“ AES ☛ — 67 aaͤ oooo — ——— — — ſ — 7 K 2) 4 — —— — W — — —— — X 8 N NNNNN N +O I N Johnnnes Gossuer, weiland Paſtor der böhmiſch-lutheriſchen Gemeinde zu Berlin, geb. den 14. Derember 1773, geſt. den 30. März 1858. 8& Schatkü äſtchen enthaltend bibkiſche Betrachtungen mit erbaulichen Liedern auf alle Tage im Jahre ur Beförderung häuslicher Andacht und Gottſeligkeit Johannes Goßner. Stereotypirt von Karl Tauchnitz in Leipzig. Eigenthum des Elisabeth-Krankenhuuscs in Verlin. Berlin. b Verlag der Buchhandlung der Goßner' ſchen Miſon Potsdamer Straße 31. — 4 — 3— . Schlüſſel zu dieſem Käſtchen.“) 1 Petr. 2, 17. Erweiſet Jedermann Achtung, Liebet die Brüder, Fürchtet Gott, — Ehret den König! Der Titel und Name dieſes Buͤchleins iſt zwar nichts Neues, ſondern ſchon alt; denn es ſind der Schatz⸗, Lieder⸗ und Spruch⸗Kaͤſtchen mehrere bekannt und im taͤglichen Gebrauche frommer Chriſten; jedoch, weil dem Argen, in dem die Welt liegt,(1 Joh. 5, 19.) nichts zu heilig iſt, das er nicht laͤſtert und verdaͤchtig zu machen ſucht, ſo koͤnnte Jemandem, der unter ſeinen Einfluͤſſen ſteht, einfallen, daß dieſes Kaͤſtchen etwas Geheimes oder Gefaͤhrliches enthalte; deswegen will ich dem Kaͤſtchen den Schluͤſſel anhaͤngen und auf die Wanderſchaft mitgeben, daß Jedermann, wer Luſt hat, daſſelbe oͤffnen, hin⸗ einſehen und den ganzen Inhalt mit Einem Blicke uͤberſchauen kann. Es ſoll in dieſem Schatzkaͤſtchen nichts verborgen lie⸗ gen; ſondern Jedermann ſollen frei und offen dargeboten wer⸗ den die theuren und koͤſtlichen Schaͤtze des Wortes Gottes in der Bibel und, Gott gebe! den heiligen Worten Gottes kein anderer Sinn unterſchoben werden, als den Gottes Geiſt den heiligen Schreibern des theuren Bibelbuches eingegeben hat. Das iſt wenigſtens die redliche Abſicht des Verfaſſers; hat er es nicht allemal getroffen, ſo hat er es doch nicht nicht treffen *) Dieſe Vorrede wurde zu der erſten Ausgabe, im December 1824, in Leipzig geſchrieben, wo der Verfaſſer ſich damals aufhielt, und iſt hier unver⸗ andert aufs neue abgedruckt worden. IV wollen. Und deswegen will er die obenanſtehenden Worte des E inm Apoſtels Petrus als den Schluͤſſel zu dieſem Kaͤſtchen ange⸗ Gottä ſehen wiſſen, will durchaus nicht anders verſtanden, in keinem wid, Worte anders gedeutet werden und ſich gegen jeden andern 3 dem k Sinn verwahren, als den der heilige Geiſt dem Apoſtel in das maß Herz legte, da er jene Worte an die Glaͤubigen ſchrieb: Dbrig 1. Erweiſet Jedermann Achtung— Achtung jeder be⸗ ſrafen ſtehenden Ordnung, den Geſetzen jedes Staates und Landes, fen u in dem ihr wohnet; dem Stande und Charakter jedes Menſchen, und d mit dem ihr in Beruͤhrung kommet; Achtung allem dem, was unde Jedem heilig und ehrwuͤrdig iſt, damit ihr Niemand aͤrgert und Ehriſt keinen Anſtoß gebet. 2. Liebet die Bruͤder! denn daran des K wird Jedermann erkennen, daß ihr Juͤnger Jeſu ſeid, wenn will ihr euch unter einander liebet, wie euch Jeſus geliebet hat. und, (Joh. 13, 34.35.) 3. Fuͤrchtet Gott! ſo daß ihr euch reini- Briͤd get von aller Befleckung des Fleiſches und des Geiſtes und ſen m fortfahret mit der Heiligung in der Furcht Gottes.(2 Cor. 7, 1.) hat, 4. Ehret den Koͤnig oder den Kaiſer, die Obrigkeit, hiͤlt die euch vorgeſetzt iſt, nicht blos aus Furcht der Strafe, ſon⸗ ieſin dern um des Gewiſſens willen: denn es iſt keine Obrigkeit 4 Petrr außer von Gott, und wer ſich der Obrigkeit widerſetzt, der wie widerſtrebet Gottes Ordnung, und ſolche Widerſpenſtige zie⸗ Gew hen ſich ſelbſt ein ſchweres Gericht zu.(Roͤm. 13, 1. 2.) ts Ihr wiſſet es, ihr argloſen Leſer! daß mein Sinn nie ein ker anderer war, als dieſer; und ihr alle, die ihr mich gehoͤrt und G von mir etwas geleſen habt, habt mich auch nie anders ver⸗ Schen ſtanden; und es waͤre euch gewiß alles in der Welt eher ein⸗ mi gefallen, als ein, dieſem entgegengeſetzter Sinn. Allein um mir, der unfreundlichen Menſchen willen, die den unſchuldigſten unter Worten den gehaͤſſigſten Sinn zu unterſchieben, den heiligſten hr Ausdruͤcken die gottloſeſte Deutung zu geben wiſſen, muß ich Gote mich ſo klar und unumwunden wie moͤglich ausſprechen, daß ihn! —— Vorte ds hen ange⸗ in keinem en andern del in das n ſchrieb; jeder be⸗ d Landes, Menſchen, dem, was zxgertund enn daran ſbet ht. euch reiia. eiſtes nd Cor. 7,11) Obrigkeit, rafe, ſen: Dbrigkeit fitt,d enſtige zee ) nders ve teher ein⸗ in nie iem ehört nd Allinim chuldigſten muß ich chen, daß V es immer himmelweit von mir entfernt war und, wie ich zu Gottes Gnade hoffe, ewig himmelweit von mir fern bleiben wird, anders zu denken, zu ſprechen und zu ſchreiben, als es dem klaren, unzweideutigen Worte Gottes und Jeſu Chriſtt gemaͤß iſt; daß ich daher den Kaiſer, den Koͤnig und jde Obrigkeit nicht nur ehre, weil ſie Gewalt und Macht hat zu ſtrafen oder zu belohnen: ſondern weil Kaiſer, Koͤnige, Fuͤr⸗ ſten und Obrigkeiten von Gott geſetzt ſind, und weil es Chriſti und der Apoſtel Worte und Beiſpiele ſo nachdruͤcklich lehren und einſchaͤrfen. Deswegen iſt es mir, wie jedem wahren Chriſten gleich heilig und wichtig, dem Kaiſer zu geben, was des Kaiſers iſt, als, Gott zu geben, was Gottes iſt. Ich will die Obrigkeit nicht weniger treu und gewiſſenhaft ehren und geehrt wiſſen, als ich von ganzem Herzen Gott und die Bruͤder lieben und Jedermann die gebuͤhrende Achtung erwei⸗ ſen moͤchte. Denn derſelbe Gott, der uns das Eine befohlen hat, hat uns auch das Andere geboten; und wer alle Gebote haͤlt und nur Eines uͤbertritt, hat ſich gegen das ganze Geſetz verſuͤndiget.(Jac. 2, 10.) Ich rufe euch daher mit dem Apoſtel Petrus zu: Unterwerfet euch jeder menſchlichen Kreatur(um wie vielmehr dem Kaiſer oder) dem Koͤnige, der die hoͤchſte Gewalt hat, oder ſeinen Statthaltern.— Denn das iſt Got⸗ tes Wille, daß ihr durch Rechtthun die Unwiſſenheit thoͤrich⸗ ter Menſchen zum Schweigen bringet.(1 Petr. 2, 13— 15.) Vor Gott und Jeſu Chriſto, dem zukuͤnftigen Richter der Lebendigen und der Todten! Das iſt mein Sinn, das meine Abſicht bei allem, was ich denke, ſpreche und ſchreibe. Wer mir eine andere unterſchiebt, der trage das Urtheil, das der unterſchobene Sinn verdient; der rechtfertige und verantworte ſich vor Gott, der Herzen und Nieren pruͤft. Ich aber will Gott bitten, daß er ihm ſeine Suͤnde nicht zurechnet, ſondeern ihn nuͤchtern werden und zur Erkenntniß der Wahrheit gelan⸗ VI gen laſſe. Uebrigens laßt uns, jemehr wir gelaͤſtert werden, deſto mehr der Ermahnung des Apoſtels folgen und vor allem taͤglich, ja taͤglich, Bitten, Gebete, Fuͤrbitten und Dankſagun⸗ gen verrichten fuͤr alle Menſchen(Freunde und Feinde): be⸗ ſonders aber fuͤr den Kaiſer, fuͤr Koͤnige, Fuͤrſten und Obrig⸗ keiten— und der treue und wahrhaftige Gott, der alle ge⸗ heime Anſchlaͤge der Herzen und was im Finſtern verborgen iſt, ans Licht bringen wird,(1 Cor. 4, 5.) der wird bald offen⸗ bar machen, wer es treu und redlich mit Gott und mit dem Kaiſer gemeint hat. Das iſt meine gewiſſe Zuverſicht. Nehmet nun hin das Buͤchlein, ihr, meine Lieben, die ihr ehemals mein muͤndliches Zeugniß gehoͤrt und angenom⸗ men habt! Euch, euch iſt auch dieſes ſchriftliche gewidmet und blos fuͤr euch verfaßt; weil ich weiß, ihr ſehet nicht auf das Gewand, ſondern auf die Sache; ihr ſuchet nicht hochher⸗ fahrende ſchoͤne Worte, ſondern Wahrheit, Gottſeligkeit, Chriſtum, das lebendige und ſeligmachende Wort der Wahr⸗ heit. Und Ihn, Ihn moͤchte ich euch— eingewickelt in die⸗ ſen ſchlechten Windeln,— die ich nicht beſſer zu geben ver⸗ mag— darbieten, daß ihr Ihn immer mehr in eure Herzen aufnehmet und durch ſeine Aufnahme die Macht erhaltet im Glauben an ihn, Kinder Gottes zu werden und zu bleiben in Ewigkeit.(Joh. 1,12.) Will ſonſt Jemand das Buͤchlein ge⸗ brauchen, ſo goͤnnen wir es ihm von Herzen: nur muß ich bitten, daß er die Geduld damit habe, die ihr als meine Zu⸗ hoͤrer mit mir immer hattet und gewiß auch noch als meine Leſer haben werdet. Ich lege dabei allen Werth auf die hei⸗ ligen Worte der Bibel und die kraͤftigen Lieder, die ich von andern aufgenommen habe; das uͤbrige, was ich dazu ge⸗ ſchrieben habe, hat in meinen Augen keinen andern Werth, als den der guten Meinung und redlichen Abſicht, euch mehr in den Geiſt der heiligen Schrift und der frommen Alten einzu⸗ führen, zuhalte Bibel, zu leſe wuͤnſch geeilt! ſchoni Nachſ und ei 4 gotte ſchad oder für j merk das etwa das Geſa ten( Her dieſer die) Aus Nro. ohne Doch beiſe für Nal men diee t werden, vor allem ankſagun⸗ nde): be⸗ d Obrig⸗ r alle ge⸗ verborgen ald offen⸗ mit dem ht. ben, die angenom⸗ gewidmet nicht auf hochher⸗ ttſeligkeit, er Wahr⸗ elt in die⸗ geben ver⸗ re Herzen chaltet im bleiben in chlein ge⸗ muß ich neine Zu⸗ als meine if die hei⸗ je ich von dazu ge⸗ n Werth, mehr in ten einzu⸗ VII fuͤhren, euch laͤnger bei der Betrachtung der Gottes⸗Worte auf⸗ zuhalten und euch dadurch zu ermuntern, ſelbſt recht oft in der Bibel, wenigſtens taͤglich ein Capitel, unter Gebet und Flehen, zu leſen. Iſt es mir nun gleich nicht ſo gelungen, als ich es wuͤnſche— weil ich wohl nicht genug dabei gebetet und zu ſehr geeilt habe, um euch wenigſtens die Haͤlfte bis Neujahr 1825 ſchon in die Haͤnde geben zu koͤnnen; ſo rechne ich doch auf eure Nachſicht und hoffe zu Gott, er werde das Schwache ſegnen und euch dabei doch nicht ohne Erbauung und Staͤrkung laſſen. Ich wuͤnſche, daß jede Familie einen ordentlichen Haus⸗ gottesdienſt einfuͤhre— dem oͤffentlichen Gottesdienſte unbe⸗ ſchadet— und in dieſer Abſicht taͤglich Morgens oder Abends, oder wann es die Umſtaͤnde und Geſchaͤfte erlauben, zuerſt die fuͤr jeden Tag beſtimmten Bibeltexte mit der Betrachtung auf⸗ merkſam durchleſen, ſie ſelbſt in der Bibel nachſchlagen, um das Vorhergehende und Nachfolgende damit zu verbinden, etwa auch daruͤber etwas reden und beten, dann am Ende das angehaͤngte Lied miteinander ſingen ſollte. Der heilige Geſang traͤgt viel zur Erbauung und zur Verſtaͤrkung der gu⸗ ten Eindruͤcke bei, erheitert das Gemuͤth und verbindet das Herz und den Sinn feſter mit der Wahrheit zuſammen. In dieſer Abſicht habe ich bei jedem Liede die Melodie angegeben; die Nummern ſind zwar nicht mehr dieſelben wie in der erſten Ausgabe des Melodieen⸗ und Geſangbuches, ſondern von Nro. 75. an abgeaͤndert und fortlaufend aneinander geordnet, ohne eine Luͤcke zu laſſen, wie ſie in jener Ausgabe vorkamen. Doch aus der Aufſchrift und dem Namen der Melodie, den ich beiſetzte, werdet ihr eure bekannten Melodieen erkennen, und fuͤr andere Leſer ſind auch zugleich die Namen der alten Nelodieen angegeben. Es ſind auch einige Lieder aufgenom⸗ men, welche eigene Melodieen erfordern, die im neuen Melo⸗ dieenbuche zu finden ſind. Am Ende der Lieder habe ich den — VIII Namen des Verfaſſers geſetzt, wenn er mir bekannt war, und wenn das Lied veraͤndert iſt, ein* angehaͤngt. Ehe ihr anfanget zu leſen, wird es ſehr zutraͤglich ſein, zuerſt ein wenig in der Stille eure Herzen und Gedanken zu ſammeln, euch im innigen Gebete vor Gottes Angeſicht zu ſtellen, bis es euch im Herzen klar und gewiß wird, der Herr iſt nahe, und in unſrer Mitte, wie er verheißen hat.(Matth. 18, 20.) Dann wendet eures Herzens Ohr und Auge zu ihm und hoͤret, was er euch zu ſagen hat. Darum muͤßt ihr euch eben nicht, wenn ihr nicht wollet, an die fuͤr jeden Monatstag be⸗ ſtimmte Nummer binden, ſondern ihr koͤnnet taͤglich a aufſchla— gen, wie es euch auffaͤllt, oder waͤhlen, welche Nummer ihr wollet. Auf die Paſſionszeit, auf die Feſte Oſtern, Pfingſten u. ſ. w. iſt zwar Ruͤckſicht genommen, ſo, daß die zweckmaͤßigen Betrachtungen im Jahr 1825 gerade auf dieſe Zeiten fallen; ihr koͤnnet ſie aber auch zu anderer Zeit leſen; denn der Chriſt kann alle Tage Oſtern, Pfingſten, Weihnacht, Charfreitag und Himmelfahrt halten, es mag Sommer oder Winter ſein. Moͤge nun der Herr, unter deſſen beſtaͤndiger Anrufung ich es geſchrieben habe, es euch ſo ſegnen, und euch taͤglich ſo viel Troſt, Licht, Leben und Kraft zur Heiligung ſchenken, als ich euch wuͤnſche und eure Herzen verlangen. Ich weiß es, er wird's thun, wenn ihr euch mit empfaͤnglichem Herzen, mit Hunger und Durſt nach Gerechtigkeit, ihm und ſeinem Worte naͤhert; wenn ihr euch nicht dem Buchſtaben, ſondern dem Geiſte hingebet, und mehr das lebendige Wort, Chriſtum, als die aͤußern Geſtalten und Formen der Wahrheit ſuchet. Herr Jeſu! nahe du dich allen, die dir ſich nahen, du Licht und Leben der Deinigen! Segne jedes Wort und begleite es an die Herzen mit deiner Salbung; laß jeden Leſer gruͤndlich er⸗ weckt, zu dir gekehrt und mit dir innigſt vereinigt werden. Amen! ☛ 8 löſer; Unde kein gegebe G iſt ein ſeine d im W ſten un Kraft iſt Gof in der nicht r um wi und Le Vater, Vater, ten ſich bekannt Name, ſollten Eckſtei unſre e lich ein dunſ 9— ggeſicht zu— (Matth. 15, lihm und S euch eben 8 totag be⸗* V aufſchla⸗ mmer ihr 4 8 Pfingſten kmäͤßigen en fallen; der Chriſt eitag und ſein. Anrufung taͤglich ſo ennten, as eiß es, er zen, mit n Wortee ern den tum, als— t. teesan dlich e⸗ .Amen! n., 3 duech. 1. Ertter Januar. Du aber, o Herr! biſt unſer Vater und unſer Er⸗ löſer; von Alters her iſt das dein Name.(Seſ. 63, 16.) Und es iſt in keinem andern(Namen) Heil, iſt auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menſchen gegeben, darin wir ſollen ſelig werden.(Apoſt. 4, 12.) Gelobt ſei ſein herrlicher Name!(pſ. 72,19.) Sein Name iſt eine ausgeſchuͤttete Salbe.(Hohel. 1,3.) Moͤge er heute all ſeine Salbung uͤber uns ausſchuͤtten, daß wir das ganze Jahr im Wohlgeruche dieſer Salbung, in der Kraft dieſes heilig⸗ ſten und heiligenden Namens wandeln! Möoͤge die goͤttliche Kraft des heiligen Geiſtes, womit er ohne Maaß geſalbet iſt,(Pf. 45, 8.) ſich nicht nur in unſre Herzen ergießen, ſondern in der ganzen Welt ihren belebenden Geruch verbreiten, und nicht nur heute, ſondern alle Tage uͤber uns herabſtroͤmen, um wie ein kraͤftiges Oel das ganze Haus unſers Herzens und Lebens mit ſeinem Geruche zu erfuͤllen.(Joh. 12, 3.) Er iſt Vater, er iſt Erloͤſer, ein vaͤterlicher Erloͤſer, ein erloͤſender Vater. So kannten und nannten ihn ſchon die Alten, freu⸗ ten ſich ſein, lobten ihn, vertrauten auf ihn, ehe er ihnen ſo bekannt und genannt war, wie er es uns iſt— der herrliche Name, Jeſus Chriſtus, Gott hochgelobet in Ewigkeit. Wie ſollten wir uns ſeiner nicht freuen, da er der Grund⸗ und Eckſtein unſers ganzen Glaubens und Lebens⸗Gebaͤudes iſt, unſre einzige Hoffnung, unſre Liebe! Sein Name iſt wahr⸗ lich eine ganze Bibel, ein Buch Gottes, ein Keſtan nent, darin Altes und Neues enthalten; ein Schatzkaͤſtchen, worin alle Schaͤtze der Weisheit und Erkenntniß Gottes verborgen; ein Sendſchreiben Gottes, wodurch uns der ganze Rathſchluß unſrer Seligkeit bekannt gemacht wird; eine Quelle, ein Born, aus dem wir alle goͤttliche Kraft, was wir zum Le⸗ ben und goͤttlichen Wandel noͤthig haben, ſchoͤpfen koͤnnen. Mit dieſem Namen laßt uns ins neue Jahr hineintreten, voll Zuverſicht, daß uns in ihm Alles wohl gelingen werde. Mit dieſem Namen wollen wir jeden Tag des Jahres, jede Stunde des Tages beginnen und vollenden! In dieſem Na⸗ men laſſet uns arbeiten und ruhen, wachen und ſchlafen, eſ⸗ ſen und trinken! In dieſem Namen laſſet uns Alles thun und Alles leiden! In ihm laſſet uns bleiben ewiglich! Amen. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. Oder: Erquicke mich, o Heil der ꝛc. 1. Ein Nam' iſt mir ins Herz geſchrieben, den keine Zunge würdig ſpricht. Auch wenn mich Alles will betrüben, iſt er mir Salbe, Troſt und Licht. So oft ich Jeſum höre nennen, will mir das Herz im Leibe brennen. 2. In dir, o Jeſus, iſt mein Himmel! Dein Nam' iſt meine Seligkeit! Im Sorgendrang, im Weltgetümmel giebt er mir Halt und Feſtigkeit. Iſt Jeſus immer meine Freude, bleibt jeder böſe Geiſt beiſeite. 3. Mein Herz hüpft auf bei dieſem Worte; in Jeſu bin ich außer mir. Nach dieſer goldnen Lebenspforte geht meine Seele voll Begier. Wie Traubenſaft und Honigſpeiſe iſt's, wenn ich ihn Mein Jeſusl heiße. 4. O könnt' ich wohl was Schönres ſagen? Herz, Mund und Hand ſpricht Jeſus! aus. Ruf ich, ſo hört er meine Klagen, ſink ich, ſo reißt er mich heraus. Nichts außer ihm iſt meine Freude; er iſt und bleibt des Herzens Weide. 5. Ich hab's geſagt, mein Jeſus bleibet mein Herr und Gott, mein Troſt, mein Muth. Ob auch die Welt Geſpötte treibet und Scherz mit meinem höchſten Gut, ſoll doch kein Aug' was andres ſehen, als Jeſum hier im Herzen ſtehen. ————— 2. R Ende, Allmä J nur dei Jeſus enden, ſtehm, Buhſt oder g ſagten Uebun Wie n Anfan nicht u das A einen 3 11.) Er wi unter de leshitze hen, worin alle derborgen; ein zmze Rathſchluß ne Quelle, ein as wir zum L hopfen konnen. neintreten, voll en werde. Mit Jahres, jede In dieſem Na⸗ nd ſchlafen, eſ⸗ uns Alles thun wiglich! Amen. lich, o Heil der ꝛc. den keine Zunge iben, iſt er mir tennen, will mir Nam' iſt meine jlebt er mir Halt bleibt jeder böſe eſe bin ich außer eine Seele voll wenn ich ihn erz, Mund und ine Klagen, ſink meine Freude; Herr und Gott, ſpötte treibet ind Aug was andres 3 2. 2. Januar. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der da iſt, der da war, und der da kommt, der Allmächtige.(Offenb. 1, 8.) Iſt Jeſus A und O, Anfang und Ende, ſo laß ihn nicht nur dein A, laß ihn auch dein O ſein. Fange nicht nur mit Jeſus an, ende, vollende auch mit ihm; oder, laß ihn voll— enden, was er in dir angefangen hat. Viele bleiben beim A ſtehen, begnuͤgen ſich mit den Anfangsgruͤnden, mit den erſten Buchſtaben des Chriſtenthums, mit den erſten Ruͤhrungen, oder gar nur mit guten Vorſaͤtzen, mit welchen, wie die Alten ſagten, die Hoͤlle gepflaſtert iſt. Die Fortſetzung, die ernſte Uebung der Gottſeligkeit unterbleibt.(1 Tim. 4, 8. 2 Tim. 3, 5.) Wie will es zum O, zum Ende kommen, wenn man beim Anfange ſchon ſitzen bleibt. Man muß aber doch auch das A nicht uͤberſpringen, und nicht zum Ende eilen wollen, ehe man das A recht gelernet, ehe man einen guten Grund gelegt und einen rechten Anfang in und mit Chriſto gemacht hat.(1 Cor. 3, 11.) Jeſus kuͤndigt ſich nicht umſonſt als A und O an. Er will Alles in dir ſein. Wo er einmal A ſagt, da will er auch O ſagen; wo er anfaͤngt, da will er es auch zum Siege hinaus fuͤhren. Sein A iſt Pfand, daß er uns auch O ſein wolle. Glaube! ſei getroſt, und wage es. Mel. 78. Meinen Jeſum laß ich nicht. 1. A und O! Immanuel! Auferſtehung, Wahrheit, Leben! Heil und Troſt für Iſrael! Seligkeit kannſt du nur geben. Wer dich hat, der hat mit dir einen Himmel für und für. 2. Du, der Seele höchſtes Gut und ihr Eden hier auf Erden, du giebſt Fried' und Freud' und Muth; o wer wollte traurig werden? Wohl verborgen, doch nicht fern biſt du, ſchöner Morgenſtern. 3. Du biſt unſer Lebensbaum; der uns trägt viel Himmelsfrüchte; unter deſſen Schattenraum wird uns alle Qual zunichte. Alle Kreu⸗ zeshitze weicht, wo er uns die Kühlung reicht. 1* — 4. Du biſt unſer Blumenthal, Lilien ſind auf deinen Wangen, wie die Roſen ohne Zahl auf den Lippen aufgegangen. Ja, die ganze Blumenflur blüht in deiner Liebe Spur. 5. Gieb mir deine liebe Hand, ich will dir die meine geben. Laß uns bis ins Vaterland ungetrennt zuſammen leben. Ich will ſtets der Deine ſein; ſei du wieder ewig mein! 6. A und O! Immanuell ich kann ohne dich nicht leben; bleibe doch in meiner Seel', und mach' mich dir ganz ergeben. Bleibſt du immerdar in mir, ſo bleib' ich auch ſtets in dir! —-ͦ— — ———— 3. 3. Januar. Verlaſſet euch auf den Herrn ewiglich, denn Gott, der Herr, iſt ein Fels ewiglich.(Seſ. 26,4.) Setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jeſu Chriſti. G Petr. 1, 13.) Verlaß dich auf den Herrn, heißt nicht: Lege die Haͤnde in den Schoos, und kuͤmmere dich nicht um deine Seligkeit; ſondern: Geh' mit unerſchuͤtterlichem Muthe und grenzenloſer Zuverſicht an das Werk. Der Herr iſt ein unuͤberwindlicher Fels, eine unbeſiegbare Feſtung nicht nur fuͤr ſich, ſondern auch fuͤr dich; wenn du dich in dieſe Feſtung hineinwirfſt, wird ſeine Gnade dich bewahren und zu Allem allmaͤchtig ſtaͤrken. Setze deine Hoffnung ganz auf die Gnade, heißt nicht: Thue nichts, laß die Gnade machen; ſondern: Bei allem moͤglichen Eifer und Streben nach Seligkeit hoffe und vertraue nicht auf dich und deine eigne Kraft; hoffe auf die Gnade, die dich nie verlaͤßt, mit der du Alles vermagſt, die aber ohne dich, d. h. wenn du nicht ernſtlich willſt, dich nicht ſelig machen kann. So wie du ohne ſie Nichts vermagſt, ſo kann und will ſie Nichts ohne dich in dir wirken. Mel. 66. O leide, leide gern. 1. Weil Gnade Alles giebt, weil mich mein Heiland liebt, ſein Blut die Sünd' abwäſcht, das wilde Feuer löſcht; weil er die Scuhden u dein 2. 8¾ den Bun NAlls di den matt, Herrn wie m werden (deſ 40, J vertrar len, n wollen ſch ab noch ve Schwa gen der dunken kennet, durch euch b Gebet. den duf deinen Vrngn hegangen. Ja, de meine geben. u en. Ich wil ſtet niht bben; eje ggeben. Bliiſt di ich, denn Gott, 4) Setzet eure angeboten wird Petr. 1, 13.) Lege die Hinde b deine Seligkei; un grenzenloſer muberwindlicher t ſich, ſonder g hineinwirfft, lem allmaͤchtig ömnde, heft ſondern: Bei 6 hoffe und t; hoffe auf de 3 vernagſ die willſt, dich nicht cts vermagſt, ſo irken. Heiland liebt, ſin löſcht; weil er die 5 Schulden ſchenkt, an keine Zahlung denkt; weil er mich treu bewacht, den Feind zu Schanden macht; 2. Weil er mich hebt und trägt, ſein Geiſt mich treibt und pflegt, den Bund noch treulich hält, wenn mein Fuß gleit't und fällt. Weil Alles dienen muß, Schmerz, Mangel und Verdruß, weil Schwach⸗ heit ſelbſt oft nützt, ſein Arm mich mächtig ſchützt; b 3. Weil er ſtets bei mir ſteht, thut, was mein Herz begehrt; weil Trübſal Freude ſchafft, weil er heißt Rath und Kraft; weil er, wenn's mir gebricht, ſtets neuen Troſt einſpricht; weil Er's gar iſt allein, iſt's leicht ein Chriſt zu ſein. Whe. ———— ————:———— ʒ 4. b 4. Januar. Er giebt den Müden Kraft, und Stärke genug den Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß ſie auffahren wie mit Adlersflügeln, daß ſie laufen und nicht matt werden, daß ſie wandeln und nicht müde werden. 3 (Jeſ. 40, 29— 31.) Juͤnglinge, muthige Anfaͤnger, wenn ſie auf ſich ſelbſt vertrauen, und waͤhnen, es koͤnne ihnen nun nicht mehr feh⸗ len, wenn ſie Luftſpruͤnge machen, uͤber Andere wegſpringen wollen, fallen oft jaͤmmerlich zu ihrer Demuͤthigung. Wer ſich aber immer ſchwach und klein fuͤhlt, ſoll nicht ermuͤden noch verzagen, denn der Herr iſt ſeine Kraft. Er iſt in den Schwachen maͤchtig, nicht in den Starken; er giebt Vermoͤ⸗ gen denen, die ſich unvermoͤgend fuͤhlen. Die ſich vermoͤgend duͤnken, laͤßt er ſinken. Ihr alſo, die ihr eure Schwachheit kennet, beſeufzet, verzaget nicht; denn der Herr laͤßt euch durch ſeinen Propheten wiſſen, daß bei ihm Kraft genug fuͤr euch bereit liege. Holet ſie nur durch glaͤubiges, anhaltendes Gebet. Er giebt den betenden Muͤden Kraft. O ihr Muͤ⸗ den! kommet zur Kraft⸗Quelle Gottes, zu Jeſus, er will —— — euch erquicken. Wer ſoll verzagen, der Herr iſt hier und will ſtaͤrken; der Allvermoͤgende, Allgenugſame ruft dir; war⸗ um willſt du nicht zu ihm kommen? warum lieber in deinem Unvermoͤgen liegen bleiben, da der Allvermoͤgende dir ſeine Hand reicht? Ergreife ſie, und du biſt ſtark, und du kannſt Alles in dem, der dich maͤchtig macht. Wer darf ſich mit ſeiner Schwachheit entſchuldigen? da der Herr, der Allge⸗ nugſame, ihm Kraft genug anbietet. Ja, wer ihm vertraut, iſt er gleich nur ein Wurm im Staube, der kann ſich doch wie ein Adler erheben, in der Kraft des Herrn. Mel. 19. Theures Wort. Oder: Liebſter Jeſu, du wirſt kommen. 1. O wer giebt mir Adlersflügel, um mit losgerißnem Zügel Muth, Begierden, Sinn und Herz aufzuführen himmelwärts? Ach, wenn wird das Jahr anfangen, da zur Freiheit wird gelangen Jeſu freigekaufte Schaar, die ſo lang gefangen war? 2. Längſt ſollt ich ſein aufgeflogen; oft hat Jeſus mich gezogen, mir geöffnet mein Geſicht, um zu ſehn das helle Licht, das ſich in der Seele ſpiegelt, die mit Glaub' und Lieb' geflügelt, Jeſu Wunden frei und los ſich erwählt zum Felſenſchloß. 3. Ja, ich weiß noch wohl die Stunden, da ich von mir losge⸗ bunden, dacht', ich wär' dem Netz entrückt und in Jeſu Herz ent⸗ zückt. Ich ſah' Händ' und Seite offen, woraus Lebenswaſſer troffen; fühlte da des Geiſtes Pfand und der zartſten Liebe Brand. 4. Alles wollt' ich willig wagen, Jeſu Schmach mit Freuden tragen, und durch tauſend Ungemach, Tod und Höll', ihm folgen nach. Doch wie bald ſank mein Gefieder kraftlos und verſenget nieder. Meine Trägheit und Untreu' find' ich alle Stunden neu. 5. Doch du biſt der treue Hirte, der verlorne und verirrte Schafe ſucht und Lämmer trägt; du haſt mir zum Pfand gelegt deine Treu', und mirs verſchrieben, daß du mich willſt ewig lieben, daß die täglich neue Schuld nie ſoll brechen deine Huld. F. A. Lampe. —.ꝛ— 5. 5. Januar. Meine Seele verlanget und ſehnet ſich nach den Vorhöfen des Herrn.(Pf. 84, 3.) Es dürſtet meine Seele gekoſtet Durſt u und ſch b rach di trockener ſelbſt ſe gern ch Wer und zud in gläub Ehre, d da nahe bald es Ehred richt he baͤrmlich hüſen außer i ßer Seh d finde ſie nicht ſehnen Thüre, wird ih und ver 1. do blinden die zud Laß des 2. E zun zu Herr iſt hier und mee ruft dirz war lieber in deinen noͤgende dir eine k, und du kauß Jer darf ſich ni Derr, der Alge⸗ ver ihm vertraut r kann ſich doc rn. irſt kommen. dsgerißnem Zigel zmmelwärts? Ac, ird gelangen Jeſu us mich gezogen, e Licht, das ſich geflügelt, Jeſu von mir losge⸗ Jeſu Herz ent⸗ 4s Lebenswaſſer ten Liebe Brand. ih mit Freuden ', ihm folgen und verſenget tunden neu. verirrte Schafe egt deine Treu, lieben, daß die F. A. Lampe. —— ſich nach den t meine Serle 7 nach dir, mein Fleiſch verlanget nach dir in einem trockenen und dürren Lande, da kein Waſſer iſt. Da⸗ ſelbſt ſehe ich nach dir in deinem Heiligthum, wollte gern ſchauen deine Macht und Ehre.(Pf. 63, 1. 2.) Wer in den Vorhoͤfen des Herrn geweſen iſt, ſeine Naͤhe gekoſtet und aus ſeiner Fuͤlle getrunken hat, der fuͤhlt dieſen Durſt unaufhoͤrlich, dem iſt es außer ihm uͤberall zu trocken und zu duͤrre. Wer das Heiligthum des Herrn, das er ſich in glaͤubigen Seelen erbauet, geſchaut, und ſeine Macht und Ehre, die er da offenbaret und mittheilet Jedem, der ſich ihm da nahet, der liegt immer vor der Thuͤre deſſelben, um, ſo bald es ihm geoͤffnet wird, einzugehen und die Macht und Ehre des Herrn in ſeinem Heiligthume zu ſchauen. Sieht es nicht herrlich aus in dieſem Heiligthume? Sieht es nicht er⸗ baͤrmlich aus außer dieſem Heiligthume? Da, in den Vor⸗ hoͤfen, im Heiligthume des Herrn, fuͤhlt man ſich daheim; außer ihm wie in der Wuͤſte, wie in der Fremde. Mit hei⸗ ßer Sehnſucht ſucht man es und fuͤhlt ſich ſelig, ſo oft man es findet. Warum ſind Viele ſo trocken, kalt und leer? weil ſie nicht ſuchen das Heiligthum des Herrn, weil ſie ſich nicht ſehnen nach ſeinen Vorhoͤfen, weil ſie nicht liegen vor ſeiner Thuͤre, nicht warten, nicht harren ſeiner Gnade; darum wird ihnen nicht aufgethan, darum kommen ſie nicht hinein, und ſchauen nicht ſeine Macht und Ehre. O kommet doch und verweilet nicht laͤnger im Lande, da kein Waſſer iſt.— Mel. 19. Theures Wort ꝛc. 1. Laß dich denn nun wieder finden, von der armen, nackten, blinden Seele, die mit Thränen dir hält dein Wort und Siegel für; die zu deinen Füßen lieget und als Staub im Staub' ſich bieget. Laß des Herzens Angſt und Pein dringen in dein Herz hinein. 2. Ewiglebender Erbarmer! findeſt du mich arm? Je ärmer ich aun zu dir komm', je mehr werd' ich deines Reichthums Ehr', den ——————————ſ 8 du an mir kannſt erweiſen, in vollkommnem Glanze preiſen. Du willſt denen ja allein, die Nichts haben, Alles ſein. 3. Laß mich denn aus dir empfangen neue Kraft, um zu gelangen in dein innerſt Heiligthum. Laß dein Erb⸗ und Eigenthum nicht am eitlen Dienſt der Erden länger angefeſſelt werden. Freier König! mach' mich frei von der Sünde Sklaverei! 4. Soll ich ewig Himmelskronen tragen, und im Lichte wohnen, gieb, daß ird'ſchen Schein und Pracht ich für Koth und Schatten acht', daß ich aus mir ſelbſt entzogen, und, dem Sichtbaren ent⸗ flogen, in die unſichtbare Zier deines Reichs mich ganz verlier'. 5. O daß mich nichts möchte quälen, als nur, wenn in meiner Seelen ich den reinſten Himmelskuß deiner Liebe miſſen muß! O daß mich nichts möcht' erquicken, als wenn du mit Gnadenblicken im Verborgnen mich anlachſt, und in Liebe trunken machſt! 6. O daß ich die Gluth mitfühlte, die dein Eingeweid' umwühlte, da du aufgehoben haſt meiner Sünden Zentner⸗Laſt, die die Zorn⸗ gluth Gottes dämpfte, die mit Tod und Hölle kämpfte, die am Kreuz dich martern ließ, die dich für mich ſterben hieß! F. A. Lampe. —— ————— 6. 6. Januar. Wendet euch zu mir, aller Welt Ende, ſo werdet ihr ſelig.(Jeſ. 45, 22) Deine Gnade reichet, ſo weit der Himmel iſt, und deine Wahrheit, ſo weit die Wolken gehen.(Pſ. 108,5.) b Da ſieht man, wie allgemein die Gnade Gottes iſt; er ladet Alle ein, Alle, von einem Ende der Erde bis zum an⸗ dern; Alle ſollen kommen, Alle ſind berufen, Alle werden angenommen. Denn Gott wuͤrde ihnen ja nicht rufen: Kom⸗ met von aller Welt Ende, wenn er nur Einen nicht annehmen wollte, wenn er nur Einen zum Verderben beſtimmt haͤtte. Nein, aller Welt Ende ſollen nach ſeiner Abſicht und Beſtim⸗ mung ſelig werden. Wer es nicht wird, ſchließt ſich ſelber aus, wird es nicht, weil er ſelbſt nicht will, nicht weil Gott nicht will. Er ruft dich ja, komm nur! Warum ſind noch b Parum Ale wü den Al und Ba icht ne Hinme Arme! darin Schod der ko komme der H⸗ zur G. Hinm unter bis zu noch Himn und jedem ken w bis ar ſie rei du ha als de Gnad 1. da kor Glanze preiſ — preiſen ſein. d raſ, um ug und Eigenthun ni erei! nd im Lichte wohnen r Koth und Schattn dem Sichtharen at⸗ h ganz verlier' ur, wenn in mei miſſen muß! Odß t Grnadenblicken in nachſt! ingeweid unwihlte, kaſt, die die Zoru⸗ ekämpfte, die am hieß! F. A. Lampe. —— de, ſo werdet ſo weit der t die 3 Welken Gottes iſt; er de bis zum an⸗ a, Alle werden nicht weil Gott Parum ſind noch b nmna ſelt werden. reer ht rufe fen⸗ un 4 hleßt ſich ſete 9 ſo viele Menſchen, die dieſer gnaͤdigen Einladung nicht fol⸗ gen? Es ſollte ja keiner mehr auf Erden wohnen, der nicht laͤngſt in die offenen Gnaden⸗Arme Gottes ſich begeben haͤtte. Warum ſagt es nicht Einer dem Andern? Ach, daß ſie es Alle wuͤßten, wie ſelig er ſie machen moͤchte! gewiß, ſie wuͤr⸗ den Alle Chriſten. O, er umfaßt mit den Armen ſeiner Liebe und Barmherzigkeit nicht nur Ein Volk, ſondern alle Voͤlker, nicht nur einige, ſondern alle Menſchen von einem Ende des Himmels bis zum andern! Wie groß, wie weit ſind dieſe Arme! Seele, meinſt du, daß nicht auch Platz fuͤr dich darin waͤre? Gnade, Heil und Seligkeit iſt Allen in ſeinem Schooſe bereitet, der ſich ſo weit aufthut, daß jeder Menſch, der kommt, freundliche Aufnahme findet, und wenn ſie Alle kommen, Alle Raum genug, Heil genug finden. So weit der Himmel und die Wolken gehen, geht ein Weg, eine Bahn zur Gnade Gottes in Chriſto. So lange du noch unter dem Himmel und unter den Wolken wandelſt, biſt du noch immer unter dem Gnadenhimmelz ſo lange reicht die Gnade auch bis zu dir. Seh' ich den Himmel, die Wolken, ſo ſehe ich noch Gnade, einladende, berufende, beſeligende Gnade. Der Himmel und die Wolken verkuͤndigen mir die Gnade ihres und meines Gottes, wo ich ſie ſehe. Und ſo darfſt du auch jedem Menſchen, der unter dem Himmel und unter den Wol⸗ ken wohnt, bezeugen, daß Gnade fuͤr ihn vorhanden ſei, und bis an ihn reiche; daß ſie fuͤr ihn nicht zu kurz waͤre, denn ſie reicht ſo weit der Himmel reicht. Miß den Himmel, und du haſt die Gnade noch nicht gemeſſen; denn ſie iſt groͤßer als der Himmel; wie der, der den Himmel machte, und die Gnade ſpendet, groͤßer iſt als Alles, was er gemacht hat. MNel. 63. Jeſu, den ich meine. Oder: Den die Engel droben. 1. Gottes Lamm ruft: Gnade! Allen Sündern Gnade! Alle, die da kommen, werden angenommen. Auf ihn iſt aus Gnaden alle — ͦ————— —— — 4—*—- 3 8.* 4 5— 3 8 8 3 1 ————y=— 4 — ooöooͤh ͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤſ“— ů44—;ñõ—11n ——— 4———————— =ꝛʒ 3———— 3 2** ——— 3 3 3 *— 4 —— —— —— — 10 Schuld geladen. Gottes Lamm ruft: Gnade! Allen Sündern Gnade! 2. Gottes Lamm ruft: Gnade! Iſt es denn nicht Schade, daß nicht alle hören und ſich zu ihm kehren, daß ſie es nicht faſſen, und ſich helfen laſſen. Man verſchmäht die Gnade; iſt es denn nicht Schade? 3. Gottes Lamm ruft: Gnade! Möchten all' gerade von der Erde Enden doch ſich zu ihm wenden, wo ſie reichlich finden Freiheit von den Sünden. Gottes Lamm ruft: Gnade! Kommet doch gerade! 4. Gottes Lamm ruft: Gnade! Allen, allen Gnade! Gnade für die Sünder! Gnade ſür die Kinder, die beim Kreuze ſtehen und ihm herzlich flehen. Gottes Lamm ruft: Gnade! Allen, allen Gnade! 5. Gottes Lamm ruft: Gnade!l für die ärmſte Made. Hör' es doch, du Armer, dem noch ſein Erbarmer hart und fremde ſcheinet, daß er bitter weinet. Gottes Lamm ruft: Gnade! für die ärmſte Made! 6. Gottes Lamm ruft: Gnade! Kommet doch, ich lade zu mir alle freundlich; wie ſeid ihr ſo feindlich! Seht, das Blut der Wun⸗ den heilt euch alle Stunden. Kommet doch, ich lade, euch zum Quell der Gnade. 7. Gottes Lamm ruft: Gnade.! Kommt zu dieſem Bade, wo ihr ſchöpfen, trinken, waſchen und verſinken, Alles tilgen könnet, was die Seele brennet. Gottes Lamm ruft: Gnade! Kommt zu dieſem Bade! 8. Gottes Lamm ruft: Gnade! Wäre gleich dein Schade noch ſo unbeſchreiblich, daß die Hülf' ungläublich, daß dir deine Beulen Niemand könnte heilen, dennoch iſt die Gnade größer, als dein Schade. 7. 7. Januar. Ja, wer kann ſelig werden? Matth. 19,25.) Wer bis ans Ende beharret, der wird ſelig.(Matth. 10, 22.) Es wollen Viele ſelig werden, aber das wollen ſie nicht, was zum Seligwerden und Seligbleiben erfordert wird— beharren in der Gottſeligkeit, wandeln in der geſchenkten Gnade bis ans Ende. Sie moͤchten ſelig in Chriſto und fil und Sichethei detgällt derbt und 3 doch zu⸗ enn. T Pelt, 1 Sie wel Beharre Krieen Sl und ford delehre der Gn trugt V rufen u daß ſie des blo der erſte tet Eine hrennt! Mal. 22 1. O bin.—⸗ meiner) dir ſchon 2. Ni und rein. Geduld. 3. M wie ich bi ſo werd frei ſol ſel Alen Sünden nicht Schade, di es nict faſen, un Zerade von der Ene finden Freiheit von met doch gerade! Gnade! Gnade füt uze ſtehen und ihn n, allen Gnade! Made. Hör' es nd fremde ſcheintt del für die ärmſt Hich lade zu mir s Blut der Wun⸗ lade, euch zum m Bade, wo ihr gen könnet, was dommt zu dieſem ein Schade noch ir deine Beulen ößer, als dein — .) Wer bis .10, 2.) wollen ſie nicht, ordert wird— der geſchenkten in Chriſto und 11 doch zugleich luſtig, oder reich, oder angebetet in der Welt ein. Darum glauben ſie an Chriſtum, und lieben dabei die Welt, um von beiden etwas Luſt und Seligkeit zu genießen. Sie werden aber beides verlieren und ewig unſelig ſein. Die Beharrlichkeit iſt eine Gnade, die man ſich alle Tage auf den Knieen von ſeinem Heilande ausbitten muß; denn der uns zur Seligkeit berufen hat, kann uns auch allein darin erhalten und foͤrdern. Die Sicherheit, das falſche Wiſſen der Gna⸗ denlehre, ohne mit dem Herzen in das Element und Weſen der Gnade recht hinein zu gehen oder darin zu bleiben, be⸗ truͤgt Viele, daß ſie nicht lebendig bleiben in dem, der ſie be⸗ rufen und erwecket hat; ſie ſchlafen wieder ein, und traͤumen, daß ſie noch leben, da ſie doch immer auf dem alten Flecke des bloßen Wiſſens und Schwatzens liegen bleiben, ohne in der erſten Liebe zu beharren. Wachet! wachet auf, und bit⸗ tet Eines Bittens um das heilige Feuer der Liebe, das ewig brennt und nimmermehr verloͤſcht. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Es kam die gnadenvolle Nacht. 1. O Menſch, der ſelig werden will, halt deinem Seligmacher ſtill und ſchrei: Erbarmer! nimm mich hin, weil ich in mir verloren bin.— Ich lieg' in Sünden blind und todt, reiß mich aus aller meiner Noth. Zerbrich mein Herz und mach' es klein, ſo werd' ich dir ſchon näher ſein. 2. Nimm weg die falſche Frömmigkeit, die halbe Treu', die Sicherheit; und mache mir die Luſt der Welt mit aller Sünde recht vergällt. Eh' werd' ich nicht ganz ſelig ſein, mach' mich zuerſt gerecht und rein. Drum ſchenke mir durch deine Huld die ſtets beharrende Geduld. 3. Mein Arzt, nimm meine Krankheit hin. Ich komme zu dir, wie ich bin, nicht als ein frommer, lieber Knecht, nein, ganz ver⸗ derbt und durchaus ſchlecht. O Herr, kehr' ſelbſt im Herzen ein, ſo werd' ich bald recht ſelig ſein. Macht mich dein Geiſt von Sünde frei, ſo bleib' ich dir auch ewig treu. ———— — —— —— —— — — ·——— 8 8 5 8..——— —— 4* —„—————————— 1———————— ͤͤöͤͤſͤſſ— —————————————————— . 4 3 4 1 7 8 8 8. 8. Januar. Wohl dem, den du erwähleſt und zu dir läſſeſt, daß er wohne in deinen Höfen, der hat reichen Troſt von deinem Hauſe, deinem heiligen Tempel.(Pſ. 65,5.) Wer wohnt in den Hoͤfen des Herrn? Die Erwaͤhlten, denen Jeſus an das Herz gekommen iſt; die ſeine Gnade zu ihm gezogen hat, die er taͤglich zu ihm laͤßt, die ſtets ſeine Naͤhe finden und ſeine Freundlichkeit koſten; die haben wahr⸗ lich reichen Troſt von ſeinem Hauſe und heiligen Tempel. Denn wir ſind ſelbſt ſein Haus und ſein Tempel, ſagt Pau⸗ lus,(Hebr. 3, 6. 1 Cor. 3, 16.), wenn wir in ihm bleiben und im lebendigen Glauben und in bruͤnſtiger Liebe verharren. Wie kann es uns an Troſt fehlen, wenn er in uns wie in ſeinem Hauſe wohnt? Wer ſollte ſich nicht nach dieſen Hoͤfen des Herrn ſehnen, die ſo voll Reichthum der Gnade und des Troſtes ſind? wer nicht mit aller Treue darin bleiben, wenn ihn die Gnade darein verſetzt hat? Wer einmal geſchmecket hat, wie freundlich der Herr iſt, wer ſeine Naͤhe einmal er⸗ fahren hat, o, der bleibe doch in ihm, der ſuche doch keinen Troſt mehr außer ihm. Denn, ſo bald er dieſes verſucht, und ihm der Herr nicht allein genug iſt, wird er aus den Hoͤfen des Herrn wieder hinaus gewieſen. Der reiche Troſt, der nur im Hauſe, in der Naͤhe des Herrn fließt, nur in ſei⸗ nem heiligen Tempel, im Umgange mit ihm, genoſſen wird, verliert ſich, vertrocknet bald außer den Hoͤfen des Herrn, und man wird dann elend, blind, jaͤmmerlich und bloß, waͤh⸗ nend, man ſei reich, ſtark und habe gar ſatt.(Off. 3, 17.) Mel. 14. Nun ſich der Tag geendet. Oder: Für Chriſtus geb' ich Alles hin. 1. Ach wär' ich ganz Ein Geiſt mit dir, mein Heiland Jeſus Chriſt! Ach fühlt' ich täglich, daß du mir, mein Ein und Alles biſt. Würd' ich von aller Eigenheit, die unſer Wohlſein ſtört, durch deines Geiſtes Kraft befreit, und ganz zu dir gekehrt. 2 1 fir dein bedäht nich ij der Er neigen Antlit Sonn Finſte Glaub ihre laß d ind zu dir liſe hat reichen dij rempel. g., h) 1 Die Erwäht di ſeine Gnaden läßt, die ſtets ſin z die haben wah. heiligen Tenpl Lempel, ſagt Pu hm bleiben und in everharren. Vie uns wie in ſeinen dieſen Hoͤfen ds Gnade und des ein bleiben, wen inmal geſchmecket Naͤhe einmal er: ſuche doch keinn dieſes verſucht, vird er aus den der reiche Troſt eßt, nur in ſei⸗ genoſſen wird, dfen des Herru, 4 und bloß, wih⸗ .(Off. 3, 17.) 3 geb' ich Alles hin. nein Heiland Jefa Ein und Alles hit nſtört, durch deines 13 2. Ach, brächt' ich dir viel tauſendmal, jetzt und mein Lebenlang, für deine ſelge Gnadenwahl den allerwärmſten Dank; daß du, ſo ungeſchickt ich bin, mich dennoch angefaßt und deinen liebevollen Sinn mir offenbaret haſt. 3. Daß du mich aus der Welt heraus zu deinem Volke nahmſt, und ſelbſt zu mir wie in dein Haus und deinem Tempel kamſt. O welch ein unausſprechlich Glück, dein Eigenthum zu ſein! O möcht' ich jeden Augenblick dein Herz dafür erfreun! 4. O ſäh' ich's ſtets in deinem Licht mit Dank und Freuden an, bedächt' es und vergäß' es nicht, was du an mir gethan! Ach, laß mich meine Sterbenszeit in deiner Näh' durchgehn, bis ich dich in der Ewigkeit von Angeſicht werd' ſehn. E. R. Rchl. ————— nd.— ——— 9. 9. Januar. b Herr, frühe wolleſt du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir ſchicken.(Pf. 5, 4) Gott, der Herr, iſt Sonne und Schild, der Herr giebt Gnade und Ehre, er wird kein Gutes mangeln laſſen den Frommen.(Pſ. 81, 12) Euch aber, die ihr meinen Na⸗ men fürchtet, ſoll aufgehen die Sonne der Gerechtig⸗ keit und Heil unter deſſelben Flügeln.(Mal. 4, 2) Fruͤhe Morgens, fruͤhe in deiner Jugend, ſollſt du dich zum Herrn ſchicken, taͤglich fruͤhe dich zu ihm erheben. Du kommſt ihm nie zu fruͤhe, er iſt ſchon vor dir aufgeſtanden, deine Stimme zu hoͤren und ſein Herz zu deinem Herzen zu neigen. Je fruͤher und herzlicher du am Morgen gleich ſein Antlitz ſucheſt, deſto herrlicher und kraͤftiger wird er dir als Sonne aufgehen und als Schild erſcheinen, alle Nacht und Finſterniß aus deinem Gemuͤthe verbannen, dein Herz in Glauben und Liebe fruchtbar machen. Die Gaͤrtner pflegen ihre Pflanzen und Gewaͤchſe der Morgenſonne auszuſetzen; ſo laß du in den Garten deines Herzens die Sonne der Gerech⸗ —— — — —. 8 r 22I3b3bbſ11 4 3 —.—— ſſſſͤſͤſͤſſͤſſſſſſſſſſſſ — ——¼ů — — ꝗ —— — — —— — ———ÿ— —’’ —— ————— ————— 14 tigkeit, die dir taͤglich fruͤhe aufgeht, wenn du ſie fruͤhe ſu⸗ cheſt, ſcheinen, und faſſe ihre wohlthaͤtigen, belebenden, er⸗ waͤrmenden und ſtaͤrkenden Strahlen recht fruͤhe in dein Herz auf. Die Sonne geht alle Tage auf ohne dein Bemuͤhen; ſie wandelt uͤber dir und deinem Garten, ohne daß du ſie hal⸗ ten oder fuͤhren muͤßteſt. Nur dein Herz mußt du ihr oͤffnen, oder doch wenigſtens nicht verſchließen, es nicht bedecken, ſon⸗ dern mit offnem, ſehnendem, ſchmachtendem Herzen dich ihren Einfluͤſſen ausſetzen; ſo wird ſie dich erleuchten, beleben und entzuͤnden. Was beſonders erfreulich iſt an dieſer Seelen⸗ Sonne, iſt das: Sie geht nie unter, ſcheint zu allen Jahres⸗ zeiten gleich warm und helle; im Norden wie im Suͤden, im Winter wie im Sommer. Sie kennt keinen Untergang, auch keine Wolken; denn die ſteigen, wenn ſie da ſind, und dir die Sonne verbergen, nur aus deinem Moosgrunde auf. Wer ſie nie aus dem Auge laͤßt, den verlaͤßt ſie auch nie. Mel. 86. Ich bete an die Macht. Oder: Erquicke mich, o Herr. 1. Ich ſeh' der Sonne goldne Wangen, erquickt durch eine ſanfte Ruh, die Morgenröth' am Himmel prangen, drum eil ich auch dem Himmel zu. Ich will der Leib'sruh Abſchied geben, und mich zu meinem Gott erheben. 2. Ich will durch alle Wolken dringen, zu dem, der mich ans Licht gebracht, und meinem ſüßen Jeſu ſingen, daß Engel mich die Nacht bewacht. Ich will ihn preiſen, will ihm danken, der Liebe ohne Maaß und Schranken. 3. Er iſt des Herzens Tag und Wonne, wenn ich mich nicht von ihm entſern'. Er iſt mein Himmel, meine Sonne, mein Morgen⸗ und mein Abendſtern. Er geht allein mir niemals unter. Er macht mir Leib und Seele munter. 4. Er gießt in unſre Kräft' und Sinnen den Vorſchmack ew'ger Seligkeit. Er reinigt unſre Seel' von innen, vertreibet alle Trau⸗ rigkeit. Er macht ſich uns zum Freudenhimmel, verjagt des böſen Feinds Getümmel. 5. Hätt' ich jetzt hunderttauſend Zungen, ſo müßt' mit allen er 10. 2 Todte laſſet laſſet ( nichts die F e ſch wieder ſclft ſich ni erleuc ternhe andern erwach wir m wie ei Porte Theſſ beſten Einige Wecker Nanch venn du ſie fih 1 gen, belebendan, t fruͤhe in dein Her hne dein Brühn ohne daß du ſe ha 1 mußt du ihr ifin nicht bedecken ſcn Herzen dich in thie, beleben un an dieſer Seeler it zu allen Jahres⸗ vie im Süden, in rUntergang, auch ſind, und dir di grunde auf. Wer -uch nie. nich, o Herr. kt durch eine ſanfte neil ich auch dem aben, und mich zu der mich ans Licht hel mich die Nacht der Liebe ohne ich mich nicht von e, mein Morgen⸗ unter. Er macht Vorſchmack ew'ger ertreibet alle Trau⸗ verjagt des böſe müßt mit allen er 1⁵ gepreiſ't, gelobet werden und beſungen. So weit als Mond und Sonne reiſ't, müßt' ihm, dem Freund, von ihnen allen der ſchönſte Lobgeſang erſchallen. 6. Ach Herr, möcht'ſt du mir Gnade geben, daß ich mit aller Treu' und Fleiß, dich mehr mit meinem Thun und Leben, als mit den Worten, ehr' und preiſ'! Dein Geiſt woll' mich zu allen Zeiten auf deinem Weg' und Stege leiten!* J. Angel. ——— 10. 10. Januar. Wache auf, der du ſchläfſt, und ſtehe auf von den Todten, ſo wird dich Chriſtus erleuchten.(Eph. 5, 14.) So laſſet uns nun nicht ſchlafen, wie die andern, ſondern laſſet uns wachen und nüchtern ſein.(1 Theſ. 5, 6.) Ein erweckter Chriſt, auch der eifrigſte, hat ſich vor nichts mehr zu fuͤrchten als vor dem Einſchlafen. Je hoͤher die Flamme der Inbrunſt ſteigt, deſto tiefer ſinkt ſie herab. Je ſchneller das Feuer auflodert, deſto ſchneller erliſcht es wieder, wenn nicht immer Reiſer zugelegt werden. Wer ſchlaͤft, dem ſcheint die Sonne nicht. Wer nicht erwacht oder ſich nicht losreißt von Traͤgheit, nicht ſein Auge erhebt, den erleuchtet Chriſtus, das Licht, nicht. Wachſamkeit, Nuͤch⸗ ternheit muß taͤglich erneuert werden, ſonſt werden wir den andern Todten in dieſer Welt, die nie vom Schlafe oder Tode erwachten, gleich werden und gleichen Lohn empfangen, wenn wir mit ihnen im Schlafe gefunden werden, von dem, der wie ein Dieb in der Nacht kommt. Paulus ſchrieb obige Worte auch an erweckte, begnadigte Chriſten zu Epheſus und Theſſalonich, die er uͤbrigens ſehr lobte. Aber auch in der beſten Gemeinde, unter den Eifrigſten giebt es doch immer Einige, die ſich zum Schlafen ſehr hinneigen, die immer des Weckens beduͤrfen, wenn ſie nicht im Tode entſchlafen ſollen. Manche traͤumen im Schlafe ſo lebhaft, daß ſie ſich fuͤr wa⸗ 16 chend und lebendig halten. Sie zuͤrnen, wenn man ſie wecken die Sun will. Dieſe haben den ſtaͤrkſten Schlaf, die nur Gott mit ſt die einer ſtarken Weckſtimme, oder mit tuͤchtigen Schlaͤgen und ſl di Stoͤßen wecken kann. Der Herr wolle durch ſeine Gnade uns ten, zu Alle wecken, wir moͤgen ſanft oder ſtark ſchlafen. Denn die ſ had ſchlafenden Jungfrauen verſchlafen die Hochzeit, und uͤber⸗ ſſo, der ſehen den Braͤutigam. Sie kommen zu ſpaͤt— nach der af. un Thorſperre. 4 nicht F Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund. Oder: Ich habe mich ihm ganz. Betrübe 1. Mein Heiland, du haſt mich gezogen, und ſchon gar oft mein Wiihe Herz gerührt. Ach, würd' ich dadurch recht bewogen und immer ins äshe Gebet geführt. O fahre fort mit deinen Zügen und laß dein Gna-⸗ uns zu denwerk nicht liegen. O weck' und treib' mich immer zu, und laß ſſiidd la mich nur allhier auf Erden nun ferner nicht mehr ruhig werden, bis iuuiger ich in deiner Liebe ruh'. V flgen 2. Die Feinde ſind ſo ſehr geſchäftig, und ſchläfern uns leicht Jurhe wieder ein; die Rührung iſt nicht mehr ſo kräftig; o hilf uns treu V. und wachſam ſein. Wir machen Friede, eh' wir ſiegen, und laſſen hen vit uns ſo bald begnügen, wenn's nur ein wenig beſſer geht. Ach! das SToerxribr ſind falſche Ruheſtätte, drum hilf, Herr, daß ich ernſtlich bete, daß it ſie ei nur kein falſcher Fried' entſteht. d denke 3. Erweiche doch mein hartes Herze, daß ich in Thränen ganz nih; zerrinn', und mit der Sünde nicht mehr ſcherze; o bieg' und ändre 4) meinen Sinn, daß ich die Gnade wirken laſſe, und redlich nun den 4 näher Entſchluß faſſe, von heut an eilend auszugehn; auf deinen Ruf gleich AAabe le zuzufahren, die ganze Zeit von meinen Jahren auf dich, auf deinen Wink zu ſehn. —-ꝛ———— 1.A 11. 11. Januar.. 4 Euer Herz betrübe ſich nicht.(Joh. 14,1.) Ich will 8 ihr Trauern in Freude verwandeln und ſie tröſten, 2 N und ſie erfreuen nach ihrer Betrübniß.(Jer. 31, 13.) Wen ull ii ich lieb habe, den züchtige ich.(Offenb. 3,19.) uoriſt Wer glauben kann, daß ihn Jeſus liebt, der hat nich eaſn Urſache ſich zu betruͤben uͤber irgend ein Ungluͤck oder Leiden, n denn man ſie wechen die nur Gott t tigen Schlige nd ch ſeine Gnade une ſchlafn. Dem ochzeit, und ihn ſpat— nach de habe mich ihm ganz. ad ſchon gar oſt men wogen und immer in n und laß dein Cm. immer zu, und lz ruhig werden, li ſchläfern uns leiht ig; o hilf uns tru ſiegen, und laſſen ſer geht. Ach! dat ernſtlich bete, daß in Thraͤnen ganz o bieg' und ändre nd redlich nun den deinen Ruf gleich fdich, auf deinen ——-A 4,¹) Ich will und ſie tröſten (Jer. 31, 13.) Wen 19.) eebt, der hat nih agluͤck oder Leide, 17 die Suͤnde ausgenommen, die das groͤßte Ungluͤck und Leiden iſt, die allerdings Betruͤbniß verdient. Doch auch daruͤber ſoll die Betruͤbniß nicht zum Verzagen, ſondern zum Glau⸗ ben, zum Troſt, zur Freude fuͤhren: weil auch der Suͤnder, ſo bald er betruͤbt iſt uͤber ſeine Suͤnde, gewiß ſein darf, Je⸗ ſus, der Suͤnder Freund, liebt mich, ſucht mich, will mich auf- und annehmen, begnadigen und beſeligen. Soll das nicht Freude machen? Außerdem aber kommt gewiß nichts Betruͤbendes uͤber uns, das uns nicht aus lauter Liebe und Weisheit von dem zugeſchickt iſt, der uns nur ſchlaͤgt, um uns zu heilen, nur toͤdtet, um uns lebendig zu machen. Es ſind lauter Liebesſchlaͤge, die uns naͤher zu ihm hintreiben, inniger mit ihm vereinigen ſollen. Wir ſind boͤſe Kinder, wir folgen Gott nicht aufs Wort; darum muß er uns mit der Ruthe oder Peitſche heimholen. Kommen wir bald, verſte⸗ hen wir ſeine Liebe, ſo weicht auch die Zucht bald. Deine Betruͤbniß ſoll dir alſo nicht die Liebe Jeſu verdunkeln, ſonſt iſt ſie eine ſchwarze Wolke aus der Hoͤlle. Biſt du betruͤbt, ſo denke: Jeſus liebt mich, ſucht mich, darum betruͤbt er mich; weil ich ihm noch nicht nahe genug bin, er will mich naͤher haben, er will mich mehr lieben ,als ich mich bisher habe lieben laſſen. Mel. 66. O leide, leide gern. 1. Nur nicht, nur nicht betrübt! ſo lang' dich Jeſus liebt, muß alles Kreuz und Pein dir lauter Zucker ſein. Das Unglück ſelbſt dir glückt, weil's Jeſus hat geſchickt. Je feindlicher er ſcheint, je freundlicher er's meint. 2. Nur nicht, nur nicht betrübt, ſo lang' dich Jeſus liebt. Hat wohl ein Menſch geſehn den troſt⸗ und hülflos ſtehn, der ſeire Zuverſicht auf Jeſum hat gericht't? Ach nein! wie ſollt' er dein vergeſſen deun allein? 3. Nur nicht, nur nicht betrübt, ſo lang' dich Jeſus liebt! Ein Vater eilt geſchwind zu helfen ſeinem Kind. Wie kann's venn 4 — —— ———————— — 3 — —- 4— 3— —— 3 — —— —— — 2— ———— —————— ꝗᷣůop— ———— — — — — —— ——— — — u—— — —— — 18 möglich ſein, als du dir bildeſt ein, daß der ſein Herz verſchleußt. der Ewig⸗Vater heißt? 4. Nur nicht, nur nicht betrübt, ſo lang' dich Jeſus liebt. Kaum ſieht er deinen Schmerz, ſo bricht ihm gleich ſein Herz, und iſt in Lieb' entbrannt. Denk', daß es Eine Hand, die dich im Kreuze drückt, und die dich auch erquickt. 5. Drum nicht, drum nicht betrübt, ſeo lang' dich Jeſus liebt. Wer hier durchs Kreuz verletzt, wird wiederum ergötzt, wo nicht in dieſer Zeit, doch in der Ewigkeit, wann er vor Gottes Thron' prangt in der Himmelskron'.* J. Feller. 12. 12. Januar. Herr, bewahre mich vor dem Stricke, den ſie mir gelegt haben, und vor der Falle der Uebelthäter. (pf. 141,9.) Vor der Hand der Gottloſen.(Pf. 140,5.) Vor den Stolzen.(pſ. 19, 14.) Du, Herr, wolleſt ſie be⸗ wahren!(uſ. 12,8.)— ob ſie wider dich ſtreiten, ſollen ſie dich doch nicht überwinden, denn ich bin bei dir, daß ich dich erhalte und herausreiße, ſpricht der Herr. Ich will dich herausreißen aus der Hand der Böſen. (Jerem. 15, 20.) Es mag die Suͤnde, oder das Fleiſch, oder die Welt— oder der Satan, oder alle dieſe Uebelthaͤter, Gottloſen und Stolzen dich anfechten, dir Stricke und Fallen legen, ſo kannſt du, wenn du nur willſt, dennoch bewahret bleiben, kannſt herausgeriſſen und gerettet werden durch die Hand des Herrn. Aber du mußt auch in dieſer Hand ſein, und nicht mit deiner eignen Fauſt gegen dieſe gottloſen Feinde kaͤmpfen. Du mußt dein Herz in die Hand nehmen, und es zu dem Heiland tragen, es in ſeine Hand legen, und darin liegen laſſen, alle Tage, alle Stunden nachſehen(je oͤfter, je beſſer), ob es noch darinnen liege. Iſt dein Herz, biſt du in ſeiner Hand, feſt und beſtaͤndig; traͤgſt du dein Herz immer wieder arſcmaht ſſi, ndl ſuim laufe dei und ſelb rich ſch entziehe ſeiner H Welt, d der in heſtz wi gaubſt, Sinden. Sie häͤl wenn du Klauen fen ſorr der Fein 1. Me deiner die auf dich z 2. We Schatten mal todt, 3. Je n Thra hleib mir 4 Des 5. Ah, riit de ſuſt verle 6. Jie herzens⸗ b fri, wiede fein He verſlaſt i Jeſus liht, gmn ſein Herz, un ſti jdie dich in drane ang' dich Jeſas lät ergötzt, wo niht i Gottes Throu prangi * J. Feller, —— Stricke, den ſe der Uebelthäter. loſen.(Pf. 190,5) ·, wolleſt ſie be⸗ reiten, ſollen ſie bin bei dir, daß richt der Herr. und der Böſen. der die Welt— „Gottloſen und allen legen, ſo ewahret bleiben, rch die Hand des ſein, und nicht Feinde kaͤmpfen. , und es zu dem und darin liege je ofter, je beſſe , biſt du in ſina Herz immer widde 19 zu ihm und in ſeine Hand, ſo ſtehſt du feſt gegen alle An⸗ laͤufe deiner Feinde, unuͤberwindlich in allen Verſuchungen; und ſelbſt der aͤrgſte Feind, der Satan, kann deiner Seele nicht ſchaden, weil ſie in der Hand des Herrn iſt. Darum entziehe dich nur ihm nicht, reiß dich von Allem, nur von ſeiner Hand nicht los. Außer ihr biſt du ein Spielball der Welt, des Teufels und des Fleiſches, und kommſt leicht wie⸗ der in alle alte Sachen hinein, die du laͤngſt verabſcheuet haſt; wirſt von dem Feinde, den du laͤngſt beſiegt zu haben glaubſt, wieder uͤberwunden, und ein Sklave deiner vorigen Suͤnden. In der Hand des Herrn aber biſt du unantaſtbar. Sie haͤlt dich auf eine verborgene, wunderbare Weiſe, auch wenn du zu unterliegen ſcheinſt. Und waͤreſt du ſchon in den Klauen des Satans, kannſt du die Hand des Herrn ergrei⸗ fen, ſo reißt ſie dich heraus und erloͤſet dich von aller Gewalt der Feinde und Suͤnden. Mel. 68. Seelenbräutigam. Oder: Jeſu, geh' voran. 1. Mein Immanuell leucht' in meiner Seel' mit den Strahlen deiner Liebe, bis daß alle meine Triebe auf nichts anders gehn, als auf dich zu ſehn! 2. Weg verdammte Luſt! Weg aus meiner Bruſt! Weg, ihr Schatten eitler Ehre, denn ihr ſchändet Chriſti Lehre. Lieber zehn⸗ mal todt, als im Sündenkoth. 3. Jeſu, halte mich, denn ich halte dich! Bis ins Grab will ich mit Thränen mich nach deiner Liebe ſehnen. Mache du mich frei, bleib mir ewig treu. 4. Des Verführers Liſt, der ſehr wachſam iſt, weiß mir längſt zerſchmähte Sachen wieder ſchön und ſüß zu machen. Lüſte regen ſich, und bezaubern mich. 5. Ach, wie ſtark und ſchnell, mein Immanuell und wie mächtig reizt die Sünde! Komm doch eben ſo geſchwinde, und errette mich, ſonſt verlier' ich dich. 6. Ziehe meinen Sinn plötzlich zu dir hin, zur verborgnen Herzens⸗Stille, daß mein unbeſtändger Wille, von Verblendung frei, wieder nüchtern ſei. 2*¼ — —— r 4— ͤſſͤſſſſſ — E — ——— —8Eſͤſſ“ — —— ——— — —— ——— —— —— — — —— 20 7. Ach, wie wohl iſt mir, Seelenfreund, bei dir! Welt, ſo laß mich doch mit Frieden, denn wir ſind durchaus geſchieden. Bleib mir ewig fern. Ich bin meines Herrn.* Waf. õͤͤͤͤ——— 13. 13. Januar. Mein Volk iſt müde, ſich zu mir zu kehren.(boſ. 11, 7)) Ihr Uebertreter! gehet in euer Herz.(Jeſ. 46, 8.) Wenn die Zerſtreuung des heiligen Volks ein Ende hat, ſo ſoll alles dieſes geſchehen.(Dan. 12,7.) Die Zerſtreuung des Volks Iſrael iſt ein Bild aller zer⸗ ſtreuten Seelen, die, aus dem gelobten Lande des Friedens verſtoßen, ohne Tempel und Heiligthum, ohne den Hohen⸗ prieſter und Opfer, ohne ihren Koͤnig, außer ſich ſelbſt umher irren, ſuchen Ruhe und finden ſie nicht. Kehren ſie aber zuruͤck von ihrer Zerſtreuung in ihr Herz und ſuchen ſie den Heiland im Heiligthume, ſo wird Alles erfuͤllt und geſchehen, was ihnen verheißen iſt; der Herr wird in ihnen wohnen und wandeln. Ihr Zeitenforſcher, uͤberſehet dieſes Zeichen nicht, und verrechnet euch nicht mit vielen Zahlen. Nur Eins iſt noth. Bringet alle Zahlen in Eins, und bleibt bei dem Einen geſammelt, ſo iſt das Reich Gottes in euch ſchon angebrochen, und was noch kommen ſoll, wird euch dann auch nicht entgehen. Wer aber im Gegenwaͤrtigen nicht treu iſt, wer wird dem das Zukuͤnftige geben? Wer das, was er hat, oder ſchon haben koͤnnte, nicht brauchet, nicht ſo ganz darin iſt, wer wird ihm geben, was kommen ſoll? Genom⸗ men wird ihm, was er hat. Zerſtreuung, Gerede ohne Herz, wenn es auch von heiligen Dingen geſchieht, vertreibt den Geiſt der Gnade, der ſich allemal zuruͤckzieht, wenn wir nicht heilig mit dem Heiligen umgehen, wenn wir nur von dem ſchwatzen, was wir thun ſollen, wenn uns der Herr nur im Sprechen von ihm, nicht in ſeinem Werke antrifft. ahgekehr zn dirg Denn verſentt 5.; heran, vervun 6. L zerſtreu großen 7. 1 eiſt un daß dei 8. L bei dirl Velt T aus geſhiden 9 *V ir zul kehren.(Gei Herz. 4,5 Volks ein En in. 12,7.) ein Bild aller N kande des Frieden ohne den Hohar⸗ ier ſich ſelbſt umhe Kehren ſie aber und ſuchen ſie den üͤllt und geſchehen, in ihnen wohnen ehet dieſes Zeichen en Zahlen. Nur as, und bleibt bei ttes in euch ſchon wird euch dann ärtigen nicht treu Wer das, was het, nicht ſo ganz en ſoll? Genom⸗ Gerede ohne Herz iht, vertreibt de ht, wenn wir nicht wir nur von dem runs der Herr ſun Verke antiiff. 21 Mel. 22. Die Seele Chrifti heil'ge mich. Oder: Es kam die gnadenvolle Nacht. 1. Zerſtreuung, Leichtſinn und Geſchwätz iſt ein gefährlich Seelen⸗ Netz, des Satanas verborgnes Seil, und raubt uns Freude, Kraft und Heil. 2. Das Herz wird ſicher und bethört, von dir, mein Heiland, abgekehrt. Man läßt dich aus dem Angeſicht, das Herz bleibt nicht zu dir gericht't. 3. Dein guter Geiſt zieht ſich zurück; es weicht ſein holder Gnadenblick. Das Herz wird nimmermehr gerührt, dein Naheſein nicht mehr geſpürt.. 4. Und da vergeht ſo manche Zeit, und mit ihr manche Seligkeit. Denn wenn man deiner nicht gedenkt, wirſt du gekränkt, der Geiſt verſenkt. 5. Der Leichtſinn fängt im Kleinen an, und plötzlich wächſt er ſo heran, daß man die Zucht nicht hört noch ſieht, und endlich tief verwundet flieht. 6. So bringt man ſich in vieles Leid, und Andre werden auch zerſtreut. Der Anſtoß ſtellt ſich bald mit ein, und giebt dem Läſtrer großen Schein. 7. Wer heilet nun mein armes Herz von Schwatz⸗ und Flatter⸗ geiſt und Scherz? Mein Vorſatz und Verſprechen lügt. Herr, gieb, daß deine Gnade ſiegt! 8. O tauche mich ins reine Blut, das Sünder wäſcht und Wunder thut. Ach rechne nicht nach meiner Schuld, du unausſprechliche Geduld! Woltersdf. 14. 14. Januar. Verſuchet euch ſelbſt, ob ihr im Glauben ſeid; prüfet euch ſelbſt. Oder erkennet ihr euch ſelbſt nicht, daß Jeſus Chriſtus in euch iſt? Es ſei denn, daß ihr untüchtig ſeid.(2 Cor. 13, 5.) Die Corinther ſtanden im Glauben, waren apoſtoliſche Chriſten, von den Apoſteln ſelbſt zum Glauben gefuͤhrt und in demſelben geleitet; dennoch raͤth ihnen Paulus dieſe Pruͤ⸗ fung, und dringt mit Ernſt darauf. Sind wir beſſer, ſiche⸗ rer, als die Corinther? Sollen wir uns nicht vielmehr alle b 22 6 ſcas in der Tage fragen: Iſt Chriſtus in deinem Herzen, oder nur auf ade 6 deiner Zunge, nur in deinem Kopfe, in Spruͤchen und aus⸗ uc Ae wendig gelernten Worten? Wenn Chriſtus, als der gute lehti 1 Baum, in dein Herz gepflanzet iſt, ſo mußt du ihn an den. Fruͤchten erkennen. Wo Chriſtus iſt, iſt Chriſti Sinn und Ohfe 4 Leben. Wo der Glaube an Chriſtus iſt, ſind auch die Fruͤchte V Nau 1 des Glaubens und der Liebe. Wo Chriſtus im Herzen iſt, u A da iſt die Welt und der Teufel ausgefahren, denn Chriſtus ———— und Belial, Gott und die Welt, koͤnnen ſich in Einer Her⸗ 1. berge mit einander nicht vertragen. Haſt du den Sinn und b Wandel Chriſti nicht, die Fruͤchte des Glaubens nicht, ſo haſt fh du auch Chriſtum und den Glauben an Chriſtum nicht. Und Ler haſt du ihn nicht, ſo laͤßt die Welt und der Satan die Her⸗ di berge deines Herzens nicht leer ſtehen, ſo iſt Welt und Satan 1 in dir, denen du heute noch die Herberge aufkuͤnden ſollſt; ai und nicht nur das, ohne Verweilen, ohne Bedenken ſollſt du rin ſie mit ihrem ganzen Anhange hinauswerfen. 6 Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 5 1. O ſeht, beſeht euch recht von innen, wie ſteht's um euren ſt Herzensgrund? Iſt Jeſus Chriſtus bei euch drinnen? Erforſcht euch bans 1 ſelbſt, ſo wird's euch kund. Iſt Chriſti Blut recht nah' am Herzen? du mi 6 Macht jede Sünde euch noch Schmerzen? ſen u 2. Seht zu, wie habt ihr Gnad' gefunden? Ward Jeſus auch mit annd Ernſt geſucht? Fühlt ihr wohl recht die Sündenwunden? Ward wied auch die liebſte Luſt verflucht? Hat euch der Vater ſelbſt gezogen— zum Sohn’? Habt ihr euch nicht betrogen? niht 3. ͤSeht doch, iſt Jeſus wirklich euer? Scheint euch das wahre b Terl Lebenslicht? Iſt euch ſein Blut, iſt er euch theuer? Wie, fürchtet ach, ihr denn kein Gericht? Iſt euch denn alle Schuld erlaſſen? Habt ihr ihn ſo die Welt nun ganz verlaſſen? fraud 4. Brennt in euch noch die erſte Liebe— von Zeit zu Zeit noch heller an? Empfindet ihr des Geiſtes Triebe— entfernet von der Fleiſches⸗Bahn? Kann euch nichts mehr von Jeſu treiben? Wollt nner unverrückt ihr in ihm bleiben? nach —— dein 5 5 1 4 4 2 f 4 * t 1 * 1 8 6 3 4 4 4 I 8 5 A 1 . 4 4 * 5. 3◻ 3 3 8 7 4 6 1 8— 1 1„1 1 1 1 4 f 1 3 1 4 4— 4 1 . 8 1 Herzen, oder mr 1 n Sprüchen und au. riſtus, als der gu mußt du ihna da iſt Chriſt Sinn u ſind auch diezat riſtus im Hetza f hren, denn Ghrife n ſich in Einer He aſt du den Sinn ui rubens nicht ſo hi hriſtum nicht. Ud der Satan die He⸗ ſt Welt und Sum e aufkuͤnden ſolſt) Bedenken ſollſt d n. lebe. die ſteht's um euren men? Erforſcht euch ht nah' am Herzen! gard Jeſus auch mit enwunden? Ward er ſelbſt gezogen— int euch das wahre ener? Wie, fürchtet erlaſſen? Habt ihr —n Zeit zu Zeit rc — entfernet von der Jeſu treiben? Völ 23 5. Seht zu! Lernt ihr euch beſſer kennen? Merkt ihr der Welt und Satans Liſt? Könnt ihr dem Fleiſch noch Ruhe gönnen, das nach Aegypten lüſtern iſt? Geht's weiter auf dem ſchmalen Stege? Flieht ihr auch redlich falſche Wege? 6. Seht zu! Sind nicht noch Götzentempel, wo ihr den Göttern Opfer bringt? Bedenkt, was gebt ihr für Exempel? Spricht euer Mund, was heilſam klingt? Scheut ihr euch recht, vom Herrn zu weichen? Lauft ihr, das Kleinod zu erreichen? 15. 15. Januar. Nach dir, Herr, verlanget mich. Meine Augen ſehen ſtets zu dem Herrn. Meine Seele dürſtet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angeſicht ſchaue?(Pſ. 25, 1.15. u. 42,3.) Wen da dürſtet, der komme zu mir und trinke.(Joh. 7, 37.) Findeſt du den Heiland nicht in deiner Seele, fuͤhlſt du ſeine heilige Naͤhe nicht, ſo ruhe nicht, bis du ihn wieder fin⸗ deſt. Suche nicht anderswo, außer ihm, Troſt. Schande waͤre es, wenn du den ſo leicht entbehren koͤnnteſt, ohne den du nicht ſelig ſein kannſt; und Verbrechen waͤre es, ihn miſ⸗ ſen und ſich nach einem Andern umſehen. Werde daher nicht muͤde, ihn, wenn er ſich dir zuweilen verbirgt, mit Treue, wie die Heiligen des A. B., zu ſuchen. Er entzieht ſich dir nicht, er hat ſich nur verborgen, um deine Sehnſucht, dein Verlangen nach ihm zu vermehren. Wirſt du muͤde, laͤßt du nach, ihn zu ſuchen, nach ihm dich zu ſehnen, ſo beleidigſt du ihn ſo, daß er ſich noch weiter von dir entfernt, und du ſeine freundliche Gegenwart noch laͤnger entbehren mußt. Wo iſt dein Verlangen, wo die Sehnſucht nach ihm? Sieht dein inneres Auge ſtets nach ihm? Duͤrſtet deine Seele immer nach ihm, nach dem lebendigen Gott? Biſt du nicht mit einem bloßen Gedanken, oder einem kalten Begriffe von Gott 1. und Chriſtus zufrieden? Suchſt du das Leben, die Kraft J Gottes und Chriſti in deinem Herzen zu ſpuͤren? Trachteſt ſuchte du, dahin zu kommen, in die Stille und Ruhe des Gemuͤ⸗ in der thes, in das Allerheiligſte deiner Seele, um Gottes Angeſicht ſen, zu ſchauen, ſo weit man es hier ſchauen kann? Duͤrſte, ſehne aberi dich, verlange nach ihm wie David, wie Aſſaph, und du wirſt 8 den lebendigen Gott erfahren wie ſie— und mehr noch. des iſt Aacht Mel. 93. Was hilft es mir. Oder: Sei Lob und Ehr' ꝛc. ri ct r 1. O ewge Schönheit, die du mich verwundet haſt, erbarme dich Gaſſ 1 meiner, daß ich weſentlich im Innern dich umarme! Wirſt du mir gd 6 nicht bald innigſt nah, ſo kann das Herz, du weißt es ja, ſich nicht 3 zufrieden geben. ſen 6 2. Wer zündete dieß Feuer an, dieß Sehnen und Verlangen? b ge Du, Heiland, haſt es ſelbſt gethan, und biſt nun weggegangen. ob er Mein Gott, mein Gut! wo find' ich dich? Wie lange wird die Seele ſhaft ſich nach dir, Verborgner! ſehnen? Nihe 3. Wer füllt die große Ledigkeit, die ich in mir empfinde? Wer ſtillt des Durſtes Peinlichkeit, wenn ich dich ſelbſt nicht finde? O wede Heiland! du haſt mich verwund't; ich werde eher nicht geſund, bis du lcch n dich ſelbſt mir zeigeſt. mehr 6 4. Ich ſchaue Erd' und Himmel an, und was in Raum ſich nach hüllet— doch nirgends ich erblicken kann, der mir die Sehnſucht ſoi ſtillet. Die ſchönen Werke ſeiner Hand vergrößern mir nur Gluth 1 und Brand durch ihre Lieblichkeiten. ihrer! 5. Nein, ihr Geſchöpfe ſeid es nicht, ich bleib' bei euch nicht aannn ſtehen; den Schöpfer ſelbſt will mein Geſicht im Geiſt und Wahrheit aſſen ſehen. Ja, ja, es ſehnt die Seele ſich ,daß er ſich zeige weſentlich, hen wi ſie muß den Heiland haben. gen. 6 8 6. Ich kann nicht mehr, ich bin zu ſchwach, will denn in Demuth ſchweigen; im Innern nur ein ſtilles Ach! ſoll ſtetig aufwärts ſteigen. nns n 4 Ich will erwarten in Geduld die unverdiente Gnad' und Huld, daß die du in mir erſcheineſt. ¹ 66* G. T. St. b 1. 1— Aize, 6 4 Begriff von Gat Leben, die F ſpüren? Tuti Ruhe des Gemi⸗ n Gottes Angſſt en Dürſte ſchn ſaph, und du nif ad mehr noch. und Ehr' zc. et haſt, erbarme dch arme! Wirſt du mir eißt es ja, ſch nitt en und Verlangen nun weggegangen. ange wird die Seele nir empfinde? Wer bſt nicht finde? O ncht geſund, bis du vas in Raum ſich mir die Sehnſucht rn mir nur Gluth ib' bei euch vicht heiſt und Wahrheit ich zeige weſentlih, vill denn in Demuth ig aufwirts ſeige „nad und Huld, daß * G. T. Ot. 25 16. 16. Januar. Ich ſuchte des Nachts, den meine Seele liebt, ich ſuchte, aber ich fand ihn nicht. Ich will aufſtehen, und in der Stadt umhergehen auf den Gaſſen und Stra⸗ ßen, und ſuchen, den meine Seele liebt. Ich ſuchte, aber ich fand ihn nicht.(Hohel. 3,1.2.) Selig iſt eine Seele, die eine ſolche Sucherin des Heilan⸗ des iſt, die von ſolchem Verlangen nach ihm brennet, daß ſie Nacht und Tag nur ihn verlangt; die, wenn ſie ihn nicht hat, nicht ruhig ſchlafen kann, ſondern aufſtehen und ihn in den Gaſſen und Straßen der Stadt Gottes, d. i. auf allen We⸗ gen des innern Lebens, ſuchen muß. Das ſind wohl die edel⸗ ſten Seelen, die der Heiland ſo im Suchen uͤbt, deren Augen ſo gehalten werden, daß ſie ihn nicht ſehen und nicht kennen, ob er gleich mit ihnen wandelt; die ſonſt ſeine ſuͤße Gemein⸗ ſchaft gewohnt waren, aber nun lange Zeit des Troſtes ſeiner Naͤhe nicht ſo oft und ſo bald, als ſie es wuͤnſchen, theilhaft werden koͤnnen, und dabei aͤußerlich mit Truͤbſal und inner⸗ lich mit Zweifel, Angſt und Anfechtung geplagt ſind. Je mehr er ſich ihnen verbirgt, deſto heißer wird ihr Verlangen nach ihm. Je weiter er ſich von ihnen zu entfernen ſcheint, de⸗ ſto inniger ſuchen ſie ihn. Denn ſie wiſſen, es iſt nur Pruͤfung ihrer Liebe, Bewaͤhrung ihres Glaubens; ſie ſind uͤberzeugt: Er kann nicht im Ernſte die Menſchen verlaſſen, er kann keine Seele haſſen, die ihn liebt, keine fliehen, die ihn ſucht. Sein Flie⸗ hen will uns nur ziehen— tiefer in das Innere hinein zu drin⸗ gen. Sein Entfernen ſoll uns nur ihm naͤher bringen, und das, was noch zwiſchen uns und ihm liegt, aus dem Wege raͤumen, die Scheidewand niederreißen und ihn uns auf ewig ſchenken. Mel. 93. Was hilft es ꝛc. Oder: Sei Lob und Ehr' ꝛc. 1. Umgeben noch von Schmerz und Pein, bedroht von manchem Blitze, wie ſehnſuchtsvoll, ach, wie allein ich in der Wüſte ſitze! 26 Die Augen hebend hin und her, ob ich nicht ſäh' ihn ungefähr, den meine Seele liebet. 2. Wie lange ſoll, o einzig Gut, wie lange ſoll es währen, daß ich in dieſer Sehnſuchtsgluth muß ſchmachtend mich verzehren? Mein Aug' blickt auf, blickt niederwärts, nach dir ſehnt ſich mein ganzes Herz, den meine Seele liebet. 3. Du haſt's gemacht, daß gar nichts mehr, was ſichtbar iſt, mir ſchmecket; du ziehſt mich und ich lauf nach dir, und hältſt dich doch verſtecket. Du weißt es wohl und höreſt mich; wie ſoll ich leben ohne dich, den meine Seele liebet! 4. Tödt' und zerſtör' die Eigenheit, denn die hält uns geſchieden. Schmelz' ab ſo viel Unlauterkeit, die mir benimmt den Frieden; zieh' mich aus mir und allem hin, bis ich mit dir ganz Eines bin, und du nur in mir lebeſt. 5. Nur laß den Geiſt ſo nimmermehr von dir ſich auswärts kehren; ſollt' gleich mein Hunger noch ſo ſehr mir Leib und Seel⸗ verzehren. Nichts neben dir, nur du allein, du ſollſt es nun und ewig ſein, den meine Seele liebet.„ G. T. St. — —— 17. 17. Januar. Sieh, ich will ſie heilen und geſund machen, und will ſie des Gebets um Frieden und Treue gewäh⸗ ren.— Und werden ſich verwundern und entſetzen über all dem Guten, und über all dem Frieden, den ich ihnen geben will.(Jer. 33,6— 9.) Dein Heiland will dir nicht nur vergeben, ſondern dich auch troͤſten; und nicht nur troͤſten, er will dich auch heilen von allen deinen Gebrechen, dir Frieden und Treue ſchenken, wenn dir darum zu thun iſt, und du es im ernſten anhalten⸗ den Gebete ſucheſt. Ja, er will dir ſo viel Gutes, ſo viel himmliſchen Frieden und unausſprechliche Freude und Selig⸗ keit in dein Herz geben, daß du daruͤber erſtaunen wirſt und es kaum glauben kannſt. Darum ſetze ſeiner Liebe doch keine Schranken, laß dir alles das Gute von ihm ſchenken, das er dit zug vergane und de Der d dich tragen wenn ihrem Zerſtre den un wollen Suͤnd den Sünd das ſäh' ihn ungefähr, de 3 oll es währen, d nich verzehrens Nan ſehnt ſich mein gg was ſichtbar iſ, ne c; wie ſoll ich ln e hält uns geſchüten mit den Frieden; zi nz Eines bin, undi n dir ſich auswaͤrt mir Leib und Sell du ſollſt es nun und * G. T. 5t nd machen, und Treue gewäh⸗ n und entſetzen n Frieden, den den, ſondern dich il dich auch heile und Treue ſchenken, m ernſten anhalten viel Gutes, ſo vil Freude und Selig⸗ erſtaunen witſt ud jner Liebe doch keine im ſchenken, dab 27 dir zugedacht hat; bleib nicht dabei ſtehen, daß er dir das vergangene Boͤſe vergeben, laß dich von Grund aus heilen und deine Seele erfuͤllen mit himmliſchen Guͤtern in Chriſto. Der dich in der Suͤnde ſo lange geduldig getragen hat, will dich nach der Vergebung der Suͤnde, in der Gnade, weiter tragen und heben, zum Genuſſe all ſeiner Heilsguͤter. O wenn eine begnadigte Seele den Heiland und ſeinen Geiſt in ihrem Herzen frei wirken laͤßt und ihm durch Leichtſinn oder Zerſtreuung kein Hinderniß legt, erfaͤhrt ſie wunderbare Gna⸗ den und himmliſche Segnungen. Aber die meiſten Seelen wollen blos die Vergebung der Suͤnden, nicht Heilung von Suͤnden, nicht Geſundheit der Seele. Aber ohne dieſe wer⸗ den ſie auch jene bald wieder verlieren, denn wenn dir die Suͤnde wirklich und wahrhaftig vergeben iſt, ſo iſt dir auch das Herz geheilt, daß du nicht mehr Luſt haſt zu ſuͤndigen. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Gott, du Vater, deine Liebe, die aus reinem, heißem Triebe, mich in Chriſto auserwählet und den Deinen zugezählet, hat mich zwar bisher geſehen als Gefäß des Zornes gehen,— doch getragen mit Geduld mitten in der Sünd' und Schuld. 2. Ach, ich lebte in den Lüſten und hielt mich für einen Chriſten; Schattenbilder, Schein und Meinen, Judas⸗Kuß und Heuchel⸗ Weinen, todtes Werk, hiſtoriſch Weſen iſt es ohne Gott geweſen, brauchte Kirch', Altar dabei, und es war nur Heuchelei. 3. Lange hab' ich drinn geſtecket, bis du mich haſt aufgewecket. Ach, daß ich es recht bedächte, wie du, Heiland, der Gerechte, willſt, daß ich die Welt verachte, Chriſti Schmach viel höher achte, als Aegyptens Luſtgewinn. Reinige, Herr, Herz und Sinn!! 4. Tödt' des alten Adams Glieder, lebe du im Herzen wieder! Laß das Fleiſch in mir verderben und in deinem Tode ſterben! Wenn am Eitlen Andre kleben, zwiſchen Luſt und Furcht noch ſchweben, oder blind zur Hölle gehn, laß mich, Herr, auf dich nur ehn! 5 Laß mit meines Geiſtes Schwingen mich zu dir in Himmel dringen, laß mich beten, wachen, kämpfen, Sünde, Tod und Hölle 28 dampfen! Sollte mich Aegypten reuen, ich nach ihren Töpfen ſchreien, Herz und Sinn nach Sodom ſehn?! Laß mich kräftig widerſtehn. 6. Wird mir Kraft und Muth benommen, wenn es ſoll zum Treffen kommen, gieb mir Wollen und Vollbringen, alle Feinde zu bezwingen. Will die Eigenheit mich fällen, oder ſchlagen Trübſals⸗ Wellen auf mein armes Schifflein zu, bring' es du in Port zur Rub. 7. Jeſu, was du angefangen, das erwart' ich mit Verlangen. Laß mich noch auf dieſer Erden ſtark am innern Menſchen werden! Herr, bekehre auch die Meinen; ſchreib ſie zu der Zahl der Deinen. Führ' uns all' zum wahren Licht, zeig' uns dann dein Angeſicht! 18. 18. Januar. Wie lieblich ſind deine Wohnungen, Herr Ze⸗ baoth! Wohl denen, die in deinem rHauſe wohnen, die loben dich immerdar. Denn ein Tag in deinen Vor⸗ höfen iſt beſſer, denn ſonſt tauſend. Ich will lieber der Thür hüten in meines Gottes Hauſe, denn lange wohnen in der Gottloſen Hütten.(ſ. 84.) Unſer Wan⸗ del iſt im Himmel.(Phu. 3,20.) Gottes Haus, Gottes Wohnungen und Vorhoͤfe ſind nicht nur im Himmel unter den vollendeten Gerechten und Engeln, ſondern auch hier unten in den glaͤubigen und begna⸗ digten Seelen, in unſerm Allerinnerſten des Herzens. Wenn wir da hinein kehren und drinnen bleiben, ſo ſind wir in ſei⸗ nem Hauſe und in ſeinen Wohnungen des Friedens: denn wir finden ihn und in ihm den Himmel, wandeln in ihm, wie im Himmel. Finden wir ihn nicht allemal gleich, warten wir aber ſeiner, und harren wir auf ſeine Gegenwart, ſo ſte⸗ hen wir in den Vorhoͤfen des Herrn, und wenn es da auch manchmal ſchwer wird auszuhalten, wegen Duͤrre und Trok⸗ kenheit, ſo iſt's doch beſſer als in den Huͤtten der Gottloſen ſich zerſtreuen und dem Vergnuͤgen der Sinne und der Welt —-— 4 nachlauf auf ihn, ein in Tage 4 erſeht; 4 1* Vo unſ ſchneck Sinne Luſt zu mels r z. dort! jenes in 6! Liebes Qual. Sorf 7. alöht auf m Nrurh 8 Wuſt meine bin ünn diin i täftig widerſteßf wenn es ſoll zun ingen, alle Feinde u er ſclagen driſi du in Port zur Na. ich mit Verlange m Menſchen werden der Zahl der Deinn dein Angeſict! —— gen, Herr ze zuſe wohnen, di in deinen Vor⸗ Ich will lieber uſe, denn lange 4) Unſer Wan⸗ id Vorhoͤfe ſind n Gerechten und bigen und begna⸗ Herzens. Wenn ſo ſind wir in ſi⸗ Friedens: denn wandeln in ihm, nal gleich, warten Hegenwart, ſo ſte wenn es da auch Duͤrre und Tror⸗ tten der Gottloſen inne und der Welt 29 nachlaufen. Denn wenn wir in ſeinen Vorhoͤfen, im Warten auf ihn, verharren, ſo kommt er gewiß und fuͤhrt uns bald ein in ſeine Wohnungen; dann iſt alle Muͤhe des Stunden⸗, Tage⸗ und Jahrelangen Harrens in einem Augenblick reichlich erſetzt; man lobt den Herrn und ſingt mit David: Wie lieblich ꝛc. Mel. 85. O daß ich tauſend Zungen. Oder: Wer nur den lieben Gott. 1. Wie lieblich iſt es in der Stille, wo Gott allein zugegen iſt! Wo unſer Herz in ſeiner Fülle des Heilands ſüße Näh' genießt! Da ſchmeckt man ſeine Freundlichkeit, da iſt man voll Zufriedenheit. 2. Wohl dem, der ſtets in Gottes Schranken Geiſt, Herz und Sinne halten kann, der ſchwinget ſich mit den Gedanken in heil'ger Luſt zum Himmel an. Der ſchmecket ſchon in dieſer Zeit des Him⸗ mels reiche Süßigkeit. 3. Was hängt man doch an eitler Erden und denkt bald da, bald dort hinaus? Ihr, die ihr wollet ſelig werden, gedenket doch an jenes Haus, das Gottes Huld für euch erbaut und das ihr jetzt im Glauben ſchaut. 4. Verſchließt das Herz den eitlen Sinnen, laßt ihre Wuth nicht Meiſter ſein. Laßt euch die Lüſte nicht gewinnen und haltet die Begierden ein. Schweift ihr verkehrter Trieb herum, ſo eilt zu Gottes Heiligthum. 5. Ergötzet euch an Geiſtes Schätzen, die ſchön und unvergänglich ſind, die euren Geiſt in Ruh' verſetzen, als der da volle Gnüge find't. Geht ſelbſt in euer Herz hinein und ſammelt lauter Gutes ein. 6. Mein Herr, eröffne mir die Pforten, führ' mich in deinen Liebesſaal! Ich habe Luſt zu deinen Worten, denn dieſe ſtillen alle Qual. Komm, nahe dich, tilg' allen Schmerz, und öffne mir jetzt Schrift und Herz! 7. Mein Glaube ſieht den Himmel offen, der mich bereits zu dir erhöht, wo ich kann Gnad' und Leben hoffen, ob Sturm und Wetter auf mich geht. Wer ſich in dir vergnügen kann, ſieht Welt und Pracht verächtlich an. 8. Ich will mich von der Welt entfernen, der ſchnöden Eitelkeiten Wuſt; hinauf, mein Herz, hinauf zu'n Sternen! mein Jeſu, du biſt meine Luſt! Wie ſelig geht die Zeit dahin, wenn ich mit dir alleine bin! M Günther ——ÿõ;⅔⅓⏑ꝛÿj————— oͤͤͤͤͤö—— 5— 2 r Merrwaen eu“ u ———— ——— — 30 19. 19. Januar. Ich bin ſchwarz, aber doch ſchön(lieblich), ihr Töchter Jeruſalems, wie die Hütten Kedars, wie die Teppiche Salomons.— Sehet mich nicht an, daß ich ſo ſchwarz bin, denn die Sonne hat mich verbrannt. Meiner Mutter Kinder zürnen mit mir.(Hohel. 1,5.6.) Die wahre Kirche Chriſti, ſo wie die aͤchten Kinder Got⸗ tes, ſind ſchwarz in den Augen der Welt, unanſehnlich, theils wegen ihres aͤußern geringen Standes oder wegen ih⸗ rer kleinen Anzahl gegen den großen Haufen der Welt, theils wegen der Truͤbſale, die ſie treffen; aber ihre innere Geſtalt iſt deſto ſchoͤner und lieblicher vor Gott. Von außen ſehen ſie den ſchlechten Huͤtten der Kedarener im wuͤſten Arabien gleich; aber innerlich ſind ſie wegen der Gaben des heiligen Geiſtes und der himmliſchen Segnungen ſo herrlich, wie die mit Gold gewirkten Teppiche Salomons. Man aͤrgere ſich daher nicht an der aͤußern Schwaͤrze der Braut Chriſti; ſie iſt von der Hitze der Verfolgung oder Anfechtung ſo ver⸗ brannt und verdunkelt, daß ſie oft einer Elenden und Troſt⸗ loſen gleicht, uͤber die alle Wetter gehen.(ꝓſ. 54, 11.) Sie wird auch nicht nur von Unglaͤubigen, Juden, Heiden und Tuͤrken geplagt, ſondern von den Kindern ihrer Mutter, d. i. von ſolchen, die im Schooße der Kirche ſein wollen. Wahre Chri⸗ ſten muͤſſen von falſchen Bruͤdern oder aͤußerlichen Gliedern, die immer maͤchtiger ſind, allezeit Gewalt leiden; aber das macht ſie vor Gott ſchoͤn und herrlich, das reinigt und fegt ſie, daß ſie ihrem Herrn und Koͤnige gleichen, der, obwohl er der Allerverachtetſte war, und von außen gar keine Schoͤn heit hatte, doch der Schoͤnſte unter den Menſchenkindern war. Mel. 83. Wie ſchön iſt unſers Königs Braut. 1. Wer iſt der Braut des Lammes gleich? wer iſt ſo arm, wer iſt ſo reich? wer iſt ſo häßlich, wer ſo ſchön? wem kann's ſo wohl, Meiſen ſ ibel g 2. Au b deinem d Feind er als ein b 3. Ei Gotthe Freud' u ſſtar, 4. 2 gefact; dager Held 20. n(lieblic), ir ledars, wie di nicht an, daß ic mich verbrannt ttr.(Hohel. 1,5.6.) chten Kinder Gat elt, unanſehnlch, s oder wegen ih der Welt, theit hre innere Geſtal Von außen ſehen wuͤſten Arabien aben des heiligen herrlich, wie die Nan axgere ſic raut Chriſti; ſie echtung ſo ver⸗ den und Troſt⸗ , 11.) Sie wird den und Türken utter, d. i. von . Wahre Chri⸗ rlichen Gliedern, lidenz aber des reinigt und fegt en, der, cbwoh gar keine Schon ſchenkindern wat. ant. er iſt ſo arm, wet em kannes ſo wohl 31 ſo übel gehn? Lamm Gottes! Du und deine ſel'ge Schaar, ſind Menſchen und ſelbſt Engeln wunderbar. 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon. Ich bin ein Theil von deinem Lohn, ſo elend als man's kaum erblickt, ſo herrlich, daß der Feind erſchrickt, ſo gottlos, daß wohl alle beſſer ſind, und ſo gerecht, als ein begnadigt's Kind. 3. Ein Wurm, bis in den Staub gebeugt, der auf den Thron der Gottheit ſteigt, bekümmert, trübe, bloß und krank, und doch voll Freud' und Lobgeſang; ſo ſchwach, daß meine Kunſt in nichts beſteht, ſo ſtark, daß Satan aus dem Wege geht. 4. Verfolgt, verlaſſen und verflucht, doch von dem Herrn hervor⸗ geſucht; ein Narr vor aller klugen Welt, bei dem die Weisheit Lager hält; verdrängt, verjagt, beſiegt und ausgefegt, und doch ein Held, der ewig Palmen trägt. 5. O Sündenſchuld, wie beugſt du mich! O Glaube, wie erhebſt du mich! Wer faßt hier den geheimen Rath? Nur wer den Geiſt des Heilands hat, der durch des Lammes Blut zuſammenſchreibt, was ſonſt wohl himmelweit geſchieden bleibt. Woltersdf. 20. 20. Januar. Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen, mit Faſten, Weinen und Klagen.(Joel. 2,12.) So ihr euch von ganzem Herzen bekehret zu dem Herrn, ſo thut von euch die fremden Götter. d Sam. 2, 3.) Bekehre du mich, ſo werde ich bekehret, denn du, Herr, biſt mein Gott.(Jerem. 31, 18.) Es giebt viele ſogenannte Erweckte, aber wenig Bekehrte von ganzem Herzen. Du haſt einmal die Weckſtimme gehoͤrt, und biſt aufgeſchreckt worden aus dem Schlafe, haſt gebetet, geſeufzet, geweint, biſt geruͤhrt, getroͤſtet worden und eine Zeitlang ſehr fromm geweſen; aber dann haſt du wieder nachgelaſſen mit dem innern Eifer und Anhangen an den Herrn. Zur Beruhigung aber treibſt du das Aeußere, Beten, 32 Leſen, Singen, Predigt hoͤren, fort, dein Herz haͤngt aber wieder an der Welt, am Geld oder an der Ehre; iſt noch dem Zorn, oder Neid, oder andern Neigungen und Leiden⸗ ſchaften ergeben. Der kindliche Umgang mit dem Heiland iſt dir fremde oder laͤſtig. Du haſt die alten Goͤtzen behalten, oder wieder hervorgeſucht, und ihnen nur einen andern An⸗ ſtrich gegeben, oder ein anderes Maͤntelchen umgehaͤngt. Du biſt nicht bekehrt. Eile und errette dich, flehe: Bekehre du mich, Herr, ſo werde ich bekehret. Daran ſollſt du dann erkennen, ob du wahrhaft bekehrt biſt oder nicht, wenn der lebendige Gott oder Chriſtus in deinem Herzen, wenn ſein Sinn und Weſen dir eingepraͤgt iſt und aus dir hervorleuch⸗ tet; wenn die Goͤtzen der Eigenliebe, Ehrſucht, Eitelkeit, der Habſucht ꝛc. geſtuͤrzet, und Glaube, Liebe, Demuth, Freund⸗ lichkeit, Treue, Geduld ꝛc. als Fruͤchte wahrer Bekehrung an ihre Stelle getreten ſind. Mel. 66. O leide, leide gern. 1. Wer ſich verdorben fühlt, nicht mit der Sünde ſpielt, gebeugt und elend bleibt, von ganzem Herzen gläubt; nicht ſich, nur Chriſto lebt; ſich in ſein Herz vergräbt, die Schmach mit Freude trägt, und keinen Tück mehr hegt, 2. Sich immer treu bewacht, die Eitelkeit verlacht, ſtets im Gebete ringt, bis er den Feind bezwingt, im Fleiſche nie mehr ruht, eh' ſtirbt, als Sünde thut; und wenn er fehlt und irrt, durch Schaden kleiner wird, 3. Sich ſelbſt herunter ſetzt, den Bruder höher ſchätzt; die Menſchenfurcht nicht kennt, nur nach dem Kleinod rennt, ſich unter alles beugt, und Chriſtus ähnlich ſchweigt, ſtets an der Gnade klebt, und Gott verborgen lebt, 4. Los von der Kreatur, auf der Verleugnungsſpur, den Heiland frei bekennt, wenn Niemand ihn mehr kennt; den ſegnet, der ihm flucht, nie mehr ſich ſelber ſucht, der iſt von Gott gelehrt, durch Gnade ganz bekehrt. — — Sünd A. H tr eus treten ſelbſt Jeman de die dur führt n nothig lau, worar nichts der ihl dig vo und nie und na ſelber bleibt, ßern! und ſe zen ge⸗ ſtus⸗l ein, d dom l todter en Herz hngt der Ehre, ſi gungen ud din mit dem Heiland ſ e Götze bchal r einen andern 3 n umgehaͤngt. d flehe: Bekehre d tan ſollſt du dem er nicht, wenn da derzen, wenn ſin s dir hervorleul⸗ iht, Eitelkeit der Demuth, Freund ter Bekehrung an nde ſpielt, gebeugt ſich, nur Chriſto it Freude tragt, erlacht, ſtets im che nie mehr ruht, und irrt, durch oöher ſchätzt; die rennt, ſich unter n der Gnade klebt, gſpur, den Heiland en ſeguet, der ihm Hott gelehrt, durg 33 2. 21. Januar. Sehet zu, lieben Brüder! daß nicht Jemand un⸗ ter euch ein arges ungläubiges Herz habe, das da ab⸗ trete vom lebendigen Gott; ſondern ermahnet euch ſelbſt alle Tage, ſo lange es heute heißet, daß nicht Jemand unter euch verſtockt werde durch Betrug der Sünde.(Hebr. 3, 12. 13.) Der Apoſtel fand dieſe Warnung bei den erſten Chriſten, die durch ihn oder andere Apoſtel des Herrn erweckt und ge⸗ fuͤhrt wurden, fuͤr nothwendig; wie vielmehr wird ſie fuͤr uns noͤthig ſein? Ach, wie leicht faͤllt man zuruͤck, wird wieder lau, und endlich unempfaͤnglich fuͤr alle Gnadenruͤhrungen— woraus nach und nach Verſtockung geboren wird. Es iſt nichts liſtiger als die Suͤnde, ſie betruͤgt ſo leicht wieder den, der ihr abgeſagt hat, aber nicht ganz, oder ſich nicht beſtaͤn⸗ dig vor ihr fuͤrchtet, ſein Herz nicht mit Demuth bewahrt und nicht kindlich an dem Herrn haͤngt. Es verſteckt ſich nach und nach etwas Arges und Schlechtes im Herzen, macht daſ⸗ ſelbe unglaͤubig, und es faͤllt ab vom lebendigen Gott, bleibt am todten Buchſtaben, an Formen und gewohnten aͤu⸗ ßern Uebungen haͤngen. Aber der lebendige Gott, Chriſtus und ſein Geiſt, ſein Friede und ſeine Naͤhe iſt aus dem Her⸗ zen gewichen. Was kann und wird aus einem ſolchen Chri⸗ ſtus⸗leeren, gottloſen Herzen werden? Es zieht ein Anderer ein, der mit ſieben Aergern kommt. Warum ſagt Paulus: vom lebendigen Gott? Darum, weil Gott fuͤr uns ein todter Gott iſt, wenn er nicht in uns lebt. Gott iſt in ſich immer lebendig, aber fuͤr dich iſt er nichts, wenn du ſein Le⸗ ben und Weſen, ſeine Gnade und Kraft nicht in dir ſpuͤrſt. Du haſt dann nur die todten Goͤtzen der Buchſtaben ohne Geiſt, der leeren Worte ohne Leben. Das wirket die Taͤu⸗ ſchung der Suͤnde. Sie laͤßt dir einen todten Gott auf der 3 34 Zunge, ohne Geiſt im Herzen, aͤußere Uebungen ohne inne⸗ res Leben; wenn nur Gott, Chriſtus nicht in dir lebt, damit ſie ihr Weſen in deinem Herzen treiben kann. Es muß aber umgekehrt ſein, die Suͤnde muß im Innern getoͤdtet werden, und Chriſtus muß darin leben, ſonſt biſt du abgetreten vom lebendigen Gott, und deine frommen Uebungen werden dir zu todten Goͤtzen, die das Herz verhaͤrten und verſtocken. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Ihr habt Barmherzigkeit erlanget, Gott Lobl ich freue mich mit euch. So lange ihr am Haupte hanget, ſeid ihr durch Gnade arm und reich; doch wollet ihr in Chriſto bleiben, müßt ihr ihm's ganze Herz verſchreiben. 2. Groß iſt das Heil, das ihr genießet; ihr waret todt und ſeid erwacht; der Strom, der aus der Salbung fließet, hat euch das Leben wiederbracht. Oft ſchwimmt ihr gar im Meer der Gnaden, könnt euch in Troſt und Frieden baden. 3. Nicht wahr, nun ſind euch Königskronen für eure Seligkeit zu klein? Gott und ſein Sohn will in euch wohnen, ihr ſollt ſelbſt ſeine Erben ſein; ſollt den, deß Blut euch wäſcht, einſt ſehen, als Sieger ihm zur Seite ſtehen. 4. Doch hört, was Gottes Geiſt euch lehret: Ihr ſeid noch täglich in Gefahr, daß ſich eu'r Herz zurückbekehret, ſo heilig auch der Anbruch war, daß euch, durch Selbſtbetrug verführet, das Fleiſch der ſichern Hand entführet. 5. Verſtockung kann euch noch bezwingen. Verſtockung? Ach, wie weit geht das? Bei Menſchen, die von Gnade ſingen! Nach dem erlangten Sündenhaß! Bei einer Braut, die ſchön geſchmücket, dem Hochzeittag entgegenblicket? 6. Hilf, Gott! wie das? wird Mancher fragen. Nicht plötzlich, nein, ſo nach und nach. Man kann nicht immer Alles tragen, man bleibt nicht treu, nicht immer wach; man will den Geiſt nicht allzeit hören, und läßt ſich dann vom Fleiſch bethören. 7. Die Sünde thut's, die gern berücket, das Schlangengift, das an uns klebt, ſich oft mit fremden Federn ſchmücket, zu ſterben ſcheint und heimlich lebt. Die Sünde ſchleicht allmählig eine; ſie kleidet ſich in Tugend⸗Scheine. Whe- —— 2. Di⸗ kam der get eure Nieman Nieman Sit diſe? Menſcher warum gen biſt bekennt. chen in Wee viel vjele ſche Feinde? und die bleibe in Wer an ihm ohn Laſſen a gen, ſell und will und uns 8 und! 3 5* varne! nird es! Nluta lebungen ohne ine t in dirlt, wi ann. Es muß ühe ern getoͤtet wenda, du abgetreten don ungen werden dir 1 d verſtocken. Liebe. Lobl ich freue wich mi ihr durch Gunde m müßt ihr ihwa gene waret todt und ſed fließet, hat euth d n Meer der Gndze, für eure Seligkei n , ihr ſollt ſelbſt ſeme inſt ſehen, als Süegr : Iyr ſeid voch tigli t, ſo heilig auch der verführet, das Fleiſch Verſtockung? Ach, wie de ſingen, Nach dem hön geſchmücket, den er Alles tragen, mm den Geiſt nicht ilht Schlangengift, di et, zu ſtrben ſhit eine; ſie kleide 3ſ We. 35 22. 22. Januar. Die Schlange betrog mich alſo. d Moſ. 3,13.) So kam der Betrug in die Welt.(B. Weish. 14, 21.) Betrü⸗ get eure Seelen nicht(mit Einbildungen).(ger. 37,9.) Niemand betrüge ſich ſelbſt. d Cor. 3, 18.) Laſſet euch von Niemand betrügen mit vernünftelnden Reden.(Col. 2,4.) Biſt du beſſer, feſter, weiſer, als Eva war im Para⸗ dieſe? Und ſie ward betrogen. Konnte die Schlange den Menſchen im unſchuldigſten, paradieſiſchen Zuſtande betruͤgen, warum dich nicht, der du ſchon in Suͤnden geboren und erzo⸗ gen biſt? Merke dir alſo, was deine Mutter Eva von ſich bekennt. Wie viele eitle Gedanken und Einbildungen erwa⸗ chen im Herzen des Menſchen, die uns betruͤgen koͤnnen? Wie viele Vernuͤnfteleien in deinem beſtochenen Verſtande, wie viele ſcheinbar gute Vorſchlaͤge von Seiten der Freunde oder Feinde? Darum warnen dich die Propheten und Apoſtel, und die Erfahrung aller Frommen: Sei auf deiner Hut, und bleibe in dem, der dir zur Weisheit von Gott gemacht iſt. Wer an ihm kindlich haͤngt, ihm, nicht ſich ſelbſt vertraut, zu ihm ohne Unterlaß, bei jedem Beginn, bei allem Thun und Laſſen aufblickt, ohne ihn nichts thut, der wird nicht betro⸗ gen, ſelbſt von der liſtigen Schlange nicht; denn Jeſus kann und will ihr den Kopf zertreten, ihre Liſt und Kraft vereiteln und uns aus all ihren Schlingen retten. Wer ſich aber nicht feſt und beſtaͤndig an den haͤlt, der das Haupt iſt, der wird bald in ſeinem erſten Eifer nachlaſſen und erkalten. Die Welt, der Satan, laue Freunde werden ihm gern den Dienſt thun, ihm zu beweiſen, daß ſein erſter Eifer uͤbertrieben, ſeine warme Liebe zu Chriſtus Ueberſpannung geweſen ſei. Er wird es um ſo lieber glauben, da er nun ſchon mit Fleiſch und Blut zu Rathe gegangen, und die Stimme derſelben von der 3* 36 Stimme des heil. Geiſtes nicht mehr unterſcheiden kann. Laſ⸗ ſet euch nicht betruͤgen! Denket an Eva, an Lots Weib. Jene betrog eine kleine Luſt, dieſe ein neugieriger Blick. Aus kleinen Untreuen entſtehen große, ſchreckliche Uebel. Laſſet euch nicht betruͤgen. b Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Man ſtarb der Welt und ihrem Weſen: man ſtellte ſich ihr nicht mehr gleich. Nur Chriſtus ward zum Ziel erleſen, die Welt ſchien uns zu ſtolz und reich. Bald lockt ihr Schmuck und ihre Sachen; die Klugheit räth, es mit zu machen. 2. Die Sünden kriegen neue Namen; man war zu ernſt, that allzu viel;(für ſeinen Herrn, den großen Amen?) das Auge ſieht ſchon wieder ſcheel; die erſte Lieb', die uns getrieben, heißt jetzt durch Täuſchung: Uebertrieben! 3. Man hört auch von Gewißheit ſprechen, und wird bald ſelber falſch gewiß, weil, ohne kräftig durchzubrechen, doch ſcheinbar mancher Strick zerriß. Wer das erſt noch in Zweifel ziehet, heißt Heuchel⸗Freund, vor dem man fliehet. 4. Der Geiz, die Wolluſt waren Uebel, ja Greuel, die man ſehr verflucht;(wie ſehr verdammt ſie auch die Bibel;) die eitle Ehr' ward nicht geſucht. Nur Einer war der Seele Leben, nun darf das Herz an Allem kleben. 5. Wie lenkſam ging's im rechten Gleiſe, der alte Menſch, die Selbſtſucht ſtarb; der Gang ging recht nach Chriſti Weiſe; das Sünden⸗Haus fiel ein, verdarb. Dieß Alles iſt nun ganz verkehret, weil's Fleiſch die neue Weisheit lehret. 6. Verfluchtes Gift, das ſo betäubet, das uns mit ſo viel Liſt durchträucht, und im Geſchmack noch Zucker bleibet, bis es den Zweck, den Tod, erreicht. Verdammter Wolf, der Schaf’ zerreißet, und doch ſich gern den Hirten heißet. Whe. —— ——-B—O 23. 23. Januar. Das ſind Brunnen ohne Waſſer— die recht ent⸗ ronnen waren, und nun im Irrthume wandeln; denn ſo ſie entflohen ſind dem Unflath der Welt durch die Ertennt werden bunden Erſte. Die werden, ronnen alte We durch B vir nich fere wer richt ſi ſähſt Worte in ihm die den Teopfen kein W ſolchen mußt ve Paſſer nich g Vaſfer fen, da darnach b nicht wiederi Welt v abet mi die Que men un Strom erſcheiden kam. ä Vva, an Lots ts W eugieriger Bl lic d eckliche Uebel dif r Liehe. man ſtellte ſi ich ihr n r erleſen, die Welt liſte zmuck und ihre Srten tan war zu ernf, zn lmen?) das Auge ſt getrieben, heißt 7, und wird bald ſihe rechen, doch ſcen n Zweifel ziehet, be a Greuel, die manſ Bibel;) die eille E le Leben, nun darf d , der alte Menſch, d ah Chriſti Weiſe; d Piſt nun ganz verkehre uns mit ſo viel L leibet, bis es den Zwei Schaf gerreißet, 1 Wa —— er— die rechter ne wandeln; w der Welt durö! 37 Erkenntniß des Herrn und Heilandes Jeſu Chriſti, werden aber wieder in dieſelbige verflochten, und über⸗ wunden, iſt mit ihnen das Letzte ärger worden als das Erſte.(2 Petr. 2,17— 22.) Die tiefſten Brunnen koͤnnen erſchoͤpft und ohne Waſſer werden, und der Froͤmmſte kann gottlos werden. Wer ent⸗ ronnen iſt, kann wieder gefangen und uͤberwunden, in das alte Weſen wieder verflochten werden. Das thut Petrus dar durch Beiſpiele und Erfahrungen aus ſeiner Zeit. Moͤchten wir nicht auch ſolche Beiſpiele und Erfahrungen haben! Lie⸗ fere wenigſtens du nicht dergleichen, lieber Leſer! Sei nur nicht ſicher, und ruͤhme dich nicht. Vertraue nicht auf dich ſelbſt, vertraue allein auf den, der alle Dinge traͤgt mit dem Worte ſeiner Kraft. Er kann, er wird dich halten, wenn du in ihm bleibeſt. Es giebt der Brunnen leider nur zu viele, die den Schein, die Geſtalt der Brunnen haben, aber keinen Tropfen Waſſer des Lebens geben. Worte genug, aber kein Weſen, keine Salbung, keinen Geiſt. Huͤte dich vor ſolchen Brunnen. Warum willſt du verweilen dabei, du mußt verſchmachten, wenn du dir die Quelle des lebendigen Waſſers nicht ſelbſt ſucheſt bei dem, der da ſagte: Wer an mich glaubt, von deß Leibe werden Stroͤme des lebendigen Waſſers fließen.(Joh. 7, 38.) Wo dieſe Lebensſtroͤme nicht flie⸗ ßen, da ſuche deinen Durſt nicht zu loͤſchen, wenn du anders darnach duͤrſteſt, und die Quelle aus Erfahrung kenneſt. Wo nicht, ſo biſt du ſelbſt ein Brunnen ohne Waſſer, und wirſt wieder in den Unflath fallen, wieder in das wuͤſte Weſen der Welt verflochten, aͤrger werden als du wareſt. Willſt du aber mit Ernſt ſelig werden und ſelig bleiben, ſo kannſt du; die Quelle iſt nahe, iſt offen fuͤr Alle, die da duͤrſten, kom⸗ men und trinken. Iſt Jeſus in dir, ſo iſt der unverſiegbare Strom des Lebens in dir, dem es nie an Waſſer fehlt. Dar⸗ .. ——————————— 2 4** pe 8————— —————— — ÿm· ———— ——————— mõmäm⁰³⁶⁵um — 38 um bleibe in ihm, und laß ihn in dir ſein, ſo wirſt du kein Brunnen ohne Waſſer werden; dein Bruͤnnlein wird immer reichlich Waſſer geben, daß du und die Deinigen taͤglich ihren Durſt loͤſchen koͤnnen. Mel. 85. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 1. Nun kann man alle Wahrheit hören, ſie rührt die Sinne, nicht das Herz. Wir brauchen uns nicht zu bekehren, ſie wirket weder Angſt noch Schmerz. Warum? wir ſind darüber hin, und längſt bekehrt beim alten Sinn. 2. Wir können alle Tage ſterben, und ſind in neuen Sünden todt; wir ſind gewiſſe Himmels⸗Erben; es hat mit uns gar keine Noth. So glaubt der fein verſtockte Geiſt, der ſeinen Tod das Leben heißt. 3. So iſt man ſatt und ohne Sorgen; wenn mancher Arme ſchreien muß, ſo dünkt ein ſolcher ſich geborgen und hat wohl gar noch Ueberfluß; weiß nicht, daß er ſo nacket ſei, rühmt ſich und Vrahlet ohne Scheu. 4. So wird man kläglich eingetrieben; man betet und kann Sünde thun. Man kann die Welt und Sünde lieben, und meint in Chriſti Schoos zu ruhn. Man giebt zwar vieles Aergerniß, iſt doch der Seligkeit gewiß. 5. Zuletzt geht's offenbar zurücke; man thut's wohl gar der Welt zuvor, und treibt die ärgſten Bubenſtücke, man öffnet Allem Thür und Thor; hält Gottes Wort wohl für Betrug, und iſt zum Feuer reif genug. 6. So kann die Sünde noch betrügen den, welcher recht entronnen war. Der Sieger kann noch unterliegen. Du bleibſt hier täglich in Gefahr. Man dünkt ſich beſſer wie vorher, glaubt ſeinem Geiſt, dem Freund nicht mehr. Whe. ——— — 24. Januar. Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, daß ſeine Würze trie⸗ fen.— Mein Freund komme in ſeinen Garten, und eſſe ſeiner edlen Früchte.— Ich komme, meine Schwe⸗ ſter, liebe Braut! in meinen Garten.(Hohel. 4, 12— 17.u.5,1.) Die derfeber Gheſtu bendige geben! bekannt die Se Nordwi wind e Glaube di Se ſahſt Garte Wieſ ner, n nen B ſen der Gaͤrtne herzlic und ri gegen er ſein herrli 1. S and all in, ſ wirſt du ki — wird inn deinigen taͤglch üra t walten. rührt die Sinne, ug hren, ſie wirket ver rüber hin, und lin iud in neuen Sinn dat mit uns gar kin der ſeinen Tod di mancher Arme ſhrii d hat wohl gar m ühmt ſich und puiſe betet und kann Sülde und meint in Crrſſt ergerniß, iſt doch der 's wohl gar der Welt an öffnet Allem Thit g3, und iſt zum Feuer elcher recht entronnen bleibſt hier täglich in glaubt ſeinem Geiſt Whe. , Südwind, und ne Würze trie en Garten, und e, meine Schwe⸗ dohel. 3,12—17u5 39 Die wahre lebendige Kirche Chriſti, ſo wie jedes Glied derſelben, jeder wahre Chriſt, iſt ein Luſtgarten Gottes, den Chriſtus gepflanzet und fruchtbar gemacht hat, den er mit le⸗ bendigem Waſſer des Geiſtes begießet, der verſchloſſen, um⸗ geben mit goͤttlichem Schutze, dem innern Zuſtande nach un⸗ bekannt und verborgen iſt den Leuten dieſer Welt. Oft ruft die Seele: Komm, heiliger Geiſt! der bald wie der kalte Nordwind ſtraft und zuͤchtigt, bald wie der ſanfte, milde Suͤd⸗ wind erwaͤrmt, erquickt und troͤſtet, daß ſeine Wuͤrze, Buße, Glaube und Liebe mit all ihren Fruͤchten reichlich triefen. Ja, die Seele ſeufzet und flehet um die Gegenwart des Gaͤrtners ſelbſt, wenn ſie ihn miſſet, und er kommt und beſucht ſeinen Garten, ihr Herz, und ſegnet und pflegt ihn, wie es recht iſt. Wie ſteht es doch in deinem Garten? Was findet dein Gaͤrt⸗ ner, wenn er kommt? Haſt du ihn lieb? Wuͤnſcheſt du ſei⸗ nen Beſuch? Wehet ſein Wind durch deinen Garten? Trie⸗ fen deine Wuͤrze? Kommſt du dem Freunde, dem einzigen Gaͤrtner in ſeiner Art, mit heiliger Sehnſucht, inniger Liebe, herzlichem Verlangen, ihm zu gefallen, entgegen? Oeffnen und richten ſich alle Blumen, alle Begierden deiner Seele, gegen ihn? Sieht er dieſes in dir, o wie bald, wie oft wird er ſeinen Garten beſuchen! wie ſorgfaͤltig ihn pflegen! wie herrlich ihn halten! Mel. 52. Wer Ohren hat. Oder: Beſiehl du deine Wege. 1. Ein Gärtner geht im Garten, wo tauſend Blumen blühn; und alle treu zu warten, iſt innig ſein Bemühn. Der ſchickt er ſanften Regen, und jener Sonnenſchein. Das nenn' ich treues Pflegen; da müſſen ſie gedeihn. 2. In heiligen Gedanken, ſieht man ſie fröhlich blühn, ſi e möchten mit den Ranken den Gärtner ſelbſt umziehn. Und wenn ihr Tag gekommen, legt er ſie an ſein Herz; und zu den ſel'gen Frommen trägt er ſie himmelwärts. 3. Zu ſeinem Paradieſe, zu ſeiner ſchönern Welt, die nimmermehr 4.. 3 2 .— 3 8 7 4 8 —y=——————— — 2—— 3—————— r 4— 4 ———— 4— 1. — ————————— ———— —— 1 ——— ———— 4 8 —1ö — — — 40 wie dieſe in Staub und Aſche fällt. Hier muß das Herz verglühen, das Weizenkorn verdirbt, dort oben gilt ein Blühen, das nimmer⸗ mehr erſtirbt. 4. Du Gärtner treu und milde! o laß uns fromm und fein zum himmliſchen Gefilde, zum ew'gen Lenz gedeihn! Gieb deinen Pflanzen Säfte, damit ſie herrlich ſtehn, und gieb den Schwachen Kräfte, ſonſt müſſen ſie vergehn. —————————— 25. 25. Januar. Wohl dem, den du, Herr, züchtigeſt, und lehreſt ihn durch dein Geſetz.(Pſ. 94, 12. Er ſtrafet und züchti⸗ get, er lehret und pfleget, wie ein Hirte ſeine Heerde. (Sir. 18, 13.) Wenn wir aber gerichtet werden, ſo werden wir von dem Herrn gezüchtiget, damit wir nicht mit dieſer Welt verdammet werden.( Cor. 11, 32.) Wo iſt ein Kind, das keiner Zucht bedarf? Welche Gnade, wenn uns der Herr nicht auf unſern eignen Wegen wandeln laͤßt, ſondern uns in den Weg tritt und uns in Zucht nimmt, uns durch Pruͤfungen, Demuͤthigungen, Leiden oder Verfolgungen die Abwege mit Dornen verzaͤunt, daß wir uns nicht von ihm entfernen koͤnnen, nicht verblendet, verhaͤrtet und verſtocket werden, ſondern ihn ſuchen und bei ihm bleiben muͤſſen! Welche Gnade, wenn er uns allen Troſt von außen entzieht, alle Stuͤtzen aus den Haͤnden ſchlaͤgt, damit wir nur in ihm unſern Troſt und unſre Huͤlfe ſuchen muͤſſen! Fuͤr Zuͤchtigungen, Leiden und Pruͤfungen haben alle Heiligen Got⸗ tes mehr gedankt, als fuͤr Freuden und Segnungen. Einſt werden auch wir dafuͤr danken, wenn wir es jetzt noch nicht thun koͤnnen, weil wir es noch nicht verſtehen. Ohne Zucht, ohne Anfechtung kann Keiner Gott⸗gefaͤllig werden, Keiner das Wort Gottes recht verſtehen lernen. Zucht, Anfechtung iſt auch ein Schluͤſſel zur Bibel, der uns viele Geheimniſſe * v. Schkdf. —— Gottes vürden. dir zer Näh! 5. Seele Frende 6.3 nur fel wahre 7.; erfreut herr, das Herz bergle 3 erglühe Zglühen, das 4 fronm und fein zn ieb deine hſt ne Stwachen Krif * v. Kelkil — geſt, und lhn rafet und zſt rte ſeine Heerde erden, ſo werden cit wir nicht mit 1, 32) bedarf? Walhe 3 ern eignen Wegn und uns in Zucht ngen, Leiden oder unt, daß wir uns blendet, verhaͤrtet nd bei ihm bleiben Troſt von außen t, damit wir nur en muͤſſen! Fir alle Heiligen Got⸗ zegnungen. Enſt es jett noch nich een. Ohne Zucht zwerden, Keint zucht, Anfechtun viele Geheimiſt 41 Gottes aufſchließt, die wir ohne denſelben nie erkennen lernen wuͤrden. Mel. 22. Die Seele Chriſti. Oder: Es kam die gnadenvolle Nacht. 611. So trage denn und hebe mich, und züchtige mich väterlich. Denn deines Geiſtes ſcharfe Zucht bringt immerhin friedſame Frucht. Hebr. 12, 11. 2. Du biſt kein Menſch, der ſchnell ergrimmt, wenn gleich der Glaube nur noch glimmt. Wir werfen bald einander hin. Beſchämt uns nicht dein Mutterſinn? 3. Verſiegle mich mit deiner Kraft, die neue, reine Herzen ſchafft; ſo weiß ich immer, wer ich bin, ſo flieht mein Herz zu deinem hin. 4. Ein Herz, das immer betend ſchreit, wird nicht ſo leicht von dir zerſtreut. Es haßt die ſündlich wilde Art und wird durch deine Näh' bewahrt. 5. Wie froh iſt doch ein ſtilles Herz! wie frei von Scherz und Seelenſchmerz! wie klar ſieht's Jeſu Herrlichkeit, zur Noth und Freude gleich bereit. 1 b 6. O ſalbe mich mit Geiſtes⸗Oel, du weißt wohl, daß ich ſonſt nur fehl'. Laß mich mit Freude wachſam ſein. Die wilde Luſt iſt wahre Pein. 7. Dir ähnlich ſein iſt Herrlichkeit; dir folgen macht das Herz erfreut. Wie ſüß iſt doch dein ganzer Sinn! Ach, nimm mich hin, Herr, wie ich bin! Waͤf. 26. Januar. Meine Seele iſt ſtille zu Gott, der mir hilft.(Pf. 62,2.) Sei ſtille dem Herrn und warte auf ihn.(pſ. 37,7.) Der Herr war nicht im Erdbeben, und nicht im Feuer — aber nach dem Feuer kam ein ſtilles ſanftes Sauſen. (1 Koͤn. 19, 12.) Das Bild der Sonne ſpiegelt ſich nur im Waſſer, wenn es ruhig, ſtill und glatt iſt. So Gott in der Seele. Es giebt Fromme, die in ihren Gebeten ſo viel mit Gott zu reden ha⸗ ben, daß Gott nicht zu ihnen reden kann, weil ſie ihm nicht Zeit dazu laſſen. Sie warten nicht auf Antwort. Sie haben 26 42 dem lieben Gott ſo viel zu ſagen, daß er ihnen nichts ſagen kann. Ein Wort, das Gott zu dir ſpricht, iſt beſſer als tau⸗ ſend, die du zu ihm ſprichſt. Auch iſt ſtille ſein vor ſeinen Fuͤßen mit Maria, und ſein unruhiges, ungeſtuͤmes Herz vor ihm in Ruhe bringen, um ſeine erhabenen tiefen Eindruͤcke in ſich aufzunehmen, ſein Antlitz zu ſuchen und ſich an ſeiner Gegenwart erfreuen, tauſendmal beſſer, als mit Martha ſich viel zu thun machen. Das ſanfte Wehen, in dem Elias den Herrn fand, kannſt du in deinem Herzen nicht wahrnehmen, und alſo auch den Herrn nicht in dir erfahren, noch ſeine Naͤhe genießen, wenn es in dir ſtuͤrmt, oder das wilde Feuer der Natur lodert. Denke dir dich und deinen Heiland allein in deinem Kaͤmmerlein deines Herzens und ſperre die Welt nicht nur aus deiner Kammer, ſondern auch aus deinem Her⸗ zen hinaus; beſaͤnftige dein Herz von allen unordentlichen Bewegungen, ſo wird das ſanfte Sauſen des Geiſtes Gottes in die Fluren deines Herzens wehen, und der Herr in ſeinem heiligen Tempel ſich ſpuͤren laſſen. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Wann meine Seele ſinnend ſtehet, entbunden ganz, mit Gott allein; wann ſie in ihre Kammer gehet, wäſcht ſie ſich erſt von Flecken rein, wird klar und heiter, wird voll Frieden, von allem Andern abgeſchieden. 2. O dann vergißt ſie, daß ſie merke, wie oder wo der Leib mag ſein, und in deſſelben Stand und Werke läßt ſie ſich ganz und gar nicht ein. Die Thür' und Fenſter ſich verſchließen, damit nichts hindre dieß Genießen. 3. Und dieß Gebot gilt allen Sinnen, daß ſie nun feiern in der Ruh, damit ſie ſich verſammeln drinnen. Ihr Augen, Ohren ſchließt euch zu! Mit eurem Sehen, eurem Hören könnt ihr ja nur die Seele ſtören. 4. Die Phantaſie und ihr Geſchäfte, das muß allda ganz ſtille ſein; ja, meiner Seelen edle Kräfte verſinken als in Unmacht ein. All das Geſchaffne bleibt indeſſen von mir entfernt und wie vergeſſen. ihnen nichtz ayen iſt ſt beſſer als i 3 ille ſin vor iefn E arite und ſich an ſin 5 mit Martha 8ſc in dem Eli lias der icht wahrnehm, ahren, noch eine das wilde Feur en Heiland allin ſperre die Wal aus deinem Her en unordentlichen s Geiſtes Gottes er Herr in ſäinen K. en ganz, mit Gott ſich erſt von Flecken von allem Andern —r wo der Leib mag ſich ganz und gar ßen, damit nichts nun feiern in der gen, Ohren ſchieß ja nur die Selle aldda ganz ſül in Unmacht ein und wie vergeſen. 40 5. Auch die Vernunft den Schwung verlieret, weil man da hemmet ihren Lauf, und der Verſtand die Ruhe ſpüret, denn ſein Verſtehen höret auf, daß nur die Liebe ganz allein da wirken möge ſanft und rein. 39 27. 27. Januar. Aber Moſe allein nahe ſich zu dem Herrn, und laſſe jene ſich nicht hinzu nahen, und das Volk komme auch nicht mit ihm herauf.(Moſ. 24,2.) Der Herr iſt in ſeinem heiligen Tempel, es ſei vor ihm ſtille alle Welt, (Hab. 3, 20.) und alles Fleiſch.(Sach. 2, 13.) Wer ſich dem Herrn in ſeinem Innern recht naͤhern will, darf nicht mit einem zerſtreuten Herzen kommen. Das Herz muß ſich, wie Moſes, allein auf den Berg des Herrn, zum Gebete, erheben, und Aaron, die Aelteſten und das Volk, d. h. Alles, was uns im vertrauten Umgange mit dem Hei⸗ lande ſtoͤren koͤnnte, ferne und unten am Berge laſſen. Der Herr will die Seele ganz allein und abgeſchieden haben, um ihr ſein lebendiges Geſetz in das Herz zu ſchreiben, nicht auf ſteinerne Tafeln, wie dem Moſes, ſondern auf fleiſcherne. Mußte dort Moſes ſo abgeſondert und allein ſein, um das ſteinerne, toͤdtende Geſetz des Buchſtabens zu empfangen, wie viel mehr muß die Seele abgeſchieden ſein, wenn ſie ſich Gott und ihrem Heilande naht, um den belebenden Geiſt in ſich aufzunehmen, und das Geſetz, das da lebendig macht, in ihr Herz und in ihren Sinn ſchreiben zu laſſen. Soll Gott, Chriſtus der Schreiber in deiner Seele ſein, ſo mußt du ſtille und deine Seele rein von allen andern Dingen ſein; jede un⸗ ruhige Bewegung deines Herzens hindert den heiligen Schrei⸗ ber, ſtoͤret den ſanften Sprecher, daß er nichts in deinen Sinn ſchreiben, nichts in deine Seele hineinſprechen kann. 44 Laß alle poͤbelhaften Gedanken, alle eitlen Wuͤnſche, alle welt⸗ lichen Begierden, laß die ganze Welt, laß Alles unten im Thale der Vergeſſenheit und Entfernung ſtehen, und komm zum Herrn mit einem Schuͤler⸗Herzen, das nur horcht, das aur empfangen, nur aufnehmen und erfuͤllen laſſen will die Leere ſeines Innern. b Mel. Fortſetzung des vorigen. 6. Wie Moſi auf dem Berg geſchahe, bleibt meine Seel' vor Gott allein, und ihm in ihrem Innern nahe, läßt ſie das Volk ganz unten ſein. Denn dieſer Pöbel fremder Sachen darf ihr dabei nicht Unruh machen. 7. O, dort iſt ſie ganz abgeſchieden und handelt mit Gott ſtill und ſtumm, iſt voll Genuß, voll Freud' und Frieden in dieſem innern Heiligthum. Sie ſchmeckt des Freundes ſanfte Liebe, ohn“ daß ſie etwas da betrübe. 8. Gott ſelbſt in ihr ſich ſtill ergötzet; ſie iſt in ihn ſo ganz ent⸗ rückt, weil er an ſeinen Tiſch ſie ſetzet und unausſprechlich ſie erquickt. Denn nicht umſonſt, und nicht vergebens reicht er ihr da das Mahl des Lebens. Off. 3, 20. 9. Sie bleibt dann wie verſchlungen ſtehen, iſt voll Bewundrung ſolcher Gnad', ſie kann ihn nun in Allem ſehen, was ſie umgiebt und was ſie hat. Sie dankt für groß' und kleine Gaben, doch mehr noch, ihn, ihn ſelbſt zu haben. 10. Sie, weil ſie nicht auf dieſer Erden, fühlt auch zu einer ſolchen Zeit kaum wegen zeitlicher Beſchwerden noch Schmerzen, oder Herzeleid. Sie will ja nichts, als was ſein Wille; ſie wirket nur mit ihm ganz ſtille. 11. Nicht einen Augenblick, noch Stunde, nein, überläßt der Heiland ſie dem eignen böſen Willensgrunde; denn er, der Heilige, will nie, daß ſich die von ihm ſollte trennen, die er ſo liebt und ſein will nennen. 12. Ihr ganzes Wollen iſt ein reines, weil er es ſelber in ihr will; drum iſt es auch vollkommen Eines mit Seinem, und iſt ſtark und ſtill. O, nimmermehr es untergehet, weil es auf ſeinem Grunde ſtehet. Aus dem Spanischen. Lünſche, alle wel⸗ iß Alles unten in tehen, und konn 8 nur horcht, de len laſſen wil di ü meine Seel dor it ſi das Volk in derfihr nieh undelt mit Gott fit d Frieden in dieen s ſaufte Liehe, Ihr in ihn ſo genz in⸗ er ihr da das Mit iſt voll Bewundrng was ſie umgiebt m Gaben, doch men fühlt auch zu eir och Schmerzen, tde Lille; ſie wirket m nein, überläßt de enn er, der Helig er ſo liedt un ſt er es ſlber in it einem, und iſ ſir veil es auf ſeinen Aus dem Spatiseel 45 28. 28. Januar. Der Menſch prüfe ſich ſelbſt.(1 Cor. 11,28.) Ein jeglicher aber prüfe ſein eignes Werk.(Gal. 6,4.) Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfeſt, und Auf⸗ richtigkeit iſt dir angenehm. Chron. 30, 17.) Aus der Vernachlaͤſſigung der taͤglichen Selbſtpruͤfung entſteht bei Frommen viel Schaden und Unheil. Man kennt ſich und ſein Verderben nicht, wenn man ſich nicht immer mit pruͤfendem Auge ſelbſt beobachtet. Das Herz fuͤhlt dann keine Noth, und ohne Noth keinen Drang zum Gebet, keine Urſache zur Demuth, es beugt ſich nicht, betet nicht, wenig⸗ ſtens nicht dringend und ernſtlich; viele boͤſe Neigungen ſchlei⸗ chen ſich ein und niſten in dem Herzen. Man ſpricht Worte ohne Kraft, ruͤhmt ſich der Gnade, ohne ſie zu gebrauchen, ohne ſich von ihr zuͤchtigen zu laſſen,(Tit. 2, 12.) ohne die welt⸗ liche Luſt zu verleugnen und zuͤchtig, gerecht und gottſelig zu leben. Pruͤfe dich ſelbſt, oder der Herr pruͤft und zuͤchtigt dich mit einer ſcharfen Ruthe. Stelle dich oft vor dem allſe⸗ henden Auge dar, wie du biſt, und ſprich aus dem Inner⸗ ſten deiner Seele: Herr, vor dir iſt all meine Begierde, mein Seufzen iſt dir nicht verborgen.(pſ. 38, 10.) Laß die Augen, die wie Feuerflammen Alles durchdringen, recht oft in die geheimſten Falten deines Herzens ſchauen. Fuͤrchte dich nicht; was du vor ihm aufdeckſt, ſchadet dir nicht; aber was du vor ihm und vor dir ſelbſt verbirgſt, wird ein ſchleichendes Gift, und endlich Stoff fuͤrs Feuer zum Ver⸗ brennen; es zieht ein ſchweres Gericht nach ſich. Auf⸗ richtige Seelen, die den Herrn ſtets ins Herz ſchauen laſſen, liebt der Herr, heilt ſie, troͤſtet, reinigt, ſtaͤrkt und beſeligt ſie. Sei aufrichtig, wenn du nicht gerichtet werden willſt. — —————— 2— ZEE,—— ——— —3—EEEEEſſ n— —— ö ——— — 46 Mel. 13. O wie ſelig ſind d. S. Oder: Jeſus Chriſtus herrſcht als K. 1. Das ſei alle meine Tage meine Sorge, meine Frage, ob der Herr in mir regiert? ob ich in der Gnade ſtehe? ob ich zu dem Ziele gehe? ob ich folge, wie er führt? 2. Ob ich recht in Jeſu lebe, und, als ein lebend'ger Rebe, Kraſt und Saft ſtets aus ihm zieh'? Ob mich Jeſu Liebe reize? ob in Kummer ich zum Kreuze und zu ſeinen Wunden flieh“? 3. Ob mein Jeſus, wo ich gehe, wo ich ſitze, wo ich ſtehe, immer vor den Augen ſchwebt? Ob er mir im Herzen lieget? ob mein Glaub' die Welt beſieget, und ſein Kreuztod mich belebt? 4. Ob ich ſorglos Nichts verſäume, Nichts aus Läſſigkeit ver⸗ träume? ob mein Herz ſich nicht zerſtreut? ob mich jegliches Ver⸗ gehen, deren täglich viel geſchehen, aufs empfindlichſte gereut? 5. Ob mir Chriſtus Alles werde? ob mich das Geräuſch der Erde nie ums ſtille Seligſein im Genuß der Gnade bringe? ob ich trachte, ſtreb' und ringe, Jeſu Eigenthum zu ſein? 6. Jeſu! ach, erbarm' dich meiner! Mache mich von nun an deiner alle Stunden innigſt froh! Laß vor deinem Aug' mich wandeln, täglich würdiger mich handeln nach dem Evangelio. E. R. Reichel. ——y———-— — — 29. 29. Januar. Wer wird mich ſcheiden von der Liebe Chriſti? Trübſal? oder Angſt? oder Hunger? oder Blöße? oder Gefahr? oder Verfolgung? oder Schwert? u. ſ. w. (Roͤm. 8, 35— 39.) Wer kann dieſe Worte dem Apoſtel in Wahrheit nach⸗ ſprechen? Wer iſt ſo voll Liebe zu Chriſtus, daß ihn, ich will nicht ſagen, Feuer und Schwert, große Angſt und Verfol⸗ gung, ſondern nur eine kleine Verſuchung oder Pruͤfung, wo er Etwas verleugnen, ein kleines Unrecht, ein hartes Wort oder einen Schaden dulden ſoll; wer iſt ſo ſtark in der Liebe, daß er es um Chriſti willen tragen und in der Liebe zum Hei⸗ land, in der Liebe zu Freunden und Feinden bleiben kann; daß ihn in ſeinem Herzen nichts ſcheidet von der Liebe Chriſti ———— ————— ·hs herrſct als 9. m ic ſtehe, inne en lieget? ob nin belebt? aus Liſſgktit n⸗ mich jegliches Be⸗ lichſte gereut s Geräuſch der Eie nge? ob ich trachte ch von nun an deine Aug' mich wanel, 9. E. R. Reiehel. ———— r Liebe Chriſt der Blöße oder hwert? u. ſ. b. n Wahrheit nah⸗ „daß ihn, ich vill Ingſt und Vek der Prüfung, d ein hartes Wort ſtark in der Liehe, er Liebe zum Hi den bleiben kann; der Liebe Chriſ 47 Machen wir alſo dieſe ſchoͤnen Worte nicht zu Luͤgen in un⸗ ſerm Munde, wenn wir die Kraft nicht im Herzen haben und im Wandel beweiſen. Mancher moͤchte wohl in ſeinem Sinne große Leiden und Pruͤfungen aus Liebe zu Chriſto er⸗ dulden, ehe er die kleinen tragen gelernt hat, die ihn taͤglich druͤcken. Es ſcheint auch ſchwerer zu ſein, ſich in taͤglichen Gedulduͤbungen nicht von der Liebe zu ſcheiden, als durch große Verfolgungen und ſchwere Leiden ſich von Chriſto nicht abwendig machen zu laſſen. Beides muß vom Heilande er⸗ beten und erharret werden. Die von Gott im Herzen durch den heiligen Geiſt ausgegoſſene Liebe kann Alles uͤberwinden, laͤßt ſich durch nichts von ihrer Quelle ſcheiden, ſo wenig als die Hitze vom Feuer, oder Licht und Waͤrme von der Sonne. Aber die eingebildete Liebe, die nur in Worten oder in der Idee beſteht, kann nichts uͤberwinden, und kann— freilich auch nicht von Chriſto geſchieden werden, weil ſie nicht bei und in Chriſto, ſondern nur Wahn und Einbildung iſt— ſie kann nicht ſterben, weil ſie nicht lebt— aber eben darum auch nichts tragen. b Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund der Seele. 1. Lebſt du in mir, o wahres Leben, ſo ſterbe nur, was du nicht biſt. Ein Blick von dir kann mir mehr geben, als was der Welt ihr Himmel iſt. Mein ſollſt du, Jeſus, ewig bleiben! Nichts ſoll mich von der Liebe treiben, die du mir angezündet haſt! O Strom der Freude, der mich tränket, wenn ſich das Herz in dich verſenket und dich, o Herzensfreund, umfaßt! 2. Herz, das in Liebesgluth geſtorben, ach, laß mein Herz in Flammen ſtehn! Entzünd' mein Herz, das du erworben; laß alles in mir untergehn, was dich nicht preiſet, meinen Lieben! Laß mich im Glaubenskampf mich üben, ja ſiege du doch ſelbſt in mir! So werd' ich fröhlich triumphiren, ſo wird mein Todesſieg mich zieren, ſo leb' und leid' und ſterb' ich dir! 3. Zünd' auch in mir die Liebesflammen zum Dienſte deiner Glieder an; bind' mich und ihre Noth zuſammen, damit ich mich 48 verſichern kann, ich ſei ganz ſo wie du geſinnet, wenn die Geſtalt mein Geiſt gewinnet, die deinem Sinn recht ähnlich iſt; ſo werd' ich Freund' und Feinde lieben, ſo wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen biſt. 4. Soll ich im Meer des Elends ſchwimmen, ſo laß mir Nichts beſchwerlich ſein. Wenn deine Liebesflammen glimmen, ſo geht der Kelch nicht bitter ein, den alle deine Kinder trinken. Doch wenn die müden Hände ſinken, ſo richte du ſie wieder auf! Laß mich im Kampf nicht zaghaft werden; ein kurzes Leiden auf der Erden führt ja zur ew'gen Freud' hinauf. P. B. Sinold v. Schütz(A. Kreuzberg). — 30. 30. Januar. Du aber, o Menſch Gottes! fliehe ſolches; ſtrebe aber nach der Gerechtigkeit, der Gottſeligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmuth. (1 Tim. 6,11.) Halte dich an das Vorbild der heilſamen Worte, die du von mir gehöret haſt, in Glauben und Liebe in Chriſto Jeſu.(2 Tim. 1, 13.) So wollte der Apoſtel den Kraft⸗Glauben, nicht blos den Kopf⸗ und Maul⸗Glauben eingepraͤgt, und im Wandel die Fruͤchte des Glaubens lebendig dargeſtellt wiſſen, indem er vor Menſchen warnet, die ihren Glauben durch Geiz ver⸗ loren haben. Kein Laſterhafter, kein Suͤndendiener kann wahrhaft glauben. Glaube hebt die Suͤnde oder Herrſchaft der Suͤnde auf, und die Suͤnde hebt den Glauben auf. Sie ſind einander entgegen, wie Geiſt und Fleiſch, wie Feuer und Waſſer, wie Licht und Finſterniß. Ein gemaltes Feuer kann ſich wohl mit Finſterniß ſchweſterlich vertragen, ſo kann auch ein gefaͤrbter Glaube in einem ſuͤndigen Herzen und Sinn mit allen Leidenſchaften eintraͤchtig zuſammen wohnen. Aber der wahre, lebendige Glaube iſt voll Kraft und Liebe, voll Gerech⸗ tigkeit und Gottſeligkeit, voll Demuth und Geduld, und treibt Alles vor was das dich Jeſ Capitel oh er d - 1. Gi rüchte dem Wer wein He Penn ſt verſchwi 2 4 ihr And Alles! dich m in Lieb⸗ Liehe w 3. 3 drigkeit ſind ſehr ſin R wir dein m eilen 4.2 heliebt. hetrübt, Stärke meinen net, wenn die G beeg ea. 2 Wefll er mich betriben, 1 Doch wenn e afl Laß mich in dam der Erden führt j 1 Schüts(A. Kreuida — jehe ſolches; ut Gottſeligkeit, d der Sanftuun vild der heilſame t, in Glauben m Glauben, nicht l agt, und im Vane ſeſtellt wiſſen, iner uben durch Gezw Suͤndendiener ke uͤnde oder Herſſhi n Glauben auf 8 leiſch, wie Feu gemaltes Feue⸗ kn tragen, ſo kam an Herzen und Sim u n wohnen. Ma 4 nd Liebe, voll an nd Geduld, und bui 49 Alles von ſich, was dieſem entgegen iſt, ſchafft, wirket Alles, was dazu foͤrderlich iſt. Alſo, du o Menſch Gottes, der du dich Jeſu Chriſti und ſeiner Gerechtigkeit ruͤhmſt, lies da dein Capitel(1 Tim. 6, 11.) was Paulus fuͤr einen Glauben predigte, ob er der deinige iſt? Mel. 118. Wie wohl iſt ꝛc. Oder: Ich habe mich ihm ganz ergeben. 1. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt. Mach' mich zur Rebe voller Säfte, die ſich nach dir, dem Weinſtock, neigt. Du biſt der Fels, auf den ich baue! Du biſt mein Heiland, dem ich traue! Du biſt des Glaubens feſter Grund! Wenn ſich die Prüfungs⸗Stunden finden, laß mir die Hülfe nicht verſchwinden und mach' den kranken Geiſt geſund! 2. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget; gieb, daß dein Kreuz ihr Anker iſt! Gieb, daß ſie alle Angſt beſieget durch dich, der du ihr Alles biſt. Die Welt mag auf das Eitle bauen; ich aber will auf dich nur ſchauen, o Jeſu! meiner Hoffnung Licht! Ich will dich ſtets in Lieb' umfaſſen, dich, der du mich nicht wirſt verlaſſen; denn deine Liebe wanket nicht. 3. Zur Demuth führe mich dein Leiden, und zu der wahren Nie⸗ drigkeit. Wer dich ſucht, muß das Hohe meiden; die ſtolzen Augen ſind ſehr weit von dir, o Demuthsbild, getrennet. Dagegen wer ſein Nichts erkennet, den hebſt du aus dem Staub' empor. Grab' mir dein Bild in meine Seele, daß ich das Kleinod„Demuth“ wähle, zu eilen nach dem engen Thor. 4. Willſt du mich noch im Leben wiſſen, ſo leb' ich, weil es dir beliebt. Werd' ich vom Tode hingeriſſen, ſo bin ich gleichfalls nicht betrübt. Laß nur dein Leben in mir leben! Dein Sterben laß mir Stärke geben, wenn meines Lebens Ziel erſcheint! Ich will dir meinen Willen ſchenken; ich will im Tod und Leben denken: Du biſt und bleibſt mit mir vereint! A. Kreuzberg. 31. 31. Januar. Iſt dein Herz richtig, wie mein Herz mit deinem Herzen?(2 Kon. 10,15.) Wie kannſt du ſagen, du habeſt mich lieb, da dein Herz doch nicht bei mir iſt?(Richt. 16,15.) 4 — . 4 2—— 2———————*——— ———ſ 4————— —— ——— 3— 8 ———-—* —— — 50 Dieſe zwei Fragen haben Menſchen an Menſchen geſtellt. Wie vielmehr darf und wird der Herr ſolche Fragen an uns ſtellen? Fordert die ſchaͤndliche Delila Simſons Herz, um ihn verfuͤhren und toͤdten zu koͤnnen; fordert Jehu von Jo⸗ nadab, daß ſein Herz richtig gegen ihn ſtehe, um ihm die Hand zu bieten und ihn zu ſich auf den Wagen ſteigen zu laſſen; wie! ſoll der Herr, dein Heiland, dein Herz nicht wollen, nicht fordern, daß es richtig mit deinem Herzen ge⸗ gen ihn ſtehe, daß es beſtaͤndig mit und bei ihm ſei, um dir das Leben und ſeine ewige Herzens⸗Gemeinſchaft ſchenken zu koͤnnen. Ohne dein Herz kann dir Jeſus nicht Jeſus, nicht Heiland ſein. Wie ſoll er es ſelig machen, wenn du's ihm entziehſt? wenn es nicht bei ihm iſt? Haͤngt dein Herz nicht an ihm, wie eine Klette am Kleide, wie das Kind an der Mutterbruſt, ſo kannſt du ohnmoͤglich Leben und Kraft, Frieden und Heil von ſeinem Herzen empfangen. Herz an Herz, Herz in Herz, ſo will's dein Heiland haben. Wir ſind verſichert, daß ſein Herz immer zu uns gerichtet iſt. Wo iſt das unſrige? Seele, ruft er: Iſt dein Herz richtig, wie meines mit deinem? Wie kannſt du ſagen, du liebſt mich, da dein Herz doch nicht bei mir iſt, ſondern ſich in andern fremden Dingen zerſtreut?— O Herr!l laͤutere meine Nieren und mein Herz!(Pſ. 26,2.) Neige mein Herz zu deinen Zeugniſſen.(Pf. 119, 136.) Eigene Mel. 19. Oder: Liebſter Jeſu, du wirſt kommen. 1. Wenn ich werd' in Himmel kommen, zu den auserwählten Frommen, o dann ſieh' mich gnädig an, daß ich dort beſtehen kann! 2. Laß für Recht ergehen Gnade, die auf meinem Lebenspfade ich ſo oft ſchon hier empfand; ach! auch oft mich ihr entwand! 3. Laß dein Aug' der Liebe blicken auf den Schuld⸗beladnen Rücken! Sieh' die Reu', die mich verzehrt, ſieh' das Herz, das dich begehrt. 1. Ja, ich weiß, du hörſt mein Flehen, will ich kindlich auf dich then, ar ht p 5. Laß nſen! D ein. 6. Ni ſchweigen, tor ſehn! 7. Me faugen. tein. 8. Ach ſſeine, 32. Seele 63,9 nit ihm zu Go Herrn. We ſch gar Pinke beitet un richt ohr ſiin kam nun o ſo it e an den, und Au dein Ge en Naiſtha pit ſoch Fuga nn Simſons Her ordert Jehu von g. ſtche, im in en Wagen ſtih and, dein Her 1 nit deinem Herfe 9 bei ihm ſii, m meinſchaft ſchenke us nicht Jeſus, 1 ichen, wem dubn däͤngt dei Hait vie das Kind anhe ch Leben und zm empfangen. Heßg Heiland haben. I uns gerichtet jſ. A dein Herz richtg n agen, du liübſt nit ſondern ſich in aha err! laͤutere ni Neige mein 9e — du wirſt kommen. zu den auservilt ich dort beſtehen bn fſmeinem Lebengyjü ihr entwand! uf den Schudd⸗belhe. ſeh das hn u el id huli e 51 ſehen, auf dich, unſer A und O. Und was ſtärkt und trö⸗ ſtet ſo? 5. Laß, ach laß mich dich recht faſſen, und ganz von mir ſelber laſſen! Denn ein Herz, das halb nur dein, kann dir keine Freude ſein. 6. Nimm mein Herz dir ganz zu eigen und laß Alles drinnen ſchweigen, was vor dir nicht kann beſtehn. Laß mein Aug' auf dich nur ſehn! 7. Menſchen ſehen, was vor Augen, lieben Dinge, die nicht taugen. Du nur ſiehſt ins Herz hinein. Du nur machſt es völlig rein. 8. Ach, ſo rein'ge denn das meine; gieb, daß es nicht blos ſo ſcheine; daß es ſei dein Eigenthum, dir zur Ehre, dir zum Ruhm! P. F. —— 32. 1. Februar. Hiskia hing dem Herrn an.(2 Kdn. 18, 6) Meine Seele hanget dir an, deine rechte Hand erhält mich. Gſ. 63,9)) Wer dem Herrn anhängt, der iſt Ein Geiſt mit ihm.(1 Cor. s, 17.) Das iſt meine Freude, daß ich mich zu Gott halte, und meine Zuverſicht ſetze auf den Herrn.(Pſ. 73, 28.) Wenn ein Menſch einem Menſchen anhaͤngt, ſo richtet er ſich ganz nach ihm, ſieht nur auf ihn und auf alle ſeine Winke, laͤßt ſich ganz von ihm leiten; wacht und ſchlaͤft, ar⸗ beitet und ruht, ißt und lebt gern mit ihm und bei ihm, kann nicht ohne ihn leben, und wenn er auch nicht leiblich bei ihm ſein kann, ſo iſt doch Herz und Sinn bei ihm. Haͤngſt du nun ſo an dem Herrn, wie Menſchen an Menſchen hangen, ſo iſt es nicht ſchlecht um dich beſtellt. Aber dein Anhangen an den Herrn ſoll noch tiefer gehen. Nicht nur dein Mund und Auge, dein Herz, deine Seele ſoll am Herrn haͤngen, dein Geiſt Ein Geiſt mit Jeſu ſein. Du ſollſt die Winke 4* “ 2 5 3 u——— —2“ 4—. 8——*— ————— =—————— S—— ——— “ — — — ————— 52 ſeiner Augen verſtehen und befolgen, wie dein ganzer Koͤrper die Regungen deines Willens verſteht und befolgt. Deine Hand, dein Fuß richtet ſich oder bewegt ſich nur nach dei⸗ nem Willen; dein Wille lebt, regt und bewegt ſich in deinen Gliedern, ſo ſollſt du in Jeſus, ſo Jeſus in dir ſein; ſo ſollſt du dich von ihm leiten und bewegen laſſen. Wer weiß, was ihm Jeſus iſt und was er ohne Jeſus ſein wuͤrde, der haͤngt mit ganzer Seele, mit Leib und Geiſt an ihm, der iſt ein wahres lebendiges Glied am Leibe Jeſu, weil er von Jeſu be⸗ ſeelt und regiert wird, wie die Glieder ſeines Leibes von ſei⸗ ner Seele belebt und regiert werden. Mel. 11. Jeſu, komm doch ſelbſt. 1. Nun ſo bleibt es feſt dabei, daß ich Jeſu eigen ſei. Welt und Sünde fahret hin, weil ich ſchon verſprochen bin. Herr, ich hang' allein an dir! Nimm nur alles ſelbſt von mir, was dir nicht gefällig iſt, weil du doch mein Alles biſt. 2. Meine Seele ſehnet ſich; Gotteslamm, ſie ſuchet dich. Ja ſie frägt allein nach dir. Hörſt du nicht? O ſchenk dich mir! Sie ver⸗ langt kein ander Heil, du biſt doch ihr beſtes Theil. Andre Quellen weiß ſie nicht. Sie ſucht nur dein Angeſicht. 3. Freilich bin ich das nicht werth, was mein Herz von dir begehrt; müßte billig ganz allein ewiglich verſtoßen ſein. Doch weil du ſo gnädig biſt, weil dein Blut vergoſſen iſt, weil dein Wort ſo viel verſpricht, bin ich voller Zuverſicht. 4. Jeſu, laß mich nicht allein, ſonſt kann ich nicht ſelig ſein. Ja, wo will ich Armer hin, wenn ich ohne Jeſu bin? Nun, ſo komm du Herzensfreund! Sieh' doch, meine Seele weint; denn ſie wünſcht mit Heimweh⸗Pein, mit dir ganz Ein Geiſt zu ſein. Woltersdf. 33. 2. Februar. Kehre wieder, du abtrünniges Iſrael, ſo will ich mein Angeſicht nicht gegen euch verſtellen.(Jerem. 3,12.) Kehre dich zu mir, denn ich erlöſe dich.(eſ. 44, 22.) Gott will nich BVe Herm Doch wegwen Tages! ſein An Wkehr ine Ab eine S Herz zu kel ſein A ſind a anders ruft di ihm ke derlore men, wer, und wiede die dein unn n degt ſich nur ut bewegt ſihinin us in dir ſein, ſ 1 en. Wer weij ſein wuͤrde de ſa ſt an ihm, de ſ u, well ex vn J e ſänes Leie i ſelbſt. ch Jeſu eigen ſi d ochen bin. Her,, ihſt nr, was dir mit gil n, ſie ſuche diß a ſchenk dich mirl den es Theil. Andre Dal t. was mein hHen w verſtoßen ſein. Dir en iſt, weil den Vi un ich nicht ſelg ſi ſu bin? Nun, ſihm e weint; denn ſt i iſ i ſi. Fah — 3 es Iſrael, ſor verſtellen. 3m dich.(.4,2 53 will nicht, daß Jemand verloren werde, ſondern daß ſich Jedermann zur Buße kehre.(2 Petr. 3, 9.) Wer iſt der Fromme, der ſich nie, der ſich nicht oft vom Herrn abwendet und den Blick auf ſein Angeſicht verliert? Doch ſelig biſt du, wenn du dich, ſo oft du dich von ihm wegwendeſt, gleich wieder zu ihm kehreſt; und haͤtteſt du des Tages hundertmal ſeiner vergeſſen, wenn du nur hundertmal ſein Antlitz wieder ſucheſt. Aber wenn du wegbleibſt, in der Abkehr und Vergeſſenheit des Herrn verharreſt, ſo entſteht eine Abtruͤnnigkeit, eine gaͤnzliche Abwendung vom Herrn, eine Scheidung zwiſchen dir und ihm. Dann verliert das Herz, wenn es auch noch wollte, den Muth, zu ihm zuruͤck zu kehren, es denkt: Er nimmt mich nicht mehr anz er hat ſein Angeſicht gegen mich verſtellt, hat mich verlaſſen. Das ſind aber falſche Gedanken; denn in ſeinem Worte ſteht es anders geſchrieben, als in deinem abtruͤnnigen Herzen. Er ruft dir, er will, das abtruͤnnige Iſrael ſoll ſich wieder zu ihm kehren, er will keine Seele, auch die abtruͤnnige nicht, verloren, ſondern lieber gerettet ſehen. O moͤchten Alle kom⸗ men, die ſich vom Herrn, der ihnen fruͤher ſo freundlich nahe war, mehr oder weniger abgewendet, ihn aus den Augen und aus dem Herzen verloren haben, moͤchten ſie ſich doch wieder zu ihm kehren! Wie gern wuͤrde er ſein freundliches Angeſicht wieder zu ihnen wenden und ſich von ihnen finden laſſen! Mel. 39. Ich rühme mich einzig. 1. Unglückliche Seelen! bedenkt doch den Jammer, geht in euch und ſucht die verſchloſſene Kammer; fallt Jeſu mit Beten und Weinen zu Fuße und bittet von neuem um herzliche Buße. 2. O Seelen, ermuntert euch, naht euch bei Zeiten; kommt wieder, denn Jeſus vergiebt euch das Gleiten. Er brennt noch in Liebe; er wallt vor Erbarmen, er will euch mit ſchonender Liebe umarmen. — 2. 5 d— 5 4— —“ ———— ͤ—ſſſſ —————— —— WAen EeAae, 6 4— 12——— 54 3. Kommt wieder, wir bieten euch Herzen und Hände; die heilige Liebe geht niemals zu Ende. Steht auf, laßt uns eilen, nicht hinten zu bleiben, ermuntert euch lieber, wie Jehu, zu treiben. 2 Kön. 9, 20. 4. Verlaßt ihr die Fahne des Königs hienieden, ſo ſind wir, bedenkt's doch! auf ewig geſchieden. O ſagt es uns, Seelen, wie ſoll man euch bitten? wir flehn euch durch den, der für Alle gelitten. 5. Wir bitten durchs Blut ſeiner heiligen Wunden, ach, werdet doch wieder mit Jeſu verbunden! Wir haben euch darum noch niemals gehaſſet, ob ihr gleich die Wege des Friedens verlaſſet. 6. O nein, unſre Herzen ſind dadurch zerriſſen; es ſchmerzet uns heftig, euch ewig zu miſſen. Ach, glaubt's doch! wir wollen euch gar nicht betrüben; wir wollen von nun an euch herzlicher lieben. Woltersdf. 34. 3. Februar. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widerſa⸗ cher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe und ſuchet, welchen er verſchlinge. Dem widerſtehet feſt im Glauben.( Petr. 5, 8. 9.) Der Gott des Friedens zertrete den Satan plötzlich unter eure Füße.(Rom. 16,20.) Du haſt einen maͤchtigen Feind, den du nicht ſiehſt und den die ganze Welt nicht glaubt, deſſen Daſein und Einwir⸗ kung ſie fuͤr Schwaͤrmerei und Unſinn haͤlt. Deſto maͤchtiger und gefaͤhrlicher iſt ſeine Einwirkung. Die Apoſtel Petrus und Paulus kannten und glaubten ihn, warnten ihre Glaͤu⸗ bigen vor ſeinen nicht eingebildeten, ſondern wirklichen und gefaͤhrlichen Nachſtellungen. Was iſt fuͤrchterlicher, als ein bruͤllender Loͤwe? Wie behutſam wuͤrdeſt du ſein, wenn du einen ſolchen in der Naͤhe und dich von ihm bedroht wuͤßteſt? Sollten aber teufliſche Nachſtellungen nicht viel ſchrecklicher und gefaͤhrlicher ſein? Ihn leugnen, oder ſein Umherge⸗ hen, ſeine Luſt zu verſchlingen nicht glauben, das ſchuͤtzt dich wahrlich nicht vor ihm. Was denn? Glauben, ernſter Sdert icht ge in. finen komme Haupt 9 zu lec über d auch i Peri⸗ wunde 5, ¹9) Wille ſeiner 4,7 O das ſ wah⸗ Amt n 2. und d Freili un ihr t uns eilen, n nicht u, zu träüͤen 4 hienieden, d ſu 3 ſt es uns Seuln 1 1, der für Alle gäüte a Wunden, ach, vnd euch darum wi im verlaſſet, riſſen; es ſhwerze 1 Hdoch! wit wole 4 uch herzlicer lihen Molal — enn euer Wdei in brüllender lir Dem widerſt Gott des Frida re Füße. Ein a en du nicht ſithſm MDaſein und Eiw alt. Deſto mtiy Die Apoſtel hem warnten ihre b⸗ ndern wirküchen u ürchterlicher, Cbi eſt du ſein, wem hm bedroht wißti nicht viel ſchretki oder ſein Unher⸗ glauben, das 1 2 Glauben, ennit 5⁵ Widerſtand im Glauben und beharrlichem Gebete. Wer ihn nicht glaubt, ihm nicht widerſteht, iſt ſchon in ſeinen Schlin⸗ gen. Wer glaubt, aber nicht wachet, nicht betet, wird in ſeinen Rachen fallen und nicht ohne ſchwere Wunde davon kommen, wo nicht ganz verſchlungen werden. Er hat das Haupt, Chriſtum, angefallen und verſucht. Wird er die Glieder, die Juͤnger, fuͤrchten und verſchonen? Wir ſind ihm zu leicht und ohnmaͤchtig, wir koͤnnen ihn nicht uͤberwinden; aber der Herr hat ihn uͤberwunden und kann und will ihn auch in uns uͤberwinden. Er iſt ſtaͤrker als dieſer Starke. Wer in Chriſto bleibt, der hat den Starken, den Argen uͤber⸗ wunden.(1 Joh. 2, 13.) Die Welt aber liegt im Argen;(1 Joh. 5, 19.) ſie wird von ihm gefangen gehalten, daß ſie ſeinen Willen thun muß.(2 Tim. 2, 26.) Nur Gott kann erretten aus ſeiner Gewalt.(Col. 1, 13.) Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Welch ein ſüßer, hoher Frieve. 1. Wie, mein Jeſul ſoll der Teufel Fürſt von deiner Heerde ſein? O das giebt ihm ohne Zweiſel ſein verfluchter Hochmuth ein. Nein! ſo wahr du ewig bleibeſt, ſo gewiß iſt ſeſtgeſtellt, daß du auch dein Amt noch treibeſt, bis die Welt zuſammenfällt. 2. Sünder willſt du ſelig machen, wenn ihr Herz ſich zu dir kehrt, und das Reich des großen Drachen wird durch deine Kraft zerſtört. Freilich wird der alten Schlange, wenn dein Arm die Seelen ſucht, um ihr Reich von Herzen bange, weil ſie deinem Scepter flucht. 3. Darum treibt er ſein Geſchäfte und iſt keine Stunde ſtill, er verdoppelt alle Kräfte, wo man ihn vertreiben will. Soll's ihm aber wohl gelingen? Nein, mein König und mein Gott! Du biſt Herr in allen Dingen, und der Arge wird zu Spott. 4. Freilich muß man bitter fühlen, daß der Feind ein Satan heißt; wenn der wilden Thiere Wühlen unſerm Weinberg' Lücken reißt. Ach, es koſtet manche Thränen, und der Eifer um dein Haus preßt uns mit beklemmtem Sehnen viele bittre Seufzer aus. 5. Dennoch muß der Starke weichen, weil die Allmacht ſtärker iſt. Wer wird dir an Kräften gleichen, der du Herr der Herren biſt? 56 Du wirſt ihm den Harniſch rauben, du nimmſt ſeinen Palaſt ein. Herr, du ſagſt es, und wir glauben; Kraft und Sieg und Ruhm iſt dein! 6. Du kannſt ewig nicht vergeſſen, daß dein längſt vergoßnes Blut, deſſen Werth nicht auszumeſſen, an den Sündern Wunder thut.— Halleluja! bringt die Ehre unſerm Lamm und ſeinem Blut. Sagt: daß ihm das Reich gehöre! Ja, zuletzt wird Alles gut! Woltersdf. — 35. 4. Februar. Wenn Einer alles Gut in ſeinem Hauſe um die Liebe geben wollte, ſo gälte es Alles nichts.(SHohel. 8, 7.) Liebe um Liebe. Wenn du ſchon Alles, was du haſt und biſt— dich ſelbſt ganz fuͤr die Liebe hingegeben haͤtteſt, ſo haͤtteſt du ſie doch nicht bezahlt, haͤtteſt noch Nichts fuͤr ſie gegeben. Und doch haſt du dieſes Nichts noch nicht gegeben, und willſt es wohl auch noch nicht mit Ernſt ganz hingeben. So gering achteſt du die Liebe! Sie, die koͤſtlicher und theu⸗ rer iſt als Alles, was Himmel und Erde Koͤſtliches und Theures hat. Sie iſt Gott ſelbſt, das hoͤchſte Gut. Sie will ſich dir ſchenken, aber du ſollſt dein Herz dazu hergeben und durch Ausleerung deines Herzens von Allem, was ſie, was Gott nicht iſt, dich ihrer empfaͤnglich machen; ſollſt alles Andere fahren laſſen, um ſie faſſen zu koͤnnen. Sie will dein Herz allein und will ſich dir ganz ſchenken. Du biſt der Liebe Liebe ſchuldig, biſt dich ſelbſt ihr ſchuldig von Ewigkeit; denn ſie hat dich von Ewigkeit her geliebet und hat ſich in der Zeit auch ganz fuͤr dich hingegeben. Du kannſt in Ewigkeit nicht reicher, nicht herrlicher, nicht ſeliger werden, als wenn du die ewige Liebe ewig mit ungetheiltem Herzen liebeſt, oder dich ganz an ſie hingiebſt. Mel. 22. Schon deines Namens. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge. 1. Mein Herr und Gott, ich liebe dich, denn du zuvörderſt liebteſt mich. Ich nehme gern die Freiheit mir und folg' aus Wahl in Banden dir. ———— deinem die Liel 5. l dich wa —ê9 36. einen Palaſtei äin dan lüngſt ud — und ſeinem t wird Alles att 4 Wolbent —— nem Hauſe un und nichts.(Sehe les, was du haſt 1' ingegeben hättſ, noch Nichts ſei ts noch nicht get Ernſt ganz higt ie koͤſtlicher ud he Erde Koͤſtlches w öchſte Gut. Sinl rz dazu hergeben w Allem, was ſie, ne machen; ſolſt d oͤnnen. Sie wili henken. Du hſtte chuldig von Ewjſih det und hat ſih un du kannſt in Eriſi ger werden, als wa a Herzen lihet i Seele Chrift heil ge. eun du ztvörder lelti- und folg' aus t 57 2. Nichts flüſtre mir Erinnrung ein, als was gereicht zum Lobe dein. Es ſei auch einzig mein Verſtand auf dein Erkenntniß hin⸗ gewandt. 3. Ich will nichts wollen, als was du, o Liebe, willſt, und ſo wie du! Und was durch deine Gabe mein, ſei auch durch meine Gabe dein. 4. Von dir empfing ich's, nimm es hin; auf daß ich's brauch' nach deinem Sinn. O walte, wie du willſt und weißt; ich weiß, daß du die Liebe ſeiſt. 5. Um Lieb', um Lieb' nur bitte ich, auf daß ich wieder liebe dich, dich wachend, dich im Traume ſo, ſei immerfort mein A und O! — 36. 5. Februar. Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begeh⸗ ren zu ſehen einen Tag des Menſchenſohnes; und wer⸗ det ihn nicht ſehen.(euc. 17,22.) O hätte ich Flügel wie die Tauben!(pſ. 55,7.) Wehe mir, daß ich Fremdling bin unter Meſech, ich muß wohnen unter den Hütten Kedars. Es wird meiner Seele lang zu wohnen bei denen, die den Frieden haſſen.(Pſ. 120,5. 6.) Die Tage des Menſchen⸗Sohnes, die Tage, da Jeſus auf Erden wandelte, waren ja wohl ſelige Tage fuͤr die, welche ihn kannten und mit ihm umgingen. Wer, der ihn kennt, wuͤnſcht nicht, ſich oft in dieſelben Tage verſetzen zu koͤnnen, um den menſchenfreundlichſten Menſchen⸗Sohn im Fleiſche wandeln zu ſehen, mit ihm von Mund zu Mund ſpre⸗ chen zu koͤnnen. Im Geiſte koͤnnen wir es, durch ſeine Gnade. Man kann ihn ſo nahe haben, ſo innig mit ihm um⸗ gehen, als ſaͤhe man ihn, als redete man mit ihm. Man kann ihn aber doch nie nahe genug haben. Man moͤchte ihn immer noch naͤher haben. Darum wuͤnſcht ſich die Seele Fluͤgel, um auffliegen zu koͤnnen, zu ihm; und die werden ihr, wenn ſie treu und beharrlich iſt in ihrer Sehnſucht, auch zuweilen 58 gegeben, daß fie ſich mit ſtarken Schwingen zu ihm erheben kann. Um ſo ſchwerer wird es ihr dann, wieder zuruͤckſinken, ſo lange wohnen und bleiben zu muͤſſen unter Meſech und den Kedarenern, d. i. unter Leuten, die ſo wenig von Chriſto wiſſen und glauben, ſo wenig Gefuͤhl fuͤr ihn haben als die wilden Scythen und raͤuberiſchen Araber. Schwer wird es ihr, mit Unglaͤubigen zu thun zu haben, die ſeinen Frieden haſſen, weil ſie ihn nicht kennen, und darum die Liebe und den lebendigen Glauben an ihn verfolgen, die da laͤſtern, was ſie nicht verſtehen. Aber gedulde dich, liebe Seele! Er hat ſelbſt um deinetwillen hier gewohnt und unter Menſchen ge⸗ wandelt, die ihn ohne Urſache haßten. Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Heil'ge Liebe, Himmelsflamme. 1. Hätt' ich Flügel! hätt' ich Flügel! flög' ich auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Hügel folgt' ich immer meinem Herrn. Ach, das war ein ſchöner Segen, wann er mit den Jüngern ging; jedes Herz, wie Maienregen, ſeinen Troſt, ſein Wort empfing! 2. Ach, das war ein ſchöner Segen, wenn man ihm am Munde hing, auf den Feldern, auf den Wegen, ein:„Ich will, ſei rein!“ empfing. Ander Loos ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, der uns rufet, der uns leitet, unſer lieber Freund verſchwand. 3. Doch er iſt uns nicht genommen; nicht zu ſehen iſt er nur. Zu den treuen, ſtillen Frommen kommt er auf geheimer Spur. Will mich denn zufrieden geben;z faſſen mich in ſtillem Sinn. All mein Sehnen, Lieben, Leben geb' ich meinem Freunde hin. 4. Seinen Schweſtern, ſeinen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen ihm erwiedern, was er liebend mir gethan. Einſt erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf: in den ſel'gen Liebeswunden löſet aller Schmerz ſich auf. 5. Meine Seele, gleich der Taube, die ſich birgt in Felſenſtein, dringt mit Liebe und mit Glaube in den Himmel zu ihm ein. Dort iſt Gnade, dort Erbarmen, ew'ge Füll' und reiche Luſt. All' ihr Kranken! All' ihr Armen! Kommt an eures Heilands Bruſt! v. Schkdf. 1 Wer ſtehet 16,13) wund I ten un lange Glau Er w ttage weric glaub nend maͤnnl weil Vält Beſta fel ha lebt gen winde bens! 11. 7 unverri nem S Gegenl 2. ‧ Andern und T erfüle den zu in a wieder zurückfn mter Meſech und 1 wenig dan Gii ür ihn haben s t. Schwer nid , die ſeinen Fiee 1 , die da läſtern u liebe Seele! E unter Menſche e, dimmelsflanme, lög ich auf zu uin himmer meinen hm mit den Jüngen ſin ſein Wort empfiug n man ihm an N :„Ich wil, ſeime e auch blühet rgsi jber Freund verſham zau ſehen iſt er ur. geheimer Spur. N illem Sinn. Alm nde hin. will ich mich in Tm er liebend mir gühr nimmt andern Lauf ſich auf. ſich birgt in Feein mel zu ihm ein da d reiche Luſt. Wi Heilands Bruſt Heila Su 1 59 37. 6. Februar. Glaubet ihr nicht, ſo bleibet ihr nicht.(Jeſ.„,o.) Wer glaubet, der fliehet nicht.(Jeſ. 28,16.) Wachet, ſtehet im Glauben, ſeid männlich und ſeid ſtark. d Cor. 16, 13.) Unſer Glaube iſt der Sieg, der die Welt über⸗ wunden hat.(1 Joh. 5, 4.) Wer nicht wachet und betet, daß ihm der Glaube erhal⸗ ten und taͤglich vermehret und befeſtiget werde, wird nicht lange feſt ſtehen, nicht beſtaͤndig bleiben im Glauben, ſein Glaube wird Unglaube oder Wahn und Maulglaube werden. Er wird nicht bleiben in Chriſto, ſeine Schmach nicht zu tragen vermoͤgen, wird daher fliehen von Chriſto zur Welt, wenigſtens mit ſeinem Herzen. Wer lebendig an Chriſtum glaubt und Chriſtum durch den Glauben im Herzen woh⸗ nend hat, der flieht nicht zu einem Andern, und ſteht feſt, iſt maͤnnlich und ſtark, die Welt und ſich ſelbſt zu uͤberwinden, weil Chriſtus, in ihm wohnend, ſtaͤrker iſt, als der in der Welt und als die ganze Welt. Unſere Beharrlichkeit oder Beſtaͤndigkeit, ſo wie der Sieg uͤber Welt, Fleiſch und Teu⸗ fel haͤngt vom Leben des Glaubens ab. Lebt der Glaube, ſo lebt Chriſtus in uns; lebt Chriſtus in uns, ſo ſtehen wir ge⸗ gen alle Feinde, ſo ſind wir ſtaͤrker als die Welt, ſo uͤber⸗ winden wir weit. Chriſtus in uns iſt das Leben des Glau⸗ bens und der Sieg uͤber Alles. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. O Herr, gieb meinem Glauben Leben, laß mich durch Glauben unverrückt mit dir, mein Haupt, vereinigt ſtreben, daß ich mit dei⸗ nem Sinn geſchmückt, nur deine ſüße Lieb' empfinde, mein Herz in Gegenlieb' entzünde! 2. Laß mich im Glauben an dir hangen, daß ich, von allem Andern frei, in Liebe möge dich umfangen; ſchenk' mir zu Allem Kraft und Treu, mit Luſt, wie du, des Vaters Willen in Allem allzeit zu erfüllen. 60 3. Der Glaub' kann ſich mit dir begnügen, kann ſanft in deiner Liebe ruhn; kann leicht durch dich die Welt beſiegen, und auch mit Freuden Gutes thun; kann Alles willig fahren laſſen; denn er kann dich, ſein Alles, faſſen. 4. Sobald ich mich aus dir verrücke, ſo fall' ich gleich in Finſter⸗ niß; ich fehl' und fall' all' Augenblicke und thue keinen Schritt gewiß. O ſtärke mich mit deinen Kräften zu allen meinen Heils⸗ geſchäften! ——— — 38. 7. Februar. So ihr mich von ganzem Herzen ſuchen werdet, ſo will ich mich von euch finden laſſen.(Jerem. 29, 13. 14.) Sie ſuchen alle das Ihre, nicht was Jeſu Chriſti iſt. (Phil. 2, 21.) Viele Sucher finden nicht, weil ſie nicht ſuchen, was ſie zu ſuchen vorgeben, oder nicht mit ganzem, ſondern nur mit halbem Herzen, mit Nebenabſichten, kurz, weil ſie im Grunde nur ſich ſelbſt, oder nur das Ihrige ſuchen, nicht Jeſum Chriſtum. Hat Paulus dieſes von allen ſeinen Mitarbeitern behauptet, zu jener geſegneten Zeit des erſten apoſtoliſchen Chriſtenthums; wer ſoll ſich nicht fuͤrchten zu unſrer egoiſti⸗ ſchen(ſelbſtſuͤchtigen) Zeit, ſich ſelbſt zu betruͤgen? Wer ſoll, um dieſe Furcht los zu werden, ſich nicht ernſtlich ſelbſt pruͤfen, ob er Jeſum allein, nichts als Jeſum, ihn, und nicht andere Dinge neben ihm ſuche? An der Verheißung: Ich will mich von euch finden laſſen, kann es nicht fehlen. Der Herr haͤlt Wort. Es muß alſo an den Suchern fehlen; es muß daran fehlen, daß ſie ihn nicht mit ganzem Herzen, oder nicht ihn, ſondern ſich ſelbſt, oder nur das Ihre ſu⸗ chen. O lieber Sucher! pruͤfe doch dich ſelbſt; pruͤfe dein Herz vor den Augen deſſen, den du ſucheſt, ob es ganz an ihm haͤngt, ob du Alles fuͤr ihn hinzugeben bereit biſt? ob du bei ihm nichts erwarteſt, als ihn? ob er dir allein genug iſt, ann ſtuſt in dein Zen, und auch mi ſſen; denn er kamn hgleih i dirſer ne keinen Schrit len meinen Helt — ſuchen werden Jerem. B, 13,1,) eſu Chriſtjiſ. ſuchen, was ſie ondern nur mit ſie im Grunde nicht Jeſum n Mitarbeitern n apoſtoliſchen unſrer egojſt⸗ etruͤgen? Wer ernſtlich ſelhſt iihn, und nicht erheißung: Ih cht fehlen. dr chern fehlen 6 nzem Herzen, das Ihre ſr⸗ bſt; prife dan vob es ganzua ereit biſt? 0d n allein genug it 61 und du in ihm alles Andre entbehren kannſt? ob du wie Aſ⸗ ſaph denkeſt?(Pſ. 73, 25. 26.) Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund. Oder: Ich habe mich ihm ganz. 1. O Seele, willſt du Ruhe finden, ſo ſuche ſie nicht in der Welt; in Dingen, die wie Rauch verſchwinden, als Ehre, Wolluſt, Gut und Geld. Denn dieſes ſind zu ſchlechte Sachen, daß ſie dich könnten ruhig machen. Ach, eile nicht den Schatten zu, du findſt, ſtatt Luſt, Laſt und Beſchwerden. Du mußt erſt losgeriſſen werden, ſonſt kommſt du nimmermehr zur Ruh. 2. Du mußt dir gar nichts vorbehalten. Es heißt: Rein ab, und Chriſto an! Läßt du verborgnen Bann noch walten, wird, was du weißt, nicht abgethan; willſt du ſo manches noch verſchweigen, ſo⸗ wird dieß lauter Unruh zeugen; was man noch hegt, bringt lauter Schmerz. Es kann bei halb⸗ und falſchen Weſen dein Herz unmöglich recht geneſen. Der Heiland will dein ganzes Herz. 3. Unlautrer Sinn macht nur Beſchwerde. Nur Eins muß unſre Sorge ſein, daß unſre Seel' errettet werde. Denn läßt man noch was Andres ein, ſo iſt das Aug' ein Schalk zu heißen. Nur Eins iſt noth an ſich zu reißen, nur Jeſus und ſein Himmelreich. Nach dieſem mußt du ernſtlich ringen, ſo wird dein Ringen Ruhe bringen, ja, Ruh' und Seligkeit zugleich. 39. 8. Februar. Allein der Herr macht das Herz gewiß(feſt). (Spr. 16, 2.) Wie das Feuer Silber.. ſo prüfet der Herr die Herzen.(Spr. 17,3.) Mancher glaubt, wenn er den Herrn ſucht und gefun⸗ den zu haben meint, nun ſoll Alles gut und gluͤcklich gehen, kein Leiden, kein Truͤbſal duͤrfe ſich ihm mehr nahen. Aber eben deswegen muß Truͤbſal und Angſt uͤber ihn kommen, weil er nicht rein den Herrn, ſondern gute Tage bei ihm ge⸗ ſucht hat. Eben deswegen muß ſein Herz in die Hitze der Truͤbſal und Noth hinein, wie Silber und Gold ins Feuer, um die Schlacken der Nebenabſichten oder der Selbſtſucht 62 wegzuſchmelzen und auszubrennen, um das Herz gewiß und feſt, rein und lauter zu machen. Wenn aber nun Noth und Ungluͤck, Truͤbſal und Angſt einen ſolchen halbherzigen Su⸗ cher des Herrn heimſuchen, ſo denkt er, oder die Welt ſagt es ihm ins Ohr: Was haſt du nun davon, daß du den Herrn ſuchteſt? O, wohl viel haſt du nun davon; denn nun hat dich der Herr geſucht und gefunden; nun pruͤft und laͤutert er dein Herz, und bereitet es, daß du ihn mit ganzem Herzen ſucheſt und auch finden moͤgeſt. Mel. Wie die vorige. 1. Auf Jeſum mußt du dich nur gründen; in ihm allein ſuch' deine Ruh. Er ſucht, er ruft dich, laß dich finden; doch laß dabei ihm dieſes zu, daß er dich erſt aufs tiefſte benge und dir die innern Greuel zeige; denn du biſt durch und durch befleckt. Drum mußt du dich ſtets ſelber richten und deine Eigenſucht vernichten, daß Gottes Urtheil dich nicht ſchreckt. 2. Sobald wir uns nur ſelbſt verklagen, ſo ſpricht uns gleich ſein Urtheil los. Das ſtillt die Unruh, Angſt und Plagen. Man fühlt ſich zwar ganz arm und bloß; doch nicht die Sünd' mit ihren Schmer⸗ den, der ſchwerſte Stein fällt von dem Herzen, die Knechtesfurcht vor Straf' und Pein, die Jeſus ſelbſt am Kreuz getragen. Da kann uns kein Geſetz verklagen. So ſtellt ſich Ruh und Friede ein. 3. So komm nur bloß, arm und elende, von allem eignen Dünkel los. Er ſtreckt nach dir ſchon ſeine Hände und zeigt zur Ruh' dir Herz und Schooß. Je mehr du fühleſt deinen Schaden, und willſt nur ſelig ſein aus Gnaden, je freundlicher blickt er dich an. Ob tauſend Sünden in dir ſtecken, ſo wird dich Chriſti Blut bedecken, daß keiner dich verdammen kann. 4. So laß mich, Herr, die Wege gehen, wo ich die Ruhe finden kann! Laß mich die eitle Welt verſchmähen, zeig' mir mein ganzes Elend an, daß ich recht tief gebeugt, zerſchlagen und gläubig möge nach dir fragen, und neig' dein Herz mir freundlich zu! Ja, nimm mich ein in deine Wunden, daß ich in dir gerecht erfunden, im Tod auch finde Fried und Ruh. — ꝛ———— neine meine die M Heilig Miſee aberb gen. N den b dem gel, vergie Heilig Ichn und b zu lſ Süͤnd beim fäͤllt die S beſt, gißt dem ſch keine überh kenne wenn 3 denn nun hat fft und laͤutert ganzem Herzen allein fuch deir ich laß dabei in id dir die inern Drum mußt du ten, daß Gottes t uns gleich ſein ſen. Man fühlt it ihren Schmer⸗ nechtesfurcht vor 1. Da kann uns ein. :im eignen Dunkel igt zur Ruh' dir daden, und wilf er dich an. O lut bedecken, daß die Ruhe finden mir mein ganzet ud gläubig moge hzu! Ja, ninm rfunden, im Tu 63 40. 9. Februar. Ich bekenne dir meine Sünde, und verhehle dir meine Miſſethat nicht. Ich ſprach: Ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen: da vergabſt du mir die Miſſethat meiner Sünde. Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit.(ſ. 32, 5. 6.) Wer ſeine Miſſethat leugnet, dem wird's nicht gelingen, wer ſie aber bekennet und läßt, der wird Barmherzigkeit erlan⸗ gen.(Spruͤch. 28, 13.) Merke wohl, das Geſchaͤft der Heiligen iſt, ihre Suͤn⸗ den bekennen und um Vergebung bitten— zu Gott, vor dem die Himmel nicht rein ſind. Was biſt du fuͤr ein Heili⸗ ger, wenn du keine Suͤnde weißt und bekenneſt? Der Herr vergiebt nur den redlichen Bekennern. Den ſtolzen, ſichern Heiligen behaͤlt er ſie zum Gericht. Doch ſage auch nicht: Ich muß und will ſuͤndigen, denn ich muß ja Suͤnde haben und bekennen, ſonſt hat mein Heiland nichts zu vergeben und zu loͤſen, und er muß ja Heiland und Erloͤſer ſein. Du biſt Suͤnder und ſuͤndigeſt ohne dieſen ſataniſchen Vorſatz; denn beim redlichſten Streben nach wahrer Heiligung fehlt und faͤllt man nur zu oft noch. Und gerade nur dann wirſt du die Suͤnde recht erkennen und bekennen, wenn du dich beſtre⸗ beſt, ohne Suͤnde zu ſein, oder alle Suͤnde abzulegen. Die groͤßten Heiligen ſind die groͤßten Suͤnder in ihren Augen: denn je heiliger ſie zu werden ſuchen, je ſuͤndiger fuͤhlen ſie ſich. Wer der Heiligung nicht nachjagt, findet und kennt keine Suͤnde an ſich. Auch bekennen die Heiligen nicht nur uͤberhaupt, daß ſie Suͤnder ſind, ſondern ihre Suͤnden be⸗ kennen ſie. Viele nennen ſich arme Suͤnder, ohne vor dem Herrn von ihren Suͤnden auch nur Eine recht zu kennen; und wenn man ihnen nur Eine aufdeckt, zuͤrnen ſie und rechtfer⸗ 64 tigen ſich ſelbſt, weil ſie heilig ſcheinen, aber nicht heilig ſein wollen. Mel. 1. Danket dem Herren, denn er. 1. O ſieh mich Armen, welchem Alles fehlet, den mehr als tau⸗ ſendfaches Elend quälet! Ein Menſch vom Sündengift recht tief ver⸗ giftet, des Jammers voll, den Adams Fall geſtiftet! 2. Hier lieg ich, Herr, du wollſt mich ſelbſt erleuchten, dir meine Sünd' und Miſſethat zu beichten, dir Alles ohne Falſchheit zu beken⸗ nen, ob's gleich unmöglich iſt, die Zahl zu nennen. 3. O Gnade, die ſo lange mich geduldet, von jeher hab' ich deinen Zorn verſchuldet, verdient die Strafe meiner Lebenszeiten, verdient die Strafe grauer Ewigkeiten. 4. Beſchämt bin ich und innerlich gekränket, ſo oft mein Herz an meine Sünden denket. Ich haſſe ſie, die gift'gen Greuel alle. O daß ich nie mit Vorſatz wieder falle! 5. Ich haſſe ſie und mich um ihretwillen. O Gott, nur dein Erbarmen kann mich ſtillen. Ich bitt' durch aller deiner Gnaden Tiefen, laß über meine Schuld Vergebung triefen! Woltersdf. — 41. 10. Februar. Meine Seele liegt im Staube, erquicke ſie nach deinem Wort.(P.. 119, 25.) Ich will die müden Seelen erquicken, und die bekümmerten Seelen ſättigen.(Jer. 31, 25. Jeſ. 57, 15.) Wer nicht muͤde iſt, dem ſchmeckt die Ruhe nicht, der bedarf keiner Erquickung. Wenn aber unſere Seele tief im Staube gebeugt iſt und ſich kruͤmmet und windet wie ein Wurm im Staube; wenn ſie ihr Elend, Armuth, Ohnmacht, Schwachheit und Suͤndhaftigkeit recht tief fuͤhlet, daß ſie zer⸗ gehen moͤchte, und zum Herrn ſchreit um Erbarmen: dann kommt er und erquicket die Muͤde mit ſeinem unbegreiflichen Frieden; dann ſaͤttiget er die ausgehungerte und um ihr Heil tief bekuͤmmerte Seele mit himmliſchen Guͤtern und ſchuͤttet —jjyy ſine nal au Himm gaubt weite Alles! in Re 1. E ſjenede bin ihh 72 1 hangen nah 3.4 dir thra 4( entrücke 5. E (aſt zu Muth. 6. T Gnade aber nicht heli den mehr aig in engift recht tief de tet! pleuchten, di mn Falſgheit zu bin . jeher hab' ich deine denszeiten, verdien oſt mein herz u 2 Greuel ale. — Gott, nur den ler deiner Gnaden Woltersdf. — duicke ſie nach müden Seelen ſättigen.(Jr Ruhe nicht, da re Seele tief in windet wie in nuth, Ohnnacht hlet, daß ſieze Erbarmen: dam m unbegreifih V und um ihr bi tern und ſchülkt 65 ſeine Gnadenſchaͤtze in ihren Schooß aus, daß ſie ſich auf ein⸗ mal aus einer Wuͤſte in ein Paradies, aus einer Hoͤlle in den Himmel, von den Teufeln unter die Engel verſetzt zu ſein glaubt. Wer im erſten Zuſtande ſich befindet, glaube an den zweiten; denn wie jener da iſt, ſo muß dieſer auch kommen. Alles hat ſeine Zeit; auf die Duͤrre und Trockne muß endlich ein Regen kommen, der Nacht muß der Tag folgen. Eigene Mel. 124. 1. Erquicke du mit deinem Frieden mich, deinen Pilgernden, hienieden! Du ſprachſt: Kommt her zu mir, ihr Müden!— Nun bin ich da. Matth. 11, 28. 2. Der Seele dürſtendes Verlangen wünſcht nur an dir allein zu hangen, dich, Freund der Seelen, zu umfangen!— Komm, werde nah'. 3. Dem Herzen, das nach dir ſich ſehnet, um Gnadenblicke vor dir thränet, ich bin ja doch an dich verwöhnet. Wer iſt wie du? 4. Ein Blick, ſo wird mein Geiſt erquicket und über Erden⸗Noth entrücket, und leicht, was oft den Pilger drücket. Bei dir iſt Ruh'. 5. Sanft iſt dein Joch, man darf es wagen, die leichte, liebe Laſt zu tragen. Du hilfſt ſie ſelbſten willig tragen und ſtärkſt den Muth. 6. Du ſprichſt uns los vom Druck der Sünden, du läßt die Seele Gnade finden und täglich hilfſt du überwinden. Zuletzt geht's gut. Moser. — 42. 11. Februar. Laſſet uns ablegen die Sünde, ſo uns immer an⸗ klebet und träge macht.(Sebr. 12,1.) Verflucht ſei, der des Herrn Werk läſſig thut.(Jer. 45, 10.) Richtet wieder auf die läſſigen Hände und die müden Kniee.(Sebr. 12,12.) Die Traͤgheit, Laͤſſigkeit ſchleicht ſich ſo gern wieder ein, wenn man in der Gnade zu ſicher wird und nach der erlang⸗ ten Vergebung der Suͤnden nicht gegen alle ſeine boͤſen Ge⸗ wohnheiten zu Felde zieht, ſondern mit einigen Lieblingsſuͤn⸗ 5 66 den Friede ſchließt und an ihnen auf eine feine Art haͤngen bleibt; wenn man beim Genuſſe der Freundlichkeit des Herrn glaubt, man beduͤrfe nun der Wachſamkeit gegen ſeine alten Feinde nicht mehr, der Feind koͤnne einem nun nicht mehr ſchaden, man koͤnne nicht mehr verloren gehen, weil man Gott im Schooße ſitze. Allein nur zu bald offenbaret ſich wieder die alte Neigung und Gewohnheit, die noch anklebende Suͤnde; die Gnade ſchwindet, weil man ſie nicht feſthaͤlt, nicht eifrig, ſondern zu ſicher iſt im Werke des Herrn; da fuͤhlt man ſich denn zu ſchwach, laͤßt die Haͤnde ſinken und ſchont die muͤden Kniee. Nicht alſo, ihr Lieben! Laßt euch ſchrecken durch den Propheten, der den Laͤſſigen Fluch verkuͤn⸗ digt; laßt euch reizen durch den Apoſtel, der euch ermuntert, die anklebende Suͤnde abzulegen, ſchont eure laͤſſigen Haͤnde nicht, ſie aufzuheben zum Herrn, der ſie mit Kraft aus der Hoͤhe 6erfuͤllen wird, daß ihr das Schwert des Herrn fuͤhren koͤnnet; ſchonet eure muͤden Kniee nicht— beuget ſie vor dem Herrn, ſo wird er euch aufrichten, ſtaͤrken, kraͤftigen und gruͤnden. Mel. 39. Ich rühme mich einzig. 1. Ach Seelen! wo bleibt denn die vorige Flamme? was macht ihr? wie lauft ihr? wie folgt ihr dem Lamme? Wie ſteht's um den Glauben, die Liebe, das Beten? Wer hat euch ſo plötzlich die Wege vertreten? 2. Ach, denkt doch, wie lieft ihr ſo brünſtig und munter! Jetzt ſtehet ihr träge und fallet herunter! Wie hell' war das erſte Ent⸗ flammen der Liebe! Wie kalt und erſtorben ſind jetzt eure Triebe! 3. Ihr habt ja den Jammer der Sünde empfunden; ihr fandet die Freiſtadt, das Heil in den Wunden. Ihr batet den Heiland mit Seufzen und Stöhnen; ihr fühltet ein ſüßes, ein heftiges Sehnen. 4. Ihr lerntet euch muthig zu Jeſu bekennen, man fand euch in heiliger Liebe entbrennen; ihr flohet die Freundſchaft der weltlichen Brüder, ihr wähltet euch Chriſti vereinigte Glieder. 5. Wie, fühlt ihr nicht ſelbſt jetzt des Herzens Erkalten? Iſt'e —— —— —— näglic, Freiheit ſhrecklic 6. B ſa die B und Bet 7. A nnd ſuch Beten zu 8. D. ſängt m uch. N uch das 9. A weinend eufzen! de feine Atth 1 ndlichkei des Her ſeit gegen ſine ht em nun niht n gehen, wil m bald offenbert ſ die noch antleben an ſie nicht feche eerke des Hern, le Haͤnde ſinkn r Lieben! Laßf an äſſigen Fluch vat der euch ermumn eure läͤſſigen Hih ie mit Kraft ubn ert des Hern fe — beuget ſie vor arken, kraͤftignn ig. ge Flamme! was n ne? Wie ſtehrs md ach ſo plözlihde nſtig und munte d zell war das eſtee ad jeßt ent Til npfunden; ir ndi batet den Heimh ein hefties Säu anen, man fun u eundſchaft der itt nt Bnt— 67 möglich, euch doch noch für Chriſten zu halten? Was iſt das für Freiheit, in Banden zu liegen? Sagt, wollt ihr euch ſelber ſo ſchrecklich betrügen? 6. Beſinnt euch, was ſagt euch eu'r eignes Gewiſſen? Ihr habt ja die Bande der Liebe zerriſſen! Ihr wurdet ſo ſchläfrig zum Wachen und Beten, ihr ſeid in betrügliche Freiheit getreten. 7. Ach theuerſte Seelen, bedenkt doch den Jammer! Geht in euch und ſucht die verſchloſſene Kammer. Fallt Jeſu mit Weinen und Beten zu Fuße und bittet von neuem um herzliche Buße. 8. Das Herz, das ſo leicht war, ſich aufwäͤrts zu ſchwingen, das hängt nun wie Blei an den irdiſchen Dingen. O Seelen! ermuntert euch. Ruft euch bei Zeiten: Kommt wieder, denn Jeſus vergiebt euch das Gleiten. 9. Ach, hört doch, ihr ſtillegeſtandenen Schafe! wir bitten euch weinend: erwacht doch vom Schlafe! Wir rufen, wir locken, wir ſeufzen und flehen; ach, laßt uns doch nicht euren Untergang ſehen! Woltersdf. — 43. 12. Februar. Das ſollſt du wiſſen, in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen; denn es werden Menſchen ſein, die von ſich ſelbſt halten(ſelbſtgefällig, ſelbſtſüch⸗ tig)—— die die Wolluſt mehr lieben als Gott. im. 3,1.2.4.) Wir ſollen aber nicht Gefallen an uns ſelber haben— denn auch Chriſtus nicht Gefallen an ihm ſelber hatte.(Röm. 15,1— 3. Die ſchaͤndliche Eigenliebe ſchmeichelt ſo gern auch den Frommen, daß ſie ſich ſelbſt wohl gefallen ,ſich uͤber Andre hinwegſetzen, ſich ſelbſt hoͤher achten und die ſchwachen Bruͤ⸗ der wohl gar verachten. Es iſt kein ſchaͤdlicheres Gift in allen Apotheken zu haben, als du, Lieber in großem Vorrathe in dir herumtraͤgſt, und das, wenn du nicht recht auf deiner Hut biſt, all' deine Handlungen vergiftet und dir allen Genuß ver⸗ bittert. Das iſt deine eitle Selbſtgefaͤlligkeit, deine blinde Ei⸗ — 5* 68 genliebe. Entſchuldige dich nur nicht, du liebſt dich ſelbſt noch gar ſo ſehr; erkenne und bekenne es frei, und willſt du nicht nach und nach um alle Gnade kommen, ſo ſuche ein Gegen⸗ gift gegen dieſes toͤdtende Gift; ſuche den Reichthum der Gnade und reinen Liebe Gottes durch Chriſtum deinen Herrn, der dieſer Schlange in dir allein den Kopf zertreten und dich von ihren giftigen Biſſen heilen kann. Wache, bete, flehe un⸗ ermuͤdet, wenn du dieſes Otterngezuͤchte in deinem Herzen ausrotten und nicht daran ſterben willſt. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Du tödtend Gift der Eigenliebe! Du eitle Selbſtgefälligkeit! Wie oft reißt du durch falſche Triebe mich von der Bahn der Niedrig⸗ keit, die Jeſus Chriſt, an dem wir hangen, treu bis in ſeinen Tod gegangen. 2. Was treibt dich, daß du dich beſtrebeſt, vor Menſchen⸗Augen groß zu ſein? Was hilft es, daß du dich erhebeſt? Nur blinde Thor⸗ heit liebt den Schein. Vor Gottes Augen kann nichts gelten, als wenn wir unſre Sünde ſchelten. 3. Wenn du den Bruder nur betrachteſt, wirſt du von blaſſem Neid geſtört, daß du ihn ſchnell und ſtolz verachteſt; ſo iſt dein böſes Herz bethört. Biſt du nicht von dir ſelbſt betrogen? Wer hat dich andern vorgezogen? 4. Nur wer ſich beuget unter Alle, iſt ſelig und iſt Chriſto gleich; er wird bewahret vor dem Falle, iſt in ſich arm und dadurch reich. Den ärmſten Bruder höher achten, das heißt nach Chriſti Liebe trachten. 5. Da kann man in der Wahrheit ſpüren, daß unſer Herz im Segen blüht. Da kann man niemals was verlieren, weil Demuth Gnade nach ſich zieht. Ja ſelbſt von aller Brüder Gaben muß Demuth ihren Vortheil haben. 6. Laß dich durch Loben nicht berücken; beug' dich dabei nur gründlicher; laß dich durch Tadel nicht verſtricken, ſo wird es täglich herrlicher. Was du vor Gott biſt, wirſt du bleiben; den Dünkel laß dir nur vertreiben. ————: gelche werden gottes hieſem hiih9, Di Hetn“ vweil der ſtand, u Genͤtt in Th der Ho Bid ſe diſe Be ſchweng von die inn nithes des zu ſondern ſt, als 1 Geiſt joben he ſicht un bunn Loh nun zu dem 1. Auf worin ſch ichſt dih ſan , und willſt du 3 ſo ſuche ein Gene den Reichthun iſtum deine He opf zertreten ud 4 Zache, bete, ſlchen te in deinem Herr Liebe. eitle Selbſtgefülzt der Bahn der ſiin treu bis in ſeuen d „vor Menſchen⸗A deſt? Nur büinde dh kann nichts gelte, wirſt du von llſt ſchteſt; ſo iſt dei li etrogen? Wer ſuſ und iſt Chriſt 3 arm und dadard — eißt nach Chrſſi d a, daß unſer heji Brüder Gaben beug' dich dahar ken, ſo wird es iñt bleiben; den Duu 69 3 13. Februar. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt.(Pf. 121, 1.) Und die Berge werden mit ſüßem Wein triefen.(umos 9, 13.) Der Berg Gottes iſt ein fruchtbarer Berg. Gott hat Luſt, auf dieſem Berge zu wohnen.(Pf. ss, 16. 12. Vergl. Jeſ. 2, 2. 25, 6. Mich. 4, 1. Pſ. 72, 16.) Die Alten verſtanden unter dieſem Bilde:„Berg des Herrn“, das heilige Gebet, die Anbetung Gottes im Geiſte, weil der Tempel, die Wohnung Jehovas, auf einem Berge ſtand, und da das Gebet eine Erhebung, ein Aufſchwung des Gemuͤthes zu Gott iſt, wobei man alles Irdiſche weit unten im Thale laͤßt und ſein Herz im Himmel hat, und wie in der Hoͤhe und im Heiligthume Gottes wohnt, ſo iſt dieſes Bild ſehr paſſend. Von dieſen Bergen kommt alle Huͤlfe, dieſe Berge triefen, ja Stroͤme des himmliſchen Segens, uͤber⸗ ſchwenglicher Reichthum von geiſtlichen Guͤtern ergießet ſich von dieſen Bergen auf die, welche ſich bemuͤhen, mit Glau⸗ ben und Zuverſicht, mit vollkommner Sammlung ihres Ge⸗ muͤthes ſich dahin zu erheben und da die Naͤhe ihres Heilan⸗ des zu ſuchen. Von dieſen Bergen kommt man nie leer zuruͤck, ſondern allzeit reichlich beladen mit Guͤtern des Himmels; es iſt, als wenn man im Himmel geweſen waͤre, wenn man ſich im Geiſte zum Herrn auf den Berg des innigen Gebetes er⸗ hoben hat. Darum flehte David:(Pſ. 43, 3.) Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß ſie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berge und zu deiner Wohnung, daß ich hinein gehe zu Gottes Altar, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne iſt. Mel. 81. Mir nach, ſpricht Chriſtus. Oder: Geht, werft euch. 1. Auf hohem, lichtem Berge ſtrahlt ein Haus ſeit grauen Jahren, worin ſich Erd' und Himmel malt. Da, da wird Gott erfahren. 70 Man ſpiegelt ſich in ſeinem Licht, man ſchaut ſein lieblich Angeſicht. 2 Cor. 3, 18. 2. Im Thale unten iſt's gar ſchwül und bang' und drückend enge. Da droben weht die Luft nur kühl und rein wie ſanfte Klänge. Man ſchaut das Licht bei finſtrer Nacht, wenn nur die heil'ge Liebe wacht. 3. Am Fuß des Berges ſtürmt es oft in wilden Ungewittern, thürmt Wolken auf und ringt und hofft vergebens zu erſchüttern das Haus, auf grünen Fels erbaut vom Meiſter, den man drinnen ſchaut. 4. Ein frommer Geiſt der Ewigkeit wohnt in dem ſchönen Hauſe; er altert nicht, iſt groß und weit und öffnet ſeine Klauſe dem König wie dem Bettlermann, wenn Glaub' und Lieb' er zeigen kann. 5. Der Weg zum Haus iſt ſteil und hart, und Kreuze ſtehn zur Seite; ſie ſchreckten Manchen, daß er ward der eitlen Furcht zur Beute. Denn muthig muß der Pilger ſein, und Hitze nicht, noch Kälte ſcheun. 6. Die Mühe wird ihm reich gelohnt, wenn er die Höh' erklom⸗ men, im Haus, wo lauter Liebe wohnt, wird ihm der Gram benom⸗ men. Er kehret nie zum Thal zurück; auf dieſem Berge wohnt ſein Glück. 7. Drum, Freunde! greift zum Waller ſtab, und wollt nicht länger ſäumen; werft eure alten Kleider ab, entſagt den irren Träu⸗ men und pilgert zu dem Hauſe hin; es liegt in eurem Herz und Sinn. 8. Es iſt das heilige Gebet, wo man auf Geiſtes Schwingen ſich auf bis in den Himmel hebt, und ſucht da einzudringen in Gottes Näh', ins Lebenslicht, und ſchwebt vor ſeinem Angeſicht. * Schlz. —-—— 45. 14. Februar. Laſſet uns ihn lieben, denn er hat uns zuerſt ge⸗ liebt.(1 Joh. 4, 19.) Daran iſt erſchienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott ſeinen eingebornen Sohn geſandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben ſollen.(1 Joh. 4,9.) Es ſind Tiefen, die wir nicht ergruͤnden koͤnnen, und die tiefſte Tiefe unter Allem, was uns zu tief iſt, iſt gewiß die, —— daß und ſoidern o wiel ſenen 1 kät zu und To Nefen grunde, vir ſid dſich icht. omme, verden 1. 9 9, nöe lanmet noch mei 2 de die ſchni Vernunft als dub 3. O kr iſt ve Nangel, alen ah 4. Hi! tründen 65 ſei dei lied her 5.0 Herz und Yrenn a als deine in dem ſchönen hui eine Klauſe dem fa er zeigen kann und Kreuze fehn e der eitlen gur r und Hiße niht, m der die Höh enl⸗ hm der Gram leuyn⸗ ſem Verge vohntſin ab, und volt u agt den irren Ti⸗ in eurem Hen u Geiſtes Schwithe zudringen in Gutte ngeſicht. ———˖ꝗAꝑꝑ‧æòOòOpw uns zuerſt e ie Liebe Gotts Sohn geſend ollen. doh4G) können, und de t, iſt geviß i daß uns Gott zuvor geliebet, und nicht ſchlechthin geliebet, ſondern ſo geliebet hat, daß er uns nicht mehr lieben koͤnnte, ſo viel gegeben hat, daß er uns nicht mehr geben koͤnnte— ſeinen eingebornen, ihm ganz gleichen Sohn, Gott von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit, hat er uns geſchenket— hat ihn in Noth und Tod um unſertwillen kommen laſſen! Wer kann dieſe Tiefen ergruͤnden?— Da ſtehen wir, wie an einem Ab— grunde, und beten an. Am beſten iſt, wir ſtuͤrzen uns, wie wir ſind, in dieſen Abgrund der Liebe hinein, denn dazu hat er ſich uns aufgethan. Denn gruͤbeln, forſchen hilft uns hier nicht. Er will geliebet ſein, daß er uns deſto mehr lieben koͤnne, und wir ſeiner allbeſeligenden Liebe deſto empfaͤnglicher werden. Mel. 93. Sei Lob und Ehr'. Oder: Was hilft es mir, ein Chriſt. 1. O Liebesgluth, wie ſoll ich dich nach Würdigkeit beſingen? O, möchten deine Tiefen mich, du volle See, verſchlingen! Es flammet Gottes Herrlichkeit, es brennt die ganze Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. Der in ſich ſelber reiche Gott, das allerreinſte Weſen, hat ſich die ſchnöde Sünder⸗Rott' zu lieben auserleſen. Schweig' ſtill, Vernunft! Gieb Gott die Ehr', der lieben wollt' unendlich mehr, als du begreifen ſollteſt. 3. O Liebe, da Gott ſeinen Sohn aus ſeinem Schvoß genommen! Er iſt von dem geſtirnten Thron zu uns herab gekommen. Sein Mangel, Knechtſchaft, Kreuz und Grab, ſind nur ein Bild zu malen ab, wie ſtark Gott lieben könne. 4. Hör' auf zu grübeln, glaub' allein! Kannſt du dies Meer nicht gründen, ſo wirf dich blindlings da hinein mit allen deinen Sünden. Es ſei dein Herz dem ganz gewährt, der dir das Herz hat ausgeleert; gieb Herz für Herz zum Opfer! 5. O liebſter Vater, nimm es hin! Gieb Liebe, dich zu lieben! Herz und Begierden, Muth und Sinn ſind dir hiermit verſchrieben. Brenn' aus den Zunder böſer Luſt, laß ewig nichts in dieſer Bruſt, als deine Liebe glühen! F. A. Lpe. ———:n--—Oõʒͤ + 6 1 6 5 1 . 3 4 6* 3 — — 72 46. 15. Februar. Iſt er nicht dein Vater und dein Herr? 6 Moſ. 32,6) Denn ſelbſt der Vater hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet.(Joh. 16, 27.) Sehet, welche Liebe uns der Vater erzeiget hat, daß wir Gottes Kinder heißen ſollen!( Joh. 3, 1.) Es iſt ausgemacht und außer Zweifel, wer den Sohn liebt, den hat gleich der Vater auch lieb. Wir ſehen es bei Menſchen, wer das Kind lieb hat, dem ſind die Eltern gleich zugethan; ploͤtzlich neigt ſich das Herz zu dem Menſchen, der gegen ihre Kinder Liebe zeigt. Von Gott koͤnnten wir es freilich nicht erwarten und glauben, weil wir es ſogar nicht verdienen und durchaus nicht liebenswuͤrdig ſind. Aber hier ſteht der Sohn und ſagt es uns ſelbſt: Mein Vater hat euch lieb, weil ihr mich liebet. O herrliches Wort! Nun wiſſen wir ja, wie wir daran ſind. Finden wir eine Liebe, einen Hang zu Jeſus in unſern Herzen, ſo iſt dies uns ein Siegel und Beweis, daß wir vom Vater geliebt werden und ſeine Kinder ſind. Ihr Seelen! habt ihr die Liebe zu Jeſus in euch, ſo habt ihr die Liebe des Vaters fuͤr euch. Laſſet aber eure Liebe zu dem, der fuͤr euch ſtarb, nicht nur in Wor⸗ ten und Geberden, Gefuͤhlen und Begriffen beſtehen, ſondern in der That und Wahrheit. Liebet ihr mich, ſagt Jeſus, ſo haltet meine Gebote.(Joh. 14, 15.) Mel. 95. Das iſt unbeſchreiblich. 1. Nein, nicht immer weinen über euer Loos! Gott belehrt die Seinen, macht ſie weiſ' und groß, führt ſie ſanft und leiſe ſelber himmelan, will nach ſeiner Weiſe, daß ihr glaubet dran. 2. Glaubet, daß euch Kindern Gott ſelbſt Vater iſt, Vater armen Sündern wird durch Jeſum Chriſt. Glaubet, hoffet, liebet, durch des Sohnes Geiſt, und ihn nie betrübet, wie uns Jeſus heißt. 3. So ſeid ihr nicht Sünder,(Sünde nimmt er hin,) ihr ſeid Gottes Kinder, ſein Geſchlecht durch ihn. Durch ihn iſt für — — — — he Liebe uns d s Kinder hei b I, wer den Siß Virw ſchee 1 nd die Eltern Jli dem Menſcha w tt koͤnnten vit wir es ſogat ni g ſind. Aber ſt Nein Vater hat ches Wort! Am en wir eine bih, o iſt dies unz an geliebt werden u die Liebe zu Jeſt fuͤr euch. Laſtt nicht nur in We⸗ beſtehen, ſonden , ſagt Jeſub, Gott belegtt de ft und leiſe ſiht dran. riſt, Vater ann ffet, liebet, uh Jeſus heißt. er hin,) ihr ſd 2 durch ihn iſ ſit 3) danm, ni 73 Alle volle Rettung da! Glauben wir nur Alle, wir gehn Gott ſo nah'! 4. Liebet, preiſet, ehret Gott in jeder Spur; wenn ihr was begehret, nennt ihn Vater nur; ſo wird er's euch geben, euch in Jeſus Licht, Liebe ſein und Leben, glaubt und zweifelt nicht! Feneberg. 47. 16. Februar. Fürchte dich nicht, du kleine Heerde, denn es iſt eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben. (euc. 12,32.) Mein Reich iſt nicht von dieſer Welt.(Joh. 18, 36.) b Gott giebt dir ſein Reich— das Himmelreich, hier und dort. Iſt dieſes nicht genug, ſo ſuche dir einen Andern, der dir mehr giebt. Du magſt wohl ein unerſaͤttlicher Geizhals ſein, wenn dir das, was dir Gott in ſeinem Sohne giebt, nicht genug iſt. Aber bis heute noch iſt doch das, was Gott verſpricht, aller Welt zu wenig; ſie ſucht immer andere Dinge. Sie jagt, haſcht und greift immer mit heißer Be⸗ gierde nach allem Schatten, nur nicht nach dem, was Gott ihr darbietet und in ihren Schooß geſendet hat. Alle Gaben Gottes in der Welt ſind der Welt lieber, als die hoͤchſte, beſte und groͤßte Gabe, die mehr iſt als tauſend Welten— Chri⸗ ſtus und ſein Reich, das Reich Gottes. Da es nun die Welt wegwirft, ſo greife du darnach, du kleine, von der Welt ver⸗ achtete Heerde! Er wird dir deſto mehr davon mittheilen, je mehr es von der Welt verſchmaͤht wird. Aber bedenket doch: das Reich Gottes iſt inwendig in euch.