1 * —— +——— — 2— N E l 0 TAT isinis ———— — N f N*— N f— * 7 5 1 . U GIESSEN eee 61 321 616 Simm unn unmnummmmmamnummmunmmmmmm 5 * ieee, Druck u. Verlag der Kunstanstalt E. Diener, Glar ö Ecce Homo. Ev. Joh. 19 V. 5. Iimum umme Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Provinz Schleswig⸗Polstein. Preis des rohen Exemplars mit Anhang 85 Pf. * 2 1 d. 8 Schleswig. Stereolnpie, Druck& Verlag von Julius Bergas. (Buchdruckerei der provinzialst. Taubstummen⸗Anstalt.) 1884. „ Sonntagslieder. Sonntag ⸗Abend. Adveutslieder Weihnachtslieder IV. Neujahrslieder . Epiphaniaslieder VI. Passions lieder VII. Osterlieder XIV. XV. XVI. XVII. XVIII XIX. XX. XXI. Gebet. . Himmelfahrtslieder. Pfingstlieder. Erinitatislieder . flirche und Mission. Kirche Mission . Wort Gottes* Taufe und Konfirmation. Taufe Konfirmation. Das heilige Abendmahl Krankenkommunion Buße und Seichte Glaube Friede und Freude in Gott. * Liebe zu Gott und Christs Lob und Dank Inhalt. Christlicher Siun und Wandel Rächstenliebe 1— 13 14 15— 27 28— 41 42— 50 51— 57 58— 81 82— 94 95-104 105—119 120—12⁵5 126—137 138-147 148154 155—156 157—163 164—174 174 175-200 201219 220—231 232—255 256—278 279—311 312—317 318-335 Inhalt. hertrauen auf Gott. Trost im Leid. r für besondere Zeiten und Verhältnisse. 1. Morgenli ede Wochenanfang 2. Tischlieder 9 3. Abendlieder 1 Wochenschluß. 4. Fürbitte für den Landesherrn, die Obrigkeit und alle Stände 8 Hausstan d Lieder für Elten o(( Für Witwen Ae? Für Reis ende 6. Allgemeine Segnungen und Heim⸗ suchungen. Freude an Gottes Natur. Saat. Witterung. Ernte Allgemeine Heimsuchungen. Teu; rung. Wassersnot Krieg und Frieden Die Litanei oder das allgemeine Bitige bet: Das Tedeum oder der allgemeine Lobgesangg XXV. Cod und SegräbniSss XVI. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben ee * 8 384 385—397 398 399—405 406—421 422 423—426 427—431 432—433 434—435 436 437 438—439 440449 450—454 455—457 458—459 460—461 462—494 495—510 1. Sonntagslieder. 1. Eigne Melodie. 2 1539. 7 5558 All⸗ ein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für dar⸗um, daß nun und nim⸗mer⸗mehr uns rüh⸗ ren 5 lun kein She 15 ein Wohl⸗ge⸗ fall n Gott 6 ———— FFT... 5* 5—— 2 an uns hat, nun ist groß Fried' ohn Un⸗ter⸗ laß, all' Fehd' hat nun ein En de. 2. Wir loben, preis'n, an⸗ Lamm Gottes, heil'ger Herr beten dich für deine Ehr, und Gott, nimm an die wir danken, daß du, Gott Bitt' von unsrer Not: er⸗ Vater, ewiglich regierst ohn'] barm dich unser aller. alles Wanken. Ganz uner⸗ 4. O heil' ger Geist, du messi ist deine Macht, fort höchstes Gut, du all rheil⸗ 9 schieht, was dein Will hat samster Tröster, vor's Teu⸗ bedacht; wohl uns des fei⸗ fels G' walt fortan behüt, die nen Herren! Jesus Christ erlöset durch 3. O Jesu Christ, Sohn große Mart'r und bittern eingebor'n deines himm⸗ Tod; abwend all unsern lischen Vaters, Verföhner Jammer und Not! Dazu wir der r, die war'n verlor'n, du[uns verlassen. Stiller unsers Haders; Nikolaus Decius. 1 Sonntagslieder. 2 Mel.: Allein Gott in der Höh' sei Ehr'(s. Ur. 1). 1. Dir, Herr und Vater, den! Wir, dein gefallenes dienen wir mit freudigem Geschlecht, wir wünschen hei⸗ Gemüte und opfern Dank lig und gerecht durch deine und Ehre dir für deine Kraft zu werden. Macht und Güte. Ach, wir 3. Gewähr uns deinen find Sünder, aber du rufst guten Geist, dein Wort recht freundlich allen Sündern zu, zu verstehen. Wem er den an deinen Sohn zu glauben. Weg zum Leben weist, der 2. Wir glauben, Gott, kann nicht irre gehen. Er an deinen Sohn; vergieb leit' uns deine gute Bahn, uns unsre Sünden! Vergieb so nimmst du uns zu Eh⸗ uns, laß vor deinem Thron ren an, wenn wir getreu uns Gnad' und Hülfe fin⸗ dir bleiben. Joh. Andr. Cramer. 3. Mel.: unn freut euch, lieben Christen g' mein. 1524. 4 2 3 2 S—— 2 8 1 5— 5.— 9— w —.—— 1 5—— . Gott, der du bist das höch-ste Gut, der wie darf sich doch mein blö- der Mut zu Grund von al ⸗ len Din ⸗ gen, dei ⸗ ner Gott⸗heit schwin⸗ gen? D u wohnest ja in 6 7 +— EEA——— 7—— mlLicht, da un⸗ser schwa⸗ ches Au⸗ge nicht ver⸗ 2. Muß sich der Engel heil'⸗ ges Heer vor deinem Glanz verdecken, so sollt' ich Sün⸗ der noch viel mehr vor dei⸗ nem Zorn erschrecken. Doch da du Gott und Vater heißt, so willst du auch von uns ge— 3 und angerufen werden. Drum such' ich früh dein Aueh; Herr, laß mich Gnade finden und 5 hellen Tages Licht d den Nacht derschwinden. es Sün Sieh Sonntagslieder. Jesum an, nicht meine Schuld, gedenke doch nach deiner Huld, daß er für mich gestorben. 4. Sprich meiner Seele Frieden zu und gönne mir die Freude, daß sich mein Herz mit wahrer Ruh' in deiner Liebe weide. Laß keine Sorgen dieser Zeit die Sorge für die Ewigkeit aus meinem Herzen drängen. 5. Mein Leib und Seele sehnen sich, Gott, in dein Haus zu gehen; mich hun⸗ gert, Herr, es dürstet mich, dein Angesicht zu sehen; und 1 A · Mel . 952 9— A 1 Bott ist ge-gen ⸗ wär t ist in der Mit⸗ : Wunderbarer König. mein Gemüt ist freudenvoll, da ich in der Gemeinde soll, Herr, deine Werke preisen. 6. Gieb, daß wir dich aus einem Geist mit ei⸗ nem Munde loben, und weil du selbst uns solches heißt, so sende Kraft von oben. Laß mein Gebet, Herr, laß mein Flehn, mein Sin⸗ gen mir von Herzen gehn: so ge* es dir zu Herzen. 7. Wenn du aus deinem e mir willstd deine Wege zeigen, so laß mein Herz empor zu dir in stiller An⸗ dacht steigen. Erleuchte mich, gieb mir Verstand, daß dein Geheimnis mir bekannt und ich recht weise werde. 8. So wird auch dieser Sabbath mir ein rechter Ruh't tag werden; denn meine Seele hat in dir den Him⸗ mel schon auf Erden, und deiner Gnade Kraft und Schein wird mir ger Eingang sein ew' gen Ruhe. J. H. ein selb⸗ zu jener Schrader. 8 der. — 7 — K—5ꝛà— = tig; las⸗set uns an⸗ ten; al⸗ les in uns be⸗ ten und in Ehrfurcht vor ihn tre ⸗ schwei⸗ge und sich in⸗nigst vor ihm beu- ge. 4 8 9 1 7 3353—— —̃———„„ Wer ihn kennt, wer ihn nennt: schlagt die Au⸗gen 2. Gott ist gegenwärtig, und dich gegenwärtig sehen! dem die Cherubinen Tag Laß mich dir für und für und Nacht in Ehrfurcht die⸗ trachten zu gefallen, liebster nen. Heilig, heilig, heilig Gott, in allem. fingen ihm zur Ehre aller 5. Du durchdringest alles; Engel hohe Chöre. Herr, Herr, ach zieh und richte doch vernimm unsre Stimm', auch mich zu deinem Lichte. da auch wir Geringen unser Wie die zarten Blumen wil⸗ N Opfer bringen. lig sich entfalten und der 3. Wir entsagen willig Sonne stille halten, laß g allen Eitelkeiten, aller Sün⸗ mich so, still und froh, deine f denlust und Freuden; da Strahlen fassen und dich liegt unser Wille, Seele, wirken lassen. Leib und Leben, dir zum 6. Mache mich recht kind⸗ f Eigentum ergeben; du allein] lich, innig, abgeschieden, sollst es sein, dem wir an⸗ sanft und still in deinem gehören, den wir liebend Frieden; mach mich reines ehren. Herzens, daß ich deine Klar⸗ 4. Majestätisch Wesen! heit schauen mag in Geist möcht ich recht dich preisen und Wahrheit! Laß mein und im Geist dir Dienst er⸗ Herz himmelwärts wie ein weisen, möcht' ich, wie die Adler schweben und in dir Engel, immer vor dir stehen nur leben! Sonntagslieder 7. Komm in mir zu woh⸗ Overkläre, daß ich dich stets nen, laß mein Herz auf lieb' und ehre! Wo ich Erden dir ein Heiligtum geh', wo ich steh', laß noch werden! Komm, du mich dein gedenken, mich nahes Wesen, dich in mir in dich versenken! Gerhard Tersteegen. 5. Mel.: Anser Herrscher, unser König. 2 J. Neander. 1680. 2 5— ͤ—— ä 555 **. Gro⸗ßer Gott von al⸗ten Zei⸗ten, des⸗sen Hand die des⸗sen Treu' auf al⸗len Sei⸗ ten mich von Ju⸗gend E Welt re⸗giert, 8 8 9 auf ge⸗führt, heu⸗ te weckt des Ta⸗ ges Lauf 6 * mich zu lau⸗ter An⸗dacht auf. 2. Ach, wie lieb' ich diese] 4. Was ist schöner, als Stunden! denn sie sind des Gott dienen, was ist süßer, Herren Fest, das mit so als sein Wort, da wir sam⸗ viel Trost verbunden, da meln wie die Bienen und mein Gott mich ruhen läßt den Honig tragen fort? Se⸗ und durch seinen guten Geist lig ist, wer Tag und Nacht mir den Weg zum Leben weist. also auf sein Heil bedacht. 3. Habe Dank für diesen 5. O mein Gott, sprich Morgen, der mir Zeit zum selber Amen; denn wir sind Guten schenkt. Das sind dein Eigentum; alles preise unsre besten Sorgen, wenn deinen Namen, alles mehre der Mensch an Gott gedenkt deinen Ruhm, bis es künf⸗ und von Herzen fleht und tig wird geschehn, daß wir singt, daß es durch die dich im Himmel sehn. Wolken dringt. Kaspar Neumann. 6. 1. Halleluja, schöner Mor⸗ gen! schöner, als man den⸗ ken mag: heute fühl' ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag in dunkeln Höhlen! Zeit, in der der Segen fließt! Stun⸗ den voller Seligkeit, ihr vertreibt mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au': da hat wohl die Morgenstund' edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte! Heute gilt's ein andres Thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. Sonntagslieder. Eigne Melodie. Mel.: Anser Herrscher, unser König(s. Nr. 5). 5. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sinne; wirke selbst in mei⸗ ner Brust, daß ich Lehr' und Trost gewinne; gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Schall tief im Herzen wiederhall'. 7. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefan⸗ gen ist. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sab⸗ bath halten mag. Jonath. Krause. Sonntagslieder. 4 —ů——— 4 4 835 —— uns re⸗gier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohlbekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn samt heil' gem Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II von Sachsen⸗Weimar. 8. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'(s. Ur. 7). 1. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch durch dein Wort mein Herz zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist's, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'⸗ gen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius. 9. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier(s. Ar. 10). 1. Höchster Gott, wir dan⸗ ken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns, daß wir für und für nach demselben heilig leben; gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 2. Gieb uns, eh' wir gehn nach Haus, deinen väter⸗ lichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, einst gesegnet auferstehen. Joh. Adam Haßlocher. Sonntagslieder. Eigue Melodie. 2 Rud. Ahle. 1664. Ned ster Je⸗su, wir ind 8 „ und dein Wort len ⸗ ke Sin⸗nen und Be⸗gier zu den 1 ßen an ⸗zu⸗ hören Han e leh⸗ ren, 5 daß die Her⸗zen von der Er⸗den 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis um⸗ hüllet, wo nicht deines Gei⸗ stes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes den⸗ ken, Gutes tichten mußt du selbst in uns verrichten. 1. Mel.: 2 A. 3 ganz zu dir ge⸗ zo⸗ gen wer den. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit; öffne Her⸗ zen, Mund und Ohren! Un⸗ ser Beten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer. Auser Herrscher, unser König. 2 J. Neander. 1680. 1— +——— —— 9 1 7 6 . ¾ K ** Thut mir auf die schö⸗ne Pfor⸗te, führt in Gottes 33 wie wird an* sem Or⸗ te mei⸗ ne See⸗le E — 1 1 ä I 1. Haus mich ein; fröh⸗ lich sein! Hier ist Got⸗tes An ⸗ ge⸗ sicht, 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Woh⸗ nung hast genommen, doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Leib und Seel', daß mein Singen und mein Beten sei ein Opfer ohne Fehl; hei⸗ lige du Mund und Ohr, zieh das Herz zu dir empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Same auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und, was mir wird vorgestellt, 12. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang glei⸗ chermaßen, segne unser täg⸗ lich Brot, segne unser Thun Sonntagslieder. heilige du präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht ge⸗ deihn. da ist lauter Himmel hier. Zieh 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leit⸗ stern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. Benj. Schmolck. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier(J. Ur. 10). und Lassen, segne uns mit sel' gem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Joh. Crüger. 1649. 2——— J 7—— 5 2— ————— Zei⸗ ge dich uns oh- ne Hül ⸗ le, daß, o Herr, an dei⸗ nem Ta ⸗ ge Sonntagslieder. 2 . daß, er⸗ 1— 1— 8 2— ——— ä ström auf uns der Gna- de Fül ⸗ le, un ⸗ ser Herz der Welt ent sa- ge, 6 5 9—— ——.*—— löstd urch dei⸗ ne Lei⸗den, zu des neuen Le⸗bens Freuden 8 — 7—.— 82 denbürden, von der Sünde Lasten würden unsre See⸗ len, unser Wille sanft wie diese Sabbathstille, daß von fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sähen, das uns alle dann verkläret, wann der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh' am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was ich übers Grab hin höre, sind's nicht Überwinder⸗ Chöre? 2. O daß frei von Er⸗ 1—— dei⸗ne glau⸗ben⸗de Ge mei⸗ue . 5 ä— mit dem Vater sich ver⸗ei ⸗ ne. Feiernd tragen sie die Pal⸗ men, ihr Triumph erschallt von Psalmen: Herr, du wol⸗ lest selbst mich weihen die⸗ sem Sabbath deiner Treuen! 4. Halte mich im Gna⸗ denstande, laß mich in dem Festgewande deiner Un⸗ schuld mit den Deinen einst vor deinem Thron erschei⸗ nen; denn du selber hast voll Gnaden zu dem Sab⸗ bath mich geladen, wo nicht mehr die Streiter ringen, wo sie Siegeslieder singen. Fr. Gottl. Klopstock. Sonnkag⸗Abend. el.: Unn sich der Tag geendet hat. — Nun N— ä ñ——̃— 8 bricht d die fin ⸗stre Nacht her=. u, des . Sonntagslieder. E 0—— 2322TTTTCT1T1T—T—T—————— ——, ⏑§«—rðÜ————— Ta⸗ges Glanz ist tot; —— —.— noch nicht ein, geh, 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst auf mich vom Himmelszelt, auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nun⸗ mehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt' er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht gesch hn; denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg' öfters zu versehn, gleich der Wille gut. 5. Nun such' ich deinen Gnadenthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib, was dein Wort uns heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse hör re⸗ de erst mit Gott. die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalt uns ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort dir diene, wie man soll. 8. Jetzt, Vater, such' ich meine Ruh'; du aber steh mir bei und gieb mir dei⸗ nen Engel zu, daß er mein Wächter sei. es wenn 9. Wofern es dir, mein Gott, gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt voll⸗ bringe meinen Lauf. 10. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in dei⸗ ner Herrlichkeit mein Sab⸗ bath ewig sein. Kaspar Neumann. Adventslieder. II. Adventslieder. 15. Mel.: Uun freut euch, lieben Christen g'mein. —. Gott Lob! ein neu⸗ es Kir ⸗chen⸗jahr macht des 8 Got⸗ tes oß fen⸗bar, und re 3 uns die gro⸗ ße b—— n e nun will er aufs neu= e den al ⸗ten hoch⸗be⸗ — —— 275. 5—— 2 schwor⸗ nen Bund, den 8 wig— sten 5——— Glau⸗bens⸗grund durch sei⸗ en Geist uns leh⸗ ren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm dem höch⸗ sten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die 0 wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gieb uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu' er⸗ weist, erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. Adventslieder. 13 5. Hiezu erhalt uns, Herr, Herde rein zu geben; laß alle dein Wort samt Tauf und Hörer Thäter sein, damit Abendmahle, so wandern kein heuchlerischer Schein des wir mit Freuden fort in Glaubens Kraft verleugne. diesem dunkeln Thale. Herr, 7. So halten und voll segne dieses Kirchenjahr, laß enden wir das Kirchenjahr Kirch und Schul', Tauf und auf Erden; dabei befehlen Altar uns deine Wege zeigen. wir es dir, wie wir es 6. Gieb deinen Hirten enden werden. Hier bleibt Kraft und Geist zu reiner die Kirche noch im Streit; Lehr' und Leben, dein Wort, kommtaber einst die Ewigkeit, das Gottes Weide heißt, der[dann wird sie triumphieren. H. C. Hecker. 16. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Nik. Hermann. 118 1 2— 121 jahr, des 1 freu⸗ et sich der Chri⸗ sten Scher. Dein Kö⸗ nig 5.——— kommt, drum freu⸗ e dc, du wer⸗ tes Zi ⸗ on, 3. 1 1 I. L e⸗ wig lich. Hal le lu ⸗ ja! 2. Wir hören noch das 3. Gott, was uns deine Gnadenwort vom Anfang Wahrheit lehrt, die unsern immer wieder fort, das uns[Glauben stärkt und mehrt, den Weg zum Leben weist; laß in uns bleiben, daß wir Gott sei für seine Gnad' dir von Herzen danken für gepreist! Halleluja! und für. Halleluja! Joh. Olearius. Adventslieder. Mel.: von Gott will ich nicht lassen. 6 Kö⸗ nig kommt her ⸗ an, sei⸗ ner Wun⸗der⸗ bahn: Ihr Chri⸗sten, eilt her⸗ Ho⸗si⸗ an⸗ na sin⸗gen in heil 2. Auf, ihr verzagten Herzen, der König ist gar nah. Hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf' erweisen, ja töten gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch. Er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich: der über alles wacht, der wird auch euch ernähren; was Men⸗ schen nur begehren, das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Hoch⸗ betrübten, der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird nicht Angst noch Pein noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gna⸗ den läßt seine Kinder sein. 5. Auf, eilt mit schnellem Schritte, den König selbst zu sehn. Er kommt in eure Mitte stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. Adventslieder. 6. Der König will be⸗ 7. Nun, Herr, du giebst denken uns, die er herzlich uns reichlich, wirst selbst liebt, mit köstlichen Geschen⸗][doch arm und schwach; du ken, als der sich selbst uns liebest unvergleichlich, du giebt im Wort und Sa⸗ gehst den Sündern nach: krament. Ja, König, hoch drum woll'n wir insgemein erhoben, wir wollen freu⸗ die Stimmen lassen klingen, dig loben dich bis an unser[dir Hosianna singen und End'. ewig dankbar sein. Joh. Rist. 18. Mel.: Der du das Los von meinen Tagen. Dein Kön⸗ nig kommt in nie ⸗ dern —*—— 0— J 7— 5— — ͤ—. ͤ 1 ̃ĩᷣͤ——̃ͤ—( 5.* Hül⸗ len, ihn trägt der last⸗ bar'n Es'⸗ lin 3 E E Fül⸗ len, em⸗ pfang ihn froh, Je- ru⸗sa⸗ 4 ——— 5—— 5 F———— —.————— lem! Trag ihm ent ⸗ge⸗ gen Frie⸗dens⸗ l- men, be⸗streu den Pfad mit grü⸗ nen 3 5 22—— Adventslieder. 2. O mächt'ger Herrscher auf den empörten Triften ohne Heere, gewalt'ger Käm⸗ des Lebens neuen Bund zu pfer ohne Speere, o Frie⸗ stiften und schlägst in Fes⸗ densfürst von großer Macht! seln Sünd' und Tod. Es wollen dir der Erde Her⸗ ren den Weg zu— 5. O Herr von großer Throne sperren, doch du 95 2* o komme ; ö du auch jetzt aufs neue zu gewinnst ihn ohne Schlacht. uns, die wir sind schwer 3. Dein Reich ist nicht verstört. Not ist es, daß von dieser Erden, doch alle du selbst hienieden kommst, Erdenreiche werden dem, zu erneuern deinen Frieden, was du gründest, unterthan. dagegen sich die Welt empört. Bewaffnet mit des Glau⸗ N bens Worten zieht deine 6. O laß dein— auf Schar naß din rie Orka e lt hi 8 t N a f n lösch der Zwietracht Glim⸗ dir Bahn.. 5 men aus, daß wir, die 4. Und wo du kommst Völker und die Thronen, dahergezogen, da ebnen sich vereint als Brüder wieder des Meeres Wogen, es wohnen in deines großen schweigt der Sturm, von Vaters Haus. dir bedroht. Du kommst,— Friedrich Rückert. 19. Mel.: von Gott will ich nicht lassen. 2 2 1610. 0 FETT EE——ä Er⸗ hebt den Herrn, ihr From⸗ men, er Der Hei ⸗ land ist ge⸗ kom⸗ men, der hält, was er ver⸗spricht. Völ⸗ker Trost und Licht. Gott, der uns nicht ver⸗ hat uns zum Heil und Le ⸗ ben selbst E 2 1— 7125 2 P 2 3 FE sei⸗nen Sohn ge⸗ge⸗ben; durch ihn sind wir er 15st 0 Fysg7 wolche Gua 7 Ia hisft ey gern aus 2. Erlöst, o welche Gnade kann, da hilft er gern aus nat uns dor Gore 5 G 1 foren Soo. hat uns der Herr erzeigt! 1 he Dee⸗ rr 1 g 7 2 ö 2 6 lenschader* ni ihn 8 7* De 1 5 1 b reund n⸗ 1 ö uns, tti 1 v relku 2 N t 1 me, ttes Sohn sich l— 5 1 Sohn 1 Heil r Sünder Ire Er kam zu uns auf Zuversicht. Drum komme am zu uns auf zuve Orum kommen Erden in armer Knechts⸗ wir zu dir, hilf uns aus estalt, voll Mühe und Be⸗ allen Sünden, hilf glücklich schwerden war hier sein Auf- überwinden! Denn dein, o enthalt r ihn nen Herr, sind u Macht enthielt er sich mit 3. Bei d teht unser Freuden, bis er durch To⸗ Leben; zu unserm ew'gen desleiden sein großes Werk Heil hast du dich hingege⸗ vollbracht. ben; gieb uns am Himmel 4. Er hat's vollbracht; Teil! Laß uns dir folgsam o bringet Gott euren Lob⸗ sein; was wird uns, Herr, gesang! Erlöste Menschen, dann fehlen? Dann wer⸗ singet dem Mittler ewig den unsre Seelen sich Got⸗ Dank! Wo niemand helfen tes ewig freun. F. S. Diterich. l.: Aun danket alle Gott. Er ist ge⸗kom⸗men, er, auf den die Vä⸗ ter und län⸗ger dür⸗fen wir nun kei⸗ nes an⸗ dern 2 Adventslieder. 8 harr⸗ ten, 2 war⸗ ten. 8 Er, der Pro⸗ phe⸗ten Wunsch, der 2— 5 da; ha 2. Uns ist der Sohn ge schenkt, er, welcher kommen sollte, der Völker Licht sein, der uns erlösen wollte. Er ist erschienen, dankt! Bringt Ruhm* Ehre her! Wer if wer Immanuel, als er? 3. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den Ein⸗ gebornen, des Vaters Herr lichkeit, den Retter der Ver⸗ lornen, Reuevollen Trost. ünder, nehmt ihn an, ist allein der Herr, der selig machen kann. 4. Gott ist mit uns, nun hört der Arme seine Lehren; was er lehrt, ist Heil. die Tauben hören, zu der Ihr S er Er ist's, 1 2 —— — Gott sei Dank durch al-le 2 Lelt, sieht und schaut 1 Gott hinauf, ank zu gehn, 0 der Lahmen Füße die Toten stehen auf. Er ist gekommen, uns dem Vater zu versöhnen d f die tbigen zu krönen. Gott ist mit uns, er will die Traurigen erfreun, er will der Kraft, der Müden Stärke sein. Schwachen Stärke 6. Gott ist mit uns, er ist's, auf den die Väter harr⸗ ten. Lobsingt! wir dürfen nun nicht eines andern war⸗ ten. Er schließt den Him⸗ mel auf, er nimmt die Sün⸗ der an. Frohlockt und betet ihn und 8 an! r. Cramer. feinen der Heiden * der sein Wort be⸗ Adr Sehnen war, und was einst prophezeit, ist in Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und 1 Abrams Lahn 58 Heil Faftag orums Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der verheißne Wunderheld hat sich treulich eingestellt. 4. S moi pi nig, ein, es gehöret dir allein; mach es, w du gerne thust, rein von al Adventslieder. stän⸗dig hält und der Sün⸗der Meinen Jesum l 1 I e meinen schwach und blöde bin und des Satans Macht und List mir zu groß und furchtbar ist. Sinn, weil ich Tritt go S T= 8. Tritt ker Sch ange N E 0 1 7 1 tar ibe ugethan 12 5 1* Daf n di 0 chtig wie⸗ . f 5 1 Ist dir aß ich nicht. kommt in on ein ⸗ge⸗zo⸗gen. 8 e 8 5 streu⸗ et Pal⸗men, setzt ihm tau⸗send Eh- ren⸗bo⸗gen, 0— ma⸗chet Bahn, daß er Ein⸗ zug hal⸗ten kann 2. Hosianna! hocherfreut ver n deinem Scepter gehen wir dir, Herr, ent⸗ dienstbar sein; herrsche du egen. Unser Herz ist schon in uns allein. d 5. Hosianna! steh uns jen. Zeuch zu unsern bei; o Herr, hilf, laß wohl⸗ Thoren ein; du sollst uns gelingen, daß wir ohne willkommen sein. Heuchelei dir das Herz zum 3. Hosianna! Friedens Opfer bringen. Du nimmst iir Ehrenkönig, Held im einen Jünger an, der dein 4 Streite, alles, was du brin⸗ Kreuz nicht tragen kann. gen wirst, das ist unsre 6. Hosianna nah und Siegesbeute. Deine Rechte fern! eile, bei uns einzu⸗ bleibt erhöht, und dein gehen. Du Gesegneter des Reich allein besteht. Herrn, warum willst du 4. Hosianna! lieber Herr, draußen stehen? Hofianna, vir sind deine Reichsgenos⸗ bist du da? Ja, du kommst. sen, ach, so gieb zu deiner Halleluja! Ehr', daß wir allzeit un⸗ Benj. Schmolc Eigne Melodie. 1 I 7 S ——— Herr der Herr lich⸗keit, ein Kö⸗ nig al ⸗ ler i Adventslieder. 0 24. Mel.: von Gott will ich nicht lassen. 1 Ni Ernst, o Men⸗schen⸗ kin ⸗ der, das da ⸗ mit das Heil der Sünder, der 5 Herz in euch be⸗stellt, wun⸗der⸗ star⸗ ke Held, den Gott aus Gnad' all⸗ 7 r 44 1 . ———— e—— ein der Welt zum Licht und Le ben ver⸗ —— 2 f sprochen hat zu ge- ben 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht eben alle Pfad', die Thäler all' erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, machet grad. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde bei al⸗len keh⸗re ein! geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen in dieser heil'gen Zeit aus Güte und Er⸗ barmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch i in mein Herz hinein; ich eile dir entge⸗ gen und will für deiner Segen dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo. 1 25. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. + —— 0. 8 2— 1 +—— 1—ů—v— r Nun jauch⸗zet all', weil un⸗ ser Heil ihr From⸗ men, in ist kom ⸗ men, der Adventslieder. 5 3 2— J f FS die⸗ser Gnaden⸗zeit, Herr der Herrlich⸗keit; 9 4——— rr. t———— 8 D—— mäch⸗tig zu ver⸗hee⸗ ren und gänz⸗lich zu zer⸗ zwar oh⸗ ne stol⸗ze Pracht, doch stb ⸗ ren des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine 4. Ihr Armen, voll Be⸗ Krone sucht er auf dieser schwerden in dieser bösen Welt; im hohen Himmels⸗ Zeit, die ihr auf dieser Er⸗ throne ist ihm sein Reich den müßt haben Angst und bestellt. Er will hier seine Leid, seid dennoch wohlge⸗ Macht und Majestät ver⸗ mut, laßt eure Lieder klin⸗ hüllen, bis er des Vaters gen, dem König zu lobsin⸗ Willen im Leiden hat voll⸗ gen, der euer höchstes Gut. bracht. 5. Er wird nun bald 3. Ihr Mächtigen auf erscheinen in seiner Herr⸗ Erden, nehmt diesen König lichkeit und euer Leid und an, wollt ihr bewahret wer⸗ Weinen verwandeln ganz den und gehn die rechte in Freud'. Er ist's, der Bahn, die zu dem Himmel helfen kann; macht eure führt; sonst, wo ihr ihn Lampen fertig und seid stets verachtet und nur nach Ho⸗ sein gewärtig, er ist schon 55 trachtet, des Höchsten auf der Bahn. Zorn euch rührt. Mich. Schirmer. Sei mir w Es- lend her zu 9 Ich 5 1 17 cht daß d F und Ehre giebst ja selbst eigen wirst.:: 3. Ach komm, du edler Gottesheld, komm in! Her die 1 willst mein Bruder sei mal, mein Freund rter Gast, mir ꝰ 1 der Sünden Jock Erdenlust und: 6. Mit Demut schmücke i r meine Sünden hin.:, 7. Auf! machet B nen, so gut es kann und weiß 1 1 ü N 7 1d roh 10 1 1** 1 4 S Le 1 den In ke * 74 8 mich los; ich stand t Schanden, 1 machst mick verzagt, ihr habet e Hülfe vor 1 Thur; Pe Herzen labet und tröstet steht allhier. T Ihr hemühe bemühen, ürft euch nicht noch sorgen Tag Va 7 7 und Nacht, wie ihr iht wollet ziehen mit eures Ar nos JJ Nit k ist vol und Lust, all t und Not zu stillen ihm an euch bewußt. Weihnachtslieder. 8. Auch dürft ihr nicht Augenblick. Er kommt, er erschrecken vor eurer Sün⸗ kommt, ein König, dem denschuld; nein, Jesus will wahrlich alle Feind' auf sie decken mit seiner Lieb' Erden viel zu wenig zum und Huld. Er kommt, er Widerstande sind. kommt den Sündern zum 10. Er kommt zum Welt⸗ schaff daz 5 23 gerichte, zum Fluch dem, Kindern verbleib ihr Er b der ihm flucht, mit Gnad' 3 Teil und süßem Lichte dem, der l ihn liebt und sucht. Ach 9. Was fragt ihr nach komm, ach komm, o Sonne! dem Dräuen der Feind' und führ uns allzumal zum und ihrer Tück'? Der Herr ew'gen Licht, zur Wonne wird sie zerstreuen in einem in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt. III. Weihnachtslieder. 28. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. 33633333303 Al ⸗ so hat Gott 3— Welt ge- liebt, daß er aus frei⸗* Trieb uns sei⸗ nen———— 5 ———————— 2 3535CCCCCCCCCCCTCT0T0TT Hei⸗ land g giebt. Wie hat uns Gott so lieb! wie FFT 1 ———— 8 hat uns Gott so lieb! * 2. Was sein erbarmungs⸗ voller Rat schon in der Ewigkeit für unser Heil beschlossen hat,:,: vollführt er in der Zeit.:, 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segß⸗ nen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, ,: doch ohne Sünde, an.: ,: 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, ,: wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Aller⸗ höchsten, wirst auch mir Rat, Kraft und Held, mein Retter und mein Friede⸗ 29. Mel.: Aus meines Weihnachtslie der. fürst, 5 das Heil der gan⸗ zen Welt 6. Was 5 zur Selig⸗ keit gebricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöh⸗ nung, Leben, Trost und Licht,„ das hab' ich nun in dir.:,: 7. Dein Mangel wird mein Schatz und Teil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, ù: gewinn' ich Herr⸗ lichkeit.:: 8. Gelobt sei Gott, ge⸗ lobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! ,: Erheb ihn, Christenheit!:,: Heinr. Corn. Hecker. Jerzens Grunde. Der heil'- ge Christ des freun sich al ist kom ⸗ men, der le From⸗ men am teu⸗ re Got⸗tes⸗sohn; höchsten Himmelsthron. prei⸗sen hoch und lo⸗ Auch, was auf Er⸗der 2 ben mit al⸗ len En ⸗ geln 1 Nack Sünde liegt 1 1 1 15 Herz en erlöst ist Herz 0 nicht mehr Nun sind die Kinder verwaist und besworten: vaterlos; Gott rufet f 6 hr Kinder, U 6 30. Mel.: vom er — 2 ä 2 1— 4 6 6 2 2 1—— 5 Dies ist der Tag, den Gott ge⸗-macht; sein 3 1 75 2 2—— 41 J* 25 77 ö 2 2 2 9 8 7 0** 7—* 9 w in al⸗ ler Welt ge⸗dacht! Ihn prei⸗ se, wa 4— 8* D 1 2 4—— 2— im Him⸗mel und auf Er ⸗ den ist von ihrem den, durch Buß Glaub' aus C n gehr in den Himm in 4. Dr freuet euch un Kinder 1 euch* Vater weiset heil'ge Christ ist da. Er ruft euch mit süß insgemein ßen Lie Geöffnet sind Gott von sein 1 Myn 0 dies Wun ** 1 1 o 1 will, so steht eist vor Ehrfurcht till; er betet an und er 7 tro 5 mißt, d ottes Lieb endl 4 4 Herr zu der iakei 1 keit erniedrig 201 Anu r Fehn. der Zeit, nimmst selbst unsrer Mensck teil, inst im Fleisch und 7 8 7 ingst uns Heil — 2 8 0 Vein Kön f fammt zu dir Ich kom 1 1 zu Dit.„u nil 7 im Buche steht von m ott, deinen Willen hu gern.“ Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 0 H der du Mens 9 boren wirst, Immanuel nd Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst dun yunder 11 1 1 2 der Hier und Gattes ider hier, K ottes Ki edge pal— 8. Gedanke vol e⸗ stat, wie wird durch dich erhöht! Wie w das Herz durch 1 e 8 1 Fas 18, L Vas iat N* der der d za⸗ 1 1 in Ded Du nt sitz 1e 10 4 2. immo 87 10. Ja Uchzt, Himmn el, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein 14 Die 1 Lag, den Gott gemac cht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Je⸗ sum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert. 8 31. Mel.: O daß ich tansend Jungen hätte. * ä ———̃— 2 schie⸗ nen des die ⸗ nen, bringt gro- ßen Got⸗t Licht in mei⸗ ne Dun⸗kel⸗heit; 3 ———— 1— P 1— 0 .* 4— 2 2—— 5 5 5———— * 8 1 58 Him⸗melslicht t weicht 1 0 un⸗derttau⸗send Son⸗nen nicht. 8 Laß dich erleuchten, 4. Laß nur indessen helle meine Seele, versäume nicht scheinen dein Glaubens den Gnadenschein! Der und dein iebeslicht; mit Glanz aus engem Raum Gott mußt du es treulich dringt helle in alle Welt meinen, sonst hilft dir diese mit Macht hinein, vertreibt Sonne nicht. Willst du ge der Höll' und Sünde Macht, nießen diesen Schein, so des 3 und des Todes darfst du nicht mehr dun⸗ Na J in diesem Lichte kannst 5. Drum, Jesu, schöne du f ehen das Licht der vol Weihnachtssonne, bestrahle len Seligkeit. Wenn Sonne, mich mit deiner Gunst; dein Mond und Stern' verge Licht sei meine Weihnachts hen, vielleicht schon in gar wonne, und lehre mich die kurzer Zeit, wird dieses Li sel ge Kunst, wie ich, des Weihnachtsglanzes voll, in ne Lichte wandeln soll. Kasp. F. Nachtenhöfer mit seinem Himmel und d 3 1 1 u we⸗sent⸗li⸗ ches Wort, von 8 fang her ge⸗ du, Gott von Gott ge zeugt, von—.— er⸗ . . 1 4 17 110 1 A 1 zum Heil Sn mein Herr Je ⸗su Christ: will⸗kom⸗ men, der du mir ist. 2. Was hat, o Jesu, 4. Laß ja nichts in mir dich von Anfang doch be sein, was du nicht hast wogen, was hat vom Him geschaffen, reut alles Un melsthron dich in die Welt kraut aus und brich gezogen? Ach, deine große Feindes Waffen; was bös Lieb' und meine große Not ist nicht von dir, das hat hat deine Glut entflammt, der Feind gethan: du aber die stärker als der Tod. führe mich, o Herr, auf 3. Gieb, daß ich dir ebner Bahn. zum Dienst mein ganzes 5. Das Leben ist in dir Herz ergebe, auch dir allein und alles Licht des Lebens: zum Preis auf dieser Erde mein Gott, laß deinen Glan; lebe; ja, Jesu, laß mein an mir nicht seir vergebens! Herz ganz neu geschaffen Weil du das Licht der sein und dir bis in so sei mein Lebenslicht den Tod gewidmet sein Jesu, bis mir dort dein allein. Sonnenlicht anbricht. Laurentius Lo Urentii 22 .———— ͤ— r- mun⸗itre dich, mein schwa⸗cher Ge n Kind, das E- wig ⸗ va ⸗ ter heißt 1 1 . S ten, Held aus as Lie Hei n Erden, komm elend in mein Her deine komm, 8 ich*. 5 die nelreich in lasten 5. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, von mir gesunge ja selbst dein teures dir daß du worden bist und hast die Welt bezwun⸗ i 5 ich deine 4. O großes Werk, in dieser Gnademgeit und mög' hernach dort oben in Ewig⸗ nie gefunden! Heiland hergebracht, lles überwunden, keit dich loben. Weih nachtslieder. Eigne Melodie. 15 W g—— Es ist ein' Roß ent⸗ b gen aus als uns die Al ⸗ ten sun- gen, von 5 233 ——— ei⸗ ner Wurzel zart, 7 8 . 1% J. und h ein Jes⸗se kam die Art Blümlein b bra acht mit ⸗ ten im kal⸗ten Win⸗ ———— — ter wohl zu der hal ⸗ ben Nacht. 2. Das Röslein, das Aus Gottes ew'gem Rat ich meine, davon Jesajas hat sie ein Kind geboren sagt, hat uns gebracht alleine wohl zu der halben Nacht. ich mich denn grämen. Marie, die reine Magd. 28 39. Mel.: Warum sollt' 1 1.—.— Fröh ⸗ lich soll N sprin. 3 4 . G.—— 1666. sin⸗ gen. H ört, hört, — vol⸗ len Chö⸗ 3 wie in wie⸗der⸗ hallt: Chri⸗stus ist 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Got⸗ tes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 3. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir beut sich an, unser zu werden. Gottes Lamm will für uns sterben und bei Gott für den Tod Heil und Fried' erwerben. 4. Nun er liegt in sei⸗ ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch suält; was euch fehlt, bring' ich alles wieder. gethan Heil Krippen, ner 5. Ei, so kommt nun ohn! Verweilen, stellt euch ein, groß und klein, laßt zu ihm uns eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern icht und Labsal gönnet. ge ren. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wah⸗ ren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt be⸗ schwert im Herzen, wer seine Sünd' und Gewissensschmerzen, sei ge⸗ trost; hier wird gefunden, der da heilt unverweilt auch die tiefsten Wunden. 8. O mein Heil, laß dich umfangen, laß an dir, meine Zier, unverrückt mich han⸗ gen! Du bist meines Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben 9. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich heimfah⸗ ren. Mit dir will ich end⸗ lich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. im 11877 empfind't — ä— Weihnachtsli eder. Eigne Melodie. Vorrefo rmakorische Ge- lo ⸗ bet seist du, 7= su Christ, . das ist wahr 5 ———— Hal ⸗ le ⸗ lu ⸗ 2. Des ew'gen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen find' in un⸗ ser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Halleluja! 4. Das ew'ge Licht geht da nieht der Weft — 1 rl ein' n Bchein leucht't wohl ten in der Nacht und uns des Licht Kinder mack 22 1— B ————— daß du Mensch ge bo⸗ren bist 4 „des freu⸗et sich von ei⸗ ner Jungfrau, 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast der Welt hier ward und führt uns aus dem Jam merthal, macht Erben uns im Himmelssaal. 5 6. Er ist auf men rden kom⸗ arm daß er unser sich erbarm' und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, i sein' groß Fr 77., Weihnachtslieder 6 91. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen König. 4 2 0 nder 168). 222————— 5—(—27— —————— Jauch⸗zet, ihr Him ⸗ mel, froh⸗ lok let, ihr Sin⸗ get dem Her- ren, dem Hei⸗ land der * 3 —ů— K—0 ——— 1— En ⸗ gel, in Chö⸗ ren!— — l g Se⸗ het doch * zu Eh ⸗- ren! ö ö — e —— 1— BB — 7 — wil 9 zu den Ver 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Ender Erden! Gott und der Sün⸗ der, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud' wird uns verkün⸗ diget heut. Freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd'; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis der so freund ⸗ lich, lor- nen —— *—5 g sich keh⸗ ren. verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? Du willst dich sel⸗ ber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken. Sollt' nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Weihnachtslieder. Herze in Liebe verbinde, du mit dir, der du mich lie sollst es sein, den ich er⸗ bend erkoren! wähle allein; ewig entsag' 8. Menschenfreund Jesu, ich der Sünde. dich lieb' ich, dich will ich 7. Treuer Immanuel, erheben; laß mich doch ein⸗ werd' auch in mir nun zig nach deinem Gefallen geboren! Komm doch, mein nur streben! Gieb mir doch Heiland! denn ohne dich bin bald, Jesu, die Kindes⸗ ich verloren. Wohne in gestalt, um dir alleine mir, mache ganz eins mich leben! 38 1 e h liehe Hpig 5 5 30. Mel.: Mun freut euch, lieben Ehristen g'mein 1524 55. A— 3.—.—-— Ich steh' an dei⸗ ner Krip⸗ pe hier, o Ich sie he, bring' und schen-ke dir, was 5 .. r 46— — 2 1— Je ⸗ su, eil* du mir hast ge ges ben. ————ů——¾— 2— 1. ———— 1 hin, es ist mein Geist und Sinn; Herz, 2—. 2 2 ——.— 2 0 5—— 1— 5— 2 5 f 4 5 3 Seel' und Mut, nimm al les hin und 2. Du hast das H mir ganz mir erfüllt mit deiner und mage Güte; dein schöner Glanz könn t Hat stet 1 1 non Iersie 1 son“ dein liebli ich Bil d liegt stets aus meinem Herzen lasser 3 Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh' ich dich kannt', erkoren. Eh' ich durch Gottes Hand gemacht, da hast du schon an mich gedacht, wie du mein woll⸗ test werden. 4. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die den werten Schein des Glaubens schickt ins Herz hinein, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freu den an und kann nicht satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, so bleib ich sinnend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär' und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 2 ä— Lobt Gott, ihr Chri⸗ sten, all 3 ———— — ͤ—— 2 sei- ner Gna⸗de T Weihnachtslieder. hron Er sch 6. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, ich tilge deine Sünden; was trauerst du? bin ich doch dein; nun sollst du guten Mutes sein: ich heile deine Wunden. 7. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Lebens Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Trost und Freud' durch dein selbst⸗ eignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 8. Eins aber, hoff' ich, wirst du mir, mein ei⸗ land, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß es deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt. Eigne Melodie. 1—— zu ⸗ gleich vor Him⸗mel⸗reich und schenkt uns sei⸗ nen Sohn und 2. Der Sohn kommt aus des Vaters Schoß, der Menschen Heil zu sein; er wird ein Mensch und arm und bloß,, uns ewig zu mit mir, erfreun.:.: 3. Er kommt zu uns, nicht mit Gewalt noch Ho⸗ heit angethan; der Knechte niedrige Gestalt: nimmt unser Heiland an.:,: 4. Dort lag er an Ma⸗ riens Brust; ein schwaches Kind war er, er, aller Himmel Lob und Lust, ,: er, Davids Sohn und Herr.:,: 5. Aus Davids Stamm entsprießt der Held; Gott giebt die Seligkeit durch auf die Thür Eigne Melodie. ihn und stiftet in der Welt 25; sein Reich, die Christen⸗ 1 6. Er wechselt wunderbar wird Mensch und nimmt zugleich mein Elend an und giebt dafür:,: mir seines Vaters Reich.: ,: 7. Mich zu erhöhn, wird er ein Knecht; das mag ein Wechsel sein! Preis ihn, mein glückliches Ge⸗ schlecht! ,: Er und sein Heil ist dein.:,: 8. So schloß er wieder zu Gottes Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür. ,: Gott sei Lob, Ehr' und Preis!:,: Nach Nik. Herman. 1539. 2 f——— 2—— 3 1 „Vom Him⸗ mel hoch, da komm' ich her, ich 2 . ten — von ich sing'n und 9 2.„Euch ist ein Kind⸗ lein heut gebor'n von einer Jungfrau auserkor'n, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur' Freud' und Wonne sein.“ 3.„Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Not. Er will eu'r Heiland selber sein, von allen Sün den machen rein.“ 4.„Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewig⸗ lich.“ 5.„So merket nun das Zeichen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind ge⸗ legt, das alle Welt erhält und trägt.“ 41. 8 7 2 Wir sin ⸗gen dir, Im ich so sa⸗ gen will.“ 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn ver⸗ ehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir wie ich immer danken dir? 8. Ach mein herzliebster Jesu Christ, mein's Her⸗ zens Thür dir offen ist, mach du es ganz von Sün⸗ den rein und laß mich deine Wohnung sein. 9. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen gen Sohn! Des freuet sich der soll Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Dr. Mart. Luther. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Nik. Hermann. 1560. 2 du Weihnachtslieder. Tel 1 E 1— 5 ä. Le⸗ bens⸗fürst und Gna⸗ 2 du Him⸗mels⸗ . N 13 7 1 —— 5—— 1 3 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', daß du, o längst gewünschter Gast, dich nunmehr ein⸗ gestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht, auf dich gehofft so lange Jahr' der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4.„Ach, daß der Herr aus Zion käm' und unsre Bande von uns nähm'! Ach, daß die Hülfe bräch' herein, so würde Jakob fröhlich sein!“ Halleluja! 5. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in der Krippe deine Ruh', bist klein und machst doch alles groß, du schmückst die Welt und kommst doch bloß. Hal⸗ leluja! - ler Herrn! Hal ⸗ le g 1 lu ⸗ ja! 6. Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Halleluja! 7. Du bist der Ursprung aller Freud“ und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Men⸗ schen feind. Halleluja! 8. Ich aber, dein gering⸗ ster Knecht, ich sag' es frei und mein' es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will' ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! Neufahrslieder. 10. So fass' ich dich denn will, so viel dein Geist mir ohne Scheu, du machst mich giebt, stets dienen dir, wie alles Jammers frei; du dir's beliebt. Halleluja! trägst den Zorn, erwürgst 4 0 7 2 J 0 i Hal⸗ den Tod, verkehrst in Freu!“„12. Ich will dein Hal all Angst und Not. Hal⸗ leluja hier mit Freuden leluja! Il singen für und für, und dort in deiner Herrlichkeit 11. Du bist mein Haupt, soll's schallen dir in Ewig⸗ und wiederum bin ich dein keit. Halleluja! Glied und Eigentum und Paul Gerhardt. IV. Neujahrslieder. 42. Mel.: vom Himmel hoch, da komm' ich her(s. Nr. 40). 1. Das alte Jahr ver 4. Hilf, daß wir fliehn gangen ist; wir danken dir, der Sünde Bahn, mit neuer Herr Jesu Christ, daß du Lieb' dir hangen an; der in Not uns und Gefahr Sünd' des alten Jahrs behütet hast so manches nicht denk, ein gnadenreich Jahr. neu Jahr uns schenk. 2. Wir bitten dich, du 5. Hilf christlich leben ew'ger Sohn des Vaters stetiglich, in dir einst ster⸗ in dem höchsten Thron, du ben seliglich und darnach wollst dein' arme Christen⸗ fröhlich auferstehn und mit heit bewahren ferner allezeit. dir in den Himmel gehn, 3. Entzeuch uns nicht dein 6. Zu loben und zu prei⸗ heilsam Wort, das ist der sen dich mit allen Engeln Seele höchster Hort; vor fal- ewiglich. O Jesu, unsern scher Lehr', Abgötterei behüt Glauben mehr zu deines uns, Herr, und steh uns bei. Namens Lob und Ehr'. Steuerlein und Tapp. Neujahrslieder. : Herzlich thut mich verlangen. 1601. 3 2 92 3 4 P—— a— 7 J 1 1— Das Jahr geht still zu En ⸗ de, nun In Got- tes treu-e Hän⸗ de leg' 2——— —————̃ͤ— DDr 2 1—— sei auch still, mein Herz. dies Jahr min o, was Bahr Ul ich nun Freud' und Schmerz 28 2 8 N 8 DEV 1.*— ———.—„— 9 9 II* 1 ——— 2 1 222——ů— 2 2— schlos⸗sen, was Gott der Herr nur weiß, die 9— 5 22 7 1———— 5 EE TTT r E..——— Thrä⸗nen, die ge⸗flos⸗sen, die Wunden, brennend heiß. 2. Warum es so viel 4. Hier gehen wir und Leiden, so kurzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr ge⸗ liebt? So manches Aug' ge⸗ brochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du ar⸗ mes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde uns nicht die Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im sel'gen Himmels⸗ zelt; wir sehnen uns hie⸗ nieden dorthin ins Vater⸗ haus und wissen's: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Ge⸗ hen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit sel'ger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. Neujahrslieder. 6. Hilf du uns durch die matwärts. Und ast es uns Zeiten und mache fest das[hienieden so öde, so allein, Herz; geh selber uns zur o laß in deinem Frieden Seiten und führ uns hei⸗ uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin z Du Gott, du bist der Herr der Zeit und laß mich auch jetzt mit Freu dig ⸗keit dein auch der E⸗ wig kei ten; Ein ho- hes Lob ver brei ⸗ ten. 2 n 7 2 - ber-mal da- hin. Wem — ͤ———— 8 dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur 22———— ———— 1 1— N— 2 4 2 1 1 7 8 l 1 5 — 8 27 7 1 dei er Gnad' und G tt 2. Dich zer, dich bet 3. Herr, ewig währet ich an; d ergeben; dir ich mich deine Treu', uns gnädig ir, den kein Wech⸗ zu begegnen; mit jedem sel treffen kann, vertrau' Morgen wird si neu, mit 10 ich froh mein Leben. Wir Wohlthun uns zu segnen. blühen und vergehn durch Mir ist kein Augenblick be⸗ dich; nur du bist unver kannt, in dem nicht deine änderlich, du warst und Gnadenhand mich treu be⸗ bist und bleibest. hi 2 hätte 4. Du hast auch das ver⸗ flossne Jahr mich väterlich geleitet und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich; aufs neue, Gott, er⸗ geb' ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die ge⸗ häufte Schuld von den verflossnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld durch Christum ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohl⸗ gefallen! 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln; laß täglich mich gewissenhaft mit mir und 45. 1. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott Lob! gedrungen; dies Jahr ist nun dahin. Dir, Gott, sei Lob gesungen! Be⸗ wegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Neujahrslieder. meine Zeit Mel.: Herzlich thut mich andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Mut, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um bessre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Den Engeln bin ich ja ver⸗ wandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! O reize selbst mich, recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. 8 J. S. Diterich. verlangen(s. Nr. 43). Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, hast reichlich mich getröst't; dich lass' ich ferner walten, wenn Un⸗ fall mir zustößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gieb, daß ich nichts verühe, was irgend wider dich. Will' ergeben, nicht mehr mein, mein ganzes Leben eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Dir ist mein ja, er ist dieweil dein Verfolgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? Auch dann gehorch' ich dir. 5. Soll ich verlassen le⸗ ben? Herr Gott, dein Wille gilt Soll ich in ugsten schweben? Meir Heiland, wie du willt. Soll ich Krankheit leiden? gehorsam sein. 46. Mach's mit mir . Neujahrslieder. Got Jahr geht nach dem möch ⸗te doch der trä von hinnen scheiden? Herr, dein Will' ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen? Gar gern, o Gott, nein Licht. Soll mich die Höll' verschlingen? Ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet der Hölle Qual und Not, du aber bist versühnet durch deines Sohnes Tod. 7. Heut ist das Jahr be schlossen; Herr, deine Gnad' sei heut auf mich neu aus⸗ gegossen, mein Herz werd' auch erneut! Kgss' 1 die 1 5 er so werd' ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. 1 G. W. Sacer f nach deiner Güt' — 2— 1 gu ⸗ te Allein, wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blät⸗ ter fand. 3. Haut ab, den faulen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schlä get, komm, leg die Axt der Wurzel an, thu einen Streich, so ist's gethan. spricht er, Neujahrslieder. ö : Herr, ich habe mißgeh Allein der treue Hei⸗ land spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen! Trägt er bisher auch Früchte nicht, ich hoff' sie noch zu sehen Ach halt des strengen Ur⸗ teils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf. 9. So gieb in, lieber Heiland, Kraft, dies viel Frucht zu bringe laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jak. Rambach. Adel andelt 2. Was ich denke, was ich mache, das gescheh' in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein: geh' ich aus, wollst du mich leiten, komm' ich heim, steh mir zur Seiten. 3. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr', hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bit⸗ ten und mein Flehen auf zu dir gen Himmel gehen. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, sprich mich los von meiner hilf, daß sie mir nimmer schade Sünd'; und ich bald Verzeihung find'; du allein, mein Heil und Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin; sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin: stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd' und Tod nicht töten. 48. 1 Neujahrslieder. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 2 6. Zähle los mich Hoch⸗ betrübten, der ich nicht bezahlen kann; liebe mich in dem Geliebten; dein Sohn Jesus nimmt mich an; Jesus läßt mich nicht verderben, Jesus läßt mich nicht im Sterben. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich möge leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Laß mich armen Sün⸗ der ziehen deinen Weg der Frömmigkeit; laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand' und Unzucht meiden und im Kreuz geduldig leiden. 9. Jesu, laß mich fröh⸗ lich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist. 1 1674. —— 2 E 7——— . — Je⸗sus soll die Lo⸗sung sein, Je⸗su Na⸗me soll all ⸗ ein da ein neu⸗ es de⸗ nen zum Pa⸗ Jahr er⸗ schie⸗ nen; nie ⸗ re die⸗ nen, die in sei⸗nem Bun⸗ de stehn und auf 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in den Gemein⸗ den schallen; und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versöhnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 49. sei⸗ nem We⸗ ge gehn. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; ist er unser Leit⸗ stern hier, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam! sei Sonn' und Schild, wel⸗ cher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck. Mel.: Uun laßt uns Gott dem Herren. Nun laßt uns gehn und tre ⸗ ten mit Sin ⸗ gen und mit Be ⸗ 1 ä — 2 1*——— EE——— —— —— —— ten zum Herrn, der un ⸗ serm 4. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten Jahr zum neuen 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Not und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Un⸗ gewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be⸗ wahret werden: 5. Also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Trüb⸗ salswetter blitzen, in sei⸗ nem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Treiben, dein Aug' muß offen bleiben. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in allem Kreuz und Lei⸗ den ein Brunnquell unsrer Freuden. Neujahrslieder. Kranken, bare Jahre. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Treue, ein Herz, das dein sich freue. 10. Schleuß zu des Jam⸗ mers Pforten und laß an allen Orten auf Krieg und Blutvergießen die Friedens⸗ ströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnaden⸗ sonne scheinen. 12. Sei der Verlass'nen Vater, der Irrenden Be⸗ rater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ mut quälen. 14. Und laß vor allen Dingen uns deinen Geist durchdringen, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Dies alles wollst du geben, o meines Lebens Leben; dein Heil uns offen⸗ zum sel' gen neuen Paul Gerhardt. 2 1— 2 1 Wer rief die Sonn' und schuf den Mond, um Gott, wel⸗cher un ⸗ ser noch ver⸗schont, uns 5 . 5 1 5 a 2 1 2————— 5— E + 1 2 9——— 2 12 1 2 Tag und Jahr zu ge⸗ ben? 5 31 r ord⸗ net Jah⸗ re noch er- hält im Le⸗ ben. Jah ⸗ re, 6 E S———— E— + 1— 2 ä Tag und Nacht. Auf, laßt uns sei ⸗ ne 1 7 PHY a 4 1 f 7 5 27 * 3**— 9 Güt' und Macht voll fro⸗hen Danks er⸗ he ⸗ ben! 2. Herr, der da ist und 4. Gieb uns, sofern es der da war, dich rühmen dir gefällt, des Lebens alle Zungen; dir sei für Ruh' und Freuden; doch das verfloss'ne Jahr ein schadet uns das Glück der bene Lied gesungen für Welt und frommt uns eben, Wohlfahrt, Trost Kreuz und Leiden, so gieb und Rat, für Fried' und uns nur ein stilles Herz Ruh', für jede That, die und laß uns nicht in Not uns durch dich gelungen. und Schmerz die Glück⸗ 3. Laß uns dies Jahr lichen beneiden. gesegnet sein, das du uns 5. Hilf deinem Volke neu gegeben. Verleih uns väterlich in diesem Jahre Kraft, die Kraft ist dein, wieder. Erbarme der Ver⸗ in deiner Furcht zu leben. lass'nen dich, der Kirch' und Du schützest uns und du ihrer Glieder. Gieb Glück vermehrst der Menschen zu jeder guten That, es Glück, wenn sie zuerst nach fehle keinem Licht und Rat, deinem Reiche streben. hilf jedem unsrer Brüder. 4* 6. Gieb Weisheit und Gerechtigkeit und Sicher⸗ heit dem Throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; Epiphaniaslieder. daß bei uns Lieb' und Treue sei, dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. Fürchtegott Gellert. V. Epiphaniaslieder. 51. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich(s. Ur. 39). 1. Der Herr, der einst auf Erden war, uns her⸗ gesandt von Gott, der war ein Retter in Gefahr,:,: ein Helfer in der Not.:,: 2. Er zog umher von Haus zu Haus in niedri⸗ ger Gestalt, und eine Kraft ging von ihm aus, 7 die heilte jung und alt.: 3. Wer elend war, blieb vor ihm stehn und klagte ihm sein Leid; ein Wort, ein Blick, dann war's ge⸗ geschehn,„: aus Leid ward Herzensfreud'.:,: 4. O liebster Jesu, wärest du bei uns noch sichtbar⸗ lich, wir eilten alle auf dich zu: und hingen uns an dich:,: 5. Und sähn in aller uns⸗ rer Not vertrauensvoll dich an und horchten still auf dein Gebot,:, und alles wär' gethan.:,: 6. Doch, liebster Heiland Jesu Christ, wenn du auch gleich nicht mehr hier sicht⸗ bar auf der Erde bist, „ bist du doch unser Herr: 7. Und lebst und siehst uns gnädig an, bist bei uns für und für; der Himmel ist dir unterthan, 5 die Welt gehöret dir.: 8. Drum freuen wir uns herzlich dein und glauben festiglich, wie einst du warst, mußt du noch sein;„ im Himmel sehn wir dich.:,: 2 Mel.: Epiphaniaslieder. Schmücke dich, o liebe Seele. Joh 1 1649. 94— 12 1 2 1 0——.—. ————— 2 e 80 Hei ⸗ land, dei ⸗ Men ⸗schen⸗ lie ⸗ be die dein treu⸗ es Herz be⸗ wo ⸗ gen, 2 15 N E* war die Quel ⸗ le 4 ner Trie⸗ be, dich zur Erd' her⸗ ab⸗ ge⸗ dich mit zo ⸗ gen, dei ⸗ ner treu⸗ en 2. Über seine Feinde wei⸗ nen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blin⸗ den, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst ver⸗ zehren, für die Welt sein Leben lassen, wer kann solche Liebe fassen! 3. O du Zuflucht aller Armen! wer hat nicht durch dein Erbarmen Segen, Hülf' 12789 f— Men⸗schen⸗ lie ⸗ be! und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz ge⸗ brochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pfleg⸗ test du zu eilen, das Ge⸗ betne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, Kinder an dein Herz zu drücken, die Un⸗ wissenden zu lehren, die Ver⸗ führten zu bekehren, Sün⸗ der, die sich selbst verstocken Epiphaniaslieder. liebreich zu dir hin zu locken: ten, Drohen, Klagen andrer das, o Herr, war deine Schmach und Last zu tra⸗ Weise, das war täglich deine gen, allen freundlich zu be⸗ Speise. gegnen, die dich lästerten, 5. O wie hoch stieg dein zu segnen, für der Feinde Erbarmen, da du für die Schar zu beten und die ärmsten Armen dein un⸗ Mörder zu vertreten. schätzbar teures Leben in 7. Herr, laß deine Liebe den schwersten Tod gegeben, decken meiner Sünden Meng' da zur Marter du erlesen, und Flecken. Du hast das 2 5 U gewe⸗—— 5 Wie ie en und, den Segen zu ast du gestillet. Gieb, da erwerben, als ein Fluch hast wider seine Stürme deiner wollen sterben. Liebe Schild mich schirme. 6. Deine Lieb' hat dich Heil'ge meines Herzens getrieben, Sanftmut und Triebe, heil'ge sie durch Geduld zu üben, ohne Schel⸗ deine Liebe. J. J. Rambach. 33. Mel.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner. 1614. 2 4 2 4 8 f 2 2———— —— i N Herr Je ⸗ su, Licht der Hei ⸗ den, der wir kom⸗ men jetzt mit Freu ⸗ den durch S E From⸗men Schatz und Lieb„ 5 5 dei nes Gei ⸗stes Trieb in die ⸗ sen dei ⸗Bnen 6 Tem- pel und su chen mit Be ⸗gier nach 8 0 Si⸗ me⸗ ons E⸗xem⸗pel dich, Got⸗tes Sohn, all⸗hier. 2. Du wirst noch jetzt gefunden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläub'ge sich ver⸗ bunden auf dein Verhei⸗ ßungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis' auf Glaubens⸗ armen trage, wie einst der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, in Kreuz ein Gna⸗ denschein; wenn wir in Angst derzagen, sei uns ein Freu⸗ denstrahl, ein Arzt in Not und Plagen, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns . daß einst, wie imeon, ein jeder könne fingen den schönen Schwa⸗ nenton:„Mir werden nun 54. Mel.: 1. Jesu, großer Wunder⸗ stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen: nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, von dir selber habe und Epiphaniaslieder. wie ich's damit beschenket bin; so ist in Frieden die Augen zu⸗ gedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja, ich hab' im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du; uns schei⸗ den keine Schmerzen, nicht Angst noch Tod dazu. 6. Hier will es oft mir scheinen, du sähst mich stra⸗ fend an, daß ich vor Angst und Weinen dich kaum er⸗ kennen kann; dort aber wird's geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer kla⸗ res Licht. Joh. Franck. Meinen Jesum laß ich nicht(s. Ar. 48). dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen! Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu': ach, mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, 55. 1. O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög' werden zur ew'gen Selig⸗ keit. 2. Von deinem Reiche zeugen die drei aus Mor⸗ enland; vor dir die Knie sie beugen, weil sie dein Heil erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu auch Gottes Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. Mel.: 3. Du bist ein großer Kö⸗ nig, ein sieggekrönter Held, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron“, wohnst nicht in festem Schlosse, hast hier nur Spott und Hohn. Epiphaniaslieder. daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich spre⸗ chen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister. Valet will ich dir geben(s. Ur. 53). 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit; in deinem Reich regieret Güt' und Gerech⸗ tigkeit. Du wollst die From⸗ men schützen durch deine Allgewalt, daß sie in Frie⸗ den sitzen, die Bösen stür⸗ zen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimnt mich auf; schenk deine Güt' mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teu⸗ fel, Sünd' und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir ent⸗ zünden dein Wort, den schön⸗ sten Stern; halt falsche Lehr' und Sünden von mei⸗ nem Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich mei⸗ nen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behemb. Epiphaniaslieder. 8 56. Eigne Kelodie. 1 1788. . Wer ⸗de licht, du Stadt der Hei⸗den, und du, schau ⸗ e, welch ein Glanz mit Freu⸗ den ü⸗ber E 12—— 2—. 2——— 2 —.. wer de d Gott deinem Haupt an⸗bricht: 6 ges⸗sen, die im u. tern sind ge⸗ses⸗sen. 2. Ach, wie waren wir 5. Gieb, Herr Jesu, Kraft verblendet, ehe noch dies und Stärke, daß wir dir Licht brach an! Ja, da hatte zu jeder Zeit dienen und hat de⸗- rer nicht ver⸗ sich gewendet von dem Him⸗ durch Glaubenswerke folgen mel jedermann; unsre Augen in Gerechtigkeit und hernach und Gebärden klebten ein⸗ Aim Freudenleben heller als zig an der Erden. die Sterne schweben. 3. Gottes Rat war uns 6. Dein' Erscheinung laß verborgen, seine Gnade schien erfüllen mein Gemüt in uns nicht: Klein' und Große aller Not; dein Erscheinung mußten sorgen; jedem fehlt' lasse füllen meine Seele es an dem Licht, das zum auch im Tod: Herr, in rechten Himmelsleben sei⸗ Freuden und im Weinen nen Glanz uns sollte geben. laß mir stets dein Licht er⸗ 4. Aber wie hervorge⸗ scheinen. gangen ist der Aufgang 7. Jesu, laß mich end⸗ aus der Höh', haben wir lich gehen freudig aus der das Licht empfangen, wel⸗ bösen Welt, dein so helles ches soviel Angst und Weh, Licht zu sehen, das mir dort drob die Welt sich muß be⸗ schon ist bestellt, wo wir trüben, siegreich hat hinweg⸗ sollen unter Kronen in der getrieben. schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rist. Epiphaniaslieder. 57. Mel.: von Gott will ich nicht lassen. 3 2 1610. FE— 4 1——— 5— 1 + 1 2 5 2 7 1 7.— 7 1. 1— 12.—— 2— Wie treu, mein gu ⸗ ter Hir ⸗ te, gehst der sich von Gott—.— irr te, weil 4 1 3 2 555 D —— du dem Sün⸗der nach, 5 5 dein Licht ge ⸗ brach! Ach, e⸗ lend muß er 1—— 33S sein, wenn du nicht aus Er ⸗ bar⸗ men dich Tal f f P 325. aufmachst, um den Armen, den Blinden zu befrein. 2. Denn du bist nicht! 4. Du brauchtest Ernst gekommen zu richten, haft und Liebe, oft Glück, oft sogar die Straf' auf dich Züchtigung, daß ich nicht genommen, die uns gedro⸗ elend bliebe, zu meiner Bes⸗ het war. Kehrt einer um, serung. Dutamstund nahmst du trägst, daß er gerettet mich an mit ausgestreckten werde, ihn hin zu deiner Armen. Ach, daß ich dein Herde, die du bewachst und Erbarmen dir nicht vergel⸗ pflegst. ten kann! 3. Liebhaber unsrer See⸗ 5. O nöcht' ich meine len, mein Heil, mein bester Sünden nur schmerzlicher Freund, kann ich mir's wohl bereun, mehr deine Lieb' verhehlen, wie treu dein empfinden, dankbarer, besser Herz es meint? Wie such⸗ sein! Ach, Unentschlossen⸗ test du auch mich, als ich heit beim Zuge deiner in dürre Wüsten, verführt Gnade, welch ein Verlust von meinen Lüsten, aus und Schade für Zeit und Gottes Hut entwich![Ewigkeit! 4 Passionslieder. 6. Laß nichts dies Heil mein guter Hirt, mein Geist, mir rauben in meiner Pil⸗ zu dir erhoben, mit neuer grimschaft, gieb Festigkeit Kraft dich loben, dich ewig im Glauben, zur Tugend preisen wird! Ernst und Kraft, bis, o Nach Gottlob Adolph. VI. Passionslieder. 58. Mel.: Christus, der ist mein Leben. Melchior Vulpius. 1609. 9-4 1 2 1— LUA 1 4— 1 r 1 —.— 1 1 7 1 2 . 1 I. J 1 1— *— 1 0 E. 1 Ach Je ⸗ su Christ, dein Ster ⸗ ben, dein 9 4— 4 n 1 1—— 2 2 E ¼—T—K—..—— vx—Tʃ 2 22 2—— g a— gro⸗ ßer Spott und Hohn macht mich zum sel'⸗ gen — 0 a— —— F—— —. 1 9 1 1— * 0 9* 2 Er ⸗ ben der schö- nen Him⸗mels⸗kron'. 2. Ach laß mich deine 3. Hilf mir, daß ich der Liebe, dein heil'ges, teures[Sünde auch täglich sterbe Blut in reinem, frommem ab und einst den Himmel Triebe erkennen treu und finde, wenn ich geh' in gut. das Grab. — 59. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 1641. 3—— a —— 5——— —. Am Kreuz er- blaßt, der Mar ⸗ ter ⸗last, der 16 ser erst 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trüb⸗ sal Wetter. Sterben woll⸗ test du für mich, einziger Erretter. 4. Du hast's gethan; dich bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge⸗ trösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei hast dahingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen. Mein Er⸗ 60. — in dem Gra- be Frie⸗ de. löser wird mir einst Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des To⸗ des Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen, denn durch dich, Erlöser, ist's mir der seine Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, er⸗ forsche mich und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb' ermessen. Christoph Fr. Neander. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 2 1556. Der am Krenz ist mei⸗ ne Lie ⸗ be, mei⸗ ne Lieb ist dem ich treu zu sein mich ü⸗ be, weil er mein Er⸗ Passionslieder. 3525355— 2 ————— f* 2 2 5- sus Christ, ist. Was die Welt liebt, has⸗ set Gott; ser 2—— N —— S FF———— ih re Lie ⸗ be bringt den Tod. Je⸗sum will ich 55— 3—— nie be⸗ trü⸗ ben, mei⸗ nen Je- sum will ich 2. meine Liebe! am Kreuz ist Spötter, was befremdet's dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus Christus starb für mich: er hat mich mit Gott versöhnt, hat mit Gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben, meinen Jesum will ich lieben. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Ach, der Welt entsag' ich gern. Weh mir, wenn ich ihn betrübe, mei⸗ nen Heiland, meinen Herrn! Spräch' ich seinem Wort nicht Hohn? Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Jesum will ich nie betrüben, Jesum will ich lieben. 4. am Kreuz ist meine Liebe! Schweig, Ge⸗ wissen! Gott vergiebt. Dar⸗ um preist Gott seine Liebe, weil sein Sohn stirbt, der Der meinen 2— .—— lie⸗ ben. mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christ mir. Jesum will ich nie betrüben, meinen Jesum will ich lieben. 5. Der am Krenz ist meine Liebe! Ich veracht' um meinen Herrn, damit ich ihn nicht betrübe, aller Sünden Freuden gern. Von ihm scheidet keine Not, keine Marter mich, kein Tod: Jesum will ich nie betrüben, meinen Jesum will ich lieben. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Jesus, mein bewährter Freund! Wenn mein Leib wie Staub zer⸗ stiebet, dann werd' ich mit ihm vereint. Nach des Glaubens kurzem Streit seh' ich seine Herrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, ewig meinen Jesum lieben. Passionslieder. 61. el.: Die wir uns allhier beisammen finden. 5 Chr. Gregor. 1735. ESE g N——— Y— 1————— 2— 2 7— 8 0— Ei ⸗ nes wünsch' ich mir vor al⸗ lem an⸗ dern, Se⸗lig läßt's im Thrä⸗nen⸗thal sich wan⸗dern, f 7 1.— — 9 7—— 1 2 2* 2— 2—— .. 2 E.— 2 2 8 ei ne Spei⸗ se früh und späyt. wenn dies ei⸗ ne mit uns geht: un⸗ver⸗ rückt auf 4 4 8 4 W3W5WCCFC CCT 2— 7 2 1 92— 1——— ei⸗ nen Mann zu schau⸗ en, der mit blut'⸗gem —0 3— 8 B 2 2 7———— 1 7— . n—ů—— Schweiß und To⸗ des⸗ grau- en auf sein Ant ⸗ litz Tel 4 4 4 8 3 1 1— 7 7 ö S 2— N 2—— 4— 8 EN—v— 2 1 221 7 * nie⸗der⸗sank und den Kelch des Va⸗ ters trank. 2. Ewig soll er mir vor 3. Ja, mein Jesu, laß Augen stehen, wie er, als mich nie vergessen meine ein stilles Lamm, dort so Schuld und deine Huld. blutig und so bleich zu sehen, Als ich in der Finsternis hängend an des Kreuzes gesessen, trugest du mit Stamm, wie er dürstend mir Geduld, hattest längst rang um meine Seele, daß nach deinem Schaf getrachtet, sie ihm zu seinem Lohn nicht eh' es auf des Hirten Ruf fehle, und dann auch an geachtet, und mit teurem mich gedacht, als er rief: Lösegeld mich erkauft von Es ist vollbracht! dieser Welt. 4. Ich bin dein! Sprich du darauf ein Amen. Treu⸗ ster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesus⸗ namen brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles 62. Passionslieder. thun und alles lassen, in dir leben und in dir er⸗ blassen, das sei bis zur letzten Stund' unser Wan⸗ del, unser Bund. Albert Knapp. Mel.: An Wasserflüssen Zabylon. 1525. 9 5 1 92 3 2— 1 N— .... Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld der es geht und trä⸗ get in Ge⸗ duld die ——— .— Welt und ih⸗ rer Kin⸗ der; Sün⸗den al⸗ 2 Sün⸗der. Es geht da ⸗ hin, wird ——— f—— — ä 1*— matt und krank, er⸗giebt sich auf die Wür⸗gebank, ent⸗ E a- get al len Freu⸗ den; es nimmt auf sich Schmach, 5 3 f f— 4 —— 2— 7— 5 und— Angst, Schlä⸗ ge, Wun⸗ den, 12 f 1 N 11 2 6055 8 5 55 4 1 * 5 1 1 1 5. —— 2 J E f 1 2 2 1 . + ** Kreuz und Tod und spricht: Ich will's gern lei ⸗den. 2. Dies L der große Freund und Heiland unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sünden⸗ Lamm, das ist feind wählen. o Liebesmacht, was nie ein Mensch gedacht, und Sühner wollen O Wunderlieb', du kannst, Gott seinen Sohn abzwin⸗ gen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, dem die Felsen springen. 3. Solang ich lebe, will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz im Tode bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum in Ewigkeit ver schreiben. vor 4. Ich will von deiner Lieblichkeit Tage singen, bei Nacht und auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Es soll mein Lebensbach sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 5. Auf, armes Herz, be⸗ reite dich, dir soll ein Kleinod werden; kein Schatz, wie dieser, findet sich im Him⸗ mel und auf Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt mich selbst und allem, was dem Fleisch gefällt, ich hab' ein Bess'res funden: Herr Jesu Christ, mein Schatz und Gut ist dein für mich vergoss'nes Blut, das Heil in deinen Wunden. 6. Das will ich machen allezeit zu meines Herzens Weide; es sei mein Schutz in jedem Streit, in Trauern meine Freude, in Fröhlich⸗ keit mein Saitenspiel, und wenn mich nichts erquicken will, soll dies mein Labsal bleiben; im Durst soll's meine Quelle sein, bin ich verlassen und allein, soll's alle Angst vertreiben. 7. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wenn mich der Trübsal Hitze trifft, kannst du mir Schatten ge⸗ ben. Setzt Schwermut mei⸗ nem Herzen zu, so find' bei dir ich meine Ruh', wie auf dem Bett ein Kranker, und wenn des Lebens stür⸗ misch Meer mein Schifflein treibet hin und her, so bist du dann mein Anker. 8. Soll endlich ich nach dieser Zeit eingehn zu dei⸗ nen Freuden, so sei dein Blut mein Ehrenkleid, dar⸗ ein ich mich will kleiden; es soll sein meines Haup⸗ tes Kron', mit welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und 63. Passionslieder. dir, dem er mich anver⸗ traut, gleich einer wohlge⸗ schmückten Braut an dei⸗ ner Seite stehen. Paul Gerhardt. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. hat's gesprochen, das ew'ge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue ist ge⸗ brochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein; die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht't; o heil ges Wort: Es ist vollbracht! 7 3 Georg Neumark. 1657. EHENEA 1 9 2 8 1——— 2 2 2 5— Ä Es ist vollbracht! Er ist ver⸗schie⸗ den, der Frie ⸗de⸗fürst ent⸗schläft in Frie⸗ den, 2 * 0— 5 7 B mein Je⸗sus schließt die Au ⸗ gen zu; die Le⸗ bens⸗son ne geht zur Ruh PNC—— 5 — und sinkt in stil ⸗⸗ le To des⸗ nacht; 3 i ——— o gro ⸗ ßes Wort: Es ist voll⸗bracht! 2. Es ist vollbracht! Er 3. Es ist vollbracht! Mein Herz sei stille und fasse wie⸗ der frohen Mut; zum Him⸗ mel schrie der Sünden Fülle, doch stärker ruft des Hei⸗ lands Blut. Am Kreuz hat's Frieden uns gemacht; o Gnadenwort: Es ist voll⸗ bracht! Passionslieder. 4. Es ist vollbracht! Laß 5. Es ist vollbracht! Ich dich umfangen, du aller⸗ will mich legen zur Ruh' treuste Liebe du, nach der auf Christi Grabesstein; die die Engel selbst verlangen, Engel sind allhier zugegen, nimm auch in meinem Her⸗ ich schlummre sanft, wie zen Ruh', wo dir die Liebe] Jakob, ein; die Himmels⸗ Raum gemacht; o tröst⸗ pfort' ist aufgemacht; o lich Wort: Es ist voll⸗ Lebenswort: Es ist voll⸗ bracht! bracht! Sal. Franck. 64. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein.— A. 1 2 5 — — Herr Je ⸗ su Christ, dein teu ⸗ res Blut ist 98—— mei⸗ ner See⸗ le höch⸗stes Gut; das stärkt, das labt, das . 2 Y—.——v— 3 9 N g macht all⸗ ein mein Herz von al⸗ len Sünden rein. 2. Dein Blut— mein thron, dein teures Blut, Schmuck, mein Ehrenkleid das Leben schafft, giebt mir — dein' Unschuld und Ge⸗ stets neue Lebenskraft. rechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und 4. Herr Jesu, in der letz⸗ zu der Himmelsfreud' ein⸗ ten Not, wenn mich schreckt gehn. Sünde, Höll' und Tod, so laß ja dies mein Labsal 3. O Jesu Christe, Got⸗ sein: dein Blut macht mich tes Sohn, mein Trost, von Sünden rein. mein Heil, mein Gnaden⸗ Joh. Olearius. Passionslieder. 65. Mel.: Aus tiefer Rot schrei' ich zu dir. b. Straßburg. 1524. 2 1 2 E==—— 1— * F B 0 2 f 2 Herr Je⸗ su, dei ne Angst und Pein und laß all⸗ zeit mir* Augen sein, die 5 53535 dein be⸗trüb⸗tes Lei ⸗ Sün⸗de stets zu mei ⸗ 25 Laß mich an dei⸗ ne a. 7 — g 11 1— 4 1 F 2—— 7— 2— gro⸗ ße Not und dei⸗ nen her⸗ ben, bit⸗tern Tod, so⸗ — K E 3 1 IL ———— 2——— 211 lang ich le- be, den- ken. 2. Die Wunden alle, die 4. Drum will ich jetzt aus du hast, hab' ich dir helfen Dankbarkeit von Herzen dir schlagen, auch meine große lobsingen; und wenn du Sündenlast dir aufgelegt einst zur Seligkeit mich wirst zu tragen. Ach liebster Hei⸗(aus Gnaden bringen, so land, schone mein, laß diese will ich droben noch viel Schuld vergessen sein, laß mehr mit Gottes ganzem Gnad' für Recht ergehen. Himmelsheer dich ewig da⸗ 3. Du hast verlassen dei⸗ für loben. nen Thron, bist in das 5. Herr Jesu, deine Angst Elend gangen, ertrugest und Pein und dein betrüb⸗ Schläge, Spott und Hohn tes Leiden laß meine letzte und hast am Kreuz gehan⸗ Zuflucht sein, wenn ich von gen, auf daß du für uns hier soll scheiden. Ach hilf, schafftst Rat und unsre daß ich durch deinen Tod Sünd' und Missethat bei fein sanft beschließe meine Gott versöhnen möchtest. Not und selig sterbe. Amen. Um 1674 5˙ Passionslieder. 66. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen(J. Rr. 67). 1. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Du wirst uns gleich, du willst für uns auf Erden selbst bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zer⸗ schlagen die Sünde tragen. 3. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 4. Dies schlägt den Stolz auf mein Verdienst danie⸗ der; dies beugt mich tief, und dies erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu seinem Freunde. 67. Dies kann Eigne Melodie. 5. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier gebückt vor dir im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 6. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; soll ich darum in meinem Glau⸗ ben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unter⸗ winden, Gott zu ergründen? 7. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' er⸗ weisen; uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 8. Sei denn für deine Huld von mir erhoben! Mein ganzes Leben müsse, Gott, sie loben! Gieb mir zu diesem seligsten Geschäfte selbst Lust und Kräfte. Chr. F. Gellert. Joh. Crüger. 1640. 1 1 Erk——. N ä——— 2————————— Herz ⸗ lieb ⸗ster- su, was hast du ver⸗ 2 2 ——— 22—ͤ—-— 9 222—— 1—— — 2 1— — 5— N—. WE tha⸗ ten bist 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall' ge⸗ tränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen, ich, mein Herr Jesu, habe das ver⸗ schuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herr selbst, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf diese Marter⸗ straße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich doch genug dein du ge⸗ ra⸗ ten? schenherz vermag es aus⸗ zudenken, was dir zu schen⸗ ken. Lob verbreiten? Kein Men⸗ Sinnen nicht erreichen, 7. Ich kann's mit meinen wo⸗ mit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch etwas ist, das wirst du gern annehmen, wenn ich des Fleisches Lüste werde zähmen, daß sie aufs neue nicht mein Herz ent⸗ zünden zu alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir dei⸗ nen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd' ich dank⸗ bar deine Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Welt für nichts mehr achten; be⸗ mühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen stets zu er⸗ füllen. Passionslieder. 11. Ich werde dir zu Gnaden wirst du dies von Ehren alles wagen, kein mir annehmen, mich nicht Kreuz mehr achten, keine beschämen. Schmach und Plagen, nichts 13. Wenn dort, Herr von Verfolgung, nichts von Jesu, wird vor deinem Todesschmerzen nehmen zu Throne mein Haupt ge⸗ Herzen. schmückt sein mit der Ehren⸗ 12. Dies alles, ob es krone, dann will ich dir, zwar gering zu schätzen, wenn alles wohl wird klin⸗ wirst du doch, Herr, nicht gen, dankbar lobsingen. gar beiseite setzen. In Joh. Heermann. 68. Mel.: Jesu Leiden, pein und Tod. 1 1 1603. 1— 1 f 1 1 E * Je⸗su, dei⸗ ne Pas⸗si⸗ on will ich jetzt be⸗ 3 4 1 1 2——— f 1 2—̃—— 2 1 f —.—— 1—-—-— den ⸗ken; wol⸗lest mir vom Him⸗melsthron 4 Geist und An⸗ dacht schen⸗ ken. In dem Bil⸗ de jetzt er⸗schein, Je⸗su, mei⸗nem Her ⸗ zen, 7 8 ä 3 2 2 2. wie du, unser Heil zu sein, littest al⸗le Schmerzen. 2. Gieb, daß ich recht sehen scharfe Dornenkron', deine mag deine Angst und Bande, tiefen Wunden und den Tod, deine Schläge. deine Schmach, o Gottessohn, der mich deine Kreuzesschande, deine dir verbunden. 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen, auch die Ursach' laß mich fein und die Frucht ver⸗ stehen. Ach, die Ursach' war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemar⸗ tert dich, daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß' und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs neue: sollt' ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt' mit so gro⸗ ßem Leiden? 69. Mel.: Freu dich sehr, 1. Jesu, deine tiefen Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in aller Angst und Not. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; diese wehret meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will in eitler Lust sich weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so ge⸗ Passionslieder. denk' ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt mir der Versucher g 5. Drohet mir der Hölle Pein um der Sünden willen, ach so tritt ins Mittel ein, hilf die Schrecken stillen. Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebst du mich, o Gottes⸗ sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern' und Geduld in Plage, daß ich dir geb' Lieb' um Lieb' und dir Dank erweise, bis ich dort — o Herr, das gieb— dich im Himmel preise. Sigismund von Birken. o meine Seele(s. Rr. 60). nah, blick ich hin auf Gol⸗ gatha, zeig' ihm deine Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Dam führen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, schau' ich unablässig an deiner Mar⸗ ter Centnerlast, die du aus⸗ gestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, was mich kränket, mir dein Lei⸗ den Hülfe schafft; wenn mein Herz sich drein ver⸗ senket, schöpft es neue Lebenskraft; deines Trostes Süßigkeit stillt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz' ich mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Dein Tod tilgt des Todes Grauen, und sein Stachel schreckt mich nicht. Daß an dir ich habe Passionslieder. teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit; ich verberge mich in dich; wer kann da verletzen mich? Wer sich tröstet deiner Wun⸗ den, der hat glücklich über⸗ wunden. Joh. Heermann. 70. Eigne Kelodie. Joh. Schop. 1641. — A 5 2 2 n. N n 9 1 1 4 1———— 1üÜ—D5—ñ—— 2———————— 2— —* 8 Je⸗ u, mei⸗nes Le⸗bens Le⸗—5— Je⸗su, meines der du dich für mich ge⸗ge⸗ben in die tief⸗ste 25—————————— 4 9—̃— 7 L 2 1 2 To⸗des Tod, 2 in das äu⸗ ße Ver⸗der⸗ Ses⸗ len not, n das äu⸗ßer⸗ ste Ver⸗der⸗ben, -.. 5— — 1———— 7—— 8 1 2— 1—— nur daß ich nicht möchte ster⸗ben; tau⸗send, tau⸗send⸗ K 8 1 2* A— 1— 2 5. 7 EN 2* 7—— mal sei dir, lieb⸗ ster Je⸗ su, Dank— 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Geißel⸗ schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sünden⸗ ketten. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu löͤsen von der Pein, ließest fälschlich dich verklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte Trost erlangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du bist tief in Not gesunken, hast gelitten mit Geduld, haft den Todes⸗ kelch getrunken, um zu büßen meine Schuld; daß Passionslieder. ich würde freigegeben, gabst du hin dein teures Leben. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat ge⸗ hüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; weil man dich geschmäht, ver⸗ höhnet, werd' mit Ehren ich gekrönet. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, deine Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Chr. Homburg. O Durchbrecher aller Bande. O du Lie- be mei⸗ner Lie⸗ be, du erwünsch⸗te die du dich aus höchstem Triebe in das jam⸗mer⸗ 8 a 9 5 n 1* 11.— 1 I. ———— ———̃ñ̃ x— Se⸗lig⸗keit, vol⸗ le Leid dei⸗nes Lei⸗dens mir zu gu ⸗ te + 8 Passionslieder. 3535353300 als ein N n ein⸗ge⸗stellt und bes⸗zahlt mit .— 9 Blu⸗te al⸗ le Mis⸗se⸗that der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Bl⸗ berg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, des Gesetzes Fluch zu stillen, alle Last der Sünde trägt; 3. Liebe, die mit starkem — Schmach und L äste⸗ rung gehört, Liebe, die in Angst und Schmerzen, selbst im Tod bleibt unversehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem end't, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt um⸗ fangen wollt', Liebe, welche aus Erbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater übergeben, die noch sterbend für mich bat, daß ich ewig möchte leben, weil mich ihr Verdienst vertrat; 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immer⸗ während Gut an dem Kreuzesholz erworben: ach, wie denk' ich an dein Blut! ach, wie dank' ich deinen Wunden, du verwund'te Liebe du, wenn ich in der letzten Stunden sanft in deinem Frieden ruh'! Liebe, die sich tot ge⸗ künte und für mein er⸗ kaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestor⸗ ben, daß ich ewig leben kann, da du mir das Heil erworben; ew'ge Liebe, nimm mich an! Vor 1697. Passionslieder. 72. N Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 22 2 2 9— F A— 2 2—̃x— 5 O Haupt voll Blut und Wun ⸗ den, voll 0 Haupt, zum Spott 5 bun ⸗ den mit 2 Schmerz und vol⸗ler Hohn! ei ⸗ ner Dornen⸗kron'! o Haupt, sonst schön ge⸗ 6 7 — 4 —— 111 1—— 7 3.— 2 1 5 4 U + 1 trö⸗ net mit höch⸗ ster Ehr' und Zier, jetzt —— 22 a⸗ ber arg ver⸗höh⸗net, ge⸗grü⸗ßet seist du FR 2. Du edles Angesichte, 4. Erkenne mich, mein davor sonst alle Welt er⸗ Hüter; mein Hirte, nimm schrickt und wird zu nichte, mich an! Du hast, Quell wie bist du so entstellt! Wie aller Güter, viel Gutes bist du so erbleiche! Wer mir gethan. Du hast mich hat dein Augenlicht, dem oft gelabet, mit Lebensbrot sonst kein Licht mehr glei⸗ gespeist, mit Himmelslust chet, so schmachvoll zuge- begabet durch deinen Freu⸗ richt't? dengeist. 3. Ach Herr, was du 5. Ich will hier bei dir erduldet, ist alles meine stehen, verachte mich doch Last; ich, ich hab' das ver⸗ nicht! Von dir will ich nicht schuldet, was du getragen gehen, wenn dir dein Herze hast. Schau her, hier steh' bricht; und wird dein Haupt ich Armer, der Zorn ver⸗ erblassen im letzten Todes⸗ dienet hat, gieb mir, o mein stoß, alsdann will ich dich Erbarmer, den Anblick dei⸗ fassen in meinen Arm und ner Gnad'. Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in dei⸗ nem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, moͤcht ich, o mein Leben, an dei⸗ nem Kreuze hier mein Le⸗ ben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todes⸗ schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte ner Treu' nun erkalte, Ende sei. in dir mein 73. Passionslieder. zu dir und dei⸗ und, wenn ich 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am al⸗ lerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft dei⸗ ner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in mei⸗ nem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt. Mel.: Christus, der uns selig macht. 5 9 1521. 7 7 7 + 1 2 22...— 9— 1— l O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bit⸗ter 8— 4 ——— D 7 Lei ⸗ den, daß wir dir stets unterthan all' Un⸗tugend — 5 — 2 7 1 7 1 1 2. 4— l 1* 2 4 18 1————— 99— mei ⸗ den, * dei⸗nen Tod und sein' Ur ⸗sach' Passionslieder. —— 5 —— frucht⸗bar⸗ lich be⸗ den- ken, da⸗für, wiewohl 2 4 A ä 187 e 1 arm und schwach, dir Dank⸗ op⸗fer schen ⸗ ken. Mich. Weiße. 74. Mel.: O Lamm Gottes, unschuldig. 1540 9 2* O Lamm Got ⸗ tes, un⸗schul ⸗ dig am 1 4** 2— 2 — 8 2 Stamm des Kreuzes ge⸗schlach⸗tet, all⸗ zeit erfun⸗den ge⸗ 2 4 T 2 11— +— 2822— 4— f 5 2— Sünd aft du ge⸗ tra ⸗ gen, sonft müßten wir ver⸗ 4 . ˙—————.— . 1 205 za gen. Erbarm dich un⸗ser, o Je ⸗ su! 2. O Lamm Gottes, un⸗ du wurdest verachtet, all schuldig am Stamm des Sünd' hast du getragen, Kreuzes geschlachtet, allzeit sonft müßten wir verzagen. erfunden geduldig, wiewohl[ Erbarm dich unser, o Jefu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all' Passionslieder. Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nik. Decius. 75. Eigne Melodie. 10. A. A 1 1 2 22 10 5— E———. j— O Trau⸗rig⸗ keit, o Her ⸗ze⸗ leid! Ist = + N E f f= 5— 2 E das nicht zu be ⸗ gen? Gott des Va⸗ters — CF ei⸗ nig Kind wird ins Grab ge⸗- gen. 2. O große Not! Gott's Sohn liegt tot, am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb' erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd' hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz ver⸗ nichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O selig ist zu jeder Frist, wer dieses recht be⸗ denket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 6. O Jesu du, mein Hülf' und Ruh'! ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Rist. Passionslieder. 76. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 2 1569. 27 Vv d schwe⸗ ben, dein Heil sinkt in den Tod. Der 2 22 2 4 ——— 9 gro⸗ ße Fürst der h ren. lig sich be⸗ 22 + 4 2 8 1 FTT D—— 1— 1 = schwe⸗ ren mit hlä⸗gen, Hohn und gro⸗ßem Spott. 2. Tritt her und 10 schen 5. Ich bin's, ich sollte mit Fleiße: bedeckt von büßen, an Händen und an Todesschweiße sein heilig Füßen gebunden in der Höll; Haupt er neigt. Aus seinem die Geißel und die Banden edlen Herzen vor unermeß⸗ und was du ausgestanden, nen Schmerzen ein Seuf⸗ das hatverdienet meine Seel“. zer nach dem andern steigt. 6. Du nimmst auf dei⸗ 3. Wer hat dich so ge⸗ nen Rücken die Lasten, die schlagen, mein Heil, und mich drücken viel schwerer dich mit Plagen so übel als ein Stein. Du wirst zugericht't? Du bist ja nicht ein Fluch; dagegen ver⸗ ein Sünder, wie wir und leihst du mir den Segen, unsre Kinder, von Übel⸗ dein Schmerz muß mir ein thaten weißt du nicht. Labsal sein. 4. Ich, ich und meine 7. Du setzest dich zum Sünden, die sich wie Körn⸗ Bürgen, ja, lässest dich er⸗ lein finden des Sandes an würgen für mich und meine dem Meer, die haben dir Schuld. Mir lässest du erreget das Elend, das dich dich krönen mit Dornen, schläget, und deiner Mar⸗ die dich. und leidest tern ganzes Heer. alles mit Geduld. 8. Hoch bin ich dir ver⸗ bunden, mein Heil, zu allen Stunden für deine Angst und Pein. Was Leib und Seel' vermögen, das will ich dankbar legen an deinen Dienst und Ehr' allein. 9. Ich kann zwar nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in mei⸗ nem Herzen ruhn. 10. Ich will's vor Au⸗ gen haben, mich stets daran erlaben, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfülschten Treu'. 77. l Passionslieder. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 11. Ich will darin er⸗ blicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 12. Ich will der Sünd entsagen, ans Kreuz die Lüste schlagen und was dem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 13. Dein Seufzen und dein Stöhnen, die vielen heißen Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deine treuen Hände begleiten zu der ew'⸗ gen Ruh'. Paul Gerhardt. 1674. 2 4 — See ⸗ le, geh auf Gol⸗ga⸗tha, hin zu dei⸗ nes und be⸗ den⸗ ke, was dich da 5 für ein Trieb zur Tel 2 4 N Je⸗ su Kreu⸗ze, Bu⸗ ße rei ⸗ ze; 6 kannst du hier noch fühl⸗ los sein, 2 2 1 ——— 2 E — f 1 1—+ . 12* 11 bist du hä⸗rter als ein Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd' und Himmel hangen, wie sein Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not! es ist ja mein Jesus tot. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab' ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß wir nicht verloren gehn, läßt du dich ans Kreuz erhöhn. 4. Unbeflecktes Gottes⸗ lamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreu⸗ zes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Dein zum Tod verwundet Herz bringt mir tausendfachen Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr; schenkt' ich dir gleich tausend Welten, alles wäre viel zu klein, Herr, für deine Todespein. 1 8. Mel.: Freu dich sehr, 1. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie Passionslieder. 1 6. Eins nur hab' ich, Herr, für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter dei⸗ nem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein le⸗ bend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne mir die Gnadenthüre; dahinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst't, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut; lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, im⸗ merdar vor Augen sehen; führ in allem Kreuze mich selig, wenngleich wunderlich. 9. Endlich laß die letzte Not mich geduldig über⸗ winden; nirgend sonst soll mich der Tod als bei deinem Kreuze finden. Wer die Ruh⸗ statt da sich macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Benj. Schmolck. o meine Seele(s. Nr. 60). ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbese und um meine Seele wirbest. Heile mich, o Heil der Sede, der ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wirst du, Herr, dich zu mir wenden, wird sich all mein Jammer enden. 3. Schreibe deine blut'⸗ gen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du 79. Mel.: O Traurigkeit, 1. So ruhest du, o meine Ruh', in deines Grabes Höhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du mei⸗ nes Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels — Heils, umgeben. Ach, du bist kalt, mein Gert und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn Passionslieder. bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb' und Gunst genießen. 4. Herr, an dich will ich mich halten stets, so gut ich immer kann; schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzes⸗ baum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg' all' deine Sünden. Paul Gerhardt. o Herzeleid(s. Nr. 75). mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich in Frieden liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und ganz herrlich und verklärt 8 dem Grabe gehen. Indes will ich, mein gesu, dich in meine Seele senken und an deinen bit⸗ tern Tod bis zum Tod gedenken. Sal. Franck. Passionslieder. 80. Eigne Melodie. 2 1604. 4 3 3 0 g 0 4. 1 2 2 8————ů 1 1—— 3 Wenn mich die Sün⸗den krän⸗ ken, o mein Herr Je⸗su so laß mich wohlbe⸗den⸗ ken, wie du ge ⸗stor⸗ben bist und al ⸗ le mei⸗ ne Schul⸗den⸗last am — 5 2 1— FEET — + 2 12 N g Stamm des heil' gen Kreu⸗zes auf dich ge⸗nommen hast. 2. O Wunder ohne Ma⸗ und Schmerzen, o Jesu, ßen, wenn man's betrachtet Lob und Dank, für deine recht: es hat sich martern Not und Angstgeschrei, für lassen der Herr für seinen dein unschuldig Sterben, Knecht! Es hat sich selbst für deine Lieb' und Treu'. mein Herr und Gott für 5. Herr, laß dein bittres mich verlornen Menschen Leiden mich reizen für und gegeben in den Tod! für, mit allem Erust zu 3. Was kann mir denn meiden die sündliche Begier, nun schaden der Sünden daß nie mir komme aus dem große Zahl? Ich bin bei Sinn, wie viel es dich ge⸗ Gott in Gnaden; die kostet, daß ich erlöset bin. Schuld ist allzumal be⸗ 6. Mein Kreuz und meine zahlt durch Christi teures Plagen, und wär's auch Blut, daß ich nicht mehr Schmach und Spott, hilf darf fürchten der Hölle[mir geduldig tragen; gieb, Qual und Glut. o mein Herr und Gott, 4. Drum sag' ich dir daß ich verleugne diese Welt von Herzen jetzt und mein und gern dem Beispiel folge, Leben lang für deine Pein das du mir vorgestellt. Passionslieder. 7. Laß mich an andern 8. Laß endlich deine Wun⸗ üben, was du an mir den mich trösten kräftig⸗ gethan, und meinen Nächsten lich in meinen letzten Stun⸗ lieben, gern dienen jeder⸗ den und des versichern mich: mann ohn' Eigennutz und weil ich auf dein Verdienst Heuchelschein und, wie du nur trau', du werdest mich mir's erwiesen, aus reiner annehmen, daß ich dich Lieb' allein. ewig schau'. Justus Gesenius. 81. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 3 5 7— —— ——— 5 5 Wir dan⸗ken dir, Herr Je⸗su Christ, daß du für uns ge⸗ 4 3 2 2— ——— ö 4— 4 stor⸗ben bist und hast uns durch dein teu⸗res Blut ge⸗ —— ————— N 0 ö N e . 7—— 0* 0 macht vor Gott ge⸗ recht und gut. 2. Wir bitten dich, wahr'r[Hand, daß wir im Kreuz Mensch und Gott, durch geduldig sein, uns trösten deine heil'gen Wunden rot: deiner schweren Pein Erlös uns von dem ew'gen Tod und tröst uns in der 4. Und schöpfen draus letzten Not. die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, viel⸗ mehr ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs [Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer. 3. Behüt uns auch vor Sünd' und Schand' und reich uns dein' allmächt' ge Osterlieder. VII. Osterlieder. 0 82. Eigne Melodie. 1 um 1200. 1 2* 0 2 8 5— E——— al- lez des soll'n wir al⸗ le froh sein, 92. Würd er nicht stan= den, so wär' die Weltver⸗ 9 ——— 1———: 8—————é—ẽ 11—. N*—. 7 gan ⸗ gen; seit daß er er⸗stan⸗den ist, lob'n ———— — ̃ ̃ x—-„—ẽ— D 0 7 0 2— 29 2 wir den Va⸗ ter Je ⸗su Christ. Hal⸗ le⸗ lu ⸗ ja! 2 ö 2—— 1— 35CCECFFFCCTTC(TTT 73. Hal⸗le ⸗ lu ⸗ ja, Hal lu ja, Hal ⸗ le⸗ 1 3— „BB——.... ——— 5 8.——— lu ⸗ ja! Des soll'n wir al le froh sein, 1—— 2 1 3 2 22 2 75 Christ will un⸗ser Trost sein. Hal⸗ le 83. 1. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Osterlieder. ö Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag(s. Nr. 84). 6. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! 2. Entbrenn in Lieb' und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien'; als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. Halle⸗ luja! 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; und herrscht mit Gott ver⸗ eint und ist dein König und dein Freund. Halleluja! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit nun an bis in Ewigkeit! Halleluja! 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Halleluja! er lebt Vertraun, mit meinen Augen dich zu schaun. Halle⸗ luja! 7. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wol⸗ ken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. Halleluja! 8. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewig⸗ von soll ich keit. Halleluja! 9. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. Halleluja! 10. Er ist's, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum f der von dem Tod Halleluja! Chr. F. Gellert. Christ, erstanden ist. Osterlieder. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Nik. Hermann. 1560. 2 P.— 2... 2— 5 — da die Sonn' auf-geht, mein — 5. e e — Hei⸗ fund e stus auf ⸗ 1 er- steht. Ver⸗ trie ⸗ ben I 4 — 1 ist der Sün ⸗ den d och. d. Hel und Le ⸗ ben 8 —— 2— 4 2— 7—— 11 wie ⸗ der⸗ bracht. Hal ⸗ le ⸗ lu ⸗ja! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Hei⸗ land bleibt in Todeszwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt und hoch die Siegesfahne schwingt. Halleluja! 3. O Wunder groß, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 4. Kein Kreuz und Trüb⸗ sal ist so groß, der Herr greift ein und macht mich los, führt mich heraus mit seiner Hand; wer mich will halten, wird zu Schand'. Halleluja! 5. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab'. Halleluja! 6. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 7. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann. — Osterlieder. — 85. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. Phi Nicolai . ̃— — 5 * Hal⸗ le ⸗lu⸗ ja! jauchzt, ihr Chö⸗ re, singt Je⸗su Er, der Held, ist von den Ban⸗den des To⸗des . ——————— 2 Chri⸗sto Preis und Eh ⸗ re! Wie groß, wie sieg⸗reich auf ⸗ er ⸗ stan⸗ den, er, der für 9 2 Tr... 5 —B 1 8 —— 3— ** herr⸗lich ist sein Tag! uns im Gra⸗be lag. . Sein ist Gewalt und er hat's vollbracht! Hal⸗lle⸗ 11 —2—— — 12— Er hat's vollbracht, er, der die Macht 55 des To-des und des Gra- bes hat. 2. Glorreich hat der Held entschlafen wir, entschlafen, gerungen, hat mächtig Sa⸗ Herr, in dir, ruhn in tans Reich bezwungen, von Frieden die kurze Nacht, Todesketten uns befreit. Wir bis deine Macht das Licht von Gott gewichne Sünder des ew'gen Tages ruft. sind nun mit ihm versöhnt, 3. Unsern Staub mag sind Kinder und Erben Staub bedecken, du wirst seiner Seligkeit. Bald, bald ihn herrlich auferwecken, der Osterlieder. du des Staubes Schöpfer sein, wenn Gottes Sonne bist; du wirst unvergäng⸗ durch unsres Grabes Dunkel lich Leben und Kraft und bricht! O was werden Herrlichkeit ihm geben, dem wir empfinden, wenn Nacht Staube, der dir teuer ist: und Finsternis verschwinden wir werden ewig dein, ge⸗ und uns umstrahlt des recht und selig sein. Halle⸗ Himmels Licht! Vollender, luja! Tod und Gericht führe du uns diesem Tage erschreckt uns nicht; denn zu, uns, die Deinen! Die Jesus, unser Mittler, lebt. Lebensbahn gingst du vor⸗ 4. Tag des Lebens, Tag an; wir folgen dir in deine der Wonne, wie wird uns Ruh'. Gottfr. Bened. Funk. 2 86. Mel.: Valet will ich dir geben. 4 Melchior. 1614. 2 ö 800 geh' zu dei⸗nem Gra⸗be, du gro⸗ßer O⸗ster⸗ weil ich die Hoffnung ha- be, daß du mir zei⸗gen fröh⸗ lich— er⸗stehn und mit den Him⸗mels⸗ * 1 f ——— 1 0 2 5 r- ben ins Land des Le-bens gehn. 2. Du hast geweiht die schlägt, auch in den Staub Erde, in die man dich ge⸗ zu legen, was Staub und legt, daß mir nicht bange Asche ist, weil du ja aller⸗ werde, wenn meine Stunde wegen der Herr der Erde bist. 3. Du schläfst in deinem Grabe, daß ich auch meine Ruh' im Schoß der Erde habe, drückst mir die Augen zu; nun soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt und du auch mei⸗ Stein und Siegel, wirst dennoch frei; nes Grabes Riegel brichst du mit Macht entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd' ich dich erblicken, der mich vom Tod erweckt. 87. Mel.: daß 2. Ich sag' es jedem, jeder sagt es seinen Freun⸗ den gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. Osterlieder. er 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Le⸗ ben, o meines Todes Tod! dir will ich mich ergeben in meiner letzten Not; dann schlaf' ich ohne Kummer in deinem Frieden ein, und wach' ich auf vom Schlum⸗ mer, wirst du mein Lob⸗ lied sein. Benj. Schmolck. Nun danket all' und bringet Ehr' Joh. Crüger. 1656. — in uns⸗ rer Mit⸗teschwebt 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin ent⸗ zückt aus seiner Hand. Osterlieder. 4. Hinunter in das tiefe sehn, spät oder früh, wird Meer versank des Todes dieser Schmerz versüßt. Graun, und jeder kann nun 7. Es kann zu jeder gu⸗ leicht und hehr in seine ten That ein jeder frischer Zukunft schaun. glühn; denn herrlich wird 5. Der dunkle Weg, den ihm diese Saat auf schö⸗ er betrat, geht in den Him⸗ nern Fluren blühn. mel aus, und wer nur 8. Er lebt und wird nun hört auf seinen Rat, kommt bei uns sein, wenn alles 2 ins Vaterhaus. uns verläßt; und so soll 6. Nun weine keiner mehr dieser Tag uns sein ein allhie, wenn eins die Au⸗ Weltverjüngungsfest. gen schließt; vom Wieder⸗ Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis. 88. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 3 2 Joh. Crüger. 1656. = 0 0 222 2 1 8 2 5 8 1.—— — Je⸗ sus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun Je⸗ sus lebt und—— auch mich von den To⸗ten E dei⸗ne Schrek⸗ fen? er⸗wek⸗ ken. ä——— 1—— E—— dies ist mei⸗ ne Zu⸗ver⸗sicht. 2. Jesus lebt, ihm ist 3. Jesus lebt, wer nun das Reich über alle Welt verzagt, sündigt wider Got⸗ gegeben; mit ihm werd' tes Ehre; Gnade hat er auch ich zugleich ewig herr⸗ zugesagt, daß der Sünder schen, ewig leben. Gott er⸗ sich bekehre. Gott verwirft füllt, was er verspricht; den Glauben nicht; dies ist dies ist meine Zuversicht. meine Zuversicht. Er ver⸗klärt mich in sein Licht; 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Her⸗ zens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er ver⸗ läßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herr⸗ Osterlieder. lichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es mei⸗ ner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert. 8 9. Mel.: Wachet auf, 3 die Stimme(s. Nr. 85). 1. Lobet Gott, denn Je⸗ sus lebet! Erlöste Menschen, o erhebet, preist eures Mitt⸗ lers Majestät! Hört's, be⸗ trübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege teil, den er erstritt! Seid ihr gleich des Todes Kinder, er ist des Todes Uberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Ge⸗ trost 1 ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller get ist er zur Hülfe uns bereit. 3. Zagt nicht über eure Sünden; Gott läßt euch Heil und Gnade finden, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder ist er dem reuevollen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Glaubens⸗ lauf ihn zu segnen. Preis sei der Huld, die unsre Schuld vertilgt und trägt uns mit Geduld. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in Osterlieder. der Gruft. Einst wird er wenn wir auf Wegen ein⸗ zum bessern Leben sich aus hergehn, die dein Fuß be⸗ des Todes Staub erheben, trat! Unerforschte Selig⸗ wenn Jesus den Entschlaf⸗ keiten, die ewig währen, nen ruft. Dann wird des sind die Beuten, die uns Todes Feld zu einer regen dein Sieg erkämpfet hat. Welt. Alles lebet, so wie Einst sind sie unser Teil; erneut zur Frühlingszeit einst krönet uns das Heil sich alles regt und alles deines Lebens. Gelobt sei freut. Gott! Auch noch im Tod 5. Auferstandner, welch ist er und bleibet unser ein Segen erwartet uns, Gott. Christoph Chr. Sturm. 0 90. Mel: O daß ich tausend Zungen hätte. 8 1738. 1 2 2—— t S 3——————— — Mein Je⸗sus lebt! Mag ich gleich ster⸗ben, hier Nun muß auch ich das Le ben er⸗ ben, weil 25——— 3 ä — steht mein Haupt und tri⸗umphiert.* 3 sei⸗ ne Macht der Tod verliert. Ich fürchte sei⸗ nen FBF Fluch nicht mehr; mein Je⸗sus lebt! sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt, er 3. Mein Jesus lebt, das hat bezwungen, was mir Grab ist offen, so geh' ich das Leben rauben kann; freudig in die Gruft; auf er hat mir Heil und Sieg seine Stimme will ich hof⸗ errungen, und ihm ist fen, die mich vom Tod alles unterthan. Der Hölle ins Leben ruft. Wie lieb⸗ Abgrund selbst erbebt, lich schallt sie nicht schon denn überall ruft's: Jesus hier: Ich leb', und ihr lebt lebt. auch mit mir. Osterlieder. 4. Mein Jesus also bleibt mein Leben; er lebt in mei⸗ nem Herzen hier, schrecklich vor, und soll in den Himmel hebt, so der Tod kommt mir nicht weil er mich ich ihm das Leben geben, wahr als Jesus ist und lebt. 91. 3 Benj. Schmolck. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Joh. Pachelbel. 1690. 2 — —— ———— — 1755 8 auf ⸗ er⸗ stand⸗ ner heut bringst du Frie⸗den, da 1 Sie⸗gesfürst, du du wirst zur 5 6 Le⸗ ben al⸗ B S ler Le⸗ ben! 1 be. ge erst bracht' die Not dich 8 255— 7— 2 1——ů—— E———— ä in den Tod, jetzt bist du auf⸗ er⸗ stan= den und 225 55——— 5 5— frei von To⸗des⸗ ban ⸗ den. 2. Ach, unsre Sünden⸗ ist's, der uns mit erhöht last und Schuld ließ dich in Fesseln fallen, du gabst dich hin aus großer Huld ans Kreuz zu gut uns allen; nun sind wir frei von Sklaverei, nicht mehr darin gefangen, weil du hervor⸗ gegangen. 3. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine, dein Sieg zum rechten Gnadenscheine. Des Todes Wut, der Hölle Glut hat alle Macht ver⸗ loren, und wir sind neu geboren. 4. O daß wir diesen teuren Sieg lebendig möch⸗ ten kennen und unser Herz bei diesem Krieg im Glau⸗ ben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, als wenn wir Glau⸗ ben spüren. 5. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst der Ehren, und laß vorher uns himmelwärts zu dir uns gläubig kehren, daß wir in dir die offne Thür zur ew'gen Ruhe fin⸗ den und auferstehn von Sünden. 6. Versag uns deine Güte nicht, wenn wir in Buße weinen, und laß uns dei⸗ Osterlieder. nes Friedens Licht hell in das Herze scheinen: so kön⸗ nen wir, o Held, mit dir die rechten Ostern feiern und uns in dir erneuern. 7. Ach laß das wahre Auferstehn auch uns in uns erfahren und aus des To⸗ des Grab uns gehn, daß wir den Schatz bewahren, das teure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns ge⸗ geben: so gehn wir ein zum Leben. Just Henning Böhmer. 92. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen g'mein(s. Nr. 93). 1. O Tod, wo ist dein Wo ist dein Stachel nun? Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Satan thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, und dennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum 3. Lebendig Christus geht hervor, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf hält diesen starken Helden auf; er überwindet alles. 4. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll' und alle Feind' durch Christi Sieg gedäm⸗ nicht; der Kopf ist ihr zer⸗ pfet sind; ihr Zorn ist kraft⸗ treten. los worden. 5. Es war getötet Je⸗ sus Christ, und sieh, lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu' mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, wird mit dem Herrn erhöhet. Ge⸗ nommen ist dem Tod die Macht, das Leben ist uns wiederbracht und unver⸗ gänglich Wesen 5 99. Mel.: 1 Osterlieder. 7. Das ist die reiche Osterbeut', der wir teilhaf⸗ tig werden: Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit im Him⸗ mel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort des Herrn ver⸗ klärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Satan thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 1524. 2 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die er⸗ munt⸗ re dich, mein Geist und Sinn, den * 2— Sonn' ist auf- ge⸗ gan ⸗ Hei⸗land zu eme pfan 8 gan⸗ zen Welt zur Won 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Drückt dich ein schwe⸗ rer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, denn er ist auferstanden. 4. Es hat der Löw' aus Judas Stamm heut siegreich überwunden und das er⸗ würgte Gotteslamm das Le⸗ ben wiederfunden; es bringt Heil und Gerechtigkeit und hat nach hartem Kampf und Streit den Feind zur Schau getragen. 12021 8Tuflaf 94. Osterlieder. Ie 5. Drum auf, mein Herz, geh in den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 6. Laß weder Teufel, Welt noch Tod dich scheu und zaghaft machen; denn Jesus lebt, es hat nicht not, er ist noch bei den Schwachen und den Gerin⸗ gen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 7. Sei hochgelobt in die⸗ ser Zeit von allen Gottes- lindern und ewig in der Herrlichkeit vom allen Über⸗ windern, die überwanden durch dein Blut! Herr Jesn, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. IIapr. Laurentit. Mel.: Christüs, der ist mein Leben. Melchior Vulpius. 18099 9 15——— 2. Will⸗kom⸗ men, Held im Strel- ke ans 3 1—— 558— — — del⸗ nes Gra⸗ bes Kluft! Wir kri⸗ um ⸗ phie ren 7 heute um 2. Zur Schau wird nun getragen der Feind und ist ein Spott; wir aber kön⸗ nen sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hüt⸗ ten erschallt ein Siegeslied; du trittst selbst in die Mit⸗ ten und sprichst: Mit euch sei Fried'! 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sie⸗ gesfahne auch über unser Herz; den Lebensweg uns bahne vom Grabe himmel⸗ wärts. dei ⸗ ne * lee re Gruft. 6. Laß unser aller Sün⸗ den ins Grab versenket sein und einen Schatz uns finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich vor. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auf⸗ erstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benj. Schmolck. VIII. Himmelfahrtslieder. 95. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Dr. Philipp Nicolai. 75 2 5—— Ach wun⸗ der⸗ gro⸗ ßer Sie ⸗ ges⸗ held, du zur Rech⸗ ten Got ⸗ tes in der Kraft, hast 1 f 2 4 1 1 ün⸗den⸗trä⸗ger al⸗ ler Welt, heut hast du dich ge⸗ err⸗ lich dir den Sieg verschafft, den Feind zum Tod ver⸗ G Ar 25 2— +— N 5 Il 1 3 f 1 41 6 111 be. 8 3 Mäch⸗tig, präch⸗tig tri⸗umphierst du 3 2 0 7 4 7 2 0.— ——— und re⸗gierst du; Tod und Le⸗ ben, al ⸗ les 9 4 2 1 1 4 1 112 —— E— 1 9 8 ist dir un ⸗ ter ⸗ ge ⸗ ben. 2. Dir dienen alle Che⸗ Herzen Labsal schafft, wird rubim, viel tausend hohe uns von dir gegeben. Dringe, Seraphim dich großen Sie⸗ zwinge, ew'ge Güte, mein Ge⸗ ger loben, weil du den müte, daß es preise, dir als Segen wiederbracht, mit Siegsherrn Ehr' erweise. Majestät und großer Macht zum Himmel dich erhoben. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch Singet, klinget, rühmt und uns nach dir, hilf, daß wir ehret den, der fähret auf alle für und für nach dei⸗ zum Throne, zu empfahn nem Reiche trachten. Laß die Herrscherkrone. unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde 3. Du bist, o Herr, das eiteln Schein, all Uppig⸗ Haupt, und wir sind deine] keit verachten. lust, Glieder, und von dir strömt Hoffahrt hilf uns Miden, auf uns Licht und Leben; christlich leiden, wohl er⸗ Heil, Fried' und Freude, gründen, wo die Gnade sei Trost und Kraft und was dem zu finden. 2 7 100 5. Herr Jesu, komm von deinem Thron, du Siegez⸗ fütst, Held, Davids Sohn, komm) gen. 0 Duy du bist allen uns zu gut, 96. Hiimitelfährts lieder. gegangen stille das! Berlan⸗. o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum Dafür fol- din von uns allen Preis er⸗ schallen zy Morra ohnd Ende heben wit zit dir! die Hände. Ernst Ehristoph Homburg. 5 Wel. Nun 2 euch, lieben Christen g mein 15255 ————— 5— * Auf 55 Him⸗ mel fahrt all- en ich undd als len: Zwele fel Awad n stets 20 12 ——. mei⸗ne Nachfahrt grün g⸗ de hiermit ü ⸗ ber⸗ win ⸗ de. 2 4.— 75 Denn weil das N im 8 7—. 1 Him atem wird lien Se, den Jen Uh wenne 28 5.— 553. ingeit g ist Jean onen fh f J men.„ n 2.0 Weil en gezogen hit fur. 5 Ach Herryslaß diese elan Und große Gab eim Fangen! ien Herz ranch ür im Himmel kaun, sönist 7 9 erkätlgen. Bei gekommen il, Wock fl duch stets, ttlein Herz eund Sint; ul— mich feht Welllgel irn Gnaden mich won] deiner Auffahrt. püreng daß mit dem wahren Glauben ich möge meine Nachfahrt. zie⸗ Ten und dann eintal, wenns dir“ gefällt woumit! Freuden scheiden aus der Welt! Herr, 8 dies“ meint Flehen. 5 4s 91 Igb fach Wegelin. Himmelfahrtslieder⸗ 97. e gne Melodie. Um 200 2 1—— 2— per? Den fer, den 4 Ne gen Geist, zu 17 7— 5 3 1 2 E Troft der ar⸗men Christen⸗heit. Pal lu, ja! 1 2 25 al⸗ 14 a un, Hälle kein zb 60, N 1— 2 ————— B 7 n Hal-le ⸗ lus⸗ ja! Des solbn wir al⸗le froh sein, IH be e Christ will un⸗ser Trost sein. Hal⸗ le lẽn ja! Alte Kirche. 98. Mel.: Jesu, meints Lebens Leben. a. 3 2 Joh! Schopr 16 l. 7 1. 1 + t 7— 2 3 ä. Großer Mittler, der zur Rechten sei⸗ nes gro⸗ßen und die Schar 1 sei⸗nen Kuechten in dem Neich d⸗ 22—— 2„ 1777 2— 2—— 2*——— 1 Va 255 sitzt Gna⸗den schützt, dem auf dem er⸗hab⸗nen. Dhroste 102 Himmelfahrtslieder. B 2 in der kö⸗ nig ⸗li⸗chen Kro⸗ne al⸗ler heil'gen 8 * 5 2 2 5—— —— —— En⸗gel Heer bringt in De⸗mut Preis und Ehr'. 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollen⸗ det sollte werden, das voll⸗ führtest du mit Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad' und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf dei⸗ ner Brust, und an dem gerechten Samen siehst du, Heiland, deine Lust. Du vertrittst, die an dich gläu⸗ ben, daß sie dir vereinigt bleiben, bittest in des Va⸗ ters Haus ihnen eine Woh⸗ nung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir voll Erbar⸗ men über ihren Jammer bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Dein Verdienst und deine Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teu'r erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben dei⸗ nem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Gnade fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu' an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Dein Verdienst laß uns vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. J. J. Rambach. Himmelfahrtslieder. 99. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 2— 15 22 2 1—— 1 a S 2. Herr, auf Er⸗ den muß ich lei⸗ den und bin vol⸗ler war⸗ um willst du von mir schei⸗den? warum fährst du 5 —— 1 r 1556. 9 2— 2— 5 Angst und Weh: in die Höh'? 8 Nimm mich Ar⸗ men auch mit dir, 7 * 15 4 2 2 7 3 —+ ———-— ͤ—[— * + — —— 1 4 1 1 „der blei⸗ be doch in mir, daß ich dich und 2 4 4 2 — + 5: 1— 4 — — 2 7 T 7 2 t dei⸗ ne Ga⸗ ben mö⸗ge täg⸗ lich bei mir ha- ben. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf, und wenn ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du bist zu seiner Rechten: darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himm⸗ lisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis ich werd' zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Dir ist alles über⸗ geben, nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Klagt der Satan wider mich, ach so wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mir bereite droben in des Vaters Haus, da ich werde nach dem Streite bei dir gehen ein und aus. Herr, der Weg dahin bist du; darum bringe mich zur Ruh', nimm an meinem letzten Ende meinen Geist in deine Hände 104 Himmelfahrtslieder. 6. Kehre, wenn es Zeit du alsdann die Welt, dis ist, wieder, denn du hast dein Wort für Lügen hält, es zugesagt, und erlöse so führ uns nach allem Leide deine Glieder aus des fin⸗ ein zu deines Himmels stern Grabes Nacht. Richtest Freude. Kasp. Neumann. 100. Mel.“ Alles ist an Gottes Segen. 2 Fes sus Christus herrschtals Kö⸗nig; al ⸗ les wird ihn 3 4 4 22— c un ⸗ter⸗thä⸗nig, al⸗les legt ihm Gott zu Fuß. 4 5 — ̃—-—————— Je⸗ de Zun⸗ge soll be⸗ken⸗ nen, Je⸗sus sei der Herr zu nen⸗nen, dem man Eh ⸗re ge- ben muß. 2. Fürstentümer und Ge⸗ Wundergaben!— können walten, Mächte, die die wir Erlösung haben, die Thronwacht halten, geben Erlösung durch sein Blut. ihm die Herrlichkeit. Alle Hört's: das Leben ist er⸗ Herrschaft dort im Himmel schienen, und ein ewiges hier im irdischen Getümmel Versühnen kommt in Jesu ist zu seinem Dienst bereit. uns zu gut. 3. Mit dem Vater glei⸗ 5. Gebt, ihr Sünder, cher Ehren thront er unter ihm die Herzen; klagt, ihr lichten Chören über allen Kranken, ihm die Schmerzen; Cherubim. Erd' und Him⸗ sagt, ihr Armen, ihm die mel, aller Enden hat er Not! Er kann alle Wunden alles in den Händen; denn heilen; Reichtum weiß er der Vater gab es ihm. auszuteilen, Leben schenkt 4. Nur in ihm— o er nach dem Tod. 7 6. Eil! Es ist nicht Zeit zum Schämen. Willst du Gnade? Du sollst nehmen. Willst du leben? Es soll sein. Willst du erben? Du wirst's sehen. Soll der Wunsch aufs höchste gehen: du Jesum? Er ist dein. 7. Jauchz ihm, Menge heil'ger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte und Himmelfahrtslieder. willst und ihr Märt'rer mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 8. Ich auch auf der tief⸗ sten Stufen, ich will glau⸗ ben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig! Ehret, liebet, lobet ihn! du Schar, die Palmen trägt, Phil. Friedr. Hiller. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 101. 3 Joh. Crüger. 1649. N — Kö n⸗ nig, dem kein Kön ⸗ nig glei ⸗chet, - ben ⸗ bild von Got ⸗ tes We ⸗sen, des⸗ sen Ruhm kein Mund er- rei⸗chet, der zum Mitt⸗ler uns er ⸗le⸗ sen, dan dals 225— 1 1 f 1 ——— 1— 2„F Gott das Reich ge-büh⸗ ret, der als Mensch das 7 5. 21 1 2 4 — 7—— 85 ter füh⸗ret, 2 hört zum Thro⸗ne 5— ä— = 1 2 5.—.————— 7——— 2. als Va ters ein'⸗gem n Soh ne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem un⸗ gezählten Heere der Ge⸗ schöpfe auf den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Menschen, Engel, Welten scheuen, Menschen⸗ sohn, dein mächtig Drauen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die 102. 1 Mtl.: Himmelfahrtslieder. dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitzschauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Über⸗ fluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in mei⸗ nem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz ge⸗ nießen, auf mich deine Gnade fließen, laß mich stets dich loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, ringen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. J. J. Rambach. Jesu, meines Lebeus— 5. 1687. 338 8 Sie⸗ges⸗ fürst und Eh⸗ ren⸗ tba, du ver⸗klär⸗ te al ⸗ le Him⸗mel sind zu we⸗ nig, du bist drü⸗ ber BZJ25CC0C0T0T0ä0 KK Ma⸗je⸗stät, hoch er- höht; sollt' ich nicht zu Fuß dir fal⸗ len und mein Herz vor Freu⸗de wallen, wenn mein Glaubens ⸗ 9 8 1—— —— 2 1 AI * *+ aug' ent⸗zückt V N 9 dei⸗ ne 2. Seh' ich dich gen Him⸗ mel fahren, seh' ich dich zur Rechten da, seh' ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria: sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, nicht mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klar⸗ heit sich enthüllt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister füllt; prächtig wirst du aufgenom⸗ men, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind steht hier, ruft auch Hosianna dir. 4. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh'? Sollt' mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh'? Herr⸗ lich⸗keit er- blickt? Meinem Konig will ich trauen ohne Furcht und ohne Grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein heil' ger Geist ergieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Deines Reiches Scepter sende bis zum fern⸗ sten Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Her⸗ zen unterthan. 