U ö ö ö 0 K are Dine ere,-e e eee, 2 „ en e eee eee 75 Ee 3— 9 FA 88 8 8 75 ee 8. 725. N 1 N ———— A —— ³·. ˙ wü.—— ——— f ö ö N B—— ———— Unmmmmmmsfun roschen. Gleichniss vom Zinsg —— Ä 1 Grlanghuth für di Evangelische Kirche Großherzogtum Hessen. Darmstaòt. G. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1885. Wittich'sche Hofbuchdruckerei in Darmstadt Inhalt. I. Der Tag des Herrn a Am N. 1 3 Zum Anfang des Gottesdien stes 4—10 Zum Schlusse des Gottesdienstes 11—14 II. Advent III. Weihnachten IV. Jahreswechsel. V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi VI. Passion. Begräbnis Jesu a 73—75 VII. Ostern VIII. Himmelfahrt IX. Pfingsten X. Trinitatisfest i XI. Allgemeine Lob- und Danklieder XII. Kirche und Gnadenmittel. Kirche)VVTVTVVTVTTCTCCCTCTCVCTCVC KAreyg. Ausbreitung der Kirche 1 (Missionslieder). 167-176 Nr 1— 14 15— 30 31— 45 46— 52 53— 57 58— 75 76— 92 93—105 . 106—122 . 123—127 128—147 148210 igung ei H 8 1 —( Mißwachs und Teurung 424 CCCCCCCCCT(((0(0C½TTT Wetterlieder.. 428—429 Reise„ 8 Krankheiete 431-432 Am Geburtstage.. 433 Im Alter 434435 XV. Die letzten Dine 436500 ... 436—476 Ster belieder 436457 Begräbnislieder. 458—466 Beim Tode von Eltern 467468 Beim Tode von Ehegatten 469—471 Beim Tode von Kindern 472—476 Gericht und Ewigkeit. 477-500 Anhang. Gebete zur häuslichen Andacht. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. Am Morgen. Mel. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen c. (Daß ich der Tugend Höh.) 1 Beschwerte Herz, leg ab die Sorgen; er⸗ hebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht; auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzu⸗ holen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß stille stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermeh⸗ rung seines Ruhms die Werke deines Priestertums in tief⸗ ster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, I. Der Tag des Herrn. ——1 wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie werde ich in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht das Herz durch seine Gnade mir erneuet? 4. Kann meine Harfe lieb⸗ lich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finstre Nacht durch⸗ dringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer zu seinem Tem⸗ pel eingeweiht: hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade; dein Licht und Recht, das Himmelsbrot, des Geistes Frucht und dein Ge⸗ bot erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen die 1 Hütte, Ae ——— 2 Der Tag des Herrn. Hütte, bis ich scheid einmal. Indessen gieb mir, dich zu schauen, o Lebenslicht, den Gnadenstrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir! Vollführe, was du hast begonnen! 7. Wenn sich des Lebens Werktag enden, so ruh, von allem Frohndienst los, mein Geist in Gottes Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, T 1706. Mel. Gott des Himmels ze. 2 roßer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind un⸗ sre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott loben? Was ist süßer, als sein Wort? Da dasherz, zu Gott erhoben, offen sieht des Himmels Pfort! Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn Casp. Neumann, 1 1715. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. 3 Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnguell aller Selig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hun⸗ dertfrüchtig sein! 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein frem⸗ des Feuer brennt, welches dein Altgr nicht kennt. D D 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig singen und mich in die Ewig keit mit des Geistes Flügeln schwingen; gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbare dich doch mir, sende meiner An⸗ dacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht; weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit einen Tempel zube⸗ reiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. B. Schmolck, T 1737. Zum Anfang des Gottes⸗ dienstes. 4 Komm heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und ent⸗ zünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! Alte Kirche. E err Jesu Christ, dich 9 H zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns er Tag des „ A 9 Herrn. send; mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Weimar, + 1662. 6 Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sin⸗ nen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver stand ist mit Finsternis ver⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dicht en mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund dem Vater *. 4 Der Tag des Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl ge⸗ lingen. Tob. Clausnitzer, T 1684. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen ꝛc. (Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 7* err, es ist ein Tag erschienen, der mich in den Himmel weist und an Gott gedenken heißt; darum komm ich, dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu. 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier ge⸗ fangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft; ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 4. Laß die Predigt wohl⸗ gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, siehe du mit Gnaden an! C. Neumann, 7 1715. Mel. Gott des Himmels ꝛce. 82 Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, Herrn. wie wird an erte Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Woh nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr zeuch das Herz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leit stern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, 3 dein Wille wird erfüllt! Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not! B. Schmolck, T 1737. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 9 8 vor deinem An⸗ gesicht hat die An⸗ dacht uns versammelt; ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh onädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen! Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chri⸗ stum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine N uns von deiner Liebe scheid Dan. Schiebeler, 7 1771. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. O du Liebe meiner Liebe.) 10 wie freun wir uns f der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu em⸗ pfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wor⸗ tes sein; schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen: großer Meister, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Der Tag des Herrn. — Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz ge⸗ faßt, und laß andre auch erfahren, daß du Lebens⸗ worte hast. K. J. Ph. Spitta, T 1859. Zum Schlusse des Gottes⸗ dienstes. Mel. Liebster Jesu„ wir sind ze. 1 1 nsern Ausgang segne Gott, un⸗ sern Eingang gl leichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmels⸗ erben. Hartm. Schenk, 1 1681. Mel. Unser Herrscher, unser König ꝛc. 12 Vater, dir sei Preis gesungen, daß du uns so— gelehrt, daß dein Werk an uns gelungen, daß wir jetzt dein Wort ge⸗ hört; laß die Lehr den Glau⸗ ben stärken,— uns reich an guten Werken! nx . e 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße, habe Dank für diese Lehr! Lenke nur auch unsre Füße, daß wir wan⸗ deln dir zur Ehr; laß uns deinen Trost erquicken, bis wir deinen Thron erblicken! 3. Heilger Geist, schreib alle Worte nun in unsre Herzen ein, daß man stets an allem Orte deren einge⸗ denk mag sein, daß wir täg⸗ lich Früchte bringen und im Himmel Amen singen! Mich. Wiedemann, 1 1719. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 13 K öchster Gott, wir H danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke! 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glau⸗ ben sollen; schenk uns deine Der Tag des Herrn. Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gieb uns, eh wir gehn nach haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen! Joh. Ad. Haßlocher, T 1726 Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc 14 Ab sei mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns fortan nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach sei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist, be halte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist und walte nun und in Ewigkeit! (F. B. Garve, f 1841. II. Advent. 15 Macht. hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königs⸗ kron ist Heiligkeit, sein Scep⸗ ter ist Barmherzigkeit; all unsre unsre Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: 9 sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, das Herz zum Tempel macht bereit; die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Ge⸗ lobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Hei⸗ land, Jesu Christ, des Her⸗ zens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ 8 leit den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! G. Weißel, 1 1635. Mel. Nun komm, derHeidenHeiland ꝛc. 16 ott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und Advent. 7 der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie einst prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Sohn 1— Heil und Davids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an Leuch du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach e es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust! 6. Und wie du voll Sanft⸗ mut kamst, jedes Armen dich annahmst, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kom⸗ men wirst, ich dir mög ent⸗ gegen gehn und vor dir ge⸗ recht bestehn! H. Held, T um 1660. Mel. Von Gott will ich ze. 17 N it Ernst, o Men⸗ schenkinder, das Herz Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüch⸗ tig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Thale rings erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hoch⸗ mut übet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. Thilo, T 1662. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. (Schwingt, heilige Gedanken.) 18 Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der König kommt heran; empfahet un⸗ verdrossen den großen Wun⸗ dermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Advent. Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist nicht fern. Hinweg all Angst und Schmerzen! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dampfen gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Er⸗ barmen euch machen groß und reich; der alles hatjbe⸗ dacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Hoch⸗ betrübten, der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst, noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gna⸗ den läßt seine Kinder sein. 5. Auf, auf, mit schnellen Schritten den König eilt zu sehn! Er kommt in unsre Mitten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu be⸗ grüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 6. Der König will beden⸗ ken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du eilst den Sündern nach; drum wolln — insgemein die Stimmen hoch erschwingen, dir Ho⸗ sianna singen und ewig dank⸗ bar sein. J. Rist, f 1667. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc (Schwingt, heilige Gedanken.) 19 Num jauchzet all, ihr Frommen, in die⸗ ser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scapter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmels⸗ throne ist ihm sein Reich be⸗ stellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten wer⸗ den und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. Advent. 4. Ihr Armen und Elen⸗ den in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König lobzusingen, der euer 89 Gut. Er wird nun bald er⸗ Need in seiner Herrlich⸗ keit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein ge⸗ wärtig! Er ist schon auf der Bahn. M. Schirmer, 1 1673. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 20 Meie soll ich dich empfangen, und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, be⸗ wußt und kund mir sel. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da 10 da Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekom imen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt derschker, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerslast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. r dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden⸗ schuld; nein, Jesus will sie ———— Advent. decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. 1 fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ blick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Welt⸗ 5 gerichte, zum F luch dem, 5 ihm flucht, mit Gnad un süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum Licht, zur ewgen Wonne in deinen Freudensaal! P. Gerhardt, 1 1678. tel. Wie nach einer Wasserquelle (Fr eu dich sehr, o meine Seel le) 21 Warum N du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzu ugehen, woh lgefall len, du meinStern, du mein Jesu, meine Freud, Helfer 5 der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hat ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reich⸗ tum, was its mehr, als ein ———— ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreue, das mich mor⸗ gen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch was bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. P. Gerhardt, f 16786. Mel. Ach, was soll ichsünder machenze. (Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 22 Kommst du, kommst du, Licht der Hei⸗ den? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, Advent. 11 was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zu⸗ gegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Ge⸗ müte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang er⸗ wiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Ho⸗ sianna singen dir. E. Ch. Homburg, 1 1681. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. Nun kommt das 23 N neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christen⸗ schar. Dein König kommt, 1* drum ————— drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah! 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort vom Heiland immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott, sei für solche Gnad gepreist. Hallelujah! 3. Gott! was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Frucht, auf daß wir dir lobsingen dankbar für und für. Hallelujah! Dr. Johann Olearius, 1 1684. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. 24 982 Davide Sohn kommt in Zion eingezogen; ach, be⸗ reitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann! 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Tho⸗ ren ein, du sollst uns will⸗ kommen sein! 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast, wir sind deine Reichsge⸗ nossen, die du dir erwählet Advent. hast; ach, so laß uns unver⸗ drossen deinemScepter dienst⸗ bar sein; herrsche du in uns allein! 5. Hosianna, komme bald, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsge⸗ stalt deine Majestät ver⸗ hüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl⸗ gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann 7. Hostanna, nah und fern! Eile bei uns einzu⸗ gehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Hallelujah! B. Schmolck, T 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. 25 ieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein! Was du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort . Wort der Gnade! Du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut! 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu, rufen mag. Pyhl. L. Hiner, 4 1769. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc (Schwingt, heilige Gedanken.) 26 FArhebt den Herrn, Eee Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Advent. 13 Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Ver⸗ derben uns Sündern zu er⸗ werben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrig⸗ keit, nimmt auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthält sich seiner Macht, verleugnet Himmels⸗ . bis er durch? Todes⸗ leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht: o bringet Gott euren Lob⸗ gesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Er barmen, wird Licht und Trost uns Armen: o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Men schenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Gieb unsren Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; gieb Mut und Kraft dazu! 6. Dich wollen wir er⸗ heben hier und in Ewigkeit, wo uns ein bessres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unsre Seelen vollkommen selig sein. S. Diterich, T 1797. — Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc.(Mein ganzer Geist.) 27 Der Heiland kommt, lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraph im das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden; höchstes Wesen, durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friede⸗ fürst und Held, Rat, Vater, Kraft und Heil der Welt! willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verder⸗ ben müßten sterben, kommt das Leben. O was kannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, Advent. und dir und unsrem Nächsten treu, aufrichtig, ohne Heuche⸗ lei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir; hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Teil durch deinen Geist erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. S. Diterich, T 1797. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛc. (Wie groß ist des Allmächtgen Güte.) 28 Was wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoff⸗ ——ä hoffnungslose n haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Durch ihn erhalt ich tausend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Hi 1 iel ist bei uns auf Erden, i 1 Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter⸗ schwerte verschlang der Hoff⸗ nung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschen⸗ sohn voll Lieb und Macht und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir Gram zu Quelle„ Advent. erst den Himmel offen als unser wahres Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Noch steht in wunder⸗ samem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns wi kommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Novalis(Fr. v. Hardenberg), 1 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc (Herr, wir singen deiner Ehre.) 29 8 wir singen deiner Ehre, erbarm dich unser und er⸗ höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; f schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. 1 zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Him⸗ mels » A 16 mels Glück. Du giebst das Leben, Gott! Du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du! 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns um⸗ fing, fern von deiner Wahr⸗ heit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade er⸗ barmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Macht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be⸗ zwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Thron und beten an. J. J. Eschenburg, 7 1829. Ach Jesu, meiner Seelen Freude ꝛc. Mel. 30 ein König kommt in niedern Hüllen sanftmütig auf der Eflin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm ent⸗ Advent. gegen Friedenspalmen, be⸗ streu den Pfad mit grünen Halmen; so ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, unter than. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer ver⸗ stört! Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuern deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster⸗ . A Weihnachten. 17 Finsternis erliegen und lösch Thronen, vereint als Brüder der Zwietracht Glimmen aus, wieder wohnen in deines daß wir, die Völker und die großen Vaters Haus. Fr. Rückert, T 1866. III. Weihnachten. 31 8 ist ein Ros ent⸗ sprungen aus einer Wurzel zart, als uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kind⸗ lein Jesu. (Vom Himmel kam der.) . Nom Himmel hoch, 32 V da komm ich her, ich, bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kinde⸗ lein, so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in seinem Himmelreich mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn ver⸗ ehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 8. Ach, Herr, du Schöpfer eee o ——.—S—— 18 so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, mit Edelstein und Gold bereit', so wäre sie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein, das müssen Heu und Windeln sein, worin du, König, groß und reich, her⸗ prangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 11. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 12. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein; 13. Davon ich allzeit fröh⸗ lich sei, zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, mit Herzenslust den süßen Ton. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Luther, 33 Gelobet seist du, 8 Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; 1546. Weihnachten. des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an; des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah! Luther, 7 1546. 34 Lobt Gott, ihr Chri E sten allzugleich, seinem höchsten Thron, d heut schleußt auf sein Him melreick ——— r 2 ů ů— melreich und schenkt uns sei⸗ nen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begiebt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knech 18 Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, Agente tech an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in seines Vaters Reich. 5 Er wird ein Knecht d ich ein Herr, das mag 95 1Wechsel sein! Wie könnte doch sein freun wlicher das liebe Christkindlein! 6. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! N. Hermann, f 1561. 35 Frbe soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor 8 Ale Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft jauchzt und ruft: Chri⸗ stus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Jammer Gottes Held, der i Welt reißt aus allem mmer. Gott wird Mensch, fir, Mensch, zu gute; Gottes 0 Weihnachten. Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über a lle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich m ich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Ver⸗ weilen, ste 1 euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal nne 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist 7 Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er 8 euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kriz wird 5 025 Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer enpfind eine Sünd und Gewissensschmer⸗ zen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefst en Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. . w 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier unverrückt anhangen! Du bist meines L 5 nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heim⸗ fahren; mit dir will ich endlich sch weben voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhardt, 7 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. 36 Wie singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnaden⸗ quell, daß du, o lang ge⸗ wünschterGast, dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 3. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch bereich so würde dein Volk f röhlich sein. Hallelujah! 4. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt ur 1d kommst doch bloß Hallelujah! 5. Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch Weihnachten. alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbru st und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah! 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Hallelujah! 7. Ich aber, dein geringst Knecht, ich sag es frei u mein es recht: ich liebe die doch nicht so viel, als i dich gerne lieben will. Halle lujah! 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Darum hab ich so guten Mut, du wirst auch halten mich für gut; o Jesu Christ, dein frommer Sinn macht 5 daß ich so voll Trostes bin Hallelujah! 10. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie 0 so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! 11. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich alles Jammers frei; du trägst die Schuld, 3 od, verkehrst in Freud all Angst und Not. Hallelujah! 12. Du bist mein Haupt, hin⸗ —— dein und mir „wie jah ö dein Halle⸗ hinwiederum bin ich Glied und Eigentum will, so viel dein Geist giebt, stets dienen dir dirs beliebt. Hallelu 13. Ich will lujah hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schal⸗ len ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! P. Gerhardt, T 1676. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc.(Es ist das Heil uns.) 37 ch steh an deiner * Krippe hier, oJesu, du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast ge geben Nimm hin, es ist mein G zeist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin, und laß dirs wohl gefallen! 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie di u m ein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die 3 die mi zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glau⸗ ö in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht Weihnachten. 21 satt mich sehen, und weil ich nun ni icht weiter kann, so preis ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Ab⸗ grund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint und keinen Trost kann finden, da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbst⸗ eignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! 8. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werd de; du bist ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmäl et hast den, der dich gerne siehet. P. Gerhardt, T 1676. Mel. O, daß ich tausend Zungen ꝛc (Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 38 ies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freund— lichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkell lheit, und dieses Welt⸗ und Himmels⸗ licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen dereinst am Ende dieser Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachts⸗ wonne und lehre mich die Weihnachten. Weihnachtskunst, wie ich im Lichte 1 e soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. 5 Nachtenhoͤfer, 7 1685. Mel. Lobe den 1 5 den ꝛc 39 Jauchzet, ihr Himmel, Ifrol ode ih Engel, in Chören! Singet dem 1 dem Menschen, zu doch lich Heiland der hren! 8 da, Gott will so fre und nah zu den V 2 8 lornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh locket, ihr Enden der Erden Got t und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste ge— neiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Fir ide zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du soll lst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sün de. 7. reuer Immanuel, werd auch in mir noch ge⸗ boren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erkoren! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben; gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! G. Terstegen, F 1769. * 2 Mel. Vom Himmel hoch ce. Vom Himmel kam der.) 40 ies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt ge⸗ dacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. Weihnachten. 23 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. 1 5 der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, kommt zu dir:„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern.“ Gelobt sei,— da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Zion, ä ·Ü¹P9 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn 8 was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, T 1769. Mel. Kommt her zu mir ce. 41 rich an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Ge⸗ schlecht verspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe; wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebes⸗ band hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in Weihnachten. der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Geberde. Wir preisen dich, du Sternenheld! Willkommen, Heiland aller Welt! Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf, T 1817. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 42 hre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren! Laßt uns ihm singen, o Christen; auch wir sind erkoren, sein uns zu freun und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ih n; singet es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat urch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, Retter, dich 2 7 0 wenn dort ich— 5 5 icht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! A. H. Niemeyer, f 1827. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir ꝛc. (Ich komme vor dein Angesicht.) 43 Egor zu Gott, mein zobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da; lobsinget ihm: Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vater⸗ land. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmel⸗ reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herr⸗ lichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Weihnachten. Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da; ihr Christen, singt Hallelujah! F. A. Krummacher, T 1845. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 44 rfüllt sind Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an; das Licht der Ewigkeiten tritt auf die Siegesbahn; zur Mitternacht verschwiegen hat es sich eingestellt; die Engel Goltes fliegen und rufens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutter⸗ schoße und ist noch schwach und klein; nur zu geringem Lose scheint es bestimmt zu sein, als sollt es sich ver⸗ lieren in tiefer Dunkelheit und doch soll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte der Erde Glanz ver⸗ gehn, vor diesem Angesichte die Sonne finster stehn. Sein still. Wesen hat eine solche Macht, daß Kranke drin genesen und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, die Müden in dem Schein; es ladet voll Er⸗ barmen die Schwachen zu sich ein. Die Stolzen nur erquicken sich nicht an seinem Strahl; nur den verkehrten Blicken ist dieses Licht zur Qual. 5 26 5. O 8 laß uns hie⸗ nieden als deine Kinder stehn, bis ir dereinst in Frieden den höhern Aufgang sehn! O Jesu⸗ Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, o leucht auf unsre Pfade, damit sie gehn zu dir! Cr. N. Puchta, 1 1858. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc (Schwingt, heilige Gedanken.) 45 er heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen — 9 droben den lieben 2 5 Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist Weihnachten. hin; die Sünde liegt ge⸗ fangen, er rlöst ist Herz und Sinn. Die Sünden ung ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem n mmel auf einem sichern Steg. 8. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnaden⸗ schoß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauen id seinen Hulden, gehn— den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und 5 ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebes⸗ worten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, 1 1860. IV. Jahreswechsel. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛce. 46 Das alte Jahr ver⸗ gangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten di ich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christen⸗ heit bewahren ferner allezeit. 8. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der See⸗ len h Ichsten Trost und Hort; vor Irrlehr und Abgökterei behüt uns, Herr, und steh uns bei! 4. Hilf, daß wir fliehn die Sündenbahn und fromm zu werden fangen an; der Sünd im alten nicht gedenk, nadenreich neu Jahr uns fel 5. Hilf christlich leben stetiglich, in dir einst sterben seliglich, und darnach fröh lich auferstehn, und mit dir in den Himmel gehn; 6. In loben und zu prei⸗ sen dich mit allen Engeln gte O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr Von J. Steuerlein u. J. Tapp, um 1620. Mel. Herr, ich habe miß⸗ gehandelt ꝛc 47 His„Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gna⸗ den geben. 2. Meiner Hände Werk und 2 Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich gerathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, 8 du mich leiten, kehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets Jahreswechsel. 27 bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen 5. Laß dieß sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du„mein Leben kannst die Sünd allein ver⸗ geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dieß Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben, sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Be⸗ ginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu sei mir in Ge danken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist, T 1667. g 5 und mit Beten zum Singen Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr 31 andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum in wie von treuen in schweren Unge idlein hier Fleiß be ittern die Kit auf Erden mit 4. Also auch und f läßt Gott ihm seine „ wenn Noth und bsal blitzen, in seinem e sitzen. Ach Hüter unsers Le fürwahr, es ist ver unserm Thun 18 en wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; sei den sta Händen, O Lob rken die dich erbitten, bleib mitten und Leiden unsrer Freu und allen von Herzen und deiner sich Herz das Herz, das Wesen! Ich Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We gen, laß Großen und auch Kleinen die Aua scheinen. 10. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Be rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Hilf gnädig allen 10, gib fröhliche Ge⸗ danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ muth quälen. 12. Und endlich, was da⸗ Meiste, füll uns mit deine tk. Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsres Lebens Leben, uns und der Christen⸗ schaare zum selgen neukn Jahre. P. Gerhardt, 4 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 49 Abermal 8 ein Jahr verflossen, näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit, o Jehovah Zebaoth! Unver änderlicher Gott! Ach, was soll, was soll ich bringen deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig versink in Angst und Noth; denn mein Beten, Singen Jahreswechsel. Singen, Lesen, ach, das ist so träg und todt. Heilig! Heilig Heiliger! Großer Seraphinen⸗Herr! Wehe mirl u muß vergehen: denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanft⸗ müthig. o getreues Vater⸗ herz! In dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand einge zeichnet als ein Pfand, das du ewig willst bewahren or des bösen Feindes Schaa⸗ en? 4. Auf, mein Herz, gib dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, wel⸗ cher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an das zum Ziel dich führen kann, wo du durch ein selig Sterben wirst die Himmels⸗ kron ererben. 5. Soll ich Hütten mich ein Zeit lang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Ge⸗ duld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mic ich, Jesu Christe, dir will ich heut von neuem mich ver- schreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rath, besuche mich; laß der Heiden Nahrungssorgen nim⸗ mer scheiden mich und dich; denn in dieser 29 prüf mich jeden Augenblick, gib, daß ich 5 Haus be⸗ schick, daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich sch nell vergehe. J. Neander, 1 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) 5 urch Trauern und 50 durch Plagen, durch Noth, durch Angst und Pein 8 Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott Lob, gedrungen; dieß Jahr ist nun dahin; dir, Gott, sei Lob gesungenf Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück ver⸗ trauet, du bist t und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein Eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? 9 err, „„—. ˙7˖.—˖,—.. 7—˖§—,«——§«˖ð—ð˖;.:. Jahreswechsel. Herr, befiehl du mir. Soll es uns zu Theil, wird sich ich Verachtung tragen? Ach, täglich bei uns mehren; auch ich gehorch auch hier. fürs neue Jahr uns beut 5. Soll ich verlassen leben? Jesu Name Seligkeit. i Herr Gott, dein Wille gilt. 4. Unsre Wege wollen wir Soll ich in Aengsten schwe- nun in Jesu Namen gehen; ben? Mein Heiland, wie du geht uns dieser Leitstern für, willt. Soll ich denn Krank- so wird alles wohl bestehen, heit leiden? Ich will gehor- und durch seinen Gnaden— 0 sein. Soll ich von schein alles voller Segen hinnen scheiden? Herr, dein sein. Will ist auch mein. 5. Alle Sorgen, alles Leid 6. Heut ist das Jahr be- soll 1 55 Name uns versüßen, schlossen; Herr, deine Gnade so wird alle Bitterkeit uns sei heut auf mich neu er- ein Sen werden müssen. gossen, mein Herze werd auch Jesu Nam sei Sen und neu. Laß ich die alten Sün⸗ Schild, welcher allen Kum⸗ den, so werd ich, Gott, bei mer stillt. dir auch neuen Segen fin 6. Jesus, aller Bürger den, dein Wort verspricht es Heil, unserm Ort ein Gna mir. G. W. Sacer, T 1699. denzeichen, unsres Landes bestes Theil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 7. Schutz und Hort, bleib uns 51 Jesus soll die Losung Losung fort und fort. 9* sein, da ein neues B. Schmolck, T 1737. Jahr erschienen; Jesu Na⸗ me soll allein denen zum Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. Paniere dienen, die in seinem 2 Gott ruft der Sonn Bunde stehn und auf seinen 52 und schafft den Wegen gehn. Mond, das Jahr darnach zu 2. Jesu Name, Jesu Wort theilen; er schafft es, daß soll in der Gemeinde schallen; man sicher wohnt, und heißt und so oft wir an den Ort, die Zeiten eilen; er ordnet der nach ihm genannt ist, Jahre, Tag und Nacht. Auf, wallen, mache seines Namens laßt uns 455 dem Gott der Ruhm unser Herz zum Hei- Macht, Ruhm, Preis und ligthum. Dank ertheilen! 3. Sein Versühnen und 2. 2285 der da ist und sein Heil wollen wir im der da war! Von danker⸗ Glauben ehren; also wird füllten Zungen sei dir für das n das verflossne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß Jahr ge⸗ segnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft — die Kraft ist dein—, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns, und du ver⸗ mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben 4. Hilf deinem Volke vä⸗ Jahreswechsel. 31 terlich in diesem Jahre wie⸗ der; erbarme der Verlassnen dich und der bedrängten Glieder; gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder: 5. Daß Weisheit und Ge⸗ rechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei. Dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, T 1769. V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. Mel. Unser Herrscher, unser König ꝛc. 53 Wꝭ̃ erde Licht, du Stadt der Hei⸗ den und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält; die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden hingen einzig an der Erden 4. Gottes Rath war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorge⸗ gangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, we lches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles ist ge⸗ blieben. — 30 94 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz ge schenket, der zu deinem Reich uns lenket 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerke folgen in Ge rechtigkeit, und hernach im Fr eudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüth in aller Noth; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht er⸗ scheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schön⸗ sten Klarheit wohnen. Joh. Rist, 7 1667. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 20 4 5 err Jesu, Licht der 0 Heiden, der From⸗ men Schatz und Lieb! Wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und Darstellung und Erscheinung Jesu Christ suchen mit Begier, Simeons Exempel, Gottes Sohn, allhier. nach dich, 9 N 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbun den durch dein Verheißungs wort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubens armen trage, wie fromme Greis. unser Glanz in ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnaden schein n, in Zagheit Gluth und Feuer, in Noth ein Freuden strahl, in Banden ein Be freier, ein Stern in Todes qual. 4. Herr, laß gelingen, daß Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwan nenton: mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5 da, a hier der 3, Sei Wonne, auch uns einst, wie ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Joh. Frank, 1 1677. 9 — Darstellung und Mel Gott, ihr Christen allzugle ich ꝛc. Seele, RR Au 90 säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wu uderstern gibt dir Bericht, 455 Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solc chen Herrn; laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgen⸗ stern 3. Gib Acht auf diesen hellen Schein, der aufge gangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesu Christ. 4. Er ist der Held Davids Stamm, der Feinde schlägt; er ist theure Gotteslamm, unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich be⸗ hende auf, befreit von aller Last, 150 laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dieß Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsterniß. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz in tiefste Demuth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein. 8. Gib dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe Lobt auf und aus alle das das Erscheinung Jesu Christi. 33 mit der Engel Schaar:„Hier ist Immanuel!“ 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird es wird erfreuet denn Gott alle Pein; Herz und Sinn, ist wieder dein. 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt: den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. M. Müller, 1 1704. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. E Cesu, großer Wunder— 56 Istern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen; wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. — 34 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich cherer meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. E. Neumeister, 1 1756. Mel. Kommt her zu mir ꝛc R Woblanf⸗ mein Herz, 91— verlaß die Welt, dem, der für dich sich darge stellt, nun dich auch darzu⸗ stellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein, 5 hat Lust hier zu wohn doch, finstres Herz,— werde Licht! Denn Jesus wohnt im Herzen nicht, die noch der Lüste schonen. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geist erweckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt ent wöhnt, aus 15 sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte Gaben 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben seinen Heiland schaut, der kann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, er wird sich ihm in seinem Licht dort h herrlich offenbaren. 5. Herr, mache m lich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein mich stets im Geiste leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Nach VI. Passton. 2 Lamm Gottes 58 O G unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge schlachtet, allzeit erfunden geduldig, 9 zu warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes un— schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir ver zagen; erbarm dich unser, o Jesu! Paf 3. O Lamm Gottes un schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gib deinen Frieden, o Jesu! N. v. Hof, f 1541. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc (Freu dich sehr, o meine Seele 2 Fesu, deine tiefen 59 N Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennoth; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich dann in Lüsten weiden mein ver⸗ derbtes Fle eisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Setzet der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausge⸗ standen hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. sion. 35 4. Ja, für alles, das mich kränket, mir dein Leiden Hilfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket,(schöpf ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich all mein Hoffen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet Trost mir, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich; wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig über⸗ wunden. J. Heermann, T 1647. erzliebster Jesu, 77 60 H was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat ge⸗ sprochen? Was ist die Schuld? In was für Misse⸗ thaten 80 du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit D orn gekrönet, ins Aateßse t geschlagen und ver⸗ höhnet, — 2 8 höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach 1 Plagen? Ach, meine nden haben dich geschl agen g ich, o Herr Jesu, habe dieß verschuldet was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohne alle Maße, die dich gebracht auf diese Marter- straße; ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, wo— mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz ent zünden mit alten Sünden. Passi on. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten fü ühre. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dieß alles, obs für schlecht 11 ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite 1 1 in Gnaden wirst du dieß von mir an nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr esu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. J. Heermann, 1 1647 Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 6 1 Der am Kreuz ist 0 meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Euke Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du be siegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Noth, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1668. Passion. 62 Wenn. mich mein Sünden kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Sündenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein un— schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir — mir geduldig tragen; o mein Herr und Gott, gib, d daß ich verläugne diese Welt und treu dem Beispiel folge,? du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir ge— than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder— mann ohn Eigennutz und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun den mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und deß versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Just. das Gesenius, T 1673. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) 63 O Haupt voll Blut g und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebun den mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gekr önet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Wort hat mich gelabet mit süßer Gnadenkost, dein Geist hat mich begabet mit reichem Himmelstrost. 5. Ich will stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm hier bei dir und Schooß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl ge⸗ schähe mir! Ich Herzen, o Freund, für danke dir von Jesu, liebster deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach, gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, . Treu, und, wenn ich nu erkalte, in dir mein Ende sel 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am aller⸗ bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreu uzesnoth; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt, T 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. (In allen meinen Thaten.) 64 O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe— ben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt; aus seinem edeln Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, 35 dich mit Plagen so übel zugericht? Passion. —— 2 39 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körn lein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern ganzes Heer. 5. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich er⸗ würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen. ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, 1 stets daran er götzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und underfecee Treu. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Muth, mein Heil, — 40 Muth, und wie ich die soll Sühner wollen wählen: geh lieben, die mich doch sehr hin, mein Kind, und nimm betrüben mit Werken, so die dich an der Kinder, die von Bosheit thut. Anfang an verdier Straf 10. Ich will mich mit und Ruthen; die Straf ist dir schlagen ans Kreuz und schwer, der Zorn ist gr oß. dem absagen, was meinem du kannst und sollst sie mach Fleisch gefällt; was deine los durch Sterben und durch 9 5 8 5 Augen hassen, das will ich Bluten. n fliehn und lassen, gefiel es 3. Ja, Vater, ja, von auch der ganzen Welt Herzensgrund, leg auf, ich 11. Dein Seufzen und wills gern tragen! Mein . Sine Sei, ut Wollen hängt an deinem dein Stöhnen und die viel Mund mei 6 Wirke nist dein tausend Thränen, die für 8 5 Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen Mel. An Wasserflüssen Babylon ꝛc. springen. n 4. Mein Lebetage will 65 Ein; in Lämmlein geht ich dich aus meinem Sinn nd trägt die nicht lassen: dich will ich Schuld der Welt und ihrer stets, gleich wie du mich, Kinder, es geht und träget mit Liebesarmen fassen; du in Geduld die Sünden aller sollst sein meines Herzens Sünder; es geht dahin, wird Licht, und wenn mir auch matt und krank, ergibt sich mein Herz zerbricht, sollst auf die Würgebank, verzicht du mein Herze bleiben; ich auf alle Freuden; es nimmt will mich dir, mein höchster auf sich Schmach, Hohn und Ruhm, hiermit zu deinem Spott. Angst, Wunden, Eigenthum beständiglich ver Striemen, Kreuz und Tod schreiben. l und spricht: ich wills gern 5. Ich will von deiner leiden Lieblichkeit bei Nacht 5 2. Das Lämmlein ist der Tage singen; mich selbst auch große Freund und Heiland e ee unsrer Seelen; den, den hat opfer bringen. Mein Bach Gott zum Sündenfeind und des Lebens soll sich dir und deinem mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, 1 1676. deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Alle Menschen müssen sterben 6 6 esu, meines Lebens 0 Jeeben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die kiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du ge⸗ rechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten; tau⸗ send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von Pein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich in Noth versenket, wurdest, ach, für meine Schuld mit dem Todes⸗ kelch getränket, littest alles mit Geduld; daß ich würde Passion. du hin tausend, liebster freigegeben, gabst dein theures Leben; tausendmal sei dir, Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut; dein Verlassensein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für ge sammte Noth, für die Wun⸗ den, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. C. Chr. Homburg, 1 1681. 678 du Liebe meiner U Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und be⸗ zahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit heißen Thränen an dem Oelberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die. eignen 1 5 05 in des Vaters Willen legt, und, ade er 42 der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Schmach und Läste⸗ rung gehört; Liebe, die in Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da der Athem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immer während Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die sich todt gekränket und für mein er kaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! A. Drese, 1 1701 Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛc.(Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 68 Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden; die Lebenssonne Passion. geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen, das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein; die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht. O wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist voll⸗ bracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu um⸗ fangen: ruh auch in mei nem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: es ist voll⸗ bracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen; ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmels— pfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist voll⸗ bracht! Sal. Frank, 1 1725. Passion (Wer nur den 3 Gott läßt walten, den Nr. 1.) 69 Du Garten beten, gehest in mein treuer Jesu, nimm mich mit; laß mich ar an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt; ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie mein Gebet soll recht ge— schehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; 5 dieß soll mir ans Herz schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß mein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten, 151 fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Zur Erde beugst du deine Glieder, fällst nieder auf dein Angesicht; so sinkt die stille Den nieder; drum rühm ich Asch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demuth hier. 5. Du betest zu dem lieben Vater und rufest„Abba!“ wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berather, sein Vaterherz ist treu gesinnt. Ich halte mich getrost an dich und rufe:„Abba, höre mich!“ 6. Du greifst voll Zuver⸗ sicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz, und rufst aus stärkstem Herzenstriebe: „O Vater, Vater!“ himmel⸗ wärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir noth, sonst ist doch all mein Beten todt. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du stille und im Ge⸗ bete dreimal an! Dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll thun, wie du get Han Gott hilft nicht stets aufs erstemal, 5185 fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz sich stillen, wofern ich will erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: 5 mein Gott will, ge⸗ schel h allzeit.“ 8 Du, Herr, erlangest auf dein Fle ehen? Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wirds auch mit mir geschehen, daß ich zur ange⸗ nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudevoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig V zorbild lehrt, so kann ich frei zum Vater treten und — —.— 7 44 Passion. und werde stets von ihm erlöset werden durch dein erhört; so bet ich mich zum 3 Ich muß Smet ein und will dir schweigen und mich beugen ewig dankbar sein. J. Mentzer, J 1734 Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig ꝛc. (Gott im Himmel und auf Erden. 70 Ribe ehier, mein Geist, ein wenig und schau an dieß Wunder groß, wie dein Herr und Ehren- könig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schooß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen ihm durch Leib und Seele gehn Fluch und Schrecken ihn be decken; höre doch sein Klag⸗ getön. 3. Dieß sind meiner Sün⸗ den Fuüchte die, mein Hei land, ängstgen dich; dieser Leiden 1 5 5 Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöthen, die dich tödten, sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Fil stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind für d ieß 1 ite Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles gibst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine; dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidens wegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich meine Sünden, wenn mich böse Lust anficht, ich nicht Kraft noch Gnad kann fin den, wollst du mich verlassen nicht. Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht. 10. Jesu, ergeben m schrecken nun will ich ieinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Lei densstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. Gerh. Terstegen, 7 1769. — —— Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc 71* stärke mich, dein Leiden zu beder 8 5 in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Sch ld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zer schlagen, die Sünde tragen 3. Welch wundervoll hoch heiliges Vollbringen! Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen. Mein Herz erbebt; ich seh und ich em⸗ pfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst dar⸗ nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de⸗ muthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir be wiesen. Du hast, mein Hei land, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebtest mich; ich 97 dich wieder lieben und ets mit Freuden deinen Willen üben. O gib du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Chr. F. Gellert, T 1769. Mel. O Traurigkeit ꝛc. (So schlummerst du.) 72 Abn Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, fin det mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 4. Du hasts gethan, dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge⸗ trösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß 46 daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth preisen; mein Er löser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigteit ver gessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb er⸗ messen. Chr. F. Neander, 1 1802. Begräbniß Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib ze. 73 Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du Passion. erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Him⸗ mels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Got⸗ tes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. G. Werner, 1 1643. (So schlummerst du.) 74 Traurigkeit, o W— Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einger Sohn wird ins Grab getragen. 2. O große Noth, der Herr lieg: todt! Am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet, da du durch die Misse that warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht beden ket, wie der Herr der Herr— lichkeit wird ins Grab ver senket. 6. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. J. Rist, 1667.4 Mel. O Traurigkeit ꝛc. (So schlummerst du.) So ruhest du, omeine 75 D Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen todte Seele. Tod meine 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. Doch Preis sei dir! Du konntest hier nicht die Ver⸗ wesung sehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erstehen. Passion. 5. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 6. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 8. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. S. Frank, 1 1725. VII. Ostern. 76 Crit ist erstanden von der Marter alle. Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herren Jesum Christ. Hallelujah! 3. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Vor 1300. 77 Cbrist lag in Todes⸗ banden, für unsre Sünd gegeben; der ist wie⸗ der erstanden und hat uns bracht das Leben; deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Hallelujah, Hallelujah!. 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden; davon kam der Tod sobald und nahm 48 nahm auch über uns Ge walt; sein Reich hielt uns gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Tods gestalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunder⸗ licher Krieg, da Tod, und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod be zwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halle⸗ lujah! 5. Hier ist das rechte 5 davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Deß Blut 1 unsre Thür,„das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er selber ist die Sonne, der 1 seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist ver⸗ gangen. Hallelujah! Luther, T 1546 Ostern. Mel. Gottes ꝛc 78 Frs Morgens, da Sonn aufgeht, mein Heiland Christus auf⸗ ersteht. Hallelujah, Halle⸗ lujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Halle, fujaß, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah, Hallelujah! 4. In Kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah, Halle lujah! 5. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah, Halle⸗ lujah! Heut triumphiret Ostern. 6. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallelujah, Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 8. Durch seiner Aufer⸗ stehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnad und ewgem Heil gekrönt. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 9. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich. Halle⸗ lujah, Hallelujah! Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Trau⸗ rigkeit. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 10. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Hallelujah, Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß er⸗ heben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah, Halle⸗ lujah! Joh. Heermann, 1 1647. 49 (Sollt ich meinem Gott nicht singen?) 79 L Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall! Jauchzet: frei von Todesbanden ist der Held aus Judas Stamm; der zu uns vom Himmel kam, Jesus Christus, ist erstanden! Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun über⸗ wunden des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die Finster⸗ miß bezwungen. Die Ver⸗ wesung schaute nicht, der des Todes Ketten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, gibt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Christenheit! 3. War er gleich am Kreuz gestorben, war er gleich ins Grab gelegt: dennoch blieb er unverdorben; als die Erde ward erregt, hat der Lebensfürst erhoben sein verklärtes Angesicht, stirbet nun und nimmer nicht. Ewig werden wir ihn loben; Harfund Psalter, seid bereit! freue dich, o Cl hristenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken 2 Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken, deine Pfeile sind jetzt stumpf; Christus ist dein Gift ge⸗ 3 wesen; wesen; er, der starke Gottes held, hat dir deinen Trotz gefällt, und wir Menschen sind genesen. Nun vom schweren Joch befreit, freue dich, o Christenheit! 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil; auch wir werden dann em pfangen unser theur er worbnes Theil. Er geht auf in unsern Herzen, laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dannalles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön ver⸗ klärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß ster⸗ ben, irdisch wird es ausge— sät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! Nach Joh. Rist, T 1667. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛc. (Es ist das Heil uns.) 80 Mach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge⸗ gangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor ge⸗ Ostern. brochen aus dem Grab her⸗ vor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auf⸗ erstanden. 3. Vergiß nur, was da⸗ hinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuz und Pein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst, und in ein neues Leben gehst, und Gott im Glauben dienest. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auf⸗ erstanden, bewahr uns 11 e des Feindes List, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 7. Sei, Herr, gelobt in dieser Zeit von allen Gottes⸗ kindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueber⸗ windern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. L. Laurenti, 1 1722 Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 81 Occh geh zu deinem N Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du schließst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. Ostern. ——— 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du wirst dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei; du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Christus, der ist mein Leben ꝛc. 20 Willkommen, Held, 82 W̃ im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten ütten schallt schon das H chon das Siegeslied; du trittst selbst in — ͤ—fj—K in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deßwegen in dein Hau 5. Schwing deine Sieges⸗ fahne auch über unser Herz, und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwä 88 6. Laß unser aller Sünden ins Grab ver scharret ge in, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir ge storben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod er⸗ worben, das stell uns täg⸗ lich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! B. Schmolck, T 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. (Alle Menschen müssen sterben.) 5 wei der: Lunger gehn 833 mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. Ostern. 2. Ach, es manche Herzen Kummer nach voller Schmerzen, ihre Noth und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. schon hab ichs inden, Jesus läßt lein; Jesus stellt Stunden sich mit eistand ein. Wenn dei ihm bese chwere, ob er ferne wäre, mehr als nah Hilfe da. Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier. Wenn mich Trübsalswetter schrecken wollst du kräftig mich be⸗ decken; komm in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Herz ent⸗ zünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der noch gehn ihrem stillen die befammern, 3. Oft auch empfu mich nie al zur rechten seinem B ich mich gleich als o so ist er und mit seiner 4. Treuster ft „f — der stillen Kammer tiefbe⸗ kümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunkeln Aug auf Erden Apen sich ein Helfer zeigt; bleib a lsdann in unsrer M ten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast; bleibe, bleibe, theurer Gast. J. Neunherz, 7 1787. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 84 Cesus lebt, mit ihm Jauch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu⸗ gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er ugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. Ostern. — 53 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nicht ts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr lichkeit, kein Leiden. Er gibt selbst mir Kraft und Licht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, T 1769. O Jesu Christ, meins Lebens ꝛc. Mel. 85. dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien und spräche: „Friede sei mit dir!“— So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn 1 75 er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott 1 22 ein eint und ist dein König und dein Freund. 4. Mein Heiland ist für mich erhöht; was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: ach, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Herr, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu 5 7. Ich soll, wenn du, Lebensfürst, in Wolken wie⸗ der kommen wirst, verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten stehn 8. Mit deiner heilgen Engel Schaar soll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin! Gib Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich stets zu deinem Bild erneu. 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! Ostern. 11. sein ist die Kraft; er ists, der alles in uns schafft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Chr. F. Gellert, 1 1769. Sein ist das Reich, Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛsc. (Sollt ich meinen Gott nicht singen?) 86 Ueberwinder. nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen aus der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz Loos uns und Muth, weil das K ³˙ 0m TTT ——— Ostern. 