Gb 877 | EVAN GELIUM MO So jemand mir dienen will, – spricht dein Herr und Heiland auch zu dir – der Folge mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein, und so jemand mir dient, den wird mein Vater ehren. – Es St. Joh 12, v. 26. – £ 3 Gb 877 SUBES Birmenstorf, 24 Juhi 1839 getauft den erhielt den Zutritt zum heiligen Abend. mahl auf das heiliges Weihnachts: Fest 1855 unter den besten Regenswünschen. in der Kirche zum Großmümster. von den 23 2hristernal 1855. Jhulaß, HelferBeinrich Gut von [ 23 Die heilige Familie. Verlag F. Gypen in München13.. Das Neue Testament unsers ( 1) Herrn und Heilandes Jesu Christi. Nach der in Zürich kirchlich eingeführten Uebersegung aufs Neue mit Sorgfalt durchgesehen. Bürich. Gedruckt bei David Bürfli. 1856.0 Gb 877 1. 2. St. Marcus 3. St. Lucas 4. Ordnung der Bücher des Neuen Testamentes. I. Die vier Evangelien. St. Matthäus 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. St. Johannes 4. Die Epistel an die Galater 5. Die Epistel an die Epheser 6. Die Epistel an die Philipper 7. 8. 9. III. Die vierzehn Episteln St. Pauli. 1. Die Epistel an die Römer 2. Die 1. Epistel an die Corinther 3. Die 2. Epistel an die Corinther 10. 11. Die 2. Epistel an den Timotheus 12. Die Epistel an den Titus. 13. Die Epistel an den Philemon. 14. Die Epistel an die Hebräer II. Die Geschichten der heiligen Apostel, von St. Lucas geschrieben Die Epistel an die Colosser Die 1. Epistel an die Thessalonicher. Die 2. Epistel an die Thessalonicher Die 1. Epistel an den Timotheus 10 hat 28 Cap. 16 Cap. Univ.- Bibl. Giessen 24 Cap. 21 Cap. 28 Cap. 16 Cap. 16 Cap. 13 Cap. 6 Cap. 6 Cap. 4 Cap. 4 Cap. 5 Cap. 3 Cap. 6 Cap. 4 Cap. 3 Cap. 1 Cap. 13 Cap. IV. Die sieben Episteln der andern Apostel. Die Epistel St. Jacobi Die 1. Epistel St. Petri Die 2. Epistel St. Petri Die 1. Epistel St. Johannis Die 2. Epistel St. Johannis Die 3. Epistel St. Johannis Die Epistel St. Judä V. Die Offenbarung St. Johannis 5 Cap. 5 Cap. 3 Cap. 5 Cap. 1 Cap. 1 Cap. 1 Cap. 22 Cap. Das Evangelium St. Matthäi. Das I. Capitel. 1. Geschlechts- Register. 2. Heilige Empfängniß und Geburt Jesu. Das Buch der Geburt Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. 2. Abraham zeugete den Isaak. Isaak zeugete den Jakob. Jakob zeugete den Judas und seine Brüder. 3. Judas zeugete den Phares und den Zara mit der Thamar. Phares zeugete den Esrom. Esrom zeugete den Aram. 4. Aram zeugete den Aminadab. Aminadab zeugete den Naasson. Naasson zeugete den Salmon. 5. Salmon zeugete den Boas mit der Rahab. Boas zeugete den Obed mit der Ruth. Obed zeugete den Jeffe. 6. Jeffe zeugete den König David. Der König David zeugete den Salomon mit dem Weibe des Urias. 7. Salomon zeugete den Roboam. Roboam zeugete den Abia. Abia zeugete den Asa. 8. Asa zeugete den Josaphat. Josaphat zeugete den Joram. Joram zeugete den Ozias. 9. Dzias zeugete den Joatham. Joatham zeugete den Achaz. Achaz zeugete den Ezekias. 10. Ezekias zeugete den Manasse. Manasse zeugete den Amon. Amon zeugete den Josias. 11. Josias zeugete den Jakim. Jakim zeugete den Jechonias und dessen Brüder, um die Zeit der Wegführung gen Babylon. 12. Nach der Wegführung gen Babylon zeugete Jechonias den Salathiel. Salathiel zeugete den Zorobabel. 13. Zorobabelzeugete den Abiud. Abiud zeugete den Eliakim. Eliakim zeugete den Azor. 14. Azor zeugete den Sadok. Sadok zeugete den Achim. Achim zeugete den Eliud. 15. Eliud zeugete den Eleazar. Eleazar zeugete den Matthan. Matthan zeugete den Jakob. 16. Jakob zeugete den Joseph, den Mann der Maria, von welcher geboren ward Jesus, der genannt wird Christus. 17. Alle Glieder nun von Abraham bis auf David sind vierzehn Glieder; und von David bis auf die Wegführung gen Babylon vierzehn Glieder; und von der Wegführung gen Babylon bis auf Christum vierzehn Glieder. II. 18. Die Geburt Jesu Christi aber war also: Als seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammen kamen, ward sie schwanger erfunden vom heiligen Geiste. 19. Aber Joseph, ihr Mann, weil er gerecht war und sie nicht wollte beschimpfen, gedachte sie heimlich zu entlassen. 20. Als er aber solches im Sinne hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traume, der sprach: Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen, denn was in ihr erzeugt ist, das ist vom heiligen Geiſte. 21. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. 22. Dieses alles aber geschah, auf daß erfüllet würde, was geredet ist von dem Herrn durch den Propheten, der da spricht: 1* 4 Das Evangelium Cap. 1. 2. 23.„ Siehe, eine Jungfrau wird| heimlich, und erkundigte sich bei schwanger werden, und einen ihnen genau nach der Zeit, wann Sohn gebären, und man wird der Stern erschienen sei; seinen Namen nennen Emmanuel, das ist verdollmetschet: Gott mit uns." 8. und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kindlein. Und wann ihr es werdet gefunden haben, so verkündiget es mir, auf daß auch ich komme und es anbete. 9. Und als sie den König gehört, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen, gieng vor ihnen her, bis er kam und über dem Orte stand, wo das Kindlein war. 24. Als nun Joseph vom Schlaf erwacht war, that er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen, und nahm sein Weib zu sich. 25. Und er erkannte sie nicht, bis sie geboren hatte ihren Sohn, den Erstgebornen; und er nannte seinen Namen Jesus. Das II. Capitel. 1. Die morgenländischen Weisen. 2. Josephs Flucht mit Jesu. 3. Kindermord zu Bethlehem. 4. Josephs Rückkehr. Als nun Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus Morgenland nach Jerusalem, und sprachen: 2. Wo ist der neugeborne König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen, und sind gekommen ihn anzubeten. 3. Da daß der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm. 4. Und er berief alle Hohenprie ster und Schriftgelehrten des Volkes zusammen, und erfragte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. 5. Sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also ist geschrieben durch den Propheten: 6. Und du Bethlehem, im Lande Juda, du bist keineswegs die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird." 7. Da berief Herodes die Weisen 10. Da sie nun den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut, 11. und giengen in das Haus hinein, und fanden das Kindlein samt Maria, seiner Mutter. Und fie fielen nieder, beteten es an, thaten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben, Gold und Weihrauch und Myrrhen. 12. Und da sie im Traum einen göttlichen Befehl erhielten, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Wege zurück in ihr Land.. II. 13. Als sie aber hinweggezo= gen waren, siehe, da erschien ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Steh auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliebe nach Aegypten, und bleibe daselbst, bis ich es dir sage; denn Herodes wird das Kind aufsuchen, es umzubringen. 14. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich des Nachts, und zog nach Aegypten. 15. Und er blieb daselbst bis zum Tode des Herodes; auf daß erfüllet würde, was geredet ist von dem Herrn durch den Propheten, der da spricht: Aus Aegypten habe ich meinen Sohn berufen." Cap. 2. 3. St. Matthäi. 5 III. 16. Da nun Herodes sab,| nes der Täufer und predigte in der daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und sandte hin und ließ alle die Kinder tödten, die zu Bethlehem und in allen seinen Grenzen waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen erfundigt hatte. 17. Da ward erfüllet, was geredet ist durch Jeremias den Propheten, der da spricht: 18. Eine Stimme ward zu Rama gehört, viel Klagen und Weinen und Jammern; Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lassen, darum daß sie nicht mehr sind." IV. 19. Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien ein Engel des Herrn dem Joseph in Aegypten im Traume, "} 20. und spricht: Steb auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe in das Land Israel; denn die sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben stellten. 21. Da stand er auf, nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. 22. Da er aber hörte, daß Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über das jüdische Land regierte, fürchtete er sich dahin zu gehen. Und nachdem er im Traume einen göttlichen Befehl empfangen, zog er in die Gegend des galiläischen Landes. 23. Und er kam und wohnte in einer Stadt, die Nazareth genannt wird; auf daß erfüllet würde, was durch die Propheten geredet ist: „ Er wird Nazarener heißen." Das III. Capitel. 1. Johannes der Täufer. 2. Seine Predigt. 3. Die Taufe Jesu. In denselben Tagen kam JohanWüste des jüdischen Landes, 2. und sprach: Thut Buße, denn das Reich der Himmel ist genahet. 3. Denn dieser ist's, von dem geredet ist durch Jesajas den Propheten, der da spricht:„ Eine Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet seine Pfade eben!