6. Nun erfüllst du aller Orten alles durch dein Nahe⸗ sein; meines armen Herzens Pforten stehn dir offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, komm, bei mir auch einzukehren! Ewig in mir leb und wohn, wie in deinem Himmels⸗ thron! Gerh. Tersteegen. Himmelfahrtslieder⸗ 103. Mel.: Ach Gott und Herr⸗ N F. H. Schein. 16K. 3 9 K 1 5 Zeuch uns nach dir, so ei⸗ len wir mit herz l⸗ 2 1 5 l 2 Christ, aus die⸗ ser Welt ge⸗ gan ⸗ gen. 2. Zeuch uns nach dir, nicht mehr allhier beschwer Herr Christ, und führ uns die Welt und ihr Getümmel. deine Himmelsstege. Wir 4. Zeuch uns nach dir irren leicht, sind bald ver⸗] nun für und für und hilf scheucht vom rechten Lebens⸗] uns nachzufahren dir in wege. dein Reich und mach uns 3. Zeuch uns nach dir, gleich den auserwählten so folgen wir dir nach in Scharen. deinen Himmel, daß uns Fr. Fabricius. 104. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 1738. Zum Him⸗mel bift du ein ⸗ge⸗ gan⸗gen, mit wie soll⸗ te mich nun nicht ver⸗lan⸗gen, auch S o Preis gekrönt, Herr Je⸗ su Christ;—— i sei it? ur ein dort zu sein, wo du nun bist? Ich bin Ja nut 6 9—— ——— 9 Pil⸗grim hier; nimm in die Hei⸗ mat mich zu dir. 2. Vom Tode standst du und gingst 9 verklärt zum Himmel ein; auf zum Leben so muß sich auch mein Geist erheben, ich darf nicht kot in Sünden fein Ein neues Leben wirklin mir, asa komm ich einst gewiß zu dir. 3. Am Olberg fingen deine Leiden init bitter Todesängsten an;? am Ql⸗ berg gingst in hohen Freu⸗ den du fiegreich deine Hit melsbahn. So folgt auf Leiden Herklichkeit, zu beiden mache mich bereit. 4. Dichobestsegnend deitte Hände beim Scheiden pon den Deinen auf; o hilf, daß einst auch ich vollende, Pfingstkieder. 109 von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, danm fahr' in Frieden ich dahin. 5. Ith sehe dir mit Glau⸗ beksblicken in deinen Freu⸗ denhimmel nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Him⸗ mel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, doch bleibst du meine Zuversicht. 6, Einst wirst du herr⸗ lich wiederkommen, gleich; wie du aufgefahren bist; dann werd' ich völlig auf⸗ genommen, wo, mir bereit mein Erbteil ist. So leb' ich nun im Glquben hier, im Schauen aber dort bei dir. IN. Pfingstlieder, 105. Mel: Werde munter, mein! Gemüte Job. Schopi 1642. 9 N 3 2* 2 11* — 4 9— Der du, Gött, an uns ge; den ⸗kest, dei ⸗ nen wenn wir dar⸗ um bit ⸗ 1155 acc und uns 5 du uns 5 sei ne Gal ben giebst de⸗muts⸗ voll fleh 2 zu Pfingstlieder. dir, Va⸗ ter, sen ⸗ de ihn auch mir, daß er mei⸗nen Geist erneu⸗e und ihn dir zum Tempel wei⸗he. 5. Fülle mich mit heil'⸗ gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch Vaterhuld mich freu“ und seine Kraft die Gesinnung mit wahrer Kindestreu' stets in mir schafft, daß ich dir vor seinen Augen wandle mich ganz ergebe und zu und rechtschaffen denk und deiner Ehre lebe. handle. 3. Dich auch kann ich 6. Geist des Friedens nicht erkennen, Jesu, nicht und der Liebe, bilde mich mit Zuversicht meinen Gott nach deinem Sinn, daß ich und Herrn dich nennen, Lieb' und Sanftmut übe und hilft dein guter Geist mir mir's rechne zum Gewinn, nicht. Darum treib' er wenn ich je ein Friedens⸗ kräftig mich, daß ich, o band knüpfen kann, wenn mein Mittler, dich durch meine Hand zur Erleicht'⸗ den wahren Glauben ehre rung der Beschwerden kann und auf deinen Ruf nur höre. dem Nächsten nützlich werden. 4. Ew'ge Quelle wahrer 7. Lehre mich, mich selbst Güter, hochgelobter Gottes- erkennen, die verborgnen geist, der du menschliche Fehler sehn, sie voll Reue Gemüter besserst und mit Gott bekennen und ihn um Trost erfreust, komm, nach Vergebung flehn. Mache dir verlanget mich, ich er⸗ täglich Ernst und Treu', gebe mich an dich. Mache mich zu bessern, in mir neu; mich zu Gottes Preise heilig[zu dem Heiligungsgeschäfte und zum Himmel weise. gieb mir immer neue Kräfte. Pfingstlieder. 8. Wenn der Anblick mei⸗ 9. Was sich Gutes in ner Sünden mein Gewissen mir findet, ist dein Gnaden⸗ niederschlägt, wenn sich werk in mir; selbst den Zweifel in mir finden, die Trieb hast du entzündet, mein Herz mit Kummer hegt, daß mich, Herr, verlangt wenn mein Aug' in Nöten nach dir. O so setze durch weint und Gott nicht zu dein Wort deine Gnaden⸗ hören scheint: o dann gieb, wirkung fort, bis sie durch daß meiner Seele nimmer ein selig Ende herrlich sich Trost und Stärkung fehle. an mir vollende. David Bruhn. 106. Mi.: O Durchörccher aller— 1 3 a 22 22 1784. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams Schöp⸗fer al ⸗ her Bet Träger al⸗ ler 1 7— 15. 8 1 2 7 1 1———— 2 5 5 8 cht— 2 7— und der Zucht, 5 5 Himmelsfrucht, Geist, der einst der heil gen Männer, E 3 2 * 9 9 4— 2 2 7 10—— 5— 5 5— 2—— E 5 1—— N und Pros he ken- scar, der e 9 71 1 4 5 7—— — 1 2 und Be⸗ ken · ner Trieb und Kraft und Zeugnis 07 2. Rüste du mit deinen setzen in dem großen, heil Gaben auch uns schwache gen Streit. Kinder aus, Kraft und 3. Gieb uns Abrahams Glaubensmut zu haben, gewisse, feste Glaubens⸗ Eifer für des Herren Haus, zuversicht, die durch alle eine Welt mit ihren Schätzen, Hindernisse, alle Zweifel Menschengunst und gute Zeit, siegend bricht, die nicht Leib und Leben dran zu bloß dem Gnadenbunde 112 Pfingstlieder. trauet froh und unbewegt, auch das Liebste jede Stunde Gott zu Füßen niederlegt. 4. Gieb uns Josephs keusche Sitten, wenn die Welt ohn' Scham und Zucht uns durch Dräuen, uns durch Bitten in ihr Garn zu ziehen sucht. Lehr uns fliehen, lehr uns meiden, was der Seele bringt Ge⸗ fahr, Hohn und Haß ge⸗ duldig leiden, Gott getreu sein immerdar. 5. Gieb uns Moses' brünst'ges Beten um Er⸗ barmung und Geduld, wenn durch freches Ubertreten un⸗ ser Volk häuft Schuld auf Schuld. Laß uns nicht mit kaltem Herzen unter den Verirrten stehn, nein, mit Moses' heil'gen Schmerzen für sie seufzen, weinen, flehn. 6. Gieb uns Davids Mut zu streiten mit den Feinden Israels, sein Vertraun in Leidenszeiten auf den Herren, seinen Fels, Feindeslieb' und Freundestreue, seinen königlichen Geist und ein Herz, das voller Reue Got⸗ tes Gnade sucht und preist. 7. Gieb Elias' heil' ge Strenge, wenn den Götzen dieser Zeit die verführte, blinde Menge Tempel und Altäre weiht: daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, sondern fest als deine Zeugen dastehn, wenn auch ganz allein. 8. Gieb uns der Apostel hohen, ungebeugten Zeugen⸗ mut, aller Welt trotz Spott und Drohen zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahr⸗ heit uns bekennen, die uns froh und frei gemacht; gieb, daß wir's nicht lassen können, habe du die Übermacht! 9. Gieb gleich Stephanus uns Frieden mitten in der Angst der Welt, wenn das Los, das uns beschieden, in den schwersten Kampf uns stellt. In dem wildesten Getümmel gieb uns Glau⸗ bensheiterkeit, öffn' im Sterben uns den Himmel, zeig uns Jesu Herrlichkeit! 10. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, des Ge⸗ horsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, du Geist der heil'gen Männer, Kön'ge und Pro⸗ phetenschar, der Apostel und Bekenner, auch bei uns werd offenbar! Karl Joh. Ph. Spitta. Pfingstlieder. 107. el.: Werde munter, mein Gemüte(. Ur. 103). 1. Geist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist, schau auf uns vom Himmelsthrone, gieb uns, was uns heilsam ist, steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich Gott ergeben sei; denn so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahr⸗ heit mich erfreun, lenke kräftig meinen Sinn auf die wahren Güter hin. Lehrst du mich, was gut ist, wählen, kann ich nie mein Heil ver⸗ fehlen. 3. Hilf, daß ich von dir getrieben über alles möge Gott, meinen Herrn und Vater, lieben, ihm getreu bis in den Tod! Immer laß auf ihn mich sehn! Sei⸗ nen Namen zu erhöhn, sei⸗ nen Willen zu vollbringen, kann mir nur durch dich gelingen. 4. Hilf mir, wenn mein Herz zur Sünde angelockt und träge wird, daß es immer schnell empfinde, wo es sich von dir verirrt! Warn und strafe dann mein Herz, daß es gleich voll Reu' und Schmerz wieder sich zum Vater wende und die Sünde nicht vollende! 5. Mangelt mir zu guten Werken Licht und Kraft, so reize mich zum Gebete; mich zu stärken, suche meine Seele dich! Laß mich aber mein Vertraun nur auf meinen Heiland baun, Gnad' um Gnad' auf mein Ver⸗ langen von dem Vater zu empfangen! 6. Steh in allen meinen Leiden mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Got⸗ tes Führung folgsam sei! Schenke mir Gelassenheit, wenn ich sterbe, Freudig⸗ keit, daß ich deinen Trost empfinde, standhaft bleib und überwinde. J. S. Diterich. 8 114 Pfingstlieder. 108. Mel.: Werde munter, mein Gemüte(s. Ur. 105). 1. Gott, gieb einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr, wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land. Laß des heil gen Geistes Gab' aus der Höh' auf mich herab, wie die starken Ströme, fließen und sich in mein Herz ergießen. 2. Jesu, der du hin⸗ gegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich er⸗ warte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein; er lehre mich, fest in deiner Wahrheit stehen und auf dich im Glauben sehen. 3. Heil ger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkom⸗ men, laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmels⸗ freuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, zu besiegen Fleisch und Blut, lehre mich zum Vater treten und im Geist und Wahr⸗ heit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, wo ich vor dem Himmels⸗ thron dich samt Vater und dem Sohn ewig rüh⸗ men werd' und preisen mit der Engel süßen Weisen. Moritz Kramer. 109. Mel.: Warum sollt' ich mich denn grämen. 0 J. G. u 1666. e e Höch⸗ster A komm hernie ⸗ der, Geist 95 Herrn, . 2 f 2 —— r 4 2 2— sei nicht fern, stär⸗ ke ge⸗ su Glie ⸗ der. Er, der ———— N 8—— nie sein Wort gebrochen, Je⸗sus, hat deinen Rat = 1 1—j N 1—— 2 sei⸗ nem Volk ver⸗spro⸗ chen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn' dich ver⸗ gebens. Ach, es ist das Heil so wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist not, für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greu'l der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu:„Ihr habt Ruh', ihr habt Heil gefunden. Er hat euch mit Heil gekrönet; faßt nur Mut, durch sein Blut seid ihr Gott versöhnet.“ 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Ver⸗ stockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor ihn treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß nicht Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod uns von Jesu scheiden. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und ge⸗ recht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen; treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prü⸗ fung Hitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in die ew'ge Freude. Chr. Liebich. —— —— — — Pfingstlieder. 1 10. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern(s. Nr. 116). 1. Komm, Gottes Geist, komm, höchster Gast, Herr, den der Himmel nicht um⸗ faßt noch dieser Kreis der Erde. Komm, offenbare dich auch mir, Gott heil'ger Geist, daß ich in dir ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sin⸗ nen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 2. Komm, edler Schatz, komm, höchstes Gut, komm in mein Herz und schaffe Mut, dich gläubig aufzu⸗ nehmen. Ich glaube fest, mein Heil und Licht, du teurer Tröster wirst dich nicht der armen Hütte schämen. Eile, heile Herz und Seele mit dem Ole deiner Gnaden, mache gut den Sündenschaden. 3. Entzünd in mir der Liebe Glut und mach in⸗ brünstig Geist und Mut, du Flamme reiner Liebe! Laß mich mit dir versiegelt sein, damit in Not und Todespein ich steten Glauben übe. Rühre, führe mein Gemüte, Gottes Güte zu erkennen, Christum meinen Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter Geist, du Brunn, da Lebens⸗ wasser fleußt, du süße Freu⸗ denquelle, die allen Durst der Seelen stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, mich zu laben, wenn ich sitz, in der Angst und Trübsalshitze. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, wenn ich ver⸗ führet, mein Lehrer in Un wissenheit, mein starker Bei⸗ stand in dem Streit, bis mich die Kronezieret. Schütze, stütze, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glauben; laß mir nichts die Krone rauben. 6. Hilf mir in meiner letzten Rot, versüße mir den bittern Tod; wenn Herz und Augen brechen, so sei du meines Lebens Licht; laß, wenn die Zunge nicht mehr spricht, dein Seufzen für mich sprechen. Laß mich end⸗ lich selig scheiden zu den Freu⸗ den aller Frommen; ach, wann werd' ichdahin kommen! J. E. Wenigk. Pfingstlieder. 111. Eigne Melodie. 124. 355 Komm, hei= li⸗ ger Geist, Her⸗ re Gott! er⸗ 1 1 323CCCCCT0bT0T0T0T — mit dei⸗ ner Gnaden Gut dei⸗ner Gläub'gen Herz, r r Mutunde Sinn, dein brünstig' Lieb entzünd in ihn' n. O 150 err— Lich⸗tes Glam zum Glauben du ver⸗ 35355. 5 ———+⏑⏑ 9 — sammlet hast das Volk aus al⸗ 1 Welt Zun⸗ gen; 506 sei dir, Herr, le⸗lu⸗ ja, Hal⸗le⸗ lu⸗ ja 2. Du heiliges Licht, edler Hort! laß leuchten uns des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Her⸗ zen Vater ihn nennen. OHerr, behüt vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn JesumChrist mit rechtem Glaub'n, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleib'n, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein' Kraft uns bereit und stärkdes Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hie ritterlich rin⸗ gen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halle⸗ luja! Dr. M. Luther Pfingstlieder. 112. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 7 28 Albert. 1644. 984— ——— Komm, o komm, du Geist des Le⸗ bens, wah⸗ rer Gott von Dei⸗ 7 sei aich ver⸗ge⸗bens, sie er⸗füll' uns —— 12 5 is 155 so wird Geist und Licht und Schein 1———— 4 A — ä—— 2*— in dem dun⸗ keln Her ⸗zen sein. 2. Gieb in unser Herz lsich Not und Drangsal find't; und Sinnen Weisheit, Rat, lehr uns, daß des Vaters Berstand und Zucht, daß Zucht einzig unser Bestes nichts andres wir beginnen, sucht. als nur, was dein Wille 5. Reiz uns, daß wir sucht. Dein Erkenntnis n 2 werde groß und mach uns zu ihm treten frei mit aller vom Irrtum los. Freudigkeit; seufze in uns, wenn wir beten, und ver⸗ 3. Zeig uns, Herr, die tritt uns allezeit: so wird rechten Stege, halt uns unsre Bitt' erhört und die auf der rechten Bahn; räume Zuversicht gemehrt. alles aus dem Wege, was 5 im Lauf uns hindern kann. 6. Wird um Trost dem WirkeReu'durch deineGnad', Herzen bange, daß es ruft „Nuß gestr.„voll Traurigkeit: Ach mein F Gott, mein Gott, wie lange! 4. Laß dein Zeugnis uns o so stärke uns im Leid, empfinden, daß wir Gottes sprich der Seele tröstlich zu Kinder sind, die auf ihn und gieb Mut, Geduld und allein sich gründen wenn Ruh'. Pfingstlieder. 7. O du Geist der Kraft 8. Wenn wir endlich so f en und Stärke, du gewisser, sterben, so versichre mehr neuer Geist, fördre in uns und mehr uns als deines deine Werke, wenn das Reiches Erben jener Herr⸗ Fleisch uns fliehen heißt; lichkeit und Ehr', die uns schenk uns Waffen zu dem wird durch Jesum Christ Krieg und behalt in uns und die unaussprechlich ist. den Sieg. Heinr. Held. 113. Eigne Melodie. Vorreformatorisch. — 1 —— 7 1 T 2225— 2— f 7 W 9 2 21 24 .* — f Nun bit⸗ ten wir den hel li ⸗ gen Geist CCC 7— 12 4 um den rech⸗ ten Glau⸗ben al ⸗ler⸗ meist, Strg. 0—— 1 2 3 5— 5—— * daß er uns be⸗ hü⸗ te an un⸗serm En⸗ * . 8—— N de, wenn wir heimfahr' n aus die sem E⸗ len⸗ de. Kyrie leis. 2. Du wertes Licht, gieb 3. Du süße Lieb', schenk uns deinen Schein, lehr uns deine Gunst, laß uns uns Jesum Christ kennen empfinden der Liebe Brunst, allein, daß wir an ihm daß wir uns von Herzen ein⸗ bleiben, dem treuen Heiland, ander lieben und im Frie⸗ der uns bracht hat zum den auf einem Sinn blei⸗ rechten Vaterland. Kyrieleis. ben. Kyrieleis. 120 Pfingstlieder. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, 114. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. daß in uns die Sinne nicht ver⸗ zagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Or. Mart. Luther. Joh. Schop. 1642. 2 2 O du al ⸗ler⸗ be ⸗ste Freu⸗ de, o du der du uns in Lieb' und— i 2 un⸗be⸗ al⸗ler⸗* 15 cht, su⸗ chet läs⸗sest nicht: — des Höchsten, höchster e Fürst, der du hältst der hal⸗ ten wirst ohn' Auf⸗ R e hö⸗ren al⸗le Dinge, hö⸗re, hö⸗re, was ich sin⸗ge. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch' und habe, geb' ich alles Wünschen dran. Hör mein Bitten, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du bist weise, voll Ver⸗ standes, das Geheimste ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, schaust des tiefsten Meeres Grund: nun, du weißt auch zweifels⸗ frei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 4. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und lauter ist, fleuchst hin⸗ gegen Schand' und Sün⸗ den, hassest Schlangentrug und List: mache du, o Gna⸗ denquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. Pfingstlieder. 5. Deine Huld hat keine 7. Nur allein, daß du Schranken, du bist fromm mich stärkest und mir treu⸗ und sanften Muts, bleibst lich stehest bei! Hilf, mein im Lieben ohne Wanken, Helfer, wo du merkest, daß thust uns Bösen so viel mir Hülfe nötig sei. Brich Gut's: ach verleihe mir des bösen Fleisches Sinn, doch auch diesen edlen Sinn nimm den alten Willen hin, und Brauch, daß ich Freund! daß er sich in dir erneue und und Feinde liebe, keinen, mein Gott sich meiner freue. den du liebst, betrübe. 8. Halt mich, wenn die 6. O mein Hort, ich bin Kniee beben, wenn ich sinke, zufrieden, wenn du nur sei mein Stab, wenn ich nicht weichst von mir; bleib sterbe, sei mein Leben, wenn von dir ich ungeschieden, ich liege, sei mein Grab; so bin ich getrost in dir. wenn ich wieder aufersteh', Laß mich sein dein Eigentum, o so hilf mir, daß ich geh' ich verspreche wiederum, alle hin, wo du in ew'gen Freu⸗ Kräfte und Vermögen dir f den wirst die Auserwählten zu Ehren anzulegen. weiden. Paul Gerhardt. 115. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte 1738 O gro- ßer Gott, du rei- nes We sen, der zu dei⸗ ner Woh⸗nung aus ⸗ er-le ⸗sen, ach 9 5 0 *—. J 7— .——————— „„ 8—— du die rei⸗nen Her⸗zen dir schaff ein rei⸗nes Herz in mir, ein Herz, das von der 6 35355355 ar⸗ gen Welt sich frei und un ⸗ bes fleckt er hält. 2. Vor allem mache mein Schuld getilget sein; dann Gemüte durch ungefärbte mache mich zur Reinigkeit Buße rein und laß, o Herr, des Lebens fertig und be⸗ durch deine Güte all' meine reit. 122 Pfingstlieder. 3. Regiere mich mit dei⸗ nem Geiste, der mein ge⸗ treuer Beistand sei und mir erwünschte Hülfe leiste; Gott, stehe mir in Gnaden bei und gieb mir einen sol⸗ chen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoße wegen meiner Werke mich nicht von dei⸗ nem Angesicht; laß hier mich in der Gnade stehn und dort in deinen Him⸗ mel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, doch nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. So führe du mich durch die Zeit hin zu der sel'gen Ewigkeit. Joh. Olearius(7). 116. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 22 4 O heil'⸗ger Gelst, kehr bei uns ein U Du Him⸗mels⸗ 5 10 dei ⸗ nen Schein bei laß uns e del⸗ n— du Her⸗ zens⸗ uns und in uns kräf⸗tig sein zu ste⸗ ter Freud und 5355. . son- ne!— 8 5 17 9 1 5 ne! Son- ne, Won⸗ne, himmlisch Le⸗ ben 1— e———————— ——.. —— — willst du ge⸗ ben, wenn wir be⸗ ten; sieh uns gläu⸗ ⸗big zu dir tre ⸗ ten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinig⸗ keit auch können alle Chri⸗ stenheit dein wahres Zeug⸗ nis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ Pfingstlieder. dir uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wis⸗ sen. Gieb uns Beständig⸗ keit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerris⸗ sen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein' edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge⸗ stärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begeg⸗ nen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost em⸗ pfinden, alles Unglück über⸗ winden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein süßes Himmelswort in un⸗ sern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheits⸗ vollen Lehr' und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du edler Himmelstau, senk dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Näch⸗ sten stets mit Liebestreu' und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich be⸗ trübe; Fried' und Liebe laß umschweben und durch⸗ dringen unser Leben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Gei⸗ stes Stärke, daß uns hin⸗ fort sei unbewußt die Ei⸗ telkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sin⸗ nen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels⸗ erben werden. Michael Schirmer. Pfingstlieder. 11 12 Mel.: Valet will ich dir geben Melchior Teschner. 1614 — O komm, du Geist der Wahr⸗ heit, und ver⸗ brei ⸗ ver⸗ keh⸗ re bei uns ein, ban ⸗ ne Trug und Schein. 6 —— Gieß aus dein hei- lig —̃— er, rühr Herz und Lippen 1—(—ũ:—4 —* 0 2— 8— 5 9 — 2— ———̃ͤ——⅜——— jeg⸗li⸗ cher ge⸗treu⸗er den Herrn be- kennen kann. f 2. O du, den unser größ⸗ 4. Es gilt ein frei Ge⸗ ter Regent uns zugesagt, ständnis in dieser unsrer komm zu uns, werter Tröster, Zeit, ein offenes Bekennt⸗ und mach uns unverzagt. nis bei allem Widerstreit, Gieb uns in dieser schlaffen trotz aller Feinde Toben, und glaubensarmen Zeit die trotz allem Heidentum zu scharfgeschliffnen Waffen der preisen und zu loben das ersten Christenheit. Evangelium. 3. Unglaub' und Thor⸗ 5. Fern in der Heiden heit bri sich frecher jetzt Lande erschallt dein kräftig als je, darum mußt du uns Wort, sie werfen Satans rüsten mit Waffen aus der Bande und ihre Götzen Höh'; du mußt uns Kraft fort; von allen Seiten verleihen, Geduld und Glau- kommen sie in das Reich benstren! und mußt uns herein: ach soll es uns ganz befreien von aller genommen, für uns ver⸗ heu. schlossen sein? ten Pfingstlieder. 6. O wahrlich, wir ver⸗ 7. Du heil'ger Geist, or⸗ dienen solch strenges Straf; reite ein Pfingstfest nah gericht; uns ist das Licht und fern, mit deiner Kraft erschienen, allein wir glau⸗ begleite das Zeugnis von ben nicht. Ach lasset uns dem Herrn. O öffne du die gebeugter um Gottes Gnade Herzen der Welt und uns flehn, daß er bei uns den] den Mund, daß wir in Leuchter des Wortes lasse Freud' und Schmerzen das stehn. Heil ihr machen kund. Karl Joh. Ph. Spitta. 8 110* tel.: Jesu, meine Freude. 0 1 5 Joh. Crüger. 1656. A f— CDF 8—————— 3———— * Schmückt das Fest mit Mai⸗en, las⸗sset Blu⸗men denn 8 hat sich ein- ge⸗ 1 5. 1 3— ——— streu⸗ en, zün⸗ det Op⸗ fer an; 9 la⸗ den; macht ihm freu⸗dig Bahn. Nehmt ihn S 22 5— 7— 2 22. ͤ——— fül⸗ len und den Kum⸗mer stil⸗ len. 2. Tröster der Betrüb⸗ uns deine teuern Gaben ten, Siegel der Geliebten, zur Genüge laben. Geist voll Rat und That, 3. Laß die Herzen bren⸗ starker Herzbezwinger, sanf⸗ nen, wenn wir Jesum nen⸗ ter Friedensbringer, Licht nen; heb den Geist empor. auf unserm Pfad, gieb uns Gieb uns Kraft zu beten Kraft zur Ritterschaft, laß und vor Gott zu treten, —— —— tragen und in fin ragen und in sin Aa dei oi An unser Licht- wo dein U unser Licht; und verseil J ih, hundertfäl Zeuch ein zu mei⸗nen Tho⸗ren, sei meines Herzens der du, da ich ge- bo⸗ ren, mich neu ge⸗bo⸗ xen * o hoch⸗ge⸗lieb⸗ter Geist des Va⸗ters und des ha st, 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent⸗ sünd'ge meinen Sinn, daß mit reinem Geiste dir hr' und Dienste leiste, die dir schuldig bin. de Tod und Gnade, im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klin⸗ get wohl. Es steigt zum Himmel an, es läßt nicht ab und steiget, bis der sich helfend Heiget, fran helfen kann. 9. du nicht, Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freu⸗ densaal. was unversöhnlich scheint. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenher⸗ zen wenden, wie dir es wohl gefällt: so gieb doch deine Gnad' zu Fried' und Liebesbanden, verknüpf in n, was sich ge⸗ 128 Trinitatislieder. 8. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd'; bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd'; laß blühen, wie zuvor, die Länder, die verheeret, und was der Krieg zerstöret, richt wiederum empor. 9. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsers Königs Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück als mit einer Kron' die Alten mit Verstand, mit Fröm⸗ migkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit — Segen für und für; vertreib Haus. den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus un⸗ serm Herzen reißt. 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns bieten alle⸗ zeit. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wir's sollen geben in Todesnacht dahin, wenn's hier mit uns ist aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Paul Gerhardt. Trinitatislieder. 120. Mel.: Nun danket alle Gott. 2 J. Crüger. 1649. e— 2 2 2— 1— 2* * Ge 8 bet sel d der Herr, mein Gott, mein Licht, mein mein Schöpfer, welcher hat mir Leib und Seel, ge⸗ —.— ——— 55 9 2 E ————— 7— Le ⸗ ben, ge⸗ ben, mein Va⸗ter, der mich schützt von Mut ⸗ ter lei ⸗ be an, der je ⸗ den Au⸗gen⸗ 8 .—— 8 —————— blick viel Gutes mir ge ⸗than. 2. Gelobet sei der Herr, 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein mein Gott, der ewig lebet, Leben, des Vaters liebster den alles rühmt und lobt, Sohn, der sich für mich was in ihm lebt und webet, gegeben, der mich erlöset gelobet sei der Herr, des hat mit seinem teuren Blut, Name heilig heißt, Gott der mir im Glauben schenkt Vater, Gott der Sohn und sich selbst, das höchste Gut. Gott der heil'ge Geist, 3. Gelobet sei der Herr, 5. Dem wir Halleluja mein Gott, mein Trost, mit Freuden lassen klingen mein Leben, des Vaters und mit der Engel Schar werter Geist, den mir der das Heilig, Heilig singen, Sohn gegeben, der mir den herzlich lobt und preist mein Herz erquickt, der die ganze Christenheit: ge⸗ mir giebt neue Kraft, der lobet sei mein Gott in alle mir in aller Not Rat, Ewigkeit! Trost und Hülfe schafft. Joh. Oleariuz. 121. Eigne Melodie. 4 2 Vorreformatorisch. * der ben, Vor dem Teu⸗ fel uns bewahr, halt ster ⸗ ben! dir uns las⸗ sen ganz und gar, mit uns bei fe⸗ stem Glau⸗ ben und auf dich laß uns al⸗ len rech⸗ten Chri⸗ sten entfliehn des Teufels 8 —— E. 8 +—— 3————— ee rr Y—— E— 2 4 0 —— W 0—— bau en, aus Her⸗zens grund ver⸗ trau ⸗ en, i„ sten, mit Waf⸗fen Gott's uns rü n⸗ sten! 7a 13 14 1 J—*— 5———— E E 3 1 7 1 N 5 1 2—— — E—— 7 .* 8. Amen, Amen, das sei wahr! so sin⸗gen wir Halle⸗lu⸗ja! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teu⸗ fel uns bewahr; halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gott's uns rüsten! Amen, Amen, das sei wahr! so fingen wir Halleluja! 3. Heil ger Geist, ach wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr; halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gott's uns rüsten! Amen, Amen, das sei wahr! so singen wir Halleluja! Dr. M. Luther. Trinitatislieder. 122. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern(s. Ur. 116). 1. Halleluja! Lob, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Klinget, singet! Jubellieder, hallet wieder! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr' und Macht sei Gottes Sohn von uns gebracht, in dem wir sind erwählet, der uns mit seinem Blut erkauft, in dessen Tod wir sind getauft, der sich mit uns vermählet! Heilig, selig ö ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darin wir uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heil ger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glau⸗ ben hat geziert, dem Bräu⸗ tigam uns zugeführt, der uns sich hat erkoren! Heil uns, Heil uns! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Him⸗ melsschar und singet nun 3— O Gott, der du den Er den⸗kreis und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, singet! Jubellieder, hallet wieder! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere. Barth. Crasselius(2). Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. Nik. Hermann. 1580. 2 er⸗ ———— ä nem Preis, uns auch be⸗ 9 ——— wahrt 1— 5— —— und Ge ⸗fahr. 2. Hi deine Werk' voll Weisheit, Güte, Kraft und Stärk' erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr'. Halleluja! 3. O liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier'. Halleluja! 4. Gieb deiner Aufer⸗ stehung Kraft, 10 1. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil in Sünden ist, Herr, nur in dir zu finden. so man⸗ ches Jahr in vie 3———— bel l„ja! daß wir alle daß dieser Trost ja bei uns haft' und - ler Trüb ⸗sal wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt ver⸗ . Dane D heit ger Geist, laß e den Wort so hören heut' und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. Halleluja! 6. Erleuchte uns, du wah⸗ res Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Thun also regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! Nik. Selnecker 7). 4 12„ Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern(s. Ar. 116). 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, mein 5 und Heiland Jesu Christ, mein Frieden und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find' ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Teil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab' ich, wenn ich Jesum habe. Trinitatislieder. 133 3. Was freut mich noch, nicht, wo komm' ich hin? wenn du's nicht bist, o Geist, Hilfst du nicht, wer will der uns gegeben ist zum trösten? Meine eine wahre Führer der Erlösten? Bist Freude, Trost im Leide, du nicht mein, was sucht Heil für Schaden ist in mein Sinn? Führst du mich dir, o Geist der Gnaden. V. 1. 2 Ph. Fr. Hiller. V. 3 neuer Zusatz 125. Eigne Melodie. — 4— 3 a 4 —— 3—————-—.— Wir glau„ ben all an ei⸗nen Gott, Schöpfer —— —.——-— E 25 den, der sich zum ————— 7 N 8—— 2 Va⸗ ter g 8 hat, daß wir sei⸗ ne Kin B—TTTÄ—T—: ä—— wer ⸗ den. Er will uns all⸗ zeit er- näh⸗ *—— ren, Leib und Seel auch wohl be⸗ wah ⸗ ren; . 8 . al⸗ lem Un⸗fall will er weh- ren, kein Leid ——*————— 8— —— 7— 8—— 1 f ———— 8 5 2 ———— soll uns wi⸗ der ⸗fah ⸗ ren; er sor⸗ get sei⸗ ner Macht. 2. Wir glauben auch un Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, Gott von gleicher Macht und Eh⸗ ren; von Maria, der Jung⸗ frauen, ist er wahrer Mensch geboren durch den heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz' Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd'n vergeben werden; das Fleisch soll auch wiederleben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Dr. M. Luther. XI. Kirche und Mission. Rirche. 126. K. 1 1— — 8.— Ach bleib bei —— uns, Herr Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 1548. Kirche und Mission. 2. In dieser letzten schweren eigne Weisheit her, zu Zeit verleih uns, Herr, fälschen deine rechte Lehr'. Beständigkeit, daß wir dein 6. Die Sach' und Ehr', Wort und Sakrament be⸗ Herr Jesu Christ, nicht halten rein bis an das End'. unser, sondern dein ja ist: 3. Herr Jesu, hilf, dein! darum so steh du denen bei, Kirch' erhalt! Wir sind die sich auf dich verlassen frei. gar sicher, träg und kalt; 7. Dein Wort ist unsres gieb Glück und Heil zu Herzens Trutz und deiner deinem Wort, damit es Kirche wahrer Schutz: dabei schall' an allem Ort. erhalt uns, lieber Herr, 4. Erhalt uns nur bei daß wir nichts andres suchen deinem Wort und wehr mehr. des Teufels Trug und Mord; 8. Hilf leben uns nach gieb deiner Kirche Gnad' deinem Wort und endlich und Huld, Fried', Einig⸗ darauf scheiden fort von keit, Mut und Geduld. hinnen aus dem Jammer⸗ 5. Den stolzen Geistern thal zu dir in deinen Him⸗ wehre doch, die mit Gewalt melssaal. sich heben hoch und bringen 127. Eigue Melodie. Nik. Selnecker. ——.————— Ach Gott, vom Him⸗mel sieh darein und wie we ⸗ nig sind der Heil'⸗gen dein, ver⸗ 55 laß dich des er⸗ bar ⸗ men .— —.———8 viel Men⸗schen⸗k dern. Kirche 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz er⸗ findet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das; sie trennen uns ohn' alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten alle Lehr', die falschen Schein uns lehret und sich ver⸗ mißt gar hoch und sehr, spricht: Trotz dem, der's uns wehret! wir haben Recht und Macht allein; was wir gesetzt, gilt allgemein; wer ist, der uns sollt' meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir her⸗ ein, ich hab' ihr' Klag' er⸗ 128. und Mitssion. höret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Gold, durchs Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stun⸗ den. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird erkannt sein' Kraft und Schein, und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor denen, die's verwirren, und laß uns dir befohlen sein, daß nichts uns möge irren. Der gottlos' Hauf umher sich find't, wo diese losen Leute sind in deinem Volk er⸗ haben. Dr. M. Luther Eigne Melodie. . e — Ein 125 ste Burg ist un⸗— gu⸗ 18855 und Er hilft uns ert aus al⸗ler Not, die ung 5 58 be⸗ 5 Dr alt' bö⸗se b b h Waf ⸗ fen. trof fen. Kirche und Mission. — 1 2*—— meint; groß Macht und 5 sein viel List N ü——— 1 grausam Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein'sglei 2. Mit unsrer ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Macht = chen Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't; ein Wörtlein kann Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein an⸗ drer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so Eigne Melodie. ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Ga⸗ ben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin, sie ha⸗ ben's kein'n Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. Mart. Luther. 25ʃ3 sehr, es soll uns doch ge⸗ lingen. Der Fürst dieser 129. 1 4 2 0 ß— 55 1—.— .—— 055——— e— e ——— 8 ——————-—-— 2—— dei⸗nen Sohn, stür⸗zen wol⸗len von sei⸗nem e on. 138 Kirche und Mission. 2. Beweis dein' Macht, err Jesu Christ, der du err aller Herren bist; be⸗ schirm dein' arme Christen⸗ heit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 130. 0 H H 3. Gott, heil' ger Geist, du Tröster wert, gieb dein'm Volk einen Sinn auf Erd'; steh bei uns in der letzten Not, leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. Mart. Luther Eigne Melodie. 1704. 535—— Fah⸗ re fert, 88 fort, Zi⸗ on, fah⸗ re T fort im Licht! Mass che dei⸗nen Leuch⸗ter hel⸗ le, Pfort'! Fah⸗ re f 2. Dulde still, dulde till, Zion, dulde ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod e etreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, wenn der Feind dich töten will, dulde still, dulde till! fort, fah⸗ re fort! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge cht! Kirche und Mission. 4. Prüfe recht, prüfe recht,, 6. Brich hervor, brich Zion, prüfe recht den Geist, hervor, Zion, brich hervor der dir ruft zu beiden Sei⸗ in Kraft, weil die Bruder⸗ ten; thue nicht, was er dich liebe brennet; zeige, was heißt, laß nur deinen Stern der in dir schafft, der als dich leiten; Zion, das, was seine Braut dich kennet; gut scheint und was schlecht, Zion, durch das dir gegebne prüfe recht, prüfe recht! Thor brich hervor, brich 5. Dringe ein, dringe hervor! ein, Zion, dringe ein in 7. Halte aus, halte aus, Gott; stärke dich mit Geist Zion, halte deine Treu', und Leben, sei nicht, wie lasse nimmer lau dich fin⸗ die andern, tot; sei du den; auf, das Kleinod rückt gleich dem grünen Reben; herbei, auf, verlasse, was Zion, in die Kraft ohn! dahinten; Zion, in dem letz⸗ Heuchelschein dringe ein, ten Kampf und Strauß dringe ein! halte aus, halte aus! Joh. Eus. Schmidt. 131. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. a 1 Joh. Crüger. 1640. 1——— 1——— 1 2——— 1——̃̃(— ———— wer ⸗ den, die, s 3 in ih⸗ ren Nö⸗ten und Be⸗ R ——— JJFFCFTTFTCTTFTTTTT ———ũ———— hof ⸗ fen und zu dir ru ⸗ fen. 2. Zu Schanden mache verlassen. alle, die dich hassen, die mit Gnaden zu 1 l sich allein auf ihre Macht laß dich's erbarmen! — 140 Kirche und Mission. 3. Und schaff uns Bei- schenhülfe ballen; mit dir stand wider unsre Feinde: wir wollen Thaten thun wenn du ein Wort sprichst, und kämpfen, die Feinde werden sie bald Freunde; dämpfen. sie müssen Wehr und Waf⸗ 5. Du bist der Held, fen Meberkegen, kein Glied der sie kann niedertreten und mehr regen. das bedrängte kleine Häuf⸗ 4. Wir haben niemand, lein retten; wir traun auf dem wir uns vertrauen; dich, wir schrein in Jesu vergebens ist's auf Men⸗ Namen: Hilf, Helfer! Amen! Joh. Heermann 132 0 2. mel.: Die Tugend wird dutchs Krenz geübet. Joh. Chr. Nehring. 1704. 2 Ich lo⸗ be dich von gan⸗zer See⸗len, daß dir wol ⸗ len ei ⸗ ne Kirch' er- wäh⸗len, o ä 5———— — i du auf die⸗sem Er⸗den⸗kreis Gott, zu dei⸗nes Namens Preis, dar⸗ in⸗nen sich viel' Chri- sti Blut nun ma⸗che rein. 2. Du rufest auch noch heutzutage, daß jedermann erscheinen soll; immer deine Klage, daß nicht dein Haus will wer den voll. Deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden alle, die man find't, und willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, aus vielen Zungen und Völkern eine Kirch' erbaut, darinnen dein Lob wird ge⸗ sungen, gläubig traut; Christum ja gegeben zu ih⸗ rem königlichen Haupt: so führ es nun zum rechten Leben, was deine heil'ge Kirche glaubt. 133. : Wachet auf, Kirche und ö 0 man höret die deinem Worte du hast ihr 4. Wir woll'n uns auf nichts andres gründen, als auf den Grund, den du gelegt; hilf uns aus Gnaden über⸗ winden, weil stets auch noch der Feind sich regt; und alle Runzeln, alle Flecken, die noch entstellen Christi Braut, die wollst du mit der Liebe decken, in der du uns dem Sohn vertraut. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und from⸗ men Leben bis ans End'; ach laß uns ja den Schatz nicht rauben, dein heilig Wort und Sakrament. Er⸗ füll die Herzen deiner Chri⸗ sten mit Geistessegen, Fried und Freud', daß sie mit Lieb' und Treu' sich rüsten zur freudenvollen Ewigkeit. Fr. Konr. Hiller. ruft uns die 3 1603. 3 8 ———— —— = nig Je ⸗su, strei⸗te, sie ⸗ ge, Blick auf dei⸗ ne Friedensbo⸗ ten, daß al⸗ les laß we⸗hen E .————ê——— ——»——*——. bald dir un⸗ ter ⸗ lie ⸗ ge, was lebt und dei⸗ nen Le⸗bens⸗o⸗ dem durchs gan ⸗ze 77 5 1 1 7355 1——— —. E—— —— 7—— 22—+ webt in die ⸗ser Welt. wei⸗ te To⸗ten⸗feld. Er⸗hö⸗ re un⸗ser Flehn und laß es bald ge⸗schehn. A- men, 2 0 1 5 8— — 1 1 ef— men! so rüh⸗ men wir und jauch⸗ zen dir 12 F 7 2 a 5 4 2 32 1 ein Hal ⸗ le ⸗ lu⸗ ja für und für. 134. r Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 22 22 1— 85— Fein de we lens sein, dich gänz⸗ lich, zu ver⸗stö⸗ 5——— r*——— ren, und su⸗ 9 dei⸗ nen Un⸗ter⸗ gang, da⸗von dir wird 1850 angst und bang: es wird nicht lan⸗ ge wäh⸗ren. 2. Getröst dich nur, daß wird durch seinen Gideon,“) deine Sach' ist Gottes, den er wohl weiß, dir helfen dem befiehl die Rach' und schon, dich und sein Wort laß du 1 nur walten. Er erhalten. ) Richt. 6. 13. Kirche und Mission. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort', und was dem mag anhangen, doch werden gar zu Schand' und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg woll'n wir erlangen. 135. * Michael Altenburg. „Mel.: Nach: Ein' feste Zurg ist unser Gott. 2 1529. — J——— 2„F —— 2 g 2 7— — Wenn Christus sei⸗ne Kirche schützt, so mag die Höl⸗ le er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu ge⸗ — 5. Er ist mit Hül ⸗ fe nah; wenn — 5 A e — 2—.—— ̃— er gebeut, steht's da. Er schützet sei⸗nen Ruhm und f f. = = 2 4 2 4 —— 2 212— 2 2 ä 1 3 — hält das Christentum; mag doch die Höl⸗le 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr wü ⸗ ten. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr wider⸗ stehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen Spott: doch ihrer lachet hält, dem kann die ganze Gott. Sie mögen sich em⸗ Welt die Seligkeit nicht pören! rauben. Kirche und Mission. 4. Auf, Christen, die ihr][ Zebaoth hält über sein ihm vertraut, laßt euch Gebot, giebt uns Geduld kein Drohn erschrecken! Der in Not und Kraft und Gott, der von dem Himmel Mut im Tod: was will schaut, wird uns gewiß uns dann erschrecken? bedecken. Der Herr Herr Chr. F. Gellert. 136. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 11 5—————— 2 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, wenn und er—— rer Fech⸗ zu⸗ fällt im K 8.— 7 2— ö E. 2 23 — 2 SS —.— 72 uns⸗ re Fein⸗ de 90- ben, N Him⸗mel hoch dort o ⸗ ben, 5355 Schutz nicht ist und sel ⸗ ber bricht der Fan- de List: so wo er der Sei⸗nen f. 7—— 1—— E——— 1— ́;—.,.,.,̃ ̃⅛˙— i— N * f 9 ist's mit uns ver ⸗ lo ⸗ ren. 2. Was Menschenkraft 3. Ach Gott, wie reich⸗ und Witz anfäht, soll uns lich tröstest du, die gänz⸗ fürwahr nicht schrecken; er lich sind verlassen. Der sitzet an der höchsten Stätt', Gnade Thür ist nimmer zu, wird ihren Rat aufdecken. Vernunft kann das nicht fas⸗ Wenn sie's aufs klügste sen. Und doch steht all's in greifen an, so geht doch deiner Hand, dein Aug' geht Gott ein' andre Bahn; es über alle Land'; hilf nur, steht in seinen Händen. daß wir nicht wanken! Justus Jonas. * Zi ⸗ on, gieb dich nur zu ⸗frie⸗ den, Gott ist noch bei du bist nicht von ihm ge⸗schie⸗den, er hat ei⸗ nen 8 dir dar ⸗ in;. traf Va⸗ ter- sinn. Wenn er straft, so liebt er auch, 0 2 2 — 8—— 3 22 5———— 4 das ist sei⸗ ner Lie ⸗ be Brauch: Zi⸗ on, ler ⸗ ne 5—̃ñ̃—— ̃̃— 25.——————— 7 2 2— 2 1 5— 10 — dies be⸗ den ⸗ken; war⸗ um willst du dich so krän· ken 7 2. Treiben dich die Meeres⸗ du kannst doch nicht wanken wellen auf der wilden tiefen aus des ew'gen Bundes See, wollen sie dich gar Schranken. zerschellen, daß du rufest 4. Müssen n allhi ach und weh; schweigt dein die Thränen ene Heiland still dazu, gleich Perlen sein, dringt dein baer en d e 5 gen; ba auch in deine Lieder ein, ist wird Sturm und Flut si 90 ch der Spott dein täglich Brot a und dein Trank die bittre 3. Berg' und Felsen mögen[Not: Zion, laß dir doch weichen, ob sie noch so feste nicht grauen; du kannst stehn, mag die Welt mit deinem Gott vertrauen. ihren Reichen wanken, ja 5. Droht man dir mit selbst untergehn: dennoch Schmach und Banden, mit hat es keine Not, nicht im viel Qual und Herzeleid, Leben, nicht im Tod; Zion, dennoch wirst du nicht zu 146 Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei getrost und wohlgemut; denn der Herr ist's, der es thut; Zion, 0 Gott wird dich schon stärken, seine Hülfe wirst du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron': M AN 138. Kirche und der macht Mission. Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Freut euch, sel'ge Him⸗ melserben, freuet euch mit Zion hier! Zion, das da sollte sterben, wird nun leben für und für und befreit von Angst und Qual freuen sich im Himmelssaal; Zion, wer will dich nun scheiden von dem Herrn und seinen Freuden? Joachim Pauli. ifsion. el.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner. 1614. * 1 Der du zum Heil er⸗schie⸗ nen der al⸗ ler⸗ärm⸗sten und von den Che⸗ru⸗ bi⸗ nen zu Sün⸗dern dich ge⸗ 32 Welt sellt, den sie mit fre⸗ chem Stol ⸗ ze ver⸗ ——— MNT 2— hol ⸗ 5 9 höhnt für sei⸗ ne Huld, als du am Mar⸗ter⸗ 1 a 8 U 222 ·˙ ü 5—.—.— 1 1 1— 2 2— 2*. 7 i— 11 2**** 0 1 1— 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen, Norden, Süden und Mor⸗ gen, ohne Zahl, sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil ver⸗ heißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen zu Liebe dich gemüht und auch den öden Norden, den ew'ges Eis bedrückt, zu deinen Himmelpforten er⸗ barmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Kirche und Mission. Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ schild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein gött⸗ lich„Werde“, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn: daß, wo man Götzen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! wie viele sind's noch nicht! O du, der's uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp. Ml.: Jesus, meine Zuversicht. 7 Ei⸗ ne Her⸗ de und ein Hirt! 2 2 Joh. Crüger. 1656. ——ů—— 9 ————— 8— Wie wird dann dir wenn sein Tag er⸗schei⸗nen wird! Freu⸗ e dich, du Er⸗ de, klei⸗ ne Her ⸗de, sein, o s hält, was er 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, ge⸗ treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde. Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Mor⸗ genrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend mach dich auf und wer⸗de licht! f ver⸗spricht. an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht: Je⸗ sus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf⸗ gethan; rauscht, verdorrete Gebeine! macht dem Bun⸗ desengel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je⸗ sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! Mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er verspricht. Fr. A. Krummacher. Kirche und Eigne Melodie. Es wol ⸗ le Gott uns gnä⸗ dig sein sein Ant- litz uns mit hel⸗lem Sch — sei⸗nen Se⸗gen daß wir er ⸗ken⸗nen leucht' zum ew'sgen Le- ben 5 5 2 5. 3 4 —.éÜ———— ————— —— g 2—— sei⸗ne Werk und was ihm lieb auf Er ⸗ den, und ä ä. —... sus Chri⸗stus' Heil und Stärk be⸗kannt den Hei⸗den 7 5— — 5 6 1 8 1— wer ⸗ den und sie zu Gott be ie e 2. So danken, Gott, und 3. Es danke, Gott, und loben dich die Heiden über⸗ lobe dich das Volk in guten alle, und alle Welt, die Thaten; das Land bring' freue sich und sing' mit Frucht und bess're sich, dein großem Schalle, daß du Wort laß wohlgeraten. auf Erden Richter bist und Uns segne Vater und der läßt die Sünd' nicht wal⸗ Sohn, uns seane Gott der ten; dein Wort die Hut heil'ge Geist, dem alle Welt und Weide ist, die alles die Ehr e thu', vor ihm sich Volk erhalten, in rechter fürchte allermeist! Nun Bahn zu wallen. sprecht von§ Amen. Kirche und Mission. 141. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele(s. Ur. 137). 1. Herr, wie sind noch Jüngling, dir versöhnt, laß viel der Heiden, die in mit Gnad' und Geist ge⸗ Todes schatten gehn! Komm, krönt dem gebundnen Knecht o Hirt, auch sie zu weiden; der Sünden deinen Gna⸗ kannst du sie verirret sehn? denrat verkünden. Nimm der Herde selbst dich 3. Herr, wir sind ja — führe sie des 3 deine Christen; sollten wir gene tel an en de dee en e Ga 5 dem großen Baue rüsten 8 8 deines Reichs in allem Land? 2. Herr, laß deine Bo⸗ Gieb ein Herz in Liebe warm, ten eilen; sende Knechte das des Jammers sich er⸗ mehr noch aus, deine Ga- barm' und die vielen weit ben auszuteilen, einzuladen Verirrten bring' zu dir, in dein Haus. Manchen dem guten Hirten. 44. O Durchbrecher aller Bande. Hoch⸗ge⸗seg⸗ net seid ihr Bo⸗ten, die der Herr ins Blind zu den Blinden und den To⸗ten heil⸗ver⸗kün⸗ dend fer⸗ ne Land i 2 aus⸗ge⸗sandt. Drin⸗get wei ⸗ ter durch die trü⸗ be, 1———— eu ⸗ re Lie ⸗ be kröntder Herr mit Sieg ge⸗wiß. Kirche und Mission. 2. Schwinget mutig in sucht nicht Ehre, Ruhm und die Höhe Jesu Christi Kreu. Gut, nein, ihr preiset nur zesfahn', daß die Heiden⸗ das teure, für die Welt welt ihn sehe, dem die Völ⸗ vergoss'ne Blut. ker unterthan. Werdet aller 5. Traget denn die Welt ein Zeichen von des Schmach und Schande von Herren Majestät, daß er der Welt vergnügt und gern: siegen muß, sie weichen, freut euch, seht ihr alle sei es früher oder spät. Lande voll der Herrlichkeit 3. O ihr glaubensstar⸗ des Herrn; freut euch, daß ken Streiter ohne Kriegs⸗ ihr auserkoren, Zeugen sei⸗ gerät und Schwert, drin⸗ nes Siegs zu sein, daß get nur erobernd weiter, ihr stehet an den Thoreu, eures Herren ist die Erd'. da der König ziehet ein. Der euch sandte, wird euch 6. Hosianna! jubeln, sin⸗ helfen, euer König steht gen Tausende nach Nacht euch bei; ob auch Schafe und Pein, und die fern⸗ unter Wölfen, sollt ihr sten Völker dringen in das ä froh und frei. Himmelreich hinein, und Liebe hat euch ange⸗ viel tausend Kniee beugen 0 fachte hell die Sehn⸗ sich vor Christo, Gottes sucht an, an den Brüdern Sohn, und das ist, ihr auszuüben, was der Herr treuen Zeugen, eurer Ar⸗ an euch gethan. Darum beit süßer Lohn. fucht ihr nicht das Eure, Karl Job. Bh. Spitta. 143.. Mel.: 8 88 2 1524. 5 5 N— —————— Je⸗su, bit⸗tend kom⸗men wir mit den Dei⸗ nen = FF— 5.——* ————————— 8 jetzt zu dir; hör auf un⸗ 1 kind⸗ 2 Flehn, 0 was wir bit ⸗ ten, laß ge⸗schehn. 152 Kirche und Mission. 2. Jesu, ziehe bei uns] 5. Thu der Völker Thüren ein, laß uns ganz dein auf; deines Himmelreiches eigen sein; schenk uns allen Lauf hemme keine List noch deinen Geist, den dein Macht; schaffe Licht in teures Wort verheißt. dunkler Nacht. 3. Weck die tote Christen⸗ 6. Gieb den Boten Kraft heit aus dem Schlaf der und Mut, Glaubenshoff⸗ Sicherheit; mache deinen nung, Liebesglut; laß viel Ruhm bekannt überall im Früchte deiner Gnad' folgen ganzen Land. ihrer Thränensaat. 4. Laß dein Wort zu J. Zion, danke deinem dieser Zeit kräftig schallen Herrn, was du bittest, weit und breit; allen Heiden thut er gern; ja, er kommt werde kund deiner Gnade mit seinem Reich; was ist Friedensbund. seinen Freuden gleich! 144 K. mel.: Die Tugend wird durchs Krenz geübet. Joh. Chr. Nehring. 1704. 3 2 8—— —*——— 3— N B 2————ʒ 2—* O daß doch bald dein Feu- er brenn ⸗ te, du und bald die gan- ze Welt er- kenn te, daß — p— E— 5— 4. 5 2 7——B——— 5 E ———— 8 8. 5——*. un⸗aussprechlich Lie- ben⸗der e der, Er⸗wek⸗ fe Iz du bist König, Gott und Herr! Er⸗wek⸗ le, läu⸗tre 6 ———— —— 5 —** 2—* und ver⸗ei⸗ ne des gan⸗zen Christen⸗vol⸗kes Schar und ———————. —————— ——— ———— — dein mach in dei⸗ nem Gna⸗den⸗ schel⸗ ne ——— r 4 Heil noch je ⸗dem of⸗ fen ⸗bar. Kirche und Mission. 2. Zwar brennt es schon 3. Schmelz alles, was mit heller Flamme jetzt sich trennt, zusammen und hier und dort, in Ost und baue deinen Tempel aus, West, dir, dem am Kreuz laß leuchten deine heil'gen erwürgten Lamme, ein herr⸗ Flammen durch deines lich Pfingst⸗ und Freuden⸗ Vaters ganzes Haus. Beleb, fest, und noch entzünden erleucht, erwärm, entflamme Himmelsfunken so manches doch bald die ganze weite kalte tote Herz und machen Welt und zeig dich jedem Durst'ge freudetrunken und Voölkerstamme als Heiland, heilen Sünd' und Höllen⸗ Friedefürst und Held. schmerz. J. L. Fricker. 145. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme(s. Ur. 133) 1. O Herr Jesu, Ehren⸗ 2. Schau auf deine Millio⸗ könig, wie sind der Friedens⸗ nen, die noch im Todes⸗ boten wenig! Drum sende schatten wohnen, von dei⸗ treue Zeugen aus. Sende nem Himmelreiche fern; ach, sie hinaus in Gnaden, viel' noch immer nicht ist ihnen arme Gäste einzuladen zum dein Evangelium erschienen, Mahl in deines Vaters kein gnadenreicher Morgen⸗ Haus. Wohl dem, den stern! Glanz der Gerechtig⸗ deine Wahl beruft zum keit, geh auf, denn es ist Abendmahl im Reich Got⸗ Zeit. Komm, Herr Jesu, tes! Da ruht der Streit, zeuch du voran und mach da währt die Freud' heut, dir Bahn, dir sei'n die gestern und in Ewigkeit. Thüren aufgethan! Albert Knapp. 146. Mel.: O Jesu Christ, mein's Lebens Licht. Joseph. Clanderus. 1680. ———— 3 ä e O Je⸗su Chri⸗ste, wah⸗ res Licht, er⸗leuch⸗te, b 8 8 die dich ken ⸗ nen nicht, und bringe sie zu dei⸗ ner 154 e daß 2. Erfüll mit deiner Gnade Schein, die noch des Irr⸗ tums Nacht hüllt ein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. verloren hat von dir, das suche du mit Gnad' und ihr verwund't Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht 147. Mel.: Wach auf, du Geist der — ih re Seel auch 3. Und was sich sonst Dir, dir, Jehova, will ich singen. se ö— werd. bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, bring her, die sich von uns getrennt, ver⸗ sammle, die zerstreuet gehn, mach fest, die noch im Zwei⸗ fel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann. 1690. r E 2 5 333„* er⸗ sten Zeugen, der die Tag und Näch- te nim⸗mer schweigen und Wäch⸗ter, die auf ons Mau⸗ern stehn, 4 die ge⸗trost dem Feind ent ge- gen⸗gehn, Ja, 6 zu dir e 2. O daß doch bald dein Jener brennte! O möcht' es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel' Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn be⸗ wegt, dich recht inbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sei'n; laß eilend Hülf uns widerfahren, Heidenwelt mit Macht hin⸗ ein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! Kirche und Mission. brich in die 5. Ach daß die Hülf' aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd' es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Hau⸗ fen der Heiden Füll' zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wor⸗ tes Lauf! 7. O bess're Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den fal⸗ schen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch' und Schul ein Garten Got⸗ tes sei! K. Heinrich v. Bogatzky. Wort Gottes. XII. Wort Gottes. 148. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Joh. Pachelbel. 1690. 2 Dein Wort, o Herr, ist mil⸗ der Tau für Laß kei⸗ nem chen dei ⸗ ner Au den 5535355 trost⸗be⸗dürft' ge See⸗ len. 3. Himmelsbalsam feh⸗ len. ernie durch 8 laß ———— 5————— 1* E r— 1 i des 2 hn und in der Zuk unft Ta ⸗ gen dir 2. 3 ä und Sa⸗men tra⸗ gen. 2. Dein Wort ist, Herr, macht die Einfalt weise. ein Flammenschwert, ein Dein Himmelslicht verlösch Keil, der Felsen zwinget, uns nicht und leucht' in ein Feuer, das im Herzen jede Seele, daß keine dich zehrt und Mark und Bein verfehle. durchdringer. O laß den 4. Ich suchte Trost und Wort noch fort und fort fand ihn nicht; da ward der Sünde Macht zerschei⸗ 8— N 2 i i 8 5 das Wort der Gnade mein tern und alle Herzen läu⸗ Labsal, meine Zuversicht, tern. die Fackel meiner Pfade. 3. Dein Wort ist uns Sie zeigte mir den Weg der Wunderstern für unsre zu dir und leuchtet meinen Pilgerreise. Es führt die Schritten bis zu den ew'⸗ Thoren hin zum Herrn und gen Hütten. Wort Gottes. 5. Nun halt' ich mich] auen Namen. Laß immerfort mit festem Sinn zu dir, dein helles Wort in allen dem sichern Horte; wo Lebenszeiten uns trösten, wendete ich sonst mich hin? warnen, leiten. Jr., d. hast Khenswore 7. O sende bald von Noch hör ich dein: Komm, Ort zu Ort den Durst du bist mein!“ So lockt nach deinen Lehren; Ver⸗ mich nicht vergebens das langen gieb, dein Lebens⸗ Wort des ew gen Lebens. wort und deinen Geist zu 6. Auf immer gilt dein hören, und send ein Heer Segensbund; dein Wort[von Meer zu Meer, der ist Ja und Amen. Nie Herzen Durst zu stillen und weich' es uns aus Herz dir dein Reich zu füllen. und Mund, zu preisen dei⸗ K. B. Garve. 149. Mel.: Ach Gott und herr. 10 d. 3 1627. 5 i Gott ist mein Hort, und aufsein Wort soll meine 5—————— 55 dir im Glauben, nicht im Schau ⸗ en. 2. Dein Wort ist wahr; Gott, ohne sie verständ' laß immerdar mich seine ich nie, wie ich dich würdig Kräfte schmecken; laß kei⸗ ehrte. nen Spott, o Herr, mein 4. Dein Wort erklärt Gott, mich von dem Glau⸗ der Seele Wert, Unsterb⸗ ben schrecken. lichkeit und Leben. Zur 3. Wo hätt' ich Licht, Ewigkeit ist diese Zeit wofern mich nicht dein mir, Herr, von dir ge⸗ Wort die Wahrbeit lehrte? geben. 5. Den ew'gen Rat, die Missethat der Sünder zu versöhnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort er⸗ schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. Wort Gottes. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Teil, mein Licht, mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben. Chr. F. Gellert. 150. Mel.: O Durchbrecher aller Sande(s. Ar. 154). 1. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh' es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 151. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög' in deinem Namen fest bei deinem Wort bestehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 4 3 Heinr. Albert. 1644. E= 2—— i— r— 2——— 3 4— — 2 ̃ Ä— Teu⸗ res Wort aus Got tes Mun ⸗ de, dich all ⸗ ein hab' ich zum Grun ⸗ de 2 1 2 0 1 — E g 2— E E 2 das mir lau⸗ ter Se ⸗gen trägt: mei⸗ ner Se⸗lig⸗ keit ge ⸗ legt. In dir treff ich ——— Wort Gottes. 5— 1*. 172 1 2 f f N 1 —— v—— 3535 al⸗ les an, was zu Gott mich füh⸗ ren kann. 2. Will ich einen Vor⸗ 6. Gieb dem Samen einen ö schmack haben von des Acker, der die Frucht nicht Himmels Seligkeit, so schuldig bleibt; mache mir kannst du mich herrlich laben, die Augen wacker, und weil bei dir ein Tisch bereit, was hier dein Finger schreibt, der mir lauter Manna schenkt, präge meinem Herzen ein, mich mit Lebenswasser tränkt. laß den Zweifel ferne sein. 3. Du, mein Paradies 7. Was ich lese, laß mich auf Erden, laß mich allzeit merken; was du sagest, laß in dir sein; laß mich täg⸗ mich thun. Wird dein Wort lich weiser werden, daß den Glauben stärken, laß dein heller Gnadenschein mir es nicht dabei beruhn, son⸗ bis in die Seele dringt dern gieb, daß er dabei und die Frucht des Lebens auch durch Liebe thätig sei. bringt. 8. Hilf, daß alle meine 4. Geist der Gnaden, der Wege nur nach dieser Richt⸗ im Worte mich an Gottes schnur gehn; was ich so Herze legt, öffne mir des zum Grunde lege, soll mir Himmels Pforte, daß mein wie ein Felsen stehn, daß Geist hier recht erwägt, was mein Geist auch Rat und für Schätze Gottes Hand That in den größten durch sein Wort mir zu⸗ Nöten hat. gewandt. 9. Laß dein Wort mir 5. Halte meinen Geist in einen Spiegel auf dem Schranken, gieb ein stilles Lebenswege sein, drücke Wesen mir, richte Sinnen drauf dein Gnadensiegel, und Gedanken, frei von schleuß den Schatz im Her⸗ Sorgen, hin zu dir, daß zen ein, daß ich fest im die Welt mich gar nicht Glauben steh', bis ich dort stört, wenn mein Herz dich zum Schauen geh'. reden hört. Veni. Schmolc. Wort Gottes. 152. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 1603. a 4 8 E 1 2 ——— 0. E— 4 2 i 2 2 2 2 Wie groß, wie an⸗ ge⸗ be⸗ tet ist dein Wie hell ward's in der Fin⸗ster⸗ nis durch 3 6 1.——— — 2 r 3———„— ——.— 2 6— Nam', 5— Je⸗su ut wie teu⸗ er dei⸗nem 8 ne Leh⸗ 51 wie ge⸗wiß! wie* des Irrtums 2 E 7= 2 1— — 17—... ⅛˙— Vol ⸗ 2 g Als du, Herr, kamst, hör⸗ten Wol⸗ 5 err 0 Tau⸗ be, — 10 und der Glau⸗be half den Kran⸗ken, Stum⸗me 5 5 5* 9 227 2 4— ä— SSS ——r—!.. 9 2 1 5— ——r.——— ̃—— 2 N 2—— E— 1 52* san⸗ gen, dir zu dan ⸗ ken. 2. Nur Fischer waren's, 3. Wir werden deinen die dein Licht verbreiteten, Ruhm erhöhn, wir werden die Weisen nicht, dir folgten deinen Himmel sehn, den nicht die Hohen. Nicht Preis von deinen Leiden, durch der Großen mächt'ge genießen, was du uns er⸗ Hand ist eitler Götzen⸗ warbst, als du für uns dienst verbannt, sein leerer am Kreuze starbst, der Engel Wahn entflohen. Nicht sie: hohe Freuden. Welche Jesu, deine Lehren, die Gnade, daß wir Sünder wir hören, machten weise, Gottes Kinder werden sollen, dir zum Ruhm und Gott wenn wir an dich glauben zum Preise. wollen. Wort Gottes. 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von die gerne dir vor demem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Gott verlassen; und nun Jesu, werden schon auf Erden mit Preis und Ruhm ge⸗ dir lobsingen, Preis und krönt, nun machst du selig, Ruhm und Dank dir bringen. die versöhnt der Sünde 6. Wie groß, wie an⸗ Onur hassen. Sündern gebetet ist dein Naur, o willst du Heil und Leben Herrscher Jesu Christ, wie wiedergeben, richtest alle, herrlich bei den Deinen! die nur wollen, auf vom Doch, führst du sie zu deiner Falle. Ruh', o wie weit herr⸗ 5. Vom Aufgang schallt licher wirst du den Deinen zum Niedergang dein Wort dann erscheinen! Ewig wird und auch der Lobgesang dann dir zur Ehre ihrer erretteter Gerechten. Unzähl⸗ Chöre Lob erschallen, durch bar sind die Scharen schon, die Himmel wiederhallen! J. A. Cramer. E 153. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 5 e 3 3 4 4. 55 Wir Men⸗schen sind zu dem, o Gott, was dein We ⸗sen, Wil⸗ le und Ge⸗ bot ist 5 1———— 35 7 geist 4 5 tüch ⸗ ti 5 eist⸗lich ist, un⸗tüch⸗ tig; au. 5 viel zu hoch und wich⸗ tig. Wir wis⸗ sen s und ver 6 3— „55 ste⸗hen's nicht, wenn uns dein gött ⸗ lich 162 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie wür⸗ den wohlbekannt dein Will' und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu gutem Herzen. lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, daß wir's annehmen jeder⸗ zeit mit Sanftmut, Ehr⸗ furcht, Lieb' und Freud' als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende. Dein Wort besteht, sie nehmen drauf mit Schrecken bald ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft', auch reichlich bei uns wohne. 5. Herr, öffne du uns Ohr und Herz, daß wir das Wort recht fassen, und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht lassen, daß wir nicht Hörer nurallein, nein, Thä⸗ ter auch des Wortes sei'n, Frucht hundertfältig bringen. in Lieb“ Wort Gottes. 6. Ja, hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbar'n Lande und sei'n an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in feinem, 7. Laß uns, solang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg' über⸗ all und böse Lüste dämpfen. 8. Dein Wort laß alle⸗ wege sein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig dar⸗ auf trauen. 9. Gott Vater, laß zu deiner Ehr' dein Wort sich weit verbreiten; hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' er⸗ leuchten mög' und leiten; o heil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. David Denicke. Wort Gottes. 154. Mel.: O Durchbrecher aller Bande. — 84 4 — 5— 1 5 5—— Wort des Le⸗ bens, lau⸗tre Quel⸗le, die vom Himmel Le⸗bens⸗kräf⸗ te giebst du je⸗dem, der dir Geist und — 0. Hes ert der sich wie die wel ⸗ke Blu⸗me, 0 1 7 . a 5 2 5 —— die der Son⸗nen⸗brand ge⸗bleicht, dür⸗stend von dem N 8 4 — 0K dür⸗ren Lan⸗de zu der Quel ⸗le nie⸗der⸗ neigt. 2. Ohne dich, was ist bar schreckest du die Sünder die Erde? Ein beschränktes, aus der dumpfen, trägen finstres Thal. Ohne dich, Ruh'; doch mit Liebe deckst was ist der Himmel? Ein du wieder jedes Büßers verschlossner Freudensaal. Fehle zu. Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer 4. Einen Richter lehrst Tod. Ohne dich, was ist du fürchten, der mit rechter das Sterben? Nachtgraun Wage wägt, doch auch ohne Morgenrot. einen Vater lieben, der mit Langmut alle trägt, 3. Wort des Lebens, du einen Gott, der den geliebten erleuchtest, doch erwärmst ein gen Sohn zum Opfer du auch zugleich; eine Hölle] giebt, der an ihm die offenbarst du, aber auch Sünde richtet und in ihm ein Himmelreich. Furcht⸗ die Sünder liebt. * Taufe und Konfirmation. Wort des Lebens, ich dich bewahren, Schwert wer dich höret, dem ver⸗ des Geistes, Gottes Wort; sprichst du ew'ges Heil; hilf mir hier auf Erden doch nur dem, der dich streiten und die Kron' er⸗ bewahret, wird das Kleinod werben dort. einst zu teil. Nun, so will Karl Joh. Ph. Spitta. XIII. Taufe und Konfirmation. Taufe 155. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. 3 Georg Neumark. 1657. F 1———— Barm⸗her ⸗ zi ⸗ ger, laß dei- ner Gna⸗ de das wir im heil'⸗ gen Was⸗ ser ⸗ba⸗ de jetzt die⸗ sses Kind be⸗ foh⸗ len sein, auf dei⸗ nes Sohns Be⸗ fehl dir weihn; 5 E er⸗ füll an ihm, was du ver⸗ heißt, Gott Va⸗ ter, Sohn und heil'⸗ ger Geist. 2. Gieb du in Christo neues Leben auch diesem Kinde, treuer Gott! Dir sei und bleib' es stets er⸗ geben, sei du mit ihm in Glück und Not und führ es selbst auf ebner Bahn, nimm es zuletzt mit Ehren an. Taufe und Konfirmation. wir find hier. 156. Mel.: Liebster Jesu, 1 Rud. Ale. 1664 8 —— Lieb⸗ster Je⸗ su, wir sind hier„dei ⸗ nem Wor⸗ te brin⸗gen die⸗ses Kind⸗lein d dir, wie du hast Be⸗ nach⸗zu⸗ le⸗ ben, st in G ker fehl ge⸗ge⸗ ben, wollst in Gna⸗den sein ge⸗ en und das Him⸗ mel⸗ reich ihm schen⸗ ken. 2. Es erschallet aller⸗ 4. Hirte, nimm dein Schäf meist dieses Wort in unsern lein an, Haupt, mach Ohren: Wer durch W zasser zu deinem Gliede, Licht de und durch Geist nicht zu— 7 zeig ihm die Bahr vor ist neu geboren, wird Friedefürst, sei du sein Friede N von dir nicht 3 Vein istock, laß die Rebe und in Gottes Reich nicht treiben, aus dir wachsen kommen. an dir bleiben. 3. Darum eilen wir zu 5. Nun, wir legen an dir; nimm dies Kind von dein Herz, was von Herzen unsern Armen, tritt mit ist gegangen; führ die deinem Glanz herfür und Seufzer himmelwärts und erzeige dein Erbarmen, daß erfül lle das Verlangen; ja es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. hen en, zum Taufe und Konfirmation. Ronfirmalion. 157. Mel.: O Durchbrecher aller Bande(s. Ar. 154). 1. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt' ich's irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt' ich dem nicht ange⸗ hören, der sein Leben für mich gab, sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, so in Freude wie in Leid; bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich ge⸗ wärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden und die Nacht her⸗ niedersteigt; lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprich: Mein Kind, hier geht's zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dannzur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod, als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh' hinüber, wieman nach der Heimatreist. Karl Joh. Ph. S 0 5 7— + —+ 4 4 7 ——— —— —* 1* — 5 2 Ich bin ge⸗ tauft auf dei⸗ nen Namen, Gott ich bin ge⸗zählt zu dei- nem Samen, zum 1 Va⸗ter, Sohn und heil'ger Geist; ge⸗ hei⸗ligt heißt; 6 Volk, das dir * ich bin in Christum 2 ein⸗ ge⸗senkt, ich 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab' ich dir auch Furcht und Liebe, Gehor⸗ sam zugesagt und Treu; ich habe dir aus reinem Triebe gelobt, daß ich dein eigen sei; hingegen sagt' ich bis ins Grab dem schnöden Dienst der Sünde ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl fest bestehn; wenn aber ich ihn über⸗ mein bin mit sei⸗nem Geist beschenkt. schreite, so laß mich nicht verloren gehn, und hab' ich einen Fall gethan, so nimm dein Kind zu Gnaden an. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und heilige dir meinen Sinn; kein Tropfen Blut soll in mir sein, der nicht gehörte dir allein. 6. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb' ich dir, so lob' ich dich dort für und für. J. J. Rambach. 168 159. Taufe und Mel.: Meinen Jesum lass' Konfirmation. ich nicht. mich ge⸗ stor⸗ ben. Tod er⸗wor⸗ ben, 6 mir * —. 5. Mei⸗nen Hei⸗land ar ich nicht, denn er ist f 0 Je⸗sus hat, wa gebricht, mir durch sei⸗nen und was er ver⸗ die ⸗ net hat, 2. Meinen Heiland lass 1 ich nicht, dem ich mich geheiligt habe; er ist meine Zuversicht von der Taufe bis zum Grabe. Er erbarmet 6 meiner sich; was er will, 1 das will auch ich. 0 14 3. Me inen H il land lass' 16 ich nicht; er hat sich mit mir n und ich fürchte kein Gericht, denn 1 mich sichern seine Wunden. Da er litt, da ward ich 0 sein; weil ich glaube, ist 11 er mein. 1 4. Meinen Heiland lass ich nicht; bei ihm find' ich Heil und Leben. Das, was mir sein Wort verspricht, ——̃—v— —— schenkt mir sei⸗ ner Taufe Bad. wird mir seine Liebe geben. Von ihm hoff' ich allezeit Liebe und Barmherzigkeit 5. Meinen Heiland lass' ich nicht; nichts soll mich 160 gesu trennen; ich will ihn voll Zuversicht überall und gern bekennen mit dem Mund und mit der That, weil er mich erlöset hat. 6. Treuer Jesu, laß mich nicht! Du mein Führer in der Jugend, du im Alter noch mein Licht, gieb mir Trieb und Kraft zur Tugend! Sei mein Alles in der Zeit, ewig meine Seligkeit! Chr. Liebich. Taufe und Konfirmation. 160. Eigne Melodie. 1 3 a 8 5353553303 ——... Mein Schöpfer, steh mir bei, sei mei⸗ nes Le⸗bens Dein Au ⸗ ge lei⸗ te mich, bis mir mein Au⸗ge 5 27 U 3 bricht! Hier leg ich Herz und Glieder vor 5 1 3. ̃———— 22—— 8 37323 2—. dir zum Op⸗fer nie⸗der und widme meine Kräfte für —ůů. E————— ———— + ————— dich und dein Ge⸗schäf⸗te. Du willst, daß ich der N 10 ——————̃—̃— ———— 2 ——̃ Dei⸗ ne sei: mein Schöpfer, steh mir bei. 2. Mein Heiland, rein' ge] 3. Mein Tröster, gieb mich durch dein so teures mir Kraft, wenn sich Ver⸗ Blut, das alle Flecken tilgt suchung zeigt; regiere mei⸗ und lauter Wunder thut; nen Geist, wenn er zur schließ mich verirrten Ar⸗ Welt sich neigt; lehr mich men ganz ein in dein den Sohn erkennen, ihn Erbarmen, daß ich von meinen Herren nennen, sein Zorn und Sünde hier Gnadenwort verstehen, auf wahre Freiheit finde. Ich seinen Wegen gehen. Du bin voll Sünden ohne bist's, der alles Gute schafft, dich, mein Heiland, rein'ge] mein Tröster, gieb mir mich. Kraft. 170 Taufe und Konfirmation. 4. Gott Vater, Sohn deiner Güte; verkläre an und Geist! dir bin ich, mir Armen dein gnaden⸗ was ich bin. Ach drücke reich Erbarmen. Wohl mir, selbst dein Bild recht tief wenn du der Meine heißt, in meinen Sinn; erwähle Gott Vater, Sohn und mein Gemüte zum Tempel Geist! J. J. Rambach. 161.—— Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 2 1544. 58 5 Sei Gott ge⸗ treu, halt sei⸗ nen Bund, 0 und wei⸗che nicht von die⸗sem Grund, bleib Mensch, in dei⸗nem Le⸗ ben ihm all⸗ ein er⸗ ge⸗ ben; ä—— ach ⸗te drauf, daß er ist treu ge⸗blie⸗ ben bel denk dei ⸗ ner Tauf' und seinem Eid, in E-wigkeit als Va⸗ter dich zu lie⸗ ben. 2. Sei Gott getreu von 3. Sei Gott getreu in zugend auf, laß dich nicht deinem Stand, darein er Lust noch Leiden in deinem dich gesetzet. Wenn er dich ganzen Lebenslauf von sei⸗ hält mit seiner Hand, wer ner Liebe scheiden. Sein' alte ist, der dich verletzet? Wer Treu' wird täglich neu, sein seine Gnad' zum Schutze Wort steht nicht auf Schrau⸗ hat, dem kann der Feind ben; was er verspricht, das nicht schaden; wenn diese bricht er nicht, das sollst Wehr steht um dich her, du kühnlich glauben. so bist du wohlberaten. 4. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Ehren hält, muß alles doch vergehen; sein liebes Wort bleibt fort und fort ohn' alles Wanken stehen. 5. Sei Gott getreu, der immer sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich und dämpfe Fleisch und Sün⸗ den. Ergieb dich nie, herrsch über sie, und wär' der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß' bei Zeit vom Falle aufzustehen. 162. Taufe und Konfirmation. 171 6. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden. Er kann und wird in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm' auch gleich der Hölle Reich auf dich mit Macht gedrungen, so glaube fest: wer Gott nicht läßt, der bleibet unbezwungen. 7. Wirst du also Gott bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron' zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu' er⸗ götzen. Mich. Franck. Mel.: Run lob, mein' Seel', den gerren. Joh. Kugelmann. 1540. So schreib ins Buch des Le und laß sie nicht ver⸗ge 5 + 1— 8 bens nun, Herr, auch bens den Dei⸗ nen zu⸗ ge⸗zäh⸗ let sein; 6 bewahr sie vor der Sün⸗ 75 2 4 ä—— de und vor der ew'gen Pein; ach präg es Taufe und Konfirmation. 55855 aß je ⸗ dem Kin ⸗ de 15 tief ins Herz hin⸗ein, d Mel.: utigam. 1698 3 5353553 immels Thron 82 2 S 2 E = 0 de, Got⸗ tes 8 8 e ———— 25——— e —ꝛ——— Sohn, dei ⸗ nen Geist, den Geist der Stär⸗ ke, 4.4———— *—— 2——— 5——— ———A——„x———-—-— 1 gieb uns Kraft zum heil'gen Wer=ke„dir uns ganz zu — 2— 3—— 10 e— 1— 1— 2 1 7 57 2.— weihn, e⸗wig dein zu sein. Mach uns selbst be⸗ 3. Richte Herz und Sinn reit, gieb uns Freudigkeit, zu dem Himmel hin, daß unsern Glauben zu beken⸗ wir unsern Bund erneuern nen und dich unsern Herrn und mit Wahrheit dir be⸗ zu nennen, dessen teures teuern, deine Bahn zu gehn, Blut floß auch uns zu gut. Weltlust zu verschmähn. Das heilige Abendmahl. 4. Wenn wir betend nahn, 5. Gieb auch, daß dein Segen zu empfahn, wollest Geist, wie dein Wort ver⸗ du auf unser Bitten uns heißt, unauflöslich uns ver⸗ mit Gnade überschütten; eine mit der gläubigen Ge⸗ dicht und Kraft und Ruh meine, bis wir dort dich ströme dann uns zu. sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot. XV. Das heilige Abendmahl. 164. Eigne Melodie. ——— 1 3 —. 1 2 f B—̃— 2—— 8—— * Str. 1. 2. Chri⸗ ste, du Lamm Got⸗tes, der du trägst die Sünd' der Welt, er⸗ barm dich un ⸗ ser! 9 a g 5 1 N 5 P f 0 S 1——— 1. 5 2——-— B— 8* Str. 3. Chri⸗ste, du Lamm Got⸗ tes, der du trägst die Sünd' der Welt, gieb uns dei ⸗ nen Frie ⸗ den! 6 7———— 2— Halt im Ge⸗dächt⸗nis vom Thron des Him⸗mels Je⸗ sum Christ, o kom⸗men ist, dein Mensch, der auf die Er ⸗ den Ver ⸗giß nicht, daß er 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll' und Tod und dich erlöst aus aller Not: dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenk, daß Frieden er gemacht, Un⸗ schuld und Leben wiederbracht: dank ihm für diese Liebe! Lie- be! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätte zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit: dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenom⸗ men. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. N 1——— Das heilige Abendmahl. 175 6. Gieb, Jesu, gieb, daß J sen, daß dessen ich in aller ich dich kann mit wahrem Not mich trösten mög' und Glauben fassen und nie, durch den Tod zu dir ins was du an mir gethan, Leben dringen. 307 5 8 mög' aus dem Herzen las⸗ Cyriakus Günther. 166. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 3 2 N 1888. ——— + + * Herr, du hast hier al⸗ len Sündern ei⸗nen rei⸗chen wo das Brot den ar⸗men Kindern nach des Va⸗ters 9 5 5 5 N 5 2 U 7 1 5— 2— Lie he schmeckt Heu ⸗ te nun bin ich dein Gast, 6 weil du mich ge⸗la⸗ den hast. Laß mich nicht mit —— ro⸗ ße Huld ver⸗scher⸗ zen. 2. Heilige du mein Ge⸗ 3. Gnadenvoll willst du müte, alles Arge treibe aus, mir schenken deinen Leib, daß auch meines Herzens dein teures Blut; darum Hütte werde dein geweih⸗ laß mich wohl bedenken, tes Haus. Denn ich hoffe was hier deine Liebe thut, nur auf dich, liebster Jesu, und verleihe, daß ich nicht höre mich und laß deinen ess' und trinke zum Gericht, Tisch auf Erden mir des was du doch zum Heil und Himmels Vorschmack wer⸗ Leben mir im Abendmahl den. willst geben. 176 Das heilige Abendmahl. 4. Du bist ja der Fürst! 6. Laß mich deine Liebe des Lebens; Jesus ist der schmecken und die Güter Name dein; nimmermehr jener Welt, und wenn mich kannst du vergebens für auch Furcht und Schrecken die Welt gestorben sein; noch zuweilen überfällt, so drum erhöre, was ich bitt', verleih mir durch dein Blut teile mir dich selber mit einen rechten Freudenmut, und laß heut in mein Ge⸗ daß ich meinen Trost und wissen Trost aus deinen Glauben mir durch nie⸗ Wunden fließen. mand lasse rauben. 5. Sind wir doch aus 7. Hilf mir recht zu Her⸗ dir geboren, nähr uns auch zen fassen deinen herben, durch deine Kraft; und weil bittern Tod; laß mich kei⸗ alles da verloren, wo nicht nen Bruder hassen, der sie uns Hülfe schafft: laß mit mir genießt e in Brot; dies Brot und diesen Wein nimm mich ganz vollkom⸗ meines Herzens Manna sein, men ein, bis ich werde bei daß die Wirkung dieser dir sein und die Fülle dei⸗ Speise sich auch in der ner Gaben, meinen Gott That beweise. und alles haben. Kasp. Neumann. 2 16 1. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 80 kom⸗ me, Herr, und su⸗ che dich müh⸗ Gott, mein Er⸗ bar⸗ mer, würd'⸗ge mich des 5 SS B—— E se⸗ lig und be⸗la⸗ den. Wunders dei⸗ ner Gna⸗den. Ich lie ⸗ ge hier vor 9 3 5 3 4.—— f— S 4———— r 7 1 0 2 f 99 2 2— 2 a dei⸗ nem Thron, Sohn Got⸗ tes und des Das heilige Abendmahl. 177 8 1 Men ⸗schen Sohn, mich dei⸗ ner zu ge⸗trö⸗sten. Ich 9 15—— füh⸗ le mei⸗ner Sün⸗den Müh', ich su⸗che Ruh' und * fin⸗ de sie im Glau⸗ben der Er ⸗lös' ⸗ ten. 2. Dich bet' ich zuver⸗“ 4.„Dein ist das Glück sichtlich an, du bist das der Seligkeit, bewahr es Heil der Sünder, die nur hier im Glauben und laß dein Blut erretten kann, durch keine Sicherheit dir und wir sind Gottes Kin⸗ deine Krone rauben. Sieh, der. Ich denk' an deines ich vereine mich mit dir; Leidens Macht und an dein ich bin der Weinstock, bleib Wort:„Es ist vollbracht!“ an mir, so wirst du Früchte Du hast mein Heil verdie⸗ bringen. Ich helfe dir, ich net; du hast für mich dich stärke dich, und durch die dargestellt; Gott war in Liebe gegen mich wird dir dir und hat die Welt in der Sieg gelingen.“ dir mit sich versühnet. 5. Ja, Herr, ich höre 3. So freue dich, mein dein Gebot; ich will es Herz, in mir! Er tilget treu erfüllen und bitte dich deine Sünden und läßt durch deinen Tod um Kraft an seinem Tische hier dich zu meinem Willen. Laß Gnad' um Gnade finden. mich von nun an würdig Du rufst, und er erhört sein, mein ganzes Herz dich schon, spricht liebreich: dir, Herr, zu weihn und „Sei getrost, mein Sohn! deinen Tod zu preisen. Laß die Schuld ist dir vergeben. mich den Ernst der Heili⸗ Du bist in meinen Tod gung durch eine wahre getauft und du wirst dem, Besserung zu deinem Ruhm der dich erkauft, von gan⸗ beweisen.* zem Herzen leben.“ Chr. F. Gellert. 12 178 Das heilige Abendmahl. 168. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele(s. Ur. 171). 1. Komm, mein Herz! aus Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden; stille hier dein sehnlich Dürsten in dem Blut des Lebensfürsten! Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar ich hab' ihn alle Tage, wenn ich Sehn⸗ sucht nach ihm trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein Lieben zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen auch sein Abend⸗ mahl empfangen; darf ich da mich ihm verbinden, werd' ich's tiefer noch em⸗ pfinden, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach, wie werd' ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich ver⸗ wunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Ver⸗ geben mir nichts ist als Heil und Leben. 5. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal hast ge⸗ stiftet, daß ich einen Hei⸗ land habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu versöhnen und mit Gnade mich zu krönen. 6. Heil'ges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, der mit seinen teuren Wunden die Erlö⸗ sung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld ge⸗ legen, will ich schmecken und erwägen. 7. Heil'ger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die matte Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas 8 1. O Jesu, dir seiewig Dank für deine Treu' und Gaben. Ach laß durch diese Speis⸗ und Trank auch mich das Leben haben! Sei mir will⸗ kommen, edler Gast, der du uns nicht verschmähet hast! Wie soll ich Dank dir sagen? 2. O Jesu Christ, du kannst allein mir Leib und Seele laben. Nun bin ich dein, und du bist mein mit allen deinen Gaben. 170. Mel.: Das heilige Abendmahl. Hier Aun laßt uns 179 fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen: so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sün⸗ der, zugehöret! Ernst Gottl. Woltersdorf. an der Zeit(s. Ur. 165). hab' ich, was ich haben soll, dein Gnadenbrünnlein ist stets voll, hier find' ich Trost und Leben. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, laß dir allein mich leben, und bleib du ewig auch in mir: o Herr, du wirst mir geben, daß ich kraft dieser Speis' und Trank stark bleibe, wenn ich schwach und krank, und fahr' zu dir mit Freuden. Joh. Olearius. Gott dem 3 DO Je su, mei ne Won- ne, . mei⸗ ner 3————. du Freund lich⸗ster auf 8 8 35353 Er ⸗ den, laß mich dir dank⸗bar wer den. 12* —— 180 Das heilige Abendmahl. 2. Wie soll ich dir doch der Himmelsspeise, dafür danken, o Herr, daß du mein Herz dich preise. 10. 0 o se d 2 7 1 mich Kranken gespeiset— 7. Du wollest doch die getränket, ia selbst die Sünde die ich in mir mir geschenket! noch finde, aus meinem 3. Ich lobe dich von Herzen treiben und kräftig Herzen für alle deine b in mir bleiben. Schmerzen, dir dank ich 8. O gieb, daß meine für dein Leiden, den Ur⸗ 0 Seele nur dich e er⸗ sprung meiner Freuden! 3 3 5 wähle; laß mich stets mit 4. Dir dank' ich für dein Verlangen an deiner Liebe Lieben, das standhaft ist hangen. 1 geblieben; dir dank' ich für dein 1 das mich dein Reich läßt erben. 9. Laß mich geduldig leiden, laß mich die Sünde meiden, mich von der Welt 5. geht schmecket mein entfernen, mit Andacht beten Gemüte den Reichtum deiner lernen. Güte: dies teure Pfand 10. Nun kann ich nicht der Gnaden tilgt allen verderben; drauf will ich mim Schaden. selig sterben und freudig 6. Herr, laß mich nie auferstehen, o Jesu, dich vergessen, laß stets mich zu sehen. recht ermessen die Kraft Joh. Rist. 2 171. Eigne Melodie. — 3 8 5 Geüger. 1649. 2.— 2——— ——— 8 2— Schmük⸗xe 8 lie ⸗ be See ⸗ le, komm ans hel ⸗ Licht ge⸗ gan ⸗ gen, — 1 ————— 9 e 9 laß die dunk⸗ le Sün⸗ den 5= le, fan ⸗ ge herr⸗lich an zu pran⸗gen;— 8..— Ga ⸗ ⸗ ste la⸗-den; der den Him⸗mel kann ver⸗ 2 8 ——(—⅛—̃̃̃— 0 VT—— wal ⸗ ten, will jetzt Her⸗berg' in dir hal ⸗ ten. 2. Eile, wie Verlobte pfle⸗ gen, deinem Bräutigam entgegen, der mit linden Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg' ich oft mit Thrä⸗ nen mich nach diesem Mahl zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß sich in dem Brot und Weine Gott in Christo mir vereine! 4. Beides, Wonne und auch Bangen, nimmt mein Herze jetzt gefangen; das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise macht, daß ich alsbald ver⸗ merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein“ Allmacht könnt' ergründen? 5. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebens⸗ quell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen diese deine Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 6. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und den Himmel aufgeschlos⸗ sen durch dein Blut, für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 182 7. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder gar zu meinem Schaden sei zu deinem Tisch geladen. 172. Mel.: Es ist gewißlich 1. Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die ich nun offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen! O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, jetzt genießen. 3. Wieheilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heil' ger Freud' erfüllet! O Lebeus⸗ trank, o heil'ges Blut, das einst dae mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab' ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit dich will ich Das heilige Abendmahl. Laß mich durch dies Seelen⸗ essen deine Liebe recht er⸗ messen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög' dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck. an der Zeit(s. Kr. 165). ihm werd' ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5e. O wär' doch auch mein Herz geweiht zu einer heil'gen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heil'ge mich; was sündlichist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich be⸗ ständig leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Val. Ernst Löscher. Das heilige Abendmahl. 173. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 1601. 4 . 4 12 1 r— 0 Wie könnt' ich sein 5„ gese⸗ sen, der Kann ich die Lieb'* mese⸗ sen, da⸗ = 3— 11—̃ ̃— F mein noch nie ver⸗gaß? 7 mein Herz ode 57 Ich lag in bit tern 1 1 1 — 1— 1 te 1 5— ͤ.—— Schmer⸗ zen: er kommt und macht mich frei, und * 8 N 7 1 22 n . 4 1. stets cult aus dem Her⸗zen 25 neu⸗e e lb und Treu 2. Wie sollt' ich ihn nicht 4. Er gab zum heil gen lieben, der mir so hold sich Pfande mir seinen Leib, sein zeigt? wie jemals ihn be⸗ Blut, hob mich aus Nacht trüben, der so zu mir sich und Schande, füllt mich mit neigt? Er, der, ans Kreuz Himmelsmut, will selber in erhoben, getragen meine mir thronen mit süßem Schmach, ruft mir ja nun Gnadenschein: sollt' ich bei von oben: Komm, folge ihm nicht wohnen, in ihm du mir nach! nicht selig sein? 3. Ihn will ich ewig lie⸗ 5. Bei Freuden und bei ben, der mir aus Todes⸗ Schmerzen durchleuchte mich nacht, von meinem Schmerz dein Bild, wie du, o Herz getrieben, Unsterblichkeit ge- der Herzen, geblutet hast bracht, der noch zur letzten] so mild! Mein Lieben und Stunde mir reicht die treue] mein Hoffen, mein Dulden Hand, bis auch die letzte weih' ich dir; laß mir die Wunde ausheilt, die mich Heimat offen und dein Herz gebrannt. für und für. Chr. G. Kern. Das heilige Abendmahl. Rranßenzommunion. — 174. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a(s. Ur. 184). 1. Ach, könnt' ich mit der Kirche Gliedern in dei⸗ nem Hause dich erhöhn und freudenvoll mit meinen Brü⸗ dern die Feier deines Mahls begehn! Doch jetzt, da Krank⸗ heit mich beschwert, ist diese Freude mir verwehrt. 2. Ach, hier auf meinem Krankenbette genieße ich dein Mahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen nah zu sein, und wo ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund. 3. Um Trost ist meinem Herzen bange; ich suche, Herr, dein Angesicht. Wie lange schon, ach Gott, wie lange ruf' ich, und du er⸗ hörst mich nicht. Ach stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz. 4. Vielleicht, o Herr, er⸗ quickt mich heute zum letz⸗ ten Mal dein Leib und Blut; noch einmal gieb dem Her⸗ zen Freude und der verzag⸗ ten Seele Mut, noch ein⸗ mal fleh' ich: Höre mich, am Rand des Grabes höre mich! 5. Laß das Gedächtnis deiner Leiden mir Schwachen Kraft und Trost verleihn! Laß es die Quelle höh'rer Freuden und jenes Lebens Vorschmack sein! Dein Lei⸗ den, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Not! 6. Ich sehe schon den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, Größer's hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbebet nun nicht mehr. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, ich komme nicht in das Gericht. Ich bin getrost, dein Leib und Blut giebt auch im Tode hohen Mut. Chr. Chr. Sturm. Buße und Beichte. XV. Buße und Beichte. 28 17 9. Eigne Melodie. J. H. Schein. 1627. 3 ——-——————.— S— 3—* — Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mei⸗ne 5 vie⸗len Sün⸗den! Da ist niemand, der hel⸗fen 6 e kann, in die ser Welt zu fin ⸗ den. 2. Lief ich gleich weit fahr hier fort, nur schone voll Bangigkeit bis an der dort, laß mich nicht ewig Welten Ende, um los zu büßen. sein der Augst und Pein, würd' ich sie doch nicht 5. Hab auch Geduld, wenden. vergiß der Schuld, gieb ein gehorsam Herze, daß 3. Zu dir flieh ich, ver⸗ ich ja nicht, wie's oft ge⸗ stoß mich nicht, wie ich's schicht, mein wahres Heil wohl hab' verdienet; geh verscherze. mit mir nicht Gott, ins Gericht, dein Sohn hat 6. Verfahr mit mir, mich verfühnet. wie's dünket dir, durch dein“ Gnad' will ich's lei⸗ 4. Soll's ja so sein, den; nur wollst du mich daß Straf und Pein auf nicht ewiglich von deiner Sünde folgen müssen, so Liebe scheiden. Martin Rutiliuz. ——ꝛ —— — — — 186 Buße und Beichte. 176. Eigne Melodie. Joh. Flitner. 1661. 2 9 — f 1 2———— 5 ö Ach, was soll ich Sünder machen? ach, was soll ich 9 3 —— N f 2 e 5 8 — ä fan⸗gen an? Mein—— 7 sen klagt mich an, 55— 8 3 — es be⸗ gin⸗ net—5 zu⸗wa⸗chen. Dies ist mei ⸗ ne — x —— k..—— 1 Zu ver⸗sicht: 2. Zwar es haben meine Sünden meinen Jesum oft betrübt; doch ich weiß, daß er mich liebt, denn er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich die Sünd' anficht: meinen Jesum lass' ich richt. 3. Ob auch schweres Kreuz und Leiden, wie's bei Chri⸗ sten oft sich zeigt, mich gar tief daniederbeugt, soll mich's doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht't: meinen Je⸗ sum lass' ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist, weil wir mei⸗ nen Je⸗sum lass' ich nicht. hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben, und wer weiß, was heut' ge⸗ schicht? Meinen Jesum lass ich nicht. 5. Sterb' ich bald, wohl⸗ an! ich habe nach den Lei⸗ den dieser Zeit Ruhe bis zur vollen Freud', weiß auch, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht: meinen Jesum lass' ich nicht. 6. Durch ihn werd' ich wieder leben, denn er wird zu rechter Zeit wecken mich zur Seligkeit und sie mir aus Gnaden geben, muß ich gleich erst ins Gericht: meinen Jesum lass' ich nicht. Buße und Beichte. 7. Mein, o Jesu, sollst du dann wirst einverleiben du bleiben, bis ich komm' meine Seele deinem Licht: zu dir hinan, wo der meinen Jesum lass' ich Himmel aufgethan, wo nicht. Job. Flitner. 177 8* Eigne Melodie. Joh. Schneesing. Um 1530. 3 2 8 7—— 1 All⸗ ein zu dir, Herr Je ⸗ u Christ, mein Ich weiß, daß du mein Trö⸗ ster bist, kein . 5 2 5 Ef—— Hoffnung steht auf Er- den. Trost mag— 8-den. * 7 1 2 1. 2 Von An⸗be⸗ginn ist — — 2 i 7 de Ie 4 — 1 ä—— — 1 nichts dr n, 25 Er⸗ den ist keir 2 zensch gebor n, 7. 11 0 9 I 1 8 199 —̃ ͤ— W mir aus Nö⸗ten hel⸗ fen kaun; dich ruß ich 1—— 1 4—— 5535533. an, von dem ich Hül⸗ fe kann empfahn. 2. Mein Sünd' ist schwer 3. Gieb mir durch dein und übergroß und reuet Barmherzigkeit den wah⸗ mich von Herzen; derselben ren Christenglauben, auf mach mich frei und los daß ich deine Freundlichkeit durch beit Todesschmerzen mög' inniglich anschauen, und nimm dich mein beim vor allen Dingen lieben Vater an, der du für mich[dich und meinen Nächsten genug gethan: so werd' ich gleich als mich; im Ster⸗ los der Sündenlast; mein ben deine Hülf' mir send, Glaub' erfaßt, was du mir, am letzten End' befehl' ich Herr, versprochen hast. mich in deine Händ'. 4. Ehr' sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns all⸗ zeit behüte, dazu auch Gott 178. Buße und Beichte. dem heil'gen Geist, der allezeit uns Hülfe leist', daß wir ihm sei'n zum Dienst bereit hier in der Zeit und leben ihm in Ewigkeit! Joh. Schneesing. Eigne Melodie. 5 1804. 2—— e— 5—— An dr all⸗ ein, an dir hab' ich ge⸗ 9 a 3. BB sün ⸗digt und ü⸗bel oft vor dir ge⸗than; du — 4 — E— siehst die Schuld, die mir den Fluch ver⸗kün⸗ digt, sieh, Gott, auch mei- nen 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verbor⸗ gen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? wie lang ver⸗ birgst du dich vor mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach mei⸗ ner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz fin⸗ den, du Gott der Langmut und Geduld. Jam⸗mer an. it deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmher⸗ zigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern er⸗ freut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht; laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen, du bist mein Gott, ich bin dein Knecht 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen und leite mich auf ebner 3 Er hört mein Schrein, der Buße und Beichte. Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert. 17 J. Mel.: Aus tiefer Not schrei“ ich zu dir. b(s. Rr. 186). 1. Aus tiefer Not laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, ihn bitten, daß er uns aus Gnad' vom übel woll' befreien und alle Sünd' und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, als Vater uns ver⸗ zeihen. 2. O Gott und Vater, sieh doch an uns Armen und Elenden, die wir des Übels viel gethan mit Her⸗ zen, Mund und Händen; verleih uns, daß wir Buße thun und sie in Christo, deinem Sohn, zur Selig⸗ keit vollenden. 3. Sehr groß ist unsre Schuld und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch deiner Gnade ist viel mehr, kein Mensch kann sie aus⸗ sprechen; die suchen und begehren wir und hoffen, du läßt es an dir uns nim⸗ mermehr gebrechen. 4. Du willst 1 der Sünder sterb' Verdammnis willst, daß er das Gnaden⸗ erb' erlange und bewahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der ew'ge Tod in Sünden wi⸗ derfahre. cht, daß und zur fahre; du 5. Vergieb, vergieb und hab Geduld mit uns, den Armen, Schwachen; laß deinen Sohn von aller Schuld uns los und ledig machen; nimm unsrer Seele gnädig wahr; daß ihr kein Schaden widerfahr', wollst du getreulich wachen. 6. Wir opfern dir uns, arm und bloß, reumütig und zerschlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß und laß uns nicht verzagen. O hilf, daß wir getrost und frei, ohn' arge List und Heu⸗ chelei dein Joch zu Ende tragen. 190 Buße und 7. Erhalt in unsers Her⸗ zens Grund des ew'gen Lebens Samen und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen 180. Beichte. vollenden treulich in der Zeit und so der Kron' der Herrlichkeit versichert wer⸗ den. Amen. Michael Weiße. Eigne Melodie. a. 2 — Aus tie ⸗ fer Not schrei' 5 zu dir, Herr dein gnä⸗dig Ohr neig her zu mir und Gott, er- hör mein Ru ⸗ mei⸗ner Bitt' es öff ⸗ fen d Denn, so du willst das ä se⸗hen an, was Sünd' und Un⸗recht ist ge⸗than, wer kann, Herr, vor dir 2. Bei dir gilt nichts hoffen ich, Es ist doch unser Thun umsonst denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben. auch in dem besten Leben. Vor dir sich niemand rüh⸗ men kann, fürchten jedermann und dei⸗ ner Gnade leben. des muß dich treuer Hort, ben? 3. Darum auf Gott will auf mein Ver⸗ dienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch fer gen. So thut der Fromme rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward und seines Gottes harret. 181. Mel.: Buße und Beichte. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Ifrael er⸗ lösen wird von seinen Sün⸗ den allen. Dr. Mart. Luther. Die Sonn' hat sich mit ihrem Glanz gewendet. Cl. Gondir 8 —— 55 3 Gott ru⸗fet noch; sollt' ich 5 endlich hö ⸗ 5 2 ů E ——— Wie lass' ich im⸗ mer noch mein Herz be⸗thö⸗ ren! 3 ä—— ———— Die br-. Freud', die kur⸗ze Zeit ver⸗ geht, und ———-——————— 8—— r mei ⸗ ne Seel' noch so 2. Gott rufet noch; sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab' so lang die treue Stimm' vernommen. Ich wußt' es wohl, ich war nicht, wie ich sollt'; er winkte mir, ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch; ach daß ich mich nicht gebe! Ich fürcht' sein Joch, und ge⸗fähr ⸗ lich steht. doch im Joch ich lebe. Ich hindre meiner eignen Seele Heil; er ziehet mich; o ar⸗ mes Herze, eil! 4. Gott rufet noch; ob ich mein Ohr verstopfet, er stehet noch an meiner Thür und klopfet; er ist bereit, daß er mich noch empfang'; er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang. gieb endlich dich gefangen! Wo willst du Trost, wo willst du Ruh' erlangen? Laß von der Welt! brich 0 alle Band' entzwei! dein Geist wird sonst in Ewig⸗ keit nicht frei. ö 5 5. Gieb dich, mein Herz, 94 6. Gott locket mich; ich will nicht länger weilen. 19 Er will mich ganz; ich will g mein Herz nicht teilen. Drum Welt und Fleisch, sag, was du immer willt, mir Gottes Stimme mehr als deine gilt. 182. Buße und Beichte. 7. Ich folge Gott; ich will ihm ganz genügen; die Gnade soll im Herzen end⸗ lich siegen. Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach nimm mich hin, du Langmut ohne Maßen! Ergreif mich fest, ich will dich nimmer lassen. Herr, rede nur! ich geb' begierig acht. Führ, wie du willst! ich bin in deiner Macht. Gerhard Tersteegen. Eigne Melodie. 1 14 8 1 ö 1 3 Joh. Crüger. 1649. 1 55 8—.— 2 10— 25 E— 6 Herr, ich ha⸗ be miß⸗ ge- handelt, 9 1 ich bin nicht den Weg ge- wan ⸗ delt, 110 2 22— 8 E * 2 22 22— ja, mich drückt der Sün ⸗den Last; 5 den du mir ge⸗ zei ⸗get hast, und jetzt 1 6 1 8 —— wollt ich gern aus Schrek⸗ ken mich vor 4 5 Tal 0 2. Doch, wie könnt' ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein. Wollt' ich übers Meer gleich zie⸗ hen, hinein, hätt' ich Flügel gleich den Winden: gleich⸗ wohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Übel hab' ich, Herr, gethan, darf mich nicht dein Kind mehr nen⸗ nen, ach nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt' ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd' es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sün⸗ den Heer, daß er alle mein' Gebrechen sollte wissen aus⸗ zusprechen. Buße und Beichte. stieg' ich in die Gruft 193 5. Weine, weine heiße Thränen, Seele, über deine Schuld, richte all dein tief⸗ stes Sehnen hin zu deines Gottes Huld; er will gern dein Flehn erhören, Trost in Gnaden dir gewähren. 6. Ja, Herr Jesu, deine Wunden und dein heil'ges teures Blut lassen meine Seel' gesunden, löschen mei⸗ ner Sünden Glut. Drum will ich, mein' Angst zu stillen, mich in deine Gnade hüllen. 7. Du wollst mich der Schuld entbinden, wirf sie in die tiefste See; wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß wie Schnee; lasse deinen Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Joh. Franck. 183. Eigne Melodie. 1582. 3 2 ———— E Herr Je ⸗ su Christ, du hoͤch⸗stes Gut, du sieh doch, wie ich in mei⸗ nem Mut mit — ̃ ̃ ᷣ VA—— ͥ—— E—. 2— 2 2— Brunnquell al ⸗ ler Gna⸗ den, Schmer⸗zen bin be⸗ la ⸗ den und in mir hab' der 13 — Buße und Beichte. 8 7 — 4 EE——— A- . 4 — 7—— Pfei⸗le viel, die im Ge⸗wis⸗sen oh ⸗ne Ziel mich —————— 2— 8 35355— ar⸗ men Sün⸗der quä ⸗ len. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie von meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh' und ewiglich ver⸗ zage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, was ich von je begangen, so fällt mir aller Mut dahin, und Furcht hält mich umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte gar verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsan Wort, das macht mit seinem Trost der Gnaden, daß nun mein Herz vor Freuden lacht und ist der Angst entladen, dieweil es alle Gnad' verheißt dem, der sich mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, wendet. 5. So komm' ich denn demütiglich in meiner Not geschritten und will auf meinen Knieen dich von ganzem Herzen bitten: Vergieb mir alles gnädig⸗ lich, was ich von Anfang wider dich auf Erden hab' begangen. 6. Vergieb mir doch, o Herr, mein Gott, um deines Namens willen; du wollst in mir die große Not der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb' und dir hinfort zu Ehren leb' im kindlichen Gehor⸗ sam. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich durch deine Wunden; hilf mir zu deines Namens Preis in meinen letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwald. Buße und Beichte. 184 Mtl.: Wer nur den litben Gott. a. Georg Neumark. 1657. 3 2 5 22— 35 Ich ar⸗ mer Mensch, ich ar- mer Sün⸗ der ach Gott, ach Gott, ver⸗fahr ge⸗ lin ⸗ der E 0 —— P—ñ— B—— steh' hier vor Got ⸗ tes An- ge.: sicht; und geh nicht mit mir ins Ges“ richt. 3 1 Er⸗bar⸗ me dich, er ⸗ bar ⸗ me dich, 4— 4 4 N 4 4 4 1 — 5— 2 ———— Gott, mein Er ⸗bar⸗ mer, ü ber mich. 2. Wie ist mir doch so 4. Wahr ist es, übel herzlich bange, Herr, wegen steht der Schade, den nie⸗ meiner großen Sünd'! Hilf, mand heilen kann, als du; daß ich wieder Gnad' er⸗ drumruf ich: Gnade, Gnade, lange, ich armes und ver⸗ Gnade! Ach wend dich mei⸗ lornes Kind. Erbarme dich, ner Bitte zu! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Erbarmer, über mich. 3. Wie lang soll ich ver⸗ 5. Nicht, wie ich hab' geblich klagen? Verwirf verschuldet, lohne und handle mein brünstig Flehen nicht; nicht nach meiner Sünd'; wollst meine Bitte nicht o trener Vater, schone, schone, versagen und hören, was erkenn mich wieder für dein der Sünder spricht: Erbarme Kind. Erbarme dich, er⸗ dich, erbarme dich, Gott, barme dich, Gott, mein mein Erbarmer, über mich. Erbarmer, über mich. 13 6. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, sprich, daß ich armer Sünder hör': Geh hin, die Sünd' ist dir vergeben, nur sündige hin⸗ fort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 185. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. b. 4 2 Buße und Beichte. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret, daß ich von dir begnadigt sei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Christoph Titius. 1687. 1— 2 4 N f + f 1. 9 + — ̃— Ich er⸗ he⸗ be mein Ge⸗mü⸗te sehnsuchts voll, mein denn ich ken⸗ ne dei⸗ ne Güö⸗ te, o wie teu⸗ er — Gott, zu dir; ist sie mir! Gott der Lie⸗ be und des Le⸗ bens, 7 5—— 1 r— —— 5 F — 1—— dei„ner Huld stür⸗zet ih ⸗ re eig⸗ ne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich selbst zu dir. Gott, du kennest mein Vertrauen, sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenk an meine Sünden, meine Jugend⸗ sünden nicht; laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich; meine Seele harrt auf dich. Buße und Beichte. 4. Gott, du willst des 6. Herr, zu was für Selig⸗ Sünders Leben, dir ist seine keiten willst du in der bessern Seele wert. Gnädig willst Welt jeden deiner Frommen du ihm vergeben, wenn er leiten, der dir Treu' und sich zu dir bekehrt. Mitten Glauben hält! Du verherr⸗ auf dem Sündenwege machst lichst alle Seelen, die zu ihrem du sein Gewissen rege. Den, Teil dich wählen; deinen der sich voll Zuversicht dir ganzen Gnadenbund machst ergiebt, verwirfst du nicht. du deinen Kindern kund. 5. Du ergreifst mit Vater⸗ 7. Dir will ich mich denn händen jeden, der sich dir ergeben; Gott, mein Gott, ergiebt, alle, die zu dir verlaß mich nicht. Laß mich sich wenden, über ihre immer heilig leben, Herr, Schuld betrübt. Freude vor deinem Angesicht. Keine schenket deine Güte dem schnöde Lust der Sünden soll geängsteten Gemüte, wel⸗ fortan mich überwinden. Ach chem du die Sündenlast bewahr, ich bitte dich, meinen liebreich abgenommen hast. Geist und stärke mich. J. C. Lavater. 186. m. Aus tiefer Rot schrei' ich zu dir. b. Straßburg. 8 ————— 1 2515 e 5 3 Ich will von meiner Miß ⸗se⸗ that mich, du wol- lest selbst mir Hülf' und Rat hie⸗ Tel 3 K 2 f 4 1 l 1 1———— FBC—— D— Herr, zu dir be⸗keh⸗ ren: zu, mein Gott, be⸗sche⸗ ren E E *———ß.— Gei⸗stes Kraft, die neu ⸗e Her⸗zen in uns schafft, aus — Gna⸗den mir ge⸗wäh ⸗ ren. und dei⸗nes 7255 ten ..—————..—— — 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfinden, ist ohne deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sünden. Verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Herr, klopf in Gna⸗ den bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz ge⸗ winnen, daß ich aus Kum⸗ mer und Beschwer lass' über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch an mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Le⸗ ben dank' ich deiner Hand; auf allen meinen Pfaden gabst du mir stets mein täglich Brot; du machtest, daß mir keine Not bisher hat können schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt aus des Ver⸗ derbens Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten. Und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus lau⸗ ter Treu' gestäupt mit Va⸗ terruten. Buße und Beichte. 6. Hab' ich denn nun auch wohl vor dir Gehor⸗ sams mich beflissen? Ach nein! ein andres saget mir mein Herz und mein Ge⸗ wissen. Darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, von Sünd' und Qual zerrissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr', die Menge meiner Sünden verklagen mich zu offenbar; sie sind nicht zu ergründen, und ihrer keine ist so klein, daß sie nicht sollte schon allein dein Strafgericht entzünden. 8. Bisher hab' ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht gleich zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge; nein, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen. 9. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich drin⸗ gen. Es regt sich wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. Buße und Beichte. 10. Herr Jesu, nimm zu 11. So werd' ich mich dir mich ein, ich flieh' zu mein Leben lang vor neuen deinen Wunden; laß mich[Sünden scheuen durch dei⸗ bei dir geborgen sein und nes guten Geistes Drang, bleiben alle Stunden. Du den du mir wollst verleihen. hast ja, reines Gotteslamm, Laß ihn von aller Sünden für alle Sünd' am Kreu⸗ List und dem, was dir ein zesstamm Erlösung uns er⸗ Greuel ist, mich ewiglich funden. befreien. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(7). 8 Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 2 1534 N 1— 1. 4 N 2—-„Vͤ ——— 0 + 9 f 222 2 7— 4 11113— 2 2—̃———-— ö— 1————— — 5 E 4 den! ES» off⸗net Je⸗ 1 treu⸗es Herz sich al⸗ len, 15. i f die in Ren und Schmerz er⸗ken⸗nen ih⸗ ren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt 3. Ein Hirt verläßt sein die Sünder an; drum komm, Schäflein nicht, dem's in dein Jesus will und kann der Irr' an Hülf gebricht; erretten dich, den Armen. er sucht es mit Verlangen. Komm weinend, komm in Er läßt die neunundneunzig wahrer Buß' und fall im stehn und sie gar in die Glauben ihm zu Fuß: er Wüste gehn, das eine zu wird sich dein erbarmen. umfangen. 200 Buße und Beichte. 4. So sucht der Hirte 6. Ach wehe mir, daß Jesus Christ den Sünder, ich von dir gewichen bin der verloren ist, bis daß[zum Abgrund schier! Ach er ihn gefunden. Drum laß laß mich wiederkehren zu dich finden, liebe Seel'., den deiner Herde, nimm mich guten Hirten dir erwähl; an und mach mich frei von noch sind die Gnadenstun⸗ Fluch und Bann! Dies den. ist mein Herzbegehren. 5. O Jesu, deine Lieb' 7. Laß mich dein eigen ist groß! Ich komm' müh⸗ ewig sein, sei du mein selig, nackt und bloß, ach treuer Hirt allein im Leben laß mich Gnade finden! und im Sterben; laß mich Ich bin vom rechten Weg verleugnen Welt und Sünd' verirrt, ach nimm mich auf, und als ein wahres Got⸗ weil ich verwirrt im Strick teskind dein Himmelreich und Netz der Sünden. ererben. Laur. Laurentii. 188. Mel.: Jesu Leiden, pein und Tod. 4 —— 1 222 TTT — Lieb⸗ 3 ich dein Kind komm' zu dir ge⸗ ——— 2 5——————— 8= let, weil f sich sonst ja nie⸗mand find' 5 S 5 8—— 2— der mich Ar⸗ men hei ⸗ let. Mei ⸗ ne Wun⸗den Fel 4 4 2 0 A3 r. 5 sehr groß, groß sun mei⸗ ne Sün ⸗ den: 535 ma⸗ che mich von ih⸗nen los, laß mich Gnade fin⸗ den. 2. Du willst mir ein Vater sein und hast Vater⸗ sitten, willst mir Kindes⸗ recht verleihn, ich darf kühn⸗ lich bitten; denn den Kindern Buße und Beichte. 4. Ich lass' doch nicht eher ab, bis du mir gewäh⸗ ret Gnade, die ich von dir hab' inniglich begehret. Segne mich, ich lasse dich steht es frei, Väter anzu⸗ eher nicht; ich hange un⸗ flehen: Vater, deine Vater⸗ verrückt an dir, bis ich treu' laß mich Armen sehen. Gnad' vor dir erlange. 3. Hast du doch in dei⸗ 5. Du bist Gott und nem Wort Gnade mir heißest gut, weil du Gut⸗ versprochen; laß mich an that übest und, gleichwie die Gnadenpfort' nicht ver⸗ gebens pochen. Laß mein Flehn durch deinen Sohn auf zum Himmel dringen und von deinem Gnadenthron mir die Gnade bringen. ein Vater thut, deine Kin⸗ der liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, treuer Gott, genießen, laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. Christoph Titius. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. Georg Neumark. 1657. Mein Herz, o denk an dei ⸗ ne Bu⸗ ße, ach fal ⸗ le Gott noch heut' zu Fu= ße, 2 ———— 5——————————— da noch die Gna ⸗ den ⸗stim⸗ me ruft; eh' dich um⸗schließt die To ⸗ des⸗ gruft! kann Um⸗kehr dir un- mög ⸗ lich sein. 0 202 2. Gott läßt es nicht am Rufen fehlen: Ach Sün⸗ der, Sünder, bess're dich! Noch kannst für Fluch du Segen wählen, Gott selber zeuget dies von sich: es jammre ihn die große Not, er wolle nicht des Sünders Tod. 3. Doch wenn den Reich⸗ tum wir verachten der Gnade, die uns Gott erzeigt, so müssen wir hernach ver⸗ schmachten, wenn diese Gnade von uns weicht und wenn kein Brunn quillt, der unsre matten Seelen stillt. 4. Zwar steht die Gna⸗ denthür uns offen, solange es noch heute heißt; der Sünder kann noch Gnade hoffen, wenn er gehorcht dem guten Geist und noch ein gläubig Abba spricht, wenn schon der Lebens faden bricht. 5. Doch traue auf die letzten Stunden und auf die späte Buße nicht! Hat gleich der Schächer Gnade funden, da er sein: Herr! des Trostes Buße und Beichte. im Glauben spricht: so fah⸗ ren doch viel tausend hin und bleiben im verstockten Sinn. 6. Wir können uns nicht selbst bekehren, wir sind dazu gar ungeschickt; Gott selber muß die Kraft ge⸗ währen, die uns aus dem Verderben rückt; drum suche Gott und halt ihn fest, solang er sich noch finden läßt. 7. Wenn wir ihm unser Ohr verstopfen, wenn wir den Gnadenruf verschmähn, so werden wir vergeblich klopfen, so kann es endlich wohl geschehn, daß Gott sein Antlitz von uns wend't und uns als Feinde auch nicht kennt. 8. Mein Herz, drum folge Gottes Leiten, tritt eilends in den Gnadenbund, eh' dich der Herr der Ewig⸗ keiten, weil du das an⸗ vertraute Pfund so schnö⸗ derweise hast veracht't, zu einem wüsten Lande macht. Gottlob Abolph. Buße und Beichte. 190.„ Mel.: Wenn wir in höchsten Uöten 55 4565. 5 7 N —.— O from⸗mer und ge⸗ ren er Gott, ich 7 hab' ge⸗bro⸗ chen dein Ge⸗bot und sehr ge⸗sün⸗ digt 5—̃— — s——.—— ö ———.———————— wi⸗ der dich: das ist mir leid und reu⸗ et mich. + 2 2. Du aber hast, o gnäd'⸗ ger Gott, nicht Lust an eines Sünders Tod; es ist dein herzliches Begehr, daß sich der Sünder zu dir kehr'. 3. Auf dies Wort, lie⸗ ber Vater fromm, ich ar⸗ mer Sünder zu dir komm'; laß Gnade und Barmher⸗ zigkeit mehs gelten als Ge⸗ rechtigkeit. 4. Ach hilf mir aus der großen Not, das bitt' ich 191. 15 lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch wor⸗ den ist. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld! so werd' ich arm verloren Kind ganz frei und los von meiner Sünd'. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit durch den bittern Tod dein's 1 gelangen zu der Seligkeit. Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 1544. 2 4 r. ——— 9 L O Je ⸗su, mei ⸗ ne Zu⸗ ver⸗sicht, mein ver⸗stoß mich ar⸗ men Sün⸗-der nicht, für .——— ä—— 88 ˙·»A A Hei⸗land und mein Le- ben! 1 den du dich ge⸗ ge⸗ ben. Gedenk an dei⸗ nen —— 3535 —— 2. Ach Herr, wie kann ich Armer doch den Jam⸗ mer meiner Seelen, das Elend in dem Sündenjoch und alle Not erzählen? Ich kenne mich ja selber nicht und habe von dem allen fast kein' Erkenntnis und kein Licht: so tief bin ich gefallen. 3. Was fang' ich doch, o Vater, an bei so ver⸗ derbtem Wesen? Ist gar nichts, das mir helfen kann? wie soll ich denn genesen? Thu Buße, rufst du mir zwar zu, und glaube meinem Worte, so öffnet sich zu deiner Ruh' die rechte Gna⸗ denpforte. 4. Allein, wo ist in mir die Kraft, dies beides aus⸗ zuführen? Wo nicht dein Geist, der alles schafft, mir selbst das Herz will rühren, so bleibt es tot, vermag auch nicht die Buße zu beginnen, noch wen'ger kann es Zu⸗ versicht zu deiner Huld gewinnen. bittern Tod und an dein schmerzlich Ster⸗ben; ach hilf mir von der Sünden⸗not und laß mich nicht verderben. 5. Drum stehe du mir selber bei, du Abgrund aller Gnaden, und mach mein armes Herz doch frei von diesem Todesschaden. Ach Herr, verleih, daß ich durch dich mich selber recht ver⸗ stehe, daß ich das Elend, welches mich verderbet, völ⸗ lig sehe. 6. Zerschmelze du mein hartes Herz, daß es in Reu' zerfließe und durch der wahren Reue Schmerz in Thränen sich ergieße. Ach mach es durch den Glauben rein und gieb gerechte Werke; ja, kehre selber bei mir ein, o meiner Seele Stärke! 7. Zerbrich die schnöde Eigenheit und meinen bösen Willen und laß mich, was dein Wort gebeut, durch deinen Geist erfüllen. Herr, öffne du mir Ohr und Mund, gieb deines Worts Verständ⸗ nis und thu mir deine Wahrheit kund zum freu⸗ digen Bekenntnis. 8. Gieb deine Furcht in meine Brust, das Gute auszuüben, und laß mich dich mit Herzenslust getreu und ewig lieben. Laß Demut mich und Mäßigkeit, Ge⸗ duld und Sanftmut zieren, und laß mein Herz zu keiner Zeit den Kindessinn ver⸗ lieren. 9. O Vater, hilf! denn meine Kraft kann dieses nicht erzwingen; du aber bist's, der in mir schafft das Wollen und Vollbringen. Ach stärke mich, du treuer Gott, durch deine Macht in Gnaden, daß Welt und Sünde, Höll' und Tod mir nimmer können schaden. 192. Buße und Beichte. 10. O Jesu, teurer Gottes⸗ sohn, gedenke an mich Ar⸗ men. Dux bist der ein' ge Gnadenthron, ach gönn mir dein Erbarmen. Und weil ich ganz erstorben bin, das Gute zu vollführen, so wollst du selbst mein Herz und Sinn durch deinen Geist regieren. 11. O heil'ger Geist, mein Trost und Hort, du Geist voll Kraft und Stärke, führ mich in deiner Wahrheit fort, schaff in mir deine Werke. Laß deinen Frieden in mir sein und schreibe meinen Namen ins Buch des ew'gen Lebens ein um Jesu willen. Amen. Ludw. Andr. Gotter. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 1525. 2 4 Q. 3 2 5 a 2 32... 9 5 O König, des⸗sen Ma⸗ je ⸗stät sich dem Erd' und Meer zu Dien⸗sten steht, vor 5 ü⸗ ber al⸗ les he⸗ em der Erdkreis be ⸗ bet, bet! der Him⸗mel ist dein 5 4 8 4 2 7.—— 9—2————— 4* 8 2 0 l — 4— 7 hel⸗les Kleid, du bist voll Macht und Herrlich⸗ eit, sehr 10 . ä mag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr; Gott, 3————— 8——— 2 gnä⸗ dig! sei mir Sün⸗ der 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne. Ich suche deine Hülf und Gnad', o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin, und wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig: so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schuld, der ich mir bin bewußt, beängstet mein Gewissen; drum schlag' ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd'; doch weil du rufst, so bet' ich mit ganz zer⸗ knirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnaden⸗ thron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ist's, bei dem ich Ruhe find', er ist ja stets gutthätig. Ich fasse ihn und lass' ihn nicht, bis dir dein Herz vor Mit⸗ leid bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mein Glaube sei auch immer⸗ dar durch wahre Liebe thätig; und geht's nicht vorwärts, wie es soll, so ruf' ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sündergnädig! Buße und Beichte. 6. Mein Leben und mein[Todesbahn mein Herz von Sterben ruht allein auf Angsten ledig; und wenn deiner Gnade; mir geh ich nicht mehr sprechen kann, es übel oder gut, gieb nur, so nimm den letzten Seufzer daß mir's nicht schade. Und[an: Gott, sei mir Sünder kommt das letzte Stündlein gnädig! dann, so mache auf der 8. E. Loscher. 193. Mel.: Wie wohl ist mir, o Frennd der Seelen. Dr. Chr. Friedr. Richter. 1704. 2 E 3 O See⸗le, wülst du Ru 75 sin den, so in Dingen, die wie Rauch verschwinden, als = K 5 . 4.——— 4 f 3 ——.— 9 su⸗ che sie nicht in der Welt, 8 Gh r, Wol lusz Gut und Held; denn die · ses —. 2 — ä—.— 11 N 4 ä ö 5 2—— — 7 b 2 275— —— 1— — 7 I A 1 1 1 1 1.— 7— *———— * zu! du hast statt Lust Last und Beschwer⸗ 9 — 1 5— 2. 5 15 7 —— * den. en. Du mußt erst los⸗ge⸗ ris⸗ sen wer ⸗ den, sonst —— EN——! kommst du nim⸗mer⸗ mehr zur Muh — 2. Du mußt dir gar nichts vorbehalten. Es heißt: Rein ab und Christo an! Willst du geheime Lust noch halten, wird, was du liebst, nicht abgethan, willst du so manches noch verschwei⸗ gen: so wird dies lauter Unruh' zeugen. Was man noch hegt, bringt lauter Schmerz. Es kann bei hal⸗ bem, falschem Wesen dein Herz unmöglich rechtgenesen: der Heiland will dein gan⸗ zes Herz. 194.: Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. a. Buße und Beichte 3. Unlautrer Sinn macht nur Beschwerde; nur eins muß unsre Sorge sein: daß unsre Seel' errettet werde. Denn läßt man noch was andres ein, so ist das Aug' ein Schalk zu heißen. Nur eins ist not an sich zu reißen, nur Jesus und sein Him⸗ melreich. Nach diesem mußt du ernstlich ringen, so wird dein Ringen Ruhe bringen, ja Ruh' und Seligkeit zu⸗ gleich. E. G. Woltersdorf. 3 2 8 2 ä b—— O Va⸗ ter der Barm⸗her⸗ zig ⸗keit, ich ver⸗stoß den nicht, der zu dir schreit und 9 11 1 227 K 2 l 1 f— 9 9 fal⸗ le dir zu Ju ⸗ ße; thut noch— Bu- ße. Was ich be⸗gan⸗ gen 2 5 i wi⸗der dich, ver 110 mir al ⸗ les gnä⸗dig⸗lich durch 212 r . dei⸗ ne große Gün⸗ te. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, wo mir der Ausweg fehlet. Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all' meine Werk an⸗ fange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott und Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, erhör mein kläg⸗ lich Rufen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein' Todes⸗ pein und Sterben mir kom⸗ men kräftiglich zu gut, daß ich nicht muß verderben. Buße und Beichte. Vertritt du bei dem Vater mich, daß er nicht strafe ewiglich, wie ich es hab' verschuldet. 5. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nim⸗ mermehr Begier nach Reich⸗ tum oder Ehr' in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des bösen Feindes List durch Christi Sieg mög' dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. D. Denicke. 195. Mel.: Aus tiefer Rot schrei' ich zu dir. b(s. Ar. 188). 1. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz: mein Herz ist ganz verderbet; es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm sind angeerbet und die es noch thut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es hast er⸗ schaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der so, wie du, gesinnet, der stets dir anhängt allermeist und, was du willst, beginnet, der widerstehet Fleisch und Blut und Glauben übt in sanftem Mut, Zucht, De⸗ mut, Hoffnung, Liebe. 14 210 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, o getreuer Vater, nicht, weil Jesus mich versühnet; ach laß doch nimmer, nimmermehr mich fallen, mich dein Kind, so sehr, daß du es von dir stießest. 4. Dein'n heil'gen Geist nimm nicht von mir; den bösen Geist vertreibe, daß nichts mich scheide, Herr, von dir, ich dein stets sei und bleibe; beherrsche du Herz, Sinn und Mut durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 196. Ludämilia Elis. Mel.: Buße und Betchte 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sünden; und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist, trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein Freudengeist er⸗ halte mich und stärke meine Seele, damit sie nun und nimmer sich mit Furcht und Zweifeln quäle. Sei du mein Freund, o Herr, allein; ach laß mich ganz dein eigen sein und führe mich zur Freude. Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt. vater unser im Himmelreich. 1538. 