5 Deutsche Vespergesänge und Antiphonen zum Gebrauche des nachmittägigen Gottesdienstes. Mannheim, gebruckt und verlegt im kathol. Bürgerhospital. 1831. Vespergesänge. Erste Vesper. Erster Pfalm. Achter Ton. 1) Kommt ihr Chriften! laßt uns freudig singen, Und dem Höchsten Ruhm und Ehre bringen. 2) Denket jeht an eures Gottes Wesenheit, Unser Loblied schalle seiner Heiligkeit. 1) Er ist's, der stets Güte uns beweiset, Und uns allen hält, was er verheißet. 2) Durch ein bloßes allgewaltig's Wort, es werd' Schuf er Luft und Wasser, Himmel und die Erd'. 1) Mond und Sonne und die Sternen heere Predigen mit Nachdruck seine Ehre. 2) Seiner Allmacht Spiegel ist die Kreatur Mensch und Engel, Thier und Pflanze auf der Flur. 912 T) 201₂ 4!!!! 4 1) Alles heißt uns, unsern Gott erkennen, Und als großen Schöpfer ihn bekennen. 2) Er nur schmücket prachtvoll Berge, Thal und Feld; Durch ihn herrschet Ordnung in der ganzen Welt. 1) Er ist's, der stets auf die beste Weise Den Geschöpfen reichet ihre Speise. 2) DieGerechtigkeit bewähret seinen Thron; Nach Verdiensten giebt er jedem seinen Lohn. 1) Wenn wir, Herr! uns wider dich) vergehen, Dann Gerechter! strafft du uns mit Wehen. 2) Weder in dem Himmel, noch im Hdls lenthal Kann ich dir entgeh'n, denn du bist überall. 1) Flieh ich selbst bis zu des Meeres Ende, Fall ich annoch dort in deine Hände. 2) Du, o Herzenskenner, siehest unsern Stand, Freud' und Schmerz sind dir gar wohl bekannt. Gine 5 1) Guter Gott! drum kann ich auf dich bauen, Und mein ganzes Glück dir anvertrauen. 2) Brüllt ihr Löwen immer, tobe Feins desschaar, Wenn mich Gott beschüßt, dann krümmt ihr mir kein Haar. - 1) Herr! ich fall vor deinem Throne nieder; Ach, erhdre gnädig meine Lieder! 2) Ganz erstaunt von deiner Größe preis ich dich, Ja ich unterwerfe dir in allem mich). Etwas langsamer. 1) Mit dem Vater und dem Sohne preise Ich den hei'gen Geist auf gleiche Weise; 2) Dank und Ruhm sey dir, o großer Gott, allzeit Von uns allen bis in Ewigkeit geweiht. Sweiter Pfalm. Fünfter Lon. 1) O Ew'ger! es muß mein Verstand Sich ganz in dir verlieren; 2) Denn dir ist nur allein bekannt Dein ewiges Regieren. A 3 1) Bes 6 1) Beschränkt von keinem Jahreslauf Ist je dein Reich) gewesen; 2) Es währet ftets und hört nicht auf, Wie in der Schrift wir lesen. 1) O großer Gott! Es ist bei dir Kein Gestern und kein Morgen, 2) Dir macht die Zukunft nicht, wie mir, Bekümmerniß und Sorgen. 1) Es ist vor deinem Angesicht Ein Kreis von tausend Jahren 2) Wie eines kurzen Tages Licht, Der schnell dahin gefahren. 1) Stets sind die Geifter! doch ich weiß, Sie haben angefangen. 2) Die Engel sind auf dein Geheiß Aus nichts hervorgegangen. 1) Dies Vorrecht bleibt nur dir allein, Gar keinen Anfang kennen, 2) Und stets von jenen Herr zu seyn, Die sich Geschöpfe nennen, 1) Jch aber, der ich endlich bin, Eil' durch des Lebens Wellen 2) In's Meer der Ewigkeit dahin, Wo Leid und Freuden quellen. 1) Da 1) Da richtest du von deinem Thron Wie man's verdient auf Erden: 7 2) Pein wird der frechen Sünder Lohn, Wenn Fromme selig werden. 1) D'rum steh' mir Schwachen gnädig bei, Und segne mein Bestreben; 2) Daß einst mein Sterben glücklich sey, Und ewig froh mein Leben! Etwas langsamer. 