſer ꝛc. 0 Herr Gott, himmliſcher Vater, ſegne uns dieſe deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Herr, wir danken dir von ganzem Herzen für die Gabe, die du uns wiederum mitteilen Segne ſie zur Nahrung und Stärkung unſres Leibes und zum Preiſe deiner großen Barmherzigkeit durch Jeſum Chriſtum. Amen. 4. Jeſu, wir geh'n zu dem Eſſen, Laß uns deiner nicht vergeſſen. Denn du biſt das Himmelsbrot; Speiſ' zugleich auch unſre Seelen, 286 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. Die wir dir jetzt anbefehlen, Steh uns bei in aller Not; Hilf uns, daß wir nach der Erden Deine Gäſt' im Himmel werden. Komm, Herr Jeſu, ſei unſer Gaſt. Und ſegne, was du uns beſcheret haſt. Amen. 5. Vater, ſegne dieſe Speiſſe Uns zur Kraft und dir zum Preiſe. Amen. Nach dem Eſſen. 1. Sei gelobt, Herr Gott, himmliſcher Vater, der du unſern Leib mit deinen Gaben geſpeiſet und getränket haſt; erfülle unſer Herz nun auch mit deiner Gnade, damit wir in allen guten Werken reichlich zunehmen und vor deinem Angeſichte nie zu ſchanden werden. Amen. 2. Vater der Welt, du haſt uns Speiſe und Trank gegeben; wir danken dir dafür und bitten dich, du wolleſt unter uns erhalten und mehren den Geiſt des Friedens, der Wohlthätigkeit und Mäßigkeit durch Jeſum Chriſtum, deinen Sohn, unſern Herrn. Amen. 3. Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Wir preiſen dich, t. Deer Erden iwerden. unſer Gaſt rjeſchertt at g Siſe, eum Priſt d. 2ſen. Kliſcher Aan a6 glen guten be Cem Anyiitt e, udren 1 Pir pi 2 Abendgebete. 287 Herr, für alle Gaben, womit du uns erqicket haſt. Schenke uns auch deine geiſtigen Segnungen in himmliſchen Gütern und mache uns teilhaftig des Gnadentiſches in deinem Reiche. Amen. 4. Gott Lob und Dank für Speis und Trank, Für alles Gute ewig Dank! Amen. 5 Danket dem Herrn, denn er iſt freundlich, und ſeine Güte währet ewiglich. Amen. Beim Geläute der Abendglocke. 1. Hinunter iſt der Sonne Schein, Die finſtre Nacht bricht ſtark herein, Leucht' uns, Herr Chriſt, du wahres Licht, Daß wir im Finſtern wandeln nicht. Dank ſei dir, daß du uns den Tag Vor Schaden, Angſt und mancher Plag Durch deine Engel haſt behüt't Aus Gnad' und väterlicher Güt'. Womit wir heut' erzürnet dich, Verzeih' es, Herr, uns gnädiglich Und rechn' es unſrer Seel nicht zu, Laß ſchlafen uns in Fried' und Ruh'. Zur Wache deine Engel ſtell', Daß uns der böſe Feind nicht fäll', Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. Vor Leides⸗ und vor Seelennot Behüt' uns dieſe Nacht, o Gott! Amen. Nicolaus Hermann. 2 Ach bleib' bei uns, Herr Jeſu Chriſt, Weil es nun Abend worden iſt; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöſchen nicht. In dieſer letzten, böſen Zeit Gieb uns des Glaubens B'ſtändigkeit, Daß wir dein Wort und Sactrament Rein b'halten bis an unſer End.; Laß uns in guter ſtiller Ruh' Dies zeitlich Leben bringen zu, Und wenn das Leben neiget ſich, Laß uns entſchlafen ſeliglich. Amen. B. 1. 2. N. Selnecker. —Q———y— Wenn man bei Nacht erwacht. Vater, du biſt bei mir, wenn ich dich gleich nicht ſehe. Mit Freuden erinnere ich mich an deine Gegenwart. Bei Tage biſt du, mein Gott, und bei Nacht mein Hüter. Ich bete dich an in der Mitternachtsſtunde, wie am ſchönen Morgen, und danke dir, daß man dich zu allen Zeiten anbeten darf. Amen. J. M. Sailer. t! Aman olaus derunn. ſu Chrſt . 1Licht, 1 Andigkiit Sament nd. ' 1, . c. d Amen. — erwadt ru ich dü riere ich nie 4 ſt du, m 2. N. Sähe 1 I bete dihr . Kindergebete. 289 Morgengebet eines Kindes. LPob und Dank ſei dir geſagt, o lieber Gott und Vater, daß du mich dieſen Morgen wieder geſund haſt erleben laſſen. Ich gebe dir mein ganzes Herz, mache es gut, gehorſam und fromm. Dich will ich kindlich lieb haben, dir zur Ehre will ich leben, das Böſe und allen Leichtſinn will ich meiden und nur am Guten meine Freude haben. Gieb mir dazu deine Gnade und Kraft, dann werde ich dir auf den Abend fröhlich und herz⸗ lich dafür danken. Amen. M. J. A. Burk. Abendgebet eines Kindes. b O mein liebreicher Gott, ich danke dir, daß du mich dieſen Tag geſund erhalten haſt und daß mir kein Unglück begegnet iſt. Bewahre mich auch dieſe Nacht vor allem Uebel. Laß mich und meine lieben Eltern und Anverwandten ruhig ſchlafen und geſund wieder aufwachen und thue allen mir bekannten und unbekannten Menſchen Gutes durch Jeſum Chriſtum. Amen. J. A. Burk. Gebet eines Schulkindes. Das Kind wuchs und ward ſtark im Geiſt voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Luk. 2, 40. Lieber Heiland, du biſt einſt auch als Men⸗ ſchenkind geboren und aufgewachſen. Da warſt Alles mit Gott. 19 290 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. du die Freude der Menſchen, denen dich der himm⸗ liſche Vater anvertraut hatte, warſt deinen Eltern unterthan und haſt immer zugenommen an Weis⸗ heit und in der Gnade deines himmliſchen Vaters. Hilf auch mir, daß ich wachſe und ſtark werde im Geiſt voller Weisheit und Gottes Gnade ſtets mit mir ſei. Ich danke dir von Herzen dafür, daß ich allerlei Nützliches und Heilſames lernen darf, beſonders dafür, daß ich dich, meinen guten Hirten, kennen und lieben lernen darf. Wie viel beſſer habe ich es als viele Millionen Kinder, welche keinen chriſtlichen Unterricht erhalten. Oeffne mir das Verſtändnis für alles, was du mir durch meine Lehrer ſagen läſſeſt; mache mich treu in Erfüllung aller meiner Pflichten und hilf mir, daß ich auch die ſchweren Aufgaben voll— bringen kann. Laß mich dein Schäflein bleiben und mache mich durch deines Geiſtes Kraft willig und fähig, jeden Tag und jede Stunde dir nach⸗ zufolgen, damit ich meinen Eltern und Lehrern wohlgefalle und etwas aus mir werde zum Lobe meines Vaters im Himmel! Amen. Fürbitte eines Kindes für ſeine Eltern. Betet für ſie zum Herrn! Jer. 29, 7. Deine Liebe, barmherziger Gott und Vater, beweiſet ſich in allen Menſchen. Deine Abſicht iſt, alle durch Jeſum Chriſtum zu retten und iten n. m dich detn Sn 4 AA drſt deinen ¹und ſurta Cottes Gudn 6 Don Herſe 8' Heilſemes ſ Lich, meimg an darf. Aer Nillionen ti Iterricht ee 1 Kir alls, m enn läſ — ren Aufguin. r Schäfleini eiſtes Krin » Stundeie tern und ke —r werdew 1 Amen. — ſein b r. Jer. „Gott wi „ n. den im zu m Am Geburtstag der Eltern. 291 ſelig zu machen. Lege daher dieſe Liebe gegen alle Menſchen auch in mein Herz und verleihe mir beſonders Liebe und Gehorſam gegen meine guten Eltern. Ich bitte dich, ſegne ſie, bewahre ſie vor allem Unglück, erhalte ſie geſund, erhöre ihr gläubiges und frommes Gebet, gieb ihnen deinen heiligen Geiſt, damit ſie mich zur Wahr⸗ heit, Tugend und Seligkeit leiten. Segne ſie für die Mühe, die ich ihnen verurſache, und laß ſie Freude an mir erleben. Gieb, daß ich ſie nie durch Ungehorſam oder unartiges Weſen betrübe. Erhalte ſie mir noch lange durch deine Gnade. Laß mich ſo leben und aufwachſen, daß ich einſt in ihrem Alter ihre Stütze, Hilfe und Freude ſein kann. Ich will an nichts mehr Freude finden, als am Gehorſam gegen dich, an der Er⸗ kenntnis deines Heiles in Chriſto und an dem rechtſchaffenen Wandel im Glauben und in der Liebe zu dir, durch welchen wir einſt alle mit⸗ einander ſelig werden. Amen. J. A. Burk. Gebet der Kinder am Geburtstag von Vater oder Mutter. Wir danken dir, Gott, wir danken dir, und verkün⸗ digen deine Wunder, daß dein Name ſo nahe iſt. Pſ. 75,,2. Ja, treuer Gott und Vater, das iſt es, was die Herzen der Kinder am Geburtstag des Vaters 19* 292 Gebete für beſondere Zeiten ec. (der Mutter) tief bewegt, und was unſre Lippen vor dir mit Freuden kund werden laſſen ſollen. Wir haben es dir, barmherziger Gott, zu danken, daß du uns den Vater(die Mutter) bis heute gnädig erhalten und ihn(ſie) bis auf dieſe Stufe des Alters mit deiner Kraft getragen haſt. Frei⸗ lich iſt es uns ein Wunder, daß unſer Vater(unſre Mutter) noch mitten unter uns iſt; hätte doch mancherlei Mühe und Arbeit, Sorge und Trauer, Gefahr und Krankheit die Kraft des Lebens längſt verzehren können. Aber gerade das iſt das Wunder, welches wir verkündigen, daß dein Name und alles, was in deinem herrlichen Namen be⸗ ſchloſſen liegt, deine Macht und deine Güte, ſo nahe iſt. Du biſt nahe mit deiner Hilfe und oft näher, als wir meinen; du giebſt dich zu finden und zu fühlen auf allen Wegen unſres Lebens, ſobald wir dich ſuchen. Wie wunderbar wird es vollends ſein, wenn wir auf der letzten Station unſrer Pilgerſchaft dich näher finden, als wir meinten; wenn wir dann einen offenen Zugang haben zu deinem Gnadenthron in Chriſto Jeſu, unſrem Heiland, und durch ihn eine bleibende Stätte finden in deinen himmliſchen Wohnungen. Barmherziger Gott, erhalte uns nach deirer Gnade unſern Vater(unſere Mutter) noch länger in Kraft und Wohlſein; laß ſeine(ihre) Liebe und Mahnung, ſeinen(ihren) Rat und Troſt nicht vergeblich an uns ſein. Treuer Gott, ſei unſrem Vater(unſrer Mutter) auch ferner nahe — — —— — —— — —— —— ——— ——— ———— —.—— — — — ——— ——— — — —————— ——— ——-,— ——— —— —— — —— — — ten z.. Das unſte cen liſe i Gott T den ntter h Kalf diſed Lagen du uſer Vate ei t it ſit 4 — 4—— — — — — — — — — 1 duh — — — 4) deine Gi ceer Hiffemi Biſt dhuſt t unftes inderbar i r letzten on 3 finden, li di offene ge D in ohr h „Nat n. Treue t r auch fern — —— ——— — Gebet eines Waiſen. 293 mit deinem Namen und mit deiner Hilfe und lenke ſeine(ihre) Schritte von Jahr zu Jahr zur ſeligen Ewigkeit um Jeſu Chriſti willen. Amen. A. Pregizer. Gebet eines Waiſen. Mein Vater und meine Mutter veoläſſeu mich, aber der Herr nimmt mich auf. Pſ. 27, Ja, mein Gott, das iſt mein Troſt, daß; du mich aufnimmſt und daß ich Zuflucht finde bei dir, weil mich Vater und Mutter verlaſſen haben. Ach, es iſt wohl ſchwer, Vater und Mutter zu verlieren. Kein Menſch erſetzt mir, was ich an meinen lieben Eltern hatte. Keiner wird mich lieben, wie ſie mich liebten.— Doch was ich bei Menſchen nicht finde, das finde ich bei dir, du Vater der Waiſen! Du hätteſt mir nicht die Eltern genommen, wenn du nicht hätteſt ihre Stelle bei mir verſehen und ſelbſt als Vater für mich ſorgen wollen. Ja, du biſt mein rechter Vater und ich habe das große Glück, in Jeſu Chriſto dein Kind zu heißen. Da kann ich ja nicht verlaſſen ſein. Denn du, Allmächtiger, der du alles kenneſt, haſt mich viel lieber, als mich Vater und Mutter lieben konnten. Bewahre mich nur, daß ich dich nie vergeſſe; dann würde ich freilich wahrhaft verlaſſen ſein. Nein, mein Vater, ich will bei dir meine Hilfe ſuchen, will gern auf deine Vater⸗ ſtimme merken und deine Gebote halten; dann 294 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. kann ich ruhig dir alle meine Wege befehlen. Du leiteſt mich nach deinem Rate und nimmſt mich endlich mit Ehren an. O wie herrlich iſt die Hoffnung, einmal dorthin zu kommen, wo du mir ein ewiges Erbe bereitet haſt. Da giebſt du mir auch meine lieben Eltern wieder. Welche Freude, wenn wir dort einander wieder finden, um miteinander ewig zu leben und ewig ſelig zu ſein. Dieſe Freude haſt du, Herr Jeſu, mir mit deinem blutigen Tode erworben. Wie teuer iſt dir meine herrlichſte Hoffnung, mein lieblichſter Troſt, mein größtes Glück, worauf ich mich ſchon jetzt herzlich freue, zu ſtehen gekommen! Darum biſt du wert, daß ich dich über alles liebe, dir mein Herz zu eigen gebe und dir als meinem Herrn in allen Stücken gehorche. Das iſt auch mein beſter, heiliger Vorſatz, den ich hier vor deinem Angeſichte erneuere. Und da du mir das Wollen gegeben haſt, ſo ſchenke mir auch nach deiner Gnade das Vollbringen und ſei mit deiner Kraft in meiner Schwachheit mächtig. Wohlan; ich trachte zuerſt nach deinem Reiche und nach der Gerechtigkeit, die vor dir gilt, und da weiß ich auch und glaube es gewiß, daß mir eine zeit⸗ liche Not nicht zufallen wird, weil du mich nicht verlaſſen noch verſäumen kannſt. Amen. F. K. Krüger. ——— —————— *——————— —————— —— — — — — — — —— — — ——— — — ——— ——— —— —.—— Z —— — — —— 5 ——— — —y ur widd in 1 nd euih 3 — 1. Vi 2 1 3 14h . Da ül Jen ich hen 1) da un — nit adr nd ſii nüi 3 rir Deil d 9 Arhen gzen. F. K 11 1. Am Konfirmationstag. Morgengebet am Konfirmationstag. Wer mich bekennet vor den Menſchen, den will ich bekennen vor meinem himmliſchen Vater. Matth. 10, 32. Gnädiger, barmherziger Gott und Vater! Deinem heiligen Namen ſei Lob, Preis und Ehre, daß du bisher geholfen und dieſen teuren Segens⸗ tag mich haſt erleben laſſen. Lobe den Herrn meine Seele, und was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen! Große Dinge haſt du an mir gethan, du treuer Gott; was du mir in der heiligen Taufe zugeſagt haſt, das haſt du mir treulich gehalten, und willſt es mir nun heute aufs neue zuſichern. O Herr, mache mir dieſen Tag zu einem Segenstag auf Zeit und Ewigkeit; ſiehe nicht an meine große Unwürdigkeit, gedenke nicht meiner Sünden und Thorheiten. Um meines Heilandes willen ſieh mich an als dein Kind, das in ſeiner Armut vor dich kommt und gerne reich werden möchte durch die Güter deines Heils. O laß alles mir gelten, was Jeſus am Kreuze erworben hat; ſeine Gerechtigkeit iſt heute mein ſchönſter Sohmuc, ohne den ich nicht vor dir er⸗ ſcheinen dürfte; darum wolleſt du ſelbſt mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Ge⸗ rechtigkeit mich kleiden. O treueſter Jeſu, nimm mich auf in deine Gemeinſchaft, ſei mir der Weg zum Vater; hilf mir überwinden die Welt mit all ihren Verſuchungen und verleugnen mich ſelbſt, daß ich mein Fleiſch kreuzige ſamt ſeinen 296 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. Lüſten und Begierden. Wirf alles Vergangene, das gegen mich zeugt, in die Tiefe des Meeres, und heilige mich durch und durch, daß ich mit allen Kräften des Leibes und der Seele dir danke, und dich verherrliche mit all meinem Wan⸗ del. Wenn ich heute abſage dem Teufel und cl ſeinen Werken und Weſen, der Pracht und Eitel⸗ keit der gottloſen Welt und allen ſündlichen Lüſten des Fleiſches, ſo ſchenke du mir Kraft, das treulich zu halten; und wenn ich mich ver pflichte, dir und deinem himmliſchen Vater zu dienen mein Leben lang, ſo ſtärke mich dazu duuch deinen heiligen Geiſt. Segne heute all' mein Beten, Singen und Anhören deines Wortes; gieb mir beſonders in der Kirche recht tiefe Eindrück e, daß ich das, was ich höre, auch verſtehe, tief in mein Inneres präge und in einem feinen, guten Herzen behalte. Behüte mich vor aller Zerſtreuung und Mißſtimmung, vor Schüchternheit, Eitelkeit und anderen Störungen; laß meine Seele ganz auf dich gerichtet ſein, und wenn ich auf mein heiliges Gelübde die Hand gebe, ſo ſchlage du mit ein, und verſichere und beſtätige mir deinen teuren Gnadenbund. Wenn mir die ſegnende Hand aufgelegt wird, ſo lege auch du deine un⸗ ſichtbare Gnadenhand mir auf, und gieb mir deinen göttlichen Segen für Zeit und Ewigkeit, und fülle mich mit allerlei Gottesfülle, daß dein Leben und dein Geiſt in mich komme, und ich dir allein zur Ehre lebe, leide und ſterbe, damit ———-—— —— — —— ———— ten d. efe des Nen racht m allen ſändlin 1 1 du nir ar tliſchen Van, ärke mih n r verſtehe, ij k m feinen ſ aaller Jeritu 6 „ rnhett, bil kn feine Si ⸗ i ich afr Ce, ſo ſühl 8 citige nii „ esfüle, d „ komune, n 3 dun ich nihe ind ſterde Am Konfirmationstag. 297 ich in meiner letzten Todesſtunde freudig und getroſt ſprechen möge: Herr Jeſu, dir leb' ich, dir leid' ich, dir ſterb' ich, dein bin ich tot und lebendig, mach mich, o Jeſu, ewig ſelig! Amen. ve. M. S. C. Kapff. Chriſtliche Entſchließungen am Tage der Konfſirmatioin. Meiſter, ich will dir folgen, wo du hingeheſt. Matth. 8, 19. Dei mir geſegnet, heiliger Tag meiner Kon⸗ firmation, der mir als einer der wichtigſten mei⸗ nes Lebens unvergeßlich ſein ſoll. Ich lege heute das feierliche Bekenntnis ab, daß ich Jeſu gött⸗ liche Lehre für mein teuerſtes Kleinod halte. Ich gelobe heute, daß ich die Bibel als die einzige Richtſchnur meines Glaubens, als die feſteſte Stütze meiner Gottſeligkeit verehren will. Ich gelobe heute, allem Leichtſinn zu entſagen und ſo zu denken und zu leben, wie es ſich für Chriſten ziemt, die Gott als ihren Vater lieben, die wiſſen, daß ſie durch den eingeborenen Sohn Gottes teuer erlöſet ſind, um der Sünde abzuſterben, der Ge⸗ rechtigkeit zu leben und ſich vom Geiſte Gottes leiten und regieren zu laſſen. Das bekenne und gelobe ich vor Gott, dem Allgütigen, der ſich ſeit Beginn meines Daſeins ſo väterlich an mir ver⸗ herrlicht hat und deshalb die gerechteſten An⸗ ſprüche auf meine Dankbarkeit und Gegenliebe 298 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. machen kann. Das bekenne und gelobe ich vor Gott dem Allwiſſenden und dem Allmächtigen, deſſen Blick bis in das Innerſte des Herzens dringt, der wohl weiß, ob ich es redlich meine, und in deſſen Hand mein ganzes Schickſal liegt. Das gelobe ich vor Gott, dem gerechten Richter, der an jenem großen Tage über die Erfüllung meiner Gelübde Rechenſchaft verlangen wird und mich verurteilen oder begnadigen kann. O wie könnte ich es wagen, mit einem zerſtreuten, eit⸗ len Herzen vor dem Angeſichte meines Vaters, meines Wohlthäters und meines künftigen Rich⸗ ters zu erſcheinen! „Herr, wohin ſoll ich gehen, du haſt Worte des ewigen Lebens! Ich habe geglaubt und er⸗ kannt, daß du biſt Chriſtus, der Sohn des leben⸗ digen Gottes!“ Dieſe Ueberzeugung ſollet ihr mir nicht rauben, die ihr im Dünkel hoher Weis⸗ heit die Bibel und das Chriſtentum verachtet und behauptet, daß ihr derſelben nicht bedürfet. Meine chriſtlichen Ueberzeugungen ſollet ihr mir nie ent⸗ reißen, die ihr mit frecher Stirne das verläſtert, was mir und allen wahren Chriſten heilig iſt. Weder Beifallsbezeugungen noch Tadel, weder Lockungen noch Drohungen, weder Spott noch Schmeicheleien ſollen mich verblenden. Ich will ſtets ein feſtes Vertrauen auf die Untrüglichkeit des Evangeliums behaupten. Ich will es nie vergeſſen, daß nur bei Jeſu Heil zu finden und daß kein anderer Name, darinnen wir ſollen ſelig 3 d Stjtilks erecten Ritn 3t die Eri Wangen widu „ kann. Du⸗ Seglau (Sohn del r dl ung ſäl kel hohe = m veutt bedürft. Tihr nite 1 1 1 6 6 Am Konfirmationstag. 299 werden, den Menſchen gegeben iſt, als der Name Jeſu. Halte mich, o Jeſu, feſt an deiner Hand und leite mich einſt zum Himmel! Und um ſtets meinen Glauben an dich zu befeſtigen, will ich aufmerkſam und fleißig in dem Worte Gottes forſchen und in der Verſammlung der Gläubigen mich gerne einfinden. Ich will auf die göttlichen Wirkungen des Evangeliums achten und mein Herz der Kraft und Wahrheit öffnen, auf daß ich die Tiefen des väterlichen Ratſchluſſes Gottes immer mehr ergründen, meinen Erlöſer und den Gnadenbeiſtand des heiligen Geiſtes immer mehr ſchätzen, auf meine Pflichten und meine Beſtim⸗ mung immer mehr achten lerne. Was würde es mir helfen, wenn ich von der chriſtlichen Lehre keine Anwendung auf meinen Wandel machen wollte? Darum will ich über meine Seele wachen und mich vor dem Allwiſſenden an jedem Tage zur ſtrengen Rechenſchaft über mein Verhalten ziehen. Mein Lebenlang will ich Gott vor Augen und im Herzen haben und mich hüten, daß ich in keine Sünde willige, noch thue wider die Gebote meines Gottes. Ich will Gott mehr gehorchen, als den Menſchen. Ich will den erſten Fehltritt meiden und alle Lockungen zum Böſen ſtandhaft von mir weiſen. Wie ſollte ich ein ſolch groß Uebel thun und wider den Herrn, meinen Gott, wider den Vater meines Lebens, wider Jeſum, meinen Erretter, ſündigen? Und wenn ich mich aus Leichtſinn und Unerfahrenheit verirre, ſo will 300 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. ich den erſten Regungen des Gewiſſens folgen und voll Scham und Reue zu meinem Herrn zu⸗ rückkehren. Ja, mit einem unveränderlichen Eifer will ich aus Liebe zu Gott und Jeſu jede Pflicht erfüllen, die ich heute übernehme. Ich will unter dem kräftigen Beiſtande des heiligen Geiſtes ſtets ein Leben in aller Gottſeligkeit und Ehrbarkeit führen. Es ſei und bleibe mein eifrigſtes Be⸗ ſtreben, das Gute zu wirken, ſo lange es Tag iſt; Gott über alles zu lieben und meinen Näch⸗ ſten als mich ſelbſt; Treue zu beweiſen in dem Berufe, den mir der himmliſche Vater angewieſen hat, nach allen meinen Kräften die Wohlfahrt meiner Brüder zu befördern; durch meine Sanft⸗ mut und Demut, durch meine Selbſtverleugnung und Geduld zu zeigen, daß ich ein würdiger Be⸗ kenner des Namens Jeſu ſei. Nichts ſoll mich je von ſeiner Liebe trennen. Ich will wachen, kämpfen, beten und im thätigen Glauben an Jeſum beharren, bis ſich Leib und Seele ſcheiden! Wenn der leichtſinnige Weltmenſch im Tau⸗ mel ſinnlicher Zerſtreuung für die Freuden der Sünde die Ruhe ſeines Herzens hingiebt, ſo ge⸗ nießt dafür der Jünger Jeſu die wahren Freuden der Gottſeligkeit und des Bewußtſeins der Gnade Gottes. Wenn jener Fluch und Verderben auf ſich häuft und um ſich her verbreitet, ſo bringt dieſer Früchte des Geiſtes. Wenn jener im Ge⸗ dränge des ſelbſtverſchuldeten Elends mutlos ver⸗ zagt, ſo nimmt dieſer mit Dank und kindlicher ten. . ein eiftiſts ebeweiſen un 8 6 Gater cngenit Selbſtwerleun „ win würdint ¹ Nichts ſoli zch wil wn —ien Glalan d Seeleſtin 1 Itmenſch ud 2 die Frau ¹ hingitt w rreittt ſt znn jeuer 9 — Seviſene fih Am Konfirmationstag. 301 Ergebung die Leiden an, die ihm ſein Vater ſendet, zuverſichtlich überzeugt, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Beſten dienen müſſen. Wenn jener voll Verzweiflung ſtirbt, ſo dankt in ſeiner letzten Stunde der Nachfolger Jeſu ſeinem Gott, daß er ihm den Sieg gegeben hat durch Jeſum Chriſtum. O wie könnte ich einen Augenblick Bedenken tragen, ob ich Segen oder Fluch, Leben oder Tod erwählen ſollte! Wie, ich ſollte je ein Verächter, ein Feind, ein Spötter der Lehre werden, die ich heute mein höchſtes Kleinod nenne? Ich ſollte je meinem heiligen Gelübde durch meinen Wandel Hohn ſprechen? Ich ſollte meine Unſchuld, meine Ruhe, die Hoffnung der Meinigen, meine Wohlfahrt auf der Erde und meine Seligkeit freventlich zer⸗ ſtören? Ich ſollte mir Schrecken und Angſt auf die große ſchwere Stunde häufen, in welcher meine Seele einſt mit dem Tode ringt? Ich ſollte es durch meinen Leichtſinn und durch meine Pflicht⸗ vergeſſenheit verſchulden, daß meine Lehrer, meine Eltern, die heute meine heiligen Gelübde hören, am jüngſten Tage auftreten müßten, um mit blutendem Herzen wider mich zu zeugen? Heiliger dreieiniger Gott, ſegne du mich; hilf mir mein Leben einrichten nach deinen Geboten, und Glauben halten bis ans Ende, daß mir bei— gelegt werde die Krone der Gerechtigkeit und ich mit der Schar der Erlöſten einſt eingehen dürfe in meines Herrn Freude! Amen. Nach John. 302 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. Abendgebet am Konfirmationstag. O mein gnädiger Gott und Vater, von gan⸗ zem Herzen danke ich dir, daß du heute ſo große Barmherzigkeit an mir gethan und mich in deinen teuren Gnadenbund aufgenommen haſt. Dafür will ich dich loben, mein Gott, immer und ewig— lich. Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geiſt freue ſich Gottes, meines Heilandes, denn er hat große Dinge an mir gethan, er, der da mächtig und deſſen Name heilig iſt und deſſen Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten! Beweiſe das auch an mir, gnädiger Gott und Heiland! Laß mir den heutigen Tag einen reichen Segen bringen für Zeit und Ewig⸗ keit; befeſtige meinen Willen und meine Gedanken, daß ich lebe als dein Eigentum und hilf mir durch deinen heiligen Geiſt alles, was ich heute gelobet, treulich zu halten und von dem Bunde, den ich mit dir geſchloſſen, niemals abzufallen. Ach, ſo viele können nur mit Schmerz und bit⸗ terer Reue auf ihre Konfirmation zurückblicken, ſo viele müſſen nach kurzer Zeit mit Schande ge⸗ ſtehen, daß ſie die Verſuchungen nicht überwunden und ihr Gelübde nicht gehalten haben. Vor ſol— chem Abfalle wolleſt du mich in Gnaden bewah— ren und mich erfüllen mit deinem heiligen Geiſt, damit mich nichts von dir ſcheide, ſondern ich in dir allezeit meine höchſte Freude und mein höchſtes Gut finde. Außer dir iſt ja doch kein Friede iten z. für bei din⸗ an nit, ni 4 ten heutigt” r geit wir meine Gaͤr eim und iifr em heilhn de, ſoin und mat Am Konfirmationstag. 