4 2 2— 2 2——————— — 2———— ä So wahr ich le be, 3 mir 3 57 2 5 ist nicht lieb des Sünders Tod, mein Wunsch und Wil⸗le 5.————— 3 2—̃— it 2 daß er von Sünde sich be⸗kehr', von ——— 9 E sei⸗ner Bosheit wen⸗ de sih und le⸗be mit mir e⸗wiglich. 2. Dies Wort b o Menschenkind, nicht in deiner Sü findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zu⸗ gesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Zur Buße ist noch Zeit; erst will ich mich auf Erden freun; werd' ich des Lebens müde sein, alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's, Gott ist wohl stets bereit dem Sün⸗ der mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, Ungnad' einst gelohnt. 197 edenk, verzweifle nd'; hier 1 ö ö sei bereit. Buße und Beichte. 5. Es hat dir Gnad⸗ verheißen Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist die Todesstund'. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh' morgen kommt, kann's ändern sich; wer heute frisch, gesund und rot, ist morgen krank, viel⸗ leicht gar tot; stirbst du nun ohne Buß dahin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir und Buße thue unverweilt, eh schneller Tod mich übereilt, auf daß ich heut und jeder⸗ dem wird mit zeit zu meiner Heimfahrt Joh. Heermann. * 3 Eigne Melodie. 2 1694 77———̃̃ 1——— 4.—— 2— 2558588 5 Straf mich nicht in deinem Zorn, gro⸗ßer Gott, ver⸗ Ach laß mich nicht — 2 2 — . 5 scho- ne! sein ver⸗lor'n, nach Verdienstnicht 6 7 Ach, mir droht ew' er Tod; laß um Je su 1 loh ⸗ ne. 1 9 5 len dei i- nen Zorn si 2— ch stil 2. Zeig mir deine Vater⸗ huld, stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen; heil die Seel! mit dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 3. Ach, ich bin so müd' und matt von den schweren Buße und Beichte. 4. Weichet, Angst und Taurigkeit, Gott erhört mein Beten; nun darf ich mit Freudigkeit vor sein Antlitz treten. Freud' und Heil wird mein Teil. Was mich je gekräuket, hat mir Gott geschenket. 5. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort Plagen; mein Herz ist der oben, wie auch Christo Seufzer satt, die nach Hülfe gleicherweis', der allzeit zu fragen. Wie so lang machst loben; heil' ger Geist, sei du bang meiner armen gepreist, hoch gerühmt, Seele in der Schwermuts⸗ geehret, daß du mich er⸗ höhle. höret. J J. G. Albinus. 198. Mel.: Herzlich lieb hab' ich dich. Bernh. Schmidt. 1577. 1 2 4 8 .. 4.——— 5 33—55* Vor dein Ge rich, Herr, tret' ich hie und Mein' groß' und vie ⸗ le Mis⸗ se⸗ that mich 3 8 3———.—— BCC beug' in De⸗ mut mei⸗ ne Knie', kann mir selbst gar nicht hier und dort ver⸗ dam⸗met hat, doch will ich nicht ver⸗ 55—— EE ra ⸗ ten. za- gen. Herr de ⸗su Christ, dein Blut all⸗ 1 8 mich von al⸗ len Sün⸗ den rein, weil ich f in n wahrer ————ů —— ——— will mich bef⸗sern, . hilf du mir! — — —— nen Fü⸗ ßen, Ge⸗wis⸗sen, t' und Treu', Stra ⸗ fe sei. — —— * ach weh uns, wenn du stra ⸗ fen willt! 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder: wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Kein Wuuoer wär's, wenn Pest und Schwert und Hunger längst schon uns verzehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort ist immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon: du willst den Tod des Sünders nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen, Herr, vor dir im Staube, und unser Herz ist tief betrübt; uns tröstet ganz allein der Glaube, daß du uns je und je geliebt. Du hast ja noch ein Vater⸗ herz, so siehe doch auf unsern Schmerz. 5. Das teure Blut von deinem Sohne ruft für uns um Barmherzigkeit. Schau her von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach laß die wohlver⸗ diente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen 200. Buße und Beichte. stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 7. Steckein das Schwer. das uns verzehret, den Wür⸗ ger laß vorübergehn; geb Brot, das deine Kinder näh⸗ ret, laß keine solche Zeit entstehn, da man dein Wort uns teuer macht und unser Herz dabei verschmacht't. 8. Gieb Fried' im Land und im Gewissen, gesunde Luft und gute Zeit; laß Lieb' und Treue stets sich küssen und fördre die Ge⸗ rechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch' und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer bringen, die deinen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum Him⸗ mel dringen, und dein er⸗ löstes Israel stimmt freu⸗ dig in das Loblied ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmolck. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 1627. 22222 y EEE . a a 1 Wo soll ich flie⸗-hen hin, da ich be⸗schweret l. 8 5——— 5— C—— bin mit viel und gro⸗ ßen Sün⸗ den? wo —— 1 — 2 9 * 1 1— 755 f— 8 5 NA 1 2. O Jesu voller Gnad', auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewis⸗ sen den Trost der Gnade fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf' alle meine Sünd', die mir am Herzen naget und mich mit Schrecken plaget, auf dich, in dessen Wunden ich stets das Heil gefunden. 4. Du bist es, der mich tröstt, weil du mich selbst erlöst. Was ich gesündigt habe, trugst du hinab zum Grabe; da hast du es bedecket, daß es mich nicht mehr schrecket. kä ⸗ me, mein' Angst sie nicht weg⸗näh⸗ me. 5. Ist meine Sünde groß, werd' ich doch ihrer los, wenn ich dein Kreuz um⸗ fasse und mich auf dich verlasse; wer sich zu dir nur findet, all' Angst ihm bald verschwindet. 6. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlass' ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 7. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög' alles meiden, was mich und dich kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Joh. Heermann. Glaube. XVI. Glaube. 201. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Joh. Schop. 1611. 4 4 1 4 7 22 g——— ———„„. ßñłĩß8é— 2———————— 5 f 7 Al ⸗ so hat Gott die Welt ge⸗liebt,— das die Welt, die Gott so hoch be⸗trübt, hat mer⸗ ke, wer es hö ⸗ 8 7 Gott so hoch ge⸗eh= ret, daß er den ein⸗ge⸗ 1 ꝙ— a a 112 ——————— 2 ——.—— ̃——— bornen Sohn, den ein'⸗gen Schatz, die ein ⸗ge Kron' zu A ö 1—— E r ——— un⸗serm Heil und Le⸗ ben hat wil⸗lig hin⸗ge⸗ge⸗ben. 2. Wie pfleget doch ein 3. Gott aber schenkt aus einig Kind bei uns hier freiem Mut und mildem, auf der Erden, da wir treuem Herzen den ein' gen doch alle Sünder sind, so] Sohn, sein schönstes Gut, sehr geschont zu werden! in mehr als tausend Schmer⸗ Wie sträubt sich doch der zen; er giebt ihn in den Vatersinn, wie giebt und Tod hinein, ja in die tiefste schenkt er alles hin, eh' er Angst und Pein, zu uner⸗ daran mag denken, das hörtem Leide ihn, seine ein' ge Kind zu schenken! ein'ge Freude. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen und durch so teures Lösegeld aus deinem Kerker gehen. Du warst in Fluch und Tod versenkt, sollst nun durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Ga⸗ ben des ew'gen Lebens haben. 5. Ach mein Gott, meines Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe soll mein Mund dein treues Herz ergründen? Wie hat doch können dies geschehn, was hast du an der Welt ersehn, daß, die so sehr dich höhnet, du so gar hoch gekrönet? 6. Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Menschenkindern; des ein'⸗ gen Sohnes teures Blut, das reichst du allen Sündern, willst, daß sie mit der Glau⸗ benshand das, was du ihnen zugewandt, sich völlig zu erquicken, fest in ihr Herze drücken. Glaube. 217 7. Ich freue mich, so oft und viel ich deines Sohns gedenke; das ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kränke, wenn meine Sünd' und Misse⸗ that will größer sein als Gottes Gnad', und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 8. Da denk' ich: War mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird, der so viel Gnad' erzeigt, nicht feindlich mit mir fahren jetzt, da ich bin mit ihm versöhnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts verschuldet, an meiner Statt erduldet. 9. Fehlt's hier und da, nur unverzagt! laß Sorg' und Kummer schwinden. Der mir das Größte nicht versagt, wird Rat zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt, wie sollt' er— laßt uns denken mit ihm nicht alles schenken? Paul Gerhardt. Glaube. 202. Mel.: Wer nur den lieben Gott. b. 1690. * 2 9 3 7 1— D 0 2 N 2 FFT TT0—6i 2 9 r 9 Aus Gna⸗den soll ich se⸗ lig wer ⸗ den; Herz, Was willst du dich so blöd' ge⸗ber⸗ den? Ist's 5 . glaubst du's o⸗ der glaubst du's nicht? 1 Wahrheit, was die Schrift versprich, so muß auch die ses —— B Wahr⸗heit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier 4. Aus Gnaden kam sein gilt kein Verdienen, die Sohn auf Erden und über⸗ eignen Werke fallen hin. nahm die Sündenlast; was Der Mittler, der im Fleisch nötigt ihn, dein Freund zu erschienen, hat diese Ehre werden? Sprich, wes du zum Gewinn, daß uns sein dich zu rühmen hast? Gab Tod das Heil gebracht und er sich nicht zum Opfer dar uns aus Gnaden selig und nahm dein Heil in macht. Gnaden wahr? 3. Aus Gnaden! Merk 5. Aus Gnaden! Dieser dies Wort: Aus Gnaden! Grund wird bleiben, so⸗ So hart dich deine Sünde lange Gott wahrhaftig heißt. plagt, so schwer du immer Was alle heil gen Männer bist beladen, so schwer dein schreiben, was Gott in sei⸗ Herz dich auch verklagt: nem Worte preist, worauf was die Vernunft nicht all unser Glaube ruht, ist: fassen kann, das beut dir Gnade durch des Sohnes Gott aus Gnaden an. Blut. ——.— Glaube. 219 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greife zu! Wahr ist's, Gott ruft verlorne Kinder aus Gna⸗ den zur verheißnen Ruh'; doch nimmt er nicht zu Gnaden an den, der auf Gnade sünd'gen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret' ab von aller Heuchelei. Nur, wenn der Sünder sich be⸗ kehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sün⸗ dethun scheint sie gering, dem Glauben ist's ein Wun⸗ derding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenn's unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm' ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär'? 9. Aus Gnaden! Hier⸗ auf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl. Ich kenn' mein sündliches Verderben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Herz ist froh und unver⸗ zagt, weil mich die Gnade selig macht. Chr. Ludw. Scheidt. Mel.: O Zesu Christ, mein's Lebens Licht. Joseph. Clauderus. 1630. 2 —— 3E Chri⸗sti Blut und Ge⸗rech ⸗tig⸗keit, 1 3 das ist mein —— 2 + 1 7 2 ö f 1 3 D* 0 q* Schmuck und Eh⸗ ren⸗kleid; da⸗mit will ich vor Gott be⸗ f 4 1 1 f 1 2— S stehn, wenn ich zum Him⸗ mel werd' ein⸗gehn. 2. Solang ich noch hie⸗ nieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: Ich will die Gnad' in Jesu Blut be⸗ zeugen mit getrostem Mut. 3. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. ——...— ———— —— Glaube. 4. Du Herr und König barme dich der ganzen Welt Jesu Christ, des Vaters und segne, was sich zu dir ein' ger Sohn du bist; er⸗ hält. Nik. Ludw. v. Zinzendorf. 7 204. Mel.: Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. J. H. Schein nach B. Gesius. 1628. 2 —— Das ist ein teu ⸗ er wer ⸗ tes Wort, ein daß Je⸗sus ist der Sün⸗ der Hort und 4 E 25 . — 1 Wort sehr lieb zu hö ⸗ ren, will die Ar⸗men leh⸗ ren. 1.—— ——— 1——— —— 2 wer⸗tes Wort, daß Je⸗sus ist der Sün⸗der Hort. 2. Mein Jesus nimmt 4. Lob sei dir, Jesu, die Kranken an, er heilet Gottes Sohn, du hast die allen Schaden; er ist ein Schuld getragen, du Oster⸗ Gast bei jedermann, der lamm, du Gnadenthron, du ihn zu sich geladen. Das Zuflucht, wenn wir zagen. ist ein teuer wertes Wort, Das ist ein teuer wertes daß Jesus ist der Sünder Wort, daß Jesus ist der Hort. Sünder Hort. ö 3. Mein Jesus ist ein 5. Ach gieb mir, daß ich treuer Hirt, er suchet, was diese Gnad' und meine Sünd' verloren; er holt zurück, erkenne, daß ich, mein Hirte, was sich verirrt, er ist zum früh und spat nach dir vor Heil erkoren. Das ist ein Liebe brenne und denk' an teuer wertes Wort, daß dieses werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Jesus ist der Sünder Hort. Heinr. Ge. Neuß. Das ist ein teu⸗ er Glaube. 205. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her(s. Ur. 207). 1. Der Glaub' ist feste Zuversicht zu Gottes Gnad' und Güte, die seines Gei⸗ stes Kraft und Licht uns bringet ins Gemüte, ein unbeweglich fester Grund, auf Gottes Wort und ew'⸗ gen Bund in seinem Sohn gestiftet. 2. Er ist ein göttlicher Beweis, uns in das Herz geschrieben, wie sehr uns Gott zu seinem Preis in Christo wollte lieben; der macht das Herz uns ganz gewiß, daß wir ohn' alles Hindernis zu Gott durch Christum eilen. 3. Der Glaube höret, schmeckt und schaut die un⸗ sichtbaren Dinge, darauf mein Herz vertraut und baut, macht, daß ich fröh⸗ lich singe: Gott ist mein Gott, sein Sohn mein Heil, der heil'ge Geist hat mir mein Teil im Himmel schon versiegelt. 4. Nun soll der Hölle ganzes Heer mich ferner nicht erschrecken. Die Sün⸗ den, die wie Sand am Meer mich wollen ganz bedecken, die treibet Gottes Liebe fort; ich höre Christi kräftig Wort: Sie sind dir schon vergeben. 5. Ist oft mein Glaube schwach und klein, wenn Trübsal sich erhebet: so muß es doch ein Glaube sein, weil er nach Hülfe strebet. Solange sich die Hoffnung regt, die mich zu Gott in Christo trägt, so ist noch Glaub' im Herzen. 6. Der Glaube stärkt und mehret sich in solchen heißen Kämpfen, und Gott hilft selber gnädiglich den Zweifel in mir dämpfen. So kämpft und ringt des Glaubens Licht, bis es durch alle Dunkel bricht und Gottes Liebe findet. 7. Ich weiß, an wen ich glauben kann, das soll mir niemand nehmen; Gott ist mein Freund, den ruf' ich an, so kann mich nichts beschämen. Er läßt die nicht, die auf ihn sehn, und wenn auch alles sollt' vergehn, so glaub' ich seinem Worte. 222 8. In diesem Glauben will ich nun getrost und freudig leben; in Gottes Liebe will ich ruhn, mich Jesu ganz ergeben. Sein 206. 9 1 — Glaube. Geist soll Pfand und Zeug⸗ nis sein, und so will ich in Gott allein durch mei⸗ nen Glauben leben. Joh. Hermann Schrader. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 1569. 2 . b— 2 — E—ů+ N —————̃ 5— —— Die Sünden sind ver⸗ge⸗ ben! Das ist ein Wortzum 3 4 3—— 7— 2 ü ͤ——— 5——— Le ⸗ ben für den ge⸗ quäl⸗ ten Geist; sie EEE sind's in Je⸗su 2 Namen, in dem ist Ja und —— 1— 3— 7 A — A⸗ men, was Gott uns Sün⸗dern je 2. Das ist auch mir ge⸗ schrieben, auch mich umfaßt sein Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir ver⸗ giebt. 3. Mein liebstes Gut auf Erden soll die Ver⸗ gebung werden: so wird ver⸗ heißt. mein Tod nicht schwer. O in den Sünden sterben ist ewiges Verderben! Davor bewahr uns, lieber Herr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele zu er⸗ retten, zu glauben und zu beten und das in Jesu Namen thun. 5. Gott, gieb, daß mei⸗ ner Seele der Trost doch niemals fehle, daß du die Schuld vergiebst. Wenn ich mich betend beuge, so sei dein Geist mir Zeuge, daß du dein Kind in Christo liebst. 207. Glaube. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß ich begna⸗ digt bin. Im Glauben an Vergebung, in Hoffnung der Belebung fahr' ich als⸗ dann im Frieden hin. Ph. Fr. Hiller. Eigne Melodie. 1524. 1 1 1 7 5 J—— ..———— 2 2— 1 D 1 —— Es ist das Heil uns kom-men her von die Wer ⸗ ke — 0 2 hel ⸗ fen nim⸗mer⸗mehr, sie — 4 4 4 5 4 Gnad' und lau⸗ter Gün⸗ te; mö⸗gen nicht be- hün⸗ ten; 42 8 der Glaub' sieht Je⸗sum 5 9 Christum an: der hat g'nug für uns all ge⸗than, er — 5—— 7 7 J—— 2 7—* 7 *— ist der Mitt⸗ler Gesetz gebot, das konnte niemand halten; darum er⸗ hub sich große Not vor Gott so mannigfalten: vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, drauf das Ge⸗ setz dringt allermeist; es war mit uns verloren — wor ⸗ den. 2. Was Gott uns im zart, sünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: daß das Ge⸗ setz gegeben, als ob wir könnten selber frei nach Gottes Willen leben; und doch ist's nur ein Spiegel der uns zeigt an die 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt' sich Sünd' ohn' Ma⸗ ßen: mit Gleißnerei ist nichts gethan, Gott sieht den Grund der Thaten an, und da steckt unser Schaden. 5. Doch mußt's Gesetz erfüllet sein, sonst wär'n wir all' verloren. Drum schickt' Gott seinen Sohn herein, der ward ein Mensch geboren; er hat ganz das Gesetz erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun er⸗ füllet ist durch den, der's konnte halten: so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht' Gestalten! Nicht mehr als:„Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein; du hast für mich bezahlet.“ 7. Daran ich keinen Zwei⸗ fel trag'; dein Wort kann nimmer lügen. Du sprichst ja, daß kein Mensch ver⸗ zag', und wirst fürwahr nicht trügen.„Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist das Himmelreich erkauft, daß er nicht werd' verloren.“ Glaube. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glau⸗ bens leben; es muß des Glaubens heller Schein durch Werke kund sich geben; der Glaub' ist wohl mit Gott daran, und aus der Näch⸗ stenlieb' sieht man, daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evan⸗ gelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht:„Komm nur zum Kreuz herzu; du findest weder Rast noch Ruh' in des Gesetzes Werken.“ 10. Die Werke kommen sicher her aus einem rech⸗ ten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär', dem man die Werk wollt' rauben. Doch macht gerecht der Glaub' allein; die Werke sollen Früchte sein, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit. Was Gottes Wort zusaget, das wird geschehen uns zur Freud', wenn Gott es auch vertaget. Er weiß wohl, wann's am besten ist, und braucht an uns kein' arge List: des soll'n wir ihm vertrauen. 12. Ob Hülf' er zu ver⸗ sagen scheint, laß dich es nicht erschrecken; denn, wo er es am besten meint, will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch' lauter Nein: so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Güte willen Gott Vater, Sohn und heil' gem Geist: der woll' mit Gnad' er⸗ Mel.: Freu dich sehr, o meine Stele. 2 füllen, was er in uns be⸗ gonnen hat nach seinem ew'gen Liebesrat. Geheiligt werd' sein Name. 14. Sein Reich zukomm', sein Will auf Erd' g'scheh wie im Himmelsthrone; das täglich Brot noch heut uns werd'; wollst unsrer Schuld verschonen, wie wir thun unsern Schuldigern; halt die Versuchung von uns fern; erlöͤs vom Übel. Amen. Paul Speratus. — Ew'⸗ ge Lie ⸗ be, mein Ge⸗mü⸗ te wa⸗ get ei ⸗ nen in den Abgrund dei⸗ner Gü⸗ te: send mir ei⸗ nen 5 4 Z. 9— 2 II 12—— 1 Bihe. d, ei- nen Blit voll Hel- tr kei, 7 A. 5 2— BFF E a——— der die Fin ⸗ster⸗nis zer⸗streut, die mein blö⸗ des Au ⸗ ge drük⸗ket, wenn es nach dem Lich⸗te blik⸗ ket. 1⁵ 226 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus eignem freien Triebe den erwünschten Rat gefaßt, der mit Fluch beschwerten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben, Gnad' und Freiheit zu er⸗ werben. 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns verlornen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sünden⸗ ketten! 4. Du bestinmst, o weise Liebe, mir zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe mich zu Buß' und Glauben an. Nur wer an den Mittler gläubt und ihm treu er⸗ geben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben an⸗ zuzünden, giebst du deinen heil'gen Geist, der sich lässet willig finden, wie dein teures Wort verheißt, mein ganzes Leben deinem Willen ein, Glaube. allen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnaden eilen, seine Gaben mit⸗ zuteilen. 6. Du hast keinen zum Verderben ausersehn und weggethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat ew'gen Tod zum Lohn; sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus von Heil und Leben. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils ge⸗ wiß zu sein; richte selbst so nach daß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 8. Laß mich meinen Na⸗ men schauen in dem Buch des Lebens stehn; denn so werd' ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegengehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen kön⸗ nen, noch von deiner Liebe trennen. J. J. Rambach. Glaube. 209. Mel.: Keinen Zesum lass' ich nicht(. Ur. 215). 1. Gott, der du wahr⸗ haftig bist und aus des⸗ sen Herz und Munde lau⸗ ter Gnad' und Wahrheit fließt, so daß ich auf diesem Grunde als auf Felsen bauen kann: leite mich zur Wahrheit an. 2. Dieses Wort bleibt ewig wahr: Wer sich einen Christen nennet und dich doch nicht offenbar vor den Menschen hier bekennet, den bekennet auch dein Sohn, Vater, nicht vor deinem Thron. 3. Unter seiner Kreuzes⸗ fahn' hab' ich Treue dir geschworen. Hält mein Glaub' sich nicht daran, ist die Krone schon verloren. Drum laß Jesum nur allein meines Mundes Losung sein. 4. Ist mein Fleisch und Blut verzagt, will die Welt die Zunge binden, werd' ich hin und her ge⸗ jagt wie ein leichtes Rohr von Winden, ist mein Feind auf mich erbost: o so mache mich getrost. 5. Fordert man von mir den Grund dessen, was ich hoff und gläube, o so heil'ge mir den Mund, daß er bei der Wahrheit bleibe und ein gut Bekenntnis thu'; gieb mir Kraft und Mut dazu. 6. Wollest auch die Kraft verleihn, daß ich lebe, wie ich gläube. Dieses wird das Zeugnis sein, daß ich stets an Christo bleibe, der als ein getreuer Hirt wohl die Seinen kennen wird. 7. Laß mich bis an meinen Tod meinen Jesum recht bekennen und noch in der letzten Not seines Leibes Glied mich nennen. Leb' und sterb' ich nue auf ihn, weiß ich, daß ich selig bin. Benj. Schmoic. Glaube. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 1738. 2 4 3 LI 1 3 1—— 5. EEE 9 wo an⸗ders, als Ich ha- be nun den Grund ge⸗fun⸗ den, der Je ⸗ su Wun⸗ den? Da 2— E 5555 8 e⸗ wig hält; lag er vor der Zeit der Welt, 8 mei⸗ nen An⸗ker 9 4 der Grund, der un⸗be⸗ 222... — 2—— e 0 weg⸗lich steht, wenn Erd' und Him⸗mel 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht ver⸗ loren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; des⸗ wegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tov verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht ver⸗ — un ⸗ter⸗geht. binden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmher⸗ zigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sün⸗ den kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun: da findet sich zu aller Zeit un⸗ endliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann, darf ich von keinem Troste wissen, will keine Hoffnung mehr sich nahn, ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist mir dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, 211. Glauhe. damit es seiner nie vergißt; so stehet es in Lieb' und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, solange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, solange sich mein Herz noch regt; so sing' ich einst auch nach der Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe. Mel.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner. 1614. 2 4 4 8 a 1 1 LV 1 7 1 i 1— 1—— i 7— 4 i 7 E ä 7— r 1 2— 4 * rr.— 2.— 2 *. Ich weiß, an wen ich glau⸗ be, denn ich ver⸗trau⸗ e Dies teu ⸗ re Klein⸗od rau⸗ be mir kei⸗nes Läst'rers 7 3. 8 ä 7 1— 1 E 9 a 0 Gott. Es giebt mir Trost im Lei Spott Es giebt mir Trost im Lei ⸗ den, Ver⸗ 8 7 f 2* 2— 1 8 1* 1 N J 4 F 5——ę—.— 5 J— 2 85 ge⸗ bung im Ge⸗ richt, . ein Pa⸗ ra ⸗dies voll 221 10 a 1— —.— 5 25 7—— k —— 1 ** 5 Freu⸗ den, wenn Herz und Au⸗ge bricht. 2. Ich weiß, an wen ich glaube; mein Glaube täuscht mich nicht. Glaube, verlaß, verlaß mich O teurer, hoher dort ewig selig sei. nicht, damit ich heilig werde und, von der Sünde frei, schon fröhlich auf der Erde, 230 Glaube. 212. Mel.: valet will ich dir geben(s. Ur. 211). 1. Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Rauch und Staub vergeht. Ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der festgegründet ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 12 2*„ 1 213. Mel.: Es ist das Heil uns 1. Ich weiß, an wen mein Herz sich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt; wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 3. Er, den man blut⸗ bedecket am Abend einst begrub, er, der von Gott erwecket sich aus dem Staub erhub, der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 4. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit zu Staub verweht; es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt. kommen her(s. Ar. 207). 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit, erwünschter Lohn des Krie⸗ ges! Du hast für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich gedeckt, was kann mir nun noch schaden? Glaube. 3. O Herr, du bist mein 5. Jetzt, da mich dieser ganzer Ruhm, mein Trost Leib beschwert, ist mir noch in diesem Leben, in jener nicht erschienen, was jene Welt mein Eigentum, du bess're Welt gewährt, wo wir hast dich mir gegeben. Von Gott heilig dienen. Dann, fern glänzt mir mein Kleinod wenn mein Auge nicht mehr zu, du schaffest nach dem weint und meiner Freiheit Streit mir Ruh' und reichst Tag erscheint, dann werd' mir meine Krone. ich's froh empfinden. 4. Herr, lenke meines 6. Zu diesem Glück bin Geistes Blick von dieser ich erkauft, o Herr, durch Welt Getümmel auf dich, deine Leiden; auf deinen auf meiner Seele Glück, Tod bin ich getauft, wer auf Ewigkeit und Himmel. will von dir mich scheiden? Die Welt mit ihrer Herr⸗ Du zeichnest mich in deine lichkeit vergeht und währt Hand; Herr, du bist mir, nur kurze Zeit; im Him⸗ ich dir bekannt: mein sind mel sei mein Wandel. des Himmels Freuden. Christoph Christian Sturm. 214. Mel.: Wer nur den lieben Gott. b. 1600. 8 F—K——.—ů— 555 — Ich weiß von kei- nem an⸗dern Grun⸗ 8 als ich weiß von kei⸗ nem an⸗dern Bun⸗de, von 72 1 5—— 2— f 5. 8——— den der Glaub' in Chri⸗sto hat; kei⸗ nem an⸗ dern Wegund Nat, als daß man e⸗ lend, arm und bloß sich legt in sei- nes Va⸗ters Schoß. 2. Ich bin zu meinem J wohl aber beuget sie mich Heiland kommen und eil' sehr. Ich halte nichts ge⸗ ihm immer besser zu; ich ring und klein, sonst dringt bin auch von ihm aufgenom⸗ ein sichres Wesen ein. men und finde bei ihm 5 Ich suche stets vor ih 7. N f. m wahre Ruh'; er ist mein zu stehen und seh' in allem Kleinod und mein Teil, und ihn nur an, nach seinem außer ihm weiß ich kein Heil. Wink einherzugehen, daß 3. Ich bleib' in Christo nichts mein Ziel verrücken nun erfunden und bin in kann; ich seufze stets: Herr, ihm gerecht und rein; bleibe steh mir bei, daß ich ein ich mit ihm nur stets rechter Jünger sei. verbunden, so kann ich 6. O gesu, laß mich in immer sicher sein. Gott sieht dir bleiben e 0 5 blabe auch mich in Christo an, wer di mir. Laß deinen 3 5 1 19 4 7 f ist, der mich verdammen kann? guten Geist mich treiben, 4. Ich fühle noch in mir daß ich im Glauben folge dir. die Sünde, doch schaden kann Laß mich stets fromm und sie mir nicht mehr, weil ich wachsam sein, so reißet in Christo mich befinde; nichts den Grund mir ein. Karl Heinr. v. Bogatzky. 215. Mel.: Meinen Jesum lasf ich nicht. 3 4 1674. Tal— N ——— 2 — 7— 2 7 1 7 1 2 3 1— 2—— 92 ö—— K— Je⸗sus nimmt die Sün⸗der an! sa⸗get doch dies wel⸗ che von der rech⸗ ten Bahn auf ver⸗kehr⸗ten 225* 5 8 5 55 — 1 B————— eee Hier ist, was sie ret⸗ ten kann: 2— 5 5— — 1 4 4 1 1 1 1 .... 8— Je ⸗ sus nimmt die Sün⸗der an. 12 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte für begnadigt uns erklärt. Sehet nur: die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein guter Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. Glaube. 233 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Hei⸗ land, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch in Schneeweiß sich kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an, mich auch hat er angenommen und den Him⸗ mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister. 216. Eigne Kelodie. J. G. Hille. 1788. Mein Hei ⸗ land nimmt die Sün⸗ der an, die kein Mensch, kein En⸗ gel trö⸗sten kann, die 9 a a — 1 1 f 5——— — 22 un ⸗ ter ih ⸗ rer nir⸗gends Ruh' und Ret⸗ tung fin ih⸗ rer 2 1 — 1 Last der Sün⸗ —— ——— 3 — Glaube. e f 4. 5 a——— ——— wis⸗sen mehr, wo aus noch— weil Mo⸗ses schon den = f 7 7— J + .—— 2 2 2 EA Stab ge⸗ bro⸗ chen und sie der Höl⸗ le 9 1— 2— 192 2 2— 2 1— 8 2— zu⸗ 3- chen, sie sehn die Freis⸗statt 75— 9 b. auf⸗ge⸗ than: mein Hei- land nimmt die Sün⸗der an. 2. Sein mehr als müt⸗ heer ins unergründlich tiefe terliches Herz trieb ihn von Meer der Gnade durch sein seinem Thron zur Erden; Blut versenket; der Geist, ihn drang der Sünder Not der ihnen wird geschenket, und Schmerz, an ihrer Statt schwingt über sie die Gna⸗ ein Fluch zu werden. Er denfahn': mein Heiland senkte sich in ihre Not und nimmt die Sünder an. schmeckte selbst für sie den 4. So bringt er sie dem Tod; nun da er denn sein Vater hin in seinen starken eigen Leben als teures Liebesarmen: das neiget Lösegeld gegeben und sei⸗ dann den Vatersinn zu nem Vater g'nug gethan, lauter ewigem Erbarmen. so heißt's: Er nimmt die Er nimmt sie an an Kin⸗ Sünder an. des Statt; ja alles, was 3. Nun ist sein aufge⸗ er ist und hat, wird thaner Schoß ein sichres ihnen eigen übergeben, und Schloß bedrängter Seelen, selbst die Thür zum ew'⸗ er spricht sie von dem Ur⸗ gen Leben wird ihnen teil los und tilget bald fröhlich aufgethan: mein ihr ängstlich Quälen. Es Heiland nimmt die Sün⸗ wird ihr ganzes Sünden⸗ der an. 5. O moöchtest du sein Herze sehn, wie sich's nach armen Sündern sehnet, so⸗ wohl, wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus! Wie stillt er liebreich Mag⸗ dalenen den Strom der bit⸗ tern Reuethränen, vergiebt ihr das, was sie gethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur ge⸗ than, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immerdar sic gleich, an Liebe, Treu' und Gnade reich; und wie einst unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freu⸗ den den Sündern liebreich zugethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, wen seine Sündennot betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Glaube. Heiland Willst du der Sünde län⸗ ger dienen, da, dich zu ret⸗ ten, er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen! Wenngleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch so noch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir ent⸗ gegengeht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgese⸗ hen! So komm denn, ar⸗ mer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an! 9. Sprich nicht: Ich hab's zu arg gemacht, ich hab' die Güter seiner Gnaden zu lang und schändlich durch⸗ gebracht; er hat mich oft umsonst geladen. Wofern du's jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst jetzt noch Gnade fin⸗ den; er hilft, wenn sonst nichts helfen kann: mein nimmt die Sün⸗ der an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit; ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gna⸗ denpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Hän⸗ den zu. Wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht auf⸗ gethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. Glaube. 11. Ja, zieh uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier uns, deine abgewichnen Kinder. Zeig uns bei unserm See⸗ lenschmerz dein aufgeschloss'⸗ nes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille ste⸗ hen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an. Leop. Franz Friedr. Lehr. 217. Mel.: Wer nur den lieben Gott. b(s. Ur. 214). 1. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren, mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzig⸗ keit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst versühnet, macht durch des Sohnes Blut mich rein. Warum? Ich war ja Got⸗ tes Feind! Erbarmung hat's so treu gemeint. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, dies ist das Wort, das alles sagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies lass' ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet' ich auch allein, auf dieses duld' ich in der Not, auf dieses hoff' ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines 2 18. el.: Herr Christ, der einig re Sohn. 3 r r O Christe, Ein⸗ge⸗bor⸗ ner, von E⸗wig⸗keit ge⸗ des Va⸗ ders Aus⸗er⸗kor⸗ner, dem al⸗ ler Knie sich Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmher⸗ zigkeit. Ph. Fr. Hiller. 529 5 EEE E t. beugt! Mit ihm von ei⸗ nem We ⸗sen, bleibst 9 1 2 0 5 du, der du ge⸗we⸗sen, der Glanz der Herter 2. Für uns ein Mensch 4. Du Herrscher aller geboren, der keuschen Jung⸗ Dinge, der du allmächtig frau Sohn, hast du uns bist, durch welchen ich voll⸗ dir erkoren, erlittst du Qual bringe, was Gott gefällig und Hohn; starbst, daß wir ist, hilf, daß mich nichts leben möchten, erhobst uns bethöre, daß nichts von dir zu Gerechten und Erben mich kehre, der du mein deines Reichs. Heiland bist! 3. Gieb stets in reichem 5. Laß uns, mit dir be⸗ Maße Erkenntnis deines graben, mit dir auch auf⸗ Heils, daß keiner je ver⸗ erstehn, mit dir zur Höh' lasse die Wahl des besten erhaben, nicht auf das Eitle Teils! Laß uns im Glau⸗ sehn; dich wissen und dich ben bleiben, durch ihn zur hören, dich, dich allein be⸗ Lieb uns treiben und zu gehren, dein tot und lebend der Lust an dir. sein! Nach Elisabeth Cruziger. Glaube. 219. Mel.: Mun freut euch, lieben Christen g'mein. 1524. 1 2 3 2 5————— F.—— D 7 i f Such', wer da will, ein an⸗ der Ziel, die mein Herz all- ein be ⸗ dacht soll sein, auf 5 4 1 9 N f * 1 1———. 5 1 1 FEE —— 0 Se⸗lig⸗ keit zu fin ⸗ den; Sein Wort ist 12 Christum sich zu grün ⸗ den. Sein Wort ist wahr, sein 16 9 N 22 7 f 5 0 1 . l 1 8 7 * Kraft und Grund, all Feind' zu ü⸗ ber⸗win ⸗ den. 2. Such', wer da will, mein' Freudensonn' sollst Nothelfer viel, die uns du, Herr Jesu, bleiben; laß doch nichts erworben; hier mich doch nicht von deinem ist der Mann, der helfen Licht die Eitelkeit vertrei⸗ kann, bei dem nie was ver⸗ ben. Bleib du mein Preis, dorben. Uns wird das Heil dein Wort mich speis', bleib durch ihn zu teil, uns macht du mein' Ehr', dein Wort gerecht der treue Knecht, der mich lehr', an dich stets für uns ist gestorben. fest zu gläuben. 3. Ach sucht doch den, 5. Wend von mir nicht laßt alles stehn, die ihr dein Angesicht, laß mich im das Heil begehret! Er ist Kreuz nicht zagen; weich der Herr und keiner mehr, nicht von mir, mein' höchste der uns das Heil gewäh⸗ Zier, hilf mir mein Leiden ret. Sucht ihn all Stund tragen. Hilf mir zur Freud' von Herzens Grund, sucht nach diesem Leid, hilf, daß ihn allein; denn wohl wird ich mag nach aller Klag' sein dem, der ihn herzlich ehret. dort ewig Lob dir sagen. 4. Mein' werte Kron“, Ge. Weißel. Friede und Freude in Gott. XVII. Friede und Freude in Gott. 220. Eigne Melodie. Karl 5 del. 1853. 1 55 r ä de ⸗ 5 dein Na⸗ hes sein 75 gro⸗ßen FE N 55 Frie⸗ den ins Herz hin⸗ein, und dein Gna⸗den⸗ 3 9 r—— 2——.— 2 blick macht uns so se lig, daß Leib und . T See ⸗ le dar⸗ü⸗ ber fröh⸗lich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund- Seele als Freund begegnen, liches Angesicht voll Huld ist deine Lust. und Gnade wohl leiblich 5. Ach gieb an deinem kost⸗ nicht, aber unsre Seele baren Heil uns alle Tage kann's schon gewahren, du vollkommen Teil, und laß kannst dich fühlbar g'nug unsre Seele sich immer schik⸗ offenbaren auch ungesehn. ken, aus Not und Liebe nach 3. O wer nur immer dir zu blicken ohn' Unterlaß. bei Tag und Nacht dein 6. Und wenn wir wei⸗ zu genießen wär' recht be⸗ nen, so tröst uns bald mit dacht! Der hätt' ohne Ende deiner Leidens⸗ und Siegs⸗ von Glück zu sagen, und gestalt, ja, die laß uns im⸗ seine Seele müßt' immer mer vor Augen schweben fragen: Wer ist wie du? und dein wahrhaftiges In⸗ 4. Barmherzig, gnädig, unsleben zu sehen sein. geduldig sein, uns täglich 7. Ein herzlich Wesen reichlich die Schuld verzeihn, und Kindlichkeit sei unsre uns heilen und trösten, er⸗ Zierde zu aller Zeit, und freun und segnen und unsrer die heil'ge Tröstung aus 240 Friede und Freude in Gott. deinen Wunden erhalt' uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud' und Leid. 8. So werden wir bis zum Himmel ein mit dir vergnuͤgt wie die Kinder sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz 221. nur an dir stets letzen und stillen kann! 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. Georg Neumark. 1657. 555 Ach, wenn ich dich, mein Gott, nur ha⸗ be, Nichts ist, das mei ⸗ * 4 ne See ⸗ le la ⸗ be, 4 f 1 f 1— 4— 1 122 2 2 ———*—ᷓ— nach Erd' und Him⸗ mel frag' ich nicht. als du, mein Gott, mein Trost und Licht. 92 2 1 7 1— F——— 2— 2— 1 1 9 gfühmt sich die Welt mit 6 ih ⸗ rer Lust, 15—————— 2— — 5— 1 1— —— ̃—é ohn' dich ist mir 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch getrost auf dich; nichts will ich alle Plagen achten, an dir allein erquick' ich mich. Regt sich auch alles wider mich, ich bleib' an dir und liebe dich. kein Trost be⸗ wußt. 3. Hab' ich nur dich, so hab ich immer, was meine Seele wünschen kann; denn du ver⸗ gißt der Deinen nimmer; liebst du mich nur, was ficht mich an? Drumspricht mein Herz: Du bist mein Teil, in dir ist meiner Seele Heil. Benj. Schmolck. Friede und Freude in Gott. * Mel.: Nun danket all' und bringet Ehr'. Joh.— 1656. eee Am En⸗ de 15 s doch gar nicht schwer, ein K sec rr Mensch z zu 1 man gebt sich ganz dem Her⸗ ren her — 5 F 3 und hängt an 2. Man ist nicht Herr, man ist nicht Knecht, man ist ein fröhlich Kind und wird stets sel'ger, wie man recht den Herren lieb ge⸗ winnt. 3. Man wirkt in stiller Thätigkeit und handelt ungesucht, gleichwie ein Baum zu seiner Zeit von selbst bringt Blüt' und Frucht. 4. Man sieht nicht seine Arbeit an als Müh', vor der uns bangt; der ihm all ⸗ ein. Herr hat stets in uns gethan, was er von uns verlangt. 5. Man fügt sich freudig immerfort in alles, was er fügt, ist alle Zeit, an jedem Ort, wo man ihn hat, vergnügt. 6. So selig ist ein gläub' ger Christ, so reich und sorgenleer, und wenn man so nicht selig ist, so wird man's nimmer⸗ mehr. Karl Joh. Ph. Spitta. 16 223. 4 88 3 Friede und Freude in Gott. Mel.: O daß ich tausend Jungen hätte. 1738. 2 * 3 ———— ͤ— 2 7— Gott, dei ne Gnad' ist un ⸗ ser Le ⸗ ben; sie Dein ist's, die Sün⸗den zu ver ⸗ ge ⸗ ben, und : 5 2— 1 1 1— EE RRR U chafft uns Heil und See⸗len⸗ruh'. Du nimmstdie Sünder wil⸗ lig ist dein Herz da⸗ zu. — 2 1—— 1 —— — 8 — gnä⸗dig an, die reu⸗ e voll zu dir sich nahn. 2. Uns, die Verlornen, zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen aus⸗ geübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, die niemand g'nug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und gläubig seinen Mittler ehrt! 4. Du machst ihn frei von allen Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; er kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ist's, der für mich litt und mich noch jetzt vor Gott vertritt. 5. O Herr, wie selig ist die Seele, die ganz sich deiner Gnade freut! Sei's auch, daß irdisch Glück ihr fehle, nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Dein Friede überwieget weit die Welt und ihre Herrlichkeit. 6. Dein Friede stärkt mit frohem Mute das Herz auch in der größten Not, giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Vor⸗ schmack ew'ger Seligkeit. Friede und Freude in Gott. 243 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köst⸗ lich dieser Friede sei. Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der aller Sünde trug, that sterbend auch für mich genug. 8. O laß mich dies im Glauben fassen getroster Zuversicht auf deine Treue mich verlassen; wenn alles wankt, wankt sie und mit doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein Heil steht unbeweg⸗ lich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weihn und nie vergessen deine Huld, die mir ver⸗ gab all' meine Schuld. F. S. Diterich. 224. Mel.: Meinen Zesum lass' ich nicht(s. Ur. 215). 1. Habe deine Lust am Herrn, der dir schenket Lust und Leben: so wird dir dein Gnadenstern tausend lichte Strahlen geben. Denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, dieser trifft in alleman, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Wort erkennet; Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust geht eine Bahn, die das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und bemüht sich früh und spat, ihn getreulich zu erfüllen, und so wird ihm auch gethan, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Be⸗ schwerden; wenn du wohl ge⸗ litten haft, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Benj. Schmol — m 244 Friede und Freude in Gott. 225. Mel.: In dich hab' ich gehoffet. 1536. A 1 l—. 2 ———— f— ——————— 1 Ich freu e mich, mein Gott, in dir und 4 4 2 4 232... bin ge⸗trost; denn was kann mir, da du mich lie⸗best, —.—— r: fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein, was man⸗ gelt mei⸗ ner 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmer⸗ mehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Christum meine Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du giebst mir Teil an seinem Heil: das tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der be⸗ währte Freund, der es aufs beste mit mir meint, wen könnt' ich dir vergleichen? Du stehst mir bei und bleibst getreu, wenn Berg' und Hügel weichen. See 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein aller⸗ höchstes Gut, darauf mein wahres Heil beruht; in dir hab' ich den Frieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Noch hat kein mensch⸗ lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist dann mein Teil, das wird mir niemand rauben. Sal. Siscow. Friede und Freude in Gott. 245 0 226. Mel.: Valet will ich dir geben. 2— Teschner. 1614. 2 g N 188—̃ ̃——— S 8—— ͤ A—— ——.— 8. Ft Gott für mich, so 7 gleich al⸗ les wi⸗ der so oft ich ruf' und be= te, weicht al⸗ les hin⸗ ter 2 1 7 1 10 1 2———— 2 r— sich. Hab' ich das Haupt zum Freun⸗ de und bin ge ⸗ liebt bei Gott, was kann mir thun der 8 2 522—— 1— 2— 2— 4— 2—— 7—. Fein ⸗ de 2. Nun weiß und glaub' ich feste und rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater sei und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh' und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd'; stus mir gegeben, der Liebe wert. was Chri⸗ das ist seiner Gnade Kraft. —— und Wi⸗ der ⸗sa⸗ cher Rott'? 4. Mein Jesus ist mein! Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt' ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab' einen Heldenmut, darf kein Ge⸗ richt mehr scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien durch 246 Friede und Freude in Gott. D Sein Geist spricht mei⸗ nem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie er hab' er⸗ bauet ein' edle, neue Stadt, da Herz und Auge schauet, was es geglaubet hat. 7. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zu⸗ gericht't; wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Durch⸗ seufz' ich auch hienieden mit Thränen manche Zeit, mein Jesus und sein Frieden durchsüßet alles Leid. 227. Mel.: 8. Und ob die Welt ver⸗ gehe, du stehst mir ewiglich; kein Marter und kein Wehe soll trennen mich und dich; was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 9. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. O Ewigkeit, du Donnerwort. 2 dei⸗ nem Himmel zu, 0 du, an den ich glau⸗ Trost der l nichts mei⸗ner See⸗ le rau⸗ 1 8* . 5 ä 5—— 0 1——.'. be! 4. be! Tief präg es mei⸗ nem Her⸗ zen ein, 8 welch Heil es sei, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterb⸗ lichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun wird mein Leib zwar Asch' und Staub, doch nicht des Todes ew'ger Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Was seid ihr Leiden dieser Zeit? Ihr seid nicht wert der Herrlichkeit, der ich entgegenschaue. Bald ruft mich Gott, und ewig⸗ lich erfreuet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 4. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schmach⸗ voll Joch in meinem Lauf auf Erden. Ich übe kind⸗ lich meine Pflicht, doch fühl' ich wohl, ich bin noch nicht, was ich der⸗ einst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. Friede und Freude in Gott. 5. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh'; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen. Und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 6. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens; sein Wort hilft mir zur Heiligung, die Gnade wirkt Erneuerung des Her⸗ zens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft in mir den neuen Menschen schafft. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben. Es giebt mir schon in dieser Zeit den Vorschmack ew'ger Seligkeit; drum will ich's treulich üben. Jetzt und forthin mein Leben lang bring' ich dir, Höchster, Preis und Dank. Balth. Münter. 248 Friede und Freude in Gott. 220.. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 1534. 2 —— — 9—. 1—— 2— 2— ———. — So hoff' ich denn mit fe⸗stem Mut e 122 3 4 Gnad' und Chri⸗sti Blut; ich hoff ein ——.—— . ——— ———ꝑ Recht zur Se⸗lig⸗ keit 2. Herr, welch ein un⸗ aussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade teil, teil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und ver⸗ sichert sein von deines Gei⸗ stes Gaben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt kindliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht in sei⸗nem Sohn ge⸗ge⸗ ben. uns Trost im Elend zu, es giebt dem müden Her⸗ zen Ruh' und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen. Chr. F. Gellert. 229. Mel.: O Gott, du frommer* b. 5— 9 Was frag' ich nach der Welt und al⸗ len ih⸗ ren wenn ich mich nur an dir, Herr Je ⸗su, kann er⸗ ich ein⸗ zig mir zur 0 ich nach der Welt! 2 Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft ver⸗ gehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit beste⸗ het; mein Jesus aber bleibt, wenn alles bricht und fällt; er ist mein starker Fels, was frag' ich nach der Welt! 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm nen Leuten und denkt nicht einmal dran, wie bald doch diese gleiten; das aber, was mein Herz vor andern rühmlich hält, ist Jesus nur allein, was frag' ich nach der Welt! 4. Die Welt sucht Geld und Gut und kann nicht eher rasten, sie habe denn zuvor den Mammon in dem Kasten; besser Gut, worauf mein Herz gestellt: ist Jesus nur mein Schatz, was frag' ich nach der Welt! ich weiß ein bei hocherhab⸗ 5. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug er⸗ heben, sie möchte wohl da⸗ für sogar den Himmel ge⸗ ben; ein andrer halt's mit ihr, der von sich selbst viel hält; ich liebe meinen Gott, was frag' ich nach der W Alt! 6. Was frag' ich nach Ver Welt? Im Nu muß sie ver⸗ gehen, ihr Ausehn kann durch⸗ aus dem Tod nicht wider⸗ stehen; die Güter müssen fort, und alle Lust zerfällt; bleibt Jesus nur beimir, was frag' ich nach der Welt! 7. Was frag' ich nach der Welt? Mein Jesus ist mein Leben, mein Schatz, mein Eigentum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich und was mir sonst gefällt; drum sag' ich noch einmal: Was frag' ich nach der Welt! G. M. Pfefferkorn. Friede und Freude in Gott. 2 230. Mel.: Anser gerrscher, unser König. 2 J. Neander. 1680. ———————— ——— 2. r 2 A 4 Weicht, ihr Ber⸗ge! fallt, ihr Hü⸗gel! Got⸗tes Gna⸗de und der Frie⸗de hat dies Siegel, daß Gott sei⸗nen 9 22 2—— 2 f E e F N 1 1—— weicht mir nicht, Bund nicht bricht. Die ⸗ ses macht mich un⸗ver⸗zagt, 2 9 8* E E——— ͤ— weil es mein Er ⸗ bar⸗ mer sagt. 2. Das sind Worte für 4. Wenn mich meine die Blöden, die sind alles] Sünden schmerzen und der Glaubens wert; das heißt Strafen lange Pein, ach, an die Herzen reden, das so rede meinem Herzen dei⸗ ist Trost, wie man begehrt: nen Trost und Frieden Gottes Gnade weicht dir ein: daß du mir in Jesu nicht, weil es dein Erbar⸗ Christ ewig ein Erbar⸗ mer spricht. mer bist. 3. Hier ist Kraft für 5. Gieb mir einen star⸗ alle Müden, die so man⸗ ken Glauben, der dein Wort ches Elend beugt. Gnade mit Freuden faßt: so kann findet man und Frieden, mir der Tod nicht rauben, welcher alles übersteigt. was du mir geschenket hast; Mein Erbarmer, o sprich auch die Hölle nimmt mir du dies in aller Not nicht, was mein Heiland mir zu! mir verspricht. Ph. Fr. Hiller. Friede und Freude in Gott. 3 231. Eigne Melodie. Dr. Chr. Frikdr. Richter. 1701. 2 3 a f— 5 —.—— 5 1 1 F Wie wohl ist mir, o Freund der See⸗ len, wenn Ich stei⸗ ge aus der Schwermut Höh⸗len und 5——— 75—— 1.—— 1 — * ich in dei⸗ ner Lie ⸗ be ruh'!; e ei ⸗ le dei⸗ nen Ar⸗ men zu. Da muß di 7 8 J 99 J S „ 7 .— 1 1— 2— * 2 3 Nacht des Traurens schei⸗ den, wenn mit der Fül⸗ le 94 2 2 3— 2........ sel⸗ger Freu⸗den die Lie⸗ be strahlt aus dei⸗ ner 4 e 2 i ————— 1— 20 CCT 9 2 2 5* Brust. Hier ist der Him ⸗mel schon auf Er⸗ 9— i. 8 3 —— EEFEETTTTTTTTTT—TTT——— .— f den: wer soll ⸗ te nicht be⸗ se⸗ ligt wer⸗ den, der 2— a A————— — — 1— — 25 in dir su⸗chet Ruh' und Luste 2. Die Welt mag sich neigen: ich flieh' ihr trüg⸗ mir feindlich zeigen: es sei lich Angesicht. In dir ver⸗ also! ich acht es nicht. Will gnügt sich meine Seele; du sie sich freundlich zu mir bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Haß der Welt kann mich nicht fällen, weil in den höchsten Trübsals⸗ wellen mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, zeigt sich die Hölle meinen Blicken, so schau' ich gläu⸗ big in die Höh' und flieh' zu dir und deinen Wunden: da hab' ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluch⸗ strahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wü⸗ sten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich. Du nährest mich mit Him⸗ melsspeise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb' und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zie⸗ Friede und Freude in Gott. ren und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du bewahrst die Deinen, o du mein Heil und Leben, ruht. Wen macht des Weges Ende zagen, wenn aus Gefahr und Not und Plagen er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freu⸗ den aus diesem dunkeln Thale scheiden zur sel'gen Ruh' der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, beseligst mich. Laß solche Ruh' in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler. Liebe zu Gott und Christo. 253 XVIII. Liebe zu Gott und Christo. 232. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 1738. 22 1 ———„— Der be ⸗ste Freund ist in dem Himmel, auf denn bei dem 421 1025 2 2 ge⸗tüm⸗ mel steht Er⸗ den sind nicht dr Freunde— Red⸗lich⸗ keit 255 auf dem Spiel. Drum hab' ich's immer 55 r so gemeint: Mein Je⸗sus ist der be⸗ste Freund. 2. Die Menschen sind wie Rohr im Winde, mein Jesus stehet felsenfest; wenn ich mich gleich verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud' und 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann; und scheinet dann das Glück uns trübe, so steht die Freund⸗ schaft hinten an. Doch hier ist es nicht so gemeint; mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten, er machet allen Schaden gut. Er hat mein Leid er's treulich meint; mein Jesus ist der beste Freund. Bitten nie verneint; mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze schenket, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der stets an mich gedenket, mein Freund bis in das Grab hinein: drum hab' ich's immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. Benj. Schmolck. —— 254 Liebe zu Gott 233. Mel.: Herzlich lieb hab' 1. Der du mich als ein Vater liebst und mich mit Wohlthun ganz umgiebst, Gott, meiner Seelen Freude! ich bleib' und hang' allein an dir; was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg be⸗ kannt, hältst mich bei mei⸗ ner rechten Hand, regierest meinen Lebenslauf und hilfst auch meiner Schwachheit auf. O Herr, mein Gott, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zuzeiten wun⸗ derlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Aus⸗ gang wohl gelinget. Nach hartem Gang auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr, mein Gott! ach, voll Begier, ach, voll Begier wünsch' ich zu sein, mein Heil, bei dir! und Christo. ich dich(J. Ur. 238). 3. Du nur bist meine Zuversicht: hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht' ich nicht auf Erden sein; denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Mar⸗ ter, durch Gewalt und Tod auch Seel' und Leib ver⸗ schmachten: dies alles wird, wenn's auch noch mehr und schrecklich, wie die Hölle, wär', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; sowahr du bist, durch dich allein wird Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nie verläßt. Liebe zu Gott und Christo. 255 5. Drum halt' ich mich mein Trost und meine Richt⸗ getrost zu dir, du aber schnur sein, bis sich einst hältst dich auch zu mir, in der Ewigkeit mein Herz und das ist meine Freude. vollkommen deiner freut. Ich setze meine Zuversicht Gott meines Heils, ich auf dich, mein Fels, der warte drauf, ich warte drauf, nicht zerbricht, auch in nimm mich in deinen Him⸗ dem tiefsten Leide. Dein mel auf. Wort, o Höchster, soll allein 234. Eigne Melodie. 3 2 1704. Nach Erdm. Neumeister. — r E Eins ist not; ach Err dies ei ⸗ ne leh⸗ re mich er⸗ Al⸗ les an⸗dre, wie' auch scheine, ist ja nur ein 1 1— 13 2. 0. ah darunter das Her⸗ze sich na⸗get und 3533000000000 — 1 + 8—— 8. und den⸗ noch kein wah⸗-res Vergnü⸗gen er⸗ ja ⸗get. Er⸗lang' ich dies ei⸗ ne, das al⸗ les er⸗ 4 l 5 2 2 1 . AI 2 Seele, willst du dieses[Hvereinet, wo alle uon finden, such's bei keiner mene Fülle erscheinet: da, Kreatur. Laß, was irdisch da ist das beste, notwen⸗ ist, dahinten, schwing dich digste Teil, mein ein und über die Natur. Wo Gott mein alles, mein ewiges und die Menschheit in einem] Heil. 1 5— —— 2 256 3. Wie dies eine zu ge⸗ meßen sich Maria dort befliß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht nieder⸗ ließ— das Herz ihr ent⸗ brannte, das einzig zu hören, worüber ihr Heiland sie wollte belehren, ihr alles war gänzlich in Jesum ver⸗ senkt, und alles ihr wurde in einem geschenkt:— 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viele zum größesten Haufen auch fallen, so will ich dir dennoch in Liebe nachwallen; denn Leben und Geist ist, o Jesu, dein Wort, in dir hab' ich alles, mein Heil und mein Hort. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, wor⸗ innen die Demut und Ein⸗ falt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weis⸗ heit vollkommenen Preis. Liebe zu Gott und Christo. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heil'ges, teures Blut. Die höchste Gerech⸗ tigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; da hab' ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild' erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung ge⸗ macht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben, o Jesu, erfüll' mir die Brust. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? mich umfängt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heil ge durch dein Blut; da hast du die ew'ge Er⸗ lösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volle G'nüge, Fried und Freude meine Seele nun ergötzt, weil auf eine frische Weide 5 mein guter Hirt gesetzt. Nichts Süßeres kann mich im Her⸗ zen erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 235. Mel.: Liebe zu Gott und Christo. 257 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein. Prüf, er⸗ fahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüg⸗ lichem Stege, und leite mich, Heiland, auf ewigem Wege. achte, nicht Leben noch Tod, Gieb, daß ich nichts und dich nur gewinne! Dies eine ist not. Joh. Heinr. Schröder. Jesu, meines Lebens Leben. a. i Jop. Schop. 1641. 2 J— — —— —— 2— Eins ist not! Ach Herr, dies ei- ne gieb mir, Je⸗ su; e⸗wig mich mit dir ver- ei⸗ ne, nichts so brünstig gieb, daß ich A lieb' als dich! u 6 92 . — ch, durch al-les Glück auf Er⸗den 8——ů— B —.—. 2 kann ich doch zicht se⸗lig werden. E⸗lend bleib' ich, 55——— E . 1 1 2E f 2 88 su Christ, wenn. nicht mir al⸗ les bist. 2. Ruhe für die Seele Freude, Jesu, haben wir geben keine Güter dieser allein aus deinen Gaben. Zeit; nur bei dir ist„Heil Gott und Mensch, wer ist und Leben, und Seligkeit. Ruhe, Trost dir gleich? Wahre der so reich? wer so mächtig, 17 258 Liebe zu Gott und Christo. 3. Als Maria dort nur hörte, nur bekümmert für ihr Heil, was dein Mund die Jünger lehrte, wählte sie das beste Teil. Sowie sie zu deinen Füßen, aller andern Sorg' entrissen, saß und hörte nur auf dich und die Welt vergaß und sich: 4. So will ich auch, voll Verlangen nach Erkenntnis, Herr, von dir, gern an deinen Lippen hangen. Zeige deine Wege mir! Der du nur mein Heil begehrest, laß mich fassen, was du lehrest! Leuchtet mir dein göttlich Licht, irr' ich von der Wahrheit nicht. 5. Mögen andre doch ver⸗ weilen, weil ihr Herz die Welt nur hört, dir, o Jesu, nachzueilen, durch der Sünde Lust bethört: du bist mir der Weisheit Fülle; gieb nur, daß mein Herz und Wille, frei von aller Heuche⸗ lei, deinem Willen ähn⸗ lich sei! 6. Was bring' ich, o du, vor allen meine Lust, mein Schmuck, vor Gott, um dem Vater zu gefallen? Dein Verdienst nur, deinen Tod! Da du bist für mich gestorben, hast du mir das Heil erwor⸗ ben. Wenn du nur der Meine bist, hab' ich, was mir selig ist. 7. Laß mich dieses Heil erlangen, immer sei mein höchstes Gut! Du bist ja zu Gott gegangen, hin zum Vater durch dein Blut. Was ich brauch', um ihm zu leben, wollest du mir alles geben; gieb, daß ich gewissenhaft ihm nur diene, Mut und Kraft! 8. Ich, ein Schaf von deiner Weide, habe, Herr, mein Heil, von dir Leben, volle G'nüg und Freude einst vor Gott und auch schon hier. Nimmer will ich dich verlassen; alles, alles will ich hassen, was vor dir ein Gräuel ist, weil du meine Freude bist. 9. Eins ist not! und, Herr, dies eine sollst du, sollst mir alles sein. Gieb mir, daß ich's redlich meine, völlig dein sei, ewig dein, daß von dir, o meine Freude, keine Lust der Welt mich scheide, daß ich denke selbst im Tod: Eins ist not! nur eins ist not! 5 236. Mel.: Wer nur den lieben Golt. b. 4 Liebe zu Gott und Christo. 3 Gott, Va⸗ ter dei ⸗ ner Men⸗schen⸗ kin ⸗ der, der du, des⸗ sen Herz auch ge⸗ gen Sün⸗der noch 5 ———— ——— du die Lie⸗ be sel⸗ ber bist,. 5 gü⸗tig und voll Mitleid ist, laß mich von gan⸗zem 35— ——— Her⸗zen dein im Le- ben und im To: de sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, der du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Weisung giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir; mein Gott, von dir. 3. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, alles leiden, was mir dein weiser Rat bestimmt. 4. Laß mich um deines Trübsal führt zu ew'gen mich beflissen sein. nichts scheide mich, N Namens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. gern auf sich nimmt, Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie sollt! ich, was vergänglich ist, dir vorziehn, der du ewig bist? 6. Aus Liebe laß mich Auch Freuden; wer ihre Last sie 8 zu Gott und Christo. willig trägt und weislich] dann werd' ich deinen Him⸗ nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn, 937 mel erben, wo ich dir ewig nahe bin. in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Da lieb' ich Balth. Münter. 22. mel.: herr Christ, der einig Gols Sohn. e.— Herr Je⸗su Christ, mein Le⸗ ben und ein'⸗ge Zu⸗ ver⸗ dir hab' ich mich er ⸗ ge⸗ ben, ver⸗laß,— mich 53 sicht: Ach laß mich 8 en Wil ⸗ len be⸗ nicht. n. 2 2 2 stän⸗dig⸗ lich er⸗fül ⸗ len, du, mei⸗ner See⸗ le Zier! 2. Ach schenk mir deine Liebe, du treuer Heiland mein, daß ich dich nicht betrübe, laß stets mich treu dir sein! Ach laß mich an dir hangen, im Herzen dich umfangen; denn du bist liebenswert. 3. In Liebe laß mich brennen und halten fest an dir; von dir soll nichts mich trennen, du bist der liebste mir. Ach laß mich mit dir sterben und nach⸗ mals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. 4. Ach laß mich allzeit bleiben ein' grüne Reb' an dir; dir will ich mich verschreiben, ach weiche nicht von mir! Ich bleib' dir ganz ergeben im Tod und auch im Leben: ach hilf mir Armen bald. 5. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur setz' auf dich allein; Herr, laß mich auf dich schauen und warten all⸗ zeit dein. Laß mich dich stetig loben hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. Joh. Fr. Sannom. Liebe zu Gott und Christo. * 4 1 0. Eigne Melodie. Bernh. Schmidt. 1577. 3 2 2 D— Herz ⸗ Aich lieb hab' ich dich, o Herr: ich Die gan ⸗ ze Welt erfreut mich nicht, nach ———— 25 1 ————— ͤ bitt„wollst sein vön mir nicht fern mit dei⸗ner Güt' u nd Erd' und Himmelfrag' ich nicht, e nur kann . 1 857 waren hebt bi . ̃—————— du doch mei⸗ ne Zu⸗ ver⸗ sicht, mein Tell und mei⸗nes 1 11 E—————— ——— e——. —. ̃ ͤẽ—— 185 * ä— Schan⸗den laß mich nim⸗mer⸗mehr. 2. Es ist, Herr, dein Ge⸗ mich, Herr, vor falscher Lehr', schenk und Gab' mein Leib des Satans List und Lügen und Seel' und was ich hab' wehr, in allem Kreuz erhalte in diesem armen Leben: da⸗ mich, auf daß ichs trag ge⸗ mit ich's brauch' zum Lobe duldiglich. Herr Jesu Christ, dein, zu Nutz und Dienst mein Herr und Gott, mein des Nächsten mein, wollst du Herr und Gott, tröst meine mir Gnade geben. Behüt Seel' in Todesnot. 262 Liebe zu Gott und Christo. 0 Herr, laß die lieben Engel dein am letzten End' die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn' ein'ge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Augen sehen dich in aller Freud', o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ thron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling. daß meine 0 239. Mtl.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Dr. Chr. Friedr. Richter. 1704. 2 1 3 4 2—— 2— 5 2 1 2 1 1 7 7—— 1— 2— 2 5 2——— 3 Ich will dich im- mer treu- er lie- ben, mein Lang hat die Welt mich um- ge-trie-ben, nun Hei⸗ land, gib mir ir Kraft da ⸗ zul M 7 schenkst du mir die wah- re Ruh', die Ruß unt 1 f 8 4 1 1— 5. r 9—— Ab- nen 55: 1 die uns 82 Him⸗ mel of ⸗ fen 1 1 8 3.— — 7*— A 1 5 1 7— +. 2 1 — 8—.* 2 2 ganz in Lieb' 1 555 zeigt. Ach daß ich . U—— 9 se, für dei- ner Lie-be Wun⸗der⸗grö ⸗ ße, die 2 4—*— R 1 2 3— 2 .— 9.— 1. al ⸗ les Wif⸗ sen ber ⸗steigt. 2. Wie freundlich hast du mich geladen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh vor dir zu meinem Schaden und rang nach Tod und Ungemach; du aber nahmst ohn' mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und offenbaretest dich mir. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue mein ganzes Herz, das ich dir weihe: entreiß mir's doch und nimm es dir. 3. O lehre mich, mich selbst vergessen, damit ich nur an dich gedenk'; lehr mich nach dir nur alles messen, daß ich mich ganz in dich versenk'! Möcht' aller Tand von mir verschwinden, um dich vollkommener zu finden, du süße Lieb' und höchstes Gut! Werd' ich mein Leben recht verlieren, so wirst du Kräfte in mich führen, daß ich dich lieb' mit heißer Glut. 4. Ich hange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such' ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch wohl zufrieden sein. Vertausch den Trieb nach eitlen Freuden mit der Liebe zu Gott und Christo. 263 Bereitschaft, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eigen Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig sei. 5. Mir ist am seligsten geraten, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu'; ein andrer sinn' auf große Thaten, mein Geist erblicket eine Ruh', worin er stille das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trie⸗ ben, so fing' ich recht zu lieben an. 6. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd'? Ach ja! dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf' begehrt. Ich flieh' zum Reichtum deiner Güte, durch⸗ leucht mein dunkeles Ge⸗ müte, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn' und haß' und dämpf' und töte: so schau' ich nach der Mor⸗ genröte, wie hell die Sonne selber ist. Joh. Adam Flessa. —— Liebe zu Gott und Christo. Eigne Melodie. 1738. 5 55 Ich will dich lie⸗ ben, mei⸗ne Stär⸗ke; ich will dich ich will dich lie- ben mit dem Wer⸗ke und immer⸗ 2———— 2 1 .— —. — lie⸗ ben, mei⸗ ne Zier; 5 Zier; ich will dich lie- ben, wäh⸗ren⸗ der Be⸗gier; schön⸗stes Licht, bis mir das Her- ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, allerbesten Freund; ich will als meinen dich lieben und erheben, so⸗ lange mich dein Glanz be⸗ scheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, am Kreuzesstamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, lobte Liebe du! daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir ge⸗ wendet und liebte das ge⸗ schaffne Licht. Nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich hab' ersehn. das starb du hochge⸗ 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei ge— macht; ich danke dir von Herzensgrund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf dei⸗ nen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich Liebe zu Gott und Christo. lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der aller⸗ größten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler. Mel.: Nun komm, der heiden Heiland. E——.— Lieb⸗ ter, den mein Her ⸗ ze meint. 2. Tausendmal begehr' ich dich, weil sonst nichts vergnüget mich; tausendmal ruf' ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir. 3. Keine Lust ist auf der Welt, die mein Herz zu⸗ frieden stellt. Jesu, nur dein Beimirsein nenn' ich meine Lust allein. 4. Nimm nur alles von ich verändre nicht du, o Jesu, ewig meine mir hin, den Sinn; mußt allein Freude sein. 5. Keinem andern sag' ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu'; dich alleine lass' ich ein, dich alleine nenn' ich mein. 6. O so komm denn in mein Herz, komm und heile meinen Schmerz; denn ich rufe für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir. 7. Nun, ich warte mit Geduld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todes⸗ pein wollst mein Trost, o Jesu, sein. Liebe zu Gott und Christo. 2 Joh. Crüger. 1656. 242. Eigne Kelodie. 8 PH 7— 1—— 7—— 1 N 1— N 2! I 2 F——.——— 3 —— Je ⸗ su, mei⸗ne Freu⸗ de, mei⸗ nes 8 ach, 3 lan ge Hist istd 5 Her⸗ zen f Wei. 8 ge su, mei⸗ ne——— 2 5 8— bi ban ⸗ ge und verlangt nach N c* 1 N —— 4 .—— 9. —̃——„-„—3Ʒ]4 dein und du bist mein, und es soll auf dee* 1———— P—.—— ———— ö 2 8 mir . Er ⸗ den nichts lie- ber wer⸗ den. 2. Unter deinem Schir⸗ 4. Fahre hin, o Wesen, men bin ich vor den Stür⸗ das die Welt erlesen! mir men aller Feinde frei. Mag gefällst du nicht. Weicht die Hölle wüten, ich kann von mir, ihr Sünden, bleibet Trotz ihr bieten: Jesus steht weit dahinten, kommt nicht mir bei. Ob die Welt in mehrans Licht! Gute Nacht, Trümmer fällt, ob gleich o Stolz und Pracht! Dir sei Sünd' und Tod mich schrek⸗ ganz, o Sündenleben, Ab⸗ ken, Jesus wird mich decken. schied nun gegeben! 3. Weg mit allen Schätzen! 5. Weicht, ihr Trauer⸗ du bist mein Ergötzen, Jesu, geister! denn mein Freuden⸗ meine Lust. Weg, ihr eitlen meister, Jesus, tritt herein, Ehren! will von euch nicht Denen, die Gott lieben, muß hören, bleibt mir unbewußt! auch ihr Betrüben lauter Elend, Not, Kreuz, Schmach Freude sein. Duld' ich schon und Tod soll mich, ob ich hier Spott und Hohn, den⸗ viel muß leiden, nicht von noch bleibst du auch im Leide, Jesu scheiden. Jesu, meine Freude. 0 Joh. Franck. 9 5 77 grit Liebe zu Gott und Christo. 267 Je ⸗ su, mei⸗ner See⸗ le Le⸗ben, mei⸗nes Her⸗zens dir will ich 1 er⸗ge⸗ ben jetzt und auch in RE 2— ̃— ————— * öch⸗ste Freud' n Mei⸗ nen Gott will ich dich nen⸗nen E⸗wig⸗ keit. ——— 2 5——— 1 555. D * und vor al⸗ ler Welt be⸗ ken⸗nen, daß ich dein bin und du mein 5 2. Deine Güt' hat mich umfangen gleich, als mich die Welt umfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich auf⸗ genommen, als ich an das Licht gekommen. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 3. Oft hat mich in mei⸗ ner Jugend deine Gnaden⸗ hand gefaßt, wenn die Fröm⸗ nigkeit und Tugend meinem Sinne war verhaßt. Ohne ö 1 ich will kei ⸗ nes an⸗dern sein. dich wär' ich verdorben und in Sünden längst gestorben. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines an⸗ dern sein. 3. Irr' ich, sucht mich deine Liebe, fall' ich, richtet sie mich auf, tröstet, wenn ich mich betrübe, stärket mich in meinem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Gü⸗ ter, droht Gefahr, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 268 Liebe zu Gott und Christo. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel' hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß von dir mich nichts mehr scheide. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib' ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zu⸗ versicht und Freude und mein süßer Trost im Leide. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines an⸗ dern sein. 7. Höre, Jesu, noch ein Flehen und verwirf die Bitte nicht: Wenn die Augen nicht mehr sehen, wenn den Lippen Kraft gebricht, wenn das Herz hört auf zu schla⸗ gen, dann noch laß mein Seufzen sagen: Ich bin dein und du bist mein; ich will keines andern sein. Christian Seriver. Mel.: Anser Herrscher, unser König. 2 J. Neander. 1680. 3 a 12 2 Lie ⸗ be, die du mich zum Bil⸗de dei⸗ ner Gottheit Lie ⸗ be, die du mich so mil⸗de nach dem Fall hast 5 9 2!!! hast ge⸗macht, wie⸗derbracht: Lie ⸗ be, dir er⸗ geb' ich mich, — 5 . dein zu blei⸗ben e- wig⸗lich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh' ich noch erschaf⸗ fen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ew'ge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Liebe zu Gott und Christo. 4. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt't, Liebe, die ich tief betrübet und die dennoch 245. Mel.: 269 Liebe, dir er⸗ dein zu blei⸗ mich vertritt: geb' ich mich, ben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich einst wird schmücken mit der Kron' der Herrlich⸗ keit: Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler. Welt, ich muß dich lassen. 1569. e ä—— Mein— 2 was ich lie ⸗ be mit heißem Herzens⸗ 4 — ——— .——— trie ⸗ be, sei ————— —.— 2— . mein Herr Je⸗sus Christ, weil — —— . 5 ich in 2 be⸗ sit⸗ ze, was ei- ner See ⸗le nüt ⸗ ze, was ei ⸗ 2. Das Herz kann nichts ergründen, das nicht in ihm zu finden; da wird es freudenvoll. Denn dies ist Gottes Wille, daß alle Gottesfülle in ihm leib⸗ haftig wohnen soll. nem Menschen köst⸗ lich ist. 3. Ich harre und begehre ohn' Jesum keiner Ehre und keines andern Lichts; von Weisheit, von Ergötzen, von Herrlichkeit und Schätzen begehr' ich ohne Jesum nichts 270 Liebe zu Gott und Christo 4. Nur er soll mir auf 6. Ihm will ich mich er⸗ Erden der Weg zu Weis⸗ geben, in diesem Namen heit werden, mein Leitstern leben und in ihm gläubig in der Zeit, mein Schatz, sein, in ihm auch herzlich der ewig währe, mein lieben, Geduld in ihm nur Friede, meine Ehre, mein üben; in Jesu bet' ich auch Himmel, meine Seligkeit. allein. 5. Wird einst die Seele 7. Ich will in Jesu ster⸗ scheiden, daß sie aus die⸗ ben, ich will in Jesu erben, sem Leiden in Salems Thore in Jesu auferstehn, in ihm tritt, bring' ich als Schmuck gen Himmel fahren und und Krone sonst nichts vor mit den sel'gen Scharen Gottes Throne, als meines in seinem Licht ihn ewig Jesu Namen mit. sehn. 246. 1 Eigne Mtlodie. Ph. Fr. Hiller. Mei ei⸗nen Je⸗sum lass' ich nicht; er hat sich für Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, 9 1 ——— j ——. f 2— ——— E. 0 22— mich ge⸗ge⸗ ben. in ihm le⸗ ben? 7 8 ——— 353565 mei⸗ nen Je ⸗sum lass' ich nicht. Er ist mei⸗nes Le⸗bens Licht: 2. Jesus bleibt mein Teil] 3. Wenn mein Auge schon und Ruhm bis an meines verlischt, Wang' und Lippen Lebens Ende. Ihm geb' ich sich entfärben, mich kein Lab⸗ zum Eigentum mich in seine sal mehr erfrischt, alle Sinne treuen Hände. Er ist meine mir ersterben und das matte Zuversicht: meinen Jesum Herz nun bricht: meinen lass' ich nicht. Jesum lass' ich nicht. 4. Dort auch lass' ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' wird er ewig mich erquicken. Dann seh' ich sein Angesicht: meinen Jesum lass' ich nicht. an der Seiten; 5. Weder Welt noch Him⸗ mel ist's, was mein sehn⸗ lich Herz begehret; du all⸗ ein, mein Jesu, bist's, du, 247. Liebe zu Gott und Christo. 271 mit Fluch für mich beschwe⸗ ret; du vertrittst mich im Gericht: meinen Jesum lass' ich nicht. 6. Jesum lass' ich nicht von mir, geh' ihm ewig Christus wird mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Se⸗ lig, wer von Herzen spricht: Meinen Jesum lass' ich nicht. Nach Christ. Keymann. Mel.: Ach Gott und herr. J. H. Schein. 1627. 7 1 1 2 1 N 3 2— 1—— + 2 3 —.— 7—— 7— ———————— Mein Freund N und ich bin sein, 4 hab' ich 1 8. 65——. a 5—— 2 3 mich er⸗ge⸗ ben. In Freud und Leid bin ich be⸗ 6 —— T—.—⅛ S8 T reit, dir, Je⸗su, stets zu le⸗ ben. 2. Ich glaub' an dich, an dir hang' ich; ich will ö dich auch nicht lassen, bis du mich wirst, o Lebens⸗ fürst, umfassen. mit deiner Gnade K du hier hast 3. Mir zum Gewinn gabst du dich hin; Todeskampf und Sterben dein hat mich versöhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmels⸗ erben. 4. Die Kreuzeslast, die für mich auf dich genommen, hat mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekom⸗ men. 272 Liebe zu Gott und Christo. 5. Trotz sei dem Tod 7. Herr Jesu Christ, all⸗ und aller Not! Von dir ein du bist mein höchster kann mich nichts wenden, Schatz auf Erden; ach laß weil ich forthin bewahret mich nicht, mein Lebenslicht, bin in deinen treuen Hän⸗ von dir geschieden werden! den. 8. Denn du bist mein 6. In deinem Reich werd' und ich bin dein, dir hab' ich nun gleich den lieben ich mich ergeben in Glück Engeln werden und sicher[und Freud', in Kreuz und sein vor aller Pein, vor Leid, im Sterben und im Not und vor Beschwerden. Leben. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen⸗Darmstadt. 248. Mel.: Mein Jesu, dem die Seraphinen. 170¹ .— —————————————— 2———— 2——— 8——— —— Mein Herz will, Je⸗su, dich um⸗fas⸗sen; er⸗ Hast du aus Lieb' eh⸗mals ver⸗las⸗sen des 2 a PN 0 f 2——— —. 35355 2* 2 1—.——ͤ— wähl es, Herr, zu dei⸗ nem Thron!—. Himmels Pracht und dei ⸗ ne Kron', so würd' ge 6 7e N N 4 5. If e 7. ..... 8 1—— auch mein Herz, o Le⸗ben, und laß es dei⸗nen 9 2 3 a A.—t.r..— 8 vv— Himmel sein, bis du, wenn die ⸗ser Bau fällt 8 F——— E 1— 7 3— G— 1 — 1 1— 5 Er—— 1 ein, mich wirst in dei⸗nen Himmel he ⸗ ben. Liebe zu Gott und Christo. 273 2. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb' herab zu mir; laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir! Ich will dich fürchten, lieben, ehren, solang in mir der Puls sich regt, und wenn er einst auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfg. Chr. Deßler. 940 249. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern(s. Nr. 254). 1. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gaadenthron, du meine Freud' und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar, ja klarer als die Sonne. Herzlich lieb' ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht g'nug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Je mehr die Lieb' in mir entbrennt, um so viel mehr mein Herz erkennt, wie es dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb' er⸗ gießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so⸗ viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, nicht Pracht, Lust, Ehre, Gut und Geld, wenn ich mich recht besinne, kann mich ohn' dich g'nugsam laben; dich zu haben, dich zu lieben tröstet, wenn auch nichts geblieben. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst sei⸗ nem Herzen Fried' und Ruh', erfreuest sein Gewis⸗ sen. Wie's ihm auch geht auf dieser Erd', wie sehr ihn auch das Kreuz beschwert, soll er doch dein genießen. Ewig selig, nach dem Leide große Freude wird er finden: alles Trauern muß ver⸗ schwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für Herr⸗ lichkeit bei dir und von 18 274 Liebe zu Gott und Christo. dir ist bereittt, die in[Freuden zu dir kommen, der Liebe bleiben. Nimmer aller Trübsal ganz ent⸗ läßt sich hier erreichen noch] nommen. vergleichen Erdenschätzen, 5 g was uns wird bei dir er⸗ 7. Da werd' ich deine götzen. Freundlichkeit, die hoch gerühmt ist weit und breit, 6. Drum lass' ich billig] in reiner Liebe schmecken dies allein, o Jesu, meine und sehn dein liebreich An⸗ Sorge sein, daß ich dich gesicht mit unverwandtem herzlich liebe, daß ich Augenlicht ohn' alle Furcht in dem, was dir gefällt, und Schrecken. Reichlich was mir dein Wort vor werd' ich dann erquicket Augen hält, aus Liebe stets und geschmücket vor dem mich übe, bis ich endlich Throne mit der schönen werd' abscheiden und mit Himmelskrone. Joh. Heermann. 250. Mtl.: Valet will ich dir geben. Melchior Teschner. 1614. 2 N 5 2 A1— 1 1 1 nne 1 1— 2— .——ͤ2—̃————•— 1 2 f— K* 26 4 755 * Schatz ü⸗ber al⸗ le Schät⸗ze, o Je ⸗ su, du mein an dem ich mich er⸗göt⸗ ze, dir sei ein Hei⸗lig⸗ . 8 1 5 ö 2—— 2 2 2 122 ——. 1 EN 1 — 1— 2 11 1— 9 1 1 a. Ruhm, in mei⸗ nem treu⸗ en Her ⸗ zen, mein tum 9* 6 2 a f 2— 1 N*— 1. n 1. 7 0 1 14 4 1 7 3 22 14— 2— 2— 3 + A 2 .——ä—ä—* 1 2 + 7* 2 1 Hei ⸗land, zu⸗ ge⸗ teilt, weil du mit dei ⸗ nen 7 U *% 1 Il! 2 1 1— 1212 E——̃(KV— ***— Schmerzen mir mei ⸗ nen Schmerz ge⸗ heilt. ...——— Liebe zu Gott und Christo. 275 2. Ach Freude meiner Freuden, du wahres Him⸗ melsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennot ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit so reichlich kann erfüllen mit Trost und Freudigkeit! 3. Laß, Liebster, mich erblicken dein freundlich Angesicht; mein Herze zu erquicken, komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid; vor dei⸗ nen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. O reicher Quell des Lebens, o Jesu, süße Ruh', dich such' ich nie vergebens, schickt Gott ein Kreuz mir zu. Drum will ich stille leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwer⸗ lich sein. 251 Eigne Melodie. -. 5. Mein Herz bleibt dir ergeben, dein eigen für und für im Sterben und im Leben. Viel lieber will mit dir des Kreuzes Schmach ich leiden, als, Liebster, ohne dich genießen eitle Freuden, reich und doch jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Er⸗ den, dich mag und will ich nicht, mein Geist will himm⸗ lisch werden und ist dahin gericht'kt, wo Jesus wird geschauet: da sehn' ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ist's gut zu sein. 7. Drum, Jesu, mein Verlangen, o komm und wohn in mir, laß fest an dir mich hangen, du, meiner Seele Zier. Setz endlich mich aus Gnaden in deine Freudenstadt: so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Sal. Liscow. Karl Breidenstein. 1824. 2 — ff Wenn ich ihn nur han⸗ be, wenn er mein nur .— 4— E ——— 2 ist, wenn mein Herz bis hin zum Gra —— 18* . 7 sei⸗ ner Treu⸗ e nie Dr 2—— ver⸗gißt, weiß ich nichts von 8 2 Lei⸗ de, füh⸗le nichts als Andacht, Lieb' und Freu⸗ de. 2. Wenn ich ihn nur habe, lass' ich alles gern, folg' an meinem Wander⸗ stabe treugesinnt nur mei⸗ nem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf' ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe mir sein treues Lieben sein, das mit sanftem Zwin⸗ gen alles wird erreichen und durchdringen. 252. Mel.: r 4. Wenn ich ihn nur habe, hab' ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg(Novalis). Adam Dreese. 1698. — * 4 2* N 1* 5 Wer ist wohl wie 8 du, Je⸗su, sü. ße — 5 a .— 2— 7 75 5— m 5 1 Bon dem Va ⸗ ter aus⸗ er ⸗ko⸗ ren, 1 3 — . J de rer, die ds ren, und 55 5 da⸗ 5 2 ——* zu, Je su, fü ße Nuh'! . n— 2. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld, Tod, Sünd', Höll' und Welt hast du kräftiglich bezwungen und ein ewig Heil errungen für die Sünderwelt, durch dein Blut, o Held! 4. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, aller⸗ schönster Ruhm. 5. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn und Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 6. Steure meinen Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht von dir mög' wan⸗ ken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn. Liebe zu Gott und Christo. 277 7. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf möge festen Schritts vollbringen, und die Sünd' in ihren Schlingen mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf. 8. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. 9. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schiff⸗ lein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 10. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 11. Soll's zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todes⸗ thal begleiten und zur Herr⸗ lichkeit bereiten, daß ich in der Höh' dir zur Rechten steh'. Joh. Anastasius Freylinghausen. 278 Liebe zu Gott und Christo. 253. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern(. Nr. 254). 1. Wie leuchtet uns der Morgenstern voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn, der Sohn, des ich mich tröste! In seinem Lichte seh' ich dich, o Vater, weil dein Sohn auch mich vom Fluch und Tod erlöste. Herrlich ist er, mächtig, selig, und unzählig sind die Gaben, welche wir in Jesu haben. 2. Du hier mein Retter, dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mein Ruhm und meine Freude! von ganzem Herzen lieb' ich dich; o gieb, mein Heil, daß dich und mich nie Erd' und Him⸗ mel scheide! Jesu, Jesu, ewig's Leben willst du geben Gottes Kindern, allen treuen Uberwindern. 3. Durch dich nur kann ich selig sein; geuß tief in meine Seel hinein die Flamme deiner Liebe, daß brünstig meine Lieb' auch sei, daß ich mich, bis zum Tode treu, dir zu gefallen übe! Fliehen will ich, gern ver⸗ lassen, was zu hassen deine Lehren mir gebieten, dir zu Ehren. 4. Den Vater hab' ich, Sohn, in dir; wenn du mich liebst, wie wohl ist mir, wie fühl' ich mich entzücket! Wenn, Heiland, o mein höchstes Gut, dein Wort mich stärkt, dein Leib, dein Blut: wie fühl' ich mich erquicket! Hilf nur, Jesu, hilf mir Schwachen! Hilf mir wachen, kämpfen, ringen, mich zu dir hinauf zu schwingen! 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Wie hoch, wie gnädig hast du mich schon vor der Welt geliebet! Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein König, ist mein Freund, nimmt hin, was mich be⸗ trübet. Ewig liebt er. Den erwähle meine Seele sich zum Freunde, und ich fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm soll unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet, tönet, Jubellieder! Schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! Liebe zu Gott und Christo. 279 Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände! Dank dir! Preis dir! Herr, wir müssen— denn wir wissen, 7. Wie freu' ich mich, wem wir trauen— einst o Jesu heit, 106 95 dein Antlitz ewig schauen. der erst' und letzte bist, der Nach Ph. Nicolai. 2 54. Eigne Melodie. 1603. 9. i„ 3 7—* 1* 7 1. 1 11 i. n= F.———..——-— Ae 1 2 + * Wie schön leucht't uns der Mor⸗gen⸗ stern, voll Du Das⸗ vids Sohn aus Ja⸗kobs Stamm, mein A* + 9 1. 6— 5 2. — + 12.— 2 1 — 2 7 2 —— 4 1 7 15* 1 14 Gnad' und Wahr⸗heit von dem Herrn uns Kön nig und mein Bräu ⸗ ti⸗ gam, du herr⸗lich auf- ge⸗ gan⸗ gen! eb fl g hältst mein Herzum⸗fan⸗ gen. Keb„lich, freundlich, . 22—— 9 5— l—————— schön und prächtig, groß und mäch⸗tig, reich an Ga⸗ 5 1 2 1 N — 22 3 2 4 9 ben, ü⸗ ber al⸗ les hoch er⸗ ha ben. 280 Liebe zu Gott und Christo. 2. O meine Perl', du werte Kron', Sohn Gottes und Mariens Sohn, vom Vater uns gegeben, du bist des Herzens höchster Ruhm, dein süßes Evangelium ist lauter Geist und Leben. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe und stärk mich, daß ich ewig bleib', o Herr, ein Glied an deinem Leib, ein Glied voll Lebenstriebe. Nach dir wallt mir, ew'ge Güte, mein Gemüte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich wirst anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme; laß erwarmen mich in Gnaden; auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Gott Vater, du mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; er hat sich innig mir vertraut, auf ihn mein Herz mit Frenden schaut, daß nun mich nichts betrübet. Heil mir, heil mir! himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Die Saiten stimmt zu hellem Klang und laßt den süßen Lobgesang ganz freu⸗ denreich erschallen, daß ich mit Jesu mög' allein, der mir soll eins und alles sein, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, ihm, dem Könige der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Freund ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch, wie er verhieß, aufnehmen in das Paradies, in seine treuen Hände. Amen, Amen. Komm, du schöne Freuden⸗ krone! bleib nicht lange deiner wart' ich mit Ver⸗ langen. Pd. Nicolai. Liebe zu Gott und Christo. 255. Mel.: O daß ich tansend Zungen hätte. 1738. 4 2 3 4 N—* N—— 5————— Wie sollt' ich mei⸗ nen Gott nicht lie ben? Gott und mir sein gan⸗zes Herz ver⸗schrie⸗ben, da hat mich je und je ge⸗ er den eig⸗ ee giebt. debt Durch die⸗se Ga⸗ be zeigt er an,* herz⸗—— er mir zu ⸗—. 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, ich soll sein Kind und Erbe sein; bisher ist keine Zeit verflossen, da nicht ein neuer Liebesschein mich täglich fester überzeugt, er sei mir väterlich geneigt. 3. So hat er mich zu sich gezogen, daß ich nicht mehr mein eigen bin; und weil er mir so sehr gewogen und lie⸗ bet mich von Anbeginn, so istes meines Herzens Schluß, daß ich ihn wieder lieben muß. 4. Wer wollte sich nicht ziehen lassen, wenn man in Liebesseilen geht? Gewiß, der muß sich selber hassen, der dieser Liebe widersteht und nicht, von Gegenlieb' ent⸗ brannt, gern geht an dieser Liebeshand. Welt entziehe, 5. Doch weil ich nicht aus eignen Kräften, wie du wohl weißt, mme bin, des Fleisches Lust ans Kreuz zu heften, so zieh, mein Gott, den trägen Sinn durch deine Kraft so fest zu dir, daß ich in dir bleib', du in mir. 6. Gieb, daß ich mich der die mich auf Sündenwege führt, und ihre goldnen Netze fliehe, darinnen mancher sich ver⸗ liert, wenn er bei Wollust, Gut und Geld in Seelennot und Tod verfällt. 7. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen: das Kreuz ist auch ein Liebesseil. Wer dessen Frucht will recht erwägen, der findet hier das beste Teil, das ihn auch auf der Dornenbahn zu Himmelsfreuden führen kann. 8. Und endlich wirf mir auch im Sterben das Ret⸗ tungsseil der Liebe zu und Lob und Dank. ziehe mich aus dem Ver⸗ derben durch Jesu Tod ins Land der Ruh'. Dort ist die beste Einigkeit, da lieben wir in Ewigkeit. Beni. Schmolck. XIX. Lob und Dank. 256. 44 : Es ist gewißlich an der Zeit. 2555. BET Bis hie⸗ her hat mich Gott ge⸗bracht durch bis hie⸗ her hat er Tag und Nacht be⸗ 555 sei ⸗ ne gro ⸗ ße Gü⸗ te; . Herz und Ge⸗ mü ⸗ te; bis hie⸗ her hat er CCC mich ge⸗ leikt, bis hie⸗her hat er mich er⸗freut, bis 7 1 4 8 14 2 7 1 * 1— 4. E 12 II II f r 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für alle deine Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen stets aufs neue! In mein Gedächtnis schreib' ich an: Der Herr hat große Ding' gethan an mir und mir geholfen. hie⸗her mir ge⸗hol ⸗ fen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all' und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, hilf mir im Leben und im Tod, durch Christi Blut hilf mir, mein Gott! Hilf mir, wie du geholfen. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt. Lob und Dank. 257. Mel.: Unn freut euch, lieben Christen g' mein. 1521. 1— N 2 Bringt her dem Her⸗ren Lob und Ehr' aus Ein je ⸗ der Got⸗tes Ruhm ver⸗ 050 und 1 12 9 14 0 . 4 ä— freu⸗ digem Ge⸗ mu prei⸗ se sei⸗ ne Gü Ach lo⸗ bet, lo⸗ bet 60 7 f 0 ——— 2 1 1* — 8— 1———— + — 2* A 9 * 7 al-le Gott, der uns be⸗ frei ⸗ e A 2— 55— . f 9 aus der Not, und dan⸗ tet sei⸗nem Na ⸗ men! 2. Lobt Gott und rüh⸗ met allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weis⸗ heit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding' er⸗ hält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lau⸗ ter väterlicher Gnad' uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich darreicht, was uns nützt: drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er schenkt uns seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns des ew'gen Lebens Kron' durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht und seinen ganzen Rat vollbracht: drum dan⸗ ket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glau⸗ ben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet, der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum dan⸗ ket seinem Namen! Nui 3 284 Lob und Dank. 6. Lobt Gott, der auch 7. Lobt Gott, ihr star⸗ das gute Werk, so in uns ken Seraphim, ihr Engel angefangen, vollführen wird und ihr Thronen! Es lo⸗ und geben Stärk, das ben Gott mit heller Stimm', Kleinod zu erlangen, das die hier auf Erden woh⸗ er hat allen dargestellt und nen! Lobt Gott und preist seinen Gläub'gen vorbehält: ihn früh und spat! Ja alles, drum danket seinem Na⸗ was nur Odem hat, das men! danke seinem Namen! Cyriakus Günther. 258. Eigne melodie. G. Chr. Apel. 1817. 5 2 —: e 0. 1—.———— 0 Die Himmel rühmen des E⸗ wi⸗gen Ehre, ihr 7.—— N ä— r— 1 Schall pflanzt fei- nen Na⸗ men bert Ihn — 4*— N 8—— 2 2— 3 rühmt der Erdkreis, ihl ihn prei⸗ sen die Mee⸗ re, ver⸗ 5 8— D 1———— nimm, o Mensch, ihr gött⸗ lich Wort. 2. Wer trägt der Him⸗ stellt! Verkündigt Weisheit mel unzählbare Sterne? und Ordnung und Stärke 9 Wer führt die Sonn' aus dir nicht den Herrn, den 1 ihrem Zelt? Sie kommt Herrn der Welt? und leuchtet und lacht uns 0 K von ferne und läuft den z mn dee unzählbare Heere, den klein⸗ Weg gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, die Gott vor Augen dir ge⸗ sten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehrel„Mir“, ruft der Herr,„sollst du vertraun.“ 5.„Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Va⸗ ter ewiglich.“ Lob und Dank. 6.„Ich bin dein Schöp⸗ fer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bin's, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil! Chr. Fürchtegott Gellert. 259. Mel.: Die Himmel rühmen(l. Ur. 238). 1. Du bist's, dem Ruhm und dem Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring ich dir. Du, Herr, hast immer mein Schicksal regie⸗ ret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Angst und Not meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott der Herr mein Flehn und ließ nach seinem barmherzigen Rate mich nicht in meiner Not vergehn. 3. Ich sank in Schmer⸗ zen und Krankheit danie⸗ der und rief: O Herr, errette mich! Da half mir Gott, der Allmächtige, wie⸗ der, und mein Gebein er⸗ freute sich. 4. Wenn mich der Haß meiner Feinde betrübte, so klagt' ich kindlich meinen Schmerz; Gott half, daß ich keine Rache verübte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt von dem richtigen Pfade, in Sünden mich gefangen sah, rief ich zu ihm, zu dem Vater der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 6. Um Trost war oft meiner Seele so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zum Vater: Ach Herr, wie so lange! und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich auch ferner erlösen, er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus aller Versuchung zum Bösen und giebt mir zu der Tugend Mut. 8. Dir dank' ich, Gott, für die Fülle der Freuden, womit mich deine Hand be⸗ glückt; dir dank' ich auch für die Prüfung der Lei⸗ den, die du mir liebreich zugeschickt. 9. Dir dank' ich froh für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Treu'; dir dank ich, dir; denn du hießest sie werden, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich, Gott, für die Wunder der Güte: selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seele, von ganzem Gemüte, von allen Kräften preis' ich dich. 260. Lob und Dank. 11. Erhebt ihn ewig, ihr göttlichen Werke! Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ehre und Weisheit und Stärke; er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft: des Abends noch währet die Klage, der Morgen bringt Zufrieden⸗ heit. Nach einer Prüfung nur weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Niemals vergiß dei⸗ nes Gottes, o Seele! ver⸗ giß nicht, was er dir ge⸗ than! Verehr und halt seine heil'gen Befehle und bet ihn durch Gehorsam an! Nach Chr. Fürchtegott Gellert. Eigne Melodie. 1775. 3E Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der e 5 Stär⸗ kʒe; -. 1 Herr ist sen Nam', und groß sind sei⸗ ne ————— Wer ⸗ ke und al ⸗ le Himmel sein Ge- biet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Him⸗ mel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor⸗ oder nachmals thue, und er er⸗ forschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Him⸗ mel flöhest, so ist er allent⸗ halben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; Lob und Dank. er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, ver⸗ kündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Wei⸗ den; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 288 Lob und Dank. 14. Kein Sperling fällt, 15. Ist Gott mein Schutz, Herr, ohne deinen Willen; will Gott mein Retter wer⸗ sollt' ich mein Herz nicht[den, so frag' ich nichts mit dem Troste stillen, daß[nach Himmel und nach Er⸗ deine Hand mein Leben den und biete selbst der hält? Hölle Trutz. Chr. Fürchtegott Gellert. 0 201. Eigne Melodie. G. Chr. an 1691. 1 1 2— 1 Him⸗ mel, Er⸗ de, Luft und Meer zeu⸗ gen 8 J* 5 2 2 2— .. ———— von des 1 Ehr'; mei⸗ ne See⸗ le, * sing 55 5—- 5 a0 dein Lob her⸗zu! 2. Seht das große Son⸗ flammen, Sturm und Wind nenlicht, wie es durch die seines Willens Diener sind. Wolken bricht; Mondes⸗ glanz und Sternenpracht 5. Seht der Wasserwel⸗ loben Gott in stiller Nacht. len Lauf, wie sie steigen ab und auf; von der Quelle 3. Sehet, wie den Er⸗ bis zum Meer rauschen sie denball Gott geziert hat des Schöpfers Ehr'. überall; Wälder, Felder, Baum und Tier zeigen 6. Ach mein Gott, wie Gottes Finger hier. wunderbar stellst du dich der Seele dar! Drücke tief 4. Seht, wie durch die in meinen Sinn, was du Lüfte hin frisch und froh bist und was ich bin. die Vögel ziehn; Feuer⸗ Joachim Neander. 262. Lob und Dank. Mel.: Uun danket all' und bringet Ehr'. Joh.* 1856. 4 1 8 +—— . 8 Ich sin⸗ge dir mit Herz und Mund, Herr, meines 9— — Her⸗zens 2 ich sing' und mach' auf 1 kund, 8 was mir von dir 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad', die ew'ge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seiner Zeit ge⸗ winnt? be⸗wußt. 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Mut? Wer schützt mit seiner Hand des güldnen Friedens edles Gut in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hältst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst im⸗ mer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, gnädig bei. 9. Du trägst uns Sün⸗ der mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10 10. Du zählst, wie oft ein Frommer wein' und was sein Kummer sei, und keine Thräne ist so klein, du hebst und legst sie bei. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 12. Wohlauf, mein Herz, frohlock und sing und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 13. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Teil, dein Lob und Dank. ferner thun dein Schirm und Schild, dein' Hülf' und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich ge⸗ macht! 15. Er hat noch niemals was versehn in seinem Re⸗ giment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 16. Wohlan, so laß ihn und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und Paul Gerhardt. J. Neander. 1680. Glanz und Freudenlicht, ewig fröhlich sein. 263. Eigne Melodie. . 2 22 — FBF Lo⸗ be den Her⸗ ren, den mäch⸗ti⸗gen Kö⸗nig der lob ihn, o See ⸗ le, mit Jauchzen! das ist mein Be⸗ 35 Eh ⸗ ren, geh⸗ ren. Kommet zu⸗ hauf, Psal⸗ ter und .. ä Har- fe, wacht auf! las⸗ set den Lob⸗ge⸗sang hö⸗ ren! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fitti⸗ gen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt. Hast du nicht die⸗ ses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be⸗ Lob und Dank. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet, der aus dem Him⸗ mel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lob' seinen Na⸗ reitet, der dir Gesundheit men! Alles, was Odem verliehen, dich freundlich hat, lobe mit Abrahams geleitet! In wie viel Not Samen! Er ist dein Licht; hat nicht der gnädige Gott Seele, vergiß es ja nicht: über dir Flügel gebreitet? lob ihn in Ewigkeit! Amen. Joachim Neander. 264. Eigne Melodie. Lo- be den Her⸗ ren, o mei- ne N weil ich noch Stunden auf Er- den zäh ⸗ 94 ——— 2 2 55.— Ich will ihn lo ⸗ ben bis zum Tod; 5 will ich lob⸗sin ⸗ gen meinem Gott. Der Leib und Seel' ge⸗ge⸗ ben hat, wer⸗de ge⸗prie⸗ssen FE früh und spat. Halle ⸗ e Hal- le⸗ln ja! 19 . * 292 Lob und Dank. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sinken wieder in den Staub. Ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Bei⸗ stand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns ein⸗ mal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis' bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad' ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann gläubige Seelen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist der Fremden Trutz, Witwen und Waisen beut er Schutz. Halleluja, Hal⸗ leluja! 7. Aber der Gottes ver⸗ gess'nen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihre Strick. Der Herr ist König ewiglich: Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil gen Geist! Halleluja, Halleluja! Joh. Daniel Herrnschmidt. Nile 1 Lob und Dank. 265. Kel.: Aun lob, mein' Stel', den Herren(. Ar. 26. 1. Man lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth! Du bist doch, Herr, auf Erden der From⸗ men Zuverficht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, solang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel' und jauchzen hell, die deinem Dienst sich weihen: Gelobt seist du, Gott Ifrael! dein Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der auch mir erwie⸗ sen das, was mirnützund gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich stets hang' an dir, daß nichts von dir mich scheide, solang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; noch eh' wir zu dir kamen, hast du schon längst an uns gedacht. Du hast mir Gnad' erzeiget: nun, wie vergelt' ich's dir? Ach bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. 266. Cigne Melodie. 1 N— Crüger. 1649. E.— 2 Et— 3 2— 2 5 Nun dan⸗ket al ⸗ le Gott mit Herd zen, Mundund der gro⸗ße Din⸗ ge thut an uns und al ⸗ len 55 Hän ⸗ den, 2 de 8 tut⸗ ter ⸗ En- den, r un von Mut⸗ ter ⸗ leib und p——— 52 7 .. E 2 Kin⸗ des⸗ bei ⸗ nen an un⸗ zäh ⸗ lich viel zu 2— „5 gut und noch jetz⸗ und ge⸗ than. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 267. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut Enden; der mächtig uns erhält und von der Kindheit an uns soviel Gutes thut, mehr, als man rühmen kann. Mel.: Nun danket 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Herz uns geben. Der Herr lass' uns, sein Volk, in stetem Frieden leben und unsre Nach⸗ welt auch, daß seine Gnad' und Treu' das ganze Land umfah' und unser Segen sei. 268. Lob und Dank. hier und an allen 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmels⸗ throne, Lob dem dreiein'gen Gott, als der von Anfang war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinkart. alle Gott(s. Ar. 266). 3. Der ewig treue Gott woll' uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, durch seine Macht erlösen. Er schütz' uns in Gefahr, er helf' uns allezeit und führ' uns aus der Welt zu seiner Seligkeit. 4. Dir, Vater, Sohn und Geist, sei Ehr' und Preis gegeben. Wir wollen deine Huld mit frohem Mut er⸗ heben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heilig⸗ tum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. Eigne Melodie. Joh. Crüger. 1658. —— n 1— 15 + EE 2—* 2— 1—— 1 — Nun dan⸗ket all und brin⸗get Ehr', ihr Menschen Lob und Dank. 295 855 C11 —— in der Welt, dem, des⸗sen Lob der Engel Heer 2 EEE * a 2— 3 12 er⸗ hebt im Him⸗mels⸗zelt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch gnädig bleibt und gut, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt Gutes thut. 5. Er gebe uns ein fröh⸗ lich Herz, und Sinn und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz in's Meeres Tiefe hin. und nichts als erfrische Geist 6. Er lasse seinen Frie⸗ den ruhn auf unserm Vater⸗ land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in jedem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt' um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet das Gemüt, gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Le⸗ ben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd', verbleib' er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig' uns drauf sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt. —— Lob und Dank. e Eigne Melodie. Joh.* 1540. F Arn d mein Seel; den Her ⸗ ren, was in mir Sein' Wohlthat thut er meh ren, ver⸗giß es 55 1 age e de— Hat dir dein' ena e ben und heilt dein S chwachheit groß, beschrmt dein 4 2 9 —————— ——ę—-————— RE—.— —̃— 5— 25—. 2 22. ar⸗mes Le⸗ben, nimmt dich in 1 nen Schoß, mit ————.— 1— Weft dich ür ber⸗ schüt⸗ tet, verjüngt dem Adler 1 der eber Recht, be⸗ hüs⸗ tet die ei ⸗d. 8 er im Reich. 2. Er hat uns wissen Schuld; die Gnad' thut er lassen sein heilig Recht und nicht sparen, den Blöden sein Gericht, dazu sein Güt' ist er hold; sein' Güt' ist ohn Maßen; es mangelt hoch erhaben ob dem, der an Erbarmung nicht. Den fürchtet ihn; so fern der Zorn läßt er bald fahren, Ost vom Abend, ist unsre straft nicht nach unsrer Sünd' dahin. 3. Wie Väter sich erbar⸗ men ob ihrer schwachen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Er kennt das arm' Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras Lob und Dank. 4. Die Gottesgnad' all⸗ eine steht fest und bleibt in Ewigkeit; sie bleibt bei der Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit. Sein Bund ist nicht veraltet; Gott herrscht im Himmel⸗ reich. Ihr starken Engel, zu rechnen, ein' Blum' und waltet des Lobes, dient fallend Laub: der Wind zugleich dem großen Herrn nur drüber wehet, so ist zu Ehren und treibt sein es nimmer da: also der heilig Wort: mein' Seel Mensch vergehet, sein Ende soll auch vermehren sein ist ihm nah. Lob an allem Ort. Eigne Melodie. Joh. Gramann. 270. * Apelles von Löwenstern. 1644. 8 15 N———— Nun prei⸗set al ⸗ le Got⸗ tes Barm⸗her⸗zigkeit; 3 2 5 3 lob ihn mit Schalle, lob ihn, o Chri⸗ stenheit! „„ ͤ V Er läßt dich fendt z zu sich la⸗ den: N e dich Js ra⸗ el, sei⸗ ner 855 den! 2. Der Herr regieret über. fällt, viel tausend Engel um die ganze Welt; was sich nur ihn schweben, Pfalter und rühret, froh ihm zu Füßen[Harfe ihm Ehre geben.: ,: — 298 Lob und Dank. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein; zu grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkün⸗ den,:,: machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er giebt uns Speise reichlich und überall, nach Vaterweise sättigt er allzu⸗ 271 9 mal; er schaffet früh⸗ und späten Regen,:,: füllet uns alle mit seinem Segen.:,: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, dank ihm, o Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, 17: freue dich, Israel, seiner Gnaden!, Matth. Apelles von Löwenstern. Eigne Melodie. 1738. O daß so stimmt' ich da⸗ mit in * 4 3 4 4 4 4 ————— ä. 5 ich tau⸗send Zun⸗gen hät⸗ te und die Wet⸗ te aus E ei⸗ nen tau⸗send⸗fachen Mund! al⸗ ler⸗ tiefstem Herzens grund ein Lob⸗ lied nach dem 35 ä ä andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß wallte, solang es durch die Adern geht! Ach, wär' ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräser auf den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got⸗ tes Ruhm belebet sein und mein Blut mit Jauchzen stimmet lieblich mit mir ein! 4. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu er⸗ höhn, die allenthalben um mich stehn. N— 12 52 5. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Nur du allein, Herr Zebaoth. Du trägst mit meiner Sünden Schuld noch jetzt unsägliche Geduld. 6. Auch habe ich in mei⸗ nen Tagen nun schon so manches Mal gespürt, daß du mich durch so viele Pla⸗ gen getreulich hast hindurch⸗ geführt; selbst in der grö⸗ ßesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 7. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt' ich auch im tief⸗ 272. Mel.: O Durchbrecher aller Bande. 2 Lob und Dank. sten Leiden nicht trium⸗ phierend weiter gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 8. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz be⸗ wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 9. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser wer⸗ den, wenn ich bei deinen Engeln bin. Im höhern Chore stimm' ich dann viel tausend Halleluja an. Joh. Mentzer. 4 a.——. ‚———— K 23.— AK 5 —————— O du schönes Welt⸗ge⸗bäu⸗ de, das der Herr mit uns zum Se⸗gen und— Freude wunder⸗herr⸗lich ..— o wie wird in al⸗ len Stücken 7. lanz und Pracht hat ge- macht! 6 —— 2 — 7 e 8 da die Lie⸗be of⸗fen⸗bar, die den Menschen 1„— ———-„—-—-—-—-—— zu be⸗glüt⸗ ken so er⸗find'risch sorg⸗sam war. 2. Ja, man kann in allen Werken, klein und großen, nah und fern, die verborgne Weisheit merken des Allgüt' gen, unsers Herrn. Allen ist das Königssiegel ihres Schöpfers aufgedrückt, Erd' und Himmel sind ein Spiegel, drin man seine Huld erblickt. 3. In der Nähe, in der Ferne man viel tausend Zeugen trifft; wie die Blu⸗ men so die Sterne sind ja eine heil'ge Schrift, die dem Kindersinn verständlich wonnevolle Kunde giebt von dem Gott, der uns unendlich segnet, labet, tröstet, liebt. Lob und Dank. 4. O wie ist es schön, zu lesen in dem aufgeschlag⸗ nen Buch der Natur von jenem Wesen, das man niemals hoch genug kann erheben, preisen, loben, das uns liebevoll umschlingt, dem der Chor der Engel droben laut das Dreimal⸗ heilig singt. 5. Ja, dich kenn' ich, Offen⸗ barung meines Herrn in der Natur, seit aus eigener Erfahrung ich nicht bloß der Liebe Spur angedeutet, auf⸗ geschrieben in den Werken seiner Hand, nein, ihn selbst und all sein Lieben wesentlich in Christo fand. Karl Joh. Ph. Spitta. 273. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 1524. 3 2 N————— 3 Sei Lob und Ehr' dem höch⸗sten Gut, 1 dem Gott, 5 5 5 Wun⸗ der thut, dem Va⸗ ter al⸗ ler Gü- Gott, der mein Ge; mu — te mit 5 00 . * 4 +* 4 4 1 1 ä ———. Tost erfüllt, dem Gott, der al⸗ len Jammer stillt: gebt EN 5—————————vv1=ꝛßv—— E——„—-— D 5. un⸗serm Gott die EH 2 el ———— Lob und Dank. 301 2. Es danket dir des Himmels Heer, o Herr⸗ scher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles hat so wohl bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit sei⸗ ner Gnade walten; in sei⸗ nem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Flehen! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ sein Heil mich sehen. Drum dank' ich, Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir: gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist nun und ewig nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Vater⸗ händen leitet er die Seinen liebreich hin und her: gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülfe mangeln muß und arm die Welt sich zeiget, so hilft aus seinem Überfluß der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die nirgendwo sonst finden Ruh': gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, mein Vater, ehren, und man soll deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Leben preise dich, dein freue Leib und Seele sich: gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ift Gott: gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht und alles, alles recht ge⸗ macht: gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jalr Schüz. 2*— N 111 2 To V 302 Lob und Dank. 274. Mel.: Lasset uns den Herren preisen. 1641. * EAV 2— Ie* * 8500 75 mei ⸗ nem 1 nicht— denn ich seh' in al ⸗ len Din ⸗ gen, Tel 2— 2—— —————— 5—— und in ihm nicht fröh⸗ lich sein? wie.. er's mit mir mein'. 8 2 6 —— ——— 1 Ist's doch nichts als lau⸗ ter Lie⸗ ben, das sein 1 A 5 1 5 0 11*— 3 11 und trügt, die in sei ⸗ nem Dienst sich 1 2 0—— 3— 2 10* 5 140* ben. Al- les Ding währt sei ne Zeit, 110. 1 N BURY TT»— 1— 2 E———— Got ⸗ tes Lieb' in E⸗ wig⸗ keit. 1 2. Wie ein Adler sein mein Wesen gab und das 15 Gefieder über seine Jungen Leben, das ich hab' und 10 streckt, also hat auch immer noch diese Stunde treibe. wieder mich des Höchsten Alles Ding währt seine Arm bedeckt, alsobald vom Zeit, Gottes Lieb' in Ewig⸗ Mutterleibe, da er mir keit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ew' gen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du un⸗ ergründ'ter Brunnen! wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort', daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glau⸗ benslicht, das des Todes Nacht durchbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt er's gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Lob und Dank. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug' hinkehre, find' ich, was mich nährt und hält, Tier' und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh', in den Wäl⸗ dern, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich jeden neuen Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet: wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewig⸗ keit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob's auch oftmals fällt in Sünde und vom rechten Wege weicht: also hält auch mein Ge⸗ brechen mir mein frommer Gott zu gut, straft mich, wie ein Vater thut, will nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge sind auch herzlich wohl gemeint; sie sind, wenn ich's recht erwäge, nichts als Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Das weiß ich für⸗ wahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Chri⸗ stenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausge⸗ Lob und Dank. schneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Al⸗ les Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Got⸗ tes Liebe find't, nun, so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller mei⸗ ner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob' und lieb' in Ewigkeit. Paul Gerhardt. 275. Mel.: Wunderbarer König. 1 = Lare Neander. 1680. 8 ä 15 7— 1 1 — Un⸗ umschrünk⸗ te Lie- be, gön⸗ ne blö⸗ den daß sie in die Strah⸗len dei ⸗ ner Lang⸗mut . a — I 25WCWCFECTFFTFTCTCTCTTTTT 2— 1— 1— — 6—— 6 u⸗ gen, die sonst kaum auf E Er„den tau ⸗ gen, blik⸗ ken, die den Erdkreis wärmend schmük⸗ ken 9 25 1 9 1—— ͤ—— 25 5.——— 2— 52 2..— 1 8 10 1 . E 1 N A 1 2 und zu⸗ gleich freu ⸗ den⸗ reich Bö⸗ sen und den = 1 1 1 f 8 9 4 a I . 2 2 8 1 12— 4 E 9 1 1 2 12 4 22 1 1 Dei ⸗ nen mit der Son⸗ ne schei nen. Lob und Dank. 305 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte; dei⸗ ner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herr⸗ licher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon den⸗ ken, was wir sagen kön⸗ nen, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag u schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millio⸗ nen Schulden und dazu ohne Ruh' lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebst die Sünde; hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weg⸗ geleget, neuen Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht em⸗ pfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf' und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und nicht nach Verdienst uns lohnest! Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet! Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben drohet und erbarmt sich und die Welt zu lieben. J. J. Rambach. 276. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 1535 2 1— ˖ 2 1—— 55655 2— 2 Wenn ich, o Schöp⸗fer, die Lie ⸗ be, die für dei ⸗ ne Macht, die al ⸗ le wacht, an⸗ . ä Weis⸗ heit dei⸗ner We be⸗tend ü⸗ ber ⸗ le 7* so weiß ich, von Be⸗ 9 7 20 1 — wund'rung voll, nicht, wie ich dich er⸗he⸗ ben soll, mein 9 5 K + 2 7 ———— 2 0 2— 1 1 — L * Gott, mein Herr und Va ter. 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Him⸗ mel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, soweit die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge⸗ ringste Wurm, bringt mei⸗ 0 nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Ver⸗ stand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchtegott Gellert. Lob und Dank. 307 277. Mtl.: Die Tugend wird durchs flreuz geübet. Joh. Chr. Nehring. 1704. Wie groß ist des All⸗mächt'⸗gen Gü⸗ der mit ver⸗här⸗ te⸗ tem Ge⸗mü⸗ 53533 der ein Mensch, den sie nicht rührt, Dank er ⸗stickt, 5 ihm gebührt? Nein, sei⸗ ne Lie ⸗ be 7 ö 2 PY 27 5 N— 1 1— —. 5—— — 9 9*. zu er⸗mes⸗sen sei e⸗wig mei⸗ne größ⸗te Pflicht; der — a 5 1 22 4— 1 + t—— —* I 1 1 7 7——— 28522* 4 2 1 13* 7— + 2— 2 2 1*— Herr hat mein noch nie ver⸗ges⸗sen, ver⸗ 5B—— giß, mein Herz, auch sei⸗ ner nicht. 2. Wer hat mich wun⸗ derbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Gut's genießen? Sein Arm ist's, welcher alles schafft. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 20² r —— 308 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewig⸗ lich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bild⸗ nis in mir her. Lebt seine 278. Mel.: Jesu, meines Lob und Dank. Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwach⸗ heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immer⸗ dar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks. und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. Fürchtegott Gellert. Lebens Leben. a. — 2 Joh. Schop. 164. — Wo⸗ mit soll ich dich wohl lo⸗ ben, N ger Herr Sen⸗de mir da⸗ in von o⸗ben dei⸗nes Gei⸗stes 8 — 3 8 Mein 25. ich tann mit nichts er⸗ rei⸗ chen 8 ——ů— 2 5—— S dei⸗ ne Gnad' 2 Lie⸗ bes⸗zei⸗chen. Tausend, tausend⸗ PE——— 4 1 — 2— 0 1 2—————— G—— 8 7 5 1 sei dir, gro⸗ ßer Kö⸗ nig, Dank da⸗ für! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu' und Güte stets er⸗ hebe Tag und Nacht. Denn dein reicher Gnadensegen strömt mir überall entgegen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen, wie ich häufte Schuld auf Schuld, so möcht' ich vor Scham er⸗ blassen ob der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen voll Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, wie mit Lieb' und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit: so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hat mich deine Gnade stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich von der Sünde Pfade möcht' zu meinem Heiland fliehn und Dank. in ihm den Frieden haben und mit Lebenskraft mich laben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, um mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht' an deinem Willen hangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Du hast mich auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; schien auch alles zu zerrinnen, ward ich deiner Hülf' doch innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Lob, Preis und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten gehen in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter. 310 Christlicher Sinn und Wandel. XX. Christlicher Sinn und Wandel. — 279. Mel.: Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. J. H. Schein nach B. Gesius. 1628. 3 — 1 2 0 1 28—— 5— ˖ r * 1 2 22 4 12— —— 5 1 2 7— * Auf! Chri⸗stenmensch, auf, auf zum Streit, auf, In die ⸗ ser Welt, in die ⸗ ser Zeit ist 5 auf zum u U er ⸗ in* d 2 2. 7 3 2 en! W̃᷑ 56 ll st* t — a 6 3— f 42225 82 4 ä— 1———— ———————— 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Lust, dich, wo du bist, zu fällen und zu fangen: streitst du nicht als ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn' dein's Feldherrn hast geschworen; gedenke, daß du als ein Mann zum Streit bist auserkoren; ja denke, daß ohn' Streit und Sieg nie einer zum Tri⸗ umph aufstieg. 4. Wer überwindet, der soll dort in weißen Klei⸗ dern gehen; sein guter Name soll hinfort im Buch des Lebens stehen; ja Christus wird denselben gar bekennen vor der Engel⸗ schar. 5. Wer überwind't, soll ewig nicht aus Gottes Tem⸗ pel gehen, vielmehr drin als ein helles Licht und güldne Säule stehen. Der Name Gottes, unsres Herrn, soll leuchten vor ihm weit und fern. Christlicher Sinn und Wandel. 311 6. So streit denn wohl, Sinn, daß du dies Gut streit keck und kühn, daß mögst finden: wer nicht will du mögst überwinden, streng streiten, trägt die Kron' des an die Kräfte, Mut und ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler. 280. Eigne Melodie. 82 1„ 5 2 R. Ahle. 1662. +— 222 J— 222.... 2— 1—̃ñ wTH?