1) Dem Vater und dem Sohn sey Preis, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weiß! 2) Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit! Dritter Pfalm. Erster Ton, 1) Auf dieser Welt ist nichts als Uns beständigkeit! Den harten Stahl verzehrt der Rost auch mit der Zeit. 2) Es bricht der harte Marmorstein; Du bleibst der alte Gott allein. 214 1) Ein 8 1) Ein alt' Gebirg vergeht, ein neues thürmt sich auf; 101 Der Bach verfließt, der Strom vers ändert seinen Lauf. 2) Die Welt wird einstens nicht mehr seyn; Du bleibst der alte Gott allein. 1) Der Mond und alle Sterne, deren schönes Licht Die Welt erfreut, entgehen doch dem Wechsel nicht. 2) Die Sonn' verlieret ihren Schein; Du bleibst der alte Gott allein. 1) Dein Thron steht ewig fest, du herr der ganzen Welt; Wenn alles außer dir in's erste Nichts zerfällt 2) Der Fürst wird einstens nicht mehr seyn, Du bleibst der alte Gott allein. 1) Verzeih', Erbarmer! mir's, wenn Uns beständigkeit An mir sich fand, und mach mich stand haft jederzeit! 2) Nie 2) Nie ändert sich dein wes Rath: Und dich gereuet keine That. 1) Ach laß nicht zu, daß ich durch Trug und Heuchelei 9 Zum Spott des Christenthums bald fromm, bald Sünder sey. 2) Herr, tilge meinen Wankelmuth, Und halt' mich immer fromm und gut! 1) Dem ew'gen Vater und dem Sohn sey Lob und Preis! Auch Ehr' und Dank dem heilgen Geist auf gleiche Weis! 2) Gepriesen sey Gott allezeit Von nun an bis in Ewigkeit! Es fingen alle, aber etwas langsamer. Die Welt wird einstens nicht mehr seyn; Du bleibst der alte Gott allein. 21 5 Zweite IO 02mite Vesper. Erster Pfalm. Fünfter Ton, 1) Wenn Denn ich staunenvoll auf deine gro: Ben Werke, Auf den Wunderbau der Welt, o Schöpfer, merke; 2) Wenn in's weite Sternenfeld mein gierig Auge blickt; Allgewaltiger! so werd' ich ganz in dir entzückt. 1) Herr! dann kann ich deine Allmacht Eennen lernen: Wenn ich schaue hin zu Millionen Sternen. 2) O wie blind ist nicht der Mensch, der dort am Firmament Deine starke Hand, o großer Schöp fer, nicht erkennt! 1) In die Ufer schließest du des Mee res Wellen, Daß sie ohne Schaden matt zurücke prellen. 2) Stolje 2) Stolze Reiter war Aegypter Heer, 11 einst von der Deine Knechte zu befreien, in das rothe Meer. 1) Felfen mußten einstens Wasserbäche geben, Um dein Bundesvolk in Wüsten zu beleben. 2) Mächtig hieltest du des Stromes For: dann schnellen Lauf, Daß der Durchgang möglich war, in seinem Bette auf. 1) Deß dein Arm zu fürchten sey, hast du bewiesen Oft in jener alten Zeit. Du stürzest Riesen 2) Noch zu uns'rer Zeit, die nicht auf deine Macht vertrauen; Wenn du Schwache retteft, die auf deine Güre bauten. 1) Nur der Thor sieht nicht dein Werk zu unsern Zeiten, Obgleich deine Macht sich zeigt auf allen Seiten. 2) Deine erscheint im Don: ner, Blik und Sturm, Ja uns predigt sie das Gras und selbst der kleinste Wurm. 1) Auch mein wohlgebauter Leib, wenn ich's bedenke, 2) Deine starke Ift von deiner Macht ein wunderbar Geschenke. 2) Meiner Seel hast du dein Bild ganz herrlich eingedrückt, Mit Verstand und mit Vernunft haft du sie ausgeschmückt. 