303 und keine Ruhe, ohne dich iſt alles finſter und alle ſelbſtgemachten Wege ſind nur die des Ver⸗ derbens. Darum erhalte mich nur in deiner Liebe, o treueſter Heiland, bewahre mir alle die Heils⸗ güter, die du mir an deinem Kreuze erworben und heute verheißen haſt. Laß auch meinen äußeren Lebensgang glücklich ſein, regiere alle meine Schritte durch deine allmächtige Gnade; hilf, daß Freud und Leid mir zu reichem Segen gereichen und alle Dinge mir zum Beſten dienen. O Herr, führe mich auf den Weg des Friedens, und durch dieſe Zeit in Glauben, Liebe und Hoff⸗ nung zur ſeligen Ewigkeit. O heiliger Vater, erbarme dich meiner! O du barmherziger Hei⸗ land, bedecke mich mit deinem heiligen Verdienſte! O heiliger Geiſt, laß dein Licht allezeit hell in mir leuchten und leite mich zu deiner Wahrheit! Amen. M. S. C. Kapff. Gebet des Vaters oder der Mutter am Konfirmationstage eines Kindes. Gelobet ſei der Herr, daß er hat eine wunderliche Güte an mir erwieſen. Pſ. 31, 22. Pater im Himmel, mit tiefbewegtem Gemüte trete ich heute vor den Thron deiner Gnade. Das Kind, welches du mir geſchenkt haſt und dir ſchon durch die heilige Taufe geweiht worden iſt, 304 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. wird heute aufs neue dir und deinem Sohne Jeſus Chriſtus geweiht. Nimm, gnädiger Gott, meinen demütigen Dank für die Treue und Barm⸗ herzigkeit, die du an dieſem Kinde vom erſten Augenblicke ſeines Lebens an und ebendamit auch an mir gethan haſt; denn durch deine allmächtige Güte iſt es im Laufe von vierzehn Jahren vor tauſendfachen Gefahren, die ſein Leben und ſeine Geſundheit bedrohten, beſchützt worden; dadurch haſt du große Sorgen von den Herzen der Eltern genommen. So empfange ich heute dieſes Kind als neugeſchenkt aus deiner Hand; aber du, treuer Vater und Erzieher aller Menſchen, haſt nicht nur für das leibliche, ſondern auch für das geiſt⸗ liche Wohl dieſes Kindes geſorgt. Du haſt es unterrichtet werden laſſen in dem, was für Zeit und Ewigkeit nötig und heilſam iſt. Du haſt durch dein Wort und Evangelium manches Saat⸗ korn des Wahren und Guten in ſeine zarte Seele gelegt und durch deinen Geiſt ſo manche gute Gedanken und fromme Entſchließungen in ſeinem Herzen geweckt. Gedenke, Vater, nicht der Sün⸗ den ſeiner bisherigen Kindheit und Jugend, ſon⸗ dern laſſe es um Jeſu Chriſti willen, den es heute als ſeinen Erlöſer und Verſöhner bekennt, Ver⸗ zeihung bei dir finden. Vergieb auch mir alle Verſäumniſſe und Fehler bei ſeiner Erziehung und Bildung; mache du nach deiner allerbarmen⸗ den Liebe wieder gut, was ich durch unzeitige Strenge oder Nachgiebigkeit, durch Unachtſamkeit ————— —=——— — — — — — en z. deinen Sah .e eu d niͤdige ge eue und Im de von ein ebendanitg deine alniti ahn Jätrmn Leben udſ kvorden, din rerzen der Ein Eute dieſes waber di m i mantee ſeine zute ſſo mande zungen inſi⸗ nicht das jind Jugen len, den h er betent 9 3 6 3 9 eb auchn 1 1 Am Konfirmationstag. 305 oder Mangel eines guten Beiſpiels verdorben habe. Laß den Tag der Erneuerung ſeines heiligen Taufbundes für mein Kind ſegensvoll für Zeit und Ewigkeit werden und ſchenke ihm aufs neue die ganze Taufgnade. Präge ihm heute tief ein, welches Glück es ſei, ein Erlöſter Jeſu Chriſti, ein Bekenner ſeines Evangeliums, ein Mitglied ſeiner Gemeinde zu ſein. 9 kache ſeinem Herzen den Segenswunſch, der am Altare über ihm aus⸗ geſprochen wurde, unvergeßlich und nimm es aufs neue in deine gnädige Obhut und Leitung. Wache über ſeine, durch das teure Blut deines Sohnes erkaufte Seele, daß ſie nicht durch die Lüſte der Jugend entweiht und befleckt werde, und bewahre es vor der Verführung der Welt und ſeines eigenen Herzens. Schließe heute den Himmel, deſſen Seligkeit ihm dein Sohn Jeſus Chriſtus erworben hat und für welchen es geweiht wird⸗ ſeinem inneren Auge auf, damit es dieſen Him⸗ mel ganz in ſein Herz aufnehme und den großen Zweck, hienieden für die Ewigkeit zu leben, nie aus den Augen verliere. Ja, ich übergebe heute dir und deinem Sohne Jeſus dies mein liebes Kind. Heilige es an Geiſt und Leib, damit es unſträflich erfunden werden möge am Tage des Gerichtes. Mir aber ſchenke Kraft und Weisheit, die ferneren Jahre ſeiner Jugend mit deinem Beiſtande ſo zu leiten, daß es zu deinem Wohl⸗ gefallen reifer an Verſtand und feſter in allem Guten werde. Gefällt es früher oder ſpäter Alles mit Gott. 20 * 306 Gebete für beſondere Zeiten ꝛe. deiner Weisheit und Liebe, das irdiſche Band zwiſchen mir und meinem Kinde durch den Tod zu trennen, ſo bereite mich und mein Kind ſo für die Ewigkeit, daß ich einſt mit Freudigkeit vor deinem himmliſchen Throne ausrufen möge: Siehe, Herr, hier bin ich und das Kind, das du mir gegeben haſt! Laß auch mir, dreieiniger Gott, meinen hei⸗ ligen Taufbund heute aufs neue wichtig werden und es meine vornehmſte Sorge ſein, mich ſelbſt und das Kind, das du mir anvertraut haſt, der ewigen Seligkeit teilhaftig zu machen. Amen. Flatt. Gebet eines Jünglings oder einer Jungfran. Deine Augen ſind rein, daß du übles nicht ſehen magſt. Hab. 1, 13. O Gott, der du uns durch deinen Sohn be⸗ lehret haſt:„Selig ſind, die reines Herzens ſind, denn ſie werden Gott ſchauen,“ bewahre mich vor jeder Verſuchung und Lockung, vor jedem böſen Reize und vor der Gelegenheit, die Reinheit des Herzens zu verlieren. Gieb, daß ich mit unge⸗ trübtem Bewußtſein und ruhigem Gewiſſen und voll Vertrauen und frohem Mute mich meinem Berufe widmen möge, durch Jeſum Chriſtum, deinen Sohn, unſern Herrn. Amen. — — — —— ʃ— —— — — — — — — —— — —.,— — — — — —— ten de. z iddiſce ae dunc dadh mein gin mit Freudin zott, meinen e wichig unn ſein, mihſh rertraut hi nuachen. Aua Mh einer Junſt 1 übles nit deinen Ein ues Herjnii hewahre M 8 vor jeden i die Rintin ß ich nim. m Geriſuc 1 * tte ni n. zeſum Gre Amen. — „ 5 Bei der Verlobung. 307 Gebet bei der Verlobung. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen! Pſ. 118, 25. Lieber himmliſcher Vater, der du überſchweng⸗ lich thueſt über all' unſer Bitten und Verſtehen, wir lobſingen deinem Namen, daß du unſre Seelen zuſammengeführet haſt und uns mit einander auf ewig verbinden willſt. O wie ſelig ſind wir in dir, wie haſt du durch deine wunderbare Vater⸗ liebe uns ſchon auf dieſer Erde eine Ahnung des Himmels geſchenkt! Denn lieben und geliebt werden, iſt der Himmel ſchon auf Erden. Darum danken wir dir aus allen Kräften und preiſen dich für die gnädige Führung, durch welche du unſre Herzen zuſammengebracht und verbunden haſt, daß wir einander heute vor unſern lieben Eltern und Freunden das feierliche Verſprechen ewiger Treue geben dürfen. O verleihe uns da⸗ zu deinen göttlichen Segen. Sei du allezeit das Band unſrer Herzen, damit wir Eins ſeien in dir; heilige unſre Liebe, hilf, daß wir dich über alles lieben, weil du allein vollkommener Liebe würdig und aller wahren Liebe Huell und Ziel biſt. Ja, erfülle an uns deine Verheißung, da du ſprachſt:„Ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barm⸗ herzigkeit, ja im Glauben will ich mich mit dir verloben, und du wirſt den Herrn erkennen.“ Das thue an uns, o du gnädiger und barmher⸗ ziger Gott, damit wir in der Liebe zu dir für 20* 308 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. unſer ganzes Leben die Kraft einer ewigen, dir wohlgefälligen Liebe gegen einander haben mögen und ſo mit dir und dann durch dich mit einander auf ewig verlobt ſeien in Chriſto Jeſu, unſrem Herrn. Hilf, daß unſre Liebe uns niemals hin⸗ derlich werde in dem Einen, was not thut, damit wir ſtets und unverrückt bleiben in Gehorſam deiner Wahrheit und in Erfüllung aller unſrer Pflichten. Bewahre uns vor aller Leidenſchaft der Natur, vor Selbſt⸗ und Menſchenvergötterung, damit wir einander nicht höher achten und lieben, als dich. O Herr, ſei uns allezeit nahe mit deiner Hilfe, ſtärke uns, das Verſprechen, das wir ein⸗ ander gaben, treulich zu halten, damit auch durch uns und unſre Verbindung dein großer Name verherrlicht werde. So mache denn unſre Ver⸗ bindung zu einer wahren Segensquelle für unſer ganzes Leben und hilf, daß wir einſt vor deinem Throne uns darüber freuen dürfen. Wehre dem böſen Feinde, uns zu ſchaden und unſre Liebe zu ſtören; beruhige alle, die etwa über unſre Ver⸗ bindung böſe oder neidiſch ſind. Laß uns mit einander Gnade finden vor dir und den Menſchen. O gnädiger Vater, dein Segen begleite uns allenthalben und alle Zeit. O treueſter Heiland, deine Liebe erfülle uns und führe uns durch dieſe Welt hindurch in deinen Himmel. O hei⸗ liger Geiſt, regiere all' unſre Sinne und Wünſche; deine Kraft durchdringe uns mit göttlichen Lebens⸗ kräften und dein Licht erhelle unſer ganzes Leben, —————— —————— ———— ten ꝛc. iner ewigen derh dbenn rü iich mit enne to Jeſr, wie d6 uui i 4 wea ni Gebet der Verlobten. 309 bis wir mit allen Engeln und Auserwählten dich anbeten werden im Heiligtume. Amen! S. C. Kanſf. Gebet der Perlabten. Des Menſchen Herz ſchlägt ſeinen Weg an, aber der Herr allein giebt, daß er Nrtdehe Spr. 16, 9. Herr unſer Gott, du haſt die Menſchen aus einem Blun herſtammen laſſen und ſie durch die Bande des ehelichen Lebens miteinander vereinigt, damit ſie einander lieben, einander helfen und dienen und ſich gemeinſchaftlich die Beſchwerden und Arbeiten des mühevollen Lebens erleichtern möchten. In dieſer gütigen und weiſen Abſicht haſt du auch mich mit einer geliebten Perſon verbunden und willſt, daß wir einander mit reiner Liebe und unverletzter Treue zugethan ſein ſollen. Bald werden wir es vor dem Altar feierlich ge⸗ loben, dieſe Liebe und Treue uns gegenſeitig auf lebenslang beweiſen zu wollen. O laß es uns recht überlegen, welch' wichtige Pflichten wir fortan auf uns nehmen wollen! b Für uns allein ſind wir freilich viel zu ſchwach, unſern künftigen Eheſtand ganz nach deinem Willen fühten zu können. Darum blicke du mit Gnade und Barmherzigkeit auf uns herab und verleihe uns deinen heiligen Geiſt, damit wir ſtets allen deinen Geboten nachleben und nichts anderes thun, als was dir gefällig iſt. Verbinde 310 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. uns immer mehr in Einigkeit und wahrer Liebe miteinander, laß uns Ein Herz und Eine Seele ſein, und gieb, daß wir durch ein friedliches, arbeitſames, frommes und gottſeliges Leben jeder⸗ mann erbauen und niemanden ein Aergernis geben. Erfreue uns mit deinem Segen an Leib und Seele und thue uns wohl mit deiner Kraft und Gnade. Sollen wir aber Widerwärtigkeiten und Trüb⸗ ſale in dem Lauſe unſres Eheſtandes erfahren, ſo erleichtere uns die Laſt derſelben dadurch, daß du uns Hoffnung und Zuverſicht zu dir, unſrem gütigen himmliſchen Vater, ins Herz giebſt, und die Verſicherung, daß uns alle Dinge zum Beſten * dienen müſſen. Gott, der du uns verbunden haſt, Erleichtre uns des Lebens Laſt; Gieb, daß kein Segen fehle. Laß uns nie unſern Bund entweihn; Keuſch laß uns, friedſam, zärtlich ſein, Ein Herz und Eine Seele! Heil'ge, heil'ge, Gott der Liebe, unſre Liebe! Deine Gnade führ' uns ſtets auf ebnem Pfade! Amen. Gebet am Cranungstage. Hilf uns, Herr, unſer Gott; denn wir verlaſſen uns auf dich. 2. Chron. 14, 11. Herr, unſer Gott, du unſre Hilfe und unſer Troſt in Ewigkeit! Siehe in Gnaden auf uns ——— —— — —— ————————————— —————— ———.,— — ——— ———— —— —— —— —— een zc. d wahrer ai und Eineen ein ſraͤl ges⸗ Chben ji — dit td mnh 3 eiten und di landes eiih — — ühn; t ſein, inſre Liebe 4ι u N — ztage. ¹h wir derkſat Hiffe un m „Jnadel! LI Am Trauungstage. 311 herab, die wir nach deiner heiligen Ordnung den Bund der ehelichen Liebe und Treue ſchließen wollen(geſchloſſen haben). Segne du unſern Eingang und Ausgang, und leite uns durch deinen heiligen Geiſt alſo, daß dein guter und gnädiger Wille in allen Stücken an uns geſchehen möge. Gieb, daß unſre Seelen vereinigt werden in Chriſto Jeſu zu Einem Sinn durch die Liebe, die da iſt das Band der Vollkommenheit. Er⸗ wecke uns durch deinen Geiſt, daß wir das Wort Chriſti reichlich unter uns wohnen laſſen und in allen Dingen unſer Anliegen im Gebet und Flehen mit Dankſagung vor dich bringen. Wehre dem böſen Geiſt der Uneinigkeit und Zwietracht, und ſchenke uns von oben Weisheit und Milde, einander in Geduld zu vertragen. Fördere das Werk unſrer Hände und ſegne bei treuem Be⸗ rufsfleiß unſre Nahrung. Hilf, daß auch unſer Kreuz und unſre Trübſal durch Buße, Glauben und Geduld zu einem bleibenden Segen für uns ausſchlagen mögen. Mache unſer Haus und Herz zu deiner Wohnung, und gieb, daß wir beide darauf bedacht ſein mögen, wie eines das andere mit ſich in den Himmel bringe. Und wann wir unſer Tagewerk vollbracht und Glauben gehalten haben bis ans Ende, ſo führe du uns einſt aus dieſer Pilgerſ chaft in dein himmliſches Vater⸗ dne zur ewigen Seligkeit um Jeſu Chriſti willen. Amen, Württ. Kirchenbuch. 312 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. Gebet am jährlichen Gedächtnistag der ehelichen Verbindung. Des Herrn Rat iſt wunderbar, und führet es herr⸗ lich hinaus. Jeſ. 28, 29. So rufe ich, himmliſcher Vater, heute mit Freudigkeit und voll des herzlichſten Dankes aus. Wunderbar war dein Rat über mich in meinem ganzen bisherigen Leben. Beſonders wunderbar war dein Rat in der mir zum Segen beſtimm⸗ ten Verbindung mit dem beſten Gatten(der beſten Gattin), mit welchem(welcher) mich deine Liebeshand heute vor.. Jahren durch unauf⸗ lösliche Bande vereinigt hat. Ja, durch deine zärtliche Vaterliebe ward mir das unausſprech⸗ liche Glück einer frommen Ehe zu teil; deine Weisheit führte mich auf ſo manchen verborgenen, oft auch dornigen, allezeit aber heilſamen Wegen zu meiner Beſtimmung; deine Macht räumte alles weg, was mich hindern konnte, glücklich zu wer⸗ den. Ewiger Dank ſei dir für deine weiſen Führungen und für ſo manchen Segen, den du uns beſcheret, für ſo manches Kreuz, das du uns auferleget, für ſo manche Hilfe und Errettung, die du uns erwieſen haſt! Wie ſoll ich dem Herrn vergelten alle ſeine Wohlthaten, die er an mir gethan hat und noch thut? Ich bin zu geringe der Treue, die du, Herr, an mir gethan haſt. Das große Gut einer zufriedenen Ehe haſt du mir gewährt; dafür kann ich dir nicht würdig — — — ¶———,—— ———— —— ——— —— —³— —— en zc. tnicng d n. d fihrt aſ ter, heut m en Dankesm nich in min ders wundett Segen beſinr n Gättan ſ durch ue Ja, duwt i as unauäſeth zu teih d een verborynn eilſanen w ct riunkh glückih un r deine ui Segen, Rt die a ut bin uin en Ehe h ir nict 4 Gebet chriſtlicher Eheleute. 313 genug danken, du liebreicher, treuer Vater! Und hätteſt du, o Gott, mir nicht das Leben meines teuren Gatten(meiner teuren Gattin) erhalten, wie könnte ich heute ſo fröhlich ſein? So treten wir nun, o Gott, durch deine Vaterhand geleitet, das.. Jahr einer beglückten Ehe an. Deine große Güte, welche wir heute preiſen, werde uns mit jedem Tage neu! Erhalte uns beide in deiner Gnade und in herzlicher Liebe gegen einander. Dein guter Geiſt führe uns auf der ebenen Bahn eines rechtſchaffenen Chriſten⸗ tums; er gebe uns Kraft, die Beſchwerlichkeiten des häuslichen Lebens zu überwinden; er regiere — uns, daß wir mit Troſt, Rat und That einan⸗ der beiſpringen, unſere Schwachheiten und Ge⸗ brechen mit Geduld vertragen und durch ſanft⸗ mütige Beſtrafung unſere Beſſerung ſuchen. Ja, hilf uns, daß wir hienieden fromm leben, der⸗ einſt ſelig ſterben und droben dir dafür danken können, daß dein Rat über uns ſo wunderbar geweſen und du alles ſo herrlich hinausgeführt haſt. Amen. e Nach Ries. 1 Gebet chriſtlicher Ehelente. Laß deine Augen offen ſtehen über das Haus Nacht und Tag. 1. Kön. 8, 29. Barmherziger, gnädiger Gott, leeber Vater, edu haſt uns nach deinem gnädigen Willen und 314 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. deiner göttlichen Vorſehung in den heiligen Ehe⸗ ſtand geſetzt, um nach deiner Ordnung darin zu leben; darum erfreuen wir uns auch deines Segens. Ach lieber Gott, laß uns allezeit in deiner göttlichen Furcht mit einander leben; denn wohl dem, der den Herrn fürchtet und Freude hat an ſeinen Geboten. Laß uns vor allen Dingen dein Wort ehren und gerne hören, uns in Frieden und Einigkeit lieben, damit wir dir und den Menſchen gefallen mögen. Laß uns in Zucht und Ehrbarkeit bleiben, damit in unſrem Hauſe Ehre wohne und wir einen ehrlichen Namen behalten. Gieb Gnade, daß wir unſre Kinder in deiner Furcht und in der Ermahnung deines Wortes auferziehen; ſchenke ihnen ein gehorſames Herz, auf daß es ihnen wohl ergehe und ſie lange leben auf Erden. Gieb uns auch das tägliche Brot und ſegne unſre Nahrung. Bewahre unſer Haus, unſer Hab und Gut vor allem Unglück; denn alles, was wir haben, haſt du uns gegeben, da⸗ rum wolleſt du es auch gnädig ſchützen. Gieb uns auch, lieber Gott, frommes und getreues Geſinde und bewahre uns vor ungetreuen Dienſt⸗ boten, denn du ordneſt und regiereſt alles und biſt Herr über alles, belohneſt alle Treue und Liebe und beſtrafeſt alle Untreue. Und wenn du uns Kreuz und Trübſal zuſenden willſt, ſo gieb Geduld, uns gehorſam deiner väterlichen Prü⸗ fung zu unterwerfen. Lindre das Kreuz und verlaſſe uns nicht in unſrer Not. Fallen wir, ſo 1. heli Ce lezeit indemn en; dem ni getteuen di ſiereſt ale alle Taun ſetz erkennen und in wahrer Ehrfurcht dir dienen, Gebet des Hausvaters. 315 verwirf uns nicht, ſondern halte uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Laß uns das Zeitliche nicht höher lieben, als das Ewige; denn wir haben ja nichts in die Welt gebracht und werden auch nichts mit hinausnehmen. Darum laß uns nicht dem leidigen Geize, der eine Wur⸗ zel alles Uebels iſt, nachhangen, ſondern dem Glauben und der Liebe, und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen ſind in Chriſto Jeſu. Dreieiniger Gott, ſegne uns auf allen unſern Wegen und bewahre unſern Eingang und Aus⸗ gang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. J. Arndt. Gebet des Hausvaters. Nun ſuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß ſie treu erfunden werden. 1. Kor. 4, 2. Herr, mein Gott, du haſt alle Dinge weislich geordnet, deine Ordnung iſt es auch, daß der Mann das Haupt der Familie ſei. Darum bin auch ich dazu geſetzt, ein Haushalter zu ſein und das leibliche und geiſtliche Wohl der Meinigen auf dem Herzen zu tragen und in allen Dingen zu fördern und zu pflegen. Du haſt mir vieles anvertraut; darum gieb mir, o Gott, auch die nötige Kraft, dieſes meines Amtes in meinem Hauſe würdiglich zu warten. Laß mich dein Ge⸗ 316 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. daß ich nicht bloß fähig ſei, die Meinigen in deiner Furcht zu regieren, ſondern auch geſchickt ſei, allen denen, die im Hauſe ſind, mit gutem Beiſpiel voranzugehen. Laß mich, o himmliſcher Vater, durch deinen Sohn, meinen einzigen Hei⸗ land, zu dir kommen und gieb mir Kraft und Treue, die Meinigen in Jeſu Fußſtapfen wan⸗ deln zu lehren, daß ich einſt an dem großen Tage, an welchem ich von meinem Haushalt Rechenſchaft geben muß, getroſt vor dir erſcheinen und ſagen kann: Siehe da, ich und die Meinigen, die du mir gegeben haſt; ich habe deren keines verloren, die du mir gegeben haſt! Amen. A. Pregizer. Gebete der Eltern vor der Taufe eines 4 Kindes. 1. Laſſet die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn ſolcher iſt das Reich Gottes. Mark. 10, 14. Wir nahen uns dir, o Gott, in Dank und Andacht, weil wir heute unſer Kind zur heiligen Taufe bringen. Wir bitten dich, Herr, ſei und bleibe ihm Vater, Erhalter und Bewahrer! Je größer die Gefahren ſind, in welchen das zarte Leben ſchwebt, deſto dringender iſt unſer Flehen: Nimm des Kindes wahr, du treuer Gott! Wir legen es in deine Hände und blicken hinauf zu ten ac. ie Meiiga a en auc geſhit ſind, ni gun „ b hinnüſte en einzigen h nir kuſ n fußſtepfen m gryſen du jalt Reczenttt 6 einen udſg leinigen, vn keines vellnn, u. A Prehe Tauft än und wefttin tes. Matk 11B „ in Dutn lind zurür „ Herr,ül Tewabral elchen d r Taufgebete. dir, um deine Gnade für dasſelbe herabzurufen! Siehe, wir bringen unſer Kind in deine Gemein⸗ ſchaft zur Erlangung des ewigen Lebens. Gleich⸗ wie du ihm die leiblichen Augen gegeben, ſo be— reite in ihm den Sinn, nach welchem es künftig dich und Jeſum Chriſtum erkenne, welche Erkennt⸗ nis das ewige Leben iſt. Denn durch ihn ſind dir alle, welche getauft werden und glauben, an⸗ genehm.— Dir, Gott Sohn, bringen wir unſer Kind in der heiligen Taufe dar, dir, unſrem Erlöſer und Verſöhner. Nimm es mit Liebe und Erbarmen auf. Du ſprichſt:„Laſſet die Kindlein zu mir kommen!“ und ſegneſt ſie auch jetzt noch, du un⸗ ſichtbar gegenwärtiger, ewiger Gottesſohn, der du überall biſt, wo dein Wort vernommen wird. Wir bringen dir, Gott heiliger Geiſt, unſer Kind, dir, du Kraft aus der Höhe, du Segen von Oben! Beginne heute dein Werk an dem⸗ ſelben, durchdringe ſeine Seele, laß es rein wer⸗ den von der Sünde ſeines natürlichen Urſprunges! Das iſt heute unſer Gebet zu dir. Auf welchen Glauben unſer Kind getauft wird, in demſelben beten wir; in dem Glauben an dich, Vater, Sohn und heiliger Geiſt! Amen. 2. Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke, mein Gott, auf den ich traue, mein Schutz und mein Troſt! Ich will deinen Namen loben immer 318 Gebete für beſondere Zeiten ꝛe. und ewiglich.„Herr, was iſt der Menſch, daß du ſein gedenkeſt, und des Menſchen Kind⸗ daß du dich ſeiner annimmſt?“ Auch an dem heutigen Tage ziafäem wir es zu deiner Verherrlichung bekennen, daß wir nicht wert ſind aller Barm⸗ herzigkeit und Treue, die du an uns gethan haſt. Durch deine Gnade iſt uns ein Kind geboren, das wir für dein Reich, Herr Jeſus Chriſtus, bilden ſollen. Wir flehen deshalb heute zu dir du wolleſt dieſes neugeborene Kind deiner ſegens⸗ vollen Taufgnade teilhaftig machen; du wolleſt es aufwachſen laſſen zu deinem Preiſe und ver⸗ leihen, daß es ſtark werde im Geiſte und zu⸗ nehme an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menſchen. Ja, gütiger Gott, der du auch uns einſt burch die Taufe in die Gemeinde der Chriſten aufgenommen und uns den herr⸗ lichen Anteil an den Rechten und Hoffnung en deiner Kinder geſchenkt haſt, dir übergeben wir hiemit auch unſer Kind, mit Leib und Seele, mit allen Kräften ueß Sinnen. Begnadige es mit den Wohlthaten der Erlöſung Jeſu und leite es durch deinen Geiſt auf den Weg des Heils. Sollte es aber ſeinem Taufbunde untreu werden, ach Vater, ſo verſtoße es nicht, ſondern führe es wieder zurück und bewahre es vor der Sünde! Du haſt es erſchaffen, haſt es vom Verderben durch deinen Sohn erlöſt; ach, heilige es durch deinen Geiſt und erhalte ſein Herz bei dem Einigen, daß es deinen Naaan fürchte. Dein ten ze. der Neuſc ſchen ih 1 ind allr um uns gethen a Kin gän Jefus Chrin aub heute gei nd deiner i⸗ nchen; d 6 b Preiſe wu Geiſte w d Gu tän ger Gott, w in die Gmin denu odige 4 Jeu wlhte des büe 3 iu — Taufgebete. 319 ſei es, o getreuer Gott, jetzt und immerdar! Amen. Flatt. Gebet der Eltern nach der Taufe eines Kindes. Wer da glaubet und getauft wird, der wird ſelig werden. Mark. 16, 16. Barmherzig und gnädig iſt der Herr, gedul⸗ dig und von großer Güte! So haſt du dich auch heute an uns und unſrem lieben Kinde erzeiget, du treuer Gott und Vater, o welchen Reichtum von Gnade haſt du dieſem ſchwachen, hilfloſen Geſchöpfe zugeſichert un verheißen, wie ruhig können wir es jetzt in deine Vaterarme legen, mit welch' froher Hoffnung können wir es in das Leben einführen, nachdem es dein Kind geworden iſt, du die Sorge für dasſelbe auf dich genom⸗ men und ihm den Himmel als ſeine Heimat auf⸗ gethan haſt. Wir danken dir, du ewige Liebe, und bitten dich, alle Verheißungen treulich an ihm zu erfüllen. Laß es von jetzt an deinem eingeborenen Sohne ganz einverleibt bleiben; erhalte es im beſtändigen Beſitze und Genuſſe: aller der Güter, die du ihm in der heiligen Taufe zugeſichert haſt; hilf ihm, den Bund mit dir treulich halten und ſich als dein Opfer und völliges Eigentum er⸗ geben. O hilf, Herr, daß es nach deinem Wohl⸗ gefallen zu Lob und Preis deines heiligen Namens 320 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. auf das treulichſte und gottſeligſte auferzogen werde; hilf uns, daß wir an dieſem Erben deines Reiches alles thun, was zu ſeinem Heile nötig iſt, und ſegne unſre Arbeit. Erhöre unſer Gebet und laß dieſes Kind mit uns und allen Heiligen das verſprochene Erbteil im Himmel empfangen durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn! Amen. ieosf C ier dit rſe.S. C. Kapff Gebete der Eltern für ihre Kinder. Ich weiß, er wird befehlen ſeinen Kindern und ſeinem Hauſe nach ihm, daß ſie des Herrn Wege halten und thun, was recht und gut iſt. 1. Moſ. 18, 19. O Vater der Barmherzigkeit, vor deinem Gna⸗ denthrone gedenken wir mit innigſter Bewegung unſrer teuren Kinder, die du uns anvertraut haſt, und für deren Pflege, Bildung und Leitung wir dir verantwortlich ſind. Wir bitten dich im Namen deines lieben Sohnes, du wolleſt uns jede Nach⸗ läſſigkeit, die wir uns bei ihrer Erziehung zu ſchulden kommen ließen, erbarmend vergeben und uns und ſie vor den Folgen derſelben gnädig bewahren. Laß uns allezeit unſre natürliche Ver⸗ derbnis mit Demut erkennen und uns deiner Zucht und Beſſerung ſtets kindlich unterworfen ſein. Erleuchte uns immer mehr mit dem Geiſte der Weisheit, daß wir vor allen Dingen uns dir ſelbſt heiligen und dadurch zur Beſſerung der — — — —— — — —— — ——— ————— — — — — — — — ten Kinderr dherrn Wege iſt 12 Moſ. 18 10 or deinen 3 gſter Rerem anvertraut 3 nd Leinng dich in Wm juns jedeR t Erzichun nd vergeban 4 rſelben gn natürlite e ind uns i cch unterut — jmit den Gi danu 1 —— Beſerun Gebet der Eltern. 