5 Besondere Andachts- Ubungen einer Hochlöblichen SODALITET Der Herren und Burger, Wie auch Ledigen Standes Mannsa Personen zu Mannheim, Unter dem Titul der Unbefleckten Empfängnus MARIE, In fich enthaltend die gewöhnliche Bet Ordnung, Lob3 Gefänger, Regeln und Abläß gemeldter Sodalitat. Mannheim, im Berlag der Sodalitat. I 7. Q. Kurzer Vor- Bericht Von denen Nuzbarkeiten der Sodalitat. ie fürnehmste find folgende: 1. Daß 3 ein Sodalis fich könne theilhaftig ma chen so vieler ganz besonderen vom Pabstlichen Stuhl denen Sodalitäten verliehenen Ablaß. 2. Daß er theilhaftig werde aller guten Werken, so in der ganzen Welt, wo nur Sodalitäten find, von andern Sodaten geschehen. 3. Dass nach seinem Ableiben so vieles Gebet und H. Messen nicht nur von allhiesigen, sondern auch von anderen bunds- verwandten Mit Sodalen vor seine Geel GOtt aufgeopfert werden. 4. Die Haupt- Nußbarkeit ist der sonderliche Schutz Maria, dessen sich wahre Sodales als ihre absonderliche Diener und Pfleg- Kinder im Leben und fürnehmlich im Tod zu getrösten haben: Alsdann wird sie sich sonderlich ge gen sie zeigen als eine Mutter, wann es um die ganze Ewigkeit wird zu thun feyn. Erfahren hat solches unter vielen andern jener adliche Jüngling, von Trier gebürtig Nahmens Henricus von Hayden, welchent, als er zu Nom tödlich krank lage, die seeligste Jungfrau selbst erschienen, und die ihm ftark 2 Univ.- Bibl. Glessen Regeln der Godautar. 3 stark zu setzende höllische Geister vertrieben sprechend: was habt ihr mit dem zu schafs fen, der mir in meiner Sodalitat ſo viele Jahr gedienet? Der berühmte Jusius Lipe fius bekennte auf seinem Todbette aufrichtig, daß ihn nichts mehr tröstete, als ein Marianischer Sodalis gewesen zu sein. Ja gewißlich ein ungemeiner Trost ist es leben und sters ben als ein rechtschaffener Sodalis Marià; dann sie ist diejenige, welcher die wahre Kirch zueignet jene Wort Prov. 8. v. 35. Wer mich finden wird, wird finden das Leben, und das Heil schöpfen von dem HErrn. Regeln der Sodalitat. as Ziel und End unserer Marianischen allhie zu Mannheim im Jahr 1738. aufgerichten Versammlung ist, damit in dies fer Stadt und Vaterland, wo wir unter Uncatholischen vermischt leben, die Ehr Gottes und seiner Heiligsten Mutter Maria, möge befördert, die Catholische Religion, und wah re Christliche Frommkeit durch dero Fürbitt erhalten und vermehrt werden. Sollen demnach I. Alle Sodales mit sonderbarem Eifer und Andacht Mariam ihre mächtigste SchußPatronin privat- und offentlich verehren, fie in allen ihren Nöthen mit kindlichem Vera 212 trauch + Regeln trauen anruffen; sonderbar aber sich befleiss fen ihren Heil. Tugend- Exempeln nachzus folgen, als welches die beste Beiß ist sie zu verehren, und sich ihres mütterlichen Schus kes und Fürbitt würdig zu machen. II. Ein jeder, der in diese Congregation begehrt aufgenommen zu werden, soll ein General- oder findliche Beicht von seinem gans gen Leben, oder da er schon eine gethan, von der legten General- Beicht ablegen. II. Alle Monat sollen sie einmahl, besons ders an denen hohen Fest- Tägen Christi und Marià beichten und communiciren. IV. Täglich sollen sie in dem Frühs und Abends- Gebet sich dem Schuß der göttlichen Mutter empfehlen, zu ihrer Ehr Morgens 3. Vater unser und Ave Maria, samt einem Glauben und Salve Regina, oder gegrüst senst du Königin für die lebendige Sodales beten: Abends aber vor dem Schlafen gehen ihr Gewissen erforschen, und abermahl 3.Va. ter unser und Ave Maria samt dem Psalmen De Profundis oder aus der Tiefe ruffe ich) o HErr zu dir, vor die Verstorbene beten. V. Täglich,( wann es anderst Gesundheit, Geschäften, Reisens oder andererGelegenheit halber seyn kan) sollen sie dem Opfer der H. Meß mit Andacht beiwohnen, als welches eines der kräftigsten Mitteln ist, den Seegen Gottes sich und seinem Hauswesen zuziehen. VI. der Sodalität. S VI. An denen hierzu bestimmten Sonntas gen sollen alle der Sodalitåt fleißig beiwoh nen, und ohne wichtige Urfach oder Hinder nuß davon nicht ausbleiben, auch ihre Nahmen, so in der Tafel eingeschrieben sind, jedes.. mahl zeichnen. Sie sollen gänzlich dafür halten, daß Gott alle seiner werthesten Muts ter zu Ehren gethane Schritt und Tritt, alle in ihrem Dienst zugebrachte Augenblik nicht werde unbelohnt lassen: und daß jeneStune den, welche sie imkob Marid zubringen, ihnen auf dem Tod- Bett grösseren Trost bringen werden, als jene, welche manchmalen mit unnützem Geschwitz, Trinken, Spielen, und anderen Eitelkeiten zugebracht werden. VII. Sie sollen sich newöhnen, öfters ja täglich ihre Verlobnuß- Formul zu erneuern: Jährlich aber follen sie dieselbe mit ihrem Nahmen unterschrieben, in der ersten Sodalitåt nach dem Titular- Fest, oder einem anderen von P. Præfide ju bestimmenden Tag samtlich auf den Altar legen und aufopfern zum Zeichen ihrer Beständigkeit, oder, wann sie etwann verhindert sind, überschicken. Wer aus sträflicher Hinläfigkeit solches einis ge Jahr nach einander unterlaffet, wird eben darum für feinen Sodalem mehr gehalten werden. VIII. Wann einer aus denen Sodalen ge fährlich krank liegt, soll der, dem es bewußt, A3 fol Vegein foldes Patri Præfidi benzeiten anzeigen, das mit er den Kranken besuche, und Sorg tra ge, daß, wann es vonnöthen, derfelbe mit denen H. Sacramenten versehen werde: Auch soll das offentliche Gebet in der Vere sammlung vor ihn verrichtet werden. IX. Wann aber einer aus denen Sodalen gestorben, sollen sie die Leich auferbaulich begleiten, für ihn eine Heil. Meß hören, und einen Rosenkranz beten: auch sollen von der famtlichen Sodalität in der nächst darauf fol genden Versammlung die gewöhnliche Bus Psalmen vor ihn gebetet; Eodann am End eines jeden Jahrs die Nahmen der Verstore benen an alle bunds- verwandte Sodalitätett geschikt, und das Gebet von ihnen für sie begehrt werden. X. Die Haupt- Regul dieser Sodalitat ift die Sünd und Laster, sonderlich das Fluchen, Schwören, Spielen, Zechen in den Wirths Häusern, Feindschaft, Betrug, Ungerech tigkeit, Unlauterkeit und dergleichen forafäl tig vermeiden; dann hierin besteht das Fundament einer wahren Andacht gegen Mariam. XI. Dieweilen aber die Sodales etwas meh rers nach der Christlichen Vollkommenheit trachten sollen, so sollen sie nicht nur mit möga lichem Fleiß sich vonSünden hüten, sonderit auch sich um desto mehr gott feeliger Übungen bes DIE OUVILL. PORED beffeiffen: Als da sind öfters mit Andacht die H. Sacramenta empfangen, unser lieben Frauen Tagzeiten und Rosenkranz beten, zus weilen sonderbar an Sonn- und Feyertägen ein geistliches Buch lesen, zwischen Feinden Freundschaft stiften, andere vom Bösen ab. und zum Guten anmahnen, Kranke, beson ders ihre Mit- Sodalen besuchen, nach ihrem Vermögen Almosen geben, und andere so wohl leib als geistliche Werk der Barmhers zigkeit üben. In Summa fic follen einen so auferbaulichen Wandel führen, daß sie dare aus von jedermann für fondere Pfleg- Kinder der reinesten Jungfrauen Mariá, und wür dige Glieder dieser Marianischen Versamm lung erkennet werden. XII. Und damit man diese Regeln desto weniger in Vergeß stelle, sollen sie so oft der Magiftrat erneuert wird, offentlich in gemeis ner Versammlung abgelesen werden. Oba wohlen sie aber unter keinerSünd verbinden weilen sie doch der LehrChrifti und derCathos lischen Kirchen, wie auch der rechten Vera nunft gemäß sind, so sollen sich billig alle beffeiffen, felbe auf das genaufte zu beobacha ten. Dazu dienet die Ermahnung des weis fen Manns Prov. 1. 17cin Kind höre die Lehr deines Vaters, und laß nicht das Gesar deiner Mutter. 214 Bere Abläß. Verzeichnuß der Ablåß, So Pabst Benedictus der XIV. theils bestätigt, theils neu denen Sodalitäten verliehen den 24. April 1748. Neb Neuer vollkommener Ablaß. lebst denen von vorigen Påbsten schon verliehenen vollkommenen Ablaß, als nemlich am Tag der Aufnahm in die Sodalitât und in der Sterb.Stand, wie auch an ak len hohen Festen Chrifti und Maria, fürnemlich am Titular Feft, tonnen die Sodales über das alle Wochen einmahl, wann fie der Sodalität beiwohnen, und nach gethaner Heil. Beicht undCommunion an dem Ort derCongregation bas gewöhnliche Gebet zur Meis nung der Kirchen verrichten, vollkommenen Ablaß für sich gewinnen, oder einer armen Seel im Fegfeuer zueignen. Ablaß von 7. Jahren, und 7. Quadragenen, das ist siebenmahl 40. Tågen Rinnen die Sodales verdienen 1. so oft fie Sodalis oder andern genleich begleiten; oder wann sie verhindert, nach gehörtemGlocken Zeichen ein Vater un fer und Ave Maria vor den Verstorbenen oder Kranken kniend beten. 2.So oft sie der Sodalität, oder dero Proceßionen und anderen der Sodalität. 6 ren Andachten beiwohnen. 3. So oft fie am Werk Tag Meß hören. 4. So oft fie Abends ihr Gewissen erforschen. 5. So oft fie einen Kranken oder Gefangenen besuchen. 6. So oft fie zwischenFeinden Frieden stiften. NB. Alle diese Abläß kan ein Sodalis ge winnen, wo er immer ist, wann er nur die erforderte Werk verrichtet. Neuer und ganz besonderer Ablaß vor die verstorbene Sodales. doods So o oft P. Præfes oder ein anderer Priester, wer er feie, auf einem Sodalitäts- Altar für einen verstorbenen Sodalem Mes list, kommt solche dessen Seel also zu Nußen, als wann sie auf einem privilegirten Altar wäre gelesen worden. Beinebens find aufs neu bestätigt alle Abläß der Römiſchen Stationen, unter denen die fürnehmsic find folgende, so in der Heil. Faften zu gewinnen. NB: V. bedeutet vollkommenen Ablak S. eine Seel aus dem Segfeuer zu er lofen. Die differ bedeuten so viel Jahren. Aschermittw. Vollk. 3000 Donnerst. 10000 Freytag. 10000. Jahr. Samst. V. 10000 A 5 Erste I Ablaß 10000 Sonnt. V. 18000 Conntag 28000 Mont. B. 10000 Mont. V. 10000 Dienst. S. 28000 Dienstag 10000 Mittw. V. 28000 Mittwoch Donnerstag 10000 Donnerstag 1000 Frent. V. 12000 Freytag Samst. V. 28000 Sam.S.V. 10000 Sonnt. S. 10000 Sonnt. S. V. Montag- 10000 Dienstag 10000 Mont. 4 10000 10000 Dienst. V. 10000 - Mittwochy 10000 Mittiv. V. 10000 Donnerstag 10000 Donnerstag 10000 10000 Frentag Freytag D 10000 Samst. V. 13000 Samst. V. 10000 Sonnt: V. 23000 Sonnt. B. 25000 Montag Dienstag Mittwoch 10000 Mont. B. 25000 10000 Dienst. V. 28000 10000 Mittw. V. 28000 Donnerfi. 10000 Donnerst.V.12000 Freytag S. Freytag 3. Samft. S. roooo Samst. V. 12000 An denen 3. Oster- Feyertågen täglich Vollk. Anmerkungen. gemeldte Abläß können die Sodales gewinnen, sie seien wo sie wollen, waun sie in einer Kirchen der Societat JESU, oder in deren Abganj in einer anderen, oder wo gar keine Kirch, an einem ihnen gelegen ften Ort 7. Bater unfer und Ave Maria für 10 Fünfte Wochen. Dritte Wochen. Erste Wochen. S Zweyte Wochen. Vierte Wochen.Sechste Wochen. der Codalität. das allgemeine Anliegen der Kirchen beten. Können also auch die Reisende und Kranke solchen Ablaß verdienen. II 2. Auf verschiedene Tag ist neben dem vollkommenen auch ein anderer Ablaß von einer gewissen Zahl der Jahren vergönnt. Kan man also wenigstens den unvollkommenen gewin nen, wann man ohngefehr nicht im Stand sein solte den vollkommenen zu erlangen. 3. Diese und dergleichen Abläß zu gewin nen ist vonnöthen, daß man im Stand der Ghaden seie; deswegen soll man sich befleiss sen zuvor eine vollkommene Reu und Leid famt einem ernfilichen Fürsatz zu erweken. 4. Weilen nicht alle Abläß hieher könnenz gesetzt werden, so thut ein Sodalis, der seine verdiente Strafen noch in diesemkeben auslöschen will, wohl daran, wann er alle Frühmora gens die Meinung macht sich allerblas theils haftig zu machen, die er durch seine Werk des Tags durch werde verdienen tönnen. Unterricht Von der General- Beicht, so ein neuer Sodalis ablegen soll. I Mothwendig ist dieGeneral Beicht, wann die vorige Beichten ungültig gewesen; welches sonderlich von denen in der Jugend 25 gesches Unterricht geschehenen Beichten zu förchten, wo man öfters nicht weiß, was zur Beicht erfordert werde, dieselbe übereilet, das Gewissen nur obenhin erforschet, die Neu und Leid samt dem Fürsatz nur mit dem Mund erwecket, oder gar auslasset, eine schwere Sünd, oder woran man verständiger Weiß zweifelt, wiss fentlich verschweigt, bemäntelt, 2c. 2. Obschon man in seinen ordinariBeich ten wissentlich keinen groben Fehler began. gen, so ist doch dieGeneral Beicht nußlich des nen, die schon eine Zeit lang in der Welt gelebt und noch keine gethan; fürnemlich aber jenen, die einen neuen Lebens- Wandel und ernstliche Besserung anfangen wollen; wie dann die heilige gemeiniglich ihre Bekehrung von einer solchen Beicht angefangen. Die Haupt- Nußbarkeit, so daraus entspringt, ist eine vollkommene ungemein tröstliche Ruh des Gewissens. Diejenige, so einmahl eine dergleichen rechtschaffene Beicht gethan, tóns nen davon reden. Dwie wohl, wie leicht um das Herz ware es ihnen daimahlen! Eines iff, was manche davon abschröckt, nemlich die Forcht der Beschwernus; aber glaube man nur sicherlich, die Sach ist leichter, als man sich einbildet. Greiffe man das Werk herzhaft an, Gott wird mit seiner Gnad helfen. Kommt es dich auch schwer an, so denke: der Himmel ist wohl mehr werth. 3. Schäde 12 von der General- Beicht. 13 3. Schädlich ist die General- Beicht denen Scrupulanten, und öfters jenen, welche schon vorhin eine oder gar mehrere mit groffen Fleiß abgelegt. Diese follen folgen dem Rath eines verständigen Beicht- Vaters. Die Weiß solche Beicht zu verfertigen und anzustellen ist diese: 1.Nehme dir eine gewisse Zeit, wenigstens 14. oder 8. Tag zu diesem so wichtigen Geschäft, und nachdem du den H. Geist um seine Erleuchtung, die feeligste Jungfrau, deinen H. Schutz, Engel und H. Patronen um ihre Fürbitt angeruffen, so w.nde täglich ein oder andere, oder wenigs. stens eine halbe Stund an zur Erforschung des Gewissens; befinne dich über die 10. Ge bot Gottes, über die 5. Gebot der Kirchen, über die 7. Haupt- Sünden, über die fremde Sünden 2c. Zum Erempel den ersten Tag durchgehe nur 2. oder 3. Gebott, den anderen Tag wiederum so viel, und so fort, bis du alle Gebot und Gattungen der Sünden durchgangen So oft du aber die Arbeit abbrecheft, erwecke jedesmahl eine ernstliche Reu undeeid über die erkannte Sünden, und schreibe sie, wann du kannst, kürzlich auf. 2. Noch eine leichtere Weiß besagte Ge wissens- Erforschung anzustellen ist, wann man feinen Lebens- Lauf in gewisse Zeiten abe theilt, und von einer Zeit zur anderen seine Rechnung machet; zum Erempel, was man 27 Unterricht gefündigt vom fiebenden Jahr bis ins zwölf te; was in seinen schon etwas mehr erwach fenen Jahren, und übrigem lebigen Stand, sonderbar da man noch nicht versprochen was re; was im Ehfland; was in diesem, jenem Umt oder Bedienung ic. Eben also kan eint lediger Handwerks- Gefell fich befinnen: wie hab ich mich verhalten, da ich noch bey meinen Eltern ware? wie in meinen Lehr- Jahren? wie in meinen Wander- Jahren? wie an dies fem, jenem Ort, wo ich gearbeitet? mit was für Personen bin ich umgangen? in was für Gelegenheiten, Gesellschaften bin ich kom men? ic. Sei versichert, wo etwas schwer ist, wird das Gewissen schon mahnen. 3. Belangend die Zahl seie zwar sorgfälz tig, sonderbar wann du in deinen vorigen Beichten gefehlt, doch nicht gar zu ångstig. Findest du die gewisse Zahl nicht, so setze, wie oft es ungefehr geschehen; wie lange Zeit du diese Gewohnheit gehabt; wie oft Du es alle Wochen mehr oder weniger gethan. 4. Wann du mit der Gewissens- Erfors schung fertig bist, suche dir eine bequeme Zeit aus, wo du deine General Beicht ablegeft, oder begehre vom Beichts- Vater, daß er dir eine solche bestimme. An einen hohen Fest, wo viele andere Beicht- Leut zugegen, da fchikt fichs nicht; dann durch dein längere Beicht würden nur andere verhindert. Ehe du aber fol 14 111 von der General- Beicht. IS folche verrichteft, befleisfe dich eine ernstliche wahre Ren und Zeid zu erweken; und das um so mehr, weilen vielleicht aus Abgang dies fer viele aus deinen vorigen Beichten ungül tig gewesen. Um dich zu folcher Reu desto mehr zu bewegen, stelle dir vor die Menge und Grösse deiner Sünden; die schwere Strafen, so du dadurch verdient; die viele Gutthaten Gottes, und deine entsetzlichellndankbarkeit; feine unendliche Majestät, und deine Nichtig Feit ic. 5. Wann du die General- Beicht wirklich ablegen wilst, so sage zu erst jeneSünden, die du von der letzten Beicht an gethan. Darauf fage vor allem, ob du in deinen vorigen Beich ten einen wesentlichen Fehler wiffentlich bes gangen; z. E. eine schwere Sünd verschwie, gen, keine Neu und Fürsatz erweckt, ic. oder ob du wenigstens vernünftig an der Gültig, feit derselben zweifelst; dann dieses muß der Beichts- Vater voraus wissen, damit er nach erkannter Nothwendigkeit der General Beicht dem Beichtenden desto mehr helfe die vorhin begangene Fehler zu verbesseren. Nach diesem erzehle ordentlich, kürzlich ohne unnöthige Umschweif, aufrichtig, wie du dich in deinem Gewissen schuldig findeft, die Sünden, die du von Jugend an begangen; schäme dich nicht ,. fie mögen so abscheulich sein, als sie immer wollen. Dent, es seie beffer, vor einem Menschen, 16 Unterricht von der General- Veicht. schen, der doch nichts sagen darf, sich verschás men zu seinem Heil, als am Tag des Gerichts vor der ganzen Welt verschimpft werden zu sei ner Verdammnuß. 6. Nach verrichteter General: Beicht zeige im Werk, daß dir Ernst seie dich zu besseren; Fange ein ganz anderes Leben an, und seie beständig in der angefangenen Besserung. Lasse dir gesagt sein die Ermahnung Christi zum Gichtbrüchigen Joan. 8. Siebe du bist gefund worden; fündige jest nicht mehr, damit dir nicht etwas argeres widerfahre. Auf daß du aber in die vorige Sünden nicht wieder zuruck falleft, so empfange wenigstens alle Monat einmahl gemäß denen Sodalitätss Regeln die H. Sacramenta, als welche die Fraftigste Mittel sind einen von solchem Wis derfall ju bewahren, und im Guten zu stärken. Gebet, so jedesmahl vor der Gewissens Erforschung zu sprechen. Gitigher JEfu, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich belehre und lebe: Siehe id) will mich nun von ganzen Herzen zu dir bekehren; gib nur kräftige Gnad darzu, und siebe mir bey, daß ich jest meine von Jugend an be: gangene schwere Sünden recht måge erken. nen, aledann schmerzlich bereuen und beich: ten. S. Maria, ou 3uflucht der büffenden Sün 17 Beicht- Spiegel. Sünder, bitt für mich! 5. Schuss- Engel, der du mich so oft durch deine Einspred ungen zur Buß ermahnt, bitt für mich! Alle meine 5. Patronen, S. Petre, 5. Magdalena, alle 5. Büffer bittet für mich! Beicht Spiegel, dienlich so wohl zur General- als ordi nari Beicht. Wider das erfie Gebot Gottes. Ich ich hab den Glauben verlaugnet, oder aus Forcht, Schamhaftigkeit verbålet. Ich hab in Glaubens- Sechen freiwillig gezweis felt, oder gar zu fürwißig nachgeforscht; Ich hab davon, oder von Kirchen- Gebrau chen spöttlich geredt. Ich hab keßzerische Bü cher gelesen, oder solche Predigen gehört. Sch hab aberglaubische Mittel gebraucht, oder gebrauchen lassen, oder andere gelehrt.( ies ber gehören die verdächtige Gebet.Büch lein, worinnen allerhand Seegen, Verbeif fungen, tc.) Ich hab mir laffen wahrsagen und daran geglaubt. Ich hab auf die Barme berzigkeit Gottes gesündigt, und gedacht: Ich kans ja wieder beichten, es geht in einem hin zc. Ich hab an Gottes Gnad verzweifelt, und gedacht: Gott kan mir meine Sünden nicht verzeihen; ich will nur fort fündigen, ich концаариди. ich werde doch verdammt. Ich bin in meis mem Kreuß gar zu kleinmüthig, ungedultig gewefen; hab aegen Gott gemurrt, als schis che er mir zu viel Kreut zu, als gedenke er nicht an mich, zc. Ich hab denen göttlichen Einsprechungen freventlich widerfirebt, die Beicht und Besserung des Lebens garzu lang aufgeschoben. Ich hab vor der Beicht mein Gewissen nur obenhin oder gar nicht er forfeht; keine Neu und Fürses erweckt, oder nur mit dem Mund und nicht von Herzen. Ich hab in der Beicht wissentlich gelogen, eis ne schwere Sünd aus Schamhaftigkeit oder imzweifel verschwiegen, vert lümelt, die rechte Zahl mit Fleiß nicht gesagt.( Sene hinzu, wie oft du in der Zeit gebeichtet und com municirt babeft.) Ich hab die auferlegte Buß gar nicht oder zu spat verrichtet. Ich hab die H. Communion oder ein anderes H. Sacrament, f.E. die Firmung, die Ehe in eis ner Todsünd empfangen. Ich hab mich bey anderen wegen meinen begangenen Sünden gerühmt, oder eine Freud daran gehabt. Ich hab frome Leut wegen ihrer Andacht verlacht. wider das zweite Gebot. Ich hab den Nahmen JEsu zu vergeblis chen Sachen genennt. Ich hab bedachtsam falsch geschworen, oder im Zweifel, obs wahr fei. Ich hab zwar in der Wahrheit geschwos ren, doch ohne Noth. Ich hab mich verschwos rem Opetyt. ren etwas böses zu thun, Exempel- weiß, mich zu rächen, sc. NB. folchen Schwur bist du nicht schuldig zu halten. Ich hab mich ver schworen etwas böses zu meiden, s. E. nimmer zu spielen oder mich voll zu trinken, und hab es doch nicht gehalten. Ich hab ges schworen mit einem Fluch, z. E. wenn ich das thue, oder gethan, oder geredt hab, fo will ich nicht zu Gott kommen, ich will des gåhen Tods sterben, der Teufel ic. Ich hab die H. Sacramenta im Zorn ausgestoffen. Ich hab Gott gelåstert, von denen Heiligen schimpflich geredt, ihre Heiligthum, Bilder, oder andere geweihte Sachen muthwilliger Weiß entunehrt, die Wort der Heil. Schrift zum Scher; mißbraucht. Ich hab mein Ge lübd nicht gehalten, oder ohne Noth zu lang aufgeschoben. Ich hab die versprochene Mes fen, Wallfahrten, ic. nicht abgestattet. Wider das dritte Gebott. Ich hab ohne Noth an Sonn- und Feiers tågen gearbeit oder laffen arbeiten; die H. Meß oder einen merklichen Theil derselben aus meiner Schuld nicht gehört, oder darunter geschlafen, geschwätzt; mich unehrera bietsum in der Kirch aufgeführt, andere im Gebet verstört, oder gar von der Kirch abgehalten. Ich hab Predig, Chriftliche Lehr, ic. gar oft aus Liederlichkeit verfaumt; Connund Feyertåg Nachmittag mit Tanzen, SpicTen, 20 Beicht- Spiegel. Ien, Trinken in den Wirths- Häusern oder bey böser Gesellschaft zugebracht. Wider das vierte Gebott. Ich bin meinen Eltern sehr ungeborsam gewesen, hab ihnen nachgemurrt, fie mit rauen Worten angeredt, gröblich erzürnt, durch mein übles Verhalten schwer betrübt, fie bei anderen verachtet, ausgelacht, vers schimpft, ihnen Böses gewünscht, die Händ geaen fie aufgehebt, oder gar sie geschlagen, gestossen, ic. Ich hab mich ihrer geschämt, ihnen in der Noth nicht geholfen, ihren letz ten Millen nicht ausgerichtet. Sch hab über geistliche oder weltliche Origkeit geflucht, geschmält, fie für ungerecht ausgeschrien: Hab meiner Herrschaft, Vormündern Lehrmeistern oder audern Vorgesetzten nicht gehorsamt, sie durch mein Widerreden zum groffen Zorn gebracht, sie ausgerichtet, 2c. NB. Die Eltern, Herrschaften, Obrigkeiten, Vormünder, Lehrmeister müssen sich hier auch über ihre Schuldigkeiten examiniren. Wider das fünfte Gebott, Ich hab groffen Haß und Feindschaft ge fragen gegen meinen Nächsten; rachgierige Gedanken freiwillig gehabt, mich gesucht an ihm zu rächen, oder ihm einigen Scha den zuzufügen. Jch bin sehr zornig gewesen, hab aus Zorn alles herausgeflucht, mir oder anderen etwas bofes, z. E. denTod, Teufel, zc. mit Beichtspiegel. 