55 uns wundergut und aufs Glieder endlich aus der lieblichste gefallen; denn der dunkeln Nacht; wenn der Oelzweig grünet da: Gott Deinen Asche wieder in ver⸗ sei Dank, Hallelujah! klärtem Glanz erwacht, dann 4. Laß, o Sonne der wirst du die Krone geben, Gerechten, deinen Strahl ins dann wird unsre volle Brust, Herze gehn; gib Erleuchtung Herr, mit engelgleicher Lust deinen Knechten, daß sie ewig deinen Sieg erheben, geistlich auferstehn. Hält der und wir sprechen auch allda: Schlaf uns noch gefangen, Gott sei Dank, Hallelujah! o so fördre du den Lauf; Chr. L. Taddel, 1 1775. rufe mächtig: wachet auf! Denn die Schatten sind ver⸗ Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛe. gangen, und der helle Tag(Sollt ich meinem Gott nicht singen 2) ist da: Gott sei Dank, Halle⸗ 87 Größter Morgen, lujah! D der die Erde 5. Tilg in uns des Todes nach der tiefsten Nacht belebt, Grauen, wenn die letzte der sie nach dem Wort:„es Stunde schlägt, weil du werde!“ nochmals aus dem denen, die dir trauen, schon Nichts erhebt! Nach der die Krone beigelegt. Gib Nacht voll düstrer Sorgen, uns in den höchsten Nöthen, da man angst⸗ und kummer⸗ gib uns mitten in der Pein voll ohne Jesum leben soll, deinen Trost und Glauben bringt der allerschönste Mor⸗ ein; o so kann der Tod gen Jesum aus des Todes nicht tödten, denn die Hoff⸗ Thor, Jesum, unser Licht, nung blühet da: Gott sei hervor. Dank, Hallelujah! 2. Lebt nun auf, ihr 6. Zeige, wenn der blöde stillen Seelen, die in Thränen Kummer über Sarg und ihr zerfloßt, die ihr euch in Grüften weint, wie die Kummerhöhlen ohne Licht Schwachheit nach dem und Kraft verschloßt! Lebt Schlummer dort in voller nun auf: er ist erstanden! Kraft erscheint. Sind wir Er, an den ihr doch geglaubt, sterblich hier geboren, o so ist vom Tode nicht geraubt, streift das kühle Grab nur, nein, er lebt, ist frei von was sterblich heißt, uns ab, Banden und mit Klarheit an⸗ und der Staub ist unver⸗ gethanz betet euren König an! loren; unser Hirte hütet da: 3. Jauchz, o Erde, Himmel, Gott sei Dank, Hallelujah! tönet, rühme, neu geschaffne 7. Rufe die zerfallnen Welt! Gott und Manch ed sin sind versöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottes plan ewig selig machen kann! 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Todten aus geführt, dem, nach ganz er littner Strafe unsrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt bestrickt; laß uns geist⸗ lich auferstehen, allem Sün⸗ dendienst entrückt. Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns erlösen und zu dir erheben wirst, auferstandner Sieges⸗ fürst. J. A. Lehmus, F 1788. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. (Sollt ich meinem Gott nicht singen?) 88 Auferstanden, aufer⸗ 9 standen ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne,über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, da er starb auf Golgatha; rühmt es laut in allen Landen: was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held em por, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pfortes beben, da ihr Sieger sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 3. Uns vom Tode zu be⸗ freien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben ist errungen; ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist; unvergänglich sind die Freu⸗ deß, den der nach dem Himmel Himmel strebt. Hallelujah! Jesus lebt. 8 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in Versuchungsstunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todesnoth: unser Herr hat überwunden! Der uns einst zu sich erhebt, Hallelujah! Jesus lebt. Danneil( 1772) von 1 1786, und C. Lavater, Nach J. F. Chr. Sturm, + 1801. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzu⸗ 3 ꝛc. 89 sag es jedem, 5 daß er lebt und auferstanden ist, daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Him⸗ melreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin ent⸗ zückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zu— kunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Him⸗ Ostern. mel aus, und wer nur hört auf seinen Rath, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, 2 eins die Augen schließt; vom Wieder sehn, spät 5985 früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Novalis(F. v. Hardenberg), 1 1801. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern ꝛc.(Mein ganzer Geist.) 90 E Hr höhter Siegesfürst und Held! Dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne; du gehst aus deines Grabes Thor als wie ein Bräutigam hervor, schön wie die Mor gensonne. Mächtig, prächtig kommst du heute aus dem Streite, kommst mit Segen uns aus deiner Gruft ent⸗ gegen. 2. Wie majestätisch bauest du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wie⸗ der! Trotz aller Feinde List und Macht hast du dein großes Wort vollbracht: sterb .. 58 sterb und lebe wieder. sehet: alle Riegel, Siegel sind zerstöret, lebt und ist verkläret! Gehet, Band und Jesus 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab ist dieß die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, sind Gräber eine Ruhe statt, die Fried und Hoff nung decken. Zagt nicht! Klagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn gekrönt vor seinem Throne stehn mit himmlischemEntzücken. Dann ist mein Aug von Thränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig, selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indeß zerstöre, starker Held, was mich noch hier zurücke hält, daß ich zu dir mich schwinge. O gib mir deinen Geist, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins 3 dringe! Mach mich muth in dem Streite und berete mich bei Zeiten zum im der Ewigkeiten. Chr. G. Göz, 4 1803 4 Mel (Herr, Wachet wir singe auf, ruft uns ꝛsc. zen deiner Ehre.) 91 n höre, singt Christo Preis und Wie groß und herrlich ist sein Tag; er, der Held, ist von den Banden des Todes siegreich auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats voll bracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. „Glorreich hat der Held ger! ingen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wir, von Gott gewichne Sün der, sind nun mit ihm versöhnte Kinder und Erben seiner Se ligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christo, dir, ruhn in Frie den die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn h errlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergäng lich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir theuer ist. Wir werden ewig dein, ge recht und selig sein. Halle⸗ lujah! Tod und Gericht er⸗ schreckt uns nicht; denn J Je⸗ sus, unser Mittler, lebt. jauchzt, Jesu Ehre! 4. Ja, er lebt, uns zu er freuen und alles, alles zu zerstreuen, was uns den Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig gültig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland hin zum Himmel; und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. G. Bened. Funk, 1 1814. Ostern. — Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. 7 (Sollt ich meinem 1 nicht singen?) 0 Auen! Deines Gra 92 bes Friede wird auch unser Grab durchwehn, waun wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher auf zustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des T Siegel brach, zeuch durch 2 und Grab uns nach zu der seligen Erhöhung, wo Lamm, das uns ann 8 leben; weil d du auf erstanden bist, muß Grab uns wieder die so Glieder; weil leben wir. wir lebst, Brüder. Erstling deiner Preis und Dank, wir leben leben ewig dort mit B. Garve, 1 1841. hier, dir. VIII. Himmelfahrt. 9 3 Cuug fuhr gen Him⸗ mel; da sandt er uns hernieder' den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Aus dem 14. Jahrhundert. 9 lauf diesen Tag be 94 2 denken wir, daß und flehn mit herzlicher Begier Gott wolle nun bewahren uns arme Sünder hier auf von Noth und Tod beschwert, ohn ihn kein Christus aufgefahren, Erd, die wir, Hoffnung haben. Hallelujah! Hallelujah! 2. Gottlob, 45 odes od dem versöhnt, Himmel Loblied tönt! Preis dem Herrn, wir das geben; Preis und Dank dir, Jesu Christ! Du das Haupt und du Alle ziehst du nach zu dir, großer nun ist der Weg U 1 60 Weg gemacht, uns steht der Himmel offen! Christus schleußt auf mit großer Pracht, vorhin konnts nie mand hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, da⸗ bei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Wer nun nicht seinen Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; der aber wird vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren Am Glauben liegts, so der ist ächt, wird auch gewiß das Leben recht zum Him⸗ mel sein gerichtet. Hallelu⸗ jah! Hallelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir 1202 Vater finden und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Halle lujah! Hallelujah! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu be⸗ kennen. Da wird sich finden Freud und Muth in Ewig⸗ keit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Hallelujah! Hallelujah! Joh. Zwick, 1 1542. Himm elfahrt. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ꝛc. 0 Au, Jesu Jünger, 95 freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lob⸗ singet ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Halle⸗ lujah! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott ver⸗ söhnt und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Halle lu jah! 3. Weit, über alle Him⸗ mel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim; lob⸗ singet ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah! 5. Er schützet seine Chri stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm. Halle⸗ lu jah! 6. Ja, Heiland, wir er⸗ heben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Hallelujah! 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich schauen fort fort und fort. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Him⸗ mel auf. Hallelujah! 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Hallelujah! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, freun. Dann singen wir von deinem 3 ein neues Lied im Heiligthum. Halle⸗ lujah! Nach E. Alberus(T 1553) von S. Diterich, 1 1797. Mel. 3 freuteuch, lieben Christen ꝛc. s ist das Heil uns.) 962 uf Christi Himmel⸗ fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und alle Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glie⸗ der Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen him⸗ melan und große Gab em⸗ pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo 82 Schatz ge— kommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ Himmelfahrt fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dieß mein Flehen! Nach Josua Wegelin(T 1640) von J. Gesenius, 1 1673. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ic.(Mein ganzer Geist.) ( Ab wundergroßer 93 Siegesheld, du Sündentilger aller Welt, heut bist du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, hast herrlich dir den Sieg verschafft trotz aller Feinde Schaaren; mächtig, prächtig triumphirst du und regierstd du; Tod und Leben ist, Herr christ, dir unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, viel tausend hohe Se⸗ raphim dich Siegesfürsten loben; du hast den Segen wieder bracht und dich mit Majestät und Macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. 3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Herzen Labsal uns durch Dringe, zwinge, mein Gemüthe, dir Lob, Ehr und weise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unsern Wandel hi 8 sch sein, daß wir der Erde eiteln Schein und Ueppigkeit ver achten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden wohl ergründen, wo die Gn ade sei zu finden 5. Sei, Jesu, unser S Schirm und Hort ind gründ uns auf dein göttlich Wort, dar⸗ auf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List und Feinde, die dich hassen. Lügen, Trügen, Angst und Zagen, ach, sie plagen, ach, sie quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Sieges⸗ fürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthun Dafür soll dir allen Preis er⸗ Herr, am Ende schafft, wird dich gegeben. ewge Güte, daß es preise, Dank er gegangen. von uns schallen; auf in Himmelfahrt Mel. Aus m (Schwingt 0 Der Herr fe 98 gen Himmel mit frohem Jubelton 55 diesem Weltgetümmel empor zu sei nem Thron. Lobsingt, lob singet Gott! Lobsingt, lob singt mit Freuden dem Kö nige der Heiden, dem Herren ies Herzens Grunde u heilige Gedanken.) ährt auf Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge nommen in seines Himmels Fat; um ihn stehn alle Frommen, die er hat fre ge emacht. Es holen Jesun ein die heilgen Cherubine den lichten Seraphinen m er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt er höht; wir wissen zur Ge nüge, wie man zum Himmel geht; der Heiland geht voran will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge gangen, dahin sei das Ver⸗ langen, dahin sei euer Lauf, 5. Laßt ur 10 gen Himmel dringen mit gier; laßt singen: dick wir! Dich Sohn, dich Weg —— Himn alle Macht ge unsers Hauptes Leben, dem geben, dich, Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Ge schmeide; zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Want i soll es doch ge schehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn wer⸗ den sehen in seiner Herrlich⸗ keit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Hei land grüß en und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! G. W. Sacer, 1 1699. Erden auf ich leiden 99 Hern muß nd bin voller Angst und warum willst du von scheiden, warum fährst die Höh? Nimm mich dir, oder daß ich *. 9 rede du den telfahrt. an; denn du sitzst zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himm lisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glau⸗ Zeit richte nach eit, bis wir auch Vater zu ngen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache 1 be 8 fertig droben in des Vaters da ich werde gegen rtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zu Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und er löse meine Glieder, die das dunkle Grab beschwert; rich⸗ test du dann diese Welt, die dein Wort für Lügen hält, dann nach ül idnem Leide führ uns ein zu deiner Freude Haus, C. Ne ßer Mittler, Rech⸗ Vaters nen Knecht Reich der Gnaden schützt, den auf dem . ˙.AA dem erhabnen Throne in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vol lendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erwor— ben, und dein siegreich Auf erstehn läßt uns in die Frei⸗ heit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligthum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes theure Namen trägst du stets auf deiner Brust; und die gläu big zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du ver⸗ trittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Va⸗ ters Haus ihnen eine Woh⸗ nung aus. 5 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Himmelfahrt. Sinn, darauf Bitten. 6. Die Verdienste Leiden stellest du dem zielt dein deiner Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine theur er löste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinen Volk auf Erden geben m die Seelen zu dir ziehn, di noch deine Freundschaff fliehn. 7. Großer Mittler, sei ge priesen, daß du in dem Hei ligthum so viel Treu an u bewiesen; dir sei Ehre, Dan und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wen wir zu dem Vater beten sprich für uns in letzte Noth, wenn den Mund ver schließt der Tod. J. J. Rambach, 7 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele u önig, dem kein 10 1 K n gleich dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott daß Reich gebühret, der al end das Scepter führe dem das Recht gehört zun Throne als des Vaters ein gem Sohne, den so viel Voll kommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luf und Meere nebst dem unge zählten Heere der Geschöpft in den Feldern, in den Seeen in den Wäldern sind, Hen übel über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des ee lach von dir regieren 3 75 ind, wie du, das Unrecht h affen. 4. In 55 Reiche deiner Ehren kann man stets dich oben hören von dem himm⸗ ischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schau⸗ n, die dich unermüdetpreisen ind dir Ehr und Dienst er⸗ veisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist Niemand u vergleichen an dem Ueber⸗ luß der Schätze, an der urdnung der Gesetze, an Bollkommenheit der Gaben, velche deine Bürger haben; u beschützest deine Freunde, zu bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht unde Schmerzen; laß nich deinen Schutz genießen, läubig dich ins Herze schlie⸗ zen, ehren, fürchten, loben, ieben und mich im Gehor⸗ Himmelfahrt. 65 sam üben; hier mitringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zu Seiten. J. J. Rambach, 1 1735 Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. (Alle Menschen müssen sterben.) 0 Diegesfürst und 102 S Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klar heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmels— geister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind auch 42 rufet Hosianna dir. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth 5 9 wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde . — 66 Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, duKönig aller Ehren, du mußt auch bei mir 8 er ewig in mir leb und 955 als in deinem Himmelsthron. 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. G. Terstegen, 1 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 103 J. Christus herrscht als König, a 8 wird ihm unter⸗ thänig, alles legt. ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 5 Himmelfahrt. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm— Wundergaben!— können wit Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ißt erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zu 5 5 5. Gebt, ihr Sünder, ihn die Herzen, klagt, ih Kranken, ihm die Schmerzen sagt, ihr 8 ihm di Noth. Er kann alle Wunden heilen, Reichthum weiß e auszutheilen, Leben schenk er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zei zum S 1 7 Willst di Gnade? du sollst nehmen Willst du leben? es sol sein! Willst du erben? d wirsts sehen! Soll de Wunsch aufs Höchste gehe willst du Jesum? er if dein. 7. Zwar auch Kreuz drück Christi Glieder hier au kurze Zeit darnieder, un das Leiden geht zuvor. J Geduld! Es folgen Freuden nichts kann sie von Jes scheiden, und ihr Haup zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Him mel offen, welcher über alle Hoffen in du U Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte 5 weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, voll⸗ endete Gerechte, unddu Schaar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, T 1769. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ic.(Mein ufa* 104 He lujah! Wie liebl ich stehn hoch über uns die Himmels⸗ ohn, seit du im Himmel lsitzest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein le bendigWort und deine Heerde schützest! Fröhlich, selig schaut der Glaube von 195 Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne! Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne Spende, sende deine Himmelfahrt hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nun⸗ mehr nimmer klagte, nim⸗ mer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4 Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Oel verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder — Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann Fan zum ewgen Heile! A. Knapp, 1 1864. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 105 5L amm, das gelitten, * und Löwe, der siegreich gerungen; blu tendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen; brechendes Herz, das sich aus irdischem Schmerz über die Himmel gesch wangen 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit ge⸗ hüllt, daß sein Licht uns nicht blendet. Würdig bist du,— jauchzt dir die Ewig⸗ keit zu,— Preises und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmlische Liebe, die Namen derErdenicht nennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Gingest du nicht selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlassen zu können? 4. Ueber des Todes umnachteten, graunvollen Klüften schwangst du die Palme des Sieges in himm⸗ lischen Lüften. Wer an dich glaubt, trägt nun, von Hoffnung umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, Himmelfahrt. in dem sich das ewge Er⸗ barmen milde zu eigen ge⸗ geben den schuldigen Armen! Dir n der Brust darf nun in Leben und Lust jeder Er 2 5 erwarmen. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen eint sich mit Seelen, die sündig im Staube hier wallen, trägt ihre Schuld hebt in unendlicher Huld das, was am tiefsten gefallen. 7. Mir auch ist süß über⸗ windend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben ver⸗ söhnet; ja, deine Hand, zu dem Verirrten gewandt, hat mich mit Gnade gekrönet. 8. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben, heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben; Frie⸗ den im Streit, Wonnen im irdischen Leid weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, sie tragen auf Flügeln dich in das Land der Verheißung zu ewigen Hügeln, wo deine Wahl, dort in der Herrlichkeit Strahl, Lieb und Erbarmen besiegeln. 10. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen; singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge⸗ sehen! Jauchze, du Heer dort am krystallenen Meer:„Ehre sei Gott in den Höhen!“ M. Heußer⸗Schweizer, 1 1876. Pfingsten. IX. Pfingsten. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir ꝛc. (Ich komme vor dein Angesicht.) 106 e heilger Geist, o S Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, 555 Liebes⸗ quell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnaden⸗ sonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gott⸗ heit starken Muth. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. — 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern; dem heilgen Geiste gleicherweis sei jetzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. 107 Komm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Leb entzünd in ihn! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Hallelujah! Halle⸗ lujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. Hallelujah! Halle⸗ lujah! 08 3. Du heilige Gluth, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dei⸗ nem Dienst beständig bleibn, die Trübsal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft 70 Kraft uns, Herr, bereit und stärk des Fleisches Blödig keit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und L 0425 zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! V. 1 vorreformatorisch; V. 2. u. 3 von Luther, 7 1546. 108 Nun 8 wir 8 den heiligen Geist um den rechten Glau ben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du werthes Licht, uns deinen Schein, uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und in Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du 1 Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben ver⸗ klagen. Erbarm dich, Herr! Luther, f 1546. B. 1 aus dem 13. Jahrhundert. t, gib lehr Pfingsten. o komm Geist dei 1 09 N dr Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft se⸗ nicht vergebens, sie erfül uns jederzeit, so wird Geif und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Hen und Sinnen Weisheit, Rath Verstand und Zucht, daß win andres nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht Dein Erkenntniß werde gro und mach uns vom Irr thum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alle aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad wenn der Fuß gestrauchel hat. 4. Laß dein Zeugniß un empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wen sich Noth und Drangsal findt; denn was Vaterliebe thut, ist uns alle Wege gut 5. Reiz uns, daß win zu ihm treten frei mit alle Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, 3— Gott, mein Gott, wie lange? Ei, so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn die Welt uns an sich reißt. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott gibt durch Jesum Christ und die unaus⸗ sprechlich ist.. Held, 1 1661. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ic.(Mein ganzer Geist.) 110 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne Du Himmels⸗ licht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn Pfingsten. . 71 wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Wahr cheit fließt, die sich in 7 Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christen⸗ heit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben, 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge stärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheits⸗ reichen 2 —— ññͤ̃ 2— 2 reichen Lehr und reiner Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du milder Himmels⸗ thau, senk dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebes⸗ treu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umischweben und durch⸗ dringen unser Leben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin'sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, 1 1673. 1 N ein zu dei⸗ O nen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochge— liebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch empfinden deine Kraft, ein, laß mich und schmecken die Kraft, die Pfingsten. uns von Sünden Hülf und Errettung schaf fft; entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird er⸗ höret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan n, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, mit Trauern hältst dus nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches⸗ mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freu⸗ densaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund⸗ lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlge⸗ fällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Liebes⸗ banden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. —— 7. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsers Fürsten Thron; gib Glück zu diesen zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, 1 1676. Nel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine S 112 du allersüßste Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide un⸗ besuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singel 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur Pfingsten. nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seel erfüllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, gründst des tiefsten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit, und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hin⸗ gegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnaden quell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanften Muths; bleibst im 7 ohne Wanken, thust —ͤ—— s——— hků— thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. a f 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößst; bleib ich von dir ungeschie den, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen thum; ich versprech hinwie derum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treu lich stehest bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue, und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freu— den wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) tt, gib 11 3 Gumidden N denn mein Herz einen n Regen, ist dürr Pfingsten. 4 Sand; Himmel dein des heilgen Geistes Gab auf mich Armen doch herab wie in starken Strömen fließen und sich in mein Herz er⸗ wie Vater, gib vom Segen, tränke du dürstend Land! Laß gießen. 2. Jesu, der du hinge⸗ gangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Weisheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausend⸗ mal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles was mich hier kann scheiden von den süßen Himmels⸗ freuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache nen mich, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hin treten und im Geist und Wahrheit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himm⸗ lisch ist, nachstreben, bis ich werde werde kommen hin, da mit Valer und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. M. Kramer, 1 1702. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 114 Geist vom Vater . und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst: stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahr⸗ heit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf nein wahres Wohlsein hin; lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn; seinen Namen zu erhöhn,. Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich Pfingsten. — 10 nicht überwinde; hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnaden stuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch als dann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden dieses Trostes Kraft em⸗ pfinden. Nach Hot Hoffmann, 7 1712 meine Freude ze. chmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich einge—⸗ laden; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kum⸗ mer stillen. 2. Tröster der Betrühten, Siegel der Geliebten, Geist voll Jesu, 11⁵ x6 voll Rath und That, Gottesfinger, Frieden starker Süber bringer, Licht auf unsrem Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine theuren Gaben Herz und Seele laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist em⸗ por; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns Gib uns Muth, du höchft Gut, tröst uns kräftiglich oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmels—⸗ regen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begi eßen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flam⸗ men über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen über uns er⸗ gehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen 5 N und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum erkennen und Gott er nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen, als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. B. Schmolck, Mel. 9 nich, du Heil der 5 116 8 3 o Geist, Licht des Lebens, das uns im Todes schatten scheint, du schei nst und lockst so lang vergebens, weil Finsterniß dem Lichte feind! O Geist, dem keiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Herze sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein; du wirst mich aus dem finstren Alten in Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilst mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben; ich kann mir selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund; füll mich mit aller Gottes⸗ fülle, und da, wo Sünd und Gräuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfi ircht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich solgsam deinem Trieb; be— wahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet, und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun guillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem abgewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen und innigst glauben: Gott Pfingsten. ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. G. Terstegen, 1 1769. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 11 7 Ebschein femmes g Häuflein dort und wollte nach des Herren Wort einmüthig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christ 8 Herr Jesu, deiner Liebe Band bei from⸗ men Gliedern walten! 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus ein starker Wind, der mit Gebraus sich wundersam erhoben. O Gotteshauch, ach, lasse dich bei uns auch spüren kräftig⸗ lich und weh uns an von . Er füllete die Wohnung 5 zertheilter Zungen Feuerglanz ließ sich auf jedem spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, laß feurig unsre Lehrer sein, und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Gluth, daß wir des Herzens blöden Muth mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Zungen kann, was Gott zum Heil der Welt gethan, in . 78 Pfi in seiner Sprache hören. Ach, heb der Zungen Irrsal auf; laß, Jesu, deinem Wort den Lauf, daß dich die Völker ehren! 6. nur Die Welt zwar treibt ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, spricht leider:„Sie sind trunken!“ Den rechten Freudenwein uns gib, er quick, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blind heit, Irrthum, falscher Wahn und, was uns sonst ver— leiten kann, auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer unsrer Brust, was f regt von Sündenlust; 475 wecke reine Triebe, auf daß wir schmecken wahre Freud, anstatt der schnöden Eitel— keit, in Jesu süßer Liebe. Hieron. Annoni, 1 1770 tödt ich in noch Mel. Fröhlich soll mein Herze ꝛc. 118 H öchster Tröster, komm hernieder; Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. r hat nie sein Wort ge⸗ brochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk ver⸗ sprochen. 1 ugsten. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder S jeder Tritt ist ohr zn dich vergebens Mache unser Heil uns wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir Fuße; eins ist noth fü n Tod: Buße, wahre Buße, Zeig uns selbst den Gräul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Ren und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der gib uns allen Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah, und sprich: ja! wenn wir gläubig beten. f den Kampf des chritt, S zu auf vom Weisheit, durch dein 7. Hilf Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Fünd und Welt zu dämpfen. Trübsal, Angst Laß uns 2 Leiden, Kreuz und und Noth, Schmerz Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. E. Liebich, T 1780. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) er d 8 als 1 19 Dee te 2 liebe, treuer Gott, und deinen Geist. denen, die dich bitten, gibest, ja, uns um ihn A heißst, demuthsvoll eh ich zu dir: Vater, send Iün auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. Pfingsten. — 3. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes geist, der du menschliche Gemüther heiligst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 4. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben; daß ich mit getrostem Muth seiner Vater⸗ huld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedens⸗ band knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Ge⸗ wissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnaden⸗ werk ä——k— e7ꝛ7! ĩꝶĩ³i———— 80 werk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, nach dir. O dein Wort Herr, verlangt so setze durch deine Gnaden wirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Dav. Bruhn, 7 1782. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland ꝛc 120 Geis vom Vater — DN und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jünger Schaar!. 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung täuschet sich, da sie leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, 3 mir Salbung, In⸗ brunst, Feur von dir; laß — Bitten innig rein und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleisch versucht, o dann unterst 7 mich, daß ich ringe; rette mich! 6. Ge ist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr, und erquicke 4 Pfingsten rlich durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist führe du mich dem Himmels⸗ inner der Hoffnung, erbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoff— nung selig sein! G. J. Tode, T 1797. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens ꝛce. 12189 Gottes Geist und Christi Geist, der uns den Weg zum Him mel weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht; 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, er leucht uns Herz und Ange sicht. 3. Komm, dem Gnadenschein hell in die weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsterniß des lichten Him melswegs gewiß. f 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Noth und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenroth. 5. Das Morgenroth der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblitzt die kranke Menschenbrust. leuchte mit —— Schlußlied der Weihnacht 6. O Gottes Geist Thristi Geist, der uns 1 Kinder beten heißt, der uns wie Kinder glauben heißt, 3 o komm, du heilger zeist! 7. Komm, den, Gottes Muth! stille Kraft, die ruht, komm, gieße Gnadenschein in Seele, Sinn und Herz mir ein. 8. Dann wandl ich, w ein Kind des Lichts, ir mdeines Angesichts neinen kurzen Erden lauf 3 himmelein und n Gottes Frie Komm, nimmer deinen te n der Weihna und Pfingstzeit. 122 du fröhliche, o 24 du selige, gnader bringende Weihnachts 1 t ging verloren, Chr boren; freue, freue dich Christenheit! 85 O du fröhliche, o lige, gnadenbringende ihn machtszeit 1 Christ ist hienen, uns zu versühnen; ie, freue dich, o Christen O du 1 fröhliche, o selige, gnad Mo. Wei hnachtszeit! „Oster⸗ enbringende König der u. Pfingstzeit. 81 Ehren, dich wolln 5 hören; freue, freue dich, Christenheit! 8 8 4. O du fröhliche, o 81 selige, gnadenbringende L. Welt lag in Ba den, Christ ist erstanden; dich, o Christen 2 55 freue 5. O du fröhliche, du selige, gnadenbringen Osterzeit! L od ist bezwungen, Leben errut igen; freue, fr Ue dich, o Chri stenheit! 6. 2 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns 1 leben; freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringend Pfingst enzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, o Christen heit! 8. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfungstenzeit Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o Christen⸗ heit 1 9. O du freue, fröhliche, o du se elige, gnadent brit akne Pfingstenzeit! Uns, die Er⸗ löster 1, Geist, wil lst du trösten; freue, freue dich, o Christen⸗ heit! J. Daniel Falk, T 1826. PPTTTTbTbTDTbTbTVTVTbTbTbTbTTTTbT X. Trini S Gott in 123 A. Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohl gefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: Wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erköste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Noth; darauf wir uns verlassen! N. v. Hof, 1 1541. Trinitatisfest. tatisfest. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc 124 Ge lobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, ber mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mit gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich ge— geben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut, 3. Gelobet sei der Herr mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sol n und Gott der werthe Geist 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und — Trinitatisfest. 83 und mit der Engelschaar das 4. Hallelujah! Lob, Preis 1 Heilig! Heilig! singen; den und Ehr sei unserm Gott je 170 herzlich lobt und preist die mehr und mehr und seinem ö ganze Christenheit; A großen Namen! Stimmt an 100 sei mein Gott in alle Ew mit aller Himmelsschaar und 9 keit! J. Olearius, T 1684. singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ Klinget, singet: Gott ist stern ꝛc.(Mein ganzer Geist.) heilig, heilig, heilig! Preis 125 8 Lob, und Ehre sei dem Herrn 0 Preis und Ehr der Himmelsheere. Vor 1698. sei unserm Gott je mehr und mehr für al leseine Werkel Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ Von Ewigkeit zu Ewigkeit stern zc.(Mein ganzer Geist sei in uns allen ihm bereit 126 V Tas freut mich ( Pear Dank, Weisheit, Kraft und noch, wenn Stärke! Klinget, singet: Gott dus nicht Vit, Herr Gott, setheilig, heilig, heilig! Preis der doch mein Alles ist, und Ehre sei dem Herrn mein Trost und meine der Himmelsheere. Wonne? Bist du nicht 2. Hallelujah! Preis, Ehr Schild, wer decket mich? und Macht sei auch dem Bist du nicht Licht, wo Gotteslamm gebracht, in finde ich im Finstern eine dem wir sind erwählet, das Sonne? Keine reine, wahre uns mit seinem Blut er⸗ Freude, auch im Leide, auch kauft, damit besprenget und für Sünden, ist, Herr, außer getauft und sich mit uns dir zu finden. vermählet. Heilig, selig ist 2. Was freut mich noch, die Freundschaft und Ge⸗ wenn dus nicht bist, mein meinschaft, die wir haben, Herr Erlöser, Jesus Christ, und darinnen uns erlaben. mein Friede und mein Leben? 3. Hal llelujah! Gott heil⸗ Heilst du mich nicht, wo ger Geist, sei ewiglich von find ich Heil? Bist du nicht uns gepreist, durch den wir mein, wo ist mein Theil? neu geboren, der uns mit Gibst du nicht, wer wird Glauben ausgeziert, dem geben? Meine eine wahre Bräutigam uns zugeführt, Freude, wahre Weide, wahre den Ho chzeittag erk oren. Heil Gabe hab ich, wenn ich uns, Heil uns! Da ist Freude, Jesum habe. da ist Weide, da ist Manna 3. Was freut mich noch, und ein ewig Hosianna! wenn dus nicht bist, o Geist, 4* der 84 der uns gegeben ist Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. V. 1. u. 2 von P V. 3. v. A. zum h. Fr. Hiller, 4 1769 Knapp. 1 1864 Mel. Erschienen ist der herrlich Tag 0 Dank und An 127 D betung bringen wir, Herr, unser Gott und Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. Vater, dir. Du bist es, die ganze Welt hat und noch erhält. lujah! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Hallelujah! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; 25 hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht. Hallelujah! J. Christ. Stockhausen, F 1784. der erschaff fen Halle⸗ XI. Allgemeine Cob- und Danlklieder, 128 Erster Chor: Herr, Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Sera⸗ phim heilig ist unser Gott! Zweiter Chor od. Gemeinde: Herr Gott, wir danken dir! ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: heilig ist unser Gott! Beide Chöre: Heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. Erster Chor: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die theuren Märtrer allzu⸗ mal Zweiter Chor od. Gemeinde: geht über Himmel und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall; Erster Chor: die ganze werthe Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster werth 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, du nahmest an, der Welt zu gut, du hast dem Tod zerstört sein Macht du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg sein zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzig— keit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 85 Zweiter Chor od. Gemeinde: rühmt dich auf Erden allegeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; gleich Menschenkindernßleisch und Blut; und all Christen Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters Reich; allem, das todt und lebend ist. die durch dein theur Blut erlöset sein; mit den Heilgen am ewgen Heil. und segne, was dein Erbtheil ist; und heb es hoch in Ewigkeit. zum und deinen Namen stetiglich. vor aller Sünd und Misse⸗ that; sei uns gnädig in aller Noth; wie unsre Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr! Beide Chöre: Amen. Mel. Kommt, kommt, den Herrn ze. 129 Nun lob, mein 5 l, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat Luther, 1 1546. thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, er⸗ löst dein armes Leben, nimmt dich ä ͤ . 86 Allgemeine dich in seinen Schooß, mit Trost dich überschüttet, ver jüngt dem Adler gleich der Herr schafft Recht, behütet, die leiden für sein Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch er⸗ haben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd da⸗ hin. 3. Wie Väter sich erbar⸗ men ob ihrer jungen Kinde⸗ lein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein; er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit; sie bleibt bei der Ge⸗ meine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engelschaaren, lobt ihn mit uns zugleich, und dient dem Lob⸗ 12 und Danklieder Herrn der Ehren und breitet aus sein Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Gramann, 1 1541. 5 Jun preiset alle 130 N Gottes Barm— herzigkeit; lob ihn mit Schalle, dank ihm, o Chri stenheit! Er läßt dich freund⸗ lich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! n 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel Tausend Engel um ihn schweben Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, jut grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sün 8 4. Er gibet Speise reich lich und überall, nach Va ters Weise sättigt er allzu mal; er schaffet Früh⸗ und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:, 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit sein Lob vermehre, dank ihm, 0 Christenheit; uns soll hin⸗ fort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!:, Math. A. v. Löwenstern, 1 1648, Allgemeine Lob 131 Nun danket alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes⸗ beinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund ge— than. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und 5 Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr sei Gott, dem dem Sohne, beiden gleich, Himmelsthrone, höchsten Gott; fänglich war bleiben wird immerdar! M. Rinkart, 1 und Preis Vater und und dem, der im höchsten dem ewig als es an⸗ und ist und jetzund und 1649. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren ze.(Kommt, kommt, den Herrn.) 132 Mon lobt dich in der Stille, thocherhabner; Zions⸗ Gotti Des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jeder⸗ und Danklieder. 87 mann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer dich in Christo Vater nennt. Hoch seist du stets gepriesen; du bists, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen allezeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. J. Rist, 4 1667. Mel. Nun danket all und bringet ꝛc. (Lobt Gott 56 Christen allzugleich.) 133 J ch singe dir mit 85 Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich sing und mach auf Er⸗ den kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle . ³˙ wm Allgemeine Lob Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. wir Dos h, was auf eser ganzei 8 1s, 0 Vater, gegeben 4. 55 hat das schöne Himmels über uns gesetzt? der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer wa Kält und Frost? uns vor macht es, daß Most zu f seinen 6. Wer gibt und Geblüt? We seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in un⸗ serm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hältst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von r, bleibst immer treu und stehst wir in Gefahr erzlich bei. afst uns Sünder uld und schlägst sehr, ja endlickh unsre Schuld sie in das Meer. enn unser Herze schreit, wirst du rweicht, und gibst zur Ehr gereicht 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und ein, bee in ist so leg du 2 e bens Mangel aus t dem, was ewig steht, führst uns in des Himmels Haus, wenn uns di 13.0 guten ist selbf Gut. 14. dein Erb und Theil, Glanz ur 25 Freudenlicht, dein Schir und Schild dein Hilf 5 Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was 1 du dich in deinem id grämst Sinn u nd dich Tag und Nacht? N deine Sorg und wirf sie dich gem lacht nicht von auf den, der 16. Hat er dich Jugthrt auf versorget und nährt? und 5 5 Unglückslauf zum Segen dir gekehrt? 17. Er hat noch niem was versehn in seinem ge giment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt — gutes End. 18. Ei nun, so laß ferner thun und red i 1 ts nichts il TTTTTTbTbTbTbTTTTTbTbTbTbTbTbTbTbTbTbTbb Allgemeine Lob nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. P. Gerhardt, 1 1676. (Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. 1 34 Nun, danket all nd bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott un⸗ serm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet utes Muths, die Straf er- läßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. Er gebe uns ein fröh 10 Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem E Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und und Danklieder. 89 1 1 bemüht, gar ferne von uns ö stehn. 1 8. So lange dieses Leben 9 währt, sei er stets unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Au 15 gen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der 1 ewgen Ruh. 1 P. Gerhardt, 1 1676 1 35 5 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren; stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören. Kom met zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alle 7 herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber ge⸗ fällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be⸗ reitet, der dir Gesundheit verliehen, di feng dlich ge⸗ leitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe ge⸗ regnet; 90 Allgemeine Lob was der regnet; denke daran, der Allmächtige kann, dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe des Heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewig⸗ keit! Amen. J. Neander, 1 136 N NMunderbarer Kö nig, Herrscher von uns allen, laß dir un ser Lob gefallen; deine Va⸗ tergüte hast du lassen flie⸗ ßen, ob wir schon dich oft verließen; hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! 2. Himmel, deines mehr 1680. lobe prächtig Schöpfers Werke, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid be— reit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du meine singe fröhlich, singe, deine Glaubenslieder! da Odem holet, preise, klinge; den Staub Seele, singe Was jauchze, wirf dich in darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben droben. hier und ewig und Danklieder 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet: Halle⸗ lujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du dro⸗ ben ohne Sünd ihn loben. J. Neander, 7 1680. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 1 37 S(Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die in Lüften, Land und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfer⸗ macht, die alles hat so wohl bedacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: ach Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Allgemeine Lob Tod und ließ mir Trost ge deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Chre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Nutterhänden 1 75 er die 8 8 stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. W enn Trost und Hilfe angeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends fi nden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre sich, nein Geist und Lieb erfreue dich;„gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! Her —— und Danklieder. 91 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die ge lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! J. J. Schütz, F 1690. Mel. Allein Gott in der 138 und Ehr Höh ꝛce. Bringt her dem Herren Lob aus freudigem Ge— müthe! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte! Ach, lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder— werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Na⸗ men! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täg⸗ lich gibet, was uns nützt; drum danket seinem Na⸗ men! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns des ——— 92 Allgemeine Lob des ewgen Lebens Kron durch seinen Tod erworben, der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glau ben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und heiligt fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird, und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläub gen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr Seraphim, ihr ihr Thronen! Es lober mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! C. Günther, 1 1704. starken 8 und Gott 139 Lobe den Herren, 99 Do meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, — 1 und Danklieder. werde gepriesen früh und spat. Hallelujah, Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sin ken nieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch ver loren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Halle⸗ lujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, deß Hülfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer die sen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Hallelujah, Halle lujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält, Hallelujah, Hallelujah! 5. Zeigen sich solche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist man⸗ cherlei. Hallelujah, Halle lujah )— 6. 1 6 957 Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief ee gehn; wo er kann einige Fromm en fin den, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Trutz, Wittwen und Waisen nimmt er in Schutz. Hallelujah, Halle lujah! 7. Aber der Gottesver gessnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrteSchritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halle⸗ lujah, Hallelujah! 8. Ruͤhmet, ihr den hohen Namen deß, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe men und bringe Lob mit rohem Muth. Ihr Kinder Menschen, Gottes, lobt und preist Va ter und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah, Halle⸗ lujah! J. D. Herrnschmidt, F 1723. (Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 140 O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom aller⸗ siefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. Allgemeine Lob⸗ F und Danklieder. 93 2. O daß doch Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß meine mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Ge⸗ sang 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stim met lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Hehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu er höhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld! ——— Allgemeine Lob 7. Auch hab ich es mein Le cbetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein! 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arn Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser wer den, wenn ich verklärt und selig bin; da sing ich dir im höhern Chor viel Tausend Hallelu jah vor! öh. Mentzer, 1 1734. (Alle N n 141 soll ich dich wohl mächtiger Herr Ze Sende mir dazu von Geistes Kraft, 8 omit W᷑̃ loben, baoth? oben deines und Danklieder. mein Gott; denn ich kam mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen Tausend, tausendmal sei dir großer König, Dank dafür 2. Herr, entzünde mei Gemüthe, daß ich dein Wundermacht, deine Gnade und Güte stets erhel nd Nacht; denn vo Gnadengüssen Lei un eele zeugen müssen Tausend, tausendmal sei di großer König, Dank dafür 3. Denk 1 007 ich dich ch ld 1 möcht i vor Scham n vo der Langmuth und Geduld womit du, o Gott, mie Armen hast getragen vol Erbarmen. Tausend, tat send mal sei dir, großer Kö nig, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Hert mein Gott, zu mir, nu mein Herze zu bereiten, gan sich zu ergeben dir, daf mein gänzliches Verlangen möcht an deinem 2 hangen. Tausend, tar mal sei dir, großer König Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und gibet, wies den Kinde nützlich ist, so hast du mic auch geliebet, Herr, mei! Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenom wenns auch gleich aufs Höchste —)ꝛ3!ã * I 2 ausend, großer Höchste kommen. tausendmal sei dir König, Dank dafür! 6. Mich hast du auf Ad lersflügeln oft getragen vä⸗ terlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar er⸗ rettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend, tau send dmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen Tausend mir zu Seiten 1 8 zur Rechten zehn mal mel ließest du mich doch 3 10 199 durch der En gel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets ent— gangen. Tausend, tausend mal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast erzeiget lauter Gnad et und du mir ge neiget, Freundlichkeit; dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch einge⸗ 1 Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür 0 9. Tausendmal sei sungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang ferner doch durch Jesu Lei iten nur gehn in die Ewigkeiten da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, mir und hast zu Jesu, deine und durch laden. dir ge⸗ 1735. —————— Allgemeine Lob⸗ deiner und Danklieder. 95 Mel. Wunderbarer Köni 142 1 Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen Langmuth blicken, den Erdkreis wärmend ücken, und zugleich freu⸗ denreich Bösen und den Deinen mit Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte; deiner 5 nuth Ehre wird durch neue Proben immer g ꝛc. numschrän kte die der 5 1 O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, 5 nd dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt . 96 Allgemeine statt der Gnade Recht em pfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, 1735. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 143 Wenn. 1 höpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke; wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt 0 Lob⸗ und Danklieder. den Schooß der mit Vorrath u O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere, Bringt, ruft auch der ge ringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Chre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leih, den deine Hand so wunder bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täg licher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, 9 mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert, 1 1769. Erde auf, ns zu segnen? Welt Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz ie. (Wie groß ist des Allmächtgen Güte.) 4 Meie groß ist des 144 2 Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den — ——— — 11 Allgemeine Lob- und Danklieder 97 den sie nicht rührt? der alles lieben, und meinen mit verhärtetem Gemüthe Nächsten gleich als mich. den Dank erstickt, der ihm 5. Dieß ist mein Dank, gebührt? Nein, seine Liebe dieß ist sein Wille: ich 9 zu 1 messen, sei ewig meine soll vollkommen sein, wie größte 1 75 Der Herr hat 1 91 noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat 1 nich wunder bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. 2 den Frieden im dem Geiste Wer Kraft? viel icht schaff 3. in jenes Leben, gibt Wer Glück sein t Schau, läßt du erschaffen bist, mit Gott ewig sehn wirst, ist. Güt Ute Herrlichkeit genießen? Arm, der 7 Ver stärkt Gewissen? neue mich so Ists alles o mein Geist, zu welchem wo du, umgeben, wie Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes sind darum mußtecChrist damit du * ich 1 Güte könntest Und diesen licht ehren nicht sie dein. Sieh, us leiden, selig sein. Gott sollt und seine verste hn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, nicht 15 Sein Herz gehn? ins den er mir zeigt, Will ist geschrieben; u Wort bestärkt ihn ewig b i Gott soll ich über er. Solang ich dieß Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob 58 schon aus Schwachhei fehle, herrscht doch in n 55 r die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immer⸗ dar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. F. Gellert, 1 1769. 145 Gott ist mein 0 G Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; 5 er F ·˙ e ͤ Allgemeine Lob⸗ er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit 8 zerechtigkeit. 4. Aner ich reich, ein Meer von Seligkeiten⸗ ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. 31 5 ist und war, im Himmel, Erd und Meere, das 10 et Gott, und seiner Werke Heere sind e ewig vor ihm 1 8 ar. ist ur n mich, schafft, daß ich icher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un⸗ bereitet war. 10 Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht ange⸗ höre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du 4 und Danklieder hast werden lassen, verkün⸗ digt seines Schöpfers Macht, 12. Der kleinste Halm ist i Weisheit Spiegel, u, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein zsalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden npfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden: so frag ich nichts nach Himmel und nach Er⸗ den, und biete selbst der Hölle Trutz. Chr. F. Gellert, F 1769, 7 ie Himmel 146 2 rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort; ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort,. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich wie ein Held. 3——— Allgemeine Lob— 3. Ve die Wunder die Natur Verkündigt rnimms und der Werke, so dir aufgestellt. Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den klein sten Stau b fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? O gib ihm die Ehre!„Mir,“ ruft der Herr,„sollst du vertraun!“ 5.„Mein mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, der ich war und der ich sein werde, dein Gott und Vater ewig— lich.“ 6.„Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüthe, und nimm an meiner Gnade Theil!“ Chr ist die Kraft, F. Gellert, 4 1769. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛce (Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 2.) 1 147 Gasläubigen e Ge⸗ danken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. und Danklieder 99 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Hint mel war noch nicht gemack so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gr ia denthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem An— beginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie 55 Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnaden der m 110 Lebens schri 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zei— ten neigt, daß jeder Tag ein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Mil⸗ lionen der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. trieb, 0 ins des Buch eb 111— ä 1 4 4 ö 1607 0 ö N 1 14 1 N . ——ᷓ 1 1 1 1 N „PP 25 da zeigt Weine mil e Hand 8 und gelobtes Ach, könnt ich dich besser ehren, welch edles lied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel U was du, mein Gott, gethan; n fü nichts nichts als, höchster Vater, dich er törte Ruh. hat dein ist, dieses ) frohem Munde dich, schö da spür ich Liebe, schöner preist; d ü run deines Geis Raft, 5 in eilt mein Herz aus dieser der Schwachheit alles schafft. Zeit und sehnt sich nach der 0. Die He off mung 8 5 Ewigkeit. in die Ferne durch alle J. G. Hermann XII. Kirche und Gnadenmittel. auf Erd is nicht seins 148 Ein feste Burg Glei ichen. 5 4 0 ist unser Gott, 2. Mit unsrer Macht ist ein gute Wehr und Waffen; nichts gethan, wir sind gar hilft uns frei aus aller bald verloren; es streit für e uns jetzt hat be- uns der rechte Mann, den : pi Rüstung ist: Kirche. sein grausam Rüstung ist; Der alt böse Feind, Gott hat selbst erkoren, rust ers jetzt meint; Fragst du, wer der ist: Macht und viel List er heißt Jesus Christ, der Her* Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch ge⸗ lingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, hut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben! Luther, 1 1546. 149 Er halt uns, Herr, bei deinem Wort und steur der Feinde Trug nd Mord, die Jesum Chri⸗ stum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr 1 Herren bist; be⸗ schirm dein arme Christen⸗ heit, daß sie dich lob in 8 Gott heilger Geist, du Trsser werth, gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd; Kirche. —. 7— G 101 steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben Tod. Luther, 1 1546. aus dem Gott, vom Himmel sieh aß dich deß er⸗ barmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein 1 80 man läßt nicht haben wah der Glaub ist auch ver lochen gar bei allen Menschen⸗ kindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz er⸗ findet; ihr Herz nicht eines 150 As darein, und l Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet; der wählet dieß, der andre das, sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: Trotz dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein, die Armen sind zerstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an, und sein die Kraft der Armen. Kirche und Silber, durchs siebenmal bewährt, lauter funden; an Wort man warten desgleichen alle Stun den. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, bewahren rein vor argn Geschlechte; uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte Der gottlos Hauf sich um her findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Luther, f 1546. Feur wird Gotte soll Gott, diesem und laß Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 151 Ab- bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbe trübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacra ment behalten rein bis an das End. 3. Gib Glück zu deinem Wort, schall an allem Ort; gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. und Heil damit es sich hel Herr Unser, Jesu sondern dein ja ist; darum so steh und Ehr Christ, nicht du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 6. Herzens Kirche Wag Schi uns, wir erhalt * . ist unsers nutz und deiner itz; dabei lieber Herr nichts andres suchen mehr. „ f deinem Wort uns in und darauf leben muthig fahren fort von hin— nen aus zu dir in saal. dem deinen t. Seln Jammerthal Himmels⸗ ecker, 1 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben zt 1 52 Ach, Herr bei uns, bleib mit deiner Gnade Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen 2. Ach, Feindes Lis 1. bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, auf daß uns hier und dorte sei Güt un 5 3. Ach. Glanze bei uns, dein Licht; umschanze, nicht. 4. Ach, Segen bei id Heil bescheert. bleib mit deinem du werthes Wahr cheit uns damit wir irren bleib mit deinem uns, du reicher Herr; Kirche. 103 Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann, 1 1632. Gustav Adolfs Feldlied Mel Ne her zu mir c. 1532 Ferzage nicht, du 53 Häuflein klein, obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich zu zer stören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird ganz angst und bang; es wird nicht lang mehr währen. 2. Deß tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes; dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und dein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllen pfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott; Gott —. ̃] ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. J. Altenburg, 1 1640. Mel. Zion klagt mit Angst ze. 154 3 ib dich nur 15 zufrieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschied den, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dieß ist sein geliebter Brauch; Zion, lerne dieß bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden, tiefen See; wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Fluth wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt deßgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben ind im Tod; Zion, du kannst doch nicht 1 aus des ewgenBundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein; stellt sich Seuf⸗ zen nur und Stöhnen dir statt schöner Lieder ein; ist der 104 Kirche und Gnadenmittel. der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Noth: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrau ien. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Anal und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit; sei getrost und wohlgemuth, denn der Herr ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stär ken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freu denkron; Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Hallelujah! Deine Wonne bricht anjetzt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo ist nun dein Kla⸗ gen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Him⸗ melserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jam⸗ mer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Him melssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, 1 nach 1674. Mel. Valet will ich dir geben ꝛ. Fer 4 55 8 deine 15 5 Erbe Herr, zu der letzten 77 5 erhalt dein Reich und mehre dein edle Christenheit; erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung hellen Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammer⸗ thal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir wider⸗ spricht; erleuchte und be kehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet; entdecke doch der Welt, der du dein Licht ge gönnet, was einzig dir ge fällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir hast vertrauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu deiner Kirche Fall, so wollest du sie schirmen als Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein werthes Heilig⸗ thum; zerbrich, zernicht, ver derbe, was wider deinen Ruhm; K irche. Ruhm; laß dein Gesetz uns führen, gönn uns dein Him melsbrot; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und — 70 der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zer sche lle. an Sand und Felsen riff; gib, Herr, daß wir ent rinnen der wilden Fluth der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewigkeit. Nach Jos. Stegmann,(1 1632) von A. Gryphius, 7 1664. 1 6 Löwen, laßt euch A S wiederfinden, wie im ersten Christenthum, die nichts konnte überwinden; seht nur an ihr Märtyrthum, wie In Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst die Hölle fürchten mußt. 2. In Gefahren uner⸗ schrocken und von sch 3 Lüsten rein, die zum Eitler konnte ten locken, war dar nals des Herrn Gemein. Ihr 105 Sinn drang zum Himmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmüthig sie 115 lachten, was die Welt r Vortheil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn ge stellt. Im Unglück glück selig waren sie und fröhlich, fern von Menschensclaverei und von ihren Banden frei. 4. O daß ich, wie diese waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine starke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gib, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe 1 Ritterschaft. Gib, daß ich mit Geistes 85 kämpf in meines Jesu Stärk, und ja niemals mög erschlaffen; daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, daß der Feinde tolle Wuth zu der Schlacht bank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trüb salstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. 106 Kirche und 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer Lasset uns doch herzhaftig folgen jener Zeugen Le uf. Steht als Jesu Glieder, wenn der Feind sich wider euren Christenglauben setzt und das Schlachtschwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das wacker! Mit dem Blut Märtyrer wird getränkt der Kirchenacker, und so treibt er um so mehr; alle Pflanzen sprossen, so Namit begossen; o wie trägt er reichlich Frucht, von der. Trübsal heimgesucht! 9. Komm, goldner Regen, Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir versunken; mach die Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich! 1712. den der cht, o befru uns, dein Fobrg fort, fahre fort, Zion, 555 5 Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, leide ohne Scheu 157 fahre Zion, G1 nadenmittel. Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone. Zion, fühlest du der r Schlange Stich, leide dich, leide dich 3. Folge nicht, folge ni Zion, folge nicht der? wenn sie dich sucht groß zu machen. Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge 1 1 Prüfe recht, prüfe recht, 5 pri üfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides, da gut und schlecht, recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die an⸗ dern, todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, statt in den Schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich her⸗ für, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thü brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß d- was prüfe dringe ein, nicht — Kirche. 107 nicht lau und träg dich Gnad, daß wir dem ins finden. Auf, das Kleinod Herze sehen, der uns so rückt herbei! Auf, verlasse, geliebet hat; daß der Vater dahinten! Zion, in letzten Kampf und halte aus, halte J. E. Schmidt, T 1745. was dem Strauß aus! Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 8 K erz und Herz 158 H vereint zusam men sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebes⸗ flammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brü⸗ der, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und er⸗ neuerteuern Bund! Schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Hallelujah! 8 Welche Höhen, welche Tiefen reicher aller Geister, der der Wun⸗ der Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 5. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben die soll, o so mache doch todten, trägen Geister le⸗ bensvoll! Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein ge⸗ trenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. N. L. v. Zinzendorf, 1 1760. Mel. Ein seste Burg ze. 9 Wen Christus 10 59 seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten 5* Gottes 1 4 C 1 1 4 100 1046 4 109 60 1 1 N 1 1 1 1 1 0 1 1 1 1 1 „ „ 1 1 1 104 14 108 Gottes sitzt, hat zu gebieten. Er ist Hülfe nah; wenn er g stehts da. Er s Ruhm und thum; wüthen. 2. Gott sieht die auf dem Thron sich ihn empören; denn den Ge salbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch achet ihrer lac Gott, sie mögen sich em pören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer Macht, mit ebeut, schützet seinen hält sein Heilig mag doch die Hölle Fürsten wider in II hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Sel ligteit nicht rauben. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält ül sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? Chr. F. Gellert, T 1769 Kirche und Gnad ihr enmittel. Mel. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen ze (Daß ich der Tugend Höh.) D ein Wort, 9 — Herr, bringt usammen, daß wir in zemei ach stehn; es an uns heilgen ien des Glaubens und sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft Schaar, die bei dem st immerdar, gelockt räftig eingeladen. 2. Nur Menschen, Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren die läßt er Wunderli sehn; Gemeinschaft mit d Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seelen speist; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der auf dem Christus ur Blut; das eir wir sehen, höchf es Regel, uns laßt C aft la die Fl. l um II er Liebe W̃᷑ jener Herrn i und 5 die von 11 Glaubensgrund wir stehen, ist id sein theure ige Ziel, darauf ist Christus, unser Gut; sein Wort d die wir kennen Geist das Band, das verbindt; die Seelen all, die er gewinnt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaftschweben, genießen le sein uns genießen das, was Gott ver heißt! Wie flammen da 3 selgen Triebe! Gott schüt in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Ge rechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Oele des Friedens und der Freude zu; die Herzen schmecken Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Kinder, so ein Brot gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins ver messen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend zott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft auch das geringste Glied nicht nissen. 7 Sie wallen mit ver indnen Herzen durchs Thränenth al ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand; sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts:„Ich, ich in ihnen.“ J. B. K. Allendorf, f 1773. Mel. Ein feste Burg ꝛe 16 ö Hedanket 3 2 1— noc 5 wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade 8 wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Ge fahr durch der Feinde Schaar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und schütze sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; ach, erhalt sie rein, und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen kränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, kalt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wartet ein Gericht auf träge, sichre Christen. 4. Und, du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. 110 Kirche und 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine streitet noch: Hilf Kirche siegen! Wie ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör ihr kindlich Flehn, eil, ihr beizustehn, daß sie stand⸗ haft sei, stets deiner Wahr⸗ heit treu, hilf deiner Kirche Kirche deiner schwer siegen. Nach Borchward, 7 1776, und Cramer, 1 1778 Mel. Es ist das Heil uns ze. 162 2 Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle ruten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. Gnadenmittel. 3. Du Herrschaft noch weit verbreiten, und unte deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Von Aufgang bis zum Nieder gang bring alle Welt di Preis und Dank und glaub an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, di wollest deine auf Erden dich schmähn, die freveln sich empören, laß deine Gnade Wunder sehn, da sie sich noch bekehren. Leh sie mit uns gen Himme schaun und unerschüttert i i Vertraun auf deine Zukun warten. 5. Uns, deine Gläubgen wollest du fest in den Wahrheit gründen, daß wi für unsre Seelen Ruh i deiner Gnade finden. Maß unsers Glaubens uns gewiß vor Irrthum und vol Finsterniß bewahr uns bi ans Ende. 6. Dein Geist führ un auf ebner Bahn und heilg unsern Willen, so wird dei Volk dir unterthan, ger dein Gesetz erfüllen, bis N erscheinest zum Gericht un dann vor deinem Angesich die Menschenkinder sammels. 7. Voll Zuversicht er warten dich, Herr, alle dein Frommen und freun de großen Tages sich, da du wirst wieder kommen. Dan werden wir, o Menschensohn 0 den uns verheißnen Gnaden loh 0 dein Himmelreich, er f Münter, 1 1793 Nel. Valet will ich dir geben ꝛc 163 Vis hierher und 50 OO nicht weiter! Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget schon des S uns wird der hüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem 9 10 vir haben Jesum Christ, der u nserm Glau bens hunde einßels u nd Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn au tsgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 1 11 euch wüth. 3. Wer will von ihm scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir eiben an ihm hangen, in Noth und Traurigkeit ge⸗ 8 und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt wot ten, erfinden bösen Rath ind euch zusammenr otten zu oe Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, beschützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge veichen und Hügel sinken Kirche. ein, die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht Chr. A Bähr, 1 1846. Lottes Stadt steht 164 G˙ fest gegründet 5 heilgen 1 Bergen; es ver⸗ bündet sich wider sie die e Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürger⸗ recht. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwänglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk 112 Kirche und Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finster niß zerstört. Da hört man fort und fort das theuer— werthe Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird nocheinst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Er⸗ hebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Gnadenmittel wie im von dit Welch ein Reigen, zum Lebensbrunnen sind in dit In dir das Wasser quillt das alles Dürsten stillt, Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Noth erlöst nur Einer, Zions Gott. K. J. Ph. Spitta, 1 Jubel, wird einst Himmel steigen! Die 1859. Kirchweihe. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht u. f 5 Ach,. wie heilig ist der Ort! Ach 1538 ist die Stätte hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Go Gebete; hier erschallt sein theures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil en Christum aufgenommen, und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kommen Deren Herzen nimmt er ein daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hierher diesem Hause wider fahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weh zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gotte dienste! Laßt uns froh zt ihnen gehn; hier verlangt man 5 Hier, man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub ver⸗ zehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛc.(Mein ganzer Geist.) 166 Gott Vater, aller Dinge Grund, gib deinen Vatertjamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kin⸗ dern, voller Klarheit, heilge ins in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Gottes⸗ haus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Kirchweihe. —., ‚—K‚—+¹; dich mit allmächtgen Flam⸗ men aus; mach himmlisch uns auf Erden: Lehrer, Hörer, Kinder, Väter! Früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben! 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und aufer baut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp, 1 1864. Ausbreitung der Kirche. (Missionslieder.) 167 E⸗ wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd — 1„— 114 Kirche und Gnadenmittel. Sünd nicht walten; dein Orten sich deiner Kinde Wort die Hut und Weide Herz und Sinn bewegt, dit ist, die alles Volk erhalten, herzinbrünstig darum anzu in rechter Bahn zu wallen. flehn; drum hör, o Herr 3. Es danke, Gott, und und sprich: es soll gesche lobe dich das Volk in guten 4. So gib dein Won haten. Das Land bringt doch großen Schaaren, die in 0 Frucht und bessert sich, dein der Kraft Evangelisten sein Wort ist wohl gerathen. laß eilend Hülf uns wider Uns segne Vater und der fahren und brich in Satan Sohn, uns segne Gott der Reich und Macht hinein heilge Geist, dem alle Welt O breite, Herr, auf weiten die Ehre thu, vor ihm sich Erdenkreis dein Reich bal fürchte allermeist. Nun aus zu deines Namen sprecht von Herzen: Amen. Preis! Luther, 1 1543. 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein 4 Mel. Dir, dir, Jehovah ꝛc. Geist, so wie dein Wort 0 168 Woch auf, du Geist verspricht, dein Volk auß 0 W̃ der ersten dem Gefängniß nähme! Zeugen, der Wächter, die würd es doch nur bald vor auf Zions Mauern stehn, Abend Licht! Ach, reiß, die Tag und Nächte nimmer Herr, den Himmel bald e schweigen, und die getrost zwei und komm herab zu dem Feind entgegengehn, ja, Hülf und mach uns frei! deren Schall die ganze Welt 6. Ach, laß dein Won durchdringt und aller Völker recht schnelle laufen! Es se Schaaren zu dir bringt. kein Ort ohn dessen Glan 2. O daß doch bald dein und Schein; ach, führe bal Feuer brennte, o möcht es dadurch mit Haufen der doch in alle Lande gehn! Heiden Füll zu allen Thore Gib zu der Aernte doch die ein! Ja, wecke doch e Hände! Gib Knechte, die in Israel bald auf, und alst treuer Arbeit stehn! O Herr segne deines Wortes Lauf der Aernte, siehe doch darein: 7. O bessre Zions w die Aernt ist groß, die Zahl Stege, und was dein Wort der Knechte klein. im Laufe hindern kan 3. Dein Sohn hat ja das räume bald aus jeden nit klaren Worten uns Wege; vertilg, o Herr, den diese Bitte in den Mund falschen Glaubenswahn, und gelegt; o siehe, wie an allen mach uns bald e 155 Niethli — ee. Ausbreitung Kirch Garten jethling frei, daß und Schul ein ttes sei. 8. Laß hoh und Werkstatt jede dre Schule die eines guten Geistes sein, sitze du nur auf dem und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn die kräftig vor dem der Kirche stehn. E. B. 7 Riß Bogatzky, 1 1774. recher aller Bande ꝛc he meiner Liebe.) 69 9 dater, deines 0 O Geistes Wehen durch die ganze Christenheit 105 uns schon von ferne ehen deines Reiches Herr⸗ chkeit; denn dein 8 wird gespendet durch die ganze Welt, millionenweis ersendet auf das große Aceerfeld 2. düsser bald blüher hoch und he r Samen wird allenthalben r; denn Evan⸗ gelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die 8 zu begießen; Geist der Pfingsten, komm herab; laß uns Läbensstr öme fließen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüß t, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor; weicht nun, all 15 bangen Sorgen, Tagver— under, tritt hervor! Seht, — Berge Spitzen glühen —. der Kirche(Missionslieder). — 115 schon im ewgen Morgenlicht und die Frühlingsblumen blühen: Brüder alle, sorget licht! Joh. J. Jung g, gen. Stilling, 7 1817. mm, der Heiden und ꝛc 1 702 OW e, walte nah und fern, all⸗ 585 tig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schooß herab seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig weg— genommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Leben stark und rein, alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zur 5 Tag erwacht. Auf, zur Aernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; 75 ist noch der Schnitter Zahl, viel der 3 n überall. Herr der Aernte, groß und gut, weck zum Werke Lust 116 Kirche und Gnadenmittel. Lust und Muth; laß die zum Tage werde! Ach wf Völker allzumal schauen manches Schäflein irrt fen deines Lichtes Strahl. von dir und deiner Heerd Jonath. F. Bahnmaier, 1 1841. Kleine Heerde, zage nic Jesus hält, 1 er verspricht Mel. Lasset uns den Herren 4. Sieh, 45 Heer de preisen ꝛc. N 7 es J f 1(Sollt ich meinem Gott nicht singen?) tebel flieht vor d Morgen rothes Helle, ur 5 der Sol 0 domm, o Herr, der W dür W᷑̃ stend 171 K 3 bald, du der Wüste kniet dürstende Lebensquelle; ihn um Treuer! Gib, ach gil dich enchtet Morgenlicht geh 8 7 + 0 5 Jesus an kund, und entzünd hält, was er verspricht dein heilges Feuer auf dem 5, Gräl i een 42 f 0 8 5. Gräber harren aufge ganzen Erdenrund. Großes than: rause cht, verdorret hast du schon begonnen, Gag, ae Hundes, Grag Sn Gebeine Macht dem Bundes Großes willst du ferner engel Bahn! Groß ßer 70 thun; deine Liebe kann nicht des Herrn, ein d 55 des Herrn, erscheine ruhn, bis die, ganze Welt 5 0 0 rü e werde Licht! 5 5 gewonnen, bis ein jedes Herz hal ü. 938 err zu deinen bält, was er verspricht. 1 besiegt, Herr, zu deinen 8. des Tags der Hen 6 3— 2 0 Füßen liegt. lichkeit! Jesus Christus K. A. Döring, 1 1844. t: Jesus Christ 10, 5 die Sonne, und auf Erden Mel. Großer Gott, wir loben dich ꝛe. weit und breit Licht und (Meinen Jesum laß ich nicht.) Wahrheit, Fried und Wonne 172 Eine Heerde und Mach dich auf; es werde ein Hirt! Wie Licht! Jesus hält, was e wird dann dir sein, o Erde, verspricht. wenn sein Tag erscheinen F. A. Krummacher, f 1845, wird! Freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und Mel. Valet will ich dir geben werde Licht; Jesus hält, 173 N du in Todes was er perspricht. nächten erkämpft 2. Hüter, ist der Tag das Heil der Welt, und dia noch fern? Schon ergrünt als den Gerechten zun es auf den Weiden, und die Bürgen dargestellt, der du Herrlichkeit des Herrn nahet den Feind bezwungen, de dämmernd sich den Heiden; Himmel aufgethan, di blinde Pilger flehn um Licht: stimmen unsre Zungen ei Jesus hält, was er verspricht. Hallelujah an! 8 3. Komm, o komm, du 2. Im Himmel und auf treuer Hirt, daß die Nacht Erden ist alle Macht mu dein N Ausbreitung der Kirche dein, bis all e Völker werden zu deinen Füßen 2 die von Süd und Norden, sin bis bis die von Ost und West ind deine Gäste worden i deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie ge⸗ laden, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu theuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebens⸗ feuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flam⸗ men wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zu— sammen, das Dunkle wird erhellt; und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. O sammle deine Heerden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ehn zum Abendmahl! chleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Bolk heran. Wos noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! E. G. Barth, 1 1862. 1 bei t Mel. Gott des Himmels ꝛc. Lich das in die 7 L Welt t gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hin (Missionslieder). 117 weg die alte Nacht. Zeuch nen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmer zen; denn so ist dirs ange nehm. Herr, thu auf des Wortes Thür; rufe allen: kommt zu mir! 4. Es sei keine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall siegreich ausgehn überall. 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, 2 N * st und West und Süd und 6. Komm, erquick auch unsre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein. R. Stier, 1 1862. 118 Kirche und Me auf, ruft uns die Stimme ꝛc (Herr, wir singen deiner Ehre 175 En ier ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und 95 erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigenthum, berei ite Dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil⸗ gen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast ur nsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn De— muth istewinn für den Him mel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach, und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr könig! Die Jesu, Ehren⸗ Aernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit, Gnadenmittel. heut, Frei 1 gestern und in Ewigkeit. da währt die 4. Schau auf deine Mil lionen, die noch im Todes schatten wohnen, von dein Himmelreiche fern; seit Jahrtausenden ist ihnenk Evangelium erschienen, k gnadenreicher Morgenstern Glanz der Gerechtigkeit, gah auf, denn es ist Zeit! Komm Herr Jesu, zeuch uns vorah und mach uns Bahn; 10 deine Thüren aufgetl 5. Deine Liebe, ade Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein tre Herz, das für uns fle wollen wir den Seelen pr und auf dein Kreuz so lang weisen, bis es durch Herzen geht. Denn kräftigt ist dein Wort; es richte und durchbohrt Geist Seele; dein Joch ist dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größte Dinge beginnest du still um geringe; was sind wir Arme Herr, vor dir? Aber wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten 0 auf deine Kr raft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein dochzum Baume weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. A. Knapp, 1 1864, . Ausbreitung der Kirche Mel 4 76 e du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt, und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abend- mahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein; und elchen nichts verkündigt, kin Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die aus⸗ gesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Ange⸗ sicht; auch sie hast du ge⸗ graben in deinen Priester⸗ Valet will ich dir geben ꝛc. (Missionslieder). 119 schild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein gött⸗ lich„Werde!“ Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn; daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer⸗ brochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp. T 1864. Gnadenmittel. Wort Gottes. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 177 0 tede, liebster Jesu, —— denn dein Kind 11 Acht darauf! Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach, laß stets dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. — 120 Kirche und 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund! Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen; nichts ist ihnen zu ver⸗ gleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trö sten kann, will der Feind zurück mich schrecken von der schmalen Lebensbahn; ja, sie führen ohne Qual mich selbst durch des Todes Thal, schirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdeß mein Flehen, höre mich! Laß feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und vernimm liebster Jesu, bei dir mich Dank in Demuth bringen und dein hohes Lob be— singen. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt, f 1683 Gnadenmittel. Mel. 0 des Himmels ce. heures Wort auß 1 78 T— Gottes Munde das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zun Grunde meiner Seligkeit ge legt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vor schr nack'l jaben von des Him— mels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mit lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, wa für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zuge⸗ sandt. 4. Gib dem Samen eine Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mit die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt präge meinem Herzen ein laß den Zweifel ferne sein, 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun; wird dein Wort den Glauben stärken, laf nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ N schnur gehn; was ich hier zum 9 zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rath und That in den größten Nöthen hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmolck, f 1737 Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛe. (O du Liebe meiner Liebe.) err, dein Wort, 179 Hebt die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe ud dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ts nicht um tausend Wel⸗ ten, aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in 7—9 Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. N. L. Graf v. 3 inzendorf, 7 1760. 5 Wort Gottes. 121 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc 180 Poe der süßen Lehre, die ich mit Ertan nen höre, 5 Arzt der? Menschenkinder, d Evangelift der Sünder 3 Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mun des, deine Stimme an die Heerden mir zu Geist und Leben werden. 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kräfte, gibt mir neue Lebenssäfte, ist ein Stab für matte Glieder und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden, fremde Lehre macht zu Schanden, aber dein Gesetz und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: s steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten; lehre michs im Geist verstehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und kein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Gehor⸗ sam ehre und sonst keine Stimme höre. 6 122 Kirche und Gnadenmittel. 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil sie Gottes Rath ergründen und 5 Herz im Worte finden. O ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen 7. Licht und Kraft und Muth und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Sachen und ein ewiges Bewahren: das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte; alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. C. G. Woltersdorf, 1 1761. Mel. Ach Gott und Herr ꝛc. 181 Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir über⸗ geben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär dieß mein Licht nicht durch dein Wort er⸗ schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 5 8. Herr, unser Hort, laf uns dieß Wort; denn du haste es gegeben. Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen 1 T. Chr. F. Gellert, 1 . Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 1822 Dein Wort, o Herr, 2 5 milder 2 Thau für trostbedürftge Seelen; laß keinem Pfleé den deiner Au den Himmels⸗Balsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen. tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht erscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pil⸗ gerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Him⸗ melslicht verlösch uns Hicht und leucht in jede Seele, daß keine dich. 8 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schrit⸗ ten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segens bund; dein Wort ist dn und Amen; nie weich es ins aus Herz und Mund, j preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles Wort Gottes. 123 92 Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach dei⸗ nen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, 1 1841. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛc. 18² 3 N. in geh uns auf, du Morgen- stern, du seligmachend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir aufgethan; wir sehnen uns nach deinem Licht, und seuf⸗ zen auf: versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahr⸗ heit, lautrer Quell, mach unsre dunkeln Augen hell, daß wir die Wege Gottes sehn, nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß un⸗ ser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sün⸗ dern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von 11 — —. ̃. ⁵˙. ¼⁰—⅛Ü e ˙ mm.. ˙7ô—«— ˙ 12 124 Kirche und Gnadenmittel. von ihm, der für uns litt und starb und uns Ge⸗ rechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glau bens, gib uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unser ewges Theil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft be steht, wenn Erd und Him— mel untergeht. Julius Sturm, geb. 1816. Die Sakramente. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc 184 L Liebster Jesu, wir & sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe denn das Himmelreich ist 2. Ja, es schallet aller⸗ meist dieses Wort zu unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in. Reich nicht kom⸗ me g. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß dein Kind es hier auf Erden ind im Himmel möge wer⸗ den. 4. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein 96 Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friede⸗ fürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz, was vom Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Nan men, den wir geben schreib ins Lebensbuch zum Leben. B. Schmolct, 1 1737. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic 185 9 un Gottlob, es 9 2 ist vollbracht und der Bund mit Gott ge⸗ schlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Him melsthau beregnet. 2. O du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen ge⸗ liebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben gibet, dem der Geist ist eingeflossen und der Him⸗ mel aufgeschlossen! 3. Nun so denk an diesen Bund, weil du einen Odem hegest, Die heil. hegest, daß auf einen festen Grund du stets deinen Glau ben legest. Wer sich läßt auf Jesum taufen, muß in Jesu Wegen laufen. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Aeltern Freude, und dein jetzt erlangtes Loos tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt laß walten ꝛc., Nr. 4. 186 Ben herziger, deiner Gnade etzt dieses Kind empfohlen ein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Befehl dir weihn; was dein Wort ver Gott Vater, Sohns erfülle, Kit. an ihm, hn und Geist! 2 1 nun das ganze Leben auch dieses Kindes, 1 lr Gott! Dir sei und bleib es stets ergeben; sei du mit ihm in Glück und Noth; ach, führ es selbst auf rechter Bahn, nimm es zu⸗ letzt in Ehren an! 3 Laß uns die Wohlthat echt ermessen, die uns die Taufe zugewandt. und nie, o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir ver— band; uns alle stärk zu neuer T Treu, daß uber uns dein Friede sei! Taufe. 125 Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc du reicher Herr der Armen, mit welch herzlichem Erbar men bist du uns zuvorge⸗ kommen, hast dich unser an⸗ genommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbar mungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte! 2. Sind wir selbst doch un⸗ aussprechlich kraftlos, hilf los und gebrechl ich, ja, als Fleisch vom Fleisch geboren, fündlich, sterblich und ver loren; aber reinigend und 18 Geist und Leben uns rtheilend, schenkest du uns 1 Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben dei nem Worte. Darum brin gen wir zur Pforte deines theuren Gnadenreiches dieses Kind; thu an ihm Gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du ge geben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hülfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende! K. J. Ph. Mel. 187 Spitta, 1 1859 — Confirmation. Mel. Wer nur den li ni ben Gott läßt walten ꝛc., Nr. 4 188 ch bin getauft O0* auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein theures Wort ver heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit sei nem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lie ber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Slerben, mein treuer Hei land, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guterGeist, mein Tröster sein 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigenthum zu sein ge— wagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnö— den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; er⸗ . in; wecke mich zu neuer Treue, Kirche und Gn adenmittel. von mei⸗ und nimm Besitz nem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! 2 mich in deines Bundes ranken, bis mich dein Will sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für, J. Rambach, 1 1735 (Gesang der Gemeinde vor der Confirmation.) Mel. Auf dem ewgen Felsen stehen e, 189 V olk des Herrn, bring dein Ge schlechte 8 dem alten Licht und Rechte her zum König aller Knechte; sprich:„Herr, hie ist dein Geschöpf!“ 2. Dämpfe Fleisch Blut in ihnen, laß sie nicht der Sünde dienen! Ziehe si durch dein? Versühnen, eh sie sterben, an dein Herz! 3. Kommt, ihr Kinder, die wir haben als viel theure Gottesgaben, nehmt vom Schatz, dran wir uns laben, den euch zugedachten Theil! 4. Einen Theil am Liebes⸗ bande mit dem ewgen Vater lande, aber auch am Kreu⸗ zesstande und am Weltver⸗ leugnungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen? Jesu Kreuz mit Freu⸗ den und 3——— den fassen und die falsche Ruhe hassen? Willst du, liebes Kindervolk? 6. Ach, die ewig treue Liebe schenk euch ihre selgen Triebe, daß ein jedes Glau⸗ ben übe, bis ihr seht, was ihr geglaubt! Graf N. L. v. Zinzendorf, 7 1760 Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 0 Die ker der deinem 190 8 Antlitz stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder! Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, zor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren: wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubens- zuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie 5 aller Noth; dies reize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem hristenlauf der Reiz der Welt entgegen,— hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüste regen! Laß 0 f 1 Confirmation. 127 sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis ans Ende! 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben! Der Blick müß ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind dein; erhalt sie in der Wahrheit! G. v. Hippel, 1 1796. (Gesang der Confirmanden vor der Einsegnung.) Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 191 V Von. des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir be⸗ theuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmäl gn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wo llest du auf unsre Bitten uns mit —.]˙ rÄAÄAÄ 128 Kirche mit Gnade ü Licht und Kraft ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. S. Marot, 7 1865. (Gesang der Confirmanden nach der Einsegnung.) Mel. O du Liebe meiner Liebe ze. 192 Bei dir, Jesu, J will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebens⸗ saft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengabenfür michelrmen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Ct hrist, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, theuern Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? überschütten; und Ruh und Gnadenmittel. Sollt ich ihm nicht Treu schwören, Treue bis in Tod und Grab? Ja, Herr dir bleib ich, so in wie in Leid; bei ich, dir verschreib ich mie für Zeit und Ewigkeit Deines Winks bin ich ge wärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht hernieder steigt, wenn mein Aug 585 dunkler, trüber, dam rleuchte meinen Geist, daf ich fröhlich zieh hinüber wie man nach der Heimatl reist. K. J. Ph. Spitta, 1 1859. Jesu, be Freude dir bleib Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort: (Der unsre Menschheit an sich nahm 193 Occh bin in din 8.* und du in mir Nichts soll mich, ewge Liebe dir in dieser Welt entreißen Auf Erden, wo nur Sünder sind, nennst du mich freund lich schon dein Kind, o laß michs ewig heißen, und treu mit Wandel, Herz und Mund bewahren deinen Friedensbund! 2. Ich bin in dir und du in mir; dreieinger Gott, du 5————7+ du hast zu dir mich frühe schon berufen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Innig⸗ keit an des Altares Stufen und sag: o Liebe, du bist mein, ich will dein Kind auf ewig sein! 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, daß mich, was locket, schreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle. O daß, was ich dir heut versprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; komm, Herr, mir deine Tugendzier früh⸗ zeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Noth, la selbst der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög im Segen. Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, sterben, auferstehn! A. Knapp, 1 1864. (Gesang der Gemeinde nach der Confirmation.) Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 9 Großer König 194 unsrer Erden, Jesu, dem die ganze Welt ewiglich muß dienstbar wer⸗ den, dessen Hand das Scepter Confirmation. 129 hält, wir, dein Volk und Eigenthum, wollen deines Namens Ruhm mit ver dientem Lob erheben und dir Preis und Ehre geben. 2. Herr, wir danken dir einmüthig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir sind Christen, wir sind dein, laß uns, was wir heißen, sein und auf richtig darnach streben, wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben, so du in die Kinder legst, die den Bund bestätigt haben, die du in den Armen trägst. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verspricht, was sie heut sich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gib, daß sie durch dei⸗ nen Segen, dir, o Heiland, treu gesinnt, bessre Christen werden mögen, als wir lei⸗ der alle sind. Durch sie sei dein Reich vermehrt, durch sie werdest du geehrt, bis wir all in Zions Höhen * einst dein Jubelfest begehen. Das heilige Abendmahl. (Vor und während der Feier.) 10 hriste, du Lamm 195 C Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! —. 130 Kirche 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die D Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns 5 Frieden! Amen. Alte Kirche Lamm chmücke dich, o 196. S liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; 3 ans helle Licht ge⸗ errlich an Herr gangen, fange h zu prangen; denn der voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann ver⸗ walten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deinem Mahl zu sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß mit diesem Brot und Weine sich mein Heiland mir vereine. nach dem und Gnadenmittel. 4. Jesu, meine Lebens⸗ sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Leber 1Squell und Licht der Sim zen! Hier fall ich zu deinen Fü⸗ ßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Him⸗ melsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treue Lieben dich vom Himm hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu ge denken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zue Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieß Seelen⸗ essen deine Liebe recht er⸗ messen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, 1 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit i. (Schon ist der Tag.) 197 H err Jesu Chris, H du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gna⸗ den! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zum Preise deiner Herrlichkeit und unster Seelen . „PFF Das heil. Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst hereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und wer⸗ den dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis vir durch deines Nachtmahls kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Vor 1698. e 8 einer Wasserquelle ꝛc. u dich sehr, o meine Seele.) 0 3 5 hast für 1 989 H Sünder inen reichen Lich gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters jebe schmeckt. Heute nun in ich dein Gast, wie du — bef fohlen hast; aber hilf ch, daß mein Herze deine Woslthat nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Gemüthe alles Arge völlig aus, daß auch meines Her⸗ zens Hütte werde dein ge⸗ weihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster de liebe mich und laß einen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmackwerden. Abendmahl. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn in Schran⸗ ken, wenn mich Furcht und Zweif fel stört. Fühl ich meiner Sünden Noth, so erfülle mich dieß Brot, dieser Kelch mit neuem Muthe; dein Blut floß auch mir zu Gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freu⸗ denmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; lasse mich auch nie⸗ mand hassen, der mit mir genießt dein Brot; nimm 6* mich — mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und Alles haben. K. Neumann, 1 1715. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder ꝛc. 199 Mein Jesu, der 8 du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht: es prei⸗ sen gläubige Gemüther dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächt⸗ niß bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zittern⸗ den Gewissen ein neues Sie- gel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, wird nun das Band, das uns vereint; von allem Seelenschmerz genesen schaun wir in dir den liebsten Freund; wir fühlen uns in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dieß Brot kann wahre Kirche und Gnadenmittel. Nahrung geben, und dieset Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glau⸗ benswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müssen all in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein; det Geist muß mehr zusammen fließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, jetzt schwachheits voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unver— weslich werden soll; ja, daf du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O theures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir er hoben, so wird er dich voll kommen loben. J. J. Rambach, f 1735. Das heil. Mel. Herr, wie du willst, so schicks ꝛc. (Schon ist der Tag.) 200 Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom 1— bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dieß Le⸗ bensbrot, dieß theure Gna⸗ denzeichen, vor dem des Her⸗ zens Angst und Noth und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott bescheert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wieheilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heil⸗ ger Freud erfüllet! O Le⸗ benstrank, o heilges Bl lut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt em⸗ pfangen! 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freu⸗ denvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der — Abendmahl. 133 Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Eben bild beständig in mir leuch ten! 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! V. Löscher, T 1749. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 201 Kemm, mein Herz, aus Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein V zerdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen nun 25 Abend— mahl empfangen; hier darf ich mich ihm Nerd und so werd ichs tief 2 2 5 aß 12 ¶ ͤ». s. —. ̃] ͤꝛ1bi.. * Kirche und Gnadenmittel. daß ich einen Heiland habe, die dürre Seele labe, muß der am Kreuz und in dem nicht dieß mein Dürsten Grabe, wie sein Wort mir stillen und mein Herz mit sagt und schreibet, mein Er- Wonne füllen? löser war und bleibet. 7. Er gebietet mir zu 3. Ach, wie werd ich oft essen, meines Jammers zu so müde! Wie entweicht der vergessen; er gebietet mir zu süße Friede! Sünd und trinken und in Freude zu Welt kann mich verwunden, versinken, daß ich einen Hei⸗ wenn mir dieses* ent⸗ land habe, der sich selbst als schwunden: daß ich einen Opfergabe hat für mich da⸗ Heiland habe, der m u fei inem hingegeben, mir zu Speis Hirtenstabe, sanft und 8 und Trank und Leben! und voll Vergeben, mir nicht 8. Will hinfort mich etwas ist, als Heil und Leben. quälen oder wird mir etwas 4. Sei gesegnet, 1 fehlen, oder wird die Kraft Liebe, daß du mir aus zerrinnen, so will ich mich treuem Triebe, da das Miß⸗ nur besinnen, daß ich einen traun mich vergiftet, solch Heiland habe, der vom Kripp⸗ ein Denkmal selbst gestiftet: lein bis zum Grabe, bis daß ich einen Heiland habe, zum Thron, wo man ihn . der den Gang zum Kreuz ehret, mir, dem Sünder, und Grabe gern gethan, zugehöret! mich zu erretten von des E. G. Woltersdorf, T 1761. ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir Mel. An Wasserflüssen Babylon it. gesegnet, weil mir der mit(Ein Lämmlein geht.) 9 dir begegnet, der mit seinen 20 Occh komme, Herr, Todeswunden die Erlösung 2 O und suche dich, mir erfunden! Daß ich einen mühselig und beladen; Gott, Heiland habe, der erblaßt mein Erbarmer, würdge mich und todt im Grabe auch des Wunders deiner Gnaden! für meine Schuld gelegen, Ich liege hier vor deinem will ich schmecken und er- Thron, Sohn Gottes und wägen. des Menschen Sohn, mich dei— 6. Heilger Kelch, sei mir ner zu getrösten; ich fühle gesegnet, weil mir* mit meiner Sünden Müh; ich dir begegnet, dessen Blut suche Ruh und finde sie im mich lässet finden die Ver⸗ Glau ben der Erlösten. gebung aller Sünden! Daß 2. ich bet ich zuver⸗ ich einen Heiland habe, der sichtlich an, du bist das Hei der ... Abendmahl. 135 der Sünder, du hast die mich von nun an würdig Handschrift abgethan, und sein, mein ganzes Herz dir, Herz, in mir! Er tilget Heiland der verlornen Sün deine Sünden und läßt der, der zur Sühnung unsrer in seinem Mahle hier dich Schulden Kreuzesschmach hat ö Gnad um Gnade finden. wollen dulden, wer kann 6 Du rufst, und er erhört fassen das Erbarmen, das ö dich schon, spricht liebreich: du trägest mit uns Armen! 1 sei getrost, mein Sohn, die In der Schaar erlöster Brü⸗ 9 1 g wir sind Gottes Kinder. Ich Herr, zu weihn und deinen denk an deines Leidens Tod zu preisen; laß mich Macht und an dein Wort: den Ernst der Heiligung 1 es ist vollbracht! 75 hast durch eine wahre Besserung mein Heil verdienet; du hast mir und der Welt beweisen! für mich dich dargestellt; Chr. F. Gellert, 1 1769 4 Gott war in dir und hat die Welt in dir mit uns Mel. Schm dich, o liebe Seele ꝛc 1 versühnet. 203 Tesu, Freund der 3. So freue dich, mein 20* Menschenkinder, Schuld ist dir vergeben; du der fall ich dankend vor dir bist in meinen Tod getauft, nieder. und du wirst dem, der dich 2. Ja, auch mir ström erkauft, von ganzem Herzen Heil und Segen, Herr, aus leben. deiner Füll entgegen; in 4. Dein ist das Glück dem Elend meiner Sünden der Seligkeit; bewahr es soll bei dir 10 Hülfe finden; hier im Glauben, und laß meine Schuld willst du be⸗ durch keine Sicherheit dir decken, mich befrein von deine Krone rauben. Sieh, Furcht und Schrecken, willst ich vereine mich mit dir, ich ein ewig selig Leben als des bin der Weinstock, bleib an Glaubens Frucht mir geben mir, so wirst du Früchte 3. Herr, du kommst, dich bringen. Ich helfe dir, ich mit den Deinen in dem särke dich, und durch die Nachtmahl zu vereinen; du, Liebe gegen mich wird dir der Weinstock, gibst den der Sieg gelingen. Reben neue Kraft zum neuen 5. Ja, Herr, mein Glück Leben. Nun, so steh bei ist dein Gebot, ich will es mir und stärke mich zu treu erfüllen und bitte dich jedem guten Werke; hilf, durch deinen Tod um Kraft daß ich die Lust der Sünde zu meinem Willen. Laß durch dich kräftig überwinde. 136 4. Nun so erneuet, geweihet! wolln sei der Bund unser Herz dir ganz Auf dein Vorbild wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herr⸗ lichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kom men, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. g. Lavater, 1 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. (Herr, du wollst sie vorbereiten.) 20 04 93 du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Selig— keiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubens⸗ vollen Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum n Leben das Brot, das der Herr gegeben; Gnade Jesu sei mit ewge euch die Kirche und Gnaden mittel. euch! Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben, ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abend mahl. F. G. K lopstock, + 1803. Mel. Herzlich thut mich verlangen zr. (Befi 50 du deine Wege.) 205 2 Vie könnt ich * W sein vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu! 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn be⸗ trüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: komm, folge du mir nach! l 3. Ich will ihn ewig lieben, der mir aus Todes⸗ nacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit ge⸗ bracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimathland. . AA Das heil. 4. Er giht zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmels: nuth, will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht seli g sein? 5. Bei Freuden und bei chmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimath offen und dein Herz für und für! Chr Kern, 7 1835 1 Mel. Zeuch ein zu deinen ꝛc. 206 Temmt her, ihr seid geladen; der 9 85 rufet euch, der treue Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die fer ugste weg; kommt her, ver⸗ soͤhnte Kinder, hier ist der Le⸗ benssteg! Empfangt die Him melslust, die heilge Geistes⸗ speise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Noth und Jammer drückt, mit Gott Abendmahl. euch zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumniß; empfanget das Geheimniß, das Gott vom Himmel gab. 4. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram; was von dem Him mel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und er zähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmels speise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut. E. M. Arndt, 1 1860. (Nach der Feier des heiligen Abendmahls.) Mel Nun laßt uns Gott, dem Herren ꝛc.(Wach auf, mein Herz, und singe.) 907 O Jesu, meine 207 8 Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freund⸗ Kirche Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dieß himmlische Er götzen und diese theuren Ga ben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs ver— danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge⸗ tränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her zen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freu⸗ den. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit An⸗ dacht beten, von deinem Weg nie treten. 8. So kann ich nicht ver⸗ derben, drauf will ich selig sterben und freudig auf— erstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, T 1667. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. (Alle Menschen müssen sterben.) 5 Po 208 9 4 Freuden, danket ihm mit und Gnadenmittel. Herz und Mund! Macht die großen 71 dieses heilgen Mahles kund, was der Herr für Gnaden schen⸗ ket, da er selbst uns speist und tränket; danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freundlich war. 2. Ja, wir preisen Gottes Güte, denn sie währet ewig⸗ lich. O wie freut sich das Gemüthe, daß der Herr so gnädig sich gegen uns auch jetzt erwiesen! Immerdar sei er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu; sie war diesesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Him mel sammt der Erde zeugen laut von deiner Chr. 15 Herr, singen Seraphin dreimal heilig, die dur dienen; droben in dem Hei⸗ ligthum schallet deines Na— mens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Va⸗— ters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja! Amen! sprecht Halle⸗ lujah! N. Kaiser, T 1800. — 3——7vĩ•H— Das heil. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. (Wer nur den lieben Gott, Nr. 2.) 20 9 Nin. hin den Dank für deine Liebe, erhöhter Mitt ler, Jesu Christ! Gib, daß ich dich nicht mehr betrü ibe, der du für mich gestorben bist; laß deines Leidens Angst und Pein mir immer dar vor Augen sein. 2. Im Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergossnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb, als meine Brü der, als Erben einer Herr— lichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt ein Kelch, ein Brot. Abendmahl. 139 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zu sammen, daß wir mit deiner Engelschaar, anbetend als dein Eigenthum, stets preisen deines Namens Ruhm. G. J. Zollikofer, 1 1788, und J. C. Lavater, 1 1801. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ꝛc.(Wie groß ist des All⸗ mächtgen Güte.) 21 0 Nollbracht ist nun die heilge Feier; verkündigt 22110 von uns dein Tod. O dein Gedächt niß sei uns theuer und un— vergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und ver gehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! J. Ch. Wagner, 1 1825. XIII. Wiedergeburt und Heiligung. Buße. 211 S Schaffe in mir, Schott, ein reines Herze und gib mir einen neuen bac e: Ver⸗ wirf mich nicht„ von deinem Angesicht:, e eiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, V. 12, 13. (Schon ist der Tag.) 5 Al tiefer Noth 212 2 sch rei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein 8 Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge⸗ than: 1—. ͤ 140 Wiedergeburt und Heiligung. than: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in ee zeben; vor dir nie⸗ mand sich rühmen kann; deß mu 5 dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Ver dienst nicht bauen; auf ihn allein verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort; deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht ver- zweifeln nicht noch sorgen. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Luther, 7 1546. 912(Allein zu dir, Herr 213 A Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bist der rechte Helfersmann 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und nimm dich mein beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich los der Sünden Last; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Ach, stärk durch dein Barmherzigkeit in mir ein recht Vertrauen, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; send mir dein Hülf am letzten End, damit behend des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns allzeit behüte, und seinem werthen heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, daß wü ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. C. Huber, 1 1577, oder Joh. Schneesing, T 1567 Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc 214 O frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich! Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herzliches Begehr, daß ich 0 wieder zu dir kehr. Auf dieß Wort, lieber Later fromm, ich armer ünder zu dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Noth! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig . los all meiner Sünd. Ich will, o Herr, nach em Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge⸗ langen zu der Seligkeit. B. Ringwald(2), T 1598. 215 A h Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Erden Enden, und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. — 141 3. Zu dir flieh ich, ver⸗ stoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld vergiß die Schuld, schaff ein e)horsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht ver scherze. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden! M. Rutiltus, f 1618. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir ꝛc.(Schon ist der Tag.) 216 O Vater der Barm herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch Nein ie große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wu derthat! nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath in allem, wo mirs fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, dir all und daß ich mit Werk anfange O Jesu Cl hriste, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sün⸗ den. wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, hör auf mein kläglich Rufen. 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir uicht wanken; ver leih, daß nun und nimmer⸗ mehr Begierd nach Reich thum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche. 25 Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List U I Last durch Christi Sieg mag dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind der Tod, nur sei die Thür zum Leben. Dav. Denicke, T 1680. Mel. vird die Nacht der Sünden ꝛe. 21 7 A“ was bin ich, mein Erretter und Vertreter bei dem un⸗ sichtbaren Licht? Ich verzag in meinem Muthe; denn das Gute, das ich will, das thu ich nicht. Wiedergeburt und Heiligung. ich, bin Sieh, ich schwankes wie ein 2. mein E Ach was rbarmer? Armer bin ein Rohr im Wind; Weberschifflein schießet, so verfließet meines Lebens Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöser? Immer böser find ich meiner Seele Stand drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu, eile, reiche mir die Gn adenhand! 4. Ach, wann wirst mich erheben zu dem Leben! Komm, ach komm, und hilf mir doch! Demuth kann dich bald bewegen, laute Segen wirst du lassen fließen noch. 5. Trotzig ist, o mein Herze, mir 3 Schmerze, ja, es ist mir leid dazu höre mich, hör an das Qu älen; Arzt der Seelen schaffe meinem Herzen W 6. Gib, daß mir der 2 nicht schade; Herr, gib Gnade laß mich sein dein liebe Kind! Ein Demüthiger un 0 Kleiner, aber Reiner, endlic Ruh und Gnade findt. J. Neander, 1 1680 du Gott 1 a n sich der Tag geendet hal ze (So fliehen unfre Tage.) 218 Mein Gott, daß Herz ich bring dir als Gabe und Ges chenk du 5 dieses ja vol mir z bin ich eingedenk —. 2. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht. d gebs, so gut ichs geben kan kehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitel⸗ keit, des Guten aber unbe⸗ wußt und wahrer Frömmig keit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Uebelstand und träget jetzt or allem Scheu, daran es ist erst fand. 6. Schenk mir, Herr hrist, 1 deiner Huld, herechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sünden⸗ schuld und meiner Strafe Theil. 7. O heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemein⸗ schaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinei mn. 8. Dein göttlich Licht 5 m in mich aus und luth der reinen Lieb; tilg Finsterniß, Haß, Falschheit qu sJ) schenk mir stets deinen Trieb. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im U Lu Li .. Buße. 143 Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Casp. Schade, 1 1698. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein En de ze.(Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 21 9 cc armer Mensch, 8* ich armer Sün⸗ der steh hier vor Gottes Angesicht! Ach Gott, ach Gott, verfahr gell der und geh nicht mit mir ins Ge⸗ richt! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie kränkt mich meine große Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und ver⸗ lornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien und neig zu — mm Viedergeburt und Heiligung. zu mir dein Vaterherz; in Christi Tode sterben; 9 wollst alle Sünden mir ver- möchte doch in seiner Pei * n indie W F F* N fort 0 durch 210 + dich dick 6 mein uber m dein ——— 146 Wie 222 Arnd dir allein, an M dir hab ich ge sündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht ver⸗ borgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang ent⸗ fernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach mei— chuld. Ich si uche ner S dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmuth und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzig— keit! Erfreue mich um deines Sohnes willen; du bist ein Gott, der gern erfreu 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert, T 1769. dergeburt und 0 TTT Heiligung. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ze. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 23 Gez vor dessen . hte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte nichts reinste Klarheit quillt, laß uns doch zu jeder Zeit deinen Strahl der Hei iligkei so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen! 2. Du bist rein in Werk und Wesen, und dein unbe⸗ flecktes Kleid, das von Ewig⸗ keit gewesen, ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig aber wir, großer Schöpfer stehn vor dir, wie in einem Kleid voll Flecken, die wir dir umsonst verstecken. 8. Was dein Geist und Herze sinnet, was dein weiser 0 Ville thut, was dein starker Arm beginnet, ist stets heilig rein und gut; und so bleibst du ewigl ich, während wir f Erden dich durch das Böse, das wir üben, stets von Jugend auf betrüben 4. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Es besteht vor dir kein Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. als 4 5. Uns von Sünden erlösen, gibst du deinen dahin; o so reinige Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Hilf, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der selgen Schaar der Erlösten immerdar Heilig! Heilig! Heilig! ungen und die reinsten Opfer bringen. J. Chr. Zimmermann, 1 1783. zu Sohn vom l. Sieh, hier bin ich Ehrenkönig ꝛc. jott im Himmel und auf Erden.) 224 Mi e, voller Fehle, suchet in dem Dun— Licht; an, neige dich n d zeige mird östlich Angefie cht; auf u—— Flehen laß dich sehen, und derbirg dich länger nicht. 2. Ich ee meine 5 1 de sei an allem Ku Ummer huld; ich gestehe 158 und lee um Vergebun und n Du, mein Leben, annst mir geben neue Hülfe, — Huld. 3. Ach, von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner Buße. —.— Seele! dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Theil. 4. Richtig war ndeln, weise handeln, wollst du künftig mir verleihn; gib die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willt; gib mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke sei in dir, und du mein Schild; 6. Bis im Lichte dein Gesichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen 85 5 Klagestimme schweigt. im so zeige mir die 8 8 man auf zum Himmel steigt! Magd. Sib. Rieger, 1 1786. Komm in Eil, laß Mel. Wie nach einer Wasse rquelle ꝛc. (Freu dich sehr o meine Seele.) 22 H' chster, denk ich 5 0 an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Ge⸗ müthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle kräfte, meine Seelen⸗ meine Glieder sind ja — ̃ ͤr¼Ä2x2—2—Ä zweck ver llem Licht ich ja die und um dem Schaden mich bemühn. Our Seele lockte mich oft iße, aber ich floh vor anften Locken, suchte selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine beuge mich, mein 15 laß 5 mich bei finden, neige, Ohr zu mir! was ich gethan! doch erbarmend ich vomSünden⸗ zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich aufs neue; gib, daß me gebeugter Geist deiner Va f die de Pp e Heisigun Heiligung 226 3 mei Hemüthe sehn 3 mein dir; ich erkenne deine o wie theuer ist sie mir 8 der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf di vergebens: Rur deiner Huld sti Schuld. 2. Lehre mie Wege, zeige 5 1 mir; daß ich richt möge, führe du zu dir. Gott, mein Vertrauen; k ich auf dich bauen; deine Vatertreu wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr den meiner Jugendje laß mich Gnade vor Dir 1 e ist ewig, ellchelel, 0 ü — Gott, ——— un ergeben; Zott, verlaß e mich d 150 Wiedergeburt Heuchelei, dieß stellt uns zu den Deinen. 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt mit innerstem 3 die Schuld, die uns im Innern grämt, wer könnt uns die entnehmen? Herr, gib, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leisen Tritt, eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt, der Niemand kann entgehen, so gib, Herr, daß wir unbewegt auf unser Innres sehen, daß unser Leben uns dann klar und rein erschein, und offenbar auch das geringst Vergehen. 8. Dann sprich in uns, o Richter„Komm! Dein Lohn ist dir beschieden. Was du gethan hast, gut und fromm, dem Dürftigsten hienieden, das hast 8 Herrn gethan, dem Menschen⸗ sohne; komm hinan! Genieße Himmelsfrieden!“ J. G. von Herder, 7 1803. Mel. Sieh hier bin ich Ehrenkönig ꝛc (Gott im Himmel und auf 5858 99 Gen der Gnaden 22 8 Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir; unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. —— 0 —— ä—. p mpꝓꝓpeͤeͤ Heiligung. 2. Wir denn uns aller verzagen, wir tragen auf nden Last, aller Qualen volle Schalen, die du aus⸗ gegossen hast. Hab Erbarmen mit uns 1 Angst und Armen! Noth hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder ärntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe; Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 5. Jesu, rette! Brich die Kette unsrer Finsterniß ent— zwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, mach uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus r 85 5 dem finstern Thal! Du kannst lindern und vermin⸗ dern alle Noth und Herzens qual. Hab Erbarmen mu uns Armen; Jesu, hilf noch diesesmal! 7. Du mußt siegen, wir erliegen, du bist frei, wi sind in Haft; du alleine bit der Reine, wir sind schwach dein ist die Kraft. Hab Er⸗ barmen —. barmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns krönen mit Ge rechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft den Armen; du bist unsre Zuversicht! H. Puchta, 1 1858. 229 Ke ehre wieder, kehre 242 wieder, der du dich verloren hast; sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last. Wie du bist, so darfst du kon imen und wirst gnädig aufge nommen. Sieh, der Herr 1 0 dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht Ur Heben Heil und egen; kehre wieder, zaudre 1255 Kehre aus der Welt erstreuung in die Einsam zurück, wo in geistiger euung deiner harrt ein Glück; wo sich bald Stürme legen, die das z so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig 1 5. 2 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz 3 eut Vergebung deinem8ehle, Balsam für den Sünden⸗ schmerz; sieh auf den, der Buße. 151 voll Erbarmen dir mit aus⸗ gestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebes⸗ huld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langr nuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre 0 endlich kehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreick Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute; kehre gleich! Ph. Spitta, 1 1859. Am Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr c. ott, d 2 30 Get acht df, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen PPP 152 Wiedergeburt und Heiligung. kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sün⸗ denschuld, du Gott der Lang⸗ muth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn; Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein An⸗ gesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum undVersuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen; sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht; du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun. Herr, unser Gott, verleih uns Muth! J deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen. Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen. Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh der Völker Wohl⸗ stand heben. Dem Fürsten der uns schützt und liebt gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kin dern, Schutz und Glück! L schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leiden den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen; gib Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden* „ — du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilger⸗ zeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! O neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden, Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergib uns, leit uns väterlich! J. J. Eschenburg, 7 1820. Glaube und Recht⸗ fertigung. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc 0 Nun freut euch, 231 0 lieben Christen gmein, und laßt uns fröh⸗ lich springen, daß wir ge⸗ trost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar theur hat ers erworben. Glaube und Rechtfertigung. — p 7§7⅛„ m. 2. Dem Teufel ich ge⸗ fangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Ster ben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün⸗ den Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechts⸗ gestalt p e 154 Wiedergeburt und Heiligung. gestalt ging er einher, um Mel. Vater unser im Himmelreich ze. die Gew zerstören. Er sprach zu mir: halt 255 an 0 es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich . ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht 05 en. 8. Vergießen wird er mir alt des Teufels zu mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles zu gut, das halt mit estem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. und Was ich gethan hab gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu se inem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze. Luther + 1546. Gott, Vater, an Erbarmen.) 232(So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, 2 5 seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewig⸗ lich. 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind; verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar durch einen theuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: es ist noch gute Zeit; ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit dem Sünder mit N herzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt en“ ährt f in seinem böse 1 Ein und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Un⸗ gnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott durch Je su Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis leben sollt. Daß du mußt morgen mußt sterben, ist dir kund: verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja gar wohl todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben 89 Hilf, o Herr Jesu, hilf 0 mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei be⸗ reit. J. Heermann, 1 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 233 Ewoe Liebe, mein Gemüthe waget einen kühnen Blick in den 8 deiner Güte! Send meinen Blick zurück, einen Nic voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn 8 Hach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß ge⸗ faßt, der im Fluch versenk⸗ ben Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sol gnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. Glaube und Rechtfertigung. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sünden⸗ ketten. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be⸗ stimmt, daß sich der darin⸗ nen übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob ge⸗ sungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schaar ver⸗ klärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glau⸗ bens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge, ich sei auf dem Him⸗ melswege. 7. Laß mich meinen Na⸗ men schauen in dem Buch des L Lebens stehn; dann so 7* werd 156 werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn Keine Kreatur wird mich, deinen Liebling, ewiglich dei— ner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe tren⸗ nen. J. J. Rambach, 1 1735. (Ich eile meiner Heimath.) land 234 Mann de Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein J kensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufge⸗ than: mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Noth und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und litt für sie den bittern Tod; nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an.:, 3. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn Wiedergeburt und Heiligung. ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt es sich nach Zöll nern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der heißen Reue thränen und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, so tief der Jünger auch gefallen; nun dieß hat er nicht nur ge than, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer dar sich gleich, an Liebe, Treu und Gnade reich; und wie er unter Schmach und Lei den, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünde an.: 5. So komme denn, wet Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrübet, z dem, der keinen von sich weist und der zerschlague Herzen liebet. Wie, willstd dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Wills du der Sünde länger die nen, da, dich zu retten, e erschienen? O nein! verla die Sünderbahn. Mein He land nimmt die Sünder an! 2: a 6. Komm nur mübhsellg und gebückt, komm nur, gut du weißt zu kommen wem 3 Glaube und wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch so noch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an.:, 7. Sprich nicht: ich sün⸗ digte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld beladen; für mich ist keine Rettung mehr, mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. Wo— fern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du 1 77 seine Gnade finden. Er hil wenn sonst nichts helfen 5— Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch sprich auch nicht es ist noch Zeit, ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnaden⸗ pforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl 2 wer seiner Seele Heil ver⸗ träumet, der hat die Gna denzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselger Rechtfertigung. TbbTbTTTT—TbTb— 157 Heiland aller Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adams-Kin⸗ der. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufge schlossnes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an.:, L. F. F. Lehr, T 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc 2² 35 3 esus nimmt die Sünder an Saget 1 dieß Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu er klärt; sehet nur, die Gnaden pforte ist hier völlig aufge than: Jesus nimmt die Sün der an 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes — —.] c]⅛˙ĩc s w ˙— 158 Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Je⸗ sus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sün— den; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Ver⸗ gebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so faß ich frohen Muth, auf dich werf ich meine Sünden; dein am Kreuz vergossnes Blut lässet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! Er hat mich auch angenommen und den Him⸗ mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Je⸗ sus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, T 1756. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. (Wer nur 5 3 Gott, Nr. 2.) 236 J habe nun den A gefun⸗ den, der W Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel unter⸗ geht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken Wiedergeburt und Heiligung. übersteigt, deß, der mit off⸗ nen 5 nen sich zu uns armen Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht ver⸗ loren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deß⸗ wegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deßwegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht ver⸗ binden; hier findet kein Ver⸗ dammen statt, weil Christi Blu kheständig schreit Barm⸗ herzigket, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Got⸗ tes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzig⸗ keit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt 3——ñ—ä Glaube und gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzis eit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; f tehet es in Lieb 115 Leid 1 in, durch und auf Barm— herzigkeit 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so ange noch mein Herze schlägt; so sing ich einst in Ewig keit: o Abgrund der Barm— herzigkeit! J A. Rothe, 7 1758. Mel. O daß ich tausend Zu Wer nur den lieben Gott, Nr. 2. 23. Gnaden soll ich selig wer 15 glaubst dus oder zubst dus nicht? Was 9 du dich so blöd ge en? Ists Wahrheit, was seS chrift verspricht, so muß 9 dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mitt ler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, Rechtfertigung. daß uns sein Tod gebracht und den sel 3. Aus dieß Wort so oft dich plagt, so schwer du i 5 bist beladen nunft nicht 1 Aus G 1 7 5 kam sein und über Sündenlast; nöthigt ihn, dein sprich, zu rühmen hast! Sohn auf Erd nahm die werden? daß er dein sollt? 5. Aus Gnaden! Grund wird bleiber n, so Gott wahrhaft gt alle Knechte Jesu was Gott in seinem Worte 2 preist, Glaube ruht, ist des Sohnes Blut 5 Gnaden! Sünder, 6. Au sichrer „wohlan, Wahr ist, heißnen Ruh; er nicht zu Gnaden an, der sündgen noch auf kann 7. Aus dieß Wort gehöret, Heuchelei; nur von aller das Heil uns aus Gna⸗ ig macht Gnaden! „aus Gnaden“, , so oft dich dein Gewissen nagt; was die Ver fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden Freund zu wo du was Wars nicht, zestes 0 und dir aus Gnaden helfen schreibe Doch, du denk nicht: ich greif auch zu.“ Gott rufet Kinder aus Gnaden zur ver Gnade Gnaden! . ⁵²— 159 Merk Sünde mmer was wollt Dieser ö lange 6 t; was 14 t, unser de durch Adams nimmt Wer tret ab wenn 160 wenn der Sünder sich be⸗ kehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünd⸗ gen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wun⸗ derding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und hei⸗ ßen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stär kung her, wenn Gnade nicht 9 1 Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl; ich mein sündliches Ver derben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chr. L. Scheidt, 1 1761. kenn Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 92 nur den lieben Gott, Nr. 2.) 238 Mir ist Erbar⸗ mung wider⸗ fahr hren, Erbarmung, deren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst ver sühnet, macht durch das —..., 7⅛7§,v¼½yn.... 7˖§—K 2 Wiedergeburt und Heiligung. Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Er barmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzig⸗ keit. 4. Dieß laß ich kein Ge⸗ schöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Rühmen sein; auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mit und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzig keit! Ph. F. Hiller, 1 1769. mein Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. Nr. 239 Och weiß von 5 1 8* keinem andern Grunde, als den der Glau Ib in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. — 1 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver⸗ bunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an,— wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts ge ring und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wan⸗ delnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachs thum vor sich gehn. Glaube und Rechtfertigung. 161 7. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein! 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß stets mich fromm und wach sam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatzky, f 1774 Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr ꝛc. 240 Icch komme, Frie⸗ O densfürst, zu dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht vomTroste leer, laß mich zur Ruh gelangen. Sieh an mein tiefgebeugtes Herz! Sieh meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? wer machet mich von Sün⸗ den rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht! Mein Trost, mein Licht! Verwirf mein sehnlich Flehen nicht. 2. Du, du bist meine Zu⸗ versicht! Durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn 162 Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd auch mir zu Theil; er sei auch mir Be ruhigung und meines Le bens Heiligung. Herr Jef U Christ, ich hoff auf dich, i ich hoff auf dich; in dieser Hoff nung stärke mich! 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland ent zeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, erhöre mich; einst preis ich dich für deine Gnade ewiglich. Chr. Sturm, 1 1786. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. (Alle Menschen müssen sterben.) 0 u sollst glauben, 241 o du Armer, und du zweifelst, zweifle nicht; du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du kannst es nicht. Du sollst unbedingt vertrauen, dort wirst du den Ausgang Wiedergeburt und Heiligung. schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 2. Glaube gibt der An⸗ dacht Flügel, Glau be hebt zu Gott empor, Glaubebricht des Gr Siegel, selbst der Ewig Thor; Glaube geht d Flamm und Flu⸗ then ieß die Zeugen Jesu bluten und sie überwinden weit, sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem siegen, macht die schwerste Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst ge⸗ Sünde weicht. Ob 1 Kampf erlagest, schon an Glaubenskraft verzagest, kämpfe stärker, kämpfe mehr, deine Hülfe ist der Herr. 4. Hast derbaren a ö wohnte du auch in du nicht des Wun⸗ Wunderausgang oft gesehn? siehst du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei dir stehn? mußt du denn ihn immer sehen? bald des Ewgen Rath ver⸗ stehen? bald dich seiner Hülfe freun? würde dieß dein Bestes sein 5. Glaube dann noch wenn zu glauben fast kein Hoff⸗ ni en mehr bleibt; laß dir nichts sein Machtwort 8„Selig, sel f wer glaubt“ Ach, die Er sten dort am Thron 0⸗ ten ohne Schaun die Krone, rangen, . Glaube und Rechtfertigung. 163 rangen, starben, wankten Gedanken, die leuchtet hier nie, und— empfingen!— und dort. Sei, wie sie! 5. Er, den man blutbe⸗ G. Reiber, 1 1809. decket am Abend einst be⸗ grub; er, der, von Gott erwecket, sich aus dem Grab mel. Valet win ich dir geben ze. erhub; der meine Schuld 242 cch weiß, an wen versöhnet, der seinen Geist ö W ich glaube, ich mir schenkt, der mich mit (weiß, was fest 1 wenn Gnade krönet und ewig mein alles 5 im Staube wie gedenkt. 0 Staub und Rau 7 ht 6. Drum weiß ich, was ich weiß, 2605 ewig bleibet, ich glaube, ich weiß, was wo alles wankt und fällt, fest besteht und in dem wo Wahn die Weisen trei- Erdenstaube nicht mit als 0 bet und Trug die Klugen Staub verweht. Es bleibet 1 hält. mir im Grauen des Todes 6 2. Ich weiß, was ewig ungeraubt; es schmückt auf dauert, ich weiß, was nie Himmelsauen mit Kronen verläßt; auf ewgen Grund einst mein Haupt. gemauert steht diese Schutz- E. M. Arndt, 4 1860. wehr fest. Es sind des Hei 1 lands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsen⸗ Heiligung. 1 horte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl Nachfolge Christi 0 den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. der Geister, auf den der(Freu dich sehr, o meine Seele.) Himmel schaut, vor dem die 243 Sei getreu bis N Seraphinen anbetend nieder O an das Ende, 1 knien, um den die Heilgen daß nicht Marter, Angst und dienen! Ich weiß und Noth dich von deinem Jesu kenne ihn. wende; sei ihm treu bis in 4. Das ist das Licht der den Tod! Ach, das Leiden Höhe, das ist mein Jesus dieser Zeit ist nicht werth Thrist, der Fels, auf dem der Herrlichkeit, die dein ich stehe, der diamanten ist, Jesus dir will geben dort der nimmermehr kann wan- in jenem Freudenleben. len, mein Heiland und mein 2. Sei getreu in deinem Hort,— die Leuchte der Glauben! Laß dir dessen festen fp e ̃ 164 Wiedergeburt festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm ge⸗ schworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott ver geben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un⸗ gemach, laß dich nichts von Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was sein Gott ihm aufer⸗ leget! 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Got⸗ tes Wort; hat dich Kreuz und Noth betroffen und Gott hilft nicht alsofort:— hoff auf ihn doch festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vor⸗ handen, Hoffnung machet nie zu Schanden. 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung fest! Ich will 4 und Heiligung. treu sein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergibt, sieh, ich fasse deine Hände: hilf mir treu sein bis zum Ende! Nach Benj. Prätorius, um 1659. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt ze. (Auf, Christenmensch.) 0 Mir nach, spricht 244 Thristus, un ser Held, mir nach, ihr Chri sten alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt mei⸗ nem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Un⸗ gemach auf euch, folgt mei nem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll De⸗ müthigkeit, voll Liebe mein Gemüthe, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmuth und voll Güte; mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmels⸗ pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite. ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen, und wohl⸗ gemuth, getrost und gern in allen Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, 7 1677. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc. (Sollt ich meinem Gott nicht singen?) 245 Nasset uns mit Jesu ziehen, sei⸗ nem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt ent⸗ fliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, Nachfolge Christi. 165 glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen; treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild wer den gleich; nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier macht droben reich; Thränen saat, die ärntet Wonne, Hoffnung tröstet mitGeduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Birken, T 1681. — Mel. Großer Prophete mein ꝛc. 246 Je eu, hilf siegen, W du Fürste des Lebens! Sieh, Finsterniß dringet wie sie ihr drohende nicht ge ber 8 mächt Schau, wie 11 sin met auf allerlei Rän 125 daß sie mich ichte, verstö und kränke. 9 1 Jesu, hilf siegen; ach, wer muß nicht klagen! Herr, mein Gebrechen ist imme vor mir; hilf wenn die O1 7 1 i mir täglich hält für! Ach, laß mich schmecken dein 7174 Noysil 1100 197 kräftig Versühnen und dief — zu meiner Demüthigur dienen. 3. Jesu, hilf sieg in mir die Sünde 11 7 7* sich regt, wenn der Begierden empfin sich mein tiefes Ver darlegt. Hilf dann vor mir se K durch dein denlust tödte. 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, 8 ir lebe des Geistes en, aufwärts sich igend durch 511 IB m ich eind ingen so wird genesen. —. 5 hilf siegen, da⸗ mit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruh hinlenkt. Laß mich mir s 6. Jesu, hilf siegen und cht sinken! Wenn te der Lügen d mit dem g Wahrheit sich schminken, laß doch viel dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister; lehre mich eg und prüfen 5 lum t ein. Laß dein dlich ver ersprochen, Wenn 0 lit Ermü d vill decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und 1 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wen in kein Ver mögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein ver schüchtertes Reh, ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben; mach du uns würdig und stetig 1 daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! J. H. Schröder, T 1699. Mel. Eins ist Noth ꝛc. 247 H erzog unsrer Se⸗ 9 1 ligkeiten, zeuch uns in dein Heiligthum, da du uns die Stätt bereiten und zu deines Namens Ruhm als deine Erlösten sieg⸗ prächtig willst führen; laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und mit dir durch zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir ge⸗ zogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen Leiden natürlichen Seelenverderben; in deinen Tod, Herr, laß perpflanzet uns sein, sonst dringen wir Leben hinein. 3. Fürst des Lebens, komm und eile, führ das Todes⸗ nimmer ins Nachfolge 167 Christi. urtheil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus. Ach, laß sich dein neues, erstandenes Leben in unsern erstorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe herfür. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein. Ach, wirf du die Mächte der Fin⸗ sterniß nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wie⸗ der, daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr und gegen der Gottheit V Krächter sich wehr. 5. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die genesene Na⸗ tur; erwecke dein Paradies wieder im Grunde der See⸗ len und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Deinen verklärst und ihnen das ewige Leben gewährst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Le⸗ bens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines voll⸗ endeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken: wir — 1Q ·— 168 Wiedergeburt und Heiligung. wir bitten zu viel; du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel. G. Arnold, 1 1714. (O du. meiner Liebe.) 248 O Durchbrecher OD aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Va⸗ ters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weis⸗ heit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh füh⸗ rest zu der selgen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl von allen Leu⸗ ten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrig⸗ keiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung der Natur von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ob auch schon der Geist der Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir, durch die Weltgeschäfte dur ichgebrochen, stehen frei! Weg mit Men⸗ schenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen; weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, Herr, zerstöre diese Macht der Finsterni 77 denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Lust der Welt hinaus; laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; wie dus nöthig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund ver spricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sclaverei ein End! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Zeig eig doch nur die erster 4 Stufen der gebrochne dreiheitsbahn! 9. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist ge⸗ storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich nährt. 10. Liebe, zeuch uns i dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß nur uns nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, 1 1714. uns in Mel. O Jesu Christ, meins Lebens ꝛc. 0 Hin 17 Herz, 249 Ei Herr, chaff in mir, schleuß zu 5 Sünde 10 und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach, komm und wohne du bei mir; was un⸗ rein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hell⸗ Nachfolge Christi. 169 glänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmels⸗ gut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rath, Ver stand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, 7 1716. Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. (Mache dich, mein Geist, bereit.) 0 ache dich, mein 250 Meg Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit un⸗ verhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 8 — —— 7 Mel. Wachet auf, ruft uns ic. (Herr, wir singen deiner Ehre.) 170 Wiedergeburt und Heiligung. 4. 57805 2„daß dich nicht die rch Gewalt be zwinge, der, wenn sie sich verste llt, n ieder an sich Ybrin nge; wach und sieh, daß dich nie falsche 7 fällen, die dir Netze steller 5.— und hab auf dich wohl Acht, trau nicht deinem 5 5 leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich sel ber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allem machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Doch rost, es muß uns schon bales glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet an flehen; denn er will alle Füll seiner Gunst ausschüt ten, wenn wir gläubig bit ten. 8. Drum so 1 uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchh. Freystein, T 1720 Rüseet euch, ihr 2 51* Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel; Ho⸗ sianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glau bens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel: da ist Freude Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen⸗ gen Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf Wenn Gott wird die Todten wecken, und das Gericht die Welt wird schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott⸗ lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange; und Got⸗ tes Sohn hat längstens schon uns . ̃ ̃. 7§⅛,1]7·. ˙ Nachfolge Christi. 171 uns beigelegt die Ehren⸗ Jesu, du auch mir dazu, kron. daß ich fein stille sei wie du. of gu. 0 0 9— 4. Jesu, 85 deine Kin⸗ 3. Wacher Jesu, ohne der, und mach aus ihnen B Schlummer, in großer Ar⸗ oho o 0 orfauf 22 leber die du erkauft beit, Müh u nd Kummer bist een Mut; schaff in du gewesen Tag und Nacht; uns ein neues Leben, daß mußt el täglich viel aus! wir uns stets zu dir erheben, stehen, des Nachts lagst du 7 Muth 8 vor Gott mit Flehen und Muth! 1 5 auf uns haft bete gew den Geist, dadurch die Wiebe Gib ee fleußt in die Herzen; ee daß ich wie du allzeit wach eien an 1d kan und bete! Hilf, Jesu, du Tod und Leben für und für. auch mir dazu, daß ich'stets 1 . C. Arends, 1 1721. wachsam sei wie du. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc 4. Gütger Jesu, ach, wie 1 (Herr, wir singen deiner Ehre.) gnädig, th lebe bist du 1 * Leilger Jesu, Und gutthätig doch gegen 252 Heuss g s; Freund und Feind gesinnt! 1 quelle, mehr als Krystall Deine Sonne scheinet allen, 1 rein, klar und helle, du lau- dein Regen muß auf alle trer Strom der Heiligkeit! fallen, ob sie dir gleich un⸗ Aller Glaꝛ nz der Cherubinen, dankbar sind. Mein Herr, 0 Heiligkeit der Seraphinen ach, lehre mich, damit auch ö e eiligkeit der Se 8 hierin ich dir nacharte! Hilf, t gegen dich nur Dunkel⸗ heit Ein Vorbild bist du Jesu, du auch mir dazu, daß mir; ach, bilde mich nach ich so gütig sei wie du. dir, du mein Alles! Hilf, 5. Sanfter Jesu, ganz Jesu, du auch mir dazu, daß unschuldig ertrugst du alle ich mag heil lig sein wie du. Schmach geduldig und übtest 2. Stiller Jesu, wie dein niemals Rache aus. Wer Wille 55 in Willen deines Va⸗ kann deine Sanftmuthmessen, 1 lers stille und bis zum Tod bei der du dennoch nie ver— gehorsam war, alfo mach gessen den Eifer um des Va⸗ auch gleichermaßen mein ters Haus! Mein Heiland, Herz und Willen dir ge⸗ ach, verleih mir Sanftmuth lassen; ach, stille meinen und dabei guten Eifer! Zillen gar! Mach mich dir Hilf, Jesu, du auch mir gleichgesinnt, wie ein gehor⸗ dazu, daß ich sanftmüthig sam Kind stille, stille; hilf, sei wie du. Jesu, Ehren⸗ st deine Ehre 2 1 de br d m fi 1 uer Heiland! H mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem H d. des Jod. v. Lo⸗ denstein, von B Crasselius, T 1724. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. 957 dich sehr, meine Seele.) Schaffet, schaffet, S Menschenkinder, 8 eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünde nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schaue iet über euch, inget nach dem Himmel reich, und ben nühe et euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. Wiedergeburt und Heiligung 2. Daß nun ieses mög geschehen, müßt ih nicht nach Fleisch und Blut und lach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und 3 muß ewig und s Lebens Richt mag es eur er Seli ig, wer im Kampf besteht und die Sün den in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will er erben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg — lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone bei gelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, findet nicht bei Christen statt; an dem Fl leisch Gefallen ben kämpfet! Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Her— zen wolle sicher thun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter, dessen Hand das Scepter trägt, der die sichern Bösewichter zur Ver⸗ dammniß niederschlaͤgt. Er ists, der, wies ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt; o so laß uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzu⸗ flehen! 8. Und, zu werden Christi Glieder, die sein reiner Geist bewegt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert, senkt ins Grab; und denkt stets an Christi Worte:„dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf esum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Hei— land, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe Amen! Gott versie gle dieß in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Nachfolge Christi. — Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. A. Gotter, T 1735. 57 Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 254 8 an gebt 4 unsre Bahr wir sind Gäste nur auf Er den, bis wir dort nach Ka— naan durch die Wüste kom⸗ men werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Va terland. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisc h Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmesan! MeinGlaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt uber Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei⸗ math führen, da ich über alle 174 ewig werde trium Jesus geht mir selbst daß ich freudig folgen alle Noth phiren. voran, kann. 6. Himmelan! Ach, him melan! Das soll meine Lo sung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Him— melslust vertreiben. Him— nelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. B. Schmolck, 1 1737 Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc as hinket ihr be⸗ 251 5 Wöiches Seelen 94 immerhin auf jeder Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an, und brecht hindurch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reich thum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott krönet kein getheiltes Herz; wer Jesu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Wiedergeburt und Heiligung Unruh, von. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig allem Abschied gibt und Gott, den Herrn, von allen Dingen, von Herzen und allein nur liebt, der wird der Krone werth geschätzt und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißt doch legten Schlingen, in diesem schönen Lauf ver hindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf! Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! 6. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weis⸗ heit hält bei euch die Wach; die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen ritten nach. Wie manchen nicht diese Hand schon chgeführt ins Vaterland! 7. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jet 5 viel versäumt; ihr mehrt euch selbst die Schwierigkei⸗ ten, wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit fliegt pfeil— geschwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden; da steht dann unser 11 a: dort die Qual da⸗ die ge⸗ die euch ˖ Schr hat dur der führt uns ein zur stillen Ruh und urtheilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, f 1744. Mel. Ach, was soll ich Sünder ꝛc (Sollt ich meinem Gott nicht trauen.) 0 2 Auf, ihr Streiter, 256 a durchgedrungen, auf, und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Tod und Schmach sich zum Him⸗ —— aufgesc chwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; er ists, der den Sieg ver— schafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Muth zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunder— werke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Him mel unterthan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen. Drum, a ah ein; schämt uch, träg und feig zu sein! Nag es drohen, mag es stürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit. —.... 7. Nachfolge Christi. 175 5. Nun, so wachet, kämpft — ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne 5—.— Ist der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Sabbath an. Nach J. S. Buchka, 4 1752 Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 7 Seele, was ermüdst 257 S du dich in den Dingen dieserErden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreu⸗ ten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der zebens⸗ quelle zu, da kannst du sie reichlich haben. 8 Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir ent fernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe— ben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 9. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. J. G. Wolf, 1 1754. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 258 n unsers Königs 2* Namen betreten wir die Bahn. So viele von ihm stammen, o schließt euch freudig an! Wir ziehn—— Friedenslande, ein Herz, ein Wiedergeburt und Heiligung. Leib, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande voll Helden⸗ muth zerreißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben, und führt zur Seligkeit; die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit, doch wer sie geht, muß sterben, an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint! Wir wandern ab geschieden, und eh es geht zur Rast, trägt jeder still zufrieden sein Kreuz und seine Last. 4. Der große Hirt der Heerde geht seinem Volk voran; sein Allmachtswort „es werde!“ bereitet selbst die Bahn; es lähmt er⸗ zürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruder band. 5. So wandeln wir ent schlossen dem Himmelsführer nach und dulden unver drossen und tragen seine Schmach und flehn im fin stern Thale: O Jesu, steh uns bei und mach im Hoch⸗ zeitsaale bald alles, alles neu! 6. Seht, wie die Krone schimmert, die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Wel tenbau zerstückt, erlöschen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wal rem Heldenmuth! Bald hebt une unser Sehnen hoch uber Tod und Grab; bald trock net unsre Thränen die Hand der Liebe ab. J. L. Frickert, T 1766. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren ꝛc. Dommt, Brüder, 259 K laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge⸗ reuen der schmale Pilger pfad; wir kennen ja— Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz gufs beste, und mehr als Leib und Haus; wir sind Nachfolge Christi. 177 hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen in jedem sa uern Tritt Das Aug dahin gekehrt, wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns mun ter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt Dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig n von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 178 Wiedergeburt und Heiligung. 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From men heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun. 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründ— lich dem absagen, was auf hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. G. Terstegen, T 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) 260 Ich soll zum Leben 2* dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf! In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, sie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig sein. 2. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, trotz ihres Spottes, auf seinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Seligkeit! 3. O Herr, auch mich verlanget, dein treues Kind zu sein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich ge⸗ fangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich erlösen aus dieses Todes Nacht! Ich lasse nach zu ringen, und doch ists mein Beruf: ich soll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich schuf. 5. Dir seufz ich anzu⸗ hangen! Erbarmer, dir allein! Du hast es ange⸗ fangen, das gute Werk ist dein! Vollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl ich meinen Geist. J. A. Cramer, 1 1788. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ze. (Alle Menschen müssen sterben.) 261 1 nser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Welt⸗ getümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fuß⸗ tritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu; Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltets fest, ihr theuren Brüder, haltets fest, werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder, wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pil⸗ ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt— Muth, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr ge⸗ höret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unter⸗ wunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet; drum verlaßt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer; schon seh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch: und getragen ist mein Joch. J. Ch Fröbing, 7 1805. dieß Nachfolge Christi. 179 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort ꝛc. (Der unsre Menschheit an sich nahm.) 262 Gott, der du Her zer nskenner bist, Herr, dem die Falschheit Gräuel ist und jede Lüg Verbrechen: kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr 8²* erfreut, 1—. 180 Wiedergeburt und Heiligung. erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: — dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürsten⸗ thum und keine Welt soll mich so weit verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit muthwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahr⸗ heit treulich sprechen. Be⸗ schwör 55 aber 2 und Pflicht, so laß mich auch im Alen den nicht die theure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein! J. K. D. Bickel, T 1809. Mel. Gott des Himmels ꝛc. ört das Wort 263 G voll Ernst und Liebe, das zu euch der Hei⸗ land spricht, hörts und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Ge⸗ wittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; selig preisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters kund: 3.„Selig sind die geist⸗ lich Armen, denn das Him⸗ melreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt.“ 4.„Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Trau⸗ rigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Se ligkeit Reue, welche nie gereut.“ 5.„Selig sind, die sanften Muthes und in Demuth milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Trotz und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 6.„Selig sind, die hier mit Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst gestillt.“ 7.„Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn und den Schwachen, Kranken, Armen een beizusteh n! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit.“ 8.„Selig sind die reinen Herzen, die nicht Sünd 5 gu Welt umstrickt, die mit schnöder Lust nicht scherzen, weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen Himmels— licht schaun sie Gottes Ange⸗ sicht.“ 9.„Selig sind, die Frie⸗ den bringen, Schuld und Kränkung übersehn, 5 Feindes⸗ haß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt sie Gott.“ 10.„Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Ver folgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron seiner Ueberwinder Lohn.“ 11.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahr. Früchte sehn, daß durch euch verherrlich t werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort be⸗ steht.“ g. L. Garve, 1 1841. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 264 Aus irdischem Ge⸗ tümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Ho ffnung. blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt Wer führt durch Tod zum Nachfolge Christi. Leben? Der Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, geh üllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht ge bracht? Von oben kommt die. die alles uns erhellt; denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Weg heißt Tod wir beben, wer gibt dem Herzen Ruh?— Christus ist das Lehe führt uns dem Vater 8 K. J. Aschenfeld, T 1856. Mel. 3 will ich dir geben ꝛc. 5 Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet 12 8 Schaaren am Glaube der nicht schaut und doch dem Unsicht baren, als säh er ihn, ver⸗ traut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 182 Wiedergeburt 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Muth, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht; in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn die wunderbarepflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnaden⸗ triebe durch seines Geistes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! K. J. Ph. Spitta, 7 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. (O du Liebe meiner Liebe.) 266 Mleibt bei dem, der euretwillen auf die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, und Heiligung. tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, er starrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Irdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet und das Herz stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischen und spricht: stütze dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. K. J. Ph. Spitta, 1 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc. (O du Liebe meiner Liebe.) 97 Nolk des Herrn! 267 V du hast hienie⸗ den einen langen, schweren Streit; Kämpfe neden, Friede in der Lege an die rechte ehe auf dem ewgen dir Sieg und Heil er, der Heiland Joraels! 2. Träumest du von guten Tagen, oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich N alten Sagen, oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Ver⸗ ächter, denn sein Trost wird untergehn!“ 2 3. Volk des Herrn! du hast hienieden einen langen, schweren Streit; nun, so suche keinen Frieden in der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jesu Kreuz ist das Panier, unter diesem Zeichen siege! Seine chmach se sei i deine Zier! Preiswerk, 1 1871. Liebe. 0 rzlich lieb hab 268 Hei 5 ieb he dich, o Herr, ich bitt, woust sein von mir nicht fern mit deiner Hülf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben, 5 wenn mir gleich Liebe. sind dir —. ˙¹·¾A mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Theil, durch dessen Wunden ich we rd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel, und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst deine Gnad mir geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth! 3. Ach Herr, laß einst die Engel dein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmer⸗ lein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Mart. Schalling, T 1608. stern, heit von d Juda aufgegangen! ids Sohn, aus * 11 Stan Wiedergeburt und (Mein ganzer Geist.) 26 9 N Tie zön leuchtet 02 W̃ der Morgen voll Gnad und Wahr dem Herrn, * U— m, du Gottessohn erfüllst lieblich ewig in bene Leib ein Glied 1 17 triebe. In dir laß„ohr Fron Oren, lbst der Heiligung. —— ͤ .—— 5 185 ißlich an der? t der 3 eit ꝛc 5. Wend von mir nicht i Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich ein ander Ziel, nicht von mir, mein höchste igkeit zu finden; Zier, hilf mir mein Leiden erz allein bedacht tragen; hilf mir zur Freud die Se mein 4 l soll sein, auf Christum sich nach diesen zu gründen. Sein Wort ist ich mag 1 i Leid, hilf, daß tach dieser Klag wahr, sein Werk ist klar; dir ewig dort Lob sagen. sein heilger Mund hat Kraft G. Weißel, 1 1635 und Grund, all Feind zu überwinden. 2 Such wer da l Noth, jel fer vi verdorben. Heil dur ch 10 1 vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser N ü 5 Welt erreichen; wenn der mein Freudensonn sollst du, Lebensfaden bri icht, meinen Herr Jesu, bleiben; laß Jesum laß ich nicht. mich doch nicht von deinem ch werd ihn auch Eitelkeit icht, wenn ich nun gelanget, wo vor lugesicht meiner Väter pranget; mich er⸗ 2 Angesicht, meinen 186 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver söhnet und befreiet vom Ge richt; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebens bächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann, 7 1662. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens ꝛce. 272 Fesus, Jesus, nichts 5 N als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jetzund mach ich ein Verbündniß, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir; gib dich mir, mein Jesu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in und an mir, o mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Noth, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie und wo du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, der du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröh⸗ lich singe nu: mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1 1672. 273 ch will dich lieben, 3 J meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mir dein Glanz er scheint; ich will mit reiner Liebesflamm dich lieben, Gotteslamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du; daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich und suchte nicht; lief verirrt war verblendet, ich dich und fand dich ich hatte mich von dir ge wendet und liebte das ge— schaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre un daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich— dir, du Himmels won daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmels⸗ glanz. 7. Ich will dich meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der aller größten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. J. Scheffler, T 1677. lieben, Mel. Komm, o komm, des Lebens ꝛc. 0 eiebe, die du mich 2 74L zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach du Geist Liebe. dem Fall zurück gebracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er koren, eh denn ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat er stritten ewge Lust und Selig keit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewig⸗ lich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahr⸗ heit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; eee dir ergeb ich mich, ein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld gibet une mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewig⸗ lich. 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst ——— — ——— ̃———— 188 Wiedergeburt einst wird schmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. J. Scheffler, T 1677. Mel Jesu, der du meine Seele. (Alle Menschen müssen sterben.) 27 5. schwebt mir N in Gedanken, Jesus 5 mir stets im Sinn, von ihm will ich nimmer wanken, weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, meines Herzens höchste Freude, meiner Seele schönste Zier; Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen, wie ein Stern mit goldnem Schein; er ver— treibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen cheiden; er ist meines Lebens Licht; Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesum will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; seines Geistes Trost und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein. Wenn ich mich zur Ruh be⸗ gebe, oder mich vom Schl af erhebe, bleibt doch Jesus früh und spat meiner Seelen Schutz und Rath. 4. Jesum will ich lassen rathen, der am besten rathen kann; er gesegne meine —. und Heiligung. Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem theuren Namen alles glücklich sei und Amen; so wird alles werden gut, wenn nur Jesus Hülfe thut. 5. Jesus, meiner Jugend Leiter von des Lebens An⸗ beginn, wird auch sein mein Trostbereiter, wenn ich alt und kraftlos bin; wenn sich krümmen meine Glieder und die Lebenssonn geht nieder, wenn verdunkelt mein Ge⸗ sicht: meinen Jesum laß ich nicht! 6. Jesus soll in allem Leiden mein getreuer Bei⸗ stand sein; nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; keine Angst und Herzenspein, keine Trübsal, keine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; ob mir gleich das Herze bricht, laß ich dennoch Jesum nicht. 7. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein und mit Jesu dorten erben: dieß ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, nich ts, nichts soll mich von 3 treiben; laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nimmermehr. Vor 1692. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. (Alle Menschen müssen sterben.) 0 2 Cesu, meiner Seele 276* Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will will ich mich ganz ergeben, jetzo und in Ewigkeit; meinen Herrn will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt empfing; du bist mir schon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging; und du hast mich aufge⸗ nommen, da ich an das Licht gekommen; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, wenn ich etwa übertreten, daß ich wiederkäm mit Beten; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmig⸗ keit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach, ich wäre längst gestorben ohne dich, und längst ver⸗ dorben! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 5. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Liebe. 189 Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, stärkt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hin trägt; zu dir, Jesu, in die Freude, daß mich nichts mehr von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuver⸗ sicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. Ch. Seriver, 1 1693. 9 Eins istnoth ach Herr, dieß Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ——ö‚—ä—ẽ—— 190 Wiedergebur! ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und den⸗ noch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dieß Eine, das Alles ersetzt, so werd ich mit Einem in Allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner 3 laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste 2 mein Ein und mei mein seligstes Heil. 3. Darum ist auch m ein Verlangen, liebster Jesu, nur bei dir; laß mich treu lich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dich auch mit der Menge verlassen, so will ich in Liebe dich dennoch um fassen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, der einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, und Heiligung. so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 5. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig theures Blut. Die höchste Gerechtig-⸗ keit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glal be in Ewigkeit prangt. 6. Nun so gib, daß meine Seele auch nach dein Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. 8 dienet zum göttli ichen W an und Leben, ist in dir, 1 Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergäng⸗ lichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; du hast mir die ewge Er⸗ lösung erfunden, daß ich nun von Tod und Ver— dammniß entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. — Liebe. 191 gesetzt. Nichts Süßres kann 4. Meines Glaubens Licht also mein Herze erlaben, als laß verlöschen nicht! Salbe wenn ich nur, Jesu, dich mich mit Freudenöle, daß immer soll haben; nichts, hinfort in meiner Seele ja nichts ist, das also mich verlösche nicht meines Glau⸗ innig erquickt, als wenn ich bens Licht. dich, Jesu, im Glauben er⸗ 5. So werd ich in dir blickt. bleiben für und für; deine 9. Drum auch, Jesu, du Liebe will ich ehren und alleine sollst mein Ein und in mir dein Lob vermehren, Alles sein; prüf, erfahre, weil ich für und für bleiben wie ichs meine, tilge allen werd in dir. Heuchelschein; sieh, ob ich 6. Held aus Davids auf bösem, betrüglichem Stamm, deine Liebesflamm Stege, und leite mich, mich ernähre, und verwehre, Höchster, auf ewigem Wege: daß die Welt mich nicht laß Schmach gmich nicht versehre, ob sie mir auch achten, nicht Leiden 0 gram, Held aus Davids Tod und! Jesum gewinnen; Stamm! s a dieß Eine ist noth. 7. Deinen Frieden gib J. H. Schröder, T 1699. 1 o großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und 278 S See lenbräutigam, nach dir sich Christen nennen; Jesu, Gottes denen du bist lieb, deinen 1 Lamm! Habe Dank für deine Frieden gib! 0 Liebe, die für mich aus 8. Wer der Welt abstirbt, 404 reinem Triebe starb am sich mit Ernst bewirbt, dir 160 Kreuzesstamm, Jesu, Gottes zu leben und zu trauen, der Lamm! wird bald mitFreude schauen, 2. Y DeineLiebesgluth stärket daß niemand verdirbt, der 1 Muth. und Blut; wenn du der Welt abstirbt. freundlich mich anblickest und 9. Nun ergreif ich dich, mit deinem Geist erquickest, du mein ganzes Ich; ich macht mich wohlgemuth will nimmermehr dich lassen, deiner Liebe Gluth. sondern gläubig dich um⸗ 3. Wahrer Mensch und fassen, weil im Glauben ich Gott, Trost in Noth und nun ergreife dich. Tod! Du bist darum Mensch 10. Hier durch Spott und geboren, zu ersetzen, was Hohn, dort die Ehrenkron; verloren, durch den Kreuzes⸗ hier im Hoffen und Ver⸗ tod, wahrer Mensch und Gott. trauen, dort im Haben und im —. 192 Wiedergeburt und Heiligung. im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, wertheHimmelsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Him⸗ melsblum, du, mein Preis und Ruhm! A. Drese, 7 1701. Mel. Es ist das Heil uns ꝛe. 70 alt im Gedächt⸗ 27 9 H niß Jesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver— giß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit . K 2 von Noth und Plage; be⸗ denke, daß er Fried gemacht, das Leben wieder hat ge⸗ bracht; dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. D sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mag und 9 den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriak. Günther, T 1704. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ꝛe. (Es ist das Heil uns.) 0 Oi uth, 2 280 soll ich dich mit 7250 würdig 1 In deine Tiefen will ich mich, o volle See, verlieren. Es flammet flammet Gottes Herrlichkeit, es brennt die ganze Ewig⸗ keit: bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herab gekommen; sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dieß Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze sein ge⸗ währt, der dir dein Herz hat ausgeleert; gib Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin! Gib Kraft, um dich zu lieben; Herz und Begier— den, Muth und Sinn sei dir hiermit verschrieben; brenn aus das Feuer böser Lust, laß 921 nichts in dieser Brust, als deine Liebe glühen. F. A. Lampe, T 1729. Mel. O fröhliche Stunden ꝛc. 281 Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige O vuelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und —. 193 in die begierigen Seelen ein⸗ fließt. 2. Du sprichst: gehret zu trinken was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himm lische Gaben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir; du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gib deine Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Muth, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhliche Herz, es weichet zuri ücke der bittere Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken, wie dein Wort ver⸗ heißt, laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort trei⸗ ben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrink en 9 vom wer be⸗ von mir, dea ..—— 194 Wiedergeburt und Heiligung. vom Kelche, den du hast ge⸗ gebeugt zu dir gekom 7 5 trunken im Leiden allhier, wie ist dein Herz gebrochen die werden dort ewig sich wer nun dich Kranke 20 freuen mit dir. sprochen! O wie pflegtest du 7. Drum laß mich auch zu eilen, das Erbetne mit⸗ Nr zutheilen! werden, mein Jesu, erquickt, zutheilen! a b da, wo deine Heerden kein 4. Die Betrübten zu er⸗ Leiden mehr drückt; wo quicken, zu den Kleinen sich Freude die Fülle, wo lieb⸗ zu bücken, die Unwissenden liche Stille, wo Wonne und zu lehren, die Verführten zu Jauchzen, wo Herrlichkeit bekehren, Sünder, die sich wohnt, wo heiliges Leben selbst verstocken, täglich lieb⸗ wird ewig belohnt. reich zu sich locken: das war Ch. J. Koitsch, f deines Werkes Weise, Herr, und deine liebste Speise. 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und 5 eiland, deine N 282 2 8 Menschenlsebe Geduld zu üben, ohne kenschenliebe— N N 5 l Schelten, 1 Klagen war die Quelle deiner Triebe, 2 4 95 andrer Schmach und Last chm o liebe Seele ꝛc die dein treues Herzbewogen a 5 zu tragen, all N f undlich dich in unser Fleisch gezogen, zu tragen, alte 1 8 8 zu begegnen, für die Läste 9 dich mit Schwachheit über zu begegnen, den bie 5 deck dich übel, rung zu segnen, für der decket, dich vom Kreuz ins*„ e 8„re kot arch in Feinde Schaar zu beten und Grab gestrecket: o der unge 1% N. 8 ole e deine e die Mörder zu vertreten meinen Triebe deiner treuen me ee 1 Me sche liehe 6 wie hoch stieg den ö Menschenliebe. N 8 Für 2. Uel 2 a Erbarmen, da du für die 5 eber seine Feinde ärmsten Armen dein unschätz weinen, jedermann mit Hülf bar theures Leben in den erscheinen, sich der Blinden, ärgsten Tod gegeben; da du Lahme 9— u— 0 Lab men, Arn zen mehr als pä⸗ in der Sünder Händen, alle 1 terlich erbarmen, der Betrüb⸗ Leiden zu vollenden, und den ten Klagen hören, sich in Segen zu erwerben, als ein andrer Dienst verzehren, Fluch hast wollen sterben! sterben für die ärgsten Sün⸗ 7. Herr, laß deine Liebe 1 der, das ist Lieb, o Menschen⸗ decken meiner Sünden Meng 1 kinder! und Flecken; du hast das 3. O du Zuflucht der Gesetz erfüllet, seinen Fluch Elenden, wer hat nicht von hast du gestillet; laß mich deinen Händen Segen, Hülf wider dessen Stürmen deiner und Heil genommen, der Liebe Schild beschirmen; heilge Liebe. heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1 1735 el. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc 283 ebst d du in mir, Do wahres Leben so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das Liebste ist. O jesu, du sollst mein ver bleiben, nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket und dich, o Seelen freund, umfaßt! 2. Herz, das in Liebes⸗ gluth gestorben, ach, laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd das Herz, das du erworben, und laß da rinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnü igen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir; so werd ich fröh lich triumphiren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Noth zusammen, damit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet, wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die — 195 deinem Sinn recht ähnlich ist; so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Gib mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Wein stock, neigt; du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du 888 des Glaubens fester Gru Wenn sich die Zweifels 1— finden, so laß die Hülfe nicht ver⸗ schwinden, und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gib, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst ver⸗ lassen, denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt; dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, aa Mio dar 11 und eil 196 Wiedergeburt und Hei ligung geben, wenn meines Lebens nichts zurück; schau und Ziel erscheint. Ich will dir prüfe Herz und Nieren; soll⸗ meinen Willen schenken, ich test due J will im Tod und Leben nimm es 0 denken, daß du es gut mit 4. Ich scheu keine mir gemeint. und Schmerzen; gründlich Ph und von ganzem Herzen will ich fol gen deinem Zug. Kann ich stet l 9 en nur und deinen ach, so blaß 5 Liebe predigt 2. Eri Schaar, die zweit, daß war: der Gl n w Graf N. L. v. Zinzendorf, T 1760. erwählen;: alle Kräf te me Seelen nimm nur ganz in gen ꝛc. deine Macht; ja, ich will 0 Pun so will ich mich dir verschreiben; laß es 285 N. denn mein ewig feste bleiben, was ich Leben völlig meinem Gott dir hab zugesagt. ergeben; nun wohlan, es ist G geschehn! Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich Mel. 19 5 Gott 1 das ist ꝛc. will mich von dir kehren, 286 Jesum ohne je zurück zu sehn. 1 2. Hab ich sonst mein dir ble abt wei nein„energcbe Herz getheilet, hab ich hie du kennst dieß Herz, das und da ver veilet: endlich lich spricht: nur Einem wi sei der Schluß gemacht, mei⸗ ich leben. Du, du allein, du nen Willen ganz zu 1 sollst es sein; du sollst mein Mel. Alles ist an Gotte meinem Gott allein zu leben, Trost auf Erden, mein Glück ihm zu dienen Tag und Nacht. im Himmel werd en. 3. Herr, ich opfre dir zur 2. Dich Jesum laß ich nich ˖ ch t; ich halt e dich im Nichts kann mir meine Gabe all mein Liebstes, das ewig ich habe; schau, ich halte Glauben meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glau⸗ bensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand neh⸗ men. 3. Dich ewig nicht; Erbarmen Jesum laß ich aus göttlichem gingst du für Sünder ins Gericht und büß ßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich 1 75 um deines Leider ns wil en die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht; 25 stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die 3 hassen, wirst du mich nicht verlassen 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht nichts soll von dir mich scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt du leiden. 5 all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es über⸗ standen, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schutz und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, T 1780, Liebe. — ̃¶-ůAöU Mel. Herr, ich habe mißg ehandelt ꝛc. 0 Seid barmherzig, 287 D Menschen, höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus le hret: seid barmherzig, seids wie Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, was euch noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allge⸗ mein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seid barmherzig, so wie er; eilt den Armen beizustehen, was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, darfs die linke Hand nicht wissen. 4. Was ihr habt, mit Aermern theilen, sehn, was jedem frommt und nützt, des Verlassnen Wunden hei⸗ len, schützen den, den nie⸗ mand schützt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott ge⸗ rungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber,— 5 der Dank gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, unser Herz nie ungerührt; daß, wenn wir zu dir uns nahen, 198 Wiedergeburt nahen, wir auch Hülf und Trost em ipfahen! Th. G. v. Hippel, + 1796. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 288 Du Vater deiner Menschenkin der, der du die Liebe selber bist, und dessen Ford auch gegen Sünder noch gütig und voll 5 ist, laß mich von ganzem Her zen dein, laß mich 8 mit aller Kräften sein 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vor schrift gibst! Was dir ge fällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schö— pfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und' rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! und Heiligung. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miß⸗ fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich be⸗ flissen sein. 6. Aus Liebe laß mich lles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt; du führst durch Trübsal den zu 3 der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, 1 wache von dir unter⸗ stütz 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Him⸗ mel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Nach 2 Mel. Nun sich der Tag geendet hat ꝛc. (So fliehen unsre Tage.) 289 Christ, wenn O9) Arme manches⸗ mal vor deiner Thüre stehn, merk auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bl erschallt zu dir herein, horch auf, ob seiner Stimme Klang nicht möchte drunter sein. 3. O nicht so fest und eng verschließ die Thüren und das Herz; ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus, und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirst versehn, wird dein Herr Jesus El jrist hinein zu deiner Thüre gehn, weil sie so gast⸗ lich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heilge Hand zum Segen für und für: 7. Zum Segen über deinen Tisch und über all dein Gut, und über deine Kinder frisch und deinen frohen Muth; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, wo du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freu⸗ den thut, wie ihm und sei⸗ nen Brüdern hier du thatst mit frommem Muth. W. Hey, 7 1854. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. (Alle Menschen müssen sterben.) 200 Wega fe meine Rede fromm und m% schön; ja, wenn meine Zunge sänge Engeln gleich in Him⸗ melshöhn: hätt ich keine Lieb im Herzen, ach, so wär ich gleich den Erzen, gleich der Schelle, die erklingt, doch kein Leben hat noch bringt. 2. Wenn ich mit Pro⸗ phetenklarheit schon die Zu⸗ kunft säh erfüllt; wenn mir kund wär alle Wahrheit, kein Geheimniß mehr ver⸗ hüllt; wenn ich jenen Glauben hätte, der versetzt der Berge Stätte: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe theilte den Bedürftgen aus, und den Greis am Bettelstabe gastlich führte in mein Haus; wenn ich, Chri⸗ stum zu bekennen, meinen Leib selbst ließe brennen: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe ist die Krone, die den 5 des Glaubens schmückt, dran man, Dant dem Gottes⸗ sohne, seiner Liebe Früchte pflückt. O welch edle Tugend⸗ blüthe ziert das liebende Ge⸗ müthe: Langmuth, Freund⸗ lichkeit, Geduld, Demuth, Sanftmuth, Güt und Huld! 5. Und wie herrlich ist die Liebe! Ewig hört sie nimmer auf; da sonst nichts ist, das da bliebe, das nicht schlösse 200 Wiedergeburt und Heiligung. schlösse seinen Lauf. Sprach und Weissagung vergehen, Glaub und Hoffnung wird zum Sehen; alles währet seine Zeit, Liebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe, bist der Liebe Quell allein! Hauche deines Geistes Triebe mir 95 tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letzten Athem bliebe; Jesu, so bleib ich in dir, zund du ewiglich in mir! A. Stöber, geb. 1810. Gebet. (Gott, Vater, an Erbarmen.) 2 Mater unser im 291 V Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst, daß werd Gebet gethan: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens Grund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdig⸗ lich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm ver⸗ führte Volk bekehr 3. Es komm dein Reich zu dies ser Zeit und dort her nach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und gr ß Gewalt zerbrich; vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gib uns Geduld in Leidenszeit, ge horsam sein in Lieb und Leid, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut 5. Gib uns heut unser täglich Brot, und was man braucht zur Leibesnoth; be⸗ hüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mel jr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl i gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lb und Einigkeit. 5 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Wider⸗ stand, im ane fest und wohl gerüst, und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns 111 ͤ ͤꝛ˙ðu Gebet. uns in der letzten Noth; zu nähren, mich zu wehren, bescheer uns auch ein selig wenn Unglück geht daher, End, nimm unsre Seel in das mich möcht von dir deine Händ. kehren. 