1) Herr! wirst du forthin mir deine Macht erweisen; Dann will ich dir danken, lieben dich und preisen. a) Dir allein vertrau'n im Glück wie in der größten Noth, Und dir treu ergeben seyn, o Starker! bis zum Tod. 1) Mit dem Vater und dem Sohn rühm' ich und preise Jederzeit den heiligen Geift auf gleiche Weise. 1) Denn ¹3 2) Dem gewalt'gen Gott sey Lob und Ehre allezeit Von uns allen jeßt und durch die ganze Ewigkeit! Zweiter Psalm. Fünfter Lon. 1) Geh, Mensch! und miß das ganze Land, Die Liefen in dem Meere! 2) Geh', zähl' des Ufers vielen Sand, Geh', wag' der Berge Schwere! 1) Sek' immer deine Mühe fort, Vom Süden bis zum kalten Nord! 2) Steig bis zum Firmament hinauf, Und miß mit den Gedanken 1) Des Mondes und der Sterne Lauf, In ihren weiten Schranken! 2) Miß auch die Sonne, fage frei, Wie weit sie von der Erde sey, 1) Doch bleib' bei den Geschöpfen steh'n, Die sich begreifen lassen: 2) Denn willst du bis zum Schöpfer geh'n, So kannst du ihn nicht fassen; 1) Der ewig und unendlich ist, Da du nur blind und elend bift. 2) O 14 2) O Gott! ich Erdwurm scháme mich Vor dir in meiner Bloge! 1) Mit Zittern preis und lob' ich dich, Erstaunt von deiner Größe; 2) Doch höre gnådig mein Gebet, Unendlich große Majestät! 1) Wirf ferner deinen Gnadenblick Auf mich von deinem Throne! 2) Und weiche ich von dir zurück, So beff're mich und schone. 1) Ich bin vor dir zwar gar zu klein, Doch laß mich teinen Diener seyn; 2) Dem Vater und dem Sohn sey Preis! Dein heil'gen Geist auf gleiche Weis"! Es fingen alle mit einander, aber etwas langsamer. Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. Dritter Psalm. Erster Ton. 1) Der Erdkreis ist von deiner Güte, Von deiner Liebe ist er voll; 2) Herr! unterweise mein Genfüthe, Wie ich dich würdig loben soll! 1) Gieb, 15 1) Sieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 2) Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Güte offenbar; 1) Ich sehe deiner Liebe Spuren, Und deine Huld von Jahr zu Jahr. 2) Sieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt. 1) Du sorgst nech treuer Vater- Weise Für alle Werke deiner Hand; 2) Tu giebst auch allem Fleische Speisei Beschirmst und segneft jedes Land. 1) Sieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 2) Das Saatkorn wird auf deinen Namen Mit Hoffnung in das Feld gestreut, 1) Allgütiger! du gabst dem Saamen, Da du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. 2) Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 1) Was dürr ist, feuchtest du mit Regen; Was kalt ist, wärmt der Sonnenschein, 2) Du theilst die Zeiten, wie den Segen, Zu unser Besten weislich ein. 1) Gieb, 16 - 1) Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 2) Kommt, preift des Schöpfers Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar! 1) Gott ist der Herr, und seine Werke Sind herrlich, gut und wunderbar. 2) Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 1) Den Vater und den Sohn ich preise, Den heil'gen Geist auf gleiche Weise. 2) Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit! Es singen alle miteinander, aber etwas langsamer. Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! Dritte 10Dritte Vesper. 