321 jungen Seelen beitragen. Gieb uns den Geiſt deines Sohnes, in deſſen Kraft wir ſie dir täg— lich opfern und zu deinem Dienſte darſtellen, auch im Namen Jeſu ſegnen und ienen alles Gute erbitten meenße Erfülle uns ſelbſt mit Furcht und Liebe zu dir, damit wir unſre Kinder zum Gehorſam gegen dich anweiſen uund ſie dir zu— führen durch unermüdete Ermahnung und Unter⸗ weiſung in allem Guten. Schenke uns deinen göttlichen Vaterſinn und Geduld, um unſre Kin— der nicht abzuſchrecken. Doch laß uns ſie nicht verwöhnen, weil ſie, als von Natur zum Böſen geneigt, der Zucht wohl bedürfen. Lehre uns dieſe Zucht gegen ſie mit Weisheit und Liebe zur rechten Zeit gebrauchen, um dir einſt dafür zu danken. Dazu aber bedürfen wir, o Herr, deiner Weisheit, und bitten dich, du wolleſt uns weiſe machen, daß wir die teuren Unſrigen nach deinem Willen regieren, überall das rechte Maß halten und deine Gebote an uns und den Unſrigen voll⸗ bringen können. Neige die Kinderherzen zu dir, daß ſie deinem Geiſte folgen und ihres lieben Jeſu Chriſti Stimme recht vernehmen lernen. Ach, bewahre ihre armen Herzen vor den zahl⸗ loſen Aergerniſſen und böſen Gewohnheiten der Welt; laß ſie nicht von dem allgemeinen Ver⸗ derben zur Verdammnis fortgeriſſen werden. Noch weniger laſſe zu, daß wir ihnen ſelbſt ein böſes Beiſpiel geben oder nur zeitliche Güter für ſie ſammeln und dadurch unſre und ihre Seele be⸗ Alles mit Gott. 21 322 Gebete für beſondere Zeiten ꝛe. ſchweren. Halte uns dagegen ſtets vor Augen die Rechenſchaft, die wir dir einſt abzulegen haben. Schaffe in uns, was dir wohlgefällt, und lehre uns Jeſum Chriſtum erkennen, an ihn glauben und ſeinem Worte und Beiſpiele folgen! Im Zeitlichen geſchehe an uns dein Wille; nur rette unſre Seelen in dieſer argen Welt, damit wir einſt vor deinem Throne mit Wahrheit ſagen können: Siehe, hier ſind wir und die Kinder, die du uns gegeben haſt! Erfülle es an uns und allen gläubigen Eltern, um deines Sohnes Jeſu Chriſti willen und durch die Wirkung deines heiligen Geiſtes! Amen. G. Arnold. 2 Sorge, Herr, für unſre Kinder, Sorge für ihr wahres Heil! Sind ſie gleich, wie wir, nur Sünder, Haben doch an dir ſie teil. Sie ſind in der Taufe ſchon Dir geweiht und deinem Sohn, Darum leite deine Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade. Der du ſie bisher erhalten Selbſt bei manchem Unglücksfall, Wolleſt über ihnen walten Immerdar und überall. Bricht Gefahr für ſie herein, Woll'ſt du ihr Beſchützer ſein, Wenn in Not ſie zu dir flehen, Laß ſie deine Hilfe ſehen. ———— in z. Im Witwenſtand. 323 * Augende Dringt auf ſie von allen Seiten dulegen haha Der Verführer Schar heran, ällt und lir Laß doch ihren Fuß nicht gleiten, es an nn es Sohnes zir Virkung din G. Aruob under, Sühlder Halte ſie auf rechter Bahn. Regt in ihrer eig'nen Bruſt Sich mit Macht die böſe Luſt: Gieb dann, daß ſie mutig kämpfen Und den Reiz der Sünde dämpfen. Herr, erhalte deinem Reiche Unſ're Kinder doch getreu; O daß keines von dir weiche Und dereinſt verloren ſei! Immer geh' ihr frommer Sinn Und ihr Streben darauf hin: Chriſto ganz ſich zu ergeben Und zur Ehre dir zu leben. Haben ſie den Kampf geendet, Obgeſieget in dem Streit, Haben ſie den Lauf vollendet In des Glaubens Freudigkeit: Dann, o Vater, führe du Sie der ew'gen Heimat zu, Und laß ſie nach ſanftem Sterben Deines Himmels Freuden erben. Amen. Chriſtlicher Hausaltar. Gebet einer Witwe, die Kinder hat. M b Der dich gemacht hat, iſt dein Mann, Herr Zebaoth heißt ſein Name, und dein Erlöſer, der Heilige in Israel der aller Welt Gott genannt wird. Jeſ. 54, 5. 1 O Got,, ich habe nach deiner weiſen Leitung, die ich anbetend verehre, den teuren Gefährten 21* 324 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. meines Lebens verloren und bin dadurch des ſüßeſten Troſtes meines Lebens beraubt worden. Ach, gedenke doch des betrübten, kummervollen Zuſtandes deiner armen Magd, welche dich um Gnade und Erbarmung bittet; laß mich zu meinem Troſte deine heilige Nähe fühlen und erhebe meit Herz durch innige Andacht und volles Vertrauen auf dich!. Ich hätte allezeit für ſo mannigfaltige Beweiſe deiner Liebe gegen mich danken ſollen, vorzüg— lich für den langen Genuß des Segens, deſſen Wert ich erſt recht empfinde, da ich ihn nicht mehr genieße. Verzeihe mir, daß ich für dieſe und andere Wohlthaten nicht ſo dankbar geweſen bin, als ich hätte ſein ſollen, und daß ich keinen ſo guten Gebrauch davon gemacht habe, als ich hätte machen können. Nimm deshalb deine Güte nicht von mir, ſondern ſchenke ſie mir auch ferner und unterſtütze mich durch die Kraft deines hei⸗ ligen Geiſtes, damit ich im ſtande ſei, mein Un⸗ glück mit einem demütigen und geduldigen Herzen zu tragen! Befreie mich von allen mißvergnügten und mißtrauiſchen Gedanken; ich will alle meine Sorgen nur auf dich werfen, denn du behüteſt die Waiſen und die Witwen. Laß mich an deine große Liebe in Chriſto Jeſu gedenken, ſo kann ich allezeit frohlocken; erhebe mein Herz zu jenen himmliſchen Freuden, an jenen ſeligen Ort, wo er iſt; hilf mir, ihm durch ein reines und gott⸗ ſeliges Leben nachfolgen und meine Kinder ſo —— —————— —— M A , ku Mm wäch din nichzu mäinn und 3 ebe na hvolles Vettran igfaltige deni ſollen, vwri Segen, i a ich i un it aß ich für i dan 5 id daß ic ih cht habe, bu dir M in 95 1 ¹ n li Icn d en, Her u n U Gebet einer kinderloſen Witwe. 325 ſorgfältig erziehen, daß ſie auch einſt in jene Herrlichkeit gelangen können. Laß deinen Segen allezeit auf ihnen ruhen; und weil ſie nun die Mutter allein haben, ſo gieb mir um ſo mehr Weisheit, Eifer und Sorgfalt für ihre wahre Glückſeligkeit. Laß ſie zum Troſte meiner Wit⸗ wenſchaft in der Gottſeligkeit zunehmen, damit wir uns gerne zum Gebete und zur Dankſagung, zum Leſen der heiligen Schrift, zur Gemeinſchaft in unſrem Erlöſer und zu allen chriſtlichen Hand⸗ lungen vereinigen. Gieb, daß weder Reichtum noch Armut, weder Ehre noch Verachtung, weder Geſundheit noch Krankheit uns von deiner Liebe in Chriſto Jeſu ſcheiden, ſondern wir mit Geduld in guten Werken verharren, bis wir endlich die Krone des Lebens empfangen, welche du denen verheißen haſt, die dich lieben. Amen. Patrik. Gebet einer kinderioſen Witwe. Das iſt eine rechte Witwe, die einſam iſt, die ihre Hoffnung auf Gott ſtellet und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht. 1. Timoth. 5, 5. Herr meiner Tage, es hat dir in deinem ver⸗ borgenen, aber weiſen und heiligen Rat gefallen, mich in den Witwenſtand zu verſetzen. Einſam und kinderlos gehe ich dahin und verbringe in Trauer meine Tage. Aber ich weiß, daß denen, die dich lieben, alle Dinge zum beſten dienen 326 Gebete für beſondere Zeiten ꝛc. müſſen und daß keiner verlaſſen iſt, der auf dich, Herr, ſeine Hoffnung ſetzt. Gieb mir nun den ernſtlichen Willen und feſten Entſchluß ins Herz, einſam zu bleiben, daß ich mich nicht menge in das Geſchwätz der Leute und meine Luſt nicht ſuche in der Welt. Laß mich meine Witwennot alſo empfinden, daß ich mich nicht an Menſchen halte, ſondern allein auf dich, Herr, meine Hoff⸗ nung ſetze. Habe Dank, barmherziger Vater, daß auch ich Tag und Nacht zu dir rufen darf. Dich habe ich und dich behalte ich, wenn mich alle Welt verlaſſen ſollte; und nach dem großen Vor⸗ rechte, das ich in Jeſu Chriſto habe, bringe ich alle meine Sorgen vor dich, klage dir kindlich, was mir fehlt, und bitte um Rat und Hilfe, wo ich deren bedürftig bin. Ach wie gut, daß ich ganz offen und vertraut mit dir als meinem Vater reden kann. Mache nur das zu meinem liebſten Geſchäfte, dann werde ich mich nie einſam und verlaſſen fühlen. Doch laſſe deinen Willen in allen Stücken mir heilig ſein. Bewahre mich, daß ich nie eigene Wege gehe; deine Hand führe und leite mich nach deinem, nicht nach meinem Willen; und komme ich dann zum Ziele meines Pilger⸗ laufes, ſo führe mich dahin, wo ich mit deinen Auserwählten und mit den Lieben, die mir voran⸗ gegangen ſind, dich freudig anbete, lobe und preiſe in alle Ewigkeit, durch Jeſum Chriſtum. Amen. Nach F. K. Krüger. ——— ht en Neri rr, meine gf giger Vatet . tem großen la jFabe, bringii ge dir kth inie einſen zmeinen liſn Wilenich . te mich diü Haand fähten rmeinem Ai — meines 6 4 Lich nitdwn — rufen darf. Ah wenn nich d 1 „Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlaß mich nicht, wenn ich ſchwach werde. Pſ. 71, 9. CTreuer Gott und Vater! Bis ins Alter haſt du mich getragen und unzählige Wohlthaten mir erwieſen von früher Jugend an bis auf dieſe Stunde. preiſen und mein Herz dich nicht froh und dank⸗ bar genug anbeten. Wer zählet die Gaben, die du mir ſchenkteſt; die Freuden und Genüſſe, die du mir gewährteſt; die guten Gedanken, die du mir einflößteſt; die Beweiſe deiner Langmut, die ich von dir empfing! Du thateſt mir wohl durch ſo viele bekanntes und unbekannte Hände; du lehrteſt mich durch tauſend Zungen; du ermun⸗ terteſt mich durch mannigfachen Zuſpruch deines Ich kann nicht genug nachdenken über alle Beweiſe deiner Huld; nicht genug danken und anbeten, aber auch nicht demütig genug um Vergebung meiner zahlloſen Thorheiten und Ver⸗ gehungen bitten. Wie jeder Tag mir neue Wohl⸗ thaten von dir brachte, ſo vermehrte auch jeder Tag die Zahl meiner Fehler und Sünden. Demü⸗ tig wünſche ich alle meine Fehler zu erkennen; herzlich und voll Scham ſie alle zu bereuen. Kann irgend etwas noch gut gemacht werden, ſo lehre es mich, du mein Gott! Erwecke den ernſten Willen in mir, auch jetzt noch jeder Schwachheit, jeder ſündlichen Gewohnheit, jeder Neigung ent⸗ Geiſtes! Gebet im Alter. Gebet im Alter. Meine Zunge kann dich nicht genug 328 Gebete fur veſondere Zeiten ec. gegen zu treten, welche mir das Scheiden aus dieſer Welt und das Erſcheinen vor deinem Rich⸗ terſtuhle ſchwer machen könnte! Bewahre mich vor allen Fehlern und Schwachheiten, denen das Alter ſo leicht ausgeſetzt iſt; lehre mich beſiegen alle Ungeduld, üble Laune, Unzufriedenheit und Klageſucht! Die Beſchwerden des Alters hilf mir mit kindlichem Sinne und anbetender Unterwer⸗ fung ertragen. Lehre und erwecke mich, meine noch übrigen Kräfte auf die würdigſte und nützlichſte Weiſe zu verwenden; laß es mir recht ernſt ſein, meinen chriſtlichen Sinn zu vervollkommnen und meinem Herrn und Heiland immer ähnlicher zu werden. Deine Liebe in Chriſto Jeſu ſei mir ein Pfand, daß du mich nie verlaſſen und mir nie mehr auflegen wirſt, als ich bei meiner Schwach⸗ heit zu tragen vermag. Vater meines Lebens, lehre mich täglich froher und dankbarer das Gute, das ich genieße, überdenken. Du liebeſt einen fröhlichen Empfänger wie einen fröhlichen Geber. In deinen Schoß werfe ich mich mit täglich neuem Vertrauen. O möchten die letzten Tage meines Lebens lauter frohe, dir gewidmete, feſtliche Dank— tage ſein. In dir, o mein Gott und mein Hei— land, laß mich froh und zufrieden bleiben! Sei du hier und dort meines Lebens Luſt und Selig— keit! Amen. Joh. Kaſpar Lavater. —————ÿ———— ——————— —————— — ————=— ten ac. Shede an or deinen zit Jevahte ni iten, denen y re nich biſe ffriedenheit w — ender Unt * mmich, meinen recht erniſt ollkommnam jier ähnlite (o Jeſu eim „ laſſen wm — meines Lam charer daot du liebet in — ——— ———— S== Altes difn sröhlichen Gi diit täglihum An Tage mäi re, feflicede mund men d dpr uur — 11 93 ſe und rizlih Reiſe⸗Gebete. ———— Gebet beim Antritt einer Reiſe. „Siehe, ich ſende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe. 2. Moſ. 23, 20. 4 Allmächtiger Gott, in deinem Namen und mit Anrufung deiner Barmherzigkeit will ich die Reiſe, die ich mir vorgenommen, antreten. Denn du biſt unſer Gott, du behüteſt unſern Eingang und Ausgang und richteſt unſre Füße auf ebene Bahn, daß ſie nicht gleiten. Ich bitte dich, du wolleſt deine heiligen Engel mir zur Seite geben, um mich zu behüten auf allen Wegen. Führe mich auf rechter Straße, bewahre mich vor allem Uebel des Leibes und der Seele, laß alle Un⸗ glücksfälle, Krankheiten und andere Nöten ferne von mir bleiben und gieb Glück und Segen zu meinem Vornehmen. Sei du bei mir, wie du mit Jakob geweſen biſt; und wie du die Kinder Israels auf ihrem Zuge Tag und Nacht geleitet haſt, ſo ſei immerdar bei mir, ſchütze, beſchirme und verſorge mich. Sei und bleibe mein Gefährte und Hüter. In deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, desgleichen Haus und Hof 330 Reiſegebete. und alles, was mir gehört. Hilf, daß ich glück⸗ lich zu den Meinen wiederkehre und ſie alle ge⸗ ſund und unverſehrt wiederfinde, durch Jeſum Chriſtum, deinen Sohn, unſern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiſte lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Joh. Habermann. Morgengebet auf der RKeiſe. Er wird deinen Fuß nicht gleiten laſſen. Pſ. 121, 3. Wer unter dem Schutze des Höchſten iſt und unter dem Schatten des Allmächtigen wohnet, der ſpricht zu Gott: Du biſt meine Zuverſicht und mein Troſt. Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat! In dieſem feſten Vertrauen zu deiner Macht und Güte, die ich auch in vergangener Nacht erfahren, ſetze ich denn an dieſem Tage mit getroſtem Mute meine Reiſe fort. Sei du mein Schutz wider alle Gefahren, die mir begegnen könnten. Sei du auch der mächtige Schutz aller der Meinigen, die ich zu⸗ rückgelaſſen habe; behüte ſie vor Sünden und allen betrübenden Zufällen. Bringe mich geſund an den Ort meiner Beſtimmung. Segne meine Ver⸗ richtungen zum Beſten der Meinigen und vieler anderer Menſchen, und laß mich alles, was ich vorhabe, in deinem Namen thun, damit es wohl⸗ gelinge; ja gieb, daß ich an allen Orten vor dir de duh gi ernn, dr i zoh. Habemmn Keiße rlaſſen. N A Höchſten üm igen wohntgc e Zuverſcht vom Hern „In dieſen in d Git, Rü ⸗ündenmdk mich gfſodu gegne neile le Laigen un tr j alles un damite 1t, n Otrn wü Reiſegebete. 331 wandeln und von Herzen fromm ſein möge. So will ich dich für alle dieſe Wohlthaten täglich loben und preiſen, mein Leben vornehmlich zur Ver⸗ herrlichung deines Namens zubringen und end⸗ lich, wenn ich dieſe Pilgrimſchaft beendigt habe, dir dort im himmliſchen Vaterlande ewig Dank ſagen. Amen. 4 Ries. Abendgebet auf der Reiſe. Fürchte dich nicht, ich bin bei dir! Weiche nicht, ich bin dein Gott; ich ſtärke dich, ich helfe dir, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Jeſ. 41,10. Täglich erfülleſt du dieſe tröſtliche Verheißung an mir, o du getreuer Gott, und ich habe auch an dem heutigen Tage aus Erfahrung gelernt, daß die, welche dich fürchten, kein Unglück trifft. Du wareſt bei mir mit unſichtbarer Kraft. Du haſt mein Leben und meine Geſundheit erhalten, meine Glieder zur Vollendung der Tagreiſe ge⸗ ſtärket, alle Fährlichkeiten von mir abgewendet und mich den Ort erreichen laſſen, wo mein müder Leib ruhen und ſich wieder erquicken kann. Nimm hin den demütigen Dank für alle Barm⸗ herzigkeit und Treue, die du an mir gethan haſt Vergieb mir nur, geliebter Vater, alle Sünden, womit ich mich auf irgend eine Art an dir ver⸗ gangen haben mag. Laß um Chriſti willen deine Gnade nicht von mir weichen. Bewahre mich 332 Reiſegebete. wider alle Gefahren der Nacht. Laß mich den Morgen fröhlich wiederſehen, um mit frohem Herzen zu ſagen: Gott iſt bei mir, ich bin ſicher und fürchte mich nicht. Der Herr iſt mein Licht und mein Heil, vor wem ſollte ich mich fürchten? Der Herr iſt meines Lebens Kraft, vor wem ſollte mir grauen? Seine rechte Hand ſchützet mich, ſeine Güte leitet und ſegnet mich. Amen! Das wolleſt du an mir gnädig erfüllen, um Jeſu Chriſti willen. Amen. Ries. Dankgebet nach glücklich vollbrachter Reiſe. Der Herr hat Gnade zu meiner Reiſe gegeben. 1. Moſ. 24, 56. Großer Gott, der du überall biſt und durch deſſen Vorſehung alle Dinge regiert werden, du biſt der Herr, welcher herrſchet über Himmel und Erde, über das Meer und alles, was darinnen iſt. Du bereiteſt den Menſchen ihren Weg in fremden Landen, dir ſind Wind und Meer ge— horſam! Siehe, ich habe dich am Anfange meiner Reiſe angerufen und dir mein Werk befohlen. Du haſt mein Gebet erhört, haſt mir treulich geholfen und mich wieder glücklich nach Hauſe geleitet. Ohne mein Verdienſt und Würdigkeit haſt du mich mit Geduld getragen und biſt meine Zuflucht geweſen. Deine Fürſorge hat mich regiert, und deine väterliche Güte hat mich vor Schaden und Unglück, vor Elend, Not und Ungemach be⸗ Reiſegebete. 333 hütet und alles, was mir begegnet iſt, zum Beſten Aun mit gewendet. Darum trete ich jetzt mit Freude vor Lir, ich bi dein Angeſicht und danke dir, du gnädiger und ' iſt mei barmherziger Gott, von ganzem Herzen, daß du ai mich iiten deinen Engeln befohlen haſt, daß ſie mich be⸗ Kraſt ur una hüten auf allen meinen Wegen. Gelobet und tte Hand geprieſen ſei dein heiliger Name, o Herr, du haſt mir geholfen; darum ſollſt du auch mein Gott ſein immer und ewiglich! Ja, laß mich nie ver⸗ geſſen, was du an mir gethan haſt; erhalte mich Js in beſtändigem Danke gegen deine Barmherzig⸗ keit. Vergieb mir um Chriſti willen alle meine bradte dn Sünden, die auch in dieſer Zeit vorgekommen ind. Behüte mich auch fernerhin vor allem Böſen deben 1odä und laß mich deinem Gunadenſchutze befohlen ſein el bſt un jetzt und in Ewigkeit. Amen. k K. Neumann. — ber dinmm 1o, was dun — —,, — —— —— ——— —— — — — ———— —————— ————y——— ———————SE—— Gebete für die Jahreszeiten. Morgengebet im Frühling. Du verneuerſt die Geſtalt der Erde. Pſ. 104, 30. Durch deine Gnade, Unendlicher, haben wir wieder die ſchöne Zeit des Jahres erlebt, die uns ganz beſonders zur Betrachtung und Bewunderung der Größe nnd Güte unſres Schöpfers einladet. Die ganze, ſo herrlich geſchmückte Natur, der Glanz der Morgenſonne, das Frohlocken aller Geſchöpfe, der Geſang der Vögel, die Schönheit der Flur— alles verkündiget uns deine Größe, Allmächtiger! Zu dir ſteigt in dieſer Morgen⸗ ſtunde von der ganzen Schöpfung ein Opfer des Dankes empor.„Groß ſind deine Werke, o Herr! Wer ihrer achtet, hat eitel Luſt daran. Was du ordneſt, iſt löblich und herrlich. Die Erde iſt voll deiner Güte!“ Deine Allmacht und Liebe iſt es, welche ſo große Werke und ſo herrliche Wunder thut. Welche Güte haſt du vor allen andern Geſchöpfen uns dadurch erwieſen, daß wir in den entzückenden Schönheiten und Schätzen der Natur deine ewige Kraft und Gottheit fühlen und erkennen dürfen! Unausſprechlich groß iſt die Gnade, daß wir, Geſchöpfe aus Staub und Erde, dich, den Schöpfer des ganzen Weltalls, in —— ————— —————— ———— ———— ——y— ͦẽ——— ——— —¾.,——— — — — — ——— e—— „Frohlocken 1l die Shütt —— — — — — 2 — —— ——= == —— Gotthät itt * ¹rrechich gns — — n . — — — — — — — — — — — — —— —— -————— —— Frühling. 335 Jeſu Chriſto unſern Vater nennen dürfen! O ſtärke uns, du getreuer Gott, auch durch den Anblick deiner Allmacht und väterlichen Freund⸗ lichkeit in den herrlichen Werken der Natur zu dem Glauben und Vertrauen, daß du uns in jedem Anliegen, in jeder Not mit deiner Gnade bei⸗ ſtehen werdeſt. Fordert uns ja dein Sohn, unſer Herr Jeſus Chriſtus, ſelbſt auf, hinzuſchauen auf die Blumen des Feldes, auf die Vögel in der Luft, um an ihnen erkennen zu lernen die zärt⸗ liche Fürſorge unſres himmliſchen Vaters für die Geſchöpfe ſeiner Hand! und die Herrlichkeit der verjüngten Natur, die doch vergänglich iſt, unſer Herz erhebt zum Dank⸗ gebet gegen dich, den Schöpfer Himmels und der Erde, o ſo laß uns auch der herrlichen Ver⸗ heißung in deinem Worte gedenken, daß du einſt alles neu machen werdeſt. Lehre uns immer mehr hoffen auf den großen Frühlingsmorgen, an welchem deine Allmachthand alles, was im Todes⸗ ſchlafe lag, erwecken und einen neuen Himmel und eine neue Erde ſchaffen wird, die unvergäng⸗ lich ſind, und wo du, Herr, ſelbſt die Sonne ſein wirſt! Damit wir aber einſt ſelige Bewohner dieſer neuen Schöpfung werden, ſo mache uns dazu tüchtig durch den gnädigen Beiſtand deines hei⸗ ligen Geiſtes. Gewähre uns dieſe Bitte nach deiner Verheißung, um unſres Herrn und Hei⸗ landes Jeſu Chriſti willen! Amen. Flatt. Wenn nun die Pracht 336 Gebete für die Jahreszeiten. Abendgebet im Frühling. Herr, wie ſind deine Werke ſo groß und viel, du haſt ſie alle weislich geordnet, und die Erde iſt voll deiner Güter. Pſ. 104, 24. Wie herrlich, wie lieblich iſt die Jahreszeit, in welche wir durch deine Gnade, Herr und Vater unſres Lebens, zurückgekehrt ſind! Durch Thäler und Höhen wehet der Odem des Lebens und der Freude. Über lachenden Gefilden geht die Sonne unter; das Abendrot glänzt an den ſilbernen Blüten der Bäume. Feierliche Ruhe waltet um uns; eine Stille, als ahneten ſchwei⸗ gend alle Weſen die ſegnende Nähe des Ewigen und Allgewaltigen! Herr, Schöpfer und Erhalter des unermeßlichen Weltalls! Wie verherrlichen ſich jetzt überall, wo der holde Frühling ſeine un— zählbaren Schönheiten entfaltet, deine Macht und Güte! Preis dir, daß auch wir uns ſeiner wiederum erfreuen, deine Größe bewundern und deine Segnungen genießen können! Schön iſt die Erde, ein unermeßlicher Schauplatz täglich ſich erneuernder Wunder. Der Himmel, der im milden Sternenlicht über uns glänzt, verkündigt deine Ehre; die Nachtigall mit ihrem Lied, die Blumen mit ihren vielen lieblichen Farben und ſüßen Wohlgerüchen, die Gefilde mit ihrem Prangen ſind lauter unwiderlegbare Zeichen deiner Macht und Liebe. Du, aller Weſen Vater und Freund, erkannt und verehrt ſei überall deine unausſprech⸗ liche Größe! — — ——— —— — — —— —— ———— ———— —— —— — —— — — ——— — — — — — — — — — ————— ꝗ— ————— ————y ——— u. ud n h ſe Edde t bl ie Jabrezi à, Herr w t ſind! Dum n des Lö Gefiden glänzt am ling ſein eine Matt fir uns ſe — l der unr erkündig d jed, die wa I ben ud ſ ihren Naunt n deire der ud de ine wrauife V erherrüchenſt b az lbi Gebete im Sommer. 337 Auch unſer Herz ſei voller Dank und Freude, auch unſre Seele erhebe dich, o Schöpfer; du erneuerſt die Geſtalt der Erde, die brauſenden Stürme des Winters verſtummen auf dein Ge⸗ heiß; durch dich erwachen die Fluren vom Todes⸗ ſchlafe. Denn du hältſt die Sonne in ihrer Bahn und die Erde in ihrem Kreislaufe, daß, ſo lange ſie ſtehet, nicht aufhöre der Wechſel der Saatzeit und Ernte, des Froſtes und der Hitze, des Tages und der Nacht. Dir ſei Anbetung und Ehre! Stärke, du Ewiger, unſer ſchwaches Herz, daß die ſeligen Gefühle des Dankes, der Liebe, des Vertrauens nie in uns erkalten. Gieb uns deinen guten Geiſt und ſende, wenn der Eifer, dir wohl⸗ gefällig zu werden, ermatten ſollte, Licht und Kraft aus deiner heiligen Höhe, daß auch wir hienieden blühen und reifen für die Gefilde ewiger Anmut und ewigen Friedens, zu denen du deine Treuen am Ziele der Erdenwallfahrt erhöhen willſt. Treuer Vater, laß uns jetzt ruhen im Schlafe. Dir übergeben wir uns; ſo liegen und ſchlafen wir ganz im Frieden, denn du, Herr, ſchaffeſt, daß wir ſicher wohnen. Amen. Flatt. Gebete im Sommer. Rings um mich her iſt alles Freude, Verſchönt iſt, Schöpfer, deine Welt; Es prangt in ſeinem Feierkleide Alles mit Gott. 22 Gebete für die Jahreszeiten. Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir dieſe Stätte! Wohin ich ſchau, wohin ich trete, Biſt du mir nah, erblick ich dich; Wohin ich geh' auf allen Fluren, In allen deinen Kreaturen, Umſtrömt dein Vaterſegen mich. Das Murmeln in beredten Bäumen Ruft: fröhlich ſollſt du Gott erhöh'n! Die Zeit gefühllos zu verträumen, Iſt ſeine Welt zu voll, zu ſchön! Mir ſagt, beglänzt vom Morgentaue, Die Flur, der Garten und die Aue: Wie ſegnet unſer Gott ſo gern! Mir ſagt das Rauſchen ſeiner Fluten: Gott iſt der Urquell alles Guten! Der Bach ſagt murmelnd: Lobt den Herrn. Wie haſt du, Gott der Macht und Güte, So väterlich an uns gedacht; Schön war des Frühlings junge Blüte, Reich iſt des Sommers ernſte Pracht! Zum vollen, fröhlichen Genuſſe, Empfängt von deinem Ueberfluſſe, O Gott, was lebet, Speis und Trank! Gebirge geben, Thäler geben, Was alles nötig iſt, zum Leben; Unnd alle jauchzen froh dir Dank! Ja, ich danke dir für deine Güte und bitte dich, himmliſcher Vater, erhalte uns die Früchte, die nun ihrer Reife entgegengehen. Wenn die brennende Sonnenhitze auf mein Haupt fällt, ſo laß mich bedenken, daß ich das Brot im Schweiße meines Angeſichtes eſſen ſoll, weil ich Sünder bin. Ich will mich nicht darüber —— —— —— — —-—- — — — — — —— — — — — — —— — — — — Bäumen rhöhyn! nen, un! entaue, Aue: tt den Herun ſt ud. ge Blüt, Pracht! lſſe d Trankl a; unk! Güte mt Guns diei Gebete im Sommer. 339 beklagen, ſondern zu deiner Ehre, o Gott, arbeiten, denn ich weiß, daß du alle Schweißtropfen und Thränen vom Angeſichte der Deinen abtrocknen wirſt. Mühſale und Leiden ſind mir ſo not⸗ wendig, als die Sonne den Feldfrüchten, welche ohne dieſe nie reif würden. Wichtiger aber, als dieſe zeitlichen Güter iſt mir das Brot des Lebens, das mich ſtärkt zum ewigen Leben. Durch deine Gnade wolleſt du mich himmliſch geſinnt machen und mir eine heilſame Furcht vor der Sünde geben; denn dieſe ſcheidet mich von deiner Liebe und bringt Strafe über mich, gleich wie ſich die Wolken zum ſchrecklichen Ungewitter ſammeln. Sehe ich deine Blitze durch die Luft zucken, ſo lehre mich meine Zuflucht zur Buße nehmen. Erſchüttert der Donner die Erde, ſo laß auch mein Innerſtes vor Reue über meine Sünden und vor Ehrfurcht gegen dich erbeben. Geht die Sonne unter, ſo will ich an meinen Tod denken, der vielleicht nahe iſt; ſehe ich ſie aufgehen, ſo will ich mich freuen, daß auch ich einſt auf⸗ erſtehen werde. Aber wie man ledt, ſo ſtirbt man; und wie der Tod, ſo die Auferſtehung. Wehe mir, wenn du, himmliſcher Vater, bei mir vergebens auf die Früchte der Beſſerung warteteſt! Reinige, Herr Jeſu, durch dein Blut auch mein Gewiſſen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Amen. ———— 340 Gebete für die Jahreszeiten. Gebet für die Früchte des Feldes. Das Land ſoll euch eure Früchte geben, daß eſſen genug habt und ſicher darin wohnet. 