(Luc. 17, 21.) Die Welt will nichts Innerliches, denn ſie ſieht es nicht und kennt es nicht. Wer Gottes Reich will, muß einkehren in ſein Herz und ein inniger Menſch werden, muß bei ſich ſelbſt gern zu Hauſe ſein, muß im Geiſte wandeln und nicht im Fleiſche. 74 Mel. 95. Das iſt unbeſchreiblich. 1. Alles will Gott drinnen in euch ſein— für euch; in dem Herzen drinnen iſt ſein göttlich Reich. Da will er regieren, wenn ſein Wort ihr hört, will euch ſelber führen, wenn ihr ihn nicht ſtört. 2. Er weiß die Gedanken all', die euch verwirrt, hält euch ſelbſt in Schranken, ruft, wenn ihr verirrt. Unter Menſchenkindern wohnet Jeſus gern, iſt ſtets nah' den Sündern, nie dem Glauben fern. 3. Selbſt mit ſeinem Blute macht euch Jeſus rein, wirkt in euch das Gute, will euch Alles ſein. Folget ihr ihm immer, dann regiert euch Gott und verläßt euch nimmer, ſelbſt nicht in dem Tod. 4. Meine Hände falte ich, o Gott, zu dir; ach, regier' und walte in uns Allen hier! Gieb, daß wir verſtehen Jeſu Wort und Lehr', und nur ihm nachgehen; Alles ſei uns erl!— Weisheit, Kraft und Leben, und Gerechtigkeit, und im beſſern Leben volle Seligkeit!— Feneberg. —————— 17. Februar. Wahrlich, ich ſage euch: es ſei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, ſo werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.— Denn ihrer iſt das Himmelreich.(Matth. 18,3. u. 19, 14.) Daß der Herr dieſes nicht zu den einfaͤltigen Leuten, von denen man glaubt, ſie bedeuten nichts, und es waͤre beſſer fuͤr ſie, wenn ſie einfaͤltig blieben, ſondern vorzuͤglich zu denen geſagt habe, die Etwas, ja die Erſten und Bedeutendſten in ſeinem Reiche ſein wollten, zu den Apoſteln ſelbſt, das wiſſen und leſen wir vor und nach dem angefuͤhrten Spruche und noch in ſo manchen andern Stellen, wo er ſeine Juͤnger zum Kleinwerden ermahnte. Und da er ſelbſt der Kleinſte und Kindlichſte geworden iſt, ſo lehrt es uns ſchon ſein Beiſpiel, wenn er es auch nicht ſo deutlich mit Worten geſagt haͤtte. Wer kein Kind, wer nicht kinderartig werden will, der iſt kein Candidat zum Himmelreiche, wie ſoll er ein Lehrer und 48 ———— Führet teſchei de gr und ke s einn d denn i ch abe kann, 1. 8 Aadle Parad 2. Wilee! unbetre rein, wirkt in er mmer, dann rein dem Tod. , regier und ul u Wort und deh eisheit, Kraſt u volle Seligkeil— Fenebe. n, daß ihr eu ſo werdet i Denn ihrer iſ — gen Leuten, vin waͤre beſſer it zuͤglich zu dene Bedeutendſten i lbſt, das wiſſen e Spruche ud ine Jünger um er Kleinſte ud in ſein Beiſpit, n geſagt hätte will, der if ein behrer und 7⁵ Fuͤhrer ins Himmelreich werden oder ſein koͤnnen? So un⸗ terſcheidet ſich dieſes Reich vor allen andern Reichen: es iſt das groͤßeſte, iſt unermeßlich, und doch kann es kein Rieſe und kein Gewaltiger oder Held erobern, nur Kinder koͤnnen es einnehmen und an ſich reißen. Da heißt's wohl auch, wenn ich ſchwach— ſchwach wie ein Kindlein bin, bin ich ſtark, denn ich kann den Himmel heben und davon tragen. Wenn ich aber ſtark bin, bin ich ſchwach, daß ich gar nichts halten kann, daß ich Alles, Himmel und Erde, fallen laſſen muß. Mel. 29. Hier legt mein Sinn. Oder: Wir ſind vom Vater auf dem. 1. O liebe Seele, könnt'ſt auf Erden du klein noch wie ein Kindlein werden, ſo ſchauteſt du gewiß noch hier Gott und ſein Paradies in dir. 2. Ein Kindlein iſt gebeugt und ſtille, wie ſanft, gelaſſen iſt ſein Willel Es nimmt, was ihm die Mutter giebt, es lebt ganz froh und unbetrübt. 3. Man hebt es auf, man legt es nieder; man macht es los, man bind't es wieder. Was ſeine Mutter mit ihm macht, es bleibt vergnügt und freundlich, lacht. 4. Vergißt man ſein, es iſt geduldig, bleibt allen freundlich und unſchuldig, durch Schmähen wird es nicht gekränkt; an Lob' und Ehr“ es gar nicht denkt. 5. Der Menſchen Anſehn gilt ihm wenig; es fürchtet weder Fürſt noch König. O Wunder! und ein Kind iſt doch ſo arm, ſo ſchwach, ſo kleine noch! 6. Es kennt nicht das verſtellte Weſen; man kann's an ſeinen Augen leſen; es thut einfältig, was es thut, und denkt von Andern nichts als gut. 7. Mit Forſchen und mit vielem Denken kann ſich ein Kind den Kopf nicht kränken. Es lebt in ſüßer Einfalt ſo, im Gegenwärtigen ſtets froh.* G. T. St. 49. 18. Februar. Lieben Brüder! werdet nicht Kinder an dem Ver⸗ ſtändniß, ſondern an der Bosheit ſeid Kinder; am 18 Berſesndni aber ſeid vollkommen.(1 Cor. 14, 20. Vergl. Eph. 4, 14) Ich will aber, daß ihr weiſe ſeid aufs Gute, aber einfältig aufs Böſe.(Roͤm. 16, 19.) Paulus erklaͤrt uns den Sinn Chriſti und zeigt uns, daß Chriſtus nicht dummeinfaͤltige Kinder, ſondern edeleinfaͤltige Gemuͤther haben wolle, aufrichtige Herzen, die ohne Tuͤcke, Falſchheit und Heuchelei ſind. Nicht Kinder der Finſterniß, der Schalkheit und Bosheit; Kinder des Lichts, der Wahr⸗ heit und Gerechtigkeit will der Herr. Nur das Boͤſe, das Arge in der Welt ſoll uns ſo fremde ſein als den kleinſten Kindern; aber das Gute ſollen wir wohl beſſer wiſſen und verſtehen als die aͤlteſten und erfahrenſten Weltkinder und Weltweiſen. Wie David ſagt: Du macheſt mich mit deinem Gebot weiſer, denn meine Feinde— Ich bin gelehrter denn alle meine Lehrer— Kluͤger denn die Alten, denn ich halte deine Befehle.(Pſ. 119, 98— 100.) Alſo nicht Kinder⸗Dumm⸗ heit, nicht Unwiſſenheit des Kinder⸗Verſtandes, ſondern Kin⸗ der⸗Einfalt und Reinheit des kindlichen Gemuͤthes meint der Herr und Paulus, wenn ſie uns gebieten, Kindern aͤhnlich zu werden. Es zeigt ſich auch, daß wahre Einfalt und Kind⸗ lichkeit der Sitz der wahren Weisheit iſt. Je reiner das Ge⸗ muͤth, deſto heller der Verſtand; je verſchrobener das Herz, deſto blinder und teufliſchfinſter der Kopf. Reinige dein Herz von aller Bosheit, ſo zuͤndeſt du das Licht im Verſtande an. Duldeſt du aber Bosheit im Herzen, ſo loͤſcht ſie dir alle Lichter im Kopfe aus. Mel. 29. Wir ſind vom Vater auf. b 1. Ein Kindlein lebt frei, ohne Sorgen, in ſeiner Mutter Schooß verborgen, es läßt geſchehen, was geſchieht, und denkt faſt an ſich ſelber nicht. 2. Ein Kindlein weiß von keinen Sachen, was Andre thun und Andre machen. Was ihm vor Augen wird gethan, ſchaut es in aller Unſchuld an. anBe.G Gute, aber t uns daß deleinfältge ohne Tüͤck Finſterniß der Wahr⸗ B6 ſe, das n kleinſten viſſen und inder und nit deinem hrter denn nich halte ⸗Dumm⸗ ndern Kin⸗ meint der aͤhnlich zu und Kind⸗ er das Ge⸗ das Herz, dein Herz rſtande an. ie dir alle tter Schooß faſt an ſic ke thun und t es in aller 77 3. Sein liebſtes Werk und ſein Vergnügen iſt, in der Mutter Arme liegen, zu ſchauen nur allein auf fie, ſie zu umarmen ſpät und früh. 4. Es ſchätzet ſeiner Mutter Brüſte mehr als die Welt und alle Lüſte. Da find't es, was ihm nöthig iſt, da ſchläft es ein und all's vergißt. 5. O liebe Unſchuld, Kinderweſen! Die Weisheit hab' ich mir erleſen, wer dich beſitzt, iſt hochgelehrt, iſt in des Höchſten Augen werth. 6. O Kinderſinn! O göttlich Leben! Dich kann nur Jeſu Geiſt mir geben! Wie ſehr ſehnt ſich mein Herz nach dir, o Jeſul ſchaff' es du in mir! 1 7. Laß mich, ich bitt' dich, noch auf Erden ein ſolch unſchuldig Kindlein werden; dann, o gewiß, ſchau ich ſchon hier Gott und ſein Paradies in mir. G. T. St. — . 19. Februar. Wenn ich nur dich habe, was frag' ich nach Him⸗ mel und Erde?(pſ. 73, 25.) Meine Seele harret nur auf Gott, denn er iſt meine Hoffnung.(Pf. 62,6.) Siehe, wir kommen zu dir, denn du biſt der Herr, unſer Gott.— Wahrlich, es hat Iſrael keine Hülfe, denn am Herrn, unſerm Gott.(Jer. 3, 23.) Was waͤre der Himmel ohne Gott, ohne Jeſus? wer moͤchte ohne ihn im Himmel ſein? Gott, Chriſtus iſt alſo unſer Himmel, weil der Himmel nicht Himmel waͤre, wenn wir Gott, Chriſtum nicht im Himmel haͤtten. Was iſt uns die Erde, wenn wir ihn nicht haben? Eine Hoͤlle wahrlich iſt Alles, wenn man ihn nicht beſitzt, ſeiner Liebe nicht gewiß iſt. Aber nun ſind wir ſelig uͤberall, genießen himmelvolle Luſt, wenn wir ihn nahe haben, und wir koͤnnen ihn haben hier und dort. Wer ſollte nicht all ſein Streben, Sehnen, 50 Glauben, Hoffen, Lieben dahin richten, ihn, ihn zu haben, in ihm zu ſein.„Wer nur ſich hat,“ ſagte Jemand,„hat 3 3 8 — —— —— 4 V —yy— — 4 * 1 1 78 nichts.“ Und wer die ganze Welt haͤtte, und nur die ganze Welt, der haͤtte doch nichts.„Die Welt beſteht aus lauter Nullen; Zahlen ſind nur die, in welchen Gott wohnet.“ Mel. 111. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte. 1. Was wär' ich ohne dich geweſen? Und ohne dich, was würd' ich ſein? Zu Furcht und Aengſten auserleſen, ſtänd' ich in aller Welt allein. Nichts wüßt' ich ſicher, was ich liebte, die Zukunft wär' ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz ſich tief betrübte, wem thät' ich meinen Jammer kund? 2. Einſam verzehrt von Lieb' und Sehnen, würd' ſchwarze Nacht mir jeder Tag; ich folgte nur mit Zwang und Thränen dem wilden Unding, Schickſal, nach. Ich fände Unruh' im Getümmel, und hoffnungsloſen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Gott im Himmel, wer ohne ihn auf Erden aus? 3. Hat Chriſtus ſich mir kund gegeben, und bin ich ſeiner nur gewiß, wie ſchnell verzehrt ein ſelig's Leben die bodenloſe Finſterniß. Für alle ſeine tauſend Gaben bleib' ich ſein demuthsvolles Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei und drei beiſammen ſind. 4. Ach, geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; ſtreckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh ſie zu uns ein. Der Himmel iſt bei uns auf Erden„ im Glauben ſchauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen iſt er aufgethan. Hrdbrg. — 51. 20. Februar. Ich will euch nicht Waiſen laſſen, ich komme zu euch.(Joh. 14, 18.) Ich bin gekommen, daß ſie das Leben und volle Gnüge haben.(Joh. 10, 11.) Und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möget.(Zoh. 5,40.) 4 11E 5z7 ſt Der Herr liebt die Seinen, wie ſeine Kinder, und kann ſie daher nicht allein in dieſer Welt laſſen. Iſt ihnen gleich ſeine ſichtbare Gegenwart entzogen, um ſie zu uͤben im Glauben an den Unſichtbaren, als ſaͤhen ſie ihn, ſo iſt er ih⸗ Q—— dichj nn do din S ſchwen und? Irr ſchent ben. Wort nit i waͤhe nur die gan t aus lute vohnet.“ , was würd in aller Wal tkunft waͤr' ein te, wem thä warze Nat dem wilden uͤmmel, und im Himmel h ſeiner nur e Finſterni volles Kind; men ſind. ie Irrenden h ſie zu uns ſchauen wir denen iſt er Hlrdbrg. — mme zu as Leben ollt nicht get.(oh. und kann ſt ina Hüben im ſſt er jj 79 nen doch im Geiſte nahe. Und wozu? warum kommt er zu den Seinen? Daß ſie Leben und volle Gnuͤge, Alles uͤber⸗ ſchwenglich und in Fuͤlle haben, was ſie zum goͤttlichen Leben und Wandel beduͤrfen. Wehe dem, den ſeine Klage trifft: Ihr wollt nicht zu mir kommen— wollt das Leben nicht ge⸗ ſchenkt von mir annehmen, wollt den Tod lieber als das Le⸗ ben. O Seele! da ſteht dein Heiland lebendig in ſeinem Worte vor dir und bietet dir ſein Kommen in dein Herz und mit ihm das ewige Leben an. In dir und außer dir und um dich iſt lauter Tod und Finſterniß. Was willſt du? was waͤhleſt du? Mel. 111. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte.— 1. Ach, unſer Herz war in der Sünde, wie in ein ſchweres Jo geſpannt, wir irrten in der Nacht wie Blinde, von Reu' und Luſt zugleich entbrannt. Das Herz war aller Sünden Quelle, das böſe Weſen wohnte drinn. Und ward's in unſrem Geiſte helle, ſo war nur Unruh' der Gewinn. 2. Da kam der Heiland, der Befreier, der Menſchenſohn voll Lieb' und Macht. Er hat ein allbelebend Feuer in unſern Herzen angefacht. Nun ſehen wir den Himmel offen, als unſer wahres Vaterland, wir können glauben nun und hoffen, wir fühlen uns mit Gott verwandt. 3. Er tödtet nun in uns die Sünde, macht fröhlich uns bei jedem Schritt. Er giebt zum größten Angebinde den Kindern dieſen Glau⸗ ben mit. Durch ihn geheiligt fließt das Leben ſo leicht dahin in ſeiner Näh', und ew'ger Freud' und Lieb' ergeben, iſt uns doch öfter wohl als weh! 4. Noch ſteht in wunderbarem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von ſeinem Dornenkranze und ſeiner Treue danken wir. Ein jeder Menſch iſt uns willkommen, der ſeine Hand mit uns ergreift, und in ſein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieſes reift. * Hrdbrg. 22 10 ſ 3 3f 21 Februar. hin Alſo ſpricht der Hohe und Erhabene, der in der Ewigkeit wohnet, deß Name heilig iſt: Der ich in der —— ——— — . 8 ne 5 —— ——— 3 2 6 27 ———— d 3—— —————— 6 — 80 Höhe und im Heiligthume wohne, und bei denen, die eines zerknirſchten und demüthigen Geiſtes ſind, auf daß ich lebendig mache den Geiſt der Gedemüthigten, und lebendig mache das Herz der Zerknirſchten.(gef. 57, 15.) Der Hohe und Erhabene kann nicht uͤber ſich, ſondern nur unter ſich ſehen, weil nichts uͤber ihm, weil er der Hoͤchſte iſt. Daher ſieht er und kann er nur ſehen niedrige, gebeugte, demuͤthige Herzen, die der Hammer ſeines Wortes und die Kraft ſeines Geiſtes zermalmet und niedergeſchlagen hat. Dieſe, ja dieſe und nur dieſe ſieht er in Gnaden an, d. i. er richtet ſie wieder auf, er macht ſie lebendig, er heilt ihre Wunden und erwaͤhlt ſogar in ihnen zu wohnen. Die arme Huͤtte eines gebeugten Herzens iſt dem Hohen und uͤber Alles Erhabenen nicht zu klein, nicht zu niedrig, ſie gefaͤllt ihm vielmehr ſo wohl, daß ſeine Liebe nicht voruͤbergehen kann, ſondern einkehren und ihre bleibende Wohnung aufſchlagen muß. Alle Hochmuͤthigen— und jeder nicht zerknirſchte und nicht gebeugte Suͤnder iſt hochmuͤthig, der uͤber Gott hinuͤber⸗ ſehen und ſich uͤber ihn erheben will— alle dieſe ſieht Gott nicht an, kann ſie nicht anſehen, weil er nur ſieht, was ſich unter ihn beugt. Darum beuge dich, o Menſch! und beuge dich immer, auch wenn du ſchon begnadigt biſt, wenn Gott dich anſehen, bei dir wohnen und bei dir bleiben ſoll. Mel. 10. Wach' auf, mein Herz, und ſinge. 1. Das ewige Erbarmen gehört nur für die Armen. Wen ſeine Sünden drücken, den will der Herr erquicken. Ihr blinden ſichern Chriſten lebt in des Fleiſches Lüſten. Ihr bleibt in Satans Armen; da hilft euch kein Erbarmen. 2. Wollt ihr zu Jeſu Heerden, müßt ihr zerknirſchet werden, das heißt, ihr müßt die Sünden als Greu'l vor Gott empfinden, ihr müßt mit innern Schmerzen in euren böſen Herzen die Lüſte und die Tücken durch Gottes Licht erblicken. 5( dizu ſir kummt de hind QAꝗꝑòx 33. ( Voll nand in⸗ rh. 6 T Krufte ter vor Nenſc toch i etmag iu ihm ſoll ki venn Gott u bei ihm cus un jtin d ſggt henen, die V ſind, auf ahn üöhten. i h, ſondern Der Hilſt „ gebeugt, des und de rlagen hat In, d. i er heilt ihr 1 Die arne a über Alle ejeftllt ihe n hen kan, Lufſchlagn karſchte nd 2t hinibe- pieht Got dh was ſic dend beuge nn Gott M „Wen ſein inen ſchen anis Armen; a zeden, das mmnden, ir a ie ud e 81 3. Wer ſo vom Schlaf erwachet und haſſet, was er machet, und um Erbarmen ſchreiet, wird von dem Fluch befreiet. Doch wenn du jetzt gleich denkeſt, daß du zu Gott dich lenkeſt, wirſt du doch bald mit Schrecken viel böſe Luſt entdecken. 4. Wenn du dir vorgenommen, mit Ernſt zum Heil zu kommen, wird das, was du verſprochen, nur allzu ſchnell gebrochen. Du magſt dich ſehr bemühen, dein Herz zu Gott zu ziehen, es wird doch tückiſch bleiben und dich zum Böſen treiben. 5. Es liegt nicht nur am Wollen, denn was wir Sünder ſollen, dazu ſind wir erſtorben und durch und durch verdorben. Das Wollen kommt von oben; in deinem Herzen toben viel tauſend böſe Kräfte, die hindern dein Geſchäfte.„ Waf. 53. 22. Februar. Gott iſt es, der in euch wirket das Wollen und Vollbringen nach ſeinem Wohlgefallen.(Phu. 2, 13.) Nie⸗ mand kann zu mir kommen, es ſei denn, der Vater ziehe ihn— es werde ihm denn von meinem Vater gegeben. (Inh. 6, 44. 65. Was der Menſch aus eignem Willen und mit natuͤrlichen Kraͤften anfaͤngt, geht nicht weit, oder iſt nicht rein und lau⸗ ter vor Gott— nicht in Gott gethan. Soll denn aber der Menſch die Haͤnde in den Schooß legen und weder wollen aoch wirken, weil er ohne des Vaters Zug und Kraft nichts vermag? Soll er warten und ſtille ſitzen, bis Gott anfaͤngt zu ihm zu kommen? Auf gewiſſe Weiſe allerdings; denn er ſoll kein Werk anfangen, ohne zuvor ſich im Geiſte, und, wenn es moͤglich iſt, auch mit Leib und Seele ſich vor ſeinem Gott und Heilande niederzuwerfen und ſich Kraft und Staͤrke bei ihm zu holen. Denn Gott iſt nicht ferne von einem Jeden aus uns; in ihm leben, weben und ſind wir, und er wohnt ja in denen, die ſich vor ihm beugen, und wirket, wie Jeſus ſagt,(Joh. 5, 17.) immerdar, wirket alſo auch in dem Alles, 6 82 der gebeugt und zuverſichtlich Alles in ihm beginnt. Du darfſt alſo keineswegs aufhoͤren zu wirken, ſondern nur auf⸗ hoͤren in deinem eignen Namen das Netz auszuwerfen; du ſollſt es nur im Namen Gottes und Jeſu anfangen, ſo wird er es nie daran fehlen laſſen, in dir Wollen und Vollbringen zu wirken, dich zu allem Guten zu ziehen, dir Alles zu geben, was du noͤthig haſt. Mel. 10. Wach' auf, mein Herz. 1. Das Wollen und Vollbringen wird dir wohl nie gelingen. Du mußt an dir verzagen, das Herz zum Kreuze tragen. Da, da hängt dein Erbarmer. O, freue dich, du Armer! Er wird nach deinem Kränken dir ſelber Alles ſchenken. 2. Du ſollſt mit ſtillem Flehen ihm auf die Hände ſehen, dein Herz ſoll in ſich kehren, des Geiſtes Säuſeln hören. Bei ſanfter Glaubens⸗Stille ergießt ſich Jeſu Fülle. Da fühlt man Gottes Züge, greift zu und kommt zum Siege. 3. Durch ſtille ſein und hoffen wird hier das Ziel getroffen. Im Schooß ſollſt du ihm liegen; er ſtreitet, er wird ſiegen. Das Beten, Ringen, Kämpfen, die Macht der Feinde dämpfen, Verläugnen, Thun und Wachen ſollſt du durch ihn nur machen. 4. Wirf dich in ſeine Arme und ſchrei: O Herr, erbarme!l und führe meine Sachen, ich ſelbſt kann gar nichts machen. Mein Thun iſt lauter Sünde; und ſo, wie ich mich finde, ſo komm' ich ſchwer beladen, du haſt mich ſo geladen. 5. Du biſt zu uns gekommen, haſt Sünder angenommen; ja um ſie aufzuſuchen, ließ'ſt du dir ſogar fluchen. Ich kann mich ſelbſt nicht heilen, doch darf ich nicht verweilen. Drum bitt' ich, Quell der Gnaden! o heile meinen Schaden! 54. 23. Februar. Die Elenden und Armen ſuchen Waſſer, und iſt nichts da; ihre Zunge verdorret vor Durſt. Aber ich, der Herr, will ſie erhören; ich, der Gott Iſraels, will ſie nicht verlaſſen.(Jeſ. 41, 17.) der hen Peg wüſten, den, wo Troſt ſu Herſele Herm, blick, a wie Hio ten und dir, ſo nicht da verlaſſen ihrer Bi unnoͤgli ſem Sch Dunkelh ihre Aug 1. Vel Ouulen; Gunadenbl kann nicht Heuthelein 2 Vor deinem R mir Schre ich, wer b Sünde u 3. Und daß ich le Bünde, we Sonrenli ginnt. d 2n mi a — werfen; da —zen, ſ wid 2 Vollhingn les zu gäig s zelingen. di b Da, da hung — nach deien ¹e ſehen, a — Bei ſanitr ₰ man Gotte noffen. In *. Das Beten * Verliugnn rbarmel ud Mein Thun roy ich ſchwer anren; ja un an mich ſelbſt dirch, Ouel 83 — Der Herr fuͤhrt manche Seelen auf ſehr harten und rau⸗ hen Wegen durch das Leben. Sie wandeln wie durch Sand⸗ wuͤſten, wo ſie kein Waſſer des Troſtes und der Labung fin⸗ den, wo alle Quellen vertrocknet zu ſein ſcheinen. Wo man Troſt ſucht, findet man keinen, ſondern uͤberall noch groͤßeres Herzeleid. Und ſelbſt im Innern, in dem Heiligthume des Herrn, zeigt ſich bei allem Flehen und Weinen kein Gnaden⸗ blick, als wenn Gott verwandelt waͤre in einen Grauſamen, wie Hiob meinte.(Cap. 30,21.) Man hat mich in Koth getre⸗ ten und gleich geachtet dem Staub und Aſchez ſchreie ich zu dir, ſo antworteſt du nicht, trete ich hervor, ſo achteſt du nicht darauf.(Vers 19. 20.) Damit muͤſſen ſich Seelen, die alſo verlaſſen zu ſein ſcheinen, wie Hiob, troͤſten. Die Erhoͤrung ihrer Bitte wird und kann nicht ausbleiben. Gott kann ſie unmoͤglich verlaſſen, wenn es gleich ſo ſcheint. Er iſt in die⸗ ſem Schreien, Seufzen und Sehnen ſchon nahe, und in dieſer Dunkelheit ihr verborgnes Licht, das zu ſeiner Zeit helle in ihre Augen ſtrahlen wird. Mel. 29. Hier legt mein Sinn. Oder: Wir ſind vom Vater. 1. Verſchmachten muß die müde Seele! Wer iſt's, der meine Qualen zähle? Ich ſehe vorwärts und zurück und finde keinen Gnadenblick. Ich ſuche Troſt und finde keinen! ich möchte gern und kann nicht weinen! und weint' ich, ach! ſo ſcheinen mir die Thränen Heuchelei vor dir. 2. Vor dir, den ich umſonſt jetzt ſuche; mich drückt die Laſt von deinem Fluche! wie fern, wie himmelfern biſt du! Ach, Alles ſtrömt mir Schrecken zu. Nicht beten kann ich, kann nicht leſen! Wer bin ich, wer bin ich geweſen? Ach, Alles donnert wider mich, Nacht, Sünde nur, und todt bin ich. 3. Und doch— ſo ſehr ich zag' und bebe, ich leb', und wer will, daß ich lebe? Wenn Gott mich haßte, lebt' ich noch? Allein, mein Leben, welch' ein Joch?— Sei's Joch, ſei's Jammer nur und Bürde, wenn mich mein Schöpfer haſſen würde, er gönnte mir das Sonnenlicht, das Leben und die Seele nicht. 6 2 a —y — — —————— ⅓— 84 4. Zwar Nacht iſt's, ach! von allen Seiten umringen mich nur Dunkelheiten. Doch du, der mir die Sonne zeigt, der liebt mich auch noch, wenn er ſchweigt! Deckt Nachtgewölk die Sonne Gottes, die Sonne bleibt doch Sonne Gottes. Gott bleibt die Liebe! Gnädig ſein muß er, und hüllt' er ſich auch ein! 1. — 55. 24. Februar. Der Herr iſt freundlich und ſeine Gnade währet ewiglich. Denn ſo hoch der Himmel über der Erde iſt, läßt er ſeine Gnade walten über die, ſo ihn fürch⸗ ten.(Pſ. 106, 1. u. 103, 11.) Gnade! o du beſeligendes Wort! wer dich verſteht, der hat ſchon den Himmel in ſich. Doch wer nur das Wort hat und nicht die Sache, die Gnade ſelbſt, der hat wenig oder nichts; ja, es waͤre beſſer, er haͤtte gar nichts, er kennete auch das Wort nicht. Die Gnade iſt uns nicht gegeben, daß wir mit dem Worte ſpielen, ſondern daß wir wirklich in der Gnade leben und die Gnade oder den gnaͤdigen, barmherzigen, lebendigen Gott und Heiland in uns leben laſſen. Sage mir: Verſtehſt du, was dies heiße? Haſt du die Gnade des leben⸗ digen Gottes an deinem Herzen erfahren?— O ſo bewahre, benutze, gebrauche ſie, damit ſie dir nicht entzogen werde. Denn ungebraucht ſchwindet ſie. Wenn du aber in ihr lebſt und ſie gebraucheſt, vermehret ſie ſich und waͤchſt. Sei aber demuͤthig dabei und vergiß nicht, daß ſie umſonſt gegeben iſt; laß Gnade Gnade bleiben und mache kein Verdienſt daraus, aber auch kein Polſter der Traͤgheit, um darauf einzuſchlafen. Sie muß dich munter, wachſam, thaͤtig und lebendig in Chriſto machen und erhalten. Die Gnade waͤhret ewiglich — verkuͤrze ſie dir nicht. Die Gnade waltet himmelhoch, in ſolcher Fuͤlle, als alle Himmel nicht faſſen moͤgen, uͤber uns alſ voh vermäͤgen 1. So find ih Etwas qu Quelle; d 2 Dob mir gezi ſchudig. mein Geb 3 Ta er is wir auch nicht bleiben, 4. Der ſeines Ge Triuhei drauchen, 5. We die Alls: und Alles Sirnder g ingen nih der lieht b Sonm Gete —e Liebel Gudi 1 — nade währe er der Eh u ſo ihn ſitt a) verſtht,d — das Wottt at werig ir Öts, er kemn d gegeben, dj zoirklich ina s barmherzijn drn. Sage m Jade des lelg. — ſo bewahte ogen werd ge in ihr lhe aet. Sei tl ait gegeben t ienſt darme n einzuſchit b d lebendi! hret et 3 mmehehi 8⁵ alſo wohl reichlich genug, daß wir Alles, alle Tage, durch ſie vermoͤgen und nicht ſchlaͤfrig und traͤge ſein duͤrfen. Mel. 10. Wach' auf, mein Herz, und ſinge. 1. So kann ich mich mit Freuden in dem Erbarmer weiden. Da find' ich neue Stärke, da thu' ich gute Werke. Und wenn mich Etwas quälet, wenn viel, wenn wenig fehlet, ſo weiß ich meine Quelle; die hilft auf alle Fälle. 2. Doch, was ich Gutes habe, iſt Alles ſeine Gabe. Wie könnte mir's geziemen, mich ſelbſt vor ihm zu rühmen? Ich bin ja Alles ſchuldig. Gott Lob, daß er geduldig die großen Mängel träget und mein Gebrechen pfleget! 3. Was Jeſus mir gegeben, das ſoll mich nicht erheben. Wollt' er es mir entziehen, müßt' ich zur Hölle fliehen. Doch mach's mich auch nicht träge; es hemm' nur eigne Wege. Wenn wir im Weinſtock bleiben, ſo muß es Früchte treiben. 4. Der Ueberſchwang der Liebe wirkt gleiche Liebestriebe; und ſeines Geiſtes Walten weiß uns in Zucht zu halten. In fauler Trägheit leben, heißt Jeſu widerſtreben; wenn wir die Kraft nicht brauchen, muß Gnade ganz verrauchen. 5. Wer ſich der Gnad' ergeben, muß in der Gnade leben, in ihr, die Alles machet, die leitet, ſorgt und wachet. Da kann man Nichts und Alles durch unſern Troſt des Falles. Da wird der ſchlechtſte Sünder gerecht und Ueberwinder. — 56. 25. Ffebruar. Wenn dem Verderben geſteuert wird, ſo kommt die Gerechtigkeit überſchwenglich.(Jeſ. 10, 22.) Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unter⸗ ginge, und die Berge mitten ins Meer ſänken, wenn gleich das Meer wüthete und wallete.(Pf. 46,3.4) Wer iſt der, daß ihm auch Wind und Meer gehorchen? (Matth. 8, 27.) Das Verderben in aller Welt, in der wir leben muͤſſen, iſt groß, ſie liegt im Argen. Die Frommen aller Zeiten ha⸗ 86 ben unſer Leben in der Welt immer einer gefahrvollen Fahrt auf dem Meere verglichen. Da muͤſſen Winde wehen, Stuͤrme kommen, ſonſt kommt das Schiff nicht in den Hafen. Doch unter allen Stuͤrmen und Gefahren fuͤrchtet ſich der aͤchte Chriſt nicht, ſo wenig als der heilige Saͤnger ſich fuͤrchtete, indem er dieſen Pſalm ſang. Das Meer dieſes Lebens mag wuͤthen und wallen, wie es will, wer den rechten Steuermann bei ſich im Schiffe— im Herzen hat, faͤhrt ſicher und ohne Gefahr und gelangt ohne Schaden in den Hafen der Ruhe. Ja, wer den Herrn bei ſich drinnen hat, der zittert nicht, wenn die Welt unterzugehen ſchiene, und die Berge einzufallen drohten. Denn er iſt ſtaͤrker als die Berge und das Meer, er iſt der Herr der Welt; er kann Allem ſteuern. Mel. 14. Nun ſich der Tag geendet. Oder: Dein treues Aug' hat. 1. Mein Heiland iſt mein Steuermann; ſo groß an Macht und reu' treff' ich auf Erden keinen an, er ſteht mir immer bei. Mein Schifflein hat er ſelbſt gebaut, ſo waſſerdicht und feſt. Mit Wind und Meer iſt er vertraut, und niemals mich verläßt. 2. Oft läßt er wohl geraume Zeit mich ziehn durch Sturm und Nacht; doch hat er meine Sicherheit ſchon vor dem Sturm bedacht. Er ankert ſelber her und hin und lenkt der Winde Lauf; den Landungsplatz hat er im Sinn und führt mich ſicher drauf. 3. Will oft mein Glaube ſinken dann, ſo wandelt er daher, gebie⸗ tet als ein Felſenmann dem Sturme und dem Meer.„Hier bin ich, ruft er, fürcht' dich nicht! und glaub' und liebe nur! Ich bleibe in der Nacht dein Licht auch ohne helle Spur.“ 57. 26. Februar. Habe deine Luſt an dem Herrnz er wird dir geben, was dein Herz wünſchet.(pſ. 37,4) Iſt auch ein Gott außer mir? Es iſt kein Hort, ich weiß ja keinen.(eſ. 44, 8.) Durchſuche den Himmel, durchſuche die ganze Erde, einen beſſern Herrn wirſt du nicht finden; Keinen, der dir giebt und gehen ha Sindet Hery, d 1 halte unmng zu und ſie auf den läſſen, darfſ, Einzige veer gic ret?, Eins m einzige denn he Ales hi ale Be die Arn ter aus ihm hä rerlang ehe du von al geht, hen a. Mal 1. J er gern. keine Sa 2. G Guude! mimmt d 3. D. ¹vollen F 1 I hen, Stürne ſafen. Dac 9 der äche 1ich fürchn, Lebenz ng * Steuernan eer und ühne *n der Ruh. S zittert nigt ze einzufuln d das Na aug! hat. k Mact mw ur bei. Mu „ Mü Vi — uu Sturm und turm bedadt rff. daher, gebie⸗ „Hier bin ich G hleibe in der ridir geben an ein Got minen. G anErde, im 2 r giebt und ri Lauf, da 87 geben kann, was dein Herz wuͤnſchet; Keinen, der dir die Suͤnde tilgen, dein Gewiſſen heilen; Keinen, der dir ein neues Herz, einen himmliſchen Sinn, Kraft und Luſt, ſeine Gebote zu halten, geben kann; Keinen, der dir die lebendige Hoff⸗ nung zum ewigen Leben, zur goͤttlichen Herrlichkeit ſchaffen und ſie ſo verſiegeln und verpfaͤnden kann, wie er; Keinen, auf den du dich in aller Noth ſo zuverſichtlich und gewiß ver⸗ laſſen, von dem du ſo kraͤftige und ſchnelle Huͤlfe erwarten darfſt, als von ihm. Er iſt alſo der Unvergleichbare, der Einzige im Himmel und auf Erden. Aber wer kennt ihn, wer glaubt ihm alſo? Wem iſt der Arm des Herrn offenba⸗ ret?„Nur, wer es erfahren, weiß allein, wie gut es ſei, Eins mit ihm ſein.“ Habe deine Luſt an ihm, das iſt die einzige Bedingniß, ſo wird er dir Alles ſein, Alles geben, was dein Herz verlangt. Gieb nur dein Herz her, ſo giebt er dir Alles hin. Sei nur ganz ſein, ſo iſt er ganz dein. Wenn alle Begierden deines Herzens auf ihn gerichtet ſind, wie ſich die Arme eines in Flammen liegenden Kindes nach der Mut⸗ ter ausſtrecken;z wenn dein Verlangen ihn ſo umfaßt, ſo an ihm haͤngt, ſo wird er dir wohl mehr geben, als dein Herz verlangt, mehr als es verlangen kann; denn du kannſt dir, ehe du es erfahren und genoſſen, keine Vorſtellung machen von all dem Guten, Herrlichen und Seligen, was er denen giebt, die ihre Luſt an ihm haben. Kein Auge hat's geſe⸗ hen ꝛc.(1 Cor. 2, 9.) Mel. 22. Schon deines Namens. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge mich. 1. Ich weiß noch keinen beſſern Herrn; was mir gefällt, das thut er gern. Doch weiß ich keinen ſchlimmern Knecht, ich mach' ihm keine Sache recht. 2. Gott Lob! daß mir mein Herr vergiebt und mich aus freier Gnade liebt. Gott Lob! daß er mich dulden kann. Gott Lob! er nimmt die Sünder an. 3. Drum bleib' ich ſtets bei dieſem Herrn, und das von ganzem 88 Herzen gern, weil er mehr, als ich wünſche, thut; ja, bei ihm hab⸗ ich's ewig gut. Woltersdf. — —-—õ———õ—õ—ꝛ————y— 58. 27. Februar. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet; und ringet darnach, daß ihr ſtille ſeid, und das Eure ſchaffet.(1 Theſſ. 4,10. 11.) Denn wir hören, daß etliche unter euch unordentlich wandeln und arbeiten nichts, ſondern treiben Vorwitz. Solchen aber gebieten wir, und ermahnen ſie, durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum, daß ſie mit ſtillem Weſen arbeiten.(2 Theſſ. 3, 11.12.) Der verborgene Herzens⸗ Menſch mit unverrücktem, ſtillem und ſanftem Geiſte, der iſt vor Gott köſtlich.(1 Petr. 3,4.) Solche Ermahnungen der Apoſtel ſind auch in unſern Ta⸗ gen nicht uͤberfluͤſſig, denn es giebt auch jetzt viele muͤßige Schwaͤtzer, die viel vom Chriſtenthume ſprechen und wenig thun. Deswegen ſind dieſe Worte der Apoſtel jedem wahren Chriſten heilig; denn er bildet ſich nicht ein, es ſchon ergrif⸗ fen zu haben, er jagt ihm aber nach und beſtrebt ſich immer voͤlliger, d. i. vollkommner, treuer, eifriger, fleißiger zu wer⸗ den, in jeder Hinſicht, in ſeinem geiſtlichen und leiblichen Be⸗ rufe, in allen Stuͤcken zu wachſen an dem, der das Haupt iſt. Er weiß Herzensſtille mit Berufstreue und unermuͤdeter Arbeitſamkeit zu verbinden. Und wer das nicht weiß, kennt die Gnade Chriſti, die Kraft des Evangeliums nicht. Der aͤchte Fromme laͤßt ſich von Gott und Menſchen nie anders antreffen, als beim Gebete, oder in der Arbeit, oder, wenn es am beſten mit ihm ſteht, bei beiden zugleich; denn er weiß zu gut, daß das muͤßige Schwatzen, auch oft uͤber gute Dinge, nur das Herz zerſtreut, die Seele leer und geiſtlos A bei ihn ih Woltenzdt — — ir, daßit Aß ihr ſill — Denn wir 1undeln und * Solcha ſch unſen An Veſn n Herzens⸗ d Geiſt dunſern d le mißige r und wenig »im wahren oon ergtif Zich immer Ir zu wer⸗ aichen Be⸗ 2s Haupt rmuͤdeter iß, kent cht. Der rrie anders er, wen ga erwii Fiber gute d geffle — 89 laͤßt, anſtatt ſie mit Salbung zu erfuͤllen. Wenn der Mund viel plaudert, iſt gewiß keine Gnade, kein Friede im Herzen. Ein Herz voll Frieden Gottes bewahret ſeinen Schatz, deckt ihn zu und arbeitet lieber, als daß es ſchwatzet. Ein Viel⸗ ſchwaͤtzer, ein muͤßiger, unthaͤtiger Menſch iſt gewiß kein Chriſt, ſei es auch, daß er nur uͤber Bibel und Chriſtenthum ſchwatzt; viel weniger, wenn er von verborgenen und zukuͤnf⸗ tigen Dingen faſelt, von denen er nichts weiß, ſondern mit Vermuthungen, wie mit der Stange im Nebel, herumfaͤhrt. Der Apoſtel ſagt uns, daß wir unſer Chriſtenthum nur durch Stilleſein und Arbeiten beweiſen ſollen. Petrus ſagt: Nicht ein vielwiſſender, nicht ein vielſchwatzender, ſondern ein ſtiller, ſanfter Geiſt iſt koͤſtlich vor Gott, ein Her⸗ zens-Menſch, nicht ein Zungen⸗ und Maul⸗Chriſt. Leſet ſiebenmal dieſe apoſtoliſchen Ermahnungen, betet und pruͤfet euch. Paulus bittet und beſchwoͤret euch durch Jeſum Chriſtum dazu. Laſſet euch erbitten; und widerleget durch That die ungerechten Vorwuͤrfe, die man der Froͤmmigkeit macht; zeiget durch euren fleißigen und ſtillen Wandel, daß Chriſti Geiſt uns bei aller Innigkeit und Stille doch nicht traͤge und unthaͤtig macht. Mel. 22. Schon deines Namens. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge mich. 1. O ſanfter Jeſul ſtilles Lamm! der ſtillen Seelen Bräutigam! hier legt ſich ein zerſtreutes Herz mit Reue vor dir niederwärts. Ich fühle die verkehrte Art, die ſich nicht gern in dir bewahrt. Denn ehe ich mich's kaum verſehn, ſpür' ich ſchon eitle Winde wehn. 2. Wie bald ſchweift hier mein Denken aus? wie bald fährt dort ein Wort heraus? wie oft geb' ich dem Fleiſch Gehör? wie ſchnell häuft dies ſich immer mehr?— Bald leid' ich bei der Welt Gefahr und nehme meiner ſelbſt nicht wahr. Sie macht mich gar ſo leicht zerſtreut; da fühl' ich Geiſtes⸗Trockenheit. 3. Bald fängt mich dieſe böſe Art in deiner Kinder Gegenwart. Da glaub' ich ſicherer zu ſein. Doch ſtellt ſich Satan auch mit ein. 90 Sonſt beſſert die Gemeinſchaft ſehr; ſo aber ſchadet ſie nur mehr. Wir werden mit einander kalt durch unſers leichten Sinns Gewalt. 4. Ein andermal gelingt es mir. Ich freue mich und danke dir. Doch mitten in dem frohen Muth macht's kühner Leichtſinn gar nicht gut. Komm, Jeſu, komm ins Herz und Haus und treib den eitlen Sinn hinaus! und laß mich fleißig, ſtill und rein und einen Herzens⸗ Menſchen ſein!* Waf. — — 59. 28. Februar. Herr, wer iſt dir gleich?—— wer iſt ſo mächtig, heilig, ſchrecklich, löblich und wunderthätig?(Moſ. 15,11. Herr Gott Zebaoth, wer iſt wie du?(ſ. 89, 9.) Des Herzens Luſt, Herr! ſtehet zu deinem Namen, und zu deinem Gedächtniß.(Seſ. 26, 8.) War der Herr den frommen Herzen des Alten Bundes das hoͤchſte Gut, mit dem nichts zu vergleichen iſt; hat er ſich ihnen ſchon ſo uͤberſchwenglich mitgetheilt, da die Wolke noch uͤber dem Heiligthume hing; haben ſie ihn ſchon ſo er— fahren, daß ihnen alle Luſt zu allen andern Dingen verging und er und ſein Andenken die einzige und hoͤchſte Freude ihres Herzens war; was ſollen wir im N. B. erfahren, wo Alle mit aufgedecktem, enthuͤlltem Angeſichte, wie in einem Spie⸗ gel die Herrlichkeit des Herrn ſchauen und in daſſelbe Bild umgewandelt werden?(2 Cor. 3, 18. und 4, 6.) Was hat er an uns gethan? was thut er taͤglich an Seelen, die ſeiner har⸗ ren? was wird und will er in Ewigkeit an uns thun— ge⸗ maͤß ſeinen Verheißungen? Wer das weiß und im Genuſſe ſeines Heiles lebt, der ruft freilich voll Verwunderung tau⸗ ſendmal aus: Herr! wer iſt dir gleich! Dem kann kein Ge⸗ danke an etwas Anderes aufſteigen; der kann keinen Wunſch, außer oder neben ihm Etwas zu beſitzen, in ſeiner Seele be⸗ herbergen. Wer iſt ſo guͤtig, ſo freundlich, ſo gnaͤdig, wie nur wehr. =us Gewal. d danke 5 5 nn gar nit den eit ei tlen 3en Deren — jmiͤchtg 9 Roſ. 15, ll. * 9) Des —. und zu A Bundes ; hat er rie Wolke Non ſo a⸗ d verging aide ihres wo Ale tin Spie⸗ hie Sid der an ar har⸗ u- gr⸗ nenuſſe arz tau⸗ an Ge⸗ nunſch, ale be⸗ a, wie —————— 91 er? Wer giebt, wer vergiebt ſo viel und ſo oft, wie er? Wer haͤtte ſo viele Geduld und Langmuth mit unſern ſchwa⸗ chen Herzen, die immer den Irrweg wollen, die ſo oft von ihm abweichen? Nein, ſo iſt Keiner, wie er. Sein Name, ſein Gedaͤchtniß ſei und bleibe die einzige Luſt unſers Herzens. Nichts ſei uns ſo lieb, wie er. Es mag ſo ſchoͤn, groß, rei⸗ zend und vielverſprechend ſein, als es wolle, ihn ſoll es uns nicht aus dem Herzen verdraͤngen; ſeine Stelle ſoll Nichts in unſerm Herzen einnehmen. Er ſei es ganz allein, den unſre Seele umfaͤngt, haͤlt und nicht mehr gehen laͤßt. Ihm muͤſſe Alles weichen; er muͤſſe Alles aus unſerm Gemuͤthe verdraͤn⸗ gen, was neben ihm nicht beſtehen kann. Unſer ganzes We⸗ ſen ſage jeden Augenblick, als wie mit tauſend Zungen: Herr, wer iſt wie du?! Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Ich weiß nicht, was ich wünſchen könnte, das liebſte Weſen iſt ſchon mein! Wenn man mir alle Welten nennte, ich zieh' ihn vor und bleibe ſein. Wie viele gehn einher vergebens! Sie ſuchen nicht die Quell' des Lebens. 2. Der Eine denkt, er hab's ergriffen. Und was er hat, ver⸗ ſchwindet gleich. Der will die ganze Welt umſchiffen; getäuſcht iſt jeder, keiner reich. Der läuft nach einem Lorbeerkranze, betrogen en dem ird'ſchen Glanze. 3. Hat Gott ſich euch nicht kund gegeben? Vergeßt ihr, wer für euch verblich? Wer dort am Kreuz ſein Blut und Leben für uns hin⸗ gab ſo mildiglich? Habt ihr von ihm denn Nichts geleſen, wie himm⸗ lſſh gut er uns geweſen? „Wie er vom Himmel hergekommen— der Schöpfer als ein Maaſaeneimdt Welch Wort die Welt von ihm vernommen? wie viel durch ihn geneſen ſind? wie er von Liebe nur beſeelet, das Kreuz, den Tod, das Grab gewählet? 5. Kann dieſe Botſchaft euch nicht rühren? Iſt ſo ein Menſch euch nicht genug? Und öffnet ihr nicht eure Thüren dem, der die Hölle für euch ſchlug? Laßt ihr nicht Alles für ihn fahren? wollt ihr eu'r Herz nicht ihm bewahren? 92 6. Nimm du mich hin, du Gott der Liebe! Du biſt mein Leben, meine Welt! Wenn nichts vom Irdiſchen mir bliebe, ſo weiß ich, wer mich ſchadlos hält. Du giebſt mir Alles, Alles wieder; anbetend ſink' ich vor dir nieder.* Hrdbg. —— ⸗-—õ——————————-——— 60. 29. Februar. Er wird ſeine Heerde weiden, wie ein Hirte.(Jeſ. 4,11.) Der Iſrael zerſtreuet hat, wird's auch wieder ſammeln, und wird ihrer hüten, wie ein Hirte ſeiner Heerde.(Jer. 31, 10) Siehe, ich will mich meiner Heerde ſelbſt annehmen, und ſie ſuchen, wie ein Hirte ſeine Schafe ſuchet, wenn ſie von ſeiner Heerde verirret ſind.(Ezech. 34, 11. 12.) Die drei großen Propheten, Jeſaia, Jeremia und Eze⸗ chiel, bezeugen uns die Hirtentreue Jeſu, die er uns ſelbſt (Joh. 10. und Luc. 15.) ſo ſchoͤn und ruͤhrend geſchildert hat. Er iſt kein furchtbarer, ſchrecklicher Herrſcher, er iſt unſer Hirte; er betrachtet uns nicht als ſeine Sklaven, ſondern als ſeine Schafe; er ſucht nicht Wolle oder Nutzen und Vortheile von uns, ſondern unſer Wohl und unſre Seligkeit. Er verachtet keines ſeiner Schafe, auch das elendeſte nicht, auch die verirr⸗ ten, verlornen nicht, er ſucht ſie mit unermuͤdetem Eifer; und hat er Eines gefunden, ſo iſt ihm, als haͤtte er ein Koͤnigreich gefunden. Er nimmt Alle an zu ſeinen Schafen. Was die Welt verachtet und auswirft, das ſammelt er mit Sorgfalt und Liebe, huͤtet und bewahret es mit zaͤrtlicher Treue. Er uͤberlaͤßt ſeine Schafe nicht den Miethlingen, er nimmt ſich al⸗ ler ſeiner Schafe ſelbſt an. Welche Vortheile hat alſo ein Schaͤflein Chriſti, das ihn als ſeinen guten Hirten kennt, ſeine Hirtentreue erfaͤhrt und unter ſeiner Hut ſteht! Ach, warum eilen ihm nicht alle Menſchen zu? Warum verſchmaͤ⸗ ———— in Leben, vei ih, anbetend Uriha. — — Cce. Ce. =wieder ſeiner Heerde se ſeine erirret d Eze⸗ ſelbſt t. E hirtez z ſeine Pile von aachtet Gerirr⸗ it und exreich Ss die 3 ggfalt Er ach al⸗ o ein ennt, 46 Ich, a chmä⸗ 93 hen ſo viele dieſes große Gluͤck, ein Schaͤflein Chriſti zu ſein? Wann kommt die Stunde, da nur Ein Hirt und Eine Heerde ſein wird? Sie wird, ſie muß kommen; der Iſrael zerſtreuet hat, wird's auch wieder ſammeln. Mel. 98. Run danket Alle Gott. 1. Ihr Menſchen möget euch mit tauſend Sachen plagen; ich will euch meinen Sinn mit Einem Worte ſagen: Läßt ſich gleich Jeder⸗ mann mit andern Dingen ein; mich freut, mir gnügt nur dies, ein Schäflein Chriſti ſein. Waf 61. Erſter Maär:. Paſſions⸗Betrachtungen. Wenn man aber ſagen wird: Was ſind das für Wunden in deinen Händen?— Wird er ſagen: So bin ich geſchlagen im Hauſe derer, die mich lieben.— Schwert, mache dich auf über meinen Hirten, und über den Mann, der mir der Nächſte iſt, ſpricht der Herr Zebaoth.(Zach. 13, 6. 7.) b Die dich liebten, ſchlugen dir deine Wunden?! Die dich lieben ſollten, das Volk, das nach deinem Namen genennt wird, das in aller Welt dafuͤr bekannt ſein wollte und ſtolz darauf war, daß es den wahren Gott kenne und ſeinen Sohn als Meſſias, Erloͤſer und Heiland vom Himmel herab er⸗ warte. Dieſes Volk hat dich geſchlagen, deine ſogenannten Geliebten, Auserwaͤhlten, Iſraels Kinder. Wer ſchlaͤgt jetzt den Herrn? wer anders, als eben wieder ſein Volk, das ſich nach ſeinem Namen nennt und dafuͤr bekannt ſein will, daß es an Chriſtum glaube, ihn ehre und liebe. Die Heiden ſchlagen ihn nicht, ſie kennen ihn nicht. Aber die Seinigen, 94 die ihn lieben ſollten, ſchlagen mit allen Waffen der Suͤnde auf ihn zu. Und er laͤßt ſich ſchlagen, um zu heilen, die ihn ſchlagen!— Auch der Vater hat dieſelbe Liebe zu den Un⸗ dankbaren, daß er das Schwert des Todes uͤber ſeinen Sohn herausfordert, uͤber den, der ihm der Naͤchſte iſt an goͤttli⸗ cher Natur und ewigem Weſen. Welch ein Wort im Munde Gottes: Schwert! mache dich auf, ſchlage meinen Hirten— fuͤr die Schafe— ſchlage den, der mir am naͤchſten, am aͤhnlichſten iſt— damit die Entfernten von mir, die Tiefge⸗ fallenen, nahe gebracht und heraufgeholt werden aus ihren Tiefen, aus Abgruͤnden des Verderbens. Siehe da den Rath⸗ ſchluß Gottes, das Urtheil uͤber ſeinen geliebten Sohn, zu deiner Seligkeit! Der Vater hat all den Leiden gerufen uͤber ſeinen Sohn, nicht, weil er ihn nicht liebte, ſondern weil ſie beide die Menſchen gleich lieb hatten, von denen ſie nicht ge⸗ liebt, ſondern gehaßt wurden. O Liebe! nimm dir unſere Herzen gefangen! Da iſt das meine!— Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Sünder! freue dich von Herzen über deines Jeſu Schmerzen! Laß bei ſeinem Blutvergießen ſüße Freudenthränen fließen. Er hat ſich für dich gegeben. Such' in ſeinem Tod das Leben. Ihn am Kreuze anzuſehn, ſoll dir Leib und Seel⸗ durchgehn. 2. Ach, wie groß iſt dein Verderben! Ohne Jeſus mußt du ſterben! Blind und todt ſind deine Kräfte, Sündigen iſt dein Geſchäfte. Ja, im Himmel und auf Erden kann dir nicht geholfen werden. Willſt du nun nicht gar vergehn, mußt du ihn am Kreuze ſehn. 3. Gott im Fleiſch, mit Dorn'n gekrönet, hat dich mit ihm ſelbſt verſöhnet. Seine Thränen, Schweiß und Wunden hat die Lieb' zu dir erfunden. Ihm, ihm bleibt allein die Ehre, daß er deinen Tod zer⸗ ſtöre. Kannſt du ihn am Kreuze ſehn, ſo wirſt du vor Gott beſtehn. 4. Fühlſt du nun die Macht der Sünden, wie ſie deine Seele binden, wie ſie dein Gewiſſen quälen, wie dein Jammer nicht zu zählen, o ſo komm mit deinen Ketten, der am Kreuze will dich retten. Wahrlich! Gottes Heil genießt, wem ſein Blut ins Herze fließt! r Sünde die ihn den Un⸗ en Sohn in gatti⸗ Munde irten— den, am Tieſge 1 ihren n Rath⸗ Ahn, zu efen uͤber weil ſie icht ge⸗ unſere D werzen! n Er hat hn am gerben! 2 Ja, Willſt t ſelbſt geb' zu nod zer⸗ nehn. en Seele acht zu doretten. Mtl 95 5. Sünder macht der Heiland ſelig, ſein Erbarmen iſt unzählig. Er giebt Buße, er giebt Glauben, Licht dem Blinden, Ohr dem Tauben. Seine Liebe will umfaſſen Alle, die ſich retten laſſen. In ihm iſt gewiſſes Heil! Glaube, es wird dir zu Theil!* Waf. 62. 2. Marz. Er entäußerte ſich ſelbſt, nahm Knechtsgeſtalt an, ward gleich wie ein anderer Menſch— erniedrigte ſich ſelbſt und ward gehorſam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze.(Phil. 2,7. 8.) Seine Entaͤußerung und Erniedrigung koͤnnen wir nicht begreifen, weil wir ſeine Erhabenheit und Herrlichkeit, die er von Anbeginn beim Vater hatte, nicht faſſen. Wir koͤnnen nicht ermeſſen die Hoͤhe, in der er war, darum koͤnnen wir auch nicht ergruͤnden die Tiefe, in die er ſich herabgelaſſen hat. Aber genug, wir wiſſen, er war der Hoͤchſte und ward der Niedrigſte; er war der Allmaͤchtige und wurde der Ohn⸗ maͤchtigſte, der Schwaͤchſte; er war der Heiligſte und nahm die Suͤnden aller Welt auf ſich. Die Liebe zu uns trieb ihn in dieſe Tiefen herab. Denn er mußte gerade ſo tief herab⸗ ſteigen, als tief wir geſunken und gefallen waren, um uns herauszuholen aus dem tiefſten Verderben. Er hat es ge⸗ than, der treue Gott, und will dafuͤr von uns nichts als Liebe und daß wir mit Dank genießen und beſitzen, was er uns durch ſeine Erniedrigung bis zum Tode am Kreuz erwor⸗ ben hat. Wir ſollen davon leben und ſelig ſein, daß er litt und ſtarb. Alles war verloren fuͤr den Menſchen durch den Fall; Alles wurde wieder erfunden und hergeſtellt durch die Erniedrigung Gottes. Alle Menſchen waren Gefangene und Sklaven der Suͤnde, des Todes und der Hoͤlle, Alle wurden frei, erloͤſ't, losgekauft durch die Verkaufung, die Bande, — 1 3 3 3 8 3* 3 1 oöoöͤͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſſſ 96 die Gefangenſchaft und das Kreuz des Sohnes Gottes. Alles Blut auf Erden war verdorben, vergiftet und verflucht; Alles kann gerettet, geheilt, geſund und geſegnet werden durch das Blut des Verſoͤhners. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du. 1. Halleluja! Der Menſch ſoll ſelig werden. Gott ſelbſt wird Menſch und lebt und ſtirbt auf Erden. Der Sohn des Höchſten nennt uns ſeine Brüder und ehrt uns wieder. 2. Ein Menſch, wie wir, ein Kind, wie andre Kinder, in armer Knechtsgeſtalt verfluchter Sünder; ein Kind, in Heu und Stroh, am Kreuz, im Stalle, das rettet Alle. 3. Er lag, wie wir, in ſeiner Mutter Leibe, er tritt ans Licht durch die Geburt vom Weibe. Er läßt ſich uns an Allem gleich erfinden— nur nicht in Sünden. 4. Warum? weil durch den Fall die Welt verloren, und ohne Sünde wird kein Menſch geboren. Gott hieß die ganze Schaar der Menſchenkinder, verfluchte Sünder. 5. Er ſah ja ſelbſt vom Himmelsthron hernieder und ſuchte ſeine ſel'gen Menſchen wieder. Vielleicht iſt unter allen doch noch Einer!— Doch da war Keiner. 6. Drum ward im Zorn der Himmel zugeſchloſſen. Und hätte Jeſus nicht ſein Blut vergoſſen, ſo hätte Donner, Blitz und alle Plagen die Welt zerſchlagen. 7. Nun aber, da der Gottheit Sohn auf Erden verblutet, ſoll kein Menſch verloren werden. Nun lacht der Himmel, nun frohlockt die Erde— die Menſchenheerde! 8. Nun blickt der Herr mit Freundlichkeit hernieder; nun ſtrahlt ihm Einer, Einer unſrer Brüder ſo angenehm, ſo lieblich in die Augen, daß Alle taugen*). waͤf. *) Die an ihn lebendig glauben. 63. 3. März. Es iſt Ein Mittler zwiſchen Gott und den Men⸗ ſchen, der Menſch Jeſus Chriſtus, der ſich ſelbſt gege⸗ ben hat für Alle zur Erlöſung.( Tim. 2,5.6.) Für⸗ wahr, er trug unſre Krankheit, und lud auf ſich unſre tn wund (eſ. 5 5 vahr wahr aomn heſont du d hoch der he er ni durch zu be des nehm klelden den? denii dm v thaͤter Tode und! verwu den u Menſe hen un urſach zu all 1.4 leidet werden ſottes. A eſtucht, Ale ren durch d Dtt ſelbſt ni des Höchfe Jer, in arnn ¹ und Em ritt ans gi 8 Allem ble dn, und ehe 2. Schaa de * ſuchte ſit h Eimr t⸗ Und hätt itz und alr hblutet, ſoll i frohlockt aun frrafft eie Augen, Wät. 97 Schmerzen— er iſt um unſerer Miſſethat willen ver⸗ wundet, und um unſerer Sünde willen geſchlagen. (Jeſ. 53, 4. 5.) Daß unſer Erloͤſer— obwohl ewiger Gott, doch auch wahrer Menſch war, daß er fuͤhlte wie ein Menſch, daß er wahre menſchliche Natur, die des Leidens faͤhig iſt, ange⸗ nommen hatte, zeigte ſich immer in ſeinem Leben, aber doch beſonders in ſeinen letzten Leidenstagen. Darum ſagt Pau⸗ lus deutlich, der Menſch Jeſus Chriſtus, den er ſonſt Gott, hochgelobt in Ewigkeit, nennt, der in goͤttlicher Geſtalt war, der hat ſich ausgeleert und ſelbſt erniedrigt. Als Gott konnte er nicht leiden, die Liebe trieb ihn aber doch, die Menſchen durch Leiden zu erloͤſen und ihnen durch Sterben ſeine Liebe zu beweiſen, indem er ſelbſt die von ihnen verdienten Strafen des Todes duldete; darum mußte er menſchliche Natur an⸗ nehmen und ſich in unſer Elend und in unſre Schwachheit kleiden. Wer von uns moͤchte eine Schlange, ein Thier wer⸗ den? und doch waͤre das fuͤr uns nicht ſo erniedrigend und demuͤthigend, als es fuͤr den Sohn Gottes war, ein Menſch, dem verdammten Suͤndern gleich zu werden und als ein Miſſe⸗ thaͤter zu ſterben; vor Todesangſt Blut zu ſchwitzen, mit dem Tode zu ringen, ſich von Gott verlaſſen zu fuͤhlen, verflucht und verworfen zu werden von ſeinen Geſchoͤpfen, geſchlagen, verwundet, angeſpieen, unter die Uebelthaͤter gezaͤhlt zu wer⸗ den u. ſ. w. Das Alles, und wie viel mehr, that ein Gott⸗ Menſch fuͤr dich, o Seele! All' ſeine Angſt, Schmerzen, Wun⸗ den und Striemen, die du an ihm erblickſt, haſt du ihm ver⸗ urſacht, das hat er freiwillig fuͤr dich gelitten, um dich davon zu erloͤſen und dir Freude und Seligkeit zu bereiten. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du. 1. Der ew'ge Gott, der morgen, geſtern, heute, der Schöpfer, leidet für uns arme Leute. Die höchſte Kraft kann matt und müde werden und ſtirbt auf Erden. 7 98 2. Er fühlt am Oelberg, was Verdammte fühlen; er fällt zur Erde, weil wir Alle fielen. Ach, zitternd liegt er auf dem Angeſichte — im Zorngerichte. 3. Immanuel! ein Engel muß dich ſtärken! Hier kann man deine wahre Menſchheit merken. Wenn Bäche Belials auf dich zudringen; wie mußt du ringen! 4. Du fühlſt dich endlich gar von Gott verlaſſen; es iſt, als wenn dich Gott und Menſchen haſſen. Ihr Todes⸗Kinder, freut euch dieſes Bürgen! Er läßt ſich würgen. 5. So biſt du denn ein wahrer Menſch geweſen. Ich glaube fröhlich, was wir davon leſen. Du biſt erſtanden! Thomas muß es glauben; wer will mir's rauben? 6. Ihr Menſchen, wenn ihr dieſen Mann nicht kennet, ſo ſeid ihr werth, daß man euch Teufel nennet. Es iſt nur Einer, der die Menſchen krönet,— der ſie verſöhnet. 7. Das Blut ſoll euch bei ſeinem Blute wallen! Mit Zittern müßt ihr ihm zu Füßen fallen. Mit Freuden nehmt ihn an zum Gott und Fürſten; das iſt ſein Dürſten. 8. Nennt euch im Glauben ſeine ſel'gen Brüder, doch ſchenkt ihm euer Herz und Alles wieder; denn was er hat, und thut, und ſpricht und denket, iſt euch geſchenket.* Wat ———y—y—— DKVZlf̃e J-— ————y— 64. 4. März. Und ſe gingen hinaus an den Oelberg, da ſprach Jeſus zu ihnen: In dieſer Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern.— Und er fing an zu zittern und zu zagen.(Matth. 26, 30. 37.) Moͤchten alle Herzen der Menſchen ſich im Geiſte dahin begeben und nur eine Stunde recht ernſtlich betrachten, was der Heiland da fuͤr ſie gelitten hat, gewiß, ſie wuͤrden alle der Suͤnde und Welt Abſchied geben und ſich ihm in die Arme werfen— ſie wuͤrden Chriſten. Nun du, frommer Chriſt! wenn ſie Alle nicht mit dir gehen, wenn ſich Alle an ihm aͤr⸗ gern, wenn ſie Alle ſeine Leiden zu geringe achten, ſo eile doch da re liß e ſin, kannſ ſaͤrke dir ke dih; tacht Pngſte hie al hen w dern deine den e Nach ich⸗ 1,4 vider Finſtre 2. Held: den h 3.7 d, 0 vor tie 4.,7 de ſ 2 er fällt zur m man dein c dudringen, Siſt, als vem 3, freut duij 1 Ic glaub Emas nuß 2., ſo ſeid ihr er, der di Nit Zittem rahn an zum chenkt im mund ſpricht . Wat a ſpinnh Teuchale am ind zt wren, wab aden ale i Rie Arme eil doch 99 du recht oft zu ihm hin, zu deinem leidenden Verſoyner, und laß es dein liebſtes Geſchaͤft auf Erden, deine Herzensluſt ſein, in den Leiden des Erloͤſers deine Seele zu weiden. Du kannſt keine wohlriechenderen Blumen, keine Herz und Geiſt ſtaͤrkenderen Geruͤche finden, als in dieſem Garten. Es kann dir kein helleres Licht leuchten, als in dieſer Nacht, wenn du dich zu deinem Heiland am Oelberge hinwirfſt und ihn be⸗ trachteſt, wie er fuͤr dich betet, weint, ſeufzet, ringt, ſich aͤngſtet und Blut ſchwitzet. O laß dieſe heiligſte Geſchichte, die allermerkwuͤrdigſte, die je auf Erden geſchehen und geſchrie⸗ ben worden iſt, nicht vergeblich fuͤr dich geſchrieben ſein, ſon⸗ dern ſammle dir Alles, was von den Schmerzen und Leiden deines Heilandes aufgezeichnet iſt, als koͤſtliche Kleinodien in den Schatz deines Herzens und weide deine Augen Tag und Nacht daran, ſo biſt du reicher und gluͤcklicher, als alle Gluͤck⸗ lich- und Reichgenannten auf Erden. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du. 1. Komm, Kind der Nacht, das gern im Dunkeln wandelt und wider ſein Gewiſſen gottlos handelt; kommt Alle, die ihr noch das Finſtre liebet und Sünde übet. 2. Seht eine Nacht, in welcher tauſend Schrecken den allergrößten Held mit Angſt bedecken, die Nacht, in welcher Judas Frevelthaten den Herrn verrathen. 3. Dort ſinkt mein Lamm, und kniet und fällt zur Erden. Sollſt du, o König! ſo erniedrigt werden? Was dringt dein Angeſicht, vor tiefen Schrecken den Staub zu lecken? 4. Du ſchreiſt und bebeſt mit gehäuften Thränen, wie Sünder, die ſich nach Erbarmung ſehnen; du ſinkſt und ſcheinſt bei dieſes Kelches Trinken gar zu verſinken. 5. Will denn dein Gott nun nicht mehr nach dir blicken? und darf dich kaum ein Engel noch erquicken? Seht, wie ein Wurm muß ſich mein Heiland krümmen, im Jammer ſchwimmen! 6. Ach ſeht das Leben mit dem Tode ringen! Denn wer kann ſonſt den ewigen Tod bezwingen? Wahrhaftig, ihn ergreift an meiner Stelle die Gluth der Hölle. 7* 100 7. O Angſt, die ihres Gleichen nie gefunden! du ſchlägſt dem Lamm die allertiefſten Wunden. Es muß des Vaters Abſcheu an den Sünden im Zorn empfinden. Waf. 65. 5. Maͤrz. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und er betete heftiger. Es ward aber ſein Schweiß wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.(Luc. 22, 44.) Wie wenig Worte! wie kurz beſchrieben! und welch ein Inhalt! Jahrhunderte reichen nicht hin, alle Zungen und Federn ſind zu wenig, um auszuſprechen oder zu beſchreiben, was der Heiland da gelitten hat. Der Todtenerwecker, der das Leben wie der Vater in ſich ſelber hat, der Allem Leben und Odem und Alles gegeben hat, ringt mit dem Tode, iſt voll Todesangſt; wie unbegreiflich, und doch wie erfreulich, wie glaubwuͤrdig! Das Leben, der Urheber des Lebens ringt mit dem Tode, damit er allen todeswuͤrdigen Suͤndern Leben und Seligkeit mit Recht geben koͤnnte. Er ringt mit dem Tode, und die Angſt, die Bangigkeit preßt ihm Blutſchweiß aus, und du willſt dir keine Gewalt anthun, der Suͤnde, die ihn ſo quaͤlet, los zu werden. Er betet und betet immer hef⸗ tiger, dringender, und du willſt nicht anhalten im Gebete, ſondern deine Haͤnde ſo bald ſinken laſſen? Er ſchwitzt Blut wegen deiner Suͤnde; dir iſt weder angſt noch bange, du kuͤmmerſt dich nicht um deine Seligkeit; du uͤberlaͤßt das dem guten Gott und ergiebſt dich deinen Neigungen. Ach, ich fuͤrchte, daß du den blutigen Schweiß deines Heilandes unbe⸗ nutzt zur Erde fallen laͤſſeſt und daß er fuͤr dich verloren gehe. Komm doch und eile an den Oelberg, ſuche ſeine Blutstropfen, bete, ringe mit deinem Heilande, bis du ſeines Blutes Kraft und Wirkung an deinem Herzen fuͤhlſt, bis du Frieden in ihm ſette 1 arbei ſchwi 2 Vode Sege 3 Sihn 4 edler am 5 Don fluch 35 nen ſcheu Geiſ Ende 8 23, under weiß mie 44) ¹) welch äin 1ungen und S'eſchreiben zyecker, de allem Leben Tode, it bafuuüt, dens ringt eern Leben t: mit dem lutſchweß nzunde, de aummer hee am Gebete, witt But P'ange, du ant das den 6 Ic, h des unbe goren gih. ttes Krii then in hu tstrpm, 101 gefunden haſt. Aber laß es dann nicht mehr fallen, ſondern halte ewig feſt, was du in ihm findeſt. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du. 1. So ringt und dringt der Tod in ſeinem Herzen, die Seelen⸗ arbeit, Mattigkeit und Schmerzen, bis Fleiſch und Adern unnatürlich ſchwitzen und Blut verſpritzen. 2. Es fällt, wohin? auf die verfluchte Erde, daß Grund und Boden ausgeſöhnet werde. D ſüßer Thau! o Tropfen voller Segen! du goldner Regen! 3. Wer will denn nun die Welt vermaledeien? wenn Chriſti Schweiß und Blut um Gnade ſchreien? Die Erde ſoll durch dieſes ſette Thauen ſich blühend ſchauen. 4. Du aber, der du rauhe Diſteln trägeſt und keinen Trieb zu edlern Früchten hegeſt; bedenke, welch ein Fluch wird ſolcher Erden am Ende werden? 5. Muß Gottes Lamm ſo unbegreiflich zittern; Menſch, welch ein Donnerſchlag wird dich erſchüttern, wenn das:„Geht hin, Ver⸗ fluchte!“ dir begegnet, wenn's Flammen regnet? 6. Erſchrick einmal und ſinke bis zum Staubez; denn in zerſchlag⸗ nen Herzen wächſt der Glaube; der Glaube, der die Sünde heftig ſcheuet, beweint, bereuet. 7. So wird dich Schweiß und Blut von Jeſu netzen und deinen Geiſt ins Paradies verſetzen; ſo werden dieſe Tropfen ſchon auf Erden dein Himmel werden. 8. Ich aber, Lamm! ich öffne meine Lippen. Mir ekelt vor den eitlen Luſtgerippen; dein Schweiß und Blut ſoll mich bis zum Be⸗ graben unendlich laben! Waf. ——————————-———õ— 66. 6. März. Laſſet uns aufſehen auf Jeſum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der, da er wohl hätte mögen Freude haben, das Kreuz erduldete und die Schmach nicht achtete, nun aber zur Rechten der Kraft Gottes ſitzet.(Hebr. 12,2.) Wer überwindet, dem will ich geben mit mir auf meinem Stuhl zu ſitzen; wie ich überwun⸗ 10² den habe, und bin geſeſſen mit meinem Vater auf ſei⸗ nem Stuhl.(Off. 3, 21.) In heißen Leiden und tiefen Dunkelheiten iſt nichts heil⸗ ſamer, troͤſtlicher und ſtaͤrkender, als der Blick auf Jeſum, den leidenden und gekreuzigten Heiland. Darum ſchaue nicht hin und her und ſuche dir nicht da oder dort bei Menſchen und in Kreaturen deinen Troſt; ſuche ihn, wo er zu finden iſt, wo er fuͤr dich bereitet liegt— blick' auf Jeſum, der das Werk des Glaubens in dir angefangen hat, der wird und muß auch dein Vollender ſein. Sieh ihn leiden, ſterben— ſieh ihn, dem ewig alle Freude und Herrlichkeit im Himmel zu Gebote ſtand, und der doch freiwillig alle Freude verließ und fuͤr dich Kreuz und Tod erwaͤhlte, aber durch Kreuz und Tod wieder in ſeine Herrlichkeit einging. Was ſeine Gotteskraft in ſeiner Menſchheit konnte und wirkte, das kann ſie auch in dir, in deiner menſchlichen Natur: denn du biſt Bein von ſeinem Beine, Fleiſch von ſeinem Fleiſche. Wie er uͤberwunden hat in der großen Noth und Angſt, in allen Leiden, ſo wirſt auch du durch ihn uͤberwinden, wenn du im Glauben auf ihn ſchaueſt. Wie er nach ſeinem Leiden zur Rechten Gottes er⸗ hoͤht, auf Gottes Throne ſitzt, in ſeiner menſchlichen Natur, ſo wirſt auch du durch ihn erhoben werden, wenn du uͤber⸗ windeſt durch ihn. Was er durch ſich ſelbſt konnte und ward, das kannſt und wirſt du durch ihn. Folge ihm mit deinem Blicke vom Oelberge bis zur Rechten Gottes und laß ſeine Kraft in dir maͤchtig wirken, ſo wirſt du auch mit ihm vom Leiden in die Herrlichkeit eingehen. Mel. 29. Hier legt mein Sinn ſich vor. 1. In jenen dunklen Jammerſtunden ,was haſt du, Jeſus, dort empfunden! Du zagteſt in Gethſemane, mehr als kein Sünder ſchmachtete! 2. Doch konnte Gott, dein Gott, dich ſtillen; du unterwarfſt dich und Kel will Got muß Sin Kra arbe nuß ange Kran herz zwei Mar er auf ſer ünihts ſi. Ruf Jeſun, L huu iih 4 Lrſchen und dden iſ. wo — das War⸗ muß auch ſieh ihn Izu Gebote b d für dic (od wieder a in ſeiner — di dir, n u ſeinem den hat dirſt auch dauf ihn mottes er⸗ nin Natnr t du uber⸗ And ward, t deinem rilaß ſeine uhm dom 10³ ſeinem Willen, und endlich ſank die Dunkelheit, dein Leiden wurde Herrlichkeit. 3. Und nun, wenn mich die ſchwere Bürde zermalmender noch drücken würde, will ich im Dunkeln dir vertraun; wer glaubt, wird deine Hülfe ſchaun! 4. Und bin ich gleich der größte Sünder, erwart' ich Gnade doch nicht minder! Du hilfſt dem größten, hilfſt auch mir, verzag' ich, Jeſus! nicht an dir. 5. Und wenn du lang' noch ſchweigen ſollteſt, mich ſchmachten ließeſt, tödten wollteſt; Perzweiſeln will ich dennoch nicht, biſt du doch meine Zuverſicht. 6. Dein Bruderherz iſt doch mir offen! wo nichts zu hoffen, will ich hoffen! So lange Jeſus Jeſus heißt, ſo lange hofft mein dunkler Geiſt. ———--⸗-,˖————ä:ä:-——— R‚TnNgRgR———— 67. 7. Marz. Und er fiel nieder auf ſein An geſicht und betete, und ſprach: Mein Vater, iſt's möglich, ſo gehe dieſer Kelch von mir; doch nicht wie ich will, ſondern wie du willſt.(Matth. 26, 39.) Was biſt du, o Menſch? wie tief biſt du gefallen, daß Gottes Sohn deinetwegen zur Erde ſinken und alſo ringen muß! Wie groß muß dein Verderben, wie ſchrecklich deine Suͤnde, wie gefaͤhrlich deine Wunde, wie unheilbar deine Krankheit ſein, da dein Arzt ſich ſo viel bemuͤhen, ſich ſo zer⸗ arbeiten, ſo anſtrengen, ſolche Angſt und Noth ausſtehen muß? Aus dem Mittel, welches zu deiner Wiederherſtellung angewendet wurde, kannſt und ſollſt du ſchließen auf deine Krankheit. Das Mittel iſt ſchrecklich, man kann es ohne herzzerreißenden Schmerz nicht anſehen; es verwundet wie ein zweiſchneidend Schwert das Innerſte der Seele und geht durch Mark und Bein;— wie ſchrecklich, wie verzweifelt muß dein Schade, deine Krankheit ſein! Lerne doch an deinem Verſoͤh⸗ 104 ner und Mittler, an deinem Arzt und Heiland, an ſeinem Lei⸗ den dich ſelbſt kennen, wer und wie du biſt. Demuͤthige dich doch einmal und wirf dich zu ihm hin auf die mit ſeinem fuͤr dich vergoſſenen Angſtblute gefaͤrbte Erde, und faſſe ſeine Blutstropfen auf in dein Herz, daß ſie es erweichen, aͤndern und reinigen. Dieſen bittern Todeskelch haſt du ihm einge⸗ ſchenkt. Du haſt den Tod und des Todes Schrecken in dieſen Kelch gethan, durch deine Suͤnden, und er mußte ihn trinken. Dafuͤr reicht er dir nun dar den Kelch des Heils und des Le⸗ bens. Setze deinen Glaubens⸗Mund an und trinke. Siehſt du deinen Heiland, auf ſeinem Angeſicht liegend, fuͤr dich be⸗ ten und den bitterſten Kelch fuͤr dich trinken, ſo ſchaͤme dich nicht, auch deine Kniee zu beugen, ja auch auf deinem Ange⸗ ſicht ihm abzubitten, ihn anzubeten und dir Kraft und Gnade zum Kampf und zur Geduld in deinem Pilgerlauf auszubitten. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Hier liegt mein Heiland in dem Garten auf ſeinem heil'gen Angeſicht, beſchwert mit Leiden aller Arten; ihn drückt der Sünden Zorngericht. Angſt, Noth und alle Trauerwogen, die haben Leib und Seel' umzogen. 2. Er klagt, er zagt, ſeufzt: Hochbetrübet iſt meine Seele bis zum Tod. Er ruft den Jüngern: Daß ihr bliebet, mit mir zu wachen in der Noth,— jetzt, da mir aller Menſchen Sünden Herz, Geiſt und Leib und Seele binden! 3. Er liegt, mein Jeſus, auf der Erden, ruft: Vater! kann es möglich ſein, ſo laß von mir genommen werden des bittern Kelches ſchwere Pein! Doch, den Gehorſam zu erfüllen, nach deinem, nicht nach meinem Willen! 4. Ich ſeh' ihn mit dem Tode ringen und matt im vollen Schweiße ſtehn. Blutstropfen ſeh' ich aus ihm dringen, und ſeine Seele faſt vergehn. Sein Angſtſchweiß will nicht ſtille werden, er läuft wie Bäche Bluts zur Erden. 5. Die Noth, die meine Sünd' erwecket, der Kelch, der mir war eingeſchenkt, hat ſeinen heil'gen Leib bedecket, und ſeine Seel' in 105⁵ ſeinem dii di Angſt betränkt; weil er all meinen Seelenſchaden, die ſchwere Laſt, oih di auf ſich geladen. Amem fir 6. Herr Jeſu, laß dein angſtvoll Schwitzen und deinen drauf 1 faſſe eine b erfolgten Tod mich vor der Macht der Sünde ſchützen! Es reiß ken, anden mich aus der Seelennoth! Laß deinen Schweiß zum Troſtgenießen 1 ihm tig ſich ſtets in meine Seel' ergießen! S. Grfin Schwrabg. 2m in diſn 8 u 68. 8. Marz. 1 en 1 Gedenket an den, der ſo viel Widerſpruch von den ir dih 4 Sündern gegen ſich erduldete, daß ihr in eurem Muthe Scimeiz nicht matt werdet und ablaſſet.(Hebr. 12,3.) Fürchte dich 3 b nicht, denn ich habe dich erlöſet— Du biſt mein.(eſ. iem Ange⸗ 43, 1. u. ſ. w.) nd Gnde Wenn dich der Schwindelgeiſt des Mißtrauens anwan⸗ ſezubiten. deln will, ſo eile geſchwind nach Golgatha und ſieh dort, was dein Gott fuͤr dich gethan und gelitten hat. Wenn du dies 5½ hele recht ins Auge faſſeſt, muß Vertrauen und Zuverſicht in dir dter Sünden wieder aufleben und der Schwindel des Mißtrauens und der V Zaghaftigkeit dich verlaſſen. Alle Zweifel und Teufel ſchicke haben Leb zum Kreuze Chriſti; dort ſollen ſie ihre Staͤrke meſſen und t Seele b ihre Kraft beweiſen. Vergiß du nicht, daß du, ein wehrloſes Biit mir„ſt Kind, ihnen nicht gewachſen biſt und es mit ihnen nicht auf⸗ nden hen nehmen kannſt. Flieh du in den Schooß der Mutter, wirf b dich mit Vertrauen in die Arme deines gekreuzigten Erbar⸗ Am Pͤs. mers; der wird fuͤr dich ſtreiten und alle Zweifel und Anfech⸗ en, iit tungen deines Glaubens an ſeinem Kreuze toͤdten; denn in der Kreuzesluft kommen ſie nicht fort, ſondern muͤſſen erſter⸗ nin voͤllt ben. Treffen ſie dich aber außer Golgatha, fern vom Kreuze am und ſict Chriſti an, ſo biſt du geſchlagen; ihr Hauch vergiftet, laͤhmt Henen und toͤdtet dich. Darum bleibe unverruͤckt bei dem Kreuze öhe u b Chriſti; gedenke ohne Unterlaß ſeines Leidens und Todes, wo⸗ V mit er dich erloͤſet und erkaufet hat. Du biſt eben deswegen Seel in 106 ſein und es ſoll dich ihm kein Zweifel und kein Teufel rauben, wenn du nur in ihm bleibeſt und nicht von ſeinem Kreuze wei⸗ cheſt. Dort werden alle mißtrauiſche Gedanken oder Zweifel, die dir das Vertrauen ſchwaͤchen, als Luͤgner und Verlaͤumder Gottes entlarvt. Denn alle Zweifel an Gottes Wort und Verheißungen ſind Luͤgen und Verlaͤumdungen Gottes, weil ſie ſeinem Worte widerſprechen und es als falſch und erlogen darſtellen. Sie ſind Geburten der Hoͤlle, Kinder des Teufels, die du zerſchmettern mußt an dem Felſen des Kreuzes Chriſti. Mel. 58. Nun bitten wir den heil'gen Geiſt. 1. Komm mit, o Seele, nach Golgatha! Komm und ſiehe, was erblickſt du da? Ach, den Freund der Sünder, wie er ſo milde ſich— dir zum ehernen Glaubens⸗Schilde, zu Tode liebt! 2. Was blitzt und funkelt aus ſeinem Blut, aus den Striemen, aus der Wundenfluth. Lauter helle Strahlen der ew'gen Liebe, die gegen Sünder mit ſüßem Triebe, wie Feuer, brennt. 3. Was nun den Glauben noch hindern kann, ſei auf ewig in den Bann gethan! Fallt in ſeine Arme und ſchickt die Zweifel, die Gott verläumden, getroſt zum Teufel, von dem ſie ſind. 4. So hoch der Himmel die Erde deckt und ſich über alle Sünder ſtreckt: ſo ſoll Gnade walten und ganz bedecken, die ſo ihn fürchten, und die erſchrecken vor ſeinem Wort. Pſ. 103, 11. 5. Drum eil’, o Seele! nach Golgatha! Tödt' und erſticke, voll Glauben, da, alle deine Zweifel als Höllenkinder. Starb nicht mein Heiland für arme Sünder?— Das ſei dein Schwert! —— 69. 9. März. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hät⸗ ten. Der Herr warf alle unſre Sünde auf ihn.(eſ. 53, 5. 6.) Was fuͤrchteſt du, o Suͤnder? Die Strafe der Suͤnden? Gericht, Tod, Teufel und Hoͤlle, als den verdienten Lohn dei⸗ ner Suͤnden? Fuͤrchte das nicht, denn das liegt nicht auf dir; nein, das liegt auf ihm, der fuͤr dich ins Gericht, in den Tod, — Kreuße ni. Ider Jweifl „Verläunde — Wort ui ſottes, wei Dund erlogen Jes Tauſih, Eizes Ghriſi *. ſiehe, bu wild ſch 1 Strinn, n Liehe, de Bewig in ea al, die Goitt malle Sünder Ahn fürchten Jrſticke, bul ötarb nih —— Sede hit: ahH. S&f. e Sünden! — mohn de⸗ 2j auf dt den Jo, 107 in den Kampf mit dem Teufel und in die Hoͤlle, in Hoͤllen⸗ Pein und Qual ging und dies Alles ausgeſtanden, uͤberwun⸗ den und beſiegt hat. Warum fuͤrchteſt du alſo, was nicht mehr auf dir liegt, ſondern auf ihm, auf dem Ruͤcken des Lammes Gottes gelegen hat und durch daſſelbe weggetragen, getilgt und verguͤtet iſt. Wie kam aber deine Suͤnde auf ſei⸗ nen Ruͤcken?— Gott warf ſie auf ihn— und er nahm ſie auch ſelbſt auf ſich, weil er vorherſah, daß du ſie nicht tragen und tilgen koͤnnteſt, daß ſie dich zerdruͤcken wuͤrde. Dein Ruͤcken jammerte ihn; darum legte er es auf den Ruͤcken ſei⸗ nes Sohnes, und dieſer nahm es ſelbſt freiwillig auf ſich und trug es weg. Darum fuͤrchte nicht, was gehoben und getilgt iſt; ſieh aber doch fleißig auf den Ruͤcken des Lammes Got⸗ tes, wie ſchwer es traͤgt an deinen Suͤnden, wie es, nieder⸗ gebeugt unter der ſchweren Laſt, ſich aͤngſtet, ſeufzet, Blut ſchwitzt und faſt vergeht. Lerne daraus fuͤrchten, was noch fuͤrchterlich iſt und es immer bleibt, ſo lange du im Fleiſche lebſt,— das iſt, die Luſt zur Suͤnde, Fleiſch und Blut, Welt und Satan, die dich zur Suͤnde verſuchen. Lerne durch den Blick auf des Lammes belaſteten Ruͤcken, welches Uebel die Suͤnde iſt, wie ſehr du dich davor huͤten und dem Lamme Gottes nicht neue Laſten auflegen, dir nicht neue Gerichte und Strafen zuziehen ſollſt. Bewahre vielmehr den Frieden, den dir das Lamm Gottes durch Tilgung deiner Suͤnden erwor⸗ ben hat. Die alten Suͤnden ſollen und koͤnnen dir dieſen Frie⸗ den nicht ſtehlen, aber neue Untreuen und Beleidigungen des Lammes berauben dich deſſelben. Huͤte dich und ſieh unab⸗ laͤſſig auf des Lammes Ruͤcken. Mel. 1. Danket dem Herrn, denn er iſt ſehr freundlich. 1. Die Strafe lag auf ihm. Gott will das Leben durch ſeinen Tod mir armen Sünder geben; in Reichthum meine Dürftigkeit ver⸗ wandeln, und nicht mit mir nach meinen Sünden handeln. 108 2. Sei gnädig, Herr, mein Herz iſt tief zerriſſen! Laß mich im Geiſt dein Gnadenurtheil wiſſen! Laß dein Verdienſt ſich über mich verbreiten, umarme du mich mit Barmherzigkeiten! 3. Und weil mir deine Freundlichkeit erſchienen, ſo laß mich doch der Sünde nicht mehr dienen! Je mehr ſich deine Gnad' an mir vergrößert, je mehr werd' auch mein Leben ausgebeſſert! 4. Je mehr ſich meine eigne Kraft vernichtet, je mehr werd' in mir Armen ausgerichtet! Ich will mich dir mit Leib und Seele weihen; du wollſt mir deines Geiſtes Kraft verleihen! 5. Der Grund, der grundlos iſt, dein ew'ges Lieben, das deinen Sohn für mich in Tod getrieben— das iſt der Grund, drauf gründet ſich mein Bitten; denn Jeſus Chriſtus hat für mich gelitten.— 6. Sein heilig unſchuldvolles, bittres Leiden, des Lammes Schmerz erwarb mir Fried' und Freuden. O möchte ich nun bis zu meinem Scheiden die Sünde, die ihn ſchlug und ſchmerzte, meiden! Waf. — 70. 10. März. Und er trug ſein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt: Schädelſtätte, das heißt auf Hebräiſch: Golgatha. Allda kreuzigten ſie ihn.(Joh. 19, 17. 18.) Er, der Himmel und Erde und alle Dinge traͤgt mit dem Worte ſeiner Kraft, traͤgt dein Kreuz, o Seele, und das nennt er aus Liebe zu dir ſein Kreuz. Seine Liebe hat ſich daſſelbe zugeeignet; denn ihm gehoͤrt kein Kreuz. Die Him⸗ mel und aller Himmel Herrlichkeiten ſind ſein. Anbetung und Ehre von allen Engeln und Menſchen gebuͤhret ihm— und nun hat er ein Kreuz, das Holz des Fluches, der Schmach und des Todes auf ſeinen Schultern, und nennt das ſein Kreuz, als waͤre er der Schuldige, der Suͤnder, der am Kreuze ſterben muͤßte. So geht er hin unter deinem Kreuze, das er wie das ſeine liebt, und traͤgt deine Schulden. O Seele! ſieh ihm nach, betrachte dieſen Weg des Kreuzes, den Laß mih i ſaß mich d nad' an mir — hhr werd⸗ h V 2 und Seul 4 das deinen rauf grinde litten.— es Lanmt nun big a 3, meiden! Wä. Nans zur Szeißt auf Fhn. Gh 1 mit den 8 und dae T he hat ſic Die him⸗ Jetung und = d 8 Schmach das ſein w der en an Kreuze b den D 2. rzes, dem 109 dein Heiland wandelt. Bedenke, wie konnte Gott ſeinem ge⸗ liebten Sohne ein ſo ſchweres Kreuz auflegen, und zwar dein Kreuz, das du haͤtteſt tragen ſollen, nahm er von deinen Schultern und warf es auf die Schultern ſeines unſchuldiger Sohnes; als wenn du ihm lieber waͤreſt, als wenn ihm an dir mehr gelegen waͤre, als an ſeinem Sohne. Wer faßt dieſe Liebe? kein Menſch und kein Engel. Dieſe geluͤſtet, da hin⸗ ein zu ſchauen, in dies Geheimniß der Liebe Gottes; aber ſie koͤnnen nicht, haben auch, wie wir, zu kurze und zu ſchwache Augen, um dieſe Tiefen zu erforſchen. Aber Etwas kannſt du und ſollſt du— das Kreuz, das er fuͤr dich trug, faſſe auf und pflanze es in dein Herz, und laß es dir nimmermehr aus dem Sinne kommen, wie ſchwer er an deinem Kreuze zu tragen hatte und wie ſehr dich Gott geliebet hat, ſo daß er ſeines Einigen Sohnes nicht verſchonte, ſondern ihm dein dir unertraͤgliches Kreuz auflegte, damit du nicht verloren gehen, ſondern ſelig werden moͤchteſt. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Erhebe dich, mein Herz, empfinde, die Liebe dort auf Gol⸗ gatha! Ach, ſie verſöhnet deine Sündel erhebe dich nach Golgatha! Entreiß, entreiß mit allen Kräften dich allen irdiſchen Geſchäften, 2. Und ſieh da Jeſum Chriſtum leiden; entzieh' dem Mittler keinen Blick! Vergiß die Welt, laß alle Freuden der Zeit und Erde gern zurück! Von ferne, was er dort empfunden, empfind' ihm nach bei ſeinen Wunden. 3. Nicht Augenblicke nur verweile bei ſeinen Qualen, ſchau empor zum Marterhügel, wo zum Heile der Sünder er ſein Blut verlor. Sieh ihn ſein Blut da ganz vergießen, und laß des Dankes Thränen fließen. 4. Mein Mittler geht in dem Gedränge verſtockter Sünder— trägt die Laſt der ungeheuren Sünden Menge; er ſchwankt, ach, er erlieget faſt! Sieh, mit ſtillleidender Geberde beugt ihn das Holz des Fluchs zur Erde. 5. Er, dem die Ungewitter ſchwiegen, er ſchweigt, wenn Mörder 110 um ihn ſtehn; ſchweigt, wenn, wo Mörderſchädel liegen, Propheten⸗ Mörder ihn verſchmäh'n. Sein Schweiß rollt von den Wangen nieder, faſt ſinken die zermalmten Glieder. ——— 71. 11. März. Große Farren haben mich umringt, fette Ochſen haben mich umgeben. Ich möchte alle Gebeine zählen, ſie aber ſchauen und ſehen ihre Luſt an mir. Sie theilen meine Kleider unter ſich, und werfen das Loos um mein Gewand.(ſ. 2,13.18.19) Er hat mich ange⸗ zogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rocke der Gerechtigkeit gekleidet.(Seſ. 61, 10.) Jeſus wurde ſeiner Kleider beraubt und nackt an das Kreuz geſchlagen. Er ließ ſich aller Dinge berauben, er ließ ſich das Leben nehmen, um uns das Leben, das Kleid der Un⸗ ſchuld und Herrlichkeit, den Rock der Gerechtigkeit zu ſchen⸗ ken. Der alle Dinge, alle Blumen auf dem Felde, alle Voͤ⸗ gel in der Luft, die ganze Erde mit ſo mannigfaltiger Schoͤn⸗ heit kleidet, der ſteht da— entkleidet von aller Schoͤnheit, als der Alleraͤrmſte und Verachtetſte, wie ein Schlachtſchaf, um ſich fuͤr ſeine Geſchoͤpfe zu opfern. Er, der da lehrte, „wer dir den Rock nimmt, dem laß auch den Mantel;“ hat ſich ganz nackt ausziehen laſſen, daß auch nicht ein Faden mehr an ihm war, den er nicht fuͤr uns hingegeben haͤtte. Wer laͤßt ſich auch nur Ein Stuͤck ſeiner uͤberfluͤſſigen Kleider nehmen? Wie haben die Menſchen die Kleider ſo lieb? Wie viel Eitelkeit ſteckt hinter ihren Kleidern! Wie ſtolz ſind ſie auf dieſe geborgte Schoͤnheit? Wie verachten ſie den Mann in ſchlechtem Kleide? Welchen Vorzug genießt in der Welt der Thor und Gottloſe im ſchoͤnen Kleide vor dem Weiſen und Frommen im geringen Gewande? Wie viele bringen ihre —— de Ocſn e zählen, tr. Eie das Loog ich ange⸗ ziocke der doan das 4, er ließ 1 der Un⸗ du ſchen⸗ valle Vö⸗ 3 Schoͤn⸗ honhei Pchtſchef an lehrte kl“ hat Faden 2n hätte. „ Klder 12 We elnd ſe G Nam Welt Ien und rin ihre 111 ganze Lebenszeit blos mit Gedanken auf Kleidung zu?— Sieh, dafuͤr ſteht der Schoͤpfer aller Dinge entbloͤßt— doch er hat noch ein Kleid, und zwar das ſchoͤnſte und koͤſtlichſte, das ihn in ſeiner Bloͤße bedecket und das die Engel bewundern und wir ewig mit ihnen anbeten werden. Licht, Liebe, De⸗ muth, Geduld iſt ſein Kleid, in dem er hier prangte. Dies ſtrahlende Gewand ſehen aber nur Augen, die Gott geoͤffnet hat. O Herr, gieb uns den Sinn, zu erkennen deine ſchoͤne Bloͤße! Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Nun ſteht er auf dem Todeshügel— müd' und entkräftet ſteht er da!— Ach, ſeht ihn auf dem Todeshügel, er zittert bang auf Golgatha! Vom Blut⸗verlangenden Getümmel umſtürmt, ſeufzt er empor zum Himmel. 2. Wie matt das Haupt! die Dornenkrone!— Sein Herz iſt Nacht, ſein Antlitz Gluth. Ach, Engel, ſingt ihr, ſingt vom Sohne! Noch trieft von ſeiner Stirne Blut. Doch wer, wer kann ihn würdig ſingen? So hoch kann kein Geſang ſich ſchwingen. 3. Es nähert ſich der Mörder Rotte, ſie legen ihre Händ' an ihn, ergreifen ihn mit frechem Spotte und werfen ihn zur Schlachtbank hin— der Staub! Doch ſchweigt der Herr der Welten. Er ſchweigt und ſchilt nicht, die ihn ſchelten. 4. Er ſchweigt, indem ſie ihn entkleiden, und ach! wie wild und ungeſtüm! Und ach! mit welchen Höllenfreuden entreißen ſie die Kleider ihm! Er ſteht entblößt mit matten Blicken, voll Blut und mit zerfleiſchtem Rücken! 5. Ach, daß dich alle Sünder ſähen, Geduld, die nichts ermüden kann, ſo jammervoll beim Kreuze ſtehen! Ich ſehe dich und bete an. O Bild der mikleidsvollſten Liebe, erfüll' mein Herz, all meine Triebe! 6. Die Unſchuld ſelbſt! ach, wie ſie zittert! Gerechter! ſchau von deinem Thron! Schau, wie ſein Leiden ihn erſchüttert! Biſt du nicht Vater? Er nicht Sohn?— Doch Liebe! wehl ich muß mich wenden; ſie faſſen dich mit Mörderhänden! 4 112 72. 12. März. Ich bin ausgeſchüttet wie Waſſer, alle meine Ge⸗ beine haben ſich zertrennet; mein Herz iſt in meinem Leibe zerſchmolzen wie Wachs. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Böſen Rotte hat ſich um mich gemacht. Sie haben meine Hände und Füße durch⸗ graben.(pſ. 2, 15. 17.) Er lehret meine Hand ſtreiten, und errettet meine Füße vom Gleiten.(Pſ. 18,35. u. 56,14.) So klagte David im Namen des Meſſias, vorherſehend ſeine Leiden, wie ihn die Kinder Iſrael einſt umringen und ihn an den Pfahl des Kreuzes annageln wuͤrden. Haben die Alten das erſt zukuͤnftige Leiden des Erloͤſers ſchon ſo lange voraus im Geiſte betrachtet und darauf hingedeutet, da ihnen doch nur Bruchſtuͤcke, und die nur in dunkeln Bildern, im Geiſte bekannt waren; wie ſollen wir ſeine Leiden alle ohne Unterlaß unſern Gemuͤths⸗Augen vorſchweben laſſen und be⸗ herzigen, ohne auch nur den geringſten Umſtand ſeiner Mar⸗ ter zu uͤberſehen. Liebes Herz! ſieh da deinen Heiland, wie er, der ſeine Haͤnde ſo oft ausſtreckte, um zu heilen und ge⸗ ſund zu machen, nun dieſelben Haͤnde willig darſtreckt, um ſie fuͤr dich annageln zu laſſen an das Kreuz, an dem du ſogar nicht aushalten willſt. Der Schmerz, den er durch die Ham⸗ merſchlaͤge empfand, die ihm die ſpitzigen Naͤgel durch ſeine immer ſegnenden und wohlthuenden Haͤnde und Fuͤße trieben, dieſer Schmerz durchdringe deine Seele und heile ſie von allen Begierden zur Luſt und Freude der Welt. Ergreife dieſen Hammer und dieſe Naͤgel immer wieder im Geiſte, wenn deine Haͤnde ſich nach verbotner Luſt ausſtrecken, oder deine Fuͤße den Irrweg wandeln wollenz wenn eine Begierde des Fleiſches, wenn Eigenliebe ꝛc. ſich in dir meldet, und hefte ſie damit an das Kreuz Chriſti. So wirſt du mit Chriſto ge⸗ — — neine Ge. 1 meinemn Adde haben 9 um mich ße duuc ) ſtreite, 1 35. u. 56, 14) rherſched lingen und „Haben die 3n ſo lange à da ihnn dern, in anle ohne nt und be⸗ ier Mar⸗ nd, wie tn und ge⸗ It, um ſi 9 du ſogar Sie Ham⸗ irch ſeine — trieben, ron allen pe dieſa t, wenn er die verde des ahefteſ D iſto ge 113 kreuziget und alſo auch mit ihm leben. So lehren ſeine angenagelten Haͤnde deine Haͤnde ſtreiten; ſo bewahren ſeine durchbohrten Fuͤße deine Fuͤße vor dem Ausgleiten. Wenn du aber die boͤſe Luſt in dir leben laͤßt, was hilft es dir, daß dein Heiland am Kreuze haͤngt? Welche Chriſto angehoͤren, die kreuzigen ihr Fleiſch ſammt den Luͤſten und Begierden. (Gal. 5, 24. und Roͤm. 6, 6.) Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Mein Gott! ach ſieh, die Mörder heften ans Kreuz die Liebe! welche Wuth! Sie ſchlagen mit ergrimmten Kräften die Naͤgel tief, es ſpritzt ſein Blut! O weh' den ausgeſpannten Armen! weh' deinen Füßen! kein Erbarmen! 2. O Schlag vom Blut⸗beſpritzten Hammer! wie tief zermalmeſt du mein Herz! O Anblick, Marter, Qual und Jammerl in ihm iſt Liebe nur und Schmerz! Es fließt ſein Blut! von Händ' und Füßen ſeh' ich das Blut des Lammes fließen. 3. Gott ſieht's, der Vater ſchaut hernieder; es weinen alle Seraphim! Der Cherub findet keine Lieder, die Throne ſelbſt ver⸗ ſtummen ihm. Es iſt geſcheh'n, geſcheh'n! ſie haben ihm Händ' und Füße durchgegraben. 4. Was duldeſt du, mich zu verſöhnen! du trägſt, nur du weißt's, welche Laſt! O Herz, zerfließ' in heiße Thränen, daß du den Sohn durchſtochen haſt! Doch ſind's gerade dieſe Wunden, worin ich Leben hab' gefunden. 5. O ihr durchbohrten Füß' und Hände, durchbohret mich mit eurem Schmerz! wenn ich im Kampf mich zu euch wende, ſtrömt Gnade in mein ſchwaches Herz; und lehret meine Hände ſtreiten, bewahret meinen Fuß vor Gleiten! — 73. 13. März. Und ſie kreuzigten mit ihm zween Mörder, einen zu ſeiner Rechten, und einen zur Linken.(Marc. 15,27.) Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er ſoll die Starken zum Raube haben, weil er ſein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern 8 114 gleich gerechnet worden, und er vieler Sünden getra⸗ gen und für die Uebelthäter gebeten hat.(Jeſ. 53, 12.) Er hing in der Mitte der Moͤrder und Uebelthaͤter, als waͤre er der groͤßte. Das wollte er ſo, weil er alle Uebeltha⸗ ten aller Menſchen, die lauter Uebelthaͤter ſind,(Roͤm. 3, 12.) auf ſich genommen und an ſeinem Leibe am Holze getragen hat. Welche Schmach, welche Schande lag da auf ihm, dem heiligſten Sohne Gottes! Wie konnte ihn das Auge des lie⸗ bendſten Vaters in dieſer Geſellſchaft, an dieſem Orte, zwi⸗ ſchen Moͤrdern am verfluchten Holze haͤngen ſehen! Und er ſah ihn und ließ ihn haͤngen; warum? weil er ihn haßte? o nein, weil er dich liebte und deine Uebelthaten tilgen, und aus Uebelthaͤtern gerechte und ſelige Menſchen machen wollte. So liebt nur Gott! So kann kein Menſch und kein Engel lieben. Wenn man bedenkt, was Johannes ſagt: Wer ſeinen Bru⸗ der haßt, iſt ein Todtſchlaͤger, ein Moͤrder,(1 Joh. 3, 15.), ſo iſt Jeſus oft unter den Moͤrdern. Aber eben darum, weil er ſich ſo erniedrigte und die Uebelthaͤter nicht verſchmaͤhte, ſoll er eine große Menge Suͤnder zur Beute, auch die Starken, die groͤbſten und verhaͤrtetſten Uebelthaͤter zum Raube haben. O Seele, ſieh doch deinen Heiland am Kreuze recht an, in ſeiner Schmach und Liebe! wie viel wirket ſein Leiden! welche herrliche und unzaͤhlige Fruͤchte traͤgt dieſer Baum! Wie weit erſtreckt ſich die Kraft ſeiner Leiden und ſeiner Gebete im Lei⸗ den fuͤr Suͤnder! Die Suͤnder aller Jahrhunderte und aller Nationen der Erde haben ihr Heil und ihre Seligkeit ſeiner blutenden Fuͤrbitte am Kreuze zu danken. Die Erhoͤrung ſei⸗ nes Gebetes hat kein Ende; die Ewigkeiten der Ewigkeiten werden davon erzaͤhlen koͤnnen. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. 1. O du, du beſter Menſchenfreund! der oft bei fremder Noth geweint! der nie nach eignem Glück geſtrebt, für andre, uur nicht den ge ei — 8.53, 12) lthätt, d ll Uebelhr —Rim. 3,) =ze getraga f ihm, dem duge des lie 3 Ort, zwi *n! Und r n haßte? An, und aus =vollte. E ggel lieben inen Bru⸗ 8 3,15), ſo an, weil er Rähte, ſol — Starken Lbe habn. ht an, i wen! welce dr Wie wait Ente im Le⸗ 5 und aller 3 keit ſina Doͤrung ſe⸗ ehvigkei tia nder Nach d unr rich 115 ſich gelebt! Du, der ſo manche lange Nacht im Beten für uns durch⸗ vwact der nie geſündigt, nie gefehlt, wirſt Miſſethätern zuge⸗ zã 2. Wer kann, wer kann dich leiden ſehn, und muß in Wehmuth nicht vergehn! Dein unausſprechlich großer Schmerz erweiche jedes Sünders Herz! Wen noch das Laſter locken kann, ſeh' an dem Kreuze, Herr, dich an! ſeh', was dich unſre Miſſethat für Angſt und Schmerz gekoſtet hat. 3. Herr, deine Sanftmuth wanket nie, im Herzen bitteſt du für die, die dich verfolgen und verſchmähn und deine Pein mit Freuden ſehn! Du ſchiltſt, Herr, die dich ſchelten, nicht; du geheſt für ſie ins Gericht. Dein unausſprechliches Gebet hat aller Welt das Heil erfleht. 4. Nein, keine Schmach, kein Hohn, kein Schmerz ermüdete dein göttlich Herz. Wo iſt ein Herz, dem deinen gleich, ſo gut und an Geduld ſo reich? Um Uebelthäter zu befrei'n, wollt'ſt du denſelben ähnlich ſein; drum hebſt du Sünder aus dem Staub', und ſelbſt die Starken ſind dein Raub. —-—-— 74. 14. März. Und ſie gaben ihm(ehe ſie ihn am Kreuze erho⸗ ben) Eſſig(Myrrhen⸗Wein) zu trinken, mit Galle vermiſcht, und da er es ſchmeckte, wollte er nicht trin⸗ ken.(Matth. 27, 34.) Und Jeſus ſprach: Vater, vergieb —————yy— ihnen, denn ſie wiſſen nicht, was ſie thun.(euc. 23, 34.) Sie reichen ihm Galle, er erwiedert ihren Gallentrank mit dem ſuͤßen Gebete um Vergebung ihrer Suͤnden. Was iſt all unſer Weſen und Thun, was er an uns ſieht und von uns empfaͤngt, anders als lauter Galle? Denn die Suͤnde, die doch Alles iſt, was er an uns findet, iſt ihm bitterer als Galle und unangenehmer fuͤr ſeinen Geſchmack als Eſſig und Myrrhen⸗Wein. Er liebt nicht dieſen bittern Trank, den wir ihm darreichen; aber deswegen verwirft und flucht er uns nicht, ſondern bittet fuͤr uns und vertritt uns bei ſeinem Va⸗ 4* 116 ter, daß er uns unſre Suͤnden nicht zurechne und nicht ins Gericht mit uns gehe. Nachdem er dich aber begnadiget hat, ſollſt du ihm nun nicht mehr Galle und Myrrhen⸗Wein, nicht mehr Eſſig reichen, ſondern den ſuͤßen Wein der Liebe und Dankbarkeit. Nun ſoll deine Seele an ihm hangen mit in⸗ nigliebendem und treuem Herzen. Die bittere Galle der boͤ⸗ ſen Luͤſte, des Haſſes, Neides ꝛc. ſind ihm ungenießbar, darum will ſie ſeine Gnade in dir verwandeln in die heiße Begierde, ihm zu gefallen, in einen heiligen Ernſt, alles un⸗ goͤttliche Weſen zu verleugnen, maͤßig und gerecht und gott⸗ ſelig in dieſer Welt zu leben. Er wendet ſich von den Kreu⸗ zigern zum Vater, aber nicht gegen ſie, ſondern fuͤr ſie, ruft nicht Rache uͤber ſeine Feinde, ſondern die Barmherzigkeit des Vaters uͤber ſie herabz ſchickt nicht Anklagen, ſondern Entſchuldigungen, Fuͤrbitten hinauf; verlangt nicht vom Va⸗ ter, daß er Rache und Feuer herabſende und ſeine Feinde ver⸗ tilge, ſondern daß er Vergebung und Gnade ihnen zu Theil werden laſſe, ſie zu ihm ziehe und ſelig mache. Mel. 111. O drückten Jeſu Leidensmienen. Oder: Wie groß iſt des Allm. 1. Noch liegt das Kreuz, es warten Alle— o hätt' es Jeder recht bedacht! Man traͤnkt mit Eſſig ihn, mit Galle! der Satan ſieht ihn an und lacht. Ha, jauchzt er, der Meſſias blutet, vernichtet iſt nun ſeine Macht! Hätt'ſt du das, Iſrael, vermuthet von dem, der Blinde ſehend macht? 2. Der Himmel und die Hölle richtet, ganz Juda, nun ſein Ang⸗ auf ihn; denn ſieh, das Kreuz wird aufgerichtet— anbetend ſink ich vor ihm hin!— Ach, Jeſus von der Erd' erhöhet, im Blute ſchwebend, ſo verſchmäht, durch den die Erd', der Himmel ſtehet, ach! ſeht ihn an, o ſeht! o ſeht! 3. Die große Menge, Jakobs Kinder, ſtehn da— und ach, was ſieheſt du? nicht zehen Fromme— tauſend Sünder ſehn ſeiner Marter lachend zu. O Jeſus! wie iſt dir zu Muthe? wo iſt dein Retter? wo dein Fels? du biſt bedeckt mit Schmach und Blute; ein Fluch der Söhne Iſraels! 8———— ² vicht in 2 diget hat * Lein, nict 4* dice und en mit in⸗ Slle der. genießba ¹ alles mn = und gatt — den Kra⸗ tſie, uft S herzigkei 1, ſondern Hvom Va⸗ inde ver⸗ 2n zu Theil Aln. — ² Jeder viſt Zn ſieht ihn datet iſt mn arder Blude 8 ſein A Z etend ſik — im Blut rel ſtehen dn ac, val Marie A* Netbr Fluc de 117 4. Gerechter Richter aller Welten, verſchmachten möchte dir dein Geiſt! Du läſſeſt dich Betrüger ſchelten, o du, der heilig, heilig heißt! Wo iſt dein Gott nun? ſpottet Jeder; wo nun dein Helfer? ruf ihn an! Steig einmal von dem Kreuz hernieder, du, der die Todten wecken kann! 5. Doch Langmuth bliebſt du ſelbſt am Kreuze,— dein Mund von Lieb' ſtets überfließt!— So ſehr man dich zur Rache reize; der Sanftmuth nie dein Herz vergißt. Mit unausſprechlich ſanften Mienen ſieht man in tiefſtem Spott dich ruhn; du flehſt: Vergieb, o Vater, ihnen, ſie wiſſen ja nicht, was ſie thun! ——————ʒ—————— ———— 75. 15. Maärz. Die aber vorüber gingen, läſterten ihn und ſchüt⸗ telten ihre Köpfe.(Matth. 27,39.) Auch der Uebelthäter einer läſterte ihn; der andere aber ſprach: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommſt. Und Jeſus ſprach zu ihm: Heute noch wirſt du mit mir im Paradieſe ſein.(Luc. 23, 39— 43.) Zu ſeiner Mutter ſprach er: Weib, ſieh da deinen Sohn! und zum Jünger: Sieh da deine Mutter!(Joh. 19, 26.) Sie laͤſtern, er macht ſelig. Sie ſchuͤtteln ihre Koͤpfe vor chm, um ihm wehe zu thun, er ruͤttelt den Suͤndern das Herz, um ihnen wohl zu thun. Da aber Alles laͤſtert, Prie⸗ ſter und Volk, Alles ihn verwarf und ihm fluchte, war doch Einer, der zu ihm betete; er war zwar nur ein Moͤrder, kein Heiliger, aber ſein Gebet ward erhoͤrt;— er betet nicht, vom Kreuze los zu werden, ſondern nach dem Kreuzestode in das Himmelreich zu kommen.— Das war eine große Bitte — ein Moͤrder will das Himmelreich! Wie kommen dieſe zuſammen? Und doch ward ſeine Bitte auf der Stelle er⸗ hoͤrt. Je mehr Andere fluchen und laͤſtern, ſpotten und ver⸗ aclen. deſto zuverſichtlicher bete du, denn deſto mehr erhältſt du. Je weniger Menſchen um dich her Chriſtum ſuchen, er⸗ 118 kennen und lieben, deſto glaͤubiger bekenne du dich zu ihm, denn deſto lieber wirſt du von ihm angenommen und um ſo willkommener biſt du ihm. Und wenn du dich auch des Him⸗ melreichs und der Gnade ſo wenig werth achteſt als der Moͤr⸗ der und Dieb am Galgen; iſt dein Herz zerknirſcht, reumuͤ⸗ thig, glaͤubig und zuverſichtlich wie das ſeine; ſcheuſt du dich eben ſo wenig, als er, vor aller Welt dich als todeswuͤrdigen Verbrecher, Chriſtum aber als den Herrn des Reiches und als deinen Retter und Seligmacher zu bekennen, ſo wirſt du von ihm dieſelbe Antwort und Verheißung erhalten, die der Schaͤcher bekam. Er verdammte ſich ſelbſt, und Chriſtus ſprach ihn ſelig. Er ſchiffte gegen den Strom aller Welt, richtete ſich weder nach den laͤſternden Prieſtern, noch nach dem ſpottenden Volke, noch auch nach ſeinem mitgekreuzigten Laͤſterer, ſondern zielte nur auf Chriſtum und ſein Reich— und es ward ihm Alles zu Theil. Geh' hin und thue des⸗ gleichen. Da er am Kreuze die Suͤnder ſah und annahm, wie konnte er der Freunde und Geliebten vergeſſen? Sein Wort an Maria und an Johannes zeugen deutlich genug von ſeiner unveraͤnderlichen Liebe und Treue gegen Freunde bis ans Ende. Er iſt der zaͤrtlichſte Freund. Wie er, fuͤhlt kein Menſchen⸗Herz. Mel. 111. O drückten Jeſu Leidensmienen. Oder: Wie groß iſt des Allm. 1. Es ſtrömt auf dich von allen Zungen— denn jeder Sklave ſpottet dein— das ſchwarze Gift der Läſterungen, du ſchauſt in ihren Spott hinein. Dich höhnt ein Mörder an der Seite. Nur Einer fleht noch Huld von dir; und liebreich ſprichſt du: Wahrlich, heute biſt du im Paradies bei mir. 2. O welch ein ſanfter Strahl der Freude— daß wieder Einer ſelig iſt,— ermuntert dich in deinem Leide, weil du des Sünders Hoffnung biſt. Nun gehſt auf deinen dunklen Wegen, voll Lieb' und Freud' in deiner Bruſt, dem Tod du freudiger entgegen, denn ſelig machen iſt dir Luſt! zu ihm, dd um ſ —es Him⸗ der Mr —, reumi⸗ * du dich würdigen Aches und wirſt du —, die der — Chriſtus er Welt ooch nach 3 reuzigte a ſeich— Ihue des Annnahm, 8 Sein enug von = unde bie „ uͤhlt kei All. — er Sllve at in ihren dur Einer —h heute der Eine ₰ Sürder — Lieh m deun ſl 119 3. Durch Angſt und Nacht ſiehſt du die Deinen voll Liebe noch auf Golgatha, die unter deinem Kreuze weinen, und biſt mit deiner Tröſtung da; biſt Freund, biſt Sohn im tiefſten Leiden, und ſorgſt für die, die dich gebar, der dein zu ſchmerzenvolles Scheiden ein Schwert durch ihre Seele war. 4. O unausſprechlich ſüße Worte des Sohnes: Siehe deinen Sohn! O Labſal an dem Marterorte: Sieh deine Mutter, liebſter Sohn! Ach du, den keine Tröſtung kühlet, ſprichſt Troſt noch den Verlaßnen ein! Wer hier nicht Menſchenliebe fühlet, iſt nicht mehr werth ein Menſch zu ſein. — ꝛ— — 76. 16. März. Und es ward eine Finſterniß über das ganze Land von der ſechſten bis zur neunten Stunde; und um die neunte Stunde ſchrie Jeſus laut: Mein Gott, mein Gott, warum haſt du mich verlaſſen! atth. 22, 46.) Und er hat am Tage ſeines Fleiſches Gebet und Flehen mit ſtarkem Geſchrei und Thränen geopfert zu dem, der ihm vom Tode aushelfen könnte, und iſt erhöret worden.(Hebr. 5, 7.) Von außen und von innen lag die dickſte Finſterniß auf ihm. Da war der ſchwerſte Kampf des Lichtes mit der Fin⸗ ſterniß. Er, das Licht der Welt, ſollte das Reich der Fin⸗ ſterniß zerſtoͤren, den Fuͤrſten der Finſterniß uͤberwinden und alle Kinder der Nacht in Kinder des Lichtes umwandeln: darum mußte er alle Stuͤrme und Angriffe der finſtern Sa⸗ tans⸗Kraͤfte auf einmal uͤber ihn herfallen laſſen; es mußte aufs Aeußerſte kommen; das Licht ſchien ſchon zu unterliegen, und die Finſterniß zu triumphiren; das Licht ſchien ſchon aus⸗ geloͤſcht, und die Finſterniß herrſchend geworden zu ſein. Nacht umgab die Erde, der Tag war wie verſchwunden und ver⸗ ſchlungen. Aber ſein Dulden, ſein ſtarkes inneres Geſchrei und thraͤnenvolles Gebet, das nun in ſeiner Seele den hoͤch— 120 ſten Grad erreicht hatte, drang durch, uͤberwand Alles und vollendete den Sieg. Da zeigte er, wie der Chriſt durch Un⸗ terliegen ſiegen, und der Feind des Lichts, die Hoͤlle, durch Siegen unterliegen muß. Hier am Kreuze bei dieſen Worten Jeſu iſt die rechte Phyſionomie des Chriſtenthums zu ſehen. Wenn alle Lichter ausloͤſchen, und der Tag in ſchwarze Nacht eingehuͤllt iſt; wenn Gott ſelbſt in einen Feind und Gegner verwandelt und auf Seiten der Feinde zu ſein ſcheint, daß auch der Glaͤubigſte und Vertrauteſte Gottes nichts als Kla⸗ gen, Thraͤnen und ſtarkes Geſchrei opfern kann— dann iſt der Sieg nahe und der Triumph gewiß.— Hier verweile, o Seele! Dieſes ſtarke Geſchrei, dieſes thraͤnenvolle Gebet Jeſu in ſeiner tiefſten Verlaſſung hat dich von der ewigen Finſterniß und dem ewigen Tode errettet. So mußte dein Erloͤſer verlaſſen und geaͤngſtet werden, damit du koͤnnteſt angenommen und getroͤſtet werden. All dein Troſt und Friede fließt aus dieſer Angſt⸗Quelle Jeſu. Mel. 111. O drückten Jeſu Leidensmienen. Oder: Wie groß iſt des Allm. 1. Mit welchem Jammer mußt du ringen! ſtets ſinkſt du hin in tiefre Qual, den Himmel uns zurückzubringen, gedrängt von Leiden ohne Zahl! Denn immer ſchlagen neue Flammen, du Gottgelaßner Jeſus Chriſt, noch über deinem Haupt zuſammen, daß dir dein Herz wie Wachs zerfließt! 2. Wie lange leideſt du, wie lange! Jehova's Sohn, wie ſchmach⸗ teſt du! Wie iſt, ach, wie iſt dir ſo bange! und ſchweigend ſchaut dein Gott dir zu! O Liebe, Liebe, Mann der Schmerzen! wie ganz vergiſſeſt du doch dich? Wie liegt dir doch mein Heil am Herzen! wie unausſprechlich liebſt du mich 3. Dein Haupt ſinkt matt zum Herzen nieder, vor Leiden möchteſt du vergehn. Es ringt empor; doch ſinkt es wieder, zu ſchwach zum Himmel mehr zu ſehn. Die Erde wankt, wer will ſie halten? und du, Natur, entſetzeſt dich! die ewigfeſten Felſen ſpalten— der Menſch allein verhärtet ſich. 4. Die Sonne, die erſt blutig funkelt— auch ſie verbirgt ſich „Alles und durch e lo durch Am Worten 3 zu ſehen. ze Nacht d Gegne eint, daß E als gl⸗ dann iſ weile, Alle Gebet Jer ewigen ußte dein doͤnntſt rroſt und † Allm. n du hin in Dyon Leiden ttigelaßner E dein Herz gie ſchmat⸗ Dend ſchaut „; wie gen rerzen! mi 1 möchteß a wach zun ! und du, — Menſh birgt ſih 121 fürchterlich— erblaßt und ſchwanket und verdunkelt mit ſchreckenvollen Nächten ſich. Und fürchterliche Schauer faſſen den Blutenden!— Mein Gott! mein Gott! ach, warum haſt du mich ver⸗ laſſen? ruft, der ſonſt der Natur gebot. —-:ꝛ:—-ä—,—————————— ——ꝛ 77. 17. Marz. Darnach, als Jeſus wußte, daß alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllt würde, ſpricht er: Mich dürſtet. Da ſtand ein Gefäß voll Eſſig da. Sie aber füllten einen Schwamm mit Eſſig und legten ihn um einen Yſopen, und hielten es ihm dar zum Munde. (Joh. 19, 28. 29.) Jeſus hatte nun, nach jener finſtern Verlaſſungsſtunde, in ſich ſchon das Sieges⸗Gefuͤhl und ſah ſchon die Vollen⸗ dung aller Dinge, die ewige Erloͤſung der gefangenen Menſch⸗ heit, die Niederlage aller ihrer Feinde, und in dieſem Be⸗ wußtſein ſpricht er: Mich duͤrſtet. Wo nach? o Ewiger, auf den Aller Augen ſehen, der du deine Hand aufthuſt und ſaͤt⸗ tigeſt Alles mit Wohlgefallen; der du in der Wuͤſte Waſſer, und Stroͤme in der Einoͤde geben willſt zu traͤnken dein Volk, deine Auserwaͤhlten.(Jeſ. 43, 20.) Der du aus Waſſer Wein gemacht und Waſſer aus dem Felſen ſpringen ließeſt, um die Durſtigen, Menſchen und Vieh, zu traͤnken;— der Regen aufs duͤrre Land giebt, das Waſſer im Meere zuſammenhaͤlt, wie in einem Schlauch, der die Waſſer mit der Fauſt mißt; wornach duͤrſteſt du? Nach unſerm Heile; nach der Selig⸗ keit deiner Erloͤſeten. Aber womit loͤſchen ſie deinen Durſt? Du duͤrſteſt, und Eſſig iſt deine Labung. Das iſt wohl das wahre Bild, wie die Menſchen ihrem Schoͤpfer und Erloͤſer danken und ſeine Wohlthat vergelten. Wie vielerlei Getraͤnke und Fruͤchte, den Durſt des Menſchen zu ſtillen und ihn zu 122 laben, hat er erſchaffen! Ihm aber, da er nun duͤrſtet fuͤr uns und an unſrer Statt, reicht man Eſſig. Aber ſo wollte er es, ſo ſtand es geſchrieben. Dieſer heiße Durſt iſt fuͤr uns ein unverſiegbarer Brunnen, ein Strom des Lebens, eine Quelle der ſuͤßeſten Labung geworden. Er, der gute Hirte duͤrſtete ſo ſehr, damit er ſeine Schafe auf gruͤnen Auen wei⸗ den und zu friſchen Waſſern fuͤhren konnte.(ſ. 23, 2.) Er, der Brunn des Heils verſiegte fuͤr ſich und duͤrſtete, damit wir mit Freuden Waſſer ſchoͤpfen koͤnnten aus dem Heilbrun⸗ nen.(eſ. 12, 3.) Er mußte vom Durſte gequaͤlt werden, da⸗ mit er Alle einladen und ſagen konnte: Wohlan, die ihr dur⸗ ſtig ſeid, kommet her zum Waſſer.(Jeſ. 55, 1.) Denn zu der Zeit(nach ſeinem Durſte) werden friſche Waſſer fließen aus Jeruſalem, aus Golgatha, wo der heiße Duͤrſter litt und ſchmachtete.(Zach. 14,8.) Du mußteſt duͤrſten, damit du ſagen koͤnnteſt: Wer des Waſſers trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht duͤrſten. Wer an mich glaubt, von deß Leibe werden Stroͤme des lebendigen Waſſers fließen. Ich will dem Durſtigen geben von dem Brunnen des leben⸗ digen Waſſers umſonſt. Ich will rein Waſſer uͤber euch ſprengen.(Joh. 4, 14. 7,38. Offenb. 21, 6. Czech. 36, 25.)—— Solche Waſſer, ſolche Labung hat uns dein Durſt bereitet. Wir trinken Alle von deinem Durſte, dein Schmachten er⸗ quicket uns. Mel. 111. O drückten Jeſu Leidensmienen. Oder: Wie groß iſt des Allm. 1. Du ſchmachteſt unter deiner Bürde, dich überſtrömt ein Qualen⸗ Meer! Was kein Erſchaffner dulden würde, das liegt auf dir— der Sünden Heer! Zermalmt ſind, Jeſus, deine Kräfte, und noch iſt kein Erretter hier, vertrocknet alle deine Säfte, die Zunge klebt am Gaumen dir! 2. Mich dürſtet! rufſt du im Verſchmachten, vertrocknet ganz von heißer Flamm', und da noch Spötter deiner lachten, erlabt dich nur ein Eſſigſchwamm. Noch tiefer und nun ganz zerriſſen, ſchmerzt jede Durſtet für Sſo wolt ſt fuͤr uns ens, ein „ſute Hitt a luen wii⸗ .2) E. dhe, damit DSHeilbrun⸗ —den, da ihr dur⸗ Inn zu der ießen aus ⁵ lit und r du ſagen im gebe, Lobt, von 9 fließen ges leben⸗ dber euch — — — bereitet. 1cchten er⸗ —— ₰ Allm. Qualen⸗ ir— der an noch iſ 2 klebt an zauz von an dich nur entt jde 123 Nerve dich noch mehr. Dein Durſt ſtrömt wie in Regengüſſen nun Troſt und Labung auf uns her. 3. Anbeten kann ich nur und weinen, ſo ſchmachtete kein Sünder, nie! Ach nein, ſo dürſten ſahe keinen, der ſchuldlos war, der Himmel jel O Ewigkeit, du wirſt uns ſagen, was für ein Strom dem Durſt entquillt. Doch dürfen wir auch hier nicht klagen, weil er den Durſt uns hier ſchon ſtillt. 78. 18. März. Da nun Jeſus den Eſſig genommen hatte, ſprach er: Es iſt vollbracht!— und rief laut: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geiſt! und neigte ſein Haupt und verſchied.(Joh. 19, 30. Luc. 23, 46.) Da fall' nieder und bete an. Ein groͤßeres Wort iſt auf Erden nie ausgeſprochen worden, ein Folgereicheres nie ge⸗ hoͤrt worden. Seele! was iſt vollbracht? Dein Heil, deine ewige Erloͤſung, Gerechtigkeit, Heiligung und Beſeligung; die Tilgung deiner Suͤnden, die lebendige Hoffnung der ewi⸗ gen Herrlichkeit, deine Kind⸗ und Erbſchaft Gottes;— deine zweite Schoͤpfung oder Neuſchaffung, deine Umwandlung aus einem Kinde der Finſterniß in ein Kind des Lichtes und der Seligkeit; aus einem Knechte der Suͤnde und Sklaven des Teufels in ein freies Gnadenkind Gottes; aus einer Beute der Hoͤlle in einen Hausgenoſſen Gottes und Mitbuͤrger der Heiligen im Himmel; aus einer Behauſung der unreinen Geiſter in einen Tempel Gottes und Wohnung der heiligen Dreieinigkeit. Und wer kann ausſprechen, wer nennen, was der Sohn Gottes durch ſein Leiden und Sterben vollbracht hat? Das Alles iſt nun dein— iſt fuͤr dich vollbracht, be⸗ reitet und fertig— du kannſt es haben und genießen, es iſt dir zugedacht und wird dir im Evangelio angeboten. Und was waͤre dem Sohne Gottes, den die Vollbringung aller 124 dieſer Dinge ſo viel Leiden und den Tod gekoſtet hat, lieber, als daß du Alles ſchon haͤtteſt und genoͤſſeſt; daß er an dir alle dieſe Fruͤchte ſeiner Erloͤſung ſehen koͤnnte? Den ganzen Tag ſtreckt er ſeine durchbohrten Haͤnde nach dir aus, um dir in deinen Schooß ſchuͤtten und dir mittheilen zu koͤnnen, was er dir ſo ſauer erworben hat.— Thue deinen Mund auf und laß dich erfuͤllen, daß du trunken wirſt von den reichen Guͤ⸗ tern ſeines Hauſes— glaube, liebe, hoffe; ergieb dich mit ganzer Seele an deinen Vollbringer und Urheber der Selig⸗ keit, ſo ſoll Alles dein ſein, ewig dein ſein. Ruͤhme dich aber ſeiner und ſeiner Gnaden nicht blos mit der Zunge, ſon⸗ dern laß dein Herz voll ſein von der Kraft, Fuͤlle und Gnade der Erloͤſung Jeſu, dann mag dein Mund auch davon uͤber⸗ fließen. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Verblutet hat des Herzens Wunde, am Ende iſt des Leidens Nacht. Allendlich kommt die letzte Stunde„du rufeſt laut: Es iſt vollbracht! Da tauſend Leiden du gelitten, da bis zum Siege du geſtritten. 2. Nun ſiehſt du deiner Qualen Ende, den Tod, den Gott dich ſterben heißt; ſiehſt auf und rufſt: In deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geiſt! Allmächtig ruft er es und ſchweiget. Ach, er erblaßt, ſein Haupt ſich neiget! 3. Die Erde bebt, die Felſen zagen, denn ſie bekennen ihren Gott! Die Engel weinend Engeln ſagen: Der Herr der Herrlichkeit iſt todt. O Menſchenl betet an gebeuget; Er hat ſein Haupt zu Euch geneiget! 4. Wird gleich dem Lamm kein Bein zerbrochen, todt iſt es; Blut und Waſſer fließt aus ſeiner Seite, die, durchſtochen, ein Zeug' des großen Todes iſt. Todt Jeſus Chriſtus, todt das Leben, vom Vater uns herabgegeben! 5. Jehova's Bild, Jehova's Wonne, der Todtenwecker Todes Raub! Der Leib des Herrn, der wie die Sonne auf Thabor ſtrahlte, todt wie Staub. Todt Er?— der Himmel hieß und Erden, Staub, Wurm und Licht und Engel werden. dit, lieber ger an dir en ganzen 35 um dir Dien, was 3) auf und chen Gi⸗ 3 dich mit er Seli⸗ Ahme dih —nge, ſor⸗ d Gnade 8 yon iber⸗ Leidens al: Es iſt er Siege du = Hott dich 8 ehl' ich, = et. Ac, M ren üren Jerrüchtet Shaupt z m es; Bäl zeug des n, vom =r Todes L ſtrahlte — Staub, “ 125⁵ 6. Er ſchwebt in tiefer Todesſtille, der Tempel, den der Herr bewohnt, der Sohn, in dem der Gottheit Fülle leibhaftig, ganz und ewig thront. Er todt! Wo will ich Worte finden? wo neue Kräfte, zu empfinden? — 79. 19. Maärz. Wer will verdammen? Chriſtus iſt hier, der geſtorben iſt, der auch für uns bittet.(Roͤm. 8, 34.) So fragt Paulus, ſo frage du, wenn Suͤnde und Satan auf dich losſtuͤrmen und dir allen Troſt und Glauben nehmen wollen. Fliehe zum Kreuze Chriſti, ſieh ihn an, wie er ſein Haupt neigt und ſtirbt— zu dir neigt er es, fuͤr dich ſtirbt er, daß du leben und in ihm leben ſollſt. O ſeliges Verwei⸗ len bei dem Kreuzestode Jeſu! Wie die Bienen auf den Blumen ruhen, tief in den Blumenkelch ſich einſenken und ſuͤße Saͤfte ſaugen, ſo legt ſich jede fromme Seele auf das Kreuz Chriſti, ſenkt Herz und Gedanken tief, ſo tief, wie moͤglich, in den Kelch, in die Tiefe ſeiner leidenden und ver⸗ ſöͤhnenden Liebe, und ſchoͤpft aus dieſer ewigen Heilquelle allen Troſt fuͤrs Leben und Sterben. Was haͤtte der Vater den ſuͤndigen Menſchen fuͤr einen groͤßern Troſt geben koͤnnen, als daß er ſeinen Sohn fuͤr ſie am Kreuze ſterben ließ? Wer kann uns nun unſre Suͤnde zurechnen, wer uns richten oder verdammen, da der Beleidigte, dem wir geſuͤndiget haben und der allein das Recht zu ſtrafen und zu verdammen haͤtte, ſelbſt fuͤr die ſtraf- und verdammungswuͤrdigen Suͤnder ſich hat verdammen und toͤdten laſſen? Der Richter ſelbſt ſtirbt fuͤr den Miſſethaͤterz wer will den Miſſethaͤter anklagen und richten? Der Herr, der Richter, traͤgt die Strafe des Knech⸗ tes, wer will ihn ſtrafen? Der Beleidigte bittet fuͤr den Verbrecher; wer will dieſen verdammen?—— 126 Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Für mich haſt du den Tod erduldet! All deine Angſt und all dein Weh hab' ich, hat meine Sünd' verſchuldet. Am Kreuz und in Gethſemane, da hat dich Gottes Zorn erſchrecket, den ich durch meine Schuld erwecket. 2. Ans Kreuz genagelt, als die Sünde, ſchloßſt du mir auf des Vaters Herz, worin ich Gnad' und Leben finde durch deinen bittern Todesſchmerz. Für mich haſt du den Tod beſieget, du, dem die Hölle unterlieget! 3. Du ſühneſt mich vor Gottes Throne, du beteſt für mich Tag und Nacht; du hältſt mich, daß ich in dir wohne, bis Alles auch in mir vollbracht! Wie nah' wird mir, durch deine Schmerzen, der Weg zum Heiligthum im Herzen! 4. Gott läßt mich Huld durch dich genießen, drum komm ich Sünder, wie ich bin, und ſchmiege mich zu deinen Füßen, ſchlag Welt und Sünden aus dem Sinn. So komm ich frei, du läßt mich hoffen. Dein Herz, die Arme ſtehn mir offen! 5. Muß dies nicht Gegenlieb' entzünden, ein ſchnöder Sünder ſein, und doch als Kind beim Vater Gnade finden? O Wunder! Ja, ich ſag' es noch: Mißbraucht ein Andrer dieſe Gnaden, mich heilen ſie von meinem Schaden. 6. Ich wollt' in Jeſum mich verhüllen, hätt' ich gleich Engels Heiligkeit. Er müßt' mich kleiden und erfüllen; ich legte ab mein ſchönes Kleid. Ich wickle mich in Jeſu Leiden, das iſt die reine weiße Seiden. 7. So bin ich ſchön in dir alleine. O gieb, daß ich jetzt und im Tod, in dir alſo vor Gott erſcheine, mein Bürg' und Schild in aller Noth! Herr, heile du mein ganzes Weſen und laß mich ganz in dir geneſen!* G. T. St. — — ———— 80. 20. März. Jeſus ſollte ſterben für das Volk, doch nicht für das Volk(Iſrael) allein, ſondern, daß er die Kinder Gottes, die zerſtreut waren, zuſammenbrächte.(Joh. 11,52.) Auf daß er aus zweien Einen neuen Menſchen ſchaffte ngſt und al reuz und in durch mein ¹mir auf de einen hitten Au, den de r mich Tn Allles auch it =n, der We an konm ih ßen, ſchla Zu laßt mic ner Sünder inder! Ja, trrich heilen ich Engelt Te ab mei dt die reine Jietzt und in Dild in alle ganz in di G. I. 8. — nricht ſ „Kinder 3 Joh ll 4 11 12/¼ in ihm ſelber, und Friede machte, und daß er beide verſöhnte mit Gott in Einem Leibe durch das Kreuz. (Eph. 2, 15. 16.) Der Meſſias der Juden ſollte nicht nur die Suͤnden der Juden, ſondern aller Menſchen Suͤnden tilgen, und Alles, was ſich in aller Welt von Gott und von einander getrennt hatte, wieder mit ihm und unter einander vereinigen. Die Trennung und Scheidung ſeiner Seele von ſeinem Leibe, ſein Tod, war alſo die Vereinigung und ewige Verbindung alles Getrennten. Seine Seele ward ausgeſchuͤttet wie Waſſer, und gerade dies ſammelte und verſammelte alle Zerſtreuten. Nun ſoll ſein Tod, ſein durchſtochenes Herz, der Einigungs⸗ punkt aller Menſchen Herzen ſein. Unter ſeinem Kreuze, bei ſeinem Herzen, aus dem Allen gleiches Heil und Leben ſtroͤmt, ſollen wir uns Alle vereinigen, von welcher Nation oder Religion wir immer ſein moͤgen. Da wir Einen Hirten haben, der ſein Leben fuͤr alle Schafe hingab, ſollen wir Alle auch nur Eine Heerde ſein. Alle Trennungen, Parteien und Spaltungen ſind Chriſto und ſeinem Tode zur Schmach; denn er ſtarb und ließ ſich ſein Herz ſpalten, auf daß alles Geſpaltete ſich in ihm vereinigte. O moͤchte ſein Blut und Tod, außer dem doch kein Menſch ſelig wird, bald alle zer⸗ ſtreuten Kinder Gottes zuſammenbringen, denn noch ſind ſie ſo weit auseinander, durch elende Nebendinge geſpaltet. Laßt uns von Allem abſehen und nur auf ihn und ſein Kreuz hin⸗ blicken, ſo werden wir Ein Leib an Einem Haupte, werden Friede haben inwendig und auswendig und nur Ein neuer Menſch ſein. Aber der alte Menſch, der noch allenthalben ſo viel Leben hat, trennt und wird trennen, bis er am Kreuze Chriſti getoͤdtet wird. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Liebe! Liebe, komm hernieder! Gott iſt Vater, wir ſind Brü⸗ der! Erd' und Himmel iſt verbunden durch des Heilands Blut und 128 Wunden. Himmelsfürſten, Seraphinen, Geiſter, Menſchen, alle dienen Einem Schöpfer, Einem Freund, Erd' und Himmel iſt vereint! 2. Seele, denk an deine Würde, drückt dich dieſes Lebens Bürde, Jeſus ſelber iſt dein Leben, mehr kann Gott dir ja nicht geben. Weine Freudenthränen, ſtreite, halte feſt die große Beute! Dort am Ziele ſteht dein Thron. Jeſus ſelber iſt dein Lohn! 3. Aber kämpfen wider Sünden mußt du bis zum Ueberwinden. Ueberwinder nur ſind Erben, alle andre müſſen ſterben. O ſo ſchwör' ihm ew'ge Treue, täglich dich zum Kampf erneue. Fürchte weder Höll' noch Tod, ſieh, dein Bruder iſt dein Gott! 4. Ach, wie kann ich das erheben, was du, Jeſus, mir gegeben? Deine Lieb' iſt unermeßlich, mach' ſie mir auch unvergeßlich! Alle Wort' und Bilder fliehen, ach umſonſt iſt mein Bemühen, ſie nach Würde zu erhöhn; ſtumm nur muß ich vor dir ſtehn! 5. Gebt mir, Engel, eure Schwingen! leiht mir Harfen, lehrt mich ſingen, Sänger vor Jehova's Throne! Gott dem Vater und dem Sohne! Jubel will ich, Dank verbreiten, Ewigkeiten, Ewig⸗ keiten, Gott dem Vater und dem Sohn, unſerm Lamm auf Gottes Thron! 81. b 21. Marz. Ihr Töchter Jeruſalems, weinet nicht über mich, ſondern weinet über euch, und über eure Kinder— denn ſo man das thut am grünen Holz, was will am dürren geſchehen?(euc. 23,28.)— Wenn der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottloſe und Sünder erſcheinen?(1 Petr. 4, 18.) Die frommen Juͤngerinnen Jeſu weinten, da man ihren Meiſter durch die volkreichen Straßen der heiliggenannten Stadt als einen zum Tode verdammten Miſſethaͤter fuͤhrte— und wer haͤtte nicht weinen moͤgen? Wer moͤchte nicht noch weinen, ſo oft er denkt: Solche Schmach mußte mein un⸗ ſchuldiger Heiland fuͤr mich ſchmachwuͤrdigen Suͤnder leiden, und es wird ihm ſo ſchlecht von mir vergolten. Ich komme — ——— ß eiden —; ¹enſchen, al- * Himmel 1 bens Bünde T nicht gehen „ e! Dortan lebervinden O ſo ſyvir irchte weͤe iir gegehen) Zeßlich! AA Aen, ſie nac rfen, lehrt M — Vater und 3 ten„ Ewig⸗ ruf Gottez ——— der mich inder— 2 will am Gerechi a Sinder a an ihren Jenannten Sührte- Z icht voc 8 mein w⸗ rit ledde h konme 129 ſo ſchwer daran, fuͤr ihn auch nur ein wenig Schmach zu leiden! Das voraus ſehend, tadelte zwar der Heiland ihre Thraͤnen nicht, ſagte auch nicht, daß ſie nicht weinen ſollten, ſondern ſie ſollten es,— aber nicht uͤber ihn, er bedarf unſe⸗ rer Thraͤnen nicht, ſondern uͤber uns ſelbſt ſollen wir weinen. Warum? wirſt du doch nicht fragen. Wenn du dein Herz kennſt, wirſt du Gegenſtaͤnde genug finden, die beweinens⸗ wuͤrdig ſind, woruͤber du Blut weinen ſollteſt, wenn es hel⸗ fen koͤnnte. Denn wenn das am gruͤnen Holze, am Sohne Gottes, geſchieht, wenn Gott um der Suͤnde willen ſei⸗ nes einigen Sohnes nicht verſchonet, ſondern ihn in ſolche Schmach, in Kreuz und Tod hingiebt, was wird am duͤrren geſchehen, was wird Gott mit dem Sander thun, der ſich durch dieſe große Liebe Gottes nicht erweichen, nicht beſſern und ſelig machen laͤßt? Was mit den falſchen Chriſten, die wohl heucheln und weinen, aber doch nicht von ganzem Herzen am Heiland haͤngen, ſondern der Welt und ſich ſelbſt noch leben, nicht dem, der fuͤr ſie geſtorben iſt? Du duͤrres Holz! Du magerer Chriſt! der du ohne Herz, ohne Beſſerung, ohne Liebe Jeſum deinen Heiland nenneſt; Herr Herr! ſagſt, aber ſeinen Willen ungethan laͤſſeſt, dich der Gerechtigkeit und des Verdienſtes Chriſti ruͤhmeſt, und doch dich mit der Gerech⸗ tigkeit der Phariſaͤer begnuͤgſt— du duͤrres Holz! ſieh da am Leiden Chriſti, was Gott mit dem gruͤnen Holze thut! Gruͤne wieder, verpflanze dich durch Buße, Glauben und Liebe in das gruͤnende Holz des Kreuzes Chriſti, in die Gemeinſchaft ſeiner Leiden und ſeines Todes, ſo wirſt du vor dem Verbren⸗ nen, vor dem Feuer bewahrt. Mel. 36. Verſöhner Gottes. Oder: Herzliebſter Jeſu, was haſt du. 1. O großer Heiland! den ich gläubig kenne, du biſt es, den ich Gott und Bruder nenne! Dir, dir zerſpringen meines Jammers Ketten, du kannſt erretten! 9 130 Du ſchönſter Menſch, am Holz mit Fluch geſchändet; du, du haſt aller Menſchen Noth geendet! Wohl mir! du weißt allein, wie uns zu Muthe, Preis deinem Blute! 3. Kann denn der Vater ſeinen Sohn vermiſſen? Da wird der Sohn bis auf das Herz zerriſſen; Er ſtirbt für abgefall'ne, ſchnöde Kinder; Er ſtirbt für Sünder! 4. Schau, Sünder! ſchaue den zerfleiſchten Bürgen, denn deine Strafen ſind's, die ihn erwürgen; denk', welch ein ſchrecklich Feuer deine Sünde vor Gott entzünde! 5. Kann Gottes Eifer dieſes Lamm nicht ſchonen, wo, wo will doch der freche Sünder wohnen? O Menſch, fürcht'ſt du nicht des Geſetzes Ruthen? Muß Jeſus bluten! 6. O weine, Sünder, mit zerrißnem Herzen; wein', denn du biſt die Urſach' ſeiner Schmerzen! Soll denn der Speer ſein Herz allein durchſtechen, für dein Verbrechen? 7. Auf, auf in mir, was kalt und todt geblieben! Herz, lerne Gott und deinen Heiland lieben! Es haben mich auf ewig ihm ver⸗ bunden— die blut'gen Wundenl 8. Auf! auf! mein Glaube, reiß den Vorhang nieder; denn hier bekomm' ich mehr als Alles wieder! Was ſind wir doch, wenn wir in Jeſu bleiben? Wer kann's beſchreiben? —õ—————————— 82. 22. Maärz. Darum preiſet Gott ſeine Liebe gegen uns, daß Chriſtus für uns geſtorben iſt, da wir noch Sünder waren.— Denn ſo wir Gott verſöhnet ſind durch den Tod ſeines Sohnes, da wir noch Feinde waren, viel⸗ mehr werden wir ſelig werden durch ſein Leben, ſo wir nun verſöhnet ſind.(Roͤm. 5,8— 10.) Wie koͤnnten wir die Liebe mehr preiſen, als ſie ſich ſelbſt geprieſen und verherrlichet hat, da ſie fuͤr ihre Feinde und fuͤr Suͤnder ſtarb! Die ewig Preiswuͤrdige! wird ſie uns nun verderben und ſterben laſſen, nachdem wir ſie erkannt, ge⸗ glaubt, aufgenommen und im Herzen wohnend haben?! üc dben d 1 verpf def dort geſue wohl at hen! wiede Bäſe herrl zeth die ſollte m jaßte mor dige erken 1. lann, Dies ſhenke cb? 2 Freun Sünd mmerfo 4. kinden indet; d, 1 Iſt al ein, we 2 Da wird de — 2 all ne„hnd An, denn dei hretklih gen — wo, wo vil — du nicht de 6 den d 2 Her,, tu 8 wig ihm ver durz denn hir de wenn wiri „ uns, daß rih Sünder t durch da rren, oie⸗ 2 en, ſo wit wjie ſih ſli 3dew ce uns un kannt, ge 91 haben “— 131 Welch ein Pfand unſerer kuͤnftigen Seligkeit und des ewigen Lebens hat ſie uns gegeben! Ich moͤchte ſagen, das Pfand, das wir ſchon haben, iſt groͤßer, oder iſt daſſelbe, was wir als verpfaͤndet hoffen. Die Liebe iſt unſer Pfand und iſt unſre Hoffnung, unſer ewiges Leben— hier im Vorgeſchmacke, und dort im vollen Genuſſe unſer, ewig unſer. Hat Gott uns geſucht und gefunden, da wir von ihm flohen; wird er uns wohl fliehen und wegſtoßen, da wir ihn ſuchen und finden? Hat Gott unſre Verſoͤhnung zu Stande gebracht, obwohl ſie den Tod und das Blut ſeines Sohnes koſtete; ſoll er uns wieder wegwerfen, und nicht vielmehr ſelig machen, da unſre Beſeligung das Leben und die Ehre ſeines Sohnes mehr ver⸗ herrlichen und erhoͤhen wird? Hat er uns als Feinden Gutes gethan, wird er uns als Freunden Boͤſes vergelten? Da wir die Suͤnde liebten und dem Satan dienten, ſtarb er fuͤr uns; ſollte er uns jetzt toͤdten und verderben, da wir ihn lieben und ihm dienen?— Wenn er die bis in den Tod liebte, die ihn haßten, wie wird er die lieben, die ihn lieben?— Darum laßt uns nicht mehr weggehen vom Kreuze Jeſu, um die preiswuͤr⸗ dige Liebe Gottes in ihrer ganzen Groͤße und Herrlichkeit erkennen und lieben, auf ſie hoffen und vertrauen zu lernen! Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Wunder ohne Namenl keiner der Erſchaffnen, auch nicht Einer kann, o Liebe, dich ergründen, daß du ſtarbſt für unſre Sünden! Dies nur kann mein Geiſt ſich denken: Gott muß uns nun Alles ſchenken, der den Sohn in Tod hingab. Was, was ſchlüge der mir ab? 2. Starb der Herr für ſeine Feinde; was wird er für ſeine Freunde, was nicht thun für ſeine Kinder? Er, der ſtarb für arme Sünder. Liebe, Liebe! heilig, heilig! Unausſprechlicher! wie heilig, unerforſchlich iſt dein Rath! Du trugſt unſre Miſſethat! 3. Du, o Welt voll ſchnöder Sünder, wirſt nun eine Welt voll Kinder, frei ſollſt ewig vom Verderben du die Schätze Gottes erben; 9*½ 132 ſollſt, o bete an im Staube, freue dich und dank' und glaube! heilig ſein, wie Jeſus Chriſt, ſelig ſein, wie er es iſt. 1. Heiland, o mit welchem Herzen dank' ich dir für deine Schmer⸗ zen; für den Kampf, den du geſtritten, für den Tod, den du gelit⸗ ten? Wer giebt mir zum Lob der Menge deiner Leiden Feſtgeſänge? wer mir Zungen? wer Gefühl? wo iſt deiner Liebe Ziel? 5. Wo dein Blut herabgefloſſen, lieg' im Geiſt ich hingegoſſen; da möcht' ich noch hier auf Erden ganz Anbetung, Liebe werden! Jeſus, hier ſind meine Kräfte; Lieben ſei nur mein Geſchäfte! Nimm mein Leben! nimm es an, daß ich mit dir ſterben kann! — 83. 23. März. Mit Einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden.(ebr. 10, 14.) Zu der Zeit wird das Haus David einen freien offenen Born(Brun⸗ nen) haben wider die Sünde und Unreinigkeit.(Zach. 13, 1. Vergl. Hebr. 10, 22.) Opfer und Born iſt der Tod unſers Heilandes, ein Opfer zur Verſoͤhnung und Rechtfertigung des Suͤnders, ein Born und Brunnen zur Geſundheit und voͤlligen Geneſung von aller Untugend. In jeder Hinſicht eine vollkommene Erloͤſung, Entſuͤndigung und Heiligung. Er nimmt die Schuld, die Strafe vom Gewiſſen, und tilgt die Wurzel der Suͤnde im Herzen, daß ſie nicht wieder ausſchlaͤgt, nicht wieder herr⸗ ſchend wird. Ein Opfer, vollguͤltig fuͤr alle Suͤnden aller Welt, ſo daß kein Suͤnder verzagen darf, ſo groß und ſchwer die Menge ſeiner Suͤnden iſt, und waͤren ſie mehr als der Sand am Meer, als Tropfen im Meere und Blaͤtter an den Baͤumen; das Opfer Jeſu tilgt alle ihre Schuld, hat alle Strafe getragen und ſie vollkommen verſoͤhnet. Und eben ſo vollkommen genugthuend oder allgenugſam iſt es auch zur Heiligung. Wenn ſich und ſo oft ſich eine Spur der Suͤnde in uns zeigt, duͤrfen wir nur zu dieſem Born gehen, und 3. winder fließen finden, òᷓòO 84. nd glauben ſ ür deine Säjn. . d, den du 1 * den Feſtgein Ziel? 5 ich hingexfe 3 Liebe wene Seſchiſte Nm ml — ·— Jeit vollemdt r Zeit wit Jorn(Bmm ggkeit. gat Abes, ein Oi riers, ein W eſung von al dreene Erliſde Schud, ü der Sindei ant wieder ha * Sünda dl roß und ſtnn mehr ab a Bütte mu huld, hi 1 Und dÄ” Il es aucßr ,p zur der en An gehan, 9 133 ſchoͤpfen aus dieſem Heilbrunnen, aus dem Waſſer des Lebens quillt, das die jedesmalige Unreinigkeit abwaͤſcht und zugleich neue Kraͤfte giebt, von der Krankheit der Suͤnde zu geneſen und ſtark zu werden an Sinn und Geiſt. Alſo der wahre und der einzige Geſundbrunnen, der dieſen Namen verdient. Selig, wer nicht nur gewaſchen, ſondern auch geſund werden will! Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Jeſus hängt in ſeinem Blute, großen Sündern nur zu gute. Laßt das Sündenheer ſich thürmen, laßt die Höllenfluthen ſtürmen; ſiehſt du nicht dein Opfer hangen für die Sünd', die du begangen! Tritt hinzu, verwundtes Herzl! glaub', ſo ſtillet ſich dein Schmerz! 2. Pfleger aller Himmelsgaben! Auch Abtrünn'ge ſollen haben von der Fülle deiner Gnaden, denn ſie ſind auch eingeladen*). Sau'r ward dir nur das Erwerben; Geben koſtet dir kein Sterben. Allen giebſt du, Jeſus Chriſt! weil du reich für Alle biſt!*Pſ. 68,19. 3. Sei getroſt, du ſchwacher Sünder! durch ihn wirſt du Ueber⸗ winder! Willſt du eine Quelle wiſſen, aus der Gottes Kräfte fließen? Hier, hier iſt ein Born für Sünden, hier ein Kanaan zu finden, wo nur Milch und Honig fließt; eil' zur Fülle Jeſu Chriſt! ——— 84. 24. Marz. Dein Schaden iſt verzweifelt böſe, und deine Wunden ſind unheilbar. Aber Ich will dich wieder geſund machen und deine Wunden heilen.(Jer. 30, 12.17.) — Durch ſeine Wunden ſind wir geheilt.(Jeſ. 53,5. 1 Petr. 2, 24. Da ſagt dir Gott, der Herr, wer und wie du biſt, laß dir's doch einmal ſagen— verzweifelt boͤſe biſt du— unheil⸗ bar ſind deine Wunden. Wer duͤrfte dich alſo ſchelten, wenn es der Herr nicht thaͤte, dem du nicht widerſprechen darfſt. Er kennt dich durch und durch. Glaube, Gott uͤbertreibt es nicht. Es iſt keine Rettung fuͤr dich, wenn er dich nicht ret⸗ tet. Aber ſo ſchlecht und verzweifelt dein Zuſtand iſt, ſo 134 wirft er dich doch nicht weg— Ich, ich will dich doch geſund machenz ich will deine unheilbaren Wunden heilen, ſpricht er. Glaubſt du ihm das erſte, daß du verzweifelt boͤſe biſt, ſo glaube ihm auch das zweite, daß er dich dennoch heilen wolle und koͤnne. Leugne nicht, verbirg nicht dein Verderben, decke deine Wunden nicht aus Heuchelei zu, denn dadurch werden ſie nicht geheilt. Gieb Gott die Ehre, bekenne, daß ſein Wort Wahrheit und du verzweifelt boͤſe biſt, ſo giebt er dir Heil und Leben. Wodurch? Durch ſeine Wunden, durch Jeſu Wunden. Er ward um unſertwillen zerſchlagen und um unſerer Miſſethaten willen verwundet, und dadurch wer⸗ den wir geheilt; wenn wir uns nur erſt zerſchlagen, zerknir⸗ ſchet und wirklich verwundet im Geiſte fuͤhlen, ſo ſoll es am Heile nicht fehlen. Aber wer ſein Verderben leugnet, nicht boͤſe ſcheinen will, oder ſich ſelbſt heilen zu koͤnnen glaubt; oder, wer ſeine Wunden mit den bloßen Worten der Wunden Jeſu nur ſo zudeckt, ohne ſie gruͤndlich ausheilen zu laſſen, deſſen Schaden iſt, moͤchte ich ſagen, mehr als verzweifelt boͤſe, deſſen Wunden koͤnnen ewig nicht geheilt werden. Mache aus den Wunden Jeſu nicht blos ein Deckpflaſter fuͤr deine Wunden. Heil, Heil ſeien ſie dir! Viele ſagen: Wir ſind heil durch ſeine Wunden, und ſie ſind doch nicht heil, ſondern voll Gewiſſenswunden. Haſt du aber wirklich Vergebung durch ſeine Wunden, ſo bleib in ſeinen Wunden, und huͤte dich durch die Kraft derſelben vor der Suͤnde, daß ſie dir nicht neue Wunden ſchlage, damit du nicht ein zweimal erſtorbener Baum werdeſt, der kaum mehr zu beleben iſt. Mel. 106. Fall' auf die Gemeinde. Oder: Freu’ dich ſehr, o meine Seele! 1. Sei mir tauſendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jeſu, der du ſelbſt gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie iſt mir doch ſo wohl, wenn ich vor dir knieen ſoll— an dem Kreuze, da du ſtirbeſt und um meine Seele wirbeſt. 24 urthbe kiun d dich u 3. nimm der ve geveſe 4 hinein ſtets: deinen 5. Scha Blia Laß N 8ö. 3 doch geſn y ſpricha Soſe bſſt — heilen wol ¹ derben, dete urch wada e, daß ſi giebt er d Anden, dut ¹ chlagen w adurch wa⸗ Ben, zerkui⸗ — ſoll es an rugnet, nich en glaubt rrer Wunden ir zu laſſen a verzweifit S)en. Mache nor fuͤr dei Zu Wir ſud Jeil, ſonden „ Vergebung ad hüte di Siee dir niht A erſtorbent — ine Seele⸗ — eliebt I —, en , wie iſtn eenze, N 135⁵ 2. Ich umfange dich und küſſe deine heil'gen Wunden all', die durchbohrten Händ' und Füße, deine ſchönen Nägelmaal'. O wer kann dich, Jeſus Chriſt, der für uns verwundet iſt, wer kann würdig dich umfangen? wer genug nach dir verlangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen! der ich tief verwundet bin; nimm die Sünden, die mich quälen, nimm den ganzen Schaden hin, der verzweifelt böſe iſt, unheilbar geworden iſt; doch da du verwund't geweſen, kann ich doch durch dich geneſen. 4. Schreibe deine blut'gen Wunden mir, Herr, tief ins Herz hinein! Laß ſie mir zu allen Stunden ewig unvergeßlich ſein. Bleibe ſtets mein höchſtes Gut, in dem meine Seele ruht! Laß mich ſtill bei deinen Füßen deiner Wunden Kraft genießen! 5. Dich, dich will ich ewig halten, gieb, daß ich es immer kann! Schaue meiner Hände Falten, ſchau mich Sünder freundlich an. Blick' vom Kreuz herab auf mich; meine Seele ſuchet dich. Sprich: Laß all dein Trauren ſchwinden; Ich, Ich tilge deine Sünden. P. Gerhd. — 85. 25. März. Saget den Kindern Iſrael: Gebet unter ench Freiſtädte— dahin fliehen möge ein Todtſchläger, der eine Seele unverſehends ſchlägt.(Joſ. 20,2.3.)— Wo aber Jemand an ſeinem Nächſten frevelt und ihn mit Liſt erwürgt, ſo ſollſt du denſelben von meinem Altare nehmen, daß man ihn tödte. 2Moſ. 21, 14.) Meine Taube iſt in den Felslöchern, in den Steinritzen.(Hohel. 2, 14.) Und es wird eine Hütte ſein, zum Schatten des Tages vor der Hitze, und eine Zuflucht zur Verbergung vor dem Wetter und Regen.(Jeſ. 4, 6.) Die Freiſtaͤdte in Iſrael, in welchen auch ein Todtſchlaͤ⸗ ger, wenn er es unverſehends und unwiſſend gethan hatte, Sicherheit, Schutz und Rettung fand, daß ihn kein Blutraͤcher ergreifen durfte, die aber dem muthwilligen und liſtigen Moͤr⸗ der nichts halfen, ſind ein Bild von den Wunden Jeſu, welche 136 auch jedem Suͤnder, der redlich und aufrichtig ſeine Suͤnden bereuet, als Freiſtadt offen ſtehen und ihn ſchuͤtzen vor Gericht, Tod, Teufel und Hoͤlle, welche als Blutraͤcher jeden Suͤnder verfolgen und ihm ewiges Verderben drohen. Wer ſich in die Wunden Jeſu verbirgt, weil er der Suͤnde muͤde iſt und, ernſtlich gebeſſert, frei von Suͤnde werden will, der iſt unan⸗ taſtbar, der iſt geborgen. So wie aber ein muthwilliger Moͤr⸗ der ſelbſt im Tempel, wenn er auch die Hoͤrner des Altars ergriff, nicht ſicher, nicht geſchuͤtzt war, ſondern ergriffen, weggeriſſen und der verdienten Strafe uͤberliefert werden mußte; ſo kann und ſoll ſich auch kein Suͤnder und kein Hei⸗ liger der Wunden Jeſu troͤſten, wenn er ſich nicht aufrichtig und redlich bekehret; wenn er heimlich oder oͤffentlich die Welt und Suͤnde noch liebt; wenn er ohne Herz, blos mit dem Munde die Wunden, das Verdienſt Jeſu ergreift und ſich in falſcher Sicherheit daran haͤlt. Ein ſolcher wird von dem Altare des Kreuzes, von den Wunden Jeſu, die er nur im Munde fuͤhrt, weggeriſſen und mit den Heuchlern in den Feuer⸗ und Schwefelpfuhl geworfen werden. Aber allen redlich Bekehrten, allen ernſten Suchern des Heils, allen eifri⸗ gen, gewiſſenhaften, um ihr Heil tiefbekuͤmmerten Seelen, ſind die Wunden Jeſu ſelige Freiſtaͤdte, Felſenloͤcher und Stein⸗ ritzen, wo ſie vor dem Zorn, der Strafe und dem Gerichte, dem Tode und der Hoͤlle, die ſie mit ihren Suͤnden verdient haͤtten, frei und gerettet werden. In jeder Truͤbſalshitze, in jeder Noth und Plage finden ſie da Schatten, Kuͤhlung, Schutz, Schirm, Heil und Seligkeit. Eine wahrhaft fromme Seele geht da nicht mehr heraus, findet da ewige Freude und Ruhe, all' ihre Kraft und Staͤrke, ihr volles Gnuͤgen. Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Heil'ge Liebe, Himmelsflamme! 1. Ach, wo findet meine Seele, wenn ihr Moſes Donner blitzt, eine tiefe Felſenhöhle, da der Glaube ſicher ſitzt?— Keine weiß ne Sünden or Gerict hen Sünder de ſich i = de iſt und, tiſt unan — liger Mr⸗ * des Altarz 4. ergriffn rt werden an) kein He⸗ — aufrichti 2 h die Wal — mit dem Nünd ſih i ai von dem nter nur in cdn in den ber allen allen eift⸗ reelen, ſind :nd Sti⸗ 0 Gericht⸗ in verdimnt e lshitze, in Kühluno ft fromme reude ud An. M△e! — mer blitt fenne veiß 137 ich, als die Wunden, die man meinem Heiland ſchlug, als er Moſes Fluch empfunden, als er meine Sünde trug. 2. Wer kann mir die Freiſtadt ſagen, die dem Sünder offen ſteht, wenn er unter Furcht und Zagen nach Errettung ſeufzt und fleht?— Keine weiß ich, als die Wunden, welche Gottes Lamm empfing, das, von Liebes⸗Macht gebunden, in des Todes Rachen ging. 3. Wohin ſoll ich mich verſtecken? Ach, wo treff ich Kleider an, daß ich meine Schande decken und vor Gott beſtehen kann?— Keine weiß ich, als die Wunden, die vom Haupte bis zum Fuß, meine Seel' an dem gefunden, der am Kreuz verbluten muß. 4. Aber meiner Schulden Menge(ach, ſie ſind wie Sand am Meerl) bringt mich heftig ins Gedränge, wo, wo kommt die Zahlung her?— Keine weiß ich, als die Wunden und ſein Blut, das Löſegeld. Schuld und Rechnung iſt verſchwunden. Er ver⸗ ſöhnt die ganze Welt. 5. Weiß denn Niemand eine Quelle, die den Durſt des Herzens löſcht, und den Wuſt der Sündenfälle ganz von meiner Seele wäſcht?— Keine weiß ich, als die Wunden und des heil'gen Lammes Blut. Ach, es labt mich alle Stundenz; ach, es macht mich rein und gut! 6. Wo iſt aber eine Hütte, Tag und Nacht daheim zu ſein, daß mein Herz ſich nicht zerrütte? Sagt, wo geh' ich aus und ein?— Keine weiß ich, als die Wunden, die der Herr dem Thomas wies. Wer ſich da hineingefunden, hat ein ewig Paradies. Watf. —————y——ͤ——————-rꝛ—— 86 26. März. Wir müſſen bedenken, daß unſer alter Menſch mit Chriſto gekreuziget worden, damit der Leib der Sünde zerſtört werde, daß wir nicht mehr der Sünde dienen. (Roͤm. 6,6.) Ich bin mit Chriſto gekreuziget— Es ſei fern von mir, mich zu rühmen, als des Kreuzes unſers Herrn Jeſu Chriſti, durch welchen mir die Welt gekreu⸗ ziget iſt, und ich der Welt.(Gal. 2,19. u. 6, 14.) Wie viele Worte werden dem lieben Apoſtel ſo gern nachgeſprochen, aber dieſe hoͤrt man ſelten— wenigſtens nicht 6 4 5 8 1 4 4 * —— ÿ 138 in Wahrheit ſprechen. Und doch kann der wahre Chriſt nicht uͤber ſie wegkommen, wie die leichten Schmetterlinge, die uͤber die Blumen wegfliegen, ohne Honig daraus zu ſaugen. Und doch waͤre gerade hierin der beſte Honig. Das Kreuz, der Gekreuzigte muß, wenn wir wahrhaft an ihn glauben, in uns ſein; und wenn dieſer Fels des Heils in uns iſt, werden ſich alle anſchlagende Wellen und Wogen der ſtuͤrmiſchen Leiden⸗ ſchaften, alle Verſuchungen des Fleiſches, der Welt und des Teufels daran brechen und den Kopf zerſtoßen, ihre Kraft verlieren und ſterben. Chriſtus und ſein Kreuz oder Ver⸗ dienſt ſei dir ja nicht ein Suͤndendiener, ſondern ein Suͤnden⸗ tilger, der der Schlange in dir den Kopf zertritt— nicht nur außer dir. Wenn dir die Welt und Suͤnde, und jede Re⸗ gung, ja ſchon der Gedanke an die Suͤnde ein Kreuz iſt, und du ſie eben darum mit dem Kreuze oder an dem Kreuze Chriſti toͤdteſt, ſo biſt du, oder dein alter Menſch mit Chriſto gekreu⸗ ziget und kannſt dich in Wahrheit des Kreuzes Chriſti ruͤh⸗ men, aber auch allein des Kreuzes Chriſti, denn nur dieſes kann die Suͤnde, den alten Menſchen in dir kreuzigen; ohne ihn und ſein Kreuz iſt all dein Bemuͤhen vergeblich, und all dein Ruhm lauter Schande und Schaden. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Leidender, dein Leiden ſtärke mich zu jedem guten Werke. Laß mich, laß mich alle Sünden durch dich ſiegreich überwinden! Denn bei jedem Sündenreize flieh' ich nur zu deinem Kreuze, und umfaſſ' am Kreuz ich dich, ſchnell verläßt die Sünde mich. 2. Fühlt von deinen tiefen Wunden, von der Qual, die du empfunden, oft mein Herz nur einen Schatten, muß die Kraft der Sünd' ermatten. Da muß eigner Wille brechen, da kann ich die Lüſte ſchwächen, die ſonſt gar nichts ſchwächen kann; deine Nägel heften's an. 3. Seh' ich dich von Gott verlaſſen, lerne ich die Sünde haſſen. Fühl' von fern ich deine Schmerzen, kann ich mit der Sünd' nicht hriſt nit R, die üͤber zen. Und reuz, da —n, in me zerden ſich Ren Ledden =t und de hre Kraſt = der Ve⸗⸗ ² Suͤnden⸗ — nicht nur = jede Re⸗ — iſt, und — ze Chriſt mieo gekren⸗ O riſti rih⸗ uur dieſes zen; ohne 1, und al — erke. Laß en! Dem d umfaſſ n, die du KNraft der mn ich de = ne Niael de haſe ind nitt 139 ſcherzen. Seh' ich dich, o Jeſu, bluten, fühl' ich Kraft zu allem Guten; und dein ausgedehnt Gebein läßt mich niemals träge ſein. 4. Sollt' ich auch nicht Alle lieben? ſollt' ich Einen noch betrüben, für die du am Kreuze litteſt, du, der du für Feinde bitteſt? Ja, ich will für Brüder leiden, ihnen Gutes thun mit Freuden; will mit Schuldnern milde ſein, mehr als ſiebenmal verzeihn. 5. Laß auf Golgatha mich ſchwingen, wenn die Leiden mich um⸗ ringen, mich im Geiſte vor dir ſtehen, bluten dich und ſterben ſehen; ſehn dich, Unſchuld, ſtille ſchmachten, Kreuz erdulden, Schmach ver⸗ achten, treu, gehorſam bis zum Tod', deinem Vater, deinem Gott. ——.-—————-——y—————————; — 87. 27. Marv;. Wenn wir nun geſtorben ſind mit Chriſtus, ſo glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden. (Röm. 6, 8. Vergl. Vers 5.) Chriſtus iſt für uns geſtorben, daß wir, wir mögen wachen, oder ſchlafen, zugleich mit ihm leben ſollen.(4 Theſſ. 5, 10.) Er hat uns erworben, da er fuͤr uns geſtorben. Wir ſollen ſein, ſein ewig ſein, dafuͤr ſtarb er. Wehe dem, der ſich ihm entzieht, der vorgiebt, er glaube an ihn, und lebt ihm doch nicht. Wer ihm lebt, oder in ihm lebt, mit ihm zuſammen lebt, wie es Paulus haben will, ſo wie der Schuͤler mit dem Meiſter, in einem Hauſe und in einer Werkſtaͤtte, wer mit ihm ſo vertraulich und gemeinſchaftlich lebt, kann mit der Suͤnde leicht fertig werden. Kommt ſie, ſo ſieht der Schuͤler nur den Meiſter an— und fertig iſt er mit ihr— ſie zieht ab— kommt aber wieder— nun ja, es iſt uns wieder ein Blick auf ihn erlaubt— je oͤfter, je beſſer— er hat's gern ſo— ein nach ihm geſchickter Blick bringt allemal einen Donnerſchlag fuͤr die Suͤnde und zugleich ein Praͤſervativ mit zuruͤck. Ueberhaupt das mit Jeſu Zuſammenleben iſt das ſeligſte Leben; wenn's die Leute nur wuͤßten, ſie wuͤrden gar 140 nichts Beſſeres wuͤnſchen. Und zwar, wachend und ſchla⸗ fend— wir moͤgen im Bette oder im Grabe ſchlafen, hier oder druͤben wachen— ſo ſollen wir allezeit mit ihm ſein, und ihn nicht aus Aug', Herz und Sinn bringen koͤnnen, es auch wohl nicht verſuchen. Dafuͤr, dafuͤr iſt Chriſtus geſtorben. So nahe gehſt du ihm. Ein ſolches Leben will dir ſein Tod geben— hier und dort— denn es ſoll ein ewiges, ununter⸗ brochenes Zuſammenleben ſein und bleiben. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Wenn mich meine Sünden kränken, laß mich an dein Leiden denken. Laß mit allen Seelenkräften mich mit dir ans Kreuze heften, deine Leidens⸗Nächte ſchauen, gleich dir lernen Gott vertrauen; ſliehen ſ ſehn dein göttlich Blut, denn du ſtarbſt auch mir zu gut. 2. Da dein Blut für mich gefloſſen, kannſt du mich ja nicht ver⸗ ſtoßen. Gnade, Gnade kann ich finden, die Vergebung aller Sün⸗ den. Leben, Leben willſt du geben Allen, die ſich dir ergeben. Deinnn Worte bleibſt du treu, machſt von aller Sünd' mich frei. 3. Auch in bangen Todesſtunden blick' ich nur auf deine Wunden, wenn ich in dir bleib' und lebe, dich zu lieben mich beſtrebe, darf ich freudig zu dir blicken, du wirſt meinen Geiſt erquicken, ich fürcht' nicht dein Strafgericht, du bleibſt meine Zuverſicht! 4. Dann wird alle Angſt verſchwinden, muthig werd' ich über⸗ winden, Tod und Grab ich überfliegen, ewig dir im Schvoße liegen! Unausſprechliches Entzücken, dich von Angeſicht erblicken, der mich wäſcht von Sünde rein! Welche Wonne wird das ſein! 5. Freude jener Ewigkeiten, dich zu ſchauen, dich begleiten, hören dich, und dich umfangen, ewig, ewig an dir hangen, für die Liebe ſonder Schranken, dir, o Jeſus Chriſtus, danken, der auf Golgatha einſt ſtarb, dort mir dieſes Heil erwarb! —yy—————yy—;—;—;——y——— —— ——— 88. 28. März. Sieh das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt!(Joh. 1,29.) Wiſſet, daß ihr nicht mit vergängli⸗ chem Silber oder Golde erlöſet ſeid von eurem eitlen —— ‿ ñ̃— d ſchla⸗ en, hier ſein, und A es auch eſtorben, —ein Tod ununter⸗ in Leiden =— ze heften, ertrauen, ut. A richt ver⸗ ler Sün⸗ exgeben. rrftei. an Lunden, 78 darf ich ah fürcht kich über⸗ ge liegen en der mich =n, hören ² die Liebe Holgathn —Sünde — gzängli⸗ — eitlen 141 Wandel nach der Väter Weiſe, ſondern mit dem theu⸗ ren Blute Chriſti, als eines unſchuldigen und unbe⸗ fleckten Lammes.(1 Petr. 1, 18. 19.) Ja, er iſt das Lamm, auf welches im Alten und Neuen Bunde alle Boten Gottes hingewieſen haben. Schon Jeſaias, der Evangeliſt Iſraels, ſah es und deutete darauf hin:„Da er geſtraft und gemartert ward, that er ſeinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlacht— bank gefuͤhrt wird, und wie ein Schaf, das ver⸗ ſtummet vor ſeinem Scherer, und ſeinen Mund nicht aufthut.“(Jeſ. 53, 7.) Er iſt aber das Lamm, nicht nur wegen ſeiner ſtillſchweigenden Geduld im tiefſten, kraͤnkendſten Leiden, ſondern vorzuͤglich als das Opfer und die Verſoͤhnung fuͤr unſre Suͤnden. Mit ſeinem Blute ſind wir erloͤſet und erkaufet von der Knechtſchaft der Suͤnde und von der Gewalt des Satans, zu dienen dem lebendigen Gott. Was iſt ſchoͤner anzuſehen, was lieblicher und anziehender, als daß uns Gott den, welchen er zu unſerm Heile in die Welt ſandte, als ein Lamm darſtellen laßt. Vor einem Richter und Herrn wuͤr⸗ den wir erſchrecken und zittern. Aber ein Lamm zieht die Kinder an, und iſt allen Menſchen lieblich. Wie freundlich iſt der Herr, auch in dieſer Hinſicht. Schreckt die Hoͤlle dich, wird dir der Satan fuͤrchterlich, droht dir des Gerichtes Ent⸗ ſetzen, ſchau aufs Lamm, Johannes zeigt es dir mit Fingern. Was uns aber dieſes Lamm gar ſo lieblich und ſchoͤn macht, iſt, daß es unſre Suͤnde traͤgt und fuͤr uns geſchlachtet ward, als vollguͤltiges Opfer fuͤr unſre Suͤnde. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du verbrochen. 1. Du Gottes Lamm, das alle Sünde träget, auf das der Heer die Strafen weislich leget, daß er die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfe ſtrafen! 2. Wie grundlos ſind die Tiefen deiner Liebe! wie treu, wie zärt⸗ 142 lich deine Jeſustriebe! Kein Mutterherz gleicht deinem treuen Herzen, du Mann der Schmerzen! 3. Was iſt der Menſch, daß du ſein ſo gedenkeſt, daß du für ihn dich in das Elend ſenkeſt? Was findeſt du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 4. Verdient Verachtung göttlicher Geſetze, verdient Verſchwendung unſchätzbarer Schätze, verdient ein ſelbſtgemachter böſer Schade des Richters Gnade? 5. Des Höchſten Sohn ſtirbt für die Menſchenkinder, der Heilige bezahlet für die Sünder, der Richter läßt am Kreuze die Verbrechen an ihm ſelbſt rächen. 6. Der frömmſte Held, den fremde Sünde naget, ſchwitzt Blut vor Angſt, er zittert, bebt und zaget; der Seligſte fühlt an der Menſchen Stelle die Qual der Hölle? 7. Wer kann dies faſſen? Lehr' mich's ſelbſt erkennen, o Herr, laß mich dich gläubig Jeſum nennen! Erbarme dich und heile meinen Schaden, du Brunn der Gnaden! 8. Ich bin verderbt vom Fuße bis zum Scheitel; mein Herz iſt widerſpenſtig, trotzig, eitel; mein beſtes Thun iſt mangelhaft und ſündlich; ſo fehl' ich ſtündlich. 9. Ach, waſche mich mit dem Verſöhnungs⸗ Blute! Was du ver⸗ dienet haſt, komm' mir zu gute! Streich meine Schuld ſammt dem gedrohten Fluche aus Gottes Buche. 10. Dir, Jeſu, leb' ich, dir will ich auch ſterben. Laß den ja nicht, der dir vertraut, verderben! O, hilf mir jetzt und in den letzten Stunden durch deine Wunden! E. Liebich. 89. 29. März. Chriſtus hat gelitten für uns, und uns ein Vor⸗ bild gelaſſen, daß ihr ſeinen Fußſtapfen nachfolgen ſollt— welcher nicht wieder ſchalt, da er geſcholten ward, nicht dräuete, da er litte, er ſtellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unſre Sünden ſelbſt geopfert hat an ſeinem Leibe auf dem(Kreuz) Holze, auf daß wir, der Sünde abgeſtorben, der Gerechtigkeit leben.(1 Petr. 2, 21— 24.) d Xτ uen Herzen, 5 du für ihn — uns Allen E ſchwendun — Schade des * der Heilge — Verbreteen witzt Blut hlt an der =n, o Hex,, —ile meinen =t Hexz iſß Kalaft und du ver⸗ emmt dem aß den ja aud in den . Liebich. ——Qæ ̊ ˖ Sin Vor⸗ mnhffolgen ſcholten her dem rn ſelbſt n Heli⸗ — htigket 143 Das Leiden Jeſu iſt, wie wir es immer betrachten, fuͤr uns von unausſprechlichem Werthe und Verdienſte. Er litt fuͤr uns in jeder Hinſicht, allervoͤrderſt zur Vergebung unſrer Suͤnden, als unſer Verſoͤhner, da ſein Verdienſt mein Ver⸗ dienſt wird durch den Glauben, und ich ihn anſehe als das Lamm, das meine Suͤnden buͤßet und wegnimmt, mir einen gnaͤdigen Gott und Vater machet durch ſeinen Gehorſam bis zum Tode. Dann zweitens litt und ſtarb er, um uns Gnade, Geiſt, Kraft und Leben zu erwerben und zu ſchenken, zur Hei⸗ ligung und Erneuerung des innern Menſchen. Sein Tod iſt eine Lebensquelle, ein Heilbrunnen, wodurch alle, die davon trinken, geſund werden. Drittens litt er und ſtarb zum Vor⸗ bild und Troſte fuͤr uns in unſerm Leiden und Sterben, daß wir auf ihn ſehen und in ſeine Fußſtapfen treten, wie die Apoſtel deutlich ſchreiben. Wer ihn immer nur als Verſoh⸗ ner, und nie auch als Vorbild betrachtet, denkt und handelt nicht apoſtoliſch, ſo wenig als die, welche ihn nur als Beiſpiel und Tugendbild, aber nie als Verſoͤhner vorſtellen. Er iſt uns Alles. Wir muͤſſen ihn auf keine Weiſe theilen und zer⸗ ſtuͤckeln, ſondern ganz nehmen, wie er ſich uns darſtellt, wie die Apoſtel ihn uns verkuͤndigen. Mel. 126. Oder 85. Mir iſt Erbarmung widerf. Oder: Wie groß iſt des. 1. Wenn meine Seel' den Tag bedenket, da meine Sonn' zur Nacht geeilt, da mein geliebter Arzt gekränket, durch ſeine Wunden mich geheilt; da er die letzten Wort' geſprochen ,„da meinem Haupt das Herz gebrochen, da wein' ich, weil ich weinen kann, und ſtimme ſolche Seufzer an. 2. O Herr, der du mit heißen Thränen im Tod' noch batſt für deine Feind', laß deine Thränen mich verſöhnen, du haſt ja auch für mich geweint. Laß mich die Rach' dir überlaſſen; gieb, daß ich liebe, die mich haſſen. Vergieb den Feinden ihre Schuld, gieb ihnen Reu und mir Geduld! 3. Gieb, daß ich nicht die Buß' verſchiebe bis auf den letzten 144 Todesſchweiß; gedenk' an mich mit Gnad' und Liebe, nimm mich vom Kreuz ins Paradeis, da der kryſtallne Strom mich ſtillet, der aus dem Thron des Lammes quillet. Dort find' ich Freuden, welche man hier nicht verſtehn, doch nennen kann. 4. Laß mich, wenn alles flüchtig gehet, bei deinem Fähnlein halten Stand; wer unter deinem Kreuz hier ſtehet, ſteht dort zu deiner rechten Hand. Laß mich die Wittwen und die Waiſen als deine Anverwandten ſpeiſen; und wenn ich mir nicht helfen kann, ſo nimm dich meiner Nothdurft an. 5. Wie ſoll ich nicht die Sünde haſſen, um welche Gott dich ſelbſt verläßt? Ich halte dich, du kannſt nicht laſſen, den, der wie Jakob dich umfaßt. Wenn dich die Zorndeck' mir verſtecket, wenn mich des Todes Schatten ſchrecket, ſo höre, was mein Schreien ſpricht: Mein Gott, mein Gott! verlaß mich nicht! 6. O Quell, von dem viel Ströme fließen, es dürſtet dich nach mir, nach mir; dein Durſt muß Adams Biſſen büßen; mich dürſtet auch nach dir, nach dir! Gieb, daß auch mir die Eſſiggüſſe dein ſcharfer Eſſigtrank verſüße, bis du mich dort, o Lebensfürſt, mit Wonne ewig tränken wirſt. 7. Es iſt vollbracht, ich hab' gekämpfet! rufſt du. Der Vater iſt vergnügt; die Schrift erfüllt, die Sünd' gedämpfet, Tod, Teufel, Hölle ſind beſiegt, daß ſie mir nicht mehr ſchaden werden; gieb, daß ich, wenn ich geb' der Erden an meinem Freitag gute Nacht, gleich fröhlich rühm': Es iſt vollbracht! 8. Alsdann komm deine Braut zu holen; nimm, Himmels⸗Noah, deine Taub'! Mein Geiſt ſei deiner Hand befohlen, mein friſches Oelblatt iſt der Glaub'! Neig' gegen mir dein Haupt im Leiden, ſcheid' nicht von mir, wenn ich ſoll ſcheiden, führ' aus der Marter⸗ woche Pein mich zu den Himmels⸗Oſtern ein! Wegleiter. — 90. 30. März. Es prüfe ſich aber der Menſch ſelbſt, dann eſſe er dieſes Brod, und trinke dieſen Kelch; denn wer un⸗ würdig ißt und trinkt, trinkt ſich ſelbſt ein Gericht hin⸗ ein weil er nicht unterſcheidet den Leib des Herrn. Darum ſind ꝛc.(1 Cor. 11, 28— 30.) * ninm m 3 ſtillt, der edden, welch zulein halte tt zu deine An als deir i, ſo ninn ttt dich ſbe r wie Jatoi enn mich de — richt: Mi iet dich mi a mich dürſt * iggüſſe den sgfürſt, mi Vater iſt d, Taufel dc gieb, daß aacht, gleic nels⸗Noah nein friſce 1 im Leidden e ver Marter⸗ Wegleite. ——ếAnN nn eſen — wer tu⸗ n richt hir s Hern. 145 Die Selbſtpruͤfung iſt immer, taͤglich, ſtuͤndlich noͤthig, am allerwenigſten aber ſoll man ſie beim Genuſſe des heiligen Abendmahls verſaͤumen oder verſchieben auf gelegnere Zeit. Da iſt ſie durchaus unentbehrlich und ſo weſentlich nothwen⸗ dig, daß Leben und Tod, Segen und Fluch, Gnade und Ge⸗ richt an ihr haͤngt und von ihr abhaͤngt. Paulus ſchreibt dem ungepruͤften oder unwuͤrdigen Genuß, was ihm Eines iſt, ſchwere Gerichte zu und weiſ't auf Thatſachen und Beiſpiele ſeiner Zeit hin, wo der unwuͤrdige Genuß Vielen leibliche und geiſtliche Schwaͤche, Krankheiten und ſelbſt den Tod zugezogen hat. So zuͤchtigt der Herr, die ſeinen, fuͤr ſie in den bitter⸗ ſten Tod hingegebenen Leib, ſein fuͤr ſie theuer vergoſſenes Blut ungepruͤft, leichtſinnig, unwuͤrdig genießen, die ſeinen Leib von einer gewoͤhnlichen irdiſchen Speiſe nicht unterſchei⸗ den. Hole dir alſo keine Krankheit, iß nicht Tod und Ge⸗ richt beim Abendmahle, denn das kannſt du eben ſo leicht da finden, als das Leben und die Seligkeit. Fuͤr Kranke iſt die geſunde Speiſe nicht, ſie macht ſie noch kraͤnker, elender, und kann gar toͤdten. Die Kranken duͤrfen keineswegs eſſen, was die Geſunden eſſen; was den Geſunden zur Geſundheit, Nah⸗ rung und Staͤrkung dient, wird den Kranken, wenn ſie es in ihrem Zuſtande genießen, Gift und Tod. So huͤte dich denn, dir die Speiſe des ewigen Lebens, das goͤttliche Brod, das himmliſche Manna durch deinen Leichtſinn und Frevel in Gift und Fluch, Gericht und Hoͤlle zu verwandeln. Pruͤfe dich, erforſche dich, bete um Licht und Erkenntniß deiner ſelbſt; be⸗ kenne die erkannten Suͤnden Gott und deinem beleidigten Naͤchſten; mache das gegebene Aergerniß gut, ſo viel du kannſt, und gieb doch wenigſtens nicht neues Aergerniß, daß du bei einem leichtſinnigen, unordentlichen Wandel doch dem heiligen Tiſche dich naͤherſt. Verſoͤhne dich mit Gott, mit deinem Naͤchſten und mit deinem eignen Herzen. Suche 10 146 Frieden in dir und außer dir herzuſtellen, und zeige unzwei⸗ deutig, daß du Reue, Buße, Glauben und Beſſerung feſt im Sinne habeſt. Zeige, daß du wiſſeſt und fuͤhleſt, wem du dich naͤherſt— dem, der Augen hat wie Feuerflammen, und Nieren und Herzen pruͤft und forſcht; der da weiß was in dir iſt, der alle verborgenen Anſchlaͤge deines Herzens kennt. Mel. 13. Jeſus Chriſtus herrſcht als König. Oder: O wie ſelig ſind die Seelen. 1. Jeſus, darf ich Sünder nahen, Gnade, Gunade zu empfahen, ich, der nichts als Fluch verdient? Darf ich Armer vor dich treten, tief im Staub' dich anzubeten? Haſt du mich, auch mich verſöhnt? 2. Ja, auch mir biſt du geſtorben, haſt auch Leben mir erworben mich auch lad'ſt du zu dir ein! Laß mich dieſe Huld bedenken, mir auch willſt du Alles ſchenken, deiner ſoll auch ich mich freu'n! 3. Aber prüfen in der Stille ſoll ich mich, das iſt dein Wille; heut', nicht morgen, heute noch, Seele! prüfe deinen Glauben, laß dir keine Stunde rauben. Eins iſt nothl ach, eile doch! 4. Ich ſoll täglich mich erneuern, dir im Herzen Sabbath feiern, ganz mein Herze dir zu weih'n! Ich ſoll deinen Tod verkünden, heiße Lieb' zu dir empfinden, ſoll dein treuer Jünger ſein! 5. Deine Brüder herzlich lieben; immer mich im Wohlthun üben; leben, aber nicht für mich; auf dich ſehen, wenn ich leide, dir zum Ruhm und dir zur Freude leben, immer nur für dich! 6. Hab' ich einen felſenfeſten Glauben, daß auch mir zum Beſten ewiglich dein Opfer gilt? Würden Freudenthränen fließen, ſäh' ich dich dein Blut vergießen? Iſt mein Herz von Dank erfüllt? L. — —-— 91. 31. Maͤrz. Mich hat herzlich verlangt, dies Oſterlamm mit euch zu eſſen, ehe ich leide.(euc. 22, 15.) Ihn verlangt herzlich nach dir, du lieber Abendmahlsge⸗ noſſe! Ihn hungert mehr nach dir, als dich nach ihm, als wenn er der Speiſende, und du die Speiſe waͤreſt. Darum ſagt er auch anderswo: ich habe eine Speiſe, die ihr nicht nnet 80h, 4 hunger kowm ſangen herein luge get, d ſießen Helle ä darur eerte, um v Raum hm V du C 1. paſſa leine ius d habſ 2 thut ei t we d, Djiige unzui lung fiſti —t, wem du mmen, und —₰ was in di — kennt. ld die Seelen. =hn emſijn r dich tie, verſöhnt? — irr erworken = ken, mir aud 4 dein Wilt, d lauben, lc —'bath ſeiern randen, heiße Mlthun üben; de, dir zum de zum Beſte =jzen, ſäh ih a l? —— úòO̊εQ Ilamm mit ndmahlge —. Darumn e ihr nitt 147 kennet— und was war es dort? Eine arme Suͤnderin. (Joh. 4.) So iſt es wirklich eine Speiſe fuͤr ihn, nach der er hungert und ſehnlich verlangt, wenn du zu ſeinem Tiſche kommſt mit der bruͤnſtigen Begierde und dem heißeſten Ver⸗ langen, ihm recht nahe zu werden, dich innigſt mit ihm zu vereinigen, dich ſeiner ſo zu erinnern, ihn ſo vor dein Geiſtes⸗ Auge im Glauben hinzuſtellen, als waͤre er vor dir gekreuzi⸗ get, als reichte er ſich ſelbſt dir dar, als ſaͤheſt du ſein Blut fließen, ihn ſein Haupt neigen und fuͤr dich ſterben. Der Heiland hat Großes im Sinne bei dieſem Mahle. Er giebt uns nicht leere Zeichen ſeines Todes, Er giebt ſich ſelbſt; darum will er auch keine kleinen, engen Herzen, ſondern erwei⸗ terte, einen großen Glaubens⸗Mund, einen heißen Hunger, um viel, um Alles, um ſich ſelbſt geben zu koͤnnen. Je mehr Raum in dir fuͤr ihn bereitet iſt, deſto mehr wirſt du von ihm empfangen; je groͤßer dein Verlangen, deſto mehr wirſt du Chriſti theilhaftig werden.(Hebr. 3, 14.) Mel. 111. Wie groß iſt des Allmächt'’gen Güte. 1. O Lamm! wie groß war dein Verlangen nach deinem letzten Paſſa⸗Mahl! Da ſah man deine Seele hangen ganz an der Jünger kleinen Zahl. Man ſah den Strom des Lebens fließen, voll Huld aus deinem holden Mund. Da konnt ſich deine Lieb' ergießen. So that'ſt du dich den Deinen kund. 2. Die Lieb' iſt groß, ja unermeſſen, die ſolche Wunder an uns thut! Den Deinen giebſt du hin zu eſſen in Wein und Brod dein Fleiſch und Blut. Für unſre Sünd' am Kreuz zu ſterben, war dir zu wenig, theures Lamm? Auch ſelbſt um unſre Seele werben willſt du, o Seelenbräutigam! 3. Wie mächtig iſt die Liebesflamme! Sie iſt viel ſtärker als der Tod. Aus Liebe ward zum Opferlamme der Schöpfer ſelbſt, der ſtarke Gott! Den, vor dem Erd' und Himmel beben, den hat ſie in das Grab gebracht! Den, in dem alle Dinge leben! So wirkt die Lieb' in ihrer Macht! 10* 148 92. 1. April. Gott war in Chriſto, und verſöhnte die Welt mit ihm ſelber, und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu— denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit Gottes.(2 Cor. 5,19— 21.) Alſo hat Gott die Welt geliebt— die ſuͤndige, treuloſe, verſunkene und undankbare, daß er ihr ſeinen unſchuldigen, heiligen und gerechten Sohn opferte, als wenn ihm die große ſchaͤndliche Suͤnderin lieber waͤre, als ſein allerliebſter Sohn. Wer heute, wenn er Gottes Sohn am Kreuze ſterbend erblickt, ſterbend fuͤr alle Suͤnder, getoͤdtet fuͤr die Todten, wer hier nicht leſen lernet die heilige Schrift Gottes, die er allen Men⸗ ſchen geſchrieben hat, um ſie einzuladen zu ſeinem großen Abendmahle, um ſie zu bitten: Laſſet euch verſoͤhnen mit Gott! Wer am Kreuze dies nicht leſen, nicht verſtehen, nicht glauben lernet, wird es nimmermehr lernen; denn da ſteht es mit Flammenſchrift geſchrieben, da wird es ſo laut und allgemein verſtehbar, ſo nachdruͤcklich und ſo einnehmend wie moͤglich, gepredigt, was Moſes ſchon ahnte und ſprach: Wie hat doch der Herr die Leute ſo lieb!— O ſtellt euch alle hin auf Golgatha zum Kreuze Chriſti und ſchaut ihn im Geiſte ſo lange an, bis die Fuͤlle der Liebe Gottes, womit er uns im Tode ſeines Sohnes geliebet hat, Herz, Geiſt und Seele, Mark und Bein und euer ganzes Weſen durchdrungen hat, bis ihr mit ganzer Seele ſagen koͤnnet: Laſſet uns ihn lieben, denn er hat uns zuerſt geliebet! Doch hier helfen nicht Worte; du mußt ſelber gehen nach Golgatha, mußt ſchauen den Sohn der Liebe am Kreuze fuͤr dich bluten, mit unver⸗ wandtem Blicke bei ihm verweilen. Er, ſein Blut, ſein Tod, ſeine Wunden, das Neigen ſeines Hauptes ſoll zu dir ſpre⸗ chen— horche nur! und alles in dir ſchweige.——— -— 42 Jeſul d dine 2 2. an unſ zich an ſethan 3. 1 ger lſſtt fergeſt 4. deinen Troſt Sünd 9. unter durch Schme 6. gen;! Bande durch 4 deine dein berlor Sie Welt n —r nicht u- ßte, für un *in ihn ii kdige, tallſ unſchuddgm Lihm die giß Jiebſter Sohn. rbend erhütt —ten, wer hie Ter allen Ma⸗ Ainem groe Seen mit Gt r nicht glaube oſteht es m annd allgema er wie moͤgit Vie hu — tellt euch jaut ihn in 8, mit une unt ſein d 8 uu di ſe — 1 ₰ — 149 Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Du großer Schmerzensmann, vom Vater ſo geſchlagen, Herr Jeſu! dir ſei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangſt, für deine Band' und Noth, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod! 2. Ach, das hat unſre Sünd' und Miſſethat verſchuldet, was du an unſrer Statt, was du für uns erduldet. Ach, unſre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan. O unbeflecktes Lamm, was haſt du ſonſt gethan? 3. Doch deine Herzenslieb' beweiſet unſern Herzen, wie lieb wir dir geweſt; durch Leiden, Tod und Schmerzen hat Gott nun mit ihm ſelbſt verſöhnet dieſe Welt, hat Gnade uns gebracht, den Frieden hergeſtellt. 4. Dein Kampf iſt unſer Sieg, dein Tod iſt unſer Leben; in deinen Banden iſt die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz iſt unſer Troſt, die Wunden unſer Heil, dein Blut das Löſegeld, der armen Sünder Theil. 5. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unſrer Laſt des Kreuzes nicht verzagen! Hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron', wenn's kommen ſoll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn! 6. Dein Schweiß komm' uns zu gut, wenn wir im Schweiße lie⸗ gen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode ſiegen; durch deine Banden, Herr, bind' uns, wie dir's gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleiſch und Welt. 7. Laß deine Wunden ſein Arznei für unſre Sünden; laß uns auf deinen Tod den Troſt im Tode gründen! O Jeſu, laß an uns durch dein Kreuz, Angſt und Pein, dein Leiden, Angſt und Pein ja nicht verloren ſein! A. Thebesius. † 1652. ————y——— —— 93. 2. April. b Da nahmen ſie den Leichnam Jeſu, und banden ihn in Leintücher mit Spezereien.— Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, darin Niemand je gelegt war. Und Joſeph nahm den Leichnam und legte ihn in ſein Grab.(Soh. 19, 40. 41. Matth. 27, 59. 60.) 150 Das Leiden Chriſti fing ſich im Garten an und endigte ſich im Garten. Geſegneter Garten! der den Leib, fuͤr uns dahingegeben, aufnahm; ausgezeichnetes Grab, welches den Leichnam deſſen in ſich ſchloß, der alle, die in den Graͤbern liegen, hervorrufen und auferwecken wird, zur Auferſtehung des Lebens oder des Gerichts! Seliger Joſeph, der du den Leichnam Jeſu vom Kreuze herabnehmen und in dein neu Grab legen durfteſt, wer beneidet dich nicht? Und doch haben wir vielmehr als du, wenn wir durch Glauben Jeſum im Herzen wohnend haben, wenn wir im Sakramente den leben⸗ digen Leib Jeſu in unſere Herzen aufnehmen und empfangen! Moͤge nur unſer Herz aufhoͤren das Grab der Suͤnde zu ſein, moͤge es das Grab Chriſti werden, worin Jeſus, eingewickelt in Glauben und verſiegelt mit der bruͤnſtigſten Liebe, ewig bleibe! Uebrigens aber muͤſſen wir beim Grabe Chriſti be⸗ trachten, was Paulus ſagt(Roͤm. 6,4.): Wiſſet ihr nicht, daß wir alle, die wir in Chriſto getaufet ſind, in ſeinen Tod getau⸗ fet ſind; daher ſind wir durch die Taufe in den Tod mit ihm begraben. Das wiederholt er auch(Col. 2, 12.), und will daraus folgern, daß wir nicht mehr der Suͤnde dienen, die Suͤnde nicht mehr herrſchen laſſen, weil wir mit Chriſto, oder durch Chriſti Tod der Suͤnde geſtorben und gekreuziget ſind, und alſo die Suͤnde zu Grabe getragen haben. Wecket ſie nicht mehr auf, ihr Lieben! Laſſet ſie, laſſet ſie getoͤdtet und begraben bleiben ewig; ja, werfet vielmehr den todten Leichnam der Suͤnde und boͤſen Luſt hinaus aus euren Herzen und nehmet Jeſum auf, daß er in euch lebe und herrſche ewiglich. Mel. 54. O du, der einſt im Grabe lag. Oder: Chriſt, der du biſt der helle. 1. Nun iſt es Alles wohl gemacht, weil Jeſus ruft: Es iſt voll⸗ bracht! Er neigt ſein Haupt, o Menſch, und ſtirbt, das Leben, das niemals verdirbt, Er dir erwirbt! und endige reib, fi me welches de den Gräͤben rAuferſthu —, der du da lin dein ma — doch hahe 2n Jeſon im nte den lehan⸗ jempfangen ünde zu ſin 2 eingawic liebe, euih * Ghriſti be nicht, dai n Tod getau⸗ 3 Tod mit 8 2, 12), und 2 inde dienen 7 mit Chriſt 4 gekreuziye d d ſie getöde — den toͤte erren Harz annd herſte 4 Es iſ vl⸗ Pben, di 151 2. Erſchrecklich, daß der Herr erbleicht der Herrlichkeit, dem Nie⸗ mand gleicht, der Lebensfürſt! Die Erde kracht, weil Gottes Sohn wird umgebracht, und es wird Nacht! 3. Die Sonw verlieret ihren Schein, des Tempels Vorhang reißet ein; der Heil'gen Gräber öffnen ſich, und ſie ſteh'n auf gar ſichtbarlich. Wie wunderlich! 4. Weil denn die Kreatur ſich regt, ſo werd', o Menſch, hierdurch bewegt. Zerreißt ein Fels; und du wirſt nicht bewogen, daß dein Herze bricht durch dies Gericht? 5. Du biſt die Schuld, nimm dies in Acht, daß Jeſus iſt ans Kreuz gebracht; ja, gar zum Tod und in das Grab, weil er, ach! mit Geſchrei ſchied ab, den Geiſt aufgab! 6. Ach, Vater! ach, dein ein'ger Sohn erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn! Nun, dies geſchieht für meine Schuld! drum zeig' in Jeſu Gnad' und Huld, und hab' Geduld! 7. Ich will mit ihm zu Grabe gehn, und wo die Unſchuld bleibet, ſehn; ja, ich will ganz begraben ſein mit ihm und ſelig ſchlafen ein, im Tod allein. 8. O, Jeſu Chriſte, ſtärke mich in meinem Vorſatz kräftiglich! Laß mich den Kampf ſo ſetzen fort, daß ich die Kron' erlange dort, nach deinem Wort. 9. So will ich dich, Herr Jeſu Chriſt, daß du für mich geſtorben biſt, von Herzen preiſen in der Zeit, in Freud' und Wonn' in Ewig⸗ keit, nach kurzem Streit. L. Laurenti. ————————————-— 94. 3. April. Und ſieh, ein großes Erdbeben geſchah, denn ein Engel des Herrn ſtieg vom Himmel herab, wälzte den Stein weg, und ſprach: Ihr ſuchet Jeſum von Naza⸗ reth, den Gekreuzigten! Was ſuchet ihr den Lebendi⸗ gen bei den Todten? Er iſt nicht hier, er iſt auferſtan⸗ den.(Natth. 28, 2. Luc. 24, 5. 6. Marc. 16, 6.) Engel waren bei dem erſten Eintritt Jeſu in dieſe Welt die Boten(Evangeliſten) und Verkuͤndiger der großen 152 Freude, daß der Heiland geboren waͤre, und bei ſeiner Wie⸗ dergeburt, da er aus dem Tode wieder ins Leben hervortritt, ſind ſie es wiederum, die ſein Wiederaufleben aus dem Grabe, ſeine zweite Erſcheinung unter den Lebendigen, ſeine Wieder⸗ geburt ankuͤndigen. Sie ſtrafen freundlich die frommen Su⸗ cherinnen, daß ſie den Herrn des Lebens, der ſchon auferſtan⸗ den, noch unter den Todten ſuchten. Welche Freude muß es dieſen liebevollen Weſen geweſen ſein, daß ſie zuerſt dieſes große, ewige Evangelium ausſprechen durften in dieſer Welt der Todten⸗Graͤber; daß ſie die erſten waren, die als Herolde des Reichs rufen durften: Er iſt auferſtanden! Freuen ſich nun die Engel ſo ſehr daruͤber, die es doch eigentlich nicht zu⸗ naͤchſt angeht, wie vielmehr ſollen wir uns freuen, danken und ſingen— denn uns ſtarb, uns erſtand er, uns lebt er, und wir mit ihm, wenn wir mit ihm auferſtehen und in einem neuen Leben wandeln. Aber wie koͤnnen wir uns freuen, wenn wir in den Banden der Suͤnde und des Todes liegen bleiben? So ſuchen wir den Lebendigen bei den Todten, und da werden wir ihn nicht finden. Er iſt nur bei den Lebendigen, die erwecket und mit ihm aus dem Grabe des Verderbens aufer⸗ ſtanden ſind, zu finden. Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 1. Triumph! verlaßt die leere Gruft. Triumph! der Heiland lebet. Hört, wie der Kreis der heitern Luft von Siegestönen bebet. Sei uns gegrüßt, erſtand'ner Held! Die Höll⸗ und Tod⸗entrißne Welt ruft dir Triumph entgegen. 2. Ihr Himmel, laßt den Jubelklang durch alle Wolken hören! Kommt, wiederholt den Lobgeſang in allen Geiſter⸗Chören! Ja, ehrt den Tag, wie jene Nacht, die dieſen Held ans Licht gebracht, ver⸗ herrlicht ſeine Siege! 3. Es müſſe Zions Heiligthum von Jauchzen wiederhallen: Gott, in der Höhe, dir ſei Ruhm, den Menſchen Wohlgefallen! Ihr Krea⸗ turen, ſtimmt mit ein, auf Erden müſſe Friede ſein, im Himmel hohe Wonne! d iner Wi k xrvortiit üem Grabe, Ai Widr nmen Sr⸗ * auferſtan⸗ De muß e erſt dieſs ieſer Wit =ls Herode reuen ſih —) nicht zl⸗ aanken und Ebt er, und 8 in einen keen, wenn 20n bleiben? Ira werden S igen, die Sens aufer⸗ Ter Heiland zönen bebet d⸗entrißte Mlken hören — l J Ar — raht, ber — len: Got⸗ — Ihr Krer 2 imwel loße 153 4. Doch, ag, mein Herz, was hindert mich, die Freude zu empfin⸗ den? Gott macht uns frei; du laͤſſeſt dich mit Todesfeſſeln binden. Wie!l du erkennſt doch deine Noth, und fliehſt und wähleſt doch den Tod in ſeinen Sündenfrüchten. 5. Soll, Jeſu, denn an mir allein, nach ſo viel ſchweren Siegen, dein Schmerz und Tod verloren ſein? Laß deine Blutfahn' fliegen! O decket mich nur dies Panier, ſo wird der nahe Tod von mir mit Höll' und Teufel fliehen. 6. Du kannſt, mein Haupt und Lebensfürſt, nicht deine Glieder haſſen; ich weiß gewiß, ich weiß, du wirſt mich nicht im Tode laſſen. Denn Satans angefülltes Reich blieb ſonſt des Himmels Größe gleich. Auf, rette deinen Namen! 7. Laß, laß mich, dein erſiegtes Gut, doch nicht verloren gehen; laß meines todten Glaubens Muth lebendig auferſtehen! O ja, mein Angſtſchweiß höret auf; mein Heiland ſteiget frei herauf und läßt ſein Schweißtuch liegen. 8. Nun Jeſus Grab die Siegel bricht, ſteht mir der Himmel offen. Nun ſtürzt den eitlen Glauben nicht ein unerfülltes Hoffen. Du lebſt, du lebſt und lebſt in mir; du kannſt, du wirſt, ich folge dir, mich auch zum Vater führen. V. Pietsch. † 1733. 95. l4. April. Da die Jünger verſammelt, und aus Furcht vor den Juden die Thüren verſchloſſen waren, kam Jeſus und trat in ihre Mitte, und ſprach zu ihnen: Der Friede ſei mit euch! Ich bin's, fürchtet euch nicht. (Joh. 20, 19. Luc. 24, 36.) Die Juͤnger liefen doch nicht zur Welt, da ihr Meiſter todt war und im Grabe lag, ſie verſperrten ſich vielmehr vor ihr, denn ſie fuͤrchteten die Welt— wohl nicht mit ganz edler Furcht. Sie fuͤrchteten, auch gegriffen und gekreuziget zu werden; dazu hatten ſie jetzt weder Luſt noch Kraft. Doch war dieſe Furcht fuͤr ſie heilſam, weil ſie dadurch vor der Welt bewahret blieben und in der Stille ihres Heilandes 154 warteten. Wenn Jeſus in dir auferſtehen ſoll, und du ſeines Lebens in dir gewiß werden willſt, mußt du erſtens die Welt aus deinem Herzen hinausſperren und dein Herz nur dem Heilande offen halten, nur nach ihm verlangen; dann zwei⸗ tens dich auch gern mit denen verſammeln, die auf den Troſt Iſraels warten, die mit einem todten Buchſtaben⸗Chriſtus nicht zufrieden ſind, ſondern Jeſum, den lebendigen, haben wollen. Bei den Todten wirſt du todt, bei den Lebendigen lebendig werden und bleiben. Wenn du ſo, wie die Juͤnger, entfernt und losgeriſſen von der Welt, verſammelt im ſtillen Gebete, im Harren und Flehen, vereinigt mit allen Frommen und Glaͤubigen, dich nach Jeſu ſehneſt, ſo wird er auch in Mitte deines Herzens, in Mitte der Deinigen im Geiſte erſcheinen und dir den Frieden, der allen Verſtand uͤberſteigt, die rechte Oſterbeute, die er durch ſeinen Sieg und Kampf errungen hat, bringen, wodurch du gewiß wirſt, daß er es iſt, daß es kein Hirngeſpinnſt, kein Phantom iſt. Mel. 52. Die Gnade ſei mit allen. Oder: Beſiehl du deine Wege. 1. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft. Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott. Wir aber können ſagen: Mit uns iſt unſer Gott! 2. In der Gerechten Hütte ſchallt ſchon das Siegeslied. Du trittſt ſelbſt in die Mitte und bringſt den Oſterfried'. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! O komm und bring' noch heute den Fried' in Herz und Haus. 3. Schwing' deine Siegesfahne auch über unſer Herz und zeig' uns einſt die Bahne vom Grabe himmelwärts. Laß unſer aller Sün⸗ den mit dir begraben ſein. Laß uns den Schatz hier finden, der ewig kann erfreu'n! 4. Sind wir mit dir geſtorben, ſo leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das ſtell' uns täglich für! Dann wollen wir ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten ſelig mit dir auch auferſtehn. 1 do ſenes Z die Wal * nur dem jann zwei⸗ l den Tuſſ r⸗Chriſtus Sen, haben Lebendige iie Jüngrr ein ſtilln 2 Fronnn 1er auchin dim Geſſe nüberſteigt d Kampf I er es iſt t. 8eluft. Wir Dürd Schau 8 nen ſegen. 2, Du trittt il doch die d heute den und heig uler Sin⸗ ₰ der ewe Was un — wir gan ig mit dr 155 5. Der Tod kann uns nicht ſchaden, ſein Pfeil iſt nunmehr ſtump. Wir ſteh'n bei Gott in Gnaden und rufen bald: Triumph! Komm nur in unſre Herzen, beſiege Sünd' und Tod, dämpf' in uns Pein und Schmerzen in unſrer letzten Noth! B. Schmolke. 96 5. April. Gelobet ſei Gott, der Vater unſers Herrn Jeſu Chriſti, der uns nach ſeiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferſtehung Jeſu Chriſti von den Todten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unver⸗ welklichen Erbe, das behalten wird im Himmel.(1 Perr. 1,3.) Der Tod iſt verſchlungen in den Sieg,— Tod, wo iſt dein Stachel? Hölle, wo iſt dein Sieg?(tEor. 15,55.) Die Auferſtehung iſt das Hauptſtuͤck der chriſtlichen Lehre; es haͤngt unſer Glaube und unſre ganze Hoffnung an ihr, wie Paulus(1 Cor. 15.) darthut. Waͤre Chriſtus nicht auferſtanden, ſo gaͤbe es kein Chriſtenthum, ſo waͤre unſer Glaube eitel, unſre Hoffnung nichtig, die Lehre falſch, das ganze Evangelium vergeblich; es gaͤbe keine Vergebung der Suͤnden; wir wuͤßten gar nicht, wie wir daran waͤren, weder in dieſem, noch im kuͤnftigen Leben, das wir gar nicht glau⸗ ben, nicht hoffen koͤnnten. Die Auferſtehung aber begruͤndet alles, was wir als Chriſten glauben, hoffen und lieben; be⸗ ſonders aber iſt ſie uns die Wiedergeburt der lebendigen Hoff⸗ nung des ewigen Lebens, indem ſie alle Furcht des Todes verſchlingt und uns das kuͤnftige Leben in unſerm auferſtan⸗ denen Heilande anſchaulich macht. Er iſt unſer Haupt, wenn wir im lebendigen Glauben und bruͤnſtiger Liebe als Glieder ſeines Leibes an ihm hangen; und da wir das Haupt uͤber Tod, Hoͤlle und Satan ſiegen, und ſie, dieſe fuͤrchterlichen Feinde des Menſchen, verſchlingen und zertreten ſehen, ſo koͤn⸗ 156 nen wir nicht nur nicht zagen, wir muͤſſen mit unſerm Haupte mit triumphiren und uns des Sieges mit freuen; denn er hat nicht fuͤr ſich, ſondern fuͤr uns, uͤber unſre Feinde geſiegt. Der Sieg iſt unſer, alſo auch der Triumph. Wenn ein Held die Feinde des Reichs ſchlaͤgt und vernichtet, wenn er ſiegt und triumphirt, ſo iſt der Sieg und Triumph des ganzen Rei⸗ ches, ſo freut ſich der geringſte Bewohner des Reiches mit; denn er hat es auch zu genießen, wie der Sieger ſelbſt. Darum triumphiren alle Chriſten mit Chriſto in ſeiner herrlichen Auferſtehung. Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 1. Auf, danket ihm mit Herz und Mund am Tage ſeiner Freuden, er hat den ew'gen Gnadenbund gegründet durch ſein Leiden. Er hat dem Tod entwandt die Macht, das Leben aber wiederbracht und un⸗ vergänglich's Weſen. 2 Tim. 1, 10. 2. Nun tritt, was Chriſto ähnlich iſt, in Glaubenskraft zuſammen; weil Chriſtus auferſtanden iſt, wer will ſein Volk verdammen? Hier iſt der Mann, der überwand und nach zerrißnem Todesband zur Rechten Gottes ſitzet. 3. Du wohlgeplagtes Chriſtenheer, vergiß, was drückt und naget! Geſetzt, es häuft ſich mehr und mehr, nur friſch mit dem gewaget, der durch des Grabes Siegel brach und zu dem Tode mächtig ſprach: Wo iſt nunmehr dein Stachel? 4. Doch Chriſti Sieg iſt gut dafür, der lehrt uns überwinden und öffnet Riegel, Schloß und Thür, trotz Teufel, Welt und Sünden. Mit dieſem großen Siegesmann iſt alles kurz und gut gethan, wo bleibt dein Sieg, o Hölle? 5. Zum Siegel ſolcher Seligkeit giebt uns der Herr zu eſſen die Speiſe der Unſterblichkeit, die Niemand ſoll vergeſſen. Der Lebens⸗ ſaft uns heilſam tränkt, den das erwürgte Lamm uns ſchenkt; o edler Oſterſegen! 6. Gott, unſerm Gott, ſei Lob und Dank, der uns den Sieg ge⸗ geben, der uns, was hin ins Sterben ſank, hat wiederbracht zum Leben! Der Sieg iſt unſer, Jeſus lebt, der uns zur Herrlichkeit erhebt. Gott ſei dafür gelobet! V. E. Löscher. — —— Hauxte n er hat jgeſiegt. ein Hed d er ſiggt Itzen Re⸗ hes mit, Darum herrlichen —. Freuden, =. Er hat —t und m⸗ T zuſammen nen? Hier = sband zur Tund naget =n gewage, ztig ſprat oinden und 4 40 Sünden. Rethan, wi n eſſen di zer Lebens⸗ mkt; oaͤle n Sieg ge⸗ — bracht zun Herrlichti — F. Löscher 97. 6. April. Nun aber iſt Chriſtus für alle geſtorben, damit die, ſo da leben, nicht mehr ſich ſelbſt leben, ſondern dem, der für ſie geſtorben und auferſtanden iſt.(2 Cor. 5, 15.) Euch zuvörderſt hat Gott ſeinen Sohn erweckt, und ihn geſandt euch zu ſegnen, damit ſich ein jeder von ſeiner Bosheit bekehre.(xpoſtg. 3, 26.) Feget den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig ſeid, wie ihr denn ungeſäuert ſein ſollet; denn unſer Oſterlamm, Chriſtus, iſt für uns geſchlachtet.( Cor. 5, 7.) Wie der Grund unſerer Hoffnung des ewigen Lebens in der Auferſtehung Jeſu liegt, ſo liegt eben darum auch der Grund und die Urſache unſerer eigenen Erweckung und Bekehrung zu einem neuen Leben darin. Denn wie koͤnnten wir hoffen, mit ihm zu leben, wenn wir nicht mit ihm aufſtaͤnden vom Tode. Wie koͤnnten wir hoffen, mit ihm zu triumphiren uͤber Suͤnde, Tod und Grab, Teufel und Hoͤlle, wenn wir freiwillig Skla⸗ ven der Suͤnde, des Teufels und des Todes bleiben wollten. Wie koͤnnten wir die ewige Oſterfreude mit unſerm verklaͤrten Oſterlamme feiern, wenn wir den alten Sauerteig nicht aus⸗ fegten. Unſer alter Sauerteig, Fleiſch und Blut, Suͤnde und Verderben kann das Reich Gottes nicht erben. Der die Feinde außer uns beſiegt hat, kann und will ſie auch in uns beſiegen; der fuͤr uns geſtorben und auferſtanden iſt, kann und will uns Kraft genug geben, daß wir der Suͤnde ſterben und ihm leben; daß wir mit ihm auferſtehen, allen Sauerteig der Bosheit und Schalkheit ausfegen und ein neuer Suͤßteig voll Lauterkeit und Wahrheit werden. Mel. 76. Nun ruhen alle Wälder. 1. Willkommen, Ueberwinder! willkommen, Troſt der Sünder! willkommen, Heil der Welt! Willkommen, Schlangentreter und Hoffnung aller Väter! willkommen, größter Wunderheld! 158 2. Für wen haſt du gelitten? für wen haſt du geſtritten und obge⸗ ſiegt, o Held! Für Adams böſe Kinder, für hingeworf'ne Sünder, für eine laſtervolle Welt! 3. O, wer begreift die Triebe ſo wunderbarer Liebe! und wer er⸗ ſtaunt hier nicht? Für freche Sündenknechte erduldet der Gerechte ein unverdientes Strafgericht! 4. Laß uns doch nicht vergeſſen, die Gnade zu ermeſſen, die heut' uns widerfährt; laß uns das Herz erneuern und ſo die Oſtern feiern, wie Dank und Pflicht von uns begehrt! 5. Kein Sauerteig der Sünden ſei mehr in uns zu finden, der uns bisher befleckt! Laßt uns hinfort das Leben blos deſſen Dienſt ergeben, den Gott für uns vom Tod erweckt! 