21 mit Ernst angewünscht; hab feinen Fleiß angewendet die böseGewohnheit im Fluchen, Sacramentiren, ic. zu besseren. Ich hab mit andern gezankt; hab Uneinigkeit gestiftet; hab im Ehstand sehr uneinig gelebt. Ich hab mir selbsten durch unmäßigen Zorn oder Trinken an der Gesundheit merklich geschas det. Ich hab mich mit andern gerauft, einen heraus gefordert, geschlagen, schwer verwuns det, oder gar ums Leben gebracht. Hieher gehört die Leibe- Frucht durch sich oder ane dere verhinderen, abtreiben, tc. Wider das sechste und neunte Gebott. Ich hab mich in unreinen Gedanken freis willig mit Wohlgefallen aufgehalten; dabei eine böse Begierd und Willen gehabt zu fün digen, wann ich Gelegenheit gehabt hätte; hab auch solche Gelegenheit gesucht. Ich hab unkeusche, zweideutige, verschraubte Reden geführt, oder Lieder gesungen mit Aer gernuß so und so viel anderer; Hab der gleichen Reden und Lieder gern angehört. Ich hab Ursach gegeben zu unreinen Traus men, oder eine Freud daran gehabt, nach. dem ich erwacht bin. Ich hab unreine Bi cher gelesen, oder anderen zu lesen gegeben. Ich hab unkeusche Gemähler, oder andere unreine Sachen mit Lust angeschaut, uns ehrbaren Schauspiel zugesehen, unehrbare Spiel gespielt, Buhl- Brief geschrieben oder getras Beicht- Spiegel. getragen. Ich hab mich gegen den unver nünftigen Geschöpfen Gottes mit Umblis ten oder auf sonst andere Weiß versündigt. Ich hab andere ungebührlich angetastet, ges Füßt, oder mich von anderen gern antafien, tussen lassen. Ich hab mit mir selbst gefün. diget. Ich bin mit böfen Gesellen umgangen, hab unkeusche Sachen mit ihnen ges trieben. Ich hab mich in verdächtige Häus ser oder Gefahr begeben zn fündigen, mich in der nächsten Gelegenheit freiwillig auf gehalten, in unzuläßiger Gemeinschaft so lang gelebt, mich mit anderen Personen im erk verfündigt. NB. Du must sagen, ob es ledige, oder verheurathete, anverwandte oder geistliche Personen gewesen, doch ohne jemand zu nen nen. Eben dieses ist auch zu verstehen von denen Begierden. Denen Eheleuten ist nicht alles erlaubt; das Gewissen gibt ein was unrecht feie. Denen, so zwar mit einander versprochen, aber noch nicht ordentlich copu lirt sind, ist nichts erlaubt; sie sind weder Eheleut vor Gott, noch vor den Men schen. wider das fiebende und zehende Gebott. Ich hab einem so viel Geld oder andere Sachen entfremdet, oder den Willen ge habt solches zu thun. Ich hab aus der Kirch gestohlen. Ich hab von Kindern Beicht- Spiegel. 23 eder Dienstbotten etwas angenommen, wor über sie keinen Gewalt gehabt. Ich hab ge ftohlene Sachen gekauft, verwahrt, oder vers zehren helfen. Ich hab gefundene Sachen behalten, und nicht nachgefragt, wem siegehdren. Ich hab von dem Geld, so mir die Herrschaft zum Einkaufen, oder von denen Sachen, die mir andere in die Arbeit gege ben etwas zuruckbehalten. Ich hab die Arbeit schlecht, liederlich gemacht, und doch mir wohl bezahlen lassen, mehr Geld gefors dert als ich verdient. Ich hab mein Umt, Dienst, wovon ich Besoldung oder Lohn has be, hinläßig verrichtet. Ich hab betrogen in der Rechnung, im Spielen, Kaufen, Ver Faufen, durch falsche Waar, Münz, Ge wicht, Maas oder Ehlen. Ich hab Wucher getrieben, zu viel Zins genommen, f. E. 7.8. Guld, vor 100, oder alle Wochen einen Duppel, Kreuzer vor einen Gulden. Ich hab andern Schaden zugefügt in denen Gärten oder Felderen, an denen Bäumen, Früch ten, ic. Ich hab anderer Schaden nicht ver hütet, da ich doch leichtlich gekönnt oder ge follt. Ich hab denen Handwerkern, Taglöhnern, Dienstboten, den gebührenden Lohn nicht gegeben, zu lang aufgeschoben, oder davon abgezwakt. Ich hab Schulden ge macht ohne Meinung sie zu bezahlen; oder hab sie nicht gezahlt, da ich doch gefönnt; bab 14 Beicht- Spiegel. hab die Zahlung lang anfgeschoben zum Schaden der Schuldherren; oder hab mich durch meine Schuld ausser Etand gesetzt dies felbe zu bezahlen. Ich bin dem Spielen stark ergeben gewesen, hab viel Geld vers spielt, oder sonst verschwendet, und unnütz lich angewendet. Ich hab meiner Haushals tung durch unmäßiges Spielen, Saufen, Luderen, Müßiggchen einen merklichen Schaden zugefügt. Ich hab ungerechten Proceß angefangen, fortgeführt, dazu ges holfen, durch List verlängert, ic. Ich hab einen unbilliger Weiß um seine Nahrung, Dienst gebracht, oder gesucht zu bringen. Wider das achte Gebott. Ich hab falsche Zeugnuß gegeben vor Ges richt und Obrigkeit; hab falsche Zeugen heimlich angestellt, einen fälschlich ange Flagt. Ich hab einen falschen Eid oder fals sche Hand- Treu abgelegt. Ich hab gelogen mit oder ohne Schaden des Nächsten. Ich hab anderen die Ehr abgeschnitten, und et was schweres falsch nachgeredt bei so viel Personen, oder mehr gesagt, als wahr ges wesen; oder es ware jwar alles wahr, aber noch unbekannt. Ich hab die Ehrabschneis dungen gern angehört, mit geholfen, mit Fleiß Ursach dazu gegeben. Ich hab das, was mir in Geheim anvertraut worden, weis ter fort gesagt. Ich hab anderen Schelt, Nah, Beicht- Spiegel. 25 Nahmen gegeben; einen ins Angesicht ges schändet und geschmäht, ihm seine Fehler oder heimliche Sünden fürgeworfen. dy hab andere getadelt, ausgehöhnt, ausges richtet, verächtlich von ihnen geredet, doch nicht wider die Ehr; hab ihr Thun und las sen übel ausgelegt. Ich hab von meinem Nächsten freventlich ohne genugsame Ursach in einer schweren Sach geurtheilt oder ges argwohnt. Ich hab Pasquillen oder Schmäh Schrifften gemacht und ausgestreut. wider die 5. Gebot der Kirchen. Von denen Sonn- und Seyertagen siebe das dritte Gebot GOttes. Ich hab an: verbotenen Tagen ohne Roth und Erlaubnus Fleisch gessen. Ich hab an gebotenen Fast Tågen mich mehr als einmahl fatt gef sen, da ich doch weder Alters, noch schwes rer Arbeit, noch anderer Urfach halber davon entschuldigt ware. Ich hab im ganzen Jahr fein einzigmahl gebeichtet, die Defter liche Communion unterlassen, over dieselbe unwürdig empfangen. NB. Dieses leztere ist eine doppelte schwere Sünd, und ges schiht durch eine unwürdige Communion dem Kirchen- Gebot nicht genug. In den 7. Haupt: Sünden. 1. Soffart. Ich bin sehr hofärtig gewe fen in Gedanken; Hab mich andern vorgetogen, sie im Herzen verachtet, mich in Gr Beicht- Spiegel. Gebärden, Kleidern, ic. zu stolz aufgeführt. Ich hab mich selbst gerühmt; in meinen Serken ein eitle Ehr und Lob der Mens fchen gesucht; folches Lob gen angehört; mich aus Gleißnerei fromm, andach ig angestellt. 2. Geir. Ich bin gar zu begierig gewesen aufs Zeitliche; hab es durch unjus Jäßige Mittel oder mit Verabsaumung des Gottesdiensts gesucht. Ich bin unbarm herzig gewesen gegen die Arme; hab sie mit rauen Worten angefahren, nicht nach meinem Vermögen Allmosen gegeben. 3. Linkeuschheit. Siehe das sechste Gebot GOttes. 4. Teid. Ich bin andern neidig gewesen; hab ihnen ihr Glück mißgönnt, mich dar über betrübt, über ihr Unglück mich erfreut. 5. Sraß und Süllerey. Jch bin unmäßig gewesen im Essen und Trinken; hab mich voll getrunken, so daß ich nichts mehr um mich gewußt; hab andere zu überflüßigem Trinken genöthigt. 6. 3orn, Siehe das fünfte Gebot Gottes. 17. Trågheit. Ich bin trda, lau, nachläßig gewesen im Dienst GOttes Ich hab die Zeit mit Müßiggehen, mit unfüßem Geschwätz, mit gar zu langen Schlafen zugebracht. Ich bin freiwillig zerstreut gewesen in meinem Gebet; hab das Früh- und Abends Gebet ausgelassen; hab viel Gutes unterlassen, so ich hätte thun kön nen. Sremb 26 Beicht Spiegel. Srembde Sinden. Ich hab andere zur Sünd, f. E. jum Stehlen, Unzucht, ic. angereißt, dazu vers führt, etwas bofes gelehrt. Ich hab ande re heiffen fündigen, sie in der Sünd noch gelobt, verthätigt, zur Sund gerathen, gee holfen, oder gar gezwungen. Ich hab die Sünd nicht verhindert, da ich es gekdant und gefollt; hab dazu still geschwiegen, und nicht angezeigt, wo es anzuzeigen ware. Ich hab meine Kinder, Dienstboten, Untere gebene wegen ihren Sünden nicht ernstlich bestraft, ermahnt, nicht zur Kirch und Gutem angehalten. Ich hab anderen Gelegenheit zur Sünd gemacht, verdächtigen oder gottlosen Personen Aufenthalt gegeben, ſolche anderen zugeführt, solchen Unterschleif in meinem Hauß von jenen, die im Zinß dars inn wohnen, wissentlich gelitten. Ich hab gettlose Bilder verfertigt, anderen gezeigt, aufbehalten, offentlich aufgehenkt. Ich hab anderen ergernuß gegeben durch schånds liche Reden, freche Gebärden, unehrbaren Aufzug, böses Erempel, ic. Gebet, so jedesmahl nach der Ers forschung des Gewisfens zu sprecben. 27 Ch schäme mich vor dir, o gütigster wann an Jahr meines übel zugebrachten Lebens, 32 son 28 Beicht- Spiegel. sonderbar meiner Jugend gedenke. O Fönnte ich dieselbe zurück ruffen, wie an derst wollte ich leben! jetzt erkenne ich, wie sehr ich gefehlt, und bereue es von ganzem Herzen, daß ich dich meinen allmächtigen Richter, der mich schon tausendmahl, wann du nur gewollt, hättest verdammen können; dich meinen liebreichsten Vater, der du mir deinem boshafften Kind alle Augenblik, so gar da ich fündigte, Guts gethan; dich mein allerhöchstes Gut, welches du in dem Himmel von denen Engeln und Heiligen mit tiefester Ehrforcht anges betet wirst, so oft, so schwer und ents feßlich erzürnt, beleidigt und entunchrt habe. Nunmehro bin ich fest entschlos sen, mit dem Beistand deiner Gnad, um welche ich dich demüthigft bitte, ein ganz anderes Leben anzufangen, dir eife rig zu dienen, dich nimmerinehr mit ei ner einzigen Sünd fürsätzlich zu beleis digen. Groffer Gott! an mir groffen, gröften Sünder zeige auch deine uns endlich grosse Barmherzigkeit. Gebet vor der Sodalität. Gewöhnliche Bett Ordnung Der Sodalitåt Im Anfang der Versammlung. I, Kom 29 Omm heiliger Geist, wahrer Troft, Die Herzen, die du erschaffen haft, Besuch in aller Angst und Noth, Erfülle fie mit deiner Gnad. 2. Der du der Tröster wirst genannt, Ein Gab von GOtt herab gesandt, Des Lebens- Brunn, ein feurig Licht, Die Lieb, der Trost und Zuversicht. 3. Mit sieben Caben bist bekant, Ein Finger Gottes rechter Hand, Du hast die Jünger durch dein Macht, In Sprachen wohl beredt gemacht. 4. Erleucht die Sinn mit deinem Schein, Dein Lieb gieß uns ins Herz hinein, Stårk unser schwache Biddigkeit, Mit deiner Gnad in Ewigkeit. 33 5. Den 30 Gebet vor der Sodalitat. 5. Den böfen Feind treib von uns fern. Thu uns des Friedens ståts gewehrn, Daß wir durch dich geführet an Vermeiden, was uns schaden fan. 6. Gib, daß wir all erkennen schon GOtt Vater, und sein lieben Sohn, Und daß wir glauben, daß du seist Der beiden Lieb und Heil. Geist. 7. Gott Vater sei Lob, Ehr und Preiß, Und Gott dem Sohn auf gleiche Weiß, Der woll uns fenden allermeist Den Tröster GOtt den heiligen Geift, Amen. y. HErr, schife aus deinen Geist, fo werden alle Ding erschaffen. B. Und du wirst erneueren das Angesicht des Erdreichs. Gebet. O GOtt der du die Herzen deiner Glaubigen mit der Erleuchtung des Heil. Geists gelehret haft: geb uns in demselbigen Geist rechte Ding zu vers stehen, und uns von seinem Trost alls zeit zu erfreuen, durch Christum un fern HErrn, Amen. Darauf folgt die Exhortation. Aut Gebet nach der Sodalität. 31 Am End der Versammlung. Vrie eleison. Christe eleiſon. Kyrie eleison. Christe höre uns. Chrifte erhöre uns. GOtt Vater von den Himmeln, Erbarm dich unser. GOtt Sohn Erlöser der Welt, Erbarm dichy unser. GOtt Heil. Geist, Erbarm dich unser. Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, Erbarm dich unser. Heilige Maria, Bitt für uns. Heil. Gottes Gebährerin, Bitt für uns. Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Bitt für uns. Mutter Christi, Mutter der Göttlichen Gnaden, Du allerreineste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbeffekte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter des Erschaffers, Du Mutter des Erlösers, 34 Bitt für uns. Du all 32 Gebet Du allerweisefte Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, 3 Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gnådige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sig der Weisheit, Du Ursach unserer Fröhlichkeit, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du fürtrefflichsGefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurn Davids Du helfenbeinerner Thurn, Du goldenes Hauß, Du Arch des Bunds, Du Pfort des Himmels, Du Morgen Stern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hülf der Christen, Du Königin der Engeln, Du Königin der Patriarchen, Bitt für uns. 3.3 nach der Sodalität. Du Königin der Propheten, Du Königin der Aposteln, Du Königin der Martirer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du hin nimmbst die Sünd der Welt, 3. Verschone uns, o HErr. O du Lamm Gottes 2c. Bitt für uns. y. Erhöre uns, o HErr. O du Lamm Gottes, 2c. B. Erbarme dich unser, o HErr. Bitt für uns Heilige Gebührerin Gottes, Auf daß wir würdig werden der Verheissung Christi. Gebet. Ir bitten dich, o HErr, verleihe uns die Hülf deiner Gnad, und weil du uns zu erkennen geben haft, was wir thun follen, hilf uns auch daffelbis ge zu vollziehen; Lose auf durch deine Gütigkeit die Band unserer Sünden, und durch die Fürbitt der heiligen unbes 33 L Gebet 34 flekten Jungfrauen Maria samt affent deinen Heiligen, bewahre uns deis ne Diener, ja auch unsere Güter und Wohnungen in aller Heiligkeit. Und alle, die uns mit Freundschaft, Schwas gerschafft und Gesellschaft verwandt und zugethan, reinige von Sünden, und ers leuchte sie mit Tugenden: gib uns Fried und Heil, wende ab alle sichtbare und unsichtbare Feind: treibe hinweg alle fleischliche Begierden; verleihe uns einen gesündeu heilsamen Luft und Fruchtbarkeit der Erden; Und unseren Freunden und Feinden gib eine wahre Lieb, und bewahre diese Stadt Manns heim samt allen derselben Innwohnern vor Peftilenz und giftigen schädlis chen Luft: Erhalte fie auch unverlett von dem Grimmen und Gewalt der Uns glaubigen: allen Christglaubigen, Lebens digen und Todten gib, daß sie leben int Land der Lebendigen, und verleihe ihnen die ewige Ruhe. Alle geistliche und weltliche Vorsteher samt allem Chrift glaubigem Volk und Gemein, behüte vor nach der Sodalitat. 34 vor aller Widerwärtigkeit, und dein Seegen komme über uns, durch JEfum Christum unseren HErrn.. Amen. Folgen die Antiphonen von unfes rer Lieben Frauen, fo man betet nach der Zeit des Jahrs. Vom ersten Sonntag des Advents 414 bis auf Lichtmeß- Tag. I, Gnadenreiche Mutter des Erlöſers, die du bist die offene Pforten des Himmels und Meer- Stern. 2. Komm zu Hülff deinem fallenden Volck, das begehret aufzustehen. 3. Du hast gebohren den heiligen Schöpfer, darob sich die Natur vera wundert. 4. Jungfrau vor und nach der Ges burt, empfange den Gruß von des Gas briels Mund, und erbarme dich der Sünder. Y. Der Engel des HErrn hat Maa riå den Gruß gebracht. B. Und sie hat vom Heil. Geift ema, pfangen. 3. 6 B Gebet Gebet Gebet. Ir bitten dich, o HErr, du wollest Deine Gnad in unsere Herzen eingieffen: daß die wir durch die Bottschaft des Engels Chrifti deines Sohns Menschwerdung erkant haben, durch fein Leiden und Creuß zur Herrlichkeit und Glori der Auferstehung geführt. werden: Durch denselben Christum unsern HErren. Bc. Amen. 36 27ach der Geburt Chrifti. y. Nach der Geburt bist du ein unbefleckte Jungfrau blieben. B. Du Gottes Gebährerin bitt für uns. Gebet. Gott, der du durch die Jungfrau liche Fruchtbarkeit Marià dem menschlichen Geschlecht die Belohnung des ewigenheils gegeben haft: wir bitten, verleihe, daß wir ihrer Fürbitt genieffen, durch die du uns begnadest hast zu ema pfangen den ursprünglichen Geber des Lebens, unsern HErrn Jesum Chriftum deinen Sohn, der mit dir lebt und res gieret, in Einigkeit des heiligen Geistes, GOtt immer und ewiglich, Amen. Von nach der Sodalität. Von Lichtmeß bis auf Offern. I, GEgrüffest feist du Königin, Der Welt und Engel Herrscherin. 2. Gegrüffet feist du Himmels Thür, Daraus uns kommt das Licht herfür. 3. Frolock o Frau in deinem Reich, Niemand ist deiner Schönheit gleich: 4. Vergiß uns nicht o Jungfrau schön, Mit deinem Sohn uns all versöhn. y. O heilige Jungfrau mach mich würdig dich zu loben, m 3. Und gib mir Kraft und Stärk wider deine Feind. 37 2 Gebet. Armherziger GOtt, verleihe unfe rer Schwachheit Hülf, auf daß wir, die da der heiligen Gebährerin Gots tes Gedächtnus halten, mögen durch Hülf ihrer Fürbitt von unsern Unges rechtigkeiten aufstehen, durch denselben Christum unsern HErrn, Amen. Von Offern bis auf den Samstag nach Pfingsten. I. FAelujo Reu dich du Himmels- Königin, 37 2.Dann 38 Gebet 2. Dann den du verdient haft zu tragen, Alleluja. 3. Der ist wieder auferstanden, wie er gesagt hat, Alleluja. 4. Bitt GOtt für uns, Alleluja. y. Freu dich, und frohloke du Jungse frau Maria, Alleluja. B. Dann der HErr ist wahrhaftig erstanden, Alleluja. Gebet. abdice GOtt, der du durch die Urstånd deines Sohns unsers HErrn JE, fu Chrifti die Welt erfreuet haft: wir bitten, verleihe uns, daß wir durch seine Mutter die Jungfrau Maria, die Freud des ewigen Lebens erlangen, durch densels ben Christum unsern HErrn, Amen. Von Seil. Dreyfaltigkeit Tag bis zum Advent. I. Mutter der Barmherzigkeit, des Lebens Süffigkeit, und unser Hoffnung sei ges srift. rinomic d 01d 12.34 Y nach der Sodalität. 39 2. Zu dir schreien wir clende Kinder Evå, zu dir seufzen wir Traurende, und Weinende in diesem Thal der Zähren. 3. Eja unsere Fürsprecherin, darum wende deine barmherzige Augen zu uns, und nach diesemElend zeige uns JEfum die gebenedeite Frucht deines Leibs. 4. O gütige, o milde, o süsse Jungs frau Maria. 7. Bitt für uns o heilige Gottes Gebähe rerin. F. Auf daß wirder Verheissung Chrifti theil haftig werden. Gebet. Almächtiger ewiger GOtt, der du den Leib und die Seel der Ehren, reichen Jungfrauen Marià, durch Mits wirkung des heiligen Geistes bereitet haft, daß sie würde eine würdige Wöha nung deines Sohns: gib uns, die wir uns in ihrer Gedachtnus erfreuen, daß wir durch ihre milde Fürbitt, von den instehenden üblen, und von dem ewigen Tod erlöset werden, durch denfelben Christum unsern HErrn, Amen. Tach Gebet 7ach der Antiphon wird folgendes Ge bet für unsere Sodalität, Stadt und Vaterland verrichtet. 40 I. Jebste Mutter wollest ſchauen singen Auf dein Volk, so mit Vertrauen Dich als eine Mutter ehrt, Von dir Hülf und Trost begehrt. 2. Wahren Glauben wollest mehren, Irrthum, Rezerei zerstöhren; Wollst ausstreken deine Hand, Uber Stadt und Vater- Land. 3. Alles übel wolift abwenden, Reichen Seegen uns zusenden, Bu dir unser Hofnung steht, Seegne dein Sodalität. 4. Seegne Mutter deine Kinder, Bitt GOtt für uns arme Sünder, Steh uns bei in letter Noth, Wann wir ringen mit dem Tod. Amen. Gebet. O GOtt der du durch die Fürbitt deia ner gebenedeiten Mutter Mariá dein Volk gnädiglich ansiehest, verleis he für die Verstorbene. 41 he, daß die wir in ihrem Namen hier versammlet find auf Erden, dich einstens mit ihr ewig loben und preifen mde gen in dem Himmel, der du lebst und regierft in alle Ewigkeit. Amen. Für unseren Gnädigsten Churs fürsten. Err allmächtiger GOtt, Schöpfer Himmels und der Erden, erhöregnås diglich unser Gebet, welches wir abfons derlich für deinen Diener, unsern Gnåa digsten Chur- und Landsfürsten ausgieß fen. Verleihe ihm glükliche Regierung, Gesundheit, langes Leben, mit allem Trost der Seel und des Leibs. Stårke und schůze ihn wider alle seine sichtbare und unsichtbare Feind. Sende ihm, o GOtt des Friedens, deinen H.Geist, und gib ihm kräftige Gnad zu vollziehen deia nen allerheiligsten Willen in allem seinem Thun und Lassen. Seegne ihn und das ganze Durchläuchtigste Chur- Hauß zur allgemeinen zeitlichen und geistlichen Wohlfahrt des Vater- Lands. Verleihe auch Herr Gebetid 42 auch, daß ihm allezeit zu Hülf komme der Schuß und die Fürbitt der allerheis ligsten Jungfrauen und MutterGottes Maria, samt allen lieben Auserwähl ten und H. Engeln, durch JEfum Chris stum deinen lieben Sohn unsern HErrn, Amen. Vater unser. Ave Maria. Gebet für die verstorbene Sodales. Der 50. Pfalm Miferere mei Deus. dich o nach deiner grossen Barmherzigkeit. Und nach der Menge deiner Erbarms muffen: tilg aus meineLingerechtigkeiten. Wasche mich mehr und mehr von meiner Missethat: und reinige mich von meiner und. Dann ich erkenn meine Misfethat: und meine Sünd ist immer wider mich. Dir allein hab ich gefündiget, und Ubels vor dir gethan: auf daß du in deis nen Worten gerechtfertiget werdeft, und überwindest, wann du gerichtet wirst. Dann irit für die Verstorbene. 4.3 Dann siehe, in Ungerechtigkeit bin ich empfangen: und in Sünden empfienge mich meine Mutter. Eiche du hast die Wahrheit geliebt: die verborgene Ding und Geheimnus deiner Weißheit hast du mir offenbaret. Bespreng mich HErr mit Hysopen, so werd ich gereiniget: wasche mich, fo werde ich weisser werden, dann der Echnee. Laß mich Freud und Trost hören: daß die zerschlagene Gebein frolofen. Wende ab dein Angesicht von meie nen Sünden: und tilge aus alle meine Misfethaten. Erschaffe in mir, o GOtt, ein reis nes Herz: und erneuere in mir einen aufrichtigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freud deines Heils: und mit dem fürnehmen Geist stärke und beståttige mich. 44 Gebet di ni So will ich die Gottlofe deine Weg lehren: und die Sünder werden sich zu dir bekehren. Errette mich von den Blut- Schulden, o Gott! du Gott meines Heils: So wird meine Zung deine Gerechtigkeit mit Freuden rühmen. HErr, thue auf meine Lefßen: und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Dann hättest du Lust zum Opfer, fo wollte ich dirs gewißlich geben haben: an Brand- Opfern wirst du keinen Gea fallen haben. Ein betrübter Geist ist ein Opfer für GOtt: ein zerknirschtes und gedemüs thigtes Herz wirst du o GOtt nicht verachten. Handle o HErr gnädiglich mit Sion nach deinen guten Willen: auf daß die Mauren zu Jerusalem gebauet werden. Alsdann wirst du annehmen das Op fer der Gerechtigkeit, Gaben und Brand- Opfer: alsdann werden sie Kåls ber auf deinen Altar legen. Y. HErr für die Verstorbene. y. HErr gib ihnen die ewige Ruh, 3. Und das ewige Licht leuchte ihnen. Der 129. Pfalm. De profundis. Us der Tiefe rufe ich, o HErr, zu dir: HErr erhöre meine Stimm. Deine Ohren wollen achtung haben, auf die Stimm meines Bittens. 