17 Erster Psalm. 1) großer Gott! wohin ich will mich immer wenden; Die kann ich nicht entflieh'n, du bist an allen Enden! 2) Steigt gleich mein Geist bis zu den höchsten Sternen fort; So sieht er dich, Allgegenwärtiger! auch dort. 1) Wollt' ich entrinnen dir, mit schnellen Adlers flügeln, Nach fernen Gegenden hinflieh'n nach hohen Hügeln- 11 2) Auch über's weite Meer reicht deine große Hand - Unermeßlicher! weit bis in's letzte Land. 1) Wenn deinen heil'gen Bund ich frech verleßet habe, Und in den tiefsten Abgrand furchtsamn mich begrabe; 2) So 18 2) So kann ich doch auch dir, o Richter! nicht entgeh'n: Es ist kein Ort, wo du nicht könntest mich erseh'n. 1) O drücke diese Wahrheit tief in meis ne Seele, Damit ich überall nur dich zur Zuflucht wähle. 2) Damit ich überall dein heilig Auge scheu'; Allhier dein frommes Kind und dort dein Erbe sey! - Es fingen alle miteinander, aber etwas langsamer. 1) Ehr sey dem großen Gott, der ift an allen Enden, Und alles wird zu seiner Kinder Besten wenden! 2 Dem großen Vater, und dem Sohn sey Lob und Preis Auch Ehr' und Dank dem heil'gen Geist auf gleiche Weis! Zwei 19 Zweiter Psalm. Siebenter Ton. 1) Heilig bist du, heilig, Gott! von allen Flecken rein, Deine Tugend auserlesen ohne Hen chelschein. 2) In gar vielen Dingen stoßen schwache Menschen an, Unser Hang zum Bösen reißt uns auf die Lasterbahn, 1) Gar leicht wird von grober Sünde unser Herz befleckt; Wenn dein starker Arm vor der Ge fahr uns nicht bedeckt. 2) Eitelkeit und Eigenliebe find bei uns ferm Thun Oft die stärksten Triebe, die bei uns gar selten ruh'n. 1) Aber heilig ist, o Herr! dein Wort, dein weiser Rath, Welcher deine Werke lenkt, und heilig jede That. 2) Herr du kennst ganz unsere Schwäche und Verdorbenheit; Führ 20 Führ' uns aber auf den Weg der wahe ren Heiligkeit. 1) Dir, o Vater, dir dem heil'gen Sohn sey Lob und Preis, Ehr' der Quelle unserer Heiligkeit auf gleiche Weis! 2) Ehr' und Preis sey dir, o heiligste Dreieinigkeit! Von uns allen hier von nun an bis in Ewigkeit! Dritter Psalm. Fünfter Zon. 1) Gott sorgt für mich, was will ich sorgen: Er ist mein Vater ich sein Kind. 2) Er sorgt für Heut', er sorgt für Morgeu; So, daß ich täglich Spuren find' 1) Wie er die Seinen väterlich Versorgt und schüßt; Gott sorgt für mich. 2) Er sorgt für mich an Seel' und Leibe; Sein Wort ist's, das die Seele nährt. 1) Und wenn ich mein Berufswerk treibe, Wird für den Leib mir Brod gewährt. 2) Wobl 21 2) Wohl dem, der ihm nur feftiglich Vertraut und glaubt: Gott sorgt für mich. 1) Er sorgt für mich bei theuren Zeiten; Auch in der größten Hungersnoth 2) Verschafft der Herr den frommen LeutenZum Unterhalt ihr täglich Brod. 1) Ist's gleich nicht viel; doch glaube ich, Er giebt genug; Gott sorgt für mich: 2) Er sorgt für mich in meinen Leiden: Das Kreuz, das er mir auferlegt, 1) Verwechselt sich gar bald in Frenden, Und wenn er gleich die Seinen schlägt, 2) So schlägt er doch nur väterlich, Zu meinem Wohl; Gott sorgt für mich. 1) Er sorgt für mich in meinem Alter, Da hebt und trågt mich, der mich liebt; 2) Denn immer bleibt er mein Erhalter, Der mir in Schwachheit Stärke giebt. 