6. Hilf, Jeſu, ſelbſt uns kämpfen, die böſe Luſt zu dämpfen, die uns zur Sünde treibt. Wir können ſonſt nicht ſiegen, und müſſen unterliegen, wo nicht dein Beiſtand bei uns bleibt. W. Triller. — 98. 7. April. Sie kamen ſehr früh zum Grabe— um die Zeit des Sonnenaufgangs, und ſagten: Wer wird uns den Stein vom Grabe wälzen? Als ſie aber hinblickten, ſahen ſie, daß der Stein weggewälzt war.(Marc. 16,2— 4) Die Juͤngerinnen des Herrn ſind fruͤh aufgeſtanden, um den Herrn ohne Furcht und Saͤumen zu ſuchen. Weder die Wache, noch der große Stein, den ſie nicht heben konnten, noch das Siegel, das die Phariſaͤer darauf druͤckten, noch ſonſt eine Beſorgniß konnte ihre heiße Liebe abſchrecken. O wenn die Liebe ſucht, ſo findet ſie allemal; denn ſie glaubt Alles und hoffet Alles und duldet Alles, um zum Zwecke zu kommen. Sie denkt: ich muß ihn finden, denn ich muß ihn haben, und wenn tauſend Steine, wenn Berge im Wege laͤ⸗ gen. Wo aber Gott ſolchen Ernſt der Liebe ſieht, da hebt er auch die Steine weg, die wir nicht heben koͤnnen, und wirft die Berge ins Meer, die wir nicht uͤberſteigen koͤnnen. 81 und ohge⸗ rie Sünder und wer er⸗ 5 Herechte ein —, die heub ſtern feien, ain, der unt Inſt ergeben impfen, de Ind niſſe W. Triller —— die Zet — uns den Inblickten Sc. 16,2 ⁴) Inden, m Weder di 8i konnten anken, noc Mecken. d ſie glaut Zwecke 1 F8n köͤnnen 159 Findeſt du auch große Steine in deinem Wege und mancherlei Hinderniſſe in deinem Gange, wie die Frauen beim Grabe; ſindeſt du Jeſum nicht ſogleich in dir, ſo harre ſehnſuchtsvoll, ſtehe fruͤh auf und laß nicht ab, ſo wirſt du ihn gewiß finden. Du kannſt dir alle Tage einen Oſtermorgen, eine Oſterfreude verſchaffen, wenn du alle Morgen ſo fruͤhe aufſtehſt, ſo ſehn⸗ ſuchtsvoll ſucheſt, ſo unverdroſſen harreſt und ſo heiß und bruͤnſtig verlangeſt nach dem auferſtandenen Heiland, wie Maria. Werr ſucht, der findet. Mel. 103. Was Gott thut, das iſt wohlgethan. 1. Herr, laß uns mit dir auferſtehn! wir liegen noch im Grab⸗ und können noch das Licht nicht ſehn, die Kraft von deiner Gabe, die du durch Macht uns mitgebracht. Führ' uns heraus zum Leben, laß feſt an dir uns kleben! 2. Vertreib' den Schlaf der Sicherheit, daß wir bei frühem Mor⸗ gen zu ſuchen dich, Herr, ſind bereit, wenn du dich gleich verborgen, und weichen ab vom Sündengrab', weil du die Thür' gebrochen und unſern Feind gerochen. 3. Es liegen tauſend Hüter hier, die unſer Herz berennen, daß wir aus dieſer Grabesthür' nicht zu dir kommen können. Der Sünde Macht hält ſelbſt die Wacht, die Welt mit ihren Schätzen ſteht da, es zu beſetzen. 4. Die Wolluſt, Sorge, Neid und Geld ſchiebt vor die ſtärkſten Riegel, der Phariſäer dieſer Welt drückt ſelbſt darauf das Siegel. Wer wälzet ab von dieſem Grab' den ſchweren Stein der Sünden, den wir in uns empfinden? 5. Herr Jeſu, du, du biſt's allein, du kannſt die Feſſel löſen, worin wir eingewickelt ſein, die Tücher zu dem Böſen. Wälz' ab den Stein und führ' uns ein zum Reiche deiner Gnaden, daß uns die Feind' nicht ſchaden. 6. Ach, laß das wahre Auferſtehn auch unſer Herz erfahren, uns aus den Todtengräbern gehn, daß wir den Schatz bewahren, das theure Pfand, das deine Hand zum Siege uns gegeben; ſo gehn wir ein zum Leben. D. Böhmer 160 b 8. April. Gott hat den Herrn auferweckt und wird uns auch auferwecken durch ſeine Kraft. Cor. 6, 14.) Iſt Chriſtus in euch, ſo iſt zwar der Leib um der Sünde willen todt, der Geiſt aber lebendig um der Gerechtigkeit wil⸗ len. So nun der Geiſt deß, der Jeſum von den Tod⸗ ten auferwecket hat, in euch wohnet, ſo wird er, der Chriſtum auferwecket hat von den Todten, auch eure ſterblichen Leiber lebendig machen um deßwillen, daß ſein Geiſt in euch wohnet.(Roͤm. 8, 10. 11.) Du glaubſt an Chriſtum, daß er von den Todten aufer⸗ ſtanden iſt; glaubſt, daß auch du auferſtehen wirſt. Haſt du aber den Geiſt, der Jeſum auferweckte? haſt du das Zeugniß des Geiſtes Chriſti, daß du erweckt und auferſtanden biſt vom Grabe der Suͤnden? Iſt Chriſtus, der Auferſtan⸗ dene, in dir? hat er dich erweckt, belebt, beſeelt? Iſt dein Geiſt durch ſeine Gerechtigkeit lebendig? So mag dein Leib immer ſterben; du wirſt doch einſt auferſtehen, wie Chriſtus auferſtanden iſt. Aber ohne den Geiſt und ohne das Zeug⸗ niß des Geiſtes Gottes, der Jeſum auferweckte, an Chri⸗ ſtum, an ſeine und unſere Auferſtehung glauben, iſt eine verzweifelte Sache; ſich der kuͤnftigen Auferſtehung troͤſten, und doch hier todt und ohne den Geiſt ſein, der allein erwek⸗ ken und uns ſchon jetzt der erſten Auferſtehung, des Lebens in Chriſto, theilhaftig machen kann und muß, wenn wir an der zweiten Auferſtehung Theil haben wollen, das iſt ein Selbſtbetrug und eine Taͤuſchung, von der man ſich je eher je lieber heilen laſſen ſoll. Iſt aber Chriſtus in uns(und das erkennen wir an dem Geiſte, den er uns gegeben hat, an der Salbung und dem unnachahmlichen, unbegreiflichen Frie⸗ den, an der Liebe Gottes, die er in das Herz ausgießet), iſt Chriſtus und ſein Geiſt in uns, und ſind wir hier ſchon wirk⸗ 99 dd uns auch ſſt Chriſt ¹inde wille oſtigkeit we =2n den To⸗ Ard er, d „auch eune illen, de Nodten duft. —virſt. Hi haſt du de x auferſtanda r Auferſte —? Iſti ag dein bi wie Chriſe =ie das Zaun „e, an Ghi Luen, iſt in x hung troſtn Dallein erue a, des Ll venn wira * das iſ i 1 ſich jei iflichen Fi 1sgi ieße hji — ſchon wi 161 lich auferweckt, wahrhaft Erweckte, lebendige, in Chriſto le⸗ bende und wandelnde Chriſten, ſo iſt kein Zweifel, daß uns der Herr ſo wenig im Grabe laſſen wird, als er darin blei⸗ ben konnte.— Denn, wo das Haupt iſt, da muͤſſen auch die lebendigen Glieder ſein. Mel, 14. Nun ſich der Tag geendet hat. Oder: Für Chriſtus geb'. 1. Ich ſag' es jedem, daß er lebt und auferſtanden iſt, daß er in unſrer Mitte ſchwebt und ewig bei uns iſt. 2. Ich ſag' es jedem, jeder ſagt es ſeinem Freunde gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt ſcheint die Welt dem neuen Sinn erſt wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus ſeiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer verſank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in ſeine Zukunft ſchaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus; und wer nur hört auf ſeinen Rath, kommt auch ins Vaters Haus. 6. Er lebt und wird nun bei uns ſein, wenn Alles uns verläßt, und ſo ſoll dieſer Tag uns ſein ein Weltverjüngungs⸗Feſt. v. Hdbg. — 100. 9. April. Er aber, der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Bun⸗ des, unſern Herrn Jeſus Chriſtus, von den Todten erwecket hat, mache euch tüchtig zu jedem guten Werke, damit ihr ſeinen Willen erfüllet.(SHebr. 13,20.) Denn gleichwie Chriſtus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Todten auferweckt wurde, ſo ſollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.(oͤm. 6, 4.) Warum hat er den Hirten ſchlagen laſſen? warum ihn wieder auferwecket? Blos um der Schafe willen. Der Vater liebet die zerſtreuten Schafe und konnte ſie nicht in der Irre gehen laſſen, darum erweckte er den Hirten und gab ihn den Schafen wieder. Sollen nun die Schaſ doch verloren gehen? 11 162 Wird er nun nicht eben um des auferweckten Hirten willen auch die Schafe erwecken und neu zu beleben ſuchen, daß Hirt und Heerde mit einander Eins ſeien und in den ewigen Schaf⸗ ſtall eingehen? Wir ſollen auf dieſelbe Kraft vertrauen und in derſelben Kraft wandeln, durch dieſelbe Kraft ein neues Leben fuͤhren, durch welche Chriſtus auferweckt wurde. Dieſelbe Kraft iſt unſer, wenn wir ſie nur gebrauchen wollen, und nicht auf eigne Kraͤfte bauen oder gern und mit Abſicht ohn⸗ maͤchtig bleiben wollen, um im Tode der Suͤnde liegen bleiben zu koͤnnen. Schaͤflein! ſehet auf euren großen Hirten: er war ſehr zerſchlagen, aber er lebet wieder, lebet ewig und ſtirbt nicht mehr. Er hat die Binden und Grabtuͤcher, womit er im Tode gebunden und eingewickelt war, aufgeloͤſt, zuſam⸗ mengewickelt und im Grabe begraben,(Joh. 20, 6. 7.) er aber ging frei heraus, und nun bindet ihn nichts mehr an dieſe Erde, als die Liebe zu uns. So, liebe Seele, ſollſt du auch auferſtehen und die Binden und Banden, die dich an Erde, Welt und Suͤnde feſſeln, zerbrechen, ſie im Grabe dieſer Welt liegen laſſen und deinem Hirten nachfolgen im Auffluge zum Himmliſchen, zu dem er dich erwecket hat. Mel. 76. Nun ruhen alle Wäͤlder. 1. Auf, ſingt heut' Jubellieder! der Hirte lebet wieder; ihn hält kein enges Grab. Umſonſt war das Verriegeln, vergebens das Ver⸗ ſiegeln, der Stein wälzt ſich von ſelbſten ab. 2. Der Erden Grund erſchüttert, die Wache bebt und zittert und wird von Furcht gejagt; der Glanz, der ſie umringet und aus dem Grabe dringet, macht ſie beſtürzet und verzagt. 3. Der Abgrund heult und brüllet, ein Klaggeſchrei erfüllet die weite Höllenluft. Der Himmel jauchzt und lachet, dieweil der Held erwachet, trotz der verſchloßnen Todten⸗Gruft. 4. Du biſt von Todes⸗Banden, Herr, ſiegreich auferſtanden und aus dem Tod erwacht. Nur deine Sterbebinden ſind in der Gruft zu finden, du aber haſt dich frei gemacht! irten willen 2 daß git igen Schaf 1anen und ij Aneues Lehen —. Difſele ollen, und — lbſicht ohn⸗ gen blähen Hirten: i ¹t ewig ud er, womite ¹iſt, jrim — 7) er aber 1 t an dieſe t ſt du auch 8 an Erde Gieſer Welt flluge zm Derz inn hit uns das Ler — zittert w Aind aus den erfülli d —oel der h e ifftanden 1 b eer Grifft 163 5. Der Kampf iſt dir gelungen; du haſt den Feind bezwungen, der ſich den Sieg verſprach. Du haſt ſein Heer geſchlagen, und er muß Feſſeln tragen, zu deinem Ruhm, zu ſeiner Schmach. 6. Er meinte, dich zu fällen, und fiel im Grimm der Höllen mit Ungeſtüm auf dich. Doch haſt du keine Wunden von ſeiner Wuth empfunden, als einen ſchwachen Ferſenſtich. W. Triller. 101. 10. April. Aber ich will ſie erlöſen aus der Hölle, und vom Tode erretten. Tod, ich will dir ein Gift ſein; Hölle, ich will dir eine Peſtilenz ſein.(Soſ. 13, 14) Derſelbe ſoll dir den Kopf zertreten; du aber wirſt ihn in die Ferſen ſtechen. Gt Moſ. 3,18) Ich bin die Auferſtehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, ob er gleich ſtürbe.(Joh. 11, 25.) Wer den Tod und die Hoͤlle fuͤrchtet, der eile doch zu dem, der hier ſo nahe ſteht und ihm zuruft: Komm, ich will dich erloͤſen aus der Hoͤlle, und erretten vom Tode! Wer dem nicht glaubt, der zum Tode furchtlos ſpricht: ich will dir ein Gift ſein! und zur Hoͤlle: ich will dir eine Peſtilenz ſein! Wer dem nicht glaubt, der da ſagt: wer an mich glaubt, ſtirbt nicht; ich bin das Leben, ich gebe ewiges Leben dem, der an mich glaubt; wer dem nicht glaubt und nicht glauben will, der durch ſeinen Tod dem die Macht nahm, der des To⸗ des Gewalt hatte, dem Teufel, und diejenigen erloͤſete, die aus Todesfurcht ihr Lebenlang Knechte ſind(Hebr. 2, 14. 15.); wer lieber Sklave der Todes⸗ und der Hoͤllenfurcht bleibt,(warum doch? ja, um der elenden Luſt, ſeinen Begierden als Knecht zu dienen, und noch die kurze Zeit dieſes vergaͤnglichen Lebens zu genießen,) wer, ſage ich, dem nicht glaubt, der muß ja ſein Verderben, ſeinen ewigen Untergang mehr lieben als ſein Leben 11* 164 und ſeine Seligkeit; der muß ja ſchrecklich verblendet ſein von dem Gott dieſer Welt(2 Cor. 4, 4), daß er nicht ſieht und nicht ſehen will das helle Licht, das aus der Auferſtehung Chriſti herſtrahlt, das uns zum ſeligſten Triumph uͤber Tod und ölle, uͤber Suͤnde und Teufel einladet. Erkennt uns die Hoͤlle ſchon als ihr Eigenthum, beherrſcht uns der Tod ſchon als ſeine Sklaven, ſo muͤſſen ſie uns doch frei und unange⸗ fochten laſſen, wenn wir nur wollen; wir koͤnnen ihnen ein Gift und eine Peſtilenz finden, wodurch ſie ſterben und ver⸗ derben muͤſſen. Warum fuͤrchteſt du den Tod? weil du den Stachel des Todes, die Suͤnde, liebſt? Nimm vielmehr die Arznei, die des Todes Gift und der Hoͤlle Peſtilenz iſt, die den Tod in dir toͤdtet, nimm Chriſtum ein, ſo wirſt du leben und ſelig ſein. Mel. 109. Jeſu, meines Lebens Leben. 1. Höllbezwinger! nimm die Palmen, die dein Zion heute bringt, das mit frohen Oſterpſalmen den erkämpften Sieg beſingt. Wo iſt nun der Feinde Pochen? Ja, ihr Stachel iſt gebrochen; Tod und Teufel liegen da, Gott ſei Dank, Halleluja! 2. Was kann deiner Krone gleichen? Held und König tritt hervor! Stecke nun die Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Laß dir tauſend Engel dienen, weil dein Siegestag erſchienen. Welt und Himmel jauchzen da, Gott ſei Dank! Halleluja! 3. Theile, großer Fürſt, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnſucht heute vor den Thron der Gunade tritt! Deinen Frieden gieb uns Allen, ſo muß Furcht des Todes fallen; tritt der Schlangen Kopf entzwei, mach' uns aller Feſſeln frei! 4. Laß, o Sonne der Gerechten! deinen Strahl ins Herze geh'n; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß ſie geiſtlich auferſteh'n. Hält der Schlaf uns noch gefangen, da die Schatten längſt vergangen, ei, ſo fördre ſelbſt den Lauf; rufe fleißig: Wachet auf! 5. Tilge das verwöhnte Grauen, wenn die letzte Stunde ſchlägt, weil in den ſaphirnen Auen ſchon die Krone beigelegt. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, denn du kannſt und willſt erretten; unſre Hoff⸗ nung blühet ja, Gott ſei Dank, Halleluja! 5 Ril ui deS ſpen. vellren, 1 Nl der Ncher deekum alhar b 10 d gen den. G und de d det ſein w ht und nich N ung Chrſtt 2*% Tod und Jant uns di r Tod chn nd unange nen ihnen ii Sen und der = weil duda Avielmahr i ilenz iſ, d Kirſt du lh heute brin Ingt. Wyſt — en; Todm e g brit henn. m npor Lißt 4. Wet m ½ yeerde mi i — rtritt! Dein dllenz tritt * Herx oir rſtehn. h erganger, — ¹'tunde ſti dann uns n nreiz unfte hij 165 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft er⸗ ſcheint. Sind wir ſterblich hier geboren, bleibt der Staub doch un⸗ verloren, unſer Hirte hütet da, Gott ſei Dank, Halleluja! 7. Rufe die verdorrten Glieder endlich aus der dunklen Nacht, bis der Aſchenhaufe wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirſt du die Krone geben, und wir werden dich erheben; ja, wir ſingen auch allda: Gott ſei Dank, Halleluja!* C. L. Taddel. 102. 11. April. Der Engel ſprach: Gehet hin, ſaget ſeinen Jün⸗ gern und dem Petro— in Galiläa werdet ihr ihn fin⸗ den.(Marc. 16,7.) Der Herr iſt wahrhaftig auferſtanden und dem Simon erſchienen.(Luc. 24, 34.) Das Merkwuͤrdigſte in der Geſchichte ſeiner Auferſtehung iſt, wie es die Evangeliſten auch beſonders bemerken, daß der Herr den groͤßten Suͤndern zuerſt erſchienen iſt, der Magda⸗ lena und dem Petrus. Lieber! das ſteht nicht umſonſt in der Geſchichte Jeſu. Iſt er dem Simon erſchienen? beſonders und zuerſt erſchienen? moͤchte man verwundert fragen; hat ihn doch Keiner mehr betruͤbt, Keiner ſchaͤndlicher verleugnet, Keiner ſo wortbruͤchig und treulos an ihm gehandelt, bei allen Warnungen und Ermahnungen, die von Seiten des Herrn vorausgegangen ſind? Ja, das iſt wohl wahr. Er war es nicht werth, der Fall war groß— aber ſieh, Petrus weinte bitterlich; Keiner fuͤhlte ſo tief ſeine Schwachheit, ſein Verder⸗ ben, ſeine Treuloſigkeit, wie er. Keinem war ſo bangez Kei⸗ ner wartete mit ſolchem Schmerz, mit ſolcher Sehnſucht, wie er. Wie eilte er mit Johannes der erſte zum Grabe, als er eine beunruhigende Nachricht von dem im Grabe vermißten Leichname des Heilandes hoͤrte; wie lief er der erſte ins Grab hinein!— Sieh, das Alles ſah und wußte der Heiland auch 166 — der nicht nur auf deinen Fall, auf deine Verleugnung und Untreue ſieht, ſondern auch auf deine Thraͤnen, auf deinen Schmerz, auf dein heißes Verlangen von ihm begnadigt, ge⸗ troͤſtet und wieder angenommen zu werden. O ihr tiefge⸗ beugten, ihr uͤber eure Suͤnden zerriſſenen Herzen, ſeid getroſt! wenn der Heiland die Seinen beſucht und troͤſtet, beſucht und troͤſtet er euch zuerſt; denn er weiß, ihr habt es noͤthiger, als andere. Mel. 95. Das iſt unbeſchreiblich. Oder: Warum ſind der Thränen. 1. Jeſus iſt erſtanden, freu' dich, Oſterherz! Freuden ſind vorhan⸗ den, weg iſt aller Schmerz! Nach dem Marterleiden tröſten immerhin Auferſtehungs⸗Freuden den betrübten Sinn. 2. Deine Oſterwonne, großer Oſterheld, dringt wie Gottes Sonne durch die düſtre Welt in die treuen Herzen, die dich todt geglaubt, die, voll Trennungs⸗Schmerzen, aller Freud' beraubt. 3. Ja, an deinem Grabe, Jeſu, höchſtes Gut! meine Luſt ich habe, und bin wohlgemuth. Denn da du erſtanden, hoff ich felſenfeſt, daß von Todes⸗Banden du mich auch erlöſ'ſt. 4. Welch ein treu Gemüthe bringſt du aus der Gruft! Deine Huld und Güte armen Sündern ruſt, die mit Petro weinen. O, wie plötzlich iſt uns durch dein Erſcheinen aller Schmerz verſüßt! 5. Für dein Auferſtehen laß mich dankbar ſein; laß mich ſelig gehen zu der Wonne ein, wo in Oſterfreuden man dir fröhlich ſingt, und dir für dein Leiden Halleluja bringt. 103. 12. April. Maria aber ſtand vor dem Grabe und weinte— und ſprach: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo ſie ihn hingelegt haben. Und als ſie dies geſagt, wandte ſie ſich um, und ſahe Jeſum ſtehen, wußte aber nicht, daß es Jeſus war.(Joh. 20, 11— 14.) Wer ſo ſuchen koͤnnte, wie Maria, muͤßte auch ſo finden. Ihr Sucher und Sucherinnen des Suchenswuͤrdigſten, die ihr 5 gnung und ¹ auf deinen nadigt, ge — ihr tiefge 2 iid getnſ A beſucht m thiger, i ränen. ien imneihn = zottes Sone —dt geglut, — uſt ic hah, leenfeſt, uh ruft! Dem — en. O, we — ftl A weinte- nommen en. Und he Jeſum rrr.(Coh 2, rr ſo fida Kcen di hfihgin 8 h ſingt, 167 nicht findet, gehet hier bei dieſer ſeligen Finderin in die Schule. Die Kunſt iſt leicht, ein jeder kann ſie lernen; und ſie bringt den groͤßten Gewinn. Man hat ihn, wo man um ihn weint. Das war auch hier wahr, und iſt allemal wahr. Thraͤnen, die von Herzen gehen, um ihn geweint, verfehlen ihren Zweck nie; denn ſie ſind ſchon ein unzweifelhafter Beweis, daß er vor dem Herzen ſtehe und anklopfe, ſonſt wuͤrde unſer Herz nicht um ihn bekuͤmmert und bewegt ſein. Den Hunger, das Verlangen nach ihm, kann in unſerm Herzen Niemand er⸗ wecken, als er ſelbſt. Wer aber an unſerm Herzen ruͤttelt, muß unſerm Herzen nahe ſtehen. Man kennt ihn nur nicht allemal, wie hier Maria— bis er einen beim Namen nennt. Wer mit ſolcher Herzens⸗Angelegenheit den Verluſt des Herrn beklagt, ſo aufrichtig um ihn weint, ſo ernſtlich ſucht, ſo ſehn⸗ ſuchtsvoll nach ihm ſich umſieht, wie dieſe bruͤnſtige Seele, der wird und muß ihn auch bald finden. Ja, liebe Seele, ehe du ausgeweint, auf einmal, ehe du dich umwendeſt, ſteht er da und gruͤßet dich, wie nur er gruͤßen kann. Und ein ſolcher Gruß iſt aller Muͤhe des Suchens wohl werth. Mel. 86. Ich bete an. Oder: Erquicke mich, du Heil d. S. 1. Wer feiert rechte Oſterfreuden? Wer iſt's, dem Jeſus Chriſt erſcheint? Ein Herz, das über Jeſu Leiden aus heißer Lieb' ſich weich geweint. Denn alle wahre Oſterfreuden entſpringen aus der Liebe Leiden. b 2. Gewiß nur dem verliebten Fragen: Wo haben ſie ihn hinge⸗ legt? Wer hat den Heiland weggetragen? der Heiland ſich zu ſchenken pflegt. Eh' man ſich recht hat umgeſehen, ſieht man ihn freundlich vor ſich ſtehen. 3. O könnte ich zu ſeinen Füßen mit ſolcher Herzens⸗Innigkeit wie ein Marienherz zerfließen, gewiß er ſtände da— noch heut'. Er ſucht nur die zerfloßnen Herzen, er heilet nur der Sehnſucht Schmer⸗ en! 4. Doch Sündern auch und Sünderinnen, die, über ihren Fall gebeugt, in Reu' und Liebe faſt zerrinnen, hat er ſich immer nah' 168 gezeigt, ſo wie den warmen Liebesthränen des Petrus und der Mag⸗ dalenen. 5. Du biſt auch heut' in unſrer Mitte; es iſt ,ich ſeh' dich vor mir ſteh'n, drum wag' ich meine Oſterbitte, was ſelbſt dem Thoma iſt geſchehe'n, die Maal' an Händ' und Seit' und Füßen, dich, meinen Herrn und Gott, zu grüßen.* Moser. —————-———õ————— — 104. 13. April. Ich will euch wiederſehen, und euer Herz ſoll ſich freuen, und eure Freude ſoll Niemand von euch neh⸗ men.(Joh. 16,22.) Als nun die Jünger verſammelt wa⸗ ren— trat Jeſus in ihre Mitte, und ſprach zu ihnen: Friede ſei mit euch! Zeigte ihnen ſeine Hände und ſeine Seite; da freueten ſich die Jünger, daß ſie den Herrn ſahen.(Joh. 20, 19. 20.) Selig ſind, die nicht ſehen und doch glauben.(Vers 29.) Sie freuten ſich ſeines Wiederſehens, wie die Weiſen aus Morgenland, daß ſie den Stern wiederſahen, den ſie bei Herodes verloren hatten. So freuten ſich die Juͤnger, Jeſum wieder lebendig zu ſehen, und ihre Freude hat bis heute Nie⸗ mand von ihnen genommenz und wer wird ſie jetzt von ihnen nehmen? O, wer dieſe Freude kennt, wie ekelt dem an aller andern Freude, die nicht von dieſer Freude ausgeht oder nicht zu ihr fuͤhrt! Biſt du dieſer Freude, Jeſum lebendig in dir auferſtanden, in dir wohnend zu wiſſen, theilhaftig geworden? Haſt du je die Schmerzen, die Traurigkeit, Jeſum nicht zu haben, oder ihn verloren zu haben, auch empfunden? Haſt du dich je ſo, wie die Juͤnger, verſammelt, ſo eingeſammelt in dein Herz, um des Herrn zu harren, ſeiner zu warten, ſeiner theilhaftig zu werden? O, dann iſt er gewiß ſchon in dein Herz gekommen, oder er kommt und beſucht dich bald, wenn du verharreſt, und keine andere Freude kennſt, als ihn zu der Ma⸗. dich vor wir — Thoma iß ndich, meinen * Noser. — Iz ſol ii 2 euch uih. imelt ba zu ihnen. ände und pß ſie den Zicht ſehen S eiſen aus een ſie bei Seer, Jeſun cheute Ni⸗ — von ihnen n an aler ¹ oder nich Jdig in di geworden —n nicht zt —? Haſtd = ammal 1 ¹ ten, ſein In in di ad, wem jis ihn i — 169 haben. Du kannſt zwar die Freude, ihn zu ſehen, wie die Juͤnger, hier nicht genießen, aber deswegen ſoll dir doch an der wahren und viel groͤßern Freude, ihn zu haben und ſeine Naͤhe zu genießen, nichts abgehen, ſondern das Nichtſehen und doch glauben, und durch Glauben ihn im Herzen wohnend haben, ſoll die Freude noch erhoͤhen und dich vielmehr ſeliger machen, als dir ſchaden. Mel. 108. O du Liebe m. L. 1. Auferſtanden, auferſtanden biſt du, Herr, der uns verſöhnt! O, wie hat nach Schmerz und Schanden, Gott mit Ehren dich ge⸗ krönt! Um dich weineten Betrübte, die da glaubten, du ſei'ſt todt! und du kamſt als der Geliebte, und ſie riefen: Herr und Gott! 2. O du Todesüberwinder! Unbezwungner Gottesheld! O du Heiland aller Sünder, o du König aller Welt! Schnell entriſſen allen Banden hat dich Gott! Wie ſchön biſt du, Herr, wie herrlich auf⸗ erſtanden, nach der kurzen Todes⸗Ruh! 3. Deine Freunde, deine Brüder ſahen neulebendig dich und be⸗ rührten deine Glieder, deine Wunden, freuten ſich— Konnten keine Worte finden, keine Namen ihrer Freud'! All ihr Schauen war Empfinden, ihr Empfinden Seligkeit. 4. So, ſo freuen ſich die Deinen deines Lebens jetzt und einſt, wenn du ihnen, wenn ſie weinen, herrlich, brüderlich erſcheinſt und ſie Brüder, Schweſtern heißeſt, ſie dich nah— und ewig ſehn, wenn du ſie dem Grab' entreißeſt, ſie zu deiner Rechten ſtehn. 5. Jeſus, Jeſus, dieſe Freude, dich zu ſchauen, wünſch' ich mir. Was iſt alles, was ich leide, ſteh' ich einſt erweckt vor dir. Doch auch hier ſchon kannſt du geben, daß ich deiner Näh' mich freu'! Spüre ich in mir dein Leben, ſo iſt Alles in mir neul— — 105. 14. April. Weib, was weineſt du? wen ſuchſt du? Sie aber, in der Meinung, daß er der Gärtner ſei, ſprach zu ihm: Herr! haſt du ihn weggetragen, ſo ſage, wo haſt du ihn hingelegt, damit ich ihn holen kann.— Da 170 ſprach Jeſus zu ihr: Maria! Sie wandte ſich um und ſprach zu ihm: Rabbuni!(SJoh. 20, 16.) Er hat ihn freilich weggetragen; er hat ſich ſelbſt wegge⸗ hoben aus dem Grabe, und wohin hat er ſich gelegt? Maria! in dein Herz; denn wer ihn ſo ſucht, wie du, der hat ihn ſchon. Du willſt ihn holen in der Ferne? und er ſteht vor dir, den du nicht kennſt, und doch unausſprechlich liebſt. O ſchoͤne Frage: Wo haſt du ihn hingelegt? Mein Herz, ſtelle dieſe Frage recht oft an ihn, wenn er ſich dir entzogen hat Stelle ſie aber auch an dich ſelbſt, wenn du ihn ſelbſt wegge⸗ legt, ſelbſt verlaſſen und verloren haſt; denn gar oft iſt das Herz es ſelbſt, das ihn ſich wegnimmt, und dann laͤßt er ſich gar lange ſuchen. Wenn man jedoch nicht muͤde wird, ſo wird er muͤde; er kann uns nicht ſo lange in Wehmuth ſuchen laſſen, er kommt und nennt uns beim Namen. Und ein Wort von ihm, ſeine Stimme ſchon, macht uns ſo gluͤcklich, als das: Maria!— Wie wenig und wie viel war dieſes Wort fuͤr ihre Seele! Wer die Sprache der Liebe verſteht, bedarf nicht vieler Worte, nicht langer Beweiſe, um an die Liebe zu glau⸗ ben und die Liebe zu lieben. Wenn er mich einſtens, wenn er uns entgegen kommt, nur ſo beim Namen nennt, wie hier die Maria, bin ich alle Ewigkeiten durch ſelig. Und in dieſer Abſicht, um von ihm einſt genannt zu werden, wollen wir ihn jetzt gern ſuchen, lieben und ſein bleiben, bis er kommt und alle ſeine Schafe mit Namen ruft.(Joh. 10, 3.) Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Chriſtus! etwas deiner Freuden, nach dem ausgelittnen Leiden, einen Tropfen deiner Wonne, da die Oſterſonntags⸗Sonne, aufer⸗ ſtanden, dich erblickte, Allvollendung dich erquickte, einen Tropfen dieſer Luſt tröpfle heut' in meine Bruſt! 2. Einen Funken von der Liebe, die dich zu den Deinen triebe, zu den ſtillen, frommen Freunden, welche dich ſo ſehr beweinten. Möch⸗ hum und bſt wegge⸗ te Nad et hat ihn ſteht ur liebſt. d aherz, ſtale tzogen hat lbſt wegge woft iſt das aläßt erſi *n widd, ſo uuth ſuchen — ein Wort d, als das. Wort für darf vicht Ce zu gla⸗ 3, wenn a „Ddie hier di Jd in dieſe Den wi ihn Sommt ud „tnen dedden „ nre, ufe⸗ en Tropfe —)n triebe, n cten. Mi 171 teſt du mir ſo begegnen, wie der bangen und verlegnen Sucherin, die dich nicht kennt und dich nur den Gärtner nennt! 3. Sie, die meint, du hätt'ſt geſtohlen, die dich frägt ſo unver⸗ holen, wo denn wäre der Entwandte? ſich, dich ſuchend, von dir wandte, blitzſchnell doch ſich wieder wandte, dein Marial gleich er⸗ kannte, dich entzückt: Rabbunil hieß, deines Auferſtehns gewiß. 4. Solch ein Wort aus deinem Munde wäre Balſam auf die Wunde! O daß du mich's hören ließeſt, mich, auch mich den Deinen hießeſt! Nur ein Tröpflein dieſer Güte tröpfle heut' in mein Gemüthe, das von Sehnſucht nach dir brennt, wenn es, Herr und Gottl! dich nennt. — 106. 15. April. Hierauf iſt er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal erſchienen. Zuletzt von allen erſchien er auch mir, als einer unzeitigen Geburt.(1Cor. 15,6.8.) Man ſieht daraus, daß der Heiland nicht nur den auser⸗ waͤhlten Apoſteln und vorherbeſtimmten Zeugen ſeiner Auf⸗ erſtehung erſchienen iſt, ſondern allen, die damals ſeine Erſchei⸗ nung lieb hatten, die ſeines Lebens, ſeiner Gnade und Huld gewiß werden wollten, die auf ihn harrten und alle ihre Hoff⸗ nung auf ihn ſetzten. Dies muß dir Muth und Zuverſicht einfloͤßen, daß er auch dich gewiß nicht zu kurz kommen laͤßt, wenn du ihn mit Ernſt ſuchſt. Seine Augen gehen durch alle Lande und ſchauen in alle Herzen, heute noch, wie damals— ſah er, fand er einſt die fuͤnfhundert Bruͤder⸗Herzen, die ſich nach ihm ſehnten, und konnte er ſie nicht ungetroͤſtet nach ihm ſchmachten laſſen, ſo ſieht er und findet er auch jetzt noch dich und dein Herz, wenn es nach ihm verlangt, und wird dir gewiß den Troſt, die Freude, die Kraft erſcheinen laſſen, die du bedarfſt zu deinem Heile. Und waͤren fuͤnftauſend ſolche Herzen im Lande, deſto lieber waͤre es ihm, wenn er nur recht 172 viele beſuchen und erfreuen koͤnnte, er wuͤrde darum kein Ein⸗ zelnes, auch dich nicht uͤberſehen. Mel. 109. Jeſu, meines Lebens Leben. 1. Herr, dir danken wir, wir Sünder, der du's herzlich mit uns meinſt und als Todesüberwinder, Suchenden ſo gern erſcheinſt. Du, der todt war, lebeſt wieder, mit dir leben deine Glieder; uns, die Tod und Grab erſchreckt, hat Gott mit dir auferweckt. 2. O, mit welchen Gottesfreuden ſtrahlſt du aus des Grabes Nacht! ewig fern iſt alles Leiden, ganz dein großes Werk vollbracht! Liebreich eileſt du, den Deinen im Triumphe zu erſcheinen:„Seht mich, Freunde, die ihr bebt! Jauchzet, euer Jeſus lebt!“ 3. Lebend, zu verſchiednen Stunden ſahen ſie dich dort und hier, ſie berührten deine Wunden, ſprachen, aßen oft mit dir. Deinen Troſt und deine Lehren, dich, dich konnten oft ſie hören; freudig bete⸗ ten ſie an, die dich wieder lebend ſah'n. 4. Ja du lebſt, o Jeſus, wieder, lebſt, ſo wahr du lebſt, für mich! Mehr als fünfmal hundert Brüder ſah'n mit ihren Augen dich. Freundlich ſpracheſt du mit ihnen; biſt dem Saulus ſelbſt erſchienen; dein und deiner Freunde Feind ſahe dich und ward dein Freund. 5. Unſer Leben! unſer Leben! willſt du, kannſt du, Jeſus Chriſt! nicht auch uns Beweiſe geben, daß du auferſtanden biſt? Laß uns, daß du lebſt, empfinden! Mach' uns frei und rein von Sünden. Laß uns in des Glaubens Licht ſchau'n dein holdes Angeſicht! F. — 107. 16. April. Ich weiß, daß mein Erlöſer lebt, und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken— und werde mit dieſer meiner Haut umgeben— in meinem Flei⸗ ſche— Gott ſchauen.(Hiob 19,25.) Welcher unſern nich⸗ tigen Leib verklären wird, daß er ſeinem verklärten Leibe ähnlich werde.(Phil. 3, 21.) So wußte Hiob ſchon, daß unſer Erloͤſer lebt, ſo ſah er ſchon mit der lebendigen Hoffnung in die Zukunft, uͤber Tod und Grab hinuͤber in ein Ler en hinein, das uns, mit Leib und kein Ein⸗ lich mit m einſt. di erz uns, d Ades Grabt 4k vollbrazt Snen:„Seit 34 tt und her⸗ Zir. Deinn * reudig hete an lebſt, fir * Augen dic erſchienen, eund. ſus Chriſt S nß uns, daß arn. Laß md . ——;O y er wid — nd werde g nem Flei⸗ ſern nih⸗ g yerklärten it Leib i 173 Seele wieder vereinigt, vor Gottes Angeſicht ſtellen wird. Mit welcher Zuverſicht ſprach der Glaubensheld, ehe Gottes Offenbarungen auf Sinai und das Licht auf Golgatha erſchie⸗ nen waren. Wie ſollen Chriſten zittern vor der Trennung des Leibes von der Seele— denn anders iſt der Tod doch nichts— als eine kurze Scheidung, um bald auf ewig und herrlich wieder vereinigt zu werden. Das Saamenkorn des Leibes muß unter die Erde, um herrlich, um lebendig, ewig unſterblich wieder aufzuſtehen. Der verklaͤrte Leib Chriſti iſt das ſchoͤne Bild und Original, nach dem er unſere Leiber verklaͤren und verherrlichen wird. Wer ſollte nicht gern den befleckten und verhaßten Rock des Fleiſches ausziehen, um mit einem neuen, unſterblichen, herrlichen, Chriſtus⸗aͤhnlichen Leibe uͤberkleidet zu werden?! Mel. 107. Er lebt, das iſt das Looſungsw. Oder: Wir halten mit dir Liebesm. 1. Was zagſt du denn, o meine Seel', den Körper zu verlaſſen? Dort wird dich dein Immanuel recht brüderlich umfaſſen, und deinen Leib, der nichtig war, voll Sünden, voller Schwären, an jenem Tage ganz und gar, wie ſeinen Leib verklären. 2. Es hat ja Gott, durch ſeine Macht, das Höllenreich zerſtöret und unſre letzte Todes⸗Nacht in einen Schlaf verkehret. Ins Grab geh'n heißt: ſein Kämmerlein verſperren ohne Sorgen, ſich halten vor der größern Pein ein'n Augenblick verborgen. Wolt. Molan. —————y — 108. 17. April. Der Herr iſt mein Hirte, mir wird nichts man⸗ geln. Er weidet mich auf grüner Aue, und führet mich zu friſchem Waſſer. Er erquicket meine Seele, und führet mich auf rechter Straße, um ſeines Namens willen. Sein Stecken und Stab tröſten mich.(Pſ. 23.) — Läßt er nicht neun und neunzig in der Wüſte, und geht dem Verlornen nach?(Luc. 15,4.) 174 Iſt Jeſus dein Hirte, ſo mußt du ſein Schaͤflein ſein, das heißt: Du mußt fleißig auf die Weide gehen, auf welche er dich fuͤhrt; ſein Wort muß dir ſuͤßer als Honig und Ho⸗ nigſeim ſein; du mußt dich zu ſeiner Heerde, zu ſeinen Schafen halten und die Boͤcke der argen Welt fliehen. Die gruͤnen Auen dieſes Hirten ſind ſeine Worte in der Bibel, und der innere Umgang mit ihm im Geiſte iſt die koͤſtliche Weide ſei⸗ ner Schafe. Da fließen auch Stroͤme des friſchen Waſſers, womit er ſeine Schafe traͤnkt. Ein Waſſer, wie kein Waſſer auf Erden quillt.(Joh. 7, 38.) Aber die Schaͤflein muͤſſen dem Hirten folgen, wenn er ſie zu dieſen Waſſern fuͤhren ſoll, muͤſſen wirklich gern auf ſeinen gruͤnen Auen weiden, in ihm bleiben, und kindlich, herzlich mit ihm umgehen. Sobald ſie ſich von ihm entfernen und eine andere Weide, ein anderes Waſſer ſuchen, verlieren ſie den Geſchmack an ſeiner Weide und an ſeinem friſchen Waſſer, verirren ſich von der Heerde und gehen verloren. Er aber kann die verlornen nicht ewig verloren gehen laſſen; er ſucht ſie, er geht ihnen auf all ihren eitlen Wegen nach und nimmt ſie, wenn er ſie findet, nicht nur gern wieder an, ſondern er traͤgt ſie, wie eine Mutter ihr Kind, auf ſeinen Achſeln, er freut ſich, als wenn er einen Schatz gefunden haͤtte. Bleiben ſie nun bei ihm, ſo fehlt es ihnen an keinem Guten: denn der Hirte iſt uͤberſchwenglich reich, und eben ſo guͤtig und milde; er will, daß ſeine Schafe alles haben, was er hat. Fuͤhrt er ſie auch manchmal durch dunkle Wege, die rauhe Straße, ſo iſt es doch der rechte Weg zum Schafſtalle. Und wenn es auch durchs finſtere Todesthal geht, ſo iſt ſein Schaͤferſtecken und Hirtenſtab ihr Troſt und ihre Stuͤtze, an den ſie ſich halten, daß ſie ſich nicht fuͤrchten. Sein Stecken und Stab iſt dem Tode und der Hoͤlle fuͤrchterlich, und eine Siegesfahne fuͤr ſeine Schafe. Sie ſchlagen damit den Tod und den Teufel in die Flucht. hren ol, n, in ihm Sobald ſi n anderes Jer Wede er Heerde richt ewig d all ihren T et, nicht e Mutter Aer einen —o fehlt s — hwengüch e Schaff anal durc er rechte das finſtere n nſtab ihr ſe ſch Aode und 3. Schrſ j Flucht 175 Alle Woͤlfe fliehen, wenn man ſeinen Stecken und Stab er⸗ greift. Kennſt du ihn, du Schaͤflein Chriſti? Kennſt du dei⸗ nes gekreuzigten Hirten Stab und Stecken? Er iſt ſchoͤn, iſt herrlich, mit ſeinem Blute gefaͤrbt, denn der Hirte ſtarb daran fuͤr ſeine Schafe, fuͤr dich!—— Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Heil'ge Liebe, Himmelsflamme. 1. Seht ihr nicht auf Gottes Fluren jenen lieben Hirten ziehen? Seht ihr ihn auf blut'gen Spuren ſich um ſeine Schafe müh'n? Kennt ihr die erkaufte Heerde? Kennt ihr ſeinen Hirtenſtab, der dem Him⸗ mel und der Erde neues Licht und Leben gab? 2. Seht, ein Lamm hat ſich verlaufen, und er eilet ſchnellen Lauf, läßt den ganzen andern Haufen, ſuchet ſein Verlornes auf. Auf den Schultern heimgetragen, bringt er es, der treue Hirt. Keines darf mehr ängſtlich zagen, ſei es noch ſo weit verirrt. 3. Möchtet ihr auf dieſer Erden fühlen ſolche treue Hut, müßt ihr Schäflein Chriſti werden; denen giebt er ſelbſt ſein Blut.— Herr, mein Gott, auf deine Weiden, an dein Brünnlein leite mich, ſo durch Freuden, als durch Leiden, führe du mich ſeliglich! 109. 18. April. Du biſt der Schönſte unter den Menſchen⸗Kin⸗ dern.(Gſ. 45,3.) Der du mich erhebeſt aus den Thoren des Todes, auf daß ich erzähle allen deinen Preis in den Thoren der Tochter Zion, daß ich fröhlich ſei über deiner Hülfe.(Pſ. 9, 15.) Wo find' ich denn das ſchoͤnſte, getroffenſte Bild von meinem Heilande, daß meine Seele ſich recht daran freuen kann? Ich weiß kein ſchoͤneres, als das, welches Jeſaia, der Prophet,(Cap. 53, 2.) von ihm entwarf, indem er ſagt: Er hatte keine Geſtalt noch Schoͤnheit, die uns gefal⸗ len haͤtte; er war der allerverachtetſte und unwer⸗ theſte u. ſ. w. Dieſer Entwurf des Propheten ward dann auf Golgatha lebendig und wahrhaftig ausgefuͤhrt und voll⸗ * v. Schkdf. 176 bin, denkt meine Seele ſtets an ihn. endet. Und gerade da, wo er keine Schoͤnheit, keine Geſtalt hatte, die den Augen der Welt gefallen koͤnnte; gerade da, wo er der verachtetſte und unwertheſte war, iſt er am ſchoͤnſten. Dort am Kreuze, wo er von Allen verſchmaͤht und verworfen war, vereinigen ſich alle Reize der Schoͤnheit in ihmz deswe⸗ gen erhaͤlt er vor allen andern den Preis. Wenn wir Him⸗ mel und Erde durchwandern, an allen ihren Ecken und Enden ſuchen, finden wir nichts Schoͤneres, nichts Herrlicheres, als den fuͤr uns Blutenden und Sterbenden am Kreuze auf Gol⸗ gatha, wo er alle ſeine goͤttliche, himmliſche Schoͤnheit und Herrlichkeit ausgezogen hatte, mit der tiefſten Schmach, mit Kreuz, Schande und Tod ganz bedecket war. zerknirſchtes Herz da lebhaft erblickt, ſo gefaͤllt er ihm viel beſſer als auf Thabor, und es baut ſich lieber eine Huͤtte auf Golgatha als auf Thabor, weil es ſich an ſeiner Kreuzes⸗ Schoͤnheit nicht ſatt ſehen kann und ihm in dieſem Leben nirgend ſo wohl iſt, als beim Kreuze; denn da findet es allein Troſt, Heil, Ruhe, Kraft und Leben. Da finden wir Alles. Sein Tod, ſeine Schmach hat die Thore des Todes, die uns ewig gefangen gehalten haͤtten, geſprengt, geoͤffnet, uns ausgefuͤhrt und erhoben aus dem Kerker des Todes; hat uns verſetzet in die Thore der Tochter Zions, des neuen Jeruſa⸗ lems, daß wir nicht genugſam ruͤhmen und erzaͤhlen koͤnnen, was er an uns Gutes gethan, wie er uns gerettet, erloͤſet, gerechtfertiget, geheiliget und verherrlichet hat. Ewigkeiten reichen kaum hin, es zu genießen, geſchweige zu erzaͤhlen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit werden wir neuen Stoff zu ſeinem Preiſe erhalten, und es wird ſeines Ruhmes nie ein Ende ſein. Wenn ihn ein Eigne Mel. 92. Oder: Dir Jeſu, Gottes Sohn, ſei Preis. 1. Vor allem, was ich Schönes weiß, erhält mein Heiland doch den Preis. Er iſt mein höchſtes Gut. Seitdem ich ihm verbunden ine Geſtl Lade da„vo eſchönſte, ¹ verworſe 2)mz deswe 2 wir Hi⸗ ¹ und Enda ¹ icheres, a ¹e auf Ga =)önheit u = mach, mi — enn ihn a Jer ihm wl 5 Hütte uf * Kreuzs⸗ eſem Lehen an'et es alli = wir All mes, die me — ffnet, un — 8; hat ui an ten Jeriſ⸗ len koͤnen — erliſt „Eogkeita u erzähla Fᷓ zu ſeinen Ende ſi is. an Heiland di m verbunde 177 2. Erhebt ihr Menſchen dieſer Welt nur immer, was euch wohl⸗ gefällt. Ihr kennet Jeſum nicht. O wie iſt er ſo liebenswerth! Wohl dem, wohl dem, der ihn verehrt! 3. Mein Heiland giebt der Seele Ruh, drum flieht ſie ſeinem Schooße zu. Er zürnet mit mir nicht. Er hat mir auch die Schuld geſchenkt; hat mich mit Himmelsluſt getränkt. 4. Mein Heiland kam zu mir herab, erwählte Krippe, Kreuz und Grab; er büßte meine Schuld. Er giebt mir Leben, Gut und Blut. Wo iſt ein Menſch, der dieſes thut? 5. Mein Heiland ſtarb am Kreuzesſtamm, als das von Gott ver⸗ ſeh'ne Lamm, und hat das Löſegeld, das mehr iſt als die ganze Welt, dem Vater für mich dargezählt.» Whe. —— — 110. 19. April. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausſpre⸗ chen, und alle ſeine löblichen Werke preiſen?(Pſ. 106,2.) So werden ſie erkennen, daß du mit deinem Namen heißeſt Herr allein, und der Höchſte in aller Welt. (Pſ. 83, 19.) Unausſprechlich ſind ſeine Thaten und Werke, die er an der Welt und an ſeinen Kindern thut; wer ſie aber erwaͤget und betrachtet mit dem Lichte des heiligen Geiſtes, der hat Luſt daran, deß Herz freuet ſich und iſt ſelig. Wo wir hin⸗ ſehen, erblicken wir ihn und ſeine Hand, die alles allenthal⸗ ben ſchaffet, die wir bewundern und anbeten muͤſſen; denn alle ſeine Werke ſind lauter Wirkungen ſeiner unausſprechli⸗ chen Liebe gegen die Menſchen. Unter allen ſeinen Werken aber duͤnkt uns doch keines ſchoͤner und herrlicher als das Werk unſerer Erloͤſung: ſeine Liebe zu den Suͤndern, ſein offe⸗ ner Schooß, ſeine Tag und Nacht ausgeſpannten Arme, die er nach Suͤndern ausſtreckt, ſeine Treue, Langmuth, Geduld, Freundlichkeit, womit er Suͤnder annimmt, Gefallene wieder aufrichtet, Irrende ſucht, Schwache traͤgt und Muͤde ſtaͤrkt. 12 8 Und wer kann all das Schoͤne an ihm beſchreiben? Herz, fuͤhle es, ſtelle dich unter ſein Kreuz und ſchaue dich ſatt an ſeiner Liebe und Schoͤnheit, ſo erhaͤlt er gewiß auch von dir den Preis von allem, was du je geſehen und gehoͤret, genoſſen oder geahnet haſt. Er ſei dir daher ewig Alles allein, der Hoͤchſte, Beſte, Schoͤnſte und Liebſte in aller Welt. Mel. 92. Wie die vorige. Oder: Warum betrübſt du dich. 1. Ihr Menſchen, liebet Jeſum doch, er macht euch frei von Satans Joch und führet euch zu Gott. Dort giebt der holde Men⸗ ſchen⸗Sohn euch Herrlichkeit vor ſeinem Thron. 2. Verachtet nicht das Gotteslamm, das euch zu gut ins Elend kam. Verlaßt der Sünde Luſt, die euch ſo ſehr gefangen hält, zu glauben an das Heil der Welt. 3. Flieht, Menſchen, flieht der Spötter Zunft; den Frieden, höher als Vernunft, euch Jeſus Chriſtus giebt. Die Ruhe iſt es wahrlich werth, daß man ihm nicht den Rücken kehrt. 4. Mein Ruhm erſchalle weit und breit; die Zeit erzähl's der Ewigkeit, daß du mein Heiland biſt, und daß du auch, o Friedefürſt! mein Ein und Alles bleiben wirſt. 5. Mein Heiland iſt's allein und gar. Der Auserwählten ganz Schaar rühm' ihn in Ewigkeit! So hat mein Heiland ſtets den Preis vor allem, was ich Schönes weiß.» Whe. —— — —— 111. 20. April. Schmecket und ſehet wie freundlich der Herr iſt! Wohl dem, der auf ihn trauet.(Pſ. 34,9.) Barmher⸗ zig und gnädig iſt der Herr, geduldig und von großer Güte.(ſ. 103, 8.) Herr, es iſt dir keiner gleich unter den Göttern, und iſt Niemand, der thun kann, wie du. (Pſ. 86, 8.) Du Freundlicher! haſt du ſchon den frommmen Vaͤtern in der Stiftshuͤtte, die von Haͤnden gemacht, die zum Abbruche bereitet war, ſo ſuͤß und freundlich geſchmecket, wie wirſt du derer in de Stii inder Hir jeder erze himg Wie lik 1en? Sa dich ſatt an uch von ii Let, genoſſe 4 allein, de Ilt. —ch. auch fni w r holde Ma⸗ Aunt ins Elem üigen hilt e ‚rieden, hiß =ſt es wabrit erzähls d * Friedefüt — — — waͤhlten gat — ets den Put * V —— N ar Herr it — Barmme⸗ 179 denen ſchmecken, die dir im neuen Heiligthume, im Geiſte und in der Wahrheit dienen, wo du deinen Tempel nicht mehr von Stein gebaut, ſondern lebendig im Herzen aufgerichtet haſt, indem du deine ewige Wohnung in uns erwaͤhleſt, deine Herrlichkeit nicht mehr in einer Wolke, ſondern ohne Huͤlle in jeder Seele offenbareſt, die dir im Glauben und Liebe ganz ergeben iſt! Deine Freundlichkeit iſt es allein, die uns zu dir hinzieht und bei dir erhaͤlt, ſonſt haͤtten wir ja nicht Muth. Wie durfte die Suͤnde, die wir ſind, es wagen, dir, der Hei⸗ ligkeit und Herrlichkeit Gottes zu nahen, wenn deine Freund⸗ lichkeit uns nicht ſo einnehmend, ſo reizend, ſo einladend wie ein Magnet, an ſich zoͤge. Alles in uns verboͤte uns zu kom— men, unſer durchaus ſuͤndiges Weſen muͤßte uns abſchrecken; aber deine Liebe und Freundlichkeit uͤberwindet alles, macht uns vergeſſen, wer wir ſind, und beſchaͤftigt uns nur mit dir, erfuͤllt unſere Herzen und Sinnen ſo ſehr, daß wir nicht weg⸗ bleiben koͤnnen, daß wir in deinem Lobe und in deiner Liebe zu ſelig ſind, als daß wir deinem Zuge widerſtehen, und deine Liebe, die ohne uns nicht ſelig ſein kann, beleidigten. Mel. 66. O leide, leide gern. 1. Er iſt das wahre Licht, das ſchönſte Angeſicht. Wer ihm die Seele weiht, ſchmeckt ſeine Freundlichkeit. Sein unſchätzbares Blut erquicket Herz und Muth. Ich lieb' ihn herzlich ſehr; weh' mir, wenn er nicht wär'! 2. Komm her, ſpricht er zu mir, die Sünd' erlaß ich dir. Ich bin's, erſchrecke nicht! Ich geh' nicht ins Gericht. Durch Leiden und Geduld erwarb er Gottes Huld mir— der ihn hat betrübt! Seht, wie mein Heiland liebt! 3. Wer nun ſein Elend ſieht und gläubig zu ihm flieht, der ſchaut ſein Angeſicht und ſtirbt dann ewig nicht. Durch ſeinen bittern Tod hilft er aus aller Noth. O betet ihn doch an, der alſo lieben kann. 4. Noch ruft ſein Blut: Pardon! Küßt dieſen Menſchen⸗Sohn, der Sünde tilgen kann. Ach, nehmet ihn doch an! Denn wer ih 12* 180 herzlich liebt, wird nie von ihm betrübt. Schwört heut' zu ſeinem maäl! Reich. Eilt, eilt, er liebet euch! küſſe 5. Du Auserwählter, dul giebſt mir die ſüß'ſte Ruh. Was alle und Welt nicht kann, thuſt du, und haſt's gethan. Du biſt das wahre Licht, das ſchönſte Angeſicht! Wer dir die Seele weiht, ſchmeckt deine rih Freundlichkeit!* Whe. fal . her 1 112. 21. April. dir Du biſt mein Sohn, heute(d. i. von Ewigkeit) habe ich dich gezeuget.(Pſ. 2,7.) Küſſet den Sohn, das er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege.(pf, 4 12,) Der Vater hat den Sohn lieb, und hat ihm Alles in die Hand gegeben.(Joh. 3,35.) Vom Sohne heißt es u dein Thron, o Gott, währet von Ewigkeit zu Ewigg keit.— Die Himmel ſind deiner Hände Werk, du haſt die Erde gegründet.— Er trägt alle Dinge mit 6 dem Worte ſeiner Kraft.(Hebr. 1,3.8— 12.) b l Ein Chriſt kann nicht erhaben genug denken und glauben e von Chriſtus. Gott, Herr Gott, und Chriſtus muͤſſen ihm gleichbedeutende Namen, Einer und derſelbe ſein. Was wir 4 von Gott in der Bibel leſen, in der Natur ſehen, in unſerm b Gemuͤthe ahnen und beduͤrfen, das gilt alles auch von dem G Sohne, wie vom Vater. Sie ſind Eins, wie er ſelbſt ſagte. (Joh. 10, 30.) Darum rede, glaube und denke du nie anders von ſ ihm, als vom Vater, trenne ſie nicht; denn ſie koͤnnen ewig ſe nicht getrennt werden. Bete den Sohn an, oder du beteſt p den Vater nicht an; denn der Vater will nur im Sohne und x mit dem Sohne angebetet ſein. Denkeſt du an Jeſum ohne den Vater, oder trennſt du die Gottheit vom Sohne, ſo haſt 1 du die Gottheit fuͤr dich unzugaͤnglich gemacht, du haſt keinen Gott.(2 Joh. V. 9.) Himmel und Erde hat er gegruͤndet, Him⸗ enp, eut zu ſeien b. Was Ah diſt das win ſchmeck dei *W —y— 2n Ewigket Sohn, ͤ „Wege. gn it ihm Ale 1* Ine heifte mund glutt 3is müſſeit Ji. Won ſen, in wiſe zauch don derr ſelhſt oc a die andere e können e w oder du bei m Schner 181 mel und Erde traͤgt und erhaͤlt er mit ſeiner Allmacht. Darum kuͤſſe den Sohn, d. i. ehre ihn, bete ihn an als deinen Gott und Herrn; liebe ihn als deinen Heiland und Retter, daß er nicht als Richter uͤber dich zuͤrne, und du nicht in ſeine Haͤnde falleſt, wenn er kommen wird, die Welt zu richten durchs Feuer. b Mel. 22. Die Seele Chriſti. Oder: Kommt her, ihr l. Chriſten. 1. Anbetung, Jeſus Chriſtus, dir, mit frohem Herzen ſingen wir dir Lobgeſänge, Gottes Sohn, du Herrſcher auf des Vaters Thron! — Wir freu'n uns dein und zagen nicht, denn Liebe ſtrahlt dein An⸗ geſicht! du, der du Alles ſichtbar biſt, was unſichtbar dein Vater iſt! 2. O du biſt Gott und Menſchen gleich! dein iſt die Allmacht, dein das Reich! in deinem Gotteshauche ſchwebt, was in den Höh'n und Tiefen lebt. Der Sonne ſtrömſt du Flammen zu, den Mond erfüllſt und leereſt du! des Morgenſternes edle Pracht iſt dein, ja dein iſt Tag und Nacht. 3. Dein Flammenaug', dein Sonnenblick ſchaut vorwärts, ſeit⸗ wärts und zurück, durchdringt die unzählbare Zahl der Weſen und der Welten all.— Du kennſt und prüfeſt jedes Herz, kennſt aller Freude, aller Schmerz; vernimmſt den leiſ'ſten Saitenklang im Cherubinen⸗ Lobgeſang! 4. An Gnade unermeßlich reich! die Liebe, deinem Vater gleich! u gingſt in ſeiner Kraft einher und liebteſt uns und halfſt, wie erl— Du lehrteſt uns voll Gotteshuld, zu thun, zu leiden mit Geduld, was Gott uns thun und leiden heißt, und giebſt dazu uns Gottes Geiſt. 5. Sanft, mild, nicht blendend war dein Licht, doch Finſterniß begriff dich nicht, und um dich ſtürmte Höllenwuth, ſie dürſtete nach deinem Blut!— Du gabſt, nach Gottes Wort und Sinn, dich rohen Mörderhänden hin! die hefteten im wilden Stolz dich, Demuth, ans verfluchte Holz! 1. 113. 22. April. Alles iſt euer, ihr aber ſeid Chriſti, Chriſtus iſt Gottes. à1 Cor. 3, 22. 23.) Er hat ſeines eigenen Sohnes 182 nicht verſchonet, ſondern ihn für uns hingegeben, wie! ſollte er uns mit ihm nicht alles geſchenket haben.(Roͤm. s, 32.) Durch welchen uns die theuerſten und allergröß⸗ ten Verheißungen geſchenket ſind, nämlich daß ihr durch daſſelbe(Erkenntniß Jeſu) theilhaftig werdet der göttlichen Natur, wenn ihr die vergängliche Luſt der Welt fliehet.(2 Petr. 1, 4.) Ihr Lieben! wie reich koͤnnen wir in Chriſto werden, un⸗ ter der geringen Bedingung, wenn wir fliehen, was uns ohne⸗ hin bald verlaſſen wird— die vergaͤngliche Luſt der Welt. Alles, alles, was Gott iſt und hat, was der Himmel und die Ewigkeit in ſich faßt, iſt Euer, ihr ſollt es haben und genie⸗ ßen, entſaget nur ganz der Anhaͤnglichkeit und dem ſinnlichen Genuſſe dieſer Welt. Denn beide Welten— Himmel und Erde, Gottes Reich und der Welt Reich, Chriſtus und Be⸗ lial, koͤnnen nicht neben einander bleiben in Eurem Herzen. Wollt ihr das Alles, was Gott in Chriſto euch darreichet, ſo muͤßt ihr fahren laſſen, was Fleiſch, Welt und Satan anbie⸗ ten, und nur anbieten, denn ſie geben nicht, was ſie verhei⸗ ßen, ſondern nehmen dir alles wieder, ehe du recht darnach gegriffen, ehe du ſie genoſſen haſt. Gott macht dich durch Chriſtum ſeiner Natur, ſeines Weſens, ſeiner Gerechtigkeit und Heiligkeit, Seligkeit und Herrlichkeit theilhaftig; du ſollſt heilig und ſelig ſein, wie er, und alſo mit regieren und mit genießen ewig im Himmel. Wer kann die Liebe faſſen! warum wird uns nicht alles zum Ekel außer Gott und ſeinem Worte, das uns ſolche Verheißungen vorhaͤlt? Wer kann dieſe Verheißungen glauben, und ſich doch noch der Welt gleich ſtellen? doch noch mit der Welt genießen wollen? doch noch ſein Herz an etwas Anderes haͤngen, als an das große Alles, das ſchon ſein iſt, wenn er es ergreift im Glauben und feſthaͤlt mit ganzem Herzen? Wenn kein Wort der Schrift keben, wie bben.(Fön. alergri 3 daß i dig werde „gliche buſ Sverden m. 2s uns ohne 2 der Pet d mel und i ₰ 1 — und gemie 3 ſinnüche immel ud 1s und Be 3m Herzen. rrichet, ſſ d tan anis ſie verhee ht darnach dich durch erechtigket gz deſolſt Ren ud mit bbe faſſe zund ſänen = Wer kam 183 uns erwecken und ganz bekehren koͤnnte, ſo ſollte uns dieſes ganz fuͤr Chriſtus einnehmen und uns alle Welt, Fleiſch und Teufel auf ewig aus dem Sinne und Herzen treiben. Mel. 61. Lobet den Herren, den mächtigen König. 1. Alles iſt euer! O Worte des ewigen Lebens! Fühl' es, be⸗ gnadigter Sünder, voll heiligen Bebens! Alles iſt dein! Irdiſchen Menſchen allein tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde! entzückende Hoheit des Chriſten! Iſt er gleich dürftig, ein Pilger in traurigen Wüſten; aber er faßt, ſtatt der ver⸗ gänglichen Laſt, Güter, die nimmer vergehen. 3. Jede geheiligte Gabe des größeren Mannes, Paulus und Kephas, Apollo, Jakobus, Johannes, und jeder Held, den ſich der Herr hat erwählt, daß er hier Segen verbreite: 4. Alle Geſchenke der Erde, die Menſchen umgeben, Dinge, die künftig die Allmacht des Schöpfers erheben, Leben und Tod iſt euch auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. 5. Alles iſt euer! Erlöſ'te!— Vom Heiligthum nieder ſchauet der Heiland auf ſeine gewonnenen Brüder, freut ſich und ſpricht, Gnade und Fried' im Geſicht: Alles iſt euer nun, Brüder! 6. Himmel und Erde und Welten und Sonnen und Meere, Gei⸗ ſtergeſtalten, der Engel unzählige Heere, Alles iſt dein, Bruder! o jauchze mit drein; ſinge des Ewigen Ehre. 7. Biſt du auf Erden verlaſſen und krank und gefangen, triefen die Zähren des Kummers von bläſſeren Wangen; droben im Licht, freu' dich, dort triefen ſie nicht. Dort iſt das Alte vergangen. 8. Singt denn, ihr künftigen Herrſcher, in heiliger Feier, eure erſtaunliche Herrlichkeit, die euch ſo theuer Jeſus erwarb, als er auf Golgatha ſtarb. Amen! Ja, Alles iſt euer! Schbt. ————-——————,--õ--—-õ-ʒů— 114. 23. April. b Meine Seele iſt zermalmet vor Verlangen nach deinen Rechten. Meine Seele verlanget nach deinem Heil.(Pſ. 119, 20.81.) Das Verlangen der Elenden höreſt du, Herr. Gf. 10, 17) Wir werden ihm gleich ſein; denn 184 wir werden ihn ſehen, wie er iſt. Jeder aber, der dieſe Hoffnung zu ihm hat, reinigt ſich, gleichwie er rein iſt.(1 Joh. 3,2. 3.) Wer geſchmecket hat, wie freundlich der Herr iſt, dem iſt es unmoͤglich und widernatuͤrlich, nicht nach ihm zu verlan⸗ gen. Sollten wir, wenn wir Jeſum kennen, weniger nach ihm verlangen, als die vor Verlangen zermalmte Seele Da⸗ vids? Sollte der Gott neuen Teſtaments, der blutende, lei⸗ dende, ſterbende Heiland, der gute Hirt, das Lamm, der Braͤutigam ꝛc. weniger unſer Herz an ſich ziehen, nicht viel mehr unſere Begierde reizen, als der donnernde und blitzende Jehova des alten Bundes? Sollte unſere Liebe kaͤlter ſein gegen den, der uns bis in den Tod geliebet hat, und den wir vor Liebe ſterbend am Kreuze erblicken? Nein, wer ihn kennt, deß Verlangen brennt, der ſehnt ſich Tag und Nacht nach ihm, der kann ſich nur mit ſeinem Willen troͤſten, und mit der lebendigen Hoffnung, ihn einſt deſto gewiſſer und herrli⸗ cher zu ſchauen, je laͤnger er hier abweſend von ihm pilgern muß.— Lieber! wie ſteht's mit deiner Seele? Verlangt ſie nach ihm? oder erſchraͤkſt du etwa, wenn du ihn heute noch ſehen muͤßteſt? Wer eine freudige, lebendige Hoffnung, ihn zu ſchauen, haben will, der reinigt ſich von allem Unflath der Welt, von aller Selbſtſucht und Eitelkeit, der reinigt ſich, gleichwie er rein iſt. Denn die Unreinen werden Gott und Jeſum nicht ſchauen. Mel. 62. Es glänzet der Chriſten. 1. Wie feurig, wie brünſtig iſt doch mein Verlangen! mich dürſtet, mich dürſtet, dich, Jeſus, zu ſehn, dich ewig vom Leibe befreit zu umfangen; dich, dich, den ich glaube, mit Augen zu ſehn; zu ſehen dich, Mittler, der ewig mich liebte, auch dann noch, wenn ich ihn mit Sünden betrübte. 2. Ach, ſchau doch von deinen unendlichen Höhen, mein Heiland, mein Bruder, mein zärtlichſter Freund! erbarmend herab auf mein ber, der icchwie e iſt dem ſt zu verlan niger nac Seele Dar Jtende, li umm, d 2 nicht vi d blitzende b rkälter ſen d den wi Cihn kennt cacht nach b di und mit and hertu⸗ m pilgen 2 rlangt ſi —eute noch r ig, ihn zu Infllath der inigt ſch 2n Gott undd iih dirit . befteit N Ii u fhn — ich ihn mi n Heiland 3 „ auf wein 185 gläubiges Flehen; o du, der einſt ſelber auf Erden geweint! erbarm' dich, erhöre das brünſtige Sehnen der ſchmachtenden Seele, die flehen⸗ den Thränen. 3. Dir ſchmachtet die kämpfende Seele entgegen, gedrückt von der Laſt der verdorbnen Natur; zerriſſen und blutend von dornichten We⸗ gen, ach ſäh' ſie dich, Jeſus, von ferne doch nur! Ach könnte ſie näher mit dir ſich vereinen! Ach müßte ſie nicht mehr ſo fern von dir weinen! 4. Wann wirſt du mich, der ich im Staube noch walle, mich täg⸗ lich vor Seelengefahren muß ſcheun, mit Elend noch kämpfe, in Sün⸗ den noch falle, wann mich von der Sünd' und vom Elend befrein? Ach, laß den Gedanken mich niemals verlieren: ich werde bald ewig bei dir triumphiren. 5. Wie herrlich wirſt du mich, mein Jeſus, belohnen! giebſt mehr als ich bat und verſtehen kann, mir. Ich nenne dich Bruder. Be⸗ herrſcher der Thronen, und bin mit unzähligen Brüdern bei dir! Dann ſchenkſt du für Sorgen und Thränen und Leiden mir Ruhe, ir Fülle der himmliſchen Freuden. mixs O Na⸗„mit ergun erhabnen Entzücken werd' ich voll An⸗ betung entgegen dir gehn? Wie dich in dem Himmel der Himmel erblicken! Ach, könnt' ich noch heute, noch heute dich ſehn! Wie werd' ich, wenn du mich dem Elend entriſſen, der Seligkeit ſicher, in Wonne zerfließen. 115. 24. April. Siehe, um Troſt war mir ſehr bange. Du aber haſt dich meiner Seele herzlich angenommen, daß ſie nicht verdürbe; denn du wirfſt alle meine Sünde hin⸗ ter dich zurück.(Feſ. 38, 17.) Ich tilge deine Miſſethat wie eine Wolke, und deine Sünde wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöſe dich.(Seſ. 44,22.) Wem bange wird uͤber ſeine Suͤnden, dem ſei dieſe Bangigkeit ein Pfand, daß der Herr und ſein Heil ihm ſo nahe als die Bangigkeit ſtehe; denn er iſt in der Bangigkeit, er erwecket ſie, er unterhaͤlt ſie, ſonſt wuͤrde uns wohl hier über unſre Suͤnden nie bange werden. Der dich nun bange —— — — ———————— ——ÿ———— —4 3 3 1 4 4 * . 4 4 4 ½ 2 4 . 186 macht, wird dich auch froh und ſelig machen; denn als ein weiſer und guter Arzt verwundet er, um zu heilen, ſchneidet in die Wunde nur, um geſund und froh zu machen. Er ſchickt zuerſt Troſtloſigkeit, oder Troſtbeduͤrftigkeit ins Herz, um den Troſt nachſchicken zu koͤnnen, um Aufnahme zu fin⸗ den. Aber wenn die troſtloſe, bange Seele zu ihm ſchreit, auf ihn traut: o dann kommt er mit Troſt und mit ſeinem freundlichen Angeſichte, und vor ihm und ſeinem Gnaden⸗ worte, mit dem er vor die thraͤnenden Augen der bangen Seele tritt, ſchwinden die Suͤnden, die Anklagen des Gewiſ⸗ ſens, die Schrecken des Gerichts, wie die Nebel vor der Sonne, wie die Wolken, wenn ſie der Wind jagt. Dann wird der truͤbe Himmel der Seele hell und heiter, dann lacht die Sonne in dein Herz, dann legt er dir Lobpſalmen in deinen Mund, daß du ihm— wie alle, die er rettete, das Zeugniß geben mußt: Er hat ſich meiner Seele herzlich ange⸗ nommen. Bleibe dann nur in dieſer herzlichen Gnade und fahre ſaͤuberlich mit ihr. So ſehr ſie dich erfreut, ſo treu brauche und bewahre ſie; ſonſt tritt die Suͤnde, die Gott weit hinter ſich geworfen, wieder hervor und nimmt von dir Be⸗ ſitz mit ſiebenfach verſtaͤrkter Kraft. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Ach, um Troſt iſt mir ſehr bange! Jeſu! Jeſu! ach, wie lange! hilf mir beten, wachen, ſiegen! Meiſter! laß dein Werk nicht liegen! Doch ich weiß es, dein Verweilen iſt nichts anders, als ein Eilen; drum will ich nicht zaghaft ſein, denn du hörſt gewiß mein Schrein! 2.„Kommt, ihr Sünder, eilt zum Sohne, rufſt du mir vom Gna⸗ „denthrone: Weg mit eurem Trauerkleide; ich bin eure Kron' und „Freude, A und O, Anfang und Ende, eilt in meine Gnadenhände. „Gnadel Friede ſei mit euch! Sünder ſind mein Himmelreich.“ 3.„Tritt doch her zu mir, du Armer, ich bin Jeſus, dein Er⸗ „barmer! Weine nicht zu meiner Schande! Sieh, ich löſe deine „Bande! Hör' doch auf, mein Kind, mit Klagen; ich will dich in un alz ein ſchneiden ichen. Er ins He me zu fir Ahm ſchit mit ſeinen In Gnader⸗ wyer banen des Gevit del vor der dann wid Im lacht de nin deinn s Zeugij aach ange⸗ anade und Ft, ſo treu d Gott weit I dir Be — we langel — nitt legen ein Eilen —n Schein tvon Om⸗ — Kron nd „nadenhinde A eich. —, dein 7„ liſ dein Zwll dih ſ 187 „Himmel tragen. Sieh, dein Jammer iſt mein Schmerz; glaub', „ich hab' ein Mutterherz!“ 4. O du Retter banger Seelen! willſt du denn auch mich erwäh⸗ len? Ach, wie groß iſt mein Verderben! Doch, du ſchwörſt: Ich ſoll nicht ſterben. Alle Sünder, die gekommen, haſt du liebreich ange⸗ nommen. Ja, dein Herz ſehnt ſich nach mir. Heiland, hilf, ich flieh zu dir! 5. Meiſter! führ' du meine Sache, alles taugt nichts, was ich mache. Doch du weißt aus böſen Dingen Gutes ſelbſt hervorzu⸗ bringen. Herrlich führt dein Arm die Kriege in mir völlig aus zum Siege, bis das Höllenheer erlegt, bis mein Haupt die Krone trägt. 116. 25. April. Hier iſt Geduld und Glaube der Heiligen. Sffenb. 13, 10.) Seid Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld ererben die Verheißungen.(Sebr. 6,12.) Wiſſet, daß euer Glaube, wenn er rechtſchaffen iſt, Geduld wirket.— Die Geduld aber ſoll feſt bleiben.(Jac. 14, 3. 4.) Wenn das Gold ins Feuer geworfen wird, zeigt es ſich, ob es Gold oder nur Schlacken und falſcher Glanz und Schein war. Du meinſt, du habeſt Glauben? Iſt dein Glaube auch ſchon gepruͤft? im Feuer der Truͤbſal geweſen? haſt du auch Geduld? Glaube ohne Geduld iſt kein Glaube, der Gott gefaͤlt. Darum ſagt Paulus, der Glaube iſt nicht Jeder⸗ manns Ding. Warum? weil die Geduld gar ein ſeltenes Ding iſt. Man lernt wohl leicht die Worte des Glaubens auswendig und ſpricht ſie ſehr gelaͤufig nach; aber die Geduld des rechtſchaffnen Glaubens bleibt weit unten am Berge ſtecken, wenn der Weg nicht immer eben und gerade geht. Auch beweiſen einige wohl im Anfange Geduld, aber ſie hal⸗ ten nicht aus— ihre Geduld iſt nicht feſt, weil der Glaube auf ſchwachen Beinen ſteht und ſich nicht an den rechten 188 Mann lehnt, der ihn halten kann. Man hat ſein Haus auf lauter Sandkoͤrner, nachgeſprochner Worte, gebaut, von de⸗ nen nie eine Kraft ins Herz gekommen iſt. Kommt unz die Fluth, der Sturm der Anfechtung, ſo ſtuͤrzt die Strohhütte des ſchwachen Glaubens zuſammen, oder das Feuer der Truͤb⸗ ſal verzehret ſie. Es muͤſſen eben nicht Verfolgungen, Feuer und Schwert ſein, mit welchen der Glaube der erſten Chri⸗ ſten gepruͤft wurde und herrlich beſtand; es darf nur Krank⸗ heit, oder ſonſt eine zeitliche Noth kommen, ſo iſt keine Geduld zu finden, und wenn man ſie mit Laternen ſuchte. Wenn etwa der nahe Tod erſchreckt, ſo ſchickt man ſich ein wenig darein; aber iſt die Gefahr des Todes voruͤber, ſo hat Glaube und Geduld ein Ende. Wer es alſo bei ſich findet, der bete um Vermehrung des Glaubens; und weſſen Glaube noch nicht gepruͤft iſt, der ſehe zu, daß er nicht falle. Mel. 13. Jeſus Chriſtus herrſcht als König. Oder: O wie ſelig ſind die Seelen. 1. Willig leiden, alle Schmerzen tragen mit zufriednem Herzen, beſter Heiland, lehre mich! Weisheit gieb mir und Vertrauen, Stärke, nur auf dich zu ſchauen! anzulehnen mich an dich! 2. Ach, die Schwäche meiner Hütte lehre täglich mich die Bitte: Herr, erinnre mich ans Grab! Immer wandl' ich an der Schwelle,— Gott, du weißt, an welcher Stelle, wann ich ſinke da hinab! 3. Sanfte Warnung, ernſte Lehre, daß ich ſtets zu dir mich kehre, ſei Beſchwerd' und Krankheit mir! Hilf mir Leichtſinn unterdrücken! will Geneſung mich anblicken, laß mein Herz nicht fliehn von dir! 4. Jeſus Chriſtus! Freund der Kranken! Quell von Kraft und Troſt⸗Gedanken! ſende mir von deiner Kraft, die mich retten kann und ſtärken, lehrt auf deinen Willen merken, die in Leiden Freuden ſchafft! 5. Lamms⸗Geduld und heitres Weſen ſei mir ſtets im Aug' zu leſen! Ruh' erfülle meine Bruſt! Hoffnung ſtärke mich und Freude, ſei mein Glaube, wenn ich leide, Liebe meiner Seele Luſt! ———y--——— — Sereen Haus 1 t, von de nt u d n de Strohhtt *r der Tril⸗ Lgen, Feuer aſten Chr⸗ Aur Krant Feine Goud dte. Wem ein weig hat Glaue at, der be laube un ——— die Seelen. nem Herſer — uen, Stuke h die di w Schwele- 8 eb! dr mich kir rinterdrücen! — von dir n Kraft md r retten iam den Frenden — im Aug 3 8 und Frend 4 189 117. 26. April. Wenn ich nur dich habe, frage ich nichts nach Himmel und Erde.(Pf. 73,25.) Ich achte alles für Schaden gegen der überſchwenglichen Erkenntniß Jeſu Chriſti, meines Herrn— ich achte es für Koth— auf daß ich Chriſtum gewinne.(Phil. 3,8.) Aſſaph und Paulus, ſo wie alle, die Jeſum wahrhaft kennen, finden nichts Wuͤnſchenswertheres als ihn, finden in ihm, hier ſchon, auf dem Glaubenswege, mehr als Himmel und Erde uns darbietet. Was werden ſie dort, wo man ihn ſieht, wie er iſt, und ihm gleich iſt, in ihm finden und ewig genießen? Allein dieſe Glaubenshelden haben jetzt wenige Nachfolger; denn die meiſten fuͤhren die entgegengeſetzte Sprache und ſagen, wie ſie denken: wenn ich nur die Erde und ihre Schaͤtze, wenn ich nur die Luͤſte des Fleiſches, wenn ich nur alle Ehre der Menſchen habe, was frage ich nach Je⸗ ſus? Einige, die es beſſer machen wollen, denken: wenn ich nur einſt in den Himmel komme, was frage ich jetzt nach der Erkenntniß Chriſti?— Ihr Menſchenkinder! ihr begehret zu wenig; ihr koͤnnet mehr, unendlich mehr haben, als die ganze Erde, die geſammte Menſchheit, als ſelbſt der Himmel hat und iſt. Jeſus Chriſtus will ſich euch ſchenken, und in ihm habt ihr mehr als tauſend Welten, mehr, als aller Himmel Himmel. Ihn erkennen, und in ihm den Vater, das iſt das ewige Leben, iſt mehr als aller Reichthum der Erde, ſeliger als alle Luſt des Fleiſches, herrlicher als alle Ehre der Men⸗ ſchen. Ohne ihn und außer ihm iſt Alles lauter nichts— ſelbſt der Himmel kein Himmel mehr, ſondern eine Wuͤſte, eine Hoͤlle. Ohne ihn und außer ihm iſt alles weniger, haͤß⸗ licher als Nichts; denn es iſt, wie Paulus ſagt, alles Scha⸗ den, Koth, Auskehricht.— Laſſet euch alſo nicht blenden vom 190 irdiſchen Glanze, vom eitlen Ruhme. Wer Jeſum hat, hat Alles, hat unendlich mehr, als wenn er alles Andre ohne ihn haͤtte. Wer aber ihn nicht hat, der hat ihn gegen ſich, und wer ihn zum Gegner hat, ißt ſich gewiß an keiner Freude ſatt. Und nicht nur dieſes; erkennſt du ihn nicht als deinen Gott und Herrn, haſt du ihn nicht als deinen Heiland und Seligmacher, iſt er dir nicht dein Ein und Alles, ſo iſt er dein Richter, und wird dich, weil du ihn verworfen, ihn verachtet und ihm andere Dinge vorgezogen haſt, auch verwerfen. Was hilft dir dann die ganze Welt, mit all ihrer Luſt und Ehre? Was kann dir Geld und Gut, Reichthum und Men⸗ ſchenehre vor ſeinem Richterſtuhle nuͤtzen? Was kann dich vor ſeinem zukuͤnftigen Zorne erloͤſen? Darum bleibt es da⸗ bei: Es iſt nicht nur kein Gewinn uͤber Chriſtum, ſondern aller Gewinn iſt Verluſt und Schaden, wenn man ihn nicht hat. Wer aber ihn hat, der hat alles ſatt. Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Heil'ge Liebe, Himmelsflamme. 1. Großer Heiland, deine Triebe ſchenke mir zum Liebes⸗Seil! Für ein Tröpflein deiner Liebe ſind mir tauſend Welten feil. 2. Denn was wären tauſend Welten? und was nützt mir ihr Ge⸗ winn? Wenn du anfängſt mich zu ſchelten, iſt mein ganzes Glück dahin. 3. Aber wenn ich dich beſitze, ſind die Welten alle mein. O, wer ſagt's, wie viel es nütze, deiner Huld verſichert ſein? 4. Darum will ich dich erkennen. Ueberſchwenglich iſt dies Licht. Alles will ich Schaden nennen, ſeh' ich nur dein Angeſicht. ea — — 118. 27. April. Mein Gott, des Tages rufe ich, ſo antworteſt du nicht; und des Nachts ſchweige ich auch nicht.(Pf. 2,3) Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Hort, ſo ſchweige 191 2 Im hat, ha mir nicht, auf daß nicht, wo du ſchweigeſt, ich gleich 4* ih werde denen, die in die Hölle fahren.(Pſ. 28, 1.) Meine ner un Seele iſt ſehr erſchrocken, ach, Herr! wie ſo lange? 1** GMſ. 6,4.) Wie lange willſt du mein ſo gar vergeſſen? falds deing wie lange verbirgſt du dein Antlitz vor mir?(Pſ. 13, 1.) nun 6 Aergere dich nicht an dem lieben Gott, wenn er mit dir — iſterdi verfaͤhrt, wie mit ſeinen liebſten Freunden, die er oft lange . ¹ veracht rufen und ſchreien laͤßt, ohne ein Zeichen zu geben, daß er — verwerfan hoͤre; daß ſie beinahe verzagen, und daß ſie ſich ſchon wie in r Luſt m der Hoͤlle glauben. Aergere dich nicht, wenn du auf alle 2 und Ma⸗ deine Gebete keine Antwort erhaͤltſt, wenn du immer rufen — kann dit mußt: Ach, wie ſo lange?!! Wenn es dir ſcheint, der Herr eibt es de habe deiner vergeſſen, er achte gar nicht auf dein Gebet. Bu, ſadm Sieh, ſo haben es alle Lieblinge Gottes vor dir erfahren. d ihn intt Keeine Antwort auf deine heißen Gebete iſt doch Antwort, und die heißt: Warte, harre, ſchweige, leide, ringe, hoffe. Am b Ende wirſt du doch auch mit David, der noch mehr, als du, b klagte, ſagen koͤnnen, was er(pſ. 13,6.) bekannte. Ich hoffe me. 14 aber darauf, daß du ſo gnaͤdig biſt; mein Herz freuet ſich, mir ihr Ge daß du ſo gern hilfſt. Ich will dem Herrn ſingen, daß er anzes Glit ſo wohl an mir thut. So ſehr jetzt der Herr ſchweigt und dich betruͤbt, ſo laut und erfreuend wird er ſprechen. So voll r e Klagen jetzt dein Herz iſt, eben ſo voll Freude und Frohlocken a dis bh wird dein Mund werden, wenn der Herr fuͤr gut findet, dir zu antworten. Wäk Mel. 29. Hier legt mein Sinn ſich. Oder: Wir ſind vom Vater. — 1. Wie, ſollte der nichts von mir wiſſen, der Licht iſt in den Fin⸗ ſterniſſen? Und er, der ſelbſt mein Ohr gemacht, gäb' auf mein ängſt⸗ lich Schrein nicht Acht?— 2. Nein, hören muß er meine Klagen, die Schmerzen ſehn, die dorteſt du mich zernagen; doch wenn er ſieht und hört, warum ſtellt er ſich denn 6 2h) ſo taub und ſtumm? F ſchweiy b 3. Doch dieſes ſcheinſt du nur, du Weiſer! Du ſchweigeſt nicht, 192 du ſprichſt nur leiſer, daß lauter, dringender ich fleh', und herrlicher dich helfen ſeh'! 4. Vielleicht bewahrt dies Nichtempfinden von deiner Huld mein Herz vor Sünden, die ich, wenn Freude mich umfing, vielleicht in Sicherheit beging! 5. Und wer erforſcht die weiſen Gründe, warum ich, Herr, dich nicht empfinde? Du mußt— und dabei will ich ruhn— Herr, was du thuſt, aus Liebe thun. 6. Im Dunkeln will ich dich umfaſſen; du ſtarbſt für mich, kannſt mich nicht haſſen! Und wenn ich auch nicht weinen kann, du ſiehſt doch mein Verſchmachten an. — 119. 28. April. Das weiß ich fürwahr, wer Gott dienet, der wird nach der Anfechtung getröſtet, und nach der Züchti⸗ gung findet er Gnade.(Tos. 2, 22.) Da ich den Herrn ſuchte, antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht.(pſ. 34, 5.) Er wird den Armen erretten, der da ſchreiet, und den Elenden, der keinen Helfer hat.(Pf. 72, 12.) Frage die Alten, frage alle, die je in Truͤbſal und Anfech⸗ tung, in Noth und Angſt waren, ob ſie der Herr, wenn ſie feſt auf ihn vertrauten, anhaltend ihn anriefen, ob er ſie nicht errettet, getroͤſtet und beſeliget habe. Was ſagt dir Tobias, der viel gepruͤfte? David, der oft verſuchte und ſehr geplagte Kaͤmpfer Gottes? Frage ihn, ſeine Pſalmen antworten dir, und verſichern dich, daß der Herr treu, guͤtig und gnaͤdig iſt; daß er das Gebet, das Geſchrei der Elenden und Verlaſſe⸗ nen, der Angefochtenen und Geplagten aller Art hoͤre und erhoͤre, ſie errette und ſtaͤrke. Kurz, daß man in keine Lage kommen, in keine Tiefe fallen koͤnne, aus welcher die Hand des Herrn, des Allmaͤchtigen und unendlich Guͤtigen, nicht herausreißen koͤnnte oder nicht wollte. Nur der Fuͤrſt der —1, der wih eer Züche — den Hem —) aus all In errette ren Helft und Arith —r, wem ſſ Fer ſi ni — dir Toli — hr geplage ¹ worten d⸗ z gnaddß ii d Veruſſe dt hore m a keine bih — die 9m) Sigm, ut ² Furſ 193 Finſterniß, oder deine kurzſichtige Vernunft kuͤnſtelt dir Nebel vor die Augen; dein unruhiges, ſtuͤrmiſches Herz treibt Staub⸗ wolken auf, blendet dein Auge, daß du nicht erblickeſt die rettende Hand, die der Herr dir entgegenſtreckt; deine Zag⸗ haftigkeit, die Halbheit deines Willens hindert dich, dieſe Hand zu ergreifen und dich feſt an ihr zu halten. Thuſt du aber dieſes, ohne auf den Satan, auf mißtrauiſche Gedanken und alle Einfaͤlle und Einwuͤrfe des Unglaubens zu achten, o wie bald, wie herrlich wirſt du errettet ſein und den Herrn preiſen. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Du ſollſt Satans finſtern Träumen auch nicht einen Fußtritt räumen; ſchick' ihn nur zum Höllenpfade, dir gehört das Lamm, die Gnade! Dein Weg geht durchs Weltgetümmel grade in den offnen Himmel. Glaube nur, verzage nicht! Jeſus giebt dir Troſt und Licht! 2. Er will,(laß nicht ab vom Beten!) dich mit ſtarker Hand erretten. Bald wird dir ſein Licht erſcheinen. Dann wirſt du vor Freude weinen— weinen in des Mittlers Armen, wenn er ſich wird dein erbarmen, wenn er in ſein Herz dich zieht, und dann Furcht und Zagen flieht. 3. Kommen wird ſie bald die Stunde, denn er ſagt's mit eignem Munde: Laß mich deinen Retter bleiben, dir ziemt ſtille ſein und gläuben. Ja, er iſt der Held in Kriegen, niemals kann er unterlie⸗ gen. Harre nur, doch ohne Grau'n; lerne kindlich auf ihn ſchau'n. 120. 29. April. Licht iſt dein Kleid, das du anhaſt.(ſ. 104, 2) Denn bei ihm iſt eitel Licht.(Dan. 2, 22.) Gott, der da hieß das Licht aus der Finſterniß hervorleuchten, hat in unſern Herzen ein Licht angezündet.(2 Cor. 4,6) Das wahrhaf⸗ tige Licht, welches alle Menſchen erleuchtet, die in dieſe Welt kommen.(Joh. 1, 9.) 13 194 Der Schoͤpfer des Lichtes,— von dem alles Licht aus⸗ geht, weil er ſelbſt lauter Licht iſt, kann allein in unſere finſtere Seele Licht hineinſprechen, wenn es in uns dunkel iſt. Wir ſind von Natur in unſerm Geiſte, was die Welt ohne Sonne, ohne Licht waͤre. Geht Chriſtus, die Sonne der Gerechtigkeit, nicht in uns auf, ſo iſt lauter Finſterniß, Tod und Kaͤlte, Unfruchtbarkeit und Unluſt zu allem Guten in uns. Wie nun im aͤußern die Sonne alle Tage neu aufgehen und jeden Tag erleuchten muß, wenn er nicht in ewiger Nacht begraben bleiben ſoll, ſo muß Chriſtus, der Morgenſtern, alle Morgen neu in uns erſcheinen, muß uns leuchten den ganzen Tag, und weil in dem Chriſten keine Nacht mehr ſein ſoll— denn wir ſind Kinder des Tages, die Nacht iſt vergangen— muß er uns Nacht wie Tag unſere Sonne, Licht und Leben ſein. Frage dich, wenn das Tageslicht anbricht, jeden Mor⸗ gen, ob der Morgenſtern aufgegangen ſei in deinem Herzen. Frage dich jede Nacht, ob die Nacht auch Licht bei dir ſei, ob der Herr dein Licht ſei, oder ob du nicht wandelſt im Schat⸗ ten des Todes, wie die Kinder der Nacht. Mel. 22. Es kam die gnadenvolle Nacht. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge. 1. Und hätt'ſt du nichts geſchaffen, nichts, Gott, wärſt du Vater nur des Lichts, wo nähm' ich Wort' und Kräfte her zu ſagen: Gott, wie groß iſt er!— Das Licht, Strahl deiner Herrlichkeit, es ſtrahlt vom Himmel und erfreut, und deckt im wunderſchnellen Lauf uns Millionen Wunder auf. 2. Voll Gottes⸗ und voll Lebenskraft durchdringt's, erweicht's, erwärmt's und ſchafft, verwandelt ſchnell die öde Nacht in eine Welt voll Freud' und Pracht.— Der Pflanzen Heer, der Thiere Schaar, es ſtellt mir Erd' und Himmel dar; ſchafft um mich Hügel, Berg und Thal und neue Welten ohne Zahl.— 3. Im liebevollen Menſchenblick, wie ſtrahlt's ſo herrlich mir zu⸗ rückl wie führt's mir Freudenſtröme zu! O Quell des Lichts, wie gut biſt du!— Gott ſprach, ſei Licht! da ſtrahlte Licht auch in mein lz Lich an n in unſer 6 dunkel ſt 5 Welt ohme — Sonne d kerniß, Th In Guten in eu auffehen Awiger Nadh Jeenſtern, il 2 den gmn ³ ſein ſoll— Dergangen- t und dhe E jeden Mr⸗ ⁷ nem Haa a ei dir ſi Iſſt im Shh⸗ Hriſti heil ze. „ dirſt du Vun A ſagen: Gh ei, es ſnit Illen Lauf un 2, emei 3 in eine W hiere Sun l, Venu ntiih ni As Litt, m 3taut inn 195 dunkles Angeſicht. Wer freut ſich nun anbetend nicht, daß Gott Erleuchtungs⸗Freuden ſpricht? 4. Denn heller als die Sonne iſt des Lichtes Schöpfer, Jeſus Chriſt. Der Abglanz— Gottes Ebenbild, der alle Welt mit Licht erfüllt. Ja, wär' auch allenthalben Nichts, als du, o Jeſus! Quell des Lichts, wo nähm' ich Wort' und Kräfte her, zu ſagen: Seht, wie ſchön iſt er! — 121. 30. April. Ich bin der Weinſtock, ihr ſeid die Reben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts thun.(Joh. 15, 1—8.) Mein Lieber hat einen Weinberg an einem fetten Orte. — Was ſollte man noch mehr thun an meinem Wein⸗ berge, das ich nicht gethan habe an ihm? Warum hat er denn Heerlinge gebracht, da ich wartete, daß er Trauben brächte?(Jeſ. 5,1— 7) Heiligſtes Geheimniß der innigſten Vereinigung der Seele mit ihrem Haupte Chriſtus! Ja wohl, was haͤtteſt du thun koͤnnen an deinem Weinberge! Du in uns, und wir in dir! Koͤnnteſt du uns naͤher kommen? Sollten nicht goͤttliche Fruͤchte an den Reben zu erwarten ſein, da der Weinſtock goͤttlich iſt? Mußt du nicht zuͤrnen, wenn du bei allem dem, was du an uns gethan haſt und thuſt, dennoch keine Trauben, keine Fruͤchte, ſondern Heerlinge an uns wahrnehmen mußt? — Ihr Lieben! ſehet euch doch an, was ihr fuͤr Reben ſeid! Wo ſind die Trauben? wo die Fruͤchte?(Gal. 5, 2— A.) Findet ihr dieſe nicht, ſo muß es wohl an der rechten Verbindung und Gemeinſchaft mit dem Weinſtocke fehlen; ſo koͤnnet ihr unmoͤglich in Chriſto ſein. Findet ihr etwa gar noch die Heerlinge(Gal. 5,19— 21.) an euch, oder doch einige davon, ſo iſt's offenbar, daß ihr den Weinſtock nie geſehen noch erkannt 13* 196 habt, denn ſo wandelt ihr im Fleiſche und nicht im Geiſte, im Belial, nicht in Chriſto. O laſſet uns doch von der herr⸗ lichen Gnade Gebrauch machen! Iſt es denn nicht Gnade, daß er unſer Weinſtock ſein will, uns mit ſich wie Reben ver⸗ einigen und in uns und durch uns Fruͤchte bringen will, die wir zu genießen haben? Wuͤrde er die Fruͤchte von uns for⸗ dern, ohne ſelbſt in uns zu ſein, oder uns in ihm ſein zu laſſen, ſo wuͤrden wir freilich ohne Hoffnung verloren gehen. Aber nun haben wir keine Entſchuldigung, wenn wir nicht in ihm bleiben. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Ihr Reben! ſeid ihr feſt gebunden an ihm? Senkt ihr euch tiefer ein? Begrabt ihr euch in ſeine Wunden? Könnt ihr in ihm ganz ſelig ſein? Klebt feſt an ihm durch Lieb' und Glauben! Laßt Niemand euch dies Kleinod rauben. 2. Seid voll der unverrückten Liebe! Wer Liebe hat, in dem bleibt er. Nur liebt durch ſeines Geiſtes Triebe. Er giebt von ſeiner Fülle her. Ja, wen der Geiſt der Liebe treibet, der weiß, daß er in Chriſto bleibet. 3. Bereit zum Dulden und zum Tragen(— in ihm iſt keine Laſt zu ſchwer—) ſollt ihr mehr loben, nicht ſtets klagen, ſonſt bleibt eu'r Herz von Chriſto leer. Hier iſt der Schmuck die Dornenkrone. Dort— ſitzt der Dulder auf dem Throne. 4. Will euch im Ernſt das Niedrigwerden viel lieber als Erhöhung ſein? Macht euch Gehorſam noch Beſchwerden? Seid ihr in Allem arm und klein? Iſt Chriſti Sinn an euch zu finden? Muß Adams Bild in Allem ſchwinden? 5. Strebt ihr nach Heiligung auf Erden? Sagt ihr der Welt und Sünde ab? Die Gnad' lehrt täglich beſſer werden, ſieht nur auf Chriſti Hirtenſtab. Wenn ſo nach Heiligung wir jagen, wird ſich der Weinſtock nicht beklagen. — 122. 1. Mai. Ich will dich unterweiſen und dir den Weg zeigen, den du wandeln ſollſt; ich will dich mit meinen Augen ————— 2 Gäſße n Won der har⸗ * üicht Gun, 8 e Reben ve⸗ — zen wil, d on uns fe ihm ſän rloren geha. = wir nictn = t ihr euh iifr = ihm am ſi =t Niemad et — in den llen — hon ſeiver ſitt eiß, daß ui an im itt kei li n, ſouft lh e Dorreutrne r alsEie — pr der Bäln ☛, ſee mrd n, vid ſi „„We vil J einen Ä 197 leiten.(Gſ. 32,8.) Ich nahm Ephraim bei ſeiner Hand, und leitete ihn(wie ein Kind).(Hoſ. 11,3. Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit— in deiner Wahrheit und lehre mich;— um deines Namens willen wolleſt du mich führen und leiten.(Pſ. 27, 11. 25, 5. 31, 4.) Ohne Leiter, wer wird den Weg zum verborgenen, unbe⸗ kannten, nie geſehenen Vaterlande finden? Eigne Leitung taͤuſchet ſich. Menſchenleitung iſt nicht ganz zu verwerfen; man kann ſich aber auch nicht ganz auf ſie verlaſſen. Ein weiſer, frommer, in den Wegen Gottes erfahrner Diener Gottes kann dir wohl den Weg zeigen und dich leiten; aber wenn du bei ihm ſtehen bleibſt, kommſt du doch nicht zum Herrn; und wenn du, bei allem guten Rath und bei aller Leitung von guten Menſchen, nicht noch den Herrn und ſeinen Geiſt ſelbſt zum Fuͤhrer und inwendigen Handleiter haſt und dich nicht recht an ihm feſt haͤltſt, ihm nicht gewiſſenhaft folgeſt, kommſt du doch nicht zum Ziele. Der Herr iſt auch ſo freundlich und zuvorkommend, daß er ſich dir ſelbſt aner⸗ bietet und die koͤſtliche Verheißung giebt(Pſ. 32, 8. u. Hoſ. 11, 3.). Er will dir den Weg zeigen, den du wandeln ſollſt, will dich mit ſeinen Augen leiten, will dich bei der Hand faſſen und dich fuͤhren, daß du ſicher wandelſt. Willſt du dieſe fromme, ſichere Hand nicht ergreifen, nicht auf dieſe Augen ſehen, die dich ſo freundlich leiten wollen? Aber, wie kann ich die Winke ſeiner Augen verſtehen? fraͤgſt du. Er winkt dir von Innen, nicht von Außen. Wenn dein Auge lauter, redlich, einfaͤltig, nicht doppelſichtig iſt; wenn du gern einkehreſt in dein Herz, und den Herrn im Gebete fragen lerneſt, ſo wirſt du ſeine Antworten und ſeine Winke vernehmen und verſtehen lernen; wirſt ſeine Hand ſpuͤren, wirſt erfahren, was er verheißt; ſeine Augen werden ſo kraͤftig winken, ſeine verborgene Hand wird dich ſo maͤchtig anfaſſen und dich leiten und fuͤhren, wie 198 ein Vater ſein Kind leitet, hebt und traͤgt, und es nie aus dem Auge, nie von der Hand laͤßt. Allein dieſe beſondere Leitung fordert auch eine beſondere Treue im innern Leben, ein wachſames Auge, ein geſammeltes, ſtets zu dem Herrn gerichtetes Herz; ſonſt uͤberſieht man die Winke ſeiner Augen und ſpuͤrt nicht ſeine leitende Hand. Mel. 93. Sei Lob und Ehr'. Oder: Was hilft es mir, ein Chriſt zu ſein. 1. Vergeſſen laß mich's, Heiland, nie, du biſt und bleibſt die Liebe! Gieb auch nicht zu, daß ich mich je durch Zweifelei betrübe! Vergiebſt du mir nicht gern die Schuld? Iſt grenzenlos nicht deine Huld, nicht ewig deine Liebe? 2. Ja, Herr, ich wende mich zu dir, dir will ich mich ergeben; ſchenk' wahren Ernſt, ſchenk' Eifer mir, mit Freuden dir zu leben! Bewahre nur vor Heuchelei, o Jeſus, mich! Aufrichtig ſei und redlich mein Beſtreben! 3. Ach jeden, jeden Augenblick möcht', Heiland! ich dir weihen! Zieh von der Erde mich zurück, laß nichts den Geiſt zerſtreuen! Nicht Glück der Welt, nicht Eitelkeit, nur du, nur deine Freundlich⸗ keit ſoll meine Seele freuen! 4. Und zum Gebete ſchenke mir ſtets Freudigkeit und Stärke! Mein Herz ſei niemals fern von dir, nie träg' zum guten Werke! Will gleich der Geiſt, das Fleiſch iſt ſchwach, drum hilf, o Heiland! mir, und mach', daß ich dich in mir merke! 5. Du weißt, wie wenig ich vermag; du mußt die Seele leiten, du meine Seele Nacht und Tag durch deinen Geiſt bereiten. Dann leb' ich, Herr, nicht mehr für mich, dann ſuch' und lieb' ich nichts als dich in allen Ewigkeiten. L. ——— 123. 2. Mai. Dazu iſt Chriſtus geſtorben, und auferſtanden, daß er über Todte und Lebendige Herr ſei.(Roͤm. 14, 9.) Wir tragen allezeit das Sterben Jeſu an unſerm Leibe, auf daß auch das Leben unſers Herrn Jeſu an unſerm Leibe offenbar werde.(2 Cor. 4,10.) es mi an iſe beſonde nnern Eeha, den dm ſeiner Auya A ſrit zu ſen ifele da Slos nicht den * mich engeh — dir zu läa * ſei und ndic ch dir weiha iiſt zerſtreun ne Freudli⸗ 8 und Sit m guten Veni Aif, o heilw) e Seele leirn eiten. Dam d lieb ih uit 1. —nnxn ferſeenden 2(Koͤm. 9)p ſerm Lei an unſen nind bleibſ d 199 Das Leiden, der Tod, das Verdienſt Jeſu ſei nicht nur in deinem Munde, ſondern auch in deinem Herzen. Der Gekreuzigte und Auferſtandene will und ſoll dein Herr ſein; das heißt: Du ſollſt nicht blos Herr, Herr! zu ihm ſagen, ſondern du ſollſt ihn als deinen Herrn erkennen, ihm folgen, ihm ergeben ſein von ganzem Herzenz ihn herrſchen und regie⸗ ren laſſen in deinem Herzen, Sinn und Wandel. Er ſtarb fuͤr dich, um in dir leben zu koͤnnen. Er gab ſein Leben fuͤr dich, daß du dein Leben auch fuͤr ihn hingiebſt und nicht mehr dir ſelbſt, ſondern ihm lebeſt. Das heißt das Sterben und Leben Jeſu an ſich, in ſich herumtragen allezeit. Es ſoll an dir, an deinem Sinn und Wandel offenbar werden, daß Chriſtus fuͤr dich ſtarb und auferſtand. Es ſoll in die Augen fallen, daß du nicht mehr dir ſelbſt angehoͤrſt, ſondern ein Eigenthum Jeſu biſt; daß du dich in keinem Stuͤcke nach dir ſelbſt und deinem eigenen Willen, ſondern ganz nur nach Jeſu richteſt. So wird ſein Tod und Verdienſt an dir zu ſehen ſein, ſo wirſt du deinen Heiland preiſen an Leib und Geiſt. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du. 1. O Gottes Lamm! was ſind doch das für Wunden, die du an deinem Herzen haſt empfunden? Was mußteſt du für großen Schmerz erdulden für meine Schulden! 2. Ich bin der Knecht, der Speer iſt meine Sünde; hilf, daß ich es mit wahrer Reu' empfinde, damit ich dich nicht wiederum aufs neu verwunde, zu keiner Stunde. 3. Ich will allein auf deine Wunden trauen, will all mein Heil, mein Haus darinnen bauen. Mein Himmelreich wird hier ja nur gefunden in deinen Wunden. 4. Es iſt ja in dem Blut des Menſchen Leben, wie ſollt uns nicht dein Blut das Leben geben? Es tilgt den Tod und macht uns neu⸗ geboren, die wir verloren. b 5. Es bringt uns die Vergebung aller Sünden, und da iſt ja das Leben auch zu finden. In dieſem Blut hab' ich Erlöſung funden, hab' überwunden. 200 6. Und warum fließt auch Waſſer aus den Wunden? Weil du den Geiſt mit deinem Blut verbunden. Dein Lebens⸗Geiſt ſoll ſich gleich Waſſerflüſſen in uns ergießen. 7. Du haſt uns, da du dort für uns geſtorben, das Lebens⸗Waſſer, deinen Geiſt, erworben. Den wolle mir dein Blut recht appliziren, mich ganz regieren! 8. Du haſt nicht nur dein Blut für uns gegeben. Du willſt durch deinen Geiſt auch in uns leben. O laß dieß reine Waſſer auf mich fließen, mich ganz begießen. 9. Du machſt auch durch dein Blut gerecht auf Erden, drum wollft du meine Heiligung auch werden; denn darum fließt von deinem Stuhl ſo helle die Heil'gungs⸗Quelle. 10. Dieß Waſſer woll' in mich ſich ſo ergießen, daß ich wie Wei⸗ den an den Waſſerflüſſen recht wachſen mög', und als dein Erbgedinge viel Früchte bringe! 11. So hab' ich denn, Herr Jeſu, deine Wunden, im Blut und Waſſer mir zur Heil'gung funden; du haſt ſie mir zum Heilbrunn auserleſen; ich muß geneſen. 12. Du biſt ein Gift dem Tod, ein Gift der Sünden, ja ſelbſt der Arzt, du wirſt mich recht verbinden. Ich darf in keiner Schwachheit an dir zagen, nicht hilflos klagen. 13. Bin ich gleich voller Wunden, voller Beulen; du wirſt durch deine Wunden alle heilen. Kein Uebel iſt ſo tief im Tod und Leben, du wirſt es heben. —-——— — 124. 3. Mai. Wenn mir angſt iſt, ſo rufe ich den Herrn an. Eſ. 18,7) Du läſſeſt mich erfahren viele und große Angſt. In der Angſt rief ich den Herrn an, und der Herr erhörete mich.(Pſ. 71, 20. 118, 5.) Es mag dich aͤngſten oder quaͤlen, was da will, ſo hat es der Herr aus keiner andern Urſache uͤber dich kommen laſſen, als um dich beten und glauben zu lehren, um dich zu ſich zu rufen. Jede Angſt oder Noth ſei dir ein Bote Gottes, der dir ſagt: Nun waͤre es einmal Zeit, dich von ganzem Herzen “ b Weil du dn oll ſic gleih zens⸗Arſt ſt applizimn Du vilh 8 Waſer auf 2 drum wol — von deinen Dich wie Vé, = Erbgeding um Blut und 1 Heilbrunn naa ſelbſt der richwachheit — virſt durh Jund Leben, -ęênęênêên;ꝑê; werrn an. id grofe a und der ¹ ſo hat Dhnen laſſen jzu ich b „ottes, dà 201 zu deinem Heilande zu wenden. Sind es deine Suͤnden, die dich aͤngſten, ſo ſei dir dieſe Angſt ein Brief vom Himmel, der aber verſiegelt iſt; oͤffne ihn und erbrich das Siegel; durch anhaltendes Gebet kannſt du es brechen, und dann lieſeſt du darin geſchrieben von Gottes eigner Hand, was(Jeſ. 1, 15— 19.) ſteht. Iſt es ein großes Leiden, oder was immer fuͤr eine Noth, ſo iſt es ein Denkzettel vom Herrn, der dir ſagt: Rufe mich an in der Noth, ſo will ich dich erretten, und du ſollſt mich preiſen.(Pſ. 50, 45.) Der Herr aͤngſtet keine Men⸗ ſchenſeele ohne Urſache, ſondern nur aus Liebe, um ſie zu ihm mit der Ruthe zu treiben, weil ſie ſich gewoͤhnlich nicht durch Liebe ziehen laſſen; um ſie alſo mit Gewalt gleichſam zu noͤthigen und zu zwingen, daß ſie ſein Angeſicht ſuchen und ſich helfen laſſen. Konnten ſich die Alten troͤſten in ihrer Angſt, konnten ſie Gottes Angeſicht finden, wie vielmehr wir, da uns in Chriſto der Schooß Gottes ſo weit aufgethan iſt, der ja nur gekommen iſt in dieſe Welt fuͤr Elende und Ge⸗ aͤngſtete. Er, der keinen zuruͤckſtoͤßt, der zu ihm kommt, der ſelbſt Allen ruft und freundlich bittet: kommt Alle zu mir ꝛc. Mel. 109. Ach, wie hat mein Herz gerungen. Oder 59. Reich an jeder. 1. Kann ich keinen Frieden finden, Ruhe meiner Seele nicht, ſchweben meiner Jugend Sünden vor dem müden Angeſicht; Fehler jüngſt vergangner Tage, werden ſie mir Laſt und Plage, jeder Gott entzogne Blick, fällt er auf mein Herz zurück; 2. Heiland, dann umfaſſ' ich wieder, küſſe kindlich deine Hand. Milde blickſt du auf mich nieder, du, den, wer dich ſuchte, fand! O, in ſtillen Andachtsſtunden hat dich manches Herz gefunden, das ſonſt ferne von dir lief, einſam wieder nach dir rief. 3. Heiland aller Menſchenkinder, Hirt und Hüter aller Welt! Dulder, auch der frechſten Sünder, der die Schwachen führt und hält! Täglich allen alles giebet, immer ſegnet, immer liebet; meine Seele harret dein, nie kannſt du mir ferne ſein! 4. Jeſus!— dieſer Nam' erweitert jede Bruſt voll Angſt und 202 Schmerz; wie der Mond die Nacht erheitert„blickſt du Ruh' in jedes Herz, das nach deiner Tröſtung weinet; eh' die Sonne wieder ſchei⸗ net, o wie oft verwandelſt du heißen Schmerz in ſüße Ruh'!*I. —— 125. 4. Mai. Der Herr iſt nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernſt anrufen.(Pſ. 145, 18.) Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und ſprich: Fürchte dich nicht!(Klagl. Jer. 3, 57.) Wen dieſer Gedanke, dieſe Wahrheit, daß ihm Gott, Chriſtus nahe iſt, ſo oft er ihn mit Ernſt anruft, nicht erweckt und beſeligt, was wird den beſeligen? Was iſt fuͤr den Men⸗ ſchen betruͤbender, ſeitdem Adam vom Angeſichte Gottes ver⸗ ſtoßen, aus Eden gejagt; ſeitdem der Cherub mit dem Flam⸗ menſchwerte vor die Thuͤre des Paradieſes geſtellt wurde; was iſt betruͤbender, ſeitdem Chriſtus durch eine Wolke den Blicken ſeiner Juͤnger und den Augen aller Erdbewohner ent⸗ zogen worden iſt; was iſt betruͤbender fuͤr uns, als dieſe Entfernung des ſichtbaren Gottes von der Erde? Unſer einziger Troſt bleibt daher, daß Gott und Chriſtus dennoch nahe iſt, nahe gefunden, gefuͤhlt und im Geiſte genoſſen wer— den kann, wenn wir nur mit Ernſt wollen, anhaltend ſuchen, Leib, Seele und Geiſt von Allem losreißen und durch Glauben und Liebe uns in ſeine unſichtbare Naͤhe verſetzen. Der Herr wird uns auch gewiß, wenn wir ihn und ſein Antlitz ſuchen, nicht erſchrecken, uns nicht fuͤrchterlich erſcheinen, ſondern wie Jeremias ihn bat, zu uns ſprechen: Fuͤrchte dich nicht, mein Kind! nahe dich zu mir, ſo nahe ich mich zu dir! O wie freundlich empfaͤngt er die wiederkehrenden Menſchenkinder! wie ſehnt ſich ſein Herz nach uns!— Wer ſich eine rechte Freude machen will, wer die hoͤchſte Freude, die ein Menſch ³ ihm Got, Dicht erweck r den Ma⸗ * Gottes ver dem Flan⸗ vüllt wurde, n Wolke den Gohner ent⸗ an als dieſe 9 de? Unſct 2 1s dennoch noſſen we⸗ Gend ſuchen ch Glauben —2 Der Her — küt ſuche oondern wi — uccht, min gir! 9 vi chenkinde 3 eine neht ein Naſj 203 auf Erden haben kann, genießen will, der ſuche die Naͤhe Gottes und Jeſu Chriſti. Eine hoͤhere Seligkeit laͤßt ſich auf Erden nicht denken, als ihn nahe haben. Mel. 109. Ach, wie hat mein Herz gerungen. Oder 59. Reich an jever. 1. Heiland, ſtill an dich zu denken, o wie das mein Herz erfreut! Geiſt und Herz in dich zu ſenken, höchſte Menſchen⸗Seligkeit! Dich empfinden, dich genießen, o der unausſprechlich ſüßen, göttlich reinen Himmels⸗Luſt! Komm, o komm in meine Bruſt! 2. Gottes Nähe! Gottes Nähe! Quell der höchſten Freude mir! wie, wenn dich mein Auge ſähe, eilt' die Seele hin zu dir! Dir, der Freud' und Leiden ſendet, Gnaden ſpendet, Unglück wendet, Heiland, der bei Tag und Nacht über Wurm und Engel wacht! 3. Heiland! viele Brüder weinen, viele Schweſtern ſchmachten nun! Aber du verläſſeſt keinen, heißeſt wachen, heißeſt ruhn! Trock⸗ neſt unzählbare Thränen, weckeſt und erfüllſt das Sehnen unzählbarer Leidenden, die um Troſt und Lindrung flehn. 4. Heiland! ſende Troſt den Deinen, Licht in jedes dunkle Herz! Allen, die beklommen weinen, mildere den heißen Schmerz! Laß ſie deine Näh' genießen, laß ſie, laß ſie Alle wiſſen, wie du Allen freund⸗ lich biſt, Allen, Aller Jeſus Chriſt! L. 126. 5. Mai. Ich bitte aber nicht allein für ſie, ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden; daß ſie alle Eins ſein, gleichwie du, Vater, in mir, und ich in dir, daß ſie in uns Eins ſein— Ich in ihnen und du in mir— daß die Liebe, womit du mich liebſt, ſei in ihnen und ich in ihnen.(Joh. 17, 20— 26.) Chriſtus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit.(Col. 1, 27.) Chriſtus hat eine Gemeinſchaft und Verbindung geſtif⸗ tet, die ihres Gleichen nicht haben kann im Himmel und auf Erden. Der Vater in ihm, er im Vater und in uns; wir in ihm und in dem Vater? Was heißt das? wer erklaͤrt 204 das? wer begreift das? Das ſollen wir wohl auch nicht, weil wir es nicht koͤnnen. Aber in ihm ſein und bleiben, das ſollen wir. Theil nehmen, genießen, feſthalten ſollen wir alles das, was er uns in uns ſein will. Was iſt das? Alles, was er iſt und hat, iſt unſer, weil er ganz unſer iſt. Wie Niemand in den Himmel hinaufſteigen und ſeine Hoͤhe meſſen kann, ſo kann Niemand die Tiefe des Geheimniſſes ergruͤnden. Bemuͤhe dich nicht darum! Wirf dich nur hinein, mit Allem, was du biſt und haſt, und bleibe und lebe darin. Aber iſt es denn auch fuͤr Jeden? auch fuͤr dich? Wenn du glaubſt; ſo iſts dir von ihm ausgebeten; ſo biſt du wie Petrus und Jo⸗ hannes, Theilnehmer und Erbe; denn er bat ausdruͤcklich fuͤr Alle, die durch das Wort der Apoſtel an ihn glauben wuͤrden. Glaubſt du nun, ſo kannſt du es haben. Wenn du aber doch nichts davon haſt, wenn denn doch dein Herz leer, ohne Chri⸗ ſtus, ohne ſeine innige Gemeinſchaft lebt; dann glaubſt du nicht; dann haſt du nur das Woͤrtlein Glaube im Munde, aber die Kraft des Glaubens nicht im Herzen. Wer glaubt, der hat Alles, was Chriſtus dem Glauben verheißen hat, wenigſtens im Anbruche, im Keime. Glauben wir ihm, ſo haben wir ihn; haben wir ihn nicht, ſo glauben wir ihm nicht. Mel. 38. Noch wallen wir im. Oder: Kommt her zu mir, ſpricht. 1. Mein Freund iſt mein und ich bin ſein. Wir haben Freud' und Leid gemein. Wie nah ſind wir verbunden! Der Vater giebt ihn ſelbſt mir hin, und mich ihm wieder zum Gewinn. Ich bin in ſeinen Wunden. 2. Mein iſt er mit Gerechtigkeit, mein ſeine Unſchuld als ein Kleid, mein iſt ſein ganzes Leben. Mein ſeine Angſt und Todesnoth, als wenn ich ſelber wär' in Tod zur Strafe hingegangen. 3. Mein iſt ſein Grab und Auferſtehn, weil Haupt und Glied zuſammen gehn; ich bin mit ihm erſtanden. Mein ſeine Auffahrt in die Höh', da ich ſchon oben mit ihm ſteh', ganz frei von allen Banden. 4. Mein iſt ſein ganzes Himmelreich, ſein Geiſt, ſein Vater auch eiben, das 1 wir allez 31 Alls jiſt. Ve ohe meſen Sergruͤnden Amit Allen Aber iſts Jaaubſt ſ 1 und Jo⸗ s uͤcklich fi An wuͤrden. aber doc Ayhne Chr⸗ a glaubſt du Nunde, r glaubt, roißen hat, *ihm, ſe wihm vicht. „ it. — Freud ndd =r giebt ihr zhin in ſeine m zuld als ein — Tod esnoth und Gl — Auffabtti len Banden — Vrrer un 205 zugleich, ſein Herz iſt ganz mein eigen. Was ich nur immer wünſchen kann, das treff' ich hier beiſammen an. Dies kann ich nicht ver⸗ ſchweigen. ————— 127. 6. Mai. Mein Freund iſt mein und ich bin ſein.(Hohel. 2, 16. u. 6,2.) Keiner lebt ſich ſelber— Leben wir, ſo leben wir dem Herrn.(Roͤm. 14,7. 8.) Iſt er in uns— und unſer, ſo folgt von ſelbſt, daß wir in ihm— ſein ſein muͤſſen. Es giebt keine wahre Gemein⸗ ſchaft, die nicht Alles gegenſeitig miteinander theilt. Eigen⸗ heit, Selbſtgeſuch, Eigenliebe hebt alle Gemeinſchaft auf. Wer Chriſtum haben, ihn ganz genießen, ſeines Verdienſtes, ſeiner Gnade und Inwohnung, ſeiner kuͤnftigen Herrlichkeit — kurz, ganz Chriſti theilhaftig ſein will: der muß auch ganz des Heilandes ſein, ſich ganz, ohne Vorbehalt, ohne Ausnahme an ihn hingeben und hingegeben bleiben, im Leben und im Tode, in Freuden und Leiden, ohne ſich je wieder zu⸗ ruͤck zu nehmen. Viele ruͤhmen ſich Chriſti und ſeines Ver⸗ dienſtes; Viele nehmen Chriſtum an; aber ſie geben ſich nicht hin fuͤr Chriſtus, ſie behalten ſich fuͤr ſich ſelbſt zuruͤck. Chri⸗ ſtus ſoll nicht theilen, ſoll ſich ihnen ganz, ſoll ihnen Alles hingeben; ſie aber theilen, und zwar ſchaͤndlich: ſie geben ihm Worte, Zunge und aͤußern Schein, und das Herz laſſen ſie an der Welt, an der Suͤnde und ihnen ſelbſt haͤngen. Das ſind nur Titular⸗Chriſten; ſie haben den Namen Chriſt; eine Ein⸗ bildung vom Verdienſte und von der Gemeinſchaft Chriſti, aber Chriſtum haben ſie nicht. Chriſti werden ſie in Ewigkeit nicht theilhaftig, ſo lange ſie ſich nicht ganz an ihn ergeben. Mel. 38.(Fortſetzung des vorigen Liedes.) 5. Iſt er nun aber gänzlich mein, ſo iſt auch wieder alles ſein, mein Ich, mein ganzes Leben. Sein iſt mein ganzer Sinn, mein ———— ——, ij— ͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤoͤͤſſ ——“ 3 1——— 2— 1 ——————— 3 5 2——— 3 —————————— *—————————— 3 — 8———.—— 4 206 Herz, ſein bin ich auch in Freud' und Schmerz, ihm ewig hinge⸗ geben. 6. Sein iſt mein Wille, meine Wahl, er leite mich nur allemal, will ich etwas beginnen! Sein iſt nun, was ich hab' und bin; ich gebe mich ihm gänzlich hin, er herrſch' in Herz und Sinnen! 7. Willſt du mein Freund, mein Alles ſein, ſo kehr' in meinem Herzen ein, es ſei dir ganz ergeben! Wo du nicht biſt, iſt lauter Pein, drum nimm, o nimm es gänzlich ein, dann find' ich Ruh' und Leben. 8. Ach, laß mir doch kein Plätzchen frei, was nicht von dir belebet ſei, beherrſchet und verſüßet! Das eigne bringt nur Luſt und Laſt; was du hingegen inne haſt, da wird kein Gut vermiſſet. 9. Biſt du mein Freund, ſo wie ich will, du, meiner Seele Hüll und Füll', von Gott mir ſelbſt gegeben, ſo muß ich ja auch immerhin nach deinem Willen, Wink und Sinn„nur als der Deine leben. 10. So zieh', ach zieh⸗ mich ganz nach dir, und wohn' und wirk allein in mir; ich will nichts Fremdes leiden. So trifft mein Wahl⸗ ſpruch ewig ein: Mein Freund iſt mein, und ich bin ſein! Es ſoll kein Tod uns ſcheiden. ———————— 128. 7. Mai. Und ſo ich im Finſtern ſitze, ſo iſt doch der Herr mein Licht.(Mich. 7,8.) Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen, und Freude den frommen Herzen.(Pf. 97, 11.) b Hier unterm Monde bleibt der Kampf zwiſchen Licht und Finſterniß in uns, wie außer uns. So erleuchtet du ſein magſt, ſo mußt du doch wieder durch finſtere Naͤchte und tiefe Dunkelheiten durchwandeln. Es wird dir oft ſo finſter und dunkel vor deinem Geiſtes⸗Auge werden, als wenn Sonne, Mond und Sterne am Himmel deiner Seele ausgeloͤſcht waͤ⸗ ren, als wenn ſie nie wieder leuchten wuͤrden, als wenn du in ewiger Finſterniß begraben waͤreſt, und keinen Strahl des Lichtes wieder ſchauen wuͤrdeſt. Deine Sonne, die Naͤhe —————— Idir belehet =tt und(aſ * Seele hül h immerhin leben. ——9 und wirh inein Wall⸗ g Es ſoll kein ——— cer Herr Fas Lict girommen 2 klicht und wet du ſein udd tif S iſter und 1 Sonne iſct vi — wenn d ttrahl de iie Nihe 207 des Herrn, wird ſich ſo verbergen, als wenn ſie dir nie ge⸗ leuchtet haͤtte, daß du von dem Zweifel geplagt wirſt, ob es nicht Traum, Taͤuſchung— ob es denn je Tag geweſen ſei in deiner Seele? Es giebt kein Licht, du haſt dich betrogen, wird der Verſucher ſagen. Aber da mußt du harren und glauben an das unſichtbare Licht, als ſaͤheſt du es. Es kommt bald wieder anders. Jede Nacht wird wieder ver⸗ ſchlungen vom Tage. Die Sonne kann nicht unten bleiben, wenn ihre Stunde kommt, muß ſie wieder herauf und ihre Bahn durchlaufen. Wenn du dir im Dunkeln nicht ſelbſt eine Sonne, ein Licht ſchaffen willſt; wenn du lieber auf den Herrn vertraueſt und harreſt, ſo wird er auch im Finſtern dein Licht ſein, wird dich mit verborgener Hand leiten und dir das Licht und die Freude wieder aufgehen laſſen, ſo bald es Zeit iſt. Wenn alſo Leiden den Himmel deiner Seele truͤben und du die Sonne nicht ſieheſt, wenn dir auch nicht ein Stern⸗ lein leuchtet, ſo glaube doch und zweifle nicht, daß Sonne und Sternlein dennoch am Himmel ſind und bleiben, ob ſie dir gleich durch Wolken verdeckt ſind. Sie ſind an demſelben Orte, du magſt ſie ſehen oder nicht. Ein guter Schiffer weiß, wie er daran iſt, wo die Sonne, wo die Sterne ſind, wenn ihm gleich Sturm und Wolken den Himmel bedecken. Er richtet ſich eben ſo darnach, als wenn er ſie beim klaren Himmel ſieht. Chriſtus iſt derſelbe, auch dann, wenn du ihn nicht ſiehſt, oder nicht fuͤhlſt. Die Hand des Herrn iſt dennoch uͤber dir, wenn ſie dir gleich verborgen iſt. Mel. 22. Die Seele Chriſti. Oder: Es kam die gnadenvolle. 3 1. Er iſt, Gott iſt, o Gott iſt mein, ſo nah' er ſei, ſo fern er ſchein', ob ihn mein Herz auch nicht empfind', er iſt mein Vater, ich ſein Kind! 2. Was will ich mehr? was will ich mehr! Auch unempfunden Gott iſt er! Die Liebe dann auch, wann er ſchreckt, mein Licht, wenn eine Wolk' ihn deckt! ————— ——————— 1 208 3. Ich warte, ſchweige, dulde nur, ſäh' ich von ihm auch keine Spurv; ſucht' ich auch lang' vergebens ihn, mein iſt er, ſo gewiß ich bin. 4. Sein bin ich, ſo gewiß er iſt, ſein ſo gewiß, als Jeſus Chriſt zu uns vom hohen Himmel kam und Theil an unſerm Elend nahm! 5. Ich ſeh' ihn nicht; doch er ſieht mich! er kennt mich, weiß es, Staub bin ich! Der Vater zürnt von Herzen nicht! O Glaubel ſei mein Troſt und Licht! 1. G. L. — 129. 8. Mai. Herr, auf dich trauet meine Seele. Unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Un⸗ glück vorüber gehe. Ich rufe zu Gott, dem Aller⸗ höchſten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht.(Pſ. 57,1. 2.) Wer, wenn er dieſen ganzen Pſalm durchlieſt, ſich etwa in gleicher oder aͤhnlicher Lage mit David findet, da er, von Saul verfolgt, in die Hoͤhle floh;(1 Sam. 22, 1.) wer von ir⸗ gend einer Anfechtung und Truͤbſal niedergebeugt iſt, der ſchlage denſelben Weg ein, wie David: er fliehe und ſetze ſich unter den Schatten der Fluͤgel des Herrn, da kann er ruhig und ſicher warten, bis das Wetter voruͤber geht. Wo finden wir den Schatten ſeiner Fluͤgel? wo breitet er ſie uͤber uns aus? wo bedecket er uns mit ſeinem Schutze? Ueberall, wo wir ihn ſuchen; wo wir ihn anrufen, wo unſer Herz ſich nach ihm ſehnet. Mitten im Gluth⸗Ofen und in der Hitze der Truͤbſal wird er uns Kuͤhlung und Labung, wenn wir nicht erſt anderswohin laufen, ſondern ihn gerade da, wo er uns mit Truͤbſal heimſucht, aufſuchen, in unſern Herzen; denn da wird er ſich gewiß finden laſſen. Ich bin bei dir in der Truͤbſal, ſagte er. Er iſt uns nie naͤher, er iſt nie leichter zu finden, als wenn er uns durch Leiden heimſucht. Fallen Ahm auch kin ſ gewi t Jeſus Chrſ nic, weiß 1 1 ¹) Glaube 1 LC — Unter den zis das a⸗ Ddem Allr. — ein Ende (t, ſich etwe anda er, von hher von ir⸗ git iſt, der Rnd ſetze ſich mer ruhſg 2 Wo finden w ie uͤber und eberall, w nz ſich m rr Hitz d am wir ii — wo er mi rzen; dem ä dir ind — rie licht ch t. Falln 209 wir unter die Zaͤhne der Menſchen, daß ſie uns wie mit Spie⸗ ßen und Pfeilen, mit ſcharfen Schwertern ihrer Zungen ſte⸗ chen, ſchlagen, zerreißen, ſo bleibt uns kein ander Mittel, als gerade aufzublicken zu dem, der ſie uͤber uns ſchickt; der kann nicht fern ſein. Sie ſind nur Werkzeuge in ſeiner Hand. Die Hand muß ſo nahe als das Werkzeug ſein, weil ſie es fuͤhrt und regiert. Der die Truͤbſal anfaͤngt, wird ſie auch zu en⸗ den wiſſen. Indeß iſt dir ſein Schatten genug. Mel. 19. Theures Wort, Oder: Liebſter Jeſu, du wirſt kommen. 1. Unter meiner Feinde Menge, aus dem heißen Angſtgedränge flieht dir meine Seele zu! Meine Hoffnung, Herr, biſt du!— Unter deinen Flügeln findet, bis das Wetter mir verſchwindet, meine Seele Sicherheit, Vater der Barmherzigkeit. 2. Schau von deinem Himmel, ſende meinem Jammer bald ein Ende! Nur ein Strahl von deinem Licht ſtärkt mein müdes Angeſicht! Halte mich, laß mich nicht fehlen, um mich her ſind Löwenſeelen; wen ſie haſſen, o den trifft Hohngelächter, Schlangengift! 3. Hart wie Eiſen, und noch härter iſt ihr Zahn, die Zungen Schwerter; wer, wer kann der Wuth entgehn? welche Sanftmuth widerſtehn?— Der nur, der an dich ſich lehnet, ſich nach deinem Schilde ſehnet, den erklärſt du dir zum Ruhm herrlich für dein Eigen⸗ thum. 4. Mögen ſie, um mich zu fällen, mir verborgne Netze ſtellen, tiefe Gruben graben mir, Herr! ich halte mich an dir! Deiner Führung, deiner Güte, dankt noch einſt mein froh Gemüthe, Freudenthränen fließen dir, hilfſt du, treuer Helfer, mir. 5. Meine Zunge wird erwachen, hilfſt du, Mächtiger, mir Schwachen, rühmen will ich aller Welt, Gott iſt's, der mich ſührt und hält. Bis zum hohen Himmel reichet deine Güte, der nicht« gleichet! Ueber Mond und Sterne geht deiner Allmacht Majeſtät. 6. Zeige, Gott des Himmels, zeige, wenn ich rede, wenn ich ſchweige, zeige mir und aller Welt, du hilfſt dem, der's mit dir hält. 4 —— 210 130. 9. Mai.. Ich laſſe euch nicht als Waiſen zurück, ich komme zu euch.(Joh. 14, 18.) Ich gehe hin, aber ich komme wie⸗ der zu euch; hättet ihr mich lieb, ſo würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe.(Joh. 14, 28.) Welche heilige, herrliche Verheißungen hat uns der Hei⸗ land zuruͤckgelaſſen! Wie zaͤrtlich, freundlich, troͤſtlich ſpricht er ſeinen Kindern zu, indem er von der Entfernung ſeiner ſichtbaren Gegenwart redet! Selig iſt das glaͤubige Herz, welches den Heiland beim Worte nimmt und ſich mit der un⸗ ſichtbaren Gegenwart und Naͤhe deſſelben ſo erfreut und troͤ⸗ ſtet, ſich ſo daran haͤlt, als ſaͤhe es ihn. Sollte er ſich einem ſolchen kindlichen Gemuͤthe entziehen, ſein theures Wort nicht halten, er, der allzeit hocherfreut war, wenn er nur ein Senf⸗ koͤrnlein Glauben an ſein Wort erblickt hat? Sollte er ſich nur gefreut haben, wenn die Leute zeitliche Huͤlfe, Heilungen ihrer kranken Leibesglieder von ihm in Glauben nahmen? Soll er nicht vielmehr himmliſche Freude haben, wenn wir nicht nur ſeine Gaben, ſondern Ihn im Glauben erfaſſen, wenn wir ihn bei dem Worte nehmen: Ich komme zu euch, ich laſſe euch nicht Waiſen?— wenn wir dieſe Verhei⸗ ßung nicht nur fuͤr Worte, ſondern fuͤr Wahrheit halten und bewahren. Wer ſo ſein Wort haͤlt, hat ihn, ihn ſelbſt. Mel. 106. Fall' auf die Gemeinde. Oder: Freu' dich ſehr, o meine Seele! 1. Hier auf Erden muß ich leiden und bin oft voll Angſt und Weh. Warum willſt du von mir ſcheiden? warum fährſt du in die Höh'? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch bei mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben! 2. Laß dein Herze mir zurücke und nimm meines mit hinauf. Wenn ich Seufzer zu dir ſchicke, mache mir den Himmel auf! Und wenn ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du ſitz'ſt zu ſeiner Rechten, darum hilf uns, deinen Knechten! -₰ ich konne Lomme wi⸗ et ihr eu — Ans der He. ſtlüch ſprih 2 nung ſenr ubige Her * mit der u⸗ e ut und ti⸗ a rr ſich einmn a Wort nich Aur ein Senf ollte er ſih 1i Heilunge inn nahmen! ee wenn wir wen erfaſſen ae zu euch Jieſe Verhe⸗ X halten ud n ſebhſt eine Seelel unſt nd in die Hi mir, daß i .3 mit rinm Sohn der ewigen Liebe troͤſten. 211 3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmliſch werde, ob ich gleich noch ſterblich bin; und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis auch wir zu dir gelangen, wie du biſt vorangegangen. 4. Dir iſt alles übergeben; nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich chriſtlich leben und dir heilig dienen kann! Kömmt der Satan wider mich, o ſo wirf ihn unter dich, zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig ſchweigen müſſe. 5. Sei bei mir ſtets gegenwärtig, wenn ich gehe ein und aus! Mache meine Wohnung fertig droben in des Vaters Haus! Bringe mich zu deiner Ruh! Du biſt ſelbſt der Weg dazu. Und nimm an dem letzten Ende meinen Geiſt in deine Hände! 6. Komm auch, wann es Zeit iſt, wieder, denn du haſt es zu⸗ geſagt, und erlöſe deine Glieder, die es ſo empfindlich nagt, wenn die frevelhafte Welt, Herr, dein Wort für Lügen hält. Und nach ausgeſtandnen Leiden, führ' uns ein zu deinen Freuden! G. Arnold. —⸗————yjy-—————————ü—————— 131. 10. Mai. In meines Vaters Hauſe ſind viele Wohnungen; ich gehe hin, für euch eine Stätte zu bereiten.— Ich werde wieder kommen, und euch zu mir nehmen, damit ihr auch ſeid, wo ich bin.(Joh. 14, 2. 3.) O Wort des Troſtes fuͤr alle Leidende und Troſtloſe auf Erden; wer dich im Glauben auffaßt, muß ſich im Leiden freuen und in der troſtloſeſten Lage doch getroͤſtet, in Unzu⸗ friedenheit zufrieden ſein. So kann nur Gottes Sohn, der Solche Verheißungen fuͤr's ewige Leben, wer kann ſie uns geben? wer erfuͤllen? Darum ſollſt du ja allein unſer ganzes Herz haben, du Staͤttebereiter, du Baumeiſter himmliſcher Wohnungen, du Bote des Vaters, der uns ſelbſt abholen und einfuͤhren wird in ſeine kryſtallnen, diamantnen Palaͤſte. Wenn das arme, ſchwache Herz denkt: Wo du biſt, ſoll ich auch ſein! und wie du biſt, ſo herrlich, 14* 212 ſo ſelig, ſo erhaben! ſoll auch ich werden. Wenn das Herz dieſes Wort in ſeinem ganzen Umfange, in ſeiner Hoͤhe und Tiefe erfaßt, ſo vergeht es faſt vor ſeliger, herrlicher Hof⸗ nung. Warum willſt du uns denn bei dir, ſo nahe und ewig bei dir haben? Was gefäͤllt dir an uns ſo ſehr? Was ma⸗ chen wir dir fuͤr Freude? Werden wir deine Seligkeit erhoͤ⸗ hen? Ja, wir werden deiner Liebe ein Gegenſtand ſein, an dem ſie ſich ſatt lieben kann; denn kein Geſchoͤpf bedarf ſo ſehr deiner Liebe und Huld, als wir arme, ſchwache Suͤn⸗ der.— Wer kann den Himmel anſehen, ohne an dich und an deine himmliſche Verheißung zu denken? ohne ſich dieſer Ver⸗ heißung mit Entzuͤcken zu freuen?! Himmel, du vaͤterliches Haus! du Heimath der Juͤnger Jeſu! wie ſchoͤn biſt du, wenn dich Jeſu Worte uns verklaͤren! wenn wir an die Wohnungen denken, die ſeine Hand fuͤr uns in dir bereitet! Wer kann ſich in dieſer Hinſicht ſatt an dir ſehen— auch nur von Außen? Wie muß es drinnen ſein!? Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. Oder: Erquicke mich, o Heil. 1. Wie troſtvoll blick' ich von der Erde zu dir, o Herr, gen Him⸗ mel auf, wo ich einſt frei von Feſſeln werde; denn du fuhrſt ja doch nur hinauf, um mir die Stätte zu bereiten und unverdiente Selig⸗ keiten! 2. Wie reich belohnt die Müh' des Strebens! Wie eitel iſt der Erde Pracht! Wie ſchön die Hoffnung jenes Lebens! Wie lichthell wird des Todes Nacht! Dank dir, Erbarmer deiner Brüder! du kommſt und holſt zu dir uns wieder! 3. Wenn ſich mein Geiſt zu dir geſchwungen, ſchau' ich in hellerm, reinerm Licht dich unter Engels Huldigungen von Angeſicht zu Ange⸗ ſicht! Mir fehlen Worte, auszudrücken, wie hoch die Hoffnungen beglücken! 4. Doch auch im Schweigen ſiehſt du Liebe! Mein Leben ſei dir ein Geſang! Voll von des Dankes reinſtem Triebe hörſt du im Lallen ſeinen Dank. O nimm mich an, ich weih' aufs neue mich dir, gieb mir nur Kraft und Treue! — — zenn das 9 ner Hohe m Ar licher Oij duhe und en 5 Wam 1eligkit a Iſtand ſein, a hoͤpf beͤe Ichwache di am dich udn Jich dieſer de = du vätelih d ſchoͤn biſta In wir and an dir bereitt sihen— ai 8 ntrich, o Heil. eer, gen Hif mau fuhrſt ja de erdiente El F Lie eitel iſ —₰3l Wi litte eer Brider Ir ichi ann geeſich ug „ die Hoffuu ein deben ſin ſin —+ örſt du in 8 e nit ii, 213 132. 11. Mai. Da wir denn nun, lieben Brüder, die Freudigkeit haben zum Eingang in das Heilige durch das Blut Chriſti, welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege, durch den Vorhang, das iſt, durch ſein Fleiſch; und haben einen Hohenprieſter über das Haus Gottes, ſo laſſet uns hinzugehen mit wahrhafti⸗ gem Herzen, in völligem Glauben u. ſ. w.(Hebr. 10, 19 — 22. Vergl. Hebr. 6, 19. 20.) Ja, wer mit dem Blute Chriſti beſpranger iſt, darf nun mit Freudigkeit, das iſt, mit froher, kindlicher Zuverſicht in das Allerheiligſte, in Gottes Gemeinſchaft im Geiſte ſchon hier und einſt in den Himmel eingehen; dazu ſteht uns ein neuer, lebendiger Weg offen, den uns Chriſtus durch ſein Leiden, Sterben, Auferſtehen und Himmelfahren geoͤffnet hat. Er hat den Weg gebahnt, er iſt als Vorgaͤnger vor uns ein⸗ gegangen und hat uns Weg und Thuͤre nicht nur offen gelaſ⸗ ſen, ſondern er will uns ſelbſt Weg und Thuͤre ſein; will uns nach ſich ziehen an dem dreifachen und haltbaren Seile der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung. Wenn wir uns daran feſt halten und das Seil nicht aus den Haͤnden laſſen, wird er uns unfehlbar nach ſich ziehen auf dem neuen, leben⸗ digen Wege. Wie ſchoͤn druͤckt ſich Paulus aus, da er den Weg lebendig nennt.— Warum doch? Iſt nicht Chriſtus ſelbſt der Weg?(Joh. 14, 6.) Iſt der nicht lebendig? nicht der Weg und das Leben und die Wahrheit? iſt er nicht auch neu? Wo iſt vor ihm und nach ihm ein Weg zum Himmel, zum Vater zu finden?— Freund, verlaß die alten Wege der Welt und Suͤnde, und waͤhle dir dieſen neuen, lebendigen Weg. Wie gut wandelt ſich's auf einem neuen— und wie leicht auf einem lebendigen Wege, der darum lebendig heißt, weil er die Wanderer ſelbſt belebt, ſtaͤrkt, wenn ſie fallen, ihnen 2 4 f. 1 * 214 wieder aufhilft; wenn ſie muͤde ſind, ihnen neue Kraͤfte giebt; wenn ſie abweichen oder irre gehen, ſie wieder einlenket 9nd zuruͤckfuͤhrt— der Alles Allen iſt, die auf ihm wandeln. Welch ein Weg! Wo iſt ein Weg, wie dieſer Weg? Und ſo wenige wandeln auf ihm!!! Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 1. Herr Jeſu, deiner Glieder Ruhm, du ſtarkes Haupt der Schwachen! Du haſt ein ewig Prieſterthum, kannſt allzeit ſelig machen. Du biſt's, der das Gebet erhört und der des Glaubens Wunſch gewährt, ſobald wir zu dir kommen. 2. Du läſſ'ſt uns durch die Himmelfahrt den Himmel offen ſtehen; du haſt den Weg geoffenbart, wie wir zum Himmel gehen. Der Glaube weiß und hofft gewiß, du habeſt uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Du gingſt ins Heiligſte hinein, mit Blut aus deinen Wunden, und haſt ein ewiges Befrein, Verherrlichter, erfunden. Du haft allein durch deine Macht uns die Gerechtigkeit gebracht, die unauf⸗ hörlich währet. 4. Zeuch uns dir nach, ſo laufen wir; laß uns ein himmliſch Weſen, in Worten, Werken und Begier, von jetzund an erleſen. Zeuch unſer Herz dem Himmel zu, laß uns den Wandel, Schatz und Ruh nur in dem Himmel haben! 5. Was droben iſt, laß künftighin uns unabläſſig ſuchen; was drunten iſt, das laß uns fliehn, laß uns die Sünd' verfluchen. Weg, Welt! dein Troſt und Luſt und Schein iſt viel zu elend, viel zu klein für himmliſche Gemüther. 6. O Kleinod, das im Himmel ſtrahlt, ich will nach dir nur lau⸗ fen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, ich will dich hier noch kaufen. O Erbtheil voll Zufriedenheit! O Himmel voller Seligkeit! ſei mein aus Jeſus Gnaden! 133. Himmelſahrt Chriſti. Mai. Gott fährt auf mit tJauchzen, und der Herr mit hellen Poſaunen.(Pſ. 47,6) Er iſt in die Höhe geſah⸗ * k Kräͤfte giä Deinlenket u Ahm wude Weg? tätte zuberei inen Vud en. Du tn — ht, die una an ein himmiſß i rleſen. Zeuh atz und Nu nfr ſochen; wa e luchen. Vaf =2, diel zu ken c dir wrl⸗ — ier noch kafn S gkeitl ſeim er Her Höhe gi 215 ren, und hat die Gefangenſchaft gefangen geführt, und den Menſchen Gaben gegeben. Der herunter ge⸗ ſahren iſt, das iſt derſelbige, der aufgefahren iſt über alle Himmel, auf daß er Alles erfüllete.(Eph. 4, 8. 10.) Er hat uns mit verſetzt ins Himmliſche durch Chriſtum. (Eph. 2, 6.) Die Himmelfahrt Jeſu erfuͤllte Alles— Himmel und Erde mit großer Freude. Sie iſt der Triumph uͤber alle Feinde, denn er iſt als das Haupt der Menſchheit uͤber alle Himmel aufgefahren; wo aber das Haupt iſt, da muͤſſen ja die Glieder auch ſein. Er wird ſie Alle nach ſich ziehen. Das Haupt hat geſiegt und ſich durchgeſchlagen; unmoͤglich koͤnnen die Glieder zuruͤckbleiben. Er hat die Gefangenſchaft, in der wir von der Suͤnde und dem Teufel gefangen waren, gefangen gefuͤhrt, d. h. Alles, was dem Menſchen Feſſeln anlegte, ſeinen Lauf hemmte, ihn von Gott zuruͤckhielt, hat Jeſus uͤberwunden und gefangen nehmen muͤſſen durch ſein Leiden und Sterben. Er hat den, der uns Alle gefangen hielt, er hat den Kerkermeiſter gefangen und ins Gefaͤngniß geworfen. Sitzt der Kerkermeiſter gefangen, ſo ſind die Ge⸗ fangenen frei. Er hat uns aber nicht nur von Feſſeln und Gefäͤngniß frei gemacht, nicht nur Vergebung der Suͤnden zuwege gebracht, ſondern auch Gaben gegeben, Gaben des heiligen Geiſtes, daß wir uns nicht wiederum fangen laſſen, ſondern die Welt, den Satan und die boͤſen Luͤſte, die uns immer wieder gefangen nehmen wollen, uͤberwinden koͤnnen. Er hat uns Kraft und Fluͤgel erworben und geſchenket, daß wir uns zu ihm ins Himmliſche erſchwingen, uns von dem Sichtbaren ins Unſichtbare, in ſein Reich, in ſeine Naͤhe, in den Himmel verſetzen koͤnnen. Mel. 100. Kommt, Brüder, laßt uns gehen. Oder: Von Gott will ich nicht laſſen. 1. Gott fähret auf gen Himmel mit frohem Jubelſchall! O ſchaut ihm nach gen Himmel, ihr, ſeine Kinder, all'! Lobſingt, lobſinget Gott! Lobſinget ihm mit Freuden! Ein Ende hat ſein Leiden, ein Ende unſre Noth. 2. Der Herr wird aufgenommen. Der Himmel freuet ſich. Es freun ſich alle Frommen mit ihm herzinniglich. Es holen Jeſum ein die reinen Cherubinen, die hellen Seraphinen; er muß willkommen ſein. 3. Wir wiſſen nun die Stiege, die unſer Haupt erhöht, wir wiſſen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, kann uns nicht nach ſich laſſen, er zeiget uns die Straßen, er bricht uns ſichre Bahn. 4. Wir ſollen himmliſch werden; der Heiland macht uns Platz, wir ſchwingen von der Erden uns hin, wo unſer Schatz. Ihr Herzen! ſchwingt euch auf! wo Jeſus hingegangen, dahin geh’ eu'r Verlangen, dahin ziel' euer Lauf! 5. Ach, wann wird es geſchehen? wann kommt die liebe Zeit? wann werden wir ihn ſehen in ſeiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirſt du ſein, daß wir den Heiland grüßen, daß wir den Heiland küſſen? Komm, brich doch bald herein!* W. Sacer. —————————————————— —— 134. 13. Mai. Er führte ſie hinaus nach Bethanien. Da hob er ſeine Hände auf, und ſegnete ſie. Und es geſchah, in⸗ dem er ſie ſegnete, ſchied er von ihnen, und ward in den Himmel aufgenommen.(euc. 24, 50. 51.) Zum letzten Male wandelte der Menſchen⸗Sohn mit ſei⸗ nen Juͤngern auf Erden— und zwar, nach ſeinem geliebten Bethanien. Da, war es beſtimmt, da ſollte er dieſe Erde ſichtbar verlaſſen, um ihr unſichtbar recht nahe ſein zu koͤnnen. Zum letzten Male hob er ſeine heiligen Haͤnde, ach! die durch⸗ bohrten, auf uͤber ſeine Juͤnger, ſie zu ſegnen. Gluͤckliche Juͤnger, die ihr dieſe ſegnenden Haͤnde uͤber euch erblickt habt mit euren Augen!— Welch ein Segen muß das geweſen ſein! nicht auch allen Glaͤubigen kuͤnftiger Leden„ei dut ſich. C. 1 n Jeſun ta 1 willkomnen 4 16 nn en, er brit ns Plat, wi „Ihr hexza r Verlangen ' liebe Zei = Tag, wim A den Heiland * W. Sacer. —y— Da hob er = ſchah, i⸗ d ward in — hn wit ſi t em geüäbta — dieſe de A u koͤnnan die duch —. Gläͤcklch — rwück hit weſen ſl Man künſth 217 Jahrhunderte gegolten haben? wie dort ſeine heilige Fuͤrbitte. oh. 17,20.) O gewiß! Ich ſtelle mich einmal gerade ſo hin unter deine Juͤnger, o Herr! als ſaͤhe ich dich, deine durch⸗ bohrten Haͤnde uͤber mich aufheben, als ſtaͤndeſt du noch heute vor meinen Augen und ergoͤſſeſt deine himmliſchen Segnungen uͤber mich und uns Alle, die wir deinen Namen lieben und auf dich und deine Gnade hoffen. Und ich weiß gewiß, du ſeg⸗ neſt jedesmal, jetzt noch, wenn man lebendig an dich glaubt, nicht weniger als dort, da man dich ſah. Denn ſegnen iſt deine Luſt, und du biſt uns dazu geſendet vom Vater, uns zu ſegnen.(ApG. 3, 26.) Segnend gingſt du von der Erde zum Himmel; ſegnend blickſt du gewiß immer herab auf uns, ſo oft wir glaͤubig, flehend, ſehnſuchtsvoll zu dir aufblicken. Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 1. O ſchöner Tag! o Tag voll Pracht! welch herrliches Entzücken, da du das große Werk vollbracht, entſtrömte deinen Blicken! Da Gottes Wolken⸗Wagen kam, dich im Triumph der Welt entnahm, die du vom Fluch befreiteſt. 2. Noch ſprachſt du Segen deiner Schaar, und Segen kam hernie⸗ der, auf ſie, die da verſammelt war, auf alle deine Glieder. Sie be⸗ teten im Staub dich an, da ſie dich auf der Wolke ſahn, gekreuzigter Verklärter! 3. Mit heißen Freudenthränen ſehn wir, Herr der Herrlichkeiten, dich hin in deinen Himmel gehn, uns Wohnung zu bereiten! Denn vort bei deinem Vater biſt Fürſprecher uns, o Jeſus Chriſt! auch dort noch unſer Bruder! 4. Dort, dort iſt unſer Vaterland, du hältſt die Pforten offen! Dorthin führt, Herr, uns deine Hand! wie viel iſt da zu hoffen? Zwar Majeſtät und Himmelsglanz umgiebt dich dort, o Jeſus, ganz, doch ſchauſt du auf uns nieder! 5. Du kennſt uns; möcht' auf dich allein in Freude und in Schmer⸗ zen, ſtets unſer Sinn gerichtet ſein! Auf! auf! zu ihm, ihr Herzen! Dahin geſtrebt, wo Jeſus Chriſt, wo euer Haupt und König iſt, das Heil der Ewigkeiten! ————— ——— 2—j——— 2 ———— 8—— 6 4———— .———— ö öööoöoöoöoͤoöoöooöoͤöͤöoſſſ— ———.———————————. 2 8. 218 1335. 14. Mai. Chriſtus iſt in den Himmel eingegangen, um vor Gottes Angeſicht für uns zu erſcheinen.(Hebr. 9, 24.) Da⸗ her kann er auch ſelig machen immerdar,(alle) die durch ihn zu Gott nahen, da er immer lebet, und bit⸗ tet für uns.(Hebr. 7, 25.) Wir haben einen Fürſprecher beim Vater, Jeſum Chriſtum, den Gerechten. Soh. 2,1.) Wie erfreulich und troͤſtlich! Nicht verlaſſen hat er uns, nicht entzogen hat er ſich uns durch ſeinen Hingang zum Va⸗ ter, ſondern fuͤr uns, um unſertwillen ging er hin, fuͤr uns, um unſertwillen iſt er dort. Wir haben einen Verklaͤger dort, einen Feind, der Tag und Nacht gegen uns ſpricht, alle unſre Verſehen und Uebertretungen im ſchwaͤrzeſten Lichte darſtellt, und Gottes Gerechtigkeit und Rache uͤber uns herausfordert. (Offenb. 12, 10.) Der dabei uns auch noch verleumdet.(Hiob 1,9. Zach. 3,1.) Wie gut iſt es daher, daß wir auch einen Freund, einen Advokaten oder Fuͤrſprecher dort haben, und zwar einen ſolchen, vor dem all unſre Feinde und Anklaͤger verſtummen muͤſſen, weil er ſie Alle beſiegt hat. Darum ſagt er: Es iſt euch gut, daß ich hingehe. Ja wohl gut, o Herr, daß wir dich dort und doch auch hier haben! Wenn wir im Gebete zu Gott nahen, ſoll uns ja nie entgehen, daß ſchon Einer fuͤr uns vor Gottes Angeſicht ſteht, der immer lebet, nie ſchlaͤft, nie ſchlummert, immer fuͤr uns bittet, immer ſelig machen kann und will Alle, die ſich zu Gott nahen. Herzenerheben⸗ der Gedankel verlaß mich nie! Der Herr kann ſelig machen immerdar! Der Herr bittet immer fuͤr mich! Der Herr hebt ſeine durchbohrten Haͤnde auf fuͤr mich vor dem Throne des Vaters! Der Herr iſt nur fuͤr dich dort, um mich zu vertreten. —₰, um vor *9%, A4) Da⸗ alle) de I 6 und bi irſprecher —(13a4.21) = hat er une, — 9 zum Va⸗ 8., fir un, = laͤger dort , alle inſe d e darſtell usfordert r(Hiob 1,3 is n Freund een war einen a erſtummen er: Es iſ St, daß wi *r im Gebet —n Einer fit nie ſchlif e ig mahh 4 tzenerhebe m ſelg min Der Ha an dem Thrul um nih 219 Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen. Oder: Ich habe mich ihm. 1. Ich ſeh' empor, zu dir, Vertreter, dich bet' ich ſtill mit Thrä⸗ nen an! Ich weiß, daß auch ein ſchwacher Beter im Staube dir gefal⸗ len kann. Dir fallen zwar die Himmel nieder, doch hunderttauſend Jubellieder verdrängen nicht mein ſchwaches Lied! Von meinen auf⸗ gehobnen Händen wirſt du nicht weg dein Auge wenden, du ſiehſt den Dank, der in mir glüht. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Leben, ſich über Erde, Welt und Zeit in ſtarken Schwingen zu erheben zu dir und deiner Herrlich⸗ keit! O du, der mich vom Tod errettet, von Erd' und Himmel angebetet, durch den ſich Gott mit uns vereint; du biſt, um mir, um uns zu dienen, vor Gottes Angeſicht erſchienen, du biſt mein Bruder, biſt mein Freund! 3. O wie mich der Gedank' entzücket, wie ſelig werd' ich, wenn mein Geiſt zu Gottes Angeſicht hinblicket, wo du für uns zu ſein ver⸗ heißt! Ganz, ganz möcht' ich in Dank zergehen, in Sehnſucht, Je⸗ ſus, dich zu ſehen von Angeſicht zu Angeſicht! Dich, der auch dort für uns nur lebet, für uns nur ſeine Händ' aufhebet, uns Gnade ſen⸗ det, Heil und Licht! 136. 15. Mai. Und er ward vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke entruͤckte ihn ihren Blicken.(upG. 1,9.) Und er fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an. (Luc. 24, 51. 52.) Die Juͤnger ſahen ihn am Kreuze blutend, ſterbend ſein Haupt neigen, begraben werden und ſein Grab verſiegeln. Da war ihr Glaube wohl auch ganz begraben, und wie ſchwer wuͤrde es ihnen geworden ſein,— zu glauben, wenn auch ein Engel zu ihnen damals geſagt haͤtte, dieſer Jeſus im Grabe, an dem keine Spur eines Lebens mehr iſt, wird vor euren Augen, auf den Wolken gen Himmel fahren. Und ſieh, das geſchah doch, ſo ſchwer es zu glauben war. So klein und ſchwach damals der Glaube der Juͤnger Jeſu war, ſo groß 220 war nachher ihre Freude und Anbetung, als ſie ſahen, mit Augen ſahen das ſchwer zu Glaubende. So iſt es mit allen Verheißungen Gottes, ſo mit uns ſelbſt; wir, die wir jetzt im Staube wandeln, ſollen glauben, daß wir einſt leuchten werden wie die Sterne, daß wir ihn ſehen, wie er iſt, und ihm gleich ſein werden. So unglaublich dies ſcheint, ſo wird es dennoch erfuͤllt werden. Was der Herr zuſagt, das haͤlt er gewiß und mehr noch. Alles wird geſchehen und unſre kuͤhnſte Erwartung weit uͤbertreffen. Wir werden beſchaͤmt daſtehen, wie die Juͤnger, aber uns doch freuen, daß der Herr groͤßer iſt und treuer und wahrhaftiger, als ihn unſer ſchwa— cher Glaube ſich denken konnte. Wie klein war Jeſus in der Krippe, wie arm, wie gering! Hernach am Kreuze, wie zerſchlagen! wie verachtet! wie verworfen! wie ohnmaͤchtig! wie erniedriget! und bald darnach am Auffahrtstage, wie groß! wie herrlich! wie maͤchtig! wie uͤber Alles erhaben!— Da beteten die Juͤnger an; das glaub' ich, da haͤtte ich's auch gethan. Aber im Stalle? am Kreuze? wo Alles ihm fluchte, wo Alle laͤſterten?— Mel. 88. Jeſu, hilf fiegen. 1. Sünde, Tod, Teufel und hölliſche Macht iſt überwunden, zu Boden gelegt, unſer Immanuel hat es vollbracht. Seht, wie er die ſiegende Fahne bewegt! Gott iſt verſöhnet, der Himmel erbeutet, Gnade und Friede, ja Alles bereitet. 2.„Da, da, er liegt, und wird nimmer aufſtehen;“ rief dort beim Kreuze die wüthende Rott';„was er gewirket, wird nun untergehen, ſeht ihn verbluten mit Schande und Spott!“— Schweiget, ihr Feinde, ihr irret, ihr lüget! Jeſus, der Sterbende, lebet und ſieget. 3. Traurige werden vollkommen erquickt, nun wird vor Freude ihr Innerſtes reg', was ſie vorhero zu Boden gedrückt, fällt ihnen Alles vom Herzen hinweg. Jeſul dein Leben, dein lieblich Erſcheinen läßt ſie nicht länger mehr trauern und weinen. 4. Sehet, da ſtehn ſie und ſchauen mit an, was dem erhabenen Mittler geſchicht. Jeder frohlocket: der Herr hat's gethan. Herzen hen, mit Swit allen = wir jett 1. leuchten 2 iſt, und 8, ſ wird das hät nd unſee beſchänt — der Hen — er ſchwa⸗ — us in de rze, wie a machtig! Jpoe, wie ² ben!— Shs auch i fluchte, eunden, zu 8 vie er die de erbeutet, ſdott bein antergehen, a irr geinde an inen Alt — heinenliſ erhabene — n. Herzen 221 und Augen ſind auf ihn gericht't, wie er ſich ſichtbar und ſiegreich auf⸗ ſchwinget, wie er mit Jubel die Himmel durchdringet. 5. So iſt ja Gottes Hand noch nicht verkürzt, ſie iſt erhöhet, ſie herrſchet, ſie ſiegt; Feindes Heer ſieht ſich geſchlagen, geſtürzt, vor dem allmächtigen Sieger es liegt. So iſt's dem Löwen aus Juda gelungen. So ſind die Pforten der Hölle bezwungen. 6. Menſchen! kommt Alle, kommt eilend herzu! Auch ihr, Ab⸗ trünnige, macht euch herbei! Hier iſt die Quelle, hier findet ihr Ruhl holet euch Gaben! o trinket nur frei! Darum iſt dieſer Heil⸗ brunnen gegraben, Herzen, erſtorbene Herzen zu laben. —-———— — 137. 16. Mai. Er iſt in die Höhe gefahren, und hat Gaben em⸗ pfangen für die Menſchen, auch für die Abtrünnigen. (Pj. 6s, 19.) Gelobt ſei Gott, der Vater unſers Herrn Jeſu Chriſti, der uns geſegnet hat mit allem geiſti⸗ gen Segen und himmliſchen Gütern durch Chriſtum. (Eph. 1, 3.) Er iſt aufgefahren zum Vater, um in Empfang zu neh⸗ men, was er ſich durch Leiden und Sterben, durch ſeinen Ge⸗ horſam bis zum Tode am Kreuze verdienet hat; aber nicht nur, um ſich mit Ehre und Herrlichkeit kroͤnen zu laſſen, ſon⸗ dern vorzuͤglich, um die Gaben und Gnaden, die Segnungen und Guͤter des Himmels, die er der Erde, den Menſchen er⸗ worben hat, in Empfang zu nehmen und auszugießen uͤber die Erloͤſten. Er ging nicht in den Himmel ein, um da auszu⸗ ruhen von ſeiner Muͤhe und Arbeit, viel weniger, um ſich zu raͤchen an den gottloſen Menſchen, die ihn auf Erden ſchmaͤh⸗ ten und kreuzigten, ſondern ſie mit Gnaden und Wohlthaten zu uͤberſchuͤtten und an ſich zu ziehen zu ihrer Seligkeit. Seine Herrlichkeit und Ehre, die er auf Gottes Throne genießt, iſt, ſo groß und unermeßlich ſie iſt, doch nicht zu groß fuͤr ihn, 222 daß er nicht mehr herabſehen koͤnnte auf uns Wuͤrmer im Staube. Nein, er bleibt in ewiger Verbindung mit den Sei⸗ nen auf Erden; er reicht uns ſeine Hand, voll Gaben und Gnaden, bis vom hohen Himmel herab und erfuͤllt uns mit Segen und Heil, ſo oft wir Herz und Haͤnde zu ihm erheben. Er reicht uns ſeine Haͤnde herab in unſre Tiefe, um uns aus dem Schlamme der Erde hinaufzuziehen in ſein Lichtreich. Er ruht nicht, bis wir Alle bei ihm ſind und bis wir Alle die Gaben, die er fuͤr uns— fuͤr's kuͤnftige Leben, wie fuͤr die⸗ ſes— erworben hat, in Beſitz nehmen und genießen werden. Wir ſollen Alles haben, was er hat. So ſegnet uns der Vater durch den Sohn. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Es kam die gnadenvolle Nacht. 1. O du, der Menſchen Bruder, du, du ſtrahlſt uns Licht und Freude zu! Du theilſt in deines Vaters Haus die Freuden Gottes alle aus.— Ach, welche Menſchen⸗Seele faßt, was du für uns erdul⸗ det haſt? Ach, welche Engel⸗Sprache nennt die Liebe, die nicht Grenzen kennt? 2. O du, einſt Menſch, wie wir, und todt— du aller Menſchen Herr und Gott! O du, der einſt am Kreuze hing! Die Erde, die dein Blut empfing, kennſt du ſie noch? O Gottes⸗Lamm, in dieſer Tiefe, dieſem Schlamm, wo heiße Thränen du geweint, hier weinen wir noch, Menſchenfreund! 3. Und klimmen deinem Pfade nach! erleucht' uns, Sonne! wir ſind ſchwach! Allmächtig, fern und nah, biſt du! o ſtröm' uns Licht und Gnade zu! O Glaube, Hoffnung, Liebe viel! halt uns, und führ' uns fort zum Ziel— herauf vom Staub zu deinen Höhn, wo wir dich, dich, Geglaubter, ſehn! 4. Wo du, nur du, o Jeſus Chriſt, uns Freund, und Welt, und Himmel biſt!— O Seligkeit, o Seligkeit des Herzens, das ſich dei⸗ ner freut, das deiner Liebe Kraft erfährt, empfängt von dir, was es begehrt! und nichts begehrt, als dein zu ſein, daß dein ſich alle Men⸗ ſchev freun! J. C. L. —— — — ⸗ℳ⸗—,———.,——— ————— uͤrmet im den Se⸗ Naben ud It uns nit I erhehen. wuns auz Lichträch. r Alle de ie füͤr die⸗ —n werden. gt uns de — olle Nacht. Licht und =x en Gottes Juns erdul⸗ 88 die mcht Mexſchen —Edee, die er, in dieſe ier weinen onne! wir — uns Lich ₰ uns, und — Höhn, do am Welt, und I as ſich dei an ir, was en — alle Mer rc 223 138. 17. Mai. Der Herr Jeſus aber— ſitzet nun zur Rechten Gottes.(Marc. 16, 19.) Wer will verdammen? Chriſtus — iſt zur Rechten Gottes, und vertritt uns.(Roͤm. 8, 34.) Wir haben einen ſolchen Hohenprieſter, der da ſitzet zur Rechten auf dem Stuhle der Majeſtät im Himmel.(SHebr. 8,1.) Den hat Gott erhöhet zu einem Fürſten und Heiland, zu geben Iſrael Buße und Ver⸗ gebung der Sünden.(apoſtelg. 5, 31.) Stephanus ſah ihn dort ſitzen,(Apoſtelg. 7, 55.) und wer ſich im Geiſte zu ihm erhebt und ihn herzlich, glaͤubig anfleht, wird es erfahren, daß ſeine rechte Hand gewaltiglich hilft, (pſ. 20,7.) daß ſeine Rechte voller Gerechtigkeit iſt,(Pf. 48, 11.) daß ſeine rechte Hand Alles aͤndern kann,(Pf. 77, 11.) daß ſeine Hand ſtark, und hoch ſeine Rechte iſt.(Pſ. 89, 14.) Was es heiße, zur rechten Hand Gottes ſitzen, hat uns der Hei⸗ land ſelbſt erklaͤrt, indem er ſprach: Mir iſt alle Gewalt ge⸗ geben im Himmel und auf Erden. Er regiert, iſt Koͤnig aller Koͤnige, Herr aller Herren, der Allgewaltige— und dennoch unſer Freund, unſer Bruder, unſer Fuͤrſprecher, un⸗ ſer Hoherprieſter, unſer Heiland, der ſich des Geringſten ſo annimmt, als waͤre er der Groͤßte. Er traͤgt Alle als Hoher⸗ prieſter auf ſeinem Herzen, nicht nur im Bruſtſchildlein, wie Aaron die Kinder Iſrael, ſondern in ſein Herz und in ſeine Haͤnde gegraben. Mit eben ſo viel Gewalt und Macht, als Liebe und Freundlichkeit herrſcht er uͤber Alles, gedenkt er Al⸗ ler, die an ihn glauben und auf ihn trauen. Kein Menſchen⸗ herz kann es faſſen, welche Seligkeit, welche Gnade darin liegt, daß Jeſus, Menſch wie wir, unſer Blutsverwandter und Gott uͤber Alles, erhoͤht zur Rechten der Majeſtaͤt Got⸗ tes, unſer Fuͤrſt und unſer Heiland iſt; der ſeine Macht und ☛ 224 Groͤße nicht gebraucht, zu verderben und zu zerſtoͤren, ſon⸗ dern Buße und Vergebung der Suͤnde zu ſchenken denen, die ihn darum bitten. Mel. 38. Noch wallen wir im Thränenthal. Oder: Kommt her zu mir. 1. Zur Rechten Gottes ſitzeſt du, in unausdenklich ſüßer Ruh, im Meere deiner Freuden. Dich beten alle Himmel an, der Erdkreis iſt dir unterthan, als Lohn für deine Leiden! 2. Wie herrlich biſt du, Herr, mein Heil, ich hab' an deiner Klarheit Theil, für mich fuhrſt du gen Himmel. Du, Hoherprieſter, gehſt mit Ruhm für mich auch in dein Heiligthum! dir folg' ich in den Himmel! 3. Du, deſſen Wort die ganze Welt allmächtig rief, allmächtig hält, biſt dort auch unſer Leben! So lang' ich wall' im Staube hier, ſoll ſich mein ganzes Herz zu dir, vom Staub' empor erheben! 4. Entreiß' durch deines Geiſtes Kraft, die Alles allenthalben ſchafft, mein Herz dem Tand der Erde. Gieb Buße mir durch deine Huld, und die Vergebung aller Schuld, daß ich gerettet werde! 5. Ja du, du ſchauſt auf mich herab, du, der dahin für mich ſich gab; laß das mich ſtets ermeſſen! Du kannſt, obgleich du Jeſus Chriſt im Himmel aller Himmel biſt, doch meiner nicht vergeſſen. J. C. L. —————ꝛ————— 139. 18. Mai. Wenn ihr nun mit Chriſto auferſtanden ſeid, ſo ſuchet, was droben iſt, wo Chriſtus iſt, der zur Rechten Gottes ſitzt; was droben iſt, habet im Sinn, nicht was auf Erden iſt.(col. 3, 1. 2.) Wer da glaubt, daß Chriſtus fuͤr ihn in den Himmel ge⸗ fahren iſt und dort fuͤr ihn zur Rechten Gottes ſitze, ihn ver⸗ trete, fuͤr ihn bitte und ſeiner gedenke, der beweiſe ſeinen Glauben durch einen himmliſchen Sinn, durch einen Wandel im Himmel. Wo dein Schatz iſt, da ſei dein Herz. Iſt Chriſtus zur Rechten Gottes dein Schatz und ewiges Erbe, — 2 2 S—ͤ ſtoren, or n denen, d her zu mir. füßer Ruh, i Ber Erdkreiz hab' an dein — 2 8 = Hoherpriſn cfolg ich um Tef, allnätti n Staube hin Srheben! s allenthalbe uir durch deie —:t werde! =n für mihh ſc weich du Jeſut ervergeſſen. J. C. L. ———— en ſeid, 8 Hinnag ite, ihn er 'eweiſ ſänn Einen Lm = He. 7 Æ ewiges 6 225 ſo ſei und wandle auch dein Herz mehr dort bei ihm, als hier auf Erden, wo deine Fuͤße wandeln. So lange du aber noch immer mehr das Irdiſche als das Himmliſche ſuchſt, mehr nach vergaͤnglichen als nach ewigen Dingen trachteſt; oder gar mit ganzem Herzen an der Ehre und dem Anſehen der Menſchen haͤngſt, die Luſt und Freude des Fleiſches fuͤr dei⸗ nen Himmel haͤltſt, ſo lange betruͤgſt du dich ſelbſt und Wahn iſt dein Glaube an Chriſtum. Der lebendige Glaube an den zur Rechten Gottes Erhoͤhten laͤßt uns nicht an der niedrigen Erde haͤngen, ſondern erhebt uns zu dem, an den wir glauben. Iſt Chriſtus im Himmel dein Haupt und Heiland, ſo mußt du, als ſein Glied, auch bei ihm ſein. Biſt du mit Leib und Seele ganz nur hier unten auf Erden, ſo iſt das Glied weit vom Haupte getrennt; wie kann ein getrenntes Glied die wohlthaͤtigen Einfluͤſſe des Hauptes genießen. Du kannſt nicht an ihn glauben, nicht an ihm hangen, ohne ihm in Geiſte nahe, ohne bei ihm zu ſein, ohne dich zu ihm zu erhe⸗ ben. Ja, das Herz eines wahren Chriſten iſt hier nicht zu Hauſe, iſt bei ſeinem Heilande im Himmel. Mel. 93. Sei Lob und Ehr'. Oder: Was hilft es mir, ein Chriſt. 1. Iſt unſer Schatz im Himmelreich, wie die Apoſtel ſchreiben, ſo muß das Herz mit ihm zugleich auch in dem Himmel bleiben. Zog unſer Haupt in Himmel ein, wie könnten wir ihm ferne ſein! wie ohne ihn hier leben! 2. Herr Jeſu, zieh' uns All' zu dir, daß wir mit den Gemüthern nur oben wohnen für und für, in deinen Himmelsgütern! Zieh uns ins Heiligthum hinein, laß unſern Sinn und Wandel ſein, wo du re⸗ gierſt und throneſt! 3. O ſuche, Herz, doch nicht dein Heil in dieſem armen Leben. Sieh, dort will Jeſus deinen Theil dir mit den Engeln geben. Drum ſuche nur, was droben iſt, auf Erden iſt nur Trug und Liſt, da findſt du keine Ruhe. 4. Zieh, Jeſu, uns, ſo laufen wir, gieb uns der Liebe Flügel! ſo fliegen wir hinauf zu dir, auf deine Sternenhügel. Mein Geiſt ſchan 15 226 immer freudenvoll dir nach, wie er dir folgen ſoll in jenes Lebens Freuden! 5. Dies iſt die Fahrt, dies iſt der Weg, den Vater bald zu finden; dies iſt auch der geheime Steg, wo wir entgehn den Sünden. So zieh denn unſer Herz hinauf, bis wir hier enden unſern Lauf, bis wir dein Antlitz ſchauen. 140. 19 Mai. Ich will euch ein neu Herz und einen neuen Geiſt in euch geben, und will das ſteinerne Herz aus eurem Fleiſche wegnehmen, und euch ein fleiſchern Herz ge⸗ ben.(Czech. 11, 19. 36, 26.) Wenn es fehlt bei einem Menſchen,(und bei welchem fehlt es nicht?) ſo fehlt es am Herzen. Das Herz des Men⸗ ſchen, oder ſein Dichten und Trachten iſt boͤſe von Jugend auf. Es iſt fuͤr alles Boͤſe empfaͤnglich, weich, um alle boͤſe Eindruͤcke blitzſchnell aufzunehmen; nur fuͤr Gott und goͤtt⸗ liche Dinge gewoͤhnlich hart wie Stein und ohne Gefuͤhl. Wer kann dieſe Haͤrte erweichen? dieſen Stein zermalmen? Der Herr hat es verheißen, er iſt treu, er wird's auch thun. Trage du dein Herz nur fleißig zu ihm, ſetze dich den Strah⸗ len ſeines erwaͤrmenden und erweichenden Feuers der Liebe recht aus, in herzlichem, innigem Gebete, ſo wird, ſo muß ſich dein Herz aͤndern. Alle Dinge aͤndern ſich, wenn ſie dem Feuer nahe kommen, ſie ſchmelzen, erweichen oder verhaͤrten, werden gelaͤutert, gereinigt, verſchoͤnert oder verzehrt. Der Herr iſt ein verzehrendes Feuer; verſenkeſt du dich in ihm, wie der Goldſchmidt das Gold in das Feuer haͤlt, ſo muß, was hart iſt, weich, was unrein, rein, was boͤſe iſt, verzehrt werden. Kein Menſch kann ſich entſchuldigen mit ſeinem ſchwachen oder harten Herzen, das er von Natur bekommen hat, ſeitdem der Herr ſo deutlich und beſtimmt verſprochen je nes Aleng — ald zu finden —.,⸗ Sünden. E — Lauſ, biswi — euen Gei — aus euren —₰ =n Hexz i⸗ e bei welchm b — tz des Na X von Jugen Km all biſ : und gätt 2 ne Gefühl mtermalmen? Ia auch thun eden Steab⸗ 1 s der Lich 1dd, ſo mi Ddenn ſie de * verhärta Sehrt. d; . dich in ihn V 4 1 lt, ſo mih S ſt, verzär „ mit einn a bekonnne — verſteote 227 hat, uns ein neues Herz und einen neuen Geiſt zu geben, das ſteinerne Herz wegzunehmen und uns ein fleiſchernes, weiches, fuͤr ſeine Eindruͤcke und Einwirkungen empfaͤngliches Herz zu geben. Er giebt gewiß, wenn du dir geben laͤßt, er nimmt gewiß das Alles hinweg, wenn du es nehmen laͤßt. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. Oder: Erquicke mich, du Heil. 1. Du Geiſt des Lebens! deine Fülle ergieße ſich in meinen Geiſt, und lehre mich in heil'ger Stille, wie man dich kennt und würdig preiſſt! O komm und nah' dich mir von innen, mit Licht erfülle meine Sinnen! 2. Dein Feuer läuft durch alle Lande, du biſt ein allgemeiner Geiſt, dein Blitz zerſchlägt die ſtarken Bande, die Satan um die Menſchen ſchleußt; dein Licht ſtrahlt durch die Finſterniſſen, du biſt ein Richter der Gewiſſen. 3. Wie göttlich wirkſt du, Geiſt der Wahrheit, dein Wort voll Kraft und Majeſtät! Es rührt mit ewig heller Klarheit, ein Schwert, das durch die Seele geht. Das Wort von Kraft des Geiſtes ſauſend, bekehrte einſt viel Tauſend Tauſend. 4. So wirkſt du noch, du ſchmelzeſt Herzen, die geiſtlich todt, ge⸗ fühllos ſind; du wirkeſt ſeelenbange Schmerzen bei dem, der deinen Zug empfindt. Nur du erweckſt ein höher Sehnen, das Auge fließt von herben Thränen. 5. Doch Seelen, die mit Noth beladen, um einen Heiland ſehnlich flehn, eröffneſt du den Thron der Gnaden und läſſ'ſt ſie ihren Mittler ſehn. Hier wandelt ſich ein ängſtlich Sehnen in einen Guß von Freu⸗ denthränen. 6. Dir opfern ſich all meine Triebe, die du mit deiner Kraft er⸗ füllſt, ſo wie du, Quell der reinſten Liebe! in aufgethane Seelen quillſt; dein Feuer wallt und brennt auf Erden, dein Altar ſollen Herzen werden. 7. Dein Wind ſoll ſtets ihr Feuer mehren, von deiner reinen Gluth entflammt; ſoll alle fremde Gluth verzehren, die nicht aus deiner Quelle ſtammt. Kein wildes Feu'r ſoll mich beleben. Ich will ein reines Opfer weben. 228 141. 20. Mai. Die Menſchen wollen ſich von meinem Geiſte nicht ſtrafen laſſen, denn ſie ſind Fleiſch. G Moſ. 6,3) Dein guter Geiſt führe mich auf ebener Bahn.(Pſ. 143, 10.) Ihr aber ſeid nicht fleiſchlich, ſondern geiſtlich, ſo anders Gottes Geiſt in euch wohnet.(Koͤm. 8, 9.) Der Geiſt Gottes arbeitet demnach an allen Menſchen, auch an den gottloſeſten, wie an der erſten Welt, mit der er ſich ſo lange bemuͤhte, ſie durch innere und aͤußere Zucht und Strafe wieder zurecht zu bringen ſuchte, bis ſie ihm ganz und gar widerſtanden und kein Gehoͤr mehr gaben. Aber dann vertilgte er ſie auch Alle durch die Fluth. Wenn nun der Menſch Gottes Geiſt nicht mehr hoͤrt, ſo wird er ganz Fleiſch, wird Thier⸗Menſch.— Welche Gnade iſt es daher, daß ſich der heilige, reine Geiſt Gottes mit den gefallenen Menſchen ſo einlaſſen mag. Und wenn er ſogar nicht aufhoͤrt, die boͤ⸗ ſen Menſchen zu ſtrafen und zu zuͤchtigen, um ſie zu retten; was wird er denen thun, die um ihn weinen, ſeufzen, und Tag und Nacht flehen Mit welcher Freude wird er in ih⸗ nen wirken? mit welcher Geduld und Liebe ſie tragen und fuͤhren?— Pruͤfe dich nun, ob du geiſtlich oder fleiſchlich biſt, ob Gottes Geiſt nicht nur an dir arbeite, wie an der argen Welt, ſondern ob er in dir wohne? ob du ihm folgeſt und dich von ihm auf der ebenen Bahn der Wahrheit und Gott⸗ ſeligkeit leiten laͤſſeſt? oder ob du ihn betruͤbſt und mehr dem Fleiſche als ihm Gehoͤr giebſt? So ſtehſt du in Gefahr, ihn ganz zu verlieren und ganz fleiſchlich und thieriſch zu werden. Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen. Oder: Ich habe mich ihm ganz ergeben. 1. O möcht' ich allzeit deine Lehren, wenn deine Salbung in mir ſpricht, mit wahrem Jüngerherzen hören! o blend'te mich kein falſches Licht! Ja möchten meine Geiſtes⸗Augen mit heiterm Blick zu ſehen ü geiſlih, tte Zucht m Ahm gan w — Acer dam zenn nun ganz Fleſc her, daß ſ =nen Menſche aw'ört, die l nu ſie zu retten nſeufzen, un ard er in j 8 tragen mw ſliſtht a an der ah m fölgeſt n b Ait und be⸗ nd mehr d n Gefahr i iſch uu nan =) babt mich in Salbunjir * nich keiiit n Blickzuſ ußh 229 taugen, was Wahrheit oder falſcher Schein. Und möcht' ich, fern von eignen Höhen, ſtets in dem Thal der Demuth gehen, und ganz an dich gewöhnet ſein! 2. Ja du allein, du Geiſt der Wahrheit, machſt meinen Wander⸗ ſchritt gewiß und leiteſt mich in heil'ger Klarheit durch unbekannte Fin⸗ ſterniß. Du biſt der Führer meines Lebens; dir ruf ich, irrend, nie vergebens ,wenn je mein Fuß den Pfad verliert. Dein Troſt iſt meiner Schwachheit Stütze„ dein Wort die Kraft, die mitch beſchütze, du ſelbſten biſt es, der mich führt. 3. Doch Lehrer, wer kaun dich verſtehen? wem leuchtet dein durch⸗ dringend Licht? Wer reicht an deiner Weisheit Höhen? Ein in ſich ſelbſten Kluger nicht. Du biſt ein Licht, doch nur den Kleinen, die über Sünd' und Thorheit weinen. Nur Solchen iſt dein Troſt bereit. Nur dem biſt du des Lebens Quelle, der an des nahen Todes Schwelle, an ſich verzagt, um Hülfe ſchreit. —,-—————————y——————y———j— 142. 21. Mai. Mir iſt alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gatth. 28, 18.) Der Herr hat ſeinen Stuhl im Himmel bereitet, und ſein Reich herrſchet über Alles. (Pſ. 103, 19.) Des Herrn Augen ſchauen alle Lande, daß er ſtärke, die von ganzem Herzen auf ihn trauen. (2 Cor. 16,9.) Ich hebe meine Augen auf zu dir, Herr, der du im Himmel ſitzeſt.(pf. 123, 1.) Wenn wir dieſes mit all den koͤſtlichen Verheißungen, die der Heiland uns vor ſeiner Himmelfahrt gegeben hat, zuſam⸗ mennehmen, ſo iſt unſer Troſt und unſre Freude vollkommen. Seine Liebe und Treue, ſeine Gnade und Huld iſt unermeß⸗ lich, wie wir aus allen ſeinen Verheißungen wiſſen; eben ſo iſt es aber auch ſeine Macht und Groͤße, ſeine Gewalt und Herrſchaft. Kein Zweifel, ob er wohl auch koͤnne, darf bei uns Statt haben, ſo wenig als, ob er wolle. Er iſt die all⸗ genugſame, allgewaltige, allmaͤchtige, allregierende Liebe und 8 4 4 — 1 . 1 . b 3. 230 Guͤte. Wer iſt ihm gleich? Wer kann wider uns ſein, wenn er fuͤr uns iſt? Wer kann ihm widerſtehen? Wer uns flu⸗ chen, wenn er ſegnet? Und ſo hoch er uͤber Alles erhaben iſt, ſo ſchauet er doch auf den Wurm im Staube; warum nicht auch auf ſeine glaͤubigen Beter, auf fromme Herzen herab, die ihn ſein Blut koſteten? Wie koͤnnte er, der nichts uͤberſieht, die uͤberſehen, die ſehnſuchtsvoll zu ihm auſblicken und von ganzem Herzen auf ihn trauen? O Herz, ſei nur ganz, ganz auf ihn gerichtet; ſein Auge verfehlt, uͤberſieht dich nicht. Und wenn das Auge der allnäächtigen Liebe auf dich ſchauet, was fuͤrchteſt du? Mel. 16. Ach, alle Welt lauft her und hin. Oder: Ich dank' dir ſchon. 1. Hoch über Erd' und Welt und Zeit thronſt du zu's Vaters Rech⸗ ten, ihm gleich an Gottes Herrlichkeit, zum Heile der Gerechten. Dir iſt in die durchgrabne Hand der Scepter übergeben; du herrſcheſt über Meer und Land, und über Tod und Leben. 2. Allwaltend ſchaueſt du vom Thron auf gläub'ge Herzen nieder; ſchauſt liebend, du, der Liebe Sohn, auf die erlöſten Brüder! Wie heiter macht mich dieſer Blick zu dir, dem Hocherhöhten! Er giebt mir Troſt im Mißgeſchick, und Muth in allen Nöthen. 3. Ein ſichres Zoar zeigt er mir in Trübſals Ungewittern. Ver⸗ ſöhnt durch dich, vereint mit dir, könnt' ich wohl ſorgen, zittern? Wenn ich zu dir, o Jeſus Chriſt, das bange Herz erhebe, dann fühl' ich, daß du wahrhaft biſt— mein Weinſtock, ich dein Rebe. 4. Da trink' ich neuen Lebensſaft aus deinen reichen Füllen, die Sorgen meiner Pilgrimſchaft vor dir, mein Gott! zu ſtillen. Wie vor dem Morgenſtrahl die Nacht— muß ſchnell mein Kummer ſchwin⸗ den; ich kann in deiner Lieb' und Macht Troſt, Ruh' und Frieden finden. 5. Der Pfad durchs dunkle Thal der Zeit ſei dornicht meinen Fü⸗ ßen; laß deiner Nähe Freundlichkeit nur ſtets mich hier genießen. Ein Fels ſei mir die Zuverſicht, ſo lang' im Staub ich walle: Das Haupt läßt ſeine Glieder nicht, pflegt, ſchützt und liebt ſie alle. — ☛ 4 ſein, wenn zer uns ſu les erhabe bez warun * mme Harja der nicht m aufblick erz, ſe nur —t, üͤberſig n Liebe 1 2m dir ſchon. * Vaters Ret⸗ r Gerechten ₰ du herrſtheſ arzen nieder 8 üder! Wie — „= tern. Ver⸗ a en, zittern. ', dann füßl r ebe. e.= Fülln, d fillen W mner ſcwi am und Frede t meinen di ier geniefn alle: D M ie ale atel Er giett 143 Pfingſtfeſt. 22. Mai. Als nun der Pfingſttag eintrat, waren alle ein⸗ müthig verſammelt. Da entſtand plötzlich ein Brau⸗ ſen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da ſie ſaßen; und man ſahe an ihnen Zungen zertheilet, als wären ſie feurig— und wurden alle voll heiligen Geiſtes ꝛc.(Epoſtelg. 2,1— 3.) Was wirkte hier das einmuͤthige Gebet der Glaͤubigen! Muß es nicht allemal dieſelbe Wirkung haben, wenn es mit derſelben Zuverſicht auf die goͤttliche Verheißung, die fuͤr alle Beter gegeben iſt, geſchieht? O gewiß. Kein Gebet des Herzens bleibt ohne Pfingſt⸗Segen. Kein Beter betet im Geiſte und im Glauben, ohne mit dem heiligen Geiſte und mit dem Feuer der Liebe Gottes erfuͤllt zu werden. Man kommt nie leer aus dem Gebete zuruͤck, wenn anders das Gebet dieſen Namen verdient. Es iſt alle Tage ein Pfingſt⸗ tag fuͤr dich moͤglich, wenn du alle Tage bruͤnſtig und innig beteſt um den heiligen Geiſt. Biſt du nicht voll von dir, biſt du leer von deinem eignen Geiſte, und ſchreiet dein Herz, wie ein duͤrres Land um Regen, zum Himmel im Geiſt, ſo wird der heilige Geiſt dein Herz gewiß nicht leer laſſen. Aber wo das Herz des eigenen Geiſtes voll iſt, da kann der heilige Geiſt nicht hineingehen; denn der eigne Geiſt iſt ein unreiner Geiſt, und was hat das Licht fuͤr Gemeinſchaft mit der Fin⸗ ſterniß? Mel. 22. Die Seele Chriſti. Oder: Schon deines Namens Süßigkeit. 1. Vereinigt im Gebete war einſt deiner Jünger erſte Schaar; ein Strom voll Feu'r ging von dir aus und füllte ihnen Herz und Haus. 232 Ein neues Leben drang durch ſie. So was empfanden ſie noch nie. In nie erhörten Sprachen preiſ't durch ihren Mund dich, Herr, dein Geiſt. 2. Religion! Religion! wie ſchnell ſchwingſt du dich auf den Thron! Der Jünger Schwächſte iſt ein Held, der Welten ſich entgegen ſtellt. Wie zeugt ihr Mund, daß Jeſus lebt! der Fromme jauchzt, der Spötter bebt. Ein Wort nur ging aus ihrem Mund', der Kranke glaubt's und wird geſund. 3. Und wer die Zeugen Gottes hört, und Gott in ihnen glaubt und ehrt, ergriff das, was der Herr verheißt, auch der empfing den neuen Geiſt.— Kein Chriſtenthum wär', wärſt du nicht. Du riefſt: Es werd'! und es ward Licht! Du, Geiſt des Herrn, nur deine Kraft iſt's, die uns neue Herzen ſchafft! 4. Du biſt's, der Kinder Gottes treibt, uns lehrt und ſtärket, bei uns bleibt! Du biſt's, wenn uns die Welt betrübt, der uns im ſtillen Dulden übt! Du machſt uns Jeſu Chriſto gleich, biſt Pfand uns auf ſein Himmelreich. O du, des Himmels beſte Gab', ſenk dich in unſer Herz herab! 5. Nimm dir uns ganz zu eigen hin, bild' in uns Jeſu Chriſti Sinn! Lehr' uns des Vaters Willen thun, in ſeiner Führung kind⸗ lich ruhn! Erquick' uns in der Dunkelheit, verſichre uns der Selig⸗ keit! Mach' uns von jedem Flecken rein und lehr' uns, uns des To⸗ des freun! 144. 23. Mai. Der Geiſt Gottes giebt Zeugniß unſerm Geiſte, daß wir Gottes Kinder ſind.(Roͤm. 8, 16.) Niemand weiß, was in Gott iſt, als der Geiſt Gottes.— Der Geiſt erforſchet alles, auch die Tiefen der Gottheit. (1 Cor. 2,10. 11.) Verwirf mich nicht von deinem Ange⸗ ſicht, und nimm deinen heiligen Geiſt nicht von mir. (Pf. 51, 13.) Wir leſen wohl alle Wahrheit in der Schrift, und wiſſen, wenn wir geleſen oder Gottes Wort gehoͤrt haben, was uns — SͤS=zZͤ ———— ——— ꝗ ‚—— ——* ( f noch nie 1 Herr, dei Lütgegen ſiell jauchzt, der mn, der Kra ihnen gluui 2 empfing en —2 Du rieſ. , nur dein d ſtärket, R der ung in =, liſ Yind — Gab' ſend b an Jeſu Chrſſß Shrung kind⸗ an der Selig⸗ Ans des To⸗ u Geiſte (Niemand .— Der = Gottheit aom Ange E von mir r nd viſen e wa n 233 Gott verheißen hat. Aber ob Gott gerade dich und mich gemeint habe, dir und mir dieſes Verſprochene geben wolle und gegeben habe, daran zweifelt unſer Geiſt gewoͤhnlich und kann nicht lebendig und unzweifelhaft glauben, bis wir ein goͤttliches Zeugniß davon in unſerm Herzen haben. Gott weiß, wie es mit dem Glauben derjenigen ſtehet, die ohne in⸗ neres Zeugniß des heiligen Geiſtes blos dem aͤußern Worte glauben; die nur einen hiſtoriſchen Glauben haben, d. h. die Sache fuͤr wahr halten und ſich zueignen, ohne die Gnaden⸗ wirkungen des heiligen Geiſtes im Herzen zu ſpuͤren. Es iſt unmoͤglich, daß ein ſolcher Glaube ſelig machet, weil er das alte Weſen nicht neu ſchaffet und das Herz nicht wahrhaftig mit Chriſto vereiniget. Wenn aber der Geiſt Gottes meinem Geiſte Zeugniß giebt, d. h. das, was im aͤußern Worte ſteht, mir auch im Herzen bezeugt und verſiegelt, ſo weiß ich nicht nur, was in der Bibel, ſondern auch, was in Gottes Vater⸗ herzen fuͤr mich, ja fuͤr mich beſonders, geſchrieben ſteht; denn der Geiſt Gottes forſchet die mir verborgenen Tiefen der Gottheit und bezeuget ſie mir. Doch dieſes Zeugniß des Geiſtes darf, wenn man es einmal hat, nicht wieder verloren gehen. Wenn mir Gottes Geiſt geſtern bezeuget hat: Du biſt ein Kind Gottes; ſo moͤchte ich heute auch wiſſen, wie ich mit Gott ſtehe, ob er an mir nichts auszuſetzen habe; oder ich kann nicht ruhig ſein. Darum heißt es(1 Joh. 5, 10.) die Glaͤubigen haben dieſes Zeugniß in ſich— ſie haben es nicht nur einmal gehabt. Darum bittet David: Nimm dei⸗ nen heiligen Geiſt nicht von mir! Laß ihn mir beſtaͤndig, daß er mir taͤglich Zeugniß gebe, mich taͤglich deiner Huld und Gnade verſichere. Wer in Chriſto bleibt, in dem bleibt Chri⸗ ſtus, und alſo auch ſein Geiſt, wie es Chriſtus verſprochen hat(Joh. 14, 16. 17.), daß er bei euch bleibe ewiglichz denn er wird in euch wohnen und in euch wird er ſein. , —— 3 8 —— 2—— ͦ ͤſſͤſſſ—— 1 8 ————————ÿÿööÿ———— —————— 1————— * ₰ 234 Mel. 86. Ich bete an die Macht. Oder: Erquicke mich, du Heil der Seelen. 1. O Geiſt, des neuen Menſchen Stärke, die jeder Fromme in ſich trägt; du Prüfer unſrer Wort' und Werke, du Puls, der im Gewiſſen ſchlägt; verleihe mir mit deinem Frieden des Himmels Vor⸗ ſchmack ſchon hienieden! 2. Du, frommer Seelen Aug' und Leiter! du dringſt in alle Geiſter ein, und deine Lehre leuchtet weiter und ſchöner als der Morgenſchein; entflamme mich mit deinen Trieben, in deiner Liebe mich zu üben. 3. So tief und reich ſind keine Seen, wie deiner Reden tiefer Sinn; dein Wort zu hören, zu verſtehen, iſt mehr als aller Welt Ge⸗ winn; mehr, als ein Ohr je hat vernommen, und vor ein Auge iſt gekommen. 4. Ach, lehre du mich recht von innen, und weihe mich zu deinem Haus, und ſprich beſtändiglich darinnen der Gottes⸗Kindſchaft Zeug⸗ niß aus! Ja, heilige mein ganz Beginnen, ſammt Seele, Leib und allen Sinnen. 5. Du, der mich zu den Seligkeiten ſchon auf der Erde tüchtig macht, du kannſt allein mich vollbereiten, du nur durchhelleſt meine Nacht. Du kannſt in alle Wahrheit leiten! Im Kriege lehrſt nur du mich ſtreiten! 6. Du biſt des Himmelreichs Verwalter, der mütterlich die Welt regiert, der allgemeinen Kirch' Erhalter, der Geiſt, der ſie dem Herrn gebiert, und auch durch alle Zeiten leitet, beſeelt, vereinigt und ver⸗ breitet.* Spreng. — 145. 24. Mai. Wie der Hirſch ſchreiet nach friſchem Waſſer, ſo ſchreiet meine Seele, Gott, zu dir.(Vſ. 42,1.) Da ſollſt du den Fels ſchlagen, da wird Waſſer heraus laufen, daß das Volk trinke.(2Moſ. 17, 6.) Sie hatten keinen Durſt in der Wüſte; er ließ ihnen Waſſer aus dem Felſen fließen. Geſ. 48,21.) Der Fels war Chriſtus. (1 Cor. 10, 4.) Wer ſich mit dem lauen Waſſer des bloßen Wiſſens nicht begnuͤgen kann, wer der loͤchrichten Sodbrunnen der faden a= — ——=————— ———,—.y. ²— her Seelen, — Fromm 1 auls, der i immels Vor⸗ 1 alle Geiſtr = Korgenſhen * zu ühen. 1 Redent tiefr er Welt Ge⸗ = ein Auge — ich zu deiren ias Zeun — 4le, Leib m) =— Erde tücht helleſt mei — lehrſt nurd t lich die W ie dem hem an ugt und we⸗ * Spreuy —— ú a Gaſſer, — Da ol — us laufen ten keine aan *Chriſtu ziſſens nit un der fade 23⁵ Welt⸗Weisheit muͤde iſt; wer nach friſchem lebendigem Waſ⸗ ſer duͤrſtet, wie ein Hirſch in der Brunſt; wer den Felſen kennt, aus dem Lebenswaſſer quillt; wer den Schlag an den Felſen verſteht, dem wird Waſſer des Lebens genug fließen in der duͤrren Wuͤſte dieſes Lebens, daß er und ſein Volk, ſeine Kinder, ſeine Freunde und Angehoͤrigen zu trinken haben. Hat doch der Herr ſeinem Volke in der Wuͤſte ſo reichlich Waſſer verſchafft, daß ſie die vierzig Jahre, die ſie in der Wuͤſte verweilten, keinen Durſt leiden durften. Mußte doch ein Fels Waſſer hergeben fuͤr ſein Volk! War dieſer Fels nicht Bild von Cyriſtus? war er nicht, wie Paulus ſagt, Chriſtus ſelbſt? Ja, meine Lieben, wir haben dieſen leben⸗ digen Felſen unter uns und in uns; wer an ihn glaubt, von deß Leibe fließen Stroͤme des lebendigen Waſſers.(Joh. 7, 37.) Dieſer Fels giebt Waſſer fuͤr alle durſtige Herzen aller Na⸗ tionen der Erde im Ueberfluß. So oft wir mit dem Stabe des glaͤubigen, innigen Gebetes und der kindlichen Zuverſicht an ſein Herz anſchlagen, ſtroͤmt der Strom des Lebens, Geiſt und Salbung, Friede und Gnade heraus und in unſer durſti⸗ ges Herz ein, daß wir an keinem Guten Mangel leiden. Er giebt den Geiſt ohne Maaß. Aber Hirt und Heerde, Pre⸗ diger und Zuhoͤrer, Lehrer und Schuͤler, Aeltern und Kinder, Leib und Seele muͤſſen verſchmachten und vertrocknen in der Wuͤſte dieſes Lebens, wenn ſie nicht duͤrſten, nicht ſchreien nach dieſem Waſſer, nicht an den Felſen glauben, nicht beten im Glauben, nicht verharren im Gebete, nicht wandeln im Genuſſe. Laß dir dieſes geſagt ſein, du, der du Andere leh⸗ ren, Andere erziehen, fuͤhren, oder ihnen Etwas leiſten und ſein ſollſt. Laß dir zuvor ſelbſt geben, ſchreie nach friſchem Waſſer, ſchlage an den Felſen, daß Waſſer heraus laufe, daß dein Volk, deine Kinder, Schuͤler, Zuhoͤrer, Untergebenen, oder doch dein Herz trinke. Das Herz Jeſu, das jetzt im 23 6 N. B. ſchon geoͤffnet iſt, ſeine Wunden, die ein offener Born ſind, dieſe ſind es, an die du mit deinem Gebete anſchlagen mußt; ſie ſind die Quelle des lebendigen Waſſers. Jeſus giebt den Geiſt.(Joh. 16, 13.) In ſeinem Namen, auf ſeine Fuͤrbitte ſendet ihn der Vater.(Joh. 14, 16. 26.) Das merke dir, damit du bei deinem Gebete keine Luftſtreiche thuſt, ſondern den rechten Fels und die rechte Stelle treffeſt, wo unfehlbar Waſſer heraus ſtroͤmet, ſo oft du anſchlaͤgſt. Schlag an den Felſen, daß dein Herz, daß dein Volk trinke. Der Fels iſt Chriſtus! Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Herr, der du alle Ding', die Waſſer mit der Erden, durch dein allmächtig Wort im Anfang hießeſt werden. Kann auch, Immannuel! in Iſraels Gemein' ein Mangel, wo du biſt, an friſchem Waſſer ſein? 2. O Hirte! willſt du nicht an deine Heerde denken? wer wird ſie Waſſer machen kann? aus Felſen Quellen? wer hat das, was du ge⸗ than?(Pſ. 105, 41.) 3. Fels, unſre Zuverſicht! laß heute dich erweichen! Du biſt der Fels, von dir war jener Fels ein Zeichen. Du biſt der Fels, aus dem lebendig Waſſer quillt; du biſt, der allen Durſt nach Lebens⸗ Waſſer ſtillt! 4. Wir ſchlagen an dein Herz. Herr, laß uns nicht verſchmachten. Du pflegeſt kein Gebet, kein Schreien zu verachten. So geuß denn über uns, durch deine milde Hand, den Gnadenregen aus!l ſo jauch⸗ zet dir das Land! 146. 25. Mai. Der Geiſt hilft unſrer Schwachheit auf; denn wir wiſſen nicht, was wir bitten ſollen, wie ſichs gebührt, ſondern der Geiſt ſelbſt vertritt uns mit unausſprech⸗ lichen Seufzern.(Roͤm. 8, 26.) Daran erkennen wir, daß er in uns bleibet, an dem Geiſt, den er uns gegeben hat.(1 Joh. 3, 24.) ſonſt als du in dieſer Wüſte tränken? Wer iſt wie du, der Stein zu ffener Ba — anſchlugn s. Jaſ —,, auf ſi =—S werke i — iſt, ſonden — unfehlla — hlag an da der Felb ſ n, durh di ₰ Immarnal Waſeer ſei — ver widſt mn der Steig ³⁴, was dug 2m Dua hit i er Fels, a —= nach Leben⸗ = erſchmadhte zo geuß deu xusl ſo jaug⸗ 4]4 A⁴ denn wt „πᷣs gebüſt sausſprec⸗ wit, d s gegelu 237 Wer Luſt zum Gebete hat, iſt gewiß nicht ohne den heil. Geiſt, und alſo auch nicht ohne Jeſus. Wo der Geiſt des Gebetes wohnt, wohnt Jeſus und ſein Vater. Es iſt ein ſicheres Kennzeichen einer Wohnung Gottes im Geiſte, wenn man ſeine groͤßte Freude daran hat, im Geiſte mit Gott um⸗ zugehen und in der Naͤhe Jeſu zu wandeln, das heißt, gern zu beten. Denn das Gebet iſt nicht blos ein Murmeln und Plappern des Mundes, ſondern das wahre, heilige Gebet iſt ein unausſprechliches, merke dir: ein unausſprechliches Seufzen des Geiſtes. So lange man beim Gebete viel ſpre⸗ chen kann, iſt immer noch viel Eignes bei demſelben, nicht ganz reines, vielleicht gar fremdes, unheiliges Feuer. Aber wenn der heilige Geiſt die Kohlen ins Rauchfaß des Gebetes legt und Weihrauch darauf ſtreut, ſo hebt uns die heilige Flamme hoͤher und es vergeht uns das Sprechen— man kann nicht mehr Worte finden— das Herz, der Geiſt ſagt mehr ohne Worte vor Gott, als die Zunge lallen kann. Uebrigens will man keineswegs das muͤndliche Gebet verwer⸗ fen. Alles hat ſeine Zeit. Ich will nur ſagen, wer nur muͤndlich beten kann, laͤßt den heiligen Geiſt noch nichts oder nicht viel gelten; kann ſelbſt zu viel, daß er dieſen goͤttlichen Vertreter nicht zu beduͤrfen glaubt. Mel. 10. Wach' auf, mein Herz, und ſinge. Oder: Kommt, laßt uns wie die. 1. Des Herzens Wunſch und Klagen vor Gott im Himmel ſagen, zu bitten und ihn loben, lehrt nur der Geiſt von oben. Er wecket uns vom Schlafe. Wir fühlen Schuld und Strafe. Da treibt uns Noth und Jammer hinein in Gottes Kammer. 2. Daß wir die Thüre finden, zeigt er uns armen Blinden im Glauben Jeſu Wunden, da wird der Weg gefunden. Von dieſem Geiſt getrieben muß uns der Vater lieben. Der Sohn wird uns ver⸗ treten, der Geiſt wird in uns beten. 3. Da muß es wohl gelingen, durch alle Himmel dringen, gekrönt mit Preis und Ehren, erfüllet wiederkehren. Hört, Heuchler! euer —— —ö— ꝗ ꝗ ͦ———— 4 4 1 3 1 8 5 19 1 3 1 1 4 4 4 8 —————— 238 Schwätzen iſt Greueln gleich zu ſchätzen. Wer Gott mit Lügen ehret, wird nimmermehr erhöret. 4. Kommt, fleht im Geiſt und Wahrheit, ſo leuchtet euch die Klar⸗ heit von Jeſu Angeſichte mit holdem Gnadenlichte. Begehrt ihr, daß ſein Wille ſich ganz an euch erfülle, ſo bittet, was ihr wollet. Wißt, daß ihr's haben ſollet. 5. O ſeht den Jakob ringen und ſeinen Gott bezwingen. Ja, ſeht ein Weib dort kriegen und über Jeſum ſiegen.(Matth. 15, 22.) Kommt, betet, ſucht und klopfet, die Quell' iſt nicht verſtopfet. Durch heißes Geiſtes⸗Flehen wird großes Heil geſchehen. waf. 147. 26. Mai. Ihr ſollt es erfahren, daß ich mitten unter Iſrael ſei. Goel. 2,27.) Wo zwei oder drei verſammelt ſind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.(Matth. 18, 20.) Ja, man kann es erfahren, daß er in unſrer Mitte ſei, ob nur zwei, oder zweitauſend beiſammen ſind in ſeinem Na⸗ men. Man kann es erfahren, wenn gleich die ganze Welt nicht nur nicht daran glaubt, ſondern es als Schwaͤrmerei verwirft und verlaͤſtert. Man kann es erfahren; das wiſſet ihr Alle, die ihr den Heiland lieb habt von ganzem Herzen. Gott hat's geſagt: Ihr ſollt es erfahren, daß ich mitten un⸗ ter euch bin. Alſo muß es moͤglich, muß erfahrbar ſein. Und daß es wirklich geſchieht, weiß nur der, der es erfaͤhrt; denn es liegt im Herzen und laͤßt ſich nicht herauslegen. Es muß auch drinn bleiben. Moͤchten wir nur dem Heilande allemal, ſo oft wir zuſammenkommen, die Freude machen, daß er ſich uns zu erfahren geben koͤnnte. Moͤchten wir allemal ſo in ſeinem Namen, im lebendigen Glauben und in der innigen Liebe zu ſeinem Namen ſtehen, wenn wir beiſammen ſind, ſo wuͤrde er gewiß nie fehlen; er fehlt ohnehin nicht; er fehlt nie, t ter Iſral Aelt ſind i 1 3en.(Matt dr Nitte ſe id ſeinem Na S ſanze Wät wäͤrmn 1 das wiſt em Herja miitten u M ſein. Umd fäͤhrtz dem 21 Em † ide allema, = daß er ſi emal ſo i rr ider innihn ᷣen ſid k ct fehl n. 239 er kann nicht von uns abweſend ſein— wir fehlen ihm, wir nehmen ſeiner nicht wahr. Stehen wir aber geſammelt im Geiſte, ganz zu ihm gekehrt, nur nach ihm verlangend, ſo werden wir ſeine Naͤhe, die immer Statt hat, gewiß wahr⸗ nehmen. Leben und freuen ſich nicht Leib und Seele im le⸗ bendigen Gott, wenn er ſich wahrnehmen laͤßt? Iſt nicht Alles lebendig, kraͤftig, geſalbt und ſchoͤn, wenn er ſich in unſrer Mitte ſpuͤren laͤßt? Iſt nicht Alles todt, kalt, finſter, ungenießbar, wenn er dem Herzen abgeht, wenn wir ihn nicht in und unter uns haben? Darum ſuche Niemand bei chriſtlichen Verſammlungen etwas Anderes als ihn und ſeine Naͤhe, weil alles andere Geſuch doch lauter Spreu iſt, die der Wind verweht. Die ſchoͤnſte Predigt, das beſte Buch gefaͤllt uns nicht und ſoll uns auch nicht gefallen, wenn er nicht darin gefunden wird.„Ich in eurer Mitte!“„Ihr ſollt's erfahren!“ Dabei bleibet es! Mel. 15. Ach, alle Welt laͤuft. Oder: Ich dank’ dir ſchon. 1. Wo ihrer zwei beiſammen ſind, die ſich in mir verbinden, da ſtell' ich ſelbſt mich mitten ein, daß ſie mich fühlen, finden. So lau⸗ tet unſers Heilands Wort; ſo muß man's auch erklären, wie wir's an einem andern Ort aus Pauli Reden hören.(Apoſtelg. 17, 28.) 2. Er ſpricht, man fühlt ſich von dem Herrn, wie von der Luft umgeben. Er iſt von uns gewiß nie fern; in ihm wir leben, ſchwe⸗ ben. So hat man zur Apoſtelzeit des Heilands Näh' empfunden; und dieſe Gnad' und Seligkeit iſt ſeitdem nicht verſchwunden. 3. Er iſt uns innig nah' und hält, was er ſo theu'r verſprochen; bis zu dem letzten Tag der Welt wird ſein Wort nicht gebrochen. (Matth. 28, 20.) Ja jede klein' und große Schaar iſt eine Gotteshütte. Er wohnt, iſt er ihr Alles gar, gewiß in ihrer Mitte. 4. Zwar ſieht ihn unſer Auge nicht, doch fühlt das Herz die Nähe, und wenn er Friede zu uns ſpricht, iſt's, ob das Aug' ihn ſähe.— Wie wenig wird dies doch bedacht, daß das, was unſer Leben zum Himmel auf der Erde macht, nur Jeſu Näh' kann geben. 5. Wenn man den Heiland bei ſich hat, vor ſeinen Augen ſchwebet, 1— 3 —ygsss—;:· „— 8 5 4 240 ihn kindlich liebt und früh und ſpat in ſeinem Lichte lebet; ſo kann man hier im Jammerthal ein göttlich Leben führen, und wenn man ſchwach wird, allemal gewiſſe Hülfe ſpüren.* E. R. Rchl — ——— —— 148. 27. Mai. Ich will Waſſer gießen auf die Durſtigen, und Ströme auf die Dürren; ich will meinen Geiſt auf deinen Saamen gießen, Segen auf deine Nachkom⸗ men; daß ſie wachſen ſollen wie Gras, wie die Wei⸗ den an den Waſſerbächen.(Jeſ. 44,3.) Ich will dem Durſtigen geben von dem Brunnen des lebendigen Waſſers umſonſt.(Offenb. 21, 6.) Ich will lebendig Waſ⸗ ſer auf euch ſprengen.(Ezech. 36, 25.) Wer nicht duͤrſtet, wird nicht trinken, wenn auch Waſſer im Ueberfluß quillet. So iſt es auch im Geiſtlichen. Es fehlt nicht an lebendigem Waſſer, nicht an Geiſtes⸗Ausgie⸗ ßung; es kann, gemaͤß der wahrhaftigen Verheißung Gottes, nicht daran fehlen; aber an durſtigen Seelen fehlet es. Es iſt zu viel Durſt nach irdiſchen Dingen, nach Gold und Geld⸗ Regen, nach den kothigen Pfuͤtzen der Luſt und fleiſchlichen Vergnuͤgungen; zu viel Heißhunger nach Ehre und Anſehen der Menſchen, nach Lob, Ruhm ꝛc., wo ſoll der Durſt nach himmliſchen Guͤtern, nach dem Pfingſt⸗Regen herkommen? Gott kann und will ſein lebendiges Waſſer nur denen geben, die darnach duͤrſten; die wie ein duͤrres, ausgetrocknetes Land, wenn es im Sommer duͤrre und von der Sonnenhitze Alles verbrannt iſt, nach Labung, nach Troſt, Kraft und Leben von oben duͤrſten, Tag und Nacht darum gen Himmel ſchreien. Wer in ſich ſelber ſatt iſt, kann den Geiſt aus Gott nicht em⸗ pfangen. Wer ſich wohl arm und duͤrre fuͤhlt, aber nicht betet, nicht ringt und anhaͤlt im Gebete, wird den Geiſt auch —— ⏑ν⏑ —+„„ ktigen, nd 2 Geiſt 1 Nachken⸗ Uee die We —) will den A lebendige vendig Wa e auch Vaſt Itlichen. 6 = kes⸗Auögi 2 dung Gotte f let es. 6 d und Gaͤ r4 fleiſchüchen und Anſche r Durſt m ⁴ herkomma A denen gehe an cknetes lan enhite U *t und ble =mulſchin — oott richt e † 1, cbct i — Giſtut 241 nicht, wenigſtens nicht reichlich empfangen. Und ohne Geiſt biſt du todt in Suͤnden. Darum duͤrſte, bete, ringe und harre, bis der Regen kommt, bis die Brunnen der lebendigen Waſſer ſich aufthun; bis der Heiland ſein Lebenswaſſer auf dich ſprengt, bis er ſeinen Geiſt ausgießt auf dich und deine Nachkommen; bis du und die Deinigen gruͤnen und wachſen, wie das Gras, wie die Weiden an Waſſerbaͤchen. So ſteht's geſchrieben, ſo muß es erfuͤllt werden. Was der Herr in die Bibel ſchreiben ließ, das will und kann und wird er auch thun. Glaube, bete, ringe. Mel. 119. Wie ſchön leucht't uns. Oder: Gott, unſer Gott, wir danken. 1. Komm, Gottes Geiſt! komm, Herzens⸗Gaſt, du, den der Him⸗ mel nicht umfaßt, noch dieſer Kreis der Erde! Komm, offenbare dich auch mir, ich dürſte, mich verlangt nach dir, daß ich dein theilhaft werde! Leite heute Geiſt und Sinnen, mein Beginnen und mein Le⸗ ben, deiner Liebe nachzuſtreben! 2. Erquicke mich, du ſanfter Wind, du Brunn, wo Lebenswaſſer rinnt, du ſüße Friedensquelle, die allen Durſt der Seelen ſtillt, die aus der Gottheit Tiefe quillt, ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, mich zu laben, wenn ich ſchwitze in der Angſt und See⸗ lenhitze! 3. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, bin ich verführet; mein Lehrer in Unwiſ⸗ ſenheit, mein ſtarker Beiſtand in dem Streit, bis mich die Krone zie⸗ ret. Schütze, ſtütze, Herr, mich Schwachen, ſtark zu machen meinen Glauben. Laß mir nichts die Krone rauben! Wenigk. — 149. 28. Mai. Ueber das Haus Davids und über die Bürger zu Jeruſalem will ich ausgießen den Geiſt der Gnade und des Gebets.(Zach. 12, 10.) Schaffe in mir, o Gott, ein reines Herz, und gieb mir einen neuen n gewiſſen Geiſt.(P. 51, 12.) 16 242 Zum Hauſe Davids und zur Buͤrgerſchaft Jeruſalems gehoͤren alle wahre Juͤnger Chriſti. Denn Chriſtus und ſein Reich iſt das Haus Davids, das neue Jeruſalem und deſſen Buͤrger ſind die Glaͤubigen, welche nur trachten nach dem, was droben iſt; welche, wie David, nur flehen und beten um einen neuen gewiſſen Geiſt, um ein reines Herz. Der Herr kommt all unſern Bitten zuvor; er hat uns Alles in den Mund gelegt, was wir von ihm begehren ſollen; er will uns ſogar ſelbſt den Geiſt des Gebets geben, ohne den wir ja nicht beten koͤnnen. So guͤtig iſt der Herr, und doch iſt das Vertrauen in uns ſo klein und ſchwach. Eben darum ſollten wir uns ohne Aufhoͤren getrieben fuͤhlen, um den Geiſt der Gnade und des Gebetes zu flehen; denn Gnade macht das Herz feſt und gewiß, und der Geiſt allein kann uns beleben. All unſer Elend kommt von unſrer Geiſtloſigkeit her; die Ma⸗ gerheit der Seele, das ſinnliche Weſen, die Leere des Her⸗ zens, wie tief ſoll uns all dies beugen, wie maͤchtig uns trei⸗ ben, taͤglich um die Ausgießung des Geiſtes der Gnaden und des Gebetes zu flehen. Denn der Herr will einmal ſeinen Geiſt nur geben, wenn wir um ihn bitten, wenn wir ihn heiß⸗ hungrig verlangen. Aber da die meiſten Alles im eignen Geiſte anfangen, auch ſogar das Gebet, als wenn ſie des Gei⸗ ſtes Gottes nicht beduͤrftig waͤren, ſo bleiben ſie in ihrer Ar⸗ muth und Geiſtesleerheit kruͤppelhafte Chriſten, die mehr wiſ ſen, als ſie thun; die weiter ſehen, als ſie gehen wollen. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Schon deines Namens. 1. Wer täglich Pfingſten feiern will, der werd' in ſeinem Herzen ſtill. Ruh', Friede, Lieb' und Einigkeit ſind Zeichen einer ſolchen Zeit, worin der heil'ge Geiſt regiert, der uns zur wahren Andacht führt. Die Seele, wo der Geiſt kehrt ein, muß frei vom Weltge⸗ tümmel ſein. 2. Willſt du den heil'gen Geiſt aus Gott, der Frommen Troſt, der Böſen Spott, mußt du den Lüſten dich entziehn; die Buße thun, em⸗ A ms Alls 1 llen; er ni ee den mii E doch iſtda 7 rarum ſollg en Geiſta ae nacht d a uns beleba ſeer; die M =— pe des he d= tig uns w * Gnaden u — inmal ſäin vir ihn hii [— im eihm — ſie des b d= in ihre d ie mahei ₰ wollen. —=s Namunt. — ſeinem henn — einer plte — ahren Ani = von Bh 2 nen Tuß y — uße than, 1 243 pfahen ihn. Wer ihn in tiefer Demuth fleht, wird von dem Geiſte nicht verſchmäht. Auf wem er ruhet, der wird rein, er geht zu keinem Stolzen ein. 3. Er iſt der Odem und der Wind, der Feu'r anbläſt, der's Herz entzündt; der, was erſtorben iſt, belebt, das Herz in Andacht hoch⸗ erhebt. Er iſt ein Wort, das neugebiert, deß Deutung man im Werke ſpürt; ein Zeugniß, das zum Glauben treibt und das Geſetz ins Herz einſchreibt. 4. Er iſt die Kraft, die Alles regt, ein Strahl, der durch die Fel⸗ ſen ſchlägt; ein heller Glanz, der uns erleucht't, ein Licht, dem Nacht und Schatten weicht; ein Rath, der uns zurechte weiſt, ein Labſal, das mit Gnade ſpeiſt. Er iſt ein Oel, deß Lauterkeit zu Königen und Prieſtern weiht. 5. Er iſt der Ausfluß aus der Höh', der Weisheit unerſchöpfter See; ein Waſſer, das von Unrecht wäſcht, ein Quell, der Durſt und Sehnſucht löſcht; ein Brunnen, welcher ewig quillt, das Herz mit ew'gen Gütern füllt; ein Abgrund, drinn die Wahrheit ſteckt, die ſich dem innern Aug' entdeckt. — — 150. Sonntag Trinit.(Dreieinigkeit.) 29. Mai. Gehet hin, lehret alle Völker, und taufet ſie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heili⸗ gen Geiſtes.(Matth. 28, 19.) Es ſind alſo Drei, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilege Geiſt, und dieſe Drei ſind Eins.