45 Ach HErr, wann du der Sünden ges denken wirst; HErr, wer wird bestes ben mögen? Aber bei dir ist Vergebung: und um deines Geset willen verlaß ich mich auf dich. Mein Seel verlaßt sich auf fein Wort: mein Seef hofft auf den HErrn. Von der Morgen- Racht biß zu der Nacht: soll Ifrael auf den Herrn hoffen. Dann bei dem HErrn ist Barmhers jigkeit, und überflüssige Erlösung. Und er wird Israel erlösen von allen feinen Sünden. y. HErr gib ihuen die ewige Ruh, B. Und das ewige Licht leuchte ihnen. Y. Von der Pforten der Höllen, 3. Erledige o HErr ihre Seelen. Y. LAB 46 amd Gebet sids y. Lak sie ruhen im Frieden. R. Amen. Y. HErr ehöre mein Gebet. B. Und laß mein Geschrei zu dir kommen. Vater unser 2c. Gegraffet seist du zc. Gebet. HErr, wir bitten dich, löfe auf die Seel deines Dieners( die See len deiner Diener) auf daß, nachdem, er( sie) der Welt abgestorben, bey dir leben möge( mögen) und tilge gnädige lich aus durch die Gnad deiner gütige sten Barmherzigkeit die Sünden, so er ( sie) aus menschlicher Schwachheit und Blödigkeit begangen. GOtt, der du bist ein Austheiler der Gnaden, und ein Liebhaber des menschlichen Geschlechts: wir bitten dein unermessene Güte, du wollest den Sees len aller Brüder, Verwandten und Wohlthäter unserer Versammlung, die aus dieser Welt geschieden sind, durch Vorbitt der feeligsten Jungfrauen Mariå, und aller deiner Heiligen, verleihen die Gemeinschaft der ewigen Seligkeit. O GOll für die Verstorbene. 47 DGOtt, Erschaffer und Erlöser aller Glaubigen, verleihe denen Eeclen deiner Diener Verzeihung aller Sün den, auf daß sie den Ablaß, den sie allzeit gewünschet haben, durch andächtige Fürbitt erlangen, der du lebst und regie reft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Y. HErr gib ihnen die ewige Ruh. x. Und das ewige Licht leuchte ihnen. y. Laß sie ruhen im Frieden. 3. Amen. 2012 m Soy bus tin NB. Diese Buß, Psalmen werden auch gebetet bey der Begräbnus eines So dalis in der Capell auf dem Kirch. Sof. Für Franke Sodales. Secreußigter JEsu, du Hülf und Trost aller Glaubigen, wir bitten dich einmüthig, durch die Pein und Marter deines bittern Leidens, du wol lest unser Gebet erhören, und deinen Dienern, so fern es dir gefällig, ihre voris ge Gesundheit gnädiglich verleihen, das mit 48 Au Gebet mit sie dich in deiner Versammlung zu gleich mit uns wiederum loben und preisen mögen, der du lebest und herrs schest mit GOtt dem Vater und Heis ligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Vater unser. Ave Maria. Vor die reisende Sodales. O GOtt, der du die Kinder Israel mit truckenem Fuß durch das ro the Meer wandern lassen, und die Heil. drei König durch Leitung des Sterns nach Bethlehem zur Strippen geführt haft: wir bitten, du wollest unseren Mitbrüdern eine glückliche Reiß, und gus tes Wetter verleihen, damit sie von deinem H. Engel begleitet, ihr vorges nommenes Ziel erreichen, und endlich zum Gestatt der ewigen Seeligkeit glüklich gelangen mögen, durch Chris stum unseen HErrn, Amen. Vater unser, Ave Maria. Vor 49 nach der Sodalität. Vor die rechtmäßig Abwesende. S Allerseeligste Jungfrau, unfere höchste Schuz- Parronin Maria! wir bitten dich einhelliglich durch deine unbeflekte Empfängnus, du wollest deis ne Diener unfere abwesende Mitbrüder von allem Ulebel gnddiglich bewahren; auch ihnen alles, was zu ihrem Heil ers sprieß ich ist, durch deine mächtige Fürs bitt erlangen, von Chrifto deinem Sohn, der mit dem Vater und H. Geift lebt und regiert gleicher GOtt in alle Ewigs teit Amen. Vater unfer, Ave Maria. Vor die Gutthäter der Sodalitat. GOtt, der du bist ein Belohner alles Gutens, wir bitten dich, du wollest um deines H. Nahmens willen, und durch die Verdiensten deiner Heis ligsten Mutter Marià alle Gutthäter unserer Verfamlung reichlich belohnen: derren Lebendigen deinen göttlichen Se gen, den Verstorbenen aber die ewige € Ruh TO Ollod Gebet Ruh gnädiglich verleihen, der du lebst und regierest in alle Ewigkeit, Amen. Vater unser. Av: Maria. Weiß einen neuten Sodalem einzuverleiben. 1. Nach gethaner Beicht und Commu nion Fniet er sich mit einer brennen den Kerzen in der Hand vor dem Altar nächst bei Gerrn Præfecto nies der, und thut folgende Glaubens, Bekantnus. Chaiaube feftiglich, und bekennemit beständigem alles dasjes nige, was die wahre Katholische Kirch vorstellt zu glauben. In diesem Heil. allein feligmachenden Glauben will ich mit der Hülf Gottes leben und sterben, auch so viel mir möglich, Sorg tragen, daß dieser wahre Glaub von meinen Uns tergebenen gehalten werde. Das vers beiffe, gelobe, und schwöre ich. So hela fe mir GOtt, und die Heil. Gottes Evangelia. Im bei der Aufnahm. 51 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und GOtt war das Wort. 2. Nach vollendeter Glaubens Bekant nuß spricht er Gerrn Præfecto nach, wie folgt. Gebet nach der Einverleibung. Heilige Jungfrau und Mutter Got tes ich erwähle dich heutis ges Tages zu meiner Beschügerin, und Fürsprecherin, und nehme mir feftiglich vor, daß ich dich nimmer verlassen, auch nichts wider dich reden, thun, oder zus lassen wolle, daß von meinen Unterges benen etwas deiner Ehr zuwider gethan werden solle. Derowegen bitte ich dich, nehme mich an zu einem ewigen Diener, stehe mir bei in allen meinen Geschäf ten und Werken, und verlasse mich nicht in der Stund meines Tods, Amen. 3. Auf dieses steht err Præfectus auf, und nimmt ihn mit folgenden Wor. ten an. € 2 For Gebet Formula der Aufnehmung. Elches dann gereiche zu gröfferer Ehr der allerheiligsten Dreifaltigs Feit, und der ohne Makel empfangenen Hochwürdigsten Jungfrauen und Mut, ter Gottes Marià, auch zur Fortpflan zung und Mehrung dieser Sodalität. Ich gegenwärtiger Sodalität dieser Zeit ordentlich erwählter Præfect, neh me euch an und auf, in diese löbliche Sodalität unser lieben Frauen unbe flekter Empfängnus, und mache euch får big aller Indulgenz und Abläß, so dies fer Södalität vom Påbstlichen Stuhl jemahls gnädig und väterlich sind verliehen worden: auch theilhaftig aller guter verdienstlicher Werk, so allent, halben in der Sodalität von anderen Mitverwandten geschehen: Wiederum auch fähig aller Gebrauchen, Aemter, und Würden: geb euch auch Gewalt zu berathschlagen und zu schliesen, was zum Wohlstand dieser Sodalität gereis chen mag, und solches alles in dem Nah, men Fen der Aufnahm. men der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Gottes Vaters, Sohns und Heiligen Geists. Amen. 53 4. Nach diesem opfert der Neu aufges nommene seine Berz auf den Alltar, und gibt Herrn Præfecto, und beiden Serrn Affiftenten Sand Geldbnuß. Flach geendigter Sodalität zeigt er Herrn Secretario seinen Nahmen an, damit er in das Einschreib- Buch) und in die Tafel eingetragen werde. Andacht zu denen Heiligen Monats- Patronen. Sie nußlich diese Undacht feie, hat die vielfältige Erfahrnuß gelehrt. Man weiß aus bewährten Begebenheiten, das viele Godales in duffersten Leibs und See. len, Gefahren auf Anrufung ihrer Monats Heiligen, durch deren Fürbitt augenschein. liche Hülf erfahren. Damit nun auch du Dich solcher würdig machest, so beobachte alle folgende Puncte. 1. Nehme den Heiligen, der dir zu Theil wird, als von der Hand Gottes ganz ehr. erbictig an. 2. Jm Anfang des Monaths befehle ihm dich, beine Hauppaltung, mo Die € 3 54 Unterricht die Deinige: Bitte ihn fonderlich, daß er dir Gnad erwerben wolle, den Monath hin. durch in keine schwere und zu fallen. 3. Täglich ruffe ihn an, sonderbar in deinem Früh, und Abend. Gebet, wie auch in ab lem deinem Anliegen. 4. An seinem Fest Tag höre ihm zu Ehren die Heil. Mes, gib nach deinem Vermögen etwas Allmesen: beichte auch und communicire einmahl im Monat zu seiner Ehr. 5 Lefe sein Leben, fiche, worinn du ihm nachfolgen finnest. 6. Täglich bete etwas zu derjenigen Meis nung, welche das Bild. Blat anzeigt. 7. Erwege öfters, und faffe wohl zu Herzen den Denkspruch, der unter dem Bild ge druft ift. 8. Uebe dich fleißig den Monat hindurch in derjenigen Tugend, welche da. ben angezeigt ift. 9. 2m End des Monats fage ibm Dank für die gehabte Corgfalt: bitte ihn, daß er auch forthin dein Für. fprecher verbleiben wolle, absonderlich zur Stund des Tods, u welchem End from. me Sodales ihnen besondere Eitaneien iar, aus machen, und oft beten. Ja es find gefunden worden, welche aus sonderbarer Andadt felbige mit sich begraben laffin: anzuzeigen, fie fonten in die andere Welt für den Richterstuhl Gottes feine bessere Gefehrten und Fürsprecher baben. Gebet von denen Monath Heiligen. S Gebet. So bei Austheilung der Monat Seis ligen in der Sodalität verrichtet wird, und täglich zu denenselben insgesamt kan wiederhohlt werden. I. Ihr Heilige im Himmels. Saal, Wir ehren euch im Jammerthal. Dem Herrn sei Dank, der euch erhos bett, Den wir darum auch ewig loben. 2. Zu unserem Schuß euch Gott ers wählt, An Leib und Seel helft, wann es fehlt. Ihr unsere treue Schützer seid, Im Leben und im lesten Streit. Amen. V. Bittet für uns ihr Heilige Monats: Patronen, B. Damit wir auch ben euch mögen im Himmel wohnen. G bet. GOtt, der du deinen Heiligen uns zum Schutz gegebenen Patronen überflüßige Grad ertheilt hast, zu der ewigen Glori und Herrlichkeit im Him mel zu gelangen: Wir bitten dich, du € 4 wols 16 Gebet wolleft uns durch deren Fürbitt kräftige Gnad verleihen, auf daß wir ihnen in der Tugend nachfolgen auf Erden, und dich auch ewig mit ihnen loben mögen im Himmel, durch unsern HErrn JE fum Chriftum deinen lieben Sohn, wel eher mit dir und dem Heil. Geift lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Gebet, so täglich zu seinem Monats Heiligen zu sprechen. Glorwürdiger Heiliger N. den mir GOtt zum getreuen Beschüßer für Diesen Monat gegeben, ich wünsche dir von Herzen Glük zu aller Freud und Glori, so du jekund imHimel geniesfest. Ich sage GOtt Dank für alle Gnaden, fo er dir erwiesen. Ich preise den himme lischen Vater in dir, der dich zur Seeligs Feit auserkohren: Jesum seinen Sohn, der dich mit seinem Heil. Blut erlöst: den H. Geist, der dich wunderbarlich geziert und geheiliget hat. Ich weiß, daß deis ne Fürbitt bei GOtt viel vermag. Defe wegen bitte ich dich demüthiglich, erlange mir von GOtt kräftige Gnad, daß ich diefen zu denen Monat, Heiligen.* 7 diesen Monat, welcher vielleicht der leste meines Lebens, absonderlich den heutigen Tag fromm und gottselig zus bringe, alle Sünden sorgfältig vermeide, alle Anfechtungen und böse Neigungen herzhaft überwinde, und mich in allen standmäßigen Tugenden, sonderlich dieser n. fleißig übe, alle meine Werk und Geschäften mit reiner Meinung GOtt zu Ehren verrichte, alles Creuß und Widerwärtigkeit ihm zu Lieb gedul tig leide. Erwerbe mir, daß der ges creuzigte Jesus sich über mich) erbarme, und meine Seel, die er fo theuer erlöst hat, nicht zu Grund gehen lasse: daßJE, fu Wunden meine Artney seien, JEſu Creuß meine Ueberwindung, JEfte Marter meine Freud, JEsu Blut, Vers gieffung meiner Sünden Abwaschung, JEfu Tod mein ewiges Leben. Diesert JEfum o heiliger P tron bitte diesen Monat, und bis an mein End für mein arme Scel, damit sie chusmahls glik. feciig aus dieser Welt scheiden, a d mit dir von Ang: ficht zulingeficht anschauen möge, 18 Gebet möge, GOtt Vater, Sohn, und Heil. Geift, Amen. Ein anderes kürzeres Gebetlein, so Früh und Abends zu sprechen. O Schuß Patron! mit Leib und Seel Mich jetzt, und allzeit dir befehl. Komm mir zu Hülf in aller Noth, Verlaß mich nicht in meinem Tod. Gebet zu dem Heiligen am End des Monats. O mein Heil. Patron! ich sage dir tausendfältigen Dank, für alle Lieb und Sorgfalt, die du für mich dein unwürdiges Pfleg Kind diesen Monat getragen. Verzeihe mir, daß ich deinem gottseeligen Leben so wenig nachgefolgt, dir so geringe Ehr und Andacht erwies sen habe. Erwerbe mir Verzeihung aller meiner, sonderbar diesen Monat bes gangenen Sünden, und Gnad dieselbe ernstlich zu bereuen, und zu bessern. Opfere das wenige Gute, so ich diesen Monat verrichtet, GOTT vor seinem Thron auf, und damit es ihm desto ges fälliger seie, so vereinige solches mit allen ? $ 9 zu denen Monat: Heiligen. 19 allen guten Werken, die du vor Zeiten auf Erden verrichtet hast. Erhalte mir von GOtt, daß ich dir künftighin in göttlicher Lieb, Reinigkeit, Gedult, und in allen deinen heiligen Tugenden bestáns dig möge nachfolgen. An mein legtes End lad ich dich jetzt insonderheit ein; da verlaß mich nicht, wo es um die ganze Ewigkeit zu thun ist, sondern stehe mir mit allen andern meinen H. Patronen bei, und führe meine Seel in die Stadt aller Heiligen, allwo ich mit euch GOtt ewig loben und preisen werde. Amen. 飯: 飯 飯 湯 飯 飯堂: Jährliche Andacht. der ledigen Stands Sodalen zu dem 5. Francifco Regis. Eilen in eben dem Jahr 1738. da die Sodalität zu Mannheim aufgerichtet worden, daseloften auch feyerlich begangen wurde die Golennität der Heiligsprechung des. Francifci Regis, als haben die Sodales lebigen Stants denselben damablen zum Patronen erweilt, und pflegen jäbrs lich € 6 Andacht 1.c) an dem Sonntag nach seinem Feft, over am Feft felbfien, wann es auf einen Sonn tag fallt, eine Proceßion aus dem Oratorio in die Kirchen zu halten, und allda ſolche Wahl zu erneuren mit folgender Erwählungs Sormul des Francifci Regis zum Patronen. Glorwürdiger H. Francifce Regis, du wunderbarlicher Eiferer der Seelen! wir erwählen dich heutiges Tags abermaht zu unserem absonders lichen Patronen und Fürsprecher in uns serem gefährlichen Lebens Stand, und nehmen uns feftiglich vor, dich Zeit uns feres Lebens andächtig zu verehren, und in allen unseren Näthen vertraulich ans zurufen. Wir bitten dich demüthig, lich, nehme uns an zu deinen getreuen Pfleg Kindern; sei unser Geleitsmann auf denen Reisen, unser Beschützer in denen Gefahren, unser Tröster in denen Widerwärtigkeiten, unser liebreicher Vater und Helfer in allen Anliegen Leibs und der Seelen, fond roar im Sterben. Erwerbe uns von GOtt, bei zu dem S. Franc. Regis. 61 bei deffen Thron du stehest, kräftige Gnad, die Sünd und Lafter zu vers meiden, die Versuchungen zu überwins den, deinen H. Tugenden, sonderbar der englischen Reinigkeit nachzufolgen, und also keusch, fromm und gottesförcha tig zu leben auf Erden, damit wir würs dig werden dir einsmahls beygefellt zu werden in dem Himmel. Amen. Jährliche Andacht am Schluß des Jahrs. In der lezten Sodaksät des Jahrs wird nach anderen gewöhnlichen Gebetern fol gendes zur Danksagung gebetet: V. Lakit uns benedeien den Vater und den Sohn, und den H. Geist. Lasst uns ihn ioben und überhöhen in Ewigkeit. Geber. GOtt, dessen Barmherzigkeit une nelich) ist, wir sagen deiner gu tigsten Majestät Dan vor alle empfans € 7 gene 62 Andacht am End des Jahts. gene2Gohlthaten: demůchiglich bittend, du wollest diejenige, deren Begehren du erhöreft, niemahl verlassen, sondern zur ewigen Belohnung führen. Dir sagen wir ebenfalls Dank, o unsere allerhöchste Schuß Patronin Maria, vor alle leibliche und geistliche Gnaden, so wir dieses Jahr durch deis ne mächtige Fürbitt erlangt haben. Wir befehlen uns auf ein neues in deinen mütterlichen Schuß, und bitten dich fle hentlich, du wolleft uns Ver eibung ers werben aller unserer in diesem Jahr bes gangenen Sünden; zugleich aber auch kräftige Gnad, dasselbe gottseelig zu bes schlieffen, das neue wohl anzufangen und fortzuf gen, und im Guten bis ans End zu verharren von Christo JEfu, deinem Sohn unserem Herten, Amen. NB. Es fan auch vor diesem Gebet das Ambrosianische Lobgefang gebetet werden. Siehe solch& in denen Andachts Uebungen zu der H. Dreifaltigkeit. ス 63 catcate Gebräuchliche Gefänger in der Sodalität, so auch zu Haus oder in der Kirch mit grossem Nutzen können in der Still bedachtsan gelesen werden. Advents- Gesänger. I. Kirchen Hymnus. Heil der Welt, HErr JESU Chrift, Der du des Himmels Saörfer biff, Und aller Völker ewige Licht, Was wir begehrn, verfag uns nicht. C 2. Du hast das menschlich ganz Geschlecht, Durch deine Lieb gebracht zu recht, Daß es durch Satans ist und Reid, Nicht würd Verlohrn in Ewigkeit. 3. Du wahrer GOtt, bist Mensch gebohrn, Von einer Jungfrau auserfohrn: Und baft dich für die Sünd der Welt Um Creuz zum Opfer dargestellt. 4. Sobald dein Hochheit und Gewalt, Und allerheil'gster Nahm erschallt, Eo werd'n gebogen alle Knie, Im Himmel und auf Erd allhie. 5. Bir 67 Advents. 5. Wir bitten dia, verdamm uns nicht, Wann du wirft tommen zu Gericht: Beschi ze ans durch deine Gnad, Daß uns der böse Feind nicht fehad. 6. GOtt Vater, Sohn, und Heiliger Geiff, Der uns aus allen Nöthen reift, Si kob, Dank, Chr, und Herrlichkeit, Von nun an bis in Ewigkeit. II: Seufzer der Alt. Väter. Heiland! reiß die Himmel auf, Herab, berab, vom Himmel lauf! Reiß ab vom Himmel Chor und Thür, Reiß auf, wo Schloß und Riegel für. 2. DGDtt, ein Thau vom Himmel gieß, Im Thau herab, o heiland fließ! She Wollen bredt und regnet aus Den König über Jacobs Haus. 3. D Erd schlag aus, bag überall Fang an zu grünen Bera und Tha[! D Erd dervor die Blümlein bing: D Heiland aus der Ero entsprine! 5. Wo blei ft En, Loft der ganzen Welt, Darauf fie all ir Hoffnung stellt? Ach fomm hrab vom Himm le: Saal, Une troft in biefsm Jammertbal, 5. Oliare Sonn, o heller Stern, Dich fe en wir von Herzen gern. D Sonn, geh aufi obn te nen Schein Bir in des Codes Schatten sein. 6. Mir Gefänger. 6. Wir leiden hie die gröfte Noth, Vor Augen fieht der ewig Tod. Ach komm, führ uns mit starker Hand Vom Elend in das Vaterland. 65 III. Troft Lied." oblauf, nun laft uns singen all, Mit Undacht, und mit Freuden Schall, Und Banten mit Demüthisteit Dem Vater aller Gütigkeit. 2. Bir Menschen waren allesamt, Zum Tod verurtheilt und verdammt, Beil und die Erbfünd angebohrn, Die uns verursacht GOttes Zorn. 3. Doch hat GOtt aus Barmherzigkeit Bei fid) erwogen unser Lib, Da er und die Erlösengs. Gnad Hus Bieb und Tren versprochen hat. 4. Und sein Versprechen so nicht fehl Hat er hernach ins Werk gestellt, Da er fein eingebohrnen Sohn Zu uns gefandt vom Himmels Chron. 5. In einer feufchen Jungfrau gart Er wahrer Mensch empfangen warb. Mie andre Kinder wuchs er auf, Nach menschlicher Naturen Lauf. 6. Er wurd uns armen Menschen gleicht Zerstöhrt dardurch des Gatans Reich, Und durch sein rofenfarbes Blut, Erlög uns von der Höllen. Glut. 7. Drum 66 Adventss 7. Drum sei zu tausendmahl gepreist COtt Vater, Sohn, und beil'ger Geist, Und von der ganzen Christenheit Gelobt in alle Ewigkeit. Weyhnachts: Gesänger. 1. Freudens. Tag der Geburt Christi. er Tag der ift fo freudenreich, allen€ ea. tuten; bann GOttes Sohn vom Him. melreich) ift über die Naturen, von einer Jung, frauen gebobren; Maria du bist auserkob. ren, daß du Mutter werbest. Was geschah so wunderlich; dann GOttes Sohn vom Him melreich, der ift Mensch gebohren. 2. Ein Kindelein, so lobentlich ist und ge bohren heute, von einer Jungfrau säuberlich, zum Troft une armen Laute. Wår uns das Kind ein nicht gebohren, so wären mir all. gumabl verlohren; das Heil ift unfer alle. En bu füffer Jesu Christ, weil du uns Mensch gebohren bist, behüt uns vor der Hölle, 3. Als die Sonn durchscheint das Glaß, mit ihrem Flaren Schcine, und doch nicht verfebret tas, fo merket allgemeine; u gleicher Weiß gebohren ward, von einer Junif au rin und gart, GOttes Sohn der wertbe: In ein Kripp ward er gelegt, febr greffe Marter für uns trägt, hie auf difer 4. Fie 67 Gefänger. 4. Die Hirten auf dem Felde waren, er fuhren neue Mähre, wohl von der lieben Engeln Echaarn, wie Christ gebohren wäre, ein König über alle König groß, die Red He. rodem sehr verdroß, er fand aus seine Bot. ten. En wie gar ein falsche Lift, erdacht er wider Jesum Christ, die Kindlein ließ er tödten. II. Dank wegen der Geburt Christi. Gelobet feift du JESU Chrift, daß du Mensch gebohren bist, von einer Jung. frau rein und flar, des freuct sich der Engels Echaar.' llel. 2. Gelobet sei die Jungfrau jart, davon Chrift gebobren ward, une armen Gündern all gum best, durch welchen wir seind all er. löst. Allel. 2. Gelobet fei der Engel Schaar, ſo im Etall beim Kripplein war, und fungen die. sem Kindelein, mit Herz und füffen Stim, melein. Allel 4. Des ew'gen Vaters einig Kind, man jetzt in der Krippen findt, in unfer armes Fleisch und Blut, verkleidet sich das ewig Gut. Alel. 5. Den aller Welt Kreiß nie beschloß, ber liegt in der Mutter Schooß, er ist ein Kind. lein worden klein, der alle Ding erhält allein. Allel, 6. Das 68 Weyhnachts, 6. Das evig licht geht da binein, gibt der Welt ein neuen Schein, es leucht wohl mitten in der Nacht, diß Licht hat uns diß Kind ge bracht. Ullel. 7. Der Sohn des Vaters GOtt von Art, In der Welt ein Frembling ward: er führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in feinem Saal. Alle!. 8. Er ist auf Erden fommen arm, dag er anser sich erbarm, und in den Himmel ma chet reich), ja seinen lieben Engeln gleich. lll. 9. Das hat er uns allein gethan, fein groffe Lieb zu zeigen an, bes freut sich all Christen. heit, und danfet ihm in Ewigkeit. Allel. 10. Nun bitten wir gar berziglich daß du uns wollst gnädiglich, an Leib und Seel all. zeit bewahrn, bis wir aus diesem Elend fahrn. Allel. III. Gruß zum Kindlein Jesu. Esrüft hift dus Jefulein, schons Kin delein, ach laß mich heut dein eigen sein, bergliebes JEfulein. 2. Bie arm bist du in diesem Stall, Reichs Kindelein, Dein Neichthum giert des Him meld, Saal, D atmes JEsulein: 3. Bie schwach bist du auf diefer Belt, Starfs Jefulein, Drin Gtárk die ganje Welt erhält, o schwaches Rindelein. 4. Bie Gefänger. 4. Wie bist du hier so sehr beracht, Schöns Kindelein, Hierzu hat dich dein Lieb gebracht, Hazliedes Jefulein. 5. O trene Lieb, o groffe Gunft, Liebs Kine delein, Zünd an in mir der Liebe Brunst, Zieb. reiches Esulein. 6. Nim bin mein Hert, gib mir das dein, Schöns Herzelein, Eaß beide Herzen ein Herz sein, Herzliebes Kindelein. 7. Was dir mißfällt fei weit von mir, bond Sindelen, Was bir gefällt, sei m.in Begier, Holdfeeligs JEfulein. 8. Dbn dich zu leben ist mein Tod, Liebs JEfulein, Mit bir geb ich in bittern Tod, Meins Lebens Schöpferlein. 8. Der W.ll ist gut, gib mir das Werk, Schöns Kindelein und mich mit deiner Ull. macht ståck, O starkes JEsulein. 10. Nun bitten wir bich allzugleich, liebs Rindelein! Un unserm End nicht von uns weich, D Herzens Trösterlein, O schönes Rindelein, Herbliebes JEfulein, Meins Herzens Schäzelein, O JEsu! JEsulein. IV. Ein anderes in obigem Thon. In Kind gebohrn zu Bethlebem, ji. Des freuet sich Jerusalem, Ulle, el. zc. 2. Hie liegt es in dem Krippelein, ji. Ohn Ende ist die Herrschaft sein, Alle. zc. 3. Das Dechslein, und das Efelein, is. ErkanntenGOtt ihrn HErrn zu sein, Ulle. zc. 4. Drei 70 Weyhnachts. 4. Drei König von Sabd famen dar, ij. Gold, Weyrauch, Myri hen brachten dar, Ulle. 5. Sie giengen in das Hauß hinein, ij. Und grüsten GOtt den HErren fein, Alle it. 6. San Mutter ist die reine Magd, ij. Die ohn ein Mann gebohren hat, Ulle. 2c. 7 Die Ediang ibn nicht vergiften funt, ij. Ist worden unser Blut ohn Sünd, Ulle. 2c. 8. Er ist uns nach dem Fleisch war gleich, ij. Doch nach der Sünde gar nicht gleich), Alle. c. 9. Damit er uns ihm machte gleich, ij. Und wieder bracht zu GOttes Reich, Ulle. c. 10. Qu diefer heiligen Weihnachts. Zeit, tj. Sei GOtt der HErr gebenebeit, Alle. zc. II. Gelebt seist bu, HErr JEfu Chrift, ij. Daß du uns Mensch gebohren bist, Alc. zc. 12. Gelobt sei die Dreifaltigkeit, ij. Von nun an bis in Ewigkeit. Alle. ic. V. Aufwartung bey der Krippen. ft uns das stindeiein wiegen, Das Herz jum Krippelein biegen, Last uns im Geist erfreuen, Das Kindlein benedeien, O JE fulein süß, o JEfulein süß. 2. East uns zum Rindelein neigen, Ihm alle Lieb erzeigen, und frölich jubiliren, Fein geiftlich triumphiren, o JEfulein, zc. 3. East uns dem Kindelein singen, Und Op fer. Gaben bringen, Jom alle Ehr beweisen, Mit Lob. Gesängein preisen, o JEfulein, 29. 