1) Daß er noch niemals von mir wich, Weiß ich gewiß; Gott sorgt für mich. 2) Er sorgt für mich auch in dem Sterben, Ein süßer Schlaf ist nur der Tod. 1) Sanft 22 -01) Sauft schlummr' ich hin zu seinen. Erben: Dann werd' ich leben ohne Noth. 2) Dann nimmt er meinen Geift zu sich In seine Ruh'; Gott sorgt für mich: 1) Er sorgt für mich im fühlen Grabe; Dem Leibe gönnt er da die Ruh'. ») Und wenn ich ausgeschlafen habe, So führt er mich dem Himmel zu. 1) Wo Leib und Seel' auf ewig sich Vereinigen; Eott sorgt für mich. 2) Dem Vater und dem Sohn sey Preis, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis. 1) Der heiligfien Dreieinigkeit Sey Lob und Ehr' in Ewigkeit. Es fingen alle mit einander, aber etwas langsamer. 2) Gott sorgt für mich, was will ich sorgen, Er sorgt für heut', er sorgt für Morgen. Bierte Vierte Vesper. Siebenter Ton. u strafft und belohnst, o Herr! all: zeit gerecht; Es ist dir alles gleich: der König wie der Knecht. 23 2) Erhält, was er verdient: wer dich beleidigt hat, Den strafest du genau nach seiner Miffethat. 1) Den Schwachen rettest du, wenn ihndes Stolzen Macht In's Ungluck bringen will; du giebst besonders Acht, :) Wenn Wittwen klagen, und wenn ars me Waisen schrei'n, Um sie von dem, der sie verfolget, zu befrei'n. 1) Zwar folgt nicht gleich die Straf' der Uebertretung nach; Oft scheint's, du lågst im Schlaf, und fühltest nicht die Schmach, 2) Die 101 24 2) Die du oft von dem Sünder heimlich leiden mußt: Doch bleibt der Lohn nicht aus, nichts ist ihm unbewußt. 1) Du giebst zum Heil des Sünders ihm zur Buße Zeit; Und lang oft wartet deine Strafgerech tigkeit. 2) Doch wird er nicht entgeh'n, denn deine schwere Hand Wird ihn zur Strafe zieh'n, die du ihm zuerkannt. 1) D'rum will ich trachten, fiets gerecht zu seyn, wie du; So lang ich lebe hier, gieb mir nur Kraft dazu. 2) Dir, o gerechter Gott! sey Ehre, Lob und Preis, Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist auf gleiche Weis. Es fingen alle miteinander. Gelobet feyst du, o heiligste Dreieinigkeit! Bon allen Menschen durch die ganze Ewigkeit. Zweiter 3weiter Psalm. Achter Ton. 1) Herr! dir kann ich sicher glauben: Weil du stets wahrhaftig bist. 2) Menschen stellen oft auf Schrauben Ihre Worte voller Lift. 1) Und den andern Tag schon beicht Mancher, was er heut verspricht. 2) Aber was du haft versprochen, Das hast du noch nie gebrochen. 1) Ach! man sieht's, wie oft betrogen Sich die flügsten Menschen seh'n: 2) Oft wird Schlimmes vorgezogen, Und das Gute läßt man steh'n. 1) Oft verführt zu unsrer Pein Uns ein leerer Augenschein. 2) Du nur, Treuer! hasfest Lügen; Du nur läß'st dich nicht betrügen. 1) Alles kennst du ganz von Grunde: Nichts kann Dir verborgen seyn; 2) Und das Wort in deinem Munde Bleibt von Lift und Lügen rein. 1) Alle Reden wurden wahr, Die durch der Propheten Schaar 2) In den längst verfloßnen Tagen Du den Menschen ließest sagen. 1) Lehr' auch mich die Wahrheit lieben, Ewiger wahrhafter Gott! 23 2) So wie du hast vorgeschrieben: Lügen bringt nur Schand und Spott. 