(1 Joh. 5, 7.) Es iſt uns, Gott Lob! nicht befohlen, das Geheimniß der Dreieinigkeit zu erforſchen oder zu erklaͤren,— denn da wuͤrden wir ſtecken bleiben— ſondern zu glauben und zu ge⸗ nießen. Wir wiſſen genug vom Vater, vom Sohne und vom heiligen Geiſte, um ganz ſelig ſein zu koͤnnen. Und was wir nicht wiſſen, wuͤrde uns wohl in unſern jetzigen Umſtaͤnden 16* 244 nicht ſeliger und nicht beſſer machen, wenn wir es wuͤßten, ſonſt haͤtte es uns Gott, der die Liebe iſt, nicht verborgen. Zerbrich dir alſo den Kopf nicht daruͤber, ſondern gieb dein Herz ganz dazu her und liebe den Gott, von dem dir alle ſeine Worte und Werke bezeugen, daß er die Liebe iſt und ewig nur lieben kann. Wie hat dich armes Menſchenkind der Vater ſo lieb, daß er dir ſeinen Sohn gab! Wie hat dich der Sohn ſo lieb, daß er ſich ſelbſt fuͤr dich hingab! Wie hat dich der heilige Geiſt ſo lieb, daß er dich muͤtterlich lehret, dir Jeſum, deinen Heiland, im Herzen verklaͤret, dich neu ſchafft und zum Kinde und Erben Gottes bildet! Wie kommſt du dazu, daß der Vater und Sohn zu dir kommen und bei dir Wohnung machen wollen?(Joh. 14, 23.) Wie haſt du verdient, ein Tempel des heiligen Geiſtes zu ſein?(1 Cor. 6, 19.) Was haſt du dem dreieinigen Gott zuvorgegeben, daß du in der Taufe von ihm in ſeine Familie aufgenommen, aller Rechte und Anſpruͤche ſeiner Kinder und Erben theilhaftig gewor⸗ den?— Halte inne, und bete an— liebe, glaube, hoffe, gieb dich hin! Das Geheimniß— iſt ſchon, ſo weit du es ver⸗ ſtehſt, groß genug— wie wird dir ſein, wenn du einſt ſchauen wirſt die tiefen Abgruͤnde ſeiner Gnade und Liebe! Mel. 98. Nun danket alle Gott. Oder: O Gott, du frommer Gott. 1. O dreimal großer Gott, dem Erd' und Himmel dienen, dem heilig, heilig ſingt die Schaar der Seraphinen! Du höchſte Maje⸗ ſtät, du Helfer in der Noth, du aller Herren Herr, Jehova Zebaoth! 2. Ich bet' im Staub' dich an, dir Lob und Dank zu bringen, ein Halleluja dir mit Herz und Mund zu ſingen; du allerhöchſtes Gut, du gnadenvolle Sonn'! du aller Gaben Meer! du unerſchöpfter Brunn! 3. Es muß dich Jedermann als treuen Vater preiſen, du führeft wunderbar, willſt Leib und Seele ſpeiſen; erhöreſt das Gebet, erfri⸗ ſcheſt unſern Muth, wir ſind viel zu gering, was deine Treue thut. 1. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes, ohne Sünden, mein Jeſn, ——————.,— 2 t es wißß ht verborge den gichi = dem dir a = Liebe iſt u — Nerſäjan Wie huti jingab! tterüch lie rret, dih — Wii kowi nen und lä it du vein — 6,19)) N daß du i —n, aller Ra E lhaftig g dbe, hoff 9 = weit du om u einſt ſhw bel — — muommer Gott. mel dienen d zu höchſe WM — Jehova üh zu bringen, ² lerhächſet du nerſtit p 3 4 — eiſen d i 96 Gehet, m* e Truu l — uden/ nenn 4 245 deine Lieb' kann kein Verſtand ergründen; das Halleluja ſingt dir, als dem wahren Chriſt, das menſchliche Geſchlecht, deß Heil und Haupt du biſt. 5. Du nahmeſt Fleiſch an dich und tratſt in unſre Mitten, trugſt unſre Sündenſchuld, haſt bis aufs Blut gelitten. Doch dies dein Blut und Tod erwirbt uns lauter Heil; durch dich wird uns ſelbſt Gott und Gottes Reich zu Theil. 6. O Herr, Gott, heil'ger Geiſt, du Geiſt voll reiner Flam⸗ men; durchs Evangelium bringſt du das Volk zuſammen, das Chri⸗ ſtum kennt und ehrt; du, du giebſt alles Licht, giebſt neue Feuergluth, damit kein Glaub' gebricht. 7. Ach, allerhöchſter Troſt und beſter Weisheit Lehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Bekehrer; du theilſt die Gaben aus, erfülleſt uns mit Kraft, die der Verderbniß wehrt und Gutes in uns ſchafft. 8. Laß, o dreiein'ger Gott! dein Gnaden⸗Antlitz leuchten, dein edler Gnadenthau woll' unſer Herz befeuchten; wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott, wir ſingen Gloria, gelobt, gelobt ſei Gott! 151. 30. Mai. Des Todes Furcht iſt auf mich gefallen.(Pf. 55,5.) Chriſtus hat durch den Tod dem die Macht genommen, der des Todes Gewalt hatte, das iſt, dem Teufel, und erlöſete die, ſo durch Furcht des Todes im ganzen Le⸗ ben Knechte ſein mußten.(Hebr. 2,14. 15.) Jeſus hat uns durch ſeinen Tod vom ewigen Tode, vom Tode der Seele, alſo auch von der Furcht dieſes Todes erlo⸗ ſet; aber der Leib muß den Sold der Suͤnde bezahlen, muß ſterben. Sind wir alſo gleich, wenn wir an Chriſtum leben⸗ dig und wahrhaftig glauben, verſiegelt mit ſeinem Geiſte, des ewigen Lebens gewiß, weil der Herr ſagt: Wer an mich glaubt, der ſtirbt nicht, ſondern hat das ewige Leben, und wird leben, ob er gleich ſterben muß dem Leibe nach; ſo bleibt uns doch der Durchgang durch das Todesthal uͤbrig und das 246 hat nicht nur dem lieben David, ſondern ſchon manchen gro⸗ ßen Maͤnnern, denen man Glauben und Gottſeligkeit nicht ab⸗ ſprechen konnte, Furcht und Schrecken eingejagt, ſo daß ſie ſagen mußten, des Todes Furcht iſt auf mich gefallen. Der Herr fuͤhrt die Seinen, und fuͤhrt ſie Wege, die fuͤr ſie heil⸗ ſam ſind; wenn er ſie fuͤhrt, muͤſſen ſie es ſein. Nichts kann all das Verborgene in dem Innerſten des verzagten und trotzi⸗ gen Herzens ſo ſehr aufdecken, als Todesfurcht; und wenn dieſe Eigenheiten durch alle andere Mittel nicht herauszubrin⸗ gen ſind, jagt ſie der Herr mit der Todesfurcht heraus und uͤbt eben dadurch den Glauben am allermeiſten. Denn wenn dich der Tod mit all ſeinen finſtern und gewaltigen Waffen der Furcht und Beaͤngſtigung uͤberfaͤllt, wirſt du und mußt du dem Tod einen Herrn ſuchen. Wo iſt der zu finden? in Chriſto. Er ſoll dich alſo nur dem Leben, dem Herrn des Lebens, in die Arme jagen. Laß dich dahin jagen, oder fliehe ſelbſt dahin, ehe du gejagt wirſt. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Schnell verfließen meine Tage! kurz iſt jede Luſt und Plage. Bald werd' ich die Welt verlaſſen, ja, ich ſeh' mich ſchon erblaſſen. Bald komm' ich aus allen Leiden zu der Quelle aller Freuden! und aus allem Schmerz und Noth führt zu dir, Herr, mich der Tod. 2. Wie könnt' mich das Grab erſchrecken? Jeſus wird mich aufer⸗ wecken; wird, was er verſprach, erfüllen, allen meinen Kummer ſtil⸗ len. Es ſei, Seele, dir nicht bange, denn es währet nicht mehr lange, bis dich Jeſus zu ſich nmmt. Welch ein Loos iſt dir beſtimmt?! 3. Doch ich will mich Ihm ergeben, lange oder kurz zu leben; denn ich lebe oder ſterbe, bleibt ein unverwelklich Erbe, das er mir am Kreuz erworben, wo er für die Welt geſtorben, mir aus Gnaden zu⸗ erkannt, und ich bin in ſeiner Hand. 4. Muthig, Seele, nur geſtritten, ausgeharrt und fortgelitten! Bald iſt jene Kron' errungen, bald der Tod in Sieg verſchlunzen! Eh' ich dies vollendet habe, liegt vielleicht der Leib im Grabe. Seele, kämpf' und ſiege du, deiner Arbeit folget Ruh'! —— — ten und tu t; und wem herauszutd amt heraus m 2 Denn wen tigen Waſe hu und nif zu findene =n Herr n, oder ſi lſt und Yl d ſchon erblaſe ☛ Freuden w r der Tod. rird mich eiir n Kummer fi ht mehr lem 'ſtimmt r= zu leben, de as er mrn —s Gnaden d fortgeltte rer hlun — rabe. S 247 1⁵2. 31. Klai. So wolleſt du deinem Knechte geben ein gehorſa⸗ mes Herz.(1 Koͤn. 3,9.) Erhalte mein Herz bei dem Ei⸗ nigen, daß ich deinen Namen fürchte.(pf. 86, 11.) Neige mein Herz nicht auf etwas Böſes.(Pſ. 141, 4.) Ich will ihnen ein Herz geben, daß ſie mich kennen ſollen, daß ich der Herr ſei.(Jer. 24, 7.) Wer mit Ernſt und wahrhaftig fromm und ſelig werden will, traut ſeinem eignen Herzen nicht; denn es iſt ein trotzig und verzagt Ding und zum Boͤſen geneigt von Jugend auf, darum bittet er um ein anderes Herz. Und der, der Alles neu zu machen verſprochen hat, wird am allerliebſten das Herz des Menſchen erneuern und aͤndern, weil er gerade das Herz vom Menſchen vor allem Andern verlangt und in Beſitz neh⸗ men will. Er hat ſich eingeladen und verſprochen, in deinem Herzen Wohnung zu nehmen,(Joh. 14, 23.) nun kann er aber ja in ein altes, verdorbenes Herz nicht kommen, nicht bleiben darin; darum muß er es ſich vorher zurecht machen, wie je⸗ der, der in eine Wohnung, in ein Haus einziehen will. Das mache dir Muth und ſtaͤrke dein Vertrauen: Er iſt willig dazu, dich zu erhoͤren, wenn du mit allen Frommen um ein neues, gehorſames Herz bitteſt. Seine Verheißung: Ich will es geben, iſt aͤlter als dein Gebet: Gieb mir! Er hat vor mehr als zweitauſend Jahren ſchon verheißen, was du jetzt erſt bitteſt. Er war ſchon ſo lange vorher bereit zu ge⸗ ben, ehe du verlangteſt. Darum laß es dir Ernſt ſein und flehe ſo lange, bis du erhaͤltſt, bis du ein anderes Herz im Leibe fuͤhlſt und dein altes nicht mehr finden kannſt. Mel. 116. Ein Lämmlein geht und trägt. 1. Du, Wort des Vaters, rede du, und ſtille meine Sinnen. Sag' an, ich höre willig zu; ja, lehre frei von innen. So ſchweigt Vernunft mit ihrem Tand, und du bekommſt die Oberhand nach dei⸗ 248 nem Rath und Willen. Dir geb' ich all mein Innres ein; das wol⸗ leſt du, ja du allein, mit deinem Geiſt erfüllen! 2. Um Eins, mein Jeſu, bitt' ich dich, um das laß dich erbitten! Dein Herz, dein Herz, das gieb in mich, ein Herz, von guten Sitten; ein Herz, das wie ein kleines Kind einfältig, gütig, rein, gelind, un⸗ ſchuldig, klein ſich achtendz ein Herz, das heimlich Leide trägt, und ſich in Staub und Aſche legt, ein Herz, in Liebe ſchmachtend! 3. Ein Herz, das Gott in Lauterkeit, und Gottes Kinder liebet, ein Herz, das ſanfte Folgſamkeit und wahre Demuth übet; ein Herz, das mäßig, wachſam, klug, das ohne Murren, ohn' Betrug, mit dem wohl auszukommen; ein Herz, das allenthalben frei, von gar nichts mehr gefangen ſei, die Liebe ausgenommen. 4. Du biſt, mein Jeſu, mir zu gut, vom Vater ausgegangen, und wie man ſonſt den Mördern thut, für mich am Kreuz gehangen. Nun denn, ſo überwind' in mir des Satans Liſt der Welt Begier und mei⸗ nes Fleiſches Pochen! Vollführe deine Wunderſchlacht in mir, durch deines Geiſtes Macht! du haſt mir's ja verſprochen! 5. O Leben, Arbeit, Leiden, Noth des Heilands meiner Seelen, o meines Jeſu Angſt und Todl euch will ich mich befehlen. Geht in mich ein und laßt mich ſehn, das Leben aus dem Tod aufſtehn, in al⸗ len meinen Kräften! Hilf mir, o du geſchlachtes Lamm! an deines ſüßen Kreuzes Stamm den Leib des Todes heften! 6. Ach präge deinen Tod in mich, der all mein böſes Weſen in mir ertödte kräftiglich, ſo werd' ich recht geneſen. Gieß aus dir ſelber in mich ein dein Leben, das ſo heilig, rein, holdſelig, ohne Tadel! Mach' mich von aller Heuchelei, von allen Miſſethaten frei, und ſchenk' mir deinen Adel. 7. Alsdann wird deine Majeſtät mich ganz zum Tempel haben, worin ſie ihren Ruhm erhöht durch ihre hohe Gaben. Es wird an ſol⸗ chem ſtillen Ort die Weisheit ihr geheimes Wort nach ihrem Willen führen, und ihren Sitz je mehr und mehr mit ihren Wundern, Pracht und Ehr', mit großen Thaten zieren. b 8. Wohlan, ſo lebe Gott in mir; ich leb' und web' in ihme, damit mein Ich ihn für und für nach allen Würden rühme; und meine Liebe ganz allein, in Lieb' und Leid, in Luſt und Pein, an ſeiner Liebe hange, bis ich nach ausgeſtandner Prob' in vollem Licht, zu Gottes Lob, die Gottes⸗Schau erlange! J. A. Bengel. ———————— ——yÿ—————y a Junres ein. 7. 3 ein, der 2 n das! uß iih ait er, von gut en Sit 3 ütig, rein, gelid, n ic lede träht, 1 de ſomachted Gete Ki inder lis ater ausgegangen, u n Kreuz gehangen N Welt Begier udm richlacht in mi⸗ dm ſchen! lands meiner Sait ch befehlen. Gati Tod aufſehn, uc tes Lamm! an deie n! n böſes Weſen um Gieß aus dir ſelbei ldſelig, ohne Tol diſſethaten fei, m zum Tempel haüe ben. Es widdiſ⸗ rt nach ihrem Wiln en Wundern, Iuit weh in ihme, uem. nez und meine la daie K ſeiuer Liebe ban⸗ zu Gottes do, N J. A. Bengi- 249 153. 1. Juni. Wer miſſet die Waſſer mit einer Fauſt? wer faſ⸗ ſet den Himmel mit der Spanne?— wer wieget die Berge?—— Siehe, die Völker ſind geachtet wie ein Tropfen, ſo im Eimer bleibet, wie ein Scherflein, ſo in der Waage bleibet. Siehe, die Inſeln ſind wie ein Stäublein.— Er ſitzet über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, ſind wie Heuſchrecken. Weißt du nicht, haſt du nicht gehört, der Herr, der ewige Gott, wird nicht müde noch matt.(Jeſ. 40, 12— 28.) Die Groͤße des Herrn iſt unbeſchreiblich und unbegreif⸗ lich— ſo erhaben Jeſaia davon ſpricht, ſo iſt es doch nur ein Troͤpflein aus dem Meere, nur ein klein Sandkoͤrnlein von allen Welten. Wer ſollte aber glauben, daß der, von dem der Prophet hier ſpricht, derſelbe iſt, den er im 53. Kap. ganz anders beſchreibt? Und doch iſt er am Kreuze kein anderer, als der uͤber dem Erdkreis ſitzt, Himmel und Erde umfaßt. So viel Ehrfurcht uns dieſe Groͤße, Allmacht und Erhaben⸗ heit unſers Heilandes, gegen den wir Alle nur Staub ſind, einfloͤßen muß, ſo ſehr muß uns das, was er im Fleiſche fuͤr uns gethan hat, wie im 53. Kap. Jeſaia nachzuleſen iſt, mit Vertrauen, Liebe, Dank und Freude erfuͤllen. Sieh, der große Gott, der die Meere mit ſeiner Fauſt mißt, die Himmel mit der Spanne umfaßt, ſtreckt ſeine Haͤnde dar, ſie fuͤr uns durchbohren zu laſſen: Der, vor dem alle Nationen der Erde nur wie ein Troͤpflein am Eimer ſind, giebt den letzten Tropfen ſeines Blutes fuͤr ſie hin, um ſie durch Blut und Tod an ſich zu ziehen und zu gewinnen. Was ſollen wir mehr bewun⸗ dern, ſeine Groͤße oder ſeine Erniedrigung? was mehr anbe⸗ ten, ſeine Macht oder ſeine Liebe?! Wohl beides mit gleicher Freude und Dankſagung. Er iſt Alles, was er iſt, fuͤr uns —— 1 4 6 4 1 4 4 8 6 5 I 5 4 3 3 6 6 1 1 3 8 f 4 8 6 8 ——— ————-—— .——————————— . 4 8** 250 und wird es ewig bleiben; denn ſeine Macht und Liebe wird nicht muͤde noch matt. Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. Oder: Aus tiefer Noth. 1. O liebe Hand, die Alles hält und lenket, Erd' und Meere, den Uferſand, den Niemand zählt und alle Sonnenheere! O Quell des Lebens und des Lichts, Gott, ohne dich wär' Alles nichts! Anbetung dir und Ehre! 2. O du, vor deſſen Angeſicht, zehntauſend Sonnen prangen! O welche, welche Zuverſicht kann feſt gnug dich umfangen? Du biſt, was ich nicht bin! Du haſt viel mehr, als meine Seele faßt, als alle Seelen faſſen! 3. Ich bete dich mit Ehrfurcht an, allmächtiger Beleber! Du giebſt, was Niemand geben kann, unendlich reicher Geber! in jeder Ohn⸗ macht, jeder Noth, verlaſſen ganz— in Nacht und Tod— o Liebe! biſt du nahe! 4. O Liebe!(Allmacht!) außer mir zu ſehn, und in mir zu em⸗ pfinden; in allen Tiefen, allen Höhn zu ſuchen, leicht zu finden.— O Liebe!(Allmacht!) die mich ſchuf und trägt, mich ganz belebt, mich ganz bewegt, wie kann ich dich anbeten! J. C. L. ———;—é—;—;::::::ä—————— RRHRN Hf————————— 154. 2. Juni. Wir fehlen alle gar mannigfaltiglich.(Jac. 3,2) Unſre Miſſethat ſtelleſt du vor dich, und unſre unbe⸗ kannte Sünde ins Licht vor deinem Angeſicht.(Pf. 90,8) Mache dich los von deinen Sünden durch Gerechtig⸗ keit.(Dan. 4, 24.) Apoſtel reden von mannigfaltigen Fehlern, Propheten und Maͤnner nach dem Herzen Gottes, ſprechen von Miſſe⸗ thaten und unerkannten Suͤnden. So fuͤhlt denn Alles, was im ſterblichen Fleiſche lebt, Suͤnde und Miſſethat, und iſt Keiner rein unter der Sonne. Es iſt daher wohl ſtraͤfliche und gefaͤhrliche Unwiſſenheit oder Unachtſamkeit, wenn ein Menſch ſein Herz und ſeinen innern Sinn ſo wenig beobach⸗ — Meere) ere! O. ben d Dul i les nichts! hiem Sonnen drangen d mfangen? Di heber! in jdder De und Tod— a, und in mit an ;, leicht zu finden. nich ganz belet n J.0. 9—yBOBOℳ—— * ltiglich. Grr 11 und unſre uule ggeſicht. Gf durch Gerecht hlern, Prophetn prechen von Niſe t denn Alls, u Miſethat, ud her wohl ſifü unkeit, vem i ſo wenig beobat⸗ 251 — tet, daß er ſich fehlerfrei und rein duͤnkt. Wer wird einen Reinen finden unter den Unreinen? ſagt Hiob(14, 4.). Ein ſol⸗ cher iſt blind und todt, und tappt im Finſtern. Er ruͤhmt ſich zu ſeinem eignen Schaden mit eitlem Selbſtbetrug ſeiner Gerechtigkeit. Wer aber Fehler ſieht und mit Gleichguͤltig⸗ keit an ſich duldet, ſich getroſt berufend auf dieſe Bibelſpruͤche, der kennt den Sinn der Apoſtel und Propheten nicht, die wohl zu ihrer Demuͤthigung, aber nicht zur Einſchlaͤferung, nicht zur falſchen Sicherheit, nicht zum Troſte der Faulen ſo redlich ihre Fehler bekannten. Wer redlich ſtrebt, fehlerfrei zu werden, dem ſei es ein Troſt und eine Beruhigung, aber kein Kiſſen der Traͤgheit. Mache dich los, ſagt ein anderer Prophet, und das ſagen im Grunde alle, mache dich los, uͤberwinde die Suͤnde durch die Gerechtigkeit, durch die Kraft, die dir in Jeſu Chriſto dargereicht wird umſonſt und aus Gnaden; nicht ſo umſonſt, daß du ſie, wie der faule Knecht, im Schweißtuche vergrabeſt, ſondern daß du damit wucherſt. Mel. 119. Wie ſchön leucht't uns der. Oder: Gott, unſer Gott, wir danken. 1. Mitleidiger Immanuel! es iſt mein Leben, Leib und Seel' voll Mängel und Gebrechen. Doch iſt dein Herz auch voller Gnad', willſt weder Sünd' noch Miſſethat am armen Staube rächen. Deine reine Mutterliebe iſt voll Triebe hier im Leben, täglich reichlich zu vergeben. 2. Führt Gnad' in dir das Regiment, macht ſie der Sklaverei ein End', beſiegt Gebrech' und Sünden. Drum willſt du frei und fröh⸗ lich ſein, laß Jeſum und die Gnade ein, ſo kannſt du überwinden. Seelen quälen, Sünden⸗Kräfte, Nachtgeſchäfte und dergleichen muß der Macht der Gnade weichen. 3. Gieb, Jeſu, Blut und Waſſer her, und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du haſt mich dir, Immanuel, gar theu'r erkauft mit Leib und Seel', zum Preiſe deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden, noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünde loben. 1 1 8 1 —— —— —— ————— 252 155. 3. Juni. Der Herr hat das Recht lieb und verläſſet ſeine Heiligen nicht, ewiglich werden ſie bewahret.(f. 37, 28.) Der Herr iſt treu, der wird euch ſtärken und bewahren vor dem Argen.(2heſſ. 3, 3. Vergl. 1 Petr. 1,5.) Zeige mir, Herr, den Weg deiner Rechte, daß ich ſie bewahre bis ans Ende. Unterweiſe mich, daß ich bewahre dein Geſetz, und halte es von Herzen.(Pf. 119,33. 34.) Das ſei dein taͤgliches Gebet, daß du aus Gottes Macht durch Glauben bewahret werdeſt zur Seligkeit, die dir berei⸗ tet iſt. Wer kann ſich ſelbſt bewahren, wenn er nicht im Herrn und in der Macht ſeiner Staͤrke einhergeht, wenn er nicht durch Gebet und Flehen in ſteter Verbindung mit dem bleibt, der das gute Werk angefangen hat und auch vollenden muß! Doch ſage nicht leichtſinnig, ich kann mich doch nicht bewahren, Gott muß es thun. Nein, Gott muß es nicht thun; Gott kann es wohl und will es auch; aber er wird es nicht thun, wenn du, unbekuͤmmert um dein Heil, nicht wa⸗ cheſt und beteſt, daß du nicht in Verſuchung falleſt. Der Herr bewahret ſeine Heiligen, das iſt, diejenigen, die der Heiligung nachjagen mit Ernſt und Eifer. Er verlaͤßt die nicht, die ihn nicht verlaſſen. Er ſieht auf die, welche auf ihn ſehen. Er haͤlt die mit ſeiner Hand, die ſeine Hand er⸗ greifen und halten. Die ſind ſeine Heiligen, die werden ewiglich bewahret. Aber die ſichern, traͤgen, unwachſamen, ſchlaͤfrigen Heiligen, die, ſtatt ihre Lampen zu ſchmuͤcken und ſich um Oel umzuſehen, ſchlafen, oder ſich zerſtreuen und ihre Sinne beluſtigen, die werden nicht bewahret, die werden drau⸗ ßen bleiben, wenn der Braͤutigam in ſeine Kammer geht. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. Oder: Erquicke mich, du Heil. 1. Bewahr' vor ſündlichen Gedanken, vor eitlen Lüſten mein Ge⸗ müth! Laß, Gott, im Glauben nie mich wanken, auch wenn kein 1 aus Gotts N igkeit, die di t jwenn ae itt einhergeht, ven Terbindung mi h t und auch volene kann mich doc 1 Gott muß d nh ch; aber er wid dein Heil, nicht we ſcchung falleſt. N diejenigen, ded r. Er verlißt i auf die, welhech die ſeine Hade äiligen, die wede igen, unwachſſen en zu ſchmücnm zerſtreun udin tt, die werden dir Kammer gaft rgrick mich, du dil itlen üſten min h nien, euh vem h 253 Menſchenaug' mich ſieht! Auch dann nicht, wenn man meiner lachet, die Frömmigkeit mir bitter machet. 2. Laß Böſes mich ſtets böſe finden, das Gute ſei mir ſtets gleich gut! Die ſchönſte Luſt zu überwinden, verleih' mir Redlichkeit und Muth; auch dann noch, wenn ich Herzgeliebte durch reinen Chriſten⸗ ſinn betrübte!— 3. Hilf mir mit unbewegtem Schritte auf deinem Pfade weiter gehn; und wenn ich noch ſo vieles litte, doch niemals, niemals ſtille ſtehn! Daß ich mich nach dem Kleinod ſehne, das Kleinod iſt allein doch ſchöne. 4. Du kennſt ja meines Herzens Schwäche! du weißt, wie ich ſo oft ſchon ſiel; wie oft ich mein Gelübde breche, zurücke geh' von mei⸗ nem Ziel. Nur deine Gnade macht mich tüchtig, ohn' dich ſteht es bei mir nicht richtig. 5. Du, du kannſt meine Seele ſtärken, Muth ſprichſt du nur den Schwachen ein; läſſ'ſt oft zu großen Heldenwerken ein Herz voll Ein⸗ falt mächtig ſein. O laß mich deinen Beiſtand merken, bei allen, al⸗ len meinen Werken! 6. Laß mich nicht fallen, nicht verzagen, bin ich dem Netz der Sünde nah! Laß deinen Geiſt dem meinen ſagen:„Sei ſtark und redlich, ich vin da!“ Die ſanfte Stimme laß mich hören, ſo werd' ich niemals dich entehren! 7. Laß ſtets mich deine Lieb' empfinden, ach weiche, Jeſus, nicht von mir! Bewahre mich vor allen Sünden! ganz wende ſich mein Herz zu dir! Laß mich auf dich, mein Vorbild, ſehen, den Weg nur, den du gingeſt, gehen!* J. C. L. — 156. 4. Juni. Ermahnet euch unter einander, und erbauet einer den andern, wie ihr denn auch thut. à Theſſ. 5, 11.) Sol⸗ ches rede und ermahne, und ſtrafe mit ganzem Ernſt. (Tit. 2, 15.) O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernſt hielte!(Pſ. 119, 5.) Willſt du Gott dienen, ſo laß es dir einen Ernſt ſein.(Str. 18,23.) Es iſt nichts ſchaͤndlicher und aͤrgerlicher, als ein lauer 254 Chriſt, der keinen Ernſt beweiſet und doch fuͤr einen Chriſten gehalten ſein will, doch viel vom Chriſtenthum ſpricht, ohne das wahrhaft chriſtliche Leben mit einem Finger zu beruͤhren. Gott wird ſolche Menſchen ausſpeien; denn die Welt nimmt Anlaß, das ganze Chriſtenthum zu laͤſtern oder ſich in ihrem boͤſen Weſen zu beſtaͤrken. Noͤchten doch ſolche Menſchen lieber Chriſto und dem Namen Chriſt ganz entſagen, als ſich Chriſt nennen laſſen, und ſich doch vom Leben und dem Ernſte des wahren Chriſten losſagen. Wer aber weiß, daß in Chriſto ein rechtſchaffenes Weſen iſt und wirklich ſich mit al⸗ lem Ernſte als ein wahrer Chriſt in Wort und That beweiſet, der nehme ſich auch ſeiner Bruͤder mit Ernſt an; er verſaͤume nicht, ſeine Bruͤder zu ermahnen, zu warnen, zu ſtrafen mit allem Ernſt, um Chriſti willen, daß der Name Gottes und Chriſti nicht gelaͤſtert werde. Vergiß dich aber ſelber nicht, und laß vorzuͤglich dein Beiſpeil und deinen ernſten Wandel in Chriſto eine Ermahnung und Strafpredigt fuͤr Andere ſein. Die Welt verliert nie den Ernſt fuͤr ihre Sachen, die doch alle nur zu ihrem Verderben gereichen; und der Chriſt ſollte in ſeinen ewigen Angelegenheiten und in Gottes heiliger Sache, wovon ſeine Seligkeit und Chriſti Ehre abhaͤngt, lau, traͤge, gleichguͤltig und laͤſſig ſein duͤrfen? Nein, wer dem Himmel⸗ reiche keine Gewalt anthut, wird es nicht an ſich reißen; Welt, Fleiſch und Satan werden es ihm zehnmal aus den Haͤnden ſchlagen, wenn er es nur mit halbem Ernſte anfaſſet und nicht mit heldenmuͤthiger Treue ergreifet. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. Oder: Erquicke mich, du Heil. 1. Bereit zum Wachen, Flehn und Beten, von Leichtſinn und von Trägheit fern, laßt euch die Wege nicht vertreten. Ihr kennt den wunderſchönen Herrn! Er giebt euch Geiſt, Licht, Kraft und Stärke, und fördert euch in ſeinem Werke. 2. Auf, auf, zu großem Ernſt, zur Treue in dem, was uns der Herr gebeut. Werft ab das Alte, übt das Neue, was Jeſus ſchafft; men, zu rafn 1 Name Gottez w ich aber ſeber i ernſten Wandn gt für Andere ſ „Sachen, die d nd der Chrſt il ottes heiliger Sat haͤngt, lau, ti wer dem Hinne cht an ſich rifa, zehnmal aus da dem Ernſte anfüſt et. muicke mich, d bl on Leichtſinn und mm en. Ihr kemt a t, Kraft und Stirte ; dem, was und 4 „ was Jefus ſtaft b 255 kauft aus die Zeit, um für die Ewigkeit zu ſäen! Bleibt auf dem Felſen feſte ſtehen! 3. Ermahnt das Herz, die faulen Glieder, und faßt euch an, und rafft euch auf! Mahnt tauſendmal von neuem wieder. Ermahnung treibt zum muntern Lauf. Ermahnen hilft in vielen Stücken; es lehrt die Lampen immer ſchmücken. 4. Ermahnt und laßt euch gern ermahnen. Der Heuchler will er⸗ mahnt nicht ſein. Die Wege dürft ihr ja nicht bahnen; er führt zum Thor im Schnellſchritt ein. Sagt nur den Brüdern, daß ſie wachen; das Uebrige wird er ſchon machen. 5. Ermahnt euch, bauet euch zuſammen; doch thut nach dem Er⸗ mahnungswort; ſo werdet ihr zu lauter Flammen, ſo kommt ihr mit einander fort. Gilt kein Ermahnen bei den Schafen, ſo werden ſie gewiß verſchlafen.*Waf. ——--—‚fͤͤõͤꝗ-˖ͤ—-—V—yõñyyy—y—yy—fꝛy—y——yõÿ--— 157. 5. Juni. Hat denn Gott vergeſſen, gnädig zu ſein, und ſeine Barmherzigkeit vor Zorn verſchloſſen?(Gf. 7, 10.) Gottes Barmherzigkeit währet ewig.(2chron. 5,13.) Herr, deine Barmherzigkeit iſt groß, und deine Güte währet ewiglich.(Pſ. 119, 156. Pſ. 118 u. 136.) So uͤberzeugt David war, daß die Barmherzigkeit Got⸗ tes keine Grenzen habe, ſeine Guͤte und Gnade ewig waͤhre, ſo kam er doch oft in ſolche Gemuͤthszuſtaͤnde, daß es ihm ſchien, ſeine Barmherzigkeit habe denn doch jetzt ein Ende ge⸗ gen ihn, und ſeine Gnade und Guͤte habe ſich von ihm gewen⸗ det. Wenn dich, Lieber, der Herr in aͤhnlichen Wegen fuͤhrt; wenn er ſein Angeſicht vor dir verbirgt oder dir unfreundlich und zuͤrnend erſcheint, ſo verzage nicht. Das haben die Ver⸗ trauteſten Gottes erfahren muͤſſen. Rede dann nur auch ſo, wie ſie, mit ihm, und ſage und klage ihm, was dein Herz fuͤhlt. Mußt du heute zu ihm ſagen: Iſt es denn ganz und gar aus mit deiner Gnade! ſo wirſt du morgen oder ein an⸗ 256 dermal ſeine Gnade nicht genug ruͤhmen koͤnnen. Der Herr wird dir ein neues Lied in deinen Mund geben. Am Ende wirſt du allemal laut bekennen muͤſſen: Seine Guͤte waͤhret ewiglich. Haſt du dieſes einmal recht erkannt und erfahren, ſo glaube daran und halte es im Glauben feſt, auch dann, wenn du es nicht fuͤhlſt, wenn du das Gegentheil erfäͤhrſt. Glaubſt du doch, daß die Sonne hell und leuchtend iſt und bleibt, auch wenn ſie bei einer Finſterniß wie mit einem ſchwarzen Flor bedeckt iſt. Der Herr iſt immer derſelbe, auch wenn er dir des Tages ſiebenmal anders erſcheint. Halte du dich an ſein Wort, nicht an die Erſcheinungen deiner Sinne. Mel. 29. Hier legt mein Sinn ſich. Oder: Wir ſind vom Vater. 1. An deinem Worte bleib' ich feſte. Was du verheiß'ſt, das iſt das Beſte, iſt ewig wahr, wenn alle Welt es nur für Wahn und Thor⸗ heit hält. O wie viel tauſend ſchwache Herzen haſt du von Schwach⸗ heit, Angſt und Schmerzen mit brüderlicher Zärtlichkeit durch Einen Wink, Ein Wort befreit! 2. Hat deine Kraft jetzt abgenommen? Gilt nun nicht mehr das Flehn der Frommen? Biſt du an Huld nicht mehr ſo reich? Nicht ewig, Herr, dir ſelber gleich? Iſt jetzo Elend, Elend minder? Biſt du nicht Heiland mehr der Sünder, die voll von Demuth, voll Ver⸗ traun auf dich aus ihrem Jammer ſchaun? 3. Die Himmel werden eh' vergehen, eh' du den Glauben wirſt verſchmähen; ein Glaube, der dich feſte hält, beſiegt das Elend einer Welt.— O Jeſus, zeige daß du lebeſt, daß du den Müden Stärke gebeſt, daß du die Trauernden erfreuſt, daß du der alte Heiland ſeiſt. 4. Kein Kranker kam, dir anzuhangen, du ſtillteſt eilends ſein Ver⸗ langen! Nein, keinen, der ſich dir ergab, du wieſeſt auch nicht Einen ab.— Auch mich wirſt du nicht von dir weiſen, auch ich möcht' dich durch Glauben preiſen, durch Glauben, der von Liebe glüht und dich umfaßt, wo er nichts ſieht. L. — „ 158. b 6. Juni. Der Herr aber richte eure Herzen zur Liebe Got⸗ tes und zur Geduld Chriſti. 2 Tbeſſ. 3, 5.) In allen ——2 nnͤe„ 6 4 ane ut einungen dei iner En Dir ſid don Behn. zas du verzeiff, u nnr für ahn wid zen haſt dr dan b Zärtlich keit durh En Gilt mun niht meeu t mehr ſo reih? R d, Elend minder N von Demuth, vol de Hdu den Glauben w. beſiegt das Elend en jdu den Miden i du der alte Heilun 7 ſillteſt eilends ſin e wieſeſt anch nitt tbn en, auch ih nöte t on Liebe glüßt with 1 — en et . 3, 5.) Jy M A 3 257 Dingen laſſet uns beweiſen als die Diener Gottes— in ungefärbter Liebe.( Cor. 6,4— 6.) Die ſchoͤnſte Richtung des Herzens iſt, wenn es ſich nach Pauli Wunſch zur Liebe Gottes und Geduld Chriſti richtet. Alle andere Richtung des Herzens iſt verkehrt. Pruͤfe dich, wohin dein Herz gerichtet iſt? wohin zielt es? was wuͤnſcht es am meiſten und am heißeſten? mit welchen Dingen be⸗ ſchaͤftigt es ſich am liebſten und oͤfterſten? Wer wohnt eigentlich in deinem Herzen? was geht gewoͤhnlich bei dir aus und ein? was betruͤbt, was erfreut dein Herz am meiſten? Dieſe Fragen ſtelle oͤfters unter Gebet und Flehen an dein Herz, ſo wirſt du die Richtung deines Herzens erkennen, ob es zur Liebe Gottes und Geduld Chriſti, oder zur Liebe der Welt, zur Eigenliebe, Geld⸗ oder Ehrliebe, oder zur Luſt des Fleiſches geneigt und gerichtet ſei. Findeſt du die falſche Richtung, die verkehrte Hinneigung deines Herzens zu Din⸗ gen außer Gott und Chriſtus, ſo beweine dein Elend, und ſeufze und ringe, flehe ohne Unterlaß zu Gott und Chriſtus, daß er deinem Herzen die gerade Richtung zu ſeiner Liebe, zu ſeinem Kreuze gebe. Die Geduld Chriſti iſt ſein Dulden, Leiden und Sterben fuͤr uns, iſt ſein Gehorſam bis zum Tode, der uns verſoͤhnen und auch geduldig und gehorſam machen muß. Sei kein Schoͤnfaͤrber! Faͤrbe deine Liebe nicht— d. i. heuchle nicht Liebe mit der Zunge, ſondern erbitte dir ungefaͤrbte, unverſtellte, aufrichtige Liebe, die ſich innerlich und aͤußerlich gleich bruͤnſtig und thaͤtig beweiſt und in gera⸗ der Richtung nur auf Gott und Chriſtus zielt. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge. Oder: Schon deines Namens. 1. Nach dir, o Gott, verlanget mich. Mein Gott, o dächt' ich ſtets an dich! Zieh mich nach dir! zu dir mich wend'; aus Zion deine Hülfe ſend..— Die Sonnenblume folgt der Sonn'. O folgt' ich dir ſo, meine Wonn'! Ich bitt', ich bitt', o laß mich hier, ganz frei von Sünden folgen dir! 17 258 2. Doch leider hat das Sündengift ſolch Uebel in mir angeſtift't, daß ſich der matte Geiſt nicht kann zu dir recht ſchwingen himmelan.— Ach, wer wird mich befreien doch von dieſem ſchweren Sündenjoch? O Herr, ich ſehne mich nach dir, befreie mich und hilf du mir! 3. Es iſt mein Will' nach dir gericht't, doch das Vollbringen mir gebricht. Ich laufe zwar, doch bin ich matt; ach, laß den Willen fin⸗ den Statt!— Gedenke doch, ich bin dein Kind; vergieb und tilge meine Sünd', daß ich zu dir mit freiem Lauf mich könne ſchwingen himmelauf. 4. Den Sinn der Welt tilg' in mir aus, ſei du nur Herr in mei⸗ nem Haus; den Schild des Glaubens mir verleih, und brich des Fein⸗ des Pfeil entzwei.— Nach dir, mein Gott, laß ſtets forthin gerichtet ſein den ganzen Sinn!l ich eigne dich mir gänzlich zu, und ſuch' in dir nur meine Ruh'. 5. Hinweg, hinweg, du ſchnöde Luſt, bleib mir auf ewig unbewußt. Was mein Herz fort vergnügen ſoll, deß iſt allein der Himmel voll.— Ach alles, was mich reißt von dir, o höchſtes Gut, das treib von mirl In dir, mein Gott, in dir allein, laß hinfort meine Freude ſein! ————— 159. 7. Juni. Wer da ſagt, daß er in ihm bleibet, der ſoll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat.(1 Joh. 2,6.) Daran iſt die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudig⸗ keit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er iſt, ſo ſind auch wir in dieſer Welt.(1 Joh. 4, 17.) Wer da ſagt: Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Staͤrke, der laſſe die Gerechtigkeit und Staͤrke Chriſti, die er glaubt, auch in ſeinem Wandel und Leben offenbar werden, damit ſein Leben und ſeine Werke ihn nicht auf den Mund ſchlagen, mit welchem er Chriſtum und ſeine Gerechtigkeit bekennt. Viele ruͤhmen ſich der Gerechtigkeit Chriſti, aber wenige haben und zeigen ſie in der That. Paulus(Gal. 3,27.) ſagt: Alle auf Chriſtum Getaufte haben Chriſtum angezogen. So muß man ihn ja doch ſehen. Haſt du den Rock der Ge⸗ us, ſei du tur hen i weuch und brih d 3 laß ſtet fortjn m inn 1 zu, und ſohi eib mir auf ewig nie allein der Himnel al. s Gut, dast trah un ort meine Freude in —— A bleibet, der ſoln nt.(1 Joh. 2,5) DM ß wir eine Frau ; denn gleichwie 3(1 Joh. 4,17) ich Gerechtigkel u Staͤrke Chriſi, d eeben offenbar unn nicht auf da Nr nd ſeine Gartiiſ htigkeit Griſi à : Paulus Gulin V Chrittm angezeht du den Rac de5 259 rechtigkeit Chriſti angezogen, wo iſt er? zeige ihn. Iſt Chriſti Blut und Gerechtigkeit dein Schmuck und Ehrenkleid, ſo mußt du wohl ſchoͤn, ſo ſchoͤn, wie Chriſtus anzuſehen ſein; und Jedermann muß es ſehen und ſagen koͤnnen, der iſt ge⸗ kleidet und wandelt in dem Kleide der Gerechtigkeit Chriſti. Es iſt kein Faden von dem ſchmutzigen Kleide der Welt, von dem befleckten Rocke des Fleiſches, von Adams Feigenblaͤt⸗ tern mehr an ihm. O moͤchten wir nicht mit Worten ſpie⸗ len, die wir ohne Herz ergriffen haben, ohne Wahrheit und Zuſtimmung des Herzens nachſprechen! Moͤchten wir uns nicht blos in eine Einbildung und in einen Wahn und Maul⸗ glauben einkleiden; uns nicht zueignen und zurechnen, was wir doch nicht haben und nicht durch die That beweiſen koͤn⸗ nen, was kein Auge an uns finden kann! Das waͤre kein haltbares Kleid, ſondern Spinnengewebe, in dem wir vor Gott nicht beſtehen wuͤrden. Mochten wir wirklich Chriſtum und ſeine Gerechtigkeit im Glauben ergreifen, Herz, Sinn und Wandel in ſie einkleiden und darin leben und ſterben! Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. Oder: Zeige dich uns ohne Hülle. 1. Wenn ich, Heiland, hier im Staube, dich anbet' und an dich glaube, kann ich Theil an deinen Gaben, Theil an deinem Himmel haben. Du willſt ewig ſelig's Leben, mir, wenn ich dir glaube, geben. Nun, ſo ſei der Bund erneut: Ganz ſei dir mein Herz geweiht. 2. Möcht' ich täglich mich beſtreben, wie du hier gelebt, zu leben, wie du, eitle Freud' zu meiden, wie du, Unrecht ſtill zu leiden; möcht' ich, was du haſſeſt, haſſen, ganz von dir mich leiten laſſen. O, daß ich dich nie betrüb'; was du liebeſt, ſei mir lieb! 3. O laß mich auch deine Glieder, Jeſus Chriſt, als meine Brü⸗ der, immer mit den reinſten Trieben, immer wie mich ſelber lieben! Gieb mir Gnad', daß ich von Herzen meiner Brüder Noth und Schmerzen brüderlich mich nehme an, Elend mindre, wo ich kann. 4. Welt und Tand und alle Güter eitler, ſündiger Gemüther ſol⸗ len nie mein Herze locken, mein Gewiſſen nie verſtocken. Zwar ich 17* 260 kenne meine Schwäche, Jeſus, da ich dies verſpreche; ich, der oſt ſchon morgen brach, was ich heute dir verſprach. 7* 5. Darum hilf mir du, und ſtärke mich zu jedem guten Werke! Komm, und eile mich vom Böſen, das ich thun will, zu erlöſen! Hilf den erſten Reiz der Sünden ſchnell und gänzlich überwinden, daß ſich Aug' und Herz verſchließt, eh' die Seele Luſt genießt! 6. Laß mich ihre Folgen ſchrecken; des Gewiſſens Freuden ſchmel⸗ ken, die mein Herz ſo oft empfunden, wenn ich Sünden überwunden. Ewig ſeiſt du angebetet! Jeſus, du haſt uns errettet! Danke, lob⸗ und preiſ', mein Herz, ewig ihn für ſeinen Schmerz! ————y— 160. 8. Juni. Saget den verzagten Herzen: Seid getroſt, fürch⸗ tet euch nicht! Sehet, euer Gott, der kommt zur Rache(ſich an euren Seelenfeinden zu rächen); Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen(nicht verdammen).(eſ. 35,4.) Tröſtet, tröſtet mein Volkl ſpricht euer Gott. Redet mit Jeruſalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterſchaft ein Ende hat, denn ihre Miſſethat iſt vergeben.(Jeſ. 40, 1.2.) Das iſt das Evangelium fuͤr arme, bloͤde, weinende, trau⸗ rige, uͤber die Suͤnde Leidtragende und mit Verzagtheit und Verzweiflung ringende Seelen, aber nicht fuͤr luſtige, leicht⸗ ſinnige Suͤnder, oder fuͤr ſchlafende, ſichere, laue und traͤge Chriſten, die ſich gern alle Troſtworte der Schrift ausſuchen und ſich zueignen, was ſie gar nicht angeht, um nur ruhig fortſchlafen, ſicher bleiben und ſich mit falſchem Troſt beruhi⸗ gen zu koͤnnen. Denen aber, welchen es Ernſt iſt, die mit der Suͤnde und Schuld ringen, in ihrem Gewiſſen zerſchlagen ſind und ſich nicht troͤſten laſſen koͤnnen, denen kann man dieſe Troſtſpruͤche nicht oft genug wiederholen, um ihnen Muth einzuſprechen. Ja, liebe, gebeugte, zermalmte Seele! Muth, Vertrauen zum unendlich freundlichen Erbarmer ziemt N 2☛ 2.— ——„»— ☛ A. uns errettet Dat en Schmerl — 3 76 2 — 7 n: Seid gettifſi Hott, der umn den zu rächen) 6 ird euch helfen t, tröſtet mein! Jeruſalem fteu rſchaft ein Eene (Jeſ. 40, 1.2) e, blode, weinendet nd mit Verzaghet nicht für luſtig, ſichre, laue ut te der Schrift wiß⸗ angeht, im mi tfalſchem Tuſ en es Ernſt ſf dn em Gewiſen zaſte nen, denen kam ³ viederholen, mir ugte, zermant 6 düchen Erberm 261 dir! denn das hilft dir, das rettet dich; das gefaͤllt dem Herrn. Aber deine Verzagtheit und Muthloſigkeit dienet ihm weder zur Ehre noch zur Freude, und dir bringt ſie den ge⸗ wiſſen Tod an Leib und Seele. Wag' es einmal, wirf dich dem, der dich in obigen Spruͤchen ſo freundlich einladen, ſo goͤttlich mild troͤſten laͤßt; wirf dich deinem Erbarmer in die Arme, die er durch dieſe Worte dir oͤffnet und nach dir aus⸗ ſtreckt. Stuͤrze dich nicht durch MMißmuth, Verzagtheit und Verzweiflung dem Feinde und Moͤrder deiner Seele in die Klauen, der dich mit allen deinen mißmuthigen Gedanken nur verderben und zu ſich in den Abgrund ziehen will; ſtuͤrze dich lieber ins Meer der Erbarmungen Gottes, der Liebe und Gnade Chriſti, welches tief, groß, breit und hoch genug iſt, um dich noch aufzunehmen, dich zu waſchen, zu reinigen und zu beſeligen. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1.„Iſt denn keine Gnad' vorhanden? wird mein Bitten ganz zu Schanden? bin ich ewig denn verloren? hat mich Gott zum Zorn er⸗ koren?“— Seele, ſchweig mit den Gedanken; ſetz' der Gnade keine Schranken. Gott bleibt Liebe, Liebe nur! Glaub', ſo findſt du ſeine Spur. 2 Du biſt gottlos, voller Sünden, daß kein ärgrer Menſch zu fin⸗ den! Nun, es ſeil ich laſſ' das gelten; dein Verderben ſollſt du ſchelten. Iſt nicht Jeſu Blut gefloſſen? ward's für Heilige vergoſ⸗ ſen?— Nein, für Sünder, auch für dich gab der Sohn der Liebe ſich. 3. Deine Schuld iſt nicht zu zählen? Wahr iſt's. Wird ſie darum fehlen in der Hand⸗Schrift, die zerriſſen*), da der Sohn hat zahlen müſſen?— Nicht ein Heller iſt geblieben, Quittung iſt ſchon unter⸗ ſchrieben, daß durch die durchbohrte Hand aller Fluch wie Nebel ſchwand.*) Col. 2, 14. 4. Hätt' dich Gott dahin gegeben, würdeſt du ganz ſicher leben. Aber dich drückt dein Verderben, du willſt nicht in Sünden ſterben. Tief fühlſt du ja deinen Schaden, dürſteſt nach dem Geiſt der Gnaden. Sieh, das iſt ſchon Gnadenſtand— bald reicht Gott dir ſeine Hand! * Waf. ——— 262 161. 9. Juni. Er wird mich erhalten bei meiner Kraft und wird mir Frieden ſchaffen; Frieden wird er mir dennoch ſchaffen.(Jeſ. 27,5.) Ich bin dein Schild und dein ſehr großer Lohn. 1 Moſ. 15,1.) Er iſt ein Schild allen, die auf ihn trauen.(Pf. 18, 31.) Das glaͤubige Dennoch war der Schild aller Propheten und Apoſtel, aller glaͤubigen Dulder und Streiter des Herrn, womit ſie alle Pfeile der Verſuchung, die uns verzagt und muͤde machen wollen, zerbrochen und abgewieſen haben. Wenn mir gleich Leib und Seele verſchmachtet, dennoch bleib ich ſtets an dir, ſagt David. Iſrael hat dennoch Gott zum Troſt.(pPpſ. 73, 1.23.265.) So ruft auch Jeſaias: Frieden wird er mir dennoch ſchaffen, wenn auch allenthal⸗ ben Krieg in und außer mir und um mich her waͤre. Er wird mich dennoch erhalten, wenn ich auch alle Augenblicke zu ver⸗ ſinken ſcheine; wenn ich nur das Vertrauen auf ihn nicht weg⸗ werfe. Und wie ruft er uns ſelbſt durch alle Propheten zu: daß wir uns bei allen furchtbaren Stuͤrmen und ſchrecklichen Gefahren des Lebens dennoch nicht fuͤrchten, nicht verzagen ſollen;z daß er uns helfen, ſtaͤrken, erhalten, erloͤſen wolle durch die ſtarke Hand ſeiner Gerechtigkeit.(Jeſ. 41, 10.) O dieſe Hand laͤßt dich nicht. Halte, halte nur du dich daranz ihr iſt kein Abgrund zu tief, ſie kann dich heraufholen; ihr iſt kein Berg zu groß, ſie kann ihn weg oder dich druͤber hin he⸗ ben. Und nach allen Plagen des Lebens will er, er ſelbſt, dein Lohn ſein, ſo wie er jetzt mit ſeinem maͤchtigen Arm ſelbſt dein Schild iſt. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Und müßt' ich auch noch Jahre weinen und leiden, dulden ohne Zahl; der Tag, der Tag wird doch erſcheinen, der Frieden bringt für —⏑—⏑ℳ⏑y ö-ööö--— neiner enn mn uir er mit dam Schild und deug n r 1 ein Schid ia 1 Schild allr Nuſe und Streiter de 8 3, die uns derzat und abgewiſſn ſee erſchmachket, den Iſrael hat deme So ruft auc Jſü „wenn auch allge nich her wire. Eim alle Augenblike an auen auf ihn nichtw uch alle Prophetn irmen und ſchreclt rchten, nicht vexe rhalten, erlöſen we eit. Geſ.41,10) Di ur du dich dum i H heraufholen iri der dich druber hi ens wil e, aſti michtigen An ſt er kiede. und leiden, duber 3 , der Frieden hrint 263 jede Qual! Der Abend fehlet keinem Tage, und Freude quoll aus jeder Plage. 2. Erreicht, erkämpft iſt bald die Stunde, die mir für Thränen Wonne giebt! Vertilgt die Narbe jeder Wunde, durch den, der züch⸗ tigt, weil er liebt! O frohe Ausſicht beſſern Lebens, Ziel meines täglich heißen Strebens! 3. Soll ich jetzt ſtill ſtehn und ermatten? Nein, meine Seele, faſſe dich! Die Sehnſucht nach dem kühlen Schatten, nach Ruhe Gottes ſporne mich! Fels Gottes, den mein Arm umſchlinget, wenn Nacht und Trübſal mich umringet! 4. O dann, o dann, wer kann ſie denken die Wonne, die mein Herz erfüllt! Wann keine Schmerzen mich mehr kränken— Licht Gottes mir aus Chriſtus quillt! O dann, dann iſt mein Geiſt gene⸗ ſen, und Freiheit, Freiheit all mein Weſen! 5. Am Felſen deiner Grabeshöhle, wie war dir Jeſus Chriſtus! wie? War nicht ein Himmel deine Seele! ſo war dem erſten Engel nie! Die Freude wirſt du mit mir theilen, wo du biſt, ſoll ich ewig weilen. 6. Es löſchen Sonnen, Welten wanken, eh' deine Liebe dich gereut! Dort, dort,— wie werde ich dir danken!— iſt meine Seele— Se⸗ ligkeit! Denn du wirſt ewig in mir leben, und was du haſt, wirſt du mir geben!*L. —ꝑę——⸗ℳ⸗ℳ⸗ꝛꝛℳ⸗⸗—-⸗-ò-ͤ---- y⸗ℳ⸗-———————-—--————::ꝛ⁊ꝛ—ꝛ—ꝝ——-—-—y——— 162. 10. Juni. Gott iſt treu, durch welchen ihr berufen ſeid zur Gemeinſchaft unſers Herrn Jeſu Chriſti. 1 Cor. 1, 9.) Vertraue Gott, ſo wird er dir aushelfen.(Sir. 2,6.) Bei dem Herrn iſt Gnade und viel Erlöſung.(Pſ. 130, 7. Man kann ſich, wenn man in Anfechtung iſt, die Fuͤlle der Gnaden, die uns in Chriſto aufgethan iſt, nicht groß ge⸗ nug denken; ſie iſt doch groͤßer, als ſie ein Sterblicher glau⸗ ben oder ſich vorſtellen kann. Wer kann das Meer ergruͤn⸗ den? wer die Hoͤhe des Himmels meſſen und erſteigen? Und doch iſt das Meer kein Troͤpflein gegen Gottes Gnadenfuͤlle 1. 2 V 264 in Chriſto. Seine Guͤte und Huld iſt unendlich hoͤher und groͤßer als der Himmel. Aber in der Stunde der Anfechtung, oder im heißen Kampfe mit Welt und Suͤnde ſieht und er⸗ kennt man das nicht; da ſcheint uns die Gnade ſo fern, daß uns der Berg Gottes kaum wie ein Sandkoͤrnlein vorkommt, und das Meer ſeiner Gnadenfuͤlle kaum ein Troͤpfchen zu ſein duͤnkt; oder, wenn man auch an ſeine Treue und Guͤte glaubt, ſo kann man ſie doch nicht auf ſich anwenden, andern wohl, aber ſich nicht zueignen. Doch der Geiſt kommt auch da unſrer Schwachheit zu Huͤlfe und zeigt uns, wenn wir bitten, ſuchen und anklopfen, gewiß die offne Gnadenthuͤr. Iſt das Herz redlich, ſo wird es dieſelbe auch wohl finden, aus der Angſt geriſſen und getroͤſtet werden. Aber es ſind oft heim⸗ liche Tuͤcke im Herzen verborgen, geheime Bande, von denen das Herz nicht los werden will, und ſo bleibt man gefangen. Wer aufrichtig und von ganzem Herzen, ohne Vorbehalt ſich auf Gnade und Ungnade ergiebt; wer ganz des Heilandes ſein will, der findet ſogleich Gnade, weil er ſie ernſtlich will. Wer aber die Bande mit einer Hand noch haͤlt, ſo gern er mit der andern ſie zerreißen moͤchte, deſſen Wille und Herz iſt getheilt, der bleibt doch eigentlich gern in ſeinen Banden, und die Gnade kann ihn nicht frei machen gegen ſeinen Willen. Gieb dich ganz hin, ſo giebt ſich Chriſtus und ſeine Gnade dir auch ganz hin, mit all ſeiner Fuͤlle. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Iſt kein Jeſus mehr vorhanden? oder biſt du gern in Banden? Steht die Gnadenthür nicht offen? Darf nicht jeder Sünder hoffen? oder willſt du dich denn ſchämen, Gnade frei, umſonſt zu nehmen? Treu iſt er, verzage nicht! Er giebt wieder Troſt und Licht. 2. Nein, wer will, der ſoll nur kommen, er wird plötzlich ange⸗ nommen, unrein, arm und voll Gebrechen. So ließ Gott es uns verſprechen. Keiner iſt zum Zorn geboren; nein, zum Heil ſind wir erkoren. Treu iſt er, verzage nicht! Er giebt dir bald Troſt und Licht! 11 „ 1 1 — 1 Geiſt konmt ah tuns, wem wir Gnadenthit, F h wohl finden, u Wa as ſi ftd ime Bande, vm a 8 o bleibt man gefene n, ohne Votichti ganz des Heilcnde ler ſie ernſüih n noch hält, ſo gn ſen Wille md Haf n ſeinen Bande, u gegen ſeinen M s und ſeine Gnedei gefallen. biſt du gern in znn b it jeder Sünder ſofn ei, unſonft zu ree Troſt und Liht. nein, zun hel fon b dir bald Tuft m di 265 3. Fluch und Hölle ſind begraben, Jeſus muß uns alle haben, die ihr Kleid ins Blutmeer tauchen, fühlend, daß ſie Seiner brauchen, oder wenn ſie gar gedächten, daß ſie da ertrinken möchten; die verläßt der Heiland nicht, er giebt ihnen Kraft und Licht.* Wdf. ——ℳ-—-—-——-———— 163. 11. Juni. Uns iſt bange, aber wir verzagen nicht.( Cor. 4, 8.) Verzage nicht, wenn du von ihm geſtraft wirſt.(ebr. 12,5.) Da meine Seele bei mir verzagte, dachte ich an den Herrn.(Jon. 2, 8.) Die Apoſtel und Propheten wiſſen auch von Bangigkeiten und Verſuchung zum Verzagtwerden zu ſagen. Du glaubſt, das waͤre nicht moͤglich, daß ſolche Maͤnner, die von Gottes Geiſt ſo unmittelbar regiert wurden, auch ſolche Erfahrungen machen mußten; du meinſt, es ſoll dir nun nicht mehr bange werden, nachdem du angefangen haſt, den Herrn zu lieben; er werde dich nun auf den Haͤnden tragen. Das thut er auch mitten in der Angſt und Bangigkeit. Wo wuͤrdeſt du ſonſt bleiben? Bange wird dem Chriſten oft und muß ihm bange werden, aber zum voͤlligen Verzagen ſoll es nicht kommen. Iſt es aber ſchon nahe daran, ſo denke an den Herrn, wie Jonas, dem ſehr enge und bange war im Abgrunde, im Bauche des Fiſches; aber er dachte an den Herrn, der im Abgrunde nicht weniger maͤchtig iſt zu retten, als auf dem feſten Lande; der im Bauche des Ungeheuers eben ſo leicht helfen kann, als in der ſtillen Kammer. Haͤtte dich alſo die Truͤbſal und Noth des Leidens ſchon verſchlungen und umgeben von allen Seiten, wie den Jonas der Fiſch, und waͤreſt du von Ungluͤck und Jammer bedeckt, wie er von den Meeres⸗ wellen, ſo denke nur an den Herrn, dem auch bange war (2uc. 12, 50.) und der den Bangen, Verzagten zuruft, daß ſie ſich nicht fuͤrchten, ſondern getroſt ſein ſollen.(Jeſ. 35, 4.) 266 Mel, 22. Es kam die gnadenvolle. Oder: Schon deines Namens. 1. Wenn Bangigkeit mein Herz umgiebt, ſo glaub' ich doch, daß Gott mich liebt. Und wenn er noch ſo ferne ſcheint, ſo weiß ich doch, wie gut er's meint. So weiß ich doch, daß er verzeiht die Sünden, die mein Herz bereut; und wären meiner Sünden mehr als meiner Haar', als Sand am Meer. 2. Wenn ihn mein Glaube feſt umfaßt, erleichtert er die ſchwere Laſt! wenn Elend und Gefahr mir dräut, iſt er's, der ſanft mein Herz erfreut!— Noch nie hat er mir Troſt verſagt, wenn Angſt mein ban⸗ ges Herz zernagt; floh nur mein banges Herz ihm zu, ich fand, ſo oft ich ſuchte, Ruh! 3. Und folgte nicht auf Nacht der Tag! wenn nur die Seele war⸗ ten mag; nur ſtill im dunklen Glauben liegt, nur ſanft an Chriſti Herz ſich ſchmiegt.— Die frohe Stunde kommt mit Macht und bringt mir Licht für dieſe Nacht. Vergebens harrt die Seele nicht auf Gott und ſeines Troſtes Licht! L. — 164. 12. Juni. Wohl dem, der ſich des Dürftigen annimmt, vf 41,2.) Wohl dem, der ſich des Elenden erbarmet. (Sprüch. 14, 21.) Wohlthun iſt ein geſegneter Garten.(Eir⸗ 40,17.) Wohlzuthun und mitzutheilen vergeſſet nicht, denn ſolche Opfer gefallen Gott wohl.(Hebr. 13, 16.) Wie wohl hat uns der Herr gethan? wie viel hat er an uns gewendet? Blut und Leben gab er, nicht nur all das Seinige, ſich ſelbſt gab und giebt er ewig uns hin. Nun verlangt er zwar nichts von uns fuͤr ſich, aber unſern armen elenden Bruͤdern, die er ſeine Bruͤder, ſeine Elenden nennt, ſollen wir geben, was wir ihm gern geben moͤchten und geben ſollten, wenn er es beduͤrfte. Was wuͤrdeſt du thun, wenn du beim Anblick des ſchreienden Elendes deinen Heiland in dem Armen erblickteſt? wenn er dir ſeine Wunden zeigte, die er fuͤr dich empfangen; wenn er zu dir ſpraͤche: Sieh, das —————O Schon deines Nannn wenn nur die Serlee an, nr ſanft m 1 umt mit Matt uyin t die Seele nict aig — ftigen annmm Elenden erbnm gneter Garten. e ilen vergeſſe nih ohl.(Oebr. 13 16) 1 i wie vill hatae er, nicht nur al wig uns hn. K , aber unſern um ſeine Elenden um m moͤchtm ud zit rdeſt du thun, ne s deine Helndi Wurden zigt,d ſpraͤche Sih, d 267 hab' ich fuͤr dich gethan, da ich dich in deinem Blute liegen ſah! Was thuſt du nun fuͤr mich?— Sage mir, was wuͤr⸗ deſt du thun, wenn du den Heiland leibhaft im Armen ſaͤheſt, hoͤrteſt?— Das thue nun; denn ſein Wort muß dir ſo viel ſein als ſeine Perſon. Wer wohlthut den Leidenden, pflan⸗ zet ſich einen Garten, deſſen Fruͤchte ihn zur Zeit der Noth und in der Ewigkeit noch erquicken werden. Jede Wohlthat iſt ein Saamenkorn fuͤr die Ewigkeit ausgeſtreut, das unfehl⸗ bar Fruͤchte bringen wird. Pflanze taͤglich nur ein oder zwei Baͤumchen in dieſen Garten— ſo haſt du nach einem Jahre ſchon 365 Baͤume— zuletzt wird es ein Wald. Doch ſieh ihn nicht an, um dir darin wohlzugefallen, ſondern laß deine Linke nicht wiſſen, was die Rechte gepflanzet hat. Nach eigner Mel. 127. Oder: Gieb dich zufrieden und ſei ſtille. 1. Erwacht und herrſcht ihr heil'gen Triebe! Die Liebe leb' in meiner Bruſt! Mein ganzes Leben ſei nur Liebe, und Wohlthun meine größte Luſt! Ja nimm, mein Herz, durch dein Erbarmen, die Laſt des Jammers von den Armen und lade ſie auf dich! 2. Mach' dir, mein Herz, die hohe Freude, des ganz Verlaßnen Troſt zu ſein, in ſeinem lang' gefühlten Leide, das Gott nur kennt, ihn zu erfreun. Ja, du mein Bruder, ich will eilen, ganz deine Noth mit mir zu theilen. Gott, du hörſt den Entſchluß! 3. Sei mir geſegnet, niedre Hütte, wo unbekanntes Elend wohnt! Sei ruhig, Armer, deine Bitte hört der doch, der im Himmel thront! Er kennt die Leiden, die dich quälen, du darfſt ſie alle mir erzählen; mich ſandte Gott zu dir. 4. Laß, Bruder, dich mein Herz umfangen, der, der mich ſchuſ, der ſchuf auch dich! ich habe, was ich hab', empfangen! Gott gab mir Gaben nicht für mich! Wie ſollt' ich dich nicht bald erquicken, nicht ganz an Leib und Seel' beglücken, ſo viel ich durch Gott kann? 5. Wir ſind ja Jeſu Chriſti Glieder; nimm, was dir nöthig iſt, von mir! Er giebt mir, was ich gebe, wieder, drum bring' ich fröh⸗ lich Labſal dir. Was ſoll ich dir, für den ſein Leben der Herr hin⸗ gab, o Freund, nicht geben? Ich geb's ja Jeſu ſelbſt. 6. Stets will ich liebreich an dich denken, komm nur in meinen 268 Bruderſchooß, ſo oft dich neue Leiden kränken! Nie ſei dein Leiden mir zu groß! Ja, ich will gern verlaßnen Frommen zuvor mit meiner Liebe kommen. Gott kam auch mir zuvor! J. C. L. ——————— 165. 13. Juni. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben ſind, dem der Herr die Miſſethat nicht zurechnet.(Pf. 32, 1, Wohl dem Volk, deß der Herr ein Gott iſt.(Pſ. 44, 15.) Wohl dem, der auf ihn trauet, der ſeine Hoffnung ſetzt auf den Herrn.(P. 34,9. 40,5.) Wohl denen„die ohne Wandel(unſträflich) leben, die ſeine Zeugniſſe halten. (PPſ. 119, 1. 2.) Wohl ſein, froh ſein, wollen und ſuchen alle Menſchen, nur gewoͤhnlich da nicht, wo es zu finden iſt. Ehe ein Menſch Vergebung der Suͤnden, von Gott in Chriſto, durch ſeinen Geiſt bezeuget und verpfaͤndet, erhalten hat, kann ihm nirgend wahrhaft wohl, er kann nicht ſelig ſein. Vergebung, Gnade erlangen, iſt die Thuͤre, der Anfang des wahren Wohlſeins. Geht er in der Gnade fort, laͤßt er ſich von ſei⸗ nem Erbarmer auch heilen von allen Gebrechen, auch ſtaͤrken in aller Schwachheit, erleuchten in dunklen Wegen, reinigen, heiligen durch ſeinen Geiſt— gewoͤhnt er ſich an ihn, lernt in ihm bleiben, in ihm wandeln ohne Wandel, untadelig, ſo zeigt ihm der gute freundliche Heiland ſeine Gnadenſchaͤtze, ſeine Heilsguͤter, und macht ihn trunken von den reichen Guͤ⸗ tern ſeines Hauſes; laͤßt ihn taͤglich mehr ſchmecken ſeine Freundlichkeit, ſchenkt ihm die goͤttliche Natur, den reinen heiligen Sinn, macht ihn ſeinem Ebenbilde gleichfoͤrmig an Gerechtigkeit, Seligkeit und Herrlichkeit. Und nun hat die Seele das wahre Wohlſein, die Freude und Seligkeit gefun⸗ den, die ihr nicht wird genommen werden. Sie ruht in Jeſu Armen. Wer will ſie daraus reißen? wer ihr die Freude etungen bergelenſi ht zurechnet, gn 7 3— in Got iſ G4 t ſeine Hoffum 1 goh denen, de t 1 eine Zeuguiſe hab d ſuchen alle Naſt finden iſt. the Gott in Ghrſf, n rhalten hat, im ſelig ſein. Vergu r Anfang des vin tt, läßt er ſih mi hebrechen, auch ſtt kklen Wegen, neiin u er ſich an ihn, Wandel, untrdely —ſeine Gnadenſte von den reihe t mehr ſchmecke ſi e Natur, den rin bidde gleicförmi t. Und mn ſe und Selikii gfr n. Sie uuht udi wer ihr di dm 269 nehmen? wenn ſie nicht ſelbſt will, darf ſie Niemand aufwek⸗ ken, Niemand ſtoͤren.(Hohel. 2, 7.) Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. Oder: O daß ich tauſend Zungen. 1. Wie wohl iſt mir in Jeſu Armen, an ſeiner Bruſt, in ſeinem Schooß! hier ſchmeck' ich ewiges Erbarmen; da werd' ich aller Sünde los. Da hab' ich's unausſprechlich gut; er wäſcht mich rein mit ſei⸗ nem Blut. 2. Ach Gott! wie groß war mein Verderben! ich war verloren, blind und todt. Er rief mir zu:„Du ſollſt nicht ſterben; ich helfe dir aus aller Noth. Komm, armes Kind! komm doch heran; ich mache frei von Fluch und Bann.“ 3. Ich war mit Finſterniß umgeben; er fragte, was ſoll ich dir thun? Herr, daß ich ſehe— dich, mein Leben! rief ich; er ſprach: So ſiehe nun!— Ich ſah ihn, ihn das Licht der Welt, der, was er uns verſpricht, auch hält. 4. Ich war ein ungerechter Sünder; mein Heiland gab zur Buß' mir Zeit; er zählt mich unter ſeine Kinder, und ſchmückt mich mit Ge⸗ rechtigkeit. Umſonſt macht er mich böſen Knecht von Sünden rein, froh und gerecht. 5. Ich war ſo ganz und gar verloren, mein Thun ging blos zur Hölle hin. Er aber hat mich neu geboren und ändert täglich meinen Sinn. Er gießt mir Kraft und Leben ein, er macht, daß ich kann ſelig ſein. 6. Wie wohl iſt mir in Jeſu Armen, an ſeiner Bruſt, in ſeinem Schooß! Da ſchmeck' ich ewiges Erbarmen, da nehm' ich zu und werde groß; doch bleib' ich klein in ſeinem Blut und hab' es ewig in ihm gut. 166. 14. Juni. Da es Gott wohlgefallen, daß er ſeinen Sohn in mir offenbarte— alſobald fuhr ich zu, und beſprach mich nicht mit Fleiſch und Blut.(Gal. 1, 16.) Der Geiſt der Wahrheit wird mich verklären.(Joh. 16, 14.) Wir alle aber ſchauen die Klarheit des Herrn mit aufgedeck⸗ tem Angeſicht.( Cor. 3, 18.) ———— . 270 Chriſtum kann man nicht durch Buchſtaben und menſch⸗ lichen Unterricht wahrhaft kennen lernen, nicht mit der Ver⸗ nunft erforſchen; man kann ihn auf keine andere Weiſe er⸗ greifen, als wenn ihn uns der Vater offenbaret, und der Geiſt verklaͤrt, wenn er uns ſein Bild, wie er am Kreuze ſich fuͤr uns hingab und ſtarb, ſelbſt vor die Augen des Herzens malt und uns im Lichte Gottes klar macht, was das fuͤr uns zu bedeuten habe. Da ſchauen wir die Klarheit und die Liebe Gottes in ihrem ſchoͤnſten Glanze mit aufgedecktem Angeſicht, weil uns der heilige Geiſt die Decke weggehoben, die auf un⸗ ſerm natuͤrlichen Verſtande liegt, und unſer Herz fuͤr ſeine Eindruͤcke und Strahlen geoͤffnet hat. Wem aber Chriſtus alſo offenbar wird, der geht, wie Paulus, nicht mehr mit Fleiſch und Blut zu Rath, fraͤgt die Eigenliebe nicht, wie es ihr gefalle, ſondern er faͤhrt ungefragt zu und ergiebt ſich mit Allem, was er iſt und hat, an den hin, der ſich ihm geſchen⸗ ket hat, und iſt und bleibt ewig ſein. Ach, wo Chriſtus, das Heil der Welt, eingekehrt hat, da kann keine Frage mehr ſein: darf ich, ſoll ich nun Welt und Suͤnde und mich ſelber fahren laſſen? Was wird die Welt dazu ſagen? Was dieſer oder jener denken? Nein, da hat man kein anderes Verlangen, keinen Wunſch und keine Frage mehr, als: Wie kann ich ihm gefallen? Wie kann ich ihn ununterbrochen genießen, unab⸗ laͤſiig bei ihm ſein? Wie kann ich mir alle Tage, ja ſo oft wie moͤglich, die Freude machen, ihn ſo zu haben, wie er ſich mir in ſeiner Liebe und Freundlichkeit offenbaret? Mel. 13. Jeſus Chriſtus herrſcht als König. Oder: O wie ſelig ſind die Seelen. 1. Unter allen frohen Stunden, ſo im Leben ich gefunden, bleiben die mir ewig neu, die, wo ich nach tauſend Schmerzen das erfuhr in meinem Herzen, wer für mich geſtorben ſei. 2. Da ich ſtets im Stillen krankte, ewig weinte, weg verlangte und nur blieb vor Angſt und Wahn, ward mir plötzlich, wie von oben, weg des Grabes Stein gehoben, und mein Innres aufgethan. ie Klrzät mn t aufgedeckten uhn weggehoben, di i nd unſer Han fi t. Wam ae G 1 Daulus, nicht ni Eigenliebe richt, n⸗ ü 7¹ in, der ſich ihm 1 — Ach, wo Ghrſtts keine Frage miſ eund mich ſebbe fi gen? Was diſre ein anderes Pa als: Wie kam ihſt rochen genitßen, u ir alle Tage, jrſ zu und exgibt ſi ¹ zu haben, megt ffenbaret? O vie ſellz in di Eun ben ich geinden Ui Schmenen das miti g weinte, eg rellnt r plößlic, vi in 10 unres aufgethen 271 3. Frag' nicht, wen ich da erblickte; und wer dann mein Herz er⸗ quickte;— ewig werd' ich ihn nur ſehn. Und von allen Lebensſtun⸗ den werden die nur, wie die Wunden, ewig heiter offen ſtehn. 4. Wenn ſie Seine Liebe wüßten, alle Menſchen würden Chriſten, ließen alles Andre ſtehn; liebten alle nur den Einen, würden alle mit mir weinen und in lauter Lieb' vergehn. v. Hdbg. —-—--:u————yõ—ä—————ℳ————-——— 3————y—. 167. 15. Juni. Ich freue mich des Herrn.(Pſ. 104, 34.) Ich will den Herrn loben allezeit, ſein Lob ſoll immerdar in meinem Munde ſein.(pſ. 34, 2.) Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen ꝛc.(Pf. 103, 2. 3.) O wohl dir, wenn du aus des Herzens Fuͤlle in Wahr⸗ heit ſagen kannſt: Ich freue mich des Herrn! Selig biſt du, wenn dein Herz Urſache hat, ſich wirklich des Herrn zu freuen; wenn nicht nur Lob und Freude im Munde, ſondern Gnade und Erbarmen des Herrn in deinem Herzen iſt, und der Mund nur davon uͤberfließt, wovon das Herz voll iſt! Haſt du die Vergebung der Suͤnden von ihm erhalten, und dafuͤr Brief und Siegel in deinem Herzen, die nicht veraltet, nicht ausgeloͤſcht und unlesbar gemacht ſind durch neue Suͤn⸗ den und Untreuen, ſondern vielmehr alle Tage durch neue Gnaden⸗Beweiſe des Herrn erneuert und wieder aufgefriſcht werden, ſo daß es dir taͤglich bezeugt wird vom heiligen Geiſte, daß er dir alle Suͤnden vergeben hat, und nicht nur dieſes, ſondern daß er auch alle deine Gebrechen heilt, daß ſein Blut dich reinigt von aller Untugend; wer ſoll dir dann die Freude wehren? wer nicht in dein Lob einſtimmen? Nie ſollſt du dieſe Gnade vergeſſen, alle Tage dich wieder neu daran erinnern. Allein Viele wollen zwar Vergebung der 272 Suͤnden von ihm nehmen, aber von dem Gebrechen wollen ſie ſich nicht heilen laſſen; deswegen kann ihre Freude nicht voll⸗ kommen ſein; Gott gebe, daß ſie nicht falſch und heuchleriſch iſt! Vergeben und heilen, beides will dein Heiland. Das ſagt ſchon ſein Name: Heiland. So heißt er, weil er hei⸗ let und geſund macht. Wer ſich nicht auch heilen laͤßt von Gebrechen, nachdem ihm die Suͤnden vergeben ſind, der iſt in Gefahr, der Reinigung ſeiner vorigen Suͤnden zu vergeſſen und ganz blind zu werden.(2 Petr. 1, 9.) b Mel. 22. Es kam die gnadenvolle Racht. Oder: Herr Jeſu Chriſt. 1. O du, der mir den Odem gab, der mich auch führt ans offne Grab! Herr, bis ans Ende meiner Bahn bet' ich dich ſtets als Hei⸗ land an. O du, den nie mein Auge ſah, biſt unſichtbar mir immer nah, und giebſt mir täglich wundervoll, was mich mit dir vereinen ſoll. 2. Was alles thuſt du, Heiland, mir? Für alles, alles dank ich dir! was deine Huld mir gab und nahm vom Morgen bis der Abend kam. Nicht auszuſprechen iſt die Huld— zu preiſen, Gott, nicht die Geduld, die mich, mich Sünder ſchonend trug! wie, Langmuth, dank ich dir genug? 3. Du lehrteſt, lenkteſt, ſchützteſt mich und offenbarteſt herrlich dich in mir, durch mich, und deine Hand war bei mir, wo ich ging und ſtand. O Jeſus Chriſtus, meine Luſt, blick' Huld herab in meine Bruſt! Die ganze Seele hängt an dir! Ich glaube, mehre Glau⸗ ben mir! 4. O ſei mein Leben, Kraft und Licht! Verlaß mich, Jeſus Chri⸗ ſtus, nicht! Und wenm auch Alles mich verläßt, ſo halte dich mein Glaube feſt!— Du, der mir Fried' und Ruhe giebt, du, der mich unausſprechlich liebt! Du, der für mich einſt litt und ſtarb, mir Le⸗ ben durch den Tod erwarb! 5. O deine Liebe, Jeſus Chriſt! wenn alles mir verſchwunden iſt, erfreue meinen bangen Geiſt, wenn er der Hütte ſich entreißt! Du innig naher Jeſus, du! des Schwachen Kraft, des Müden Ruhl des Todten Leben! Du allein ſollſt ewig meine Wonne ſein! L 6 Den wolla ſ =d nicht ua⸗ 1 1 len lßt t w and, der ſti — zu vergeſt u Chriß. — führt ang ffr irn uß nn bar mir inn Ar vereinen il alles daut 1 . bis der Ain an Hott, nit — angmuth, d 1. aſt herin ic gu n enb in un g ¹ mehreGiu 1N=, Jrise tn halte dihm t= du, der =firt, nib 11 iſchwudai M den Nuhl i 1 1 dheucheiſt eiland. Da weil er he 273 168. 16. Juni. Und es fiel eine Stimme aus den Wolken, die ſprach: Dieſer iſt mein lieber Sohn, den ſollt ihr hö⸗ ren. Und indem ſolche Stimme geſchah, finden ſie Jeſum allein.(Luc. 9, 35. 36.) Auf dieſe Stimme, die aus den Wolken fiel, ſollte billig alle Welt horchen. Aber die Menſchen koͤnnen ihren Kopf und ihre Ohren hart in die Hoͤhe halten, geblendet und be⸗ taͤubt von den Stimmen, die ſie von unten hoͤren. Die Welt liegt ihnen zu ſehr in den Ohren, als daß ſie Gottes Stimme Gehoͤr geben koͤnnten. Gott hat hiemit Jeſum als ſeinen liebſten Sohn und als den glaubwuͤrdigſten, hoͤrenswuͤrdig⸗ ſten Prediger erklaͤrt, feierlich, oͤffentlich vor den Juͤngern auf Thabor, ſo wie dort am Jordan,(Matth. 3, 17. u. Joh. 12, 28.) vor allem Volke. Aber der liebe Gott muß, wie alle ſeine Boten, ſelbſt klagen: Wer glaubt unſrer Predigt? Gott hat hier vom Himmel herab gepredigt und ſeinem Sohne ein wunderbares Zeugniß gegeben, hat ihn der Welt angeboten, ihn als Prediger und Lehrer inſtallirt und confirmirt; und ſieh! die Welt hat ſeiner geſpottet, hat ihn am Ende als Gotteslaͤſterer gekreuziget; den, den Gott ſelbſt als ſeinen Sohn erklaͤrt hat? Ja, ſie will ihn auch bis auf den heuti⸗ gen Tag nicht hoͤren. Aber wer ſoll denn der Welt predigen; wenn ſie dieſen Prediger nicht hoͤrt, der eine ſo hohe, erhabene Kanzel hat, der aus den Wolken prediget, der ſo lieblich und freundlich prediget? Willſt denn du nicht, lieber Leſer! des Vaters Predigt vom Sohne glauben? Willſſt du nicht dem Wcorte und Zuge des Vaters folgen und zum Sohne gehen? wie geſchrieben ſteht(Joh. 6, 44.): Wer es vom Vater hoͤrt und lernet, der kommt zu mir. Willſt du nicht den uͤber Alles lieben, den der Vater uͤber Alles liebt? Willſt du ihn nicht 18 274 annehmen, da der Vater aus den Wolken ihn dir anbeut und ſchenket?— Als die Juͤnger die himmliſche Predigt hoͤrten, fanden ſie Niemand mehr als Jeſum allein. Moſes war weg, Elias war weg; damit ſie gewiß wiſſen ſollten, der Va⸗ ter predigt vom Sohne, nicht von Moſes und Elia, den Sohn ſollten ſie hoͤren— allein; den Sohn ſollten ſie predigen, nicht den Moſes. Wer da Zuhoͤrer ſein will, kann alle Tage die Predigt des Vaters hoͤren; denn der Vater zeugt immer vom Sohne und zieht immer zum Sohne; wenn wir nur hoͤ⸗ ren und folgen wollten! Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. Oder: Zeige dich uns ohne Hülle. 1. Prediger der ſüßen Lehre, die ich mit Erſtaunen höre! Großer Arzt der Menſchenkinder! du Evangeliſt der Sünder! Du Prophet des neuen Bundes! laß die Worte deines Mundes mir in Freude und in Pein lauter Geiſt und Leben ſein! 2. Herr, dein Wort iſt mir ein Hammer, ſchlägt und zeigt den Seelenjammer. Es erquickt mich, wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, iſt ein Stab für matte Glieder, iſt ein Schwert, dem Feind zuwider; es giebt neue Geiſtes⸗Kraft, ſchmeckt wie Milch und Honigſaft. 3. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten. Lehr' es mich im Geiſt verſtehen; laß es mir zu Herzen gehen, daß ich Hes lebendig glaube, keinen Zweifel mir erlaube; daß ich's mit Gehor⸗ ſam ehr', dich, ſonſt keine Stimme hör'! 4. Laß mich deine Worte eſſen, deine Lehren nicht vergeſſen, feſt an der Verheißung bleiben, die Gebote willig treiben, keinen Schritt vom Worte weichen, deines Weges Ziel erreichen. Was die Welt erdenkt und lehrt, werde nie von mir gehört. 5. Weg mit euch, ihr falſchen Geiſter! mir genügt an Einem Mei⸗ ſter. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr auch ſelbſt Engel wäret! Selig, ſelig ſind die Seelen, die allein ſich Jeſum wählen. Selig, wer den Vater ehrt, der uns zuruft: Jeſum hört! 8 dir unbate 2=p hi ;— Niſs n oollt ten 1 — Klia„dar& =nf ſie e nan kann all 4 1 dr zeugt im un wir m ams ohn hil⸗ —n hörel Gr eir! du gr — urr in Frauer Fazt md en ☛ leuchtet wne u Scuwm t wie Mür — de duruj t ten gehen,ii (. ic's ni bh att denyeſt —t, kinn en (ð☛ Was ded abn 1 aut fäli6 = Tin . tin 275 169. 17. Juni. Gedenke, Herr, an David und an alle ſeine Lei⸗ den.(Pſ. 132,1.) Zähle meine Flucht, faſſe meine Thrä⸗ nen in dein Gefäß. Ohne Zweifel, du zähleſt ſie. (Pſ. 56,9.) Du ſpeiſeſt ſie mit Thränenbrod, und trän⸗ keſt ſie mit großem Maaß voll Thränen. Du ſetzeſt uns unſern Nachbarn zum Zank, und unſre Feinde ſpotten unſrer. Herr Zebaoth, tröſte uns; laß leuch⸗ ten dein Antlitz, ſo geneſen wir.(Pf. 80, 6— 8.) Der Herr hat, wie wir aus dieſen Klagen ſehen, ſeine Auserwaͤhlten allezeit in ſchwere Leiden und Pruͤfungen kom⸗ men laſſen, daß man ihrer ſpottete und ſie ſich in Thraͤnen badeten. Das muß keine Seele irre machen, ſondern viel⸗ mehr beſtaͤrken und troͤſten. Klage dem Herrn deine Noth, wie David, da er von den Philiſtern ergriffen ward, den Herrn bat, daß er ſeine Flucht zaͤhlen, das iſt, auf alle ſeine Leiden ſehen und genaue Aufſicht daruͤber haben moͤge; daß er ſeine Thraͤnen aufbehalte, daß er ſie nicht umſonſt geweint ſein und vor ſeinem Angeſicht nicht verloren gehen laſſe; da⸗ mit auf die Thraͤnenſaat eine Freudenerndte folgen moͤchte durch die Barmherzigkeit des Herrn. So beteten dieſe alten Glaubenshelden, weil ſie feſt uͤberzeugt waren, daß Gott alle Thraͤnen zaͤhle und keine umſonſt geweint ſei, daß der Herr eine genaue Aufmerkſamkeit auf unſere Leiden habe. Und dies iſt ein großer Troſt, wenn man im Leiden aufblickt zu dem Allſehenden, wenn man glaͤubig ſagen kann: Herr, du ſiehſt mich! Kein Menſch kann den Leidenden recht verſtehen, das kann nur der Herr. Der verſteht deine Blicke, die du zu ihm erhebeſt. Darum vertraue nicht auf Menſchen und ſuche nicht Menſchentroſt— ſuche das Antlitz des Herrn; das allein hilft, troͤſtet und ſtaͤrket, verſuͤßet und verguͤtet alle Leiden. 18* 276 Mel. 76. Nun ruhen alle Waͤlder. 1. O Allmacht, Weisheit, Güte! erquicke mein nage Biſt du nicht ſtets dir gleich? Gewohnt die heißen Zähren der Deinen zu erhören, nicht unausſprechlich mild und reich? 2. Oft thuſt du über Flehen, mehr, als wir Menſchen ſehen, und mehr als wir verſtehn. Und jetzt ſollt' ich vergebens zur Quelle mei⸗ nes Lebens, zu meinem Heiland, Jeſus, flehn? 3. Nein, ich will dich nicht laſſen, dich feſt im Glauben faſſen, als ſtändeſt du vor mir! Ich weiß, du hörſt mein Sehnen, ich weiß es, meine Thränen ſind alle ſchon gezählt von dir! 4. Ruf' mich nur an in Nöthen, ſprichſt du, ich will dich retten, harr' meiner im Gebet! Du hältſt, was du verſprochen, haſt nie dein Wort gebrochen, ſo lange Erd' und Himmel ſteht. 5. Zeig', daß du biſt und lebeſt, auf Menſchen Achtung gebeſt und Herr im Himmel ſeiſt! Sieh' doch mein Herze beben! wie will ich dich erheben, wenn du mein Herz recht bald erfreuſt! 6. Wie troſtlos müßt' ich klagen, an deiner Huld verzagen, erhör⸗ teſt du mich nicht. Wenn Sünder meiner lachten, müßt' ich, Herr, nicht verſchmachten vor dir, vor deinem Angeſicht? 7. Es würden freche Rotten, Herr, deiner ſelber ſpotten, als hör⸗ teſt du nicht mehr. Drum laß dich überwinden, und laß ſie bald em⸗ pfinden, ein Gott ſei heut' noch, der erhör'; 8. Ein Heiland, der die Seinen nicht troſtlos laſſe weinen; ein Fels der Zuverſicht. Ach, laß mich's bald empfinden, gedenk' nicht meiner Sünden. Ich laſſ', ich laſſ', o Herr, dich nicht! J. C. L. — ——— 170. 18. Juni. Niemand jammerte dein— ich aber ging vor dir vorüber, und ſahe dich in deinem Blute liegen, und ſprach zu dir: Du ſollſt leben.(Ezech. 16,5. 6.) Die Elen⸗ den werden wieder Freude haben an dem Herrn, und die Armen unter den Menſchen werden fröhlich ſein in dem Heiligen Iſraels.(Jeſ. 29, 19.) Wenn unſern Jammerſtand Niemand bejammert, wenn die arme Seele nirgend Troſt und Ruhe findet, ſo geht der =ͤ * henüthe h 8 der Deinn dTA 2r zur Quelen — abenf — wohen, zain L tung geeiu enl wee n E T axxrjagn, t — (= potten, u ß ſe hehr S ife weim * n, geden cht. 10 +— N = giug ur Ar liegen, =* Deen = Hern d aälchſt 1 3 mmer, M (ei Pg dſen, riß ih —. — 277 Herr bei ihr voruͤber, nicht wie der Prieſter und Levit, ſon⸗ dern wie der Samaritan, und da er tiefer als dieſer in die Wunden deiner Seele hineinſieht, die Gefahr, in der du ſchwebſt, viel beſſer kennt, ſo naht er ſich dir mit herzlicherm Erbarmen. Sieht er dich nun in deinem Blute, das iſt, in deinen Suͤnden und in den blutigen Thraͤnen uͤber deine Ver⸗ gehungen, ſeufzen und ſchmachten, ſo bricht ihm ſein Herz, er eilt dir zu helfen, er ſpricht zu dir: Du ſollſt leben und nicht ſterben! Ich will, ſei rein! Und was er ſpricht, das geſchieht, was er gebeut, das ſteht da. Deine Ohren, die bisher taub waren, werden hoͤren, deine Augen, die bis jetzt blind waren, werden ſehen, wie freundlich er vor deinem Herzen ſteht, wie lieblich er Friede ſpricht in dein Herz. Dein Herz, das bisher verſchloſſen war allem Troſte, wird aufgethan ſein, und ſein allbelebender Troſt wird eingehen und dir neues Le⸗ ben und neue Freude in ſolcher Fuͤlle mittheilen, daß du ſagen wirſt: Es iſt zu viel, Herr, es iſt zu viel; ich bin allzu gering der Barmherzigkeit, die du an mir thuſt. Da wird die arme Seele Freude haben an dem Herrn, der die Suͤnder nicht ver⸗ chmaͤht, die zu ihm ſchreien; da wird dein Herz froͤhlich ſein n dem Heiligen in Iſrael, der dir alle deine Suͤnde vergiebt und heilet alle deine Gebrechen. 4 Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Denke nicht: Was ſoll ich machen? Längſt gemacht ſind deine Sachen. Sieh auf deines Jeſu Thaten, da iſt dir ſchon lang' gera⸗ then. Lobe lieber ſeine Treue, freu' dich, daß er dein ſich freue! Du ſollſt harren, ſtille ſein; bald kehrt Jeſus bei dir ein 2. Kannſt du nichts, bleib vor ihm liegen, ſeines Geiſtes Kraft wird ſiegen. Durch Beharrlichkeit im Glauben können auch die Lah⸗ men rauben.*) Ach, er weiß, wie dir zu Muthe, ſieht dich wohl in deinem Blute, naht ſich dir, erbarmet ſich, heilet und erlöſet dich. „) Jeſ. 33, 23. 3. Kannſt du dich nicht ſelbſt erheben, hör', er ruft dir: Du ſollſt 278 leben! Er macht Sünder zu Gerechten, zählet ſie zu Gottes Knechten. Und das thut er dir noch heute, denn du biſt ſchon ſeine Beute. Glaube und errette dich; ſieh, der Herr erbarmet ſich! 4. Brennt die Höll' in deinem Herzen? Sie verlöſcht durch Jeſu Schmerzen. Er verwundet Seel' und Glieder, und er heilet ſie auch wieder. Laß doch deine Klagelieder, ſetz' bei ſeinem Kreuz dich nieder; trink ſein Blut, ergreif ſein Herz! O dann ſchwindet aller Schmerz. —.———,— 171. 19. Juni. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich verſorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe laſſen.(ſ. 55,23.) Denn er wird des Armen nicht ſo ganz vergeſſen, und die Hoffnung des Elenden wird nicht verloren ſein.(Pſ. 9, 19.) Wir koͤnnen Alles leicht wegwerfen und fallen laſſen, nur das, was wir wegwerfen und auf den Herrn werfen ſollen, dieſes Werfen verſtehen wir nicht oder ſehr ſchlecht. Der Heiland ſteht, gemaͤß dieſem und andern Spruͤchen ſeines Mundes, vor uns, ſieht uns in unſerm Jammer, in unſrer Angſt, Furcht und Bangigkeit, es bricht ihm ſein Herz, er ruft uns zu:„Mein Kind, gieb nur her, was dich jammert, wirf auf mich die Laſt, die dich niederdruͤckt, ich ſehe, du kannſt ſie nicht tragen.“ Und wir wollen nicht, wir koͤnnen uns nicht trennen von der verhaßten Laſt: wir geben ihm nicht, was wir doch nicht tragen koͤnnen; wir halten feſt, was er uns guͤtig abnehmen will. Sind wir nicht verkehrt und eigenſinnig zu unſerm eignen Schaden? Wer aber die Kunſt gelernet hat, Alles auf den Herrn zu werfen, wer weiß, wie nahe er uns ſteht, wie gern er Alles annimmt, was wir auf ihn legen, der bleibt ohne Furcht und Angſt; er haͤlt ſich an ſeine Zuſage, an den Troſt der Schrift, die nicht luͤgen kann. Der Herr kann unmoͤglich eines armen Leidenden, der auf ihn ewiglit des Am des Elaur a laſſer u =werfa i Alecht. N — rücha ſit ir uurr, i mi an ſein Hah: adich janna ich ſch 1* 1, wir kimr i gen i 11 kan fitn K= verätn A Nr die 8 1 IL bas vi b 1e ttſſzr lie ligrin 31. drr uff 17 1 279 hofft, vergeſſen oder ihn verlaſſen. Nein, nicht vergeſſen, nicht verlaſſen, pruͤfen will er nur deine Hoffnung, dein Ver⸗ trauen, deine Gelaſſenheit. Wie koͤnnteſt du denn deine Hoffnung und Zuverſicht beweiſen, wenn keine Leiden uͤber dich kaͤmen? Wie koͤnnte deine Geduld geuͤbt werden, ohne Uebung, ohne Stoff zur Uebung, ohne Truͤbſal? Alſo wirf, wirf all deinen Kummer auf den, der ſeine Hand, ſeinen Schooß offen haͤlt, um ihn dir abzunehmen. Hoffe auf ihn, er wird's wohl machen. Dein Kummer iſt ein Dornbette, das du dir ſelbſt bereiteſt; wirf dich dem Herrn in ſeine Arme, ſo liegſt du auf Roſen und Flaum. Mel. 92. Vor allem, was ich Schönes weiß. Oder: Warum betrübſt du dich. 1. Mein Herz, warum betrübſt du dich und willſt in mir ſo äng⸗ ſtiglich voll Gram und Unruh' ſein? Ach, ſtille dich und denke doch, es lebt ja unſer Herr Gott noch. 2. Er lebt und ſtirbt auch nimmermehr; ſo iſt kein Trauern nicht ſo ſchwer, das er nicht ändern kann; er prüfet nur auf kurze Zeit die Hoffnung und Gelaſſenheit. 3. O wie verkehrt iſt unſer Sinn! wir betten uns auf Dornen hin, wenn wir voll Sorgen ſind, und könnten, wenn wir's wollten thun, bei Gott auf lauter Roſen ruhn. 4. Du haſt ja Gott in Gottes Wort, den theuren Schatz, den ſtarken Hort! Wiel gnüget dies dir nicht? Wer ſich an dieſen Reichthum hält, iſt reicher als die ganze Welt. 5. Es thut zwar weh, doch gieb dich drein, Geduld wird hier der Balſam ſein, der alle Wunden heilt. Geduld und unverzagter Muth macht endlich alles Böſe gut. 6. Ja, harr' und hoffe feſt auf ihn; die Hoffnung wird voll Segen blühn, der Leib und Seel' erfreut; die Zeit rückt morgen wohl heran, daß ich ihm fröhlich danken kann. ———————õ—---———— ——y———— 172. 20. Juni. Der Herr wird dein ewiges Licht, und dein Gott wird deine Zierde ſein. Deine Sonne wird nicht mehr 280 untergehen, noch der Mond den Schein verlieren; denn der Herr wird dein ewiges Licht ſein, und die Tage deines Leidens werden ein Ende haben. Und dein Volk ſollen lauter Gerechte ſein.(Jeſ. 60, 19— 21.) Hier iſt ein ewiger Wechſel der Dinge. Bald haben wir Freude, bald Leid. Jetzt wandeln wir im hellſten Mittags⸗ lichte, in lauterm Frieden, in der ſeligſten Naͤhe des Herrn; dann wird wieder alles dunkel vor unſerm Auge, und ſchwarze Nacht decket uns die Naͤhe des Herrn zu, die Suͤnde ſtuͤrmet auf uns los, die Feinde drohen uns zu verſchlingen. Wie muͤde Wanderer im finſtern, fremden und gefaͤhrlichen Lande, wo lauter Raͤuber und Moͤrder wohnen, pilgern wir und ſeh⸗ nen uns nach dem Vaterlande, wo lauter Gerechte wohnen, wo Guͤte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede ſich kuͤſſen,(ꝓſ. 85, 11.); wo die Sonne nicht mehr un⸗ tergeht, wo der Herr unſer ewiges Licht iſt. Doch koͤnnten wir auch hier ſchon eine bleibendere Ruhe und einen ungeſtoͤr⸗ teren Frieden genießen, wenn wir nur auf ihn ſaͤhen, der als die ewige Sonne in unſrer Seele leuchtet, auch im Finſtern unſer Licht iſt.(Mich. 7,8.) Nur die Unbeſtaͤndigkeit des Her⸗ zens, der ſchwache Glaube erzeugt dieſen Wechſel in uns, daß wir nicht unwandelbar in unſerm unwandelbaren, ewig treuen und unveraͤnderlichen Heiland ſtehen bleiben. Wer in ihm bleibt, der hat den unveraͤnderlichen Troſt, der ihn nie verza⸗ gen laͤßt: Der Herr wird unſer ewiges Licht ſein. Mel. 22. Es kam die gnadenvolle Nacht. Oder: Herr Jeſu Chriſt. 1. O Evangelium für mich! wie elend wär' ich ohne dich! Was biſt du, Jeſus, Jeſus mir! wie bet' ich an, wie dankich dir! 2. Wie froh ſchließ ich mein Auge zu; denn dein bin ich, denn mein biſt du! Wie voll von Hoffnung ſchlaf' ich ein! wie froh wird mein Erwachen ſein! 3. Du zeigſt ein herrlich Erbe mir! O wär ich ſchon, ach ſchon . berüin m, ud aben. = 1,-A 1 ad haha n ſte Nig Ne des dm E und ſohde * Suünde ſite = lingen. 8 I rüchen 3w A wir uiͤſ echt düh Scchtigkit .Doch kmn Sinen uyt ähen, dei 3 in Fuir a fkeit d he lin un 1, ewig tw „Wer n it 1* chn nie m i uülhi e rh i A rih dmm in 1 eücht mier 281 bei dir! Doch harr' ich noch, die Stunde naht, wo Frendenerndte wird die Saat! 4. Wo jede Zähre, hier geweint, wo jede Wehklag', jeder Feind, wo jeder Kampf und jeder Schmerz wird Wonn' und Segen für ſein Herz! 5. Nicht ferne mehr, wie nahe ſchon die Stunde Gottes! Gottes Lohn! die ew'ge Freiheit, die dem Geiſt des Glaubenden der Herr verheißt! 6. Anbetung dir, Erlöſer dir! durch dich wird Alles, Alles mir! O unausſprechliches Gefühl! Anbetung ohne Maaß und Ziel!— L. 173. 21. Juni. Es iſt gut, dem Herrn vertrauen, und ſich nicht verlaſſen auf Menſchen.(Pſ. 118,8. 9.) Bei Gott iſt mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zu⸗ verſicht iſt auf Gott.(Pſ. 62, 8.) Die ganze Schrift vom erſten bis letzten Worte ermahnt und fordert uns auf zum Vertrauen auf den Vertrauenswuͤr⸗ digſten, und warnet uns vor dem Vertrauen auf Menſchen, auf Geſchoͤpfe; ja, ſie verflucht den, der auf Menſchen ver⸗ traut, der Fleiſch zu ſeinem Arm macht. Sie verſpricht allen Segen und alles Heil dem, der auf den Herrn vertrauet. (Jer. 17, 5.7.) Der iſt wie ein Baum an Waſſerbaͤchen, wie ein Fels im Meere. Deß ungeachtet vertrauet man ſo gern auf Menſchen, ſieht ſich immer nach menſchlichen Stuͤtzen um, und vergißt den Herrn und ſeinen Arm, als wenn er nicht waͤre, als wenn er uns nichts verheißen haͤtte. So ſchwer wird es dem Menſchen, ſich an das Ewig⸗feſte, Unvergaͤng⸗ liche, das er nicht ſieht, zu halten; lieber haͤlt er ſich an einen Strohhalm, den er ſiehtz; lieber ſtuͤtzt er ſich auf ein Moos⸗ rohr, das er mit der Hand faſſen kann, das aber bald, ehe er ſich recht darauf ſtuͤtzt, bricht und ihm durch die Hand 282 geht. Wer nun gelernt hat, auf den Herrn zu vertrauen, der auch im Meere Wege, und in tiefen Waſſern Bahn ma⸗ chen kann, der ſteht mitten in Ungewittern wie ein Fels im Meere, angefochten, verfolgt, aber doch unbeweglich, uner⸗ ſchuͤtterlich, feſt auf dem Grunde ſeiner Zuverſicht, der nicht wanket. Wer nicht auf die Gefahr, nicht auf die ſchwan⸗ kenden Wellen und Wogen der Truͤbſal, ſondern auf den Steuermann ſieht, der noch niemals Schiffbruch gelitten, deſ⸗ ſen Schiff noch nie untergegangen iſt, der ſitzt ruhig und ſteht feſt in ſeinem Gott, als wenn nichts waͤre, als wenn nur er und Gott,— als wenn kein Ungluͤck und keine Gefahr waͤren. Mel. 111. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte. 1. Wie gut, wie gut iſt's, Gott vertrauen! ſo tief, ſo innig fühlt ich's nie; ſanft Wonnethränen niederthauen, denn deine Huld entlock⸗ ten ſie. Da ſteh' ich wie ein Fels im Meere, beſtürmt und doch ver⸗ ſenkt in Ruh, ſo voll Vertrauen, Gott, als wäre nichts auf der Welt, als ich und du! 2. Wie gut, wie gut iſt's, Gott vertrauen! Ich fühl's, wenn mich das Elend würgt, wenn hinter ſchwarzer Wolken Grauen ſich je⸗ der Stern vor mir verbirgt. Was iſt's, wenn Peiniger uns haſſen, wenn um uns ziſcht der Schlange Spott? Wenn Brüder ſelber uns verlaſſen? Wir ſind doch ſtark, wir haben Gott! 3. O Gott! wie gut iſt's, dir vertrauen! Was that dein Sohn? Er traute dir. Er ließ die Skorpionen hauen, und ſprach: Der Va⸗ ter iſt mit mir. Er trug die Schmach der Dornenkrone, der Geißel Zug, des Kreuzes Pein, und hüllte ſich beim lauten Hohne der Höll' in ſein Vertrauen ein. 4. O Gott! wie gut iſt's, dir vertrauen! Auf Fürſten, den er⸗ höhten Staub, ſollt' ich den Thurm der Hoffnung bauen? Auf Fleiſch, des Wurms gewiſſen Raub? O nein, du Helfer aus den Nöthen, in dich, in dich bau' ich hinein. Für meinen Fürſten will ich beten; doch mein Vertrauen, Gott, iſt dein! 5. Wie gut, wie gut iſt's, dir vertrauen! der helfen kann und hel⸗ fen will; ich wandle fort auf meinem rauhen bethränten Pfad und ſchweige ſtill. Dein Sohn ſteht ja auf dieſem Pfade und ſpricht: vertraug ie Bin m — iin Fabn — güch, m ht, der rih die ſchux Sann auf i geltta, i hig und th N wem ur Refahr nir —— ſo inni fit 1 Hr!ld entt = und dhw b auf der D = fühls, m 1r— Nrauen ſi e ier uns lißn 1 Ader ſelber u 1¹ R der Eiin 3 ih: Drb e, der Geni 1 Wuhne derhi 1 Irſten, da fi i auen. 1 aucler un 6 er iifſtr uli 1 2 karn m 3 SAn Tn „ m i. 283 Die Leiden dieſer Zeit ſind lauter Zeugen meiner Gnade und enden ſich mit Seligkeit. 6. Wie gut, wie gut iſt's, dir vertrauen! Mich dünkt, ich ſeh' dich voller Huld auf meine Leiden niederſchauen, als hört' ich dich: „Geduld! Geduld! Dich decken meiner Liebe Flügel! Vertrau' nur Gott, und ſei getreu! Bald ſprengen deines Kerkers Riegel; mein biſt du dann und ewig frei.“ Schbt. ———-—————ʒ;——y———— ——ꝛ—— 174. 22. Juni. Einer trage des andern Laſt.(Gal. s6,2.) Wir aber, die wir ſtark ſind, ſollen die Gebrechlichkeit der Schwa⸗ chen tragen.(Röm. 15,1.) Seid aber unter einander freundlich, herzlich, und vergebet einander, ſo wie euch Gott vergeben hat in Chriſto.(Eph. 4,32.) Welche Laſten haben wir unſerm Heilande aufgelegt— „fuͤrwahr, er trug unſre Krankheit— Gott warf al unſre Suͤnden auf ihn“— und wie ſanft, wie ſtille ging das Lamm unter unſrer Laſt, ohne ſeinen Mund aufzuthun. Er ſagt wohl: Du haſt mir Arbeit gemacht mit deinen Suͤnden, du haſt mir Muͤhe gemacht mit deinen Miſſethaten— aber nicht, um ſich zu beklagen oder zu beſchweren, oder uns Vorwuͤrfe zu machen— denn er ſetzt gleich bei:— Ich, ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen, und gedenke deiner Suͤnden nicht. (eſ. 43, 24. 25.) Er will uns alſo nur zeigen, wie auch wir die Arbeit, Muͤhe und Laſt, die uns andere mit ihren Gebrechen auflegen, ſtillſchweigend tragen und ihrer gar nicht gedenken, alle Beleidigungen vergeſſen und vergeben ſollen. Oder woll⸗ ten wir Vergebung von ihm nehmen, und unſern Bruͤdern ihre Suͤnden behalten? Wuͤrde er es uns nicht machen, wie dem Knecht im Evangelio?(Matth. 18, 33. 34.) Wem die Laſt, die ihm andere auflegen, zu ſchwer wird, der ſehe auf den 284 Ruͤcken des Lammes Gottes, und frage: Wer hat dir dieſe ſchwere Buͤrde aufgelegt? Wer hat dich ſo geſchlagen? ver⸗ wundet? getoͤdtet? und warum ſchweigſt du ſo ſtille und lei⸗ deſt ſo geduldig?— Die Antwort wird ſich dann von ſelbſt geben. Hauslied. Mel. 108. O du Liebe m. L. Oder: Jeſus Chriſtus iſt die Liebe. 1. Möcht' hier eine Gotteshütte bei uns Menſchenkindern ſein! Liebe, komm in unſre Mitte! kehr' in unſerm Hauſe ein! Laß den Frieden bei uns wohnen, alle Eines Sinnes ſein, die wir hier bei⸗ ſammen wohnen, alle deiner, Herr, uns freun! 2. Laß uns treu und redlich handeln! ſei du immer uns im Sinn! Laß uns kindlich vor dir wandeln, ſchenk' uns ſtillen, ſanften Sinn! Daß doch Keins das Andre plage, Keines unzufrieden ſei; Eins das Andre willig trage, fern von Zorn, von Unmuth frei! 3. Ach, wir ſind doch alle Sünder! Keines iſt vom Böſen rein; ſei'n wir Greiſe oder Kinder, allen macht die Sünde Pein. Und doch trägt uns Gottes Güte, trägt uns liebvoll allzumal; im Palaſte, in der Hütte, trägt uns hier und überall. 4. Eines müſſen wir noch lernen, durch das Leben ſtill zu gehn, uns von Liebe nie entfernen, wenn wir Brüder fehlen ſehn.„Gott, mein Gott, verzeiht mir gerne.“ Das, das muß dir tröſtlich ſein Nun ſo merk'es dir und lerne, als ſein Kind, wie er, verzeihn. 4* Fnbg. —— — 175. 23. Juni. Wenn ich betrübt bin, ſo denke ich an Gott.(Pf. 7,4) Der Herr verſtößet nicht ewiglich, ſondern er betrübet wohl, und erbarmet ſich wieder nach ſeiner großen Güte.(Klagl. 3, 31.32.) Herr, aus der Tieſe rufe ich zu dir.(Pſ. 130, 1.) Wer in die Hoͤhe will, muß zuvor in die Tiefe, wer in den Himmel will, muß zuvor durch eine Hoͤlle. Ohne ſchwere iehe lüiden ſi m ein baß i hi mruss in ei m ſunften Ein cſeiz Eis =— Böſum i Um Ain Pal X☛ ſtll ugh = ehn. d 1rriiliz * erzein 7 *Iug 1Dt. Gn“ 1 Fufeit 285⁵ Betruͤbniß wird in dieſer Welt wohl Keiner durchkommen. Mußte nicht Paulus, mußten nicht alle Auserwaͤhlten des alten und neuen Bundes durch viel Truͤbſal ins Reich Gottes einge⸗ hen? Mußte nicht Chriſtus in alle Tiefen und Abgruͤnde des menſchlichen Leidens hinein, mußte nicht ſeine Seele betruͤbt werden bis zum Tode! Iſt dies wohl vorzuͤglich zur Ver⸗ ſoͤhnung fuͤr unſre Suͤnden geſchehen, weil Gott all unſre Miſſethat auf ihn warf, ſo iſt es doch nicht weniger auch zu unſerm Troſte geſchehen, und deſtomehr zum Troſte, jemehr wir glauben, daß er durch ſeine Betruͤbniß die ewige Betruͤb⸗ niß von uns abgewendet hat, und daß wir uns jetzt in aller Traurigkeit zu ihm mit Zuverſicht wenden koͤnnen und duͤrfen. Wenn du alſo betruͤbt biſt und mit David in der Tiefe liegſt, ſo geſelle dich zu deinem Heiland am Oelberg; er kann dich troͤſten, er weiß, was es um ein betruͤbtes Herz iſt. Er be⸗ truͤbt dich aber, daß du auch weißt, was er fuͤr dich gelitten und wie ſehr er dich geliebet hat. Er wird dich nicht ſterben laſſen in deiner Betruͤbniß, er erbarmet ſich wieder. Such' du nur ihn, ſo findeſt du das Ende deiner Traurigkeit. Mel. 76. Run ruhen alle Wälder. 1. Ach Jeſus! Jeſus! höre, was ich von dir begehre! ach neige doch dein Ohr! Aus meiner Seele Tiefen, wie je Beklemmte riefen, ſchrei ich zu dir, o Herr, empor! 2. Erbarmer deiner Kinder! Begnadiger der Sünder, erbarme meiner dich! Gedenk' an dein Verſprechen! Mir will mein Herz zerbrechen! Erhör', erhör', erhöre mich! 3. Schau, Helfer aller Armen, mit göttlichem Erbarmen, ſchau meine Thränen an! Du biſt die Kraft der Schwachen, kannſt Todte lebend machen; du biſt's, der Alles, Alles kann! 4. Laß dieſen Troſtgedanken nicht in der Seele wanken, er ſei mir Licht und Kraft! Laß, Jeſus! dieſen Glauben mir keinen Zweifel rauben, du biſt's, der Alles, Alles ſchafft. 5. Gieb, daß ich zu dir flehe, als wenn ich hier dich ſähe, der du 286 unſichtbar biſt! Ja, du biſt in der Nähe, wenn ich dich gleich nicht ſehe, biſt in mir, treuſter Jeſus Chriſt! 6. Drum will ich nicht verzagen, dir kindlich Alles ſagen, was meine Seele hofft. Laß deine Macht mich ſehen, erhör' mein heißes Flehen, du hörteſt mich ja doch ſchon oft! 7. Wie viele tauſend Herzen haſt du von großen Schmerzen„haſt du vom Tod erlöſt! Gern hilfſt du den Betrübten, halfſt Allen, die dich liebten, an dir, an dir halt' ich mich feſt! L. ——— ———y— 176. 24. Juni. Gott, deine Gerechtigkeit iſt hoch, der du große Dinge thuſt. Gott, wer iſt dir gleich?(Pf. 71, 19.) Der ſich ſelber für uns dahin gegeben hat für unſre Sün⸗ den ꝛc.(Gal. 1,4.) Herr, mein Gott, groß ſind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns bewei⸗ ſeſt; dir iſt nichts gleich; ich will ſie verkündigen und davon ſagen, obwohl ſie nicht zu zählen ſind.(Pf. 40,6. Alle Werke Gottes ſind hoch, groß und unbegreiflich; aber ſein groͤßtes Werk und Wunder, das er an uns Men⸗ ſchenkindern that, iſt und bleibt ewig, daß der Schoͤpfer aller Dinge ſelbſt ſo geringe, und ein Buͤrge, das Loͤſegeld fuͤr ſeine verſchuldeten Geſchoͤpfe geworden iſt. Die Welten alle er⸗ ſchaffen, koſtete ihn nichts, kaum ein Wort: Es werde! ſo ſtand es da; aber die verdorbenen Geſchoͤpfe wieder gut und neu zu ſchaffen, koſtete ihn die tiefſte Erniedrigung in den Staub, in das ſuͤndliche Fleiſch, die groͤßte Schmach, den bitterſten Schmerz, den ſchmaͤhlichſten Tod. Darum kann eine Seele, die die Liebe ihres Heilandes am Kreuze, die ihn in ſeiner Schmach und Todesnoth betrachtet, nicht oft genug vor Verwunderung ausrufen: Herr, wer iſt wie du? wer iſt dir gleich? Groß ſind die Wunder und Gedanken, die du an uns beweiſeſt! Man kann ſie nicht zaͤhlen und kann doch di gleih 4 * or mein diß zchmerim, alſſt Ale 1 — — er du gr ² u, u) d. innſte en — ſ ſind w uns hew. = dixen m dd. Gai mbegriſt (r am ma Ne = cix s 4Spyd firſi JE te cle ¹ S wenl ge der gar 1 ung u jarun ien M e2te, diih 1 et ra tft gm terdu? m 1 vn g us kuu l A 287 nicht davon ſchweigen; man kann ſie nicht wuͤrdig genug prei⸗ ſen, und doch— wer ſollte was anders preiſen, als dieſe Großthaten Gottes, vor denen alles Großgenannte zu nichts wird, und alles fuͤr herrlich Gehaltene wie ein Traum ver⸗ ſchwindet. Mel. 119. Wie ſchön leucht't uns der Morgenſtern. 1. Wo iſt ein ſolcher Gott, wie dul du ſchaffſt den müden Herzen Ruh', Ruh', die nicht zu ergründen! Ein Abgrund der Barmherzig⸗ keit verſchlingt ein Meer voll Herzeleid! du Herr vergiebſt die Sün⸗ den! Jeſu! ja du läßt dich würgen als den Bürgen aller Sünden, mich dir ewig zu verbinden. 2. Herr, unſere Gerechtigkeit! wie hoch wird der im Geiſt erfreut, der dich im Glauben kennet! Du biſt ſein Schmuck, die Gottespracht, die ihn vollkommen ſchöne macht, die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmelsſonne! Seelenwonne! dich genießen, mich in dei⸗ nem Lob zerfließen! 3. Holdſelig ſüßer Friedefürſt! wie hat dich nach dem Heil gedürſt't der abgewichnen Kinder! Du ſtelleſt dich als Mittler dar, verbindeſt, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder! Freude! Beide werden Eines, ungemeines Werk der Güte! Jeſu, du biſt unſer Friede! 4. O ſüßes Lamm! dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin. Sie liegt auf deinem Rücken! Du bluteſt an dem Kreu⸗ zespfahl; ich ſeh' dich, unerhörte Qual, nach Leib und Seele drücken. Dieſe ſüße Fluth der Gnaden heilt den Schaden; durch die Wunden hab' ich ewig Heil gefunden. ——y—õ————————yy——yy—y— 177. 25. Juni. Nehmet und eſſet, das iſt mein Leib, der für euch dahin gegeben wird; thut das zu meinem Andenken.— Dieſer Kelch iſt der neue Bund in meinem Blute; thut dieß, ſo oft ihr trinket, zu meinem Andenken. So oft ihr alſo dieſes Brod eſſet und dieſen Kelch trin⸗ ket, ſollt ihr den Tod des Herrn verkündigen.(1 Cor. 11, 24— 26.) b 288 Es war dem Heiland ſo ſehr daran gelegen, ſich uns un⸗ vergeßlich zu machen, ſich ſo in unſer Herz und unſern Sinn einzuſchreiben, daß wir ihn nicht mehr aus dem Andenken und nicht aus dem Herzen verlieren ſollten. Dazu gab er, was wohl vor und nach ihm Keiner zum Andenken geben wird, ſein Fleiſch und Blut, ſeinen Leib und Leben— ſich ſelbſt. Wer giebt ſich ſelbſt ſeinem Freunde zur Erinnerung, zum Beweis der Liebe? Darum ſollen wir auch nicht blos an ihn denken, und ſein Abendmahl ſoll uns nicht nur ein Gedaͤcht⸗ nißmahl, nicht blos eine feierliche Erinnerung ſeines Todes— obwohl auch dieſes— ſein, ſondern mehr noch, Nahrungs⸗ mittel, innige Gemeinſchaft, Verbindung und Erneuerung des Lebens und Todes, und der Auferſtehung Jeſu in uns. Wer ſich's lebhaft denken, zuverſichtlich glauben kann: Die⸗ ſen Leib, fuͤr dich dahin gegeben; dieſes Blut, fuͤr dich ver⸗ goſſen, iſt dir zugleich Pfand des Lebens Jeſu in dir, Pfand deines ewigen Lebens bei und mit ihm in ſeinem Reiche; iſt die Speiſe, Nahrung, Weg⸗Zehrung auf der Piggerreiſe durchs Erdenleben; dieſes Mahl iſt dir lebendiger, anſchau⸗ barer Beweis deiner Verſoͤhnung mit Gott, der Vergebung der Suͤnden, der Gemeinſchaft mit Chriſtus und dem Vater, der Verbruͤderung aller auserwaͤhlten Glieder des Leibes Jeſu — denn da wir Viele Ein Brod eſſen, ſind wir Alle Ein Leib— dieſes Manna, das wahrhaftig aus dem Himmel kommt, giebt und erhaͤlt dir das ewige Leben; dieſes Brod des Lebens bewahrt dich vor dem ewigen Tode und wird auch deinen Leib einſt wieder erwecken.— Dieſes Alles und noch mehr, denn auszuſprechen iſt es nicht, was Alles in dieſem Sakramente liegt, dieſes Alles recht lebendig gedacht und ge⸗ glaubt, und gegeſſen und genoſſen, und in Saft und Kraft verwandelt— wie reich, wie ſelig, wie ſtark macht es deine Seele! 4 ſic uns 3 mſen en ² Lndenkm n S gb e, d E g ba m 2— ſih ſ nerung, a Itt blos a I s Tods , Nahru (☛☚ Erreuen * Jeſu ng [En kam. d an fir dir —n dir 1 Uir Sn Kitzi ¹ Sea Läni Sr nger, aſtr *9. Lante Ir den Ar d S Labe (wir A a den Hir A diſſe n =3d nida 11 ass in dir acht wg 1Simd iri d antaw it aem 289 Mel. 13. Jeſus Chriſtus herrſcht als König. Oder: O wie ſelig find. 1. Müßt' ich nicht mit Wehmuth ringen, könnt' ich wohl den Schmerz bezwingen, wenn noch heut' mein treuſter Freund hin zum Martertode ginge, mich zum letztenmal umfinge und an meinem Halſe weint'; 2. Und für mich nun wollte ſterben, er ernennte mich zum Erben, und vergöſſe dann ſein Blut?— Und ich hätt' ihn kalt geliebet, und ich hätt' ihn oft betrübet; Herz, wie wäre dir zu Muth? 3. Ach, wer zählte meine Thränen! O wie heiß würd' ich mich ſehnen nach dem Freunde, der ſich trennt; noch im letzten Augenblicke ſich vergißt und für mein Glücke ſorgt, noch ſterbend Freund mich nennt? 6 4. Wiel wenn er mich ſelber bäte: Freund, gedenke früh und ſpäte Meinerl ach vergiß mich nicht! Täglich lies in meinem Worte, denke mein an jedem Orte! Ach vergiß, vergiß mein nicht! 5. Größter aller Menſchenfreunde! Jeſus, ſo liebſt du die Feinde, wie kein Herz ſie lieben kann. So, du Schöpfer aller Welten, ſtatt uns Rache zu vergelten, ſo nimmſt du dich unſer an! 6. Ach, wie muß dein Herze glühen! Brüder willſt du dir erzie⸗ hen, Himmelserben aus dem Staub! Sohn Jehova's! Friedensbote! Lebensfürſt, du ſtirbſt für Todte; nimmſt dem Satan ſeinen Raub. L. —————õ——yõʒ————yy-— 178. 26. Juni. Mein Fleiſch iſt die rechte Speiſe, mein Blut iſt der rechte Trank. Wer mein Fleiſch ißt, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm— der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngſten Tage auferwecken.(Joh. 6,55— 57.) Es iſt alſo das Abendmahl eine weſentliche Theilnahme, ein wahrer Genuß der Fruͤchte des Todes Jeſu, oder Jeſu Chriſti ſelbſt. Wer im lebendigen Glauben ißt, ißt Jeſum, und wer Jeſum ißt, hat das Leben Jeſu, Jeſum in ihm le⸗ bend und lebt durch und in ihm. So ſagte er ſelbſt(Vers 58). 19 Es eſſen wohl ſo Viele im Abendmahle, aber ohne durch Je⸗ ſum genaͤhrt und geſtaͤrkt zu werden, weil ſie nicht im leben⸗ digen Glauben eſſen. Was lebt, das hungert nach Speiſe und muß eſſen, oder ſterben. So auch der lebendige Glaube; Jeſus iſt ſeine Speiſe, nach der hungert, durch deren Genuß lebt und beſteht er, ohne den ſtirbt er. Wo kein Hunger nach Jeſu iſt, iſt kein Glaube, kein Leben des Glaubens, alſo auch kein wahres Eſſen, ſondern da iſt nur Wort, Wahn und Ge⸗ danke, nur aͤußerliches, koͤrperliches Eſſen, das die Seele nicht ſpeiſet und naͤhret. Ein Todter verſteht's nicht und kann nicht eſſen. Wer lebt und hungert, den darf man das Eſſen nicht lehren. Der todte Glaube aber fragt ſtaunend und ſpottend: was ſoll das ſein, Chriſtum eſſen? Das iſt es, was Jeſus(Joh. 6, 58.) ſagt, und Paulus(Eph. 5, 14. u. 3, 17.) Wache auf, der du ſchlaͤfſt, ſtehe auf von den Todten, ſo wird dich Chriſtus erleuchten und dir zeigen, was es heiße, Chriſtum durch den Glauben eſſen und im Herzen wohnend haben. Du wirſt hungrig werden nach ihm, und der Hunger wird dich eſſen lehren. Das Abendmahl ward daher immer ein Sakrament der Lebendigen genannt, weil es als geiſtige Speiſe ein geiſtiges Leben vorausſetzt, welches dieſe Speiſe naͤhren und erhalten ſoll; denn wo kein Leben iſt, bedarf es keiner Speiſe. Die Todten koͤnnen nicht eſſen. Die Taufe ſoll die Todten wecken, das Abendmahl die Erweckten und Lebendigen naͤhren, erhalten und ſtaͤrken. Gewiß, da hat man ihn, ſo nahe man ihn auf Erden haben kann. Mel. 13. Jeſus Chriſtus herrſcht. Oder: O wie ſelig ſind die Seelen. 1 1. Gott, geopferter Erbarmer, darf ein Sünder, darf ich Armer unter deinen Freunden ſtehn? Mich ſchmückt nicht der Tugend Seide; nur im Demuth⸗Trauer-Kleide will ich, Heiland, zu dir gehn! 2. Tief bet' ich dich an im Staube; zwar noch bebt und wankt mein Glaube. Jeſus, ſtärke mein Vertraun, wie einſt jenen Chriſten⸗ ucr mn t 1ij 2n 3 un Glat —) deren b E Hugtn ens, cſo u (— Vahn w die Seabm icht und 1 [nn dath R⁶ ſtaunadu (: Da ſt 5, 14 u 19 * u Toa ₰ was ei h 1,— rzen nohr A d der han = daher irr 1= dſt, bar 1¶Daed — rreckn wy, ui m. ie Serln. 8 rfihm 4 e duxen e 291 Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, und doch glaubten, und jetzt ſchaun. 3. Den Gedanken darf ich wagen, darf ihn laut voll Freude ſagen: Ich ſoll Eins mit Jeſu ſein! Dieſes Heil mir zu erwerben, wollt' er für mich Sünder ſterben. Ewig, ewig bin ich deil! 4. Ja, wer kann die Liebe faſſen! Jeſus wollt' am Kreuz erblaſſen, mich zu retten von dem Tod. Blut des Lamms, du wollteſt fließen, daß wir ewig nun genießen himmliſch Manna, Lebens⸗Brod! 5. Gnade Jeſu, ſonder Schranken, dich erreichen nicht Gedanken! werden ſoll ich, was er iſt! Himmel ſind für mich zu wenig: Jeſus, aller Himmel König, Gott iſt mein in Jeſu Chriſt! 6. Nicht mehr ſterblich, nicht verloren ſoll ich ſein, nein, neu gebo⸗ ren, rein für Gottes Vaterland! Halleluja, nicht mehr Sünder, Got⸗ tes Seeunde ſind wir, Kinder, deß iſt uns ſein Geiſt ein Pfand! „Pfand iſt Chriſti Tod und Leben, wenn wir ihm, nicht uns von leben, Siegel unſrer Seligkeit!— Aber Siegel des Gerichtes, wenn wir fliehn den Weg des Lichtes, wenn uns noch die Sünde ſreutt L. ——y————— 8—————y—————————— 179. 27. Juni. Sein Name wird ewiglich bleiben; ſo lange die ewähret, wird ſein Name auf die Nachkommen reie eichen, und werden durch denſelben geſegnet ſein; alle Nationen werden ihn preiſen.(Pf. 2, 17.) Und es ſoll geſchehen, wer den Namen des Herrn anruft, der ſoll ſelig werden.(Apoſtelg. 2, 21. Joel 3, 5.) Welche Freude fuͤr uns, daß er nicht nur Jeſus, Hei⸗ land, hieß fuͤr die Apoſte und erſten Chriſten, nicht nur fuͤr ein Volk oder eine Nation; nicht nur fuͤr ein Jahrhundert, ſondern fuͤr alle Jahrhunderte, fuͤr alle Zeiten und Ewigkei⸗ ten, fuͤr alle Menſchen, ewig, ewig Jeſus, Heiland heißt und bleibt. Wenn wir auch nicht blieben, ſein Name bleibt. Darum wollen wir auch bleiben im Glauben an ſeinen Na⸗ men. Er hat uns errettet, wird uns erretten, weil wir an 19* — 8 . ——— 1———. 34B1RBB 2 1 4 ————————— ñ%———— 4. —ᷣ—ᷣ—jj ͥ‧ ͥͥᷓnᷓ́ńn: —é——yyͤͤͤͤͤͤſſſdſdſdſdſdſdſ 292 ſeinen Namen glauben. Er wird Alle ewig erretten, die ihn anrufen und ihre Kniee vor ihm beugen. Darum verzage nicht, hoffe, hoffe fuͤr dich und fuͤr alle Menſchen. Sein Name bleibt ewig, das heißt: Sein Name wird und muß ſie⸗ gen auf Erden und im Himmel durch alle Ewigkeiten. Lebt dein Herz in der Kraft und in dem Heile ſeines Namens, ſo wirſt du wuͤnſchen und hoffen koͤnnen, wirſt zuverſichtlich be⸗ ten koͤnnen, daß er, der Heilbringende, ja Allen bekannt, von Allen geglaubt, und Allen zur Rettung und Beſeligung werde, fuͤr die er geſtorben iſt. Liebſt du ſeinen Namen und weißt du, was er dir iſt; ſtroͤmt er dir Friede und Gnade zu, ſo oft du ſeiner gedenkeſt, ſo wirſt du dieſes Heil auch allen deinen Bruͤdern, aller Welt goͤnnen, und dich mit innigem Flehen ſehnen nach dem Tage Jeſu Chriſti, wo er herrlich erſcheinen wird in allen ſeinen Heiligen, wo er angebetet wird von allen Zungen. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Herr, ich falle vor dir nieder, ſinge deinem Namen Lieder. Wer, o Tilger meiner Sünden, wer kann deine Lieb' ergründen! O mit welch erhabnem Herzen litteſt du die tiefſten Schmerzen, für mich Armen Schmach und Spott, für mich Sünder Kreuz und Tod! 2. Lob und Dank ſei dir, mein Retter, mein Erbarmer, mein Ver⸗ treter! Meine Sünden willſt du löſen, heilen mich von allem Böſen. Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich ſehn am Kreuze bluten. O vergäß' ich Deiner nie, deiner treuen Liebe nie! 3. Liebe ſchlug dir deine Wunden! das ſoll mich in dunklen Stun⸗ den, wenn mich Angſt und Zweifel drücken, mit erhabnem Troſt er⸗ quicken! Gieb, daß ich und alle Chriſten ſich auf deine Zukunft rü⸗ ſten, daß, wenn heut' dein Tag gleich käm', Keiner, Herr, vor dir ſich ſchäm'! 4. Schaff', o Heiland aller Sünder, dir viel Jünger, viele Kin⸗ der, die dir leben, leiden, ſterben, deine Herrlichkeit zu erben! Komm, die Juden und die Heiden, großer Hirte! bald zu weiden; daß Ein Hirt und Eine Heerd' bald aus allen Völkern werd' 4 ia den + en. 8 2 und muß a; 3 Namaz 1 werſchlih. V 1 Zäligang ud — nen udns 1— Gnade T 1 R ac *) mt inin EA bekann — vo a hm = mgebettih = Namu bi e ergrinden! 1 T X rer nen! 1 en alln hut 82 Krrre l n ni Sdunken ei à brs nen Tuſt 4 1 ſe luu 8 re hen, mi b lWr, viel 1 uz ben Am 2 n 1f 4 r ſh Sgheim 4 293 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirſt du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich ſehn und ewig ehren! Halleluja! welche Freuden ſind die Früchte deiner Leiden! Halleluja, ewig lebt, wer ſein Herz zu dir erhebt! I. 180. 28. Juni. Laſſet uns laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet iſt. Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerſtanden über dem Kämpfen wider die Sünde.(SHebr. 12,1. 4.) Verflucht ſei, wer des Herrn Werk läſſig treibt.(Jer. 48, 10.) So ſprach der Herr durch Jeremia, da er zum Kampf gegen die Moabiter aufforderte; verflucht ſei, der ſein Schwert aufhaͤlt, daß er nicht Blut vergieße— Moab muß zerſtoͤret und ihre feſten Staͤdte erſtiegen werden— ſpricht der Koͤnig, welcher heißt der Herr Zebaoth. Iſt dem Herrn an der Zerſtoͤrung der Moabiter ſo viel gelegen und fordert er dagegen ſo ſehr zum Kampfe auf; wird ihm nicht noch viel mehr angelegen ſein, daß die Moabiter in dir, das iſt Alles, was dir die Ruhe und den Frieden der Seele ſtreitig macht, Alles, was nicht dem Herrn anhaͤngt, was Fleiſch und Welt⸗ ſinn heißt, zerſtoͤret und das Reich des Herrn in dir aufge⸗ richtet werde. War jeder verflucht vom Herrn, der nicht blutig kaͤmpfte, ſondern laͤſſig war gegen Moab: wirſt du Segen ererben, wenn du laͤſſig biſt im Kampfe gegen Welt und Suͤnde, gegen Fleiſch und Blut, das alle Augenblicke deine Grenzen beunruhigt, vielleicht gar dein Land, dein In⸗ neres eingenommen hat und dich beherrſchet. Dagegen mußt du das Schwert des Herrn und den Schild des Glaubens er⸗ greifen und kaͤmpfen ohne muͤde zu werden, bis Ruhe im Lande, bis Moab zerſtoͤrt und die Feſtungen des Satans er⸗ ſtiegen und geſchleifet ſind. Laͤſſigkeit, Traͤgheit bringt Fluch; ——ÿÿ⅓⅛⅓——— 294 ernſter Kampf, unermuͤdeter Lauf im Kampfe bringt Segen, Heil und Frieden. Hoͤre den Paulus, wie er die Hebraͤer ſchilt, daß ſie ſchon den Muth ſinken ließen, ſchon muͤde wer⸗ den und die Waffen niederlegen wollten, da ſie doch noch nicht bis aufs Blut gekaͤmpfet, noch keinen rechten Ernſt bewieſen haͤtten. So lange ein Moabiter, ein Feind deines innern Friedens, in deinem Herzen lebt, darfſt du die Waffen nicht niederlegen. Laͤſſigkeit iſt der Weg zur Hoͤlle; ernſter Kampf der Weg zum ewigen Frieden. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. Oder: Erquicke mich, du Heil. 1. O werdet doch des Kampfs nicht müde, weil man den Leib der Sünde trägt. Ob mancher Feind gleich von uns ſchiede, ſo ſind darum nicht all' erlegt. Seid ſtets bereit zu neuem Streite, verſtärket euch von jeder Seite. 2. Laßt euch die Mühe nicht verdrießen, dies Wort der Warnung oft zu ſehn; ein wenig Brod recht gut genießen, giebt Kraft den weit⸗ ſten Weg zu gehn. Man ſieht nicht gleich ſein eigen Weſen; man muß es oft bedachtſam leſen. 3. Der Blöde wird Ermuntrung finden, was ihm die falſche Furcht benimmt; dem Leichtſinn wird die Hoffnung ſchwinden; und was noch in der Trägheit glimmt, das wird in neue Kräfte gehen, und jeder für ſich etwas ſehen. 4. O daß doch alles munter liefe, was von dem Herrn ergriffen iſt! Die Töchter Zions nicht mehr ſchliefen! o merkten ſie des Fein⸗ des Liſt! Auf! auf! der Bräutigam iſt nahe, daß jeder ſeinen Lohn empfahe! — 181. 29. Juni. Dulden wir, ſo werden wir mit herrſchen.(2 Lim. 2,12.) Die Liebe duldet alles.(1 Cor. 13,7.) Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem al⸗ len.(pſ. 34, 20.) Freuet euch, daß ihr mit Chriſto leidet. G Petr. 4,13.) Nehmet euch zum Exempel das Leiden und die Geduld der Propheten.(Jac. 5, 10.) —— = Ernſt bai — Waffa 1 (— ernſter za nic, du bll Enm da tit 1e, ſo ſid im 3„ 1= verſiittn 6³☚tt de Bm Knaft am Ween u ü r die falce et 61 ☚σ; ud un ft In, und jni d4 hern afi 3 en ſie deßß u der ſeired tM chen. a4. 295 Der Chriſt iſt zum Leiden auf dieſer Welt beſtimmt, (i Theſſ. 3, 3.) wie ihm dort im andern Leben ewige Freude und Wonne beſtimmt iſt. Laſſet euch alſo die Feuerprobe nicht befremden, als widerfuͤhre euch etwas Seltſames; freuet euch vielmehr, des Kreuzes Chriſti und der Gemeinſchaft ſei— ner Leiden theilhaftig zu werden, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung und Verherrlichung eures gekreuzigten Meiſters Freude und Wonne haben möget.(1 Petr. 4,12. 13.) Wer hier aus dem Leidenskelch trinkt, wird dort auch von dem Freu⸗ denweine trinken. Wer ſich die Freude und Herrlichkeit, die den frommen, glaͤubigen Duldern dort bereitet iſt, recht leb⸗ haft denken und ſie immer im Auge haben koͤnnte, dem wuͤr⸗ den Zentnerlaſten des gegenwaͤrtigen Leidens kaum wie ein Sandkoͤrnchen erſcheinen gegen die himmelhohen Berge der Freuden Gottes. Er wuͤrde ſich ſchaͤmen, ein Sandkoͤrnchen zu ſcheuen, uͤber eine ſolche Kleinigkeit nicht wegkommen zu koͤnnen; er wuͤrde in das Lied des Apoſtels(2 Cor. 4,17. 18.) einſtimmen und ſich ſogar der Truͤbſal ruͤhmen, weil Truͤbſal Geduld bringet, Geduld Erfahrung, Erfahrung Hoffnung und Hoffnung nicht zu Schanden werden laͤßt.(Roͤm. 5, 3. 4.) Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Ringe recht. 1. Dulde, Chriſt, des Lebens Leiden, dich dem Heiland ganz zu weihn. Beſſer ſind ſie oft als Freuden, als des Glückes Sonnenſchein. Ob ſie noch ſo ſchwer dich drücken, ſind ſie doch für dich Gewinn. Dulden führet zum Entzücken; Schmerz führt dich zur Wonne hin. 2. Duldend lernſt du Gott vertrauen; ſelbſt die Engel freun ſich dein; lerneſt Andere erbauen und dich ſelbſt dem Himmel weihn. Flücht'gem Schmerze folgt die Krone, kurzem Kampfe ew'ger Sieg. Zu der treuen Zeugen Lohne führet Gott durch Leiden dich. 3. Wird nicht Gold bewährt durchs Feuer, Glas durch Hitze klar und rein? So wirſt du von Fehlern freier, beſſer durch des Leidens Pein. Du haſt Jeſum dann zum Freunde, wirſt den Heil'gen ähnli⸗ cher, ſtärker ſelbſt als deine Feinde, deinen Lieben lieblicher. 296 4. Hoff' in deinem ganzen Leben auf den Herrn, ſei fromm und klein! Beuge dich, ſei Gott ergeben, ſo gehſt du zur Ruhe ein! Sei mit wenigem zufrieden, handle recht und rede wahr, ſo findſt du den ew'gen Frieden, und biſt ſelig immerdar. Adversa Mundi tol. Th. v. Kempis. — 182. 30. Juni. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Le⸗ ben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. (Joh. 14, 6.) Viele Wege, aber nur ein wahrer Weg— viele Worte und wenig Wahrheit; viel Schein und wenig Weſen und Le⸗ ben unter den Menſchen, weil Chriſtus ſo wenigen Alles in Allem iſt. Man will nicht ganz und allein in Chriſto ſtehen, aus Furcht, man muͤſſe in ihm wandeln— den Weg, der er ſelbſt iſt und den er gegangen. Man lernt die Worte, ohne die Wahrheit zu ergreifen. Man redet von der Wahrheit, aber wandelt nicht in der Wahrheit. Man will Chriſtum zum Troſte auf der Zunge haben, aber nicht als ſein Leben und Weſen im Herzen. Fern, daß dies Chriſtenthum ſei. So kommt man nicht zum Vater, ſo geht man nicht ins Le⸗ ben, weil man den wahren Weg, die Wahrheit und das Leben nicht hat, nicht in ihm ſteht und geht, das Leben nicht in ſich, ſondern blos auf der Zunge und in der Einbildung hat. Eine eingebildete Reiſe, ein unbetretener Weg fuͤhrt uns nicht zum Ziele. Iſt Chriſtus dein Weg, ſo wandle ihn, ſonſt kommſt du auch mit ihm nicht weiter. Iſt Chriſtus deine Wahrheit, ſo laß ſie dich frei machen von der Suͤnde(Joh. 8, 32. 36.); denn das kann ſie, das will ſie, das muß ſie, ſonſt wirſt du nicht frei und kommſt nicht zum Vater. Iſt Chriſtus dein Leben, wo lebt er denn? in dir? und du durch ihn? wo nicht, ſo biſt du lebend todt und wirſt den Vater nicht ſehen. So S. vel Ur 8 beſen wi ſde igen Alin = Wa w. „— Worte mrer Vüt N yill Gir ni als ſin be 3 W ſterchmſ t rnictist ˖l d das e 5(₰☛ uittuſt in Enu hat 5 ſl iictin e Eſonſt emi 6 Sutr d eS) d ſ Mift d rt G di tn i Sente, rHfthe. 297 ergreife denn das ewige Leben und wandle den Weg der Wahrheit, auf daß du durch den Sohn zum Vater kommeſt. Mel. 25. Wer Ohren hat, zu hören. Oder: Befiehl du deine Wege. 1. Aus irdiſchem Getümmel, wo Glück und Luſt vergeht, wer iſt mein Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung ſteht? Wer ſpornet unſer Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt: Jeſus Chriſt. b 2. Wenn Irrthum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir gelangen zum wahren Lebens⸗Licht? Getroſt! es ſtrömt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron, denn Chriſtus iſt die Wahrheit, der Eingeborne Sohn. 3. Wer ſchenkt in Noth und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einſt der Morgen tagt? Wer ſtillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh'? Heil! Chri⸗ ſtus iſt das Leben, führt uns dem Vater zu.* Adt. ————y—— 183. 1. Juli. Sei getroſt und unverzagt, fürchte dich nicht und zage nicht! Chron. 23,18.) Ich ſprach in meinem Za⸗ gen: Ich bin von deinen Augen verſtoßen; dennoch hörteſt du meines Flehens Stimme, da ich zu dir ſchrie. (ſ. 31,23.) Merke auf mich und erhöre mich, wie ich ſo kläglich zage und heule.(Pſ. 55, 3.) Zage, wenn du nicht anders kannſt; nur verzage nicht. (Hebr. 12, 5.) Die Propheten zagten und heulten, wie obige Verſe beweiſen, aber ſie jauchzten auch wieder; den Apoſteln ward bange, aber ſie verzagten nicht.(2 Cor. 4, 8.) Der Hei⸗ land fing an zu trauern und zu zagen,(Matth. 26, 37.) aber uͤberwand und ging entſchloſſen ſeinen Moͤrdern entgegen. Die Heiden muͤſſen verzagen.(Pſ. 45, 7.) Die Unglaͤubigen, die keinen Gott haben, aber die Chriſten nicht. Es kommt wohl manchmal ſo weit, daß ſie Gottes Schrecken leiden und ſchier verzagen.(Pſ. 88, 16.) Aber der Herr troͤſtet ſie, wenn 298 ſie muͤde werden, daß ſie nicht verzagen.(Sir. 17, 20.) Die aber ihre Hoffnung und ihr Vertrauen ſo ganz fallen laſſen oder wegwerfen, daß ſie nicht mehr glauben, was Gott in ſeinem Worte verheißen hat, und alſo von Gott abfallen, im geiſt⸗ lichen Kampfe unterliegen und dem Feinde den Platz laſſen, deren Theil wird ſein im Schwefel⸗Pfuhl.(Offenb. 21, 8.) Dar⸗ um muß ein Chriſt, wenn es noch ſo ſchlimm ausſieht, ſich der Schwermuth oder Verzagtheit nie gefangen geben; er mag heulen mit David, er mag winſeln und klagen vor Gott, wie Jeremias, aber nur die Hoffnung nicht aufgeben: denn Huͤlfe kommt gewiß, wenn man nicht verzagt, nicht ablaͤßt mit Gebet und Flehen, Hoffen und Harren. Schien es doch den Geliebteſten Gottes oft, als haͤtte ſie Gott verſtoßen und als waͤre es ganz und gar aus mit ſeiner Barmherzigkeit, als kaͤme keine Huͤlfe mehr; verzog doch der Herr auch bei ihnen ſo lange, daß ſie kaum mehr aushalten konnten— aber end⸗ lich, endlich kam die Huͤlfe, der Troſt, die Kraft dennoch und ſie waren deſtomehr erfreuet. Es mag alſo die Urſache dei⸗ nes Zagens ſein, welche ſie wolle: Leiden, Ungluͤck, Verfol⸗ gung, oder Verſuchung, oder Schwachheit des Fleiſches, die du ſo gern uͤberwinden moͤchteſt und nicht uͤberwinden kannſt— verzage nicht, harre, hoffe ſo lange, bis Huͤlfe kommt; ſie kommt gewiß, und ſollteſt du bis ans Ende kaͤmpfen und har⸗ ren muͤſſen. Denn giebſt du dich der Verzagung preis, ſo weißt du ſchon, wohin du gehoͤrſt, ſo biſt du gewiß verloren. Aber ſo lange du noch harreſt, ſo lange iſt noch Hoffnung der Rettung und deine Seligkeit moͤglich. Mel. 24. Ach, wie tief biſt du gefallen. 1. Soll ich denn nun immer zagen? keinen heitern Blick mehr wa⸗ gen? Ninmſt du deinem müden Dulder keine Laſt von ſeiner Schul⸗ ter? Schickſt du, Gott, zu dem ich ſchreie, keinen Tag, wo ich mich freue? wird mir keine Hülfe mehr? Schickſt du keinen Engel her? —————— zusſiht 1 * In gtben 1en ver e fgeben 1 nuit aic chien a ¹ Werfuſar erjigkeit i dm uch bein 1— cha dennohn Urſecen iſches, in Rrn kmi- 8 konnt 1 fen und ſr 4 8 eoffaun d tr itntn AE frr es nt 2 wo in 3 lic, Iit ng, di aim en Ernie 299 2. Doch ich fühl, daß ich mich irre, wenn ich ungeduldig girre, viel zu ſchwer die Laſten ſchätze, kein Vertrauen in dich ſetze, deiner Liebe Wunderthaten ſo, als wär' ich unberathen, mir aus meinem Auge rück', nur auf meine Leiden blick'. 3. Vater, ach verzeih' dem Kinde meiner vielen Zweifel Sünde, meinen Unmuth, wenn ich leide; hilf, daß ich ihn ganz beſtreite, von der Noth gebeugt, im Staube noch an deine Liebe glaube, vor dir nie⸗ derſinken lern', denn du biſt mir niemals fern. 4. O ich darf dich Vater heißen, ja, ich werd' dich ewig preiſen, dich, der längſt in Lieb' entbrannte, ſeinen Sohn dem Sünder ſandte, der in ſeinem Elend thränet. Du, durch ſeinen Tod verſöhnet, dort am Kreuz auf Golgatha, du, du biſt mir Schwachen nah! 5. Kann ein Vater was verderben an dem Kinde, an dem Erben? Kann die Liebe was verſäumen? Nein, das ſollte mir nicht träumen. Du gehſt nicht vor mir vorüber; machſt durch Leiden dir mich lieber, zieheſt auf der Dornenbahn meines Heilands Bild mir an! 6. Jeſus Chriſtus, dein Geliebter, einſt bis in den Tod Betrüb⸗ ter, blieb in ſeinen Marterſtunden überdeckt mit Blut und Wunden. Sollt' ich mich denn nicht bequemen, ſeinen Kelch von dir zu nehmen? Denn ein ſolcher Leidensſtand iſt des Himmels Unterpfand. G. Schöner. ——— ————————————— 184. 2. Zuli. Und nun, Kindlein, bleibet in ihm, damit, wenn er erſcheinet, wir Zuverſicht haben, und nicht zu Schanden werden vor ihm bei ſeiner Zukunft. Joh. 2, 28.) Wer ſeine Gebote hält, der bleibet in ihm, und Er in ihm. Daß er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geiſte, den er uns gegeben hat. Soh. 3,24. u. 4, 13.) Wer böſe iſt, bleibet nicht vor dir.(Pſ. 5, 5.) Wer zu⸗ rücktritt und bleibet nicht in der Lehre Chriſti, der hat keinen Gott.(2 Joh. 9.) Das Kommen zu Jeſu, und ſein in Jeſu, iſt noch nicht Alles; wer da bleibet in ihm bis ans Ende, der wird ſelig. 300 Wenn Einige etwas von der Naͤhe Jeſu gekoſtet haben, ſo halten ſie ſich ſchon fuͤr ewig geborgen, werden ſicher und ſtolz, oder kalt, endlich gar lau; und anſtatt in Jeſu zu blei⸗ ben, bleiben ſie in der Einbildung, in der falſchen Zurechnung ſeiner Gnade und Gerechtigkeit, oder in dem eitlen Ruhme, Jeſum einmal gehabt und erfahren zu haben. Bleiben, ſagt Johannes, bleiben ſollt ihr in ihm. Fortwaͤhrend ſollet ihr ſeiner theilhaftig ſein. Alle Tage ihn in euren Herzen erfah⸗ ren, ihn immer nahe haben; den Glauben, die Liebe, die Gemeinſchaft mit ihm taͤglich erwecken, erneuern und immer lebendig bruͤnſtig zu erhalten ſuchen. Dazu gehoͤrt das un⸗ ablaͤſſige Gebet, das Jeſus und Paulus ſo ſehr empfiehlt, das auch Alle, die in Jeſu geblieben ſind, treu geuͤbt haben. Ach, man iſt wohl bald erweckt und freuet ſich des Kommens Jeſu in ſein Herz; aber man haͤlt ihn nicht feſt und bleibet nicht in ihm. Man hat den Schatz gefunden, bewahret ihn aber nicht; man will nicht Alles fuͤr ihn hingeben; man moͤchte Jeſum und die Welt zugleich mit ihm behalten; moͤchte ſinnliche Freuden, Ehre, Guͤter neben ihm genießen, moͤchte in Jeſu und zugleich in ſich ſelber bleiben. Das geht aber nicht; bleibſt du in dir und in deinem alten Weſen, ſo bleibt Jeſus nicht in dir. Du mußt von dir ausgehen, dich ſelbſt gaͤnzlich verleugnen, deinen alten Menſchen ans Kreuz ſchla⸗ gen, oder du kannſt nicht Jeſu Juͤnger ſein, nicht in ihm bleiben.— Mel. 87. Wie herrlich iſt's, ein Schäflein. 1. Nun Kindlein bleibt an Jeſu Mutterherzen und drückt euch feſt an dieſe zarte Bruſt; ſie giebt euch Ruh' in Seel⸗ und Leibes⸗Schmer⸗ zen; ſie ſtillet euch mit reiner Himmelsluſt. Kommt nur, die ihr an veiun gläubt, getroſt herbei! er macht euch frei; drum Kindlein eibt! 2. Nun Kindlein bleibt bei ihm; er bleibt euch ſtehen, wenn aller Kreaturen Troſt zerrinnt; wenn Erd' und Himmel wird im Feu'r zer⸗ hrban ſ ſcha 1 — Feſu zuli l rreten tlen Rähme G Jliben, 4 tAnd file t 1e kerzn efß 11) Lice d 1a und im 1 oͤrt dan ſ=mfiit teibt hehn es Konn d ud la d ewahrt ir 8 K-zbben, u m= keen) nh n am zzen, nt „I ber⸗Strn i Nrt deeirs n m Kinln 1, mu 301 gehen, und alle Welt mit ihrer Luſt verſchwindt; wenn Gott das Götzenvolk zerſtäubt, wie leichte Spreu, ſteht er euch beiz drum Kind⸗ lein bleibt! 3. Nun Kindlein bleibt, wo könnt ihr's beſſer finden, als eben hier bei dieſer Lebensquell', die tränket euch und reinigt euch von Sünden, erfreuet euch am Geiſt, an Leib und Seel'. Ja, dieſes Lebensbrod vertreibt die Hungersnoth; erhält im Tod; drum Kindlein bleibt! 4. Nun Kindlein bleibt in ihm, daß er euch ſchmücket mit reiner Seide der Gerechtigkeit, der euch bereits das Siegel aufgedrücket, daß er euch kennt und ihr die Seinen ſeid; der euch ſein treues Herz ver⸗ ſchreibt mit eignem Blut. O welch ein Gut! Drum Kindlein bleibt! 5. Nun Kindlein bleibt in Jeſu ſüßer Liebe, bis euch die Flamme ganz durchdrungen hat; ach, laßt hinfort dem, was vom Sünden⸗ Triebe noch in euch iſt, nicht die geringſte Statt. Wem Jeſus ſich ganz einverleibt, der hat das beſte Theil erwählt; drum Kindlein bleibt! 6. Nun Kindlein bleibt in ihm in Kreuz und Leiden! Ging er, der Sohn, doch ſelbſt den Dornenpfad; drum will er euch das Reich auch ſo beſcheiden, wie es der Vater ihm beſchieden hat. Wer nun den Sündenleib betäubt, bei Schmach und Hohn, empfängt die Kron'. rum Kindlein bleibt! 7. O Kindlein bleibt mit Wachen, Flehn und Beter in eurem al⸗ lerbeſten Seelenfreund; ſo könnt ihr dann mit Freuden vor ihn treten, wenn er in ſeiner Herrlichkeit erſcheint; wenn er im Fluche von ſich treibt die ſichre Welt, bleibt ihr bei ihm. Drum Kindlein bleibt! 8. Nun Kindlein bleibt in ihm mit ſtillem Herzen, ſo nimmt der innre Menſch beſtändig zu; denn die Zerſtreuung macht euch lauter Schmerzen, und läßt die arme Seele nie in Ruh'; wer aber ſeine Zeit vertreibt im ſtillen Geiſt, hat Fried' und Freud'. Drum Kindlein bleibt! 9. Nun Kindlein bleibt in Jeſu Wundenhöhle; dies Plätzchen faßt ins Aug' beim letzten Stoß; da, da hinein ſchickt eure theure Seele; ſo finden wir uns dort ins Vaters Schooß. Herr, hör', was meine Schwachheit ſchreit, ruf ſelbſt den Deinen zu: O Kindlein! Kindlein! bleibt! L. Laurenti. — 185. 3. Juli. O daß ich wäre wie in den vorigen Tagen, da mich Gott behütete; da ſeine Leuchte über meinem Haupte ſchien, und ich bei ſeinem Lichte in Finſterniß ging, wie zur Zeit meiner Jugend, da Gottes Ge⸗ heimniß über meiner Hütte war.(Hiob 29, 2— 4) Wir harren aufs Licht, ſiehe, ſo wirds finſter; auf Schein, ſiehe, ſo wandeln wir im Dunkeln.(Jeſ. 59, 9.) Das Volk, ſo im Finſtern wandelt, ſiehet ein großes Licht, und über die da wohnen im Finſtern, ſcheinet es helle. Jeſ. 9, 2.) Die Wege des Herrn, die er die Seinen fuͤhrt, ſind oft ſehr dunkel, daß man kaum einen Schritt vor ſich ſieht und nicht weiß, wo man hintreten ſoll. Schwarze Nacht umgiebt die Seele von allen Seiten, kein Sternlein leuchtet— Sonne und Mond ſind untergegangen; der Weg rauh, uneben und gefaͤhrlich; da denkt man, wie Hiob, an die vorigen Tage und Jahre der ſchoͤnen herrlichen Erleuchtung, wo man wie am hellen Tage im Lichte, in der Sonne der Gerechtigkeit wan⸗ delte, und wo man auch in der Finſterniß noch Licht genug hatte, um freudig und ſicher zu wandeln. Aber Hiob mußte doch durch dieſe Nacht, und der Herr fuͤhrte ihn auch durch.— Hiobs Gott iſt auch dein Gott— uͤberlaß dich nur ihm, halte dich im Glauben, wenn du nichts ſiehſt, an ſeiner ver⸗ borgenen Hand feſt.— Sie haͤlt dich, wenn du ſie gleich nicht ſpuͤrſt; ſie laͤßt dich nicht. Und wenn du auch mit Je⸗ ſaia ſagen mußt: Wir harren aufs Licht, ſo wird's dun⸗ kel— ſtatt des erharrten Lichtes froh zu werden, dricht im⸗ mer mehr Finſterniß herein; ſo ſei doch unverzagt: denn das Volk, das im Dunkeln wandelt, ſieht ein großes Licht, wenn es nur im Glauben verharret. Der Herr iſt geſtern und —,— 1 tt a 1 1 9 1 3 G 1 4 1 m c 6 — hrt, ſud D ſch ſihtn acht uui t— Sm ucben r cen Taew nan wim ſdigkeit de⸗ Licht gm &₰ H’ob mi Aich durc- ch mih ſäiner ie muu ſe git a cuch ni“ 1 wirde 2 ☛., drictir V S: den d „Tächt, ur a gim 303 heute und in Ewigkeit derſelbe— wie er war in der Jugend meines Glaubens, da ſein Geheimniß uͤber meiner Huͤtte war, ſo iſt er jetzt noch, wenn jetzt gleich nur Finſterniß meine Huͤtte bedecket; er aͤndert ſich nicht— er bleibt die Liebe, Treue und Wahrheit, in der Nacht, wie am Tage, beim Sturme, wie beim ruhigen heitern Sonnenſchein. Aendere du nur deinen Glauben, deine Zuverſicht nicht. Er aͤndert ſich nicht. Mel. 122. Hüter, wird die Nacht. 1. Ach, was wollt ihr trüben Sinnen, doch beginnen? traurig ſein hebt keine Noth. Es verzehret nur die Herzen, nicht die Schmerzen, und iſt ärger als der Tod. 2. Sich in tauſend Thränen baden, bringt nur Schaden und ver⸗ löſcht der Jugend Licht. Unſer Seufzen wird zum Winde; wie ge⸗ ſchwinde ändert ſich der Himmel nicht? 3. Heute will er Hagel ſtreuen, Feuer dräuen; bald gewährt er Sonnenſchein. Manches Irrlicht voller Sorgen wird uns morgen ein bequemer Leitſtern ſein. 4. Auf, o Seele! du mußt lernen, ohne Sternen, wenn das Wet⸗ ter tobt und bricht, wenn der Nächte ſchwarze Decken dich erſchrecken, dir zu ſein ein eigen Licht. 5. Du mußt dich in dir ergötzen mit den Schätzen, die kein Feind zu nichte macht; die kein falſcher Freund kann kränken mit den Ränken, die ſein leichter Sinn erdacht. 6. Von der ſüßen Koſt zu ſcheiden und zu meiden, was des Troſtes Trieb begehrt, ſich in ſich ſtets zu bekriegen, und beſiegen, iſt der be⸗ ſten Krone werth. Ch. Hoffmann. ————y———————ü— 186. 4. Juli. Und des Mondes Schein wird ſein wie der Son⸗ nenſchein, und der Sonnenſchein wird ſiebenmal heller ſein, denn jetzt; zu der Zeit, wenn der Herr den Schaden ſeines Volkes verbinden und ſeine Wunden heilen wird.(Jeſ. 30, 26.) Deun ſo das Amt, das die Ver⸗ 304 dammniß(das Geſetz, welches verdammt) prediget, Klarheit hat, wie vielmehr hat das Amt,(des Evan⸗ geliums) das Gerechtigkeit verkündiget, iberſchweng⸗ liche Klarheit.(2 Cor. 3, 9.) Sie haben im alten Bunde wohl auch Licht gehabt; denn der Meſſias, Jeſus, leuchtete in allen Jahrhunderten, doch war dort nur erſt die Daͤmmerung, die Morgenroͤthe, jetzt aber im neuen Bunde leuchtet die Sonne im vollen Mittage. Seitdem wir ihn, Menſch⸗geboren, am Kreuze haͤngend geſe⸗ hen, auferſtanden, zur Rechten Gottes ſitzend wiſſen, ſeitdem er mit Feuer und Geiſt taufet, iſt es doch ganz anders; und wir ſehen am Kreuze mehr, als die Iſraeliten an der ehernen Schlange. Vor Zeiten redete Gott wohl auch mit den Men⸗ ſchen, aber nur durch ſeine Knechte; jetzt redet er mit uns durch ſeinen Sohn. Das geht beſſer zu Herzen. Denn ſeine Kreuzespredigt iſt doch das herrlichſte, was man ſich auf der ſuͤndigen Erde wuͤnſchen kann. Wenn der gekreuzigte Sohn zum Himmel ſchreiet: Vater, vergieb ihnen, denn ſie wiſſen da unten nicht, was ſie thun!(ſonſt haͤtten ſie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuziget.—) Wenn der Wie⸗ dererſtandene uns ſeine Wunden zeigt und ſagt: Der Friede ſei mit euch! Nehmet hin den heiligen Geiſt! ſo iſt's doch ganz anders, als wenn Moſes ſpricht: Verflucht ſei, wer nicht Alles haͤlt, was im Geſetze geſchrieben iſt! Vom Kreuze Jeſu ſtrahlt uns alſo das hellſte, erfreulichſte Licht in unſre Herzen, denn es bringt Gnade, Friede, Gerechtigkeit und Freude mit ins Herz; da hingegen Moſis Laterne nur die Schulden und Verbrechen aufſucht, das Gericht und die Hoͤlle beleuchtet, um uns zu erſchrecken— doch auch heilſam, uns dadurch zum Kreuze zu treiben. Darum danken wir fuͤr beides; bleiben aber nur beim Kreuze— bis wir ihn eohen werden wie er iſt. Was wird's dann fein?! *F emdthe 8 ¹uan 8 A hänged 6 iſſen, ſite anders, n el an der ehen ·— miit da N 6t—t er miu 1 zen. d te munhe 8 gehn gi nen, dai ( Püütten ſe — an da d mS: Der di (p iſ iſsw („utt ſi, r der. Vom dh di Mücht ur , Gtigtct ot ere 1 ud d. S H yeiſm, 1 u G km ni 305 Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Schon deines Namens. 1. Als Moſes in die Felskluft trat und um den Gnaden⸗Anblick bat, ſo kam der Herr zu ihm heran und fing die große Predigt an.— Er ſprach: Der Herr iſt, merket's euch, barmherzig, gut und gnaden⸗ reich, voll unermeßlicher Geduld, und ewig treu und voller Huld. 2. Sein Wohlthun geht auf tauſend Glied, und wo er Sünden⸗ Elend ſieht, da zeigt ſich erſt, wie ſehr er liebt und Sünd' und Miſſe⸗ that vergiebt. Vor ihm iſt Keins von Sünde rein, ſo, daß wer nicht will Sünder ſein, das iſt, ſich für unſchuldig hält, dadurch in größre Strafe fällt. 3. So ſprach der Herr, und dieſes drang dem Moſes durch ſein Herz, er ſank fußfällig vor ihm hin und bat noch brünſtiger um Troſt und Gnad'.— Er ſchrieb die Predigt Gottes auf und ſetzte ſein Ver⸗ trauen drauf, daß es der Herr gewiß erfüllt und ſeinen großen Kum⸗ mer ſtillt. 4. Bei unſerm evangel'ſchen Licht kann man in Jeſu Angeſicht weit heller noch, als dort geſchehn, den Abgrund des Erbarmens ſehn. Wir ſehn, wie er vom Throne kam und unſer Fleiſch und Blut an⸗ nahm, und in die tieſſte Noth verſank, ja in des Todes Rachen ſprang. 5. Da wird uns erſt die Predigt klar, die damals Moſis Troſtlicht war, da ſtrahlt in unſer Herz hinein der Liebe Gottes heller Schein.— Da wird die Seele ſo erquickt, daß aller Kummer, der uns drückt, dem heil'gen Freudengeiſte weicht; da wird uns alle Mühe leicht. Rchl. —————————— 187. 5. Zuli. Der Herr Zebaoth iſt mit uns, der Gott Jakobs iſt unſer Schutz.(Pſ. 46, 12.) Iſt Gott für uns, wer mag wider uns ſein? Wer will die Auserwählten Gottes anklagen(beſchuldigen)? Gott iſt's, der ſie gerecht macht.(Roͤm. 8, 31— 33.) Wer in Gott ſteht, der ſteht feſt und ſicher, unbeweglich wie ein Fels im Meere, den alle Fluthen und Wogen nicht von der Stelle bringen und wankend machen koͤnnen. Die 20 72 306 Auserwaͤhlten, die der Herr von der Welt erwaͤhlet und ihnen das Siegel des heiligen Geiſtes aufgedruͤckt hat, daß ſie ſein Eigenthum ſind, die durch das Pfand des Geiſtes Gottes wiſſen, daß ſie Kinder Gottes ſind, weil ſie von ſeinem Geiſte getrieben werden, weil ſein Geiſt ihrem Geiſte Zeugniß von dieſer Kindſchaft giebt; dieſe Auserwaͤhlten, die ſich dem Herrn ganz hingegeben haben, unbedingt, ihm zu leben und zu ſterben, ſind unantaſtbar, Gott bewahrt ſie wie ſeinen Augapfel. Weder Welt noch Teufel koͤnnen ſie beſchuldigen oder verklagen; denn Gott nimmt ſich ihrer an, Gott verthei⸗ digt ſie und nimmt ſie in Schutz; wer will gegen ihn auf⸗ kommen und beſtehen? Sie fuͤrchten Niemand, wer koͤnnte auch denen etwas anhaben, die Gott bedeckt und ſchuͤtzt? Und daß ſich's Gott angelegen ſein laͤßt, ihr Hort, ihre Burg, ihre Zuverſicht und Feſtung zu ſein, wiſſen ſie ganz gewiß daraus, daß er ſogar ſeines eignen Sohnes nicht ſchonte, ſon⸗ dern ihn fuͤr ſie opferte. Wer das erkennt, wem das im Lichte Gottes offenbar und ins Herz geſchrieben iſt: Gott hat fuͤr dich, ja fuͤr dich ſeines Sohnes nicht geſchonet, ſondern ihn fuͤr dich hingegeben! der kann nicht mehr wanken im Vertrauen, in der Zuverſicht zu ſeinem Gott. Was will ich mehr? denkt er. Ich habe ja ſchon ſo viel von Gott, daß ich nicht mehr erhalten kann. Wie faſſe ich, wie genieße ich dieſes Alles, was ich bereits habe? Gottes Sohn iſt mein! Herz, erweitere dich! wie kannſt du dieſe Gabe faſſen? Wer nun dieſes Geſchenk recht zu halten und zu bewahren verſteht, dem iſt nicht bange, Alles, was er ſonſt noͤthig hat, zu er⸗ halten; ja er hat und findet in dem Einen ſchon alles Andere. Nur ſei jeder darauf bedacht, daß er ihn habe, und nicht nur fich einbilde, Theil an ihm zu haben. Wer den Sohn hat, der hat auch den Vater fuͤr ſich und in ſich. Und der kann mit Paulus ſagen: Ich bin gewiß ꝛc.(Roͤm. 3, 38.) 5 dj ſn 1 ſie einem Ge iß 8 zaui 1 9 die ſi ſch d 1 zu leben 4 e wie ſinn m beſchudn b er Fott ver vete 71 zen ihn 5 e werx— V ct ſchützte h * ihre 8 ſe gnn gri 8 ſchonte ri a ſt. Gott tutt, ſodn t wankaxi hot Jas vili vi Gott Ni ich e geniſei tte= iy it ni G 3 iſen? F. a taftt n X. hat, 1 EM a Ardan „ d uictm n n 4 kem 307 Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du verbrochen. 1. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, die des Höchſten Thron umgeben, noch Teufel, noch Gewalt ‚noch Feind und Leiden, von Gott mich ſcheiden. 2. Der Ewige, der über Sonnen thronet, hat für mich ſeines Soh⸗ nes nicht verſchonet, voll Huld hat er, damit wir Alle leben, ihn hin⸗ gegeben. 3. Wie ſollt' er nun, wenn uns die Sünden kränken, mit Jeſus uns nicht Alles, Alles ſchenken? Ja Alles, o des Wunders von Er⸗ barmen! ſchenkt er uns Armen! 4. So knieet denn, Erlöſte, theure Brüder, voll heißen Danks vor ſeinem Throne nieder, ihm Alles, was wir haben, unſer Leben, ganz zu ergeben. 5. Hier ſind wir, Gott, du ſchenkteſt uns Verlornen das Liebſte, Jeſum, deinen Eingebornen, und wir, wir bringen dir voll reinſter Triebe ein Herz voll Liebe. Münter. —-— ——————————— 188. 6. Juli. Wenn man von Herzen glaubt, ſo wird man ge⸗ recht, und wenn man mit dem Munde bekennt, ſo wird man ſelig.(Roͤm. 10,10) Denn wenn wir muthwil⸗ lig ſündigen, nachdem wir die Erkenntniß der Wahr⸗ heit erlangt haben, ſo iſt uns kein Opfer mehr für die Sünde übrig, ſondern es wartet unſer ein ſchreckliches Gericht und ein Feuer⸗Eifer, der die Widerwärtigen verzehren wird.(Hebr. 10, 26. 27.) Viele glauben, und rechnen ſich die Gerechtigkeit Chriſti kuͤhn zu; aber ſie glauben nicht mit dem Herzen, ſondern nur mit dem Munde. Mit dem Herzen glaubt man, der Her⸗ zens⸗Glaube macht gerecht, macht das Herz gerecht, macht das Leben, den Sinn und Wandel gerecht— und mit dem Munde bekennt man, und das macht ſelig, wenn Herz und Mund zuſammenſtimmen. 20˙ Wenn aber dein Mund die Ge⸗ 4 ———— 8 1 3“ 8 8 ————————— ———— * — “ „ 308 rechtigkeit Chriſti bekennt und ſich zurechnet, aber dein Herz die Ungerechtigkeit liebt, ſo wirſt du dich in deiner Rechnung betruͤgen, Gott wird einen Strich durch ſie machen und ſa⸗ gen: Ich kenne dich nicht, weiche von mir, du Uebelthaͤter! Wenn ſich ein ſolcher todter Glaube das Verdienſt Chriſti zu⸗ rechnet, kann er ſich die Hoͤlle, den Zorn Gottes, verdienen. Denn, wer da ſagt: er glaube an Chriſtum, er ſei gerecht durch ihn, und lebt doch freiwillig und ohne Scheu in der Luſt und Liebe zur Welt und Suͤnde; laͤßt ſich von ſeinen Lei⸗ denſchaften beherrſchen, und ergiebt ſich unbezaͤhmt dem Zorn, der Luſt, dem Ehrgeiz, dem Neide, dem Haſſe, dem Geize, der Vergnuͤgungsſucht, zerſtreuenden Welt⸗Freuden, dem Trunke oder der Unmaͤßigkeit, von was immer fuͤr einer Art, der leſe ſein Urtheil(Hebr. 10, 28. 29.). Abraham glaubte, und das ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, weil ſein Glaube Gott gehorſam war. Du glaubſt und biſt ungehorſam, und rechneſt dir ſelbſt es zur Gerechtigkeit, Gott aber wird es dir zur Ungerechtigkeit anrechnen. Denn wem er Gerechtigkeit zurechnet, der hat ſie, der iſt gerecht, wie er auch gerecht iſt. Wie Johannis 1 Br. 3, 7. ſagt: Kindlein, laſſet euch von Niemand verfuͤhren. Wer recht thut, der iſt ge⸗ recht, wie auch er gerecht iſt. Mel. 98. Run danket alle Gott. Oder: Der Herr ſah Petrus. 1. Wie muß, o Jeſus! doch bei falſchen Chriſten⸗Heerden dein hei⸗ liges Verdienſt der Sünde Schutzbrief werden! Man treibet alle Schand' und Greuel ohne Scheu und ſchreit, daß Alles ſchon durch dich gebüßet ſei. 2. Der heißt ein Gläubiger, der nach dem Eitlen rennet, wenn er nur mit dem Mund im Tempel dich bekennet. Die Sünde, die ihn ſchwärzt, ſoll kühnlich dir allein, und was du je gethan, ihm zugerech⸗ net ſein. 3. Er trotzt auf dieſen Wahn ,als auf den wahren Glauben, den ſoll ihm, iſt ſein Troſt, kein Teufel jemals rauben. Und irret ihn 9 er dein h Sanan cchen ude n Uübelhite u an c, vendim — 9 Schau d t Shn ſeine 1 nl w nt den zn 2, den oi 3= tadan, n in fir im ere n glaubt, u et ur ſein Glu wiſt a horſen z1= r vid a ve Gercctii iet ch geretti in—'et euhnn t1 der it ⸗ 2 b. riſ— edden wi enſ? u trt di fhm wi Ei mmt, rt üne, u 24 2* um umt 1= Jhu au a ld im J=ſ Griüg 309 gewiß auch Satan nicht hierin; er ſteifet ihn vielmehr in dm verſteck ten Sinn. 4. Doch weh' der blinden Schaar, die dieſer Glaube wieget, und die ihr frecher Troſt mit Schrecken einſt betrüget, wenn deine Don⸗ nerſtimm' vom Richterthrone ſpricht: Ihr Uebelthäter weicht; weg, wegl ich kenn' euch nicht! 5. Dich, Jeſus, ſoll mein Herz den Herrn und Heiland nennen, und nicht der Mund allein vor Menſchen nur bekennen. Man ſoll dein Ebenbild in meinem Wandel ſchaun, und dieſer Wandel ſoll den Nächſten auch erbaun. 6. Erleucht' und ſtärke mich, daß ich den Reiz der Sünde, der in die Seele ſchleicht, bekämpf und überwinde; daß ich von Selbſtbetrug, vom Joch der Sünde frei, und nichts als Du allein mein Herr und Meiſter ſei. 7. So laß mich nach dem Heil mit Furcht und Zittern trachten und ja dein theures Blut nicht frevelnd unrein achten! Verhüte, daß ich nicht den Geiſt der Gnade ſchmäh', noch je ein Schattenbild an ſeiner Stell' erſeh'! 8. So werd' ich allem Reiz der Sicherheit entfliehen; ſo wird der Glaube mich dir immer näher ziehen; ſo ſterb' ich dieſer Welt und lebe nur in dir, und du allein nur lebſt mit deinem Geiſt in mir. J. J. Spreng. ————— *———————— 189. 1. zuli. Biſt du ein Meiſter in Iſrael, und weißt das nicht?(oh. 3, 10.) Etliche wiſſen nichts von Gott, das ſage ich euch zur Schande. Cor. 15, 34.) Ich weiß, an welchen ich glaube.(Tim. 1, 12.) Ich weiß, daß mein Erlöſer lebt.(Hiob 19,25.) Ach, daß ſie es wuͤßten, daß ſie es erkaͤnnten, was zu ihrem Frieden dient! ſagte Jeſus mit Thraͤnen im Auge vor Jeruſalem. So moͤchte man ja auch von Vielen, die ſich Chriſten nennen, ja, die ſich zu den Erweckten bekennen, ſa⸗ gen. Denn Viele wiſſen, bei Allem, was ſie von der Sache ſprechen, doch nicht, wie ſie daran ſind. Es iſt keine goͤtt⸗ 310 liche Gewißheit, kein Wiſſen aus Erfahrung in ihnen, kein Wiſſen des Herzens,(wenn es erlaubt iſt, ſo zu reden?) ſon⸗ dern nur ein Wiſſen des Kopfes, des Gedaͤchtniſſes; nur ein Auswendiggelerntes, Gehoͤrtes, Nachgebetetes. Sie haben gar nicht geſchmeckt, oder viel zu wenig gekoſtet, wie freund⸗ lich der Herr iſt. Sie haben die Worte im Munde, aber nicht die Wahrheit, das Weſen der Worte, nicht die Kraft der Wahrheit im Herzen. So iſt viel Gerede von Wieder⸗ geburt, Bekehrung und Erweckung, aber es giebt wenig Wie⸗ dergeborne, Bekehrte und Erweckte. Viele wiſſen Vieles von der Wiedergeburt zu reden, nur ihre eigne Wiedergeburt und Erneuerung des Geiſtes wiſſen ſie nicht; und darum verſtehen ſie im Grunde davon ſo wenig als Nikodem. Paulus klagte auch uͤber Einige ſeiner Corinther, die wohl ſchwatzen, richten und urtheilen, Parteien anrichten konnten und Vieles wußten, aber was ſie wiſſen ſollten, wußten ſie nicht.„Von Gott wiſſet ihr nichts“, ſagte Paulus, d. h. ſie ſtanden nicht im lebendigen, thaͤtigen Wiſſen, nicht in der Erfahrung der Wahrheit. Das Herz wußte nichts von ihm. Paulus wußte, kannte den lebendig, an den er glaubte. Hiob wußte, erfuhr wahrhaftig, daß ſein Erloͤſer lebt, d. h. er hatte die Kraft des lebendigen Gottes an ſeinem Herzen erfahren. So war es bei allen wahren Chriſten. Sie wußten, wie man wiſſen ſoll, ſie hatten, was ſie wußten, erfuhren das Leben deſſen, was ſie glaubten, trugen den in ſich, an den ſie glaubten, ſie lebten in ihm und er in ihnen. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. O daß doch alle faule Chriſten, die ſtets ohn' alle Sorge gehn, ſich einmal fragten, ob ſie wüßten, daß ſie bei Gott in Gnaden ſtehn? Wie wird ſonſt ihre Hoffnung ſchwinden, wenn ſie ſich einſt betrogen finden? 2. In dem Beſitz der Erdengüter ſucht ihr ja ſo gewiß zu ſein, und zur Erlangung ew'ger Güter, fällt euch denn gar kein Kummer ein? 4 —— 1s ſs⸗ nur ih ihn = kunner 1 Läihne, 3 dar) ſa Sie hah wie fru — ſäunde ih ht die g 1 von Vi. E* wenig We An Lilem ergeun —m unſn aulus ian atzen itn ieles vui „Van bt n den uihi fahrung nllus wiß Mußte, afi — .t ke die i Nn. Sorr d* mu vie eben diſ F lauttn Serg 1 b t iuderfä eint beny 5 311 wie werdet ihr denn dort beſtehen, wenn wir den Richter kommen ſehen? 3. Des Satans Liſt hat das erlogen, daß man nur gar nicht zwei⸗ feln ſoll. Wie Viele ſind dadurch betrogen? Das eben macht die Hölle voll. Mit Ernſt nach ſeinem Heiland fragen, das heißt man nicht an Gott verzagen. 4. Bedenket doch, wie wird es werden, wenn es mit euch zum Sterben geht? Wißt ihr es nicht ſchon hier auf Erden, wie es um eure Seele ſteht, ſo wird euch des Gerichtes Schrecken aus dieſem To⸗ desſchlummer wecken. 5. Dagegen denket, wie voll Freuden muß doch ein Herz im Tode ſein, das ſagen kann: Durch Jeſu Leiden iſt ganz gewiß der Himmel mein! Das ſchon mit Ernſt auf dieſer Erden ſucht in der Gnade feſt zu werden? 6. Wie froh und ſelig kann der ſterben, der ſterbend von ſich ſagen kann: Mich kann kein Tod, kein Grab verderben, denn Jeſus nahm mich Sünder an. Da müſſen alle Zweifel ſchweigen, weil's Gottes Wort und Geiſt bezeugen. 7. O darum, Sünderl ſei gebeten, der du dies lieſt, der du dies hörſt; ach, eile zu dem Thron zu treten, dem du bis heut' den Rücken kehrſt. Mit Freuden wird dich Jeſus hören; er wird dich ſegnen und bekehren. 8. Wie wartet deiner dein Erbarmer! wie gern ſchenkt er dir Se⸗ ligkeit! Komm doch! ruft er dir zu, du Armer! verlaß einmal die Sicherheit! Verſäume nicht, dich zu erretten, ſonſt bleibſt du ewig in den Ketten!* Wäf. ————————— 190. 8. Zuli. — Denn ich weiß, er wird befehlen ſeinen Kindern, und ſeinem Hauſe nach ihm, daß ſie des Herrn Wege halten. d Moſ. 18, 19.) Es iſt beſſer ein frommes Kind, als tauſend gottloſe.(Sir. 16,3.) Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, daß ſie nicht ſcheu werden.(Col. 3, 21.) Gott hat Abraham verſprochen, daß alle Voͤlker in ihm ſollen geſegnet werden. Warum? das ſagt dir der liebe 4 3 4 X— 8* 8 8“ u 8 4— 5 8 4 5 4 3. 8 4—————————— 1 3“ 9“—·““ 8 3 ,—*“ .———öö————————,„——————*———* 1 4„ — 312 Gott ſelbſt, naͤmlich, weil er vorherſah, daß er ſeinen Kin⸗ dern und ſeinem Hauſe die Wege des Herrn lehren und fuͤh⸗ ren wuͤrde. Sieh, das war der rechtfertigende Glaube Abra⸗ hams, der ſolche Werke zeugte. So offenbarte er ſeinen Glauben, und dieſer thaͤtige Glaube iſt ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden. Du glaubſt auch, aber was thuſt du dei⸗ nen Kindern und Hausgenoſſen? Gott weiß, ob du ſie des Herrn Wege lehreſt und ſie mit deinem Beiſpiele fuͤhreſt. Gott ſieht nicht nur auf deinen Glauben im Munde, ſondern auf deinen Glauben im Leben und Wandel, in Erziehung dei⸗ ner Kinder.— Dein Glaube kann dich nicht ſelig machen, wenn du deine Kinder verdammt werden laͤßt. Du gehſt nicht den Weg des Herrn, den Weg des ſeligmachenden Glaubens, wenn du nicht auch deine Kinder und Untergebenen auf den rechten Weg leiteſt. Haſt du es fruͤher verſehen, da du ſelbſt noch boͤſe und verkehrte Wege wandelteſt, und kannſt du jetzt deine von dir ſelbſt irrgefuͤhrten Kinder nicht mehr auf den rechten Weg zuruͤckbringen, mit allem Ernſt und Fleiße, den du anwendeſt, ſo hoͤre doch nicht auf, ſie zu ermahnen, zu warnen und zu bitten; ermuͤde nicht im Wachen und Flehen zum Herrn; verzage nicht, der dich ſelig machte, wird auch deine Kinder retten, wenn du nur nichts verſaͤumeſt. Wie koͤnnteſt du ohne deine Kinder ſelig ſein? Beſſer waͤre es ja, ſie waͤren dir nicht geboren, als ewig verloren. Doch erbit⸗ tere ſie nicht durch Zwang zum Seligwerden. Das laͤßt ſich nicht zwingen, wohl aber hindern und ſie noch tiefer ins Ver⸗ derben ſtoßen. Erziehe und fuͤhre ſie, wie Gott dich gefuͤhrt hat. Thue ihnen, wie der Herr dir gethan hat. Habe Ge⸗ duld, doch nicht Helis Geduld, ſondern die Geduld der bruͤn⸗ ſtigen Liebe, die Geduld Gottes, die Jedermann zur Buße leitet.—(Fuͤr Kinder gilt daſſelbe, wenn ſie unbekehrte, un⸗ glaͤubige Eltern haben.) — 1 A ſiinn i. ren und f 31 Ilaube R —— dd de ſeß jile fh rde, ſd el arrihug s ). A ſäg nath a wu gſt mden Glater b in rnen uf A1, Nuſt t, † amſt u n B uhr uf rn Fleße ſ i„rmahnn JHimfi ig=k, wida dts umef. 5 2 irei erl Dohſt rd Das litb 1 en Sfer it 313 Mel. 85. Wer nur den lieben Gott laßt walten. 1. Wie heilig ſollen Eltern wandeln, da ihre Kinder auf ſie ſehn! wie nöthig, daß ſie weiſe handeln, mit ihnen heilſam umzugehn, weil den, der Aergerniſſe ſtift't, ein unerträglich Wehe trifft. 2. Gebt Acht auf ſie, und wenn ihr ſehet, daß Jeſus ihre Seelen rührt, ja, daß ihr Herz wohl heimlich flehet, ſo ſorgt, daß ihr ſie wei⸗ ter führt. O löſcht das Fünklein ja nicht aus! Blaſt zu, ſo wird ein Feuer draus. 3. Ach, laßt euch keine Mühe reuen; denkt, wie geſchäftig Jeſus war. Die Kinder pflegen ſich zu ſcheuen, und machen nicht gleich of⸗ fenbar, was öfters ſchon im Herzen liegt, drum fragt, daß ihr's zu wiſſen kriegt. 4. O faßt ſie recht mit heißer Liebe! Laßt euch herab, beweiſt Ge⸗ duld; doch zeigt auch heil'gen Ernſtes Triebe. Erſt führt ſie recht auf ihre Schuld, hernach zum Glauben an das Lamm; dann liebt ihr Herz den Bräutigam. 5. Mit ſeinen Kindern ſelig werden, das muß wohl große Freude ſein. Allein, wenn dort bei ganzen Heerden die Kinder über Eltern ſchrein, und ſo zuſammen untergehn, da muß es wohl erbärmlich ſtehn! 6. Herr Jeſu! Heiland aller Sünder! Ich habe mir dein Wort gefaßt, das Wort: Hier bin ich und die Kinder, die du mir übergeben haſt. O gieb auch mir ſolch Segenstheil, ſei mein und meiner Kinder Heil! 7. Du ſagſt: Ich habe Keins verloren. Wie gerne ſagt' ich dir es nach! Sie ſind ja doch für dich geboren. Du trugſt für alle deine Schmach. O mache mich doch frei und rein, daß kein Kind über mich kann ſchrein. Wdf. — ———y——— ——— 191. 9. Juli. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt iſt. Wer die Welt lieb hat, in dem iſt die Liebe des Vaters nicht. Denn alles in der Welt iſt Augenluſt, Fleiſchesluſt und Hoffart des Lebens.(1 Joh. 2, 15. 16.) Wachet und betet, daß ihr nicht in Verſuchung fallet. (Matth. 26, 41.) 314 Ihr ſchlafet noch? ſagte der Heiland zu den Juͤngern, als er von ſeinem erſten Gebete am Oelberge zuruͤck kam und ſie voll Schlafs fand, vor dem er ſie vorher ſo nachdruͤcklich gewarnet hatte. Er ſah die Gefahr voraus, kannte ihre Schwachheit, darum empfahl er ihnen Wachen und Beten. Sie verſchliefen aber das Wachen und Beten und fielen Alle ſchaͤndlich. Du ſchlaͤfſt noch, du Menſchenkind! und du haſt t drei Hauptfeinde in dir und um dich; denn du haſt die Welt in dir, und in der Welt iſt nichts als Augenluſt, Fleiſchesluſt b und Hoffart des Lebens. Das ſind drei gewaltige Feinde, die du unmoͤglich uͤberwinden kannſt, wenn du nicht Verſtaͤr⸗ kung von oben ſuchſt, und nicht beſtaͤndig auf deiner Hut biſt. Wer nicht wachet, wer ſein Chriſtenthum ſchlaͤfrig treibt, giebt dieſen Feinden ſelbſt Waffen in die Hand, und liefert ſeinem Gegner Nahrungsmittel und Huͤlfstruppen in ſeine Feſtung, daß er ſich laͤnger halten kann und zuletzt unuͤberwindlich wird. Du haſt den Feind, den Dieb im Hauſe, und ſchlaͤfſt ruhig, als wenn keine Gefahr waͤre. Wie ſehr erleichterſt du ihm ſeinen Sieg und Raub. Das Fallen iſt uns ſehr leicht, wir ſind geboren als Gefallene; wir bringen die Neigung zum Fall mit auf die Welt, und koͤnnen das Feſtſtehen und Ge⸗ radegehen nur lernen durch Gnade und taͤgliche Erneuerung des innern Menſchen, die durch den Geiſt von oben geſchehen muß. Wer ſich dieſen Geiſt der Kraft nicht taͤglich von Gott ausbittet, und nicht beſtaͤndig in dieſem Geiſte wachet, liegt dem Feinde im Schooße und ſchlaͤft— welch ein ſchreckliches Erwachen, wenn ihn am Ende der tiefe Sturz in den Ab⸗ grund aufwecken wird! b Eigne Mel. 99. Oder: Bet' Gemeinde. 1. Mache dich mein Geiſt bereit, wache, bete, ſinge, daß dich ſelbſt im harten Streit nie dein Feind bezwinge. Unverhofft hat er oft Frommen nachgeſtellet und ſie auch gefället m A huſtded 1g!, Fleſchen rie alige he m nicht Tai 3Sine Hrij ſt—g trid dd e lifett ſin pei e ſfeine ffſa u Boindühm ſ, rſchlißt at hr Nhterſt w tu J liit, gen tun Reigung e 18 M chen ud 2t' Emeu iſt ras ben gicher nich ich mbe nG wacht l we i ſöͤrttü fet i! mrin iſh ete te dhi ft hin 315 2. Liegſt du etwa,(prüfe dich!) noch im ſichern Schlafe? Schnell ſteh' auf, denn fürchterlich iſt des Richters Strafe; und der Tod, eh“ er droht, reißt oft ſchnell aus Sünden in der Hölle Schlünden. 3. Schläfſt du noch; erwach', erwach'! daß dich der erleuchte, der ſo oft dir Heil verſprach, oft die Hand dir reichte; aber du ſchliefſt in Ruh, ſankſt wohl ohne Kummer in noch tiefern Schlummer. 4. Höre nur, ſobald er ruft, und, durch ihn erſtanden, geh aus deiner Todtengruft, aus des Fleiſches Banden. Werde Licht! ſäume nicht! Weisheit, Licht und Leben kann nur er dir geben. 5. Wache, daß dich Satans Liſt nicht aufs neu' betrüge. Du, ſo⸗ bald du ſchläfrig biſt, hilfſt ihm ſelbſt zum Siege. Gott giebt zu, daß auch du, wenn du ſorglos walleſt, in ſein Netz ihm falleſt. 6. Wache, daß dich nicht die Welt mit Gewalt bezwinge, noch ihr, wenn ſie ſich verſtellt, ihre Liſt gelinge. Wach' und ſieh, daß du nie auf Verführer höreſt, Weltgunſt nie begehreſt. 7. Wache, daß dein eignes Herz dich nicht ſchnell bethöre, niemals ſich in Freud' und Schmerz wider Gott empöre. Denn es iſt voller Liſt, kann ſich ſelber heucheln und mag gern ſich ſchmeicheln. 8. Aber bet' auch ſtets dabei! Bete bei dem Wachen. Gott muß dich von Trägheit frei und behutſam machen. Dir verleiht Munter⸗ keit, die dir nichts kann rauben, nur ſein Wort vom Glauben. 9. Auf, und nahe dich nur frei hin zu ſeinem Throne! Er, iſt auch dein Herz dabei, höret dich im Sohne. Mit dir wacht Gottes Macht, daß Fleiſch, Welt und Hölle dennoch dich nicht fälle. 10. Auch Geſang erhöht den Muth und kann Sorgen dämpfen; ſetzt das ganze Herz in Gluth, reizt mich fort zu kämpfen. Drum will ich, wenn ſchon mich Furcht und Streit umringen, Muth ins Herz mir ſingen. 11. Auf denn, daß du immerdar wacheſt, beteſt, ſingeſt, trotz der ſchrecklichen Gefahr nach dem Kleinod ringeſt! Sei gewiß, nie ver⸗ giß, Gott wird einſt dich richten und die Welt vernichten. Freistein u. Schlgl. ——— ———————— 192. 10. Juli. Die mit Thränen ſäen, werden mit Freuden ernd⸗ ten. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen — ·⅛⅓⅛ —— 316 Saamen, und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben.(P. 126, 5.6.) Dieſe mit weißen Kleidern ange⸗ than, woher ſind ſie? woher kommen ſie?— Es ſind die, welche aus großer Trübſal kommen, und ihre Kleider gewaſchen und weiß gemacht haben im Blute des Lammes.(Offenb. 7,13. 14.) Ohne Thraͤnenſaat keine Freudenerndte. Ohne große Truͤbſal keine große Freude; ohne Kreuz keine Krone; ohne Kampf kein Sieg. Ohne Wehen keine Geburt. Nicht, als muͤßten wir durch Leiden, Kreuz und Kampf die Freude und Seligkeit verdienen. Keineswegs! Frage den Apoſtel Paulus, der auch davon zu ſagen weiß: daß, obwohl wir aus Gnaden und ohne Verdienſt der Werke gerecht und ſelig werden, wir doch nicht ohne Truͤbſal, Verfolgung und große Leiden ins Reich Gottes eingehen koͤnnen. Wenn du die ganze Bibel lieſeſt, ſo wirſt du Beides finden. Theile nicht, was untheilbar iſt. Dein Glaube an Chriſti Gerechtigkeit taugt nicht, wenn er nicht ſiebenmal im Schmelztiegel der Truͤbſal, wie das Gold im Feuer, bewaͤhrt worden iſt. Und wer koͤnnte wiſſen, daß du deinen Heiland lieb haſt, wenn du nichts fuͤr ihn litteſt, und auf Roſen in den Himmel wandeln wollteſt? Frage alle wahre Chriſten aller Jahrhunderte, ob ſie nicht Vieles litten, und mit Thraͤnen ſaͤeten, ehe ſie mit Freuden erndten konnten. Und wie uns Johannes, der Se⸗ her, der weiter ſah als ich und du, berichtet, ſo weiß man dort, wo das Lamm ſammt ſeinem Gefolge mit den Palmen und Kronen, in weißen Kleidern wandelt, auch nichts anders zu ſagen, als daß Alle, die dort weiß gekleidet ſind, hier von der Hitze der Truͤbſal recht ſchwarz gebrannt waren; daß Alle, die dort in die Herrlichkeit eingegangen, hier nicht auf Baum⸗ wolle wandelten, ſondern uͤber Dornen und durch rauhe Wege, durch Feuer und Schwert, Spott und Schande in die Freude ——— al ict wij fi Deihu ( Grthit in nehzi iht ra daſſt nd ſt, und d ma wt lla hude n d., ghe ſen 8 1Kns, N? eri= ſo win fol den auwr it, n nich w zel= id, ſin ran ur en dil hitet duf dr und. tühed teide 317 ihres Herrn eingehen mußten. Willſt du dieſe Wege gehen, ſo wirſt du aus Gnaden ſelig und deine Krone vor dem Lamme niederlegen. Mel. 106. Freu' dich ſehr, o meine Seele! Oder: Fall' auf die Gemeinde. 1. Alle Sorgen, alle Plagen nehmen mit der Zeit ein End'. Al⸗ les Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird Gott Lob! nicht ewig ſein; nach dem Regen wird der Schein mit viel tau⸗ ſend Sonnenblicken meinen matten Geiſt erquicken. 2. Meine Saact, die ich geſäet, wird zur Freude mir gedeihn; wenn die Felder abgemähet, werd' ich mich der Erndte freun. Sturm und Wetter gehn vorbei, und dann bleibt der Himmel frei. Nach dem Weinen, nach dem Streiten folgen die Erquickungszeiten. 3. Will man friſche Roſen brechen, will man leiden in der Still', daß uns auch die Dornen ſtechen, es geht Alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur durch Kampf erreicht. Willſt du einſt das Kleinod finden, mußt du hier erſt überwinden. 4. Unſer Weg geht zu den Sternen, aber er iſt ſteil und ſchmal. Jeſu mußt du folgen lernen auch durch manches ſinſtre Thal. In das Reich der Ewigkeit kommt doch Niemand ohne Streit. Die in Sa⸗ lems Hütten wohnen, kämpften hier um ihre Kronen. 5. Sind nicht alle jene Frommen, die des Himmels Klarheit ſehn, aus viel Trübſal hergekommen? Darum werden ſie auch ſtehn vor des Lammes ew'gem Thron, prangen in der Ehrenkron', und mit Pal⸗ men ausgezieret, weil ihr Glaube triumphiret. 6. Gottes Ordnung ſtehet feſte und bleibt ewig unverrückt, ſeine Freund' und Hochzeitgäſte werden nach dem Streit erquickt. Iſrael behält den Sieg und dann endiget der Krieg: Nur die Alles überwun⸗ den, haben Canaan gefunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel', und dulde dich. Gott wird dich gewiß erretten. Das Gewitter leget ſich. Nach dem Blitz und Donnerſchlag folgt ein angenehmer Tag: Auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach dem Sorgen. —— 193. 11. Juli. b Ich harre täglich, dieweil ich ſtreite, bis daß meine Veränderung komme.(Hiob 14,14.) Was betrübſt du 1 318 dich, meine Seele, und biſt ſo unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angeſichts Hülfe und mein Gott iſt.(pſ. 42,12.) Das Leben des Chriſten beſteht darin, daß er ſich Gott mit Leib und Seele ergiebt und auf die vollkommne Erloͤſung harret, auf die vollendete Befreiung von allem Uebel, von al⸗ ler Suͤnde, von allem Leiden, Kaͤmpfen, und was immer den Himmel der Seele truͤben kann. Dieſes Harren und Hoffen will aber oft zu ſchwer werden, ſo, daß wir mit uns ſelbſt in Kampf gerathen; man moͤchte es doch einmal anders haben. Man ſehnt ſich nach der großen Veraͤnderung, aus dem Zeit⸗ lichen in das Ewige verſetzt zu werden, von dem Streite in die Ruhe zu kommen. Allein, wenn es zu ſchwer werden will, macht man es, wie die tapfern Kriegesleute, die, wenn ſie auch einen zu maͤchtigen Feind gegen ſich haben, doch nicht davon laufen, ſich auch nicht gefangen geben, ſondern ſich ta⸗ pfer wehren, in der ſichern Hoffnung, daß ihnen ihr oberſter Feldherr Huͤlfstruppen oder Verſtaͤrkung zu rechter Zeit ſen⸗ den werde, daß ſie nicht unterliegen muͤſſen. Und wer kann und darf dies mehr hoffen, als ein Chriſt, deſſen oberſter Feldherr ſelbſt hier gekaͤmpfet hat, der dem Kampfe eines je⸗ den ſeiner Streiter immer zuſieht, immer ſelbſt nahe und wohl gar in dem Streite ſelbſt gegenwaͤrtig iſt, wenn er ſich auch nicht ſpuͤren laͤßt?— Nebſt dieſem Troſte blickt der Chriſt noch hinaus auf die Krone der Herrlichkeit, die ihm, wenn er beſteht und beharret bis ans Ende, zu Theil wird. Er denkt: Jetzt muß ich ſeufzen und leiden; einſt, einſt werde ich danken und lobpreiſen, und gerade dafuͤr am meiſten, was mir in dieſem Leben die groͤßte Noth und Betruͤbniß verur⸗ ſacht. Ja gerade das wird meine groͤßte Freude werden. Der jetzt ſein Angeſicht vor mir verbirgt, wird doch mei⸗ nes Angeſichts Huͤlfe und mein Gott ſein; ich werde ihn —— 5—n ud def 3w uns 1 in ele randers h hale er aus den z , em 8 Otrii 1 dr ichwer unn re R d, di m ſit Ja dhm gehh Ndan ſcht da Kin ihr ügt git hter züſ iſſe And wei Ihr ſſen tiet der ppfe ann ſe ahe udm ii wrn a ſta wf tt dr Gi che E hm 4 * wid —— ir JDuhn und Ribriß ne 71 ude wce ug dd I' 1 4 2 1 veri 1 Ä 319 ſchauen, ihn haben und genießen, und das iſt des Kampfes wohl werth. Mel. 100. Kommt, Brüder, laßt uns gehen. Oder: Aus meines Herzens Grunde. 1. Dich krönte Gott mit Freuden, nach deinem ſchweren Streit; du gingſt durch Schmach und Leiden zu deiner Herrlichkeit. Triumph war dir dein Tod. Dein Kampf war ausgekämpfet, der ſtolze Feind gedämpfet. Nun fuhrſt du auf zu Gott. 2. Ich, Herr, dein Pilger, walle dir, meinem Führer, nach und ſtrauchle noch und falle, denn ich bin müd' und ſchwach. Du führſt mich auch durch Streit, durch Kummer und durch Leiden zu meiner Zukunft Freuden, zu deiner Herrlichkeit. 3. Wie du des Todes Schrecken allmächtig überwandſt, als du, ihn ganz zu ſchmecken, Herr, im Gerichte ſtandſt; ſo ſtärkeſt du auch mich, durchs finſtre Thal zu gehen; denn deine Frommen ſehen im finſtern Thal auf dich. 4. Mich, der ich hier ermüde durch einen ſchweren Streit, erquickt jetzt Gottes Friede, und dann in Ewigkeit. Der müde Kämpfer ſinkt am ſpäten Abend nieder; geſtärkt erwacht er wieder, wenn ihm der Morgen winkt. M 5. Ich wart' auf deinen Segen, ich wart' auf meinen Tod. Froh ſeh' ich ihm entgegen, dem Helfer aus der Noth. Er endigt meinen Lauf, und du nimmſt meine Seele, die ich dir, Herr, empfehle, in deinen Himmel auf. 6. Drum harr' ich hier und ſtreite, bis meine Stund' erſcheint, und du ſtehſt mir zur Seite, mein Retter und mein Freund! Der du mich ewig liebſt, du tröſteſt mich im Leiden und ſättigſt mich mit Freuden, ſelbſt wenn du mich betrübſt. 7. Wenn ich nun bis zum Grabe vollendet meinen Streit, genug gekämpfet habe um meine Seligkeit; dann lohneſt du auch mir den Streit, den ich geſtritten, die Angſt, die ich gelitten auf meiner Bahn zu dir. 8. Mit freudigem Vertrauen darf ich vom Kampfplatz ſchon nach Salems Höhen ſchauen, auf meines Glaubens Lohn. Sinkt in dem Kampfe mir mein Arm ermüdet nieder, dies ſtärkt und hebt ihn wie⸗ der: Mein Lohn iſt groß bei dir. 9. Erhalt' mir den Gedanken, groß iſt bei dir mein Lohn, ſo werd' ich nimmer wanken von dir, o Gottes⸗Sohnl ſo bleib' ich dir getreu, 320 der ſich für mich gegeben, daß bald ein beſſer Leben mein ewig Erb⸗ theil ſei. —-— 194. b 12. Juli. Durch ihn haben wir beide(Juden⸗ und Heiden⸗ Bekehrte) in Einem Geiſte den Zutritt zum Vater. Demnach ſeid ihr nicht mehr Gäſte und Fremdlinge, ſondern Mitbürger mit den Heiligen und Hausgenoſ⸗ ſen Gottes.(Eph. 2, 18. 19.) Wer Chriſtum angezogen hat und in Chriſto wahrhaftig iſt und lebt, deſſen Name iſt im Himmel eingeſchrieben, wo ihn Niemand ausloͤſchen kann, als die eigne Hand des Men⸗ ſchen, wenn er ſie wieder nach der Welt und Suͤnde ausſtreckt und von Chriſto zuruͤckzieht. Wer aber in ihm bleibt, der hat ſein Plaͤtzchen im Himmel gewiß, das ihm Niemand nehmen wird. Und wer deſſen gewiß iſt, wird der ſich nicht freuen, das Buͤrgerrecht im Himmel zu haben? Wirrd er ſich nicht uͤber alles Irdiſche ſtets erheben? wird er nicht mit ſeinem Herzen mehr droben als hier unten ſein? Ein Chriſt iſt kein Gaſt und Fremdling im Himmel, im Reiche Gottes, in der unſichtbaren Welt, ſein Geiſt iſt dort ſchon wie daheim. Er kennt ſeine Heimath wohl, und weiß da Weg und Steg. Wer dort noch nicht ſo daheim iſt, ſondern noch fremde thut, und ſich wie ein Gaſt nur ſelten dort einfindet, ſich nur mit Muͤhe daran erinnert, der muß wohl kein wahrer Hausgenoſſe Got⸗ tes, kein Mitbuͤrger der Heiligen ſein. Er bildet ſich's etwa nur ein, er hat davon reden gehoͤrt, und es nachbeten gelernt. Die Hausgenoſſen kennen ihr Haus, ſei es groß oder klein.— Gottes Hausgenoſſen ſollten Gottes Haus und Reich nicht kennen? ſollten dort Fremdlinge, dort nicht daheim ſein? Lie⸗ ber! an deinem Wandel im Geiſte erkenne deine Buͤrgerſchaft — ob du Welt⸗ oder Himmelsbuͤrger biſt. Des Weltbuͤrgers ——— = — — S — — 39 3 zun Ar i I wahth relt zſſtritn, eit and da h. tu nde itt in r cbleibt di 1 = Ghrit üth R=Hotts,ie ſct u dehem det ur mr mi ra S geuſtt ( Rſche nd betn ie i d 2 ode lü⸗ 5. d Riti nich Din ſin 321 Herz haͤngt und wandelt in der Welt, des Himmelsbuͤrgers Geiſt wandelt im Himmel und haͤngt an ſeiner Heimath. Mel. 15. Ich dank' dir ſchen. Oder: 107. Er lebt, das iſt das Loſungswort. 1. Erheb', o Chriſt, dein Herz und Sinn, flieh' denkend von der Erden! Hinauf! ſchwing' dich zum Himmel hin! Ein Chriſt muß himmliſch werden. Was biſt du in der Welt? Ein Gaſt, ein Fremd⸗ ling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten haſt, ſo erbt dein Gut ein Aundrer. 2. Was hat die Welt? was beut ſie an? nur ſchlecht' und eitle Dinge; wer Gottes Himmel hoffen kann, der ſchätzt die Welt geringe. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müſſen Chriſten denken. 3. Sieh, Chriſt! nie ſorgſam unter dich, wenn dich die Leiden drücken, ſieh gläubig in die Höh', und ſprich: der Herr wird mich er⸗ quicken. Der Chriſten hohes Bürgerrecht iſt dort im Vaterlande; der Chriſt, der irdiſch denkt, denkt ſchlecht und unter ſeinem Stande. 4. Dort iſt das reiche Canaan, wo Lebensſtröme fließen; blick' oft hinauf! der Anblick kann den Leidenskelch verſüßen.— Dort oben iſt das Friedenshaus, Gott theilt zum Gnadenlohne den Ueberwindern Kronen aus, kämpf' auch um Ruh' und Krone. 5. Dort ſingen Engelchör' aus Pflicht von Gott und ſeinen Werken; Freund Gottes, ſehneſt du dich nicht, dies Loblied zu verſtärken?— Dort herrſcht dein Heiland, Jeſus Chriſt, der Tilger deiner Sünden; mit dem, durch den du ſelig biſt, muß ſich dein Herz verbinden. —yõ-——öf—y——— — ——— 195. 13. Juli. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, damit euer ganzer Geiſt, Seele und Leib unſträflich erhalten werden auf die Zukunft unſers Herrn Jeſu Chriſti.— Treu iſt, der euch berufen hat, er wird's auch thun.(1 Fheſſ. 5, 23. 24.) b Eine Heiligung durch und durch, eine Heiligung des gan⸗ zen Menſchen, des Geiſtes, der Seele und des Leibes will der Apoſtel; eine Unſtraͤflichkeit bis zum Tage Chriſti, bis der Herr kommt, ſoll den Wandel des Chriſten zieren, ſonſt kam 21 322 er nicht beſtehen vor ſeiner Zukunft. Nun iſt aber viel Ge⸗ fahr in dieſer Welt, viel Verderben in uns ſelbſt, und un⸗ moͤglich fuͤr uns, durchzukommen und zu dieſer Heiligung und Unſtraͤflichkeit zu gelangen; darum weiſt der Apoſtel uns die rechte Quelle und den richtigen Weg dazu. Er ſagt: Der Gott des Friedens ſoll uns heiligen; und das will er auch; dazu giebt er uns reichlich ſeinen heiligen Geiſt, der da durch und durch, nicht nur aͤußerlich, nicht nur oberflaͤchlich, phari⸗ ſaͤſſch, ſondern weſentlich Geiſt, Seele und Leib heilig und unbefleckt machen und erhalten kann. Der Weg dazu iſt glaͤubiges Gebet und Uebung in der Gottſeligkeit, mit der Zuverſicht auf die Treue des Herrn, der uns gewiß hilft und ſtaͤrkt, wenn wir ihn nicht hindern, wenn wir uns ihm dazu alle Tage unbedingt hingeben. Wen er berufen hat, mit welchem er einmal in Gnaden angefangen hat, bei dem will er es auch hinausfuͤhren; wen er gerechtfertiget hat, den wil⸗ er auch heiligen und verherrlichen, daß er dem Ebenbilde ſei⸗ nes Sohnes gleichfoͤrmig werde. Nichts ſteht ihm aber da ſo ſehr im Wege, als wenn wir kleinglaͤubig, mißtrauiſch ſind, wenn wir denken, es waͤre nicht moͤglich, dahin koͤnnte man es doch nicht bringen ꝛc. Dergleichen Gedanken laͤhmen uns und verſperren der Gnade den Eingang in unſer Herz, betruͤ⸗ ben den heiligen Geiſt und machen uns am Ende aller Gnade verluſtig. Denn wer nicht ganz rein und heilig ſein will, taugt nicht ins Reich Gottes; halbe Heilige, oberflaͤchlich Geheiligte kann man im Himmel nicht brauchen. Durch und durch, oder gar nicht. Bedenke dich: Treu iſt Gott; Er, Er, merke! Er will's auch thun. Dein Kleinglaube ſoll ihn nicht hindern. Nach eigner Mel. 71. Oder: Vater unſer im Himmelreich. 1. Hier iſt noch unſre Prüfungszeit, hier ſind wir immerdar im Streit. Hier, wo uns Satan leicht berückt, das ſchwache Fleiſch ſich u p iber d g r e 3 ſel Ge ſt und wr ſill meh t ſagt d * 1rvill a an Ider d AA bher —) heiu dg m nt, nit k diß hiſtn =trauiſc ſt könnte m * S lähma n tt, Er, r¹. N uüti n aberui „ olli 1 Bll irt * 323 ſelbſt verſtrickt, die Sinne jenes Blendwerk rührt, auch böſes Beiſpiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laſter überhand und ſtrömen übers ganze Land. Drum hüte dich! des Herrn Gericht bringt alle Sünden an das Licht. O ſei im Glauben ſtets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorſatz iſt, ich will ihn fliehn; doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, und ein Netz bei dem andern wahr. Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laſter künſtlich ein, preiſt den Genuß des Lebens an, ſchilt Frömmigkeit für finſtern Wahn. Ihr Weg iſt luſtig, breit und voll; ſie winkt mir, daß ich folgen ſoll. 5. Auch Satan reizt das Herz und ſagt:„O Eine Sünd iſt leicht dewagt Die Ewigkeit iſt ja noch fern.“ Und, ach, mein Fleiſch ge⸗ horchet gern. Denn wie ſo leicht iſt es bethört, da es verführt zu ſein begehrt. 6. Du, Jeſu, mußt das Beſte thun, mein Hoffen ſoll auf dir be⸗ ruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleiſch und Bein! Mein Gott, mein Gott! laß nicht von mir, damit auch ich nicht laſſ' von dir! 7. Zwar iſt mein Glaube klein; doch du, du ſtarker Held, ſagſt Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergiebt ſich dir, ich weiß, durch dich ge⸗ lingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz ſich feſt bis in den Tod. 8. Wenn ſchon die Trübſal auf mich dringt und überall mich Angſt umringt, bleib' ich doch ſtets in deiner Hand, die hält mich in dem Prüfungsſtand'. Geſtatt' du dem Verſucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 9. Mit dir, o Herr, kann ich beſtehn, ſollt' auch der Weltkreis un⸗ ter gehn. Ich will nicht zagen; ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet ,nicht. Herr, ſteh in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Gieger ſei! —————— 196. 14. Juli. Stellet euch dieſer Welt nicht gleich, ſondern laſ⸗ ſet euch umwandeln durch Erneuerung eures Sinnes, 21* Wie ſo viel Feinde drohen mir! Ach, wie entrinn' ich ———— ———ÿ 324 ſo daß ihr prüfet, was Gottes Wille, was gut, was wohlgefällig, was vollkommen ſei.(Roͤm. 12,2.) Ich beſchwöre euch in dem Herrn, daß ihr nicht mehr wan⸗ delt, wie die übrigen Heiden, in der Eitelkeit ihres Sinnes ꝛc.—(Eph. 4, 17— 24.) Es iſt nichts Widerſprechenderes, nichts Schaͤndlicheres, als wenn ſich Einer Chriſti, des Gekreuzigten, ſeines Ver⸗ dienſtes und ſeiner Gnade ruͤhmt, und die Welt, die den Herrn gekreuziget hat und taͤglich kreuziget, noch ſo lieb hat, daß er ſich ihr gleichſtellt und dem Sinne des Gekreuzigten ganz ent⸗ gegen handelt; wenn er Ehre ſucht, und ihn jede Zuruͤckſetzung oder Nichtachtung ſeiner Perſon ſo ſehr angreift und beleidigt, daß er ſich ungluͤcklich fuͤhlt und auf Rache oder Selbſterhe⸗ bung ſinnet; wenn er nach irdiſchen Guͤtern trachtet, die Je⸗ ſus verſchmaͤht hat; wenn er die Luͤſte, die Bequemlichkeit, das unthaͤtige Leben liebt, da Jeſus ſich's hat ſo ſauer wer⸗ den laſſen in dieſer Welt, ihn zu erloͤſen; wenn er noch Haß, Feindſchaft, Abneigung, Groll in ſeinem Herzen naͤhrt und in ſeinem Betragen gegen Feinde blicken laͤßt, da Jeſus fuͤr Feinde und Moͤrder betet, den Verraͤther kuͤßt, und uns be⸗ fiehlt, ein Gleiches zu thun; wenn er in keinem Dinge der Welt nachſtehen oder von ihr zuruͤckbleiben, ſondern es ihr in Allem nachthun will, um kein Aufſehen zu machen, um nicht verachtet zu werden, um in Ehren zu bleiben; wenn er Jeſum und ſeine heilige Lehre nicht in Wort und Wandel bekennen will, ſondern ſich ſchaͤmt, als wahrer treuer Juͤnger Jeſu aufzutreten in allen Stuͤcken. Was thut er da anders, als die Heiden thun? als er vorher gethan hat, da er Jeſum noch nicht kannte? Ich beſchwoͤre euch, ihr Lieben! mit Paulus beſchwoͤre ich euch, daß ihr lieber aufhoͤret, euch Jeſu Chriſti zu ruͤhmen, wenn ihr nicht aufhoͤren wollt, euch der Welt aleichꝛuſtellen und das heidniſche Weſen rein abzulegen! de Selki ün icht hüͤlim ait e ſins d eNAie dan hn 5 2 hat, dit Jeiſ ge ten gma in Jrricht ang Fr ind bali Nach ea t Slſe üter Ahttt, Re 1 e,d auenii G' d ſun n 3 n noch hij 9 rihtmi l a Ff her udm in 5n Dmd ben. ern ei zu de re, mß. leibe m cs unt del bin r r üngr 3 butſi ande: In A 1 uch Rlita!? der 4 GII euc fhör t lt ahr We n chat 32 5 Fuͤrchtet ihr denn den Spott der vergaͤnglichen Welt mehr, als den ewig unveraͤnderlichen Ausſpruch Chriſti: Ich kenne euch nicht?! Mel. 34. O Ewigkeit, du Donnerwort! 1. Der du der Strafen ſchwere Laſt an meiner Statt getragen haſt, für mich den Tod gelitten! Wie ſoll ich dir doch dankbar ſein, daß du durch Leiden, Tod und Pein das Leben mir erſtritten? Du, deſſen Eigenthum ich bin, nimm ganz zu deinem Dienſt mich hin! 2. Nichts iſt, was mich gefeſſelt hält, da du den Himmel, Herr der Welt, für mich hintangeſetzet! Selbſt was mein Herz liebt, opfert's doch dir auf, weil es ſonſt nichts ſo hoch, als deine Liebe ſchätzet. O, wie ſo viel hab' ich in ihr! Du dankt'ſt mir nichts, ich Alles dir. 3. Du König trugſt die Dornenkron', und mich erſchreckt' ein eitler Hohn, wenn rohe Spötter ſpotten? Und ſollt' auch alle Welt zu⸗ gleich ſich wider dich, Herr, und dein Reich voll Stolz zuſammenrot⸗ ten. Der Feige ſcheu' der Frevler Spott! Mich ehrt er; er iſt Ruhm vor Gott. 4. Nach Ehre dürft' ich lüſtern ſein? und du, du ließeſt dich ver⸗ ſpei'n, da ich nach Ruhm noch geize? Nach Hoheit ſtrebt⸗ ich ohne Ruh' und, Gott⸗Menſch! dich erniedrigſt du gar bis zum Tod am Kreuze! wo du, der du den Tod bezwingſt, verachtet zwiſchen Mör⸗ dern hingſt. 5. Dem Nächſten dürft' ich mich entziehn? Gemächlich jede Bürde fliehn? Und du trugſt, was für Bürden! Ach Bürden, die(trugſt du ſie nicht,) uns einſt von Gottes Angeſicht zur Hölle ſtürzen wür⸗ den! In Schweiß und Müh', von Trägheit fern, dien' auch nun ich dem Nächſten gern. 6. Wer hier nach Weltluſt nur begehrt, der iſt, o Jeſu, dein nicht werth, iſt fleiſchlich, iſt verblendet. Soll's Leiden ſein, ich bin bereit, du Herzog meiner Seligkeit! biſt auch durch ſie vollendet. Dir, der mir dieſe Bahn erſt brach, trag' ich mein Kreuz nun willig nach. 7. Mein Leiden ſei dann noch ſo ſchwer! Für mich iſt's nun nicht Strafe mehr. Kreuz iſt der Chriſten Leiden. O theurer Name, reich an Troſt! du machſt in jeder Noth getroſt; du wandelſt ſie in Freuden; weil man mit ihm, der für uns litt, durch Kreuz in die Ge⸗ meinſchaft tritt. 8. O Jeſu! gieb mir deinen Sinn, daß nun, wie du, auch ich 326 forthin, wornach die Welt ſtrebt, meide. Herr, bilde mich nach dir, daß ich dir äͤhnlich werd', und williglich mit dir hienieden leide. So herrſch' ich dort dereinſt mit dir; hier aber lebeſt du in mir. J. A. Schlgl. 197. 15. Juli. Die Gefangenen ſollen dem Rieſen genommen werden, und der Raub des Starken ſoll los werden; und ich will mit deinen Haderern hadern, und deinen Kindern helfen. Und ich will deine Schinder ſpeiſen mit ihrem eignen Fleiſche ꝛc.(eſ. 49,25.25.) Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute ſchmähen; und entſetzet euch nicht, wenn ſie euch verzagt machen.(Jeſ. 51, 7.) Kennt ihr den Rieſen, den Goliath der Hoͤlle? den Starken, den Raͤuber und Moͤrder von Anfang?— Fuͤrchtet ihn nicht, doch ſcherzet auch nicht mit ihm. Denn die Schrift nennt ihn nicht umſonſt den Starken, den Rieſen. Ganz Iſrael zitterte vor Goliath? Nur David wagte ſich an ihn und uͤberwand ihn mit einem Kieſelſteine, weil er nicht auf Sauls Waffenruͤſtung, nicht auf ſeinen Arm und Kieſelſtein, ſondern auf den Herrn, den Staͤrkern, vertraute. Nichts hat der Chriſt zu fuͤrchten, wenn er in Chriſto iſt, denn dieſer iſt uns von Gott dazu gemacht, uns dem Rieſen, wenn wir ſchon in ſeinen Klauen waͤren, zu nehmen, uns, wenn wir ſchon ein Raub der Hoͤlle waͤren, ihr zu entreißen. Viel we⸗ niger ſollen wir Menſchen fuͤrchten, die zwar auch oft wie von der Hoͤlle entzuͤndet, und vom Satan inſpirirt und belebt ſind. Wenn ſie noch ſo teufliſch wuͤthen, empfehlen wir die Sache dem Herrn im bruͤnſtigen Gebete, der verheißen hat, mit un⸗ ſern Haderern zu hadern, unſre Schinder mit ihrem eignen Fleiſche zu ſpeiſen, ſie in ihren Schlingen zu fangen, ſie in die Grube, die ſie den Kindern Gottes graben, fallen zu laſſen. —,—— 2 R ¹— genonme en Mos wendn had raund den ie E de hi nih: und ent wid e ſih ni ine, er iita aA d Kifici vert n Nic iſto dem di em=, vmn n hme 5) vmr zu—n. Vür z 8 ſoftne nſpit: d bütis ret dc it nd xi 11 ng r gen f gag M 1ä 9, A Ns Funtt nach 17,) 327 Wie ſollten wir uns fuͤrchten, wenn der Herr vom Himmel ruft: Fuͤrchtet euch nicht, wenn euch die Leute ſchmaͤhen; zit⸗ tert nicht, wenn ſie euch bange und verzagt machen wollen, ſie, die vor ihm alle ſind wie der Tropfen am Eimer. Lerne nur, liebe Seele, von den Schmaͤhungen der Menſchen, die unten auf Erden ſind, wegſehen, dein Ohr davon abwenden, und aufſehen und hinhorchen zu dem, der von oben herab ſieht, und das: Fuͤrchte dich nicht! in unſre Seele ſpricht. Vergiß dies Woͤrtchen nicht, es iſt ein eherner Schild, womit du alle feurige Pfeile des Satans ausloͤſchen kannſt. Mel. 22. Kommt her, ihr lieben Chriſten. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge mich. 1. Mit unſrer Macht iſt nichts gethan. Allein Er iſt auf unſerm Plan. Und frägt der Teufel: Wer Er iſt? ſo ruf' ein Jeder: Jeſus Chriſt— Herr Zebaoth, kein andrer Gott,— der ſiegt, der Satan wird zu Spott. Das Wort ſoll dir zum Schild beſtehn, ſo wollen wir wohl ſicher gehn. 2. Sein Geiſt und Gaben ſind dabei, wir ſehn, daß Jeſus unſer ſei. Und wenn es heißt: Der Feind iſt da! ſingt ihm zum Trotz: Halleluja! So ſau'r ſich ſtellt der Fürſt der Welt, thut er uns nichts. Der Herr ihn fällt. Man ſieht als Kettenhund ihn an, weil ihn ein Wörtlein fällen kann. 3. Geſetzt, der Teufel wären mehr, ſo fürchten wir uns nicht ſo ſehr. Und füllten ſie die ganze Welt, ſo wiſſen wir, wer unſer Held.— Und geht er aufs Verſchlingen los, ſo jagt er mehr in Jeſu Schooß. Hinein! ihr Seelen! da hinein! Glaubt, daß die Wun⸗ den offen ſein! 4. O werdet elend, arm und bloß, und reißt das Herz von Allem los. Die Glaubensleiter ſteigt hinan, daß euch der Feind nicht packen kann.— Es breite ſich die Liebe aus; ſie ſei eu'r Himmel, Schild und Haus, die, was nicht Gott⸗gefällig heißt, von Herzen haßt und von ſich weiſt. ———— 198. 16. Juli. ———— Den ganzen Tag ſtrecke ich meine Hände aus zu einem ungehorſamen Volke, das ſeinen Gedanken nach⸗ 328 wandelt auf einem Wege, der nicht gut iſt.(Jeſ. 65, 2) Immer irren ſie mit ihrem Herzen.(Hebr. 3, 10.) O daß du meine Gebote merkteſt, ſo würde dein Friede ſein wie ein Waſſerſtrom, und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.(Jeſ. 48, 1s.) Wie will ich dir ſo wohl thun, Ephraim! wie will ich dir ſo wohl thun, Juda! Denn die Gnade, die ich euch erzeigen will, ſoll ſein, wie eine Thauwolke ꝛc.(Hoſ. 6, 4.) Streckt der Heiland ſeine Haͤnde aus nach einem unge⸗ horſamen, widerſpenſtigen Volke, das ihn immer nur er⸗ zuͤrnte, aber doch nicht ermuͤden konnte, den ganzen Tag, d. h. ihre ganze Lebenszeit hindurch, ſeinen Arm fuͤr ſie offen zu halten; was wird er denen thun, die ihre Haͤnde nach ihm ausſtrecken, deren ganzes Sehnen und Begehren nur auf ihn gerichtet iſt, die mit dem Pſalm ſagen: Herr, wenn ich nur dich habe ꝛc. Sind ihm die hartnaͤckigen Juden ſo lieb, wie wird er die Chriſten lieben, die ſich ihm ganz ergeben haben. Sehnt er ſich nach denen, die ihren Gedanken auf Irrwegen nachwandeln; wie bruͤnſtig wird er nach denen verlangen, de⸗ ren Gedanken nur ihm nachwandeln auf dem geſegneten Wege des Glaubens, der Liebe? Will er Ephraim und Juda, uͤber die er in demſelben Kapitel ſo viel zu klagen hat, dennoch ſo wohl thun; Seele, wie wohl wird er dir thun, wenn du ihm dein Herz zum Opfer bringſt und dich ihm in die Arme wirfſt mit Allem, was du haſt und biſt? Welche Stroͤme des goͤtt⸗ lichen Friedens werden in deine nach ihm duͤrſtende Seele ſtroͤmen! Welch ein Meer der Gnade und Gerechtigkeit, des Heils und der Wonne wird ſich in deinem Herzen ergießen, wenn du auf ſeine Gebote: Liebe mich von ganzem Herzen, bleibe in mir! Komm zu mir, du Muͤhſeliger! ꝛc. merkeſt! O, wenn du zu ihm aufblickeſt, ſo ſtelle dir ihn ja nie anders vor, als wie er ſich ſelbſt vorſtellt in obiger Stelle.(Jeſ. 65, 2.) 4 nm 1 8 1 ſie offe ihre de mi Bed ur af O en ihn en= ſo li,n ngd obm t dan af Irn der m rlange den Pnetn Ng rain ta Jade, ün lage denno. i th vem dit öm i Arne nif lche 2 ne dſt ihm Tknde 20 und*= ſügkiid nem Sen ag — 329 Male dir ihn nie anders vor dein Geiſtesauge, als mit nach dir ausgeſtreckten Armen, mit offnem Herzen, aus denen Stroͤme des Friedens, der Gnade und Gerechtigkeit fließen und in dein Herz eindringen wollen. Mache dir ja kein an⸗ dres Bild von ihm! Copire nach dem Original, das er von ſich ſelbſt hiemit fuͤr dich entworfen hat, ſo wirſt du ihn treffen. Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Welch ein ſüßer, hoher Friede! 1. Habt ihr es denn nie erfahren, wie er iſt— ſo reich und gut? wie er ſeit viel tauſend Jahren allen Weſen Liebes thut?— 2. Liebend hat ſein Aug' geſehen manches lange Jahr nach euch; wollet endlich ihn verſtehen! Menſchen! Kommt in Gottes Reich! 3. Segnend in der Menſchen Mitte, iſt er jeder Seele nah, zu gewähren jede Bitte, ſteht er immer freundlich da. 4. Soll der Muthwill' ewig währen, daß ihr ihm entflieht und irrt? Wollt ihr nicht zu Jeſu kehren, welcher winkt, ein treuer Wirth? 5. Kommt und laßt uns Herberg' nehmen! Kehret bei dem Hei⸗ land ein! Da wird Unruh' bald und Grämen, Welt und Schmerz vergangen ſein. 6. Wie ſich alle Blumen wenden zu dem hellen Sonnenlicht, nehmt aus den durchbohrten Händen jeder an, was ihm gebricht. v. Schkdf. —— 199. 17. Juli. APergeſſe ich dein, Jeruſalem, ſo werde meiner Rechten vergeſſen(ſie erſtarre mir). Meine Zunge müſſe an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht laſſe Jeruſalem meine höchſte Freude ſein. i. 137,5. 6) Wenn ich mich zu Bette lege, ſo denke ich an dich; wenn ich erwache, ſo rede ich von dir.(Pſ. 63, 7.) Wie? ihr Kinder Iſraels! ihr konntet eures Jeruſalems, eures Tempels, eures aͤußern Heiligthums, das doch nur der Schatten der zukuͤnftigen Guͤter war, konntet es nicht vergeſſen 330 in fremdem Lande; es war eure hoͤchſte Freude, euer Herz hing ganz an dem Orte, wo der Herr der Herrlichkeit ſich in Wolken und Feuerglanz offenbarte. Ihr wolltet lieber nicht mehr leben, nicht mehr denken und reden koͤnnen, als Jeruſalem vergeſſen, als nicht davon ſprechen. So kann man ein aͤußeres Heiligthum lieb haben? Und ihr Kinder des Neuen Bundes, die ihr Jeruſalem, euren Tempel, euer Heiligthum, eure Bundeslade, die Herrlichkeit und Naͤhe des Herrn mit euch im Herzen uͤberall herumtraget, ihr ſolltet weniger daran haͤngen? Ihr ſolltet euch weniger freuen; ihr ſolltet an etwas Anderm mehr Freude haben, etwas auf Er⸗ den und im Himmel lieber denken koͤnnen, als ihn— der in uns wohnen und wandeln, unſers Herzens Herz, unſers Le⸗ bens Leben ſein will? Er, er ſollte nicht unſre hoͤchſte Freude ſein? nicht am Abend unſer letzter, am Morgen nicht unſer erſter Gedanke ſein? unſere Zunge ſollte noch was anders ſprechen koͤnnen und nicht am Gaumen kleben bleiben, ſobald ſie von Andern lieber ſpricht als von ihm? Unſre Seele, Herz, Sinn und alle Kraͤfte ſollten nicht an ihm haͤngen, der fuͤr uns am Kreuze hing, der fuͤr uns ſich ausſchuͤttete wie Waſ⸗ ſer? Sollte denn ein Jude ſeine ſteinerne Herrlichkeit mehr lieben koͤnnen, als wir Chriſten den lebendigen Gott? Sollte das Geſetz, das nur Fluch und Tod verkuͤndigte, nur Zorn anrichtete, mehr vermoͤgen uͤber die Herzen der Juden, als das Evangelium, das Leben und Seligkeit mittheilt und Friede bringt, uͤber die Herzen der Chriſten vermag? Sollte Moſes mit den Hoͤrnern und mit dem Stecken tiefern Eindruck ma⸗ chen, als der Heiland mit den Wunden und mit der Salbung ſeines Geiſtes? Auf, Bruͤder! auf! Laſſet uns ihn lieben, denn er hat uns zuerſt geliebt! Die Juden in Babylon muͤſ⸗ ſen uns ja beſchaͤmen, und im Gerichte gegen uns auftreten, wenn wir den nicht von ganzer Seele liebten, nicht unablaͤſſig —„—,ꝗ— hah pes af , Sn- Ri hens., uſez!. tun chſte d n J a nict un lte e rs a kleh! den, ſtn 1 Sal, 5. ihn hn, wit ausſ Ete wi d ern lchketn endie Jott? El vere t, un zn erza= Juder, 3 it m t un ermd Solle Ni 1 n 1 a iindrud und zeer Sülu Laſſ 41 ihn bite 331 und herzlich ſein gedaͤchten, der uns geliebet hat, da wir noch Feinde waren, der uns aus lauter Gnade und Liebe zu ihm zog und nun ewig unſrer Seele Alles ſein will! Mel. 126. Wenn meine Seel’ den Tag. Oder: 85. Mir iſt Erbarmung widerfahren. 1. Welch ein Gefühl, an ihn zu denken! O wie das meine Seel' erfreut! Mit Leib und Geiſt in ihn zu ſenken, o welche, welche Se⸗ ligkeit! Ihn, ihn empfinden, ihn nur wiſſen, o dieſes unausſprech⸗ lich ſüßen Vorſchmacks der reinſten Himmelsluſt für eine arme Men⸗ ſchenbruſt! 2. Willſt du mit Jeſus Chriſtus halten, ſo halt' es innig und al⸗ lein. Allein muß er im Herzen walten, das Herz in ſeinem Herzen ſein, muß ſtets vor Liebe ſich bewegen, ſonſt fühlſt du nicht des Hei⸗ lands Segen in himmelvollem Gottverein; er kehrt bei Liebenden nur ein. 3. Ihn lieben iſt das wahre Leben, ihn fliehen iſt der wahre Tod. Ihn liebe, liebe nichts daneben, ſonſt ſchmeckſt du nicht ſein Himmels⸗ brod. Ja, willſt du Jeſum ganz erfaſſen, ſo mußt du dich und Alles laſſen. Wer ſich und alles Andre läßt, der hat und hält ihn ewig feſt. ————— 200. 18. Juli. Kehret um, ihr Kinder Iſraell die ihr ſehr abge⸗ wichen ſeid. Geſ. 31,6.) Denn ich bin barmherzig, ſpricht der Herr, und will nicht ewiglich zürnen.(Jer. 3, 12.) Kehret euch zu mir, ſo will ich mich zu euch kehren. (Zach. 1,3.) So wahr ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottloſen, ſondern daß er ſich bekehre von ſeinem Weſen und lebe.(Exech. 33,11.) Im Himmel iſt Freude über einen Sünder, der Buße thut, mehr als über neun und neunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.(Luc. 15,7.) Der Satan ſagt dir, du abtruͤnniger, du gefallener Bru⸗ der! Gott nimmt dich nicht mehr anz die Kinder Gottes 332 werden dich auch nicht mehr erkennen. Das ſagt der Teufel; und Gott ſagt: Kehre wieder, kehre dich zu mir, ich helfe dir, ich erloͤſe dich!— Willſt du nun lieber dem Luͤgner und Feinde deiner Seele, als der Wahrheit und Liebe glauben, die dich lieber gerettet und ſelig, als verloren und verdammt wiſſen will. Gott, dein Heiland, nimmt dich nicht nur anz es iſt ein Freudenfeſt im Himmel; meine lieben Engel, ſagt Jeſus, freuen ſich eben ſo oder noch mehr, als uͤber neun und neun⸗ zig, die nicht gefallen, ſondern nach ihrer Bekehrung treu ge⸗ blieben ſind.„Ja, ich hab's zu grob gemacht; ich habe den Heiland ſchon ſo oft verlaſſen;“ deſto groͤßer wird ſeine und ſeiner Engel Freude ſein, wenn ſie den oft verlornen dennoch wieder finden, und wenn du dich einmal ſo zu ihm bekehreſt, daß dich nichts mehr von ihm trennen kann; deſto mehr Gnade wird er dir diesmal geben, daß du ſtandhaft bleiben kannſt, und er ſein wiedergefundenes Schaͤflein nicht wiederum ver⸗ liere. Was den gefallnen Suͤnder aufhaͤlt, zuruͤckzukehren, haͤlt gewoͤhnlich auch den Frommen, wenn er ſich zerſtreut oder vergeſſen hat, ab, das Antlitz des Herrn wieder zu ſu⸗ chen und zu ſeinem Umgange ſich zu wenden.„So darf ich jetzt nicht kommen, denkt er, mit einem ſo zerſtreuten, untreuen Herzen; ich muß erſt warten, bis es beſſer wird.“ Mein Freund, es iſt derſelbe Luͤgner und Moͤrder, der dir dies ein⸗ giebt, welcher den Abtruͤnnigen betruͤgt und abhaͤlt von der wahren Bekehrung. Denn der Heiland ſagt allezeit: Kommt Alle, Alle zu mir! und je laͤnger du wegbleibſt, deſto ſchlech⸗ ter wirſt du. Der Heiland will nicht, daß Jemand weg⸗ bleibe, ſondern daß ſich JFedermann zu ihm kehre; ſo ſchreibt er dir(2 Petr. 3, 9.). Kehre dich zu mir, du Abgekehrter, du Zerſtreuter, ſo ſammle und helfe ich dir von deiner Zerſtreu⸗ ung, ſo kehre ich mich zu dir. So ſpricht er zu dir(Jeſ. 44,22. Zach. 1, 3.) Lies doch dieſe Schrift des Herrn an dich. ei idd ſeinw ift E ernen denug 1 ſ—mm bektzi inn; f mehr Gm undh eiden im 1 iederum w häl rckzukige wen— ſich za H ider ap ende So defſt dzet en, untran beſſg ury.“ NM. der cdir dici t un de alt von w ſagt Mit: Kom ole E yſt ſh , d mand ur ion †= zoo ſtri „dt kehrtr, o ccr Iuſtr gt er 1: Giut herr r ic 333 Mel. 39. Ach Alles, was Himmel. Oder: Ich rühme mich einzig. 1. Was wollt ihr euch fürchten? Was wollet ihr ſcheuen? Der Herr will ſich ſelbſt eurer Wiederkunft freuen. Der Feind, der den Rückfall ſo leicht euch gemachet, erſchwert es nun, daß ihr nicht wieder erwachet. 2. Er weiß euch ſo ſchreckliche Berge zu zeigen, als ſei es nicht möglich hinüber zu ſteigen. Der aber gerufen hat: Kehret doch wie⸗ der! der ſchlägt ſeinen Widerſtand mächtig darnieder. 3. Drum laßt euch vor Belials Lügen nicht grauen. Ihr werdet Immannuels Herrlichkeit ſchauen. Wohlan denn! ſo eilet und wagt es aufs neue und ſchwöret dem Heiland die ewige Treue. 4. So ſind euch die Schulden des Rückfalls vergeben; ihr findet bei Jeſu das ewige Leben. Doch müßt ihr euch täglich im Geiſte er⸗ neuen und Leichtſinn und Sicherheit ewiglich ſcheuen. 5. O Jeſul! du Hirte der gläubigen Heerde! Ach hilf doch, daß Niemand mehr abtrünnig werde! Doch was ſich verloren, das wol⸗ leſt du ſuchen. Du kannſt keinen reumüthigen Sünder verfluchen. 6. O Mutterherz, gieb ihnen Buße zum Leben! Bei dir iſt ja Gnade und vieles Vergeben. Noch Einsl! du barmherziger Biſchof und König: Die Deinen ermahnen einander zu wenig. 7. Entzünde doch, Jeſu! die Liebe der Brüder, und was ſich ge⸗ trennet, verbinde du wieder, daß Einer für Alle und Alle für Einen beſtändig als Mauern des Friedens erſcheinen! W ——— 201. 19 Juli. Danket dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat, Theil zu nehmen an dem Erbe der Heiligen im Lichte; und uns errettet hat aus der Gewalt der Finſterniß, und uns verſetzet in das Reich ſeines lieben Sohnes, in welchem wir haben die Erlöſung durch ſein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden.(Col.1, 12— 14.) Wie ſoll ich dem Herrn vergelten alle ſeine Wohlthat, die er an mir thut? Ich will den heilſamen Kelch nehmen und des Herrn Namen predigen.(pPſ. 116, 12. 13. vergl P. 103, 1— 4.) b 334 Ein dankbares Gemuͤth ruft ſich gern die Wohlthaten und Segnungen Gottes ins Gemuͤth zuruͤck, die es ſein Leben hindurch empfangen hat, und vergißt nicht, was ihm der Herr Gutes gethan hat; denn herzlicher Dank iſt eine neue und erhoͤrliche Bitte. Wer Vergebung der Suͤnden empfan⸗ gen hat, ſoll ja die Reinigung ſeiner vorigen Suͤnden nie ver⸗ geſſen, damit er nicht in neue falle. Wer ein Kind Gottes geworden und mit Gottes Geiſt verſiegelt iſt, betruͤbe dieſen Geiſt nicht durch Undank und Unachtſamkeit, freue ſich viel⸗ mehr alle Tage daruͤber mit geruͤhrtem demuͤthigen Danke, ſo wird ſein Gnadenſtand immer feſter werden. Wer Gott als Vater anrufen darf, und Jeſum als Fuͤrſprecher und Ver⸗ treter, als Verſoͤhner und Heiland erfahren hat, der verſaͤume ja nicht, durch ergebenen Dank und Lobpreiſung ſeines Ret⸗ ters den Vater kindlich anzurufen und ihn um Bewahrung dieſer Gnade zu bitten, durch den Mittler Jeſum, damit er dieſe Gnade ungebraucht nicht verliere. Gewiß, wer ſich der Liebe und Guͤte, Gnade und Huld ſeines barmherzigen Gottes und Heilandes immer recht aufrichtig freuet und mit geruͤhr⸗ tem Herzen dafuͤr dankt, ſich dieſe unverdiente Gnade immer wieder vor die Augen ſtellt und in ſeinem Herzen erwaͤgt, der lebt darin, und nichts wird ihn ſcheiden koͤnnen von der Liebe Gottes in Chriſto Jeſt. Mel. 22. Die Seele Chriſti. Oder: Schon deines Namens. 1. Neig', o mein Gott, dein Ohr zu mir! Ich Erd' und Aſche fleh' zu dir. Ich Sünder fleh': Ach wende nicht von mir dein gnädig Angeſicht— Du Vater ſchufſt im Wohlthun mild, auch mich zu dei⸗ nem Ebenbild. Da ich's verlor, erneuteſt du mich ſelbſt in deinem Sohn dazu. 2. Nun giebſt du, der mich nicht verwarf, mir jeden Tag was ich bedarf. Errettet haſt du mich ſchon oft, zur Stunde, da ich's nicht gehofft; da rings um mich nichts als Gefahr, ſchon Tod in meinen Be= Kin Gi m nme ſh m dan jigen dah Vr t 11 t cher und de hren= der vrſn obpt= ſeines h 1ihm Bencſu Rtle Im, dam Gr-e weſſe sba r ägn t fteu r= d mt hih verd vnddem em=n erni n kd 8= von das zen mens. — uicht ir deng a nd i mip du elbſt am f, 117 Tuw . cn ur Ser, da 1 ahr, det, tzer nir!d Ewm ₰ Tod um. 335⁵5 Gliedern war. Walt' auch noch ferner über mir; Leib, Seel' und Geiſt befehl' ich dir! 3. Gott Sohn!l du haſt mich durch dein Blut erkaufet von der ew'⸗ gen Gluth; du biſt's, der kräftig für mich ſpricht, in Schmerz mein Troſt, in Nacht mein Licht.— Wenn mich der Satan hart verklagt, mein Herz ſchon vor Verdammung zagt, hemmſt, Mittler! du den Richterſpruch und kehrſt in Segen mir den Fluch. 4. Gott heil'ger Geiſt, nur deine Kraft iſt's, die in Sündern Gu⸗ tes ſchafft. Und findet Gutes ſich in mir, iſt's wahrlich ganz ein Werk von dir. Von dir iſt's, daß ich Gott erkannt und Chriſtum, den er mir geſandt, auch in der reinen Lehre treu, des Worts vom Kreuz mich herzlich freu'; 5. Daß ich feſt in Verſuchung ſteh'; daß ich im Elend nicht vergeh'; daß ſtets, je mehr es niederdrückt, mich mehr dein reicher Troſt er⸗ quickt. Mein Herz iſt ganz des Dankes voll, denn das, mein Gott, erkenn' ich wohl, daß du weit mehr an mir gethan, als ich verſtehn nnndd rühmen kann. 6. Hilf, daß dein Heil mein Augenmerk, mein Glaube nicht Ge⸗ dächtnißwerk, mein Gottesdienſt nicht Gleißnerei, nicht Heuchelſchein mein Wandel ſei! Erlaß mir alle meine Schuld, trag' ferner auch mit mir Geduld! Und fehl ich, ſo verwirf mich nicht, bring' ſelbſt mich bald zurück zur Pflicht. 7. Mein Herz erhalt', Herr, unverderbt, den Glauben laß ſtets ungefärbt, die Liebe herzlich, thätig, rein, die Hoffnung ſtets lebendig ſein.— Hilf, daß ich ſelig ſterben mag, und kommt dereinſt dein gro⸗ ßer Tag, erweck' ins ew'ge Leben mich. Du thuſt es; ja, ich hoff' auf dich. Ges. od. Bodo v. Hodbg. ———— 202. 20. Juli. Uebe dich in der Gottſeligkeit, denn die leibliche Uebung iſt wenig nütze; aber die Gottſeligkeit iſt zu allen Dingen nütze, und hat die Verheißung dieſes und des zukünftigen Lebens.(1 Tim. 4, 8.) Um gottſelig zu ſein, mußt du in Gott und Gott muß in dir ſein. Die Liebe iſt gewiß gottſelig, denn ſie bleibt in 336 — Gott und Gott bleibt in ihr. Liebe alſo Gott von ganzem Herzen, ſo wirſt du gleich erfahren, was Gottſeligkeit, was in Gott ſelig ſein heiße. Suche ſeine Gnade und die Verge⸗ bung deiner Suͤnden durch deinen Heiland, oder, wenn du dieſes große Gut ſchon empfangen haſt, ſo bleibe in dem, der dir vergeben hat, und habe deine Luſt an ihm, ſo wirſt du un⸗ ausſprechlich ſelig ſein, eine Freude und einen Frieden genie⸗ ßen, den dir Niemand nehmen kann. Was nun dieſe Freude und Seligkeit erhaͤlt und erhoͤht, darin mußt du dich uͤben. Und was koͤnnte dich denn ſeliger in Gott machen, als der kindliche Umgang im Geiſte mit ihm und das Leben der thaͤ⸗ tigen Liebe gegen deinen Naͤchſten. Gott, Chriſtus iſt die Seligkeit ſelbſt, die Quelle aller Seligkeit; wer ſich an dieſe Quelle von ganzem Herzen haͤlt, ſich beſtaͤndig darin uͤbt, daß er ſich der Quelle naͤhert, darnach duͤrſtet und verlangt, der wird auch reichlich aus ihr zu trinken bekommen, wird trun⸗ ken werden von den reichen Guͤtern ſeines Hauſes. Wer dann im Gefuͤhle ſeiner Gottſeligkeit auch Andere dieſer Freude theil⸗ haftig zu machen ſucht und ſie zu dieſer Quelle fuͤhrt, der wird noch ſeliger werden, indem Anderer Freude nun auch ſeine Freude wird und die ſeinige erhoͤht. So hat die Gottſeligkeit die Verheißung, daß ſie hier und druͤben den groͤßten Gewinn verſchafft, was kein Gut und Gluͤck der Erde verſchaffen kann; ſie iſt ſelig, immer ſelig— im Leben und im Tode, in dieſer und in der zukuͤnftigen Welt; denn nichts kann ſie trennen von Gott, ihrem Urheber und ihrer Quelle. Mel. 38. Noch wallen wir im. Oder: Kommt her zu mir, ſpricht. 1. Die Welt möcht' auch gern ſelig ſein; ach, wär' nur nicht des Kreuzes Pein, des Chriſten banges Leiden. Erſchrocken bebet ſie zu⸗ rück, ihr gilt ein kurzes eitles Glück mehr als des Himmels Freuden. 2. Doch der, den man heut' blühen ſah, liegt morgen krank und kraftlos da, und muß vielleicht ſchon ſterben. Schnell, als die Blumen g von ganza Lſäiket 1 =d de dag lſ 2 un er, wem —(N ei de — wi dr d e idag Dr diſſe am Adu dih 69 E chen, ig. und eben da 6 5a hriſtu i gkeit r ſih aij deſta darin t irſte t averlung bet n, wid m nes s. Wai derz r Fradte rOührt Rn Fr am atſ Sod x Getſüt bend öͤßte bo⸗ c d) de veſhi im 1=md inn t; im ichts in dihr ule n na t, priht n; 1 p nnr 1' A³ fen deti als d mal ſmn , 18 Sman u. A l des 337 auf dem Feld, ſieht man die Herrlichkeit der Welt verwelken und ver⸗ derben. 3. Wie Manchen überraſcht ſein Tod! oft denket in der Sterbens⸗ noth der erſt noch fromm zu werden, der ſich des Leibes Pfleg' erlas und ſeiner Seele ganz vergaß, ſo lang er lebt' auf Erden. 4. Dem Reichen hilft nicht großes Gut, nicht eitle Pracht, nicht ſtolzer Muth, er muß aus ſeinen Freuden; beſäß er auch die ganze Welt, vom Tode hilft kein Löſegeld, er muß von hinnen ſcheiden. 5. Dem Weiſen hilft nicht Witz noch Kunſt, den Edlen nicht der Fürſten Gunſt, ſie müſſen dennoch ſterben. Weh' dem, der in der Gnaderzeit nicht ſchaffet ſeine Seligkeit! er ſtürzet ins Verderben. 6. Drum, die ihr Gott in Chriſto liebt, Gottſeligkeit von Herzen übt, laßt keine Müh' euch reuen! Stets haltet feſt an Gottes Wort; der Heiland, euer Troſt und Hort, wird euch zuletzt erfreuen. 7. Sorgt nur, daß ihr in Chriſto lebt, nicht haßt, nicht neidet, gern vergebt; mag euch die Welt doch höhnen. Ihr tragt das Kreuz dem Heiland nach. Gott wird auch euch nach aller Schmach, wie ihn, mit Ehren krönen. 8. Wär't ihr, ſo wie das Fleiſch begehrt, ſtets glücklich, reich, ge⸗ ſund, geehrt, ihr würdet leicht erkalten. Drum trifft euch öfters Angſt und Noth. Durch Züchtigungen will euch Gott zur ew'gen Freud' erhalten. b 9. Drum glaubet feſt und zweifelt nicht, was Gott in ſeinem Wort verſpricht, beſchwört bei ſeinem Namen, fürwahr, das hält und giebt er euch; er hilft auch uns zu ſeinem Reich durch Jeſum Chriſtum, Amen! Ringwald u. Schlgl. — —— —y; 203. 21. Juli. O Land! Land! Land! höre des Herrn Wort. (er. 22, 20.) Das iſt mein Troſt in meinem Elende, denn dein Wort erquicket mich. Wo dein Geſetz nicht mein Troſt geweſen wäre, ſo wäre ich vergangen in meinem Elende.(pſ. 119, 50. 92.) Hoͤrt doch, wie die Propheten ins Land hinein ſchreien, um Liebe und Aufmerkſamkeit fuͤr des Herrn Wort zu er⸗ ) 22 338 wecken. Iſt denn gar ſo viel daran gelegen? Allerdings, mehr als eine Propheten⸗Zunge ausſprechen kann. Wir muͤß⸗ ten vergehen in unſerm Elende, in unſern Suͤnden und den Muͤhſeligkeiten dieſes Lebens, wenn wir Gottes Wort nicht haͤtten; das ſagt uns David. Wie oft kommen wir nahe an den Abgrund des Verderbens, des Verzagens, bis wir Got⸗ tes Wort lebendig ergreifen und uns mit Glauben und Zuver⸗ ſicht an Gottes Wahrhaftigkeit und Treue halten koͤnnen? Dieſes, nur dieſes reißt uns wieder aus Allem heraus. Und haͤtte uns die Hoͤlle ſchon in ihrem Rachen, der Satan ſchon in ſeinen Klauen, die Suͤnde ſchon in ihrem Netze: koͤnnen wir das Wort des ewigen, allmaͤchtigen Gottes, unſers Hei⸗ landes erreichen und es im Glauben erfaſſen, ſo muß uns Tod, Teufel und Hoͤlle, Suͤnd' und Welt, und alle Heere unſerer Feinde wieder herausgeben, los laſſen und auf freien Fuß ſtellen. Der Strick des Jaͤgers iſt zerriſſen, heißt es dann, und wir ſind frei. Das Wort des Herrn iſt wie ein Seil, vom Himmel herab gelaſſen bis auf die Erde, das jede Men⸗ ſchenhand, jedes Herz, wenn es nur glauben will, erfaſſen und halten kann. Wer es wirklich ergreift und nicht loslaͤßt, wenn auch alle Welt wehret oder ſpottet, oder ihn mit Gewalt weg⸗ ſtoßen will, wer dennoch feſthaͤlt, der iſt geborgen, ſchwingt ſich daran uͤber alle Berge weg, und wird aus allen Abgruͤn⸗ den heraus und in den Himmel hinauf gezogen. Denn die Hand, die es herab laͤßt, zieht auch hinauf; und ſie laͤßt nicht los, ſie laͤßt dich nicht fallen. Sei ohne Kummer; das Seil bricht nicht. Es iſt ſtark und gut, auf die Ewigkeit haltbar; iſt dreifach. Vater, Sohn und Geiſt halten feſt, und eine dreifache Schnur bricht nicht.(Pred. Sal. 4, 12.) Mel. 52. Wer Ohren hat. Oder: Beſiehl du deine Wege. 1. Wohl dem, der Jeſum liebet und an ſein Wort ſich hält, wird er gleich oft betrübet in dieſer argen Welt, ſo iſt das Wort des Lebens hn, zatan ſte ihre tze: öm Go— unſers 1 ſen, iß usd ind d eere pnſet und frein ii riſen M zt e dm errn Jie en de Erd zjde Re den Maffaſſam nd ni Aaläßt wn b in d'ewa de ſtt3 a, ſhen wird 4 man Uüxr 1—₰ Dm ꝛuf; Tiieliätit ne Nr atz d , uda 339 ihm mehr als Freud' und Leid; da ſucht er nie vergebens, er findet Seligkeit. 2. Biſt du vielleicht verirret vom rechten Lebenspfad, weil dich die Welt verwirret und ganz verlocket hat; hier iſt das Wort der Wahr⸗ heit, das zeiget dir die Bahn, auf der man bei der Klarheit des Lichts nicht irren kann. 3. Biſt du vielleicht betrübet und zweifelſt fort und fort, ob Got⸗ tes Herz dich liebet? Komm, hier iſt Gottes Wort! das zeigt in Jeſu Schmerzen dir die Barmherzigkeit. die tief betrübte Herzen mit ew'⸗ gem Troſt erfreut. b 4. Haſt du nicht Kraft zum Guten, biſt du lebendig todt, ſo mag dein Herz wohl bluten in ſolcher großen Noth. Doch wird das Wort dich ſtärken, es giebt den Müden Kraft, er, der zu guten Werlen in Chriſto neu uns ſchafft. 5. Und wenn kein Licht ſich findet an jenem dunkeln Ort, wenn dir die Welt verſchwindet, ſo haſt du Gottes Wort! das iſt dein Stab und Stecken, ein Troſt, der ewig bleibt, der alle Todes⸗Schrecken beſieget und vertreibt. —— ——— 204. 22. Zuli. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreif das ewige Leben. Tim. 6, 12.) Wenn Jemand auch kämpfet, ſo wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.(QTim. 2,5.) Wer will die Feinde leugnen, die dem Frommen von al⸗ len Seiten entgegenſtehen und ihm ſein Kleinod rauben wol⸗ len? Will er es behaupten, ſo muß er kaͤmpfen, doch nicht mit der Fauſt, nicht mit Schwert und Degen, nicht mit menſchlichem Arm, ſondern mit dem Schilde des Glaubens und mit dem Schwerte des Wortes Gottes, mit Gebet und Flehen zu dem, durch den und mit dem, wenn er in uns iſt und wir in ihm ſind, wir allein ſtreiten und unſre Feinde be⸗ ſiegen koͤnnen, was wir ohne ihn auf keine Weiſe vermoͤgen. Wer mit ſeinen Seelenfeinden ſelbſt, aus eigner Kraft, kaͤm⸗ 2* 340 pfet, Feſtungen von allerlei Sandkoͤrnern menſchlicher, ſelbſt⸗ erdachter Mittel baut und ſich in denſelben verſchanzt, ſich ſicher glaubt, wird im Kampfe nicht beſtehen. Die Feinde ſpotten ſeiner Feſtungen. Wo ſie aber den Herrn, der der rechte Held im Streite iſt, erblicken, da weichen ſie und ge⸗ ben die Flucht. Zitterſt du vor deinen Feinden, wenn du deine Schwachheit und ihre Staͤrke betrachteſt, ſo ziehe nicht mit deinen eignen Truppen ins Feld gegen ſie; ſondern wirf dich auf dein Angeſicht nieder vor dem, vor deſſen Namen die Hoͤlle zittert; bitte ihn, daß er fuͤr dich ſtreite, und daß er auch deine Haͤnde ſtreiten lehre. Hoffe auf ihn, er wird's wohl machen und deinen Kampf zum Siege hinausfuͤhren. Vertraue durchaus nicht auf dich ſelbſt und deine eignen Vor⸗ ſaͤtze oder Waffen, ſondern allein auf ihn, und verharre des⸗ wegen im Gebete, im lebendigen Vertrauen auf ihn, bis du geſiegt haſt. Das iſt der Kampf des Glaubens, des glaͤubi⸗ gen, beharrlichen Gebetes, den Paulus empfiehlt. Dadurch ergreift man Chriſtum, das ewige Leben. Wer da kaͤmpfet, aber nicht alſo, der kaͤmpfet nicht recht, und wird nicht ge⸗ kroͤnt, weil er nicht ſiegt und nicht ſiegen kann. Mel. 82. Ach, was ſind wir ohne Jeſu. 1. Herr, wie lange muß ich ringen, eh' ich auf der ſteilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen und vom Kampfe ruhen kann? werd' ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Luſt der Erde oder frecher Sünder Spott reizet, daß ich träge werde, wirſt du mein vergeſſen, Gott? wirſt du mich nicht unterſtützen? wirſt du eilen mich zu ſchützen? 3. Ach, ich zittre, Herr, wie lange ſoll ich kämpfen? dieſer Streit meiner Schwachheit macht mir bange, und der Welt Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht erſiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde! höre mich und ſteh' mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde! mache mich getroſt und treu, daß ich ſtand⸗ haft deine Wege wandle und nicht ſtraucheln möge. 5. Daß die Welt mich nicht verführe! daß ſie mich nicht ungetren —:—os ———— me ben hr, ſehn. ach am, ſc 6 die Feind den In, denn weir eſe md 4 deie wenn a deſt t ſih ri en dew erdNama i ir and ni Auſ i a ni Lieg A usflhra nd= gnn N uht haed uen Iu, ben laube des gli mpf A. Duͤn . L kimft und de riht kamn Jeſt. d a blen Ai 1n= uhen im ig ih im frech= dder Sn geſen Sd wih ſhütz T b lin iir Em er I fütttti nicht ☛ d e bel hn und 1— ih iw üge. ſe 4 1 mt 341 mach' und ſpottend triumphire, daß ich auch gefallen ſei; daß ſie ſich nicht ihrer Siege rühme, wenn ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewähreſt, hilf des Schwachen Schwach⸗ heit auf; ja, ich hoffe, daß du höreſt, und ich freue mich darauf. Rüh⸗ men will ich's und dir ſingen, daß du Stärke giebſt zu ringen. —y———————————ͤoͤrßͤͤõ———u———— —————-—— 205. 23. Zuli. So wendet denn allen Fleiß an, und zeiget bei eu⸗ rem Glauben Tugend— Beſcheidenheit— Mäßig⸗ keit— Geduld— Gottſeligkeit— brüderliche⸗ und allgemeine Liebe.— Darum beeifert euch um ſo mehr, euren Beruf und eure Erwählung feſt zu machen, denn wenn ihr dieß thut, ſo werdet ihr nicht ſtraucheln. (2 Petr. 1, 5— 10.). Es giebt ſogenannte Erweckte, die eine kurze Bibel haben, in der nichts ſteht, als was ihr faules Fleiſch beruhiget und troͤſtet; das heißt, ſie reißen aus der Bibel nur Troſtſpruͤche an ſich, die ſie nicht angehen, und darum ſie nicht angehen, weil ſie von allem Andern, was in der Bibel ſteht, nichts wiſ⸗ ſen wollen. So wird die Bibel fuͤr ſie ein Zaum, der ſie haͤlt, daß ſie nicht uͤber Fleiſch und Blut weg und zu Chriſto hin⸗ kommen. Sie ſollte ihnen aber ein Sporn werden, der ſie taͤglich naͤher zu ihrem Erldſer treibt. So ein Sporn iſt auch dieſe Stelle Petri, die ganz geleſen und ernſtlich betrachtet ſein will. Er hat die koͤſtlichſten Verheißungen Gottes vorange⸗ ſchickt und darauf laͤßt er dann dieſe heilſamen Ermahnungen folgen, die jedoch Niemand fuͤr uͤberfluͤſſig halten wolle, waͤre er auch mit Petrus auf Tabor, oder mit Paulus im Para⸗ dieſe geweſen. Du magſt ſchon viele Gnaden erhalten haben; dafuͤr danke Gott. Aber wenn du nicht Fleiß anwendeſt, deine Gnadenwahl, die ich dir nicht ſtreitig machen will, und deinen Beruf zu wahrem Chriſtenthum feſt zu machen und mit 34 2 deinem:„Ich glaube an Gott Vater, ich glaube an Jeſum, den Heiland ꝛc.“ auch chriſtliche Tugend und wahre Gottſe⸗ ligkeit, Geduld und Enthaltſamkeit, und Alles, was das Auge Jeſu an den Seinen gern ſieht, zu verbinden, ſo hoͤre, was Petrus dir ſagt: Du biſt blind und tappeſt im Finſtern und haſt vergeſſen der Vergebung deiner vorigen Suͤnden. Du wirſt fallen, oder biſt ſchon tief gefallen, weil du verlaſſen haſt die treue Nachfolge und Aehnlichkeit Chriſti. Haſt du aber alle jene von Petrus geforderten Dinge an dir und biſt du in der Erkenntniß Jeſu nicht unthaͤtig und nicht unfruchtbar, ſo biſt du ein wahrer Juͤnger Jeſu und weißt, wie man mit der Bibel umgehen muß. Nun aber lieben die meiſten die Bi⸗ bel in Taſchenformat. Doch auch darin ſtaͤnde genug, was ſie ſchlagen und heilen koͤnnte, wenn ſie ſich ſchlagen und hei⸗ len laſſen wollten. Mel. 11. Jeſu, komm doch ſelbſt. 1. Ew'ge Liebe, Jeſu Chriſt, der du mein Erlöſer biſt, haſt du meine Sündenſchuld nicht getilgt durch deine Huld?— Giebt mir deine treue Hand nicht der Gnade Unterpfand? Hatt' ich nicht den Siegelring, als ich deinen Geiſt empfing? 2. O wie hatt' ich dich betrübt! o wie haſt du mich geliebt! o wie fern war ich von dir! o wie freundlich riefſt du mir!— Neigte nicht mein ganzer Sinn ſich zu dir, o Jeſu, hin? als die Liebe, die mich zog, den Unglauben überwog! 3. Als ich mich nun zu dir wandt', machteſt du dich mir bekannt. Ach du warſt in mir verklärt! Selig, wer das recht erfährt!— So viel Jahre kenn' ich ſchon dich, mein Heiland, Gottes Sohn! und noch nie verließ'ſt du mich! Aber wie, o Herr! war ich 4. Ward mir doch das Ehrenkleid durch die Gnade ſchon bereit't; angezogen hatt' ich dich, und dein Vater liebte mich.— Rein war ich, von Sünden rein! dein war ich, o Jeſu, dein. Aller Segen, alles Heil ward aus Gnaden mir zu Theil. 5. Aber ach, Eins fehlet hier, was ich noch nicht find' an mir. Ach, wie bin ich noch ſo weit von des Herzens Feſtigkeit!— Ach, wie lgen 1, p t gea 4 veiß n d ſtä ſich f. n Er 1 enm — den. AN. 21 derlaſe 3 Hrün † Cnd ſtt 3 ifunht eman ii an ded = nug, u „ In udͤſ if de 1 Hah Gittn d? t dut x2 ch uitm Dlebtl un du n— Neizt n alst eſt du as re d, G r w die Gt emich n. 2 noch k e, drh er eir bennt — br= 8 1ohn. 1 on enit — ein writ * egen, 0 um n s=hs 343 oft reißt meinen Sinn jede ſchnöde Wolluſt hin. Und doch willſt nur du allein, Jeſu, meine Freude ſein. 6. Wie du nun, mein Heiland, dich, ganz gegeben haſt für mich, wie du mir Gewißheit giebſt, daß du ewig, ewig liebſt,— o ſo zieh' auch meinen Sinn ganz in deine Liebe hin! Mach' mein Herz beſtän⸗ dig treu, mach' mich doch von Allem frei! 7. Ich begehre dich allein; ſonſt kann ich nicht ſelig ſein. Ohne dich iſt Alles todt, Jeſu, du mein Herr und Gott!— O daß nie kein Augenblick mich von dieſer Liebe rück', nichts zu wollen, nichts zu thun, als in dir, mein Heil, zu ruhn! 8. Lieber Herr! verſag' mir nicht Heiligung, Kraft, Lieb' und Licht! Schenke mir zu jeder Zeit Friede, Freude, Seligkeit!— Sieh', ich bin dein Eigenthum; dieß iſt meine Freud' und Ruhm! Tod und Leben iſt mir gleich, Alles führt zum Himmelreich. ————— — ———— 206. 24. Juli. Meine Speiſe iſt, daß ich den Willen deſſen thue, der mich geſandt hat, und ſein Werk vollbringe. Goh. 4,34) Die er vorher geſehen, die hat er auch vorher beſtimmt, daß ſie dem Bilde ſeines Sohnes gleichför⸗ mig werden, ſo daß er der Erſtgeborne unter vielen Brüdern ſei. Rom. s, 20) Ein Beiſpiel habe ich euch ge⸗ geben, damit ihr auch thut, wie ich euch gethan habe. (Joh. 13, 15.) Wie koͤnnte ein wahrer Chriſt von Jeſu taͤglich Gnade um Gnade nehmen, ſich ſtets von ihm ſo unverdient lieben laſſen, nur von ſeinem Verdienſte und Schweiße leben, mit ſeinem Blute ſich waſchen, aus ſeinem Tode das Leben ſcho⸗ pfen, ohne den Wunſch, das Streben und ernſtliche Verlan⸗ gen in ſich zu fuͤhlen, ſeinem Meiſter aͤhnlich zu werden, und auch ſo zu ſein in dieſer Welt, wie er war. Jeder Schuͤler bildet ſich nach ſeinem Meiſter, ſieht ihm auf Mund und and. Der Chriſt aber ſollte bleiben duͤrfen in ſeiner natuͤr⸗ lichen Verderbniß? ſollte aus Gott geboren ſein, Chriſtum 344 im Herzen wohnend haben durch den Glauben, und dennoch keinen goͤttlichen Wandel fuͤhren, wie ſein Meiſter, nicht ihm gleichfoͤrmig zu werden ſuchen? Nein, ſchon ein Freund ſucht ſeinem Freunde Alles nachzumachen; der Liebende ruht nicht, bis er das Bild des Geliebten in ſich hergeſtellt hat. Dadurch zeigt ſich erſt die Liebe, daß man thut wie der, den man liebt. Dazu ſind wir auch von Gott beſtimmt und erwaͤhlet, vor Grundlegung der Welt, daß wir ihm in Liebe aͤhnlich werden. (Epheſ. 1, 3.) Seine Leibſpeiſe(Joh. 4, 34.) muß auch die unſere ſein, ſein Sinn und Weſen muß unſer Sinn und Weſen wer⸗ den, oder wir haben keinen Theil an ihm. Unſer Auge muß ſtets auf ihn und ſein heiliges Leben gerichtet ſein, daß wir immer ſo denken, reden, handeln, wie er denken, reden und handeln wuͤrde, wenn er an unſrer Stelle waͤre. Wie dem Moſes geſagt war: Mach' Alles nach dem Vorbilde, das dir auf dem Berge gezeigt wurde; ſo heißt es beim Chriſten: Schaue auf das Vorbild, das dir auf dem Berge Golgatha gezeigt wurde, und richte dein ganzes Leben darnach ein. (2 Moſ. 25, 40. Apoſtg. 7, 44.) Mel. 107. Er lebt, das iſt das Loſungswort. Oder: Ich dank dir ſchon. 1. Kommt, die ihr nicht gewohnet ſeid, daß ihr euch ſelbſt entſaget, die ihr noch ſtets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wolluſt fraget! Kommt, ſchauet Jeſu Leben an! dieß, dieß muß euch beſchämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, durch ihn euch ſelbſt bezähmen. 2. Gott war ſein Alles, nur an dem hing ſeine ganze Liebe. Ihm dienen war ihm angenehm, Ihm weiht' er ſeine Triebe. Wo er nur ging und wo er ſtand, war ſeine Speiſ', den Willen des Vaters, wel⸗ cher ihn geſandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit, ſich wie er war, zu zeigen. Und wenn er Bosheit freveln ſah, war er voll edler Schmerzen. Wenn aber Gottes Wort geſchah, quoll Freud' aus ſeinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt' er nicht zu ſchmecken, und rein bewahrte ſich ſein Geiſt, ganz rein von allen Flecken. In —y—————— tele.. Wr d b den Sildde, dan n Gi dem=ze Gelhtt ßt 8 A dannach a der: A dr ſz ß ihn a lift erin erthe! oluft ing e5 n th leſtim ihn 4 bſt bezihme ſeine ine T re diebe. Ie A☛ Voem Wille 2. cVatert, w⸗ er ler ſeinen dn en An. lin 5 ged Zuſun von A. eilig. Gott ein neigen. h 34⁵5 Allem ſah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was ſei⸗ nem Bruder war, und nie blos auf das Seine. 5. Stets floh er das Geräuſch des Ruhms, blieb niedrig und ge⸗ ringe, entſchlug ſich alles Eigenthums,— Er, Erbe aller Dinge. Arm ward er ſelber, daß wir reich durch ſeine Armuth würden. Er iſt der Herr, ſein iſt das Reich; doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf ihm ſchon ſchwer, er fand's doch gut und billig, denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt' er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorſam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlaſſen blieb ſein Herz an ihm, trotz alles Spottes. Sein Sehnen war im bangſten Schmerz nichts als das Antlitz Got⸗ tes. Folgt, Brüder! ſeinem Vorbild nach. Er hat für euch gelitten. Er ſelbſt hat euch, ſeid ihr ſchon ſchwach, die Kraft dazu erſtritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde; bezähm' das Fleiſch, vertilg' in mir die Liebe dieſer Erde; daß ich dein großes Beiſpiel mir ſtets vor mein Auge ſetze; des Vaters Wil⸗ len thun, gleich dir, für Freud' und Leben ſchätze. Ramb. u. Schlgl. 25. Juli. Wie ein Nachtgeſicht im Traume, ſo ſoll ſein die Menge aller Heiden. Gleichwie einem Hungrigen träumet, daß er eſſe, wenn er aber aufwacht, ſo iſt ſeine Seele noch leer.(Jeſ. 29,8. u. 14.) Was ſchlafet ihr? ſtehet auf und betet.(euc. 22, 46.) Der Herr ſchauet vom Himmel auf die Menſchenkinder, daß er ſehe, ob Je⸗ mand klug ſei, und nach Gott frage.(Pf. 14,2.) Der Herr iſt freundlich der Seele, die nach ihm frägt. (Jer. 3, 25.) Sie ſind wie die Traͤumenden, die falſchen Chriſten, die ſcheinbar Erweckten, die in ſchlaftrunkner Sicherheit dahin ge⸗ hen, ſich blos mit Worten ſpeiſen, mit Gedanken und ideali⸗ ſchen Vorſtellungen naͤhren. Werden ſie einmal aufgeſchreckt 346 aus chrem Schlafe, ſo ſehen und fuͤhlen ſie erſt, wie leer, ma⸗ ger und geiſtlos ſie geweſen ſind. Erkenne dich, erforſche dich, ob du im Traume oder wachend iſſeſt; ob du lebendiges Wort, oder nur todte Buchſtaben habeſt, mit denen du dich ſpeiſeſt; lebendige Speiſe naͤhrt, ſtaͤrkt; die Koſt des Traumes laͤßt den vermeintlichen Eſſer leer, kraftlos und wie todt liegen. Biſt du nun ſo ein ſicherer, ſchlaftrunkener Erweckter, der den Na⸗ men hat, daß er wache, aber dennoch ſchlaͤft und nur traͤumet: ſo ſtehe auf, ſo hoͤre das Wort des Herrn, womit er ſeine ſchlaͤfrigen Juͤnger weckte; ſo ſchaue auf gen Himmel, der Herr ſchaut herab, zu ſehen, ob du erwacht ſeiſt, ob du nach ihm frageſt. Er iſt bereit, dir zu antworten; er iſt freund⸗ lich jedem ernſten Frager nach Heil und Seligkeit. Iſt dein Gewiſſen erwacht, oder wenn es einmal erwacht, ſo wiſſe, daß der Herr ſchon lange wacht uͤber dir, ſchon lange gewar⸗ tet hat auf dich, und ſich nun freut, daß du endlich nach ſei⸗ nem Heile hungrig biſt und Worte des Lebens, Kraft⸗Speiſe, zu genießen verlangſt. Verzage nicht wegen der verlornen und vertraͤumten Zeit, ſondern fange heute an, jeden Augen⸗ blick zu deinem Heile zu benutzen, ſo wird es dir werden. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Ach Gott, mein Herz iſt aufgewachet, ſo daß ich nirgend bleiben kann, bis mich mein Heiland ſelig machet. Was ſoll ich thun? was fang' ich an? Ich dachte nie an meine Sünde, die ich ſo ſchmerzlich jetzt empfinde! 2. Ach Got! ich bin noch unbekehret, mein Herz iſt todt, nichts in mir rein. Die Welt hat ſchändlich mich bethöret; wie könnte ich ſo ruhig ſein? Mein Wahn⸗Glaub' hat mich ſelbſt betrogen, und mein Gebet hat Gott gelogen. 3. Was ſoll ich thun? ich bin verdammet! Der Sünd' iſt ew'ger Fluch bereit't. Die Rache Gottes droht und flammet; wo find' ich Ruh' und Seligkeit? All meine Selbſtgereiht gieilen verlaſſen mich auf allen Seiten. 5e 347 4. Soll ich mit Luſt verloren gehen? Soll ich getroſt und ſicher ſein? Ich muß ja vor dem Richter ſtehen. Das fällt dem Raſenden nur ein. Bei ungewiſſem, todten Hoffen ſteht mir der Hölle Rachen offen. 5. Wo ſeid ihr, ihr verlornen Tage? wo biſt du, v Vergangenheit? Das macht, daß ich mit Thränen frage: Was ſoll ich thun? Es iſt nun Zeit. Das Heucheln kann ja hier nicht taugen, denn unſer Gott hat Flammen⸗Augen. 6. Soll ich mich zu der Welt geſellen? Was ſoll ich thun? Was thut die Welt? Gott wird ihr einſt das Urtheil fällen, weil ſie nicht thut, was ihm gefällt. Die mit der Welt noch laufen können, die müſſen mit ihr ewig brennen. 7. Was ſoll ich thun? Das Herz zerſtreuen, und mit zu luſt'gen Brüdern gehn? Ach nein, das wird mich ewig reuen; wie könnte ich vor Gott beſtehn? Gott! laß den rechten Weg mich finden, ſonſt ſterb; ich ja in meinen Sünden! —y——— y—y— 4—— 208. 26. Juli. Es iſt Futter bei uns, und Raums genug zu her⸗ bergen. d Moſ. 24, 25.) Saget den Geladenen: Kommet! denn es iſt Alles bereit.— Herr, es iſt geſchehen, was du befohlen haſt, es iſt aber noch Raum da.— So gehet auf die Landſtraßen, und an die Zäune, und nö⸗ ſit ir thiget ſie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll . 9* V lih han b werde.(Leuc. 14, 16— 23.) iu= hb B Wie Rebecca und Laban ſo gaſtfreundlich den Knecht A— ad, t Abrahams einluden, ar fnahmen und beherbergten, weil Raum b 2 k i kun genug im Hauſe ihres Vaters war, ſo und unendlich gaſt⸗ hſel— gen, mn freundlicher iſt der Sohn des ewigen Vaters, in deſſen Hauſe . 8 ſo viele Wohnungen ſind, als Menſchen ſelig werden wollen, 9 in und mehr noch. Oder ſollte jemals von Gottes unermeßli⸗ te tt) mß chhem Reiche geſagt werden koͤnnen, wenn ein armes, ſuͤndiges, recht= utiin aber reumuͤthiges, Gnade⸗durſtiges Menſchenkind anklopft, um 348 ein- und aufgenommen zu werden, ſollte jemals geſagt werden koͤnnen: das Haus iſt voll, es iſt kein Raum mehr da fuͤr dich. Der Heiland ſagt es uns anders: nicht nur fuͤr die, welche ſich ſelbſt freiwillig melden, oder auf den erſten Ruf gleich kommen, iſt Raum, ſondern wenn ſie Alle ſchon da ſind, die berufen und geladen wurden, ſo iſt noch Raum da fuͤr die, welche genoͤthiget, durch die Gewalt der Liebe ge⸗ zwungen werden muͤſſen. Wenn alle ehrbaren Leute ſchon an der Tafel ſitzen, ſo iſt noch Raum da, fuͤr die Kruͤppel, Lah⸗ men, Blinden und Alle die, welche Niemand gern in ſein Haus aufnimmt.— Und wenn dieſe auch Alle eingebracht ſind, ſo iſt noch Raum da fuͤr die, die auf den Landſtraßen erbaͤrm⸗ lich daliegen, daß ihr Anblick, ihr Elend den Wanderer belei⸗ digt; fuͤr die hinter den Hecken und Zaͤunen, die gewoͤhnlich keine vornehmen und gebildeten Leute ſind,— ja fuͤr die iſt Raum da, und der Herr will ſie mit Gewalt an ſeiner Tafel haben;— er wuͤrde zuͤrnen, wenn ſie nicht kaͤmen, er wuͤrde ſie mit Feuer verbrennen, wenn ſie ſein Haus, ſeinen Tiſch verſchmaͤhten, wie jene, welche ſich durch ihre Ochſen, Guͤter und Weiber von ſeinem Abendmahle abhalten ließen. So ernſtlich will der Herr Alle ſelig wiſſen; ſo viele Plaͤtze ſind bereitet in ſeinem Hauſe, ſo viel Raum iſt da, daß Keiner abgewieſen, daß Alles angenommen wird. Fuͤrchte alſo nicht, daß du nicht angenommen werdeſt; fuͤrchte vielmehr, daß du nicht kommeſt, daß du zuruͤckbleibeſt aus eigner Schuld, zum Verdruß deſſen, der dich berufen hat. Mel. 128. Es iſt genug, ſo nimm, Herr. 1. Es iſt noch Raum, mein Haus iſt noch nicht voll. Mein Tiſch iſt noch zu leer. Der Platz iſt da, wo Jeder ſitzen ſoll. O bringt doch Gäſte her! Geht, nöthigt ſie auf allen Straßen; ich habe viel bereiten laſſen. Es iſt noch Raum. 2. Es iſt noch Raumz ein freier, offner Born, der in den Wunden quillt! hier badet, waſcht, verkriecht euch vor dem Zorn; er wird dn E nza ch lndA zandeete Jiut lie ga —— — abh* ließen ſen; le Plheſt dird. dr hte alſ nt ürcht nehr, dil aus Schud— un,—: och ni A. Muuh r ſi O b 4 aßen; 1 che vil den V Bor es 4 1 eſi— je fidi ere aum„ daß Im 349 durchs Blut geſtillt. Hier iſt ein Lazareth der Kranken, die ihrem Arzt mit Freuden danken. Hier iſt noch Raum. 3. Es iſt noch Raum. Das iſt dir nicht genug, daß Viele ſelig ſind. Du zögeſt gern durch deinen Gnadenzug ein jedes Menſchenkind. Du rufſt mit heißem Liebesſchalle: Mein Herz umfaßt euch Sünder alle! Da iſt noch Raum. 4. Es iſt noch Raum, der Gnadenflügel Schutz nimmt alle Küch⸗ lein ein. Sie ſollen warm, und(der Gefahr zu Trutz) bedeckt und ſicher ſein. Hier kann ſie kein Verderber rauben; o kommt doch Alle, kommt im Glauben! Da iſt noch Raum. 5. Es iſt noch Raum; die Arme Jeſu ſind zum Tragen ſtark und weit; die Hände ſtehn für jedes Gnadenkind zu heben ausgebreit't; er will ſie auf die Achſeln legen, und ihrer gar im Buſen pflegen. Da iſt noch Raum. 6. Es iſt noch Raum, auch für das ſchwächſte Kind, das gar nicht gehen kann; und derer auch, die alt und müde ſind, nimmt er ſich treu⸗ lich an. Ihr ſollt ihm in dem Arme liegen, und dürft an ſeine Bruſt euch ſchmiegen. Da iſt noch Raum. 7. Es iſt noch Raum, wenn hier kein Raum mehr iſt; wenn uns der Tod vertreibt. Gott Lobl es glaubt, es weiß ein jeder Chriſt, wo er auf ewig bleibt. So mag ihn wohl die Welt verjagen. Genug, was Jeſu Lippen ſagen: Es iſt noch Raum. 8. Es iſt noch Raum, ein Haus, das göttlich groß, das viel Quar⸗ tiere hat. Da ruht man aus und iſt in Abrahms Schooß. Da wird der Glaube ſatt. Die Schaar, die Jeſum angenommen, wird da mit mir zuſammenkommen. Da iſt noch Raum. Wadf. —ꝛ--——-——-——-rͤrry—u—o——-:—y—ͤ————————— 209 27. Juli. Alles, was aus Gott geboren iſt, überwindet die Welt.(1 Joh. 5, 4.) Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird noch größere, denn dieſe, thun.(Joh. 14, 12.) Der Glaube iſt der Weg und die Thuͤre und der Schluͤſ⸗ ſel zu allen Schaͤtzen Gottes. Alles iſt moͤglich dem, der da 350 glaubt, ſagt der Heiland(Marc. 9, 23.). Was der Heiland that und konnte, kann der Glaube auch thun, ja noch groͤßere Werke kann er thun, wie der Herr den Glaͤubigen verheißen hat. Es iſt unglaublich, und doch, wer will der Wahrheit widerſprechen. Denn Jeſus ſagt nicht, daß er nicht groͤßere Werke haͤtte thun koͤnnen, ſondern nur, daß er die, welche an ihn glauben, werde groͤßere Werke thun laſſen. Iſt's ja auch nur er, der im Glaͤubigen wirkt, und daher ſind es ja auch ſeine Werke. Das groͤßte Werk iſt unſtreitig, ſich ſelbſt und die Welt in ſich uͤberwinden. Denn es hat Welteroberer ge⸗ geben, die Alles außer ſich uͤberwunden haben, nur ſich ſelbſt und die Welt in ihnen ſelbſt konnten ſie nicht beſiegen. Das hat ſich der Glaube der Chriſten vorbehalten. Das findet man außer ihm nirgend. Doch auch in Andern und fuͤr An⸗ dere ſiegt der Chriſtenglaube; wenn er im Gebete ringt und unablaͤſſig fuͤr ſie fleht, erobert er die unuͤberwindlichen, ver⸗ haͤrtetſten Herzen und macht ſie Chriſto unterwuͤrfig. Er treibt alle Teufel der Suͤnde und Bosheit aus den Herzen der Menſchen, wenn er ſich in ſeiner Kraft zum Herrn erhebt, der die Schluͤſſel des Todes und der Hoͤlle hat. Was iſt ſtaͤrker als der Tod? wer kann ihn zwingen? Der Glaube fuͤrchtet ihn nicht, er verſchlingt ihn, und macht die Todten lebendig, und ſchafft eine neue, lebendige Welt aus lauter todten Ge⸗ beinen.(Ezech. 37, 4.)„Wenn einer nichts als glauben kann, ſo kann er Alles machen.“ Doch ein ſolcher Glaube iſt eine be⸗ ſtaͤndig lebende und ſich regende Gebetskraft, die immer in der innigſten Verbindung mit der Allmacht ſteht, ohne die kein Glaube moͤglich iſt. Glaube iſt Gott in uns. Selig, wer ihn bewirthen und halten kann. b Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. Oder: O daß ich tauſend Zungen. 1. Wenn heiße Thränen mir entfließen, mein Herz mit Angſt und Schmerzen ringt, dann ſink' ich, Herr, zu deinen Füßen und finde, „— ath—₰ Doafi 5imt 31n ig ſe u m idlichn, hriſto Feswirſß zheit en Hehan ſtzm Sm ahtn lleh zas ſtin 2 1= brube ftt acht it din ben t aus ar tͤta chts a ubm n alcher! ebe ſtint 2 die innei was mir Tröſtung bringt. Dann wird der Glaube mir ein Licht, der meines Kummers Nacht durchbricht. 2. Du Heiland bieteſt jedem Müden Erquickung, Muth und Hoff⸗ nung an und giebſt ihm jenen innern Frieden, den ihm die Welt nicht geben kann. Durch dieſes Friedens Kraft erfreut, wird ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns grämen, wenn Kleinmuth un⸗ ſern Geiſt verſtimmt, willſt du uns Schwache nicht beſchämen, ſo lang ein Funke Glaubens glimmt; du fachſt ihn an, du nähreſt ihn, und bald wird er von neuem glühn. 4. Du ſtärkſt die ſchon geſunknen Hände, du ſtärkſt des matten Kämpfers Fuß, giebſt der Verſuchung ſolch ein Ende, daß unſer Dank dich preiſen muß, und führeſt Durc die Prüſmoszit uns nur zu größ⸗ rer Serelihtent „Wir würden immer unterliegen im Kampfe mit der Leidenſchaft, wir E aanden keinen Feind beſiegen, erfüllt' uns nicht des Glaubens Kraft; doch wenn dein Geiſt nur auf uns ruht, ſo ſiegen wir mit Hel⸗ denmuth. 6. Des Glaubens Kraft iſt unſre Stärke, er überwindet alle Welt, und wirket in uns Allmachts⸗Werke, und thut ſtets, was dem Herrn gefällt. Und jeder Sieg, den er verſchafft, belebet uns mit neuer Kraft. 7. Verleih', o Herr, mir dieſen Glauben, fern ſei mir jeder Heu⸗ chelſchein; laß nichts mir deinen Frieden rauben; in Liebe laß mich thätig ſein. Dann werd' auch ich in jener Welt den Auserwählten zugeſellt. Brde. —-—— b—- ᷑——r’ↄoü3————:—— ů— ʒ— 58 2 210. 28. Juli. In Chriſto Jeſu gilt weder Beſchneidung noch Vorhaut etwas, ſondern der Glaube, der durch die Liebe thätig iſt.(Gal. 5,6.) Die Beſchneidung iſt nichts, und die Vorhaut iſt nichts, ſondern die Haltung der Gebote Gottes. Cor. 7, 16) Du haſt den Glauben— zeige mir deinen Glauben ohne Werke.— Willſt du 352 wiſſ ſen, thörichter Menſch, daß der Glaube ohne Werke todt ſei?(Jac. 2, 18. 20.) Der lebendige Glaube pflanzet Chriſtum, den Baum des Lebens, ins Herz, daß er feſt in ihm gegruͤndet, eingewurzelt iſt und Fruͤchte bringt zum ewigen Leben. Wo keine Fruͤchte ſind, da iſt der gute Baum nicht, ſo viel Geſchwaͤtz von ihm daſein mag. Eher wirſt du das Licht von der Sonne und die Waͤrme vom Feuer trennen koͤnnen, als die Liebe und die Weerke der Liebe vom wahren Glauben. Was eine Sonne ohne Licht, ein Feuer ohne Hitze, das iſt der Glaube ohne Werke. Was ſoll dir eine Gerechtigkeit, die dich ohne Ge⸗ rechtigkeit, ohne gerechte Werke laͤßt? Was ein Chriſtus, der vor 1800 Jahren lebte, litt und ſtarb, nun aber dich leer und todt in Suͤnden laͤßt? Was ſoll dir ein Kleid, das du nicht am Leibe traͤgſt? Hat dir Chriſtus durch den Glauben den Rock ſeiner Gerechtigkeit, das Hochzeitkleid geſchenket: wo haſt du es? zeige es, ziehe es an, wandle darin; ſonſt wirſt du beim Hochzeitmahle nicht eingelaſſen, oder wieder hinausgeworfen. Iſt Gott fuͤr uns, iſt Chriſtus fuͤr uns, ſo muß er auch in uns ſein. Ein Gott, ein Chriſtus außer mir, iſt nicht mein Gott, nicht mein Chriſtus. Was nicht mit meinem Weſen zuſammengeſchmolzen iſt, iſt nicht mein, ge⸗ hoͤrt mir nicht an und ich ihm nicht. Ich kann es mir nicht zurechnen, wenn ich es mir nicht zueigne, nicht in meinen b Sinn, in Ha⸗ und Geiſt aufnehme. Was in mir lebt, iſt mein Leben. Wer Chriſti Geiſt nicht hat, iſt nicht ſein. Wer Chriſti Gerechtigkeit nicht hat, dem gehoͤrt ſie auch nich. Was hile dir die Anweiſung einer großen Summe Geldes, wenn du das dir geſchenkte Papier nicht wirklich verſilberſt, b nicht zu Geld machſt, und die angewieſen? Summe nicht er⸗ hebſt und gebrauchſt? Wem Gott, wem Chriſtus etwas ſchenkt, dem giebt er es auch zu genießen und zum Beſitze. . dir iſtus Hoch an, ingel ſt ein 6 — ein Gri † aber dihlt E den Glau B i giſtat * darin, ſi — oder wi ns firuh us aufer Das nitt cht men 8 3)Sldmt rign 45 brr o roß d nicht vieſen „ w nießen ht un 8 nir lit 3 oht ſein 8 m auc it 353 Pruͤfet euch alſo, ob ihr habet, was ihr glaubet; ob euch Chriſtus das wirklich iſt, wozu er euch von Gott gemacht iſt? 4 Cor. 1, 30.) Mel. 98. Nun danket alle Gott. Oder: O Gott, du frommer Gott. 1. Verſucht und prüft euch ſelbſt, ob ihr im Glauben ſtehet? ob Chriſtus in euch iſt, ob ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Ge⸗ duld? ob ihr in Freundlichkeit und Liebe Jedermann zu dienen ſeid bereit?(2 Cor. 13, 5.) 2. Der Glaube iſt ein Licht, im Herzen tief verborgen, doch bricht ſein Licht hervor, ſcheint gleich dem hellen Morgen, beweiſet ſeine Kraft, macht Chriſto gleichgeſinnt, erneuert Herz und Muth, macht dich zu Gottes Kind. 3. Er ſchöpft aus Chriſto Heil, Gerechtigkeit und Leben, und Kraft, nach Chriſti Art dem Nächſten zu vergeben. Weil er in Chriſto reich an Gnade worden iſt, ſo preiſet er ſein Heil, bekennet Jeſum Chriſt. 4. Er hofft auf das, was Gott in ſeinem Wort geſchrieben, drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird vertrieben. So folgt dem Glauben ſtets die ſichre Hoffnung nach; die hält im Wetter aus, beſteht im Ungemach. 5. Gott gab uns ſeinen Sohn, da wir noch Feinde waren, erbarmt ſich väterlich und läßt uns Gnad' erfahren, ſetzt Liebe gegen Haß. Hat dies der Glaub' erkannt, ſo wird die Lieb' erweckt, und Zorn und Haß verbannt. 6. Und wie uns Gott geliebt, ſo lieben wir die Brüder. Wir ge⸗ ben, flucht man uns, den Segen Gottes wieder, das Leben für den Tod. Bei Schimpf, bei Spott und Hohn, getröſten wir uns ſtets der ew'gen Ehrenkron'. 7. Giebt Gott uns väterlich ein ſchweres Kreuz zu tragen; der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen. Statt Zorn und Un⸗ geduld wird das Gebet erweckt; der Glaube weiß, daß Gott der Noth ein Ziel geſteckt.(2 Petr. 1, 5. zc.) 8. So prüfe dich denn wohl, ob Chriſtus in dir lebet; denn Chriſti Leben iſt's, wornach der Glaube ſtrebet. Erſt machet er gerecht vor Gott und treibt ſodann(ſpürſt du auch dieſen Trieb 2) zur Heiligung uns an. .9. O Herr, ſo mehre du in mir den wahren Glauben; dann kann mir nichts die Kraft zu guten Werken rauben. Wo Licht iſt, iſt „ 23 354 gewiß zugleich der helle Schein. Laß meine Seligkeit des Glaubens Ende ſein!* Breithpt. 211. 29. Juli. Jakob ſtand auf in der Nacht— und blieb allein. Da rang ein Mann mit ihm bis die Morgenröthe an⸗ brach; und da er(der Mann) ſah, daß er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenke ſeiner Hüfte an, und das Gelenke ward über dem Ringen mit ihm ver⸗ renkt, und er ſprach: Laß mich gehen, denn die Mor⸗ genröthe bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich laſſe dich nicht, du ſegneſt mich denn....(Moſ. 32, 22. 2426.) Der Mann, mit dem Jakob rang, war der Sohn Got⸗ tes, wie Jakob nachher erkannte, da er ihn ſegnete.(Vers 29. u. 30.) Sie rangen mit einander, daß der Staub ſich erhob. Es war ein heftiger Kampf, den du nicht verſtehen kannſt, wenn du es nicht erfaͤhrſt. Gott ſetzt ſich manchmal ſeinen Glaubens⸗Helden gewaltig entgegen und will durch Gewalt und ernſten Kampf uͤberwunden werden; gewiß aus keiner andern Urſache, als daß wir im Glauben geuͤbt werden und das ſchwer Errungene deſto hoͤher ſchaͤtzen und beſſer bewah⸗ ren. Ohne ſolches Ringen wird man nicht viel von Gott erhalten. Du ſollſt auch nicht uͤberſehen, wie ſich Jakob dazu anſchickte; er ſtand des Nachts auf, wo man am ungeſtoͤrte⸗ ſten beten und mit Gott umgehen kann; er ſchickte ſeine Wei⸗ ber und Kinder uͤber den Bach, um allein bei Gott ſein zu koͤnnen. Es iſt ein großes Werk, mit dem Allmaͤchtigen rin⸗ gen, wobei wir Alles auf die Seite ſchaffen ſollen. Er ließ nicht nach mit Ringen, bis Gott ihn bat: Laß mich gehen, der Tag bricht an— bis ihm Gott die Huͤfte verrenkte, bis er ihn ſegnete, bis Jakob hatte, was er wollte. Da lerne ver W ul gs in ſ=(E kh der S ta ſich aht icht jen km ſch nmnn ſin dwill ch Gentk 3 N us kin en ge D erden m en un&erbeu nicht Ivon Gct wie aktb da man Wungeföt⸗ er ſch dr ein We en tt ſäng 355 beten und ringen im Gebete, wenn es dir mit deiner Seligkeit Ernſt iſt. Der Heiland ließ oͤfters mit ſich ringen, z. B. Matth. 15, 22 ꝛc. Er rang ſelbſt mit dem Tode.(Luc. 22, 44.) Paulus rang auch unter vielen Leiden im Gebete nach der Wirkung deß, der da in ihm kraͤftig wirkte.(2 Tim. 4, 7.) Er erzaͤhlt von Epaphras, daß er fuͤr die Coloſſer ringe.(Col. 4,12.) Er beſchwoͤrt und bittet die Bruͤder beim Herrn Jeſus Chri⸗ ſtus ꝛc., daß ſie gemeinſchaftlich im Gebete mit ihm zu Gott fuͤr ihn ringen ſollten.(Roͤm. 15, 30.) Das Gebet iſt daher nicht ein bloßes Murmeln des Mundes, iſt nicht eine Gabe des redneriſchen Talentes, ſondern ein maͤchtiger Kampf mit Gott im Geiſte. Herr, lehre uns alſo beten und ringen, wie deine Freunde mit dir rangen. Staͤrke mich, daß ich dich nie laſſe, du ſegneſt mich denn. b Mel. 11. Jeſu, komm doch ſelbſt. 1. Jeſu, ſieh, ich liege da, warte auf dein Hephata! Ich bin un⸗ rein, blind und todt, inn⸗ und außen voller Noth. 2. Lamm, du nimmſt mich, wie ich bin, gern in deine Arme hin; machſt, daß mich die Sünde reut, ſchmückſt mich mit Gerechtigkeit. 3. Sieh, ich ſtrecke mich nach dir; Jakobs Glaube zeiget mir, wie man heftig mit dir ringt, bis man dich zum Segnen zwingt. 4. Herr, ich faſſe dich mit Macht, würd ich auch verrenkt gemacht. Du kommſt doch von mir nicht los, bis du ſprichſt: Dein Glaub' iſt groß! 5. Meine Thränen, mein Geſchrei laſſen dich nicht ſo vorbei; wenn ich auch nicht weinen kann, ſeh' ich dich doch ſehnlich an. 6. Ehe laß ich dich nicht hin, bis ich ganz geſegnet bin; bis ich weiß, du ſeieſt mein; denn ich muß errettet ſein. 7. Amen! ja, du höreſt mich, und ich Armer faſſe dich, ja zum Voraus will ich ſchrein: Jeſus muß mein Alles ſein! Waf. —————.— 212. 30. Juli. Das iſt ja gewißlich wahr, und ein theuer wer⸗ thes Wort, daß Jeſus Chriſtus gekommen iſt in die 23* 356 Welt, die Sünder ſelig zu machen.(1 Im. 1, 15.) Ich bin gekommen zu rufen den Sündern zur Buße, und nicht den Gerechten.(Marc. 2,17.) Welcher will, daß al⸗ len Menſchen geholfen werde, und daß ſie zur Er⸗ kenntniß der Wahrheit kommen.(1 Tim. 2,4.) Es iſt wahr, wie Paulus ſagt, es iſt kein ſchoͤneres Wort auf Erden, man wird keines finden, wenn man alle Biblio⸗ theken und alle Schriften der Welt durchſucht, wenn man alle Ausſpruͤche der Weiſen und Thoren hoͤrt; es iſt kein ſchoͤne⸗ res, lieblicheres, troͤſtlicheres Wort auf Erden, als das aller Annahme werthe, theure Wort: Jeſus Chriſtus, Gottes ein⸗ geborner Sohn, iſt in dieſe Welt gekommen, die Suͤnder ſelig zu machen. Wenn dies Wort in die rechten Ohren faͤllt, ſo macht es wirklich den ganzen Menſchen reicher, als wenn man ihm tauſend Welten ſchenkte, ſeliger, als wenn ihn alle gro⸗ ßen und kleinen Menſchen der Erde ihre Gunſt verſicherten. Und was der Apoſtel ſchrieb, hat der Heiland ſelbſt zum Vor⸗ aus beſtaͤtiget und in die Welt voll Suͤnder hineingerufen: Ja, ja, ich bin wirklich nur deswegen in dieſe Welt gekom⸗ men, Suͤnder zur Buße, zur Seligkeit zu rufen. Merket es: nicht Heilige, nicht Gerechte ſuche ich auf Erden. Ich weiß wohl, daß die Welt voll Suͤnder iſt, aber eben fuͤr dieſe bin ich da— geſandt von dem Gott der Liebe, der keine Men⸗ ſchen⸗Seele verloren gehen laſſen, ſondern Alle, Alle ſelig wiſ⸗ ſen will. Da ſollte ja doch alle Welt aufs Angeſicht fallen und anbeten. Wenn ſie es nun nicht thut, lieber Leſer, ſo thue du es! Laß du dieſes Wort zuerſt recht in dein Herz fallen, dann wirſt du gewiß auf dein Antlitz niederfallen. Das Wort, wenn du es recht auffaſſſt wird dich niederwer⸗ fen, wenn dich nichts in der Welt beugen kann. Selig ſind die Ohren, die aufgethan ſind, dich, Wort des Lebens, zu hoͤren! ——— reiche te G tlland * Sünder ſ Sn filt, wen mn In alleg „ erſichatn *A zun da b Lindei eigefr in d = helt ger u ru— Naits uuf d— Icuch) ber e Liebe, m Al mrir diſeh * ckeine Ne eſtgu eſicht ia RAr Leſe,) dein 9n 1 nidmt Seigt 8 Leben,, 357 8 Mel. 85. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 1. O Menſch! wer Ohren hat, zu hören, der höre, denn die Zeit iſt da. Gott ruft, die Sünder zu bekehren, von Sinai, von Gol⸗ gatha, mit Donnern und im ſüßen Tonz erwacht und eilt zum Gna⸗ denthron! 2. O daß es durch die Seele ſchallte! O möchten's Spieß' und Nägel ſein! Herr, ſchlage, daß das Herz zerſpalte! Ach, bring' ſie mit Gewalt herein! bis keine Seele übrig bleibt, die ſich nicht Jeſu ganz verſchreibt. 3. O kommt doch endlich zum Beſinnen und zur Erkenntniß eurer Schuld! Durchforſchet euch von Auß⸗ und Innen; bewundert eures Herrn Geduld, die euch bis dieſe Stunde teng; bald ſpricht er ſonſt: Es 4 genug! 4. Ja, Amen, ja wahrhaftig„Amen! Das will der Herr, ſo ſoll es ſein! So leſen wir's in ſeinem Namen. Nicht eines ſoll des Todes ſein. Und welche Seele doch verdirbt, ſtirbt darum, weil ſie gerne ſtirbt. 5. O Jeſul höre unſer Flehen, errette uns und Jedermann; gieb, daß wir unſer Elend ſe ehen, denn du ſiehſt uns mit Thränen an! Zieh Alle, bis ein Jeder weiß: Ich bin des Lammes! Ihm ſei Preis! Waf. 213. 31. Juli. Dir, Herr, iſt Niemand gleich, du biſt groß und dein Name iſt groß, und kannſt's mit der That bewei⸗ ſen.(Jer. 10, 6.) Ich, ich bin der Herr, und iſt außer mir kein Heiland.(Jeſ. 43,11.) Zu der Zeit wird man ſagen: Sieh, das iſt unſer Gott, auf den wir harren, und er wird uns helfen. Das iſt der Herr, auf den wir harren, daß wir uns freuen und fröhlich ſein in ſeinem Namen.(Jeſ. 25, 9.) Jeſus iſt uns Alles. Er iſt ganz ſo, wie wir ſuͤndige, ſchwache, blinde Menſchen ihn beduͤrfen. So kann uns Nie⸗ mand thun, wie er uns thut. Die Huͤlfe, den Troſt, die Kraft und Gnade, das Leben, den Frieden und die Seligkeit, die wir bei ihm finden koͤnnen, ſuchen wir uͤberall vergebens. 358 Kein Menſch koͤnnte wahre Ruhe und Frieden ſeiner Seele finden, kein Menſch rein und gut werden, keiner vor Gott im Gerichte beſtehen, keiner ein beſſeres Leben hoffen, keiner ſelig werden, keiner den andern troͤſten, keiner fuͤr ſich und die Seinigen Gutes hoffen, wenn Jeſus nicht der waͤre, der er iſt,„Heiland, Erloͤſer, Seligmacher, Suͤndentilger, Todten⸗ erwecker, Licht, Wahrheit, Leben, ewig Vater, Friedefuͤrſt, Kraft, Rath, Wunderbar.“ Wo naͤhme die geſammte Men⸗ ſchenheerde einen Hirten her, der ſie uͤberſehen, ſie weiden, ſchuͤtzen und bewahren koͤnnte? Wo kaͤme das Opfer her, däs genugthuend waͤre, alle Suͤnden und Schulden aller Suͤn⸗ der, von Adam bis auf den letzten vom Weibe geboren, zu tilgen? Wo waͤre der Arzt, die Arznei, die Fuͤlle des Gei⸗ ſtes, der Kraft, der Salbung zu finden, die erfordert wird, um alle Schwachheit, Untugend, alle Gebrechlichkeit, Krank⸗ heiten der Seele zu heilen und den ganzen Menſchen wieder neu zu ſchaffen? Wo waͤre das Meer der Freude, der Selig⸗ keit zu entdecken, aus dem alle Freude⸗Duͤrftige und nach Seligkeit ſchmachtende Menſchenherzen ſchoͤpfen und ſich ſatt trinken koͤnnten? Wer haͤtte die Geduld, Langmuth, Treue, Zaͤrtlichkeit und Herzlichkeit, die zur Erweckung, Bekehrung, Erziehung und Heiligung der ſchwachen Geſchoͤpfe noͤthig iſt, um nicht an ihnen zu ermuͤden und zu verzagen und ſie zu ver⸗ werfen? Aber nun haben wir ihn gefunden, den Mann, der alles dieſes in ſich vereinigt und mehr noch, als eine Men⸗ ſchenzunge ausſprechen kann, mehr, als wir beduͤrfen. Nun koͤnnen wir ſagen, was(Jeſ. 25, 9.) vorausgeſagt iſt: Das iſt unſer Gott,— den wir beduͤrfen; das iſt der Herr, den unſre Erwartung uͤbertrifft, ſo daß wir uns freuen und froͤh⸗ lich ſind in ſeinem Namen. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Wo iſt ein Jeſus, wie der Meine? Wo iſt ein Heiland, ſe anzen hen vii de S E der E de⸗D und k. ſcop ad ſchſt (th, Wr rwet E Zithe a ſie zune noch eine N er kied V weiſ 359 wie er? O, nirgendl! es iſt nur der Eine. Wenn dieſer Einzige nicht wär', ſo müßt' die Welt zu Grunde gehen; um alle Menſchen wär's geſchehen. 2. Wo könnt' im Himmel und auf Erden ein ſolcher Bürge für die Welt und ihre Schuld gefunden werden, der ein genugſam Löſegeld für Einen Sünder zahlen könnte, geſchweige, daß er All' verſöhnte? 3. Wo nähm' der Sünder, ſo ein wüſter, ein Opfer für die Sünde her? Wo fände man den Hohenprieſter, der ſelber ohne Sünde wär'. Wenn der ſich nicht der Welt zum Leben als Lamm und Prie⸗ ſter hingegeben? 4. Wo hat die Heerde je ein Hirte mit ſeinem eignen Blut er⸗ kauft? Wer ſucht ſo ſehnlich das Verirrte, das ihm wohl hundert⸗ mal entlauft? Wer läßt ſich wie ein Wurm zertreten, um nur ſein Schäflein zu erretten? 5. Wo findet ſich die treue Henne, die, wenn das Küchlein ſich zerſtreut, daß es nicht ins Verderben renne, zu todt ſich gluckt, und ruft, und ſchreit? Und wenn es nicht gleich kommen ſollte, ihm Tag un Nacht doch locken wollte? . Wo hat ein Bräut'gam ſolche Liebe jemals zu einer Braut geſaßt, die keine Stund' ihm treu verbliebe, die ihn verachtet und ge⸗ haßt, daß er, damit er ſie gewinne, ſein Blut vergoß aus treuſtem Gixdeß 7. Wo iſt der Arzt, der alle Schmerzen, was ſeine Kranken quält und grimmt, a ‚„aus mitleidsvollem treuen Herzen, ja ihren Tod, ſelbſt übernimmt? der ihre Wunden unverweilet ſelbſt durch ſein Blut und Wunden heilet? 8. Das iſt das Lamm, das thut alleine mein Jeſus. So giebt's keinen mehr; Er iſt's, und es iſt nur der Eine. Wenn dieſer Einzige nicht wär', ſo müßt' die ganze Welt vergehen; um alle Sünder wär's geichehen„ Pf. 214. 1. Au gutk. Wandelt in der Liebe, gleichwie Chriſtus uns ge⸗ liebet hat, und ſich ſelbſt dargegeben zum Opfer Gott zu einem ſüßen Geruch.(Eph. 5,2.) Wandelt weislich gegen die, die draußen ſind.(Col. 4,5.) Laſſet uns wan⸗ 360 deln im Lichte des Herrn.(eſ. 2,5.) Daß Niemand ſeinem Bruder Anſtoß oder Aergerniß darſtelle.(Roͤm. 14,13.) Wer ſeinen Bruder liebet, der bleibet im Lichte und iſt kein Aergerniß in ihm.(1 Joh. 2, 10.) Der ſuͤßeſte Geruch vor Gott iſt die Liebe; darum hat Chriſtus, der ſich aus Liebe fuͤr uns Suͤnder geopfert hat, Gott am meiſten gefallen; darum gefallen ihm auch alle die, welche in der Liebe wandeln und an ihren Bruͤdern thun, was Chriſtus an uns gethan hat, die ſich fuͤr ihre Bruͤder, fuͤr ih⸗ ren Naͤchſten aufopfern; die ſich das Liebſte verſagen gelernt haben, den Schein alles Boͤſen meiden, um nur Niemand zu aͤrgern; die Alles thun, was ſie durch Gnade vermoͤgen, um ihren Naͤchſten zu erbauen, ihn ſelig zu machen und vom Ver⸗ derben zu retten. Willſt du dem Herrn ein ſuͤßes Rauchwerk anzuͤnden, ſo laß die Flamme der Liebe in dir brennen, laß ſie auflodern in Werken der Liebe; erhalte, naͤhre und vermehre ſie durch bruͤnſtiges Flehen und beſtaͤndiges Ueben der Liebe, durch einen Wandel im Lichte der Liebe, ohne Anſtoß und Aergerniß. Was hat die Heiden an den erſten Chriſten ſo ſehr erbauet? Ihre Liebe zu einander und zu allen Menſchen. Seht doch, wie ſie einander lieben! ſagten die Heiden, wenn ſie Chriſten einander begegnen oder verſammelt ſahen. Kein Licht leuchtet ſo helle, keines ſtrahlt ſo in die Augen, als das Licht der Liebe, in dem kein Schatten, kein Flecken des Aer⸗ gerniſſes oder Anſtoßes iſt. Alles Licht iſt nur ein gemaltes, iſt Finſterniß, wenn es nicht lauter Liebe iſt. Alle Suͤßigkeit und Geberde der Liebe iſt fade und ein uͤbler Geruch vor Gott, wenn ſie nicht erbaut, nicht thaͤtig iſt, nicht zum Wandel in der Liebe treibt, nach dem Sinne und Beiſpiele Chriſti. Wer nur Einen Menſchen verachtet, oder nicht achtet, ſei er auch, wie Paulus ſagt, draußen, außer der Gemeinſchaft Chriſti, ein Welt⸗ oder Satanskind, deſſen Licht iſt Finſterniß, deſſen n ein eman ndit mn ljſ dvern dia s8 N. de b be, i nd 9 2 1 Neß ten d. den, v ſenm im. h ndig. n, abw kein e n de lr tiſt A grate de itt Sißſt bler le— bor än rich Padli zeiſpi tſñ 8 361 Liebe ſtt kalter Schein, iſt ein Nordlicht, das wohl ſchimmert, aber nicht waͤrmet. Mel. 22. Die Seele Chriſti. Oder: Es kam die gnadenvolle Nacht. 1. Wer Brüder liebt, der liebet ſich. O ſeid barmherzig, brüder⸗ lich! Seid freundlich und von Herzen klein! Ein Jeder woll' der Kleinſte ſein. 2. Die Welt giebt ſehr begierig Acht, was doch die kleine Heerde macht. Sie ärgert ſich, die blinde Welt, weil Jeſus ihr ſchon nicht gefällt. 3. Drum liebt und gebt im Wandel Acht, daß Jeſus ſie noch ſelig macht. Den Bruder tragt, und euch ſeid ſcharf, weil jed's zuerſt d der Zucht bedarf. 4. Ihr habt es doch wahrhaftig gut; und was der Feind zuwider thut, das muß zuletzt noch Segen ſein; es dring' auch immer tiefer ein. 5. Herr Jeſu! unſer Herr und Haupt, an den das arme Häuflein glaubt, auf dich iſt unſre Zuverſicht und unſer Auge hingericht't. 6. Durch deine Gnade ganz allein wird unſer Wunſch gewähret ſein. 15 uns aus Gnad' in Gnade gehn und als verbundne Mauern ſtehn! 7. Ach, würden doch durch deine Macht noch Schaaren in dein Reich gebracht! Erhör' uns, daß, o großer Fürſt, du mit uns nicht zu Schanden wirſt! Wäf. ———————O———-—— 215. 2. ₰ uguft Es iſt noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Got⸗ tes— ſo laſſet uns nun fleißig ſein, einzukommen zu dieſer Ruhe— daß uns keiner dahinten bleibe.(SHebr. 4, 1— uu.) Sie werden nicht mehr hungern noch durſten; es wird nicht mehr auf ſie fallen die Sonne, oder ir⸗ gend eine Hitze— Gott wird alle Thränen von ihren Augen abwiſchen.(Offenb. 7, 16. 17.) Als die Kinder Iſrael durch die Wuͤſte gefuͤhrt wurden, wurde ihnen verſprochen, ſie zur Ruhe, d. i. zum ruhigen Be⸗ ſitze des Landes Canaan einzufuͤhren. Weil ſie aber der Stimme Gottes nicht glaubten, nicht gehorchten, ſondern, von 362 boͤſen Luͤſten betrogen, ihr Herz gegen ihn verhaͤrteten, ſchwur Gott in ſeinem heiligen Zorn: Sie ſollen zu meiner Ruhe nicht eingehen. Er ließ ſie Alle ſterben in der Wuͤſte und fuͤhrte nur ihre Kinder und Nachkommen dahin. Nun ſagt Paulus: Wir haben auch ein Land der Verheißung, auch ein Canaan, es iſt noch ein Land der Ruhe vorhanden: hier, das Reich Gottes inwendig in uns, und dort, der Himmel, das Reich Gottes in der ewigen Herrlichkeit. Da will und wird uns der Herr einfuͤhren. Paulus giebt uns dabei wohl zu bedenken(Kap. 3, v. 12 ec.), daß wir uns vor Verhaͤrtung unſers Herzens huͤten, daß wir nicht vom lebendigen Gott abfallen, uns nicht von der Suͤnde verfuͤhren laſſen; daß wir in der Theilhaftigkeit Chriſti verharren, den Anfang ſeines Weſens, den er uns geſchenkt hat, nicht verlieren; daß wir ja nicht unthaͤtig, laͤſſig, verdroſſen, traͤge, ſchlaͤfrig und kalt werden; daß ſich Niemand durch Truͤbſale, Leiden, Kaͤmpfen ermuͤden und abſchrecken laſſe, oder aus Traͤgheit nicht ſich ſelbſt gern in der Wuͤſte aufhalte, weil er ſich durch die Feinde nicht durchſchlagen mag zu dieſer wahren Ruhe, da er die Ruhe des Fleiſches zu ſehr liebt. Davor warnt er uns, daß unſer Keiner zuruͤckweiche oder dahinten bleibe und den Eingang in die ewige Ruhe, ins himmliſche Canaan, verſaͤume. Denn was hilft es uns, daß wir es wiſſen, daß es uns gepredigt wird, und Einige etwa gar noch mehr von dem Reiche Got⸗ tes, von der Zeit ſeines Anbruchs, von Ort und Umſtaͤnden ſagen und ſchreiben koͤnnen? Das hilft uns nichts, wenn wir nicht gehorchen der Stimme des Herrn, nicht wachen, beten, auf daß nicht Jemand falle in daſſelbe Exempel der Juden, auf daß nicht Gott auch wieder ſchwoͤre in ſeinem Zorn: Sie ſollen nicht kommen in meine Ruhe. Man leſe, betrachte das 3. und 4. Kap. Hebr. ja recht auf⸗ merkſam. keit.— giebt.r Anſ x ränes 1 heren 2& wir ſa j 1 clifii kalt unn iden=pfm en heit fr cich ſelſtg Feiden Ru c dit warnt— u, dam. leibe cn Eryw naan, ume. N en, dd uns gih hr vo= Räihet von 4d Unih hüft Ernicht, n 3 H4 müct n in do R. Ernwl. vieder—oͤre inu inm Kuhe 5 b 8— a nt s vor*ärtmg n 363 Mel. 118. Ich habe mich ihm ganz ergeben. Oder: Wie wohl iſt mir, o Freund der ꝛc. 1. Es iſt noch eine Ruh' vorhanden. Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du ſeufzeſt hier in deinen Banden, und deine Sonne ſcheinet nicht. Sieh' auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor ſei⸗ nem Stuhle weiden. Wirf hin die Laſt und eil' herzu! Bald iſt der ſchöne Kampf geendet, bald, bald der ſaure Lauf vollendet; dann gehſt du ein zu deiner Ruh'! 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die beim Ende nimmt. Es hat, da noch kein Menſch geboren, die Liebe ſie uns ſchon beſtimmt. Der Sohn des Vaters mußte ſterben, um dieſe Ruh' uns zu erwerben. Drum ruft und lockt er weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, verſäumet nicht, heut' einzukommen zu meiner Ruhe Lieb⸗ lichkeit! 3. So kommet denn, ihr müden Seelen, die manche Laſt und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr krumm und eingebückt. Ihr habt des Tages Laſt getragen, dafür läßt Gottes Lamm euch ſagen: Ich will ſelbſt eure Ruhſtätt' ſein. Ihr ſeid ein Volk, gezeugt von vben, ob Sünde, Welt und Teufel toben, ſeid nur getroſt und gehet ein! 4. Da wird man Freudengarben bringen, denn unſre Thränenſaat iſt aus. Mit welchem Jubel wird man ſingen, welch' ſüßem Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird ewig, ewig von uns weichen. Wir werden ja das Lamm dort ſehn; es wird beim Brünnlein uns erfriſchen, die Thränen von den Augen wiſchen; wer weiß, was ſonſt noch ſoll geſchehn? 5. Kein Durſt und Hunger wird uns ſchwächen; denn die Er⸗ quickungszeit iſt da. Die Sonne wird uns nicht mehr ſtechen. Das Lamm iſt ſeinem Volke nah. Er will ſelbſt über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen, mit Licht und Troſt, mit Ehr' und Preis. Da werden die Gebeine grünen, der große Sabbath iſt erſchienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und ſind im Frieden und leben ewig ſorgenlos. Ach, faſſet dieſes Wort, ihr Müden; legt euch dem Lamm in ſeinen Schooß! Ach, Flügel her! wir müſſen eilen und uns nicht länger hier verweilen; dort wartet ſchon die große Schaar. Fort, fort mein Geiſt zum Jubiliren, begürte dich zum Triumphiren! AufW! auf! es kommt das Ruhejahr! J. S. Kunth. ————— ꝛ——— 364 216. 3. Auguft. Gott iſt unſre Zuverſicht und Stärke in den gro⸗ ßen Nöthen, die uns getroffen haben. Wenn gleich das Meer wüthete und wallete, und die Berge einfie⸗ len vor ſeinem Ungeſtüm. Dennoch ſoll die Stadt Gottes fein fröhlich bleiben mit ihrem Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchſten ſind. Gott iſt bei ihr drinnen, darum wird ſie wohl bleiben; Gott hilft ihr früh.(Pſ. 46. vergl. mit Pſ. 44.) Wir haben eine feſte Stadt, Mauern und Wehre ſind Heil.(Jeſ. 26,1.) Die Stadt Gottes iſt die Kirche Chriſti, die Gemeinſchaft der Heiligen, die Verſammlung der Glaͤubigen. Sie ſchwebt in dieſer Welt immer in großen Noͤthen und kann doch nicht untergehen. Sie wird von ihren Feinden, von Fleiſch, Welt und Teufel immer belagert, bedroht, verfolgt, verjagt, gelaͤſtert und bleibt doch eine feſte, unuͤberwindliche Stadt, ſo ſchwach ſie von Außen ſcheint, ohne Bollwerk, ohne Geſchuͤtz und Waffen, bloßgeſtellt allen feindlichen Angriffen, mitten im Lager des Feindes. Warum fuͤrchtet ſie ſich nicht? warum darf ſie ſogar froͤhlich ſein?— Der Herr iſt bei ihr drinnen. Jeſus wohnt in ſeinen Glaͤubigen; ſie ſind alle Wohnungen Gottes im Geiſt.(Eph. 2, 22. u. 3, 17.) Darum darf und kann ſie froͤhlich ſein; ſie hat ein Bruͤnnlein, ja einen Strom des lebendigen Waſſers in ihr.(Joel 3, 23. Joh. 7, 38. Czech. 47, 1.) Die Troͤſtungen des heiligen Geiſtes erfreuen, ſtaͤrken und er⸗ halten ſie, daß ſie doch bleibt und beſteht, wenn auch die Welt untergeht, und die Berge ins Meer ſtuͤrzen. Sie iſt ein Fels im Meere; alle Fluthen und Wogen brechen ſich an ihr, und ſie uͤberwindet Alles in dem, der bei ihr iſt, der ſie nie verlaͤßt und ſie maͤchtig und ſtark macht. Darum, glaͤubige Seelen! zaget nicht; ſo lange ihr den Herrn bei euch habt, eſind.(Se3, 3 Chriſt Gemiiſt 1(= Si ſtu then 1 Inn da inden* eFleſc, d vefult jagt git düiche—:t, ſ ſn r(Geſhihr 1 Infan, nitat erk at, t ſie Müche nn ein, n Ehm B3. JIS 8 Eit erfreu rke wie beſteh Neer—! 74 1 ogen cht 4 5. Kh uſchat er bei ct, dit m, j ihr dm b ſi ſi de Vehm Dat rwarf uit enn auh 365⁵ werdet ihr wohl bleiben. Sorget nur dafuͤr, daß er bei euch drinnen iſt und bleibt. Wenn er von euch weicht, oder ihr von ihm, wenn ihr nicht feſt an ihm hanget und in ihm, wie in einer Feſtung eingeſchloſſen, von ihm, wie von einer Wa⸗ genburg umgeben ſeid, ſo werdet ihr zu Schanden. Aber wer in ihm bleibt, der ſingt: Um Jeruſalem her ſind Berge, und der Herr iſt um ſein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.(pſ. 125, 2.) Mel. 52. Wer Ohren hat, zu hören. Oder: Beſiehl du deine Wege. V 1. Der Herr iſt der Begründer, der Kirche Zuverſicht. Wir flehn um Hülf' als Kinder, und er verſagt ſie nicht. Laß alle Haſſer toben, laß ſinken Berg' ins Meer; der Herr hat ſie erhoben, der Herr iſt um ſie her. 2. Sie iſt ein Fels im Meere; es brauſ' der Wogen Fluth. Doch bricht ſich, Gott zur Ehre, an dieſem Fels die Wuth. Ob auch ſchon oft auf Erden, in Nacht verhüllt ihr Licht, ſchien ausgelöſcht zu wer⸗ den, erloſch es dennoch nicht. 3. Gott iſt in ihren Mauern, erbaut auf Golgatha, die Stadt des Herrn wird dauern, die ihn dort bluten ſah. Die Erde wird verge⸗ hen, der Himmel nicht beſtehn; die Kirche wird es ſehen, und nicht mit ihm vergehn. 4. Sie hat ſchon viele Sünder, doch oft bedrängt durch Spott, zu dir bekehrt, viel Kinder für dich geboren, Gott! Noch ſpotten ihrer Viele, ſie aber achtet's nicht, ſie ſchauet dort am Ziele die Kron' und das Gericht. 5. Schmäht immer, ſchmäht, ihr Spötter! Denn fruchtbar iſt ſie noch; der Herr iſt ihr Erretter, ſie triumphiret doch. Er wird den Kriegen ſteuern, die wider ſie ihr führt; ſie wird ein Siegsfeſt feiern, das ew'ge Wonn' gebiert. Crmr. —————,—————y— 8— 4. Auguft. Chriſtus iſt mein Leben, und Sterben iſt mein Gewinn. Ich habe Luſt abzuſcheiden, und bei Chriſto zu ſein. GPhu. 1, 21. 24.) Wir werden dann immerdar bei 1 7 217. 366 dem Herrn ſein. So tröſtet euch nun unter einander mit dieſen Worten.(1 Fheſſ. 4, 16. 17.) Chriſten haben den Austritt aus dieſem Leben nie anders angeſehen als einen Heimgang, eine Ruͤckkehr in die Heimath. Wie ein Kind, das in der Fremde iſt, mit Jubel die Nach⸗ richt, das Aufgebot vernimmt, in das vaͤterliche Haus, in das Heimathland zuruͤckkehren zu duͤrfen, ſo freut ſich der Chriſt auf ſein letztes Stuͤndlein des Lebens auf Erden, das ihn in ſeine ewige Heimath, ins Vaters Haus verſetzt. In dieſer und noch vielfacher Hinſicht iſt der Tod ein großer, ja der groͤßte Gewinn, wenn anders Chriſtus unſer Leben iſt. Denn das muß nicht uͤberſehen werden. Wer dem Apoſtel das erſte: Chriſtus iſt mein Leben; in Wahrheit nachſprechen kann, wird auch das zweite: und Sterben mein Gewinn; mit froher Seele und voller Zuſtimmung ſeines Herzens ſagen koͤnnen. Wenn Chriſtus in dir lebt, wirſt du nicht ſterben, ſondern durch das, was man Sterben nennt, unendlich gewinnen; wirſt außer Gefahr geſetzt, das Leben, das du hier in Chriſto anfingſt, je wieder zu verlieren, wirſt in Sicherheit gebracht, ewig in Chriſto und bei Gott herrlich und ſelig zu leben. Wer dieſe ſchoͤne, liebliche Geſtalt des aller Welt ſo fuͤrchterlichen Todes ins Auge faßt, ſoll der nicht Luſt haben mit Paulus abzuſcheiden; ſoll der nicht ſchon ſeinen Wandel mehr dort haben, wo er ewig bleiben zu duͤrfen verſichert iſt, als hier, wo er nur durchpilgert und keine bleibende Staͤtte hat? Es muß freilich, wie bei Paulus, mit vollkommner Ergebung ge⸗ ſchehen, ſo, daß man um des Herrn und um ſeiner Bruͤder willen gern noch bleibt, ſo lange es frommt; aber ohne Heim⸗ weh, ohne Wandel im Himmel iſt kein Chriſt; die freudige, lebendige Hoffnung, einſt immerdar beim Herrn zu ſein, reißt ihn ſchon jetzt oft mit ſich fort, hinuͤber in die heimathlichen Wohnungen des Friedens. us ve lod ei unſer den; nachſo 66 Herze nict t, un gevim das in Erh in 2 —₰ ldas en kuu h a nt fig zen üma —n, ſoda — it gont nd ſel S ben. N 2 Luſt ht= nit Jut rcchralth nen I nahr verſid h ah bende S hat komm hüm und * dih H ie fiun muſt 3 inchit zmmt; ein Ch im H der in Iner Seh 367 Mel. 85. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 1. Herr, lehr' mich auf den Himmel achten; ich ſeh' ihn ja als Heimath an. Soll ich nicht nach der Wohnung trachten, in der ich ewig bleiben kann. So wird mein Haus hier auf der Welt, und auch im Himmel wohl beſtellt. 2. Mein Herz wohnt ſchon im Himmel droben, denn dort iſt auch mein Schatz und Theil; den hat mir Jeſus aufgehoben; dort iſt das mir verſprochne Heil. Die Weltluſt iſt mir viel zu ſchlecht; im Him⸗ mel iſt mein Bürgerrecht. 3. Wohlan, ſo will ich täglich ſterben; ich lebe ſo, als lebt' ich nicht; und alſo kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Erfreulich iſt mein Heimgang mir, denn du, mein Jeſus, lebſt in mir. 4. Dein Bote kann mich nicht erſchrecken, die Welt nur ſchreckt ſein traurig Bild; mir ſoll er lauter Luſt erwecken, weil du durch ihn mich holen willt. Wo man mit ihm Bekanntſchaft hat, da hat ſein Schrecken keine Statt. 5. So kommt, ihr angenehmen Stunden! Komm, eile mein Er⸗ löſungstag; da ich von aller Noth entbunden, zum Leben ſterbend drin⸗ gen mag. Dort find' ich in des Höchſten Hand mein Eden und gelob⸗ tes Land. 6. Dir will ich gänzlich mich ergeben, du, deſſen Eigenthum ich bin. Du, Jeſus Chriſtus, biſt mein Leben, und Sterben bleibet mein Ge⸗ winn. Ich lebe dir, ich ſterbe dir! Sei du nur mein, ſo gnüget mir. 7. Laß mich, dich und die Welt erkennen; dich, daß du mir mein Allles biſt; mich, daß ich Staub und Nichts zu nennen, die Welt, daß ſie mein Kerker iſt. Wer dich, ſich und die Welt erkennt, der macht ein richtig's Teſtament. L. R. v. Senft. 218. 5. Auguft. Ich flehe vor deinem Angeſicht von ganzem Her⸗ zen, ſei mir gnädig nach deinem Wort.(. 119, 58.) Bit⸗ tet, ſo wird euch gegeben; ſuchet, ſo werdet ihr finden; klopfet an, ſo wird euch aufgethan. Denn jeder, der bittet, empfängt; wer ſucht, der findet; und wer an⸗ klopft, dem wird aufgethan. Matth. 7, 7. ꝛc.) 368 Die Erlaubniß, oder das uns geſchenkte Recht, vor Got⸗ tes Angeſicht erſcheinen und beten zu duͤrfen, iſt eine unſchaͤtz⸗ bare, von keinem Menſchenkinde genug erkannte und gewuͤr⸗ digte Gnade, ein Privilegium uͤber alle Privilegien, ein Reich⸗ thum, oder Schatz, den man allen Reichthuͤmern, Schaͤtzen und was genannt werden mag, weit vorziehen ſoll. Eine Goldgrube, ein Silber⸗Bergwerk, ein Meer voll Perlen und Edelſteine, wenn dir ein ſolches frei und offen ſtuͤnde, ſollte dir nicht ſo lieb und theuer ſein, koͤnnte dich nicht ſo gluͤcklich, reich und herrlich machen, als dich die Gnade, beten, zu Gott und ſeinem Gnadenſchatz kommen und daraus nehmen zu duͤr⸗ fen, was du bedarfſt, machen kann. Ach, wenn es doch die Menſchen verſtaͤnden! wenn ſie es doch wuͤßten, was da ver⸗ borgen liegt fuͤr die, welche Gebrauch davon machen, welche ſich durchs Gebet zu Gott nahen! Wer das weiß, der geht immer zuerſt und vor Allem und ſo oft er nur kann, dahin; dem iſt jede Minute koͤſtlich, die er dazu verwenden kann. Wenn Andere denken: Ich muß und will mich dahin, dorthin wenden, wo ich Vortheile, Gunſt, Ehre oder Vergnuͤgen finde, ſo denkt der Kenner des Gebets: Und ich weiß mir kei⸗ nen beſſern Ort, keinen gluͤcklichern Gang, keine reichere Quelle aller Guͤter, Ehren und Freuden, als das Gebet, den Umgang mit meinem Gott; da werde ich reich, geehrt, beguͤnſtigt, er⸗ freut und herrlich, wie an keinem andern Orte, wie bei keinem Weſen im Himmel und auf Erden. Darum geht er auch am liebſten und am oͤfterſten dahin und laͤßt ſich durch kein Gluͤck, durch keinen Reiz, um keinen Preis davon abhalten. Mel. 10. Mein Jeſu, ſei gegrüßet. Oder: Wach' auf, mein Herz, und ſinge. 1. Menſch! Sünder! Staub und Made! bewundre dieſe Gnade; der Wurm, ſo voll Gebrechen, darf mit Jehova ſprechen.— Den das Geſetz verfluchet, weil er Gott nicht geſuchet, der wird durch Jeſu Wunden verſöhnt, geſucht, gefunden. —————————— c unt och wi= wes un h dag achen, rh Ve eiß de oſt or s tam, ai r dazt Lvenden in will Kahin daß 1, Ehr&=: Vamt 8: un* weiß mi ang, 1 zücherdal das CS den Ungr h, gedſ chünfitt den S ie bei ki ſlißt ſit h kinb davon Peten. Zach auf,*.= erz, m ſin del be R 1e di ehoda=1-d het, zin ui Daru e keuht 369 2. So kann er Alles hoffen, der Zugang ſteht ihm offen, vor ſei⸗ nem Gott zu ſtehen und mit ihm umzugehen.— Sein Herz ihm zu entdecken und Gottes Herz zu ſchmecken, zu bitten, zu begehren. Kein Satan kann es wehren. 3. Er darf die Schuld bekennen, und doch Gott Vater nennen, ihm danken und ihn preiſen, ihm Ehr' und Dienſt erweiſen.— Sein Elend darf er klagen, Wunſch und Verlangen ſagen, für ſich und Andre bit⸗ ten, ſein ganzes Herz ausſchütten; 4. Vor Gott beſtändig bleiben, die Arbeit betend treiben; wenn Worte gleich gebrechen, auch ohne Worte ſprechen;— Allein zum Va⸗ ter treten, und in Gemeinſchaft beten; mit Singen, Flehen, Weinen, auch öffentlich erſcheinen. 5. Gott kennt uns aus dem Grunde, doch unſre Red' im Munde ſoll uns erinnern, lehren, erwecken, zu ihm kehren.— Groß iſt die Noth der Armen. Reich iſt des Herrn Erbarmen, verheißt ſich aus⸗ zuſchütten, gebietet ihm zu bitten. 6. Mit dieſem Geber ſprechen, vertreibet die Gebrechen. Man geht von dieſem Lichte mit glänzendem Geſichte.— Wer bittet, der wird haben; wer ſucht, der findet Gaben. Wer klopfet und nicht ſchweiget, dem wird der Schatz gezeiget. 7. Was wir nur bitten wollen, iſt, was wir haben ſollen. Mehr als man ſucht und denket, wird Bittenden geſchenket.— Zu dir heb' ich die Augen! Herr, laß mich vor dir taugen, daß Gnad' und Wahr⸗ heit walte, wenn ich die Hände falte. 8. Wenn ich die Kniee beuge, ſo ſei dein Geiſt mein Zeuge, laß Seuſzen, Beten, Ringen durch alle Himmel dringen.— Vor dir, Herr, laß mich wandeln, im Glauben Alles handeln, dir ſingen und dich loben. Die Harfe ſchlag' ich droben.(Offenb. 14, 2.) Waͤf. — —————y,———-———-————y——— 219. 6. Auguft. b An den Waſſern zu Babel ſaßen wir und wein⸗ ten, wenn wir an Zion gedachten. Unſere Harfen hingen wir an die Weiden.— Wie ſollten wir des Herrn Lied ſingen in fremdem Lande?(ſ. 137,1. 4. Weine nicht.— Weinet nicht, ſie iſt nicht geſtorben, 24 ſie ſchläft nur.(euc. 7, 13. und s, 52.) Ihr werdet weinen und heulen, und die Welt wird ſich freuen.(Joh. 16, 20.) Weine nicht; ſieh', es hat überwunden der Löwe. (Offenb. 5, 5.) Sollen die Kinder Iſrael nicht weinen, wenn ſie, von ih⸗ rem Zion losgeriſſen, an den Waſſern Babels ſitzen muͤſſen, im fremden Lande? ſollen ſie nicht weinen, wenn ihnen ihr Liebſtes genommen iſt und ſie unter Babel hingeworfen ſind? Sie moͤgen es thun, weil ſie doch nicht anders koͤnnen und der Herr es ſelbſt voraus ſagt: Ihr werdet weinen.— Je⸗ doch Babel haͤtte mehr Urſache zu weinen, welches ſich doch freut und lachet uͤber die Zucht der Kinder Gottes. Sie moͤ⸗ gen weinen, die Kinder Gottes, wenn ſie gedruͤckt und ge⸗ draͤngt werden von Babel; aber dabei nicht troſtlos, nicht ver⸗ zagt ſein, ihre Hoffnung nicht aufgeben; ſie moͤgen weinen uͤber die Gegenwart, aber zugleich ſich der Zukunft und ihrer Verheißung freuen. Denn die Erloͤſeten des Herrn werden wiederkehren und gen Zion kommen mit Ruhm, und ewige Freude wird uͤber ihrem Haupte ſein. Wonne und Freude wird ſie ergreifen ꝛc. Siehe Jeſ. 51, 11. 12. Soll eine Wittwe nicht weinen, wenn ſie ihres einzigen Kindes, ein Leh⸗ rer, wenn er ſeiner Schuͤler, eine Gemeinde, wenn ſie ihres Lehrers beraubt, Wittwe, Waiſe geworden iſt?— Nein, weine nicht! ſagt der Herr, der da hilft und vom Tode erret⸗ tet. Soll man nicht weinen„wenn man in die dunkle Zu⸗ kunft ſchaut, und nichts ſieht, wenn Niemand das Buch der verborgnen Rathſchluͤſſe Gottes oͤffnen und darin leſen kann? wenn von allen Seiten ſchwarze Naͤchte, ſchwere Leiden dro⸗ hen, und nirgend ein Strahl der Huͤlfe, des Troſtes zu er⸗ blicken iſt? Soll man nicht weinen? Nein, weine nicht! ſagt die Stimme; es hat uͤberwunden der Loͤwe aus Juda's Stamm. In der Welt habt ihr Angſt, aber ſeid getroſt, denn meinde 1 2 1 Ees u 371 ich habe die Welt uͤberwunden.(Joh. 16, 33.) Man kann ſich wohl des Weinens nicht erwehren, aber man weint doch ganz andere Thraͤnen, als die Welt in ihrer Traurigkeit; ſie ſind mit Troſt und Hoffnung vermiſcht, wodurch ſie ſchnell und leicht getrocknet werden. Mel. 22. Es kam die gnadenvolle Nacht. Oder: Gelobt ſeiſt du, Herr Jeſu Chriſt. 1. O ſüßes Wort, das Jeſus ſpricht zur armen Wittwe: Weine nicht! Es kommt mir nie aus meinem Sinn, zumal wenn ich betrü⸗ bet bin.— Wenn Noth und Elend mich anſicht, ſpricht gleich mein Jeſus: Weine nicht! Gott iſt dein Vater! trau' nur ihm; erhört er doch der Raben Stimm'. 2. Bin ich ſehr kraftlos, krank und ſchwach, und iſt nichts da, als Weh und Ach; ſo tröſtet Jeſus mich und ſpricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht!— Raubt mir der Feind mein Gut und Hab', daß ich muß fort mit einem Stab, ſagt Jeſus wieder: Weine nicht! denk', was dem frommen Job geſchicht! 3. Vertreibt mich des Verfolgers Hand, man gönnt mir keinen Sitz im Land; im Herzen Jeſus zu mir ſpricht: Dein iſt der Himmel; weine nicht!— Reißt mir der Tod das Liebſte hin, ſagt Jeſus: Weine nicht! ich bin, der's wiedergiebt; gedenke dran, was ich zu Nain hab' gethan. 4. Muß ich ſelbſt ringen mit dem Tod, iſt Jeſus da, ruft in der Noth: Ich bin das Leben, weine nicht! wer an mich glaubt, wird nicht gericht't.— O ſüßes Wort, das Jeſus ſpricht in allen Nöthen: Weine nicht! Ach, klinge ſtets in meinem Sinn, ſo fähret alles Trauern hin. J. Höfel. Wo du dich zu mir hältſt, ſo will ich mich zu dir halten, und ſollſt mein Prediger bleiben. Und wo du die Frommen lehreſt, ſich ſondern von böſen Leu⸗ ten, ſo ſollſt du mein Lehrer ſein. Und ehe du ſollſt zu ihnen fallen, ſollen ſie zu dir fallen. So ſpricht der Herr zu Jeremia(1s, 19). Wer nicht mit mir iſt, der 24 3 372 iſt wider mich; wer nicht mit mir ſammelt, der zer⸗ ſtreuet.(Luc. 11, 23.) Der Herr hat dem Prediger Jeremia auch geprediget und ihm gezeigt, was er die Leute lehren ſoll, wenn er ſein Prediger und Lehrer ferner bleiben wolle. Und was iſt die⸗ ſes? Was ſollen die Prediger und Lehrer des Herrn, die er ſelbſt beruft und anſtellt, lehren und predigen? Was ſollen ſie halten? Zu ihm ſollen ſie ſich halten— Lehrer und Zu⸗ hoͤrer, nicht zu den boͤſen Leuten. Was hilft alles Predigen und Predigt hoͤren, wenn man ſich nicht ſcheidet von der ar⸗ gen Welt? Was hilft es, Gottes reines, lauteres Wort ſpre⸗ chen oder hoͤren, wenn man ſich dann wieder zu den Unreinen geſellt? ſich wieder zerſtreut, beluſtigt und mit der argen Welt berauſcht? Gott haͤlt ſich nur zu denen, die ſich zu ihm hal⸗ ten. Chriſtus bleibt nur in denen, die in ihm bleiben. Wer nicht in Chriſto, mit Chriſto im Geiſte verſammelt, oder ge⸗ ſammelt bleibt, der zerſtreut. Wer nicht alle ſeine Gedanken, Begierden und Regungen des Herzens, Leibes und der Seele zuſammennimmt und ſtets auf Chriſtum hinrichtet, der iſt ausgeſchuͤttet wie Waſſer, zerſtreut, wie Spreu vom Winde verweht; wie kann er Chriſtum beſitzen und genießen? wie ſeiner theilhaftig ſein? Chriſtus will das ganze Herz, das ganze Weſen des Menſchen, alle Kraͤfte der Seele geſammelt, vereinigt auf ihn, zu ihm und in ihm. Wer nicht alſo mit ihm iſt und mit ihm ſammelt, der iſt wider ihn und zerſtreuet, zerſplittert ſeine Kraft und wirft ſich ſelber weg. Die Ab⸗ ſonderung von der Welt, von den boͤſen Leuten, die Gott und Gottes Wort, Erbauung, Gebet und Andacht haſſen und nur fade Unterhaltung, Neuigkeiten und Kurzweil lieben, iſt eine weſentliche Bedingung, die Gott, der Herr, den Predigern und Zuhoͤrern macht, und ſie hat zugleich die Verheißung, daß, wenn man ſtandhaft darauf haͤlt und ſich nicht zu der Welt, 383388——O—SE3E3EEo 8 373 zu den boͤſen Leuten ſchlaͤgt, ſie eher zu uns fallen und ſich auch zum Guten wenden werden. Laͤßt du dich von den Boͤ⸗ ſen nicht verkehren, ſo laſſen ſich die Boͤſen durch dich bekeh⸗ ren. Sei ſtandhaft, ſo, daß die gottloſe Welt eher durch dich fromm, als daß du durch ſie gottlos wirſt. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Kommt her, ihr lieben Chriſten. 1. Warum zerſtreuſt du dich, mein Herz, und machſt durch man⸗ chen Fall dir Schmerz? Warum bewahreſt du dich nicht? Denn alſo fleucht der Böſewicht.— Folgſt du im Glauben Chriſto nach, ſo ſage nicht: Ich bin ſo ſchwach! Wem Gott Vergebung mitgetheilt, den hat er gründlich ausgeheilt.. 2. Die Schuld iſt dein, und nicht des Herrn; er iſt dir nah', er hilft dir gern. Hältſt du dich immer feſt an ihn, hält er auch feſt dein Herz und Sinn.— Durch Stilleſein und Wachſamkeit, durch Zuver⸗ ſicht und Nüchternheit, Gebet und treuen Widerſtand erhält der Geiſt die Oberhand. 3. So geht man Tag und Nacht dahin, behält den eingekehrten Sinn. Man bleibt vergnügt und aufgericht't, man ſchändet ſeinen Heiland nicht.— Der Wandel zeigt vor Jedermann, daß man ſich Chriſti rühmen kann. Das heißt denn, recht in Chriſto ſtehn und alle Tage weiter gehn. 4. So leuchtet unſer Lebenslicht der finſtern Welt ins Angeſicht. Denn was man redet oder thut, das wäſcht man erſt in Chriſti Blut.— So werden mehr, als man ſich's denkt, von böſen Leuten uns ge⸗ n * henkt; und eh' man ſich zu ihnen ſchlägt, wird manches Herz zur Buß' erweckt. woat. A ——y—————————————————y———— 8. Auguftt. Nun wartet meiner die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, geben wird an jenem Tage; nicht aber allein mir, ſondern auch allen, die ſeine Erſcheinung lieb haben.— So wird mich der Herr von allem Uebel erlöſen und mir aushelfen zu ſeinem himmliſchen Reiche.(2im. 4,8. 18.) 374 Schoͤne Ausſicht! So truͤbe es oft unter den Wolken iſt, ſo helle und ſchoͤn iſt es uͤber den Wolken. Wer auf einem hohen Gebirge iſt, der hat das Wetter, die Wolken unter ſei⸗ nem Fuße und ſchaut geradezu in den unbewoͤlkten Himmel auf. Wer ſich im Glauben erhebt uͤber die Betruͤbniſſe und Leiden dieſer Zeit; wer ſich an Gottes Wort und Verheißung haͤlt, der ſieht den klaren Himmel vor ſich, ſieht mit unbe— woͤlktem Auge die Krone und Herrlichkeit, die ihm ſein Hei⸗ land in ſeinem Worte vorhaͤlt und dort in ſeinem Reiche auf⸗ bewahrt. Er denkt: ſie iſt in einer ſichern Hand, es wird ſie ihm Niemand aus ſeiner Hand reißen. Wer kann mir nehmen, was er mir aufbehalten hat? Wer dieſe lebendige Hoffnung hat, der kann nicht anders, er muß ſich darnach ſehnen, muß ſich damit troͤſten. Er kann ſein Herz nicht hal⸗ ten, es entflieht ihm oft und weilt dort, wo ſeine ewige Hei⸗ math und zukuͤnftige Herrlichkeit iſt. Denn das ſtaͤrkt den alten muͤden Pilger, das hebt die Fuͤße und iſt der beſte Labe⸗ trunk, die kraͤftigſte Fußſalbe fuͤr den Wanderer. Erfreulich iſt, was Paulus ſo beſtimmt ſagt: Der Herr wird mir die Krone der Gerechtigkeit geben, aber nicht nur mir, ſondern Allen, die ſeine Erſcheinung lieb haben. Wer ſeiner harret von einer Morgenwache zur andern, wer es kaum er⸗ warten kann, bis er kommt, wer ihn lieber heute als erſt morgen ſehen moͤchte, wer ſo in heißer Sehnſucht nach ihm lebt: der wird die Krone und Herrlichkeit aus ſeiner Hand ſo gewiß als Paulus erhalten. Mel. 122. Hüter, wird die Nacht. 1. In den Auen jener Freuden ſollſt du weiden! Seele, ſchwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende; Jeſu Hände öffnen ſchon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron, nebſt dem Chor der Seraphinen, ſchon bedienen, mit dem reinſten Jubelton. —— —— f. 375 3. Löſe, erſtgeborner Bruder! doch die Ruder meines Schiffleins! Laß mich ein in den ſichern Friedenshafen, zu den Schafen, die der Furcht entrücket ſein! 4. Nichts ſoll mir am Herzen kleben, ſüßes Leben! das die Erde in ſich hält! Sollt' ich noch in dieſer Wüſten länger niſten? Nein ich eil' ins Himmelszelt. 5. Herzens⸗Heiland! ſchenke Glauben deiner Tauben, Glauben, der durch Alles dringt! Nach dir girret meine Seele in der Höhle, bis ſie ſich von hinnen ſchwingt. 6. O wie bald kannſt du es machen, daß mit Lachen unſer Mund erfüllet ſei! Du kannſt durch die Todes⸗Thüren träumend führen, und machſt uns auf einmal frei. 7. Du haſt Sünd' und Straf' getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel iſt gebrochen; meine 3 ch dernt Knochen werden fröhlich auferſtehn. ann ſei nict 8. Herzens⸗Lamm! ich will d·ch loben, hier und droben, in der t, wo Aewige hi zart'ſten Liebsbegier. Du haſt mir zum ew'gen Leben dich gegeben. ¹ G d Hole mich, mein Lamm, zu dir! J. L. A. Allendorf. Denn d ſtuktn——— eund iſ beſte u biit 222. 9. Auguftt. Wande— Erfraulh. 1 de H vin Habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, ſo ict nu 1 ſun laß mich deinen Weg wiſſen, damit ich dich kenne— b wo nicht dein Angeſicht gehet, ſo führe uns nicht von dhabſ Baſt dannen hinauf. Denn wobei ſoll ich und dein Volk den, u erkennen, daß wir Gnade vor dir gefunden haben, hn”ef* Rab wenn du nicht mitgeheſt.(²Moſ. 33, 13— 16. 34,9.) 4 Sch 4 mhn Der Herr ſprach zu Moſes: Gehe, zeuch von dannen, du it n=t das; und das Volk;— ich will dir einen Engel mitgeben. Aber Moſes ſprach: Wenn du, Herr, nicht ſelber mitgeheſt, ſo laß 3„ ſur uns bleiben, wo wir ſind. Ohne dich gehen wir nicht. So Bedder— hing Moſes an dem Herrn und an ſeinem Angeſicht, wie ein derr ms Kindenn der Mutter, er wollte keinen Schritt ohne ihn thun; wollte das Volk nicht ſelbſt fuͤhren, der Herr ſollte ihn und m ha ain,. führen, der Heur ſ — das Volk mit ſeinem Angeſicht leiten. Wie kann ich den Weg inen, ſ bu dienn. 376 * wiſſen? So ſprechen auch die Juͤnger Jeſu.(Joh. 14.) So denkt und ſpricht jeder Juͤnger Chriſti; er wagt keinen Schritt ohne den Herrn. Er will nicht nur einen Engel, nein, er will den Herrn ſelbſt. Und hat ſich der Herr von Moſes und dem hartnaͤckigen Volke, das ihn ſo oft erzuͤrnete, bewegen laſſen mitzugehen, wird er dir deine Bitte abſchlagen, wenn du ihn ſo ernſtlich verlangſt, wie Moſes. Wird er dich allein laſſen, der dir verſprach: Ich will euch nicht Waiſen laſſen, ich komme zu euch! Ich bleibe bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt? Wo zwei oder drei ſind in meinem Namen, bin ich in eurer Mitte? Wie ſchoͤn, wie ſicher wandelt man, wenn er vor uns hergeht, wenn ſein Angeſicht uns leuchtet! Wer ſich aber ohne ihn ſelber fuͤhrt und traut, oder ſich von Men⸗ ſchen gaͤngeln laͤßt, wird manchen ſauren Tritt thun und mehr zuruͤckgehen als fortſchreiten; wird in manche Grube fallen. Wer dagegen fleißig auf die Wolken⸗ und Feuerſaͤule, die Ge⸗ genwart des Herrn im Herzen, ſchaut und ſich im Gehen und Stehen nur nach ihr richtet, wie die Kinder Iſrael, der wird auch ſicher und getroſt durch die Wuͤſte dieſes Lebens durch⸗ kommen und das gelobte Land des Friedens finden. Sollte das Volk des alten Bundes eine beſſere Leitung gehabt haben, als das Volk des Herrn im neuen Bunde? Sollten wir nicht auch eine Feuerſaͤule haben, die uns voran geht?— Sollte der Herr nur mit den Knechten des Geſetzes, nicht mit den Kindern des Friedens gehen? Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. O Vaterherz, o Licht und Leben, o treuer Hirt, Immanuel! Dir bin ich einmal ganz ergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel'. Ich will mich nicht mehr ſelber führen, der Vater ſoll das Kind regieren. 2. Ich geh',(ach hör', o Herr, mein Bitten 1) für mich nicht einen Schritt allein. O leite mich nach allen Tritten und gehe mit mir aus und ein. Laß mich auf deine Winke ſehen, bei Allem kindlich zu dir flehen. 4☛ mant albe filt und F* lle, dio und ſi Gehamm 1 Kinder EI der vij ſte diſ! ans ut 5 r in. St eLeitu nabthͤs Bund olla n e uns ei geht- des G nichtr. der kude rrſol ſ dujim ten!) ſt huihi ten un minte treuer 1. Immm ſint I Sek.. kiIe niik. 377 * 3. Du gängelſt mich, ich werd' nicht gleiten; dein Wort muß ewig feſte ſtehn. Du ſprichſt: dein Auge ſoll mich leiten, dein Angeſicht ſoll vor mir gehn. Ja, deine Güte, dein Erbarmen ſoll mich umfan⸗ gen und umarmen. 4. Ach, mach' mich einmal treu und ſtille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille ſei hier mein Schran⸗ ken, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen. 5. Nichts ohne dich mir anzumaßen, und unverrückt auf deiner Bahn, erhalt' mich deinem Wink gelaſſen; ſonſt lauf ich vor, da lauf' ich an. Sei du, nur du, mein Ziel auf Erden, ach, laß mir's nie ver⸗ rücket werden! 6. So lob' und lieb' ich in der Stille und ruh' als Kind in deinem Schooß; das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ſteht aller Sorgen bloß; ſie ſorget nur allein in Allen, dir, ihrem Bräut'gam zu gefallen. 7. O daß ich auch im Kleinſten merke auf deine Weisheit, Güt' und Treu'! O daß ich auch bei jedem Werke dich lieb' und lob' und ruhig ſeil! Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht biſt, laß ganz zerrinnen.* Bgtzky. ——————————y———.———— 223. 10. Auguft. Ich bin jung geweſen, und alt geworden, und habe noch nie geſehen den Gerechten verlaſſen.(Pf. 37, 25.) Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlaſſen.( Cor. 4,9.) Der Herr verläßt ſein Volk nicht, um ſeines großen Namens willen.( Sam. 12,22.) David hat Alles erfahren und geſehen in der Welt, nur das nicht, daß Gott den, der auf ihn traut, verlaſſen oder ſeine Hand von ihm abgezogen haͤtte. Der Gerechte, ſagt er, muß wohl viel leiden; aber das heißt nicht, von Gott verlaſſen ſein, ſondern vielmehr von Gott geliebt und beſucht werden; und dann ſetzt er bei: denn der Herr hilft ihm aus dem Al⸗ lem.(Pſ. 34, 20.) Wenn er ſo in der Enge war, daß er nir⸗ 378 gend keinen Troſt mehr ſah, ſo ſprach er: Nun, Herr! weß ſoll ich mich jetzt troͤſten?— Ich hoffe auf dich.(Pf. 39, 8.) Es iſt eine verkehrte Denk⸗ und Redens⸗Art, wenn man von Leiden, Verfolgungen, die Gott uͤber uns kommen laͤßt, ur⸗ theilt, daß er uns deswegen verlaſſen habe. Umgekehrt, heim⸗ geſucht hat er uns dadurch. Das ſoll uns ein Beweis ſein, daß er an uns denkt. Gerade im Leiden, in der Verfolgung erfaͤhrt man ihn, ſeine Naͤhe, ſeine wunderbare Huͤlfe und Dazwiſchenkunft am meiſten. Man ſollte lieber, wenn man nicht verfolgt wird, oder nichts zu leiden hat, ſagen: Der Herr hat mich vergeſſen und verlaſſen. Frage einen in Chriſto Leidenden und Verfolgten, ob ihm Gott je naͤher geweſen als da, wo alle Menſchen wie die Teufel wider ihn waren und gegen ihn wuͤtheten. Wenn alle Menſchen, Freunde und Feinde, gegen uns ſich erheben, Vater und Mutter uns ver⸗ laſſen, ſo nimmt uns der Herr auf.(pſ. 27, 10.) Dieſer Pſalm zeigt, wie dem Verfolgten und von Menſchen Verlaſſenen zu Muthe iſt, wenn er den Herrn kennt und wenn ihm ſein Licht leuchtet. Mel. 11. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte. 1. Mein Geiſt, o Herr, nach dir ſich ſehnet, nach dir, der du ihm Alles biſt, mein Herz ſich hoffend auf dich lehnet„o Fels, der bleibet, wie er iſt; laß nicht mit Schande mich beſtehen, damit mein Feind nicht freue ſich; mit Schand' laß vielmehr untergehen den, der ſich ſetzet wider dich. 2. Denn Keiner iſt zu Schanden worden vom Anfang bis auf dieſe Stund', der ſich gefunden in dem Orden der Gläubigen von Herzens⸗ grund; du haſt der Keinen nie verlaſſen, der dich zu ſeinem Gott er⸗ wählt; du haſſeſt nur, die dich, Herr, haſſen. Wer dich liebt, dem hat's nie gefehlt. 3. Gedenk', o Herr, an dein Erbarmen, das weder End' noch An⸗ fang kennt; ach, ſchau in Gnaden auf mich Armen, der ſich nach dei⸗ nem Namen nennt! Gedenke nicht der Jugend Sünden und was ich 1— dnag ni Gr deti gepſatt 1 vide t i warum Nenſch rannde n r und t Ser un Rr, d ffa g Nenſche Ee llſſang und wa a ſalg . ucte ger 3 3 Pwet, an derui kesnet, ſießen, ar mun ii t unterg n en, dr ſt vem A& rbis ufit rGläul t aon Henn⸗ der dich u Cute ſen. 1»lit, n das we 2 ug b Arnen eih ut gend S 2 der hhh 379 immer hab' verſchuldt. Ach, laß für Recht mich Gnade finden und habe ſtets mit mir Geduld. 4. Der Herr iſt gut, ja lauter Güte, er iſt von Herzen treu und fromm; leutſelig, ſanft iſt ſein Gemüthe; drum ſpricht er zu dem Sünder: Komm! und leitet ihn auf ſeinen Wegen, die voller Ruh' und Sicherheit. Bei Gott iſt für ihn lauter Segen; wer elend iſt, ſich deß erfreut. 5. Noch Eins, Herr, will ich von dir bitten, bewahre mich durch deine Macht, will ſeinen Grimm der Feind ausſchütten, ſo hab' auf meine Seele Acht; laß ſchlecht und recht ſie ſtets behüten, ſei gnädig deinem Iſrael und rett' von ſeiner Feinde Wüthen, o Heiland! deines Volkes Seel'! ———õ—————— 2— — 224. 11. Auguſt. So laſſet nun die Sünde nicht herrſchen in eurem ſterblichen Leibe, ihr Gehorſam zu leiſten in ihren Lü⸗ ſten.(Roͤm. 6, 12) Welche Chriſto angehören, die kreu⸗ zigen ihr Fleiſch ſammt den Lüſten und Begierden. (Gal. 5,24.) Fliehe die Lüſte der Jugend.(2Tim. 2, 22.) Wir werden nicht frei von Verſuchung zur boͤſen Luſt al⸗ lerlei Art, aber von der Herrſchaft der Luͤſte muͤſſen wir frei ſein, oder frei werden durch den Glauben an Chriſtus. Denn wenn Chriſtus in uns regiert, kann nicht zugleich die Suͤnde mit ihren Luͤſten in uns regieren. Iſt ſie noch Meiſterin im Hauſe, ſo iſt Chriſtus nicht in uns. Doch muß man wohl un⸗ terſcheiden zwiſchen Anfechtung und Herrſchaft. Du kannſt zu allem Boͤſen angefochten, verſucht werden, und doch von allem Boͤſen frei ſein und gerade durch die Anfechtung immer mehr frei werden. Viele gute Seelen meinen, wenn ſie in Chriſto ſind, ſollen ſie keine Verſuchung mehr ſpuͤren; und gerade da hat man am meiſten damit zu thun, ſo lange man noch im Hauſe der Suͤnde, im Fleiſche wohnt. Die Suͤnde iſt durch die Bekehrung zu Chriſto um ihren Thron und 380 Scepter in dir gekommen; das kann ſie nicht gleichguͤltig mit anſehen; wer laͤßt ſich gern ſein(auch vermeintliches) Recht und Regiment nehmen? Darum ſucht ſie immer Chriſtum zu verdraͤngen und wieder ihre alte Herrſchaft an ſich zu rei⸗ ßen. Dies wird ſie nie aufgeben, bis ſie mit dem Leibe zu Grabe getragen wird. Darum ſei nie ſicher.— Sie iſt oft wie die Schlange im Graſe verſteckt und uͤberfaͤllt dich ploͤtz⸗ iich, wo du es am wenigſten erwarteſt. Biſt du aber in Chriſto und bleibſt du ohne Unterlaß in ihm, ſo kann ſie dich wohl anfechten, aber nicht uͤberwinden, kann nur deinen Glauben, deine Treue und Liebe zu Chriſtus uͤben, dich ſtark im Streite und immer mehr zu ihrem groͤßern Feinde und Widerſacher machen. Mel. 107. Was mein Gott will. Oder: Er lebt, das iſt das. 1. Du armer Menſch, laß deinen Sinn nicht eitle Luſt verführen, ſie reißt dich zu der Hölle hin, eh' du es wirſt verſpüren. Sie füllt dein Herz mit Angſt und Schmerz; und ſcheint dich gleich zu küſſen ihr Honigmund, trifft doch zur Stund' ihr Stachel dein Gewiſſen. 2. Du armer Menſch, vergiß es nicht, erkenne deine Banden; wenn gleich die Luſt nicht ſtets anſicht, iſt ſie doch noch vorhanden; ſpürſt du auch gar nichts von Gefahr, darfſt du nicht ſicher werden; brichſt du ihr Joch, ſo bleibt ſie doch dein alter Feind auf Erden. 3. Du armer Menſch haſt ſchon zu viel auf deinen Hals geladen; ach ſetze heut' den Sünden Ziel, vermehre nicht den Schaden; doch mußt du dies, das glaub' gewiß, auf Gottes Kraft nur wagen, und im Gebet ihm früh und ſpät dein Unvermögen klagen. 4. Sprich: Vater, ſieh den Jammer an, die große Macht der Sünden, wie ich mir ſelbſt nicht helfen kann, ach, laß mich Gnade finden! Ich bin zu ſchwach, das Ungemach der böſen Luſt zu däm⸗ pfen; erbarme dich und lehre mich durch deine Kraft zu kämpfen. 5. Laß mich ſtets ausgerüſtet ſein mit deines Geiſtes Waffen, daß, wenn die Luſt ſich findet ein, ſie nichts an mir mög' ſchaffen. Verleihe Sieg in dieſem Krieg und laß mich überwinden; ach wehr' und ſteur' dem Ungeheu'r, das mich ſtets ſucht zu binden. ——— . Er lihſ d. af das uit— tf mäs uit ten eiſt ſteit a u t I Stuache r hevife erkenne m ſanden nn c em fii un, at R mi Cu ah der ²* ut wiu ine Kra E ziwin eines G 8 Kfen N nir mi Dem Ath nden; mfr den. — 381 225. 12. Auguft. Ich habe mein Angeſicht im Augenblick des Zor⸗ nes ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, ſpricht der Herr, dein Erlöſer. Denn es ſollen wohl Berge weichen, und Hügel hinfallen; aber meine Gnade ſoll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens ſoll nicht hinfallen, ſpricht der Herr, dein Erbarmer.(Seſ. 34, 8. 10.) Der liebe Gott ſpricht ſelbſt von ſeinem Zorn und beken⸗ net frei, daß er bisweilen zuͤrne und im heiligen, gerechten Zorne ſein Angeſicht wegwende, auch von denen, die er liebt und deren er ſich mit ewiger Gnade erbarmet. Nun koͤnnen wir uns freilich keinen leidenſchaftlichen Zorn in Gott denken, wie wir Menſchen ihn haben; bei Gott iſt Alles lauter Liebe und Weisheit, auch ſein Zorn, d. h. ſein Mißfallen, ſeine Miß⸗ billigung unſerer Untreuen. Wenn wir abweichen und un⸗ treu werden, ſeinen Geiſt betruͤben, ſo wendet er ſein freund⸗ lich Antlitz von uns weg, und das fuͤhlt ein Kind Gottes ſo ſehr, als wenn Gottes Angeſicht in lauter Ungnade und Zorn verwandelt waͤre. Gott iſt Vater, das wiſſen wir wohlz aber er iſt kein Heli; er laͤßt es ſeine Kinder auf der Stelle fuͤhlen, wenn ſie nicht im Geleiſe bleiben. Unſer Zeitalter denkt ſich einen Gott, wie Heli war, der mit ſeinen Kindern, wenn ſie noch ſo boͤſe Buben ſind, nicht zuͤrnen kann. Aber der liebe Gott ſagt's uns anders, und wer ihn erfahren hat und aus Erfahrung und Umgang kennt, weiß es, daß er oft ein ſau⸗ res Geſicht macht, das man kaum ertragen kann. Doch wenn du manchmal den Zorn des Vaters fuͤhlen mußt, ſo verzage nicht; er zuͤrnet nicht, um dich zu verderben; ſein Zorn ſchadet dir nicht, er iſt ſo heilſam, wie ſeine freundliche Liebe. Seine Schlaͤge helfen dir mehr als ſeine Kuͤſſe. Und 382 ſchnell wendet er ſich wieder zu dir; ewig bleibt dir ſeine Gnade, wenn du dich nur immer wieder zu ihm kehreſt und dir ſein Zuͤrnen zur Beſſerung dienen laͤßt. Mel. 52. Wer Ohren hat. Oder: Beſtehl du deine Wege. 1. Hier lieg' ich, Herr, im Staube vor deinem Angeſicht. Wo iſt mein froher Glaube, wo meine Zuverſicht! Wo ſind die hellen Stun⸗ den, wo ich im Licht dich ſah? Ach, Alles iſt verſchwunden, und nur mein Schmerz iſt da. 2. Ich bebe vor Gefahren„womit mir Alles droht, als hätt' ich nie erfahren dich, Herr, in meiner Noth. Biſt du nicht, der du wa⸗ reſt? Iſt es nicht, Herr, dein Wort, wo du dich offenbareſt, als unſer Schild und Hort? 3. Sieh', Vater, voll Erbarmen, voll Gnade und Geduld, hernie⸗ der auf mich Armen, vergieb mir meine Schuld. Hilf, daß ich nicht verſinke, reich' mir die ſtarke Hand. Mit Einem deiner Winke iſt Alles abgewandt. 4. Du ſprichſt: Wer kann ermeſſen dein väterliches Herz? Kann auch ein Weib vergeſſen des lieben Kindes Schmerz, daß ſie ſich nicht erbarme des Sohns, den ſie gebar, nicht höre, wenn der Arme laut klaget in Gefahr? 5. Und ob ohn’ alle Liebe auch ſelbſt ein Mutterherz kalt und ver⸗ ſchloſſen bliebe bei ihres Kindes Schmerz, kann ich doch nimmer, nim⸗ mer vergeſſen deiner; ſieh', dein Name ſtehet immer vor mir. Ver⸗ zage nie. 6. Ich habe nur Gedanken des Friedens über dich. Mein Rath wird nimmer wanken, bau' du nur feſt auf mich. Ich will dir Alles geben, was dir mein Wort verſpricht, dein Weg iſt Weg zum Leben; drum wanke, weiche nicht. 7. Was ich mir hab' erkoren, das bleibet immerdar. Ging Einer je verloren, der mir ergeben war? Die meine Kinder heißen, die ſind mir wohl bekannt. Wer, wer will ſie entreißen der ſtarken Va⸗ terhand? 8. Laß Berg' und Hügel weichen, mein Friedensbund ſteht feſt. Der wird das Ziel erreichen, der ſtill ſich führen läßt; der, wie die Bahn ſich lenket, die er hier wandeln ſoll, bei jeder Schickung denket Der Herr macht Alles wohl! ee b Scmg ſe in n, Famme ein 1 3 Mmn kanni unma n kehet in erm. h 8s iöe ff nich.— n Weg 2 et inm 2* Gin er meine A: deße, a 2 6 ide S 383 zum Troſt dir fehle, bald klageſt du nicht mehr. Er kommt, er kommt der Retter, er kommt und zögert nicht. Auch durch das trübſte Wet⸗ ter dringt ſeiner Sonne Licht. Drewes. 226. 13. Auguktt. Mangelt jemand unter euch Weisheit, ſo bitte er ſte von Gott, der allen reichlich giebt, und es niemand vorrückt, und ſie wird ihm gegeben werden.(Jac. 1, 5.) Wer iſt weiſe und klug unter euch? der erzeige mit ſei⸗ nem guten Wandel ſeine Werke in der Sanftmuth und Weisheit.(Jac. 3,13.) Gott lieben iſt die aller⸗ ſchönſte Weisheit.(Sir. 1, 13.) Die Welt haͤlt fuͤr Weisheit, was vor Gott Thorheit iſt; dagegen iſt der, welcher vor Gott weiſe iſt, ein Thor in den Augen der Welt. Darum ſagt Paulus: Da ſie ſich fuͤr weiſe hielten, ſind ſie zu Narren geworden.(Roͤm. 1, 22.) Und: Wer ſich unter euch weiſe zu ſein duͤnkt, der werde ein Narr vor dieſer Welt, daß er moͤge weiſe ſein.(1 Cor. 3, 18.) Er ſagt auch geradezu, daß nicht viele Weiſe nach dem Fleiſche beru⸗ fen ſeien, ſondern faſt lauter Thoͤrichte vor der Welt; denn ein Chriſt werden und ein Narr oder verruͤckt werden, iſt in ————————— den Augen der Welt Eins und daſſelbe. Nach Weisheit ſtre⸗ ben heißt alſo, nach dem wahren Chriſtenthum ſtreben, und weiſe ſein, heißt Chriſt ſein; denn alle Schaͤtze der Weisheit liegen in dem Geheimniß Gottes und Jeſu Chriſti verborgen. (Col. 2, 3.) Chriſtus iſt uns von Gott gemacht zur Weisheit. Wer Chriſtum anziehet, der hat die Weisheit angezogen. Wer aber ohne Chriſtum iſt, iſt ein Thor und weiß nichts, ſo viel er wiſſen mag. Das Wort vom Kreuze iſt die Schule der wahren goͤttlichen Weisheit, obwohl es der Welt lauter Thorheit und Unſinn iſt 4 Cor. 1, 23. 24.) Wenn du dich fuͤr 9. Drum faſſe dich, o Seele, und traure nicht ſo ſehr. Wie viel 1 384 den groͤßten Thoren und Suͤnder haͤltſt und Jeſum als dein 1 bant 1 einziges Heil mit ganzer Seele ergreifeſt, auf ihn allein ver⸗ Püte traueſt und dir ohne ihn keinen Gedanken, keinen Schritt er⸗ laubſt, ſo biſt du der weiſeſte Mann auf Erden. Nichts wiſ⸗. 1 ſen als Jeſum Chriſtum, und zwar den Gekreuzigten, iſt die Weisheit des neuen Bundes und wird die Weisheit des ewi⸗ gen Bundes bleiben. b 3 h G b Sinn Mel. 106. Fall' auf die Gemeinde. Oder: Freu' dich ſehr, o meine Seele! rechti 1. Gieb die Weisheit meiner Seele, daß ich deines Wortes Licht, eüller Herr, allein zum Leitſtern wähle und ihr trau' mit Zuverſicht. Denn Ner ach die Klugheit dieſer Welt, die der Thor für Weisheit hält, fördert nen B nicht mein Wohlergehen und wird nie vor Gott beſteben. kan] 2. Weisheit iſt es, darnach trachten, recht mit ſich bekannt zu ſein, ſich nicht für vollkommen achten, allen Eigendünkel ſcheun. Gern auf aam. 1 ſeine Fehler ſehn, ſie gebeugt vor Gott geſtehn, eifrig ſtets nach Beß⸗ d rung ſtreben und ſich deß doch nie erheben. tt, 3. Weisheit iſt es, Chriſtum ehren, ihm, als Heiland, ganz ver⸗ rhat 3 traun, ſo auf ſeine Stimme hören, ſo auf ſeinen Wandel ſchaun, daß man falſche Wege flieht und mit Eifer ſich bemüht, ſeinem Bilde hier Vau auf Erden immer ähnlicher zu werden. ſt oft 4. Weisheit iſt es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz be⸗ Kaufel ſchwert, und ſich hüten vor den Freuden, die der Sünde Dienſt ge⸗ I Brüͤder währt; Menſchenruhm, der bald verbleicht, Luſt, die im Genuß ſchon dnein fleucht, nicht für ſeinen Himmel achten; nein, nach Gottes Nähe wen trachten. Iw 5. Weisheit iſt es, Gottes Gnade ſich zu ſeinem Ziel erſehn und ſicht i auf ſeiner Wahrheit Pfade ew'gem Heil entgegen gehn. Gern nach time iſ Gottes Willen thun, froh in ſeiner Fügung ruhn, und wenn Leiden 8 uns beſchweren, ihn durch frohe Hoffnung ehren. b eran 6. Weisheit iſt es, ſtets bedenken, daß wir hier nur Pilger ſind, ade ie und ſein Herz nur dahin lenken, was nicht mit der Zeit zerrinnt; ſeine untere Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und mit Eifer nenhei ſtreben für die Ewigkeit zu leben. dern d 7. Dieſe Weisheit iſt auf Erden unſrer Seele beſtes Theil; die V 6 von ihr geleitet werden, deren Weg iſt Licht und Heil; dieſe Weisheit V 3 rgei einem V * 1 ͤ 3 ——— 1f* Dpl ſhm ich benmn ien Biy dat 4* 4 d hn. a, die d= de dai t, kuſt In Geuft rein d. 1 Getts N — entgegi ben zung 1 d vem bi ehren. aß wir—r dihr mit de en ſerim etland 1 m err SA Es Thh) t und F d B ch 1 rr il nitn 385 kommt von dir; Herr, verleihe ſie auch mir! Laß ſie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. Frlgshsn. u. Bruhe —— 227. 14. Auguft. Wenn irgend eine Ermahnung(hilft)— ſo ma⸗ chet meine Freude vollkommen, daß ihr von gleichem Sinn und gleicher Liebe beſeelt, einmüthig und ein⸗ trächtig ſeid, daß ihr nichts thut aus Streitſucht oder eitler Ehre, ſondern in Demuth jeder den andern hö⸗ her achte als ſich ſelbſt.(vbi. 2,1— 3.) Jeder, der ſei⸗ nen Bruder haßt, iſt ein Mörder; und ihr wiſſet, daß kein Mörder das ewige Leben bleibend in ſich haben kann.(1 Joh. 3, 15.) Um die Einigkeit hat Jeſus(Joh. 17.) ſo angelegentlich ge⸗ betet zu ſeinem Vater. Es muß daher ſehr wichtig ſein, ſie zu haben und zu erhalten, und große Gefahr, ſie zu verlieren. Wer nicht wachet und betet, wird ſie nicht behalten. Es ko⸗ ſtet oft große Kaͤmpfe, ein ernſtes Ringen im Geiſte, den Teufel, der immer darauf ausgeht, Zwietracht unter den Bruͤdern zu ſtiften, niederzuſchlagen und wegzubeten. Wo Uneinigkeit iſt, da iſt gewiß der Satan dazwiſchen. Denn wo Zwietracht iſt, da hat er ſein Reich, da herrſcht er. Er ſucht immer zu trennen, was Gott vereiniget. Seine Ma⸗ rime iſt: divide et impera; trenne, ſo wirſt du herrſchen. Darum ſeid wachſam und betet beſtaͤndig, daß euch der Gott der Liebe, der Dreieinige, die Einigkeit erhalte, den Satan unter eure Fuͤße trete, und die Liebe, das Band der Vollkom⸗ menheit, nicht reißen laſſe. Wenn Keiner das Seine, ſon⸗ dern das ſucht, was Andern frommt; wenn Jeder Eitelkeit, Ehrgeiz und Eigenduͤnkel in ſich bekaͤmpft und nur Jeſum in ſeinem Herzen zu haben trachtet, ſo wird die Liebe nie wei⸗ 25 386 chen, der Friede nie geſtoͤrt werden und Gott beſtaͤndig unter euch wohnen. Goͤnnet dem Satan die hoͤlliſche Freude nicht, euch von einander und von Chriſto zu trennen. Denn wenn ihr mit einander nicht eins ſeid, ſeid ihr auch mit Chriſto nicht eins. Wer die Liebe und Demuth, Eintracht und Frieden verloren hat, der hat Chriſtum und das ewige Leben verloren. Aus Zwietracht wird Haß geboren, und wo Haß iſt, kann Chriſtus, das ewige Leben, nicht bleiben. Da herrſcht der Tod und die Hoͤlle. Mel. 21. Lobſingt dem Herrn. Oder: Gott iſt mein Lied. 1. In aller Welt, aus jedem Volk auf Erden gefällt dem Herrn, wer ihm will ähnlich werden, und ſein Gebot von Herzen hält. 2. Des Herrn Gebot erfüllt, wer Liebe übet. Wer Menſchen haßt, wer immer nur betrübet, der, der verletzt des Herrn Gebot. 3. Der Glaube ſoll in uns die Liebe ſtärken. Den Glauben hat, wer ſich in Wort und Werken beweiſet wahrer Liebe voll. 4. Lobſingt dem Herrn, der uns dies Licht gegeben. Er iſt die Lieb', von ihm ſtrömt Licht und Leben auf alle Menſchen nah und fern. 5. Groß iſt ſein Reich, unendlich ſeine Treue. Er will und giebt, daß Jeder ſich erfreue. O Brüder, liebt und freuet euch. 6. Auf finſtrer Bahn gehn fern von Gott und laſſen den Weg des Heils, die Frevler, die ſich haſſen. Ihr Glaube iſt ein ſchnöder Wahn. 7. Wer Jeſum kennt, der kennt der Liebe Segen, und Brüder, ihr, ihr wollet Zwietracht hegen, durch Neid und Eiferſucht getrennt! 8. Es iſt ein Gott, auf den wir Alle hoffen; Ein Mittler nur; Ein Himmel ſteht uns offen, und Ein Gericht uns nach dem Tod. 9. Drum richtet nicht, der Herr ſelbſt wird einſt richten. Empfingt ihr viel, dann übet eure Pflichten getreuer bei des Glaubens Licht. 10. Stimmt Alle ein! ſingt heil'ger Eintracht Lieder! Der Erd⸗ kreis ſoll ein Aufenthalt für Brüder, ein Tempel ſel'ger Eintracht ſein. J. J. Mess. — —— — 228. 15. Augutt. b Ich haſſe die Verſammlung der Böſen, und ſitze nicht bei den Gottloſen. Ich waſche meine Hände mit geplagt verdam ſind; d die Got ihr End ich doch leben in ken ſind iu ſtaͤr laſſen! verlach äinen das ſo ewig b ſt, und l t en Pa auhe iſt f ider B e Segen d hrüder d Eiſerit ren fen; Ein m r u b uns nach rod. id einſt Enrſa r bei det Er henz li atraht. ⸗ Dr h. mpel ſelſ! tmttii JIIN ——— der B” nd h he meit! ind 1 387 Unſchuld, und halte mich, Herr, zu deinem Altar.(pſ. 2, 6.) Soll's denn umſonſt ſein, daß mein Herz unſträf⸗ lich lebet, und ich meine Hände in Unſchuld waſche? (Pſ. 73, 13.) Hier iſt nicht die Rede von der Unſchuld, die wir vor Gott haben ſollen, aber Alle nicht haben; denn vor Gott iſt kein Menſch unſchuldig, ſondern alle Suͤnder(Roͤm. 3, 23. Hiob 14, 4)); ſondern nur vergleichungsweiſe mit den Gottloſen, die ohne Gott und ohne Gebot in der Welt leben, kann der FPromme, begnadigte Suͤnder, der ſich an Gottes Wort haͤlt und die Suͤnde flieht, ſo viel er mit Gottes Gnade vermag, unſchuldig genannt werden. Und ſo meint es der Pſalmiſt, wenn er ſagt: Ich waſche meine Haͤnde in Unſchuld, ich will keinen Theil haben an dem gottloſen Weſen der Welt. Und da er ſah, daß es dem Gottloſen ſo wohl ging, und der Ge⸗ rechte ſo viel leiden muß, waͤre er beinahe irre geworden an Gott, ſo daß er fragte: Soll's denn umſonſt ſein, daß ich unſtraͤflich lebe und mich vom Boͤſen enthalte, und bin doch ſo geplagt? Ich haͤtte ſchier ſo gefragt, aber damit haͤtte ich verdammt alle deine Kinder, alle Frommen, die je geweſen ſind; denn dieſe mußten ja Alle leiden und geplagt ſein, und die Gottloſen neben ihnen gluͤcklich ſehen. Aber da ich auf ihr Ende merkte, wie ploͤtzlich ſie zu nichts wurden, ſo hielt ich doch fuͤr beſſer, unſtraͤflich leben und leiden, als gottlos leben im Gluͤcke und dann zu Grunde gehen. Dieſe Gedan⸗ ken ſind wichtig und der ernſten Betrachtung werth; um ſich zu ſtaͤrken und von der Einfalt in Chriſto nicht verruͤcken zu laſſen durch die Argliſt der Welt, die ſtets die Froͤmmigkeit verlacht, ſich mit ihrem Gluͤcke bruͤſtet und den Gerechten fuͤr einen Thoren und Schwaͤrmer anſieht und verachtet. Allein das ſollſt du nicht achten; ſieh du auf den, deß Beifall dir ewig bleibt und dich ewig gluͤcklich macht. Die Welt vergeht 25* 388 mit ihrem Gluͤck; der Herr aber bleibt ewig, und wer ihm anhaͤngt, wird ſelig ſein, wenn alle Welt heulen und zaͤhn⸗ klappern wird. Mel. 66. O leide, leide gern. 1. Du liebe Unſchuld du, wie ſchlecht wirſt du geacht't! Wie oft⸗ mals wird dein Thun von aller Welt verlacht! Du dieneſt deinem Gott, und wirſt darob zu Spott, du hältſt dich an ſein Wort, man drückt dich aller Ort. 2. Du gehſt geraden Weg, fliehſt von der krummen Bahn; ein Andrer liebt die Welt, und wird ein reicher Mann. Du ſtrafſt der Böſen Werk und ſagſt, was unrecht ſei; ein Andrer braucht die Kunſt der ſüßen Heuchelei. 3. Die bringt ihm Lieb' und Huld und hebt ihn in die Höh'n; du aber bleibſt zurück und mußt da unten ſtehn. Du ſprichſt: Die Tu⸗ gend ſei der Chriſten ſchönſte Kron'; hingegen hält die Welt auf Re⸗ putation. 4. Halt' feſt, o frommes Herz, halt' feſt und bleib' getreu in Wider⸗ wärtigkeit; dein Heiland ſteht dir bei. Gefällſt du Menſchen nicht, das iſt ein ſchlechter Schad', genug iſt's, wenn du haſt des ew'gen Vaters Gnad'. 5. Spricht er nur: Du biſt mein. Dein Thun gefällt mir wohl; wohlan, ſo ſei dein Herz getroſt und freudenvoll. Schlag' Alles in den Wind, was Bosheit hat erdicht't; ſei ſtill' und ſiehe zu; ſie wird von Gott gericht't. 6. Stolz, Uebermuth und Pracht hält in die Länge nicht; wenn's Glas am hellſten ſcheint, fällt's plötzlich hin und bricht. Und wenn des Menſchen Glück aufs allerhöchſte ſteigt, ſo ſtürzt es unter ſich, und ſich zum Boden neigt. 7. Du aber, der du Gott von ganzem Herzen ehrſt und deine Füße nicht von ſeinen Wegen kehrſt, wirſt in der ſchönen Schaar, die Gott mit Manna ſpeiſt, einſt ſtehn mit Lob' und Ehr' gekleidet und gepreiſt. 8. Drum faſſe deine Seel' ein wenig mit Geduld, fahr' immer fort, thu' recht, leb' außer Sündenſchuld; glaub', daß den höchſten Schatz, den in der andern Welt, des Höchſten milde Hand aus Gnaden dir vorhält. 9. Was hier iſt in der Welt, da ſei nur unbemüht; wird dir's eipteß wird dir fillt vor — 229. G an und mann Som! (Spr. 6 D im 3 dingẽ DWhie⸗ wir waru bensn Sie h nehme bereite noͤgli dn, Tort Blum Blum beiden heraue ſeiner Vort dern Freud des. ei Then nir di derrol.= Alii ſil und Tuz ſem u die di ht, v in und hee Uda fint mſhs erzen ei Ar die i ſhönen 18, debe Ehr e u Gedudd, mmr it N N Ein S de Hand ta Ander u möen t awii 389 erſprießlich ſein, wie's Gott am beſten ſieht; ſo glaube du gewiß: Es wird dir, was dir Noth, gegeben, und mit Freud' dein Wunſch ge⸗ ſtillt von Gott.„P. Gerhd. — 229. 16. Auguft. Gehe hin zur Ameiſe, du Fauler, ſiehe ihre Weiſe an und lerne; ob ſie wohl keinen Fürſten, noch Haupt⸗ mann, noch Herrn hat, bereitet ſie doch ihr Brod im Sommer, und ſammelt ihre Speiſe in der Erndte ꝛc. (Spr. 6, 6— 11.) Das iſt eine Ermahnung zum Fleiß und zur Thaͤtigkeit im Zeitlichen, zur Erwerbung ſeines eignen Brodes, die aller⸗ dings ſehr nothwendig und empfehlenswerth iſt, weil dieſe Thiere alle Menſchen durch ihre Emſigkeit beſchaͤmen. Sollen wir aber in dieſer irdiſchen Beziehung von ihnen lernen, warum nicht vielmehr in geiſtlicher Hinſicht. Die ganze Le⸗ bensweiſe der Bienen iſt ein Bild eines wahren Glaͤubigen. Sie holen ihren Saft, woraus ſie Honig und Wachs, ange⸗ nehme und nuͤtzliche Dinge, und zugleich ihre Wohnungen bereiten, auf den Blumen des Feldes, wo ſie ſich ſo tief wie moͤglich in den Kelch der Blume hineinſenken und herausſau⸗ gen, ſo viel ſie tragen koͤnnen. Dem Chriſten iſt Gottes Wort und Chriſti Kreuz der lieblichſte, ſuͤßeſte und reichſte Blumengarten, in dem er ſich bald auf dieſe, bald auf jene Blume ſetzt und auch ſo tief wie moͤglich in den Kelch der Leiden und des Kreuzes Jeſu ſich einſenkt und Saft und Kraft herauszieht, es in ſich durch Gebet und Uebung bereitet, zu ſeiner und anderer Erbauung und Seligkeit, ſo daß ſeine Worte und Werke nicht nur freundlich, ſuͤß und lieblich, ſon⸗ dern auch nuͤtzlich, ſegnend und heilbringend ſind. Er ſchafft Freude und Nutzen um ſich her. Wer durch die Betrachtung des Wortes Gottes und durch ſein Verweilen beim Kreuze — 3 — ——. —— 3 4 1 3 8 5 3 — ſſſſſ“ ——— öö — 390 Chriſti mit Segen und Kraft ſo erfuͤllt wird, als die Biene reichbeladen von den Blumen zuruͤckkehrt, der wird ein Segen des Landes, in dem er wohnt, ein Licht derer, die ihn um⸗ geben. Die Anhaͤnglichkeit der Bienen an ihren Koͤnig iſt nicht weniger erfreulich fuͤr das Chriſtenherz, das ohne Chri⸗ ſtum nicht leben und nicht beſtehen kann, das ihm uͤberall nachfolgt und nur bleibt, wo er bleibt. Beſonders nachah⸗ mungswuͤrdig iſt aber ihr verborgnes Wirken, wobei ſie durch⸗ aus von keinem Auge wollen geſehen ſein, als von ihrem Koͤ⸗ nige. Sie ſind unermuͤdet geſchaͤftig und decken es ſorgfaͤltig zu, verbauen alle Fenſterchen und Oeffnungen, durch die man ſie beobachten will. So will der Chriſt ſelbſt ſeine Linke nicht wiſſen laſſen, was ſeine Rechte thut. Es iſt ihm genug, daß es der weiß, der ins Verborgne ſieht. Er ſtellt ſeine Werke nicht zur Schau aus, und thut das Gute nicht, um vor den Menſchen geſehen zu werden. Die Biene ſpinnt auch nicht aus ſich ſelbſt heraus, wie die Spinne; ſie ſucht, was Gott gegeben hat. So ſucht der Chriſt nichts in ſich ſelbſt, ſon⸗ dern da, wo der rechte Saft zu finden iſt, in Chriſti Wort und der Gemeinſchaft ſeiner Leiden. Mel. 81. Geht, werft euch. Oder: Mir nach, ſpricht Chriſtus. 1. Das iſt der Bienen Element, die Blumen auszuſaugen, ſo weiß es Jeder, der ſie kennt, und ſieht's vergnügt mit Augen. O möcht' mein Sitzen, Gehn und Stehn ins Wort des Kreuzes Chriſti gehn! 2. Die Bienen kriechen gar hinein in tiefe Blumenhöhlen. Was könnte doch wohl beſſer ſein für mich und arme Seelen, als ganz in Jeſu Wunden gehn, die alle Stunden offen ſtehn? 3. Die Biene wird auch niemals ſatt; ſie kommt beſtändig wieder. Und wo ſie was gefunden hat, läßt ſie ſich eifrig nieder. Herr Jeſu! liebe du mich ſehr, ſo hungert mich noch immermehr! 4. Wie fleißig trägt die Biene ein und läßt ſich nicht ermüden. O möcht' ich ſo geſchäftig ſein, ſo hätt⸗ ich vielen Frieden. Wer Vie⸗ les ſucht, und Vieles nimmt„für den wird immer mehr beſtimmt. 5. Die Biene baut vom Blumenſaft zugleich die kleine Zelle. Mein Bime mez ſie ichtz in a ſſ, A Pnup, g Wane Na Sute ni m mn auh nj ³ wet Pilſ, in * üi Sr 1n,— xn. unen auf F en,uſ ügt mit es Kreu ieſe Blun r arme S V ſtehn? e koumt f eifrig nis germehr! dlißt ſi ie ielen Fri immer ich* d1 O Sfi gek Verh le. M 391 Jeſu, deines Geiſtes Kraft dient mir auf alle Fälle. Ich baue mir ein feſtes Haus von deiner Gnade an und aus. 6. Die Bienen machen Wachs bereit, daß Menſchen Lichter bren⸗ nen; ſo ſoll des Glaubens Freudigkeit dem Nächſten Freude gönnen. Ach Bienen, fliegt doch alle her; hier iſt ein Licht und Freudenmeer! 7. Ihr König iſt die Augenluſt der ganzen kleinen Heerde; ſie fol⸗ gen ihm, und ſein Verluſt vertilgt ſie von der Erde. Mein König! lenke meinen Sinn ſo ſtark zu deinem Herzen hin! 8. Die Bienen können niemals mehr als einen König leiden; ach Jeſu, laß uns Alle ſehr die Götzen in uns meiden, daß unſer Herz in Lieb' und Treu' dir ganz allein ergeben ſei. 9. Wie ſehr bewundert Jedermann das ſchöne Werk der Bienen, das dennoch Niemand ſehen kann, wiewohl ſie Jedem dienen. Die Welt ſieht unſer Werk nicht ein, doch ſoll's zum Preiſe Gottes ſein! 10. Die kleine Biene pranget nicht und wohnt in ſchlechten Hütten; doch was ſie heimlich zugericht't, kann reichen Segen ſchütten; o, möchte ich doch arm und klein, und voll vom Segen Jeſu ſein! 11. Im trüben Wetter ſind ſie ſtill und bleiben gern zu Hauſe. Sobald die Sonne ſcheinen will, hört man auch ihr Geſauſe. Du biſt mir immer einerlei, hilf, daß ich ſtill und fröhlich ſei. 12. Sobald die Biene Jemand ſticht, muß ſie das Leben laſſen. Ihr Glieder Jeſu ſtreitet nicht, vermeidet Grimm und Haſſen. O traget, duldet, liebt und wacht, daß ihr euch nicht zu Schanden macht. Wädf. —— ——————————— —— . 17. Augulſt. Ihr gedachtet es böſe mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen. G Moſ. 50, 20.) Gottes Werke ſind unſträflich; denn alles, was er thut, das iſt recht. Treu iſt Gott und kein Böſes an ihm. 65 Reſ. 32,4.) So harret nun aus unter der Züchtigung, Gott verfährt mit euch, wie mit Kindern; denn wo iſt ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget?(Hebr. 12,7.) Man vergißt ſo leicht, daß Gott Vater iſt und Alles, was er uͤber uns konmen laͤßt, vaͤterlich, gut meinet, und daß 4 1 6 4 3 3 f 3 4 3 6 ¹ ; 392 er es nicht boͤſe meinen kann. Wie koͤnnte der ewig Gute etwas Boͤſes thun oder Etwas zulaſſen, was ſchadet, wenn wir ihn lieben? Und wenn es die Menſchen noch ſo boͤſe mit uns meinen, wie die Bruͤder Joſephs, da ſie ihn nach Egyp⸗ ten verkauften, ſo meint es Gott, wenn er ſo Etwas zulaͤßt, am allerbeſten; ſo ſieht er beim Verkaufe des Bruders ſchon die Brod kaufenden Bruͤder beim verkauften Bruder, der durch den Vorrath ſeines Brodes ſie und ihren Vater vom Hungertode rettete. Wenn Joſeph in die Grube geworfen wird, ſieht Gott, daß dieſe Grube der Weg zum Throne iſt. So wird es jeder Gott Vertrauende erfahren, und am Ende zu allen ſeinen Verfolgern ſagen koͤnnen: Ihr habt's boͤſe mit mir gemeint, aber Gott gedachte es gut mit mir zu machen. Gott braucht die Bosheit der Menſchen als Ruthe, ſeine Kin⸗ der zu zuͤchtigen und ſie gut zu machen. Darum murret nie, verzaget nie, werdet nicht irre an Gott, wenn er Dinge zu⸗ laͤßt, die keine menſchliche Vernunft begreifen kann; denket immer dabei wie Joſeph, wie Moſes: Gottes Werke ſind un⸗ ſtraͤflich; Alles, was er thut, iſt recht. Treu iſt Gott, Va⸗ ter iſt er und erzieht uns wie ſeine Kinder, die der Zuͤchtigung beduͤrfen. Waͤren wir nicht boͤſe, ſo wuͤrde Gott nichts Boͤ⸗ ſes uͤber uns kommen laſſen; aber ſo will er das Boͤſe in uns durch das Boͤſe außer uns beſſern, durch Leiden, die in ſeiner Hand gut, heilſam fuͤr uns werden„uns von Leiden befreien. Mel. 10. Mein Jeſu, ſei gegrüßet. Oder: Wach' auf, mein Herz, und ſinge. 1. Du kannſt's nicht böſe meinen, mein Jeſu, mit den Deinen, du Brunnquell aller Güte, du treueſtes Gemüthe.— Du kannſt's nicht böſe meinen; dein Blut verläßt ja Keinen„dein Wort läßt Alle hof⸗ fen, dein Herz ſteht Allen offen. 2. Du kannſt's nicht böſe meinen, wenn du das Glück läßt ſcheinen, du willſt alsdann mit Segen zur Buße uns bewegen.— Du kannſt's nicht böſe meinen, wenn du uns läſſeſt weinen, die ſchwere 2 n Kreuzes⸗ hiebe ſind Schläge deiner Liebe ſch 3 7 —— .Du mit ſie in lüſe mein ſj ille J 4 W ih hab'g wil ic ſt ereinen; 5. Es tröſt in laß dein! dem Ein —— 231. T redete nendes de Glaube diſem. was er bei ihm ine Sc eine kli Nochte Schrif richts Man ſe nd* Tatr a ie t de ga n S s dhe n: N ißs hen als 17 ſi hm. D Hott, w Dinen t begriſt n, e 1 Sotte Ske ſin te Te n Hot,, 8 inder, di n Zichtm wirde ütt vill e iſenn urch Lei eiſit Kheftin 34 anſ ri=m fuge Jeſu, m. cdenn nüthe.— de mfesnt ins von un I tbß 1u das G ſtſin un, de i u 393 . Du kannſt's nicht böſe meinen und züchtigſt nur die Deinen, da⸗ mit ſie in den Wehen als reines Gold beſtehen.— Du kannſt's nicht böſe meinen; das kann kein Menſch verneinen; die milde Vatertreue iſt alle Morgen neue. 4. Wohlan, drauf will ich's wagen, mich nicht mit Grillen plagen, ich hab' g'nug an dem Einen: Gott kann's nicht böſe meinen.— Das will ich ſtets bedenken; es ſoll mein Leben lenken; mich recht mit Gott vereinen; Er kann's nicht böſe meinen. 5. Es iſt mein Licht im Leide, mein Wahlſpruch, meine Freude, es tröſt't in Mark und Beinen, Gott kann's nicht böſe meinen.— Herr, laß dein treues Meinen mir ſtets im Herzen ſcheinen, erhalt' mich bei dem Einen: Du kannſt's nicht böſe meinen. E. Löscher ————-ꝛ-———— ——— 231. 18. Augutt. Wenn ich alle Sprachen der Engel und Menſchen redete, hätte aber die Liebe nicht, ſo wäre ich ein tö⸗ nendes Erz und eine klingende Schelle.(1 Cor. 13.) Der Apoſtel, der ſo viel vom Glauben ſpricht und den Glauben zur einzigen Bedingniß der Seligkeit macht, zeigt in dieſem Kapitel, ſo wie in allen ſeinen Briefen, deutlich genug, was er fuͤr einen Glauben verſtehe, und daß Glaube und Liebe bei ihm Eines und daſſelbe ſind; daß ein Glaube ohne Liebe eine Schaale ohne Kern, das Gerede vom Glauben ohne Liebe eine klingende Schelle, ein todter Leichnam ohne Seele ſei. Moͤchten doch Alle, die ſo unbedingt vom Glauben ſprechen und ſich ſo gern auf den Paulus berufen, nicht uͤberſehen und vergeſſen, daß hier derſelbe Apoſtel den Glauben ſo an die Liebe bindet und von ihr abhaͤngig macht, daß er ohne ſie ſchlechterdings nichts taugt und vor Gott zu Schanden wird. Man glaubt ſogleich darauf los, wenn man ein Wort der Schrift gehoͤrt hat, und denkt: Das geht mir ein; wenn ich nichts thun darf, als glauben, ſo will ich bald fertig ſein. Man vergißt nachzuſehen und zu fragen: Was meint der — 3———— — 4 5 5 3— oöoöoöoöoöoöooͤoſſͤnſ 394 Apoſtel fuͤr einen Glauben? Der wahre Glaube muß ja doch ein großes Ding ſein, da er ſo große Dinge wirkt; er kann nicht Jedermanns Ding ſein, weil der gewoͤhnliche Glaube ſo wenig wirkt. Kurz, wenn alle die eingebildeten Glaubens⸗ helden dieſes Kapitel recht anſehen, werden ſie wohl bald an ihrem Glauben Schiffbruch leiden, oder entdecken, daß ihr Glaube auf einer Sandbank ſitzt, und ſie im Grunde gar kei⸗ nen haben, weil ſie die Liebe nicht haben. Ach, wie ſind der Taͤuſchungen ſo viele in der heiligſten und wichtigſten Angele⸗ genheit der Menſchen! Wie ſehr haben wir zu wachen, zu beten, uns vor Gott zu pruͤfen, daß uns die Eigenliebe nicht betruͤge und uns ſelig ſpreche, ohne daß wir das wahre, un⸗ truͤgliche Kennzeichen der ſeligen Kinder Gottes, die Liebe, an und in uns haben. Es iſt doch alles Nichts, alles Gute auch eitel, wenn nicht Liebe es heiligt. Komm, Liebe! komm! und erfuͤlle uns ganz und gar! Mel. 125. Sollt' ich meinen Gott nicht ſingen. 1. Unter allen großen Gütern, die uns Chriſtus zugetheilt, iſt die Lieb' in den Gemüthern, wie ein Balſam, der ſie heilt; wie ein Stern, der herrlich blinket, wie ein Kleinod, deſſen Preis Niemand zu benen⸗ nen weiß; wie die Schönheit, die uns winket, und die Macht, die Jedermann zwingen und erfreuen kann. 2. Liebe kann uns Alles geben, was auf ewig nützt und ſchmückt, kann zum höchſten Stand erheben, der vom Tand empor uns rückt; Menſchen⸗ oder Engelzungen, wo ſich keine Liebe findt, wie beredt und reich ſie ſind, wie beherzt ſie angedrungen, ſind verhallender Ge⸗ ſang, ſind ein Erz⸗ und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, die in alle Tiefen dringt, von geheimnißvoller Lehre, von dem Glauben, dem gelingt, daß er Berge ſchnell verſetzet; was ſich ſonſt in uns verklärt, mir giebt es ſo wenig Werth, daß es wird für nichts geſchätzet, wenn ich Liebe nicht erſtrebt, mich das Beſte nicht belebt. 4. Hätt' ich meiner Güter Menge auch den Armen zugewandt; ſcheut' ich in der Noth Gedränge tapfer keiner Flammen Brand, daß ih Jeuge leer mein üſret Got 5. Gei deß darin deh ud de biebe voi alsd ——— 282. d und ihr ſie ſich ſollen zen un Knecht niſſe. Die durch C ſie ihre nen, un und tug hriſtur an, zu vor Go nen ko tefer ſe ſedern ger unr Augen lche u ſo ſcho Lie diihe, 2 Gutea bel kom Dat nat in uns Chrſſ z der ſie ſie Preis viktt, 1 uf ewig dom Ta biu dieh ra hheit, in E as nnte Math d indd ſßait A und nit m, viemn Chriſtum nicht zu beduͤrfen. 39⁵ ich Zeuge wär' auf Erden, ew'ger Wahrheit zum Gewinn; wäre liebe⸗ leer mein Sinn, würd' es mir nichts nütze werden. Solche Thaten ehret Gott, nur wenn Liebe ſie gebot. 5. Geiſt vom Vater und vom Sohne, ſenke du dich in mein Herz, daß darin nur Liebe wohne, wie in Freuden, ſo im Schmerz. Glaube, Lieb' und Hoffnung gränzen hin bis an die Ewigkeit; und doch wird die Liebe weit über Glaub' und Hoffnung glänzen. Lieb' iſt größer noch als die; Geiſt der Liebe, gieb mir ſie!* E. Lange. — ——— ————— 232. 19. Auguftt. Da ſie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigne Gerechtigkeit feſtſetzen, ſo unterwerfen ſie ſich der Gerechtigkeit Gottes nicht.(Roͤm. 10, 3.) Es ſollen alle Gemeinen erkennen, daß ich's bin, der Her⸗ zen und Nieren erforſchet.(Offend. 2, 23.) Ich bin dein Knecht; unterweiſe mich, daß ich erkenne deine Zeug⸗ niſſe.(Pf. 119, 125.) Die Urſache, daß die Menſchen die Gerechtigkeit, die er durch Chriſtum in uns ſchaffen will, nicht erkennen, iſt, daß ſie ihre eigne Ungerechtigkeit und Suͤndhaftigkeit nicht erken⸗ nen, und nicht erkennen wollen. Man luͤgt ſich ſelbſt gerecht und tugendhaft, und glaubt daher, der Gerechtmachung durch Es kommt die Menſchen ſchwer an, zu glauben, daß ſie Alle den groͤßten Mangel an Ruhm vor Gott leiden, daß ſie ſich gar keines einzigen Dinges ruͤh⸗ men koͤnnen— vor Gott, der Herzen und Nieren pruͤft, der tiefer ſchaut als das Menſchenauge, der die geheimen Trieb⸗ federn der Handlungen ſieht, die gewoͤhnlich mehr oder weni⸗ ger unrein und alſo ungerecht ſind. Deswegen iſt in Gottes Augen die geprieſenſte Gerechtigkeit der Menſchen eine haͤß— liche Ungerechtigkeit, ein beflecktes Kleid, um ſo mehr, da ein ſo ſchoͤner Schild ausgehaͤngt iſt und ein ſo ſchlechter Wirth .— 4 r 8 —————* —————————— 8 5 2——;—;—V—ʒ—ʒ—ʒ——— 3 —ö——— uG— 8 396 inwendig wohnet; da die Waare von außen ſo ſchoͤn zugerich⸗ tet und innerlich ſo verdorben iſt. Wer ſich ſelbſt erkennt durch Gottes Licht, weil er mit David betet: Unterweiſe mich, daß ich erkenne deine Zeugniſſe, was du von meiner und deiner Gerechtigkeit zeugeſt, der vertraut nicht auf ſeine Gerechtig⸗ keit, ſondern bittet um die Gerechtmachung durch Chriſtum, daß ihm die Suͤnde vergeben und die Seele von aller Beflek⸗ kung des Fleiſches und des Geiſtes geheilt und gereiniget werde Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du verbrochen. 1. Wie leicht verkenn' ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir ſelbſt verſpreche, und dann aus Wahn und Stolz nur, Tugend lüge und mich betrüge! 2. Gieb, daß ich mir nie thöricht Nachſicht gönne, daß ich mich ſelbſt und meine Schwächen kenne! wie könnt' ich meine Triebe ſonſt beſchränken und weislich lenken? 3. Nie laß, o Herr, mich ſelbſt die kleinſten Sünden entſchuldigen und unerheblich finden! Hilf, daß ich ſie voll tiefer Scham bereue und ernſtlich ſcheue! 4. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut ſein will und doch das Böſe wählet, ſo gieb ihm Licht, daß es nicht länger irre und ſich verwirre! 5. Verhehl' ich mir beim Heiligungsgeſchäfte, aus Stolz und Wahn den Mangel meiner Kräfte, ſo lehre ſelbſt mich redlich ihn geſtehen und Hülf' erflehen. 6. Wenn ich ſo oft mich meiner Thaten freue und doch nicht ganz mich deinem Dienſte weihe, ſo zeige mir, wie wenig ſie genügen, wie leicht betrügen! 7. Wie manche That entquillet niedrem Triebe, dem Eigennutz, und nicht dem Geiſt der Liebe! Wie manche kann, auch hochgerühmt von Allen, doch dir mißfallen! 8. So gern ich auch mich vor mir ſelbſt verhehle, Herr, lehre mich erkennen, wo ich fehle, und gieb, daß ich mit frommer Vorſicht handle und vor dir wandle! J. C. Grot, P. zu S. Petbg. —————— 433. Hör Schreier dnn Ich wie alle erxuicke, G ,33. Stätte, 1Chron. I Sie jtten All nur auf und eine und kon wehren. ſo gut Boden. als einen als in ſo den Erbe lcchen, ſ Ales nic zucht un twvas ge find don in aber ncch mit ſheide! Sonner ttwas v Eo hän und Er etet: Un du von die Sell eheilt ung at haſ da 86 erzens Si.„ dmm, 3 u ud Nachſicht ekönnt ie tre Tribe leirſen e anſtun ſee voll t Wez det N gen git ihm Licht, uitl zeſcifte, 3 8 ſelbſt mich 8 9 aten frene rem Trieſ! i Eim Enh ritm erign,n anche kann ur ſoczgrit mit fromt Sirſiht u J.C. G n8.M 233. wrbehl Urs 397 20. Auguft. Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, und ſchweige nicht über meine Thränen; denn Ich bin beides, dein Pilger und dein Bürger, wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier ſei. (Vſ. 39, 13.14.) Denn wir haben hier keine bleibende Stätte, ſondern ſuchen die zukünftige.(Hebr. 13, 14. vergl. 1 Chron. 30, 15.) Sie fuͤhlten Alle, daß ſie hier nicht daheim waren. Sie litten Alle am Heimweh. Als Fremdlinge, als Gaͤſte, die nur auf fremdem Grund und Boden angenommen worden und eine Zeitlang da geduldet werden, ſahen ſie ſich hier an und konnten ſich der Sehnſucht nach dem Vaterlande nicht er⸗ wehren. Wer ſein Vaterland lieb hat, dem iſt es nirgend, ſo gut es ihm gehen mag, ſo wohl, als auf heimathlichem Boden. Den kann man nicht vergeſſen. Selig, wer ſich hier als einen Auslaͤnder fuͤhlt! Selig, wer hier nie ganz wohl iſt, als in ſofern er ſeinen Wandel ſchon im Himmel hat. Wenn den Erben des Himmels hier auch noch ſo viele Freuden an⸗ lachen, ſo denkt er: Dort iſt's doch ganz anders; hier iſt doch Alles nichts; waͤre ich nur daheim! Hier iſt doch Alles nur Zucht und Pruͤfung; und nur in dieſer Beziehung iſt er noch etwas gern hier, weil kein Ungepruͤfter, kein nicht gezuͤchtigtes Kind dort angenommen und eingelaſſen wird. Dabei dringt s ihn aber doch, zu ſeufzen: Laß ab von mir, laß doch ein wenig nach mit der Zucht, daß ich erquickt werde, ehe ich von hinnen ſcheide! Man ſeufzt um Gnadenblicke und ſehnt ſich, daß die Sonne manchmal durch die Wolken breche, daß man doch nur etwas vom heitern Himmel, von ſeiner Heimath, ſehen koͤnne. So haͤngt das Herz an der Heimath, wenn es ſeiner Kind⸗ und Erbſchaft gewiß iſt. 398 Mel. 14. Nun ſich der Tag geendet hat. Oder; Für Chriſtus geb'. 1. Wir wallen, Pilger allzumal, von mancher Noth bedräut, durch dieſer Erde dunkles Thal hinan zur Ewigkeit.— Ein Weg voll Un⸗ ruh' und Gefahr, der müde Wandrer keicht, und hofft und ſuchet im⸗ merdar, was immer weiter weicht. 2. Ach, nirgend Heimath, Vaterland! die Ruhſtätt' nirgend hier! Der Geiſt, in dieſem Prüfungsſtand, ringt ſchmachtend vor Begier.— Und findet nimmer, was ihm g'nügt, woran das Herz ſich letzt, iſt oft ein Gift, das Heilung lügt und tiefre Wunden ätzt. 3. Ja, alle Erdenfreuden ſind ein Rauſch, der füß betäubt, ſind Waſſerwogen, die der Wind ſchnell an das Ufer treibt.— Wir bauen auf und reißen ein, und wechſeln Laſt mit Laſt; das Ding, deß wir uns heute freun, iſt morgen uns verhaßt. 4. Der Stolz, das eitle Wiſſen bläht, führt irre den Verſtand; Ein Blinder ruft zu Blinden: Seht! ich fand, was Keiner fand!— Befrei' uns, Heiland! in der Höh', von allem eitlen Wahn; gieb, daß dein Will' an uns geſcheh'; ach, nimm dich unſer an! 5. Wo Einfalt ſich mit Zuverſicht an dein Wort gläubig hält, da ſtrahlt ein unverfälſchtes Licht und führt uns durch die Welt.— Du, Geiſt der Wahrheit! ſchweb' herab, im weißen Himmelsglanz, und zeig' uns über Tod und Grab des Pilgers Siegeskranz! Brde —— — 234. 21. Auguft. Solches Erkenntniß iſt mir zu wunderlich und zu hoch, ich kann's nicht begreifen. Pf. 139,6.) Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdiſchen Dingen rede, wie werdet ihr mir glauben, wenn ich euch himmliſche Dinge ſage?(Joh. 3, 12.) David konnte die Allgegenwart und Allwiſſenheit Gottes nicht begreifen, ſtellte ſie ſich aber recht lebhaft vor Augen und lebte in dem Genuſſe des Geheimniſſes, das er nicht ver⸗ ſtand; und that wohl daran. Nikodem wollte die Wieder⸗ geburt faßlicher erklaͤrt haben und ſie begreifen, ehe er ſie er⸗ griff; und das hat ihm der Heiland uͤbel genommen und ihm z den Ven glaube, da zerbt dee wun: verſtiegen fiche Au dder bri wortete: lriel:; und dir hoch lie Siche daß do oder z Gott alle he erklaͤren nicht üb herbeſtir wende a daß du lſter den Urſ und verf meinſcha da biſt. werde g d der zukinfti dazu ge für and keine S gers Siege — ult. ir zu w 1. G3, ſchen D enn ich tt und N w recht! in veißen nrlszle l 1 — Aæòæ6ú lich m Glaubt — i rede, da hinni enhet b S-t vor 1e= er nih die W i ehe e ſ d ibel g=men 1 399 den Verweis gegeben, daß er nicht auf ſein Zeugniß hin glaube, was er doch nicht zu begreifen im Stande waͤre. Es⸗ dra zerbrach ſich den Kopf uͤber den Urſprung des Boͤſen und die wunderbaren Wege und Fuͤhrungen Gottes, bis er ſich verſtiegen hatte und ihm Uriel herunter half durch die drei⸗ fache Aufgabe: Waͤge mir das Feuer, meſſe mir den Wind, oder bringe den geſtrigen Tag zuruͤck. Da nun Esdra ant⸗ wortete: Wer unter dem Himmel wird das koͤnnen? ſo ſagte Uriel: Wenn du das nicht verſtehſt, was mit dir aufwaͤchſt und dir ſo nahe iſt, wie wirſt du denn verſtehen? was ſo hoch liegt, wie willſt du den Weg des Allerhoͤchſten begreifen? Siehe 4te B. Eſra, 4. Kap. Das diene dir zur Warnung, daß du nicht begreifen wollen ſollſt, was dir noch zu hoch oder zu tief iſt, ſondern zu ergreifen ſuchen ſollſt, was dir Gott ſo nahe gelegt hat; indem er ſelbſt in deinem Herzen alle heilſamen Wahrheiten mit dem Lichte ſeines Geiſtes dir erklaͤren, dich im Genuſſe derſelben ſelig machen will. Gruͤble nicht uͤber unerforſchliche Geheimniſſe, der Erwaͤhlung, Vor⸗ herbeſtimmung, Wiederbringung aller Dinge u. dgl., ſondern wende allen Fleiß, alle Kraͤfte und Augenblicke der Zeit daran, daß du als ein auserwaͤhlter, vorherbeſtimmter und wieder er⸗ loͤter Chriſt denkeſt, redeſt und handelſt. Gruͤble nicht uͤber den Urſprung des Boͤſen; treibe es lieber aus deinem Herzen und verſtopfe die Quelle deſſelben in dir durch die innige Ge⸗ meinſchaft des Guten, in die du durch Chriſtum verſetzt wor⸗ den biſt. Gruͤble nicht uͤber die Ewigkeit der Hoͤllenſtrafen; werde gut und ſelig durch die Gnade deines Erbarmers, daß du der ſeligen Ewigkeit werth und gewiß werdeſt und dem b zukuͤnftigen Zorn entrinneſt. Denn die Augenblicke, die dir dazu gegeben ſind, ſind kurz, und es iſt auch nicht einer uͤbrig fuͤr andere Dinge. Wenn du errettet werden willſt, darfſt du keine Stunde verſchwenden. Eile und errette dich! —*— 3——— 1 —y — — — ſſſſſſſͤſͤſͤſͤſͤſͤſſ — ⁴— 3— — ——— 5 — 4 4 3 1 3 3 400 Mel. 16. Bleib' bei Jeſu. 1. Irdiſches muß all' verweſen; was die Zeit bringt, raubt die Zeit. Was der Höchſte mir erleſen, bleibt ein Schatz in Ewigkeit. Kann ich mit dem Adler fliegen? Waſſer gründen wie der Hai? Kann ich mich zum Monde fügen? ſehn, was in der Sonne ſei? 2. Hab' ich meinen Leib geründet? meiner Knochen Wuchs erhöht? Meines Geiſtes Licht entzündet? Odem durch mein Fleiſch geweht? Was denn ſtreb' ich mir zu geben ein Geſchenk nach meinem Sinn, der ich nur ein fremdes Leben, Werk von andern Händen bin? 3. Kann ich ſehn, was morgen waltet? was die nächſte Stund' er⸗ wirbt? Oder was noch heut' veraltet des beſtimmten Todes ſtirbt? Und ich will in Traumen ſchreiten in die Nachtumhüllte Bahn? Will der Liebe vorbereiten einen beſſern Segensplan? 4. Ich will zweifeln, ich will zagen, der kein Jetzt noch Künftig kennt? Will, mein eigner Wurm, mich nagen? Feuer, das mich ſelbſt verbrennt?— Nein, du Treuſter, laß mich hoffen, laß mich glauben, daß du biſt. Morgen ſteht der Himmel offen, der noch heut' verſchloſſen iſt. —-O—— ————B:——— 235. 22. Augutt. Warum muß ich ſo traurig gehen, da mein Feind mich dränget.(Pſ. 42,10. 43,2.) Ihr werdet euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit traurig ſeid in mancherlei Anfechtung.( Petr. 1, 6. vergl. Hebr. 12, 11. u. 2 Cor. 7, 10.) Den Abend lang währet das Weinen, des Morgens die Freude.(Pf. 30, 6.) Die erſten Gnadenerfahrungen machen das Herz ſo ſelig, daß es ſich in den Himmel verſetzt zu ſein glaubt und es fuͤr unmoͤglich haͤlt, je wieder traurig zu werden. Es fuͤhlt nur Freude in Jeſu und an Jeſus, achtet alles Andere fuͤr nichts; alle Leiden duͤnken ihm ſuͤße und angenehm, und es freuet ſich, ſie um Jeſu willen zu ertragen. Aber es kommt wieder an⸗ ders. Und dann will ſich das Herz nicht darein finden. Das arme Herz iſt noch nicht der vollkommnen, ununterbrochenen Freude durch d Unlaute nur dun jddes n kindich In der ganz h boͤſen C und D der H hatte. Lcht; beim als n worde als be Nel. 12 1. 1 hetrübt zen, da deiner den Hit 22 e, der keit nic mgen i er Hinmel — sutt. ig gehen Ihr we raurig ſe 7. 12, 11. u. inen, de machen zu ſein zu werd tet alles agenehrn, ber nicht d mmnen, nein g uch fim i manch a=t und i ai t 18 frutf r-t widt iden da tkebu —m d E orzen =e bi e fttit 2 401 Freude faͤhig, es liegt noch Vieles darin verborgen, was erſt durch Leiden herausgetrieben werden muß. Es iſt noch viele Unlauterkeit in ſeiner Freude, die wie Schlacken vom Golde, nur durch die Hitze der Truͤbſal wegſchmelzen. Aber durch jedes neue Leiden wird, wenn die Seele ſich dem Schmelzer kindlich uͤberlaͤßt, ihr nur neue und groͤßere Freude geboren. In der Freude kennt man ſich nicht, und haͤlt ſich ſchon fuͤr ganz heilig und gut. Leiden und Anfechtung aber deckt den boͤſen Grund auf und laͤßt uns Blicke in unſer Inneres thun, und Dinge ſehen, die man nie in ſich gefunden haͤtte, wenn der Herr nicht mit der Kreuzlaterne unſer Herz erleuchtet haͤtte. Es iſt kein Licht reiner und heller, als das Kreuzes⸗ Licht; die Hitze der Truͤbſal. Dabei ſieht man, was man beim hellen Tage nicht ſieht. Es ſcheint in der Anfechtung, als wenn alle Lichter ausgeloͤſcht, als wenn es nun finſter ge⸗ worden waͤre, und doch ſieht man in dieſer Dunkelheit mehr, als beim Lichte der Freude. Mel. 126. Wenn meine Seel' den Tag. 1. Du biſt ja, Jeſus, meine Freude, warum iſt denn mein Herz betrübt? Kann denn die Freud' auch bei dem Leide ſein in dem Her⸗ zen, das dich liebt! Ach ja, mein Jeſu, wenn ich übe mein Herz in deiner ſüße Liebe, ſo regt ſich ſolche Freud' in mir, als hätt' ich ſchon den Himmel hier. 2, Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böſes Fleiſch und Blut, und noch der Geiſt dawider kämpfet, wird oft dadurch ge⸗ kränkt der Muth. Drum leg' ich mich vor dich mit Flehen, mein Heil, laß Hülfe mir geſchehen, und ſtärke mich in dieſem Streit; denn durch dich überwind' ich weit. 3. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verſpricht; es ſagt, daß nichts den Deinen ſchade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun haſt du mich ja angenommen, als ich gebeugt zu dir gekommen; mein Herz hat's inniglich geſpürt, als mich dein Gna⸗ deublick gerührt. 4. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, 26 Oder: 85. Mir iſt Erbarmung widerfahren. 402 din; ſo gieb, daß ich ſtets in dir bleibe, und gieb mir, Jeſus! deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer ſuchen; laß falſche Lüſte mich ver⸗ fluchen; beſitze du mein Herz allein, dein Leben laß mein Leben ſein. 5. Gieb, daß ich mich in dir ſtets freue, weil dein Herz mich be⸗ ſtändig liebt; doch auch dabei kein Leiden ſcheue, weil Leiden meinen Glauben übt; mich treibt, daß ich viel ſtärker ringe und immer näher in dich dringe, bis endlich, nach beſiegter Pein, in mir wird lauter Freude ſein. Koitsch. — — ——— 236. 23. Auguſt. Wer mir folgen will, der verleugne ſich ſelbſt.— (euc. 9, 23.) Wer nicht ſein Kreuz auf ſich nimmt und mir nachfolgt; wer nicht allem entſagt, was er hat, der kann mein Jünger nicht ſein.(uc. 14, 27. 33.) So ſeid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder.(Eph. 5,1.) Daß ihr nicht träge werdet, ſondern Nachfolger derer ſeid, die durch den Glauben und Geduld ererben die Verheißungen.(Hebr. 6, 12.) Chriſtus hat uns durch ſein Verdienſt von der Suͤnde, aber nicht von ſeiner Nachfolge, ſondern zu ſeiner Nachfolge erloͤſt. Wer ſo an ſein Verdienſt und an die Rechtfertigung glaubt, daß er durch ihn nicht nur von Strafe und Fluch der Suͤnde, ſondern auch von der Macht, Herrſchaft und Gewalt der Suͤnde frei und los gemacht ſei, ſo, daß er nicht mehr der Suͤnde dienen muß, wie ein gebundener Sklave, ſondern durch Chriſtum Gnade, Kraft und Leben, Luſt und Freudigkeit er⸗ halten habe und taͤglich erhalten koͤnne; daß er nun frei dem Herrn, dem Erloͤſer anhaͤngt und ihm nachfolgt, ihm aͤhnlich wird, der glaubt recht an die Erloͤſung. Die Andern bleiben im Kerker und in den Banden der Suͤnde, des Fleiſches und der Welt, und ſchreien: Wir ſind erloͤſet! Wer wird den Thoren glauben, daß ſie erloͤſet ſind„ſo lange ſie die Ketten tragen ſines drücklic davon! gllio. ganzen der Ree ſeten us f Süͤnde geſtor ererbe ner n einen Kreu dagu d ſtets e . 4 — he, und dän u, Ai dein e 1. liſen Krer,] klinf dden ſhel u de ri 1 iel ſtärke leie n Aud in ſegter Jei 3 m V dät ſondern M ulger „Tadien ar da en ſondern uhß und an— ectfrn r von St i d Fuz cht, Herr de(und Ga⸗ , ſo, daß rchtuxna dener Sil Sndem a a, kuſt ¹ caddigtie önne; d 8 un fit im ach R ihn he ſung. 1— derm t w leſcet wid Süinde, 403 tragen und im Gefaͤngniſſe ſitzen? Chriſtus hat die Nachfolge ſeines heiligen Lebens, die Verleugnung und Geduld, aus⸗ druͤcklich zur Bedingniß ſeiner Juͤngerſchaft gemacht; wer ſich davon losſagt, der entſagt Chriſto, ſeinem Geiſte und Evan⸗ gelio. Denn dieſes iſt eine Kraft Gottes, ſelig zu machen den ganzen Menſchen. Es bruͤſten ſich Viele mit der Lehre von der Rechtfertigung und lachen uͤber die Nachfolge Chriſti, oder ſetzen ſich daruͤber weg als eine Geſetzlichkeit; als wenn Chri⸗ ſtus fuͤr die Suͤnder geſtorben waͤre, daß ſie geſetzlos der Suͤnde und Welt leben duͤrften, und nicht dem, der fuͤr ſie geſtorben iſt. Nach Paulus wirſt du die Verheißung nicht ererben durch einen Glauben, der Chriſtum zum Suͤndendie⸗ ner macht, ſondern durch Glauben und Geduld, das iſt, durch einen Glauben, der Geduld wirket, der dir Kraͤfte giebt, dein Kreuz zu tragen, dich ſelbſt zu verleugnen und Chriſto aͤhn⸗ lich, Gottes Nachfolger zu werden. Mel. 85. Wer nar den lieben Gott. Oder: O daß ich tauſend Zungen. 1. Wohl dem, der ſich mit Ernſt bemühet, daß er ein Streiter Chriſti ſei, der nicht am Laſterſeile ziehet, von Wolluſt, Geiz und Hochmuth frei, die arge Welt in ſich bekämpft und ſeinen eignen Wil⸗ len dämpft. 2. Der heißt allein ein Chriſti⸗Streiter, wer ihm in Allem folget nach. Wem er ſoll Weg ſein, Licht und Leiter, der trägt auch willig ſeine Schmach. Wer nicht den Oelberg mit ihm ſteigt, wird Tabors Glanz auch nicht gezeigt. 3. Was hilft's, daß Chriſtus hier empfangen und unſers Fleiſch's theilhaftig ward, wenn wir nicht auch dazu gelangen, daß Gott in uns ſich offenbart? Und ſoll er in dir kehren ein, ſo mußt du erſt Maria ſein. 4. Was hilft's, daß Chriſtus uns geboren und uns die Kindſchaft wiederbringt? Wenn man dies Recht ſchon längſt verloren, und nicht dazu durch Buße dringt? Als Kind im Geiſt ſich neu gebiert und ſtets ein göttlich Leben führt.(1 Moſ. 5, 22.) 5. Was hilft dem Herzen Chriſti Lehre, wenn es ein Sklav der 26* 404 Sünde bleibt, nach eigner Weisheit, Wahn und Lehre ſein Leben, Vertrauen Thun und Wandel treibt? Ein Chriſt, der die Verleugnung ehrt, tichig iſt folgt dem nur, was ſein Jeſus lehrt. lnn richt 6. Was hilft uns Chriſti Thun und Leben, was Demuth, Lieb' c able und Freundlichkeit, wenn wir dem Stolz und Haß ergeben, und ſchän⸗ den ſeine Heiligkeit? Was hilft's, nur im Verdienſt allein und nicht mdüch vo im Geiſte Chriſti ſein? littet dur 7. Was hilft uns Chriſti Angſt und Leiden, wenn man nicht will eier G. ins Leiden gehn? Nur nach der Pein ſind ſüß die Freuden, und nach t, ſch der Schmach ſteht Purpur ſchön. Wer hier nicht ſeinen Adam kränkt, wird Chriſti Kron' auch nicht geſchenkt. hen in 8. Was hilft uns Chriſti Tod und Sterben, wenn wir uns ſelbſt 8 aufticht nicht ſterben ab? Du liebſt dein Leben zum Verderben, führſt du die en Jeſ Luſt nicht in ſein Grab. Es bleibt dir Chriſti Tod ein Bild, wenn 6 auch du der Welt nicht ſterben willt. lchkit 9. Was hilft ſein Löſen und Befreien, wer mit der Welt im Bunde e. ſteht? Was hilft: Herr, Herr und Meiſter! ſchreien, wer nicht aus lührüc Satans Banden geht? Wie denkt doch der, er ſei verſühnt, wer noch Hoöole der Welt und Sünde dient? Gehbet! 10. Was hilft dir Chriſti Auferſtehen, bleibſt du doch in den Sün⸗- aan doc den todt? Was hilft dir ſein gen Himmel gehen, klebſt du noch an ſih ve der Erden Koth? Was hilft dir ſein Triumph und Sieg, führſt du mit dir nicht ſelber Krieg? d, ſor 11. Wohlan!l ſo lebe, thu' und leide, wie Jeſus dir ein Vorbild ddoc im war. Such', daß dich ſeine Unſchuld kleide, ſo bleibſt du in der Striii-x. Hetzen bter Schaar. Wer Jeſum liebt, tracht't nur allein ein Weltbeſtreiter ufftig ſtets zu ſein.(Offenb. 2, 26. 3, 5. 21.) oda E Lrtat, Ale. gegeben b diinem 8237. in 224. Auguft. fln,de „Ich zweifle nicht, daß Gott meine heißen Thrä⸗ b nen und mein Gebet erhört hat.(Tob. 7,18.) O du „Kleingläubigen, warum zweifelſt du?(Matth. 14, 31.) 1 Abraham zweifelte nicht an der Verheißung durch un 44 W ee arn Wer muthwillig zweifelt, hat keinen Glauben und kein 2 5 ehen, hleihtcohinme in Trium leide, wie lleide, ſo chet uur g —— gult. Gott mt t hat. eifelſt Himmel ra kliſt un r 1Sirg, fit = rak Nidu in ders a in Waltt ———ℳò m ſeißen? , 13) D — Br er VertJiß dut dt Fennn Suben u 40⁵ Vertrauen, oder ein tuͤckiſches, falſches Herz, das nicht auf⸗ richtig iſt vor Gott, die Suͤnde oder Untreue gegen ſeinen Hei⸗ land nicht erkennen, nicht bereuen, nicht geſtehen will, um ſie nicht ablegen zu muͤſſen. Wer, wenn er auch ſchwach iſt, doch redlich vor Gott bekennt und bereut, um Gnade und Erbarmen bittet durch Jeſum, ſeinen Verſoͤhner, der darf nie zweifeln an ſeiner Guͤte und Treue; oder er leugnet Gottes Wahrhaftig⸗ keit, ſchaͤndet ſein Wort und widerſpricht den klaren Anſpruͤ⸗ chen und Verheißungen Gottes, die uns, was wir immer mit aufrichtigem Herzen, mit zuverſichtlichem Glauben, im Na⸗ men Jeſu bitten, Alles zuſichern und verpfaͤnden. Doch giebt es auch ſchwache, angefochtene Gemuͤther, die bei aller Red⸗ lichkeit des Herzens dennoch zweifeln, oder doch von unwill⸗ kuͤhrlichen, verhaßten Zweifeln geplagt werden, die aus der Hoͤlle kommen, und die, wenn ſie ſich mit allem Fleiße durch Gebet und Wachen derſelben nicht erwehren koͤnnen, aber ih⸗ nen doch mit ihrem Willen nicht zuſtimmen, ſondern ſie ſo⸗ gleich verwerfen und verdammen, ihnen nicht nur nicht ſcha⸗ den, ſondern ſie mehr im Glauben uͤben. Man muß ſich aber doch immer pruͤfen, ob der Grund der Zweifel nicht im eignen Herzen liege, ob ſie nicht aus einer Unlauterkeit des Herzens aufſteigen. Bete ernſtlich, bete anhaltend, es wird dir Licht gegeben und aufgedeckt werden, wenn etwas Verborgenes in deinem Herzen iſt. Sei nur redlich, ſo darfſt du nicht zwei⸗ feln, der Herr erhoͤrt dich, denn er hat's geſagt. Mel. 50. Wort aus Gottes. Oder: Jeſu, meine Freude. 1. Quäalende Gedanken machen mich oft wanken, hemmen meinen Lauf. Wenn ich Jeſu traue und auf ihn nur ſchaue, richtet er mich auf. Chriſti Blut macht Alles gut, wenn, was ich verſchuldet habe, ich mit ihm begrabe. 2. Freilich bin ich blöde, unrein, ſchlecht und ſchnöde, aller Sün⸗ den voll. Aber mein Erbarmer, deſſen Blut ich Armer gläubig trinken 406 6 ſoll, locket mich ſo ſtark zu ſich, daß ich's zuverſichtlich wage und ihm b allein 3 Alles klage. d 3. Weil ich denn die Sünde tiefgebeugt empfinde, die mein Herz g, ihn beweint; weil ich ſie verfluche, und nichts Anders ſuche als den See⸗ ſine Gnc lenfreund, ſo bin ich ganz ſicherlich von ihm ſelber eingeladen zu dem fn der? Quell der Gnaden.„. un alles 4. Ruft er denn die Frommen? Sünder ſollen kommen; Sünder 1 nimmt er an. Die ſich gottlos ſehen, redlich Gnade flehen, die ſind dar m 4 wohl daran. Wer die Kraft, die Gutes ſchafft, gar nicht in ſich ſelbſt te. W b erblicket, wird von ihm erquicket. 3 küonnten; 5. Nun ſo will ich's wagen, ganz getroſt zu ſagen: Chriſti Blut ſus uns iſt mein! Ich hab' Gnad' gefunden. Durch des Lammes Wunden gite * werd' ich Sünder rein. Chriſti Huld hat meine Schuld, meine 1 Furcht, den Tod verſchlungen. Ihm ſei Lob geſungen! ta die⸗ 6. Weg, verworrne Zweifel! Weg, verlogner Teufel! ſtöre mich Acben iſ nicht mehr! Du willſt mir den Glauben und den Frieden rauben. us wi Jeſus liebt mich ſehr. Tag und Nacht iſt er bedacht, mich im Glau⸗ libblch ben recht zu üben. O möcht ich ihn lieben. Waͤf. s g —— lblich, 238. 25. Auguft. üe Siehe, mein Freund, du biſt ſchön und lieblich. ſe (ohel. 1, 16.) Wie groß iſt deine Güte, die du verborgen hnu haſt denen, die dich fürchten.(ſ. 31, 20) Ich habe euch b h lieb, ſpricht der Herr. Mal. 1,2.) b vell eri Wenn Gott eine Liebe von ganzem Herzen, von ganzer Tohnun Seele und aus allen Kraͤften von uns fordert, ſo fordert er ner Lieh nicht zu viel; er verdient es, und es gebuͤhrt ihm, daß wir nen imn ihn uͤber Alles lieben. Er iſt allein all unſrer Liebe werth, finden i denn es iſt nichts an uns, nichts in uns, nichts außer und uͤber und unter uns, es iſt in allen Welten und in allen Him— b meln nichts, was nicht ſeine Liebe und Guͤte uns unverdient b 1. d geſchaffen, gegeben oder verſprochen hat. Und wenn uns al⸗ 8G flin les dieſes nicht zu ſeiner Liebe bewegen koͤnnte, ſo waͤre ja das eia allein, daß er uns Jeſum zum Tilger unſrer Suͤnden und zur Quelle des ewigen Lebens geſandt und geſchenkt hat, ſchon ge⸗ nug, ihn als den Liebenswuͤrdigſten uns darzuſtellen. Dieſe ſeine Gnade und Wohlthat giebt allen andern goͤttlichen Wer⸗ ken der Liebe erſt den wahren Werth. Denn was waͤre fuͤr uns alles Andere, Himmel und Erde, wenn kein Jeſus waͤre, der uns Gott verſoͤhnte, uns rechtfertigte, reinigte und hei⸗ ligte. Wir koͤnnten weder Gott, noch etwas Goͤttliches, wir koͤnnten nichts genießen, uns keiner Freude freuen, wenn Je⸗ ſus uns nicht dazu tuͤchtig und dafuͤr empfaͤnglich gemacht haͤtte. Wir waͤren und blieben todt in Suͤnden. Wie koͤnn⸗ ten die Todten lieben? wie ſich freuen? Da nun Jeſus unſer Leben iſt, iſt er auch unſre Freude, unſre Liebe; und es geht uns nichts uͤber ihn. Ja, mein Freund! ſagt die Seele; du biſt lieblich! du biſt ſchoͤn! Es iſt nichts Lieblicheres, nichts Schoͤ⸗ neres als du; denn durch dich wird uns alles Liebliche erſt lieblich, alles Schoͤne erſt ſchoͤn. Aber dieſe Guͤte und Liebe, dieſe ſelige Erkenntniß iſt verborgen; nur die Herzen kennen ſeine Liebenswuͤrdigkeit und Schoͤnheit, welche ihn fuͤrchten, 4 1 d lült di. h. welche ſich fuͤrchten vor ſeinem Worte, welche ſich ſcheuen, — iijhn zu beleidigen, welche beſorgt ſind, daß ſie nicht außer ihm etwas lieben; welche ihm ihr ganzes Herz geſchenkt haben, weil er ihnen alle ihre Suͤnden vergeben und in ihren Herzen Wohnung genommen hat. Dieſe koͤnnen ſich nicht genug ſei⸗ ner Liebe freuen, ſich nicht ſatt lieben an ihm; er erſcheint ih⸗ nen immer lieblicher und ſchoͤner, je mehr ſie ihn lieben; ſie finden in ſeiner Liebe den Himmel, die hoͤchſte Seligkeit. Mel. 81. Geht, werft euch. Oder: Mir nach, ſpricht Chriſtus. 1. Du biſt allein nur liebenswerth, du Bräutigam der Seelen! O ſelig, wer nur dich begehrt! Wer könnt' was Anders wählen? Nichts reicht an deiner Liebe Werth. Du biſt allein nur liebenswerth! 2. Die Jünger, die beim kleinen Schein ſchon Hütten wollten 408 bauen, erblickten endlich dich allein; o Glück, nur dich zu ſchauen, der, wenn man fremdes Licht vermißt, uns dennoch allgenugſam iſt. 3. Doch fühlt ſich oft mein Herz ſo fern, ſo kalt in ſeinen Trieben. O möcht' ich doch den guten Herrn recht über Alles lieben, der nur mein armes Herz begehrt, das doch gar keiner Liebe werth! 4. Das Feuer, das dein Herz entzündt, als du dein göttlich Leben zum Löſegeld für meine Sünd' freiwillig hingegeben, entbrenne mich mit neuem Muth zur ſtärkſten Gegenliebe Gluth! 5. Ach, läutre doch noch in der Zeit, was deinen Flammen⸗Augen im klaren Licht der Ewigkeit an mir noch nicht kann taugen; mach' mich auch von dem Liebſten frei, daß ich dein reines Opfer ſei! 6. Dir weihet ſich mit neuer Treu' Geiſt, Seel' und Leib und Le⸗ ben, um Alles, was nicht deine ſei, in deinen Tod zu geben, daß ſonſt mein Auge nichts begehrt, was nicht ganz deiner Liebe werth. 7. Ja, werde mir, mein theures Lamm! in meiner Seele größer! Entzünde deine reine Flamm' in meinem Herzen beſſer! Bis mir dein Geiſt durchaus verklärt, du ſeiſt allein nur liebenswerth. F. C. v. Moser —jj——————————————.—yyy— 239. 26. Auguft. Ziehet an den Harniſch Gottes, daß ihr beſtehen könnet gegen die liſtigen Anläufe des Teufels; denn wir haben nicht nur mit Fleiſch und Blut zu kämpfen, ſondern mit Fürſten und Gewaltigen, nemlich mit den Herren der Welt, die in der Finſterniß dieſer Welt herrſchen, mit den böſen Geiſtern unter dem Him— mel ꝛc.(Eph. 6,11— 18.) Wenn der Satan und ſein Einfluß oder ſeine Angriffe auf uns eine leere Einbildung einer kranken Phantaſie waͤren, ſo wuͤrde uns Paulus und der heilige Geiſt durch ihn doch nicht alſo ſorgfaͤltig warnen, nicht eine ſolche Waffenruͤſtung gegen ihn darbieten, nicht alſo maͤchtig zum Kampfe und Wider⸗ ſtande gegen ihn auffordern. Ja, ihr Lieben, der Feind iſt,— iſt fuͤrchterlich, liſtig, verſchlagen und ſtark, ſeine Nachſtel⸗ — ungen lch an iichts d denn dint, ſiner über de dich, d feurige Harvif 6. Ka Fürſte ſtreite unter des 16.- nit gle a deien To z, Janz deiner ter. danmn. nſ a. Selei en hmmn ee Bum i mr leben. guſt. Gottes, fuhr beſt aläufe des Tifels, n ſch und Atan km waltigen, ih mt er Finſtet Prieſerd geiſtern U den h fnfluß d0* Anft kranken 9 mie 11 ge Geſt d Shn dh e ſolce N A iiſtung n 44 Am ihr Lieben* Seid m und ſta ine 409 lungen und Anlaͤufe ſind recht kuͤnſtlich ausgedacht und heim⸗ lich angelegt; das iſt nur allzu wahr. Man erfaͤhrt aber nichts davon, bis man Chriſtum ergriffen und angezogen hat. Denn ſo lange man der Welt anhaͤngt und Fleiſch und Blut dient, hat er gar nichts wider uns; vielmehr, da lebt man in ſeiner Gunſt, unter ſeinem Schutz und Schirm. Entſage aber der Welt und dem Fleiſche, ſo haſt du alle Teufel gegen dich, die mit geiſtiger Bosheit und Liſt dir Netze ſtellen und feurige Pfeile auf dich ſchießen;z und wenn du nicht mit dem Harniſche Gottes, den Paulus in den folgenden Verſen des 6. Kap. beſchreibt, angethan biſt und gegen dieſe geiſtlichen Fuͤrſten und gewaltigen Beherrſcher der Finſterniß nicht tapfer ſtreiteſt, ſo wirſt du das Feld nicht behalten, ſondern ermuͤden, unterliegen, verzagen, und dich auf die Seite der Welt und des Satans ſchlagen, uͤberwunden und gefangen werden. Es werden die alten Luͤſte in dir erwachen, du wirſt nachgeben und dich von ihnen hinreißen laſſen. Daher gilt es hier: Wa⸗ chet und betet, daß ihr nicht in Verſuchung fallet! Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge. Oder: Schon deines Namens. 1. Ihr Seelen! flieht zu Jeſu hin mit einem eingekehrten Sinn; Er iſt der Hirt, der Tag und Nacht für ſeine ganze Heerde wacht.— Der Feind hat Herzensluſt daran, wenn er der Heerde ſchaden kann, ſucht Schafe, die zum Hirten fliehn, in ſein verfluchtes Netz zu ziehn. 2. Der alte böſe Feind ergrimmt, wenn man ihm eine Seele nimmt. Sein ganzes Reich erreget ſich, er iſt wahrhaſtig fürchter⸗ lich.— Ihr lieben Schafe! ſeht euch vor, erwecket Herz, und Aug', und Ohr; ſucht Gottes Harniſch, Kraft und Muth, ihr kämpfet nicht mit Fleiſch und Blut.. 3. Ihr wißt, daß große Macht und Liſt des Feindes ſtarke Rü⸗ ſtung iſt; die große Macht reißt uns dahin, ergreifet plötzlich Herz und Sinn.— Er hat es oft ſo weit gebracht, daß er uns faſt zu Schanden macht, und wo nicht ganz und gar verſchlingt, doch Wun⸗ den in die Seelen bringt. 4. Die Liſt betrügt uns tauſendmalz er ſchmiedet Ränke ohne Zahl; 410 wo man's am wenigſten gedenkt, da hat er uns ſchon halb verſenkt.— (Wir ſingen aus Erfahrung ſo.) Der Feind war wohl ſchon heim⸗ lich froh und meinte, daß uns ſeine Macht vielleicht nun ganz zum all gebracht. 4 2 Sonne der Arge wird zu Spott; die feſte Burg iſt unſer Gott, der gute Wehr und Waffen reicht; zu Schanden wird der Feind und weicht. Er riecht, der Schalk, er merket was; das Feld wird ſchon vom Regen naß; die alte Saat erholet ſich, die neue ſteht nicht küm⸗ merlich. 6. Macht nun der Herr die Erndte groß, bricht Satan allenthalben los. Doch dieſes Zeichen iſt ſehr gut. Nur tief hinein in Jeſu Blut.— Ihr Schafe, dringt zum Lamm hinan, wo ſich ein jedes hal⸗ ten kann; ja, dringt zuſamm' in Eins hinein; die Liebe ſoll da dop⸗ pelt ſein.* Waf. — 240. 27. Augutt. Wahrlich, wahrlich, ich ſage euch, um was ihr immer den Vater in meinem Namen bittet, das wer⸗ det ihr erhalten. Bisher habt ihr nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ſei.(Joh. 16, 23. 24.) Dar⸗ um hoffen auf dich, die deinen Namen kennen.(Pſ. 9, 11.) Um deines Namens willen, Herr, ſei gnädig meiner Miſſethat.(Pſ. 25, 11.) Unſere Huͤlfe, unſer Heil ſteht alſo ganz im Namen des Herrn, wie David ſagt.(Pſ. 124,8.) Das iſt auch vorher ver⸗ kuͤndigt durch Zephanja(3,9.) Alsdann(im N. B.) will ich den Voͤlkern anders predigen laſſen— daß ſie alle ſollen des Herrn(Chriſti) Namen anrufen. Und wer den Namen des Herrn anruſt, ſoll ſelig werden.(Joel 2, 32.) Selig alſo, wer den Namen Jeſu kennt, nicht die zwei Sylben: Je— ſus— ſondern die Kraft, das Heil dieſer Perſon, dieſes Gott ganz gleichen Weſens, in dem die Fuͤlle der Gottheit und der Geiſt Aldig uit, berufen, aingekl ihm an erſchein digt we diſe W fieht, auf de 19, 13. ſonden du? daher, geſchrie beten. Keufel Namen Mel. 1. Ko doch ko Nur Ein ler iſ in 2 A uͤrr hin Vater i Nanen! 3. S ſen Ileh ſer Feehr vertreten alſo gan Das iſt dann(im — daß ſbe Und wer del 2, 32) wei Sylde Perſon, d w ana othrd —*) vl 1 ſolal x ama 1 4—w- Gott er Gatht ds d 1 alb, 411 ohne Maaß wohntb; der unſer iſt, mit Allem, was er iſt und hat, weil er fuͤr uns ſtarb und ſich fuͤr uns hingab. Darum iſt ſein Name, und was er in ſich enthaͤlt, all ſein Verdienſt, Wuͤrdigkeit, Kraft und Wohlgefallen Gottes, das auf ihm ruht, Alles iſt unſer; und wir duͤrfen uns vor Gott darauf berufen, duͤrfen vor Gott darauf beſtehen, duͤrfen vor Gott eingekleidet, eingewickelt in ihn und in ſeinem Namen, mit ihm angezogen und uͤberkleidet kommen. Wer ſo vor Gott erſcheint, der wird und muß angenommen, erhoͤrt und begna⸗ digt werden; der wird und muß Alles erhalten, was er auf dieſe Weiſe von Gott bittet oder begehret. Wer ſo vor Gott ſteht, ſteht feſt und unbeweglich. Wer ſich aber ohne Recht auf den Namen Jeſu beruft, wie jene Teufelsbanner,(Apoſtelg. 