4. Last Gefänger. 71 4. Last uns ihm fairn zu Füssen. Sein feu. rigs herzlein grüssen, und ihn mit Demoth eh en, Uls unsern GOtt und HErren. O JE sulein, zc. 5 Baft unser Stimm erschallen, Dem Kindlein zu gefallen, Last unser Herz itm fchenken, und seiner ståts gedenken, o JE fulein, zc. VI. Liebs Affect zum Kindlein JEfu. 3₁ : Bethlehem gebohren ist uns en Kinde lein, bas bab ich außerfohren, fein eigen will ich sein, Eja, eja fein eigen will ich sein. 2. In feine Lieb versenken will ich mich gar binab: Mein Herz will ich ihm schenken, und alles was ich hab. Eja zc. 3. D Kind lein von Herzen, dich will ich ließen sehr, in Freuden und in Echmerzen, je långer, mehr und mehr. Eja, zc. 4. Darzu dein Gnad mir gebe, bitt ich aus Herzens Grund, daß ich allein dir lebe, jest, und zu aller Stund. Eja, 2c. 5. Dich wahren GOtt ich finde in meinem Fleisch) und Blut, barum ich mich gang bin de an dich mein höchstes Gut. Eja, zc, 6. Die Liebe zwischen beiden wird fena cin ewigs Band: nichts soll mich von dir schets den, nimm hin mein Herz zum Pfand, Eja, 2c. Neus Neu Fahrs, &* XXXXXXXXX* 3 Neu Fahrs- Gesänger. Vom süssen Nahmen JESU. I. Anmuthung des H. Bernardi. Doft ich mig bild JEfum ein, wirdFreu. den voll das Herze mein, und über alle Süßigkeit, ist JEfu Gegenwärtigkeit. 2. In ber Welt ift fein besser Gfang, und fein liebreichrer Ohren, Klang, kein uftiger Gedanken ist, als GOttes Sohn HErr JE fu Chrift. 72 3 JEfu der Büffer Heffnung groß, wer dich anruft, den machst du loß, wer dich) nur fucht, ber find Dich schon, und wer dich find, bat reichen Kohn. 4. JEfus ist süß von Herzen rein, des Le bens Brunn, der Seelen Schein, All Freud er übertriffet sehr, daß man nichts kan be gehren mehr. 5. Kein Zung es nimmermehr ausspricht, so fan mans auch beschreiben nicht, was Jefum lieben mit sich bring, versuchen ist das föstlich Ding. 6. JEfus ein König wunderlich, ein Siegs Fürst hoch und abelich, nichts füf fers wird auf Erden gnenut, nichts herzi gers ist, wer in kennt. 7. Herr JEsu wohn uns allzeit bei, mit Deinem Glanz erleucht uns frei, der Seelen Nacht, Gefänger. 73 Nacht und Bitterfeit, Jesu vertreib mit Süßigkeit. 8. Wann du beimafucheft unser Seel, fo scheint darin die Wahrheit hell, so acht man sich der Welt nicht mehr, und brennt alsdann die Liebe sehr. 9. O Jesu, du herzliebster mein, es fan mir je nichts bessers sein, du bist mir lieb viel tausendmahl, mein Liebens ist kein Ziel noch Bahl. 10. Jefu bein Marter und dein Tod, deine Blut so heilig und so roth, erldfet uns aus aller Noth, daß wir auch mögen sehen Gott. 11. Erkennt Jefum ihr Menschen all, be gehrt auch seiner Lieb zumahl, fucht ihn, bis euer Herz anbrinnt; seelig ist der, so Jesum findt. 12. Eaß mich empfinden Jesu mein, die groffe füffe Liebe dein, dein Majestät verleihe mir, daß möge stehen stets bei dir. 13. Jesu der hohen Engel Eron, in Ohren bist ein schöner Thon, ein süßes Honig auf der Zung, und ein himmlische Herz.Labung. 14. Viel tausendmahl begehr ich dein, mein Jefu wann wilft bei mir sein? wann wilft mir einmahl Freud gnug gebn, daß ich bei dir mög ewig lebn. 15. Jesu du höchste Süßigkeit, des Her zens Luft und Zierlichkeit, dein Mildigkeit die hat kein Grund, dein Lieb bind mich zu dieser Stund. D 16. Jes 74 Neu- Jahrs16. Jefu du allerliebster HErr, mein Seel feufzet nach dir gar fehr, mit heiffen Zähren such ich dich, mein Herz schreit nach dir in niglich. 17. Wo ich nur geh, und wo ich sieh, ist mir allein nach Jefu weh; wie froh bin ich, daß ich ihn find, seelig, wann ich ihn halten font. 18. Umfaffen, küffen ich ihn wolt, nichts füffers folt mir sein so hold; aber hie ist ein Lleine Zeit, Jefum fuch ich in Ewigkeit. 19. Ich seh schon, was ich hab begehrt, Mein Liebslen will ich halten werth. Vor Jesu Lieb ich schier verschmacht, mein Herz er heftig brennen macht. 20. Ach Lieb! wie bist fo feclige Feur, wie köstlich, lieblich, und wie theur! es ist kein Lust, fein Trost so gut, als wann man Je. fum lieben thut. 21. Du Brunn aller Barmherzigkeit, dein Glanz erfirekt fich weit und breit, das G'wolk der Traurigkeit vertreib, das Licht der Glori bei uns bleib. 22. Dich preift der heiligen Engeln- Schaar, dein Lob sie fingen immerdar: Jefus erquift Die ganze Welt, die er mit Gott zufrieden stellt. 23. Jesus im Fried regieren thut, der über trift all Sinn und Muth; zu diesem Fried mein Herz begehrt: ach daß ich dis bald werd gewehrt. 24. Jesus zum Vater ist gefahrn, regiert ob Gefänger. 75 ob alle Himmels. Schaarn; mein Herz von mir gewichen ist, und ruht nicht, bis es ihn besitzt. 25. Den laßt uns loben allzumahl, mit Beten, Singen überall, daß er uns laffe in sein Thron, und setz auf uns die Himmels- Cron. II. Eine andere Liebs- Anmüthung. Mein Herz entzündt, vor Lieb verbrinnt, Lieb sügiglich mich quälet. Lieben will ich beständiglich, den ich mir auserwählet. Der ist allein auf dieser Erd, der tausendmahl des Liebens werth, o Jesu! wo bist du? dich meine Seel begehrt. 2. Die Welt zu sich zwar loket mich; viel Lieb- Strik sie mir leget. Zeigt mir viel Gunft, braucht all ihr Kunst: Doch mich gar nichts beweget. Ich seh mich unt, und seh mit Fleiß, den Bräutigam, so roth und weiß: Treff ich dann dich nicht an, o meiner Seelen. Speiß! 3. Auf dieser Welt mir nichts gefällt, kein Mensch vom Weib gebohren, sein Contrafee vergeht wie Schnee, grün fangt er an zu dore ren: Zuletzt ein Creußlein auf sein Grab, ist von der Welt die beste Gab: Fort o Gunst! wann ich sonst nichts zu gewarten hab. 4. Was ewig bleibt, zur Lieb mich treibt, dann Scheiden thut bald kränken, die Lieb zu Gott, förcht keinen Tod, thut Scheidens nicht gedenken. Mensch du bist ein frem Der D 2 76 Fasten- Gesänger. der Gast, die schnöde Welt nicht lieb zu fast! lieb dafür, was du hier ewig zu lieben hast. 5. Lieben will ich, was delich, allein was ohne Tabel. Mein Bräutigam mit Nahm und Stamm, der ältest ist von Adel: der fein Geschlecht viel Jahr und Zeit probiren kan von Ewigkeit: Dieser ist vor gewiß, der meine Seel erfreut. 6. Mir kommt gesandt aus Juden- Land fein Bildnuß voll des Schmerzens, die Liebs, Gestalt er selbst gemahlt, am Treft- Tag fei nes Herzens. Diß soll seyn meiner Aug.n Licht, bis jener schöne Tag anbricht, da er mir thut herfür sein frölichs Angesicht. ¹0)(** Fasten- Gesänger. Jef I. Beruffung des Sünders zur Buß. Refus ruft dir o Sünder mein, mit ausge ſpannten Armen, wann du schon wärst aus marmelstein, solt es dich doch erbarmen, wein, ach! roein mein frommer Chrift, denk, daß diß dein Heiland ist, dein höchster Schatz auf Erden. 2. Hat Gottes Sohn auf solche Weiß den Himmel müssen kaufen, meinst du, du wollst ins Paradeiß ohn Müh und Arbeit laufen? Nein, ach nein, mein frommer Chrift, denk wieteng das Thürlein ist, wer weiß obs mög gelingen. 3. Drum Fasten- Gesänger. 77 3. Drum eil herzu schau Jesum an, von Haupt an bis zun Füssen; gedenke wobl, es geht dich an, was du noch haft zu büssen. Wein, ach wein, mein frommer Christ, denk daß diß bein Richter ist, dem alle Herzen offen. 4. Wiewohl schon ist in Gottes Hand des Schachers Seel gefahren; Wollst du darum auch bis zum End in deiner Sünd verbarren? Nein, ach nein, mein frommer Christ, denk daß gar gefährlich ist, ich förcht es möcht die fehlen. 5. Schau an das Creuß, und groffe Lieb, die Gott dir bat erwiesen, da Gottes Sohn gleichwie ein Dieb, für dich hat sterben müs fen. Wein, ach wein, mein frommer Christ, denk was für ein Wunder ist, daß Jefus für Dich leide. 6. Durch Creuß und Leiden jedermann der Himmel stehet offen, gewiß es dir wohl fehlen Fann, wann du wollst anderst hoffen. Nein mein Chrift, es muß doch seyn, geb dich nur gedultig brein, mit Jefu must du leiden. 7. Berleih mir dann, o höchfiese Gut, Verzeihung meiner Günden, und durch dein rofenfarb: s Blut, laß mich Gnab bei dir fins Den, dann mein höchsts Begehren ist, dir, Heiland Jesu Eprist, zu leben und zu fierbem D3 II. Eine 78 Fasten- Gesänger. II. Einladung der Seel zur CreußBürd. Cbrift spricht zur Menschen- Seel vertraut, heb auf dein Creuß mein liebste Braut, folg mir ein Gang durchs Bitter- Kraut: Dann ichs getragen hab für dir, hast du mich lieb, so folge mir. 2. Darauf die Geel fich klaget fehr: Ach Jesu allerliebster HErr, ich bin noch jung und zart zu sehr: Ich hab dich lich, das ist wohl wahr, doch ist dein Creuß mir viel zu schwebr. 3. Darauf spricht Christ vom Himmel boch, ich war noch jünger, da ichs trug: Klag nicht, du bist noch stark genug. Dann wirst du endlich alt und kalt, so hast des Creußes tein Gewalt. 4. Die Seel klagt fich, als mår fie frank, wie Fan ich leiden diesen Zwang? Der Tåg feind viel, das Jahr ist lang; ich bin des Creußes ungewohnt. Ach Jesu Chrift, drum mein verschon. 5. Drauf Chrifius spricht: Es kan nicht fein, daß du chn Dörner, ohne Pein, durch Rofen gehst in Himmel ein; sich an dein Creuß, und auch das mein, wie ungleich sie am Lafte fein. 6. Die Seel spricht, vom Fleisch anges stift: Wir lesen in der heiligen Schrift: dein Joch ist süß, und nicht hart trift; wie bist du Faften Gefänger. 79 du mir dann also hart, mein allerliebster Bräut'gam fart. 7. Drauf Jesus spricht: Hab guten Muth, du weist nicht, was Gewohnheit tbut. Wart, leid, und schweig, es wird noch gut, mein Creuß das ist ein köstlich Pfand, wem ich) es geb, ist mir bekant. 8. Die Seel fich ferner merken last: Dein Freunden gibst du wenig Raft. Mir grauset für dem schwehren kast, ich sorg, ich werds nicht harren aus. DHErr, was wird doch werden draus? 9. Drauf antwort ihr der HErr gar bald: Das Himmelreich das leid Gewalt, und du bist noch von Liebe falt. Hast du mich lieb, bich drein ergieb, dann alles überwind die Lieb. 10. So bald die Seel dieß hat erkant, sprach fie: Geb mir der Liebe Brand, mein Schwachheit ist die wohl bekant, låst du mich auf mir selber stehn, so weist du wohl, ich muß vergehn. 11. Drauf Jesus spricht: Folg mir nur nach, das Creuße fein gedultig trag, mein Gnad, und Lieb dir nicht versag; dein Wohl. fahrt, und dein ganzes Heil steht bei dem Creuß: erwähl dein Theil. 12. Die Seel hierauf zum HErren spricht: DHErr, dein Reich verscherz ich nicht! th geb mich in dein Zuversicht. Gib Gnad: ich bin zum Creuß bereit, es sey mir lieb, is fei mit leid. D4 13. Dai 80 Fasten- Gefänger. 13. Darauf spricht Chrift mit Süßigkeit: Wann dir dein Creuß zu Herzen geht, so denk, was ich dir hab bereit, mich selber geb ich dir zum Lohn, darzu die himmlisch ewig Cron. 14. Die Geel sprach endlich. Nun mein Eeel, auf dieser Welt das Creuß erwähl, fo gehst du ficher ohne Fehl. Seh auf das Gut, so Jesus ift: des Himmels du versie chert bist. III. Klag- Lied vom Leiden Jesit. immel und Erd, sajau was die Welt, heut für ein grausam Schauspiel hält, Tirane nei ist zu sehen. O Jesu deine Schmerzen! Eisen harte Herzent Desgleichen nie ges feben. 2. Jesum den größten Menschen Freund, den hält man als den årgsten Feind, zum Lohn der Wunderthaten. D Jefu deine Schmerzen! D Eisen harte Herzen! Voa, Juda wirst verrathen. 3. Uch feind nicht dreißig Silberling für folchen Schaß viel zu gering? Wer wolt nicht tausend Leben, o Jesu, zc. Jesum zu kaufen geben. 4.3 ist das Urtheil schon gemacht, Jefus wird vor den Richter bracht, wird hin und her gezogen, o Jefu, zc. Unmenschlich wird belogen. 5. Der Richter zwar bekennet frei, daß Sesus ganz unschuldig sei, doch auf der Jus den Fasten- Gefänger. 81 den klagen, o Jesü, 2c. Last er den HErren schlagen. 6. Wann es wird an ein richten gehn, Pilate wie wirst du bestehn? Ja alle die zu fammen, o Jesu, 26. so Gott mit dir ver. dammen. 7. Du aber, o mein frommer Christ, denk, was dieß für ein Urtheil ist, dem nehmen wie das Leben, o Jesu, zc. der uns daffelbig geben. 8. Maria schau bein liebes Kind allhie man an ein Säule bind, hör wie die Geiffeln knale len, o Jefu, 2c. in Ohnmacht wird er fallen. 9. Es wird allhie das höchste Gut gewälzt in feinem eignen Blut, Diß Blutbad wirst du finden, o Jesu, zc. entspringt von deinen Sünden. 10. Biel Henker Hie um Jesu stehn, hie wird es an ein Leiden gehn, das Creutz( ists nicht zu klagen?) o Jesu, zc. muß Jesus felber tragen. 11. Ihr Ehriften helfet insgemein, HEre Jefus trägt das Creus allein. Schaut wie er fid) muß biegen, o Jefu, ic. bald wird er gang erliegen. 12. Ifaac trag dein Bürde fort, nicht weit von hinnen ist das Ort, an welchem du wirst sterben, o Jesu, zc. und uns das Heil erwerben. 13. Leg ab das Creut, nun ist es Zeit, hie ist das Ort, so dir bereit, strek aus mit allen D 5 Kraf 82 Fasten- Gefänger. Kräften o Jesu, zc. Die Arm daran zu beften. 14. Wie thut das Naglen also weh, daß Blut das sprizt in alle höh, das heilig Fleischgezwungen, o Jefu, ic, wird in das Holz gedrungen. 15. Ist diß, o HErr! im Tod dein Batt? O daß ich nie gefündigt hått! Dann dir mein fündigs Leben, 9 Jesu, zc. zum Tod hat Ursach geben. 16. Wohlan es ist nun all's vollend, Jesus last in des Vaters Hånd, nach drei und dreif fig Jahren, o Jefu, 2c. sein edle Seel hin fahren. 17. Seelig ist der, so diesen Tod, allzeit vor seinen Augen hat, weil ihn Gott will bewahren, o Jesu, ic, wie glücklich wird er fahren! IV. leich Begångnuß Christi zum Grab. Traurigkeit, o Herzenleid, ist das dann nicht zu flagen! Gottes Vaters einigs Kind, wird zum Grab getragen. 2. Dhöchstes Gut, unschuldigs Blut, wer bått diß mögen denken? daß der Mensch sein Schöpfer folt an das Creuß aufcenfen. 3. D beiffe Zabr, fließt immer mehr, wen folt diß nicht bewegen? weil sich über Christi Tob auch die Felfen regen. 4. Es muß ja sein aus Marmelflein ber Juden Fasten- Gefänger. 87 den ganzen Leib, Wie zerpeinigt, und gereis nigt, Das Blut annoch aus ihm treib. 16. Thut ihn ehren mit den Zähren, Wa. fchet rein, und säubert ihn: Mit Gedan. ten thut ihm danken: In das Herz begrabt ihn hin. 17. Jhm gebühret, wohl gezieret Zwar der Himmel selbst zur Leich): Doch die Her. jen voller Schmerzen Eiebt er wie das Him. melreich. VII. Sob des Heil. Creutzes. du Hochheiliges Creuße, Daran mein HErr gehangen, Gang flåglich ausges • spannen.:,: 2. Ullda mit Nägel und Spiessen Sein Glieder wurd'n zerbrochen, Hånd Füß und Seit durchstochen.:;: 3. Wer kan dich gnugsam loben, Weil all's in dir beschlossen, Was Guts vom Him mel gefloffen.:: 4. Du bist die grade Leiter, Darauf man steigt gar eben Zum immerwähr'nden Leben.:,: 5. Du bist die starke Brüfen, Darüber alle Frommen Durch alle G'fahren kome men. 6. Du bist das siegreich Zeichen, Für dem die Feind erschrefen, Wann sie es nur an. bliken.:: 7. Du bist des Himmele Schlüffel, Das Leben thut aufschliessen, Dem Tod den Ries gel vorschieffen.:: 8. U 88 Faffen- Gefänger. 8. Du bist der Helm und Schilde, Daran die Pfeil der Schlangen All werden aufge fangen.:: 9. Du bist der Vilgerstabe, Daran fich Jung und Alten, Vor allem Fall erhalten.: 10, Du bist das süsse Bettlein, Darauf mein G'spons sein Leben us lauter lieb auf geben,:,: 11. Durch dein hochheiliges Creuße Laß dich, o HErr, erbarmen Die groffe Noth der Urmen.: t 12. Erzeig dein Kraft und Stärke, Bo schüß uns allzusammen, Durch Deinen bei ligen Nahmen. VIII. Klag Chrifti gegen die Sünder. So bleibt doch ihr Sünder, ihr trofilofe Kinder, ach kommt doch und febet mein blutigen Leis, ich hab nichts begangen, werd doch hart gefangen, und ihr führt eur Leben in Wollust ohn Scheu; ich had euch er. schaffen, ihr greifft mich mit Waffen, feit Geel ist zu finden, die da mir steh bey. 2. Ihr seht mich Blut schw'gen, aus Wun, ben und Nigen, in dufferstem Elend und schmerzlicher Noth; ihr libet in Schanden, mich fübrt man in Banden, als wär ich ein Rörder, so balt ihr eurn Gott! D Christlis dhe Seelen, wie könnt ihr ben quälen, der euch will erlösen som ewigen Lob. 3. Shr Fasten- Gefänger. 89 3. Ihr tanzet und springet, all Wollust volbringet, ihr lebet und schwebet, in Freus den und Ruh, ich leid unverdroffen, das Edhlagen und Stoffen, von einem Gericht. Hauß dem anderen zu, ac) euere Sünden, ich bart muß empfinden, man stoft mich zur Er. den, ohn Recht und ohn Fus. 4. Hört weiter mein Klagen, ich werde ge. fchlagen, mit Fäuften, mit Ketten, mit Geis fel und Ruth, mein Leib wird geschmissen, mit Ketten zerriffen, du aber o Sünder haft frölichen Muth. O steinerne Herzgen, erwegt doch die Schmerzen, die Jefus muß leiden das ewige Gut. 5. Man thut sich nicht scheuen, so grausam ju speien, an meinen gang reinen unschuldi gen Zeib, mein G'icht ist bedeket, mit Speich len befiefet, fein lieb wird befunden, das Da übrig bleibt, bin ganz ausgespannen, daß gleichsam die Sonnen, thut schlieffen, durch. schiffen mit Strahlen mein Beib. 6. Uch liebreichster Jefu, ich dank die o Jesu, daß du micy erkaufet vom ewigen Lod; mein Menge der Sünden, schon thate empfinden, daß ich würd gestürzer zur Höllis fchen Glut: bein himmlische Glori, doch hat. te Victori uns Sündern erhalten, ach ewiger Gott. Ofter: 90 2752 Ofter- Gesänger. ciate teateater Ofter- Gesänger. I. Gewöhnliches Lied vor der Predig. Cbrift ist erstanden, von seiner Marter alle; des sollen wir alle froß sein, Christus will unser Troft sein, Alleluja. 2. Wår er nicht erstanden, so war die Welt vergangen; Dieweil er nun erstanden ist, so loben wir den HErren Jesum Chrift. Allel. 3. O Chrifte lieber HErre, durch deiner Marter Ehre, verleih uns allen ein feeligs End, und dort ein fröhliche Auferstånd. Allel. II. Freud- und Trost- Lied zu Maria. & eu dich du Himmels. Königin, Freu dich Maria, Freu dich das keib ist alles hin, Alleluja, bitt Gott für uns Maria, 2. Den du zu tragen würdig geweft, freu bich, ic. Der hat uns allesammt erlöst, Alle. luja. Bitt Gott, ic. 3. Er ist erstanden von dem Tod, freu dich, ic. Wie vorgesagt der wahre Gott, Alle luja. Bitt, ic. 4. Bitt Gott für uns, Maria schön, freu dich, ic. Auf daß auch wir mit ihm er stehn, Ulleluja. Bit:, tc. 5. Dis Ofer- Gefänger. 91 5. Des Morgens früb Marien drei, freu dich, zc. Die nahmen köstlich) Specerei, Alle luja. Bitt, 2c. 6. Und wollten falben Jefum Chrift, freu dich, zc. Der aller Welt Eridser ist, Ülleluja. Bitt, zc. 7. Uis sie zum Grab nun kommen hin, freu dick, ic. Da funden sie ein Engel drin, Alleluja. Bitt, ic. 8. Der sprach, nicht förcht euch fromme Leut, freu dich, ic. Chriftus ist auferstan. den heut, Alleluja. Bitt, ic. 9. Geht hin und sagts den Jüngern fein, freu bich, ic. Daß er nun lebt ohn alle Pein, Aleluja. Bitt, 20. 10. Petro zu sagen nicht vergest, freu dich, ic. Jesus der lebet, glaubt es fest, Alleluja. Bitt, 20. 11. In Galilaam ziehet hin, fren dich, ic. Da werd ihr lebend fehen ihn, Alleluja. Bitt, ic. 12. Maria Magdalend war, freu dich, ic. Macht er sich ersilia)( ffenbar, Alleluja, Bitt, ic. 13. Hernach der ganzen Jüngern Schaarn freu dich, ic, Indem sie all versammlet warn, Alleluja, Bitt, ic. 14. Wir freuen uns der Auferstånd, freu dich, ic. Cbrift fen uns gnädig in den End, Alleluja. Biti Goit für uz Maria, III. 92 Ofter- Gefänger. III. Preis des glorificirten Leibs Christi. ft das der Leib HErr Jefu Chrift, der todt im Grab gelegen ist, komm, Fomm, fomm, fomm, fomm jung und alt, fomm, schau die fajöne Leibs.Geftalt, Alleluja, Nael. 2. Der Leib ift flar, wie ein Crystall, die dern roth gleich wie Corall, die Seel hier. Durch glänzt hübsch und fein, wie tausend mahl der Sonnenschein, Ullel. zc. 3. Der Leib hat die Unleidenheit, bleibt unverlegt in Ewigkeit, gleichwie die Sonn bleibt eben klar, so viel, und so viel tausend Jahr, Allel. ic. 4. Dwie subtil, o Leib wie jart, du gehfl burch Stahl und Eisen hart, gleichwie die Gonn das Glaß durchgeht, da nichts ben Strahlen wiedersteht, llel ic. 5. Schnell ist der Leib und ist geschwind, gleich wie ein Pfeil und gleich dem Wind, gleich wie die Sonn viel tausend Meil, die Welt umlauft in schneller El, 1. c. 6. D Mensch bedek dein Augen Licht, vor dieser Gonn behebt es nicht. Rein Mensch auf dieser Erden fan den Glanz der Gottheit schauen an, Alleluja, ic. IV. Preis der H. Wunden. Im Thon: Gegrüßt feist du o Jefulein. standen ist der heilig Chrift, Alleluja. Au Creuß und Pein für über ist, Ulle, Ulle!. 2. Der Ofter- Gefänger. 93 2. Der todte keib ist nicht mehr todt Alleluja. Jetzt o wie schön die Wunden reth Ulle, i. 3. Sie glänzen über Sonn und Mon Allel. Die Streich wie Stern da glången schon, Alle, Alleluja. 4. Wer schauet die fünf Wunden an Allel.? Fünf Sonnen er hie schauen kan Ulle, Ullel. 5. Die Wunden voll des theuren Bluts Allel. Fünf Brunnen seind voll alles Guts, Alle, Alleluja. 6, Die Mahl der Nägel alle fein, Alleluja. Wie lauter schönste Edelg'ftein, Alle, Uael. 7. Die Seiten Wund von Speer durchbohrt, Alleluja. Zum Himmel ist der rechte Port, Ulle, Allel. 8. Hie geh hindurch o Christenheit, Quel. Das ist die Pfort zur Seeligkeit, Ulle, Unel. V. Von der Himmelfahrt Christi. In obigem Chon. Hent ist gefahren Gottes Sohn, Alleluja. Gen Himmel auf zum höchsten Thron, Alle, Ulleluja. e. Glorwürdig er zum Delberg fam Alleluja. Da er den lezten Wbschied nahm, Ale, Adel. 3. Er schied von seinen Freunden ab, Allel. Und seinen Seegen allen gab, Alle, Alel. 4. Er fuhr hinauf vor Augen flar, Ullel. Bis an die Wolken offenbar, Ulle, Ullel. 5. So bald er auf den Wolken stund, Allel. In einem Augenblik verschwund, Alle, Adel. 6. Und 94 Pfingst- Gesänger. 6. Und durch ein göttlich Werk zugleich, Nüel. Verfügt er sich ins Himmelreich, Ude, Allel. 7. D was ein Freud war überall, Alleluja. Was Jubel, was ein Freuden. Schall, Ulle, Alleluja. 8. Rein Mensch begreift was da geschehn, Allel. Der nicht mit Augen zugesehn, Ulle, Allel. 5956 Pfingst- Gesänger. I. Gewöhnliches Lied vor der Predig. ur un bitten wir den Heiligen Geist In dem rechten Glauben allermeist Daß er uns behüt an unserem Ende, Wann wir hinfahren aus diesem Elende, Kyrie eleison. II. Bitt um die 7. Gaben des H. Geistes. In Thon: If das der Leib zc.! Kº Domm Heiliger Geist mit deiner Genad, mit deiner Hülf und göttlichem Rath: Mit deinen sieben Gaben all, bewahr uns vor det Sünden Fall, fomm heiliger Geist, wir bit ten dich all. 2. Komm heiliger Geist ein Tröfter genant, ein göttlich Licht vom Himmel gefand: Er leucht die ganze Christlich Gemein mach uns von allen Sünden rein: Komm heiliger Geish die Cugend pflanz ein. 3. Komm heiliger Geift mit deiner Lehr das göttlich Wort uns recht erklär: Blaub, Liet Pfingst Gefänger. 95 Lieb und Hoffnung in uns mehr, bewahr uns vor der falschen Lehr, komm heiliger Geift, die Sünder bekehr. 4 Komm heiliger Geist mit deinem Schein, erleucht uns alle aroß und klein: fehr uns die Chriftlich Gerechtigkeit, zeig uns den Weg zur Seeligkeit. Komm heiliger Geift, die Her zen bereit. 5. Romm heiliger Geift vom Himmelf. Thron, Ehr sey dem Vater und dem Sohn: dem heiligen Geist zu gleicher Weiß, sey ewig kob, Dank, Ehr und Preiß, fomm heiliger Geift, die Seelen speiß. Das Lobgefang der Kirchen: Komm H. Geist wahrer Trost ic. fuche oben pag. 29. 