1) Hilf, daß ohne Heuchelei Ich ein Freund der Wahrheit fey! 2) Und viel lieber Schaden leide, Als mich von der Wahrheit scheide. Le fingen alle mit einander, aber etwas langsamer. Lob und Preis sey dem Allwahren Gott von allen Engelschaaren, Ehr' und Dank sey dir, Dreieinigkeit, Jetzt und durch die ganze Ewigkeit! Dritter Psalm. Fünfter Zon. 1) Vor dir ist alles offenbar, Beherrscher aller Dinge! 2) Das Große siehst du sonnenklar, Gleichwie auch das Geringe. 1) Du weißt, was schon vor langer Zeit Auf Erden vorgegangen: 2) Und was noch seine Wirklichkeit In Zukunft soll erlangen. 1) Vor dir sind völlig aufgedeckt Der Sünder finstre Thaten: 2) Du weißt, was in der Zukunft steckt, Das Schicksal aller Staaten. 1) Du siehst das Blut, das durch den Krieg Noch fließen soll auf Erden. 27 2) Du weißt es schon, von wem der Sieg Einst wird erfochten werden. 1) Du kenrst die Vögel in der Luft, Wie jeder Wurm auf Erden; 2) Und alles in des Meeres Gruft Siehst du vergeh'n und werden. 1) Du kennest jedes Körnchen Sand: Doch ist der Mensch vor allen 2) Dein Augenmerk und Gegenstand Von deinem Wohlgefallen. 1) Du siehst was ist mein Herz gedenkt, Was es im Finstern wählet, 2) Den Trieb, der meine Handlung lenkt, Den Rummer, der mich quälet, 01) Dn weißt, wohin ich werde geh'n, Ob ich einst im Gerichte 2) Bei den Erwählten werde steh'u Zur Rechten, in dem Lichte. 1) O bilf mir, Herr! daß ich nicht blind Gleich eitlen Thoren handle! 2) Hilf, daß ich als ein frommes Kind Vor deinen Augen wantle. 1) Tein Licht von oben sende mir, Daß ich mich selbst erkenne; 2) Sieb Gnade, daß ich stets zu dir In reiner Liebe brenne! B2 28 Es fingen alle miteinander, aber etwas langsamer. Dem Vater und dem Sohn sey Preis, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis! Der heiligsten Dreieinigkeit Sei Lob und Ehr' in Ewigkeit. Gottes weise Güte. Statt des Magnificats. Im Zone: In Exitu Israel etc. 1) In dir ruht, Herr! mein ganz Gemüthe, Rein banger Kummer quåler mich. 2) Ich traue fest auf deine Güte; Du sorgst für mich ja väterlich. 1) Du bist's, der stets das Beste wählt, Und stets die besten Mittel zählt: 2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 1) Wie könnt' ich doch den Argwohn faffen Der manche schwache Seele quält? 2) Daß du mich würdest gar verlaffen, Ein Gott, der meine Haare zählt?- 1) Ein Vater, der mich zärtlich liebt, Der auch den Vögeln Speife giebt?2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig biſt. 29 1) Giebst du nicht gleich, was ich verlange, So wart' und harr' ich mit Geduld; 2) Und wenn ich nichts von dir empfange, So geb' ich mir allein die Schuld. 1) Ich weiß, wie eitel und wie blind Oft menschliche Begierden sind. 2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 1) Mit meinem Stande wohl zufrieden Genieß ich dankbar dieses Brod, 2) Das deine Güte mir beschieden, gieb es mir bis in den Tod! 1) Des Nächsten Glück, sein schönes Kleid Erweckt in mir gar keinen Neid. 2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 1) Ich werde mich bei deinem Segen Nicht, wie es faule Menschen thun, 2) Auf Müßiggang und Wollust legen; Nein, meine Hand soll niemals ruh'n. 1) Denn streck ich sie zur Arbeit aus, So träuft der Segen auf mein Haus. 2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 1) Dir will ich gänzlich mich ergeben; Soll ich geehret, soll ich reich, B3 30 2) Verachtet oder dürftig leben; So klag'ich nicht, es gilt mir gleich. 