——— Auf, hinauf zu dei⸗ner Freude, mei⸗ne 1 4 g 535355. Herz und Sinn! Weg, hinweg mit dei⸗ nem Lei⸗de, EE — bin, zu deinem Je⸗ su hin! Er, ist dein Schatz, =— 4 4 2 5 22 7 1 5C5CCCCCCCCCCCC 2— ñ—U— Je⸗sus ist dein ein⸗zig Le⸗ ben; will die Welt nicht 1— 9 9 1 55 2— 2 2 5 5 7 g— 85— J J 7 1 E 4 1 1— Raum dir ge⸗ ben: bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig täglich neu. Er meint es immer weiter in die Höh' gut. Wenn die Feinde dich zu Jesu auf! An, hinan anfallen, müssen sie zurücke die Glaubensleiter eile mit prallen: hab guten Mut. geschwindem Lauf. Gott 4. Ein, hinein in Got⸗ ist dein Schutz; Jesus bleibet] tes Kammer, die dir Jesus dein Beschirmer wider alle[aufgethan; klag und sag Seelbestürmer und bietet ihm deinen Jammer, rufe Trutz. ihn um Hülfe an. Er steht 3. Fest, fein fest dich an⸗ dir bei; wenn dich alle gehalten an die starke Je⸗ Menschen hassen, kann und sustreu'! Laß du, lasse Gott will er dich nicht lassen: nur walten, seine Güt' ist das glaube frei. 312 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd', schwing dich auf, dein Herz zu geben dem, der dein allein ist wert. Dein Jesus ist, dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum sein du bist. 281. der um Christlicher Sinn und Wandel. 6. Auf, hinauf, nach dro⸗ ben trachte und nach dem, was Gott gefällt; suche Jesum und verachte alle schnöde Lust der Welt. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden, nur bei Jesu ist zu finden die wahre Ruh'. J. K. Schade. Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir. Claude Goudimel. 1556. Ein rei ⸗ nes Herz, ——— 85. Herr, schaff in mir, schließ 1 3— und Thür: ver⸗trei⸗ be sie und 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all' Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Gei⸗ stes Licht und dein hell⸗ glänzend Angesicht erleuch⸗ ten mir Herz und Gemüt, 0 Brunnen unerschöpfter 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmels⸗ gut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dies nur achten für Gewinn, wenn ich dir ganz ergeben bin. Heinr. G. Neuß. 282. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 1569. 1—— a— 3535353 Einst se⸗lig dort zu wer⸗den, das ist und bleibt auf — 3 4* 2—— 3 2 + 7—— E= é — — Er ⸗ den mein hei⸗li⸗ger Beruf. Gott, dem ich freu⸗dig A 8 5 8 7 S 2— .— F TTCT0T0T—T—T—T—T—T—— 1 2 glau- be, weckt wie⸗der aus dem Stau⸗be mich, 5 F— 3 8—————·ĩ—————— 8——— rr Kk ò&—ür?— den er einst aus Staub er⸗schuf. 2. Die Erde, da wir mein irdisch Leben? wozu wallen, oft straucheln, stehn ist mir's gegeben? Wie und fallen, ist nur ein lauge währt's, so ist's da⸗ Pilgerland, das uns zum hin! Himmel leitet, zur Ewig⸗ keit bereitet, der Frommen 4. Einst selig dort zu kurzer Prüfungsstand. werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger 3. So soll nicht Lust Beruf. So sei all mein noch Leiden von meinem Bestreben, ganz heilig ihm Gott mich scheiden, mich, zu leben, ihm, der zur der ich ewig bin. Was ist J Ewigkeit mich schuf. Gottfried Benedikt Funk. —— 283. Christlicher Sinn und Wandel. Eigne Melodie. Chr. Friedr. Richter. 1701. 2 3 1. a 1 53500000 2 Es glänzet der Christen in⸗wen⸗ di⸗ges Leben, wenn was ih⸗nen der König des Himmels ge⸗ge⸗ben, ist auch hier von au⸗ßen nicht glänzet ihr Stand; Was kei⸗nem als ih⸗ nen nur sel⸗ber be⸗kannt. ih⸗ re er⸗leuch⸗te⸗ ten Sin⸗ ne ge⸗zie⸗ ret und sie zu der gött⸗li⸗chen Wür⸗de ge⸗füh⸗ ret. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ver⸗ schmäht von den Hohen, verlacht von der Welt; doch inneclich sind sie voll herr⸗ licher Dinge, die Zierde, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, dem König und Hirten, der treulich sie weidet, zu die⸗ nen, mit heiligem Schmucke bekleidet. 3. Sonst sind sie wohl Adams natürliche Kinder und tragen das Bildnis des Irdischen auch: sie lei⸗ den am Fleische wie andere Sünder, sie essen und trin⸗ ken nach nötigem Brauch; in leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor andern nichts Sonderlich's machen, nur, daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die Gott durch sein mäch⸗ tig Wort selber gezeugt, ein Funken, entzündet von göttlicher Flamme, ein Le⸗ ben, von oben her freund⸗ lich gesäugt; die Engel sind Brüder, die froh ihre Lie⸗ der mit ihnen holdselig und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich und präch⸗ tig erklingen. 5. Sie wandeln auf Er⸗ den und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt, sie schmek⸗ ken den Frieden bei allem Getümmel, sie haben, die Armsten, was ihnen gefällt, sie stehen in Leiden und bleiben in Freuden, sie erkennet, Christlicher Sinn und Wandel. 315 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar wer⸗ den, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt: so werden sie mit ihm als Fürsten der Erden auch herrlich erscheinen zum Wun⸗ der der Welt. Sie werden regieren, mit ihm trium⸗ phieren, den Himmel als prächtige Lichter einst zie⸗ ren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heim⸗ liche Zierde der inneren Welt, laß deinen verbor⸗ genen Weg uns erwählen, wenngleich uns die Bürde des Kreuzes entstellt! Hier übel genennet und wenig hier heimlich mit scheinen ertötet den äußeren Christo im Vater gelebet, Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Chr. Fr. Richter. 284. Mel.: Es kostet viel, ein Christ zu sein(. Ur. 285). 1. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit ,: den schweren Streit.:,: 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, 316 schau doch, wie gut er's mein'! das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. nicht so sehr,: es ist nicht schwer.:,: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir garkeinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein Eigenwille. Drum übergieb ihn willig in den Tod,:, so hat's nicht ä 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh am schwa⸗ chen Herzen naget. Sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an!; so ist's ge⸗ than.:,: 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärlest; so gilt Christlicher Sinn und Wandel. dein Fehl und kindliches Versehn:, als nicht ge⸗ schehn.:: Drum fürchte dich nur ferner 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich will Nacht und Fin⸗ sternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, kein Sturm darf dich, so schwer er ist, er⸗ schrecken, ja, siehst du auch von Hülfe keine Spur,: so glaube nur.: ,: 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, du wirst dein Heil mit größrer Klar⸗ heit schauen; was du ge⸗ glaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ: so selig ist.:,: 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich dei⸗ nem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh', in Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg' und Last wirf nur getrost und kühn, allein auf ihn.: ,: Chr. Fr. Richter. Christlicher Sinn und Wandel. 95 285. Eigne Melodie. Chr. Fr. Richter. 170. ——— ——— Es ko⸗stet viel, ein Christ zu sein und 7——————— 5.—.————— 2——— nach dem Sinn des reinen Gei⸗stes le ⸗ ben; denn der Na- tur geht es gar sau⸗er ein, 0 4 2——.—— 5 2 sich im⸗mer⸗dar in Christi Tod zu ge ⸗ ben; und 2—— N ist hier gleich ein 5 gericht't, das 5—— 7—— 2 l 2 — 99. macht's noch nicht, das macht's noch nicht. 2. Man muß hier stets 3. Doch ist es wohl der auf Schlangen gehn, die Mühe wert, wenn man 1 leicht ihr Gift in unsre mit Ernst die Herrlichkeit Fersen bringen; da kostet's erwäget, die ewiglich ein Müh', auf seiner Hut zu solcher Mensch erfährt, der stehn, daß nicht das Gift sich hier stets aufs Himm⸗ kann in die Seele dringen. lische geleget. Es hat wohl Wenn man's versucht, so Müh', die Gnade aber spürt man mit der Zeit schafft ,; uns Mut und 25: die Wichtigkeit.: Kraft.: —— 318 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein rei⸗ ner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird man da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt von Angesichte, die⸗ weil da Gottes wesentliche Pracht ,: so schön uns macht.:,: 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust em⸗ pfinden, wird an dem Strom des Lebens selig sten und sich mit Gott in einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn?:,: Wer mag's verstehn?:,: 286. Christlicher Sinn und Wandel. 6. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es dort mit Jesu leben! Nichts Höher's wird an Kraft und Würde sein,:,: als Gott allein.: 7. Auf, auf, mein Geist! ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn,:): wie wohl wird's thun!:,: Chr. Fr. Richter. Mtl.: Wer uur den lieben Gott. b. Gieb, Gott, daß ich dich recht er⸗ken⸗ ne; gieb, nicht bloß mich Chri⸗sti Jün⸗ ger nen ⸗ ne, gieb, 5 — 0 Eg 1 5 1 1 1 2— 285 1 8 S— 8 E 7 1 1———— as, —— daß ich fern von Heu⸗che⸗ lei daß ich, das ich hei ße, sei, und wirk in mir zu 05 1 1 171 1 1 dei⸗ nem guhm, mein Gott, das wah⸗ re Chri⸗stentum! ä 2. Entreiß mein sinnlich Herz der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild erneuert werde, und gieb mir meines Jesu Sinn! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum! 3. Dir nur ergeb' ich meine Seele; ach zeuch sie mei⸗ nem Heiland nach, daß ich den schmalen Weg erwähle und Ehre such' in Christi Schmach! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum! 4. Gieb mir zum Kampfe Mut und Kräfte; hilf, daß ich, deiner Liebe treu, ans Kreuz den alten Menschen hefte Christlicher Sinn und Wandel. 319 und mir die Welt gekreuzigt sei! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum! 5. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Sterben übe das Christentum ohn' Heuchel⸗ schein! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum! 6. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich be⸗ ruhigt und erfreut; wenn ich mit dir vereinigt werde, schmeck' ich des Himmels Se⸗ ligkeit! Drum wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum! Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 2 1784 287. 22.————ç 5 05 Heil'⸗ge Ein⸗falt! Gnadenwun⸗der, tief⸗ste Weisheit, 3 2 2 5—— B—.———— 9 größ⸗te Kraft! schön⸗ste Zier⸗de, Lie⸗ bes⸗zun⸗ der, Tel— 1 1 f— 1 f T 5 1 1— 1 2 2 1 7 2— 7 i— I ——— L — 1 Werk, das Gott all ⸗ 2. Alle Freiheit geht in Banden, alle Weisheit ist nur Wind, alle Schönheit wird zu Schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. ei ⸗ ne schafft! 3. Wenn wir in der Ein⸗ falt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 320 Christlicher Sinn und Wandel. 4. Einfalt denkt nur an 6. Wer ihn so mit In⸗ das eine, in dem alles brunst liebet, daß er seiner andre steht; Einfalt hängt selbst vergißt, wer sich nur sich ganz alleine an den um ihn betrübet und in ihm ewigen Magnet. nur fröhlich ist, 5. Wer nur hat, was 7. Wer allein auf Je⸗ Jesus schenket, wer nur lebt sum trauet, wer in Jesu aus seiner Füll', wer nur alles find't: der ist auf geht, wie er ihn lenket, wer dem Fels erbauet und ein nur kann, was Jesus will, selig Gnadenkind. A. G. Spangenberg. 288. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 1 6 1 2 1003. —̃— ęJ—— b*—— Heil' ger Je ⸗su, Heil'gungsquel⸗ le, mehr als Kry⸗ al⸗ ler Glanz der Che⸗ ru ⸗bi⸗ nen, die Hei⸗lig⸗ 5 ——— ä 1 — 2 1.— stall rein, klar und hel. 5 du laut ⸗ rer keit der Se⸗ ra⸗ 3 ist ge⸗ gen Strom der—— e g- tl dich nur Dun⸗kel⸗heit. 8 Ein Vor⸗bild bist du —— 6 — mir! Ach bil⸗ de mich nach dir, du mein Bz l„les! Je ⸗ su, hilf du, hilf mir da zu, 8 —— E—— N — 2 PE 2 2 1— — 7* ö 2 daß ich auch hei⸗ lig sei, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war: also mach auch gleichermaßen mir Herz und Willen ganz gelassen; ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehor⸗ sam Kind, stille, stille! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Ar⸗ beit, Müh' und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht, mußtest täglich viel bestehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, du hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, damit ich alle⸗ zeit wach' und bete! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Güt' ger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du, wie gutthätig, selbst gegen Feinde wie gelind! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Heiland, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du. Christlicher Sinn und Wandel. 321 5. Sanfter Jesu, wie ge⸗ duldig trugst du die Schmach und littst unschuldig und sprachst kein sündlich Drohen aus! Wer kann deine Sanft⸗ mut messen, bei der du den⸗ noch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei heil' gen Eifer. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig sei, wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und ge⸗ ring, wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr auch mich je mehr und mehr täglich üben! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich demütig sei, wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heil gen Vorbild gleich. Gieb, daß mich dein Geist durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd' zu deinem Reich! Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich bei dir einst finde Ruh'! Nach dem Holländer Jodoens von Bodenstein v. Bartholomäus Crasselius. 21 322 289. r Christlicher Sinn und Wandel. Atl.: Freu dich sehr, o meine Stelt. 5 4 1556. 2 2— 4— — 5 N— —— 2— . Heil'⸗ger Va⸗ ter, du be⸗geh⸗rest Keuschheit, Zucht und und du has⸗sest und verweh⸗rest schnö⸗de Lust und 35355 from⸗me Scheu, Schwel⸗ge⸗ rei: 6 9 ach, ich fleh' durch Je⸗sum Christ, 2rsrð᷑. n—— 8 — 1 — 1 — der der See⸗ len Hei⸗land ist, ———— gleich⸗ge⸗sin⸗ net, was der Welt⸗sinn auch be⸗gin⸗ net. 2. Tilg in mir die schnö⸗ den Triebe, töte das ver⸗ derbte Fleisch, gieb mir deine Furcht und Liebe, daß ich stets sei rein und keusch; hemme du der Lüste Lauf, zieh mein Herz zu dir hinauf, daß es nicht am Eitlen klebe, sich der Wollust nicht ergebe. 3. Meine Seel' ist deinem Bilde gleichgemacht und hochgeschätzt; dein Sohn hat für sie voll Milde einst sein Leben eingesetzt. Drum, o Vater, wär' ich ja mir nur selbst zum Fluche da, wenn ich unkeusch leben wollte und dein Bild so schänden sollte. 4. Christus wohnet durch den Glauben selbst in mir; sein heil'ger Geist lässet sich mein Herz nicht rauben, das er seinen Tempel heißt; und so steht er mir auch bei, daß sein Tempel heilig sei, daß ich ihm, an Seel' und Leibe keusch und rein, geheiligt bleibe. 5. Wer nicht rein, kann Gott nicht sehen, denn Gott ist das reinste Licht; der kann nicht vor ihm bestehen, dem die Reinigkeit gebricht. Soll mich nun der helle Schein dei⸗ nes Angesichts erfreun, Herr, so rein'ge Geist und Glieder, mach mir böse Lust zuwider. 6. Gottes Geist wird schon betrübet durch ein einzig schandbar Wort, und wer Lastern sich ergiebet, treibt ihn völlig von sich fort. Wollust machet Sorg' und Gram, bringet uns in Schand' und Scham; die in s olchen Sünden sterben, können nie dein Reich ererben. 7. Darum, Herr der reinen Scharen, laß mir deines Geistes Kraft und die Gnade widerfahren, die ein reines Herze schafft. 290. . Christlicher Sinn und Wandel. Mel.: Herr Christ, der einig Gott's Sohn. 2 323 Sei du meines Herzens Gast, mach die Sünde mir verhaßt, daß ich mich entzieh' bei zeiten sündlichen Gelegenheiten. 8. Töte meines Fleisches Triebe und was sonst mein Herz befleckt, weil dein Sohn am Kreuz voll Liebe Qual und Tod für mich geschmeckt. Treib die Lüste 5 ganz von mir, daß ich Leib 1 und Seele dir als dein Hei⸗ ligtum bewahre und zu dir in Frieden fahre. —— 3 EA E f 1 2 J. ö . 2 7 4— 1 4 r—— 2 2 Herr Je⸗ su, Gna⸗den⸗son⸗ ne, wahrhaf⸗tes Le⸗bens⸗ laß Le⸗ e und Won⸗ne mein blö⸗des An⸗ ge⸗ E 5— * licht, 5 sicht nach dei⸗ ner Gnad' er ⸗ freu ⸗ en und — 8 21—* 11——— E— 1— mei⸗ nen Geist er⸗ neu⸗ enz mein Got, ver⸗sag mir's nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn ver⸗ schwinden und hilf mir gnädiglich; laß deine Frie⸗ densgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adams sinn und laß mich dich erwählen, daß ich mich künftighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 21 324 4. Befördre dein Er⸗ kenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne dies Verständnis mir durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe und wachse fort und fort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu kreuz' gen die Be⸗ gier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch ver⸗ derbe, hingegen leb' in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir Christlicher Sinn und Wandel. zum Wohlgefallen bestän⸗ dig möge wallen auf rechter Lebens bahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu', wend allen Seelen⸗ schaden und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. L. A. Gotter. 291. Mtl.: Zeuch meinen Geist, triff meine Sinnen. 1 2 N . h 1 1 R — N 2— S— f—— 4 8—— 1—— —— 2 — 2— 2 ET 22— — — 1— 9 2 5— 5————— 2 1 2— A—— 5 2 2—. 1 dei nem ar ⸗ men Kin ⸗ de, nicht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß täg⸗ lich mich in Christo sterben und laß in mir durch seine Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz be⸗ freit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt wer⸗ den, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten; hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß: du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. Christlicher Sinn und Wandel. 325 7. Indessen will ich treu⸗ lich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit er⸗ siehst und aus der Sünde Netz mich ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht ge⸗ schlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicher⸗ heit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dein Erbarmen senke, so werd' ich von dir angeblickt und tief im Herzens grund erquickt. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so fass' ich schon des Sieges Beute und fühle, daß es Wahr⸗ heit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Fr. Richter. —— 326 Christlicher Sinn und Wandel. 292. Mel.: Jesus, meine Juversicht. 2 Joh. Crüger. 1686. 1 2 1 1— E 2—— 0 Himmel⸗ an geht uns⸗ re Bahn; wir sind Gä⸗ ste bis wir dort nach Ka⸗ na⸗ an durch die Wü⸗ 2 2 7———4 5——— 3 2 9 n f nur auf Er⸗ den, kommen wer⸗den. Hier ist un⸗ser Pilgrimstand, 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er⸗ neuter Sinn strebt in sei⸗ nen Ursprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Gü⸗ ter geben. Mein Verlangen muß schon hier nur nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt wiederum in nichts zerfällt. 4. Himmelan! ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh', wo ich einmal hingehöre. Hab' ich dieses Wort bewahrt, halt' ich meine Himmelfahrt. dro⸗ben un⸗ser Va⸗ter⸗land. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei⸗ mat führen, wo ich über alle Not ewig werde tri⸗ umphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freu⸗ dig folgen kann. 7. Himmelan, ja him⸗ melan! das soll meine Lo⸗ sung bleiben. Ich will allen eiteln Wahn durch die Him⸗ melslust vertreiben. Him⸗ melan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck. Christlicher Sinn und Wandel. 293. Mel.: Herr, zur Zucht in deinem Grimme. 922 2 138646. —.—ͤ——-—̃— 1——— Hüter, wird de aber Sün ⸗ den . nicht ver⸗ 8 E J. 2. 3 S ä— 8— schwinden? 855 ä Wird die Fin⸗ster⸗ nis 5 Sin ⸗ nen bald zer⸗ 6 . 8 f 1—— N——.— 9—————̃(— rin⸗ nen, da⸗von ich um⸗fan⸗ gen bin? 2. Möcht' ich, wie das Rund der Erden, lichte werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe: ew'ge Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich noch im Schat⸗ ten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kom⸗ men; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der du Licht und Recht gebracht. 5. Wie kann ich des Lich⸗ tes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an⸗ blicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 7. Nur die Decke vor den Augen kann nicht tau⸗ gen, seine Klarheit dringt nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll er⸗ scheinen, so muß rein das Auge sein. 328 Christlicher Sinn und Wandel. Augen, die was taugen, Plage, wenn am Tage man rühre meine Augen an; das Licht nicht sehen kann. Chr. Friedr. Richter. 294. Mel.: Scelenbräutigam. 8. Jesu, gieb gesunde denn das ist die größte Adam Dreese. 1698. und wir wollen nicht ver⸗wei⸗ len, dir ge⸗ treu⸗lich r Hand bis ins Vaterland. 2. Soll's 1—5 er so gieb Geduld zu bei⸗ gehn, laß uns feste stehn-den; richte unsern Sinn und auch in den schwersten g auf 12 Ende hin. Tagen niemals über Lasten 4. Ordne unsern Gang, klagen; denn durch Trüb⸗ Jesu, lebenslang. Führst sal hier geht der Weg zu dir. du uns durch rauhe Wege, 3. Rühret eigner Schmerz gieb uns auch die nöt'ge irgend unser Herz, kümmert Pflege; thu uns nach dem uns ein fremdes Leiden: Lauf deinen Himmel auf. Nik. Ludw. von Zinzendorf. 295. Mel.: Einer ist König, Immanuel sieget. FW 2 1—— ——„ Je⸗ su, hilf sie⸗gen, du Für⸗ ste des Le⸗bens, wie sie ihr höl⸗li⸗sches Heer nicht ver⸗ge⸗beus sieh, wie die Fin⸗ster⸗nis drin⸗get her⸗ ein, mäch⸗tig auf⸗füh⸗ ret, mir schäd⸗lich zu sein! — — —— U. laß mir, Herr, niemals die Hül⸗fe zer ⸗ rin ⸗ nen. 2. Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigen⸗ lieb', Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt: hilf mir dann, Jesu, aus all meinen Nö⸗ ten, hilf mir, das sündliche Fleisch zu ertöten. 3. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gieb, daß in mir lebe des Gei⸗ stes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heili⸗ gen Trieb; laß mich ein⸗ dringen ins himmlische We⸗ sen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 4. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lüge aufblähn und mit dem schminken, heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 5. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten: Hüter, du schläfst ja und schlum⸗ merst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich ver⸗ treten; willst ja beim Va⸗ ter mein Fürsprecher sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 6. Jesu, hilf siegen! Wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh', wenn kein Ver⸗ mögen zu beten sich findet, wenn ich vor Angst und vor Zagen vergeh': ach Herr, so wollst du im Grunde Scheine der Wahrheit sich laß doch viel der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 330 Christlicher Sinn und Wandel. 7. Jesu, hilf siegen und laß mir's gelingen, daß 0 ich das Zeichen des Sie⸗ ges erlang'; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, 296. Mel.: Jesus, meine 1. Jesu, Jesu, stärke mich, willig jede Not zu tragen. Ach, mein Herz entsetzet sich, würd' auch ohne dich verzagen. Doch ich weiß es: ich bin dein, laß mich dir auch ähnlich sein. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schämen, wil⸗ lig sein, wie er auch bebt, doch dein Kreuz auf sich zu nehmen. Wer dazu nicht willig ist, liebt dich nicht und ist kein Christ. 3. Sanft wird endlich deine Last, wenn ich still und ohne Klage, weil auch du gelitten hast, was du auflegst, standhaft trage. Dann wird, was erst schreck⸗ lich däucht, süß und ange⸗ nehm und leicht. mit frohem Gesang. Ach Herr, komm, mache ein Ende des Krieges, schmücke dein Zion mit Palmen des Sieges. Joh. Heinr. Schröder. Zuversicht(s. Nr. 299). Maß war deine Not, un⸗ aussprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz er⸗ warbst du mir Kraft und Mut in meinen Leiden. Nun kann, Jesu, mich von 4. Ach, du hast unend⸗ lich mehr, als ich je von Kreuz empfinde, leiden müs⸗ sen, Heiligster, für die Welt, für meine Sünde. Ohne dir keine Pein, kein Tod je scheiden. Werd' ich zag⸗ haft, stärket sich mein er⸗ schrocknes Herz durch dich. 6. Herr, du hast nach deinem Streit dich zu Gott emporgeschwungen, und du hast die Herrlichkeit durch dein Kreuz auch mir errun⸗ gen. Wer, wie du, mein Jesu, hier kämpft, der er⸗ bet dort mit dir. 7. Nein, ich fliehe nicht dein Kreuz, nehm' es gern aus deinen Händen. Mich soll nie der Lüste Reiz, nie die Trübsal von dir wen⸗ den. Gern trag' ich, wie⸗ wohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. Christoph Christian Sturm. ————— Christlicher Sinn und Wandel. 331 297. Mel.: Wer nur den lieben Gott. b(s. Ar. 286). 1. Ihm nach, ihm nach 3. Hindurch, hindurch! auf seinen Wegen! mein man muß es wagen. Mit Jesus hat die Bahn gemacht. Geh' ich dem Himmel nur entgegen, so schreckt mich nicht des Weges Nacht; und ob er gleich voll Dornen wär', geht doch mein Jesus vor mir her. 2. Getrost, getrost, nicht still gestanden! die Welt muß deinem Blick entgehn. Die, so den Weg nach Zion fanden, erstiegen immer neue Höh'n. Dein Wan⸗ del muß im Himmel sein, sonst gehst du nicht zum Himmel ein. Gott geht man durch Glut und Flut; er hilft der Erde Kreuz uns tragen und giebt dazu uns festen Mut. Wir müssen durch viel Trübsal gehn, eh' wir im Reiche Gottes stehn. 4. Hinauf, hinauf! den Kampf erwähle! der Kampf bringt reichen Siegerlohn. Es gilt das beste Teil der Seele, die Seligkeit an Christi Thron. Ihm nach! getrost! hindurch! hinauf! gen Himmel führt des Chri⸗ sten Lauf! Benj. Schmolck. 298. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 5508. 3 5 — Kommt,— laßt uns 1 Es ist ge⸗ fähr⸗ lich ste 17 der hen in 5 — BBS Abend kommt herbei. die⸗ser Wü⸗ ste⸗ nei. Kommt, stär⸗ket eu⸗ren Mut, zur . e—* 8„55 E- wig⸗keit zu wan⸗ dern, von ei⸗ ner Kraft zur — 2 7———— ———— — an ⸗ dern: es ist das En⸗de gut. 3 332 Christlicher Sinn und Wandel. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pil⸗ gerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns ge⸗ rufen hat. Kommt, folgt und traut auf ihn und lenkt mit festen Schritten zu jenen ew'gen Hütten die Pilgerreise hin. 3. Geht's der Natur entgegen, so geht's, wie Gott es will. Die ihres Fleisches pflegen, die kom⸗ men nicht zum Ziel. Ver⸗ laßt die Kreatur und was euch sonst will binden, ja, laßt euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur. 4. Schmückt euer Herz aufs beste; was schmückt ihr Leib und Haus? Wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pil⸗ ger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 5. Ist unser Weg gleich enge, führt über steile Höh'n, wo Disteln rings in Menge und scharfe Dornen stehn: es ist doch nur ein Weg. Es sei! wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen Bahn nnd Steg. 6. Kommt, Christen, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, mit milden Sonnen⸗ blicken uns locken und er⸗ quicken: ach ja, wir haben's gut. 7. Kommt, Christen, laßt uns wandern, wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns friedsam sein, uns auf dem Weg nicht streiten! Die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reih'n. 8. Sollt' wo ein Schwa⸗ cher fallen, so greif' der Stärkre zu; man trag', man helfe allen, man pflanze Fried' und Ruh'. Kommt, schließt euch fester an, ein jeder sei der kleinste, doch auch wohl gern der reinste auf unsrer Lebensbahn. 9. Kommt, laßt uns mun⸗ ter wandern, der Weg nimmt immer ab; ein Tag folgt auf den andern, bald sinkt der Leib ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ew'gen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From⸗ Christlicher Sinn und Wandel. 11. Drauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründ⸗ lich dem absagen, was auf⸗ hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch Jesu Leiten hin men heim zu dem Vater in die Ewigkeiten. Es soll kommen; wie wohl, wie nur Jesus sein! wohl wird's thun! Gerhard Tersteegen. 299.: Lasset uns den Herren preisen. . Laß sct uns mit Je⸗ su zie⸗hen, sei⸗ nem in der Welt der 3 ent⸗flie⸗ hen auf der e Vor⸗bild folgen nach, 5 d Bahn, die er uns brach; täg⸗ lich im⸗mer hö⸗her A 6 FFFFFCCFTFCCCTCT stei⸗gen, ir⸗disch noch scon hin sein, glau⸗ ben — 2 2 55 8 1 2 recht und le⸗. rein, in der Lieb' den Glauben 55 zei⸗gen. Treu- er Je ⸗ su, bleib bei mir, 10 55 geh vor⸗ an, ich fol ⸗ ge dir. 334 Christlicher Sinn und Wandel. 2. Lasset uns mit Jesu sterben unsern Lüsten ab, leiden, seinem Vorbild wer⸗ so wird er uns aus dem den gleich. Nach dem Leide Grab in des Lebens Licht folgen Freuden, Armut hier erheben. Jesu, sterb' ich, macht dort uns reich. Thrä⸗ sterb' ich dir, daß ich lebe nensaat, die erntet Wonne, für und für. Hoffnung tröstet mit Ge⸗ 4. Lasset uns mit Jesu duld; denn es scheint durch leben. Weil er auferstan⸗ Gottes Huld nach dem den ist, muß das Grab Regen bald die Sonne. Jesu, uns wiedergeben: Jesu, un⸗ leid ich hier mit dir, teilst ser Haupt du bist, wir du dort die Freud' mit mir. sind deines Leibes Glieder, 3. Lasset uns mit Jesu wo du lebst, da leben wir: sterben, sein Tod wehrt ach erkenn uns für und für, dem andern Tod, rettet uns trauter Freund, für deine von dem Verderben, von Brüder! Dir, o Jesu, leb' der Seele ew'ger Not. Laßt ich hier und auch ewig dort uns sterben, weil wir leben, bei dir. Siegmund von Birken. 300. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat. 1667. dir zur die ⸗ses ja von mir, des bin ich ein- ge⸗denk. 2. Gieb mir, mein Sohn, 3. So nimm mein Herz, dein Herz, sprichst du, das o Vater, an, veracht die ist mir lieb und wert, du Gabe nicht, ich geb's, so findest anders keine Ruh' gut ich's geben kann, wend im Himmel und auf Erd'. zu mir dein Gesicht. 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit und nicht vom Bösen frei, noch ist es mit sich selbst im Streit und fühlt nicht wahre Reu'. 5. Zerbrich des Herzens Härtigkeit und beuge mei⸗ nen Sinn und ziehe mich in Reu' und Leid zu dei⸗ nem Herzen hin. 6. Laß werden mir nach deiner Huld Gerechtigkeit zu teil, vergieb mir meine große Schuld und meine Wunden heil. 7. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, und dich bekenne ohne Scheu trotz aller Feinde Spott. Christlicher Sinn und Wandel. 335 8. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffnung und Geduld, daß ich, wenn alles mich verläßt, vertraue deiner Huld. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demut und Sanftmut üb', daß ich, von aller Weltlust rein, stets wachs' in deiner Lieb'. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn' allen Heuchelschein, damit ich immer näher komm' dem, was ein Christ soll sein. 11. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Joh. Kasp. Schade. 301. Mel.: Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. 2 8 J. H. Schein nach B. Gesius. 22 94 . F. 9 Mir nach, spricht Christus, un ⸗ ser Held, mir ver⸗leug⸗ net euch, ver- laßt die Welt, folgt l 55— E———— nach, ihr Christen al ⸗ le mei⸗ nes Ru⸗ fes Schal⸗ le; nehmt eu ⸗ er Kreuz und 2 5 Un⸗gemach auf euch, folgt mei⸗nem Wandel nach. 336 Christlicher Sinn und Wandel. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch vor mit heil gem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Ich zeig' euch, das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort'. 4. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech' die 302. el.: Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 5. Wer's Leben hier zu finden meint, wird es ohn mich verlieren; wer's um mich zu verlieren scheint, wird es in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 6. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohl⸗ gemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen! Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler. Es ist gewißlich an der Zeit. 21535. Er 5 2————ů—.— ————. 5—4 0 Nach mei⸗ ner See ⸗ len und nicht die kur ⸗ ze 5 E 7 Herr, mich eif⸗ rig rin ⸗ gen 5 Si⸗cher⸗ heit 8-— Wie würd ich einst vor 94 EUER Se ⸗lig⸗ keit laß, Ona⸗ den⸗ zeit in 5 be. stehn? Wer in 100 Reich wünscht 1 C———— ein ⸗zu⸗ gehn, muß rei ⸗ nes Her ⸗zens wer ⸗ den. 82 2. Wer erst am Schluß der Lebensbahn auf seine Sünd' will sehen, und wenn er nicht mehr sünd'⸗ gen kann, Gott um Erbar⸗ mung flehen, der geht den Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort gewiesen. 3. Du rufst uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte wer⸗ den. Herr, dazu gieb mir Kraft und Trieb; nichts sei zu groß, nichts mir zu lieb! dir laß mich alles opfern. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersetzen. 303. Mel.: Freu dich sehr, 1. Nicht der Anfang, nur das Ende krönt des Christen Glaubensstreit. Ach ge⸗ treuer Gott, vollende meinen Lauf in dieser Zeit! Hab' Christlicher Sinn und Wandel. 337 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freu⸗ digkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Menschen⸗ gunst, kein irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit festem Mut verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Träg⸗ heit mich beschützest und nicht zur Treu' in dieser Pflicht mit Kraft mich unterstützest? O stärke mich, mein Gott, dazu! so find' ich hier schon wahre Ruh und dort das ew'ge Leben. Joh. Sam. Diterich. meine Seele(s. Ur. 309). ich dich einmal bekannt, so verleihe mir Bestand, daß ich, bis ich einst erkalte, dir auch Treu' und Glau⸗ ben halte. 22 338 2. Laß mich einem Felsen gleichen, der in Sturm und Fluten steht! Laß mich nicht zurücke weichen, wenn mich Not und Tod umfäht! Sei mein Anker, der nicht bricht, sei mein Stern und helles Licht, daß ich nie von dir mich scheide und am Glauben Schiffbruch leide. 3. Du bist treu in allen Dingen, und dein Wort ist auch getreu. Laß mich dir ein Herze bringen, das getreu und kindlich sei! Wanket oft mein Fleisch und Blut und entsinket mir der Mut: rechten Glauben nichts aus meinem Herzen rauben. 4. Laß mich halten, was ich habe, daß mir nichts die Krone nimmt: es ist deines Geistes Gabe, daß mein Glaubensdocht noch 304. 1 2 so laß doch den Christlicher Sinn und Wandel. glimmt. Loösche nicht den Funken aus, mach ein helles Feuer draus, daß es möge fröhlich brennen, vor der Welt dich zu bekennen. 5. Du hast guten Grund geleget; Jesus, der mein Eckstein ist, wird durch keine Macht beweget, ihn verrücket keine List. Laß mich fest auf ihm bestehn, nimmermehr zugrunde gehn, wenn sich Macht und List bemühen, mich von Christo abzuziehen! 6. Gieb mir, daß ich an dir hange, wie die Reb' am Weinstock hängt, und im Glauben dich umfange, wie mich deine Gnad' um⸗ fängt! Kommt es dann zur letzten Not, so versiegle mir im Tod, was ich hier geglaubt auf Erden, und laß es zum Schauen werden. Benj. Schmolck. Eigne melodie. 1784. 35553 O Durchbre⸗g cher al⸗ ler Ban⸗de, der du im⸗mer bei dem Scha⸗de, Spott und Schande stets Gewinn und —. 2 2 bei uns bist Eh⸗ re ist, ü⸗ be fer⸗ ner dein Ge⸗ rich⸗te — Christlicher Sinn und Wandel. 0 g 2 . g P 9 552—— ERH EO wi⸗ der un⸗ ern green bis dein treu· es r— 1— 1— J EF An⸗ge⸗sich⸗ te uns führt aus dem Ker⸗ ker hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb' und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der sel'gen Ruhestatt. 3. Schaue denn auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Er⸗ lösung beten von der sün⸗ digen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn schon unser Geist zuzeiten sich auf etwas Bessres schickt. 4. Ach erheb die matten Kräfte, reiß die Bande doch entzwei, daß auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei! Heb uns aus dem Staub der Sünden, treib die Luft der Welt hinaus, laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus! 5. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch, wir sind bereit; wie du's nötig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 6. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End'! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 7. Laß, die teuer dir erworben, nicht der Men⸗ schen Knechte sein! Denn bist du für uns gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heil' gen Bild. Der hat Gnad' um Gnad' genommen, wmeschen deine Tü ran welchen deine Füll' erfüllt. 2 340 Christlicher Sinn und Wandel. dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; 8. Liebe, zeuch uns in führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht 6— 305. Ael.: Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 4 säumen, laß uns nur nicht lässig sein! Wird's doch sein, als ob wir träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold. 8 2. —— Oft klagt dein Herz, wie schwer es sei, den und täg⸗lich sei⸗ nem Wor⸗ te treu zu den⸗ken und zu han⸗ deln. Wahr ist's, die Tu⸗ gend * 7 3535333333 to⸗stet Müh, be siegt nicht leicht die Lü ⸗ ste; doch 8 ——— rich⸗te selbst, was wä⸗re sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, so sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, ver⸗ wandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen, allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist an⸗ fangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Sei stark, sei männ⸗ lich allezeit, tritt oft an deine Bahre, vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Mut dir geben, und Kräfte der zukünft'gen Welt, die wer⸗ den ihn beleben. Christlicher Sinn und Wandel. 341 5. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach⸗ heit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen; ein göttliches Verdienst ist dein; dies muß dein Herze stillen. Chr. Fürchtegott Gellert. 306. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade(s. Ar. 307). 1. O wer alles hätt' verloren, auch sich selbst! wer allezeit nur das eine hätt' erkoren, welches Geist und Herz erfreut! 2. O wer alles hätt' vergessen! wer nichts wüßt', als Gott allein, dessen Güte unermessen macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O wer alles könnte lassen, daß er frei vom Eitlen all wanderte die Friedensstraßen durch dies thränenreiche Thal! 4. O wär' unser Herz entnommen dem, was lockt durch eitlen Schein und hält ab, zu Gott zu kommen, in dem alle Güt' allein! 5. O daß wir Gott möch⸗ ten finden in uns durch der Liebe Licht und uns ewig ihm verbinden! Alles andre sättigt nicht. 6. O wär' doch das Aug' der Seelen stetig nur ge⸗ wandt zum Herrn! so wär' auch das bange Quälen im Gewissen von uns fern. 7. O du Abgrund aller Güte, zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist und Herz, Sinn und Gemüte, ewig mit dir eins zu sein! Oottfr. Arnold(7). Christlicher Sinn und Wandel. Eigne Melodie. 22 —— 2 22 Nin⸗ g ech, wem 158 Gna⸗ de dich nun sle-het 2 2 B 28— 7 2 8 — 7— g—— und be⸗ kehrt, daß ies recht ent⸗la⸗ de 0 8 a l f—— P 7— 7 1— JL —— 1— L II 2 von der Last, die 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, und der Lebens⸗ weg ist schmal: liert sich im Gedränge, nicht strebt zum Himmels⸗ saal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will das Fleisch dir widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht stich. 5. Ringe mit Gebet und Flehen, halte brünstig da⸗ mit an; laß den Eifer nicht vergehen, und Nacht daran. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier setze Tag hier ver⸗ was ihn be⸗schwert. in dieser Welt voll Fehle schwebst du täglich in Ge⸗ fahr. 7. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 8. Nichts hab' Aug' und Hand zu schaffen mit der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 9. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 10. Wahre Treu' führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, glei⸗ chet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 11. Wahre Treu' liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Fleischespflege, hält sich selber nichts zu gut. 12. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr 308. Christlicher Sinn und Wandel. 343 Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter: streitet recht und fürchtet euch, dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Joh. Jos. Winckler. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 2 1608. * * — ——— = 5 4 N N 1 . 7 4 U—— 2 Rü⸗stet euch, ihr Christen⸗leu⸗ te! Wappnet euch mit Got⸗tes Wor⸗ te die Fein⸗de und käm⸗0pfet 8 7.. 2——— ͤ——᷑8 su⸗ chen euch zur Beute, ja, Sa⸗ tan frisch an 3 dem Or ⸗ te, da⸗ mit ihr 55 8 selbst hat- gehrt. 5 bet un⸗ ver sehrt. Ist euch der Feind zu BBE schnell, 1— Im⸗ ma ⸗ un dl. Ho ⸗si⸗ f 1 55* 5 8 an ⸗ na! Der Star ⸗ ke 12 fällt durch die ⸗sen Held J 2 5— ——— 2 und wir be- hal⸗ ten mit das Feld. 344 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, als rechte Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt, wie die Lahmen, zeigt, was der rechte Glaube schafft. Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit: so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'⸗ gen Jahre, eh' ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, so wird die Welt vor ihm erschrecken, wir dadurch die Liebe fleußt Christlicher Sinn und Wandel. aber stehn mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat läng⸗ stens schon uns beigelegt die Ehrenkron'. 4. Jesu, stärke Gottes Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns ent⸗ fallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends. : Freu dich sehr, o meine Seele. Schaffet, schaffet, Menschen, tn 1 schaf⸗ 2 eu⸗ re bau⸗et nicht, wie* Sün⸗ der, nur auf ge⸗ gen⸗ 3535 8 N 3— Se⸗lig⸗ keit; Page Zeit, sondern schauet ü⸗ ber euch, 7— — 55 1 — — R— rin⸗ get nach dem Himmel⸗reich und be⸗mü⸗ het 2 Christlicher Sinn und Wandel. — . 8— c auf Er⸗den, wie ihr mö⸗get 2. Daß nun dieses mag geschehen, müßt ihr nicht nach Fl eisch und Blut und nach dessen Neigung ben, sondern, was Gott will und allein schnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach', zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade nichts in euch, als Seelen⸗ schade. 4. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sün⸗ den in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. bringen giebt. se⸗ lig wet- den. 5. Werdet ihr nicht knenlich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; thut, das muß einzig und eures Lebens Richt⸗ ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird zum Lohne beigelegt die Ehrenkrone. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen keine Statt: an dem Fleisch Gefallen tragen, schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn' geht es wahr⸗ lich niemals an, daß man noch mit sicherm Herzen mit der Sünde wollte scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er ist's, der jederzeit kann zur Hölle niederschlagen; er ist's, der den Geist ver⸗ leiht und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Voll⸗ O so laßt zu ihm uns gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt das Fleisch danieder, das noch stets in euch sich regt; kämpft und kämpfet immer wieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, hauet ab, was euch hindert, senkt ins Grab und denkt stets an Jesu Worte:„Gehet ein zur engen Pforte.“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Hei⸗ 310. 4 3 Christlicher Sinn und Wandel. land, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Glaubens⸗ kampf vollführ'. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 2 Joh. Crüger. 1656. E= 5— r—— R. +2— g +——— See ⸗ le, was er⸗müd st du dich in den Din⸗gen die doch bald ver⸗ zeh⸗ ren sich und zu Staub und Tel die⸗ser Er⸗den, A⸗sche wer⸗den? 3535 Su⸗ che Je⸗sum und sein Licht, A. 8 EN 2 2— 2 1 15 3 f— 5 f 5* ——— 11 9 2.—— zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. les an ⸗ dre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebens⸗ quelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Je⸗ sum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich recht oft im Geist über alle Him⸗ melshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Nahe dich dem lau⸗ tern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, Christlicher Sinn und Wandel. 347 sich in reichem Maß ergie⸗ ßet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Laß dir seine Maje⸗ stät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünsti⸗ gem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Je⸗ sum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill' stillen werde dein Verlangen. Suche Je⸗ sum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf. 311 311. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. Georg Neumark. 1657. 5 3 2 2 1 Was hin⸗ket ihr, be⸗trog⸗ne Seelen, auf beiden Fällt's euch zu schwer, das zu er⸗wählen, was euch an⸗ — 22 7 212 5 L. * Sei⸗ten im⸗mer⸗fortꝰ bie⸗tet Gottes Wort? — 22 N— nen— — E* E—— Ach seht's mit offnen Augen 5.———— an, brecht durch und wählt die schma⸗le Bahn. ——— 348 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reich⸗ tum, Ehr' und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg er⸗ hält: Gott selbst ist's und die Ewigkeit voll Lust, voll Ruh', voll Seligkeit. 3. Drum gilt hier kein halbiertes Leben, Gott krö⸗ net kein geteiltes Herz; wer Jesu sich nicht recht erge⸗ ben, der macht sich selber Müh' und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Qual und dort die Höll' davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen der Welt auf ewig Abschied giebt, wer Christo folgt in allen Din⸗ gen und ihn von ganzem Herzen liebt, der ist allein der Krone wert, dem wird die Seligkeit beschert. 5. Zerreißet die gelegten Schlingen, die euch in die⸗ sem schönen Lauf verhin⸗ dern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf! verlaßt die falsche Ruh'; auf, auf! es geht dem Him⸗ mel zu. Christlicher Sinn und Wandel. 6. Gott fordert nur, daß ihr euch haltet an ihn, den Herrn, der mit euch geht, daß ihr die schwachen Hände faltet und ohne Heu⸗ cheln zu ihm fleht. Er kämpft für euch, er macht euch Bahn trotz dem, der euch besiegen kann! 7. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weis⸗ heit hält bei euch die Wach', die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie man⸗ chen hat nicht diese Hand schon durchgeführt ins Va⸗ terland. 8. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, es ist schon jetzo viel versäumt; ihr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, wenn ihr das Heute träg verträumt. Eilt, eilet, denn die Gna⸗ denzeit flieht pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 9. Laßt euch das Fleisch nicht lässig machen, ver⸗ bannet seine Weichlichkeit; ihr gebt euch ja um eitle Sachen in so viel Müh' und Fährlichkeit. Wie, daß ihr um das höchste Gut so träg, verzagt und sorg⸗ los thut? 10. Eilt, faßt einander bei den Händen, seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich Nächsten liebe. enden! Dann stehet unser König da; er führt uns ein zur stillen Ruh' und teilet uns das Kleinod zu. Leop. Franz Friedr. Lehr. XXI. Nächstenliebe. 312. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat(. Ar. 314). 1. Christ, wenn die Ar⸗ men manchesmal vor deiner Thüre stehn, merk auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang erschallt zu dir herein, horch auf, ob seiner Stimme Klang nicht möchte drunter sein. 3. O nicht so fest und eng verschließ die Thüre und das Herz! Ach, wer den Heiland von sich stieß', was träfe den für Schmerz! 4. Drum öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus und reiche mild der Liebe Zoll dem Dürf⸗ tigen hinaus. 5. Denn ehe du dich's wirst versehn, ist's dein Herr Jesus Christ; der wird durch deine Thüre gehn, weil sie so gastlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heil'ge Hand zum Segen für und für: 7. Zum Segen über dei⸗ nen Tisch und über all dein Gut und über deine Kinder frisch und deinen frohen Mut; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, da du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freuden thut, wie ihm und seinen Brüdern hier du thatst mit frommem Mut. Wilhelm Hey. Nächstenliebe. 313. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 152 3 1 22 2— Der du die— sel⸗ 1 bist u und selbst dem, der, Herr, dein Feind noch 5 mit 35.— gern uns Menschen seg ⸗nest, Gna⸗ de doch 5 geg⸗ nest, 3 88 Sinn nach dir und laß mich, mein Er ⸗ Ad⸗ ser, hier* o bil⸗ de mei⸗nen dei⸗ nen We⸗g igen wan⸗deln! Die kön⸗ nen kei ⸗ ne —— 10 —ä—— .— sein, die dir au fol⸗ Len sich nicht nz usch ... 1 men⸗schen⸗freundlich han-deln. 2. Dein Leben in der 3. Auch jetzt, da du er⸗ Niedrigkeit war aller Men⸗ höhet bist, erbarmst du dich schen Segen; dir folgten J der Sünder, bist ewig, was Lieb' und Freundlichkeit auf dein Vater ist, ein Freund allen deinen Wegen. Was der Menschenkinder. Du du nur sprachst, war War⸗ schaffst den Deinen Trost nung, Rat und Heil und und Ruh', und die Verirr⸗ Trost, und jede That be⸗ ten suchest du auf deinen zeugte dein Erbarmen. Du Weg zu leiten. Du höͤrst kamst, gering und arm zu der Seufzenden Gebet und sein, von jeder Not uns brauchst nur deine Maje⸗ zu befrein, und starbst zum stät, um Segen auszu Heil uns Armen. breiten. Nächstenliebe. 351 4. Laß denn in meiner 5. Laß mich mit brüder⸗ Pilgrimschaft mich auf dein licher Huld des Trägen Vorbild sehen! Erfülle mich Fleiß erwecken und seine mit Lust und Kraft, dem Fehler mit Geduld und Nächsten beizustehen, be⸗ Liebe gern bedecken! Kränkt trübten Herzen Trost zu einer mich, laß mich, o Herr, sein, mich mit den Fröh⸗ Wverzeihn und selbst Beleidi⸗ lichen zu freun, mit Wei⸗ ger mit Lieb' umfahn als nenden zu klagen! Laß nie Brüder! Und kann ich ihre mich dem, der meinen Rat, Herzen hier nicht mehr ge⸗ der meine Hülfe nötig hat, winnen, gieb sie mir in was er bedarf, versagen! deinem Himmel wieder! J. S. Diterich. 314.: Nun sich der Tag geendet hat. . 78. 2 8 b Der du noch in der letz- ten Nacht, eh du für uns 3 den Dei⸗ nen von der 14 Ech 0 S 0—* 5 Lie ⸗ be Macht so schön ge- zeu⸗ get hast, 2. Erinnre deine kleine 3. Bezwing doch unsern Schar, die sich so oft stolzen Sinn, der nichts entzweit, daß deine letzte von Demut weiß, und führ Sorge war der Glieder ihn in die Liebe hin zu Einigkeit. deiner Liebe Preis. 5 3 15. Mel.: Nächstenliebe. O Durchbrecher aller. Las⸗ set eu⸗ re 4 3 8 1 2 1284. 3 ———————— —— f ä e Herz ver⸗ 0 zu⸗sam⸗men, sucht in Got⸗tes Lie⸗besflammen lodern auf den Herzen Ruh'! Heiland zu! Er das Haupt und wir die Glieder, 8 4— 4 2 4 f— 1— —— N 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, und er⸗ neuert euren Bund, schwö⸗ ret unserm Überwinder Lieb' und Treu' von Herzens⸗ grund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Je⸗ sus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er einst sein Blut: wir die ir die Brüder, er ist un⸗ser, wir r sind fein. denkt doch, wie es ihn be⸗ trübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herz⸗ lich meine, wie's dein letz⸗ ter Wille war. Ja, verbind in deiner Wahrheit, der du selbst die Wahrheit bist, alles, was von deiner Klar⸗ heit hellem Schein erleuch⸗ tet ist. 5. So wird dein Gebet erhöret, daß der Vater alle die, welche sich zu dir be⸗ kehret, auch in seine Liebe Nächstenliebe. 353 zieh', und daß, wie du eins von einem Stamme, ste⸗ mit ihnen, also sie auch hen auch für einen Mann. eines sei'n, sich in wahrer 7. Laß uns so vereinigt Liebe dienen und einander werden, wie du mit dem gern erfreun. Vater bist, bis schon hier 6. Liebe, du hast es ge⸗ auf dieser Erden kein ge⸗ boten, daß man Liebe üben trenntes Glied mehr ist; soll: o so mache doch die alle Herzen laß entbrennen; toten, trägen Herzen lebens⸗ deine Lieb' in uns entzünd: voll! Zünde an die Lie⸗ also wird die Welt erkennen, besflamme, daß ein jeder daß wir deine Jünger sind. sehen kann: wir, als die Nik. Ludw. v. Zinzendorf. 6 31 6. Mel.: O Zesu Christ, mein's Lebens Licht. Joseph. Clauderus. 1630. 1 2 S — 1 In Christo nur der Glau⸗be gilt, dar⸗aus ein 3 525 schö⸗nes Brünnlein quillt, die brü⸗der⸗ li⸗ che Lieb ge⸗ 4 4 ö 2 2 2 2——— “ nannt, dar⸗an ein Christ wird recht er⸗Kannt. 2. Der Herr sie selbst 4. Die Lieb' nimmt sich das Zeichen nennt, daran des Nächsten an, sie hilft man seine Jünger kennt; und dienet jedermann; gut⸗ in niemand's Herz man willig ist sie allezeit, sie sehen kann, an Werken lehrt, sie straft, sie giebt wird erkannt ein Mann. und leiht. 3. Ja, bei der Liebe spürt 5. Sie überhebt sich kei⸗ man frei, wer ein recht⸗ ner That, wenn sie gedient, schaffner Bruder sei; der geholfen hat; denn was sie Glaub' von Herzen traut thut, thut sie aus Pflicht, auf Gott, die Lieb' hält und Lohn und Dank begehrt treulich sein Gebot. sie nicht. 23 —— 354 6. Ein Christ dem Näch⸗ sten hilft aus Not, er thut's zu Ehren seinem Gott; er thut es nur aus treuem Sinn, dankt man ihm drum, so freut es ihn. 7. Wo nicht, so küm⸗ mert's ihn nicht sehr, er that's ja nicht um Ruhm und Ehr'; was seine Rechte reichet dar, das wird die Linke nicht gewahr. 8. Wie Gott läßt schei nen seine Sonn' und reg nen über Bös' und Fromm', so soll'n wir segnen auch den Feind, gleichwie wir Liebes thun dem Freund. 317. Nächstenliebe. 9. Die Lieb' erweist sich mildiglich, sie eifert nicht, noch bläht sie sich, sie glaubt und hofft, trägt mit Ge⸗ duld, verzeiht gutwillig alle Schuld. 10. Sie wird nicht müd', fährt immer fort, kein finst⸗ rer Blick, kein bitter Wort entfähret ihr, nichts Arg's sie denkt, wie sehr sie Lug und Trug auch kränkt. Darum die Lieb' das Größte ist, des sich beflei⸗ ßen soll ein Christ; die Lieb' in Gottes Willen ruht und alles Gute schafft und EI. thut. Nik. Herman. Mel.: Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. J. H. Schein nach B. Gesius. 1628. —— reißt sie ganz da- nie ⸗ 4 1 3 2——* 8⁰ jemand spricht: Ich ä——— ——— lie⸗ be Gott, und der treibt mit Got⸗ 55 Wahr⸗heit Spott und 555 haßt doch sei⸗ ne Brü⸗der, 5— will, daß ich den Nüchtern die⸗ be gleich als mich. is je Lieb: 9e Gott ist die Lieb' und —— a— * 1 1—— 1 ͤ——— 5 2. Wer dieser Erde Gü⸗ ter hat und sieht die Brü⸗ der leiden und macht die Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der achtet nicht der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht: der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftiger erscheinet, nicht eilt dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt' und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? der hassen, seines zeihn, dem du Nächstenliebe. 355 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rat und That nicht wachet, dem Übel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, gedankenlos die Gabe giebt: der hat sie wenig noch ge⸗ liebt. 7. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 8. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brü⸗ die Gott durch Sohnes Blut so teu'r erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab' ich das mehr als sie verdient? 9. Du schenkst mir täg⸗ lich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Ge⸗ duld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht ver⸗ vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 23* 10. Was ich den From⸗ men hier gethan, dem Klein⸗ sten auch von diesen, das siehet mein Erlöser an, als hätt' ich's ihm erwiesen: wie könnt' ich denn sein Jünger sein und ihn in Brüdern nicht erfreun? Gebet. 11. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er⸗ gehen, der lieblos seinem Nächsten nicht in Not eilt beizustehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtegott Gellert. XIII. Gebet. Mel.: Christus, der ist mein Leben. Melchior Vulpius. 1609. 1 2 225—— 0 ä— 2 12——. 7 12——— —* 1 7 L— 1 4 + Ach bleib mit dei ⸗ ner Gna⸗ de bei 9 5 3 r. 1 4 1 N 3— 7 + . ö J— ͤ——ẽ— — 9 2. 2 I 2 1— uns, Herr Je⸗ su Christ, daß uns hin fort nicht 94— 3 N. 8— — 2 2 g +—— 2 2 1 1 22* 9 9 88 9 2 scha de des böͤ⸗sen Fein⸗ des List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid' hier und dorten sei Güt' und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wer⸗ tes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Gebet. Schutze bei uns, du star⸗ 6. Ach bleib mit deiner ker Held, daß uns der Treue bei uns, mein Herr Feind nicht trutze, noch fäll' und Gott, Beständigkeit ver⸗ die böse Welt. leihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann. 319. Mel.: O Gott, du frommer Gott. a. 4 2 1648. A. 3 355 2 2.— mic nicht! reich mir die Gna⸗den⸗ ach füh⸗ re mich, dein Kind, daß ich den Lauf voll⸗ 8 9 5 ü——ů— ————— 7 2— 0 13—.5 1 3— 7 hän ⸗ de; 1. 5 e zu mei⸗ ner Se⸗ lig⸗ keit; sei A 7 2 7 1—— E—— J f 5 ER du mein Le⸗ bens⸗licht, mein 8 mein Schutz; ach Gott, ver⸗ laß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich stärke mich in jeder bösen nicht! regiere du mein Wal⸗ Stunde; wenn die Ver⸗ len; ach laß mich nimmer⸗ suchung naht und meine mehr in Sünd' und Schande Seel anficht, so weiche nicht fallen; gieb mir den guten von mir; ach Gott, ver⸗ Geist, gieb Glaubenszuver⸗ laß mich nicht! sicht, sei meine Stärk' und 4. Ach Gott, verlaß mich f: ach Gott, verlaß mich nicht! 45 laß dich 106 be⸗ nicht! wegen; ach Vater, kröne 3. Ach Gott, verlaß mich du mit reichem Himmels⸗ nicht! Ich ruf aus Her⸗ segen die Werke meines zensgrunde, ach Höchster, Amts, die Werke meiner 358 Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir erge⸗ geben. Hilf mir, o großer 320. Eigue Melodie(In Gebet. Gott, recht glauben, christ⸗ lich leben und selig scheiden einst, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Sal. Frank. dich hab' ich gehoffet). — E Auf dich hab' ich —— — 9 ge hof fer der hilf, daß ich nicht zu Schanden werd' noch e-wig⸗ lich zu 5 33. Spot ⸗ te. Das ble ich dich: er⸗ hal⸗ te mich in T—TTTTT—T—T—T—T—T—TTTVTCTTT—..—— 88—— . dir, dem treu⸗ en Go„ tel 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitten, tritt herfür, bald, mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg' und steh', hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schir⸗ mer, steh mir bei; sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög' streiten, eil 1 0 1 ob mich gar sehr der Feinde Heer Seiten. anficht auf allen 4. Du bist mein Fels, so sagt's dein Wort, mein Schild, mein' Kraft und treuer Hort, mein' Hülf', mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat gar oft die böse Welt der Netz' und Stricke viel gestellt mit arger List und Tücke: Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, daß sie mich nicht berücke. 6. Herr, meinen Geist befehl' ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 321. 1. Bete nur, betrübtes Herz, wenn dich Angst und Kummer kränken; klage Gott doch deinen Schmerz, er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, ist es ernstlich, nicht verschmähn. Mtl.: Jesus, meint 2. Gott wird dein Gebet und Flehn dir zur rechten Zeit gewähren; glaube nur, es wird geschehn, was die Fremen hier begehren; denn Gott kennet deinen Schmerz, bete nur, betrüb⸗ tes Herz. 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen; wirf die Sorgen hinterwärts, Gott spricht schon das Ja und Amen; deines Jesu Tod und Blut Gebet. 7. Lob sei dir, Ehr' und Herrlichkeit, Gott Vater, Sohn und Geist, bereit und deinem heil gen Namen! Gieb, Gott, uns Kraft, mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Adem Reißner. Juversicht(s. Ar. 310). macht vor Gott dein Beten tes Herz. gut. 4. Deines Jesu Tod und Blut bahnt den Weg zu Gottes Herzen; bete nur mit frohem Mut, Gott stillt alle deine Schmerzen. Sei getreu bis in den Tod, Beten hilft aus aller Not. 5. Beten hilft aus aller Not, ei, so bete ohne Zweifel; bift du arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, bete nur, so wirst du sehn, Gott wird dir zur Seite stehn. 6. Gott wird dir zur Seite stehn, vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, end⸗ lich sollst du Rosen schauen; denn Gott kennet deinen Schmerz; bete nur, betrüb⸗ Joh. Gottfr. Rrausc. Dein Heil, o Christ, nicht zu ver⸗scher⸗ zen, sei * Ein kind⸗lich Flehn aus rei⸗ nem Her- zen hat 5 1 FRE 1. 1 E 3——— * wach und nüch⸗tern zum Ge⸗ bet. e Gott, dein Va⸗ter, nie verschmäht. Erschein in De⸗mut 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst frei⸗ lich keines Menschen Flehn; du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh' noch unser Herz dir's klagt. 3. Doch sprichst du: Bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt ö sich, Gott, dein Freund zu sein, und stößt das ihm bestimmte Glück mutwillig selbst von sich zurück. 4. Sein Heil allein von dir begehren, das, Gott, ist keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Seele nicht! O welch ein Trost, daß du uns liebst und gern uns, was uns nützet, giebst! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräf⸗ tiger den Mut erhöhn? was mehr in Leidens stunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? O Vater, unsre Seelenruh' nimmt durchs Gebet bestän⸗ dig zu. Gebet. 6. Dein Wort ist im⸗ kommen mit Gebet. Nie mer Ja und Amen. Wer sei mir diese Pflicht zur gläubig bittet, der empfäht: Last, die du zum Heil drum laß auch mich in geboten hast. Jesu Namen oft vor dich 32 3. Eigne Melodie. 3 Chr. Gregor. 1735. Chr. Fürchtegott Gellert. Die wir uns all- hier bei⸗sammen fin⸗den, uns auf dei⸗ ne Mar⸗ter zu ver⸗ bin⸗den, 4 4 5 4 4 1— 1 1 1——— 2——— E—— schlagen uns⸗re Hän⸗de ein, dir auf e⸗wig treu zu sein; b ur⸗ und zum Zeichen, daß dies Lob⸗ge⸗tö ⸗ ne dei⸗ nem Her⸗zen an ⸗ge⸗ nehm und schö- ne, sa⸗ ge A⸗men und zugleich:„Friede, Friede sei mit euch!“ Chr. Renatus v. Zinzendorf. Gebet. Eigne Melodie. 1690. 2 3 — 5——— J. ——— E Dir, dir, Je- ho⸗ va, will ich sin⸗ gen; denn Dir will ich mei⸗ ne Lie ⸗ der brin⸗gen: ach S—ů S8 5— — SS e wo ist doch ein sol⸗cher Gott, wie du? gieb mir dei ⸗ nes Gei⸗stes Kraft da⸗ zu, daß —— es thu' im Na⸗men 8. 2 Christ, so —————— ä ä—— ͤ—yꝛ—n wie 66 dir durch ihn ge ⸗ fäl ⸗ lig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand re⸗ gier', auf daß ich deinen Frieden schmeck' und fühl“ und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird ge⸗ wiß mein Singen recht ge⸗ than; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet' dich in Geist und Wahr⸗ heit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seuf⸗ zern, die ganz unaussprech⸗ lich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind, daß ich vom Fluche des Gesetzes frei und ein Miterbe Jesu Chri⸗ sti sei. 5. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir erbeten jederzeit, die giebst du und thust über⸗ schwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 325. Gebet. 6. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst ver⸗ tritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barth. Crasselius. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. Georg E 1657. —* ä 555 „ Du ge⸗hest in den Garten 55 er mein treu⸗ er Laß mich an dei⸗ ne Sei⸗ te tre⸗ten, Je⸗ su, nimm mich mit! von dir kei⸗ nen Schritt: ich wei⸗che — — — 1.— ich will an dir, mein Heiland, PB r— 2— r———̃— sehn, 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dieses soll ans Herz mir schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu' mein Anfang zum Gebete sei. wie mein Ge⸗ bet soll recht ge⸗schehn. 3.) Du reißest dich von allen Leuten und suchst die stille Einsamkeit: so muß auch ich mg wohl berei⸗ ten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zeuch mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisam⸗ men sei'n. 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, fällst nie⸗ der auf dein Angesicht: so muß die Demut sich geber⸗ den. Darum erheb' ich Staub mich nicht; ich beuge mich in Niedrigkeit, wie du, voll Trauer, Angst und Leid. 5. Du betest zu dem lie⸗ ben Vater, rufst: Abba! Abba! wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Bera⸗ ter, sein Vaterherz ist treu gesinnt. Drum halt' ich mich getrost an dich und rufe: Abba! höre mich! 6. Geduldig Lamm, wie hältst du stille, hältst im Gebete dreimal an: auch ich soll thun, das ist dein Wille, wie du, mein Hei⸗ land, hast gethan; hilft Gott nicht gleich aufs erste Flehn, so darf ich wieder zu ihm gehn. 326. Mel.: 4 Gebet. 7. Dein Wille senkt sich in den Willen des aller⸗ treusten Vaters ein: so muß sich auch mein Wille stillen, will ich von ihm erhöret sein. Drum bet' ich in Gelassenheit: was mein Gott will, gescheh' allzeit. 8. Nun, du erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wird's auch mit mir geschehen, der ich zur angenehmen Zeit auf ernst⸗ lich Beten freudenvoll den gleichen Segen ernten soll. 9. Mein Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt: so kann ich frei zum Vater treten und werde stets von ihm erhört; so bet' ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Es ist gewißlich an der Zeit. Joh. Mentzer. 5355 * 51 —— 5— 2 2 Gott, dei⸗ ne Gü⸗te reicht so weit, so⸗ du trönst uns an ee her⸗zig⸗ keit und 55 weit die Wol⸗ eilst, uns bei ⸗ ken ge⸗ hen; zu⸗ ste⸗ hen. Herr, mei⸗ne Burg, mein auf mein Wort, wenn ich nun vor dir be ⸗ 2. Ich bitte nicht um nur nicht verlieren. Mein Uberfluß und Schätze die⸗ wahrer Ruhm sei meine ser Erden; laß mir, soviel[Pflicht, der Ruhm vor ich haben muß, nach deiner deinem Angesicht und from⸗ Gnade werden. Gieb mir mer Freunde Liebe. nur Weisheit und Verstand, 4. So bitt' ich dich, mein dich, Gott, und den, den du[Herr und Gott, auch nicht gesandt, und mich selbst um langes Leben. Im Glücke zu erkennen. Demut, Mut in Not, das 3. Ich bitte nicht um Ehr' wollest du mir geben. In und Ruhm, so sehr sie deiner Hand steht meine Zeit, Menschen rühren; des guten laß du mich nur Barmherzig⸗ Namens Eigentum laß mich keit vor dir im Tode finden. 2 9 7 Chr. Fürchtegott Gellert. 24. Mel.: Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. b. Stre aßburg. 1524. 5 ä 2 Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Mein Herz ver⸗langt all ⸗ ein nach dir, laß, b 1 5— ñ— 5—— Lesben und im Sterben. 7 8 Herr, mich nicht verder ⸗ ben; — 8 —— 5— 5— 25 3 +—— erhalt mich nur in * dei ⸗ ner Huld! sonst, wie du willst; gieb 323. mir Ge⸗duld; denn dein Will ist der be ⸗ ste. 366 Gebet. 2. Zucht, Ehr' und Treu' verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr' und gieb mir allerorten, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all' Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 1 328. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 1651. 5: 3. Wenn ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt soll scheiden, verleihe mir durch deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Leib und Seel befehl' ich dir, gieb du ein selig Ende mir durch Jesum Christum. Amen. Kasp. Bienemann, gen. Melissander. 2 1 5—— 3 — 7——— — f— Ich kom⸗ me vor dein An⸗ ge ⸗sicht, ver⸗ * 3— * 8 2 2 2 5— wirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir al⸗ le 4 . 4 ——————— F— 2 6—́— 2 42 mei⸗ne Schuld, du Gott der Gna⸗-de 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Furcht und Lieb' zu dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr, ich harre dei— ner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir em⸗ pfing ich den Verstand, er⸗ halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Ich bin zu schwach, aus eigner Kraft zu däm⸗ pfen meine Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg er⸗ langen kann. 6. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 7. Schenkt deine Gnad' mir Überfluß, so laß mich mäßig im Genuß und ei⸗ nen frohen Geber sein, um dürft'ge Brüder zu erfreun. 8. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz' und dankbar sei und nie aus banger Sorg' um sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 9. Erwecke mir stets ei⸗ nen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, Gebet. mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rat und Trost und Beispiel giebt. 10. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib du meine Zuversicht, ver⸗ laß mich auch im Alter nicht. 11. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein 1 S Schild und großer Lohn. Chr. Fürchtegott Gellert. 20 329. Mel.: Freu dich sehr, o meint Seele(s. Nr. 309). 1. Ich will beten, Gott wird hören; denn er hat es zugesagt. Mich soll Zwei⸗ fel nicht bethören, und ich werde nicht verzagt, wenn er nicht zu hören scheint; denn ich weiß wohl, wie er's meint: es soll die Ge⸗ duld sich mehren. Ich will beten, Gott wird hören. 2. Ich will beten, Gott wird geben; denn von ihm kommt alles her. Aus der Fülle kann man heben als aus einem reichen Meer, lebt der reiche Gott, was für Leib und Droben der hat Segen, Brot und Le⸗ ben. Ich will beten, Gott wird geben. 3. Ich will beten, Gott wird schonen, wenn mich mein Gewissen quält, weil noch Sünden in mir woh⸗ nen; ach, wer merkt, wie oft er fehlt! Gott, der kei⸗ nem Sünder flucht, wenn er herzlich Gnade sucht, wird mir nach Verdienst nicht lohnen. Ich will beten, Gott wird schonen. Seel' ist not. 4. Ich will beten, Gott wird stärken, wenn der Glaube wanken will. Werd' ich Unglückswetter merken, ist Gebet mein Saitenspiel. Beten in des Glaubens Kraft ist des Christen Ritterschaft. Hab' ich Gott bei meinen Werken, will ich beten, Gott wird stärken. 5. Ich will beten, Gott wird heilen. Wenn der Leib in Schmerzen liegt, will ich zu dem Helfer eilen, dessen Wort den Tod be⸗ 330. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Gebet. siegt. Wenn der Kranke betend fleht, wird die Le⸗ benskraft erhöht. Sollte auch die Hülfe weilen: ich will beten, Gott wird heilen. 6. Ich will beten, Gott wird retten, will, neigt sich mein Lebenslicht, in des Vaters Schoß mich betten mit Gebet und Zu⸗ versicht. Wer im Sterben beten kann, der ist wahr⸗ lich wohl daran und zer⸗ reißt des Todes Ketten. Ich will beten, Gott wird retten. Gottfr. Gottschling. 1601. 1 2 4 — —— . 7 g— 1 8 2 4 2 — — 2 7 1 Laß mich dein sein und blei ben, du Von dir laß nichts mich trei- ben, halt 2 2 50 1 5— 7 EEE treu⸗ er Gott und Herr! mich bei dei⸗ ner Lehr'. 0 Herr, laß mich nur nicht 2 4 4 2 E=— x——— 2— 5— E————* 2— 2 wan ⸗ ken, gieb mir Be⸗stän⸗dig ⸗keit. Da⸗ 8 1 2— I. N—— — n 1 — 2 71 a f 222— —*: . K .— D für will ich dir dan⸗ken in al ⸗le E⸗wig⸗keit. Nik. Selnecker. el.: Straf mich nicht in deinem Zorn. 5 3 2 1694. 5.. 5 . 2 5 7 Deere Ma ⸗che dich, mein Geist, be⸗ reit, wa⸗che, fleh und daß dich nicht die bö⸗se Zeit un⸗ ver⸗hofft be⸗ e 5 —— 1— 8 be ⸗ te, —— Un⸗verhofft ist schon oft ü⸗ ber vie ⸗ le ———— U.— .———— From men die Ver⸗su⸗ chung l men. 2. Aber wache erstrecht auf 5. Wache, daß dich nicht von dem Sündeuschlafe; die Welt durch Gewalt denn es folget sonst darauf bezwinge oder, wenn sie eine lange Strafe, und die sich verstellt, wieder an sich Not samt dem Tod möchte bringe. Wach und sieh, daß dich in Sünden unvermutet dich nie falscher Brüder finden. Lügen um dein Heil betrügen. 3. Wache auf, sonst kannsts 6. Wache stets auch über du nicht Christi Klarheit dich; trau nicht deinem sehen; wache, denn sonst Herzen. Nur zu leicht kann's wird dein Licht dir noch freventlich Gottes Gnad' ferne stehen. Denn Gott verscherzen. Denn es ist will für die Füll' seiner voller List, weiß sich selbst Gnadengaben offne Augen zu schmeicheln, Frömmigkeit haben. zu heucheln. 4. Wache, laß dich Satans 7. Bete aber auch dabei, List nicht im Schlafe finden; bete bei dem Wachen; denn nur wer stetig wachsam ist, der Herr nur kann dich frei kann ihn überwinden; und von dem allen machen, was Gott giebt, die er liebt, dich drückt und bestrickt, oft in seine Strafen, wenn daß du schläfrig bleibest und sie sicher schlafen. sein Werk nicht treibest. 2⁴ Gebet. 8. Doch getrost! es muß 9. Drum, so laßt uns uns schon alles glücklich] immerdar wachen, flehen, gehen, wenn wir ihn durch beten, weil die Angst, Not seinen Sohn im Gebet und Gefahr immer näher anflehen. Denn er will treten. Denn die Zeit ist alle Füll' seiner Gunst nicht weit, da uns Gott ausschüktten, wenn wir wird richten und die Welt gläubig bitten. vernichten. Joh. Burchhard Freystein. W 8: Wer nur den lieben Gott. a. Georg Neumark. 1657. Mein Gott, ich klopf“ an dei ⸗ ne— te ich hal- te mich an dei ⸗ ne Wor⸗ te: 2 LEBE +*—— 23... mit Seuf⸗zen und mit Bit ⸗ ten an; Klopft an, so wird euch auf ⸗ ge⸗ than. 8 N 2 3 2 1 1 1 K 5 . öff⸗ ne mir die Gna- den⸗ thür, 5 e in Je ⸗ su Na ⸗ men steh' ich hier. 2. Wer kann was von 3. Drum komm' ich auch sich selber haben, das nicht mit meinem Beten, das von dir den Ursprung hat? herzlich und voll Glaubens Du bist der Geber aller ist; der mich vor dich hat Gaben, bei dir ist immer heißen treten, ist mein Er⸗ Rat und That. Du bist löser Jesus Christ, und der Brunn, der immer quillt, der in mir das Abba spricht, du bist das Gut, das im⸗ ist ja dein Geist der Zu⸗ mer gilt. versicht. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, wes ich, dein Kind, bedürftig bin; du kannst mir meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn; doch gieb, o Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst ent⸗ reißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so schließ in deinen Schutz mich ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nicht den Willen thut. 6. Ich will dich auch, mein Gott, nicht bitten, daß mich das Kreuz ver⸗ schonen mag; mein Heiland hat ja selbst gelitten, drum trag' ich gern das Kreuz ihm nach. Doch wird Ge⸗ duld gar nötig sein, die wollest du mir, Gott, ver⸗ leihn. 7. Das andre wird sich alles fügen, ich mag nun arm sein oder reich; an deiner Huld laß ich mir g'nügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, wird's doch genug zur Notdurft sein. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und des Gerichtes großen Tag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Him⸗ mel hält. Benj. Schmolck. 333. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a(s. Ur. 332). 1. Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit! Denn außer dir, o Herr, ist keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht; es sagt 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein teures Evan⸗ gelium, und mache durch die Himmelslehre in Herz zu deinem Heiligtum, daß deine Aussaat wohl geling' und tausendfache mir: Gott vergißt dich nicht. Früchte bring'. 24 3. Gedenke meiner, wenn 6. Gedenke meiner auch ich bete, und merke mit in allem, woran ich nicht Erbarmen drauf; wenn ich gedenken kann, und blicke in Christo vor dich trete, mich mit Wohlgefallen in so schließ dein Vaterherz mir] meinem ganzen Leben an. auf. Doch gieb mir nichts, Denn, giebst du mir, was als das allein, was mir dir gefällt, so ist's um kann gut und selig sein. mich gar wohl bestellt. 4. Gedenke meiner, wenn 7. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich ich sterbe und wenn mich nicht im Zorne hin; weil alle Welt vergißt; versetze ich, solang ich hier noch mich in jenes Erbe, wo walle, zum Guten selbst du mein Teil und Leben bist. nicht tüchtig bin, so förd're] Wärst du nicht einst im meinen Gang und Stand Himmel mein, so möcht' durch deine starke Vaterhand. ich nie geboren sein. 5. Gedenke meiner, wenn 8. Ich will mich über ich leide; wen hab' ich sonst, nichts betrüben; in deine als dich allein, der bei der Hände hast du mich zum Menschen Haß und Neide Heil und Segen angeschrie⸗ mein Freund und Tröster ben, und darum hoff' ich könnte sein? Ich habe dich, nur auf dich, der du mir das giebt mir Mut, wenn deine Liebe schenkst und auch die Welt mir Böses thut. meiner stets im besten denkst. Erdmann Neumeister. * 334. Eigne Melodie.* 1648. B55 O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell gu⸗ter ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir al⸗ les .——.— 5 Ga ha 2— ge⸗ sun⸗ den Leib gieb mir, und E*— 5 sol⸗chem Leib daß in 4 * 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, thun gebühret, dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ich's thne bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlich⸗ keit, so laß mich nicht ver⸗ zagen; gieb einen Helden⸗ mut, das Krenz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut über⸗ wind', und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat stets find'. 5. Laß mich mit jeder⸗ mann in Fried' und Freund⸗ schaft leben, soweit es christ⸗ lich ist; willst du mir etwas wozu mich letzt, rein das Ge⸗ wis⸗ was mir zu . —— 7— die See- le un⸗ver⸗ sen bleib geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von un⸗ rechtem Gut nichts unter⸗ menget sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd' und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei meiner Väter Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab'. 8. Wenn du an jenem Tag die Toten wirst erwecken, so woll auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm' und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zur sel'gen Schar hinauf. Jh. Heermann. ————— bPͤ Eigue Melodie. 9 * Va⸗ter un⸗ser im Himmelreich, der du uns al⸗ le 3— 2WTTTTTEFFFFGTT(TT hei⸗ßest gleich Brü⸗ der sein und dich ru⸗ fen an und —— 2—— Y willstdas Be⸗ten von uns han: gieb, daß nicht bet' all⸗ 6 * ein der Mund, hilf, daß es geh' aus Her-zensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Worte würdig⸗ lich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr“, das arm' verführte Volk bekehr. 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit; der heil'ge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gieb uns Geduld in Leidens⸗ zeit, gehorsam sein in Lieb' und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unsertäg⸗ lich Brot und was man darf zur Leibesnot; behüt uns, Herr, vor Krieg und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müßig gehn. 6. All' unsre Schuld ver⸗ gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl ver⸗ geben gern. Zu dienen mach uns all' bereit in rechter Lieb' und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der böse Feind anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst't und durch des heil'gen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit'n und Tage bös; erlös uns von dem ew'gen Tod und Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 375 tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End', nimm unsre Seel' in deine Händ'. 9. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Dr. M. Luther. XXIII. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 22 336. Mel.: vater unser im Himmelreich(. Rr. 333). 1. Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist trübsalsvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. Wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwin⸗ gen zu dem ew'gen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn; bei dir mein Herz Trost, Hülf' und Rat allzeit gewiß ge⸗ funden hat. Denn keiner je verlassen ist, der fest ver⸗ traut auf Jesum Christ. 3. O Jesu, du mein Herr allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam' erfreut viel mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost, der lindert's fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel' verschmacht't, so weißt du, Herr, daß ich's nicht acht'; wenn ich dich hab', so hab' ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel', was kann mir thun Sünd', Tod und Höll? — — ————ʒ⁰.—ẽ 376 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 5. Kein' bess're Treu' auf sing', so wird mein He rz Erden ist, denn nur bei recht guter Ding'; dein dir, Herr Jesu Christ. Ich Geist bezeugt, Herr Jesu weiß, daß du mich nicht Christ, daß dies des Him⸗ verläßt, dein!“ Wahrheit mels Vorschmack ist. bleibt mir ewig fest; du 8. Drum will ich, weil bist mein rechter, treuer ich lebe noch, gern tragen Hirt, der ewig mich be⸗ deines Kreuzes Joch. Mein hüten wird. Gott, mach mich dazu be⸗ 6. O du mein Ruhm reit, es dient zum besten und höchste Freud', mein's allezeit. Hilf mir mein Werk Herzens Schatz und Selig⸗ recht greifen an, daß ich keit! ich kann's ja doch den Lauf vollenden kann. nicht zeigen an, wie hoch 9. Hilf mir auch zwin⸗ dein Nam' erfreuen kann; gen Fleisch und Blut, vor wer Glaub' und Lieb' im Sünd' und Schanden mich Herzen hat, der wird's behüt! Erhalt mein Herz erfahren mit der That. im Glauben rein, so leb' 7. Wenn ich mein' Hoff⸗ und sterb' ich dir allein. nung stell' zu dir, so fühl' O Herr, gewähr die Bitte ich Trost und Fried' in mir. mir! Mein Heiland, wär' Wenn ich in Nöten bet' und ich erst bei dir! 337. Martin Moller(7). Eigne Melodie. 178 — 5 2.——— r Al⸗ les ist an Got⸗tes Se⸗ gen und an sei⸗ner 7— ä Gad ge- le⸗ gen ü ber al⸗ les Geld und b Guß wer 11 Gott s sein Hoff fen set⸗ 5 r be⸗hö 5 ganz BFF SA un⸗ver⸗ let⸗ zet ei ⸗ nen frei⸗ en Helden⸗ mut. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 377 2. Der mich hat bisher[Meine Seele, Leib und Leben ernähret, der so manches hab' ich seiner Gnad' ergeben Glück bescheret, ist und blei⸗(und ihm alles heimgestellt. bet ewig mein; der mich 5. Er weiß schon nach wunderlich geführet und seinem Willen mein Ver⸗ noch leitet und regieret, wird langen zu erfüllen; es hat forthin mein Helfer sein. alles seine Zeit. Ich hab' 3. Viele mühen sich um ihm nichts vorzuschreiben; Sachen, die nur Sorg' und wie Gott will, so muß es Unruh' machen und ganz bleiben; wann Gott will, unbeständig sind; ich be— bin ich bereit. gehr' nach dem zu ringen, 6. Soll ich hier noch was mir kann den Frieden länger leben, will ich ihm bringen, den man in der nicht widerstreben, ich ver⸗ Welt nicht find't. lasse mich auf ihn. Ist doch 4. Hoffung kann das nichts, das lang bestehet; Herz erquicken, was ich alles Irdische vergehet und wünsche, wird sich schicken, fährt wie ein Strom dahin. so es anders Gott gefällt. um 1676. 229 090. mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Joh. Pachelbel. 1090. 2 Auf Gott 5 nicht auf mei ⸗ nen Rat will und dem, der mich er- schaf⸗-fen hat, mit 5 6 ich mein Glücke bau ⸗ en gan⸗zer See⸗ le trau⸗ en. nn mächtig hält, wird mich i in mei⸗nen Ta ⸗ gen als ä—— 7—— E— Gott und Va ter tra= gen. äl — ———— ä—wüü—ä'̃—ę—————— 378 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 2. Er sah von aller Ewig⸗ größte Not hebt doch der Tod, keit, wie viel mir nützen und Ehre, Glück und Habe würde, bestimmte meine verläßt mich doch im Grabe. Lebenszeit, mein Glück und 5. An dem, was wahr⸗ meine Bürde. Was zagt haft glücklich macht, läßt mein Herz? Ist auch ein Gott es keinem fehlen; Ge⸗ Schmerz, der zu des Glau⸗ sundheit, Reichtum, Ehr' bens Ehre nicht zu besie⸗ und Pracht sind nicht das gen wäre? Glück der Seelen. Wer 3. Gott kennet, was mein Gottes Rat vor Augen hat, Herz begehrt, und hätte, dem wird ein gut Gewissen was ich bitte, mir gnädig, die Trübsal auch versüßen. eh ich's bat, gewährt, wenn's 6. Was ist des Lebens seine Weisheit litte. Er Herrlichkeit? Wie bald ist sorgt für mich stets väter⸗ sie verschwunden! Was ist lich. Nicht was ich mir er⸗ das Leiden dieser Zeit? Wie sehe, sein Wille nur geschehe. bald ist's überwunden! Hofft 4. Ist nicht ein unge⸗ auf den Herrn! er hilft störtes Glück weit schwerer uns gern. Seid fröhlich, oft zu tragen, als selbst ihr Gerechten, der Herr das widrige Geschick, bei hilft seinen Knechten. dessen Last wir klagen? Die Chr. Fürchtegott Gellert. 339. Eigne Melodie. 2 1 9 —— 1 2 E EE Auf mei⸗nen lie⸗ben den Gott trau' ich in Angst und 3 1. 1— 2 2 +——— 1 1 1 N. Not; der kann mich all zeit ret ⸗ ten aus 4. E= 4—— — 2——— R Trüb⸗sal, Angst und Nö ⸗ ten, mein Ungluͤck kann er 9 2 4 2——— f— 1 N 5. 2 1 9 2 1 5— ä wen ⸗ den, es steht in sei⸗ nen Hän⸗ den. 2. Ob mich die Sünd' anficht, verzag' ich dennoch nicht. Auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn und Christus ist mein Leben; dem hab' ich mich ergeben: ich sterb' heut oder morgen, mein' Seel' wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestor⸗ ben, hast mir das Heil Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 379 erworben und deinem Volk beschieden den ew'gen Him⸗ melsfrieden. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt' ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, auf daß ich selig scheide zu deiner Himmels⸗ freude. 6. Amen zu aller Stund' sprech' ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zei⸗ ten, damit wir deinen Na⸗ men auf ewig preisen. Amen. Sigism. Weingärtner. 340. Mel.: valet will ich dir geben. 1 3 — Teschner. 1614. 5— ä— Befiehl du dei⸗ ne We⸗ge und was dein Her⸗ze der al⸗ ler⸗ ⸗treusten Pfle⸗ge des, der den Himmel EN.— — +fränkt lenkt; der Wol⸗ken, Luft und Win ⸗ den giebt 7 2 4 1 8 N. — — 3 Wege. Lauf und Bobs, er wird auch We⸗ ge — 0——(— 7 fin ⸗ den, da dein Fuß ge- hen kann. ä 380 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts neh⸗ men, es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Ge⸗ blüt; und was du dann erlesen, das treibst du, star⸗ ker Held, und bringst zum Stand und Wesen, deinem Rat gefällt. 4. Weg' hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlt's dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein' Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider⸗ stehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge⸗ nommen und was er ha⸗ ben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. Vertrauen auf Gott. ö was Trost im Leid. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver⸗ zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn! der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb dei⸗ nem Schmerze und Sor⸗ gen gute Nacht; laß fah⸗ ren, was dein Herze be⸗ trübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und füh⸗ ret alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein wei⸗ ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wun⸗ dern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunder⸗ barem Rat die Sach' hin⸗ ausgeführet, die dich be⸗ kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an sei⸗ nem Teile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich begeben, als solltst du für und für in Angst und Nö⸗ ten schweben, als fragt' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher ge⸗ tragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du trägst den Sieg davon; schau auf den Herrn und freue dich dei⸗ ner Ehrenkron'. Gott giebt 341. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 381 dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End', o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß' und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfoh⸗ len sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Joh. Schop. 1641. 2 4 I 2 0 4— 3 8 — 1 N—————ꝛ—— 332. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl: was die Gott der Herr all ⸗ ei ne soll und — strebst du denn nach Din⸗gen, kann zu⸗we⸗ ge brin⸗gen? Du fährst mit deinem 2 9 52 E ...... Witz und Sinn durch so viel tausend Sor⸗gen hin und 55 denkst: Wie will's auf Er⸗den doch endlich mit mir werden? 382 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinem Tichten und aller Sorgen großer Schar das Kleinste nicht ausrichten; es dient dein Gram sonst nir⸗ gends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst dein Leben kürzest. 3. Willst du was thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd' und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand: so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein bethörter Sinn den Tod für's Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rat, in dem du's angefangen, du wärst zu⸗ grund gegangen. 5. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wenn wir uns selbst betrübt, und sucht uns, wenn wir Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt', in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 6. Ach, wie so oftmals schweigt er still und thut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will' und Herz in Angsten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 7. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen We⸗ gen, er geht und bringt uns an den Ort, da Sturm und Wind sich legen. Her⸗ nachmals, wenn das Werk geschehn, da kann der Mensch mit Augen sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg' und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes wahrzu⸗ nehmen. Er kann's nicht lassen, glaube mir, sein Herz ist ganz gekehrt zu dir und uns hier allzusammen in heil'ger Liebe Flammen. 9. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 383 er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohl vollbrach⸗ tem Ringen aus allen Sor⸗ er pflegt, erbarme: so wird gen bringen. Paul Gerhardt. 342. Mel.: Alles ist an Gottes Segen(s. Ur. 337). 1. Fortgekämpft und fort⸗ gerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus sicher leiten; Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen. Scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wan⸗ ken! bald wirst du voll Freude danken, bald um⸗ giebt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir der Morgen funkeln; hoffe, harre, glaub im Dunkeln, nie gereut Gott seine Wahl. Deinen Glauben will er üben, er, die Liebe, kann nur lieben; bald wird en⸗ den deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke! schau nicht seit⸗ wärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit! Nur zu deinem Jesus wende Aug' und Herz und Sinn und Hände, bis er himm⸗ lisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft heraus gezogen seiner All⸗ macht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer; geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz! Kannst du gleich ihn nicht empfin⸗ den, Worte nicht, nicht Thränen finden, klage schwei⸗ gend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen. Glaube nur, daß er dich hort, daß 384 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. er Schweigende verstehet, daß dein Mittler für dich flehet und daß Gott sein Flehn gewährt. 8. Nun so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Autlitz wagen, flehen, rin⸗ gen fort und fort. Ja, ich werde überwinden; wer ihn sucht, der wird ihn finden, er gelobt's in seinem Wort. Joh. Kasp. Lavater. 343. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 1738. 2 3 9 2 a .———— L 2 — 3 Geht hin, ihr gläu⸗bi⸗ gen Ge⸗ danken, ins er⸗ hebt euch ü ber al ⸗ le Schran⸗ken der wei⸗ te Feld der E⸗wig⸗keit, al⸗ ten und der neu⸗en Zeit, g—— p p 323 — er⸗wägt, daß Gott die E———— 277.—-—. A „5 e ——̃— òMA— v—— Lie⸗ be sei, die e⸗ wig alt und e⸗ wig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Him⸗ mel war noch nicht gemacht, da Gott die Liebe schon ge⸗ heget, die mir das Beste zugedacht; als ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt' er mir zum Mittler geben, den sandt' er mir von seinem Thron, in dessen Blute sollt' ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem An⸗ beginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnaden⸗ trieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Im sichern Schatten deiner Flügel find' ich die ungestörte Ruh'. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 7. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür' ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 344. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 385 8. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sich durch die Sterne und blickt ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 9. Ach, könnt' ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 10. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, Urquell aller Liebe, preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann. Mel.: Au Wasserflüssen Babylon. 4525. — 9—— 1 11 8— 5 8— E Ges er Gott, wie viel Ge⸗duld er⸗ Wir häu⸗ fen täg⸗ lich uns⸗ re Schuld, du — — E 2 — zei⸗gest du uns Ar⸗ men! häu⸗fest dein Er⸗bar ⸗ men. Was ist des Men⸗schen 25 386 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. FF * Lebenslauf? Er ist verkehrt von 5 auf, sein „55 „Sinn ist dir ent⸗ge⸗ gen. Und doch, o Va⸗ ter, Tel 4 1 4 + — J 2 —— 7 4 1 1 —2 * suchst du ihn durch Gnad' und Huld zu⸗ — 1 4 ——— rück⸗zu⸗ziehn, durch Langmut zu be⸗ we ⸗ gen. 2. Der Menschen Elend jammert dich; selbst wenn sie sich verstocken, so willst du sie doch väterlich durch Güte zu dir locken. Wie trugest du so lange Zeit die erste Welt mit Gütig⸗ keit, eh' sie die Flut ver⸗ heerte! Wie lange sahst und riefest du dem Volke in der Wüste zu, daß sich ihr Herz bekehrte! 3. Du giebst, o Herr, dem Sünder Raum, der Strafe zu entgehen; du lässest auch den argen Baum nicht ohne Pflege stehen; du wartest sein, du suchest Frucht, und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf zu bauen; du schonest sein von Jahr zu Jahr, denn Jesus bittet immerdar, ihn noch nicht abzuhauen. 4. Gerechter Gott, so große Huld bezeigst du frechen Sündern und hast nicht weniger Geduld mit deinen schwachen Kindern; sie werden ja, wenn Fleisch und Welt und Satan ihnen Netze stellt, oft sicher, matt und träge; sie straucheln, sie verirren sich, sie fallen oft, verlassen dich und deine heil'gen Wege. 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen, reichst ihnen deine Hände dar, von Sünden aufzustehen; du lockest sie mit Vaterhuld, versprichst, durch Jesum ihre Schuld barmherzig zu vergeben, giebst reichlich Glauben, Geist und Kraft und dann am Ziel der Pilgerschaft ein ewig Freudenleben. 6. O Langmut, der nichts gleichen kann! ach Vater, hilf uns Armen; sieh ferner 345. N Eigne Melodie. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 387 uns geduldig an und trag uns mit Erbarmen. Doch gieb, daß deine Vatertreu' uns ja kein Ruhelissen sei, daß wir das Böse hassen und uns noch in der Gnaden⸗ zeit den Reichtum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. J. Ch. Zimmermann. 1686. 55—— 1 Gieb dich zu⸗frie⸗ den und sei stil ⸗ le In ihm ruht al ⸗ ler Freuden Fül⸗ le, B——* E 2 in dem Gotste dei⸗nes es Le⸗ bens. ohn' ihn mühst du dich ver⸗ge⸗ bens. Er is en Duell und dei ⸗ ne Son⸗ng, 5—— scheint täg⸗ lich E„55 hell zu dei⸗ ner Wonne. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! Gieb dich zufrle den! 3. Wie dir's und andern oft ergehe, ist ihm wahr⸗ lich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Hohe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zuhauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 255 ——ů—ßK—v—v—ñ— 388 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 4. Wenn auch nicht einer mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, als⸗ dann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grä⸗ men, weiß auch die Zeit dir's abzunehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen; und was du keinem darfst er⸗ zählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich umfingen, sollst du doch nicht unter⸗ liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unter⸗ halt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, dran See und Land sich müssen laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf' und Rinder auf den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der ist bereit, auch dich zu stillen, mit Speis' und Freud' dein Herz zu füllen. Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such', ist nichts zum Besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wo die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da tritt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 10. Verzeucht die Hülfe auch rechtlange, wird sie den⸗ noch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube nur, es wird dir frommen. Was langsam geht, faßt man gewisser, und kommt es spät, ist's desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer deiner spotten, Gott wird's hören und recht rich⸗ ten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat doch ein jeder wohl das Seine, wenn er's sehen könnt' und wollte; wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreu⸗ zes Not wird sich nicht wenden bis in den Tod: da wird sich's enden. Gieb dich zufrieden! Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 389 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Ban⸗ den dieses Leib's und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich' brin⸗ gen. Gieb dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwähl⸗ ten und Getreuen, die, hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ew'gen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt. 346. Mel.: Es ist geung, so nimm, 1 meinen Geist. 2 Ahle. 1660. 588 3 8. Gott ist ge treu; sein 5 sein Va⸗ter⸗ Gott 2 ge treu; im Wohlsein und im e herz ver ⸗ läßt die Sei ⸗ nen nie. Schmerz er ⸗ freut und trägt er sie. — Weicht, — 05 2 2 2 2 2 —— —. ge, weicht! fallt hin, ihr 55- gel! mein 55— 4 Glaubensgrund hat dieses Siegel: Gott ist ge⸗treu. 390 Vertrauen auf Gott. 2. Gott ist getreu; er ist mein treuster Freund, dies weiß, dies hoff' ich fest. Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er wiegt in jeder Prüfungs⸗ stunde die Kraft von mei⸗ nem Glaubenspfunde. Gott ist getreu. 3. Gott ist getreu, er thut, was er verheißt; er sendet mir sein Licht; wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr' und gleit' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, das Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu; er handelt väterlich in allem, was er thut; die Trüb⸗ sal auch erweckt und bessert mich; er straft, doch meint er's gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu. Trost im Leid. 5. Gott ist getreu; er giebt der argen Welt da⸗ hin sein liebes Kind; der Heilige bezahlt das Löse⸗ geld für die, die Sünder find; damit wir möchten nicht verderben, ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu; mein Vater, des ich bin, sorgt fuͤr mein ewig Wohl; sein Gnadenrat, sein treuer Vatersinn will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden und läßt mich Ruh' in Christo finden. Gott ist getreu. 7. Gott ist getreu; ver⸗ giß, o Seele, nicht, wie gut und treu er ist. Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, solang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu. Ehrenfried Liebich. Mel.: 0 Sott, du 2 Gott. b. 1710. n KN 1 8 E 5 Gott ist und bleibt ge ⸗ treu; sein Herz bricht ihm vor pflegt er gleich manches⸗mal die Sei⸗nen zu be⸗ Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 391 — — 55 5 Er prü⸗fet durch das Kreuz, wie 335 35355 ——— der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott 1 J f— f— 2 E 7 8 1 4 ist und bleibt ge⸗treu. 2. Gott ist und bleibt Trübsal geht auf seinen getreu; er hilft ja selber] Wink vorbei; sei, Seele, tragen, was er uns auf⸗ nur getrost! Gott ist und gelegt, die Last der schweren bleibt getreu. Plagen. Er übt oft strenge l 5 Zucht und bleibet doch dabei 5. Gott ist und bleibt ein Vater, der uns liebt. getreu; er stillet dein Gott ist und bleibt getreu. Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübsals⸗ 3. Gott ist und bleibt glut bewähren. Nimm an getreu; er weiß, was wir von Gottes Hand den Kreuz⸗ vermögen, und nie wird kelch ohne Scheu; der er zu viel den Schwachen Lebensbecher folgt. Gott ist auferlegen. Er macht die und bleibt getreu. Seinen bald von Last und a Banden frei, wenn große 6. Gott ist und bleibt Not entsteht. Gott ist und getreu; laß alle Wetter bleibt getreu. krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches 4. Gott ist und bleibt[Ende machen, daß alles getreu; er tröstet nach dem Kreuz und Leid dir ewig Weinen; er läßt nach trüber[nütze sei. So liebt der Nacht die Freudensonne Höͤchste dich; Gott ist und scheinen. Der Sturm der bleibt getreu. Joh. Chr. Wilhelmi(7). 392 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 348. Rel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan(s. Nr. 338). 1. Gott lebt; wie kann ich traurig sein, als wär' kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz; drum will ich nicht verza⸗ klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören mag. Was will der Feind denn spre⸗ chen, als würd' mein Seuf⸗ zen, meine Klag' nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hülfe nieder und schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht; wie kla⸗ get denn mein Herz, als saͤh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offen⸗ bar erscheinen. Kein Thrän⸗ lein fällt, das er nicht zählt, darauf sein Aug' nicht blik⸗ ket, bis er uns hat er⸗ quicket. 4. Gott führt; so geh' ich ruhig fort auf allen meinen Wegen, und will die Welt bald hier bald dort mir ihre Stricke legen, so wird er mich zwar wunderlich, doch allzeit sicher leiten, daß gen und ihm nur alles nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt; und wär' ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt' ich Hun⸗ gers sterben? Er hat ja Brot; und wenn die Not uns in die Wüste weiset, wird man auch da gespeiset. 6. Gott lebt: wohl⸗ an, ich merke das; Gott hört: ich will's ihm sagen; Gott sieht: er kennt der Thränen Maß; Gott führt: ich darf nicht klagen; Gott giebt und liebt: nur unbetrübt! er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmolck. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 349. Mel.: Wer nur den lieben Gott. b(s. Ur. 35). 1. Gott sorgt für mich, was will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, daß alle Tage Zeugen sind, wie Gott die Seinen väterlich allzeit versorgt. Gott sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen; ich weiß gewiß: was mir ge⸗ bricht, das kommt von sei⸗ nen Himmelsauen, und wenn er nur ein Wörtlein spricht, so bin ich jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich an Leib und Seele; sein Wort giebt er zur Seelen⸗ speis', und daß dem Leib sein Brot nicht fehle, so segnet er der Hände Fleiß. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut und glaubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich in teuren Zeiten; auch in der größten Hungersnot verschafft der Herr den from⸗ men Leuten zum Unterhalt ihr täglich Brot. Ist's gleich nicht viel, sie trösten sich und glauben fest: Gott sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich in meinen Leiden. Das Kreuz, das er mir aufer⸗ legt, verwandelt sich gar bald in Freuden; und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich zu unserm Wohl: Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich seine Hand, und er verbleibet mein Er⸗ halter, bei dem so oft ich Hülfe fand und der noch niemals von mir wich; drum bin ich froh: Gott sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich auch einst im Sterben. Zum süßen Schlaf wird mir der Tod; er machet mich zum Himmelserben, dann ist vorüber alle Not; dann nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh': Gott sorgt für mich. Joh. Kasp. Wetzel. 394 350. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade. .— e 12 J 1 f ä—.. „ Gott will's machen, daß die Sa⸗chen ge⸗ hen, wie es 3 4 heil⸗sam ist. 3 mwenn du nur bei 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus schlaf' und acht' nicht sein, wird mit Klagen nur sich plagen, drin der Unglaub' leidet Pein. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich be⸗ schlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. Je- su bist. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud'. 7. Gottes Hände sind ohn' Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwer⸗ lich, scheint's gefährlich: dei⸗ nem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein, und, dein Grämen zu be⸗ schämen, wird es unverse⸗ hens sein. 9. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 10. Aber denen, die in Thränen stets auf ihren Heiland sehn, wird die Krone vor dem Throne ihres Got⸗ tes nicht entgehn. 351. Mel.: Wer nnr 4 8 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 395 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt' ich still. Es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmidt. den lichen Gott. b. 10. 42 — 8.— —————— 55. b 7 D Halt an, mein Herz, in dei⸗ nem Glau⸗ ben; Be⸗ Wer sich den An⸗ ker läs⸗ set rau⸗ ben, der 5555 stän⸗dig⸗keit ist Kro⸗ nen wert wird im Sturme leicht ver⸗sehrt. Wer a⸗ ber fest an CCC Je⸗su hält, der steht, wenn Erd' und Him⸗mel fällt. 2. Halt ein mit deinen Jammerklagen; dein Vater liebet die Geduld. Wenn wir die Last geduldig tra⸗ gen, gewinnen wir des Schöpfers Huld, da der sein eigen Herz verletzt, der Gott sich murrend wider⸗ setzt. 3. Halt aus; das Kreuz währt ja nicht immer, die Hoffnung sieget ganz ge⸗ wiß. Auf Sturm folgt hel⸗ ler Sonnenschimmer, der Kreuzweg führt ins Para⸗ dies. Gott führet alles wohl hinaus; drum heißt's: Halt an, halt ein, halt aus. Benj. Schmolck. 396 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 352. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 0 2 1601. N 1 E . 0 8 Hier lieg' ich, Herr, im e Stau⸗be vor dei⸗nem An⸗ge⸗ wo ist 5 fro⸗her Glau⸗be, wo mei⸗ ne Zu⸗ 855 F EE 8 sicht; sichtd Wo sind die— Stun⸗den, da —— B— 8——— ich im ar dich sah 97 2 Ach, al les ist ver⸗ ———— — E 2————. — schwunden, und nur mein Somers i ist da. 2. Sieh, Vater, voll Er⸗ barmen, voll Gnad' und voll Geduld hernieder auf mich Armen, vergieb mir meine Schuld, hilf, daß ich nicht versinke, reich mir die starke Hand: mit einem deiner Winke ist alles ab⸗ gewandt. 3. Du sprichst: Wer kann ermessen mein väter⸗ liches Herz? Kann auch ein Weib vergessen des lieben Kindes Schmerz, daß sie sichnicht erbarme des Sohns, den sie gebar, nicht höre, wenn der Arme laut klaget in Gefahr? 4. Und ob ohn' alle Liebe auch selbst ein Mut⸗ terherz kalt und verschlossen bliebe bei ihres Kindes Schmerz: vergess' ich dein doch nimmer und lass' dich ewig nicht, dein Nam' ist vor mir immer; darum verzage nicht. 5. Herr, du hast nur Gedanken des Friedens über mich; dein Rat wird nim⸗ mer wanken, bau' ich nur fest auf dich. Die deine Kinder heißen, die sind dir wohlbekannt; nichts kann sie dir entreißen aus deiner Vaterhand. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 397 6. Laß Berg' und Hü⸗ 7. Drum fasse dich, o gel weichen, der Friedens⸗ Seele, und traure nicht bund steht fest: der wird so sehr; wie viel zum Trost das Heil erreichen, der dir fehle, bald klagest du still sich führen läßt, der, nicht mehr. Er kommt, er wie die Bahn sich lenket, kommt, der Retter, er kommt die er hier wandeln soll, und zögert nicht; auch durch bei jeder Schickung denket: das trübste Wetter dringt Der Herr macht alles wohl. seiner Sonne Licht. J. F. L. Drewes. * 53. Den Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 3 2 1544. A f 4 8— f — 4 1 4— 12 A en. .. * 1— 80 hab' in Got⸗ tes Herz und Sinn mein was bö ⸗se scheint, ist. Ge⸗winn, der 35 Herz und Sinn er⸗ge⸗ ben; Tod selbst ist mein Le⸗ ben. Denn Gott ist mein und E 7. ich n sein, was ist wohl, das mir 35 scha⸗ de? Ob er gleichschlägtund Krenz auf⸗ legt, bleibt — 72— 2 2 4 E .—̃—(— . 2 2 3 2 doch sein Herz voll Gna- de. 2. Ist, was ich bin und ben; ich gab mir nicht des habe, mein? Gab ich mir Geistes Licht, er läßt es selbst das Leben? Sein in mir scheinen; wer so Werk bin ich, er hat allein viel thut, der meint es gut, mir Leib und Seel' gege⸗ der kann's nicht böse meinen. 398 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 3. Wie wollt' ich meinen Unterhalt auf dieser Erd' erlangen? Ich wäre längst schon tot und kalt, wenn mich nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; und stürmt und braust es um mich her, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt' gewöhnen fest zu ste⸗ hen; halt' ich dann stand, weiß seine Hand mich wie⸗ der zu erhöhen. 5. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, um alles zu regieren; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, sein Werk hinauszuführen. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 6. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Ob bitter sei die Arzenei, macht sie doch rote Wangen; so muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 7. Wohl denn, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es so mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehet, und deine Ehr' je mehr und mehr wird auch an mir erhöhet. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch fer⸗ ner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich mit dir gehen. 9. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße gehen, so zeige du mir Bahn und Steg und laß dein Licht mich sehen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh⸗ ren, daß ich einmal im Himmelssaal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid 399 354. Mel.: Welt, ich muß dich lassen. r Ich 5 in er Stun⸗den des Lebens 9 em⸗ * N pfun⸗ den 215 Srerden oh⸗ne Zahl. So will ich denn ge⸗ 4 8 + b——— 8— ä las ⸗ sen. auch im Lei⸗ den fas sen; welch ——8— E — ä—.— Le⸗— hat uicht 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder; du züchtigst stets gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und be⸗ reun. Jetzt hat mein Geist sei ⸗ ne Qual? noch Kräfte; sein Heil laß mein Sechüfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Him⸗ mels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du bist bei mir in aller Not. 6. Ich will dem Kum⸗ mer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glau⸗ ben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird ge⸗ schehn. Chr. Fürchtegott Gellert. 400 Trost im Leid. 355.„Al.: Vertrauen auf Gott. Es ist das Heil uns kommen her. 1524. P! ß WWF 5 Ich steh' in mei⸗ nes Her⸗ ren Hand und nicht Er⸗ den⸗not, nicht Er den⸗ tand soll -A 12 8588 2 will drin ste⸗hen blei ⸗ ben; 10 dar⸗aus ver⸗ trei ⸗ ben. Und wenn zerfällt die 55— E— . 5 gan⸗ ze Welt, wer sich an ihn und wen er hält 55 * ä wohl⸗ be⸗ hal⸗ ten — blei- ben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, sollen schauen, und Wunder die sich auf sein wahrhaftig Wort ver⸗ lossen und ihm trauen. Er hat's gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen, ihm im Glauben still und ich halte 4. Ja, wenn's am schlimm⸗ sten mit mir steht, freu' ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nim⸗ mermehr mein Feind und giebt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen: daß nichts mich seiner starken Hand hoff auf seinen Segen; soll je und je entreißen. denn was er thut, ist im⸗ Was er verspricht, das mer gut, und wer, von bricht er nicht. Er bleibet ihm behütet, ruht, ist sicher meine Zuversicht, ich will allerwegen. ihn ewig preisen. Karl Joh. Ph. Spitta. 4——— e Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 28 356. Mel.: In dich hab' ich gehoffet. 1536. 5———— a———— — n 5— r 5* De, D Werk auf dei⸗ nem Willen ruhn, von dir kommt Glück und ———.————— B— 8 Se ö gen; was 8 du regiert, das geht und steht auf 55 * 7 85— 5 n rech⸗ten,. We ⸗ gen. 2. Es steht in keines 5. Wie mancher ist in Menschen Macht, daß sein seinem Sinn schon über Rat werd' ins Werk gebracht alle Höhen hin; und eh' und sich des Fortgangs freue; er sich's versiehet, so liegt des Höchsten Rat, der macht's[er da, und hat sein Fuß allein, daß Menschenrat vergeblich sich bemühet. gedeihe. 6. Drum gieb Verstand 3. Oft denkt der Mensch aus deiner Höh', auf daß in seinem Mut, dies oder ich ja nicht ruh' und steh' jenes sei ihm gut, und ist auf meinem eignen Willen; doch weit gefehlet; oft siceht sei du mein Freund und er auch für schädlich an, was treuer Rat, was gut ist, doch Gott selbst erwählet. zu erfüllen. 4. So fängt auch oft 7. Was dir gefällt, das ein weiser Mann ein gutes laß auch mir, o meiner Werk mit Freuden an und Seelen Sonn' und Zier, bringt's doch nicht zustande; gefallen und belieben; was er meint, er bau' ein festes dir zuwider, laß mich nicht Haus, und baut's auf in Wort und That ver⸗ losem Sande. üben. 26 —..— ü— ⁰— 402 Vertrauen auf Gott. 8. Ist's Werk von dir, so hilf zum Glück; ist's Menschenthun, so treib's zurück und ändre du mein Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring's zum guten Ende; was du selbst angefangen hast, durch deine Kraft vollende. 10. Ist gleich der Anfang noch so schwer und muß ich auch ins tiefe Meer hast du zu voller G'nüge. der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn' Trost im Leid. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor ihm sonst graut, mit tapferm Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird also⸗ bald in tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist zwar wild, mit Dorn und Hecken angefüllt; doch wer ihn freudig ziehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist dahin, wo Wonne blühet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind: was ich bei mir nicht hab' und find', So hilf nun, daß ich meinen Unterlaß zu seufzen und Stand wohl halt' und zu beten. herrlich siege! Paul Gerhardt. 357. Mel.: Wer nur den lieben Golt. a. Georg* 1657. 3 E Je grö⸗ßer Kreuz, je nä⸗ her Himmel. Des Kreuzes bei lau⸗ter Lust und Welt⸗ ⸗ge⸗tümmel vergißt man 3535 Weg führt uns zu Gott; 2 le, Fluch und Tod. O se⸗lig ist der Mensch ge⸗ 2 927 2 52 — schätzt, den Gott in Kreuz und Trüb⸗ fal setzt! 2. Je größer Kreuz, je bess're Christen. Das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nie ein Thränentau hinein. Im Feuer wird das Gold be⸗ währt, der Christ durch Trübsalsglut verklärt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube. Die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in der salz'gen Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe. Der Wind bläst nur die Flamme auf; und scheinet gleich der Him⸗ mel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Ol im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturm⸗ wind wehte, so fragte nie⸗ mand nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch ver⸗ suchet wär'? Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 403 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge⸗ gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findet's hier nicht Ruh', so fleucht es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt und die einmal vor seinem Throne das Haupt der Überwinder trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger, desto lieber sein. Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmolck. 26* 404 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 358. Rel.: G welt, ich muß dich lassen(J. Ur. 359). 1. In allen meinen Thaten lass' ich den Höchsten raten, der alles kann und hat: er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst: er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist: ich nehm' es, wie er's giebet; was ihm von mir geliebet, das hab' ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt: leb' ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen und nichts mir fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, erwach' ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zuhanden, so tröstet mich sein heilsam Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich un⸗ verdrossen an mein Ver⸗ hängnis gehn: kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will ihn freudig überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut. Es sei heut oder morgen, dafür lass' ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat: es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming. 359. Mel.: Vertrauen auf Gott. O Welt, ich muß dich lassen. 2 Trost im Leid. 405 rab ten, der al 1 in ale len D - les kann und hat. Er Din ⸗ gen, da⸗ mit sie uns ge⸗ — 5 — 3—ä— p —* lin ⸗ gen, mit Hül ⸗ fe 2. Sorg' ich auch spät und frühe, was helfen Sorg' und Mühe, sorgt und wacht? Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; er hat noch alles wohl gemacht. 3. Es kann mir nichts geschehen, er hat's vorher gesehen und selber mir bestimmt. Nie will ich mehr begehren, will gern auch das entbehren, was er aus Vaterhuld mir nimmt. 4. Wohl mir, daß seine Gnade auf jedem rauhen Pfade mich leitet und be⸗ schützt! Wall ich auf seinen wenn er nicht seg⸗ nen Rat und That. Segen, so wird durch seinen Segen mir nichts gebrechen, was mir nützt. 5. Ihm will ich selbst mein Leben getrost und willig geben, sobald er's mir gebeut. Es sei heut oder morgen, dafür lasse' ich ihn sorgen; er weiß allein die beste Zeit. 6. Sei denn im Tod und Leben ihm, meine Seel', ergeben voll froher Zuversicht. Es gehe, wie es gehe: dein Vater in der Hohe verläßt dich nie, versäumt dich nicht. — E — ——— 360. 1 3 406 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. : Alle Menschen müssen sterben. 2 Jakob Hintze. 1690. S—— Lob sei dir, mein Gott, gesun⸗gen, Ruhm und Preis sei dir ist al⸗ les 3 gelun⸗gen, du hast al⸗ les 5 EE 2 ——————— dir—— un gemacht. Ich er⸗ken⸗ ne nun mit Rührung 7 7 55— ———— Ischon die Weisheit dei⸗ner Führung und be⸗zeu⸗ ge 5 2— 1 5 35 4 froh und laut: Se⸗ ig ist,* dir 2. Hättest du mich so geleitet, oft begehrt, wünschte, mir bereitet, was ich scheute, abgewehrt, hät⸗ wie ich's thöricht was ich test du dem eitlen Streben meines Herzens nachgegeben: o dann wär' ich sicherlich elend, arm und jämmer⸗ lich. 3. Ach, wie kann auch wohl ein Blinder dränge und Gewühl dieser Welt und ihrer Kinder finden das gesuchte Ziel? Endlos suchen, sich ver⸗ im Ge⸗ ver⸗ traut! lieren, in die Irre lassen führen, sich entfernen von dem Heil, das ist sein be⸗ trübtes Teil. 4. Doch wer ohne Wider⸗ streiten läßt von deiner festen Hand und nach deinem Wort sich leiten, der bekommt ein Unter⸗ pfand deiner Weisheit nach dem andern, der kann ohne Sorgen wandern, der er⸗ kennt bald tief gerührt, wie du herrlich ihn geführt. 5. Nun, so lass' ich ihn denn walten, bleibe fest bei meinem Gott, will allein zu ihm mich halten trotz der Menschen Hohn und Spott. Ist mir's doch stets wohl gegangen, seit ich fest ihm angehangen; alles bürgt, was mir ge⸗ Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 407 6. Gott befohlen, Gott be⸗ fohlen! o das ist ein schönes Wort! Gott befohlen, Gott befohlen geh' ich meines Weges fort. Gott befohlen alle Tage, dann verstum⸗ met alle Klage; Gott be⸗ schehn, für mein künftig fohlen geht am End' meine Wohlergehn. Seel' in Gottes Händ'. 361 Karl Joh. Ph. Spitta. * Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 1 2 2— = 2 5 J 5— 0 1— 2 9 ä ̃— ä ̃—.