556 Von der H. Dreifaltigkeit. Gelobt 1. Lob- und Bitt- Gesang vor der Predig. elobt fei GOTT der Vater in seinem höchsten Chron, und auch der Seeligma. cher, sein eingebohrner Sohn; gelobt sei auch der Tröster, der lebendmachend Geist, der einig Gott, und Herrscher, die höchst Dreis faltigkeit, Kyrie eleison. 2. Cott, du woll'st ausreuten Irrthum, und Kejerei, damit bei Christen. Leuten ein Glaub, und Gottesdienst sei. Verleih auch First'n und Herren, der ganzen Christens heit, daß sie den Glauben mehren in Fried und Einigkeit, Korie eleif. 3. Gib 96 Gefänger. 3. Gib, daß sie sich verleiben, mit Macht, Leib, Ehe und Gut, den Erb.Feind zu ver, treiben, so fucht der Christen Blut. Auch fers ner wir dich bitten durch deine groffe lieb, du wolleft und behüten für Aufruhr, Mord und Krieg, Kyrie eleison. 4. Wollst unfre Günd nicht richen, ge freuer HErr und Gott, durch Pestilenz G. brechen, noch theure Hungers. Roth, in die fen unfern Nöthen, erbör uns lieber Gott, barum wir dich jest bitten, hilf uns aus aller Noth, Kyrie eleison. 5. Gib, daß wir würdig nieffen, das hei lig Sacrament, wann wir von hinnen müssen, an unferm letzten End, und fommen bort ju fammen, bei deiner Engeln. Schaar, wer das Begehrt, sprech men, das werde alles wahr, Kyrie eleison. II. Dant- lied. Nun lobet Gott im hohen Thron, ihr Völ fer aller Nation, preiset ihn hoch mit Freuden. Schalle, ihr Bölfer auf der Ere Den alle. 2. Dann seine Gnab und treue Güt, auf und sich immer mehren thut, und wird die Wahrheit unsers HErren, in Ewigkeit un endlich währen. 3. Lob sei dem Vater und dem Soha, famt heil'gen Geist im hohen Thron, im Wefen einent Gott und HErrn, den wir in drei Personen ehren. Von vom H. Frohnleichnam. IOI VI. Einladung der H. Engeln. 3 hr Engeln allzumahl, Preiset zu tau. fendmahl JEfum bier eben, Der sich als eure Speiß, Auf ein so wundre Weiß, Auch und bat geben. Der sich) zc. 2. Ihr Engeln allzumahl, Bei diesem Abendmahl, Glori thut singen: Gleichwie gefungen habt, Als er gebohren ward, Das Heil zu bringen. Gleichwie zc. 4. Ihr Engeln allzumahl, Bom hohen Himmels. Saal, Herab euch schwinget: Heilig, Heilig ist Gott: Heilig Gott Sa. basth, Mit uns hier singet. Heilig, zt.: 4. Ihr Engeln allzumahl, Weit über Berg und Thal, East Lob erfchallen: Vor diesem Himmel Brod, All Uebel, Höll und Lod, Durch euch soll fallen. Vor diesem 2c. 5. Ihr Engel allzumabl, In diesem Jams methal, Uns wollt anfrischen: Dis Heiligst Sacrament, Hier loben ohne End, Dort ewiglichen. Diß Heiligst zc. V. Jubel und Lob. Gefang der Erza Bruderschaft vom Hochwürdigen. Ommt beras ihr Himmels. Fürsten, Kommt mit Freud und Jubel Klang: Libret alle fromme Chriften Ener Englisch Lob- Gefang; Laft uns mit euch frölich fins gen, Aller Zungen follen tlingen::: Lob und Dank sei ohne End Dem Lobreichsten Sa crament!:: € 3 2. Leh ♥ 102 Gefänzer. 2. Lehret uns stets jubiliren, Jhr. ver, liebte Seraphin; Wollet auch mit uns psal firen, hr erleuchte Cherubin: Unfre Her jen thut anflammen, Daß wir sprechen all zusammen::: Lieb und Ehr set ohne End Dem liebreichsten Sacrament,:: 3. Gegen allen Wuth der Höllen, Fr neun starke Engel. Chor, Und der Rezer Laster, Bellen, Wollet mit uns ohn aufhör Un statt ihrer Maiedeiung Rufen aus mit Benedeiung::: Gloria sei ohne End Dem glorreichsten Sacrament.:: 4. Heilig seind die Jahr verfloffen, s die göttlich Liebes Kraft, Eich bey uns bat ausgegoffen In ein folche Bruderschaft: Das jetzt auserwählte Seelen Mit den En. In ohne Fehlen,:: Singen, klingen ohne End Preiß dem höchsten Sacrament,:,: 5. Englisch ist ja die Verrichtung, Daß man immer ewig fort: Göttlich diese Un dachte. Stiftung, Daß man fingt von Ort zu Dit, Tag und Nacht, zu allen tune den, Mit Verehrung der fünf Wunden, 3: Lob und Ehr sei ohne End, Dem liebreich ften Cacrament.:: 6. Ach! daß aller Menschen Herzen, Auf der ganzen weiten Welt, Un statt ihres Spott. und Scherzen, Stets den Engeln zugefellt, Singten, flingten, jubilirten; Nuch mit Herz und Mund pfallirten,:,: Lieb und Heil sei ohne End Dem heiligsten Sa crament!:,: 7. Eilet vom H. Frohnleichnam. 103 7. Eilet her, und last euch hören, Pau. .fen und Trompeten. Schall: Unfre Trägheit thut zerstören Stük, Geschütz, Carthaunen. Knall! Jefu fieb die Trummel rühre, Jbn ju loben uns anführe::: Lieb und Sieg fei ohne End Dem siegreichsten Sacra. ment.:: 8. Ohne End dein Lob foll schallen, Ulebers himmlisch) Firmament! Dieses Lob laß dir gefallen, Jesu! bir ifts zuerkennt: Mache, daß wir dich umfangen, Dir, o höchstes Gut, anbangen!:: Ewigs Gut sei ohne End Uns in deinem Sacrament.:;: 9. Wann wir auch seind Toots verblichen, Und erstummen unter Erd, Werden nach uns ewiglichen, Und're singen unbeschwert: Hun. dert Jahr zu hundert Jahren, Sollen Mensch. und Engel Schaaren, Jesu! diesem Sa. crament Jubel singen ohne End.:,: VI. Affect des H. Thomá von Aquit, Im obigen Thon. NB. Kan auch in der Meß, Vesper oder bei der Heil. Communion gebettet werden. 1. Anbettung. ich mein Gott ich hier anbette, In der kleinen Brod.Geftalt, Jch mit Andacht ju dir trette, Db von Lieb zwar lau und falt. In dir will mein Herz entzünder, Dim Ges heimnus mich verbinden, Daß vom Feuer € 4 104 Gefänger. der Gottheit brennt, Das man, Den Liebe. Ofen, nennt.:: Glaub. 3. Sinn und Wig geb hier gefangen, Alen ferlich wann dich betracht. Kan zur Wahr Heit nicht gelangen, Wann auf die Gestalt bab acht. Aug und Zung find ich betrogen, Vom Gehör nur werd gezogen,:: Daß dich glaube hier zu sein, Allerschönster JESU mein:: 3. Ja mein Jesu, dir ich traue; Glaube weil du es gesagt. Best auf deine Wort ich bane, Weil es möglich deiner Macht. Du die Wahrheit kanst nicht irren, Noch mit Srrthum uns verwirren.: Weiß es besser, glaub es mehr, Als wanns mir vor Augen wår.:/: 4. Glaub ohn Zweifel, Scheu und Sor gen; Will es glauben biß ans End, Daß Gott Menfch bie sey verborgen, Wahrhaft in dem Sacrament: Hie dein Leib, dein Geel, bein Gottheit, Hie dein Fleisch, bein Blut dein Menschheit, Auch in einem Theil allein, Gern bekenne ganz zu sein. 5. Nur dein Gottheit war verdeket, Us du an dem Ereuß Baum hiengst, Jetzt mein Glaub sich mehr erstrecket, und mein Ginn noch drüber zwingft. Hier verhählet unge fehen, Beide Gott und Menschheit stehen.:: Beide ich dafür verehr, Was der Schacher bat, begehr,:;: Soff vom H. Frohnleichnam. 10f Soffnung. 6. Ich war forchtfam fieh von weiten; Doch auf dich mein Hofnung geht. Leg kein Hand in deine Seiten, Thu nicht, was ein Thomas that: Dich mein Gott, ich doch belenne, Meinen Schuß und Schirm bich nenne,:: Ruffe dich bemüthig an; Hoff so viel ich hoffen fan.: 7. O Gedächtnuß Jefu Leidens! Auf dich geht mein Zuversicht. Habich dich zur Stund des Scheidens, Förcht kein Höll, den Sa, tan nicht: Dieses Brod vora Himmel geben, Bringt das wahre Seelen Leben,:: Nieß ich würdig diese Speiß, Bin ich sicher auf der Reiß. Lieb. 8. Jefu, Jefu, dich ich liebe, Weil du bist mein höchstes Gut. Kom ju mir, fom, nicht verschie. be, Nähr mich mit deim Fleisch und Blut. Meis nen Durst und Hunger lösche, Mich von Sünd und Unflath wäsche ,,: Mir den Geist der Lieb blaß an, Jefu wahrer Pelican.:: 9. Jesu, den ich hier anbette, In dem dunke len Glaubens Licht, Mich aus allem llebel rette, Biß mir zeigft bein Angesicht; Hier auf allem Weg mich führe, id) in allent Werk regiere: Bis ich endlichen erwach In dem hellen Himmels. Tag. VII. Ein anderer schöner Affect Bey der 5. Communion. Ein Herz gecent, was Jesus thut! O grosse Lieb! D höchstes Gut!:,: auf € 5 neue 106 Liebs Anmuthungen neue Weiß zur Seelen. Speiß gibt Jefus hier fein Fleisch und Blut.:: 2 D liebster Gott, im Sacrament bleibt Deine Lieb biß an das End,:: Wie soll dann ich nicht lieben dich? Odaß mein Herz in Lieb virbrennt:: 3. Aus Lieb ich dann ver lang zu dir; Nichts als die fieb soll würken hier.:: Bey bir allein mein Herz will sein: Ach liebster Je fu komm ju mir.:: 4. Zu dir mein Herz verlanget sehr; Dein Gnad und Lieb in mir vermehr:.: Allein du Bift Herr Jesu Christ, was ich auf dieser Welt begehr.:* 5. Nun hab ich was mein Seel begehrt; was will ich mehr auf dieser Erd: O wahre Frend! O Süßigkeit! Ruh der Lieb, die ewig währt.:: 6. Kein andre Ruh vergnügt mein Her Ohn Jefu seyn ift lauter Schmerz,:: Da rum allein mein Sorg, wird seyn, Daß ich nicht mehr diß Gut verscherg.:: 7. O schönstes Gut! O theures Pfand! Dreine Lieb! D keusches Band!:,: Mit Lieb an sich, o Jesu, mich gebunden halt im Gnaden Stand,:,: 8. Ach bleib bei mir, ich bitte dich, In deiner Lieb erhalte mich!:,: Mein Leib und Seel ich dir befehl; Dein will ich bleiben ewiglich.:: XX Verschie 107 su Chrifto. 2 eee Verschiedene Liebs- Anmuthungen zu Christo. Ich I. Anmůchung des H. Ignatii. ch liebe dich, D Gott mein Lieb, Und mich aus Eich dir ganz ergies: Mein Freiheit übergeb ich frei, Daß fie dir unterworfen sei.:: 2. Nimm mein Gedächtnus und sie lenk, Daß sie nichts als an dich gedenk. Nimm mein Verstand, geb ihm das Licht, Daß er all's dir zu Ehren richt.:: 3. Mein Will sei dein und deiner mein, Dann bein und mein foll cin Will fein. Was nur mein Gott will und nicht will, Ich wollen und nicht wollen will.:: 4. Nimm hin o Gott, es ist dein Gab Was ich nur bin, und was ich hab. Du mach darmit, wie's dir gefällt, Dir sey es völlig beimgestellt.:: 5. Nur deine Gnad, nur deine Lieb. O Gott mein Lieb dargegen gieb: Mit dir will ich vergnüget fein; Wann ich nur bein bin und du mein.:: 6. Didy liebt, o Gott, mein ganzes Heri 11nd ist mir dig der größte Schmerz, Daß ich erzurnt dich höchstes Gut: Ach wasch mein Seel in deinem Blut.: € 6 II. Ane 108 Verschiedene Liebs- Anmůchungen II. Anmůchung des H. Kaverii. Ich lieb dich HErr und nicht darum, Daß ich durch Lieb in Himmel komm: Much nicht weil du strafft ewiglich, Die nicht von Herzen lieben bich).:,: 2. Dadu ain Cruz streckft aus die Hånd, Mit Lieb umfangst mich ohne End: DJEsu Nägel, Speer und Schmach, Haft glitten samt groß Ungemach.:: 3. Unendlich groffe Pein und Echmerz, Ungst, Noth und Quaal des Leibs und Her! haft für mich g'tragen auch so gar, Da ich nichts als ein Sünder war.:: 4. Für mich all Tropfein deines Blut, Vergoffen haft, o höchstes Gut, Bist g'storben auch für meine Sünd: Dieß ist was mich zur Lieb verbind.:: 5. 3u lieben ich dann dich begehr, Wann schon kein Höll, kein Himmel war, Umsonst, um nichts, gleichwie du mich, Lieb ich, o liebster Gott, auch bich.;: 6. Dir ganz mein Herz ergeben ist, Weil bu mein HErr und König bist, Und sonderbar weil du mein Gott, Will ich dich lieben bis in Todt.:: III. Anmůchung des H. Franc. Borgia. Aus [ us Lieb verwundter Jefu mein, wie fan ich dir gnug dankbar fein, wolt wün. fchen ich font lieben dich, wie du allzeit geliebt hast mich. Jesu deim Gott im Sacrament, M fag zu Chrifio. 109 fag Lob und Dank bis an das End; Maria auch die Jungfrau rein, toll allezeit gepriesen seyn. 2. Mir gibst dich auf ein neue Weiß, o groffer Gott zu einer Speiß: von meinet. wegen machst dich klein, wie font dein Lieb noch grösser sein? Jesu deim Gott zc. 3. Ach tomm zu mir, ich bitte dich, mit dei. ner Gnad erquike mich: mein Seel nach Je. su dürftet sehr, o daß ich dessen würdig wär! Jefu beim Gott zc. 4. Gleichwie ein Hirsch zur Waffer Quell, In vollem Lauf sich sehnet schnell, mit glei. hem Durft feufs ich zu dir, ach Jefu! Jesu fomm zu mir! Jesu deim Gott zc. 5. Ich kan zwar nicht gnug dankbar fein, für diese Gnad, o Jesu mein: noc) preifen dein Freigebigkeit, noch loben gnug dein Gü. tigkeit, Jefu deim Gott zc. 6. Dann wann ich tausend Leben hätt, und alle vor dich geben that, war dieses noch ein schlechtes Ding, und gegen deiner Lieb zu g'ring. Jesu deim Gott zc. 7. Kan ich nicht lieben nach Gebühr, o höchstes Gut verzeih es mir, so will ich lie. ben, was ich kan, auch gern das Leben span. nen dran. Jesu deim Gott zc. 8. Nach Gott soust du, o Jungfrau rein, zu lieben mir die nächste sein, von deiner Lieb laß ich nicht nach), biß ich ein End des Lebens mach. Jesu deim Gott zc. 110 Verschiedene Liebs, Anmüthungen 9. Die Brüst alsdann zeig deinem Sohn, daß er durch dein Bitt mir verschon, vermisch Dein Milch mit seinem Blut, das ist der Seel ihr höchstes Gut. Jesu deim Gott zc. IV. Anmuthung des H. Franc. Regis. Im Chon: Ich lieb dich Err ic. Ich Sünder ruf für meine Sünd, Dein Hülfund Gnad beim Creuz ich find, DJesu du mein Heiland bist, Um Creuß für meine Sünden büßt. 2. Es thut mir weh! daß leyder ich, Mein Herr und Gott beleidigt dich! Smich schrockt die Höll und Gottes Zorn, Uch ohn dein Gnab bin ich verlohrn. 3. Aus Reu mein Herz temüthigft Bitt, Dein Gnaden Fluß auf mich ausschütt, Dich nimmermehr erzürnen will, Mit deiner Gnad mich jetzt erfüll. 4. Ull Schmach, all Creußz will nehmen an, Mit deiner Gnab ichs tragen kan, All Feindschaft hier beim Creuz hinleg, Lamm Gottes nimm mein Sund hinweg. s. Dein Creuß, mein Creuß, Dein Buß, mein Buß, Dein Tod mein Geel gang heilen muß, Des Sünders Troft bist du allein, Mit dir gang will vereinigt sein. 6. So lieb ich dich o Jesu mein, Es soll mein Herz dein eigen sein. O höchstes Gut! mein HErr und Gott: Jefu dia lieb id, biß in Tod. V. An zu Christo. V. Anmuthung des H. Aloysii. In obigem Thon. Um Creuß aus Lieb, o Jefu mein, Für mich haft wollen hangen: Wie gern wolt ich dir dankbar sein, Und dich mit Lieb umfangen? 2. Du haft auch dich zur Seelen. Speiß, In Brods, Gestalt mir geben: Daß ich mit dir auf Wunder. Weiß Mocht hier und dorten leben. 3. Sollt dann jetzt nicht hingegen ich Mein Leib und Seel dit geben? Damit also könn ewiglich Bei dir o Jefu leben? 4. Diß foll hinfür mein Leben sein, Um deinetwillen leiden: Und wird von dir mich keine Pein, O liebster Jesu, scheiden. 5. Imgleichen dich, o Jungfrau rein, Mit Lieb ich will verehren, Mocht deiner Lieb nur würdig sein, Wolt weiters nichts begehren. 6. Jch bitt durch Jefu Wunden roth Mir deine Hülf verleihe: Auf daß mit dir nach meinem Tod Mich ewiglich erfreue. VI. Anmüthung einer Gott liebenden See!. III HEY ERR ich lieb dich, HErr ich lieb dich, Uch von Herzen lieb ich dich. Laß von ketnem mich abwenden, Laß nicht von der Weit 112 Verschiedene Liebs Anmüthungen Welt verblenden, will mich aller Freud ent schlagen, Nur damit ich recht kan sagen, HErr ich lieb dich), HErr ich lieb dich, Uch von Herzen lieb ich dich. 2. HErr ich lieb Dich, sc. Mein Gedan, Fen, meine Ginnen, Meine Seuffer und Beginnen, Ul was fich in mtr befindet, Sich mit deiner Licb verbindet: HErr ich lieb dich zc. 3. HErr ich lieb dich, zc. Wann mir allen Troft entziehest, Wann dich zeigst als ob mich fliehest, Wann mich schon durch Creuß willst fränken, will ich doch ben mir ge Denken, HErr ich lieb dich zc. 4. HErr ich lieb dich, ic. Nicht aus Hof. nung Himmels. Freuden, nicht aus Forcht Die Höll zu leiden, nur bloß wegen deiner Liebe, Diese Wort ich allzeit übe, Herr ich lieb dich. 16. 5. HErr ich lieb dich, xc. Sollst mich schon von dir vertreiben, Golt ich schon ohn Troft verbleiben, Sollst mich auch in d'hil ver. jagen, Will ich dennoch allzeit sagen, Herr ich lieb dich. zc. 6. HErr ich lieb dich, zc. Diese Wort ins Herz vergrabe, Daß ich sie in mir stats ha be: Wann ich sein werd halb verwesen, wirst es in dem Herz noch lesen, HErr ich lieb dich) 20. VII. Ein anderer Liebs- Seufzer. ' ch, man GOtt, ich lieb von Herzen, Nicht aus Lieb der Seeligkeit: Noch aus tu Christo. 113 aus Forcht der Höllen. Schmerzen, Noch aus eigner Nuzbarkeit: Did) aus ganzer Seel zu lieben, Hat allein mich angetrieben Deine Lieb und Gütigkeit:: 2. Da ich in der Sünd gebohren Mit der ganzen Menschen Schaar, Ohne Hoffnung gieng verlohren, Und zur Höll verdammet war: Bist für mich vom Himmel fommen, Haft mein Schuld auf dich genommen, Dich Jum Bürgen geben der.:: 3. Deine Gottheit haft verborgen, Fleisch und Blut gezogen an: Ausgestanden Müh und Sorgen, Die kein Mensch begreiffen kan. Pein und Marter haft gelitten, Drei und Dreißig Jahr: gestritten, Scharfe Buß für mich gethan,:: 2. Bist verschimpft und bart gebunden, Von der bösen Schlangen. Brut: Durch viel Streich) aus tausend Bunden, Fliest vom keiß dein edles Blut: Wie ein Lämmlein ohne Klagen, Wirst geschlacht, ans Creutz geschlas gen, Stirbst für mich, D höchfies Gut.:: 5. Du hast dich mir ganz ergeben, Du mein Freund bist in der Noth: Du mein Speiß, mein Trank im Leben, Mein Be lohner nach dem Tod; ille Gnaden von die flieffen, Die wir hier und dort geniessen: Du bist unser HErr und GOtt.:: 6. Wer soll dann aus ganzem Herzen Dich nicht lieben ewiglich)? Ach! ich fags mit groffen Schmerzen, Spat hab ich ge liebet 14 Mutter. Gottes- Gefänger. liebet dich: Meine Sünd mich heftig pla, gen, Thu mit mir Erbarmnuß tragen, Dich zu lieben stärke mich.:: 7. Welt geh' fort mit deinem Schmeich len, Fort mit deinem falschen Schein! Dein Versprechen ist nur Heuchlen, Dein Liebko, fen Qual, und Pein: Nur mein Jefum will ich lieben, nicht mehr werd ich ihn betrüben: Er ist mein, und ich bin sein,:: 8. Hunger, Rummer, Creuß und Leiden, Auch den Cod ich wenig acht: Nichts wird mich von Jesu scheiden, Trug der ganzen Höllen Macht, mit der Lieb an deine Wun den Halt, mein Jesu! mich gebunden; Dort laß ruben Zag und Nacht.:: #eeeeeieeeee Mutter Gottes Gesänger. I. Englischer Gruß. Maria sey gegrüst, Die du voll der Gna den bist. Sen gegrüft, o höchste Zier: Gott der Herr ist selbst mit dir. 4. Die du bist gebenebeit, unter den Wei Bern allezeit: Und es sey die Frucht gepreist Deines Leibs, die Jesus heist. 3. Keusche Mutter unsers Gott's, Jegt und in der Stund des Tods, Für uns arme Günder bitt, und beim Sohn ins Mittel tritt. II. Ein Mutter, Gottes Gefänger. II. Ein anderer Gruß. ei gegrüst o Jungfrau rein, Ceil ge grüst Maria, Zu dir stebt all Hofnung mein, zu dir o Maria: Maria, voll der Gnaden, Hilf daß uns kein Feind mag scha. den, Gei gegrüst Maria.:: Salve. 2. Du bist schöner als die Sonn, Ueber. trifft die Sternen, Zu dein Füssen schwebt der Mond, Königin der Ehren: Mutter Christi hoch erhoben, Dich verlangt mein Herz zu loben. Sei gegrüst Maria.:,: Salve. 3. Brunnquell aller Bieblichkeit, Wer foll dich nicht lieben? Du bringst Freud zu aller Zeit, und kanst nicht betrüben; D du goldne Himmels. Pforten, Dein Hülf zeigft an allen Orten, Sei gegrüft Maria.:: Salve. 4. D Maria Jungfrau rein, Mittlerin Maria, Laß uns dir befohlen sein, Unser Hülf Maria: Bitt daß uns nach diesem Le ben, Gott die Seeligkeit mög geben. Sei gegrüst Maria.:: Salve. III. Bitt für das gemeine Anliegen. Königin mildreiche Frau, o Königin Zu uns herab vom Himmel schau, o Königin, Maria, Maria, o Königin! 2. D Mutte: der Barmherzigkeit, o Ros nigin, Bitt für die ganze Christenheit, o Königin, zc. 3. Bitt, daß uns Gott barmherzig sei, o ko. TE Mutter Gottes- Gefänger. o Königin: Bitt, daß uns Gott mach Sün den frei, o Königin, ic. 4. Bitt, daß uns Gott geb Kraft und Gnad, o Königin, Daß uns an Leib und Seel nichts schad, o Königin, C. 5. Bitt, daß uns Gott den Frieden geb o Königin, Bitt, daß Gott Mord, und Krieg aufheb, o Königin, ic. 6. Bitt für das Feld und Ackerland, o Königin, Behüt uns auch für Feuer und Brand, o Königin, 2c. 7. Halt ab den gåhen bösen Tod, o kö nigin, Und bitt für uns in aller Noth, o Königin, tc. 8. Ach fie uns bei am lezten End, o Königin, o Mutter, dich nicht von uns wend, o Königin, C. IV. Anrufung der Hülff Maria. ein half wir all begehren, Maria hilf uns all, Thu unser Hitt erhören, Wir bitten allzumahl. Bir fallen dir zu Füssen, Erheben unsere Händ, Bon Herzen wir dich) grüffen, Dein Hülf uns allen fend. 3. Dan Hilf lag uns geniessen, Maria gnabenreich, Dein Gnad laß reichlich fliessen, Mit deiner Hülf nicht weich. Beständig bei uns bleibe, Hilf uns in allem Streit, Und alle Feind vertreibe, Hilf uns zu aller Zeit. 3. Dein Hülf woll uns bewahren, Sie sich uns treulich bei, uch mitten in Ge fahren, Mutter Gottes, Gefänger. 119 3. Maria in solcher Quaal, bitt, wollest uns beistehen. Die Feind in sehr groffer Zahl noch rings weiß um uns gehen. Ma. ria jeig dein starke Hand, schlag die Feind, die da seind, Streit für uns Maria. 4. Die Schmerzen und Strife des Tods, bie haben uns umfangen. Maria bei deis nem Sohn, bilf daß wir Gnad erlangen, wann unser Seel von hinnen scheid. In der Roth, in dem Tod, bitt für uns Maria. VII. Lob und lieb der Schönheit Maria. Maria, wahre Himmels. Freud, der Welt Ergöglichkeit, wer toolt dich nicht lie. ben? Du stehst mir geschrieben, ja bist mir begraben mit tiefen Buchstaben weit in das Herz hinein. 2. Gleichwie schmelzt der Carfunkelstein Im Lorber. Kränzelein! So geht es mir eben: Mein Seel, und mein Leben, für Lieb fich zertrennen, und sich sehr verbrennen, wann ich Mariam nenn. 3. Wann ich dein Schönheit recht 5. fracht, mein Herr für Sied verfchmacht. Dein Lefzen seynd Rosen, dein Mund H. nigschoffen, daraus thut entsprieffen, und lieblich) berflieffen dein Hönig süsse Sprach. 4. Dein Augen seynd zween schöne Stern, fleuchten nah und fern. Dein liebliche Strahlen mein Herz mit germaßlen, wann fte 120. Mutter, Gottes- Gesänger. sie mich erbliken, thun sie mich erquiken burch ihre Lieblichkeit. 5. Der Creaturen schönste Zier vergleicht fich nicht mit dir. Es dörfen die Blumen ihr Schönheit nicht rühmen: Sie müssen sich schämen, du thuft ihn'n benehmen all ihre Zierlichkeit. 6. Gleichwie die Lilien ingemein der Blu men König fein: So müssen imgleichen all Blumen ausweichen, mit ihrem Sohlriechen fid) fámtlich) veririechen vor diesem Blüme lein. 7. Der Sonnen lieblichs Angeficht, und aller Sternen Licht, famt Ebelgesteinen, bie dörffen nicht scheinen: die höchste Me tallen, die Perlen, Corallen, vor dir seind Finsternuß. 8. Eo mancher Funk entspringet nicht, da man das Eisen schuid, als Funken der Lieben im Herzen mir stieben, der keuschen Liebs Flammen, die schmelzen zusammen, mein ihr ergeb'ue Seel. 9. Maria, o mein Höchste Freud, die Welt ist mir verleid. Ich suche zu sterben; du wollst mir erwerben nur Gottes Genaden; fo ist mir gerathen, und fcheid gang frölich hin. 10. 2Bcil dann die Lieb je mehr zunimmt, so sei mein Tod bestimmt. Ich will mich bereiten, mit Freuden zu scheiden: wann ich nur eslange, daß diese Schrift bange all meiner Grabes- Thür. II. Hier Mutter- Gottes- Gefänger. 121 II. Hier liegt eins treuen Dieners Herz, so voller Liedes- Schmerz, die es hat getra. gen in seinen Beb. Zagen, Marid zu Ehren, fich muste verzehren durch keusche Liebes. Flamm. VIII. Ergebung in den Schuz Maria. Maria Jungfrau rein, mein Trösterin,:,: bist die Mutter mein, nach Gott mein Tref allein, mein Helferin.:,: 2. Du hast gang mütterlich erzeigt dein Schu: Du hast ganz wunderlich, erzeigt cin Maner dich dem Feind zum Truj.: 3. Dein Disposition ist über mich,:: DB. wohl ich öfters schon, als ungerathner Sohn, betrübet dich.:: 4. Aus dem erscheinet klar, die Mutter. Tren, Und meine Schuldigkeit, erhellet weit und breit, wird tåglich neu.:: 4. Darum ich slehentlich mein Schuld be. fenn,:: Du nicht verarge mich, daß ich so freventlich dich Mutter nenn.: 6. Die Roth und Liebes. Swang, darin ich) fie: Treibt, laßt nicht warten lang, daß ich mich unterfang, zu sein so tit.:: 7. Was soll ich würdigs dir, vergelten Dann,:: Das fallt ofnmöglich mir, allweil ich lebe hier, fags jedermann.:,: 8. Nimm an gang mütterlich, die g'rin. ge Gab,:,: Die ich demüthiglich, findlich zu loben dich, gerichtet hab. $ 9. In. 122 Mutter- Gottes Gefänger." 