9. Amen, das ist, es werde 4. Laß mich nicht Lust wahr! Stärk unsern Glau⸗ noch Furcht von dir in die ben immerdar, auf daß wir ser Welt abwenden; Getreu— ja nicht zweifeln dran, es sein bis ans End gib mir, sei die Bitte wohl gethan; du hasts allein in Händen, auf dein Wort, in dem und wem du's gibst, der Namen dein: so sprechen hats umsonst; es mag Nie wir das Amen fein. mand ererben noch erwerben Luther, T 1546 durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 292 ch ruf zu dir, 5. Ich lieg im Streit und . Ihen Jesu Christ, widerstreb; hilf, o Herr ich bitt, erhör mein Klagen; Christ, dem Schwachen! verleih mir Gnad zu dieser Von deiner Gnad allein ich Frist, laß mich doch nicht leb, du kannst mich stärker verzagen. Den rechten Weg, machen. Kommt nun An o Herr, allein, den wollest fechtung und Gefahr, wollst 9 du mir geben, dir zu leben, du mich nicht verlassen, fest dem Nächsten nütz zu sein, mich fassen, behüten immer nach deinem Reich zu streben. dar; ich weiß, du wirsts 2. Ich bitt noch mehr, o nicht lassen. ö Herre Gott, du kannst es P. Speratus, 4 1551,(2), oder 1 mir wohl geben, daß ich nicht J. Agricola, T 1566. wieder werd zu Spott; die Hoffnung gib daneben; vor⸗ Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc aus, wenn ich muß hie da(Ich freue mich, mein Gott.) von, daß ich dir mög ver⸗ 293 Are dich hab ich trauen und nicht bauen auf gehoffet, Herr, all mein eignes Thun, sonst hilf, daß ich nicht zu Schan⸗ wirds mich ewig reuen. den werd, noc ch ewiglich zu 3. Verleih, daß ich aus Spotte. Das bitt ich dich: Herzensgrund den Feinden erhalte mich dir treu, dir, mög vergeben; verzeih mir meinem Gotte. auch zu dieser Stund, schaff 2. Dein gnädig Ohr neig mir ein neues Leben. Dein her zu mir, erhör mein 1 Wort mein Speis laß all⸗ Bitt, tritt du herfür, eil, 4 weg sein, damit mein Seel bald mich zu erretten. In Angst 202 Wiedergeburt und Heiligung. Angst und Weh ich lieg und steh; hilf mir in meinen Nöthen. 3. Mein Gott und Schir⸗ mer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein star⸗ ker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht viel Lug und Trug und falsch Gedicht, viel Netz und heimlich Stricke; nimm meiner wahr, Herr, in Ge⸗ fahr; behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit!& Lobt Got⸗ tes heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieg haft durch Jesum Christum. Amen. A. Reißner, T um 1575. (Schon ist der Tag.) 0 K err, wie du willst, 294 H so schicks mit mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann, 1 1591. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛec. Befiehl du deine Wege.) 295 5 Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr; von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständig⸗ keit; Gebet. keit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit! N. Selnecker, 1 1592. 0 d 296 8 Bott, dufrommer Gott, du Brunn quell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womik ich kann bestehen, laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nach⸗ druck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlich⸗ keit, so laß mich nicht ver⸗ zagen, gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind und, wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit jeder⸗ mann in Fried und Freund schaft leben, so weit es christ lich ist; willst du mir etwas 2. Gib, m ̃ ꝗß—VVV—px— 203 geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben—.4 brin⸗ gen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter drin⸗ gen, so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freu⸗ den; dem Leib ein Räum⸗ lein gönn bei frommer Chri⸗ sten Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so woll auch deine Hand z meinem Grab. laß hören deine Stimm, er⸗ wecke mein Gebein und führ mich schön verklärt in deinen Himmel ein. J. Heermann, T 1647. Mel. Da Christus geboren war ze. (Um Erbarmen flehen wir.) 297 Zen bitt ich von dir, zweier⸗ lei trag ich dir für, dir, der alles reichlich gibt, was uns dient und dir beliebt; gib mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Ban⸗ den reißt. 9* ———— 204 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Gib, daß ferne von Füll also, wie dein Herze mir sei Lügen und Abgöt⸗ will, nicht zu wenig, nicht terei; Armuth, so die Maße zu viel. P. Gerhardt, T 1676. bricht, großen Reichthum gib mir nicht; allzu arm und Mel allzu reich ist nicht gut, stürzt beides gleich unsre 298 S Sieh, e bin ich, Seel ins Sündenreich. Ehrenkönig, 3. Laß mich aber, o mein lege mich vor deinen Thron; Heil, nehmen mein bescheiden schwache Thränen, kindlich Theil und bescheere mir zur Sehnen bring ich dir, du Noth hier mein täglich Biß⸗ Menschensohn. Laß dich fin lein Brot, ein klein wenig, den, laß dich finden, bin ich da der Muth und ein gut gleich nur Asch und Thon. Gewissen ruht, ist fürwahr 2. Sieh doch auf mich, ein großes Gut. Herr, ich bitt dich, lenke 4. Sonst wohl möcht im mich nach 7 Sinn. Ueberfluß ich empfinden Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Ueberdruß, dich verle e 5 Laß dich finden, laß dich dir zum Spott fragen: wer Jaß dich finden, laß 3 finden; gib dich mir und ist Herr und Gott? Denn 3 hin! das Herz ist Frechheit voll, nimm mich hin! nmel und auf 8 2 5 3 Herr, erhöre, 0 hegehre weiß oft nicht, wenn ihm„4. Herr, erhöre, ich begehre ö ist wohl, wie es sich erheben nichts als deine freie Gnad, 1 soll. die du gibest, wo du liebest und man dich liebt in der 8 1 That. Laß dich finden, laß stehet bloß und die Armuth dich finden; der hat alles, wird zu groß, wirds leicht wer dich hat. g untreu, stiehlt und stellt Hör, wie klä wie nach des Nächsten Gut und ban 1 Geld, thut Hewal t, braucht singt, wie demüthig und Ränk und List, ist mit Un wehmüthig deines Kindes 1 recht ausgerüst, fragt gar Stimme klingt. Laß dich nicht, was christlich ist. finden, laß dich finden; 5 6. Ach, mein Gott, mein denn mein Herze zu dir . Schatz, mein Licht! Dieses drir gt. 1. beides ziemt mir nicht; bei 5. Dieser; Zeiten Eitelkeit ten, 1 des schändet deine Ehr, bei⸗ Reichthum, Wollust Ehr 1 des stürzt ins Höllenmeer; und Freud sind nur Sch mer 1 drum so gib mir Hüll und zen meinem Herzen, welches Uh sucht 5. Wiederum, wenns G sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Gro⸗ ßer Gott, ich bin bereit. J. Neander, 1 1680. dir, h, 299 Dun ir, Jehovah ll ich singen; denn wo ist doch ein sol cher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Genen sing im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten mit Seuf⸗ i ganz unaussprech lich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit 1125 ͤͤ—— ebet. 205 erbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, dem neiget sich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohnes thu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme— dir Gnad um Gnade hir 6. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe; drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du und thust überschwänglich mehr als ich verstehe, bitte und begehr. 1 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner? fechten sel lbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius, 4 1724. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 300) Ab,„Gott, verlaß mich nicht! Reich mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein 206 Wiedergeburt und Heiligung. mein Hort, 7 25 Schutz; ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wal⸗ len; ach, laß mich nimmer⸗ mehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubens⸗Zuver⸗ sicht, sei meine Stärk und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: ach, Höe hster, stärke mich in leder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach, 9 verlaß mich nicht! „Ach, Gott, verlaß mich nich t! A 5 laß dich doch be⸗ 35 ach, Vater, kröne doch mit reichem Sinmmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht! S. Frank, 7 1724. Mel. Wunderbarer König ꝛc. 5 Get ist gegenwär⸗ 301 8 tig; lass et uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen njeder; gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht in Demuth dienen. Heilig, heilig, heilig, singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer brin gen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, dieser Erden Lust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigenthum ergeben; du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er weisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Geist, der alles füllet, drin wir sind und weben, aller Dinge Grund und Le ben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich senk mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte; wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach — reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen, laß den Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir 1 8 0 daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dein gedenken, mich in dich ver⸗ senken. G. Terstegen, T 1769. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. 302 ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barm⸗ herzigkeit und eilst uns bei⸗ zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver⸗ nimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. Gebet. — 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Men⸗ schen rühren; des guten Na⸗ mens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor dei⸗ nem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes eben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barm⸗ herzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, 1 1769. Mel. Wenn 55 höchsten Nöthen ꝛc. 303 B Medenk ich deine große Treue, bedenk ich meine tiefe Schuld, dann fühl ich heiße Scham und Reue und preis in De⸗ muth deine Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdisch und verweslich noch, und bin zur Herrlichkeit er⸗ koren, bin himmlisch auch und ewig doch. 208 Wiedergeburt und Heiligung. 3. O Vater, deine große Liebe, wie kann ein Mensch sie hier verstehn? Gib, daß ich mich in Einfalt übe, den Weg, den du mich führst, zu gehn. 4. Gib, daß ich dir nicht widerstrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieser Erde bin 5. Gib, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Zeiten auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gib, daß ich nimmer möge schwanken, wenn mir der Erde Reichthum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanken, wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gib, daß ich dulden mag und hoffen, und gib mir deinen heilgen Geist, und zeige mir den Hin nmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. L. Hensel, 1 1870 Allgemeine Fürbitte. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. In allen meinen 2 2 5 U 304 N höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, beschütze Kirche, Land und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reich⸗ lich schallen, zu unsrer See⸗ len Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahr⸗ heit spotten, beut allen dei⸗ nen Feinden Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ärnten ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit hellen Gnaden⸗ blicken auf unsern Fürsten sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone in vollem Glanze lassen stehn. 5. 251 alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff kdern iann sein Recht, daß Fried und Tren sich müssen in unserm B Bunde küssen; segn uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit; in Unschuld und in Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. O Vater, wend in Gna⸗ den Krieg, Seuche und den Schaden der Elemente ab! Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 8. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Wittwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe schrein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glau⸗ ben wanken, laß nicht zu Grunde gehn; die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen über⸗ stehn. 10. Die Reisenden be⸗ schütze, bleib den Verfolgten Stütze, die Sterbenden geleit mit deinen Engelschaaren, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herr⸗ lichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was—— nach dei nem Willen in Demuth jetzt begehrt; wir sprechen gläu— big Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt! B. Schmolck, 1 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc 305 Jesu, der du bist N alleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft 122 A Allgemeine Fürbitte. 209 und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köst lich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem An gesicht wünsch ich allen tau⸗ send Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Lei den leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, ein fältig wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke de ren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie be ten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gib du jedem solchen Segen, wie es noth; du kennst sie wohl. — b 210 Wiedergeburt 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 9. Ach, du hast uns theur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Je su, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schwe ben; laß uns nimmermehr allein. 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir zusammen kommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. G. Terstegen, T 1769. Friede und Freude. Mel. Lasset uns den Herren preisen ꝛc Sollt ich meinem Gott nicht singen?) 306 SDollt ich meinem 5 Sott nicht ingen, sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. und Heiligung. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn; o du Brunnen ohn Ergrün⸗ den, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in sei⸗ nem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz er⸗ fülle mit dem hellen Glau⸗ benslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht; wenn mein Können, mein Vermögen — Friede und Freude. 211 Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre 55 hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein 0 ug hinkehre, find ich, was nich nährt und hält: Thier — Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh, in den B züschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht 1 Gott gewesen, hätte licht sein Angesicht mich ge leitet wär ich nicht aus so m lancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schwe⸗ ren Plage hat er mich vor⸗ beigeführt, daß sie mich mein 17 niemals noch bis her berührt; und der Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es wohl bis⸗ weilen Sünde thut und von der Bahn abweicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit„dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit 10. Seine Strafe, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das„Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in E wigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Cl hristen⸗ kreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn; wenn der 3 ausgeschneiet, tritt der schöne 1 1 ein: also wird auch nach der Pein, wers erwartenkann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen Tag und Nacht, hier in —— ˙— ˙·˙»m — 212 Wiedergeburt und Heiligung. in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, 1 1676. 307 CTesu, meine Freu⸗ 8* de, meines Her zens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern, trotz des Todes Schauern, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und singe in gar sichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in Acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen; du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eiteln Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben! 6. Weicht, ihr Trauer⸗ geister, denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein; duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, T 1677. 214 8 glänzet der 308 8 Christen in⸗ wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne ver⸗ brannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt; was niemand ver⸗ spüret, was niemand be⸗ rühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde ge⸗ führet. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret genähret Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen hold selig und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden, und leben im Him: nel; sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Ge tümmel, sie haben, die Aerm sten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und blei ben in Freuden; sie scheiner ertödtet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. 4. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, so wer den sie mit ihm als Fürsten der Erden auch herrlich er scheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphiren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 5. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, die⸗ weil ihr solch göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er euch noch Segen verheißt; ihr sollt noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben er schei⸗ von dort; die E net, wonach sich eur Seufzen mit ihnen vereinet. 6. Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heim liche Zier de der inneren Welt! Laß deinen ver borgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und ewig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. F. Richter, 4 1711. Ti 1 30 9 M W ist mir, Freund der Seele, wenn ich in einer Liebe ruh; ich steige aus der Schwermuthshöhle und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle selger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer sollte nicht beseligt werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, wen n sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Ge sicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; der Welt Haß kann mich doch nicht — 214 Wied nicht fällen, weil in den stärkst en Ungli icswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Si nde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht mir die Strafe schon im Rücken, so steig ich gläu big in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wim nden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu sammen, du bist meim Hell, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich; du gibst aus Wolken mir die Speise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen underwater, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den füh hrest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir a weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verlässest keinen, in dir, mein liebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser ergeburt und Heiligung finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der e so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt Noth und 7 nicht quälen, weil du, nein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Ge⸗ müthe nach deiner unum schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche leien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen; o reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. 31 0 Triede, ach, Friede, 0 75 ach, göttlicher Friede; vom Vater durch Christum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüthe in Christo zum ewigen Leben aufschleußt! Den sollen die gläubigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und Thristo anhangen. 2. Richte deswegen, fried liebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, erwähle, verleugne dich selbst und den irdischen Wahn; nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und göttlichen Frieden. Deßler, 7 1722. . 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dieß, o Seele, recht fleißig zu Herzen, und siehe, was thut nicht dein Jesus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. 4. Nun, dafür bist du 195 ewig verbunden, du sollst dafür gänzlich sein Eigenthum sein; er hat die ewge Erlösung erfunden und schließt in den Bund seines riedens dich ein; drum siehe, daß du dich ihm gänz lich ergibest und immer be⸗ ständig von Herzen ihn liebest. 5. Siehe, von all seinen Friedensgenossen erfordert er herzliche Liebe und Treu; drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, was Jesus dir zeiget, das wider ihn sei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er dir saget, dasselbige thu; hasse und lasse, was sein Wort verwehret, so findest du Frieden und ewige Ruh; ja, selig, die also sich Jesu ergeben und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. Friede und Freude. 215 7. Jesu, du Herzog der Frie⸗ densheerschaaren, o König des Friedens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den Frie⸗ densbund treulich bewah⸗ ren, im Wege des Frie⸗ dens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geist kräftig regieren und dir nach im Frieden zum Vater hin führen. B. Crasselius, T 1724. Mel. N. des Himmels ze. 3112 Teicht, ihr Berge, fa 12 ihr Hügel, alle Felsen, brechet ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein; laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er ver⸗ spricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält Immer —.., 7 216 Wiedergeburt und Heiligung. immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist, und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich werth; ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost: so werd ich Armer nimmer mehr von ihm getrennt; sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn; Felsen will ich auf ihn bauen, was er saget, will er thun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. B. Schmolck, 7 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc. 312 Habe deine Lust N 2 am Herrn, der dir schenket Lust und Leben, so wird dir dein Gnaden stern tausend holde Strahlen geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wi ünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der in seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und be⸗ müht sich früh und 1 solchen Willen zu erfüllen und so wird er auch empfahn was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Be schwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Seelenbräutigam ꝛc 31 3 Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Für uns alle auser⸗ koren, Leben derer, die ver⸗ loren, loren, und ihr L Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu er⸗ lösen, hat geschmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Noth hat ge⸗ führt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfun⸗ den durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König 5 1 55 Deinen Scepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, aller⸗ schönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in Licht dazu, Friede und Freude. 18 ̃¶»A 217 den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze und die Sünd in ihrem Netze mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlich⸗ keit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. J. A. Freylinghausen, + 1739 Mel. O du Hüter Ifrael ꝛc. 9 hristen sind ein 314 a göttlich Volk, aus dem Geist des Herrn gezeuggt, ihm gebeuget und 10 von —. ̃]². 218 Wiedergeburt und Heiligung. von seiner Flammenmacht angefacht; vor des Bräut⸗ gams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben, und sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischen Palast, und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebens pfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewig keit bleibet immerdar be schwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Ursach der Vergebung, Gluth der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebs Spanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund, zeuch uns an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget, unverzaget, und das alles blos allein, . ² daß ich dein und du meine heißen könntest; wenn du nicht von Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, fal jre hin, er⸗ laubte Freude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Frei— heit seine Bande, meine Zier die Ros im Thal. N. L. Graf v. Zinzendorf, 1 1760. 51 Jesu, meine Freude zc. 15 Alleen hem arten, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Muth. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins ist noth: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten: will ichs doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. G. Terstegen, 1 1769. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort ꝛc. (Der unsre Menschheit an sich nahm.) 316. ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblich⸗ keit nichts meiner Seele raube! Tief praßt es meinem Herzen ein, wele) Glück es ist, ein Christ zu ben! 2. Du hast dem sterb⸗ lichen Geschlecht zur selgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zum Staube kehrt zurück der Staub, der Geist wird nicht Friede und Freude. —. ˙ ů. 219 des Todes Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens; Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegen schaue? Bald ruft mich Gott und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier ver⸗ traue. Bald, bald verschwin⸗ det aller Schmerz und Him⸗ melsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich scwag so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dieß: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen! 1 5 ir 220 Wiedergeburt dir verdank ich meine Ruh; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Ge wissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glau ben, hoffen, lieben; was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack gibt der Seligkeit, wie soll ich das nicht üben? Gott, präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! Balth. Münter, f 1793. Mel. Nun bitten wir den heiligen ꝛc. 31 7 A mein Herr 3 Jesu, dein Nahe sei 135 gt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnapenanblich macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dank⸗ bar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine ——— 7 und Heiligung. Seele müßt immer wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, trösten, stillen, er⸗ freun und segnen und unsrer Seel als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach, gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Theil, und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn 5 Und wenn wir weinen, so ströst uns bald mit deiner heilgen Todesgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu spüren sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Tröstung aus deinen Todeswunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid. N 8. So werden wir in Himmel hinein in dir ver gnügt wie die Kinder sein. Muß gleich unser Aug sich noch einmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir ergötzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir, daran denkend, beschämt fragen: beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Chr. Gregor, 1 1801. 318 W᷑ Tenn ich ihn nur Hehabe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wander stabe treu gesinnt nur mei nem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. 2 ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig 3505 zu süßer Labe seines Herzens Fluth mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des Himmels schönste Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißte Friede und Freude 1118]ͤ ͤi¼ ˙79¼ꝗ‚sñaÜ ͤ 221 Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Novalis(Fr. v. Hardenberg) 1 1801. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 31 9 Wie getrost und 919* heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem 9 ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frey lers Herz erschüttern: was 11 5 ich ich zu zittern? Auch in mir ist Sünde; doc ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst 2175 wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem —.. ̃— Lü. ———— 7 222 Wiedergeburt und Heiligung. deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoff nung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wo nach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Fitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden, und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben: wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte froh lockt meinGemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so be⸗ herzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Chr. Fr. Neander, 7 1802. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 5 Mom Geräusch der 320 V Welt geschieden, schmeck ich des Erlösers Frieden, und die Freude schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden; sehe diese Welt der Sünden unter meinen Füßen schwinden, und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. Was ist aller Reiz von Lüsten über sie er⸗ habnen Christen? Was der Glanz der eiteln Freu⸗ den? Was des Lebens kurze Leiden? Wenn sie deinen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und des Kranzes Werth empfinden, den dort Engel für sie win⸗ den? 3. Nun mag Trübsal auf mich stürmen! Gottes Trost Trost wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich Gottes Rath verehren, unter keiner Rlage sinken und den Kelch der Leiden 5 58 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfaches Leid erlitten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben. Hilf mir wachen, kämpfen, siegen; Fr lede lohnet nach den Kriegen. J. J. Eschenburg, 1 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ꝛc 5 einen Frieden 321 M geb ich euch! Also hat der Herr..— Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Angst dich reißen. Sei ge⸗ trost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst, gibst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahrheitsglanz hie nieden; kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig sein. 3. Güter, die die Erde gibt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, wer dich liebt, in dir volle Friede und Freude. 223 Gnüge haben; schütte auf mein ganzes Haus deine „ aus. 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist vergebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft. 5. Führe du mein Glau⸗ bensschiff durch die sturm⸗ bewegten Wellen, daß es nicht am Felsenriff harter Zweifel mög zerschellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, so sei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. Chr. A. Bähr, 7 1846. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc 290 Jesu, meine 322 O Sonne, vor der die Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Noth verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich der eine helle Ton: wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottes Sohn! 2. Es faßt mich so ein tiefes, ein himmlisches Ge⸗ fühl; es ist mir stets, als rief es: hier ist dein 8100 ie —] p 5 ger 224 Wiedergeburt und Heiligung. 8 gung Ziel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jesu Christi Liebe auch noch das Letzte hin. 3. Um diese Perle wäre mir alles andre feil, selbst Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdentheil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und still, wenns von dem Herrn mich scheiden und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben, von dir, mein Herr, getrennt; du bist mein einzig Leben und Lebensele⸗ ment. Ich kenne gar kein Sterben, seitdem ich leb in dir; denn was mich konnt verderben, die Sünde, nahmst du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Lelden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht scheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelstabe noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden so selig und so leicht; und was wird dort erst werden, wo alle Schwach heit weicht! Das macht ein selig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich soll erben 111 eine ewge Kron. 7. O lieber Herr, so präg es recht meinen Sinnen ein; o lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählig zum Hafen hast gebracht und mich so über⸗ selig aus Gnaden hast ge macht, daß ich vor nichts erschrecke, was andern schreck lich ist, weil ich es seh und schmecke, wie du mein Hei⸗ land bist! K. J. Ph. Spitta, f 1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen e 93 ehl du deine Wege.) 23 Ein. Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch niemand rauben, wie feindlich er ge sinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Ange⸗ sicht; da wird er angenom men und niemand wider spricht. Was alles ihn be⸗ troffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen chaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren S si waren und nun zu Dienste stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß wer⸗ den nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. K. J. Ph. Spitta, 7 1859. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade ꝛc 324 H Herz, — nicht in der Weite, in der Nähe wohnt das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück. 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel, schneller als der Sonne Strahl, trügst doch über Berg und Hügel rast⸗ los deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten das, wonach du heiß verlangst; denn die Welt hat keinen Frieden, hat nur Streit und Noth und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben, ewig wechselnd ist ihr Ziel; was ihr heute Rast gegeben, morgen ists der Winde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe —.. 7˖˙ Friede und Freude. Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück. J. Sturm, geb. 1816. such das Vertrauen. Wasum mein Gott 25 will, gescheh 95 sein Will ist stets der beste; zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, er züch tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff nung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschieht, will ich nicht wider⸗ streben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er schützt und wacht, nimmt uns in Acht, auf daß uns gar nichts fehlet 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt; ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer N Sünd, Höll und Tod hast 1 mir überwunden. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der 226 Wiedergeburt und Heiligung. der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen. Markgraf Albrecht von Branden⸗ burg(2), 1 1557. 326 MNdarum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein; er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr vergißt, du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich auf Erden keinen Trost für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, ich trau auf dich mit festem Muth, ob ich gleich werd veracht; ich weiß und glaube festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Du bist, reich noch heut, o Gott, so als du es warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, so gnügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß solches kund mir worden ist durch dein göttliches Wort; ver⸗ leih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du hast alles wohlgemacht; ich bitt demüthig dich, du wollst von deinem Angesicht mich ewiglich verstoßen nicht. H. Sachs, J 1576. Mel. Mag ich Unglück nicht ꝛc. 327 Ich weiß, daß 2 mein Erlöser lebt; was widerstrebt die Welt denn meinem Glauben? Ohn meinen Gott krümmt sie fürwahr mir nicht ein Haar, er woll es denn erlauben. Führt mich sein Rath auf rauhem Pfad durch diese Welt: 8 Welt: wies ihm gefällt! Nur daß ichs mög ertragen. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel grö⸗ ßer ist, als alle Macht der Erden. O liebe Seel, was zagest du? Gib dich zur Ruh Es kann bald besser a Aus aller Noth hilft dir dein Gott, das ist gewiß; trau fest auf dieß! Im Glau⸗ ben muß mans fassen. 3. Von Herzen, Herr, ver⸗ trau ich dir; bleib stets bei mir, du König aller Ehren! Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohn all 711 auch in den graß ten Noͤtk then. Ich 11 1 daß du mein Hei and bist, o Jesu Christ, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenns werden soll, nach meinem Leid ergötzen. E. Bienemann, 7 1591. 328 Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, 118% ͤ⁵M) Vertrauen. 22 den Abend wie den Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all ver⸗ kehrt, wird bald an mir aufs neue die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Noth, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimge⸗ stellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den ein⸗ gebornen Sohn; durch ihn er uns bescheeret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein ge⸗ denkt; 11 ist all unsre Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl ver⸗ 10* schulde, 228 Wiedergeburt und Heiligung. schulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, dieweil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn gibt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; drum sei er hoch gepreist! L. Helmbold, F 1598. 329 Auzmeinen! ieben 92 Gott trau ich in Angst und Noth; er kann mich allzeit retten aus Trüb⸗ sal, Angst und Nöthen; me in Unglück kann er wen⸗ den; es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd anficht will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein ver trauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz ge⸗ storben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Him melsfrieden 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich ab⸗ scheide zur ewgen Himmels⸗ freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. F. Beurhaus, 1 1609. — 5 ꝛc U nen Thaten 30 30 Ju allen m.— Thaten laß ich den Hö 1 rathen, der alles kann und— er muß zu allen Dingen, solls anders b zen, selbst geben n, Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vater⸗ gunst 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er aus⸗ ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, beliebet, das hab ich willig auch erkiest. Ich traue seiner Gna⸗ den, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie⸗ der, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich ur Len drossen an mein Verhäng⸗ niß gehn; kein Unfall ur— allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir e gebeut es sei heut oder morgen dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Va⸗ Vertrauen. ter in der Höhe, der zu allen Sachen Rath. P. Flemming, 1 1640. 331 Gib dich zufrieden ind sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne; gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, unge färbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Scha den auch die Pein des größ ten Schmerzens; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen; gib dich zufrieden. 3. W ie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen weiß Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen; gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Ein⸗ ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treu⸗ ster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heiml ich Grä⸗ men, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen; gib dich zufrieden. 5. hört die Seufzer deiner Stelen und des Her zens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar küͤhnlich — 5 er ist nicht fern, steht in der Mitten; hört bald und gern der Armen Bitten; gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen dich um ringen, sollst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat ge geben, wird auch Unterhalt bescheeren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich Land und See muß laben; gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Noth am bbs ten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu füh⸗ ren; gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es Wiedergeburt und Heiligung. ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer; gib dich zu⸗ frieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, dann wird sichs enden; gib dich zu⸗ frieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibes und vom Bö⸗ sen; es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämmtlich bringen; gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zud 15 Schaaren der Erwähl⸗ ten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieder freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden. P. Gerhardt, f 1676. 22 Narum sollt ich 332 W̃ mich denn grämen? Hab ich doch Chri⸗ stum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir mir schon Gottes Sohn bei— gelegt im Glauben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd ich hin⸗ ziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wie der zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn den⸗ noch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz u tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen seinGericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 7. Kann ja doch kein Tod uns tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel 5 Nöthen, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. N 9 Vertrauen. 8., Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich er⸗ götzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemü⸗ ther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, nie⸗ mand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd um⸗ fangen. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Herzlich thut mich verle angen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) 333 Bech n du deine und was dein Herze kränkt, der aller⸗ treusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Fuft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch 75 finden, da dein Fuß gehen kann. — 1 1 5 1 —. p ̃]ꝗ E], 232 Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl⸗ ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß 8 sein. 3. Dein ewge Gnade, o Vater, Treu und weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du 15 un erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du aller wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern er— sprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider stehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme hoff und sei unver⸗ Gott wird dich aus da dich der Kum⸗ mit großen Gna⸗ Seele, zagt 1 der Höhle, mer plagt, Wiedergeburt und Heiligung. . — 8 den rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon er dlicken die Sonn der schönsten Freud. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so ver halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm ge bühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus ge⸗ führet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost 1 r ziehn und thun an sein Theile, als hätt in fein 1 Sinn er deiner sich begeben und solltst du für und für in Angst und Nöthen schwe⸗ ben, als fragt er nichts nach dir; 10. Wirds aber sich be finden, daß du ihm treu verbleibst, so wirst du Hülfe finden, da dus am mindsten gläu bst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast 11.1 Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank⸗ N Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Da Christus geboren war ꝛc. (Um Erbarmen flehen wir.) 334 Alt den Rebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu des Todes Thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt keinen trau⸗ rig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel er⸗ götzt. 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: ist doch mor⸗ gen auch ein Tag, da die — Vertrauen 233 Wohlfahrt kommen mag. Gottes zeit hält ihrenSchritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Muth entfiel, tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor mei nen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Preis und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Va ters Herz mir schon jetzo zu⸗ gezählt oder künftig auser⸗ wählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzu hauf frisch und freudig neh⸗ men auf. 7. Ich will gehn in Angst und Noth, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. P. Gerhardt, 7 1676. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 335 Ist Gott für mich, 3390 so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir ge⸗ geben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Christus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich be⸗ stehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Ge⸗ richte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Wiedergeburt und Heiligung. ——— 0 gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller mei⸗ ner Kraft. 6. Und wenn an mei⸗ nem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde er⸗ siehet seine Lust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es ge⸗ glaubet hat. 8. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; nicht Feur und Schwert der Frechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. Kummer hin, 10. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein; die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. P. Gerhardt, 7 1676. 22 Schwing dich auf 336 D zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuthshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Stürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seinen Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 3. Spreche alle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen; Vertrauen. —. 7˙-A weiß ich doch, er bleibt ge⸗ treu, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht gesinnt, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben. 4. Was ist unterm Him⸗ melszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott er⸗ öffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Ge müthe, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott auf gerichtet, aber schmählich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt auch schweres Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Hän⸗ den; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 236 die der Vater allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten zie⸗ dens Es ist herzlich gut ge— 55 mit der Christen Pla gen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat voll kommne Lust dort in Christi Garten, dem sein Leiden ist bewußt, endlich zu erwarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Aerntezeit, da sie Garben binden, da wird all ihr Gram und Leid ewiglich verschwinden. 11. Ei so faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen! Amen. P. Gerhardt, f 1676. 8. Kinder, soll ziehn zu Mel. Von Gott will ich ꝛc. 3 37 Ga ist euch vonnöthen, wenn Sorge, Gram und Schmerz und, was euch Wiedergeburt und Heiligung. mehr will tödten, euch schnei⸗ det in das Herz. O auser⸗ wählte Schaar! Soll euch kein Tod je tödten, ist euch Geduld vonnöthen; das ist gewißlich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; er schenkt sie uns zum Stabe, sobald er in uns ruht. Der edle werthe Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Vater, sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zu⸗ frieden mit Gottes weisem Rath, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich ge⸗ trost beschweren und denkt: wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, die heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohlgemacht. 6. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hülf erlanget ein fröhlich Ange⸗ sicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft ge gangen. Das ist mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gib mir und gewähre mein Bitten, ich be gehre nichts anders, als Ge⸗ duld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. P. Gerhardt, f 1676. Yllles ist an Gottes 338 A Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unver⸗ letzet einen freien Helden⸗ muth. 2. Der mich hat bisher Gbit und so manches Glück bescheeret, ist und blei⸗ bet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch Vertrauen. leitet und regieret, wird hin⸗ fort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh 1 und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu brin gen, und man jetzt gar sel⸗ ten findt. 4. Hoffnung kann das Herzerquicken; was ich wün⸗ sche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Ver⸗ langen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. (Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. 1.) 32 39 We nur den lie⸗ ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den 35 er wunder⸗ bar erhalten in aller Noth und —. 7 238 Wiedergeburt und Heiligung. und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand ge⸗ baut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie un⸗ sers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß zuch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts ge⸗ schehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schooße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verän⸗ dert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er werden bei dir neu; denn welcher seine Zu⸗ versicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumark, f 1681. 0 Doollt es gleich bis⸗ 340 S weilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgescho⸗ ben, hat er drum nicht auf⸗ gehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. f 5. Will der Feind mir bange machen,— ich kann seine Macht verlachen; drückt mich mich schwer des Kreuzes Joch,— Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Men⸗ schen kränken, mag auf mein Verderben denken, wer mir ohne Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach! 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, will ich alles andre lassen; legt man mich dereinst ins Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Ch. Titius, f 1703. Mel. Jesu, meine Freude c. 34 Jesus ist mein * Leben, dem ich mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Noth. Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort triumphiren. 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenzelt; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich be⸗ stellt. Ihre Kron und Sieges⸗ 1 a Vertrauen. 239 lohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher aufgehoben. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ärnten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dul den, wird sie Gott ergötzen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt, die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken, lasset uns bedenken Gottes Gnadenrath! Jesus hat erduldet, was wir hier verschuldet; er gibt Gnad um Gnad! Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jesus wird euch trösten, wenn er die Erlösten führt aus aller Noth. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird lassen nach dem Wei⸗ nen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke uns zum guten Werke, hilf uns durch die Welt! 5 u ——.—— 240 du Herr der Ehren, unser Herz zu kehren nach dem Himmelszelt. Sei uns Schutz und starker Trutz, jetzt im Leben, dort im Sterben, daß wir alles erben. Gesangbuch, Freylinghausens 1704. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 342 M' Aae ang Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird Gottlob nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken mei— nen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge⸗ säet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab⸗ gemähet, so trägt man die Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreu⸗ zen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre De wen. Wiedergeburt und Heiligung. ——— 5 4. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trüb⸗ sal her gekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausge⸗ zieret, weil sie glücklich trium⸗ phiret. 5. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver rückt: seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel behält den Sieg nach ge— führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefun⸗ den, wenn man nicht hat überwunden. 6. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget Ach: nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. Mel. Zu Gott in dem Himmel droben ꝛc. 34 3 S Doll ich denn mich S täglich kränken, ängstlich an denken? Soll das Künftge ich Abends nie mit Ruh meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wirds einst einst noch mir ergehen? Da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels ver— fehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still. 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er ists, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut, oder was mir Schaden thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rath wählt oft einen falschen Pfad. 4. Bleib ich stehn auf nie dern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt er⸗ heben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Be ruf getreu zu sein. 5. Will die Armuth mei⸗ ner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Ar muth mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. Vertrauen. 241 6. Wird mir Gott Ge⸗ sundheit geben, will ich eifrig darnach streben, daß ich fördre mehr und mehr mei nes Gottes Ruhm und Ehr Aber auch in Krankheits⸗ tagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nöthig sei. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Noth mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz sich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir solches desto lieber, weil ich käm aus aller Noth hin zu mei⸗ nem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimge— geben, Freud und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe was sein Rath über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger kränken, sondern dieß allein bedenken, daß nach Gottes Guaden schluß Christen alles from men muß. Ph 344 Was Gott thut, das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Jak. Spener, 1 1705. Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl! weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 11 p Ä 242 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn: so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Ge duld, er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird 1 0 wohl bedenken; er, als in Arzt, der helfen kann, ad mir nicht Gift ein schenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das t wohl gethan; er ist mein icht und Leben, der mir ichts Böses gönnen kann h will mich ihm ergeben 1 Freud und Leid; es ommt die Zeit, da öffent ) erscheinet, wie treulich es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nic cht schrecken t, weil doch zu letzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väter⸗ lich in seinen Armen halten drum laß ich ihn nur walten. S. Rodigast, 1 1708. Mel. Alles 97 an Gottes Segen ze. underanfang, 345 0 Wi herrlichs En de, wo die wunderweisen Hände Gottes führen aus und ein! Wunderweislich ist sein Rathen, wunderreich sind seine Thaten, und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der An fang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad ver⸗ borgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag er⸗ sinnen, wo man Hülfe kann gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halb⸗ gebrochnen Augen, weil sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und An⸗ fang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum Ende —. Vertrauen. 243 Ende stets gelangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muths. Er, für⸗ wahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht t fehl len; du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz ver süßen, daß du wirst be kennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth, T 1708. 5 2 ott lebet noch! 346 Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr-Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schla— fen, der„das Aug hat zu⸗ gericht? D Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nacht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr-Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr-Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz be laden, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt 25 unser Herr⸗Gott noch. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sün den in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt 20 unser Herr-Gott noch. „Gott lebet noch! Seele, 85 verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, zerbricht: Heiligun g. dich nicht, ich laß dich 5 Ich laß dich nicht Gott, mein Herr, mein Mich reißt das Grab dir nicht ab, der du st für mich in Tod u starbst aus h sag in Liebe auch wenn das Herz mein Gott, mein mein Leben, ich 10 nicht, ich laß dich M. Ch. Deßler 1 Meinen Jesum laß ich nicht ic 34 2 M eine Seele sen D* 8. et sich hin Gottes Herz eu 5 erwartet ruhi Wege Ziel und Ende liegt in des liebste nicht, ist 1 zufrieden; was Ungeduld e stille, arm und Vate Meine Seele n 1 1 lle spricht, ist zum Tode beschieden; was die rregt, ist in Christi Grab gelegt. 55 ich laß dich 1 Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und 5 Frieden nur kann kränke Sorgen kommt dem N fer Ich laß dich 74 ich den Segen lasen? Gott im Weben Kummer, meine Seele sucht nut Meinc 9 grämt nicht, liebt hingegen . ⁵¶ ˙um— Vertrauen. 245 der das Herze bricht, trifft Vaterherz; laß dein Weinen und ängstet nur die Heiden; bitter scheinen, dein Schmerz; wer Gott in dem Schooße ist ihm auch ein Schmerz. liegt, bleibt in aller Noth 5. Glaub nur feste, daß vergnügt. das Beste über dich be⸗ 5. Meine Seele klaget schlossen sei; wenn dein Wille 8 e nicht, denn sie weiß von nur ist stille, wirst du von e Nöthen, hängt an dem Kummer frei. Gottes An gesicht auch als⸗ 6. Willst du wanken in dann, wenn er will tödten; Gedanken, faß dich in Ge t wo sich Fleisch und, Blu it lassenheit; laß den sorgen, beklagt, wird der Freuden- der auch morgen Herr ist geist verjagt. über Leid und Freud 6. Meine Seel ist still zu 7. Gottes Hände sind ohn und die Zunge bleibt Ende, sein Vermögen hat gebunden; also hab ich allen kein Ziel; ists beschwerlich, Spott, alle Schmerzen über- scheints gefährlich, deinem wunden, bin gleich wie ein Gott ist nichts zu viel es Meer voll von Gottes 8. Wenn die S tunden si Preis und Ehr. gefunden, bricht die Hülf J. J. Winkler, 1 1722. mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird Mel. Ringe recht,wennGotte es unversehens sein. 349) Get wills ma 9. Drum wohl denen, die chen, daß die sich sehnen nach de f Sachen gehen, wie es della illensruh! Auf das Wolle ist; laß die Wellen rings fällt dem l ö um schwellen, wenn 15 nur das Vollbringen zu be, Jesu bist! Nun so trag Wer sich kränket, weil lage fein getrost er 5 iket, Jesus liege in uld! Wer das dem Schlaf, wird mit Kla⸗ will vermeide gen nur sich plagen, daß Sündenschuld. der Unglaub leide Straf. 11. Aber denen, die mit 3. Du Verächter! Gott, Thränen küssen ihres Jesu ein Wächter, schläfet ja! loch Joch, 1 7 . wird die Krone vor nicht; zu 180 dem Throne ihres Heilands en, wäre deine werden noch. üben 2. Amen, Amen! In 4 Im Verweilen und im dem Namen meines Jesu Eilen bleibt er stets ein halt ich still; es geschete und ——— 246 Wiedergeburt und und ergehe, wie und wann und was er will. J. D. Herrnschmidt, 7 1723 Mel. Jesu, meine Freude ꝛc eele, sei zufrie⸗ 350 Spe! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Her— zen Unged uld und Schmer⸗ zen, fasse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke 1 20 quält deinen Sinn: nur C Beduld, des Himmels Huld seht auf alle deine Sachen: Gott 2 0 doch wohl machen. Ungeduld und Grämen 5 nichts von uns nehmen, macht nur größern S Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz er— quickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit dir — 7 Heiligung. schlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl machen 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus⸗ zuhalten und Gott lassen walten, das macht recht ver⸗ gnügt; drum nimm dir, 9 Seele, für, stets zu beten und zu wachen: Gott wirds doch wohl machen 6. Also soll es bleiben! Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein; beides, Tod und Leben, bleibe ihm ergeben, ich bin sein, er mein denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc., Nr.! 35 13 Te größer Kreuz, 9 je näher Him⸗ mel; wer 8 Kreuz, ist ohne Gott, denn bei dem eitlen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann ge⸗ schätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten, weil ohne Thränenregen, sein! Das Gold wird auf dem Feuer⸗ heerd, heerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palm erstarket durch die Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube erst, wenn du sie gekeltert hast; und wie die Perl in Salzesfluth, so wächst im Kreuz der Glau— bensmuth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Sturm facht nur die Flammen auf; scheint auch der Himmel noch so trübe, so lacht doch bald die Sonne drauf, und gleich wie Oel das Feuer nährt, wird Liebesgluth durch Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete, sie strömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn Kreuz ihm ferngebliebenwär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge⸗ gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt sie Zions Hütten zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Ver⸗ Vertrauen. . derben; es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt; ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger desto lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, sd pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmolck, 7 1737. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 2 ott lebt! Wie 352 kann ich trau⸗ rig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er kennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gotthört! Wenn nie⸗ mand hören will: wie soll ich lange sorgen, mein Seuf⸗ zen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? Schrei ich empor, so hört sein 1 1 248 Wiedergebur 9e sein Ohr, so steigt die Hülfe nieder, so schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als s nicht mein Wei ihm muß auc 4. Gott führt ich ruhig fort auf aller meinen Wegen; und wenn die Welt bald hier, bald 1 dort will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, 1 selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gibt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein ft Harm, als müßt ich Hu sterben? Er hat ja und wenn die Noth uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott sieht, er setzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott gibt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit im zu leben. 9 + 1737. und Heilig zung ern nehmen. schwer mein . es soll Mel Bas G thut, das ist ꝛ 353 Gott ist mein 989 Gott, er sorgt für mich, was soll ich mich denn grämen? Will er doch alle Last auf sich von Hulte 1 meinen Schi 1 noch gewittern, auch wenn der Hölle Pforten sich er Macht erbittern; in Panier nur über so nder S rcht er Urcht mein mich n un bei und 5 eht 8 2 4. Gott ist mein 5 1 t ne els, ist mein The mich; mir kein Gutes fehlen; sollte denn mein Herze mit vielen Sorgen quäl Wer Gott nur hat, ist in der That der reichste Mensch auf Erden, ihm muß der Himmel werden. 6. Gott ist men n Heil, er segnet mich; soll i Christo leben; hat aus Liebe sich in Tod gegeben. mein Loos in Gottes wer kann bei diesem ben mir rauben? 7. Gott ist er weidet mich Un K Auen, Hut kann ich Furcht vert rauen; zeigt und da 1 gehet mir zur Se Auge muß mi Glau Gott und Himmel mein Hirt, auf r und treue ohne hier fahr, er ten, sein leiten. 8. Gott ist mein Alles hier und dort, im Himmel und auf Erden; es soll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott ver bunden, das höchste Gut gefunden. B. Schmolck, F 1737. Mel. Alles an Gottes ꝛc. mein Licht 354 Her, mein Heil, mein Leben, wie kann ich dich gnug erheben? Was für Lieder stimm ich an? Was soll ich für Dank er⸗ Vertrauen. ———— Ä Wie soll ich das 1 so du, Herr, mir gethan? 2. Zwar du hattest mich uget, aber auch dabei gezeiget, wie du seist mit Hülfe nah. In der Nacht warst du verborgen, doch kam bald ein froher Mor gen, da ich, Herr, dein Ant weisen! Gute an gebe 3. Also ühret, wie al verspüret, teiner Jugend an uld und Liebesarmen, mit hiel Gnade und Erbarmen, 5 ichs nicht verdanken hast du mich ichs 88 . 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirst verklärt. O, so laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem 6 sein ge kehrt. 5. Hier will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich ange troffen und dein Antlitz mich erquickt. 6. Willst du mit der Hülf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen? 1 1 250 Wiedergeburt schlagen? Willst du zücht gen, willst du plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 7. Nun, so stärke mir den Glauben; laß mir nichts denselben rauben, keine Welt⸗ lust, keine Pein. Deine Liebe laß mich schmecken, dankbar dir zu sein. J. G. Wolf, 1 1754 Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 2 Auf Gott und nicht 390 auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glau bens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein störtes Glück l Unge weit schwerer 6 deine Gnade mich erwecken, immer — 7 und Heiligung. oft zu tragen, als das widrige dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr haft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Ge sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath 575 Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Ge rechten; der Herr hilft sei— nen Knechten. Chr. F. Gellert, T 1769. 0 selbst Geschick, bei Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. er Herr ist meine 356 Dez zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun;? Du 1 Schwachen Stärke; die Au gen, die auf dich nur deen sehn deine Wunderwerke. groß von Rath und stark von That, mit gnaden vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch dei nen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schm der Sünder i itles D wird einst lichten sehn Herr, wer erz; chten Rath vern 4. Drum hoff, 0 5 Seele, Thoren verschwindet, wenn in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wir hoff auf Gott; Trost der Gerechte der f 5 die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube. Weh denen, die zu Menschen fliehn; weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; ja, er erwarb auf seinem Todes hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Wetterwol ken sammeln; Gott hilft, wenn Christen freudenleer du ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. Vertrauen. — 251 7. Herr, du bist meine ersicht; auf dich hofft Seele. Du weißt, was meinem Glück ore, wenn ich mich 1 d quäle. Wer wollte sich cht ganz auf dich, Aumachtiger, lassen und sich fassen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Ch. Sturm, ver⸗ im Kummer + 1786. Mel. Alles ist an Gottes Segen ꝛc. 2E Tortgek kämpft und 357 7 fortgerungen, bis zum 90 te durchgedrun⸗ gen muß es, bange Seele, sein. urch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten; Muth spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe 1 5 55 Wanken: bald wirst du voll Freude danken, bald umgibt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlitz funkeln; hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie ge⸗ reut ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; 11 Gott 1]¶ q — 2 r———7—rði—ĩ᷑¼?— ———. ,, 7, 252 Wiedergeburt Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seit⸗ wärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner All macht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes„ kannst du gleich ihn nicht empfin den, Worte nicht, nicht Thrä nen finden, klag ihm schwei gend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen: Gott wird sich als Vater zeigen; glaube 9 7 daß er dich hört; glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er ge⸗ beten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, ———— und Heiligung. ich werde überwinden; wer ihn sucht, der wird ihn finden, wird ihn haben hier und dort. J. K. Lavater, T 1801. Mel. Wie nach einer Wasserquelle e (Freu dich sehr, o meine Seele. enn der Herr 358 Wẽ̃ einst die Ge fangnen ihrer Bande ledig macht, o dann schwinden die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, unser Mund voll Dankes sein; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, gib uns einen Vater blick; aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimath bald zurück! Ach, der Pfad ist steil und weit! Kürze unsre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu gestrit ten, in des Friedens stille Hütten. 