———— Mei⸗ ne Sor⸗gen, Angst und Pla⸗ gen lau⸗ fen mit der al⸗ les Seufzen, al ⸗ les Kla⸗gen, das der Herr all⸗ F ee 7 1— 1— ——.— 6 1 1 1 1—— Zeit zu End'; 5 2 ei„ ne kennt, wird Gott Lob! nicht e⸗ wig sein; . 6 1 7 4 7— I —— S—————— * g— + 1*— 7 1— 1 nach dem Re⸗gen wird ein Schein von viel tau⸗send 8 7 15 8.——. a A 55 2 1 L— I J. 2 + N B l *— ⸗nen⸗blik⸗ken mei⸗ nen mat⸗ten Geist er⸗quik⸗ken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen auf; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht zuhauf. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. nach dem Kämpfen, 3. Wenn man sich will Rosen brechen, muß man leiden in der Still', daß uns auch die Dornen stechen; alles geht, wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf er⸗ reicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 408 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreu⸗ zen ist besetzt; hier darf man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Him⸗ mels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron prangend in der Ehrenkron' und mit Palmen schön gezieret, weil sie glück⸗ lich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver⸗ rückt; seine Freund' und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach ge⸗ führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat über⸗ wunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel', und dulde dich; Gott wird dich gewiß erretten; das Ge⸗ witter leget sich. Nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag, auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Um 1700. 362.: Wer nur den lieben Gott. b. 1690. f 8 * Mein Gott, wie bist du so ver⸗bor⸗gen, wie Was hel⸗ fen al ⸗ le 7 ne Sor⸗gen? Du 1 ist dein Nat so wunder⸗bar! hast ge⸗sor⸗get, eh' ich war. 10 Mein Gott und Va⸗ter, 5—. 2 2 —. r 8 * 5————— füh⸗ re mich nur se⸗ lig, wenngleich wunder⸗lich. 2. Herr, wer kann deinen Rat ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis, Bu kannst viel tausend Wege finden, nicht einen weiß. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, wenngleich wunderlich. 3. Gott, deine heiligen Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, wenngleich wunderlich. 0 2 363. Mtl.: wo die Vernunft Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 409 4. Dir will ich ganz mich überlassen mit allem, was ich hab' und bin; ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weis⸗ heit hin. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, wenngleich wunderlich. 5. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre; in Glück und Unglück, Freud' und Leid schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, wenngleich wunderlich. Sal. Franck. Valet will ich dir geben. Melchior Teschner. 1814. Nimmt Gott, dem wir ver⸗trau⸗ en, nicht unsers Werks sich will er 5 Haus nicht bau⸗ en, ver⸗gebens baun wir 8 2 5 1 ä .— an, dann. Wu 8 die Stadt nicht schüt⸗ zen, er, 7 555 .—— 2 groß durch Nat 5 Macht, was wird der Wäch⸗ ter 9 1 ————— 1 5 nüt ⸗ zen? Umsonst ist's, daß —— 3 er wacht. 410 Vertrauen auf Gott. 2. Was hilft's, daß ihr vom Morgen bis in die Nacht euch quält? Laßt euren Vater sorgen, er weiß es, was euch fehlt; Trost im Leid. er, der uns selbst im Lei⸗ den so treu und zärtlich liebt und uns so viele Freuden auch unerwartet giebt. Joh. Andr. Cramer. *: Jesu, meine Freude. 1 8 Joh. Crüger. 1656. — S 2— 9————— See ⸗ le, sei zu⸗frie⸗ den; was dir Gott be⸗ Treib aus dei⸗nem Her⸗ 1 Un⸗ 5 und e 2— e 75 schie⸗ den, das ist Sümerhn, fas⸗ se ahnt. Mut. Ist die fri⸗sch en ü 9 — Not dein tägliche Brot, mußt du wei⸗nen mehr als 35353555 1 2 la ⸗ chen: Gott wird's doch wohl ma⸗ hen. 2. Scheint der Himmel trübe, stirbt der Menschen Liebe dir auch ganz dahin, kommt das Mißgeschicke fast all' Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! des Höchsten Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wird's doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grä⸗ men kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich wider⸗ setzet, wird nur mehr ver⸗ letzet, drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin! Drücket gleich die Last den Schwa⸗ chen: Gott wird's doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und Vertrauen auf Gott Trost im Leid. 411 die Sonne blickt; so muß den nichts betrübt, ihm be⸗ auf das Weinen lauter fiehl du deine Sachen: Gott Freude scheinen, die das wird's doch wohl machen. Herz erquickt. Laß es sein, 6. Nun, so soll's ver⸗ wenn Angst und Pein mit dir bleiben: ich will mich ver⸗ schlafen, mit dir wachen: Gott schreiben, Gott getreu zu wird's doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus⸗ gehalten und Gott lassen walten, das macht recht sein; ja, in Tod und Leben bleib' ich ihm ergeben, ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will; drum sag' ich in allen Sachen: Gott wird's doch vergnügt. Wer Gott liebt, wohl machen. Benj. Schmolck. 365. Mel.: O Gott, du frommer Gott. a. 3 2 1648. 72 1 4 5 4 N f 2* 1— 1— 1——+— 22!!! 2— 1—. Sein Rat ist wun⸗der⸗ bar: Gott führt durch Freud und und meint, o Mensch, dein Heil doch je-des⸗ mal von 9 2* 2 5* 8—— 1— 7 8—— 2 D — 1 1— J 1 1 73 22r———5rðę 2 7 5 L 71 5 7 7 +* 33 1 Schmerzen sein dunk⸗ ler Se⸗gens⸗weg sieht gde; . 7 1* 1— 832 1 1 1—— = 7— a S D f 52 9* 2— 9 9 wun⸗der⸗selt⸗sam aus, und den⸗noch führt er 8 22222 7 —————⏑ Ü. + 2 — 11 2 D 2. Sein Rat ist wun⸗ nur recht wie kleine Kinder derbar: er bleibet oft ver⸗ thun, die voller Zuversicht borgen; das lehrt uns stille im Schoß der Mutter ruhn. sein, verbietet uns das 3. Sein Rat ist wun⸗ Sorgen; wir müssen da derbar: er will als Herr 412 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. regieren; das Kind soll sich“ 6. Sein Rat ist wun⸗ nicht selbst, der Vater will derbar: er gehet dunkle es führen. Das Kind ver⸗ Wege, und dennoch sind sie sieht es leicht; drum führt gut, wenn ich sie überlege. des Vaters Hand, die nie- Es mußte grade so zu mei⸗ mals was versehn, und nem Heil geschehn, und trägt ins Vaterland. alles, was er thut, dient 4. Sein Rat ist wun⸗ meinem Wohlergehn. derbar im Schlagen und 7. Sein Rat ist wunder⸗ im Heilen. Wir gehn doch bar: Gott bleibet doch die überall an seinen Liebes⸗ Liebe; er führet immer so, seilen. Das Leiden dieser daß er den Glauben übe. Er Zeit ist kein zu schweres gehet selbst voran, er stärket Joch; denn Gott trägt alles unsern Mut, er bleibet ewig mit, er schlägt und liebet doch. treu, er meint es herzlich gut. 5. Sein Rat ist wun⸗ 8. Dein Rat ist wunderbar, derbar: er schlägt die lieb⸗ du Gott der Huld und Stärkel sten Kinder und trägt auch Es preiset dich mein Herz, mit Geduld die allerfrech⸗ dich preisen alle Werke: du sten Sünder. Er holet sie machst doch alles wohl! Ach ö herum in dieser Gnaden⸗ laß es bald geschehn, daß zeit und offenbaret sich in wir von deinem Rat den der Barmherzigkeit. guten Ausgang sehn. 266 366. Eigne Kelodie. Chr. Friedr. Witt. 1715. Solbes es gleich bis wei⸗ len schei⸗ nen, als ver⸗lie⸗ ße „ 55 Gott die Sei⸗nen, o so glaub' und weiß ich dies: 5——— 2— K—õ— — Gott hilft end⸗ lich doch ge⸗wiß. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 413 2. Hülfe, die er aufge⸗ 5. Laß die Welt nur schoben, hat er drum nicht immer neiden; will sie mich aufgehoben; hilft er nicht nicht länger leiden, ei, so zu jeder Frist, hilft er doch, frag' ich nichts danach, Gott wenn's nötig ist. ist Richter meiner Sach 3. Wie nicht immer Vä⸗ 6. Will sie gleich mich ter geben, wonach ihre Kin⸗ von sich treiben, muß mir der streben, so hält Gott doch der Himmel bleiben; auch Maß und Ziel, er ist der Himmel mein Gewinn, giebt, wie und wann er will. geb' ich alles andre hin. 4. Seiner kann ich mich 7. Ach Herr, wenn ich dich getrösten, wenn die Not nurhabe, frag'ich nichts nach am allergrößten; er ist andrer Gabe. Legt man mich gegen mich, sein Kind, mehr gleich in das Grab, g'nug, als väterlich gesinnt. Herr, wenn ich dich nur hab'. Christoph Titius. * 367. Mel.: Ach, was soll ich Sünder machen. Joh. Flitner. 1661. 22 4 2. EE. 0——— 3— 0 5— Sollt ich mei⸗ aan Gentnchten⸗ en, der mich liebt so 1 N 1 1 1 W——— va- ter⸗ lich, der so herz⸗ lich sorgt für 8 5 5B. 5—— Sollt ich auf den Fels nicht bau⸗ en, der mir e⸗ wig 7 N 4 — 7— blei⸗ bet fest, wenn auch al⸗ les mich ver⸗ laͤßtꝰ 2. Er weiß alles, was weiß, was mein Herz er⸗ mich drücket, meine Sor⸗ aluicket; seine Lieb' und Va⸗ gen, meine Not, steht mir tertreu' ist mit jedem Mor⸗ bei bis in den Tod; er[gen neu. 119 1 414 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 3. Der die Vögel alle nähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, alles Gute uns gewähret: sollte der verlassen mich? Nein, er hilft mir sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte und nach der Gerechtigkeit, wenn ich meine Seligkeit mehr als Gold und Silber achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rat und That. 368. Mel.: Freu dich sehr, 1. Treu ist Gott, nehmt's doch zu Herzen, Menschen, die ihr jammernd klagt! Hört in allen euren Schmer⸗ zen, was sein heilig Wort euch sagt. Er, der seine Hand euch reicht, macht der Trübsal Last euch leicht; und das Ende bittrer Lei⸗ den ist der Sieg, sind ew'ge Freuden. 2. Laß dir an der Gnade g'nügen, welche dir dein Vater schenkt. Könntest du der Not erliegen, da er dein im besten denkt? Er, 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen; das, was noch zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Meinen Gott nur lass' ich sorgen; hat ja doch schon jeder Tag seine Sorge, seine Plag'. 6. Preis ihm, der mein Herz erfreuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Va⸗ ter, sorgt für mich. Preis ihm, der den Trost erneuet, daß ich weiß, Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Inh. Olearcius. o meine Seelr(. Ar. 361). der deine Thränen zählt, hat die rechte Zeit erwählt, da er deine Klagen stillet und dein Herz mit Trost erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und hülflos bist. Auch des grauen Alters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest, daß er Fromme nie verläßt, nie versäumt, auf sie zu schauen, wenn sie kindlich ihm ver⸗ trauen 4. Ach, daß es der Mensch doch glaubte! ohne seinen Willen fällt nicht ein— von unserm Haupte, Gott, der Herr, schützt und er⸗ hält. Nur die Sünden zwin⸗ gen ihn, Rat und Trost uns zu entziehn; wenn wir uns zu ihm bekehren, will er unsre Seufzer hören. 5. Nun, so ruh in sei⸗ nen Händen, Seele, die du klagst und wankst! Er wird deine Leiden wenden, daß du ihm noch freudig Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 415 dankst. Seiner Gnade Bund allein soll dir Trost und Stärke sein! Halte nur mit festem Mute dich zu Gott, dem höchsten Gute. 6. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr, Herr, meine Zuversicht! Wollen die Ver⸗ zagten weichen, mein Ver⸗ trauen weichet nicht. In der allergrößten Pein wirst du mein Erretter sein, wirst mir, wenn mich Leiden kränken, deines Geistes Bei⸗ stand schenken. J. Fr. Mudre. 369. Eignur Melodie. 3 2 1610 ——— 5——— Von Gott will ich nicht las n- sen, denn führt' mich 1 rech⸗ ter Stra ßen, da E 5— 6— 2 E f— er läßt nicht von mir 5 ich ging in der Irr'. 0 Er—— sei⸗ ne Hand, den A⸗ bend wie den Mor= gen will 8 1 1 55—.— 1 er mich wohl ver⸗sor⸗ gen, wo ich auch sei im Land. 416 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat von mir kehrt, so wird mir bald aufs neue die Huld des Herrn bewährt. Er hilft aus aller Not, macht frei von Sünd' und Schanden, von Ketten und von Banden und rettet selbst vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schwe⸗ ren Zeit, so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt, mein Leib, mein' Seel', mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nützlich ist; gut meint er's mit uns allen und schenkt uns Jesum Christ, den eingebornen Sohn, durch den er uns bescheret, was Leib und Seel' ernähret: lobt ihn im Himmelsthron! 370. 1 5. Lobt ihn mit Herz und Munde für alles, was er schenkt! Wie selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! Verloren ist die Zeit, ohn' ihn verlebt auf Erden. Wir sollen selig werden hier und in Ewig⸗ keit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl ver⸗ schulde: kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll, die ohne alles Ende durch Christi treue Hände mir widerfahren soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat, sein Sohn giebt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad', und Gott der heil'ge Geist im Glauben uns regieret, ins Himmel⸗ reich uns führet, ihm sei Lob, Ehr' und Preis! Ludw. Helmbold. Eigne Melodie. 1588. EEE— 4 4 4 2 4 4.— 1 ——— 8 War ⸗ um be⸗ trübst du dich, mein Herz, be⸗ 3 kümmerstdich und trä⸗gest Schmerz nur um das zeit⸗ lich N* ——ä—wĩͤ— ? Ver ⸗ trau du dei⸗ nes Got⸗tes Rat, der 9 5———— 555 2 — 2— — 6—————— al⸗ le Ding' er⸗schaf ⸗ fen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht: Himmel und Erd' ist sein. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr vergißt, du väterliches Herz! Ich bin nur Erd' und weiß ohn' dich auf Erden keinen Trost für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, auf Gottes Hut; gleich werd' veracht't, glaub' ich doch mit Zuver⸗ sicht: Wer Gott vertraut, dem mangelt's nicht. 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, als du es warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun. Mach reich an meiner Seele mich, so g'nügt mir hier und ewiglich. ich aber trau! ob ich so 6. Der eitlen Ehr' ich gern entbehr', das Ewige mir nur gewähr, das Christ erworben hat durch seinen herben, bittern Tod, das bitt' ich dich, mein Herr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt, es sei Lust, Ehre oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Selig⸗ keit. 8. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß solches kund mir worden ist durch dein wahrhaftig Wort. Ver⸗ leih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du haft alles wohl gemacht. Ich bitt' demütiglich: du wollst von deinem Ange⸗ sicht mich ewiglich verstoßen nicht. Hanz Sach(Y. 27 Leid. 418 Vertrauen auf Gott. Trost im 19 371. Eigue Melodie. * 1 J. G. Ebeling. 1666. War ⸗ um 13 720 — ich mich 2 grä⸗ men? g ö 55——— 0 hab' ich doch Chri⸗stum noch, wer will mir den ——— 3232300. neh- men? Wer will 6 1— 2—— 2232 * den mirs 0 2. Gut und Blut, Leib, 5 Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben; will er's wieder zu sich kehren, nehm' ö er's hin, ich will ihn den⸗ f noch fröhlich ehren. 0 1 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angstund Pein, sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wen⸗ den, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt' ich jetzt auch nicht mir * 5— schon Got⸗tes Sohn bei⸗ge⸗ e legt im Glau⸗ben? ten, laß sie lachen! mein Heil, den Himmel rau⸗ ben, i 8 etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 5. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als mei⸗ ner spotten. Laß sie spot⸗ Gott, wird in Eil' sie zu schanden machen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. N 7. Kann uns doch der Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Thor der bittern Lei⸗ den und macht Bahn, da man kann gehn zu Him⸗ melsfreuden. 8. Allda will an edlen Schätzen nach dem Schmerz ewig⸗ lich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, 37 2. Mel.: Warum sollt' ich 1. Warum willst du doch für morgen, dir zum Schmerz wie ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Dein Gott will in der Still fich der Not annehmen. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib; darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken; traue fest, er verläßt ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich essen? nicht, die an Kummer der Ge⸗ ich mein Herz Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 419 müter. Dort, dort find die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn' Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Paul Gerhardt. mich denn grämen(s. Ar. 371). armes Herz, Gott hat dir stets allhier so viel zu⸗ gemessen, daß der Leib sich kann ernähren; übriges wird indes Gottes Hand bescheren. 4. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Fel⸗ dern, wie so schön diese stehn, und die Bäum' in Wäldern. 5. Ach, der Glaube fehlt auf Erden! Wär' er da, müßt' uns ja, was uns 27 —— 420 Vertrauen auf Gott. not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenn's gebricht, von ihm sein verlassen. 6. Wer Gerechtigkeit nach⸗ trachtet und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Ver⸗ langen Speis' und Trank lebenslang von dem Herrn empfangen. 7. Laß die Welt sich ängst⸗ lich mühen immerhin: doch mein Sinn soll zum Herren fliehen. Er will geben, was mir fehlet, ob er's oft un⸗ verhofft eine Weil verhehlet. 8. Will er prüfen meinen Glauben und die Gab', die 373. 1 ö 1 Eigue Kelodie. Trost im Leid. ich hab', mir gar lassen rau⸗ ben, so muß mir's zum Besten kommen, ob Gott mir alles schier hat hinweggenommen. 9. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn', meiner See⸗ len Weide! sorge nur für meine Seele, so wird mir auch allhier nichts zum Leben fehlen. 10. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen; sei mein Teil, Hülf' und Heil, liebster Jesu! Amen. Laurentius Laurentii. Joh. Pachelbel. 1690. + 1 f ——— ——— 3 ä* Was Gott thut, das ist wie er fängt mei⸗ ne wohl ⸗ ge⸗than, es Sachen an, will 75. 22— ä bleibt gerecht sein Wil⸗ gez ich ihm hal⸗ ten stil ⸗ le. Er ist mein Gott, der a 8 1 g 1—* ö J 1 2 9 1. a Deren 4——— 2— Earl l 4 reer 1*. 1 4— 2. 2 12 2 7— 1 D r* 9 8* 1 in der Not mich 2 weiß zu er⸗ hal ⸗ ten; drum 922 7 111 22 1 7 72 2 f 5 E. 1 1 lass' ich ihn nur wal ten. N* 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er kann ja nimmer trügen; er füh⸗ ret mich auf rechter Bahn, drum lass' ich mir genügen an seiner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffent⸗ lich erscheinet, wie treulich er es meinet. 374. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 421 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, lass' ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd' ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum lass' ich ihn nur walten. Sam. Rodigast. Mtl.: O welt, ich muß dich lassen. Tel N 4 12 1 I. 1— 1— —**: 9— + 5 12 2—— 7 —— 4— 1 un⸗ ver⸗ zagt! Du — ——————— 0 nicht, was dir nüt⸗zet, Gott weiß es und Gott schüt⸗zet, er schüt⸗zet den, der nach ihm fragt. ä 422 Vertrauen auf Gott. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh, ich die Welt noch sah; eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem ja nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich soll durch Gottes Segen den Grund zum Glücke legen, das ewig wie mein Geist besteht. das dient Trost im Leid. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, sei mir von dir ge⸗ währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenn's alle Welt auch schätzet, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank⸗ heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe⸗ rer Haß und Spott: so harr' ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider⸗ fahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chr. Fürchtegott Gellert. Eigne Melodie. 2 1544. — Was 1 mein Gott will, ge⸗ scheh' all⸗ zeit: sein Zu hel ⸗ fen ist er dem be⸗ reit, der 5 1 S ———— Wil⸗ le ist der be ste. an ihn glau⸗ bet fe st ste. Er hilft aus Not, der Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. —. n 2— 5 1 g—— P— 2— 7 2 n 1— . J romme Gott, und züch⸗ ti⸗ get mit Ma⸗ ßen; wer 2. Gott it mein 3. Drum will ich gern und Zuversicht, mein' Hoff von dieser Welt hinfahren, nung und mein Leben; 73 wie's sein Wille, zu mei⸗ was Gott will, daß mir's nem Gott; wenn's ihm ge⸗ geschicht, will ich nicht wi⸗ fällt, will ich ihm halten derstreben. Sein Wort ist stille. Mein' arme Seel' wahr, er hat mein Haar ich Gott befehl' in meiner auf meinem Haupt gezäh⸗ letzten Stunden. Du from⸗ let; er sorgt und wacht, mer Gott! Sünd', Höll' nimmt uns in acht, auf und Tod hat Jesus über⸗ daß uns gar nichts fehlet. wunden. Markgraf Albrecht v. Brandenburg⸗Culmbach(7). 37 6. Mel.: Unser gerrscher, unser König. 2 J. Neander. 1680. 58 2——— Weicht, chr Ber⸗ ge, fallt, ihr Hü⸗gel, brecht, ihr Felsen, Got⸗ tes Gna⸗ de hat das Sie⸗gel: sie will unver⸗ ——.——— * 2 2— stür⸗zet ein! än⸗dert sein. Fe —— ——— 9 1 Laßt die Welt zu Trümmern gehn, —* = g— 2— N 72——— 2 T —— 2— a 5 11 Got ⸗ tes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir er alles hat vollbracht. versprochen, Gott hat einen Er, die Wahrheit, trüget Bund gemacht, der wird nicht, er erfüllt, was er nimmermehr gebrochen, bis verspricht. 424 3. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär' er nicht immer⸗ dar, was er ist und was er war. 4. Mag sein Antlitz sich verstellen, ist fein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, Grund und Boden weicht. 5. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt Vertrauen auf Gott. sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, 377. bleib' ich ganz Vertrauen wenn auch Trost im Leid. meinem Gott nur wert. Ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn' und Schild. 6. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt; das ist Trost: so bleib' ich Armer immer⸗ dar in seiner Hand. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu'. 7. Nun, so soll mein fest auf diesem Felsen ruhn; ewig will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel mag vergehn, ewig wird sein Bund bestehn. Benj. Schmolck. Eigne Melodie. Matth. Apelles von Löwenstern. 1644. TTT Wenn. in Angst und Not Winz Au⸗gen heb' em⸗ — 25 e ä —. Fle⸗ hen, so neigst du mir dein Ohr, daß ich nicht darf betrübt von deinem Antlitz 9 ge ⸗ hen. 3 2. Mein Schutz und Hülfe kommt, o treuer Gott, von dir, der du das Firmament und Erdreich hast gegründet; kein Mensch kann helfen mir, vor deinem Gnadenthron allein man Rettung findet. 3. Du schaffest, daß mein Fuß mir nicht entgleiten kann, du leitest selber mich auf allen meinen Wegen und zeigest mir die Bahn, wenn mir die Welt, der Tod und Teufel Stricke legen. 4. Du Hüter Ifraels, du schläfst noch schlummerst nicht, dein' Augen Tag und Nacht ob denen offen Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 425 bleiben, die sich in deiner Pflicht zur Kreuzfahn' durch dein Blut, o Jesu, lassen schreiben. 5. Herr, segne meinen Tritt, wo ich geh' aus und ein, auch, was ich red' und thu', laß alles wohl gelingen und dir befohlen sein: so kann ich meinen Lauf hier seliglich vollbringen. 6. Und wenn ich aus der Welt nach deinem Willen geh', so hilf, daß ich in dir fein sanft von hinnen scheide und fröhlich aufersteh': dann führe mich hinauf in deine Wonn' und Freude. Matthäus Apelles von Löwenstern. 378. Mel.: Wenn wir in höchsten Aöten sein(s. Ur. 379). 1. Wenn Menschenhülf' scheint aus zu sein, so stellt sich Gottes Hülfe ein; wenn niemand hilft, so hilft doch er und macht mein Leiden nicht zu schwer. 2. Was tracht' ich lang nach Menschengunst, die doch vergehet wie ein Dunst? Wo finde ich hier einen Freund, der's immer treu und redlich meint? 3. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott, der helfen kann in jeder Not; such Anton Ulrich, Herzog von Braunschweig und Lüneburg. ihn zum Freund, denn er allein kann stets und über⸗ all erfreun. 4. Wenn Gott dein Freund, so ist dein Feind ganz ohne Macht, wie stark er scheint, und wären ihrer tausend hier, so könnt' doch keiner schaden dir. 5. Es muß doch gehn, wie's Gott gefällt, ob alles sich entgegenstellt. Laß Gott nur machen, wie er will, und hoff auf ihn und halt ihm still. 379. 9 4 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 5 2 8 2255 ———— wis⸗ sen mehr, wo aus noch ein, und fin⸗den we⸗der 0— 5 ——————— EL 23 a 2— 2 222 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zu⸗ sammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser eug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linde⸗ rung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mitt⸗ ler ist. gen dir all' Hülf noch Rat, ob wir gleich sor-gen früh und spat: 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott, und kla⸗ unsre Not, weil wir jetzt stehn verlas⸗ sen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei: 7. Auf daß von Herzen wir dafür hernach mit Freu⸗ den danken dir, gehorsam sei'n nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 427 380. Mel.: Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit(. Ur. 375). 1. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel wer⸗ den. Darum auf dich all' Hoffnung ich will fest und sicher setzen: Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. 2. Und wenn mir wär' der Hölle Heer und alle Welt zuwider: du doch es bist, Herr Jesu Christ, der sie all schlägt danieder, und 38ʃ. wenn ich dich nur hab' um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gieb wahre Reu', mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Erhöre, Herr, dies mein Begehr, daß mir dein Heil nicht fehle! Joachim Magdeburg. Cigne Melodie. a. Georg n 1657. 8 2 2 15 Wer nur den lie⸗ ben Gott läßt wal⸗ten den wird er wun⸗der⸗bar er⸗hal⸗ ten und hof⸗fet in al⸗ ler 2 IA— K— 1 ihn al ⸗le⸗zeit, Not und Traurig⸗keit. Wer Gott, dem Al⸗lerhöch⸗sten, traut, der hat auf kei⸗ nen Sand ge⸗ baut. 428 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille und wie sein weiser Rat es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh' wir's uns versehn, und lässetuns viel Gut's geschehn. 382. 5 Mel.: 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist und daß ihm der im Schoße sitze, den alle Welt als glücklich preist; die Folgezeit ver⸗ ändert viel und setzet jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott ge⸗ ringe Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm z machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald ahn bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Höchsten reichem Segen, so wird er täglich bei dir neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark. Es ist gewißlich an der Zeit. 1535. 2 4 ———— Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn ge ⸗schieht, was er mir aus ⸗ er ⸗ sehn, wird — 3— . al⸗ les Ei⸗ gen⸗wäh ⸗ len: mir's an kei⸗ nem feh⸗ len. W er michfüßrt, so Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 429 1— —— geh' ich mit und fol ⸗ ge wil ⸗ lig 9 3 535850 Schritt vor Schritt in find fl chem zer⸗trau⸗ en. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, mag auch im Fleisch der Eigenwill' noch öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh' in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt und wie er es will wen⸗ den, das sei ihm ganz an⸗ heimgestellt; es gehe, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich in seinen Vaterwillen. Scheint's der Vernunft gleich wunderlich, ihm scheiden? was er in Liebe hat be⸗ dacht, eh' er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu im Glau⸗ ben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei: was will mich von Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh' durch Dorn und Hecken. Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, zuletzt wird er's aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat: dies sein Rat wird doch erfüllen, ist mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke. 430 Vertrauen auf Gott. Trost im Leid. 383. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan(s. Ar. 373). 1. Wohl uns, der Vater hat uns lieb und wird an uns gedenken und uns aus väterlichem Trieb, was wir bedürfen, schenken. Was fehlt uns doch nun weiter noch, da wir zum Vater haben den Geber aller Gaben? 2. Wenn wir ohn' Gold und Schätze gleich die weite Welt durchzögen, so ist doch unser Vater reich an Liebe und Vermögen. Wir sor⸗ gen nicht, daß uns gebricht auf unsrer Lebensreise die Kleidung und die Speise. 3. Er, der so viel an uns gewandt zu unserm Heil und Leben, der seinen Sohn zu uns gesandt und für uns hingegeben, sich so geneigt den Sündern zeigt — wie sollte er denn min⸗ der versorgen seine Kinder? 4. Wie können wir doch allezeit frei vor sein Antlitz treten, um Hülf' in Not, um Trost in Leid, um alles zu ihm beten! Er hört uns an, er will und kann und wird uns gern gewähren, was wir von ihm begehren. 5. Wie steht uns doch sein Vaterherz in Jesu Christo offen! Da fliehn wir hin, wenn uns ein Schmerz und Unfall hat betroffen. O da, da ruht sich's sanft und gut, da ist man wohl geborgen und ledig aller Sorgen. ö 6. Und meint ihr, daß vor Tod und Gruft uns bange sei und grause? Nein, wenn uns unser Vater ruft, so gehn wir gern nach Hause. Da ist es doch viel besser noch! Oft seufzt man aus der Tiefe: Ach, wenn der Vater riefe! 7. Er hat uns lieb, das ist genug, uns ewiglich zu freuen; er hat uns lieb, das ist genug, wir kennen ihn, den Treuen, und wol⸗ len auch nach Kinderbrauch uns unablässig üben, von Herzen ihn zu lieben. Karl Joh. Philipp Spitta. Vertrauen auf Gott. Mel.: Trost im Leid. 431 Alles ist an Gottes Segen. 2— — wei⸗sen Hän⸗de —— 1 2 41 8. 5— . 5 —..——— ä 1 Got⸗tes füh⸗ ren ä 2 sei⸗ ne Tha⸗ten, und du sprichst: Wo will's hinaus? 2. Denke doch: so gehen, lich heißt geschehen, und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, gut gemeinet: Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad ver⸗ borgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End' und Anfang geben frei. Er Es muß was Gott weis⸗ ihm ist das End' doch wird, was er angefangen, lassen so ein End' erlangen, daß es wunderherrlich sei. 5. Drum, so laß dir nimmer grauen, lerne dei⸗ nem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er fürwahr, er wird es führen, daß du's wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Gut's. 6. Du wirst seinen Ruhm aalen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz ver⸗ süßen, daß du wirst be⸗ kennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlich End'! Heinr. Arnold Stockfleth. Morgenlieder. XXIV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 1. Morgentieder. 385. Mel.: valct will ich dir geben. Melchior Teschner. 1614. 1 2 5 ö 5 6 1—= Auf, auf, den Herrn zu lo ⸗ ben, den Hü⸗ter in der be⸗den⸗ke, wie von o ⸗ ben der Höchste dich be⸗ 5 6 Nacht! wacht: — ö fahren der Fin⸗ster⸗ nis ge⸗ wandt. 2. Dir, dir und deiner 3. Verzeihe mir die N Güte, dir, o mein Gott, Sünde, die ich bisher 1 allein, dir, dir soll mein verübt; mit Reue ich ö Gemüte von Herzen dank⸗ empfinde, wie sehr ich bar sein. Ich bin zwar dich betrübt; zu geringe; doch nimm dies Opfer hin, nimm hin, was ich dir bringe, ein'n dir ergebnen Sinn. verzeihe mir und dämpfe die sündliche Begier, mit der ich täg⸗ lich kämpfe; o Herr, ver⸗ zeihe mir! Morgenlieder. 433 4. Führ mich auf Jesu 6. Hilf, daß in meinem Wegen dem Vaterlande zu Stande ich thu', was dir und sprich du selbst den gefällt; auch laß mich nicht Segen zu allem, was ich in Schande geraten vor thu'. Herr, sende du mir der Welt; richt, Herr, mein Kräfte von deiner Him⸗ ganzes Leben nach deinem melshöh', auf daß all mein Willen ein; laß auch mein Geschäfte erwünscht von Haus daneben von dir statten geh'. gesegnet sein. 5. Gieb mir vor allen 7. Gieb, daß im Kreuz Dingen getrosten Mut und und Glücke ich stets so Geist, das freudig zu voll⸗ leben mag, daß ich getrost bringen, was mein Beruf hinblicke auf meinen letzten mich heißt; laß mich in Tag; und wenn der wird guten Tagen nicht über⸗ einbrechen, so gieb, daß ich mütig sein und laß mich erfreut von Herzen könne auch nicht zagen, dringt sprechen: Komm, Herr, ich gleich ein Kreuz herein. bin bereit. Joh. Franck. 6 386. Eigne Melodie. 1598. 1 2 9 2 a E—————————— — + 1— 2——— — Aus mei⸗ nes Her⸗zens Grun ⸗ de sag' in die⸗ser Mor⸗gen⸗ stun de und 5 7 4 N 2— 1 1— r f f— 1 4 1 8 1 1 1 22 2— 9—— + 1 1 — 1—* ich dir Lob und Dank all mein Le⸗ ben langů a 6 5. 2 55. E ——. ͤ—j2—jů—᷑—— Thron, dir zu Lob, Preis und Eh ⸗ ren durch 2 Christum, un⸗sern Her⸗ ren, dein'n ein⸗gebornen Sohn: 28 434 Morgenlieder. 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der ver⸗ gangnen Nacht vor Angst, Gefahr und Schaden be⸗ hütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir die Sünd' vergeben, womit in meinem Leben ich hab' erzürnet dich. 3. Du wollest auch be⸗ hüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feu'r und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 387. Mel.: 4. Gott will ich lassen raten, der alle Ding' vermag; er segne meine Thaten und fördre meine Sach'. Ihm hab' ich heim⸗ gestellt Leib, Seele, Gut und Leben und was er sonst gegeben; er mach's, wie's ihm gefällt! 5. Darauf so sprech' ich Amen und zweifle nicht daran, in meines Gottes Namen ist alles wohl⸗ gethan, und streck' nun aus mein Hand, greif' an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in meinem Amt und Stand. Joh. Mathesius. Erschienen ist der herrlich Tag. Nik. Hermann. 2 4 9 a F 2 1 — 5 —— ̃ ̃— — 2 ä * 9 Das wal⸗te Gott, der hel- fen kann! Mit 3 Tel N 4 N 4 N N 1 2.— 7 1 r 5. B—————— 124 1 1 2 1.— Gott fang' ich die Ar⸗ beit an; mit Gott nur a 4 2——— — 2*— 22— 3 1 ** geht es glück⸗ lich fort; drum ist auch dies mein 5 — 2. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht segnet, da gebricht's; Gott giebt und thut uns alles Gut's; drum sprech' ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 3. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf' ich aus mein Netz und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 4. Anfang und Mitte samt dem End' stell' ich allein in Gottes Händ'; er gebe, was mir nütz⸗ lich ist; drum sprech' ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 5. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt' und Treu', so g'nüget mir zu jeder Stund'; drum sprech' ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! Morgenlieder. 6. Trifft mich ein Un⸗ glück: unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott ge⸗ wagt; er wird mir gnädig 435 stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 7. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, macht's, wie er will; drum sprech' ich auch fein in der Still': Das walte Gott! 8. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vater⸗ brauch thut er mir Gut's; drum sprech' ich auch: Das walte Gott! 9. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht' ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wer's nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott! 10. Thu' ich denn was mit Gottes Rat, der mir beisteht so früh als spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Joh. Betichius. 28 436 Morgenlieder. 6 388. Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir. Claude Goudimel. 1556. 2 4 +. 2 —— 5 7 Das walt' Gott Va⸗ ter und Gott Sohn, Gott 3 9—. 1 —— 1 t— —— 2 2 2 23—— 2 heil ger Geistin's Himmels Thron! Man dankt dir, eh' die 5 5—— Sonn' auf⸗geht; wenn's Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug' ich diesen 5. Dein Geist mein'n Morgen früh in rechter Leib und Seel' regier' und Andacht meine Knie“ und mich mit seinen Gaben zier'; ruf zu dir mit heller Stimm': er führ' mich heut auf rechter Dein Ohr mir neig, mein! Bahn, daß ich was Gut's Red' vernimm! vollbringen kann. 3. Ich rühm' von Herzen 6. Bewahr mein Herz deine Güt', weil du mich vor Sünd' und Schand', gnädig hast behütt, daß daß ich vom Übel abgewandt ich nun hab' die finstre mein' Seel mit Sünden Nacht in Ruh und Frie⸗ nicht beschwer' und mein den zugebracht. Gewissen nicht versehr'. 4. Mein Gott, ich bit“ 7. Mein'n Aus⸗ und durch Christi Blut: Nimm Eingang heut bewahr, daß mich auch heut in deine mir kein Übel widerfahr'; Hut und laß die lieben behüte mich vor schnellem Engel dein mir Wächter Tod und hilf mir, wo und Gefährten sein. mir Hülf ist not. Martin Behemb. Morgenlieder. Mel.: Auf meinen kieben Gott. 2 4 —— 0 1 6 1 Der schö⸗ ne Tag bricht an, die Nacht ist ab⸗ ge⸗ 9 3 N J— 1— 1 +—— i 1 — 4— 1 5 J———— 1— 2——— 1 57. 2— 1 + than, die Fin ⸗ster⸗ nis ver⸗ gan ⸗ gen; laß N 1 7* 1 9 9 0 8 = uns dein Lichtum⸗fan ⸗ gen, du, uns⸗ re Sonn' und — 3 7——— 2 Le ⸗ ben, der Welt zum Heil ge⸗ ge ben. 2. Befiehl der Engel Schar, daß sie uns heut bewahr'; wenn du die Hand ausstreckest und uns damit bedeckest, so muß samt unsern Sünden das Übel von uns schwinden. 3. Laß uns in deiner Hut das thun, was recht und gut, und gleich als Kinder leben, die dir sich ganz ergeben, in deinen Wegen gehen und fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Kreuz und Not, so hilf, du treuer Gott, daß wir in allen Stücken uns drein geduldig schicken; denn dir nicht widerstreben ist ja das beste Leben. 5. Gieb Speis' und Trank dem Leib, daß er bei Kräften bleib', und soll die Seele scheiden, so sei's zu deinen Freuden, daß wir auf dei⸗ nen Namen getrost hin⸗ fahren. Amen. Ang. Buchner. Morgenlieder. 390. Eigne Kelodie. J. G. Ebeling. 1668. —— 2 8 — + = ne voll Freud' und Won ⸗ ne ——— 2—— ä——-— bringt un⸗ sern Gren⸗zen mit ih⸗ rem Glän⸗ zen ein herz er ⸗ quik⸗ ken⸗des, lieb⸗ li⸗ches Licht. Mein Haupt und Glie⸗ der, die la⸗ gen da⸗nie⸗ der, 9 a ⸗ ber nun steh' ich, bin mun⸗ ter und fröh⸗lich, 2. Mein Auge schauet, 3. Lasset uns singen, dem was Gott gebauet zu seinen Schöpfer bringen Güter Ehren und uns zu lehren, und Gaben; was wir nur wie sein Vermögen sei mäch⸗ haben, Gott sei das alles tig und groß, und wo die zum Opfer geweiht. Die Frommen dann sollen hin⸗besten Güter sind unsi kommen, wenn sie mit Frie⸗ Gemüter; Lieder der From⸗ den von hinnen geschieden] men, von Herzen gekom⸗ aus dieser Erden vergäng⸗ men, die sind's, daran er lichem Schoß. am meisten sich freut. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück ab⸗ wehren, sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir auf⸗ stehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzig⸗ keit Schein. 5. Ich hab' erhoben zu dir hoch droben all' meine Sinnen: laß mein Be⸗ ginnen ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, fündliche Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn' alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders Hand, Scheuer und Haus. Geiziges Brennen, unchrist⸗ liches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ist's?— gewesen; in einer Stunde geht es zu⸗ grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Morgenlieder. Alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn' alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die töͤtlichen Schmer⸗ zen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad' und Hulden aus deinen Augen sein ganz abgewandt! Sonst mich regiere, mich lenke und führe, wie es dein Wille: ich halte dir stille, geb' mich in deine allmächtige Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, von allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich krän⸗ mit Galle tränken, nicht ewig währen; ich Meeres Brausen und Win⸗ wohl[des Sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige was heilsam und Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; nie dahin sind meine Gedanken und soll von Plagen auch was tragen: so mach es, wie dir es beliebt! Du weißt, was ist für das eine, das not ist alleine, hast zu sehr du die Deinen gericht't. 1. Es hat uns heißen mit herzlichen Ge⸗ vor deinen hohen 2. Darauf komm' ich ach laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein alle Lust verdammet im Namen sündenvollen Bahn. und gnädig Gott, begehre Jesu Christ, mir gewähre das, was mir 3. Nicht bitt' ich, mir zu geben aus deiner reichen Hand Geld, Gut und lan⸗ Morgenlieder. Paul Gerhardt. Mel.: balet will ich dir geben(s. Ur. 385). mit der Zeit. 12. Trübsal und Zähren ges Leben, nicht Ehr' noch o Gott, dein lieber hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelkeit, vergänglich, schwach Thron und uns mit teu⸗ und flüchtig und schwindet rem Amen Erhörung zu⸗ gesagt, wenn man in seinem nur bittet, fleht 4. Ich bitte, mir zu schenken ein frommes, keu⸗ sches Herz, das nimmer⸗ mehr mag denken auf Sünd' in dieser Mor⸗ und schnöden Scherz, stets in Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan und 5. Hernach laß mich ge⸗ winnen nach deiner großen Kraft Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wis⸗ senschaft, daß all mein Thun und Handeln dir mag ge⸗ fällig sein und vor der Welt mein Wandeln ohn' allen falschen Schein. 6. So wird von jenen allen: Stand, Leben, Ehr' und Geld, auf meine Seite Morgenlieder. 441 fallen, soviel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken: Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumark. 2 9 398. Eigne Melodie. 3 Heinr. Albert. 1644. 2— 1 1— + 7 2 n—— 4 4 der es Tag 3 und der Er ⸗ den, und Nacht läßt wer ⸗ den, 2 —* 4 5 2 g 9 1 5 1 8— 2 24 2 N 2 7 3 9 9*— NVPa⸗ ter, Sohn und heil⸗ger Geist, Sonn' und Monduns schei⸗nen heißt, 6 des⸗sen star⸗ke —— K N 1— 1 2—— ———— 8 0 7 7— 2 b—— 1 9—— ————— 2 2 Hand die Welt und was drin⸗nen ist, er⸗hält: 2. Gott, ich danke dir daß du mich von Herzen, in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Va⸗ terhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; oHerr Jesu, laß mich finden stets dein Herz mir offen stehn, wo alleine Hülf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auf⸗ erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als bei dir all⸗ ein kann ich recht bewah⸗ ret sein. Morgenlieder. 6. Meinen Leib und meine 7. Deinen Engel zu mir Seele samt den Sinnen sende, der des bösen Fein⸗ und Verstand, großer Gott, des Macht, List und An⸗ ich dir befehle unter deine schläg' von mir wende und starke Hand; Herr, mein mich halt' in guter Acht, Schild, mein' Ehr und der auch endlich mich zur Ruhm, nimm mich auf, Ruh trage nach dem Him⸗ dein Eigentum. mel zu. Heinrich Albert. 393. Mel.: Ich dank' dir schon durch deinen John. 1610. — f——ů—— ——————— Mein erst Ge⸗ fühl sei Preis und Dank, er⸗ e 2 N 1 7 7 +—* 1 1 1 1 1 11 — ä K—ꝛß——— EEE heb ihn, mei⸗ne See ⸗ le! Der Herr hoͤrt dei⸗ nen EN 575 g g 7—— g 5 7— —*.*— I* 3 4— 2 9 + E 1 9 3— .— 9 12—— 3— 2 Lob⸗gesang; lob⸗sing ihm, mei ⸗ ne See= le 2. Mich selbst zu schützen 5. Laß deinen Segen auf ohne Macht, lag ich und mir ruhn, mich deine Wege schlief in Frieden. Wer schafft wallen, und lehre du mich die Sicherheit der Nacht und selber thun nach deinem Ruhe für die Müden? Wohlgefallen. 3. Du bist es, Gott und 6. Nimm meines Lebens Herr der Welt, und dein gnädig wahr; auf dich hofft ist unser Leben; du bist meine Seele. Sei mir ein es, der es uns erhält und Retter in Gefahr, ein Va⸗ mir's ietzt neu gegeben. ter, wenn ich fehle. 4. Gelobet seist du, Gott 7. Gieb mir ein Herz der Macht, gelobt sei deine voll Zuversicht, erfüllt mit Treue, daß ich nach einer Lieb' und Ruhe, ein wei⸗ sauften Nacht mich dieses ses Herz, das seine Pflicht Tags erfreue! erkenn“ und willig thue; 8. Daß ich als ein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züch⸗ tig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich, dem Näch⸗ sten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich 394. 4 3 Morgenlieder. Ael.: Wer nur den lieben Gott. b. gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchtegott Gellert. 1690. 2 E= g 7— 11 8 E D———— Mein Gott, nun ist 2** es wie⸗der Mor⸗gen, die nun wa⸗ chen al ⸗ le mei, ne Sor⸗gen auf 1 2 . — 11 FB Nacht voll⸗en⸗ det ih⸗ ren Lauf; ein⸗mal wie⸗ der mit mir auf. Die Ruh' ist aus, der — 5— A S 8 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd' und Misse⸗ that. O Gott, von dessen Brot ich zehr', wenn ich dir doch getreuer wär'! 3. Du giebst mir Kraft, jetzt aufzustehen, regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mir's heut wird gehen, mach alles so, Schlaf da⸗ hin, und ich seh' wie⸗der, wo ich bin. wie's dir gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet' und sing'; denn wenn ich nur bei dir wohl steh', so acht' ich gar nicht, wie es geh'. 5. Hilf du in allen Sachen raten, ich bin mir selber nicht genug; behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl Morgenlieder. 1 1 1 1 ö ö 1 legen an und Gutes schaf⸗ fen, wo ich kann. 6. Behüte Seele, Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Hab' und Gut; laß deine Hand den Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht!! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann. Eigne Melodie. 94 3 3 4 1704 EU 5— ö— 24—— r —— K—— 2 2 2 1— 1. 2 5 I Morgenglanz der E⸗wig⸗keit, schick uns die⸗se Morgen⸗zeit dei⸗ ne Strahlen Licht vom un⸗er⸗ schöpften Lich⸗te, zu Ge⸗sich⸗ te 6 und vertreib durch dei⸗ ne Macht 5 1 1 + E——— e—— 1 1— — 8. uns ⸗ re Nacht. 2. Deiner Güte Mor⸗ gentau fall' auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebens au deinen süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ stehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh', gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh' und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns er⸗ hoͤht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth. Morgenlieder. 396. Mel.: Auf meinen lieben Gott(s. Ur. 389). 1. So tret' ich denn nun an, wie gut ich im⸗ mer kann, mein Amt, Be⸗ ruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Hel⸗ fer bist, gesegnemeine Werke und mich vom Himmel stärke, damit ich deinen seinen Segen auch wissen Willen in allem mög' er⸗ beizulegen. füllen. 2. Dir, Vater, sag' ich 4. Behüte Seel' und Dank, daß du mein Leben Leib und alles von mir lang so reichlich mich er⸗ treib, was meine Arbeit nähret und manche Gnad' hindert und deinen Segen bescheret; laß deine Güt' mindert; laß mich in Fried und Gaben mich auch noch und Freuden zuletzt von ferner laben. hinnen scheiden. Johann Heinrich von Hippen. 39: Aun laßt uus Gott dem gerren. g 2 5 1587. 2——— 3 e 3 Wach auf, mein Herz, und sin⸗ ge dem Schöpfer * 7 N———— 9— 55 —————.. . 4— L— 12 D 3* ——— 2 1 4 IE —*— 2— II— 2— 1 dr— treu⸗ en Men⸗schen⸗hü ⸗ ter. 2. Als nachts die dun⸗ 3. Du sprachst: Mein keln Schatten mich ganz] Kind, nun liege, mein star⸗ umfangen hatten, bedecktest] ker Schutz dir g'nüge; schlaf du mich Armen mit gött⸗ wohl, laß dir nicht grauen, lichem Erbarmen. du sollst die Sonne schauen. ———ũ—.. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring' ich meine Gaben: in Demut fall' ich nieder und bring' Ge⸗ bet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins ich kann das Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bess'res habe. Morgenlieder. ö 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, und Anfang, Mitt' und Ende, o Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilger⸗ reise. Paul Gerhardt. Wochenanfang. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 1788. + 2 9 8 N n 1*. S F 2 2 5 1 Ein neu ⸗ er Tag, ein neu⸗ es Le⸗ ben geht Gott will mir heut aufs neu ⸗e ge⸗ben, was 5 9 2 7 BCF mit der neu⸗en Wo⸗che an; 1 mir sonst niemand ge⸗ben kann: denn hätt ich sei⸗ ne 48 228 In Gna⸗ de nicht, wer gä⸗ be mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lie⸗ in Gnaden von mir abge⸗ ben Morgen, deine Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen mich schützte wandt. Ach Herr, was bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkenn' ich, Herr, und gebe mich freu⸗ dig dir zum Opfer hin; doch, weil ich hier, solang ich lebe, mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir; die Hülfe steht allein bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn; ach laß mich nicht am Sünden⸗ joche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gieb deinen Geist, der mich regier' und nur nach deinem Willen führ'. Tischlieder. 447 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonst mir zugemes⸗ sen, das richte mir zum Besten ein; ich bitte nicht um Überfluß, gieb mir nur, was ich haben muß. 6. Du thust, mein Gott, gewiß das Deine, laß mich denn auch das Meine thun! Behüte beide, Groß und Kleine, daß sie in deiner Gnade ruhn, und hilf, daß jeder diesen Tag in dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmolck. 2. Dischlieder. Vor Tische. 399. Mel.: O Zesu Christ, mein's Lebens Licht(. Ar. 316). 1. Gesegn' uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung fein, hilf, daß dadurch erquicket werd' der dürft'ge Leib auf dieser Erd'. 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht g'nug zum Leben sein: dein göttlich Wort die Setle speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott, hilf endlich auch aus aller Not: so preisen wir dein' Gütig⸗ keit hier und auch dort in Ewigkeit. Gott, laß uns deiner nie vergessen, wenn wir uns deiner Gaben freun; laß, wenn wir trinken, wenn Tischlieder. 400. Mel.: Wer nur den lieben Gott. b(s. Ar. 394). wir essen, uns teuer deine Güte sein. Dir sei für Speise, sei für Trank, für alles Gute Preis und Dank. Nach Kaspar Neumann. 401. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend(s. Ur. 328). 1. Herr Gott Vater im Himmelreich, wir deine Kin⸗ der allzugleich bitten dich jetzt aus Herzensgrund: Speis uns alle zu dieser Stund'; 2. Thu auf dein' reiche, milde Hand, behüt uns all' vor Sünd' und Schand' und gieb uns Fried' und Einigkeit, bewahr uns auch vor teurer Zeit, 3. Damit wir leben se⸗ liglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsers Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n. Kasp. Huberinus. 402. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele(s. Ur. 171). Speise, Vater, deine Kinder, tröste die betrüb⸗ ten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, welche wir jetzt vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu dem Him⸗ melsmahle kommen. Joh. Heermann. Nach Tiscke. 403. el.: Herr Gott, dich loben alle wir(s. Ar. 388). Wir danken dir, Herr daß du unser Bleib Jesu Christ, Gast gewesen bist. du bei uns, so hat's nicht not; du bist das rechte Lebensbrot. Tischlieder Abendlieder. 449 404. Mel.: Unn danket alle Gott(s. Ur. 429). 1. Wir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater, jetzt von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns und Nahrung, die erfreut, hier einen frohen Mut, dort deine Seligkeit. 405. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll' hinfort uns mehr bescher'n und speisen uns 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, ver⸗ kennen; von wahrer Dank⸗ barkeit laß unser Herz ent⸗ brennen! Mach uns gehor⸗ sam, mach in unserm Stand uns treu, daß unser Wandel, Gott, dir wohlgefällig sei. Joh. Andr. Cramer. mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Zeit das ew'ge Leben. Amen. 3. Abendlieder. 4 406. Mel.: Ach, was soll ich Sünder machen Joh. Flitner. 1661. ————— 2— ch mein Je ⸗su, sieh, ich tre⸗ te, da der Tag nun⸗ — 8—————— S— 1 mehr sich neigt. die Fin⸗ster⸗ nis sich zeigt, 17 4* 4 4 4 ————— 20 —. 2 2 355 J 2 5 ä 9 1112 8 11 ————. 8——— 2 f dei ⸗ nem Sinn auch mein Herz und Sin- nen hin. 29 2. Meine Tage gehn geschwinde, wie ein Pfeil, zur Ewigkeit; selbst die längste Lebenszeit rauscht vorüber gleich dem Winde, wie ein Bach von Bergeshöh' sich hinabstürzt in den See. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herz⸗ lich suchte, mein Erbarmer. O wie mancher Tag geht hin, da ich kalt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herz⸗ lich schämen. Du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, Abendlieder. und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 407. ad. land, wache, dieser Nacht; mit deiner Macht; dir befehl' ich meine Sache. trau' ich, laß mich dein wa⸗ chend und auch schlafend sein. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzens⸗ freund, zu dir: dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Dunkel bricht neige du 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gön⸗ nen willt; dir erfüllt, nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. mein Herz sei mit so wird mich 7. Nun, mein teurer Hei⸗ wache du in schütze mich Dir ver⸗ Lewin Joh. Schlicht. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 1543. - ber mich, Herr, und mein Haus die —— 2 ä————— 8 ———— Flü⸗ gel dei⸗ nes.—. aus! Dir trau ich; hab 25 2——* ———.— doch dein Wort, Gott, mein Ver⸗söh⸗ ner„Hel und Hort. Joh. Andr. Cramer. Abendlieder. 403. Mel.: Die Sonn' hat sich mit ihrem Glanz gewendet. Cl. Goudimel. 1558. ä 3 2——— Der A⸗ bend kommt, die Son⸗ne sich der⸗ dek⸗ ket, 8.——— 5 5 O 1 ne Seel', merk auf, wo blei⸗ best du? In . —. — Got ⸗ tes Schoß, sonst nir⸗gends hast du Rüh'. 2. Der Wandersmann 5. Vergieb, o Herr, wo legt sich ermüdet nieder, ich mich heut verirret und das Vöglein fliegt zu seinem mich zu viel durch dies und Neste wieder, die Schäf⸗ das verwirret. Es ist mir lein ziehn in ihre Hürden leid, es soll nicht mehr ein: laß mich zu dir, mein geschehn; halt mich bei dir, Gott, gekehret sein. so werd' ich fester stehn. 3. Ach sammle selbst 6. Da nun der Leib sein Begierden und Gedanken, Tagwerk hat vollendet, mein die noch so leicht aus Geist sich auch zu seinem Schwachheit von dirwanken; Werke wendet, zu beten mein Ruheplatz und Heimat, an, zu lieben inniglich, im thu dich auf, daß ich in stillen Grund, mein Gott, dir beschließe meinen Lauf. zu schauen dich. 4. Recht väterlich hast 7. Die Dunkelheit ist da, du mich heut geleitet, be⸗ und alles schweiget; mein wahrt, verschont, gestärket Geist vor dir, o Majestät, und geweidet; ich bin's sich beuget. Ins Heilig⸗ nicht wert, daß du so gut tum, ins Dunkel kehr' ich und treu; mein Alles dir[ein; Herr, rede du, laß zum Dank ergeben sei. mich ganz stille sein. 295 —————ů ů—— — — .———..— 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sin⸗ nen, still! mein müder Geist im Herrn jetzt ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist zerstreut in Unruh' schweben! Mein Abendlieder. treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir nur kann ich selig sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh'. Gerhard Tersteegen. Eigne Melodie. 1730. 4 8 —— ———ů— Der lie⸗ ben Son⸗ ne die Welt hat sich zur Licht und Pracht hat 8 ge⸗macht: thu, nun den Tag voll⸗ füh * was dir ge⸗ büh 8 „ u 1 tritt an die Himmels⸗ t; — 2 2 S + — 7— e———— 2 ———5 82 2 thür und bring ein Lied her⸗für; laß dei⸗ ne Au⸗gen, . 2— ——. Herz und Sinn auf Je⸗ sum sein ge⸗ rich⸗tet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und sendet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Glanzes voll: doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewige Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz und Eigentum. 3. Verschmäh nicht dies geringe Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried', bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann; ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. 4. Mit dir will ich zur Ruhe gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Hüter, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch 410. Mel.: Abendlieder. 5 selber nicht den Tod; denn, wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder auf⸗ ersteht. 5. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh' und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohlgemacht; nun, liebster Jesu, gute Nacht! Christian Seriver. O Welt, ich muß dich lassen. Der Mondist auf⸗ ge⸗gan⸗ gen, die goldnen Sternlein f— — 55——— 8 pran ⸗ gen am Him⸗ mel hell und klar; der 2 „Weldstehtscwarzundschwei⸗ get, und aus den Wie⸗ sen —— 2— * stei⸗ get der wei⸗ ße 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämm'⸗ rung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages halb zu sehen Ne⸗ bel wun⸗ der ⸗ bar. Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? er ist nur und ist doch 454 Abendlieder. rund und schön. So sind Kinder fromm und fröh⸗ wohl manche Sachen, die lich sein. wir getrost beluchen, weil 6. unsre Augen sie nicht sehn. en dier Welt 4. Wir stolzen Menschen⸗( uns nehmen durch einen kinder sind eitel arme sanften Tod; und wenn Sünder und wissen gar du uns genommen, laß nicht viel. Wir spinnen uns in Himmel kommen, Luftgespinste und suchen du unser Herr und unser viele Künste und kommen Gott. weiter von dem Ziel. 7. So legt euch denn, 5. Gott, laß dein Heil ihr Brüder, in Gottes uns schauen, auf nichts Namen nieder; kalt ist der Vergänglich's trauen, nicht Abendhauch. Verschon uns, Eitelkeit uns freun. Laß Gott, mit Strafen und blaß uns einfältig werden und uns ruhig schlafen und vor dir hier auf Erden wie unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius. 411. Mel.: Herzlich thut mich— 1601. 8. 1 1 5 2— Der Tag hat sich ge⸗nei ⸗ get, die Nachthat sich ge⸗ Gott sei ge be⸗ ne⸗dei ⸗ et, der uns be⸗schüt⸗ get . 1 ä— B5„53EFCCCTCTT —— er woll durch sei⸗ ne Gn- te, durch 7 5—— sei ⸗ ne n: ße Macht uns gnä⸗dig ⸗ lich be⸗ ———„ hüten auch jetzt in e. Abendlieder. 455 2. Nichts ist auf dieser Erden, das da beständig bleibt: allein die Güt' des erren, die währt in wigkeit, steht allen Men⸗ schen offen; Gott läßt die Seinen nicht. Drauf setz' ich all mein Hoffen und meine Zuversicht. 3. Ihm hab' ich mich ergeben in dieser argen Welt. So ist des Menschen Leben, wie Blümlein auf dem Feld: des Morgens in dem Tauen stehn sie gefärbet schön; bald sind sie abgehauen, verderben und vergehn. 4. Vergieb mir, Herr, ner Hut, nicht an! Wenn du mir wollt' st zuschreiben all meine Sünd' und Schuld: wo sollt' ich vor dir bleiben? den Tod hab' ich verschuld't. 5. Ich bitt', daß du mir gnädig um Christi willen seist; mach mich der Sün⸗ den ledig, gieb mir den heil'gen Geist, daß er mich unterweise, daß er mich leit' und führ', daß auf der Pilgerreise ich nie dein'n Weg verlier'. 6. Mein'n Leib und Seel' und Leben, Haus, Ehr' und all mein Gut, was du mir hast gegeben, befehl' ich dei⸗ in deine treuen verzeihe, was unrecht ich Hände: behüt mich gnädig⸗ gethan; dein' Gnade mir lich; gieb mir ein selig Ende verleihe, sieh meine Sünd' und nimm mich in dein Reich. Vor 1597. 412. Mtl.: O— o Herzeleid. 1641. 3 1 „ i ä Der Tag ist hin, mein Wi und Sinn sehnt —— . K sic nach nem rei ßen w wird Ta ⸗ ge, der! er u ms ganz ent⸗ — al⸗ ler Not und Pla ⸗ 8 — 456 Abendlieder. 2. Die Nacht ist da, sei du mir nah, mein Jesu, bei mir bleibe und der Sünde Dunkelheit aus dem Herzen treibe. 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! 4. Was sich geregt, was sich bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; Herr, in stiller Ruh' dein Werk in mir merken. 5. Ein jeder will bei solcher Still' der süßen Ruhe pflegen; laß die Un⸗ ruh' dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 6. Halt du die Wach', damit kein Ach und Weh 413. a. 1. Die Sonne sinket nie⸗ der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie bringt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, Herr, was du mir gethan. Dich preiset mein Gemüte für alle Gnad' und laß mich, den Geist beschwere, sende deiner Engel Schar, die dem Übel wehre. 7. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag' und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 8. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 9. Halleluja! O wär' ich da, wo alles lieblich klinget, wo man ohne Unterlaß hei⸗ lig, heickg singet! 10. O Jesu du, mein' Hülf' und Ruh', laß mich dahin gelangen, daß ich mög' in deinem Glanz ewig vor dir prangen. A. Freylinghausen. O Welt, ich muß dich lassen(l. Ar. 410). [SGüte. Herr, nimm mein stilles Loblied an. 3. Von dir kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Du bist der Quell der Gü⸗ ter, mein Schutz und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Du läßt es finster wer⸗ den und hüllst den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnst du mit deiner Fülle und zeigst uns deine Herr⸗ lichkeit. 5. Du führst aus weiter Ferne den Mond und tau⸗ send Sterne mit Majestät herauf; sie leuchten dir zur Ehre hoch über Land und Meere, und deine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Als Zeugen deiner Stärke stehn lauter Wun⸗ derwerke in deiner Schöp⸗ fung da; und du, der sie bereitet und Mond und Sterne leitet, bist auch im Staub mir innig nah. 7. Groß, wenn der Mor⸗ gen grauet, groß, wenn Abendlieder. 457 der Abend tauet, groß in der stillen Nacht, im Son⸗ nenschein, im Sturme, am Menschen und am Wurme, groß zeigst du, Schöpfer, deine Macht. 8. Drum schwinde alles Grauen, drum will ich kindlich trauen, denn du versorgst auch mich. Ja, Vater, ich befehle dir freudig Leib und Seele; du bist mein Gott, ich hoff' auf dich. 9. Laß dir mein kindlich Lallen durch Jesum wohl⸗ gefallen und segne meinen Geist, bis er, im Grund erneuert, den großen Sab⸗ bath feiert, wo aller Sel'⸗ gen Schar dich preist. G. F. Schröder. Vermehrt durch Junkheim. 414. Mel.: In dich hab' ich gehoffet. 7586 B——— 2 1— Für al ⸗ le Gü- te sei. peel Gott 3— 5——— 3 Va⸗ ter, Sah un; baren ihr'r bin ich zu 855 — N 8 1. 2 * 7 ich dir kind⸗llich .— Abendlieder. 2. Du nahmst dich mei⸗ 3. Sei auch nach deiner ner herzlich an, hast Gro⸗ Lieb' und Macht mein ßes heut an mir gethan, Schutz und Schirm in die⸗ mir mein Gebet gewähret, ser Nacht; vergieb mir hast väterlich mein Haus meine Sünden. Und kommt und mich beschützet und ge- mein Tod, Herr Zebaoth, nähret. so laß mich Gnade finden. Chr. Fürchtegott Gellert. 41 9. Mel.:& welt, ich muß dich lassen(s. Ar. 410). 1. Herr, der du mir das 3. Ich weiß, an wen ich Leben bis diesen Tag ge⸗ glaube, und nahe mich im geben, dich bet' ich kindlich] Staube zu dir, o Gott, an. Ich bin viel zu geringe] mein Heil. Ich bin der der Treue, die ich singe Schuld entladen, ich bin bei und die du heut an mir dir in Gnaden, und in gethan. dem Himmel ist mein Teil. 2. Mit dankendem Ge⸗ 4. Bedeckt mit deinem müte freu' ich mich deiner Segen eil' ich der Ruh' Güte, ich freue mich in dir. entgegen; dein Name sei Du giebst mir Lust und gepreist! Mein Leben und Stärke, Gedeihn zu meinem mein Ende ist dein, in Werke und schaffst ein rei⸗ deine Hände befehl ich, nes Herz in mir. Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert 416 410. Mel.: Fren dich sehr, o meine Seele. 3 7 1556. —— f.———— 8 2———. 555 * Herr, es ist von meinem Le⸗ben wie⸗der⸗ um ein leh⸗re mich nun We ge⸗ben, ob ich fromm ge⸗ 8 EE Tag da ⸗hin; we⸗ sen bin; zei⸗ ge mir auch sel- ber an, * 7 2 U 1 so ich was nicht recht ge⸗than, und hilf jetzt in 225 ä 5 ——————. al⸗len Sachen gu⸗ten Fei⸗ er ⸗ a⸗bend machen. 2. Freilich wirst du man⸗ ches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Ge⸗ danken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund' pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich's sel⸗ ber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch mit mir Geduld; ich bin frei⸗ lich schwer beladen, doch vergieb mir meine Schuld. Deine große Vatertreu' werde diesen Abend neu, so will ich auch deinen Wil⸗ len künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Ge⸗ müte, daß mein Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh' mir bei. Lösche Feu'r und Lichter aus und bewahre du das Haus, daß ich morgen mit den Mei⸗ nen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch allen andern Schrek⸗ ken, laß mich deine Huld bedecken. 6. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut be⸗ stimmet meinen Tod, so befehl' ich dir am Ende Leib und Seel' in deine Hände. Kaspar Neumann. 460 Abendlieder. 417. Mel.: 1 Jesu, meine Freude. 8 Joh. Crüger. 1656. 2 f 1.— Hir ⸗ te dei⸗ ner 0 dei ⸗ ne Wun⸗der⸗gü der von kei⸗ nem te war e ** E Schla⸗ fe Hüt⸗ te et⸗ was wis⸗ sen mag, den ver⸗ gang⸗nen Tag. Sei die 8— Scha⸗ ren 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein ver⸗ söhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld. Jesus Christ mein Mittler ist; er hat das, was ich verschuldet, williglich erduldet. 3. Laß auch meine Lie⸗ ben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. um und um be⸗ wah ⸗ ren. Hältst du mit Erbarmen mich in deinen Armen, schlaf ich fröhlich ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich ruh' in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm die Deinen ein! Deck uns zu mit Schutz und Ruh', so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? jetzo rot— bald tot? Nun, hast du's be⸗ schlossen, sterb' ich unver⸗ drossen, Herr, auf dein Abendlieder. 461 alle Stunden, weil ich dich gefunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab' ich dir er⸗ geben, treuer Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter Gebot. Nicht will ich, Herr, sorgen. wider dich, sterbe freudig Benj. Schmolck. 418. Eigne Kelodie. 1 A. G. Ritter. 1856. 2 A 1 2 5 2!— 2 ————— Müs⸗de bin ich, geh' zur Ruh', schließe mei⸗ne . ä—— r— 2 Au⸗gen zu: Va⸗ ter, laß die Au⸗gen dein OA 5 ö 2 2 E— K ü⸗ber meinem Bet⸗te sein. 2. Hab' ich Unrecht heut 3. Alle, die mir sind gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad' und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Men⸗ schen groß und klein sollen dir befohlen sein. Luise Hensel. Abendlieder. 419. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. —— 82—— b.—— 2— 2 3. 2 2 Nun ruhen al le Wã lder,— Städt und CCC Fel⸗ der, es schläft die gan= ze 8 5 Ihr . 5 2— 2 2————— „„ a ⸗ ber, mei⸗ ne Sin⸗nen, auf, auf! f ihr sollt be⸗ gin ⸗ nen, was eu⸗rem Schöpfer wohl- ge⸗fällt. 2. Wo bist du, Sonne, 5. Das Haupt, die Füß' blieben? Die Nacht hat und Hände sind froh, daß dich vertrieben, die Nacht, nun zu Ende die Arbeit des Tages Feind; fahr hin, kommen sei. Herz, freu dich, ein' andre Sonne, mein du sollst werden vom Elend Jesus, meine Wonne, gar dieser Erden und von der hell in meinem Herzen scheint. Last der Sünden frei. Der Tag ist nun ver- 6. Nun geht, ihr matten gangen, die güldnen Stern⸗ Glieder, geht hin und legt lein prangen am blauen euch nieder, der Betten ihr Himmelssaal; also werd' begehrt; es kommen Stund' ich auch stehen, wenn mich und Zeiten, da man euch wird heißen gehen mein Gott wird bereiten zur Ruh' ein aus diesem Jammerthal. Bettlein in der Erd'. 4. Der Leib eilt nun zur. 7. Mein' Augen stehn Ruhe, legt Kleider ab und verdrossen, im Nu sind sie Schuhe, das Bild der Sterb⸗ Tgeschlossen, wo bleibt dann lichkeit; die zieh' ich aus, Leib und Seel'? Nimm sie dagegen wird Christus mir zu deinen Gnaden, sei gut anlegen das Kleid der Ehr' für allen Schaden, du Aug' und Herrlichkeit. und Wächter Israel. Abendlieder. 463 8. Breit aus die Flügel! 9. Auch euch, ihr meine beide, o Jesu, meine Freude, Lieben, soll heute nicht be⸗ und nimm dein Küchlein trüben kein Unfall noch Ge⸗ ein. Will mich der Feind fahr; Gott lass' euch ruhig verschlingen, so laß die Eng⸗schlafen, stell' euch die güld⸗ lein singen: Dies Kind soll[nen Waffen ums Bett und unverletzet sein. seiner Helden Schar. Paul Gerhardt. 2 0. Eigne Melodie. 2—.——ů—. Num c der Tag ge en- det hat und 232.000 kei ⸗ ne Sonn' ehr scheint, schläft al⸗les, was da müd' und matt und was zu- vor ge⸗weint. 2. Nur du, mein Gott, 5. Den setz' ich dir zum wachst allezeit, du schläfst Bürgen ein, wenn ich muß noch schlummerst nicht; vor ins Gericht; ich kann ja dir ist keine Dunkelheit, weil nicht verloren sein in sol⸗ du bist selbst das Licht. cher Zuversicht. 3. Gedenke, Herr, doch 6. Drauf thu' ich meine auch an mich in dieser fin⸗ Augen zu und schlafe fröh⸗ stern Nacht und schenke du lich ein; mein Gott wacht mir gnädiglich den Schirm jetzt in meiner Ruh', wer von deiner Wacht. wollte traurig sein? 4. Zwar fühl' ich wohl 7. Weicht, nichtige Ge⸗ der Sünden Schuld, die danken, hin, zu Ende sei mich bei dir klagt an, doch eu'r Lauf! ich baue jetzt hat ja deines Sohnes Huld in meinem Sinn Gott ei⸗ genug für mich gethan. nen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Erden⸗ thal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein, zur aus⸗ erwählten Zahl. Abendlieder. 9. Und also leb' und sterb' ich dir, du Herr Gott Zebaoth! Im Tod und Leben hilfft du mir aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Herzog. 421. Eigne Kelodie. Joh. Schop. 1642. 4 5 N 9— Wer⸗de mun⸗ter, mein Ge⸗müs⸗ te, und, ihr laut zu prei⸗ sen Got⸗ tes Gü⸗ te, die er EEE Sinnen, he⸗ bet an, heut an mir gethan, 6 da er mich den ganzen .——— ————— Tag vor so man⸗cher schwe⸗ ren Plag' hat be⸗ ————— N—— A 4 3WCFFFFF hütet und in Gnaden ab⸗ge⸗wendet al⸗len Schaden. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir heut mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast be⸗ wahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich un⸗ beschädigt blieben. 3. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wieder ein; Jesus, der am Kreuz verblichen, stillet des Gewissens Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir noch finde. 4. O du Licht der from⸗ men Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit: bleibe doch, mein Gott, allhier in der Dunkelheit bei mir; tröste mich mit deiner Liebe, daß ich nimmer mich betrübe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh'; alles Übel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausge⸗ nossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. Abendlieder. 465 6. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Überfall; laß mich nicht durch Krankheit wecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feu'r und Was⸗ sersnot, Pestilenz und schnel⸗ len Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel' verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind ge⸗ beten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du unser Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen. Joh. Rist. Wochenschluß. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. Georg Neumark. 1657. 2 4 1 N—— 2 So ist die Wo⸗ che nun ge⸗ schlossen, doch, treu⸗ er wie sich dein Se⸗ gensquell er⸗ gos⸗sen, so bin ich 35 Gott, dein Her⸗ ze nicht; noch der Zu⸗ ver⸗sicht, daß er sich wei⸗ter⸗hin er⸗ 355 gießt und un ⸗er⸗schöpf⸗lich auf mich fließt. 30 466 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzens⸗ grunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich in diesen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so giebst du auch die Kraft zu tra⸗ gen; zudem, es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank' ich dir dafür. 4. Nur eines bitt' ich über alles, ach, du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht't, mein Jesus, der die Misse⸗ that auf ewig schon gebüßet hat. — 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewig⸗ keit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd' ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerech⸗ ter leben soll. Abendlieder. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke⸗ legen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast be⸗ stimmt, die mich in deinen Himmel nimmt. 8. Und wenn ich mor⸗ gen früh aufs neue den Sonntag wiedersehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künft'ge Woche giebst; du wirst es mit der That beweisen, daß du mich je und immer liebst und lei⸗ test mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister. Fürbitte für den Landesherrn, Obrigkeit ꝛc. 467 4. Fürbitte für den Landesherrn, die Obrigkeit und alle Stände. U 423. Mtl.: Herzlich lieb hab' ich dich. Bernh. Schmidt 187 1577. Den Kös⸗anig schüt⸗ ze dei ⸗ ne Macht; Du, der in ihm so 88 uns giebt, er, schenk EE der für unf⸗ re Wohlfahrt wacht, ist uns von dir ge⸗ ihm, der vä⸗— ⸗ lich uns liebt, das froh⸗ste, läng⸗ste F ENR f EE— ge⸗ ben. Le ⸗ ben. Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus den 2———— ß ß— D 1 ——— ——. Se⸗gen dei⸗ner Gna⸗de aus; laß sei⸗ ner Rä⸗te 4— Hrg. F——— 2 Thun ge ⸗deih'n, Recht, Ord- nung, Treu' das 90 Land erfreun. Herr, un⸗ser Gott, in dei⸗ner 13 1——— 8 FFF * un⸗ser Land, b e⸗ glück es, seg⸗ ne je⸗den Stand! 30* 468 Fürbitte für den Landesherrn, Obrigkeit ꝛc. 2. Vernimm der Leiden⸗Jkannst mehr gewähren, als den Gebet; dem, der zu dir wir flehn, weißt besser, was im Elend fleht, hilf, daß uns nützt, als wir: wir er nicht erliege; gieß Trofst überlassen ganz uns dir. in jedes wunde Herz, die Herr, unser Gott, durch Kranken lab in ihrem alles Leid der Prüfungszeit Schmerz, hilf Sterbenden führ uns zu deiner Herr⸗ zum Siege! Doch du thust lichkeit! mehr, als wir verstehn, *: O welt, ich muß 80 lassen. 2 8 ken, mit ste⸗ten Gna⸗den⸗ 1 f K f 4 9 2 8 2— 8 5 2 5 5— 7 ä— —— De 2 2 2 2 9 7— 1— 2 8 N 5 1 52———— — 1 * Kro ⸗ ne lang, lang und glanzreich las⸗ssen stehn. 2. Gott woll' uns hoch 3. Gott woll' uns hoch beglücken, mit seinen Ga⸗ beglücken, ein Gottessiegel ben schmücken das ganze drücken auf jede Königs⸗ Königshaus, darüber mäch⸗ that, daß Freud' aus ihr tig walten, den teuren die Fülle und Heil und Stamm erhalten bis in Segen quille zum Wohl, die fernste Zeit hinaus. das keinen Wandel hat. Klaus Harms. Fürbitte für den Landesherrn, Obrigkeit ie. 469 425. Mel.: Fren dich sehr, o meine* 1556. 853383 Va⸗ ter, krö⸗ ne du mit Se⸗ 15 un⸗sern Kö⸗nig führ durch ihn auf dei⸗nen We⸗gen herrlich dei⸗nen ————— H Wa 1 Deiner Kir⸗che sei er Schutz, 3B dei⸗nen Feinden denden de er Trutz; sei du dem Ge⸗ 89 D— 2 salb⸗ten gnä⸗dig, seg⸗ ne, seg- ne un⸗sern Kö⸗ nig! 2. Rüst ihn mit des großer Lohn; sei du ihm Glaubens Schilde, reich auf ewig gnädig, leite, ihm deines Geistes Schwert, segne unsern König! daß Gerechtigkeit und Milde 4. Nähre du die heil'ge ihm des Friedens Heil ge⸗ Flamme, die das Herz währt. Mach ihm leicht die des Volks erneut, daß es schwere Last, die du auf- unserm Königsstamme Liebe erlegt ihm hast; sei in bis zum Tode weiht. In Jesu du ihm gnädig, schütze, so mancher Stürme Nacht segne unsern König! hast, o Vater, du gewacht 3. Sammle um den Thron über seinem Haus so gnä⸗ die Treuen, die mit Rat dig:— segne, segne unsern und frommem Flehn fest König! in deiner Streiter Reihen 5.„Fürchtet Gott, den für des Landes Wohlfahrt König ehret“, das, o Herr, stehn. Baue unsers Königs ist dein Gebot; dein Sohn Thron, sei sein Schild und bat es selbst dewähret, ward 470 Fürbitte für den Landesherrn, Obrigkeit ꝛt. Wer dich liebt, der folget gnädig; segne, segne unsern dir; drum so beten alle König! wir: Vor dem Bösen schütz 7. Breite, Herr, dein uns gnädig; Gott, erhalte Reich auf Erden auch in unsern König! unserm Lande aus, daß 6. Gieb uns Mut in wir deine Bürger werden, den Gefahren, wenn der ziehen in dein Vaterhaus. ö gehorsam bis zum Tod. Deine Treuen krönst du 1 Feind uns ernst bedroht, Frieden und Gerechtigkeit daß wir Treue dann be⸗ gieb uns, Gott, zu aller wahren, freudig gehen in Zeit; sei du deinem Volke den Tod. Du bist unser gnädig, segne, segne unsern Siegspanier;„Gott mit König! uns!“— so singen wir. Wilh. Hülsemann⸗ 106 42 6. Eigne Relodie. 1535. —— 2 ———— —.. ä 1. Ver- leih uns Frie⸗ den nä ⸗ dig⸗ lich, Herr 3 zu un⸗ sern Zei„ten! Es ist ja doch lein 4 6— 4 7 1 f— — 1 7— 7 e 55 5— du, Herr Got, all ei ⸗ ne. 2. Gieb un⸗ 721 Kö⸗ —— N 0 a 3———— 12— 6 7— ———.—— 1 ö— 2 2—— 7 1 nig und al⸗ler Os⸗brig⸗keit Fried und gut Ne⸗gi⸗ 4 —— 5— 3 1.* + —————-—— 2 0 2. 2 2 +* ment, daß wir un ⸗ ter ih- nen ein ge⸗ 471 Hausstand. — ru ⸗ hi⸗ ges und stil⸗les Le⸗ ben füh⸗ren mö⸗ ———— i ler Gott⸗se- lig ⸗ keit und 5 3 B e — Ehr ⸗bar⸗keit. A- men. Dr. M. Luther. 5 311 5. Hausstand. 427. 2285 wie schön leucht't uns der Morgenstern. 1* 22222 Ich und mein Haus, wir sind be⸗ reit, dir, Du sollst der Herr im Hau⸗ ⸗se sein, gieb F— 7— 8 7 r=.——. Herr, die gan⸗ze Le⸗ benszeit mit Seel und Leib zu dei⸗ nen Se⸗ gen nur dar⸗ ein, daß wir dir wil⸗lig 33320 — die ⸗ nen. i Ei ⸗ ne klei ⸗ ne, from⸗me, rei⸗ ne g die- nen. 3 N 10 —— N—0 2 5 — 2 Haus- ge- mei- ne mach aus al- len: dir nur 1 l 1— ͥͤ ͤ—ömàum—¾—— 4•H 20. 2 ä—————— -,—— soll sie wohl⸗ge⸗ fal ⸗ len. 472 Hausstand. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht' uns wie das Son⸗ nenlicht, damit's am rech⸗ ten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus; im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; kei⸗ nem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge⸗ gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns ird'⸗ sches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Welt⸗ lust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Welt⸗ lust wär', so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere, daß er, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, auch alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. Karl Joh. Ph. Spitta. 428. Mel.: Lo führst du doch recht selig, Herr, die Deinen. Claude Goudimel. 1565. 4— 7 4 ENA— FF O se ⸗ lig Haus, wo man dich auf ⸗ge⸗ wo un ⸗ ter al⸗ len Gä⸗sten, die da nom⸗men, du wahrer See⸗lenfreund, Herr Je ⸗su kom⸗ men, du der ge⸗fei⸗ert⸗ste und lieb ⸗ ste .— E=—.— 4 .———— 3 2———— 1— 2 14 wo al ⸗ler Her⸗zen dir ent⸗ ge⸗ gen⸗ 12 18 a a 2 5—..—. ̃————— 2 5————— 5— 9— 2 schla- gen und al⸗ ler Au⸗gen freu⸗dig auf dich 1 2 0 ee—1—— 9 BE F 5 — ͥ——— 2 2— 2145— 5—1 sehn, wo al⸗ ler Lippen dein Ge⸗bot erfra⸗gen und — ͤ———— 9 72 ——— ö al-le dei⸗ nes Winks ge⸗wär⸗tig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Gei⸗ stes sind, als beide eines ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und Heils gewürdigt, keiner im pflegt, wo sie zu deinen Glaubensgrunde anders ist Füßen gern sich sammeln gesinnt, wo beide unzer⸗ und horchen deiner süßen trennbar an dir hangen in Rede zu und lernen früh Lieb' und Leid, Gemach und dein Lob mit Freuden stam⸗ Ungemach, und nur bei dir meln, sich deiner freun, du zu bleiben stets verlangen lieber Heiland du! an jedem guten wie am 4. O selig Haus, wo bösen Tag. Knecht und Ma d di 9d dich 3. O selig Haus, wo kennen und wissen, wessen man die lieben Kleinen Augen auf sie sehn, bei mit Händen des Gebets allem Werk in einem Eifer 474 Hausstand. brennen, daß es nach deinem man bei keiner Freude dein Willen mag geschehn, als vergißt; o selig Haus, wo deine Diener, deine Haus⸗ du die Wunden heilest und genossen, in Demut willig aller Arzt und aller Tröster und in Liebe frei, das bist, bis jeder einst sein Ihre schaffen froh und Tagewerk vollendet und unverdrossen, in kleinen bis sie endlich alle ziehen aus Dingen zeigen große Treu'. dahin, woher der Vater 5 dich gesendet, ins große, 5. O selig Haus, wo freie, schöne Vaterhaus. du die Freude teilest, wo Karl Joh. Ph. Spitta. 429. Mel.: Nun danket alle Gott. J. Crüger. 1649. Was Gott zu⸗sammen⸗fügt, das soll der Mensch nicht drum ge⸗ hen wir da⸗hin in Got⸗tes Fried' und F 5 3 2— 5 f 8 A 6 7— .—— schei⸗ den; 7 18 Freu⸗den. Der uns⸗ re Na⸗amen schreibt ins 555 Buch des Le- bens ein, er selbst, Herr Ze⸗ba⸗ 5—— ö ——— oth, wird Schild und Lohn uns sein. Benj. Schmolck. Hausstand. 430. el.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern(s. Nr. 427). 1. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heil'ger Ehe. Wie steigt und neigt sich deine Gab' und alles Gut' so mild herab aus deiner heil'⸗ gen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten, Gottes Walten fromm vertrauen, die ihr Haus vereinigt bauen. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde rei⸗ ner Treue: da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da merkt man, wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschla⸗ gen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muts, nicht Menschenhand hat aufgerichtet solchen Stand, Gott ist es, unser Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn Sorge uns betrübt, der beste Freund und Rater: Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet flie⸗ ßen. Indessen wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in gro⸗ ßen Freuden schließen. Wage, trage nur ein wenig; un⸗ ser König macht behende, daß die Not und Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein Köͤ⸗ nig, tritt herzu! gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh', in Angsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen sin⸗ gen besterweis' und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt. Hausstand. 431. el.: O Jesu Christ, mein's Lebens Licht. Joseph.* 1630. 5— Wohl ei⸗ nem Haus, wo.- sus Christ all⸗ein der Herr und Mei⸗ster ist! Ja, wenn er nicht dar⸗in⸗ nen 5 5 wär', wie fin ster wär's, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein sol⸗ ches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Op⸗ fer im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Got⸗ tes Wort. 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die El⸗ tern gläubig sind und sie an Kind und Kindeskind versäumen nichts zum ew'⸗ gen Glück; dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht: die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht man's an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach' ich denn zu dieser Stund' samt mei⸗ nem Hause diesen Bund: wich' alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Christoph Karl Ludw. von Pfeil. Hausstand. Tieder für Eltern. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat. 1667. 26— 5 1 7 0 1—— — 833 N 222222 f 2. 8— 2**— 4— — 81 1— 1 E 1 22 ——— thu die Aug ⸗ lein zu; denn Gott, der will dein 4 —— 0—— —— —— J 7— 8——— r Va ⸗ter sein, drum schlaf in gu⸗ ter Ruh'. 2. Dein Vater ist der liebe Gott und will's auch ewig sein, der Leib und Seel' dir geben hat wohl durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam herab vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei dei⸗ ner Wiege sei'n und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sei'n, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Der heil'ge Geist, der segne dich, bewahr' dich alle⸗ zeit; sein heil'ger Nam' behüte dich, schütz' dich vor allem Leid. 7. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Verstand, und halte deine Kindesruh' in Jesu Schoß und Hand. Joh. Mathestuz. 433. Mel.: Freu dich sehr,„ meint Seele(s. Ar. 428). 1. Sorge du für meine Kinder, Vater, sorge für ihr Heil! Sind sie gleich vor dir nur Sünder, haben sie an dir doch teil: sie sind in der Taufe schon dir geweiht und deinem Sohn; darum leite deine Gnade sie auf ihrem Le⸗ benspfade. —— Hausstand. 2. Der du sie bisher 4. Herr, erhalte deinem erhalten bei so manchem[Reiche unsre Kinder stets Unglücksfall, wollest über getreu. O daß keines von ihnen walten immerdar und dir weiche und dereinst ver⸗ überall. Bricht Gefahr für loren sei! Weck in ihnen sie herein, wollst du ihr frommen Sinn, lenk ihr Beschützer sein; wenn in Streben darauf hin, dir Not sie zu dir flehen, laß sich gänzlich zu ergeben und sie deine Hülfe sehen. zur Ehre dir zu leben. 3. Dringt auf sie von 5. Schenke mir die sel' ge allen Seiten der Verführer Freude, daß ich einst am Schar heran, laß doch ih⸗ jüngsten Tag nach so man⸗ ren Fuß nicht gleiten, halte chem Kampf und Leide mit sie auf rechter Bahn. Regt Frohlocken sprechen mag: in ihrer eignen Brust sich Liebster Vater, siehe hier mit Macht die böse Lust, meine Kinder all mit mir! gieb dann, daß sie mutig ihrer keines ist verloren, kämpfen und— Reiz der alle für dein Reich erkoren. Sünde dämpfen. f Nach Ludw. H. Schlosser. Nür Rinder. 434. Mel.: Run danket all' und bringet Ehr'. Joh. N 1658. E=— . 2— Ich bin ein Kind, bin arm und klein, und mei⸗ne 5 Kraft ist schwach; ich woll⸗te ger ⸗ ne se⸗ lig sein — .—— 2. T F E a 2— 4 1 und weiß nicht, wie ich's mach' Hausstand. 479 2. Mein Heiland, du 6. Bewahr mein Herz warst mir zu gut ein ar⸗ und halt es rein von allem, mes, kleines Kind und hast was befleckt; laß stets in mich durch dein teures Blut dir mich fröhlich sein, von erlöst von Tod und Sünd'. deiner Gnad' bedeckt. 3. Mein liebster Heiland, 7. Nimmst du mich früh rat mir nun, was ich zur aus dieser Zeit, dann ist Dankbarkeit für alle deine mir wohl geschehn; ich komm' Lieb soll thun und was in jene Herrlichkeit, wo ich dein Herz erfreut. dich werde sehn. 4. Du selber hast es 8. Doch soll ich länger mich gelehrt, daß du mein hier noch sein, nehm' ich junges Herz zu einem Op⸗ an Jahren zu, so hilf, daß fer hast begehrt, Herr, zieh ich stets bleibe dein und es himmelwärts. fröhlich Gutes thu'. 5. Du hast mich in der 9. Und schließ' ich end⸗ Taufe ja mit deinem Heil lich meinen Lauf in Liebe bekleid't und, eh' ich etwas gegen dich, so hebe mich wußt' und sah, zu deinem zu dir hinauf: dann freu' Kind geweiht. ich ewig mich. Nik. Ludw. v. Zinzendorf. 435. Mel.: Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. J. H. Schein nach B. Gesius. 1628. B= E N f 6 2— 5 J— 8 Herr, mein Va⸗ ter, dein Ge⸗ bot sei Den El⸗ tern 5— 28 zum Tod ge⸗ 255 8 2 mir ins Herz 19 85. hor⸗chen und sie lie- ben. 1 ä O die⸗ser lie⸗ben, r r teu⸗ ren Pflicht ver⸗ges⸗ e mei⸗ne See⸗ le nicht! 2. Von meiner ersten Kindheit an erzeigten sie mir Gutes; mehr als ich ie vergelten kann, erzeigten sie mir Gutes. Noch immer sind sie für ihr Kind so Hausstand. will ich sie 3. Nun, weil ich lebe, auch wieder zärtlich lieben, gern ihnen folgen und sie nie erzürnen und betrüben. So werd' ich ihre Freude sein und einst, zärtlich, noch so gut gesinnt. o Gott, auch ewig dein. Jür Wilwen. 436. Mtl.: O welt, ich muß dich lassen(s. Nr. 424). 1. Auf Gott nur will ich sehen; er hört der Witwen Flehen, sieht ihre Thränen an. In jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel', die in der Kammer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väterlicher Segen hielt sie; auf ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh'. 3. In dir will ich mich stärken; dein Aug' wird auf mich merken und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen will, Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 4. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was jetzt mein Herz bedrückt. Bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe und den mein Glaube doch erblickt? 5. Ja, bis zum letzten Schritte, ja, wenn ich mehr noch bitte, seh' ich mit Lust auf dich. Dir, Vater, zu gefallen, unsträflich hier zu wallen, sei mein Bestreben; stärke mich. 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräf⸗ ten Gutes vor deinen Augen thun; will mich der Welt entziehen, will Tand und Thorheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin; dann leg' ich froh die Glieder aufs Sterbe⸗ bette nieder, wenn ich zum Himmel reifer bin. 8. Dann find' ich, den ich liebte, des Tod mich einst betrübte, in meines Schöpfers Hand. Wo Freu⸗ denquellen fließen, werd' ich ihn dann umschließen im thränenfreien Vaterland. Hausstand. 9. Fort auf dem Dornen⸗ pfade! mich tröstet Jesu Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd' ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh' ich sie bei meinem Gott. 10. Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbar⸗ mung deine Kinder an. J. K. Lavater. Im Alter. 437. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen(s. Ur. 424). 1. Gott hat in meinen Tagen mich väterlich ge⸗ tragen von meiner Jugend auf, hat mich auf meinen Wegen geleitet und zum Segen gelenket meines Lebens Lauf. 2. Ich hatt' oft große Sorgen; doch wie ein heit⸗ rer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's stets erfahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsternis zum Licht. 3. War Menschenrat ver⸗ gebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; ihn ließ ich thun und raten, denn er thut große Thaten und nimmt sich aller mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein.“ Dies hat mir Got versprochen, der nie sein Wort gebrochen; des will ich auch als Greis mich freun. 31 Hausstand. 5. Er wird in meinem Ziele nah, dem Ziele meiner Alter mich tragen; mein Leiden. O welche hohe Erhalter ist gütig und Freuden erwarten meine getreu. Bin ich gleich Seele da! an ihm ist Trost und Friede; er J a 0 g bis meines Gottes Wille steht auch meiner Schwach⸗( heit bei. mich nach dem Kampfe krönt: gan meiner Laufbahn Ende 6. Nach wenig bangen sink ich in Jesu Hände; Stunden hab' ich ganz denn er hat mich mit Gott überwunden; ich bin dem versöhnt. Jak. Fr. Feddersen. Nür Reisende. 438.— Ann frent euch , lieben Christen g'mein. 1524. Mein Gott, im Na⸗ men Je ⸗ su Christ reis mein Hü⸗ ter und mein Hirt du bist, du 8— ich nun mei⸗ ne Stra wirstmich nicht ver= las ße 5— Herr, Leib und Seel be⸗ 2——— Sie r N—— fehl ich dir, me dir, mein Chr; und Gut und was du mir auf — ——— . 8 die⸗ ser Welt be⸗ sche⸗ ret. 2. Ich weiß, daß ich hier auf daselbst erlangen. Ich bin ein der Erd' bin mit Gefahr Pilger, der stets muß fort⸗ umfangen, zu keiner Zeit setzen seinen Stab und Fuß, auch völlig werd' die Ruh! der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerfort die Not noch überwinde, bis ich die wahre Ruhe dort und rechte Hei⸗ mat finde. Da ist dann Müh' und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh' hat ein Ende. 4. An solche Ruhstatt denk' ich hier auch jetzt bei meinem Wallen. Ich bitt', o Herr, mich so regier, daß ich dir mög' gefallen. Leit mich allzeit auf rechter Hausstand. 489 5. Send deinen Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten; durch deine Macht dem Unfall wehr und allen bösen Leuten. Nimm mich, o Gott, in deinen Schutz, daß keine List, Gewalt und Trutz mir jemals könne schaden. 6. Nun, Vater, dir ergeb' ich mich, du kannst stets Hülfe senden; bewahr und führ mich gnädiglich hier und an allen Enden; und laß Bahn, und alles, was mich einst, wenn dir's gefällt, ich fange an, das segne nach aller Unruh' dieser Welt du von oben. bei dir dort Ruh' erlangen. 439. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 3 2 1586. 2 g— 2. 9— 4 Un⸗ergründlich Meer der Gnaden, Ur⸗quell al⸗ ler Gott, be⸗schüt⸗ de. mich vor Schaden, lei⸗ te mich in 1 CC 5 Gü⸗ tig⸗ keit, . ⸗ cher⸗ heit; füh⸗ re, wie du sonst ge⸗ than, 3— mich die rech⸗te, „ih re Bahn, daß sich auch auf 2 2 f— P ———* — die ⸗ser Rei ⸗se herr⸗lich dei⸗ ne Huld er⸗ wei ⸗ se. 31* 484 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 2. Bei dem Sturm und nimm in deine treue Hut schweren Wetter, bei der Leib und Seele, Schiff und Wellen wilder Wut sei du Gut, ja, du selber wollst selber mein Erretter, halte] zum Segen deine Hand mich in sichrer Hut; ach ans Ruder legen. laß deiner Gnade Schein 5. meinen steten Leitstern sein! 4. Wirst du deine Gnade Vor des Schiffbruchs Not 2 daß 9 16 Bil S j uns ergötzt, ach so kröne und Schrecken laß mich mit Gedeihen, was sich deine lügel decken. jeder vorgesetzt. Führ uns 3. Herr, zu dessen Preis alle glücklich fort, jeden und Ehre jeder Tropfen hin an seinen Ort; führ Wassers rinnt, starker Gott, uns bei dem letzten Scheiden dem Luft und Meere, Blitz an den Ort der Himmels⸗ und Sturm gehorsam sind: freuden. Joh. Heinr. Calisius. 6. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Jreude an Gokles Nakur.— Saak.— Wilterung.— Ernke. 440. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade. We 6 115. 1—, 8 9 2—— F————— —.* 1—.— =—— ö ———-——— ——.———— wert der Freud'; o was hat für Herr⸗lich⸗kei⸗ ten — 8 0 ö 4— 1 1 1 1 111 1 1 1 11 1 + 14 I ——. 2— 2 1 1— 11 I— 1— 2 II un⸗ser Gott da aus⸗ ge⸗ streut! 2. Und doch ist fie sei⸗ ner Füße reichgeschmückter Schemel nur, ist nur eine schönbegabte, wunderreiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Ster⸗ nen allzumal, wie sie wan⸗ deln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 485 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesä't auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! Karl Joh. Ph. Spitta. 441. Mel.: Kommt her in mir, spricht Gottes Sohn. 1 8 1534. —————ͤ̃ .——— Geh aus, mein Herz, nd su⸗ che Freud' in die ⸗ser ———5 1 2 — 3 —— lie⸗ben Sommer⸗zeit a 2 an dei⸗nes 8 tes Ga⸗ ——— 2 5—.——— b ben; schau an der schö⸗nen Gür⸗ ten Zier und tr he 6 ——— 2 —— N 8— wie sie mir und dir sich aus⸗ge⸗schmücket ha⸗ ben. 2. Die Bäume voller Laub, decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; und stehen alles blüht und lebt und lacht; viel schöner ist der Alien, Pracht als Salo⸗ monis Sei das Erdreich 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, die Taube fleugt aus ihrer Kluft und macht sich in die Wälder; die liederreiche Nachtigall er⸗ götzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 486 4. Die Henne führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, die Schwalbe speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh' ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand, und über ihres Ufers Rand hängt tief die Weide nieder; und durch der nahen Wiesen Grün sieht man die frohen Herden ziehn Hirten Lieder. und hört der 6. Die unverdross'ne Bie⸗ nenschar fliegt hin und her, sucht immerdar die süße Honigspeise; des edlen Weinstocks starker Saft ge⸗ winnet täglich neue Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauch⸗ zet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun er⸗ weckt mir alle Sinnen: ich klingen, Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk' ich, machst du's hier so schön und läßt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Zeit dort in dem Reich der Herrlichkeit, in deinem Himmel werden! 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird dort im Garten Gottes sein, wie muß es da wohl⸗ da so viel tausend Seraphim aus ein em Mund mit heller Stimm' ihr Halleluja singen! 11. O wär' ich da, o stünd' ich schon, liebreicher Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt' ich nach der Engel Weis' erhöhen deines Na⸗ mens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleich⸗ wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein ganzes Herz soll fort und fort an diesem und an jedem Ort zu deinem Lob sich neigen. ——— Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 487 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe! Gieb, daß der Sommer deiner Gnad' in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe! 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd' ein guter Baum, an Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum' beständig möge bleiben! 15. Erziehe mich fürs Paradies und laß mich, deines Heils gewiß, an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr' allein und keinem andern mehr hier und dort dem die Knospen treiben. ewig dienen. Paul Gerhardt. Saat. 442. Mel.: Mun freut euch, lieben Christen g'mein(s. Ur. 438). 1. Es baut, o Herr, auf bein Geheiß der Menschen Hand die Erde, voll Hoff⸗ nung, daß ihr reger Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: Du sollst dein Brot bei Fleiß und Müh', solang du lebest, essen. 2. Noch immer traf dies Wort auch ein; gieb fer⸗ ner deinen Segen; daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn, gieb Sonnenschein und Regen. Der Landmann baut umsonst das Land, wenn deine milde Vaterhand nicht seine Arbeit segnet. 3. So kröne denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat uns ge⸗ deiht, o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Hagelschlag sie nicht zerstörend treffen mag, nicht Flut sie überschwemme. 4. Wir traun auf dich, o guter Gott, und lassen dich nur walten. Du kennst am besten unsre Not, hast lange haus gehalten. So wirst du denn zu deinem Ruhm auch uns, dein Volk und Eigentum, noch ferner wohl versorgen. B. Ringwald. 488 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Dürre. 443. Mel.: O Gott, du frommer Gott. a. E+ 1 5 1 3— TTT... ——— Herr, al ⸗ler⸗höch⸗ster Gott, dem Him⸗mel, Meer und dem Wol⸗xen, Luft und Wind all ⸗ zeit ge⸗ hor⸗ sam Er ⸗ den,. 3 den: sieh uns in tie ⸗ fer Not vor doch jetzt in Er⸗fül⸗ lung gehn. 2. Wir bitten kindlich der Regen stets bei uns dich um deinen Vatersegen: vorüberziehn, als hießest erfreu uns gnädiglich mit selber du den Segen von einem milden Regen, der uns fliehn? unser armes Land, das dürr und elend liegt, er⸗ 8 4.—— 858 2— srischet, daß ihm nicht die ir dein reiches Gut ver⸗ Lebenskraft versiegt. schwendet, es oft auf Wol⸗ lust nur und UÜppigkeit 3. Ach schau erbarmend verwendet: doch, Herr, ver⸗ an, wie Vieh und Menschen gieb die Schuld und öffne schmachten, wie nach dem deine Hand, daß deine Huld Himmelstau die Saaten und Treu' uns wieder werd? lechzend trachten. Soll denn bekannt. 5. Befeuchte unser Land und tränk die dürren Felder, gieß deinen Segenstau auf Wiesen, Garten, Wälder; das, was bisher gelechzt, erfrische, Herr, aufs neu', daß jede Kreatur sich deiner Güte freu'. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 489 6. Ergieß zugleich dein Wort als einen Gnaden⸗ regen in unser mattes Herz mit tausendfachem Segen; zum Pflanzen und zur Pfleg' gieb, Höchster, dein Gedeihn: so wird die Glaubensfrucht auch reichlich bei uns sein. Peter Busch. Nässe. 444. 9 1 Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. 2 1694. K 8 N 27 S—— — 2 6 1 1 + 2 3 1 + 7 Schmerz und Kla⸗ge füllt das Land; Gott, hör un⸗ser Soll der Se⸗ gen 1— ver⸗ lo ⸗ ren b 7* Zeig uns doch Gnade noch, Va⸗ter voll Er⸗ ge⸗ hen 2.——— . men, 2. Du regierst der Wol⸗ ken Lauf, du gebeutst dem Regen: sprich ein Wort, so hört er auf und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, durch deine Rechte bald des Himmels Nächte. 2 hilf, ach hilf uns Ar ⸗ men! 3. Sende warmen Son⸗ nenschein, der die Frucht erquicke. Auf dich schauen wir allein mit des Glau⸗ bens Blicke. Unsre Not kennst du, Gott: eil, uns beizustehen, laß uns Hülfe sehen. Joh. Leonh. Bäßler 490 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Gewikker. : Auf meinen lieben Gott. 443. nei 3 Ein Wet⸗ter stei⸗ get auf: mein Herz, zu Gott hin⸗ 1.——!—‚(—— ————* auf! 3— dich in. rer Bu ⸗ ße ihm un⸗ verweilt zu Fu ⸗ 55 da⸗-mit all' dei ⸗ ne Sün⸗ den durch sei⸗ ne Gnad' ver⸗schwin⸗ den. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm', bitt' dich um dein Erbarmen, du wollest doch decken; verjage alle Schrek⸗ 4. Ich will mit dem, was mich Armen um Christi ken und laß nach deiner mein, dir ganz ergeben sein. Dein Flügel wird uns willen schonen, mir nach Gnaden das Wetter uns Verdienst nicht lohnen. nicht schaden. 3. Durch Christi teures 5. Wohlan, verlaß uns Blut gieb mir getrosten nicht, bleib unsre Zuver⸗ Mut, der sich nicht knech⸗ sicht, laß deine Vatertreue tisch scheue, der vielmehr erfahren uns aufs neue: deiner Treue in allem so woll'n wir, weil wir kindlich traue, auf deine leben, dir Preis und Ehre Hülfe baue. geben. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 491 Ernke. 446. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 4508. 1 a 3 22— e—— 2 Die Ernt' ist nun zu* de, der durch den Gott al ⸗ le Stän- de satt, — 0 12 35 5 Se⸗ gen ein ⸗ge⸗— reich und fröh⸗lich macht. .„W noch, man kann es* lich mer⸗ ken an 5 f—— so viel Lie⸗bes wer ken: drum preisen wir ihn hoch. Der al⸗ te Gott lebt 2. Wir rühmen seine dienter Güte, als Mund, Güte, die uns das Feld Herz und Gemüte nach bestellt und oft ohn' unsre Würden rühmen kann. Bitte gethan, was uns. i gefällt, die immer noch ge⸗* S ge⸗ schont, ob wir gleich sünd⸗ neiget,— er zu er⸗ lich leben, die Fried' und freun, durch Regen sich ; bezenget, wie auch durch sicer 2 r Sonnenschein; ward's aber nicht geacht't, so hat er sich 3. Zwar manchen schö⸗——— 5 nen Segen hat böses Thun 8— 2 3 verderbt, den wir auf un⸗ ken uns gebracht. sern Wegen sonst hätten 5. O du getreuer Va⸗ wohl geerbt; doch hat Gott ter, du hast viel Dank ver⸗ mehr gethan aus unver⸗ dient; du, mildester Berater, 492 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Scha⸗ den; für viel' und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, lieber Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not. Gieb friedevolle Zeit; erhalte deine Gaben, daß wir uns daran laben; re⸗ gier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedei⸗ hen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, forthin an unserm Ort Laß diese gute Saat vielfältig Früchte bringen und uns in allen Dingen regieren deine Gnad'. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unter⸗ halt des Leibes hast ge⸗ schenket, daß wir dich man⸗ nigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben: o laß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens Ende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo du ihn ruhen heißt, wo ihm kein Leid bewußt: so ernten wir mit Freuden nach überstandnen Leiden die Garben ew'ger Lust. Gottfr. Tollmann. 1: Ann laßt uns Gott, dem gerren. 1587. 5 53 Kommt, laßt uns Gott lob⸗sin⸗gen und Preis und 1 3 ————¾ 755——— 8. Dank ihm brin⸗gen für sei⸗ ner Ern⸗te Ga⸗ben, die — 21 ———— wir ge⸗sam⸗ melt ha- ben. 2. Der Herr hat uns gegeben, was nötig ist zum Leben, zum freudigen Ge⸗ nusse aus seinem Überflusse. 3. Die Scheuern find voll Segen; denn er gab Tau und Regen, der Frucht, der wir uns freuen, Schutz, Wachstum und Gedeihen. 4. Frohlocket seiner Milde, daß Auen und Gefilde, was wir gesäet haben, so reich⸗ lich wiedergaben. 5. Frohlockt ihm, dem Erretter! Oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten, und doch sind sie geraten. 6. Sie sproßten auf und grünten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmück⸗ ten die Gefilde durch seine Vatermilde. 7. Denn immer soll ge⸗ bären, uns alle zu ernäh⸗ ren, daß jeder dankbar werde, der reiche Schoß der Erde. 8. Mit freudigem Ge⸗ müte bewundert Gottes Güte, die jeden Fleiß be⸗ lohnet, die uns so trägt, so schonet. gel drücket! Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 493 9. Lohnt' er nach unsern Thaten, so würden unsre Saaten im Keime schon verderben und wir vor Hunger sterben. 10. Doch er ist immer gütig, barmherzig und lang⸗ mütig und schafft, daß stets die Erde verjüngt und frucht⸗ bar werde. 11. Auf! preiset seine Gnade und wandelt seine Pfade, daß seine Mild' und Treue euch, weil ihr lebt, erfreue. 12. Wir pflügen, sä'n und ernten: o daß wir dankbar lernten, ihm ähn⸗ lich uns der Armen mit⸗ leidig zu erbarmen! 13. Teilt aus, thut wohl, erquicket, wen Not und Man⸗ Es sind ja Gottes Gaben, die wir empfangen haben. 14. Er sei von uns er⸗ hoben, bis wir, ihn dort zu loben, gebracht in seine Scheuern, ein ewig Fest ihm feiern. Joh. Andr. Cramer. 494 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 448. : O daß ich tausend Zungen hätte. 1558. e 12 1 ä O Gott, dor dem wir al⸗ les ha⸗ ben, die du a ber tei⸗ lest dei ne Ga⸗ ben recht 3538 Welt ist e ein sehr gro⸗ßes Haus; 8 7 wie ein Va⸗ 15 zdrinnen aus. Dein Se⸗ gen macht uns W al ⸗ le 8 ach lie ⸗ber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Men⸗ schen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? und doch läßt du es keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und end⸗ lich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolle, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot; es mehret sich vielfält' ger Weise, was anfangs schien, als wär' es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein je⸗ der Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denk⸗ mal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kasp. Neumann. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 495 449. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4 3 Joh. Pachelbel. 1 690. 555858588 Was Gott thut, das ist wohl ⸗ ge⸗than, so Wenn man nicht reich⸗* ern ⸗ ten kann, 82 BWB den⸗ken Got⸗tes Kin⸗ der. er uns doch nicht min⸗der. Er zieht das Herz nur 8 2 9 him⸗melwärts, wenn er uns läßt auf Er ⸗ T.. EIN——— 7 7 f 4 22% 1 f 2 ä—— 5 * den beim 1—— — 2.— 15—— Man⸗gel trau⸗ rig wer ⸗ den. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; giebt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er zeigt uns oft den Segen, und eh' er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, nimmt er uns andre Güter, macht diese Welt uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so ist's vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es geh' nach seinem Willen; läßt es sich 496 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 9 9 0 auch zum Hunger an, er weiß ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; das Feld Allgemeine Beimsuchungen. 450. 44 mag traurig stehen: wir gehn getrost die Glaubens⸗ bahn und wollen Gott er⸗ höhen. Sein Wort ist Brot, so hat's nicht not: die Welt muß eh' verderben, als wir vor Hunger sterben. Benj. Schmolck. — Teurung.— Wassersnok. .: Vater unser im Himmelreich. 1538. 2 Nimm von uns, 3 du treu er Gott, die — 2 5 2—— ——..— —— re Straf und gro⸗ße Not, die wir mit Sünden — ä oh⸗ ne Zahl ver⸗die⸗ net ha⸗ben all⸗ u- mal. Be⸗ 22 1 1 1 1 A E—— 7—— 3— 9— hüt vor Krieg und teu ⸗ rer Zeit, vor 1— 1— 2 5 1 4 2 2 E E 255 2 7 2 7 K Seu⸗chen, Feu'r und gro⸗ dem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht'! Wir suchen Gnad' und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rech⸗ ten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt' die ganze Welt vergehn, und könnt' kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein Beweis an uns dein groß. Gnad', straf nicht nach unsrer Missethat, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn, o Herr, fern von uns sei. 4. Gedenk an deines Sohnes Tod, an seine heil gen Wunden rot; die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Löse⸗ geld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 497 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne gnädig Stadt und Land; gieb allzeit uns dein heilig Wort und wehr des Teu⸗ fels List und Mord; ver⸗ leih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sei' n. Martin Moller. Teurung. 451. Mel.: von Gott will ich nicht lassen. 1610. 1 1 bt ß———ů .——— Du rei ⸗ cher Trost der Ar ⸗ men, du du Va ⸗ter voll Er ⸗ bar⸗ men, der 5 * 1 —— L— 1* —— Schöpfer al ⸗ ler Welt, e⸗ wig Glau⸗ben hält: weil du Ge⸗ bet er⸗ 355. l hörst, so kommt zu 9 52 4 1 1 4 AI. 110 + 19 S 2—. E——— — 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Not der Teurung; wir empfin⸗ den, was uns dein Wort gedroht: ein fruchtbar Erd⸗ reich soll um der Bewoh⸗ ner willen nicht ihren Hun⸗ ger stillen. Auch unser Maß ist voll. armes Volk ge⸗tre⸗ ten, das du all ⸗ein ernährst. 3. Ach, unser sündlich Leben drückt nach Verdienst uns hart; du wollest uns vergeben nach deiner Va⸗ terart. Uns trägt die Sünde Frucht, allein die Frucht ist Schaden; doch du ver⸗ giebst aus Gnaden, wen⸗ man dein Antlitz sucht 32 4. Ach trage du Erbar⸗ men, wir tragen herzlich Reu'; hilf, Herr, ach hilf uns Armen nach deiner Wundertreu'! Du bist die Zuversicht, auf die wir alle sehen, zu der wir alle flehen, ach Gott, verlaß uns nicht! 5. Gott, unser Heil, ach wende der schweren Zeiten Lauf, thu deine milden Hände, den Schatz der All⸗ macht auf! Was nur ein Leben hat, nährst du mit 498 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 0 1 1 Wohlgefallen; o Vater von 6. Laß du die Frucht geraten und baue selbst das Land, dann grünen unsre Saaten durch deine Gna⸗ denhand. Ja, segne, was man streut, gieb Sonnen⸗ schein und Regen, daß dein Gewächs mit Segen uns wiederum erfreut. 7. Dein Gutes über⸗ schütte und krön' die Jah⸗ reszeit; laß triefen deine Tritte von Huld und Frucht⸗ barkeit. Laß, Vater, unsern Fleiß zum Segen uns ge⸗ deihen, daß wir uns deiner uns allen, mach wieder alles freuen zu deines Namens satt! Preis. Ph. Fr. Hiller. Massersnok. 452. Mel.: Auf meinen lieben Golt(s. Ar. 445). 1. Herr, unsre Not ist groß, wir fliehen nackt und bloß zu dir und deiner Güte, daß sie uns jetzt behüte. Eil, in der Flut Gefahren uns mächtig zu bewahren. 2. Sieh an, sieh an die das Elend und den den wir vor Augen Not, Tod, sehen; hilf, daß wir nicht 1 1 1 vergehen! Laß uns, o Gott, nicht sterben, hilf, ehe wir verderben! 3. Vergieb uns unsre Schuld und habe noch Ge⸗ duld; ach laß um Jesu willen sich Sturm und Wellen stillen; wir wollen, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Ch. von Stöcken. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 499 453. Mel.: Ach Gott und Herr. A— J. 9. Schein. 1627. S 3535V— Wir sind in Not; laß uns, o Gott, die Flut nicht 4 3 5 er— 1— 0 4 2— 1— 2—.— 1 8 2 —— — f—— n 1 l⸗berschwemmen! Nimm uns in acht, wehr ih⸗rer 8 4 IJ I 0 5 4 5 . 22 1 *— Macht: du kannst die Wo⸗ gen hem⸗men. 2. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht, erhöre unser Fle⸗ hen! Brichst du nicht bald der Flut Gewalt, so ist's um uns geschehen. 3. Ach hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jes suchristi willen! Du, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. 4. Erbarme dich, hilf väterlich! Beschütz uns Gut und Leben, auf daß wir dir, Gott, für und für Dank, Preis und Ehre geben. 454. Mcl.: Mun danket alle Gott. 4 2 J. Crüger. 1649. — Lob, Preis und Dank sei dir, Allmäch⸗ 19 ger, ge⸗ du hast des Mee⸗ res Flut durch dei⸗ ne Macht be⸗ 5 8 — N ———. 2 11... ̃⁵— QAM ̃ sun ⸗ gen! 1% Wel 5 bann gen. Die Wel⸗len braus'⸗ten schon, Gott, 7 2 5 2 ü ⸗ ber uns der, du sprachst: Nicht wei⸗ ter i N da ge⸗horch⸗ten Sturm und Mee 500 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 2. Wie tobten sie! doch] wüten. Du schützest, du er⸗ du bewiesest an uns Ar⸗ hältst, du hilfst in jeder men, als wir um Hülfe Not, du bist der Fluten schrien, dein mächtiges Er⸗ Herr, du bist der Meere barmen, bewiesest, daß du[Gott. nie von Herzen uns be⸗ 4. Dir, Allgewaltiger, trübst und, züchtigst du uns[laß uns nie widerstreben; gleich, uns väterlich doch in Heiligkeit laß uns nur liebst. dir zu Ehren leben; laß 3. Das that dein Arm, unser Leben dir in Dank⸗ o Gott, der jeder Flut ge⸗ barkeit uns weihn, damit bieten, der Meere zähmen wir nach der Zeit uns ewig kann, wie furchtbar sie auch deiner freun! Ch. N. Müllenhof. Krieg und Nrieden. 1 Mel.: Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. b. Straßburg. e r 5 — Herr, der du vor⸗mals hast dein Land mi mik und, wenn du Stra; fen ihm ge⸗sandt, es 9 4 53553 5 Gnaden an⸗ge⸗ blik ⸗ket wie ⸗der um er⸗ quik⸗ket, der du die Sünd' und 9 4 17 1 N N 2 FFC Mis⸗se⸗that, die al⸗ les Volk be⸗gan⸗ gen hat, uns . dba ⸗ ter ⸗ lich ver ⸗ zie ⸗ hen: 2. Willst du, o Vater, uns Freude haben? Ach gieß denn nicht nun einmal wieder von deines Himmels Haus, laben? und sollen wir an Herr, deiner Güte Segen aus deinem Licht nicht wieder auf uns und unsre Häuser. 3. Ach daß ich hören möcht' das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an jedem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh' und alles Unglücks Ende! 4. Ach daß doch diese böse Zeit bald wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht ganz und gar verzagen! Doch Got⸗ tes Hülfe ist nicht weit, und seine Gnade ist bereit all denen, die ihn fürchten. 5. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, 456. Ael.: K Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 501 daß seine Ehr' in unserm Land und überall recht werd' erkannt, ja stetig bei uns wohne. 6. Die Güt' und Treue werden schön einander grü⸗ ßen müssen; Gerechtigkeit einher wird gehn, und Friede wird sie küssen, die Treue wird mit Lust und Freud' auf Erden blühn, Gerech⸗ tigkeit wird von dem Him⸗ mel schauen. 7. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird wohl be⸗ stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt. Mun lob, mein' Seel', den Herren. Joh.— 1540. — r— 8 1 3—— . Gott Lob! nun ist daß nunmehr ru⸗ hen 10. er⸗schol len das ed ⸗ le len die Spieß' und 7 E. f Fried ⸗ und Freudenwort, Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wie⸗ 502 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 6 —* 1— 1— 2 S Ü— ˙.— f 2D 7 2 2 1* 4 5 88 Sai⸗ tenspiel her⸗ vor; o Deutschland, — EE sin⸗ ge Lie⸗ der im ho⸗ her, vol⸗ len Chor Er⸗ .—— e he ⸗ be dein Ge⸗mü ⸗ te und dan⸗ ke Gott und 4. ä—— — Herr, dei ⸗ spri ch: ne Gnad' u ind Gü - te bleibt 1—— d 100 3 2. Wir haben nichts ver⸗ dienet, als Zorn für unsre Missethat, dieweil noch im⸗ mer grünet bei uns der Sünden schlimme Saat. Wir sind fürwahr geschla⸗ gen mit harter, scharfer Rut', und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse: Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure, werte Friedensgab'! getzt sehn wir, was für Frommen wig⸗ 0— dein Beiuns wohnen in sich hab'. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herz⸗ leids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns nie⸗ mand besser in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schö⸗ nen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber I — 9 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 503 lauter Wälder wüste Heid', ihr Gräber voller Leichen und tapfrer Helden Schweiß, der Hel⸗ den, deren gleichen auf Er⸗ den man nicht weiß. 5. Ach laß dich doch er⸗ wecken! wach auf, wach auf, du harte Welt, bevor das letzte Schrecken dich 457. Mel.: Nun danket 1. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit fröhlichem Gemüte; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gna⸗ den, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des goldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in bangen Tagen der Waffen schweres Joch und wilden Grimm getragen. Jetzt rühmet un⸗ ser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh', Herr Gott, wir danken dir. und dürre, schnell und plötzlich über⸗ fällt! Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Gut's. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu; da sollt ihr bei Gott leben in ew'gem Fried und Ruh'. Paul Gerhardt. alle Gott(s. Nr. 454). 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weg⸗ geraffet. Es hat die Vater ⸗ hand uns deine Gnaden⸗ thür jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, wir dan⸗ ken dir, daß du Land, Kirch und Häuser und unsers Königs Stamm, auch dessen edle Reiser bisher erhalten hast. Gieb ferner Gnad' allhier, daß auch die Nach⸗ welt sing': Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in gutem Frieden leben. Krön uns mit deinem Gut, erhöre für und für, o Vater, unser Flehn! Herr Gott, wir danken dir. Joh. Franck. 504 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Die Tikanei. 458.(Das allgemeine Bittgebet.) Ewiger! erbarme dich! Herr! Herr! erbarme dich! Ewiger! erbarme dich! Herr! Herr! erhör uns! Herr Gott, Vater im Himmel! erbarm dich über uns! Herr Gott, Sohn, der Welt Heiland! erbarm dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist! erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! verschon uns, Herr, Herr, unser Gott! Sei uns gnädig! hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor allen Sünden behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor allem Irrtum behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor allem Übel behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor des Teufels Trug und List behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor einem bösen schnellen Tod behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 505 Vor Pestilenz und teurer Zeit behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor Krieg und Blutvergießen behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor Aufruhr und Zwietracht behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor Hagel und Ungewitter behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor Feuer und Wassersnot behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor dem ewigen Tod behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deine heilige Geburt hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch dein Kreuz und deinen Tod hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! In unsrer letzten Not hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Am jüngsten Gericht hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott! und deine heilige christliche Kirche regieren und führen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! 506 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. alle Lehrer in Kirchen und Schulen im heilsamen Worte und heiligen Leben erhalten: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! allen Rotten und Argernissen wehren: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! alle Irrige und Verführte wieder⸗ bringen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! den Satan unter unsere Füße treten: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! treue Arbeiter in deine Ernte senden: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! deinen Geist und Kraft zum Worte geben: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! allen Kaisern, Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! unsern Kaiser und König segnen und behüten und ihm eine friedliche und glückliche Regierung geben: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! seine Räte und Bediente mit Weis⸗ heit und Treue aus rüsten: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! diese ganze Stadt, den Rat(dieses ganze Amt, unsre) die Schule und Gemeine segnen und behüten: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! alle Seefahrende vor Gefahr beschirmen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 507 alle Deiche, Dämme und Schleusen vor Schaden bewahren: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! aller Kinder und Kranken pflegen und sie warten: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! alle unschuldig Gefangene los und ledig machen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! allen, die in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! aller Menschen dich erbarmen: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! die Früchte auf dem Lande und die Fische im Wasser segnen und bewahren: erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! und uns gnädiglich erhören! erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn! erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! erbarm dich über uns! — TTTTTbTbTbTTbT0TbTbT—T— 508 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! verleih uns steten Frieden! Herr! Herr! erhör uns! Ewiger! erbarme dich! Herr! Herr! erbarme dich! Ewiger! erbarme dich unser! Amen. 2* Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. — 82—* 5— 1 b— 2 ———— Herr, hö⸗ re! Herr, er⸗ hö Dr. M. Luther. - rel breit dei⸗ nes Namens 4 353565 Eh ⸗ re an 2 al ⸗ len Or⸗ ten aus. Be⸗ 2 1 5 —. 