9. Indeffen bab diesmal, mit mir Ge dult,:: Bis daß ich überall, mit Dank und baar bezahl, mein groffe Schuld.:,: 10. Dum ich mich ganz und gar, jum Pfand dir gib,: Erklär mich offenbar, Dein Sclav auch in Gefahr, aus Liebes. Trieb.:/: 11. Weil ich bey Leben bin, Bift du gang mein,:: Wann endlichs Leben hin, verloh. rem meine Sinn, so bin ich dein.:: 12. Co will ich dankbar dir, auf ewig fein,:: Was ich vorg'nommen mir, foll niemand andern hier, o Mutter mein.:: 13. Nun bin ich völlig dein, mit Seel und leib,:: Laß mich geschrieben sein, in Dein liebs Herz hinein, daben es bleib.:: IX. Die Lauretanische Sitaney. Va ater hoch im Himmels. Thron, Kyrie eleifon. Jesu Christe Gottes Sohn, Kyrie eleison. Und du Geist der Heilig Feit, Kyrie eleison. Heilige Dreifaltigkeit, Kyrie eleison. 2. D Maria auserkehren, Aus deim Leib ist Gott gebohren, Du o Jungfrau der Jungfrauen, und der ganzen Welt Ver frauen. Alles Unheil von uns treibe, Unser Frau und Mutter bleibe, Hilf uns in dem lejten Streit, Mutter der Barmherzigkeit. 3. Mutter Christi unsers HErren, Voller Gottes Gnad und Ehren, Du die Reineste bor Mutter- Gottes Gefänger. 123 vor allen, Dero Keuschheit Gott gefallen. Alles Unheil, 2c. 4. Nicht Befleket, nicht berühret, Nie von einer Sünd verführet, Mutter aller Lieblichkeiten, Wundersam zu allen Zeiten. Alles Unheil, 20. 5. Von dem du erschaffen bist, hat ge sogen deine Brüst: Und in deinem Schooß ist g'west, Der uns und dich hat erlist. Alles Unheil, 2c. 6. Jungfrau aller Weißheit voll, Die man billig ehren soll: Die man nicht gnug loben kann, Dero Macht hilft jedermann. Alles Unheil, 20. 7. Du so milde, du so treue, Steb uns armen Menschen bei, Spiegel der Gerech. tigkeit, Gig der Weißheit zubereit. Alles Unheil, ic. 8. Du bist unter so viel Leiden, Meiste Urfach unsrer Freuden! Gfäß des Geifts, Gfäß der Ehren, Du thuft unser Andacht mehren. Alles Unheil, 2c. 9. Rofen aus des Himmels Feld, Thurn von David wohl bestellt, Schöner Thurn von Helfenbein, Haus mit Gold gezieret rein. Alles Unheil, 2c. Io. Arch des Bunds, der g'macht ist wor, den, Allzeit offne Himmels. Pforten: Du o schöner Morgenstern, Leucht der Blinden Belt von fern. Alles Unpeil, c. 2 II. Du 124 Mutter Gottes.Gefänger. II. Du o Heil der kranken Kinder, Du o Zuflucht aller Sünder, Du o Troft in Traurigkeit, Du o Hülf der Christenheit. Alles Unheil, 2C. 12. Königin der Engeln allen, Sei ge grüft zu tausendmahlen: Dich die Patriar. chen loben, Von Propheten hoch erhoben. Villes Unheil, 2C. 13. Dich lobt der Apostel. Schaar, Und der Blutjeug immerdar, Alle die dein Sohn Bekennen, Dich ihr Königin thun nennen. Ulles Unheil, 2C. 14. Dir geht nach, und dir geht vor, Det schneeweise Jungfrau Chor: Dir erzeiget Lob und Ehr, Das ganje himmlische Heer. Alles Unheil, 2c. 15. O kamm Gottes, alle Sünden, Die fer Welt durch dich verschwinden. O kamm Gottes unfer HErr, Uns verschon und uns erbor. Alles Unheil, ic. 16. O Lamm Gottes steh uns bei, Uns allen barmherzig sei. Thue gnädig auf uns schauen, Durch die Fürbitt unsrer Frauen, Alles Unheil, 2C. m X. Bitt um den Seegen Mariá. utter Chrifti hoch erhoben, in dem schö nen Himmel droben, aller Engeln Ko nigin, unfre Frau und Mittlerin. Deinen Seegen uns mittheile; uns zu helfen nicht verweile. O Maria steb uns bei, daß uns Gott barmherzig sei, 2. Du Mutter- Gottes- Gefänger. 125 2. Du o Jungfrau voll der Gnaden, weißt von feinem Sünden. Schaden: Voller Glanz und Tugendschein, allzeit heilig, allzeit rein. Deinen Geegen ic. 3. D du Zuflucht aller Sünder: schau wir arme Adams Kinder, die gefündigt ohne Rabl, weinen in dem Jammerthal. Deinen Seegen 2c. 4. Laß uns deine Hülf erscheinen, kaß uns nicht vergebens weinen: Führ uns zu dem Gnaden Thron, und versöhn uns deinem Sohn. Deinen Geegen 2c. # 5. Daß er uns die Sünd verzeihe; fie zu meiden Gnad verleihe. Daß wir leben in der Buß, sterben in dem Friedens. Kuß. Deinen Seegen 2c. 6. Bitt daß Gott nach diesem Leben, uns die Geeligkeit woll geben. O Maria Jungfrau rein, Laß uns dir befohlen sein. Deinen Sergen 2c. XI. Lobgefang des H. Casimiri. e Tage fing und sage, Lob der Himmels Königin, ihre Gnaden, Feft und Tha, ten, ehr mein Geel mit Muth und Sinn. 2. Dich ermunter, und mit Wunder schau, wie hoch sie fei erbebt, sprich) fie feelig, über feelig, die ob allen Engeln schwebt. 3. Thu fie chren und begehren, daß fie dich vom Sünden, Last woll befreien, und verzeißen, was du übersehen haft. F3 4. Eprich 126 Mutter Gottes- Gefänger. 4. Sprich ihr fel ju, daß fies best thu, gnädig dich bewahren will, für dem Winde groffer Sünde, und für allem Ungefäll. 5. Diese Mutter, greffe Güter uns zuwe gen hat gebracht, diese Crone, durch ihrn Sohne, uns sehr reich und feelig macht. 6. Zung und Munde, beauch dich runde, auszusprechen ihren Preiß, da wir waren all verlohren, öffnet sie das Paradeiß. 7. Sei Behende, mach fein Ende, sie zu loben allezeit, um die Gaben, die wir haben, zu genieffen allbereit. 8. Mund und Kehle, Leib und Seele, last erschallen eure Thon, im Pfalliren, Musici ren, lobet diese Jungfrau schön. 9. Barlich feiner, ja nicht einer wird er. funden auf der Welt, welcher füglich, und genüglich dieser Jungfrau Lob erzehlt. 10. Loben wollen wir und sollen diese Mutter allzumahl, die uns freiet, und vers leihet, was verlohrn durch Adams Fall. II. Dife gebe, daß ich lebe, und mich halte wohl und schön, und erfüllen mög den Willen ihres eingebohrnen Sohn. 12. Form des Lebens, auch beinebene, aller Tugend Exemplar, Zierd der Erden, in Gebärden, voller Gnaden immerdar. 13. Gottes Tempel und Erempel, Spic gel der Gerechtigkeit, Für uns bitte, unfre Tritte auf den Weg der Wahrheit leit. 14. Creue Mutter, was für Güter, haft du Mutter- Gottes- Gefänger. 127 uns zuweg'n gebracht, was verlohren, durch uns Thoren, ist nun wieder gut gemacht. 15. Drum begehre ich so sehre beiner Für. bitt allezeit, daß mein Seele nicht zur Hölle werd verdammt in Ewigkeit. 16. Meine Wunden alle Stunden, wollst du heilen gnädiglich; dann mein Herze vol. ler Schmerze hat zu dir mein Zuversicht. 17. Jego bitt ich, ach erhör mich, und erlang was ich begehr, hilf und rathe mit der Thate, daß mein Herz er freuet werd. 18. Daß ich feufch fei, aller Sünd frei, mäßig, freundlich, nüchtern, flug, fromm und redlich, keinem schädlich ohne Arglist und Betrug. 19. Meiner Seelen Heil befehlen wol. left Chrifto deinem Kind, daß nicht falle, fondern alle Missethat verhüt und Sünd. 20. Dich verebren, tein lob mehren will o Mutter Lebens Zeit, Mir erwerbe, daß wohl ferbe, und gelang jur Seeligkeit. XII. Cobfprechung und Begrüssung Maria. In obigem Thon. ich zu grüssen fall zu Füffen, Gettes Ba ters Eechter fein; dich vor allem ih gefallen, auf das höchst erhebt zu sein. 2. Dich zu grüssen fall zu Füssen, Got. tes Sohns o Mutter rein, die das Leben ihm haft geben, nach der schönen Menschheit dein. $ 4 3. Did 128 Mutter- Gottes Gefänger. 3. Dich zu grüffen fall zu Hüffen, Gott des Heiligen Geistes Braut; dich gezieret, wits gebühret, er mit ihm hat selbst ver. traut. 4. Dich zu grüffen fall zu Füffen, Tem pel der Dreifaltigkeit! Billig loben hier und droben alle dich in Ewigkeit. XII. Gruß in Jesu und Maria. er Welt Freud Jesus und Maria, o Mut. ter rein, o Kindlein klein! Euch grüß ich tausendmahl, Jesu und Maria. 2. Der feurig Busch bist du Maria; du Brennet flåts boch unverlegt. Die Flamm ift Jefus, dein liebreich Rind, Maria. 3. Du bist die Arch des Bunds Maria, allzeit geehrt, niemahl versehrt: der Archen Himmi Brod ist dein Kind Maria. 4. Du Wurzel Jeffe, o Maria, es flebt dein Ruth in ftater Blut: der Wurzel, Blus melein ist dein Kind Maria 5 Des Königs, Chron bist du, Maria! auf diesem Thron fitt Galomen: der friede sam Salomon ist dein Rind, Maria. 6. Du bist der Tempel, o Maria! fein Hammerfall gibt da ein Schad: der hoch Ültar ist bein ebles Rind, Maria. 7. Wie ein Monftrang bist du, Maria! mit Ebelg'stein gefaffet ein: der Monstranz Heiltbum ist dein Kind, o Maria. 8. Das Mutter- Gottes- Gefänger. 129 8. Das Aug der Welt bist du, Maria! glängst wie die Sonn, leuchst wie der Sond: Dieses elugs lepfelein ist dein Kind, Maria 9. Du bist der Himmel, o Maria! in welchem ruht das höchste Gut: des Him mels Freud ist Dein Schaz, dein Kind, Ma ria! 19. Du bist des Himmels, Pfort, Maria! wer will hinein, durch dich) geht ein: des Himmels Schlüssel ist dein Kind, o Maria! II. Du bist das Herz der Welt, Maria! der Liebe His hat da ihr'n Siz: das Herzens Herzelein ist dein Kind Maria! 12. Welt. Freud Jefu und Maria! mein höchste Schåg, zu guter lest, euch grüß ich tausendmahl, Jesu und Maria. XIV. Zuflucht zu Mariá in aller Gefahr. Mein Zuflucht alleine, Maria die Reina von Herzen ich meine, zu ruffen an, daß fie mich regieren, mit Gnaden wohl zies ren, ganz treulich woll führen, auf rechtex Plan. 2. Ach Cron der Jungfrauen, mit böch). stem Vertrauen, birt wolleft anschauen, die Seele mein, errett mich Elenden, aus feind, lichen Händen, thu niemahl abroenben die Augen bein. sa 3. Recht alle dich nennen, von Herzen erkennen, mit Leffien bekennen der Mene schen Heil; drum darf ich es wagen, main Jam 130 Mutter Gottes Gefänger. Jammer und Plagen, dir Jungfrau zu kla, gen, hilf mir in Eil. 4. In ståtigem Leiden, ohn einige Freu. den all Stunden hinscheiden ohn Ziel und Maaß: wann deiner gedenke, all Trübfal verfenke, was immer mich frånke, paßi ren soll. 5 All Sinn und Gemüthe, all Fleisch und Geblüthe, o Mutter der Güte, dir anbefehl! wann endlich muß fierben, bitt wollest er. werben, beim himmlischen Erben ein gewis fe Stell. XV. Bitt um den Beistand Mariá im Cod. Nach Bach Gott zu dir Maria rein, komm ich, und bitt von Herzen, du woll'st allzeit mein Mutter sein, in aller Noth und Schmer. sen; Gar schwach bin ich, das Leben sich, wie ich empfind, will enden, darunt thu ich ja billig mich, zu dir, o mutter, weiden. 2. Mich als dein Pfleg Kind sie bewahr, ach Mutter der Genaden, in Hunger, Kriegs und Tods. Gefahr, wend ab all Noth und Schaden! von mir nicht weich, obs mir schon gleich, folt hårter als hart gehen; bis ich gelang zu Gottes Reich, mir tröstlich wollst beistehen. 3. Wann nun der Leib kraftloß und matt, vermeint, er müß sich geben, so groffe Noth und Schmerzen hat, daß ibus verdrüft zu Leben. Mutter- Gottes Gefänger. 131 leben. Wann all Unglüt fällt über mich, und ich nicht mehr kan halten, dann laffe ich, o Jungfrau dich, und meinen Jesum walten. 4. Der dir vertraut, hat wohl gebaut, im Himmel und auf Erten, der dir nicht traut sich) gar verbaut, zu Schanden wird er were den. Dann wer veracht, dein Hülf und Macht, von dem nimmt Gott sein Seegen, Gott felbst betrübt, der dich nicht liebt, toen wolt biß nicht bewegen? 5. Darum bittich, ach lasse mich dein Kind allzeit verbleiben; Mein Mutter sei, und steh mir bei, hilf alles Böß vertreiben; in. fonderheit wann Schmerz und Leid, mich wollen überstreiten, ach Mutter mein, von mir nicht scheid, hilf, daß ichs trag mit Freuden. 6. Wann bei dem Bett die Kerzen brennf, Die Augen nunmehr brechen, vom Leib der kalte Cod- Schweiß rinnt, die Zung kein Wort kan sprechen; verlaß mich nicht, ståts für mich bitt, o Jungfrau auserkohren, vor Gottes Thron dein lieben Sohn, der mir zum Heil gebohren. 7. Wann mein Herz bricht, dein Angesicht von mir nicht wollst abwenden, dann zu dir steht mein Zuversicht, bilf mir den Kampf vollenden. Verlaß nicht mich, das bitt' ich dich, daß nicht verjag, verhinder; in Tods. Gefahr, mich wohl bewahr, bitt für mich armen Sünder. XVI, 132 Mutter Gottes- Gefänger. XVI. Ein anders um einen seeligen Tod. Im Thon: Kommt berab ihr imm ls. Sürften, Oder: Dich mein Gott ich lieb von Herzen. Maria schöner Garten, dir ſey Lob, kiek, Ehr und Preiß, du tragft Blumen aller Arten, schöner als das Paradeiß, ach) wie wird mans toch erkennen, daß wir dich Mariam nennen, in dem hohen Gnaben- Pfand, allen Menschen wohlbekant 2. O du Zuflucht unsers Eedens, o Maria fieß uns bei, beine Bitt ist nicht vergebend, in dem bittern Noth- Geschrei; allen Unfall von uns treibe, unser Grau und Mutter blei be, bie wir alle wollen sein, deine Kinder ins geme nt. 3. Unter deinen Schutz wir fliehen, o Maria ky gegrüßt, laß uns bech nicht leer abziehen, eige Jefu deine Brüst, und sein Herz zu Gnat den neige, daß ers auch dem Vater zeige, feine Wunden Schweiß und Blut, ihm zu Lob und uns zu gut. 4. Wann uns dann die Augen brechen, schau auf unser lezte Noth, und der Mund Fein Wort mehr sprechen, rede du für uns bei Gott; wann die Bulß fich nicht mehr rühret, und der Mund fein them fpühret, das mein lettes Wort soll sein, Jefus und Maria rein. 5. Bann mein Herz wird endlich brechen, und aus geht der faite Schweiß, alle Freund bon Mutter Gottes- Gesänger. 133 von mir abweichen, keine Hülf ich nicht mehr weiß, belf o Mutter, ach helf streiten, und von mir nicht wolleft scheiden: diß o Mutter ich dich bitt, dein Pfleg- Kind verlaffe nicht. 6. Sei gegrüft ju tausendmahlen, o Maria Mutter werth, dich anruffen wir vor allen; bitt daß uns dein Kind erhört. Wann die Seel vom Leib muß scheiden, führe uns zur Himmels Frenden, Hilfo Mutter nach dem Tod, daß wir ewig loben Gott. XVII. Zum H. Herz Marid. Im Thon: Maria Jungfrau rein. Maria arid Herz dich grüß, o Gnaden. Thron:: dein Strahlen zu mir wend, Liebs- Flam. men zu mir fend, o schönste Sonn.:: 2. Auf Demuth gründest dich, o höchstes Herz!:: gib, daß im gleichen ich vor Gott vernichte mich in Neu und Schmerz.:: 3. D Armuth liebend Herz, mein Herz regier,:,: daß es die Welt veracht, dem höch. ften Gut nachtracht, gleich werde dir. 4. Der Keuschheit voller Glang dich schön Bekleid,:,: dir gleicht kein Engel Choz, weit allen gehest vor in Reinigkeit.:,: 5 Zum G'horfam jederzeit warst du be reit::: dig war der gröfte Troft, welchen du haft vertofi in Creuß und Leid.:: 6. Jefu Mariá Herz durch liebes. Band:/ zwei Herz nur ein Herz sein; mit diesen meins verein, nehmts an zum Pfand. $ 7 7.D 134 Mutter Gottes- Gefänger. 7. D fidy're Himmels- Pfort, Mariä Herz! :: wer will alutselig sein, durch dich gelangt allein zu Jesu Herz.: 8. D Hoffnung meiner Seel, mein Heil nach Gott!: mein Herz in dich schließ ein, von Sünden balt es rein bis in den Tod.:: XVIII. Kindliches Vertrauen zu Maria. Im Thon: Auf mein Seel fang an. D Maria zu dir kommen sowohl Sünder als die Frommen; alle dein erfreuen fich. Ich darum komm dich zu grüssen: Dir o Mutter fall zu Füssen. Nicht, ach nicht ve werfe mich.:: 2. Dir mein Noth ich will fürtragen: Mut ter, laß mich nicht verzagen, Troft bei dir findt jedermann. Wirst du für mich Sün. der sprechen, Gott an mir sich nicht wird rächen. Gott dir nichts versagen kan.:: 3. Mir zur Mutter bist gegeben, da dein Sohn gab auf das Leben; Darum trag ich keinen Scheu, was ich immer hab zu klas gen, als ein Kind werd dir vortragen. Du allzeit mein Mutter ſei.: 4. Ach mein Herz gar oft sich schröket, Gottes Zorn weil bab ertaket Durch mein viel und schwere Sünd. Hilf daß ich mein Sünd bereue, und dein Sohn mir Gnab vere leibe, sonst kein Raft noch Ruh ich find.:: 5. Dein Sohn sich zwar laßt erbitten, weil er viel für mich gelitten: Doch er auch 34 Mutter Gottes Gefänger. 135 zu förchten ist: Dann wie er belohnt die Kinder, alzo ftraft er auch die Sünder. Du gar nicht zu förchten bist. 6 Dir die Lieb ift angebohren: Keiner ewig geht verlohren, dessen du dich nimmest an. Diese Eieb jetzt an mir zeige, und dich gnädig zu mir neige; nehme dich nur meis ner an.: A 7. Nie von mir, o Mutter weiche: Deine treue Hand mir reiche. Seb' ich lauf in deinen Schooß. Ach! bdich meiner thu ere Nehm mich auf in deine ArmenAch mich Sünder nicht verstoß:: barmen. 8. Wann julegt von bier muß fahren, un ter tausend Höll. Gefahren, mir die lette Lieb erzeig Alsdann spühren laß dein Güte, Mich vor Sünd und Höll behüte, Alsdann Dich ein Mutter zeig.:: 9. Mich zu deinem Sohn begleite: Mir ein Stell bei ihm bereite, Mutter, liebste Mutter mein: Diß allein von dir begehrer meine Bitt und Seufjer höre, Mutter liebste Mutter mein.>: XIX. Bitt- Seufier vor einem Gnadens Bild Jm Thon: Alle Tage ic Maria die dich lieben auserwähltes Gnaden. Bild, thun bemüthig zu dir flichen unter deinen starken Schild. 2. Wann die Feind an uns ergrimmen, Maria steb uns bei! treib sie mit deim Schild 136 Mutter Gottes Gefänger. Echild von hinnen, daß wir bleiben Scha Den frei. • 3. O Maria, Croft der Sünder, unfer Hoffnung und Zuflucht, für uns arme Adams Kinder, bitt dein reine Leibes Frucht. 4. Jefum deinen liebsten Sohne bitt, für uns, o Mutter bitt, daß er gnädig uns ver. schone, und in Günden strafe nicht. 5. O Maria unser Leben, legen wir in dei nen Schooß. Wir thun uns dir ganz erge ben; Zeig an uns dein Güte groß. 6. Maria, wann wird femmen unfres Lebens lettes End, mach, daß werden auf genommen unfre Seelen in deine Hand. XX. Von der unbeslekten Empfänge nuß Maria. Niem piemals so schön und flar, die Sonn ge seben war, In ihrem Glanze: Als da durch Wunderweiß, ein neues Paradeiß, der HErr that pflanzen. 2. In diesem Paradeiß, Jft kein verbottne Speiß, Kein Biß der Schlangen, Kein Tod, noch erblich Sünd, allhie ein Wohnung find, Rein Flek bleibt hangen. 3. Und dieser eble Gart, Wird von Gott felbft verwahrt: Der Brunn zum Leben, Durch seine Feuchtigkeit, Thut ihm dieFrucht. barkeit, Sehr reichlich geben. 4. Wie ein gerüstet Heer, So stehen bin und her, der Zugend Blumen; Ihr Schön, beit Mutter- Gottes Gefänger. 137 beit und ihr Kraft, Sie von dem Gnadens Saft, Des HErrn bekommen. 5. Der edle fekeus Baum, Steht zierlich und geraum, In diesem Garten. Wer sei. ner Frucht geniest, Das Heil, so Jesus ist, Hat zugewarten. 6. Zu diesem Parabeiß, zu dem ich euch anweiß, Geht mit Verlangen: Der Garten, den ich mein, Ift Maria ganz rein, oha Sünd empfangen. XXI. Ein anderes. Im Thon: Vater hoch im Himmels Chron. mm Putter Gottes mir erlaube, 3u Bekennen was ich glaube, auszubreiten Gottes Macht, Welcher dis zu wegen bracht. Daß du ohne Sünd empfangen, allery Unheil bist entgangen, Von der Schlang nicht anges stekt, Bon der Erbfünd unbeffekt. 2. Daß du ewig ohne Schulden, Ewig feft in Gottes Hulden, Auch so gar im ersten Haupt, deiner Unschuld unberaubt. Daß du blühest ohne Matel, Ohne Rauch ein lichte Fakel, Ohne Finsternuß ein Schein, Ewig heilig, eroig retn. 3. Als die erste Eltern giengen, wo ver. bottene lepfel biengen, Bar Maria nicht Darbei, Gottes Rath erhielt fie frei. Jene nach dem Upfel griffen, als die Schlang fie angepfiffen, Doch aria unversucht, foſtet nicht die Todes Frucht. 4. Alle 138 Mutter- Gottes- Gefänger. 4. Alle in den Adam sterben, alle diefes Elend erden, das der Vater zugericht, alle, nur Maria nicht. Adam muß in Arbeit schwisen, Eva muß beim Roten fizen, Und die Schlang von deinent Fuß, sich zerknirschen laffen muß. 5. Wann der Sündflutb wilde Wellen, Ueber alle Menschen schwellen, Wird die Qirch nur mehr erhebt, Ueber alle Waffer schwebt. Aus der Arch die Taub sich schwin. get, die der Welt den Orlyweig bringet; diese Taub erwählte Gott, Zu dem ersten Gna, Den Bott. 6. Im Gesas das alle zwinget, wird nicht Esther eingedinget; Dann zu ihr der König fagt, Sei gegrüft und unverzagt. Alle an dre sollen düssen, Esther soll den Scepter Eüffen, alle andere stoffen sich, biß Gesaz ist nicht für did). 7. O Mariat du aus allen, flesft allein wann andre fallen, das Gefaz auf alle bringt, bir allein fein Schaden bringt. Du allein haft Gott ja loben, der dich deffen über, hoben, der in seinem Fleisch und Blut, dar gereicht die gülden Nutó. 8. Gottes Allmacht für dich fireitet, fein und deine Ehr ausbreitet, bann ich weit und breit vermerk, Biel und groffe Wunderwerk. Wil fie deine Hülf beweisen, welche dein Empfängnuß preifen, mit dem Schwur daß ihre Lehr, Fechten soll für deine Ehr. 9. Alfe Mutter- Gottes Gefänger. 139 9. Uiso auch die Folg bestehet, Weil man die Geburt begehet, dessen, welcher Chriftum tauft, Und von ihm zur Marter lauft. Als Johannes war gebohren, hat er schon die Sünd verlohren, also folget Sonnenklar, sein Geburt schon heilig war. 10. Wie viel sind Gebott ausgangen: feiner soll sich unterfangen, diß zu lehren in der Schul, Oder auf dem Prebig. Stuhl, daß Maria war befleket, mit der Erb. Sünd an. gesteket, Weil man da schon schweigen muß, Ei so folgt für uns der Schluß. II. D du Ausbund aller Gaben, die Gott felbst gemacht fan haben, Schön, o Freuns din Bist du gan, dich umscheinet Gottes Glang. Ohne Makel ohne Mafen, Von der Günd unangeblasen, Ueber alle Engel rein, Gott allein lan schöner sein 12. Eine Tochter Gott des Vaters, Eis ne Braut des Ueberschatters, Eine Mat. ter Gottes Sohns, Und ein Mutter Gote tes. Throns: muß ja bleiben hochgeehret, Von der Erb. Sünd unversehret, Weil Gott diefes machyon Ean, Folgt, Er had es auch gethan. 13. Dann es will sich nicht geziemen, daß Der Teufel fich fönn rühmen, daß die, welche Gott gebahr, Seine Unterthanin war. Ja es will Gott nicht gebühren, Seinen Sohn dort einzuführen, wo vor war der Höllen, Nest, und vergifie Sünden Rest. 14. Je 140 Mutter- Gottes- Gefänger. 14. Jenen Einwurf abzulenken, da man etwann möcht gedenken, daß weil du von Sünden frei, Jesus nicht dein Heiland sei. Gag ich: der dich vorbehütet, und in dich die Gnad geschüttet, Eh ein Erb. Sünd ein geriffen, du ein Heiland kanst begrüffen. 15. Jener Arzt ist auch erfahren, der von weitem kan bewahren, daß die Krankheit draufen bleibt, Nicht nur der, so sie vers treibt. Chrifto wird es zugeschrieben, daß du unverfehrt geblieben: Wir sind von der Sünd erlöst, du bleibst ohne Sünd getröst. 16. Du bist immer voller Gnaden, Wir find immer voller Schaden, keine Matel ist in dir, Günd und Kafter haben wir. O du Zuflucht aller Sünder, Schau wie arme Abame, Kinder, die gefündigt ohne Zahl Weinen t dem Jammerthal. 17. Ach erbarme Dich der deinen, laß uns nicht vergebens weinen, Führ uns zu dem Saaden. Thron, llad versoon uns beinem Sohn, daß er uns die Sünd verzeihe, Sie zu meiden Gnad verleihe, daß wir leben in der Buß, Sterben in dem Frieden. Kuß. XXII. Von der Geburt Maria. Maria ist gebohren aus Königlichem Blut, ihr Stamm ist außerkopren, aus Pa triarchen gut. 2. Von Ubraham ist kommen, die edle Jungfrau zart, von David ist genommen ihr Blut hochedier Art. 3. Wer Mutter- Gottes- Gefänger. 141 3. Wer ihr Geschlecht will tennen, bei Sanct Matthão such, das ganz Geschlecht thut nemmen sein Evangelisch Buc). 4. Viel Patriarchen waren, vierzehn G. schlecht daraus: vierzehn von Fürsten. Schaaren, vierzehn aus Davids Hauß. 5. Uus so viel Blumen schöne, Maria ist die Roß: Aus so viel Stern, und Monne, ist sie die Sonne groß. 6. Maria ist aus allen der fiftlich D mantslein, das Geld aus den Metallen ist diese Jungfrau rein. 7. Sie wird ein Königin toerben, Frau über alle Welt, im Himmel und auf Erden, ihr Reich ist schon bestellt. 