3. Aernten werden wir mit Freuden, was wir wei nend ausgesät; jenseits reift die Frucht der Leiden und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, er, er selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauch⸗ zend ihre Garben. S. G. Bürde, T 1831. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ꝛc. 9 Her Himmel hängt 359 D voll Wolken schwer, ich seh das blaue Zelt kaum mehr; doch über Wolken hell und klar nehm ich ein freundlich Auge wahr. 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht, sie wird so dunkel oft, die Nacht; doch wenn auch meine Seele bebt, sie weiß, daß dort mein Heila id lebt. 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Vaterhaus; doch hält in seiner Kraft sie still, bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot, das unter mir zu sinken droht; ich steh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf seinem Rand. 5. Gebeutst du, Herr, mit einem Blick, so schleudr ichs hinter mich zurück und schwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Ich ginge gern, so gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier in Sturm und dunkeln Nächt en läßt, so halt du meine Seele fest: 7. Daß sie in 7 und Nächten treu, zu dei Chre wacker sei, bis du mir — Vertrauen. 253 rufst:„Nun ist mirs recht, nun kannst du kommen, treuer Knecht!“ H. Möwes, 1 1834. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 360 8 mein Herz, gib dich zufrieden! O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat be⸗ schieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hin dert, was er will; harre nur, vertraue still; geh des Wegs, den er dich sendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkel heiten, so lobsing ihm aus der Nacht; sieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nim mermehr gedacht. Häuft sich Noth und Sorg umher, wird die Last dir allzu schwer, faßt er plötzlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, rottete sich wider dich: dank ihm! O, der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er schickt seinen Segen auf geheimniß vollen Wegen. 4. Endlich wird dein Mor gen grauen; kennst du nicht sein Morgenroth? Darfst du zagend rückwärts schauen, wenn —.— ——— 1— 254 Lieder für besondere Zeiten. venn dich Gluth und Sturm bedroht? Denn auch Feuer flamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden: auch ein Wunder kann er senden! 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt XIV. Cieder für Stände und Jahreszeiten. Frühling. Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 361 Hör ich euch wie der, ihr Töne des Frühlings, erklingen, jubelnde Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen? Tief in der Brust regt sich die sehnende Lust, mit euch ein Loblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche be schämen? Sang ist ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigest nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zu nehmen? 3. Ist nicht dein Früh ling, der himmlische, dir auch erschienen? Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis muthig aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus. Und ob alles widersteht: in Ver⸗ traun und in Gebet bleib am Werke deiner Hände, so führt ers zum schönsten Ende. V. v. Strauß, geb. 1809. besondere Zeiten, Verhältnisse. ins Grab stieg aus dem Himmel herab, all deinen Jammer zu sühnen? 4. König des Himmels und Freund einer sündigen Seele, jeder Gedanke und jede Empfindung erzähle, was du mir bist; aus dir ein Lebensstrom fließt, daß ich mich nimmermehr quäle. 5. Laß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Klagen, wähnte dich hart, wenn aus Liebe du Wunden geschlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irre von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Winter von starrenden, schneeigen Höhen spurlos zerrinnt, wenn sie Lüfte des Früh lings umwehen, also ent fliehn, gibst du dem Herzen dich hin, all seine starrenden Wehen. 7. Gib mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder fernher vernehmen! Sie hallen im Thränenthal wieder. Engelgesang und der Erlöseten Dank schwebe hinauf und hernieder! 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du ge gründet; wi indervoll hast du die Berge und Thäler ge— ründet; Frühlinges Pracht hat, wie der Tag und die Nacht, längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings eee Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung ge sehen! Jauchze, du Heer, dort am krystallenen Meer: „Ehre sei Gott in den Höhen!“ Meta Heußer⸗Schweizer, T 1876 Sommer. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 2e Get aus, mein 62 8 Herz, und suche Freud in dieser lieben Somn ierzeit an deines Gottes Gaben; schau an der n Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich 2905 schmücket haben. 2 Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; die Jahres —— zeiten. Bl 1 auf dem Wiesen⸗ plan, die ziehen sich viel schön ter an, als Salomonis Seide. 3., Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täub⸗ lein fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Hau das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die unverdrossne Bienenschaar fleugt hin und her, sucht hier und da sich edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 6. er Weizen wächset Nildewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte deß, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, a 7—˙»‚Ä —— ͤ kT—PTV——— I—— 256 Lieder für besondere klingt, aus meinem Herzen früh und spat viel Glaubens 1 rinnen frücht erziehe. 1 8. Ach, denk ich, bist du 13. Mach in mir deinem hier so schön, und läßt dus Geiste Raum, laß mich als uns so lieblich gehn auf einen guten Baum am dieser armen Erden: was Leben iswasser grünen; so wi ill doch wohl nach eser will ich dir und deiner dort in dem reichen Ehr allein, und keinem 1 Di K Himmelszelt und güldnen andern mehr, hier und dort 0 Schlosse werden ewig dienen. 9. Welch hohe Lust, welch P. Gerhardt, 1 1676 heller rd wohl in Christi Garten sein! Wie Herbst. 0 muß es da wohl kling da 10109 so viel 1 Seraphim 10 aus einem Mund, mit heller ee eee e eee, Stimm, 5 Hallelujah 363 D es Jahre schöner singen!)muck 5 N— ö weicht, die Flur wird ahl, 1 VVV Flur 105 7051 0 der Wald erbleich stünd ich schon, ach, lieber Vöalei. died 5 75 hen Gott, vor deinem Thron und 8. ee 1 trüge meine Palmen! So Ihr Gottes⸗Kinder, schweig 9. 5 5 i nicht, und laßt hin auf zum wollt ich nach der Engel n 0 9 1 ewgen Licht des Her Weis erhöhen deines Namens Opfer f an e NN 8* K leigen! zreis mit tausend schönen 5 5 8 Pfalmen 9 2. Gott ließ der Erd Pie en. c 5 Frucht gedeihn, wir greifen 11. Doch will ich gleich zu, wir holen ein, wu wohl, weil ich noch hier sammeln seinen Segen. trage dieses Leibes Joch, Herr Jesu, laß uns gleichen 110 auch nicht gar stille schwei⸗ Fleiß an deiner Liebe fiel 1 I gen; mein Herze soll sich und P reis mit Herzensfreude 11105 fort und fort an diesem legen! 0 und an allem Ort zu deinem 3. Was Gottes Hand ee für uns gemacht, das ist 12. Hilf nur und segne nun alles eingebracht, hat 14000 meinen Geist mit Segen, Dach und Raum gefunden. der vom Himmel fleußt, So sammle dir zur Gnaden 100 daß ich stetig blühe; zeit, o Seele, was dein d gib, daß der Sommer dei⸗ Herr dir beut, für deine ner Gnad in meiner Seele Kreuzesstunden! 4. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel kalt darüber wehn und Reif ent färbt die Matten: so endet alle Lust der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfällt; schnell wachsen seine Schatten 5. Es 1 der Wald Wandrer eil Nacht zu flü Wettern. O Dach und oft des Sturm schmettern 6. Es fällt Laub der Sturm erkracht, der 10 um noch vor ten aus den Jesu, sei uns Thurm, wenn Lebens rauher uns will zu Boden öchsten lischt aub, gekommen. loch so 105 du Bt hinunter in die Erd, 511 du bist genommen! 7. Doch wie der Land⸗ mann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen: so, treuer Vater, deckest du auch der und 0 Bäume sich wieder mit dem St von dannen Ach, Mensch, ind werth: es sei 1 2222 unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen 8. Indeß, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegen streben: so laß zu dir die Seele fliel n, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! V. v. Strauß, 1 1809. Jahreszeiten. ————“?— Mel. Gott sei (He den 36 1 G8 zer Schöpfer, Herr der Welt. dessen Hand die Himmel der Sonne sprichst gehe unter, gehe 5 Zu lauf, 2. Deine Macht Herrlichkeit leuchtet zur Winterszeit in der wolkenvollen Luft, in den Flocken, in der 1 Duft. 3. Alles rul pt; auf dein Geheiß wird der Wasser strom zu Eis. Du gibst, und auch Du was der Landmann bat, deckst und wärmest seine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt, sorgt noch mehr für dich, o Christ! Gott sei dir in Hitz und Frost Freude, Zuversicht und Trost. 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Ist ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich seine Noth. 72 Nach des Winters kalt Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wi esen, Wälder blühn und die dürre bird grün l. Also blüht nach kurzer. geit aus dem Staub Un sterblichkeit; neu und umge schaffen einst sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. —ůĩův——j— 258 Lied 8. Eile, Freudentag, heran, dem kein Winter folgen kann! Sonne, die nie unter⸗ geht, sei gelobet und erhöht! J. K. Lavater, 1 1801. Morgen. (Schwingt, heilige Gedanken.) 365 9 us meines Her 2 N* zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum unsern Her⸗ ren, dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Noth, Gefahr und Schaden behütet und be⸗ wacht. Ich bitt demüthiglich, wollst mir mein Sünd ver geben, womit in diesem Leben ich habe erzürnet dich. 3. Du wollest auch be⸗ hüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schan⸗ den, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Haus— gesind, als dein Geschenk und er für 3 Zeiten. Gab, die Aeltern und Ver⸗ 18 857 Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen rathen, der alle Ding ver⸗ mag; er segne meine Thaten auch an dem heutgen Tag. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele„Gut und Leben, und was er sonst gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht da⸗ ran: Gott nimmt in Jesu Namen mein Flehen gnädig an. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Joh. Matthesius(2), 1 1565. 2a ott des Himmels 366 G und der Erden, Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in die⸗ ser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser dieser Feu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit die sem Morgen geistlich auf⸗ erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschreck ke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends, als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigen⸗ thum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh) trage nach dem Himmel zu! H. Alberti, T 1651. Mel. Herr Ni Christ, dich ꝛc. 367 ie 3 nun⸗ mehr vergan⸗ gen ist; wir 5 dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei Morgen. Nacht vergehn; o Herr 259 von all Plag gesund läßt sehen 1 Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, 0 leucht uns in diesem Er denthal; beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh und, was uns nöthig ist, dazu; durch deine starke Gnadenhänd beschütze 9 und unser Land. 4. All Sünd und Schwach⸗ heit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufor⸗ dern aus der Welt, so gib 5 selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitten gnä⸗ diglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Noth. Vor 1664. ie güldne Sonne, 2— 368 8 voll Freud und Wonne, bringt unsern Grän⸗ zen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin mun⸗ ter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren, —— a—Ü 2 — 260 zu lehren, nen nach Gut mit Sünde, ermögen sei mäch⸗ das 1 geschwinde von ß, und wo die meinem Herzen und wirf es n soller hi au i 7. Menschliches Wesen, t gese was ists gewesen? In einer e aus dieser Erd lichem. 3. Lasset uns singen, dem pfer bringen Güte Gaben; was wir nur k das sei Gott zum Bestehn. besten E Gemüthe n mit das ist ein“ ind Morgen icht men Gnaden, die ne rgen; segnen iehr nich en, Unglück ver⸗ Schaden, heilen im Herzen wehren, sind seine Werke und die tödtlichen S mere Thaten allein. Wenn wir halten uns zeitlich und ewig uns legen, so ist er zugegen; sund. ind glück Laster und Finsts erniß und ruderé N eizige Bren nen, unchristliches Ren M̃ kitb 11. Willst du mich krän ken, mit Galle tränken, und soll von en ich auch was tragen hlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, was schäd lich und nichtig meinem Ge beine, das weißt du alleine; hast niemals einen noch betrübt. 12. Kreuz un das nimmt ein bade nc 0 Meere Sbrar isen sausen leuchtet erwünschtes Gesicht. die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himm lischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt, 1 1670 zu sehr Mel. Nun laf Herren ꝛc. 36 9 W̃ ach auf, mein Herz, und singe n e Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Gü ter, dem treuen Menschen hüter. „2. Heut, als die dunkeln Schatten mich ganz umfan gen hatten, bedecktest du mich Armen, o Vater, mit Er barmen. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, kein Schrecken dich besiege; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. Morgen 111 ¶˙—!ĩ 261 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch en; von Noth blieb ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. Du willst ein Opfer i hier bring ich meine Haben und opfere dir wie mein Herz und meine wirst du nich 5 du kannt ins und weißt wohl, 6. Die verschmähen Herze sehen daß zur Gabe ich ja nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an die sem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach, Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be itte, mein Herz sei deine H hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. P. Gerhardt, T 1676. Mel. O Herr, dein Ohren zu mir kehre ꝛc. 370 O allerhöchster — Mer 0 du unbegreiflich großes Gu ich wi l dir opfern Herz u 5 Muth; stimmt an mit mir, gedenkt der Güter, all ihr Gemüther! 262 Lieder für besondere 2. Herr, deiner Kraf ichs nur zuschreibe, daß i noch Odem schöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnä dig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe! 3. Israels Gott, da ist mein Wille, der sich dir wil lig untergibt, dich über alles gerne liebt; das ist mein Wunsch in früher Stille, o Gnadenfülle! 4. Dein heilig leite, Angesicht mich dein Auge kräf tig auf mich seh; ich reise sitz,, geh oder steh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, mich bereite 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir sein ergeben, o Seelenleben! 6. Gesegne mich auf mei⸗ nen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du; in Unrub bleibe meine Ruh, bis ich zuletzt mich werde legen in Fried und Segen. Joach. Neander, 1 1680. 371 Mergengl anz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. Zeiten. 2. Deiner Güte Morgen⸗ thau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Le⸗ bensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf stehn. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf je ner Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenseld in das Land der süßen Wonne, wo die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, f 1689. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden ꝛc 372 Seele, du mußt munter werden, denn der Erden blickt her vor ein neuer Tag; komm, em Schöpfer dieser Strahlen 1 bezahlen, was dein schwa⸗ cher Trieb vermag. 3 Deine Pflicht, d die kannst lernen von den Sternen, deren Gold dere Sonne weicht; so laß auch vor Gott zer⸗ rinnen, Morgen. rinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne däucht. 3. Schau, wie 2 was Odem ziehet, sich lühet en um der Sonne holdes Licht; wie sich, was nur Wachs thum spüret, freudig rüh et, wenn ihr Glanz die Schatten bricht 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Un 1 stürmen 92 7 en schirm ist so glücklich bach 5. Bitte, daß er dir Ge⸗ deihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt diesen Morgen, gen, der es wie die Sonne macht welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen, und auch in die Thäler lacht 7. Denk, daß er auf dei nen Wegen ist zugegen und erkennet, was du thust; daß er auch verborgne Flecken kann entdecken, und die tiefste Sündenlust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden festgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. dich etwas laß ihn sor 263 9. Drum, 8 mein in Leiden, Schlafen n so seufz ich, Scheiden nicht sondern sanftes sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canitz, 272 Güter, wird die 3 13 H Nacht der Sün en nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer— den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beeile deinen Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil dukommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht 5. Wie kann ich des Lich tes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 1699. G —— ieder für bes 6. Ach, daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an blicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Au— gen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Ch F. Richter, f 1711 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc., Nr. 4 374 M Jein Gott, nun U ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf ein⸗ mal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur 7 ondere Zeiten. immer älter werde und nie⸗ mals rein von Missethat. O Gott, der täglich mich ernährt, wär ich doch deiner Gnad auch werth! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, 1 alles so, wie dirs gefällt; schließ mich in dei 3 Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden; erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es 9 Hilf du in allen Sachen 9 1 850 denn ich bin selber mir nicht klug; behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, * ich kann. Behüte mir mein Leib * Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl bericht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. C. Neumann, 7 1715. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 27 Gelt di Licht, das 375 ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsterniß vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh, rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht ver⸗ kläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, da ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in mei— ner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein 1 Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre 1157 gegen meinen Nächsten Übe. Morgen. . A 5. Führ mich einst zu 97 7 Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnen schein, schön, unsterblich, engelrein laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Franck, 1 1725 Mel. Den die Hirten lobten sehre ꝛc. 376 F 5 am A J Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichthum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll ge⸗ schehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. 12 32——̃ v— ——. 7˙˖˙—L ———— gere 7 266 Lieder für besondere Zeiten. Mel. O Gott, du frommer Gott ꝛc. 377 78 8 Jesu, süßes Licht, O nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf geweckt und hat sich, Herr, nach dir verlangend aus gestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der De muth mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 4. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegen— wart mich wie die Luft um gebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe innig lich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach, segne, was ich thu ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines! mens Ruhm, und daß unverrückt verbleib dei . J. Lange, 1 15 Mel. Ich dank die schon r. (Mein erst Geschäft.) 378 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; erheb ihn, meile Seele! Der Herr hurt deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zi ohne Macht, lag schlief in 1 We schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Mi iden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mird jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich d Tags erfreue. 6 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6, Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mik Lieb und und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als ein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, got ttselig, züch tig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf it Freudigkeit, wenn du ebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, 7 1769. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. . dich sehr, o meine Seele.) 790 Wenn ich einst 379 W̃ von jenem welcher Tod 3 heißt, aufersteh, und, erlöst von allem Kummer, jenen schönren Morgen seh: o dann wach ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterb⸗ lichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich frevelnd 755 entweiht! Auch noch ute wacht ich auf; Dank fei dir! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein letzter Tag erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, Morgen. 1 D von den Meinigen beweint; lindre dann des Todes Pein, laß mich stark und freudig sein, daß ich sie zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, 3 . G. Klopstock, 1 1803. Mittag. Vor Tische. Mel. O Jesu Christ, 8 Licht ꝛc. 380 Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nah⸗ rung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gib uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewig⸗ keit. Vor 1562. meins Lebens Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ꝛc. 381 Speis, o Gott, Suns, deine Kin⸗ der, tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft 9 1 1 Kraft und Nahrung geben, bis wir dendlt ch mit den Frommen zu dem Himmels mahle kommen J. Heermann, 1 1647 Mel. Jesu, als du erstlich kamest ꝛc a0 err, wir kommen * 82 H zu dem Essen; laß uns deiner nicht ver gessen, denn du bist das Himmelsbrot; speis die Lei ber, stärk die Seelen, die wir dir jetzt anbefehlen, steh uns bei in aller Noth; hilf uns, daß wir nach der Er den deine Gäst im Himmel werden. Nach Tische. Mel. Nun 5 und dankt Gott allzusammen ze. 38³ 32 Wẽ̃ 1 1 Gott 0 für seine Ga⸗ ben, die wir von ihm em⸗ pfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie bescheern, und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wo lst uns gebn nach dieser Welt das ewge Lebn. Vor 1588. Mel. Da Christus geboren war ꝛc. (Um Erb en flehen wir.) 2 nser Vater, der 384 An ins liebt, der uns, was un is gut ist, gibt, ar Lieder für besondere Zeiten. gab auch jetzt uns Speis und Trank; lobt ihn, sagt ihm frohen Dank. Aller Se gen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn! Mel. Gott sei Dank in aller Welt ir (Heiland, den uns Gott.) 8 uter Geber, Dank 5 sei dir; du be lebst, drum leben wir; du gibst Speise uns und Trank, dir sei ewig Lob und Dank! Amen. J. K. Lavater, 1 180! Abend Mel. 9 alt uns, Herr, bei ꝛc. 3865 Hinunter ist der Sonnen Schein, die iustre Nacht bricht stark herein; leucht uns, o Herr, du wahres Licht, laß uns im Finstern straucheln nicht. i 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden Angst und mancher Plag durch deine Engel hast be hüt aus Gnad und väter⸗ licher Güt. 3. Womit wir heut er zürnet dich, das, Herr, ver zeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nich zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns del böse böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuers— noth behüt uns diese Nacht, o Gott. N. Hermann, i 1561. Mel. In dich hab ich gehoffet ꝛc. Ich freue mich mein Gott.) 387 M̃ Jein schönste Zier und Kleinod bist auf 4 du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid, in meinem Herz behalten. 2. Dein Lieb und für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht: das muß ich frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Augst, nicht t Noth von deiner Lieb mie ch trennen. 3. Dein Wort und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. du bist nun mein, und ich bin dein; dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach, schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Aus dem 16. Ja 388 Werde munter, W mein Gemüthe, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, Treu ist wahr hrhundert. Abend. 1— 269 die er hat gethan an mir, da er er den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnaden⸗ reiches Walten hat beschir⸗ met und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm— herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich stell mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich täg lich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es inkel hier; nunmehr di daß kein Unfall mi tröste mich mit de 5. Laß mich diese empfinden eine sanfte, ch betrübe, iner Liebe. Nacht süße Ruh; alles Uebel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freun⸗ de, — 270 Lied de, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz ge— schlossen. 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Ueberfall: laß mich Krank heit nicht aufwecken, halte fern des 1 Schall; wend ab Feur und Wassers— noth, Pestilenz und schn ellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind ge— beten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehn⸗ lich 5 Amen, ja, es soll geschehen. J. Rist, f 1667. Mel. O Welt, ich mu l (In allen meinen en.) 3898 0 Een hen malle Wälder, Vieh, Menschen, 50 und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! Ihr sollt beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die 1 des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. er für besondere Zeiten. 3. Der Tag ist nun ver gangen; die güldnen Stern lein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu 1 du sollst werden vom Ele dieser Erden und von 1 Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen; im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die 5 ein lein singen: dieß Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be trüben ein Unfall, noch Ge fahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güld— nen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. P. Gerhardt, t 390 Der 1676. Tag mit sei⸗ 8 g nem Lichte fleucht hin und wird zu nichte, die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erden⸗ kreis. Der Tag, der ist ge endet, mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augen⸗ blick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und uner⸗ schöpfte Güte mir klar ge⸗ zeiget an. „3. Gleich wie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen Abend. stillet, so hat mich heut ge⸗ führet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Va⸗ terherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten er⸗ weckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten, und laß mein Ueber- treten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nie⸗ der mein Haupt und Augen⸗ lider, will ruhen ohne Sor⸗ gen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sitz auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was 272 Lieder für besondere Zeiten. 9 Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich, als wie im Schlosse, in deinem Arm und Schooße, bin selig hier und dort. p. Gerhardt, f 1676. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 391 1 nsre müden Au⸗ genlider schlie⸗ ßen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glie⸗ der grüßen schon die Abend⸗ ruh; denn die dunkle finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun versenkt im tie⸗ fen Meere und entflammt der Sterne Heere. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast; thu, ach thu bei Zeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gna den dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht bedacht des Be⸗ rufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, son— dern dich, mein Gott, ver⸗ lassen, bin gefolgt der Welt⸗ lust Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich er⸗ duldet, was ich Sünder hab verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgen⸗ röth aufgehet und die Sonn am Himmel stehet. 6. Vater Aruben in der Höhe, dessen Nam uns theuer werth, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns bescheert; 5 vergib uns unsre Schuld schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Ver⸗ suchung tödten, hilf uns, Herr aus allen Nöthen. J. Frank, T 1677. er Tag ist hin, 392 mein Jesu, bei mir bleibe! O Seelen⸗ licht, der Sünden Nacht ver⸗ treibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit; er⸗— leuchte mich, o Herr, denn es ist Zeit! 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, wenn alles wohl gelungen nach deinem Rath U Rath, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, mich empfindlich quälet: Be⸗ 3 1 77 it im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Un⸗ mündiger. 4. Vergib mir, Herr! Es das sagt mir mein Gewissen: der Sünde Lust hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; hier ist mein Herz, ich dein, Herr, und du mein. 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieg haft Schwert umgürte; be wahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schla⸗ fen; ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebenssonn, erquicke mei⸗ nen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! J. Neander, 1 1680. (So fliehen unsre Tage.) 393 Nun sich der Tag N hat und leine Sonn mehr scheint, schläft alles, was von Arbeit Abend 111 ¶ͤ A matt, und was zuvor ge weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsterniß dich nicht um⸗ faßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser fin⸗ stern Nacht, und schirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Macht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröh lich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 6. Weicht, nichtige Ge danken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammer⸗ thal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zur aus⸗ erwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Ze⸗ baoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. J. F. Hertzog, 1 1699. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 9 4 err, es ist von 36 H meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung ge— ben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du man ches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Ge danken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Ge⸗ müthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Licht und Feuer aus, und be wahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. der für besondere ——— Zeiten. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu scha⸗ den, wenn wir ruhn, so zer⸗ störe du den Rath und ver hindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann er⸗ wecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du blei⸗ best ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich fer⸗ ner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Casp. Neumann, f 1715. Mel. Ach, was soll ich Sünder ze. e ich meinem Gott nicht trauen.) 9 7 Jesu, 395 Ac sieh, ich trete, 1 der Tag 111 sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu dei⸗ nem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die aller längste Zeit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer; o wie mancher Tag geht hin, daß ich kalt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst und schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzens— freund, zu dir; neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gön⸗ nen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Lev. Joh. Schlicht, 1 1723. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 92 H irte deiner Schafe, 396 2 der von keinem Schlafe etwas wissen mag, Abend. —. 7˙» deine Treu und Milde diente mir zum Schilde den ver- gangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaa⸗ ren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhe kissen, drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnä— diglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer, und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Doch, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nichts wider dich; 12 gerne, 276 gerne, weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! Ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben treuer Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in Acht und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. B. Schmolck, T 1737. Mel. Fes ich thut mich verlangen ꝛc Befiehl du deine Wege. 1. 397 Haze dae der Körper eilt zur Ruh; es fallen in der Stille die mü den Augen zu. Vergib der Schwachheit Sünden, ver 755 mit Zorn und Straf; laß mich bereitet fin inden zu m Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Heil hab ich ge sehen; in ee fahr ich hin, weil ich beim Auferste hen in deinem Reiche bin wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. J. F. v. Cronegk, 1 1758. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. (In allen meinen Thaten.) 398 Nun, sich der Tag geendet, mein 8 zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. Lieder für besondere Zeiten Befehlen einher im 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgibest, daß du mich herz lich liebest und rufst zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben kannst hienieden, das stelle früh und spät mir vor. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. G. Terstegen, 7 1769. Mel. O Welt (In allen ich muß dich lassen ꝛc meinen Thaten.) err, der du mir 399 Hed das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an; ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Ge⸗ müthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Leben gehn ———— Abend. gehn, auf deine Güte hoffen, wohl manche Sachen, die im Geist den Himmel offen wir getrost belachen, weil und dort den Preis des unsre Augen sie nicht sehn Glaubens sehn! 4. Wir stolzen Menschen 4. Ich weiß, an wen ich kinder sind eitel arme Sün glaube, und nahe mich im der und wissen gar nicht Staube zu dir, o Gott, mein viel; wir spinnen Luftge⸗ Heil! Ich bin der Schuld spinnste und suchen viele entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Him mel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh ent gegen; dein Name sei ge preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, T 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc. In allen meinen 400 Der Mond ist auf gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wun⸗ derbar. 2. Wie ist die Welt so stil le und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kam⸗ mer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und ver⸗ gessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind Thaten.) Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns schauen, Vergänglichs Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. Heil nichts nicht dein auf trauen, 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Na men nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen, und laß uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbar auch. M. Claudius, 1 1815. Für Kinder Mel. Jesu, komm, doch ꝛc. N Müde bin ich 401 M geh zur Ruh, schließe beide Aeuglein zu; Vater, laß die Augen dein ——— 278 Lieder für besondere dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Men schen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn, und die stille Welt besehn. Louise Hensel, F 1876. Am Schlusse der Woche. Mel. Du Lebensbrot ꝛc Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit.) 402 zott Lob, ein . Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollen⸗ det; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. Zeiten. 3. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wie wohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich 55 komm entgegen . 5 bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebens⸗ fürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich die Woch geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet; und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu er heben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleugt, Am fleugt, Liebe. 8. mit Flügeln süßer meine Seele schon aufgeflogen; weil du voll Liebe mich ganz zu dir ge zogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. Francke, O Jen, ist zu dir du hast, bist, 27 1 1727. 17 Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 5 Woche geht Ende, nicht 90 1 Treu; denn wo ich mich hinwende„ da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht; sie läßt sich täglich finden und gibt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter, und nimm mein Opfer hin. Unzählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur kann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Aug enblickdie Wunder deiner Gnade im Unglück, wie im Glück. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und Schlusse der Woche. dich, mein Gott, drum ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir ge⸗ loben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gib, daß diese 55 cht mich au ch dein Schutz erfreue, der alles 1 5 macht. Ich werde leichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 5 Soll das in Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf jenen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: gute Nacht! B. Schmolck, 1 1737. gekränkt; en diesem che Beruf. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc (In allen meinen Thaten.) 404 u sollst in allen Sachen mit Gott den A machen Aus 280 Lieder für besondere Stände aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben, als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Zeit, beginnen, legt er nicht Hülfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszu⸗ richten, das wahrhaft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen und bilde dir nicht ein, als könntest du Ver trauen auf deine Kräfte bauen; denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget, den Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; verkehrt er sein Gesichte, so wird ein Werk zunichte, wie trefflich auch die Meister sein. 5. Schlag an die Himmels⸗ pforten mit starken Glau bensworten, da bitte Bei— stand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tscherning, f 1659. Mel. O Durchbrecher aller Bande ꝛc (O du 93 N Liebe. komm, sei 405 J eingebeten! Meine Hände leg ich an; wollest mir zur Seite treten, daß mein Thun sei wohlge⸗ than. Auf dein Wort, zu deiner Ehre, will mein Netz ich senken ein; einen guten Zug bescheere, laß es voller Segen 5 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts kann alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist ganz umsonst. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand ist viel zu schwach; nun so komm mit Zülf und Segen, meine Ohnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich thun das Meine, will es thun auf dein Geheiß; thu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus er⸗ freuen einen reichen guten Zug; doch sollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. 4. Zwar, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst Mithelfer bist? Ach, du kannst und willst er⸗ quicken, wenn man fromm und gläubig ist. Ist nur Gott, so ist daneben alles andre auch im Haus; du wirst segnen, du wirst geben, der du allen theilest aus. 5. Ich verseh mich deiner Gnaden, ob ich keines Segens werth; wirst du mir mein Netz beladen, wont du sein mit Dank verehrt; gibst du, will ich wieder geben; 10 eil ein Theil davon soll dein, dein, o Gott, und auch da neben meines armen Nächsten sein. S. von Birken, 1 1681. Mel. Es ist das Heil uns ꝛc. Gottes Namen . 406 J 5 fang ich an, was 225 zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohl— gethan und glücklich 85 führet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er gibt uns Segen, Muth und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und Gottes Gab in Fülle geht, daß wir zur Gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, erfahre deinen Segen. Herr Beruf. —. 7— m 281 5. Regiere mich durch deinen Geist, den 9 zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, ge⸗ scheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehor— sam sei und meinem Nächsten diene. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! S. Liscow, 7 1698. Mel. Erschienen ist der herrlich T Tag ꝛc. 4072 Das 3 Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dieß mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 8. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich nun auch gutes Muths: das walte Gott! Beginnen, 282 Lieder 4204* PFF. 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dank bar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen egen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzens grund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Un glück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott ge⸗ wagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dieß auch meine Losung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und gibt mir auch mein täglich Brot nach seinem alten Vater brauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! Wee 7 für besondere Stände 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich dann was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich noch⸗ mals zum Beschluß: das walte Gott! J. Betichius, T 1722. Ehe und Hausstand. Mel. Nicht so traurig. nicht so sehrze 408 8 Voll er Wunder, voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Hulde, Gnad und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im Ge— ringsten nicht mit Gedar nken zugewandt, derer Herzen, derer derer Hand— pft Gott in ein Liebesban 3. Dieser Voter Kind, jener seins auf, beide treibt ihr Wind, ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohl gerathnes Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu zeines ist des andern Kron, eines ist des, andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht. zieht sein dagegen sondrer 5. Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schooße hält und zur rechten Stunde gibt jedem, wohlgefällt: da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rath. 6. Jeder findet, nimmt, was der Höchst ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 7. Oefters denkt man: das und dieß hätte können hesser sein; aber wie die Finsterniß nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschen 1 5 hinter Gottes Weisheit hir 8. Laß 1 Gott fügt; der weiß, wies am besten sei; unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist mangelfrei; Gottes Werk was ihm jede ihm was Ehe und Hausstand. — 283 hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kin⸗ dern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Thaten ihrer Händ auf ein gutes selges End. 10. Ihrer Tugend werther Ruhm steht in steter voller Blüth; wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, und wenn auf⸗ hört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 11. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort; Liebe gibt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlast. 12. Gehts wie es 125 nicht allzeit, ist doch diese Liebe still; hält sich in dem Kreuze wohl denkt, es sei des Herren Will, und ver— sichert sich mit Freud einer künftig bessern Zeit. 13. 9 geht und fleußt Gottes reicher Segens⸗ bach, speist die Leit ber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 14. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern 284 Lieder für besondere Stände Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmelszelt und drückt sie mit großer Lust selbst an seinen Mund und Brust. 15. Nun so bleibt ja voller Gunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Wun der, voller Kunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. P. Gerhardt, 1 1676. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen- stern ꝛc.(Mein ganzer Geist.) 4092 Wieschön ists doch, Herr Jesu Christ, im 1 da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue: da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht man, wie der Engel Schaar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zer— nagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich, das Weib gleicht einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes⸗ wonne, Hausessonne, Ehren krone! Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Sei gutes Muths! Nicht Menschenhand hat auf⸗ gerichtet solchen Stand, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather. Anfang, Aus⸗ gang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergibt, deß Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen, Zage, trage nur ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein König, nah herzu! Gib Rath in Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen Ehe und singen bester Weis lle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! P. Gerhardt, F 1676. wollen und danken Mel. Werde munter, mein ꝛc. 410 Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und du hast sie in der Tauf väterlich ge⸗ nommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 2. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väter⸗ lich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir ver⸗ pflichtet sein und mit dank⸗ barem Gemüthe solchen Glücks⸗ und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Woh that zeigen an: ach, so müßt ich ganz ver⸗ messene Bottes, meines Heils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schätze, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergötze, so bist du mein —. 7˙*¹ m m Hausstand. einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 5. Der du sie bisher er halten, wollest stets ihr Schützer sein, wollst in Gnaden ihrer walten, bricht Gefahr für sie herein. Regt in ihrer eignen Brust sich mit Macht die böse Lust: gib dann, daß sie muthig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze sie vor böser Leuten und vor der Ver führer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir i was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt 5 wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß einst an dem jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener 9 N . 286 jener Welt bescheeret; ewig sei dein Nam geehret. L. H. Schlosser, 1 1723. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. Tesu, geh voran * auf der Lebens bahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach zueilen; führ uns an der Hand bis ins 2. Solls uns ha laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen über Lasten klagen; Vaterland. Trübsal hier zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege uns auch die nöthge Pf thu uns nach dem deine Thüre auf. Graf N. L. v. Zinzendorf, 7 1760. 412 N oh leine lem Haus, 2 da Jesus 1 allein das All in Allem Ja, wenn er nicht darin 1 iel a wär, so stünd es öd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im Lieder für besondere 7 Stände. rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß im Geist nichts ist ohne Gottesdienst das äußre Werk noch heißt. 4. Wohl, wenn der Herzen romm Gebet i beständig in Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als s Gottes Werk und Gottes 5. Wohl, wenn im äußer⸗ 1 and mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben cht bewa 6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig fi id, und wenn sie Kind und Kindes Skind ver⸗ säumen nicht am ewgen Glück, so bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, nes gedeiht. Die Aeltern erden hoch erfreut, und n. Kindern sieht mans an, wie Gott die segnen kann. Seinen 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich, Ch. E. L. v. Pfeil, T 178ʃ1l. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern ꝛe.(Mein ganzer Geist.) 413 Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen. Dir nur soll sie wohlge⸗ fallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dieß Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glau⸗ ben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, demüthig, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge— gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kind⸗ Ehe und Hausstand. — 287 lichem Gemüthe; selig, fröh⸗ lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. g. J. Ph. Spitta, T 1859. 414 selig Haus, wo man dich auf— genommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 111 ¶. der für besondere Stände. 2. O selig Haus, wo 5. O selig Haus, wo du Mann und Weib in einer, die Freude theilest, wo man in deiner Liebe eines Geistes bei keiner Freude dein ver sind, als beide eines Heils gißt! O selig Haus, wo du 3 keiner im Glau- die Wunden heilest und bensgrunde anders ist ge- aller Arzt und aller Tröster sinnt;* beide unzertren! bist; bis jeder einst sein bar an dir hangen in Lieb Tagewerk bollendet, und bis und Leid, Gemach und Un- sie endlich alle ziehen aus gemach, und nur bei dir zu dahin, woher de r Vater dich bleiben stets verlangen, an gesendet, ins grcße, freie, jedem guten, wie am bösen schöne? Vaterhaus! Tag! K. J. Ph. Spit a, T 1859. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. Herz dir legt, du Freund Non dir, du Gott der Kinder, der sie als 5 2 der Einigkeit 3 1 ehr als. 1 0 weiht; von dir kommt auch wo sie zu Nane Füßen e. 0 94 der Segen. O segn auch gern sich sammeln und jetzt pon deinen Höhn, die horchen deiner süßen Rede hier vor deinem Antlitz zu und lernen früh dein stehn um San in Hand Lob mit Freuden stammeln, 5 legen Laß sie, Vater sich deiner freun, du lieber dir ergeben einig leben, Vor der Trauung. . a Heiland, du! treu sich lieben und in 4. O selig Haus, wo deinem Wort sich üben. Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen Nach der Trauung. auf dich sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. daß es nach deinem Willen Nimm sie in deine Vater mag geschehn; als deine hut; halt ihren Sinn bei Diener, deine Hausgenossen, frohem Muth, ihr Herz dem in Demuth willig und in Himmel offen, und lehre Liebe frei, das Ihre schaffen, sie, sich deiner freun, eil froh und unverdrossen, in Herz und eine Seele sein kleinen Dingen zeigen große im Glauben, Lieben, Hoffen Treu! Laß sie, Vater, dir ergeben, glück Obrigkeit. glücklich leben, freudig ster ben und vereint den Himmel erben! G. E. Waldau, 1 1817. Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde ꝛc. (Schwingt, heilige Gedanken.) 41 6 FJehova, Herr und U* König der 80 und Herrn, dir sind wir unterthänig, du herrschest nah und fern; du Herr im Himmelszelt, laß unter dei nem Leiten bestehn die Obrig keiten, zu herrschen in der Welt. 2 Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du hast sie hoch geschätzt; wer ihr zuwider lebet, der trotzt und widerstrebet dem, was du hast gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gib, daß ich Demuth übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfüllt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht gib ihnen ins Gemüthe viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten Predigtamt. 289 kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufrieden⸗ heit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier re gieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rath sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern; o, walte du hienieden, gib deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Nach Ph. Frd. Hiller, 7 1769. Predigtamt. Mel. Wie schön leuchtet ꝛc. (Mein ganzer Geist.) 41 4 O Jesu, Herr der Herrlichkeit, di König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge⸗ fällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glauben, Liebe, 13 Wissen⸗ nder rühren. Treue Hir⸗ en laß den Seelen niemals fehlen, daß die Heerden mit den Hirten selig werden. e ö ehmen hier von en Lehrer, den Herr, segne Die Seelen, rtraun, durch 1 d Kräfte. aa und beten, sich— ins Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun: sei, das ihn betrübe! n aer uns deine Wahr rt, gib uns ein Herz, am hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freund schaft id Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel 0 sceint laß isern Lehrer, unsern Freu n 1d uns dir entgegen führen. Du gibst ihm un iter seine Hand die Seelen als ein theures Pfand, laß keine ihn ver lieren. Jesu, hilf du, beut die Hände daß am Ende Hirt und Heerde 7 vor dir erfunden werd 6. Sei uns gesegne et, Knecht des Herrn! Wir heißen dich Lieder für besondere Verhältnisse. Zissenschaft das Herz der willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vater land; Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zei ten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. J. D. K. Bickel, F 1809. Allgemeine Noth. Nenn wir in höch⸗ 418 W̃ sten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um olg ng aus der Angst und Noth 3. Und heben unser Ag und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten m Begnadigung und aller St rafen Linderung, 4. Die du verheißest gnä⸗ diglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mittler ist. a 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei;. 5 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehor⸗ sam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber, 1 1569. Mel. Da Christus (Um Ert barmen flehen w 41 9 T Freue. Israel, freuet L eib u. und Seel, de kennest alles Leid armen Christenheit; o du schläfst noch schlummerst, zu uns Wächter, der du nicht richt jetzt dein hilfrei gesicht! 2. Schau, wie große Noth ch An ind Qual trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schütz deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Trost wir nicht vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden thür, wir, die du mit höch stem Ruhm 125 erkauft zum 8 7 hum; dein Erbarmen hat kein End, 158 nes Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 111 ˙ wAA Allgemeine Noth. 291 4. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner star ken Hand Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer dem Fein⸗ er mit Zit⸗ um uns bau, daß de davor grau tern sie anschau. 5. Höchster Hort, Imma— nuet, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit; trotz dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit 6. Du, des Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht;: aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrenn t, der der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg ge⸗ winnt ein End. 8. O du wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange Kopf zerknirscht- und durch seinen Kreuzestod Frieden wieder bracht bei Gott: gib uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. J. Heermann, 1 1647. igen ꝛc. ge.) 420 In tiefen Aeng N sten schreien wir dich, Erbarmer, an, dich der allein befreien, allein erhören kann. Hast du denn ganz verborgen dein Vater angesicht? Kommt uns in finstern Sorgen nicht mehr ein Strahl von Licht? 2. Die Noth von so viel i Seiten beraubt uns aller Ruhz wir sehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Her zen zu. Die Hilfe im Ge dränge, wonach das Auge thränt, verzieht sich in die Länge und ist noch nicht ersehnt. 3. Wir fallen, müd im Herzen, Nachts auf die La gerstatt und träumen, was mit Schmerzen uns Tags gefolte rt hat; erwachen wir, so beben wir vor der neuen Last. Wie qualvoll ist dieß Leben! He err, wir erliegen fast! 4. Willst du noch länger schweigen zu unserm Kummerstand, nicht uns Verlassnen zeigen die All- macht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder die Ruth, ach, so vergib; hab uns und unsre r für besondere Verhältnisse. Rinder in Christo dennoch lieb! Gib uns, daß wir dich ehren, den Sun der dir gefällt! Komm, komm, uns zu erhören, rbarner aller Welt! J. 4 1818 Krieg und Frieden. 4212 Nerleih uns Frie⸗ den gnädiglich Herr Gott, zu unsern Zei⸗ ten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Luther, 1 1546 Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren ꝛc (Kommt, kommt, den Herrn.) 5 ottlob, nun ist 422 G erschollen das ale und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutsch⸗ land, und sing Lieder im hohen vollen Chor; erhebe dein Gemüthe zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. N 2. Sei tausendmal will⸗ kommen, du theure werthe Friedensgab! Jetzt sehn wü, was für Frommen dein Bei unswohnen in sich hab. J dich hat Gott versenket al unser Krieg unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unver stand die güldne Freuden⸗ kerze mit seiner eignen Hand. Ach, laß dich doch er⸗ wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh, als das letzte Schrecken duch schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet fei unerschrocknen Muths; der Friede, den er gibet, be deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, 1 1676 Mel. Nun danket alle Gott ꝛc 23 Herr Gott, dich 29 loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es stei⸗ get unser Lied bis an des Himmels 2 jzür und tönt mit großem Sch gal: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gna⸗ den, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güld nen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen und —— Frieden. 293 Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren; jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wie⸗ der aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Va ter, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frank, T 1677. Mißwachs und Theurung. Mel. Großer Prophete, mein Herze ꝛc. 0 hristen erwarten 424 Chu n allerlei Fällen Jesum mit seiner allmäch⸗ tigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die zur Rechten und Feinde Linken, drohet —. 7˖⏑⅛ĩ—·‚ ⁰˙¹³ʃ . PTTVTVbTVTbTbT⅛T:TTbTbTbbb beson nichts ver Samkor scherzen, n wieder wir jetzt und künftig auch die Dürftigen zu laben. 7. Laß dein Wort auch i bringen, daß man ärnten kann so nan hier jähr wie du uns so woh Gib auch nach dem nensamen Freuden Himmel. Amen B. Schmolck, 1 1737 Mel. Was Gott thut, das ist wohl ha Es bleibt Gott thut, wohl Gottes 2 Gott tl das ist! an! Im men und Beben sind wir bei 1stets wohl daran unt 1 gleben. Er nimm nd gib 5 wei 1 er uns liebt, id seine Hände müssen wir stets in Demuth küssen. Gott thut, das idere Verhältnisse. Schatz will sein, so er andre Güter zemüthe der Gemüther. nimmt zum Heile 4. Was Gott thut, da ist wohlgethan! Es geh nach einem Willen; und läßt sichs auch zum Mangel ihn zu stillen. * viel bei wenig en und sich leich da Fe thut, das Das Feld mag traurig stehe n; ihn v gehn getrost auf seiner Bahn, und wollen ihn erhöhen Sein Wort verschafft uns Lebens kr es nennt uns Gottes wie können wir ver Ea Gott hlgethan wir stets thut, das So wollen schließen; ist kein C gleich Wetterlieder Mel. Wo Gott rr nicht bei 428 O Gott, der du das Fi irmament mit Wolten heißst sich decken, du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht er⸗ wecken, Wetterlieder. wecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gib uns wieder Sonnenschei unser Lan 2. Die* r weit und bre Frücht leiden Schaden weil sie von vieler. it und Nässe sind dein Segen, Herr, ze uns Armen, Erde neigt und will gar ver⸗ schwinden. 3. Das machet unsre Missethat ganz ver kehrte 8 so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denk die Treu, die du versprochen, und wohne u in Gr 3 be kindlich suche Holl) so hart sich diese Zeit Herz und sanfte Freundlich keit? Du bist ja unser Vater! Gib uns von deinem 5 Himmelssf 8 aal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. M. Schirmer, 4 1673. Mel. Auf meinen lieben Gott 429 Hin 1Wettersseiget 2 auf mein Herz, zu Gott hinauf! Fall kindlich ihm zu Fuße durch wahre Reu und Buße, da mit gleich deine Sünden durch Christi Tod ent⸗ schwinden. 2. Her r du gut und fromm, 3 ich gläubig komm, ich bit um dein Er⸗ barmen, sieh Chr en n mir Armen; um dessenwillen schone, mir nicht nach Sün⸗ den lohne. 3. Durch Christi theur Blut mach mir ein Herz und Muth, das sich nicht knechtisch t vielmehr auf deine Treue in 5 m kindlich traue, und auf dein Helfen baue. 4„Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelassen sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan!;? nicht; bleib unfre Zuversicht, und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben Verlaß uns 0 Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, T 1706. Reise. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc (In allen meinen Thaten.) 4e 30 0 Occh zieh in ferne N nde, zu nützen einem S zu dem mich Gott bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut d recht ist, fassen, zu die nen treulich seiner Welt. 2. Gott wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben, und was in Demuth ich begehr 3. Sein Engel, der ge treue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schutz, den frommen, bin ich so weit gekommen, und weiß doch selber fast nicht wie 4. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort: in Schwachheit und in Banden, und was mir tößt zu Handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 5. Hat er es denn be schlossen, so will ich unver—⸗ drossen an mein Verhäng niß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. 6. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu der für besondere Verhältnisse. leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu: so werd ich Gott noch prei— sen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indeß wird er den Meinen mit Segen auch er⸗ scheinen, ihr Schutz wie mei ner sein; wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten mögen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine der dich erschaffen hat! 65 gehe, wie es gehe, dein Va⸗ ter in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. P. Flemming, 1 1640. Krankheit. 7875 O 0 Welt, ich muß dich lassen ꝛc. In allen meinen haten.) 45 31 8 33 ab in guten e des Lebens G 1 empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets 1 u Krankheit. ohne dich be 5 Ohne din n Ohne de ge ben, Leben 4 rds auf diesem so still Auge thut sucht den 1 doch hier ist 5 n denn e Trost und Leben sein. wacht der Kummer. O so 5. Wenn ich in Chr ist o komm und bleibe hier bei b n ic Him dem armen Kranken; liebster ö Jesu, schenke mir tröstliche Gedanken! 4. ch empor das matte Herz aus der finstern Höhle; salbe diesen Leib voll Schmerz mit dem Lebensöle! Herr, du kannst die Furcht und Pein in der Seele still Ich Laß mich ganz ergeben Tod bedenken, der Herr in des Vaters Willen! er wird alles lenken, und was 5. Wenn ich diese ganze mir gut ist, wird geschehn. Nacht wachen muß und Chr. F. Gellert, 4 1769. weinen: Herr, du bist's, der bei mir wacht, du wirst Mel. Schwing dich auf zu deinem mir erscheinen. Du wirst Go in der Dunkelheit freund 432 H err! Ein ganzer lich mit mir sprechen, sollte % Leidenstag ist gleich vor Traurigkeit mir nun überwunden. Ach, wie das Wort gebrechen. 13* 300 6. Wo ich auch gebettet bin, lieg ich dir in Händen; wo mein Auge siehet hin, wirds zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärke du, laß es nicht ermatten; laß mich finden sanfte Ruh unter deinem Schatten. H. Puchta, 1 1858. Am Geburtstage. Mel. O Welt, ich muß ich lassen ꝛc. (In allen meiner U aten.) 125 ir dank ich für 45 4 3 D mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ge⸗ leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. 3. Ich bin nicht werth der Treue, der ich mich täglich freue, der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. Du kanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich be reitet war; noch konnt ich dich nicht denken, zu dir das zieder für besondere Verhältnisse. Herznicht lenken, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle meine Sün⸗ den, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad und Huld. O Höchster, e Du an mich Armen und tilgtest alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest mit deinem Geist regierest, dieß, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dieß alles, Vater, dank ich dir. 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben. Du gibsts, ich hoff auf dich. Ja, Va⸗ ter, ich befehle dir kindlich Leib und Seele; Herr, segne und behüte mich! Nach Chr. F. Gellert, T 1769. Im Alter. nes Lebens Leben ic. (Alle Menschen sen sterben.) öchster Helfer, sei 434 H nicht ferne! Mein Beschirmer; steh mir bei; hilf mir, daß ich thi und lerne, was dein heilger Wille 15 Leite mich nach deiner Güte und erleuchte mein Gemüthe; laß mit deine Vatertreu alle Morgen werden neu. 2. Halte mich, o mein Erhalter! O mein Führer, weiche nicht; führe mich in meinem Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht. Gib, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; fasse du mich bei dem Arme, o mein Hei land, und umarme mich auch in der letzten Noth, bis er— folgt ein selger Tod. 4. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei! Wenn ich soll den Geist aufgeben, so ver⸗ nimm mein Angstgeschrei; wenn mein Auge wird er⸗ blinden und die Lebensgeister schwinden, o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. 5. Meine Seele soll er— heben dich, o Herr der Herr— lichkeit, dort in jenem Freu⸗ denleben, wenn ich nach voll⸗ brachtem Streit dir mein Danklied werde bringen und vor deinem Throne singen, aß du mich so wohl be⸗ dacht und zum Himmel hast gebracht. Zach. Hensel, 1 vor 1736. Im Alter. —— 8 301 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛc (In allen meinen Thaten.) 435 Gott hat in mei⸗ 390 nen Tagen mich väterlich getragen von mei ner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Huld und Segen; er lenkte meines Lebens Lauf. 2 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. 3. War Menschenhilf ver— gebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht zu rathen, so that Gott große Thaten und nahm sich meiner mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein“: dieß hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, er gibt mir Trost und Friede und steht mit Muth und Kraft mir bei. — x 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich über wunden 15 ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden sind nach dem letz ten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! Die letzten Dinge. ——— 7. Ich harre froh und le, bis meines Gottes lle mich nach dem Kampfe önt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat ver⸗ söhnt. J. F. Feddersen, T 1788. 1 1 XV. Die letzten Dinge. Tod. Sterbelieder. 