1) Herr, richte du mein Schicksal ein, Ich will damit zufrieden seyn. 2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 1) Dem Vater und dem Sohn sey Preis Dem heil'gen Geist auf gleiche Weis Es fingen alle miteinander, aber etwa langsamer. 2) Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gåtig bist. Alma Redemptoris Mater. Dom Adrente bis Lichtmeß. 1) In Demuth betend, Herr! vor di Lag der Jungfrauen schönste Zierde; Der Engel kommt, verkündet ihr Der Mutter Gottes hohe Würde. Die Reinste, wie die Engel rein, Wird Mutter und auch Jungfrau seyn 2) Maria! Frau der ganzen Welt Von Gottes Rathschluß auserkohren Den, der zur Mutter dich erwählt, Den Schöpfer selbst hast du geboren O Frau, o Mutter unfers Herrn! O Himmelspfort', o Gnadenstern! 3) Komm'uns zu Hilf, erhör' das Fleh'n, Des fallend, armen Volks der Sünder! Laß deines Sohnes Gnad' uns seh'n, Erbarm' dich über deine Kinder! Wir bitten dich durch Jesum Chrift, Die du die beste Mutter bist. In Adventu. . Angelus domini nuntiavit Mariae. 8. Et concepit de spiritu sancto. 3+ Oremus. Gratiam tuam, quaesumus Domine, mentibus nostris infunde: ut, qui angelo nuntiante Christi filii tui incarnationem cognovimus; per passionem ejus et crucem ad resurrectionis gloriam perducamur. Per eundem Christum Dominum nostrum, Amen. Gebet in dem Advente. Wir bitten dich, o Herr! gieß deine Gnade in unsere Herzen, auf daß wir, die wir Chrifti, deines Sohnes Menschwers dung durch des Engels Ankündigung er fennet haben, durch dessen Leiden und Kreuz zu der Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden: durch denselben Chris stum, unsern Herrn! Amen. Post Adventum. y. Post partum virgo inviolata permansisti. &. Dei genitrix intercede pro nobis. 32 Oremus. Deus, qui salutis aeternae, beatae Mariae virginitate foecunda humano generi praemia praestitisti: tribue quaesumus, ut ipsam pro nobis intercedere sentiamus per quam meruimus auctorem vitae suscipere, Dominum nostrum Jesum Christum filium tuum etc. Gebet nach dem Advente. Gott, der du durch die jungfräuliche Fruchtbarkeit Marià dem menschlichen Geschlechte die Belohnung des ewigen Heils ertheilet hast: wir bitten dich), vers leih', daß wir ihrer Fürbitte genießen, durch welche du uns begnadet hast, zu empfangen den Ursprung des Lebens, un fern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn ic. Amen. Ave Regina Coelorum. Don Lichtmeß bis Ostern. 1. Maria! du des Himmels Königin! Sen uns gegrüßt, der Engel Herrscherin! O Mutter Jesu sey gegrüßt, Aus der das Heil der Welt ersprießt. 2. Erfreue dich, denn du bist ehrenreich, Und keine ist, die dir an Schönheit gleich, Versöhne uns mit deinem Sohn' D Schönste! daß er uns verschon'. 33 y. Dignare me, laudare te, virgo sacrata! 