5 2! hüte al= le Stän⸗ de durch dei ⸗ner All⸗macht 6 * . 2 1 f —— 2 2 1 5 j— 2 7 . Hän⸗de, schütz Kir⸗ che, O⸗ brig⸗ keit und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner rein erschallen zu unsrer Seelen Nutz. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahr⸗ heit spotten, biet allen dei⸗ nen Feinden Trutz. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdross'ne Hörer, die beide Thäter sei'n. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und ernte reichlich Früchte ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit steten Gna⸗ denblicken auf unsern Kaiser sehn. Schütz ihn auf seinem Throne, und Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen; schaff jedermann sein Recht, daß Fried' und Treu' sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit. In Ehrbarkeit und Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. O Vater, wend in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden und Sturm und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 8. Laß alle bösen Seuchen von unsern Grenzen weichen, gieb uns gesunde Luft. Laß Not und teure Zeiten sich laß allzeit Reich Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 509 nie bei uns verbreiten, da man nach Brot vergebens ruft. 9. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die in der Irre gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 10. Hilf gnädig allen Kranken, und die im Glau⸗ ben wanken, laß nicht zu⸗ grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden be⸗ schütze, die Sterbenden geleit mit deinen Engel⸗ scharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen: so ist all unser Flehn erhört. Benji. Schmolck. Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Das Fe⸗ (Der allgemeine 460. Eigue Str. 1. 5—————. Herr Gott, dich lo⸗ ben wir, Dich, S ter in E⸗wig⸗ 10 l BBS — 5 B——. All' En ⸗ gel und Him⸗mels⸗heer auch Che- ru⸗ bim und Se⸗ ra- phim 1 II K 1 N 1 1 1 —— 2— ——+ 1 Hei lig ist un ⸗ser Gott! Chor und 728— NE — 1 1 Hei ⸗ lig ist un⸗ser Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 511 Deum. Lobgesang.) Altlodie. 17 Gemeinde. Alttirchlich. 6 1 7 15 D 0 Herr Gott, wir dan⸗ ken dir. N N 8 g 15 ——— 0 *———( 7 1 13 ä— 10 — g—— 1 5 — 5 5 7— 1 7 7 2 E— und was dir dient zu dei⸗ ner Ehr', f 2 2 1 N 3 sin⸗ gen im⸗mer mit ho⸗ her Stimm: —— 5 4 1 7 2 2 2 1 1 N. 1 Hei lig ist un⸗ser Gott! Gemeinde. Gott, der Her⸗re Ze⸗ ba⸗ oth! 512 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. g Chor. Str. 2.—— 8 Dein gött⸗lich Macht und Herr⸗lich⸗ keit Der hei ⸗ li⸗ gen zwölf Bo ⸗ ten Zahl die teu⸗ ren Märt'rer all⸗zu⸗ mal Die gan⸗ze wer ⸗te Chri⸗sten⸗heit dich, Gott Va⸗ ter im höch⸗sten Thron, den heil'⸗gen Geist und Trö⸗ster wert % e Du Kö⸗nig der Eh⸗ ren, Je ⸗ su Christ, Str. g. r.——— 9 5—— 1—— ——— 2—. — der Jungfraun Leib nicht hast verschmäht, 51 5 1. 7 1 — 1 du hast dem Tod zer⸗stört sein' Macht 10 2. du sitzst zur Rech⸗ten Got⸗tes gleich N 3. ein Rich⸗ter du zu⸗künf⸗tig bist Nun hilf u. uns, Herr, den Die⸗nern dein, Gemeinde. —————— geht ü⸗ ber Himm'l und Er ⸗ den weit. und die lie ⸗ ben Pro⸗phe⸗ ten all, lo⸗ ben dich, Gott, mit gro⸗ßem Schall. rühmt dich auf Er ⸗ den al ⸗ le ⸗zeit: dei ⸗ nen rech⸗ten und ein'⸗gen Sohn, mit gleichem Dienst sie lobt und ehrt. — 2.—— ä——— 1 18 —— 7*—— 7 12 1 2 2—— Gott Va⸗ters ew'⸗ger Sohn du bist, 0 0— —— und all Chri⸗sten zum Him⸗mel bracht, mit al ⸗ ler Ehr' in's Va⸗ ters Reich, all des, was tot und le⸗ bend ist. 1—— S———— ——— die mit deinem Blut er ⸗lö ⸗ set sein, Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. 7277 1 11 514 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Chor. 2 1—— ——.— E 1 laß uns im Him⸗mel ha ⸗ ben teil i——— *. hilf dei⸗ nem Volk, Herr Je⸗ su Christ, — 8 5—— 2 .——— wart und pfleg ih- rer al ⸗ le ⸗ zeit Str. 5. S 1. Be ⸗ hüt uns heut, o treu⸗ er Gott, 2. Sei uns gnä⸗ dig, o Her ⸗ re Gott, 3. Zeig uns dei ⸗ ne Barmher⸗zig⸗ keit, E 1 7 7 2 —— Auf dich hof⸗ fen wir, lie⸗ ber Herr: Chor und 5— 3 * a2 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Gemeinde. —— 85 5 — + 8 5——— mit den 2— am ew'⸗ gen Heil; 1— „„ und seg⸗ ne, was dein Erb⸗ teil ist; ————— ——— 7 und heb sie Bait Ewigkeit. 2 vor al ⸗ ler Sünd und Mis⸗ se⸗ that! sei uns gnä⸗dig in al⸗ ler Not! wie uns⸗ re Hoff⸗nung zu dir steht! = 3— ö——. 2 AL 22 2— in Schan⸗den laß uns nim⸗mer⸗mehr! Gemeinde. — Dr. M. Luther. 461. 3 Allgemeine Segnungen und Heimsuchungen. Eigne Melodie. Peter— 1792. 7 — 5—— 2 Gro ⸗ ßer Gott, Vor dir beugt wir lo die Er ⸗ - ben dich, Herr, wir de sich und be⸗ 2326 E 3 prei⸗ sen dei „ne Stärke. wun⸗dert dei ⸗ ne Wer⸗ke. Wie du warst vor 535... al⸗ ler Zeit, kann, Cherubim und Sera⸗ phinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in sel ger Ruh' heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heil'ger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge; der Blut⸗ zeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. so bleibst du 2. Alles, was dich preisen in E⸗ wig⸗keit. 5. Auf dem ganzen Erden⸗ kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine; sie verehrt auf seinem Thron deinen ein⸗ gebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil gen Geist, welcher uns mit solchen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich allen der Ver⸗ heißung wegen! Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! Tod und Begräbnis. XXV. Tod und Begräbnis. 462. Eigne Melodie. Jakob Hintze. 1690. 2 72—+4——— 2 1 2— ̃—— ͤ Al⸗le Menschen müs⸗sen sterben, al⸗ les Fleisch ver⸗ was da le⸗bet, muß verder⸗ben, soll es an⸗ders geht wie Heu; 8 3 „ Die⸗ser Leib, der muß ver⸗we⸗sen, 83. a— i +— 5 2. 4 . K—— . ͤ—— „wenn er an⸗ders soll ge⸗ ne⸗sen zu der gro⸗ßen . 8—— 92———— Herr⸗lich⸗keit, die den Frommen ist be ⸗ reit t. 2. Darum will ich dieses den hin, hin aus diesem Leben, wenn es meinem Weltgetümmel in den schoͤ⸗ Gott beliebt, ihm ganz nen Gotteshimmel, da ich willig wiedergeben, bin werde allezeit schauen Got⸗ darüber nicht betrübt. Denn tes Herrlichkeit. in meines Jesu Wunden 4. Da wird sein das hab' ich schon Erlösung fun⸗ Freudenleben, wo viel den, und mein Trost in tausend Seelen schon sind Todesnot ist des Herren] mit Himmelsglanz umgeben, Jesu Tod. dienen Gott vor seinem 3. Jesus ist für mich Thron, wo die Seraphinen gestorben, und sein Tod prangen und das dohe ist meim Gewinn. Er hat Lied anfangen: Heilig, mir das Heil erworben; heilig, heilig heißt Gott drum fahr' ich mit Freu⸗ der Vater, Sohn und Geist! Tod und 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der Apostel Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo man Gott die Ehre bringt, ewig Halleluja singt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, welch lieblich Lob⸗ getöne hört man da in sel'ger Ruh'! O der großen 1 9 0 463. Mel.: Christus, der ist 1. Am Grabe stehn wir stille und säen Thränen⸗ saat, des lieben Pilgers Hülle, der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekom⸗ men, wir pilgern noch dahin; er ist nun ange⸗ nommen, der Tod war ihm Gewinn. 3 Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt; ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. Begräbnis. Freud' und Wonne! jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herr⸗ lichkeit, jetzo werd' ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh' ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus. mein Leben(s. Ur. 466). 4ð̃. Ihn hat nun als den Seinen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebens⸗ krone und hebt die Palm' empor und singt vor Got⸗ tes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn wie⸗ der sehen und selig sind wie er. Karl Joh. Ph. Spitta. Tod und Begräbnis. 519 Mel.: Herzlich thut mich* 2 3 5 1601. —— E r Be den⸗ ke, M. ensch, das En d. de, be⸗den⸗ke dei⸗ nen der Tod kommt oft be⸗ hen ⸗ de, wer heu⸗te fris sch und — a 5 1— E E—— Tod; i 1 1. kann 3 und ge⸗schwin⸗ der hin⸗ 55 r*—.—— 2 weg ge ⸗ stor⸗ ben sein: 5 5 dir täglich, 0 2 0 1 1 1 —— 122 2 2 1 1 1 1—. 2 E——— 8 7 Süns⸗ der, daß du 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn bekommen, nach dem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. Hier sind nur kurze Freuden, dort aber ewiglich Gewissenspein und Leiden. Ach Sünder, hüte dich! 12 mußt ster⸗ ben, ein. 4. Bedenke, Mensch, das Ende,— noch währt die Gnadenzeit— daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, mit der vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort wird die Lebenskrone den From⸗ men beigelegt. 5. Herr, lehre mich be⸗ denken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken mein Herze sei bereit. Im Tod und im Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Salomon Liscow(7). Be⸗grabt den Leib in sei ⸗ ne Gruft, bis 4 4 3 1————— —————————— 1 r—ů—1—ßr—ðr̃——— K—v———— ihn des Rich⸗ters Stimme ruft! Wir sä⸗ en ihn; einst 4 35355 TJ! ĩ Tb.... 0ͤ0ꝗ(ü...— blüht er auf und steigt ver⸗ klärt zu Gott hin⸗auf. 2. Aus Staub erschuf 5. Viel mehr litt er, der ihn einst der Herr; er war uns versöhnt und himm⸗ schon Staub und wird's lisch seine Sieger krönt. nur mehr. Er liegt, er O Lohn, o Lohn für wenig schläft, verwest, erwacht Pein! dann wird's wie dereinst aus dieses Todes Träumenden uns sein. Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Not, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. schlummr' in Ruh'! Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewig⸗ keit mit Freud' und Zittern uns bereit. 4. Er wandelte im fin⸗ stern Thal, er duldete viel Schmerz und Qual, er trug hier Jesu Christi Joch, entschlief im Tod und lebet doch. 6. Du Toter Gottes, 7. Ach Jesu Christ, dein Kreuz, dein Tod stärk' uns in unsrer letzten Not! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Fr. Gottl. Klopstock. Tod und Begräbnis. Eigne Kelodie. Melchior Vulpius. 1609. A. 1 28 S— 2 — 2— 2 Chri⸗stus, der ist mein Le ⸗ ben und — 4 N 1 5— 9 4 . 7 8 E — —— E .— 4— — 1 3 3 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Ich hab' nun über⸗ wunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heil gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, geht aus und kann kein Wort mehr sprechen, dann nimm mein Seufzen auf. mein Atem schwer 1 7 ** * ben, mit Fried fahr' ich da hin. 5. Wenn mir Sinn und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich dem Reben mich bleiben allezeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn' und Freud'. Vor 1609. 467. Mel.: Herzlich thut mich verlangen(s. Ur. 464). 1. Der Herr der Ernte winket, die reife Ahre fällt; die Abendsonne sinket, der sein Zelt; Wandrer sucht der Knecht von vielen Jahren geht, Herr, zur stillen Rast. Laß ihn in Frieden fahren, wie du verheißen hast. 522 Tod und Begräbnis. 2. Viel ist von ihm ge⸗ Stärke hast du sein Thun tragen, sein Lauf war lang gelenkt, zum langen Tage⸗ und schwer: nun fühlt er werke ihm Kraft und Frucht keine Plagen und keine geschenkt. Lasten mehr. Sein Abend ist gekommen, vollendet ist 4. O Schöpfer und Er⸗ sein Thun: wie wird er halter, o führ auch uns bei den Frommen nun so treu und steh uns noch sanft und selig ruhn! im Alter mit deiner Hülfe bei! O führ uns, bis 3. Dein Rat hat ihn wir sterben, auf deines geleitet, o Herr, oft wun⸗ Sohnes Bahn und end⸗ derbar; dein Schutz hat lich nimm als Erben uns ihn begleitet in jeglicher][dort mit Ehren an! Gefahr. Mit deines Geistes Chr. Fr. Heinr. Sachse. + 468. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 1598. 2 4 —— 5 15 — 25 r ——— J 7 7 1— e Dich krön- te Gott mit Freu ⸗ den, Herr du gingst durch Schmach und Lei ⸗ den 1 —— f 1 7 EEE Je⸗su, nach dem Streit dei⸗ner Herrlich⸗ keit. Triumph war dir dein Tod, dein — 5 5 1— F— 2— 3 Kampf war aus⸗ge⸗käm⸗ pfet, dein stol⸗z zer Feind ge⸗ 2 2.*. —— däm ⸗ pfet; nun fuhrst du auf zu Gott. 2. Ich, Herr, dein Pilger walle dir, meinem Führer, nach; ich strauchle noch und falle, denn ich bin müd' und schwach. Du führst mich auch durch Streit, durch Kummer und durch Leiden zu meiner Zukunft Freuden, zu deiner Herr⸗ lichkeit. 3. Wie du des Todes Schrecken allmächtig über⸗ wandst, als du ihn ganz zu schmecken, Herr, im Gerichte standst: so stär⸗ kest du auch mich, durchs finstre Thal zu gehen; denn deine Frommen sehen im finstern Thale dich. 4. Wenn ich einst bis zum Grabe vollendet meinen Streit und gut gekämpfet habe um meine Seligkeit: wie werd' ich dann mich freun, wie werd' ich voll Entzücken auf meine Krone blicken und dann ganz selig sein! 5. Ich wart' auf deinen Segen, ich wart' auf meinen Tod. Froh geh' Tod und Begräbnis. 523 aus der Not. Du endest meinen Lauf und nimmst dann meine Seele, die ich dir, Herr, befehle, in dei⸗ nen Himmel auf. 6. Drum harr ich hier und streite, bis meine Stund' erscheint, und du stehst mir zur Seite, mein Retter und mein Freund. Der du mich ewig liebst, du tröstest mich im Leiden und segnest mich mit Freuden, selbst wenn du mich betrübst. 7. Mit freudigem Ver⸗ trauen darf ich vom Kampf⸗ platz schon nach Salems Höhen schauen, auf mei⸗ nes Glaubens Lohn. Sinkt dann im Kampfe mir mein Arm ermüdet nieder, dein Wort erhebt ihn wieder: Sei treu, ich bin mit dir. 8. Erhalt mir den Ge⸗ danken, groß sei bei dir mein Lohn: so werd' ich nimmer wanken von dir, o Gottes Sohn; so bleib' ich dir getreu, der sich für mich gegeben, daß bald ein bess'res Leben mein ewig ich dir entgegen, dem Helfer Erbteil sei. Balth. Münter. Tod und Begräbnis. 469. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen(s. Ur. 459). 1. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden; kein Fels, kein Erz bleibt stehn. Was hier uns mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als lauter Nichtig⸗ keit? Was ist des Menschen Leben, das stets umher muß schweben, als nur ein Traumgebild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Munderblichen, was frommt der Erdenruhm uns dann? 4. Es hilft nicht Kunst noch Wissen: wir werden hingerissen ohn' einen Un⸗ terschied. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Ja, alles wird zer⸗ rinnen, was Müh' und Fleiß gewinnen und sau⸗ rer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann uns im Tod nicht nützen: dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Giebt's eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Her⸗ zensangst vergällt? Was ist's, womit wir prangen? Der eitlen Welt Verlangen im Tode doch in Nichts zerfällt. 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unver⸗ gänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne sie⸗ het begrüßen diese Welt, die, eh' der Tag sich nei⸗ get, eh' sich der Abend zeiget, verwelkt und unver⸗ sehns zerfällt: 9. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch, eh' wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht oft des Todes Sturm herein. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh' wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein; was du zuvor ge⸗ nossen, ist wie ein Strom verflossen; das Künft'ge: wessen wird es sein? 470. 1 Tod und Begräbnis. 525 12. Trau nicht auf Men⸗ schenlehre, auf Weltgunst, Macht und Ehre, vertrau dem Herrn dich an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der ewig selig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet! der hat recht fest gebauet; und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer⸗ mehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andr. Gryphius. Eigne Melodie. 3 8 5—— 5 1 Freu dich sehr,o mei⸗ ne See⸗ le, und ver⸗giß all' weil dich Christus nun, dein Her⸗re, ruft aus die⸗sem 595 r Not und Qual, Jam⸗mer⸗thal. 6 Aus der Trübsal, Angst und Leid 2 ——— 1—— 1—.— ͤ— sollst du fah⸗ ren 8 in die Freud', die kein Ohr hat —— 1 1 ——— 5— 6— 3 b——— ä—— je ge⸗hö⸗ ret, die in E⸗wig⸗ keit auch wäh⸗ ret. 526 2. Tag und Nacht hab' ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf' aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab' ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Hand zu geben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen rings umher, also auch die Christen gehen in viel Angsten groß und schwer. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Be⸗ schwerden. 4. Wenn die Morgenröt' aufgehet und der Schlaf sich von uns wend't: Sorg' und Kummer uns umfähet, Müh sich find't an allem End'; unsre Thränen sind das Brot, das wir essen früh und spat; hört die Sonne auf zu scheinen, währt das Klagen noch und Weinen. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. chen, nicht besinnt: Tod und Begräbnis. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' mög' hinfahren aus der Zeit. Ach sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 6. Zu dir, Heiland, will ich fliehen auf dem bittern Todesgang, durch dein Lei⸗ den laß mich ziehen in mein himmlisch Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Mund dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ew'ger Klarheit zieren. 7. Ob mir schon die Au⸗ gen brechen, das Gehör mir ganz verschwind't, meine Zung' nicht mehr kann spre⸗ mein Verstand sich bist du doch mein Licht und Hort, Le⸗ ben, Weg und Himmels⸗ pfort'; du wirst mich in Gnad' regieren, mich die Bahn zum Himmel führen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all' Not und Qual, weil dich Chri⸗ stus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlich⸗ keit sollst du sehn in Ewig⸗ keit, mit den heil'gen En⸗ geln droben ewig Gottes Gnade loben. Tod und Begräbnis. 527 Mel.: Wer nur den licben Gott. a. Georg Neumark. 1657. 2 Herr Gott, du ken⸗nest mei⸗ ne Ta⸗ ge, dussiehst, daß den Schatz hier d Ge⸗fä⸗ ßen tra⸗ ge, die ir⸗disch 22 3 55. — ich dein schwaches Kind, und— lich sind; drum mache du mich al⸗ le⸗ EE 2 —— 85 2. 2 2 7 J — 17 2 7 —— 1.— zeit zum Ster⸗ben fer⸗ tig und 3 reit. 2. Hier hab' ich lebens⸗ lang zu lernen, mein Herz der Sünde zu entziehn, mich von der Erde zu entfernen und um den Himmel zu bemühn, weil doch zuletzt der Tod beweist, was Chri⸗ stentum und Glaube heißt. 3. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, in der ich ewig bleiben kann; drum lehr mich auf den Himmel achten, den mir mein Hei⸗ land aufgethan: so wird mein Haus hier in der Welt und auch im Himmel wohl⸗ bestellt. 4. Mein Herz ist nur im Himmel droben; denn da ist auch mein Schatz und Teil, den mir mein Jesus aufgehoben; dort ist das mir versprochne Heil. Die Lust der Welt ist mir zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. 5. Wohlan, so will ich täglich sterben; ich lebe so, als lebt' ich nicht; und also kann ich nicht verder⸗ ben, wenn mir im Tod das Auge bricht. Der Tod ist leicht, ich sterbe dir, denn du, mein Heiland, lebst in mir. 6. So kommt denn, ihr ersehnten Stunden! Komm, eile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Not ent⸗ bunden, zum Leben sterbend dringen mag! Da find' ich in des Höchsten Hand mein Eden und gelobtes Land. L. R. Senft zu Pilsach. Tod und Begräbnis. * Eigne Kelodie. 3 7 1601. — 8 8 F—̃ ͤꝗ— ä LN 2 7*— 2—— 5 f * n— 2 1 7 1 E weil ich hier bin um⸗fan⸗ gen mit Trüb⸗sal und E⸗ 6 2 12 . — ö—— 2 2 f — 1 Ind — Ich hab' Lust ab ⸗zu⸗schei ⸗den von D. 5 8 0 J E — 1 J 7 2 — 2— 1 die⸗ser ar ⸗ gen Welt, sehn' mich nach ew'⸗ gen 8 11— 11— 1 5 — ˙— ä!———, — 7———— Freu„den: o Je ⸗ su, komm nur bald! 2. Du hast mich ja er⸗ löset von Sünde, Tod und Höll'; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell!. Warum sollt' mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd'? Weil ich auf dich darf bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch er⸗ geben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; das wirst du, Herr, mir geben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib, der in der Erden zum Staube wieder⸗ kehrt, wird auferwecket wer⸗ den, durch Christum schön verklärt, wird leuchten wie die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud' und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, zu bleiben län⸗ ger hier, und mir auch immer zeiget Ehr', Gut und all' ihr Zier: doch ich des gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit, nach Himm⸗ lischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. Tod und Begräbnis. 529 6. Und wenn auch gleich ständig bleibt im Glauben, das Scheiden von Freun⸗ wir soll'n in kurzer Zeit den wehe thut, daß ich und einander wieder schauen dort sie viel leiden: doch tröstet in der Ewigkeit. meinen Mut, daß wir in 9. Nun will ich mich gan; großen Freuden beisammen wenden zu dir, Herr Christ, werden sein, wo uns kein allein; gieb mir ein selig Tod kann scheiden, anrüh⸗ Ende, laß bald bei dir mich ren keine Pein. sein. Führ mich ins ew'ge 7. Muß ich auch hinter⸗ Leben, das du erworben lassen betrübte Waisen hier hast, da du dich hast gegeben — sie jammern mich ohn' für meine Sündenlast. Maßen, das Herz will bre⸗ 10. Hilf, daß ich ja nicht chen mir—: doch will ich[Twanke von dir, Herr Jesu gerne sterben und trauen Christ, den schwachen Glau⸗ meinem Gott; er läßt sie ben stärke in mir zu aller nicht verderben, er hilft aus Frist. Hilf ritterlich mir aller Not. ringen, halt mich durch deine 8. Euch alle, meine Lie⸗ Macht, daß ich mög' fröh⸗ ben, gesegne Gott der Herr; lich singen: Gott Lob, es nicht lasset euch betrüben ist vollbracht! den Abschied allzusehr. Be⸗ Christoph Knol. 473. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 2 Joh. Crüger. 1656. 9. 1— 1 F.— —— 2 r Heu te mir und mor⸗gen dir! so hört man die wenn wir die Ver⸗storbnen hier auf den Got⸗tes⸗ 5 1er N N f f 1 15 2 325* 2 Glok⸗ken klin⸗gen, ak⸗ ker brin⸗gen. 8 Aus den Grüften ruft's her⸗für: Heu⸗ te mir und mor⸗gen dir! 530 2. Heute rot und mor⸗ gen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir ha⸗ ben's täglich not, daß wir uns an andern spiegeln. Bald kommt unsre Todes⸗ not! Heute rot und mor⸗ gen tot. 3. Einer folgt dem an⸗ dern nach, keiner kann den andern retten; was Gott einst zu Adam sprach, wird ins Grab uns alle betten. Jedem wird sein Schlaf⸗ gemach, einer folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund, ach, der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk Tod und Begräbnis. an deine Totenbahre. Mor⸗ gen fällt, wer heute stund, Mensch, es ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh' ich sterbe: so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott; ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 6. Selig, wer in Christo stirbt! Christi Tod wird ihm zum Leben. Wer in Christo Gnad' erwirbt, kann den Geist getrost aufgeben, weil er nicht im Tod ver⸗ dirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Venj. Schmolck. 474. Mel.: Herzlich thut mich verlangen(. Ur. 472). 1. Ich bin ein Gast auf Erden und hab' hier kei⸗ nen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier wall' ich bis zum Grabe; dort in der ew'gen Ruh' ist Got⸗ tes Gnadengabe, die schließt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh' und Not gewesen? Solang ich den⸗ ken kann, hab' ich so man⸗ chen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Her⸗ zeus zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuld't, hab' ich doch müssen leiden und tra⸗ gen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gu⸗ tem Rat. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich erge⸗ ben in gleiches Glück und Weh; was will ich besser leben, als ich an ihnen seh'? Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich in vollem Maße mein Vater trösten wird. Tod und Begräbnis. 531 7. Mein' Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben und preisen immerdar, der alles kräftig träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt. 8. Zu ihm steht mein Verlangen, da wollt' ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find' ich Freud', die meinem Geist gefalle; das meist' ist Herzeleid. 9. Die Herberg' ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deines Armes Kraft! 10. Was ich bisher be⸗ sessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn meine Zeit durchmessen, so tret' ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg' ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so senkt man mich ins Grab. 34 11. Du Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll gleichwie die helle Sonne mit an⸗ dern leuck aber, ten soll ten soll. 2 475. Mel.: Herzlich thut mich 1. Ich hab' mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein bleibend Leben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn: in Gottes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. 2. Mein Weg geht bald vorüber; o Welt, was acht' ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da trachte ich hinein; will mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin: in Gottes Fried' und Gnaden fahr ich mit Freud“ dahin. und Begräbnis. meine 12. Da will ich immer wohnen— und nicht nur als ein Gast— bei denen, die mit Kronen du aus⸗ geschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von eiteln Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt. verlangen(s. Ar. 472). 3. Ach, sel'ge Freud' und Wonne hat mir der Herr bereit't, da Christus ist die Sonne und ew'ge Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. 4. Gesegn' euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Weg noch heute nehmt alle wohl in acht: in Gottes Fried' und Freude fahrt mir bald alle nach! Joh. Siegfried. Tod und Begräbnis. 476 5 f„ Mel.: Wer nur den lieben Gott. a(s. Ar. 470. 1. Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, daß ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär'! 55 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommt gar oft unangemeld't und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Herz und Haus bestellt! Denn ewig Weh und ewig Glück hängt oft an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren! Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir un⸗ bekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag! 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Wo ich auch wandle hier auf Erden, steht neben mir die Totenbahr'. Ein kleiner Schritt nur ist dahin, wo ich des Grabes Beute bin. 5. Ein einz'ger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; drum halt mich, Herr, mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. S D 1d 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet' ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist! Ver⸗ schließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich. 7. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich, und wenn sie bittre Thränen weinen, o Vater, so erbarme dich, und wenn sie klagen, wenn sie flehn, so laß es dir zu Herzen gehn. Tod und 8. Dringt mir die letzte Not zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; ver⸗ kürze mir die Todesschmerzen 9 47 6. mel.: Wer nur den lie 1. Jetzt leb' ich; ob ich morgen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. O Herr, dem ich mein Herz ergebe, lehr du mich selbst die ernste Pflicht, durch deines heil'gen Geistes Kraft stets fertig sein zur Rechen schaft. 2. Die Blume, die am Morgen stehet, fällt vor der Abenddämmrung ab; die Luft, die jetzt mich an⸗ gewehet, stürzt mich viel⸗ leicht ins nahe Grab; der Jüngliag, eh er sich's ver⸗ sieht, stirbt, da er kaum erst aufgeblüht. g 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Ruh; dein Wandel, Seele, sei im Himmel, dann eilest du dem Leben zu. Nach einer kurzen Prüfungszeit ist Ewigkeit, ist Ewigkeit. deine Pflichten; zurichten; Begräbnis. und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, vielmehr durch Chri⸗ stum selig sein. Benj. Schmolck. ben Gott. a(.. Ur. 47])). f 4. Verschiebe niemals was jetzt zu thun du schuldig bist, denk nicht erst morgen aus⸗ wer weiß, ob's morgen möglich ist? Mensch, dieser Augenblick ist dein, der nächste wird's vielleicht nicht sein. 5. Noch eh' ich diesen Tag vollende, ergreift vielleicht mich schon der Tod; drum lehr mich denken, Herr, ans Ende, an meine letzte Todesnot, und tritt sie plötzlich bei mir ein, laß Ol in meiner Lampe sein. 6. Es sei, o Vater meines Lebens, wenn einst die letzte Stunde schlägt, der schwache Seufzer nicht vergebens, der sich in meinem Herzen regt, und sterb' ich einen schnellen Tod, sei mir barmherzig, Herr, mein Gott! von Hippel. Tod und Begräbnis. 535 478. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Joh. Chr. Nehring. 1704. 2 EEE Laß mir, wenn mei⸗ ne Au⸗ gen bre⸗chen, Herr, Komm, dei⸗ nen Trost mir zu ⸗ zu ⸗ spre⸗ chen, und 5 dei⸗ nen Frieden fühl⸗bar sein! G; N 17 4 seg⸗ ne du mein matt Ge- bein! Gieb E E- 1 1 15 2 — 1 11 1 + 5—.—— 1—— b 3838 9 255 9** dei⸗nen Ar⸗men, dar⸗in ich Gnad' und Frieden fand, und 8 == 5 7 1—. 5 7 1 N. 1 8 2 f N 1— 1 EE K——— *—* trag mich voll⸗ends mit Er⸗ bar⸗men sanft — — zu du heim ins Va ⸗ter⸗ land! Chr. Renatus, Graf von Zinzendorf. 479. Eigue Kelodie. J. H. Schein nach B. Gesius. 1628. 2 ruf' ich dich an, ver⸗-sag mir's nicht: wenn 3353 mir in mei⸗ nem Lei⸗ den; Seeb fol schei nimm sie, Herr, in mei- ne Seel' soll schei-den, so sie, Herr, 7—— dei ⸗ ne Händ'; ist al⸗ les gut, wenn gut das End'. . —— 1 2.— ——— Tod und Begräbnis. 2. Gern will ich folgen, 4. Tod, Teufel, Höll', lieber Herr; du läßt mich die Welt und Sünd' mir nicht verderben. Ach, du können nicht mehr schaden; bist ja von mir nicht fern, an dir, o Herr, ich Ret⸗ ob ich gleich hier muß ster⸗ tung find', ich tröst' mich ben, verlassen meine lieb⸗ deiner Gnaden. Dein ein'⸗ 5 sten Freund', die's herzlich ger Sohn hat alle Schuld gut mit mir gemeint. für mich bezahlt aus Lieb 3. Ruht doch der Leib und Huld. sanft in der Erd', die 5. Warum sollt' ich denn Seel' zu dir sich schwinget; traurig sein: weil ich so in deiner Hand sie un⸗ wohl bestehe, bekleid't mit versehrt durch Tod ins Christi Unschuld rein, zu Leben dringet. Hier ist meinem Gott eingehe? Mit doch nur ein Thränenthal, Freuden geh' ich aus der Angst, Not, Müh', Arbeit Welt, bei Gott zu leben überall. mir gefällt. 5 Joh. Hermann Schein. 480. Kel.: Wer nur den lieben Gott. a. 5 Georg Neumark. 1657. 5 2557777770070 ͤ TTT00T0T0T0T0T0T0T0TTbT 9——— 1 9 ä—— 1——- 1— 2 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich 5 5558 Melsch, der bald ber⸗geht, 90 FEE Drum zei⸗ ir in Gna⸗ in der Welt be⸗steht. Drum zei⸗ ge mir in Gna⸗den a 2 8 2. Mein Gott, ich weiß kann gar leicht verblühn. nicht, wann ich sterbe; Drum mache mich nur stets kein Augenblick geht sicher bereit hier in der Zeit zur hin. Wie bald zerbricht doch Ewigkeit. eine Scherbe! Die Blume 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe; der Tod gar viele Wege hält. Dem einen wird das Schei⸗ den herbe, der Adr sauft in Schlummer fällt. Doch, wie du willst; gieb nur dabei, daß mir mein Ende selig sei! 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welcher Sand mein Grab bedeckt. Doch, weun ich nur dies Heil erwerbe, daß mich 48 1* Mel.: Tod und Begräbnis. 537 dein Ruf zum Leben weckt: mag hier, mag dort die Stätte sein, die Erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich denn sterbe, so nimm du meinen Geist zu 0 auf daß ich dort mit Christo erbe. Wenn nur mein Heiland lebt in mir: so gilt s mir gleich und geht's mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmolck. O Gott, der du ein Heerfürst bist. Claude Goudimel. 122 15 5 0 ——. 2— A——5———.— ö Mein Le⸗ ben ist ein Pil⸗grimstand, ich 1 3 ——0 rei⸗ se nach dem Va⸗ ter⸗ Aand, nach dem Je- ru⸗ sa⸗ 5 lem, das dro⸗ ben Gottselbstals ei⸗ ne fe⸗ste 8—— ä Stadt W. blut ge⸗gründet hat; da werd' ich 4 1 — ihn ohn' En⸗ de 7 75 4— 1 + 9 . 5 3 2 lo- ben. Mein Le⸗ ben ist ein Pilgrims tand, ich ——.—— 1 rei⸗ se nach dem Va⸗ ter⸗ land. 538 Tod und Begräbnis. 2. So schnell ich Land und Strand verlass', läuft meines Lebens Stunden⸗ glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur be⸗ reit und öffne meine Au⸗ genlider, daß ich, was zeit⸗ lich ist, nicht acht' und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach, der Lebensweg hat auch sein Ach; man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn, kann selber keinen Aus⸗ weg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in un⸗ verfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find't nirgend Ruh'; doch alle Müh' ist schon bezah⸗ let, sobald ich mir das Him⸗ melsthor in festem Glau⸗ ben stelle vor. 5. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen: nimm mich auf deinem Wege mit; laß mich mit einem jeden Schritt zu deinem Heile näher kommen. Mein Leben flieht, ach eile du, ach Hüter, eile schnell herzu. 6. Durch deinen heil' gen Geist mich leit, gieb in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stünd⸗ lich: hilf mir auf, zieh du mich selbst zu dir hinauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; laß deinen milden Gnaden⸗ schein in Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Lab⸗ sal finden; und schließ' ich meine Augen zu, so bring mich zu der wahren Ruh', wo Streit und alle Müh' verschwinden: da werde ich von Sünden rein dein Freund und Hausgenosse sein. 8. Bin ich denn hier im fremden Land der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd' ich mit der Himmelsschar dir jauch⸗ Tod und Begräbnis. 539 zend dienen immerdar und in der reinsten Liebe bren⸗ nen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang; hier in der Wüste wird mir bang. Friedr. Ad. Lampe. Eigne Melodie. 1521. 7 1 5 5 3* 2 922 1. l. 4 9 2682———— ͤ.—-— —— 2.— Mit Fried' und Freud' ich fahr' da⸗ hin in 8—— — 22 2——— E——— 0 2— 2 Got- tes Wil len; ge⸗trost ist mir mein 4 5 ö 1—— — 1— 9 2—— + 24 — 1 4— 1.— * 5. stil ⸗ le. Wie Gott mir ver⸗ — —— f —— 1 2 0 5 C hei⸗ßen hat: der Tod mein Schlaf ist wor ⸗ den. 2. Das machet Christus, Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast lassen sehn und machst bekannt, daß er Leben sei und Heil in Not und auch im Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gna⸗ den, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort er⸗ schollen. 4. Er ist das Heil und sel'ge Licht für alle Heiden, erleuchtet, die dich kennen nicht, will sie weiden. Er ist deines Israel Preis, Ehre, Freud' und Wonne. Dr. M. Luther. Tod und Begräbnis. Eigue Melodie. Mit⸗ ten wir im L Wen such'n wir, der Hül⸗fe thu', daß wir Gnad'er⸗ .————— —— — gen. lan- gen? Das bist du, Herr, all⸗ .* ne. Uns reu⸗et uns⸗re Mis⸗se⸗ that —— 1——ƷA4:]W92+—— —— 96— 1————— f 12.—— 5 .— LE 8— ————— hei⸗ li⸗ ger, barmher ⸗zi⸗ ger 8. 1. 12 77 8——— 192—— 25—— e ⸗ wi⸗ger Gott! 13. 14 ——————— 5 2— 40 93— ä—. .—— in des bit⸗tern To⸗des Not. Ky⸗ ri⸗ e ⸗ lei⸗son. Tod und 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott! hei⸗ liger, starker Gott! hei⸗ liger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht verzagen vor der tie⸗ fen Höllen Glut. Kyri⸗ eleison. Mel.: Begräbnis. Uun laßt uns den Leib begraben. 541 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd'n uns treiben. Wo soll'n wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! hei⸗ liger, starker Gott! hei⸗ liger, barmherziger Heiland! du ewiger Gott! laß uns nicht entfallen von des rech⸗ ten Glaubens Trost. Ky⸗ rieleison. Dr. M. Luther. . dek⸗ken ihn mit Er⸗de zu, den Leib, der 5 des — Schöpfers Schluß zu Staub und Er⸗ de 2. Er bleibt nicht immer nicht immer der Verwesung Raub, er wird, wenn Christus einst mit seiner Seele Asch' und Staub, erscheint, neu vereint. 3. Hier, lerne, was hier, was du bist; unser Leben ist. folgt die Ewigkeit Mensch, hier schau ——* Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt end⸗ lich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben Wie wir die Zeit hier ange⸗ wandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. Tod und Begräbnis. .Es währen Reichtum, 8. Laßt alle Sünden uns ehr und Glück, wie wir bereun, vor unserm Gott selbst, einen Augenblick; so uns kindlich scheun. Wir währt auch Kreuz und Trau⸗ find hier immer in Gefahr, rigkeit, wie unser Leben, nehm' jeder seiner Seele kurze Zeit. wahr! 2 9. Wenn unser Lauf 6. O sichrer Mensch, be⸗ vollendet ist, so sei uns 6 3 920 8 nah, Herr Jesu Christ! ichter nahen si n allem, was dn dentst und thut, Mach uns das Sterben zum bedenke, daß du sterben mußt. Gewinn, zieh unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder du Lebensfürst, die Grä⸗ zu dem Vater flehn: Ich ber mächtig öffnen wirst, bitt', o Gott, durch Christi dann laß uns fröhlich auf⸗ Blut, mach's doch mit mei⸗ erstehn und dort dein Ant⸗ nem Ende gut. litz ewig sehn. Ehr. Liebich. 485. Eigue Melodie. 1569. f 5 14—— —*— O Welt, 8 muß dich las ⸗ sen, ich fahr' da⸗ 3 mein 5..— Stra ⸗ 5 ins e 8 ter- land. Den Geist will ich 5 ge ⸗ ben und ftel⸗ ben Leib 5 5———— Le ⸗ ben in mei⸗ nes Got ⸗tes gnäd'⸗ge Hand. 2. Mein Lauf ist nun vollendet, der Tod das Le⸗ ben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bueiben ist auf Erden, das Ew'ge muß mir werden, mit Fried' und Freud fahr' ich dahin. 3. Ob mich die Welt betrogen und oft von Gott gezogen durch Sünden man⸗ cherlei, will ich doch nicht verzagen; im Glauben will ich sagen, daß mir die Schuld vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitzwerd' ich schauen fürwahr durch Jesum Christ, der auch für Tod und Begräbnis. 543 mich gestorben, mir Got⸗ tes Huld erworben und der mein Mittler worden ist. 5. Die Sünd' kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Es kann kein Werk mir frommen, wenn ich zu Gott will kommen; der Glaub' allein kommt mir zu gut. 6. Drauf will ich fröh⸗ lich sterben, das Himmel⸗ reich ererben, mein's Blei⸗ bens ist nicht mehr. Gieb, Gott, ein selig Ende; zu dir ich mich hinwende, zu dir allein steht mein Begehr. Joh. Hesse. 486. Eigne Melodie. 2 2 Melchior Teschner. 1614. —— — 2 2— 7 7 2 — 122 1 8— — 1 5 2 2 2 4 1— 8—— ͤ—-—-— 1 Im Himmel ist gut woh⸗ nen, hin⸗ fällt 0 — f 1.— 5— f— —————-—- B loh ⸗nen dem, der ihm dient all⸗ hier. 544 Tod und 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dul⸗ den Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Ver⸗ kürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam' und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Er⸗ schein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod. 487. 35353535300 Begräbnis. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 4. Birg meine Seel aus Guaden bei dir vor allem Leid, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herr⸗ lichkeit. Der ist hier wohl gewesen, wer kommt in's Himmels Schloß, und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Le⸗ bens ein; laß mich an dei⸗ nem Leibe ein Glied mit denen sein, die in dem Him⸗ mel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger. Wenn klei⸗ ne Himmels⸗er⸗ ben in ih⸗ rer Unschuld ster ⸗ ben, so —2——— —— büßt man sie nicht ein; sie 2 wer⸗ den nur dort o⸗ ben beim Va ⸗ ter auf ⸗ ge⸗ 353511 hoß⸗ ben, da⸗ mit sie un⸗ ver ⸗ lo ⸗ ren sei'n. Tod und Begräbnis. 2. Sie sind ja in der 3. O wohl auch diesem Taufe zu ihrem Christen⸗ Kinde! es stirbt nicht zu laufe für Christum einge⸗ geschwinde. Zieh hin, du weiht und noch bei Gott liebes Kind! Du gehest ja in Gnaden: was sollt es nur schlafen und bleibest ihnen schaden, daß Jesus bei den Schafen, die ewig sie zu sich entbeut? unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe. N Mel.: Es ist gewißlich au der Zeit. 2 4 r——. 8 —— Wenn mein Stündlein vor⸗ han ⸗ den nden ist und so leit du mich, Herr Je ⸗su Christ, mit -K 5 ich soll fahr'n mein Stra⸗ße, Hülf' mich nicht ver⸗las ⸗ se! 2— 8 1 FE 5 letz⸗ten End be⸗ fehl ich, Herr, in dei⸗ ne Händ', du Die Seel an meinem 2 1 E U L. 1 +——— 1 wollst sie mir be⸗wah⸗ ren. 2. Die Sünde wird mich 3. Ich bin ein Glied an kränken sehr und das Ge⸗ deinem Leib, des tröst' ich wissen nagen; der Schuld mich von Herzen. Von dir ist viel, wie Sand am ich ungeschieden bleib! in Meer: doch will ich nicht Todesnot und Schmerzen. verzagen, will denken in Wenn ich gleich sterb', so der letzten Not, Herr Jesu sterb' ich dir, ein ew' ges Christ, an deinen Tod; du Leben hast du mir durch wirst mich wohl erhalten. deinen Tod erworben. 85 Tod und Begräbnis. 4. Weil du vom Tod Furcht vertreiben; denn, wo erstanden bist, werd' ich du bist, da komm' ich hin, im Grab nicht bleiben. daß ich stets bei dir leb' Mein höchster Trost dein' und bin: drum fahr' ich Auffahrt ist, sie kann die hin mit Freuden. Nik. Hermann. 489. Eigne Kelodie. 1 1741. 2— a 1— 923 4*. +— 2— 8.— 8— Wer weiß, wie na⸗ he mir mein En⸗ Ach, wie ge⸗schwin⸗de und be⸗hen⸗ de! hin geht die Zeit, her kommt der Tod. de kann kommen mei⸗ ne To⸗des⸗ not! Sc Gott, mein Gott, ich bitt' durch Chri⸗sti Blut, mach's Mein NR— 2 N———— 27— 7—— 1— 1L. nur mit mei⸗nem En ⸗ de gut. 2. Es kann vor Nacht 3. Herr, lehr mich stets leicht anders werden, als mein End' bedenken und, es am frühen Morgen war; wenn dereinst ich sterben solang ich leb' auf dieser[muß, in Jesu Tod die Seele Erden, leb' ich in steter Tod's⸗ senken und ja nicht spa⸗ gefahr. ù Mein Gott,: ren meine Buß'. ,: Mein ich bitt“ durch Christi Blut, Gott, ,: ich bitt' durch mach's nur mit meinem Cphristi Blut, mach's nur Ende gut. mit meinem Ende gut. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich be⸗ reit sei für und für und sag' getrost in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir.:,: Mein Gott,:,: ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit mei⸗ nem Ende gut. 5. Mach allezeit mir süß den Himmel und mache bitter mir die Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetüm⸗ mel die Ewigkeit sei vor⸗ gestellt.„: Mein Gott,:,: ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all' meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, dar⸗ auf ich gläubig fest mich gründe; das giebt mir die erwünschte Ruh'. ,: Mein Gott,:, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit mei⸗ nem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott!:, Mein Gott,:,: ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit mei⸗ nem Ende gut. Tod und Begräbnis. 547 8. Ich habe Jesum an⸗ gezogen schon längst in meiner heil gen Tauf', und darum bist du mir gewogen, nahmst mich zu deinem Kinde auf. ,: Mein Gott,:,: ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir., Mein Gott,:,: ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 10. So komm' mein End' heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; in deiner Hut bleib' ich geborgen, mit Jesu Gnade schön geschmückt.„: Mein Gott,:,: ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit mei⸗ nem Ende gut. 11. Ich leb' indes in Gott vergnüget und sterb' ohn' alle Kümmernis; mir g'nüget, wie mein Gott es füget, ich glaub' und bin des ganz gewiß: ,: Mein Gott,:, durch Jesu Cyristi Blut machst du's mit mri⸗ nem Eade gut. Amilie Juliane von Schwaczburg⸗Nsbolstabt. 65* — 548 90. Tod und Begräbnis. Mel.: Ich hab' mein' Jach' Gott heimgestellt. ——— N 110% 4 5 1 2 1598. S—5 2K 1 —— 1 E . 1 1 1 1 8 22 1 r...... 10 E—— man zur E⸗wig⸗ keit! Wie wen'⸗ge den⸗ken an die 4 8 5 4 1 i 1— 3 PS 1 2—— 2 222 + 2 .—. Stund' von Herzens ⸗ grund! Wie schweigt da⸗ von der wie ein Traum, gleich wie 11 ein nicht'ger Wasserschaum; 0 es gleicht dem Gras, das 1 heute steht und schnell ver⸗ 0 geht, sobald der Wind darüber weht. 3. Nur du, Jehova, blei⸗ best mir das, was du bist; 10 ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir 1 ist's Gewinn, wenn ich 1 allein bei Jesu bin. 11 4. Solang ich in der Hütie wohn', halt du mich 0 wuch, o Gottes Sohn; gieb, 10 daß ich zähle meine Tag', 6 der Welt entsag', daß, eh' ich sterb', ich sterben mag. .— f 1 1— 1 U——— E ——-„—¼.— — f trä⸗ ge Mund! 2. Das Leben ist gleich 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? Bedenk's, o Mensch; was eilest du dem Schatten zu? So kommst du nicht zu wahrer Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist das höchste Gut bewußt; das such' ich nur, das bleibet mir so dort wie hier. Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Wie schön wird's sein, wenn ich dich seh' und bald vor deinem Throne steh'! Bis dahin, Heiland, lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander. Tod und Begräbnis 491. Mel.: O Jesu Christ, mein's Lebens Lltht. Joseph. 3 1630. 2 22 55 2 E Wie si⸗ cher lebt der lgensch der Staub! Sein de ben 1————— E= 42 4——————ů— ist ein 2 lend Laub, 58 dennoch schmeichelt er sich 1 . — ̃— gern, der Tag des To⸗des sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft 6. Weil denn der Tod des Greises Ziel, der Mann uns täglich dräut, so sei noch seiner Jahre viel, der doch wacker und bereit; Greis zuvirlen noch ein gahr, prüf deinen Glauben als und keiner nimmt den Irr⸗ ein Christ, ob er durch tum wahr. Liebe thätig ist. 3. Sprich nicht: Ich denk 7. Ein Herz, das Gottes in Glück und Not im Herzen Stimme hört, ihr folgt oft an meinen Tod. Der, und sich vom Bösen kehrt, den der Tod nicht weiser ein gläubig Herz, von Lieb' macht, hat nie mit Ernst erfüllt, dies ist es, was an ihn gedacht. in Christo gilt. 4. Wir leben hier zur 8. Die Heiligung erfor⸗ Ewigkeit, zu thun, was dert Müh', du wirkst sie uns der Herr gebeut, und nicht, Gott wirket sie: du unsers Lebens kleinster Teil[aber ringe stets nach ihr, ist eine Frist zu unserm als wäre sie ein Werk Heil. von dir. 5. Der Tod bringt Seelen 9. Wie oft vergess' ich vors Gericht; da bringt dieser Pflicht! Herr, geh Gott alles an das Licht mit mir nicht ins Gericht! und macht, was hier ver⸗ Präg selbst des Todes Bild borgen war, den Nat der mir ein und lehre du mich Herzen, offenbar. wachsam sein: 155 1 8 15 Tod und Begräbnis. 10. Daß ich mein Herz 11. Daß ich zu dir um mit jedem Tag vor dir, Gnade fleh', stets meiner o Gott, erforschen mag, Schwachheit widersteh' und ob Glaube, Demut, Lieb' sterbend in des Glaubens und Treu' die Frucht des Macht mit Freuden ruf: Geistes in mir sei; Es ist vollbracht! Chr. Fürchtegott Gellert. 492. 2. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 15 5 N 0 0 0 l 7 9 Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn von kei⸗ ner Sün⸗ de mehr ent⸗weiht, ent⸗ —.—————— 533———— ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm ent⸗ schla⸗ fen la⸗den e. der Mensch von EE. 7 5 50 Freu dich, See ⸗ le, stär⸗ke, trö⸗ ste 9 7 ö 5— I +—— a 2—— a 2 —— 8 4 dich, Er- lös⸗ te, mit dem Le ⸗ ben, das dir 5 7 dann dein Gott wird ge ⸗ ben. 2. Ich freue mich und ihn mein Herz sich doch, bebe doch, so drückt mich glaubt und erhebt sich wieder. meines Elends Joch, der Jesus Christus, laß mich Auch der Sünde nieder. streben, dir zu leben, dir Der Herr erleichtert mir zu sterben, deines Vaters mein Joch, es stärkt durch Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchter⸗ lich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwäng⸗ lich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt; vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, dei⸗ nen treuen Vaterhänden. Tod und Begräbnis. 551 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten einst begleiten vor den Thron der Ewigkeiten 6. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoss' der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir und bringen dei⸗ nem Namen Preis und Ehr' auf ewig. Amen. Fr. Gottl. Klopstock. 2 493. Mel.: Ich hab' mein' Lach' Gott heimgestellt(s. Ar. 490). 1. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang! kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! zum Blei⸗ ben ist nicht dieses Haus. 2. Du Herberg' in der Wanderzeit, du gabest Freuden, gabst auch Leid. Schließ nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du? dein Gast geht hin zur ew' gen Ruh'. 3. Tragt sanft ihn in sein Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! der Tag war schwül im Erd⸗ gewühl; hab gute Nacht! die Nacht ist kühl. 552 4. Ein Festschmuck ist der Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn; sein Krenz voran— das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhan⸗ den ist. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not. Die Welt beut ihre Güter feil— denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz; schau himmelwärts! da, wo dein Schatz, da sei dein Herz. Tod und Begräbnis. 9. Mit Gott bestell dein Haus beizeit, eh' dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir, heut ist's an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo? ist Gott bewußt; schlag an die Brust! du mußt von dannen, Mensch, du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot: im Finstern droht der Tod, und überall der Tod. 12. Ach banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der sich, mit dir vertraut, schon hier die ew'gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern! und kämpfet gern und harrt der Zu⸗ kunft seines Herrn. 15. Nun, Thor des Frie⸗ dens, öffne dich! hier schließt des Pilgers Wallfahrt sich. Tod und Begräbnis. 553 Dort oben ist die Stätte schon am Gnadenthron bereitet ihm durch Gottes Sohn. 16. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald. Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein. Chr. Fr. Heinr. Sachse. 494. Mel.: Es ist genug, so nimm, Herr, meinen Geist. 1 8 Rudolf Ahle. 1660. 8 T 522 1 1 1* 5 12 +— —— 1 1 1 Zeuch hin, mein Kind! Gott sel⸗ ber for⸗ dert Ich 2„de zwar, dein Tod be⸗trü⸗ bet 9 2 —— v— 5—.———— 2 2 dich aus die⸗ser ar⸗ gen Welt. so mich; 2 80 es Gott ge⸗fällt, 1— 1— 2 N E— 7 2 5— un ⸗ ter Ausf ich al ⸗ les Ala gen und 9 2— 1 E 3— will mit stil⸗lem Gei⸗ste sa gen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir hernieden nur geliehn. Die Zeit ist hin; darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzu⸗ ziehn. Zeuch hin! Gott hat es so ersehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was diese Welt nicht giebt; denn 554 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. wer frühe stirbt, kommt bald nur bei Gott ist wahre Freud zur Freude. Zeuch hin ö und Ruh', von keinem Schmerz getrübt. Hier müs⸗ mein Kind! sen wir in Angsten schweben, 5. Zeuch hin, mein Kind! dort kannst du ewig fröhlich die Engel warten schon auf leben. Zeuch hin, mein Kind! deinen frommen Geist. Nun 4. Zeuch hin, mein Kind! siehest du, wie Gottes lieber wir folgen alle nach, sobald Sohn dir schon die Krone es Gott gefällt. Du eilest weist. Vollendet sind die fort, eh' dir das Ungemach Leidensstunden, du hast verbittert diese Welt. Wer durch Jesum überwunden. lange lebt, ist lang im Leide, Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann. XVI. Auferstehung, Gericht un ewiges Leben. 3 495. Eigne Kelodie. 1803. 1 N 2 — 22 N 42— nr— 2.— ————— ̃——— 8 er⸗ 8—. er⸗——— du, mein Staub, nach f. kur⸗zer Ruh'. Un⸗ Kerb=— 8 Le ⸗ ben wird, ——— ̃— 2 f— 3 der dich schuf, dir ge- ben. Hal⸗ le ⸗ ja! 2. Wieder aufzublühn 3. Tag des Danks, der werd' ich gesä't; der Herr Freudenthränen Tag! du der Ernte geht und sammelt meines Gottes Tag! wenn Garben, uns, ein, die wir ich im Grabe genug geschlum⸗ hier starben. Halleluja! mert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 496. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Ruhme. 555 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heilig⸗ tume zu seines Namens Halleluja! Fr. Gottl. Klopstock. Mel.: valet will ich dir geben. Er⸗muntert euch, ihr Frommen, zeigt eu⸗rer Lam⸗ pen der A- bend ist ge⸗kom⸗men, die finstre Nachtbricht 5 1 16 —0 N D——— f 2 E— 1. f——0 Schein Es hat sich auf⸗ge⸗ ma chet der 55 E 5 f— E Bräu⸗ti⸗ gam mit Pracht; auf, be⸗ tet, kämpft und wa ⸗ chet! bald ist es Mit⸗ter⸗ nacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel'. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! der Bräut'⸗ gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der mit Jauchzen und schönste Frühlingsschein ver⸗ 556 heißt Erquickungszeiten, die Abendröte zeigt den schönen Tag von weitem, vor dem das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Ge⸗ bärden und seid nicht mehr betrübt. Es sind die Freu⸗ denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld ge⸗ tragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lam⸗ mes Thron mit Jauchzen Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. triumphieren in eurer Sie⸗ geskron'. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid, hier singt man Freu⸗ denpsalmen im Frieden nach dem Streit, hier schweigen alle Klagen, hier grünen die Gebein', die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freuden⸗ wein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit! wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurentii. 497. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Dr. Chr. Friedr. Richter. 1704. 2 9 5 1 3 5Z565CECCCCCTTTTTTT 2 2 1—— Es ist noch ei⸗ ne Ruh vor⸗han ⸗ den; auf, Du seuf⸗zest hier in dei⸗ nen Ban ⸗ den, und E f 2 8 J 2 2— 7 0 1— 111——— 1 3 — F— Sieh auf das 94 3 = 1 f S—— 1——-—-— 8—— 1———— 2— „** 1 9 9 5* Lamm, das dich mit Freu⸗ den dort wird vor sei⸗ nem *. 1 1.— g „ 5—— 605————— N Stuh⸗ le wei ⸗ den; wirf hin die Last und eil ihm 8 4 9— 3 2 1 4 ————— *—— ** zu! Bald ist der hei ⸗ ße Kampf ge ⸗ en⸗ det, bald, bald der schwe⸗re Lauf voll⸗en ⸗ det: so 4 ———— ——.—— 3 —— gehst du ein zu dei⸗ ner Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott[gen, dafür läßt euch der auserkoren, die Ruhe, die Heiland sagen: Ich selbst kein Ende nimmt; es hat, will eure Ruhstatt sein; ihr da noch kein Mensch geboren, seid mein Volk, gezeugt von die Liebe sie uns schon be⸗ oben; ob Sünde, Welt stimmt. Der Heiland wollte und Teufel toben, seid nur darum sterben, uns diese getrost und gehet ein! Ruhe zu erwerben; er ruft,. er locket weit und breit: 4. Was mag wohl einen Ihr müden Seelen und ihr Kranken laben und einen Frommen, versäumet nicht müden Wandersmann? heut einzukommen zu meiner Wenn jener nur ein Bett⸗ Ruhe Lieblichkeit. lein haben und sanft auf solchem ruhen kann, wenn 3. So kommet denn, ihr dieser sich darf niedersetzen, matten Seelen, die manche an einem frischen Trunk Last und Bürde drückt! Eilt, ergötzen, wie sind sie beide eilt aus euren Kummer⸗ dann erfreut! Doch dies höhlen, geht nicht mehr sind kurze Ruhestunden: es traurig und gebückt! Ihr wird noch eine Ruh' gefunden, habt des Tages Last getra- die währt in alle Ewigkeit. 558 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 5. Da wird man Freu⸗ und ihre Treue wohl be⸗ dengarben bringen, denn lohnen mit Licht und Trost, unsre Thränensaat ist aus. mit Ehr' und Preis; ein O welch ein Jubel wird neues Leben wird da grünen, erklingen, welch Lobgetön] der große Sabbath ist er⸗ im Vaterhaus! Dort wird schienen, wo man von keiner kein Tod uns mehr erreichen, Arbeit weiß. Angst, Schmerz und Leid 7. Da ruhen wir und muß von uns weichen, wir sind im Frieden und leben werden den Erlöser sehn; ewig sorgenlos. Ach fasset er wird am Brunnquell uns dieses Wort, ihr Müden, erfrischen, die Thränen von und legt euch in des Heilands den Augen wischen; wer Schoß! Ach Flügel her! weiß, was sonst noch soll wir müssen eilen und uns geschehn? nicht länger hier verweilen, 6. Kein Durst noch Hunger dort wartet schon die frohe wird uns schwächen, denn Schar. Fort, fort, mein die Erquickungszeit ist da. Geist, zum Jubilieren, auf, Die Sonne wird uns nicht gürte dich zum Triumphie⸗ mehr stechen, der Herr ist ren, auf, auf, es kommt seinem Volke nah. Er selbst das Ruhejahr! will unter ihnen wohnen Joh. Sigism. Kunth. 498. Eigne Melodie. 1803. . 1 5 2 12 1———— 2 r* 356 ——— 2——— ä Ich bin's voll Zu⸗ver⸗sicht: am En ⸗ de der 3 3.4 a 4 7.5—ßv5ß5rꝛ2 7— 355 ä 71—— S— füllt die Hoffnung mei⸗ ne gan⸗ze See ⸗ le, 1— ruft Frieden Got ⸗ tes mir 2. Wie wird mir sein, wenn ich nun Erbe mit Christus bin; wenn, Staub zu Staub, mein Leib ge⸗ sunken ist und dennoch meine Seele weit über Sterne sich hebt; 3. Wenn ich aus diesen Einsamkeiten zu Gottes Schar hinübergeh', zur Schar, die Tag und Nacht vom hohen Lobgesange, vom Psalm der Wonne nicht ruht; 4. Wenn ich mich in die Jubelchöre, wo Zions He arf' am Strome rauscht, mich in 499. Mel.: Nun preiset alle Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 559 den Ruf der frohen Halle⸗ luja dränge, der laut Ent⸗ zückungen ruft! 5. Wie Stimmen gro⸗ ßer Wasser tönet das neue Lied des Lamms; ein Heer der Harfenspieler singt; wie hohe Meere tönet des Lam⸗ mes Lied um den Thron! 6. O Vorempfindung je⸗ ner Wonne! Allein ich fass', ich fass' es nicht, wie mir es dann wird sein, wann ich hinüberkomme, ich Staub zum Erbe des Herrn! Fr. Gottl. Klopstock. Goltes Barmherzigkeit. Matth. Apelles von Löwenstern. 1644. 2 1 N f 2 7 2 1——— ——.—— 32585 Ich hab' von fer⸗ ne, Herr, dei⸗ nen Thron erblickt 08 255———ä 2 1 * und hät⸗te ger⸗ne mein Herz vor⸗ aus. geschickt A 5 1— 1 3 I.— 1 1 1 7 + 52—— 2 2 7 E 1 7 und hät⸗te gern mein mü⸗des Le⸗ ben, Schöpfer der 7 1 5 + U— n 2 9 2 12 1— — 1 2 2 1— Gei⸗ster, dir hin ⸗ge⸗ ge ⸗ ben, Schöpfer der — E. r 5 A2 —.— 389 —— ——— Gei⸗ ster, dir hin ⸗ge⸗ ge — — ä 560 2. Das war so präch⸗ tig, was ich im Geist ge⸗ sehn. Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt 10 an diesen hellen Thronen:, doch schon von heute an ewig wohnen!, 3. Nur, ich bin fündig, der Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heil⸗ ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, ,: noch nicht ganz innig mit dir vereinigt., 500. Auferstehung, Gericht und ewiges es Gassen: Leben. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er⸗ schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben: und dich zeitlebens inbrünstig lieben.: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn' Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, : lebens⸗ lang nicht aus den Augen lassen.:, Joh. Timotheus Hermes. — N e lodie. 2 0 5655 8 83 Je ru⸗sa⸗ lem, du hochge⸗bau⸗ te Stadt, wollt Mein sehnend Herz b r ⸗gen hat und E e 55 Gott, ich wär' in dir! ist nicht mehr bei 8 mir. Weit ü⸗ ber Berg und 9 1 3 —— ——— ö— 12 2 2 7 2 —— 2 Tha ⸗ 5 weit ü ⸗ ber bla⸗ches Feld schwingt 1— 10 7 1 1 —— ä rr sich s zum Himmelssaa= le und eilt aus die⸗ser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund', wann wirst du kommen, wann? da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geben kann in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß er mein Heil vollende in jenem Vaterland. 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort'!! Wie große Zeit hat mich ver⸗ langt nach dir, eh' ich bin kommen fort aus jenem böͤsen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb' der Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwähl⸗ ten war, seh' ich, die beste Kron', die Jesus mir ent⸗ gegen vom Himmel hat gesandt, da ich auf fernen Wegen noch war im Thrä⸗ nenland. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 561 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chri⸗ sten insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau' ich in Ehren schweben, in Freiheit über all, mit Klarheit hell um⸗ geben, mit sonnenlichtem S trahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradies, da wird erfüllt mit höchster Freud der Sinn, der Mund voll Lob und Preis. Das Hal⸗ lelujsa singet man dort in Heiligkeit, das Hosi⸗ anna klinget ohn' End' in Ewigkeit: 7. Mit Jubelklang und Instrumenten schön in Chö⸗ ren ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freu⸗ densaal, mit hunderttau⸗ send Zungen, wie um den Schöpfer her von Anbeginn gesungen des Himmels selig Heer! Joh. Matth. Meyfart. 562 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 501. Al.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 2 * 2 1603. N S——— FT—— * Je⸗sus kommt, von al⸗!lem Bö⸗sen uns, sei⸗ ne Dann an sei⸗nem großen Ta ⸗ ge 8 ver⸗wandelt — + . It*— —————ů—— F. —— —ů̃ ͤ MN— 72 Chri⸗sten, zu er ⸗ lö ⸗ sen, sich der Frommen Kla⸗ ge in frie⸗ de⸗ 7 . 121 er kommt mit Macht und Herr⸗lich⸗keit. vol ⸗ le Se ⸗lig⸗keit. 8 2 —— ß — ** Sei fröhlich, Volk des 9 1 a 7 —.— —— 222 7 1 7— 5— — Herrn! er kommt, er 1 ist nicht fern, dein Er⸗ 3 —— ret- ter. cr. Dein Leid ist kaum ein Mor⸗gentraum, auf ihn folgt e⸗ wig, e⸗wig Heil. 2. Augenblicke dieser Lei⸗ den, was seid ihr gegen jene Freuden der unbe⸗ gränzten Ewigkeit! Seht die Kron' am Ziele pran⸗ gen und kämpft und ringt, sie zu erlangen, die ihr so hoch begnadigt seid! Euch hält in eurem Lauf kein 1 Schmerz des Lebens auf. Uberwinder, das Ziel ist nah, bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, tritt auch mit ungebeugtem Mut. Wie hat Jesus nicht gerungen, wie tief war er von Angst durchdrungen, wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Gestärkt von Gott litt er den Tod: da jauchzten alle Himmel ihm. 4. Mitgenossen seiner Lei⸗ den sind wir; einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Überwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns rin⸗ gen, mit unserm Haupt hindurchzudringen und sei⸗ nes Himmels wert zu sein! Der Hülf' uns schafft, ist Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 563 er, sein großer Nam' ist: Herr, unsre Stärke. Die ihm vertraun, die werden schaun, welch eine feste Burg er ist. 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen; des sind wir froh und danken dir. Herr, in allen trüben Tagen soll unser Herz doch nicht verzagen: auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer dein, o Jesu, ist, und sind stille. Wenngleich die Welt in Trümmer fällt, wir traun auf dich und zagen nicht. Balth. Münter. 502. Eigne Atlodie. 4 8 2 2 Joh. Crüger. 1656. 272 2 1* 1 8— — 5— B +—— 2 Je⸗sus, mei⸗ ne Zu⸗ver⸗sicht und mein Heiland, Die⸗ses weiß ich, sollt' ich nicht dar⸗ um mich zu⸗ 22 — 1 2 J 5 4 4 N S ist im Le⸗ ben. frie⸗den ge⸗ ben ä—— Y— was die lan ⸗ge To“⸗ des⸗nacht D ————— h mir, auch, für Ge. dan ken. macht? 36* 564 2. Jesus, er, mein Hei⸗ land, lebt; ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt: warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in seiner Hand gefunden, daß mich auch kein Todes⸗ bann ewig von ihm tren⸗ nen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Erde werden; das gesteh' ich, doch wird er mich er⸗ wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird dieser Leib verklärt mich umgeben, wie ich gläube. Gott wird dann von mir verehrt und geschaut im neuen Leibe, und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dann wird meiner Augen Licht Jesum, mei⸗ nen Heiland, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe bren⸗ seine Glieder; Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(7). Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. nen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich aufer⸗ stehen. Hier verweset mein Gebein, dort werd' ich un⸗ sterblich sein. 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus läßt nicht gebt nicht Raum der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wie⸗ der, wenn einst die Posaun' erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Er⸗ denkluft, lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch aus der Gruft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von dem We⸗ sen dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hin⸗ ein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 565 20. Mel.: Wer nur den lieben Gott. a. Georg Neuma 3 ——— ———— J 1— Nach ei⸗ ner Prüfung kur⸗ zer Ta⸗ge er⸗war⸗ tet Dort, dort verwandelt sich die Klage in ew'ges 5 2—— Hier übt der Streiter sei⸗nen Fleiß, und je ⸗ ne Welt reicht ihm den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme 4. Hier, wo die Tugend schmeckt auf Erden schon öfters leidet, das Laster manchen sel'gen Augenblick; öfters glücklich ist, wo doch alle Freuden, die ihm man den Glücklichen beneidet werden, sind nur ein un⸗ und des Bekümmerten ver⸗ vollkommnes Glück. Er gißt: hier kann der Mensch bleibt ein Mensch, und seine nie frei von Pein, nie Ruh' nimmt, weil er lebt, frei von eigner Schwach⸗ bald ab, bald zu. heit sein. 3. Bald stören ihn des 5. Hier such' ich's nur, Körpers Schmerzen, bald dort werd' 1 find das Geräusche dieser Welt; dort werd' ich, heilig und bald kämpft in seinem eig⸗ verklärt, der und gan⸗ nen Herzen ein Feind, der zen Wert empfinden, den öfter siegt als fällt; bald Indüssprechlich gro ßen Wert. sinkt er durch des Nächsten Den Gott der Liebe werd' 3 in Kummer und ich sehn, ihn lieben, ewig Ungeduld. ihn erhöhn. 566 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 6. Da wird des Vaters heil ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. Dann läßt 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge⸗ schah. Da schau' ich im Zusammenhang des Höch⸗ sten Rat mit Preis und Dank. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott sich ganz mir offen⸗ bart, ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, stets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird in jedem Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen⸗ malen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft— o möchte Gott es geben!— vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir! denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück er⸗ freun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offen⸗ bart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Au⸗ genblick voll Müh'! Chr. Fürchtegott Gellert. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 567 Eigne Melodie. E=— J 5 3——— 1 F—————ĩ O Ewig⸗keit, du Donnerwort, o Schwert, das o Ewig⸗eit, Zeit oh⸗ ne Zeit, ich weiß vor 1 1 7 I + J 1 1 5 F D ——aꝛꝑvuꝗ— K ö—— —————— 2 2* 5 7 durch die Seele bohrt, o Anfang sonder En⸗ de! gro⸗ßer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwen⸗ de; 7 U 8 7— 3 1 25 5—— A——— 22 1 2** mein ganz erschrocknes Herz er⸗bebt, wenn mir dies 1 J * f ir 1 1—+ 211 5 0 in 0 1 — 5 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, ihr mächt' ger Strom steht nimmer still, läßt nimmer ab zu toben; ja, wie der Heiland selber spricht: Ihr Wurmund Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! o ewig, ewig ist zu lang! hier gilt für⸗ wahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht — Wort im Sin ⸗ ne schwebt. zusamt der großen Pein betracht', erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht mit unerhörten Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein be⸗ stellt. Ach nimm es wohl zu 5 und merke dies, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 568 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 5. Wach auf vom Sün⸗ 6. O Ewigkeit, du Don⸗ denschlaf, wach auf, o sich⸗ nerwort, o Schwert, das rer Mensch, zu neuem Lauf durch die Seele bohrt, o und bess're bald dein Leben! Anfang sonder Ende! o Wach auf, denn es ist hohe Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Zeit, es kommt heran die ich weiß vor großer Trau Ewigkeit, dir deinen Lohn rigkeit nicht, wo ich mich zu geben. Vielleicht ist heuwt hinwende. Nimm du mich, der letzte Tag; wer weiß, wenn es dir gefällt, mein wie bald man sterben mag? Jesu, in dein Freudenzelt! Alle Menschen müssen sterben. Joh. Rist. 505. Mel.: Jakob Hintze. 1690 2 3 4 —— 8 1— ——7— 1—.—.— 2—— x 3 8 2 O wie fröhlich, o wie se lig werden wir im Droben ern⸗ten wir un⸗zäh⸗lich Ae re ende Himmel sein! Har?= ben ein. —. — e . kei ⸗ ne E wo man 98 den u Thi nen 1 lacht. 2. Ach, wer sollte sich] Psalmen, unsre Last in Lust nicht sehnen, dort in Zion verkehrt und das Jauchzen bald zu stehn, und aus ewig währt? diesem Thal der Thränen 3. Da wird unser Aug an den Freudenort zu gehn, erblicken, was ganz unver⸗ wo sich unser Kreuz in gleichlich ist; da wird un⸗ Palmen, unser Klagelied in] ser Herz erquicken, was Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 569 aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da em⸗ pfindet unser Herz lauter Labsal ohne Schmerz. ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmels⸗ bau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles a. Gold zu schanden macht? 4. O wie werden wir zu schand 0 so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, 6. Dorthin stehet mein Verlangen; o du großer Lebens fürst, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unter⸗ dessen laß auf Erden schon rze hi isch wer⸗ heller als die Sonne sein!— A e 0 10 jene 5. Ach, wann werd' ich Welt auf das Allerschoͤnste dahin kommen, daß ich Got⸗ fällt. tes Antlitz schau? Werd' 506. Eigne Melodie. Benj. Schmolck. Joh. Crüger. 1649. 1— A—— 3365662255001 O wie se⸗ lig seid ihr doch, ihr From⸗ ——— x 2 7— 5—— n 2— men, die ihr durch den Tod zu Gott ge⸗ 8 uns noch hält ge⸗ fan gen. 0 1 —— 0 0 f 0 570 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben: was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jam⸗ mer, kein Kreuz und Lei⸗ den ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all eure Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. sehnen: euch wird gesungen, was in keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er⸗ erben? Wer wollt' hier bleiben, sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, Herr Jesu, komm uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen: bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. Simon Dach. 507. el.: Wachet auf, ruft uns die Stimme(s. Ur. 509). 1. Selig sind des Him⸗ mels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblik⸗ ken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frie⸗ den ruhen sie, los von der Erden Müh'. Hosianna! Vor Gottes Thron zu sei⸗ nem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weis⸗ heit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hat's voll⸗ bracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lam⸗ mes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herr⸗ lichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend ran⸗ gen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von 508. 1. Tag des Zorns, o Tag voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen, nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Zittern in der Erde Gründen wird des Rich⸗ ters Nahn verkünden, der die Herzen will ergründen. 3. Wunderbar Posaunen⸗ hallen wird durch jedes Grab erschallen, auf zum Throne! rufend allen. 4. Erd' und Tod wird sehn mit Beben das Ge⸗ schöpf der Gruft entschwe⸗ ben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Gericht zu halten. und Bangen. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 571 fern. Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab, er ging zu Gott, wir fol⸗ gen ihm. Fr. Gottl. Klopstock. Eigne Melodie. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdientem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch er⸗ habner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mach du mich der Sünden ledig! 9. Jesu, deiner Lieb' ge⸗ denke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke. 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, hast für mich am Kreuz gehan⸗ gen: nicht umsonst sei Müh ä 572 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 11. Richter der gerechten[Schafen zuerkennen, Platz Rache, deiner Huld mich zu deiner Rechten gönnen. teilhaft mache, eh' zum g g 6. Ruf, wenn in die Richttag ich erwache. 1 a en e die ew'gen Flammen sinken, 12. Gleich Verworfnen die du willst verdammen, fühl ich Bangen, Schuld mit den Deinen mich zu⸗ macht glühen meine Wan- sammen. en? ein Gehe f+˙ G 5 e laß Gnad 17. Sich, 3 frech ich die Hände, zum Zer⸗ 13. Du, der lossprach knirschten, Herr, dich wende, einst Marien und dem o gieb mir ein sel'ges Schächer hast verziehen, hast Ende! auch Hoffnung mir verlie⸗ hen. 14. Zwar unwürdig ist mein Flehen, doch laß, Heiland, Gnad' mich sehen, nicht ins ew'ge Feuer uns Gnade finden! From⸗ gehen. mer Jesu, Heiland du, schenk 15. Wollst mich von den uns all'n die ew'ge Ruh'! Böcken trennen und den Amen. Aus dem Lateinischen des Thomas von Celano. Nach der Übersetzung von Bunsen. 509. Eigne Melodie. 18. Tag voll Thränen, wo mit Grauen alle Welt den Herrn wird schauen! Nimm von uns die Last der Sünden, laß, o Gott, 2 8 1603. 7 1 22— 7 7— 7 EN. E— 3 2—— 5 6 8 der Wächter Wa⸗chet auf! ruft uns die Stim⸗ me sie ru⸗ fen Mit⸗ter⸗nacht heißt die⸗se Stun ⸗de, 3 A 8 — 1———̃— 255———— sehr hoch auf der Zin⸗ ne, wach auf, du uns mit hel⸗ lem Mun ⸗ de: Wo seid ihr Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 6 —— E 2— 5— 1———— Stadt Je⸗ru⸗sa⸗ lem! klu⸗ gen Jungfrau⸗en! Wohl-⸗auf, der Bräut'gam [u- gen Ju gfrau⸗en! 1 1 S ommt! Steht auf, die Lam⸗pen nehmt! Hal ⸗le⸗ . ͤ ͤ—ůi:2 X28. 4 lu ⸗ ja! Macht euch be⸗ reit zur Hoch⸗zeit⸗freud': 9 12 J 3———ů ä——..—— 5E ihr müs⸗set ihm ent⸗ge⸗gen⸗gehn. 2. Zion hört die Wäch⸗ 3. Gloria sei dir gesun⸗ ter singen, das Herz thut gen mit Menschen⸗ und mit ihr vor Freuden springen, Engelzungen, mit Harfen sie wachet und steht eilend und mit Cymbeln schön. auf. Ihr Freund kommt Von zwölf Perlen sind die vom Himmel prächtig, von Thore an deiner Stadt; Gnaden stark, von Wahr⸗ wir stehn im Chore der heit mächtig, ihr Licht wird Engel hoch um deinen hell, ihr Stern geht auf. Thron. Kein Aug' hat je Nun komm, du werte Kron', gespürt, kein Ohr hat Herr Jesu, Gottes Sohn! je gehört solche Freude. Hosianna! Wir folgen all'] Des jauchzen wir und zum Freudensaal und hal⸗ singen dir das Halleluja ten mit das Abendmahl. für und für. Ph. Nicolai. 574 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 510. Mtl.: Wie schön leucht't uns der Korgenstern. 1 2 =* 1 8 Er 2 f— 2—̃ vv ——— 5 — ͤ— J 5 2 2—— 335— Wie herr⸗lich ist die neu⸗ e Welt, die Du Je ⸗su, der du sie er⸗warbst, als O..—— E——— Gott den Frommen vor⸗be⸗hält! kein Mensch kann sie er⸗ du für uns⸗ re Sünden starbst, ach biff sie mir er⸗ 555 wer ⸗ ben. 5 Ei⸗ nen Strahln rer Son⸗ i⸗ nen Strahl nur ih ⸗ rer Son⸗ne, 2 10 0 25 f———— 8 7 n 3 .—— 8— ih⸗ rer Won⸗ ne gieb mir Schwachen, mir mein 2 ————-»„— ——— 1 1 L 1 En ⸗ de leicht zu ma ⸗ chen. Nach Ahasverns Frisch. dolph, Gottlob; geb. 1685 5 der Dieer u 17 174⁵ als Prediger zu Hirschberg. — 57. 189. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudol⸗ stadt, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton, geb. Gräfin von Barby; geb. 1637, 7 1706.— 256. 445. 489. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein, 1 1651 als Organist zu Königsberg.— 392. Albinus, Johann Georg; geb; 1624 zu Unternessa ei Weißenfels, F 1679 als Pastor in Naumburg.— 197. 462. Albrecht der jüngere, Mark⸗ raf von Brandenburg⸗ Imbach; geb. 1522, f 1557 da Pforzheim in der Ver⸗ annung.— 375(7). Altenburg, Michael(Jo⸗ hann); geb. 1584 zu Alach bei Erfurt, T 1640 als Pastor in Erfurt.— 134. Anna Sophia, Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt; geb. 1638, f 1683 als Abtissin des Stifts zu Quedlin⸗ guuburg, 247. Am zun-U brich, Herzog zu Braunschweig und Laue⸗ Verzeichnis der Liederdichter. burg; geb. 1633, Regent seit 1685, trat 1710 zur römisch⸗katholischen Kirche über, 7 1714 zu Salzdah⸗ lum.— 378. Arends, Wilhelm Erasmus; 1 1721 als Pastor in Halber⸗ stadt.— 308. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 auf Rügen, f 1860 als Professor der Geschichte in Bonn.— 29. 212. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg im sächsi⸗ schen Erzgebirge, Kirchen⸗ geschichtsschreiber, f 1714 als Pastor in Perleberg.— 804. 306(7). äßler, Johann Leonhard; Wat 1745, Rektor zu Mem⸗ mingen, f 1811.— 444 Behemb(Behm), Martin; geb. 1557 zu Lauban, f 1622 als Pastor primar. daselbst. — 55. 388. Betichius, zobann geb. 1650 zu Steckby in Anhalt, + 5 als Pastor in Zerbst. Bienemann, Kaspar(Melis⸗ ander); 15 1540 zu Nürn⸗ erg, 1 1591 als General⸗ supexintendent zu Alten⸗ burg) 82% 907 K geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, Prin⸗ zenerzieher an verschiedenen Höfen, 7 1681 als Privat; gelehrter in Nürnberg.— 68. 299. öh mer, Just Henning; geb. 1674 zu Hannover, berühm⸗ ter Jurist, f 1749 als Pro⸗ fessor der Rechte, Kanzler des Herzogtums Magdeburg und Direktor der Universität zu Halle.— 91. Bogatzky, Karl Heinrich von; geb. 1650 zu Jankowe in Schlesien, F 1774 zu Halle. — 147. 214. Bruhn, David; geb. 1727 zu Memel, f 1782 als Prediger in Berlin.— 105. Buchner, August; geb. 1591 zu Dresden, 7 1661 als Professor der Dichtkunst und Beredsamkeit zu Witten⸗ berg.— 389. Busch, Peter; geb. 1682 zu Lübeck, T 1744 als Pastor zu Hannover.— 443. Calisius, Johann Heinrich; Sch 1633 zu Wohlau in Schlesien, f 1698 als lim⸗ burgischer—— in Gaildorf.— 439. Celano, Thomas von; Schü⸗ ler und Freund des Fran⸗ ciscus von Assisi, f als Mitglied des Minoriten⸗ ordens um 1250.— 508. Tlaudius, Matthias; der „Wandsbecker Bote“; geb. 1740 zu Reinfeld, 1 1815 zu Hamburg als Privat⸗ elehrter und Revisor der schleswig⸗holsteinischen Bank in Altona.— 410. 8 der Liederdichter. Clausnitzer, Tobias; geb. 1618 zu Thum bei Anna⸗ berg in Sachsen, 7 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat und Inspektor zu Weiden in der Oberpfalz.— 10. Cramer, Johann Andreas; geb. 1723 zu Jöhstedt im säch⸗ sischen Erzgebirge, F 1788 als Professor der Theologie und Prokanzler der Univer⸗ sität zu Kiel.— 2. 20. 152. 363. 404. 407. 447. Crasselius, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf bei Glauchau in Sachsen, 71724 als Pastor in Düssel⸗ dorf.— 122(?). 288 05. 824. Cruciger(Send geg r beth; 7 1558.— Dach, Simon; geb. 1605 zu Mer mel. Haupk der Königs⸗ berger Dichterschule, 7 1659 als Professor der Dichtkunst in Königsberg.— 506. Decius(Hovesch), Nikolaus, Mönch im Kloster Steter⸗ burg im Braunschweigischen, später evangelisch geworden; + 120 775 Pastor in Stettin. — 1 8 geb. 1603 8 Zittau, 7+ 1680 als(jurist.) bischerlelkat! in Hannover. — 153. 194. Neu 1660 fans Christoph; 660 zu Nürnberg, 952 1722 als Konrektor der Schule zum Heiligen Geist daselbst.— 231. 248. Diterich, Johann Samuel; geb. 172 21 zu Berlin,. 1797 als Ober⸗ Konsistorialrat und Pastor daselbst.— 19. 44. 107. 223. 302. 313. Drewes, Johann Friedrich udwig, reformierter Pre⸗ diger zu Detmold; geb. 1762.— 352. Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers und Me⸗ lanchthons, T 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie in Wittenberg.— 379. Eleonore, Fürstin zu Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg; geb. 1835.— 43. Fabricius, Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, f 1703 als Pastor daselbst.— 103. Feddersen, Jakob Friedrich; geb. 1730 zu Schleswig, 1 1788 als Propst zu Al⸗ tona.— 437. Fischer, Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, 71600 als Hofprediger und Generalsuperintendent in elle.— 81. Fleming, Paul, Dr. med.; geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, f 1640 in Ham⸗ burg an den Folgen der Beschwerden einer Reise nach Persien.— 358. Flessa, Johann Adam; geb. 1694 unweit Baireuth, 71776 als Generalsuperintendent in Schleswig.— 239(P). Flitner, Johann; geb. 1618 zu Suhl, f 1678 als Dia⸗ konus zu Grimmen bei Greifswald.— 176. Franck, Johann; geb. 1618 zu Guben in der Nieder⸗ lausitz, T 1677 als Bürger⸗ meister daselbst.— 53. 171. 182. 242. 385. 457. Verzeichnis der Liederdichter. Franck, Michael; geb. 1609 zu Schleusingen, T 1667 als Lehrer an der Stadt⸗ schule zu Koburg.— 161. Franck, Salomo; geb. 1659 u Weimar, 7 1725 als berkonsistorial Sekretär daselbst.— 63. 79. 319. 362. Freyling hausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim im Braun- schweigischen, August Her⸗ mann Franckes Schwieger⸗ sohn und Nachfolger als Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle, f 1739. — 252. 412. Freystein, Johann Burchard; Tum 1720 als Hof- und Justizrat in Dresden.— 331. Fricker, Johann Ludwig; 1. 1766 als Pfarrer zu Det tingen unter Urach.— 144. Fritsch, Ahasverus; geb. 1629 zu Mücheln bei Frei- burg(Provinz Sachsen), 1 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt.— 510. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei Han⸗ nover, Prediger der Brüder⸗ gemeinde, f 1841 zu Herrn⸗ hut.— 148. Geoicke, Lampertus; geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmart f 1735 uls Feld⸗ propst in Berlin. 382. Gertert, Christian Furchte⸗ gott; ger 1715 zu Hainichen im suͤchsischen Erzgebirge, 11769 als au Brrurdenticher Professoc der Dichttunst Beredsamkeit und Peoral in 87 578 Verzeichnis der Liederdichter. Leipzig.— 30. 50. 66. 88. 88. 135. 149. 167. 178. 228. 258. 259. 260. 276. 277. 305. 317. 322. 326. 828. 338. 354. 374. 414. 415. 491. 503. Gerhardt, Paul; geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wit⸗ teuberg, f 1676 als Archi⸗ diakonus zu Lübben in der Lausitz, nachdem er vorher Pastor in Berlin gewesen war, dies Amt aber aus konfessionellen Gründen auf⸗ gegeben hatte.— 27. 35. 38. 41. 49. 62. 72. 76. 78. 114. 119. 201. 226. 262. 268. 274. 340. 341. 345. 353. 356. 371. 390. 397. 419. 430. 441. 455. 456. 474. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck im Hannoverschen, 7 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Hannover.— 80. 92. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, f 1735 als Hofrat daselbst.— 191. 278. 290. 309. Gottschling, Gottfried; Prediger zu Medzibor in Schlesien um 1720.— 329. Gramann, Johann(Poli⸗ ander); geb. 1487 zu Neu⸗ stadt in Bayern, 7 1541 als Pastor in Königsberg. — 269. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, + 1801 als Bischof der Brü⸗ dergemeinde zu Berthels⸗ dorf.— 220. Gryphius, Andreas(Greif); geb. 1616 zu Großglogau, 7. 1664 als Landschaftssyn dikus daselbst.— 469. Günther, Cyriakus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 7 1704 als Gymnasiallehrer zu Gotha.— 165. 257. Hardenberg, Friedrich Freiherr von(Novalis); geb. 1772 auf seinem väter⸗ lichen Gut Wiederstedt, 1 1801 als Assessor zu Weißenfels.— 87. 251. Harms, Klaus; geb. 1778 zu Fahrstedt bei Marne, 7 1855 als Oberkonsistorialrat in Kiel, nachdem er einige Jahre vorher wegen Erblindung seine Amter als Propst und Hauptpastor daselbst nieder ⸗ gelegt hatte.— 424. Haslocher, Johann Adam; geb. 1645 zu Speier, 1 1726 als Konsistorialrat und Hof⸗ prediger zu Weilburg in Nassau.— 9. Hecker, Heinrich Cornelius; geb. 1699 zu Hamburg, 71743 als Pastor zu Meusel⸗ witz bei Altenburg.— 15. 28. Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten bei Wohlau, war Pastor zu Köben im Fürstentum Glo⸗ au, mußte aber wegen Kränklichkeit sein Amt auf⸗ geben, 7 1647 zu Lissa in Polen.— 67. 69. 84. 131. 146. 196. 200. 249. 334. 402. Held, Heinrich; Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien um 1650.— 21. 112. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, F 1598 als Superintendent und Pastor daselbst.— 369. Hensel, Luise; zu Linum bei 1 1876.— 418. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 7 1627 als Pfarrer daselbst. — 486. Herman, Nikolaus; Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, Freund seines Pfarrers Mathesius, f 1561.— 39. 316. 488. geb. 1798 ehrbellin, Herrmann, Johann Gott⸗ fried; geb. 1707 zu Alt⸗ jeßnitz bei Bitterfeld, 7 1791 als Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dres⸗ den.— 343. Hermes, Johann Timotheus; eb. 1738 zu Petznick in Pommer, F 1821 als Ober⸗ konsistorialrat, Superinten⸗ dent und Pastor zu Bres⸗ lau.— 499. Herruschmidt, Johann Da⸗ niel; geb. 1675 zu Bopfingen in Schwaben f 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle.— 264. 350. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, f 1699 als ala daselbst. — 420. Hesse, Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, f 1547 als Pfar⸗ rer zu Breslau, wo er die Reformation einführen half. — 485. dez, Wilhelm; geb. 1789 zu deina bei Gotha, 7 1854 als Superintendent in Ich⸗ tershausen.— 312. Hiller, Friedrich Konrad; geb. 1662 zu Unteröwisheim Verzeichnis der Liederdichter. Huberinus, Kaspar; bei Bruchsal, f 1726 als Kanzleiadvokat zu Stutt⸗ gart.— 132. Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, mußte sein Pfarramt zu Steinheim 1751 aufgeben, weil er die Stimme verlor, f 1769.— 100. 124. 206. 217. 230. 245. 451. Hippel, Theodor Gottlieb von; geb. 1741 zu Gerdauen in Ostpreußen, f 1796 als Geheimer Kriegsrat und erster Bürgermeister in Königsberg.— 477. Hippen, Johann Heinrich von; geb. zu Wohlau in Schlesien, limburgischer Rat und Hofmarschall, um 1676.— 396. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, f 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. — 494. Hojer, Konrad; Subprior zu Möllenbeck, um 1584.— 336(2). Homburg, Ernst Christoph; eb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 7 1681 als Rechts. konsulent zu Naumburg.— 70. 95. lebte um 1540 zu Augsburg. — 401. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in West⸗ falen, T 1865 als Super⸗ intendent und Pfarrer in Elsey in Westfalen.— 425. 37* Jonas, Justus; geb. 1493 zu Nordhausen, Professor der Theologie und Propst zu Wittenberg, Freund Luthers, f 1555 als Super- intendent zu Eisfeld.— 136. Kern, Christian Gottlob; geb. 1792 zu Söhnstetten in Würtemberg, 7 1835 als Pfarrer zu Dürrmenz⸗ Mühlacker bei Pforzheim. — 173. Keymann, Christian; geb. 1607 zu Paneraz in Böhmen, + 1662 als Rektor des Gym⸗ nasiums in Zittau.— 246. Klopstock, Friedrich Gott⸗ lieb; geb. 1724 zu Quedlin⸗ burg, 7 1803 zu Hamburg als dänischer Legationsrat und badenscher Hofrat, nach⸗ dem er lange in Kopenhagen gelebt hatte, begraben in Ottensen.— 13. 465. 492. 495. 498. 507. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, 7 1864 als Pfarrer zu Stuttgart.— 61. 138. 145. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, 7 1621 als Diatonus zu Sprottau.— 472. Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu Alt⸗ rauden bei Wohlau, f 1689 als Geheimrat und Kanzlei⸗ direktor zu Sulzbach in der Oberpfalz.— 395. Kramer, Moritz; geb. 1646 zu Ammerswurt in Dith⸗ mucschen, f 1702 als Pastor zu Macur.— 108. Kraute, Johann Gottfried; ged. 1685 zu Greussen im Verzeichnis der Liederdichter. Schwarzburgischen, F 1746 als Superintendent und Hauptpfarrer zu Dahma. — 321 Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg, 7 1741 als Superintendent und Pfarrer zu Liegnitz.— 6. Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1768 zu Tecklen⸗ burg in Westfalen, 7 1845 als emeritirter Pfarrer zu Bremen.— 139. Kunth, Johann Sigismund; geb. 1700 zu Liegnitz, 7 1779 als Superintendent zu Ba⸗ ruth in der Oberlausitz. — 497. JTumpe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, f 1729 als Prediger daselbst.— 481. Laurentii, Laurentius(Lo⸗ renz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, f 1722 als Musikdirektor und Kantor am Dom zu Bremen.— 32. 93. 187. 372. 496. Lavater, Johann Kaspar; geb. 1741 zu Zürich, 7 1801 als Prediger daselbst infolge eines durch einen franzö⸗ sischen Soldaten empfan⸗ genen Schusses.— 185. 342. 436. Lehr, Leopold Franz Fried ⸗ rich; geb. 1709 zu Kronen⸗ berg bei Frankfurt a. M., + 1744 als Diakonus in Köthen.— 216. 311. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Propsthagen bei Liegnitz. 7 1780 als Pastor zu Lom⸗ nitz bei Hirschberg.— 109. 159. 346. 484. Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitzsch in der Nieder⸗ lausitz, T 1689 als Diakonus in Wurzen.— 225. 250. 464(5). Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershaufen, 1 1749 als Oberkonsistorial⸗ rat und Superintendent zu Dresden.— 172. 192. Löwenstern, Matthäus Apel⸗ les von; geb. 1594 zu Pol⸗ nisch⸗Neustadt im Fürsten · tum Oppeln, 1 1648 als Kaiserlicher Rat und Staats⸗ rat des Herzogs von Mün⸗ sterberg⸗Ols zu Breslau.— 270. 377. Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg⸗ Rudolstadt; geb. 1640 zu Rudolstadt, T 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg⸗ Sondershausen.— 195. Luise Henriette, Kurfürstin zu Brandenburg, Gemahlin des großen Kurfürsten, geb. Prinzessin von Oranien; geb. 1627 in Haag, 7 1687 zu Berlin.— 186(2). 502(7). Luther, Martin; geb. 1483 zu Eisleben, 4 1546 daselbst. — 86. 40. 111. 113. 121. 125. 127. 128. 129. 140. 180. 335. 426. 458. 460. 482. 483. D agdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmart, 7 nach 1583 als Prediger im Osterreichischen. t — 880. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg. 7 1865 als Konsistorialrat und Predigec zu Berlin.— 163. Verzeichnis der Liederdichter. 581 Mathesius, Johann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sach⸗ sen, f 1565 als Pastor zu Joachimsthal in Böhmen. — 386. 432. Mentzer, Johann; geb. 1658 u Jahma in der Oberlau⸗ sit 1 1734 als Pastor in Kemnitz bei Bernstadt.— 271. 325. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, 7 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt.— 500. Möllenhof, Ch. N.— 454. Moller, Martin; geb. 1547 zu Kropstädt bei Witten⸗ berg, T 1606 als Pastor primar. in Görlitz.— 336(5). 450. Mudre, Johann Friedrich; geb. 1736 zu Lübben in der Niederlausttz, 7 1810 als emerit. Pastor zu Mittel⸗ saida bei Freiberg.— 868. Münter, Balthasar; geb. 1785 zu Lübeck, 7 1793 als Pa⸗ stor an der deutschen St. Petrikirche in Kopenhagen. — 227. 238. 468. 501. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, 1 1685 als Pustor und Subsenior in Koburg. 31. Neander, Christoph Fried⸗ rich; geb. 1724 zu Eckau in Kurland, 7 1802 als Propft zu Gränzyof in Kur⸗ lund.— 09. Joachun; geb. 1050 F zu Bernt, erfter 157 ed ender Dichter der 582 deutsch⸗reformirten Kirche, 1 1680 als Prediger zu Bremen.— 261. 268. 490. Neumann, Kaspar; geb. 1648 u Breslau, 7 1715 als ircheninspektor und Pastor daselbst.— 5. 14. 99. 166. 394. 400. 416. 448. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thürin⸗ gen, f 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Wei⸗ mar.— 381. 391. Neumeister, Erdmann; geb. 1671 zu Üchteritz bei Wei⸗ ßenfels, 7 1756 als Haupt; pastor zu Hamburg.— 54. 215. 233. 333. 422. Neuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode am Harz, f 1716 als Konsisto⸗ rialrat und Superintendent in Wernigerode.— 204. 281. Nicolai, Philipp; geb. 1556 u Mengeringhausen in Wal⸗ eck, 7 1608 als Haupt; pastor und Senior zu Ham⸗ burg.— 254. 509. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, T 1684 als Generalsuperintendent und Oberhofprediger zu Weißen ⸗ fels.— 8. 16. 64. 115(7). 120. 169. 367. Pau, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack in der Mark, noch 1674 Hausleh⸗ rer in Berlin.— 26. 137. Pfefferkorn, Georg Michael; geb. 1646 in dem Eisenach⸗ scen Dorf Iffta, 7 1732 uls Superintendent und Konsistvcial⸗Assessor zu Grä⸗ senronna bei Gotha.— 229. Verzeichnis der Liederdichter. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von; geb. 1712 zu Grün⸗ — in der Grafschaft einingen, f 1778 als preu⸗; ßischer Geheimrat und Mi⸗ nister auf seinem Gute Deuf⸗ 1 im Ansbachischen.— Nambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, f 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gie⸗ ßen.— 46. 52. 98. 101. 158. 160. 208. 275. Reißner, Adam(Reusner); geb. 1496 zu Mündelheim, Geheimsekretär des Feld⸗ hauptmanns Georg von Frundsberg, f um 1575 in seiner Vaterstadt.— 320. Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau in der Niederlausitz, Arzt am Wai⸗ senhause zu Halle, 7 1711. — 283. 284. 285. 291. 293. Ringwald, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. d. Oder, 7 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neu⸗ mark.— 183. 442. Rinkart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg, f 1649 als Archi⸗ diakonus daselbst.— 266. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen, Stifter des Elb⸗ schwanenordens, vom Kai⸗ ser Ferdinand III. zum Dich⸗ ter gekrönt, gestorben 1667 als Pastor zu Wedel.— 17. 33. 47. 56. 75. 170. 265. 421. 504. Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, f 1708 als Rektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Ber⸗ lin.— 378. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, 7 1758 als Pastor de Thom; mendorf in der Oberlausitz. — 210. 487. Rückert, Friedrich; geb. 1789 zu Schweinfurt, Professor in Erlangen und Berlin, 7 1866 zu Neuseß bei Ko⸗ burg.— 18. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben in Meißen, 11618 als Diakonus zu Weimar. — 175. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, 7 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel.— 45. Sachs, Hans; geb. 1494 zu Nürnberg, Schuster und Meistersinger daselbst,f 1576. — 370(5). Sachse, Christian Friedrich Heinrich; geb. 1785 zu Ei⸗ senberg im Herzogtum Sach⸗ sen⸗Altenburg, f 1860 als Hofprediger und Konsisto⸗ rialrat zu Altenburg.— 467. 493. Sannom, Johann Friedrich; soll um 1700 als achtjäh⸗ riger Knabe in Offenbach geistliche Lieder gedichtet haben.— 237. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Mei⸗ ningen, 7 1698 als Dia⸗ konus zu Berlin.— 280. 300. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, + 1608 als Prediger in Nürnberg.— 238 Scheffler, Johann(Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Her⸗ Verzeichnis der Liederdichter. zogs von Würtemberg⸗Ols, trat 1653 zur römisch⸗katho⸗ lischen Kirche über, wurde geistlicher Rat des Fürst⸗ bischofs in Breslau, f 1677 in einem Kloster daselbst.— 240. 241. 244. 279. 301. Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg n der vormaligen Graf⸗ schaft Hohenlohe, T 1761 als Hofrat und Bibliothe⸗ kar in Hannover.— 202. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhayn bei Zwickau, 7 1630 als Mu⸗ sikdirektor in Leipzig.— 479. Schenk, Hartmann; geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 171681 als Pfarrer zu N vor der Rhön.— Schirmer, WN geb. 1606 zu Leipzig, T 1673 als Kon⸗ rektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin. — 25. 116. Schlicht, Lewin Johann; geb. 1681 zu Calbe in der Alt⸗ mark, f 1723 als Prediger in Berlin.— 406. Schlosser, Ludw. Heinrich; geb. 1663 zu Darmstadt, 7 1723 als Prediger in Frankfurt a. M.— 433. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, F 1745 als Pastor in Siebleben bei Gotha.— 130. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf im Fürstentum Liegnitz, T 1737 als Pastor primar. und In⸗ spektor zu Schweidnitz.— 11. 22. 48. 77. 86. 90. 94 118. 151. 156. 199. 209. 224. 303. 332. 364. 376. . 459. 282. 255. 348. 398. 473. 417. 476. Schnesing, Johann(Chio⸗ musus); geb. zu Frankfurt a. M., f 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha.— 177. Schrader, Johann Hermann; geb. 1684 zu Hamburg, 7.1737 als Propst und Kon⸗ sistorialrat zu Tondern.— 3. 205. Schröder, G. F.; um 1770. — 413. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe im Calenbergischen, f 1699 als Pfarrer zu Meseberg im Magdeburgischen.— 234. 295. Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., 1 1690 als Advokat und Reichsrat daselbst.— 273. Seriver, Christian; geb. 1629 15 Rendsburg, f 1693 als berhofprediger und Kir⸗ chenrat in Quedlinburg.— 243. 409. Selnecker, Nikolaus; geb. 1530 zu Hersbruck bei Nuͤrn⸗ berg, 7 1592 als Professor der Theologie, Superinten⸗ dent und Pastor in Leipzig. — 123(P). 126. 330. Senft zu Pilsach, Ludwig Rudolf Freiherr von; geb. 1681 zu Pilsach, 1 1718 als sächsischer Legationsrat und Dompropst in Naum⸗ * burg.— 471. 292. 351. Verzeichnis der Liederdichter. Siegfried, Johann; geb. 1564, f 1637 als Superin⸗ tendent zu Schleiz.— 475. Spangenberg, August Gott⸗ lieb; geb. 1704 zu Kletten⸗ berg in Hannover, Vischof der Brüdergemeinde, f 1792 zu Berthelsdorf.— 287. Speratus, Paul(von Spret⸗ ten); geb. 1484 zu Rottweil in Schwaben, besonders thätig bei Einführung der Reformation in Preußen, 1. 1551 als Bischof von Pomesanien zu Marienwer⸗ der.— 207. Spitta, Karl Johann Phi⸗ lipp; geb. 1801 zu Hannover, 7 1859 als Superintendent und Pastor zu Burgdorf.— 106. 117. 142. 154. 157. 222. 272. 355. 360. 383. 427. 428. 440. 463. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 11632 als Professor der Theologie und Superinten⸗ dent zu Rinteln.— 318. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, 11613 als Stadtschultheiß zu Mei⸗ ningen.— 42. Stöcken, Christian von; geb. 1633 zu Rendsburg, 1 1684 als Generalsuperintendent von Schleswig⸗Holstein.— 452. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld in Han⸗ nover, f 1708 als branden⸗ burg⸗baireuthischer Kirchen⸗ rat, Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg.— 384. Sturm, Christoph Christian; eb. 1740 zu Augsburg, 1786 als Hauptpastor zu Hamburg.— 89. 174. 213. 296. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, 1 1769 als Bandmacher zu Mühlheim a. d. Ruhr.— 4. 37. 102. 181. 298. 408. Thilo, Valentin; geb. 1607 u Königsberg, t 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst.— 24. Titius, Christoph(Tietze); geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, f 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. — 184. 188. 366. Tollmann, Gottfried; geb. 1680 zu Lauban, um 1723 Pfarrer zu Leuba in der Oberlausitz.— 446. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu Augsburg, 1 1640 als evangelischer Pfarrer in Preßburg.— 96. Weingärtner, Sigismund; Prediger in Franken um 1600.— 339 Weiße, Michael; geb. zu Neisse in Schlesien, Herausgeber eines Gesangbuchs für die böhmischen Brüder, 1 1542 als Vorsteher der Brüder in Neutomischl.— 73. 179. Weißel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Preußen, 1 1635 als Prediger in Königsberg.— 23. 219. Wenigk, Johann Ernst; geb. 1701 zu Gotha, 7 1745 als Verzeichnis der Liederdichter. Pfarrer zu Bischleben.— 110. Wetzel, Johann Kaspar; geb. 1691 zu Meiningen, f 1755 als Archidiakonus von Röm⸗ hild.— 349. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen⸗Weimar; geb. 1598, 1 1662 zu Weimar.— 7. Wilhelmi, Johann Christian: Stadtsyndikus zu Gießen um 1720.— 347(?)). Winckler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen⸗Altenburg, 7 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magde⸗ burg.— 307. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, 7 1754 als Hofrat und Professor der Rechte zu Halle.— 310. Woltersdorf, Ernst Gott⸗ lieb; geb. 1725 zu Fried⸗ richsfelde bei Berlin, f 1761 als 8 zu Bunz lau.— 168. 192 Zimmermann, Johann Christian; geb. 1702 zu Langenwiesen im Weimar⸗ schen, 7 1783 als Super⸗ intendent zu ÜUlzen in Han⸗ nover.— 344 Zinzendorf, Nikolaus Lud⸗ wig Graf von; Stifter der Brüdergemeinde, geb. 1700 zu Dresden, 1 1760 zu Herrnhut.— 150. 203. 294. 314. 315. 434. Zinzendorf, Christian Rena⸗ tus Graf von, des Vorigen Sohn; geb. 1727 zu Herrn⸗ hut, f 1752.— 323. 478. Nr. A. Ach bleib bei uns, Herr Jesu 126 Ach bleib mit deiner Gnade 318 Ach Gott und Herr, wie groß 175 Ach Gott, verlaß mich nicht 319 Ach Gott, vom Himmel sieh 127 Ach Gott, wie manches Herzeleid.. 336 Ach Jesu Christ, dein Sterben 58 Ach, könnt' ich mit der Kirche 174 Ach mein Herr Jesu, dein 220 Ach mein Jesu, sieh, ich trete 406 Ach, was soll ich Sünder machen 176 Ach, wenn ich dich, mein .. 221 Ach wundergroßer Siebes held 5 Allein Gott in der Höh Allein zu dir, Herr Jesu 177 Alle Menschen müssen 1 ben 462 Alles ist an Gottes Segen 337 Also hat Gott die Welt geliebt 28 Also hat Gott die Welt geliebt 201 Am Ende ist's doch gar nicht schwer.. 222 Am Grabe stehn wir stille 463 K Alphabetisches Lieder⸗ verzeichnis. Nr. Am Kreuz erblaßt.. 59 An dir allein, an dir hab' ich 178 Auf, auf, den Herrn zu loben. Auf, auf, ihr Reichsgenossen 17 Auf, Christenmensch, auf. 279 Auf Christi Himmelfahrt 96 Auf dich hab' ich gehoffet 320 lũuferstehn, ja auferstehn 495 Auf Gott nur will ich sehen 486 Auf Gott und nicht auf r Auf, hinauf zu deiner Freude 280 Auf meinen lieben Gott. 339 Aus Gnaden soll ich selig 202 Aus meines Herzens Grunde 386 Aus tiefer Not laßt uns 179 Aus tiefer Not schrei' ich 180 B. Barmherziger, laß deine Gnade. 155 Bedenke, Mensch, das Ende 464 Befiehl du deine Wege. 340 Begrabt den Leib in seine 465 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 157 Bete nur, betrübtes Herz 321 Bis hierher hat mich Gott 256 Breit über mich, Herr. 407 Bringt her dem Herren Lob 257 Nr. C. Christe, du Lamm Gottes 164 Christ fuhr gen Himmel 97 Christi Blut und Gerech⸗ tigkeit.„ end 8 Christ ist erstanden. 82 Christus, der ist mein Leben 466 Christ, wenn die Armen 312 D. Das alte Jahr vergangen ist 42 Das Jahr geht still zu Ende 43 Das ist ein teuer wertes Wort Das walte Gott, der helfen 387 Das walt Gott Vater. 388 Dein Heil, o Christ, nicht zu 322 Dein König kommt in S Dein Wort, o Herr, ist milder. 148 Den König schütze beine Macht. 423 Der Abend tommt, die Sonne 35408 Der am Kreuz ist meine 60 Der beste Freund ist in dem 232 Der du die Liebe selber. 313 Der du, Gott, an uns gedenkest. 105 Der du noch in der letzten 314 Der du mich als Vater liebestt.. 288 Der du zum Heil erschienen 188 Der Glaub' ist feste Zu⸗ versichehet. 205 Der heil'ge Christ istkommen 29 Der Herr, der einst auf Erb/„„ 5 Alphabetisches Lieder Verzeichnis. 587 Nr. Der Herr der Ernte winket 467 Der lieben Sonne Licht. 409 Der Mond ist aufgegangen 410 Der schöne Tag bricht an 389 Der Tag hat sich geneiget 411 Der Tag ist hin, mein Geist 412 Dich krönte Gott mit Freu⸗ . Die Ernt' ist nun zu Ende 446 Die güldne Sonne. 390 Die Herrlichkeit der Erden 469 Die Himmel rühmen 258 Die Sonne sinket nieder. 413 Dies ist der Tag, den Gott 30 Dies ist die Nacht, da mir 31 Die Sünden sind vergeben 206 Die wir uns allhier. 323 Dir, dir, Jehova, will ich 324 Dir, Herr und Vater, dienen 3 2 Du bist ein Mensch, das weißt 341 Du bist's, dem Ruhm und dem Ehre. 259 Du gehest in den Garten 325 Du, Gott, du bist der Herr 44 Durch Trauern und durch 45 Du reicher Trost der Armen 451 Du wesentliches Wort.. 32 E. Eine Herde und ein Hirt 139 Eines wünsch' ich mir. 61 Ein' feste Burg ist unser 128 Ein Jahr geht nach dem andern 22 Ein Lamm geht hin 62 Ein neuer Tag, ein neues 398 Alphabetisches Lieder ⸗ Verzeichnis. 588 Nr. Ein reines Herz, Herr, schaff. 3 Eins ist not, ach Herr 234 Eins ist not, ach Herr. 235 Einst selig dort zu wer⸗ den f 282 Ein Wetter steiget auf 445 Erhalt uns, Herr, bei 129 Erhebt den Herrn, ihr 19 Erinnre dich, mein Geist 83 Er ist gekommen, er 20 Ermuntert euch, ihr 496 Ermuntre dich, mein schwacher 33 Es baut, o Herr, auf dein 442 Es glänzet der Christen 283 Es hat uns heißen treten 391 Es ist das Heil uns kommen 2 Es ist ein Ros' entsprungen Es ist nicht schwer, ein Christ. 8 Es ist noch eine Ruh'. Es ist vollbracht, er ist Es kostet viel, ein Christ Es wolle Gott uns gnädig Ew'ge Liebe, mein Gemüte Ewiger, erbarme dich. — V. Fahre fort, fahre fort. Fortgekämpft und 3 rungen. Freu dich sehr, o meine Feuet euch der* 8 Fröhlich soll mein. Frühmorgens, da die Sonn' Für alle Güte sei gepreist 84 4 G. Geh aus, mein Herz, und Geht hin, ihr gläubigen. Geist des Glaubens, Geist Geist vom Vater und vom Gelobet sei der Herr, mein Gelobet seist du, Jesu Christ Gesegn' uns, Herr, die Gaben 8 Getreuer Gott, wie viel Geduld 8 Gieb dich zufrieden nud sei? Gieb, Gott, daß ich„ recht Gott, deine Gnad⸗ ist unser Gott, deine Güte reicht so Gott, der du bist das höchste Gott, der du wahrhaftig Gott der Vater, wohn uns 1 Gott des Himmels un. Gott, gieb einen milden. Gott hat in meinen Tagen Gott ist gegenwärtig, lasset Gott ist getreu, sein Herz? Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied. Gott ist und bleibt getreu? Gott, laß uns deiner nie Gott lebt, wie kann ich. Gott Lob! ein neues Kir⸗ chenjahr 1 Gott Lob! nun ist erschollen Gott rufet noch, sollt' ich Gott sei Dank durch alle Gott sorgt für mich Gott, Vater deiner Men⸗ schenkinder. Nr. Gott will's machen.. 350 Gott woll' uns hoch be⸗ glücken 4424 Großer Gott von alten 5 Großer Gott, wir loben dich 461 Großer Mittler, der zur. 98 H. Habe deine Lust am Herrn 224 Halleluja, jauchzt, ihrn.. 85 Halleluja, Lob, Preis und 122 Halleluja, schöner Morgen 6 Halt an, mein Herz, in 351 Halt im Gedächtnis Jesum 165 Heiland, deine Menschen⸗ liehe x en e 52 Heil'ge Einfalt, Gnaden⸗ . Heil'ger Jesu, Heil'gungs⸗ que,... Heil'ger Vater, du begehrest 289 Herr, allerhöchster Gott. 443 Herr, auf Erden muß ich 99 Herr, dein Wort, die edle 150 Herr, der du mir das Leben 415 Herr, der du vormals.. 455 Herr, du hast hier allen. 166 Herr, es ist von meinem 416 Herr Gott, dich loben wir 457 Herr Gott, dich loben wir 460 Herr Gott, du kennest meine 471 Herr Gott, Vater im Him⸗ melreichc h. 401 Herr, höre, Herr, erhöre 459 Herr, ich habe mißgehandelt 182 Herr Jesu Christ, dein 64 Herr Jesu Christ, dich zu uns wennd Alphabetisches Lieder ⸗Verzeichnis. Herr Jesu Christ, du höchstes 183 Herr Jesu Christ, mein Leben n Herr Jesu, deine Angst. 65 Herr Jesu, Gnadensonne 290 Herr Jesu, Licht der Heiden 53 Herr, öffne mir die 8 Herr, stärke mich, dein Leiden 66 Herr, unser Gott, laß nicht 131 Herr, unsre Not ist groß 452 Herr, wie du willst, so. 327 Herr, wie sind noch viel. 141 Herzlich lieb hab' ich dich. 238 Herzlich thut mich verlangen 472 Herzliebster Jesu, was hast 67 Herz und Herz vereint. 315 Heute mir und morgen dir 473 Hier legt mein Sinn vor dir 291 Hier lieg' ich, Herr, im Staube 8 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 47 Himmelan geht unsre Bahn 292 Himmel, Erde, Luft und NN Hirte deiner Schafe. 417 Höchster Gott, wir danken 9 Höchster Tröster, komm. 109 Hochgesegnet seid ihr Boten 142 Hosianna! Davids Sohn. 22 Hüter, wird die Nacht. 293 3 Jauchzet, ihr Himmel. 37 Ich armer Mensch, ich armer 184 Ich bin ein Gast auf Erden 474 Ich bin ein Kind bin 4⁰⁴ Ich bin getauft auf deinen 18 590 Alphabetisches Lieder ⸗ Verzeichnis. Nr. Ich bin's voll Zuversicht 498 Ich erhebe mein Gemüte 185 Ich freue mich, mein Gott 225 Ich geh' zu deinem Grabe 86 Ich habe nun den Grund 210 Ich hab' in Gottes Herz 853 Ich hab' in guten Stunden 354 Ich hab' mich Gott ergeben 475 Ich hab' von ferne.. 499 Ich komme, Herr, und suche 167 Ich komme vor dein Ange⸗ sicht 2328 Ich lobe dich von ganzer 132 Ich sag' es jedem, daß er lebt 87 Ich singe dir mit Herz. 262 Ich steh' an deiner Krippe 38 Ich steh' in meines Herren Hand n en 56 Ich sterbe täglich, und. 476 Ich und mein Haus, wirsind 427 Ich weiß, an wen ich glaube 211 Ich weiß, an wen ich glaube 212 Ich weiß, an wen mein Herz 213 Ich weiß, mein Gott, daß 356 Ich weiß von keinem andern 214 Ich will beten, Gott wird 329 Ich will dich immer treuer 239 Ich will dich lieben, meine 240 Ich will von meiner Misse⸗ A Je größer Kreuz, je näher 357 Jerusalem, du hochgebaute 500 Jesu, bittend kommen wir 143 Jesu, deine Passiunn 68 Irsu, deine tiesen Wunden 69 Jeju, geh vorunn 294 Jeju, großer Wunderstern 54 Nr. Jesu, hilf siegen.. 295 Jesu, Jesu, stärke mich. 296 Jesu, komm doch selbst 241 Jesu, meine Freude.. 242 Jesu, meiner Seele Leben 243 Jesu, meines Lebens Leben 70 Jesus Christus herrscht. 100 Jesus kommt, von allem. 501 Jesus lebt, mit ihm auch ich 88 Jesus, meine Zuversicht. 502 Jesus nimmt die Sünder an 215 Jesus soll die Losung sein 48 Jetzt leb' ich, ob ich morgen 477 Ihm nach, ihm nach auf seinen 1 Ihr armen Sünder, kommt 187 In allen meinen Thaten. 358 In allen meinen Thaten. 359 In Christo nur der Glaube 316 Ist Gott für mich, so trete 226 K. Komm, Gottes Geist, komm 110 Komm, heiliger Geist.. 111 Komm, mein Herz, aus. 168 Komm, o komm, du Geist 112 Kommt, Christen, laßt uns 298 Kommt, laßt uns Gott. 447 König, dem kein König. 101 König Jesu, streite.. 133 L. Lasset uns mit Jesu ziehen 299 Laß mich dein sein.. 330 Laß mir, wenn meine Augen 478 Liebe, die du mich zum Bilde 2⁴⁴ viebster Jesu, wir sind hier 10 Viebster Jesu, wir sind hier 156 Nr. Liebster Vater, ich dein Kind 188 Lobe den Herren, den 8 5 263 Lobe den Herren, o meine 264 Lobet Gott, denn Jesus. 89 Lob, Preis und Dank. 454 Lob sei dir, mein Gott. 360 Lobt Gott, ihr Christen. 39 M. Mache dich, mein Geist, be⸗ Se Mach's mit mir, Gott 479 Macht hoch die Thür, die 23 Man lobt dich in der Stille 265 Mein alles, was ich liebe 245 Meinen Heiland lass' ich 3 Meinen Jesum lass' ich nicht 246 Mein erst Gefühl sei Preis 393 Meine Sorgen, Angst und 361 Min Freund ist mein 247 Mein Glaub' ist meines 227 Mein Gott, das Herz ich Bringe 800 Mein Gott, ich klopfe an 332 Mein Gott, ich weiß wohl 480 Mein Gott, im Namen 438 Mein Gott, nun ist es. 394 Mein Gott, wie bist du so 362 Mein Heiland nimmt die Sünder an. 216 Mein Herz, o denk. 189 Mein Herz will, Jesu. 248 Mein Jesus lebt! Mag ich 90 Mein Leben ist ein Pil⸗ grimstand.. 481 Mein lieber Gott, gedenke 333 Alphabetisches Lieder⸗ Verzeichnis. Mein Schöpfer, steh mir bei 160 Mir ist Erbarmung. 217 Mir nach, spricht Christus 301 Mit Ernst,oMenschenkinder 24 Mit Fried' und Freud' ich 1 482 Mitten wir im Leben sind 483 Morgenglanz der Ewigkeit 395 Müde bin ich, geh' zur 418 N. Nach einer Prüfung kurzer 503 Nach meiner SeeleSeligkeit 802 Nicht der Anfang, nur das 303 Nimmt Gott, dem wir 363 Nimm von uns, Herr 450 Nun bitten wir den heiligen 113 Nun bricht die finstre Nacht 14 Nun bringen wir den Leib 484 Nun danket alle Gott.. 266 Nun danket alle Gott.. 267 Nun danket all' und bringet 268 Nun jauchzet all', ihr. 25 Nun kommt das neue 16 Nun laßt uns gehnn 49 Nun lob', mein' Seel'. 269 Nun preiset alle. 270 Nun ruhen alle Wälder. 419 Nun schlaf, mein liebes 432 Nun sich der Tag geendet 420 O. O auferstandner Sieges R. 9 O Christe, eingeborner. 218 O daß doch bald dein Feuer 144 O daß ich tausend Zungen 271 O du allerbeste Freude. 114 Alphabetisches Lieder⸗Verzeichnis. Nr. O du Liebe meiner Liebe 71 O Durchbrecher aller Bande 304 O du schönes Weltgebäude 272 O Ewigkeit, du Donnerwort 504 O frommer und getreuer. 190 Oft klagt mein Herz. 305 O Gott, der du den Erden⸗ 8 123 O Gott, du stommer Gott 334 O Gott, von dem wir. 448 O großer Gott, du reines 115 O Haupt voll Blut.. 72 O heil'ger Geist, kehr bei 6 3 O Herr Jesu, Ehrenkönig 145 O Herr, mein Vater 435 O hilf, Christe, Gottes. 73 O Jesu Christe, Gottes. 26 O Jesu Christe, wahres 146 O Jesu, dir sei ewig.. 169 O Jesu, Jesu, Gottes 249 O Jesu, meine Wonne. 170 O Jesu, meine Zuversicht 191 O komm, du Geist. 117 O König aller Ehren 55 O König, dessen Majestät 192 O Lamm Gottes, unschuldig 74 O Seele, willst du Ruhe 193 O selig Haus, wo man dich 428 O Tod, wo ist dein Stachel 92 O Traurigkeit, o Herzeleid 75 O Vater der Barmherzigkeit 194 O Welt, ich muß dich lassen 485 O Welt, sieh hier dein Leben 76 O wer alles hätt' verloren 306 O wie fröhlich, o wie selig 505 O wie selig seid ihr doch 506 Nr. N. Ringe recht, wenn Gottes 307 Rüstet euch, ihr N lente. 0. 308 S. Schaffet, schaffet, Menschen⸗ kinder.., e 0 Schaff in mir, Gott, ein. 195 Schatz über alle Schätze. 250 Schmerz und Klage füllt. 444 Schmücke dich, o liebe Seele 171 Schmückt das Fest mit Wien Seele, geh auf Golgatha. 77 Seele, sei zufrieden.. 364 Seele, was ermüd'st du dich 310 Sei Gott getreu, halt.. 161 Sei Lob und Ehr' dem Höchsten Sei mir tausendmal ge⸗ e Sein Rat ist wunderbar. 365 Selig sind des Himmels 507 Siegesfürst und Ehrenkönig 102 So hoff' ich denn mit.. 228 So jemand spricht: Ich liebe 317 So ist die Woche nun ge⸗ schlossen. 422 Sollt' es gleich bisweilen 366 Sollt' ich meinem Gott nicht singen.. 274 Sollt' ich meinem Gott nicht trauen. 367 Sorge du für meine Kinder 433 So ruhest du, o meine Ruh' 79 So schreib ins Buch des. 162 So tret' ich denn nun an 396 So wahr ich lebe, spricht 196 Speise, Vater, deine Kinder Straf mich nicht in deinem Such, wer da will, ein * . Tag des Zorns, o Tag Teures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne. Treu ist Gott, nehmt's. u. Meer der Unergründlich Gnade Unsern Ausgar ig segne Gott Unumschränkte Liebe V. Valet will ich dir geben Vater, kröne du mit Segen Vater unserim Himmelreich Verle* uns Frieden du Häuflein Vom Himmel hoch, dakomm' Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht Vor dein Gericht, Herr D. Wach auf, du Geist der ersten. Wach auf, mein daa, die Nacht Wach auf, mein der und singe a Wachet auf, ruft uns Warum betrübst du dich. Warum sollt' ich mich denn inen f Warum willst du doch für gen Alphabetisches L Nr. 402 197 219 508 151 11 868 439 12 275 486 425 335 426 134 40 163 369 198 147 ieder⸗Verzeichnis. frag' ich nach A Was freut mich noch, wenn 8 Gott thut, das ist Was Gott thut, das ist Was Gott zusammenfügt Was hinket ihr, betrogne Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will Weicht, ihr Berge, fallt Weicht, ihr Berge, fallt Wenn Christus seine Kirche Wenn ich ihn nur habe Wenn ich in Angst und 8 1 Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn kleine Himmelserben N Wenn mein Stündlein Was Wenn Menschenhülf' scheint? Venn mich die Sünden Wenn wir in höchster Not rde licht, du Stadt Werde munter, mein Wer Gott vertraut.. Wer ist wohl, wie dun W̃᷑ 7 Wer nur den lieben Gott 2 Wer rief die Sonn' und schuf Wer weiß, wie nahe mir Wie fleucht dahin der 429 311 374 375 . 376 Wie Gott mich führt, so. 382 Wie groß ist des All⸗ mächt'gen 7 Wie groß, wie angebetet. 152 Wie heilig ist die Stätte 172 Wie herrlich ist die neue. 510 Wie könnt' ich sein vergessen Wie leuchtet uns der Mor⸗ genstern. 88 594 Alphabetisches Lieder ⸗Verzeichnis. Nr. Wie schön ist's doch, Herr 430 Wie schön leucht't uns der Morgensteern 2⁵⁴ Wie sicher lebt der Mensch 491 Wie soll ich dich empfangen 27 Wie sollt' ich meinen Gott 255 Wie treu, mein guter.. 57 Wie wird mir dann, o dann 492 Wie wohl ist mir, o Freund 231 Willkommen, Held im.. 94 Wir danken dir, Herr.. 81 Wir danken dir, Herr.. 403 Wir danken freudig dir. 404 Wir danken Gott für seine 405 Wir glauben all an einen 12⁵ Wir liegen hier zu deinen 199 Wir Menschen sind zu dem 153 Wir sind in Not 453 Wir singen dir, Immanuel 41 Wo Gott, der Herr, nicht bei uns No, Wohlauf, wohlan zun letzten 493 Wohl einem Haus, da Jesus 431 Wohl uns, der Vater hat uns 383 Womit soll ich dich wohl 278 Wort des Lebens, lautre 154 Wo soll ich fliehen hin 200 Wunderanfang, herrlich Ende 3884 3. Zeige dich uns ohne Hülle 13 Zeuch ein zu meinen Thoren 119 Zeuch hin, mein Kind.. 494 Zeuch uns nach dir 103 Zion, gieb dich nur zu⸗ frieden 3 2 199 Zum Himmel bist du ein⸗ gegangen 104 zum Evangelisch⸗lutherischen Gesangbuch der Provinz Schleswig⸗Holstein. — 4—— Schleswig. Slereoknpie, Druck& Perlag von Julius Bergas. (Buchdruckerei der provinzialst. Taubstummen⸗Anstalt.) 1684. Inhalt. Seite Die Evangelien und Episteln auf die einzelnen Sonntage des Kirchenjahres Die Leidensgeschichte Jesu Christ ti.. 60 Gebete: 1. Allgemeine Gebete 76 2. Gebete für die einzelnen Tage der Woche 8 38. Gebete für besondere Anlässse. g 4. Gebete in allerlei Not. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers(die fünf Hauptstücke) mit der Haus tafel. 108 Die Augsburgische Konfession „ Die Evangelien und Episteln * auf die einzelnen Sonn⸗ und Festtage des Kirchenjahres. Evangelium am 1. Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 1 bis 9. a sie nun nahe bei Jeru⸗ salem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nach⸗ folgte, schrie und sprach: Ho⸗ sianna dem Sohn Davids! Ge⸗ lobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel am 1. Sonntage des Advents. Röm. 13, v. 11 bis 14. Wen wir solches wissen, näm⸗ lich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir gläubig wurden; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an Aber viel Volks den Herrn Jesum Christ und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. 1 Evangelien und Episteln. Ev. am 2. Sonnt. des Adv. diesem allen, das geschehen soll, Luc. 21, v. 25 bis 36. ind es werden— ge⸗ schehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen; und die Men⸗ schen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebt eure Häupter auf, darum daß sich eure Er⸗ lösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt aus⸗ schlagen, so sehet ihr's an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden ver⸗ gehen; aber meine Worte ver⸗ gehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fall⸗ strick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen ö und zu stehen vor des Menschen Sohn. Ep. am 2. Sonnt. des Adv. Röm. 15, v. 4 bis 13. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre Glöde, auf daß wir durch eduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei ge⸗ sinnet seid unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr ein⸗ mütiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschnei⸗ dung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver⸗ heißungen, den Vätern ge⸗ schehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barm⸗ 8 willen, wie geschrieben stehet:„Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.