3. Moſ. Herr, allmächtiger Gott, du König des Him⸗ mels und der Erde, der du durch deine über⸗ ſchwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten ziereſt und erfülleſt, daß alles Lebende Nahrung findet; ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wolleſt unſer Land ſegnen, daß es ſeine Früchte gebe. Denn wir können von uns ſelbſt nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen, wo du nicht das Gedeihen giebſt. Darum verleihe den Früchten gedeihliche Witterung, daß ſie wachſen und wohl geraten. Behüte ſie vor Hagel und Ungewitter, vor Un⸗ geziefer und allem Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorn, daß es nicht öde liege und unfruchtbar bleibe. Schließe den Himmel nicht zu um unſrer Sünde willen, ſondern gieb uns Regen und fruchtbare Zeiten. Suche das Land heim, wäſſere es und mache es reich. Gottes Brünnlein hat Waſſer die Fülle. O Herr, laß wohlgeraten die Früchte des Landes, tränke ſeine Furchen, fruchte ſein Gepflügtes, ſegne ſein Gewächs; kröne das Jahr mit deinem Gute, daß die Anger voll Schafe und die Auen mit Korn prangen, daß man jauchzet und ſinget. Behüte uns vor Mißwachs, vor Teurung, vor Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unſre Sünden mit reuigem Herzen und flehen zu dir, unſerm ihr zu 25, 19. ———————————— —————— —=——— ——.— ten. § Jeldes. geha w daß ih t à ve könig des gi rch deine iün⸗ Erdboden mi llleſt daß ale üm un din eine unſer Lmn 3 Denn it knat aus a t das Gediün hten gedeütc wohl geran witter, vor d das un 3 nicht ü üde li ze den dinm verſorgen mit aller t, ſorden t a. Sulhe d nache b ni ſun din 8 inem Gu 1 g tes, 1 ſ 7,N Auen nit A ſane 11 vor du n uniren n zu dir wi 1 Gebet um fruchtbare Witterung. 341 Gott, du wolleſt gnädig ſein der Sünde deines Volkes, uns nicht verlaſſen mit leiblicher Nah⸗ rung, ſondern unſer Leben erhalten und uns Notdurft, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Dankſagung erkennen und dich preiſen, der du uns reichlich ernähreſt an Leib und Seele, hier zeitlich und dort ewiglich! Amen. Joh. Habermann. Gebet um fruchtbare Witterung. O Gott, du Schöpfer und Erhalter aller Dinge, du läſſeſt das Gras und die Kräuter wachſen und befiehlſt der Erde, daß ſie Korn hervorbringe. Blicke herab von deinem heiligen Himmel. Segne dein Volk und das Land, in welchem wir wohnen, damit es fruchtbar werde. Laß auch uns in aller Weisheit und Gottſelig⸗ keit wachſen und reiche Früchte guter Werke bringen zur Verherrlichung deines Namens und zu unſrem beſtändigen Troſte in dieſer und in der zukünftigen Welt, durch Jeſum Chriſtum, unſern Erlöſer! Amen. Patrik. Gebet bei anbaltender Näſſe. Meinen Bogen habe ich geſetzt in die Wolken, der ſoll das Zeichen ſein des Bundes zwiſchen mir und der Erde 1. Moſ. 9, 13. Allmächtiger, gerechter Gott, der du den Him⸗ mel mit Dunkel bekleideſt und durch finſteres 342 Gebete für die Jahreszeiten. Gewölk deine Sonne verdeckeſt! Du haſt einſt die unbußfertige Welt wegen ihrer großen Bosheit mit der Sündflut beſtrafet und alles, was Odem hatte auf Erden, verderbet. Wir werden jetzt auch um unſrer Übertretungen willen mit unge⸗ wöhnlichem Regen und anhaltender Näſſe heim⸗ geſucht, wodnech dem Lande und ſeinem Gewächſe großer Schaden geſchieht. Barmherziger Gott, hilf uns und nimm die Strafe unſrer Sünden, den jetzt ſo verderblichen Regen, gnädig von uns. Siehe den Zeugen in den Wolken, den Regen⸗ bogen, an und erinnere dich deiner Zuſage: Es ſoll hinfort keine Sündflut mehr kommen, die die Erde verderbe. Halte uns, Wahrhaftiger, was du uns damit zugeſagt haſt. Wende dich wieder zu uns; laß uns dein Gnadenangeſicht leuchten, laß uns die holde Sonne wieder ſcheinen; gieb geſundes, fruchtbares Wetter; gieb uns unſer täglich Brot immerdar! So werden wir erſehen, daß wir deine rechten Kinder ſind, für die du treulich ſorgeſt, und werden dich als unſern rechten Vater ehren und preiſen all' unſer Leben lang. Amen. G. Arnold. Gebet bei anbaltender Dürre. Wie lange ſoll doch das Land ſo jämmerlich ſtehen und das Gras auf dem Felde allenthalben verdorren um der Einwohner Bosheit willen? Jer. 12, 4. O Gott, du ſtrafeſt uns mit Recht wegen unſrer Undankbarkeit und wegen des Mißbrauches ———— ———— — — — ——=— — —— —— —— —— —— —— en. u haſ eini roßen deir V les, uua 3 n* einem Genig nherziger unſrer öuhd nädig m en, den gar (Dürre. cFänmerii 1 chalben viee Jer. 104 t Rct un es Nütwus Gebet bei einem Gewitter. 343 deiner Wohlthaten, indem du uns jetzt mit ver⸗ derblicher Dürre heimſucheſt. Gieb uns Früh⸗ regen und Spatregen zu rechter Zeit. Erneuere durch deine Güte die Geſtalt der Erde, damit die Herden auf dem Felde wieder vor Freuden hüpfen und ſpringen. Herr, erhöre das Gebet der Armen und Dürftigen! Laß es genug ſein, daß wir unſer Brot im Schweiße des Angeſichts eſſen müſſen und ſtrafe uns nicht durch den Mangel des vornehmſten Teils unſrer Nahrung. Erbarme dich des armen Landmannes bei ſeiner beſtän⸗ digen, mühſamen Arbeit und laß ihn die Früchte derſelben genießen. Nimm unſre aufrichtige Buße an und vergieb dem Volke ſeine Sünden nach deiner Gnade um Chriſti willen. Ihm, unſrem Heilande, ſamt dir, Vater der Gnaden, und dem heiligen Geiſte ſei Ehre und Herrlichkeit, jetzt und in Ewigkeit! Amen. Patrik. Gebet bei einem Gewitter. Herr mein Gott, du biſt ſehr herrlich; du fähreſt auf den Wolken, wie auf einem Wagen und geheſt auf den Fittigen des Windes, du macheſt deine Engel zu Winden und deine Diener zu Feuerflammen. Du ſchaueſt die Erde an, ſo bebet ſie; du rühreſt die Berge an, ſo rauchen ſie. Pſ. 104, 1. 3. 4. 32. Wir erſchrecken vor deiner Macht und er⸗ kennen, daß wir durch unſre Sünden verdient hätten, zu Grunde zu gehen. Aber weil wir deine Kinder ſind und ſonſt nirgends hinfliehen 344 Gebete für die Jahreszeiten. können, als zu deiner väterlichen Gnade und Barmherzigkeit, ſo rufen wir im Elend und im Jammer zu dir und bitten dich um Hilfe durch deinen lieben Sohn, Jeſum Chriſtum! Ach Herr Gott, der du biſt ein Vater der Barmherzigkeit und ein Gott des Troſtes, ſtrafe und züchtige uns nicht. Laß deine Blitze, die da ſchrecklich leuchten, weder unſer Haus noch Hof beſchädigen. Sei bei uns in der Not und behüte uns vor einem böſen, ſchnellen Tode. Tröſte, ſtärke und erhalte uns in wahrem Glauben und in kind⸗ licher Zuverſicht und Vertrauen auf deine Gnade und Barmherzigkeit. Bedecke mit deiner all⸗ mächtigen Hand unſern Leib und Leben, Haus und Hof, und alles, was wir haben. Ach Herr, weil Donner und Blitz, Feuer und Waſſer, Hagel und Sturmwind deinem Befehle gehorchen müſſen, ſo ſei uns gnädig und verſchone uns! Zeige dich uns als den wahren Nothelfer, als den rechten Schutz zur Zeit der Not und laß uns dein Vater⸗ herz wieder ſehen durch den heiligen und ſtarken Namen Jeſus Chriſtus, welchem mit dir und dem heiligen Geiſte ſei Ehre, Herrlichkeit, Lob und Preis in alle Ewigkeit! Amen. Nach Joh. Arndt. Gebet nwach dem Gewitter. Rufe mich an in der Not, ſo will ich dich erretten, ſo ſollſt du mich preiſen. Pſ. 50, 15. Allmächtiger Gott, himmliſcher Vater! Wir ſagen dir von Grund unſrer Herzen Lob und ten. n Gnade ui Elend udin e da ſtralt dof beſchäin thüte un n öſte, ſtätke w n und in h uf deine Gw nit deiner l d Leben, d ben. Ach e oWaſſer, hh 0 ahorchen niſe uns! iigeſu als den uün uns dein bie gen undſe 1 — — —. — — — — — —— bkeit, L itter. er Vatal erzen L u 9 Nach Jo, ich dic mie S Gebet nach Hagelwetter. 345 Dank, daß du dieſes gefahrdrohende Wetter haſt vorübergehen laſſen, ohne uns an Leib und Gut zu ſchaden und haſt uns in deiner Gnade und Treue nicht nach unſern Sünden vergolten. Hilf, barmherziger Vater, daß wir gedenken der Wunder, die du gethan haſt, deiner Zeichen und der Ge⸗ richte deines Mundes; daß wir in deiner Furcht leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes uns täglich bereit halten, damit wir ihm mit Freuden entgegen gehen und den Himmel, in welchem Freude, Friede und Gerechtigkeit wohnen, mit dir und ihm einnehmen und ewig beſitzen dürfen. Amen. Joh. Hartmann. Gebet nach einem verderblichen Hagelwetter. Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn, und verzage nicht, wenn du von ihm geſtraft wirſt. Ebr. 12, 5. O allmächtiger Gott und Vater, du haſt uns gezeigt,„daß Blitz und Hagel und Sturmwinde dein Wort ausrichten, daß das Erdreich er⸗ ſchrickt, wenn deine Blitze den Erdboden be⸗ leuchten, wenn Wolken und Dunkel um dich her iſt.“ Siehe, die Fluren trauern mit uns, und wir demütigen uns unter deine ſtarke Hand und bekennen: wir haben geſündigt und ſind unge⸗ horſam geweſen; du aber, Herr, biſt gerecht und deine Gerichte ſind unſträflich. Du haſt uns Hartes widerfahren laſſen, daß wir ohne Thränen, 346 Gebete für die Jahreszeiten. ohne ängſtliche Sorge und Kummer die verheerten Fluren nicht anſehen können; aber dennoch haſt du deine Barmherzigkeit nicht von uns genom⸗ men; du haſt uns die Gnade erwieſen, daß wir an Leib und Leben, an Haus und Hof unver⸗ ſehrt geblieben ſind und noch viele Gaben deiner Hand genießen dürfen. Deine Güte iſt es, daß wir nicht ganz verloren ſind.„Deine Hilfe iſt nahe denen, die dich fürchten. O ſchenke uns dieſen lebendigen Glauben und Vertrauen auf deine allwaltende Vorſehung. Dein Segen kann mit dem Wenigen, was noch übrig iſt, aller unſrer Notdurft abhelfen. Und wenn wir auch nach Brot gehen müßten, ſo wirſt du uns nicht auf dem Wege verſchmachten laſſen, ſondern ebenſo mitleidig an uns denken, wie an das Volk in der Wüſte, da du ſpracheſt:„Mich jammert des Volkes, denn ſie haben nichts zu eſſen.“ „Herr, erzeige uns deine Gnade und ſchenke uns dein Heil.“ Übe uns durch dieſes Unglück in der Verleugnung des Irdiſchen, um deſto ernſtlicher nach dem Himmliſchen zu trachten. Stille unſer betrübtes, zagendes Herz durch deine gnädige Hilfe. Laß uns unſer beſcheiden Teil dahinnehmen und keinen in der Verſuchung des Mangels unterliegen. Stärke unſre Geſundheit zu den Geſchäften dieſes Lebens und eröffne uns die Wege zu unſrer Nahrung. Du haſt das Elend der Armen noch nie verachtet, noch ver⸗ ſchmähet; o ſo eile denn, uns beizuſtehen, Herr — — —— — —— — — — — — — — —— — —y——y—— —:————— —=— ———— — -— — — — —— — —— —— ten. die detheertn er dennoch ſiſ m uns Hexon, dieſen, daß niſ nd Hof unre e Gaben diir üte it e, i Deine hlfei O ſchenke we Vertrauen ai ein Segen im übrig it, ah wenn vir u ſt du un iit „ſondernui n das Alli ch jamnet rire Gefndi und erffe! ichet 1 3 eizuitehen 1 du hai 1 Gebet beim Beginn der Ernte. 347 unſre Hilfe, du biſt unſer Troſt! Ach Herr, ſei gnädig; laß dein Antlitz über uns leuchten, daß wir geneſen! Amen. Gebet beim Beginn der Ernte. So lange die Erde ſtehet, ſoll nicht aufhören Samen und Ernte, Froſt und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. 1. Moſ. 8, 22. Wir danken dir, gnädiger Gott und Vater, von Herzen, daß du die Früchte des Feldes wieder zur Reife gebracht haſt und wir nun hin⸗ gehen können, zu ſchneiden und zu ſammeln in unſre Scheunen. Aller Augen warten auf dich, und du giebſt Speiſe zur rechten Zeit. Du thuſt deine milde Hand auf und erfülleſt alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Darum ſoll unſer Mund dein Lob ſagen und alles Fleiſch lobe deinen heiligen Namen immer und ewiglich. Ver⸗ herrliche deine Gnade auch jetzt an uns, daß wir die Gaben, die du uns ſchenkeſt, in Geſundheit und guter Witterung einernten. Laß alles leicht und in Ordnung zugehen; ſchenke uns zufriedene Herzen, um nicht mehr zu begehren, als da iſt, und um uns durch ſchnöden Undank nicht zu verſündigen. Laß uns unter beſtändigem Auf⸗ blicke zu dir und herzlichem Danke gegen deine Gnade die Arbeit verrichten und begleite uns auf allen Schritten und Tritten, daß wir deinen Segen erfahren und durch deine allmächtige Nähe an Leib und Seele geſtärkt und erquickt werden. 348 Gebete für die Jahreszeiten. Gieb uns ſtets zu bedenken, daß du auch bei uns einſt ſolche Garben ſuchen wirſt, und wenn wir als leeres Unkraut erfunden werden, du uns verbrennen wirſt mit ewigem Feuer. Schenke uns deinen heiligen Geiſt, daß er in uns ſchaffe, was vor dir wohlgefällig iſt, und erfülle uns mit Früchten der Gerechtigkeit zu deinem Preiſe durch Jeſum Chriſtum, unſre einzige Hoffnung in Zeit und Ewigkeit! Amen. S. C. Kapff. Gebet nach einer reichlichen Ernte. Du kröneſt das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußſtapfen triefen von Fett. Pſ. 65, 12. Vater aller Menſchen! Vertrauend deinem heiligen Worte und deiner väterlichen Fürſorge, ſtreuten wir auch in dieſem Jahre den Samen aus; du gabſt ihm Fruchtbarkeit und der Frucht ihre Reife. Du bereiteteſt Regen der Erde und hießeſt deine Sonne auf- und untergehen, du geboteſt den Winden, du verhüteteſt Ueberſchwem⸗ mungen und den verderblichen Hagel; du ſchmück⸗ teſt Wieſen und Gärten, Wald und Hain, Berg und Thal; du ließeſt Gras wachſen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menſchen, daß du Brot aus der Erde bringeſt. Von den Früchten, die du ſchaffeſt, wird die Erde ſatt! O du lieb⸗ reicher Vater und Verſorger aller Menſchen, dich preiſe Himmel und Erde und alles, was darin iſt; denn du, Herr, biſt gnädig und barmherzig. ———— — — — —;ʒ— —— ten. u auch bei me und venn wi enden, d Wn euer. Scjnt in uns ſte erfüle imn en Preiſedn offnung i i S. C. Kaf en Ernte. MGut, und di 2 rauend dein ichen Füre re den Sna und der Ft der Eddeu untergehen ſt Uebeiſ zel; duſ 1 1 1 „ „ nſchen, dün rtl Dult NMencer,i des, uws dnn Ind barnbent 1 nd Hain 3 V rchſen ftw Gebet nach ſpärlicher Ernte. 349 „Dir danken wir um deine Güte und um deine Wunder, daß du ſättigeſt die durſtige Seele und fülleſt die hungrige Seele mit Gutem.“ Hilf, daß wir ſtets in Weisheit und Dankbarkeit deinen Ernteſegen genießen und auch, gleich wie du uns ſegneſt und uns giebſt, gerne wieder geben und mitteilen dem Dürftigen, daß wir durch den rechten Gebrauch zeitlicher Güter uns teilhaftig und würdig machen des ewigen und unvergäng⸗ lichen Gutes durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Gebet nach einer ſpärlichen Ernite. Wenn du deine Hand aufthuſt, ſo werden wir mit Gut geſättiget. Verbirgſt du dein Angeſicht, ſo er⸗ ſchrecken wir. Pſ. 104, 28. 29. Herr unſer Gott, du biſt Schöpfer, Erhalter und Regierer des Weltalls, du biſt unſer Vater und weißt am beſten, was deinen Kindern auf Erden nötig iſt. Du teileſt die Gaben aus, wie es deiner Weisheit gefällt, und entzieheſt uns oft zeitliche Güter, um uns ewige zu geben. Unerforſchlicher Gott, nicht ſo reichlich als du es ſchon ſo oft gethan, haſt du uns in dieſem Jahre mit Fruchtbarkeit geſegnet; weniger hat uns deine Hand gereicht, als unſre Sinne be⸗ gehrten. Aber wir klagen und murren nicht gegen deinen heiligen Willen, ſondern vertrauen deiner göttlichen Vorſehung. Du biſt und bleibſt unſer Vater. Denn, der die Blumen des Feldes 350 Gebete für die Jahreszeiten. kleidet und die Vögel des Himmels ernähret, wird auch ſeiner Kinder nicht vergeſſen. Alles, was wir von dir empfangen, iſt ein unverdientes Geſchenk deiner Güte; und ſo danken wir dir, gütiger Vater, auch für das Wenige, welches mit deinem Segen hinreichen wird, uns und die Unſrigen zu erhalten. Möchten wir, o Herr, dieſe Gaben unter deinem Schutze in Zufriedenheit genießen und mit demſelben treu haushalten, damit wir würdig ſeien, einſt über Mehreres geſetzt zu werden, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn! Amen. Gebet nach Mißwachs und Hagelſchlag. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu ſeiner Zeit. 1. Petr. 5, 6. Wie ſchwer laſtet deine allmächtige, aber ge⸗ rechte Hand auf uns, o mein Gott und Herr! Wir haben geſäet, aber nicht geerntet; wir haben gepflanzt, aber du haſt das Gedeihen nicht ge— geben. Sollten wir deshalb irre werden an deiner Vatergüte oder an deiner Allmacht; ſoll⸗ ten wir murren, weil du dieſesmal deine gnä⸗ dige Hand nicht aufgethan haſt, um uns zu ſegnen? Nein, wir wiſſen:„Die Werke deiner Hände ſind Wahrheit und Recht.“ Segneſt du uns, ſo ſei geprieſen; entzieheſt du uns deinen Segen, ſo beten wir dich an; denn was du thuſt, das iſt wohlgethan. Haſt du doch von ä —— ——— ——— — — —— — — —— — —. — — — — — — —— — — — — — — ——— ———— —— =— — — — —— — — —— ——— —— —— ——— — — —— ——— —— en. geeſſen. r das Vaig he vitd, m Määten it nem Schuhe denſe ben 1 eien, eint ih deſum Chriim, Hauaci zeit rnn mels ernätnt fungn,ſa Hrund ſo darte. 1 d t. 1.“ 3 65 du in d Gebet nach Mißwachs. 351 Ewigkeit her nur das Beſte zum Heile aller be⸗ ſchloſſen; haſt du doch„unſern Odem und alle unſre Wege in deiner Hand!“ Und nicht auch hier ſollteſt du allwiſſend, allweiſe, allmächtig und allliebend geweſen ſein? Da kein Sperling ohne dein Vorwiſſen vom Dache fällt und alle Haare unſres Hauptes gezählet ſind, ſo hätteſt du auch dieſe Heimſuchung von uns abwenden können, wäre es nach deiner unendlichen Weis⸗ heit und Liebe zu unſrem Heile geweſen. In der großen Not ſehen wir nun, daß wir ohne dich nichts vermögen; wir erkennen um ſo em⸗ pfindlicher, wie demjenigen zu Mute iſt, der ent⸗ behren muß und lernen die Tugend der Barm⸗ herzigkeit höher ſchätzen und laſſen ab von unſrer Härte. Dieſer Verluſt lehrt uns vud daß alles Irdiſche ungewiß und vergänglich iſt. Unaus⸗ ſprechlich groß aber iſt der Troſt, det du Herr, den alle Welt fürchten ſoll, auch unſre Hilfe und unſer Schild biſt; daß dein Auge 239 uns ſiehet, ſo wir dich fürchten und auf deine Güte hoffen; daß du uns ernähreſt in der Teurung. Wir würden ohne dieſen Glauben verſchmachten in Mangel und Kümmerniſſen. Nun aber demütigen wir uns unter deine gewaltige Hand, die uns auch durch Strafen Heil bringen wird, und bitten dich um deinen Segen, du magſt betrüben oder erfreuen, durch deinen Sohn, Jeſum Chriſtum, unſern Herrn! Amen. 352 Gebete für die Jahreszeiten. Gebet im Herbſte. Alles Fleiſch iſt wie Gras und alle Herrlichkeit der Menſchen wie des Graſes Blume. Das Gras iſt ver⸗ dorret und die Blume abgefallen; aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. 1. Petr. 1, 24. 25. Ewiger, unveränderlicher Gott, der du nie alterſt und wechſelſt, ſondern bleibſt, wie du biſt, zu dir blicken wir empor aus dem Unbeſtande der Erde. Rings um uns her wohnt in den herbſtlichen Fluren der Odem des Todes. Alles erinnert uns jetzt an die Stunde, da wir von allem, was uns hienieden lieb und teuer iſt, ſcheiden müſſen. Mächtig ergreift uns der Ge⸗ danke, daß auch uns, ſo wie allem Leben auf Erden, das Los des Todes fiel. Aber mitten unter den welkenden Fluren fühlen wir unſre Menſchen⸗ und Chriſtenwürde, und über die ver⸗ gängliche Erde erhebt ſich unſer Blick zu dir, der du allen, die an deinen Sohn glauben, das ewige Leben verheißen haſt. Preis ſei dir für dieſe ſelige, durch die Auferweckung deines Sohnes unſres Heilandes Jeſu Chriſti, ſo herrlich be⸗ ſtätigte Hoffnung! Sie belebe uns mit heiligem Eifer für das Wahre und Gute; ſie lehre uns jeden Tag wohl anwenden; ſie waffne uns im Kampfe mit der Welt und Sünde und flöße uns Frieden und Troſt in das Herz unter den Bür⸗ den der Zeit! Nur der Gerechte iſt im Tode ge⸗ 2 troſt, nur ihm, der dem fruchtvollen Baume de. le Herrlihkeitn ſas Gras it he 15 4 de Aat tt de Rn ſt, wie duſi em Min 1 wohnt in w Todes. N lem Leben wi Aer ui llen vir wie d über dem⸗ glic ick zu d 1. b äiben, damt ennter dn d citin Twes Wwwolen dun Im Winter. gleicht und deſſen Blätter nicht verwelken, winkt jenſeite den Grabes das M vorgenrot der Vo llen⸗ dung, nur ihm folgen ſeine Werke zum Segen nach. Heiliger Gott, ſolches präge du uns ins Herz und erfülle uns mit der Weisheit, welche nach ewigen Gütern trachtet, die allein Frieden bringen, die der Sturm des Todes nicht ver⸗ wehen und der Strom der Zeit nicht entführen kann! Dann nahe ſich früher oder ſpäter die letzte Stunde unſres Erdenlebens, ſie wird uns nicht unbereitet treffen; wir werden vielmehr voll gläubigen Vertrauens auf Jeſum, den Urheber unſrer ſeligen Unſterblichkeit, durch die dunkle Pforte des Todes eingehen in das Land des Lichtes und der ewigen Freude. Amen. Nach Flatt. Gebet im Winter. Sommer und Winter machſt du. Pſ. 74, 17. Herr unſer Gott!„Du haſt dich micht unbezeugt gelaſſen, haſt uns viel Gutes gethan, vom Him⸗ mel fruchtbare 3 Zeiten gegeben und unſre Herzen erfüllet mit Speiſe und Freude.“ Alſo iſt jetzt geſorgt auch in dieſer rauhen Zeit für alles, was lebt! Alle Geſchöpfe loben den Herrn, denn er iſt weiſe und gütig! Ich danke dir, Vater, ſo oft ich mein Brot eſſe. Erbarme dich der Armen, die Mangel an Brot und Kleidern haben; öffne mein Herz dem Mitleid, damit ich ihnen gerne Alles mit Gott. 23 354 Gebete für die Jahreszeiten. Gutes thue. Wie glücklich bin ich, der ich andern Gutes thun und mir dadurch Freunde für die Ewigkeit ſammeln kann! Habe ich aber das Brot, welches ich begehre, verdient, und recht⸗ mäßig erworben? Der Müßiggänger hat kein Recht, zu eſſen und darf nicht hoffen, ſein Brot im Reiche Gottes zu genießen. Was thue ich für den Himmel? Wehe mir, wenn mein Leben bis⸗ her ein beſtändiger Winter, das iſt: Müßiggang war! Ich will meinen Tod vor Augen haben und ſo leben, als müßte ich täglich ſterben. Die Natur ruhet, nachdem ſie gute Früchte gebracht hat; in ihrem Schoße liegen die abgeſtorbenen Samenkörner und warten auf die Zeit ihres Her⸗ vorgehens. So werde ich nur dann in Ruhe den Tag meiner Auferſtehung erwarten, wenn mein Leben eine Frucht getragen hat, die dir wohlgefällt. Die Sonne wird die Samenkörner beleben und Jeſu herrliche Wiederkunft wird mich aus dem Grabe erwecken. Was wäre ich ohne dieſe Hoffnung? Weil aber alsdann alle offenbar ‿ werden müſſen vor deinem Richterſtuhl, ſo bitte ich dich, o Jeſu, ſei mein Fürſprecher bei dem Vater, daß ich um deines Todes und deiner Auferſtehung willen Vergebung meiner Sünden und das ewige Leben erlangen möge. Amen. — — — — — —— — 2 — —— — — ———— ———— — — — — — — — ten. der ih uden reunde fir ich aber d ich ſterben.A Früchte gebung erwarten, nem ren hat, din — — — —: — — — 8 — zyrecher bdn hes und dun meiner Sän „müge. And Gebete in Leiden und Trübſalen, in Krieg und Frieden. —— Gebet um Ergebung im Leiden. Leidet jemand unter euch, der bete! Jak. 5, 13. Lieber himmliſcher Vater, bewahre mich um Jeſu Chriſti willen durch den heiligen Geiſt vor allen Aergerniſſen, die das menſchliche Herz ſo gerne an den Trübſalen nimmt. Wer bin ich, daß ich mit dir rechten ſollte? Spricht auch ein Werk zu ſeinem Meiſter: Warum macheſt du mich alſo? Ich will ſchweigen und meinen Mund nicht aufthun; du, lieber Vater, wirſt es wohl machen. Stärke mich, daß ich mein Kreuz willig trage und mein Mut darunter aufgerichtet bleibe. Laß mich im Leiden deine heilige Nähe empfinden wie den Stephanus, als er geſteinigt wurde, wie den Paulus, als er in ſeinen Banden lag und ſeiner Schwachheit ſich rühmte. Ich bitte dich, Gott aller Gnade, der du uns berufen haſt zu deiner ewigen Herrlichkeit in Chriſto Jeſu, du wolleſt auch mich in meinem Leiden vollbereiten, ſtärken, kräftigen, gründen in der Kraft deines heiligen Geiſtes, um Jeſu Chriſti, meines Herrn und Heilandes willen. Amen. 23* Gebete in Leiden und Trübſal ꝛc. Gebet in Leiden und Crübſal. Welchen der Herr lieb hat, den züchtiget er; er ſtäupt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. Ebr. 12,6. O mein Gott, zu wem ſoll ich mich kehren im Kreuz, als zu dir, liebreichſter Vater? Du biſt mitleidig und gnädig, ein Vater der Barm⸗ herzigkeit und ein Gott alles Troſtes; ein Gott, der verwundet und verbindet, der zerſchlägt und deſſen Hand wieder heilet! Aus der Tiefe meines Herzens rufe ich, o Herr, zu dir: die Angſt meines Herzens iſt groß, ſiehe an meinen Jammer, führe mich aus meinen Nöten, tröſte und ſtärke meine betrübte Seele! Du haſt geſprochen: Rufe mich an in der Not, ſo will ich dich erretten und du ſollſt mich preiſen! Darum erhebe ich meine Seele zu dir; ach, neige deine Ohren und höre, thue auf deine Augen und ſiehe mich an. Die Tage des Herzeleids haben mich ergriffen, du ſpeiſeſt mich mit Thränenbrot. Aber, o Herr, lehre mich wohl bedenken, daß du mir dieſe Laſt aufgelegt habeſt und ich nicht wider dich murren dürfe. Oeffne mir die Augen, um zu ſehen, wie vielfältig ich ſolche Strafe verſchuldet habe und wie ich aller deiner Gnade unwürdig ſei. Ach Herr, deine Liebe iſt es, welche mir dieſes alles zuführet. In der Züchtigung erzeigeſt du dich gegen mich als einen liebreichen Vater. Du er⸗ kenneſt meine Verderbnis, die Härtigkeit meines Herzens, die Widerſpenſtigkeit meines Willens; —— —— — — — — —— — — — —2 —— — — — — — — — — —— ſal zc. rrübſal tiget er. eſin immt. Gbt.hi ater der Ban⸗ ſtes; ein Ge 2 ser Tiefe maun dir: die a neinen Jane rröſte und ſi ſiehe ni tmich eoyit Döt. Aber,—h zu mir die nider dih un n zu ſehenn „huldet h würdig ſi 2 mir dieſ rzeigeſ u i Vater. 30 zärtijtt zärtigtit 6 6 meines W 1 zerſchlägtm 1 Gebet um Geduld im Kreuze. ja, du weißt, welch' großes Übel mich überfallen würde, wenn ich mir ſelbſt überlaſſen bliebe. Deine Weisheit iſt es, nach welcher du mich jetzt auſweckeſt. Lehre, o Herr, mich ſelber richten, meine Wege ausforſchen, meine Sünden erkennen und mich vor dir demütigen. Stärke mich, einen Sieg nach dem andern über mich ſelbſt zu er⸗ langen, damit ich ſagen möge:„Gelobet ſei der Herr, der mich in die Schule des Kreuzes ge⸗ führet, es iſt mir gut geweſen, daß er mich ge⸗ züchtiget hat; o wie heilſam iſt die Frucht, welche aus ſo bitterer Wurzel hervorgewachſen iſt!