3. Da mihi virtutem contra hostes tuos! Oremu s. - Concede misericors Deus fragilitati nostrae praesidium: ut, qui sanctae Dei genitricis memoriam agimus, intercessionis ejus auxilio a nostris iniquitatibus resurgamus: Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. Gebet. Verleihe, o barmherziger Gott! unfes rer Schwachheit die Hilfe, auf daß wir, bie wir der heiligen Gottesgebährerin Ses dächtniß ehren, durch Beihilfe ihrer Fürs bitte von unsern Ungerechtigkeiten wieder aufstehen, durch Christum unsern Herrn. Amen. Regina Coeli laetare. Don Ostern bis den ersten Sonntage nach Pfingsten. 1. Glorreiche Himmelskönigin! Freu' dich beim höchsten Throne; Bei dem, der war von Anbeginn, Bei deinem liebsten Sobne! Alleluja! Alleluja! Den du als Mutter sehr beklagt Im Grab, am Kreuz, in Banden; -01 34 Der ist, wie er's hat vorgesagt, Nun siegreich auferstanden! Alleluja! Alleluja! 2. So fing' die ganze Christenheit, Erlöst am Kreuzesstamme: Dank, Preis und Ehr' und Herrlichkeit Sey unserin Osterlamme! Alleluja! Alleluja! Berwende dich beim höchsten Throu, Erhör' der Kinder Flehen! Maria! bitte deinen Sohn, Daß wir zur Freud' erstehen. Alleluja! Alleluja! . Gaude et laetare virgo Maria. Alleluja. B. Quia surrexit Dominus vere, Alleluja. Oremus. Deus, qui per resurrectionem filii tui Domini nostri Jesu Christi mundum laetificare dignatus es: praesta quaesumus, ut per ejus genitricem virginem Mariam perpetuae capiamus gaudia vitae: Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. Bebet. Gott! der du dich gewürdiget haft dein Volk burch die Auferstehung deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Chrifti, z hitton Sich verleib' und 35 daß wir durch dessen jungfräuliche Mut ter Maria die Freuden des ewigen Les bens erlangen: durch denselben Chriftum unsern Herrn. Amen. UMA Lan Logina O Salve Regina. Vom ersten Sonntag nach Pfingsten bis zum advente. 1, Sey, Mutter der Barmherzigkeit! Sey, Königin, gegrüßet! Des Lebens Trost und Süßigkeit, Durch die uns Leben fließet. Zu dir, o Mutter! rufen wir Mit Thränen seufzen wir zu dir. 2. O wend' dein holdes Angesicht Auf uns vom Himmelsthrone! Versag' uns deinen Fürspruch nicht Bei Jesu deinem Sohne! Nach diesem Leben zeig' uns ihn, Bei ihm sey unsre Mittlerin! 3. In aller Tribsal, Angst und Noth, Komm' uns zu Hilf im Leiden: Hilf, tröfte uns, und bitt' bei Gott Wenn wir von hinnen scheiden, Erwirb uns Sieg im lekten Streit, Mutter der Barmherzigkeit! 30 v. Ora pro nobis sancta Dei genitrix. B. Ut digni efficiamur promissionibus Jau Christi. Oremus. ad Omnipotens sempiterne Deus! qui gloriosae Virginis Matris Mariae corpus et animam, ut dignum Filii tui habitaculum effici mereretur, Spiritu sancto cooperante praeparasti, da, ut cujus commemoratione laetamur, ejus pia intercessione ab instantibus malis et a morte perpetua liberemur: Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen, Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! Du haft den Leib und die Seele der göttlichen Jungs frau und Mutter Gottes Maria durch Mitwirkung des heiligen Geistes bereitet, daß sie eine würdige Wohnung deines Sohnes zu werden verdiente: gieb auch daß wir, da wir uns ihrer Gedächtni freuen, durch ihre milde Fürbitte vo bevorstehenden Ulebeln und von dem ewi gen Tode befreiet werden, durch denfelben Chriftum unsern Herrn. Amen. Univ, Bibl. Giessen 00 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black