8. DRönigin dich grüffen, wir Evd Kin. der arm, dir fallen wir zu Füssen, dich über uns erbarm. XXIII. Von dem H. Nahmen Maria. Maria wir verehren dich und den Nahmen dein, den wollen wir vermehren, was uns wird nuglich sein. 2. Auf Syrisch wir dich nennen; Maria Her fcherin, weil alle dich erkennen, der Welt ein Königin. 3 Hebräisch wird verstanden, Maria, Mier, und Stern, o Stern der allen Lan. den das Eicht gibt nah und fern. 4. Die Stern am Himmel oben, die wir da glängen sehn, uns beinen Nahmen loben, daß wir dein Kraft verstehn. 5. Rein 41111 142 Mutter Gottes- Gesänger. 5. Rein Stern hat nie verlohren im Schei. nen ſeinen Glang, du Chriftum bajt geboh, ren, Dein Jungfrauschaft bleibt gang. 6 Dein Rahm auch thut bedeuten recht wohl das tiefe Meer, all' Gnad zu allen Leuten durch dich thut fliessen her. 7. Ins Meer all Fluß ich gieffen, zum Meer all Waffer lauft: zu dir all Gnaden flieffen, in dir all Gnad fich haust. 8. D Stern leucht uns auf Erden, Meer uns Gnad ertheil: hilf daß wir see lig werden! Hilf uns, o Frau zum Heil. XXIV. Von der Reinigung Maria. Glang der Ehren, bdes höchfien HErren, Reusche Gebähre in; Geh in den Tem pel, nur zum Exempel gleich den Kindsbet, terin. 2. In acht thus nehmen und dich Beques men dem Brauch und dem Gefez. Dein jare tes Kindlein, in schlechten Windlein auch vor den Priester fez. 63. Den auserkobrnen, und neugebohrnen und allerhöchften Schaj, den Croft des le bens wollt willig geben an eines Opfers Plaz. 4. 3u mehrerm Glauben, um ein paar Tauben loß aus dein liebstes Bfand; Se kanst du haben, Dein liebsten Knaben und Sohn zu deiner Hand. 5. Mit wenig Sillen thu ihn loß willen, mach Mutter- Gottes- Gesänger. 143 mach uns mit ihm auch loß: und nehm nicht minder, und deine Kinder in deinen Gnaden. Schook. 6. Kanst du nicht haben zur Lösungs.Sa. ben fünf von den Sikeln baar: Dein Kind von stunden verspricht fünf Wunden, leg fie für Zahlung dar. XXV. Von der Verkündigung Maria. Ave Maria gratia plena, So grüffet der Engel, die Jungfrau Maria, In ihr'm Gebett, In dem fle ſaß. 2. Ave Maria gratia plena, Die Engli sche Schaaren Gen Nazaretb fahr.n, Dich grüffen all Mit Freuden Schall. 3. Ave Maria gratia plena, Mit Strah. len umgeben, Sanct Gabriel schwedend, Kommt Sounenflar Der erste dar. 4. Ave Maria gratia plena, Der Engel fich neiget, Dir frölich anjeiget, Gotts Schn woll sein, dein Söhnelein. 5. Ave Maria gratia plena, Empfangen, gebähren, Das Kindlein ernähren, Soll nun, o Weib, Dein feuscher Leiß. 6. Ave Maria gratia plena, Wie folches auf Erden, Vollzogen soll werden, Von dir gefragt, Der Engel sagt. 7. Ave Maria gratia plena, Derhalben Gott oben im Himmel wir loben, Und deinen Sohn o Jungfrau schon. XXVI. Mutter- Gottes Gefänger. XXVI. Ein anderes im obigen Thon. De Maria gratia plena, Dich über uns Armen Laß herzlich erbarmen, Auf uns o Frau, Vom Himmel schau. 144 2. Ave Maria gratia plena, Von unser ren Herzen, Nehm Trübfal und Schmerzen, Auf uns, 10. 3. Ave Maria gratia plena, Krieg, Hunt ger, und Plagen Von danneu hilf schlagen. Auf uns, 10. 4. Ave Maria gratia plena, Uns allen ins keben, Den Frieden hilf geben, Auf uns,: c; 5. Ave Maria gratia plena, An unferen Ende zu allen dich wende, Auf uns, ic. 6. Uve Maria gratia plena, hilf allen im Sterben, Den Himmel erwerben, Auf uns o Frau vom Himmel schau. Hilf allen, ic. XXVII. Von der Himmelfahrt Maria. Im Thon: Gegrüst feistu o Jefulein. Maria Mutter Jefu Chrift, Alleluja. Zum Himmel aufgefahren ist, Alle. Allel, 2. Gott fand viel Engel hoch herab, ij. Den Schaz zu nehmen aus dem Grab, ij. ij. 3. Viel tausend Engel waren da, ij. Die fuhren auf mit Maria, ij. ij. 4. Was Freud war hie, was Euft dabei? ij. D kust, o Freud, o Harmonie! ij. ij. 5. Die Mutters Gottes Gefänger. 145 5. Die Jungfrau war roth wie ein Ros, ij. Jhr Glanz, ihr Schönheit wunder groß, ij. ij. 6 Jhr Seel durch fie glangt überall, it. Wis wann die Sonn glangt durch Erifta',' j.ij. 7. Wie Perl im Gold, ihr Herz im Leib, ijNichts gleich erschaffen diesem Wib, ij ij. 8. Ihr Schuh der Monn, zwolf Stern ihr Cron, ij Ihr Kleid die Sonn, gedenkt wie schön, tj. if. 9. Jm Himmel fi sehr willfomm fam, ij. Chriftus fie auf mit Freuden nahm, ij. ij. 10. Sihr hoch bei Gott ward sie gesetzt, tj. Da ihr all Gut das Herz ergößt, ij. ij. 11. Gott gab ihr alles in die Hand, ij. Den Sohn in Schooß, das theure Pfand, ij.ij. 12. Jm Himmel ist sie Königin, ij. Und aller Welt ein Trösterin. ij ij. 8: 033803035306: Zu denen Engeln und Heiligen Gottes. I. Zu allen Heiligen. Ihr Freund Gottes allzugleich, Ihr Ente gel in dem himmelreich, Helft uns in dies sem Jammerthal, daß wir durch Gottes Gna benwahl, Zum Himmel kommen allzumaşl. 2. Jbr Patriarchen Hochgebohrn, Und ihr Propheten auserfohrn, Helft uns, c. 3. DJhr Apostel allesamt, Erwählt zu solchem hohen Umt, Helft uns, zc. 4. D 146 Zu denen Engeln. Dibr gecrönte Martirer, Und ihr viel tausend Beichtiger, Helft uns, 2c. 5. Dihr Jungfrauen Lilienweiß, br Lämmlein zart im Paradeiß, Helft uns c. 6. Dihr Bittfrauen teusch und rein, o ihr Freund Gottes insgemein, Helft uns, c. 7 Wir bitten euch durch Christi Blut, Für uns vor Gott ein Fußfall thut, Helft uns ic. 8. Der heiligsten Dreifaltigkeit, Tragt vor die Noth der Christenheit, Helft uns, c. II. Zu denen H. Schuß- Engeln. Im Thon: Dein Gulf wir all begehren. Buch wir o reine Geister, Zu preifen find bereit, Die ihr als treue Meister Von Gott und geben feid. lns, bitt ich, wollet lehren, Wie wir uns Tag und Nacht Des Teufels Lift erwehren, und aller höll'schen Macht. 12. Weil alles guts beraubet Der stolte Lucifer, Und ihm nicht mehr erlaubet, Gen wünschte Wiederkehr, Er Haß und Mißgunst faffet Auf aller Menschen Gnad: Drum ihr uns nie verlaffet, Damit er uns nicht schad. 3. Herab vom Himmel steiget, o Helden auserwählt! Eu'r Hülf dem Land erjeinet, Dem ihr seid vorgestellt. All Krieg und Mort verbietet, Wendt ab die Hungers. Noth, Unt fleißig uns behütet Vor unverseh'nem Tod 4. Helft uns die Feind besiegen, uns fte. bet allzeit bei, Daß wir nicht unterliegen, Unc blei und Heiligen Gottes. 147 bleiben Gunden frei. Jhr unsere Gång re. gieret In Gottes Gnaden- Licht; Uns ficher endlich führet Zu seinem Angesicht. 5. O Jefu Zierd und Meister, O Lust und Freud zugleich Der rein und schönen Geister In deinem Himmelreich: Gib, daß, wann wir hinfahren Aus dieser schndden Welt, Der lieben Engeln. Schaaren Bald werden fügefellt. III. Ein anderes e hr Schutz Engel alle, büt uns für al. lem Falle, uns führet zu Gott, durch Gottes Gebott, von Jugend uns lehrt, jur Tugend uns fehrt, gebt auf uns acht, bei Tag und bei Nacht. 2. Gott hat euch eble Geister und geben freue Meister, uns führet ic. 3. O macht uns rán von Sünden, und thut das Herz entzünden, uns führet, 2c. 4. Erleucht uns aus und innen, hoch an Verstand und Ginnen, uns führet, zc. 5. Balaft uns nicht auf Erden, helft daß wir feelig werden, uns führet zu Gott durch Gottes Gedott, von Jugend uns lehrt, Jur Tugend uns fehrt, gebt auf uns acht, bei Tag und bei Nacht. IV. Von dem H. Erz- Engel Michael. Undberwindlicher Held, Sanct Mi. chael, fomm uns zu Hülf, zieb mit zu Felo, 148 Zu denen Engeln Feld, bilf uns hie kämpfen, die Feinde dampfen, Sanct Michael. 2. Die Kirch dir anbefohlen ist, Sanct Michael, du unser Schuß, und Echirm Here list, bilf uns hie fämpfen, die Feine de dämpfen, Sanct Michael. 3. Du bist der himml sch Capitain, Sanct Michael, dein Kriegs. Heer alle Engel fein, hilf uns ic. 4. Groß ist dein Macht, groß ist dein Heer, Sanct Michael, groß auf dem Laud, groß, auf dem Meer hilf uns ic 5. Bon deiner Macht zu sagen weiß, Sanct Michael, der höllisch Drach und sein Geschmeiß, hilf uns ic. 6. Den Drachen du ergriffen haft, Sanct Michael, und unter deine Füß gefast. Hilf uns tc. 7. Mit Lucifer haft du gekämpft, Sanct Michael, du haft sein Heer mit Macht ge Dämpft, bilf uns ic. 8 starker Held, groß ist dein Kraft, Canct Michael, ach tomm mit deiner Rit. terschaft, hilf uns ic. 9. Beschuß mit deinem Schild und Shwerd, Sanct Michael, die Kirch, den Hirten und die Heerd, bilf uns ic. V. Von dem H. Joseph. Im Thon: Maria Jungfrau rein. oseph, du Davids, Sohn, o Tröster mein: Marid Bräutigam, bu führest Gottes kamm mit Händen rein:: 2, Jil und Heiligen Gottes. 149 2. Du hast gang båterlich erzeigt bein Lieb;;: Jefum das göttlich Kind trugest bes bend geschwind, aus Liebes- Trieb:: 3. Maria Jungfrau rein, die keusche Brout: der stifte Schatz auf Erd, ist ale ler Ehren werth, ist dir vertraut:: 4. Jofeph, o treuer Mann, in Angst und Noth: zu dir lauft jedermann, der nur dich nennen fan, bilf uns im Cod;;: 5. Sei unser Schuß. Patron vor allem Leid: bitte bei Gettes Thron, hilf uns jur Himmels. Cron, jur Seeligkeit:: 6, liebster Vater min, dieß mir ete lang:: im Tod die Seele mein, dir laß bes fohlen sein, diß ich verlang:: 7. Maria, schönste Sonn auch mir auf geh: fchüß mich mit beinem Licht, wann ich fomm vor Gericht, und nicht beftes:: 8. Mitt Jesu deinem Sohn dich zu mir neig:: in aller Angst und Noth, besonder in dem Tod, dein Hülf erzeig:: 9. Wann Teufel, Welt und Fleisch ver folgt mein Seel,:;: und wann der Günden, Laft, zur Höllen drutet fast, mich dir be fehl:: 110. Wann finfen will zu Grund im groß sen Schmerz:,: mein Schifflein, Joseph, leit glüklich zur Ewigkeit, zu Jesu Herz:: Amen. VI, 3 Zu denen Engeln. VI. Ein anderes. Sm Thon. Kommt herab ihr Himmels Sürsten. daß ich könnt würdig ehren, Joseph, groffe Himmels. Zierd! und nach Wunsch Dein Lobvermehren, wie vor allen dir gebührt, wollt darinn mein Stimm verzehren, um die Welt damit zu lehren, wie zu helfen jet erzeit, bu o Vater selbst bereit. 2. Geh zu Joseph, wer beladen ist mit schwehren Sorgen. Laft: geh zu Joseph, wer durch Echaden, in Verzweiflung kommen faft: geben all, was Stands und Namen; er wird helfen allzusammen; dürftige an Leib und Seel, wird er trösten ohne Fehl. 3D fönnt diefes ich verfünden allen Menschen auf der Welt! O könnt Mittel ich erfinden, daß es würd ins Werk gestellt! Dich o Joseph ich erwehle, führ mich, daß ich nicht verfehle; sei mein Schuß, Herr und Patron, hilf mir zu der Himmels. Cron. 4. Du mich für dein Kind wolft halten, Jofeph liebster Vater mein! mein Seel gib ich zu verwalten, dirfie laß Befoblen sein: führ sie auf die Himmels Straff n, thu mich Joseph nicht verlaffen; steb mir bei in letz zet Roth, wann ich ringe mit dem Tod. VII. und Heiligen Gottes. 151 VII. Bum Heil. Sebastian, hiesiger Stadt und Kirchen Patron. Im Thon: O Christ hie merk. Groffer Mann Sebastian, wo fang ich an, zu loben dich recht würdiglich und offentlich. Je mehr, je mehr, mich zu dir tehr, und dich verehr, mit bellem Mund, aus Herzensgrund, ju jeder Stund, 2. Wann mann dich nennt, mein Hert behend, sich zu dir wend, schreib nur daran, fo tief man fan: Gebastian, je mehr ic. 3. O starter Held, von Gott gestellt, Jum Heil der Welt, in Sterbens. Zeit, wann die Pest weit, sich) ausgebret. Je mehr, ic. 4. Pabst Agathon, dich zum Patron, er wählet schon. Aus Gottes Nath, Hülf in der That, gefunden hat. Je mehr, zc. 5. Von solcher Zeit ist weit und breit die Lob bereit. Der dich verehrt, Gott von ihm kehrt der Geuchen Schwerd. Je mehr x. 6. Drum eiferig, einhelliglich wir bitten dich, dein Macht erzeig, macy daß die Seuch weit von uns weich Je mehr te. 7. Insonderheit, im legten Streit, wann die Seel scheid, da schüße uns, da starfe uns, da bitt für uns. Je mehr ic. VIII. Sobgefang des H. Ignatii. Kommt ber, kommt der all Land und leuk Ignatium laft loben heut, Ignatiunt 4 152 Von denen Engeln. last preifen, ihm Ehr und Dank erweis fen, 2c. 2. Komm Jung und Alt, kommt Groß und Klein, fommt alle Boifer insgemein, Ignatium lafi preifen, ihm Ehr, 2c. 3. Komm neue Welt, fomm India, komm China und Japonia, c. 4. Ihr Infulen kommt alle her, mit al len Städten auf dem Meer, 20. 5. Komm Heidenschaft, komm Reze rei, ihr Türken, Juden auch herbei: c. 6. Komm Kinderschul, kemm hohe Schul, komm Beichtstuhl samt dem Predigtstuhl, c. 7. Komm Stok, komm Rerker, komm Spital: tomm Feind, komm Freund: kommt allzumal, ic. 8. Ignatius hat euch verfeh'n, euch wird kein Hülf noch Dienst abgehn, zc. 9. Ignatius bat Leut bestellt, zu Hülf und Dienst der ganzen Welt. C. IX. Ein anderesset. dein mildes An gesicht, wollst zu uns wenden, und uns durch Gottes. Gunst, von deiner Liebes Brunft ein Fünflein senden, daß wir durch tiese Eron, Mariam mit dem Sohn, recht mögen ehren; auch durch das Leben dein, und hellen Eugend. Schein die Undacht meh. Fen. 2. Ignati und Heiligen Gottes. 153 2. Ignati ritterlich, hast du die Welt und dich ganz überwunden. Du hast durch fol. the That, Lob, Ehr und grosse Gnad bei Gott gefunden. Sei unser Schuß Datron, beim böchsten Gottes, Chron, jetzt und im Sters ben, daß wir durch deine Lehr, zu gröster Gottes. Ehr, das Heil erwerben. 3. Ignati wie ein Kind, dich Gott er. niedrigt findt; brum wirft erhöher. Wider den Tod und Sünd, und alle Höllen, Fund dein Macht bestehet. Sei unser Schuz. Pas tron, c. gnati, was für Quaal dir brachte überall, der Durft der Seelen? Du woltest Hohn und Spott, Schläg, Kerker, und den Tod, für sie erwählen. Sei unser Echuz- Patron ic. 5. Jgnati Himmels. Held, dein Heer du führst ins Feld mit Jefu Fahnen: Dadurch du uns im Krieg zu dem erwünschten Sieg, den Weg thuft bahnen. Sei unser Schutz Patron 1c. 6. Der Höllisch Madian erschrift ab deie ner Fahn; vor Grimm thut schaumen. Jrr. thum, Abgötterei, Bosheit und Schwer. merei das Feld muß raumen. Sei unser Schuz. Patron ic. 7. O wahrer Gedron, du tragst den Sieg darvon, erbeutft viel Seelen. Wer fan die Helden Streich, die du für Chrifti Reich geführt, erzehlen? Sei unser Schuz Pas 65 8. Wie Iron 154 Von den Engeln 8. Bie ein gecrònter Held du nun in jo ner Welt schön triumphireft. Mit Glang Der Heiligkeit, mit Zeichen weit und breit, die Kirch du jierest. Sei unser Schuß Patron c. X. Zum H. Francisco Xaverio. m Thon: Dein Hülf wir all begehren. Mir ir fallen dir zu Füssen Xaveri Bunder mann: bemüthig wir dich grüffen, um Hülf dich rufen an. Dein Herz, wollst zu uus lenken, in diesem Jammerthal, und unter jetzt gedenken, im hohen Himmels Caal. 2 Gott hat dich vorbereitet, zu mehren feine Ehr, In Indien geleitet, zu preisen Christi Lehr: Sein Creuz- Fahn vorzutragen, der blinden Heidenschaft: Der neuen Welt zu sagen, des Namens Jefu Kraft:,: 3. Mach daß wir Chrifti Leiden, in uns tief drufen ein, von seinem Kreuz nicht scheiden, durch alle Qual und Pein. Mach daß wir Jefum ebren von ganzem Geciens Grund, und seine Ebr vermehren, mit vol lem Herz und Mund:: 4. Gott hat dich hoch erhoben, durch diese Wunder werk, um immerfort zu loben, fein Macht und seine stårt. Die Höll det Sod, das Leben, die Luft samt Meer und Land, sich mußten ganz ergeben, Kaveri del Mer Hand: 5. Mach und Heiligen Gottes. ISS 5. Mach daß uns nicht befriege, bie böse Hollen Rott, noch) uns die Sünd best ge, dem höchsten Gott jum Spott: Dein star. ke hulf uns zeige, in aller Angst und Noth; Zu uns dich allzeit neige, im Leben und in Tod:,: 6. Gott hat dich auserkohren, ut vieler Seelen Glük, die waren schon verlohren, durch) arge Teufels.Tük Wie viel du habst getaufet mit deiner Wunder Hand, und von der höll erkaufet, ift Gott allein bekannt:: 7. Mach daß fich auch befehre, was noch im Irrthum ist; Ull' Kezerei verzehre, samt folcher Schlangen, lift; Damit all' aufge. nommen, zum wahren Glaubens. licht, auch endlich mit uns kommen, vor Gottes Ungesicht:: XI. Ein anderes. Im Chon: Maria Jungfrau rein. evri beine Hand ich berzlich küß: ihe Kraft und groffe Stärk, ihr visie Wuns Derwerk, demüthig grüß:: 2. Un allem Ort und End, zu Meer und Land: In aller Ungft und Noth, im Le ben und im Tod, ist sie bekannt:,: 3. Viel Seelen hast damit gefest in Ruh, bie alle schon behend, verdammlich) find gerennt, der Höllen zu: 56 Bann 156 Von denen Engeln. 4. Wann du sie baft im Krieg gestrelt zu Gott:: Lies finten seinen Muth, ließ fallen allen Wuth der Fende Rott:: 5. Wann du im Sturm und Wind sie baft bewegt:: Der Wällen Cransamkeit, der Luft- und Wasser. Streit fich hat ge legt:,: 6. Wann du fie haft gesenkt ins Meer hinein: must gleich in Süßigkeit, des Wayers Bitterkeit verkehret sein:: 7. Wann du damit berührt die Kranken haft:: must weichen alle Pest, all' Schwach heit, alle Brest, all' Ueberlaft:,: 8. Wann du fie auf ein leich haft ausge ftrekt:: der Todte bald darauf zum neuen Lebens. Lauf, ward auferwekt:,: 9. Durch diese deine Hand, Xaveri hilf: Hilf uns aus aller Noth, im Leben und im Lod, taveri hilf:: XII. Zum H. Francisco Regis. Als erwählten Patronen der Jungen Gefellen. In obigem Thon. Fran Francifce Wunder- Mann geehrt von Gott! dein Hülf ich fiebe an in meiner Noth! fei du mein Schuß Patron bei Gott im bo ben Chron. O Regis hilf! 2. Im wandern auf dem Weg treib uns glüt fern, in G'fahr zu Meer und Steg leucht mir dein Stern. Sei du mein 2c. 3. Wann und Heiligen Gottes. I$ 7 3. Wann Armuth, Krankheit, Pest, wann Krieg mic) quålt; wann Hunger, Elend prest, der Tod mich fällt; Sei du mein 2c. 4. D Heil'ger Regis bitt für dein Pfleg. Kind, daß ich ir Weg und Schritt bei Gott Hülf find, Sei du mein c. 55554 5555 Verschiedene Gefänger. I. Morgens Gesang. Auf! mein Seel fang an zu loben deinen Gott im Himmel droben von dem Mor. gen bis zur Nacht; lobe Gott mit Werk und Worten, denk: er ift an allen Orten, Gott nimmt alles wohl in acht:,: 2 Alles meinem Gott zu Ehren, Got. tes Lob und Ehr zu mehren in der Arbeit, in der Ruh': Meinem Gott allein will ge ben keib und Seel mein ganzes Leben: Gib o Jesu Gnad darzu:: 3. Ja mein Gott! dein Gnad mir gebe, daß ich allzeit Chriftlich labe, fleißig balte dein Gebott: Lebre mich nach deinem Willen dein Gefahz recht zu erfüllen; weil du bist mein HErr und Gott:,: 4. An ein Gott von drei Personen, der allein uns fan belohnen, glaub' und hoffe veftiglich; Gott mein höchstes Gut ich lie. 675 be, 158 Verschiedene Gefänger. be, diese Lieb von Herzen übe bis in beständiglich:,: Tod 5. Nichts als Gott im Leben suche, und darum die Sünd verfluche, weil Gott jaft Die Sünd allein: Epic) will ein und be. gehen, lieber will ich gleich ausfieten alles Uebel, alle Pein:: au 6. Nichts von Gott mich soll abfcheiden: Glüfund Unglük, Freud und Leiden gilt mir alles eben gleich: Ja nach Creuz mein Herz verlanget, dort am Creuz mein Jesus banget, zeigt den Weg zu seinem Reich:,: 7. Was ich thue, was ich denke, Jesu in dein Herz ve sente, o mein allerbestes Gut: Mich in Leibs. und Geel- Gefahren wolleft für der Sünd bewahren, für der ewig Höllen. Glut:: 8. Was die Welt in diesem Leben und hier zei lich Guts fan geben, ift ja lauter Eitelkeit: Gottes Gnad und Freundschaft haben find die allerbeste Gaben, in der Zeit und Ewigkeit:,: 9. D mein Gott! an deinem Gegen, weil dann alles ist gelegen, feegne mich o keb fier Gott! Alle Falschheit von mir treibe, baß ich dir getreu verbleibe in dem Leben, in dem Tod:: 10. Deine Hülf auch wollst mir senden, beine Augen ju mir wenden, Mutter der Barmherzigkeit! Auch mein Engel in dem Leben, den mir. Gott zum Schug hat geben, keh' mir an der Seiten bei: 11. Verschiedene Gefänger. 159 11. Heilige Abends: Gedanken. ch glaub an Gott in aller Noth, Auf Got mein Hoffnung baue, Ich liebe Sort bis in den Tod: Auf diese Lieb ver. traue. Jesu dir leb' ich, Jefu dir sterb ich, Dein bin ich tod und lebendig:: 2. Das Heil allein fan ficher sein n meines Jesu Wunden: In deinem Tod, o liebster Gott! Das Leben wird gefun den. Jefu dir leb' ich, Jesu dir sterb ich, Dein bin ich tod und lebendig:: 3. Ein buffend Herz in Reu und Gchmerz Soll nimmermehr verzagen. Durch wahre Reu von Sünden frei, Darf ich zu Jesu fagen: Jesu dir leb' ich, Jesu dir sterb ich, Dein bin ich tod und lebendig:,: 4. Geb' fort, o Welt, was dir gefällt, Das macht mich jetzt verbroffen: In Gott alle n mein Rub soll sein, Es ist nun vest beschloffen. Jefu dir leb' ich, Jesu dir sterb ich, Dein bin ich tod und lebendig:: 5. Um leiten End in deine Hand Will ich mein Seel aufgeben! D Jefu mein! nun bin ich dein: Gib mir das ewig Leben. Jefu dir leb' ich, Jesu dir sterb ich, Dein bin ich too und lebendig:,: III. Buß- Lied. Thu auf, thu auf, o edles Blut! Gott will ju dir einkehren, o Sünder! fas ein Herz und Muth! Hör auf die Sündzu 160 Verschiedene Gefänger. mehren; Wer Buß zu rechter Zeit verricht, Der foll gew.ßlich leben, Gott will den Tod des Sündere nicht, wann wirst du dich er. geben. 2. Vergebens ist a Nath und That, was willst du länger faumen: Es sei nun gleich früh oder spat, die Vestung must du rau. men: D armes Kind! O Sünder blind! Wie wirst du widerstreben? Dein Stärk verschwind, gleichwie der Wind: kaß ab, es ist vergebens Thu auf, thu auf, fag ich fürwahr, Gott laßt mit fich nicht scherzen; dein arme Geel steht in Gefah, und wird dich ewig schmerzen, kehr wieder um verlohrner Sohn, Reiß ab der Sünden. Banden: Sch schwör dir bei dem Gottes. Thron, die Gnad ift noch vorhanden. 4. Geschwind, geschwind, all Uhr und Stund, der Tod thut auf uns eilen, es ist ung'wiß, wen er verwundt, mit feinen schnellen Pfeilen; Wen er nicht findt in Gnaden Zeit, Wår beffer nie gebohren; Wer unbereit von hinnen scheid, Ift ewig. lich verlohren. 4 5. D Ewigkeit! D Ewigkeit! Wer wird Dich können meffen? Sind deiner doch schon allbereit, die Menschen schier vergessen: Uch treuer Gott vom Himmel gut, wann wird es beffer werden: die Welt noch im mer scherzen thut, Kein Sinn ist mehr auf Erden. IV Verschiedene Gefänger. 161 IV. Ein anderes. Gott! O Gott es reuet mid), daß ich so boß gebandelt, Daß ich so oft bes leidigt dich, Das gut in boß verwandelt: Nicht daß mir sei zum Himmelreich das völlig Recht verfallen, nicht daß ich in dem Sawefel Teich In Ewigkeit soll wallen. 2. Du bist o liebfler Gott allein, Der mich zur Buß getrieben, Mein Reu und Leid foll allein sein Dich über alles lieben. Ach Bater! ach! ich bin nicht werth, Dein Kind mich mehr zu nennen, Doch weil du mich zu dir befehrt, Will ich die Sünd be fennen. 3. Im Beichten was ich denken kan, Will ich mich selbst anklagen, Was ich ge. dacht, geredt, gethan, So viel mir möglich, fagen. O liebster Gott! es reuet mich, Und wird mich ewig schmerzen, Daß ich hab dörfen schånden bich, und mit Gott felb flen scherzen. 4. Nun aber ist mein Herz bereit, Die Sünden abzubüssen; So laß mich aus Barmherzigkeit o Gott dein Gnad genies. fen. Ein steifen Fürsatz mach ich mir, Das Bofe zu vermeiden, und nimmermehr O Gott von dir Durch neue Günd zu schei. den. 5. Nun will ich die Gelegenheit Zur Sünden hinterstellen. Nun sag ich ab der Ueppige 162 Verschiedene Gefänger Ueppigkeit, Und üppigen Gesellen. Hab ich was Unrechts, tas nicht mein, so will ichs wiedergeben. Forthin verlang ich fromm zu fein, und Gott allein zu leben. V. Klag, Lied der armen Seelen. schwere Gottes Hand, Wie bift all bie ju Land, Go schmerglich zu ge bulben, ch wie muß man so thener, In diesem strengen Feuer, Bezahlen alle Schul Den. 2. Hätt ich mir diese Pein, Zuvor gebil. det ein, Die man allhie muß leiden, So hätt ich also sehr Gewißlich nimmermehr, Ge tracht nach schnöden Freuden. 