4² 36 M 155 imeinStünd ein vorhanden ist, und ich ill fahrn mein Straß e, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End be fehl ich dir in deine Händ; bn wollst sie mir ber 1 5 1 2. Mein Sünde wird en kränken sehr und mein Ge wissen nagen; denn ihr ist viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Noth, Herr Jesu Christ, an deinen Tod; der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewig Leben hast du mir mit deinem Tod er⸗ worben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht ver treiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich slets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. N. Hermann, 1 1561. Mel. Vater unser im Himmelreich ꝛc. Gott, Vater, an Erbarmen.) err Cl riste, wah⸗ 437 H rer Mensch und Gott, der du littst Me eker Angst und Spott, für mich am Kr 1 ch starbst und mir des 8 f erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht vor Angst bricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hilf an meinem letzten End, und führ mich aus dem Jammerthal, ver kürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Fürsprech sei, und meiner Sünd nicht mehr gedenk; aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort; das trau ich dir. 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig sch mecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar ver dirbt. 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mein nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht, und mir Herz zer— terbelieder — 303 mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergib all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt her⸗ bei; auch unser Glaub stets wacker sei, aufs Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. P. Eber, 4 1569. (Dein 5 wir, Gott.) 438 J hab mein Sach . Gott heimge— stellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt! Lang oder kurz sei meine Zeit, ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm vor nicht Maß und Ziel; es sind gezählt all Härlein mein, groß oder klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jam⸗ merthal, Angst, Noth und Trübsal überall; des Blei⸗ bens ist nur kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, schon mor⸗ gen liegen wir im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen roth, bald krank und todt; —. 7² 1 ————.— 304 Di todt; ist allenthalben Müh und Noth. 5. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer Ehren mani chfalt. 6. Das macht die Sünd, du 9— Gott, dadurch kam uns der bittre Tod; der reiß t dahin all Menschen kind, wie er sie findt, fragt nicht, von welchem Stand sie sind 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein; er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in aller Noth und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auf erstehn aus meinem Grab. 10. Den lieben Gott von ae werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht, in—.— Freud und 5 keit, die mir bereit; ihm f Lob, Preis in Ewigkeit! 11. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns ie letzten Dinge. einen selgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach J. Leon, um 1597 439 7 hristus, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwun⸗ den Kreuz, 3 Angst und Noth; durch seine heilgen Wun ien bin ich ver söhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr ath men kann, und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Ge danken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht:. 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, 8 ein, wie es dein Rath und Wille, wenn kommt mein Stundelein. 5 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc (Freu dich sehr, o mei ne Seele.) 440 7 Freu dich sehr, o meine und 1 all Noth Qual, weil dich Chr nun, dein Herre, ruft diesem 1 Aus rübsal, Angft nd Leid sollst du fahren in die Freud die e kein Ohr hat je gel höret, in Ewi gkeit auch währet. 10 ü n Seele, und istus aus 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth Wie sich sehnt ein Wanders mann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter einer Dornenschaar, also auch die Christen gehen stets in Aengsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestün ie Wind, also il allhier auf Erden unser Lauf voll 55 Beschwerden. 4. Wenn die Morgenröth aufgehet und der Schlaf sich 8 uns wendt, Sorg und ummer uns umstehet, Müh findt an allem Er nd; Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn auf hört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. sch unsre Sterbelie EL. —— 305 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewig lich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 6. Ob mir schon die Au⸗ gen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine Zung nicht mehr kann spre⸗ chen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Le ben, Weg und Himmels pfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du shn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren und auf ewig triumshüin ien. K. v. Wa arnberg, vor 1620. (Befiehl du deine Wege.) 441 H Herzlich thut mich verlangen nach einem selger n End, weil ich hier bin umfangen mit Trüb⸗ sal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; 11 ¶ oꝗ—1AA 306 Die letzten Dinge. Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja er löset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut ge kostet, drauf ich mein Hoff nung stell; warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; deß freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder kehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide; doch tröstet meinen Muth, daß wir in größern Freuden zusammen kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinter⸗ lassen betrübte Waiselein, dern Noth mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, er hilft aus aller Noth. 8. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein; beständig bleibt im Glauben; wir werdn in kurzer Zeit ein ander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein selig Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erwor⸗ ben hast, als du dich hinge⸗ geben für meine Sünden⸗ last. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; den schwachen Glau ben stärke in mir zu aller Frist; hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht. Chr. Knoll, 7 1621. — Sterbelieder. 442 Malet will ich dir Leiden; versag mir nicht, O geben 1 arge was ich dich bitt: wenn falsche Welt; da sündlich meine Seel will scheiden, böses Leben durchaus mir so nimm sie, Herr, in deine nicht gefällt. 8 Himmel Händ;'ist alles gut, wenn it gut wohnen, hinauf steht gut das End. mein Begier, da wird Gott 2. Gern will ich folgen, herrlich lohnen dem, der liebster Herr, du läßt mich ihm dient allhier. nicht verderben; ach, du bist 2. Rath mir nach deinem doch von mir nicht fern, ob erzen, o Jesu, Gottes ich gleich hie muß sterben und Sohn Sollt ich ja dulden lassen meine lieben Freund, chmerzen, hilf mir, Herr die's mit mir herzlich gut hrist davon; verkürz mir gemeint. alles Leiden stärk meinen 3 Ruht doch der Leib blöden Muth; laß selig mich sanft 5 25 Erd die Seel abscheiden, schenk mir dein sich zu dir ine 75 1 deiner Hand sie unversehrt 93 38 eines Herzens 7 in dein Nam 88 durch Tod ins Leben dringet. 1 3 1 Hier ist doch nur ein Kreuz allein funkelt all Zeit Thränenthal, Angst Noth und Stunde; drauf kann und Mühe überall 5 ich fröhlich sein. Erschein F mir in dem Bilde, zum 4. Der Tod, die Hölle Trost in meiner Noth. wie Welt und Sünd mir können du dich, Herr, so milde ge⸗ nichts mehr schaden; an dir blutet hast zu Tod. 9 Herr, ich Rettung find, 4. Herr, meinen Namen ich tröst mich deiner Gnaden; schreibe ins Buch des Lebens dein einger Sohn aus Lieb ein; laß mich an deinem und Huld für mich bezahlt Leibe ein Glied mit jenen hat alle Schuld. sein, die in dem Himmel 5. Was sollt ich denn grünen und vor dir leben nun traurig sein, weil ich frei: so will ich ewig kann wohl bestehen, ge⸗ rühmen, daß treu dein Herze schmückt mit Cl risti Unschuld * SOS sei. B. Herberger, 1 1627. rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde (Auf, Cyristenmensch.) Welt! Bei Gott zu leben 443 Moechs mit mir, mir gefällt. 2 Gott, nach dei J. H. Schein, 1 1630. ner Gür, hilf mir in meinem Mel 5 du deir eg 444 Occh hab mich Gott * ergeben, dem liebsten Vater 5 75 hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud da hin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel 1 mir lieber, da muß ich geh ein, und mich nicht.— beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von O Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin J. Siegfried, 1 1636. n 8 letzte n Dinge. Mel. O Welt, ich muß dich lassen ꝛ0 (In allen meinen Thaten.) 445 Die Herrlichkeit 0 DSder Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz bestehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hin gerissen, der morgen, dieser heut. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dieß alles wird zer rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurerschweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann vor dem Tod nicht schützen: dieß alles stirbt u ns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scher 5 nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst ergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt! 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unber, gänglich gänglich sein? Es mag vom Todtenreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür ocht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Wach auf, Herz, und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 9. Trau nicht auf Men⸗ schenlehre, auf Weltgunst, Macht und Ehre, und fleh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, ihn trauet! Er fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer— mehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. A. Gryphius, der auf hat recht + 1664. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) 44 In Christo will ich 3 wenns 35 Gott gefällt; hier ist nichts zu erwerben in dieser argen Welt. Es Sterbelieder — 309 ist ein elend Leben in dieser schnöden Zeit; dort wird ein bessres geben Gott in der Ewigkeit 2. Mit Christo will ich scheiden von dieser Erden⸗ qual, der wird mich selber leiten durchs finstre Todes⸗ thal; drum laß ich mir nicht grauen vor diesem Augen⸗ blick; bald werd ich ewig schauen mein einzig wahres Glück. 3. Zu Christo will ich fah ren in das 3 Land, der wird mich wohl bewah— ren in seiner starken Hand. Trotz sei dem Feind geboten, daß er mich reiß heraus; dort will ich seiner spotten im schönen Friedenshaus. 4. Bei Christo will ich bleiben in alle Ewigkeit, und ohn Aufhören treiben sein Lob mit höchster Freud; mit Jauchzen und mit Singen will ich ihm dankbar sein; nun laß mirs, Herr, gelingen zu deinem Preis allein. P. Frank, 1 1675. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. 8 8 deine Wege.) 447) bin ein Gast Js auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird . .————— 22——— ÜͤEÜÜ—2—8 310 Noir zott mich* 1 Fiir mein Gott 1 ö r 3 brach 8 das ei t ist Eitelkeit. S0 den lieben 8. Die Herberg ist zu bose Alte an deren Fuß id Pfad wir uns täglich ö halten, we fehlt an guten Herz 11 Rath. Sie zogen hin und will! Komm, mach ein selig wieder, ihr Kreuz im mit meiner Wander 0 groß, bis daß der Tod sie schaft, und was mich kränkt, nieder legt in des Grabes da durch deinen Arm 1 1 1 ö * ö 1 1 der alles ganz und gar in Kronen du usgeschr N soinen Inden Jago 1— Ni 4 orrlich seinen Händen träget und; da will ich herrlich Sterbelieder. 311 1 hben ien meine Todes nur mit menen ht ar er werden, durch hrist Glut; einem Ende gut! 55 174 1 110 für schicks mit 3 machs nur mit meinem Ende gut! 5 Herr, mach süße bitter bade mit denn der ie Jesu zu, darau ich mich festgläu ibig gründe; as gibt mir die ersehnte ih. Mein Gott, ich bitt 8 1 Blut: ma chs 17 Nichts ist, 955 mich von Jesu scheide, nichts, es 5 Leben oder Tod; ich leg ie Hand in sein ne Seite und . o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs tur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum ange ogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir daher auch gewogen, hast mich zum Kind gen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen; ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch . .——..— v1! ²˙ 312 Die letzten durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit mei nem Ende gut! 11. Ich leb indeß in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmerniß; mir gnü get, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane Grö n von Schwarzburg⸗Rudolstad 449 Ab. was ist doch N unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten; Menschen können nicht be stehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Meuschen sind zerbrech lich Glas, nichtig Gras, Blu⸗ men, die nicht lange stehen; ach, wie bald wird ihre Kraft hingerafft, wenn die Todes lüfte wehen. Unser Leben fleucht behende: Mensch, be⸗ denke doch das Ende! ——— —— 2 inge. 3. Jugend, die den Ro⸗ sen gleicht, die verbleicht; ihre Schönheit muß ver⸗ schwinden; es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zei⸗ ten Spiel, und ein Ziel, drauf die Todespfeile flie⸗ gen; die wie schlanke Cedern stehn, groß und schön, müs⸗ sen durch den Tod erliegen. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß; drum vergiß alles Eitle dieser Erden; lenke dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 1 6. Schwinge dein Ge⸗ müth und Herz himmel; wärts, wo nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden; denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden. Unser Le⸗ ben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Sal. Franck, T 1725. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst ze, 180 Mein Leben ist 450 M ein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland, Vaterland, nach dem Jeru⸗ salem dort oben, wo eine ewge Ruhestatt Gott selber mir gegründet hat; da werd ich ohne End ihn loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Fonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin, und was vorbei ist, kommt nicht wie⸗ der; ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Au⸗ genlider, daß ich, was zeit⸗ lich ist, beracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unver⸗ fälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nir⸗ gends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthür mir stell im festen Glauben für. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht, ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hülf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Sterbelieder. 1]¶-ß.nꝛ... 313 Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß be⸗ schütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf und richte zu dir meinen Lauf; sei mir ein Schirm in Trübsalsh itze; laß deinen milden Gnaden⸗ schein in Finsterniß nie ferne sein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der Siegesruh, wo Streit und alle Müh verschwinden, und wo ich kann, bon den rein, dein Freund und Hausgenosse sein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschaar dir jauch⸗ zend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fenz wird mir bang. F. A. Lampe, 1 1729. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ꝛc.(Wer nur den lieben Gott läßt walten, Nr. J.) 451 Och sterbe täglich, * 1 mein Le⸗ ben eilt immerfort zum Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich 14 noch : 314 Die letzten Dinge. noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: ach, wer nur immer fertig wär! Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 85 Herr aller Herren, Tod nd Leben hast du allein in 3 Hand; wie lange du 15 Frist willst geben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Glocken⸗ schlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todten⸗ bahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Wür⸗ mer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vater⸗ händen und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der? Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; ver⸗ kürze mir des Todes Schmer⸗ zen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Ab⸗ schied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. B. Schmolck, T 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 0 Mein Gott, ich 452 weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem Einen wird das Scheiden herbe, ein Andrer sunft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gib nur dabei, 75 mir mein Ende selig ei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; hab ich nur den im Glauben hier, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. B. Schmolck, 1 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe ꝛc. 453 1 nser keiner lebt ihm selber, keiner stirbt ihm selber hier; was wir leben, was wir sterben, kommt, o Herr, allein von dir. Du mußt helfen, tragen, heben, du bist unser bestes Theil, bleibst im Tode, bleibst im Leben unser Trost und unser Heil. 2. Glauben, schauen,— leben, sterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Christo erben, macht der Tod uns ewig 1 7 Dann erst fängt des Christen Leben und das rechte Wohl⸗ sein an, wenn er sich zu dir erheben und dein Antlitz schauen kann. Sterbelieder. 315 3. Nun, es scheiden oder bleiben unsre Lieben oder wir: Jesu, dir uns einver⸗ leiben, das sei unsre Sorge hier! Selig, wer entschläft in Frieden, selig wir, die noch nicht todt! Sind die Leiber auch geschieden, sind die Geister doch in Gott. 4. Heil und Wahrheit, Kraft und Stärke gibt Jehovah mehr und mehr. Alle seine Weg und Werke sind voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Got⸗ teskinder, der uns liebt am Kreuzesstamm! Bringet Ruhm, ihr Ueberwinder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! Ph. H. Weissensee, T 1767. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 454 M verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ists vielleicht, daß ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, ge⸗ lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, rr.. 316 Die letzten Dinge. Gewissen, das vor Gott dir gniß gibt, wird dir dei⸗ Zei nen Tod versüßen; Herz, von Gott erneut im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses erwirbst, wie früh du stirbst; Zeit ist Gottes Sache. nicht nur den Tod scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. Ueberwind ihn d Vertraun, sprich: ich an wen ich glaube, 7 . weiß, ich werd ihn sch denn er weckt mich aus er, der 1 5 nahm der Staube; vollbracht! seine Macht. 6. Tritt im Geist Grab oft hin, siehe Gebein versenken; Herr, daß ich Erde lehre du mich stets bedenken; lehre du mich jeden daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, 7 Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. Neie sicher le 455 W̃ der„Mensch, 5 Leben ist ein fallend Laub, und dennoch der Staub! Sein schmeichelt er sich gern, Tag des Todes sei fern. 2. Der Jüngling des Greises 5 gibt fürchte Gott bet und wache; sorge nicht, sprich: l Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Her⸗ zen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut„und unsres Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier ver⸗ borgen war, den Rath des Herzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf dei⸗ nen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb er⸗ füllt, dieß ist es, was vor Gott nur gilt. 8. Gib, Herr, daß ich mit jedem Tag vor dir mein Herz erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei. 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und einstens in des Glaubens Macht 5. Der O. Der Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! Chr. F. Gellert, F 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) R ie auf der Erde 456 8 wallen, die Sterblichen, sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Ver borgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben, und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. Sterbelieder. —. 7—˙»:; 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todes überwinder sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him mel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Un⸗ sterblichkeit. G. Bened. Funck, 7 1814. Mel 457 Och weiß, an wen 8* ich glaube, und daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herze bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thrä nen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. Christus, der ist mein Leben ꝛc 5. Ich weiß, beim Aufer⸗ stehen, wenn ich verkläret bin, werd ich mit Jesu gehen durch Ewigkeiten hin. Vers 1—4 von A. H. Niemeyer, 1 1828. Vers 5 von A. Knapp, f 1864. Begräbnißlieder. Mel. Schwing dich auf zu ic. 4 58 Einen guten Kampf 14 hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat mir gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele him⸗ melauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beige⸗ legt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; fort⸗ hin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet: mei⸗ nes Gottes Angesicht, meine 52 e schauet. Diese gar verderbte Wel il was meinem Leben 85 mehr gänzlich nicht gefällt; drum ich mich ergeben mei— nem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben die⸗ sen Schritt, den ich nun thu in die Erde 5 Die letzte n Dinge. schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. 9. Alberti, 4 1651. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. Ruchet wohl, ihr 459 1 Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit! Ru⸗ het, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euern Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr wer⸗ det leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch s sein theuer werthes Wort: die in seinem Namen sterben, sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tem⸗ pel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst mit seinem Sterben hat gemacht zu Himmels⸗ erben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind; muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt: wenn des Herren Hauch drein bläset, grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes N zu em dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Tod⸗ tenbeine in des Grabes Dun kelheit! Ruhet, bis der Herr erscheine an dem Ende die⸗ ser Zeit! Da sollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegen schweben. F. C. Hiller, 7 1726. Mel. Zeus meine Zuversicht ꝛc. Geute mir und 85 460 morgen dir! So hört man die Glocken klin gen, wenn wir die Ver⸗ storbnen hier auf den Todes⸗ acker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und mor⸗ gen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln; und wir habens täglich noth, daß wir uns an andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute roth und morgen todt! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Todtenbahre; jedem kommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach, wer nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Noth, wenn sie kommt, doch nicht weiß, wie Begräbnißlieder. . 7 319 so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott; ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; se⸗ lig, wer in Christo stirbt! ck, T 1737. B. Schmol Mel. Der li 461 eben Sonne Licht und ꝛc. ie Christen gehn von Ort zu O rt durch mannigfaltgen Jam⸗ mer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; das Weizen⸗ korn wird in sein Beet auf Hoffnung reicher Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt ver⸗ laßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glie⸗ der deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Of⸗ fenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: in Isgsu Arm und Schooß! Die Liebe 320 Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. N. L. Graf v. Zinzendorf, 1 1760 Mel. Heiland, den uns Gott ꝛc. Aller Gläubgen 462 Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Je sus Christ und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das Andre dort in die ewge Hei— math fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn; und wenn es nun doch geschehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht suns freilich innig nah; doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns alles sein. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, 7 1760, und Chr. Gregor, 1 1801. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 463 3 Nun, bringen wir den Leib zur Ruh und decken hn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im mer der Verwesung Raub; Die letzten Dinge. er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist: nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt end⸗ lich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Got tes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Trau⸗ rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf voll⸗ endet ist, so sei uns 855 err Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge⸗ winn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn. Ehrenf. Liebich, T 1780. iferstehn, ja, auf⸗ 9 464 A. erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät! Der Herr der Aernte geht und sammelt Garben ur 15 ein, uns ein, die starben! Ha llelujah! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge⸗ schlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müd en Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heilig⸗ thume zu deines Namens Ruhme. Hallelujah! F. G. Klopstock, T 1803. Begräbnißlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. Gebt nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, 11 es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht; denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin vihr verschwindet ganz. 5 Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, 7 1860. Mel. Ich hab mein Sach ꝛe. (Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit.) 466 8 wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Kein Blei ben ist im Erdenhaus. Die letzten Dinge. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die„Horte zu! Was trauerst du? DeinGeist geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lie⸗ ben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht ist kühl 4. Gn Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn: sein Kreuz voran,— das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hoch⸗ festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. b. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, bein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu h hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön. kein Wangenroth: im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:„Wer an mich g laubt, stirbt nimmer⸗ mehr!“ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. Begräbnißlieder. —— v 7%rœ 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 0. 15. Nun, Thor des Frie⸗ dens, öffne dich! Hinein!— hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt all⸗ zugleich auch ihm(ihr) ein Räumlein neben 605 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm (ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Al gewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse, T 1860. Beim Tode von Eltern. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ꝛc. Mater, hier im 467 V Erdenschooße ruhst du lange nun forthin; bald wird auch mit grünem Moose sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden drüber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen. 14* 324 Die letzten Dinge. 2. Doch in unsern treuen Herzen wird dein Geist, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesschmerzen unvergäng⸗ lich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frie⸗ den hingegangen. 3. O wie heilig ist dieß Bette, wo der Herr dich hingelegt! O wie theuer diese Stätte, die nun dein Gebeine hegt, das im ewgen Osterwehen himmlisch klar soll auferstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe deiner Wallfahrt Leiden aus, bis der Hirte seine Schafe sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Todten! der du nichts von dem verlierst, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führst: dieses Vaters Geist und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm, in unser Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn sich die Todten heben, unser Vater ohne Pein spreche bei des Herrn Erscheinen: „Sieh, hier bin ich und die Meinen!“ A. Knapp, 1 1864. Mel. Wie nach einer Wasserquelle ꝛc. (Freu dich sehr, o meine Seele.) 468 Eichen ann mer, blaß, in weißem (schwarzem) Sterbekleid, ohne Schmerzen, ohne Kum⸗ mer, seh ich dich mit stillem Leid, vielgetreue Mutter du! Jetzo trägt man dich zur Ruh; schlummre süß im kühlen Grunde bis zur Auf⸗ erstehungsstunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, segnend, mit viel tausend Thränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr blickst du zärtlich auf uns her; doch zu Wiedersehens Grüßen wirst du heller dich er⸗ schließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Todten auferstehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen, und zu Lieb und mildem Wort freundlich, lieblich aufge⸗ schlossen, nimmer tönest du hinfort; aber was die Lippe sprach, tönt in unserm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Hallelujah singen. 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, das in Liebe nie geruht, das uns sterbend noch noch getragen, ruhe sanft in Gottes Hut! Weinend, dankend rufen wir: ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewegen, schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, wie sie jetzt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, das dich heut in Thränen grüßt; dann, dann wird der schwere Stein weg von dei⸗ nem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; ewig darfsft du vor ihm schweben. A. Knapp, 1 1864. Beim Tode von Ehe⸗ gatten. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten ꝛc., Nr. 1. 469 Bei dez sei zufrieden, ob dich schon schwerer Kummer plagt; der Himmel bleibt dir doch beschieden, den dir dein Jesus zugesagt; kein Kummer, keine Noth und Pein kann dir, mein Herz, im Wege sein. 2. Zwar schwimmest du in heißen Thränen, das ist der Wittwen täglich Brot; du quälest dich mit bangem Sehnen, denn dein Geliebter ist ja todt; ists möglich, wenn das Herz entzwei, daß 0 7 der Mensch lebendig sei! Beim Tode von Ehegatten. 32⁵ 3. Die Krone fiel von deinem Haupte, der Baum starb, so dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und sinkt in ihr Grab. O welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod ge⸗ bracht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen, wie Schäf⸗ lein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß sich nicht zu fassen, indem es sieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, be⸗ trübtes Herze, und klage Gott dein schweres Leid; er ist auch in dem größten Schmerze mit seiner Hülf und Trost bereit; er ists, der, was dich jetzt erfüllt, er ists, der deinen Jammer stillt. 6. Drum halte ein mit deinen Thränen, versinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünschest, wieder her; doch wirst du, glaub, es wird geschehn, einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden, kein Kummer um das Lager stehn; da werdet ihr in tausend Freuden auf Salems schönen Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, Mann — ⁰ b́—h— 326 letzten Mann, Weib und Kinder ewig sein. a 8. Indessen stille dein Gemüthe, dein Jesus sorget selbst für dich; er hört der frommen Wittwen Bitte, sein treues Herz erbarmet sich; er ist und bleibet allezeit auch dir mit Hülf und Trost bereit! G. B. Scharff, 1 1744. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. 470 A“ Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein: deß muß ich jetzt beraubet sein; wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, er⸗ wiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Wel lt rechtschaffne Siebe finden? Der meiste Theil nicht Glauben hält, die 5 will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt entrathen. 4. Fürwahr, mir ein scharfes Schwert geht letz⸗ Dinge. Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle; wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich vor Leid ver zagen. . 8 5. 0 und durch meine treugeliebtes selig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trüb⸗ sal, Weh und Noth kann dich jetzund verletzen; im Himmel will der fromme Gott mit Liebe dich ergötzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud den Herrn in seiner 8 mit allen Au Serwähl ten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dieß betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. g 8. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir ein ander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trenner Ach, welche Freude wird dann fein wenn ich dig ie die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 9. Dieß will ich stets in meinem Leid mir zu Ge⸗ müthe führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir und mich durch seinen Geist regier, zu seines Namens Ehren. J. Heermann, 1 1647. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig ꝛc. (Gott im Himmel und auf Erden.) 471 Geh zum Schlum⸗ mer ohne Kum⸗ mer, theures, gottvertrautes Herz! Nun ists stille; deine Hülle schläft hier aus den letzten Schmerz, und die Liebe, wenn auch trübe, schaut durch Thränen him⸗ melwärts. 2. Geh zur Ruhe, thu, o thue friedevoll die Augen zu! Vielgeliebte, Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 8. Schlafe, schlafe! Seine Schafe kennt auch hier der treue Hirt. O hier schwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dieß Verwesen schafft Ge⸗ nesen, das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend N stehen, wiedersehen wird dich unsre Beim Tode von Ehegatten. 327 Liebe dann, deren Zähre, Gott zur Ehre, bitter, doch im Glauben rann; dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. 5. Herr, umfasse uns und lasse leuchten hell dein Angesicht; stets behüte deine Güte dieses Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben hier und droben, denn die Liebe stirbet nicht! A. Knapp, 1 1864. Beim Tode von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. 170 Du bist zwar mein 472 2 und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir— dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wün⸗ schen und erwählen; ich wollte sagen:„Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben.“ 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser; groß 328 Die letzten Dinge. groß ist die Lieb in meinem Muth; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,— Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind ent⸗ sprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: willkommen, liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rath, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmer⸗ mehr betrübet. 6. Ach, dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; da leb und bleib nur immer zu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. P. Gerhardt, 7 1676. Mel. Vater unser im Himmelreich ꝛc. (Gott, Vater, an Erbarmen.) Do geh nun hin, 47 3— dem Grabe zu, du liebes Kind so hold und fein! Geh hin und schlaf in stiller Ruh in deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der Todten Schaar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 2. Wohl dir, du schlossest früh den Lauf in diesem armen Fremdlingsland; die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren Hand. Schlaf, bis der Todten Schaar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! i 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer fal⸗ schen Sündenlust; nun hast du, was dir Wonne gibt, du ruhst an deines Jesu Brust und schläfst, bis all, Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt, du lebst in seinem Himmelshaus; hier hat er deinen Leib geborgt der Erd, daß sie ihn geb heraus, Beim heraus, wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft, bewahret freund lich dieß Gebein, bis der maleinst die Stimme ruft: „Komm her, mein Kind, ach, komm herein!“— Nun schlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 6. Geh hin! dieser Bahn, die Seligkeit mit dir zu sehn; da werd ich, neu dir zugethan, er⸗ freut vor meinem Heiland stehn. Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht. S. Bornmeister, 7 1688. Ich folge Mel. Herzlich thut mich verlangen ꝛc. (Befiehl du deine Wege.) 474 So hab ich obge⸗ sieget, mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget und sag euch gute Nacht! Ihr aber, meine Lieben, klagt nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, fahrt im mer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tau⸗ send Freuden in meines Tode von Kindern. P 329 Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 4. Zum Schmucke bringt mir Kränze, damit mein Sarg noch prangt; aus jenem Himmelslenze hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe 8 rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Aeltern, über mir; euch hat das Leid um⸗ fangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur ge⸗ liehen auf eine kurze Zeit; Gott will mich zu sich ziehen, drum werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats ge⸗ geben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben; er hat es wohl gemacht. G. W. Sacer, f 1699. 330 Mel. Es ist genug, so nimm, Herr ꝛc. (Es ist genug, Gott ist getreu.) euch hin, mein 475 3 Kind! Gott selber fordert dich aus dieser argen Welt; ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn; die Zeit ist aus, darum be⸗ fiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß ge⸗ schehen; zeuch hin, mein Kind!: Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt; hier müssen wir in Aengsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, e ind 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt; du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur 3 zeuch hin, mein Kind!:, Die letzten Dinge. 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist; nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn Air selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch Jesum überwunden; zeuch hin, mein Kind!: G. Hoffmann, + 1712 Mel. O Welt, ich muß dich lassen ze. (In allen meinen Thaten.) 476 Wenn kleine Him melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christen⸗ laufe für Jesum eingeweiht; sie sind bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, wenn er nun über sie ge⸗ beut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde; zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. A. Rothe, f 1758. Gericht und Ewigkeit. 477 An dem Zorntag, an 4 hohen, 10 die Welt in Feuer⸗ lohen, wie Prophetenschwüre drohen. 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde, wenn der Richter kommt und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! 3. Die Posaun im Wun⸗ dertone dröhnt durch Grüfte jeder Zone, sammelt alle vor dem Throne. 4. Erd und Tod wird schaun mit Beben alle Crea⸗ tur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, drin steht alles eingetragen, deß die Welt ist anzuklagen. 6. Wenn der Richter also sitzet, wird, was dunkel war, durchblitzet, vor der Rache nichts beschützet. 7. Ach, wie werd ich Ar⸗ mer stehen? Wen zum An⸗ walt mir erflehen, wenn Ge⸗ rechte schier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unsre Flecken,— Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Heiland, siehe, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Hast dich matt um mich geschritten, hast am Kreuze mich erstritten; das sei nicht umsonst gelitten. 11. Richter mit der heil⸗ gen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. Gericht und Ewigkeit. . 331 12. Sieh, ich seufze schuld⸗ beladen, schamroth über schweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien und dem Schächer noch verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht so theuer, aber laß mich, o du Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! 15. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben, die du hinsprichst ins Verderben, rufe mich mit deinen Erben. 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zer knirschten Geist dich wende; Herr, verwalte du meinEnde! Nach dem Lateinischen(dies irac des Thomas von Celano(4 um 1255) von A. Knapp, 7 1864. 478 M. Leben sind mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Erbarm dich unser! itten wir im P Die letzten 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Ra⸗ chen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Hei liger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns trei— ben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Luther, T 1546. (Herr, wir singen deiner Ehre.) ch 479 Wo 1 tpse Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl auf, der Bräutgam kömmt! Dinge. Steht auf, diedampen nehmt Hallelujah! Macht euch be⸗ reit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr und Preis sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. Ph Nicolai, f 1608. 480 erusalem, du 4X 2 hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein seh hnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Hügel, weit über Thal und Feld han, Gericht es die Glaubensflügel eilt aus dieser Welt. und 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann bist du endlich hier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an lände in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir hat Gott gegeben das Erb der Ewigkeit! Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Aus⸗ erwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem T Thränenland. 5. Propheten groß zund Patriarchen hoch, auch Chri⸗ sten insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der, Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klar⸗ heit hell umgeben, mit son⸗ nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im 8 Paradeis, von höchster Freud und — P . üllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Ho⸗ sianna feine ohn End in Ewigkeit: 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chö⸗ ren ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit Zunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, als von Anfang gesungen das selge Himmelsheer. J. M. Meyfart, 1 1642. 481 S Sch chöner Himmels⸗ saal, Vaterland der Frommen, die aus gro— ßer Qual dieses Lebens kom⸗ men, und von keiner Lust in der Welt gewußt! 2. Sei mir hoch gegrüßt; dich such ich vor allen, weil ich öd und wüst in der Welt muß wallen und von Kreuz und Pein nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß trag ich dieß mein Leiden, diesen Herzensstoß willig und mit Freuden; du versüßest mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir Verlangen, o, in meinem Schmerz wär ich längst vergangen; du bist, einzig du, nichts sonst meine Ruh. 5. Gott, du kennst vor⸗ hin alles, was mich kränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirst mich, und ich werde dich erblicken, ewig herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen, Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen; denn ich wünsch allein bald bei dir zu sein. S. Dach, 1 1659. 482 135 selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch— Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Notl, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier ken⸗ nen, ist nur Müh und Herze⸗ leid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. Die letzten Dinge. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er⸗ werben? Wer wollt hier bleiben, sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. S. Dach, f 1659. 48² N 18, meine Zu⸗ versicht und mein 818 ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todes⸗ nacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Hei⸗ land, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; dieses weiß ich; doch wird er mich er⸗ wecken daß um wecken aus der Erden, ich in der Herrlichkeit ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Au gen Licht diesen meinen Hei⸗ land kennen, und ich selbst, ich zweifle nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die 3 chheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint sollt werden; schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, 7 1667. (Der unsre Menschheit an sich nahm.) 484 O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohr t, o Anfar ug sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dieß Wort im Sinne schwebt. Gericht und Ewigkeit. m A 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich mu ß vergehen; nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein be⸗ stellt! Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedenk es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vomSündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald N Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt 5 die Ewig⸗ keit, dir 98 Lohn zu geben; vielleicht ist heul der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag! 336 Die letzten Dinge. 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir ge⸗ fällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Joh. Rist, 1 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort ꝛc. (Der unsre Menschheit an sich nahm.) 1 Ewigkeit, du 485 ee das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzens⸗ fröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in diesem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen zallein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt Unverändert stehen; ja, wie das Wort des Herren spricht: sie welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dieß aufhöret; drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge sammt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so acht ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. 4. Im Himmel lebt der Christen Schaar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden deß nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht, sie sehen Gottes Angesicht, sie haben goldnen Frieden, wo Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, so die Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du über⸗ selig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, wo⸗ nach jetzt Seele, Muth und Sinn mit allen Kräften streben. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freu⸗ denwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach C. Heunisch, 1 1690. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛc. (Alle Menschen müssen sterben.) 486 Alle Menschen müs⸗ sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Die⸗ ser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu Gericht und 1 der großen Herrlichkeit, ie den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich die ses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in mei nes Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, 15 aus diesem Weltgetüm⸗ mel in den schönen Gottes⸗ himmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freu⸗ denleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Him melsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten all zumal; wo auf ihren Ehren thronen sitzet der Apostel Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hin gefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Hal lelujah tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle länge du! —— ͤ ˙a Ewigkeit. 337 Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit; jetze werd ich schön ge— schmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güld⸗ nen Ehrenkrone; stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. J. G. Albinus, 1 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt ꝛc. (Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit.) 487 M̃ ie fleucht dahin W̃᷑ der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig—⸗ keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger leerer Wasserschaum; ein Au genblick, der schnell vergeht und nicht besteht, wie ihr dieß täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehovah, blei⸗ best mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 15 338 Die letzten Dinge. Hütte wohn, so lehre mich, 4. So lang ich in der 01 o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu! Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, so dort, wie hier; Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7 Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. J. Neander, 1 1680. 488 Bedenke, Mensch, das Ende, be⸗ denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann mor⸗ gen und geschwinder hinweg⸗ gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, dort muß ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläg lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, wo mit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich be⸗ denken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich berei⸗ ten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sam. Liscov(5, 1 1689. Gericht und Mel. Erqui 72 mich, du Heil der ꝛc. 489 ch ruhe nun in J. Gottes Armen, mein Leib schläft sanft und selig ein; die Liebe lässet mich erwarmen bei ewig gnadenreichem Schein. Dort hatt ich wenig Ruhestunden, hier hab ich sie in Gott ge⸗ funden. 2. Hier genießen, Glaube sich Lebensquell hab ich alles zu worauf mein gefreut; der läßt auf mich fließen die Ströme seiner Seligkeit. Mein Freuden⸗ meer ist Gottes Fülle; bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläst in der Erden, er schläft, bis ihn mein Freund erweckt; die Asche wird zur Sonne werden, ob sie gleich finstre Nacht jetzt deckt; er wird mit Freuden aufer⸗ stehen, mit mir vereint zur Hochzeit gehen 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen selger Sicherheit; da ist das 9 855 lsbrot der Freuden n Ewigkeit für mich bereit; das hab ich schon von Gott empfangen mit denen, die vorangegangen 5. Ihr, die ihr jetzo Thrä⸗ nen speiset, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüste reiset, Gott bringt euch in den Chrensaal; da werdet 3 Ewigkeit. 33 ihr mit Freuden sehen, wie wohl mir durch den Tod geschehen. Vor 1694. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. 490. euch, ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitter⸗ nacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Oel, und seid des Herrn gewär⸗ tig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Be⸗ gegnet ihm in Reihen und singt Hallelujah. 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräut⸗ gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsse hein verheißt Er⸗ quickungszeiten; die Abend⸗ röthe zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. —. ̃ 7²˙ 3 1 10 1 11 0 5. Begegnet ihm auf Er⸗ den, ihr, die ihr Zion liebt, mit Fer digen Geberden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden ge kommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut 6. Die ihr Geduld ge— tragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden son der Leid mit leben und re⸗ gieren und vor des Lammes Thron mit Jau chzen trium phiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen halmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Ge— bein, die dort der Tod er- schlagen, hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hochzeitsmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. L. Laurenti t 1722. Die letzten Dinge. Mel. Gott des Himmels ze. 491 Meer sind die vor * Woottes 2 hrone, was ist das für eine Scha 7 Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Halle fü lujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Pal men tragen, wie ein Sieger „ wenn er seinen * in den San? Welcher Streit un hat erzeug 3. Wer s Seide göttlicher Gerech eit, angethan mit weißem e das bestäubet keine eit und veraltet nimmer mehr? Wo sind diese kom men her? .Es sind die, so wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, folgend licht dem Sünderheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durch gedrungen durch viel Trüb sal, Angst und Noth, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heilig⸗ thum. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Alu zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Her, die Feinde weit! Hilf mir in dem Kampfe 5 wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Theil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kom⸗ men; hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Noth und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 10. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit. Th. Schenck, T 1727. Mel. Jesu, meines Lebens Leben ꝛec. (Alle Menschen müssen sterben.) 0 wie fröhlich, o 492 8 wie selig werden wir im Himmel sein! Dro⸗ ben ärnten wir unzählig —. 7*·¾‚‚ Gericht und Ewigkeit. 341 unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und wei⸗ nen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. 2 wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus die sem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währtl 3. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Got tes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschaar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird 1 5 Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Got⸗ tes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen glei⸗ chet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Ver⸗ langen, o du großer Lebens⸗ fürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz Herz recht himmlisch werden, bis mein Loos auf jener Welt auf das Allerhöchste fällt. B. Schmolck, 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc., Nr. 1. 493 Nacheiner Prüfung 0 kurzer Tage er wartet uns die Ewigkeit! Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zu— friedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, 8 ihm ein unvoll⸗ kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten S 7 0 in Kummerund in Ungeduld Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laster oft⸗ mals glücklich st. wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Die letzten Dinge. Tugend ganzen Werth em⸗ pfinden, den 12 5 1 ich groß en Werth; Gott der Liebe werd ich 2 77 ihn 8 ewig ihn erhöhn 6. Da wird des Ve naß heilger Wille mein Will 1 meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich er freun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich füh len, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erker nnen, was ich auf Erden dunkel sah, das wun derbar* heilig nennen, was unerforschlich hier ge⸗ schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, 555 1 0 num mit Frommen mzugehn. Da wird durch je⸗ — 1 Auger ablick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn — Jericht und Ewigkeit. 343 ihn zu Millionen malen noch istzur Freudenkronekommen, segnen, daß er ihn mir wies; sie steht als Braut und Kö⸗ da find ich in des Höchsten nigin im Golde ewger Herr⸗ Hand den Freund, den ich lichkeiten dem großen König auf Erden fand. an der Seiten; sie sieht sein 11. Da ruft, o möchte Gott 2 Angesich t! Sein freu⸗ es geben, vielleicht auch mir denvolles lieblich Wesen ein Selger zu: Heil sei dir, 1 sie nun durch und denn du hast mein Leben, die durch genesen; sie ist ein U 1 Seele mir gerettet, du! O Licht im großen Licht. Gott, wie muß dieß Glück 3. Sie jauchzt dem Sterb⸗ erfreun, der Retter einer lichen entgegen: ja, ja, nun Seele sein! ist mir ewig wohl! Ich bin 12. Was seid ihr, Leiden dur ch meines Mittlers Segen · 5 dieser Erden, doch gegen jene des Lebens 75 ts und Freu⸗ Herrlichkeit, die offenbar an den voll! Mein schönes Erb- uns soll werden von Ewig⸗ theil ist mir worden; viel keit zu Ewigkeit! Wie nichts, tausend aus der Selgen wie gar nichts gegen sie ist Orden bewundern jauchzend doch ein Augenblick voll meine 3 Man kann Müh! Chr. F. Gellert, T 1769. in alle Himmelschören gleicht 5 it Donnerstimmer hören: der Herr hat alles gemacht. Ja wohl gemacht durchs wo 49 45 4. 1 ganze Leben, recht wohl in Leib schläft sanft im Erden- meiner Todespein! Sein schooß; nun kann sich Herz mütterl iche s Tragen, Heben an erz erwarmen; die Ruh bracht mich heraus, hindurch, ist unaussprechlich groß, die hinein! raus aus dieser sie 1 wenig Kam tun⸗ Erde Lüft hindurch durch den bei ih ˖ 3 die Versi zswüsten, hinein gefunden; sie schwimmt im ins schöne 1 Da darf stillen Friedensmeer. Gott ich auf den grünen Auen hat die Thränen abgewischet, den Helden, der mich führte, ihr Geist wird durch und schauen, der große Ding an durch erfrischet, des Herren mir gethan. Glanz ist um sie her. 5. Nun kann das Kind 2. Sie ist nun aller Noth den Vater sehen, es fühlt entnommen, ihr Schmerz den sanften Liebestrieb; nun und Seufzen ist dahin; sie kann es Jesu Wort verstehen: er 34 Die letzte er selbst, der Vater, hat mich lieb! Ein unergrünblich Meer des Guten, ein Abgrund ewger Segensfluthen er itdeckt sich dem verklärten Geist; er schauet Gott von Ange sichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Mit erbe Christi heißt. 6. Der matte Leis ruht in der Erden, er schläft, bis Christus ihn erweckt; dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finstre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zusam menkommen und bei dem Herrn sein allezeit; dann werden wir ihn ewig sehen; wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! J. B. E. Allendorf, 7 1773. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. ist noch eine 495 E; Ruh vor eee auf, müdes Herz, und we rde Licht! Du seufzest 92— in deinen Banden, und deine nne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. n Dinge. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon be stimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet matten Seelen, di Last und Bürde drückt; Lilt, eilt aus euern Kummerhöh len, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus; o, welch ein Jubel wird er klingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seuf—⸗ zen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thräne wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 5. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen, de enn die Erquickungszeit ist die Sonne wird uns nicht mehr stechen, der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbath ist erschienen, da nan von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben ewig sorgenlos Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden Legt euch dem Heiland in den Schooß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns 8 5 länger hier ver weilen, dort wartet schon die frohe Sc aar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren; auf, gürte dich zum Trium phiren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! J. S. Kunth, 1 1779. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen- stern ꝛc.(Mein ganzer Geist.) 40 Mein Geist, o 496(Got tt, wird ganz entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird er— kannt, die du daselbst ver⸗ breitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, Gericht und Ewigkeit. 345 der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist voll kommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ge schrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen; hinfort sind dort von gerechten Gottes knechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von 1 55 hier wird sie neu besungen. 1. Völlig gibt sich, sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen der, den sie schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wan⸗ deln sie, auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind liches tüthe; kein Neid, hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, d ich ewig wieder. Dor Vaterhand hier ver deine Glie ick frei t pflegen; o ein gang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels höhen, da Im 5 ich ich, Herr Jesu Christ, 0 e n⸗ freundlich als 2 65 uch mit Entzü den schen; a— 9 mein Hir irt, von den e nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlich keit, du hast die Stätt auch mir bereit; hilf sie mir auch ererben! Laß mich eifrig darnach streben und so le— ben auf der Erde, daß ich dort denn Erbe werde. 1797 ach sch, T 1701.) Die lehkte Die letzten Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ꝛe. der Erde Kreis 2. Hier, der Ewigkeit sich die Schaaren, die — 555 Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres dem 3. Wahr heit 1 0 uß der falsche der Welt der Wahr⸗ interliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr B etrug 5 List; hier gilt kein falsch Heu 4. Der Nichte spricht; der Himmel 9 und alle Völker hören erwar tungsvoll und tief gebeugt: kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: hinweg von mir, Verbrecher! gehn„ veifelnd, ) 5. Sie gehn jammern, flehn: stürzt über 1 1 1 ) uns uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. hlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Trau rigkeit stört ihre selgen Freuden. 6. Froh 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechen schaft, nach deinem Wort zu wandeln. S. Diterich, T 1797. 2 Mel. (Herr 498 Selig sind des Himmels Er⸗ ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Aufer stehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent— zücken, folgt Wonne und Un sterblichkeit! Im Frieden ruhen sie, frei von der Erde Müh, Hosianna! Vor Gottes ruft uns ꝛc. ner Ehre.) Wachet auf wir singen dei Gericht und Ewigkeit. — 347 Thron zu seinem Sohn be⸗ i ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner Jesu Christ! Ihr, derUeberwindercChöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das ge⸗ opfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge⸗ gangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstock, T 1803. 8 preiset alle ꝛc. 499 J) hab von ferne, 9 Herr, deinen Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vorausge— schickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben!:, 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! 15* Du Mel Du bist allmächtig; drum ist dein Licht so schön! Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heut an ewig wohnen!:.: 3. Nur bin ich sündig der Erde 5. eig das hat mir bündig dein heilger Geist. ich bi n noch nicht genug e noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:, 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeit⸗ lebens inbrünstig lieben.:, 5. Ich bin daß ich die und ohn Ern ihr näher geh goldnen nicht aus d J. Timoth 500 Mir werden 90 W bei dem derrn sein allezeit! Du Heimathlau 775 en Pilgg gerthalen! Tief dunkel ist d enste Ewi igkeit,— doch 1 urch Nachtgewölk des 8 Strahlen, glänzt ißung Licht durch * Todesleid: 1 werden bei em Herrn sein allezeit! 5 5 Bei ihm daheim! seiner Liebe ruht die Seele Die letzten Dinge. aus von ihrer Irrfahrt Schmerzen. Der langen Sehnsucht Ziel, das höchste Gut, der Herzen Heimath ist in seinem Herzen; er ging voran, die Stätte steht bereit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Bei ihm versammelt! einem Salem geht die Wall fahrt zu. Wie oft in guten tunden, wenn seiner Nähe Odem uns umweht, hat es Volk vor 16. m vereint mpfu ist die Fülle aller keit: wir werden bei dem Pet sein allezeit! 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, sehnt morgen sich nach Blick und W̃᷑ vergeben 5 drängt sich chen Seelen, Meer und Land, und starrer 8 htgebot des er Himmel sam⸗ was die Welt zer streut; wir werden bei dem Herrn sein alleze 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur vas Reine eint sich mit dem Reinen! Die Schuld, die täglich das Herz beweint, sie idet es von ebten Seinen. Der es Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn sein noch das Lebens. D melt, 6. Wir irren alle, sind erl öst noch nicht von alter Sinnverwirrung schweren Banden; die Sprache, die ein Kind des Hauses spricht, wird von dem andern Kinde nicht verstanden. Das Wort des Vaters löst der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn sein alle zeit! Anh 18 ĩ˙ ⁵u. ˙i ang. 7. Du Gotteswort, dem 5 der Glaube traut, wohl agst du allen Erdenjan mmer stillen, das finstre Thal, vor dem der Seele graut, mit 8 und heilgem Frieden füllen! O Heimath— licht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Meta Heußer⸗Schweizer, T 1876. ——ů Anhang. Hob Acht auf mich in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllen— rott den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlil ngen und in die hö 1 te 7 5 zu bringen, so bitt ich dich herzinnigl ich, mein 3 so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut ab— wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen reuen Vatershänden; bleib du mir stets in den Ge anken, laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl; wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet sich: mein Vater, so hab Acht auf mich. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braust utgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab Acht auf mich. . 350 Anhang. 5. Hab Acht auf mich, 8 in ich es„wann ich mpfinde keine Schmerzen, 8 keine Klag in meinem Mund noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dank bar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will ver⸗ schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer— den und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, 555 Vater, so hab Ac cht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte 175 bis ich komm in ein and Leben, da mir das fe Glaubensende ertheilen wer⸗ den deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 8. Ach,— mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein i ngster Tag er⸗ scheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht ge⸗ meinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und 5 des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. H. L. Schlosser, 1 172 Nr. Abermals ein Jahr verfl. 49 Ach bleib bei uns, Herr 151 Ach bleib mit deiner 152 ch Gott, ich muß in 470 Gott und Herr, wie 215 ) Gott, verl laß mich n. 300 q Gott, vom Himmel 9, mein Herr Jesu 317 „ mein Jesu, sieh, ich 395 ch sei mit deiner Gnade 14 Ach, was bin ich, mein 2 „was ist doch unsre lch, wie heilig ist der Ach wundergroßer Sieg. Allein Gott in der Höh s. lllein zu dir, Herr Jesu 2 Alle Menschen müssen 480 Aller Gläubgen Samm. 462 Alles ist 15 Gottes S. 338 Al l l 2 1 U 1 ll lgenugsam Wesen 315 Amen, deines Grabes 92 Am— erblaßt 72 An dem Zorntag, an 477 An dir let in, an dir 222 Auf, auf, ih Keichsgen. 18 Auf Ch risti Himmelfahrt 96 Auf den Nebel folgt d. 334 Auf d ich hab ich gehoffet 293 Auf diesen Tag bedenken 94 Auferstau iden, auferst. 88 Auferstehn, ja auferst. 464 Auf Gott und nicht auf 355 Auf, ihr Streiter, durchg. 256 Register. Nr. Auf, Jesu Jünger, fr. 95 Auf meinen lieben Gott 329 Auf, Seele, auf, und 55 Aus Gnaden soll ich 237 Aus irdischen iGetümm. 264 Aus meines Herzens 365 Aus tiefer Noth schrei 212 Barmherziger, laß d. 186 Bedenke, Mensch, das 488 Bedenk ich deine große 303 Befiehl du deine Wege 333 Bei dir, Jesu, will ich 192 Beschwertes Herz, leg ab 1 Betrübtes Herze, sei zuf. 469 Bis hierher und nicht w. 163 Bleibt bei dem, der 266 Brich an, du schönes 41 Bringt her dem Herren 138 Christe, du Lamm G. 195 Christen erwarten in 424 Christen sind ein göttl. 314 Christ fuhr gen Himmel 93 Christ ist erstanden von 76 Christ lag in Todesb. 