“ 4. Es hatte aber Johannes ein Kleid von Kameelhaaren, und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; und seine Speise war Heuschrecken und wilder Honig. 5. Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa, und die ganze umliegende Landschaft des Jordans; 6. und sie wurden von ihm getauft im Jordan, indem sie ihre Sünden bekannten. II. 7. Als er aber viele der Pharisäer und Sadducäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Ihr Nattergezüchte, wer hat euch unterrichtet, dem kommenden Zorne zu entrinnen? 8. So bringet nun Früchte, die der Buße gemäß sind. 9. Und denket nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. 10. Schon ist aber die Art an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 11. Jch zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir fommt, ist stärker als ich, dem ich nicht werth bin die Schuhe zu tragen; der wird euch mit heiligem Geiste und mit Feuer taufen. 12. Der hat die Wurfschaufel in seiner Hand, und wird seine 6 Das Evangelium Cap. 3. 4. ihn auf die Zinne des Tempels, Tenne reinigen, und seinen Wei| sich in die heilige Stadt, und stellt zen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. 6. und spricht zu ihm: Bist du der Sohn Gottes, so wirf dich III. 13. Da kam Jesus aus Ga- hinab; denn es steht geschrieben: 99 Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, daß du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest." 7. Da sprach Jesus zu ihm: Hinwiederum steht geschrieben: ,, Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen." 8. Wiederum nimmt ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, 9. und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10. Da spricht Jesus zu ihm: Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben:„ Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen." 11. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dieneten ihm. II. 12. Als aber Jesus hörte, daß Johannes gefangen war, zog er wieder nach Galiläa. liläa an den Jordan zu Johannes, daß er von ihm getauft würde. 14. Johannes aber wehrte es ihm und sprach: Ich bedarf, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir! 15. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt zu; denn also gebühret uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. 16. Und da Jesus getauft war, stieg er alsobald aus dem Wasser; und siehe, es thaten sich ihm die Himmel auf, und er sah den Geist Gottes herab steigen wie eine Taube und über ihn kommen. 17. Und siehe, eine Stimme aus den Himmeln, die sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich ein Wohlgefallen habe. Das IV. Capitel. 1. Jesus wird versucht; 2. tritt in Galiläa auf; 3. beruft die ersten Jünger; 4. lehrt und heilet. Da ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. 2. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet, hungerte ihn hernach. 3. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du der Sohn Gottes, so sprich, daß diese Steine Brot werden. 4. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben:„ Nicht vom Brot allein wird der Mensch leben, sondern von einem jeden Worte, das durch den Mund Gottes ausgeht." 5. Da nimmt ihn der Teufel mit 13. Und nachdem er Nazareth verlassen, kam er und wohnte zu Capernaum, das am Meere liegt, in den Grenzen von Zabulon und Nephthalim. 14. Auf daß erfüllet würde, was geredet ist durch Jesajas den Propheten, der da spricht: 15.„ Das Land Zabulon und das Land Nephthalim, am Weg des Meeres, jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden, 16. das Volk, das in der Finsterniß saß, sab ein großes Licht, und die da im Lande und Schatten des Todes saßen, denen gieng ein Licht auf." Cap. 4. 5. St. Matthäi. 7 17. Von da an begann Jesus zu er auf den Berg, und als er sich predigen und zu sprechen: Thut gesegt hatte, traten seine Jünger Buße, denn das Reich der Him- zu ihm. mel ist genahet. 2. Und er that seinen Mund auf und lehrte sie und sprach: III. 18. Als aber Jesus am ga liläischen Meere wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; die warfen das Nez ins Meer, denn sie waren Fischer. 3. Selig find die Armen im Geiste; denn ihrer ist das Reich der Himmel. 19. Und er spricht zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen. 4. Selig sind, die da trauern; denn sie werden getröstet werden. 5. Selig sind die Sanftmüthigen; denn sie werden das Land besigen. 6. Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. 7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 20. Und sie verließen alsobald die Neße, und folgten ihm nach. 21. Und als er von da weiter gieng, sah er in einem Schiffe zwei andere Brüder, Jacobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus, die ihre Netze ausbesserten; und er berief sie. 22. Da verließen sie alsobald das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. IV. 23. Und Jesus durchzog ganz Galiläa, und lehrte in ihren Versammlungen, und predigte das Evangelium von dem Reiche, und heilete alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volke. 24. Und sein Ruf breitete sich aus in ganz Syrien; und sie brachten zu ihm alle Kranken, die mit man cherlei Krankheiten und Schmerzen behaftet waren, und Besessene und Mondsüchtige, und vom Schlage Getroffene; und er heilete sie. 25. Und es folgte ihm viel Volk nach aus Galiläa, und aus den Zehen- Städten, und aus Jerusalem und Judäa, und von jenseits des Jordans. 8. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gottschauen. 9. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Reich der Himmel. 11. Selig seid ihr, wenn sie euch um meinetwillen schmähen und verfolgen und alles Arge wider euch reden, so sie daran lügen. 12. Freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn in den Himmeln ist groß. Denn also haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. II. 13. Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz seine Schärfe verliert, womit wird man es salzen? Es ist zu nichts mehr nüge, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde. 14. Jhr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen sein. 15. Man zündet auch nicht ein Licht an, und setzt es unter den Als er nun das Volk sah, stieg Scheffel, sondern auf den LeuchDas V. Capitel. Die Bergpredigt. 1. Seligpreisungen. 2. Ermahnungen an die Jünger. 3. Höhere Sittenlehre. Das Evangelium 8 ter, so leuchtet es Allen, die im Hause sind. 16. Also leuchte euer Licht vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen, und euern Bater, der in den Himmeln ist, preisen. III. 17. 3hr sollet nicht meinen, daß ich gekommen sei, das Geseg oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18. Denn wahrlich ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde wird vergangen sein, wird nicht Ein Buchstabe noch ein Pünktlein vom Gesetze vergehen, bis Alles geschehen sein wird. 19. Darum, wer Eines dieser kleinsten Gebote auflösen und die Leute also lehren wird, der wird der Kleinste heißen in dem Reiche der Himmel. Wer sie aber thun und lehren wird, der wird groß heißen im Reiche der Himmel. 20. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit übertrifft die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer, so wer det ihr nicht eingehen in das Reich der Himmel. 21. Ihr habet gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der wird des Gerichtes schuldig sein. 22. Ich aber sage euch: Ein je der, der mit seinem Bruder ohne Ursache zürnt, der wird des Gerichtes schuldig sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka ( Thor)! der wird des hohen Rathes schuldig sein. Wer aber sagt: du Narr! der wird des höllischen Feuers schuldig sein. 23. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opfern willst, und wirst daselbst eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich hat; 24. so laß daselbst deine Gabe vor dem Altar, und gehe zuerst Cap. 5. hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. 25. Sei bald freundlich mit deinem Widersacher, während du noch mit ihm auf dem Wege bist; auf daß der Widersacher dich nicht etwa dem Richter überliefere, und der Richter dich überliefere dem Gerichtsdiener, und du ins Gefängniß geworfen werdest. 26. Wahrlich ich sage dir, du wirst nicht von da heraus kommen, bis du den legten Heller bezahlt hast. 27. Jhr habet gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. 28. Jch aber sage euch: Ein jeder, welcher ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon in seinem Herzen mit ihr die Ehe gebrochen. 29. Wenn dich aber dein rechtes Auge ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verloren gehe, und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. 30. Und wenn dich deine rechte Han d ärgert, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, daß eines deiner Glieder verloren gehe, und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde. 31. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief. 32. Jch aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet, es sei denn wegen Ehebruch, der macht, daß sie die Ehe bricht. Und wer eine Abgeschiedene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe. 33. Wiederum habet ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören; du St. Matthäi. Cap. 5. 6. sollst aber dem Herrn deine Eide halten. 34. Ich aber sage euch: Ihr follet ganz und gar nicht schwören, weder bei dem Himmel, denn er ist der Th on Gottes; 35. noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36. Auch sollst du nicht bei deinem Haupte schwören, denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, Habet Acht, daß ihr euer Almodas ist vom Bösen. 33. Jhr habet gehört, daß gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zabn. 9 die euch lieben, was habet ihr für einen Lohn? Thun nicht eben das auch die Zöllner? 47. Und wenn ihr allein eure Brüder grüßet, was thut ihr Vortreffliches? Thun nicht auch die Zöllner also? 48. Darum sollet ihr vollkommen sein, gleich wie euer Bater in den Himmeln vollkommen ist. sen nicht vor den Leuten gebet, um von ihnen gesehen zu werden; wo nicht, so habet ihr keinen Lohn bei euerm Bater, der in den Himmeln ist. 39. Ich aber fage euch, ihr sollet dem Bösen nicht widerstehen; son- 2. Darum, wenn du Almosen dern wenn dir Jemand einen gibst, sollst du nicht vor dir posauStreich geben wird auf deinen nen lassen, wie die Heuchler in rechten Backen, so biete ihm auch den Versammlungen und auf den den andern dar; Gassen thun, auf daß sie von den 40. und dem, der mit dir rech- Leuten gepriesen werden. Wahrten, und deinen Rock nehmen will, lich ich sage euch, sie haben ihren dem laß auch den Mantel; 41. und wenn dich Jemand auf eine Meile zwingen wird, so gehe zwei mit ihm. Lohn dahin. 42. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der von dir entlehnen will. 43. Ihr habet gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, thut Gutes denen, die euch bassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; 45. auf daß ihr Kinder seid eures Baters im Himmel. Denn er läßt feine Sonne aufgehen über Böse und Gute, und regnet über Gerechte und Ungerechte. Das VI. Capitel. 1. Vom Almosengeben, 2. Beten, 3. Fasten 4 Warnung vor Habsucht und 5. vor heidnischem Sorgen. 3. Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte thut, 4. auf daß dein Almosen im Verborgnen sei. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, er wird es dir öffentlich vergelten. II. 5. Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie beten gern in den Versammlungen und wenn sie an den Ecken der Gassen stehen, auf daß sie vor den Leuten scheinen. Wahrlich ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6. Du aber, wenn du betest, so gehe hinein in dein Kämmerlein, und schließe deine Thüre zu, und bete zu deinem Vater im 46. Denn wenn ihr die liebet, Verborgenen; und dein Vater, 10 Das Evangelium Cap. 6. der ins Verborgene siehet, wird der ins Verborgene siehet, wird es dir öffentlich vergelten. es dir öffentlich vergelten. 7. Wenn ihr aber betet, sollet IV. 19. Sammelt euch nicht ihr nicht unnüßes Geschwäß trei- Schäße auf Erden, wo die Motben, wie die Heiden; denn sie ten und der Rost sie fressen, und meinen, sie sollen um ihrer vielen wo die Diebe durchbrechen und Worte willen erhört werden. sie stehlen. 8. Darum werdet ihnen nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet. 9. Jhr nun betet also: Unser Vater, der du bist in den Himmeln.! Geheiliget werde dein Name. 10. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. 12. Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldnern. 11. Gib uns heut unser tägli- Leib heiter sein. ches Brot. 13. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 14. Denn, wenn ihr den Men schen ihre Fehler vergebet, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. 15. Wenn ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben. III. 16. Wenn ihr aber fastet, sollet ihr nicht finster aussehen, wie die Heuchler; denn sie entstellen ihr Angesicht, damit sie vor den Leuten scheinen, daß sie fasten. Wahrlich ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 17. Du aber, wenn du fastest, falbe dein Haupt, und wasche dein Angesicht; 20. Sammelt euch aber Schäße im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen, und wo die Diebe nicht durchbrechen und sie stehlen. 18, auf daß du nicht scheinest vor den Leuten, daß du fastest, sondern vor deinem Bater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, 21. Denn wo euer Schaß ist, daselbst wird auch euer Herz sein. 22. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer 23. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsterniß ist, wie groß wird dann die Finsterniß sein! 24. Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. V. 25. Deßwegen sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken werdet; noch für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung? 26. Sehet an die Vögel des Himmels. Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr nicht viel besser als sie? 27. Wer aber aus euch kann mit Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusehen? 28. Und warum sorget ihr um die Kleidung? Betrachtet die Lilien Cap. 6. 7. St. Matthäi. 11 test du nicht? des Feldes, wie sie wachsen. Sie| Balken aber in deinem Auge acharbeiten nicht und nähen nicht; 29. ich sage euch aber, daß auch Salomon in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet war, wie eine von diesen. 30. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet; wird er das nicht viel mehr euch thun, ihr Kleingläubigen? 31. Darum sollet ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder was werden wir trinken? oder womit werden wir uns bekleiden? 32. Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr aller dieser Dinge bedürfet. 33. Suchet aber zum ersten das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; so werden euch diese Dinge alle hinzugethan werden. 34. Darum sollet ihr nicht für den morgenden Tag sorgen; denn der morgende Tag wird für das Seinige sorgen. Es hat ein jeder Tag genug an seinem eigenen Uebel. Das VII. Capitel. 1. Warnung vor scharfem Richten; 2. vor Entweihung des Heiligen. 3. Gebetserhörung. 4. Kurzer Inbegriff des Gesetzes. 5. Der Weg zur Seligfeit. 6. Warnung vor falschen Lehrern. 7. Gleichniß vom Haus auf dem Felsen. Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2. Denn, mit welchem Gerichte ihr richtet, mit dem werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maße ihr messet, mit dem wird euch gemessen werden. 3. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, den 4. Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, es ist ein Balken in deinem Auge? 5. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du sehen, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. II. 6. Gebet das Heilige nicht den Hunden, und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, auf daß sie nicht etwa dieselben zertreten mit ihren Füßen, und sich umwenden und euch zerreißen. III. 7. Bittet, so wird euch ge geben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan werden. 8. Denn ein Jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgethan werden. 9. Oder, wo ist ein Mensch unter euch, der, wenn ihn sein Sohn um ein Brot bäte, ihm dafür einen Stein geben würde; 10. und wenn er um einen Fisch bäte, ihm dafür eine Schlange geben würde? 11. So nun ihr, die ihr böse seid, könnet euern Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln Gutes geben denen, die ihn bitten. IV. 12. Darum, alles was ihr wollet, daß euch die Menschen thun sollen, das thut auch ihr ihnen; denn das ist das Gesetz und die Propheten. V. 13. Gebet hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zum Verderben hinführt, und Viele sind, die dadurch hineingehen. 14. Aber die Pforte ist enge und 12 der Weg ist schmal, der zum Leben hinführt, und Wenige sind, die ihn finden. VI. 15. Hütet euch aber vor den 27. Und der Plagregen fiel, und falschen Propheten, welche zu euch die Wasserströme kamen, und die kommen in Schafskleidern, inwen- Winde weheten und stießen an dig aber sind sie reißende Wölfe. dieses Haus, und es fiel, und sein 16. An ihren Früchten werdet ihr fie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Fei gen von Disteln? 17. Also bringt ein jeder guter Baum gute Früchte; der faule Baum aber bringt schlechte Früchte. 18. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein fauler Baum gute Früchte. 19. Ein jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 20. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Das Evangelium 21. Nicht Jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern der da thut den Willen meines Baters in den Himmeln. 22. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, und in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und in deinem Namen viele Thaten vollbracht? 23. Und alsdann werde ich ihnen frei bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, die ihr die Ungerechtigkeit übet. VII. 24. Darum ein Jeder der diese meine Worte hört und sie thut, den will ich einem klugen Manne vergleichen, der sein Haus auf den Felsen bauete. 25. Und der Plagregen fiel, und die Wasserströme kamen, und die Winde weheten und stießen an dieses Haus; aber es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet. 26. Und ein Jeder der diese meine Worte hört und sie nicht thut, der Cap. 7. 8. wird einem thörichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand bauete. Fall war groß. 28. Und es begab sich, als Jesus diese Worte vollendet hatte, erstaunte das Volk über seine Lehre. 29. Denn er lehrte sie als einer der Gewalt hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. Das VIII. Capitel. 1. Jesus heilt einen Aussäßigen, 2. den Knecht des Hauptmanns, 3. die Schwieger des Petrus; 4. belehrt über seine Nachfolge; 5. stillet einen Seesturm; 6. hilft zwei Besessenen. Als er aber von dem Berge herab stieg, folgte ihm viel Volk nach. 2. Und siehe, es kam ein Aussägiger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen. 3. Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es; sei gereinigt! Und alsobald ward er von seinem Aussage rein. 4. Und Jesus spricht zu ihm: Siehe zu, daß du es Niemand sagest! sondern gehe hin, zeige dich dem Priester, und bringe das Opfer, das Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugniß. II. 5. Und da Jesus gen Capernaum hinein kam, trat zu ihm ein Hauptmann, der bat ihn 6. und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim an der Gicht, und leidet große Pein. 7. Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. 8. Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach St. Matthäi. Cap. 8. eingehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden. 9. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Gewalt steht, und habe Kriegsfnechte unter mir; und sage ich zu diesem: Geh bin! so geht er; und zu einem Andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knechte: Thu das! so thut er's. 10. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich ich sage euch, selbst in Israel habe ich einen so großen Glauben nicht gefunden. 11. Ich sage euch aber: Viele werden von Aufgang und Niedergang kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Reiche der Himmel zu Tische sixen; 12. die Kinder des Reiches aber werden in die äußerste Finsterniß hinaus geworfen werden; daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern. 13. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin! dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu der selben Stunde. III. 14. Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, daß dessen Schwieger krank lag und das Fieber hatte. 15. Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und dienete ihnen. 16. Als es aber Abend geworden, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister mit dem Worte aus und heilete alle Kranken; 13 IV. 18. Als aber Jesus viel Volk um sich fah, befahl er, jenseits des Meeres zu fahren. 19. Und es trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wo du auch hingehest. 17. auf daß erfüllet würde, was geredet ist durch Jesajas den Propheten, der da spricht: ,, Er nahm unsere Schwachbeiten auf sich, und unsere Krankheiten trug er." 20. Und Jesus sagte zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege. 21. Ein anderer seiner Jünger sprach zu ihm: Herr, erlaube mir zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. 22. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach, und laß die Todten ihre Todten begraben. V. 23. Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach. 24. Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem Meere, so daß das Schiff von den Wellen bedeckt ward; er aber schlief. 25. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns; wir gehen zu Grunde! 26. Und er sagte zu ihnen: Was seid ihr furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, beschalt die Winde und das Meer, und es ward eine große Stille. 27. Aber die Menschen verwunderten sich und sprachen: Wer ist doch dieser, daß ihm selbst die Winde und das Meer gehorsam find? VI. 28. Und als er jenseits des Meeres, in die Landschaft der Gergesener gekommen, liefen ihm zwei Besessene entgegen, die ka men aus den Gräbern heraus, und waren sehr grimmig, also daß Niemand durch dieselbe Straße wandeln konnte. 29. Und siebe, sie schrien und prachen: Was haben wir mit dir 14 Das Evangelium Cap. 8. 9. zu schaffen, Jesu, du Sohn Got-| 5. Denn, was ist leichter, zu tes? Bist du hieher gekommen, sagen: Deine Sünden sind dir vor der Zeit uns zu peinigen? 30. Es war aber fern von ihnen eine Herde vieler Schweine auf der Weide. 31. Und die Teufel baten ihn, sprechend: Wenn du uns austreibest, so erlaube uns in die Herde der Schweine zu fahren. 32. Und er sprach zu ihnen: Fahret hin! Da fuhren sie aus, und fuhren in die Herde der Schweine. Und siehe, die ganze Herde der Schweine stürzte sich von dem Abhange in das Meer, und kam in dem Wasser um. 33. Die Hirten aber flohen, und kamen in die Stadt und verkündigten alles, auch was mit den Besessenen vorgegangen war. 34. Und siehe, die ganze Stadt gieng heraus, Jesu entgegen; und als sie ihn sahen, baten sie ihn, daß er von ihren Grenzen wegziehe. Das IX. Capitel. 1. Jesus heilt einen vom Schlage Getroffenen; 2. beruft den Matthäus; 3. vertheidigt seine Jünger; 4. heilt das blutflüssige Weib; 5. erweckt die Tochter des Jairus; 6. hilft zwei Blinden und einem Besessenen; 7. beflagt das Volf. Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber, und kam in seine Stadt. 2. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen, den der Schlag getroffen, der auf einem Bette lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Schlagflüssigen: Sei getrost, Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. 3. Und siehe, etliche der Schrift gelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert. 4. Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr Böses in euern Herzen? vergeben; oder zu sagen: Steh auf und wandle? 6. Damit ihr aber wisset, daß der Sohn des Menschen Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben( sprach er zu dem Schlagflüssigen): Steh auf, hebe dein Bett auf und geh hin in dein Haus. 7. Und er stand auf und gieng in sein Haus. 8. Als es aber die Leute sahen, verwunderten sie sich und priesen Gott, der solche Macht den Menschen gegeben. II. 9. Und als Jesus von dannen weiter gieng, sab er einen Menschen am Zoll sigen, der hieß Matthäus; und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. 10. Und es begab sich, als er in dem Hause zu Tische saß, fiehe da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesu und seiz nen Jüngern zu Tische. 11. Und als die Pharisäer es saben, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? 12. Jesus aber, als er das hörte, sprach zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. 13. Gehet aber hin und Lernet, was es heißt: ,, Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer." Denn ich bin nicht gekommen zu berufen Gerechte, sondern Sünder zur Buße. III. 14. Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer viel, deine Jünger aber fasten nicht? 15. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitleute trauern, Cap. 9. St. Matthäi. 15 so lange der Bräutigam bei ihnen| breitete sich in dieselbe ganze Geist? Es werden aber Tage kom- gend aus. men, da der Bräutigam wird von ihnen genommen sein, und dann werden sie fasten. VI. 27. Und als Jesus von dannen weiter gieng, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrien und spra16. Niemand setzt aber ein Stückchen: Erbarme dich unser, du rohen Tuches auf ein altes Kleid, Sohn Davids! denn das Stück reißt von dem Kleide ab, und der Riß wird ärger. 28. Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus sagte zu ihnen: Glaubet ihr, daß ich solches thun könne? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr! 29. Da rührte er ihre Augen an, sprechend: Euch geschehe nach eurem Glauben! 30. Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus drohte ihnen ernstlich und sprach: Sehet zu, daß es niemand erfahre! 17. Man faßt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst zer reißen die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern man faßt neuen Wein in neue Schläuche, so werden beide mit einander erhalten. IV. 18. Da er solches mit ihnen redete, siehe da kam ein Oberster, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben. 19. Und Jesus stand auf, und folgte ihm samt seinen Jüngern. 