“ Und wenn endlich dieſer Sturm vorüber ſein wird, ſo bewahre mich vor aller Sicherheit und Sorgloſigkeit. Mache mich geſchickt, unter Wachen und Beten ſtets in Geduld deinem heiligen Willen zu folgen, daß ich ſo mich ernſtlich vorbereite auf jenes beſſere Leben, wo alle Trübſal ein Ende nehmen, all mein Seufzen und Klagen in Froh⸗ locken, ja all mein kurzes Leiden in ewige Freude verwandelt wird. Ach Herr, erhöre meine Bitten um deſſen willen, in welchem all dein Wohlge⸗ fallen ruhet, um Jeſu des Gerechten willen! Amen. Georg Joachim Zollikofer. Gebet um Geduld im Kreuze. Faſſet eure Seelen mit Geduld! Luk. 21, 19. O Gott aller Geduld und alles Troſtes! Ich ſuche dich in meiner Trübſal und rufe ängſtlich: 358 Gebete in Leiden und Trübſalen ꝛc. Erhöre und tröſte mich! Du willſt, daß ich dem Ebenbilde deines Sohnes gleich ſein ſoll. Du haſt mir befohlen, mich ſelbſt zu verleugnen, Chriſti Kreuz auf mich zu nehmen und ihm nachzufolgen und das Sterben des Herrn Jeſu und ſeine Mal⸗ zeichen an meinem Leibe zu tragen. Es dünket mich aber die Züchtigung, nun ſie da iſt, nicht Freude, ſondern Traurigkeit zu ſein. Richte des⸗ egen mein Herz zu deiner Liebe und zur Ge⸗ duld Jeſu Chriſti. Gieb einen gnädigen Regen und erquicke dein dürres Erbe, daß ich meine Luſt an deiner Gnade habe und reichlich getröſten werde durch Chriſtum. Laß deine Kraft in mir Schwachem mächtig ſein und meine Seele ſei in der Stille getroſt und unverzagt. Laß die Ver⸗ ſuchung ein Ende nehmen und nach dem Unge⸗— witter die Sonne wieder ſcheinen. Laß mich be⸗ ſtändig bleiben in deiner Furcht und dir all mein Lebenlang danken, bis ich endlich fröhlich werde und dir, meinem Gott, die Ehre gebe, da du alle Thränen wirſt abwiſchen von meinen Augen Gelobet ſeiſt du und hochgeehrt ewiglich! Amen J. Laſſenius. Gebet in allgemeinen Uöten. Hers, ich leide not, lindre mir's. Jeſ. 38, 14. O du Richter alles Fleiſches, der du nicht nach dem Anſehen richteſt, ſondern das Herz an⸗ —-—— —=— alen d.. dt, Nihm ſein ſol! A dleugnen,Ciri gnädigen n daß ich m reichlic ecti ne Kraft i nach den le en. Laß nitt und dir aln ich fröhlähen jre gebe, d 4u n meinen Bewiglihl We J. Liſeui r NUüten. rs. Je. 2 ies, der n zyern das Gebet in allgemeinen Nöten. 359 ſiehſt; gieb uns durch deinen heiligen Geiſt ein Herz, das uns ſelbſt freiwillig richtet, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Siehe, wir bringen unſre Klagen und Not vor dich, weil uns die dringende Gefahr antreibt, vor dir niederzufallen mit Beten und Flehen. Ach, räche nicht die Un⸗ treue und Falſchheit des menſchlichen Herzens, ſondern gedenke der tiefen Verderbnis und er⸗ löſe uns durch wahren Glauben von dem Übel der Sünde und der Strafen. Beweiſe alſo an deinen Geſchöpfen anſtatt des gedrohten Unter⸗ ganges deine große Geduld und Erbarmung, auf daß wir Vertrauen zu dir ſchöpfen, uns in der Not an dich halten und nach der Not dir beſtän⸗ dig anhangen. Ja, was weder Geſetz noch Tod und Strafe können, das thue du ſelbſt an uns und ſende deinen Sohn kräftiglich in unſre Her⸗ zen, um die wahre Verſöhnung, Reinigung und Erleuchtung in uns zu wirken. O Jeſu Chriſte, verwandle du den Tod in den Sieg, vertreibe die Finſternis und Verführung der Vernunft zu böſen Werken und ſchenke uns das helle Licht deiner Wahrheit, daß wir darinnen wirken mögen. Laß niemand um Linderung der Strafen bitten, daß er wieder in Weltluſt, Geiz oder anderen Sünden leben könne, ſondern komme durch deine Gnade unſrer Ohnmacht zuvor und führe uns aus der Sünde in dein Reich ein, darinnen wir die wahre Gerechtigkeit, Ruhe und Seligkeit ſtets finden. Mache allen fleiſchlichen Troſt, hinter 360 Gebete in Leiden und Trübſal ec. welchen ſich manche verſtecken möchten, zu nichte. Leite die Feinde deines Wortes zur redlichen Umkehr, daß ihr Gewiſſen aufwache. Segne uns allen die jetzige Gefahr zu rechten Buße, denn deiner Hand können wir doch nicht entgehen. Wenn manche dir bisher wenig gedienet haben, ſo lehre uns nun in der Anfechtung um ſo mehr auf dein Wort merken, deine Stimme im Ge⸗ wiſſen wahrnehmen und ſo unſer Heil begierig ſuchen. Reiße die Deinigen aus der Gefahr und laſſe ſie deine Kraft genießen. Den Blöden und Schwachen ſende Rettung, daß ſie in der Not nicht verzagen, und den Troſtloſen komme zu Hilfe, daß ſie ihr Elend überwinden. Erhalte uns den Glauben, um unſer Vertrauen nicht wegzuwerfen, wenn die Not noch näher treten ſollte. Sei gnädig dem armen Volke, ſchone deiner Geſchöpfe, die du ja nicht haſſen kannſt. Gieb allen Buße und Vergebung der Sünden. Verlaſſe auch, o Vater, an den heimgeſuchten Orten kein wahres Glied Chriſti im Tode, ſondern bezeichne die, welche du erkauft haſt, mit deinem heiligen Zeichen, damit ſie erhalten werden zur Seligkeit. Erhöre die Seelen, die mit dem Tode ringen und zeige dich ihnen barmherzig und freundlich. Wir haben einen Gott, der da hilft, und einen Herrn Herrn, der vom Tode errettet! Amen. 1I 965. 1186 112 G. Arnold. —?/:— — = —— 2— — erüjy=Z— ——— ——— ——— ——— —.—— ——— ——— — — — — — —. lzc. Ren, zu nitte zur wlicn he Segnem u Dufe, dn nicht ettgehe ſedienut hehn ng un ſo nit timme im Ge :Heil bagiej der Gefohrm den Bläden m ſie in dewe komme zud rhalte mem ſt wegzuvaſg llte. Seigi „Geſchäßſ i allen dußm auch ee 1 t ue,ns Ine di ül eiligen gi veligtett bit ingen mdi us ds Ben derim ¹G mm 8 Dankgebet nach überſtandener Gefahr. 361 Dankgebet nach glücklich überſtandener 118. ie Gefahr. um maou Falh iſr Ich will mit Dank opfern; meine Gelübde will ich be⸗ zahlen dem Herrn, daß er mir geholfen hat. Jon. 2, 10. Es hatten mich umfangen die Schmerzen des Todes, und die Bäche Belials erſchreckten mich. Der Hölle Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich. Gelobet ſei mein Hort, und der Gott meines Heils müſſe erhoben werden, der mich errettet von meinen Feinden, und erhöhet mich aus denen, die ſich wider mich ſetzen(2. Sam. 22, 5. 6; Pſalm 18, 47. 49). Zwar kann ich nicht ſagen, ich ſei in tauſend⸗ facher Gefahr geweſen, wie Paulus bezeugt: Ich bin in Gefahr geweſen zu Waſſer, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüſte, in Gefahr auf dem Meere, in Gefahr unter den falſchen Brüdern. Aber doch ging mir das Waſſer bis an die Seele und habe ich mich müde geſchrieen. Du, Herr, ſchienſt mir ferne zu ſein, und ich fürchtete, ver⸗ derben zu müſſen. Ich ſuchte Hilfe bei den Menſchen und fand keine. Da rief ich aus der Tiefe, Herr, zu dir: Sei nicht ferne von mir; denn Angſt iſt nahe; denn es iſt hier kein Helfer; mache dich auf, hilf mir und erlöſe meine Seele aus der Not um deiner Güte willen! Da haſt du mich aus meinen Trübſalen errettet alſo, daß 362 Gebete in Leiden und Trübſalen ꝛc. mich kein Uebel rühren durfte. Herr, deine Güte iſt groß über mich; darum danke ich dir, Herr mein Gott, von ganzem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich. Nun habe ich aufs neue er⸗ fahren, daß du töteſt und lebendig machſt, in die Hölle hinabführſt und wieder heraus. So über⸗ gebe ich mich heute ganz in deine väterliche Obhut und Führung, du treuer Gott, der du in deinem Sohne, Jeſus Chriſtus, mein Ein und Alles, auch mein Erlöſer von Sünde und ewigem Tod ge⸗ worden biſt; an deiner Gnade will ich mir ge⸗ nügen laſſen; denn deine Kraft iſt in den Schwachen mächtig. Halleluja! Amen. A. Pregizer. Gebet in Kriegsnot. Wenn ſich Krieg wider mich erhebt, ſo verlaſſe ich mich auf ihn. Pſ. 27, 3. Gott, du biſt auch dann noch ein Vater deiner Kinder, wenn du ſchwere Trübſale über ſie verhängeſt; biſt heilig und gerecht in allen deinen Wegen, gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, ein Troſt der Traurigen und eine Hilfe der Schwachen; unſre Zuverſicht und Stärke, ein Herr, der vom Tode errettet. Zu dir flehen wir, ſowie alle unſre Mitmenſchen, über welche du nach deinem uner⸗ forſchlichen Rate den Jammer des Krieges ver⸗ breitet haſt. Dich beten wir in unſrer Not als ian! gäüig diea ——————— — — ——— b alen d.. err, deine git ich di ha und ehre deie aufs nelle a, g macſſt uſe aus. So ihe väterlice Ahi er du in dinn und Ales, un 4 wigem Ta 8 vill ich nit i den Schwtn A. Preyin ot. ebt, ſo belliſeth znoch ein „Trübſckitk gerecht un therzig, gan ze, ein Tut chwachen; ² der wud zwie all m ch deinen W des Kriegsn unfrer Ai In Krieagsno. 363 einen Vater an, der ſeine Kinder mit Maßen züchtigt, deſſen Treue groß iſt am Tage der Leiden, wie an den Tagen der Freude, in den Srurmen des Krieges, wie im Sonnenſchein des Frieden; deſſen Weisheit alles zum Beſten lenker und aus der Traurigkeit Freude, aus dem Vertuſt Gewinn und aus dem Tode Leben zu ſchaffen vermag. Wir demütigen uns anter deine g waltige, aber weiſe und liebevolle Hand. Wir unterwerfen uns deiner väterlichen Züchtigung Ach erbarme dich unſer nach deiner geoßen Güte! Siehe n Gnaden herab auf dieſes Land, oem du bisher ſo gnädig geweſen biſt. Ecleichtere und mildere nach deiner großen Barmherzigkeit di ichweren Drangſale des Krieges. La bee Seufzer der Gedrückten und Leidenden, der Armen und Elenden Erhörung bei dir finden. Schenke denen, die für unſer Vaterland kämpfen, Mut in ihrem Be⸗ rufe, Schutz in Gefahren, Sieg im Streite und vor allem Vertrauen auf dich und deine Hilfe. Begegne dem Geiſte der Zwietracht unter den Völkern und laß bald wieder Friede, Ruhe, Sicher⸗ heit und Ordnung zurückkehren. Nimm uns, unſern Ort und unſer ganzes Land in deinen mächtigen Schutz. Erhalte unſer Herz nur bei dem Einen, daß wir deinen Namen fürchten, dir kindlich vertrauen, dich in unſrer Not ſuchen und durch deine Züchtigung uns zu ernſter Buße er— wecken laſſen. Dein Rat iſt wunderbar, aber du führeſt alles herrlich hinaus. Stärke unſern 364 Gebete in Leiden und Trübſal ec. Glauben; Herr, unſre Seele harret auf dich; du biſt unſre Hilfe und unſer Schild! Amen. Gebet nach erlangtem Frieden. Kommet her und ſchauet die Werke des Herrn, der auf Erden ſolch Zerſtören anrichtet; der den Kriegen ſteuert in aller Welt; der Bogen zerbricht, Spieße zer⸗ ſchlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Pſ. 46, 9. 10 Allmächtiger Gott, Herr der Heerſcharen: Wir danken dir in der Tiefe unſrer Herzen und mit Lobgeſängen auf unſern Lippen dafür, daß du dem Blutvergießen ein Ende gemacht und wieder Frieden in unſer Land gegeben haſt. Ach, wie viele Wunden hat der Krieg geſchlagen, heile du ſie, Gott aller Gnade! Siehe, wir weinen um die Erſchlagenen unſres Volkes, tröſte du uns mit deiner Hilfe und nimm die Witwen und Waiſen in deine gnädige Obhut und Leitung, in deinen ſtarken Schutz und in deine treue Fürſorge. Segne, barmherziger Gott, unſer Volk auch fürderhin mit Frieden und führe uns der ſeligen Zeit entgegen, da die Schwerter zu Pflugſcharen und die Spieße zu Sicheln gemacht werden, da kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben wird, da alle Völker in deinem Reiche ſicher wohnen und dir, dem ewigen König, mit Freuden dienen werden. Laß uns aber auch den Segen ———— 3 ————————— —————— —————— ———— ————— —— — — — ſal d. et auf dicr gut 1 Ana frieden. ke des derm d der den Ae 1 iit Syiei ie tt. N. 4,90 derfümn ſrer Herzenm pen diiri ke gemact w eeben haſt N. geſchlagen 1 V wir weinaw tröſte dum * Wituen w t und Aitw rin deime um Uumſer Aict uns derſth zu Pfl ſ 1 wicht wetde chwert alf 4 n Neite 1 eig ni 99 ruch da Nach erlangtem Frieden. 365 des jetzt erlangten Friedens erkennen und lehre uns dieſe Zeit wohl ausnützen. Mache uns fleißig zu Werken des Friedens und laß unſre Arbeit wohl gedeihen. Gieb uns eine gute Obrigkeit, welche deine Dienerin iſt, dich fürchtet und in deinem Namen Geſetze und Ordnungen, Recht und Gerechtigkeit ſchafft. Erinnere die Vürger, daß ſie den Fürſten und der Obrigkeit unterthan und gehorſam und zu allem guten Werk bereit ſeien. Erhalte Fürſten und Völker, Gemeinden und Familien und alle Stände in Eintracht und Frieden, auf daß es wohl gehe im Lande und wir ein geruhlich und ſtilles Leben führen mögen in aller Gottſeligkeit und Ehrbarkeit. Leite alle Künſte und Wiſſenſchaften in die Bahnen der Wahrheit, Zucht und Gottesfurcht. Wirke durch deinen heiligen Geiſt immer mehr Erkenntnis deiner gnadenreichen Offenbarung in Chriſto Jeſu und laß uns den Frieden ſuchen und finden, welchen die Welt nicht geben kann, welchen uns allein dein geliebter Sohn, Jeſus Chriſtus, ge⸗ geben hat. Nun, Gott des Friedens, mache uns fertig, in allem guten Werk zu thun deinen Willen, und ſchaffe in uns, was vor dir gefällig iſt, durch Jeſum Chriſtum, welchem ſei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. A. Pregizer. Gebete für Rranke und Sterbende. —-— Tägliche Vorbereitungsgebete auf den Tod. 1. Es iſt nur ein Schritt zwiſchen mir und dem Tode. 1. Sam. 20, 3. Ach lieber Gott und Herr, ich lebe, aber ich weiß nicht wie lange. Ich muß ſterben und weiß nicht wann. Du, mein himmliſcher Vater, weißt es! Wohlan, ſoll dieſer Tag der letzte meines Lebens ſein, ſo geſchehe, Herr, dein Wille; er allein iſt der beſte. Mache mich bereit, im wahren Glauben an Chriſtum, meinen Erlöſer, zu leben und zu ſterben. Gieb mir aufrichtige Erkenntnis, Reue und Leid über meine begangenen Sünden und ſtelle ſie mir noch in dieſem Leben vor die Augen und nicht erſt am jüngſten Tage, um dort zu Schanden zu werden. Verleihe mir doch ſo viel Zeit zur Reue und Buße, daß ich meine Übertretung von Herzen erkenne und Ver⸗ gebung und Troſt aus deinem ſeligmachenden Worte erlangen möge. Ach, barmherziger Vater, verlaß mich nicht und nimm deinen heiligen Geiſt nicht von mir. Mein Herz und meine Zuver⸗ Sterbende auf da th ir und den m. 6 ich lobe, nnuß ſterben w umliſcher bi Tag da h zerr, dei mich beri meinen Eii mir aufptt 4 eine begun 8 in dieſent 1 i jüngſtenn 6 ri. Walläht 1- Buße, d Irkenne w jſelignale Inheröigert „ en heiliget 145 nd meine d Tägliche Vorbereitungsgebete. 367 ſicht iſt dir, o Gott, wohlbekannt: in derſelben erhalte mich zum ewigen Leben. Laß mich ſterben, wann du willſt, nur verleihe mir ein ſanftes und durch Chriſti teures Blut ſeliges Ende! Amen. B. Schmolk. 2. Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wiſſet nicht, wann es Zeit iſt. Mark. 13, 33. O du Gott des Friedens, der du von den Toten ausgeführet haſt den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Teſtamentes, mache uns fertig zu allem guten Werke, zu thun deinen Willen, und ſchaffe in uns, was vor dir gefällig iſt durch Jeſum Chriſtum, welchem ſei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir nehmen wird, daß mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Deine Weisheit hat mir ein: Ziel geſetzt, das ich nicht überſchreiten werde. Wie könnte ich mich der Sicherheit überlaſſen, da der nächſte Augenblick nicht mehr in meiner Gewalt ſtehet, um mich auf das ewige Leben ernſtlich vorzubereiten! Mache alſo, o Gott, den Gedanken an den Tod recht lebendig in meiner Seele und bewahre mich vor Uebertretung deiner Gebote. Ich bin ein Gaſt auf Erden und habe hier keine bleibende Stätte. Ich eile dem Ende meines Lebens zu, und komme demſelben täglich näher. 368 Gebete für Kranke und Sterbende. Du haſt mich aber nicht allein für dieſes Leben geſchaffen, ſondern zur Ewigkeit beſtimmt. Hoch und groß iſt das Ziel, welches uns deine himmliſche Berufung in Chriſto Jeſu durch das Evangelium vorhält. Ich aber habe noch Sünde — in mir, und überdies einen ſchwachen, hinfälligen Leib, und lebe in der Niedrigkeit und im Elende. Gieb mir durch dein Evangelium einen ewigen Troſt und eine gute Hoffnung, welche mich auch im Tode getroſt mache. Erhalte und vermehre in mir das geiſtliche Leben, welches ewig iſt, damit der Tod, der meinen Leib zerſtören wird, meiner Seele nicht ſchade. Mache etwas aus mir zum Lobe deiner Herrlichkeit. Gieb mir ewiges Leben, und laß mich nach Leib und Seele dem Ebenbilde deines Sohnes, meines verklärten Hei⸗ landes, ähnlich werden! Amen. Nach M. M. F. Roos. Tägliche Gebele eines Kranken. 1. 1 Was willſt du ſagen, wenn er dich ſo heimſuchen wird? Jerem. 13, 21. 1 O lieber Gott und Vater! Du haſt über mich eine Zeit der Leiden hereinbrechen laſſen. Ich danke dir, mein Gott, für die Erkenntnis, daß des Kreuzes Weg der Himmelsweg ſei und daß du auch in Krankheiten unſrer Seele Gutes thuſt. Ich ſehe wohl, mein Gott, daß du mich von der — — — — — — — —— — —— — —— ——,— ———— —— —— — — — de. u, hinfilin di d in Cland. einen euin 6 viich aud und dernin hes ewii erſtören 6 twas aldn 6 dn tiredihe Sealo de elna M 6 ranba ch ſo 1 b en laſſe N luuts 3 eß ſim 6 1,6 Gue h dnihrn Tägliche Gebete eines Kranken. 369 Welt trennen, ſie mir bitter und den Himmel ſüße machen willſt; daß ich ſoll verleugnen das un⸗ göttliche Weſen und din weltlichen Lüſte, um züchtig, gerecht und gottſelig zu leben in dieſer Welt; daß ich ſoll forſchen und unterſuchen mein Leben, um durch eine herzliche Buße mich zu dir zu bekehren. Denn wenn uns wohl iſt und wir von keiner Trübſal wiſſen, ſo dünkt uns leicht, wir ſeien nur in der Welt, um irdiſch Gut zu ſammeln, mit der Welt zu ſündigen und uns in ihre Weiſe zu ſchicken. Aber weil dies für unſre Seele das Verderben und die ewige Verdammnis ſein würde, ſo pflegſt du nach deiner Treue uns bisweilen beſonders zu führen, um allein mit uns zu ſprechen. Ach, mein Gott, es ſcheint, du wolleſt jetzt auch mit mir allein ſprechen und mir ſagen:„ Hüte dich vor der Welt Sünden, Verführungen, Bosheiten und Gewohnheiten und bereue die begangenen Sünden durch Veränderung deines Sinnes, welches da ſei der gute und wohl⸗ gefällige, ja der vollkommene Gotteswille!“ Nun, mein Gott, das will ich auch thun. Wirſt du mir die Geſundheit wieder ſchenken, ſo will ich eifriger beten, das Böſe meiden, meine alten, böſen Gewohnheiten ablegen, alle Gelegenheiten zur Sünde fliehen und ein neuer Menſch werden. Denn wer die Welt lieb hat, in dem iſt nicht die Liebe des Vaters. O Herr! Vollbringe das gute Werk, welches du in mir angefangen haſt, zu deiner Ehre und Alles mit Gott. 21 370 Gebete für Kranke und Sterbende. zu meiner Seele Heil; mache meine Seele geſund und gieb, daß ich in wahrer Buße und leben⸗ digem Glauben mich vor dir demütige, in den Wunden Jeſu Hilfe, Rat, Troſt und Vergebung meiner Sünden ſuche und finde! Amen. J. F. Stark. 2. Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft iſt in den Schwachen mächtig. 2. Kor. 12, 9. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzuſuchen. Meine Kraft hat mich verlaſſen, mein Odem iſt ſchwach, meine Munterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen und mein natür⸗ liches Leben iſt nahe dem Grabe. O du, der du geſagt haſt:„Ich bin der Herr, dein Gott,“ zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich ſetze ich auch in dieſer Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Chriſti willen alle meine Sünden vergeben und mir Hoff⸗ nung und Glaubensfreudigkeit im Tode ſchenken wolleſt. Laß die Krankheit meines Leibes zur Geſundheit meiner Seele gereichen. Heilige deine väterliche Züchtigung zur Geneſung meines Geiſtes, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich ſtärke und meine Buße aufrichtiger und ernſthaft mache. Sei mir nicht ſchrecklich, o mein nde. Seele gefand e und lagr ttige, in der Amen. J. F Snt b I en, denn nen 2. Kcr. h fer un un Meine aut ſchwach wi ind Shmenn d mein mit eit den Glc aufitihn, crecli d Vetyebn, Tägliche Gebete eines Kranken. 371 Gott, in dieſem Leiden, ſondern laß die Gedeine, die du zerſchlagen haſt, Freude und Wonne fühlen. Ach, wen habe ich im Himmel und auf Erden, als dich, der mir helfen, mich ſtärten und be⸗ ruhigen könnte? O mein Vater! Du haſt mir dieſe Laſt auferlegt, hilf ſie mir auch tragen. Lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmliſchen Troſte; ſchenke mir chriſtliche Geduld und Ergebung; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübſal und ſegne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wieder⸗ herſtellung meiner verlorenen Geſundheit. Kerr, du Allmächtiger, bei dir iſt kein Ding unmöglich. Inſonderheit aber bitte ich dich, du wolleſt meine Gnadenzeit verlängern, wenn du keine Frucht bei mir fändeſt. O dann ſtärke mich durch deinen Geiſt, hinzugehen, daß ich noch Frucht bringe, die da bleibe. Sollte aber jetzt in deinem heitigen Rate mein Ende beſchloſſen ſein, ſo bitte ich dich flehentlich: Laß mich, verſöhnt mit dir, in Chriſto ſterben! Was die Krankheit auch immer für einen Ausgang nehmen wird, ſie mag zum Leben oder zum Tode ſein, laß ſie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Beſten dienen. „Leben wir, ſo leben wir dem Herrn; ſterben wir, ſo ſterben wir dem Herrn.“ Vater, nicht mein, ſondern dein Wille geſchehe! Amen. Dr. Joh. Gottl. Burckhard. 372 Gebete für Kranke und Sterbende. 3. Ich bin der Herr, dein Arzt. 2. Moſ. 15, 26. O Herr Jeſu Chriſte! Du einziger Arzt und Meiſter, der du in den Tagen der Wallfahrt auf Erden die Kranken, welche Rat, Troſt und Hilfe ſuchten, mit einem Wort geſund gemacht haſt; ſiehe, hier liege ich Kranker auf dem Schmer⸗ zenslager und weiß keine andere Hilfe im Himmel und auf Erden, als nur allein bei dir! Du biſt mein einziger Troſt, meine einzige Zuflucht, darum rufe ich dich an von Grund meines Herzens: O Herr Jeſu! Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Denn ſo du willſt, kannſt du mich ge⸗ ſund machen. O Herr Jeſu, ſprich nur ein Wort, ſo werde ich geſund. Der du alle Schmerzen auf dich geladen und alle unſre Krankheiten ge⸗ tragen haſt, erbarme dich meiner, lindere die Schmerzen, ſtrecke deine Gnadenhand über mich aus, daß ich mich deinem Willen geduldig unter⸗ werfe und mich auf deine Allmacht mit wahrem Glauben verlaſſe. Sei und bleibe mein Jeſus und Heiland, dann werde ich geheilet. Erhöre mich, Herr, ſo iſt mir an Leib und Seele ge— holfen, denn du biſt mein Gott! Amen. K. Neumann. ende. 5 15, N. 8. d 3 eifuct de drm ines derxn. eun 1 du: alle Schnirn duchen 1 mun 5 b ſ. NMeanan nich e nur ein 45 Morgengebet für Kranke. 373 Morgengebet für Kranke. 1. Ich ſchreie zu dir, Lerr⸗ und mein Gebet kommt frühe vor dich. Pſ. 88, Jeſu Chriſti, des egeengfen Schwachheit ſei 3 und allezeit meine Stärke; ſein Kreuz und Leiden ſei mein Sieg. Jeſu Chriſti Ver⸗ ſöhnung durch ſein Blut ſei meiner Seele Hei⸗ lung, Jeſu Tod ſei mir das Leben, ſeine Erlöſung meine Seligkeit. Amen. Herr, du Vater des Lebens, deſſen Güte und Barmherzigkeit alle Morgen neu iſt, ſei gelobet und geprieſen, daß du mich Kranken in dieſer Nacht ſo gnädig bewahrt und erhalten haſt. Noch kann ich das Licht ſchauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preiſen. Sollte aber dieſer Tag mein letzter auf Erden ſein, ach, ſo bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jeſum Chriſtum, das ewige Licht, mit ſeiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich ſelig einſchlafen möge in ſeiner ſeligmachenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geſchehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß ſie nicht verderbe. Amen. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jeſu, erbarme dich meiner! O heiliger Geiſt! Du Tröſter in aller Not, er⸗ barme dich über mich und gieb mir deinen Frieden! Amen. G. Arnold. 374 Gebete für Kranke und Sterbende. 2. Ich kann töten und lebendig machen, ich kann ſchlagen und kann heilen, und iſt niemand, der aus meiner Hand errette. 5. Moſ. 32, 39. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, dir danke ich von ganzem Herzen, daß du mir wieder durch eine lange, bange Nacht hindurchgeholfen haſt und mich jetzt deine Sonne wieder ſehen läſſeſt. Wenn heute auch wieder ein Tag neuer Leiden und Schmerzen vor mir ſtehen ſollte, ſo preiſe ich doch deine Güte, die mir erlaubet, alle meine Anliegen dir an dein treues Vaterherz zu legen. Siehe an meine Not an Leib und Seele, meine Schmerzen und Sorgen, lindre ſie nach deiner Güte und nimm dich meiner an nach deiner großen Barmherzigkeit. Du kannſt ja töten und lebendig machen, kannſt ſchlagen und heilen. Aber ich beuge mich unter deine gewaltige Hand, aus der niemand erretten kann; ſo thue mit mir, wie du willſt, nach deinem weiſen Rat! Wenn ich aber länger leiden ſoll, ſo ſtärke, Herr, meinen Glauben alle Tage, da— mit ich aufſehe auf Jeſum Chriſtum, meinen einigen Heiland, und von ihm Geduld und Sanft⸗ mut lerne. Durch ihn gieb mir auch die gewiſſe Hoffnung des ewigen Lebens, damit ich im Leiden nicht ermatte und im Sterben nicht verzage. Wende meine Augen ab von den Dingen dieſer Welt und laß mich deine Herrlichkeit ſehen in Chriſto Jeſu, deinem geliebten Sohne. In ihm ende. cen, ich un nand, der an durchgehole wieder ſce in Tag en ehen ſolle erlaubet d Vaterhen eib und eh indre ſie m iner an fannſt ſtuön 4 1 ch unter —— = — — 2 —— —— — — — —— iſtun, Ild unde uch die t ich in nicht dein Dingen V 4 2 G — 1„ — —— . Adh ckeit ſin Abendgebete für Kranke. 375 ſchenke mir alle Gnade und Wahrheit, allen Troſt und Frieden des Neuen Bundes, ſo kann und will ich mir genügen laſſen. Ob es nun beſſer oder ſchlimmer mit mir werde, ob es wieder zum Leben oder zum Tode gehe— ich hoffe auf dich, du werdeſt es wohl mit mir machen in Zeit und Ewigkeit, und ſage: Darum ſtill, darum ſtill, Füg ich mich, wie Gokt es will. Amen. A. Pregizer. Abendgebete für Kranke. 1. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Pſ. 25, 18. Gott der Vater, der mich erſchaffen hat, be⸗ wahre mich; Jeſus Chriſtus, der mich erlöſet hat, ſegne und erhalte mich; Gott der heilige Geiſt, der mich geheiliget hat, ſtärke und tröſte mich in dieſer Nacht. Der treue, barmherzige Gott helfe mir und erlöſe mich von allem Uebel und leite mich zum ewigen Leben! Amen. Deinem Namen, mein treuer Gott und Hei⸗ land, ſage ich von Herzen Lob und Dank, daß du mir dieſen Tag haſt überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Schwachen mächtig war. Aber ſiehe, hier liege ich noch unter deiner Rute 376 Gebete für Kranke und Sterbende. und ſeufze zu dir: Ach Herr, mein Gott, ſiehe doch an meinen Jammer und mein Elend und vergieb mir alle meine Sünden! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine ſo teuer er⸗ kaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber ſtets zu dir wachen, damit ich deine herr⸗ liche Zukunft mit Verlangen erwarte, und ſtärke mich auch im Glauben und in der Geduld alſo, daß ich vor dir beſtehen und das himmliſche Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöſer, um deines bittern Leidens und Sterbens willen! Amen. G. Arnold. 2 — Wir wiſſen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Beſten dienen. Röm. 8, 28. Lieber himmliſcher Vater, der du zu jeder Zeit uns deine Gnade erfahren läſſeſt, dir danke ich von Herzen, daß du auch heute mir durch— geholfen und deine Hand nicht von mir abge⸗ zogen haſt. Ich bin ja deiner Wohlthaten nicht wert und hätte mit meinen vielen Sünden längſt verdient, von dir verſtoßen und verworfen zu werden; aber um Jeſu willen haſt du mich bis hieher getragen und rufeſt mich noch immer zur Buße und auf den Weg des Lebens. Auch die Krankheit, die du mir zugeſchickt haſt, iſt ein ſolcher Ruf zur Seligkeit. Darum preiſe ich dich dende. hen, die Sal ich deine 4 tte, 4 ſtr d ul immli üh di ge. Dazu liſ it deines biten men. G. Arvon Gott lieben d Fürbitte für einen Kranken. 377 für alles, was du an mir thuſt. Denen, die dich lieben, müſſen ja alle Dinge zum Beſten dienen. Gieb nur, daß ich dich recht von Herzen liebe und mich deinem Willen völlig unterwerfe. Mache mir alles zum Segen, was du mich er⸗ fahren läſſeſt, auch das Bitterſte und Unange⸗ nehmſte. Die bitterſte Arznei hilft ja oft am ſchnellſten zur Geſundheit. So ſegne mir auch dieſe Krankheit zur Erneurung und Stärkung meines Geiſtes, daß ſie mich einführe in dich und daß ich in dir, nicht mehr in der Welt, meine Freude und Hoffnung finde. O treue Liebe! Laß mich nur ganz in dir ruhen; auch in dieſer Nacht erquicke mich durch deine ſelig— machende Nähe und wache über mir mit deinem allmächtigen Schutze, daß mir nichts Böſes wider⸗ fahre und meine Krankheit ſich nicht verſ Lenunder⸗ Schenke mir einen ſtärkenden und erquickenden Schlaf und laß mich ruhen unter dem S Schatten deiner Flügel. In deine Hände befehle ich meinen Geiſt! Amen. M. S. C. Kapff. Fürbitte für einen Kranken. Betet für einander, daß ihr geſund werdet. Jak. 5, 16. Vater, wir flehen zu dir für ihn(ſie), der (die) unſrem Herzen ſo wert und teuer iſt. Ach, kann es nach deiner Weisheit und nach deiner Güte geſchehen, ſo laß ihn(ſie) geneſen, ſo er⸗ 378 Gebete für Kranke und Sterbende. halte uns ihn(ſie), den(die) wir ſo innig lieben! Wir unterwerfen uns deinem heiligen Willen in Demut, denn du ſorgeſt für uns. Du verzeiheſt aber auch gewiß die Thränen der trauernden Liebe, Thränen, wie ſie ſelbſt dein Sohn Jeſus geweint hat. Es iſt ja dem menſchlichen Herzen unmöglich, an Trennung von innig Geliebten ohne das ſchmerzlichſte Gefühl zu denken. Ach, möchteſt du unſre Beſorgnis und Traurigkeit durch Erfüllung unſrer ſehnlichſten Wünſche in Freude verwandeln! Wo Menſchen nicht helfen können, kannſt du noch helfen und retten; und oft iſt, wo die Not am größten, deine Hilfe am nächſten. Dein heiliges Wort ſagt:„Der Herr iſt nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernſt anrufen.“ Iſt es möglich, ſo laß uns den Kelch der ſchmerzlichen Trennung nicht trinken; gieb vielmehr, daß wir für Rettung und Erhal⸗ tung dich preiſen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen des(der) Kranken, wirke durch deinen Geiſt tröſtend, beruhigend und ſtärkend! Und ſoll, o Gott, Herr über Leben und Tod, ſoll nach deinem weiſen Rate ſeine(ihre) Todesſtunde herannahen, ach, ſo mache ſie ihm(ihr) ſanft und ſelig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurück⸗ bleibenden. Laß ihn(ſie) und uns im Geiſte hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, welche dein lieber Sohn uns dazu bereitet hat, daß wir dürften da ſein, wo er iſt. Laß ihn(ſie) und — — — — — — — — — — — — — — — — — e — —— —— ——,—— — — — — —— — — ende. innig lüben en Willn in du verzeth er trauernden rSohn Feit hlichen den nig Gellm denken. Ih m Trauri — —— — — —— — — — — — —. — — — — — — —. — — —— — — — — — — — — zeine Hlfem t:„der zallen, de dch, ſo laß eg richttrin ig und Cil mnen. Mie — — — 1 — — — 8 1 2 — —— — — — AKranken, u 1 ruhigend ÄW Fürbitte für einen kranken Ehegatten. 379 uns feſthalten im Glauben an unſern Erlöſer und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und ein unvergängliches Weſen ans Licht gebracht hat. In ſolchem Glauben laß uns leben, dulden und ſterben! Amen! Dr. H. Chr. G. Demme. Fürbitte für einen kranken Ehegatten. Herr, erbarme dich unſer, daß wir beide geſund mögen unſer Alter erlangen. Tob. 8, 10. Gütiger Gott, barmherziger Vater! Es hat dir nach deinem weiſen Rate und Willen ge⸗ fallen, meinem lieben Ehegatten eine ſchwere Krankheit aufzulegen. Ach, wie blutet mir das Herz, wenn ich ihn matt und entkräftet auf dem Schmerzenslager ſehen muß. Wie gerne wollte ich einen Teil ſeiner Plagen auf mich nehmen, wie gerne wollte ich alles anwenden, was in meinen Kräften ſtehet, wenn ich ihn nur zu retten fähig wäre! Wie traurig würden(für mich und meine Kinder) die künftigen Lebenstage dahin⸗ gehen, wenn ich dieſen meinen ſo teuren Gatten und in ihm meinen Verſorger, Ernährer und Beſchützer(in ihr meine teure Lebens⸗Gefährtin) verlieren ſollte!„Herr, ſei mir gnädig, denn ich bin ſchwach. Heile mich, Herr, denn meine Ge⸗ beine ſind erſchrocken!“ Ach, iſt es nicht wider deinen heiligen und guten Willen, ſo bewahre 380 Gebete für Kranke und Sterbende. mich vor ſolchem Kummer! Erbarme dich meines kranken Gatten und hilf ihm von ſeinem ge⸗ fährlichen Krankenlager bald wieder auf, da ja Leben und Geſundheit allein in deiner Hand ſtehen. Erleichtere ihm ſeine Leiden, flöße ihm Geduld und Gelaſſenheit ein; ſtärke mich, ihm treulich beizuſtehen, ſegne die angewandten Arznei⸗ mittel und laß ihn bald, mit neuen Kräften be⸗ gabt, ſeine Geſchäfte wieder vollbringen, damit wir dir für deine Hilfe fröhlich danken können. Sollteſt du beſchloſſen haben, ihn und mich mit ihm länger leiden zu laſſen, ſo verleihe uns beiden Troſt und Standhaftigkeit, ſo gieb uns immer ſtärkeres Vertrauen zu deiner Vaterliebe und Fürſorge und laß dieſes Leiden zu unſrem Beſten dienen. Wäre es aber dein Wille, daß er durch dieſe Krankheit weggerafft werden ſoll, ſo mache ihm ſeinen Abſchied aus der Welt leicht und ſeinen letzten Kampf erträglich. Gieb, daß er in wahrer Buße und im Glauben an Jeſum ſanft und ſelig einſchlafe und zur ewigen Freude eingehe. Verlaſſe aber auch alsdann mich(und meine Kinder) nicht, ſondern ſei ſelbſt(ihr Vater und Verſorger) mein Freund und Wohlthäter und erquicke mich mit deinem Troſte. Nun, Herr, wende dich zu mir und ſei mir gnädig. Willſt du meinen lieben Gatten(meine geliebte Gattin) mir bald geſund wiederſchenken, ſo will ich dir meine Gelübde bezahlen und dir Dank opfern und will wandeln vor dir! Mache es, o treuer 1——-————— ——————— ———— —— ——— — — ebende. me dich meinſ on ſeinen der auf, daſ deiner gn irke mic, in Handten Aeme en Kräften oringen, dnt elt leiht m Gieb, dil den an Jonſn rewigen Fin elütte Gun Gebet bei ſchwerer Krankheit eines Kindes. 381 Vater, nach deinem heiligen Ratſchluß um Jeſu Chriſti willen! Amen. Nach Ries. Gebet bei ſchwerer Krankheit eines Kindes. Es iſt der Herr, er thue, was ihm wohlgefällt. 1. Sam. 3, 18. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater! Du ſieheſt, welch ein Jammer jetzt unſer Herz er⸗ füllet. Wie iſt die Freude an unſrem Kinde in ſo ſchwere Sorge verwandelt worden! Da liegt es vor unſern Augen und jeder Zug ſeines Ge⸗ ſichtes bricht unſer Herz. Wir möchten gerne helfen und können doch nicht. Ach, daß du dich erbarmen möchteſt, allmächtiger Helfer! Bei dir iſt ja kein Ding unmöglich. Wenn du gebieteſt, ſo muß die Krankheit weichen; wenn es dir ge⸗ fällt, ſo werden wir die ſüße, ach, die heiß er⸗ ſehnte Freude genießen, unſer liebes Kind ge⸗ neſen zu ſehen. Doch es iſt dein, und du biſt ſein rechter Vater, haſt daran ein größeres Recht, als wir. Willſt du es nehmen, ſo werden wir wohl ſchmerzlich weinen, aber wir wollen nicht murren, und du wirſt uns Gnade geben, dir mit willigem, ergebungsvollem Herzen dies Opfer zu bringen. Wir ſehen ja mit unſern blöden Augen nur, was vor uns liegt. Du aber, Allwiſſender, jehſt die fernſte Zukunft, wie die Gegenwart, und wir trauen es deiner weiſen Vaterliebe zu, 382 Gebete für Kranke und Sterbende. daß du nur des Kindes und unſer eigenes wahres Heil zur Abſicht haſt. Willſt du die junge Pflanze jetzt ſchon in dein himmliſches Paradies verſetzen, ſo tröſte uns der Gedanke: dort iſt ſie bewahret vor den Sünden, die ſie hier zerknicken können Darum ſtellen wir alles in deinen heiligen Willen Wenn es dir aber gefiele, unſer Flehen in Gna⸗ den zu erhören und uns des Kindes Leben zu ſchenken, ſo laß es uns immerdar betrachten als einen lebendigen Zeugen deiner Macht und Gnade; auch ſchenke uns Kraft und Weisheit, es für dich und dein Reich zu erziehen. Und endlich laß uns alle wieder beiſammen wohnen in dem himm— liſchen Reiche unſres Herrn und Heilandes Jeſu Chriſti, da wo kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unſre Freude ſtört, wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preiſen! Amen. Flatt. Dankgebete nach wiedererlangter Geſundheit. 1. „Herr, mein Gott, da ich ſchrie zu dir, machteſt du mich geſund. Pſ. 30, 3. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen. Gott von unendlicher Erbarmung, der du gnädig biſt allen, die auf dich trauen, auch ich weiß es bende. eigenes wohne Junge Pfan adies verſe iſt ſie bewrin knicken kömn eiligen Li betrachet ſicht und önde eit, es fürd rendlich laßm iin dem liw „Heilandes i merz, kinh in vollkomnan reiſen! Au er Geſwnde dir, mathit ond vergij t Ir dir ale Heine Gäün 7 der d ri- Dankgebete nach wiedererlangter Geſundheit. 383 jetzt aus eigener Erfahrung, daß du mit deiner Hilfe nahe biſt denen, die dich mit Ernſt an— rufen. Denn als ich in meiner Not zu dir rief, da erhörteſt du mich und halfeſt mir von meiner Krankheit, ſo daß ich dir jetzt mit fröhlichem Herzen dafür danken kann. O daß doch die über⸗ ſtandenen Leiden einen tiefen Eindruck auf mein Gemüt machen und mich ermuntern möchten, alles dasjenige ernſtlich zu meiden, was mich von neuem auf das Krankenbett werfen und in die Gefahr des Todes bringen könnte. Vornehmlich aber gieb, du Erhalter meines Lebens, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten eifrig und treu ſei, damit bei einer künftigen Krankheit keine Verdammung meines Gewiſſens meine Schmerzen vermehren möge. Laß, o Gott, keine Sünde über mich herrſchen, keine Verſuchung mich überwinden. Lehre mich bedenken, daß ich ſterben muß, ja daß ich auch plötzlich ſterben kann; lehre mich wachen, damit ich bei Zeiten mein Leben nach deinen Geboten einrichte, wie ich es in meiner Todesſtunde wünſchen werde, gethan zu haben. Herr, mein Gott! Gieb du mir Kraft zur Nach⸗ folge deines lieben Sohnes Jeſu Chriſti, auch in Leiden, wenn du mir wieder ſolches aufer⸗ legen willlſt. Stärke meinen Glauben an dich und deinen Sohn, laß mich meine Sünden erkennen und Ver⸗ gebung finden. Um des heiligen Leidens und Sterbens meines Heilandes willen gieb mir deinen 384 Gebete für Kranke und Sterbende. Frieden, auf daß ich jederzeit, wann du mich ab⸗ rufen willſt, getroſt ſprechen könne: Ich habe Luſt abzuſcheiden und bei Chriſto zu ſein! Amen. Nach M. G. H. Roſenmüller. 2. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens die Freude. Pſ. 30, 6. O du allmächtiger und gnädiger Gott! Ich trete vor dein allerheiligſtes Angeſicht und danke dir von Grund meiner Seele, daß du mich von meinem Krankenbette wiederum aufgerichtet haſt. Ich denke noch an die Stunden der Angſt, an die betrübten Nächte, an die große Gefahr, in welcher ich ſchwebte. Aber du, Herr, haſt Großes an mir gethan, des bin ich fröhlich; deine Liebe und Barmherzigkeit haben mir bis hieher ge⸗ holfen, denn das weiß ich, wer Gott dienet, der wird nach der Anfechtung getröſtet und aus der Trübſal erlöſet, und nach der Züchtigung findet er Gnade. Denn du, o Gott, haſt nicht Luſt an unſrem Verderben; nach dem Ungewitter läſſeſt du die Sonne wieder ſcheinen, nach dem Weinen überſchütteſt du uns mit Freuden. Dieſe Barm⸗ herzigkeit und Vatertreue habe ich auch in meiner Krankheit empfunden; daher will ich mein Leben lang denken an die Angſt meiner Seele; aber ich will auch rühmen, o allmächtiger Gott, was bende. un dunnißt „Ich habe du ſein! Anan * Roſenmülle Zeinen, aber w ſſicht u nd dui 3 du— zufgerihteti ver au 1 m 3h; dein di bis hiehe ott dienen Tun 1 W anu ſne 3 vict AMia gewiter lRi ich mein L 3rr Seele 1 „ ger Gott 1 Betrübte fröhlich machen. — Dankgebete nach wiedererlangter Geſundheit. 385 du an mir gethan haſt. Du haſt meine Schmerzen gelindert; du haſt mir Stärke gegeben, das Leiden zu überwinden; du haſt mir nach mühe⸗ vollen und elenden Nächten Erquickungstage be⸗ ſcheret und dich meiner Trübſal wie ein Vater erbarmet. Darum lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Preiſet mit mir alle, die ihr jemals in Nöten, Krankheit und Leiden geweſen ſeid, den Herrn und laſſet uns mit einander ſeinen Namen er⸗ höhen, denn da wir riefen zu dem Herrn, half er uns aus allen Nöten. Die den Herrn in ihrem Elend im Glauben anſehen und zu ihm beten, deren Angeſicht wird nicht zu Schanden; er läſſet ſie nicht betrübt von ſeinem Throne weggehen; ſondern erbarmet ſich ihrer gnädiglich. Ach mein Gott! Laß dieſe mir erwieſene Gnade und Barm⸗ herzigkeit allezeit vor meinen Augen und in meinem Herzen ſein. Nun weiß ich, daß du ein allmächtiger Hot⸗ biſt, daß du kannſt die Toten lebendig, Kranke geſund, die Schwachen ſtark und Ich habe in meinen Schmerzen erfahren, wie Silber und Gold, Ehre und Herrlichkeit der Welt, auch gute Freunde, die Kreuzeslaſt nicht abnehmen! konnten, ſondern daß, wenn du mir nicht geholfen hätteſt, ich in meinem Elende vergangen wäre. War ich dem Tode nahe, ſo hat deine Güte diesmal mein Leben mir aue neue geſchenkt. Darum, mein Gott, habe ich mir feſt vorgenommen, d Alles mit Gott. 25 die mir ver⸗ 386 Gebete für Kranke und Sterbende. liehene Geſundheit und die Jahre, die ich nach deinem Willen noch in der Welt bleiben ſoll, zu deinen Ehren anzuwenden. Ich will nicht mehr nach eitlen Dingen trachten, ſondern meine Freude an dir haben; ich will der Welt Geſell⸗ ſchaft meiden und mich halten zu deinem Altare, da man höret die Stimme des Dankes und da man erzählet alle deine Wunder. Ich will ver⸗ leugnen das ungöttliche Weſen und die weltlichen Lüſte und züchtig, gerecht und gottſelig leben in dieſer Welt, damit ich bereit ſei, zur ewigen Freude und Herrlichkeit einzugehen, wenn einſt meine Todesſtunde kommen wird. Amen. Joh. Fr. Stark. Gewiſſensprüfung auf dem Krankenbette. So wir urns ſelber richteten, ſo würden wir nicht gerichtet. 1. Kor. 11, 31. Erforſche mich Gott, und erfahre mein Herz, prüfe und zeige mir, wie ich's meine, und laß mich ungeheuchelt vor dir mein Weſen unter⸗ ſuchen und mich zu dir bekehren, denn ich möchte vielleicht deinem Gerichte nahe ſein. Habe ich etwa meine Buße aufgeſchoben bis jetzt und mich nicht gebeſſert, um noch ſündigen zu können? Glaube ich wohl erſt jetzt unter Schmerzen fromm zu werden? Iſt meine Gottesfurcht, mein Kirchen⸗, Beicht⸗ und Abendmahlgehen Heuchelei oder Ernſt voill nich 1) b ondern nen „Ich wil w. die welllch ttſelig lebeni i, zur ewig In, wenn ein 4 Amen. oh.. Fr. Statt bleiben ſol t rankenbett b uürden vi iut „Veſen u denn ih nitt Zein. Ha „ werzen fen — mein irtk, elei ddr be Gewiſſensprüfung auf dem Krankenbette. 387 geweſen? Wie habe ich gebetet, was habe ich geſucht, worauf ging mein Streben in dieſer Welt? Habe ich etwa dir, o mein Schöpfer und Heiland, während meiner Lebenszeit den Rücken gewendet? Und ſuchet nun meine liſtige Natur, in Heuchelei ſich nur bußfertig und fromm zu ſtellen, damit ich vielleicht von meinen Neben⸗ menſchen für ſelig gehalten und geprieſen werde? Oder kann ich es ertragen, wenn mir meine Sünden vorgehalten werden? Bin ich willig, ſie zu geſtehen, zu haſſen und zu laſſen? Unterwerfe ich mich von Herzen deinem heiligen Urteile, oder hält mich wohl gar die heimliche Hoffnung eines längeren Lebens von ernſter Beſſerung ab? Wünſche ich länger zu leben, nur aus Liebe zur Welt und Eitelkeit, oder aus innigem Verlangen, Zeit zur Buße und Beſſerung, zur Reinigung meines Herzens und zur Erſetzung des Verſäum⸗ ten zu haben? Suche ich meine Seligkeit mit Furcht und Zittern zu erlangen oder halte ich ein paar Seufzer für hinreichend zur Beſſerung? Iſt mein Glaube rechtſchaffen und vom heiligen Geiſte gewirket, oder iſt er ein menſchlicher Wahn, der des Herzens Grund nimmer berühret? Mißbrauche ich Chriſti Verdienſt und will ich nicht Buße thun? Verlaſſe ich mich auf Menſchen und deren Beifall oder auf dein untrüglich Wort und auf deine Vorſchrift zu meiner Seligkeit? Halte ich die Bekehrung für ein Menſchenwerk, das ich ſelbſt mir geben könne, oder für dein 25* 388 Gebete für Kranke und Sterbende. Werk, das du nach deinem Wohlgefallen wirken willſt, nicht wenn ich will? Habe ich alſo mein Heil vergeſſen bis jetzt, da mir die Krankheit nun genng zu thun macht? O wie habe ich mich ſelbſt verführet, fälſchlich getröſtet und mich vom Glauben und einer ſeligen Vorbereitung abge⸗ halten! Ich bin gegen dich undankbar geweſen und habe deines Geiſtes Regung wenig geachtet. O hätte ich nur noch ein ſolches Herz, welches ſich ganz von dir erneuern und reinigen ließe! Segne daher meine Schmerzen zur wahren Beſ⸗ ſerung. Gieb mir Kraft, ein neuer Menſch zu werden, der nach dir geſchaffen ſei; denn ſo ich nicht von neuem geboren werde, kann ich dein Reich nicht ſchauen. Ich bitte dich, o Gott, um deiner Barmher⸗ zigkeit willen, wecke mein Gewiſſen auf, damit ich mich nicht ſelbſt betrüge. Laß mich lieber mich ſelbſt richten, damit ich nicht von dir ge⸗ richtet werde. Morgen möchte vielleicht kein Wie⸗ derkehren ſein; darum gieb mir Zeit und Ernſt zur Buße, um mich zu bekehren, weil es noch heute heißt. Dann werde ich im Leben und Sterben getroſt ſein und den Tod nicht fürchten, wenn ich nur dein Kind und reinen Herzens ge⸗ worden bin. Siehe, ich ſtehe vor der Pforte der Ewigkeit und erwarte dein Urteil. O ſende dein Licht und deinen Geiſt, der mich in deine Ewigkeit einführe, durch das Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, in Kraft des heiligen rbende. ehile in e ich alſend die Keuit e habe ichn un nichm vereitung ün ankbar geyir Gſ wenig geatzt 83 Herz ni reinige li air wahren euer Naſſ rei; denn W6 inn ihn reiner Vami tſen auf, dii ij nh ht von di Süleich t kein de ] Z — — — — = Gebet des Kranken vor der Kommunion. 389 Geiſtes, dem ich mich nun ergebe zu meinem zeit⸗ lichen und ewigen Beſten! Amen. 1 G. Arnold. Gebet des Kranken vor der Kommunion. Die Elenden ſollen eſſen, daß ſie ſatt werden, und die nach dem Herrn fragen, werder, ihn preiſen; euer Herz ſoll ewiglich leben. Pſ. 22, Herr Jeſu, ich begehre das von dir einge⸗ ſetzte Liebesmahl jetzt, da ich auf dem Kranken⸗ bette darnieder liege, zu empfangen, weil ich nicht weiß, wann ich von der Welt ſcheiden werde. Damit ich aber nicht ohne dich vor dem Gerichte Gottes erſcheine, ſo will ich, weil ich noch lebe, mich von neuem mit dir vereinigen, auf daß du in mir und ich in dir ſei und bleibe. Du biſt ja nahe den Elenden, du erfreueſt die Betrübten, du hilfſt denen, die ein bedrängtes Gemüt haben; ſo laß auch jetzt mein Herz erfreuet und meine Seele durch dieſe himmliſche Speiſe und Trank erquickt werden. Ich will jetzt deinen Tod ver⸗ kündigen und mich erinnern an dein Leiden und Sterben, an deine Wunden und Schmerzen, an deine Marter und Pein, an deinen Kreuzestod und an alles, was du für mich gethan; an die Einſetzung deines heiligen Abendmahles, in wel⸗ chem du mich ſpeiſeſt und tränkeſt zum ewigen Leben. Ich glaube deinen Worten, treuer Hei⸗ land; ii glaube, im heiligen Abendmahle deinen 390 Gebete für Kranke und Sterbende. wahren Leib und dein wahres Blut zu empfangen. Nun, dieſe himmliſche Speiſe, dieſer himmliſche Trank ſoll mich ſtärken im Glauben, daß ich mit Gott verſöhnet ſei: ſollen mich tröſten, daß ich nicht verloren ſei, ſondern das ewige Leben habe; ſollen mich verſichern, daß ich in deiner Gnade ſtehe, daß ich Vergebung der Sünden erlange und mit dir vereinigt ſei, der du biſt die Verſöhnung für der ganzen Welt Sünden. Dieſe himmliſche Speiſe, dieſer himmliſche Trank ſollen mich erin⸗ nern an das Mahl, welches du in deines Vaters Reich mit deinen Jüngern halten willſt. O Jeſu, heilige und reinige mich, damit ich mich mit dir auf ewig verbinden möge! O meiner Seele Hort, ſpeiſe mich mit dem Brote des Lebens, erquicke mich mit deinem heiligen Blute! Du wardſt um unſrer Miſſethat willen verwundet, die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Friede hätten. Dir ſei Lob und Preis und Ehre! Amen. Gebet nach der Kommunion. Iſt Gott für uns, wer mag wider uns ſein? Röm. 8, 31. Mein Jeſu! Mich hat herzlich verlangt, das heilige Abendmahl zu empfangen, bevor ich ſterbe. Dieſes Verlangen iſt jetzt erfüllt worden; du haſt mich geſpeiſt und getränkt mit deinem heiligen Leib und Blut; dafür preiſe ich dich von Grund bende. zu enxfmn ſer hinmlſ Len, daß ic n kröſten, daj e Leben hi deiner Gm Den erlange w djie Verſthnn ljeſe himmlt llen michein deines Vaw Swillſt. D ghr öh mich mit ruer Seele hm Sebens, erni „ Du wardtm ſet, die i Py hätten N lmen. aunion. widet und ſen orden; d F einen hinm Gebet nach der Kommunion. 391 meines Herzens. Meine Seele iſt nun geneſen, nachdem ich mit dir vereinigt bin; ja ich will nun gerne ſterben, nachdem ich, o Jeſu, zu der innigſten Gemeinſchaft mit dir gelangt bin. Herr, nun läſſeſt du deinen Diener im Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland geſehen. Ich weiß, die Sünde iſt mir vergeben, darum darf ich mich nicht fürchten, vor dich zu treten; denn wo Vergebung der Sünden iſt, da iſt auch Leben und Seligkeit. Ich weiß, Jeſus hat mir ſeine Gerechtigkeit geſchenket, und wenn ich in dieſem Schmucke und Ehrenkleide zu dir, mein Gott, komme, ſo wirſt du mich von dem Gerichte losſprechen. Nun ich gerecht worden bin durch den Glauben, ſo habe ich Frieden mit dir, durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum. Durch ihn iſt mir der Himmel und der Zugang zu deinem Gnadenthron geöffnet. Ich weiß, Jeſus iſt mein Fürſprecher bei dir, ich ſterbe in der Gnade und in dem Frieden meines Gottes; ich bin des Bei⸗ ſtandes des heiligen Geiſtes verſichert. Verleihe mir, o Gott, daß mein letztes Wort auf Erden auf Jeſus, und meine letzten Gedanken auf Jeſu Blut, Tod, Leiden und Sterben und auf ſein heiliges Verdienſt gerichtet ſeien; ſo weiß ich, daß ich fröhlich und ſelig ſterben werde. Biſt du für mich, wer mag wider mich ſein? Wer will mich ſcheiden von deiner Liebe, o Jeſu? Lebe du in mir und erfülle mich mit ſtarkem Glauben, wahrer Liebe und ſeliger Hoffnung, mit tiefer 392 Gebete für Kranke und Sterbende. Demut und rechter Geduld, mein Leiden zu tragen, bis du mich erlöſen willſt. Nach dir ſehne ich mich und bitte dich, du wolleſt mich getroſt entſchlafen laſſen und mich an deinem großen Tage zum ewigen Leben auferwecken! Amen. Gebet und Abſchiedsworte eines Sterbenden. Siehe, ich ſterbe, und Gott wird mit euch ſein. 1. Moſ. 43, 21. b Im Vorgefühle der herannahenden Stunde des Todes nehme ich Abſchied von allen meinen Angehörigen, Verwandten und Freunden; ich be⸗ fehle ſie, großer Gott, in deinen Schutz, in deine Liebe und Gnade. Thue ihnen Gutes für die mir erzeigte Liebe und Wohlthaten, weil ich ihnen nicht alles vergelten konnte. Ich verlaſſe meine Freunde, Verwandte und Bekannte, aber du, o großer Gott, wolleſt ſie nicht verlaſſen; erhalte ſie in deiner Furcht, im Glauben und Frömmig⸗ keit, damit wir uns einander im ewigen Leben wiederſehen mögen. Ich gehe den Wegaller Welt; ich gehe voran, aber im Himmel werden die Kinder Gottes wieder zuſammenkommen. Die⸗ jenigen aber, o getreuer Gott, die ich hinterlaſſe, und denen mein Scheiden von dieſer Welt Trauer und Schmerzen bereitet, ſtärke mit deiner Kraft und deinem Segen.