19, 13.:c.) den wird weder Gott noch der Teufel reſpectiren, ſondern es wird heißen: Jeſum kenne ich, aber wer biſt denn du? Du gehoͤrſt Jeſu nicht an, und er dir nicht. Man muß daher Jeſum wirklich angezogen und ſeinen Namen ins Herz geſchrieben haben; dann laͤßt ſich erhoͤrlich im Namen Jeſu beten. Wer aber Jeſum auf der Zunge, die Welt und den Teufel im Herzen hat, beruft ſich vergeblich vor Gott auf den Namen ſeines Sohnes. Mel. 10. Wach' auf, mein Herz, und ſinge. Oder: Mein Jeſu, ſei gegrüßet. 1. Kommt her zu Gottes Fülle; kommt All', es iſt ſein Wille. Doch kommt, wie Jeſus lehret. Wer ihn hört, wird erhöret.— Nur Ein Gott iſt vorhanden; der hilft in allen Landen. Der Mitt⸗ ler iſt nur Einer, und außer ihm iſt Keiner. 2. All' andre Helfer lügen; all' andre Mittler trügen. Was lauft ihr hin und wieder? Setzt euch zur Quelle nieder.— In Ihm zum Vater treten, das heißt erhörlich beten. Durch ſein Verdienſt und Namen wird Alles Ja und Amen. 3. Sein Blut und ſeine Thränen, ſein Seufzen und ſein Stöhnen, ſein Flehn und Händeringen muß uns Erhörung bringen.— All' un⸗ ſer Flehn und Weinen darf nicht allein erſcheinen. Der Mittler muß vertreten, ohn' Ihn hilft uns kein Beten. 412 4. Auf dem Geſicht und Knieen hat er zu Gott geſchrieen. O legt Gebet und Lieder zu dieſem Opfer nieder.— So werden ſie gefallen. Das Vaterherz wird wallen; auf ſeinen Sohn hinblicken, und euch in ihm erquicken. 5. Als er am Kreuz gehangen, ergoß ſich voll Verlangen, mit Blut aus jeder Wunde, Gebet aus ſeinem Munde.— Rief Abels Blut um Rache, ſein Blut führt unſre Sache. Des Blutes Stimm iſt beſſer, die Kraft unendlich größer. 6. Und nun er ausgelitten, hört er nicht auf zu bitten, der Sün⸗ der Noth und Klagen dem Vater vorzutragen.— Drum wenn ihr weint und flehet, glaubt, daß er bei euch ſtehet, daß er euch kräftig ſchützet und mächtig unterſtützet. 7. Ihm wird nichts abgeſchlagen. Ihm dürft ihr Alles ſagen. Es wird von ihm betrieben und Amen unterſchrieben.— So bringt denn, bringt zum Throne die Bitten all' im Sohne. Sie werden angenom⸗ men; und eure Freud' vollkommen.*Wdf. 241. 28. Auguft. Gelobet ſeiſt du, Herr, Gott Iſraels, unſers Va⸗ ters, ewiglich! Dir gebühret die Majeſtät und Ge⸗ walt, Herrlichkeit, Sieg und Dank! Denn alles, was im Himmel und auf Erden iſt, das iſt dein. Dein iſt das Reich, und du biſt erhöhet über alles zum Ober⸗ ſten. Dein iſt Reichthum und Ehre vor dir, du herr⸗ ſcheſt über alles; in deiner Hand ſtehet Kraft und Macht ꝛc. Chron. 30, 10. c.) Dies war das Gebet und der Lobgeſang Davids, des Koͤnigs, da ihm das Volk Geſchenke zum Bau des Tempels brachte, viele tauſend Zentner Goldes, Silbers, Edelſteine zc., denn ſie gaben's froͤhlich und freiwillig, von ganzem Herzen. Da freute ſich der fromme Koͤnig auch, und lobte und pries Gott, den Koͤnig Iſraels. Man ſieht daraus, wie voll ſein Herz war von der Erkenntniß der Groͤße und Herrlichkeit Gottes, des Meſſias. Er bekennt, daß Alles Gottes iſt in der.— 8 en Srhr 1n, uda im 4 1 As e as dim uſt. Hott Ifra ſers t die Na 5 ud Dank! It ulla n dil d. Di tt über al Ehre voſe duln dand ſtt R in 1 r Lobgeſe ud, nke zum 28 Ta des, Sibe! elftint dilig, von m Hmn auch, ud e md ſeht dara t ul r Griße E henitt t, daß A ats i ⸗ lſe pic b =ute 413 allen Himmeln und Welten; daß Gott der Oberſte uͤber alle ches und des Reiches der ewigen nem Herrn und Bruder: Die Erde iſt des Herrn, und Alles was darinnen iſt.(Pſ. 24, 1.) Der H immel iſt ſein Stuhl und die Erde ſein Fußſchemel.(Jeſ. 66,1.) Wie erhebt ſich das Herz deſſen, der ein Knecht, ein Kind, ein Schaf dieſes Herrn und Koͤnigs iſt? Was ſoll ein ſolches Herz fuͤrchten, das da weiß, Alles iſt in der Hand deſſen, der mich gelieber und ſich ſelbſt fuͤr mich hingegeben hat? Er iſt unſer, iſt alſo nicht auch Alles unſer— zu unſerm Heil, was ſein iſt? Darum ſagt Paulus: Alles iſt euer. Wenn nur er in uns iſt und ſein Gnadenreich in unſern Herzen aufgerichtet iſt, ſo ſind alle ſeine Reiche, ſo iſt Alles unſer. Das ſei alſo deine Sorge, daß er in dir iſt. b 1 Mel. 24. Ac, wie tief biſt du gefallen. 1. König, dem kein König gleichet, deſſen Ruhm kein Mund errei⸗ chet; dem als Gott das Reich gebühret, der als Menſch den Zepter führet, den ſo viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten, dem das Recht gehört zum Thron', als des Vaters ein'gem Sehn! 414 2. Himmel, Waſſer, Luft und Erde, nebſt der unzählbaren Heerde der Geſchöpfe in den Wäldern, in den Seen, auf den Feldern, ſind, Herr, über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menſchen, Geiſter ſcheu'n, Menſchen⸗Sohn, dein mächtig Dräu'n! 3. In des Gnaden⸗Reiches Grenzen ſieht man dich am ſchönſten glänzen. Wie viel tauſend treue Seelen dich zu ihrem Haupt' er⸗ wählen, die, wie du das Unrecht haſſen, ſich von dir regieren laſſen, durch den Zepter deines Mund's, nach dem Recht des Gnadenbund's. 4. O Monarch in dreien Reichen, dir iſt Niemand zu vergleichen, an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Geſetze, an Vor⸗ trefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beſchützeſt deinen Freund, du bezwingſt ſelbſt deinen Feind. 5. Herrſche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luſt und Schmerzen! Laß mich deine Näh' genießen; laß mich dich im Glau⸗ ben küſſen, ehren, fürchten, loben, lieben, ſtets mich im Gehorſam üben, daß ich hier mit leid' und ſchwitz', dort mit auf dem Throne ſitz'. J. J. Rambch. ————————————— 242. 29. Auguſt. Beweiſe deine wunderliche Güte, du Heiland de⸗ rer, die dir vertrauen.(pf. 17,7.) Der Herr tödtet und macht lebendig, er führt in die Hölle, in die Grube, und wieder heraus. Sam. 2,6.) Er verwundet, und ſeine Hand heilet wieder.(Hiob 5, 18. Hoſ. 6,1. 2.) Gott iſt wunderbar in ſeinen Heiligen.(Pſ. ss, 36.) Keine Menſchen⸗Vernunft kann ſich in die Fuͤhrungen Gottes ſchicken, in die Wege, die er ſeine Heiligen und Aus⸗ erwaͤhlten fuͤhrt; die meiſtens wu nderlich, unbegreiflich, widerſinnig, verkehrt und dem Ziele ganz entgegengeſetzt zu ſein ſcheinen, und ſich doch recht ſelig, herrlich und im Tri⸗ umphe endigen. Man ſehe nur nach Golgatha hin. Er toͤd⸗ tet den, der Alle lebendig machen ſollte. Er laͤßt den von Allen verdammt, verflucht und verworfen werden, durch den Alle gerettet, geſegnet und zur Kindſchaft angenommen werden ih in —— guſt. che Güte 71) Der die Höll 66) Er a Dun 2 k ienlſ 1 heilm Cr tidn d dee r Eundet 85,R Seſ t.) Ci n.(Pſ. 68,3 düh m h kann ſich ie er ſeine wunderl euuxxi Ziele gang tſelig, h r Ppi AX ud nach Gol den ſollt verworfen undſchaft Ahin 6¹ S lüſt u 1=1,J 82 415 ſollen. Er laͤßt den Hirten von den Woͤlfen zerreißen, um die Schafe zu ſammeln. Er laͤßt Finſterniß bei ſeinem Tode auf der ganzen Erde entſtehen, damit das Licht allen Augen der Menſchen aufgehe. So fuͤhrt er alle ſeine Lieben. Nach dem Exemplar auf Golgatha werden alle Copieen gemacht. Das merke dir, und ſieh fleißig dorthin, auf den Weg, auf dem der Sohn Gottes, der Liebſte des Vaters, wandelt; denn dieſen Weg mußt du auch gehen, inwendig und aus⸗ wendig, wenn du anders dich vom Herrn fuͤhren laͤßt, und nicht dich ſelber fuͤhreſt. Dein Herz wird ſich oft recht zer⸗ ſchlagen, verwundet, finſter, verlaſſen, ja todt und erſtorben fuͤhlen, ſo, daß du glaubſt, es ſei ganz und gar aus mit dir, du laͤgeſt ſchon in der Hoͤlle. Wenn dein Herz aber doch nicht vom Herrn weicht, dennoch auf ihn hofft, dennoch ſeine Arme nach ihm ausſtreckt und ſich auf ihn verlaͤßt: ſo wird er dich wieder beleben, erleuchten, erfreuen und wie in einen Himmel verſetzen. Er giebt dir wieder ein neues Lied in den Mund. Doch ſei nicht ſtolz, nicht ſicher. Die Sonne geht wieder unter, der Himmel wird wieder truͤbe— aber auch wieder helle werden. Laß dich dieſen Wechſel nicht erſchrecken. Hier geht's ſchon nicht anders. Bleibe du nur an ihm im Glauben hangen. Er fuͤhrt durch Alles, durch Licht und Finſterniß, durch Tod und Leben, Hoͤlle und Himmel ſicher zum Ziele. Mel. 75. Auf meinen lieben Gott. Oder: 33. Du Freude. 1. Wie oft ſucht' ich betrübt, den meine Seele liebt! Kaum hab⸗ ich ihn gefunden, ſo iſt er ſchon verſchwunden. Kommt mir ein Gna⸗ denblick, bleibt mir doch nicht mein Glück. 2. Was denket ihr hiebei, die ihr ſo kummerfrei in voller Wolluſt ſtehet, und nur von außen ſehet, ja faſt nicht glaubt, daß hier ein Gott ſei, der regier'. 3. Ach nein, gedenket doch, der Höchſte lebet noch; ſein Aug' iſt nicht entſchlafen; er hat es ſo geſchaffen, der alle Ding' regiert, iſt's. der uns heimlich führt, 4. Bald in den Freudenſaal, bald in das Jammerthal; bald läßt er fröhlich ſingen, bald Todesangſt umringen; bald drückt und ſchlägt er wund; heilt bald und macht geſund. 5. So führt' er Abraham und die von ſeinem Stamm, ſo Hiob und die Andern, die durch das Kreuzthal wandern. Was ſag' ich? Got⸗ tes Sohn ging ſelber ſo zur Kron'. 6. Drum geh' es, wie es will; ich ſtreck' mich nach dem Ziel, das mir iſt vorgeſtecket; ob mich gleich Satan ſchrecket, ſo bleibt mir doch zum Lohn' die ew'ge Ehrenkron'. J. Schellenhauer. 243. 30. Augutt. Wahrlich, wahrlich, ich ſage euch: Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin das leben⸗ dige Brod, vom Himmel gekommen, wer davon ißt, wird leben in Ewigkeit.(Joh. 6, 47.51.) Ich will ihnen Waſſerflüſſe auf den Höhen öffnen, und Brunnen mit⸗ ten auf den Feldern.(Jef. 41, 1s.) Gottes Brünnlein hat Waſſers die Fülle.(Pf. 65, 10.) Es iſt kein Zweifel, daß das Abendmahl des Herrn das geſegnetſte Mittel iſt, Seiner immermehr theilhaftig zu wer⸗ den und ſich mit ihm in der innigſten Gemeinſchaft zu erhal⸗ ten, ſo, daß er in uns bleibt und wir in ihm.(Joh. 6,57.) Wer zweifelt aber daran, daß man ihn auch außer dem Abend⸗ mahle eben ſo nahe haben, und durch den Glauben und die innigſte Liebe Seiner eben ſo theilhaftig werden kann, als er ſich jeden Augenblick jedem hungrigen und ſehnenden Gemuͤthe gern mittheilen will. Er iſt auch außer dem Sakramente, er iſt immer, das Brod des Lebens, welches das ewige Leben der Seele naͤhrt, welches uns taͤglich, ſtuͤndlich unentbehrlich zur Erhaltung, Staͤrkung und zum Wachsthume unſers geiſtigen Lebens iſt. Ein geſunder Menſch muß taͤglich zu eſſen haben, kann nicht ohne taͤgliches Brod ſein. Wem Jeſus nicht eben ſ unent und Tri ſagte( Herrn lbendm ſicht ent lichz we durſtet ſen, i unterha nion, nicht a Offenb. Abend wit u und? ſchon! nach und di Güͤter in den Feder Das D ihnen ſäd, Heilbr aguſt. hſage ew keben.— kommen rr. 6.6,7. 51.) öffnen, u 48) Gott — vilie nnent 1 ſs 417 ſo unentbehrlich als das taͤgliche Brod, als taͤgliches Eſſen und Trinken iſt, der lebt gewiß nicht in Chriſto; wie er ſelbſt ſagte.(Joh. 6, 54.) Ohne Eſſen des Herrn kein Leben des Herrn in uns. Darum macht das heilige ſakramentliche Abendmahl das geiſtige, immerwaͤhrende, taͤgliche Abendmahl nicht entbehrlich, ſondern vielmehr nothwendig und unentbehr⸗ lich; wer ihn einmal recht genoſſen hat, der hungert taͤglich, durſtet beſtaͤndig nach ihm. Und nach ihm hungern und dur⸗ ſten, ihn ſehnlich begehren, heißt ihn eſſen, ſein Leben in uns unterhalten und naͤhren. Er hat auch dieſe geiſtige Commu⸗ nion, dieſes taͤgliche Abendmahl(Joh. 6.), wo er wenigſtens nicht ausſchließend vom Sakramente ſpricht, oder doch gewiß (Offenb. 3, 20.) verſprochen.„Ich gehe zu ihm ein und halte Abendmahl mit ihm, und er mit mir.“ Demnach kann er mit uns, und wir mit ihm immer Abendmahl halten, die Art und Weiſe muß er uns ſelbſt lehren. Redet doch auch David ſchon davon.(Pſ. 23.) Und alle Heiligen aller Zeiten, vor und nach Chriſti Erſcheinung auf Erden, haben von ihm gegeſſen und durch ihn gelebt, ſind trunken worden von den reichen Guͤtern ſeines Hauſes, haben ſich gelabt an den Waſſerfluͤſſen in den Hoͤhen und an den Brunnen, die er mitten auf den Feldern und uͤberall, wo ſie darnach durſteten, quellen ließ. Das Bruͤnnlein Gottes, das ſo reichlich Waſſer giebt, war ihnen wohl bekannt. Kommet, kommet alle, die ihr durſtig ſeid, kommet alle Tage, und ſchoͤpfet mit Freuden aus dem Heilbrunnen! b Mel. 81. Geht, werft euch. Oder: Mir nach, ſpricht Chriſtus. 1. Ein Sünder hat ſonſt keine Koſt, das Herz gar keine Freude; du, Jeſus, biſt allein ſein Troſt, dein Kreuz nur ſeine Weide. Ach gieb doch, daß ich Tag für Tag nach dir recht ſehnlich hungern mag. 2. Wie köſtlich ſchmeckt das Sakrament, das Abendmahl der Liebe! Wer dich im Glauben ſucht und kennt, der eilt mit frohem Triebe, ſo oft er es genießen kann, zu dieſem Gnadentiſch hinan. 27 3— 2 4 —————— 3——— 6 — A— 2*——— 5 4—* ——— 8— ———— rͤͤͤͤͤͤſͤſͤſͤſͤſ⁄ſ⁄ſſſſſ —— 418 3. Doch kann man dich auch jeden Tag, ja jede Stunde ſchmecken, weil man beſtändig glauben mag, und ohne Furcht und Schrecken zu deiner Gnaden⸗Fülle gehn, du läſſeſt ſie ja offen ſtehn. 4. Der Glaube wagt, dich, ſeinen Herrn, vom Kreuz herab zu nehmen, das wünſcheſt du, das haſt du gern. Wer wollte ſich denn ſchämen? Du ſprichſt: Eröffne deinen Mund, ich fülle dich von Herzensgrund.(Pſ. 81, 11.) 5. So ißt man dich, und trinkt dein Blut, und ſchmeckt in dir Vergebung. Wie hat man's da ſo innig gut! Erquickung und Belebung vertreibt den Tod, der Sünde Qual. Das iſt ein taͤglich Abendmahl. 6. Zwar dieſe Weid' iſt unbekannt. Denn wer noch Sünde liebet, der haſſet das aus Unverſtand, was dein Erbarmen giebet. Den Gläub'gen aber ſchmeckt es gut; ihr Heil und Troſt iſt Lammes⸗Blut. 7. Sie ſingen mit, wenn David ſingt: Jehova iſt mein Hirte! Und wenn ſein Loblied herrlich klingt, wie ihn der Herr bewirthe; ſo ſingen ſie ihr Amen drein: Jehova ſchenkt auch mir voll ein.(Pf. 23.) 8. Denn wie ein Bach die Schafe tränkt, ein Bach aus friſcher Quelle, ſo wird uns Jeſu Blut geſchenkt; der Brunn iſt friſch und helle. O Gottes Lamm! dein theures Blut ſchmeckt unſerm Glauben köſtlich gut. 9. So laß es denn, o lieber Herr, bei deinen ſel'gen Heerden noch alle Tage herrlicher mir und den Deinen werden! Dein Schäflein möcht' ich doch allein, und täglich auf der Weide ſein!* Waf. 244. 31. Auguftt. So will ich nun, daß die Mänuer(auch die Frauen) aller Orten beten, und heilige Hände aufhe⸗ ben ohne Zorn und Zweifel.( im. 2,8.) Er bitte aber im Glauben, und zweifle nicht.(Jac. 1,6.) Der Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn darum bittet.(Mattz. 6,8.) Ich ſage nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde, denn er ſelbſt, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott au sge⸗ gangen bin.(Joh. 16, 27.) Gl b d G0 b und Man ght; er komm G(pfil. 4,6 trauend. vas ich d Va Diittens euch liet dennoch zweifeln Paulus Herzen dem I der ſcha Einde! ſchikt di liber B de Arn vwollten. nich den thun, d Bruder daflte 11. Ir ladlih; dag,j „R je dohne 1 Su ſhui ſe Sthin ſ inniz 1 . u inde Qual. e guitm Den ve s dein Erda deil ud Trs 1 fagt Jt mn hi wie ihnd Ckvitz⸗ bert auc n Bin G 3 f trinkt, ein ☛ un ff denttz der t aiſß frihn s Buut ſns a m Ola⸗ „hei deinen* den iinen weren in Shn der Weide ſech 1” guſt. ht. Ja. 1,6. Nr M r ihn deru t dir K⸗ den Vater iuch lt ater, het Slib, daß ich do d t m Noth, er liebt euch. jdie Mä 8(uin und heiligs Kde uh 1 Tn. 2) ¼ bitkth 419 Glaͤubiges, freudiges, kindliches Vertrauen iſt die Seele des Gebetes, ohne welche es todt und unfruchtbar, eine Plage und Marter iſt. Der Beter muß zuerſt wiſſen, was er thut; er geht zu Gott, der ihn gerufen und ihm befohlen hat, daß er kommen und bitten ſoll in der Noth, in allen Anliegen. (Phil. 4, 6.) Das giebt ſchon einen guten Grund des Ver⸗ trauens. Zweitens die Ueberzeugung, der Glaube, Gott weiß, was ich fuͤhle, wie's mich druͤckt, ehe ich's ihm ſage; es geht dem Vater ſelbſt nahe, was dem Kinde am Herzen liegt. Drittens endlich, des Sohnes Verſicherung, der Vater hat euch lieb, es bedarf meiner Fuͤrbitte nicht einmal.— Aber dennoch bittet er fuͤr uns, zum Ueberfluß, daß wir ja nicht zweifeln ſollen. Das iſt die Urſache, warum uns die Apoſtel Paulus und Jakobus ermahnen, wir ſollen unſre Haͤnde und Herzen ohne Zweifel zu Gott erheben; denn wer zweifelt an dem Worte der Verheißung des Wahrhaftigen und Treuen, der ſchaͤndet und laͤſtert Gott; deſſen Gebet iſt alſo vielmehr Suͤnde und Laͤſterung, als Verehrung und Anbetung Gottes. Gott hat es geſagt, ich ſoll bitten, er wolle geben. Jeſus hat es geſagt, der Vater wird geben, er weiß, er kennt eure „Daran haͤlt ſich der Glaube, und ſchickt die Zweifel zum Teufel, von dem ſie kommen.“ Ja, lieber Beter, du mußt Gott und ſeine Treue erfaſſen mit bei⸗ den Armen, nicht loslaſſen, wenn dich alle Teufel losreißen wollten.„Ich halte dich, ich will dich nicht laſſen, du ſegneſt mich denn;“ ſo ſpricht ſchon der Iſraelit, was ſoll der Chriſt thun, der Gott zum Bruder im Fleiſche hat? Es darf kein Bruder ſeinen Bruder, keiner ſeine eignen Glieder verlaſſen. Dafuͤr muß Chriſtus ſtehen. Mel. 18. Wach' auf, mein Herz, und finge. 1. Im Glauben und Vertrauen ins Herz des Vaters ſchauen, recht kindlich zu ihm treten, das heißt erhörlich beten.— Die Zuverſicht der 27 2 420 Kinder erlangen ſchnöde Sünder durch ſeines Sohnes Liebe, durch ſei⸗ nes Geiſtes Triebe. 2. Im Kleid' des Eingebornen erſcheinen die Verlornen, und neh⸗ men Seinetwegen vom Vater allen Segen.— Wenn Jeſus auch nicht bäte, noch ſie ſo ſtark verträte; Gott ſelbſt, der ſie gezogen, iſt ihnen wohl gewogen. 3. Der Vater kann nicht laſſen, die ſeinen Sohn umfaſſen. Er ſieht's, wenn ſie von weiten ſich zum Gebet bereiten.— Er nahet ſich zum Hören und thut, was ſie begehren. Die Hülfe wird geſendet, eh' ihr das Flehn vollendet. 4. Da ſie noch ſicher ſchliefen, noch gar nicht zu ihm riefen, da ſprach er ſchon: Hier bin ich, und auf Erbarmen ſinn' ich.— Daß ſie ſich ihm entdecken, geſchieht durch ſein Erwecken. Wie ſollte nicht ihr Flehen bald in Erfüllung gehen? 5. Sein göttliches Vermögen hat Millionen Segen; je mehr wir nehmen wollen, je mehr wir nehmen ſollen.— Er hat's ja ſelbſt be⸗ fohlen, die Gaben abzuholen. Die Wahrheit kann nicht lügen; die Treue kann nicht trügen. 6. Sein Wort, das er verſprochen, wird nimmermehr gebrochen. Selbſt ſeines Namens Ehre verlangt, daß er uns höre.— Wenn er ſich anders ſtellet, weiß man, was ihm gefället. Er wird kein Ohr verſtopfen, man ſoll nur ſtarker klopfen. 7. Wie Bettler ſtehen bleiben; man kann ſie nicht vertreiben. So ſollſt du ſtetig beten, nicht von der Stelle treten.— Wenn lauter Nein erſcheinet, iſt lauter Ja gemeinet. Wo der Verzug am größten, da wird die Hülf' am beſten. 8. Sind wir nur erſt empfänglich, ſo thut er überſchwenglich, mehr als wir denken können, mehr als wir ſelbſt uns gönnen.— Drum laßt uns gläubig bitten, kein Zweifel ſei gelitten. Wir flehn in Jeſu Na⸗ men. Sein Nam' und Wort iſt Amen. 9. Wir ſehn im Geiſt die Gaben, die wir gebeten haben, von jetzt bis zum Vollenden vor Augen und in Händen.(1 Joh. 5, 15.)— Und wenn wir Berge wüßten, die wir verſetzen müßten, ſie werden, wenn wir beten, bald aus dem Wege treten.(Matth. 17, 20.) & A. Gottg Heili ſtde Freun 16) D ſer. tn wit nacht; große nem un brauche legt n und ger dazu 9 ihn un fſthat macht Sindh gefang ftej m ſter degen.— 1 ½ ſelbſt, der de ſeinn Gehet ber hrmn. di pfen. nm kum ſie E. er Stell 4— net. Wo 6, bhte i ſelbſt uns Kgelitten. 1 lmen. a, die wir ge d in Händen. derſezen niß n ten.(MNatth. 1 — ihn gefillet„ ü 1l ihn uns dazu dar. 421 245. 1. September. Durch ihn ſeid ihr in Chriſto Jeſu, der uns von Gott gemacht iſt zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlöſung; damit wer ſich rühmet, ſich des Herrn rühme. Cor, 1, 30.31.) Ihr ſeid meine Freunde, wenn ihr thut, was ich euch gebiete.(Joh. 15, 14.) Seid ihr in Chriſto Jeſu, ſo iſt Jeſus Chriſtus in euch, ſo gehoͤrt er euch und ihr ihm. Wer ihn hat, der halte was er hat, damit ſeine Krone kein Anderer nehme. Wer hat, dem wird gegeben, damit er die Fuͤlle habe. Iſt er uns von Gott zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erloͤſung gemacht, ſo iſt uns alle ſeine Weisheit und Gerechtigkeit, alle ſeine Kraft zu heiligen und zu erloͤſen geſchenket.— So iſt er nur fuͤr uns da mit Allem, was er iſt und kann; ſo iſt er un⸗ ſer. O Wort voll Heil und Freude! Er iſt unſer. Koͤnn⸗ ten wir mehr haben, mehr empfangen?— Das iſt ausge⸗ macht; aber es liegt nun Alles nur daran, daß wir dieſes große Geſchenk des Vaters nach ſeiner großen Wuͤrde und ſei⸗ nem unendlichen Werthe wuͤrdigen oder zu ſchaͤtzen und zu ge⸗ brauchen wiſſen; ſonſt wird es uns wieder genommen. Es liegt nun nur daran, daß wir uns wirklich durch ihn weiſe und gerecht machen, heiligen und erloͤſen laſſen. Er iſt uns dazu gemacht, geſchenkt, gegeben. Die Hand Gottes reicht Wir muͤſſen ihn aber von ihr nehmen, feſthalten, ihn in uns ſein Werk und Weſen, wozu er uns ge⸗ macht iſt, treiben laſſen. Wir muͤſſen ihm unſre Thorheit, Suͤndhaftigkeit, Ungerechtigkeit und Alles, was uns feſſelt und gefangen haͤlt, zum Opfer bringen, und uns durch den Sohn frei machen, erloͤſen laſſen, dann ſind wir wahrhaft frei; dann iſt er uns nicht nur nach dem Sinne Gottes dazu gemacht, “ 422 ſondern— auch in uns all das wirklich uns geworden. 3 Dann ſingt man: 1 ſor Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen. Oder: Ich habe mich ihm ganz. V 1. Mein Freund iſt mein! wohl meiner Seelen! die großen Troſt 34. bei ſich verſpürt! Nun kann mir ewig nichts mehr fehlen, weil mich mein Hirt, mein Heiland führt. Weg Eitelkeit! weg Weltgetuͤm⸗ I O mell ich ſehe ſchon den offnen Himmel und fliege glaubensvoll hinein. Kllel Aus Jeſu ausgeſpannten Armen erlang' ich Leben und Erbarmen. O alls reicher Troſt! Mein Freund iſt mein! 2. Mein Freund iſt mein! mein iſt ſein Leiden; mein iſt ſein Kreuz, des G mein iſt ſein Grab. Ich weiß von nichts als Seligkeiten, ſeitdem ich llit meinen Jeſum hab'. Sein Blut wäſcht rein mich von den Sünden; D ſein Tod läßt mich das Leben finden; ſo muß auch mein ſein Himmel Porte ſein. Denn ich bin feſt mit ihm verbunden. Mein Herz wird ganz in ihm erfunden. Frend' über Freud'! Mein Freund iſt mein! hen, 3. Mein Freund iſt mein! wir ſind vereinigt, daß uns kein Satan Wält trennen kann. Sein Herz, das mich von Sünde reinigt, iſt meiner ſchaft Seele Canaan. Hier laſſen ſich wohl Hütten bauen; vor allem Anx.. hange dern kann mir grauen; die ganze Welt iſt mir zu klein. Ihr Glanz, kann. der blinde Menſchen bindet, iſt Rauch, der in der Luft verſchwindet; en d ich acht' ihn nicht, mein Freund iſt mein! 4. Mein Freund iſt mein! je mehr ich ſinge, was Jeſus meiner und e Seele iſt, je mehr erfahr' ich Wunderdinge, je mehr wird mir mein und E Herz durchſüßt; je mehr empfind' ich Kraft und Leben; je mehr muß Hezen ihn mein Lied erheben; je mehr räum ich ihm Alles ein; je mehr er⸗ iane! wachſen Gluth und Flammen; dann ſpricht der Glaub': Wer will eie verdammen? Mein Jeſus lebt! Mein Freund iſt mein! fid 5. Mein Freund iſt mein! auch wenn die Sünde in meiner Bruſt Ervae ſich heftig regt; wenn ich des Feindes Grimm empfinde, der mir den nfaſ Muth faſt niederſchlägt. Denn wie mich dieſes Leiden quälet, ſo fühlt kennt, es der, der mich erwählet; und weil die eigne Kraft zu klein, derglei⸗ ſcct chen Elend zu ertragen, ſo ſchmeck ich unter allen Plagen die Kraft des Herrn: Mein Freund iſt mein! de 6. Mein Freund iſt mein! ſo will ich ſiegen; der Hoffnungsanker chen wanket nicht. Er läßt ſein eigen Werk nicht liegen, und wenn die aus d ganze Welt zerbricht; ſo werd' ich dennoch feſt beſtehen und ihn dereinſt euch l mit Augen ſehen, auch ewig um und bei ihm ſein. Ich ſterbe ſelig, Ghriſ nel und ſie n. m ſi Aentuul 1 Nei Fu Delt inir uch, der in mein! 1 zehr ic ſuge r Vium deminze, je Ntid mr it Auft unt Pa peutr un ich im t fne u prict deſ Eh: Brr Nein Freund tl wenn die Si Jdie eigne ae n 3 hurter allen 8e dieni l it ſegen Etfun Werk nict 1 k2 td be muoch fft beſ Kan iun h in ſ hst des Grinn 1 ume nich diſes I at 423 wenn ich ſterbe; ich bin ſein Kind, ich bin ſein Erbe. Ihr Himmel hört's! Mein Freund iſt mein! St. a. 7 246. 2. September. Die Welt vergeht mit ihrer Luſt; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet ewig.(1 Joh. 2,17.) Denn alles Fleiſch iſt Gras, und alle ſeine Herrlichkeit wie des Graſes Blumen.— Das Wort des Herrn aber bleibt ewig. Petr. 1, 24. 25.) Die Luſt der Welt reißt Viele von Chriſto und ſeinem Worte weg; weil ſie nicht glauben koͤnnen, daß Chriſtus de⸗ nen, die ihn lieben, groͤßere Freuden verſchaffen kann, als die Welt ihnen darbietet; weil ſie die Verbindung und Gemein⸗ ſchaft mit ihm fuͤr die traurigſte Sache der Welt, fuͤr Kopf⸗ haͤngerei anſehen, wo man keine frohe Stunde mehr haben kann. Wie betruͤgen ſich die Blinden, die nicht wiſſen wol⸗ len, daß bei ihm Freude die Fuͤlle und liebliches Weſen immer und ewiglich iſt!(pſ. 16,11.) Sie haben gar keinen Begriff und Geſchmack von der wahren Freude und reinen Luſt des Herzens, ſonſt koͤnnten ſie die Luſt und Freuden der Welt fuͤr keine Luſt und Freuden halten, die ſo vergaͤnglich, ſo wenig befriedigend ſind, als die Freuden des Traumes, die beim Erwachen nicht mehr ſind, wie die Seifenblaſen, die beim Anfaſſen verſchwinden. Wer nun die Freude Chriſti nicht kennt, dem iſt es noch eher zu verzeihen, wenn er ſie nicht ſucht, als dem, der ſie geſchmeckt und erfahren hat, und doch wieder verlaͤßt, hingeriſſen von der betruͤglichen und vergaͤng⸗ lichen Luſt der Welt. Darum, ihr Lieben! geht der Welt aus dem Wege! Naͤhert euch nicht ihrem Luſt⸗Kreiſe; laßt euch lieber verſpotten und laͤſtern, wie Petrus von den erſten Chriſten ſagt. d Petr. 4,1— 4.) Was Gott will, was Chriſto 424 gefaͤllt, ſei eure Luſt und Freude; denn dieſe Luſt und Freude n kann euch nicht genommen werden. Was euch im Tode nicht 4 freuen wird, was nicht uͤber das Grab mit hinuͤbergeht, das 8 f ſei euch im Leben nicht ſuchenswerth; das verachtet. Die d Freude am Herrn ſei eure Staͤrke; denn die bleibt ewig. ind d Mel. 14. Nun ſich der Tag geendet. Oder: Für Chriſtus geb'. 1. Was mich auf dieſer Welt betrübt, das währet kurze Zeit, was did g aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit.— Drum fahr', o uid g Welt, mit Ehr' und Geld und deiner Wolluſt hin; in Kreuz und Noth ſchwan 1 4 kann mir mein Gott erquicken Herz und Sinn. von ih 2. Die ſchnöde Freude dieſer Welt, wie ſüß ſie immer lacht, hat werder ſchleunig ihr Geſicht verſtellt und den in Leid gebracht— der auf ſie de T baut, wer aber traut allein auf Gottes Treu', der ſiehet ſchon die baid 9 ald Himmelskron' und freut ſich ohne Reu'. 3. Mein Jeſus bleibet meine Freud', was frag' ich nach der Welt? den. Sie lohnt mit banger Traurigkeit dem der ſich zu ihr hält.— Ich oſen: bin ja ſchon mit Gottes Sohn im Glauben hier vertraut der droben ſitzt und mich beſchützt und gnädig auf mich ſchaut. 4. Ach Jeſu, tödt' in mir die Welt und meinen eitlen Sinn, der b 1.G ſich dir ſtets entgegenſtellt; Herr, nimm mich gänzlich hin. Verbinde erren, mich recht inniglich, mit dir, o Herr mein Hortl ſo irr' ich nicht in rnftrif deinem Licht, ich traue deinem Wort. G K IWeeA—j——— — meint ieerlie 247. 3. September.—m. Meine Augen ſehen nach den Treuen im Lande, daß ſie bei mir wohnen.(Pf. 101, 6.) Laſſet uns halten Sori an dem Bekenntniß der Hoffnung und nicht wanken, n denn er iſt treu, der ſie verheißen hat.(Hebr. 10, 23.) b 4 Der treue Gott will treue Herzen. Wer abweicht, an der ai dem hat er kein Wohlge fallen. Wer Gnade erlan gt hat, muß b. ſie bewahren und in ihren Schranken laufen. Die Treuloſ⸗ en, ladt die den Glauben nicht halten, und den Sch atz, das Klei n od Verß 8 4 7, G 3 4. 6,„, achten. der Barmherzigkeit Gottes das ihnen geſchenkt war, aus den den in ded 1= keid 2— waj . ahwd den, der ſi ir hit— uf nit ſzeuk Welt und a nimm nic a d err, mein He lirr ihrti n.. ————. tember. ach den T r1 in leh 111,8)(Fuslt ofnnung un ht un heißen hat 10,9) 4 Herzen bniih Wer Gnad t anken lauſc i ner das 10 — und den S fs as ihnen g. thr 42⁵ Leichtſinn oder Liebe zur Welt, wieder wegwerfen und gering achten, werden ſchrecklicher geſtraft werden, als wenn ſie es nie gekannt haͤtten. Laſſet uns aus heiliger Furcht vor uns ſelbſt, die Gnade zu verlieren und treulos zu werden, wachen und beten, daß uns der Herr, der treue Gott, bewahre und befeſtige in ſeiner Gnade. Wer von ſich ſelbſt etwas erwar⸗ tet und ſich eine ſtandhafte Treue bis ans Ende zutrauet, wird gewiß untreu werden. Wer aber, mißtrauiſch auf ſein ſchwankendes Herz, deſto feſter dem Herrn anhaͤngt und ſich von ihm alle Tage ein treues Herz ausbittet, wird erhalten werden. Suche doch oft die Augen, die von oben herab auf die Treuen im Lande ſchauen; ſuche ſie, du wirſt es ihnen bald abfuͤhlen, ob ſie an dir den Treuen, den ſie ſuchen, fin⸗ den. Nur die Treuen ſollen bei ihm wohnen. Und die Treu⸗ loſen? im Pfuhl.(Offenb. 24, 8.) Mel. 38. Noch wallen wir im. Oder: Kommt her zu mir, ſpricht. 1. Ermuntre, Seele, dich und ſei, dem, der dich zweimal ſchuf, getreu, o folge ſeinen Trieben! Nie, glaub' es, wird es dich gereun, unſträflich, bis er kommt, zu ſein, aufrichtig ihn zu lieben. 2. O horche nicht auf Fleiſch und Blut! gehorch' dem Geiſt, er meint es gut; was er gebeut, iſt Segen. Dein Heiland liebt dich väterlich, führt auf dem ſchmalen Wege dich dem höchſten Ziel ent⸗ gegen. 3. Er theilt dir ſeine Stärke mit, drum gehe ſtets mit feſtem Schritt fort auf dem Kreuzespfade. Die Luſt verführt; die Treue nie; und Gott, dein Gott, bekrönet ſie mit namenloſer Gnade. 4. Laß dir die ſchreckenvolle Pein der Sünde hell vor Augen ſein, wenn ſie dich lockt zu Freuden. Gott kennt den quälenden Verdruß, der auf die Sünde folgen muß, und will ſie dir verleiden. 5. Gott ſieht der Ewigkeiten Nacht, wo Sünder, die ihn hier ver⸗ lacht, in tiefem Jammer ſchmachten. Du kennſt der Gnade hohen Werth, die dich zu deinem Gott bekehrt, und den willſt du ver⸗ achten? 6. Nun wach' und kämpf' und bete du, dein Gott, dein Heiland 426 ſchaut dir zu. Einſt wird er dich belohnen. O bleib ihm treu und wanke nicht! denk' an den Tod und ans Gericht; denk' an die Sie⸗ geskronen! 248. 4. September. Ihr ſeid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott ſelbſt ſpricht. Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln; ihr Gott will ich ſein, und ſie ſollen mein Volk ſein.—(2 Cor. 6, 16. 3 B. Moſ. 25, 12.) Wo iſt ein ſo herrlich Volk, zu dem Götter alſo nahe ſich thun, als der Herr, unſer Gott, ſo oft wir ihn anrufen? (5 B. Moſ. 4, 7.) Welch eine Gemeinde, die ein Tempel des lebendigen Gottes iſt! Ein lebendiger Gott muß einen lebendigen Tem⸗ pel haben. Die todten Goͤtzen wohnen in todten, ſteinernen Haͤuſern. Welche Herablaſſung Gottes zu uns! Wie ſoll uns dieſe Liebe beſchaͤmen? wie ſollen wir als Tempel Gottes Leib und Geiſt dem Herrn heiligen.(1 Cor. 6, 20.) Seele, wie kannſt du je vergeſſen, wer in dir wohnet, weſſen Haus und Tempel du biſt? Dein Herz iſt dem Herrn geheiliget durch das Blut Chriſti, mit dem du erkaufet biſt; zerſtoͤre, entweihe, ſchaͤnde dieſen Gott geweihten Tempel nicht durch unwuͤrdige Gedanken und Geſinnungen; vielmehr ſoll dich der Gedanke: Gott wohnet und wandelt in mir! zur unermuͤdeten Wach⸗ ſamkeit erwecken und darin beſtaͤndig erhalten, daß du des Gottes wuͤrdig wandelſt, denkeſt, redeſt und handelſt, der ſich ſo tief zu dir herablaͤßt, ſo nahe bei dir bleibt und dich ſo hoch erhebt und ehret, da er dein Herz zu ſeiner Wohnung, zu ſei⸗ nem Throne erwaͤhlet hat. Wir koͤnnten das Alles ja kaum glauben, denn es iſt zu groß, zu viel, zu gnaͤdig; aber Chri⸗ ſtus hat es ſelbſt geſagt.(Joh. 14, 23.) Und da der Herr es ſchon im alten Bunde ſo feierlich angekuͤndiget und verheißen gen.(1 En. dir wohnet, iſt den Her rkaufet biſt, Tempel nich jelmehr ſoll nir! zur u —) B x e ſih he aAun *21, W ¹ Kylt A Sel, n Haut äügth n an t ch unit boa bi tr Nta d ſtändig erhe K daß ul t redeſt un bei dir blei rz zu ſaner ir könnten u viel, zug 44, 3) Un h angekind a dih 12, 1 wir 8. aber SdR H7 Z0 ri 427 hat; da wirklich jede fromme Seele, die in ihr Herz einkehrt und mit Glauben und Demuth den Herrn inwendig ſucht, ihn findet und ſeinen Umgang genießt, ſo koͤnnen wir nicht zwei⸗ felnz wir haben was wir glauben, und was uns der Wahr⸗ haftige verheißen hat. Laßt uns nur ſein Volk ſein, d. h. ihm von Herzen treu ergeben, mit Blut und Gut anhaͤnglich ſein, ſo wird er nicht aufhoͤren, unſer Gott, unſer Imma⸗ nuel zu ſein. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Wie majeſtätiſch ſind die Worte, die Gott zu ſeinem Volke ſpricht— denk: göttliche Verheißungs⸗Worte! und die Verheißung trüget nicht.— Er ſpricht: Ich will in ihnen wohnen, in ihrer Mitte will ich thronen. 2. Er ſpricht: Ich will in ihnen wandeln, ich will ihr Gott, in ihnen, ſein; will väterlich an ihnen handeln, ſie ſollen Alle mein ſich freun. Ich will ſie für mein Volk erkennen, ſie ſollen ſich die Mei⸗ nen nennen. 3. Wo aber iſt das Volk zu finden, mit dem in ſolcher Segensfüll', ſich Gott ſo inniglich verbinden und Wohnung bei ihm machen will? Ich wollt', könnt' ich dies kennen lernen, von aller Welt mich gern entfernen. 4. Wo finden wir die heil'gen Thüren, durch die man in den Him⸗ mel dringt? Wer kann den ſel'gen Weg uns führen, der uns zu die⸗ ſem Volke bringt? Den Weg zu dieſem Glücke müſſen wir doch vor allen Dingen wiſſen. 5. Gott Lob, wir dürfen nicht viel fragen, wo denn der Weg des Lebens iſt; ich höre dich, mein Jeſus, ſagen, daß du, und du allein es biſt, durch den wir zu dem Vater kommen, durch dich wird Jeder angenommen. 6. Du kannſt es uns ſo ſchön erklären, wie unausſprechlich Er uns liebt; wie nahe wir ihm angehören, weil er dich ſelbſt zum Pfand uns giebt. Du ſchreibſt dies ſelbſt in unſre Herzen durch deine bittre To⸗ desſchmerzen. 7. Sobald wir aus verlornen Sündern nun deine Glieder worden ſind, nimmt uns dein Vater an zu Kindern, daß nichts Verdammlichs 428 mehr ſich findt; weil du dich ſelbſt mit uns vereinigſt und uns mit dei⸗ nem Blute reinigſt. 8. Dann ſchmelzen deine Liebesflammen mit ihm uns ſo zu Einem Geiſt, und auch mit ſeinem Volk zuſammen, daß man in dir ſich glück⸗ lich preiſt; weil wir dabei ſchon hier auf Erden der Himmelsluſt theil⸗ haftig werden.* Rchl. 249. 5. September. Man ſoll nicht ſo ſehr trauern über den Todten, denn er iſt zur Ruhe gekommen.(Lir. 22,11.) Gott iſt nicht ein Gott der Todten, ſondern der Lebendigen.— Ihm leben ſie alle.(uc. 20, 38.) Selig ſind die Todten, die im Herrn ſterben; denn ſie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach.(Offnb. 14, 13.) So ruft uns die Schrift zu, in Hinſicht der Todten, und welchen beſſern Troſt koͤnnte ſie uns geben? Wir weinen wohl auch nicht eigentlich uͤber die Todten, die im Herrn le⸗ ben, ſondern uͤber uns, die wir noch im Sterbens⸗Leben zu⸗ ruͤckbleiben muͤſſen. Denn es waͤre thoͤricht, wenn du, der du noch des Tages Hitze und Laſt traͤgſt, den beweinteſt, der ſchon Feierabend machen durfte, der ſchon ruht von ſeiner Arbeit und daheim iſt bei dem Herrn; wo keine Hitze auf ihn fallen, keine Sonne ihn ſtechen wird; wo alle Thraͤnen und aller Schweiß abgetrocknet iſt und bleibt in Ewigkeit. Es iſt falſch, wenn wir ſie die Todten nennenz ſie leben, und wir ſind noch im Todesleibe. Sie leben ihrem Gott, und ihr Gott lebt nun ganz in ihnen; denn Gott iſt ein Gott der Le⸗ bendigen, der die, welche er zu ſich nimmt, lebendig erhalten kann und wird in Ewigkeit. Der Gedanke an die Heimge⸗ gangenen, beim Herrn Lebenden, muͤſſe dich alſo nicht toͤdten, nicht niederſchlagen, ſondern beleben und aufrichten. Muͤſſe dich nicht ins Grab zur verweſenden Huͤtte des Verblichnen prechl Freund all ihr lich un 2. dahin gin, Seitet veſen 3.( wohl; vol. Theile teld⸗ i nmin, mmen mit: 8 3 M mnen daß ſutm . Adi 7, auf Enen 8„ 44 ſcſi rebliſ n enber. 1 trauern ü n din men.(Sir. 2 enden dei e Rin. 1 ſe niſen. aregi Nnach. ef 1) ein Huſich 3 üd ſie uns ge Wi wi die Todte, Sin Hem⸗ rwoch in S ⸗ün. wäi thärich md aſt waͤgſt, d deitei, te, der ſhoh Ke vnſ Hern; wo W itemf wirdz wo Hhtht ad blebt n üt. Gi nennenz ſi d Ji me eleben ihre k, u en Gott iſt Kzut ſich rimnt, Adig 12 w i bir 429 beugen, ſondern hinuͤber heben uͤber Grab und Verweſung ins Land der Unſterblichkeit, in die Arme des Erloͤſers, in die Wohnungen des Vaters, wo ſie ruhen, leben und herrlich ſind, von wo ſie heruͤberwinken zu uns, und uns einladen, auffordern und ermuntern, auszuharren bis ans Ende, daß wir mit ihnen zuſammenkommen und gleiche Herrlichkeit und Seligkeit genießen moͤgen. Mel. 118. Ich habe mich ihm ganz ergeben. Oder: Wie wohl iſt mir, o Freund der ꝛc. 1. Einſt ruht die Seel' in Jeſu Armen, der Leichnam in der Erde Schooß. Die ew'ge Huld wird ſie erwarmen, die Ruh' wird unaus⸗ ſprechlich groß, die ſie nach wenig Kampfesſtunden bei ihrem holden Freund gefunden, am ſtrahlenden Cryſtallenmeer. Getrocknet ſind all' ihre Thränen, geſtillt ihr ſeufzenvolles Sehnen, und Alles gött⸗ lich um ſie her. 2. Dann iſt ſie aller Qual entnommen, ihr Weh und Weinen iſt dahin; ſie iſt in Salem angekommen und ſteht als Braut und Köni⸗ gin, im Gold der Himmelsherrlichkeiten, dem großen Könige zur Seiten, ihn ſchauend nun von Angeſicht. Sie iſt in ſeinem Wonne⸗ weſen für alle Ewigkeit geneſen, und ewig Licht in ſeinem Licht. 3. Sie jauchzt Erlöſten dort entgegen: Mir iſt ſo unausſprechlich wohl; ich bin durch meines Heilands Segen des ew'gen Lebens wonne⸗ voll. Mir iſt in ſeinem ew'gen Heile ein ſchönes, herrlichs Loos zu Theile; ich wandle in des Lammes Pracht! Man kann in allen Him⸗ mels⸗Chören an ihren Harfen⸗Tönen hören:„ Der Herr hat Alles wohl gemacht!“ 4. Ja, wohl gemacht durchs ganze Leben, auch wohl durch jene Todespein; ſein väterliches Tragen⸗ Heben half mir heraus, hin⸗ durch, hinein; heraus, aus allen Erdenlüſten, hindurch, durch die Verſuchungswüſten, hinein, ins ſchöne Canaan; wo ich auf Milch⸗ und Honig⸗Auen den rechten Joſua darf ſchauen, der große Ding' an mir gethan. —yy——ry—— 250. 6. September.“ Ich bin die Thüre, wenn jemand durch mich ein⸗ gehet, ſo wird er ſelig werden. Er wird ein⸗ und 430 ausgehen und Weide finden.— Ich gebe meinen Schafen das ewige Leben, und ſie werden nicht ver⸗ loren gehen in Ewigkeit. Niemand wird ſie aus mei⸗ ner Hand reißen.(Joh. 10, 9. u. 28.) Da aber die Taube nicht fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam ſie wieder zu ihm zum Kaſten— Da that Noah die Hand heraus, und nahm ſie zu ſich in den Kaſten. d Moſ. s, 9.) Wie ſollte, wer als Schaͤflein die Stimme Chriſti hoͤrt, ihm als ſeinem Hirten folgt, und die Stimme eines Frem⸗ den,(Fleiſch und Blut, Welt und Satan) nicht hoͤrt, wie ſollte der den Tod fuͤrchten, da ihm ſein Hirt nicht nur die Thuͤre zum Leben gezeigt und aufgethan, ſondern hier ſchon den Anfang des ewigen Lebens geſchenket und ihn verſichert hat, daß er es ihm dort ohne Ende erhalten und ihn ewig nicht umkommen, oder aus ſeiner Hand reißen laſſen werde. Sieh, in ſeiner Hand biſt du jetzt; in ſeiner Hand wird er dich ewig tragen, dich ſelbſt naͤhren, weiden und erquicken. Wer dieſer Hand nicht traut, muß wohl recht mißtrauiſch ſein. Was fuͤrchteſt du denn? Sie moͤchte dich fallen laſſen, und dich dem Satan und der Hoͤlle zur Beute geben? Die Hand, die fuͤr dich durchbohrt iſt? die fuͤr dich in der Hoͤlle und in des Todes Rachen war? Nein, liebe Seele, wenn du dich nicht ſelbſt aus ſeiner Hand reißeſt, ihr nicht ſelbſt davon laͤufft, ſie laͤßt dich gewiß nicht. Sollte er dich, ſein theuer erkauftes Schaͤflein, nicht mehr lieben, als Noah ſeine Taube? O gewiß, wenn du einſt, wie jene Taube, kein Plaͤtzchen mehr findeſt auf Erden, wo dein Fuß ruhen kann, und du fliegſt des Himmels Arche zu: o dann, glaube feſt, ſtreckt dein guter Hirte ſeine Hand heraus und nimmt dich zu ſich ein; ſeine Hand, in der du ja jetzt ſchon und immer liegſt, die ſich ja nie von dir zuruͤckzieht. Strecke nur du jetzt recht oft deine Haͤnde nach ihm aus, und lege dich alle Tage mit Leib und Vlizend ds Her Seine 6. D. gewann, Sein Lie trinkt au und ſchn tod litt. 7. C Das g Ein un ſuuthen un wei 8. T hen an! d einſt ſenwenk vitd uns 8) Da 1 konnte, atRah! Kaſten. 4 ½ len de Eti d. ind die Sti 1 Tänes und din h hn ſen aicht mi eufßehhen, Kan haßs geſchenket ☛— nißnrui Sie muchte d älal Nein, lih=h nan reißeſt, ihr Hilſwn . Solle A ſiuh leden, als? Ai ine Tus ſne Tauh Pün in Fuß n f n, m. dann glaut F ſtettä und nimmt wiiſ chs en mien ſnf ke nur duj ¹ ſd dich alle 4 it lu⸗ 431 Seele zuverſichtlich in ſeine Haͤnde, ſo wird es am Ende gar keine Noth haben. Mel. 118.(Fortſetzung des vorigen Liedes.) 5. Einſt wird die Taube eingenommen, die nirgends hier ſonſt Ruhe fand; zu ihrem Noah heimgekommen, ruht ſie in ſeiner milden Hand. Da kann ſie nun geſichert ſitzen vor allen den Verfolgungs⸗ Blitzen des Seelenfeinds und Mörders frei, vertraulich an des Freun⸗ des Herzen, der mit ſo namenloſen Schmerzen beweiſt, daß ſie die Seine ſei. 6. Das Lamm iſt dann bei ſeinem Hirten, der es mit ſeinem Blut gewann, und der ſo viele der Verirrten zurückrief auf die rechte Bahn. Sein Lieben iſt ſo unermeſſen; es muß von ſeinen Biſſen eſſen, und trinkt aus ſeinem Becher mit; es liegt in ſeinem Schooß und Armen, und ſchmeckt deß göttliches Erbarmen, der für ſein Lamm den Kreuz⸗ tod litt. 7. Es iſt der Seele neu erſchienen, der ihr der Ein' und Alles war. Das große Wort: Ich bin in ihnen, iſt ihr nun völlig offenbar. Ein unergründlich Meer des Guten, ein Ungrund ew'ger Segens⸗ fluthen beſeligt den verklärten Geiſt. Er ſchauet Gott von Angeſichte, und weiß was Gottes Erb' im Lichte, und ein Miterbe Jeſu heißt. 8. Wir, die wir noch durch Mara reiſen, wir halten in dem Glau⸗ ben an und denken unter Thränen⸗Speiſen an jenes ſchöne Canaan, wo einſt wir mit der Schaar der Frommen, wer weiß wie bald, zu⸗ ſammenkommen, um ewig bei dem Herrn zu ſein. Wie wohl, wie wohl wird uns geſchehen, wenn wir ihn ewig, ewig ſehen in aller himmli⸗ ſchem Verein! —————————y—————————— 251. 7. September. Die Wege des Herrn ſind eitel Güte und Wahr⸗ heit.(Pſ. 25, 10.) Wie groß iſt deine Güte, die du ver⸗ borgen haſt denen, die dich fürchten. Gelobt ſei der Herr, daß er hat eine wunderliche Güte mir bewieſen. (Pf. 31, 20. 22.) Wer auf den Herrn hoffet, den wird die Güte umfangen.(Pſ. 32, 10.) 432 Wer die Guͤte des Herrn erfaͤhrt, der kann nicht genug Ruͤhmens von ihr machen, wie David in allen ſeinen Pſfal⸗ men. Schien es ihm wohl manchmal, ſie habe ein Ende, daß er ausrief: Iſt's denn ganz und gar aus mit deiner Guͤte? —õ hat denn Gott vergeſſen, gnaͤdig zu ſein?(Pſ. 77, 9. 10.) ſo dachte er an die Thaten des Herrn, an die vorigen Wunder, die er an ihm und ſeinem Volke bewieſen hat, und dann konnte er ſich nicht mehr halten, gleich wieder die Guͤte des Herrn zu ruͤhmen und ſich derſelben zu freuen. Der Herr bleibt immer derſelbe, immer die uͤberſchwengliche Guͤte, auch wenn er uns anders erſcheint. Das vergiß nicht, Lieber! denn er wird dich, wenn du ihn und ſeine Guͤte gleich in ihrer gan⸗ zen Groͤße erfahren haͤtteſt, doch wieder in ſolche Umſtaͤnde von innen und außen kommen laſſen, daß es dir Muͤhe macht zu glauben, daß er noch gut ſei, wenigſtens wirſt du ſtark verſucht werden, zu zweifeln, ob er dir noch gut ſei. Da mache es wie David, denke an die vorigen Wunder ſeiner Guͤte, die er an deinem Herzen, oder an andern„bewieſen hat. Oft aber wird er dir, wenn du ihn anders innig und bruͤnſtig, treu und beſtaͤndig lieb haſt, ſo gut erſcheinen, daß du wieder Muͤhe haſt zu glauben, ob er es denn wirklich ſei, ob es nicht Taͤuſchung oder Betrug ſei; weil du nicht begrei⸗ fen kannſt, warum er gegen dich ſo gut und freundlich iſt. Und je mehr du dich vor ihm beugſt und dich ſeiner Guͤte un⸗ wuͤrdig achteſt, deſto mehr wird er dich mit Gnade und Huld uͤberſchuͤtten. Darum ſei demuͤthig, wenn er freundlich und gnaͤdig iſt, und ſei unverzagt und zuverſichtlich, wenn er un⸗ gnaͤdig und unfreundlich ſcheint. Mel. 119. Wie ſchön leucht’t uns. Oder: Gott, unſer Gott, wir danken. 1. Mein Herr iſt unbeſchreiblich gut, und was er täglich an mir thut, kann Niemand beſſer machen. Sein Herz, ſein Wort, ſein Geiſt, ſein Blut, ſein duldender, ſein ſanfter Muth ſind unerhörte Sachen. daßt nit feinem 2. gegen m richt, we tg, und un Liebe 3. E Sünden nich ger gends ſ Fluch un 4. 1 noch in Noth Stünd ach, n 5. ſcich und wa du, Je Wabrii ie Dwd in e chmal, ſer. b dig u ſin earn, an d bolle devi⸗ zu de baſhd 8216 4 Das degiß ſin gt 8e doch wide luſſn, daß f, vſ 8i od a dir Hatſi un die ur zmaſ Iha en, oder an 1 ben 3 venn du il K izt ich haſt, ſog ſ ben, ob erE dich ſo gutſe ian da dich mi üchig, vm Fe mdäht und zuverſi 2 Ddert Gett, n. arwkh h gut, und 4* tigli n den her, nrſt Sen den e uns Säündenſchlamm ſein Angeſicht bedecken. 433 Laßt mich ewig mit Verlangen an ihm hangen, und mit Freuden unter ſeinem Stabe weiden. 2. Wo iſt ein ſolcher guter Herr, der alle Tage freundlicher ſich gegen mich bezeiget? Ich weiß, ſo wahr er mir vergiebt, ich weiß nicht, was er an mir liebt, und was ihn zu mir neiget. Heftig, kräf⸗ tig, unbeſchreiblich, ganz ungläublich ſind die Triebe ſeiner wunderba⸗ ren Liebe. 3. Er iſt mein Gott, und wird mein Lamm. Er läßt mit meinem Sein treuer Sinn macht mich gerecht. Er dient mir als ein armer Knecht, und läßt mich nir⸗ gends ſtecken. Ruthen, bluten, Dornenſpitzen, hölliſch Schwitzen, Fluch und Sterben leidet er für mein Verderben. 4. Ach, lieber Herr, wer bin ich doch? und was empfind' ich heute noch in dem vergift'ten Herzen? Iſt's möglich, bringt dich meine Noth durch Macht der Liebe bis in Tod, in unerhörte Schmerzen? Stündlich, ſündlich, blind und ſchändlich, unerkänntlich, wüſt' und öde, ach, mein Herr, ich bin zu ſchnöde! 5. So oft mein Herz ſich ſelbſt erblickt, ſo oft fühl' ich mich unge⸗ ſchickt zu allen deinen Sachen. Was aber dich nicht liebt und ehrt, und was mein eignes Heil zerſtört, das kann ich hurtig machen. Kannſt du, Jeſu! mich noch achten und betrachten, und mich lieben?— Wahrlich ja, es ſteht geſchrieben. Waf. ——————————————y—y——yy—— 252. 8. September. Hoffnung macht nicht zu Schanden.— Iſt ja Chriſtus, da wir noch elend waren, zur beſtimmten Zeit ſür uns Gottloſe geſtorben. Nun wird kaum je⸗ mand für einen Gerechten ſterben; für einen Wohl⸗ thäter möchte vielleicht jemand ſterben wollen.(Kdm. 5,5 —1) Chriſtus litt für unſre Sünden, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte. d Perr. 3, 18.) Der Gekreuzigte muß dir immer wieder vor dein Auge treten. Dieſes Bild der reizendſten Liebe Gottes muß i 28 6 434 deiner Seele mit ſolchen lebhaften Farben abgemalt ſein, daß es keine Menſchenhand, keine Hoͤllenmacht, keine Zeit und kein Tod mehr ausloͤſchen kann. Darum gehe immer wieder und wieder nach Golgatha, ſchaue heute, wie geſtern und ehege⸗ ſtern, und morgen und alle Tage auf den Gerechten, den die Liebe zu den Ungerechten toͤdtete; auf den Heiligen, den Mit⸗ leiden zu den Suͤndern durchbohrte und toͤdtlich verwundete; laß ihn in dieſer allerſchoͤnſten Geſtalt— nicht voruͤbergehen vor deinem Auge, ſondern ſtille ſtehen, faſſe ihn bleibend in dein Auge und in dein Herz, daß du Seiner nicht mehr los werden koͤnnteſt, wenn du auch wollteſt. Dieſer Standpunkt unter dem Kreuze iſt es, von dem alle wahre Chriſten— nicht aus⸗, nicht weggehen, ſondern wo ſie Alle zuſammen⸗ treffen und innig und ewig verbunden werden; wo ſie wie da⸗ hin gegoſſen, wie angeheftet bleiben— wie mit ihm angena⸗ gelt. Die Liebe heftet und haͤlt ſtaͤrker, feſter an, als eiſerne Naͤgel. Ach, wer ihn, ihn am Kreuze ſo leicht verlieren und vergeſſen kann, der beweine ſein kaltes Herz, der halte ſich fuͤr den Elendeſten und eile, eile zum Kreuze, bis er es in ſein Herz gepflanzet hat, wie eine lebendige Pflanze, die mit ihm waͤchſt und lebt, ohne je wieder zu verwelken oder zu ſterben. Mel. 36. Verſöhner Gottes. Oder: Herzliebſter Jeſu, was haſt du verbrochen. 1. Hier ſteh' ich, Vater, bei des Sohnes Kreuze, ganz außer mir vor göttlich ſchönem Reize der Liebe, die aus ſeinem Tode ſtrahlet, mit Blut ſich malet. 2. Unmöglich kann die Liebe höher ſteigen; wie du ſie zeigſt, kann kein Geſchöpf ſie zeigen; nichts bleibt uns übrig, als zurückzutreten und anzubeten. 3. Du giebſt den Sohn; was kannſt du Größres ſchenken? Der Sohn, entbrannt auf unſer Heil zu denken, bedenkt ſich nicht, ſein Himmelreich, ſein Leben, für uns zu geben. 4. Kaum läßt ſich Jemand für den Frommen tödten„viel wär' es für den beſten Freund in Nöthen. Er will für Sünder, für der Feinde Schulden, den Tod erdulden. — oöher ſteigen; leibt uns übt kannſt du Er zu denken 1 8 Te 25 ſe 1 6 4 u 1 a iſh N iu rhu uns ohne ſie ewig verborgen geblieben waͤre. 435 5. Das iſt das Werk der allerhöchſten Liebe! daß dieſe nicht der Welt verborgen bliebe, muß Golgatha der Sonne Glanz verdunkeln; denn Sie ſoll funkeln. 6. Sie iſt die Sonne, ſie, die nun Verklärte, die Sünder⸗Liebe, die ſich ſelbſt verzehrte, die heiß und rauchend in dem Blut gefloſſen, das Gott vergoſſen. 7. Hier iſt der Vorhang ganz und gar zerriſſen; hier läßt die Lieb⸗ uns ihr Geheimniß wiſſen. Was ſo viel Schattenbilder ſonſt ver⸗ ſtecket, wird hier entdecket. 8. Sie ſprach: Ich bin's. Sie ſtand wie Felſenklippen; ſie nahm den Kuß von Judas falſchen Lippen. Sie, ganz verlaſſen von den beſten Freunden, gab ſich den Feinden. 9. Sie ging und trug mit Schmerz, mit bitterm Hohne die auf ihr Haupt gedrückte Dornenkrone. Sie trug, die Liebe,(Gott! was iſt woßl treuer? 12 d das u Holk zum Feueri Waf. 9. September. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, als allein Jeſum Chriſtum, und zwar den Gekreuzigten.( Cor. 2,2.) Folget mir, lieben Brüder, und ſehet auf die, die alſo wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habt; denn viele wandeln, wie ich 253. euch oft geſagt habe, nun aber ſage ich's euch mit Thrä⸗ nen, als Feinde des Kreuzes Chriſti.(Phu. 3,17. 18) Wer Jeſum, den Gekreuzigten, ſo weiß, daß er alles andere Wiſſen daruͤber vergißt, und nichts mehr wiſſen will, als ihn, der weiß Jeſum, wie Paulus ihn wußte; und der hat den Himmelsſchluͤſſel zur Erkenntniß Gottes und zu allen Geheimniſſen der Gottheit gefunden; denn die am Kreuze ſich fuͤr uns opfernde Liebe Gottes ſchließt uns Alles auf, was Dieſes Wiſ⸗ ſen des Gekreuzigten iſt aber kein gemeines, gewoͤhnliches Wiſſen, wie man geleſene oder gehoͤrte Zeitungs⸗Artikel weiß 28* — ⁰—— 436 und fuͤr wahr haͤlt, wenn ſie wahrſcheinlich dargeſtellt ſind. Dies Wiſſen muß ein lebendiges, Geiſt, Seele und Leib durch⸗ dringendes, den ganzen Menſchen ergreifendes und heiligendes Wiſſen ſein. Denn Paulus ſagt von einigen Philippern, die Jeſum, den Gekreuzigten, gewiß auch wußten, ſein Verdienſt kannten, ſich deſſen ruͤhmten und darauf verließen,— mit Thraͤnen: ſie wandeln als Feinde des Kreuzes Chriſti, ihr Ende iſt— die Verdammniß; warum? weil bei allem Wiſ⸗ ſen des Gekreuzigten dennoch der Bauch ihr Gott war und ſie ihre Ehre in der Schande ſuchten. Darum muß der Glaube und die Erkenntniß des Gekreuzigten ſo auf dein Herz wirken, daß er, der Gekreuzigte, dein Gott und Herr wird; daß du ihm, und nicht mehr deinem Bauche Gottesdienſt er⸗ zeigeſt, nicht mehr der Welt und der Suͤnde oder deinem Fleiſche, ſondern dem lebendigen Gott dieneſt. Liebe erzeugt Liebe. Weißt du, daß Chriſtus ſich fuͤr dich opferte, ſo ſollſt du dich auch fuͤr ihn opfern. Hat er dich geliebet bis in den Tod des Kreuzes, und kennſt, weißt, glaubſt du dieſe Liebe, wie kann dein Herz ohne alle aufopfernde Liebe gegen ihn bleiben? Kannſt du alſo ſagen in der Wahrheit: Ich weiſs nichts als Jeſum, den Gekreuzigten? Wehe dir, wenn das nur deine Zunge ſpricht, und dein Wandel und Sinn dich als Feind des Kreuzes Chriſti darſtellt! Mel. Wie die vorige.(Fortſetzung.) 10. Seht, Menſchen, die ihr Jeſu Tod betrachtet, ihr, die ihr noch auf ſeine Marter achtet, ſeht dieſe Lieb' aus ſeinen Wundenmaa⸗ len recht göttlich ſtrahlen! 11. Sie iſt der Himmelſchlüſſel zur Erkenntniß; ſie öffnet erſt den Blinden das Verſtändniß; durch ihre Macht wird Sinn, Herz und Gewiſſen dahin geriſſen. 12. Nun wirkt die Lieb' ein himmelfeſtes Schwoͤren, von nun an keinen Andern zu begehren, als dieſen Herrn, den unbeſchreiblich Gnu⸗ ten, in Liebesfluthen. le rufopfert ſtellt! erigt.(Ne edrn wiit, 1u Tunit e u 1 A Sir un Imd In T H, Pe deeſe Lieb 1 (ir Etn re Nact 8 eeehs Te u Wer die Braut hat, 437 13. Mein Gott und Herr! ich mag nichts Anders wiſſen, nichts denken, ſuchen, glanben und genießen; ſonſt nichts bekennen, lehren, ſingen, ſagen, in meinen Tagen. b 114. Nichts, als dein ganz erſtaunlich großes Lieben, ſei Lebenlang tief in mein Herz geſchrieben. Nur dieſes laß mir in der Todesſtunde zum Licht und Grunde! 15. So ſag' ich's noch auf meinem Sterbebette: Was hätt' ich, wenn ich nicht ſein Lieben hätte? Dies Lieben ſoll mein letzter Odem preiſen, ſo will ich reiſen. 16. So hab' ich g'nug auf Zeit und Ewigkeiten, ſie wird mir dort die Stätte zubereiten; ſie werd' ich ſchauen, ſie werd' ich erhöhen und ganz verſtehen. 17. O Gott! hier iſt ein Tröpflein ſchon ſo ſüße, wenn ich in dei⸗ ner heißen Lieb' zerfließe; was wird das ganze Meer in jenem Leben für Wonne geben? 18. Mein Herz entbrennt, ich denke, ſing' und ſage, und wenn ich alle meine Brüder frage, ſo ſagen ſie von deiner Lieb', o König! noch viel zu wenig. 19. Nur lallen kann ich, weil doch iyr Erquicken mir ganz unmög⸗ lich wird recht auszudrücken. Vor ſeinem Thron, da wird es mir ge⸗ lingen, mich ſatt zu ſingen. Waf. ——ꝛ——— 10. September. AUnd wenn er es gefunden hat, legt er es auf ſeine Achſeln mit Freuden.— So freuen ſich die Engel Gottes über einen Sünder, der Buße thut.(euc. 15,5.10) der iſt der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber ſteht da, und hört ihn, und freut ſich hoch über die Stimme des Bräutigams. Dieſe meine Freude iſt nun erfüllet.(Joh. 3,29.) Johannes ſah die Schaͤflein zum Hirten, die Braut zum Braͤutigam kommen, wie ſollte er, als ein treuer Freund des Braͤutigams ſich nicht freuen? Juͤnger ſammelten ſich um Jeſu her. Deß freut ſich der Vorlaͤufer und Hochzeitlader. 254. —— 8— — —ÿÿöm—õÿõÿüÿõ —————— —— ——C—⸗———————Z—P— ¼ ——— ☛— —— 3 438 Wenn die Geladenen zum Mahle eilen, ſeien es Kruͤppel, Lahme, Blinde, von den Zaͤunen oder von den Landſtraßen, wenn ſie nur kommen, daß das Haus des Herrn voll werde; ſo freuen ſich die treuen Knechte und iſt ihnen nur Leid um die, welche zuruͤckbleiben und ſich mit ihren Ochſen, Weibern und Guͤtern entſchuldigen. Sollte es nun Lehrer nicht freuen, wenn die Zuhoͤrer nach Jeſu fragen, ihn ſuchen und ihn fin⸗ den? Freuen ſich doch die Engel! Was geht's dieſe an? Sie lieben ihn; darum koͤnnen ſie nicht kalt und gleichguͤltig bleiben, wenn er ſeinen Lohn, den Lohn fuͤr ſeine Schmerzen kriegt, womit er ſein Verlornes geſucht hat. Was geht's dieſe an? fraͤgſt du. Und du freueſt dich doch nicht. So laß es doch dich angehen und dir angelegen ſein, daß der Hirte ſeine Schafe bekommt. Rufe laut in alle Enden und Ecken der Welt hinein, daß die Braut die Stimme des Braͤutigams hoͤrt und zu ihm eilt. Alle Welt, alle Menſchen⸗Seelen ſind ſeine Braut, aber wie viele noch eine entlaufene, vagirende, treuloſe!— Dennoch will er ſie Alle. Man ſoll ſie ihm ru⸗ fen. Ej, ſo ſchlafet doch nicht, bis der Braͤutigam Alles be⸗ ſitzt, was ſein iſt; damit nicht der Satan zum Raube behalte, was eures Braͤutigams iſt. Mel. 95. Das iſt unbeſchreiblich. Oder: Warum ſind der Thränen. 1. O der großen Freude, wenn ein irrend Schaf von des Satans Weide aus dem Sündenſchlaf, gründlich aufgewecket, Gnade ſuchen geht, und die Liebe ſchmecket, die wie Felſen ſteht! 2. O der Freudenthränen, die man fließen läßt! Auf beklemmtes Sehnen folgt ein Jubelfeſt; wenn, Herr, deine Knechte ſolche Wun⸗ der ſehn, die durch deine Rechte, durch dein Wort geſchehn. 3. Ja, des Bräut'gams Stimme, wenn man hört und ſieht, wie ſein Jeuer glimme, wenn er Seelen zieht. Das iſt unſre Freude, un⸗ ſer Lohn und Ruhm, unſers Geiſtes Weide, unſer Eigenthum! 4. Wer kann es beſchreiben, was für Luſt man ſpürt ,wenn ſein ſanftes Treiben ſelbſt die Schafe führt. Wenn er ſeine Beute einge⸗ ſammelt hat, ſo ſind ſeine Leute ſchon vor Freuden ſatt. ng —-— afgeſt 5,( ir ſo Stit * 8. ſenken riſen! 1 Seine Zahl. 439 5. Geht, ihr faulen Schäfer! dient um Lohn und Brod! Schlaft, ihr ſtolzen Schläfer! predigt kalt und todt! Suchet Ruhm und Schätze, ſucht die Gunſt der Welt. Laßt uns, unſre Netze ſind ſchon aufgeſtellt. 6. Wir ſind davon trunken, was ihn ſelbſt entzückt. Alles ſei ver⸗ ſunken, was nach Sodom blickt! Seelen,— ja nur Seelen, Seelen rufen wir zu den Wundenhöhlen, zu der offnen Thür. 7. Macht uns doch ſchon Eine unausſprechlich froh; werden viele Seine, welch ein Jubilo! Lamm! Lamm! deine Weide faßt ſie vhne che Freude Millionenmal! Waf. 25 5 11. September. b Verlaß dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlaß dich nicht auf deinen Verſtand. Gedenke an ihn in allen deinen Wegen, ſo wird er dich recht führen.(Spr. 3, 5. 6.) Kann der Herr, der Heiland, nicht eben ſo uͤber viele Chriſten klagen, wie David uͤber ſeine Nachbarn: Mein iſt bei ihnen vergeſſen im Herzen, wie eines Todten,(Pſ. 31, 13.) der laͤngſt aus den Augen und aus dem Sinne iſt. Ja, vielen iſt er ſo wenig erinnerlich als einer, der vor 1800 Jahren ge⸗ ſtöorben iſt, und den ſie nie gekannt haben. Da heißt es denn auch: Im Tode gedenket man deiner nicht!(Pſ. 6,6.) Wenn kein Leben aus Gott, ſondern der Tod im Herzen iſt, ſo ge— denket das Herz nicht an ſeinen Erloͤſer; kann es auch nicht. Aber wo der Herr im Herzen lebt, da lebt auch ſein Anden⸗ ken; da denkt man nicht nur an ihn, da lebt man in ihm, da iſt das Herz voll Freude uͤber ihn; da ſchaut es ſein holdes Angeſicht, da ſpuͤrt es ſeine Naͤhe, iſt entzuͤckt daruͤber, ver⸗ mi gißt aller andern Dinge, und ſpricht zu ihm: Ich halte dich, Wedde, m ich will dich nicht laſſen.(Hohel. 3,4.) Iſt der Morgenſtern gfür duſt: 34 aufgegangen im Herzen, ſo ſtrahlt er immer ſo ins Auge, daß man ſeiner nicht mehr vergeſſen kann; denn er leuchtet Nacht 440 und Tag, uno geht niemals unter, wenn wir nicht ſelbſt das Auge von ihm abwenden, oder uns Sand in das Auge wer⸗ fen; wenn wir unſer Gemuͤth von Dingen rein bewahren„die den Blick auf ihn verdunkeln und den Himmel der Seele truͤ⸗ ben. Wer ernſtlich reines Herzens und ſelig in ihm ſein will, der weiß wohl auch, daß er ihn nicht einen Augenblick ent⸗ behren kann; der wagt keinen Schritt ohne ihn, weil er ſelbſt gerade zu gehen und im Geleiſe zu bleiben ſo wenig vermag, als ein Kind, das jetzt erſt geboren iſt. Und wer kann leiden ohne ihn? Je mehr alſo Leiden auf uns zudringen, deſto mehr ſollen wir ihn feſthalten und nicht laſſen; denn jedes Kreuzchen zerdruͤckt uns und macht uns ganz ungluͤckſelig, wenn er nicht in uns iſt und die Schwachen ſtaͤrkt, die Sin⸗ kenden ufrichtet, die Verwundeten heilt, die Betruͤbten troͤ⸗ ſtet? O meine liebe Seele! halte ihn, und laß ihn nicht, denr hne ihn iſt all dein Gluͤck dahin. Mel. 109. Jeſu, meines Lebens Lebel. 1. Jeſus ſchwebt mir in Gedanken z Jeſus liegt mir ſtets im Sinn. Von ihm will ich nimmer wanken, weil ich hier im Leben bin. Er iſt meiner Augen Weide, meines Herzens höchſte Freude„meiner Seele ſchönſte Zier. Jeſum halt' ich für und für. 2. Jeſus funkelt mir im Herzen„ wie ein goldnes Sternelein; er vertreibt mir Angſt und Schmerzen; er iſt mein und ich bin ſein. Drum ergreif' ich ihn mit Freuden, muß ich einſt von hinnen ſcheiden. Er iſt in der Nacht mein Licht. Jeſum halt' ich, laß ihn nicht. 3. Jeſus ſoll ir allen Leiden mein getreuer Beiſtand ſein. Nichts, nichts ſoh mich von ihm ſcheiden. Nicht der Hölle heiß'ſte Pein, keine Trübſal, reine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen. Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Jeſum halt' ich, laß ihn nicht. 4. Jeſu eben, Jeſu ſterben„Jeſu einzig eigen ſein, und mit Jeſu dorten erben, halt' ich für Gewinn allein. Jeſu will ich ſein und blei⸗ ben, nichts, nichts ſoll mich von ihm treiben. Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr', Jeſum laß ich nimmermehr! von 1692. ner; Neits lie at ih uih. ſu einjig eigen ta md ni alein. Rir 1t Iſeimf 8.) blet ¼ den! 256. 12. September. Die Reichen müſſen darben und hungern; aber die den Herrn ſuchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gute.— Der Herr iſt nahe bei denen, die zer⸗ brochenes Herzens ſind, und hilft denen, die ein zer⸗ ſchlagen Gemüth haben.(Pſ. 34, 11.19.) Die geiſtlich Reichen, voll ſtolzer Einbildung von ſich ſelbſt, ſind gewoͤhnlich ſehr arm und duͤrftig an wahren Guͤ⸗ tern des Heils, und darben im Geiſte des Gemuͤthes, ſind ohne die lebendige Erfahrung des Herrn, ohne ſeine Liebe, obwohl ſie viel davon ſprechen koͤnnen, und Kopf und Mund immer voll haben. Die ſich aber arm, elend, duͤrftig fuͤhlen, und deswegen nichts in ihnen ſelber, ſondern Alles in dem Herrn, und nur den Herrn ſuchen, ſich in ihrem Gemuͤthe verſammeln und auf ihn und ſeine Gaben warten, die wer⸗ den immer geſaͤttiget, getroͤſtet, erleuchtet und beſeliget. Es kann ihnen nichts fehlen, weil ſie ihn haben. Wie hat, wie bekommt man ihn? Ein zerbrochenes Herz, ein zerſchlage⸗ nes Gerguͤth— hat ihn allemal, ſo oft es ihn will. Ein hochmuͤthiger Geiſt, ein aufgeblaſenes Gemuͤth, ein ſattes, zerſtreutes, leichtſinniges Herz entfernt ihn von ſich, oder ſich vo ihm immer mehr. Willſt du ihn? Haͤtteſt du ihn gern immer nahe? Nun ſo gehe den Weg, auf welchem er den Herzen begegnet; bereite ihm die Herberge, in welcher er gern einkehrt und bleibt. Die heißt— ein zerſchlagenes Ge⸗ muͤth, ein zerbrochenes Herz. Aber wie kann ich immer ſo zerbrochen und zerſchlagen ſein? Wem ſein Herz nicht bricht, ſo oft er ſich zu Gott nahet, der hat ſich— ſeine innere Ge⸗ ſtalt des Herzens im Spiegel der Wahrheit noch nie betrach⸗ tet. Es iſt keine Kunſt, ſein Herz zerbrechen und ſein Ge⸗ 442 * muͤth zerſchlagen. Man darf ſich nur in der wahren Geſtalt ſelbſt anſehen mit Augen, die das Lamm giebt, ſo bricht's von ſelbſt. Und das zieht ihn an, maͤchtiger als alle Vorkehrun⸗ gen, Zubereitungen, Dienſtleiſtungen, Geiſtesuͤbungen u. ſ. w. Wie! alle Welt weiß nun, kann es wiſſen, wo er, und wie er zu finden iſt, und doch haben ihn ſo wenige, ſelbſt fromm und erweckt genannte Herzen! Wenn man ihn weit ſuchen muͤßte, duͤrften wir uns allenfalls entſchuldigen.— Aber im Herzen, ſo nahe, und in einem zerknirſchten— nicht in einem reichlich begabten, oder geiſtreichen, ſondern in einem zerſchla⸗ genen Gemuͤthe kann man ihn haben. Und doch! und doch! wie fern biſt du den Herzen! Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Wohlan! ich will, was Gott mich lehret! Er zeigt mir ja die kürz'ſte Bahn, auf der man ſich zu ihm bekehret. Da trifft man Heil und Leben an. Der Freund klopft an, mein Herz ſteht offen; ich laſſ' ihn ein, ſo kann ich hoffen. 2. Das will ich thun, was er mich lehret; ich ſchreie meinen Hei⸗ land anz ich weiß, daß er die Stimme höret, und daß er kommen will und kann. Wohlanl ſo will ich zu ihm treten und mit zerknirſchtem Herzen beten. 3. Das will ich thun! Herr, laß mich finden— in mir die ſel'ge Traurigkeit, da man die Schuld und Schand' der Sünden vor dir be⸗ weinet und bereut. Zerknirſch' mich, daß ich Armuth fühle; denn meiner Sünden ſind zu viele! 4. Das will ich thun! mein Herr, ich bitte, zerſchlag' mein armes, fündig's Herz, bis daß mein Geiſt und mein Gemüthe verwundet iſt von Reu' und Schmerzl bis daß ich dich im Herzen ſpüre; du gehſt nur durch die enge Thüre. 5. Das will ich thun! mein Heil, ich liebe und faſſe dich mit Glau⸗ benskraft, bis daß dein Geiſt die reinſten Triebe und neues Leben in mir ſchafft! bis daß er mir Verſichrung ſchenket und ganz mich in dein Herz verſenket. 6. Das will ich thunl ich bitt', Herr, ſtärke mit de i iih k iner mächt'gen Gnade mich, daß mein zerbrochnes Herze merke, du giehſt zerſchlagnen un hie Natt der? 4 dtt mich lehretſ Vigt nen n ihn helehnt. rrfft ſtan, nein He und Schand d nich, daß ich ii und mein( ich dih in H el, i— dihm e winſten Ti r nun Her,, türk r dHenx nark 443 Herzen dich, daß ich dich hier und einſt dort oben mit allen Engeln möge loben. ————.——-——————— 257. 13. September. Ueber ein Kleines werdet ihr mich nicht ſehen, und abermal über ein Kleines werdet ihr mich ſehen.— Wenn das Kind geboren iſt, gedenkt(die Mutter) ihrer Wehen nicht mehr.—(Joh. 16, 16— 21.) Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlaſſen, aber mit gro⸗ ßer Barmherzigkeit will ich dich ſammeln.(Jeſ. 54, 75 Wie der Heiland ſeine Juͤnger fuͤhrte, ſo fuͤhrt er alle ſeine Lieben, die ihm von ganzem Herzen anhangen und ſich unbedingt von ihm fuͤhren laſſen;(denn die ſich ſelbſt fuͤhren, gehen ihre eignen Wege, und kennen den Weg des Herrn, den Weg des Friedens nicht.) Sie waren immer ſelig und wie im Himmel, wenn ſie ihn ſahen und in ihrer Mitte hatten. Aber Traurigkeit erfuͤllte ihr Herz, wenn ſie ihn aus den Augen verloren. Deſto mehr erhoͤhte ſich ihre Freudigkeit, als ſie ihn, nachdem ſie ihn ſchon ganz todt und verloren glaub⸗ ten, wiederſahen. So fuͤhrt Jeſus noch die frommen, innigen Seelen; er offenbart ſich ihnen eine Weile in großer Freund⸗ lichkeit, und ſie ſind dabei wie im Himmelz er entzieht ſich ihren innern Augen wieder, und ſie ſind wie in der Hoͤlle, in der groͤßten Troſtloſigkeit. Er kommt wieder; ihr Himmel wird noch ſchoͤner und herrlicher, und immer ſchoͤner und im⸗ mer herrlicher, je oͤfter er ſich wieder dem Herzen mittheilt und ſeine Naͤhe und Freundlichkeit offenbaret. Aber auch ihre Hoͤlle, ihre Traurigkeit, ihr Schmerz wird immer groͤßer, peinlicher, je oͤfter er ſich verbirgt und ſie nicht wiſſen, nicht glauben koͤnnen, daß ſie ihn wiederfinden, wiederſehen werden. Warum wollen ſie das nicht wiſſen? hat er es doch ſelbſt 444 geſagt: Ueber ein Kleines werdet ihr mich wiederſehen und euch freuen?— Das glaubt und hofft die arme Seele wohl, aber nicht ſo lebendig und freudig, daß ſie den Schmerz ſeiner ſcheinbaren Abweſenheit nicht fuͤhlte. Und den muß ſie auch fuͤhlen, als Geburtsſchmerzen der hoͤhern Freuden, die ihr be⸗ reitet ſind. Muͤſſen doch jeder Geburt Schmerzen vorange⸗ hen und ſie begleiten. Sollte die Seele, in der Chriſtus, das beſte, das einzig wahre ewige Leben, geboren werden und eine Geſtalt gewinnen ſoll, nicht Wehen bei dieſer ſeligſten und gluͤcklichſten Geburt empfinden? Der Gekreuzigte kann nicht ohne Kreuz in dein Herz verpflanzet, der Mann der Schmer⸗ zen nicht ohne Schmerz dein werden. Mel. 119. Gott, unſer Gott, wir danken. Oder: Wie ſchön leucht't uns der ꝛc. 1. O Gottes Sohn von Ewigkeit, wie ſelig war dieſelbe Zeit„ da man dich hat geſehen! Ihr Augen voller Herrlichkeit! Ihr Ohren voller Lieblichkeit, wie wohl iſt euch geſchehen? Viele, viele Maje⸗ ſtäter n Propheten wollten ſchauen, was die Jünger konnt' erbauen. 2. Doch war nur eine kleine Friſt, daß ſolches Licht erſchienen iſt im Fleiſch und Wunderblicken. Bald, ſprach der Herr, bald wird es ſein, ſo werd euch nicht mehr dieſer Schein durchs Angeſicht erquicken. Ein klein Stündlein muß ich ſcheiden und viel leiden„ und entſchlafen; ich trag' eurer Sünden Strafen. 3. Zwar iſt er drauf erſtanden bald in ſchöner Klarheit und Geſtalt, war vierzig Tag' auf Erden. Doch dann ſollt' ihnen abermal der freudenvolle Sonnenſtrahl binweggenommen werden. Selig ewig, die nicht ſehen, doch beſtehen feſt im Glauben! Dieſen Troſt kann Niemand rauben. 4. Drum, liebe Seel', ermuntre dich, dein Jeſus bleibt unſicht⸗ barlich, er ruht in deinem Herzen! Eil hüte dich vors Teuſels Strick, es iſt ein kleiner Augenblick ſo wirſt du mich verſcherzen. Mit mir, in dir, ſollſt du kämpfen; ich will dämpfen alle Sünden, Welt und Satan überwinden. 5. Allein wie kommt's, Herr Jeſu Chriſt, daß du mir oft ſo ferne biſt mit deinem Licht im Glauben. Wie mancher Seufzer flieget aus und bringt kein Oelblatt mir zu Haus, wie Noah ſeine Tauben? in. Ddn. Di het vie ſii den doler hen nen, das de Bald, ſprachd den und diel! zad i ſchine de itndg Doch dan ſoll a aml ggenomnen. Sähh Pin Glunben fer dſt * ſtt usden — felbe zn el Ind ach geſtehen, In —, diel N D unt ain feiüjen 18, bad u and eſte 445 Stille, Wille, laß dein Girren und Verwirren, mein Vertrauen muß auf Gott ohn' Fühlen bauen. 6. Ein Weib, wenn ſie gebären ſoll, befindet ſich der Schmerzen voll und weiß von keiner Freude. Bald, wenn der Menſch zur Welt gebracht, gedenkt ſie nur an Gottes Macht und weiß von keinem Leide. Warum? Darum, daß die Plage, Angſt und Klage unterm Zagen edle Früchte hat getragen. 7. So iſt der Glaube manches Mal in großer Noth, in Furcht und Qual und klagt, man ſei verlaſſen. Halt im Gedächtniß Jeſu Tod und deſſen wundergroße Noth, der ſchreiet gleichermaßen. Blinder Sünder, der da meinet, wenn man weinet, Gott ſei ferne. In der Nacht gehn auf die Sterne. 8. Durch ſolche Weg' geht Chriſtus hin und lenket ſeines Vaters Sinn, wie er vorhin gegangen. Ein Kleines läßt er ſich nicht ſehn, wird aber in dir auferſtehn; er hält ſich nur gefangen. Auf! auf! Sein Lauf iſt die Sonne, meine Wonnez nichts denn Segen folget mir auf dieſen Wegen. 9. Und ſollt' ich mit der Kreuzgeſtalt, die du, mein Heil getragen, bald bis in den Tod dich ehren; ſo iſt's doch ein geringes Nu, darauf mir bald, bald folget Ruh' in Freuden ohn Aufhören. Endlich werd' ich Jubilate und Cantate fröhlich ſingen. Drum will ich nur tapfer ringen. J. J. Breithpt. ——————— —————— 14. September. Gott hat uns nicht geſetzt zum Zorn,(zur Ver⸗ dammniß,) ſondern die Seligkeit zu beſitzen durch un⸗ ſern Herrn Jeſum Chriſtum. d Thefſ. 5, 9.) Wir müſſen Gott danken allezeit, daß uns Gott erwählet hat zur Seligkeit durch Heiligung des Geiſtes, und den Glau⸗ ben an die Wahrheit.(Theſſ. 2, 12.) Seligkeit, Seligkeit hat uns Gott zugedacht von Ewig⸗ keit. Wer kann dafuͤr genug danken? Aber worin beſteht dieſe Seligkeit? In keinem bloßen Wahn. Der Heiland er⸗ klaͤrt es uns(Matth. 5, 3— 11.), worin die wahre Seligkeit beſtehe. Man pruͤfe ſeine Seligkeit an dieſem aͤchten, untruͤg⸗ 258. 446 lichen Pruͤfſtein. Es iſt auffallend, daß der Heiland die Se⸗ ligkeit der Kinder Gottes auf Erden ganz in Widerſpruch ſetzt mit der geprieſenen Gluͤckſeligkeit der Welt. Armuth, Hun⸗ ger, Leidweiſen, Verfolgung, ein reines Herz, ſind Dinge, die die ganze Welt ungluͤcklich machen; und die Kinder Gottes machen eben dieſe Dinge ſelig. Ein Reicher kann im Reiche Gottes nicht ſelig werden, wenn er nicht arm im Geiſte wird, wenn er nicht ſein ganzes Herz von allem zeitlichen und geiſt⸗ lichen Reichthume losreißt und arm und duͤrftig zu Jeſu flieht, um ſeiner unerforſchlichen Reichthuͤmer der Gnade theilhaftig zu werden. Ein Satter, Gluͤcklicher, Ueppiger kann nicht ſe⸗ lig in Gott werden, wenn er nicht alle ſeine Wolluͤſte ver⸗ leugnet, und hungert und duͤrſtet nach Gerechtigkeit, die Gott durch Jeſum Chriſtum darreicht im Glauben. Ein luſtiger, leichtſinniger Suͤnder kann nicht ſelig werden, wenn er nicht trauert und Leid traͤgt uͤber ſein luſtiges Leben, und die Freude und den Frieden in Chriſto ſucht. Ein Wuͤſtling, deſſen Ge⸗ muͤth von allerlei Luͤſten erfuͤllt iſt, kann nicht ſelig ſein, wenn er nicht alle unreine Begierden, die er durch Fleiſches⸗Luſt, oder durch Rache, oder durch einen andern ſinnlichen Genuß zu befriedigen ſucht, aus ſeinem Herzen verbannt, und ſeine einzige Luſt nur in Chriſto und der Gemeinſchaft mit ihm ſucht. Zu dieſer Seligkeit ſind wir berufen, die in der Ar⸗ muth des Geiſtes, im Hunger nach Gerechtigkeit, und in einem Herzen, das der Welt der Suͤnde geſtorben iſt, allein zu Hauſe iſt, und nur durch das Anhangen an Chriſtum im Glauben zu finden iſt; der der Urheber unſrer wahren Selig⸗ keit geworden iſt; der arm ward„damit wir durch ſeine Ar⸗ muth reich wuͤrden; der hungerte und durſtete„ um uns zu ſaͤttigen; der ſtatt der himmliſchen Freude, die ihm zu Gebote ſtand, das Kreuz erduldete, damit wir durch ſeinen Schmerz zur wahren Seligkeit gelangen moͤchten. Mel. 95. Das iſt unbeſchreiblich. 1. Selig, die da dürſten nach Gerechtigkeit; von dem Himmelsfür⸗ ſten iſt ihr Ehrenkleid. Schnöde Sündenwerke hab' ich viel von mir; zu dem Guten Stärke kommt nur, Herr, von dir. 2. Selig ſind die Armen, ihnen iſt das Reich; göttliches Erbar⸗ men macht ſie Jeſu gleich. Die ihr Nichts erkennen, ſie ſind hochbe⸗ gabt; die von Sehnſucht brennen, werden ſanft gelabt. 3. Selig ſind die Reinen, denn ſie ſchauen Gott. Aber die nur ſcheinen, trifft am Ende Spott. Herr, ich dürſt' und darbe, wahr⸗ haft rein zu ſein; deines Blutes Farbe macht mich hell und rein. 259. 15. September. Wie hat doch der Herr die Leute ſo lieb! GMoſ. 33, 3) Wo iſt ein ſolcher Gott, wie du biſt? der die Sünde vergiebt, und erläſſet die Miſſethat.— Er in luſtiges deg ddiß wird alle unſre Sünde in die Tiefe des Meeres wer⸗ it. Ein W fen.(Mich. 7, 18. 19.) Der niemand Unrecht gethan hat.— 1 n Aber der Herr wollte ihn ſo zerſchlagen.— Durch ſein 411 Erkenntniß wird er, der Gerechte, viele gerecht ma⸗ chen; denn er trägt ihre Sünden.(Jeſ. 53,9— 11.) Das unbegreiflichſte und anbetungswuͤrdigſte aller Wun⸗ der iſt die Liebe Gottes in Chriſto, auf die wir immer wieder zuruͤckkommen, bei der wir immer ſtehen bleiben ſollen; die uns alle Tage neu werden muß. Moſes wunderte ſich ſchon: Wie hat doch der Herr die Leute ſo lieb! die es doch ſo gar nicht verdienen. Er kannte das hartnaͤckige Volk und ſah, wie ſehr Gott ſie liebe. Wenn er nun aber vollends den Sohn Gottes am Kreuze in Blut und Wunden, zerſchlagen und ge⸗ martert, ja als wie von Gott zerſchlagen, erblickt haͤtte, wie wuͤrde ihm geworden ſein? Es beleidigt die weichen, gebil⸗ deten Ohren unſrer Zeitgenoſſen, wenn die Schrift ſagt: Der Herr hat ſeinen Sohn geſchlagen und gemartert. Ich weiß moͤchten. b b b b 448 ihnen aber nicht zu rathen; denn mich duͤnkt es ſchoͤn, wenn gleich unerforſchlich, daß Gott den Gerechten fuͤr die Unge⸗ rechten zerſchlug, nicht um des Schlagens und Plagens wil⸗ len: ſondern, daß er Viele gerecht machte, daß er Samen habe, und die Fuͤlle habe, daß er eine große Menge zur Beute erhalte, daß wir alle Sein wuͤrden. Darum hat Gott ein ſo großes Opfer gebracht, daß er den, der ihm der Liebſte und Wohlgefaͤlligſte war, wie im Zorn behandelte, um die, welche ihn haßten und die ſeinen Zorn verdient hatten, zu ge⸗ winnen und von Gericht und Zorn zu befreien. Laßt uns die⸗ ſes Wunder der Liebe nicht erforſchen, denn dies koͤnnen wir nicht, ſondern genießen; das ſollen und koͤnnen wir mit Got⸗ tes Gnade. Mel. 9. Jeſus Chriſtus blick' dich an. Oder:; Chriſtus, der uns. 1. Ich erwäg' es oft und viel, was dich doch getrieben, uns ohn alles Maaß und Ziel, wie du thatſt, zu lieben; daß du Angſt, Ge⸗ walt und Noth, Schläge, Hohn und Banden, Läſterung und Kreuz und Tod willig ausgeſtanden. 2. War es unſre Würdigkeit? Nein, des Vaters Güte, deines Herzens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe, das hat dich ans Kreuz gebracht, daß kein Menſch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht die Gewiſſen nagte. 3. Welch ein wunderbarer Rath, den man nie ergründet! Welche unerhörte That, als man nirgend findet! Sünden, deren. Gott zum Hohn, Menſchen ſich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn an ſich ſtrenge rächen. 4. Herr, dein Friede ſei mit mir; und auf mein Gewiſſen, wenn es zaget, laß von dir Troſt und Freude fließen! Jeſu, meiner See⸗ len Hort! treib durch deine Schmerzen alle Seelenangſt hinfort fern aus meinem Herzen. 5. Laß mich, wenn ich dich erblick', ſobald Gnade finden, als mein banges Herz erſchrickt über Straf' und Sünden. Sieh', ich fall' zer⸗ knirſcht von Reu', mit wahrhaft'ger Buße und dem Vorſatz beſſ'rer Treu', Jeſu, dir zu Fuße. 6. Nun ich weiß, worauf ich bau', und bei wem ich bleibe, weſſen be lißt Gott aA 5 rane peeen 2, Wind nejm dle 8, 8 ſſͤͤſͤͤͤͤſͤ“ ““ 449 Fürſprach' ich vertrau', und an wen ich gläube. Jeſu, du biſt es allein, welcher mich beſchirmet, wenn gleich alle Höllenpein meinen IH. Held. Geiſt beſtürmet. 260. 16. September. Der Geiſt(Gottes) iſt in den(demüthigen) Len⸗ ten.(Hiob 32, 8.) Betrübet nicht den heiligen Geiſt Got⸗ tes, womit ihr verſiegelt ſeid auf den Tag der Erlö⸗ ſung.(Eph. 4,30.) Ihr aber ſeid nicht fleiſchlich, ſondern geiſtlich, wenn anders der Geiſt Gottes in euch wohnt. (Roͤm. 8, 9.) Geiſtloſer iſt kein Menſch, als der Stolze. Den Demuͤ⸗ thigen nur giebt Gott ſeine Gnade und ſeinen Geiſt; den Stolzen widerſteht er, denn ſie haben des Satans Geiſt. Werdet voll heiligen Geiſtes! heißt alſo werdet recht demuͤ⸗ thig; beuget euch recht tief vor Gott in euren Herzen, ſo neigt er ſich zu euch herab und erfuͤllt euch mit ſeinem Geiſte. Das iſt das Geheimniß aller Geheimniſſe, das die Einfaͤltigen wiſſen, das den Stolzen verborgen iſt. Sie ſind ohne Geiſt, alſo ohne wahres Licht, und lernen nie, obwohl ſie immer lernen, was ihnen zum Frieden dient. Wer aber den heiligen Geiſt beſitzt, der bewahre ihn auf dem Wege, auf dem er ihn erlangt hat. Noch tiefer beuge er ſich unter Andere, je mehr ihn Gott durch dieſe große Gabe uͤber Andere erhoͤht hat. Nichts betruͤbt und vertreibt den Geiſt ſo leicht von uns, als Selbſterhe⸗ bung oder Selbſtgenuͤgſamkeit, wenn man nicht achtet auf ſeine Stimme, nicht gehorchet ſeiner Fuͤhrung. Man kann vom Geiſte leicht wieder ins Fleiſch herabſinken, aus einem geiſtlichen ein fleiſchlicher Menſch werden, wenn man nicht mit Treue und Demuth im Geiſte wandelt. Ihr Kinder Gottes, die ihr vom Geiſte Gottes getrieben werdet, weil ihr ihn in euch habet, o bewahret dieſes unvergleichbare Gut; die Welt kann euch 29 450 nicht mehr ſchaden, als wenn ihr euch den Geiſt nehmen odes ausloͤſchen laſſet. Betet unablaͤſſig um den heiligen Geiſt; bleibet beſtaͤndig in ſeiner Gemeinſchaft, und laſſet euch von ihm wie Kinder leiten, ſtrafen, lehren, troͤſten und bewahren. Mel. 9. Jeſus Chriſtus blick' dich an. 1. O du Geiſt der Herrlichteit! Geiſt der Kraft und Liebe, ſchenk' ans jetzt und allezeit deine ſel'gen Triebe!— Sünder ſind es zwar nicht werth, daß ſie dich verlangen; doch wer dein mit Ernſt begehrt, ſoll dein Licht empfangen. 2. Denn des heil'gen Lammes Blut iſt für All' gefloſſen; darum wirſt du, höchſtes Gut, reichlich ausgegoſſen.— Da dein Volk ver⸗ ſammelt war mit Gebet und Flehen, hat man an der ganzen Schaar deine Kraft geſehen. 3. Gläubig, fröhlich und entbrannt, und im Geiſt verbunden, machten ſie der Welt bekannt, was ihr Herz empfunden.— Flamm' uns auch ſo brünſtig an, fülle uns mit Segen, daß ein jeder fühlen kann, du, Herr! ſeiſt zugegen. 4. Reden, Schweigen, Bitten, Flehn, ja des Herzens Denken, laß in deiner Kraft geſchehn und nach deinem Lenken.— Laß des eig⸗ nen Geiſtes Kraft ganz zu Schanden werden. Denn was dieſer in uns ſchafft, macht uns nur Beſchwerden. 5. Stiller Geiſt! du ſanfter Wind! deiner harrt der Glaube zu⸗ verſichtlich wie ein Kind, niedrig als im Staube.— Mach' uns deines Heils gewiß, wie dein Volk begehret, frei von aller Finſterniß, in dein Bild verkläret! 6. Feu'r des Himmels, zünd' uns an, daß die Liebe brenne, daß dein Volk für Einen Mann muthig ſtreiten könne.— Beten wir, ſo rufe du unſers Vaters Namen! Sprich dem Herzen göttlich zu! Sprich in uns das Amen! Waf. ————————— 5 261. 17. September. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; er iſt zu meiner Rechten, darum werde ich wohl bleiben. (Pſ. 16,8.) Der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die fir m erzeigt Lämm de, weiche War wer y 1, Flehn, ja d nach deinem Lel. n. aden werden. grden. Dind! deiner s im Stunbe. thret, frei von 1 ans an, daß d ii treiten*— Amu Sorich de —y— ember. allezeit bo m werde i icht einer—* gittt: 1 8 brerr, 451 vom Winde hin und her getrieben wird.— Ein Zweif⸗ ler iſt unbeſtändig in allen ſeinen Wegen.(Jac. 1,6. 8.) Thut alles ohne Murren und ohne Zweifel.(Phn. 2,14.) Des Glaubens Gift, Peſtilenz und Tod ſind Wankel⸗ muth und Zweifel, die aus einem unbeſtaͤndigen, ſchwanken⸗ den Gemuͤthe kommen, das gern zweifelt, nicht, weil es an⸗ gefochten wird, ſondern weil es die Wahrheit nicht liebt, und die Zweifel ſelbſt erkuͤnſtelt. Wenn Zweifel nur Anfechtungen ſind und auch oͤfter kommen, ſind ſie nicht anders zu achten, als Muͤcken, die man wegſchlaͤgt. Wenn aber das Herz ſelbſt ſie aufſucht und freiwillig hegt, dann iſt es um den Glauben geſchehen. Ein ſolcher Menſch hat der ernſten Buße und Aenderung ſeines Sinnes noͤthig, muß von vorne anfangen und um ein neues Herz bitten. Sind Zweifel Verſuchungen des Satans, der einen mit hundert Bedenklichkeiten verzagt machen will, indem er das Auge in die Zukunft fuͤhrt, dem verzagten Herzen nur ſeine Schwaͤche, nur die Gefahren, nicht die Kraft und Gnade Gottes zeigt: ſo wird weiter nichts er⸗ fordert, als daß du dein Ohr vom Luͤgenredner abwendeſt und zu Gott und Gottes Wort hinkehreſt, welches dir Muth und Troſt einſpricht, und den Schwachen Kraft, und Staͤrke genug den Unvermoͤgenden verheißt. Vertrauen auf den, der maͤchtig iſt in den Schwachen, iſt der Schild, womit man alle Anfechtungen zur Kleinmuth und Verzagtheit uͤberwinden kann. Ein Blick auf Chriſtum am Kreuze, der nun einmal fuͤr uns gelitten, uns zu ſich gezogen und bisher viele Gnaden erzeigt hat; ein Glaubensblick auf den treuen Hirten, der die gaͤmmer traͤgt, das Schwache ſtaͤrkt, das Verwundete verbin⸗ det, ſchafft Muth und Freudigkeit, und alle Zweifel muͤſſen weichen. Der in dir anfing, wird auch vollenden das gute Werk der Erloͤſung und Heiligung. Er hat vorausgeſehen, wer und wie ſchwach du biſt, und hat doch angefangen. 29* 452 Deine Schwachheit iſt es nicht, die ihn hindert, dich ſelig zu machen; dein Wille und dein Unglaube allein koͤnnen ihn hin⸗ dern, wenn du nicht ernſtlich willſt, ihm nicht unbedingt ver⸗ trauſt, nicht auf Gnade und Ungnade dich ihm hingiebſt, nicht ohne Vorbehalt ſein ſein willſt. Mel. 106. Jeſum über alles. Oder: Freu' dich ſehr, o meine Seele! 1. Ach die zweifelnden Gedanken:„Werd' ich treu und ſtandhaft ſein? Werd' ich ſiegen oder wanken? Wank ich, wird mir Gott verzeihn?“ Dieſer Zweifel ſind ſo viel, dieſe ſuchen, Gott! das Ziel deines Rufes meinen Blicken zu verdunkeln, zu entrücken. 2. Die Verſucher meiner Seele ſagen: Fruchtlos, thöricht ſei's, daß ich fromm zu ſein mich quäle, allzu hoch des Glaubens Preis; ja ſo bimücht iſt, ſo breit nicht der Weg der Seligkeit, wie der ebne Weg der Lüſte, iſt nur Dornenpfad der Wüſte. 3. Aber du haſt auch gelitten, o mein Heiland! nicht für dich; einen harten Kampf geſtritten, der Verſuchnng Kampf für mich. Meine Hülfe ſei denn du! Gieb der müden Seele Ruße Was du haſfeſt, will ich haſſen; du, du kannſt mich nicht verlaſſe 4. Weicht denn, zweifelnde Gedanken:„Werd⸗ ich treu und ſtand⸗ haft ſein? Werd' ich ſiegen? Werd' ich wanken? Wank ich, wird mir Gott verzeihn?“ Mein verſuchter Heiland giebt Hülfe jedem, der ihn liebt, giebt mir heilige Gedanken, Muth und Stärke, nicht zu wanken. Crmr. ————————-————— 262. 18. September. Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke. (Pſ. 18, 5 2) Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott iſt die Liebe— und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.(1 Joh. 4, 8. 16.) Du ſollſt Gott, deinen Herrn, lieben von gan⸗ zem Herzen, von ganzer Seele ꝛc.(Matth. 22, 37.) Willſt doch du nicht nur mit der Zunge, nicht nur mit Worten, ſondern nur mit der That und von Herzen geliebt eadrntel— nrrücken Ben: Fi g, hhorti u ho 34en d a del ee. 1 5* mich. N Seel E Was u 6 verlaſ . ten:„W treu ndſe 19 6 nu. ar bihn ter heid t ſt hiſtſ en, Nuſſ FerStirkz ih —æ mber △ „ Herſt ine Ei der t 4 Gottn wer in* Liele li bleibt i N i. d4 Herrn, zen von r. M”J) der 3u S ucht m. t und a)erzen 453 werden von deinem Bruder, von deinen Kindern und Freun⸗ den! Und Gott ſollte mit deiner Lippen⸗ oder Zungen⸗Liebe, die keine Liebe, ſondern nur eine klingende Schelle iſt, vorlieb nehmen? Nein, wer die herzliche Barmherzigkeit Gottes, die Liebe und Gnade Chriſti kennt, die ſich ganz fuͤr uns ge⸗ opfert hat, mit Leib und Seele, mit allen Kraͤften, der beſinnt ſich keinen Augenblick, ſein ganzes Herz, Leib, Seele und alle Kraͤfte der Liebe Gottes und Jeſu Chriſti ſo vollkommen hin⸗ zugeben, daß er nichts fuͤr ſich uͤbrig behaͤlt; daß er ganz ſei⸗ nes Gottes und Heilandes iſt, ihm lebt und ſtirbt, ſeiner ſelbſt vergißt, ſein Ich ganz aus dem Auge und Andenken verliert, und voll Gottes, voll ſeines Heilandes wird, ihm, nur ihm athmet, geht und ſteht, wacht und ſchlaͤft, arbeitet und ruht... Es iſt auch nicht der Lohn, nicht die Suͤßigkeit und Lieblich⸗ keit, die die Liebe ſchon mit ſich fuͤhrt, oder kuͤnftig verheißt; es iſt nichts Anderes, weder Furcht noch Hoffnung, weder Strafe noch Lohn, weder Schaden, noch Gewinn— was die Liebe treibt und belebt— es iſt nur Liebe, reine Liebe, was die Liebe lieben macht. Es iſt die innere Schoͤnheit, Herr⸗ lichkeit, Guͤte, Unvergleichbarkeit und Liebenswuͤrdigkeit Got⸗ tes und Jeſu Chriſti, was die Seele zur Liebe erweckt, in der Liebe erhaͤlt und immer mehr erhoͤht, je mehr ſie ihn kennen lernt, je mehr ſie ihn lieben lernt. Denn ihr Auge iſt immer auf ihn gerichtet, ſie iſt immer in Gott, und Gott in ihr; ſie wohnt immer in Chriſto, und Chriſtus immer in ihr— ſie ſchauen einander immer an— und werden dadurch immer in Liebe gegen einander entzuͤndet.— Die Liebe waͤchſt; ſo wie das Anſchauen, die Erkenntniß des Geliebten, der Blick auf die Liebenswuͤrdigkeit des Geliebten zunimmt. Darum ſagt Johannes ſo wahr: Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht, denn Gott iſt die Liebe— die Liebenswuͤrdigkeit— wer ihn wonnt, muß ihn lieben; ein Blick auf Gott, auf Chriſtum iſt 454 hinreißend zur Liebe; die Seele kann nicht mehr anders, ſie muß ihn lieben; er iſt zu ſchoͤn, zu lieblich; ſie wuͤßte nicht, wie ſie es machen muͤßte, um ihn nicht zu lieben. Mel. 22. Es kam die gnadenvolle Nacht. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge mich. 1. Ich liebe dich, mein Herr und Gott! dein bin ich lebend und auch todt. Frei ſein begehr' ich nicht ohn“ dich; dir unterwerf⸗ ich gänzlich mich. 2. Nimm mein Gedächtniß und es lenk', daß es an dich allein ge⸗ denk'; nimm den Verſtand, gieb ihm das Licht, daß dir zur Ehr' er alles richt't. 3. Mein Will' ſei dein, und deiner mein; denn dein und mein ſoll Ein Will' ſein. Was du willſt, das gefällt auch mir; Nichts will ich, was migfället dir. 4. Nimm hin, o Herr, dein iſt die Gab— was ich nur bin, und was ich hab’! Mach' du damit, wie dir's gefällt; dir ſei es völlig heimgeſtellt! g 5. Nur deine Gnad', nur deine Lieb' „o Gott, mein Herr! dage⸗ gen giebl! Mit der will ich zufrieden ſein, wenn ich nur dein bin und du mein. 6. Ich lieb' dich, Herr, doch nicht darum, daß ich durch Lieb' in Himmel komm'; nicht, weil dort in der Höllenpein, die dich nicht lie⸗ ben, ſtrafbar ſein. 7. Du, Herr, biſt ja wohl liebenswerth, für mich traf dich das Racheſchwerdt. Sollt' ich denn nun nicht lieben dich, der du ſo theu'r erkaufteſt mich? 8. Wenn ſchon kein Höll', noch Himmel waͤr, ich doch zu lieben dich begehr', umſonſt, um Nichts! gleichwie du mich, o Gott, geliebt, ſo lieb' ich dich. 9. Dich lieb' ich jetzt, auch bis in To d, nur drum, weil du mein Herr und Gott; weil du mein Heiland, und ich dein, wird Lieb' auch dort mein Erbe ſein. 19. September. Denn aus Gnaden ſeid ihr ſeli 7 1 g geworden, durch den Glauben, und daſſelbige n icht aus euch, Gottes iel', 2 G ſein, wen t darun, er Höllen swerth, nicht lieber immel we hwie du! diin hen a ur den n † 11 dur gi. u iijie dih ri d der u oi Tod, m und ich aber. ſelig! nicht at *=, veil un a oird Liha 1 h taf ddoch uth 4⁵5⁵ Gabe iſt es; nicht aus den Werken, auf daß ſich nicht jemand rühme.(Eph. 2,8. 9.) Es iſt nichts Leichteres als ſelig werden, und doch koͤnnen die wenigſten Menſchen dazu kommen. Wenn ein verſchulde⸗ ter Menſch im Thurm fraͤgt: Wie kann ich Schuld⸗ und Banden⸗frei werden? und man ſagt ihm:„Der Mann, dem du ſchuldig biſt, iſt der beſte Mann, klage ihm deine Noth, veuge dich vor ihm, gieb ihm gute Worte, bitte ihn, ſo ſchenkt er dir alle deine Schulden, ſetzt dich in Freiheit und beſchenkt dich obendrein mit großen Reichthuͤmern;“ ſo wird er glauben und das, was er zu thun hat, nicht nur gern thun, ſondern ſagen: Iſt's nur das? das iſt ja ſo viel als nichts, das kann ich ja leicht thun. Und iſt es geſchehen, und er frei und reich gemacht, ſo wird ihm ja der unſinnige Gedanke nicht einfal⸗ len: Ich habe mir meine Freiheit verdient, ſondern er wird ewig bekennen: Ach, mein gnaͤdiger Herr hat mir aus lauter Gnaden und umſonſt Alles vergeben und nich noch reichlich dazu beſchenkt! Wie kann ich ihm genug danken? So den⸗ ken, ſo handeln die Menſchen im Zeitlichen. Aber im Geiſt⸗ lichen, mit ihren Suͤndenſchulden und mit Chriſtus wiſſen ſie gar nicht umzugehen. Das leichteſte Ding von der Welt wird und iſt ihnen das ſchwerſte, wenn ſie es thun ſollen, und haben ſie es gethan, ſo machen ſie das groͤßte Werk und Verdienſt daraus, als haͤtten ſie die Seligkeit verdient. Nun ſagt Paulus in den obigen Worten freilich nicht, daß man nichts zu thun habe um ſelig zu werden, ſondern nur, man ſoll, wenn man ſelig geworden iſt, es nicht ſeinen Werken und ſeinem Thun zuſchreiben, ſich nicht ruͤhmen, als haͤtte man es mit ſeinen Werken verdient. Thun, wirken mußt du allerdings Alles, was du mit der zuvorkommenden Gnade kannſt: Weinen, beten, ſeufzen, flehen, harren, ringen und was dich der gute Geiſt, der dich zur Buße und zum Glauben 45⁵6 leitet, lehrt; aber wenn du es gethan haſt, es ſo wenig achten und ruͤhmen, als wenn du nichts gethan haͤtteſt, und dir die Seligkeit nicht um dieſer Werke willen, ſondern lauter um⸗ ſonſt und aus Gnaden geſchenkt ſei; denn was du gethan haſt, iſt auch ſeine Gnade und ſein Werk in dir. So iſt ja Alles ſein, und dir bleibt— Nichts als Gnade. Mel. 10. Mein Jeſu, ſei gegrüßet. Oder: Wach' auf, mein Herz, und ſinge. 1. Wenn ich zum Richter trete und um Vergebung bete, ſo trau⸗ ich nicht auf Weinen, auf Flehn und redlich Meinen.— Ich danke Gott fürs Weinen und für das redlich Meinen, denn er hat mir's ge⸗ geben, es zeuget ſchon von Leben. 2. Er zählet auch die Thränen; er hört das bange Sehnen; er ſammelt alle Bitten und wird ſie nicht verſchütten.— Sein Werk muß ihm bei Allen von Herzen wohlgefallen. Und wer es nicht empfindet, der iſt noch nicht gegründet. 3. Allein, was mich verſühnet, was mir zum Frieden dienet, iſt nur das Blut des Lammes, die Frucht des Kreuzes⸗Stammes.— Er iſt der Stuhl der Gnade, die güldne Bundeslade, die, vom Verdienſt erfüllet, den Durſt des Glaubens ſtillet. 4. Drum iſt mein erſtes Denken, mich da hinein zu ſenken, hinein in Jeſu Wunden, bis ich ſein Herz gefunden.— Da find' ich viel Ver⸗ geben, das giebt mir neues Leben, die Sünde zu verlaſſen, mich und die Welt zu haſſen. 5. Wenn ich für meine Sünde ſo reiche Gnade finde, da wird mein Herz getaufet; es lebt ſteht auf und laufet.— Es lebt es liebt, es brennet, wenn man ihm Jeſum nennet. So hab' ich in den Wunden die Seligkeit gefunden.»Wat. — —— 264 20. September. Ich ſage euch, meinen Freunden: Fürchtet euch vor denen nicht, die den Leib tödten ꝛc.(euc. 12, 4.) Er ſchämet ſich nicht, ſie ſeine Brüder zu nennen.(Hebr. 2, 11.) Denn wir ſind Glieder ſeines Leibes, von ſeinem Fleiſche, von ſeinem Gebeine.(Eph. 5, 30.) Und nun then 3 1, Wa ce un e willen— 1 das ſei W b uK 68 36*. n. 1 d un. d nddlic Meinen de, un d 4 hete ſ 1 —21.— er 1 ni er hört derſchütt n. Und üe Seen Sein dd * uit mft dad wß das nir riden din t des Kre tammen- Bundesla vom Vaiſ et b nih u ſtAr ſin — unden.— Id ih null— eSinde ☛ aſen, nir iche Gna, davn aufet.—M t, eslitz Soh in den Vwh 1p ————ꝑ ⅜w äber. teunde irctta dten 1:5 9! ider zut Rten. gt ines Le d bon ſir E t Un 1 dir. 8 1 457 ſpricht der, der dich geſchaffen hat:— Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöſet; ich habe dich bei dei⸗ nem Namen gerufen; du biſt mein. So du durchs Waſſer geheſt, will ich bei dir ſein— ſo du durchs Feuer geheſt, ſollſt du nicht brennen.(Jeſ. 43, 1.2) Was kann der Liebe gleichen? Er nennt uns Freunde, Bruͤder; er ſagt zu Jedem: Du biſt mein! Er will in Feuer und Waſſer bei uns ſtehen. Wir ſind ſeines Leibes Glieder, von ſeinem Fleiſch, von ſeinem Gebein! Seele, wie⸗ derhole es dir ſiebenmal, und ſiebenzig ſiebenmal, und freue dich jedesmal inniger und herzlicher, und ſchoͤpfe daraus, was du nur kannſt. Welcher Bruder nimmt ſich ſeiner Bruͤder nicht bruͤderlich an? Welcher Menſch ſieht nicht auf ſeine Glieder, auf ſein eigen Fleiſch und Bein vor allem Andern? Was ſollen wir fuͤrchten, da wir einen ſolchen erhabnen Freund und Bruder haben, ein ſolches Haupt? Wo iſt dein Vertrauen? dein Glaube? deine Liebe zu dieſem großen und doch herablaſſenden Bruder? Stehſt du in ſo engen, bruͤder⸗ lichen, freundſchaftlichem Bunde des Herzens mit ihm? Iſt er dir wirklich, was er dir ſein will und kann? Laͤßt du es ihn ſein? An ihm fehlt es gewiß nicht. Erfaͤhrſt du ihn nicht alſo; o ſo erbarme dich deiner und verſcherze nicht einen Augenblick laͤnger dieſes unausſprechlich große Gluͤck; ver⸗ ſaͤume nicht dieſe unſchaͤtzbare, einzige Gnade, Gott in der Hoͤhe zu deinem Freund und Bruder zu haben, ſeine bruͤder⸗ liche, freundſchaftliche Liebe zu genießen! Unter allen deinen Lieben ſei er dir der Liebſte, unter allen deinen Freunden er der Erſte, Hoͤchſte u’' Beſte. Er will ſich dir ja geben, ſo nimm ihn doch! b Eigne Mel. 118. Oder: Ich habe mich ihm ganz ergeben. 1. Wie wohl iſt mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh'i Ich ſteige aus der Schwermuthshöhle und eile deinen Armen 458 zu; da muß die Nacht des Trauerns ſcheiden, wenn mit ſo angeneh⸗ men Freuden die Liebe ſtrahlt aus deiner Bruſt. Hier iſt mein Him⸗ mel ſchon auf Erden, wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir ſuchet Ruh' und Luſt? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; es ſei alſo, ich trau' ihr nicht, will ſie gleich Liebe mir erweiſen mit falſchem freundlichen Ge⸗ ſicht. In dir vergnügt ſich meine Seele; du biſt mein Freund, den ich erwähle; du bleibſt mein Freund, wenn Freundſchaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den ſtärkſten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu' den Anker reicht. 3 1 3. Will mich des Moſis Eifer drücken, blitzt auf mich des Geſetzes Weh! Droht Straf' und Hölle meinem Rücken, ſo ſteig' ich gläubig in die Höh', und flieh' in deine offne Wunden; da hab' ich ſchon den Ort gefunden, wo mich kein Bann⸗Strahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zuſammen; du biſt mein Heill Wer will verdammen? Die Liebe nimmt ſich meiner an. 4. Führſt du mich in die Kreuzeswuſten, ich folg' und lehne mich auf dich; du nähreſt aus den Wolkenbrüſten und labeſt aus den Felſen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, ſie enden ſich in Lieb' und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willſt herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führeſt du zuvor hinab. 5. Wie iſt mir dann, o Freund der Seelen! ſo wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen; denn du, mein Gott, beſeligſt mich. Laß dieſe Ruh' in dem Gemüthe, nach deiner unbegrenzten Güte, das Vorgefühl des Himmels ſein! Weg Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jeſus„mich erfreuen. O reicher Troſt: Mein Freund iſt mein! Ch. Dessler. 265. 21. September. Die Eltern brachten das Kind Jeſum in den Tem⸗ pel.— Gingen alle Jahre nach Jeruſalem.(auc. 2, 27. 41.) Dann brachten ſie Kinder zu ihm, daß er ſie berühren möchte. Er ſprach: Laſſet die Kinder zu mir kommen melr Enge und 8 — 8 ſed nen8 dicht derg — 1 heißen; eiſen mit Seele: 1 wenn a, wei eicht. rücken, 1 einem Ra de Vande Staz t n Helll 2 — Swüſten, abrüſten! egen, ſie ei nir hat 2 und St er Seelen! Noth und zaß dieſe! 8 Verzef nn als Neiu ! Nichts Freund imber. Kind J ich Jeru ihm, d e Kinde ¹ nih d ſeei ihig ¹Knd ih 1 mn. Tm S pill wim 1 9 und b. ¹ et aum * ſih i ii h weß, n ² hren, dafß hl, wem t † icht zuile ô den Ga s Himm er in! Ak —-âò m in dad AI.(du.29 ſſi beii mit kur 459 und wehret ihnen nicht; denn Solcher iſt das Him⸗ melreich.(Marc. 10, 13. 14.) Das ſchoͤne Beiſpiel der Eltern Jeſu, die Jeſum als Kind in den Tempel brachten und als Knaben mit nach Jeruſalem auf das Feſt nahmen; das Beiſpiel jener frommen Muͤtter, die ihre Kinder zu Jeſu brachten, daß er ihnen die Haͤnde auflegte und ſie ſegnete, iſt ein rechtes Hand⸗ und Hausbuch fuͤr Eltern zur Erziehung der Kinder. Sie koͤnnten daraus Alles lernen, wie ſie es anfangen ſollen, um ihre Kinder gut und ſelig zu machen. Fuͤhret ſie zu Jeſu, bringet ſie in den Tempel der Wahrheit und Liebe; opfert ſie Gott, leget ſie mit Gebet und Flehen dem Heiland ans Herz, denn er druͤckt ſie wirklich gern an ſein Herz. Man konnte ihm keine groͤ⸗ ßere Freude machen, als wenn ihm fromme Eltern ihre Kin⸗ der brachten, ſie zu ſegnen. Wie dort, ſo jetzt. Er iſt der⸗ ſelbe. Das Nichtſehen macht in dieſer Sache nichts. Der Kinderfreund iſt, lebt und ſegnet ungeſehen eben ſo, wie dort, wo man ihn ſah. Seine Freude iſt gleich groß, wenn du, liebe Mutter, lieber Vater, ihm dein Kind im Gebete zufuͤhrſt, es ihm ans Herz legſt und glaubeſt: Nun ſegnet er's, nun legt er ihm ſeine durchbohrten Haͤnde auf, nun druͤckt er es an ſeine himmelvolle Bruſt; nun ſtroͤmt Segen und Friede, Geiſt und Leben aus ſeiner Fuͤlle in die kleine Kinderſeele. Siehe, ſo geſchieht dir, wie du glaubſt; deine Kinder werden geſegnet ſein und bleiben, wenn du es nicht an Ermahnungen, an Handleitung und Belehrung zum Guten fehlen laͤßt. Der Heiland hat den Kindern das Himmelreich beſchieden und ge⸗ radezu verheißen: Solcher iſt das Himmelreich. Das ſollen Eltern bedenken, daß ſie an ihren Kindern Buͤrger des Him⸗ melreichs vor ſich haben, uͤber welche ſie wachen ſollen, wie Engel Gottes, daß ſie dieſelben nicht dem Himmel rauben und der Hoͤlle uͤberliefern. Die unfreundlichen Juͤnger wieſen 460 unfreundlich die Muͤtter mit ihren Kindern ab und wollten ſie nicht zu Jeſu laſſen. Ein Bild unſers Zeitalters, das die Kinder nicht zu Gott, nicht zu Chriſtus laſſen will; ſie ver⸗ ſtehen's nicht, heißt es; es iſt zu fruͤh. Nein, ſagt Jeſus; die ſollen zu mir kommen, wehret ihnen nicht— ich und die Kinder, wir gehoͤren ganz beſonders zuſammen— ich bin vom Himmel gekommen, und ihrer iſt das Himmelreich; ſie ſind meine liebſten Reichsgenoſſen. Selig ſind die Eltern, die das faſſen und darin leben. Mel. 85. O, daß ich tauſend Zungen. Oder: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 1. Der Herr hat euch ein Wort zu ſagen, die ſeiner Lämmer Hüter ſind. Wollt ihr ſie nicht zu Jeſu tragen; er fodert doch ein jedes Kind, als ein euch anvertrautes Pfand gewiß einmal von eurer Hand. 2. Habt ihr das Wort noch nicht vernommen, das er zu euch be⸗ ſonders ſpricht: Laßt eure Kindlein zu mir kommen! was macht ihr? wehret ihnen nicht! Für ſie gehöret Gottes Reich. Kommt, werdet ſelbſt erſt Kindern gleich! 3. O hört's, der Herr bedarf der Kinder, der Luſt für ſeine Herz⸗ lichkeit. So eilet doch zu nichts geſchwinder, als daß ihr ſie ihm Alle reicht. Ja werdet ſelber arm und klein und laßt ihn erſt zu euch hinein! 4. Wollt ihr das wieder niederreißen, was man an zarten Kindern baut? Wollt ihr der Kinder Mörder heißen, die Gott euch heilig anvertraut? Ein unerträͤglich Wehe trifft, wer Aergerniß an Kin⸗ dern ſtift't. 5. Wollt ihr ſie bei dem Wiſſen laſſen und ſtehlet ihnen Jeſus Sinn? Ihr lehrt ſie grobe Sünden laſſen und führet ſie zum Eitlen hin. Das heißt doch ſie der Welt erziehn, weil ſie das Herz dem Herrn ent⸗ziehn. 6. Ihr heißt ſie fromm und ſelig werden, und wißt ſelbſt nicht, was Gnade thut; ſo ändern ſie ſich in Geberden; allein ihr Herz wird nie⸗ mals gut. Sucht ſelbſt als Sünder Gnad' und Ruh', dann reizt die Kindlein auch dazu. 7.„Sei fromm, ſonſt kommſt du in die Hölle!“ Das iſt den Kindern gleich geſagt. Wie nahe Jeſus ſich geſelle zu dem, der ſeine Kinder, zwinder, llein, un hen, was der heißen trift, laſſen u laſen un erziehn, — t fir eim eiir ſeinl * ihn eri ge txr mtaa 3 Om aiß tt ſe mmit . di hmr nden, und eden; al Hnad un in die H. e efebſt ucn 4 Her vi 8 4 dam it = De eſhſ W uf 1 rpgerii u! ſe im 461 Sünd' beklagt, und wie er Sündern freundlich ſei, das geht man meh⸗ rentheils vorbei. 8. Geht hin und fallt vor Jeſu nieder und nehmt die Kinder mit dazu; ſprecht: Herr! wir Sünder kommen wieder, wir können nichts; v zeige du, wie köſtlich, heilſam uns dein Blut, und was das Lamm den Lämmern thut. Waͤf. ——,——,-yõy———— 266. 22. September. Freuet euch und frohlocket; denn groß iſt euer Lohn in dem Himmel.(Matth. 5,12.) Der Gottloſen Hoffnung iſt wie ein Staub, vom Winde verweht.— Aber die Gerechten werden ewiglich leben, und der Herr iſt ihr Lohn.(Weish. 5,15. 16.) So troͤſtet uns der Heiland in ſeinem Worte uͤber die Leiden und Verfolgungen dieſer Zeit. Wahrlich, ein großer Lohn, wenn kein anderer waͤre, als ihn zu ſehen, wie er iſt, und ewig ſein zu ſein! Die Zuͤchtigung, ſo lange ſie hier waͤhret, duͤnkt zwar nicht Freude, ſondern Traurigkeit zu ſein; aber in der Folge bringt ſie denen, die durch ſie geuͤbt werden, eine friedſame Frucht der Gerechtigkeit.(Hebr. 12, 11.) Und man ſchauet dann, was man hier nicht allemal freudig glau⸗ ben kann, daß dieſer Zeit Leiden nicht werth ſind der zukuͤnf⸗ tigen Herrlichkeit, die an uns offenbar wird, wenn wir ihn haben werden von Angeſicht zu Angeſicht.— Ein Blick auf ihn, wie er iſt, muß ſchon unſre ganze Natur veraͤndern, und uns himmliſch und ewig verklaͤren. Was wird es ſein, wenn wir ihn ewig haben und ſchauen. O ihr Augen der Men⸗ ſchen, warum ſehet ihr ſo neugierig umher auf dieſer Erde, wo ihr doch nicht findet den, der eure Seele ewig erfreuen kann? Warum ſchauet ihr nicht im Glauben hinaus auf ihn, deſſen Blick euch ewig befriedigen und beſeligen wird? Wie viel Urſache haben wir alſo bei unſerm Berufe zum himmli⸗ „ 462 ſchen Erbe uns zu freuen auf das Hinuͤberkommen? Wie viel Urſache zu frohlocken; denn der Lohn iſt unbeſchreiblich groß, groͤßer als der Himmel ſelbſt. Wir freuen uns hier ſo ſehr, wenn wir lang vermißte Freunde auf einmal wiederſe⸗ hen, oder einen Mann kennen lernen, deſſen Bekanntſchaft wir lange gern gemacht haͤtten. Was wird es ſein, wenn wit ihn ſehen, kennen lernen von Angeſicht, ihn, vor dem die Engel auf ihren Angeſichtern liegen? Und was werden wir bei ihm und in ihm finden? Alle Lieben, alle Kennenswuͤr⸗ digen, uͤber deren Gemeinſchaft und Umgang die Cherubim ſich freuen? Wie ferne werden alle Feinde, alle Anfechtun⸗ gen und Betruͤbniſſe ſein? Vor ihm iſt Freude die Fuͤlle, und liebliches Weſen zu ſeiner Rechten ewiglich.(Pſ. 16, 11.) Eigne Mel. 31. Oder: Holdſelig's Gotteslamm. 1. Wird das nicht Freude ſein, nach gläubigem Vertrauen, dort ſelbſt den Heiland ſchauen in unſerm Fleiſch und Bein, mit ſeinen hüden Blicken und Worten ſich erquicken? Wird das nicht Freude ſein 2. Wird das nicht Freude ſein, wenn, was der Tod entnommen, uns wird entgegenkommen und jauchzend holen ein? Wenn man wird froh umfaſſen, was thränend man verlaſſen? Wird das nicht Freude ſein? b 3. Wird das nicht Freude ſein, ſehn untern Füßen liegen, womit man hier muß kriegen? Gott dienen engelrein? Von Schmerzen, Leid 3 Verdrüſſen nicht das Geringſte wiſſen. Wird das nicht Freude ſein? 4. O das wird Freude ſein! Weg Güter dieſer Erden ihr Ehren voll Beſchwerden; ihr Freuden auf den Schein! Gehabt euch wohl, r Lieben! Muß ich mich jetzt betrüben; denkt, dort wird Freude fein. —— Schwrts. ————— 267 23. September. Henoch, weil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und ward nicht mehr geſehen. d Moſ. ſiner darin Tenpe zen A durch Band auf Gla Haͤh Der hen, lis a nicht, ihn le uns u uns iſ da ſta ger iſt ii noc 6 un ienü denn, 2 ☛ 0d entnor erd holl Benn mtem lign n dengelrei Giter dis ¹ nen, ifr En Schein D uht an ben; deuſ K i vid in 1 deim ———,—ℳæâæù der. hes Leh hrte ut ht neh e ſer apelke en Stmg vifen. u nühſe 463 5, 24.) Auch Noah war ein frommer Mann, und ohne Wandel(ohne Tadel), und führte ein göttliches Le⸗ ben. d Moſ. 6,9.) Moſes hielt ſich an den Unſichtbaren, als ſähe er ihn.(SHebr. 11,27.) Ein goͤttliches Leben fuͤhren, heißt, in Gott, mit Gott leben, vor ſeinen Augen wandeln, in ſeiner Kraft und Gnade, in der Geiſtes⸗Gemeinſchaft mit ihm ſtehen; ſeiner Einfluͤſſe, ſeiner Naͤhe, ſeines Friedens theilhaftig ſein und das Herz darin leben laſſen. So lebten dieſe Patriarchen. Sie waren Tempel des lebendigen Gottes. Der Herr war ihrem Her⸗ zen Alles; die Liebe Gottes war ausgegoſſen in ihren Herzen durch ſeinen Geiſt; Gott in ihnen und ſie in Gott, durch das Band der Liebe ſo innig mit ihm verbunden, daß ſie nichts auf Erden davon trennen konnte. Das iſt der lebendige Glaube, der ſich an Gott, dem Unſichtbaren, ſo feſt, ſo ſtark haͤlt, als wenn er ihn leibhaft ſaͤhe, als ſtaͤnde er da vor uns. Der zukuͤnftige Chriſtus war ihnen ſchon ſo nahe im Glau⸗ ben, als waͤre er ſchon da. Sollte uns der dageweſene, und 8⁹ bis ans Ende, alle Tage unſichtbar gegenwaͤrtige Chriſtus nicht auch ſo lebhaft nahe ſein im Glauben, als ſchauten wir ihn leibhaftig? Ja, die geiſtige Gegenwart des Herrn muß uns unendlich naͤher ſein, als ſeine leibliche Gegenwart. In uns iſt er uns viel mehr nahe, als wenn er aͤußerlich vor uns da ſtaͤnde. Wer im Glauben an den Unſichtbaren nicht ſeli⸗ ger iſt, als wenn er den Sichtbaren ſehen koͤnnte, deß Glaube iſt noch nicht, wie ihn der Herr haben wollte.(Joh. 20, 29.) Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Wer dächt', daß bei den dunklen Schatten der Väter in der alten Zeit, die kein ſo helles Licht noch hatten, doch eine Herzvertran⸗ lichkeit mit dem, den wir im Fleiſch genießen, den Gang der Frommen könnt verſüßen? 2. Wie tröſtlich finden wir geſchrieben, daß Henoch ſchon dreihun⸗ 464 dert Jahr mit ihm im Umgang iſt geblieben; wie herzvertraulich Noah war mit ihm; das dient uns allzuſammen zum Beiſpiel, die wir von ihm ſtammen. 3. Wie ſchön bei tiefſter Selbſterkenntniß war Abraham mit ihm bekannt, der im vertrautſten Einverſtändniß, im ſüß'ſten Umgang mit ihm ſtand! Wie war vor Freud' er übernommen, wenn er Jehova ſahe kommen. 4. Wie liebte Moſes ſeine Nähe, wie hielt er ſich an Jehova, als ob er ihn leibhaftig ſähe, bis daß er ihn faſt täglich ſah und mit ihm ſo vertraulich redte, als ob er ſeinen Bruder hätte. 5. Auch wiſſen wir, mit welchem Loben der Mund des Davids überfloß, wenn Gott ihn aus der Noth gehoben, und was ſein Herz dabei genoß. Er konnt' beim Tilger ſeiner Sünden den Himmel ſchon auf Erden finden. 6. Wenn Gott ſo nahe war den Frommen, wenn man ſchon dort ſo glücklich war, da Gott noch nicht ins Fleiſch gekommen, ſo iſt's ja doch ganz ſonnenklar: Uns iſt noch mehr mit ihm gegeben, die wir im neuen Bunde leben. 7. So hat ihn Keiner dort gefunden, ſo nah' ihn kein Prophet ge⸗ habt, daß er wie wir an ſeinen Wunden, an ſeinem Tode ſich gelabt. Von fern'’ nur haben ſie geſehen das Wunder, das am Kreuz geſchehen. 8. In welche Seligkeit verſetzet uns ſeine Liebe bis in Tod? Wie wird das Herz durch ihn ergötzet, wenn er uns labt mit Himmelsbrod? Durch ſeinen Umgang überwindet man alle Noth, die ſich noch findet. * Rehl. ——-— —y— — 268. 24. September. Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31,3) Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten.(Pf. 40,12.) Ich aber will in dein Haus gehen auf deine große Güte.(pſ. 5,8.) b Das ſoll eine Antwort ſein, wenn das Herz voll Verwun⸗ derung fraͤgt, wie kann der Herr ein ſo ſchlechtes, ſuͤndiges unwuͤrdiges Weſen ſo lieb haben? Aus lauter Guͤte, ohne 4 —. ebliehen. en z1 j. di dill den erkenntni ſänduiß, er iberno - Abram n m pfften Unmn 9” wenn er 4 vie hiel r 4 ſe ſa* han Relen t ihn fa iih ſch udn Vrnder. 3 5 kaben= und desd dth gehg mnnd veſi loer ſeinr= dden da he b Fronmet ar m man te tins* mmen, pi eben, dan nehr mit 1 den, ſe a er kein Png aden, en tm Tode ſi Vnnder ꝛn Kreu it me ſeine Ims in Tohf in er uns t diit Himmalt an alle N ie ſich mzi 1 ———y eenber. b geliebz rum ſu ter Güſ R. 31,) ge mich iten. gGf⸗ s gehen 8 deine denn da c voll I rein o chtes, ſt⸗ 2 Auaer Git, und nicht in dir wirken laͤßt. 465 dein Verdienſt, ſagt der Herr; ich habe dich von Ewigkeit her ſchon geliebt, wo ich dich in deinen Suͤnden ſah. Es ſtand ihm ja vor ſeinem Auge, ehe wir waren, wie boͤſe und undankbar wir ſein wuͤrden; und dennoch bezeugt er uns ſelbſt, daß er uns in dieſem elenden, haſſenswuͤrdigen Zuſtande gelie⸗ bet und aus Liebe und Guͤte zu ſich gezogen habe. Was iſt doch das fuͤr eine Guͤte? wie kann ſie das Schlechte, das Boͤſe lieben? Ach, ſie liebt nicht das Boͤſe, das in uns iſt, ſondern das Gute, das ſie in uns hervorbringen und wirken will. Sie liebt, das Boͤſe gut zu machen. Fuͤhlſt du dich alſo recht ſchlecht und unwuͤrdig ſeiner Guͤte, ſo ſtoße deswe⸗ gen ſeine gute Hand nicht zuruͤck— ſondern glaube und halte fuͤr gewiß: dieſe gute Hand iſt uͤber dir, um dich gut, rein und heilig zu machen, wie du nach ihrer Abſicht ſein ſollſt. Wehre ihr alſo nicht durch unverſtaͤndige Demuth, ſondern, wenn du das Gute liebſt, ſo laß dich von der guten Gnaden⸗ hand Gottes gut machen, vollbereiten, kraͤftigen und gruͤnden. Willſt du boͤſe bleiben? Das wirſt du bleiben und in Ewig⸗ keit nicht anders werden, wenn du ſeine Guͤte nicht ergreifeſt Bitte lieber mit David, der ſich auch unwuͤrdig und als großer Suͤnder fuͤhlte; bete mit ihm, wie oben(Pſ. 40,12.), und entſchließe dich eben deiner Schwachheit wegen, wie er: Ich aber will in dein Haus gehen, deine Naͤhe, dein Antlitz ſuchen, auf deine große Guͤte vertrauend. In ſein Herz gehen, heißet, in ſein Haus gehen, denn im Herzen wohnet er, wie in ſeinem Hauſe, und wer da im Geiſte und in der Wahrheit betet und bei ihm ver⸗ weilet, der erfaͤhrt ſeine Guͤte und Treue. Da laͤßt er ſein Antiitz uͤber uns leuchten. Mel. 119. Gott, unſer Gott, wir danken. Oder: Wie ſchön leucht't uns der. 1, Komm, glaube, lies und faſſe das, wie lohnt mein Herr den bittern Haß der groben Undankbaren? Erſtaune! denn er liebet 30 —ÿÿäääääÿüää 466 ſie. Nun ſchließe muthig: Liebt er die, die ſeine Feinde waren. dr Sollte, könnte er denn laſſen, könnt' er haſſen, könnt' er fluchen mir komn und andern, die ihn ſuchen? SDen 2. Nein, nein, das kann unmöglich ſein; er liebt, ich faſſ' ihn, er nicht iſt mein, ja mein iſt ſeine Liebe! So wahr er liebt, ich laß ihn nicht, vſ ob auch ſein holdes Angeſicht mich zürnend von ſich triebe. Wenn ich 4 herzlich ſeine Füße feſt umſchließe, glaub' und weine, ſpricht er doch: d Du biſt der Meine. üch 3. Seht, wie er ſeine Arme dehnt und ſich am Kreuz nach Sündern Vol ſehnt, die ſeines Bluts begehren! Wie wallt und brennt ſein reines Mu Herz und wünſcht, ich ſoll für allen Schmerz ihm nur den Lohn ge⸗ uf währen, daß ich ſelbſt mich ihm verſchreibe, bei ihm bleibe, Glauben tt faſſe und mich ſelig machen laſſe. 4. Da bin ich, theures Gotteslamm, zum Lohn für die am Kreu⸗ dre 1 zesſtamm von dir getragne Bürdey! Ach, daß in mir Leib, Seel' und nich Geiſt, ja Alles, was Menſch iſt und heißt, dir ganz geopfert würde! de König, wenig iſt die Gabe, die ich habe, die ich bringe. Doch ſie e macht dich guter Dinge. 5. So wahr du lebſt, mein Gott und Herr„du wirſt mir täglich 9 herrlicher, je länger, deſto lieber! Denn, weil mein Glaube dich na verſteht, ſo weiß ich, wenn's durch Proben geht: Die Proben gehn b ind vorüber. Ewig wird mich mein Begehren, dich zu ehren, nie ge⸗ Yn- reuen, alle Tage mehr erfreuen. Waf. di — ihxe 269. 25. September. an Wer iſt unter euch, der den Herrn fürchtet, der rie ſeines Knechts(Jeſu) Stimme gehorchet?(wer iſt) der im Finſtern wandelt, und ſcheinet ihm nicht? der b M hoffe auf den Namen des Herrn, und verlaſſe ſich auf m ſeinen Gott.(geſ. 50, 10.) Du Elende„über die alle m Wetter gehen! und du Troſtloſe! ſiehe, ich will deine m Steine wie einen Schmuck legen— und großen Frie⸗ 2 den deinen Kindern.(Jeſ. 54, 11.) Um 2. e u So troͤſtet der Herr ſelbſt ſeine betruͤbten, verfolgten, ver⸗ 8 achteten und gedruͤckten glaͤubigen Seelen auf Erden. Ein glaud⸗ und 6 Aa ſrühtg iem E für dem Leih, Sh. ias d e geopfetni abe, din Linge dA tnnd Hen virſ mii Den, Tari Gl Pruhe 34 ji Pria ſegehren, ehr, n. —— — enber. den H ürchtt me geht?(vr dſchein d richt ern, un elaſee ſch Elenz ber der eſel ſi Sh ri gen— rofen ) e betriht— ffölgn Sailen Eden 467 Troſt, der vom Himmel— aus dem Munde des Heilandes kommt durch ſeinen Geiſt; und ſein Wort kommt nicht leer. Denn unſer Gott macht nicht leere Worte und ſpottet unſer nicht in unſerm Elende. Was er verſpricht, das haͤlt er ge⸗ wiß. Sitzeſt du alſo im Finſtern, und ſcheint dir das Licht der Freude und des Troſtes nicht, du haſt aber den Herrn lieb und gehorcheſt ſeiner Stimme, und ſind dir alle ſeine Worte theuer und heilig: o ſo weißt du nun aus ſeinem Munde ſelbſt, daß es dir von ihm erlaubt, ja befohlen iſt, auf ihn zu hoffen, dich auf ihn zu verlaſſen. So wahr er lebt und dieſes geredet hat, ſo gewiß wird dir das Licht des Troſtes und der Huͤlfe wieder aufgehen. Suche nur ihn, ihn, nicht den Troſt, ſo findeſt du beides, ihn und den Troſt. Denn wer ihn hat, was bedarf der noch? Sieh doch, wie er dich aus Mitleid nennt: Du Elende, uͤber die alle Wetter gehen! Er wiiß zu gut, wie es ſeiner Kirche, ſeiner Ge⸗ meinde der Glaͤubigen, ſeinen lieben Schaͤflein geht. Ach, ſie ſind es ja freilich, uͤber die alle Wetter der Verfolgung gehen. Allein er weiß es, und ſieht und verſpricht dagegen auch große Dinge, die nicht auszuſprechen ſind— einen großen Frieden ihren Kindern— allen Kindern Gottes. Ja die Wetter der Truͤbſal bringen einen Frieden, den die nicht kennen, uͤber die nie ein Wetter gekommen iſt. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Wer einſam ſitzt in ſeiner Kammer und ſchwere bittre Thränen weint; wem nur, gefärbt von Noth und Jammer, all das, was ihn umgiebt, erſcheint: der blicke hin auf jenen Lieben, den Lieb' in Noth und Tod getrieben. 2. Die Zukunft liegt in öder Dürre entſetzlich lang und bang' vor ihm; er ſchweift umher allein und irre und ſucht ſich ſelbſt mit Unge⸗ ſtüm. Und doch ſteht Einer vor dem Herzen, der lindert gerne alle Schmerzen. 3. Ei, fall' ihm weinend in die Arme, auch mir war einſt wie dir 30* ———ꝛ——— n— ofß* 1 zu Muth; doch ich genaß von meinem Harme und weiß nun, wo man ewig ruht. Ich hab' in ihm für trübe Stunden den ſüß'ſten Quell des Troſts gefunden. 4. Dich muß, wie mich, derſelbe tröſten, der innig liebte, litt und ſtarb; der ſelbſt für die, die ihm am weh'ſten gethan, mit tauſend Freuden ſtarb. O wie er dich zu tröſten wüßte, er, der ſelbſt den Verräther küßte. 5. O ſuch' ihn, ſuch' ihn alle Tage, vernimmſt du ſeine Lieb' und ihn, und kannſt getroſt in jeder Lage ihm zärtlich in die Arme ziehn. Such' nicht in Höhen, nicht in Gründen, er iſt in deinem Grund zu finden. 6. Mit ihm kommt neues Blut und Leben in dein erſtorbenes Ge⸗ bein, und wenn du ihm dein Herz gegeben, ſo iſt auch ſeines ewig dein. Was willſt du mehr? Nein, ohn Bedenken ſollſt du dich ihm auf ewig ſchenken. 7. Was du verlorſt, hat er gefunden, du triffſt bei ihm, was du geliebt, und ewig bleibt mit dir verbunden, was ſeine Hand dir wie⸗ dergiebt. Laß allen deinen Kummer ſinken und folge deines Freundes Winken.* v. Hrdbg —-————y—-ÿ-ͦ————————— 270. 26. September. Wirket euer Heil mit Furcht und Zittern— da⸗ mit ihr ohne Tadel und lauter ſeid, als unſträfliche Kinder Gottes mitten unter dem unſchlachtigen und verkehrten Geſchlechte, unter welchem ihr leuchtet als Himmels⸗Lichter in der Welt, indem ihr feſthaltet am Worte des Lebens, mir zum Ruhm am Tage Chriſti, daß ich nicht vergeblich gelaufen, noch vergeblich gear⸗ beitet habe.(Phu. 2, 12— 16.) Wie koͤnnte es einem Lehrer, einem Vater oder einer Mutter gleichguͤltig ſein, ob die, an denen man arbeitet, ge⸗ deihen oder nicht? Welche Freude fuͤr jeden Gaͤrtner, wenn ſeine Pflanzen wachſen, ſeine Baͤume Fruͤchte bringen! Welche Freude fuͤr den Landbauer, wenn ſein Acker„den er mit Muͤhe auch 8 — n harne— üde Stun hroſten, de un weh'ſ triſten w 1 age, dernin 12 zärt und keben gegeden, unden, dat ij un,n. id zß libte tt an, mit — der fl r firekhn a Whr die Ame 6 3 einen en D arfrrbens 8 rch fini ArAolſt dda 4. Fei im hm, de nunden, u f. e Hedn er finken 1n 4n deines fmn lenber. Furcht uter ſeid *uR 1— ☛‿˖& u ttern- 8 urſtrin rdem u ichtignt r welchet d main lt, inden Afeſthaltt n Ruhm fen, nos er, einen an dene ade fr je ume Früch ſen Acke Jage C S geblih xn oͤda pen 9 ³ a ni Weelt kommen. 469 gepfluͤget, im Schweiße beſaͤet hat, reichliche Erndte giebt. Doch freuet man ſich mit Zittern und bittet die, an denen man arbeitet, wie Paulus die Philipper bat: Fuͤrchtet euch vor euch ſelbſt, zittert vor eurer Schwachheit und Geneigtheit zum Schlafe, zur Sicherheit, zur Traͤgheit und laßt euch dieſe heilſame Furcht(denn knechtiſche Furcht ſei fern von euch!), dieſes von der Gnade erweckte Zittern nicht verzagt machen, ſondern vielmehr treiben, deſto mehr auf den Herrn zu ver⸗ trauen, der Wollen und Vollbringen in euch wirken kann und will; daß ihr wirklich Lichter in der finſtern Welt ſeid, daß ihr durch euren frommen, lautern Wandel euch ſo auszeichnet und unterſcheidet von den Ungeſchlachten, wie ſich die Sonne von der Nacht unterſcheidet. So ſollt ihr da ſtehn, wo ihr ſtehet, in eurem Hauſe, in eurer Familie, oder in der Um⸗ gebung, in dem Kreiſe, in dem ihr lebet, wie ein Licht auf dem Leuchter; ſo ſolltet ihr euer Licht leuchten laſſen, daß es den finſtern, blinden Unglaͤubigen in die Augen falle, daß ſie fragen: wo kommt dies Licht her? Dann weiſet ihr auf den, der euer Licht iſt und der alle Menſchen erleuchtet, die in dieſe Haltet feſt am Worte des Lebens, ſo werdet ihr leben und leuchten. Wo Leben iſt, wo lebendiges Wort iſt, wo das Wort lebt im Herzen, da iſt Licht, da bricht es heraus und leuchtet. Wo aber nur das todte Wort in Kopf gefaßt iſt und auf der Lippe ſchwebt, da iſt kein Licht und keine Waͤrme des Lebens, ſondern Tod und Finſterniß; da iſt keine Erbauung, kein Wachsthum, kein Wirken des Heils. Und ſolche ſollten billig anfangen mit Furcht und Zittern, vor ihrem todten Weſen, ihr Heil zu ſuchen und zu wirken. Mel. 39. Ich rühme mich einzig. Oder: Ach alles, was Himmel. 1. Man ſäet und pflanzet, man ſieht das Gedeihen, man fängt auch nun an, ſich mit Zittern zu freuen. Und plötzlich(o dürft' ich doch nicht davon ſagen!) und plötzlich entdeckt man ſo viel zu beklagen! 470 2. Wer ſollte nicht bitterlich ſeufzen und weinen, wenn grünende Pflanzen verwelkend erſcheinen? Du kennſt, Herr, die Thränen der Engel des Friedens! Du höreſt die Stimme des klagenden Liedes! 3. Ach laß dich ihr Seufzen zum Helfen vermögen, du haſt ſie be⸗ rufen und dein iſt der Segen! Sie beugen ſich weinend, du hörſt ſie bekennen; ſie wollen ſich Sünder und Schuldige nennen. 4. Sie wünſchen ſich Feuer und Flammen im Munde, mit bren⸗ nender Liebe von innerſtem Grunde, daß leuchtende Funken aus ihnen entſpringen, erſtorbene Kohlen zum Glühen zu bringen. 5. Ach, Meiſter! wir ſehn es ja deutlich vor Augen, daß Rennen und Laufen nicht helfen noch taugen, wenn du nicht von oben die Her⸗ zen bewegeſt, und ſelber dein Eigenthum warteſt und pflegeſt. 6. Wir faſſen dich aber, du ewige Liebe, bei deinem Erbarmen und brünſtigen Triebe, bei deinem ſo reichlich vergoſſenen Blute; das kommt ja der ſämmtlichen Heerde zu gute. 7. Du ewiger Fels, du beſtändige Treue! wir glauben nicht, daß dich dein Anfang gereue. Denn was du erſt anfängſt, das willſt du vollenden. So ziemt es den weiſen und mächtigen Händen. Waf. ——-——————— 271. 27. September. Erkennet doch, daß der Herr ſeine Heiligen wun⸗ derlich führt. Gſ. 4,4) Ich bin der Herr, und keiner mehr, der ich das Licht mache, und ſchaffe die Finſter⸗ niß; der ich Frieden gebe, und ſchaffe das Uebel. Ich bin der Herr, der ſolches alles thut.(Jeſ. 45, 7.) Wunderlich, ja wunderlich, ſehr wunderlich, fuͤhrt der Herr die Seinen, aber doch ſeliglich, doch herrlich; es iſt doch kein Weg wie des Herrn Wege. So viel ſie Dornen haben, die blutige Fuͤße machen und oft durch die Fußſohlen fahren, daß man ſchreien moͤchte und oft auch ſchreit, ſo haben ſie doch etwas Anziehendes, das man um aller Welt Gluͤck und Gut und Luſt nicht hingiebt. Die Welt laͤßt er ihre luſtige Wege gehen; die Seinen wirft er bald ins Waſſer, bald ins 3 8 ² drien Gin ſenen dur S de auhen 1t d aff p aſſ, w ri ud ni— zinden p —— tember. Herr ſt zhellienn bin der E', udt je, und di ſui ud ſchaf R Ulebel.) es thut.—75,1) ſehr u Krüch, fir ich, doch 3 ich; Si So vi Derna ſt tdoch 1 ſſchlaſt d auc r b in un 4 Aℳr 3t Gtt de Bel S crirt r badd i 4 471 Feuer; fuͤhrt und hebt ſie bald uͤber alle Berge hin, dann wirft er ſie wieder in Abgruͤnde, aus denen keine Errettung moͤglich ſcheinet. Jetzt umgiebt er ſie mit Ehre und Herr⸗ lichkeit, wie Jeſum auf Tabor, dann bedeckt er ſie wieder mit Schande und Spott, daß kein Hund ſie anſieht; und der ſchlechteſte, verruchteſte Miſſethaͤter ehrlicher zu ſein ſcheint, als ſo ein Schooßkind Gottes. Ihr Herz iſt oft ſo voll von ihm, daß ſie glauben, der ganze Himmel habe ſich in ſie herabgelaſſen; dann aber wieder ſo verlaſſen und truͤbe, als wenn die Hoͤlle bei ihnen eingekehrt haͤtte. Oft glauben ſie in der Sonne zu ſtehen, dann wieder in egyptiſcher Finſterniß zu wandeln. Jetzt haben ſie die Allmacht in ihren Haͤnden, und ein andermal ſind ſie gebunden und gelaͤhmt, daß ſie kei⸗ nen Strohhalm heben, ſich ſelbſt kaum tragen koͤnnen. Und warum So? Die Antwort ſteht oben Jeſ. 45, 7. Ihm ſei Dank! Wenn nur er fuͤhrt, um das Wie? kuͤmmere dich nicht, ſondern nur um das Wer? Bete mit David: Um deines Namens willen wolleſt Du mich leiten und fuͤhren! (Pſ. 31, 4.) Gehe es hin, wohin es wolle, wenn nur ſeine Hand fuͤhrt. Mel. 76. Nun ruhen alle Wälder. Oder: O Welt, ſieh hier. 1. Komm, Herz, und lerne ſchauen auf die, die Gott vertrauen. Schau, wie es um ſie ſteht. Ach ſiehe doch die Wege, die wunderba⸗ ren Stege, die Gott mit ſeinen Kindern geht! 2. Sie ſind die Hochgeliebten, und doch die Hochbetrübten, ſie ſind den Aermſten gleich. Sie ſchrei'n oft um Erbarmen mit Lazaro, dem Armen, und erben doch das Himmelreich. 3. Gott ſtäupt ſie mehr wie Sünder, und liebt ſie voch als Kinder; er macht ſie voller Schmerz. Er ſchlägt zu manchen Stunden in ihre Seele Wunden, und heilt doch ihr verwundtes Herz. 4. Sie glänzen wie die Sterne, und ſtehn doch oft von ferne als ohne Glanz und Schein. Sie gehn im finſtern Thale, und ſollen doch im Saale des Himmels lauter Sonnen ſein. 5. Sie ſind zerbrochne Halmen und blühen doch wie Palmen. Sie 472 ſind voll Bangigkeit. Es muß ſich oft voll Zittern ihr banges Herz erſchüttern, und ſtehn doch da beherzt im Streit. 6. Wie geht es dem Getreide, dem Gräslein auf der Weide? Manch Wetter bricht herein; der Regen drückt es nieder, der Wind erhebt es wieder, und drauf erfolgt der Sonnenſchein. 7. So hält's Gott mit den Seinen; ſie gehen hin und weinen, wenn ſie im Kreuze ſtehn. Das Herz iſt voller Sehnen, die Augen voller Thränen, doch auf den Regen wächſt es ſchön. 8. Nun, Vater, das gewähre! Steht meine Glaubensähre vom Regen ganz verblüht, ſo wollſt du dein Gedeihen von oben her ver⸗ leihen, bis man vollkommne Früchte ſieht. G. Kleiner —-——y—— — —— 272. 28. September. Ziehet an den Herrn Jeſum Chriſtum.(oͤm. 13, 14.) Ich ſterbe täglich— ich lebe, doch nicht ich, ſondern Chriſtus lebt in mir. 1 Cor. 15, 21. Gal. 2, 20. Phil. 3.) Wenn uns kein neues Kleid dargereicht wuͤrde, muͤßten wir in unſerm alten Kleide der Suͤnde und der Sterblichkeit bleiben und verderben. Aber es iſt da; es iſt uns von Gott geſchenket, wird uns angeboten durchs Evangelium, wird uns dargereicht und angezogen, wenn wir nur unſere Haͤnde dar⸗ nach ausſtrecken, wenn wir nur das Alte gern ausziehen und fahren laſſen. Wer aber ſeinen alten Menſchen ſammt ſeinen Luͤſten und Begierden ſo lieb hat, daß er ſich nicht von ihm trennen kann, dem kann der neue Menſch, Chriſtus, nicht zu Theil werden. Paulus ſagt:(Gal. 3, 27.) So viele euer ge⸗ tauft ſind, die haben Chriſtum angezogen; und doch ſagt er Roͤm. 13, 14. zu ſchon Getauften: Ziehet Jeſum Chriſtum an? Muß man denn anziehen, was man ſchon angezogen hat? Allerdings; weil man gar oft wieder auszieht, was man im erſten Eifer angezogen hat, weil man ihn noch nie ſo feſt angezogen hat, daß man beſtaͤndig in ihm bleibt. Wer in ihm bleibt, hat nicht noͤthig ‚ihn immer wieder anzuziehen: er dar dn be keuzie Eiſ Fehen do al ſo ſchn wolkko tigich laſeen. ſcheni wie es ten R als e klare Men daß e hen in bleiber der N Mel 1. vwill d hedwu hoſt voll tin Stre den Gr ſegn dci eſum Chtt be, doch 5, A. Gal. d dargerei Sünde u ſtt da; 6 ducchs Ey mn wir nun das Ilte alte Re zdat, daß ei — Sal. 3, N.) ange zogen Din, vidr re Hinder * mäſihar & ſenntſ w ücht ber S piele au a. doch ſtt ſten: 39t un Gii 1, was m. ar oſt wi zat wei ſtändig in hu inmer — on ou a wjict 1ram uci weblitt! mar mai Efhs, it ke Menſch* 472 473 er darf ihn nur halten, und Herz und Sinne in ſeinem Frie⸗ den bewahren. So ſagt er auch: Ich bin mit Chriſto ge⸗ kreuzigt:(Gal. 2, 19.) und ſagt doch wieder: ich ſterbe taͤglich. Es iſt daher mit dem Anziehen des Neuen und mit dem Aus⸗ ziehen des Alten, oder mit dem Leben in Chriſto und Sterben des alten Menſchen eine Sache, mit der ſelbſt die Apoſtel nicht ſo ſchnell fertig gewordenz um ſo weniger duͤrfen wir uns fuͤr vollkommen halten, ſondern das taͤgliche Sterben und das taͤgliche Hineinleben in Jeſum uns immer empfohlen ſein laſſen. Wuͤrden wir das ſchmutzige Kleid des alten Men⸗ ſchen im hellen Licht ſehen und erkennen, wie uͤbel es uns ſteht, wie es uns vor Gott entſtellt: wir wuͤrden haſſen den befleck⸗ ten Rock des Fleiſches, wir wuͤrden eilen, ſeiner lieber heut als erſt morgen los zu werden. Haͤtten wir einen rechten klaren Begriff von der Schoͤnheit und Herrlichkeit des Neuen Menſchen, waͤre uns Chriſtus recht offenbaret; glaubten wir, daß er uns geſchenkt iſt zum Anziehen, zum Bleiben und Le⸗ ben in ihm: wir wuͤrden nicht ſo lange außer und ohne ihn bleiben, wir wuͤrden ihn ergreifen und in ihn hineineilen, wie der Nackte in das Kleid, wenn er ſich ſeiner Bloͤße ſchaͤmt. Mel. 75. Fahr' hin, du eitle Welt. Oder: 33. Herr Jeſu, Gnaden⸗Sonne. 1. Anbetungswürdig's Lamm, du ſtarbſt am Kreuzesſtamm! ich will dein Blut erheben, im Sterben und im Leben; denn deine Lie⸗ beswunder ſind meiner Liebe Zunder. 2. Mich, mich haſt du geliebt, da du ſo ſchwer betrübt, mich ſelbſt und meinen Schaden dir wirklich aufgeladen, bei Gott mich ausgeſüh⸗ net, mir Gnad' und Heil verdienet. 3. Nimm mich und ſtell' mich dar,— nicht, wie ich in mir war,— wie ich in dir erſcheine, und wie ich's wünſch' ſo reine, wie ich mit dir verbunden, und in dir werd' erfunden! 4. Der Vater liebet dich, um deinetwillen mich. Durch dich ich liebe wieder und bringe Herz und Lieder, denn auch die beſten Sachen unß. du/ Gott, würdig machen. Durch dich veredle dann mich ſelbſt und was ich kann; Verlangen, 474 Beten, Ueben, mein Leiden, Loben, Lieben, mein Leben und mein Ende, geh' nur durch deine Hände! 6. Nun, ich bin dir geſchenkt und ewig eingeſenkt; verſchling' dann alles Alte, und mich in dich geſtalte, daß man nur Jeſum finde, ſonſt weder mich noch Sünde. 7. Dank, Lob und Herrlichkeit ſei dir in Ewigkeit, erwürgtes Lamm, geſungen, von mir und allen Zungen, von der erkauften Menge, mit himmliſchem Gepränge. G. T. St. 278. 29. September. Wenn ihr betet, ſo machet nicht viele Worte wie die Heiden; denn ſie meinen, ſie werden erhöret, wenn ſie viele Worte machen.(Matth. 6,7.) Ich bin müde von Seufzen, ich ſchwemme mein Bette die ganze Nacht ꝛc. Eſ. 6,7.) Meine Thränen ſind meine Speiſe Tag und Nacht, weil man täglich zu mir ſagt: wo iſt nun dein Gott? Wenn ich deß inne werde, ſo ſchütte ich mein Herz heraus bei mir ſelbſt.(f. 42, 4.5.) Viele Menſchen meinen, das Gebet beſtehe blos im Worte⸗ machen; dem lieben Gott etwas vorpredigen, mit beredter Zunge zu Gott ſprechen, das heiße beten, je mehr, je beſſer. Chriſtus ſagt: Worte thun's nicht; viele Worte machen beim Gebet iſt heidniſch, nicht chriſtlich. Man ſoll aber doch laͤnger, ja man ſoll unablaͤſſig, aller Orten beten. Was und wie ſoll man ihm denn thun? wenn man nicht Worte, we⸗ nigſtens nicht viele brauchen darf? Frage den David, der antwortet dir im Namen aller wahren Beter in obiger Stelle. (Pſ. 6,7. und 42,4.) Anderswo ſagt er gar: Meine Seele iſt ſtille zu Gott, der mir hilft. Pſ. 62, 1. und Jeſaias(30, 15.) macht es zur Bedingniß, um Huͤlfe und Kraft zu erlangen, muͤſſe man ſtille ſein und hoffen, nicht Wortkriege mit Gott fuͤhren. Chriſtus ſelbſt, in ſeinem heißeſten Gebete, in der “ teften vider dern, iict d Heze lhkten, m Nuſßau gißer gen un Nund man d mer ei will i ſcrai kann dem; gute Ein g cber ſi Nihe dder z lenzer — en, Li 1 d6s in Aben i ad ewi 4, 8 1=k; dertin naß n fm Jefm fun digkeit, dle Iu n dn dn z. zun de ii . 41 —— ptenber uche. Aele Ven en, ſie w erhört 1 67]— bin min in Betts S anje R ſad mi peſedh zu mir ſ= o iſt uud i werde, a hütt it R,4 as Gehet ebbs id was vorg n, nitke heiße bett mah, ii nicht; vi f rte mahn heiſtich. H ſol te — alle I eten. M r a9 63. 1 2 in tins ſagt er Nein 8 62, 1l ter Jeſcics 3 Häͤlfe un äft zu 6 in, uct— kriege 1 einem hei Gebete, 475 tiefſten Angſt, wie wenige Worte machte er? dieſelben Worte wiederholte er dreimal. Der Irrthum liegt bei den Leuten darin, daß ſie glauben, das Gebet ſei eine Sache der Zunge, nicht des Herzens. Die Zunge muß freilich im Dienſte des Herzens ſtehen, wenn man ihrer bedarf; aber das Herz muß beten, ringen, harren, hoffen, glauben und ſeufzen. Manch⸗ mal muͤſſen Thraͤnen mehr ſagen als Worte. So waren ge⸗ wiß auch der Blutſchweiß und die Thraͤnen des Heilandes ein groͤßeres Geſchrei in den Ohren des Vaters, als ſeine weni⸗ gen und kurzen Worte. Moſes ſchrie auch zu Gott, da er den Mund nicht aufthat.(2 Moſ. 14, 15.) In den Pſalmen hoͤrt man den David oft ſchreien, und ich glaube, daß wohl im⸗ mer ein ſolches innerliches Schreien zu verſtehen iſt. Doch will ich dir nicht wehren, wenn du auch manchmal laut ſchreien willſt und mußt. Es hat Alles ſeine Zeit. Daraus kann man denn auch ſchließen, was von Gebetbuͤchern und dem Beten aus denſelben zu halten ſei. Doch moͤchte ich gute Gebetbuͤcher nicht unbedingt verwerfen, noch verwehren. Ein guter Beter kann auch damit recht umgehen. Sonſt aber ſind ſie wie die Rechnungsbuͤcher, wo man Alles ohne Muͤhe gleich finden kann, ohne ſelbſt die Rechnung zu machen oder zu verſtehen, und die man in meinem Vaterlande Faul⸗ lenzer heißt. Mel. 10. Wach' auf, mein Herz, und ſinge. 1. Dem allerhöchſten Weſen im Buche vorzuleſen, was man zu beten habe, iſt nicht des Geiſtes Gabe.— Wie manches Buch ver⸗ führet, wo man den Sinn nicht ſpüret, den uns die Schrift gelehret, wo mnan Gott ſelber höret. .Die Bücher, welche ſagen, wie wir nach Jeſu fragen, in Buß⸗ und Glauben treten, in Geiſt und Wahrheit beten;— die ſind nicht zu verachten beim Beten und Betrachten. Doch wie ich Jeſum ſuche, lern/ ich aus keinem Buche. 3. Da hör' ich Viele beten, und wenn ſie vor Gott treten, ſo find ich aller Enden ein Buch in ihren Händen.— Wenn mich das Buch gelehret, wie man zum Herrn ſich kehret, ſo wird mein Herz zum Buche, daß ich ihn ſelber ſuche. 4. Exinnert mich, ihr Blätter, an mich und meinen Retter! ent⸗ zündet mein Verlangen, die Gabe zu empfangen.— Nur ſollt ihr mich im Beten nicht binden und vertreten. Alsdann geht auf die Seite, daß ich mich ſelbſt ausbreite. 5. Wenn ich nun mit ihm ſpreche, ſag' ich, was mir gebreche, was meine Seele kränke, ſo wie ich fühl' und denke.— So ſteht's in kei⸗ nem Buche. Und eh' ich's da erſt ſuche, gießt ſich mein Herz ſchon über. Das iſt dem Vater lieber. 6. Wer hat ein Kind geſehen vor ſeinen Eltern ſtehen, und was ſein Wunſch geweſen, aus einem Buche leſen?— O nein, die Noth lehrt ſchreien und an der Bruſt gedeihen. Die Mutter ſtillt es gerne. Sie hört das Schrei'n von ferne. 7. Das Kind kann ſein Begehren nicht ordentlich erklären. Die Mutter muß das Flehen mehr als das Kind verſtehen.— Und wenn die Kinder ſtammeln, erſt halbe Worte ſammeln; den Eltern iſt ihr Lallen das größte Wohlgefallen. 8. Sie dürfen nicht mit Sorgen ſich fremde Worte borgen; kaum, daß ſie angefangen, ſo weiß man ihr Verlangen.— Sie werden end⸗ lich größer und reden dann auch beſſer. Allein der Kleinen Lallen er⸗ hört man doch vor Allen. 9. Der Vater aller Kinder erhört noch viel geſchwinder, verſteht uns auch viel beſſer; denn ſeine Huld iſt größer.— Er hört des Her⸗ zens Sprache. Das iſt die ganze Sache. Der Trieb vom Seelen⸗ grunde macht erſt die Red' im Munde.* Wdf. ——— ———y— 274. 30. September. Vor allem hütet euch vor dem Sauerteig der Pha⸗ riſäer, welcher iſt Heuchelei.(Luc. 12, 1.) So leget nun ab alle Bosheit, und Betrug, und Heuchelei ꝛc.(1 Petr. 2, 1.) Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuche⸗ lei ſei, und diene Gott nicht mit falſchem Herzen. (Sir. 1, 34.) 98. Aber w Dem d 3 act P aagſp unſch Sde bal il fro iicht d. andern vil me duch ar kinſti ſchmat 1 auch man in eine S de du d C. ſch ber aleid Andere und fi hünde dichf A in, Ander feinen Nierer Ghſ. 1 76 — hinden k . lehret, a nic dertreten. er ſeinen 4 he leſen?— de zu empf (iine kein dhen, nd udw CLa, N n dn lt es em den ucht o h erllän b das Kind m—lin Torte. Fihen Elen en ſch n M te bonm ihr Verlang eſſer. Alle dört noch oi uld iſt größ Sache. 1 ade. ztember. or dems 1..(uc. 12, ig, und Gottesft icht mit „Sie veha leinen dub 8'virder, — Ex hör i tieb dan t 1 — ‧‧N 13 bei d So l Ben 1 En h ten 477 Die Heuchler ſprechen: Wir haben Luͤgen zu unſrer Zu⸗ flucht, und Heuchelei zu unſerm Schirm gemacht.(Jeſ. 28, 15.) Aber welch ein ſchlechter Schirm, welch eine elende Zuflucht. Denn der Herr merket ihre Heuchelei.(Marc. 12, 15.) Leſet die acht Wehe, die der Heiland(Matth. 23.) uͤber die Heuchler ausgeſprochen hat, und ſehet da, daß Gott kein Laſter ſo ſehr verabſcheuet und verflucht als dieſes ſchaͤndlichſte aller Laſter, das bald auf grobe, bald auf feine Art getrieben wird. Man will fromm ſcheinen, wenn man gleich ſelbſt erkennt, daß man es nicht iſt, und wenn man mit einem ſuͤndhaften Leben auch andern genug beweiſt, daß man es nicht ſein koͤnne; dennoch will man vor Andern ſcheinen, als wenn einem Religion auch am Herzen laͤge. Das iſt die grobe Heuchelei. Eine kuͤnſtlichere und feinere iſt's, wenn man ſich wirklich die ſchmeichelhafte Einbildung gemacht hat, man ſei fromm, und auch von Andern dafuͤr gehalten wird. Heimlich aber lebt man in Suͤnden, die man, un ſich ſelbſt nicht zu kraͤnken, fuͤr keine Suͤnden haͤlt, ſondern nur unter die Schwachheiten zaͤhlt, oder durch ein falſches Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und Chriſti Verdienſt Alles zudeckt, leicht daruͤber weggeht, ſich beruhigt und ſicher macht. Eine andere Art iſt die Heu⸗ chelei der falſchen Eiferer, die von Leidenſchaften getrieben, Andere verfolgen, in der Meinung, Gott einen Dienſt zu thun und fuͤr Gott zu eifern, da doch nur natuͤrliche Hitze und blinde Wuth, ſeine Leidenſchaften zu befriedigen, die eigentliche Triebfeder iſt. Die aͤrgſten Heuchler ſind die Kinder des Teu⸗ fels, die falſchen Apoſtel, die vom Vater der Heuchelei gebo⸗ ren, ſich in Engel des Lichts verſtellen, um nur recht viele Kinder der Hoͤlle zu machen.(2 Cor. 11,14.) Huͤte dich vor der feinen, wie vor der groben Heuchelei; denn der Herr pruͤft Nieren und Herzen, und Aufrichtigkeit iſt vor ihi angenehm. (Pſ. 7, 49.) 478 Mel. 16. O der Alles hätt' verl. Oder: Bleib bei Jeſu. 1. Falſches Blendwerk eitler Sinnen, Larve der verkehrten Zucht, Gott von außen, Welt von innen, ſcheinbar ſchöne Sodomsfrucht!— Uebertünchtes Leichgerüſte, Taubenart im Schlangenfell; Zuckermund und Otterbrüſte, Todesgift im Honigquell. 2. Heuchelei, der Laſter Laſter, Heuchelei, der Seelen Mord; Heuchelei, der Bosheit Pflaſter; Heuchelei, der Höllen Port!— Wer ſich malt mit deiner Schminke, iſt des Satans Conterfei; und wer folget deinem Winke, iſt noch Gott, noch Menſchen treu. 3. Weg, du Mißgeburt der Höllen, wo die Einfalt Chriſti wohnt; hier wird Stellen und Verſtellen mit Verſpottung nur belohnt.— Lauterkeit gefällt dem Himmel; Schlecht und Recht iſt Gott beliebt, wenn man bei dem Weltgetümmel ſich in reiner Unſchuld übt. 4. Gott, du haſſeſt falſche Seelen, laß mich keinen Heuchler ſein. Man kann dir ja nichts verhehlen, du ſiehſt in das Herz hinein.— Trägt die Welt bei dieſen Zeiten, Gift in goldnen Schaalen für; laß mich Einfalt nur begleiten, Schlecht und Recht ſei mein Panier. B. Schmolke. 275. 1. Oetober. Gott rüſtet mich mit Kraft, und machet meine Wege ohne Wandel. Er machet meine Füße gleich den Hirſchen, und ſtellet mich auf meine Höhe.(Pf. 1s, 33. 34.) Jene verlaſſen ſich auf Wagen und Roſſe, wir aber denken an den Namen des Herrn, unſers Gottes. (pſ. 20, 8.) Er wendet ſich zum Gebete der Verlaſſenen und verſchmähet ihr Gebet nicht.(Gf. 102, 1s.) Denn er kennet, was für ein Gemächte wir ſind; er denket daran, daß wir Staub ſind.(Pſ. 103, 14.) Der natuͤrliche Menſch traut ſich Alles ſelbſt zu, und kann nichts recht machen. Alles iſt verkehrt, was ſeine Hand anfaßt, was er thut, weil ſein Herz und Sinn verkehrt iſt. Der Begnadigte, Erleuchtete, erkennt ſein gaͤnzliches Unver⸗ moͤgen zu allen Zeiten, und traut daher nicht auf die Streit⸗ Schlacht a Schlecht uE ht; ſich in rei bnn zerlen, laß 3 E eine hatt a, de feſ ait hmſe „Giſt in g Sözanlaft echt und Ra. nein en — Dctober. t Kraft, A. mihr r nachel Fa Fiß nich a1es auf W K nd A ndes Het wimſergt zum Geh r Veii nicht. G d t) d. nächte wi d; al d. 1 ☛☚ raut ſich ebſ 4 8 iſt verſ dvos ſin in Haj 1 im urt akmnt nilits aut dche d auf de 479 wagen und Roſſe der eignen Kraft, ſondern allein auf den Namen des Herrn, betet, ringt und harret zu Gott, durch welchen er Alles vermag. Denn Gott ruͤſtet jeden, der ihn darum anruft, mit Kraft, und bewahret ihn vor Fehltritten. Ja, der Herr kann den Schwaͤchſten, der allein auf ihn ver⸗ traut, ſo ſtaͤrken und beleben, daß er gleich den Hirſchen mu⸗ thig und bruͤnſtig in ſeinen Wegen wandelt, uͤber alle Hoͤhen und Berge der Truͤbſal, und Beſchwerniſſe hineilt und zum Ziele dringt. Kein Schwacher, kein Elender, der ſich wirk⸗ lich ſo fuͤhlt, verzage, er bete nur fleißig und zuverſichtlich um Kraft; denn der Herr kennt unſer Elend und unſere Schwach⸗ heit beſſer, als wir ſelbſt, weiß beſſer als wir, daß wir nichts, gar nichts ohne ihn verunöaen, und daß wir erliegen und ver⸗ loren gehen muͤſſen, wenn er uns nicht hilft. Da er nun ernſtlich will, daß wir nicht verloren gehen, ſondern ſelig und herrlich werden, ſo muß er ja helfen, wenn wir auch wollen und um Huͤlfe bitten. Das glaube feſt; denn es iſt Wahr⸗ heit, und dieſe Wahrheit macht dich ſtark, und deine Fuͤße gleich den Hirſchen. Mel. 116. Ein Lämmlein geht. Oder: Der du die Liebe ſelber. 1. Erbarm' dich, Herr, du kennſt mein Herz, geneigt zu Eitelkei⸗ ten, läßt ſich's durch Freude und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind regiert; ſo irrt, von Leiden⸗ ſchaft geführt, ſehr oft auch meine Seele. Herr, hilf mir, daß ich als ein Chriſt das flieh', was vor dir ſtrafbar iſt, nur dich, nur dich erwähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in ſeiner Neigung wanken. Erhebe den verkehrten Sinn zu himmliſchen Gedanken! Wenn von dem Dienſt der Eitelkeit mich deines Geiſtes Kraft befreit, ſo wird es mir gelingen. Ich halte deinem Geiſte ſtill; ich will mich ändern, Herr, ich will. Gieb du mir das Vollbringen. 3. Umſonſt ſuch' ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht beglei⸗ teſt und mich, befreit von Menſchenwahn, zu deiner Wahrheit leiteſt. Du haſſeſt jeden falſchen Schein: mit Ernſt willſt du geliebet ſein. 480 Herr, hilf, um Jeſu willen! Erhebe den gebeugten Muth, hilf mir der Leidenſchaften Wuth durch deine Gnade ſtillen! 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Ju⸗ gend! Wie hart ſchien mir nicht meine Pflicht, wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch, du trugſt mich mit Geduld. Laß, Vater, laß mich dieſe Huld nicht undankbar verachten! Dir folgen iſt mein wah⸗ res Heil. O laß mich's als mein beſtes Theil, auch immerfort be⸗ trachten. 5. Ich bin ein Menſch, du kenneſt mich; wie ſchwach ſind meine Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich; du wirſt zu dem Geſchäfte der Heiligung mir Kraft verleihn und mich mit deiner Hülf' erfreun, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 276. 2. OQctober. Doort wird der Gerechte ſtehen mit großer Freu⸗ digkeit gegen die, ſo ihn geängſtet haben.— Wenn dieſe dann ſolches ſehen, werden ſie erſchrecken vor ſolcher Seligkeit u. ſ. w.(B. Weish. 5,1— 6.) Nachdem es recht iſt vor Gott, zu vergelten Trübſal denen, die euch Trübſal anlegen. Euch aber, die ihr Trübſal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun unſer Herr Jeſus wird geoffenbaret werden vom Himmel— mit Feuer⸗ flammen Rache zu geben über die, ſo Gott nicht erken⸗ en uad nicht gehorſam ſind dem Evangelio.(Theſſ. 1, 5— 10.) Lies, ich bitte, dieſes ganze 5. Kapitel des Buchs der Weisheit und betrachte es mit Aufmerkſamkeit. Da ſiehſt du, wie herrlich, wie unangefochten, wie verklaͤrt„wie ſelig Alle dort ſtehen werden, die ſich hier der Heiligung befliſſen haben, und deswegen Schmach, Spott und Verfolgung vor der Welt erdulden mußten. Da ſiehſt du auch, welche Reue die dort anwandeln wird, welche hier die Froͤmmigkeit und ſis und rrxa Kt wer wfſel dit und dn ſie indern wetehrt wihiige ſein Dart dn wele 2. mir ke hedenke nic neine Pf nih nit G 4. krachten! kerneft mic tauf dih;! 4 und nich dein erkaufte werhehen. — Dctober. chte ſteher geäͤngſte werden (B. Densh. ergelten Euch abel venn nun vom Hin iber die, ind dem mze ö. K. it Aufmer ſfochten, n ſich hier d ch, Spott da ſiehſt liche hier 2n dint hißh utm 11 — — ta uaf Kn.- ¹ A rſſchretke d 5) N t ſal dem eihr d r Hen „- mth 1 d gjelio 00 d nr it. Di r klürt, u 1= liun Vejlg O) velt eonnift 481 Dort den Glauben verſpotteten, die Frommen verfolgten. werden ſie beichten und redlich bekennen, wer und wie ſie hier geweſen ſind. Jetzt bilden ſie ſich ein, weiſe und aufgeklaͤrt zu ſein; und jetzt ſchelten ſie die Frommen, und nennen ſie Narren, Schwaͤrmer und uͤberſpannte, finſtere Koͤpfe; aber dort werden ſie einſehen, daß ſie— ſie ſelbſt dieſes geweſen, daß ſie des rechten Weges verfehlt, in der Finſterniß gewan⸗ delt und das wahre Licht nicht erkannt haben. Dann wer⸗ den ſie die verſpotteten und verachteten Frommen unter den Kindern Gottes ſehen, und ſich unter den Kindern des Teu⸗ fels und der Finſterniß; werden ſehen, wie leer, unnuͤtz und verkehrt ihr geſchaͤftiges Leben war, womit ſie der Welt ſo wichtige Dienſte zu leiſten glaubten. Sieh, ſo weiß der hei⸗ lige Geiſt voraus zu fagen, wie es den Frommen und wie es den Gottloſen dort gehen wird: jenen zur Aufmunterung und Staͤrkung, dieſen zur Warnung und Erweckung, daß ſie ſich bekehren und ſich dieſe ewige Reue und Schande erſparen moͤchten.— Ihr Lieben, die ihr um der Gerechtigkeit willen Spott und Verfolgung leidet, ſeid getroſt und nehmet wohl zu Herzen, was euch in dieſem Kapitel vorgehalten wird. Sehet aber zu, daß ihr auch wirklich der Heiligung nachjaget und wahrhaft um der Gerechtigkeit willen leidet, nicht um eurer eignen Gebrechen willen. Wer um des Guten willen leidet, o der ſei unverzagt— ſeine Freude und Herrlichkeit wird bald groß und ewig ſein. Mel. 109. Jeſu, meines Lebens Leben. 1. O wie wohl, wie froh und ſelig, werd' ich einſt dort bei ihm ſein! Dort, dort erndten wir unzählig unſers Glaubens Früchte ein. Dort wird ohne Leid und Zähren unſre Freude ewig währen. Herr, zu welcher Seligkeit führſt du uns durch dieſe Zeit! 2. Dort wirſt du dich meiner Seele offenbaren, wer du biſt, daß mir keine Freude fehle, wo das Land der Wonne iſt. Zu vollkommnen 31 482 Seligkeiten wird mein Heiland mich dort leiten, Er, der alles mir erwarb, als am Kreuz er für uns ſtarb. 3. Dort wird ſeiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele ſein, Liebe, Dank und Lobgeſänge Gott und Gottes Lamm zu weihn; Gott und dem, der ſelbſt ſein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unſerm größten Freund, ſind wir ewig dann vereint. 4. O wer ſollte ſich nicht ſehnen, aufgelöſt und dort zu ſein, wo nach ausgeweinten Thränen, ew'ge Güter uns erfreun! Wo ſich un⸗ ſer Kampf in Palmen, unſer Klagelied in Pſalmen, unſre Angſt in Luſt verkehrt, die forthin kein Kummer ſtört. 5. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einſt dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernſt, dahin zu kommen; trachte, weil du hier noch biſt, nur nach dem, was droben iſt. 6. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o ſo mache immer reiner hier mein Herz, dich einſt zu ſehn! Hilf, ach hilf du meiner Seele, daß ſie nicht den Weg verfehle, der mich ſicher dahin bringt, wo man ewig Lob dir ſingt. Schmolke u. Diterich. 277. 3. October. Die ihr den Herrn liebet, haſſet das Arge; der Herr bewahret die Seelen ſeiner Heiligen, von der Gottloſen Hand wird er ſie erretten.(Pf. 97, 10) Aber ich habe etwas Weniges gegen dich ꝛc.(Offenb. 2, 14. 20.) Habet nicht Gemeinſchaft mit den unfruchtbaren Wer⸗ ken der Finſterniß.(Eph. 5, 11.) Was hat das Licht für Gemeinſchaft mit der Finſterniß.( Cor. 6, 14.) Sagt ſchon David: Ein verkehrtes Herz muß von mir weichen, den Boͤſen leide ich nicht. Ich haſſe die Uebertre⸗ ter, und laſſe ſie nicht bei mir bleiben.(f. 101, 3. 4.) Wie ſollte der Hoͤchſte und Heiligſte wohnen in einem Herzen, das noch die Suͤnde liebt, das nicht Allem ganz entſagt, was vor ſeinen Augen ein Greuel iſt. Wer ſagt, er liebe den Heiland, und liebt nicht, was er liebt und haßt nicht, was len nenn veng und um dui d goße di. hn auch drchaus de dich uer ſei Nur we en, un hü da erretten. egen dich nit den un .) Was erniß. Qc derkehrtes icht. Id 1 bleiben. he wohnen icht Ylen 1. Ter *,)¹ — fens. 1, ttberen n 1 4) — nuf m. 2 c de lir —1,49)1 e inen er d erffage mer üh e libt t ſßt rich 1 das(ih 483 Man denkt und ſpricht: Das ſind ja nur Kleinigkeiten, was ſollte er haßt, der iſt ein Luͤgner und hat ihn nie erkannt. der Herr das uͤbel nehmen, oder uns das nicht goͤnnen? Er iſt nicht ſo ſtreng, er nimmt es nicht ſo genau ꝛc. Ei, wie falſch und ſchlecht iſt dieſes gedacht: Nimmſt es doch du ge⸗ nau mit Andern, wenn ſie ſich nur mit einem Worte oder mit einem Blick gegen dich vergehen. Dann ſieh, wie er (Offenb. 2, 14. 20.) auch mit Kleinigkeiten es genau nimmt, und wenn er an einem nur etwas Weniges ſieht, es gleich ruͤgt und mit ſcharfen Drohungen zu beſſern ſucht. Was eine ſolche Majeſtaͤt und Liebe, wie er iſt, beleidigt, ſollſt du nicht klein nennen. Und wenn du es ſo gering achteſt, wenn es ſo wenig und klein iſt in deinen Augen, iſt es deſto ſchlimmer, wenn du ihm dieſe Kleinigkeit nicht opfern kannſt. Wie wirſt du große Dinge laſſen, wenn du den kleinen nicht Meiſter wirſt? Das Auge, das helle ſehen und geſund bleiben ſoll, kann auch kein Staͤubchen in ſich dulden. Das Feuer will durchaus rein ſein; es verzehrt Alles, was ihm nahe kommt. Das Licht leidet keine Flecken, keine Dunkelheit; es muß ganz lauter ſein. Mel. 93. Was hilft es mir, ein Chriſt. Oder: Es iſt gewißlich an der Zeit. 1. Damit ich dir gefällig ſei und vor dir Gnade finde, ſo mache mich, o Heiland, frei von aller Luſt zur Sünde; erwecke mich zu dei⸗ nem Preis, und mir zum Heil, mit ſtetem Fleiß nach Heiligung zu ſtreben. 2. Du, Heiligſter, kannſt ewig nicht mit Sündern dich vereinen. Nur Frommen ſtrahlt dein Gnadenlicht; du wohnſt nur bei den Rei⸗ nen. So reinige denn mein Gemüth! Gieb, daß es jede Sünde flieht, auch ſelbſt die allerkleinſte. 3. Vor dir ſind keine Sünden klein, wie klein ſie immer ſcheinen. Nur wenn wir ganz das Herz dir weihn, nur dann ſind wir die Dei⸗ nen, und preiſen dich durch Wort und That, daß uns dein Tod erlöſet hat, damit wir ſelig werden. 31* 484 4. Wer nur der kleinſten Pflicht entweicht, kann großes Heil ver⸗ lieren; der kleinſte Fehltritt kann uns leicht zum größten Laſter führen, und wer nur Eine Sünde liebt und ihrer Herrſchaft ſich ergiebt, ver⸗ ſcherzet deine Gnade. 5. Hilf, daß ich ſtets mit ſtillem Schmerz den kleinſten Fehl bereue, mit heil'gem Ernſt mein ganzes Herz nur deinem Willen weihe. Es wird dir ja zur Ehre ſein, wenn du mir täglich wirſt verleihn, an Hei⸗ ligung zu wachſen.* J. S. Diterich. —— 278. 4. October. Ich weiß, Herr, des Menſchen Thun ſtehet nicht in ſeiner Gewalt, und ſteht in niemandes Macht, wie er wandle oder ſeinen Gang richte.(Jer. 10,23.) Mein Angeſicht ſoll gehen, damit will ich dich leiten.(2 Moſ. 33,14.) Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß ſie mich leiten.(Pf. 43, 3.) b Die Gottloſen denken nicht an Gottes Leitung, ſondern glauben, ſie thun was ſie wollen. Aber der Menſch denkt es, und Gott lenkt es. Der Menſch hat Boͤſes im Sinn bei ſei⸗ nem Thun, Gott aber leitet es denen, die auf ihn vertrauen, zum Beſten. Gott legt der Freiheit des Menſchen keinen Zwang an, er laͤßt aber ihn die Abſicht und den Zweck ſeiner boͤſen Anſchlaͤge und Thaten nicht erreichen, wenn ſie nicht zum Beſten ſeines Reichs dienen. Der Menſch will wohl freithaͤtig handeln, aber das Vollbringen, das Thun ſteht nicht in ſeiner Macht und Freiheit. Gott kann's hindern oder foͤrdern, nach ſeinem Wohlgefallen. Der Fromme aber ſoll nie ſich ſelbſt leiten und regieren wollen, ſondern keinen Schritt thun, ohne ſich vom Angeſicht des Herrn, wie Moſes, leiten zu laſſen.(2 Moſ. 33, 22.)— Ohne wie David zu beten: Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß ſie mich leiten! Wer nicht das Antlitz des Herrn ſucht, wie Moſes, bei allen ſeinen — buiwn tiede? tm? kn unt dib KMeben. w ehebt pungen. glätm, inend 1 Jör le roh elt im 18ſ At goöre madbe 3 Dft , und i dn Gott 1Sof e und br hu, do 5 Wi ia, ud ii ſih b 6. Dr alathror ſin nit an une L,, nnd du E nhat nnß 8 uen a na(2 Wiln 34 1 erſ wele — TAn Detober 3 5 es denen, 3 uf ihn un e Freiheil CNeihn di Wſich im dan zuei henen. 1 eaſſh vil Volbrit m. das Th ihet. 67 us ſun falln. an tonmt n wolen, Kem kind des Her ie Niſ dne wie de iubei it, deß dch lin cht, wie bi alln 485⁵ Handlungen, der irrt gewiß in der Wuͤſte dieſes Lebens herum, ohne den Weg zum Lande des Friedens zu finden. Wer nicht betet um Licht und Erkenntniß des Willens Gottes bei allen ſeinen Unternehmungen, dem gelingt gewiß ſein Anſchlag nicht, oder das Gelingen gereicht ihm nicht zum Heile, ſondern zum Verderben. Er ſchreibt ſich es ſelber zu, wird ſtolz darauf und erhebt ſich, ſo, daß es beſſer waͤre, es waͤre ihm nicht gelungen. Der Herr hat verheißen, uns mit ſeinen Augen zu leiten, uns ſeinen Willen allzeit kund zu thun: Wenn ſie weinend kommen und beten, dann will ich ſie leiten. (Jer. 31, 9.) Sieh', da haſt du ſein Wort. Wenn du recht in die Enge und Klemme kommſt, wenn du keinen Rath weißt, ſo weine vor dem Herrn, klage mit Thraͤnen ihm deine Noth, und er muß dich leiten, denn Er hat's geſagt: Ich will dich leiten. Auch Pſ. 32, 8. Mel. 38. Oder: 51. Da Jeſus an dem Kreuze. 1. Ich weiß, mein Gott, daß all' mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn. Von dir kommt Glück und Segen; was du regierſt, das geht und ſteht auf rechten, guten Wegen. 2. Es ſteht in keines Menſchen Macht, daß ſein Rath werd' ins Werk gebracht, und ſeines Gangs ſich freue. Des Höchſten Rath, der macht's allein, daß Menſchen⸗Rath gedeihe. 3. Oft denkt der Menſch in ſeinem Muth, dies oder jenes ſei ihm gut, und iſt doch weit gefehlet. Oft ſieht er auch für ſchädlich an, was Gott doch ſelbſt erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiſer Mann ein gutes Werk gar fröhlich an, und bringt's doch nicht zu Stande. Er baut ein Schloß und feſtes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher iſt in ſeinem Sinn faſt über Berg' und Spitzen hin, und eh' er ſich's verſiehet, ſo liegt er da; es hat ſein Fuß vergeb⸗ lich ſich bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron' und Zepter trägſt im Him⸗ melsthron', und aus den Wolken blitzeſt, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du ſitzeſt. 486 7. Gieb Licht und Wahrheit aus der Höh', damit ich ja nicht ruh' dan und ſteh' auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer palſt 8 Rath, was gut iſt, zu erfüllen. ſch un 8. Prüf' alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was das Fleiſch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchſte Zweck, das beſte Theil ſei deine Lieb' und Ehre. 9. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn' und Zier! gefallen und geblieben. Was dir zuwider, laß mich nicht in Khavart Werk und That verüben. ade, 10. Iſt'’s Werk von dir, ſo hilf zum Glück; iſt's Menſchenthun, zeloſer ſo treib's zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkſt, pflegt von ſich ſelbſt in kurzem zu zerrinnen. 1 agün 11. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir ſonſt faſt unmöglich ädrm daͤucht, und bring' zum guten Ende, was du ſelbſt angefangen haſt, ät ihr durch Weisheit deiner Hände. te beſe 12. Iſt gleich der Anfang etwas ſchwer, und muß ich gleich ins b tiefe Meer der bittern Sorgen treten, ſo treib' mich nur ohn Unterlaß 44 zum Seufzen und zum Beten. udr 13. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm ſonſt vor 1 fnde ſ graut, mit tapferm Muth bezwingen. Sein Sorgenſtein wird in der Gla Eil in tauſend Stücke ſpringen. t 14. Der Weg zum Guten iſt faſt wild, mit Dorn und Hecken aus⸗ gefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch dei⸗ nen Geiſt, wo Freud' und Wonne ſtehet. 15. Du biſt mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab' gott a und find', haſt du zu aller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt' und herrlich ſiege. 16. Dein ſoll ſein aller Ruhm und Ehr', ich will dein Thun je 9 mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk, vor aller t b Welt, ſo lang' ich leb', erzählen. P. Gerhard. ſd ie —=— ——* — — — 279. 5. October. maän Iſrael hat dennoch Gott zum Troſt, wer nur rei⸗ de nes Herzens iſt. Ich aber hätte ſchier geſtrauchelt 1 mit meinen Füßen— denn es verdroß mich auf die Ruhmräthigen, daß es den Gottloſen ſo wohl ging. Ende, va twas ſchwer ntten, ſo tre * traut, wit agen Sei 4 eſtes g mit ih — di uin Sätſ M r Sal a cß n ai 3 u. — Eronſtfuim upin 1a mſ izſi urr hr n 1 x, da in’3 =nfre nii ſit vid, im hi ſet, kommt te ſtehet. dein Kind; ge. So! ge. a und Ehr Seelen do —-— ckober. ott zum ber hätt un es be en Gottl 2 Her u de beintn 8 ur. 5 ril dah 1 Volk, n 16 487 Denn ſie ſind in keiner Gefahr, ſtehen feſt wie ein Palaſt—— aber—— aber wie werden ſie ſo plötz⸗ lich zu nichte.—— GEſ. 73.) Das iſt der allgemeine Stein des Anſtoßes bei vielen— auch guten Gemuͤthern, an dem einige ſchier ſtraucheln, andere wirklich fallen, weil ſie nicht Geduld genug haben, das Ende abzuwarten. Man leſe den ganzen Pſalm aufmerkſam und betrachte, wie wahr alle Worte ſind. Gott laͤßt es den Gottloſen, Unglaͤubigen und Ungerechten wirklich wohl gehen und gelingen, als wenn er ihr Freund und Patron waͤre; und die Frommen muͤſſen leiden und unterdruͤckt werden, als wenn Gott ihr Feind und Widerſacher waͤre. Sieh, das iſt eine alte Geſchichte. Davon wußte Aſſaph und alle alten From⸗ men ſchon zu ſagen; das war vor Jahrtauſenden ſo, iſt noch ſo und wird ſo ſein, ſo lange dieſe Welt in dieſem jetzigen Zu⸗ ſtande ſich befindet. Wenn du deswegen die Froͤmmigkeit, den Glauben an Gott und Chriſtus verwirfſt oder gering ſchaͤtzeſt und dich etwa gar davor fuͤrchteſt, weil es den Glaͤu⸗ bigen nicht wie den Uebelthaͤtern, wohl geht, ſo verwirfſt und verdammſt du alle Heiligen und Gerechten aller Zeiten, die Gott auserwaͤhlet und geliebet hat. Alle, alle wurden durch viele Truͤbſal gepruͤft, aber ihr Ende— war herrlich, und dort— dort leuchten ſie wie die Sonne, und der Höchſte iſt ihr Lohn. Und das Ende der Gottloſen, die hier gluͤcklich ſind, iſt ſchrecklich— und ihr Loos wird ewig ſchrecklich ſein. (Weish. 5,15. 16.) Willſt du alſo nicht lieber mit den Gerech⸗ ten eine kurze Zeit leiden und dann ewig herrlich ſein, als mit Frevlern hier Gott vergeſſen, ſchwelgen, praſſen und dann in die Hoͤlle begraben werden?— Nein, ſagſt du mit Aſſaph: Dennoch bleib' ich ſtets an dir— wenn ich nur dich habe ꝛc. Mel. 93. Was hilft es mir ꝛc. Oder: Es iſt das Heil uns kommen her. 1. Sei wohlgemuth, o Chriſten⸗Seel', im Hochmuth deiner Feinde. 488 Es hat das wahre Iſrael ja dennoch Gott zum Freunde. Wer glauor und hofft, der wird geliebt von dem, der unſern Herzen giebt Troſt, Friede, Freud' und Leben. 2. Zwar thut es weh und ärgert ſehr, wenn man vor Augen ſiehet, wie dieſer Welt gottloſes Heer ſo ſchön und herrlich blühet. Sie ſind in keiner Todsgefahr, erleben hier ſo manches Jahr und ſtehen wie Paläſte. 3. Sie haben Glück und wiſſen nicht, wie Armen ſei zu Muthe; Gold iſt ihr Gott, Geld iſt ihr Licht, ſind ſtolz bei großem Gute. Sie reden hoch, und das gilt ſchlecht, was Andre ſagen, iſt nicht recht; ihr Frevel nur muß gelten. 4. Des Pöbelvolks unweiſer Hauf' iſt auch auf ihrer Seite; ſie ſperren Maul und Naſe auf und ſprechen: Das ſind Leute! Das ſind ohn' allen Zweifel die, die Gott vor allen Andern hie zu Kindern auserkoren. 5. Was ſollte doch der große Gott nach jenen Andern fragen, die ſich mit Armuth, Kreuz und Noth bis in die Grube tragen? Wem hier des Glückes Gunſt und Schein nicht leuchtet, kann kein Chriſt nicht ſein; er iſt gewiß verworfen. 6. Soll's denn, mein Gott, vergebens ſein, daß dich mein Herze liebet? Ich liebe dich, und leide Pein, bin dein, und doch betrübet? Ich hätte bald auch ſo gedacht, wie jene Rotte, die nichts acht't, als was vor Augen pranget. 7. Ach, aber ſieh! in ſolchem Sinn wär' ich zu weit gekommen; ich hätte blos verdammt dahin die ganze Schaar der Frommen. Denn hat auch je einmal gelebt ein frommer Menſch, der nicht geſchwebt in großem Kreuz und Leiden? 8. Ich dachte hin, ich dachte her, ob ich es möcht' ergründen, es war mir aber allzu ſchwer, den rechten Schluß zu finden; bis daß ich ging ins Heiligthum und merkte, wie du, unſer Ruhm, die Böſen führſt zu Ende. 9. Ihr Gang iſt ſchlüpfrig, glatt ihr Pfad, ihr Tritt iſt ungewiſſe. Du ſuchſt ſie heim nach ihrer That und ſtürzeſt ihre Füße. Im Nu iſt Alles umgewendt, da nehmen ſie ein plötzlich End' und fahren hin mit Schrecken. 10. Heut' grünen ſie gleich wie ein Baum„ihr Herz iſt froh und lachet, und morgen ſind ſie wie ein Traum, von dem man leer erwachet. 12 d ii wein Schoß, 14 L uit ſeer rit derd R 15 1 ſnh ſſ m. N dht daf rgen de n d der allen 1 Jott uah ſ a I de fiun bit in die a. ge 8 u a Siatkt ergedens, en t dic muß Pein, bin 1 dn. enn e jene Kott iti 31 Sian wir peit geim ganze Schad vonnn! mer Menſ deh gi 12 er, ob 6 4 ergrihn hter 8143 atm ſä wie du, 1 on,”d 1 täür Pfad, it it ur und fürzeſt ih hi a plözlic[Safmb ein Bun Fen 68 raum, don rulen Luſt, daß ich mich zu dir halte. 489 Ein bloßer Schatten, todtes Bild, das weder Hand noch Auge füllt, verſchwindt im Augenblicke. 11. Es mag drum ſein, es währe gleich mein Kreuz ſo lang' ich lebe; ich habe gnug am Himmelreich, wohin ich täglich ſtrebe. Hält mich die Welt gleich als ein Thier, ſo lebſt du, Gott, doch über mir, biſt meine Ehr' und Krone. 12. Du heileſt allen meinen Schmerz mit deiner ſüßen Liebe, und wehrſt dem Unglück, daß mein Herz ſich nicht zu ſehr betrübe. Du leiteſt mich mit deiner Hand und wirſt mich endlich in den Stand der höchſten Ehr' erheben. 13. Hab' ich nur dich, o ſtarker Held! bleibſt du bei mir im Leide, ſo acht' ich's nicht, wenn gleich zerfällt das große Weltgebäude. Du biſt mein Himmel und dein Schooß bleibt allzeit meine Burg und Schloß, wenn Erd' und Himmel weichen. 14. Wenn mir gleich Leib und Seel' verſchmacht't, ſo kann ich doch nicht ſterben. Denn du biſt meines Lebens Macht, und läßt mich nicht verderben. Was frag' ich nach dem Erb' und Theil auf dieſer Welt? Du biſt mein Heil, du bleibſt mein ewig's Erbe. 15. Das kann die Gott⸗vergeßne Rott' mit Wahrheit nimmer ſa⸗ gen; ſie weicht von dir und wird zu Spott, verdirbt in großen Pla⸗ gen. Mir aber iſt's, wie dir bewußt, die größte Freud' und höchſte P. Gerhard. ——————— y—-—— 280. 6. October. Fürchte dich nicht, und zage nicht.(Joſua 8, 1. vergl. Joſua 1,9.) Er wird den Erdboden recht richten, und die Leute regieren rechtſchaffen.(Pf. 9,9.) Unſer Herr iſt groß und von großer Kraft, und iſt unbegreiflich, wie er regiert.(ſ. 147,5) Die Töchter Juda ſind fröh⸗ lich, Herr, über deinem Regimente.(Pf. 97, 8.) Wer zagt, hat vergeſſen, daß Gott mit ihm iſt, und daß Gott Alles regiert, daß nicht ein Haar von ſeinem Haupte fallen kann, ohne den Vater. Zaghaftigkeit entſpringt aus Unwiſſenheit oder Vergeſſenheit Gottes, des Heilandes, der 490 uns verſprochen hat, bei uns zu ſein alle Tage bis ans Ende der Welt. Wer ihn, ſeine goͤttlichen Eigenſchaften, ſeine Weisheit, Allmacht, Liebe, Geduld und Allgegenwart kennt, und lebendig glaubt; wer es weiß und nie vergißt, daß er einen allmaͤchtigen, weiſen, guͤtigen und freundlichen Heiland und Gott beſtaͤndig, alle Tage, bei ſich habe, der ihn hoͤrt, ehe er ruft, und der verſichert hat, ſelbſt in uns zu wohnen; wer dieſes lebendig glaubt, darf nicht, kann nicht zagen, es mag gehen wie es will; es mag auch ſcheinen, als ob kein Gott waͤre, kein Gott der Weisheit und Liebe in der Welt regiere; er regiert dennoch, aber ſeine Gedanken und Wege ſind nicht unſere Gedanken und Wege, ſondern ſo viel der Himmel hoͤher iſt denn die Erde, ſo ſind ſeine Gedanken und Wege hoͤher als die unſrigen.(Jeſ. 55,9.) Der Glaube, der die ihm ſtets ge⸗ genwaͤrtige Allmacht und Liebe faßt und haͤlt, ſteht unver⸗ zagt und ohne Grauen, iſt voll Dank und Anbetung, iſt froͤh⸗ lich uͤber das Regiment der weiſeſten Liebe Gottes; iſt es ihm gleich unbegreiflich, wie er regiert, wie es dem David und allen, auch den erleuchtetſten Freunden Gottes immer unbe⸗ greiflich, aber doch anbetungswuͤrdig erſchien, ſo ruht er doch voll Zuverſicht in den Armen der Alles recht und wunderbar regierenden Liebe des Vaters. Mel. 103. Was Gott thut, das iſt wohlgethan. 1. Was zagſt du? Gott regiert die Welt. Iſt Gott denn nicht allmächtig? Den Arm, der dieſes Weltthal hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns ſchon erei⸗ let hätten; er kann uns dennoch retten 2. Was zagſt du? Gott regiert die Welt„und Gott weiß alle Dinge. Selbſt was der Menſch für kleinlich hält, iſt ihm nicht zu geringe. Sein Auge ſieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du tha⸗ teſt, vernahm er, eh' du bateſt. 3. Was zagſt du? Gott regiert die Welt, und Gott iſt der All⸗ weiſe. Einſt weckt dich, was dir jetzt mißfällt, zu ſeines Namens erbarme 7. D en, ayen. iſhaue u ſondern ſ ſ 2 . Iedena 1 dn rGlaude, ce in ſt bäcde eſaßt Cit, ſihtn A Dank m etg ſ dei ſiim di ttes iis degiert, ri 5 em dw. Freunden a es inner wirdig eiſ E ſo niten der Alles Kud vunt iu, dat 2» rt die Welt 2 eſes Weltt, vas n ath und Fer** uns ſher⸗ tten. t die Welt ta Gott viſft für lleinlit à/ iſüntt Gemüth. 1itt, den t die Welt, t a vttüim! 491 Preiſe. Er führt gewiß durch Finſterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagſt du? Gott regiert die Welt, und iſt allgegen⸗ wärtig. Der Fromme, der an ihn ſich hält, iſt ſeines Heils gewär⸗ tig. O glaub' es gern, Gott iſt nicht fern. Wo Menſchen zu ihm flehen, da eilt er beizuſtehen. 5. Was zagſt du? Gott regiert die Welt, und iſt er nicht die Liebe? Nichts iſt, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. O faſſe Muth, ſelbſt Jeſu Blut ſagt dir bei jedem Leiden: Gott ſegnet uns mit Freuden. 6. Was zagſt du? Gott regiert die Welt; iſt gnädig und ge⸗ duldig. Zwar, wenn er vor Gericht uns ſtellt, ſ ſind ſelbſt die From⸗ men ſchuldig. Doch ſein Gericht trifft Fromme nicht. Er ſchonet als Erbarmer. Was wärſt du ſonſt, du Armer? 7. Drum, Gott, weil du die Welt regierſt, wie könnt' ich je ver⸗ zagen? Ich folge dir, wie du mich führſt; nichts ſoll mich nieder⸗ ſchlagen. Ich hoff' auf dich, du ſegneſt mich; wenn ich auf dich nur ſchaue und freudig dir vertraue. J. A. Schlgl. —— —————-————;—;— 281. 7. October. Aber die Heiligen des Höchſten werden das Reich einnehmen, und werden's immer und ewiglich beſitzen. (Dan. 7, 18.) Der Höchſte ſorgt für ſie, darum werden ſie empfangen ein herrliches Reich, und eine ſchöne Krone von der Hand des Herrn.(Weish. 5, 16. 17. vergl. Offenb. 2, 10.) Die Heiligen, die ſich dem Herrn ganz widmen und hei⸗ ligen, die angezogen haben Jeſum Chriſtum, das Heil und die Gerechtigkeit Gottes, die in ihm hier wandeln und un⸗ ſtraͤflich bewahrt bleiben bis zu ſeinem Tage, die werden ſein Reich einnehmen und ewiglich beſitzen. Die mit Paulus (2 Tim. 4, 7.) den edeln Kampf kaͤmpfen, die Laufbahn vollen⸗ den, den Glauben bewahren, die werden empfangen ein herr⸗ liches Reich und eine ſchoͤne Krone, die Krone der Gerechtigkeit, 492 die ihnen darreichen wird die Hand des Herrn, des gerechten Richters. O du ſchoͤne Krone! du herrliches Reich! wer dich nie aus den Augen verloͤre, dem wuͤrde kein Leiden dieſer Zeit zu ſchwer, das er nicht gern truͤge; dem wuͤrde keine Luſt, keine Ehre, kein Gut der Welt zu reizend ſein, das er nicht gern verleugnete! Dem wuͤrde der Weg zu dir nicht zu ſteil, nicht zu rauh, nicht zu beſchwerlich ſein. Auf Fluͤgeln der Liebe und Sehnſucht wuͤrde er ſich uͤber Alles wegſchwingen und ſein Herz ſchon dort haben, wo du, ſchoͤne Krone, du herrliches Reich, biſt! Vergeſſen wuͤrde er, was hier unten iſt, und nur im Sinne haben, was von dort ihm heruͤber winkt. Ihr Lieben! laſſet uns nicht vergeſſen, was unſer wartet beim Herrn. Es iſt groß, es iſt ſchoͤn, es iſt herrlich. Nichts, nicht des Nennens werth iſt Alles, was wir leiden und thun. Laßt uns noch mehr thun, noch mehr leiden, es iſt doch Alles nichts gegen jene Krone. Mel. 78. Jeſus, meine Zuverſtcht. Oder: Meinen Heiland laß ich nicht. 1. Steil und dornicht iſt der Pfad, der zum ew'gen Leben leitet. Selig iſt, wer ihn betrat und als Jünger Jeſu ſtreitet! Selig, wer den Lauf vollbringt und das hohe Ziel erringt. 2. Ueberſchwenglich iſt der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die, der Luſt der Welt entflohn, willig ſich dem Heiland weihen; deren Hoffnung unverrückt nach der Siegeskrone blickt! 3. Den wir lieben und nicht ſehn, der hat uns den Lohn errungen; hat vom Kreuz zu Gottes Höh'n ſiegreich ſich empor geſchwungen. Sieger in der Todesnacht, ſprach er ſelbſt: Es iſt vollbracht! 4. Herrlicher Vollender! dir folgen wir, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier, jenſeits iſt es ſtill und heiter; Hoffnung ſieht das Morgenroth ſchimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, Mitgenoſſen, geht hin zum Streite wider Lüſte! Seht auf Jeſum, wacht und fleht daß Gott ſelbſt zum Kampf euch rüſte! Der in Schwachen mächtig iſt, giebt uns Sieg durch Jeſum Chriſt. Brde. Oa nur 22 uj ihnt. id, de un An bünt de Jeſ 12 64 el emigt. der hit in dei à Shetr ſch den Krrehen n skrone hlikt der hat 9 18 ohn ern ſeß ſic tm geihem elbſt: Es dn att Sih 1 en vir, die*i der önt r, jerſeits i* il mn men hiater dnd d t hin zum 1. vder di daß Gett An kmft ſt, giedt des 493 282. 8. October. Herr, ich breite meine Hände aus zu dir; meine Seele dürſtet nach dir, wie ein dürres Land.(Pſ. 143,6.) Erfreue die Seele deines Knechtes; denn nach dir, Herr, verlanget mich.(pſ. 86,4.) So ſteht es in den Herzen der Frommen geſchrieben. So ruft jede Seele, die den Herrn liebt, tauſendmal, ſo ſchreit ihr ganzes Weſen unablaͤſſig, ohne Worte, ohne Laut von Außen, zu dem unſichtbaren nahen, aber verborgenen Gott. Wer geſchmecket hat, wie freundlich er iſt, kann ohne ihn nicht mehr leben. Es iſt ein ewiges Verlangen, Sehnen, Hungern und Durſten nach ihm im Innerſten der Seele, das zu Zeiten laut wird und ausbricht in ſolche Pſalmen, wie David, Aſſaph und andere Freunde des lebendigen Gottes ſangen. Es hat nichts Reiz fuͤr ſie, was ſie immer finden in der Welt, was man ihnen immer vorlegt; es ſchmeckt ihnen nichts ſo, als Er. Sie haben, wie einer ſagte, eine Paſſion, und die iſt er, nur er. Bald giebt ſich nun der Herr ihnen zu genießen, und da trin⸗ ken ſie aus den Stroͤmen des ewigen Lebens, die vom Para⸗ dieſe Gottes heruͤber fließen; bald verbirgt er ſich ihnen, o dann ſind ſie wie vom Himmel in die Hoͤlle geworfen, und fuͤhlen dieſe Pruͤfung als das ſtrengſte und beißendſte Laͤute⸗ rungsfeuer, welches noch heißeren Durſt nach ihm erweckt, daß die Seele viel bruͤnſtiger nach ihm verlangt und mit gluͤ⸗ hendem Sehnen ſein Antlitz wieder ſucht. Sie halten ihn im Glauben und laſſen ihn nicht, wie er es immer mit ihnen macht. Nichts kann ſie von ihm ſcheiden. Seele, wie haſt du es mit ihm? Biſt du ſo mit ihm verbunden? Haͤngſt du alſo an ihm? Verdient er es etwa nicht? Weißt du an⸗ dere Dinge, die du ihm mit Recht vorziehen koͤnnteſt? Kann eine Liebe zu groß fuͤr ihn ſein? zu viel fuͤr ihn thun Iſt “ 1 — 494 bei dir Gefahr zu beſorgen, daß du zu ſehr an ihm haͤngſt, zu bruͤnſtig nach ihm verlangſt?— Ich zweifle. Verzeihe mir meinen Unglauben. b Mel. 119. Wie ſchön leucht't uns. Oder: Gott, unſer Gott, wir danken. 1. Mein Jeſus, ſüße Seelen⸗Luſt! mir iſt nichts außer dir bewußt, das meine Seele ſtillet, als deine Näh', die köſtlich iſt, ſo daß auch ſeiner ſelbſt vergißt, den du mit ihr erfülleſt. Zieh' mich— kräftig, zu der Liebe reinſtem Triebe von der Erde, daß ich ganz dir eigen werde. 2. Was hatt' ich doch für Troſt und Licht, als ich dein holdes An⸗ geſicht, mein Jeſus, noch nicht kannte! Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleiſchesſinn von Weltbegierden brannte! Bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, dich mein höchſtes Gut zu nennen. 