3. O web der Eitelkeit, o weh der fur jen Zeit, o web der schnöden Freuden! Uch wie so groffe Pein, Nehm ich dafür jetzt ein, ch wie viel muß ich leiden. 4. o ich mich nur hinkehr, Was ich feb oder bor, Jft lauter Web und Klagen: Wo ich mich nur bintvend, n alle Ort and End, Jft lauter Pein und Plagen. 5. Man straft an diesem Ort, Die al lergringste Wort, Die allerkleinste Sünden, Die man zuvor nicht g'acht, Oft nur dar über g'lacht, Thut man jetzt hart empfine Den. 6 hr meine liebe Freund, zu helfen mir erscheint, Noch heut und nicht erst mor. gen, Um euer Hülf ich bitt, Jhr habt ein gut Verschiedene Gefänger. 163 gut Credit, br könnt mich wohl aus. borgen. 7. Mich hat Gott's hand gerührt, Cin schwehren Streich geführt, Sie hat mich hart geschlagen, Ich hab es wohl verschuldt, Drum leid ichs mit Gedult, habs euch doch wollen klagen. 8. br fint mir helfen bald, Es fteht in euerm G'walt, ach thut mein Moth be. trachten Erbarmt euch über mich', Ich bitt euch berziglich, Mein Bitt thut nicht ver. achten. 9. Helft mir aus dieser Glut, Die schmerzlich brennen thut, helft mir durch euer Fasten, Uch thut nur bald darzu, Ich bab hie gang kein Rus, Kan Tag und Nacht nicht raften. Io. Helft mir aus diesem Feuer, Den Armen gebt ein Steur, Thut Allmoß für mich reichen. Ach helft mir doch behend, Das Feur sehr heftig brennt, Uch last euch doch erweichen. II. Durch eure gute Werk, Erlang ich Hülf und Stärk, Bevorab durch die Mes fen, Gedenkt wie ich so bart, Darauf mit Schmerzen wart, thut meiner nicht vergessen. 12. Wann ihr die Meß anhört, Für mich auch Hülf begehrt, Demit werd ich mich starten, fast euch befohlen sein, Mein Schmerz und schwere Pein, In allen gu ten Werken 13. Auch 164 Verschiedene Gefänger. 13. Auch die Communion, Und den ihr habt darvon, Den Ablaß thut mir schen. ten, ann ich fomm in die Feud, So will ich allzeit, Gar fleißig an euch denken. 14. Uch beter all für mich, Daß Gott erbarme fich, Daß er mir Gnad woll geben, Ach belft mir all darzu, Daß ich komm in die Rup, Und in das ewig Leben, Amen. VI. Ein anderes. Ehriftliche Herzen! Betrachtet die Schmer in der Seelen in Flammen mit gröfter Gebult:: In Peinen und Qualen, Sie müs fen bezahlen, Was ihnen noch übrig an zet licher Schuld:,: 2. Ach! höret das Klagen, ch! sehet die Placen, Betrachtet ber armen Gefangenen Pein::: Ach helfet erretten Bon Banden und Ketten, Un weichen die Seelen gebun, den noch sein:: 3. Mit seufzen und weinen Die Seelen in Peinen Berlangen mit Schmerzen zur ewigen Rus;: D! liebe Bekannte, Jhr Freund und Verwandte, mit Seufzen und Beten, ach helfet darzu:.: 4. O Jesu! der Armen Ach laß dich er barmen, Die leiden im Freuer viel Schmer ten und Leid,. Nch stille das Klagen, Bertilge die Plagen, Laß, Jesu die Seelen jur himmlischen Freud:,: 5. D klägliches Weinen! D bittere Pei nen Auf brennenden Rosien auf glüenden Rost Verschiedene Gefänger. 165 Rost.:: Den traurige Stunden, Dein Schmerzen und Wunden, Faß, Jesu, den Szelen heut werden zum Trost:: 6. Dein Leiden gedenke! Aus Gnaden auch schenke, ein Tropflein von deinem vergoffenen Blut! i: Die Wunden laß blu, ten, Den Seelen zu Guten, und lösche die Flammen, die brennende Glut..: 7. Ach fehet ihr Herzen! Den Peinen und Schmerzen Der leidenden Seelen macht Jesus ein End.:,: Das Seufzen und Bets ten Zerreifft die Ketten, und löschet bas Feuer, so zeitlich nur brennt:,: 8. Das Feuer, o Seelen! Nicht ewig thut quälen: Die Zeit der Erlösung euch tommet auch zu:: So gehet vom Leiden In Hmmel mit Freuden, Gereinigte See. len! genieffet die Ruh: Mein VII. Chriftliches Testament. ein Testament foll sein am End Jesus, Maria, Joseph. Mein leztes Wort und mein Pasport, Jefus, Maria, Joseph. Mein Troft im Beid und Traurigkeit Jesus, Maria, Josepb. Mein gröfte Frend und Seeligkeit Jefus, Maria, Joseph. 2. Jm Todten. Schw is zur lezten Reis, Jefus, Maria, Joseph. Euch had ich ein zu Gfährten mein Jesus, Maria, Joseph. 3u 166 Verschiedene Gefänger. Zu euch ich eil, und such mein Heil, Jefus, Maria, Joseph. In eurem Schoof voll Gnaden groß, Jesus, Maria, Joseph. 3. Wann mir die Red und Sprach vergeht, Jefus, Maria Joseph. Mein Herz annoch foll seufzen doch, Jefus, Maria, Jofeph. Aufnehmet mich; bas bitte ich, Jesus, Maria, Joseph. Von Herzens Grund zur legten Stund Jesus, Maria, Joseph. 4. Euch ich befehl mein arme Seel Jefus, Maria, Joseph. Mein Geist ich fend in eure Hand Jeſus, Maria, Joseph. Wirft mich hinab der Tod ins Grab, Jefus, Maria, Joseph. Co foll allein mein Grabschrift sein Jesus, Maria, Joseph. VIII. Wall- Lied. Xn Bottes Namen wallen wir, Und sel ner Gnad begehren wir, Verleiß uns die aus Gütigkeit, D heilige Dreifaltigkeit Kyrie eleison. 2. In Gottes Namen wallen wir: 30 Gott dem Vater schreien wir, Behüt uns für dem ewigen Tod, Und steh uns bei in aller Noth, Kyrie eleison. 3. In Gottes Namen wallen wir; Zu unserm Heiland rufen wir; Daß er uns durch Verschiedene Gesänger. 167 durch die Marter sein woll machen von den Sünden rein. Kyrie eleison. 4. In Gottes Namen wallen wir: Vom Heil. Geist begehren wir, Daß er doch woll erleuchten uns, Durch seine Gnad und gött. liche Gunft. Kyrie eleison. 5. In Gott s Namen wallen wir: Ma. ria ju dir kommen wir, Dein Fürbitt wolft mittheilen uns, und uns erlangen die Gnad Deins Sohne. Kyrie eleison. 6. In Gottes Namen wallen wir: liebe Heiligen bitten wir, daß sie durch Chris Rum unfern HErrn, Des Vaters Huld für ans begehrn. Kyrie eleison. 7. In Gottes Namen wallen wir: In bich allein HErr glauben wir, Behüt uns für des Teufels Lift, Der uns allzeit nach fiel. lend ist. Kyrie eleiſoa. 8. In Gottes Namen wallen wir: auf deinen Troft HErr hoffen wir: ach gib uns Fried in dieser Zeit, Wend von uns HErr all Herzenleid. Kyrie eleison. 9. In Gottes Namen wallen wir, Sa. ner Verheiffung warten wir: Die Frucht der Erden uns bewahr, Darvon ivir leben das gange Jahr. 10. In Gottes Namen wallen wir: Rein Helfer ohn ihn wiffen wir, Tür Pest und Krieg und Hungers. Noth, Behüt uns lieber HErr und Gott. Kyrie eleifon. II. In Gottes Namen wallen wir! All. feit 168 Verschiedene Gefänger. Zeit dir HErr vertrauen wir. Mach rein dein Kirch von falscher kehr, Und unser Herz zur Wahrheit kehr. Kyrie eleison. 12. In Gottes Namen wallen wir, Und ihn allein anbeten wir: Für allem Uebel uns bewahr, HErr helf uns zu der Engel. schaar: Kyrie eleison. 13. Lob Ehr fei Gott am allermeift: Und Belfe uns der heilige Geift, Dazn die hoch werth Gottes. Etimm, Daß wir frölich wallen bahin, Kyrie eleison. XI. Trost Lied im Creuß. We eine nicht! Gott lebet noch, der dich herzlich liebet: Wann auch schon das schwere Joch Fleisch und Blut betrübet: Nch! so sei nur getreu, bis die Trauer. Stunden :: Glüklich überwunden.:: 2 Weine nid) t! Gätt denft an dich, wann du's gleich nicht denkeft: Oftermah! verbirgt er fich), so daß du dich fränkest, Traure nicht, es geschicht, bein Gedult zu niben: Und dich mehr zu lieben.:,. 3. Weise nicht! wann seine Hand immer stärker schlaget; dieses ist der beste Stand wann sich Creuz zutraget; wann mit Qual obne Zabt uns das Creuß bedranget, Gott erst recht umfanget:: 4. Weine nicht! Gott fann dich ja nicht gar lang verlaffen; dann er ist am ersten da, wann er scheint zu hassen: Wie ein Kind Liebe find, wann die Mutter scherzet,:,: zürnt, und bald drauf herzet,:: 5. Weis Berschiedene Gefänger. 169 5. Weine nicht! wann Gott dich) Franf auf das Bett hinleget: fag vielmehr der Gü, te Dank, die ihn so beweget, daß er sucht durch die Zucht aus des Satans Ketten :: deine Seel zu retten.:: 6. Weine nicht, wann Menschen, Gunst von dir abgezogen; dieser eitle Schein und Dunft hat gar oft betrogen; Lob verschwind, wie der Wind, so bald heftig streichet,:: und bald wiedrum weichet.:: 7, Weine nicht, wann von der Welt Schmach und Spott must tragen: wann der Zungen Bosheit bellt, wirst du ja nicht fla. gen, so bein Sinn nur dorthin sich zu Jesu Fehret, der die Sanftmuth lehret.:;: 8. Beine nicht, wann du schon hier wirft für nichts geschäzet: Denk, es wird durch Ehr Begier Gottes Chr verlezet: hier ver. acht, da verlacht, dort wird dir verfüffet, Was du hier gebüffet.:: 9. Weine nicht, Gott für dich steht, der dich auserwählet: Laß es geben, wie es geht, bleib nur ungequålet: Dieser Zeit furzes Keld ist das Pfand der Frommen, : Die zu Jesu kommen.:: 10. Weine nicht, nur tapfer dran, es muß sein gestritten: Schau am Creuz dein Jefum an, seb', wie er gelitten. Folg ihm nach, nicht mehr flag, wann du bier must leiden,:: Creuz bringt lauter Freuden.:: II. Beine nur um deine Schuld, die du h haft 170 Berschiedene Gefinger. haft verübet, weine leide mit edult! fols che Zah'r Gort liebet: weine recht, als ein Knecht, der mit bösen Chaten, seinen HErrn verrathen.:: 12. Weine! weine Tag und Nacht: dann des Sünders Weinen, und fein Büffend Ceuffen macht Gottes Huld erscheinen: wann dein Geift Reu erweist, und es ernst. lich meinet,:: Haft du recht geteinet.::. X. Gleichförmigkeit in dem Willen Gottes. Im Thon: Auf mein Seel fang an. Bottes Will allzett geschehe; wie es ims mer mit mir gebe, ich zu allen Din de reit. Will Gott geben; will er nehmen, werd ju allem mich Bequemen; mach darinn Fein Unterscheid.:: 2. Wie im Himmel, so auf Erden, Gots tes will erfüllt soll werden, wie uns Chri ftus hat gelehrt. Gottes Will der soll ge fchehen, soll der Himmel schon vergehen, alles werden umgekehrt.:: 3. HErr, mich ganz ich dir ergebe; of ich sterbe oder lebe, ist mir gleich und eben viel. Wie es Gott mit mir thut machen, fchife mich in allen Sachen; mir gescheh nach feinem Wid.:: 4. Gist Gott Freuden, schift er teiben, bin Bereit auf beide Seiten; wie Gott will, fo will ich mit. ie in Freuden so in Schmer zen, will ich loben Gott von Herzen; wie Gott will, will anderst nicht.:: 3 Und erfüllen in der That. Denn das wahre Seelenleben Nach dem wir hier sollen streben, :,: Bringt dein Evangelium.:,: Bagind slot of( ig0 drag, sofort bedr usalad snore malish Zum Credo. dr 193 mod 301 153NDUZIEd ) 1) Vater! Gott! dein Wort: Es werde, 192 in Ch Schuf in der bestimmten Zeit Alle Himmel und die Erde; Dieses glaubt die Christenheit. Jesus deinem ew'gen Cohne, Der mit dir in einem Throne Siget, beugt fich unser Knie; Sißet, beugt sich unser Knie. 2) Als ein Mensch ward er geboren Aus Mariens reinem Blut. Jot 50 place Alle waren wir verloren, Und verdammt zur Hölle: Glut. An dem Kreuz ist er gestorben Und so bat er uns erworben se: Neues Recht zum Himmelreich.:,: Zur Aufopferung. ( Mel. Wie zum Credo.) Laß das Opfer, so wir bringen, Dir, Gott, durch des Priesters Hand, Bis zu deinem Throne dringen. Nimm von uns dies Liebespfand, Diese Gabe von der Erde, Gieb, daß fie verwandelt werde :,: Bald in Jesus Fleisch und Blut.:: 3um Sanctus. Heilig! Heilig! sey gepriesen! Heilig, Herr Gott Zebaoth; Der du uns die Gnad' erwiesen, Dich zu kennen, großer Gott! Himmel, Erde sind erfüllet, Von dem Glanz, der dich umhüllet, Hosianna in der Höh'! Hosianna in der Höh'! Zur Wandlung. O Jesu! O Jesu sey mir gnädig! O Jefu jey mir barmherzig! O gütigster Jesu verzeih' mir - 5 - - mir meine Sünden. Oheiligstes Blut! O heiligstes Blut! Wasch' mich von meinen Súnden. O rosenfarb'nes Blut! Lösch' aus die wohl= verdienten Strafen! O gnadenreiches Blut! Vers leih' mir Gnad' und Barmherzigkeit. O Jesu! ich glaube an dich; O Jesu! ich hoff' auf dich; O Jesu! von Herzen lieb' ich dichy. Nach der Wandlung. Mittler! König! Gott! ich glaube, Daß du hier zugegen bist. Drum bet' ich dich an im Staube; O verborg'ner Jesus Christ. Du, o Schöpfer aller Dinge! Wie machst du dich so geringe, In der kleinen Brodsgestalt. In der kleinen Brodsgestalt. Zum Agnus Dei. ( Mel. Wie nach der Wandlung.) O Lamm Gottes! das du búßest Für die Sünde uns'rer Welt, Und das Siegelbuch aufschließest, -6Das das Leben in sich hält. Oerbarm' dich unsrer Seelen Die wir deiner Lieb' empfehlen, is sim Sling :,: Gieb uns deinen Friedensfuß.:,: Zur Communion. ( In nämlicher Melodie.) 1) O wie wünsch' ich zu empfangen, Jesus, jetzt dein Fleisch und Blut. Komm zu mir, still' mein Verlangen, Meiner Seele höchstes Gut! Doch, ach Herr! ich bin's nicht würdig, In der Sünd' aus Staub gebürtig, :,: Bebt mein Herz vor die zurück. A Zweite heilige Messe. Zum Eingang. ( Bekannte Melodie.) 1) Gott, dem unsre Kniee sich beugen, Dank und Ehre zu erzeigen, Deiner höchsten Majestät. <<- 7 Gnádig zeige dich uns allen: Laß dir heute wohlgefallen, - Unser Opfer und Gebet. Unser Opfer und Gebet, 2) Gott! vor dem die Engel stehen, Schau auf das von deinen Höhen Was vor dir dein Priester thut. Auf dein Wort wird er nun handeln, Und so Brod und Wein verwandeln :,: In des Mittlers Fleisch) und Blut.:;: Zum Gloria. ( Bekannte Melodie.) 1) Ehre sey Gött in den Höhen, Friede in der Menschenwelt, Die bemüht ist zu verstehen, Was dir, unserm Gott, gefällt. Himmelskönig, Lobserhebung, Ehr' und Preis sey dir geweiht! Dank sey, Vater! und Anbetung, Dir für deine Herrlichkeit. - 8- 2) Du, der du der Menschen Sünden Tilgest an dem Kreuzesstamm, Jesus! laß uns Gnade finden, Sohn des Vaters, Gotteslamm! Herr! sey gnädig deinen Knechten, Der du in dem Himmelreich Herrschest zu des Vaters Rechten Mit dem heil'gen Geist zugleich. Vor dem Evangelium. ( Mel. Wie zum Eingang.) Jesus, Wahrheit, Weg und Leben, Du hast uns dein Wort gegeben, Sen gelobt, Herr Jesus Christ! Deine Wahrheit wird und rühren Und auf beff're Wege führen, :,: Bis zum Leben, das du bist.:,: 3um Credo. ( Mel. Wie zum Gloria) 1) Einen Gott will ich betennen: Einen Vater, der die Welt Ein mit allem, das wir fennen, Aus dem Nichts hat hergestellt, Dieler y Dieser Vater hat geboren Einen Sohn von Ewigkeit, Welcher( denn ich war verloren) Meinem Heile sich geweiht. 2) Ihn empfing vom heil'gen Geiste Jene, die voll Gnade war; Die, als sie nach Bethleh'm reiste, Ihn als Jungfrau uns gebar. Un dem Kreuz ist er gestorben Für uns Menschen insgesammt; Durch ihn hat das Heil erworben Alles, was von Adam stammt. Zur Aufopferung. ( Mel. Wie zum Eingang.) 1) Gott! wie dir gefallen haben Abrahams und Abels Gaben, Aufgezehrt durch heil'gen Brand: Eben so laß dir belieben, Was wir dir aus Liebestrieben :: Opfern durch des Priesters Hand.:,: # 5 Bum - 10- — 3um Sanctus. ( In nämlicher Mclodie.) Lasset uns zu Gott erschwingen, Und ihm heilig, heilig singen; Heilig ist Gott Zebaoth! Ewig soll gepriesen werden Dort im Himmel, hier auf Erden Cac :,: Unser Herr und unser Gott.:,: Zur Wandlung. ( Bekannte Melodie.) :,: Heilig, beilig, heilig über heilig,:,: Jesus Christus ohne End', In dem heil'gen Sakrament.. Heilig, heilig. THEO( I Nach der Wandlung. ( Mel. Wie zum Eingang) julk Auf, erwache nun mein Glaube! Bet' jetzt an, gebückt im Staube, Deinen wahren Gott allhie. Unter 11- Unter Brød: und Weinsgestalten Ist nun Jesus ganz enthalten, - :,: Beuge deinem Gott die Knie,:,: 3um Agnus Dei. ( In nåmlicher Melodie.) Laß uns Gnad' und Friede finden, Der du trugst der Menschen Sünden. O du reines Gottes, Lamm! Dent' der Lieb', aus der du starbest Und Verzeihung mir erwarbest :,: An dem blut'gen Kreuzesstamm,:,: 3 ur Communion.. ( In nåmlicher Melodie.) Deiner Liebe war's zu wenia, Daß du großer Himmelekönig, Dich für mich ergabst dem Tod. Größ're Liebe zu erweisen Soll mich, Jesus! bier auch speisen :,: Selbst dein Fleisch im Himmelbrod.:,: 1) 12 Dritte heilige Messe. 3 um Eingang. ( Bekannte Melodie.) Hier liegt vor deiner Majeſtät, Im Staub die Christenschaar. Das Herz zu dir, o Gott, erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Vater! deine Huld, Bergieb uns unsre Sündenschuld. O Gott! von deinem Angesicht Verstoß' uns arme Sünder nicht. Verstoß' uns nicht! Verstoß' uns Sünder nicht. 2) Wir haben, Herr! dein Gut verschwend't, Wie der verlor'ne Sohn, Die Sünde hat uns so verblend't! Doch schau von deinem Thron Smité - 13 Mitleidig her auf unsern Schmerz. Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz; Entzieh die Vaterhuld uns nicht, Und sende uns dein Gnadenlicht, Dein Gnadenlicht, Dein göttlich Gnadenlicht. Zum Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit; Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sey der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre Gott! deine Herrlichkeit. Gott! deine Herrlichkeit. 3 um Evangelium. ( In nämlicher Melodie.) Wir, Meister! wollen hören Dein Evangelium! Gieb Gnade zu den Lehren, Nichts komm' vom Saamen um! Mach 14- Mach' uns zur guten Erde, Die häuf'ge Früchte trägt, Dieß stets erfüllet werde, 1 So lang' der Puls sich regt. So lang' der Puls sich regt. AT!!!! 3 um Credo. 1) Allmächtiger! vor dir im Staube, Bekennt dich deine Creatur. O Gott und Vater! ja ich glaube, An dich, du Schöpfer der Natur. Auch an den Eobn, der ausgegangen, Von dir geboren ewig war, Und den vom heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau und gebar. Die reinste Jungfrau uns gebar. 2) Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott: Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod. Dadurch besiegt' er Tod und Hölle, Fuhr 15 Fuhr zu des Vaters Rechten auf, Und wird als Richter jeder Seele,& Einst prüfen unsein Lebenslauf. 1 - Zur Aufopferung. Nimm an, o Herr, die Gaben, Aus deines Priesters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weihn dir dies Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In Nengsten, Kreuz und Noth, Soll dieß ein Opfer werden, Vom Wein und reinem Brod; Vom Wein und reinem Brod. alat. 3 um Sanctus. Singt heilig, heilig, heilig, Ist unser Herr und Gott. 19 Singt mit den Engeln: heilig Xhose Bist du Gott Zebaoth. Im Himmel und auf Erden, Soll deine Herrlichkeit, 10 Gelobt, gepriesen werden Jetzt und in Ewigkeit. Zur Wandlung. ( Mel. Wie bei der zweiten Mesſe.) Heilig, heilig, heilig, heilig über heilig: Jesus Christus ohne End' In dem heil'gen Sakrament. Heilig, heilig. Nach der Wandlung. 1) Sieh Vater! von dem höchsten ThroneSieh gnädig her auf den Altar, Wir bringen dir in deinem Sohne, Ein wohlgefällig Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor; agul Er starb aus Liebe für uns Sünder. P Noch hebt er's Kreuz; Noch heut er's Kreuz; pal's Für uns empor; Für une empor. 2) 17 2) Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt; Beim Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jetzt das Mittleramt. O Jesu! höre unsre Bitte, Steh' unsrer Schwachheit immer bei, Auf daß dein Leiden, deine Güte An uns niemal An uns niemal verloren sey. 3 ur Communion. D Herr ich bin nicht würdig, Zu deinem Tisch zu gehn. Du aber mach)' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n, O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist dich zu empfangen, Du wahres Gotteslamm, Du wahres Getteslamm. Je Biert 18- - Vierte heilige Messe. Zum Eingang. Wir werfen uns darnieder, Vor dir, Gott Sabaoth! Erhöre unsre Lieder, Da wir nach dem Gebot Dir diefes Opfer bringen, Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll besingen, Und wohlgefallen dir. 3um Gloria. Gott Vater! dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr', Was unsre Ruhe störet, Verstatte nimmermehr; Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir dir fröhlich dienen, Von Furcht und Angst befreit. 19 - Vor dem Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium, Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, Der nicht betrügen kann: Wohl dem! der's gerne höret Und es nimmt willig an. Zum Credo. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchstweisem Rath, Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat: Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen, Durch Gott den heil'gen Geist. Zur Aufopferung. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig seyn, 20- Die wir geopfert haben: Es ist zwar Brod und Wein, Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut; Das ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. #sidelag 3 um Sanctus. Last uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig fingen Dem Herrn Gott Sabacth. Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von deinem Ruhm; Hilf, daß befehret werde Das blinde Heidenthum. Nach der Wandlung. M Hier bet' ich auf den Knieen, Verborg'ner Gott dich an, Ich will mich nicht bemühen Das, was du hier gethan, 21 Durch Sinne zu begreifen! Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens seyn. 3 um Agnus Dei. WID Erfreut euch fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n. Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n. In Brods und Weinsgestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dies größte Seelengut. ; salon Das Te Deum laudamus. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preifen deine Stärke, Bor dir neigt die Erde sich, Und bewundert déine Werke, Wie du warst vor aller Zeit, :,: So bleibst du in Ewigkeits:,: 22 2) Alles, was dichy preisen kann, Cherubin und Seraphinen Stimmen dir ein Loblied an; - Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh: :,: Heilig, heilig, heilig zu.:: His 3) Heilig! Herr Gott Sabaoth! Speilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth, but 290 mill #Q 10071 em 19 Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit deinem Ruhm, :,: Alles ist dein Eigenthum.:,: 4) Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge, Schickt zu deinem Thron empor Neue Lobs und Dankgefänge, Der Blutzeugen große Schaar :: Lobt und preist dich immerbar.:,: 5) Auf dem ganzen Erdenkreis, Loben Große und auch Kleine Did), Gott Vater! dir zum Preisl Singt die heilige Gemeine, Sie ehrt auch auf seinem Thron :: Deinen eingebornen Sohn,:,: - 23 6) Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren, Und mit Troste tráftig speist, Doch, o König voller Ehren; Der mit dir, Herr Jesu Christ! :,: Und dem Vater ewig ist.:,: 7) Du, des Vaters ew'ger Sohn Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen, Gnade hast du uns gebracht, :,: Von der Sünde frei gemacht.:,: 8) Nunmehr feht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen: Du stellst uns dem Vater vor Wenn wir kindlich auf dich hoffen, Endlich kommst du zum Gericht, :,: Zeit und Stunde weiß man nicht.:,: 9) Steh, Herr! deinen Dienern bei, Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut bort machte frei, Als du für uns hast gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Bu dir in den Himmel auf.:,: 10) 24 10) Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, fegne Sperr! dein Erbe, Hilf uns auf der rechten Bahn, m Daß der Feind es nicht verderbe; Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n :,: Dich im Himmel moge seh'n.:;: 11) Alle Tage wollen wir Dich, und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen; Gieb, daß wir von Sünden heut', :,: Und von Lastern seyn befreit.:: 12) Herr, erbarm', erbarme dich! Ueber uns, Herr! sey dein Segen, Deine Güte zeige sich, So wie wir zu hoffen pflegen, Auf dich hoffen wir allein, :,: Laß uns nicht verloren seyn.: 00 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black