— Der Herr ſegne euch, ihr meine geliebten Angehörigen, er ſegne euch an ——— 5— — ebende. in Liden Nach dirſir iſt mich gen deinem gui cken! Amen. — — = is Sterbenn. dh mit euch ſi nenden S *. allen mein Sunden, iht 15chutz, in dir Gutes fir i ¹ weil ic ihn Jverlaſſe mii dtte, aber d 1aſen; eclt ewigen Lit a egallrd 2 werdel =nnd Frönni- „mmen. NA Dich hintelli 8 Velt Tuu idiiner ai Segle auhit S ſegne eac Gebet eines Sterbenden. 393 Leib und Seele, er ſei euer Vater, Verſorger und Pfleger, er nehme euch in ſeinen Schutz, er gebe euch nach ſeiner väterlichen Gnade ein geſegnetes Auskommen und bewahre euch vor allem Uebel! Nur fürchtet Gott und ſeid fromm, ſetzet euer Vertrauen auf ihn und wiſſet, er wird ſich über euch erbarmen und euch gnädig ſein. Wendet euch nicht von ihm ab durch Unglauben, Bosheit und unchriſtlichen Wandel, ſondern ſeid ihm ge⸗ treu bis in den Tod, ſo wird er euch die Krone des ewigen Lebens geben. Laſſet nicht von Gott, ſo wird er euch auch nicht verlaſſen. Ehret, liebet ihn, dienet und gehorchet ihm. Ja, der Gott aller Gnaden und Barmherzigkeit ſegne euren Ausgang und Eingang, daß ihr ſein und bleiben möget die Geſegneten des Herrn.— O großer Gott, ich habe ſie geſegnet, laß ſie auch geſegnet bleiben. Und nun, o dreieiniger Gott, nimm meine Seele hin, nimm ſie auf in die ewige Freude. Ich habe Luſt abzuſcheiden und bei Chriſto zu ſein. Herr Jeſu, dir lebe ich, dir ſterbe ich, dein bin ich tot und lebendig; mache mich und die Meinigen, o Jeſu, ewig ſelig! Amen. Joh. Fr. Stark. Ein anderes Gebet eines Sterbenden. O mein himmliſcher Vater und Gott! Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti, du Gott alles Troſtes! 394 Gebete für Kranke und Sterbende. Ich danke dir, daß du mir deinen lieben Sohn Jeſum Chriſtum geoffenbaret haſt, an den ich glaube, den ich bekenne, den ich geliebet und dem ich gelebet habe. Ich bitte dich, mein Herr Jeſu Chriſte, laß dir meine Seele befohlen ſein. O himmliſcher Vater, obſchon ich dieſen Leib ver⸗ laſſen muß und aus dieſem Leben hinweggeriſſen werde, ſo weiß ich doch, daß ich bei dir ewig bleiben werde und daß mich niemand aus deinen Händen reißen kann. In deine Hände befehle ich meinen Geiſt; du haſt mich erlöſet, treuer Gott! Amen. Dr. Martin Luther. Fürbitte für einen Sterbenden. Heiliger, barmherziger Vater, ſiehe in Gna⸗ den an unſern Miterlöſten, der mit dem Tode ringet. Erbarme dich ſeiner in der letzten Angſt. Erbarme dich ſeiner im Gerichte. Wir empfehlen dir ſeine Seele, die du zum ewigen Leben er⸗ ſchaffen haſt; erlöſe ſie von allem Uebel und nimm ſie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöſer, Jeſus Chriſtus! Auch für dieſen Sterbenden haſt du dein Blut vergoſſen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft! Stehe ihm bei in ſeiner letzten Not! Du haſt ſeine unſterbliche Seele erlöſet zum ewigen Leben. Rufe den ſcheidenden Geiſt in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit ſchaue! —.——=———ä————„— — ———— eende. laben din , an den ein Herr Nyn thlen ſein.d ſen Leid der end aus deine hände befeh Perlöſet, tur artin Luther zenden. diehe in hir rit den V ebet und en jinweggeriſe bei dir ein gen Llben bel und im Ztus! Auhſt lut ren 1 Jewigen i 1 cheinat i 1 Se! Gebete, einem Sterbenden vorzuſprechen. 395 Heiliger Geiſt, göttlicher Tröſter! Sei Licht, Troſt und Kraft dieſem Sterbenden, deſſen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in ſeinem letzten Kampfe, hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe ſeine Seele zum ewigen Frieden! Amen. Gebete und Seufzer, einem Sterbenden vorzuſprechen. Barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesſtunde! O mein Gott, du warſt allezeit mein gnädiger Gott und mein Beiſtand, bleibe es auch jetzt. O Jeſu, bleibe bei mir, denn es will Abend werden und der Tag meines Lebens hat ſich geneiget. O heiliger Geiſt, ſtärke mich, erhalte mich im feſten Glauben bis ans Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jeſu Blut und Wunden ſterben. Es iſt in keinem andern Heil, iſt auch kein an⸗ derer Name den Menſchen gegeben, darinnen ſie ſollen ſelig werden, als allein der Name Jeſus! Amen. — Wahrlich, wahrlich, ich ſage euch: Wer mein Wort höret und glaubet dem, der mich geſandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, ſondern er iſt vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Joh. 5, 24. 396 Gebete für Kranke und Sterbende. O Vater, ich befehle meinen Geiſt in deine Hände; du haſt mich erlöſet und wirſt mich auch jetzt erlöſen, o Herr, du getreuer Gott! Amen. Das iſt je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Chriſtus Jeſus gekommen iſt in die Welt, die Sünder ſelig zu machen. 1. Tim. 1, 15. — Herr Jeſu, der du dich für unſre Sünden gegeben haſt, du Fürſprecher der Deinen, bitte auch für mich! Amen. In meines Vaters Hauſe ſind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Ich will wiederkommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr ſeid, wo ich bin. Joh. 14, 2. 3. Du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, gieb auch mir Frieden und heile mich durch deine Wunden! Amen. Wer mein Fleiſch iſſet und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben und ich werde ihn am jüngſten Tage auferwecken. Joh. 6, 54. Herr Jeſu! Dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner Todesnot und vor deinem Gerichte! Amen. ———— ende. zeiſt in din iſt mich aucj öFott! Ann 1 har werte nen iſt in de n. Tim. 1, l Anſre Sünde Deinen, bite Wohnungen thereiten. ql r nehmen, un 4, 2. 3. „ Welt Sin 2ie nihu ih et nenn Ii V — verde itm . 51 * und Sr — anot mn Gebete, einem Sterbenden vorzuſprechen. 397 Ich bin die Auferſtehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich ſtürbe. Joh. 11, 25. Mein Heiland, der. du zur Rechten Gottes erhöhet biſt, bringe mich aus Gnaden zu der Schar deiner Knechte, die dir dienen werden und ſehen d dein Angeſicht! Amen. Sffb. Joh. 22, 3. 4.) Ob ich ſchon wanderte im finſtern Thal, fürchte ich kein Unglück; denn du biſt bei mir; dein Stecken und Stab tröſten mich. Pſ. 23, 4. So ſpricht der Herr: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöſet; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du biſt mein. Jeſ. 43, 1; ſ. a Jeſ. 54, 10. Leben wir, ſo leben wir dem Herrn; ſterben wir, ſo ſterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder ſterben, ſo ſind wir des Herrn.(Siehe Röm. 14, 7 9.) Chriſti Blut und Gerechtigkeit Das iſt mein Schmuck und Ehrenkleid; Damit werd ich vor Gott beſtehn, Wann ich zum Himmel werd' eingehn. Amen. f 398 Gebete für Kranke und Sterbende. Gebete der Angehörigen nach erfolgter Auflöſung. 1. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pſ. 68, 21 O heiliger und gerechter Gott! So hat es dir gefallen, dieſen vor unſern Augen liegenden Ver⸗ ſtorbenen durch den zeitlichen Tod von hinnen zu nehmen. Ach, laß uns an dieſem Tode lernen, daß wir auch ſterben und die Welt verlaſſen müſſen, und bereite uns dazu bei Zeiten durch wahre Buße, durch lebendigen Glauben und durch Vermeidung der Welt Eitelkeit und Sünde! Er⸗ freue die nunmehr abgeſchiedene Seele mit himm⸗ liſchem Troſte und Freude und erfülle an ihr alle Gnadenverheißungen, die du den Gläubigen in deinem heiligen Worte zugeſagt haſt. Dem Leibe gönne in der Erde eine ſanfte Ruhe bis an den jüngſten Tag, wo du Leib und Seele wiederum vereinigen und zu deiner Herrlichkeit einführen wirſt, damit der Menſch, der dir hier gedient, dort mit himmliſcher Freude erfüllet werde. Tröſte uns in unſrer Trauer; ſei und bleibe unſer Vater, Verſorger, Pfleger, Helfer und Beiſtand; verlaſſe uns nicht, ſondern gieb uns deine Güte, Gnade, Liebe, Troſt und Hilfe reichlich zu genießen, bis du auch uns wirſt einſt dende. werfolgtt und den hen A. So hat eh iegenden Ve⸗ Soon hinneng ¹ Tode launa Velt verlaſe 3 Zeiten dur Aben und dun 1) Sündel 6⸗ ¹le mit hine crfülle m it en Gläutin Ft haf. M 1 — ib und& =r Hertlti — der die he — — — 2 zuer; ſim — — leger, d 3 ſondern — roſt und d Ens wirſt ei — ——— 1 fte Ruhe — Gebet Angehöriger nach erfolgter Auflöſung. 399 fröhlich und ſelig ſterben laſſen. Ach, erhöre uns um deiner Barmherzigkeit willen! Amen. Joh. Fr. Stark. 2. Gelobet ſei Gott und der Vater unſres Herrn Jeſu Chriſti, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Troſtes, der uns tröſtet in all' unſrer Trübſal. 2. Kor. 1, 3. 4. So ruhet nun dieſe Seele in deinen Händen, o Gott, von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihr nach. Vollbracht iſt ihr Leiden, vollendet ihr Kampf, überwunden ſind die Schrecken des Todes. Sie iſt nun in der Ewigkeit und dieſer Leich⸗ nam wird dereinſt durch deinen Sohn in ein neues Leben gerufen werden. Gelobt ſeiſt du, Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt, für alle Barmherzigkeit, die du an dieſem Entſchlafenen während ſeines ganzen Lebens und in ſeinen letzten Stunden gethan haſt. Dank, ewiger Dank ſei dir, daß du ihm mit deines Geiſtes Kraft bei⸗ geſtanden und ihm den Todeskampf erleichtert haſt! Laß ihn nun das Ende des Glaubens, welches iſt der Seelen Seligkeit, davon bringen! Er iſt im Frieden; wir aber, ach, wir ſind in Thränen! Allbarmherziger, gieb uns Troſt, den Schmerz dieſer Trennung zu ertragen! Tröſte unſre tiefgebeugten bekümmerten Herzen durch den Glauben an deine Weisheit und Vatergüte und durch die Hoffnung eines ſeligen Wieder⸗ findens. Ach, lehre uns bedenken, daß auch wir 400 Gebete für Kranke und Sterbende. ſterben müſſen! Hilf uns, alle Gefahren, Leiden und Verſuchungen, die uns umgeben, überwinden im Glauben an dich, o Jeſu, der du geſagt haſt: Ich bin die Auferſtehung und das Leben. Wer an mich Alaut, der wird leben, ob er gleich ſtürbe! Amen. Nach Roſenmüller Vor dir anbetend denken wir, O Gott, der Lieben, die einſt hier Mit uns zuſammenlebten; Mit uns, vereint durch das Gefühl Der Lieb und Freundſchaft, nach dem Ziel Des beſſern Lebens ſtrebten. Wir folgen ihnen gläubig nach, UInd leiſe führt uns jeder Tag Dem letzten Tag entgegen. Uns allen winkt das ernſte Grab, An dem wir einſt den Wanderſtab Zur Ruhe niederlegen. O möchten wir die Lieben dort An jenem hohen Himmelsort Dann alle wiederſehen Und angeſtrahlt von deinem Glanz Mit ihnen in dem Siegerkranz, Gott, vor deinem Throne ſteh'n. Ja, Chriſtus, unſer Meiſter ſprich!: Ihr, meine Lieben, weinet nicht, Ich will euch wiederſehen! Und ewig freuen ſollt ihr euch Mit mir in meines Vaters Reich, Dort in des Himmels Höhen. Mit In jen Durch Und ir Wird Und T Nie vird doch nach de Vir aus der Und einziehn 3 wir de en letzt en E mi in der? Las oft den Vie wird dos ew'gen; Und— o der ns frei und denn wir dr 4 d richt zu i Hinmels ſiinnt treten dür Li wird 8 höh'ren enn gold'n N Lob des um weit u won Hallelu ud drt de Anpor zum Nie wird Ndem, der Ales mi 1 nde. Troſtlieder. 401 lhren, Län Mit Jeſu ſind und bleiben wir iberwinden In jener beſſern Welt, wie hier a geſagt han⸗ Durch Liebe ſtets vereinigt; Leben V Und in dem Glanz der Ewigkeit . a d V Wird unſer Bund vom Dunſt der Zeit ob et glech Und Weltſinn zanz zgereinigt. Lavater. Roſenmülte— Wie wird uns ſein, wenn endlich nach dem ſchweren, 3 Doch nach dem letzten ausgekämpften Streit tr. I Wir aus der Fremde in die Heimat kehren . 9 V Und einziehn in das Thor der Ewigkeit! Lhl Wenn wir den letzten Staub von unſern Füßen, „n dem Zil Den letzten Schweiß vom Angeſicht gewiſcht, Und in der Nähe ſehen und begrüßen, Was oft den Mund im Pilgerthal erfriſcht. n., Wie wird uns ſein, wenn wir vom hellen Strahle 2 Des ew'gen Lichtes übergoſſen ſtehn, Und— o der Wonne,— dann zum erſtenmale 1 V Uns frei und rein von aller Sünde ſeh'n; r- I Wenn wir durch keine Makel ausgeſchloſſen, Und nicht zurückgeſcheucht von Schuld und Pein, W V Als Himmelsbürger, Gottes Hausgenoſſen 1 Eintreten dürfen in der Sel'gen Reih'n! Wie wird uns ſein, wenn wir mit Beben lauſchen —aa Dem höh'ren Chor, der uns entgegentönt,“ Wenn gold'ne Harfen durch den Himmel rauſchen „ Das Lob des Lammes, das die Welt verſöhnt! Wenn weit und breit die heil'ge Gottesſtätte Vom Halleluja der Erlöſten ſchallt, rrich: d löſte n Und dort der heil'ge Weihrauch der Gebete Empor zum Thron der Allerhöchſten wallt! „4... Wie wird uns ſein, wenn nun dem Liebeszuge, Ah, Zu dem, der uns den Himmel aufgethan, — Alles mit Gott. 26 402 Troſtlieder. Mit ungehalt'nem, ſehnſuchtsvollem Fluge Die freigeword'ne Seele folgen kann; Wenn nun vom Aug' des Glaubens lichte Hülle Wie Nebel vor der Morgenſonne fällt, Und wir den Sohn in ſeiner Gottesfülle. Erblicken auf dem Thron als Herrn der Welt! Wie wird uns ſein, wenn wir ihn hören rufen: „Kommt ihr Geſegneten,“— wenn wir im Licht, Daſtehend an des Gottesthrones Stufen, Ihm ſchauen in ſein gnädig Angeſicht, Die Augeu ſeh'n, die einſt von Thränen floſſen Um Menſchennot und Herzenshärtigkeit, Die Wunden, die das teure Blut vergoſſen, Das uns vom ew'gen Tode hat befreit! Wie wird uns ſein, wenn durch die Himmelsräume Wir Hand in Hand mit Sel'gen uns ergeh'n, Am Strom des Lebens, wo die Lebensbäume Friſch, wie am dritten Schöpfungstage weh'n! Da, wo in ew'ger Jugend nichts veraltet, Nicht mehr die Zeit mit ſcharfem Zahne nagt, Da wo kein Auge bricht, kein Herz erkaltet, Kein Leid, kein Schmerz, kein Tod die Sel'gen plagt! Wie wird uns ſein, wenn jeder Blick zur Erde, Ins dunkle Thal, das uns zu Füßen liegt, Und jeder Blick auf jegliche Beſchwerde, Die wir im Glauben wallend nicht beſiegt, Die Herrlichkeit des Himmels uns verkläret Und den Genuß des riedens ſel'ger macht, Die Freude würzet und die Liebe nähret Zu dem, der herrlich uns hindurch gebracht! Wie wird uns ſein?— O was kein Aug' geſehen, Kein Ohr gehört, kein Menſchenſinn empfand. Das wird uns werden, wird an uns geſchehen, Wann wir hinziehen ins gelobte Land. ige . dte Hüll e ar Welt. niͤren rufen: im Lict, an, „ floſſen oſſſen, 1 Himmelsrirn argehn, obäume 8 wehyen —tt, dee nagt, altet, Selgen — zur End — iegt, 1 ppfand. iſchehrher, 1 Lieder des Glaubens und der Hoffnung. 403 Wohlan, den ſteilen Pfad hinangeklommen! Es iſt der Mühe und des Schweißes wert, Dahin zu eilen und dort anzukommen, Wo mehr, als wir verſteh'n, der Herr beſchert! K. J. Ph. Spitta. Lieder des Glanbens und der Hoffnung. Mein Gott, ich klopf' an deine Pforte Mit Seufzen, Flehn und Bitten an! Ich halte mich an deine Worte: „Klopft an, ſo wird euch aufgethan.“ Ach, öffne mir die Gnadenthür! In Jeſu Namen ſteh' ich hier. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, Was deinem Kinde nötig iſt! Nur du kannſt mein Verlangen ſtillen, Weil du die Segensgquelle biſt. Doch gieb, o Geber, allermeiſt, Was mich dem Sündendienſt entreißt. Verleih Beſtändigkeit im Glauben, Laß meine Liebe innig ſein! Will Satan mir das Kleinod rauben, So halte der Verſuchung ein, Damit mein ſchwaches Fleiſch und Blut Dem Feinde nicht den Willen thut. Verleihe mir ein gut Gewiſſen, Das weder Welt noch Teufel ſcheut. Wenn Züchtigungen folgen müſſen, So ſchick ſie in der Gnadenzeit. Vergieb die Schuld durch Jeſu Blut Und mach mein Böſes wieder gut. 3. 26** nnn—EE Lieder des Glaubens Ich darf nicht nur um Freude bitten, Und daß mich Kreuz verſchonen ſoll; Mein Heiland hat ja ſelbſt gelitten, Drum leid' ich mit ihm freudenvoll. Doch wird Geduld mir nötig ſein, Die wolleſt du mir, Herr, verleihn! B. Schmolke. Dein Heiland will, du ſollſt ihm ähnlich werden, Wie er hier war, ſo ſollſt du ſein auf Erden, Wie er geſinnt, wie er, ſo treu ergeben, Nur Gott zu leben. Er giebt die Trübſal dir, um dich zu üben In Demut, Sanftmut, in der Treu, im Lieben; Durch ſie wird rein dein Herz und ſanft und milde Nach ſeinem Bilde. Er will wie Gold im Feuer dich bewähren; Die Flamme ſoll dich läutern, nicht verzehren. Es geht nach kurzer Läuterung und Plage Zum ew'gen Tage!. Selbſtprüfung. Michtet euch doch allezeit, Macht den Selbſtbetrug zu nichte, Wenn ihr wollt die Seligkeit Haben bei dem ew'gen Lichte, Daß ihr nicht des Richters Stimme Hören müßt in ſeinem Grimme. Richtet eures Mundes Wort, Richtet ernſtlich eure Werke; Machet das euch immerfort Ohne Falſch zum Augenmerke: Was da zeuge das Gewiſſen, Was den Bund mit Gott zerriſſen? 3. Schmolt rihnlich velde Erden, T izu üben eim Lieben, Ranft und nide währen, Jerzehren. 1lage = timme ne. und der Hoffnung. Richtet, richtet euer Herz Ohne Weichlichkeit und Heuchelei! Beſſer iſt der Buße Schmerz, Als der Eigenliebe Schmeichelei. Richtet euch, wenn ihr geträumet, Richtet wohl, was ihr verſäumet! Werdet ihr euch richten ſo Und beſtrafen euer Leben, Dann wird eure Seele froh Einſt vor Chriſti Throne ſchweben. Wer ſich richtet hier auf Erden, Dem darf dort nicht bange werden. Aus Knapps Liederſchatz. Bitte um Heiligung. Ich ſehne mich, dir, Herr, zu leben, Ich flehe, ringe Tag und Nacht, Ich kann mich noch nicht ganz ergeben In deinen Willen, deine Macht. Wann machſt du mich nach deiner Treu, Sohn Gottes, recht und ewig frei? Ach, wann wird dein Geſetz geſchrieben Auf ewig mir in Sinn und Herz, Vollkommen, lauter dich zu lieben In Freud und Leid, in Luſt und Schmerz? Ich will ſo gern, Herr, hilf mir doch; Zerbrich der Eigenheiten Joch! Zwar giebſt du mir wohl ſel'ge Stunden, Auch manchen ſüßen Gnadenblick; Doch, ach wie bald ſind ſie verſchwunden, Und Furcht und Unluſt kehrt zurück! Woher es kommt? Ich bin nicht treu, Weil ich mich oft und leicht zerſtreu'. 406 Lieder des Glaubens Wann wird dein Hephata erſchallen? Wann rufſt du aus:„es iſt geſcheh'n?“ Wann werd ich dir zu Füßen fallen Und dich als König in mir ſeh'n? Ich warte, harre, hoff' auf dich, Erlöſer, ach, erlöſe mich! F. L. Jörgens. Kampf und Sieg. So hab' ich nun den Fels erreichet, Worauf mein Glaube ſicher ruht; Den Fels, der keinen Stürmen weichet, Und keiner wildempörten Flut! Mir drohte furchtbar mein Gewiſſen Mit grauenvollen Finſterniſſen, Mit ew'ger Qual und Seelennot. Ich ſah mich ſchon mit Angſt und Beben Der offnen Hölle hingegeben, Und rang mit Leben und mit Tod! ——„—f, Doch mitten in des Todes Nöten Erblickte Jeſus meinen Schmerz! Es drang mein thränenvolles Beten In ſein erbarmungsreiches Herz. L Er hielt mir vor ſein Kreuz und Sterben Und ſprach: ich laß dich nicht verderben, Tritt nur im Glauben kühn herzu!— Geheilt bin ich durch ſeine Wunden, Ich habe Troſt bei ihm gefunden 11. Und für mein Herz die wahre Ruh.. Ach, wie ſo wohl iſt meiner Seelen Nun, treuer Seelenfreund, bei dir! Was könnte mich noch länger quälen? Der größte Schmerz liegt hinter mir. ri Beben 2 1 5* J— tterben cben, ——. E1 4 und der Hoffunng. 407 Der Tod ſelbſt kann mich nicht erſchrecken, Mein Fels, mein Heiland wird mich decken, Auch in der allerbängſten Zeit. Ihr Berge, möget untergehen: Mein Fels bleibt ewig, ewig ſtehen; Auf ihm ruht meine Seligkeit! Aus Knapps Liederſchatz. Glaubensfreudigkeit. Die ihr den Heiland kennt und liebt, Ihn, der uns Seligkeiten giebt, Die noch kein Ohr vernommen, Die noch in jenen ew'gen Höh'n, Kein ſterblich Auge je geſeh'n; Die in kein Herz gekommen: 3 Freut euch! Sein Reich bleibt euch allen; Bald wird's ſchallen: Kommt zum Lohne! Nehmt des Kampfes Siegerkrone. Drum ſind wir froh, wir geh'n im Licht! Und heiter iſt das Angeſicht Bei aller Not hienieden. Im Heiligtum des Himmels liebt Uns Jeſus Chriſtus, und er giebt Der Seele heiligen Frieden. Wer kennt, wer nennt, was wir erben Nach dem Sterben? Was uns giebet der, der uns zuerſt geliebet? Was klagſt du denn, der du ihn kennſt? Der du dich Chriſti Jünger nennſt? Was iſt's, das dich betrübet? Froh kannſt und ſollſt du immer ſein Und dich des ew'gen Lebens freu'n, Dich freu'n, daß er dich liebet. 408 Lieder des Glaubens O ſei nur treu, o ſei fröhlich, Hoffend ſelig Schon im Staube; Gotteskraft ſei dir dein Glaube. G. Menken. Die Aberwinder. Mußt du hier viel Leid erfahren, Wundre dich darüber nie! Schaue nur ſeit alten Jahren Aller Heil'gen Kampf und Müh'. Ward auch einer ohne Leiden Eingeführt zum Saal der Freuden? Nein, ſie haben alle teil, So am Kreuze, wie am Heil! Nimm vor dich in allen Stücken Deines Jeſu Lebenslauf, Nimm ſein Kreuz auf deinen Rücken, Nimm es doch geduldig auf! Lern erſt hier mit Chriſto weinen, Wenn dir dort ſein Licht ſoll ſcheinen. Schau auf deinen Herren hin; Knecht, du biſt nicht über ihn! Dich auch will dein Gott erhöhen, Wenn du treu geblieben biſt; Du wirſt in die Freude gehen, Wenn dein Weh vorüber iſt! Dort beim ew'gen Abendmahle Strahlſt du dann im Freudenſaale Mit der Ueberwinder Schar, Wenn dein Heil wird offenbar! Endlich wirſt du überwinden, Weil dein Jeſus dich erhält, Endlich volle Freiheit finden Von der Not, von Sünd' und Welt ddein Glaube. S. Menken. fahren, ih'. 5 Suden? 7 icken ücken, — g nen, Sſcheinen. 5 — föhen, und der Hoffnung. 409 Endlich, wenn du lernteſt warten, Wird im ſchönen Himmelsgarten Chriſtus herrlich vor dir ſteh'n. Glaub' inzwiſchen ohne Seh'n! Aus Knapps Liederſchatz. Der Friede Gottes. Wenn ich nur dich, den Heiland habe, So frag' ich nichts nach dieſer Welt. O du, des Ew'gen höchſte Gabe, Die unſer Herz zufriedenſtellt! Mein Glaube faßt dich ohne Grämen, Gott ſieht in dir mich gnädig an, Wer iſt's, der dich, den Sohn, mir nehmen, Was iſt es, das mir ſchaden kann? Du biſt einmal für mich geſtorben, Nun leb' ich mit dir ewiglich. Das Heil, das du mir haſt erworben, Der Friede Gottes ſchützet mich. Du krönſt den mir geſchenkten Glauben, Du ſteheſt ihm allmächtig bei. Will mir etwas dies Kleinod rauben, Zeigſt du, was dir vertrauen ſei. Mein König, du wirſt mich vollenden; Du bleibſt mir allezeit getreu. Du wirſt mein Leid zum Beſten wenden; Dein Troſt iſt alle Morgen neu. O Dank dir, daß es dir gefallen, Der Sünder Herr und Gott zu ſein! Wohl mir, nun kann ich fröhlich wallen, Du und dein Erbe bleiben mein. Aus Knapps Liederſchatz. 410 Lieder des Glaubens Gottes Liebe. Sei, mein Herz, nur unverzaget! Kenuſt du Gottes Liebe nicht? Höre, was ſein Wort dir ſaget; Glaube, daß ſein Herz ihm bricht, Wenn du ringeſt mit der Not, Wenn dich ängſtet Sünd und Tod. Wer hat dich bisher geleitet Und geführt auf eb'ner Bahn? Wer dir Frende zubereitet Und dir ſonſt viel Guts gethan? Iſt's nicht volt, der dich erwählt Und zu ſeiner Schar gezählt? Er hat dich mit ſich verſöhnet Mit dem Blute Jeſu Chriſt, Mit Barmherzigkeit gekrönet, Weil er ganz die Liebe iſt. Beuge dich vor ſeinem Thron, Er giebt Frieden dir im Sohn. Er betruvt aus treuem Herzen, Wenn er züchtigt, die er liebt. Er ſtillt ihnen alle Schmerzen, Wenn er ſie im Kreuze übt. Wer nur harrt der rechten Zeit, Wird zuletzt von ihm erfreut. Sieh, dein Heiland ſtreckt die Arme Voller Liebe nach dir auoss— Reichlich zeigt er ſein Erbarmen Will dich führen in ſein Haus Und für irdiſche Geduld Krönen dich mit ew'ger Huld. Aus Knapps Liederſchatz. und der Hoffnung. 411 Gottvertrauen. 1agetl V Zu Gott iſt meine Seele ſtill, 1 Und ſtellet ein ihr Klagen! t, V Er mach' es mit mir, wie er will, riih In allen meinen Tagen. V Er iſt der Herr, ich bin der Knech. u Tod. Und was er thut, das iſt gerecht, Sein Weg iſt Güt' und Wahrheit! dlt Wie ſchwer iſt's doch, ganz ſtill zu ſein. 4 Wenn wir Gott nicht verſtehen! b Wie redet man ſo bald ihm drein, un Als hätt' er was verſehen! ählt Wie ſtellt man ihn zur Rede gar, 4 Wenn ſeine Wege wunderbar Und unbegreiflich werden! Put Man fragt: warum nun dies und das? 1 Man ſeufzt: ach, wie will's werden? 1 Man klagt: wie geht's ohn Unterlaß — So widrig mir auf Erden! , Man murrt: mein Unglück iſt ſo groß, = l. Ich hätte wohl ein beſſ'res Los de I Verdient, als mir gefallen! Das thun wir; und der Güt'ge ſchweigt, 2 Bis er durch ſeiner Thaten Glorreichen Ausgang uns gezeigt, a Daß ihm doch nichts mißraten. Dann kommt auch endlich unſre Stund', — Wo voll Beſchämung wir den Mund Sie An Vor ihm nicht aufthun mögen. Drum, meine Seele, ſei du ſtill, — en Zu Gott, wie ſich's gebühret, — Wenn er dich ſo, wie er es will Und nicht, wie du willſt, führet! e Kommt dann zum Ziel der dunkle Lauf, . Liederſcht Thuſt du den Mund mit Prenden auf, * Zu loben und zu danken. K. J. Ph. Spitta. 412 Lieder des Glaubens Tob Gottes. Bringt her dem Herrn, Lob, Dank und CEhr' Aus freudigem Gemüte; Ein jeder Gottes Ruhm vermehr' Und preiſe ſeine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, Der uns befreiet aus der Not; Und danket ſeinem Namen! Lobt Gott und rühmet allezeit Die großen Wunderwerke, Die Majeſtät und Herrlichkeit Die Weisheit, Kraft und Stärke, Die er beweiſt in aller Welt, Dadurch er alle Ding' erhält. Drum danket ſeinem Namen! Lobt Gott, er ſchenkt uns ſeinen Sohn, Der für uns iſt geſtorben Und uns die ew'ge Lebenskron Durch ſeinen Tod erworben; Der Tod und Hölle macht zu Spott Und uns verſöhnt mit unſrem Gott. Drum danket ſeinem Namen! Lobt Gott, der in uns durch den Geiſt Den Glauben angezündet Und alles Gute noch verheißt Und ſtärket, kräftigt, gründet; Der uns erleuchtet durch ſein Wort, Regiert und treibet fort und fort Drum danket ſeinem Namen! Lobt Gott, ihr ſtarken Seraphim, Ihr Fürſten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', Die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und werdet nimmer matt! Ja, alles was nur Odem hat, Das danke ſeinem Namen! C. Günther. ink und Chr U =tt —t. n Geiſt und der Hoffnung. Ich will euch wiederſebern! Jeſus hat für uns gebeten, Die wir ſeine Jünger ſind, Und den Kreuzesweg betreten, Den allein der Glaube find't. Seelen, ſucht es hier mit Flehen. Bis das Schau'n euch dort erfreut. Jeſum ſollen wir einſt ſehen, Jeſum in der Herrlichkeit.