3. Die Luſt der Welt hat wohl den Schein, als wär' ihr ſchlechtes Fröhlichſein ein herrliches Vergnügen. Allein wie eilend flieht's vor⸗ bei, ſich lohnend nur mit bittrer Reu', und des Gewiſſens Rügen. Drum muß Jeſus mit den Schätzen mich ergötzen, die beſtehen, ſich von Kraft zu Kraft erhöhen. 4. Ja, wer ihn feſt im Glauben hält, der kann die Freuden jener Welt im Vorgenuß ſchon ſchmecken. Pflegt Jeſus gleich zu mancher Zeit, bei großer Herzenstraurigkeit, ſein Antlitz zu verdecken; iſt doch ſein Joch frei von Plagen, welche nagen, welche quälen, Welt⸗ und Sünd' ergebne Seelen. 5. Ich weiß denn auch aus deinem Wort, daß du, mein Heiland und mein Hort, dich ewig nicht verhülleſt. Du thuſt es, ew'ge Liebe, du, auf daß mit deſto größrer Ruh' du mich hernach erfülleſt; wenn ich treulich in dir lebe, in dir leide, in dir ſterbe, bin ich deines Him⸗ mels Erbe! 6. Es ſoll, o Herr, mich keine Noth, und wär' es Marter, Kreuz und Tod, von deiner Liebe ſchrecken; ich weiß, wie treu dein Herz mich liebt, darum geh' ich auch unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, ſchlage, ich bin ſtille, iſt dein Wille, was mich krän⸗ ket, weiß ich doch, wer mein gedenket. 7. Und ſoll ich, als dein Pilger hier, des Geiſtes Tröſtung nicht in mir in reichem Maaß empfinden; will hoffnungsvoll ich unverwandt hinſchauen auf mein Vaterland, wo ich dich werde finden; wo ich ewig 3 lifft m mi ſt ſtvw. 8 3c rue ſo rurr be heechen. e küunt' 9. Du tt innig nih, ü den a dich zu 10. De b hud; He nad dir, nüben. dinden, WMWÖOÖ . nachſt ſeſt mi Wer as in ſnd, un me M wenn es uns rich let, wi gtrrſte ſen Se dagen, Koßen . Pfegt— 1, ſein dutliů Dir ir ti en ſit ¹ pifen di —. heſtha rt Frrüa dih am a decen, i nagen, velc unn Dert, Häleft. D. c da nich ru r ſen Noth, und in; ich vei ahetrüdt ni le, iſ dir tet. „hn, ui vil vfru AM a, Wi , mahh eres, mpßh ſrerillir ch xus 1-Marer t ern be du wint dn. nani 8 Tim: ih unm e Frz mit Sünden, und den Argen überwinden. 283. I 495 vor dir ſtehen, dich ſoll ſehen, und am Throne prangen in der Sieges⸗ krone. 8. Ich kenne, holder Menſchen⸗Sohn, dein Herz voll Lieb' und Treue ſchon, ich denk' an dein Verſprechen; dein Herz, das mich in Trau'r verſetzt und ſich verſchließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen. Eine kleine Zeit betrübeſt du und liebeſt doch die Deinen, wie koͤnnt'ſt du es böſe meinen? 9. Du ſalbeſt mich mit Freudenöl, ſo daß ſich öfters Leib und Seel⸗ recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich betrübſt, doch weiß ich, was du denen giebſt, die deine Zucht nicht ſcheuen. Drum gieb den Trieb dir in allen zu gefallen, treu zu bleiben und recht feſt an dich zu gläuben. 10. Der Glaube, der mich dir verband, ſoll halten dich mit ſtarker Hand; Herr, mehre mir den Glauben: Im Glauben kann mich Nie⸗ mand dir, im Glauben kann dich Niemand mir, allmächt'ger Jeſus, rauben. Durch dich werd' ich tapfer ringen und bezwingen Welt und Joach. Neander. ——y—-————————— 9. October. Ich danke dir, daß du mich gedemüthiget haſt und hilfſt mir.(pf. 118, 21.) Wenn du mich demüthigſt, machſt du mich groß,(2 Sam. 22, 36.) Pſ. 18, 36.) Und trö⸗ ſteſt mich wieder.(Pf. 71, 21.) Wenn Leiden, Verſuchungen, Dunkelheiten, Ungluͤck, oder was immer fuͤr Pruͤfungen und Heimſuchungen Gottes da ſind, um uns zu demuͤthigen, iſt es freilich ſchwer fuͤr das arme Menſchenherz, es weiß ſich nicht mehr zu helfen; doch wenn es aufblickt zu dem, der Alles ordnet, und ohne den uns nichts geſchehen und begegnen kann; wenn es zuruͤckden⸗ ket, wie oft er ſchon aus der Noth geholfen, die bange Seele getroͤſtet, Freuden auf Leiden geſendet und allezeit einen gro⸗ ßen Segen auf große Leiden folgen ließ, ſo kann es nicht ver⸗ zagen, und wird, wenn es aushaͤlt, am Ende danken fuͤr den großen Gewinn, den die Seele dadurch erhalten hat. Leiden —— 496 demuͤthigen, machen die Seele klein, gebeugt, fuͤhren zur Er⸗ kenntniß und zum Bekenntniß der Suͤnde— und den Demuͤ⸗ thigen giebt Gott Gnade; den Hoffaͤrtigen widerſteht er. Darum muß er zuerſt unſre Hoffart, unſern Uebermuth nie⸗ derſchlagen, damit er den Gedemuͤthigten Gnade erzeigen und ſie aufrichten kann. Er ſucht und bahnet ſich alſo durch Lei⸗ den und Kreuz einen Weg zu unſern Herzen, wenn er ſie vor unſrer Hoffart nicht finden kann. Er hat alſo nur Gnade, Friede und Verherrlichung im Sinn, wenn er dich gleich nie⸗ dergeworfen, geſchlagen oder gedemuͤthiget hat. Er will dich groß und herrlich machen, darum hat er dich klein und niedrig gemacht. Willſt du ihm das nicht erlauben? willſt du ihm wehren? So kann er nichts aus dir machen, und du bleibſt ein ſtolzer— Narr, indem du den Weg zu deiner wahren Erhoͤhung fliehſt. Mel. 93. Was hilft es mir, ein Chriſt. Oder: Es iſt gewißlich an der Zeit. 1. Noch, dennoch mußt du drum nicht ganz in Traurigkeit verſin⸗ ken; Gott wird des ſüßen Troſtes Glanz ſchon wieder laſſen blinken. Steh' in Geduld, wart' in der Still' und laß Gott machen, wie er will. Er kann's nicht böſe machen. 2. Iſt denn dieß unſer erſtes Mal, daß wir betrübet werden? Was haben wir für Angſt und Qual bisher gehabt auf Erden? Sind wir nicht oft ſo hoch gekränkt, doch hat Gott uns darauf geſchenkt ein Stündlein voller Freuden. 3. So iſt auch Gottes Meinung nicht, wenn er uns Unglück ſendet, als wäre nun ſein Angeſicht darum von uns gewendet. Nein, ſondern dieſes iſt ſein Rath, daß der, ſo ihn verlaſſen hat, durchs Unglück wie⸗ derkehre. 4. Denn das iſt unſers Fleiſches Muth, wenn wir in Freuden leben, daß wir dann unſerm höchſten Gut am erſten Urlaub geben; wir ſind von Erd' und halten werth vielmehr, was hier auf dieſer Erd', als was im Himmel wohnet. 5. Drum fährt uns Gott durch unſern Sinn und läßt uns weh' geſchehen; er nimmt oft, was uns lieb, dahin, damit wir aufwärts 8. De A. D. gant run nict za in urſtir des Glanz ſch t der liſat til und leß(H8 uten nen *Ral 1ahns duul dithe: g Nuif Eim ch hat Gott SDmf geir 1 ag ncht, wet rs nutt n von uns 0 ⸗. Nit zn verlaſen! a ch Uujit „ Muth, va dr urtni t am erfen 8. geba ehr, vas h difr 6' s lieb, 9 t it ni u 497 ſehen, und uns zu ſeiner Güt' und Macht, die wir bisher nicht groß geacht't, als Kinder wieder finden. 6. Thun wir nun das, iſt er bereit, uns wieder anzunehmen, macht aus dem Leide lauter Freud' und Jubel aus dem Grämen. Und das iſt ihm gar ſchlechte Kunſt, wen er umfängt mit Lieb' und Gunſt, dem iſt geſchwind geholfen. 7. Drum falle du, betrübtes Herz, in Demuth vor ihm nieder; ſprich: Herr, wir geben dir die Ehr'; ach! nimm uns Sünder wieder in deine Gnade; reiß' die Laſt, die du uns aufgeleget haſt, hinweg; heil' unſern Schaden. 8. Denn Gnade gehet doch für Recht, Zorn muß der Liebe wei⸗ chen; wenn wir erliegen, muß uns ſchlecht Gott ſein Erbarmen rei⸗ chen. Dieß iſt die Hand, die uns erhält, wo wir die laſſen, bricht und fällt all unſer Thun und Laſſen. 9. Auf Gottes Liebe mußt du ſehn und dich nicht laſſen fällen, wenn auch der Himmel wollt' zergehn, und alle Welt zerſchellen; Gott hat uns Gnade zugeſagt, ſein Wort iſt klar, wer ſich drauf wagt, dem kann es nimmer fehlen. P. Gerhd. ————-——————————-——-——: 284. 10. October. Sorget nicht!—(Matth. 6, 2s.) Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er ſorgt für euch.(1 Petr. 5, 7.) Kümmert euch nichts; ſondern in allen Dingen laſſet euer Anliegen in Gebet und Flehen mit Dankſagung vor Gott kund werden.(Phu. 4, 6.) Wenn ein Kind Gottes ſich von Sorgen einnehmen und martern laͤßt, ſo hat es aufgehoͤrt an Gott, als ſ einen Va⸗ ter, und an Jeſum, als ſeinen Heiland und Hirten, zu glauben; verleugnet eben durch das unglaubige Sorgen den Glauben an Gott und Jeſum, und iſt aͤrger als ein Heide, weil ein Heide von Gott und ſeinem Worte nichts weiß, und alſo nicht glauben kann. Du arme Seele! wach' auf! Haſt du vergeſſen, daß Gott dein lieber Vater iſt und fuͤr dich ſorgt, wi⸗ Ser allerliebevollſte und zaͤrtlichſte Vater auf Erden 32 498 unmoͤglich ſorgen kann? Haſt du vergeſſen, daß Jeſus dein Bruder, Hirt und Heiland iſt, der dir ewiges Leben verheißen und hier ſchon ein Vorgefuͤhl davon gegeben hat? Sollte er dir, was du hier bedarfſt, nicht geben? Haſt du aufgehoͤrt, zu glauben, daß er dich mit Blut erkauft hat? ſollte er dich nun wegen geringer Dinge verlaſſen? ſeine fuͤr dich durch⸗ bohrten Haͤnde von dir abwenden? Sieh' doch einmal wie⸗ der in ſeine Haͤnde hinein, ob dein Name nicht drinnen ſteht? Schau ihm doch einmal wieder unter die Augen, oder in ſein Herz, und du wirſt ſehen, daß dich dein Hoherprieſter noch nicht weggeworfen, die Henne ihre Kuͤchlein noch nicht zertreten, der Hirte ſein Schaͤflein nicht von ſich gejagt hat— Du wirſt ſe⸗ hen, daß er dich noch muͤtterlich im Schooße traͤgt— Aber ſchaue auf zu ihm, ſonſt kannſt du das nicht ſehen. Sieh' nicht nur in die Erde und in das Irdiſche, nicht nur in dich hinein und um dich her, auf das Aeußere, auf deine Umge⸗ bungen— Auf! auf! zu ihm, mit Herz und Sinn! Er ſorgt fuͤr dich und muß; er kann nicht anders; du biſt ſein, und er kann dich nicht laſſen. Mel. 9. Jeſus Chriſtus blick. Oder: Schwing' dich auf zu. 1. Sorge, Vater! ſorge dul ſorge für mein Sorgen; ſorge ſelbſt für meine Ruh', heut' ſowohl als morgen; ſorge für mich allezeit; ſorge für das Meine, o du Gott der Freundlichkeit, ſorge du alleine! 2. Sorge, wenn der Tag anbricht, ſorg' für Leib und Seele; ſorge, daß ich Niemand nicht ſie, als dir, befehle. Sorge, Höchſter, für und für auch für meine Sinne; ſorge, daß zuwider dir ich ja nichts beginne. 3. Sorge, laß dein Wort uns auch bis an unſer Ende, daß ich bis zum letzten Hauch nie mich von dir wende. Sorge für die Obrigkeit, Diener deines Wortes, und dazu für alle Leut' jedes Stand's und Ortes. 4. Sorge, großer Menſchenfreund! für uns deine Kinder; ſorge, Herr, für Freund und Feind, ſorge für uns Sünder! Sorge für mein täglich Brod; ſorge doch für alle die in Armuth und in Noth; ſorge, wenn ich falle. lAl! n ſinen hinmel! n Iffu, und iſ ſahlen tiannt. * ſhen kon gende in ſn will nch„w hhißt in Brud dun umſe andſ tzulaſ o Gu en. e — — — ꝗ⁴o-— -— 198 — f derg e 1 der di dir dhu 3 Su ut ara tte ſuh alaſſen? a F. du enden? 1 dein Nan da 1 unter di— dich dein g ² eife i Küchlen 1 uſt du das. ſhen 3 das Jdiſ itwi das Lauj— deih m, mit deim kann nicht a duhſ Oder Son uf. aze für= n, iuei norzen; rir nij iin der Freundli. i ſonr utt 1a 1 Seeeg dt,. en fi . 4 2 x dd, di 14 für— 4 emmt adl für Kuder ge für uns t En. em alle, die in erſmh ruhn b 2. 81 4 499 5. Sorge, Herr, wenn mich anſicht Satan hier auf Erden; ſorge, wenn ich vor Gericht ſoll gefordert werden. Sorg' für meine Gra⸗ besſtatt'; ſorg' fürs ew'ge Leben; ſorge, wenn mein Geiſt ſich hat dir einſt übergeben. J. E. C. S. —y——§—;—⅓—⅓⅓ꝛꝛꝛÜöö-y—y————————yy— 285. 11. October. Ich nenne euch nun nicht mehr Knechte, denn ein Knecht weiß nicht, was ſein Herr thut; ſondern Freunde nenne ich euch, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kund gethan habe.(Joh. 15,15.) Ich will einen ewigen Bund mit ihnen machen, daß ich nicht will ablaſſen, ihnen Gutes zu thun; und es ſoll meine Luſt ſein, ihnen Gutes zu thun.(Jer. 32, 40. 41.) Ich bin bei ihnen in der Noth.(pſ. 94,15) Alle die Eigenſchaften, die Sirach und die jeder Freund von ſeinem Freunde fordert, findet man an keinem Weſen im Himmel und auf Erden ſo vereinigt und in dem Grade, als an Jeſu, unſerm Herzens⸗ und Seelenfreunde. Ein treuer Freund iſt ein ſtarker Schutz, mit keinem Geld oder Gut zu bezahlen, ein Troſt des Lebens— er wird aber in der Noth erkannt.(Sir. 6, 7. 8. u. 12, 7. 8. 14— 16.) Von welchem Men⸗ ſchen koͤnnen wir all dieſes mehr erwarten, als von Jeſu, der gerade in der Noth am liebſten bei uns iſt und uns herausrei⸗ ßen will? Und in aller Noth, in der Suͤnden⸗ und Todes⸗ noth, wo uns alle Freunde nichts helfen. Wenn es(Spruͤch. 18, 24) heißt: Ein treuer Freund liebt mehr und ſteht feſter bei, als ein Bruder; ſo iſt dies gewiß auch von keinem ſo wahr, als von unſerm Freunde zur Rechten Gottes. Er hat uns ewige Freundſchaft und Liebe geſchworen, hat ſich verbunden, nicht abzulaſſen, uns Gutes zu thun. Es iſt ſeine Luſt, nicht nur uns Gutes zu erweiſen, ſondern bei uns zu ſein und zu blei⸗ ben.(Sprüch. 8, 31. Er vertrauet uns die Geheimniſſe ſeines 32* 500 Vaters, haͤlt von allem dem ,was er bei ſeinem Vater gehoͤrt hat, nichts zuruͤck, ſondern ſchuͤttet es in den Schooß ſeiner Freunde aus. O Freund! ſei ein Freund Jeſu! und halte dies fuͤr das groͤßte Gluͤck, ein Freund Jeſu werden zu koͤn⸗ nen; die Bedingniß ſteht Joh. 15, 14. Und Vers 13. lie⸗ ſeſt du den hoͤchſten Beweis ſeiner Freundſchaft gegen dich, ſo daß Zweifel, ob er dein Freund ſei und werden wolle, ſo⸗ bald du willſt, die ſchaͤndlichſte Suͤnde waͤre. Denn wer ein⸗ mal fuͤr mich ſtirbt, der kann doch mein Feind nicht ſein; kann mir doch ſeine Hand nicht entziehen, wenn ich ſie anfaſ⸗ ſen will. Steh' zu ſeinem Kreuze hin, und ſieh' deinem Freunde ins Herz; was lieſeſt du? Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. Oder: Mir iſt Erbarmung wiederfahren. 1. Der beſte Freund iſt in dem Himmel, auf Erden ſind die Freunde rar; denn bei dem falſchen Weltgetümmel iſt Redlichkeit oft in Ge⸗ fahr. Drum hab' ich's immer ſo gemeint: Mein Jeſus iſt der beſte Freund. 2. Die Menſchen ſind wie eine Wiege; mein Jeſus ſtehet felſenfeſt, daß, wenn ich gleich darnieder liege, mich ſeine Freundſchaft doch nicht läßt. Er iſt's, der mit mir lacht und weint: Mein Jeſus iſt der beſte Freund. 3. Die Welt verkauft ſtets ihre Liebe dem, der am meiſten nützen kann; und wird der Glanz des Glückes trübe, ſo ſteht die Freundſchaft hinten an. Doch hier iſt es nicht ſo gemeint: Mein Jeſus iſt der beſte Freund. 4. Er läßt ſich ſelber für mich tödten, vergießt für mich ſein eigen Blut. Er ſteht mir bei in allen Nöthen, er macht all' meine Schul⸗ den gut. Er hat mir niemals was verneint: Mein Jeſus iſt der beſte Freund. 5. Mein Freund, der mir ſein Herz gegeben; mein Freund, der mein iſt und ich ſein. Mein Freund, der mich wird ewig lieben, mein Freund bis in das Grab hinein. Wie? hab⸗ ich's nun nicht recht ge⸗ meint: Mein Jeſus iſt der beſte Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, ſie ſind doch gar zu wandel⸗ bar; und hätt' ich hundert tauſend Feinde ſo krümmen ſie mir nicht a hen. n biſe de — Solc heuch b dunn der er vur 69) die trnt erſ inehtt, Ane th nnde! ühende 1 was ät n dar f3 mSte el ein 4 a dt 1 Jeüu Joh 54 i werde .. 19, lnd— 8 ſin 33. b ſtnr an 4 Prand ſi tepadan jſte Side 8e des b an doc 8 pand i i6 atzieh enn thn ne am h 6. D 3. m n rire en Himnel, ☚— keltgetinmel ſo gemeint: nne Wieze; lege, nih ſ ß dt und weint Ire Liede der 1 Slückes tridi tſo geneint⸗ H H tödten, der dei di a Nöthen, er* vas verneint in hen zeg En mi rund, der ni den emi ſin Ba Rmiir Freunde, A„. 6 end Femde 11 11. 16, 24.) 501 ein Haar. Hier immer Freund, und nimmer Feind: Mein Jeſus iſt der beſte Freund. B. Schmolke. ————— — 12. October. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen ſei.(Joh. 15, Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr thut dir Gutes.(pſ. 116,7.) Die Jünger aber wurden voll Freude und heiligen Geiſtes.(oſtg. 13, 52.) b Die wahre Freude und der unzerſtoͤrbare ewige Friede kommt erſt in das Herz des Menſchen, wenn der heilige Geiſt einkehrt, wenn der Herr ſelbſt zum Herzen ſpricht und ihm Gutes thut. Die Gottloſen und Unglaͤubigen, die Unbekehr⸗ ten oder lauen Chriſten haben keinen Frieden und keine reine bleibende Freude. Unfriede und Unruhe iſt in allen Herzen, 286. in welchen der Gott des Friedens, in welchen Chriſtus nicht wohnet durch den Glauben. Auch der Glaͤubige hat den Frieden verloren, ſobald er vom Glauben abweicht, oder lau und traͤge wird, ſo daß er nicht in Jeſu bleibt, und Jeſum aus dem Auge und Herzen verliert. Darum kommet Alle, ihr Herzen, die ihr Friede und Freude ſuchet, kommet zu Jeſu, dem Friedefuͤrſten, nehmet ihn durch den Glauben in Liebe auf in eure Herzen; er will da ſeine Friedenshuͤtte auf⸗ ſchlagen, will bei euch einkehren und euch lauter Freude brin⸗ gen. Mit ihm kehrt der Himmel in eure Seele ein. Aber ſo lange wir hier leben, iſt es ein gefaͤhrlich Ding. Wir tragen den Schatz in zerbrechlichem Gefaͤße, und muͤſſen ſehr wach⸗ ſam und treu ſein, um ihn nicht zu verlieren. Wird er uns, mit oder ohne unſere Schuld, aus weiſer Abſicht des Herrn, auf eine Zeit entzogen, ſo ſollen wir deswegen nicht verzagen, 502 ſondern nur deſto mehr in unſer Herz einkehren, deſto eifriger vor ſeiner Thuͤre warten, bis er ſich unſer wieder erbarmet. Mel. 16. Heil'ge Liebe, Himmelsflamme. Oder: Bleib bei Jeſu. 1. In den ſel'gen Augenblicken, die mir deine Gnade giebt, ſchaut die Seele mit Entzücken dich, den meine Seele liebt.— Hier ſtrömt mir der Gnaden Fülle, ferne weicht das Sünden⸗Heer, in der Gott geweihten Stille wird mein Innres voll und leer. 2. Leer von allen Eitelkeiten, die das Herz mit ſich entzwei'n, voll des Drangs, dem Ewigkeiten kaum genügen, ſein zu ſein.— Eh' ich dich, mein Leben, kannte, kam kein Friede in mein Herz, das von bö⸗ ſer Luſt entbrannte, blutete von manchem Schmerz; 3. Angefüllt mit Stolz und Tücken, ohne Demuth, Licht und Recht, ließ es ſich ſo leicht berücken, blieb, oft ungern, Sünden⸗ Knecht.— Hirtenlos, auf öder Haide, irrt' ich, ein verlornes Schaf, das für Hunger nirgends Weide, lechzend, keine Quelle traf. 4. Schwermuth ging mir lang' zur Seite; du erfreuteſt Herz und Sinn; lauter Friede, Seligkeiten hab' ich, ſeit ich deine bin.— O ſeit jenen heil'gen Tagen ſieg' ich über die Begier, über Schwermuth, finſtre Klagen, reiner Himmel iſt in mir. 5. Keine Neigung könnt' ihn trüben, ſtets hielt er in mir ſich klar, würd' ich dich allein ſtets lieben, ſonder Dünkel, treu und wahr.— Ach der Welt, die dies nicht faſſet, dieſe Seligkeit zerſtört, weil ſie dieſe Liebe haſſet, durch den Trug der Luſt bethört! 6. Laß mich nicht, du ewig treuer, ob du mir dich auch verhüllſt! Läutre mich, wie Gold im Feuer, bis ich bin, wie du mich willſt.— Daß ich einſt, nach Läutrungs⸗Leiden, dieſem Todes⸗Leib entgeh', und im Lande reiner Freuden— darf ich's denken— Herr, dich ſeh'. Mkn. —— ———— 287. 13. October. Wer biſt du?(Joh. 1, 19.) Trachtet nicht nach ho⸗ hen Dingen, ſondern haltet euch herunter zu den Nie⸗ drigen. Haltet euch nicht ſelbſt für klug.(Röm. 12, 16. 17.) Wer ſich dünken läßt, er ſei etwas, da er doch nichts iſt, der betrügt ſich ſelbſt.(Gal. s, 3.) ſodern bebriger Siſpie Nttyr fuden, noch de ddich fennen. des Ft iden. i, wid trüben, ſie u, ſonder D aſſet, dieſe ag der Luſt — derf ichs! ——— October. „1) Tra das h, lem znig kein Friede 1 wieda t 1.&☛(. Gmue — lebt eit 1 AuH 1 ter, ing ] ax 3 rumf ta m 1 Kit prüüt,n — arictt ui 90,& urh ⸗Ledden, dit - Hen, lrt euch a ram t elſt ſ en⸗ ißt, er ſei Ees, dt ſelbſt. G ½ 503 Wer biſt du? fragten die Prieſter und Phariſaͤer den Jo⸗ hannes, und ſie haͤtten beſſer gethan, wenn jeder dieſe Frage an ſich ſelbſt geſtellt haben wuͤrde. Denn dieſe Frage ſoll jeder Menſch des Tages ſiebenmal ſich ſelbſt zum Loͤſen auf⸗ geben; ſo wuͤrde weniger Duͤnkel, mehr Demuth und Liebe unter den Chriſten ſein. Wer biſt du? Biſt du Etwas in deinen Augen? ſo biſt du nicht nur Nichts wie wir Alle ſind, ſondern du biſt dabei auch ein aufgeblaſener Thor und Selbſt⸗ betruͤger, oder ein Betrogener. Betrachte dich nach dem Beiſpiele Chriſti und ſeiner lieben Nachfolger, der Apoſtel, Maͤrtyrer und anderer ausgezeichneten Frommen, ſo wirſt du finden, daß du noch weit zuruͤck biſt. Betrachte dich nur nach deinen Chriſten⸗, Standes⸗ und Berufspflichten, ſo wirſt du dich gewiß als einen großen Schuldner und Uebertreter er⸗ kennen. Am allerwenigſten kennen ſich Menſchen und beſon⸗ ders Fromme, die nach hohen Dingen, hohen Erkenntniſſen, tiefen Einſichten, und nach beſondern Sachen trachten, die Andere nicht wiſſen und nicht kennen: denn dieſe verſteigen ſich ſo ſehr, daß ſie den Weg zu ſich ſelbſt zuruͤck nicht mehr finden. Huͤte dich— ſchau nicht nach Hoͤhen hin; Gott weiß, was dort iſt, und wenn du es ſehen und wiſſen ſollſt, wird er dir in einem Augenblick mehr zeigen, als du in hun⸗ dert Jahren nicht erforſchen kannſt— ſchau nicht nach Hoͤ⸗ hen hin, ſchau in dich hinein, ſteig herab zu den Demuͤthigen, Niedrigen, und bleib unten im Thale der Selbſterkenntniß und Selbſterniedrigung: ſo wird dich Gott erhoͤhen und dir Dinge offenbaren, die du auf ſchwindelnden Hoͤhen nie finden kannſt, wenn er ſie dir nicht zeigt auf dem Wege des demuͤthigen Glaubens. Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. Oder: Mir iſt Erbarmung wiederfahren. 1. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, lehre ſie mich recht verſtehn! Gieb, daß ich mir die Wahrheit ſage, um mich, ſo wie ich 504 bin, zu ſehn. Wer nicht ſich ſelbſt recht kennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, erkauft um einen theuren Preis. Für dich mein Leben zu verwenden, iſt meine Pflicht und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie ich ſoll, zu deinem Ruhm? 3 3. Ich bin ein Chriſt nach dem Bekenntniß. Doch bin ich's, Herr, auch in der That? O öffne du mir das Verſtändniß, recht einzuſehn, ob ich den Pfad, den Jeſus mir gewieſen, geh', ob ich auch recht im Glauben ſteh'.(2 Cor. 13, 5.) 4. Du kenneſt unſers Herzens Tiefen, vie uns ſelbſt unergründlich ſind. Drum laß mich oft und ernſtlich prüfen, wie ich, o Herr, vor dir geſinnt! Befreie mich vor falſchem Wahn, der auch den Klügſten täuſchen kann. 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt ſich ſelbſt noch bleibt; wie will er für ſein Beſtes ſorgen? Was iſt, das den zum Heiland treibt? Sich ſelbſt recht kennen bringt uns Noth, die treibt zu Jeſu Kreuz und Tod. 6. Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Heiland, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, ſo gieb, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, ſo täuſcht mich Eigenliebe nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, ſo bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben ſich ver⸗ liert. Gieb mir zur Umkehr Luſt und Kraft; du biſt's, der beides in uns ſchafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, was ich gethan. O laß mich's nicht bis dahin ſparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr, mache mich zum Himmel klug, und hier ſchon frei von Selbſtbetrug! Diterich P. in Blin. ———— 288. 14. October. Wie ein Knecht ſich ſehnet nach Schatten, und ein Tagelöhner, daß ſeine Arbeit aus ſei; alſo habe ich wohl ganzer Monden vergeblich gearbeitet. Elender ſücte Fſer FPir Oden ven wit ghülige riſe l. ü nie ürte ſt Non dach9 mm, ald nd Tro djcb.( paren n rem 80 6. 5. en Wege, 2 Wehe, der 5 und Kraft; dahin ſparen. im Hinnel! ——y— ckober. zuet nach! r— beit aus ſe eblich geu d⸗ nus 3 50⁵ Nächte ſind mir viele worden.(Hiob 7, 2.3.) Du macheſt Finſterniß, daß es Nacht wird.(Gf. 104, 20.) Wir muͤßten die Fuͤhrungen aller Glaubens⸗ und Geduld⸗ Helden verwerfen, wenn wir nicht in ihre Fußſtapfen treten, wenn wir nicht gelten laſſen wollten, daß auch der erleuchtete, glaͤubige Chriſt in tiefe Naͤchte, Dunkelheiten hinein gerathen muͤſſe, um erſt recht erleuchtet und erfahren zu werden. War Hiob nicht ein Mann, der Gott gefiel und den der Herr fuͤhrte? Hoͤre ihn, was er dir zu erzaͤhlen weiß; wie ihm oft Mondenlang geweſen iſt. Kein Tageloͤhner ſehnet ſich ſo nach Ruhe, kein Arbeiter in der Sonnenhitze ſo nach Schat⸗ ten, als die in dunkeln Wegen wandelnde Seele nach Licht und Troſt vom Herrn. Merke dir doch das eine Wort von Hiob: Es ſind mir der elenden Naͤchte viel geworden. Das waren wohl nicht Naͤchte, wie ſie der Leidenſchaftliche, der Geizige, der um das Irdiſche Bekuͤmmerte hat, den uͤberfluͤſ⸗ ſige Sorgen des Geizes oder Unglaubens, den Neigungen, den Rache ꝛc. plagen und ſchlaflos machen. Nein, das Elend dieſer Naͤchte beſtand in innern Kaͤmpfen mit Finſterniß des Geeiſſtes, da ſich der Herr mit ſeinem Lichte verbirgt und die Seele ihr allein uͤberlaͤßt, bis ſie ſich herausſeufzet, mit Gebet und Flehen durchdringt und ihr das hellleuchtende Antlitz des Herrn wieder ſcheint. David ſagt: der Herr macht dieſe Finſterniß, daß es Nacht wird. Er giebt und entzieht das Licht aus weiſen Urſachen. Er macht dunkel und helle in der Seele, daß ſie wiſſe, wohin ſie ſich um Licht zu wenden habe. Herr, laß leuchten dein Antlitz uͤber uns, ſo geneſen wir. Mel. 8. Ruft getroſt, ihr Wächterſtimmen. 1. Jeſus Chriſtus, Troſt der Deinen, meines Lebens Kraft und Licht! O du Tilger aller Sünden! Laß dich finden, laß dich finden! neige her dein Angeſicht. Laß die Sonne wieder ſcheinen! meines Lebens Troſt und Licht! —— — —,— ——— 506 2. In der dunklen Nacht der Erde, ſprich Ein: Friede ſei mit dir! Weiß ich doch, auf Kreuz und Leiden folgen immer Troſt und Freu⸗ den. Zeige deine Liebe mir! Laß mein Herz ermuthigt werden; ſprich Ein: Friede ſei mit dir! 3. Alle deine Liebeswege lehre mich, Herr, recht verſtehn! Wird es dunkel, währt es lange, wird dem armen Herzen bange, wollſt du mir zur Seite ſtehn. Laß mich deine Leidensſtege voll Vertraun und mu⸗ thig gehn! 4. Gieb mir Flügel, gieb mir Flügel, zu entfliehn der bangen Nacht! Will die Furcht ins Herz ſich ſtehlen, will ich deine Treu' er⸗ zählen, die bis heut' für mich gewacht. Was geſchah, ſei mir ein Sie⸗ gel deiner Huld und deiner Macht. 5. O du Tilger meiner Sünden! meines Lebens Troſt und Licht! Ich will flehen, ringen, wachen; dir empfehlen meine Sachen; deine Treue läßt mich nicht. Laß dich finden, laß dich finden, Herr, Herr, meine Zuverſicht! — — — 289. 15. October. Sei getreu bis in den Tod, ſo will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offenb. 2, 10.) Sieh, ich komme bald; halte, was du haſt, daß niemand deine Krone raube.(Offenb. 3, 11.) Treu ſein iſt eine Sache, die nur uns ſelbſt nuͤtzt, wo⸗ durch Gott nichts gewinnt; und doch verſpricht er uns eine Krone dafuͤr. Und doch achten wenige dieſe Krone. Auch iſt uns Treue nicht moͤglich ohne ſeine Gnade, wenn er ſie nicht in uns wirkt, und doch kroͤnt er ſie als ein Werk, das wir gethan haͤtten. So treu und guͤtig iſt der Herr! Ver⸗ dient er nicht Treue? Er war fuͤr uns ſelbſt getreu bis zum Tod am Kreuze; nun iſt doch nichts billiger, als daß er von uns auch eine ſolche Treue fordere, die doch nur uns die Krone aufſetzt. Aber du untreues Herz, das taͤglich Bund und Treue bricht! Wo willſt du Treue bis in den Tod her⸗ nehmen?— Wo ich alle Gnade und Tugend hernehme; von 9 ich ſtebte 9 ſtehlen 6 NM 8 2 R. Was— meines die nur ad doch n wenige nee ſeine 3 hfuit ct cu 18 Krun! ere, wem H in Wei 4 Eo gtat 2 dit 1en 507 dem treuen Gott, der mir Alles verſprochen hat, und da er treu und wahrhaftig iſt, auch taͤglich, und wenn ich's taͤglich tauſendmal noͤthig habe, taͤglich tauſendmal giebt, ohne vor⸗ zuruͤcken; der alle ſeine treuen Knechte und Maͤgde, die je geweſen ſind, treu gemacht und treu erhalten hat bis ans Ende. Der treu bleibt, wenn wir auch untreu werden; der uns viel weniger vergeſſen und verlaſſen kann, als eine Mut⸗ ter ihr Kind; als eine Henne ihre Kuͤchlein. Wohnt dies Vertrauen in deiner Bruſt und der Eifer, den Herrn zu bit⸗ ten, ſo oft du Mangel leideſt, ſo wirſt du halten, was du haſt, und deine Krone keinem Andern laſſen; denn der Herr hat fuͤr Andere ſchon noch andere Kronen. Behaupte du die deine; die, die dir dein Heiland ſauer erworben hat, und die du nicht deiner Treue, ſondern doch nur ſeiner Gnade zuſchrei⸗ ben mußt. So wird er ſie dir auch geben. O Krone, in der Hand unſers Mittlers! Strahle uns recht oft ins Auge, daß wir nach dir greifen, dich halten und dich nicht laſſen! Herr! ſtaͤrke die Schwachen! Mel. 75. Fahr' hin, du eitle Welt. Oder: 33. Du Freude der. 1. Mir, ruft der Herr, mir ſei bis in den Tod getreu! Du ſollſt zu deinem Lohne des ew'gen Lebens Krone, worin die Meinen pran⸗ gen, aus meiner Hand empfangen. 2. Doch weichen darfſt du nicht, dies fordert deine Pflicht. Für dich bin ich geſtorben, dich hab' ich mir erworben; bereit, von allem Böſen, dich ewig zu erlöſen. 3. Wohin? wohin von dir, o Jeſus! gingen wir? Nein, Retter unſers Lebens! Die Welt lockt uns vergebens! Sie kann mit ihren Schätzen dein Heil uns nicht erſetzen. 4. Daß doch ſo viele ſchon, dich, Jeſus, wieder flohn; erſt glaub⸗ ten, voller Freuden; und dann, bedroht mit Leiden, an dir, o Herr verzagten und deinem Dienſt entſagten? 5. Du, Jeſus, liebteſt mich, und ich verließe dich? Ich ſollte dein nicht denken? Mein Herz, dir, Herr! nicht ſchenken, der du dein theures Leben für mich dahin gegeben? “ 4.. * 3. 6. O mache mich getreu, daß ich nie Menſchen ſcheu', und nie des Kampfes Mühe, noch Leiden mich entziehe; auch nie in meiner Plage an deiner Gnad' verzage. 7. Wer mit dir leidet, ſoll auch mit dir wonnevoll einſt leben, ſoll nicht ſterben, ſoll deinen Himmel erben; begnadigt ſchon auf Erden und einſt dort ſelig werden. J. A. Schlgl. ——õ—yy—yy——— — 290. 16. October. Fpolge mir nach! Und er ſtand auf und folgte ihm. (Matth. 9,9.) Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne ſie, und ſie folgen mir.(Joh. 10, 27.) Ich bitte euch: Seid meine Nachfolger, gleichwie ich Chriſti Nachfolger bin.(1 Cor. 4, 16. und 11, 1.) Wer von Chriſto Gnade, lebendigmachende Gnade er⸗ langt hat; wer wirklich aufgeweckt iſt vom Suͤndenſchlafe, wie koͤnnte der liegen bleiben, ohne ſich aufzuraffen, und dem, der ihn weckte, der ihm beſtaͤndig ruft: Folge mir! mir nach! mir nach! wie koͤnnte ein wahrer Erweckter von Chriſto ihm nicht nachfolgen? Waͤre er denn ein Schaͤflein Chriſti zu nen⸗ nen, wenn er nicht auf Chriſtum ſaͤhe, ſeine Stimme nicht hoͤrte, ihm nicht nachfolgte? Jeſus ruft dem Levi, dem Mat⸗ thaͤus und andern Juͤngern; ſie ſtanden auf und folgten ihm, nicht nur auf dem Fuße nach, ſondern auch im Geiſte, in ſei— nem Sinn und Wandelz ſie ſahen darauf, wie er dachte, re⸗ dete und handelte, und bildeten ſich nach ihm. Wem willſt denn du nachfolgen, wem aͤhnlich werden, wenn nicht Chriſto? Willſt du dem Paulus folgen? Gut, ſieh, er folgte Chriſto nach. Wenn der Heiland ſichtbar um dich waͤre, wuͤrdeſt du dein Auge nicht auf alle ſeine Mienen und Geberden richten? Nicht Alles ihm nachzumachen ſuchen? Schau nun im Geiſte ſo auf ihn, ſchau in ſein Buch, in ſein Leben hinein, und er wird dir Alles zeigen, wie du denken, reden und handeln ſollſt, b rich Vo t Beiſ 2 Ar beduld; ſeteſt d ar Lei mir.(Jas c) At der, glo K in t,1) ih Riſ dem m dnnſhli, b ſc auff en, ud riſt: Fi 2r, nn rEruct(Gre en Sch Kihrif nr ſche, ae tmen as mft i dnd kanden al t folgini dan aud Krfiſt, an darauf, er datt,, 1 ſch nach Fr Ban veden, t rict Gri Sut, ſich*= igte b um dich K wid nen und Sedmtite en? Sd auinin bi ſin el! wi m. a, neden Sudeh il 509 um ihm ganz aͤhnlich zu ſein. Folgeſt du Chriſto nicht nach, ſo haſt du nie eine Gnade von ihm empfangen, oder du haſt Gnade und Chriſtum wieder weggeworfen; biſt kein Schaͤf⸗ lein Chriſti, ſondern ein Kind der Welt und außer der Buͤr⸗ gerſchaft Iſraels. Mel. 106. Fall' auf die Gemeinde nieder. Oder: Freu' dich ſehr, o meine Seele. 1. Heiland, dich nur zu erheben, und mit großer Zuverſicht, dei⸗ nem Bilde nachzuſtreben, iſt dein Ruf und meine Pflicht.„Sieh, ein Beiſpiel laß ich dir,“ ſprichſt du,„komm und folge mir!“ O welch Vorbild ſonder Gleichen! Hilf, Herr! hilf es mir erreichen! 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen, trugſt du ſtill und mit Geduld; du vergabſt mit edlem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörteſt der Verlaßnen Flehn, eilteſt, ihnen beizuſtehn; und die Lindrung ihrer Leiden ſchaffte dir des Himmels Freuden. 3. Laß auch mich in Noth und Schmerzen ſtandhaft und geduldig ſein; mich mit friedevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie ſoll mir des Elends Flehn, unerhört vorübergehn; feſt und innig laß mich ſtreben, deinem Beiſpiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebſt ſelbſt meine Seel' em⸗ por! Wenn ich wanke, wenn ich fehle, ſtelle mir dein Beiſpiel vor! Dir geheiligt ſei mein Geiſt! Wann er ſich dem Staub' entreißt, dann, o dann werd' ich im Sterben Himmels⸗Freuden ewig erben. Elis. C. Recke ————nn ———y-———— 291. 17. October.. Wohl dir, Iſrael! Wer iſt dir gleich? O Volk, das du durch den Herrn ſelig wirſt, der deiner Hülfe Schild, und das Schwerdt deines Sieges iſt! Moſ. 33, 2b.) Wohl dem Volke, deß der Herr ein Gott iſt. (Pſ. 33, 12) Wohl den Menſchen, die dich für ihre Stärke halten. Wohl dem, der ſich auf dich verläßt. (pſ. 84, 6.·13.) Pries Moſes das Volk Iſrael ſchon ſelig, daß ſich der Herr ihrer in ihren Kriegen mit andern Voͤlkern annahm und —————ͤͤͤͤ— ͦ— 3 8—— e E—uuͤͤſͤſſſſſſſſſ“—— 3 3 ——. 1 ——— —— 510 alle ihre aͤußern Feinde beſiegte; wie viel mehr ſollen wir uns und alle die ſelig preiſen, die mit uns an Jeſum glauben, ihn von ganzem Herzen lieben, ſeine beſeligende Gnade und Liebe im Herzen tragen, von ihm Vergebung der Suͤnden, und Geiſt und Leben empfangen haben, ihm zu dienen in leben⸗ diger Hoffnung des ewigen Lebens?! Ja, wohl dir, du Volk! das durch den Herrn ſelig wird, deß Herr und Gott Jeſus Chriſtus iſt: wohl dir, daß du ihn fuͤr deine Staͤrke haͤltſt, daß du dich allein auf ihn verlaͤßt, nur auf ſein Verdienſt und auf ſeine Gnade baueſt. Er wird deiner Huͤlfe Schild und das Schwerdt deines Sieges ſein; du wirſt, wenn du von ganzem Herzen an ihm haͤngſt, ihn mit ganzer Seele liebſt, du wirſt durch den Schild des lebendigen Glaubens an ihn alle feurigen Pfeile des Satans ausloͤſchen; du wirſt mit dem zweiſchneidigen Schwerdte ſeines lebendigen Wortes alle deine Feinde der Seele ſchlagen, in allen Kriegen des Geiſtes ſiegen und die Krone des Lebens davon tragen. O wohl dir, Iſrael Gottes! wer iſt dir gleiche! Wo iſt ein Volk, das einen ſolchen Koͤnig, ein ſolches Haupt, ſolche Rechte, ſolche Schaͤtze und Reichthuͤmer, ſolche Hoffnungen und Ausſichten in die Ewigkeit hat?! Dein Koͤnig iſt bei dir, in dir, iſt dein, und mit ihm Alles! Mel. 118. Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen. Oder: Ich habe mich ihm ganz. 1. Wie wohl iſt mir in meiner Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quälen? mein Licht, mein Heil, mein Troſt biſt du! Bei dir vergeſſ' ich meine Leiden und ſchmecke ſchon die reinſten Freuden der Ewigkeit, vereint mit dir. Ich hab' den Himmel ſchon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos wer⸗ den? Du, du biſt überall bei mir! 2. Hab' ich, Erlöſer, dich zum Freunde; was brauch' ich dann? du ſorgſt für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getroſt; ich trau auf dich. Darf ich doch in den trübſten Tagen nicht wegen meiner Sünden zagen; ich weiß, was du für mich gethan. Stürmt ldendigt D uben 3 ansüſche E vif n ldadig tts ahh en driz S Geiſts ragm Cl 5 Lo iſt iE k, wa ſolche J polhe en nge un E ſihtn i bei dir, i i ciſt dei Serlen. Ode b Then in deele, wer 1 dein rich quileſ? u it, n vergeſt ie(a Ewigkei, inti kmt ihh dan miſlin inde; ra e ih un t vol N ch a witit Tnri u firn& m r 511 Alles wider mich zuſammen; ich bebe nicht; wer will verdammen? Du nimmſt dich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du biſt meine Zu⸗ verſicht. Auch Leiden werden einſt mir Segen. Auf dunkle Nächte glänzt dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann ſelbſt des Grabes mich erfreun; denn ich gehöre zu den Deinen: bald wird mein Auge nicht mehr weinen; bald bin ich ewig, ewig dein. 4. Gelobt ſeiſt du, o Freund der Seelen! in deiner Näh', wie wohl iſt mir! Was kann, wenn du mich liebſt, mir fehlen? Ich finde alles Heil in dir. In noch ſo drückenden Beſchwerden hab' ich den Himmel ſchon auf Erden: denn du biſt in der Liebe mein. Ich darf, ich will nicht ängſtlich klagen; wer kann, wo Jeſus iſt, verzagen? Mein Freund iſt mein, und ich bin ſein. ————-———————————————-ʒ— 292. 18. October. Zion ſpricht: Der Herr hat mich verlaſſen; der Herr hat meiner vergeſſen. Kann auch ein Weib ih⸗ res Kindleins vergeſſen, daß ſie ſich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob ſie deſſelbigen vergäße, ſo will ich doch deiner nicht vergeſſen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern ſind immerdar vor mir.(eſ. 49, 14:c) Der Herr denket an uns, und ſegnet uns.(Pſ. 115,12.) Er gedachte an uns, da wir unterdrückt waren.(Pf. 136, 23.) Wer hat uns je ſo ſeiner Liebe und Treue verſichert? Wer uns je ſo unſers Mißtrauens wegen beſtraft? Wo iſt eine Liebe, ſeines Gleichen? Alle Mutterliebe iſt nur ein Schatten gegen der ſeinigen. Seine Wunden an Haͤnden und Fuͤßen, ſein durchbohrtes Herz, worin wir, worin unſere Na⸗ men geſchrieben ſtehen, ſind uns Beweiſe davon, die nicht uͤberzeugender und einnehmender ſein koͤnnten. Wuͤrden wir nur mehr darauf ſehen, worauf er uns doch ſelbſt hinweiſet, wir wuͤrden unmoͤglich auch nur einen Augenblick, ſelbſt im groͤßten Herzeleid, an ſeiner Liebe zweifeln koͤnnen. Aber das Kopfhaͤngen, das unverwandte Hinblicken auf das Sichtbare, auf die Schaale der Dinge, auf den aͤußern Schein, verbirgt dir ſeine Wunden, verdeckt dir die Flammenſchrift ſeiner Liebe. Auf! auf! in die Hoͤhe mit deinem Blick!— auf Golgatha hin! Dort ſiehſt du, wo du angeſchrieben, wie tief du ein⸗ geſchrieben biſt in das Herz deſſen, der des Sperlings auf dem Dache, und der jungen Raben in ihrem Neſte nicht ver⸗ gißt. Wie ſollte er dein vergeſſen, du Kleinglaͤubiger! Gott ſchickt dir die Truͤbſal nicht, um dich niederzuſchlagen, ſondern dich aufzurichten; nicht, daß du den Kopf haͤngen, ſondern aufblicken ſollſt zu dem, von dem ſie kommt. Faͤllt irgend etwas von Oben, vom Dache, dir auf den Kopf, ſo ſiehſt du ſchnell in die Hoͤhe, woher es komme, wer es dir auf den Kopf werfe. Warum nicht auch, wenn dir der Herr ein Kreuz vom Himmel herabſchickt? Wie verkehrt ſiehſt du die Heim⸗ ſuchung Gottes, das Leiden an, indem du glaubſt, jetzt habe der Herr dein vergeſſen! Gerade umgekehrt: ſie ſoll dir be⸗ weiſen, daß Gott dein gedenket, daß er dich heimgeſucht, bei dir eingekehrt hat, daß er dich lieb habe, und dich auserwaͤhlt machen wolle im Ofen des Elends, daß du zu ihm aufblicken ſollſt. Mel. 100. Von Gott will ich nicht. Oder: Kommt Brüder, laßt uns. 1. An Jeſum will ich denken, denn er denkt auch an mich, und will mich etwas kränken, ſo hebt mein Auge ſich ſogleich zu ihm empor; dann weichen alle Schmerzen, denn er ſtellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk ich an ſeine Liebe, wie werd' ich da entzückt? daß, wenn es noch ſo trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da fällt mir immer ein: Er hat ſich hoch vermeſſen, er will mich nicht vergeſſen, wie könnt' ich traurig ſein? 3. Denk'ich an ſeine Güte, die alle Morgen neu, ſo freut ſich mein . 1 4 — rnithe e kthei ein 4 Der ſr mi rn. G fenn um 6 dr am auf lei in glngef 6. An ns Grab mißt reier 1 „dir auft pf, dſth 8 komme, A es 11 c, wem„Herr a Die vekch c ti 1 — 1 1,441 8. hdan uhſt rade ung ſe ſt t, daß e H ingi leb habe di uin nde, daß a im i Ode: 2* der, lſtm enn er dent am nic, u. luze ſch Suine er fiellt henxn it vend ih itte de eane bück de fill 1 vil mih n geſen ii lle Merzt vrp frußf 513 Gemüthe, bei ſolcher Jeſustreu'. Die Laſt werf ich auf ihn, ſo wird die Arbeit ſüße, wenn ich den Schweiß vergieße; denn Gott iſt mein Gewinn. 4. Denk’ich an ſein Erbarmen, er ſchenket mir ſein Kind, o Gnade für mich Armen! heißt das nicht treu geſinnt? Gott iſt in Chriſto mein. Gott müßte Jeſum haſſen, wenn er mich wollte laſſen; das kann unmöglich ſein. 5. Drum will ich an ihn denken, die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenken, hier iſt ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, ſo kann mir keine Stunde mit ihm zu lange ſein. 6. An ihn nur will ich denken, ſo lang' ich denken kann. Will man ins Grab mich ſenken, ſo geh' ich zwar die Bahn, wo mein die Welt vergißt; doch darf ich ſicher hoffen, daß Gottes Herz mir offen, der meiner nie vergißt.„B. Schmolke. —————— —.-—————— 293. 19. October. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Chriſtus. hu. 4,13) Die Waffen unſerer Rit⸗ terſchaft ſind göttlich mächtig, zu zerſtören die Feſtun⸗ gen(des Teufels).(Cor. 10,4) Mit meinem Gott kann ich über die Mauern ſpringen.(2 Sam. 22, 30.) So ſprachen und handelten die Gott vertrauenden Strei⸗ ter und Helden Chriſti, die ihre Schwachheit beſſer kannten, als Alle, die ſich mit der menſchlichen Schwachheit entſchul⸗ digen und ſie zum Deckmantel ihrer Traͤgheit und Feigheit im Kampfe machen. Weißt du, daß du ſchwach biſt, und daß der Feind maͤchtig und ſtark iſt, daß du von ihm bedroht biſt: ſo ſuche dir Huͤlfe, Kraft und Staͤrke, daß du ihn uͤberwinden kannſt, ſonſt bleibſt du ſein Sklave. Der Satan, die Suͤnde und die Welt, dieſer dreifaltige Feind, hoͤrt deswegen nicht auf, dich anzufechten, weil du ſchwach biſt und dich mit Schwachheits⸗Entſchuldigungen bedeckeſt und verſchanzeſt, 33 —— 514 ſondern eben darum— wagt er ſich an dich, weil er des Sie⸗ ges gewiß iſt, wenn er dich allein findet. Biſt du aber in Chriſto, und Chriſtus in dir, ſo laß tauſend Hoͤllenheere, laß alle Reize des Fleiſches, alle Lockungen und Drohungen von Millionen Welten auf dich losſtuͤrmen, laß ſie Feſtungen von den verfaͤnglichſten Ueberredungskuͤnſten gegen dich aufthuͤr⸗ men, du wirſt ſie doch beſiegen, ſie werden nichts gegen dich vermoͤgen. Unſre Ritterſchaft iſt goͤttlich maͤchtig, wenn wir in Gott ſind, und Gott in uns iſt.— Außer ihm ſind wir entſetzlich ſchwach und gewiß gleich verloren. Darum trachte in Jeſu, deinem Gott und Heiland zu ſein und zu bleiben; und wage dich auch nicht einen Schritt ohne ihn zu thun. Mel. 107. Er lebt, das iſt das Loſungswort. Oder: Durch Adams Fall. 1. Wer ſich auf ſeine Schwachheit ſteu'rt, der bleibt in Sünden liegen; wer nicht Herz, Sinn und Muth erneu'rt, wird ſich gewiß betrügen; den Himmelsweg und ſchmalen Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in Gottes Licht, was Kämpfen ſei und Beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, iſt ihrer Bosheit Stärke; dadurch vermehrt der böſe Geiſt ſehr mächtig ſeine Werke. Auf! Seele, auf! richt' deinen Lauf zur Allmacht, die dich rettet, des Heilands Blick zerreißt den Strick, womit du angekettet. 3. Der erſte Schritt im Chriſtenthum heißt: von der Sünd' ſich ſcheiden; denn bei dem wahren Glaubens⸗Ruhm muß man die Welt⸗ luſt meiden; wenn Chriſti Geiſt die Seel' entreißt von ihren Todes⸗ banden, ſo ſpürt ſie Kraft, die Jeſus ſchafft, mit dem ſie auferſtanden. 4. Mein Heiland, fördre ſelbſt dein Werk laß mich bekräftigt wer⸗ den, es iſt Gerechtigkeit und Stärk' mein beſtes Theil auf Erden. Du machſt gerecht uns, dein Geſchlecht, und willſt zugleich uns ſtärken, daß wir in dir des Glaubens Zier, die Macht der Gnade, merken. 5. Brich durch, o ſtarker Gottes⸗Sohn, damit auch wir durchbre⸗ chen. Laß uns in dir, o Gnadenthron! nicht mehr von Schwachheit ſprechen, wenn deine Hand das theure Pfand des Geiſtes uns gegeben, wodurch wir frei von Heuchelei im Streit ſtets ſiegreich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr iſt, gieb Kraft, das Fleiſch zu ———— male Sit Sere um n fin ud Na ſwachheit h 4 ihrr. e Geiſt ſeh mrig fie zur Llna ¹ dr vomit du M zit. — 9 de ein dbens⸗Ruh de ut Kin iett „ kſcafft, n eſe mins Seel ertt in Wet, 1 de hehii nei beiet. u(te. nd vill e ic wiſt de Matt ur m Sohr, d 4 vim en! niht m Strs Ffan d 8&41 trrit frtt lden r iſ gie„, das N 515⁵ dämpfen; gieb Kraft, wenn Satans Macht und Liſt uns ſchwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt viel Anſtoß ſtellt, gieb Kraft, ſie zu vernichten, ſo wird in Noth, ja ſelbſt im Tod, uns deine Kraft aufrichten. W. Marperger. 294. 20. October. Was du willſt, das muß geſchehen.(Judah 9, 3. u. 16. 16.) Ich bin der Herr; was ich rede, das ſoll geſche⸗ hen, und nicht länger verzogen werden.(Ezech. 12, 25.) Vertrauſt du dem Herrn, ſo darfſt du ganz ruhig ſein uͤber alle kuͤnftige Dinge und ohne alle Sorge, wie es dir ge⸗ hen werde. Was der Herr fuͤr dich auserſehen und beſchloſ⸗ ſen hat, das wird und muß zu ſeiner Zeit geſchehen und dir werden, ohne daß es jemand hindern kann; du nicht und kein Menſch nicht. Sei du treu in deiner Sache und uͤberlaß alles Uebrige, was nicht von dir abhaͤngt, ganz dem, der Alles wohl machen wird. Oder, wo iſt dein Glaube an ſein Wort? Hat er dir nicht geredet und verſprochen, daß er dein Vater und Verſorger ſein, und dich tragen wolle bis ins Alter, bis du grau werdeſt? Hat er dir nicht geredet und verſprochen, daß dir ohne ihn kein Haar gekruͤmmt werden koͤnne? Daß alle deine Haare auf deinem Haupte von ihm gezaͤhlt ſeien? Daß er ſich um das Geringſte, was dich betrifft, vaͤterlich annehmen, und dir, wenn du ihn nur lieb haſt, Alles zum Beſten leiten werde? Wo iſt dein Glaube an Gottes Wort? Was plagſt du dich mit unnoͤthigen Gedanken, mit denen du kein Haar ſchwarz und keines weiß machen kannſt? Liebe du ihn, und zweifle nicht, daß er dich auch liebe. Dein Za⸗ gen und Sorgen beſchuldigt ihn der Luͤgen, als haͤtte er dir verſprochen in ſeinem Worte, was er nicht halten wolle oder nicht koͤnne? Wie! willſt du zu einem ſolchen Suͤnder wer⸗ den, daß du in deinen Gedanken Gott immer einen Luͤgner 33* 3», ————— ger 1 1 1 8—— 1———— 3 1— —ͤͤ8—— ſſſſſb““ 4 . 2 4 r 8* 2 △ 5 ,“. 2* 3 1 ¹ 4 — A△ 516 ſchiltſt? Sage und ruͤhme vielmehr wie Judith: Was du geſagt, das muß geſchehen! Amen. Mel. 86. Ich bete an die Macht der Liebe. 1. Was ſoll ich mich mit tauſend Grillen ſelbſt martern und mein Henker ſein? Wo Gott nicht will den Wunſch erfüllen, reißt auch die klügſte Vorſicht ein. Was mir mein Gott hat anserſehen, das ſoll und wird und muß geſchehen. 2. Ich weiß, Gott kann ja Alles machen, auch, was man für un⸗ möglich hält. Er giebt den Ausſchlag allen Sachen, obgleich das Loos uns widrig fällt. Was mir mein ꝛc. 3. Wer ſeinem Heiland feſt vertrauet, der fiſcht und fängt auch all⸗ zeit was; und wer die Hoffnung auf ihn bauet, den trifft kein Neid, kein Zorn, kein Haß. Was mir mein ꝛc. 4. Laß Unglück und Verhängniß toben, ſo bin ich dennoch wohl daran; der für mich wacht, der wohnt dort oben, der iſt's, der Allen helfen kann. Was mir mein ꝛc. 5. Die Zentnerlaſt der ſchwerſten Plagen, die Gott auf meine Schulter legt, will ich nach ſeinem Willen tragen, mein Herz bleibt dennoch unbewegt; es weiß, was mir Gott auserſehen ꝛc. 6. Ach! Herr, regiere meine Wege, und gieb mir einen ſolchen Sinn, der ſich dir niemals widerlege, ſo weiß ich, daß ich ſicher bin: So muß, was du mir auserſehen, mir endlich doch gewiß geſchehen. — 295. 21. October. David ſchwur dem Herrn: Ich will nicht in die Hütte meines Hauſes gehen— ich will meine Augen nicht ſchlafen laſſen, bis ich eine Stätte finde für den Herrn, zur Wohnung dem Mächtigen Jakobs.(Pſ. 132, 2—5.) Du, lieber David, wie eifrig warſt du, um dem Herrn eine aͤußere Wohnung zu finden, und wir koͤnnen ſo ruhig ſchlafen und ſchlummern, ehe wir dem Heiland unſrer Seelen eine Wohnung in uns gefunden und erbauet haben. Will doch der Herr jetzt nicht mehr wohnen in Tempeln von Men⸗ hſen, du, ber heilſ 24 beihe 3, deine uns m 4. Vori nur 15 — ſemnehr. n dih 8 1ie Nast 1 8 Gnllen de Vnf atmn ein Gott nn eſin 1 nager, allen S d. nantt der Heh uf 5 üns nein n. i dn, † öhrt dert n nus a gean Degr, und ni im eee, b re Fe zz izſte r anlih F nßgih — tober. rrru. 3*b ricti n— ich P eweib b eine S inde in Rät koba a, un 1 m tr ir den 9. wins a und 1 3 he räd 2 vas nſ — ahjezu 1 8 3 it demn — riſt. 517 ſchen⸗Haͤnden gemacht.(Apoſt. 7, 4s.) Will er ſich doch jetzt unſere Herzen zu ſeinem Tempel erwaͤhlen, wie geſchrieben ſtehet(2 Cor. 6, 16.): Ihr ſeid der Tempel des lebendi⸗ gen Gottesz wie Gott ſelbſt ſpricht: In ihnen will ich wohnen, in ihnen will ich wandeln. Werr biſt du, wenn du dieſe Verheißung glaubſt und Gott nicht fuͤr einen Luͤgner haͤltſt? Wer biſt du, wenn du noch eine Nacht, von heute an, ruhig ſchlafen kannſt, ehe du dem Hoͤchſten eine Wohnung in deinem Herzen geſucht und gefunden haſt, daß er noch heute zu dir kommen und Wohnung bei dir nehmen kann? Er, der ſchon vor der Thuͤre ſteht, um eingelaſſen zu werden und Abendmahl mit dir zu halten.(Joh. 14,23. Off. 3, 20.) Wie kannſt du glauben: Gott will zu mir kommen, will hen noch in mir wohnen; und doch kalt und gleichguͤl⸗ tig bleiben? und doch nichts thun, um ihn aufzunehmen, um ihm dein Herz einzuraͤumen? um ihn zu bitten: Komm her⸗ ein, du Geſegneter des Herrn! warum willſt du draußen ſte⸗ hen? Wahrhaftig, es ſollte kein Schlaf mehr in deine Au⸗ gen kommen, bis dieſe koͤſtliche Verheißung an dir erfuͤllt iſt. Oder ſage nicht mehr, daß du Glauben habeſt, daß dir et⸗ was an Gott und deiner Seligkeit gelegen ſei. Mel. 36. Verſöhner Gottes, was haſt du verbrochen. 1. Was iſt, o Gott! im Himmel, was auf Erden, das ſo, wie du, verdient erkannt zu werden? Was iſt, das meinen Durſt nach Heil ſo ſtille, wie deine Fülle? 2. Dich ſuchen, iſt die edelſte der Sorgen. Zwar biſt du uner⸗ forſchlich und verborgen; doch willſt du, wenn wir nur dein Licht nicht haſſen, dich finden laſſen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch haſt du ſelbſt in Chriſto, ſei geprieſen, uns unterwieſen. 4. Und in uns ſelbſt willſt du dich offenbaren, wenn wir nur deine Worte treu bewahren, wenn wir den Weg, den ſie uns führen ſollen, nur wandeln wollen.(Joh. 14, 21. 23.) .* .. — 518 5. Zu dieſem mir ſo ſeligen Geſchäfte erhebe, ſtärke meines Geiſtes Kräfte; und laß mich ihn, um mich zu dir zu ſchwingen, zur Stille bringen. 6. Ergreife dann und leite meine Seele, daß ſie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle; gewähre mir, damit ſie nicht ermüde, Ernſt, Luſt und Friede! 7. Dann werd' ich immer heller dich erkennen, dann täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir ewig leben. J. Crmr. ——— 296. 22. October Der Herr iſt mein Gut und mein Theil. Du er⸗ hältſt mein Erbtheil. Das Loos iſt mir gefallen aufs Lieblichſte; mir iſt ein ſchönes Erbtheil worden.(Pf 16, 5.6.) Es iſt noch um ein Kleines, ſo iſt der Gottloſe nimmer— aber die Elenden werden das Land erben und Luſt haben in großem Frieden.(f. 37, 10. 11.) Reich, gluͤcklich und herrlich iſt, wer Jeſum gefunden hat. Ein ſchoͤneres Loos kann keiner Seele hier werden, ein reicheres Erbe kann dir nicht zufallen. Alles, was die Welt fuͤr groß, ſchoͤn und reich haͤlt, verſchwindet wie Schatten da⸗ gegen und vergeht wie Rauch in der Luft; aber der Herr bleibt ein ewiges Erbe den Glaͤubigen, und wer ihn hat, der hat keinen Mangel an irgend einem Guten, der iſt in allen Stuͤcken reich geworden.(1 Cor. 1, 5. 6.) Schnell faͤhrt dahin das Gluͤck der Gottloſen; aber die, welche ſie fuͤr elend hal⸗ ten, weil ſie ihre Hoffnung nicht auf das Sichtbare ſetzen, ſondern auf das Unſichtbare, die Elenden„die ſich in ihnen ſelbſt arm und ſuͤndig fuͤhlen, und deswegen ſich ganz allein an den Reichthum der Gnade Chriſti halten, die werden das gelobte Land, die Ruhe des Friedens erben. Ihr Erbtheil kann ihnen durch den Tod nicht genommen werden, faͤngt tegger 5. 1 2. u rieden. 14 dtt) üh ſt, 1 ſm hinet 8 a ffalle Lwn reſchwind ue Shetn iin de E be h bige, m dr ihn ſe inem Gut at ſtüt 1,4 6) Ml iihti dee, welt fire it cuf d hlharſ ie eeas ſchut dden 0 gus n halt z w iddens al.’ 6 dt an dst 519 dann erſt recht an, ihr ewiges Eigenthum zu werden. Selig, wer ſich nicht blenden laͤßt von den Schein⸗Guͤtern, Schein⸗ Freuden und von der eingebildeten Ehre dieſer Welt, ſondern von Allem wegſieht und ſein Glaubens⸗Auge nur auf den Herrn richtet, in ihm Alles ſieht und findet, daß er in Wahr⸗ heit ſagen kann: Der Herr iſt mein Gut und mein Theil! Er allein iſt mir genug! Mel. 9. Jeſus Chriſtus blick' dich an. 1. Deines Heilands freue dich, dank' ihm, meine Seele!l ſorgt er denn nicht brüderlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich ſeine Gnade nicht, wann Gefahren dräuen? Iſt es dir nicht ſüße Pflicht, Seiner ſich zu freuen? 2. Ja, mein Herr, ich hab' an dir, was das Herz begehret, einen Hirten, der mich hier milde pflegt und nähret. Der mich durch ſein göttlich Wort hier zu Chriſto lenket, und mit ew'gem Leben dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich ernſtlich dein Gebot und mit Freuden übe, kindlich dich, mein Herr und Gott, fürchte, ehre, liebe; o wie iſt mir dann ſo wohl, wie iſt mein Gemüthe ſeliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuverſicht nach dem Himmel blicken; meiner Leiden acht' ich nicht, weil ſie mich nicht drücken. Jeſus und ſein gu⸗ ter Geiſt wohnen mir im Herzen, und ihr Troſt erhebt mich weit über alle Schmerzen. 5. Du biſt mein, ſo jauchz' ich dann, wer iſt, der mir ſchade? Heil mir, daß ich rufen kann: Mein iſt deine Gnade! Jeſus iſt nach dei⸗ nem Rath in die Welt gekommen, hat all' meine Miſſethat leidend weggenommen. 6. Lichtſtrahl in der Sterblichkeit, Jeſus, Heil des Lebens; dich, des Himmels Seligkeit, ſuch' ich nicht vergebens. Wann mein Lauf vollendet iſt und vollbracht mein Leiden, ruft mein liebſter Jeſus Chriſt mich zu ſeinen Freuden. 7. Meine Freud' an dir, mein Gott! wird dann ewig währen. Kein Geſchrei, kein Leid, kein Tod kann ſie ferner ſtören. Auch mein Fleiſch und mein Gebein mag Verweſung ſehen; Herr, dein Tag bricht ſchnell herein, es wird auferſtehen. 5 — 1 * 520 8. Gieb mir, Herr, ſo lang' ich hier in der Fremde walle, Geiſtes⸗ Zeugniß, daß ich dir, als dein Kind gefalle. Dieſe hohe Freudigkeit, die zu dir ich habe, ſei mein Heil in dieſer Zeit und mein Troſt im Grabe. 9. Luſt der Sünde müſſe nie dieſes Heil mir rauben. Rüſte ſelbſt mich wider ſie mit lebend'gem Glauben; gieb mir deinen Geiſt, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Müntr. — 297. 23. October. Sind wir Kinder, ſo ſind wir auch Erben, und zwar Erben Gottes und Miterben Chriſti, wenn wir anders mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm ver⸗ herrlichet werden. Denn ich halte dafür, daß die Lei⸗ den dieſer Zeit nicht werth ſind der zukünftigen Herr⸗ lichkeit, die an uns offenbar werden ſoll.(Roͤm. 8, 17. 18.) Wenn nur das Erſte ſeine Richtigkeit hat, dann wird es an allem Uebrigen ganz und gar nicht fehlen. Biſt du ein wahres Kind Gottes, aus Gott geboren, mit ſeinem Geiſte beſeelt und verſiegelt, von ſeinem Geiſte getrieben, von ſeiner Liebe voll, kindlich gehorſam deinem Vater, ſo daß man dir die Eigenſchaften eines Kindes Gottes nicht ſtreitig machen kann, daß dir der Geiſt Gottes ſelbſt Zeugniß davon giebt: ſo biſt du auch Erbe Gottes und Miterbe Chriſti, und eine Herrlichkeit wartet auf dich, mit der alle Leiden dieſer Welt nicht zu vergleichen ſind; der man, wenn man alle Schmerzen der Maͤrtyrer und alle Pein der Verdammten litte, doch nicht werth waͤre, die man durch keine Leiden verdienen, um keinen Preis kaufen kann; die Gott nur ſeinen Kindern ſchenkt, de⸗ nen, die an den Namen ſeines Sohnes von ganzem Herzen glauben, und durch Glauben und Liebe ſeinem Ebenbilde aͤhn⸗ lich werden. Damit troͤſte dich, wenn du hier als Kind Gotts 1 d med iſe ni 3 ,9 R uch tiſ Blttir rrel 42 hiumel ind au 7 de dore Annde rr hei hmmn 3.8 dürän Ge T hixfor dr ge 4 Rahn herrn beſen ſind wir diterben mit wir ch halte d ſind der tt gedoren t i Geiſte, dinem Vat Gottes u ſehbſt Zeu d Miterbe nit der all aan, wenn Verdamn e Leiden h ur ſeinen. Sohnes diebe ſa 6, venn A ciitp m 1 8 l Scr Er te Mi *I, wi Aiſtet er babit 12 ir 1 Ei, e endiſtt 521 Gottes verfolgt und geplagt wirſt, wenn die Welt dich haßt, weil du nicht ihr Kind biſt. Hinaus mit deinem Blicke in jene Welt, wenn dir dieſe Welt zu enge wird! Jene iſt dein, dieſe nicht. Verlange, erwarte daher hier nichts von der Welt, als den freien Durchzug in dein Vaterland. Und wenn dir auch dieſer erſchwert wird, wie es denn zu geſchehen pflegt, ſo troͤſte dich damit, daß ſelbſt all dies, was du auf dieſer Welt in deinem Durchzuge erfahren mußt, deine Herrlichkeit dort erhoͤhen wird. Mel. 119. Wie ſchön leucht't uns. Oder: Gott, unſer Gott. 1. Mein ganzes Weſen wird entzückt, wenn's Aug' hinauf zum Himmel blickt, den du, Herr! mir bereitet; wo deine milde Segens⸗ hand aus neuen Wundern wird erkannt, die deine Macht verbreitet! Kräftig fühl' ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort iſt, mich will erheben. 2. Was ſind die Leiden dieſer Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du ſtellſt uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden. Doch hier ſind wir bei den Freuden noch mit Leiden ſtets umgeben; dort nur iſt voll⸗ kommnes Leben. 3. Kein Tod iſt da mehr und kein Grab; dort trockneſt du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da iſt kein Leid mehr, kein Geſchrei; denn du, o Herr, machſt Alles neu; das Alte iſt vergangen. Hinfort ſind dort von gerechten Gottes Knechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unſers Gottes Heiligthum ſchallt ſeines hohen Namens Ruhm von lauter frohen Zungen. Dort ſtrahlt die Herrlichkeit des Herrn; dort ſchaut man ſie nicht mehr von fern; dort wird ſie ganz beſungen. Völlig giebt ſich den Erlöſ'ten, ſie zu tröſten, den zu ken⸗ nen, den ſie hier ſchon Vater nennen. 5. Vor ſeinem Antlitz wandeln ſie, auf ewig, frei von aller Müh', und ſchmecken ſeine Güte. Dort ſtört den Frieden ihrer Bruſt und ihre tauſendfache Luſt kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfort nur Gutes wählen. —„ 3— 8 dͤſ——————— 8— 522 6. Gott, welche Schaar iſt dort vereint! Die Frommen die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort ſammelt deine Va⸗ terhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich ohne Trennen, ohn' Mißkennen, Liebe üben. Was kann ſolchen Umgang trüben? 7. Wo iſt mein Freund, des Höchſten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt ſein Thron? In jenes Himmels Höhen. Da werd' ich dich, Herr Jeſu Chriſt, ſo menſchenfreundlich als du biſt, ſelbſt mit Entzücken ſehen. Da wird, mein Hirt! von den Freuden nichts mich ſcheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich iſt die neue Welt, die Gott den Frommen vorbe⸗ hält, die in dem Heiland ſterben! O Jeſus, Herr der Herrlichkeit! für Viele iſt dies Heil bereit; hilf es auch mir ererben! Laß mich eifrig darnach ſtreben und ſo leben hier auf Erden„daß es einſt mir möge werden! Diterich. ——————— 298. 24. October. Unſer Leben währet ſiebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, ſo ſind's achtzig Jahre, und wenws köſt⸗ lich geweſen iſt, ſo iſt's Mühe und Arbeit geweſen; denn es fähret ſchnell dahin, als flögen wir davon.— Lehre uns bedenken, daß wir ſterben müſſen, auf daß wir klug werden.(Pſ. 90, 10. 12.) Der Heimgang iſt erwuͤnſchter und beſſer als die Pilger⸗ ſchaft. Das verſteht ſich. Wer geht nicht lieber heim, als daß er wandere im fremden, unbekannten und unſichern Lande? Das iſt aber doch nicht allen Leuten ſo. Denn es giebt deren genug, die die Heimath nicht lieben, die lieber im Walde irren und in der Wuͤſte im Sande waten, als nach Hauſe gehen. Warum doch ſo unſinnig? Weil ſie die Finſterniß mehr lie⸗ ben als das Licht, die Wolluſt mehr lieben als Gott; weil ſie wohl wiſſen, daß ſie zu Hauſe nichts Gut es zu erwarten ha⸗ ben. Sie koͤnnten doch Alle alles Gute dort haben? Ja, ſie 1 tr d be z eh er gcht ni NR d hen kannten u K henbu tem ſo. 1 ts giti en, die lel i Paddi aten, äss)uſ .“„. l ſie d ü m ihr leden S t n ſichts Gut Tunnt ut det dn 3 Gute dot Cn 523 wollen's aber nicht. Nun, ſo iſt ihnen nicht zu helfen. Wer zu Gott kommen will, muß glauben, daß er iſt, und daß er denen, die ihn ſuchen, ein Vergelter iſt.(Hebr. 11.) Sie brin⸗ gen ihre Jahre zu wie ein Geſchwaͤtz; ſie bluͤhen wie das Gras, das bald welk wird und verdorret. Ach, moͤchten ſie bedenken, daß ſie verdorren muͤſſen! und dann weggeworfen werden. Ihr Kinder des Reichs! ihr ſeid doch klug gewor⸗ den und habt es laͤngſt bedacht, daß ihr davon— nicht muͤſ⸗ ſet— ſondern, duͤrfet; daß es euch erlaubt wird, bald aus⸗ zuwandern aus dem Leibe und daheim zu ſein bei dem Herrn. Deß ſeid ihr froͤhlich; weil ihr eure Heimath lieb habet, weil euer Herz ſchon bei dem iſt, der euch dort winket: Kommt heruͤber! Ihr habt nichts Gutes hier, als die Gnade des Herrn. Das Leben iſt euch eine Plage, die unertraͤglich waͤre, wenn die Liebe zum Herrn ſie nicht erleichterte. Wer legt aber die Laſt nicht gern ab? Wer macht nicht gern Feier⸗ abend? Mel. 52. Wer Ohren hat, zu hören. Oder: Befiehl du deine Wege. 1. Ich bin ein Gaſt auf Erden und hab' hier keinen Stand. Der Himmel ſoll mir werden, da iſt mein Vaterland. Hier reif ich nur zum Grabe, dort in der ew'gen Ruh' iſt Gottes Gnaden⸗Gabe, die ſchließt all' Arbeit zu. 2. Was iſt mein ganzes Weſen von meiner Jugend an, als Müh' und Noth geweſen? So lang' ich denken kann, hab' ich ſo manchen Morgen, ſo manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erſchreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir viel Angſt erweckt. Ver⸗ folgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verſchuld't, hab' ich doch müſſen leiden und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gutem Rath. Wie mußte ſich doch ſchmiegen der Vater Abraham, eh' als ihm ſein Vergnügen und rechte Wohnſtadt kam! 524 5. Wie manche ſchwere Bürde trug Iſaak, ſein Sohn! Und Ja⸗ kob, deſſen Würde ſtieg bis zum Himmelsthron; wie mußte der ſich plagen! In was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Za⸗ gen ſank oft ſein armes Herz? 6. Die frommen heil'gen Seelen, die gingen fort und fort, und änderten mit Quälen den erſt bewohnten Ort. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod ſie nieder legt' in des Grabes Schooß. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich beſſer leben, als ſolche große Leut'? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten ſein; wer hier nicht wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk' ich nicht zu bleiben in dieſem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn' alle Maßen mein Vater tröſten wird. 9. Mein' Heimath iſt dort oben, wo aller Engel Schaar den gro⸗ ßen Hirten loben, der Alles ganz und gar in ſeinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, ſo wie's ihm wohlge⸗ fällt. 10. Zu dem ſteht mein Verlangen, da wollt' ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ich's faſt müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find' ich Luſt, die meinem Geiſt gefalle, das Meiſt' iſt Gräul und Wuſt. 11. Die Herberg' iſt zu böſe, der Trübſal iſt zu viel; ach! komm, mein Gott, und löſe mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach' ein ſelig's Ende an meiner Wanderſchaft. Und was dich kränkt, das wende, durch deines Armes Kraft. 12. Wo ich bisher geſeſſen, iſt nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemeſſen, ſo tret' ich dann hinaus; und was ich hier gebrau⸗ chet, das leg' ich Alles ab, und wann ich ausgehauchet, ſo gräbt man mir ein Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehſt mich, wann ich ſcheide, hin vor dein Angeſicht, ins Haus der ew'gen Wonne, da ich ſtets freudenvoll gleich als die helle Sonne, mit andern leuchten ſoll. 14. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gaſt, bei t aß nen B3s d on in e n idarti 1nn kget 1 dritiu zil ahl ir in dein Ho r Kumr heft. Un Weih nit 1 demu S u rar ſunt; ui eih ſa h ih ausze da gt mies I Tr ich, ui Arzeſicht raus drc als di hei= w ite 5ta G und 110 ¹ 52⁵ denen, die mit Kronen du ausgeſchmücket haſt; da will ich herrlich ſin⸗ gen von deinem großen Thun, und, frei von ſchnöden Dingen, in mei⸗ nem Erbtheil ruhn. P. Gerhrd. — — ⸗——y— — 299. 25. October. Wenn ihr den Herrn verlaſſet, und einem frem⸗ den Gott dienet, ſo wird er ſich von euch wenden und euch plagen.(Jeſ. 24, 20e.) Wirſt du ihn verlaſſen, ſo wird er dich verwerfen ewiglich.(. Chron. 29,9.) Wenn aber ſeine Kinder mein Geſetz verlaſſen, ſo will ich ihre Sünde mit der Ruthe heimſuchen.(Pſ. 89, 31.) Mich, die lebendige Quelle, verlaſſen ſie, und machen ihnen hier und da ausgehauene Brunnen, die löchericht ſind und kein Waſſer geben.(Jer. 2, 13. 17.) Wer dem Herrn anhaͤngt, der iſt Ein Geiſt mit ihm— und hat alſo Alles, was ſein Herr hat, zu genießen. Wie ſollte er anderswo mehr finden, als bei ihm; wenn es ihm doch nur um das Haben und Genießen zu thun iſt, und wenn ihm nicht der Herr ſelbſt mehr iſt als Alles, was er giebt und hat, und tauſendmal mehr, als alle Himmel und Welten geben koͤnnen. Der Herr aber wird den, der ihn einmal kennt und wieder verlaͤßt, ſich von der lebendigen Quelle zu loͤcherichten, trocknen Brunnen wendet, nicht ungeſtraft laſſen, ſondern zu⸗ erſt mit der Ruthe der heilſamen Zucht heimſuchen; und wenn er durch dieſe nicht in ſich geht und zu ſeinem Heiland zuruͤck⸗ kehrt, ſondern in ſeiner Verkehrtheit verharret, wird der Herr ſich auch von ihm wenden und ihn plagen, am Ende aber ewiglich verwerfen. Wer alſo je geſchmeckt hat, wie freund⸗ lich der Herr iſt, und dennoch von ihm weicht, anderswo, bei Goͤtzen, ſein Heil ſucht, der hat nichts Gutes zu erwarten; bei dem werden die letzten Dinge aͤrger als die erſten. Gott 526 wird ihn ſchaͤrfer zuͤchtigen und endlich haͤrter ſtrafen als die blinde Welt, die Gott nie erkannte. Darum bleibet bei dem Herrn, der euch erloͤſet und zu ſeinem himmliſchen Reiche be⸗ rufen hat. Warum wolltet ihr ihn verlaſſen? Was habt ihr uͤber ihn zu klagen? Was hat er euch nicht recht gemacht? Wo findet ihr einen beſſern Herrn? Welt, Fleiſch und Teufel ſind die drei Tyrannen, denen ihr, wenn ihr von Jeſu weichet, in die Haͤnde fallet, die euch erſt viel Schoͤnes vorluͤgen, kein Verſprechen halten, und mit Schmerz, Krankheit, Schande und Elend, Noth und Tod, Gericht und Hoͤlle lohnen. Mel. 9. Jeſus Chriſtus blick' dich an. 1. Sollt' ich jetzt noch, da mir ſchon deine Güt' erſchienen, dich verlaſſen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? Mit den Lüſten dieſer Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe ſchmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden! Mittler, heilteſt du doch mir alle meine Wunden! Und ich ſollte dein Gebot, wie die Sünder haſſen? Und mein Recht an deinem Tod wieder fah⸗ ren laſſen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Chriſt, halte deine Lehren; laſſe mir nicht Noth noch Liſt meinen Glauben wehren. Fielen Tauſend ab, ich nicht! Mag's die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müſſen. 4. Zeigt ſie mir ein Heil, wie du? Bringt ſie Kraft den Müden? Den Bedrängten Troſt und Ruh? Sündern Gottes Frieden? Giebt ſie mir die Zuverſicht, daß ich, trotz dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet ſie mich, wenn vor Gott einſt die Völker ſtehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite ſehen? Wenn der Sichre nun zu ſpät aus dem Schlaf erwachet; und der Spötter, der hier ſchmäht, bebt und nicht mehr lachet? 6. D wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jeſu, da ich ſchon durch dich Gottes Huld genieße! Da ich weiß, auf weſſen Wort ich die Hoffnung gründe; daß auch ich unſehlbar dort Gnad⸗ und Leben finde. t 8 eiht und X. bhnen detius ſiic 1„ 1 Bis nkd Sinen tà hraa 96 d G iirr i helt einſ 1 1et feheu a der Soa r liaſß u6 0 E, gemeße! 1 G iei an t Nr mt 527 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübſal nicht, micht Freuden, mein Erlöſer und mein Gott, ſoll von dir mich ſcheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit und des Fleiſches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. ———— 300. 26. October. Danke allezeit Gott, und bete, daß er dich regiere, und du in deinem Vornehmen ſeinem Worte folgeſt. (Tob. 4,20.) Der Friede Gottes regiere in euren Her⸗ zen, zu welchem ihr auch berufen ſeid.(Col. 3,15.) Laß mich frühe hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen ſoll, und leite mich auf richtiger Bahn, um meiner Feinde wil⸗ len, denn mich verlanget nach dir.(Pf. 27, 11. u. 143,8. 10.) Einem chriſtlichen, zarten Gemuͤthe, das ſeinen Heiland innig liebt, iſt Alles daran gelegen, daß es in Allem, bei je⸗ dem Schritte, den Willen und die Wege des Herrn treffe; es will auch nicht einen Tritt wider Gottes Wohlgefallen thun. Der Beifall des Herrn iſt ihm Alles, das einzige Triebrad aller ſeiner Geſinnungen und Handlungen. Weil wir den Willen und das Wohlgefallen Gottes nicht allemal gewiß wiſ⸗ ſen koͤnnen, ſo betet ein ſolches liebhabendes Herz ohne Unter⸗ laß, daß ihm der Herr ſeine Wege kund thue, und ihn auf der ebenen Bahn ſeines Wohlgeſallens leite; daß es von ihm und ſeinem Geiſte regiert werde. Denn anders koͤnnen wir den Frieden Gottes, der uns ſeines Wohlgefallens verſichert und ein Pfand und Siecgel ſeiner Liebe iſt, nicht in uns be⸗ wahren. Dieſer Friede weicht oder nimmt ab, ſobald wir aus dem Wege treten, den uns ſein ewiger, heiliger Wille vorſchreibt und gehen heißt. Wer eigne Wege wandelt, ſei⸗ nem eignen Willen folgt, kann unmoͤglich den wahren Frieden haben. Er betruͤgt ſich, wenn er glaubt, Gottes Frieden zu 528 genießen; es iſt gewiß ein falſcher Friede, der nicht aus Gott iſt. Darum betet, betet ohne Unterlaß, daß Gottes Friede, der allen Verſtand uͤberſteigt, eure Herzen regiere und euch in Jeſu Chriſto bewahre. Iſt der Friede verloren gegangen, ſo bekennet eure Suͤnde und ſuchet ihn wieder durch Buße und glaͤubiges Gebet. Mel. 35. Wie wohl iſt mir, wenn ich an dich gedenke. 1. O Heiland, laß mich deine Gnade merken und ſteh' min bei in allen meinen Werken; laß deinen Willen nur von mir geſchehn und mich in meinem Thun auf dich nur ſehn! 2. Allein durch dich kann mir mein Werk gelingen, du wirkeſt ſelbſt das Wollen und Vollbringen. Fang' ich's nur recht in deinem Namen an, ſo iſt es ſchon ſo gut als halb gethan. 3. Regiere denn mein Herz und meine Sinnen, mein Werk und Wort, mein Denken und Beginnen; und flöße mir durch deiner Gnade Schein beſtändig Trieb und Kraft zum Guten ein! 4. Laß deines Geiſtes Segens⸗Quell mir fließen und reichlich ſtets ſich in mein Herz ergießen! Ach, laß dies Herz nicht mehr auf ſich beruhn; in dir, o Herr, laß mich das Gute thun! 5. Gieb, daß mich nur dein heil'ger Geiſt regiere, der meinen Geiſt in deine Wahrheit führe; er leite mich auf der geraden Bahn, aus Kraft in Kraft, und täglich himmelan! 6. Er mache mich getreu im Thun und Leiden und helfe mir mit ernſter Sorgfalt meiden die ſchnöde Luſt des Fleiſches und der Welt, daß ich nur ſuche, was dir wohlgefällt! 1 7. Er leite mich, daß ich ſonſt nichts begehre, als einzig nur, Herr, deines Namens Ehre. Des Naächſten Wohl und mein zukünft'ges Heil ſei ſtets die Frucht der Arbeit und mein Theil! 8. Er laſſe mich erwünſchten Fortgang ſehen und Alles wohl zu ſei⸗ ner Zeit geſchehen; daß gute Saat zur frohen Ewigkeit durch all' mein Thun von mir werd' ausgeſtreut. 9. Wie fröhlich wird mein Herz, wenn jenes Leben den Glauben krönt, mein Heiland, dich erheben! Wie ſanft werd' ich dort nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wird mir die Freuden⸗Erndte thun! b Stresow. d mane Si er men Da. und ſüöße h dirt nn Grteu Oul ni ſ Aimnth „ß diet 1 eſt m das Gute 1 dger Geſt N mmd nih uf Dm bu⸗ la! ſ than und d r d hn de Luſt des a m 11 42 7 4 öſten Woh und nein rtzmz ſchel ta li unt zur frſ tt w rnt. g, venn je Be ſuſ ih dnu r Re Freudet— its degehr de ing 11 529 301. 27. October. Ich habe gegen dich, daß du die erſte Liebe ver⸗ laſſen.(Offenb. 2, 4.) Wir ſind Chriſti theilhaftig gewor⸗ den, wenn wir anders den Anfang ſeines Weſens bis ans Ende feſthalten.(Hebr. 3, 14. Matth. 24, 13.) Wer über⸗ windet, dem will ich von dem Baume des Lebens zu eſſen geben.(Offenb. 2, 7.) Nichts iſt ſchoͤner und lieblicher als ein neugebornes Kind Gottes, das in der erſten Liebe ſteht. Allein, wer beharret bis ans Ende, der wird ſelig. Wem Chriſtus ſich mittheilt, der iſt wohl recht bruͤnſtig in der Liebe; wenn er aber den An⸗ fang, die erſte Liebe, die das Weſen, die Natur Chriſti iſt, nicht bewahret, ſondern erloͤſchen laͤßt durch Sicherheit oder Selbſterhebung, ſo iſt auch nichts Traurigeres, als ein ſolch zweimal erſtorbener Baum, ein ſolch verwuͤſteter Garten Got⸗ tes. Ach, wer die erſte Liebe hat, der ſollte ſie ſich um alle Welt nicht nehmen laſſen; der ſollte lieber Alles leiden, Alles wagen, um nur dieſes Kleinod zu bewahren. Wer da merkt, daß ſie abnehmen, daß ſie erloͤſchen will, der flehe, ringe und ſuche ſie wieder zu beleben und zu erwerben; er krieche zum Kreuze Chriſti; das Kreuzholz iſt die beſte Nahrung und das geeignete Mittel, dieſes Feuer, wenn es ſchon erloͤſchen will, wiederum zu beleben und in helle Flammen zu ſetzen. Darum verzage nicht, liebe Seele, wenn du die erſte Liebe verloren haſt, ſieh, der Heiland wirft ſich deswegen noch nicht weg; er haͤlt es dir aber vor und ſagt dir(Offenb. 2,5.): Bedenke, woraus du gefallen biſt, thue Buße, und thue die erſten Werke. Fange wieder von vorne an; mach' es wie⸗ der wie im Anfange, wo du zur erſten Liebe gekommen biſt; auf demſelben Wege wird ſie dir wieder begegnen. Laß dir's angelegen ſein; wo nicht, ſo wird dein Leuchter weggeruͤcket, 34 530 dein Licht ganz ausgeloͤſcht, und du ein Kind der Finſterniß werden. Wenn du dir aber von dem Heiland Muth einſpre⸗ chen laͤßt, wenn du ein Ohr haſt zu hoͤren, und deine Traͤgheit und Sicherheit uͤberwindeſt, ſo wird er dir vom Baum des Lebens zu eſſen geben. Er wird dir hier zu Huͤlfe kommen mit ſtaͤrkender Speiſe, und dort wirſt du volle Saͤttigung finden. Mel. 109. Jeſu, meines Lebens Leben. 1. Du, der Herz und Nieren kennet, Ewiger, erforſche mich! Ach, ich war von dir getrennet, aber du erbarmteſt dich; hoͤrteſt mein Ge⸗ bet, mein Sehnen, ſahſt die Inbrunſt meiner Thränen; nahmſt mich auf mit Vaterhuld und vergabſt mir meine Schuld. 2. Wenn, von Andacht hingeriſſen, ich den Himmel offen ſah, la 3 die Welt zu meinen Füßen, deinem Thron, Erbarmer, nah'; miſcht' ich in der Engel Chöre den Geſang von deiner Ehre, pries die Huld, die ewig liebt, Sünden tilget und vergiebt. 1 3. Welche Ruhe, welch ein Friede, wohnte da in meiner Bruſt! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Luſt; gern d Herz, das ſein begehrt, mehr als Erd' und Himmel werth. 4. Ihr, dem Beten heil'ge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn; ach, wohin ſeid ihr verſchwunden? Gluth der Andacht, ach, wohin? Oft zwar ſuch' ich noch durch Zähren, durch Gebet, dich, Herr, zu ehren; doch der Welt Geräuſch zerſtreut meiner Andacht Innigkeit. 5. Forſch', Herr, ſelbſt in meinem Herzen! Sieh, es fehlt, es wanket noch, und mit unruhvollen Schmerzen fühlt es oft der Sünde Joch. Strauchelnd, ungewiß und träge geht mein Fuß nun deine Wege, und zu oft noch ſchaut mein Blick auf des Laſters Bahn 6. Wer getreu bleibt bis ans Ende und nicht achtet Schmach und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ew'ge Siegeskron'. Kampf und Müh' iſt nicht vergebens, Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, ſtirbt den Tod der Seele nicht. Eschbrg. ddu in jer d den 4 4 zu ho.* Nüth Hren F aei dh didd er m 5 dd dir h 3 3 di hi Sdüſf in it wirt le Si, ii anes kiden d,. mnet, Eviael 2. erdannteſt. 4 aſt meiner Thnn, Er ergiedt. 8 ede, Dohnt elt, ic lut 1 don deiner e er, eine ſ r * 8d' und Him). den, voller Glath der! rrut meiner Mt in herzen! Schmerzen ſ e . wige geht ein Blic a ade und nich 5 2 eine ew ge giebt ün dt t den Tod ſ ß aber Demuth und Sanftmuth iſt unerlaͤßlich. 28. October. 302. So ſollt ihr geſinnet ſein, wie Jeſus Chriſtus ge⸗ ſinnet war.(Phil. 2,5.) Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin ſanftmüthig und von Her⸗ zen demüthig.(Matth. 11, 29.) Koͤnnten wir uns denn ſeine Schuͤler und Juͤnger, ihn unſern Meiſter und Herrn nennen, wenn wir nicht von ihm lernen, ihm nicht gleich geſinnt werden wollten?— Auch for⸗ dert er nicht, daß wir von ihm lernen ſollen eine Welt erſchaf⸗ fen, auf dem Meere wandeln, Todte auferwecken, Sturm und Wind gebieten, ſondern demuͤthig und ſanftmuͤthig ſein. For⸗ derte er von uns Nachahmung ſeiner Allmacht⸗Werke, ſo wuͤrden wir etwa eine Entſchuldigung haben, obwohl er auch ſagte: Dem, der da glaubt, ſind alle Dinge moͤglich— ein Senfkorn⸗Glauben kann Berge verſetzen— und die an mich glauben, werden groͤßere Werke thun, denn ich.— Doch * wenn wir dieſes nicht lernen, ſo will er es uns gern erlaſſen; gerade dieſes iſt unſerm ſtolzen, ungeduldigen Sinn ſchwerer, als Berge verſetzen, und die Stuͤrme des Meeres ſtillen, oder Todte erwecken. Wenn du die Kraft dazu in dir ſuchſt, aller⸗ dings, ſo kannſt du Eins ſo wenig als das Andre. Wenn du ſie aber von ihm erbitteſt, wird es dir an keinem Guten feh⸗ len. Der dir das Gebot giebt, giebt dir auch die Kraft. Der ſanftmuͤthige und demuͤthige Jeſus will ſelbſt zu dir kommen und in deinem Herzen wohnen; und wenn er in dir wohnt, was ſoll dir unmoͤglich ſein? Wir koͤnnen ſeinen Sinn nicht haben, wenn wir Ihn nicht haben. Wer aber ihn hat, der hat auch ſeinen Sinn. Wer ſeinen Sinn nicht hat, der hat ihn nie geſehen, noch erkannt. 34* — Ja, ſagſt du: 32 Mel. 11. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte. 1. Ein Hirte ſtirbt für ſeine Schafe, der Schöpfer zagt für ſeine Welt. Und ich verſchmäh' die linde Strafe, die dir zu meinem Heil gefällt. Vernichtet iſt die Kron' der Größe, der Herr voll Himmels⸗ Majeſtät. Und ich deck' meiner Armuth Blöße mit Stolz, den jeder Hauch verweht. 2. O laß mich Kreuz und Schmach erdulden und gern in die Ver⸗ nichtung gehn; um dir vereint, todt meinen Schulden, in deiner Rein⸗ heit aufzuſtehn. Und hab' ich nichts, daß ich dir gebe, was deiner Liebe würdig iſt; gieb, daß ich dir zum Nachbild lebe, der du für mich geſtorben biſt. 303. 29. October. Dennoch bleibe ich ſtets an dir. pf. 73, 23) Das ſei ferne von uns, daß wir den Herrn verlaſſen, und an⸗ dern Göttern dienen.(Joſua 24, 16.) O wehe der ſchänd⸗ lichen Kinder, die den Herrn verlaſſen!(Jeſ. 1, 4.) Da Joſua das Volk Iſrael ins verheißene Land gefuͤhret hatte und den letzten Landtag hielt, ſo ſagte er unter andern zum Volke: So fuͤrchtet den Herrn und dienet ihm treulich Gefaͤllt es euch aber nicht, daß ihr dem Herrn dienet, ſo er⸗ waͤhlet euch heute, wem ihr dienen wollet, dem Gott eurer Vaͤter, oder den Goͤttern der Amoriter. Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Wir bleiben bei ihm. Da antwortete das Volk: Es ſei ferne von uns, daß wir den Herrn verlaſſen ꝛc. Joſua ſetzte ihnen noch mehr zu: Ihr koͤnnet dem Herrn nicht dienen, denn er iſt ein hei⸗ liger Gott 8 Da nun das Volk es dennoch bejahte, ſo ſprach er: Ihr ſeid Zeugen uͤber euch, daß ihr den Herrn er⸗ waͤhlet! habt.— So thut nun von euch die fremden Goͤtter und neiget euer Herz zu dem Herrn. Hier, Lieber, halt inne, und betrachte dige ganze i Geſchichte(oſ. 24.) aufmerk⸗ ſam, und frage dein Herz ſich zum Herrn neige, ob zun Nach — ciober. San dir.. n Herrn! 4 4, 16) O l ins veh gielt, ſo ſa Hern m 8 jihr den iemm woll Amoriter.. derrn die. Volk: Ei d an uhr .Joſua ſe ht dienen, Volk ed r ach, da Kiu Om nda dt 8 kts 1 af rn ri von euch a Hern. Geſchicht — 3 dnd ſ 2 unter e wrr itä 1 bäic kiu Hm 533 es nicht andern Goͤttern neben dem Herrn anhange. Denn dieſes arme Volk hat nachher doch den Herrn faſt immer ver⸗ laſſen. Ein Geluͤbde iſt bald gemacht; man muß ſich aber ſelbſt pruͤfen, ob man Kraft habe, es zu halten, und nicht verſprechen, was man nicht kann, ſondern zum Herrn in De⸗ muth und anhaltendem Eifer flehen, daß er unſer Herz zu ihm ziehe, feſt bei ihm erhalte und uns Treue und Beharrlichkeit bis ans Ende ſchenke. Schoͤn und groß iſt die Erklaͤrung Jo⸗ ſua's, daß er unangeſehen, was die ganze Nation thun wuͤrde, frei und laut, ſich mit ſeinem ganzen Hauſe zum Herrn be⸗ kennet. So feſt muß dein Herz am Herrn hangen, es mag Einer oder Keiner neben dir deine Geſinnung theilen und mit dir halten; hange du mit deinem Hauſe dem Herrn an, und wenn alle Welt fremden Goͤttern dient. Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Ich laſſe Jeſum nicht! Mit Jeſu iſt gut leben. Er iſt's, der Anfangs mir das Leben hat gegeben. Er iſt, der mir's vermehrt, er iſt's, der mir's erhält, wenn dieſe ganze Welt vergehet und zerfällt. 2. Ich laſſe Jeſum nicht! Mit Jeſu iſt gut leiden; er lindert mir mein Kreuz, er führet mich zu Freuden durchs Kreuz und Traurigkeit; wenn Jeſus bei mir iſt, ſo wird die Bitterkeit des Kreuzes mir verſüßt. 3. Ich laſſe Jeſum nicht! Mit Jeſu iſt gut ſtreiten; will Sünde, Welt und Tod ſich rüſten und bereiten, zu ſtreiten wider mich; ſo ſteht mir Jeſus bei; er kämpfet ſelbſt für mich, macht mich von Feinden frei. 4. Ich laſſe Jeſum nicht! Mit Jeſu iſt gut ſterben! wenn er nur bei mir iſt, ſo kann ich nicht verderben. Er führet durch den Tod in jene beſſ're Welt; drum laß ich Jeſum nicht, er iſt's, der mir gefällt. 5. Ich laſſe Jeſum nicht! Denn wenn ich ihn nur habe, ſo hab' ich hier und dort die allerbeſte Gabe; ohn' dieſes höchſte Gut acht; ich nichts für Gewinn; er iſt mein Lebenslicht; nach ihm ſtrebt nur mein Sinn. 6. Drum laß ich Jeſum nicht! Ich mag vom Schlaf erwachen, ich nag zur Ruhe gehn, ſo bleibt in allen Sachen nur Jeſus meine Luſt; auf ihn nur iſt gericht't mein Dichten und mein Thun. Ich laſſe Je⸗ ſum nicht! — — 534 304. 30. October. Geduld iſt euch noth, auf daß ihr den Willen Gottes thut, und die Verheißung erlanget.(SHebr. 10, 36.) Durch Geduld werdet ihr eure Seelen erhalten.(Luc. 21, 19.) Laſſet uns laufen durch Geduld in den Kampf, der uns verordnet iſt.(Hebr. 12, 1.) Die Geduld hat der Heiland ſo ſehr empfohlen und zur unerlaͤßlichen Bedingniß gemacht, daß wir unſere Seele und Seligkeit nicht anders bewahren und davon bringen werden, als durch Geduld. Eben ſo dringend empfiehlt Paulus die Nothwendigkeit der Geduld, indem er behauptet, daß wir ohne Geduld die Verheißungen Gottes nicht erlangen, den Willen Gottes nicht erfuͤllen koͤnnen. Er zaͤhlt ſie unter die Fruͤchte des Geiſtes.(Gal. 5, 12.) Er empfiehlt ſie als ein Kleidungs⸗ Stuͤck des neuen Menſchen, des ſchoͤnſten Gewandes, das die Auserwaͤhlten, Heiligen und Geliebten anziehen ſollen.(Col. 3, 12.) Er haͤlt ſie dem Timotheus vor, als das Ziel, dem er nachjagen ſoll.(1 Tim. 6, 11.) Er ermahnt den Titus, den Al⸗ ten zu ſagen, daß ſie eben ſo geſund in der Geduld als im Glauben ſein ſollen.(Tit. 2,2.) Denn wer an der Geduld kraͤnkelt, deſſen Glaube iſt gewiß nicht geſund. Er ſagt den Corinthern, daß ſich unſer Heil darin offenbare, wenn wir leiden in Geduld, und empfiehlt ihnen, in allen Dingen ſich als Diener Gottes zu beweiſen, in großer Geduld.(2 Cor. 1, 6. und 6,4.) Beſonders aber iſt die Geduld nothwendig, wenn die Verfolgung und die Stunde der Verſuchung uͤber die Glaͤubigen kommen wird.(Sffenb. 13, 10.) Dort wird keine Gewalt, dort wird nichts helfen, als Geduld und Glaube der Heiligen.(Offenb. 13, 10.) Ach, dieſe vor allen andern noͤthige, ſchoͤne, ſeltne, ſchwere, ſtarke und edle Tugend, wo finden wir ſie? Da, wo wir Alles finden, beim Kreuze Jeſu. Wer 4 8 — tober. auf dai dch ed 1. ͤt, daß w. b erfihlt ſee S ghn s ſchönſten delichtm m ar ermahnt geſund in d Denn u viß nicht gei t ihr n großer ⁵*.(E. end. 13, 10.) 8 n, abs Gedt dieſe vor al d dle Ta 535 beim groͤßten, heiligſten Dulder verweilen gelernt hat und unverwandt in ſein duldendes, liebendes Herz ſchaut, der lernt und erhaͤlt von dem Lamme Lammes Art. Nach eigner Mel. 44. 1. Nichts iſt ſchöner als Geduld. Unter ihren Lorbeerblättern zittert man vor keinen Wettern, freut ſich nur bei Gottes Huld. Nichts iſt ſchöner als Geduld. 2. Nichts iſt ſeltner als Geduld. Dieſes Lamm wird bei viel Heerden nur umſonſt geſuchet werden. Fleiſch und Blut iſt daran Schuld. Nichts iſt ſeltner als Geduld. 3. Nichts iſt ſchwerer als Geduld; denn man will nicht gleich die Plagen mit gelaſſ'nem Herzen tragen, ob man ſie gleich wohl ver⸗ ſchuldt. Nichts iſt ſchwerer als Geduld. 4. Nichts iſt nöth'ger als Geduld; will man nicht ſein Herze freſſen, muß man manchen Schmerz vergeſſen, oder iſt ihm ſelbſt nicht huld. Nichts iſt nöth'ger als Geduld. 5. Nichts iſt ſtärker als Geduld. Sie kann auf der Feinde Schan⸗ zen ihre Sieges⸗Palmen pflanzen und lacht bei der Welt Tumult. Nichts iſt ſtärker als Geduld. 6. Nichts iſt edler als Geduld. Laß, mein Gott, in allen Leiden mich in dieſe Tugend kleiden. Die Geduld hat deine Huld. Nichts iſt edler als Geduld. B. Schmolke. ———————————— 31. October. Hoffe auf den Herrn und thue Gutes— er wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht, und dein Recht wie den Mittag. Harre auf den Herrn, und halte ſeine Wege, ſo wird er dich erhöhen. Bleibe fromm und halte dich recht; denn ſolchen wird es zu— letzt wohl gehen. Der Herr hilft den Gerechten und wird ihnen beiſtehen, und wird ſie erretten.(Pf. 37.) Wer auf Gott, auf Jeſum hofft, wird nicht zu Schanden. In dieſes Lied haben alle Frommen aller Zeiten eingeſtimmt, 536 und es iſt noch nie als falſch erfunden worden. Du wirſt der Erſte nicht ſein, den Gott verlaͤßt und an dem ſein Wort zur Luͤge wird. Bleibe du nur an ihm haͤngen, ſo ſtehſt du, ſo lang er ſteht, und wirſt nur dann fallen, wenn er faͤllt. Das wirſt du nicht erwarten; aber die Huͤlfe, den Troſt, die Rettung wirſt du gewiß erwarten. Was Gott verheißen hat, kommt endlich doch gewiß und kann nicht immer ausbleiben. Alles nimmt ein Ende— auch deine Noth, dein Jammer, deine Klage. Nur Gott und ſeine Huͤlfe, ſein Troſt, der nimmt kein Ende, der bleibt ewig. Die Liebe hoͤrt niemals auf. Ich habe alles Dinges ein Ende geſehen, aber dein Gebot waͤhret; ſagt David.(Pſ. 119, 96.) Ich harrete des Herrn, und er neigete ſich zu mir und hoͤrete mein Schreien. epſ. 40, 1.) Das wirſt auch du von dem Herrn bekennen, wenn du beharreſt bis ans Ende. Es bleibt nichts unter der Sonne, wie es iſt, Alles veraͤndert ſich. Himmel und Erde werden veralten wie ein Gewand; aber der Herr, dein Gott, bleibt unveraͤnderlich, ewig derſelbe.(Hebr. 1.) Iſt dein Himmel noch ſo truͤbe, er wird doch wieder heiter werden, wenn das Wetter voruͤber iſt. Harre des Herrn, ſei getroſt und unverzagt und harre des Herrn; denn ſolchen wird es endlich wohl gehen. (Pſ. 27, 14.) Mel. 78. Meinen Jeſum laß ich nicht. 1. Endlich, endlich muß es doch mit der Noth ein Ende nehmen; endlich bricht das harte Joch, endlich ſchwindet Angſt und Grämen; endlich muß der Kummerſtein auch in Gold verwandelt ſein. 2. Endlich bricht man Roſen ab; endlich kommt man durch die Wüſten; endlich muß der Wanderſtab ſich zum Vaterlande rüſten; endlich bringt die Thränenſaat, was die Freuden⸗Erndte hat. 3. Endlich ſieht man Canaan nach Egyptens Dienſthaus liegen; endlich trifft man Tabor an, wenn der Oelberg überſtiegen; endlich zieht ein Jakob ein, wo kein Eſau mehr wird ſein. 4. Endlich, o du ſchönes Wort, du kannſt alles Kreuz verſüßen; 1 6 — d rr kann .. 4 8 3 bleidt nich. t daen h. Hinm r der Har Gct, bs 1) J hmmit ſiter werdet edas de „ſäi geteſt wrmanr a wird e vih 4 Jeirn kat ich u — 1 Frenr „cm. 4b; endlich t rnn d riab ſch zut thn ü die Frerden=r nach Egopter R ürr der Oeben ⁴ ign e nehr vitd eit , du kunſ m und Gin 4 537 wenn der Felſen iſt durchbohrt, läßt er endlich Waſſer fließen. Ei, mein Herz! Drum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß. B. Schmolke. —y— — 1. November. Höret mir doch zu, und eſſet das Gute, ſo wird eure Seele in Freude fett werden— und leben.— Suchet den Herrn, weil er zu finden iſt, rufet ihn an, weil er nahe iſt.—(Ceſ. 55, 2— 6.)— Du wirſt ſein, wie ein gewäſſerter Garten, und wie eine Waſſerquelle, der es nimmer an Waſſer fehlt.(Jeſ. 58, 11.) Der Herr ruft aller Welt; und alle Welt verſtopft ihr Ohr vor ſeinem Rufen. Er ruft auswendig, er ruft inwen⸗ dig, und findet uͤberall und immer taube Ohren. Er ruft nicht, um zu fordern, um zu richten, zu ſtrafen.„Eſſet das Gute! ruft er, das ich euch bereitet habe.“ Zum Eſſen ſind die Menſchen ſonſt leicht zu laden und zu berufen. Nur das Gute, das der Herr allen umſonſt giebt, die darnach hun⸗ 306. gern, das achten ſie nicht, das wollen ſie nicht. Hoͤre doch mehr, als er verſpricht. du, liebe Seele, hoͤre doch du ihm zu, wie er ſo klaͤglich ruft und dir ſein Gutes anbeut in deinem Inwendigen! Kehre doch du zu ihm ein, er giebt dir eine Speiſe, davon deine Seele fett wird und ewig lebt. Er verſpricht viel und giebt Du findeſt ſonſt uͤberall magere Koſt fuͤr deine arme Seele, wobei ſie nicht erſtarken, nicht leben kann. Es iſt beſonders, daß der Herr uns nicht zum Bereiten, ſondern nur zum Eſſen des Guten einladet, das er uns ſchon bereitet hat. Wer liebt nicht gut Eſſen? So leicht macht es uns unſer Heiland; er hat Alles zu unſerm Genuſſe bereitet; es iſt ſchon fertig und auf dem Tiſche frei aufgeſetzt, daß wir nur nehmen und genießen duͤrfen. Und das wollten wir nicht?— Daſſelbe ſagt auch ſein Gleichniß von Berufung 538 der Gaͤſte zur Hochzeit. Matth. 22, 4.) Er ließ rufen und an⸗ kuͤnden, es iſt Alles bereit; aber ſie wollten nicht kommen. Dieſer geſegnete Tiſch iſt in deinem Herzen gedeckt und voll⸗ bereitet; wenn du mit Hunger einkehrſt, ſo wirſt du in Freu⸗ den fett werden und leben. O moͤchte doch deine Seele hungrig werden nach dieſer guten, Herz⸗, Seel⸗ und Leib⸗ſtaͤr⸗ kenden Speiſe, die der Heiland bereitet hat; moͤchteſt du alle Tage zu ihm kommen und dich ſatt bei ihm eſſen; wie wuͤr⸗ deſt du leben und ſelig ſein! b Mel. 93. Was hilft es mir, ein Chriſt. Oder: Aus tiefer Noth. 1. Verborgne Gottes⸗Liebe du! O Friedens⸗Stadt! du Schöne! Ich ſeh' von ferne deine Ruh', nach der ich mich ſo ſehne. Ich bin nicht ſtille, wie ich ſoll; ich fühl', es iſt dem Geiſt nicht wohl, weil er in dir nicht ſtehet. 2. Es lockt mich zwar ein ſanfter Zug zur Einkehr und zur Stille. Doch kann ich ihm noch nicht genug mich laſſen, wie mein Wille. Ich werd' durch Mancherlei geſtört und unvermerkt davon gekehrt. So bleibt ſtets meine Plage. 3. Daß du in mir dich meldeſt an, ich zwar als Gnad' erkenne; doch weil ich dir nicht folgen kann, ich's billig Plage nenne. Ich hab von ferne was erblickt. O Liebe, könnt' ich unverrückt, nur deiner Spur nachgehen! 4. Mein eignes Wirken nützet nicht, die Liebe davor fliehet; ein allzu frei und ſtark Geſicht macht, daß ſie ſich entziehet. O Liebe, ſetze mich in Ruh', ſchleuß ſelber meine Augen zu, daß ich in dir mich ſehe. 5. Was iſt es denn? was hindert mich, daß ich nicht ein kann ge⸗ hen in deine Ruhe weſentlich, und feſte darin ſtehen? Es iſt dir ja, o Liebe, kund; ergründe du den tiefſten Grund und zeig' die Hinder⸗ niſſe. 6. Iſt etwas, das ich neben dir in aller Welt ſollt' lieben, ſo nimm es hin, bis nichts in mir, als du ſei'ſt überblieben. Ich weiß, ich muß von Allem los, eh' ich in deinem Friedensſchooß kann bleiben ohne Wanken. 7. Entdeck', mein Gott, die Eigenheit, die dir ſtets widerſtrebet 38 — 12,4) Thrn. De 1l O Fried aach der ich „diſt dem(u ier Iu m ag nich laſen und undernen ſt an, ich 3 ichs billi 2 t ucht, die t, daß ſie ſ meine Augen 4 d dert nich, de 8 ſeße dorin man tieſſten Grut 3 tin aller 4, ſeiſt üder deinem Fnet Eigenheit, d f⸗ doe ſen deinem 66 2* entehrſt*+½ d noc nen, der ₰ d deräitt ch ſattbe t. dr ni Bn A da glit kirmpi 539 und was noch von Unlauterkeit in meiner Seele lebet. Soll ich errei⸗ chen deine Ruh', ſo muß mein Aug' geradezu dich meinen und anſehen. 8. O Liebe! mach' mein Herze frei von Ueberlegen, Sorgen; den Eigenwillen brich entzwei, wie ſehr er ſteckt verborgen. Ein recht ge⸗ beugt, einfältig Kind am erſten dich, o Liebe, findt; da iſt mein Herz und Wille!. 9. Ach nein, ich halte nichts zurück, dir iſt mein Herz verſchrieben; ich weiß, es iſt das höchſte Glück, nur dich, nur dich zu lieben. Hilf, daß ich nimmer weich' von dir, bis ich in dir, und du in mir, bis ich den Schatz erreiche. 10. Indeſſen zeuch zu aller Stund', laß mich zu dir mich kehren. Herr, rede du im Seelengrund, da laß mich ſtets dich hören! Ach, ſetze mit Maria mich zu deinen Füßen inniglich; dies Eins will ich erwählen! G. T. St. 307. 2. November. Weinet nicht über die Todten, und grämet euch nicht darum.(Jer. 22,10.) Deun ſo wir glauben, daß Jeſus geſtorben und auferſtanden iſt; alſo wird Gott auch, die ſo entſchlafen ſind durch Jeſum, mit ihm füh⸗ ren.(1 Theſſ. 4,14.) Die richtig vor ſich gewandelt haben, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern. (Jeſ. 57, 2.) Was der Heiland zu den weinenden Toͤchtern Jeruſalems ſagte: Weinet nicht uͤber mich, weinet uͤber euch ſelbſt und aber eure Kinder, duͤrfte jeder beweinte Todte, der ſelig*) im Glauben aus der Zeit gegangen iſt, zu denen ſagen, die ihn beweinen. Denn wahrlich, wer iſt mehr zu beweinen, die noch im gefahrvollen Meere fahren— und von den Stuͤrmen und Wellen herumgeworfen werden, oder die, welche ſchon in dem Hafen der ewigen Ruhe gluͤcklich angekommen *) Die nicht ſelig, nicht im Herrn ſtarben, ſind allerdings zu beweinen und zu bedauern. 540 und das beſſere Land erreicht haben? Die Todten, die im Herrn ſtarben, ſind zu beneiden, nicht zu beweinen; denn ſie haben erreicht und erlangt, was wir noch mit Gefahr erwarten. Darum iſt der Chriſt gern auf Gottes⸗Aeckern, die mit Recht dieſen ſchoͤnen Namen tragen, weil da der Same der ſterb⸗ lichen Leiber ausgeſtreut lieget, daß er erſterbe und dann auf⸗ erſtehe, mit verjuͤngter Schoͤnheit und Unſterblichkeit. Die Stille, in der die entſchlafenen Bruͤder liegen, hebt das Ge⸗ muͤth hinuͤber uͤber Grab und Zeit, in die ſelige, ſtille Ewig⸗ keit, wo aller Krieg der Leidenſchaften, wo alle Unruhe, die den Frieden Gottes ſtoͤren koͤnnte, ein Ende hat. Geh' doch, Lieber! keinen Gottesacker vorbei, ohne deine entſchlafenen Bruͤder zu beſuchen, ohne dich bei ihren Schlafkammern den Gedanken, die ſich dir ja von ſelbſt aufdringen werden, zu uͤberlaſſen. Weine da, aber ja nicht uͤber ſie, ſondern wenn's dir weinerlich iſt, weine uͤber dich und deine noch pilgernden Bruͤder; den ſelig heimgegangenen aber ſchaue mit Sehnſucht nach, ſtrecke deine Haͤnde aus nach dem Unſichtbaren und er⸗ greif das ewige Leben, das uͤber dem Grabe liegt, und faſſe davon in dein Herz auf, ſo viel du davon hier faſſen und aufnehmen kannſt. Man ſieht Morgendaͤmmerung und ſpuͤrt Fruͤhlingsluft auf den Graͤbern: und das ſoll ſehr geſund ſein... Mel. 63. Jeſu, den ich meine. Oder: Den die Engel droben. 1. Kirchhof, heil'ge Stätte! wenn ich dich betrete, ſprech' ich: Herr, mach' Ende! Treuer Vater, ſende deine Friedensboten! Selig ſind die Todten! 2. Hier, wo meine Brüder, hier, wo Chriſti Glieder, nach er⸗ kämpften Siegen, als ein Saamkorn liegen; hier, bei Jeſu Schafen, wünſch' ich auszuſchlafen. 3. Hier iſt Alles ſtille; Krieg und Noth erfülle Länder, die mit Sünden Gottes Zorn entzünden. Satan ſchnaub' und brülle; hier iſt Alles ſtille. —— —— den, dicht 3 wir nod f Gette⸗ deſ I, d , vil d en „2 4. 24 4 t, daß e 1 n di aheit und an Brüder Jeit, in eſchaften, 2- unte, ein G dehi⸗ chi. c dai ihra ſillſt au.⸗ n nict ida Bif tdich und 4 genen ahc r nach den. ber dm G diel du da t ergnd en: und! . Dder: Der denn ich d K „ſade dein u gier, wo C 8 lid um liegen; 1 i und Nethe Sata ſch. 541 4. Hier ruht der Verzagte; hier hat der Geplagte nach den oittern Stunden ſeinen Port gefunden. Auf den Thränen⸗Regen wird das Grab ſein Segen. 5. Freue dich, mein Glaube, mit dem Menſchen⸗Staube thut der Gott der Stärke neue Wunderwerke. Er giebt alle Glieder mir aus Staube wieder. 6. Freudiges Getümmel! Gräber werden Himmel. Was einſt ſtarb, erwachet; was einſt weinte, lachet. Fromme, gleich der Sonne, jauchzen voller Wonne. E. Liebich. —.— —— 308. 3. November. Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird's wohl machen.(Pſ. 37,5.) Ich will ſchweigen und meinen Mund nicht aufthun; du wirſt's wohl machen.(Pf. 39, 10.) Wir wiſſen auch, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Beſten dienen, die nach dem Vor⸗ ſatze zu Heiligen berufen ſind.(Roͤm. 8, 28.) Es kann kein Leiden, kein Ungluͤck, keine Noth, kein Jam⸗ mer erdacht werden, es kann dir nichts begegnen, was dir ſchaden koͤnnte, wenn du Gott lieb haſt. Wenn deine Noth den hoͤchſten Grad erreicht hat, wenn du in den tiefſten Ab⸗ gruͤnden des Elends liegeſt, ſo denke es dir noch aͤrger, ſo arg du kannſt, und glaube, wenn du einen allmaͤchtigen und guͤtigen Gott und Heiland bekenneſt, daß er dennoch helfen, retten und Alles wohl machen koͤnne. Keine Noth wird Gott zu groß. Kein Uebel kann ſo uͤbel ſein, daß es Gott nicht wohl machen koͤnnte und wollte. Das iſt— bei aller Plage und Noth der erſte Gedanke des Gott liebenden und Gott vertrauenden Herzens: Gott wird's doch wohl machen. Wenn du das nicht mehr hoffen und glauben kannſt, hat dein Glaube ein Bein gebrochen oder Schiffbruch gelitten; lauf dann ge⸗ ſchwind zur Bibel und zum Gebete, und ſuche dir ein Bret, 542 auf dem du dich noch retten und ans Land der Herzens⸗Ruhe und Zuverſicht ſchwimmen kannſt. Der Herr wird ihn wie⸗ der aufrichten und wird auch das wohl machen. Was du Gott befehlen kannſt, das wird gemacht, ſo, daß du dich wun⸗ dern wirſt. Wenn du es aber ſelber wohl machen willſt, oder zu Menſchen deine Zuflucht nimmſt, auf ſie vertrauend, das wird ſchlechter am Ende, als am Anfange. Du wirſt dich ſo verwirren und verwickeln, daß du dich nicht mehr heraus⸗ findeſt. Ergreifſt du aber die Hand des Herrn, die Alles wohl macht und die ſich dir immer darbietet, ſo hebt ſie dich uͤber alle Berge hin und giebt dir den Lobpſalm in den Mund: Des Herrn Rath iſt wunderbar; aber er fuͤhrt Alles herrlich hinaus. Mel. 50. Wort aus Gottes. Over: Jeſu, meine Freude. 1. Chriſt, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! ſchöpfe neuen Muth! Wie ſchwer Kreuz dich drücket; Gott iſt's, der es ſchicket. Was er ſchickt, iſt gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht; Sorgen ſtets mit dir erwachen, Gott wird'e doch wohl machen. 2. Soll die Wahrheit ſchweigen, drohet ihren Zeugen der Verfol⸗ gung Schwerdt; will man deinen Glauben dir vom Herzen rauben, fleh' zu Gott, er hört; ſchäumt voll Wuth ſchon Fluth auf Fluth wi⸗ der dich der Hölle Rachen, Gott wird's doch wohl machen. 3. Iſt der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die Laſt zu ſchwer; ſtürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück ſtets mehr zurück; ſcheint's dich nicht mehr anzula⸗ chen, Gott wird's doch wohl machen. 4. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angſt noch Grämen, ſchafft auch keine Raſt. Ungeduld macht Bürden, die dir leicht ſein würden, nun zur Felſenlaſt. Zagend Herz, zähm' deinen Schmerz! Drückt die Bürde ſchon den Schwachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Du führſt Chriſti Namen; Chriſtum nachzuahmen, das iſt deine Pflicht. Werde nicht erſchüttert, wenn die Welt erzittert und der Himmel bricht. Der ſteht feſt, der Gott nicht läßt. Laß ringsunt die Wetter krachen; Gott wird's doch wohl machen. 6. Herrlich iſt die Krone„die der Chriſt zum Lohne ſeiner Treu jf nas d doff dene Gra arz dc dr ach dr. e eine neue en ck; ſcheint en. nicht Agf Bärden, d 1, zühm d och vohl ma der Uhnſſt z * 8 Gett df 3 Loritun ua. „penn die — I W —— 4 — — = — — g= —— — ₰ — — —— ——— — — Z— An in da Ich bin ſein, er mein. — 543 empfängt. Nur nichts ſelbſt verſchuldet! Und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Sieg' als Held! mag doch die Welt deiner 8 Hoffnung ſpöttiſch lachen, Gott wird's doch wohl machen. 7. Nun, ſo ſoll es bleiben; ich will nie mich ſträuben, ſtets Gott folgſam ſein.— Stets, im Tod und Leben, bleib' ich Gott ergeben. Was er will, ſei ſtets mein Ziel. Wunder⸗ bar mag Gott es machen, wohl wird er's doch machen. 1 J. A. Schlgl. —õ——:ͤyy———yy————————————— 4. November. Ihr Wurm wird nicht ſterben, und ihr Feuer nicht verlöſchen.(eſ. 66,24. Marc. 9, 4.) Und der Rauch ihrer Qual wird aufſteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. SOffenb. 14,11.) Und ſie werden gequält werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.(Offenb. 20, 10.) Das Dunkel der ewigen Finſterniß iſt ihnen aufbehalten. (2 Petr. 2, 17.) Das ſteht auch nicht vergeblich in der Bibel. Iſts fuͤr dich nicht, wie du etwa glaubſt, ſo mag's fuͤr deinen Bruder 309. oder Nachbar ſein. Haſt du dich vor der Ewigkeit nicht zu fuͤrchten und nicht manchmal noͤthig, durch die Erinnerung an dieſelbe, dich vom Schlaf zu wecken, vor der Suͤnde Reiz zu bewahren: ſo bedenke doch, daß noch Tauſende deiner ruͤder der unſeligen Ewigkeit und dem unausloͤſchlichen Feuer, der ewigen Qual blind und unaufhaltſam zueilen; und indem du dieſe Worte Jeſu betrachteſt, ſo laß dich, ſtatt aus Zaͤrtlichkeit die Ewigkeit abzukuͤrzen, wie Viele wollen, und das Feuer, wenigſtens nach einer Reihe von Jahren, auszuloͤſchen und den Wurm, den Jeſus unſterblich gemacht hat, fruͤher ſterben zu laſſen, um dich und deine Bruͤder damit ſuͤßiglich zu troͤſten; ſtatt deſſen, ſage ich, laß dich zum Gebet und Flehen fuͤr dich und deine Bruͤder erwecken, daß ſie der 8 544 liebe Gott erſchuͤttere, bekehre, erleuchte und ſelig mache, da⸗ mit ſie nicht in die Qual kommenz ſie moͤchte doch zu lange dauern; denn Abraham ſagte dem reichen Manne, es fuͤhre kein Weg und keine Thuͤre mehr von unten nach oben, es koͤnne keiner die große Kluft uͤberſpringen, die dort befeſtigt iſt. Bete, ſage ich, bete und thue was du kannſt, dich und deine Bruͤder vom Untergange zu retten. Es iſt doch beſſer, in dieſes Feuer gar nicht fallen und mit dieſem Wurm nie in Beruͤhrung kommen, geſetzt auch, daß, wie Einige meinen, die Ewigkeit nicht ewig, und das unausloͤſchliche Feuer doch ausloͤſchlich, der unſterbliche Wurm doch ſterblich waͤre, und Jeſus und ſeine Zeugen ſich nicht eigentlich ſo recht nach dem mitleidigen Geſchmack unſerer Zeit ausgedruͤckt haͤtten. Beſſer, ſage ich, iſt beſſer. Rette dich und deinen Nachbar, ehe das Feuer anbrennet und der Rauch aufzuſteigen anfaͤngt. Das folgende Lied ſoll der neuen, jungen Welt zeigen, wie die Al⸗ ten hieruͤber dachten. Eigne Melodie 34. 1. O Ewigkeit, du Donnerwort! du Schwerdt, das durch die Seele bohrt! O Anfang ſonder Ende! O Ewigkeit! Zeit ohne Zeit, vielleicht ſchon morgen oder heut' fall' ich in deine Hände! Mein ganz erſchrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung' am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück iſt in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt; nichts, nichts iſt ohne Ende. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel; man mag da denken was man will, ſie hat und kennt kein Ende. Wie ſelbſt der Sünder Heiland ſpricht:„ Ihr Wurm, ihr Feu'r vergehen uicht.“ 3. O Ewigkeit! du magſt mir bang'! Denn ewig, ewig iſt zu lang! hier gilt fürwahr kein Scherzen! Drum, wenn ich dieſe lange Nacht mit all der großen Pein betracht', erſchreck' ich recht von Herzen. Nichts iſt für Sünder weit und breit ſo ſchrecklich, als die Ewigkeit! 4. Ach Gott, wie biſt du ſo gerecht! wie ſtrafeſt du den böſen Knecht mit ew'ger Qual und Schmerzen! Den Sinn, dem Sünde wohlge⸗ fällt, nimmt er mit in die andre Welt. O Menſch, faſſ' es zu Herzen ee geit baher Ta 1 A 'r und herheit, dur allen 8. Ach lund? we nnd Sinn Vrit ei 3.9 dudbohr b ege Lei anndelt? ner Th 1l. n läen. litlich evige, 1) d Hertl einem nn, Herr Kber nit digentt r Jeit ausgg 3 r dich und l dich und dein! chher 1 1 1 uch außuſte uungen Vo Relan z. wert! da S Ende! O Er ſel ich in de dee Img d Delt, dat en 6. Die Ew l. ſee hat und .. :„Ihr War bang! D t mfüng. 5, ve 2, um 82 Zit. dde. Ua Sra lit 4 it der hi rr tti. t, eri 1 nzen! Drun acht, erſchre⸗ rit ſe en dt! wie ſtra er ihdin 8 it un h 1 X₰☛ er deate .„ 6 Der Eim 8 cEün. gW. 16; M elt. O Ner t eu 310. ta iin En! ar 545 Hier, hier nur iſt die Gnaden⸗Zeit, dort ſtrafet Gott, wie er ge⸗ dräut. 5. Ach! fliehe doch des Teufels Strick, die Luſt kann einen Augen⸗ blick, nicht länger, dich ergötzen. Dafür willſt du die arme Seel' auf ewig in des Teufels Höhl'’, o Menſch! zum Pfande ſetzen? Für eine kurze Luſt der Welt haſt du ſo lange Pein erwählt. 6. Wach' auf, o Menſch, vom Sündenſchlaf! ermuntre dich, ver⸗ lornes Schaf, und beſſ're bald dein Leben! Wach' auf, denn es iſt hohe Zeit, dich übereilt die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Dein letzter Tag iſt heut' vielleicht und deines Lebens Hauch entfleucht. 7. Ach! laß die Wolluſt dieſer Welt, Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr' und Geld nicht länger dich beſiegen. Schau' an die große Si⸗ cherheit, die falſche Welt, die böſe Zeit in Satans Stricken liegen. Vor allen Dingen hab' in Acht die ewig, ewig lange Nacht! 8. Ach du verlornes Menſchenkind! biſt du denn toll, von Herzen blind? willſt du dies nicht bedenken? Willſt du denn nicht dein Herz und Sinn zur ſel'gen Ewigkeit Gewinn mit Ernſt und Eifer lenken? Wo iſt ein ſo beredter Mann, der dieſes Werk ausſprechen kann? 9. O Ewigkeit! du Donnerwort, du Schwerdt, das dem das Herz durchbohrt, der hier in Sünden wandelt! Wer denkt es ganz, das ew'ge Leid, das Gott dem Sünder hat gedräut, der gottlos lebt und handelt?— Ach, ſegn' uns Gott mit Jeſu Heil! Sei jetzt und ewig unſer Theil. Amen!* J. Rist. 5. November. Und die Gerechten werden eingehen in das ewige Leben.(Matth. 25,46.) Unſere gegenwärtige Trübſal, die zeitlich und leicht iſt, verſchafft uns eine unermeßliche, ewige, über alle Maßen wichtige Herrlichkeit.(2 Cor. 4, 17.) Wir rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.(Roͤm. 5,2.) Welcher einem jeden nach ſeinen Werken vergelten wird: de⸗ nen, welche mit Beharrlichkeit in guten Werken nach Herrlichkeit, Ehre und Unſterblichkeit trachten, ewiges Leben ꝛc.(Roͤm. 2,6. 7.) 35 546 Wie die Ewigkeit ein Donnerwort iſt fuͤr die Unglaͤubi⸗ gen und Gottloſen, Lauen und Treuloſen, ſo iſt ſie ein Freu⸗ denwort fuͤr die Frommen, Gerechten und Begnadigten, ſo lange ſie in der Gnade bleiben, und das Kleinod des Glau⸗ bens, der Liebe und Geduld bewahren. Wenn dich die Liebe deines Heilandes, die ewige Freude und Krone, die er dir dort bereitet hat, ſo anzieht, daß du Suͤnde, Welt und dich ſelbſt daruͤber vergißt, ſo haſt du nicht noͤthig, an Gericht und Hoͤlle, ewige Strafe und Qual zu denken; ſondern weide dich an der Herrlichkeit der Kinder Gottes, wandle im Him⸗ mel, wohin du berufen biſt, und laß dein Herz ſtets voll der Freude ſein, die der Herr den Seinen ſchon hier zum Vorge⸗ ſchmack giebt. Will abet dieſes nicht auf dein Herz wirken, oder dich etwa gar traͤge und ſicher machen, ſo mag dich die Erinnerung an das Gegentheil, an die unſelige Ewigkeit, an die Verbannung vom Angeſichte Gottes, die den Treuloſen, Sichern und Lauen zu Theil wird„aufwecken und dir zur ernſten Betrachtung des Himmels und der ſeligen Ewigkeit wieder Luſt machen. Iſt aber der Himmel in deinem Herzen, ſo wird dich Niemand mit der Hoͤlle ſchrecken koͤnnen. Und iſt die Hoͤlle in deinem Herzen, ſo eile aus ihr heraus, weil es noch Zeit iſt, und ſuche in Chriſto, dem Erloͤſer aus Tod und Hoͤlle, Gnade, Vergebung und die lebendige Hoff⸗ nung der Erbſchaft und Kindſchaft Gottes, damit du dich mit Freuden an die Ewigkeit erinnern kannſt. Denn wer ſich damit helfen will, daß er die Ewigkeit ganz aus dem Sinne ſchlaͤgt und weder an die unſelige noch ſelige Ewigkeit denken mag, dem iſt wahrlich nicht geholfen; denn dadurch, daß du die Ewigkeit vergiſſeſt, kannſt du weder die Hoͤlle ausloͤſchen, noch den Himmel gewinnen. Ewigkeit bleibt Ewigkeit, und du must hinuͤber, du magſt daran denken oder nicht. u Ai veſ vo mu za b dericht 1. L „ V k ohne Aiiden zör⸗ d 6 O ver Uderr 4 D. n we fi lel t füre Evigke 5. J. len En enand 6.O hect uf Ein deE. 1. T lrues de ſco Ler w denag 8.1 ticht a denze habe 9. ſcwin 546 — Don ind de Ai den Srche ten ſea A 1 a und d eadis innd de 8 11 * n dih n 1 5 8 u t ww, de 2 Bkn aſt de ih lig, a 4 d Qun 6 8 ſad er Got 4 nd laß da † en Seinen ſe ſn dieſes nit+ d ſicher ma⸗h eil, an die 2 Eii 4 ſichte Gotte A en da il wid, an a dr Hole ſce n, ſo eile a Chriſto, d dung und dſchaft Go die unſege ˖richt gehol t rmn er t, kannſt 1 d de geximd! iift c, du m 8 dein lornes Schaf! denk' auf das Freuden⸗Leben! 547 Die vorige Melodie. 1. O Ewigkeit, du Freuden⸗Wort! du biſt der Seele Ruhe⸗Port, du Anfang ſonder Ende! Du kenneſt weder Raum noch Zeit. Ich weiß vor großer Freudigkeit, nicht, wo ich mich hinwende. Mir iſt mein ganzes Herz ſo voll der Freude, die da kommen ſoll. 2. Wo iſt die Freude in der Welt, die nicht zu ihrer Zeit zerfällt, die nicht ein Schmerz begleitet? Du, Ewigkeit, biſt ohne Ziel; der Seligkeiten, o wie viel! ſind uns in dir bereitet! Ja, Paulus ſagt es ohne Scheu, daß es dort unausſprechlich ſei. 3. O ewig freudenvoller Gang! o Ewigkeit, verzeuch nicht lang'! wir warten dein mit Schmerzen. Betracht' ich deine Herrlichkeit, mit all der namenloſen Freud', ſo freu' ich mich von Herzen. Nichts iſt zu finden weit und breit ſo lieblich, als die Ewigkeit. 4. Die Luſt, die uns die Welt beſchert, iſt nicht einmal des Na⸗ mens werth. Wie lange wird es währen? Was iſt's, wenn einer luſtig lebt und funfzig Jahr' in Freuden ſchwebt? wie wird der Tod ihn ſtören! Dort währt die ungeſtörte Freud' von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Ja dort, wenn du ſchon immerdar viel hundert tauſend tauſend Jahr' die höchſte Freud' genoſſen und in dem Schooße Jeſu Chriſt mit allen Engeln ſelig biſt, wird nie die Freud' geſchloſſen. Die Zeit, die Niiemand zählen kann, fängt ſtets von neuem wieder an. 6. O Gott, barmherzig und gerecht, wie lohneſt du dem frommen Knecht mit ew'ger Frend' und Wonne! Auf kurzes Leiden lange Freud', auf Eine Nacht der Traurigkeit ſcheint ew'ge Freudenſonne. Und dieſe Sonne bleibet dein, ſo lange Gott dein Gott wird ſein. 7. Wach' auf, betrübter Menſch! vom Schlaf, ermuntre dich, ver⸗ Wach' auf! es kommt die ſchöne Zeit, es kommt die frohe Ewigkeit, die Jeſus dir wird geben. Wer weiß, ob er heut' kommen mag? Komm heut', du ew'ger Freu⸗ dentaht 8. Die Luſt iſt Laſt in dieſer Welt, die nur den Ueppigen gefällt, richt aber Gottes Kindern. Drum laß dich keine Sicherheit in deines Herzens Fröhlichkeit durch Erdenfreuden hindern. Vor allen Dingen habe Acht auf das, was Chriſtus dir gebracht. 9. Komm, du erlöſ'tes Menſchenkind! verlaß die Welt und eil' ge⸗ ſchwind, tracht' nach des Geiſtes Siegel; und ſchwing' dein Herze 35* 548 dort hinein, wo alle Gottes Kinder ſein; mach' deiner Seele Flügel. Wo iſt die Zunge, wo der Mann, der jene Freud' beſchreiben kann? 10. O Ewigkeit, o Freuden⸗Wort ꝛc. ꝛc.* J. Gigas. ——————-ęè·—y—-——————————-—————ö— 311. 6. November. Ringet darnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet; ich ſage euch: Viele werden ſuchen einzu⸗ gehen, und es nicht vermögen.(euc. 13, 24.) Nicht jeder, der zu mir ſagt: Herr, Herr! wird in das Himmel⸗ reich eingehen, ſondern wer den Willen meines Vaters thut.(Matth. 7, 21. u. V. 13. 14.) Das ſind Worte des Herrn ſelbſt, die er zu ſeinen Apo⸗ ſteln ſagte, als ſie ihn fragten: ob wenige ſelig wuͤrden? Er ſagte ihnen nicht wie viele, ſondern er ermahnte ſie vielmehr, daß ſie ſelbſt ringen und trachten ſollten, ſelig zu werden. Was wuͤrde er denn dir antworten, wenn du ihn fragteſt: Herr, werde ich ſelig werden? Sieh, da lieſt du ſeine Ant⸗ wort. Das iſt dir geſagt, nicht nur dem Petrus und Johan⸗ nes— dir, dir ſagt der Herr: Ringe! Denn viele glauben, den Himmel ſchon im Schooße zu haben, und werden ihn doch nicht ſehen. Sie ſuchen einzugehen, ſagt der Herr, und vermoͤgen's doch nicht. Warum? weil ſie es nicht auf dem rechten Wege ſuchen.„Das iſt ſchrecklich!“ ſagſt du; ja moͤchte es dich heilſam erſchrecken. Deswegen ſagt es der Herr, daß du den Himmel nicht auf die leichte Achſel nimmſt und nicht mit ihm ſpielſt. Du glaubſt an Chriſtum, und wer glaubt, wird ſelig? Iſt aber dein Glaube der Art, daß er dich auf dem ſchmalen Wege fuͤhret und zur engen Thuͤre hin⸗ ein bringt; daß er dich von der Welt, Luſt und Suͤnde los⸗ reißet und dich vorwaͤrts, aufwaͤrts zu ringen treibt? Viele ſuchen einzugehen, aber ſie ſuchen einzugehen auf eignen Wegen ₰ itnr reine m Ko dda ſie und bi eich hüre, Aunde duüfte r dein 6 fihrct ind de Wel, n ſwitts uE den eirzug 8 ſache * At * deoh t ehein K ear M. du dann die Perl' errungen, denke ja nicht, 549 und bei ſelbſterwaͤhlten Thuͤren, und nicht auf dem vom Herrn bezeichneten ſchmalen Wege, nicht durch die von ihm benannte Thuͤre, die enge iſt und Alles abſtreift, was von Welt und Suͤnde anklebt, die ſogar das eigene Ich wegreißt; oder ſie ſuchen mit vieler Muͤhe und Anſtrengung, aber aus eignen Kraͤften, nicht im lebendigen Glauben an Chriſtus, nicht in Vereinigung mit ihm, nicht mit dem Herzen, ſondern mit dem Kopfe; oder ſie nehmen zu viel mit auf den Weg, ſie laden ſich zu viel von dieſer Zeitlichkeit auf, daß ſie, von der Laſt niedergedruͤckt, ſich nicht zum Himmliſchen ſchwingen koͤnnen. Darum werden ſie es nicht vermoͤgen. Jeſus iſt der Weg und die Thuͤre, wer in ihm wandelt, durch ihn rin⸗ get, der wird eingehen und Weide finden. Mel. 16. Bleib bei Jeſu. 1. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geiſt ſich recht entlade von der Laſt, die ihn beſchwert.— Ringe, denn die Pfort' iſt enge und der Lebensweg iſt ſchmal. Hier bleibt Alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmels⸗Saal. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring⸗ hinein in Gottes Reich! Will der Satan widerſtreben, werde weder matt noch weich.— Ringe, daß dein Eifer glühe und die erſte Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 3. Ringe mit Gebet und Schreien; halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht gethan.— Haſt daß du nun alles Böſe ſchon bezwungen; o, es iſt noch viel zu thun. 4. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der ſchnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen; fliehe Träg⸗ und Sicherheit.— Laß dem Fleiſche uicht den Willen, gieb der Luſt den Zügel nicht. Willſt du die Begierd' erfüllen, ſo verlöſcht das Gnadenlicht. 5. Fleiſches⸗Freiheit macht die Seele ſicher, frech und voller Kält', läßt nicht merken, wo man fehle, was das Herz gefangen hält.— Wahre Treu' führt mit der Sünde bis ins Grab beſtändig Krieg, richtet ſich nach keinem Winde, ſucht in jedem Kampf den Sieg. 6. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, ſtreitet recht und fürchtet 550 euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich.— Denkt bei jedem Augenblicke, ob's vielleicht der letzte ſei; bringt die Lampen ins Geſchicke: holt ſtets neues Oel herbei. 7. Liegt nicht alle Welt im Böſen? Steht nicht Sodom in der Gluth? Seele, wer kann dich erlöſen? Eilen, eilen iſt hier gut.— Eile, wenn du mit errettet und nicht mit verderben willt; mach' dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 8. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring' ins ſtille Zoar ein; eile, daß du mögſt vollenden, mache dich von Allem rein.— Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Heiland dir erſcheint, und wenn du dann überwunden, ewig ſich mit dir vereint. Winkler. — ——-——— 312. 7. November. Verlaſſet euch nicht auf Fürſten, ſie ſind Men⸗ ſchen, können ja nicht helfen. Wohl dem, deß Hülfe der Gott Jakobs iſt, deß Hoffnung auf den Herrn, ſeinen Gott, ſtehet, der Himmel, Erde, Meer und alles, was darinnen iſt, gemacht hat; der Glauben (Treue) hält ewiglich; der Recht ſchaffet denen, ſo Gewalt leiden.(Pf. 146, 3— 7. 118, 8.9.) Der Gott Jakobs— ſei dein Gott. Iſt der Glaube Jakobs dein Glaube, ſo iſt auch der Gott Jakobs dein Gott. Betrachte die ganze Geſchichte Jakobs, wie ihm ſein Glaube, ſeine Zuverſicht zu Gott uͤberall durchgeholfen, ihn geſegnet, getroͤſtet und erhalten hat. Der Gott Jakobs, der eine Lei⸗ ter hat, die vom Himmel bis zur Erde, und von der Erde bis zum Himmel reicht, durch die er uns zugaͤnglich iſt und in der innigſten Verbindung und Gemeinſchaft mit uns ſtehet, ſo, daß unſere Gebete hinauf, und ſeine Huͤlfe herab ſteigt; der Gott Jakobs, der uͤberall nahe und gegenwaͤrtig iſt, wo du ihn anrufſt, ſo, daß du auch in der Wuͤſte, in der Nacht der Leiden— wo du immer biſt— verlaſſen und verſtoßen von allen Menſchen in der weiten Welt allein— die Pforte des in her fäufd 1. N 2n Nuͤrhe fonm, ind fehl nit Nerd n Gott. ar Gott 068, wie Hott Jak dde, und ſchaft m ge Hälfe * 4 dd gegeng — ſid 3 di kiu hr 1 ½ Mar Glau — ba . den t ein pig udüt 1 e ſtig 1 Auhtt ckizan * pim 1 ucchgeho Sorb * 3 47 n 3 zugang 551 Himmels, das Haus Gottes finden kannſt.— Der Gott Jakobs, der durch glaͤubiges Ringen und Flehen ſich uͤber⸗ winden laͤßt, und dich nie ungeſegnet von ſich laͤßt, dieſer Gott, der dich vor deinem Verfolger Eſau ſchuͤtzen und ihn dir freundlich und geneigt machen kann, der ſei dein Gott, auf den du traueſt. Aber Menſchen, ſie moͤgen Namen haben, wie ſie wollen, ſeien es ja nicht, die du zu deinem Gott und Helfer macheſt, denn ſie koͤnnen nicht, oder wollen nicht hel— fen. Gott kann wohl durch ſie helfen; aber ihm bleibt doch die Ehre und er verdient doch allein unſer Vertrauen; zu ihm muß auch unſer Gebet gerichtet ſein. Sollteſt du dich nicht ſchaͤmen, daß dir der Gott, der Himmel und Erde ꝛc. gemacht hat, nicht maͤchtig genug iſt, daß du auf ihn Mißtrauen ſetzeſt, als wenn er dir nicht helfen koͤnnte. Bei Gott iſt kein Ding unmoͤglich. Und was er zuſagt, das haͤlt er gewiß. Iſt aber auch ein Fall gedenkbar, in dem er nicht gewiſſe Huͤlfe verſprochen hat, denen, die auf ihn trauen? Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Wohl dem, der Jakobs Gott zum Helfer ſich erwählet, der, was ſein Herze kränkt, voll Hoffnung ihm erzählet; der ſeine Zuverſicht feſt auf den Heiland ſtellt, der alle Hülfe thut und ewig Glauben hält. 2. Unmöglich iſt's, daß den ſein Hoffen kann betrügen, der Gottes Wahrheit traut, die nimmermehr kann lügen; der Herr iſt gut und fromm, und was ſein Wort verſpricht, das folget in der That gewiß und fehlet nicht. 3. Wie gut iſt's, auf den Herrn und nicht auf Menſchen bauen! Wie eitel, ſchwach und falſch iſt doch ein ſolch Vertrauen, das ſich auf Fleiſch verläßt und auf ein Menſchenkind; denn auch die Götter ſelbſt auf Erden ſterblich ſind. 4. Viel ſichrer iſt mein Troſt, ich weiß, an wen ich glaube, trotz, daß die größte Noth mir ſolch Vertrauen raube zu dem, der ewig bleibt, dem rechten Wundermann, dem keine Noth zu groß, der helfen will und kann. 5. Drum halt' ich mich zu Gott, und das iſt meine Freude, wenn 5⁵² mein erquicktes Herz, nach überſtandnem Leide, ſich ſeiner Wohlthat rühmt und ihm mit ganzem Fleiß ein Danklied ſingen kann zu ſeines Namens Preis. 6. Gieb, Gott, daß ich auch ſtets an dir feſt hangen bleibe, daß weder Glück noch Noth mich von der Bahn abtreibe, die dein Gebot mich weiſt; gieb neuen Geiſt und Kraft, zu üben immerdar hier gute Ritterſchaft. 7. Daß ich, was eitel iſt, nicht für mein Wohlſein achte, noch Fleiſch für meinen Arm; daß ich nach dem nur trachte, wonach ſich ſehnt ein Chriſt. Ach, biſt du Alles mir, ſo ſchmeichle gleich die Welt, ich folge dennoch dir. 8. Laß mich in allem Kreuz und auch im Tode ſchmecken, wie freundlich du mir biſt, laß mich die Schuld nicht ſchrecken, die Jeſus, ſchmerzlich g'nug, ſchon längſt an meiner Statt gebüßt, und dir, mein Gott, durch ſich bezahlet hat. — — —yjyy———— 313. 8. November. Ich bin der gute Hirte, ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.(Joh. 10, 14.) Er hat uns gemacht, und nicht wir ſelbſt, zu ſeinem Volk, und zu Schafen ſeiner Weide.(Pf. 100, 3,) Ich bin ein verirrt und verloren Schaf; ſuche deinen Knecht. f. 119, 176.) Die gute Bekanntſchaft, in welcher Chriſtus und ſeine Schafe mit einander ſtehen, haben ſie blos ihm zu danken. Wir gingen Alle in der Irre, wie Schafe, die keinen Hirten haben.(1 Petr. 2, 25.) Aber er hat uns geſucht und zu ihm bekehrt. Sind wir denn aber wirklich Alle ſchon ſo ganz bei ihm? Kennen wir ihn als unſern Hirten, der ſein Leben fuͤr uns gelaſſen und uns ewiges Leben gegeben hat? Hoͤren wir eben darum ſeine Stimme? Folgen wir ſeinen Winken und gehen wir auf ſeiner Weide? Manchmal mag es doch wohl noͤthig ſein, daß er die Hunde an uns hetzen, uns dadurch zuſammentreiben und uns noͤthigen muß, daß wir naͤher zu uber. ih t 21 ie M (d a, c zu ſein „9 J Jeum einen K. aeth weiche 2s ui en ſie bl d u eSchafe, a inr Hirten, Wen bäaf gegeden dr Hen am wit rita e r a uns he 7 5⁵53 ihm hinfliehen und uns unter ſeinen Hirtenſtab retten. Blei⸗ ben wir bei ihm und laſſen wir uns von ſeinem Stecken und Stabe regieren, ſo braucht er die Hunde nicht. Es iſt ſehr ſchon anzuſehen, wie bei einer Heerde Schafe, wenn ſie ſich zerſtreuet und vom Hirten zu weit entfernt hat, die Hunde ſo nuͤtzlich und dienlich ſind, daß die Schafe, ſobald ſie ihr Ge⸗ bell hoͤren, blitzſchnell alle zuſammenlaufen und dem Hirten zueilen. Sie duͤrfen keinem Schafe einen Schaden zufuͤgen; das duldet der Hirt nicht. Ihr Gebell muß bloß dazu dienen, die Schafe zum Hirten und zur Heerde zu treiben. Sind die Schafe fromm und bleiben ſie bei dem Hirten auf der guten Weide, dann haben die Hunde nichts zu thun, und der Hirte braucht ſie nicht, ſondern wehrt ihnen, daß ſie die Schafe nicht ſtoͤren. Oft verlaͤuft ſich ein Schaͤflein von der Heerde und verliert den Hirten ganz aus den Augen. Wenn es ſich aber nun wieder zuruͤckſehnt und mit David ſchreiet: Herr, ich bin ein verirrt und verloren Schaf; ſuche deinen Knecht; ſo wird der Hirt gewiß nicht ſaͤumen, dem ohnehin alles an jedem einzelnen Schaͤflein gelegen iſt; er wird die Stimme des ru⸗ fenden Schaͤfleins bald hoͤren, er, der ſelbſt allen Verlornen Tag und Nacht ruft. Wie muß es ihn freuen, wenn ein Verlornes nach ihm ſchreiet und ſich wieder zu ihm zuruͤck⸗ ſehnt! Mel. 109. Jeſu, meines Lebens Leben. 1. Jeſu, frommer Menſchen⸗Heerden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du haſt aus Lieb' dein Leben für die Schafe hingegeben und du gabſt es auch für mich; laß mich wieder lieben dich! 2. Heerden ihre Hirten lieben, und mein Hirt liebt ſeine Heerd'. Laß uns auch ſo Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd'. Schallet deine Lieb' hernieder, ſoll dir meine ſchallen wieder. Wenn du rufſt, ich liebe dich; ruft mein Herz: Dich liebe ich. 3. Höre, Jeſu, und erhöre, meine, deines Schäf leins Stimm', 554 mich auch zu dir beten lehre, wenn mich ſchreckt der Feinde Grimm. Laß mein Rufen dir gefallen, deinen Troſt herniederſchallen. Wenn ich bete: Höre mich! ſprich: mein Kind! Ich höre dich. 4. Höre, Jeſu, und erhöre, wenn ich rufe, klopf' und ſchrei! Jeſu, dich von mir nicht kehre, ſteh' mir bald in Gnaden bei! Ja, du hörſt, in deinem Namen iſt ja Alles Ja und Amen. Nun, ich glaub' und fühle ſchon deinen Troſt, o Gottes⸗Sohn! ———; ———————— 314. 9. Rovember. Sein Rath iſt wunderbar, aber er führt es herr⸗ lich hinaus.(Jeſ. 28,29.) All ſein Thun iſt Wahrheit, und ſeine Wege ſind richtig.(Dan. 4, 34.) Gott, dein Weg iſt heilig.(f. 7, 31.) b Oft fuͤhrt der Herr ſeine Kinder ſolche ſchmale Wege, daß es auch bei ihnen heißt: Das Bett iſt ſo enge, daß nichts uͤbrig iſt, und die Decke ſo kurz, daß man ſich darein ſchmie⸗ gen muß.(Jeſ. 28, 20.) Es ſcheint jeden Augenblick, daß es nicht mehr auszuhalten ſei; und dennoch halten ſie aus, denn ſeine verborgene Hand haͤlt ſie. Er weiß auch das rechte Ziel und Maaß, wenn er daran ſetzen, wenn er davon thun muß, wie weit er es kommen laſſen, wie viel er auflegen darf. Denn man driſcht die Wicken nicht mit Eggen, ſo laͤßt man auch nicht das Wagenrad uͤber den Kuͤmmel gehen, ſondern die Wicken ſchlaͤgt man aus mit einem Stabe, und den Kuͤm⸗ mel mit einem Stecken. Man mahlt es, daß Brod werde, und driſcht es nicht gar zu nichte.— So verfaͤhrt der Herr auch mit ſeinen Lieben. Wenn er ſie gleich hart zu behandeln ſcheint, ſo iſt es doch nicht zu hart; was aber ſein muß, kann nicht erlaſſen werden. Ohne Schlaͤge kann man den Weizen nicht von Spreu ſondern. Welche Menſchenhand ſchlaͤgt aber ſo ſtark, daß ſie den Weizen zerſchlaͤgt? Und die Hand des Herrn ſollte das thun? Nein, ſie laͤutert, ſie ſcheidet nur ſ ale 1 S nund: hat er t dntel we 3 P del den, viien ſ Filh en 4.6 en We Den. 4,5 tt nit Eg en Kümme dem Stabe ahlt 6s, d . — go! ſe gleich h was abe * nn dge 4A rt. B wdt t ule 4 ir dajii nſh 4 4⸗. 91 1 r,h a 3 rac E hun 5 dgen ij er lin d cie A bohn 3 Kra T a ſlit & bml t⸗ ui, kA 55⁵ das Gold von den Schlacken; ſie fuͤhrt wunderbar, aber fuͤhrt herrlich hinaus, daß man ihr am Ende das Zeugniß giebt: All ſein Thun iſt Wahrheit, alle ſeine Wege ſind richtig, und nicht nur richtig, ſondern heilig. Man betet an und freuet ſich. Man wuͤnſcht nicht nur nichts zuruͤck, ſondern dankt ewig und bedauert nur, daß man es nicht fruͤher erkannt und ſich gelaſſen dabei betragen hat. Mel. 103. Was Gott thut, das iſt wohlgethan. 1 1. Feſt halt' ich, daß, was mir geſchieht, zu meinem Heil mir diene. Gut iſt, was mir mein Gott beſchied, wenn's noch ſo traurig ſchiene. Allweisheit iſt, was Gott beſchließt. Allweisheit, ſo wie Gnade, ſind alle ſeine Pfade. 2. Schon hat, ſeit Erd' und Himmel ſtehn, ſein Regiment gewäh⸗ ret und niemals hat noch ein Verſehn ſein Regiment entehret. Nein, was er thut, iſt Alles gut; iſt ſeines Namens Ehre, wenn's noch ſo dunkel wäre. 3. Wie war die kleine Zahl betrübt, als Jeſus ſcheiden wollte, weil den, den ſie ſo hoch geliebt, ihr Aug' nun miſſen ſollte. Was weinen ſie? Sie hätten nie, wär' er nicht hingegangen, des Geiſtes Füll' empfangen. 4. Sehr herbe zwar, doch reich an Frucht, ſind Gottes Züchtigun⸗ gen. Was Güte ſelbſt umſonſt verſucht, iſt ihm durch Zucht gelungen. Wohlthät'ger Schmerz heilt oft das Herz von ſchädlichen Gebrechen, die leicht den Glauben ſchwächen. 5. Ich weiß, was auch für Elend droht, daß er doch meiner ſchone, der mich zu ſeiner Herrlichkeit berief in ſeinem Sohne. Wie ſollte der, der mich ſo ſehr in Jeſu konnte lieben, von Herzen mich betrüben? 6. Herr, führe mich denn, wie du willſt. Dir bin ich übergeben. Wenn du dich ſchon in Dunkel hüllſt, ſollt' ich zurücke beben? So wunderbar der Weg auch war, den mich dein Rath geführet, hab' ich doch dich geſpüret. 7. Zwar ſchien der Weg, den ich erlas, mir beſſer; doch ich irrte. Bald pries ich ſelbſt dich über das, was erſt mich ganz verwirrte. Drum faſſ' ich Muth. Ja, er iſt gut, der Kreuzpfad, den ich gehe, wenn ich's ſchon nicht verſtehe. J. A. Schlgl. —y————— ————õÿõÿ———— * —— 5⁵56 315. 10. November. Rächet euch ſelbſt nicht, Geliebte, ſondern gebet Raum dem Zorn; denn es ſtehet geſchrieben: Mein iſt die Rache; ich will vergelten.(Kͤm. 12, 19.) Sehet zu, daß Keiner Gottes Gnade verſäume, daß keine bittre Wurzel aufwachſe und Verderben verbreite, und durch ſie Viele angeſteckt werden.(Sebr. 12, 15.) Verſöhne dich mit deinem Bruder— mit deinem Wi⸗ derſacher bei Zeiten.(Matth. 5, 24. 25.) Wer ſich an ſeinem Feinde oder Beleidiger raͤchet, greift Gott vor und in ſeine Rechte; der es ſich vorbehalten hat, jedes angethane Unrecht zu raͤchen und zu vergelten.(Spr. 20, 22.) Gebet alſo Raum, laſſet Platz dem Zorn, dem Gerichte Gottes, will Paulus ſagen; er wird ſchon richten und raͤchen. Das iſt aber einem liebhabenden Gemuͤthe noch nicht genug; es will ſich verſoͤhnen, es will das Herz des Widerſachers ge⸗ winnen; es will nicht nur ſelbſt nichts gegen andere in ſich herumtragen, ſondern es kann auch in andern nichts dulden, was gegen die Liebe und Eintracht iſt; daher ſucht es jede bittere Wurzel der Rache, der Abneigung, des Haſſes aus⸗ zurotten, nicht nur in ſeinem eigenen Herzen, ſondern auch in andern. Der Chriſt bietet gern ſeine Hand wieder und ruht nicht, bis der andere Theil ſeine Hand auch reichet und ſie wieder Hand in Hand den anbeten und lieben, der ſeine Haͤnde den ganzen Tag nach ſeinen Feinden ausſtreckt, der ſeine Haͤnde fuͤr uns Alle durchbohren ließ, der uns Alle in ſeine Haͤnde gezeichnet hat. Sieh doch in die durchbohrte Hand Jeſuz darin ſtehſt du, darin ſteht dein Feind gezeich⸗ net; ihr werdet beide von ſeiner Hand getragen; denn er traͤgt alle Dinge mit ſeinem kraͤftigen Worte. Wie wollt ihr alſo uneins ſein und euch die Haͤnde nicht reichen, da Eine —— uber. „Geliet 4 ond ſe 3 Ain Aten. à8= an en ſeie H wier ſim Haf e tiütr bbeten un I r, Ni in Feind e ſrect ra lch& us l h doch ſ R duttt in ſteht E ad gi Hand enz w Berh em de iht.n, d 5 1 rr unde t 557 Hand euch vom Himmel herab gereicht iſt, um euch zu retten; die einſt auch alle Thraͤnen von uns abwiſchen und uns Alle zu ihm erheben wird? Mel. 93. Aus tiefer Noth. Oder: Was hilft es mir, ein Chriſt. 1. Gieb, Jeſu, Sanftmuth mir ins Herz, daß ich mich ſelbſt nicht räche; nicht Lindrung mir für meinen Schmerz aus fremdem Schmerz verſpreche; auch wenn mein Fleiſch ſich ſchon empört und dürſtiglich nach Rach' begehrt, des Fleiſches Willen breche. 2. Ein Vater hat uns ja gemacht, zu Eines Hauſes Kindern; nur Ein Herr hat uns Heil gebracht, uns ganz erſtorbnen Sündern; ſo wie auch Ein Geiſt uns regiert, zu Einem Erb' uns Alle führt, wenn nur nicht wir ihn hindern. 3. Mein Gott, wie darf doch ich, dein Kind, den ſchwachen Bru⸗ der haſſen? Ach, wie ſo große Schulden ſind mir ſelbſt von dir erlaſ⸗ ſen! Wer wär'ich, ſtänd' ich nicht bereit, alsbald verſöhnt, in Einig⸗ keit den Bruder zu umfaſſen? 4. Komm, Bruder!(Schweſter!) komm, reich' her die Hand! wir wollen uns verſöhnen, uns auch von dem, was uns entbrannt, von Stolz und Neid entwöhnen! Verzeihn hält zwar die Welt für Schmach; doch wir, wir folgen Jeſu nach. Mag gleich die Welt uns höhnen! 5. Wir tragen ein gleich ſanftes Joch, die wir uns Chriſten nennen. Wie dürften wir, wir Glieder doch an Einem Leib', uns trennen? Und ſprich, woran läßt ſich der Chriſt, wenn er doch Gott nicht ähn⸗ lich iſt, für Gottes Kind erkennen? 6. Wir haben Alle Gottes Gnad' in Einem Herrn zu finden; auch wäſcht Ein heilig Waſſerbad uns Alle rein von Sünden, da auch Ein Nachtmahl Alle ſpeiſt, wie ſoll denn nicht Ein Herz und Geiſt uns alleſammt verbinden! 7. Und haben wir denn Einen Geiſt, wie kannſt du Racha ſpre⸗ chen? Da dein Leib Gottes Tempel heißt, wie darf ich ihn zerbre⸗ chen? Nein, Bruder! Grimm ſei von uns fern! wir ſtehen einſt vor Einem Herrn; der möcht' an uns ſich rächen. * J. Mauk. —-————— ——— ———, —————————————————ÿõꝛõõ————— 316. 11. November. Abraham hoffte, da nichts zu hoffen war— und war nicht ſchwach im Glauben.(Röm. 4, 18. 19.) Durch ſtille ſein und hoffen werdet ihr ſtark ſein.(Jeſ. 30, 15.) Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute 3 ſchüttet euer Herz vor ihm aus. Gott iſt unſre Zuverſicht.(Pf. 62, 9.) Die goͤttliche Hoffnung, die aus dem lebendigen Glau⸗ ben geboren wird, haͤlt ſich an das, was ſie nicht ſieht, als ſaͤhe ſie es; weil ſie aus dem Glauben weiß, daß Gott das, was nicht iſt, hervorruft, wie das, was iſt, und daß es Gott gleichviel iſt, aus Nichts etwas, oder aus Etwas nichts zu machen. Sie ruht aber auf der Verheißung Gottes, nicht auf einer Einbildung. Das Wort, was Gott verheißen hat, das haͤlt er gewiß; iſt ihr Grund und Eckſtein, an den ſie ſich lehnt und nicht zu Schanden wird. Wer nicht hofft, was Gott verſprochen hat, macht Gott zum Luͤgner; vertraut dem Vertrauenswuͤrdigſten nicht, ſetzt Zweifel in die Wahr⸗ heit, ob ſie nicht gelogen haben koͤnnte. Schrecklicher Ge⸗ danke! der da zweifelt, ob Gott wahrhaftig, ob ſein Wort keine Luͤge ſei? Fort mit dieſem Kind der Hoͤlle aus deiner Seele! verbanne ihn und laß ihn auch nicht einen Augenblick in dir herbergen; denn es iſt der leidige Satan, dieſelbe alte Schlange, die deiner Mutter Heva ſagte: Sollte Gott das geſagt haben? ꝛc.(1 Moſ. 3, 1. c.) Nein, wende dich ſchnell weg, geh' in deine Kammer, klage dem Herrn deine Noth, ſchuͤtte dein Herz vor ihm aus laß es vor ihm ſtill und ſtars werden. Denn durch ſtilles Harren vor dem Angeſicht des Herrn wird dein Glaube, deine Hoffnung aufleben und Fuͤße kriegen, daß du der Schlange auf den Kopf trittſt, auf Fel⸗ ſen ſteheſt und Alles, was dir der Herr geredet hat, ruhig er⸗ uder 8 ff n. en. an 4 4 ihr ſa, A Leute, 2 e Juver A d aus da k d8s, uas leuden d Fißg aſt de „ dder at Da itt 2n E un. 1 u raheh 3n atg ümt. Stitn, vurhaf Dſut Kind de easa dauch nid 2 lun ledige à E diſtt wa ſagte: S te bett Nen, er dihſ. ge den( din 5 G vor trilwht nm dor Trngſſt efung umf fda dan e a Dergr 2 6 559 warten kannſt; es mag von Außen ſo dunkel ſcheinen und ſtuͤrmen wie es will; es wird bald helle werden. Mel. 16. Bleib bei Jeſu. Oder: Heil'ge Liebe, Himmelsflamme. 1. Ich ſoll harren, ich ſoll hoffen, ich ſoll glauben, daß du biſt. Morgen ſteht der Himmel offen, der noch heut' verſchloſſen iſt.— Heute lagern Wolkenhügel vor der Gnade goldnem Thor; morgen rauſchen auf die Flügel und ſie tritt im Glanz hervor. 2. Heute darbt, von Eis umſtarret, ſumpfig oder dürr das Land; wer des nahen Lenzes harret, füllt mit Blumen ſeine Hand.— Ich ſoll glauben, ſoll bekennen, Treu' und Wahrheit ſeien dein; ſoll allein von Eifer brennen, deinem Willen ſtill zu ſein. 3. Wider Hoffnung hofft', ein Segen aller Völker, Abraham; und der Allmacht ſtarb entgegen das erwürgte Gottes⸗Lamm.— Ich ſoll nichts mir ſelber nehmen, Bande nicht, noch Kreuz verſchmähn; Got⸗ tes Treu' in vollen Strömen läßt mich meine Wünſche ſehn. 4. Augen haben's nie gefunden, keinem Ohr iſt's je erzählt, kein Gedanke mag's erkunden, was mir Gutes Gott erwählt.— Giebt der Herr, der Sterne ſtreute, der der Himmel Heer gemacht, Bettler ſind die ſtolzen Leute, Leimen all ihr Glanz und Pracht. ——————— ——— ———— 317. 12. November. Ich beuge meine Kniee— daß ihr mächtig ge⸗ ſtärkt werdet durch ſeinen Geiſt am innern Menſchen, daß Chriſtus durch den Glauben in euren Herzen wohne— durch welchen wir freudiges Vertrauen und zuverſichtlichen Zutritt haben, durch den Glauben an ihn.(Eph. 3, 16. 17. u. 12.) Ja, wenn Chriſtus im Herzen wohnt, darf das Herz frei und zuverſichtlich zu Gott hintreten. Wer den Scyn hat, der hat den Vater auch auf ſeiner Seite. Aber wer den Sohn aus ſeinem Herzen verbannet, wie will der zum Vater kom⸗ men? Es geht kein anderer Weg, ſagte der Sohn, als— durch mich, durch mich. Wer da nicht durch will, kommt ͤͤͤͤ 2 ———. ſſſſſddbö—öoöoöo—— 3 2——„————— 8—————.—————— 560 nicht durch. Ach, warum wollt ihr ihn denn nicht, ihr Men⸗ ſchenkinder! da ihr ihn doch leicht haben koͤnnet? Saget doch nicht: Sollen wir in Himmel hinauf ſteigen und Chriſtum herabholen? Sollen wir—. Nichts, nichts von alle dem, was ihr immer ſagen und einwenden wollt, ſollt ihr— Ihr Uebertreter, in euer Herz, zu euch ſelbſt ſollt ihr zuruͤckkehren; das Wort iſt dir nahe in deinem Munde und in deinem Her⸗ zen.(Roͤm. 10.) Er wartet ſchon deiner drinnen. Er iſt nahe allen, die ihn im Ernſte anrufen. Es iſt unverzeihlich, un⸗ verantwortlich, ihn, ihn warten laſſen,(Offenb. 3, 20.) ihm, ihm den Ruͤcken kehren; ſein Herz vor dem verſchließen, der tes gemacht und erloͤſet hat. Was macht denn dein Herz gluͤcklicher, als er es machen koͤnnte, wenn du es ihm einraͤu⸗ meſt. O beuge deine Kniee mit Paulus„ daß dein innerer Menſch durch ſeinen Geiſt geſtaͤrkt werde, Chriſtum aufzu⸗ nehmen und durch den Glauben in dir bleibende Wohnung nehmen zu laſſen. Durch ihn ſteht dir dann der Himmel im Leben und im Tode offen; durch ihn haſt du freien Zutritt zu allen Schaͤtzen Gottes; durch ihn wirſt du reich in allen Stuͤcken; durch ihn wird dir Alles geſchenket. Ach, moͤchte Jeſus nicht auch deinetwegen ſagen muͤſſen: Wie oft wollte ich in dein Herz kommen, und du haſt nicht gewollt!— Mel. 123. Dir, dir, Jehova, will. 1. Der Himmel iſt uns aufgeſchloſſen, der Weg dahin iſt uns durchs Blut gebahnt, das unſer Bürge hat vergoſſen, als unſre Sünde an ihm ward geahnd't. Nur friſch herzu, der Vorhang iſt entzwei; nun ſteht uns Gnad' um Gnad' zu nehmen frei. 2. Er ſelbſt iſt hin zu Gott gegangen, wo er als unſer Mittler uns vertritt. Seht, wie er brennet vor Verlangen, zu thun, was von ihm heiſchet unſre Bitt'. Der Reichthum, den er hegt in ſeinem Schooß für uns, iſt theu'r, iſt unausſprechlich groß. 3. Nun kann und darf ich nimmer zagen, mein Sünden⸗Elend ma⸗ chet mich nicht ſcheu. Im Glauben will ich's fröhlich wagen, im Geiſt * — —— h lbh Enſi 15 öadene ren So Hihn haſt ihn wirf les geſche gen müſß u haft nie keſſen, der e hat dergt herzr, der men frei. 1 1 Verlanae .“ don er m. den* . 1 rnr Himm in ait rcic 11 8 Tc, 3 e gftu epit an Fun beit A firxnèt Sulb. 4 agen, Ktn ff fri .“ 4 ger, i d oll- 30s, 4 dui grzufee, 561 ich Abba, lieber Vater! ſchrei, und weiß, weil ich im Namen Jeſu Chriſt ihn bitte, daß es ihm gefällig iſt. 4. Herr, lehre mich nur recht ſo beten, denn es iſt deines Geiſtes Gnadengab'; laß mich nie anders vor dich treten, als daß ich dei⸗ nen Sohn im Herzen hab'. Ach, mache mich nur von mir ſelbſten frei, daß Chriſtus Alles mir in Allem ſei. 5. Sein Nam' ſei mir ins Herz geſchrieben! Mein Werk ſei nichts, nur ſein's allein ſei groß! In Chriſti Schmuck mußt du mich lieben, ohn' ihn ſteh' ich beſchämet, nackt und bloß; bring' ihn ich mit, ſteht offen mir dein Haus; ohn' ihn ſtößt dein gerechter Zorn mich aus. 6. Nun, Vater, fülle meine Hände, ſo oft ich ſie in Chriſto hebe auf; aus ſeiner Fülle mir zuſende, was mächtig iſt zu fördern meinen Lauf. Wohl mir, durch ihn darf ich mich unterſtehn, ins Heilige zu Gott ohn' Furcht zu gehn! — ———— DVV—— —— 13. November. Freuen und fröhlich müſſen ſein an dir, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, immer ſagen: Hochgelobet ſei Gott.(Pſ. 70,5.) Die Gott ſuchen, de— nen wird das Herz leben.(Pſ. 69, 33.) Welche Verheißungen haben Alle, die den Herrn ſuchen und auf ihn allein ihre Hoffnung ſetzen! Gebet doch Alle dem Herrn eure Herzen ganz und unbedingt, wie wird er ſie erfuͤllen mit Freude und Seligkeit! Wer ſollte denn froͤhlich ſiin und Gott loben, wenn die nicht, mit denen Gott iſt, in denen Chriſtus lebt? Mit wem ſollte denn Gott ſein, in wem ſollte Chriſtus wohnen, wenn nicht in denen, die ihn ſuchen und lieben? Sein Herz neigt ſich zu allen Herzen auf der Stelle, die ſich zu ihm hinneigen. O ihr Herzen, was ſuchet ihr außer ihm, dem Herzensfreunde; euer Herz kann nicht leben, nicht ſelig ſein, wenn ihr ihn nicht ſuchet, wenn ihr euch nicht mit ganzem Herzen zu ihm bekehret. Wiſſet ihr denn nicht, daß ihr uͤberall Herzeleid findet; Ruhe und Friede 36 b b 318. 562 des Herzens koͤnnt ihr nur bei dem finden, der euer Herz ge⸗ macht hat und der es wieder umſchaffen will und kann. Sein Reich iſt ein Herzens⸗Reich. Er kehrt gern in den Herzen ein und macht ſie ſelig. Das iſt ſeine Luſt. Habt ihr nun einmal ihn im Herzen: ſo habt ihr die Quelle der Freude in euch, die unerſchoͤpflich iſt. Was kann euch dann betruͤben? Welch ein Himmel iſt ein ſolches Herz! Welch ein Himmel der Himmel, wenn mehrere ſolche Herzen zuſammenkommen, die den Herrn inwendig in ihnen haben, wer wird ihre Freude ſtoͤren? Aber wie werden Alle geaͤngſtiget werden und fallen, die ihn nicht haben, ihn nicht ſuchen? Ewig ſelig iſt die Seele, in welcher Gott, Jeſus, wohnt. Selig, herrlich wie der Himmel, iſt jedes Herz, das in Chriſto iſt! Aber elend, jaͤmmerlich und arm iſt jede Seele, die ohne Gott, ohne Je⸗ ſus, ohne Gnade dahin lebt. Mel. 33. Du Freude der Erlöſten. Oder: Herr Zeſu, Gnadenſonne. 1. Herr Jeſu Chriſt, mein Leben und meine Zuverſicht, dir hab' ich mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht! Ach, laß mich deinen Willen mit Treue ſtets erfüllen; ach wohne du in mir! 2. O ſchenke deine Liebe mir, deinem Eigenthum, daß ich dich nie betrübe; dir ſei zum Preis und Ruhm! Ach, laß mich an dir hangen, im Herzen dich umfangen, denn du biſt liebenswerth. 3. Hilf, daß in deiner Liebe ich bleibe für und für. Was iſt, das mich betrübe, halt' ich mich ſtets zu dir? Ach, laß mich mit dir ſter⸗ ben und laß mich dann auch erben das Reich der Herrlichkeit! 4. Gieb, daß ich allzeit bleibe ein grüner Reb' an dir. Dir will ich mich verſchreiben, ach, weiche nicht von mir! Ich bleib' dir ganz ergeben, im Tode und im Leben, bleibſt du mein Troſt, mein Licht. 5. Nun, Jeſu, ſei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir laß mich ſtets ſtreben, ſo werd' ich ſelig ſein. Ach, laß mich dich ſtets ſuchen, und alles das verfluchen, was mich von dir abhält. 6. Mein Heiland, möcht'ſt du kommen, ja komm! ach komme doch, erlöſe deine Frommen von ihrem Sündenjoch. Ach Jeſu, komm und dämpfe das Fleiſch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. I grüner Ra r; Dr tt ven ni! Ekhnp bi du nei H trnls nein Alles wihtit unt Neich der Ar 563 319. 14. November. Stehe auf, Herr! erhebe deine Hand. Vergiß der Elenden nicht.(Pf. 10, 12.) Er vergißt nicht des Schreiens der Armen.(Fſ. 3, 14.) Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott! ſei nicht ferne von mir!(Pf. 38, 22.) Verſtoße meine Seele nicht.(Pf. 141,s. 44, 24.) Der Herr wird ſein Volk nicht verſtoßen.— Er verſtößt nicht ewiglich.(Pſ. 94, 14. Klagl. Jer. 3, 31.) Auf dieſe Gebete finden ſich Antworten und Verheißun⸗ gen genug in dem Worte des Herrn. Wenn keine waͤre als die(Jef. 49, 15. und Joh. 6, 37.), die allein alle Betruͤbte und Traurige, alle Zagende und Zweifelnde troͤſten koͤnnen, wenn ſie es im Glauben ergreifen und dem lieben Gott ſo viel zu⸗ trauen, daß er nicht luͤge, der armen Menſchen nicht ſpotte, ſondern das, was er ihnen in ſeinem Worte verheißen hat, auch gewiß halte. Moͤchten wir nur immer ſo flehen und in dieſem kindlichen, zudringlichen Gebete verharren; moͤchten wir nur an ſeinem vaͤterlichen Herzen recht oft anklopfen, an der Antwort wuͤrde es nie fehlen. Was koͤnnte die Mutter⸗ treue, die zaͤrtliche Liebe und Sorgfalt unſers Braͤutigams uͤbertreffen? Was, was ſollten und duͤrften wir nicht von ihm erwarten? O wir Kleinglaͤubigen! Staͤnden wir recht in und auf ſeinem Worte, wir wuͤrden feſter als Berge ſtehen, wuͤrden nie wanken; denn der Himmel wird wohl zerfallen und vergehen, aber ſein Wort und ſeine Treue faͤllt und ver⸗ geht nicht. Gott hat dir mit Blut, mit dem Blute ſeines Sohnes, am Kreuze auf Golgatha geſchrieben: geh' hin, was lieſeſt du dort? Wenn du kein Wort mehr leſen, keins mehr glauben kannſt, ſo ſollſt du doch dieſe Handſchrift Gottes des Vaters in den Wunden und im Blute des Sohnes noch leſen und glauben koͤnnen. Denn lesbarer, kraͤftiger, uͤberzeugender 36* —ÿyyyö —ÿy ä— — — . 564 und lebendiger kann kein Schreiber ſchreiben, kein Sprecher ſprechen. Da ſteht's ſo maͤchtig, wie moͤglich geſchrieben: Ich vergeſſe euch nicht! Ich verlaſſe euch nicht! Ich verſtoße euch nicht! Mel. 70. Fort aus der Welt. 1. Vergiß mein nicht! daß dein ich ewig nicht vergeſſe, mit Dank all' deine Huld ermeffe; und gieb mir ſtets, was künftig mir gebricht. Vergiß mein nicht! 2. Verlier' mich nicht aus deinem Schooß, aus deinen Armen, mein Hirt, ich bitt' durch dein Erbarmen. So lang' dein Hirtenſtab ſein Amt verricht't, verlier' mich nicht! 3. Verlaß mich nicht! Mein Herr, mein Führer und mein Lehrer, ſchütz' mich vor jedem Friedensſtörer. Dein Aug' ſei unverwandt auf mich gericht't! Verlaß mich nicht! 4. Dein Liebspanier laß mich mit tauſend Schilden decken, des Feindes Heer mich nicht erſchrecken. O wache ſelbſt und ſchwinge über mir dein Liebspanier! 5. Verſtoß mich nicht! Doch, wie könnt'ſt du mich, Lamm, ver⸗ ſtoßen, für den du ſelbſt dein Blut vergoſſen? Du, dem ſein liebend Herz ſo gerne bricht. Verſtoß mich nicht! 6. Vergiß auch nicht, Herr, aller deiner Reichsgenoſſen, auf die dein theures Blut gefloſſen. Erinnre ſie ſtets ihrer theuren Pflicht; vergiß ſie nicht! 7. Vergiß uns nicht! daß ſich dein Zion dein bald freue, dir ſtift' ein Denkmal deiner Treue! Entzieh' uns nicht dein helles Gnaden⸗ licht! Vergiß uns nicht! 8. Wir denken dein! Wer könnte dich, o Freund, vergeſſen? wer das Geheimniß ganz ermeſſen, daß du in uns, wir in dir ſollen ſein; wir denken dein! 9. Vergiß mein nicht! Wie ſollt'ſt du nicht an mich gedenken, da du dich willſt in mich verſenken? Nein, du bleibſt ewig mein! Du, du, mein Licht! Vergiſſ'ſt mein nicht! —-——y——— * 320. 15. November. Gieb mir, mein Sohn!l dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohl geſallen.(Spr. 23, 26.) Heiliget ——— nt tuſend D vahe ſe die käntſt dergoſeen! ncht! ler deiner R are ſie ſtets ein Zion dei eh uns nicht te dih, oß de ums, Seiſe u Wenr⸗ i Knenpth ar fli 56⁵ Gott(Chriſtum) den Herrn in euren Herzen.(i Petr. 3 15.) Selig ſind, die reines Herzens ſind; denn ſie werden Gott ſchauen.(Matth. 5,8.) Weß das Herz voll iſt, deß gehet der Mund über. Gatth. 12, 34.) Gott ſein Herz geben, heißt ſein Herz vor allem, was nicht Gott iſt, rein bewahren; an keinem Dinge, außer Gott und Chriſto, mit ſeinem Herzen haͤngen. Mit Gott nur Einen Willen haben, ſich Alles wohlgefallen laſſen, was Gott wohlgefaͤllt, und Alles verabſcheuen, was Gott mißfaͤllt. Der heiliget Gott oder Chriſto ſein Herz, welcher immer voll Got⸗ tes, voll Liebe Chriſti iſt, ſich in allen Dingen nur von der Liebe Chriſti dringen und treiben laͤßt; welcher nicht fraͤgt: Was werden die Menſchen, was wird die Welt dazu ſagen? ſondern: was will meine Liebe? Was gefaͤllt dem Gott mei⸗ nes Herzens? Wie kann ich ſeinen Sinn am beſten treffen? Was iſt ſein wohlgefaͤlliger Wille? Wer ſich das kleinſte Unrecht, ja ſelbſt erlaubte Dinge, und wenn er eine Welt da⸗ durch gewinnen koͤnnte, doch nicht erlaubt, weil er weiß, Gott, Chriſtus will das nicht, oder er will, daß es jetzt nicht von dir geſchehe, der hat Gott ſein Herz gegeben, geheiligt; deſ⸗ ſen Herz iſt rein, und ein ſolches Herz ſchauet Gott. Wer nun ſo voll Liebe Gottes im Herzen iſt, deſſen Mund kann nichts anders hervorbringen, als was Gottes iſt. Der Mund iſt der Verraͤther des Herzens. Er iſt aber oft auch ein Be⸗ truͤger und Luͤgner; denn er kann bei Heuchlern von Gott und der Liebe Chriſti ſprechen, ohne daß Gott und Liebe zu Chriſtus im Herzen wohnt. Aber doch nicht immer; er ver⸗ raͤth denn doch wieder, was im Herzen iſt, weil ſich der Mund derer, die im Herzen nicht recht mit Gott ſtehen, veraͤndert und ſich nicht immer gleich bleibt. Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. Oder: Mir iſt Erbarmung wiederfahren. 1. Was giebſt du denn, o meine Seele, Gott, der dir täglich Alles ͤdͤdd 566 giebt? Was iſt, das er zum Opfer wähle? Was iſt die Gabe, die er liebt? Nur Eins kann deinen Gott erfreun: Du ſelbſt mußt die⸗ ſes Opfer ſein. 2. Du mußt, was Gottes iſt, Gott geben; ſag', Seele, wem ge⸗ bührt das Herz? Dem Teufel nicht, er haßt das Leben; wo er re⸗ giert, iſt Höllenſchmerz. Dir, dir, o Gott, dir ſoll allein mein gan⸗ zes Herz gewidmet ſein! 3. So nimm nun hin, was du begehreſt, du, der du meine Liebe biſt; das Herz, das du zu dir bekehreſt und das alsdann dein Tempel iſt. Dir geb' ich's willig, du allein haſt es erkauft, drum iſt's ja dein. 4. Wem ſollt' ich mein Herz lieber gönnen, als dem, der mir ſein Alles giebt? Dich kann den Treueſten ich nennen, denn du haſt dich zu Tod' geliebt. Dein ſoll, o Jeſus, nur allein mein Herz und keines Andern ſein! — —— 321. 16. November. Herr, zu wem ſollen wir gehen? Du haſt Worte des ewigen Lebens.(Joh. 6,60) Wir haben ein feſtes prophetiſches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr dar⸗ auf achtet, als auf ein Licht, das da ſcheinet in einem dunkeln Orte, bis der Tag anbricht und der Morgen⸗ ſtern aufgeht in euren Herzen.(2 Petr. 1,9.) Alle die Menſchen, die Gottes Wort nicht haben, oder nicht glauben; die Jeſum nicht hoͤren, ſind in der dickſten Fin⸗ ſterniß und Blindheit, ohne wahren Troſt und ohne Heil im Leben und im Tode, ſind elend und unſelig, wenn ſie es auch noch nicht ſo fuͤhlen. Das weiß jeder, der da Jeſum und ſein lebendiges Wort kennen gelernt hat. Vorher wußte er nicht, wie elend er war; aber nun weiß er es, nachdem er die Se⸗ ligkeit geſchmecket hat, die man in Jeſu erfaͤhrt. Unbezahl⸗ bar, unſchaͤtzbar wird uns das Wort des Herrn erſt, wenn der Tag der Erweckung und Bekehrung anbricht, wenn der Morgenſtern, Chriſtus, der lebendige Gott, das wahre Licht, ——— denber. vir gehen E a) Vit 4e r thut h t, das d anbricht en. a29 E ottes Bot imn hören, ſint 2:d hra Doſ jda da H. cif&r e, 2. rin Jeſu Wort dd. zekehrung 567 in uns aufgeht. Da ſchaut man das Licht in ſeinem Lichte. Da wird Alles klar und helle, da wird es lebendig. Was ihr aber da erhalten habet, das haltet feſt im Herzen, im lebendigen Andenken, damit euch nichts mehr von Jeſu wegbringe. Es kommen allerlei Verſuchungen und Pruͤfun⸗ gen uͤber die Glaͤubigen; wenn ſie aber im Gedaͤchtniß halten Jeſum Chriſt, wenn ſie geſchmecket haben die Kraͤfte der zu⸗ kuͤnftigen Welt, erfahren haben das lebendige Wort Gottes, das die Seele vom Tode zum Leben, von der Finſterniß zum Lichte gebracht hat, wenn ſie dieſes Licht und Leben immer zu bewahren ſuchen, ſo koͤnnen ſie bei jeder Anfechtung, die ſie von Chriſto abfaͤllig machen will, mit Petrus ſagen: Wo ſol⸗ len wir hin? Wir bleiben bei dir, Herr! denn du haſt Worte des ewigen Lebens. Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Ach Gott, ich ſuchte dich und konnte dich nicht finden. Unendlich fern von dir lag ich in meinen Sünden. Mit aller Kreatur war ich im Widerſpruch. Der nahe Tod war mir ein Donnerſchlag, ein Fluch! 2. Ich rief: wer rettet mich? Doch, achl ich rief vergebens. Denn in mir fand ich nichts. Und Freude dieſes Lebens war wie die Trunkenheit, aus der man in der Nacht betäubt, geängſtet, krank und jammervoll erwacht. 3. Kein Weiſer gab mir Rath, was können Menſchen wiſſen? Sie irren ſtets umher in dicken Finſterniſſen! Die Welt iſt wie die Stadt, in welcher ein Altar, dem unbekannten Gott, vergeblich heilig war. 4. Doch ſeht, ich fand ein Buch, von Menſchen zwar geſchrieben; doch wahrlich, Gottes Geiſt hat ſie dazu getrieben. Hier leſe ich, was nie ein menſchlicher Verſtand, ſo ſcharf er immer war, nach allem For⸗ ſchen fand. 5. O welch ein heilig Buch, das mich die Weisheit lehret, die man im Himmel nur, auf Erden nie gehöret, bis Gott es kund gemacht. Anbetend ſteh' ich da und ſeh' das Heil der Welt am Kreuz, auf Gol⸗ gatha! * ſſ1—ÿÿÿ—————— —, 4—— 2—— 4— . 2 568 6. Herr, wohin ſollt' ich gehn? Du haſt das Wort des Lebens! Du rufſt zur Buße mich, o Jeſu, nicht vergebens, will ich dein Leiden ſehn und deine Seelennoth! O wär' ich auch betrübt! betrübt bis in den Tod! 7. Du rufſt zum Glauben mich; ich ſoll's auch zitternd wagen, die ganze Wahrheit dir, wie jenes Weib“), zu ſagen. Auch ich Unwür⸗ digſter nehm' deine Gnade hin, und glaube, daß ich nun verſöhnt und ſelig bin.*) Marc. 5, 33. 8. Nun ſoll die Liebe mich unendlich dir verbinden. Ich ſoll, als Gottes Kind, die Welt nun überwinden! Und„ in dein Bild ver⸗ klärt, ſoll ich nun heilig, rein, ja gar Ein Geiſt mit dir, ein Tempel Gottes ſein. 9. O du, Dreieiniger, ich danke dir im Staube! Ich glaube dei⸗ nem Wort, o lieber Herr, ich glaube. Hier bin ich, mach's mit mir in meiner Lebenszeit nach deinem heil'gen Wort und in der Ewigkeit. — ———y ÿ— 322. 17. November. Siehe, Gott ſteht mir bei, der Herr erhält meine Seele.(ſ. 54, 6.) Ich will wohnen in deiner Hütte ewiglich, und trauen unter deinen Fittigen.(Pf. 61, 5.) Der dich gemacht hat, der iſt dein Mann, Herr Ze⸗ baoth heißt ſein Name, und dein Erlöſer, der Heilige in Iſrael, der aller Welt Gott genannt wird.(Jeſ. 54, 5.) Gott hat ſich uns geſchenket. Ich will euer Gott ſein, und ihr ſollt mein Volk ſein. So ſpricht er oft in ſeinem Worte.(3 Moſ. 26,12.) Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit, ja im Glauben will ich mich mit dir vermaͤhlen, ſagt er.(Hoſ. 2, 19.20.) Darum heißt es:(Jeſ. 54.) Der dich gemacht hat, dein Schoͤpfer, iſt dein Mann, dein Verlobter und Vermaͤhlter, der dich ſo angenommen hat, wie ein Mann ein verlaſſenes Weib, der ſich dir ſo geſchenket hat, ſo dein ſein will, daß du dich darauf berufen und zu ihm ſagen kannſt: du biſt mein Gott! Du mußt dich meiner annehmen, wie —— Tden Vert ender. ſei, derg g ſtm wohnen † ner t deinen i. ne iſt dein 1 der. dein Erci u hi tt genann r. Aiae So ſori 3 heißt 6. ds) dri den Aan t(it momme h iP r po gech 3er b8 fen und zu rg ie füſe l nich m valtni 569 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an.(Pſ. 22, 11.) Auf dich hab' ich ſich ein Braͤutigam ſeiner Braut annimmt. mich verlaſſen von Mutterleib an.(Pſ. 71, 6.) Du wareſt uͤber mir(haſt mich bedeckt und erhalten) im Mutterleibe. (pſ. 139, 13.) So redeten die Gott⸗vertrauenden Menſchen mit Gott. So muß auch dein Glaube ſprechen. Gott iſt dein Gott, und Alles, was ſein iſt, iſt dein. Seine Liebe hat dir Alles, was er iſt, geſchenket. Er iſt fuͤr dich da, als waͤre er nur fuͤr dich allein Gott, fuͤr dich allein allmaͤchtig, barm⸗ herzig, gnaͤdig und allgegenwaͤrtig. Alles, was er iſt und kann, hat er dir in ſeinem Worte verheißen und geſchworen. Du mußt Gott leugnen oder bekennen, daß er dein Gott iſt, der dich nie verlaſſen, ſich nie verleugnen kann, denn er iſt dein Schoͤpfer und dein Mann. Er hat ſich dir verbunden und geſchworen: Ich will dich nicht verlaſſen noch verſaͤumen. (Joſ. 1, 5. 5 Moſ. 31, 6.8.) Wir koͤnnen alſo getroſt ſagen: Der Herr iſt mein Helfer; ich fuͤrchte nichts, was kann mir ein Menſch thun?(Pſ. 55,5.) Mel. 103. Was Gott thut, das iſt wohlgethan. 1. Ich habe Gott und hab' genung! Was ſollt' ich Beſſ'res ha⸗ ben? Er giebt allein Befriedigung und kann die Seele laben. Wer ihn nur hat, hat Rath und That; wer ihn feſthält auf Erden, kann nicht gefährdet werden. 2. Ich habe Gott und hab' genung! Was ſollt' ich mehr begeh⸗ ren? Er kann ja einen Waſſertrunk in ſüßen Wein verkehren. Wenn er nur giebt, was ihm beliebt, ſo muß mir's auch gedeihen; er kann allein erfreuen. 3. Ich habe Gott und hab' genung! will Andern Alles laſſen; hab' ich nur die Verſicherung, auf ſeine Huld zu faſſen, ſo bin ich reich, und ob ich gleich der Aermſte wär' auf Erden; Gott muß mir Alles werden. 4. Ich habe Gott und hab' genung! Was ſollt' ich mich denn kränken! Wollt' er mir gleich den Wermuthstrunk in ſeiner Liebe ſchenken, ſo weiß ich doch, daß dieſes Joch nur ſeine Jünger drücket, die er auch wohl erquicket. 570 5. Ich habe Gott und hab' genung, auch wenn ich gleich jetzt ſterbe. Mein Tod iſt die Beförderung zum göttlich reichen Erbe. Denn Gut und Geld bleibt in der Welt. Wer ſelig iſt geſtorben, hat ewig g'nug erworben. B. Schmolke. ——y————— 323. 18. November. Laſſet euer Licht leuchten vor den Menſchen, da⸗ mit ſie eure guten Werke ſehen und den Vater im Himmel preiſen.(Matth. 5, 16.) Du glaubſt, daß ein Gott iſt; du thuſt wohl; die Teufel glauben auch und zittern.(Jac. 2,19.) Doch wenn des Menſchen Sohn kommen wird, wird er wohl Glauben finden auf Er⸗ den?(euc. 18, 8.) Wie viel Glauben giebt es in der Welt! aber wie wenig leuchtendes und waͤrmendes Licht des Glaubens. Der Glaube ſoll ein Licht ſein aus Gott und dem Himmel, das alles Fin⸗ ſtere um ſich her erleuchtet, ſoll durch Werke der Gerechtigkeit ſein Feuer, ſeine Kraft, ſeine Abkunft aus Gott beweiſen; ſonſt iſt er ein todter, kalter Schein und Schimmer, der nur truͤgt und nichts taugt, iſt ein Teufels⸗Glaube, ein bloßes Fuͤrwahrhalten. Der Teufel kann nicht leugnen, daß Gott iſt, ja er glaubt ſo feſt an Gottes Daſein, daß er vor ihm zittert; was viele ſogenannte Glaͤubige nicht einmal thun. Darum hat wohl der Teufel noch einen beſſern Glauben. Al⸗ lein ein ſolcher Glaube macht euch weder gerecht noch ſelig, ſonſt muͤßte der Satan wohl laͤngſt gerecht und ſelig ſein, wenn ſein zitternder Glaube etwas taugte. Siehſt du, wie der Apoſtel Jakob deinen Maul⸗ und Heuchel⸗Glauben herab⸗ ſetzt; und doch erſchrecken die Menſchen nicht. Jeſus ſelbſt bejammerte ſchon die letzten Zeiten und zeigt deutlich an, daß er bei ſeiner Zukunft wenig wahren Glauben finden werde. Darum, Lieber! beeifere dich, daß du unter dieſen Wenigen da Tarl n enn des„ e l Glauben t 18 K 5 571 ſeieſt, an denen der Herr Glauben finden wird. Ich wuͤnſche mir und dir den Glauben der Roͤmer(zu Pauli Zeiten), von dem man in aller Welt ſagte.(Koͤm. 1, 8.) Wie herrlich muß der geweſen ſein, wie lebendig und kraͤftig, daß er ganz an⸗ dere Menſchen aus ihnen machte, wie Paulus(Roͤm. 8.) es beſchreibt. Darnach pruͤfe man ſeinen Glauben; denn ohne den wahren, lebendigen, thaͤtigen Glauben iſt es unmoͤglich, Gott zu gefällen.(Hebr. 11, 6.) Mel. 93. Was hilft es mir, ein Chriſt. Oder: Sei Lob und Ehr'’ dem. 1. Der Glaub' iſt eine Zuverſicht zu Gottes Gnad' und Güte, der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemüthe durchaus zu Gott gerichtet ſein und gründen ſich auf ihn allein, ohn' Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer ſein Herz alſo ſtärkt und feſt im völligen Vertrauen auf Jeſum Chriſtum ſich verläßt, auf ſein Verdienſt kann bauen, der wan⸗ delt in des Glaubens Licht, und wenn des Todes Macht einbricht, iſt er ohn' Furcht und Grauen. 3. Das aber iſt kein Menſchenwerk; Gott muß es uns gewähren; drum bitt', daß er den Glauben ſtärk' und in dir woll' vermehren. Zeig aber auch des Glaubens Kraft, die gute Werke in dir ſchafft, ſonſt iſt dein Glaube eitel. 4. Es iſt ein ſchändlich böſer Wahn, des Glaubens ſich nur rüh⸗ men und gehen auf der Sünden⸗Bahn, das Chriſten nicht kann ziemen. Wer dieſes thut, dem ſag' ich frei: Dein Glaube iſt nur Heuchelei und ſtürzt dich in die Hölle. 5. Drum ſei es dir, o frommer Chriſt, mit Ernſt hier angelegen, daß du aufrichtig, wo du biſt, dich hältſt in Gottes Wegen; daß Glaube ohne Heuchelei, vor Gott dem Herrn rechtſchaffen ſei und vor dem Nächſten leuchte.- ————y— .————————— 324. 19. November. Was kann euch ſchaden, wenn ihr dem Guten nachtrachtet? G Petr. 3, 13.) Der Herr iſt mein Licht und mein Heil, vor wem ſollte ich mich fürchten? Der 1——— 2““ 6 3 ——.————————— 8 8 8 1 1— ———————— öoöoöoͤͤͤͤͤ 3—— 1— 3—————— — e———— 3 1 3—.— 3 ſſſ“— „ 572 Herr iſt meines Lebens Kraft, vor wem ſollte mir grauen?— Denn er decket mich in ſeiner Hütte zur böſen Zeit; er verbirgt mich heimlich in ſeinem Ge⸗ zelt, und erhöhet mich auf einem Felſen.(ſ. 27,1.5) David hatte nur Eine Bitte zum Herrn, nur einen Wunſch, und der war— im Hauſe des Herrn zu bleiben ſein Lebenlang, die ſchoͤnen Gottesdienſte des Herrn zu ſchauen und ſeinen Tempel zu beſuchen. Er hatte aber nur das aͤu⸗ ßere Heiligthum, den Tempel, von Haͤnden gemacht.— Und doch fand er da den Herrn ſo kraͤftig, daß er ſich vor nichts fuͤrchtete; fand Schutz und Decke vor allen Feinden, fuͤrchtete weder Kriege noch Heere, die ſich wider ihn erhoben und ihn verzehren wollten. Sie werden anlaufen, ſagt er, und fallen; denn der Herr deckt mich in ſeiner Huͤtte, er verbirgt mich heimlich in ſeinem Gezelte und erhoͤhet mich auf einem Felſen, den ſie nicht erklimmen koͤnnen. Er ſuchte, fand und genoß im aͤußern Heiligthume auch das innere im Geiſte, und das machte ihn ſo ſtark und ſelig. Was David konnte und hatte, muß der Chriſt viel beſſer koͤnnen und haben. Du Huͤtte, du Haus, du Gezelt des Herrn! ſollſt du nicht mehr zu fin⸗ den ſein? Es iſt wahr, der Tempel, den David aͤußerlich beſuchte, iſt lange zerſtoͤrt, aber das Heiligthum, welches er vorbildete, die Huͤtte Gottes bei den Menſchen, die er weiſ⸗ ſagte, iſt, und wird ſein, ſo lange Herzen ſind, die Gott im Geiſte und in der Wahrheit ſuchen. Du kannſt den Herrn ſelbſt, nicht nur ſeine Huͤtte finden und beſuchen. Du kannſt Jeſum immer bei dir und in dir haben.„Ich bleibe bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Dies Wort hat er dir gegeben, und er iſt gewohnt, Wort zu halten. Himmel und Erde vergehen wohl, aber ſeine Worte nicht— auch dieſes Wort— nicht. Iſt es dir wie dem David: Eins bitte ich vom Herrn, das haͤtte ich gern, daß ich im Hauſe des Herrn, innere im Vas David en und hat folk u 5 enpel, den i des Heligt Tr de Nerſch„ am g Hazm ſ Gätt en. Du k frm hm und beſud da imi ſaben.„J t.“ Dies art zu halten Worte nicht dem Darid 3ihn 9 † debän 573 —— inwendig im Geiſte bei ihm, bleiben koͤnnte mein Lebenlang, daß er in mir und ich in ihm ſo beſtaͤndig wohnte, daß uns nichts mehr trennen kann, und ich ſagen darf: Ich habe ihn und will ihn nicht laſſen; ſo darfſt du ſo furchtlos als David ſein, ſo biſt du eben ſo bedeckt, geſchuͤtzt und verborgen vor aller Gefahr, als er; ſo ſtehſt du auf einem Felſen, auf den dich kein Arm, keine Gewalt, kein Ungluͤck, kein Sturm er⸗ reichen kann. Mel. 37. Das wahre Chriſtenthum. 1. Wer Jeſum bei ſich hat, kann feſte ſtehen, wird auf dem Un⸗ glücks⸗Meer nicht untergehen. Wer Jeſum bei ſich hat, was kann dem ſchaden? ſein Herz iſt überall mit Troſt beladen. 2. Wer Jeſum bei ſich hat, der hat den Himmel, wünſcht zu ver⸗ laſſen nur das Weltgetümmel. Wer Jeſum bei ſich hat, der lebt zu⸗ frieden, vergnügt mit dem, was Gottes Hand ihm hat beſchieden. 3. Wer Jeſum bei ſich hat, der mag nicht haben die Eitelkeit der Welt und ihre Gaben. Wer Jeſum bei ſich hat, hat gnug auf Erden und mag in Ewigkeit nicht reicher werden. 1. Wer Jeſum bei ſich hat, kann ſicher reiſen; er wird ihm ſchon den Weg zum Himmel weiſen. Wer Jeſum bei ſich hat in höchſten Nöthen, den kann kein Teufel nicht, noch Mörder tödten. 5. Wer Jeſum bei ſich hat, iſt wohl beſchützet, wenn's heftig don⸗ nert, wenn's erſchrecklich blitzet. Wer Jeſum bei ſich hat, darf nicht erſchrecken, wenn ſeine Sünden Furcht und Angſt erwecken. 6. Wer Jeſum bei ſich hat, darf nicht verzagen, er kann den Teu⸗ fel ſelbſt leicht von ſich jagen. Wer Jeſum bei ſich hat, wird nicht verderben; wer Jeſum bei ſich hat, kann fröhlich ſterben. —————— 20. November. Ich vergeſſe, was dahinten iſt, und ſtrecke mich aus zu dem, was vor mir iſt, und jage nach dem vor⸗ geſteckten Ziele, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmliſche Berufung Gottes in Chriſto.(Phil. 3, 13. 325. . —— 1 5 —————— ͦ——— —————— “:—— 4„ 2— 574 14) Ich achte alles für Unrath, auf daß ich Chriſtum gewinne und in ihm erfunden werde ꝛc.(Phu. 3, 8. 9.) Du ſuchſt dir vieles, du ſtrebſt nach allerlei.— Eins, Eins fehlt dir doch, ein Kleinod, das alles in ſich faßt. Suchſt du und findeſt du dieſes nicht, ſo wirſt du am Ende nichts haben, weil du das Eine nicht haſt, außer dem Alles nichts iſt. Weißt du nicht, wer die Hand an den Pflug legt und zuruͤck ſieht, der taugt nicht ins Reich Gottes? Vor⸗ waͤrts!— Vor dir liegt das Kleinod; ſiehe nicht zuruͤck auf das, was hinten liegt; laß Alles liegen und folge mir, ruft dir Einer von oben, der dir dies Eine vorhaͤlt. Achte Alles fuͤr Schaden, was Gewinn genannt wird auf Erden. Es iſt nur Ein Gewinn. Chriſtum gewonnen, Alles gewonnen; Chriſtum verloren, Alles verloren. Wie Vieles liegt dir noch in deinem Sinn, in deiner Begierde! Wer nach einem vor⸗ geſteckten Ziele laͤuft, hat nur daſſelbe Ziel immer im Auge; denn, ſo wie er dieſes aus dem Auge verliert, laͤuft er Gefahr, ſich von dem Ziele eher zu entfernen, als ſich ihm zu naͤhern, oder auf Seitenwege zu gerathen, oder lauter vergebliche Schritte zu thun. Unſer Beruf iſt himmliſch, goͤttlich: darum ſei auch unſer Sinn, unſer Streben und unſer ganzes Weſen und Wirken zum Himmel, zu Gott, zu Chriſtus gerichtet. Weg Welt! weg Suͤnde! weg Ehre und Luſt! weg Alles aus meinem Sinn und Herzen! Chriſtus! Chriſtus! du allein ſei mein Ziel, mein Kleinod, nach dem ich ringe, bis ich dich ganz beſitze und ganz in dir erfunden werde! Mel. 61. Lobet den Herren, den mächtigen König. 1. Chriſtus, mein Leben, mein Hoffen, mein Glauben, mein Wal⸗ len, du ſollſt mich einzig erfreuen, mir einzig gefallen! Richte den Sinn, freundlicher Heiland, dahin, dich nur zu preiſen vor allen. 2. Einzig Geliebter! Du Wonne, dich will ich erheben; dir, dir — ———. priſt en und unſe de te ind duſt Se des! Ghriſ ich iage,h dn nächägns ki 3 en, nein Glg e ei Si r einig geiſ N idet ich i ih 3. de, 9 575 will ich gänzlich mich ſchenken, mich völlig hingeben; nimmſt du mich hin, iſt es mein größter Gewinn. Dir will ich ſterben und leben. 3. Eins nur, das Noth thut, laß mächtig vor Allem beſtehen, Ruhe der Seele. Laß Alles, was eitel, vergehen. Einzige Luſt iſt mir in dir nur bewußt, den ich mir ewig erſehen. 4. Herzog des Lebens, du wolleſt mich ſelber regieren, daß ich mein Leben mög' heilig und ſeliglich führen. Gieb du den Geiſt; gieb mir, was Heiland, dich preiſ't; laß mich dein Naheſein ſpüren! 5. Friedefürſt, laß mich im Glauben dir treulich anhangen; eile, zu ſtillen dies Wünſchen, mein höchſtes Verlangen. Gieb dich mir her! O wie verlangt mich ſo ſehr! Laß mich nur dieſes erlangen! 6. Nun denn, ſo will ich auch immer und ewiglich haſſen Schätze, die Chriſtum, das Kleinod, nicht in ſich einfaſſen. Er ſoll mir ſein Reichthum und Alles allein. Gott, Gott, wer wollte dich laſſen? ——-— ——— ——— 21. November. Kindlein, es iſt die letzte Stunde.(1 Joh. 2, 18.) Denn, noch über eine kleine Weile, ſo wird kommen, der da kommen ſoll, und wird nicht ſäumen.(Hebr. 19, 37.) Denn ihr wiſſet ſelber wohl, daß der Tag des Herrn kommen wird, wie ein Dieb in der Nacht. ( Theſſ. 5, 2.) So dachten ſich die Apoſtel die Zukunft des Herrn; ſie hielten ſich keinen Augenblick ſicher, wachten Tag und Nacht, und blieben immer bereit, ihn zu empfangen. Hat dort, vor 326. 1800 Jahren, ſchon die letzte Stunde angefangen; wie viel mag jetzt noch uͤbrig ſein? Wer kann auch nur auf den tau⸗ ſendſten Theil einer Sekunde rechnen? Wie ſollten wir da⸗ her, nach der Ermahnung(2 Petr. 3, 11— 15.) uns befleißigen, mit heiligem Wandel und Gottſeligkeit, zu erwarten und ent⸗ gegen zu eilen der Ankunft des Tages des Herrnz wie ſollten wir uns beeifern vor ihm, wenn er morgen kaͤme, unbefleckt und unſtraͤflich erfunden zu werden! Der Heiland ſelbſt warnet uns(euc. 21, 34— 36.). Das Alles iſt in unſern Tagen wohl zu bedenken; denn wir ſind dieſem Tage, der gewiß nicht ausbleiben wird, um 1800 Jahre naͤher, als die erſten Chri⸗ ſten, die ihn noch zu erleben hofften und ſich taͤglich darauf bereiteten. Ach, wer weiß, wie nahe uns die ſchrecklichen Gerichte ſind, die dieſem Tage vorangehen! Niemand glaubt es, bis er die Menſchen wie ein Fallſtrick, wie ein Dieb in der Nacht uͤberfallen wird. Ihr Kinder des Lichts! ſchlafet nicht! wachet auf! Ihr Toͤchter und Braͤute des Lammes, der Braͤutigam iſt nahe! Er ſteht vor der Thuͤre. Keine Stunde iſt uns gewiß; er kann uns ſchnell und ploͤtzlich uͤber⸗ fallen. Selig, wer da wachet und ſich mit der Braut(Offenb. 22,17. 20.) nach ſeinem Kommen ſehnet und ihm entgegen ruft: Komm, Herr Jeſu!— Pruͤfet euch taͤglich, ob ihr mit Zu⸗ verſicht ſo rufen koͤnnt, ob ihr vor ihm beſtehen werdet. Er hat Augen wie Feuerflammen, die alle Unredlichkeit, jede Un⸗ treue, ſie ſei noch ſo verborgen im Herzen, entdecken und ans Licht bringen wird. Saͤumet euch nicht, Alles wegzuraͤumen aus euren Herzen, was ſeine Augen nicht ertragen koͤnnen. Mel. 63. Jeſu, den ich meine. Oder: Gottes Sohn iſt kommen. 1. Jauchzet all' ihr Frommen, Er wird wiederkommen, majeſtä⸗ tiſch, prächtig, herrlich, groß, allmächtig, Welten zu vernichten, alles Fleiſch zu richten. 2. Wenn nun Alles klaget, jammert, heult und zaget, ſehn getroſt die Deinen, Richter, dich erſcheinen, freun ſich, dich zu ſehen und vor dir zu ſtehen. 3. Euch zum Troſt, ihr Frommen, wird er wiederkommen, im Triumph⸗Gepränge wird er mit der Menge aller Engelſchaaren ſchrel herniederfahren. 4. Eilt dem Herrn entgegen, er bringt ew'gen Segen allen Got⸗ teskindern; aber Fluch den Sündern, ſie zur Qual der Flammen ewig zu verdammen. 5. Da wird er ſie ſcheiden; zu des Himmels Freuden führt er as Ber genn te nz gewi ae and alA tziher uns ſchel 1a zlih ſguet md kachm 1 A 4 1 die ale un Kit zat in Herzen e ka we euch nicht, i= wgwin ugen ict en km Ddar Gettes 1 Iunn. Er vitd vict Mäm, ui dchg, BWets mim nett, heult u 86,u , ſteun ſch, Lilamn nen, vin et ctmm rMenge aller K hemnſs b ragt wgt S= at ern, ſee zit e t hr 4 des Hiund. S den k 577 Gottes Kinder, aber alle Sünder müſſen mit den Teufeln heulen und verzweifeln. 6. Zwar ihr Frommen müſſet, bis der Lauf ſich ſchließet, oft be⸗ ſchwert mit Plagen, Laſt und Hitze tragen, Müh' und Kampf nicht achten, weinen, ſeufzen, ſchmachten. 7. Seufzet nicht! Behende eilt der Lauf zu Ende, da wird er vom Böſen eure Seel' erlöſen, ſie erhöhn zu Ehren, herrlich ſie verklären. 8. Herr, du wollſt uns ſtärken, ſelbſt zu guten Werken, immer fort zu machen, lehr' uns flehn und wachen, daß dann Preis und Se⸗ gen uns dort krönen mögen. — 327. 22. November. Ein Weiſer rühme ſich nicht ſeiner Weisheit—— ſondern wer ſich rühmen will, rühme ſich, daß er mich kenne und wiſſe, daß ich der Herr bin, der Barmher⸗ zigkeit, Recht und Gerechtigkeit übet auf Erden. Ser. 9,24.) Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir iſt ſeinen heiligen Namen.(Pſ. 103, 1.) Die Menſchen wenden gewoͤhnlich Alles, was in ihnen iſt, fuͤr ſich ſelbſt an, brauchen alle ihre Kraͤſte des Leibes und der Seele blos fuͤr ſich, zu ihrer Selbſterhaltung, Selbſt⸗ erhebung, zu ihrer Luſt, Ehre und zu ihrem eignen Nutzen, und glauben dabei, es nicht beſſer machen zu koͤnnen. Das heißt: ſie ſtehen unter dem Geſeh der Glieder, der Eigenliebe, und halten ſtreng an ihr Gebot: Du ſollſt dich ſelbſt lieben von ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen deinen Kraͤften. Wenn dieſes das Gebot Gottes waͤre, ſo waͤre die Welt voll von ausbuͤndigen Heiligen und vollendeten Chriſten. Aber nun iſt es anders; Gottes Gebot und Willen geht gerade —— gegen dieſe Selbſtvergoͤtterung und Selbſtanbetung der Eigen⸗ liebe an und ſagt: wer nicht ſich ſelbſt haßt und den Herrn, ſeinen Gott, von ganzem Herzen und aus allen Kraͤften liebt, der iſt kein Juͤnger Chriſti. Wenn der Weiſe, Verſtaͤndige, 37 ⸗ —— — ————— —————— 5— ——— 0 —————— 4 4 2———— —— 2— —— 8. 1 5 1—.—= oo *—— 2— — — 8 —— 5₰ 2 —I1 n 578 Gelehrte ſich ſeiner Weisheit ruͤhmt, das heißt, ſie blos zu 3 ſeiner Ehre und zu ſeinem Vortheil anwendet, ſo laͤſtert er 3 ſeinen Gott und macht ſich ſelbſt zum Gott. Wenn der ſa Starke, Maͤchtige ſich ſeiner Macht ruͤhmt, oder, was eines S iſt, ſie blos fuͤr ſich gebraucht, ſo ſpricht er dem Allmaͤchtigen Hohn, ſtuͤrzt ihn in ſeinem Herzen vom Thron und ſetzt ſich Un darauf. Wenn der Reiche ſich ſeines Reichthums ruͤhmt, 3 nur fuͤr ſich reich iſt, und Alles, was er hat, als Eigenthum,— ſich nicht als Verwalter anſieht, der Gott Rechenſchaft ſchul⸗ dig iſt, ſo iſt er ſein ſelbſt Gott und wird am Ende Mam⸗ mons⸗Lohn erhalten, er wird mit ſeinen Goͤtzen vergehen. Wer ſich ruͤhmen und nicht in ſeinem Ruhme eitel werden will, der ruͤhme ſich, daß er Gott kenne und wiſſe, daß er 4 nichts und Gott alles, daß er nur fuͤr Gott und durch Gott ſ da iſt. Alles in dir und an dir preiſe den Herrn; Alles, was” in dir iſt, ſuche nur den Herrn zu verherrlichen, von dem, 4 durch den und zu dem alle Dinge ſind. Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Kommt her, ihr lieben Chriſten. 1. Auf, Seele! auf! und preiſ' den Herrn! wer preißt, was herr⸗ 5 lich iſt, nicht gern? O welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer iſt, an wie er, des Lobes werth?— Lobt ihn, ſein ganzer Nam' iſt Ruhum; 8 Unendlichkeit ſein Eigenthum. Dies grenzenloſe Meer von Licht 1 h durchſchauet ſelbſt der Engel nicht. f 2. Ja, eure Luſt ſei, ihn erhöhn; ſolch Lob iſt heilſam, lieblich, 4 ſchön; ſchärft den Verſtand, erhebt das Herz und ſtillt im Leid den ſh herbſten Schmerz.— Wie wird der Geiſt dadurch entzückt, hinauf au gen Himmel hingerückt; mit ſeinem hocherhabnen Freund, mit Gott, ſtets inniger vereint! h 3. Welch ein ſo herrlicher Beruf, zu dem Gott ſelbſt die Engel g ſchuf! welch eine theure, ſüße Pflicht, ſie, die ſo reichen Lohn ver⸗ ſpricht!— Wie billig, daß ihr ihn beſingt, von dem ihr euer Herz V 1 empfingt, das ſich zu Gott in Inbrunſt nahn und ſeine Liebe fühlen 5 kann. f 4. Auch durch den Mund, ſo oft er ſpricht, ruft Gott euch zu: Ver⸗ den hennl Glanz, der t ihn, ſein g Dies grenzet zn; ſolch 1 ot das herz 1 der Geiſt daß n hocherhabnt 1f, n den licht, ſie, it 3 beſagt, R Srunf uhn! er ſprict, n. ** nr An, md . bis 1 ziſt, taßg Katllir nei r aam’ ſict * ler u E l M din lt E tiitt ſ n, n 1n ub cin 9 ubr ir am i Ar dice S tudi 579 giß mein nicht! Die Sprache dankſt du ihm allein, und wollteſt nicht voll Rühmens ſein?— Was gebet ihr nun ihm dafür? Iſt nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in ſeiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? 5. Auf, Brüder! preißt mit mir den Herrn! wer preiſt nicht milde Geber gern! Gedenkt, wie viel er uns gewährt! Wer iſt, wie Er, des Dankes werth?— Du, meine Seele, preiſe ihn, gieb ihm dich ganz zu eigen hin. Athem Lobgeſang. J. A. Schlgl. 328. 23. November. Wer unter dem Schirme des Höchſten ſitzet und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der ſpricht zu dem Herrn: Meine Zuverſicht und meine Burg!(Pſ. 91, 1.2.) Wohl allen, die auf ihn trauen. (yſ. 2, 12.) Denn du, Herr, biſt gut und gnädig, von großer Güte, allen, die dich anrufen.(Pf. 86, 5.) Der Herr iſt Schirm und Schild, ein Schatten in der Hitze der Truͤbſal, der uns die Muͤdigkeit benimmt, uns er⸗ quickt und ſtaͤrkt, wenn wir unter ſeinen Schatten fliehen. Die Zaghaftigkeit des menſchlichen Herzens iſt die Quelle al⸗ ler Leiden. Unglaube die Mutter aller Angſt und Bangig⸗ keit im Leiden. Wer Gott zum Freunde hat, wer an ſeine ſchuͤtzende und ſchirmende Hand glaubt, die Tag und Nacht ausgereckt iſt, uns zu bedecken, und ohne welche uns kein Haar gekruͤmmet werden kann; wer, ſage ich, dieſe Hand im Glau⸗ ben erfaßt, was ſollte der fuͤrchten? Menſchen, und ſie koͤnnen uns dennoch nicht ſchuͤtzen, wohl aber durch ihren Schutz im Vertrauen auf den Schutz des Herrn ſchwaͤchen und am Ende ſitzen laſſen. Darum druͤckt ſich Jeremia(17,5.) ſo ſtark aus, indem er ſpricht: Verflucht iſt der Mann, der ſich auf Menſchen verlaͤßt und Fleiſch fuͤr 37* Ein jeder Pulsſchlag ſei ein Dank, und jeder 4 — 4 4 Wir ſuchen Schutz bi —— ——— 2———,——VB——— — ⁴⸗-— 5—. 1—— g 1—————— — 580 ſeinen Arm han, und(wohlgemerkt!) mit ſeinem Herzen vom Herrn weicht. Wer naͤmlich ſo allein auf Menſchen⸗Huͤlfe traut, daß er von Gott gar nichts erwartet oder nicht glaubt, daß Gott es iſt, der ihm durch Menſchen hilft, der iſt ver⸗ flucht und wird den zukuͤnftigen Troſt nicht ſehen, ſondern in der Duͤrre, verlaſſen bleiben. Aber geſegnet iſt der Mann, der ſich auf den Herrn verlaͤßt und deſſen Zuverſicht der Herr iſt. Der iſt wie ein Baum, am Waſſer gepflanzet und am Bach gewurzelt, deſſen Blaͤtter auch in der Hitze der Truͤbſal nicht verwelken, ſondern immer gruͤn bleiben. Ja wahrlich, die Hoffnung auf den Herrn iſt ein Immergruͤn, traͤgt immer Fruͤchte, zu jeder Jahreszeit, Hitze und Kaͤlte kann ſie nicht in ihrer Fruchtbarkeit ſtoͤren; ſie trotzt allen Stuͤrmen und allen Gefahren, und bleibt noch, wenn Alles untergeht. Mel. 81. Mach's mit mir Gott. Oder: Geht, werft euch. 1. Wohl dem, der ſich auf ſeinen Gott recht kindlich kann verlaſſen! den mag gleich Sünde, Höll' und Tod und alle Teufel haſſen: ſo bleibt er dennoch wohl vergnügt, wenn er nur Gott zum Freunde kriegt. 2. Die böſe Welt mag immerhin mich hier und da befeinden; kann ſich nur mein Gemüth und Sinn mit meinem Gott befreunden; ſo. frag' ich nichts nach ihrem Haß: Iſt Gott mein Freund, wer thut mir was? 3. Und hab' ich gleich darüber oft viel Unglück leiden müſſen, ſo hat Gott dennoch unverhofft mich ſtets herausgeriſſen. Da lern' ich erſt, daß Gott allein der Menſchen beſter Freund muß ſein. 4. Ja, wenn gleich meiner Sünden Schuld ſich häuft' in mir zu⸗ ſammen, wenn ſie mir abſpricht Gottes Huld und will mich ganz ver⸗ dammen, ſo fürcht' ich doch dieſelbe nie: denn Gott, mein Freund, vertilget ſie. 5. Dahero Trotz dem Höllen⸗Heer! Trotz auch des Todes Ra⸗ chen! Trotz aller Welt! mich kann nicht mehr ihr Drohen traurig machen. Gott iſt mein Freund, mein Schutz und Rath: Wohl dem, der Gott zum Freunde hat! — ———— ——— 329. 24. November. Wo iſt ein Volk auf Erden, wie dein Volk Iſrael— welches du dir erlöſet haſt! G Sam. 7, 23.) Und wo iſt ein ſo herrlich Volk, das ſo gerechte Sit⸗ ten und Gebote hat? GMoſ. 4,7. 8.) So thut der Herr keinen Heiden, noch läßt ſie wiſſen ſeine Rechte. (Pſ. 147, 20.) b So prieſen ſich die Iſraeliten gluͤcklich vor allen Nationen der Erde, und ſie waren es auch, wenigſtens alle wahren Kinder Iſraels; denn ſie hatten goͤttliche Vorzuͤge und hatten ihren Gott ſo nahe, als ſie ihn nach der Haushaltung Got⸗ tes im A. B. haben konnten. Allein bald hieß es: Das Volk, das geſchaffen werden ſoll, wird den Herrn loben.(pſ. 102, 19.) Ich will das mein Volk heißen, das nicht mein Volk war, und meine Liebe, die nicht meine Liebe war.(Hoſ. 2,23.) Das heißt, ich will das Juden⸗Volk verwerfen und mir aus den Heiden ein Volk ſammeln. Und davon heißt es: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln, ſie ſollen mein Volk ſein, Gatt nin am und ich will ihr Gott ſein.(2 Cor. 5,16.) Und dein Volk ſollen eitel Gerechte ſein.(Seſ., 60,21.) Nachdem er nun dieſes neue iſt dic Uall X uuiß Volk geſammelt hatte, hieß es: Ihr ſeid das auserwaͤhlte ſets heruigg= D Geſchlecht, das koͤnigliche Prieſterthum, das heilige Volk des drfee Freund f Eigenthums, damit ihr die Tugenden deß verkuͤndiget, der euch nden Schad kunh berufen hat aus der Finſterniß zu ſeinem wunderbaren Lichte. ettes duda et, Ighr waret vordem nicht mein Volk, nun aber ſeid ihr das e nt: dan Volk Gottes. Ihr waret die Nichtbegnadigten, nun aber der Tu E 1u b ſeid ihr die Begnadigten.(1 Petr. 2 9. 10.) Dieſer Herrlichkeit u dic mon ccha e des neuen Bundes, des Chriſtenthums, iſt nichts zu verglei⸗ in Stzaß u B chen. Wer nur recht darin wandelt, und die Gnade und Seligkeit, die ein Kind Gottes haben kann, wirklich genießt! Das ſei deine Sorge und dein Streben. Ruͤhme dich nicht * “ h—öoö ——y— 582 deſſen, was da nicht haſt oder nicht biſt. Man eignet ſich l leicht die ſchoͤnen herrlichen Worte zu, die man in der Bibel 5 lieſ't, und vergißt darauf, nach der Sache ſelbſt ſich umzu⸗ ſehen. Selig, herrlich und groß iſt, wer ein wahrer Chriſt iſt, wer das in der That beſitzt und genießt, was dem Chri⸗ 5 ſten verſprochen iſt! n Mel. 119. Wie ſchön leucht't uns. Oder: Gott, unſer Gott, wir danken. V ih 1. Wie groß iſt deine Herrlichkeit, o Chriſt! ſchon hier in dieſer l Zeit und noch vielmehr dort oben! Wenn anders, was dein Name 1 heißt, dein Weſen und die That beweiſt und deine Werk’ dich loben. m Chriſtus Jeſus heilt aus Gnaden deinen Schaden; Geiſtes⸗Gaben kannſt du reichlich mit ihm haben. he 2. Du biſt ſelbſt göttlichen Geſchlechts, der Kindſchaft und des V Kinderrechts macht Chriſtus dich theilhaftig. Sieh', welche Lieb' und mu Ehr' iſt dies! Hält's gleich die Welt für ungewiß, ſo bleibt es doch 1 wahrhaftig. Laß ſie dich hie nur verachten, laß ſie trachten, dich zu haſſen; ſie muß dir den Ruhm doch laſſen. b d 3. Du biſt ein Prieſter und Prophet, der vor dem Thron des Höch⸗ 1 ſten ſteht, du wirſt von Gott gelehret. Du biſt ein König, deſſen Macht weit größer iſt, als man gedacht, ob dich gleich Niemand ehret. 6 Freilich, heilig und ſo herrlich biſt du ſchwerlich ohne Glauben, den 4. dir doch kein Feind kann rauben. 3 4. Du ſtehſt, bedenk's, mit Gott im Bund, ſein Thron iſt deines„ Herzens Grund, in dem er Wohnung machet. Aus dir macht er ſich 9 einen Ruhm, du biſt ſein beſtes Eigenthum, worüber er ſtets wachet. 5 Mein Chriſt! Gott iſt, der dich Armen, voll Erbarmen, hier ſtets dl träget und mit Muttertreue pfleget. 1 5. Wer iſt, der Alles ſagen kann, was dir für Ehre angethan ſchon ne hier auf dieſer Erden? So iſt's auch noch nicht offenbar, doch bleibt's d gewiß und ewig wahr, du wirſt Gott ähnlich werden. Deine reine Liebesaugen werden taugen, Gott zu ſehen, wenn du wirſt verklärt 3 aufſtehen. 1 6. O Chriſt! o Chriſt! bedenk' den Stand, worein dich Gottes fu Gnadenhand geſetzt; bedenk' die Würde! Rühm deine Höhe jeder⸗ ä zeit in aller deiner Niedrigkeit, trag' aber auch die Bürde. Lebe, „der dor! renn de hh dr 1 a ding 84 „ 0b dis B iennd i ſhverlch de Jlaua n Brnd, am nachet. D mtei zun, wo e fte ntt n, voll(en, hit as dir für L ethſh och nicht d m dot le ähnlich W M Damem ſehen, e vrſ mi⸗ 1 Stand, Sudt bn et Aüh E ehei ader uut 3 zürde. ſtrebe, daß dein Adel ohne Tadel immer bleibe; daß dich Gottes Geiſt nur treibe. E. Schmidt- —-— 330. 25. November. Erforſche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine; und ſiehe, ob ich auf böſem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.(pſ. 139,23. 24.) Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige.(Pſ. 25,4.) Prüfe mich, Herr, und verſuche mich, läutere meine Nieren und mein Herz.(pſ. 26, 2.) Wirr armen Menſchen ſind keinem Betruge ſo ſehr unter⸗ worfen, als dem Selbſt⸗Betruge. Wir taͤuſchen uns gar ſo gern in der allerwichtigſten Angelegenheit unſerer Seligkeit. Das fuͤhlte der Pſalmiſt ſehr, ſonſt waͤre wohl der 139. Pſalm nicht entſtanden, der uns die beſte Anleitung zur Selbſtpruͤ⸗ fung geben kann. Wir ſcheinen es gut mit uns zu meinen; es iſt aber doch rathſamer, daß wir Gott fragen und bitten, er moͤchte dieß Meinen unterſuchen und uns pruͤfen, wie wir es denn eigentlich meinen? Ja, wem im Ernſte um ſeine Seligkeit zu thun iſt, wer ſich am Ende von ſeinem eigenen Herzen nicht betrogen finden will, der ſtelle ſich oft vor das allſehende Auge Gottes hin und bitte: Ach Herr, du kenneſt mich beſſer, als ich mich ſelbſt kenne; du weißt, was in mei⸗ nem Innerſten iſt; du ſiehſt in die Falten meines Herzens, in die mein parteiiſches Auge nicht eindringt; entdecke mir Alles, was dir nicht gefaͤllt! Es iſt das Schrecklichſte, was man von dem Menſchen ſich denken kann, daß er ſich ſelbſt betruͤgt, und doch geſchieht das ſo gewoͤhnlich. Bedenke doch einmal recht ernſtlich, was du thuſt, traue dir ſelbſt nicht, lege dich offen hin vor Gott, mit heißem, innigen Flehen, daß er ſich ——— —— . ——— 4— 1— 2 *— 1 0— 4 — “ „* 584 deiner annehme, dir alles Falſche und Betruͤgliche in dir auf⸗ decke, dich laͤutere und reinige von allen ſchiefen Abſichten und betruͤglichem Weſen, und dich auf den Weg der Wahrheit und Lauterkeit fuͤhre. Kein Frommer nehme ſich davon aus, denn es iſt keiner frei davon, wenn er nicht durch beſtaͤndiges Wachen und Beten von dem Herrn frei gemacht wird. Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Herr, höre mein Gebet und laß es dir gefallen. Es iſt mein ganzer Ernſt, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht, weil ſeine Bitte nicht aus falſchem Munde geht. 2. Gieb, daß ich endlich mich in deinen Wegen übe; der Glaube, den du willſt, ſoll fruchtbar durch die Liebe, in wahrer Heiligkeit, in guten Werken ſein. Ich will's, ich will dir, Herr! mein ganzes Leben weihn. 3. Doch täuſcht mein Herz ſich oft, mir immer unergründlich; bleibt, nach der Heiligung durch deinen Geiſt, noch ſündlich. Das Wollen hab' ich wohl, zum Thun auch Licht und Kraft; wie unvoll⸗ kommen bleibt's dennoch, wie mangelhaft! 4. Du kennſt mich ganz, du kannſt mich reinigen und läutern, den Geiſt, wenn Licht ihm fehlt, mit deinem Licht erheitern. Wenn eine Leidenſchaft erwachen will, kannſt du durch mein Gewiſſen ihr gebieten, daß ſie ruh'. 5. Erhalte meinen Gang auf deinem Weg und leite mit deinem Rathe mich, damit mein Fuß nicht gleite! Mein Auge laß allein auf deine Winke ſchau'n! So hilf mir, denn du biſt mein Heiland, mein Vertraun! 6. Ich bin ein Fremdling hier, umringt von vielen Sündern, ihr Beiſpiel könnte leicht den ſchwachen Eifer mindern. Bewahre deinen Knecht vor ihnen, ihre Luſt vergift', entweihe nie die dir geweihte Bruſt! 7. Bewahre mich, wenn ſie, verſtrickt von eiteln Lüſten, ſich ihrer Sünden freun, mit ihren Laſtern brüſten; des Sünders Lachen wird in Heulen einſt verkehrt, zu Schmerzen ſeine Luſt, wenn er ſich nicht bekehrt. —— deebe, i 1dr, H einen Li E leit hm d i ie iſte ein en D 1 d Ga kr hüüh, Aanzes . nerxrine udlit. dict 2 i mw 88 item. N aſt d da er Gefnt nen Weg ite! Me deun du b xiit ni de Sel ilan nringt do autwei ickt von d ſten; des f n ſeine h ueim E bnt nu erſtt 331. r Heltd,n Sim iijer nind. xwchum 585 26. November. Herr, du kannſt wohl Sieg geben, ohne alle Menge.(Iudith 9, 13.) Man ſinget mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des Herrn behält den Sieg.(Pſ. 18, 16.) Das zerſtoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöſchen, bis er ausführe das Gericht zum Siege.(Matth. 12, 20.) Du haſt den Feind in dir,— du biſt dir ſelbſt der aͤrgſte Feind; denn im Grunde kann dir kein Feind deiner Seele ſchaden, wenn du nicht willſt, wenn du dich nicht auf ſeine Seite ſchlaͤgſt. Du haſt auch den Sieger und Ueberwinder aller deiner Feinde in dir, der immer deine Partei nimmt, wenn du nur auch die ſeine nimmſt und dich zu ihm haͤltſt. Haſt du gleich nur eine kleine Kraft, ſo hat Er deſto mehr; er iſt die große Kraft Gottes; er ſchlaͤgt Alles nieder. Biſt du ſchwach, er iſt ſtark genug, um Alles zu beſiegen.„Ich in ihnen;“ ſagt er: Wer will die uͤberwinden, in welchen Er wohnt? In ihm, ſagt Paulus, uͤberwinden wir weit.(Roͤm. s, 37.) Ihm iſt es gleichviel, mit Wenigen oder mit Vielen, in einem Schwachen oder Starken ſtreiten. Er kann Sieg geben ohne die Menge der Kraͤfte. Iſt deine Kraft nur ein Kraͤftchen, nur wie ein glimmender Docht, wie ein zerbroche⸗ nes Rohr, er wird doch das Gericht, das uͤber dich kam, zum Siege ausfuͤhren, ſiegreich beſtehen in dir, wenn du nur in ihm bleibſt und nur auf ihn vertraueſt. Mach du nur die Thore deines Herzens weit und die Thuͤre hoch, daß der Koͤnig der Ehren einziehe. Wer iſt derſelbe? Es iſt der Herr, ſtark und maͤchtig, maͤchtig im Streit.(Pſ. 24, 7. 8.) Ohne ihn mußt du es mit keinem Feinde aufnehmen. Mit ihm aber wollen wir Thaten thun. Er wird unſere Feinde untertreten. 586 (Pſ. 108, 14.) Seine Rechte behaͤlt den Sieg. Und wenn man ſeine Rechte walten laͤßt, wenn man ſich mit Leib und Seele ſtets ihm in ſeine Rechte wirft, ſo ſingt man allzeit mit Freu⸗ den vom Sieg in den Huͤtten der Gerechten. Eigne Mel. 88. 1. Jeſu, hilf ſiegen, du Fürſte des Lebens! Sieh', wie die Fin⸗ ſterniß dringet herein; wie ſie ihr hölliſches Heer nicht vergebens mäch⸗ tig aufführet, mir ſchädlich zu ſein. Satan, der ſinnet auf allerlei Ränke, wie er mich ſichte, mich fälle und kränke. 2. Jeſu, hilf ſiegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb', Hoffart und Mißgunſt ſich regt; wenn ich die Laſt der Begierden empfinde und ſich mein tiefes Verderben darlegt! Hilf dann, daß ich vor mir ſelber erröthe und durch dein Leiden mein ſündlich Fleiſch tödte! 3. Jeſu, hilf ſiegen und lege gefangen in mir die Lüſte des Fleiſches, und gieb, daß bei mir lebe des Geiſtes Verlangen, aufwärts ſich ſchwingend durch heiligen Trieb! Laß mich eindringen ins göttliche Weſen, ſo wird mein Geiſt, Leib und Seele geneſen! 4. Jeſu, hilf ſiegen, im Wachen und Beten; Hüter, du ſchläfſt ja und ſchlummerſt nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du verſprochen Fürſprecher zu ſein. Will ich verſchlafen, ſo wollſt du mich wecken, will ich ermüden, ſo laß mich nicht ſtecken! 5. Jeſu, hilf ſiegen, wenn Alles verſchwindet und ich mein Nichts und Verderben nur ſeh'; wenn kein Vermögen zu beten ſich findet, wenn ich mich fühl', wie ein ſchüchternes Reh. Ach, Herr, dann laß du im Grunde der Seelen mir nicht den Troſt deines Naheſeins fehlen! Schroeter. ————————-———— I. Advent⸗Sonntag. 332. 27. November. Ja, ich komme bald! Amen. Komm, Herr Jeſu! (ff. 22, 20.) Selig, die ihre Kleider im Blute des Lam⸗ mes rein waſchen, daß ſie Macht erhalten zum Baume des Lebens, und durch die Thore einzugehen in die baſ de R ar ewſt, df da t ihmn a fünlih a der i nir d es desgi ſer Verla nerfrine nid tig Gris ſt Serle geneh d Itten;„a uſti det mich un Jerea dil ic derſ ſf ſo un nih uct ſſ ⸗ erſchwindet nen n Vernögen ſi fit 4 Neh. 1 a, dmt Tyft deit E ſſiusf ——— ᷓ Vonnt aber. en. Kut ae g der in tdb bt erhall un Jr Thore ei 1 mhjen u Kehrren 587 Stadt.(Off. 22, 14.) Sieh', ich ſtehe vor der Thür, und klopfe an. So jemand meine ꝛc.(ff. 3,20.) Es giebt eine dreifache Zukunft Jeſu— ein dreifaches Advent. Er kam, er kommt, er wird kommen, das ſagt, der da iſt, der da war, der da kommen wird.(Off. 1,8.) Er kam bei ſeiner Menſchwerdung und Geburt in die Welt, und war da fuͤr die Menſchen. Er kommt taͤglich in die Men⸗ ſchen durch den Glauben und die Wiedergeburt des innern Menſchen, wohnt und lebt im Herzen.(Off. 3, 20. Joh. 14, 23.) Er wird kommen am Tage ſeiner Offenbarung wider die Welt und Unglaͤubigen, ſie zu ſtrafen und zu richten und die Frommen zu belohnen. Die erſte Ankunft hilft uns nicht, und die dritte wird uns fuͤrchterlich, wenn wir uns der zweiten nicht theilhaftig machen. Kommt er nicht in uns, ſo iſt er zuerſt nicht fuͤr uns gekommen und wird am Ende wider uns kommen. An ſeinem Kommen in uns iſt daher Alles gelegen; wie Paulus ſagt: Iſt Chriſtus nicht in euch, ſo ſeid ihr verworfen und verduͤſtert.(2 Cor. 13,5.) Da nun ſeine dritte Ankunft ſehr nahe ſcheint und wir ohnehin nie wiſſen, wie ſchnell und ploͤtzlich ſie den Erdkreis uͤberfallen wird, da er kommen wird, wie ein Dieb in der Nacht, ſo ſollen wir ja vor allem uns um ſeine zweite Ankunft in unſere Herzen be⸗ ſtreben. Wer wird beſtehen vor ſeinem Zorn, wenn er ihn nicht ſelbſt in ſich wohnend hat? Kein Menſch wird die letz⸗ ten Pruͤfungen, die große Verſuchungsſtunde aushalten, der Chriſtum nicht in ſeinem Herzen aufgenommen hat und nicht durch ihn ſelbſt erhalten wird, vor Gottes Zorn wird kein Gottloſer, keiner ohne Gott, ohne Chriſtus, beſtehen. Nicht auf der Zunge, nicht im Kopfe— im Herzen muß er woh⸗ nen, oder er hilft dir nicht vor ſeinem Gerichte. Wer ihn nicht in ſich hat, wird als Spreu ohne den Kern zu leicht er⸗ funden und ins Feuer geworfen. Wer ihn nicht in ſich ————.—— 588 wohnend hat, kann nicht ſagen: Komm! komm, Herr Jeſu! Oder, er ruft ſeinen Feuerflammen, daß ſie ihn verzehren. O Herr Jeſu, komm erſt in unſer Herz, daß wir dich auch mit Freuden kommen ſehen koͤnnen, zum Gericht und zur Ver⸗ geltung. Mel. 78. Fahr' hin, du eitle Welt. Oder: Auf meinen l. Gott trau. 1. Die Zeit iſt nunmehr nah'; Herr Jeſu, du biſt da. Die Zei⸗ chen, die den Leuten dein' Ankunft ſollen deuten, die ſind, wie wir ge⸗ ſehen, in großer Zahl geſchehen. 2. Was ſoll ich denn nun thun? Ich ſoll auf dem beruhn, was du mir haſt verheißen, daß du mich wolleſt reißen aus meines Grabes Kammer und allem andern Jammer. 3. Ach Jeſu! wie ſo ſchön wird mir's alsdann ergehn? Du wirſt mit tauſend Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde zu dir mich ſchwingen werde. 4. Ach, was wird doch dein Wort, du ſüßer Seelenhort! Was wird doch ſein dein Sprechen, wie wird dein Herz ausbrechen zu mir und meinen Brüdern, als deines Leibes Gliedern! 5. Was für ein ſchönes Licht wird mir dein Angeſicht, das ich in jenem Leben zuerſt werd' ſehen, geben! Wie wird mir deine Güte entzücken mein Gemüthe! 6. Dein Auge, deinen Mund, den Leib für uns verwund't, auf den wir feſt vertrauen, das werd' ich Alles ſchauen, herzinniglich be⸗ grüßen die Maal' an Händ' und Füßen. 7. Ach Herr, mein ſchönſtes Gut, wie wird ſich all mein Blut in allen Andern freuen, mein Herz ſich ganz erneuen, wenn du zu's Him⸗ mels Thüren mich ſelber wirſt einführen! 8. Komm her, komm und empfind', du auserwähltes Kind! Komm, ſchmecke, was für Gaben ich und mein Vater haben; komm, wirſt du ſagen, weide dein Herz in ew'ger Freude! 9. Ach, du ſo arme Welt, was iſt dein Gold und Geld, hier gegen dieſe Kronen und mehr als goldne Thronen, die Chriſtus hingeſtellet, dem Volk, das ihm gefället. 10. Ach, wie iſt mir ſo weh, eh' ich dich aus der Höh' her zu uns ſehe kommen. Ach! daß zum Heil der Frommen du meinen Wunſch und Willen noch heute mögſt erfüllen! —— —— — 3 i dlien d ach ergricke&. iß he. it Kihte. 6 h ha , fßs— heu 5 des Glitdec d uir den mnit di al Be Sry 1 1 5 he à Uhenth, dſ wißs ui or 1 4 er b fi ermutt kr. wie vird anz erreuen Tles ſt numſt E uxip ekin kr t n, n emk 589 11. Doch, du weißt deine Zeit: Mir ziemt nur, ſtets bereit und fertig da zu ſtehen und ſo einher zu gehen, daß alle Stund' und Tage mein Herz zu dir mich trage. P. Gerhard. — — 28. November. Ich will dich erhöhen, mein Gott, und deinem Namen lobſingen immer und ewiglich.— Gnädig und barmherzig iſt der Herr, geduldig und von großer Güte.— Aller Augen warten auf dich.— Er thut was die Gottesfürchtigen begehren ꝛc.(Der ganze Pſalm 145.) Wer den Herrn kennt und auf ſeine Werke und Fuͤhrun⸗ gen beſtaͤndig Acht hat, deß Herz muß immer voll Dank, deß Mund voll Lobpreiſung Gottes ſeinz er kann ſeine Groͤße, Macht und Guͤte nicht genug bewundern, weil er mit jedem Schritt auf Spuren und Fußſtapfen des allenthalben wandeln⸗ den und ſegnenden Gottes ſtoͤßt. Man moͤchte ihn allen Menſchen kund thun, Alle ſollten es wiſſen, Alle, damit Alle ihn lobten und prieſen; denn Alles, was lebt, lebt ja nur durch ihn. Alle Geſchoͤpfe warten nur auf ſeine Erhaltung, Bele⸗ bung und Ernaͤhrung. Was er nicht erhaͤlt, kann ſich ſelbſt nicht erhalten. Und er thut ſeine Hand— die große, reiche Hand, auf, und ſegnet und erfuͤllt Alles, Himmel und Erde, mit Leben, Kraft und Freude. Scheint es auch oft, daß etwas nicht ſo ſein ſollte, wie es iſt, kann man nicht begreifen, wie Gott dieſes oder jenes zulaſſen koͤnne, ſo darf doch ohne Be⸗ denken von ihm geruͤhmt werden: Der Herr iſt gerecht in al⸗ len ſeinen Wegen und heilig in allen ſeinen Werken. Kein Geſchoͤpf wird ihn einer Suͤnde, eines Verſehens, bezuͤchtigen koͤnnen. Und welch eine herzerhebende Wahrheit: Der Herr iſt nahe allen, die ihn anrufen: Er thut, was die Gottesfuͤrch⸗ tigen begehren, er hoͤrt ihr Schreien und hilft ihnen. Wer 333. 590 ſich fuͤrchtet vor ſeinem Wort, wer ſich huͤtet, es auch im Geringſten nicht zu uͤbertreten, auf den ſieht der Herr und laͤßt gewiß keinen Wunſch ſeines Herzens unerfuͤllt. Er be⸗ huͤtet alle, die ihn lieben. Es iſt nicht zu beſchreiben, welche Vorrechte ſeine Geliebten haben, wie ſehr er auf die ſieht, die auf ihn ſehen. Wer ihn aber, gottlos, nicht achtet, der wird verachtet und vertilgt. Mel. 93. Sei Lob und Ehr', Oder: Was hilft es mir, ein Chriſt zu ſein. 1. Ich will dir mit der Morgenröth' mein täglich Opfer bringen; ſo oft die liebe Sonn' aufgeht, ſo oft will ich beſingen den großen Na⸗ men deiner Macht; das ſoll auch in der ſpäten Nacht mein Werk ſein und Geſchäfte. 2. Die Welt, die däucht uns ſchön und groß, und was für Gut und Gaben ſie trägt in ihrem Arm und Schooß, das will ein Jeder haben. Und iſt doch Alles lauter nichts, eh', als man's recht genießt, zerbricht's und geht im Nu zu Grunde. 3. Gott iſt alleine groß und ſchön, unmöglich g'nug zu loben; auch denen, die doch allzeit ſtehn vor ſeinem Throne droben. Laß ſprechen, wer nur ſprechen kann, doch wird kein Engel noch ein Mann, des Höch⸗ ſten Größ' ausſprechen. 4. Wie Mancher hat vor mir dein Heil und Lob mit Fleiß getrie⸗ ben! Und ſiehe, mir iſt doch mein Theil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wunder Macht und der ſo herrlich ſchönen Pracht bis an mein Ende reden. 5. Wer iſt ſo gnädig, Herr, wie du? Wer kann ſo viel erdulden? Wer ſieht mit ſolcher Langmuth zu bei ſo viel ſchweren Schulden, die aus der ganzen weiten Welt, ohn' Unterlaß, bis an das Zelt des ho⸗ hen Himmels ſteigen? 6. Es muß ein treues Herze ſein, das uns ſo hoch kann lieben, da wir es doch, ſtatt zu erfreun, gar oftmals noch betrüben. Gott muß nichts anders ſein, als gut, daher fließt ſeiner Güte Fluth auf alle ſeine Werke. 7. Du, Herr, biſt bis in unſern Tod beſtaͤndig bei uns Allen, er⸗ leichterſt unſers Kreuzes Noth und hältſt uns, wenn wir fallen. Du thuſt auf deine milde Hand, machſt froh und ſatt, was auf dem Land, im Meer und Lüften lebet. — 1 „umiglch taa lün 2 Tre e lifat Eal oth am uſß rhel nd Ziſtip dhell zu bödet lln d phen in ſutt e Ber millch i ſo viel ſt dar Stuhn, nterlaß, bit un ü das uns ſo Bin laa nalt nch r(är jeßt ſiur m ſliſ Tod 5 n Ala tſt uns, a! oh und ſett deuft 591 8. Nein, Gott vergißt der Seinen nicht, er iſt uns viel zu treue, ſein Herz iſt ſtets dahin gericht't, daß er uns letzt, erfreue. Geht's gleich bisweilen etwas ſchlecht, iſt er doch heilig und gerecht in allen ſeinen Wegen. 9. Der Herr iſt nah' und ſtets bereit für Jeden, der ihn ehret, und wer nur ernſtlich zu ihm ſchreit, der wird gewiß erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm günſtig ſei, und dem ſteht er dann treulich bei, hilft ihm aus Angſt und Nöthen. 10. Den Frommen wird nichts abgeſagt, Gott thut, was ſie be⸗ gehren; er mißt das Unglück, das ſie plagt, und zäͤhlt all' ihre Zäh⸗ ren, und reißt ſie endlich aus der Laſt, den aber, der ſie kränkt und haßt, den ſtürzt er ganz zu Boden. P. Gerhard. 334. 29. November. Vor allem ermahne ich, daß man Bitten, Gebete, Fürbitten und Dankſagung verrichte für alle Men⸗ ſchen, für Könige, Obrigkeiten ꝛc. denn das iſt gut, und wohlgefällig vor Gott, welcher will, daß alle Menſchen ſelig werden. 1 Tim. 2,1— 4.) Wenn aber je⸗ mand die Seinen, beſonders ſeine Hausgenoſſen, nicht verſorgt, der hat den Glauben verleugnet, und iſt är⸗ ger als ein Heide.(1 Tim. 5,8.) Einem wahren Chriſten liegt das Heil aller Menſchen am Herzen: Er ſieht in jedem Menſchen den Preis und Werth des theuren Blutes Chriſti. Es faͤllt ihm beim Anblick jedes Menſchenkindes ein: Ach! auch fuͤr dieſen ſtarb mein Erloͤſer am Kreuze; auch dieſer iſt erkauft mit ſeinem Blute; auch fuͤr dieſen iſt Heil und Seligkeit bereitet; auch der iſt geladen und berufen zum Abendmahle des Lammes. Und wie koͤnnte ein Herz, das Jeſum und ſein Reich liebt, ſolche Gedanken haben, ohne zugleich mit Gebet und Flehen ſie dem zu em⸗ pfehlen, welcher die Schluͤſſel zu allen Herzen hat, welcher einen Hammer hat, der Felſen zerſchmettert, welcher die —— 5— ſſſ ͤͤͤͤͤͤͤſ—— 4 1 v“ 2 ““ e— 5 8 8——— 2 5 2 a* ** . 592 — Herzen der Menſchen lenken kann, wie Waſſerbaͤche? Vor andern muß jedem frommen Gemuͤthe die Jugend am Herzen liegen, welche der Satan und die Welt beſonders in ihr Ver⸗ derben zu ziehen ſuchen. O du bluͤhende Jugend! wenn ich dich erblicke, ſo moͤchte ich dich dem Herrn Jeſu in die Arme legen; der wuͤrde dich ſchoͤn fuͤhren; der wuͤrde dir ſo wohl thun. Warum ſollte denn das Blut Jeſu an dir verloren gehen! Laß es doch auffaſſen! Laß mich es dir in dein Herz legen! Es wird dir Freude und Friede bringen, die dir die Welt nicht geben kann. Iſt aber dem Chriſten am Heile aller Menſchen gelegen, wie vielmehr muß es ihm angelegen ſein, daß ſeine Kinder, Freunde, Hausgenoſſen gerettet wer⸗ den. Wie koͤnnte er Andere retten und die Seinigen verloren gehen ſehen? Paulus nimmt das ſo genau, daß die Ver⸗ wahrloſung ſeiner Hausgenoſſen in ſeinen Augen eine Ver⸗ leugnung der Religion und aͤrger als das Heidenthum iſt. Willſt du nun nicht allen Glauben verleugnen, oder all dein Beten, Leſen, Singen, all dein Wiſſen, Glauben und Hoffen auf Chriſtum vereiteln, willſt du nicht ſchlechter und aͤrger als ein Heide daſtehen, ſo beeifere dich um dein und der Deinigen Heil mit mehr Ernſt als bisher, und ruhe nicht, bis du dich und dein Haus ſelig gemacht haſt. Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. Oder: O, daß ich tauſend Zungen. 1. Mich dürſtet, Herr, ich kann nicht ſchweigen, ſo wenig du am Kreuze ſchwiegſt. Ja, ſeh' ich dich zur Erde beugen, da du im Schweiß und Blute liegſt, und denk', daß dies für Alle gilt, ſo wird mein Herz mit Gluth erfüllt. 2. Ich ſchrei: o Jeſu! reiß ſie Alle dem Satan ſo aus dem Gebiet, daß keins ihm in die Klauen falle, daß er ſie nimmer wieder ſieht. Ich will die Lämmer nicht für mich, nein, Gottes⸗Lamm, allein für dich! 3. Es beugt mich freilich oft zur Erde und ſchmiegt mich um dein Kreuz herum. O, könnt' ich recht zum Bettler werden, ja unverſchämt —-—ͤͤ ——— ———:——f hrr— m mh Hausge 1 gattn t as d datmi m verleu g ode ulh ſen, G a md d66 ict ſti—d ten um deſ T ader Din und ruh, bädi e: D, dſ. öum öt ſchreſ r wnh zar Erd 8* un daß dies agl ir er ſe t 2 , Getl k m, c nde und 2 mim zetter j mi 593 und niemals ſtumm! Ich weiß, wie ſehr dein Herz ſie liebt, wie dich ihr Untergang betrübt? 4. Sind Manche gleich noch freche Herzen, falſch, ſtolz und üppig, blind und todt; das macht mir freilich bittre Schmerzen; ich klag' dem Heiland dieſe Noth. Ich laſſe Jeſum wahrlich nicht, bis er auch hier den Segen ſpricht. 5. Es ſoll dem Satan nicht gelingen. Ich weiß es wohl, er ſähe gern, daß wir nicht im Gebete ringen, und ließen ihm, dem alten Herrn, den guten Biſſen junger Schaar, und Alles bliebe wie es war. 6. O, könnt' ich recht beweglich bitten, der Kinder Herzen aufzu⸗ thun! O, hätt' ich Worte, die da ſchnitten, ſo könnten ſie nicht län⸗ ger ruhn! O, wär' ich ſelbſt ein kleines Kind, ſo oft die Kinder um mich ſind! 7. Ja, wenn auch mancher Saame ſchiene, als wär' er fruchtlos ausgeſtreut, ſo gieb doch ,daß er künftig grüne, ſobald der Winter ausgeſchneit. Es zeige noch die ſpäte Zeit, Herr, deines Wortes Fruchtbarkeit! 8. So wollen wir im Glauben ringen, denn Jeſus, unſer Herr, regiert! Wir wollen kühner in ihn dringen, dann wird ihm Vieles zugeführt. Geſegnet ſei, wer ſich bemüht und betend mit am Netze zieht!»Waͤf. ——-————————ℳ⸗——:p——— 335. 30. November. Wachet, denn ihr wiſſet weder den Tag noch die Stunde, in welcher des Menſchen Sohn kommen wird. (Matth. 25,13.) Daran iſt die Liebe Gottes völlig bei uns, daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Ge⸗ richts.(1 Joh. 4, 17.) Wer nicht im Rauſche der Sinnlichkeit dahin lebt, ſon⸗ dern aufgewacht iſt vom Schlafe, in dem die Kinder der Welt und der Nacht ſchlafen, ſicher fortſchlafen, der kann nicht an⸗ ders, er muß ſeine Tage zaͤhlen, um ſie recht zu benutzen, wozu ſie ihm gegeben ſind. Er thut dies auch mit Freuden, weil Pder Tag ihn naͤher bringt dem herrlichen Ziele, nach 38 594 dem ſich ſein Herz, Seele und Leib inniglich ſehnet. Der Chriſt, ein Kind der Ewigkeit, ein Buͤrger des Himmels und Hausgenoſſe Gottes, bereitet ſich, ſo lange er auf Erden wan⸗ delt, immer auf den Tag ſeiner Hochzeit, auf die Stunde, wo er eingefuͤhrt wird, als eine Braut des Lammes, in die Kam⸗ mer des Braͤutigams. Er ſteht immer und wacht vor der Thuͤre, auf daß, wenn der Braͤutigam kommt und aufthut, er ſogleich mit ihm eingehen kann. Er iſt immer ein Ster⸗ bender, der dieſem Leben taͤglich abſtirbt, und immer ein Er⸗ weckter, der taͤglich lebendiger wird, der das ewige Leben immer feſter ergreift, zu dem er berufen iſt.(1 Tim. 6, 12.) Was er im Tode koͤnnen muß, hat er im Leben gelernet, die Thuͤre des ewigen Lebens zu finden. Er traͤgt die Thuͤre, den Weg in ſich— Chriſtus iſt ſein Leben und Sterben ſein Gewinn. Das iſt der ſicherſte Weg, ſelig zu werden. Daran erkennet man die Kinder Gottes, ſie haben die Liebe Gottes in ſich und die laͤßt ſie nicht zittern vor Grab, Tod und Gericht; denn die vollkommne Liebe treibt die Furcht aus. Mel. 66. O leide, leide gern. 1. So geht's von Schritt zu Schritt zur großen Ewigkeit. So unvermerkt verſchwind't der kurze Traum der Zeit.— Wo blieb ſo mancher Tag? Und wo ſo manches Jahr? Was hat ein Sterb⸗ licher von dem, was geſtern war? 2. Du, Gott der Ewigkeit! der mir dies Leben gabl ich geb' es dir zurück, ſammt was ich bin und hab'.— Ich lebe hier nur dir, und dir nur ſterb' ich auch! Gieb, daß ich Zeit und Kraft zu deinem Dienſt gebrauch'! 3. Verlaß ich dieſe Welt, darf ich zum Vater gehn. Hier bin ich nicht zu Haus; hier will ich nichts anſehn.— Der kurze Reſt der Zeit ſoll dir gewidmet ſein. O mach' mich, Heiland, dir und jener Welt gemein! 4. Bereite mich; und wann dies Leben iſt vorbei, mein ewig blei⸗ bend Gut, mein wahres Leben ſei!— Verlaß mich denn auch nicht im letzten Augenblick; laß mich auf dich nur ſehn, end nicht auf mich zurück! ———44————— ——— . 1 bſtrh 17 1 mmexij 9 — = — ufen iſt n.6, 1) R den A, a td 1 dad und S& ſen henn Nwadeh am ein ndie G S etts i „Grod,—. und hat 9 ie Furch r lde zen. tt zur 3u t wigti im der. 1. Vo lüi Jahr! ctu de ir dies I 1 ih — 36 Srmwe c Zeit aſ u wn un Vatet q hiri 1= N Ki. Heilund ed imd n it wr. i mit Lerlaß n nüh u 150 Sf nihin 595 5. Ich leer' mich gänzlich aus vor dir mit höchſtem Recht; ich bin ein armer Wurm und ein unnützer Knecht;— ſo ganz entblößt ſink ich in Jeſu Wunden ein; will auch nur jetzt und dann in ihm erfun⸗ den ſein. 6. Der Feind hat nichts an mir; mein Herz in Jeſu ruht. Tief in mein Nichts verſenkt, iſt Jeſus all mein Gut.— O, wie verdank' ich's dir, daß du zu mir gewandt dein offnes Vaterherz, und wurdeſt mir bekannt! 7. Dich, Vater, Sohn und Geiſt, ich meinen Gott bekenn', den ich als Schöpfer ehr' und meinen Heiland nenn'.— Es iſt mir herzlich lieb, daß du biſt, der du biſt; und daß mein ganzes Heil in deinen Händen iſt. 8. Ich zeuge, daß du biſt das ew'ge, ſel'ge Gut, worin der Geiſt allein lebt und im Frieden ruht.— Wer dich, nur dich verehrt, deß Dienſt iſt Seligkeit, und dazu wünſch' ich mir die ganze Ewigkeit. 9. Ich lege meinen Geiſt in deine treue Hand. Mein Heiland, du bewahrſt dies dir vertraute Pfand!— Mein letzter Athemzug ſoll reine Liebe ſein. Ausgehend geh' mein Geiſt zu deiner Ruhe ein! G. T. St. — ———————————— 336. 1. December. Mache es mit uns, wie dir's gefällt; allein errette uns zu dieſer Zeit.(Kicht. 10, 15.) Der Herr aber thue, was ihm gefällt.( Sam. 10, 12.) Wir hören nicht auf zu beten, daß ihr erfüllet werdet mit der Erkenntniß ſei⸗ nes Willens— daß ihr würdiglich wandelt, dem Herrn zu allem Gefallen.(Col. 1, 9. 10.) Der Wille und das Wohlgefallen Gottes, ſeines Heilan⸗ des, iſt der Compaß des Chriſten auf dem Meere dieſes Lebens, nach dem er ſeinen Gang richtet, auf den er immer ſchauet, ohne den er keinen Schritt zu thun wagt; denn er weiß zu⸗ vor, daß er Schiffbruch leidet, oder auf Sandbaͤnke geraͤth, oder ganz verkehrte Wege einſchlaͤgt, die ſeinem Heile und Ziele entgegengeſetzte Richtwn nimmt, ſobald er den Willen 38 1 ——ͤſſſͤGöſͤGſſſſſſſſöööö ECEE „ 5———— Irnwenare. eeerweneeeeee ee 596 und das Wohlgefallen Gottes aus dem Auge laͤßt, oder wiſſentlich dagegen handelt. Heiliger, wichtiger iſt ihm da⸗ her nichts auf Erden und im Himme,, als dieſer heilige, wohl⸗ gefaͤllige Wille Gottes; der iſt ihm mehr, als alle Menſchen⸗ Weisheit, mehr, als Engels⸗Verſtand. Er opfert ihm alle eigne und fremde Klugheit auf. Er kann nicht ruhen, bis er weiß, daß er auf der Bahn und in der Richtung iſt, die ihm Gottes Wille, ſein Compaß, anweiſet. So dachte wohl auch Paulus; darum bat er und flehte ohne Unterlaß fuͤr die ſchon erleuchteten Coloſſer, daß ſie Gott mit der Erkenntniß ſeines Willens erfuͤllen moͤchte. Es war ihm Alles daran gelegen, daß ſie wuͤrdiglich wandelten, dem Herrn in Allem zu ge⸗ fallen. Denn unſer ganzes Chriſtenthum, alle Erkenntniß, Gaben, Tugend⸗ und Wunderwerke haben keinen Werth, wenn wir dabei nicht den Willen und das Wohlgefallen des Herrn im Auge haben; wenn uns eine andere Abſicht, etwa Selbſt⸗ oder Menſchengefaͤlligkeit leitet. Das iſt das Zuͤnglein in der Wagge, darauf du ſehen mußt; das ſoll immer gerade ſtehen, ſich weder rechts noch links neigen— Aufwaͤrts, aufwaͤrts! Mel. 54. Erſchienen iſt der herrliche Tag. Oder: O du, der einſt im Grabe lag. 1. Was Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an, ſtürmt gleich der Wind und brauſt, daß Alles kracht und bricht, ſo bleib' getroſt: denn dir geſchicht, was Gott gefällt. 2. Der beſte Will' iſt Gottes Will'; auf dieſem ruht man ſanft und ſtill; da gieb dich allzeit friſch hinein: begehre nichts, als nur allein, was Gott gefällt.. 3. Der klügſte Sinn iſt Gottes Sinn, was Menſchen ſinnen, fällt dahin, wird plötzlich kraftlos, müd' und laß, thut oft, was bös, und ſelten das, was Gott gefällt. 4. Der frömmſte Muth iſt Gottes Muth, der Niemand Arges gönnt und thut; er ſegnet, wenn uns ſchilt und flucht die böſe Welt, die niemals ſucht, was Gott gefällt. 5. Das treu'ſte Herz iſt Gottes Herz, treibt alles Unglück hinter⸗ ihn I. em gn Herru tlen u ſtathun de Gimt hede 3chn 3 Toh Snde Se dere o Detwr e Dos it d. glnnn s ſol in rante — Auff Kaufrit der Ddu, in Grieſz 1 anes Kih K füſth Gott geſ. ufdiſg Krmſn.. degehr l m 5 1 7, de I atſumß u, ii uhe Nrh, m St m Siihs inglit ir , meüt 597 wärts, beſchirmt und ſchützet Tag und Nacht den, der ſtets hoch und herrlich acht't, was Golt gefällt. 6. Sein Hänuflein iſt ihm lieb und werth. Doch wenn es ſich zur Sünde kehrt, ſo winkt er mit der Vaterruth' und locket, bis man wie⸗ der thut, was Gott gefällt. 7. Was unſerm Herzen dienlich ſei, das weiß ſein Herz, iſt fromm dabei, der keinem je was Gut's verſagt, wer Gutes ſucht und dem nachjagt, was Gott gefällt. 8. Iſt dem alſo; ſo mag die Welt behalten, was ihr wohlgefällt; du aber, mein Herz, halt genehm und nimm vorlieb mit Gott und dem, was Gott gefällt. 9. Laß Andre ſich mit ſtolzem Muth erfreuen über großes Gut. Du aber nimm des Kreuzes Laſt und ſei geduldig, wenn du haſt, was Gott gefällt. 10. Lebſt du in Sorg' und großem Leid, haſt lauter Gram und keine Freud', eil ſei zufrieden, trägſt du doch in dieſes ſauren Lebens Joch, was Gottgefällt. 11. Mußt du viel leiden hier und dort, ſo halte feſt an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur iſt unter Gott, kann nichts als nur, was Gottgefällt. 12. Wirſt du veracht't von Jedermann, höhnt dich dein Feind und ſpeit dich an: ſei wohlgemuth, dein Jeſus Chriſt erhöret dich, weil in dir iſt, was Gott gefällt. P. Gerhard. ———-—y 337. 2. December. Der Herr iſt mein Fels, meine Burg, mein Er⸗ retter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils; denn es umfingen mich des Todes Banden— und er führete mich aus in den Raum, und er riß mich heraus.(Gf. 18, 3.5.20.) Und zog mich aus der grauſamen Grube und aus dem Schlamm, und ſtellete meine Füße auf einen Fels, daß ich gewiß treten kann. Und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben.(Pſ. 40, 3.4.) 598 Das ſind Worte eines Geretteten, Erloͤſten, Begnadig⸗ ten, der lange mit Fleiſch und Blut, mit Welt und Teufel gekaͤmpfet und gerungen hat, um los zu werden von der Macht und Herrſchaft der Suͤnde; der endlich Heil, Ruhe und Kraft zum Siege gefunden hat im Glauben an Jeſum, ſeinen Verſoͤhner, und nun mit Herzensluſt dem Herrn anhaͤngt, voll Freude und Dankgefuͤhl, daß er nun der Suͤnde und dem Teufel nicht mehr dienen muß; daß nun die Ketten des Suͤn⸗ denzwanges, das Joch des Treibers zerbrochen iſt, daß nun ſein Herz allein ſeine Freude und Luſt daran findet, dem Herrn zu dienen und ſich von ſeinem Geiſte leiten zu laſſen. Iſt es alſo mit dir beſtellt, lieber Leſer? Biſt du wirklich aus dem Schlamm, aus der grauſamen Grube der boͤſen Luſt? Biſt du nicht vielleicht nur von einer Grube in die andere geſprun⸗ gen, aus einem Schlamm heraus und in den andern hinein⸗ geſtuͤrzt? Blick' doch in dein Herz, ob kein Schlamm darin, ob Jeſus allein darin iſt? Stehſt du auf dieſem Fels? Biſt du in dieſer Burg? und ſo von ihr eingeſchloſſen, daß deine Feinde dich nicht mehr ſtuͤrzen koͤnnen? Nimm dich in Acht! Lieber! Sing das neue Lied nicht zu laut— tritt noch nicht zu ſicher auf— es koͤnnte wieder Fehltritte geben. Das heißt: Laß bei deinem Vertrauen auf Gott kein Selbſtvertrauen, keine Selbſtgefaͤlligkeit herbergen. Sei demuͤthig bei aller Freude deines Heils; und doch unverzagt; dein Herr iſt wirklich ein Fels, auf dem du gewiß auftreten kannſt— nur vor dir, vor dir ſelbſt huͤte dich, daß du dich ſenſ nicht fuͤr einen Fels halteſt.— Mel. 118. Ich habe mich ihm ganz ergeben. Oder: Wie wohl iſt mir, o Freund ꝛc. 1. So hab' ich nun den Fels erreichet, worauf die matte Seele uht. Ein Fels, der keinem Sturme weichet; ein Fels, an dem die wilde Fluth, und wär's die ganze Macht der Höllen, entkräftet muß zurückeprellen, nimmt mich in ſeinen ſichern Schutz. Mein Herz — 2—— 2— u, 95 - dn 32 und d los rada mt de lae 2 eiun ſin m ahd, 8 van 3 . uut3 4 wis glcrite g r. da ſi ott kein Shmu Sei d 5 beich 1 omi auftret 1 n u b † . 1 De aa N Pnnn , woran r dnatte 34 icet; eit= A uh der häll hen 599 verbanne Furcht und Grauen, hier kannſt du ſi zü Hütten bauen, hier ieted deinen Feinden Trutz. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden als ein erboſtes Meer verun Ich ward ein traurig Spiel den Winden und des Verderbens Eigenthum; mir drohte mein befleckt Gewiſſen mit ewig bangen Fin⸗ ſterniſſen, mit unausſprechlich großer Noth. Ich ſchwamm auf dieſen wilden Wellen ganz hülflos an dem Rand der Höllen und rang mit Leben und mit Tod. 3. Doch mitten in den Todesnöthen erblickte Jeſus meinen Schmerz. Es drang mein thränenvolles Beten in des Verſöhners liebend Herz. Er half mir, ſtärkte meinen Glauben, den mir der Zweifel wollte rau⸗ ben; und nun erquickt mich Fried' und Ruh'. Wie groß iſt, Jeſu vein Erbarmen! wie ſanft ruh' ich in deinen Armen! Wer tröͤſtet, wer erfreut wie du! 4. Und o, wie iſt nun meiner Seele, du ſüßer S r Fels! ſo wohl in dir! Wie weicht mein Schmerz, wie ſchwind't mein Quälen, wie eilt die wilde Fluth von mir; weil du mein lechzendes Gemüthe bei einem Paradies der Güte mit Kräften jener Welt erfüllſt! Mein Fels! ich bin dergleichen Dinge, ja allzuviel, zu viel geringe. Doch nehm' ich's, weil du's geben willſt. 5. Nun laßt die Tiefen immer rauſchen! Seid, Wind und Meer, nur ungeſtüm! Laßt ſelbſt des Todes Fluthen rauſchen; verdopple, Satan, deinen Grimm! Ihr werdet mich nicht mehr erſchrecken; der Schil d des Glaubens wird mich decken, auch in der allerſchwerſten Zeit. Laßt Erd' und Sonne ſelbſt vergehen! Der Fels, auf dem ich rug, bleibt ſtehen und wird die Thür zur Seligkeit. 6. Darum, wo könnt' mir's beſſer werden? Meen Fels! wo ſoll ich weiter hin? O, nein kein zeitlich Gut der Erden verändert mei⸗ nen feſten Sinn. Es ſoll vielmehr, ſo Luſt als Schrecke ‚mich nur zu größerm Ernſt erwecken, in dich noch mehr zu dringen ein. Der Tod ſelbſt kann mich nicht vertreiben, du ſollſt— dabei muß es ver⸗ bleiben— mein Haus, mein Sarg, mein Himmel ſein. ———————y ↄ⸗—---—————y——— 3. December. Machet die Thore weit, und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe.(Pſ. 4,7.) 338. 600 Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hinein gehe und dem Herrn danke.(Pſ. 118,19.) Saget der Tochter Zion, ſiehe, dein Heil kommtz ſiehe, dein Lohn iſt bei ihm, und ſeine Vergeltung iſt vor ihm. (Jeſ. 62, 11.) Du Tochter Zion freue dich ſehr, dein König kommt zu dir, ein Gerechter, ein Helfer.— (Zach. 9, 9.) So ward der Sohn Gottes angekuͤndigt den frommen Iſraeliten. So harrten und warteten ſie Seiner. Nun er da iſt, will ihn faſt niemand. Dort machten ſie die Thore weit auf und die Thuͤren ihres Herzens⸗Wunſches hoch, daß er eingehen koͤnnte; jetzt, nachdem er gekommen, verſperrt man Thuͤr und Thor. Nicht alſo, liebe Seele! erweitere dein Herz; ſchließ die Thore deiner Sinne vielmehr der Welt nach außen zu und oͤffne ſie nach innen dem kommenden, dem an⸗ klopfenden Erloͤſer.— Verlange nach ihm mit all deiner Be⸗ gierde. Er klopft ja auch bei dir an, durch ſein Wort in der Schrift und durch ſeinen Geiſt inwendig: Thu' mir auf! mach' die Thore weit! Er laͤßt ſich durch ſeine Boten bei dir anmelden, ſie muͤſſen auf ſeinen Befehl dir zurufen: Du Tochter Zion! Dein Koͤnig kommt zu dir! Willlſt du nicht hoͤren? willſt du mit aller Welt ihm laͤnger dein Herz ver⸗ ſperren, ihn immer warten laſſen, bis ſeine Geduld und Barmherzigkeit ein Ende hat und die Zeit deiner Heimſuchung voruͤber iſt! Jetzt, jetzt, da er anklopft, da er ſich melden laͤßt, jetzt oͤffne ihm dein Herz und verlange nach ihm, ſo wird er bei dir eingehen, er, der Gerechte, und dich gerecht machen; er, der Helfer, wird dir helfen, in allem, wo du dir ſelbſt nicht helfen kannſt, in deiner Heiligung und Beſeligung, in dem Streite mit Suͤnde, Welt und Teufel; denn es heißt: Wer iſt der Koͤnig der Ehren, dem ich die Thore oͤffnen ſoll— Antwort: Es iſt der Herr Zebaoth, der maͤchtig und ſtark . —— de Set wiim ne viim=r Pin den kon n, de ach ihm Al den! en, durz— Warin nwendig. n ſch de e Ben n Befeh amfn! at zu din! ilſtum hm üng 5 1 5 7, bis e ub ie Zet d heinſtcu nklopft, ſchnt verlange d hn b „ud d htmt lm nd atſtſt und S t 1ng, an rfelz deß d haißt.d di Toh m ſll⸗ „ der Bʒ und W4 601 im Streite. Einen ſolchen bedarfſt du; ohne ihn kannſt du nicht uͤberwinden. Alſo: Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Kommt her, ihr lieben Chriſten. 1. Macht hoch die Thür', die Thor' macht weit! es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich', ein Heiland aller Welt zugleich; der Heil und Leben mit ſich bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden ſingt: Gelobt ſei Gott, gelobt ſei Gott! mein Schöpfer, reich an Gnad' und Rath. 2. Er iſt gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit iſt ſein Ge⸗ fährt', ſein' Königskron' iſt Heiligkeit, ſein Scepter iſt Barmherzig⸗ keit; all' unſre Noth zum End' er bringt, derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den ſingt: Gelobt ꝛc. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt! ſo dieſen König bei ſich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieſer König ziehet ein! Er iſt die rechte Freudenſonn', bringt mit ſich lauter Freud' und Wonn'! Gelobt ꝛc. 4. Macht hoch die Thür', die Thor' macht weit! eu'r Herz zum b Tempel zubereit't, die Zweiglein der Gottſeligkeit ſteckt auf, mit An⸗ dacht, Luſt und Freud'; ſo kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobt ſei Gott,:: der Herr, voll That, voll Rath, voll Gnadd. 5. Komm, o mein Heiland, Jeſu Chriſt! des Herzens Thür' dir offen iſt. Ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein' Freundlichkeit auch uns erſchein'; dein heil'ger Geiſt uns führ' und leit' den Weg zur ew'⸗ gen Seligkeit. Gelobt ꝛc. G. Weissel. —————— ℳ——-—fꝛ; 339. 4. December. Da die Zeit erfüllet war, ſandte Gott ſeinen Sohn, geboren vom Weibe, dem Geſetze unterworfen, damit er die, ſo unter dem Geſetze waren, erlöſete, und wir an Kindes Statt angenommen würden.(Gal. 4,4. 5.) Küſſet den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege, denn ſein Zorn wird bald anbrennen; aber wohl allen, die auf ihn trauen.(pſ. 2,12.) ———— „ — 602 Der Sohn kam, uns in unſerm Blute zu ſuchen, uns als ſeine elenden Bruͤder zu kuͤſſen, zu umarmen, zu troͤſten und zu heilen. Er hat ſich unſers Elends nicht geſchaͤmt. Wenn aber nun du dich ſeiner ſchaͤmen, und ihm nicht ſeine fuͤr dich durchbohrten Haͤnde und Fuͤße kuͤſſen, d. i. dich ihm nicht vollkommen unterwerfen, ihm nicht mit ganzer Seele huldigen und dich von ihm retten und ſelig machen laſſen willſt, ſo wird am Ende, nachdem er dich das ganze Leben durch lang⸗ muͤthig getragen hat, ſein Zorn anbrennen und um ſo ſtaͤrker und heftiger brennen, je laͤnger er dir nachgegangen iſt und dich vergeblich geſucht hat, um dich kuͤſſen zu koͤnnen. Wenn wir bedenken, ſein Name heißt Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefuͤrſt,(Jeſ. 9, 6.) ſoll uns ja das Herz leben und vor Freude huͤpfen, daß wir dieſen Hohen und Er⸗ habenen kuͤſſen, d. i. kindlich, zuverſichtlich, wie zu einem Bru⸗ der hinzunahen, uns in ſeine Arme werfen und Alles von ihm erwarten duͤrfen. Wer dies verachtet, verdient der nicht am Ende ſeinen Zorn? Dies Lamm kann fuͤrchterlich zuͤrnen, wenn man ſeine Geduld mißbraucht und verachtet. Und da die Welt nun immer dreiſter wird, auf ſeine Geduld hin zu ſuͤndigen, ſeiner gar nicht mehr zu achten, ſo mag ſein Zorn wohl bald anbrennen. Es iſt hohe Zeit; wer ſich retten will, der kuͤſſe den Sohn, der nahe ſich ihm, ſo lange es Tag iſt; es kommt die Stunde, wo er nicht mehr als Friedefuͤrſt, Va⸗ ter und Rath erſcheint, ſondern als Richter und Raͤcher, der mit Feuerflammen Rache nehmen wird an allen, die ſeinem Evangelio nicht glaubten.(2 Theſſ. 1,8.) Menſchenkinder! war⸗ um wollt ihr den jetzt nicht kuͤſſen, der euch jetzt ſo freundlich erſcheint, einſt ſo furchtbar werden wird? Mel. 14. Run ſich der Tag geendet. Oder: Für Chriſtus geb'. 1. Singt dem Verſöhner, ſingt ihm Dank: Herr Gott, dir danken wir: Es danket dort der Lobgeſang der Ueberwinder dir!— Er, ——yy=— e„. 2„1„»-—— r dieß dir dieſe ſchtlich, wafenu tet, de in kan ſ K. bt und 1 dud An Duf 8 — ſh achte, Zeit 9 f 2— mehr d wird at ,8) Met der euch widd? Ddar: Si Dank: der Uebel t inas keſ fimt 4 iged. Di,in 603 welcher ſchon von Anbeginn der Welt mein Retter war, wird Fleiſch wie ich, und was ich bin. Wie göttlich Wunderbar! 2. Gerecht iſt Gott und ſein Gericht iſt ſo gerecht, wie er; es gel⸗ ten alle Himmel nicht vor dir, Erſchrecklicher!— Sterbt, ſprachſt du, mehr als einen Tod! Da lagen wir vor dir, umringt mit Elend und mit Noth, und ſtarben für und für. 3. Dein Zorn, Herr, ſoll verſöͤhnet ſein„dein Sohn erbarmet ſich und geht den Tod des Kreuzes ein, für eine Welt, für mich!— Und als die Zeit erfüllet war, da ſandte ſeinen Sohn— hier ſtaunet ſelbſt der Engel Schaar!) Gott ſandte ſeinen Sohn. 4. Der, welcher Erd' und Himmel trägt, hüllt ſich in Dunkelheit. In eine Krippe wird gelegt der Herr der Herrlichkeit.— Die Welt erkennt nicht ihren Herrn. Die Himmel kennen ihn und leuchten treu durch einen Stern die Weiſen zu ihm hin. 5. Im Staube lieg' ich und bet' an, mein Känig: und mein Gott! Ich, dein Geſchöpf, dein Unterthan, bin reich durch deine Noth!— Mein ganzes Leben will ich dir, Herr, dir zum Danke weihn; mit Freuden arm, ein Pilger hier, und dort ein Bürger ſein.(Pſ. 39, 13.) 6. Hier gingſt du, Herr, in Knechtsgeſtalt, dort aber, im Gericht, iſt dir gegeben die Gewalt, und Finſterniß und Licht.— Kommt, Brü⸗ der, kommt und küßt den Sohn! eh' noch ſein Zorn entbrennt, und eh“ er euch vor ſeinem Thron: Weh' euch! Verfluchte! nennt. Th. Hippel. ————————-—————————— 340. 5. December. Die auf den Herrn hoffen, die werden nicht fal⸗ len, ſondern ewiglich bleiben, wie der Berg Zion. Um Jeruſalem her ſind Berge; und der Herr iſt um ſein Volk her, von nun an bis in Ewigkeit(Pſ. 125, 1—5.) Der Engel des Herrn lagert ſich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen aus.(Pſ. 34,8.) Welch eine Feſtung! welch eine Burg! Unbeweglich, un⸗ erſchuͤtterlich, wie der Berg Zion, auf dem der Tempel und die Burg Davids war; ewig, unzerſtoͤrbar, ſteht der Gott vertrauende Chriſt— Berge Gottes ſind um ihn her, wie 604 um Jeruſalem; ja, der Herr, der Herr ſelbſt, der Himmel und Erde haͤlt, iſt um ihn her, iſt um alle die her, die auf ihn hoffen! Und uͤberdies noch Engel Gottes, die ſtarken Hel⸗ den, die Gottes Befehle ausrichten, umgeben ihn wie ein ver⸗ ſchanztes Lager. Verlaſſen ſich die Feldherren der Erde auf ihre Lager, Feſtungen und Heere, ſollte ſich der Chriſt nicht verlaſſen auf dieſe Macht und Guͤte des Herrn, die ihn von allen Seiten umgiebt? ſollte er ſich fuͤrchten? Welch eine Feſtung iſt alſo ein Chriſten⸗Herz! welch ein Lager, wenn mehrere ſolcher glaͤubigen Herzen beiſammen ſind und gemein⸗ ſchaftlich beten und ringen? Wie fuͤrchterlich muß es dem Feinde ſein! wie unuͤberwindlich! wie ſchrecklich der Hoͤlle und allen Kindern der Finſterniß. O haͤtten wir Augen, zu ſehen, was den Glaͤubigen umgiebt! wer in ihm iſt! Berge wuͤrden wir ſehen, die keine Macht der Hoͤlle wegheben kann, eine Burg, eine Feſte, wuͤrden wir ſehen, die den Satan zittern macht. Denn in den Glaͤubigen wohnt der Herr. Wer will den uͤberwaͤltigen? Wer will das Herz, die Feſtung, uͤber⸗ winden, in der der Hoͤchſte wohnt? welche der Allmaͤchtige umgiebt? vor der die Engel lagern? Ihr Lieben, wenn euch Furcht anwandeln will, wenn der Satan ſchrecken, die Feinde drohen wollen, vergeſſet den nicht, der in euch und der ſtaͤrker iſt, als der in der Welt iſt.(1 Joh. 4, 4.) Vergeſſet nicht, wer euch umgiebt. b Mel. 88. Jeſu, hilf ſiegen. Oder: Großer Prophet. 1. Chriſten erwarten in allerlei Fällen Jeſum mit ſeiner allmäch⸗ tigen Hand. Mitten in Stürmen und tobenden Wellen, ſind ſie ge⸗ bauet auf felſigtes Land. Wenn ſie bekümmerte Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen ſie wenig erſchrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken; hauet und friſſet das blinkende Schwert; laſſen doch Chriſten dir Häupter nicht ſinken, denen ſich Jeſus im Herzen verklärt; wüthen die Feinde mit Schnau⸗ ben und Toben, lernen ſie Gottes Gerechtigkeit loben. firchts ii ſchrech äiten wi in ihmi Hölle we hen, die vohnt der Hatz, at? welch a7 Ihr Satan ſe der in ei 49 J Na: Irier len Niut k dtodenden e bekunme ken. a und linkt riten di withen die nchtigkei uß 6h It Hälew uit arih A1 kam, t —Fttn it ji * Wn 5 1 k ³ Alnitt 8 umai ⸗, di ſ t dit⸗ 4 rite r ⸗ Jtet aldi 2 ain t bai 1 et uud dff rus A nier 605⁵ 3. Zweifel und Sorgen verſtellen die Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, verlangſt du zur Ruhe zu kom⸗ men? hoffe, den Feinden des Glaubens zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen; traue dem Höchſten und meide die Sorgen. 4. Freue dich, wenn du ſtatt freundlichen Blicken mancherlei Jam⸗ mer, Anfechtung und Noth duldeſt, und wiſſe, was Gott will erquik⸗ ken, müſſe mit Jeſu durch Kreuz und durch Tod. Willſt du mit le⸗ ben, ſo mußt du mit ſterben; anders kann Keiner den Himmel ererben. 5. Völlige Wonne, weit reinere Freude, himmliſche Güter, unend⸗ liches Heil, werden dir einſtens auf ewiger Weide unter den Engeln und Menſchen zu Theil, wenn der Herr herrlich am Ende wird kom⸗ men und zu ſich ſammeln die Heerde der Frommen. 6. Seine allmächtige Stärke beweiſet in dem Ohnmächtigen mäch⸗ tige Kraft; dann wird alleine ſein Name gepreiſet, wenn er dem Za⸗ genden Freudigkeit ſchafft. Gieb mir, o Jeſu, daß ich dir vertraue, wenn ich die Hülfe nicht ſichtbarlich ſchaue. C. L. Edeling. 341. 6. December. Du bereiteſt vor mir einen Tiſch gegen meine Feinde; du ſalbeſt mein Haupt mit Oel und ſchenkeſt mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Lebenlang, und ich werde bleiben im Hauſe des Herrn immerdar.(Pſ. 23,5. 6.) Darum hat David immer geflehet; das war ſein ein⸗ ziger Wunſch,(Pſ. 27, 4.) im Hauſe des Herrn zu bleiben ſein Lebenlang. Was hat er denn da gefunden? Gutes und Barmherzigkeit. Was fehlt dem Menſchen mehr als dieſes? Am Guten gaͤnzlich arm, am Boͤſen ſehr reich, bedarf er ja nichts mehr als Barmherzigkeit. Und dieſe findet er nur beim Herrn, nur im Hauſe des Herrn, nicht in den Huͤtten der Gottloſen. Darum wollte David lieber der Thuͤrhuͤter, der Pfoͤrtner, der Geringſte im Hauſe Gottes ſein, als der Vornehmſte in den Huͤtten der Gottloſen. Was fand er 606 noch? Einen Tiſch— bereitet fuͤr ihn mit Speiſe, die ihn ſtaͤrkte und waffnete, daß er ſeinen Feinden fuͤrchterlich und unuͤberwindlich ward. Was noch? Eine Oelquelle, eine Salbe fuͤr ſein Haupt, womit ihm voll eingeſchenkt wurde; woran er nie Mangel leiden durfte, das ſieht man an ſeinen geſalbten Pſalmen, aus denen wir immer noch Oel und Sal⸗ bung vollauf ſchoͤpfen. Kann man denn jetzt nicht mehr zu dieſem Tiſche, zu dieſer Salbungs⸗Quelle kommen? O frei⸗ lich, jetzt viel mehr; nun iſt ſie Allen aufgethan; nun ſind Alle zu dieſem Tiſche geladen; nun iſt Allen Alles bereitet in Chriſto Jeſu.(Luc. 14,17.) Du kannſt alle Tage, ja jede Stunde von dieſem Tiſche eſſen, aus dieſer Oelquelle ſchoͤpfen. Wer an Jeſum glaubt, der wird ſelbſt zu einer Quelle leben⸗ digen Waſſers.(Joh. 7, 33.) Wer an Jeſum glaubt, der hat das Brod des Lebens in ſich, den wird nicht hungern noch duͤrſten.(Joh. 6, 35.) Ach, warum glauben ſie denn nicht alle an ihn? Weil der Satan, der Gott dieſer Welt, ihre Augen verblendet hat, daß ſie das helle Licht des Evangeliums nicht ſehen.(2 Cor. 4, 4.) Weil ſie die Ehre bei Menſchen mehr lieben als Gottes Ehre.(Joh. 5, 44.) Mel. 10. Wach' auf, mein Herz, und ſinge. Oder: Mein Jeſu, ſei gegrüßet. 1. Der Herr, der aller Enden regiert mit ſtarken Händen, der Brunn der ew'gen Güter, der iſt mein Hirt und Hüter.— So lang' ich dieſen habe, fehlt's mir an keiner Gabe; der Reichthum ſeiner Fülle giebt mir auch Füll' und Hülle. 2. Er läſſet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden; fährt mich zu friſchen Quellen, ſchafft Rath in allen Fällen.— Er lehrt mich thun und laſſen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angſt ſich ſtillen um ſeines Namens willen. 3. Und ob ich gleich vor andern im finſtern Thal muß wandern, benimmt dein Stab und Stecken mir alle Furcht und Schrecken.— Denn du ſtehſt mir zur Seiten, ſchütz'ſt mich vor böſen Leuten. Du ſetzeſt mich zu Tiſche; machſt, daß ich mich erfriſche. an J den uid H hem en 1 ga Sma wiwh Licht d mus ſſ thlt 1 egiert mit Nr He — zabe: der i, b 11 ut, u er geunnen . Oder. 6, kiegi 2 at Rm firii grüner 1 alen Fil. E tr Straßen, ſten 607 4. Du ſalbſt mit Freudenöle mein Haupt und füllſt die Seele mit Gütern deiner Gnade, daß mir kein Mangel ſchade.— Barmherzig⸗ keit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Luſt, voll Freud' und Lachen, ſo lang' ich lebe, machen. 5. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hauſe, wo du wohneſt und Frommſein wohl belohneſt.— Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden ſelbſt ſchau'n, im Himmel droben, hoch rühmen, preiſen, loben. P. Gerhard. —————ͤ——:—-'ryyy—————————— 342. 7. December. Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion,— du erhöreſt Gebet, darum kommt alles Fleiſch zu dir. (pf. 65, 1.2.) Kommet her und ſehet an die Werke Got⸗ tes, der ſo wunderbar iſt mit ſeinem Thun.— Du haſt Menſchen laſſen über unſer Haupt fahren. Wir ſind in Feuer und Waſſer gekommen; aber du haſt uns ausgeführet und erquicket.(Pf. 66, 5. 12.) Ja, wie viel ſtille Lobpſalmen ſteigen zu Gott auf in den Herzen derer, die ihm vertrauen, die ihn anrufen in ihren Noͤthen! O die wiſſen, wie gern, wie herrlich, wie wunder⸗ bar er hilft. Die koͤnnen, wie der Pſalmiſt, Zeugniß geben und die Menſchen einladen: Kommt und ſehet die Wunder⸗ werke des Herrn, die er an den Menſchenkindern thut. Er fuͤhrt durch Feuer⸗ und Waſſer⸗Gefahren unverletzt hindurch; er laͤßt Menſchen uns uͤber den Kopf herfahren und weiß uns doch zu erhalken und noch zu erquicken dabei. Ja gewiß, wer im Leiden den Herrn bei ſich hat,(und wer ihn anruft der hat ihn bei ſich,) der fuͤhlt große Erquickung auch in der Hitze der Truͤbſal. Darum ruft in der Noth doch alle Welt, alles Fleiſch, den Herrn an. Die Noth kann ſie zu dem treiben, der allein aus der Noth erretten konn, den ſie außer ————— 2 4— 608 der Noth nicht zu beduͤrfen glauben. Wie wuͤrde er ihnen aber thun, wenn ſie nicht blos von der Noth gedrungen, ſon⸗ dern auch aus Liebe und Sehnſucht zu ihm kaͤmen? Wie wuͤrde er ſie dann erquicken! Er ruft ja allen zur Erquik⸗ kung, die muͤhſelig und beladen ſind. Dies Wort belebe un⸗ ſern Glauben, unſer Vertrauen zu ihm, daß wir an ſeiner Huͤlfe nie verzagen. Er, er fuͤhrt hinein, hindurch, heraus, hinuͤber. b Mel. 107. Er lebt, das iſt das Loſungswort. Oder: Durch Adams Fall. 1. Barmherz'ger Vater, höchſter Gott! gedenk' an deine Worte: Ruß', ruf' mich an in deiner Noth und klopf' an meine Pforte: ſo will ich dir Errettung hier nach deinem Wunſch erweiſen, daß du mit Mund und Herzensgrund in Freuden mich ſollſt preiſen. 2. Befiehl dem Herren früh und ſpat all deine Sorg' und Sachen; er weiß zu geben Rath und That, kann Alles richtig machen. Wirf auf ihn hin, was dir im Sinn liegt und dein Herz betrübet. Er iſt dein Hirt, der wiſſen wird zu ſchützen, was er liebet. 3. Der fromme Vater wird ſein Kind in ſeine Arme faſſen, und die gerecht und gläubig ſind, nicht ſtets in Unruh' laſſen. Drum, lieben Leut', hofft allezeit auf den, der völlig labet; dem ſchüttet aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet.(Pſ. 62, 9.) 4. O ſüßer Hort! wie tröſtlich klingt, was du verſprichſt dem Frommen: Ich will, wenn Trübſal auf ihn dringt, ihm ſelbſt zu Hülfe kommen; er liebet mich; drum will auch ich ihn lieben und be⸗ ſchützen, er ſoll bei mir im Schooße hier frei aller Sorgen ſitzen. „Pſ. 91,15.) 5. Der Herr iſt allen denen nah', die gern zu ihm ſich finden; wenn ſie ihn rufen, ſteht er da, hilft fröhlich überwinden all Angſt und Weh'; hebt in die Höh', die ſchon darnieder liegen. Er macht und ſchafft, daß ſie viel Kraft und große Stärke kriegen. 6. Hört, was dort jener Richter ſagt: Ich muß die Wittwe hören, dieweil ſie mich ſo treibt und plagt. Soll denn ſich Gott nicht kehren zu ſeiner Schaar, die hier und dar bei Nacht und Tage ſchreien? Ich ſag' und halt', er wird ſie bald aus aller Angſt befreien. 7. Wenn der Gerechte bitter weint, will Gott ihn fröhlich machen; und wer zerknirſcht vor ihm erſcheint, der ſoll auch wieder lachen. Wer — 8 — ig luhet, tt.(Nf. 62,1 kingt, wa. rrjn lauf ihn vil auch r uaiſtan bzen wil Kjr 609 fromm will ſein, muß in der Pein⸗ und Jammerſtraße wallen; doch ſteht ihm bei des Höchſten Treu' und hilft ihm aus dem Allen. 8. Ich hab' dich einen Augenblick, o liebes Kind! verlaſen. Sieh aber, ſieh, mit großem Glück und Troſt ohn' alle Maßen will ich dir ſchon die Freudenkron' aufſetzen und verehren; dein kurzes Leid ſoll ſich in Frend' und ew'ges Heil verkehren. P. Gerhard. — ᷣↄ——— 343. 8. December. Wenn ſich ſchon ein Heer wider mich legt, ſo fürchtet ſich dennoch mein Herz nicht. Wenn ſich Krieg wider mich erhebet, ſo verlaſſe ich mich auf ihn.— Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich bleiben möchte im Hauſe des Herrn mein Le⸗ benlang ꝛc.(Pf. 27.) Dieſen ganzen Pſalm wollen wir heute betrachten, denn er iſt voll Glaubens-Muth, voll von Gefuͤhl fuͤr Gottes Naͤhe. Wer Gott fuͤrchtet, hat nichts zu fuͤrchten. Wem Gottes Licht leuchtet, wen Gottes Heil troͤſtet, dem darf nicht grauen. Und wenn die Gottloſen wider ihn anziehen, ihn lebendig zu freſſen, ſo werden ſie anlaufen und fallen; denn ſie haben es mit Gott zu thun, der die Gottesfuͤrchtigen be⸗ ſchuͤtzet und eine feurige Mauer um ſie her iſt. Und wenn ganze Heere von Feinden und Teufeln auf den Glaͤubigen losgehen, ſo ſoll ſein Herz doch nicht erſchrecken, denn ſie ſind Alle nichts gegen Gott; und derer, die fuͤr uns ſtreiten, ſind immer mehr als derer, die wider uns zu Felde liegen. Gott verlaͤßt keinen, der ſich auf ihn verlaͤßt. Wer aber ſo auf Gott vertrauen und ſich in Allem ſo auf ſeine Macht und Guͤte verlaſſen will, der muß auch keinen andern Wunſch ha⸗ ben, als in der Naͤhe des Herrn zu wandeln, Gott immer im Auge und Herzen zu haben, und wie ein Hausgenoſſe Gottes mit Gott beſtaͤndig umgehen, ihn eben ſo oft wieder 39 610 ſuchen, als er ihn aus den Augen verloren hat. Das iſt das Eine, das er ſich erbittet vom Herrn, das haͤtt' er gern. Seine Freude und ſein Gluͤck iſt Gottes Wort und Befehl: Ihr ſollt mein Antlitz ſuchen! Dies Gebot iſt ihm mehr als tauſend Welten; er iſt kindlich, ja koͤniglich vergnuͤgt, daß ihm nicht nur erlaubt, ſondern geboten iſt, Gottes Antlitz zu ſuchen; und alſo Hoffnung gemacht iſt es zu findenz darum ſucht er beſtaͤndig Gottes Antlitz, die Naͤhe des Herrn. Wenn ihm dieſe Feuerſaͤule leuchtet von innen, was ſoll er fuͤrchten? Er iſt getroſt und unverzagt, denn der Herr zieht voran und bahnet ihm den Weg. Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 1. Gott iſt mein Licht, der Herr mein Heil, den ich erwählet habe; er iſt die Kraft, dahin ich eil' und meine Seele labe. Was will ich mich denn fürchten nun? Und wer kann mir denn Schaden thun auf dieſer ganzen Erde? 2. Wenn mich die böſe Rott' anfällt, will ſie mich gar verſchlingen, ſo kann ſie Gott, der ſtarke Held, gar leicht zu Boden bringen. Wenn ſich auch gleich ein ganzes Heer legt um mich her, was iſt's denn mehr? Mein Gott kann ſie bald ſchlagen. 3. Eins bitt' ich nur, das hätt' ich gern, wenn mir's Gott wollte geben, daß ich bei ihm, als meinem Herrn, ſtets wohnen ſollt' und leben, und alle meine Tag' und Jahr' in ſeinem Hauſe bei der Schaar der Heiligen verbringen. 4. Herr, mein Gott! höre, wie ich ſchrei' und ſeufz' in meinem Sinne. Gieb, daß mein Bitten kräftig ſei und dein Herz mir ge⸗ winne. Mein Herz hält dir, o treuer Hort! beſtändig vor dein eigen Wort: Ihr ſollt mein Antlitz ſuchen. 5. Nun ſuch' ich jetzt,(ach, laß mich nicht entgelten meine Sün⸗ den!) Ich ſuche, Herr, dein Angeſicht, das laß mich gnädig finden! Verſtoße ja nicht deinen Knecht, denn du biſt's, der mir hilft zurecht, mich reißt aus allen Nöthen. 6. Mein Vater, Mutter und was hier ſonſt iſt von guten Leuten, die ſind zu ſchwach und können mir nicht treten an die Seiten. Ich —44ÿÿÿü 8— dun ſöcien. ein Hell, N wi int Seele= ann nir de t, vil ſe leict zu! n di m mich mii lagen. H gen, wei hem, ſt in ſeinen ic ſhre⸗ difig ſin 1 4. hant 1 n bor dntt rr ttn * nen ollr kama de er ch um 2 chen u 1 4.! mus nich nict ſiht, d! m d iſt, u hia ſuſt nicht treten eergnidt r ttie auten 3 Sein — —— 611 bin entſetzt von aller Welt, Gott aber nimmt mich in ſein Zelt, da find' ich alle G'nüge. 7. Herr, mache mir gerade Bahn, halt mich in deiner Gnade und nimm dich meiner herzlich an, daß mir der Feind nicht ſchade; denn viele reden wider mich, und zeugen, was ſie ewiglich nicht können überweiſen. 8. Und dennoch hab' ich guten Muth und glaube, daß ich werde im Land des Lebens Gottes Güt' dort ſehn und ſchon auf Erde. Friſch auf, getroſt und unverzagt! Wer's nur mit Gott im Glauben wagt, der wird den Sieg erhalten. P. Gerhard. 9. December. Es iſt aber der Glaube eine gewiſſe Zuverſicht (Grundfeſte) deß, das man hoffet, und eine zweifel⸗ loſe Ueberzeugung von dem, was man nicht ſiehet. (Hebr. 11,1.) Ich weiß, an wen ich glaube, und bin ge⸗ wiß, er kann meine Beilage bewahren bis an jenen Tag.(Tim. 1,12.) Abraham wußte aufs gewiſſeſte, was Gott verheißen hat, das kann er auch thun.(Rom. 4, 21.) Iſt dein Glaube ein Werk Gottes, ſo biſt du goͤttlich ge⸗ wiß, ſo kann dein Glaube ſo wenig wanken, als Gott wanket. Wenn er Gott, Gottes Zeugniß und Kraft im Herzen zur 344. Grundfeſte hat, ſo ſteht er ſo feſt als Gott ſelbſt. Iſt er aber nur Wahn und Einbildung, oder ein Fuͤrwahrhalten aus menſchlichen Gruͤnden, eine ſelbſtgemachte Ueberzeugung, ſo iſt er der Veraͤnderung unterworfen, wie alles Menſchliche. Den Glauben, den Gott im Herzen wirkt, den kann niemand umſtoßen; und der iſt ein großes Gnadengeſchenk Gottes. Viele machen ſich ihren Glauben ſelbſt, und deswegen iſt er ſo menſchlich, ſchwach und ſchwankend, als ſie ſelbſt ſind, weil er ganz von ihrer Laune und von der Witterung abhaͤngt. Iſt es ſchoͤn Wetter, ſo iſt ihr Glaube groß; ſtuͤrmt es aber, ſo hat ihnen der Wind den Glauben weggenommen, wie dem 39⸗ 612 Petrus auf dem Meere. Nein, da der Glaube ſo viel in dem Menſchen ausrichten ſoll, da er Welt, Fleiſch und Teufel be⸗ ſiegen, den Tod uͤberwinden, den Himmel und die Ewigkeit, ja Gott ſelbſt, umfaſſen ſoll; da er den ganzen Menſchen neu ſchaffen und ihn in ein himmliſches Weſen mit Chriſto ver⸗ ſetzen, ihn Chriſti und ſeiner goͤttlichen Natur theilhaftig, zum Kinde und Erben Gottes, zum Mitbuͤrger mit den Heiligen und Hausgenoſſen Gottes, heilig und gerecht, herrlich und ſelig, wie Gott, machen ſoll: ſo muß er mehr als ein eignes ſelbſtgemachtes Werk des Menſchen, muß goͤttlicher Natur, aus Gott geboren, von Gott ſelbſt ins Menſchenherz gelegt und ganz von Gottes Geiſt beſeelt, belebt und erhalten wer⸗ den. Und darum haben wir Urſache zu bitten: Herr, mehre uns den Glauben! Mel. 93. Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 1. Der Glaub' iſt feſte Zuverſicht zu Gottes Gnad' und Treue, daß ihn der Tod des Sünders nicht, daß ihn ſein Leben freue; iſt unſrer Kindſchaft ſichrer Grund, auf Gottes Wort und ſeinen Bund von Jeſu ſelbſt gegründet. 2. Iſt hoher, göttlicher Beweis, daß Gott nicht gern betrübe, daß er, zu ſeiner Güte Preis, in ſeinem Sohn uns liebe. Er macht mein banges Herz gewiß, daß Jeſus mich dem Fluch entriß, dem ich ent⸗ gegeneilte. 3. Er richtet auf und giebt mir Muth, zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes Blut und Gnade zu empfahen. Was er mir giebt und noch verheißt, mir einſt zu geben, ſieht mein Geiſt, als wär's mir gegenwärtig. 4. Er giebt mir Kräfte, daß ich hin zum Unſichtbaren dringe, daß ich in Hoffnung ſelig bin und nach dem Himmel ringe. Gott iſt mein Gott, mein Heil ſein Sohn, ſein Geiſt mein Pfand, mein Schild und Lohn iſt ſeine Vaterliebe. 5. Ich fürchte nicht der Hölle Heer, noch ihrer Strafen Flammen; ich bin kein Kind des Zornes mehr, Gott wird mich nicht verdammen. Weicht, alle meine Feinde, fort! ich höre meines Heilands Wort; di⸗ Sünd' iſt mir vergeben. e ahe t, deledt Ke thatan ſache zu b r Hen h zr dn äie 22 t z 94 Oymh t, daß in (Gottes ¹ 8 d feueh deß Gottn an berih Seha us Ermir c den F du i Nuth, zu nih 1n und Gnad a yfrha 4 8 r einſt zu rait mni hin zum m 8 ren di em Hinmel. err, wiͦ 4 „Gott wit Riiht we⸗ d ie ni— mee e zühen ft m(etür Geiſ ri fa ms 613 6. Stürmt Sorg' und Unruh' auf mich zu, voll zweifelnder Ge⸗ danken, ſein Geiſt verſichert meine Ruh' und läßt mein Herz nicht wanken. Der Glaube fürchtet keinen Schmerz, er blickt auf Gottes Vaterherz und ſeines Sohnes Leiden. 7. Mein Glaube ſei oft ſchwach und klein, wenn Trübſal ſich er⸗ hebet; er darf ſich dennoch Gottes freun, wenn er nach Hülfe ſtrebet. So lang' ich Jeſum Chriſtum gern verehr' und lieb' als meinen Herrn, ſo lebt der Glaub' im Herzen. 8. Gott übt in ſolchen Kämpfen mich, um mein Vertrau'n zu ſtär⸗ ken, und ſo vermehrt er väterlich den Fleiß zu guten Werken; denn meine Hoffnung bleibet feſt, daß mich mein Vater nicht verläßt„wie hart mein Kampf auch werde. 9. Ich weiß, auf wen ich bauen kann; ich weiß, an wen ich glaube. Mein Gott nimmt mich zu Ehren an, erhebt mich aus dem Staube. Die Welt mag um mich her vergehn, ich falle nicht, ich bleibe ſtehn; ich hang' an ſeinem Worte. Gotter od. Schroeter. —— — 345. 10. December. Ich fürchte, daß ich bei meiner Ankunft euch nicht finde, wie ich wünſche, und ihr mich auch nicht findet, wie ihr wünſchet; ich fürchte, es möchten Streitigkei⸗ ten, Eiferſucht, Zorn, Zwiſt, Verläumdungen, Ohren⸗ bläſereien, Aufgeblaſenheit, Unordnungen unter euch ſein— und daß ich alſo viele betrüben müſſe, die vor⸗ her geſündiget und nicht Buße gethan haben ꝛc.(2 Cor. 12, 20. 21.) Es kann ſich bei erweckten Chriſten viel einſchleichen und manche Suͤnde wieder erwachen, wenn die Erweckten nicht wachen. Alle die von Paulus genannten Dinge kommen oft wieder zum Vorſchein, und wenn man denn leicht daruͤber hingeht, ſich dennoch immerhin fuͤr glaͤubig, erweckt und be⸗ kehrt haͤlt, ohne daruͤber Leid zu tragen, Buße zu thun und ſolche Dinge auszurotten, ſo geht man in einem verblendeten und verkehrten Zuſtande dahin, der aͤrger iſt, als wenn man 614 nie etwas von Chriſto gehoͤrt haͤtte. Man haͤlt feſt an ſeinen Andachten, am Singen, muͤndlich Beten, Leſen, Stunden halten und was ſo gaͤng und gebe iſt, aͤndert und beſſert ſich aber nicht und haͤlt ſich doch fuͤr einen Chriſten. Da ſteht man 2 Petr. 2, 20. 21. 22. O ihr Lieben! denket immer, wenn Paulus, wenn Chriſtus kaͤme und unter uns hereintraͤte, wenn er Zeuge all unſerer Handlungen waͤre, wuͤrde er uns nach Wunſch finden? wuͤrden wir ihn finden, wie wir ihn wuͤnſchen? Hat Paulus in ſeinen Gemeinen ſolche ſchaͤndliche Dinge angetrof⸗ fenz koͤnnte er's nicht auch noch in den unſrigen finden? Und was fuͤr ein Geſicht wuͤrde er dazu machen?„Soll ich euch loben? oder ſoll ich mit der Ruthe kommen? Denn nicht in Worten beſteht das Reich Gottes, ſondern in der Kraft.“ (1 Cor. 4, 20. 21.) Es betruͤge ſich doch niemand, der ſich ſelbſt wohlgefaͤllt, ſondern er betrachte ſich in dem Spiegel des Wortes und pruͤfe ſeinen Wandel nach der Richtſchnur der Wahrheit. Mel. 82. Ach, was ſind wir ohne Jeſu. 1. Seinem eignen Herzen heucheln, Sünde thun und ſicher ſein, ſich mit falſcher Tugend ſchmeicheln und dann ſagen: Ich bin rein; ſelbſt ſein Elend nicht empfinden, welche bittre Frucht der Sünden! 2. Wer ſo ſchläft ohn' allen Kummer für der Seele Seligkeit, ein⸗ gewiegt in tiefen Schlummer einer trägen Sicherheit; ach! wie fürch⸗ terliche Schrecken werden endlich den erwecken! 3. Bin ich, wenn ich das nur haſſe, was die Menſchen haſſen, rein? Wenn ich das nur unterlaſſe, was auch Heiden nicht verzeihn? Iſt's genug ſchon, nichts verbrechen, was der Menſchen Strafen rächen? 4. Bin ich darum fromm und beſſer, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächſten Schuld viel größer, als die meinige, mir ſcheint? oder weil verſteckte Sünden Menſchenblicke nicht ergründen? 5. Darum, darum ſollt' ich wähnen: ich bedürf' der Beſſ'rung nicht; keiner Reue, keiner Thränen, keiner beſſern Zuverſicht? Dar⸗ um mich zu Gottes Kindern zählen und nicht zu den Sündern? 6. Nein, dies Blendwerk eitler Lügen täuſche meine Seele nie; ——— wir ih rſchan 4 1 5 daͤndl 23 Re anyede ſen unſ= iden h nachen älih 1 en richt ſond der di h riem Shxr ſcſ ſch in Spigl nach d E hiſc dir ehre 3 Sände kaund ſtzef d darn 7 Iclun ditre J er Sinn fir der Selki n Sice t dachl niſß vecken. Nriitt= tie ih r, dar N tes ihr grifer/= weirie: at di erbfan heder 3 geiͤut 1 4 4 615 müſſe nie mein Herz betrügen; Heiligſter! du haſſeſt ſie; ſie, die mir den wahren Glauben, ſie, die deine Gnad' mir rauben. 7. Rein in allen meinen Trieben, frei von falſcher Zuverſicht, müſſ' ich keine Sünde lieben, auch den Wunſch nach Sünde nicht. Deine Kinder müſſen ſtreben, heilig und gerecht zu leben. 8. Laß mich ſtreiten mit den Lüſten, fliehen Stolz und Sicherheit, muthig mich zum Kampfe rüſten, aber rein von Eitelkeit; daß ich nicht vergebens ringe und gewiß zum Ziele dringe! Crmr. —õ—— ———— 346. 11. December. Denen zu Zion wird ein Erlöſer kommen, und denen, die ſich bekehren von den Sünden in Jacob. (eſ. 59, 20.) Siehe, ich komme, wie im Buche von mir geſchrieben iſt, deinen Willen, Gott, zu erfüllen. (Hebr. 10,7.) Des Menſchen Sohn iſt gekommen, ſelig zu machen, was verloren iſt.(Luc. 19, 10.) Es war verheißen; er wollte kommen, und ſiehe, er kam; und kam nicht, um die Welt zu richten, zu verdammen, ſon⸗ dern alle Menſchen, die verloren waren, ſelig zu machen. Wer haͤtte ihn zwingen koͤnnen, zu kommen, zu den Verlornen? Niemand, als ſeine Liebe, die trieb und zwang ihn, daß er, indem er das Verderben, das Elend und den ewigen Jammer der Menſchen ſah, zu ſich ſelbſt und zu ſeinem Vater ſprach: Siehe, ich komme! Schone ihrer; ich will deinen Willen er— fuͤllen. Alſo war es auch des Vaters Wille, daß er kommen und die Verlornen retten ſollte. Er iſt nicht im Zorn ge⸗ ſandt, nicht im Zorn gekommen, ſondern in lauter Liebe. Die Liebe hat ihn uns geſendet. Die Liebe muͤſſen wir anbeten; denn ihr haben wir dieſe große Himmelsgabe zu danken. Liebe riß ihn von dem Thron, Liebe ſchlug ihn ans Kreuz hier an.— Aber wem nuͤtzt ſein Kommen? fuͤr wen iſt er gekom⸗ men? Fuͤr Zion, fuͤr die, die ſich bekehren von ihren Suͤn⸗ 616 den. Wer ſich von der Suͤnde und Welt nicht trennen will, kann und darf ſich ſeines Kommens nicht freuen. Zu Zion gehoͤrt nicht jeder, der ſich zum Herrn, ſeinem Gott, von gan⸗ zem Herzen wendet; der ſich eines Erloͤſers beduͤrftig fuͤhlt und deswegen zu Gott ſeufzet und flehet, daß er ihm Huͤlfe aus Zion ſende. Alle, die ihr Angeſicht nach Zion richten, auf Gott vertrauen und ſich aus der Sklaverei der Suͤnde herausſehnen: fuͤr die iſt er da; ihnen iſt er von Gott ge⸗ macht zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erloͤſung. (1 Cor. 1, 30.) Mel. 63. Jeſu, den ich meine. Oder: Gottes Sohn iſt kommen. 1. Jauchzet all', ihr Frommen! Er iſt nun gekommen, der da kommen ſollte und uns helfen wollte, Gottes Auserkorner, Gottes Eingeborner. 2. Deſſen Wink' und Willen Engel ſchnell erfüllen, der iſt, ſelbſt zu dienen, nun im Fleiſch erſchienen, der die Welt hieß werden, wir ein Knecht auf Erden. 3. Daß wir nicht verderben, kamſt du, um zu ſterben, Heiland dei⸗ ner Brüder, aus der Höhe nieder; kehrſt dann, uns zum Glücke, in die Höh' zurücke. 4. Auf der Gottheit Throne ſehn wir nun im Sohne, mächtig uns zu ſchützen, unſern Bruder ſitzen, ſehn für uns den bitten, der für uns gelitten. 5. Doch, auch ſelbſt hienieden nicht von dir geſchieden, können die Erlöſten deiner ſtets ſich tröſten; denn mit deinem Segen bleibſt du ſtets zugegen. 6. Du willſt nicht verſchmähen, zu uns einzugehen, willſt mit Himmelsfreuden durch dein Wort uns weiden, läſſ'ſt in ſüßen Lehren deine Stimme hören. 7. Ja, du kommſt noch heute, ſtehſt uns treu zur Seite und ſtillſt ſelbſt die Schmerzen der zerbrochnen Herzen. Ach wohl allen denen, die nach dir ſich ſehnen! 8. Du, Herr, dem ſie dienen, wohnſt und lebſt in ihnen bildeſt ihre Sitten, giebſt, was ſie dich bitten, weißt auch in Gefahren ſie wohl zu bewahren. ſtm ettes Au zeel efl die Weltſ muſt dann, u — run in S uns den on dir gef nit deinen unt ein ant treu Jer. 1 t ud le 8 veift a 8 Gl na nißüjr ade furn G. üm e xlledi b lii 4 617 9. Und wenn ſie einſt ſcheiden, bringt aus allen Leiden ihrer Wall⸗ fahrt Ende ſie in deine Hände, daß dort ihrer Seele nie kein Gutes fehle. J. C. Schlgl. — 12. December. Wir haben den gefunden, von welchem Moſes im Geſetze und die Propheten ſchreiben, Jeſum, den Sohn Joſephs von Nazareth.(Joh. 1, 45.) Ich liebe, die mich lieben, und die mich frühe ſuchen, finden mich.— Wer mich liebet, der findet das Leben, und wird Wohlgefallen an dem Herrn bekommen.(Spr. 8, 17.35.) Hiob rief(23,3.): Ach, daß ich wuͤßte wo ich ihn finden koͤnnte! Die Juͤnger: Wir haben ihn gefunden! Was ſagſt du, Lieber? Der Heiland iſt gekommen, um ſich finden zu laſſen, iſt Menſch geboren, um ſich von Menſchen finden zu laſſen. Du haſt deine ganze Beſtimmung als Menſch ver⸗ fehlt, wenn du ihn nicht gefunden haſt oder nicht ſucheſt. Es waͤre dir beſſer, du waͤreſt nie ein Menſch geboren, wenn du den Menſch⸗gewordnen Gott⸗Heiland nicht ſucheſt und nicht findeſt. Ein Thier iſt dann gluͤcklicher, als du. O Menſchenkinder! Gott iſt ein Menſchenkind geworden, daß ihr ihn deſto leichter finden ſollt, und ihr wollt nicht zu ihm kommen, um das Leben von ihm zu erhalten? Gottes Weis⸗ heit und Liebe ſteht in Perſon leibhaftig in eurer Menſchenge⸗ 347. ſtalt vor euch und ruft: Ich liebe, die mich lieben, und die mich fruͤhe ſuchen, finden mich, und wer mich findet, findet das Leben. Wer nicht an mich glaubet, bleibet im Tode und wird das Leben nicht ſehen, ſondern der Zorn Gottes bleibet auf ihm.—— Wie kann auf eine ſolche Einladung noch eine Menſchen⸗Seele zuruͤckbleiben und ſaͤumen, ihn zu ſu⸗ chen?! Wenn uns Gott ſeinen Sohn nicht in die Welt herab⸗ gegeben haͤtte, wir duͤrften uns zu Tod' ſuchen, wir wuͤrden 618 nichts finden, was uns vollkommen ruhig und ſelig machen koͤnnte. Nun iſt er da, der Alle erquicken, Alle retten und ſelig machen will— und wer hat ihn gefunden?— Mel. 111. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte. 1. Nur Ein Erlöſer, Chriſtus, lebet, den uns die ew'ge Liebe giebt. Ihn findet jeder, welcher ſtrebet nach ihm, der Alle, Alle liebt. Er war, wird ewig ſein, und rettet, wo keine Macht erretten kann, beſeligt jeden, der ihm betet, nimmt alle, die da kommen, an. 2. O du, du Gottes Eingeborner, der Erſt' und Letzte, Jeſus Chriſt! Du Licht der Welt, du Heil Verlorner, biſt, was der Weſen keines iſt. Ja, ſchon die früh'ſten Zeiten ſangen von deiner Gottes⸗ Herrlichkeit; dir, aller Heiligen Verlangen, ward Andacht, eh' du kamſt, geweiht! 3. Dich ſah', mit Gottes Licht umleuchtet, der größte Erdenſohn, und ſchwieg, da aus des Jordans Fluth befeuchtet, die Gottes⸗volle Menſchheit ſtieg. Welch' himmliſch ſüße Wahrheit lehrte dein Mund, auf dem nur Wahrheit war, den Vater hörte, wer dich hörte! Dein Nam' iſt Rath und Wunderbar. 4. O du, dem tauſend Kranke riefen: Sohn Davids, ach, erbarme dich! Verſunkne riß dein Arm aus Tiefen; du winkteſt, und das Elend wich. Du dienteſt, halfeſt und befreiteſt, warſt Gnade, wo dein Fuß hintrat. Je mehr du ſchwiegſt, je mehr erfreuteſt du den, der unabläſſig bat. 5. O Inbegriff von allem Schönen! O Summe aller Lieblich⸗ keit! Du höchſtes Ziel von allem Sehnen, vollkommenſte Vollkom⸗ menheit! Dir ſelbſt nur gleich in allen Zeiten, ganz Allmacht, Liebe nur und Licht, durch alle künft'gen Ewigkeiten der Einzige, von dem man ſpricht! 6. Du biſt, durch Leiden aller Leiden vollendet„ deinem Vater gleich, biſt ewig Freude aller Freuden in Gottes unbegrenztem Reich; wie innigſt habe ich in Stunden, da ich in Andacht vor dir lag, dich unausſprechlich nah gefunden, in dir für meine Nächte Tag. 7. Dich ernſtlich ſuchen, heißt dich finden; dich ſchau'n und ſelig ſein, iſt Eins; doch, deine Größe zu ergründen, vermag der Engel⸗ herzen keins. O möchten Alle dich nur wählen, du Alles uns in Allem ſein! Ström' allen heilsbegier'gen Seelen dein ew'ges Leben ewig ein! ———— — —— 1 diet, da r Eddees defeucht Juit Wahrhet N. da arte, ve d i. d Sihn J Fa h eſen;. imnet, mi giteſt, 1 idde, voe mer er um d S Pn den, del rrſe Allk Zeiten,.& unt b krien N TR,m en vollen 8 zeinen di— Gettes1 ere e Adg dirlh nein N. . 14 1 inden; 1 un m den, r⸗g b grinden, An a blen, d M mön ben evilt I dein el& ben — 619 — 348. 13. December. Mit uns aber iſt der Herr, unſer Gott, den wir nicht verlaſſen.— Siehe, mit uns iſt an der Spitze der Herr und ſeine Prieſter.(2 Chron. 13, 10.12.) Mit Gott wollen wir Thaten thun. Er wird unſere Feinde untertreten. Gſ. 108, 14) Wo der Herr nicht bei uns wäre, wenn die Menſchen ſich wider uns ſetzen, ſo verſchlängen ſie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns ergrimmete, ſo erſäufete uns Waſſer ꝛc.(Pſ. 124, 2— 4.) Der Streit des Abia mit Jerobeam verdient nachgeleſen zu werden im angezeigten Capitel.(2 Chron. 13.) Abia ſiegte mit 400,000 Mann, mit der Haͤlfte ſtreitbarer Maͤnner, uͤber den Jerobeam mit 800,000 Mann. Denn dieſer hatte die Prieſter des Herrn vertrieben und Goͤtzendienſt eingefuͤhrt; Abia konnte ſagen: Mit uns iſt der Herr und die Prieſter des Herrn. Dieſer Eine iſt ſtaͤrker, als 800,000 Mann. Wer den auf ſeiner Seite, an der Spitze ſeiner Streitkraͤfte hat, wird allemal ſiegen, auch im Unterliegen. Wie es im weltlichen Streite, ſo iſt es vielmehr im geiſtlichen Kampfe mit Fleiſch, Welt und Teufel, wenn die Suͤnde, die boͤſen Luͤſte, der Satan, oder die Feinde Chriſti und der Wahrheit, uns verfolgen und ſich mit aller Macht der Hoͤlle verſtaͤrken, ſo werden ſie uns doch nicht uͤberwaͤltigen, wenn Gott, wenn Chriſtus mit uns und in uns iſt. Wer aber den Herrn ver⸗ laͤßt, und einen andern Schutz und Menſchenhuͤlfe ſucht, der wird verſchlungen. Nur der Herr iſt in dieſem Streite maͤch⸗ tig und ſtark. Nur er kann uͤberwinden. Keiner vertraue auf ſeinen Arm; jeder gebe alle ſeine Hoffnung auf ſich ſelbſt verloren und hange dem Herrn an. Mit Gott wollen wir Thaten thun und unſere Feinde untertreten. Der Allmaͤch⸗ tige, der Unuͤberwindliche, der Allbeſiegende iſt mit uns, iſt 620 unſer Schutz und unſre Wehr, wer will wider uns ſein? Nur ſei das Wahrheit, daß der Herr mit uns und wir mit ihm ſind. Es ſei nicht bloße Einbildung oder Wahn, denn die Einbildung, die falſche Zueignung des Schutzes Gottes ſchuͤtzt nicht gegen einen Feind, geſchweige gegen Tauſende. Wenn der Herr mit dir ſein ſoll, mußt du mit ihm ſein, in ihm blei⸗ ben im Glauben, in der Liebe, im innigen, unablaͤſſigen Um⸗ gange und Gebete. Du mußt beſtaͤndig in dieſer deiner Fe⸗ ſtung bleiben; denn wenn dich der Feind außer ihr findet, biſt du verloren. Mel. 93. Es iſt das Heil uns kommen her. Oder: Was hilft es mir, ein Chriſt. 1. Iſt Gott für uns in aller Pein, in allem Kreuz und Leiden, wer mag uns denn zuwider ſein? Wer mag von ihm uns ſcheiden? Iſt Gott für uns in Angſt und Noth, ſo kann uns, Teufel, Höll' und Tod, auch ſonſt kein Feind mehr ſchaden. 2. Iſt Gott für uns, ſo können wir ausüben große Thaten, denn er iſt bei uns für und für und weiß uns wohl zu rathen. Wir können Krieges⸗Volk mit Gott zerſchmeißen, daß es noch mit Spott und Schande muß beſtehen. 3. Iſt Gott für uns, ſo dürfen ſich die Feind' an uns nicht wagen. Er kann ſie alle mächtiglich zum Spott mit Blindheit ſchlagen. Gott kennet ſeine Kinder wohl; er weiß wohl, wann er helfen ſoll den Scha⸗ fen ſeiner Weide. 4. Jſt Gott für uns, wie er denn iſt bei uns aus lauter Gnaden; was kann uns denn Betrug und Liſt, Haß, Neid und Feindſchaft ſcha⸗ den? Gott iſt ſo ſtark, daß Roß und Mann er auch mit einem Wört⸗ lein kann gar leicht zu Boden ſchlagen. 5. Iſt Gott für uns, ſo wird er wohl für ſeine Lehre kämpfen; und wird wohl wiſſen, wie er ſoll, die uns verfolgen, dämpfen. Er ſchickt es oft ſo wunderlich, daß die Verfolger ſelbſten ſich zu ihm bekeh⸗ ren müſſen. 6. Iſt Gott für uns, ſo ſind zugleich die Engel uns zur Seiten, die uns in dieſem Jammerreich beſchützen und begleiten; durch ſie wird, wenn es Gott gefällt, allein in einer Nacht gefällt ein ganzes Heer der Feinde. ——— 1 18 8 b gu Puer 1 dd 3 1 jindt, allen r nd d nag dot res ſceda unn uns., Häl n süben cten, d hl zu r— Di im a es 1* Spotm Feind 1 Dlad zn 6r am er— walldehr dei uns 4 † er Gun „Ned 5 dziſh me nn re iten Vi⸗ für 1 1 u ümna 6 derf 42 nyfen eſß Friich Dat 1 2. tu Ei 621 7. Iſt Gott für uns, ſo muß die Welt und Fleiſchesluſt erliegen; mit Gott man ſtets das Feld behält, mit Gott kann man obſiegen. Der Teufel ſelbſt kann nicht beſtehn, er muß beſchämt doch von uns gehn, er kann kein Haar uns krümmen. 8. Drum ſoll uns auch zu aller Zeit, weil Gott für uns, nichts ſcheiden von ſeiner Liebe; ja, kein Streit, kein Kummer, Schmerz und Leiden, kein Krieg, kein Schwert, kein Hohn und Spott ſoll uns von unſerm ſtarken Gott und ſeiner Liebe trennen. 349. 14. December. Herr, du erforſcheſt mich, und kenneſt mich. Ich ſitze oder ſtehe auf, ſo weißt du es, du verſteheſt meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, ſo biſt du um mich, und ſieheſt alle meine Wege ꝛc.(Pf. 139.) Die Geſinnungen, die dieſer Pſalm ausdruͤckt, ſind es, die den, der Glauben an Gott hat, beſeelen. Wer da ſagt, daß er einen Gott glaube, und nicht glaubt, daß Gott ſieht, Alles ſieht, was im Herzen und auf der Zunge und in der Hand des Menſchen iſt; wer ſich nicht fuͤrchtet vor dieſem allſehenden Auge, der iſt ein Luͤgner; es iſt nicht wahr, er glaubt nicht an Gott. O Glaube Davids! belebe uns! ver⸗ laß uns nie! du Allſehender! du Allwaltender, Heiliger und Gerechter! Laß uns nicht einen Augenblick vergeſſen, daß du uns erforſcheſt und kenneſt; daß du allenthalben und allezeit uns umgiebſt, daß ſich kein Gedanke vor dir verbergen, kein Wort auf unſerer Zunge dir entgehen kann! Wer kann dir, wer deinem Geiſte entfliehen? Fuͤhre ich in den Himmel, ſo biſt du da; bettete ich mir in die Holle, ſo biſt du auch da! Naͤhme ich Fluͤgel der Morgenroͤthe und bliebe am aͤußerſten Meere, ſo wuͤrde mich doch deine Hand daſelbſt fuͤhren, und deine Rechte mich halten. Finſterniß kann mich dir nicht ver⸗ decken; denn bei dir iſt Nacht auch Licht!— Wer nichts als 622 dieſe Wahrheit im Geiſte Jeſu beſtaͤndig lebendig vor Augen haͤtte und in dieſem gottesfuͤrchtigen Sinn wandelte, wie hei⸗ lig, wie gerecht, wie zerknirſcht und gebeugt, wie zuverſichtlich und kindlich wuͤrde der immer leben und wandeln! Wer aber dieſe Wahrheit ganz vergißt, des allſehenden und allwiſſenden, allforſchenden und allgegenwaͤrtigen Heilandes vergißt, wie kann Gottesfurcht, Glauben und Gottſeligkeit vor ſeinen Augen ſein? Eitel iſt ſein Chriſtenthum, gottlos iſt ſeine Religion, Heuchelei ſeine Tugend, Suͤnde und Laſter ſeine Gerechtigkeit. Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Ich danke dir, mein Gott, denn du haſt mir gegeben den Sinn, daß ich dir gern hier möcht' zur Ehre leben. Regier' nun auch mein Herz, ſteh' mir bei früh und ſpat, in allem meinen Thun, gieb ſelber Rath und That. 2. Laß meine Augen ſtets auf deine Augen ſehen, die ſehen, was ich thu' und was von mir geſchehen. Laß die Gedanken ſtets auf die⸗ ſer Probe ſtehn: Gott ſieht's, Gott hört's, Gott ſtraft's, du kannſt ihm nicht entgehn. 3. Lehr' mich bedenken wohl in allen meinen Sachen: Iſt's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen? Iſt's denn auch recht, ſieht's gleich kein Menſchen⸗Auge nicht? Iſt's recht vor Gott? Iſt's recht vor deinem Angeſicht? 4. Ach, führe mich, mein Gott, und laß ja nicht geſchehen, daß ich ſollt' ohne dich nach eignem Willen gehen! Denn wo ich ſelbſt mich führ', ſtürz' ich mich in den Tod; führſt du mich aber, Herr, ſo hat es keine Noth.— 5. O Herr, verlaß mich nicht, befreie mich von Sünden, daß ich nicht ſuche mich, nur dich, ſo werd' ich finden der Seele wahre Ruh'. Such' ich ſie ohne dich, ſo weiß ich ganz gewiß, niemals beglückt ſie mich. 6. Ach, deine Gnade ſei an mir ja nicht vergebens! Erfülle mich vielmehr mit Kräften deines Lebens; ſo daß ich meine Seel' in Ewig⸗ keit erhöh', und ich mich auch in dir hier glücklich fühl' und ſeh. aint Tadem a. R einen mas giif un ſbeſ e hn,M die Gedan artt afu 8, Gottſ ſtr dat neinen S Rfän wlle nat& Jſs w uge nicht zuctw * ah 623 350. 15. December. Leide dich als ein guter Streiter Jeſu Chriſti. (Lim. 2,3.) Ein jeder, der da kämpfet, enthält ſich alles Dinges: jene, daß ſie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche.(1 Cor. 9, 25.) Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern be⸗ kleidet ꝛc., den mache ich zum Pfeiler im Tempel mei⸗ nes Gottes ꝛc.(Off. 3,5. 12.) Es iſt kein Zweifel, wer in Chriſto lebt, den laͤßt weder der Teufel, noch die Welt, noch ſein eigen Fleiſch unangefoch⸗ ten. Dieſe drei Feinde haben einen ſchwarzen Bund gegen dich gemacht; wenn du beſtehen und nicht wieder in ihre Haͤnde und Gewalt fallen willſt, mußt du einen heiligen Bund mit Chriſto und ſeinem Geiſte gegen ſie machen; mußt die Waffenruͤſtung Gottes anziehen und beſtaͤndig in derſelben einhergehen, immer geruͤſtet mit Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, immer wachſam, immer bereit, Alles zuruͤckzuſchlagen und niederzutreten, was dir Welt, Fleiſch und Hoͤlle anbieten, oder wozu ſie dich reizen wollen. Doch huͤte dich vor Luftſtreichen, die dem Feinde nichts ſchaden, und dir nichts helfen. Paulus ſagt: Ich kaͤmpfe, aber nicht wie Einer der Luftſtreiche thut.(1 Cor. 9, 24.) Man kaͤmpft oft heftig gegen die Feinde außer dem Hauſe, und laͤßt den Feind im Hauſe unangefochten; man verſagt ſich aͤußere Dinge, und naͤhrt und pflegt innere Feinde ohne Bedenken. Ein rechter Kaͤmpfer enthaͤlt ſich alles Dinges; er entſagt ſich ſelbſt, ſei⸗ ner Eigenliebe, dem Ehrgeize in jeder Beziehung, der Hab⸗ ſucht, der Weichlichkeit, der Sinnenluſt, ſie ſei fein oder grobz dem Stolze, der Selbſtgefaͤlligkeit, ſie ſei geiſtlich oder welt⸗ lich. Wer Alles uͤberwindet, auch ſich ſelbſt, der wird gekroͤ⸗ net— wenn du nur Einen Feind nicht beſiegſt, ſo biſt du 1 gn 3 äͤ 624 kein Ueberwinder und wirſt die Krone nicht ſehen. Wenn du Eine Neigung in dir herrſchen laͤßt, ſo haſt du doch einen Dieb im Hauſe, einen Feind in den Grenzen deines Reiches, der dir deine Ruhe und den Frieden ſtreitig macht, und dich zum vollen Siege, zum Triumphe und zur Krone nicht gelan⸗ gen laͤßt. Mel. 115. Es wolle Gott uns gnädig ſein. 1. Ihr Mitgenoſſen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, der Ueberwinder Krone. Der Weichende wird nicht gekrönt. Wie hat der Herr geſtritten! Der Herr, der uns mit Gott verſöhnt, als er den Tod gelitten am Oel⸗ berg und am Kreuze. 2. Miterben, haltet an und ſeht empor zum großen Lohne! Denn nur durch unſre Feinde geht der Weg zu jener Krone. Ob Tauſend auch zur Rechten euch, zur Linken Tauſend ſänken; ſo ſinkt doch nicht, den Schwachen gleich! Wird Gott ſein Reich uns ſchenken, wenn wir im Streit erliegen?(Pſ. 91, 7.) 3. Zwar groß iſt unſers Kampfs Gefahr, doch laßt uns ihre Schrecken nicht größer machen! Wunderbar wird Gottes Schutz uns decken. Er ſtärkt, der mächtig ſtärken kann, wenn wir um Hülfe flehen. Er reicht den Harniſch, zieht ihn an; ſo könnt ihr muthig ſte⸗ hen und freudig überwinden.(Eph. 6, 11.) 4. Wer überwindet, ſoll den Tod, den ew'gen Tod, nicht ſehen. Verging' er auch in ſeiner Noth; dort wird er nicht vergehen! Nach dieſes Lebens kurzem Streit, nach ſeinem kurzen Leiden, wird ihn der Unſchuld weißes Kleid, Gerechtigkeit, bekleiden, hell durch das Blut des Lammes! 5. Und, Hüter, iſt die Nacht ſchier hin, die dunkle Nacht der Er⸗ den. Wenn ich einſt Ueberwinder bin;(laß mich's, mein Hüter, wer⸗ den!) wenn ich einſt Ueberwinder bin, ſo ſeh' ich meinen Namen im Lebens⸗Buch, du führſt mich hin, Vollender, Mittler! Amen! zu deines Vaters Throne! 6. Wie ſäumt's? wie ſäumt's? o lange Nacht! Bis Berg' und Hügel fallen? O Hüter, bis dein Tag erwacht und uns Poſaunen ſchallen? Wer überwindet, der wird ſein mit Gottes Sohn ein Erbe! t den To amde nn gro ri d ine ir Ta dſinkaz f ddh rt Neich ia, m deſat, d tw i deüe ts t lam, 1 atmh 1 1 2 mth en ew gr buh erd er rit 2c hen Na krrzen tvidihd lleiden, in, die d 14 tmd luß nich na hitm n ſ ſei 12 Nni lender, 3 Aren und fleiſchlich ſein. 8 6 625 O Gottes Sohn, laß du mich ſein der Hoffnung, wenn ich ſterbe! Und dann ſei ihr Vollender! Klpstck. 351. 16. December. Schäme dich nicht des Zeugniſſes von unſerm Herrn— der uns erlöſet und berufen hat mit ſeinem heiligen Ruf— nach der Gnade— die nun offenbaret iſt durch die Erſcheinung unſers Heilandes Jeſu Chriſti, der den Tod vernichtet— unvergängliches Weſen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium. (2 Tim. 1, 8— 10.) Alle Welt ſchaͤmt ſich Chriſti und ſeines Evangeliums von unſerer Erloͤſung. Willſt du Chriſt ſein, ſo ſchaͤme du dich ja nicht und niemals dieſes allerheiligſten und herrlichſten Werkes. Der Teufel hat es dahin gebracht, daß man ſich nicht nur Chriſti, ſondern ſelbſt Gottes und alles Goͤttlichen ſchaͤmt. Man will ganz profan, weltlich und irdiſch, ſinnlich So tief iſt die Welt geſunken; ſo weit entfernt von Gott!— Wer will ſie retten? Der barmher⸗ zige Gott laͤßt doch nicht nach, ihr ſein ſeligmachendes Evan⸗ gelium, ſo ſehr ſie es verachtet, immer noch anzubieten und zu verkuͤndigen. Die Stimme der Zeugen von Gottes Heil in Chriſto iſt noch nicht verhallt, ſie ertoͤnt noch allenthalben. Die Gnade wird geprieſen, die durch die Menſchwerdung, das Leben und Leiden Jeſu offenbaret iſt. Es erſchallt noch hie und da laut: Chriſtus hat durch den Tod den Tod zernichtet, hat unvergaͤngliches Weſen ans Licht gebracht, hat uns ver⸗ ſoͤhnt, erloͤſt, hat uns Gott erkauft und ein ewiges, unver⸗ welkliches Erbe im Himmel erworben. Deß ſchaͤme dich nicht, deß freue ſich dein Herz, wenn es dieſer Gnade theil⸗ haftig geworden; preiſe deinen Erloͤſer und ruͤhme, und be⸗ kenne ihn und ſein Werk der Erloͤſung vor aller Welt; denn 1 40 --X⁰9XJ 626 es iſts werth und es kann dem armen Menſchen einmal nicht anders geholfen werden, als durch den, der im Stalle gebo⸗ ren, am Kreuze ſtarb und nun zur Rechten Gottes ſitzt. Be⸗ kenne und ruͤhme aber das Chriſtenthum nicht nur mit dem Munde, ſondern auch mit deinem ganzen Weſen und Wandel, ſo wirſt du bald mehr Mitgenoſſen derſelben Gnade und Freude zaͤhlen. Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Beginnt ein Lied voll Dank, mit freudigem Gemüthe! Erlöſte Gottes! ſingt dem Vater aller Güte, dem Allbarmherzigen, dem, welcher, groß von Rath, uns ſeinen eignen Sohn zum Heil geſendet hat. 2. Gefallen waren wir, und niemand konnte retten; kein Vater ſein Geſchlecht, kein Bruder Brüder retten. Erlöſen konnte nur die abge⸗ fall'ne Schaar der eingeborne Sohn, er, der ihr Schöpfer war. 3. Er hat's gethan, er hat erlöſet. Feiert! feiert! Er hat zur Seligkeit die Sündenwelt erneuert; er hat errettet, er. Durch ſeiner Gnade Macht hat er Unſterblichkeit für uns ans Licht gebracht. 4. Verheißen war's, er ſollt', ein Menſch, geboren werden; ein Menſch, wie wir, ein Menſch, erfunden an Geberden; herab, zur Knechtsgeſtalt erniedrigt, bis zum Tod erniedriget, und doch in ſeiner Schwachheit Gott! 5. Er lehrt; ſie hören's nicht; thut Wunder, ſie verſtehen nicht ſei⸗ nes Armes Kraft; er ſpricht, und Lahme gehen; er rührt die Blinden an; die Blinden ſehn das Licht, und dennoch kennt ſein Volk den Welt⸗ erlöſer nicht. 6. Er ſpricht, der Sieche hebt ſein Bett' auf, und der Taube ver⸗ nimmt ihn; Todte ſelbſt erweckt er aus dem Staube; vom Grabe kommen ſie herauf und ſehn das Licht, und dennoch kennt ſein Volk den Heiland Gottes nicht. 7. Doch, dankend wird ihn bald der Heiden Menge kennen; bald, bald wird ſie mit Luſt ihn ihren Heiland nennen. Noch iſt er unwerth; noch voll Schmerzen; noch entehrt; geplagt noch; mit der Laſt der Sünder noch beſchwert. 8. Lobſingt! nun iſt er ſchon zum Golgatha gegangen. Lobſingt! nun hat er ſchon am Holz, ein Fluch, gehangen. Lobſingt! wir ſind 8 e rjggen i 9og es Hell geen Feiert.* Er lu rt= Duchi X bracht. ch, 3 e werden den an( erniedrig Bunder, matz herd * keben nitt de gehen; noch ker Bett auf ger Tauten radms as dem I s uun g und de 3 heiden . en. U Selhe gehanger ain Väet en rnur di ir eer v. dohnſft ttdie Ah a t ſei Wh 8 kenr 4 ſteun iit der b drennen tu rhas J dem Laban brachte. 627 verſöhnt. Er hat das Werk der Macht, der Liebe ſchwerſtes Werk; er hat's, er hat's vollbracht! 9. Der Tod hat keine Macht an ihm, er iſt erſtanden! Erlöſt ſind wir mit ihm, o Tod, aus deinen Banden! Die Sünder ſind mit Gott durch Jeſu Blut verſöhnt; nicht Kinder mehr des Zorns; ver⸗ ſöhnt, verſöhnt, verſöhnt! 10. Er fuhr zum Himmel auf, goß ſeines Geiſtes Gaben auf ſeine Zeugen aus, und ihre Thaten haben den Götzendienſt geſtürzt, die finſtre Welt verklärt, und uns den Weg des Lichts, den Weg zu Gott, gelehrt. 11. Wo ſind die Götter nun? die Tempel, die Altäre der Hölle! Singet Dank, bringt Gott dem Vater Ehre! Bringt Ehre ſeinem Sohn! Er hat's, er hat's gethan, der Liebe ſchwerſtes Werk! der Erdkreis bet' ihn an! ——— 352. 17. December. Komm herein, du Geſegneter des Herrn, warum ſteheſt du draußen? Ich habe das Haus geräumet. Alſo führte er den Mann ins Haus.(1 Moſ. 24, 31. 32. u. 26, 29.) Ich will kommen. Matty. s8,7.) Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.(Joh. 14, 23.) Moͤchteſt du ſo gaſtfreundlich und ſo bereitwillig ſein, den, der vor der Thuͤre deines Herzens ſteht und bei dir an⸗ klopft, aufzunehmen, ihn ſo freundlich und herzlich einzuladen und einzufuͤhren in dein Herz, als Laban den Knecht Abra⸗ hams aufnahm, da er die Armſpangen und Ringe, die ſchoͤ⸗ nen Geſchenke ſah, die dieſer ſeiner Schweſter gebracht hatte; moͤchteſt du deinen Heiland ſo ſehnlich verlangen zu beſitzen; er wuͤrde dir mehr mitbringen als Elieſer der Rebekka und Er wuͤrde eben ſo bereitwillig zu dir eingehen und ſieh! auch ſeinen Vater mitbringen. Er wuͤrde 40* b 628 — dir nicht nur Armbaͤnder und Ringe, ſondern das Band der Vollkommenheit, die ewige Liebe, den himmliſchen Frieden, das ewige Leben, das Himmelreich in dein Herz pflanzen. Da der Hauptmann(Matth. 8.) nur bat, daß er ein Wort ſpre⸗ chen moͤchte, ſeinen Knecht zu heilen, es nicht wagte ihn ein⸗ zuladen, daß er ſelbſt zu ihm komme, ſagte der Heiland doch: Ich will kommen. Sollte er zu dir nicht kommen, wenn du Tag und Nacht zu ihm rufſt: Herr Jeſu, komm doch ſelbſt zu mir! Ja, er kommt zu jeder Seele, die ihn herzlich ver⸗ langt. Er bleibt gewiß nicht aus. Er iſt darum Menſch ge⸗ boren, weil es ſeine Luſt iſt, bei den Menſchenkindern zu ſein. Er kann uns nicht Waiſen laſſen, er kommt zu uns und bleibt bei uns alle Tage, denn er hat's geſagt, und nicht nur einmal, ſondern oft geſagt. Sollte er nicht Wort halten, der wahr⸗ haftige und treue Zeuge? Mel. 106. Fall' auf die. Oder: Werde munter, mein Gmüthe. 1. Warum willſt du draußen ſtehen, du Geſegneter des Herrn? Eile, zu mir einzugehen, mein Geliebter, tritt nicht fern! Helfer! in der rechten Zeit, der mit ew'gem Troſt erfreut; hilf, o Jeſu, meinem Herzen von den Wunden, die mich ſchmerzen! 2. Will ich je mein Elend lindern und erleichtern meine Pein, bei der Welt und ihren Kindern, fall' ich nur noch tiefer drein. Da iſt Friede, der betrübt, Troſt, der nicht Erquickung giebt; Helfer, die mir Herzleid machen, Freunde ſelbſt, die meiner lachen. 3. Aller wahrer Troſt im Leide ruht in dir, o Jeſu Chriſt! du, nur du allein giebſt Freude, die ganz rein und lauter iſt. Ach, wie ſehn' ich mich nach dir! Eile, Jeſu! komm zu mir. Jeſu, komm, laß dich erblicken! Du nur kannſt mein Herz erquicken. 4. Herz, ſei froh! du biſt erhöret; Jeſus zieht bei dir auch ein. Zu dir iſt ſein Gang gekehret. Auf! heiß' ihn willkommen ſein! Er verſpricht dir Heil und Ruh'. Auf, bereite dich ihm zu, öffne dein Gemüth und Seele, daß er dich zur Wohnung wähle. 5. Wohl dir, daß dich Jeſus liebet! Sprich, was nun dir ſchaden kann? Was du Böſes ſelbſt verübet, das ſieht Gott nun nicht mehr dd„ Band e him ra diid n da he t daß Sn 163 Weint kſagt alndah uicht ran, vmd Nfüu, te dohjſ fae, N Fa haxähn Krit e Naſty Naſſ ka dm uhh r tnmd auns udl ſegt, m tetmr im t Wert Tat, dan cde unte*¾ 2mütht. n, du G zmtt dei hi ter, titt rn Hün taftut Jein, ne merzen. nnd elle 14en n dEa—.,855 bi⸗ dee wein A wn nit in 4 82* d9 ——— 3 4* 1 il Sp tt. das ſſ 8n 17 3 nun d ztt uun ii 629 an. Auch wird, was ſich in der Welt Böſes dir entgegenſtellt, ſtatt dich in den Staub zu legen, dir nun lauter Glück und Segen. 6. Ja, ſelbſt das dient dir zum Heile, was die Sünder ſchreckt und quält; denn du haſt zum beſten Theile, deinen Jeſus, dir erwählt. Sei ihm, wie er dir iſt, treu, und es bleibet feſt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdeſt loben. P. Gerhard. —— 353. 18. December. Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unſerm Gott. Alle Thäler ſollen erhöhet werden ꝛc.(eſ. 40, 3.zc. Matth. 3,3.) Sieh, ich will meinen Engel ſenden, der vor mir her den Weg bereiten ſoll. Und bald wird kommen zu ſeinem Tempel der Herr, den ihr ſuchet. Mal. 3, 1.) Der Herr fordert uns auf, daß wir ihm den Weg zube⸗ reiten ſollen, und verheißt zugleich, daß er ſeinen Engel ſenden wolle, der ihm den Weg bereiten werde. Darum ſind wir es nicht allein, die es thun, darum ſollen wir auch nicht verzagen und ſagen: Wie kann ich Gott, dem Hoͤchſten, den Weg be⸗ reiten? Wolle du nur; laß es dir nur recht ſein, daß der Herr auch zu dir in dein Herz komme. Gieb nur dein Herz dazu her; verlange nur nach ihm; gieb nur Abſchied den bis⸗ herigen Inwohnern deines Herzens, dem Stolze, der Ver⸗ zagtheit, der Kaͤlte und Traͤgheit ꝛc. wolle nur, weil der Herr will; gieb dich nur her; der Herr wird dir ſeinen Engel, ſeine vorlaufende Gnade der Bußfertigkeit, die Kraft zur Sinnes⸗ aͤnderung, entgegenſenden, die dem Herrn alle Fußſteige ebnet und die ſchoͤnſte Bahn in dein Herz macht. Der Herr giebt auch das, was er von uns fordert, was er bei ſeiner Zukunft ins Herz bei uns vorausſetzt. Wenn er ſagt: bereite mir den Weg, daß ich zu dir kommen kann, ſo heißt dieß, laß mich den Weg in dein Herz bereiten; laß mich kommen zu dir, thu' 630 mir auf, wenn ich anklopfe; hoͤre meine Stimme, wenn ich dir rufe; lauf' mir nicht aus dem Wege; vertritt mir nicht den Weg; kehre dich nicht von mir weg, wenn ich mich zu dir kehre. Sei nicht ſatt in dir ſelber, vertraue nicht auf deine Tugend und Kraft; denn das iſt ein Berg im Wege; der muß abgetragen werden. Verzage nicht an meiner Guͤte und Gnade; denn das iſt ein Thal, das mit Vertrauen zu mir ausgefuͤllt werden muß. Suche nicht dich ſelbſt, oder Ehre, Luſt und was immer fuͤr andere Dinge, neben mir; denn das ſind krumme Wege, die muͤſſen gerade werden durch die reine Abſicht, mir zu gefallen. Alle hoͤckerichte Vorurtheile ſollen eben werden, und in die reinſte Sehnſucht, und in die Be⸗ gierde, mit mir Eins zu werden, ſich verwandeln. Mel. 100. Kommt, Brüder, laßt uns gehen. Oder: Aus meines Herzens Grunde. 1. Mit Ernſt, ihr Menſchenkinder! macht euer Herz bereit! Es kommt das Heil der Sünder, der Herr der Herrlichkeit! Er kommt aus ſeinem Thron ins Elend gern hernieder ,wird Einer unſrer Brü⸗ der, Er, Gottes ein'ger Sohn. 2. Er dürſtet voll Verlangen, zu euch auch ſich zu nahn, ihn wür⸗ dig zu empfangen, macht eilig eb'ne Bahn. Der erſt im Fleiſch er⸗ ſchien; ſeht, der will nicht verſchmähen, zu euch auch einzugehen; drum auf, empfanget ihn! 3. Die ihr gerecht euch dünket, legt euren Dünkel ab. Die ihr euch blähet, ſinket von eurem Stolz herab! Die ihr um Gnade fleht, wißt, daß ihr hier ſie findet; denn wer ſein Nichts empfindet, der wird von ihm erhöht. 4. Ein Herz, das Demuth übet, iſt ihm vor allem werth; da der, der Hochmuth liebet, einſt Zorn und Angſt erfährt. Ein Herz, das reuig iſt, glaubt und ſein Fleiſch beſtreitet, das hat ſich recht bereitet; zu dem kommt Jeſus Chriſt. 5. Doch, was vermag ich Schwacher! ich Sünder, ohne dich? Mein Hirt, mein Seligmacher, bereite ſelber mich! Schon ſeufzt mein Herz nach dir! Schon jauchz' ich dir entgegen! Komm, komm mit deinem Segen und wohne ſtets in mir! 6. Da du dich uns gegeben, möcht' ich dir dankbar ſein; möcht' de, net r dmg de werd 3 hdm kerchteen hal eh khrſucht ain dd c verwa 13 * utt bnt 4'A, ohre cer! ih ar tſe 9 8 Stnf nr atal I imm, in her 1 631 einzig dir nur leben, ach, zeuch in mich hinein. O Herr, Gott! mach' auch mich zu deines Kindes Krippen, ſo preiſen meine Lippen, ſo lieb' ich ewig dich!* Val. Thilo. —— 354. 19. December. Jeſus Chriſtus, geſtern, heute und in Ewigkeit derſelbe. Laſſet euch nicht von mancherlei und frem⸗ den Lehren umhertreiben, das Beſte iſt, das Herz mit Gnade zu ſtärken.(Hebr. 13, s. 9.) Der Herr bleibet in Ewigkeit.(Pſ. 19,10.) Die Gnade des Herrn währet (und waltet) von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, ſo ihn fürchten.(Pf. 103, 17. und 117, 2.) Der Unglaube ſtuͤtzt ſich immer auf den Sandgrund: Es iſt jetzt nicht mehr, wie vor Zeiten; Gott thut jetzt nicht mehr die Wunder, und offenbaret ſich nicht mehr ſo, wie vor Alters. Er muͤßte aber aufgehoͤrt haben Gott, Heiland, Erloͤſer und Vater der Menſchen zu ſein, muͤßte ſeine Natur und ſein We⸗ ſen veraͤndert haben, der Unveraͤnderliche, wenn dies wahr waͤre. Habe du nur den Glauben, die Gottesfurcht der Al⸗ ten, ſo haſt und erfaͤhrſt du den alten Gott. Alle ſeine Ver⸗ heißungen in der Bibel gehen auf ewige Zeiten, auf alle Tage, bis ans Ende.(Matth. 28, 20.) Sein Name bleibt ewiglich, ſo lange Sonne und Mond waͤhret— ſein Name wird auf die Nachkommen reichen.(pſ. 72, 17.) Alle Geſchlechter der Erde ſollen in ihm geſegnet werden.(1 Moſ. 12, 3.) Zu allen Zeiten, in allen Jahrhunderten, aller Orten und Enden iſt und bleibt er derſelbe, und thut dieſelben Wunder, erweiſet dieſelben Gna⸗ den, wenn nur Empfaͤnglichkeit, Aufnahme, Glaube da iſt. Wer nicht denſelben Gott, wie die Alten, hat, der hat nicht denſelben Glauben, der iſt abgefallen vom lebendigen Gott. Wer nicht denſelben Chriſtus hat und erfaͤhrt, wie die Apoſtel 1 3 4 4 4 632 und erſten Chriſten, der hat nicht denſelben Glauben, wie ſie ihn hatten, der iſt abgefallen vom chriſtlichen, apoſtoliſchen Glauben. Chriſtus iſt nie geweſen, wie wir von ihm leſen im Evangelio, oder er iſt noch derſelbe und bleibet es in Ewigkeit. Warum hat er in ſeiner Vaterſtadt nicht ſo viele Wunder gewirkt, als in Judaͤa? Um ihres Unglaubens wil⸗ len.(Matth. 13, 58.) Warum ſcheint er unſerm Jahrhundert nicht mehr derſelbe? Um ſeines Unglaubens willen. Glaube, wie Paulus; liebe, wie Johannes; ſo haſt du den Chriſtus des Paulus, des Johannes. Mel. 8. Ruft getroſt, ihr Wächterſtimmen. 1. Jeſus Chriſtus iſt noch heute, geſtern, ewig unſer Ruhm! Dankt dem Herrn, ihr Gottes⸗Knechte! er hält ſeinen Bund und Rechte ſeinem Volk und Eigenthum. Jeſus Chriſtus, geſtern, heute, ewig, ewig unſer Ruhm. 2. Sprich nicht, Gott thut dieſer Zeiten nicht mehr, wie es vor⸗ mals war. Gott, der Gott der Ewigkeiten, macht jetzt ſeine Heim⸗ lichkeiten ſo, wie ehmals, offenbar. Sprich nicht ꝛc. 3. Gott bleibt Gott, bleibt ſtets derſelbe; ruf' ihn an, ring', bet' und wach'. Schwächer ſind nicht ſeine Hände, ſeine Güte hat kein Ende. Er iſt gnädig vor wie nach. Gott bleibt Gott ꝛc. 4. Er iſt heute wie vor Jahren; er macht uns von Allem frei. Mit ihm muß es uns gelingen; halte dich in allen Dingen nur an ſeine Macht und Treu'. Er iſt heute ꝛc. 5. Auf, ihr Menſchen⸗Kinder, glaubet, wer nicht glaubt, der bleibt im Tod. Wer ſich nicht zu ihm bekehret, wer nicht thut, was er ge⸗ lehret, der entfernet ſich von Gott. Auf, ihr Menſchen⸗Kinder ꝛc. 6. Auf, ihr Knechte Gottes, wecket, weckt die Welt, denn ſie iſt todt. Der geht irr', der geht zurücke und verſcherzt ſein ewig's Glücke, der ihn nicht erkennt für Gott. Auf, ihr ꝛc. 7. Weiſ't die Schafe zu dem Hirten, denn er nimmt Verlorne an. Die nur, die auf ihn ſtets ſchauen, ihm von ganzem Herzen trauen, gehen auf der rechten Bahn. Weiſ't die Schafe ꝛc. — —— . 21 8 achterſirnch rier, E ſtr Rtn 12 B j 8 iſen, 3 Wer hil ſeſos Chri iten dicht Ma wie ew titen, na ſeiy he pric niht ſelbe; ufſ r, nif, Hinde, rite ſtt hott bleibt d C. rutt u e Ala ſ Hi alen mi muft tt, ver ni ket,wü t, wer u 3 was e at, ür N inat nekt M/ dnß 4. m f 31 luf, i , denn er ☛ Verlör m von gal rer ethe de ie Scefe — 633 355. 20. December. Selig ſind, die zum Hochzeitmahle des Lammes berufen ſind.(Offenb. 19,9.) Freund! wie biſt du herein gekommen, da du kein Hochzeitkleid anhaſt?(Matth. 22,12.) Die Hochzeit des Lammes wird herrlich beſchrieben.(Offenb. 19.) Was fuͤr ein Jauchzen und Freudengeſchrei wird da gehoͤrt (v. 6. 7.), wie die Stimme einer großen Schaar, wie das Rau⸗ ſchen vieler Waſſer, wie das Rollen ſtarker Donner ertoͤnte es: Laſſet uns freuen und frohlocken; denn die Hochzeit des Lam⸗ mes iſt gekommen, ſeine Braut iſt geſchmuͤckt zur Hochzeit— und wie geſchmuͤckt! in glaͤnzender Seide, eine Seide, nicht vom Seidenwurm— doch auch vom Baume, und von einem, der ſie am Holze des Kreuzes wuͤrkte und ſprach: Ich bin ein Wurm und kein Menſch; in deſſen Seide, in deſſen Gerechtig⸗ keit gekleidet, erſcheinet die Braut bei ſeinem Hochzeitmahle. Sie wird ihr gegeben; und ſie nimmt ſie und zieht ſie an, und erſcheinet in ſeinem Schmucke. Wie herrlich wird die Braut des Lammes daſtehen! Wie ſelig, wer dazu berufen iſt, und wer dabei erſcheinen wird in der glaͤnzenden Seide ſeiner Gerechtigkeit, im Hochzeitkleide! Denn der Schmarotzer (Matth. 22.), der kein Hochzeitkleid anhatte und deswegen wie⸗ der hinausgeworfen ward, iſt ohne Zweifel der Patron derer, die ſich die Gerechtigkeit Chriſti nur ſo zurechnen, ohne ſie anzuziehen und in ihrem glaͤnzenden Schmucke wirklich zu er⸗ ſcheinen. Wenn es heißt: Und es ward der Braut gege⸗ ben, daß ſie ſich kleide in glaͤnzender Seide; die Seide aber iſt die Gerechtigkeit der Heiligen, ſo iſt beides wohl zu merken: Erſtens, daß dieſes Kleid gegeben, geſchenkt, um⸗ ſonſt dargereicht werden muß, daß es ſich kein Menſch ſelber aus eignen Kraͤften weben kann; und zweitens, daß aber die Heiligen es annehmen, ſich zueignen, anziehen und darin 634 wandeln; darum heißt dann die Gerechtigkeit Chriſti auch die Gerechtigkeit der Heiligen, weil ſie Jeſum Chriſtum, ſeinen Sinn und Geiſt angezogen, ſich eigen gemacht haben, und weil das ihr eifriges Streben und Weſen auf Erden iſt, daß ſie ſich ſtets mit dieſer Seide der Braut des Lammes ſchmuͤcken auf den Tag des Braͤutigams, um ihm zu gefallen. Mel. 111. Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte. 1. So bin ich nun kein Kind der Erden, kein Bürger dieſer Eitel⸗ keit; mein Hierſein ſoll nicht ewig werden; ich walle eilend durch die Zeit. Mein Vaterland iſt in der Höhe, wo mein geliebter Abba wohnt, und wo ich meinen Bruder ſehe, der als Monarche herrſcht und thront. 2. Ich bin dazu geſchaffen worden, ich bin dazu mit Blut erkauft; ich bin zum Himmelsbürger⸗Orden, zur Braut des Königes getauft. Der Geiſt, der mich aus Gott gezeuget, macht meinen Geiſt gewiß und feſt, daß auch bei Allem, was mich beuget, mein Glaube mich nicht zweifeln läßt. 3. Nur Eines liegt mir an der Seele und macht mein Herze ſor⸗ genvoll, daß mir der rechte Schmuck nicht fehle, wenn ich zur Hoch⸗ zeit kommen ſoll. Ich weiß, in meines Königs Augen kann nur ein losgemachter Geiſt, ein ausgeleertes Herze taugen, das alles Andre Schaden heißt. 4. Ein Glaube, der nur ihn erwählet, der ſtill in ſeinen Wunden ruht, der uns mit heißer Lieb' beſeelet, der ſeinen Willen kindlich thut; der ihn bis an das Kreuz begleitet, der gerne ſeine Dornen trägt; der tapfer um die Krone ſtreitet, ſo oft die Welt ſich in uns regt. 5. Dies iſt die Zierde ſeiner Tauben; ſo ſiehet ſeine Fromme aus; den Glauben kann ihr Niemand rauben, er wächſt vielmehr bei Kampf und Strauß. Stellt ſie ſich dann in dem Geſchmeide dem König auch gleich thränend für, ſo iſt ſie dennoch ſeine Freude; er reicht den Lie⸗ bes⸗Zepter ihr. 6. Nun, Bräutigam, du wirſt wohl wiſſen, wie viel mir noch hieran gebricht; mein Auge iſt voll Finſterniſſen, ich Armer kenn“ mich ſelber nicht. Zum wenigſten iſt viel Verlangen in mir durch deinen Geiſt erweckt, mein Lamm, dir einzig anzuhangen, bis meinen Leib die Erde deckt. ——— 1 e und n iht ſehle, Küngs erze teu t, der 4 eiſſen, wl gänzlich dir. 5 2 iges geiu A Gei m 2 1Olaud n ¹a he 1ih wh Dum ma ales hu . en Ar = iud im ad f mihit i Ees deie b en Leib di 9 63⁵ . Was ich nicht hab', das kannſt du geben, was ich nicht bin, das biſt du mir. Nimm hin mein Herz, es zu beleben, ich überlaſſ' es Erfülle mich mit Glaub' und Liebe und bild' mich ganz nach deinem Bild. Entzünde mich mit heißem Triebe, zu leiden, wenn duss haben willt. 8. So komm ich dir geſchmückt entgegen; du nahſt in Liebe dich zu mir, mir Kron' und Purpur anzulegen, du öffneſt mir die Himmels⸗ thür. Wann werd' ich dich, mein Lamm, umfangen? Und wann, ach wann umarmſt du mich? Laß mich fein bald dazu gelangen; dann lob' und lieb' ich ewig dich. ——— 356. 21. Dexcember. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, da⸗ mit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finſterniß bleibe.(Joh. 12, 46.) Denn es iſt die Gnade(Güte und Leutſeligkeit) Gottes, unſers Heilandes, allen Men⸗ ſchen erſchienen.(Tit. 2, 11. u. 3,4.) Seine Geburt war die aufgehende Sonne fuͤr eine in Nacht und Finſterniß begrabene Welt. Ja, er iſt der Auf⸗ gang aus der Hoͤhe,(Luc. 1,78.) der uns beſucht hat im Schatten des Todes. In Ihm war das Leben, und das Le⸗ ben iſt das Licht der Menſchen.(Joh. 1,4.) Darum rufen die Apoſtel ſo freudig: Und das Leben iſt erſchienen, wir haben es geſehen, und bezeugen und verkuͤndigen euch das ewige Le⸗ ben, welches beim Vater war und uns erſchienen iſt.(1 Joh. 1,2.) Dieſes Leben, dieſes Licht iſt voll Gnade und Wahrheit, (Joh. 1, 14.) voll Guͤte und Menſchenfreundlichkeit. Welch eine Nacht war alſo die Nacht der Geburt Chriſti. Da hat die hellſte Sonne geleuchtet. Nicht umſonſt ward Chriſtus in einer Nacht geboren. Da ſollſt du ſehen, daß mit ihm das Licht in die Nacht dieſer Welt herein geboren wurde; daß Alles lauter Finſterniß und ſchwarze Nacht iſt in allen Men⸗ 636, ſchen, wenn nicht Chriſtus, das Licht der Welt, in ihnen auf⸗ geht und geboren wird. Wer dieſes Lebenslicht nicht hat, iſt und bleibet todt und finſter in Ewigkeit. Ein todtes Licht hilft den Todten nichts. Ein lebendiges, belebendes Licht mußten Alle, und muͤſſen wir haben. Dieſes Licke verloſcht nicht, wenn alle Lichter des Himmels und der Erde verloͤſchen. Es iſt aber erſchienen, daß es dir leuchte und du dich von ihm er⸗ leuchten laͤſſeſt, daß du in ſeinem Lichte wandelſt. Denn wenn du jetzt noch in der Finſterniß wandelſt und die Werke der Finſterniß liebſt, ſo gehoͤreſt du zu den Kindern der Nacht und des Todes, die die Finſterniß mehr lieben, als das Licht. Mel. 85. Wer nur den lieben Gott. 1. Dies iſt die Nacht, da mir erſchienen des großen Gottes Freund⸗ lichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dun⸗ kelheit. Und dieſes Welt⸗ und Himmels⸗Licht weicht hunderttauſend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele! verſäume nicht den Gnaden⸗ ſchein! Der Glanz in dieſer kleinen Höhle ſtreckt ſich in alle Welt hinein. Er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreu⸗ zes Nacht. 3. In dieſem Lichte kannſt du ſehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, vielleicht noch in gar kur⸗ zer Zeit, wird dieſes Licht mit ſeinem Schein dein Himmel und dein Alles ſein. 4. Laß nur indeſſen helle ſcheinen dein Glaubens⸗ und dein Lebens⸗ licht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, ſonſt hilft dir dieſe Sonne nicht. Willſt du genießen dieſen Schein, ſo darfſt du nicht mehr dunkel ſein. 5. Drum, Jeſu, ſchöne Weihnachts⸗Sonne, beſtrahle mich mit dei⸗ ner Gunſt; dein Licht ſei meine Weihnachts⸗Wonne und lehre mich die Weihnachts⸗Kunſt, wie ich im Lichte wandeln ſoll und ſei des Weih⸗ nachts⸗Glanzes voll. C. F. Nachtenhöfer. deſtr V 7 Ve d en dind Jattt übhen, 1 1 lit leden dn a de zu Watte dre b reffum Ader Gu dhle ſtret F F in all A t, der Si nd des iw e, dielt Achingb Stein dd nel mu „Glanben un dein keie⸗ meinen, F rilt d u en Scen iſi un Sene, b6 a nih riw ts⸗Vom Falehre nii aundeln ſo t aftide 9 b — Nacbtechik 637 357. 22. December. Des Menſchen Sohn iſt nicht gekommen, daß er ſich dienen laſſe, ſondern daß er diene und ſein Leben hingebe zum Löſegeld für Viele.(Matth. 20,28.) Damit er uns erlöſete von aller Ungerechtigkeit, und uns rei⸗ nigte zum Volke des Eigenthums, das eifrig wäre in guten Werken.(Tit. 2, 14.) b Er hat wahrhaftig Knechts⸗Geſtalt angenommen, er, der in Gottes Geſtalt, goͤttlicher Natur war, den alle Engel Got⸗ tes anbeteten und bereit ſtanden, alle ſeine Winke blitzſchnell zu befolgen— der erſcheinet auf Erden, ein Knecht der Men⸗ ſchen zu werden und ſich ganz zum Dienſte der Menſchen hin⸗ zugeben. Man ſahe auch gar keine aͤußere Herrlichkeit an ihm, ſo lange er auf Erden wandelte. Er war der Allerver⸗ achtetſte und Geringſte. Er hat ſich, obwohl er der Herr aller Herren war, ſelbſt in die Gefangenſchaft begeben, um die Knechte aus ihrer Gefangenſchaft zu erloͤſen. Wenn das ein Menſch, der ein Herr genannt wird, fuͤr ſeine Knechte thaͤte, ſo wuͤrde man es bewundern, und es waͤre doch nichts gegen das, was Gottes Sohn an uns gethan hat. Denn er iſt mcht fuͤr Seinesgleichen Knecht geworden, ſondern, der Schoͤ⸗ pfer fuͤr ſeine Kreaturen, ja fuͤr gefallene, treuloſe, ſuͤndige und gottloſe Kreaturen. Da ſtelle dich nun hin vor die Krippe des Herrn und betrachte ihn in Beziehung auf dich ſelbſt. Sieh, liebe Seele, der Gott des Himmͤels und der Erden liegt fuͤr dich und um deinetwillen in Knechts⸗Geſtalt in ſolcher Armuth und Niedrigkeit, mit Windeln gebunden, als ein ohn⸗ maͤchtiges Kind. Um deinetwillen diente er wie ein Knecht drei und dreißig Jahre auf Erden, um dich von der Knecht⸗ ſchaft frei zu machen. Und du willſt dich ihm, da er nun uͤber Alles erhaben iſt und alle Gewalt im Himmel und auf 638 Erden in ſeiner Hand hat, doch nicht vollkommen ergeben? willſt es nicht fuͤr die hoͤchſte Ehre halten, dieſem Herrn zu dienen, der fuͤr dich ſo lange Knecht geweſen iſt? Bedenke dieſes wohl! Mel. 63. Jeſu, den ich meine. 1. Den die Engel droben mit Geſängen loben, dem ſie ewig die⸗ nen, der iſt uns erſchienen, uns als Knecht zu dienen, iſt er uns er⸗ ſchienen, uns von allem Böſen durch ſein Blut zu löſen. 2. Er, der Gott der Ehren, läßt ſich winſelnd hören, weil ihn meine Sünden in der Krippe binden. Jeſu, lieber Meiſter! Urquell aller Geiſter! gieb, daß ich dich kenne und dich Bruder nenne! 3. Niemand kann dich finden wegen ſeiner Sünden. Aller Men⸗ ſchen Leben iſt der Welt ergeben. Gieb uns erſt das Wollen, wenn wir kommen ſollen, zeuch' uns dir entgegen, daß wir kommen mögen! 4. Hunderttauſend Sünden wirſt du bei mir finden. Giſt und Ei⸗ terbeulen kriegſt du da zu heilen. Mich von meinen Ketten gänzlich zu erretten, mußt du in der Wiegen angefeſſelt liegen. 5. Kommt, ihr Engel, ſchauet, was mir Gott vertrauet! Mir, mir, mir zu Gute, wohnet Gott im Blute. Den ich angefeindet, der wird mir befreundet, der wird mein Bekannter und mein Blutsver⸗ wandter. 6. Das iſt meine Freude in dem größten Leide; denn auf dieſem Kinde lieget meine Sünde. Wenn ich dich nur habe, o du Wunder⸗ knabe; alle Teufel ſollen nichts mehr an mir wollen.* Ziegler. ————y—ͤ— 355. 23. December. Siehe, du wirſt empfangen in deinem Leibe und einen Sohn gebären.— Dieſer wird groß ſein, und der Sohn des Höchſten genannt werden.(euc. 1, 31. 32.) Und das Wort iſt Fleiſch geworden, und hat unter uns gewohnet.(Joh. 1,14.) Kündlich groß iſt das Ge⸗ heimniß, Gott geoffenbaret im Fleiſch.(1 Tim. 3, 16.) Darum ſchaͤmt er ſich auch nicht uns ſeine Bruͤder zu nennen.(Hebr. 1, 11.) Denn da die Kinder, die er dem Vater ——— Kan 3 eaia —Her 4 Bada t 2 ter u 6 ul r vinſelu u n, liebe a u 41 irr Sin Aler Na erſt ik ällen, un n, daß t Am ni iit u⸗ i ur fud al elxl don nein 41 en girii eſeltlegg nir Gett d autl M ². De i maeide, m kannter 1 1 Blutere ſten Ledde 8 C auf din ich urh ni vollen dr. Nin deit r wirdg t werdet oorden,! * u Wma⸗ *iegle —- wreibe u Nein,m * t,Ah Sat untt o ddas G 11A) „* 13rüder 639 zufuͤhren wollte, Fleiſch und Blut hatten, wollte er's gleich⸗ falls annehmen,(Hebr. 1, 14.) um ſie davon zu erloͤſen. Seine Liebe hat ihn getrieben, Alles mit uns gemein zu haben, nur die Suͤnde ausgenommen. Es iſt ein nie genug zu bewun⸗ derndes und anbetungswuͤrdiges Geheimniß:„Das Wort iſt Fleiſch geworden,“ ein Wort, bei dem die Alten, ſo oft ſie es ausſprachen, ihren Hut gezogen und ihre Kniee gebeugt haben. Willſt du dieſes nicht thun, ſo beuge ſich doch dein Herz. Wir waͤren ja nie zu Gott gekommen, wenn Gott nicht zu uns gekommen waͤre. Wir lagen zu tief im Ver⸗ derben. Gott mußte von ſeiner Hoͤhe herabſteigen; keine andere Hand reichte ſo tief herab; keine Macht, keine Liebe war ſo groß, uns aufzuhelfen. Nun aber iſt unſer Gluͤck unausſprechlich, und ſchon der Gedanke, Gott ein Menſch! Gott im Fleiſche! ſollte uns uͤber Alles erheben und unſre Seele ganz gluͤcklich machen. Allein, Chriſtus außer uns, im Fleiſche geoffenbaret, kann uns doch nicht ſein, was er uns ſein ſoll und ſein will: er muß in unſerm Fleiſche, d. h. in uns offenbar werden. Das hat er auch(Joh. 14,21. 23.) je⸗ dem verheißen. Davon ſpricht auch Paulus, als von einer unter den Chriſten bekannten Sache: da Gott ſeinen Sohn in mir offenbarte ꝛc.(Gal. 1,16.) So unbekannt dieſe Wahr⸗ heit jetzt werden will, ſo bleibt ſie doch die unentbehrlichſte, ſo daß unmoͤglich ein Menſch Gott gefallen kann, wenn er nicht in Chriſto und Chriſtus in ihm offenbaret iſt. Mel. 30. Wort aus Gottes. Oder: Jeſu, meine Freude. 1. Gottes Sohn iſt kommen! Dankt ihm, ſeine Frommen, dankt ihm, daß er kam; daß er hier auf Erden, unſer Heil zu werden, ſeine Wohnung nahm! Menſch, wie wir, erſchien er hier; der zur Schö⸗ pfung ſprach: Entſtehe! Der einſt ſpricht: Vergehe! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bru⸗ der iſt! Gott auf ſeinem Throne, liebt uns in dem Sohne, Bruder, 640 Jeſu Chriſt! Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil durch ſeiner Zukunft Gaben an Gott ſelbſt zu haben. 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns ſcheiden; Er bleibt ewig treu! Dort wird er vom Böſen gänzlich uns erlöſen, hier ſteht er uns bei. Unſer Freund, mit Gott vereint, kann nicht ſeine Brü⸗ der haſſen, noch ſie hülflos laſſen. 4. Wann wir einſt ermüden, führt er uns im Frieden in des Gra⸗ bes Nacht. Unſre todten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der ſie bewacht. Jeſus ruft uns aus der Gruft, er, der ſelbſt den Tod einſt ſchmeckte, den das Grab bedeckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unſern Bruder ſchau'n. Heil uad ewig's Leben wird er Allen geben, die noch dann ihm trau'n. Er ward hier verſucht wie wir. Ueberſchwenglich wird er lohnen und der Schwachheit ſchonen. 6. Eilet, eilt ihr Sünder! werdet Gottes Kinder! werdet Seiner werth! Eilet, eilt ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! blei⸗ bet Seiner werth! Preiſet ihn, daß er erſchien, daß er ſich für euch gegeben, durch ein göttlich Leben! Münter. ————-——————-——————————— Chriſtnacht. 359. 24. December. Denn da dies dem Geſetze unmöglich war, weil es durch's Fleiſch geſchwächt war, ſo hat Gott ſeinen Sohn geſandt in der Geſtalt des ſündlichen Flei⸗ ſches— damit die vom Geſetze erforderte Gerechtig⸗ keit in uns erfüllet würde, indem wir nicht nach dem Fleiſche, ſondern nach dem Geiſte wandeln.(oͤm. 8, 3. 4.) Nichts Gutes war von uns zu erwarten, ehe er kam; aber nun erwartet Gott Alles von uns, nachdem er uns ſei⸗ nen Sohn und durch ihn Alles geſchenket hat. Er erwartet alſo doch nicht mehr, ſondern nur ſo viel, als er gegeben hat.— Jeſu Bild und Weſen ſoll in uns ausgebildet und wir ihm gleichfoͤrmig werden. Dazu iſt er uns gegeben. Wer ————————— tttet Kind. de Sm 7 die er, 1Tun. * hfrah erſhien, acht. der. eumägt ar, ſo h t des ſü e erforde dem wir t ſte wind uns, nach chenket ha m ſo vil, d in uns z iſter un 6 — —— 23 —— 3 — ☛ — — — — 4 8* Nüusr a n t ſim Jan Fe⸗ V 8* drr u eruett aerdih u urtt en m gie w üide tu E ben. 3 641 ihn nicht dazu braucht, dem wird genommen, was er hat, oder zu haben ſcheint. Jeſus will ſich oder ſein Bild und Weſen ſelbſt uns eindruͤcken, will in uns geboren werden, wachſen und das vollkommne Manns⸗Alter erreichen.(Epheſ. 4, 13.) Die wenigſten Menſchen wiſſen, wozu ihnen Jeſus gege⸗ ben iſt, was er ihnen ſein will, ſoll und kann. Wer es erken⸗ net, der kann die Guͤte und Menſchenfreundlichkeit Gottes nicht genug bewundern, der wendet allen Fleiß an, dieſen Zweck und die liebenswuͤrdige Abſicht Gottes zu erreichen. Der Vater hat ſeinen Sohn ſo lieb, daß er in allen Menſchen Abdruͤcke von ihm, ſein Bild in ihnen und aus ihnen hervor⸗ ſtrahlen laſſen moͤchte. Es kann ihm und wird ihm in Ewig⸗ keit kein Menſch gefallen, in welchem er nicht Jeſum, ſeinen Sohn, ſein Bild und Weſen erblickt. Weißt du nun, mein Lieber! wozu du da biſt? was du fuͤr eine Aufgabe haſt? Es iſt Zeit, daß du dazu thuſt, Jeſum in dein Herz, in deinen Sinn und in dein ganzes Weſen aufzunehmen, ſonſt wird er dir wiedergenommen, wie dem faulen Knecht ſein Pfund. Mel. 119. Gott, unſer Gott, wir danken. Oder: Wie ſchön leucht't uns. 1. O Jeſu, göttlich Wunderkind, das mir mein ganzes Herz ent⸗ 8 zünd't, du wollſt mich nicht verſchmähen; ich ſetz' mich ſanft in ſtillem Sinn, im Geiſt zu deiner Krippe hin und will dich recht beſehen. Laß dein Auge mich anblicken, in mich drücken deine Klarheit und dein Kinderbild in Wahrheit. 2. O Unſchuld, mehr als engelrein, du läßt kein Sonnenſtäub⸗ chen ein, o Spiegel ohne Flecken. Du kleines Lamm nichts Arges denkſt, biſt Allen hold und Niemand kränkſt und mußt den Tod doch ſchmecken. Jeſu, wie du, laß mich werden noch auf Erden, fremd dem Böſen, rein, unſchuldig ſei mein Weſen. 3. Du großer Schöpfer aller Ding', liegſt da ſo klein und ganz gering, o aller Demuth Wunder! Du hiältſt verborgen deinen Schein und willſt veracht't und niedrig ſein, wie läſſ'ſt du dich herun⸗ ter! Jeſu, wie du, laß mich werden noch auf Erden, baß ich gerne von dir deine Demuth lerne!. 1 642 4. Dein Herz iſt voller Gütigkeit, ich kann die ſüße Freundlich⸗ keit aus deinen Augen leſen. Holdſelig du dich Allen zeigſt und Allen deine Gnade reichſt, du ſanftes Kinderweſen! Jeſu, wie du, laß mich werden, noch auf Erden, Allen gütig, ganz gebrochen und ſanft⸗ müthig. 5. Da liegſt du ſo veracht't und ſchlecht, biſt Gottes Sohn und wirſt ein Knecht, von einer Magd geboren. Die Hoheit, Ehr' und Herrlichkeit verleugneſt du als Eitelkeit, haſt lieber Schmach erkoren; Jeſu, wie du, laß mich werden, noch auf Erden und begehren lieber Schmach, als Lob und Ehren. 6. Du biſt wohl recht ein Leidenskind, jetzt büßeſt du ſchon meine⸗ Sünd', es zeigen's deine Thränen. Du willſt ſchon früh im Leiden ſein und willig dich zu Kreuz und Pein, von Mutterleib gewöhnen. Jeſu, wie du, laß mich werden noch auf Erden; wollſt mir eben ſol⸗ chen Leidensſinn auch geben. 7. Du ſchönes, liebes Engelein, ich müßt' ein harter Felſen ſein, wenn ich dich nicht ſollt' lieben. Was an dir iſt, iſt liebenswerth, du biſt es, den mein Herz begehrt, es ſei dir ganz verſchrieben. Jeſu, nur du biſt's alleine, den ich meine, laß auf Erden mich dein liebes Kind noch werden. 8. Mein Jeſu, ich umarme dich, komm, drück' dein Kinderbild in mich, laß mich dir ähnlich werden; ein klein unſchuldig Kindlein ſein, ſo geh' ich in den Himmel ein, noch weil ich leb' auf Erden; lebe, ſchwebe, abgeſchieden, ſtill im Frieden, werd' auch droben dich in Un⸗ ſchuld ewig loben. G. T. St. ———————ööyy——ͤAq”f-—-ö———yy—y—————⏑;⏑——— Der hellige Chriſttag. 360. 25. December. —— Und ſie gebar ihren erſtgebornen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge ſonſt kein Platz für ſie übrig war.(Luc. 2, 7) Wer ſich nun demüthiget, wie dieſes Kind, der iſt der Größte im Himmelreich.(Matth. 18,4.) Der den Geringen aufrichtet aus dem Staube, und erhöhet den Armen aus dem Koth.(Pf. 113, 7.) 4 — uh eimn . but 1 6.1” — Chriſt 1 aber. din eine e e, für ſi— unr „wie dit in N n dr Staube, tr it 4(Natth. ¹ 2 7) I. 4 mhehren i Fer ſtzen m ißit. 5 aih gedißet— tan dihin 44 bornen rüh 643 Gottes Eingeborner wird der Erſtgeborne einer armen Jungfrau, liegt im Stalle, in einer Krippe, in ſchlechte Win⸗ deln gewickelt, der den Himmel ausbreitet wie einen Teppich, der das Meer und alle Enden der Erde wie mit einer Spanne umfaßt! Welche Groͤße! welche Kleinheit! Gottes Sohn in Windeln!— Da ſehen wir ja, was Gott will. Hat Er auch ſeinen Sohn, wie ſie ſagen, nur zum Beiſpiel und Vor⸗ bild in die Welt geſandt: nun, ſo kommt her da und ſehet, welch ein Beiſpiel in der Krippe liegt; kommt her und lernet von dieſem Vorbilde der Gottheit Demuth und Kleinheit. Lernet hier euren Stolz, Hochmuth, Eigenduͤnkel, Ehrgeiz, Ruhmbegierde, Selbſtgefaͤlligkeit und all das hochherfahrende Weſen ablegen und dieſem Kindlein zum Opfer bringen. Der Schoͤpfer Himmels und der Erde hat kaum ein Plaͤtzchen, wo er geboren werden kann, und eurem breiten und dicken Stolze iſt die Welt zu enge und nirgends Raum genug, euch auszu⸗ breiten und groß machen zu koͤnnen, wie ihr gern wolltet. Nun, ſo ſei es, Jeſus ſei blos euer Beiſpiel! Laſſet es ihn doch ſein, werdet ſo klein, wie er, dann werdet ihr die Groͤß⸗ ten im Himmelreiche. Verſuchet es nur einmal, ſo werdet ihr bald finden, daß er euch noch mehr werden und ſein muß, daß ihr ohne ihn das Kleinſte, das Kleinwerden, nicht einmal vermoͤget; wie wollt ihr denn groß werden?! Fanget erſt beim A, beim Kleinwerden an, wie Jeſus. Werdet geringe in euren Augen, arm im Geiſte, ſo wird ſich dieſes kleine, arme Kindlein euch ins Herz legen; wird euch erheben aus eurem Staube und Koth, wird euch groß machen. Denn was iſt eure ſtolze Einbildung und Hoffart anders, als Staub und Koth? Weg damit, zum Kindlein hin! Betrachtet es recht; ergebet euch ihm, ſo wird etwas aus euch— ſonſt ewig nichts. Mel. 29. Hier legt mein Sinn ſich. 1. Da liegt das Kindlein in der Krippe. Noch ſchweigt des 41* 644 Himmels⸗Kindes Lippe. Sein Weſen mir doch ſagen will: O waͤreſt du ſo rein und ſtill! 2. Gott nahm die Menſchheit an auf Erden und mußte erſt ein Kindlein werden; denn's kann durch Kindlichkeit allein der Menſch mit Gott vereinigt ſein. 3. Ein ſanftes, ſtilles Kinderweſen, die Schönheit hat ſich Gott er⸗ leſen. Ein unverſtellter Einfalts⸗Sinn führt uns zur erſten Unſchuld hin. 4. Wer ſich vom Geiſt dahin läßt ziehen, wird einſt im Garten Gottes blühen, wie Blümchen in dem Paradies. Du, lieber Leſer, merke dies! 8* G. T. St. 361. 26. December. Und dies ſei euch das Zeichen, ihr werdet ein Kind finden in Windeln eingewickelt und in der Krippe lie⸗ gend.— Und ſie kamen eilend, und fanden Maria und Joſeph, und das Kind in der Krippe liegend.(Luc. 2,12. 16.) Ein Kind iſt uns geboren, ein Sohn iſt uns ge⸗ geben.(Jeſ. 9, 6.) Ach, daß ſich Gott erbarme! Gottes Sohn in Windeln eingewickelt— und in welchen armen, ſchlechten Windeln— in einer Krippe! Ach, daß ſich Gott erbarme! werden die guten Hirten gedacht haben, da ſie das Kindlein ſahen. Und dies ſollte das Zeichen ſein, an welchem ſie den Sohn Gottes, den Meſſias, erkennen mußten. An dieſes Zeichen haben ge⸗ wiß alle Zeichendeuter in ganz Iſrael nicht gedacht. Aber die armen Hirten wußten es jetzt, denn der Herr hat es ihnen zur rechten Stunde noch geſagt. Sei nur fromm und treu deinem Herrn, das Zeichen wird er dir ſchon ſagen. Zerbrich dir den Kopf nicht— zerbrich dein Herz und bereite dem Kindlein eine Wohnung, eine Krippe und Windeln; es wird ſchon kommen und wird dir ſchon ſagen, wie? und wann? Ich glaube es gern, daß ſich die ganze Welt nicht in Gottes 6 ——2ſſſͤ 645 Wege, in die Windeln, in einen Heiland in Windeln darge⸗ boten, finden kann; er geht ja gerade lauter ſolche Wege, die aller Welt entgegen und zuwider ſind. Und wer ſich in ihn finden will, muß der Welt und ihrem Sinn und Weſen ganz den Ruͤcken kehren, oder er aͤrgert ſich an Gott und Jeſu alle Augenblicke. Komm, mein Lieber! wir wollen uns an die Welt nicht kehren; laß ſie, komm zur Krippe und aͤrgere dich an den ſchlechten Windeln nicht, an der Krippe, am Stalle nicht. Siehe auf das, was drinnen liegt. Was hilft dir ein goldnes Haus, wenn Fledermaͤuſe oder Raubvoͤgel darin wohnen. Ziere und verziere dich nicht nach der Welt Art, bilde dich nicht nach der Menſchen Sitte, ſondern ſo, wie es Gott will, rein und klein, arm und gering, ſo legt dir Gott ſeinen Sohn ins Herz; und du haſt genug. Mel. 20. Jeſu, deiner zu gedenken. Oder: In den erſten Gnadentagen. 1. O du wundervoller Knabe, Kind des Himmels, Segensgabe, wenn ich dich im Herzen habe, hab' ich ewiglich genug. 2. Sehnlich will ich nach dir blicken, feſt an meine Bruſt dich drücken, freundlich dir die Wohnung ſchmücken; komm herein, veracht' ſie nicht. 3. Nein, du wirſt mich nicht verſchmähen, noch mein Haus vorüber⸗ gehen; ſchon verſpür' ich's Friedenswehen, Kindlein, deine Gegenwart. 4. Selig's, innres Feſtgeläute ladet mich zur Feier heute, da als Heiland ſünd'ger Leute, als mein Heiland du erſcheinſt. 5. O, daß doch der Geiſt der Liebe mir's mit Flammengriffeln ſchriebe tief ins Herz! daß meine Triebe alle dir erglüheten! v. A. —õ————-———e——ͤ————y—————— 362. 27. December. Abraham war froh, daß er meinen Tag ſehen ſollte, und er ſahe ihn und freuete ſich.(Joh. 8, 56.) Dies iſt der Tag, den der Herr gemacht hat; laſſet uns freuen und fröhlich ſein darinnen.(pſ. 118, 24.) In den⸗ =—. 5 6 46 ſelbigen Tagen will ich dem David ein gerecht Ge⸗ wächs aufgehen laſſen, und ſoll ein König ſein, der wohl regieren wird, und ſoll Recht und Gerechtigkeit anrichten auf Erden.(er. 33, 15.) Alle Propheten ha⸗ ben von dieſem Tage verkündigt.(Apſtg. 3, 24.) Wie lange voraus hat ſich Abraham auf die Menſchwer⸗ dung des Sohnes Gottes gefreuet, und wir ſollten uns nicht freuen? nachdem wir die Geſchichte wiſſen und die Gnade derſelben an unſern Herzen erfahren koͤnnen. Wie war das ganze Alte Teſtament darauf geſpannt, wie ſtreckten ſie Alle ihre Haͤlſe, wie hoben ſie Alle ihre Haͤupter in die Hoͤhe und ſchauten nach dieſem Tage hin, ob er nicht bald komme! Und ſo viele Chriſten, denen der Tag erſchienen iſt, freuen ſich nicht! Doch, wer da weiß und genießet, was ihm dieſer Tag der Geburt des Herrn gebracht hat, der kann ſich der Freude nicht erwehren. Das gerechte Gewaͤchs, das Jeſaia ankuͤndigt, iſt aufgegangen; der Baum des Lebens ſteht da, in den wir uns Alle einpfropfen laſſen koͤnnen, in ihm gerecht und ſelig zu werden und zur goͤttlichen Groͤße heran zu wach⸗ ſen. Der Koͤnig iſt da, der wohl regiert, der Recht und Ge⸗ rechtigkeit anrichtet in Allen, die ſich ihm als freiwillige Un⸗ terthanen unterwerfen und ſich ihm ergeben, denn er zwingt Niemand in ſein Reich. Er ruft zwar mit Freundlichkeit und macht uns die allergroͤßten Verheißungen; aber wer ſich dadurch nicht ziehen laͤßt, den beweint er und traͤgt ihn ſo lange wie moͤglich mit Geduld. O des goͤttlichen Koͤniges! O des herrlichen Tages, der uns dieſen Koͤnig gebracht hat! Doch weißt du auch den Tag, wo er dir geboren, wo er dein Koͤnig geworden iſt? Mel. 22. Es kam die gnadenvolle Nacht. Oder: Die Seele Chriſti heil'ge mich. 1. Empor zu Gott, mein Lobgeſang, er, dem das Lied der Enge klang, der hohe Freudentag iſt da! Lobſinget ihm! Halleluja! kunen F. gri e. im al ili te v ta Ri des gö E dir 8 die Eul t e 8, dem 2 647 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht gebracht! Nun leuchtet uns ein milder Strahl, wie Morgenroth, im dunklen Thal. 1. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von ſchlichtem Pilgerkleid um⸗ hüllt, und führet uns mit ſanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der dort oben herrlich thront, hat unter uns, ein Menſch, gewohnt! Damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich! 8 5. Einſt führet er zur Himmelsbahn uns, ſeine Brüder, auch hinan! und wandelt unſer Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgeſang! ihm, dem der Engel Lied erklang; der hohe Freudentag iſt da! ſingt heilig! und Halleluja! Krmmcher. 363. 28. December. b Ehre ſei Gott in der Höhe, und Friede auf Er⸗ den, und den Menſchen ein Wohlgefallen!(Luc. 2,14.) So ſangen Gottes Engel in den Wolken am Tage der Geburt des Erloͤſers der Welt. So ſingt nun ewig die erloͤ⸗ ſete Menſchheit; alle Kinder des Friedens, denen wirklich Gnade, Vergebung der Suͤnden und Friede durch ſeine Menſchwerdung und durch ſeinen Tod zu Theil geworden iſt. So koͤnnen aber die noch nicht ſingen, in welchen Chriſtus, un⸗ ſer Friede,(Eph. 2, 14.) noch nicht geboren iſt. Wo die Suͤnde und Welt noch lebt und herrſcht, kann kein Geſang von Friede und Ehre Gottes Statt haben. Denn ſo lange der Menſch den nicht in ſein Herz aufnimmt, den ihm Gott geſandt hat zu ſeinem Heile, giebt er Gott die Ehre nicht, und ſo lange giebt ihm Gott den Frieden nicht. Menſchenkind! gieb Gott die Ehre, ſo giebt er dir den Frieden, giebt dir ſeinen Sohn. Gieb Gott die Ehre, bekenne vor ihm, daß du ein verdamm⸗ ter, verfluchter Suͤnder biſt, fuͤr welchen Gottes Sohn vom Himmel hat kommen muͤſſen, um ſeine Schuld und Suͤnden 648 zu buͤßen, ihn zu retten und ſelig zu machen. Erkenne und bekenne dies mit gebeugtem, zerknirſchtem Sinne, und bitte Gott um ſeinen Sohn, daß du ſeiner aus Gnaden theilhaftig wirſt— ſo giebſt du Gott die Ehre, und die Engel Gottes ſingen dann auch uͤber dir dieſen Lobgeſang.— Nun hat Gott ſeine Ehre: darum Friede dieſem Menſchen! Gottes Wohl⸗ gefallen ruht auf ihm. Was hilft dir ſonſt der Engelgeſang, wenn in dir noch der Welt⸗ und Suͤnde⸗Klang erſchallt, wenn immer kein Friede in dir iſt? Mel. 61. Jauchzet ihr Himmel, frohlocket. Oder: Lobe den Herren, den ꝛc. 1. Ehre ſei Gott in der Höhe! Der Herr iſt geboren. Laſſet uns ſingen, o Brüder! uns hat er erkoren, hier ſchon uns ſein, ſeiner Er⸗ barmung zu freun. Uns iſt der Heiland geboren. 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Schafe, verlaſſen vom Hirten. Jeſus erſchien! Nächte verſchwanden durch ihn, die auch die Weiſen verwirrten. 3. Kinder des Vaters, erkoren, ihn liebend zu ehren, haßten mit Bitterkeit ſich an der Gottheit Altären. Jeſus erſchien! und es ward Friede durch ihn. Singt dem Erbarmer zu Ehren! 4. Gnade und Wahrheit entkeimten des Göttlichen Schritten; Troſt und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten; ward ihnen Freund, hatte gleich ihnen geweint, hatte gleich ihnen gelitten. 5. Ehre ſei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn uns, o Preis ihm! durch ihn uns gegeben. Bis in das Grab ſtieg er vom Himmel herab, um uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Ausſicht, wenn dort einen Retter ich ſehe, ihn mit den Schaaren Vollendeter preiſend erhöhe! Danket ſchon hier, ſelige Brüder, mit mir: Ehre ſei Gott in der Höhe! Nmyr. 364. 29. December. Meine Kinder, welche ich abermal mit Aengſten gebäre, bis daß Chriſtus in euch eine Geſtalt gewinne. Gar. 4, 19.) Wiſſet ihr nicht, daß unſere Leiber Glieder Chriſti ſind?— daß euer Leib ein Tempel des heiligen 4 2n nitda ne ekk, ſii 3 ——— 5 ne Ge N jewin. ſere 1e Glüt Tenpi S heiihn Jur ernal d Leuft 649 Geiſtes iſt, der in euch iſt?— darum ſo preiſet Gott an eurem Leibe und Geiſte, welche ſind Gottes. Cor. 6, 15. 19. 20.) Wozu waͤre der heilige Geiſt in den Herzen der Chriſten, wenn er nicht Chriſtum in ihnen zeugte und verklaͤrte? Der heilige Geiſt hat kein ander Amt und Geſchaͤft bei den Men⸗ ſchen, als den neuen Menſchen, Jeſum Chriſtum, in allen wieder herzuſtellen, daß in uns Allen das Ebenbild Gottes, welches Chriſtus iſt, wieder erneuert und verherrlichet werde. Wie Chriſtus im Leibe der Jungfrau Maria durch den heili⸗ gen Geiſt leiblich geſtaltet wurde, ſo muß er in jedem wahren Chriſten geiſtlich geſtaltet werden. Das war auch der Sinn der Apoſtel; darauf gingen ſie aus, dafuͤr litten ſie oft große Angſt und Schmerzen, bis endlich Chriſtus in den Glaͤubigen eine Geſtalt gewannz bis ſie Jeſum ganz angezogen hatten, Jeſu gleich geſinnt waren— nicht nur im gewoͤhnlichen pro⸗ fanen Sinne der Moraliſten, einige ſeiner Geſinnungen an⸗ nahmen: nein, Chriſti Sinn und Geiſt, Chriſti Leben und Weſen, Natur und Eigenſchaften, nicht durch menſchliche, eigne Kraft und Kunſt, ſondern wiedergeboren, von oben durch den heiligen Geiſt gezeugt, ſo daß nicht mehr ſie lebten, ſon⸗ dern Chriſtus in ihnen. Das iſt wahre, innere Weihnacht, das heißt die Geburt Chriſti feiern. Wer alſo das neugeborne Kind in ſeinem Herzen findet und anbetet, der iſt Chriſti theilhaftig geworden(Hebr. 3, 6.), der kann ſich der Geburt Chriſti freuen. Die Uebrigen wiſſen nicht, was ſie thun; ſie feiern das Geburtsfeſt Chriſti, wie man den Geburtstag eines Fuͤrſten feiert, oder nicht einmal ſo, weil Chriſtus ſie nicht einmal ſo nahe anzugehen ſcheint. Mel. 52. Wer Ohren hat. Oder: Beſiehl du deine Wege. 1. Drum heißt er ja der Heiland, der ew'ge Troſt und Rath, weil er noch ſtets, wie weiland, ſich allen Sündern naht. Mit ſeinem 3 4 650 Geiſt und Gaben iſt er noch immer hier; man kann ihn immer haben; er ſteht vor jeder Thür.. 2. Den Gottes Magd geboren, den Gottes Magd geſäugt, der wird noch heut' geboren und immerfort erzeugt. In frommen Men⸗ ſchen⸗Herzen gewinnt er die Geſtalt zu Luſt und auch zu Schmerzen, mit himmliſcher Gewalt. 3. Das iſt das Pfand der Gnade, die uns der Herr geſchenkt, die ew'ge Bundeslade, in die er ſich geſenkt. Das iſt das ew'ge Leben, das Jeder haben kann, das liebend ſich gegeben zur Speiſe Jedermann. 4. Das iſt die dritte Weihnacht, wenn er in uns erſcheint; das iſt die ſchönſte Weihnacht, nach der ſein Jünger weint. O komm, o komm, du Liebe! und kehre bei mir ein! Beherrſche meine Triebe! mein ganzes Herz iſt dein! —õ——--——-o-—— 365. 30. December. Simeon nahm das Kind auf ſeine Arme, und lobte Gott und ſprach: Nun läſſeſt du deinen Diener in Frieden fahren, nach deinem Wort.— Meine Augen haben dein Heil geſehen, das du bereitet haſt im Ange⸗ ſichte aller Völker, das Licht, das die Heiden erleuch⸗ ten ſoll, die Zierde des Hauſes Iſrael.(Luc. 2, 28— 32.) Beneide den frommen Simeon nicht— denn du kannſt Jeſum ſo nahe, ja noch naͤher haben, als er. Er hatte ihn in den Armen; Jeſus will zu dir in dein Herz kommen und Ein Geiſt mit dir werden, in dir leben, wohnen und wandeln. Strecke die Arme deiner Seele, Glaube und Liebe, ſo nach ihm aus, oͤffne dein Herz dem neugebornen Heiland, ſo wie Simeon ſich nach ihm ſein ganzes Leben hindurch ſehnte, auf ihn, als den Troſt Iſraels, wartete und keine andre Freude kannte, als ihn zu ſehen, und da er ihn ſah, nun gern ſtarb. Solche Herzen muͤſſen ihn haben und haben ihn gewiß. Iſt nichts in deinem Innern, als die heißeſte Begierde, der bren⸗ nendſte Durſt nach ihm: ſo iſt er gewiß in dieſem Durſte, ſo 8—. ne Ar dlle deine nerh — 1 ⅝ Aun. teittt h d Ange. el. 8= 5= 2) 4—d ruu twi als er. Sutt ih ein Het ma md 8 vohnen Ervndeat e und ſomch mm J, ſnt hindut ich 1 1 dd kind Ee Frade, de de farleh, zaben ih 3 b.. Behi= d bnr dieß! arſte, N9 in dieß 651 offenbart er ſich gewiß deinem ſehnenden, durſtenden Herzen ſo, daß dir die Freude, ihn zu beſitzen, uͤber alle Freuden des Lebens geht, und du nun nicht mehr der Welt, nicht mehr dir, nicht mehr der Suͤnde, ſondern nur dem lebſt, der ſich dir ge⸗ ſchenket hat. Iſt uns doch Allen dieſes Kind geboren.(Jeſ.9,6.) Liegt es doch Allen vor Augen in ſeinem Worte; wird es uns doch durch die Verkuͤndigung des Evangeliums dargeboten und uns ins Herz eingepflanzt. Jac. 1,21.) Eil ſo nimm es doch auf deine Arme, ſo hebe es doch mit Glauben und Liebe aus dem Worte heraus und ſchließ es in dein Herz ein; denn es kann und wird deine Seele ſelig machen. Mel. 38. Noch wallen wir im Thränenthal. Oder: Kommt her zu mir. 1. Wohl auf, mein Herz, verlaß die Welt, dem, der für dich ſich dargeſtellt, nun dich auch darzuſtellen! Er iſt das Licht, drum ſei gewiß: er wird auch deine Finſterniß durch ſeinen Glanz erhellen. 2. Auch du ſollſt ihm ſein Tempel ſein; er ſelbſt macht dich von Sünden rein und hat hier Luſt zu wohnen. Doch finſtres Herz, auf! werde Licht! denn Jeſus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüſte ſchonen. 3. Was nur dem Fleiſche wohlgefällt, das opfre die verkehrte Welt dem Satan, ihrem Gotte. Sie erndtet Schaden blos für Müh'. Für ihren Sündendienſt wird ſie einſt ewiglich zu Spotte. 4. Doch wer begehret Gottes Sohn, vom Geiſt erweckt, wie Simeon, zu ſeinem Heil zu haben, Gott fürchtet, ſich der Welt ent⸗ wöhnt, aus ihr ſich nach dem Himmel ſehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer auf das Wort der Wahrheit baut, im Glauben nur auf Jeſum ſchaut, der kann im Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verſaſht„er wird ſich ihm in ſeinem Licht ſelbſt herrlich offen⸗ baren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich ſtets voll Glaubens ſein, laß ſtets im Geiſt mich leben! bis du auch mich, wenn dir's gefällt, in Friede wirſt aus dieſer Welt in deine Wonn' erheben. * L. Laurenti. —————— 652 366. 31. December. Ich dachte: Laß die Jahre reden.(Siob 32,7) Herr, laß ihn noch dieſes Jahr, bis ich um ihn her aufge⸗ graben und Dünger daran gelegt habe.(euc. 13, 8.) Ich will ihnen noch Friſt geben 120 Jahre. Moſ. 6,3.) Wenn deine Jahre reden, was hoͤrſt du? Was hoͤrt Gott von dir? Was hoͤren deine Mitbruͤder? Das Ende, der Schluß dieſer Rede, den du daraus ziehen ſollſt, wird wohl kein anderer als der ſein: Thue Buße! Alle deine Jahre ru⸗ fen dir zu: Beſſere dich!— Der Gaͤrtner kommt heute in ſeinen Garten und ſucht Fruͤchte. Wenn er ſich nun vor den Baum deines Lebens ſtellt und deine Jahre fraͤgt, dieſes Jahr beſonders fraͤgt; was antworten ſie? was ſpricht dieſes Jahr von dir? Findet er die erwuͤnſchten Fruͤchte? Er hat viele Gnaden an dich gewandt, hat dir viel gegeben: und wem viel gegeben iſt, von dem wird auch viel gefordert.— Wenn nun der Vater ſpricht: So viel Jahre komme ich ſchon und ſuche Frucht an dieſem Baume und finde keine; haue ihn um!— Wiel wenn wirklich heute dieſes im Himmel beſchloſ⸗ ſen wuͤrde! Und koͤnnte es nicht ſein? Haͤtteſt du es nicht verdient? Ich wohl.— Was wollen wir alſo thun? Wir wollen uns ohne Berzug und mit ganzem Herzen zu Jeſu wenden, vor ihm niederfallen auf unſer Angeſicht, als vor unſerm einzigen Mittler und Verſoͤhner, daß er uns vertritt und fuͤr uns bittet beim Vater; ſo wird er auch fuͤr um, fuͤr dich und fuͤr mich zu dem Vater ſagen: Laß ihn noch dieſes Jahr, bis ich um ihn her aufgrabe und Duͤnger daran lege, vielleicht bringt er dann Frucht. Wo nicht, ſo kannſt du ihn umhauen.— Sieh, der Fuͤrbitte Jeſu haſt du es allein zu verdanken, daß dir Gott ſo viel Jahre ſchenket. Aber vielleicht iſt das kommende das letzte. Darum wende es ſo 1 2 E 12 AM A Adeb 6⁵³ an, halte dich ſo an deinen Gott und Heiland, daß er nicht Urſache habe, zu ſagen: Haue ihn weg, was ſoll er das Land umſonſt einnehmen. Gott iſt ſehr langmuͤthig; das ſehen wir an ſeiner Geduld zu den Zeiten Noahs: Er gab ihnen lange Friſt— aber, je laͤnger die Friſt, je groͤßer ihre Bosheit. Endlich brach er los mit ſeinen Gerichten. Der alte Gott lebt noch. Schließe daher dieſes Jahr mit beſonderm Gebete und innigem Flehen, daß Gott nicht ins Gericht mit dir gehe, ſon⸗ dern dein Herz durch Jeſum zur wahren Buße und Beſſerung erneuere und dir ein Leben nach ſeinem Wohlgefallen ſchenke. Mel. 98. Nun danket alle Gott. 1. Ein Jahr der Sterblichkeit, der kurzen Lebenstage iſt abermal dahin, mit aller Luſt und Plage; auf immer iſt ein Theil der kurzen Pilgerſchaft, wie ſchnell! zurückgelegt. Gott fordert Rechenſchaft! 2. Herr, deine Huld iſt's nur,(die nimmer uns zu lieben ermüdet, noch vergißt), daß wir ſind übrig blieben. Nimm unſers Herzens Dank in Gnaden von uns an, für das, was du an uns in dieſem Jahr gethan. 3. Wir ſchließen uns aufs neu' in dein ſo treues Sorgen, in deine Obhut ein, da ſind wir wohl geborgen; da iſt das feſte Schloß vor al⸗ ler Feinde Trutz. Da birgt ſein Volk ſich hin und findet ſichern Schutz. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stärk' im Glauben;z laß uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben! Erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlöſche bei uns nicht. 5. Erwecke neue Lieb' und Hoffnung in uns Allen! Und ſollt' im neuen Jahr uns neue Noth befallen, ſo ſtärke die Geduld, und mache deine Treu', o Heiland! über uns mit jedem Tage neu! 6. Gieb, daß wir mehr und mehr des Fleiſches Lüſte tödten! Ver⸗ leih' an Seel' und Leib, was Jedem iſt von Nöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, ſtets wohl zufrieden ſein; du machſt doch Alles gut. 7. Wem du im neuen Jahr, aus dieſer Welt zu ſcheiden, das Ziel geſetzet haſt, den laß in dir mit Freuden, im Glauben ſelig hier beſchlie⸗ ßen ſeinen Lauf und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Amen. — — ———— 8 Alphabetiſches Verzeichniß der Lieder im Schatzkäſtchen. A. Num. Ach, die zweifelnden Gedank. 261 Ach, Gott, ich ſuchte dich 321 Ach Gott, mein Herz iſt 207 Ach Jeſus, Jeſus hoͤre.. 175 Ach Seelen, wo bleibt denn 42 Ach, was wollt ihr, truͤbe S. 185 Ach, waͤr' ich ganz ein Geiſt 8 Ach, wo findet meine Seele 85 Ach, um Troſt iſt mir ſehr. 115 Ach, unſer Herz war in der 51 Alles iſt euer..... 113 Alle Sorgen, alle Plagen. 192 Alles will Gott drinnen 47 Als Moſes in die Felskluft 186 Anbetung, Jeſus Chriſtus, 112 Anbetungswuͤrdig's Lamm. 272 An deinem Worte bleib' ich 157 An Jeſum will ich denken 292 Auf, danket ihm mit Herz 96 Auferſtanden, auferſtanden. 104 Auf Jeſum mußt du dich.. 39 Auf hohem lichten Berge 44 Auf, Seele, auf und preis 327 Auf, ſingt heut Jubellieder 100 Aus irdiſchem Getuͤmmel. 182 A und O Immanuel.... 2 B. Barmherz'ger Vater, hoͤch⸗ ſter Gott 342 Beginnt ein Lied voll Dank 754 Bereit zum Wachen.... Bewahr' vor ſuͤndlichen G.. C. Chriſt, aus deinem Herzen. Chriſten erwarten in allerlei Chriſtus, etwas deiner Fr. Chriſtus, mein Leben, mein D. Da liegt das Kindlein.. Damit ich dir gefaͤllig... Das ewige Erbarmen... Das iſt der Bienen..... Das ſei alle meine Tage.. Das Wollen und Vollbring. Deines Heilands freue dich. Dem allerhoͤchſten Weſen.. Den die Engel droben... Denke nicht, was ſoll ich.. Der beſte Freund iſt in d. H Der du der Strafe ſchwere. Der ew'ge Gott, der Morgen Der Glaub' iſt eine Zuverſ. Der Glaub' iſt feſte Zuyerſ. Der Herr, der aller Enden. Der Herr hat euch ein W.. Der Herr iſt der Begruͤnder Der Himmel iſt uns aufg.. Des Herzens Wuͤnſch' und. Dich kroͤnte Gott mit Freud. Dieß jſt die Nacht. darin. Num. Ermuntre Seele dich und. 247 Erquicke du mit deinem F. 41 Erwacht und herrſcht, ihr 164 Es iſt noch eine Ruh' vorh. 215 Es iſt noch Raum, mein. 208 Die Strafe lag auf ihm. 69 Die Welt moͤcht' auch gern. 202 Die Zeit iſt nunmehr nah.. 332 Drum heißt er ja der Heil. 364 Du armer Menſch, laß dein. 224 Du biſt allein nur liebensw. 238 Es ſtroͤmt auf dich von allen 75 Du biſt ja, Jeſus, meine Fr. 235 Ew'ge Liebe, Jeſu Chriſt.. 205 Du, der Herz und Nieren 301 F Du Geiſt des Lebens, d. F. 140 3 Du Gottes Lamm, d. alle S. 88 6 Falſches Blendwerk eitler.. 274 Feſt halt' ich das, was. 3144 5 laud iſt Naud iſt imml iſt erzens 8 E iate Gott Nac M Du großer Schmerzensm.. Du kannſt's nicht boͤſe m.. Dulde Chriſt, des Lebens.. Du liebe Unſchuld du.... Du ſchmachteſt unter deiner. Du ſollſt Satans finſtre.. Du toͤdtend Gift der Eigenl. Du Wort des Vaters, rede. E. Ehre ſei Gott in der Hoͤhe. Ein Gaͤrtner geht in ſ. G.. Ein Hirte ſtirbt fuͤr ſeine S. Ein Jahr der Sterblichkeit. Ein Kindlein lebet frei... Ein Nam'iſt mir ins Herz. Einſt ruht die Seel' in Jeſu Einſt wird die Taube.... Ein Suͤnder hat ſonſt keine. Empor zu Gott, mein Lobg. Endlich, endlich muß..... Erbarm' dich, Herr, du... Erhebe dich mein Herz... Erheb', o Chriſt, dein Herz und Sinn........ Er iſt das wahre Licht... Er iſt, Gott iſt, o Gott... 92 250 243 Großer Heiland, deine Triebe Fuͤr mich haſt du den Tod. 79 G. Geheimnißvolles Oſterlamm 136 Gieb du Weisheit meiner S. 226 Gieb Jeſu, Sanftmuth.. 315 Gieb mir des Glaub. Licht. 30 Gott, du Vater, deine Liebe 17 Gottes Lamm ruft Gnade. 6 Gottes Sohn iſt kommen. 358 Gott faͤhret auf gen H.... 133 Gott, geopferter Erbarmer. 178 Gott iſt mein Licht, der Herr mein Heiil 343 117 Habt ihr es denn nie erfahr. 198 Halleluja! Der Menſch ſoll. 62 Haͤtt' ich Fluügel 36 Heiland, dich nur zu erheben 290 Heiland, ſtill an dich zu d. 125 Herr, der du alle Dinge.. 145 Herr, dir danken wir, wir. 106 Herr, hoͤre mein Gebet 330 Herr, ich falle vor dir nieder 179 Herr Jeſu Chriſt, mein L.. 31 98 Herr Jeſu, deiner Glieder. Herr, laß uns mit d. auferſt. Herr, lehr' mich auf den H. Herr, wie lange muß ich.. Hier auf Erden muß ich leid. Hier iſt noch unſre Pruͤfungs⸗ zeit...... Hier lieg' ich, Herr, im St. Hier liegt mein Heiland.. Hier ſteh' ich, Vater, bei des Hoch uͤber Erd' und Welt und Zeit......... Hoͤll⸗Bezwinger nimm die. J. Jauchzet alle Frommen, er. Jauchzet all' ihr Frommen, er wird...... Ich bin ein Gaſt auf Erden Ich bin gewiß, daß weder T. Ich danke dir, mein Gott. Ich erwaͤg' es oft und viel. Ich habe Gott und hab' g. Ich kenne e. Steuermann ꝛc. ſieh: Mein Heiland iſt mein Steuermann... Ich laſſe Jeſum nicht... Ich liebe dich, mein H. u. G. Ich ſag' es Jedem, daß er l. Ich ſeh' der Sonne goldne. Ich ſeh' empor zu dir... Ich ſoll harren, ich ſoll hoffen Ich weiß mein Gott, daß.. Ich weiß nicht, was ich w.. Ich weiß noch keinen beſſern Ich will dir mit der Morg. Jeſu, frommer Menſchenh. 6⁵56 Num. 132 98 217 204 130 195 225 67 252 142 101 356 Num. Jeſu, hilf ſiegen...... 331 Jeſus Chriſtus iſt noch heute 354 Jeſus Chriſtus, Troſt der 288 Jeſus, darf ich Suͤnder.. 90 Jeſus haͤngt in ſeinem Bl.. 83 Jeſus ſchwebt mir in G.. 255 Jeſu, ſieh, ich liege da. 211 Jeſus iſt erſtanden, frei.. 102 Ihr habt Barmherzigkeit.. 21 Ihr Menſchen, liebet Jeſum 110 Ihr Menſchen moͤget euch. 60 Ihr Mitgenoſſen, auf.. 350 Ihr Reben, ſeid ihr feſt geb. 121 Ihr Seelen flieht zu Jeſu 239 Im Glauben und Vertrauen 244 In aller Welt aus jedem. 227 In den Auen jener Freude 221 In den ſel'gen Augenblicken 286 In jenen dunklen Jammer⸗ ſtunden....... 66 Irdiſches muß all' verweſen. 234 Iſt denn keine Gnad' vorh. 160 Iſt er nun aber gaͤnzlich. 127 Iſt Gott fuͤr uns in allen. 348 Iſt kein Jeſus mehr vorh. 162 Iſt unſer Schatz im Him⸗ melreich 1 39 K. Kann ich keinen Frieden find. 124 Kirchhof, heil'ge Staͤtte.. 307 Komm, glaube, lies und f. 268 Komm, Gottes Geiſt, komm Herzensgaſt....... Komm Herz und lerne 271 Komm Kind der Nacht.. 64 Komm mit, o Seele, nach G. 68 genoſſe ſſer 42..3 Al 1 1An 1 1 1 A uüm u lun d muß 44* 8 n kine. 8..M. R. U län * d für un 1 Jeius 1 2t ſer Sche 1 c keinen 8 f. heilge Pe „glaude, „Gettes zensgeſt. Herz un. Kind derſ r ⸗ un 7 e — — 5 . b ore. —“ ———— —— — Kommt, die ihr nicht gew. Kommt her zu Gottes Fuͤlle Koͤnig, dem kein Koͤnig... L. Laß dich denn nun wiederf.. Lebſt du in mir, o wahres. Leidender, dein Leiden ſtaͤrke Liebe, Liebe komm hernieder M. Mache dich, mein Geiſt, ber. Macht hoch die Thuͤr... Man ſaͤet und pflanzet.. Man ſtarb der Welt.. Mein Freund iſt mein u. ich Mein Freund iſt mein! wohl meiner Seelen.. Mein ganzes Weſen wird. Mein Geiſt, o Herr, nach. Mein Gott, ach ſieh, die M. Mein Heiland, du haſt mich Mein Heiland iſt mein Steu⸗ ermann. Mein Herr iſt unbeſchreiblich Mein Herr und Gott, ich. Mein Herz, warum betruͤbſt Mein Jeſus ſuͤße Seelen⸗L. Mein Immanuel! leucht' in meiner Seel'...... Menſch, Suͤnder, Staub.. Mich duͤrſtet, Herr, ich kann Mir ruft der Herr, mir.. Mit Ernſt, ihr Menſchenk. Mitleidiger Immanuel... .A. 5 4 2 2 ⁴ 2 ½ 4 Miit unſrer Macht iſt nichts Mit welchem Jammer mußt Moͤcht' hier eine Gotteshuͤtte 191 338 270 22 126 245⁵ 297 223 72 10 56 251 35⁵ 171 282 12 218 334 289 353 154 197 76 174 Muͤßt ich nicht mit Wehmuth ringen.......... N. Nach dir, o Gott, verlanget. Neig', o mein Gott, d. Ohr Nein, nicht immer weinen. Nichts iſt ſchoͤner als Geduld Noch, dennoch mußt du dr. Noch liegt das Kreuz, es w. Nun iſt es alles wohl gem.. Nun kann man alle Wahrh. Nun Kindlein bleibt... Nun ſo bleibt es feſt dabei. Nun ſteht er auf dem Todes⸗ hügel......... Nur Ein Erloͤſer Chr. lebt. Nur nicht, nur nicht betruͤbt O O Allmacht, Weisheit, G.. O daß doch alle faule Chriſt. O der großen Freude... O dreimal heil'ger Gott.. O du, der Menſchen Br... O du, der mir den Odem.. O du, du beſter Menſchenfr. O du Geiſt der Herrlichkeit. O du wundervoller Knabe.. O Evangelium fuͤr mich.. O ew'ge Schoͤnheit, die du. O Ewigkeit, du Donnerwort O Ewigkeit, du Freudenwort O Geiſt des neuen Menſch. O Gottes Sohn von Ewigk. O großer Heiland, den ich. O Heiland, laß mich dein G. Num. 177 158 201 46 304 283 74 93 23 184 32 71 347 11 169 189 254 150 137 167 73 260 361 172 15 309 310 144 257 81 300 O Herr, gieb meinem Gl.. 37 42 ——— 658 Num. O Jeſu, goͤttlich Wunderk. 359 So bin ich nun kein Kind.. O Lamm, wie groß war d. 91 So geht's von Schritt zu S. O Leben, Arbeit, Leiden. 123 So hab' ich nun den Fels. O Liebesglut, wie ſoll ich. 45 So kann ich mich mit Fr.. O liebe Hand, die Alles haͤlt 153 Soll ich denn nun immer z. O liebe Seele koͤnnt'ſt auf. 48 Sollt' ich jetzt noch, da mir. O Menſch, der ſelig werden. 7 Sorge Vater, ſorge du... O Menſch, wer Ohren hat. 212 So ringt und dringt d. T.. O moͤcht' ich allzeit deine L. 141 So trage denn u. hebe mich O ſanfter Jeſu, ſtilles Lamm 58 Steil und dornicht iſt der Pf. O ſchoͤner Tag, o Tag. 134 Suͤnder, freue dich von Herz. O Seele, willſt du Ruhe 38 T O ſehe, beſeht euch recht. 14. O ſieh mich Armen, welchem 40 Triumph, verlaßt die leere. O ſuͤßes Wort, das Jeſus 219 U. O Vaterherz, o Licht u. L. 222 Umgeben noch von Schmerz. O werdet doch des Kampfs. 180 Und haͤtt'ſt du nichts geſch O wer giebt mir Adlerfluͤgl 4 und haätt ſt du ni geſch. 3 . 4 Und muͤßt ich auch noch J.. O wie wohl, wie ſanft u. ſ. 276 Ungluͤckliche Seelen! bedenkt P. Unter allen frohen Stunden .. Unter allen großen Guͤtern. Prediger der ſüßen Lehre.. 168 nter m. Feinde Menge„. Q. 8 Quaͤlende Gedanken 237 Verblutet hat des Herz. W. R. Verborgne Gottes⸗Liebe du Ringe recht, wenn Gottes 311 Vereinigt im Gebete war.. S Vergeſſen laß mich's, H. n. * Vergiß mein nicht, daß... Schnell verfließen meine Tage 151 Verſchmachten muß d. m. Seht ihr nicht auf Gottes 108 Verſucht und pruͤft euch ſ.. Seht Menſchen, d. ihr Jeſu 253 Vor allem, was ich Schoͤn. Sei mir tauſendmal gegruͤß. 84 Sei wohlgemuth, o Chr. S. 279 W. Seinem eignen Herz. heuch. 345 Wann meine Seele ſinnend. Selig, die da duͤrſten n. G.. 258 Warum willſt du draußen. Singt dem Verſoͤhner, ſ. 339 Warum zerſtreuſt du d., m. 120 161 166 231 129 78 306 147 122 319 54 210 109 26 3⁵52 220 — ——7 x— — —— — ꝙ— —— noch e nn t kun Kſh. m tic u re 3. ſ he S — V du e du 30 r. Sin 100„ 1 * 4 rilſt d en. ., n. 'n ll t. 38 ſ 659 Was giebſt du denn, om. S. Was Gott gefaͤllt, m. fr. K. Was iſt o Gott im Himmel Was mich auf dieſ. Welt b. Was ſoll ich mich mit tauſ. Was waͤr' ich ohne dich gew. Was wollt ihr euch fuͤrchten Was zagſt du denn, om. S. Was zagſt du, Gott regiert. Weil Gnade Alles giebt.. Welch ein Gefuͤhl, an ihn z. Wenn Bangigkeit mein H. Wenn heiße Thraͤnen m... Wenn ich, Heiland, hier im Wenn ich werd' in Himmel Wenn ich zum Richter trete Wenn meine Seel' den Tag Wenn mich meine Suͤnden. Wer bin ich? welche wicht'ge Wer Bruͤder liebt, der l. ſ.. Wer daͤcht', daß bei den dunk. Wer einſam ſitzt in ſ. Kamm. Wer feiert rechte Oſterfreud. Wer Jeſum bei ſich hat.. Wer iſt der Braut des L. g. 5 Wer ſich auf ſeine Schwachh. Wer ſich verdorben fuͤhlet.. Wer taͤglich Pfingſten feiern Wie feurig, wie bruͤnſtig.. Wie groß iſt deine Herrlichk. Wie gut, wie gut iſt's Gott Wie heilig ſollen Eltern.. Num. 320 336 295 246 294 50 Wie leicht verkenn' ich mei⸗ nes Herzens Schwaͤche.. Wie lieblich iſt es in der St. Wie majeſtaͤtiſch ſind die.. Wiel mein Jeſu, ſoll der.. Wie Moſi auf dem Berg.. Wie muß, o Jeſus! doch.. Wie oft ſucht' ich betruͤbt.. Wie ſollte der nichts von mir Wie troſtvoll blick' ich von. Wie wohl iſt mir in Jeſu A. Wie wohl iſt mir in m. S.. Wie wohl iſt mir, o Fr. d. S. Willig leiden alle Schmerzen Willkommen, Held im Str. Willkommen, Ueberwinder. Wird das nicht Freude ſein. Wir wallen, Pilger allzumal Wohlan, ich will was Gott. Wohlauf, mein Herz, verlaß Wohl dem, der Jakobs Gott Wohl dem, der Jeſum liebt. Wohl dem, der ſich auf ſ. G. Wohl dem, der ſich mit Ernſt Wo ihrer zwei beiſammen. Wo iſt ein Jeſus wie der m. Wo iſt ein ſolcher Gott wie. Wunder ohne Namen! kein Zerſtreuung, Leichtſinn... Zur Rechten Gottes ſitzeſt. Num. 232 18 248 34 27— 188 242 118 131 165 291 264 116 95 97 266 233 256 365 312 203 328 236 147 213 176 82 13 138 Verzeichniß aller in Johannes Goßner's Schatzkäſtchen angeführten Textſtellen, nach der Reihenfolge der bibliſchen Bücher geordnet. 1. B. Moſe. 1. B. Samuel. Pſalm. Pſalm. Cap. Vers No. Cap. Vers No. Cap. Bers No. Cap. Vers No. 3, 13. 22⁰]0/ 2, 6. 242 2, 12. 339] 28, 1. 118 —, 15. 101 7, 3. 20 4, 4. 271 30, 6. 235 5, 24. 267—, 223. 329 5, 4. 9 31, 4. 122 6, 141 12, 22. 223—, 5. 184—, 20. 238 —,— 366—, 8. 268—,—. 22. 251 —, 9. 267/ 2. B. Samuel. 6, 4. 118—, 223. 183 8, 9. 250—, 7. 2730¹ʃ 32, 1. 165 15, 1. 161 10, 12. 336/ 9. 9. 280—, 5 6. 40 18, 19. 190 22, 30. 293⁰]—, 11. 240—, 8. 122 24, 25. 208]—, 36. 283]—, 13. 319—, 10. 251 —, 31 ff 35²—, 15. 109 33, 12. 291 26, 29.—-— 1. B. d. Könige.—, 19. 171 34, 2. 167 „ 22 f. 211 10, 12. 3219—, 5. 119 50, 20. 230 3, 9. 152]—, 17. 114—, 8. 340 — 19, 12. 26 12. 117—. 9. 111 „B..—.—,—. 165 2. B. Moſe 2. B. d. Könige. 14, 2. 207—, 11. 19. 256 15, 11. 59- 16, 5. 6. 296—, 20. 181 . 6. 145 10, 15. 31— 8. 261 37. 305 21, 14. 85 18, 6. 32 17, 7. 242—, 4. 57 24,. 27 18, 2. 262—, 5. 308 33, 13— 16. 222 1. B. d. Chronica.—, 3. 5. 337—, 7. 26 —, 14. 278—, 7. 124%—, 10. 11, 296 34, 9. 222 23, 13. 183—, 20. 337—, 25. 223 d.,= e. n e. ſun 3. B. Mo. 9*—, ·*«* 7 38, 22. 319 ſe—, 15. 233—, 35. 72 39, lo. 308 26, 12.[2481— 17. 28 15 56. 287—, 13. 14. 233 „ 10. 40, 3. 4. 337 5. B. Moſ 2. B. d. Chronica.—, 14. 12—, 5. 165 .B. e. 5—, I9 29, 8 275]—, 6. 176 „ 13. 2, 3. 118/—, 12. 268 4 248 13, 10 f. 348—, 13. 71141, 2. 164 3, 1 230 16, 19. 142/—, 15. 17. 72 42, 1. 145 2*— 97. 4. 40—, 18. 19. 71—, 3. 15 33, 3. 250 B. Hiob. 23. 108/—, 4. 5. 273 13,„ 251—, 5. 6. 341—, 10. 235 „ 29. 5, 18. 242 24, 7. 338—, 12. 193 2. S 7, 2. 3. 288 25, 1. 15 43, 2. 235 Joſua. 14, 14. 193—, 4. 330%—, 3. 278 —— 19, 25. 1071—, 5. 122 44, 15. 165 1. 5. 189—, 10. 251—, 24. 319 „ 1.—„ 2— 4.[185—, 11. 240⁰ 45, 3. 109 20, 2. 3. 85 32, 7. 366—, 15. 15 46. 216 24, 16. 303—, 8. 260 26, 2. 330%—, 3. 4. 56 —, 6. 226]—, 12. 187 B. d. Nichter. Pſalm. 27. 1 343 47, 6. 133 —, 1. 5. 324 48. 216 10, 15. 336 2, 7. 12. 112—, 11. 122 51, 12. 149 16, 15 31— „ 15.—, 12. 328—,—. 300„ 13. 144 2* 661 Pſalm. Sprüchwörter. = ——— B22S 9 88 S ₰ — 2 — — 41— — *ε —— AEEE 1114144414 — 8 S — 1. 1. 2— 4. 1— b. 5. 6. 1. 7. 1. 2 1 1 1 1. — d0 — d0 „ S * * Klaglieder. 25. 207 31. 32. 175 319 57.[125 Ezechiel. 80 11J. 2 4 8 85 00 ☛ ☛ SgS — 5 146, 147, 5. —, 329 Sprüchwoͤrter. 5. 9. 255 6— 11. 229 17. 35. 347 21. 164 2. 39 662 Daniel. Sirach. Ev. d. Lucas. Ev. d. Johannes. 7 4 Cap. Vers No. Cap. Vers No. Cap. Vers No. Cap. Vers No. 4, 34. 314/ 1, 13. 226 2, 14. 363] 14, 2. 3. 131 7, 18. 281—, 33. 1168/—, 16. 361—, 6. 182 12, 7. 13—, 34. 274 ¹j—, 27 265—, 12. 209 2, 6. 162]⁰/—, 28— 32. 365—, 18. 51 Hoſea. 16, 3. 190/—, 41 265—,—. 130 18, 13. 25 7, 13 219—, 23. 35²2 6, 1. 2. 242—, 23. 156 8, 52.——, 28 130 —, 4. 198 22, 11. 249 9, 23. 236 15, 1— 8 121 11, 3. 122 40, 17. 164—, 35. 36. 168—, 11. 286 —, 7. 13= 11, 23. 220—, 14. 245 13, 14. 101 Ev. d. Matth. 12, 1. 274]/—, 15. 285 —, 4. 264 16, 14. 166 Joel. 2, 3. 353—, 32 47—, 16— 21. 257 5, 83. 320 13, 8 366—, 20. 219 2, 12. 20—, 12. 266—, 24. 311—, 22. 1⁰4 —, 27. 147—, 16 323 14, 16— 23. 208—, 23. 24. 240 3, 5. 179—, 24. 25. 315—, 27. 33. 236—, 24. 2886 = 6, 7. 273 15, 4. 108⁰—, 27. 46 A m D 8.—, 8. 244— 5. 254——. 244 —, 25 234—, 7. 200] 17, 20— 26. 126 9, 13 I 44 7, 218—, 10. 254 18, 36 47 —, 13. 14. 311 17, 22. 36 19, 17. 18. 70 Jona.—, 21.— 18, 8. 323⁰¹—, 26 75 8, 7. 352 19, 10. 346/—, 28. 29 77 2, 8 116306—, 27. 56 20, 38 249—, 30. 78 9, 9. 290 21, 19. 304 1—, 40. 41 93 Micha. 10, 22. 7 1 22, 15. 91 20, 11— 14. 103 11, 29. 302—, 44. 65—, 16. 105 4, 1. 44 12, 20. 331—, 46. 207—. 19. 95 7, 8. 128—, 34. 320 23, 28. 81—,—. 29. 104 —, 18. 19. 250 14, 31. 237—, 34. 74¹—= ttelgeſchicht 18, 3. 48—, 99. 43. 75] Apo e e. Habakuk.—, 4. 330—, 48. 78 29 9 —, 20. 147 24, 5. 6. 91 1, 9. 136 3, 20 127 19, 14. 48—, 34. 102 2, 1— 3 143 „—,. 25. 7—, 36. 95—, 21 1 79 Zacharja. 20, 28. 357—, 50. 51. 134 3, 24 362 22, 12. 355]⁰/—, 51. 52. 136—, 26 27 1, 3 200—, 37. 262 4. 12. 1 2, 13. 27 24, 13. 301 Ev. d. Johannes. 5, 13. 138 9, 9. 338 25, 13. 335 13, 52. 286 12, 10. 149—, 46. 310 1, 9. 120 13, 1. 83 26, 30. 37. 64—, 14. 358 Br. a. d. Nömer. —, 6. 7. 61—, 39. 67—, 10. 287 —, 41. 191—, 29. 88] 2, 6. 7. 310 Malachia. 27, 34. 74—, 45. 347/ 4, 18. 19. 316 —, 39. 75 3, 10. 189—, 20. 237 1, 2. 238—, 46. 76—, 12. 234/—, 21. 344 3, 1. 353—, 59. 60. 93—, 29. 254 5, 2. 310 4. 2 9 28, 2. 94—, 35. 1121—, 5- 7. 252 —, 18. 142 4, 34. 206—, 8— 10. 82 B. d. Weisheit.—, 19. 150 5, 40. 51 6, 4. 100 6, 44. 53]]—, 6. 86 5, 1.—6. 276 Ev. d. Marcus.—, 47. 51. 243—, 5. 8. 87 —, 15. 16. 266—, 55. 57. 178]½—, 12. 224 —, 16. 17. 281] 2, 7. 212 ⁄—, 66. 53]/ 8, 3. 4. 359 14, 21. 22 9, 44. 309]/—, 69. 321—, 9. 141 — 10, 13. 14. 265 7, 37. 15—,— 260 Judith. 15, 27. 73 8, 56. 362/—, 10. 11. 99 16, 2—4. 98 10, 9. 250]—, 16. 144 9, 3. 294]—, 6. 94—, 11. 51—, 17. 18. 297 —, 13. 331—, 7. 102]/—, 14. 313—, 26. 146 16, 16. 294—, 19. 138—, 27. 290—, 28. 308 ——, 28. 250]—, 29. 206 Tobia. Ev. d. Lucas. 11, 25. 101—, 31— 33. 187 —, 52. 80—, 32. 11³ 3, 22. 119 1, 31. 32. 358 12, 46. 356—, 34. 79 4, 20. 300 2, 7. 360 13, 15. 206/—,—. 138 7, 13. 237]—,. 12. 361 14, 1. 11 0—, 35— 39 29 —- 663 — 2 — S — — E Br. a. d. Römer.] a. d. Galater. 1. Theſſalonicher. 2. Petri. Cap. Vers No.. Be Ro. Cap. Vers No. Cap. Vers 3 272 5, 11. 156 2, 17— 22. 339—, 23. 24. 19⁵ 9. 2. Theſſalonicher. 1. Johannes 2, 12. 258 3. — 3 + — 5. 11. 12. d. Epheſer. 1. Timotheus. EEEÉFPSf==EZSEE=F/ — 2 18 2A 11 11I⸗II. I — 22 2 2₰ 2 1*.II 2 14*ᷣ 1 IS 90. —₰ 222 2. Timotheus. 2 2 2 1IISSNISIIE 2 5 2 2 22— 1 Johannes. 9. 184 2 „IIIIIIIIe 1111 * ,SSS — — 1141Ig a. d. Philipper. d. Hebräer. „ 2 7 ₰ 5] d0— 2 ᷣ 1IJn 8* 22= 2ᷣ 2— 19 ð .22 ₰ A 1118* 2 — 85 4I4„II bo 2 2 — 2ð 115 — —ᷣ 2 1218 1 2 2 22 2 2— * * ₰ ᷣ — ·‿ ₰ 22 4. „111 1g le IIrlII ⸗ 28* . 2 119 . 1 e ᷣ 1s* 1. Theſſalonich 9. 1 3 2. Petri. 4. 19. 17. 2ᷣ 1* a. d. Galater. 4. 176 16. 166 190. 86 1 44 ᷣ — 8* 115 » Ig 664 a. d. Hebräer. Br. Jacobi. Offenb. Joh. Offenb. Joh. Cap. Vers No. Cap Vers No Cap. Bers No. Cap. Vers No. 13, 20. 100 2, 19. 323 2. 4. 7. 301 3, 21. 66 .—, 20. 210—, 10. 281 5, 5. 219 3, 2. 154—,— 289 7, 13. 14. 192 7 Br. Jacobi.—, 13. 126—, 14. 20. 277—, 16. 17. 215 5, 10. 181—, 23. 232 14, 11. 309 1, z. 4. 116 3, 5. 350—, 13. 249 —. 226 8—, 11. 289 19, 9. 35⁵ — 3. 244 Offenb. Joh.— 12. 350 20, 10. 309 —, 6. 8. 261—, 19. 11 21, 6. 148 2. 18. 210% 1, 8. 1 2—, 20. 332 l 22, 14. 20. 332 „ Druck von J. Windolßz in Berlin. 1 — — — S — — — S— ’S= & — — — — 1 —— — — AE== —— — —— & — —₰ — ́. — — —2 — A* — 424 — 8 8 — 3 * P d *1 8 er r reree— 1 V V V V .. 33 d. dII B.— 1 —+⸗+. (-G to G.) C,) ff Jr ii. ffe 2 1) Wl 2*8— V 5. 0 Oo.)( 00 070 , e 71* V(4— A eenerher⸗ 2hwaserSeer 1 4— An A. sa A ee A& aà 8— V* a E 1n. d— a- 8 A 4 ρ‿ 84 V 6* aAA e A* 44 5. 2 — 8* V)(4 BW 74 A*0- 4 V 2ℳ — 0 0— 3 D 50 b 0 2 11 21 2 4 V 00 7. 8—+ e e S e 55 e V AA f 5 44— Af 441 A+ aa a b To ee.ͥa 41.. 1 1 b 3 8 9 1 8 1 K 14... 6( 9—“p iiſ llaer ritenn V AOe GS I & K G A AA 1 — 7 3 4 2 5 2 4 i . — — — — 2 — 1 1 1 &—— G— — ☛ —.+—— 8 — — —e — 1 — 4 ——— 0 * Mel. O leide, leide gern. Mel. Ich bete an die Macht der Liebe. 4 — 2 e — 4 v E 1 † — 3 6 1 ———=— 4————— —— 5 — 8 — —— 5 — ℳSS — 4 — — — 5 +————————