20. Und siehe, ein Weib, die zwölf Jahre blutflüssig war, trat von hinten herzu, und rührte den Saum seines Kleides an. 21. Denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid anrühre, so wird mir geholfen sein. 22. Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, Tochter! dein Glaube bat dir geholfen. Und dem Weibe war von derselben Stunde an geholfen. V. 23. Als nun Jesus in das Haus des Obersten kam, und die Pfeifer und das Getümmel des Volkes sab, sprach er zu ihnen: 24. Weichet von dannen! denn das Mägdlein ist nicht gestorben, sondern sie schläft. Und sie verlachten ihn. 25. Als nun das Volk hinausgetrieben war, gieng er hinein, und ergriff ihre Hand; und das Mägdlein stand auf. 26. Und das Gerücht hievon 31. Sie aber giengen hinaus, und machten ihn in derselben ganzen Gegend bekannt. 32. Als sie aber hinaus gien-= gen, siebe, da brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war. 33. Und nachdem der Teufel ausgetrieben war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: Es ist noch nie in Israel solches gesehen worden. 34. Die Pharisäer aber sagten: Durch den Obersten der Teufel treibt er die Teufel aus. VII. 35. Und Jesus zog umher durch alle Städte und Flecken, und lehrte in ihren Versammlungen, und predigte das Evangelium von dem Reiche, und heilete allerlei Krankheiten und allerlei Ge brechen im Volke. 36. Und als er das Volk sah, erbarmte er sich ihrer inniglich, darum daß sie ermattet und zerstreut waren, wie Schafe, die keinen Hirten haben. 37. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige. 16 Das Evangelium Cap. 10. 38. Darum bittet den Herrn der Schuhe noch Stab; denn der ArErnte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte. beiter ist seiner Nahrung werth. 11. Wo ihr in eine Stadt oder in einen Flecken kommet: da erforschet, wer darin würdig sei, und bleibet bei dem, bis ihr von dannen ziehet. 12. Wann ihr aber in das Haus eintretet, so grüßet dasselbe. 13. Und wenn das Haus würdig ist, so komme euer Friede über dasselbe. Ist es aber nicht würz dig, so kehre euer Friede zu euch zurück. 14. Und wenn euch Jemand nicht aufnehmen, noch eure Reden hören wird, so gehet fort aus demselben Hause, oder aus der Stadt, und schüttelt den Staub von euern Füßen. 15. Wahrlich, ich sage euch: Es 3. Philippus und Bartholomäus, wird dem Lande Sodom und GoThomas und Matthäus der Zöll- morrha am Tage des Gerichtes ner; Jacobus, der Sohn des Al- erträglicher gehen, als derselben phäus, und Lebbäus, zugenannt Stadt. Thaddäus; 16. Siehe, ich sende euch wie 4. Simon der Cananite, und Ju- Schafe mitten unter die Wölfe. das Iscarioth, welcher ihn auch verrieth. II. 5. Diese Zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sagte: Gehet nicht auf die Straße der Heiden, und gehet nicht in eine Stadt der Samariter; Darum seid klug wie die Schlangen, und einfältig wie die Tauben. 17. Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerichten überliefern, und in ihren Versammlungen werden sie euch geißeln. Das X. Capitel. 1. Jesus sendet seine zwölf Apostel aus; 2. gibt ihnen Verhaltungsbefehle, und 3. Ermahnungen. Und er berief seine zwölf Jünger zu sich, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, die selben auszutreiben, und allerlei Krankheiten und allerlei Gebrechen zu heilen. 2. Die Namen aber der zwölf Apostel sind diese: Der erste Simon genannt Petrus, und sein Bruder Andreas; Jacobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes; 6. gehet vielmehr zu den verlornen Schafen des Hauses Israel. 18. Ja, ihr werdet um meinetwillen vor Fürsten und Könige 7. Gehet aber hin und prediget, geführt werden, ihnen und den sprechend: Das Reich der Him- Heiden zum Zeugniß. mel ist genahet. 19. Wann sie euch aber überlie8. Heilet die Kranken, reiniget fern, so sorget nicht, wie oder die Aussägigen, wecket die Todten auf, treibet die Teufel aus! Umsonst habet ihr es empfangen, umsonst gebet es. was ihr reden sollet; denn es wird euch zu derselben Stunde gegeben werden, was ihr reden sollet. 9. Jhr sollet weder Gold noch Silber noch Erz in euern Gürteln haben; 20. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist euers Vaters ist's, der in euch redet. 10. feine Tasche auf den Weg, 21. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überliefern, auch nicht zwei Röcke, weder und ein Vater sein Kind; und Cap. 10. St. Matthäi. 17 Kinder werden sich wider die El- auch ich bekennen vor meinem tern erheben, und werden sie zum Tode bringen. Bater im Himmel. 22. Und ihr werdet von Allen gehaßt sein um meines Namens willen. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig werden. 33. Wer mich aber verläugnen wird vor den Menschen, den will auch ich verläugnen vor meinem Vater im Himmel. 23. Wann fie euch aber verfolgen in dieser Stadt, so fliehet in die andere. Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet die Städte Israels nicht vollenden, bis der Sohn des Menschen kommt. 34. Jhr sollet nicht meinen, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 24. Der Jünger ist nicht über den Meister, noch der Knecht über seinen Herrn. 35. Denn ich bin gekommen, zu entzweien einen Menschen mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Sohnsfrau mit ihrer Schwieger. 25. Dem Jünger sei es genug, daß er sei wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie viel mehr seine Hausgenossen! III. 26. Darum fürchtet sie nicht! Denn es ist nichts verdeckt, das nicht wird entdeckt werden; und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird. 27. Was ich euch im Finstern sage, das redet am Lichte, und was ihr in das Ohr höret, das prediget auf den Dächern. 28. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib tödten, die Seele aber nicht zu tödten vermögen; fürchtet vielmehr den, der beides, Seele und Leib, verder ben kann in der Hölle. 29. Berkauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfenning? Und nicht Einer aus ihnen wird auf die Erde fallen ohne euern Vater. 30. Es sind aber auch die Haare eures Hauptes alle gezählet. 31. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid besser denn viele Sperlinge. 32. Darum wer mich bekennen wird vor den Menschen, den will 36. Und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein. 37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht werth; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht werth. 38. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht werth. 39. Wer sein Leben gewinnt, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es gewinnen. 40. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesendet hat. 41. Wer einen Propheten aufnimmt als Propheten, der wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt als einen Gerechten, der wird den Lohn eines Gerechten empfangen; 42. und wer einem dieser Geringen auch nur einen Trunk kalten Wassers darreicht als einem Jünger, wahrlich ich sage euch, dem wird sein Lohn nicht ausbleiben. Das XI. Capitel. 1. Johannes sendet an Jesum. 2. Jesus zeigt dem Volke die Größe des 2 18 Das Evangelium Cap. 11. Johannes; 3. beklagt das Schicksal| boren sind, ist kein Größerer auf einiger unbußfertiger Städte, und gestanden, als Johannes der Täu4. ladet die Gedrückten zu sich ein. fer. Doch der Kleinste im Reiche Und es begab sich, als Jesus diese der Himmel ist größer als er. Befehle an seine zwölf Jünger vollendet hatte, zog er von da weg, daß er in ihren Städten lehrte und predigte. 12. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis auf jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, so Gewalt brauchen, reißen es an sich. 2. Als aber Johannes in dem Gefängnisse die Werke Christi vernommen, sandte er zwei seiner Jünger, 13. Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes haben geweisfaget. 3. und fragte ihn: Bist du der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? 14. Und wenn ihr es annehmen wollet, so ist er der Elias, der da kommen soll. 15. Wer Ohren hat zu hören, der höre! 4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündigt dem Johannes wieder, was ihr sehet und höret: 16. Wem soll ich aber dieses Ge schlecht vergleichen? Es ist Kin5. Blinde sehen und Lahme wan- dern gleich, die am Markte sigen, deln, Aussäßige werden rein und und ihren Gespielen zurufen, Taube hören, Toote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. 17. und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habet nicht getanzt; wir haben euch Klaglieder gesungen, und ihr habet nicht getrauert. 6. Und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. II. 7. Da diese aber hinweg giengen, fieng Jesus an zum Volke zu reden von Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinaus gegangen zu schauen? Ein Rohr, das vom Winde bewegt wird? 18. Denn es kam Johannes, der aß nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Teufel. 