“ Und abermal spricht er:„Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!“ Und abermal:„Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!“ Und abermal spricht Jesaias:„Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“ Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Ev. am 3. Sonnt. des Adv. Matth. 11, v. 2 bis 10. a aber Johannes im Ge⸗ fängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger 94 und ließ ihm sagen: ist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium sich micht und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste u sehen? Wolltet ihr ein Rohr 1 das der Wind hin und her webt? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem ge⸗ schrieben stehet: Siehe, Ich sende meinen Engel vor dir her, der 75 Weg vor dir bereiten oll. Ep. am 3. Sonnt. des Adv. 1. Cor. 4, v. 1 bis 5. Daun halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Erangelien und Episteln. 5 Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin wohl nichts mir bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerecht⸗ fertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren: alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Ev. am 4. Sonnt. des Adv. Joh. 1, v. 19 bis 28. Ur dies ist das Zeugnis Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? und er bekannte und leugnete nicht; und er be⸗ kannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? bist du Elias? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines i gers in der Wüste: tet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies ge⸗ schah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Ep. am 4. Sonnt. des Adv. Phil. 4, v. 4 bis 7. Futter euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindig⸗ keit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Dank⸗ sagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesul Ev. am heil. Christ⸗Tage. Luc. 2, v. 1 bis 14. es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde Und diese Schatzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ing, daß er sich schätzen ließe ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Ge⸗ Evangelien und Episteln. schlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertraueten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und tdickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in der⸗ selbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmli⸗ schen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Ep. am heil. Christ⸗Tage. Tit. 2, v. 11 bis 14. (Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Men⸗ schen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das un⸗ göttliche Wesen und die welt⸗ lichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Evangelien Welt und warten auf die selige offnung und Erscheinung der Hellich eit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Oder: Jesaias 9, v. 2 bis 7. Ev. am 2. Christ⸗Tage. Luc. 2, v. 15 bis 20. Un da die Engel von ihnen Agen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Beth lehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Oder: Matth. 23, v. 34 bis 39. Ep. am 2. Christ⸗Tage. Tit. 3, v. 4 bis 7. da aber erschien die Freund⸗ lichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes,— und Episteln. uicht um der Werke willen der Ge⸗ warteten. 7 rechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzig⸗ keit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen 5 über uns reichlich durch esum Christ, unsern Hei⸗ land, auf daß wir durch des ⸗ selbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Oder: Apostelgesch. 6, v. 8 bis 7, v. 2 und v. 51 bis 59. Ev. am Sonnt. n. dem heil. Christ⸗Tage. Luc. 2, v. 33 bis 40. Ude sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird,(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen), auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vomGeschlecht Asser; die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vierundacht⸗ zig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den Herrn und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Ge⸗ setz des Herrn, kehreten sie wieder en Galiläa zu ihrer Stadt azareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Ep. am Sonnt. n. dem heil. Christ⸗Tage. Gal. 4, v. 1 bis 7. E sage aber, solange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die be⸗ stimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, er⸗ löste, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Ev. am Neujahrs⸗Tage. Luc. 2, v. 21. Ul da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name ge⸗ nennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. Evangelien und Episteln. Ep. am Reujahrs⸗Tage. Gal. 3, v. 23 bis 29. Er denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister ge⸗ wesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kin⸗ der durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. Ev. am Sonnt. nach dem neuen Jahr. Matth. 2, v. 13 bis 23. D sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch gen Agyptenland und bleib alda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf und nahm das Kind⸗ lein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich gen Agyptenland; und blieb allda, bis nach dem Tod Herodes', auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Agypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremias, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen; denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes ge ⸗ storben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agypten⸗ land und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zeuch hin in das Land Ifrael; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden. Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Orter des galiläischen Landes und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Oder: Matth. 3, v. 13 bis 17, Oder: Matth. 2, v. 1 bis 12 Evangelien und Episteln. Ep. am Sonnt. nach dem neuen Jahr. 1. Petri 4, v. 12 bis 19. hr Lieben! lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden,(die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Selt⸗ sames, sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offen⸗ barung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will's für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glau⸗ ben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guter Werken. Oder: 1. Petri 3, v. 20 bis 22. Oder: Tit. 3, v. 3 bis 8. Oder: Jesaias 60, v. 1 bis 6. Ev. am Sonnt. nach der Erschein. Christi. Luc. 2, v. 41 bis 52. Us nd seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hin⸗ auf gen Jerusalem nach Ge⸗ wohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jeru. salem, und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Ge⸗ freundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es be gab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete Und alle, die ihm zuhöreten verwunderten sich selnes Ver⸗ stands und seiner Antworten Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das ge⸗ than? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Ind er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Evangelien und Episteln. Ep. am 1. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Röm. 12, v. 1 bis 6 ch ermahne euch nun, lieben Brüder, durch die Barm⸗ herzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer 2 Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der voll⸗ kommene Gottes⸗Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sich's ge⸗ bührt zu halten, sondern daß er von ihm müßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausget teilet hat das Maß des Glaube Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir viele Ein Leib in Christo; aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ev. am 2. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Joh. 2, v. 1 bis 11. U am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge ge⸗ setzt nach der Weise der jüdi⸗ schen Reinigung, und ging in je einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet's dem Speisemeister. Und sie brachten's. Als aber der Speise⸗ meister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. as ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Ev. am 2. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Röm. 12, v. 7 bis 16. 9˙ jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben gemäß. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Er⸗ mahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Re⸗ gieret jemand, so sei er sorg⸗ Evangelien und Episteln. 11 fältig. Übet jemand Barm⸗ herzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trüb⸗ sal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter ein⸗ ander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Ev. am 3. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Matth, 8, v. 1 bis 13. Da er aber vom Berge herab- 1 ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam, und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst Du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will's thun, sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeug⸗ nis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein 12 Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn ge⸗ sund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so Keel er; und zum andern: Komm her! so kommt er; und u meinem Knecht: Thu das! 0 thut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nach⸗ folgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmel⸗ reich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hin⸗ aus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Ep. am 3. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Röm. 12, v. 17 bis 21. Haltet euch nicht selbst für 9 lug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit Evangelien und Episteln. 1 1 allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn [Gottes]; denn es stehet ge⸗ schrieben:„Die Rache ist mein, Ich will vergelten, spricht der Herr.“ So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammlen. Laß dich nicht das Böse über⸗ winden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Ev. am 4. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Matth. 8, v. 23 bis 27. Und Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und Er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? und stund auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Men⸗ schen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Ep. am 4. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Röm. 13, v. 8 bis 10. Teid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Ge⸗ setz erfüllet. Denn das da ge⸗ sagt ist:„Du sollst nicht ehe ⸗ brechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten“; und so ein anders Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Ev. am 5. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Matth. 13, v. 24 bis 30. U Jesus legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der uten Samen auf seinen Acker fete Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Un⸗ kraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern 8 Sammlet zuvor das ukraut und bindet es in Bündlein, daß man es ver⸗ brenne; aber den Weizen samm⸗ let mir in meine Scheuer. Evangelien und Episteln. 13 Ep. am 5. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Col. 3, v. 12 bis 17. Se ziehet nun an, als die Auserwähleten Gottes, Heiligen und Geliebeten, herz ⸗ liches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter ein⸗ ander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit; und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weis⸗ heit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobge⸗ sängen und geistlichen lieblicher Liedern, und singet dem H in eurem Herzen. Und was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ev. am 6. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Matth. 17, v. 1 bis 9. nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg; und ward verkläret vor ihnen; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wur⸗ den weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses 14 und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Moses eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Ep. am 6. Sonnt. nach der Erschein. Christi. 2 Petri 1 v. 16 bis 21. Wi: haben nicht den klugen abeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben Evangelien und Episteln. ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr drauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag an⸗ breche, und der Morgenstern 5 in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen her⸗ vorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Oder: Col. 3, v. 18 bis 4, v. 1. Ev. a. Sonnt. Septuagesimä. Matth. 20, v. 1 bis 16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markte müssig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde ging er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gieb ihnen den Lohn, und heb an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfahen; und sie em⸗ pfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich Evangelien und Episteln. will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Ep. a. Sonnt. Septuagesimä. 1 Cor. 9, v. 24 bis 27, 10, v. 1 bis 5. Wie ihr nicht, daß die, so Win den Schranken laufen, die laufen alle; aber Einer er⸗ langet das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da käm⸗ 15 pfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergäng · liche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Un- gewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht ver⸗ halten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer ge⸗ gangen, und sind alle auf Moses getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einer⸗ lei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geist⸗ lichen Trank getrunken; sie tran⸗ ken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohl⸗ gefallen; denn sie sind nieder⸗ geschlagen in der Wüste. Ep. am Sonnt. Sexagesimä. Luc. 8, v. 4 bis 15. a nun viel Volks bei ein⸗ ander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fra⸗ ßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrte es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf und trug hundertfäl⸗ tige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dies Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ist's gegeben, 55 wissen das Geheimnis des eiches Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teu⸗ fel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen Das aber unter die sie ab. Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens, und er⸗ 2 und 5 keine Frucht. as aber auf dem guten Land sind, die das Wort hören, und behalten in einem feinen, guten Gede und bringen Frucht in eduld. Ep. am Sonnt. Sexagesimä. 2 Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. Ihr vertraget gerne die Nar⸗ ON ren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch je⸗ mand 5 105 so euch jemand nimmt, so jemand euch trotzet, so euch jemand in das Angesicht streicht. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf aber jemand Evangelien und Episteln. kühn ist,(ich rede in Thorheith, darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliter, ich auch. Sie sind Abrahams Same, ich auch. Sie sind Diener Christi;(ich rede thörlich), ich bin's wohl mehr. ch habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todes; nöten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, ein⸗ mal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset; ich bin in Fährlich⸗ keit gewesen zu Wasser, in Fähr⸗ lichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Hei⸗ den, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge ür alle Gemeinen. Wer ist chwach, und ich werde nicht chwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich ja rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rüh⸗ men. Gott und der Vater un⸗ sers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damas⸗ kus, der Landpfleger des Königs Aretas verwahrete die Stadt der Damasker, und wollte mich Nerbe und ich ward in einem orbe zum Fenster aus durch Evangelien die Mauer niedergelassen, und rann aus seinen Händen. ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kom⸗ men auf die Gesichte und Offen barungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich's nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's a nicht; Gott weiß es) ward derselbige entzücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen,(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward ent⸗ zücket in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne mei⸗ ner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenba⸗ rungen überhebe, ist mir gege⸗ ben ein Pfahl ins Fleisch, näm⸗ lich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir ge⸗ sagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Dar⸗ um will ich mich am allerlieb sten rühmen meiner Schwach⸗ heit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. und Episteln Ev. am Sonnt. Quinquage⸗ simä oder Estomihi. Luc. 18, v. 31 bis 43 Er nahm aber zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hin auf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Pro pheten von des Menschen Sohn Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie wer⸗ den ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernah⸗ men der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wuß⸗ ten nicht, was das Gesagte war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durch⸗ hin ging, forschte er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vor⸗ über. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgte ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sahe, lobte Gott 18 Evangelien Ep. am Sonnt. Ouinquage⸗ sima oder Estomihi. 1. Cor. 13, v. 1 bis 13. Wenn ich mit Menschen⸗ und mit Eugelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis, und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mut⸗ willen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Spra⸗ chen aufhören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stück⸗ werk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommne, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindi⸗ sche Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem und Episteln. dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nur aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Ev. am 1. Sonnt. in der Fasten, Invocavit. Matth. 4. v. 1 bis 11. D ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte ge⸗ fastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrie⸗ ben: Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm; Das alles will Evangelien ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan! denn es steyer geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Ep. am 1. Sonnt. in der Fasten, Invocavit. 2. Cor. 6, 1 bis 10. I. ir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: „Ich habe dich in der ange⸗ nehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend eine Argernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keusch⸗ heit, in Erkenntnis, in Lang⸗ mut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahr⸗ heit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekann⸗ ten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und und Episteln. 29 doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben Ev. am 2. Sonnt. in der Fasten, Neminiscere. Matth. 15, v. 21 bis 28. Ued Jesus ging aus von A dannen und entwich in die Gegend Tyrus' und Sidons. Und siehe, ein kananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Is⸗ rael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir! Aber er ant⸗ wortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein die von ihrer Herrn Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib dein Glaube ist groß! dir ge schehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde Ep. am 2. Sonnt. in der Fasten, Neminiscere. Thess. 4, v. 1 bis 7 Wee lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu,(nach dem ihr von uns empfangen habt wie ihr sollet wandeln, und Gott gefallen,) daß ihr immer ölliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in zung und Ehren 118 in Brunst der Lust, wie die Heiden von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greif noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht be rufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Ev. am 3. Sonnt. in der Fasten, Oculi. Luc. 11, v. 14 bis 28. U Jesus trieb einen Teufel MA aus, der war stu mm. Und es geschah, da der Teufel aus⸗ fuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber ver⸗ nahm ihre Gedanken, und ugelien und Episteln sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Sata nas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durck wen treiben sie eure Kinde aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammlet der zerstreuet. Wenn der un⸗ saubere Geist von dem Men⸗ schen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: J will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gekehret und ge⸗ schmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein⸗ kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der Evangelien dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Ep. am 3. Sonnt. in der Fasten, Oculi. Eph. 5, v. 1 bis 9. Do seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder. Und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu inem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch ge⸗ sagt werden, wie den Heiligen zustehet auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht kemen son⸗ dern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger(welcher ist ein Götzen⸗ diener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeb⸗ lichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitge⸗ nossen. Denn ihr waret wei⸗ land Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerech⸗ tigkeit und Wahrheit. Ev. am 4. Sonnt. in der Fasten, Lätare. Joh. 6, v. 1 bis 15. weg über Dar: nach fuhr Jesus weg er das Meer an der Stadt in Galiläa. Und es Tiberias und Episteln 21 zog ihm viel Volks nach, dar um daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich da selbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Osterr Juden Fest. Da hub Jesu seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kau fen wir Brot, daß diese essen? Das sagte er aber, ihn zu ver suchen; denn er 5 was er thun! antwortete ihr Groschen wert Br ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simon Petrus': Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankete, und gab sie den Jüngern; die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern:* die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammleten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gersten broten, die überblieben denen die gespeiset worden die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie Da nun Evangelien kommen würden, und ihn ha⸗ schen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Ep. am 4. Sonnt. in der Fasten, Lätare. Gal. 4, v. 21 bis 31. Jaget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abra⸗ ham zween Söhne hatte: einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung ge boren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente: eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft ge⸗ bieret, welches ist die Hagar; denn Hagar heißet in Arabien der Berg Sinai, und kommt überein mit Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; die ist unser aller Mutter. Denn es stehet ge⸗ schrieben:„Sei fröhlich, du Un⸗ fruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat.“ Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch ge⸗ boren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift?„Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien.“ So sind wir lieben Brüder, nicht der Ma Kinder, sondern der Freien Ev. am 5. Sonnt. in der Fasten, Judica. Joh. 8, v. 46 bis. 59. (Jes sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Worte; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Ju⸗ den und sprachen zu ihm: Sa gen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer der sie suchet und richtet. Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun er⸗ kennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abra⸗ ham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott und kennet ihn nicht; ich aber Evangelien kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde Ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abra⸗ ham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte und er sahe ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abra⸗ ham ward, bin ich. Da hu⸗ ben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus ver⸗ barg sich, und ging zum Tem⸗ pel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Ep. am 5. Sonnt. in der Fasten, Judica. Ebr. 9, v. 11 bis 15. 1 hristus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch eine größere und vollkommnereHütte die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut sondern er ist durch sein eigen Blut Einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gefprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wan⸗ del durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Ge⸗ wissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem leben⸗ digen Gott! Und darum ist und Episteln. er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlö⸗ sung von den Übertretungen die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißne ewige Erbe empfahen. Ev. am Sonnt. Palmarum. Matth. 21, v. 1 bis 9. (S. am ersten Sonnt. des Ad⸗ vents.) Ep. am Sonnt. Palmarum. Phil. 2, v. 5 bis 11. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war welcher, ob er wohl in gött licher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden; erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Him⸗ mel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Ev. am grünen Donnerstag. Joh. 13, v. 1 bis 15. Yes dem Fest aber der Ostern da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, d t waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas Si ö s Ischarioth ins Herz ge daß er ihn verriete e Jesus, daß ihm der Va hatte alles in seine Hän n, und daß er kommen war, und zu Gott tund er vom Abendmahl e seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und um⸗ gürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken hub an den Jüngern die Füße wasche ging: ruf N 91 211 U n, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war Da kam er z Simon Petrus; und derse bige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jetzt nicht; du— S aber her— nach erfahren. Da sprach Pe⸗ trus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Je sus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer ge⸗ waschen ist, der darf nichts denn die Füße waschen, son⸗ dern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr Herr, u saget denn i ch bin's auck Ich, euer Herr und euch die Füße gewa so sollt ihr auck einander die Füße Ein Beispiel habe geben, daß ihr thut, wie Ick euch gethan habe Ep. am grünen Donnerstage 1. Cor. 11, v. 23 bis Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus, in der Nacht, da er ver⸗ raten ward, nahm er das Brot, dankte, und brach's, u prach Nehmet, es das ist mein Leib, der für euch brochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis Desse bigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen bis daß er kommt Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kel ch. Denn wel cher unwürdig isset und trinket der isset und trinket ihm selber das Gericht damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch also viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber rich⸗ teten, so würden wir nicht ge⸗ richtet. Wenn wir aber ge⸗ richtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Am Charfreitage wird statt eines Evangeliums ein Abschnitt aus der Leidens⸗ geschichte Jesu verlesen und als Predigttext gebraucht. Ep. am heiligen Charfrei⸗ tage. Jesaias 53. ber wer glaubt unserer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertste, voller Schmerzen und Krank⸗ heit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, Er trug unsre Krankheiten, und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt, und von Gott ge⸗ schlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Misse⸗ Evangelien und Episteln. thaten willen verwundet, und um unsrer Sünden willen zer⸗ schlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volkes geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher, wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben, und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fort⸗ gehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen, und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn Er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Übelthätern gleich gerechnet ist, und Er vieler Sünde getragen hat, und für die Übelthäter gebeten. Ev. am heil. Ostertage. Marc. 16, v. 1 bis 8. 1 nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Mag⸗ dalena und Maria Jacobus' und Salome Spezerei, auf daß sie kämen, und salbeten ihn Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der Woche sehr frühe, da die Sonne aufging Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abge⸗ wälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie ent⸗ setzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auf⸗ erstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget's seinen Jüngern und Evangelien und Episteln Petrus, daß er vor euch hin⸗ gehen wird gen Galiläa, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Ent⸗ setzen ankommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürch teten sich. Ep. am heil. Ostertage. 1. Cor. 5, v. 6 bis 8. Eg Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid Denn wir haben auch ein Oster⸗ lamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süß⸗ teig der Lauterkeit und der Wahrheit. Ev. am Ostermontage. Luc. 24, v. 13 bis 35. Ur siehe, zween aus ihnen A gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldwegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so rede⸗ ten, und befragten sich mit ein⸗ ander, nahte Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind Evangelien das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegens und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist Du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Ver⸗ dammnis des Todes, und ge⸗ kreuziget. Wir aber hoffeten, Er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches ge⸗ schehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem und Episteln. werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot dankte, brach's, und gab's ihnen Da wurden ihre Augen ge⸗ öffnet und erkenneten ihn. Und Er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe ver⸗ sammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstan⸗ den und Simon erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war; und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot Grabe gewesen, haben seinen brach. Leib nicht gefunden, kommen, und sagen, sie haben ein Gesicht Ep. am Ostermontage. der Engel gesehen, welche sagen, 8 a. 3 er lebe. Und etliche unter uns Apostelgesch. 10, v. 34 bis 41 gingen hin zum Grabe und NMetrus aber that seinen Mund fanden's also, wie die Weiber auf und sprach: Nun er⸗ sagten; aber ihn fanden sie fahre ich mit der Wahrheit, daß nicht. Und Er sprach zu ihnen: Gott die Person nicht ansiehet; O ihr Thoren und träges sondern in allerlei Volk, wer Herzens, zu glauben alle dem, ihn fürchtet, und recht thut das die Propheten geredet haben; der ist ihm angenehm. Ihr mußte nicht Christus solches wisset wohl von der Predigt leiden, und zu seiner Herrlich⸗ die Gott zu den Kindern Is⸗ keit eingehen? Und fing an rael gesandt hat, und verkün⸗ von Moses und allen Propheten, digen lassen den Frieden durch und legte ihnen alle Schriften Jesum Christum(welcher ist aus, die von ihm gesagt waren. ein Herr über alles,) die durch's Und sie kamen nahe zum ganze jüdische Land geschehen Flecken, da sie hingingen; und ist, und angegangen in Galiläa er stellte sich, als wollte er nach der Taufe, die Johannes fürder gehen. Und sie nötigten predigte: wie Gott denselbigen ihn, und sprachen: Bleib bei Jesum von Nazareth gesalbet uns; denn es will Abend hat mit dem heiligen Geiste und Kraft; der umhergezogen ist, und hat wohlgethan, und ü macht alle, die vom Teufel ü'berwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er getha n hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben et, und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Bott auferwecket am dritten und ihn lassen offenbar en, nicht allem Volk, son⸗ dern uns, den vorerwähleten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und— 5— haben, nachdem er auferstander ist von deu Toter sie g Ev. am 1. Sonnt. nach Ostern, Quasimodogeniti. Joh. 20, v. 19 bis 31. 5. Abend desselbigen ersten Tages der Woche, da die Jün versammlet und die Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger frog daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und da er das sagte blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heili⸗ gen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfe einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er ö zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen 5 sehe die Nägelmale, und lege meine Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Un über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren ver⸗ schlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und meine Seite, und sondern lege sie in sei nicht ungläubig gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich ge⸗ sehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht ge⸗ schrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Ep. am 1. Sonnt. nach O stern. Joh. 5, v. 4 bis 10. lles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glau⸗ bet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser all⸗ ein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget; denn der Geist ist die Wahrheit. Denn drei sind die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und! drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis anneh⸗ men, so ist Gottes Zeugnis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei sich. Ev. am 2. Sonnt. nach Ostern, Misericordias Domini. Joh. 10, v. 12 bis 16. J* bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fleucht; und der Wolf erhaschet und zer⸗ streuet die Schafe. Der Miet⸗ ling aber fleucht; denn er ist ein Mietling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin der gute Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und Ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch an⸗ dere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie wer⸗ den meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. Evangelien und Episteln Ep. am 2. Sonnt. nach Ostern. 1. Petri 2, v. 21 bis 25. enn dazu seid ihr berufen; J sintemal auch Christus ge litten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fuß stapfen; welcher keine Sünde ge than hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräute da er litt; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; wel cher unsere Sünden selbst hin⸗ aufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerech⸗ tigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irren⸗ den Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen Ev. am 3. Sonnt. nach Ostern, Jubilate. Joh. 16, v. 16 bis 23. (Idler sprach zu seinen Jün⸗ gern:) Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da spra⸗ chen etliche unter seinen Jün⸗ gern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und: daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget: Über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn sragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander daß ich ge sagt habe: Über ein Kleines so werdet ihr mich nicht sehen und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahr lich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stun de ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist Und ihr habt auch nun Trau rigkeit; aber ich will euch wie⸗ r sehen, und euer Herz soll ö freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage wer⸗ det ihr mich nichts fragen Ep. am 3. Sonnt. nach Ostern. 1. Petr. 2, v. 11 bis 20. 12255 Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn's nun an den Tag kom⸗ men wird. Seid unterthan aller menschlicher Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Köni⸗ ge, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Evangelien und Episteln Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Un⸗ wissenheit der thörichten Men⸗ schen, als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche lei det? Aber wenn ihr um Wohl⸗ that willen leidet und erduldet das ist Gnade bei Gott. Ev. am 4. Sonnt. nach Ostern, Cantate. Joh. 16, v. 5 bis 15. Nn aber gehe ich hin zu dem der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? sondern, dieweil ich solches zu euch ge⸗ redet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß Ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn der⸗ selbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß Evangelien ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch ver⸗ kündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Mei⸗ nen wird er's nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Dar⸗ um hab' ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Ep. am 4. Sonnt. nach Ostern. Jak. 1. v. 16 bis 21. Irret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Dar⸗ um, lieben Brüder, ein jeg⸗ licher Mensch sei schnell, zu hören; langsam aber, zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, wel⸗ ches kann eure Seelen selig machen. das und Episteln. 31 Ev. am 5. Sonnt. nach Ostern, Nogate. Joh. 16, v. 24 bis 30. Wobruch, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprich⸗ wörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glau⸗ bet, daß Ich von Gott ausge⸗ gangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei her⸗ aus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfest nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Ep. am 5. Sonnt. nach Ostern. Jak. 1, v. 22 bis 27 zeid aber T er des Worts und nicht Hörer allein, wo⸗ mit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thä⸗ 8 1 1 einem Manne blich Angesicht im Spiegel beschau et. Denn nach em er sich are uet hat, gehet r von Stund an davon, und vergisset 2225 er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das hollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein ve geflicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott und hält seine Zunge nicht im 8 sondern verführet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Va⸗ ter, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal be⸗ suchen, und sich von der Welt unbefleckt erhalten. Ev. am Tage der Himmel⸗ fahrt N Marc. 16, 14 bis 20. Bae da 96 Eilfe zu Tische saßen, offenbarte er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten aufer⸗ standen. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tötliches trinken, Evangelien und wird's ihnen nicht se die Kranken werden Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden. Und Herr, nachdem er mit geredet hatte, ward er hoben gen Himmel, zur rechten Hand Gottes aber gingen aus, und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräf tigte das Wort durch mitfol⸗ gende Zeichen. Ep. am Tage der Himmel⸗ fahrt Christi. Apostelgesch. 1, v. 1 bis 11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophilus von alle dem, das Jesus an⸗ fing beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, wel⸗ — er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vier zig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammlet hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er) von mir; 2 Johannes hat mit? Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und spra⸗ chen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusa⸗ lem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zu⸗ sehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stun⸗ den bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch 7— Ihr Männer von Ga⸗ liläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, velcher von euch ist aufgenom⸗ men gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Ev. am Sonnt. nach der Him⸗ melfahrt Christi, Exaudi. Joh 15, v. 26.27 16, v. 1 bis 4 Wenn aber der Tröster kom' men wird, welchen Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr wer⸗ det auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen Solches hab ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst dran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich er⸗ kennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn Evangelien und Episteln. die Zeit kommen wird, ihr dran gedenket, daß Ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Ep. am Sonnt. nach der Him⸗ melfahrt Christi. 1 Petr. 4, v. 8 bis 11. Jo seid nun mäßig und nüch⸗ tern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter ein⸗ ander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gast⸗ frei unter einander ohne Mur⸗ meln. Und dienet einander ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er's 5 75 als aus dem Vermögen, das Gott dar reichet, auf daß in allen Dingen Gottes gepreiset werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Ev. am heil. Pfingsttage. Joh. 14, v. 23 bis 31. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lie⸗ ben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch ge⸗ wesen bin. Aber der Tröster, 3 — 2 34 Evangelien und Episteln. der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinen Namen, derselbige wird's euch alles lehren, und euch erinnern es des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich uch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz er hrecke nicht, und fürchte sich richt. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ch. Und nun hab ich's euch ksaget, ehe denn es geso glau nicht denn e viel daß die Welt „daß ich den Vater liebe, ind ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Ep. am heil. Pfingsttage. 1 2, v. 1 bis 13. nd als der Tag der Pfingsten 1 erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewal⸗ tigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und ienen ihnen n Zun gen zer vie von Feuer; und r setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle oll des heiligen Geistes, und fingen an, zu predigen mit rn Zungen, nach dem der eist ihnen gab auszusprechen. Yo Es waren aber Juden zu rusalem wohnend, die ware gottesfürchtige Männer ar allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden ver⸗ stürzt; denn es hörte ein jeg⸗ licher, daß sie mit seiner Spra redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie höre wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadocien, Pontus und Asien Phrygien und Pam⸗ phylien, Agypten und an den En⸗ den von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie ent⸗ setzten sich aber alle, und wur⸗ den irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten's ihren Spott, und spra⸗ chen: Sie sind voll süßen Weins. Ev. am Pfingstmontage Joh. 3, v. 16 bis 21. lso hat Gott die Welt ge⸗ & liebet, daß er seinen ein⸗ gebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht ge⸗ Evangelien und richtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist; und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren se. Wer Arges thut, der sset das Licht, und kommt cht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut der kommt an das Licht, daß eine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Ep. am Pfingstmontage. Apostelgesch. 10, v. 42 bis 48 Der Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß Er ist verordenet von Gott ein Richter der Le⸗ bendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöre⸗ ten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen waren, ent⸗ setzen sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen 2 5 2 denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfan⸗ gen haben gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Ev. am Sonnt. Trinitatis. Joh. 3, v. 1 bis 15. Mensch war aber ein unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein O be erster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen daß du bist ein Lehrer von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du Du thust, es sei denn Gott mit ihm Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von ne geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Ni⸗ kodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren wer⸗ den, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren wer⸗ den? Jesus antwortete: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was von Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ih m: Bist du ein Meister in Israel, und weißest das nicht? Wahrlich, wahrlich 3* en ich sage dir: Wir reden, das wir wissen und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn er⸗ höhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben Ep. am Sonnt. Trinitatis. Röm. 11, v. 33 bis 36. O welch eine Tiefe des Reich⸗ tums, beides, der Weis⸗ heit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm was zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Ev. am 1. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 16, v. 19 bis 31. E war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Pur⸗ pur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber Evangelien und Episteln ein Armer mit Namen Laza⸗ rus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte, sich zu sättigen von den Bro⸗ samen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und lecketen ihm seine Schwären. Es begab sich aber daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward be⸗ graben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham erbarme dich mein, und sende Lazarus, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in dei⸗ nem Leben, und Lazarus da⸗ gegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft be⸗ festiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht von dannen zu uns her⸗ über fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abra⸗ ham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern, wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mo⸗ ses und die Propheten nicht so werden sie auch nicht glauben ob jemand von den Toten aufstünde. Ep. am 1. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Joh. 4, v. 16 bis 21. suott ist die Liebe; und wer Vin der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich⸗ wie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst ge⸗ liebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Ev. am 2. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 14, v. 16 bis 24. E war ein Mensch, der machte ein groß Abend⸗ mahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt denn es ist alles bereit! Und Evangelien und Episteln. sie singen an alle nach einander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen, und ihn besehen; ich bitte dich entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du be⸗ fohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie, hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage Euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Ep. am 2. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Joh. 3, v. 13. bis 18. — euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Tot⸗ 88 Evan schläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe daß Er sein Leben für uns ssen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder la Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben und schleußt sein Herz vor ihm zu,— wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kind⸗ lein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Ev. am 3. Sonn Luk. 15, v. 1 bis 10. E naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sün⸗ der, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schrift⸗ gelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der — verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Vüste, und ginge he nach dem verlor enen, bis d daß ers finde? ind wenn er's gefunden hat so leget er's auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über Einen Sünder, der Buße thut, vor neun und gelien und Episteln. neunzig Gerechten die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehr Groschen hat, so sie der Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nach barinnen, und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut Ep. am 3. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Petri 5, v. 6. bis 11. Jo demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn Er sorget für euch. Seid nüchtern, und wachet; denn euer Widersacher der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet welchen er verschlinge. Dem widerstehet, fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns be⸗ rufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, voll⸗ bereiten, stärken, kräftigen gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Ev. am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 6, v. 36 bis 42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Ver⸗ dammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und über⸗ flüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder nessen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Ep. am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Röm. 8, v. 18 bis 23. sch halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll Evangelien und Episteln. offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Ev. am 5. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 5, v. 1 bis 11. E begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang zu hören das Wort Gottes und Er 2 am See Geneza reth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze; trat er in der Schiffe eines, welches Si⸗ mons war, und bat ihn, daß er's ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte auf⸗ gehört, zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und +1 604 40 Evangelien und Episteln nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz aus⸗ werfen. Und da sie das thater beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winketen ihren Gesellen die im andern Schiff waren daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Si⸗ mon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr! gehe von mir hinaus! ich bin ein sündiger Mensch Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit hm waren, über diesem Fisch ug, den sie mit einander ge than hatten; desselbigen gleichen auch Jakobus und Johannes die Söhne Zebedäus', Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und ver⸗ ließen alles, und folgeten ihm nach. Ep. am 5. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Petri 3, v. 8 bis 15. Edu aber seid allesamt gleichgesinnet, mitleidig brüderlich, barmherzig, freund⸗ lich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn stehet wider die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerech⸗ tigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und er⸗ schreckt nicht; heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Ev. am 6. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 5, v. 20 bis 26. enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm, und opfre deine Gabe. Sei willfertig deinem Wider⸗ sacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerker ge⸗ worfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Ep. am 6. Sonnt. nach Trinitatis. Röm. 6, v. 3 bis 11. Wi. ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß gleichwie Christus ist aufer⸗ weckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Aufer⸗ stehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der fündliche Leib auf⸗ höre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerecht⸗ fertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbet; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu Einem Mal; das er aber lebet, das Evangelien und Episteln. lebet er Gott. Also auch ihr haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn Ev. am 7. Sonnt. nach Trinitatis. Marc. 8, v. 1 bis 9. u der Zeit, da viel Volks 4 da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn etliche sind von ferne kommen. Seine Jünger ant⸗ worteten ihm: Woher nehmen wir Brot hie in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß die⸗ selbigen auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt; und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. 42 Ep. am 7. Sonnt. nach Trinitatis. Röm. 6, v. 19 bis 23. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleich wie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienste der Unreinig⸗ keit und von einer Ungerechtig⸗ keit zu der andern, also be⸗ gebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt s Ende der⸗ schämet; denn de selbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Ev. am 8. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 7, v. 15 bis 23. Fehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum 925 gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Evangelien und Epist Frücht e bangen · Baum kann a bringen. Ein eg! icher Baum, der 155 gute Früchte bri inget wird abgehauen und ins Feuer get worfen. Darum an ihren Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, son⸗ dern die den Willen thun meines Vate im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben ir icht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinen „5 Namen viel Thaten verde ich ihnen ibe euch noch ut; weichet alle von mir, ihr Übelthäter! gethan Ep. am 8. Sonnt. nach Trinitatis. Röm. 8, v. 12 bis 17. Jo sind wir nun, lieben Brüder Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, son⸗ dern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Ev. am 9. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 16, v. 1 bis 9. er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thu Rechnung von dei⸗ nem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben kann ich nicht, so schäme ich mich, zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs funfzig. Danach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger denn Evangelien und Episteln. die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon auf daß, wenn ihr nun darbet sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Ep. am 9. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Kor. 10, v. 6 bis 13. D*˙ ist aber uns zum Vor bilde geschehen, daß wir nicht uns gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöt tische, gleich wie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf, zu spielen.“ Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht gleich wie jener etliche murreten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr jenen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich lässet dünken er stehe, mag wohl zusehen daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn mensch liche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Ver mögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende ge⸗ winne, daß ihr's könnt ertragen. 44 Evangelien und Episteln Ev. am 10. Sonnt. nach rinitatis. Luk. 19, v. 41 bis 48. Ur als Jesus nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an und weinte über sie, und sprach: Wenn doch auch du wüßtest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß . Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich be lagern, und an allen Orten ängsten; n werden dich schleifen, und keinen Stein auf andern laf darum daf erkennet hast die! darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt's ge⸗ macht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vor⸗ nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn um⸗ brächten; und fanden nicht wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. dem du 1 Ep. am 10. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Kor. 12, v. 1 bis 11. 1 on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid ge⸗ wesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum thu ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancher⸗ lei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutz. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach dem⸗ selbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbi⸗ gen Geist; einem andern, Wun⸗ der zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem anderm, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und theilet einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Ev. am 11. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 18, v. 9 bis 14. E' sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verach⸗ teten die andern, ein solch Gleich⸗ nis: Es gingen zween Men⸗ schen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner. Der Pharisäer stund, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Un⸗ gerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst er⸗ niedriget, der wird erhöhet werden. Ep. am 11. Sonnt. nach Trinitatis. 1 Kor. 15, v. 1 bis 10. ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangeliums, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr's behalten habt; es wäre denn, daß ihr's umsonst ge⸗ glaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwöl⸗ fen. Danach ist er gesehen worden von mehr denn fünf Evangelien und Episteln hundert Brüdern auf Ein Mal deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Ja⸗ kobus, danach von allen Apo⸗ steln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Got⸗ tes Gnade bin ich, das ich bin und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, son⸗ dern ich habe viel mehr ge⸗ arbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Ev. am 12. Sonnt. nach Trinitatis. Mark. 7, v. 31 bis 37. 1 nd da er wieder ausging von den Grenzen Tyrus“ und Sidons, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legete ihm die Finger in die Ohren, und spützte, und rührte seine Zunge, und sahe auf gen Himmel, seufzte, und sprach zu ihm: Hephata! das ist: Thu dich auf! Und als bald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht Und er verbot ihnen, sie sollten's niemand sagen. Je mehr Er aber verbot, je mehr sie es 46 Evangelien und Episteln usbreiteten, und wunderten sich über die Maße, und spra⸗ chen: Er hat alles wohl ge⸗ macht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend Ep. am 12. Sonnt. nach Trinitatis. 2. Kor. 3, v. 4 bis 9. [Pin solch Vertrauen aber ha ben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüch⸗ tig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig ht hat, das Amt estaments „sondern 5 Denn der Buch⸗ tabe tötet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Moses' um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhöret, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist giebt, Klar⸗ heit haben! Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klar⸗ heit. Ev. am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 10, 23 bis 37. Jesu esus— 55 sich zu seinen 2 Jüngern, und sprach in⸗ onderheit: Selig sind die Au⸗ gen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: iel Pro pheten und Kör nige ten sehen das ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und hoben siche gehöret. Und siehe, da stund ein Schrift⸗ gelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von gan⸗ zem Herzen, von ganzer Seele von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er a wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusa⸗ lem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihnhalb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester die selbige Straße hinabzog; und da er ihn sahe, ging er vor⸗ über. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verb 2 ihm seine Wunden, und goß drein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reiste er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirte, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wieder komme. Wel⸗ cher dünkt dich, der unter die⸗ sen dreien der Nächste sei ge wesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thu desgleichen. Ep. am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Gal. 3, v. 15 bis 22. 5 Brüder, ach will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Men⸗ schen Testament nicht, wenn es bestätiget ist; und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Ver⸗ heißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht:„durch die Samen“, als durch viele, sondern als durch Einen,„durch deinen Samen,“ welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht —— daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben i über vier⸗ hundert und dreizig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat's Abraham durch Verhei⸗ ßung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünden willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und 15 gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers Ein Mittler aber ist nicht eines Evangelien und Episteln. einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Ver⸗ heißung käme durch den Glau⸗ ben an Jesum Christum, ge⸗ geben denen, die da glauben. Ev. am 14. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 17, v. 11 bis 19. Ul es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa. Und als er in einer Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingin⸗ gen, wurden sie rein. Einer aber unten ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrte er um und preiste Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein wor⸗ den? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner gefunden der wieder umkehrte, und gäbe Gott— Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Ep. am 14. Sonnt. nach Trinitatis. Gal. 5, v. 16 bis 24. Ich sage aber: Wandelt im — Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht voll⸗ bringen. Dennf das Fleisch ge⸗ lüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; die⸗ selbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches als da sind Ehebruch, Hurerei Unreinigkeit Unzucht, Ab⸗ götterei, Zauberei, Feindschaft Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwie⸗ tracht, Rotten, Haß, Mord Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zu⸗ vor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Ge⸗ duld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Ev. am 15. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 6, v. 24 bis 34. Mi dla kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder wird einem an⸗ hangen, und den andern ver⸗ achten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. 2 Darum sage ich euch: Sorget Evangelien und Epistelu. nicht für euer Leben essen und trinken det; nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie samm⸗ len nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge Eine Elle zusetzen möge ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Klei dung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet ge⸗ wesen ist, als derselbigen Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch thun, o ihr Kleingläubi⸗ gen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch sol⸗ ches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeg⸗ licher Tag seine eigne Plage habe. Ep. am 15. Sonnt. nach Trinitatis. Gal. 5, v. 25. 26. 6, v. 1 bis 10. o wir im Geist leben, so O lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch ver⸗ suchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der 3 säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelien und Episteln. Ev. am 16. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 7, v. 11 bis 17. Ur es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an; und die Träger stunden. Und er sprach: Jüng⸗ ling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an, zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und preiseten Gott und spra⸗ chen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm er⸗ scholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Ep. am 16. Sonnt. nach Trinitatis. Eph. 3, v. 13 bis 21. arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chri⸗ sti, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt 4 im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlich⸗ keit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Men⸗ schen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, wel⸗ ches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen die Liebe Christi, die alle Erkenntnis übertrifft, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Ev. am 17. Sonnt. nach Trinitatis. Luk. 14, v. 1 bis 11. Urn es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brot zu essen; ind sie hielten auf ihn. Und iehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Une antwortete und sprach zu nen: Welcher ist unter euch dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht Evangelien und Episteln. alsbald ihn herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Ant⸗ wort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von je⸗ mand geladen wirst zur Hoch⸗ zeit, so setze dich nicht oben⸗ an, daß nicht etwa ein Vor⸗ nehmerer denn du von ihm ge⸗ laden sei, und so dann kommt der dich und ihn geladen hat spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich untenan, aus daß wenn da kommt, der dich ge⸗ laden hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll er niedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Ep. am 17. Sonnt. nach Trinitatis. Eph. 4, v. 1 bis 6. Jo ermahne nun euch ich Ge fangener in dem Herrn daß ihr wandelt, wie sich's ge bührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller De⸗ mut und Sanftmut, mit Ge⸗ duld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geis durch das Band des Friedens Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater(unser) aller, der da ist über euch allen und —— euch alle und in euch allen. Ev. am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 22, v. 34 bis 46. a aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, ver sammleten sie sich, Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vor⸗ nehmste Gebot im 18 Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Ge⸗ müte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Ge⸗ boten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt:„Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße?“ So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen. Evangelien und Episteln. Ep. am 18. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Kor. 1, v. 4 bis 9. J* danke meinem Gott alle⸗ zeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis; wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest be⸗ halten bis ans Ende, daß ihr unsers seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn. Ev. am 19. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 9. v. 1 bis 8. Da trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten fie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei etrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schrift⸗ gelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denkt ihr so Arges in euren Herzen? ist leichter, zu sagen: e Sünden ver 4* geben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben(sprach er zu dem Gichtbrüchigen): Stehe auf, heb dein Bette auf, und gehe heim! Und er stund auf, und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen ge⸗ geben hat. Ep. am 19. Sonnt. nach Trinitatis. Eph. 4, v. 22 bis 28. Se leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in recht⸗ schaffener Gerechtigkeit und eiligkeit. Darum leget die üge ab, und redet die Wahr⸗ heit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer ge⸗ stohlen hat, der stehle nicht 3 sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Ev. am 20. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 22, v. 1 bis 14. Ur Jesus antwortete und redete abermal durch Gleich; nisse zu ihnen, und sprach: Evangelien und Episteln. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte; und sandte seine Anechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit rufeten; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mast⸗ vieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das, und Agen hin, einer auf seinen cker, der andre zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der Köni hörte, ward er zornig, un schickete 3 aus, und brachte diese Mörder um, und ündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit aber die Gäste waren's nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet 125 Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zu⸗ sammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hoch⸗ zeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber 2. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsternis hinaus! da wird sein Heulen und Zähneklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Ep. am 20. Sonnt. nach Trinitatis. Eph. 5, v. 15 bis 21. Se sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unver⸗ ständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander in Psalmen und Lob esängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen; und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander unter⸗ than in der Furcht Gottes. Ev. am 21. Sonnt. nach Trinitatis. Joh. 4, v. 47 bis 54. Ur es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa en Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hin⸗ abkäme, und hülfe seinem Sohn; denn er war totkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Evangelien und Episteln. 53 Und indem er hinabging, be⸗ gegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in wel⸗ cher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er laubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das an ⸗ dre Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa gen Gäliläa kam. Ep. am 21. Sonnt. nach Trinitatis. Eph. 6, v. 10 bis 17. Betz meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Ge⸗ waltigen, nämlich mit den Fiaste der Welt, die in der insternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um des willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens. 5⁴ Evangelien und Episteln. Vor allen Dingen aber er⸗ greifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den elm des Heils und das chwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Ev. am 22. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 18, v. 23 bis 35. Darn ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und be⸗ zahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles be⸗ zahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir, ich will dir's alles be⸗ —— Er wollte aber nicht, ondern ging hin, und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr 1 ö ö 1 betrübt, und kamen, und brach ten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach 5 ihm: Du Schalksknecht, alle iese Schuld habe ich dir er⸗ lassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie Ich mich über dich er⸗ barmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwor⸗ tete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Ep. am 22. Sonnt. nach Trinitatis. Phil. 1, v. 3 bis 11. J* danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,(welches ich allezeit thue in alle meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden.) über eurer Gemeinschaft am Evan⸗ gelium vom ersten Tage an bis her; und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch voll führen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Ge⸗ ängnis, darin ich das vangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen ver langt von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in aller⸗ lei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig auf den Tag Christi, erfüllet mit Früch⸗ ten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum Mache e(in euch) zu Ehre und Lobe Gottes. Ev. am 23. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 22, v. 15 bis 22. Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodes' Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den We Gottes recht, und du sragef nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Men⸗ schen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was ver⸗ suchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Evangelien und Episteln. Ep. am 23. Sonnt. nach Trinitatis. Phil. 3, v. 17 bis 21. Fold mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Veit v welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verkläreten Leibe nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge sich unter⸗ thänig machen. Ev. am 24. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 9, v. 18 bis 26 Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie—— Und Jesus stund auf, und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang ge⸗ habt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, gers er hinein, und ergriff sie ei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies Ge⸗ rücht erscholl in dasselbige ganze Land. Ep. am 24. Sonnt. nach Trinitatis. Kol. 1, v. 9 bis 14. D Paben auch wir, von dem Tage an, da wir's gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn, zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Lang⸗ mütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, namlich die Vergebung der Sünden. Evangelien und Episteln. Ev. am 25. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 24, v. 15 bis 29. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, (davon gesagt ist durch den Propheten Daniel,) daß er stehet an der heiligen Stätte, (wer das lieset der merke drauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Weh aber den Schwangern und Säuger⸗ innen zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden ver⸗ kürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Aus⸗ erwähleten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder: da, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christi 1 id falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwähleten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammlen sich die Adler. Ep. am 25. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Thess. 4, v. 13 bis 18. Mis wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoff⸗ nung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben, und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vor⸗ kommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kom⸗ men vom Himmel, und die Toten in Christo werden auf⸗ erstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Ev. am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Matth, 25, v. 31 bis 46. Wes. aber des Menschen Sohn kommen wird in Evangelien und Episteln. seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Bb die Schafe von den öcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen u denen zu seiner Rechten: kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich ge⸗ tränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und be⸗ herberget? oder nacket, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder ge⸗ fangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Ver⸗ fluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeifet. Ich bin durstig 3 und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen ge⸗ wesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich ge⸗ sehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt Einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Ep. am 26. Sonnt. nach Trinitatis. 2. Petr. 3, v. 3 bis 14. Ur wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eignen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter ent⸗ schlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Krea⸗ tur gewesen ist. Aber Mut; willens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestan⸗ den durch Gottes Wort; den⸗ Evangelien und Episteln. noch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündflut verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden ver⸗ brennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet, und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen—— und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Ge⸗ rechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr da⸗ rauf warten sollet, so thut leiß, daß ihr vor ihm un⸗ efleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Oder: 2 Thess. 1, v. 3 bis 10. Ev. am 27. Sonnt. nach Trinitatis. Matth. 25, v. 1 bis 13. Daun, wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die Klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräuti⸗ gam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräuti⸗ gam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole, denn unsere Lampen ver⸗ löschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hin⸗ ingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird Oder: Matty. 24, v. 37 bis 51. Oder: Matth. 5, v. 1 bis 12. Evangelien und Episteln. 1 Ep. am 27. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Thess. 5, v. 1 bis 11. on den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht not, euch zu schreiben: denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn, wenn sie wer; den sagen: Es ist Friede, es hat keine Fahr, so wird sie das Verderben schnell über⸗ fallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und wer⸗ den nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem — der Hoffnung zur Selig ⸗ eit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesum Christ, der für uns gestorben ist, auf daß, wir— oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. Oder: 2. Thess. 1, v. 3 bis 10. Oder: 2. Petri 3, v. 3 bis 7. Oder: Römer 3, v. 21 bis 28. Für den Bußtag und das Re⸗ formationsfest werden jährlich zum Advent: Texte vorgeschrieben. Die Leidensgeschichte Jesu Christi aus den vier Evangelien zusammengefaßt. 1. Eingang. Jeche Tage vor Ostern kam Jesus gen Bethanien, da — 7 war, der Verstorbene, welchen Jesus auferweckt hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simonis des Aus⸗ sätzigen; und Martha dienete, Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da trat zu ihm Maria, die hatte ein Glas mit einem Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narden. Und sie zer⸗ brach das Glas, goß es auf sein Haupt, und salbete seine Füße, und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner ünger einer, Judas, Simonis Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Es waren auch etliche der an⸗ dern Jünger, die wurden un. willig und sprachen: Was soll doch dieser Unrat? Dieses Wasser hätte mögen teuer ver⸗ kauft und den Armen gegeben werden. Und sie murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie mit Frieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein ut Werk an mir gethan. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Daß sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, ist sie zuvorgekommen, meinen Leib zu salben zu meinem Begräb; nis. Wahrlich ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, das sie jeßt gethan hat. Des andern Tages, viel Volks, das auf das Fest kom men war, da es hörete, daß Jesus kommt gen Jerusalem, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna, gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn, ein König von IJs⸗ rael! Jesus aber überkam ein Eselein und ritt darauf, wie denn geschrieben stehet:„Fürchte dich nicht, du Tochter Zion, siehe, dein König kommt reitend auf einem Eselsfüllen.“ Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarum aus dem Grabe rief und von den Toten auf⸗ erweckete, rühmete die That. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie höreten, er hätte solches Zeichen gethan. Die Pharisäer aber sprachen unter einander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Da⸗ mals versammelten sich die Hohepriester und die Schrift ⸗ Puch ien und die Altesten im olk in dem Palaste des Hohe⸗ priesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit List griffen und töteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk! Und fürchteten sich vor dem Volke. Da ging hin der Zwölfen einer, mit Namen Judas Ischarioth, und redete mit den Hohepriestern und Hauptleuten, wie er ihn wollte überantworten, und Leidensgeschichte. sprach: Was wollt ihr mir hat geben? ich will ihn euch ver⸗ raten. Da sie das hörten, wurden sie froh, und gelobten, ihm Geld zu geben; und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und er versprach sich; und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 2. Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern. 5.1 ersten Tag aber der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Oster⸗ lamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte seiner Jünger zween, Petrum und Johannem, und sprach zu ihnen: Gehet in die Stadt; siehe, wenn ihr hineinkommet, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folget ihm nach in das Haus, da er hinein geht, und saget dem Hausherrn: Der Meister lässet dir sagen, meine Zeit ist hier, ich will bei dir Ostern halten mit meinen Jüngern; wo ist die Herberge, darin ich das Osterlamm essen möge? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der bereitet ist; daselbst richtet für uns zu. Und die Jünger gingen aus, und kamen in die Stadt, und funden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Am Abend aber kam er mit den Zwölfen, setzte sich nieder, und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen, teilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme. Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größesten gehal⸗ ten werden. r aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren; ihr aber nicht also; sondern der Leidensgeschichte. größeste unter euch soll sein wie der jüngste, und der vor⸗ nehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der größeste? der zu Tische sitzet, oder der da dienet? Ist's nicht also, daß der zu Ti⸗ sche sitzet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtun⸗ gen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reiche, und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und Jesus, da er erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte gelie⸗ bet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abend⸗ essen, da schon der Teufel hatte dem Juda, Simonis, Ischarioth, verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging, stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trock⸗ nete sie mit dem Schurz, da⸗ mit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und der; selbige sprach zu ihm: Herr, sollteft du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwor⸗ tete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Si⸗ mon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, so ins Herz gegeben, daß er ihn und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bin es auch; so nun ich, euer Herr und Meister, 10 die Füße gewaschen habe, ollt ihr auch euch unter ein⸗ ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch ge⸗ than habe. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut! Nicht sage ich von euch allen. Ich weiß, welche ich erwählet habe. Sondern daß die Schrift erfüllet werde: „Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen.“ Jetzt sage ich es euch, ehe denn es geschie⸗ het, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist, und zeugete, und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten! Da sahen sich die Jünger unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie wurden sehr betrübt, und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm: Herr, bin ich's? und der andere: Bin ich's? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte; dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn der⸗ selbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der Leidensgeschichte. ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda, Simonis, Ischarioth. Und er sprach: Zwar des Menschen Sohn gehet dahin, wie es be⸗ schlossen ist und wie von ihm geschrieben stehet; doch wehe demselbigen Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre dem⸗ selben Menschen besser, daß er nie geboren wäre! Da ant; wortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.— Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest; oder daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus. Und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegan⸗ gen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn ver⸗ kläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankete, und brach's und gab's den Jüngern, und sprach: Nehmet, esset! das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das thut zu meinem Ge⸗ dächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: 64 Leidensgeschichte. Trinket alle daraus! das ist mein Blut des neuen Testaments, welches für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Und sie trunken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde von diesem Gewächs des Weinstocks, bis auf den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter ein ⸗ ander liebet, wie ich euch ge⸗ liebet habe, daß auch ihr ein⸗ ander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus ant · wortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir dies Mal nicht folgen; aber du wirst mir her nachmals folgen. Petrus spricht 1 ihm: Herr, warum kann ich ir dies Mal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen! Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, Satanas hat euer b'gehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen! Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dermaleins dich bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Ge⸗ fängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest! Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Man- el gehabt? Sie sprachen: ie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet:„Er ist unter die Übelthäter gerechnet.“ Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie spra⸗ chen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 3. Kampf in Gethsemane und Gefangennehmung. Id da sie den Lobgesang ge U sprochen, und Jesus noch vieles(Joh. Cap. 14—17) zu ihnen geredet hatte, ging er hinaus über den Bach Kidron an den Olberg nach seiner Ge. wohnheit. Es folgten ihm aber seine Jünger nach an densel⸗ bigen Ort. Da sprach Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben:„J werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde wer; den sich zerstreuen.“ Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen sen Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: Heute in der Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen! Pe⸗ trus aber redete noch weiter: Ja, wenn ich mit dir auch sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen! Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethse⸗ mane; da war ein Garten, dar⸗ ein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch; denn Je⸗ sus versammelte sich oft da⸗ selbst mit seinen Jüngern. Und als er dahin kam sprach er zu ihnen: Setzet euch hie, bis ich dorthin gehe und bete. Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und nahm zu sich Pe⸗ trum und Jakobum und Jo⸗ hannem, die zween Söhne Ze⸗ bedäi, und fing an zu trauern, i zittern und zu zagen, und prach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hie und wachet mit mir! Und ging hin ein wenig, und riß sich von ihnen bei einem Steinmurf, und kniete nieder, fiel nieder auf sein An⸗ gesicht, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vor⸗ überginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles möglich; willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, Leidensgeschichte. schläfest du? Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung 1* der Geist ist willig, aber as Fleisch ist schwach.— Zum andern Mal 979 er wieder at betete und sprach: Mein ater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.— Und er kam wieder, und fand sie abermals schlafend vor Traurig ⸗ keit; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und betete zum dritten Mal, und redete dieselbigen Worte. Und er stund auf vom Gebet, und kam zum dritten Mal zu seinen Jüngern, und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug! Siehe, die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände über⸗ antwortet wird. Stehet auf, lasset uns gehen; siehe, der mich verrät, er ist da. Und alsobald da er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfen einer, welcher zu sich genommen hatte die Schar und der Hohepriester und Phari⸗ säer Diener mit Fackeln und Lampen, mit Schwertern und mit Stangen, und ging vor ihnen her. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach 5 — u ihnen: Wen suchet ihr? ie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's! Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus ihnen sprach: Ich bin's, w sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich's sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen ver⸗ loren, die du mir gegeben hast. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß! Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sa⸗ hen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und einer aus ihnen, Simon Petrus, hatte ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohepriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Je⸗ sus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen Und er rührete sein Ohr an, und heilete ihn. Und zu Petro sprach er: Stecke dein Schwert Leidensgeschichte. in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet?— Es muß also gehen! Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohepriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid aus⸗ gegangen als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen und keine Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.— Dies ist alles geschehen, daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und floh bloß von ihnen. 4. Jesu Verhör vor dem hohen Nat. Petri Verleug⸗ nung. Die Schar aber und der . Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum, und bunden ihn, und führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hohepriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohepriester Kaiphas, dahin zusammenkommen waren alle Hohepriester und Altesten und Schriftgelehrten. Simon Petrus aber folgete Jesu nach, und ein anderer Jünger. Derselbige Jünger war dem Hohepriester bekannt, und ging mit Jesu Pala in des Hohepriesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohepriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Und er ging hinein, und setzte sich bei den Knechten, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Da sprach die Magd die Thürhüterin, zu Petro: Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber und sprach: Ich bin's nicht, ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest! Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähete. Es stunden aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlenfeuer gemacht mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stund bei ihnen, und wärmete sich. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus ant⸗ wortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tem⸗ Leidensgeschichte. pel, da alle Juden zusammen⸗ kommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohepriester also antworten? Jesus ant wortete: Habe ich übel geredet so beweise es, d e sei; habe ich aber r edet, was schlägest du mich? Die Hohepriester aber und die Altesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum es k Tode brächten, und funden keines. Und wiewohl viele falsche Zeugen hinzutraten, funden sie doch keines; ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen, und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Aber ihr Zeugnis stimmte doch nicht überein. Da stund der Hohepriester auf unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem was diese wider dich zeugen? Aber Jesus schwieg still, und antwortete ihm nichts. Und die Altesten des Volks, die Hohepriester und Schriftgelehr⸗ ten sprachen: Bist du Christus, sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich 8* 68 Leidensgeschichte. aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich doch nicht los. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach: Ich be⸗ schwöre dich bei dem lebendig zen Gott, daß du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes, des hochgelobten? Je⸗ sus sprach zu ihm: Du sagest es, ich bin's! Doch ich sage euch: Von nun an wird es geschehen, daß ihr sehen werdet des Men⸗ chen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes und men in den Wolken des tels. Da zerriß der Hohe⸗ er seine Kleider, und sprach: gelästert! Was 8 verdammten ihn d sprachen: Er ist des 131 imon Petrus aber stund, 8 wärmete sich. Da sah ihn eine andere Magd, und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jün⸗ ger einer? Und er leugnete abermal, und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht! Und über eine kleine Weile traten hinzu, die da stunden, und spra⸗ chen zu Petro: Wahrlich, du bist auch einer von denen, ein Galiläer; denn deine Sprache verrät dich und lautet gleich also. Spricht des Hohepriesters Knechte einer, ein Gefreundeter des, dem Petrus das Ohr ab⸗ gehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da verleugnete Petrus abermal, hub an, sich zu verfluchen und zu schwören, und sprach: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget! Und alsbald krähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich, und sah Petrum an. Da geda chte Petrus an— Worte Jesu da er i ihm f. der Hahn zweimal trähet, 5 du mich dreimal verleugnen Und Petrus ging hinaus, hul an zu weinen, und weinete bitterlich. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, speieten aus in sein Angesicht, und schlu gen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Ange⸗ sicht, verdeckten ihn, und spra⸗ hen: Weissage uns, Christe ist's, der dich schlug? Und andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Alte⸗ sten des Volks einen Rat über Jesum, daß sie ihn töteten. e 5. Verhandlungen vor Pi⸗ latus. U der ganze Heufs stund und bunden Jesum, und N ihn von Kaiphas vor das Richthaus, und über⸗ antworteten ihn dem Land⸗ pfleger Pontio Pilato. Und es war frühe. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn und brachte herwieder die drei⸗ ßig Silberlinge den—— stern und den Altesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut ver⸗ raten habe! Sie sprachen: Was gehet uns das an? da ehe du zu! Und er warf Silberlinge in den Tem⸗ . l. hub sich davon, ging hin, und erhenkte sich selbst. Aber die Hohepriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn ist Blutgeld! Sie hielten der einen Rat, und kauften einen Töpfersacker darum zum zegräbnis der Pilger. Daher derselbige Acker genennet der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Pro⸗ pheten(Jeremia), der da spricht: „Sie haben genommen dreißig zilberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel: und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat.“ Die Juden gingen aber nicht in das Richthaus, auf daß— dicht unrein würden, sonderr Ostern essen möchten. Da 3 Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Men⸗ schen? Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten; — auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes r sterben würde. Und die Hohepriester und Altesten fingen an, ihn zu ver⸗ klagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Vi Leidensgeschichte. abwendet, und verbeut den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht r sei Christu 18, ein König Da ging Pilatus wieder hinein in, das Richt⸗ haus, und rief Jesum, und sprach zu ihm: Vist du der Juden König? Jesus ant; wortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere gesagt? Pilatus ant⸗ wortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohe priester haben dich mir über antwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagest 8, dich bin ein König Ich bin dazu geboren und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pi⸗ latus zu ihm: Was ist Wahr⸗ heit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. Die Hohepriester aber und die Altesten beschuldigten ihn hart. Und da er von ihnen verklagt ward, antwortete er nichts. Da fragte ihn Pilatus abermal, und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich ver⸗ klagen? U er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also dez sich auch der Landpfleger verwunderte Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk er⸗ reget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Land, und hat in Galiläa angefangen, bis hierher Da aber Pilatus Galiläa hörete, te er, ob er aus Galiläa? Und als er ß er unter Herode⸗ sandte er welcher in auch zu Da aber He sah, ward er un er hätte ihn * zte ihn mancher e antwortete ihm aber ts Die Hohepriester aber Schriftgelehrten stunden, und verklagten ihn hart Herodes mit seinem 5 verachtete und verspo legte ihm ein weif und sandte ihn wieder zu Pi⸗ lato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander, denn zuvor waren sie einander feind Pilatus aber rief * 2 2 re. eeuc zu ihm gesandt, und siehe, man at ni auf ihn gebracht, das es wert sei. Darum wil züchtigen und loslassen Leidensgeschichte. Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Gewohn⸗ heit, dem Volk einen Gefange nen loszugeben, welchen sie begehrten. Es war aber zu 8 der Zeit ein Gefangener ge nannt Barrabas, ein sonder⸗ licher vor andern, welcher war um des Aufruhrs willen, so geschehen war Mords willen in der daß er thäte, wie er pfle Da sie nun versammelt waren sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; welchen wollt ihr, daß ich euch be? Barrabam? oder sesum, von dem gesagt wird er sei Christus, der Juden König? denn er wußte wohl daß ihn die Hohepriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richt⸗ stuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel gelitten im Traum von seinetwegen „Aber die Hohepriester und Altesten überredeten und reize⸗ ten das Volk, daß sie um Barrabas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da ant vortete der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diesem; und gieb uns Barrabam los! Barrabas rein Mörder. Da rief und denn machen mit Jesu, von dem ge⸗ sagt wird, er sei Christus? Sie riefen alle, und schrieen: Kreu⸗ zige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat denn dieser Übels ge⸗ than? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch vielmehr: Kreuzige ihn! Und ihr und der Hohepriester Ge⸗ schrei nahm überhand. Da nahm Pilatus Jesum, und geißelte ihn. Und die Kriegsknechte des Landpflegers nahmen Jesum zu sich, und führeten ihn hinein in das Richthaus, und sammelten über ihn die ganze Schar. Und sie zogen Jesum aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und ein Rohr in seine rechte Hand. Und beugten ihre Kniee vor ihm, und spotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßet, lieber Judenkönig! und gaben ihm Backenstreiche, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt. Da ging Pilatus wieder her⸗ aus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpur⸗ kleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohepriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreu⸗ iget ihn; denn ich finde keine chuld an ihm. Die Inden Leidensgeschichte. 71 antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißest du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat's größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, fete f er Jesum heraus, und etzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißet 0 pflaster, auf ebräisch aber Gab; batha. Es war aber der Rüst⸗ tag in Ostern. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohepriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, das er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, nahm er Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das Pink Volk und sprach: Sein lut komme über uns und über unsere Kinder! Pilatus aber gedachte dem Volke genug zu thun, und gab ihnen Barrabam los, der um Aufruhr und Mords willen war ins Gefängnis ge⸗ worfen, um welchen sie baten; Jesum aber, den er hatte gei⸗ ßeln lassen, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. an dem 6. Kreuzigung und Tod Jesu. Un da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und zogen ihm seine eigenen Kleider an nahmen ihn, und fül jreten ihn hin, daß sie ihn kreuz igten Und er trug sein Kreuz, und ging hinaus zur Stätte, die da heißet Schädelstätte, auf ebräisch Golgatha. Und als sie ihn hinführeten, ergriffen sie einen Menschen, der vorüber⸗ ging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Rufi; den zwangen sie, daß er Jesu sein Kreuz trüge, und legeten das Kreuz auf ihn Es folgeten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und be⸗ weineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jeru⸗ alem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder! denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man jagen wird: Sel ig sind die Unfruchtbe zren und die Leiber, die nicht geboren haben, And die Brüste, die nicht gesäuget Leidensgeschichte. haben! Dann werden sie an⸗ fahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hin⸗ geführt zween andere,— Übel⸗ thäter, daß sie mit ihm abge⸗ than würden. Und da sie an die Stätte mit Namen Golgatha kamen gaben sie ihm Myrrhen im Wein zu trinken; und da er's schmeckete, wollte er's nicht trinken, und nahm's nicht zu sick Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zween Mörder, einen zu seiner Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Übelthäter gerechnet.“ Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater! vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was siethun. Und oben zu seinen Häupten hefteten sie die Ursach seines Todes beschrieben. Pilatus nämlich schrieb eine Überschrift, und setzte sie auf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf ebräische, grie⸗ chische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohepriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht, der Juden König; son⸗ dern, daß er gesagt habe: ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. * Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider, und machten vier Teile, einem jeg lichen Kriegsknecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Sol⸗ ches thaten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda, und hüteten sein. Das Volk aber stund, und sahe zu. Und die vorüber⸗ ingen, lästerten ihn, und schüttelten ihre Köpfe, und spra⸗ chen: Pfui dich, wie fein zer⸗ brichst du den Tempel Gottes und bauest ihn in drei Tagen! Hilf dir nun selber; bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz!— Desgleichen auch die Hohepriester spotteten ö sein samt den Schriftgelehrten und Altesten, und sprachen: Andern hat er geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der Auser⸗ wählte Gottes, der König von Israel, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet's ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn 2 Aber der Übelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn, un stus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, Leidensgeschichte. sprach: Bist du Chri⸗ 73 strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in* Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsere Thaten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehan⸗ delt. Und sprach zu Jesu: Herr! gedenke an mich wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus 8 zu ihm: Wahr · lich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Para⸗ diese sein! Es stund aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria Kleo⸗ phas Weib, und Maria Magda⸗ lena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jün⸗ ger zu sich. r Und es war um die sechste Stunde, und es war eine Finstern is über das ganze Land bis an dief neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und prach: Eli, Eli,lama asabthani? Das ist: mein Gottl mein Gottl warum hast du mich verlassen? Und etliche die dabei stunden, da sie das hoͤre⸗ ten, sprachen sie: Siehe, er rufet dem Elias Danach als Jesas wußte, daß schon alles vollbrucht war daß dir Sa, rut erfuue: wurbe, spricht er: Mich our stei. Da stund ein Gefäß voll Essig; 74 Leidensgeschichte. und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr von Ysopen, und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: Halt, lasset sehen ob Elias komme und ihm helfe Da nun Jesus den Essig ge⸗ nommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und rief abermal laut, und sprach: Va⸗ ter, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und er⸗ schienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erdbeben, und daß er mit olchem Geschrei verschied, er⸗ chracken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Galilaa waren nachgefolget und hatten ihm gedienet, und sahen das alles; unter welchen war Maria [Magdalena, und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mut⸗ ter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuz blie⸗ ben den Sabbath über(denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde:„Ihr sollt ihm kein Bein brechen.“ Und aber⸗ mal spricht eine andere Schrift: „Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.“ 7. Begräbnis Jesu. U siehe, am Abend, dieweil es der Rüsttag war welches ist der Vorsabbath, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Juden Stadt, mit Namen Joseph, ein ehrbarer Ratsherr. Der war ein guter frommer Mana, und hatte nicht gewilliget in ihren Rar und Handel; er wartete auch auf das Reich Gottes, und war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es, und ging hinein zu Pilato, und bat ihn um den Leib Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er's erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam ge⸗ ben. Und er kaufte eine reine Leinwand, kam, und nahm den Leichnam Jesu herab. Es kam aber auch Nikodemus, der vor⸗ mals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrr⸗ hen und Aloen unter einander bei hundert Pfunden. Da nah⸗ men sie den Leichnam Jesu, und bunden ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das eigene Grab des Joseph, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, in welches niemand je geleget war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath an⸗ brach, und das Grab nahe war. Leidensgeschichte. Es folgeten aber die Weiber nach, die mit ihm kommen waren aus Galiläa, Maria Magdalena und Maria Joses. Die setzten sich gegen das Grab und schaueten zu, wo und wie sein Leib geleget ward. Und Joseph wälzete einen großen Stein vor die Thüre des Gra⸗ bes. Und sie kehreten um, und bereiteten die Spezerei und Salben. Und den Sabbath über waren sie still nach dem Gesetz Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttag, kamen die Hohepriester und Pharisäer sämtlich zu Pilato, und spra⸗ chen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Dar⸗ um befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jün⸗ ger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und wäre der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin, und ver⸗ wahret's, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. I. Allgemeine Gebete. Doctor Martin Luthers Morgensegen. Des walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Amen. Desselben Abendsegen. Des walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Amen. Desselben Tischgebete. Vor dem Essen(Benedicite). Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit: du thust deine Hand auf und sättigst alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, darch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. Allgemeine Gebete. 77 Nach dem Essen(Gratias). Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Der allem Fleische Speise giebt, der dem Viehe sein Futter giebt, den jungen Raben, die ihn anrufen: er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und die auf seine Güte warten. Wir danken dir, Herr Gott, Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Gebet um tägliche Bereitschaft zum Sterben. Psalm 50, 14. Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Ach, du lieber Herr und Gott, ich lebe, aber ich weiß nicht, wie lange? ich muß sterben und weiß nicht, wann? Du, mein himmlischer Vater, weissest es. Wohlan! soll dieser Tag der letzte meines Lebens sein, Herr! dein Wille geschehe, der ist allein der beste, nach demselben bin ich bereit im wahren Glauben an Christum, meinen Erlöser, zu leben und zu sterben. Allein, lieber Gott, gewähre mir nur diese Bitte, daß ich nicht möge plöͤtzlich in meinen Sünden sterben und verderben. Gieb mir rechtschaffene Erkenntnis, Reue und Leid über meine begangenen Sünden, und stelle sie mir noch in diesem Leben unter Augen, damit sie mir nicht am füngsten Tage unter Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge, sondern verleihe mir so viel Zeit und Raum zur Buße, daß ich meine übertretung von Herzen erkennen, bekennen und derselben Vergebung und Trost aus deinem seligmachenden Worte erlangen möge. Ach, barmherziger Vater, verlaß mich nicht, nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Mein Herz und 78 Gebete für die einzelnen Tage der Woche. meines Herzens Zuversicht ist dir, o Herzens⸗Kündiger, wohl bekannt; in derselben erhalte mich zum ewigen Leben. Laß mich sterben, wann du willst; verleihe mir ein sanftes und seliges Ende! Amen. Herr Jesu, nimm meine Seele in deine Hände und laß sie dir befohlen sein! Amen. II. Gebete für die einzelnen Tage der Woche. Morgengebet am Sonntage. O du Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen lässest, sende doch auch heute und allezeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in mein Herz und laß ihn darin leuchten und alle Finsternis vertreiben, damit ich dich, o ewiger Gott! in deinem lieben Sohn erkenne und liebgewinne. Siehe, ich bin durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit gefangen und verdunkelt; darum lehre du mich selber durch deinen heiligen Geist aus deinem heiligen Wort, wie ich mich zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden könne. So werde ich mich erst recht mit Lob und Dank zu dir wenden und dir in deinem Lichte dienen und gefallen können. O Herr Jesu Christ! du Sonne der Gerechtigkeit, gehe du mir auf als ein Morgenstern und schenke mir dein Heil unter deinen Flügeln, damit mir alle Tage meines Lebens zu rechten Sonntagen werden. Lehre mich aufwachen vom Schlafe meiner natürlichen Sicherheit und aufstehen von allen toten Werken und bösen Gesell⸗ schaften, damit du mich, Jesu, erleuchten mögest. Du bist ja der Glanz der Herrlichkeit, ach! so laß mich nicht mir selber leben, sondern dir, der du für mich gestorben und wieder auferstanden bist. O brich an, du helles Licht, in meinem Herzen und herrsche über alle deine Feinde in uns, die du in deiner Auferstehung bezwungen hast! Gebete für die einzelnen Tage der Woche. 79 Und du, o heiliger Geist! schicke unsere Herzen heute, daß sie deine Tempel werden, darinnen du den ganzen Tag lehren könnest. Heilige alle Gedanken und Sinne, dein Wort zu fassen und zu behalten, auch dir ohne Falsch zu gehorchen und in täglicher Buße diese ganze Woche und allezeit fortzugehen. Halte selbst deinen Sabbath in uns und habe dein Werk in unsern Herzen, daß wir dir gefällig seien in Zeit und Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Sonntage. Dir sei allein Preis und Lob gebracht, o heiliger Herr und Gott! der du mir heute dein Licht hast lassen helle werden und so viel Gnad' an Seel und Leib gegönnet. Ach! bewahre du selber in meinem Herzen, was dein Geist durch dein Wort in mich gepflanzet hat, damit ich viel Früchte bringe in Geduld zum ewigen Leben. Vergieb mir alles, worin ich deinem vollkommenen Willen nicht nachgelebet habe. Auch wollest du sonst aus Gnaden wachen über alles, was du mir gegeben und in deiner heiligen Ordnung anvertrauet hast. Sei mein Licht in meiner Seele, wenn's dunkel wird, und meine Kraft bei aller Schwachheit, mein Schutz, Heil und Leben. In dein liebevolles Herz, Herr Jesu, ergebe ich mich ganz, du einiges Heil meiner Seelen. Setze dein Gnadenwerk in mir beständig fort. Erinnere mich des gehörten Wortes stetiglich, daß alle meine Sinne und Gedanken zu dir gerichtet bleiben, damit es immerfort Sonntag und ein heller Schein deines Lichts in meinem Gemüte bleibe, der du meine einige Ruhe und Seligkeit sein willst ewiglich. Amen, durch deinen heiligen Geist. Amen. Morgengebet am Montage. Da ich jetzt in die Arbeit der Woche eintreten soll, rufe ich zu dir, o heiliger Vater, im Namen Jesu Christi, du wollest mein Herz, Mut und Sinn mit deinem heiligen Geist erfüllen, damit ich allein das denke, rede und thue, was du selber in mir willst und wakest. Ach, vereinige meine Gedanken und Begierden mu dir durch die Liebe 80 Gebete für die einzelnen Tage der Woche. Christi und reinige mein Gewissen durch sein Blut, damit ich in deinem heiligen Gehorsam einhergehe. Siehe, ich übergebe mich dir auf die ganze Woche, ja auf mein Lebelang; stärke mich mit deiner Kraft, mache mich auf⸗ richtig, dir und meinem Nächsten in Liebe zu dienen. Lehre mich wider alle Verführungen meines verderbten Herzens und böser Menschen streiten. Mache mir die Eitelkeit recht bitter, daß du mir desto süßer werdest. Hilf mir die Last dieser Woche tragen; leite mich wie ein lieber Vater und mache mich kindlich gehorsam. Gehe mir mit deiner Weisheit voran und sprich selbst deinen Segen über meine Arbeit, damit ich fröhlich und getrost darinnen, aber auch gewissenhaft und treu sei. Ja, werde du selbst in mir und allen meinen Dingen Anfang, Mittel und Ende zu deinem Preis und meinem Heil! Amen. Abendgebet am Montage. Heiliger und gerechter Gott, erinnere du mich selber durch den Geist deiner Zucht, worin ich diesen Tag über oder sonst von dir abgewichen sei. Laß mich stets wieder zu dir nahen mit gebeugtem Herzen und komme mir mit deiner Erbarmung zuvor in all meinem Elend, damit mich die Finsternis nicht unbewaffnet überfalle. Nimm mich von neuem auf in deine heilige Fürsorge wider alle Feinde, vornämlich die unsichtbaren, und habe zugleich Dank für die heutige Bewahrung und Hülfe in meinem Beruf. Lehre mich erkennen, wie ich ohne dich unmöglich kann sicher bleiben, und wie du hingegen Macht genug habest, alle deine Kinder zu erleuchten und zu schützen. Das Fleisch laß in Züchten rein sein von allen sündlichen Lüsten. Laß mich dir all das Meine anvertrauen, in deinen Namen mich ergeben, in dir sanft ruhen und mit guten Gedanken und Entschließungen wieder aufwachen zu einem hellen und fröhlichen Tag deiner Gnade in Christo Jesu, meinem Herrn und Heiland! Amen. Gebete für die einzelnen Tage der Woche. 