77 Christus der ist mein 439 Danket, danket Gott m. 208 Dank und Anbetung 127 Das alte Jahr verg. 46 Das walte Gott, der 407 Dein König kommt in 30 352 Register. Dein Wort, o Herr, br. Dein Wort, o Herr, ist Der am Kreuz ist meine Der Der du in Todesnächten er du noch in der l. er* uns als Vater er du zum Heil ersch. er Heiland kommt Der heilge Christ ist k. er Herr ist meine 3. Der Himmel hängt voll Der Mond ist aufgeg. Der Tag ist hin, mein Der Tag mit seinem Des Jahres schöner S. Dich Jesu im laß ich ewig Die auf der Erde wallen Die Christen gehn von Die Feinde deines K. Die güldne Sonne, voll 85 Die hier vor deinem A. ie Himmel rühmen des e Nacht nunmehr ver. e Seele ruht in Jesu * e Woche geht zu E. ir dank ich für m. L. ir, dir, Jehovah, will u bist zwar mein und Du gehest in den Garten Durch Trauern und d. Du sollst glauben, o du Du sollst in allen Sach. Y οDοοDοο D i 1 i ies ist die Nacht, da i i i Du Vater deiner Men. 2 Ehre sei Gott in der Eine Heerde und ein er Herr fährt auf gen Die Herrlichkeit der E.! es ist der Tag, den G. Nr 160 182 61 du, Herr Jesu, Ruh 73 173 284 119 176 27 45 98 356 359 400 392 390 363 286 456 461 162 368 Einen guten Kampf hab Einer ists, an dem wir Ein feste Burg ist unser Eingesargt zum letzten Ein Lämmlein geht und Ein reines Herz, Herr Eins ist noth, ach Herr Ein Wetter steiget auf Ein Wohlstand ohne G. Empor zu Gott, mein 3 3 Erfüllt sind Stund 8 44 Erhalt uns deine Lehr Erhalt uns, Herr, dei Erhebt den Herrn, ihr F. Erhöhter Siegesfürst u. Erinnre dich, mein Geist Ermuntert euch, ihr F. Es glänzet der Christen Es ist ein Ros entspr. Es ist noch eine Ruh Es ist vollbracht! Er Es kennt der Herr die 2 Es saß ein frommes Es wolle Gott uns g. Ewge Liebe, mein Gem. 2 Fahre fort, fahre fort Fortgekämpft u ind fortg.“ Freu dich sehr, o meine Friede, ach Friede, ach Fröhlich soll mein H. Früh am Morgen Jesus! Nr. 458 175 148 468 65 249 e 155 149 20 90 85 490 308 31 495 Früh Morgens, d da die Geduld ist euch von 337 Geh aus, mein Herz, u. 362 Geht hin, ihr gläubigen 147 Geht nun hin und grabt 465 Geh zum Schlummer 471 Geist vom Vater und 114 Geist v. Vater u. v. S. 12⁰ Gelobet sei der Herr, Gelobet seist du, Jesu Gesegn uns, Herr, die Gib dich zufrieden und 331 Gott, deine Güte reicht 302 Gott, der du Herzensk. 262 Gott, der du unsre Zufl. 230 Gott der Gnaden, schw. 228 Gott des Himmels und 366 380 Gott, du Licht, 1 188 375 Got tes Stadt steht festg. 164 Gott, gib einen mild n 113 Gott hat in meinen T. 435 Gott ist gegenwärtig 301 Gott ist mein Gott, er 353 Gott ist mein Hort, u. 181 Gott ist mein Lied 145 Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gott Lob, ein Schritt 402 Gott Lob, nun ist ersch. 422 Gott ruft der Sonn u. 52 Gott sei Dank durch 16 Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen Anges. 223 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten 2 Großer König unsrer 194 Großer Mittler, der zur 100 Großer Schöpfer, Herr 364 Guter Geber, Dank sei 385 Hab acht auf mich(6501 Habe deine Lust am 312 Hallelujah! jauchzt, ihr 91 Hallelujah! Lob, Preis 125 Hallelujah! wie lieblich 104 Halt im Gedächtniß J. 279 Heiland, deine Menschenl. 282 Heilger Jesu, Heilgungs. 252 Höchster Höchster Höchster Tröster, komm 118 — e 53 Herr, auf Erden muß ich 99 Herr Christe, wahrer M. 437 Herr, deine Kirche dank. 161 Herr, dein Wort, die 179 Herr, der du mir das 399 Herr, du hast für alle Herr, du wollst uns vollb. Herr, ein ganzer Leid. Herr, es gescheh dein 397 Herr, es ist ein Tag ersch. 7 Herr, es ist von meinem 394 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir Herr Gott, dich loben w. Herr, höre, Herr, erhöre 304 Herr im Himmel, Gott! Herr Jesu Christ, dich 5 Herr Jesu 5 hrist, du Herr Jesu, Licht der H. 54 Herr, mein Licht, mein 354 Herr, stärke mich, dein 71 Herr, vor deinem Anges. 9 Herr, wie du willst, so 294 Herr, wir kommen zu 382 Herr, wir singen deiner 29 Herzlich lieb hab ich d. 2 Herzlich thut mich verl. Herzliebster Jesu, was 60 Herz, mein Herz, nicht 324 Herzog unsrer Seligk. 247 Herz und Herz vereint 158 Heute mir und morgen 460 Hier legt mein Sinn sich 220 Hilf, Herr Jesu, laß 47 Himmelan geht unsre 254 Hinunter ist der Sonn. 386 Hirte deiner Schafe, d.! Höchster, denk ich an 225 Gott, wir d. 13 Helfer, sei n. 434 354 Register. Nr. Hör ich euch wieder 361 Hört d das Wort voll E. 263 Hosianna! DavidsSohn 24 : Hüter, wird die Nacht 373 Jauchzet, ihr Himmel 39 Ich armer Mensch, ich 219 Ich bin ein Gast auf 447 Ich bin getauft auf d. 188 Ich bin in dir und du 193 Ich erhebe mein Gem. 226 Ich geh zu deinem Grabe 81 Ich habe nun den Grund 236 Ich hab in guten St. 431 Ich hab mein Sach G. 438 Ich hab mich Gott erg. 444 Ich hab von ferne 499 Ich komme, Friedensf. 240 Ich komme, Herr, und 202 ch laß dich nicht, du 347 ch ruf zu dir, Herr 292 Ich ruhe nun in Gottes 489 Ich sag es jedem, daß 89 Ich singe dir mit Herz 133 Ich soll zum Leben dring. 260 n deiner Krippe 37 8 1 N * N Ich steh a Ich sterbe täglich und 451 Ich und mein Haus, w. 413 Ich weiß, an wen ich gl. 242 Ich weiß, an wen ich gl. u 457 ch weiß, daß mein Erl. 3 Ich weiß von keinem a. 239 Ich will dich lieben, m. 273 Ich zieh in ferne Lande 430 Je größer Kreuz, je 351 Nba Herr ru. Kön. 416 Jeru du hochge N n V 1 Jesu, deine etief el Jesu, der du bist Jesu, Freund der Jesu, geh voran Jesu, großer Wunderst. 56 Fesu, hilf siegen, du F. 246 Jesu, komm, sei eingeb. 405 Jesu, meine Freude 307 Jesu, meiner Seele Leb. 276 Jesu, meines Lebens L. 66 Jesus Christus herrscht 103 Jesus, Jesus, nichts als 272 Jesus ist mein Leben 341 Jesus lebt, mit ihm 8⁴ Jesus, meine Zuversicht 483 Jesus nimmt die Sünder 235 Jesus schwebt mir Jesus soll die Losung s. 1 allen meinen Thaten 330 In Christo will ich st. 446 In Gottes Namen fang 400 In tiefen Aengsten schr. 420 In unsers Königs Nam. 258 Ist Gott für mich, so 385 Kehre wieder, kehre 220 König, dem kein König 101 Komm, heiliger Geist, erf. 4 Komm, heiliger Geist 107 Komm, heilger Geist, o 100 Komm, mein Herz, aus 201 Komm, o Herr, komm Komm, o komm, du Kommst du, kommst du Kommt, Brüder, laßt Kommt her, ihr seid Lan das gelitten, u. 105 im Lasset ns den Herren 7. Lasset uns mit Jesu z. 240 Laß mich dein sein und 20. Lebst du in mir, o w. 289 Licht, das in die Welt 174 Licht vom Licht, erleuchte Liebe, die du mich zum 27 1 1 1 1 1 1 Liebster Jesu, w. s. hier, deinem Liebster Jesu, wir sind Lobe den Herren, den Lobe den Herrn, o m. Lobt Gott, ihr Christen Löwen, laßt euch wieder Mache dich, mein Geist Machs mit mir, Gott Macht hoch die Thür Man lobt dich in der Mein erst Gefühl sei P. b Meine Lebenszeit verstr. Meinen Frieden geb ich Meinen Jesum laß ich Meine Seele senket sich Meine Seele, voller F. Meine Sorgen, Angst Mein Geist, o Gott, w. Mein Glaub ist meines! Mein Gott, das Herz Mein Gott, ich weiß w. 45 Mein Gott, nun ist es! Mein Heiland nimmt Mein Jesu, der du vor Mein Leben ist ein P. Mein schönste Zier und Mir ist Erbarmung w. 2 Mir nach, spricht Christ. 2 Mit Ernst, o Menschenk. Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigk. Müde bin ich, geh Nach einer Prüfung k. Nimm hin den Dank Nun bitten wir den h. Nun bringen wir den Nun danket alle Gott Nun danket all und br. Nun freut euch, lieben 463 131 134 231 2. ̃ ˙»V. st e r. 355 Nr. Nun geh uns auf, du 183 Nun Gott Lob! Es ist 185 Nun jauchzet, all ihr 19 Nun kommt das neue 23 Nun laßt uns gehn und 48 Nun lob, mein Seel 129 Nun preiset alle Gottes 130 Nun ruhen alle Wälder 389 393 398 285 Nun sich der Tag geendet Nun sich der Tag g., m. Nun so will ich denn 370 289 140 112 122 67 248 187 484 485 214 428 296 121 116 allerhöchster Mensch. Christ, wenn Arme daß ich tausend Z. du allersüßste Freude du fröhliche, o du du Liebe meiner L. Durchbrecher aller du reicher Herr der Ewigkeit, du D. Ewigkeit, du F. frommer und getr. Gott, der du das F. Gott, du frommer Gottes Geist und Gott, o Geist, o L. Gott, von dem wir Haupt voll Blut u. heilger Geist, kehr bei Jesu, Herr der H. Jesu, meine Sonne Jesu, meine Wonne Jesu, süßes Licht König, dessen Majest. 22 Lamm Gottes, unsch. Liebesgluth, wie soll mein Herz, gib dich selig Haus, wo man Traurigkeit, o Herzel. O Ursprung des Lebens GGG GGG dodo 280 360 414 74 281 3888 38 0 8 356 R egi Nr. Vater der Barmherz. 216 Welt, sieh hier dein 64 wie freun wir uns 10 wie fröhlich, o w. s. 492 wie selig seid ihr d. 482 55588 Prediger der süßen L. 180 Rede, liebster Jesu, r. 177 Rüstet euch, ihr Chr. 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhetwohl, ihr Todtenb. 458 Schaffe in mir, Gott 211 Schaffet, schaffet, M. 253 Schmücke dich, o liebe 196 Schmückt das Fest mit 115 Schöner Himmelssaal Schon ist der Tag von Schwing dich auf zu Seele, du mußt munter! Seelenbräutigam, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 350 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, M. 287 Sei getreu bis an das 243 Sei Lob und Ehr dem 137 Selig sind des Himmels 498 Siegesfürst und Ehrenk. 102 Sieh, dein König kommt 25 Sieh, hier bin ich 298 So geh nun hin, dem 473 So hab ich obgesieget 474 Soll ich denn mich tägl. 343 Sollt es gleich bisweil. 340 Sollt ich meinem Gott 306 Sorge doch für meine 410 So ruhest du, o meine 75 So wahr ich lebe, spr. 232 Speis, o Gott, uns 381 Such, 5 da will, ein 270 st e r. Nr Theures Wort aus 178 Thut mir auf die schöne 8 Treuer Wächter Israel 419 Ueberwinder, nimm die 86 Unser keiner lebt ihm 453 Unsern Ausgang segne 11 Unser Vater, der uns 384 Unser Wandel ist im 261 Unsre müden Augenl. 391 Unumschränkte Liebe 142 Valet will ich dir geben 442 Vater, deines Geistes 169 Vater, dir sei Preis 12 Vater, hier im Erdensch. 467 Vater unser im Himm. 291 Verleih uns Frieden 421 Verzage nicht, du Häufl. 153 Volk des Herrn, bring 189 Volk des Herrn, du h. 267 Vollbracht ist nun die 210 Voller Wunder, voller 408 Vom Geräusch der W. 32 20 Vom Himmel hoch, da 32 Von des Himmels Thron 191 Von dir, du Gott der E. 415 Von Gott will ich nicht 328 Wach auf, du Geist der 168 Wach auf, mein Herz, die 80 Wach auf, 9 1 Herz, u. 369 Wachet auf, ruft uns 479 Walte, walte nah und 170 Wann komm it der Herr 227 Warum betrübst'du dich 326 Warum sollt ich mich 332 Warum willst du dr. 21 Was freut mich noch 120 Was Gott thut, das ist wohlgethan 344 R E gi Nr. Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken Was hinket ihr betrog. 0 Was mein Gott will 5 Was wär ich ohne dich 28 Weicht, ihr Berge, fallt 311 Wenn auch wie ein Pf. 290 Wenn Christus seine 159 Wenn der Herr einst 358 Wenn ich einst von jenem 3 42 2557 7 395 0 379 Wenn ich ihn nur habe 318 Wenn ich, o Schöpfer 143 Wenn kleine Himmelserb. 476 Wenn mich mein Sünden 62 Wenn mein Stündlein 436 Wenn wir in höchsten 418 53 388 Werde Licht, du Stadt Werde munter, mein G. Wer ist wohl wie du 313 Wer nur den lieben 339 Wer sind die vor Gottes 491 Wer weiß, wie nahe m. 448 Wie fleucht dahin der 487 Wie getrost und heiter 319 —. ster 357 Nr. Wie groß ist des Allm. 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein verg. 205 Wie schön ists doch, Herr 409 Wie schön leuchtet der 269 Wie sicher lebt der M. 455 Wie soll ich dich empf. 20 Wie wohl ist mir, o 309 Willkommen, Held im 82 Wir danken Gott für 383 Wir singen dir, Imm. 36 Wir werden bei dem 500 Wohlauf, mein Herz 57 Wohlauf, wohlan zum 466 Wohl e inem Haus, da 412 Womit soll ich dich 141 Wur Aberanfang er Wunderbarer König 136 Zeuch ein zu deinen 111 Zeuch hin, mein Kind 475 Zion, gib dich nur zufr. 154 Zwei der Jünger gehn 83 Zweierlei bitt ich von 297 Gebele zur häuslichen Andacht. J. Allgemeine Gebete. 1. Psalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jau l daß du die Leute recht richtest und gegierest die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Amen. 2. Bitte um die Gabe des Gebets. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, ver⸗ nimm mein Schreien, mein 3985 8 mein Gott, denn ich will vor dir beten. Pf. 5, 1, Gnädiger, liebreicher Vater! Du hast mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geist erinnnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß guch, daß alle vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müssen und daß kein wahres beständiges Gut, keine Hülfe und kein rechter Trost ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin —— Allgemeine Gebete. ich so lässig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hülfe und Gnade. Ach, vergib mir diese Sicherheit und Thorheit! Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade drohest, und gib mir den Geist der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröstliche Verheißung bedenken: daß selig werden soll, wer deinen Namen an⸗ ruft; daß du antworten willst, wenn wir zu dir reden; daß du nahe bist denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm sei. Erfreue mein Gemüth mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir auf⸗ hebe. Erwecke in mir einen heiligen Durst nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen kennst, du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüther sind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Befestige selbst meine Seele und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin⸗ und herbewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geistes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hindernisse anzuschauen und in himmlischer Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und du dich mir offenbarst. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des sündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüth eine Wohnung deines heiligen Geistes sein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein Zeugniß meiner Kindschaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Trost und Stärke; gib mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich über⸗ all sucht und findet, und die Freude, die nie von mit kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geistes immer mehr vereinigt werden, und mache mich zu einem lebendigen Gliede der Allgemeine Gebete. 3 Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuversicht der Erhörung im Namen Jesu Christi anruft. Amen. Lied Nr. 301: Gott ist gegenwärtig. 3. Allgemeine Jürbitte. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Pf. 65, 3. Herr Gott, dreieiniger Gott, du hast in deinem heiligen Worte uns geboten, daß wir für einander beten sollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unseres Herzens Anliegen vorzutragen. Du wollest unser Flehen nicht verwerfen, sondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, schütze, regiere und führe sie; schenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und salbe dieselben mit deinem Geiste und segne ihre Arbeit; wehre allen Feinden, dämpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Aergerniß und Spaltung und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer mehr ausgebreitet werden. Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, habe Langmuth mit uns armen Sündern, vergib den Bußfertigen und züchtige die losen Verächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und segne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen sendest, daß sie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die christlichen Schulen, alle L ehrer und die liebe Jugend, damit dieselbe aufwachse in wahrhaftiger Gottesfurcht und rechtschaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anstalten, die zur Förderung deines Reiches und zur Ausbreitung deines Evangeliums dienen, und erfülle mit deinem Geiste alle, die daran arbeiten. Beschütze auch, du starker, allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines Wesen und gib allen Fürsten und Obrigkeiten rechte Weisheit und Gottseligkeit. Hilf, daß sie deiner Kirche, des ganzen Vaterlandes und aller Unterthanen sich treulich annehmen, und segne ihr Thun reichlich. Insbesondere befehlen wir in deine Gnadenhand 16 Allgemeine Gebete. den deutschen Kaiser und unsern Großherzog sammt dem ganzen Großherzoglichen Hause. Pflan nze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gib allen Räthen heilsame Rathschläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf daß bei uns und überall das Böse bestraft, das Gute belohnt, dem Uebel 3 und, was löblich ist, erhalten und gefördert werd Sei mit allem Volk ke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrschaft ehre und den Gesetzen folge. Segne einen Jeden in seinem Stande und Berufe; walte gnädig über unserer Gemeinde und unserem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausstand und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. 55 Kindern gib willigen Gehorsam, kindliche Furcht, rechtschaffene Demuth und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfüllt werden. Bescheere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienst⸗ boten; allem Gesinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorsam, Treue und Redlichkeit. Laß dir, o Herr, 5 Menschen befohlen sein und gib einem Jeden, was er bedarf. Ii nsbesor dere erbarme dich aller Armen und Clenden; tröste alle Traurigen und Betrübten; nimm 1 70 der e en an; bekehre alle Ver⸗ brecher und erlöse alle unschuldig Gefangenen. Versorge die Wittwen und Waise n, 955 die Alten, stärke und tröste die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind sind, und mache sie uns freundlich gesinnt. Halte in deiner Gnade alle, die sich unserem Gebet befohlen haben und die du gar wohl kennst.(Insbesondere bitten wir dich für u. s. w. Hier sind etwaige besondere Fürbitten einzuschalten.) Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, noch besonders befohlen sein alle unsere Ange⸗ hörigen 9 der Nähe und in der Ferne; behüte sie vor allem Uebel, gib ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage, und hilf uns endlich, aun unser Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr, höre! Herr, erhöre! — Allgemeine Gebete. 5 4. CTuthers Morgensegen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich 5 dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Pf. 68, Das walte Gott Vater, Sohn und heil iger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 5. Cuthers Abendsegen. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen. Pf. 119, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. 5 5 5. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte 8 du wollest mir ver geben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehl hle e mich, meinen Leib und Seele und alles in dei ine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter ist der Sonnen Schein. II. Morgen- und Abendgebete auf die Tage der Woche. 6. Morgengebet am Sonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen. 2. des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Pf. Morgen- und Abendgebete. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen lässest,—. 0 doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsterniß der Eitelkeit dieser Welt 1 darum lehre uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können. Lieber himmlischer Vater, wir danken dir im Namen Jesu Christi, daß du uns in der vergangenen Nacht vor jedem Unfall so väterlich bewahrt und gesund zu diesem Tag hast kommen lassen. O getreue Liebe, laß doch mit der vergangenen Nacht uch das Gedächtniß unserer 8 vor deinem Ange sicht vergangen sein. Und weil heute der Tag der Auf⸗ erstehung deines Sohnes ist, so Anek uns vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unserer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Lehre uns durch dasselbige den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir ge schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gib uns zu diesem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmertf sam seien am heutigen Tage dein köstliches Wort zu hören, langsam aber zu reden allerlei eitle Dinge und faule Geschwätze, die nicht zur Besserung dienen und nicht holdselig sind zu hören. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsere Seelen gelig mache. Gib auch allen denen, die hier und an andern Orten der ganzen Ehristent zeit heute dein Wort verkündigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß sie solches thun mit frö hlichem Aufthun ihres Mundes zum Heile—— die sie hören. Ja komme selbst mit deinem heiligen Geiste zu uns und halte deinen Sabbath und Feiertag in unseren Seelen, Morgen- und Abendgebete. 7 Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem dein Geist durch wahren Glauben das Verdienst deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorsam führe, und wir also einen dir gefälligen Gottesdienst alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbath mit dem Volke Gottes in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewig⸗ lich, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. 7. Abendgebet am Sonntage. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Pf. 92, 2, 8. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsre Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die ver⸗ borgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns eine christliche Ruhe ver⸗ leihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen zu Morgen- und Abendgebete. 10. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich ker 8 und deine Gerechtigkeit über die From men. Pf. 36, 10, 11. O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da Niemand zukommen kann, der du aus der Finsterniß den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte gibst, dir bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finsterniß wieder hast erblicken und den Tag gesund antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Christen und allen Menschen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu aufgehen. Gib allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervor⸗ brechen, wie die schöne Morgenröthe, und wenn ich in Finsterniß und Schatten des Todes wandle, so sei du mein Licht. O Herr Jesu Christe, du Sonne der Ge⸗ rechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasselbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der Finsterniß, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frömmer werden und dereinst gelangen zu deiner himmlischen Klarheit um deines Verdienstes willen. Amen. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Kr zecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Pf. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, gedenke unser und wache über uns mit deinem? Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieser Abendzeit, o barm⸗ herziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte derer, die heute wider dich ge⸗ sündigt haben. Laß Niemand unter uns deiner Gerichte Morgen- und Abendgebete. 11 vergessen und daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein Jglicher empfange, nach dem er. gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden; denn es ist uns gesetzt einmal zu sterben und dann das Gericht!— Gib, daß alle, die heute uneins mit einander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen 1 Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Er⸗ quicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Noth auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen chr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Nothleidenden bei, die heute eine elende Nacht haben werden.— Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Noth und Gewalt, vor Feuers- und Wassersgefahr, vor Mord und Todtschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem Jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsterniß dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: O, Gott, du frommer Gott. 12. Morgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Pf. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein ande, sondern sie ist alle Morgen über uns neu und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geistliche und 12 Morgen- und Abendgebete. himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewahre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kind schaft, keinen Reichthum, als die Gerechtigkeit Christi, keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für meine leibliche Nothdurft wirst du wohl sorgen denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang und laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Ge denke—— Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind, als lebendige Glieder an ihrem hoc chgelol bten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet 5 in vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung 25 die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergib ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre geretzt tet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jenn Christi willen! Amen. Lied Nr. 111: Zeuch ein zu deinen Thoren. 13. Abendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merk auf mich 0 erhöre mich. Ps. 55, 1, 2. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, — A Morgen- und Abendgebete. mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hülfe und allen Beistand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienst und Würdigkeit hast zu Theil werden lassen. Insbesondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohlthat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geschenkt, für den Schutz gegen alle Uebel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmuth und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen und womit ich bis heute und auch diesen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem Uebel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Christenlauf zu deinem Preise fortsetze. Und wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da Niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 14. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Pf. 5, 24. O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde le⸗ bendig erhalten hast, wir kommen vor dein heiliges An⸗ gesicht an diesem Morgen und preisen dich 95 deine 6 14 Morgen- und Abendgebete. Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundliches Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlicher m Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir sündigen oft und werden übereilt von unserem eignen Fleisch und Blut. Es ist uns leid, ja es ist uns leid, daß wir dich so oft versuchen. Ach, Vater, vergib uns doch um deines Namens willen unsere Uebertretun ngen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Ewigkeit her ist das dein Name. Dein heiliger Geist re⸗ giere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und all es, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und fürchten, Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Thun; gib, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohl gelingen; laß uns auch heute unser täglich Brod nach deiner Zu— sage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zu— bringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands, willen. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und singe. „ Abendgebet am Donnerstag. 1 275 wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Pf. 17, 8. Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht werth aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns Morgen- und Abendgebete. 15 gethan hast. So du, Herr, wolltest Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmüthig und freund⸗ lich und lässest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden ver⸗ geben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken be⸗ gangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396: Hirte deiner Schafe. 16. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine* und meine Sünde ist immer vor mir. Pf. 51, 3—5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so piele Wohlthaten zugeflossen sind. Du bist in derselben meine Stärke und meine Burg, mein Schutz und Schirm gewesen. Mitten in der Finsterniß hast du an mich ge⸗ dacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich. Sei, o lieb⸗ reicher Gott, auch heute mein Beistand, leite mich nach deinem Rath und nimm mich endlich mit Ehren an. Gib mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts Uebles 805 lehre mich, was ich thun soll, daß ich nichts Böses thue. Laß deines Geistes Zucht an mein — 16 Morgen- und Abendgebete. Herz klopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Laß mir diesen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Bösen werden und einen Wegweiser zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stärke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgib mich und die Meinen mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben. Halte traurige Botschaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden kränken. 17. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Pf. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunder⸗ bare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt ge liebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn, dahin, um den Knecht zu erlösen und jeder Ge⸗ walt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den kindlichen Dank unseres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die f chwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hülfe kamst. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht — ůu Morgen- und Abendgebete. 17 gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen 1, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verhei ißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, 750 laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimniß deiner Erbarmungen und zerstreue alle een 255 seres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntniß unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns stärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Kleinod bist. 18. Morgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90,2. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen und sein Antlitz vor ihnen nicht verborgen! Ja, du erhörst das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleisch zu dir. Du machst fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieser Nacht hast d uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. O Herr, deine Güte reicht, so weit der A i. und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum dar 77 5 wir dir für alle deine Gnade und fobsingen d dei 155 m Namen, du Höchster. Ach, gib doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Teene gedenken und des Myrgens deine Gnade, des Nachts deine Wahr heit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all 77 Wandel dich preise und unser Thun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir de und die da lebendig, heilig, 7 ch und di, wol gefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen 18 Morgen- und Abendgebete. Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist ja alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demüthigen vor dir. 8 Herr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsal bbath unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sa bbatl tag im rechten Segen feiern mögen. 0 treuer Vater, schenke uns heute. 5 unter allen Umständen und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an 1 18 deine 8 es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch we ichen wund der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Augesicht über uns und gib uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen Laber wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Ni un, 1 8 soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, Danket dem Herrn, denn er ist freundlich 5 seine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preise auch jetzt, am letzten Abend dieser Woche, deinen heiligen Morgen- und Abendgebete. 19 Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat hast mir Leben und Wohlthat erzeigt und durch dein Aufsehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter deinem Schatten gesessen und des Nachts durfte ich unter deinem Schirm ruhen. Du warst und bist meine Zuver⸗ sicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden dieser Welt heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsal uns in dein Reich führen will. Ach, vergib mir um Jesu Christi willen meine Sünden, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und wie du aus Gnaden mir meine Sünden erlässest, so neige auch mein Herz, daß ich denen vergebe, die sich wider mich verfündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit dem Ende dieser Woche und in dieser Nacht mich aus dem zeitlichen Leben abrufst. Darum laß mich weder in der Sünde des Zornes und der Unversöhnlich⸗ keit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Jesu Christo, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schütze und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, daß ein Jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines L 2 mit Freuden vollendet habe damit das Ende, es komme heut oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Bereite uns zum ewigen Sabbath, da nicht Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr ist, sondern Freude in Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten. Das thue, lieber Vater, um Jesu Christi, deines 0 willen. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit. Festgebete. III. Festgebete. 20. Auf Weihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Ps. 19, 15. Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingeborenen Sohn sandtest, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barm⸗ herzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe durch das Evangelium.— Wir bitten dich herzlich, verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Lehen lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gen macht ist zur Weisheit, zur Gerechtig⸗ keit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles fuͤr Schaden achten gegen die Aberschpüängliche Erkenntniß Jesu Christi. Gib, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligreig und Gerechtigkeit, und durch ihn deine Kinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 37: Ich steh an deiner Krippe hier. 21. Zum Jahreswechsel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jab jre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie ver⸗ 18 mA ˙·˙ Festgebete. wandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. 102, 25—28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast, da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue.— Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heilaud, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat, sondern vergib uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns rechten Muth, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im künftigen Jahre, wie in unserer 19 97 Leber zeit, vor allem deines Schutzes bedürftig sind, ö halte d deine Gnadenhand väterlich über uns.— Feten Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rath und jede gute That. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers- und Wassersnoth, vor Theurung und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nah⸗ rung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schütze Wittwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. Festgebete. 22. Auf Charfreitag. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Pf. 34, 20. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demuth preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes 5 verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast zum Opfer und Lösegeld für unsere Sünden.— Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demüthige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden ind um unserer Missethat willen bist du verwundet laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unseren Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch sammt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist be⸗ fohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz sammt Seele und Leib in deine allmächtige Hand.— Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und sammt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, haft uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: O Haupt voll Blut und Wunden. . 0 TT0T0T0TbT00T0T0T0T0TbTTbTTTTT Festgebete. 23. Auf Ostern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Pf. 150, 6. Wir loben und preisen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Todten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unseren Seelen fühlen und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuer n Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unserer Nachkommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das 2 Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gib, daß in unserem Lande Chre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hülfe Heiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gib ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Noth und Gefahr sind. Bescheere uns durch die Kraft deiner Auf⸗ erstehung einen seligen Heimgang zu deinem und unserem Vater und gib, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Todten auferstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Ueberwinder, nimm die Palmen. 24. Auf Himmelfahrt. Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefäng niß gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, Gelobet sei der Herr täglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. ... 24 Festgebete. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pf. 68, 19—2 Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt 5 durch deinen Sohn, unseren Herren, welcher ar iferstanden ist von den Todten aufgefahren ger 9 sitzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich er wecken aus dem Grabe 5 Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern Laß meinen Leib auf Erden leben und seines 2 zerufes warten, mein Herz aber, Ge— danken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte ahre mich vor Sünden und allem Uebel, erhalte nich in 5 wahren Erkenntniß, so lange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir 8 in deiner Herrlichkeit. Amen. ied Nr. 96: Auf Christi Himmelfahrt allein. ind bew 25. Auf Psingsten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, ge wissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. Pf. 51, 12—14. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heili⸗ gen Pfingstfest besucht und begabt hast: ach, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachteten Her⸗ zen aus; erquicke doch dein Erbt heil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so viel⸗ fältigen Gaben, daß wir die großen 3 Gottes, welche durch Jesum Christum gef t, wahrhaftig er⸗ kennen und preisen, und mit neuen 3 dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche Festgebete. Bosheit, sammt allen anderen fleischlichen Lüsten und Begierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig 5 rechtem Ernst und Eifer unserem Gotte dienen. O du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen mit 3 3 des Friedens, daß wir in Sanft⸗ muth und Demuth, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie sammt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöthen anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Noth, unsere Hülfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Clenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, sei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, sammt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reiche am rechten Pfingsttag rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 110: O heiliger Geist, kehr bei uns ein. 26. Am ZBußtage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du wi illst, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist Vergebung, daß man dich fürchte. Pf. 130, 1—3. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in hristo! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen Tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir nd ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Thaten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Erbarmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins — — Festgebete. Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechsel des Lichts und der Finsterniß ist in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Siehe an unsere Trauer und unser Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an unser Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten hast in Christo. Um Jesu Christi willen vergib uns unsere Sünden. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme dich auch über uns. Siehe an, Herr, unseren Entschluß, der Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe ihn, stärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zustand unserer Seelen und unserer Werke zu deinem Preise und zu un serer Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen, vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und durch deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Christen⸗ volkes un 1 aller Völker, daß sie suchen und Aden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unserer Noth und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das alles wollest du thun, o treuer und barm⸗ herziger Gott, um des theuern Verdienstes und der kräftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes, Jesu Christi, unseres Herrn Ind Heilands, willen. Amen. Lied Nr. 230: Gott, der du unsere Zuflucht bist. IV. Gebete in besonderen Lebenslagen und Verhältnissen. 27. Am Beichttage(Vorbereitung zum h. Abendmahl). a. Anleitung zur Selbstprüfung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich —.]¶ ˙ꝛ'muu. ̃ w Gebete in besonderen Lebenslagen. 27 auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Pf. 139, 23—24. Erforsche und frage dich, ob du nicht immer noch: so fleischlich und weltlich gesinnt bist,— so wenig frei von Leidenschaften,— so voll von Regungen der bösen Lust,— so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt,— so ergeben vielen eitlen Träume⸗ reien,— so sehr geneigt zum Aeußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,— so schnell aufgelegt zur Freude und Zerstreuung,— so schwer zu bewegen zur Reue und Zerknirschung,— so bereit zur Gemächlichkeit und Unthätigkeit,— so träge zur Verleugnung deiner selbst und zur Tugendübung,— so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen,— so wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu lassen,— so be⸗ gierig zu haben, so karg im Geben, so hartnäckig im Be⸗ halten, so unvorsichtig im Reden, so unenthaltsam im Schweigen,— so unordentlich im Betragen, so heftig im Handeln,— so unmäßig in Speise und Trank,— so taub gegen Gottes Wort,— so schnell zur Ruhe, so lang⸗ sam zur Arbeit,— so munter zu unnützem Geschwätz, so schläfrig zu frommen Betrachtungen,— so nachlässig im Gebet, so lau im Gottesdienst, so kalt beim Abendmahl,— so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt,— so plötz⸗ lich zum Zorn bewegt, so leicht bereit, andern wehe zu thun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Verdammen,— so wenig treu den Freunden, so unversöhnlich gegen die Feinde,— so fröhlich im Glück, so verzagt im Unglück,— so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. (DieSelbstprüfung kann auch nach den 10Geboten geschehen.) Der Mensch prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. 1. Cor. 11, 28, 29. b. Sündenbekenntniß. Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missethat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretung bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Sünde. Pf. 32, 5. 17 28 Gebete in besonderen Lebenslagen. O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missethat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. e. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöthen. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib mir alle meine Sünden. Pf. 25, 17, 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergib mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen und die Sünder selig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir alle⸗ zeit diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohl⸗ gefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines sündlichen Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und sollte ich wieder straucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Gebete in besonderen Lebenslagen. 29 Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird wo man dich anschaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Am Abendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Pf. 23, 1—3. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brod des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich vor dem Einen, daß ich unwürdig von dem heiligen Brod esse und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir selbst esse und trinke das Gericht. Gib rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gib mir auch einen demüthigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüth herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Ver⸗ lorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine kranke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demuth und Sanftmuth, deiner Ge⸗ duld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brod des Gebete in besonderen Lebenslagen. Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und suche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn. O Gott, sei mir armem Sünder gnädig; gib deinen 14 heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament 4 würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. e. Nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Pf. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaus sprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi ge speist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir thust. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und ur Liebe gegen die Brüder, zum Wachsthum in der Gott⸗ g feligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem ö freudigen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, laß mich an⸗ halten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche r im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesammt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem sei sammt dir und dem heiligen Geiste Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne. 9 Gebete in besonderen Lebenslagen. 31 d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Pf. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trübsal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürstet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und stärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gib mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du selbst mich deinen Tod auf rechte Art verkündigen und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Pein und alles gedenken, was du für mich gethan und gelitten hast. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Versöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht soll verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich abscheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ists aber dein gnädiger Rathschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohl⸗ gefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. e. Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Pf. 52, 11. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trank des Lebens meine Seele 32 Gebete in besonderen Lebenslagen. heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demüthig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübsal deinen Namen preise. Gib, daß ich ewig dein Eigenthum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christo. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 29. Gebete in Kransheit. A. Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. Pf. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich ver⸗ lasfen, mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein natürliches Leben ist dem Grabe nahe. All⸗ mächtiger, der du gesagt hast:„ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden ver⸗ geben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtiger und ernsthaft mache. Sei mir freund⸗ lich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe Niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Noth. O mein Vater, du hast mir eine Last aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wiederherstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, — V ˙ ˙' Gebete in besonderen Lebenslagen. 33 du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rath mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich todt und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöthen. Pf. 25, 17. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Noth nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntniß erleuchten, daß ich in demselben aus der Finsterniß dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wan⸗ deln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist auf⸗ geben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unserer Seelen, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkennt⸗ niß und im festen, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches 34 Gebete in besonderen Lebenslagen. nicht mehr könnte mit dem Munde reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. e. Morgengebet eines Kranken. Ich komme frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Pf. 119, 17. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden sein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner seligmachenden Erkenntniß. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! O heilger Geist, du Tröster in aller Noth, erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranken. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Pf. 27, 1 Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Sb mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hülfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend„vergib mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so theuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir wachen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Ver⸗ langen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der — pp]]7˖+» Gebete in besonderen Lebenslagen. 35 Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille. e. Gebet der Eltern bei Erkrankung eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Pf. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antlitzes bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum er barme du dich, a mächtiger Helfer; denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch es ist dein Kind, du bist sein rechter Vater, denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deßhalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch, und du, weiß t am besten, was unserem theuren Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versetzen als Pfl anz e in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmel⸗ reich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo 36 Gebete in besonderen Lebenslagen. kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsre Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. f. Fürbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so werth und theuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist, als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demuth deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgniß und mit Thränen. Ach, verwandle unsere Angst und Traurig— keit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf; denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gib vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Rathschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückbleiben⸗ den. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unseren Er⸗ löser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. Lied Nr. 344: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gebete in besonderen Lebenslagen. 37 g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo ist Jemand, der da lebet, und den Tod nicht sehe? Pf. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Uebel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner letzten Noth. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimath zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser Keiner lebt ihm selber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen. O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Händel u hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöse mich von allem Uebel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Herr Jesu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hülfe in meiner Todesnoth und vor deinem Ge⸗ richte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Wort ins rechte Vaterland. Amen. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich; dein bin ich todt und lebendig. Amen. 17* D 0 Gebete in besonderen Lebenslagen. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Creatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn. Amen. Erlöse mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe. Amen. 30. Gebet nach dem Verscheiden eines Kransten. Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gib ihm das ewige Leben. Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barm— herzigkeit. Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Dansgebet nach erlangter Genesung. Lc de den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1—4. Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele —— Gebete in besonderen Lebenslagen. 39 angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir ange— fangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hin⸗ fort nicht mehr sündige, damit mir nicht Aergeres wider⸗ fahre, sondern daß ich dir mein Lebenlang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hülfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. U 32. Gebet in innerer Anfechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht. Führe meine Sache und 1 mich; erquicke mich durch dein Wort. Pf. 119, 153, 154. 1 85 himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demselben er— halten hast. Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängstigt werde, so daß ich meine Betrübniß nicht aussagen noch beschreiben kann, so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und 40 Gebete in besonderen Lebenslagen. halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiste esse ich meine Speise, mit Angst lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, siehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie stark ich mich wehre 177 wider das Elend meines Herzens streite, ich bin zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du starker Gott, und gib mir deinen heiligen Geist, daß er mich tröste und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst kann mich scheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angst und Kummer schwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhört lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen, dir danken und dienen hier und in Ewig⸗ keit. Amen. Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in äußerer Armuth. Ich bin arm und elend; der Herr aber sorget für mich; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. Ps. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schicksale der Menschen in deiner Hand trägst und jedem das seine zutheilst nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armuth und Reichthum, Mangel und Ueber⸗ fluß. Ich preise deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geschenke, selbst für die in den Augen der Menschen kleinsten und geringsten. Ich danke dir auch für die Armuth, die du mir beschieden hast, denn du weißt am besten, was deinen Menschenkindern zum Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du hast ja Gedanken des Friedens mit mir mitten in meiner Armuth Gebete in besonderen Lebenslagen. 41 und Noth; nur mein schwaches Herz will nicht tragen, was du mir auflegtest. Darum bitte ich dich, stärke und tröste mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Erhalte und mehre in mir den tröstlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum Besten dienen. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde; so mache denn mein Herz fest, im Aufsehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu arbeiten, daß ich mein bescheiden Theil Speise dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Rathschluß leiden soll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menschen lenkest, wie Wasserbäche, so erwecke mir liebreiche Freunde, die sich meiner Noth annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit thun, wie du sie an ihnen gethan hast.— Gib mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menschen mich bereit mache zum Lobe gegen sie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gaben.— Vor allem aber stehe mir bei durch deinen heiligen Geist, daß ich mich nicht gegen dich ver⸗ sündige in meiner Armuth, und daß meine Noth mich nicht errege, deine und der Menschen Gesetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Besserung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, also werden die, so dir gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt. Lehre mich, daß Trübsal bringt Ge⸗ duld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden.— Ja, Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; sende den Armen wieder bessere Zeit und gib meiner Seele die rechte Kraft, auch das Aergste zu überwinden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand befehle ich mein Leben; du bist der Armen Schutz und Zuversicht. Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht lassen. Gebete in besonderen Lebenslagen. 34. Gebet in allgemeiner Noth. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unter ginge und die Berge mitten ins Meer sänken. Ps. 46, 2, 3. O du Richter alles Fleisches, der du nicht nach dem richtest, was vor Augen ist, sondern das Herz ansiehst, erwecke unsere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wissen und fühlen es, daß wir die große Noth, welche du uns gesandt hast, wohl verdient haben durch unsere mannig faltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unsere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach, räche nicht die Untreue und Falschheit des mensch lichen Herzens, sondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicherheit, damit wir uns nicht mehr versündigen, und erlöse uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes willen. Beweise also an deinen Geschöpfen, anstatt des gedrohten Untergangs, deine große Geduld und Er barmung, auf daß wir Vertrauen zu dir schöpfen, uns in der Noth an dich halten und nach ihr beständig an dir hangen. Hilf uns aus unseren Trübsalen. Ergreife die Deinigen durch deine starken Rechte, reiße sie aus der Gefahr und laß sie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen sende Rettung, daß sie im Elend nicht verzagen, und den Trostlosen komme zu Hülfe, daß sie ihre Trübsal überwinden. Segne uns die jetzige Gefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes zur Umkehr, daß ihr Gewissen aufwache und sie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleischlichen Trost zu nichte, hinter welchen sich so viele verstecken möchten, und füge es also, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entfliehen. Verlaß an den heimgesuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich sind. Und weil so Manche dir bisher nur wenig gedient haben und gehorsam waren, so lehre sie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewissen wahrnehmen und so ihr ewiges Heil suchen.— Ach Herr, laß alle Gnade freundlich. seinen heiligen Namen! vas er dir Gutes gethan hat! alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der hafft Gerechtigkeit und Gericht Allen, die Unrecht Er hat seine Wege Mosen wissen lassen, die Kinder hun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, und vergiß nicht, 1 Herr sed leiden. Israels sein T geduldig und von großer Güte. hadern, noch ewiglich Zorn halten. uns nach unsern Sünden und vergilt uns Denn so hoch der Himmel über der äßt er seine Gnade walten über die, so ihn So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Der in seinem Leben eine Blume auf dem Felde. geht, so ist sie nimmer da und ihre Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zn fürchten, und seine Gerechtig— denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein unserer Missethat. Erde ist, 1 fürchten. Mensch mehr. Di abe zu Ewigkeit über die, so il keit auf Kindeskind, bei Amen. Gebete in besonderen Lebenslagen. 43 finden, die im Namen Jesu Christi vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volk, und schone deiner Geschöpfe, die du gemacht hast. ö und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Gib allen Seelen Buße Lied Nr. 418: Wenn wir in höchsten Nöthen sein. 35. Dankgebet für Errettung aus der Noth. Pf. Lobe den Herrn, meine ist 103. wie Gras; Seele, und was in mir ist, Lobe den Herrn, meine Seele, Der dir der dich krönet Er wird nicht immer Er handelt nicht mit nicht nach er blühet wie Wenn der Wind darüber Stätte kennt sie nicht 44 Gebete in besonderen Lebenslagen. Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele! Amen. Goltesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen. Lied der Gemeinde. „Komm, heiliger Geist,“ oder ein anderes passendes Ein⸗ gangslied. Der Geistliche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hülfe steht im —— des Herrn, der Himmel und Erde gemacht at. Lasset uns zu dem allheiligen Gott also beten: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, in tiefer Demuth erkennen und bekennen wir vor dir, daß wir durch Gedanken, Worte und Werke deine heiligen Gebote vielfach übertreten haben. Wir haben dich nicht geliebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe, auch nicht unsern Nächsten, wie uns selbst, und sind abgewichen von deinen Wegen. Aber unsere Sünden sind uns von Herzen leid, und mit reuigem Gemüthe juchen wir deine Gnade.— Siehe erbarmend auf uns herab, vergib uns um deines lieben Sohnes, unseres Herrn und Heilandes, willen und sende uns deinen heiligen Geist, damit wir allem Bösen von ganzem Herzen entsagen und dir dienen mögen in der Gerechtigkeit, welche dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. 46 Gottesdienstordnung. Der Geistliche: Der allmächtige Gott erbarmt sich über uns und vergibt uns alle unsere Sünden, so wir Buße thun und glauben an den Namen seines eingeborenen Sohnes, der um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auf⸗ erwecket ist. Darum sei gelobet der Herr, der Gott aller Gnade; denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, hat uns aufgerichtet einen Fels des Heils und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens. Amen. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, von Ewigkeit zu Ewigkeit.— Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott, der du durch deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligest und regierest, erhöre unser Gebet, und gib gnädiglich, daß wir dein Wort mit Andacht vernehmen und alle, die den Namen deines eingeborenen Sohnes bekennen, in reinem Glauben durch deine Gnade dir dienen, durch Jesum Christum unseren Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht, was geschrieben steht Psalm 21, 2—8: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hülfe! Du gibst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldne Krone auf sein Haupt. Er bittet dich um das Leben; so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich. Er hat große Ehre an deiner Hülfe, du legest Lob und Schmuck auf ihn. Denn du Gottesdienstordnung. 47 setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antlitzes. Denn der König hoffet auf den Herrn, und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Oder v 1. Petr. 2, 13—17: Seid unterthan aller mensch⸗ lichen O Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ge—⸗ sandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe der Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Un 1 8 der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Hauptlied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht; wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser aller! Predigt. V. U. Fr. G. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Noth; darauf wir uns verlassen! Gottesdienstordnung. Gebet an dem Altar. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir stehen vor deinem Angesicht, um deine Gnade zu preisen, die du verherrlicht hast an unserem Groß zherzoge und seinem ganzen Hause. Nimm heute, wo wir des Tages gedenken, an dem du unseren Landesfürsten das Licht der Welt hast erblicken lassen, die Opfer unseres Dankes für all den Segen, womit du ihn kröntest, gnädig an. Unzählige Wohlthaten hast du ihm vom Anfange seines Lebens bis auf diese Stunden erwiesen. Du hast deine allmächtige Hand über sein theures Leben gehalten und bist ihm in allen Gefahren— 5 gewesen mit deinem himmlischen Schutze. Du hast auf sein Haupt die Krone gesetzt und ihn auf den Thron seiner Väter erhöht. Schütze ihn auch ferner, du treuer Gott. Erleuchte ihn mit deinem Geiste, daß er sich halte in deinen Wegen und seinen Wandel führe in deiner Furcht. Rüste ihn aus mit Weisheit, Muth und Kraft, daß er sein Volk zu deinem Preise regiere. Laß ihn ein rechter Schutz 1 Schirm deiner Kirche sein, damit auch durch ihn ihr heiliges Werk gefördert werde. Verbreite die Erweisungen deiner Güte über die Großherzogin, seine Gemahlin, über den Frögroßherzog, über das ganze Großherzogliche Haus und Alle, die ihm anverwandt sind. Gib unserem Fürsten allezeit treue Diener, die mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe ihres Amtes warten, und laß ihre Dienste gesegnet sein. Gieße deinen Geist aus in alle Kirchen und Schulen, in alle Herzen, Familien und Gemeinden, damit ein lebendiger Glaube und eine thatkräftige Liebe wachse und sich mehre in W ganzen Volke. Vereinige Fürst und Volk durch das Band der Liebe und des Friedens. Beschütze unser ganzes deutsches Vaterland und wende gnädig alles ab, was seine Ruhe und seinen Wohlstand stört. Segne den Kaiser und laß wohl gelingen, was er zu Deutschlands Ehre und Wohlfahrt unternimmt. Hilf einem Jeden in seiner Noth und sei ein Heiland aller Menschen, vorzüglich deiner Gläubigen. Herr unser Gott, dir befehlen wir unseren Großherzog und sein Haus, unser Volk nnd alle Menschen. Herr, wir bauen auf dich; gelobt sei dein hochheiliger Name. Amen. — p 7˖˙»A Gottesdienstordnung. 49 Tied der Gemeinde. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott; als es anfäng— lich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar! Segen. 18. Dünkirchen wurde ausgiebig mit Bomden belegt Das große Geheimnis, das Leben verlängern, besteht darin, es zu nicht zu verkürzen. E. v. Feuchtersleben. Nichts übereile,— Gut Ding will Weile. ich diesen ganzen ag Mich deiner Güte freuen mag. Wer Wend' Unglück ab nach deiner Huld, 0 ö N b f ö 0 ö 1 g 5 7 Sr 5 2 8 8 eee eee. 22 2 n vu. * n 3 e ee e ee. —* 4— n ,., —— * d.— 5 2—— ———— 8.—„TTT . Äo˙ R 5 5 n N de A. 5 72 3 ö 2 89 8 Centimetres Blue veIIOW Magenta White/ Color Black 3 25 9