19. Es kam der Sohn des Menschen, der ist und trinkt; da sagen fie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und die Weisheit ist von ihren Kindern gerechtfertigt worden. 8. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Einen Menschen mit weichen Kleidern angethan? Siehe, die weiche Kleider tragen, die sind in den Häusern der Könige. 9. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, einen der noch vortrefflicher ist als ein Prophet. III. 20. Da fieng er an die Städte zu bescheiten, in welchen die meisten seiner Thaten geschehen waren, darum weil sie nicht Buße thaten. 21. Wehe dir, Chorazin! wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Thaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie vorlängst im Sack und in der Asche Buße gethan. 22. Doch ich sage euch, es wird 10. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht:„ Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angefichte her, der deinen Weg vor dir her bereiten soll." 11. Wahrlich, ich sage euch, unter denen, die von Weibern ge Cap. 11. 12. St. Matthäi. 19 gen an Aehren abzustreifen und zu essen. Tyrus und Sidon erträglicher ge-| Jünger aber hungerten, und fienhen am Tage des Gerichtes als euch. 23. Und du, Capernaum! die du bis zum Himmel erhoben bist, du wirst bis zur Hölle hinab geworfen werden. Denn wenn zu Sodom die Thaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, es würde noch heut zu Tage stehen. 24. Doch ich sage euch, daß es dem Lande Sodom erträglicher gehen wird am Tage des Gerichtes, als dir. 25. Zu derselben Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du diese Dinge vor den Weisen und Verständigen verborgen, und sie den Unmündigen geoffenbaret hast. 26. Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir. 27. Alle Dinge sind mir von meinem Vater übergeben, und Niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und auch den Vater erkennt Niemand, als nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. IV. 28. Kommet zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch Ruhe geben. 29. Nehmet mein Joch auf euch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig; so werdet ihr Ruhe finden für euere Seelen. 30. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Das XII. Capitel. 1. Der Jünger Aehrenessen. 2. Heilung eines Lahmhändigen am Sabbath. 3. Lästerung der Pharisäer wider Jesum, und Jesu Vertheidigung. 4. Das von den Pharisäern geforderte Zeichen. 5. Die Verwandten Jesu. Zu derselben Zeit gieng Jesus am Sabbath durch die Saat, seine 2. Als die Pharisäer das sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger thun, was nicht erlaubt ist am Sabbath zu thun. 3. Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David that, als ihn und die bei ihm waren, hungerte? 4. Wie er in das Haus Gottes hinein gieng, und die Schaubrote aß, welche er nicht essen durfte, noch die, welche bei ihm waren, sondern allein die Priester? 5. Oder habt ihr nicht gelesen im Gesege, daß am Sabbath die Priester im Tempel den Sabbath entheiligen, und doch ohne Schuld sind? 6. Ich sage euch aber: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. 7. Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: Ich will Barmherzigfeit und nicht Opfer, so hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt. 8. Denn der Sohn des Menschen ist auch Herr des Sabbaths. II. 9. Und als er von dannen weiter gieng, kam er in ihre Versammlung. 10. Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine dürre Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbath heilen? auf daß sie ihn verklagten. 11. Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hätte, und, wenn es am Sabbath in eine Grube fiele, es nicht ergreifen und herausziehen würde? 12. Wie viel besser ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum darf man wohl am Sabbath Gutes thun. 13. Dann sprach er zu dem 2* Das Evangelium Cap. 12. Menschen: Strecke deine Hand| eine jede Stadt oder ein Haus, aus! Und er streckte sie aus, und das in sich selbst uneinig ist, kann sie ward wieder gesund wie die nicht bestehen. andere. 26. Wenn nun ein Satan den andern austreibt, so ist er wider sich selbst uneins. Wie wird denn sein Reich bestehen können? 27. Und wenn ich durch den Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie selbst eure Richter sein. 28. Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Teufel austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. 20 14. Da giengen die Pharisäer hinaus, und hielten Rath wider ihn, daß sie ihn umbrächten. 15. Jesus aber, da er es merkte, entwich von dannen, und es folgte ihm viel Volk nach, und er heilte sie alle. 16. Und er gebot ihnen, daß sie ihn nicht bekannt machen sollten. 17. Auf daß erfüllt würde, was geredet ist durch Jesajas den Propheten: 18. ,, Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Heiden das Recht verkündigen. 19. Er wird nicht zanken, noch schreien, und Niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören. 20. Ein zerknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg ausführe. 21. Und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen." III. 22. Da wurde ein Besessener, der blind und stumm war, zu ihm gebracht, und er heilte ihn, also daß der Blinde und Stumme redete und sah. 29. Oder wie kann Jemand in das Haus des Starken hinein ges hen, und seinen Hausrath rauben, es sei denn, daß er den Starfen zuvor binde? Alsdann wird er sein Haus berauben. 30. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. 31. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. 32. Und wer ein Wort wider den Sohn des Menschen redet, dem wird vergeben werden; wer aber wider den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser noch in der künftigen Welt. 33. Entweder machet den Baum gut, und seine Frucht gut; oder machet den Baum schlecht, und seine Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum. 23. Und alles Volk erstaunte und sprach: Ist dieser nicht der Sohn Davids? 24. Als es aber die Pharisäer hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Teufel nicht anders aus, als durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. 25. Da aber Jesus ihre Gedan- Herzens redet der Mund. ken wußte, sprach er zu ihnen: Ein jedes Reich, das in sich selbst uneinig ist, wird verwüstet, und 34. Jhr Nattergezüchte, wie könnet ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des 35. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schage des Herzens Gutes hervor; und der böse Mensch Cap. 12. 13. St. Matthäi. 21 bringt aus seinem bösen Schaße| 45. Alsdann geht er hin, und Böses hervor. nimmt mit sich sieben andere Geister, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein, und wohnen daselbst, und es wird das Lette dieses Menschen ärger als das Erste. Also wird es auch sein mit diesem bösen Geschlechte. V. 46. Als er aber noch zu dem Volke redete, siche, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, und suchten mit ihm zu reden. 36. Ich sage euch aber, daß die Menschen am Tage des Gerichtes Rechenschaft geben werden von jedem unnüßen Worte, das sie geredet haben. 37. Denn nach deinen Worten wirst du gerecht gesprochen, und nach deinen Worten wirst du verdammt werden. IV. 38. Da hoben etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer an und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen. 39. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, als das Zeichen des Propheten Jonas. 40. Gleichwie nämlich Jonas im Bauche des Wallfisches drei Tage und drei Nächte war, also wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schooße der Erde sein. 41. Die Männer von Ninive werden am Gerichte wider dieses Geschlecht auftreten und es verdammen; denn sie thaten Buße auf die Predigt des Jonas. Und siehe, hier ist mehr als Jonas. 42. Die Königinn von Mittag wird am Gerichte wider dieses Geschlecht auftreten, und es verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde, die Weisheit Salomons zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomon. 43. Wenn aber der unreine Geist vom Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er dürre Orte, und sucht einen Ruheplaß und findet ihn nicht. 44. Dann spricht er: Ich will zurückkehren in mein Haus, aus dem ich gegangen bin. Und er kommt, und findet es leer, gesäubert und geziert. 47. Da sprach Einer zu ihm: Siche, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, und suchen mit dir zu reden. 48. Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? 49. Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger, und sprach: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! 50. Denn wer da thut den Willen meines Vaters im Himmel, derselbe ist mein Bruder und meine Schwester und Mutter. Das XIII. Capitel. Gleichnisse: 1. vom Samen, 2. vom Unkraute, 3. vom Senfforn, 4. vom Sauerteig, 5. vom gefundenen Schage, 6. von den Perlen, 7. vom Fischfang. 