81 Morgengebet am Dienstage. Getreuer Gott und Vater, dir sei Preis für alle deine Güte, daß du mich unter dem Schatten deiner Flügel hast ruhen lassen. Desto mehr laß nun auch diese künftige Zeit mich zu deiner Liebe erwecket werden, daß ich nicht begehre zu leben, ohne nur in dir, und was ich noch lebe, bloß im Glauben deines Sohnes lebe, ja, daß Er mein wahres Licht und Leben werde. Hiezu übergebe ich mich dir ganz von neuem zu deiner Regierung und Heiligung. Laß du den lebendigen Glauben und dadurch Christum in meinem Herzen wohnen, daß er die Früchte des Glaubens in mir wirke, als Liebe, Hoffnung, Demut, Sanftmut und Geduld. Heilige und segne das Werk meiner Hände selbst und neben mir auch alle, die dich suchen. Ja, breite deine Barmherzigkeit über alle Menschen aus und hole einen jeden herum aus seinem Verderben, insonderheit die Feinde deiner Wahrheit. Insbesondere empfehle ich deiner Gnaden⸗ Regierung die Meinigen, wie auch meine Obern und Vorgesetzte. Erbarme dich des allgemeinen Elendes in allen Ständen und mache der Bosheit und Argernis ein Ende. Hilf auch allen Notleidenden und sei uns allen gnädig, daß du uns deinen Frieden gebest im Namen Jesul Amen. Abendgebet am Dienstage. Wiewohl ich deine Güte, o himmlischer Vater, nicht völlig erkenne, die ich nur heute, geschweige mein Lebelang, genossen habe: so wollest du doch meinen schwachen Dank in Gnaden annehmen und noch dieses zu deinen vorigen unzähligen Wohlthaten hinzuthun, daß du mich in Christo gnädiglich mit meinem Lobopfer ansehest. Dir sei in⸗ sonderheit Dank für alles, das du mir heute zur Züchtigung und Demütigung zugeschicket hast, meine Seele von der Welt abzuziehen. Du hilfst immer eine Last nach der andern überstehen und trägst dabei viel Geduld, regierest uns auch mit vielem Verschonen. Laß uns ja deine 6 82 Gebete für die einzelnen Tage der Woche. Gnade nicht wegwerfen, noch auf Mutwillen ziehen, sondern mache uns rechtschaffen vor deinem Angesicht und prüfe, wie wir's meinen. Ja, laß uns täglich in deiner Liebe und Erkenntnis wachsen, und was versäumet ist, ersetze du selbst. Nimm uns nun in deinen Frieden auf und wirke in uns rechte Zuversicht auf deine Bewahrung. Bleibe du in und bei uns, daß kein Feind einbreche. Erbarme dich aller deiner Kinder, ja aller deiner Geschöpfe, und morgen öffne uns Herz und Mund, dich dafür zu loben und in deiner Kraft einher zu gehen, bis endlich der Abend unsers Lebens kommt und dein ewiger Tag anbricht, da keine Nacht und Finsternis ist! Amen. Morgengebet am Mittwoch. Heiliger und gerechter Gott, vor dessen Herrlichkeit die Seraphim ihre Angesichter zudecken und singen: „Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth“, ach laß mich durch rechtschaffene Heiligung deines Namens dies Amt der heiligen Engel auch verrichten. Hilf, daß ich mit allen Menschen deine Allmacht erkenne, deine Barmherzigkeit liebe, deiner Wahrheit von Herzen traue, deine Gerechtigkeit fürchte, deine Heiligkeit anbete, deine Wahrheit preise, deinen Geboten gehorche, deiner Hülfe mich tröste, deiner Güte mich freue. Gieb, daß ich in keinem Dinge meine eigne Ehre und Ruhm suche, sondern in allen Dingen von Herzen und getreulich suche deine Ehre und das Lob deines heiligen Namens, auf daß du allein in allen Dingen geehret, gerühmet und gepriesen werdest. Gieb, daß ich dein Wort lieb habe über Gold und viel feines Gold und dich nach deinem Wesen und Willen recht daraus erkenne, daß ich auch demselben deinem Wort von Herzen glaube, heilig und gerecht als dein Kind danach lebe und vor allem Irrtum dadurch bewahret werde. Gieb, daß ich meine Lust an dir habe: so hast du mir verheißen zu geben, was mein Herz wünscht. Gieb, daß ich dir für alle deine Wohlthaten Leibes und der Seele danke, dich herzlich und kindlich Gebete für die einzelnen Tage der Woche. 83 fürchte, ehre und liebe, in allen Nöten mit starker Zuversicht dich anrufe, deinen heiligen Namen und dein Wort in Liebe und Leid freudig bekenne und bis ans Ende in wahrem Glauben und heiligem Leben beständig bleibe und dich mit allen Engeln und Auserwählten hier zeitlich und dort ewiglich lobe und preise! Amen. Abendgebet am Mittwoch. O Vater des Lichts, wie viel Dank bin ich dir schuldig für alle deine Wohlthaten, welche du heute mir und den Meinigen, allen den Deinen, ja der ganzen Welt erzeiget hast. So viel Wohlthaten, so viel Zeugen deiner überschwenglichen Liebe gegen uns Elende. Darum liebe ich dich, den Geber; aber auch deine Gaben, als deine Liebe. Meine Lippen preisen dich. Ach, daß sie doch alle Klagestimmen der Ungeduld in ein Danklied verwandelten! Denn, wenn du auch verzeuchst mit deiner Hülfe, so ist dieser Verzug die nächste Wohlthat, daß wir ernstlicher bitten, suchen und anklopfen und deiner weisen Schickung in Geduld warten. So ergebe ich denn, o Jesu, in dein liebevolles hohepriesterliches Herz mich und die Meinigen, meine Freunde und auch meine Feinde und insbesondere alle, die sich meiner schwachen Für⸗ bitte empfohlen haben. Bitte du für sie und für mich immerdar! Amen. Morgengebet am Donnerstag. Herr, unser Gott, der du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns versammelt hast, unsre Hände aufzuheben zu dir und deine Gerichte zu preisen, nimm an unser Gebet und Flehen und schenke uns Glauben, der nicht zu Schanden wird, zuversichtliche Hoffnung und ungeheuchelte Liebe; segne unsern Eingang und Ausgang, unsre Gedanken, Worte und Werke und laß uns diesen Tag beginnen unter Lob, Preis und Ruhm der unaussprechlichen Süßigkeit deiner Güte. Geheiliget werde dein Name; dein Reich komme, das Reich des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen. 6* B ——— — 84 Gebete für die einzelnen Tage der Woche. Abendgebet am Dounerstag. O Gott, du einiges und höchstes Gut! in dir allein findet mein Herz Ruhe und in deiner Gnade die höchste Freude. Herr, wenn ich nur dich habe, so habe ich genug. O wie wohl ist meiner Seele, wenn du mir gnädig bist und mein Gewissen stillest! Erhalte in meinem Herzen deinen Frieden und thue ferner meiner Seele Gutes. Stärke mich in allen Leiden durch den inwendigen Trost deines heiligen Geistes. Bringe mich, wenn die letzte Nacht meines Lebens einbricht, an den Ort der ewigen vollkommenen Ruhe, damit ich schaue dein Antlitz in Gerechtigkeit und gesättiget werde aus deiner ewigen Freudenfülle! Amen. Morgengebet am Freitag. In deinem Namen, du gekreuzigter Herr Jesu Christe, stehe ich auf, du hast mich erlöset durch dein heiliges Blut. Segne und behüte mich auch diesen Tag und laß mich einen gottseligen Wandel führen, daß ich mein Leben zu deinen Ehren zubringen möge. Gelobet seist du, einiger Heiland unsrer Seele, für deine vollgültige Für⸗ bitte für uns vor deinem Vater, gelobt für deinen blutigen Schweiß, für deine schmerzliche Geißelung, für deine schmähliche Dornenkrönung, für deine heiligen Wunden, für alle deine Schmerzen Leibes und der Seele bis zum Tode am Kreuz. Dir sei in allem für alles Herrlichkeit gegeben. Meines Herzens ganze Lust und Liebe sollst du sein, mein Herr Jesu. O laß mich leben, ob ich gleich stürbe, und führe mich nach diesem Leben zur ewigen Herrlichkeit! Amen. Abeudgebet am Freitag. Ich danke dir, lieber Herr Jesu Christe, daß du um meinetwillen auf die Welt gekommen und wahrhaftiger Mensch geworden bist und in mancherlei Jammer und Elend mir zu gut und Trost gelebt hast. Ich bitte dich, du wollest dein heiliges bittres Leiden und Sterben an Gebete für die einzelnen Tage der Woche. 85 mir armen Sünder nicht verloren sein, sondern mir an meinem letzten Ende lassen zu Hülfe kommen. Getreuer Gott, lieber himmlischer Vater, schenk mir ein selig Stünd⸗ lein, daß ich in Jesu sterbe und in ihm auch wieder auferstehe. Nun aber, da ich mich schlafen lege, nimm mich in deine Hände und laß mich in dir fröhlich ruhen! Amen. Morgengebet am Sonnabend. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir und rühme deinen herrlichen Namen. Leben und Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Aufsehn bewahret meinen Odem. Deine Barmherzigkeit ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Laß meinen Mund deines Ruhmes täglich voll sein und vergieb mir alle meine Sünden. Thue mir wohl nach deiner Barm⸗ herzigkeit. Weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn. Laß mir auch heute deine Gnade wider⸗ fahren; verlaß mich nicht und ziehe deine Hand nicht ab von mir. Herr, mein Gott, sei mir freundlich und fördere das Werk meiner Hände. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich. Erhalte meinen Gang auf deinen Steigen und laß meine Tritte nicht gleiten. O Gott, groß von Rat und mächtig von That, stärke mich durch deinen guten Geist, daß ich deinen Namen fürchte. Behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Sonnabend. Barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meine Nächsten wissentlich und unwissentlich gethan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, 86 Gebete für besondere Anlässe. um Jesu Christi willen vergeben. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, und laß mich diese angehende Nacht dir befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, auch frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge. Und, wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; denn ich bin dein und du bist mein, wie gerne wollt' ich bei dir sein! Amen. III. Gebete für besondere Anlässe. Gebet vor der Beichte. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe und erfahre, wie ich's meine. Siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Vor dir, o Allwissender, liegen alle meine Gedanken, alle Regun⸗ gen meines Herzens, alle meine Worte und Werke bloß und entdeckt. Dein Auge schauet in das Innerste meiner Seele. O mein Gott, gieb mir das Verderben meiner Seele recht lebhaft zu erkennen, damit ich dich als meinen Arzt suche, der allein die Wunden des Gewissens zu heilen vermag. Groß und zahllos sind die Wohlthaten, die ich von dir empfangen habe und noch täglich empfange. Aber ach, so oft bin ich gegen die rührenden Beweise deiner Huld und Gnade gleichgültig geblieben, so oft habe ich die Gefühle des Dankes gegen dich in meinem Innern erstickt, so oft bin ich dir, meinem größten Wohlthäter, durch Ungehorsam gegen deine heiligen Gebote, durch sündliche Gedanken, Worte und Werke mißfällig geworden. Ich bin erlöst und mit dem Blut deines Sohnes erkauft. Aber ach, ich habe es bisher nicht ernstlich genug bedacht, daß Jesus Christus mich bis zum Tode geliebt und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich habe die Größe seiner Liebe und den hohen Zweck seines heiligen Leidens und Sterbens nicht tief genug beherzigt. Ich habe mich meinem Heiland nicht ganz zu seinem Eigentum Gebete für besondere Anlässe. 87 gegeben, nicht ihm allein, der für mich am Kreuze gestor⸗ ben ist, sondern lieber der Welt, mir selbst, meinen Lüsten und Begierden gelebt. Dein Geist, o Gott, hat mir bisher auf dem schlüpf⸗ rigen Wege so oft die Hand geboten, um mich zum Himmel zu leiten; so oft hat er mein Herz ergriffen, so manche gute Regung in meinem Innern erweckt, mich so ost auf mein ewiges Heil aufmerksam zu machen gesucht. Aber ach, ich habe die Hand dieses göttlichen Führers zurückgestoßen, ich habe das Werk seiner gött lichen Gnade in mir vereitelt, ich habe die guten Eindrücke, die er in mir weckte, durch Leichtsinn und Eitelkeit geschwächt und erstickt, ich habe seine Warnungen und Drohungen, seine Verheißungen und Ermunterungen verachtet. Ich habe mutwillig widerstrebt dem guten Geiste, der mich Gott und meinem Erlöser heiligen und auf die Ewigkeit vorbereiten wollte! Ich habe das große Gebot meines Heilandes: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, oft und viel durch Ge⸗ sinnungen, Reden und Thaten übertreten. Ich habe die unseligen Triebe des Stolzes, der Selbstsucht, des Neides, des Zornes und der Rachsucht in mir genährt. Ich war so oft nur auf das Meine, nicht auf das, was des andern ist, bedacht. Ich war sogar gegen die Not und das Elend meiner Mitmenschen oft gleichgültig und unempfind⸗ lich. Ich habe durch Argernisse und durch böses Beispiel, durch leichtsinnige, sündliche Worte und Handlungen Unsegen und Unheil gestiftet und mich an dem Gewissen und Herzen meiner Brüder und Schwestern versündigt. Ich bin für die Ewigkeit geschaffen; aber ach, ich habe das wichtige Gebot meines Heilandes: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtig— keit, außer Augen gesetzt. Ich habe unter irdischen Geschäf⸗ ten, Genüssen, Sorgen und Zerstkeuungen die Sorge für das Ewige hintangesetzt. Allwissender, ich will dir meine Sünden bekennen und meine Verschuldungen nicht verhehlen. Ja, Vater, 88 Gebete für besondere Anlässe. ich habe gesündiget vor dir und bin nicht wert, daß ich dein Kind heiße. Erwecke selbst in mir Gefühle der tiefsten Reue und des innigsten Abscheues gegen alles Böse. Laß mich Gnade und Vergebung finden an dem Altar der Beichte, an welchem ich mein verwundetes Gewissen durch den Hinblick auf das Kreuz meines Erlösers heilen will. Komm mir selbst, Herr Jesu, mit deinem holden Worte entgegen: Sei getrost! deine Sünden sind dir vergeben. Laß dir, o Gott, die aufrichtigen Gelübde neuer Treue und neuen Gehorsams, welche ich dir dar— bringe, wohlgefallen und gieb mir Kraft, sie zu erfüllen. Schaffe in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Tröste, erquicke und stärke mich durch deine Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erhöre das Flehen der Demut und des Glaubens um Jesu Christi willen! Amen. Die Beichte. Allmächtiger Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich bekenne und beklage es vor dir, daß ich ein armer sündiger Mensch bin. Ich habe deine heiligen Gebote vielfältig mit Gedanken, Worten und Werken übertreten, habe mich vielfältig wider dich und meine Nebenmenschen versündigt und dadurch deinen Zorn und deine Strafe leider wohl verdient. Aber alle meine Sünden sind mir von Grunde des Herzens leid und reuen mich sehr. Ich nehme daher nun meine Zuflucht zu deiner großen Barm⸗ herzigkeit, o Vater im Himmel, und zu dem teuren Ver⸗ dienste meines Herrn und Heilandes Jesu Christi und bitte dich, daß du um deines lieben Sohnes willen mir alle meine Sünden vergeben und meine Übertretun⸗ gen mir nicht zurechnen wollest.— Zur Stärkung meines schwachen Glaubens laß mich das heilige Abendmahl, nämlich den Leib und das Blut meines Herrn und Heilandes Jesu Christi genießen. Mit deiner Hülfe, o Gott, will ich mein ganzes Leben bessern. Amen. Gebete für besondere Anlässe. 89 Dankgebet nach der Absolution. Lieber Gott, der du mir neben deinem heiligen Wort gewisse Wahrheit gegeben hast, mich zu versichern, daß meines Herrn Christi Leben, Gnade und Himmel, dar⸗ innen er ist, meine Sünde, Tod und Hölle mir zu gut ganz und gar aufgehoben habe: solche Verheißung wirst du mir gewiß halten. Darauf bin ich so gewiß, daß die Worte, mit denen mich der Kirchendiener von Sünden losgesprochen hat, so fest und kräftig seien, als ob ich sie von dir, o Gott, selbst gehöret hätte. Ist's nun Gottes Wort, wie es denn ist, so muß und wird's gewiß geschehen und auch ergehen. Darauf beruhe ich, und in solcher Hoffnung und Vertrauen will ich sterben. Amen. Gebet vor der Abendmahlsfeier. Herr, wahr ist's, daß ich nicht würdig bin, daß du gehest unter mein Dach: so bin ich doch dürftig und begierig deiner Hülfe und Gnade, daß ich auch möge fromm werden. So komme ich auf kein anderes Ver⸗ lassen, denn daß ich die süßesten Worte gehört habe, daß du mich mit zu deinem Tisch ladest und sagst mir Un⸗ würdigen zu, ich soll Vergebung aller Sünden haben durch deinen Leib und Blut, so ich's esse und trinke in diesem Sakrament. Lieber Herr, dein Wort ist wahr, da zweifle ich nicht daran, und darauf esse und trinke ich, mir geschehe nach deinem Willen und Worten! Amen. Seufzer unter dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr Jesu, der Genuß deines heiligen Leibes stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben! Herr Jesu, der Genuß deines heiligen Blutes stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben! Jesus Christus, mein Herr und mein Gott, gieb mir von deinem Todesschmerz den tiefsten Eindruck in mein Herz! Rufe meiner Seele auf das kräftigste die Worte zu:„Auch für dich ist mein Leib gegeben!“—„auch für dich ist mein Blut vergossen!“ 90 Gebete für besondere Anlässe. Mein Herr und Heiland, du bist mein und ich bin dein. Laß mich der Welt und der Sünde absterben und dir ewig angehören; wie du littest, laß auch mich leiden; wie du starbest, auch mich sterben. Führe mich einst durch die Nacht des Todes hinüber zu deinem ewigen Lichte! Herr Jesu, ich bin dein, hilf mir. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn! Gebet nach der Abendmahlsfeier. Barmherziger Gott, der du uns wiederum das Licht deiner Gnade hast aufgehen lassen durch Jesum Christum, unsern Herrn, erleuchte, ermahne und stärke unsre Herzen mit Kraft deines heiligen Geistes in festem Glauben und feuriger Liebe, in allen Dingen zu thun, was dein väterlich gnädiges Wohlgefallen ist, zu Ehren und Lob deines heiligen Evangelii, zu Trost und Nutz aller Gläubigen in Christo. Dir sei Dank, Lob und Preis ewiglich! Amen. Gebet um Gottes Segen in Haus und Beruf. O allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gieb Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unseres Haushaltens also, daß wir unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Argernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Danksagung genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, Gebete für besondere Anlässe. 91 auf daß wir in all unserm Thun deinem Befehle nach⸗ gehen und alle Sorgen und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Getreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Aufang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit auf⸗ wachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen ihre Herren, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himmlischen Olzweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. Gebete für besondere Anlässe. Gebet eines Konfirmanden. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens aufgenommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich hast erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im kindlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Argernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekenntnis thun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. Amen. Gebet am Geburtstag. O Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens, groß ist deine Barmherzigkeit und Treue, die mich heute abermal den Tag erleben lässet, an welchem ich das Licht dieser Welt zuerst erblickt habe. Bis hieher hast du mir geholfen und mich vom ersten Augenblicke meines Daseins an mit unzähligen und unaussprechlich großen Wohlthaten gesegnet. Wie kann ich all das Gute aufzählen, womit du mich in meinen bisherigen Jahren so väterlich gesegnet hast, und dir würdig dafür danken? Ich will dich preisen, solang ich lebe; und einst in der Schar der Seligen werde ich das Lob vollkommen aussprechen, das ich hie⸗ nieden nur mit stammelnder Zunge darbingen kann. Ach, Herr, versenke alle Verschuldungen meiner bis⸗ herigen Jahre und Tage in das Meer der Vergangenheit! Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner zahllosen Übertretungen; gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu Gebete für besondere Anlässe. handeln, wie es dir wohlgefällig ist, und die Lehre meines Heilandes in allen Stücken zu zieren. Allwissender Gott, du hörst mein Versprechen, du kennest aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsätze auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in dem nächsten Jahre meines Lebens und in der ganzen Zukunft meiner warten. Du allein weisest es, der du alles, was mir begegnet, von Ewigkeit her über mich beschlossen hast. Unter deiner gnädigen Aufsicht und Leitung müssen alle Dinge zu meinem Besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe! Amen. Gebet für die Früchte des Feldes. Herr, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leiblicher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Gebete für besondere Anlässe. Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. Gebet um Sonnenschein. Allmächtiger, barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrüb⸗ tem nassen Wetter strafest und heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die notleiden⸗ den Früchte erholen und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils! Amen. Gebet um fruchtbaren Regen. Ach himmlischer Vater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber hast du ver⸗ heißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmer⸗ zen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhitze hart austrock⸗ nen und schier keinen Saft mehr haben, weil die frucht⸗ baren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließest aus der Erde wachsen. Aber wir bitten um Jesu willen deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bescheren, damit die Früchte der Erde Gebete für besondere Anlässe. 95 erfrischt und erquickt werden und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens frucht⸗ barlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hier zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen! Amen. Dankgebet nach der Ernte. Herr Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, giebst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie giebt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und giebst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: Solange die Erde steht, soll nicht auf⸗ hören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung aus⸗ gesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohlthat danken wir dir heute in deinem Hause mit allem deinen Volke und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an leben⸗ dig erhält und thut uns alles Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnen⸗ schein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gieb Gnade, daß wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Erhaltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Gar⸗ ben heimgeholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. Gebete in allerlei Not. VI. Gebete in allerlei Not. Um Geduld in Leidenszeit. Allmüchtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Bei⸗ stand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gieb mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch von ndͤten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, son⸗ dern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfah⸗ rung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der sieben⸗ ten wird mich kein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väter⸗ liches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit und mit aller Geduld und Gebete in allerlei Not. Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewapp⸗ net stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge, auf daß ich, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. In Anfechtungen. O mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erlöser, mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühselig⸗ keit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wenn du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende neh⸗ men möge. Amen. In Kriegszeiten. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegs⸗ geschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohlthaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider ein⸗ ander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzen⸗ dienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, 5 98 Gebete in allerlei Not. daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbar⸗ mung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergieb uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfes⸗ rüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden auf⸗ gehn, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhör unser Gebet um Jesu Christi willen! Amen. In teurer Zeit. Ach Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unsrer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes gethan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohlthaten dir nicht recht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergieb uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Thu deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es fruchtbar; deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der ou rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei, der du dem Vieh sein Futter giebst, den jungen Raben, die dich Gebete in allerlei Not. 99 anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja, mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohlthaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Bei großem Ungewitter. O du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturm⸗ winde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährest wie auf einem Wagen und deinen Donuer mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unsrer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Ver⸗ folge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen 11 * 100 Gebete in allerlei Not. und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuschei⸗ den. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorübergehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne, Jesu Christo, und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. Bei Sturm und Wasserfluten. Allmächtiger, großer und starker Gott, der du Him⸗ mel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergieb uns unsere Sün⸗ den und Missethat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluren ein Ende und thu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Gebete in allerlei Not. 101 Herr Jesu Christe, du 57 der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und deinen Namen preisen hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Bei Seuchen und in Sterbeuszeiten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmach⸗ ten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hierbei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug wer⸗ den und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Danach lies Psalm 90. 91. Fürbitte für ein krankes Kind. Herr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein 0 Gebete in allerlei Not. vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenom⸗ men und zu den Deinen hinzugethan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwähl⸗ ten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gieb uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ist's wohl geborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. Gebete eines Kranken. 1 O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich fünoigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte Gebete in allerlei Not. mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jam⸗ merthale in das rechte Vaterland! Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dir s, mein Erlöser, und ist mir's gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände! Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergiebst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deimen Heiland geschen. An diesen Hriland glaude ich uno anf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, vrun ou bist meine Hülfe und Stärke. Siche mich an aut den Außen — 104 Gebete in allerlei Not. deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barm⸗ herzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange?(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? (Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Misse⸗ thaten haben's ja verdient.(Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünden zurechnen, Herr, wer wird bestehen? (Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde. (1. Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jak. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den Gebete in allerlei Not. 105 werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. (Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22—42. Röm. 8, 18—27. Röm. 8, 28—39. 1. Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. Fürbitte für einen Sterbenden. Allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Misse⸗ that. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Ver⸗ kürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.(Psalm 23, 4.) Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.(Phil. 1. 21.) Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erldset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.(Jes. 43, 1.) Gebete in allerlei Not. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.(2. Tim. 4, 18.) Herr, ich warte auf dein Heil.(1. Mos. 49, 18.) In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.(Joh. 16, 33.) Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. (Psalm 38, 22. 23.) Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen ein⸗ gebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh. 3, 16.) Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet.(Psalm 68, 21.) Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott.(Psalm 31, 6.) Herr Jesu, nimm meinen Geist auf.(Ap.⸗Gesch. 7, 58.) Gebet nach dem Tode eines Kindleins. Herr Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahin genommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärte unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und pretsen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir durcken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Gebete in allerlei Not. 107 Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zugesprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Amen. An Begräbnistagen. Barmherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforschlichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren?ꝰ Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsre Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gieb, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Er⸗ barme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Shristum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn! Amen. Danach lies 1. They 4, 13—18. Offenb. 7, 9—17. —̃— — — 3 2 Der bleine Palechismus Dr. Marlin Luthers. (Die fünf Hauptstücke.) Das erste Hauptstück. Die zehn Gebote. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Dn sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. 109 Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Anecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten — 110 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, aedeingen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich der Herr dein Gott bin ein eifriger 1 Gott, der über die, so mich hassen, die Jünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thne ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. 10 Das zweite Hauptstück. 1 Der Glaube. Der erste Artikel. 1 Von der Schöpfung. Ich glanbe an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Wels und der Erde. ö Was ist das? ö Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, 1 mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft 1 und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und 114 Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, N Acker Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung 1 dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider 1 alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und 10 bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte 10 und Barmherzigkeit ohne all' mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm zu danken und zu loben und de für zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 5 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 113. 0 Wie geschieht das? U Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers 3 Wille; sondern stärket und behält uns fest in ort und Glauben bis an unser Ende; das ist sein seinem gnädiger, guter Wille. Unser täglich Brot gieb uns hente. Gott giebt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er's uns erkennen lasse und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft leider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme 4 ut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesund⸗ reunde, getreue Nachbarn und desgleichen. 1 Essen, Trinken, und treue Oberherren, heit, Zucht, Ehre, gute Und vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um derselben willen solche Bitten nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir „bitten, haben's auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und So wollen wir wiederum auch wohl eitel Strafe verdienen. herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Die vierte Bitte. Was ist das? Die fünfte Bitte. unsern Schuldigern. Was ist das? Die sechste Bitte. so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht 0 Und führe uns nicht in Versuchung. Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und ver⸗ führe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen un Was ist das? d den Sieg behalten. ehört, als ieh, Geld, 114 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Abel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in der Summa, daß. uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt. ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammer⸗ thal zu sich nehme in den Himmel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solch che Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Das vierte Hauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. Zum ersten. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am letzten: Gehei hin in alle Welt, lehret alle Völker, und taufet ur im Uumen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern. Was giebt oder nützet die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sünden erldset vom Tode und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. 115 Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marei am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden: wer aber nicht glanbet, der wird verdammt werden. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist's eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sankt Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ans⸗ gegossen hat über uns reichlich, durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auf⸗ erstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. — 116 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. Das fünfte Hauptstück. Das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl. — Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu ge unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lulas und Sankt Paulus: Unser gerr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach s und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für ench ver⸗ gossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sakrament.— der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Verge⸗ bung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. 117 Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Essen und Trinken khut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament. Und wer denselben Worten laubk, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: ergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sakrament würdiglich? Zuht, und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußer⸗ liche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch fordert eitel gläubige Herzen. Die Paus⸗Tafel eklicher Sprüche für allerlei Skände, dadurch dieselbigen, als durch eigene Teßlion, ihres Amls und Diensts zu vermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, Eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Dane wohl für⸗ stehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. In der 1. Epistel zu Tim. am 3. Kap. Von welklicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit; denn die Obrigkeit, so allenthalben ist, ist von Gott geordnet. Wer aber der Obrigkeit widerstrebt, der widerstrebet Gottes Ordnung; wer aber wider⸗ strebet, wird sein Urteil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über die, so Vöses thun. Zu den Römern am 13. Kap. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. In der ersten Petri am 3. Kap. Und seid nicht bitter gegen sie. Zu den Koloss. am 3. Kap. Den Eheweibern. Die Weiber seien unterthan ihren Männern als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden sind, so ihr wohl thut, und nicht so schüchtern seid. In der ersten Petri am 3. Kap. Den Ellern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, daß sie nicht schen werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Zu den Ephesern am 6. Kap. Die Haus⸗Tafel. Den Rindern. hr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn dies it billig. Ehre Vater und Mutter: das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir's wohlgehe und lange lebest auf Erden. Zu den Ephesern am 6. 5 Den Knechten, Rägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seid Kibeasean euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo selbst, nicht mit Dienst für Augen, als Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit 1 Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder frei. Den Bausherren und Pausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen sie und lasset ener Dräuen, und wisset, daß ihr auch einen— im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6. f Der gemeinen Jugend. 5 Ihr Jungen, seid den Alten unterthan und beweiset darin die Demuk. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die 2 Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri am 5. Kap. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hofer g auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht. elche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. 1. Tim. am 5. Kap. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Wort sind alle Gebote verfasset. Zu den Römern am 18. Kap. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. In der 1. Tim. am 2. Kap. Ein jeder lern sein Lektion, So wird es wohl im Hause stohn. 7 Die Augsburgische Konfession oder SBelkenntnis des Glaubens ellicher Jürsten und Stkädle, überankwortek Rais. Majestäl zu Augsburg. Anno 1530. Artikel des Glaubens und der Lehre. Der 1. Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchriglich geleyret und gehalten, laut des Beschluß concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genunnt wird und wahrhaftiglich ist Gott und sind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich ge⸗ waltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist, alle dre ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne End, uner⸗ meßlichel Macht, Weisheit und Güte ein Schöpfer und Erhalter aller sichtburen und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Fertons berstunden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft iu einem andern, sondern das selbst bestehet, wie denn die Väter in dieser Sachen dies Wort gebraucht haben. Drrohulben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artitel zuwider sind, als Manichäi, die zween Götter gesetzt haben einen vosen und einen guten. Item Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten und alle dergleichen, auch Samosateni, alte und neue, so nur eine Person setzen und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der heilige Geist sei erschaffene Regung in Kreaturen. Der II. Artikel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehret, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottes⸗ furcht, kein wahren Glauben an Gott von Natur haben können: daß auch dieselbige angeborne Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei, und verdamme alle die unter ewigen Gotteszorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Die Augsburgische Konfession. 121 Hieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so⸗ die Erbsünde nicht für Sünde haben, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der III. Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrauen Maria, und daß die zwo Naturen, göttliche und menschliche, in einer Person, also unzertrennlich vereinigt, ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre, nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde, und Gottes Zorn versühnete. Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, auf⸗ gefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile, und wider den Teufel und wider die Sünde schütze und beschirme. Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten eto. laut des Symboli Apostolorum. Der IV. Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehret, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit für Gott nicht erlangen mögen durch umer Ver⸗ dienst, Werk und Genugthun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und für Gott gerecht werden aus Gnuden um Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat und daß uns um seinetwallen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit fur ihm 8 5 zurechnen, wie St. Paulus sagt zu ben Römern am und 4. Der V. Artikel. Vom Predigtamt. Solchen Glauben zu erlangen har Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakrament gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Cheistus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen guadigen Gott haben, so wir solches gläuben. Und werden verdammt die Wiedertäufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den — Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werk er⸗ ngen. * Die Augsburgische Konfession. 10 Der VI. Artikel. Vom neuen Gehorsam. e Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und N gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade für Gott zu ver⸗ dienen. Denn wir empfahen 19 der Sünde und Gerech⸗ 1 tigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst 00 spricht, Luk. 17: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: 1 146 Wir sind untüchtige Knechte. Also lehren auch die Väter. Denn 1 Ambrosius spricht: Also ist's beschlossen bei Gott, daß, wer an 10 Christum gläubt, selig sei und nicht durch Werk, sondern allein 11 000 durch den Glauben ohne Verdienst Vergebung der Sünden habe. 6 Der VII. Artikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehret, daß alle Zeit müsse eine heilige christliche Kirche 1 und bleiben, welche ist die 1 aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt un die heiligen Sakrament laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist gnug zu wahrer Einigkeit der christlichen ich nach reinem Verstand das Evan⸗ 1 Kirchen, daß da e Sakrament dem göttlichen Wort gemäß ö gelium gepredigt und die gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der 1 christlichen Kirchen, daß allenthalben gleichförmige Zeremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht 11 Ephes. 4, 5. 6: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 1 Der VIII. Artikel. Was die Kirche sei! Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anderes 15 ist, denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, ö auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die 1 Sakrament— kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst an⸗ 0 zeigt, Matth. 23, 2: Auf dem Stuhl Mosi sitzen die Pharisäer eto. Derhalben werden die Donatisten und alle andere verdammt, f so anders halten. Der IX. Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird gelehret, daß sie nötig sei und daß dadurch Gnade angeboten werde, daß man auch die Kinder 0 taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwort und 19 gefällig werden. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Die Augsburgische Konfession. Der X. Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilt und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. Der XI. Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehret, daß man in der Kirchen privatam absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll, wiewohl in der Beichte nicht not ist alle Missethat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist. Psalm 19, 18: Wer kennet die Missethat! Der XII. Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gesündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen, mögen Vergebung der Sünde erlangen, und ihnen die Absolution von der Kirchen nicht soll geweigert werden. Und ist wahre rechte Buße eigentlich Reue und Leid oder Schrecken haben über die Sünde, und doch daneben gläuben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnad erworben sei, welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden macht. Danach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3, 8: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. ie werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammet die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Vergebung der Sünde erlange, sondern durch unser Gnugthun. Der XIII. Artikel. Vom Gebrauch der Sakramente. Vom Gebrauch der Sakramente wird gelehret,— die Sakra⸗ mente 5 la sind nicht allein darum, daß sie Zeichen sind, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern, daß es Zeichen und Zeugnis sind göttliches Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken, 1 sie auch Glauben fordern und dann recht 1 werden, so man's im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket. Der XIV. Artikel. Vom Kirchen ⸗Negiment. Vom Kirchen⸗Regiment wird gelehret, daß niemand in der Kirchen öffentlich lehren oder predigen oder Sakrament reichen soll ohne ordentlichen Beruf. 124 Die Augsburgische Konfession. Der XV. Artikel. Von Kirchen⸗ Ordnungen. Von Kirchen ⸗ Ordnung, von Menschen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden und u Frieden, zu guter Ordnung in der Kirchen dienen, als gewisse Feier, Fest und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit, darüber wird gelehret, daß alle Satzungen und Tradition, von Menschen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versühne und Gnad verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sind; derhalben sind Kloster⸗ 825 und andere Tradition von Unterschied der Speisen, age etc., dadurch man vermeint Gnade zu verdienen und für Sünde gnug zu thun, untüchtig und wider das Evangelium. Der XVI. Artikel. Von der Polizei und weltlichem Regiment. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehret, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regiment und Gesetze, gute Ordnung von Gott geschaffen und einge sind, und daß Thristen mögen in Obrigkeit⸗, Fürsten⸗ und Richter⸗Amt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und anderen üblichen Rechten Ur⸗ teil und Recht sprechen, Übelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, eigenes haben, ehelich sein ste. Hie werden verdammt die Wiedertäufer, so lehren, daß der obangezeigten keines christlich sei. uch werden diejenigen verdammt, so lehren, daß christliche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich ver⸗ lassen und sich der vorberührten Stück äußern; so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist, rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehret nicht ein äußerlich, zeit⸗ lich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens und stößt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte als wahrhaftige Ord⸗ nung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig der Obrigkeit unterthan und ihren Geboten gehorsam 2 sein in allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebote ohne Sünde nicht Machen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein, denn den kenschen. Apostelgesch. 5, 29. Der XVII. Artikel. Von der Wiederkunft Christi zum Gericht. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird zu richten und alle Toten aufer⸗ wecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und 11 Freude geben, een Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Die Augsburgische Konfession. 125 Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammte Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. tem, hie werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jetzund finden, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen ver⸗ tilgen werden. Der XVIII. Artikel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gelehrt, daß der Mensch etlicher⸗ maßen einen freien Willen hat äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter denen Dingen, so die Vernunft begreift; aber ohne Gnad, Hilfe und Wirkung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht Gott gefällig werden, Gott herzlich de fürchten, oder zu gläuben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen; sondern solches geschieht durch den heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird. Denn Paulus spricht 1. Kor. 2, 14: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin kein Neuigkeit Allen werde, so sind das die klaren Wort Augustini vom freien illen, wie jetzund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Kall. nostikon:„Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist, denn sie haben je alle natürlichen, angebornen Verstand und Vernunft, nicht daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als: Gott von Per die zu lieben, zu fürchten, sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit Gutes oder Böses zu wählen. Gut, mein ich, daß die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken; zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an oder auszuthun, u bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und e etwas Nützliches und Gutes zu thun. Welches alles doch ohne Gott nicht ist noch bestehet, sondern alles aus ihm und. ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigener Wahl fürnehmen, als für einem Abgott niederzuknien, ein Totschlag zu thun etc.“ Der XIX. Artikel. Von Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Böfen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die— abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8, 44 Der Teufel redet Lügen aus seinem eigenen. Der XX. Artikel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahrheit vorgeworfen, daß sie gute Werke verbieten. Denn ihre Schriften von zehen Geboten und 126 Die Augsburgische Konfession. andere beweisen, daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken guten, nützlichen Bericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehret hat, sondern allermeist in allen Predigten auf kindische, unnötige Werke, als Rosenkränze, — Mönchwerden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, rüderschaften eto. getrieben. Solche unnötige Werke rühmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch als vorzeiten; dazu haben sie auch gelernet nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten 3 geprediget haben; lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht werden für Gott, sondern setzen den Glauben an Christum dazu, sprechen, Glau⸗ ben und Werk machen uns gerecht für Gott, welche Rede mehr Trosts bringen möge, dann so man allein lehrt auf Werk zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott ver⸗ sühnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man gläubt, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist den Vater zu versühnen.(1. Tim. 2, 5). Wer nun vermeinet solches durch Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Chri⸗ stum und sucht einen eigenen Weg zu Gott wider das Evangelium. Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2, 8: Aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und das⸗ selbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme ete. Und daß hierin kein neuer Verstand eingeführet sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehret, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen und für Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de spiritu et litera ausweiset. Wiewohl nun diese Lehr bei unversuchten Leuten sehr ver⸗ achtet wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und er⸗ schrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist. Denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Friede kommen durch Werk, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schleußt, daß es um Christus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5, 1: So wir durch den Glauben sind ge⸗ recht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott. Diesen Trost hat man vorzeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewissen auf eigene Werk getrieben, und sind mancherlei Werke fürgenommen. Dann etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben, etliche haben andere Werke erdacht damit Die Augsburgische Konfession. Gnade ze verdienen und für Sünde gnug zu thun. Derselbigen viele haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen diese Lehr vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treihen daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohn Verdienst, Gottes Gnade ergreifet. Es geschieht auch Unterricht, daß man hie nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlose haben, die auch die Historien gläuben, daß Christus gelitten habe und auferstanden sei von Toten, sondern man redet vom wahren Glauben der da gläubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen. Und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennet also Gott, rufet ihn an und ist nicht ohn Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose gläuben diesen Artikel, Vergebung der Sünde, nicht, darum sind sie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nicht Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben, und heißet nicht Glauben ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben. Denn also wird vom Glauben elehrt zu den Hebr. am 11., daß gläuben sei nicht allein die Historien wissen, sondern Zupersicht haben zu Gott seine Zusage zu em⸗ pfahen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort Glauben) in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuver⸗ scch zu Gott, daß er uns gnädig sei und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehrt, daß gute Werke sollen und müssen ge ⸗ schehen, nicht daß man darauf vertraue Gnade damit zu ver ⸗ dienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaub ergreift allzeit allein Gnad und Vergelung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt gute Werk zu thun. Denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist ist, so ist es zu schwach, dazu ist es in Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibet; wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel große öffentliche Sünde gefallen. Also gehet es mit dem Menschen so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigene menschliche Kräfte regieret. Derhalben ist die Lehr vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre gute Werke zu thun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach gute Werk zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, besohlene Amter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lüste zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Christi, wie er selbst spricht Joh. 15, 5: Ohne mich könnt ihr nichts thun eto. Die Augsburgische Konfession. Der XXI. Artikel. Vom Dienst der Heiligen. Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist: dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, leichwie die Kais. Majest. seliglich und göttlich dem Exempel David folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie im königlichen Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein einiger Versühner und Mitt⸗ ler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus, 1. Tim. 2, 5., welcher ist der einige Heiland der einige öberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Römer 8, 34. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen von erzen suche und anrufe. 1. Joh. 2, 1. So jemand fündiget, 5— wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum. Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem christlichen Unterricht und Trost der Gewissen, auch u Besserung der Gläubigen gepredigt und gelehret ist; wie wir enn unser eigene Seele und Gewissen je nicht gerne wollten für Gott mit Mißbrauch göttliches Namens oder Worts in die höchste und größte Gefahr setzen, oder auf unser Kinder und Nachkommen ein ander Lehre, denn so dem reinen göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. So⸗ dann dieselbige in heiliger Schrift klar gegründet, und dazu auch gemeiner christlicher, ja römischer Kirchen, soviel aus der Väter Schrift zu vermerken, nicht zuwider noch entgegen ist so achten wir auch, unsere Widersacher können in obangezeigten Artikeln nicht uneinig mit uns sein. Derhalben handeln diejenigen ganz un⸗ ai geschwind und wider alle christliche Einigkeit und Liebe, so ie Unsern derhalben als Ketzer abzusondern. zu verwerfen und 75 meiden ihnen selbst ohne einigen beständigen Grund gött⸗ icher Gebot oder Schrift fürnehmen. Denn die Irrung und ank ist fürnehmlich über etlichen Traditionen und Mißbräuchen. o denn nun an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel und dies unser Bekenntnis göttlich und christlich ist, sollten sich billig die Bischöfe, wann schon bei uns der Tra⸗ dition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen, wiewohl wir verhoffen, beständigen Grund und Ursachen darzuthun, warum bei uns etliche Traditionen und Mißbräuche geändert sind. Die Augsburgische Konfession. 129 Artikel, von welchen Zwiespalt ist, da erzählet werden die Mißbräuche, so geändert sind. So nun von den Artikeln des Glaubens in unsern Kirchen nicht gelehret wird zuwider der heiligen Schrift oder gemeiner christlicher Kirchen, sondern allein etliche Mißbräuche geändert sind, welche zum Teil mit der Zeit selbst eingerissen, zum Teil mit Gewalt aufgerichtet, fordert unser Notdurft, dieselbigen zu erzählen und Ursach darzuthun, warum hierin Anderung gedul⸗ det ist, damit Kais. Majest. erkennen möge, daß nicht hierin un⸗ christlich oder freventlich gehandelt, sondern daß wir durch Gottes Gebot, welches billig höher zu achten denn alle Gewohnheit, gedrungen sind solche Anderung zu gestatten. Der XXII. Artikel. Von beider Gestalt des Sakraments. ö Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sakraments ge⸗ reicht aus dieser Ursach, daß dies ein klarer Befehl und Gebot 8 Christi, Matth. 26: Trinket alle daraus. Da gebeut Christus mit klaren Worten von dem Kelch, daß sie alle daraus trinken sollen. Und damit niemand diese Worte anfechten und glossieren könne, als gehöre es allein den Priestern zu, so zeiget Paulus 1. Korinth. 11, 26 an, daß die ganze Versammlung der Korinther⸗ Kirchen beide Gestalt gebraucht hat. Und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirchen blieben, wie man durch die Historien und der Väter Schriften beweisen kann. Cyprianus gedenkt an vielen Orten, daß den Laien der Kelch derzeit gereicht sei. So spricht St. Hieronymus, daß die Priester, so das Sakrament reichen, dem Volk das Blut Christi austeilen. So gebeut Gelasius, der Papst selbst, daß man das Sakrament nicht teilen soll, distinct. 2 de consecrat. o. Comperimus. Man findet auch nirgend einen Kanon, der da gebiete allein eine Gestalt zu nehmen. Es kann auch niemand wissen, wenn oder durch welch diese Gewohn⸗ heit eine Gestalt zu nehmen eingeführt ist, wiewohl der Cardinal Cusanus gedenkt, wenn diese Weise approbiert sei. Nun ist's öffentlich, daß solche Gewohnheit, wider Gottes Gebot, auch wi⸗ der die alten Canones eingeführt, unrecht ist. Derhalben hat. sich nicht gebühret, derjenigen Gewissen, so das heilige Sakra⸗ ment nach Christus Einsetzung zu gebrauchen begehrt haben, zu beschweren, und zwingen wider unseres Herrn Christi Ordnung u handeln. Und dieweil die Teilung des Sakraments der Ein⸗ se ung Christi zu sehr entgegen ist, wird auch bei uns die ge⸗ wohnliche Prozession mit dem Sakrament unterlassen. Der XXIII. Artikel. Vom Ehestand der Priester. Es ist bei jedermann, hohen und niedern Standes, eine große mächtige Klage in der Welt ewesen von großer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten 9 1 Die Augsburgische Konfession. Keuschheit zu halten, und war auch je mit solchen gräulichen Lastern aufs höchste kommen. So viel Häßliches, groß Arger⸗ nis, Ehebruch und andere Unzucht zu vermeiden, haben sich etliche Priester bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, daß sie dahin gedrungen und bewegt sind aus hoher Not ihrer Gewissen, nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand sei von Gott dem Herren eingesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt 1. Korinth. 7, 2: Die Unzucht zu vermeiden habe ein jeglicher sein eigen Eheweib, item: Es ist besser ehelich werden, denn brennen. Und nachdem Christus sagt Matth. 19, 12: Sie fassen nicht alle das Wort, da zeigt Christus an,(welcher wohl gewußt hat, was am Menschen sei) daß wenig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben: denn Gott hat den Menschen Männlein und Fräulein geschaffen Gen. 1, 28. Ob es nun in menschlicher Macht oder Vermögen sei, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes durch eigen Fürnehmen oder Gelübde Gottes der hohen Majestät Geschöpfe besser zu machen oder zu ändern, hat die Erfahrung allzu klar gegeben. Denn was gutes, was ehrbar, züchtiges Leben, was christliches, ehrliches oder red⸗ liches Wandels an vielen daraus erfolget, wie gräulich, schrecklich Unruhe und Qual ihrer Gewissen viele an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage, und ihrer viele haben es selbst bekennet. So denn Gottes Wort und Gebot durch kein mensch⸗ lich Gelübde oder Gesetz mag geändert werden, haben aus dieser und andern Ursachen und Gründen die Priester und andere Geist⸗ liche Eheweiber genommen. So es ist auch aus den Historien und der Väter Schriften zu beweisen, daß in der christlichen Kirchen vor Alters der Brauch ewesen, daß die Priester und Diakonen Eheweiber gehabt, darum sagt Paulus 1. Tim. 3, 2: Es soll ein Bischof unsträflich sein, Eines Weibes Mann. Es sind auch in Deutschland erst vor vierhundert Jahren die Priester zum Gelübde der Keuschheit vom Ehestand mit Gewalt abgedrungen, welche sich dagegen sämtlich auch so ganz ernstlich und hart gesetzt haben, daß ein Erzbischof zu Mainz, welcher das päpstliche neue Edikt derhalben verkün⸗ diget, gar nahe in einer Empörung der ganzen Priesterschaft in einem Gedränge wäre umgebracht. Und dasselbige Verbot ist bald im Anfang so geschwind und unschicklich fürgenommen, daß der Papst die Zeit nicht allein die künftige Ehe den Priestern verboten, sondern auch derjenigen Ehe, so schon in dem Stand lange gewesen, zerrißen, welches doch nicht allein wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, sondern auch den Ca⸗ nonibus,(so die Päpste selbst gemacht) und den berühmtesten Conciliis ganz entgegen und zuwider ist. Auch ist bei viel hohen, gottesfürchtigen, verständigen Leuten dergleichen Rede und Bedenken oft gehört, daß solcher gedrun⸗ ener Cölibat und Beranbung des Eheftandes(welchen Gott felbst eingesetzt und frei gelassen) nie kein Gutes, sondern viel Die Augsburgische Konfession. großer böser Laster und viel Arges eingeführt habe. Es hat auch einer von Päpsten, Pius II., selbst, wie seine Historie anzeigt, diese Worte oft geredet und von sich schreiben lassen: es möge wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sei, es habe aber viel höhere, größere und wichtigere Ursachen, warum man ihnen die Ehe soll wieder frei lassen. Ungezweifelt, es hat Papst Pius, als ein verständiger, weiser Mann, dies Wort aus großen Bedenken geredet. Derhalben wollen wir uns in Unterthänigkeit zu Kais. Majest. vertrösten, daß Ihre Majest. als ein christlicher hochlöblicher Kaiser gnädiglich beherzigen werde, daß jetzund in letzten Zeiten und Tagen, von welchen die Schrift meldet, die Welt immer je ärger und die Menschen gebrechlicher und schwächer werden. Derhalben wohl hochnötig, nützlich und christlich ist diese fleißige Einsehung zu thun, damit, wo der Chestand verboten, nicht ärgere und schändlichere Unzucht und Laster in deutschen Landen möchten einreißen. Denn es wird je diese Sachen nie⸗ mand weislicher oder besser ändern oder machen können denn Gott selbst, welcher den Ehestand menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht zu wehren eingesetzt hat. So sagen die alten Canones auch, man müsse zuzeiten die Schärfe und rigorem lindern und nachlassen um menschlicher Schwachheit willen und Argeres zu verhüten und zu meiden. Nun wäre das in diesem Falle auch wohl christlich und ganz hoch vonnöten. Was kann auch der Priester und der Geist⸗ lichen Ehestand gemeiner christlichen Kirchen nachteilig sein, son⸗ derlich der Pfarrherrn und anderer, die der Kirchen dienen sollen? Es würde wohl künftig an Priestern und Pfarrherrn mangeln, so dies hart Verbot des Ehestandes länger währen sollte. So nun dieses, nämlich daß die Priester und Geistlichen mögen ehelich werden, gegründet ist auf das göttliche Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, daß die Priester ehelich ge⸗ wesen, so auch das Gelübde der Keuschheit so viel häßliche, un⸗ christliche Argernis, soviel Ehebruch, schreckliche, ungehörte Un⸗ Tot und gräuliche Laster hat angericht, daß auch etliche unter humherrn, Curtisan zu Rom solches oft selbst bekennt und kläglich angezogen, wie solche Laster im Klero zu gräulich und bermächtig, daß Gottes Zorn würde erreget werden: so ist's je erbärmlich, daß man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Orten aufs geschwindeste, wie um große Übelthat, zu strafen sich unterstanden hat. So ist auch der Ehestand in kaiserlichen Rechten und in allen Monarchien, wo je Gesetz und Recht gewesen, hoch gelobet. Allein dieser Zeit beginnt man die Leute unschuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und dazu Priester, deren man für andern schonen sollte, und 9115 05 nicht allein wider göttliche Rechte, sondern auch wider die Canones. Paulus der Apostel 1. Tim. 4. 1 ff. nennt die Lehre, so die Ehe verbieten, Teufels Lehre. So sagt Christus 9* Die Augsburgische Konfession. selbst Joh. 8, 44: Der Teufel sei ein Mörder von Anbeginn. Welches denn wohl zusammenstimmt, daß es freilich Teufels Lehren sein müssen, die Ehe verbieten und sich unterstehen solche Lehre mit Blutvergießen zu erhalten. Wie aber kein menschlich Gesetz Gottes Gebot kann wegthun oder ändern, also kann auch kein Gelübde Gottes Gebot ändern., Darum giebt auch St. Cyprianus den Rat, daß die Weiber, so die gelobte Keuschheit nicht halten, sollen ehelich werden, und sagt I. 1. epist. 11 also: So sie aber Keuschheit nicht halten wollen oder nicht vermögen, so ist's besser, daß sie ehelich wer⸗ den, denn daß sie durch ihre Lust ins Feuer fallen, und sollen sich wohl fürsehen, daß sie den Brüdern und Schwestern kein Argernis anrichten. Zudem, so brauchen auch alle Canones größer Gelindigkeit und Aquität gegen diejenigen, so in der Jugend Gelübde gethan, wie denn Priester und Mönche mehrenteils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit kommen sind. Der XXIV. Artikel. Von der Messe. Man wirft den Unsern mit Unrecht vor, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öffentlich, daß die Messe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größerer Andacht und Ernst ehalten wird denn bei den Widersachern. So werden auch die zeute mit höchstem Fleiß zum öftern unterrichtet vom heiligen Sakrament, wozu es eingesetzt und wie es zu gebrauchen sei, als nämlich die erschrockenen Gewissen damit zu trösten, dadurch das Volk zur Kommunion und Messe gezogen wird. Dabei ge⸗ schieht auch Unterricht wider andere unrechte Lehre vom Sakra⸗ ment. So ist auch in den öffentlichen Zeremonien der Messe keine merkliche Anderung geschehen, denn daß an etlichen Orten deutsche Gesänge(das Volk damit zu lehren und zu üben) neben lateinischem Gesang gesungen werden, sintemal alle Zeremonien fürnehmlich dazu dienen sollen, daß das Volk daran lerne, was ihm zu wissen von Christo not ist. 5 Nachdem aber die Messe auf mancherlei Weise vor dieser Zeit mißbraucht, wie am Tage ist, daß ein Jahrmarkt daraus emacht, daß man sie kauft und verkauft hat und daß mehrer Keil in allen Kirchen um Geldes willen gehalten worden, ist solcher Mißbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von elehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als nun die Prediger bei uns davon geprediget und die Priester erinnert sind der schrecklichen Bedräuung, so denn billig einen jeden Christen bewegen soll, daß wer das Sakrament unwürdiglich brauchet, der sei schuldig am Leib und Blut Christi, darauf sind solche Kaufmessen und Winkelmessen(welche bis anher aus Zwang um Geldes und der Präbenden willen gehalten worden) in unsern Kirchen gefallen. 2 Die Augsburgische Konfession. Dabei ist auch der gräuliche Irrtum gestraft, daß man ge⸗ lehret hat, unser Herr Christus habe durch sein Tod allein für die Erbsünde genug gethan und die Messe eingesetzt zu einem Opfer für die andern Sünden und also die Messe zu einem Opfer gemacht für die Lebendigen und Toten, dadurch Sünde wegzunehmen und Gott zu versühnen. Dadurch ist weiter ge⸗ folget, daß man disputiert hat, ob eine Messe, für viel gehalten, also viel verdiene, als so man für einen jeglichen eine sonderliche hielte. Daher ist die große unzählige Menge der Messen kommen, daß man mit diesem Werk hat wollen bei Gott alles erlangen, das man bedurft hat, und ist daneben des Glaubens an Christum und rechten Gottesdiensts vergessen worden. Darum ist davon Unterricht geschehen, wie ohne Zweifel die Not gefordert, daß man wüßte, wie das Sakrament recht zu gebrauchen wäre. Und erstlich, daß kein Opfer für Erbsünde und andere Sünde sei denn der einige Tod Christi, zeigt die Schrift an vielen Orten an. Denn alfo steht geschrieben zu den Hebräern, daß sich Christus einmal geopfert hat, und dadurch für alle Sünde genug gethan. Es ist eine unerhörte Neuigkeit, in der Kirche zu lehren, daß Christus Tod sollte allein für die Erbsünde, und sonst nicht auch für andere Sünde, genug gethan haben; derhalben zu hoffen, daß männiglich verstehe, daß solcher Irrtum nicht unbillig gestraft sei. Zum andern, so lehret St. Paulus, daß wir für Gott Gnad erlangen durch Glauben und nicht durch Werk. Dawider ist öffentlich dieser Mißbrauch der Messe, so man vermeinet durch dieses Werk Gnade zu erlan en, wie man denn weiß, daß man die Messe dazu gebraucht— Sünde abzulegen und Gnade und alle Güter bei Gott zu erlangen, nicht allein der Priester für sich, sondern auch für die ganze Welt und für andere, Le⸗ bendige und Tote. Zum dritten, so ist das heilige Sakrament eingesetzt nicht damit für die Sünde ein Opfer anzurichten(denn das Opfer ist zuvor geschehen), sondern daß unser Glaube dadurch erweckt und die Gewissen getröstet werden, welche durchs Sakrament erinnert werden, daß ihnen Gnade und Vergebung der Sünde von Christo zugesagt ist. Derhalben fordert dies Sakrament Glauben und wird ohne Glauben vergeblich gebraucht. Dieweil nun die Messe nicht ein Opfer ist für andere, Le⸗ bendige oder Tote, ihre Sünde wegzunehmen, sondern soll eine Kommunion sein, da der Priester und andere das Sakrament empfahen für sich: so wird diese Weise bei uns gehalten, daß man an Feiertagen, auch sonst so Kommunikanten da sind, Messe hält und etliche, so das begehren, kommuniziert. Also bleibt die Messe bei uns in ihrem rechten Brauch, wie sie vorzeiten in der Kirchen gehalten, wie man beweisen mag aus St. Paulo 1. Korinth. 11, dazu auch vieler Väter Schriften. Denn Chrysostomus spricht, wie der Priester täglich stehe und fordere etliche zur Kommunion, 134 Die Augsburgische Konfession. etlichen verbiete er hinzuzutreten. Auch zeigen die alten Canones an, daß einer das Amt gehalten hat und die andern Priester und Diakonen kommuniziert. Denn also lauten die Worte im canone Nicaeno: die Diakonen sollen nach den Priestern ordent⸗ lich das Sakrament empfahen vom Bischof oder Priester. So man nun keine Neuigkeit hierin, die in der Kirchen vor Alters nicht gewesen, fürgenommen hat, und in den öffentlichen Zeremonien der Messen keine merkliche Anderung geschehen ist, allein daß die andern unnötigen Messen, etwa durch ein Miß⸗ brauch gehalten, neben der Pfarrmesse gefallen sind: soll billig diese Weise Messe zu halten nicht für ketzerisch und unchristlich verdammt werden. Denn man hat vorzeiten auch in den großen Kirchen, da viel Volks gewesen, auch auf die Tage, so das Volk zusammenkam, nicht täglich Messe gehalten; wie tripartita hi- storia lib. 9. angezeigt, daß man zu Alexandria am Mittwoch und Freitag die Schrift gelesen und ausgelegt habe, und sonst alle Gottesdienst gehalten ohne die Messe. Der XXV. Artikel. Von der Beichte. Die Beichte ist durch die Prediger dieses Teils nicht abge⸗ than. Denn diese Gewohnheit wird bei uns gehalten das Sa ⸗ krament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verhört und ab⸗ solviert sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröstlich das Wort der Absolution sei, wie hoch und teuer die Absolution zu achten; denn es sei nicht des gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünde vergiebt. Denn sie wird an Gottes Statt und aus Gottes Befehl gesprochen. Von diesem Befehl und Gewalt der Schlüssel, wie tröstlich, wie nötig sie sei den erschrockenen Gewissen, wird mit großem Fleiß gelehret; dazu wie Gott fordert diese Absolution zu gläuben, nicht weniger, denn so Gottes Stimme vom Himmel erschölle, und uns derselben fröhlich trösten und wissen, daß wir durch solchen Glauben Vergebung der Sünden erlangen. Von diesen nötigen Stücken haben vorzeiten die Prediger, so von der Beichte viel lehreten, nicht ein Wörtlein gerühret, sondern allein die Gewissen gemartet mit* Erzählung der Sünden, mit Genugthun, mit Ablaß, mit allfahrten und dergleichen. Und viele unserer Widersacher bekennen selbst, daß dieses Teils von rechter christlicher Buße schicklicher denn zuvor in langer Zeit geschrieben und gehandeit sei. Und wird von der Beichte also gelehret, daß man niemand dringen soll, die Sünde namhaft zu erzählen. Denn solches ist unmöglich, wie der Psalm(19, 13) spricht: Wer kennet die Misse· that? Und Jeremias 17, 9 spricht: Des Menschen Herz ist so arg, daß man es nicht auslernen kann. Die elende menschliche Natur steckt also tief in Sünden, daß sie dieselbe nicht alle sehen, oder kennen kann, und sollten wir allein von denen absolviert werden, die wir zählen können, wäre uns wenig geholfen. Der⸗ Die Augsburgische Konfession. 135 halben ist nicht not, die Leute zu dringen, die Sünde namhaftig zu erzählen. Also haben auch die Väter gehalten, wie man findet distinct. 1 de poenitentia, da die Worte Chrysostomi an⸗ gezogen werden: Ich sage nicht, daß du dich selbst sollst öffent⸗ lich dargeben, noch bei einem andern dich selbst verklagen oder schuldig geben, sondern gehorche dem Propheten, welcher spricht: Offenbare dem Herren deine Wege. Ps. 37, 5. Derhalben beichte Gott dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter neben deinem Gebet; nicht sage deine Sünde mit der Zungen, sondern in einem Gewisfen. Hie siehet man klar, daß Ehrhsostomus nicht zwinget die Sünde namhaftig zu erzählen. So lehret auch die glossa in decretis, de poenitentia, distinct. 5. cap. Consideret, daß die Beichte nicht durch die Schrift geboten sondern durch die Kirche eingesetzt sei. Doch wird dur die 3 dieses Teils fleißig gelehret, daß die Beichte von wegen der Absolution, welche das Hauptstück und das Fürnehmste darin ist, zu Trost der erschrockenen Gewissen, dazu um etlicher anderer Ursachen willen zu erhalten sei. Der XXVI. Artikel. Vom Unterschied der Speise. Vorzeiten hat man also gelehret, geprediget und geschrieben, daß Unterschied der Speise und dergleichen Tradition von Men⸗ schen eingesetzt dazu dienen daß man dadurch Gnade verdiene und für die Sünde genug thue. Aus diesem Grund hat man täglich neue Fasten, neue Zeremonien, neue Orden und der⸗ gleichen erdacht, und auf solches heftig und hart getrieben, als sind solche Dinge nötige Gottesdienste, dadurch man Gnade verdiene, so man's halte, und Sable Sünde geschehe, so man's nicht halte. Daraus ist viel schädlicher Irrtum in der Kirchen erfolget. Erstlich ist dadurch die Gnade Christi und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evangelium mit großem Erust fürhält, und treibt hart darauf, daß man das Verdienst Christi hoch und teuer achte und wiße, daß gläuben an Chri⸗ stum hoch und weit über alle Werke zu setzen sei. Derhalben * St. Paulus heftig wider das 2 Mosi und menschliche Traditiones gefochten, daß wir lernen sollen, daß wir für Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Christum, daß wir Gnade erlangen um Christus willen. Solche Lehre ist schier ganz verloschen dadurch, daß man gelehret Gnade zu verdienen mit Gesetzen, Fasten, Unterschied der Speise, Kleidern eto. Zum andern haben 752 solche Traditiones Gottes Gebot verdunkelt; denn man setzt diese Traditiones weit über Gottes Gebot. Dies hielt man allein für christlich Leben, wer die Feier also hielt, also betete, also fastete, also gekleidet war; das nennt man geistlich christlich leben. Daueben hielt man andere nötige gute Werke für ein weltlich ungeistlich Wesen, nämlich diese, so 136 Die Augsburgische Konfession. jeder nach seinem Beruf zu thun schuldig ist, als daß der Haus⸗ vater arbeitet Weib und Kind zu ernähren und zu Gottesfurcht aufzuziehen, die Hausmutter Kinder gebiert und wartet ihr, ein Fürst und Obrigkeit Land und Leute regiert eto. Solche Werke von Gott geboten mußten ein weltlich und unvollkommen Wesen sein, aber die Traditiones mußten den prächtigen Namen haben, daß sie allein heilige, vollkommene Werke hießen. Derhalben war kein Maß noch Ende solche Traditiones zu machen. Zum dritten, solche Traditiones sind zu hoher Beschwerung der Gewissen geraten. Denn es war nicht möglich alle Tradi⸗ tiones zu halten, und waren doch die Leute der Meinung, als wäre solches ein nötiger Gottesdienst, und schreibet Gerson, daß viele hiemit in Verzweiflung gefallen, etliche haben sich auch selbst umgebracht, derhalben, daß sie keinen Trost von der Gnade Christi gehöret haben. Denn man sieht bei den Summisten und Theologen, wie die Gewissen verwirrt, welche sich unterstanden haben die Traditiones zusammen zu ziehen, und smrernelog ge⸗ sucht, daß sie den Gewissen hülfen, haben so viel damit zu thun gehabt, daß dieweil alle heilsame christliche Lehre von nötigern Gachen, als vom Glauben, vom Trost in hohen Anfechtungen und dergleichen danieder git seh ist. Darüber haben auch viel fromme Leute vor dieser Zeit sehr geklagt, daß solche Traditiones viel Zank in der Kirche anrichten, und daß fromme Leute, damit verhindert, zu rechtem Erkenntnis Christi nicht kommen möchten. Gerson und etliche mehr haben heftig darüber geklagt. Ja es hat auch Augustino mißfallen, daß man die Gewissen mit so viel Traditionibus beschweret. Derhalben er dabei Unterricht giebt, daß man's nicht für nötige Dinge halten soll. Darum haben die Unsern nicht aus Frevel oder Verachtung geistlicher Gewalt von diesen Sachen gelehret, sondern es hat die hohe Not gefordert Unterricht zu thun von obangezeigten Irrtümern, welche aus Mißverstand der Tradition gewachsen sind. Denn das Evangelium zwinget, daß man die Lehre vom Glauben solle und müsse in Kirchen treiben, welches doch nicht mag verstanden werden, so man vermeint durch eigene erwählte Werke Gnade zu verdienen. Und ist also davon gelehret, daß man durch Haltung gedach⸗ ter menschlicher Tradition nicht kann Gnade verdienen, oder Gott versühnen, oder für die Sünde genug thun. Und soll der⸗ halben kein nötiger Gottesdienst daraus gemacht werden. Dazu wird Ursach aus der Schrift angezogen. Christus Matth. 15, 3. 9. entschuldiget die Apostel, daß sie gewöhnliche Traditiones nicht gehalten haben, und spricht dabei: Sie ehren mich vergeblich mit Menschen Geboten. So er nun dies einen vergeblichen Dienst nennet, muß er nicht nötig sein. Und bald hernach: Was zum Munde eingehet, verunreiniget den Menschen nicht. Item, Paulus spricht Römer 14, 17: Das Himmelreich stehet nicht in Speise oder Trank. Kol. 2, 16: Niemand soll euch Die Augsburgische Konfession. richten in Speise, Trank, Sabbath eto. Act. 15, 10 spricht Petrus: Warum versucht ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsere Väter noch wir haben mögen tragen? Sondern wir gläuben durch die Gnade unsers Herrn Jesu Christi selig zu werden. Da verbeut Petrus, daß man die Gewissen nicht beschweren soll mit mehr äußerlichen Zere⸗ monien, es sei Mosis oder andern. Und 1. Tim. 4, 1—3 werden solche Verbote, als Speise verbieten, Ehe verbieten eto. Teufels lehre genennet. Denn dies ist stracks dem Evangelio entgegen, solche Werke einsetzen oder thun, daß man damit Vergebung der Sünde verdiene, oder als möge niemand ein Christ sein ohne solche Dienste. Daß man aber den Unsern hie Schuld giebt, als verbieten sie Kasteiung und Zucht wie Jovinianus, wird sich viel anders aus ihren Echristen befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, daß Christen zu leiden schuldig sind, und dieses ist rechte, ernstliche und nicht erdichtete Kasteiung. Daneben wird auch gelehret, daß ein jeglrchergsonng i ist, sich mit leiblicher Übung, als Fasten und anderer Übung, also zu halten, daß er nicht Ursach zu Sünden gebe, nicht, daß er mit solchen Werken Gnade verdiene. Diese leibliche Übung soll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stetig getrieben werden. Davon redet Christus(Luk. 21, 34): Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Völlerei. Item(Matth. 17, 21): Die Teufel werden nicht ausgeworfen, denn durch Fasten und Gebet. Und Paulus spricht(1 Kor. 9, 27), er kasteie seinen Leib und bringe ihn zum Gehorsam, damit er anzeigt, daß Kasteiung dienen soll, nicht damit Gnade zu verdienen, sondern den Leib geschickt zu halten, daß er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist. Und wird also nicht das Fasten verworfen, sondern daß man einen nötigen Dienst daraus auf bestimmte Tage und Speisen zu Verwirrung der Gewissen gemacht hat. 155 Auch werden dieses Teils viel Zeremonien und Tradition gehalten, als Ordnung der Messe und andere Gesänge. Feste eto., welche dazu dienen, daß in der Kirchen Ordnung gehalten werde. Daneben aber wird das Volk unterrichtet, daß solcher äußer⸗ licher Gottesdienst nicht fromm macht für Gott, und daß man's ohne Beschwerung des Gewissens halten soll, also daß so man es nachläßt ohne Argernis, nicht daran gesündiget wird. Diese Freiheit in äußerlichen Zeremonien haben auch die alten Väter gehalten. Denn im Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit denn zu Rom gehalten. Und da etliche diese Ungleichheit für eine Trennung in der Kirchen halten wollten, sind sie ver⸗ mahnet von andern, daß nicht not ist in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten. Und spricht Irenäus also: Ungleichheit im Fasten trennet nicht die Einigkeit des Glaubens. Wie auch distinct. 12 von solcher Ungleichheit in menschlichen Ordnungen —— — —— 138 Die Augsburgische Konfession. eschrieben, daß sie der Einigkeit der Christenheit nicht zuwider fel Und tripartita hist. lib. 9 zeucht zusammen viel ungleicher Kirchengewohnheiten und setzet einen nü lichen christlichen Spruch: Der Apostel Meinung ist nicht—.— Feiertage einzusetzen, sondern Glaube und Liebe zu lehren. Der XXVII. Artikel. Von Klostergelübden. Von Klostergelübden zu reden, ist not erstlich zu bedenken, wie es bis anher damit gehalten, welch Wesen sie in Klöstern gehabt, und daß sehr viel darin täglich nicht allein wider Gottes Wort, sondern auch päpstlichen Rechten entgegen gehandelt ist. Denn zu St. Augustini Zeiten sind Klosterstände frei gewesen; später, da die rechte Zucht und Lehre zerrüttet, hat man Kloster⸗ elübde erdacht, und damit eben als mit einem erdachten Ge⸗ füngnis die Zucht wiederum aufrichten wollen. über das hat man neben den Klostergelübden viel andere Stücke mehr aufgebracht, und mit solchen Banden und Beschwer⸗ den viele, auch vor gebührenden Jahren, beladen. So sind auch viele Personen aus Unwissenheit zu solchem Klosterleben gekommen, welche, wiewohl sie sonst nicht zu jung gewesen, haben doch ihr Vermögen nicht genugsam ermessen und verstanden. Dieselben alle, also verstrickt und verwickelt, sind ge⸗ zwungen und gedrungen in solchen Banden zu bleiben, unge⸗ achtet des, daß auch päpstisch Recht ihrer viele frei giebt. Und das ist beschwerlicher gewesen in Jungfrauenklöstern, denn Mönch⸗ klöstern; so sich doch geziemet hätte der Weibsbilder als der Schwachen zu verschonen. Dieselbe Strenge und Härtigkeit hat auch viel frommen Leuten in Vorzeiten mißfallen; denn sie haben wohl gesehen, daß beide, Knaben und Mägdlein, um Erhaltung willen des Leibes in die Klöster sind versteckt worden. Sie haben auch wohl gesehen, wie übel dasselbe Fürnehmen geraten ist, welches Argernis, welche Beschwerung der Gewissen es ge⸗ bracht, und haben viele Leute geklagt, daß man in solcher ge⸗ fährlichen Sache die Canones so gar nicht geachtet. Zu dem so hat man eine solche Meinung von den Klostergelübden, die unverborgen, die auch viel Mönchen übel gefallen hat, die ein wenig Verstand gehabt. Denn sie gaben für, daß Klostergelübde der Taufe gleich wären, und daß man mit dem Klosterleben Vergebung der Sünde und Rechtfertigung für Gott verdienet. Ja sie setzen noch mehr dazu, daß man mit dem Klosterleben verdienet nicht allein Ge⸗ rechtigkeit vor Gott, sondern auch, daß man damit hielte die Gebot und Ratschläge im Evangelio verfaßt, und würden also die Klostergelübde höher gepreiset denn die Taufe. Item, daß man mehr verdienet mit dem Klosterleben denn mit allen andern Ständen, so von Gott geordnet sind, als Pfarrherr⸗ und Prediger⸗ stand, Obrigkeit⸗, Fürsten, Herrenstand und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Befehl in ihrem Beruf ohne Die Augsburgische Konfession. 139 erdichtete Geistlichkeit dienen, wie denn dieser Stücke keines ver⸗ neint werden mag, denn man findet's in ihren eigenen Büchern. Über das, wer also gefangen und ins Kloster kommen, lernet wenig von Christo. Etwa hat man Schulen der heiligen Schrift und anderer Künste, so der christlichen Kirchen dienstlich sind, in den Klöstern gehalten, daß man aus den Klöstern Pfarrherrn und Bischöfe genommen hat, jetzt aber hat's eine viel andere Gestalt. Denn vorzeiten kamen sie der Meinung zusammen im Klosterleben, daß man die Schrift lernet. Jetzt geben sie vor, das Kloster⸗ leben sei ein solch Wesen, daß man Gottes Gnade und Gerech⸗ tigkeit vor Gott damit verdiene, ja es sei ein Stand der Voll⸗ kommenheit; und setzen's den andern Ständen, so von Gott ein⸗ gesebzt, weit vor. Das alles wird darum angezogen ohne alle Verunglimpfung, damit man je desto besser vernehmen und ver · stehen möge, was und wie die Unsern predigen und lehren. Erstlich lehren sie bei uns von denen, die zur Ehe Kees, also, daß alle die, so zum ledigen Stand nicht geschickt sind, Macht, Fug und Recht haben sich zu verehelichen. Denn die Gelübde vermögen nicht Gottes Ordnung und Gebot aufzu⸗ heben. Nun lautet Gottes Gebot also 1. Kor. 7, 2: Um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jeg · liche habe ihren eigenen Mann. Dazu dringet, zwinget und treibet nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Geschöpf und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne sonderlich Gottes Werk mit der Gabe der Jungfrauschaft nicht begnadet sind, laut dieses Spruchs Gottes selbst Gen. 2, 18: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, wir wollen ihm einen Gehilfen machen, der um ihn sei. Was mag man nun dawider aufbringen? Man rühme das Gelübde und Pflicht, wie hoch man wolle, man mutze es auf, so hoch man kann: so mag man dennoch nicht erzwingen, daß Gottes Gebot dadurch aufgehoben werde. Die Doktores sagen, daß die Gelübde, auch wider des Papsts Recht, unbündig sind, wieviel weniger sollen sie denn binden, Statt und Kraft haben, wider Gottes Gebot! Wo die Verpflichtung der Gelübde keine andere Ursachen hätten, daß sie möchten aufgehoben werden, so hätten die Päpste auch nicht dawider dispensiert oder erlaubt. Dann es gebühret keinem Menschen die Pflicht, so aus göttlichen Rechten herwächst, 85 zerreißen. Darum haben die Päpste wohl bedacht, daß in dieser erpflichtung eine Aquität soll gebraucht werden, und haben zum öftern dispensiert, als mit einem Könige von Aragon und vielen andern. So man nun zur Erhaltung zeitlicher Dinge dis⸗ pensiert hat, soll viel billiger dispensiert werden um Notdurft willen der Seelen. f Ferner, warum treibet der Gegenteil so hart, daß man die Gelübde halten muß, und siehet nicht zuvor die Natur des — Die Augsburgische Konfession. Gelübdes an? Denn das Gelübde soll in möglichen Sachen willig und ungezwungen sein. Wie aber die ewige Keuschheit in des Menschen Gewalt und Vermögen stehe, weiß man wohl; auch sind wenige, beide Mannes und Weibes⸗Personen, die von ihnen selbst, willig und wohl bedacht, das Klostergelübde gethan haben. Ehe sie zum rechten Verstand kommen, so überredet man sie zum Klostergelübde, zuweilen werden sie auch dazu gezwungen und gedrungen. Darum ist es je nicht billig, daß man so streng und hart von der Gelübde Verpflichtung disputiere, angesehen, daß sie alle bekennen, daß solches wider die Natur und Art des Gelübdes ist, daß es nicht williglich und mit gutem Rat und Bedacht gelobt wird. Etliche Canones und päpstliche Rechte erklären für ungültig die Gelübde, die unter funfzehn Jahren geschehen sind. Denn sie halten's dafür, daß man vor derselben Zeit soviel Verstand nicht hat, daß man die Ordnung des ganzen Lebens, wie das⸗ selbe anzustellen, beschließen könne. Ein anderer Kanon giebt der menschlichen Schwachheit noch mehr Jahr zu; denn er ver⸗ beut das Klostergelübde unter 18 Jahren zu thun. Daraus hat der meiste Teil Entschuldigung und Ursachen aus den Klöstern zu gehen; denn sie sind mehrernteils in der Kindheit vor diesen Jahren in Klöster kommen. Endlich, wenn gleich der Beruf des Klostergelübdes möchte getadelt werden, so könnte aber dennoch nicht daraus folgen, daß man derselben Ehe zerreißen sollte. Denn St. Augustinus sagt 27. d. 1. cap. Nuptiarum, daß man solche Ehe nicht zerreißen soll. Nun ist je St. Augustin nicht in geringem Ansehen in der christlichen Kirche, ob gleich etliche hernach anders gehalten. Wiewohl nun Gottes Gebot von dem Ehestande sehr viele vom Klostergelübde frei und ledig gemacht, so wenden doch die Unsern noch mehr Ursachen für, daß Klostergelübde nichtig und unbündig sei. Denn aller Gottesdienst von den Menschen ohne Gottes Gebot und Befehl eingesetzt und erwählet, Gerechtigkeit und Gottes Gnade zu erlangen, e wider Gott und dem Evan⸗ elio und Gottes Befehl entgegen; wie dann Christus selbst agt Matth. 15, 9: Sie dienen mir vergebens mit Menschen Geboten. So lehret's auch St. Paulus überall, daß man Ge⸗ rechtigkeit nicht soll suchen aus unsern Geboten und Gottesdiensten, so von Menschen erdichtet sind, sondern daß Gerechtigkeit für Gott kömmt aus dem Glauben und Vertrauen, daß wir gläuben, daß uns Gott um seines einigen Sohnes Christus willen zu Gnaden annimmt. Nun ist es je am Tage, daß die Mönche gelehret und ge⸗ predigt haben, daß die erdachte Geistlichkeit genug thue für die Sünde und Gottes Gnad und Gerechtigkeit erlange. Was ist nun dies anders, denn die Herrlichkeit und Preis der Gnaden hristi vermindern und die Gerechtigkeit des Glaubens ver⸗ en? Darum folgt ous dem, daß solche gewöhnliche Die Augsburgische Konfession. 141 Gelübde unrechte falsche Gottesdienste gewesen. Derhalben sind sie auch unbündig, denn ein gottlos Gelübde und das wider Gottes Gebot geschehen, ist unbündig und nichtig; wie auch die Canones lehren, daß der Eid nicht soll ein Band zur Sünde sein. St. Paulus sagt zu den Galatern am 5, 4: Ihr seid ab von Christo, die ihr durch das Gesetz rechtfertig werden wollt, und habt der Gnaden gefehlet. Derhalben auch die, so durch Gelübde wollen rechtfertig werden, sind von Christo ab und fehlen der Gnade Gottes. Denn dieselben rauben Christo seine Ehre, der allein gerecht macht, und geben solche Ehre ihren Ge⸗ lübden und Klosterleben. Man kann auch nicht leugnen, daß die Mönche gelehret und gepredigt haben, daß sie durch ihr Gelübde und Kloster⸗ wesen und Weise gerecht werden und Vergebung der Sünde verdienen; ja sie haben noch wohl ungeschicktere Dinge erdichtet und gesagt, daß sie ihre guten Werke den andern mitteilen. Wann nun einer dies alles wollt unglimpflich treiben und auf⸗ mutzen: wie viel Stück könnte er zusammenbringen, deren sich die Mönche jetzt selbst schämen und nicht wollen gethan haben! Über das alles haben sie auch die Leute überredet, daß die er⸗ dichteten geistlichen Ordensstände sind christliche Vollkommenheit. Dies ist ja die Werke rühmen, daß man dadurch gerecht werde. Nun ist es nicht ein geringes Argernis in der christlichen Kirche, daß man dem Volk einen solchen Gottesdienst fürträgt, den die Menschen ohne Gottes Gebot erdichtet haben, und lehren, daß ein solcher Gottesdienst die Menschen für Gott fromm und ge⸗ recht macht. Denn Gerechtigkeit des Glaubens, die man am meisten in der Kirchen treiben soll, wird verdunkelt, wann den Leuten die Augen aufgesperrt werden mit dieser seltsamen En⸗ elsgeistlichkeit und falschem Fürgeben der Armut, Demut und keuschheit. Über das werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Gottesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute hören, daß allein die Mönche im Stand der Vollkommenheit sein sollen. Denn die christliche Vollkommenheit ist, daß man Gott von Herzen und mit Ernst fürchtet, und doch auch eine herzliche Zuversicht und Glauben, auch Vertrauen fasset, daß wir um Christus willen einen gnädigen, barmherzigen Gott haben, daß wir mögen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns not ist, und Hilfe von ihm in allen Trübsalen gewißlich nach eines jeden Beruf und Stand erwarten; daß wir auch indes sollen äußerlich mit Fleiß gute Werke thun und unsers Berufs warten. Darin stehet die rechte Vollkommenheit und der rechte Gottesdienst, nicht im Betteln oder in einer schwarzen oder grauen Kappen ete. Aber das gemeine Volk faßt viel schädliche Mei ⸗ nung aus falschem Lob des Klosterlebens. So sie es hören, daß man den ledigen Stand ohne alle Maß lobt, folget, daß es mit beschwertem Gewissen im Ehestand ist. — 4 142 Die Augsburgische Konfession. Denn daraus, so der gemeine Mann hört, daß die Bettler allein sollen vollkommen sein, kann er nicht wissen, daß er ohne Sünde Güter haben und hantieren möge. So das Volk höret, es sei nur ein Rat nicht Rache üben, folgt, daß etliche ver⸗ meinen, es sei nicht Sünde außerhalb des Amts Rache zu üben. Etliche meinen, Rache gezieme den Christen gar nicht, auch nicht der Obrigkeit. Man liest auch der Exempel viel, daß etliche Weib und Kind auch ihr Regiment verlassen und sich in Klöster gesteckt haben. Dasselbe, haben sie gesagt, heißt aus der Welt fliehen und ein solch Leben suchen, das Gott besser gefiele denn der andern Leben. Sie haben auch nicht können wissen, daß man Gott dienen soll in den Geboten, die er gegeben hat, und nicht in den Geboten, die von Menschen erdichtet sind. Nun ist je das ein guter und vollkommener Stand des Lebens, welcher Gottes Gebot für sich hat; das aber ist ein fährlicher Stand des Lebens, der Gottes Gebot nicht für sich hat. Von solchen Sachen ist vonnöten gewesen den Leuten guten Bericht zu thun. Es hat auch Gerson in Vorzeiten den Irrtum der Mönche von der Vollkommenheit gestraft, und zeucht an, daß bei seinen Zeiten dieses eine neue Rede gewesen sei, daß das Klosterleben ein Stand der Vollkommenheit sein soll. So viel gottlose Meinung und Irrtum kleben an den Kloster⸗ gelübden: daß sie sollen rechtfertigen und fromm für Gott machen, daß sie die christliche Vollkommenheit sein sollen, daß man da⸗ mit beide, des Evangeliums Ratschläge und Gebote, halte, daß sie haben die Übermaß der Werke, die man Gott nicht schuldig sei. Dieweil dann solches alles falsch, eitel und erdichtet ist, so macht es auch die Klostergelübde nichtig und unbündig. Der XXV III. Artikel. Von der Bischöfe Gewalt. Von der Bischöfe Gewalt ist vorzeiten viel und mancherlei geschrieben und haben etliche ungeschickt die Gewalt der Bischöfe und das weltliche Schwert untereinander gemengt, und sind aus diesem unordentlichen Gemenge sehr große Kriege, Aufruhr und Empörung erfolget, aus dem, daß die Bischöfe im Schein ihrer Gewalt, die ihnen von Christo gegeben, nicht allein neue Gottes⸗ dienst angerichtet haben und mit Fürbehaltung etlicher Fälle und mit gewaltsamen Bann die Gewissen beschwert, sondern auch sich unterwunden Kaiser und Könige zu setzen und entsetzen ihres Gefallens; welchen Frevel auch lange Zeit hiervor gelehrte und die Artie Leute in der Christenheit gestraft haben. Derhalben ie Unsern e Trost der Gewissen gezwungen sind worden den Unterschied der geistlichen und weltlichen Gewalt, Schwerts und Regiments anzuzeigen, und haben gelehret, daß man beide Re⸗ giment und Gewalt um Gottes Gebots willen mit aller Andacht ehren und wohl halten soll als zwo höchste Gaben auf Erden. Die Augsburgische Konfession. Nun lehren die Unsern also, daß die Gewalt der Schlüssel oder der Bischöfe sei, laut des Evangeliums, eine Gewalt und Befehl Gottes das Evangelium zu predigen, die Sünde zu ver⸗ geben und zu behalten, und die Sakramente zu reichen und zu verwalten. Denn Christus hat die Apostel mit dem Befehl aus, gesandt(Joh. 20, 21 flg.): leichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch auch. Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlassen werdet, den sollen sie erlassen sein, und denen ihr sie behalten werdet, den sollen sie behalten sein. Dieselbe Gewalt der Schlüssel oder Bischöfe übet und treibet man allein mit der Lehre und Predigt des Worts Gottes und mit Darreichung der Sakramente an viele oder einzelne Personen, danach der Beruf ist. Dann damit werden gegeben nicht leib; liche, sondern ewige Dinge und Güter, als nämlich ewige Ge⸗ rechtigkeit, der heilige Geist und das ewige Leben. Diese Güter kann man anders nicht erlangen, denn durch das Amt der Pre⸗ digt und durch die Darreichung der heiligen Sakrament. Denn St. Paulus spricht(Röm. 1, 16): Das Evangelium ist eine Kraft Gottes selig zu machen alle, die daran gläuben. Dieweil nun die Gewalt der Kirchen oder Bischöfe ewige Güter giebt, und allein durch das Predigtamt geübt und getrieben wird, so hindert sie die Polizei und das weltliche Regiment nichts überall. Denn das weltliche Regiment gehet mit viel andern Sachen um denn das Evangelium; welche Gewalt schützt nicht die Seelen, sondern Leib und Gut wider äußerlichen Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Pönen. Darum soll man die zwei Regiment, das geistliche und welt ⸗ liche, 70 in einander mengen und werfen. Denn die geistliche Gewalt hat seinen Befehl, das Evangelium zu predigen und die Sakrament zu reichen, soll auch nicht in ein fremdes Amt fallen, soll nicht Könige setzen oder entsetzen, soll weltlich Gesetz und Gehorsam der Obrigkeit nicht aufheben oder zerrütten, soll welt⸗ licher Gewalt nicht Gesetz machen und stellen von weltlichen Händeln, wie denn auch Christus selbst gesagt hat(Joh. 18, 36): Mein Reich ist nicht von dieser Welt, item(Luk. 12, 14): Wer hat mich zu einem Richter zwischen euch gesetzt? Und St. Pau⸗ lus zu den Philippern am 3, 2: Unsere Bürgerschaft ist im —— Und in der zweiten zu den Korinthern 10, 4: Die Vaffen unserer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott, zu verstören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes. Diesergestalt unterscheiden die Unsern beide Regiment und Gewalt⸗Amt und heißen sie beide als die höchste Gabe Gottes auf Erden in Ehren halten. Wo aber die Bischöfe weltlich Regiment und Schwert haben, o haben sie dieselbe nicht als Bischöfe aus göttlichen Rechten, ondern aus menschlichen Kaiserlichen Rechten, geschenkt von Die Augsburgische Konfesston. Kaisern und Königen zu weltlicher Verwaltung ihrer Güter, und gehet das Amt des Evangeliums gar nichts an. Derhalben ist das bischöfliche Amt nach göttlichen Rechten: das Evangelium predigen, Sünde vergeben, Lehre beurteilen, und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen, und die Gottlosen, deren gottlos Wesen offenbar ist, aus christlicher Ge⸗ meine ausschließen, ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort. Und diesfalls sind die Pfarrleute und Kirchen schuldig den Bischöfen gehorsam zu sein, laut dieses Spruchs Christi, Lucä am 10, 16: Wer euch höret, der höret mich. Wo sie aber etwas dem Evangelio entgegen lehren, setzen oder auf⸗ richten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, daß wir nicht sollen gehorsam sein, Matth. am 7, 15: Sehet euch für für den falschen Propheten. Und St. Paulus zu den Galat. am 1, 8: So auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evan⸗ gelium predigen würde, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Und in der zweiten Epistel zu den Korinth. am 13, 8. 10: Wir haben keine Macht wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Item: Nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern und nicht zu verderben gegeben hat. Also gebeut auch das geistliche Recht 2. g. 7. in cap. Sacerdotes und in cap. Oves. Und St. Augustin schreibt in der Epistel wider Petilianum: Man soll auch den Bischöfen, so ordentlich gewählet, nicht folgen, wo sie irren oder etwas wider die heilige göttliche Schrift lehren oder ordnen. Daß aber die Bischöfe sonst Gewalt und Gerichtszwang haben in etlichen Sachen, als nämlich Ehesachen oder Zehnten, dieselben haben sie aus Kraft menschlicher Rechte. Wo aber die Ordinarien nachlässig in solchem Amt, so sind die Fürsten schul⸗ dig, sie thun's auch gern oder ungern, hierin ihren Unterthanen um des Friedens willen Recht zu sprechen, zu Verhütung von Unfrieden und großer Unruhe in Ländern. Weiter disputiert man, ob auch Bischöfe Macht haben Zere⸗ monien in der Kirchen aufzurichten, desgleichen Satzungen von Speise, Feiertagen, von unterschiedlichen Orden der Kirchendiener. Dann die den Bischöfen diese Gewalt geben, ziehen diesen Spruch Christi an, Joh. 16, 12: Ich habe euch noch viel zu sagen, ihr aber könnt's jetzt nicht tragen; wenn aber der Geist der Wahr⸗ heit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit führen. Dazu führen sie auch das Exempel Act. am 15, 20. 29; da sie Blut und Ersticktes verboten haben. So zeucht man auch das an, daß der Sabbath in Sonntag ist verwandelt worden wider die zehn Gebote, dafür sie es achten, und wird kein Exempel so hoch getrieben und angezogen, als die Verwandlung des Cab aths, und wollen damit erhalten, 15 die Gewalt der Kirche groß sei, dieweil sie von den zehn Geboten dispensiert und etwas daran verändert hat. 145 Die Augsburgische Konfession. Aber die Unsern lehren in dieser Frage also, daß die Bischöfe nicht Macht haben, etwas wider das Evangelium zu setzen und aufzurichten, wie denn oben angezeigt ist und die geistlichen Rechte durch die ganze neunte Distinktion lehren. Nun ist dieses öffentlich wider Gottes Befehl und Wort, der Meinung Gesetze zu machen oder zu gebieten, daß man dadurch für die Sünde genug thue und Gnade erlange. Denn es wird die Ehre des Verdienstes Christi verlästert, wenn wir uns mit solchen Satzun⸗ gen unterwinden Gnade zu verdienen Es ist auch am Tage, daß um dieser Meinung willen in der Christenheit menschliche Satzungen unzählig überhand genommen haben, und indes die Lehre vom Glauben und die Gerechtigkeit des Glaubens gar ist untergedrückt gewesen. Man hat täglich neue Feiertage, neue Fasten geboten, neue Zeremonien und neue Ehrerbietung der Heiligen eingesetzt, mit solchen Werken Gnade und alles Gute bei Gott zu verdienen. Item, die menschliche Satzung aufrichten, thun auch damit wider Gottes Gebot, daß sie Sünde setzen in der Speis, in Ta; gen und dergleichen Dingen, und beschweren also die Christen⸗ heit mit der Knechtschaft des Gesetzes, eben als müßte bei den Christen ein solcher Gottesdienst sein, Gottes Gnade zu verdienen, der gleich wäre dem levitischen Gottesdienst, welchen Gott sollte den Aposteln und Bischöfen befohlen haben aufzurichten, wie denn ekliche davon schreiben, stehet auch wohl zu gläuben, da etliche Bischöfe mit dem Exempel des Gesetzes Mosis sind betro⸗ gen worden, daher so unzählige Satzungen kommen sind, daß eine Todsünde sein soll, wenn man an Feiertagen eine Hand⸗ arbeit thue, auch ohne Argernis der andern, daß eine Todsünde sei, wenn man die Siebenzeit nachläßt, daß etliche Speise das Gewissen verunreinige, daß Fasten ein solch Werk sei, damit man Gott versühne, daß die Sünde in einem vorbehaltenen Fall werde nicht vergeben, man ersuche denn zu den Vorbehalter des Falls, unangesehen, daß die geistlichen Rechte nicht von Vorbe⸗ haltung der Schuld, sondern von Vorbehaltung der Kirchenpön eden. Woher haben denn die Bischöfe Recht und Macht solche Satzungen der Christenheit aufzulegen, die Gewissen zu verstricken? Denn St. Peter verbeut in Geschichten der Apostel am 15, 10 das Joch auf der Jünger Hälse zu legen. Und St. Paulus sagt zu den Korinthern, daß ihnen die Gewalt zu bessern und nicht zu verderben gegeben sei. Warum mehren sie denn die Sünde mit solchen Saßungen? Doch hat man helle Sprüche der göttlichen Schrift, die da verbieten solche Satzungen aufzurichten, die Gnade Gottes damit zu verdienen, oder als sollten sie vonnöten zur Seligkeit sein. So sagt St. Paulus zu den Kolossern 2, 16. 20.: So laßt nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmten Tagen, nämlich den Feiertagen oder neuen 10 S * Die Augsburgische Konfession. Monden oder Sabbathen, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Item: So ihr denn gestorben seid mit Christo von den ltlichen Satzungen, was lasset ihr denn euch fangen mit Satzungen als wäret ihr lebendig, die da sagen: Du sollt das nicht anrühren, du sollt das nicht essen noch trinken, du sollt das nicht anlegen, welches sich doch alles unter Händen verzehret, und sind Menschen Gebot und Lehre und haben einen Schein der Wahrheit. Iten St. Paulus zum Tito am 1, 14. verbeut öffentlich, man soll nich en auf jüdische Fabeln und Menschen Gebot, welche cheit abwenden. So redet auch Christus selbst, Matth. am 15, 14. 13, von denen, so die Leute auf Menschen Gebot treiben: Laßt sie fahren, sie sind der Blinden blinde Leiter; und verwirft solchen Gottes⸗ dienst und sagt: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzet hat, die werden ausgereutet. So nun die Bischöfe Macht haben, die Kirchen mit unzäh⸗ ligen Satzungen zu beschweren und die Gewissen zu verstricken, warum verbeut denn die göttliche Schrift so oft menschliche Satzungen zu machen und zu hören? Warum nennet sie dieselben Teufels Lehren? Sollte denn der heilige Geist solches alles ver⸗ geblich verwarnet haben? Derhalben dieweil solche Ordnung als nötig aufgerichtet, damit Gott zu versühnen und Gnade zu verdienen, dem Evan⸗ gelio entgegen sind, so ziemt sich keineswegs den Bischöfen solche Gottesdienst zu erzwingen. Denn man muß in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freiheit behalten, als nämlich, daß die Knechtschaft des Gesetzes nicht nötig ist zur Rechtfertigung, wie denn St. Paulus den Galatern schreibt am 5, 1: So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und laßt euch nicht wieder in das knechtische Joch verknüpfen. Denn es muß je der fürnehmste Artikel des Evangeliums erhalten werden, daß wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Christum ohne unser Verdienst erlangen, und nicht durch Dienst, von Menschen eingesetzt, verdienen. Was soll man denn halten vom Sonntag und dergleichen andern Kirchenordnungen und Zeremonien? Dazu geben die Unsern diese Antwort, daß die Bischöfe oder Pfarrherren mögen Ordnungen machen, damit es ordentlich in der Kirche zugehe, nicht damit Gottes Gnade zu erlangen, auch nicht damit für die Sünde genug zu thun, oder die Gewissen damit zu verbinden solches für nötigen Gottesdienst zu halten, und es dafür zu achten, daß sie Sünde thäten, wenn sie ohne Ärgernis dieselben brechen. Also hat St. Paulus den Korinthern(I. Korinth. 11, 5. 6) verordnet, daß die Weiber in der Versammlung ihr Haupt sollen decken. Item, daß die Prediger in der Versammlung nicht zugleich alle reden, sondern ordentlich, einer nach dem andern. scht ärgere Wesen sei. Dock r w 0 t werden, daß man's für f zur Seligkeit, und es daf ten, wenn sie dieselben ohne der ander agt, daß das Weib S von den Pfingsten und dergleichen F 1d 2 es dafür achten, daß die Ordnung vom Sonntag fü als nötig aufgerichtet sei, die irren sehr Denn d Schrift hat den Sabbath abgethan und lehret, daß alle Zere⸗ monien des alten Gesetzes nach Eröffnung des Evangeliums mögen nachgelassen werden und dennoch, weil vo nöten gewesen ist einen gewissen Tag zu verordnen, auf daß das Volk wüßte, wann es zusammenkommen sollte, hat die christliche Kirche den Sonntag dazu verordnet und zu dieser Veränderung desto mehr Gefallen und Willen gehabt, damit die Leute ein Exempel hätten der christlichen Freiheit, daß man wüßte, daß weder die Haltung des Sabbaths noch eines andern Tags vonnöten sei. Es sind viel unrichtige Disputationen von der Verwand⸗; lung des Gesetzes, von den f ts n emonien des neuen Testar von der Veränderung des Sabbaths, welche alle entsprungen sind aus falscher und irriger Meinung, als müßte man in der Chri⸗ stenheit einen solchen Gottesdienst haben, der dem levitischen oder jüdischen Gottesdienst gemäß wäre, und als sollte Christus den Aposteln und Bischöfen befohlen haben neue Zeremonie: erdenken, die zur Seligkeit nötig wären. Dieselben Irr haben sich in die Christenheit eingeflochten, da man die Gerech⸗ tigkeit des Glaubens nicht lauter und rein gelehret und ge⸗ ediget hat. Etliche disputieren also vom Sonntag, daß man n halten mü wiewohl nicht aus göttlichen Rechten; stellen Form und Maß, wie fern man am Feiertag arbeiten mag. Was sind aber solche Disputationes anders, denn Fallstricke des Ge⸗ wissens? Denn wiewohl sie sich unterstehen menschliche Satzun⸗ gen zu lindern(und epiicieren), so kann man doch keine Srlelxetav oder Linderung treffen, solang die Meinung stehet und bleibet, als sollten sie vonnöten sein. Nun muß dieselbige Meinung bleiben, wenn man nichts weiß von der Gerechtigkeit des Glau⸗ bens und von der christlichen Freiheit. Die Apostel haben geheißen, man soll sich enthalten des Bluts und Erstickten. Wer hält's aber jetzo? Aber dennoch thun die keine Sünde, die es nicht halten; deun die Apostel haben auch selbst die vissen nicht wollen beschweren mit solcher Knechtschaft, sondern haben's um Argernis willen eine Zeitlang 10²⁷ Die Augsburgische Konfession verboten. Denn man muß Achtung haben in dieser Satzung auf das Hauptstück christlicher Lehre, das durch dieses Dekret nicht aufgehoben wird. Man hält schier keine alte Canones, wie sie lauten, es fallen auch derselben Satzungen täglich viele weg, auch bei denen, die solche Satzungen allerfleißigst halten. Da kann man den Ge⸗ wissen nicht raten noch helfen, wo diese Linderung nicht gehalten wird, daß wir wissen solche Satzungen also zu halten, daß man's nicht dafür halte, daß sie nötig seien, daß auch den Gewissen unschädlich sei, obgleich solche Satzungen fallen. Es würden aber die Bischöfe leichtlich den Gehorsam erhalten, wo sie nicht darauf drängen diejenigen Satzungen zu halten, so doch ohne Sünde nicht mögen gehalten werden. Jetzo aber thun sie ein Ding und verbieten beide Gestalt des heiligen Sakraments, item den Geistlichen den Ehestand, nehmen niemand auf, ehe er denn zuvor einen Eid gethan habe, er wolle diese Lehre, so doch ohne Zweifel dem heiligen Evangelio gemäß ist, nicht predigen Unsere Kirchen begehren nicht, daß die Bischöfe mit Nachteil ihrer Ehre und Würden wiederum Fried und Einigkeit machen; wiewohl solches den Bischöfen in der Not auch zu thun gebühret. Allein bitten sie darum, daß die Bischöfe etliche unbillige Be⸗ schwerung nachlassen, die doch vorzeiten auch in der Kirchen nicht gewesen und angenommen sind wider den Gebrauch der christlichen gemeinen Kirchen; welche vielleicht im Anheben etliche Ursach gehabt, aber sie reimen sich nicht zu unsern Zeiten. So ist es auch unläugbar, daß etliche Satzungen aus Unverstand angenommen sind. Darum sollten die Bischöfe der Gütigkeit sein, dieselben Satzungen zu mildern, sintemal eine solche Ande⸗ cung nichts schadet die Einigkeit christlicher Kirchen zu erhalten; denn viele Satzungen, von den Menschen aufkommen, sind mit der Zeit selbst gefallen und nicht nötig zu halten, wie die päpst⸗ lichen Rechte selbst zeugen. Kann's aber je nicht sein, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß man solche menschliche Satzun⸗ gen mäßige und abthue, welche man ohne Sünde nicht kann halten, so müssen wir der Apostel Regel folgen, die uns gebeut, wir sollen Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. St. Petrus verbeut den Bischöfen die Herrschaft, als hätten sie Gewalt, die Kirche, wozu sie wollten, zu zwingen. Jetzt geht man nicht damit um, wie man den Bischöfen ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehret, sie wollten die Gewissen nicht zu Sünden zwingen. Wenn sie aber solches nicht thun werden und diese Bitte verachten, so mögen sie gedenken, wie sie werden deshalben Gott Antwort geben müssen, dieweil sie mit solcher ihrer Härtigkeit Ursach geben zu Spaltung und Schisma, das sie doch billig sollen verhüten helfen. Die Augsburgische Konfession. Beschluß. Dies sind die fürnehmsten Artikel, die für streitig—— werden. Denn wiewohl man vielmehr Mißbräuche und Unrich⸗ tigkeiten hätte anziehen können, so haben wir doch, die Weitläuf⸗ tigkeit und Länge zu verhüten, allein die führnehmsten vermeldet, daraus die andern leichtlich zu ermessen. Denn man in Vor⸗ — sehr geklagt über den Ablaß, über Wallfahrten, über Miß⸗ rauch des Bannes. Es hatten auch die Pfarrer unendlich Ge⸗ zänk mit den Mönchen von wegen des Beichthörens, des Be⸗ gräbnisses, der Leichenpredigten und unzähliger anderer Stücke mehr. Solches alles haben wir im besten und Glimpfs willen übergangen, damit man die fürnehmsten Stücke in dieser Sache desto desser vermerken möchte. Dafür soll es auch nicht gehalten werden, daß in dem jemanden irgend zu Haß oder Unglimpf geredet oder angezogen sei, sondern wir haben allein die Stücke erzählet, die wir für nötig anzuziehen und zu vermelden geachtet — damit man daraus desto besser zu vernehmen habe, daß ei uns nichts weder mit Lehre noch mit Zeremonien angenommen ist, das entweder der heiligen Schrift oder gemeiner christlicher irchen entgegen wäre. Denn es ist je am Tage und öffentlich, daß wir mit allem Fleiß mit Gottes Hilfe(ohne Ruhm zu reden) verhütet haben, damit je keine neue und gottlose Lehre sich in unsern Kirchen einflechte, einreiße und überhand nehme. Die obgemeldeten Artikel haben wir dem Ausschreiben nach übergeben wollen, zu einer Anzeigung von unserm Bekenntnis und der Unsern Lehre. Und ob jemand befunden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht mit Grund göttlicher heiliger Schrift zu thun erbötig. E. Kaiserl. Majest. unterthänigste Johannes Berzog zu Bachsen Churfürst. Grorg Markgraff zu Brandenburg. Evnst Berkzog zu Tünenburg. Philips Tanögraff zu Bessen. Wolffgang Nürst zu Ankäall. Die Stadt Nürnbergß. Die Stadt Reutlingen. 7 Verzeichnis der Lieder des alten Gesangbuchs, mit welchen die enk sprechenden Lieder des nenen Gesangbuchs zusammen Nr. des alten Gesangbuchs 38. 39. 42. 45. 55. 57. 81. 87. 108. 110. 121. 126. 144. 157. 160. 187. 207. 216. 217. 221. 240. B. 1. 2. VB. 4—9. gesungen werden können. Nr. Nr. des neuen des alten Gesangbuchs Gesangbuchs 13. 262. *. 271. 10. 275. 2 285. 50. 301. 44. 311. 276. 331. 277. 333. 8 354. 125. 361. 121. 372. 258. 391. 363. 427. 368. 445. 359. 450. 19. 452. 20. 457. 30. 466. 28. V. 1—5. 39. 476. 66. 483. V. 1. 2. 487. V. 3—8 Nr. des neuen Gesangbuchs 60. 59. 74. 82. 88. 90. 111. 113. 107. 152. 149. 159. 178. 192. 185. 180. 167. 246. B. 1—5. 140. 128. 135. Nr. des alten Gesangbuchs 497. 516. V. 1—5. V. 7. 517. 519. 528. 536. 539. 545. 547. 550. 558. 559. 578. 585. 598. 624. 640. V. 1—4 B. 6. 643. 650. V. 1—8. 651. 656. 658. V. 1—6. V. 9. Nr. des neuen Gesangbuchs 223. 213. V. 1—5. V. 6. 228. 498. 483. 468. 492. 465. 507. 495. 501. 503. 286. 282. 460. 267. 233. V. 1—4. V. 5. 236. 218. 235. 296. 225. V. 1—6. Nr. des alten Gesangbuchs 660. 661. 662. 673. 689. 690. 693. 697. 702. V. 1—4. V. 7138. 70s. 1 804. 763. 812. 838. 850. 851. 852. 855. 892. V. 1—6. V. 8. 9. 12. 14. 900. 914. V. 7. Nr. des neuen Gesangbuchs 224. 227. 253. 338. 374. 354. 322. 335. 328. V. 1—4. V. 5—11. 326. 313. 435. 437. 447. 453. 452. 454. 426. 491. V. 1—6. V. 7. 8. 9. 11. 506. 510. *— . — — 9—— eee Fe eee 1 N ————ꝝ⅛4 r—— 3 1 8 115 F rr 10 —— 2—— — E 2 TT—TTTT—TPTPTPTCTPTbTbTbTbTbTbTbTbTTTbb *—— 5— 1 7*.— 3* 8 . .—— N—— 4. 5*——— 5 2 N 0 1 7 5 2 f——— . 1——* 8&*— 1 K .— — Green ve IO 3/ Color Black