(Joh. 17, 24.) Liebe ſehnt ſich, den zu ſehen, Den ſie ungeſehn ſchon liebt; Liebe ſehnt ſich hinzugehen, Wo man ſich nicht mehr betrübt. O daß meines Herzens Triebe Mlöchten alle himmliſch ſein, Stets dann fiele mir in Liebe, Jeſus und ſein Himmel ein! Herr, nach deinem Wohlgefallen Nahmſt du ſchon mein Herz in mir, Daß es, weil ich muß noch wallen, Doch nur Freude hat an dir. Geiſt der Liebe, gieb mir Flügel Bis zum Thron des Lammes hin, Denn du biſt ſchon hier mein Siegel, Daß ich Chriſto eigen bin. Vater, der du mir zum Leben Auch den Sohn der Liebe gabſt, Und auch mich dem Sohn gegeben. Mich in ſeinem Worte labſt: Laß es auch an mir geſchehen; Daß mein Glaube hoch ſich freut; Jeſum werd' ich droben ſehen, Jeſum in der Herrlichkeit! 413 Nach Hiller. 414 Lieder des Glaubens Ausblick in die Ewigkeit. Noch, Vater, noch iſt's nicht erſchienen, Was wir im obern Reiche werden ſein, Wenn wir dir treu im Glauben dienen Und durch den Tod zum Leben gehen ein. Kein Ohr hat es gehört, kein Aug' geſehn, Kein Geiſt, der hier noch wallet, kann's verſtehn. Doch wiſſen wir: wann es erſcheinet Und wann der Tag der Freiheit bricht herein, Wo alles jauchzt, was hier geweinet, Dann werden wir dir gleich, o König, ſein! Dann werden wir, was hier unmöglich iſt In deinem Licht dich ſchauen, wie du biſt. (1. Joh. 3, 2.) Was iſt die Herrlichkeit der Erden? Was Ehre, Ruhm, Geſundheit, irdiſch Glück? Des Weltſinns Freuden ſind Beſchwerden, Und laſſen ſtets der Reue Qual zurück.— O ſelig, wer ſich ew'ge Hütten baut Dort, wo man Gott von Angeſichte ſchaut! Da wohnet ſanfte Ruh' und Stille, Da ſchwingt der Geiſt ſich zur Vollkommenheit; Da überſtrömet ihn die Fülle Des reinſten Lichts, der höchſten Seligkeit. In Gottes Stadt dringt keine Sünd' hinein, Drum wird auch da die Wohnung ewig ſein! O. Tag der Herrlichkeit und Wonne, Du längſt erſehnter, goldner Ruhetag! Komm bald, komm bald, daß ich die Sonne, Des Lichtes Quell, ja Jeſum ſchauen mag! Wie lange währt des Erdenlebens Nacht?— O Tag des Heils, geh' auf in deiner Pracht! 5t ot herein, 2 6 ſein! öh iſt biſt (t. Joh. 3,*) 0 ( Glück? den, ak.— 2 „ thaut! 3 Anmenheit, — gkeit ri hinein, lig ſein c, k Sonne, a Mg. acht 98 i Puach Anweiſung zum Beten nach der heiligen Schrift. — Das Gebet iſt nach der heiligen Schrift ein Gott wohlgefälliges Geſpräch des Herzens mit Gott als unſrem Vater in Chriſto. Pſalm 19, 15; 35, 13; Matth. 6, 9.*) Die innere Bewegung des Herzens drückt ſich in beſtimmten Gedanken und Worten aus, doch ſoll die Rede des Mundes ohne viele Worte geſchehen. Matth. 6, 7. 8; Sirach 7, 15. Oft ſind es unausſprechliche Worte, welche in rein geiſtigem Verkehr mit Gott gewechſelt werden. Röm. 8, 26; 1. Kor. 14, 15; 2. Kor. 12, 4. Chriſten, welche durch Jeſum Chriſtum Gemein⸗ ſchaft mit Gott haben, bringen all' ihr Gebet durch Chriſtum und in ſeinem Namen vor Gott. Joh. 14, 6; Röm. 1, 8; 7, 25; Joh. 14, 13; Eph. 5, 20. Es iſt nicht bloß ein den Menſchen vor allen anderen Kreaturen auszeichnendes Recht, daß er *) Wer dieſe Anweiſung zum Beten zu Nutz und Segen benützen will, möge ſämtliche beigedruckte Schrift⸗ ſtellen in ſeiner Bibel nachleſen! — — 415 Anweiſung zum Beten. beten darf, ſondern es iſt auch ſeine Pflicht, daß er allezeit und in allen Dingen beten ſoll. Der Herr und ſeine Apoſtel haben es geboten, und der heilige Geiſt heißt uns„Abba, lieber Vater,“ rufen. Luk. 18, 1; Epheſ. 5, 18; Phil. 4,6; Kol. 4, 2; 1. Theſſ. 5, 17; Röm. 8, 15; Gal. 4, 3. Auch muß der Menſch um ſeiner ſelbſt willen beten, wenn er vor tiefem Fall in Sünde und Schande bewahrt bleiben will; denn wer nicht in täglichem Gebetsumgang mit Gott ſteht, iſt unter die Sünde verkauft und ewig verloren. Matth⸗ 26, 41; Mark. 13, 33; 14, 38; Eph. 6, 18. Wenn du beteſt, ſo gehe in dein Kämmerlein; ziehe dich aus dem lauten Treiben der Welt in die Stille zurück; fliehe und meide, was das Herz beſchwert, und ſei mäßig und nüchtern zum Gebet (Luk. 21, 34; 1. Petr. 4, 8); laß die Gedanken des Herzens nicht geteilt ſein zwiſchen Gott und Welt, ſondern ſammle ſie und laß ſie auf Gott allein gerichtet ſein, ſo daß du ſagen kannſt: Ich flehe vor deinem Angeſicht von ganzem Herzen. Pſ. 119, 58. So beteſt du andächtig als in der Gegenwart Gottes. In ſolcher Andacht beuge dich vor Gott,— wenn du willſt die Kniee, aber jedenfalls das Herz,— um vor der hei⸗ ligen und herrlichen Majeſtät Gottes in aller Ehrfurcht anzubeten. 2. Kön. 17,36; Pſ. 5, 8, 29, 2; 45, 12; 66, 4; 95, 6. 7; 96, 9; 99, 5. 9; Joh. 4, 23 f; 1. Kor. 14, 25; Eph. 3, 14, Offenb. 11, 16, 19, 10. ——h—— —, —, —„ geboten, m rieber Vater 1 Phil. 49 5; Gal. 41 e ſelbſt vilen Sünde mi ² wer nicti zeht, iſ un gren. Mat 8 Eph. 5, Kämmeller « der Weti was das he An zun Ga * die Gedan 5 en Gat 1 — Anweiſung zum Beten. 417 Wenn du in Andacht und ehrfurchtsvoller An⸗ betung vor den Herrn trittſt, darfſt du allerlei Job und Dank, Bitte und Fürbitte auf dem Altar des Gebets opfern Phil. 4, 6; 1. Tim. 2, 1. 2; 1. Petr. 2, 25 und Ebr. 13, 15. 1. Lob⸗ und Dankgebet. Das Loben und Danken ſei das erſte in deinem Gebet; vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, und laß das Loben und Danken deine Freude ſein. Pſ. 103, 2; 92, 2 f. Lobe den Herrn durch die Anbetung ſeiner Herrlichkeit, d. h. durch preiſende und rühmende Anerkennung und Verkündigung ſeiner göttlichen Eigenſchaften, die uns in ſeinem Wirken und Walten im Reich der Natur und der Gnade offenbar werden. Des Himmels Glanz ſollſt du zur Ehre Gottes betrachten und Gottes Heilig⸗ keit zu ſeinem Ruhme predigen; auch Chriſti Herrſchaft und allen Segen, den wir in Chriſto Jeſu haben, zu des Vaters Lob verkündigen, auf daß alle Lande ſeiner Ehre voll werden. Jeſ. 40, 26; Pſ. 147, 4. 5; Jeſ. 6, 3; Hab. 4, 3; Phil. 2, 11; Eph. 1, 3. 6. 12; 5, 19. b Danke Gott als deinem Schöpfer und Er⸗ halter; wiſſe und preiſe, daß er dir alles gegeben hat, was du haſt— Seele und Leib, Leben und Wohlthat, Speiſe und Trank, Hilfe und Troſt. Erinnere dich an den erſten Hauptartikel deines Alles mit Gott. 27 418 Anweiſung zum Beten. Glaubensbekenntniſſes und an Luthers Erklärung dazu. Lies 1. Moſ. 2, 7; Hiob 10, 12; Pſ. 139, 14; Jeſ. 63,7; Pſ. 106, 1; 107, 8 5. Moſ. 8, 10; Sir. 32, 17; 1. Tim. 4, 4. 5; Pſ. 42, 12; 54, 8. Insbeſondere danke Gott, daß er dir ſein Wort gegeben und ſeinen eingeborenen Sohn in die Welt geſandt hat, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben. Das Wort Gottes iſt des Dankes wert: es iſt des Fußes Leuchte und ein Licht auf dem Wege; es iſt köſtlicher denn Gold und ſüßer denn Honig; es iſt eine Kraft Gottes, die da ſelig macht alle, die daran glauben. Pſ. 56, 11; 138,4; Pſ. 119,92; 105; Pf. 19, 11 mit 119, 103; Röm. 1, 16; 1. Kor. 1, 18. Des Dankes wert iſt die Vergebung der Sünden Pſ. 103, 1—4, die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu 1. Kor. 1, 4. f., der Sieg durch Chriſtum 1. Kor. 15, 57; 2. Kor. 2, 14; Röm. 7, 25, das Wachstum des Glaubens bei dir und andern, Röm. 1, 8; Phil. 1, 3 mit 5. Kol. 1, 3 f; 1. Theſſ. 1, 2 f; 2, 13; 2. Tim. 1, 3, die Zubereitung zum Erbteil der Heiligen Kol. 1, 12, aller geiſtlicher Segen in himnliſchen Gütern Eph. 1, 3. Danke dem Herrn, daß er dich verlorenen und verdammten Menſchen er⸗ löſet hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels: Wiſſet, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöſet ſeid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weiſe, ſondern mit dem ats Erllinnx 1 Pf.139, 1. „Noſ. 8 l0 2 12, 59, — er di ſi einen Sohn n », die an in Cern das ewig 3 des Danke rein Littt uſ Ild und ſift ottes, die d Pr3.l 9) 4 1 2. Tin. 13 „ Heidige rdern, die Menſchen . Gewalt de dpergingite eurem diel himnlſta Anweiſung zum Beten. 419 teuren Blut Chriſti, als eines unſchuldigen und unbefleckten Lammes. 1. Petr. 1, 18; Kol. 1, 13. Endlich ſaget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unſres Herrn Jeſu Chriſti; denn das iſt der Wille Gottes in Chriſto Jeſu an euch. Epheſ. 5, 20; 1. Theſſ. 5, 18. Wer gerne dankt(auch für Demütigungen Pſ. 118, 21.), der hat großen Segen; denn„wer Dank opfert, der preiſet mich; und das iſt der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes.“ Pſ. 50, 23. I 2. Bitte und Fürbitte. Wenn du bitteſt, ſo bitte um das, was dir im Leiblichen und im Geiſtlichen, nach Gottes weiſem Rat gut und heilſam iſt, und glaube feſt, daß dir der himmliſche Vater auf deine Bitte gute Gaben giebt, welche immerhin gut und heilſam ſind, auch wenn ſie dir bitter ſchmecken. Matth. 7, 11; Jak. 1, 17. Glaube insbeſondere, daß Gott mächtig genug iſt, dir zu geben, was er will, Hiob 42, 2; Pſalm 33, 9; 135, 6; 1. Sam. 14, 6; ferner, daß Gott gütig genug iſt, dir geben zu wollen, was dir heilſam iſt. Pſalm 33, 5; 145, 9; 31, 20. Röm. 8, 32, und endlich, daß Gott weiſe genug iſt, zu wiſſen, was dir nötig und heilſam iſt. Matth. 6, 8. 32. Hiob 12, 13; Röm. 16, 27; 1. Tim. 1, 17; Jeſ. 28, 29. Darum befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird es wohl machen Pſ. 37, 5. 2* 7 420 Anweiſung zum Beten. Er wird auch die rechte Zeit und Stunde finden, dir zu helfen; darum ſei ſtille dem Herrn und warte auf ihn, Pſ. 37, 7, und ſprich: Nicht mein, ſondern dein Wille geſchehe! Matth. 26, 39. 42; Luk. 22, 42. Verſäume nicht die Bitte um Ver⸗ gebung der Sünden Pſ. 25, 7; 51, 3; Hoſ. 14, 3; Pſ. 19, 13; Luk. 18, 13— um Stärkung des Glau⸗ bens Luk. 17, 5; Mark. 9, 24; Joh. 17, 11;— um die Gabe des heiligen Geiſtes, Luk. 11, 13, und um das Kommen des Herrn und ſeines Reiches. Offenb. 22, 20; Matth. 6, 10. Bitte übrigens nicht bloß für dich, ſondern auch für die andern Jer. 29, 7; Hebr. 13, 18; für diejenigen, welche dir im leiblichen und im geiſtlichen Leben nahe ſtehen; für des Glaubens Genoſſen und für die Seelſorger Eph. 6, 18. 19; Kol. 4, 3; 2. Theſſ. 3, 1; für die Freunde und Feinde Matth. 5, 44, für die Könige und Obrig— keit, und ſür alle Menſchen 1. Tim. 2, l. 2. Das Muſtergebet Wenn wir nicht wiſſen, was und wie wir beten ſollen, ſo bitten wir wie die Jünger: Herr, lehre uns beten! Luk. 11, 1. Und der Herr lehrt uns das heilige Vaterunſer. Matth. 6, 9 ff. Daß das Vaterunſer das beſte, voll⸗ kommenſte und herrlichſte Gebet iſt, iſt nicht eine fromme Redensart, ſondern eine Wahr⸗ heit, von der jeder Chriſt ſich überzeugen kann und ſoll, indem er ſich recht einlebt in die Höhe nde finden * Herrn und Nicht mein 125,39. 4, gie um Wer doſ. 14,3, kg des Glar⸗ 0l, II;— Sluf. 11, 13 1,l * und ſeines 0, 10. iich, ſonden „ebr. 13,185. cſjen und in — Glauben 5 6, 18.hM O rreunde u i und Döif J. 2, 1.2 —. =nnd viert nger: A cr derrli ſte, vil eine Vaht 4 kann ndie bit atth. 6 f V Anweiſung zum Beten 42] und Tiefe und Weite desſelben. Aber die apo⸗ toliſchen Mahnungen:„betet ſtet; ohne Unter⸗ laß, haltet an am Gbet“— die für das Beten überhaupt gelten— ſie gelten insbeſondere auch für das Vaterunſer. Du wirſt die Herrlichkeit dieſes Gebetes nie erkennen und erfahren, wenn du nur je und je es andern oder dir ſelbſt vor⸗ beteſt; anhaltend mußt du es in deinem Herzen bewegen und in allen Lebenslagen mußt du es von Herzen beten lernen. Suche zu jeder Bitte des Vaterunſers andere Bibelſtellen zuſammen, welche zu den kurzgefaßten Bitten eine nähere Erklärung oder weitere Aus⸗- führung geben. Dabei ſuche dir klar zu machen, was dieſes Gebet in deinen verſchiedenen Lagen und Stimmungen für dich zu bedeuten hat, was du dir beſonders zu erbitten haſt, wenn du glück⸗ lich biſt, und was dann, wenn du unter äußerem Druck oder in innerer Anfechtung ſtehſt. Das menſchliche Herz iſt bald von beſonderem Leid oder Sorgenweſen, bald von beſonderem Glück oder Wonnegefühl ſo erfüllt und einge— nommen, daß es meint, das Vaterunſer paſſe jetzt nicht gerade für ſeine Anliegen, ſondern es paſſe jetzt nur ein Gebet, das ausdrücklich von den vorliegenden Sorgen oder Freuden handle. Andere Herzen ſind von dem gewöhnlichen All⸗ tagsleben ſo abgeſtumpft, daß ſie wiederum nicht empfänglich ſind für das Hohe des Vaterunſers. Aber auch in ſolchen Lagen und Verfaſſungen 422 Anweiſung zum Beten. iſt gerade das Vaterunſer das rechte Gebet, die heilſame Arznei für das kranke Herz. Es bringt dir im Eingang und in den drei erſten Bitten zum Bewußtſein, daß nicht deine zeitweiligen Leiden und Freuden das erſte und Wichtigſte ſind, was du mit deinem Gott zu verhandeln haſt, ſondern daß du dein Herz davon losmachen und zu himmliſchen Dingen erheben ſollſt, daß die Heiligung des Namens Gottes, die Aufrichtung des Reiches Gottes und die Erfül— lung des Willens Gottes die Hauptſache ſei, auf die es vor allem ankomme, und daß es eines Kindes Gottes unwürdig ſei, im gewöhnlichen All⸗ tagsleben völlig aufzugehen und ſtumpf zu werden. Aber nicht nur richtigere Anſchauungen giebt dir das Vaterunſer, ſondern du ſelbſt wirſt anders, wirſt beſſer, wenn du dieſes Ge⸗ bet in allen Lagen des Lebens aufrichtig und ernſtlich beten zu lernen dich übſt. Gott giebt dir dann ein neues Herz, oder ver⸗ mehrt dir die Gabe des heiligen Geiſtes, daß du in allen Verhältniſſen den Namen Gottes heiligen kannſt, daß du das Reich Gottes bekommſt und daß der vollkommene Gotteswille an dir und durch dich geſchieht. Wenn du dich durch die drei erſten Bitten des Vaterunſers auf dieſe Höhen erhöhen lüäſſeſt, dann wirſt du auch deine weiteren Bedürfniſſe in die vier übrigen Bitten einſchließen können, du wirſt ſelbſt nichts erflehen wollen, was du nicht (Gebet, do 1 Ädd in da i, daß nicht ann das eiſte am Gott zu 1 herz dayon Fen erheben J Jottes, di a die Erfül⸗ I he ſei, au z es eines cllichen Al⸗ 1 zu werden n ugen giet lbſt virt Aieſes Ge⸗ — ufritütig ddic iht. —₰ oder be⸗ „ ies, dab d — tes hellige X omut ud an dir 1 ſten ditn V ben liſet dirfuiſe — börner, d i du iih — Anweiſung zum Beten. 423 den ſieben Bitten des Vaterunſers unterbringen kannſt, und wirſt im irdiſchen Leid mutig und ſtandhaft, im irdiſchen Glück demütig und nüchtern bleiben und mehr und mehr deinen Wandel im Himmel haben. Gebetsbeiſpiele. I. Im alten Teſtament. 1. Sob⸗ und Dankgebete. Lob Gottes aus dem Buch der Natur Pſ. 104. Lob der Werke Gottes und ſeiner Wohlthaten Pſ. 111. Lob der Werke Gottes und ſeiner ge⸗ rechten Regierung Pſ. 9, 2—13; Pſ. 33. 92. Allgemeine Loblieder Pſ. 145— 150. Dank für Rettung und Schutz des einzelnen Pſ. 18. 30; 40, 2— 11; 116. 138.144. Dank für Ret⸗ tung und Schutz des Volks. 2. Moſ. 15; Richter 5. Pſ. 46. 47. 48. 66. 68. 95. 105. 106. 114. 124. 125. 126. Dank der Erlöſten Pſ. 103; Jeſ. 12, 1— 6. Feſtgebete und Feſtpſalmen J. Chron. 30, 10— 19; 1. Kön. 8, 12— 53. Pſ. 24. 100. 118. 2. Bittgebete und Fürbitter. Bußgebete Pſalm 6. 25. 38. 51; Jeſ. 6, 5. Jer. 14, 7— 9; Dan. 9, 15— 19. Bitte in großer Bedrängnis Pſ. 22. 27. 31. 39. 61, 69. 77,. 424 Anweiſung zum Beten. 86. 88. 102. 123. Bitte um Hilfe gegen die Feinde Pſ. 3. 4. 6. 7. 13. 17. 35. 54. 57. 142. 143. Fürbitte Abrahamsl. Moſ. 18, 23— 32; Moſes 2. Moſ. 32, 11—13. 31— 32; 4. Moſ. 14, 13— 19; Samuels 1. Sam. 7, 5. 9. II. Im neuen Teſtament. 1. Sob⸗ und Danlggebete. Lobgeſänge der Maria, des Zacharius, der Engel, des Simeon Luk. 1, 46— 55. 68 bis 79; 2, 14. 28— 32. Dankgebete des Herrn Matth. 11, 25—27; 14, 19; Luk. 22, 19; Joh. 11, 41; des Apoſtels 1. Kor. 1, 4—9; Epheſ. 1, 3. Triumph über den Tod 1. Kor. 1, 55 bis 57. Dank und Lob der Seligen Offenb. Joh. 5, 9. 12—13. 7, 10—12. b 2. Bittgebete und Fürbitte. Bußgebete Luk. 18, 13; 5, 8; 15, 21. Röm. 7, 15. 18. 24; 1. Kor. 15.9; 1. Tim. 1, 13. Bitte im Leiden Joh. 12, 27— 28; Matth. 26, 39. 42; 27, 46; im Sterben Luk. 23, 46, Ap.⸗ Geſch. 7,58; Fürbitte Luk. 23, 31¼; Ap.⸗Geſch. 7, 59; Phil. 1, 9; Kol. 1, 9. 2; Theſſ. 1, 11. Das hoheprieſterliche Gebet Jeſu Joh. 17. Bitte der Apoſtel um Segen zum Werk des Herrn. Ap.⸗Geſch. 4, 24— 30. Igegen die .54. 57. 10 ld, 23-9, J2; 4. M. 817, 5. 9. ant. Se cZacharit — gen Dje 425 Gebetslieder. Herr, lehre uns Geten! Getreuer Heiland, hilf mir beten Und nimm dich mein beim Vater an! Wenn du mich wirſt bei Gott vertreten So weiß ich, was ich hoffen kann. Auf dich vertrau' ich ganz allein, Dann wird mein Fleh'n erhörlich ſein. Ich gründe mich in meinen Bitten Auf dich allein, o Gottes Sohn! Auch mir zu gut haſt du gelitten Und ſtiegſt für mich auf Gottes Thron, Durch dich nimmt Gott mein Flehen an Und läßt Erbarmung mich empfah'n. Mein Jeſu, lehr mich doch erwägen, Was recht mit Andacht beten heißt, Und wie ſo viel daran gelegen, Zu fleh'n in Wahrheit und im Geiſt Mit Demut und mit Zuverſicht! Sonſt ſprichſt du, Gott, das Amen nicht. Ich weiß, dein Vaterherz muß brechen, Wenn ich in Jeſu Namen bitt', Und du wirſt Ja und Amen ſprechen, Weil er mich ſelbſt bei dir vertritt. In ſeinem Namen halt' ich an, Weil ich nichts Größres nennen kann. Aa, alſo wird mein Beten taugen, So find' ich gnädiges Gehör; So geh' ich, Herr, von deinen Augen Nie uigeſegnet, matt und leer; So ſchließ ich freudig meinen Lauf, So thaiſt du mir den Himmel auf! 6— Nach Chr. Pfeiffer. 426 Gebetslieder. Singet dem Herrn. Großer Gott, wir fallen nieder! Zwar du bedarfſt nicht unſrer Lieder, Dein Lob iſt unſre Seligkeit Dir zum Preis ſind wir geboren, Von dir erkauft, von dir erkoren; Wohl dem, der deinem Lob ſich weiht! Zu deinem Lobe nur iſt alle Kreatur. Sel'ges Weſen, laß uns dir nah'n! Wir beten an; im Geiſt und Wahrheit ſei's gethan. — e Tag und Nacht mit Ehrfurcht dienen Dir Seraphim und Cherubinen, Der Engel Scharen ohne Zahl Hohe Geiſter, die dich kennen, Dich heilig, heilig, heilig nennen, Sie ſinken nieder allzumal. Ihr Freudenquell biſt du; dir jauchzet alles zu. Amen, Amen! Auch wir ſind dein! Und ſtimmen ein: Du Gott, biſt unſer Gott allein! Droben knie'n vor deinem Throne Die Aelteſten mit gold'ner Krone, Der Erſtgebor'nen ſel'ge Schar, Samt den unzählbaren Frommen, Die durch den Sohn zu dir gekommen. Sie bringen ihre Pſalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlichkeit, Preis, Dank in Ewigkeit! Amen, Amen! Auch wir ſind dein! Und ſtimmen ein: Du Gott, biſt unſer Gott allein! Alle preiſen deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke, Die über alles Denken geht. Gebetslieder. 427 — V Treue, Langmut, Licht und Segen Iſt, Herr, in allen deinen Wegen, Kein Lob iſt, das dich g'nug erhöht. Du biſt dein eigner Ruhm, dein eignes Heiligtum! Amen, Amen! Auch wir ſind dein! Und ſtimmen ein: Du Gott, biſt unſer Gott allein! G. Terſteegen. .;„ z geln Dem Herrn die Ehre! V DWer ohne Dank und ohn’ Gebet 1 1 Vom Schlafe morgens auferſteht V Und Gottes Lob vergeſſen kann, O weh, wie traurig fängt er an! Die Sonne ſendet ihm das Licht Ins Auge wohl und ins Geſicht, § zü. Doch innnen iſt kein Morgenrot Die arme Seele liegt im Tod. Itt allein! Und gehſt du ohne Gott hinaus Und kehrſt du ohne Gott nach Haus, So denke nicht: Gott iſt mit mir! Er, den du fliehſt, iſt nicht mit dir! Wer ihn von Herzen liebt und ehrt, I Iſt ihm früh morgens zugekehrt. Sin Eviſtt Wohl dem, der dann mit Jeſu ſpricht; 1 Ihm glänzt das ſchönſte Morgenlicht! — aM ott alla Iſt Jeſus nicht der Morgenſtern? Steh auf und freue dich des Herrn! b Heißt Chriſtus nicht von alter Zeit — 1 Die Sonne der Gerechtigkeit? 428 Gebetslieder. Komm, bete an, wo willſt du hin? Was willſt du ſchaffen ohne ihn?: Fehlt er, ſo hilft kein Sonnenſtrahl, So iſt kein Weg im Erdentyal. Komm, Seele, wann die Soun' aufgeht Such deinen Heiland im Gebet! Geh, ſuche ihn auf Golgatha, Und denk', was dort für dich geſchah! Komm, er der alle Himmel trägt, Komm, er der alle Welten pflegt, Hat auch für dich ein ewig's Heil! Geh, nimm dir einen vollen Teil! Komm früh, bevor dich Eitelkeit Betrübt, verdunkelt und zerſtreut! Je früher du den Herrn geſucht, Je ſchöner wird des Tages Frucht! Als du geſchlafen, blieb er wach; Du floheſt ihn, er ging dir nach. Willſt du noch nicht ſein eigen ſein? Iſt ſußer dir der Sünde Pein? Die Seufzer, die der Glaube ſtreut, Sind Saaten für die Ewigkeit; O ſchönes Ende, ſüßer Tod, Wer fleißig that des Herrn Gebot! Wer jeden Morgen, jede Nacht, Sich ihm von Herzen dargebracht! Wie wird's zur letzten Stünde ſein⸗ Er betet ſich zum Himmel ein! — A. Knapp. OSN S —— ☛ —— ———— 4 a in? 7 1 Arelt 1 Gebetslieder. 429 Gott kebet! Gott lebet, ſein Namen giebt Leben und Stärke, Er bleibet der Seinigen Sonne und Schild; Sobald ich, ſo oft ich ſein Daſein vermerke, So find' ich mich innig mit Kräften erfüllt. Sein bin ich ganz eigen, das muß ſich wohl zeigen; Laß alles, was widrig und trotzig iſt, kommen: Mir wird doch mein Ruhm und mein Gott nicht genommen. O Seelen, vernehmet den göttlichen Willen! Das Höchſte, das Beſte, das giebt er ſo gern; Eröffnet den Mund nur, ſo wird er ihn füllen, Verſucht es, erkennet und lobet den Herrn! Seid ihr noch entfernet, ſo ſehet und lernet, Was manche an ſeinen ſo herrlichen Gaben, Ja ſelber an ihm, dem Lebendigen haben! In leichten und ſeichten, erträglichen Tagen Vermeinet ein jeder gefaſſet zu ſein, Sind aber nun ernſtliche Kämpfe zu wagen, So ſtellet ſich furchtſame Blödigkeit ein. Nur Gottes Bekannte und Sinnesverwandte Sind tüchtig, in allerlei Fällen zu ſtehen, Und allem, was feindlich, entgegen zu gehen. Wer glaubet, der fleucht nicht, es muß ihm wohl gehen, Gott ſchirmet ihn ſelber in Not und Gefahr, Und ehe die Trägen den Gegner erſehen, So wird er des Siegs und des Preiſes gewahr; Er ſieht ſich berufen zu himmliſchen Stufen, Und weil er auf Gottes Verheißung ſich lehnet, So wird er mit Preis und mit Ehre gekrönet. Dr. J. A. Bengel. 430 Gebetslieder. Gott bilf mir! Unſer Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiliget. Dein Reich komme. Dein Wille geſchehe auf Erden, wie im Himmel. Unſer täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unſre Schulden, wie wir ver⸗ geben unſern Schuldigern. Und führe uns nicht in Verſuchung, Sondern erlöſe uns von dem Uebel. Denn dein iſt das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Der Segen. Herr, ſegne uns und behüte uns. Herr, laß dein Angeſicht leuchten über uns und ſei uns gnädig. Herr erhebe dein Angeſicht auf uns und gieb uns Frieden! Amen. ——y; in dinm — — wie wiru — 9, 4 † dAraft ud d nen. In Enßlin& Laiblins Verlagsbuch⸗ handlung iſt ferner erſchienen: Hauspredigtbuch, Evangeliſches. Eine Sammlung auserleſener Evangelien⸗Predigten aus alter und neuer Zeit auf alle Sonn⸗, Feſt⸗ und Feiertage des Uirchenjahrs. Herausgegeben von pfarrer p. Langbein. In prachtband Mk. 10.—, mit Soldſchnitt Mk. 11.50. Ingraham, Der Fürſt aus Davids Hauſe oder Drei Jahre in der heiligen Stadt. Schil⸗ derung der Begebenheiten aus dem Leben Jeſn von Razareth. Wohlfeile Ausgabe Mk. 1.50, neue Ausgabe, illuſtriert, in Leinenband Mk. 2.—. Kempis, Thom. v., Vier Bücher von der Nachfolge Chriſti. RNach der überſetzung ins Deutſche von Joh. Arnd. Rebſt einem Anhang von Gebeten. 400 Seiten. Leinwand⸗ band Mk. 1.—, Leinwandband mit Goldſchnitt Mk. 1.80, in Bockleder mit Goldſchnitt Mk. 3.—. Spitta, K. J. Ph., Pſalter und Harfe. Eine Sammlung chriſtlicher Lieder zur häuslichen Erbauung. Vollſtändige Ausgabe beider Teile. wohlfeile Ausgabe, Leinwandband, Mk. 1.—, ſeine Ausgabe mit Goldſchnitt Mk. 2.—. Im gleichen Verlage iſt ferner erſchienen: Stark, J. Friedr., Morgen⸗ und Abend⸗ Andachten frommer Chriſten auf alle Cage im Jahr. Rebſt einem Anhange für die Feſt⸗ tage und beſondere Veranlaſſungen. Bearbeitet von pfarrer U. Chr. E. Ehmann. In Zalb⸗ franzband gebd. Mk. 2.50, in Leinwand Mk. 2.50, Velin⸗Ausgabe mit Goldſchnitt M. 4.—. Stark, J. Fr., Predigten über die Sonn⸗, Feſt⸗ und Feiertags⸗Evangelien, das iſt: Slaubens⸗, Lebens⸗ und Troſtlehren für Gott liebende Seelen. Ren durchgeſehene, mit einer Anzahl geiſtlicher Lieder vermehrte Auflage. In Balbfranzband gebd. Mk. 4.—. Das Neue Teſtament unſeres Herrn und Hei⸗ landes Jeſu Chriſti nach der dentſchen Über⸗ ſetzung Dr. Martin Luthers. Durchgeſehen im Auftrag der deutſchen evangeliſchen Kirchenkon⸗ ferenz. Mit erklärenden Anmerkungen von pfarrer paul Langbein und andern evang. Geiſtlichen, und mit den beſten bildlichen Dar⸗ ſtellungen der bedeutendſten Künſtler. Folio. In prachtband Mk. 9.90, mit Goldſchnitt M. 10.90. Wertvollſtes und anerkannt ſchönſtes Geſchenkwerk! 1. △½ Iſchienen. au Abend⸗ „ alle Tage t die Feſ⸗ —₰ Bearbeitet * In hab — wand Rü⸗ * Ml 4—. Ae Sonn⸗, m en, das itt 3 für Got ₰ nit einer — e Auflage. 3 — Aun und he⸗ chen Über⸗ an geſehen in ESS I7 n Kirchenbon⸗ 8— — zungen don 8 eern edang.„ 8 A lichen z9 ier. Solde. 5 Ai09 9 1 21 9₰ „ ewerkl 8 — Se —, 1* N “ 88 — 22 .n 8 “ 864 ˙* r æ — — 7. 8 8 — ᷣ EE 2 8 r 8 * en A W w, Hu⸗ ℳ 8 8 9 6„ 8 9 N 4 7 N — — — — —— ℳ ℳ 6 Xℳ 86 8,8) d 8 „/ 9 — . — 6 —= —— * 2. 8 N. 8 1b 7— 5* †& 5(᷑ν 86„ 7. 3 5 4& ℳ 4 4 855 8 eRA N⁸ 4 X 1 9/. 4 N.. 7.6,8 2 deenh Ne — 4* 27 ℳ ℳ ₰ 6 9 8(32 9 — — — — —— 2 N. 4——.— —— — — — 4 X N 8 K. 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