8. Jesus wird zu Nazareth verachtet. Desselben Tages gieng Jesus aus dem Hause hinaus und setzte sich an das Meer. 2. Und es versammelte sich viel Volk zu ihm, also daß er in das Schiff stieg und sich segte; und alles Volk stand am Gestade. 3. Und er sagte ihnen vieles in Gleichnissen, und sprach: Siehe, es gieng ein Säemann aus zu säen. 4. Und indem er säete, fiel Etliches an den Weg; und es kamen die Vögel und fraßen es auf. 22 Das Evangelium Cap. 13. 5. Anderes aber fiel auf den 16. Aber selig sind eure Augen, steinichten Grund, wo es nicht daß sie sehen, und eure Ohren, viel Erde hatte; und es gieng alsobald auf, darum weil es nicht tiefe Erde hatte; daß sie hören. 6. als aber die Sonne aufgieng, ward es verbrannt; und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrete es. 7. Anderes aber fiel auf die Dornen; und die Dornen wuchsen auf, und erstickten es. 17. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte begehrten zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört. 18. So höret nun ihr das Gleichniß vom Säemann. 8. Anderes aber fiel in den guten 19. So oft Jemand das Wort Grund, und gab Frucht, etliches des Reiches hört, und es nicht hundertfältig, etliches sechzig- versteht, so kommt der Böse und fältig, und etliches dreißigfältig. 9. Wer Ohren hat zu hören, der höre! raubt das, was in sein Herz gesäet ist. Das ist der, der den Samen an dem Wege empfieng. 10. Und die Jünger traten herzu, und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen? 20. Der aber den Samen in den steinichten Grund empfieng, ist der, der das Wort hört, und es alsobald mit Freuden aufnimmt. 11. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu wissen; jenen aber ist's nicht gegeben. 21. Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist unbeständig. Wenn nun Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so ärgert er sich alsbald. 12. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird 22. Der aber den Samen unter Ueberfluß haben; wer aber nicht die Dornen empfieng, ist der, welhat, von dem wird auch das, was cher das Wort hört, aber die er hat, genommen werden. Sorge dieser Welt und der Be13. Darum rede ich in Gleich- trug des Reichthums erstickt das nissen zu ihnen; denn sehend Wort, und es wird unfruchtbar. sehen sie nicht, und hörend hören sie nicht und verstehen nicht. 14. Und es wird an ihnen die Weissagung des Jesajas erfüllet, die da sagt:„ Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen. 23. Der aber den Samen in den guten Grund empfieng, ist der, welcher das Wort hört und versteht, welcher denn auch Frucht trägt, und der Eine bringt hundertfältig, der Andere sechzigfältig, und ein Anderer dreißigfältig. II. 24. Ein anderes Gleichniß legte er ihnen vor, und sprach: Das Reich der Himmel ist gleich einem Menschen, der guten Samen in seinen Acker säete. 15. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie zugeschlossen; daß sie nicht etwa mit den Augen sehen, und mit den Ohren hören, und mit dem Herzen verstehen, und sich bekehren, und ich sie gesund mache." 25. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut unter den Weizen, und gieng davon. 26. Als nun die Saat wuchs Cap. 13. St. Matthäi. 23 und Frucht brachte, da zeigte sich der da spricht: ,, Ich will meinen auch das Unkraut. Mund in Gleichnissen aufthun, und will Dinge verkündigen, die von Grundlegung der Welt an verborgen waren. ( 6 36. Da ließ Jesus das Volk von sich und kam in das Haus Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichniß vom Unkraut des Ackers. 37. Und er antwortete und sagte zu ihnen: Der den guten Samen fäet, ist der Sohn des Menschen. 38. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reiches; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen; 39. Der Feind, der es säet, iſt der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt, die Schnitter sind die Engel. 40. Gleichwie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, also wird es sein am Ende der Welt. 41. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche sammeln alle ergernisse, und die, welche die Ungerechtigkeit thun, 42. und werden sie in den Feuerofen werfen; daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern. 43. Alsdann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reiche ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre! V. 44. Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freuden über denselben geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft denselben Acker. VI. 45. Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Kaufmanne, der schöne Perlen suchte. 46. Als er nun eine köftliche Perle gefunden, gieng er hin und 27. Und die Knechte des Hausvaters traten herzu und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gefäet? woher hat er denn das Unkraut? 28. Er aber sprach zu ihnen: Das hat ein feindlicher Mensch gethan. Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, daß wir hingehen und es ausjäten? 29. Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht, indem ihr das Unkraut ausjätet, zugleich mit ihm auch den Weizen ausraufet. 30. Lasset beides mit einander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, daß man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune. III. 31. Ein anderes Gleichniß legte er ihnen vor, und sprach: Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und in seinen Acker säete. 32. Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber herangewachsen, so ist es das größte unter den Gartengewächsen, und wird ein Baum, also, daß die Vögel des Himmel kommen und auf seinen Zweigen nisten. IV. 33. Ein anderes Gleichniß sagte er ihnen: Das Reich der Himmel ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Viertel Mehl mengte, bis daß es ganz durchsäuert ward. 34. Dieses alles redete Jesus in Gleichnissen zum Volke, und ohne Gleichniß redete er nicht zu ihnen. 35. Auf daß erfüllet würde, was geredet ist durch den Propheten, 24 Das Evangelium Cap. 13. 14. verkaufte alles, was er hatte,| 58. Und er that daselbst nicht und kaufte dieselbe. viele Wunder um ihres Unglaubens willen. VII. 47. Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Nege, daß ins Meer geworfen ward und Fische von allerlei Gattungen zusammenzog. 48. Als es nun voll geworden, zogen sie es an das Gestade, segten sich, und sammelten die guten in Geschirre, die faulen aber warfen sie weg. 49. Also wird es am Ende der Welt sein. Die Engel werden ausgehen, und die Bösen von den Gerechten scheiden, 50. und sie in den Feuerofen werfen. Daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern. 51. Da sprach Jesus zu ihnen: Habet ihr dieses alles verstanden? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr. 52. Da sagte er zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der für das Reich der Himmel unterrichtet ist, einem Hausvater gleich, der aus seinem Schage Neues und Altes hervor gibt. VIII. 53. Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, zog er von dannen. 54. Und als er in seine Baterstadt fam, lehrte er in ihrer Versammlung, also daß sie erstaunten und sprachen: Woher kommt diesem solche Weisheit und solche Kräfte? 55. Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jacobus und Joses und Simon und Judas? 56. und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher kommt ihm denn dieses alles? 57. Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet, als in seinem Vaterlande und in seinem Hause. Das XIV. Capitel. 1. Enthauptung Johannes des Täufers. 2. Speisung der Fünftausend. 3. Stillung des Seesturmes. 4. Heilung vieler Kranken. Zu derselben Zeit hörte der Bierfürst Herodes das Gerücht von Jesu. 2. Und er sagte zu seinen Dienern: Dieser ist Johannes, der Täufer; der ist von den Todten auferstanden, und darum wirken diese Kräfte in ihm. 3. Denn Herodes hatte den Johannes greifen lassen, ihn gebunden, und in das Gefängniß gelegt, wegen Herodias, des Weibes seiz nes Bruders Philippus. 4. Denn Johannes sagte ihm: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben. 5. Und er wollte ihn tödten, fürchtete aber das Volk, denn sie hielten ihn für einen Propheten. 6. Als nun Herodes seinen Geburtstag begieng, tanzte der Herodias Tochter vor den Gästen; und es gefiel dem Herodes. 7. Darum verhieß er ihr mit einem Eide, ihr zu geben, was sie auch fordern würde. 8. Da sie aber zuvor von ihrer Mutter unterrichtet war, sprach fie: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers. 9. Und der König ward betrübt; doch um des Eides und um derer willen, die mit ihm zu Tische saßen, hieß er es geben. 10. Und er sandte hin, und ließ den Johannes in dem Gefängniß enthaupten. 11. Und sein Haupt ward auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter. Cap. 14. St. Matthäi. 25 12. Und seine Jünger kamen her- für sich zu beten; und als es Abend bei, nahmen den Leib und begru- geworden, war er allein daselbst. ben ihn, und giengen hin und 24. Das Schiff aber war schon mitten auf dem Meere und litt verkündigten es Jesu. Noth von den Wellen; denn der Wind war entgegen. 25. Aber um die vierte Nachtwache gieng Jesus zu ihnen, und wandelte auf dem Meere. 26. Und da ihn die Jünger auf dem Meere wandeln sahen, erschraken sie und sagten: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. 27. Jesus aber redete alsobald mit ihnen und sprach: Seid getrost! Ich bin es: fürchtet euch nicht! 28. Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiß mich zu dir auf das Wasser tommen. 13. Und da Jesus dieses gehört, entwich er von dannen in einem Schiffe für sich an einen einöden Ort. Und als es das Volk gehört, folgten sie ihm aus den Städten zu Lande nach. II. 14. Als nun Jesus bervor kam, sah er das viele Volk, und erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. 15. Nachdem es aber Abend geworden, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist einöde, und die Zeit ist schon dabin; laß das Volk von dir, daß sie in die Flecken gehen, sich Speise zu kaufen. 16. Jesus aber sagte zu ihnen: Sie haben nicht nöthig hinzugehen; gebet ihr ihnen zu essen. 17. Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische. 18. Er sprach: Bringet mir sie hieher. 19. Und er hieß das Volk sich in das Gras lagern, und nahm die fünf Brote und zwei Fische, sab zum Himmel auf und segnete sie, brach und gab den Jüngern die Brote; die Jünger aber gaben es dem Volfe. 20. Und sie aßen alle, und wurden satt. Und sie boben auf, was übrig blieb von den Stücken, zwölf Körbe voll. 21. Die aber gegessen hatten, waren bei fünftausend Männer, ohne Weiber und Kinder. III. 22. Und alsobald nöthigte Jesus seine Jünger in das Schiff zu steigen und vor ihm hinüber zu fahren, bis er das Volk entließe. 23. Und nachdem er das Volk entlassen, stieg er auf den Berg 29. Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff, und wandelte auf dem Wasser, daß er zu Jesu komme. 30. Als er aber den starken Wind sab, fürchtete er sich; und da er anfieng zu finken, schrie er und sprach: Herr, hilf mir! 31. Alsobald aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn, und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32. Und als sie in das Schiff gestiegen waren, legte sich der Wind. 33. Da kamen die in dem Schiffe waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn! IV. 34. Und als sie hinüber gefahren, kamen sie in das Land Genesaret. 35. Und da ihn die Männer diefer Gegend erkannten, sandten fie in das ganze Land umber und brachten alle Kranke zu ihm. 36. Und sie baten ihn, daß sie 3di8- vinti 0902010 Das Evangelium 26 nur den Saum seines Kleides anrühren dürften; und so viele ihn anrührten, denen ward geholfen. Das XV. Capitel. 12. Da traten seine Jünger her1. Jesus verwirft die Menschen zu und sagten zu ihm: Weißt du, sagungen; 2. heilt die kananäische daß die Pharisäer sich ärgerten, Tochter und Andere; 3. speiset vier- da sie dieses Wort hörten? tausend Mann. 13. Er aber antwortete und Da kamen zu Jesu die Schrift- sprach: Jede Pflanze, die nicht gelehrten und Pharisäer von Jerusalem, und sprachen: 2. Warum übertreten deine Jünger die Sagung der Alten? denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn fie Brot essen. 3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes eurer Sagung wegen? 4. Denn Gott hat geboten: Ehre deinen Vater und deine Mutter!" Und:„ Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben." 5. Ihr aber saget: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Ich habe zum Opfer vergabet, was von mir dir zu Gute kommen sollte, der braucht seinen Vater und seine Mutter nicht mehr zu ehren. 6. Und so habet ihr das Gebot Gottes eurer Sagung wegen auf gehoben. 7. Ihr Heuchler! Trefflich hat von euch Jesajas geweissaget, wenn er spricht: 8. Dieses Volk nahet sich mir mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen, ihr Herz aber ist fern von mir. Cap. 15. 11. Nicht das, was in den Mund eingeht, verunreinigt den Menschen; sondern was aus dem Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen. 9. Aber vergeblich ehren sie mich, weil sie solche Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind." 10. Und er rief das Volk zu sich, und sprach zu ihnen: Höret und verstehet! Univ.- Bibl. Giessen mein himmlischer Vater gepflanzet hat, wird ausgereutet werden. 14. Lasset sie! Sie sind blinde Führer der Blinden. Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen beide in die Grube. 15. Da sprach Petrus zu ihm: Erkläre uns dieses Gleichniß. 16. Und Jesus sprach: Seid denn auch ihr noch unverständig? 17. Merket ihr noch nicht, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Bauch kommt, und durch den natürlichen Weg abgeführt wird? 18. Was aber aus dem Munde ausgeht, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. 19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Todtschlag, Ehebruch, Hurerei, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. 20. Das sind die Dinge, die den Menschen verunreinigen; aber mit ungewaschenen Händen essen, das verunreinigt den Menschen nicht. II. 21. Und Jesus zog von dannen, und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. 22. Und siehe, ein kananäisches Weib kam von denselben Grenzen, schrie zu ihm und sprach: Erbarme dich mein, Herr, du Sohn Davids; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. 23. Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, und baten ihn, spre Cap. 15. 16. St. Matthäi. 27 chend: Laß sie von dir, denn sie| Wie viel Brote habet ihr? Sie schreit uns nach. sprachen: Sieben, und ein wenig kleine Fische. 24. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesendet zu den verlornen Schafen des Hauses Israel. 35. Und er hieß das Volk sich auf die Erde lagern, 36. und nahm die sieben Brote und die Fische, und als er Dank gesagt, brach er sie und gab sie seinen Jüngern, die Jünger aber. dem Volke. 37. Und sie aßen alle, und wurden satt, und sie hoben auf, was übrig blieb von den Stücken, fieben Körbe voll. 25. Sie aber kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! 26. Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht gut, daß man das Brot der Kinder nehme, und es den Hündlein vorwerfe. 27. Sie aber sprach: Ja, Herr! doch essen die Hündlein auch von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. 28. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib! dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund von derselben Stunde an. 29. Und Jesus zog von dannen, und kam an das galiläische Meer, und er stieg auf den Berg, und segte sich daselbst. 30. Und es kam zu ihm viel Volk, die hatten bei sich Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele Andere; und sie legten diese zu den Füßen Jesu, und er heilete fie, 31. also daß sich das Volk verwunderte, da es sah, daß die Stummen redeten, die Krüppel gesund waren, die Lahmen giengen und die Blinden sahen; und fie priesen den Gott Ifraels. III. 32. Da berief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Mich jammert des Volkes; denn sie verharren nun drei Tage bei mir, und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht nüchtern entlassen, damit sie nicht auf dem Wege erliegen. 33. Und seine Jünger sprachen zu ihm: Woher werden wir in der Wüste so viele Brote nehmen, um so viel Volk zu sättigen? 34. Und Jesus sprach zu ihnen: 38. Derer aber, die gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne Weiber und Kinder. 39. Und nachdem er das Volk entlassen, stieg er in das Schiff, und kam in die Gegend von Magdala. Das XVI. Capitel. 1. Das Zeichen vom Himmel. 2. Der Sauerteig der Pharisäer. 3. Petrus Bekenntniß. 4. Jesu erste Ankündigung seines Leidens. 5. Anweisung für seine Nachfolger. Und die Pharisäer und Sadducäer traten herzu, versuchten ihn und baten, daß er ihnen ein Zeichen vom Himmel zeigen möchte. 2. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wenn es Abend ist, so faget ihr: Es wird schön; denn der Himmel ist roth. 3. Und des Morgens: Heut kommt ein Ungewitter; denn der Himmel ist roth und trübe. Ihr Heuchler! die Gestalt des Himmels wisset ihr zu unterscheiden, aber die Zeichen der Zeit könnet ihr nicht unterscheiden. 4. Das böse und ehebrecherische Geschlecht fordert ein Zeichen; aber ihm wird kein Zeichen gege= ben werden als nur das Zeichen des Propheten Jonas. Und er verließ sie und gieng hinweg. Das Evangelium 28 II. 5. Und als seine Jünger ans jenseitige Gestade fuhren, vergaßen fie Brot mitzunehmen. 6. Jesus aber sagte zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer. 18. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden nichts wider sie vermögen. 19. Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du immer binden wirst auf Erden, das wird gebunden sein in den Himmeln; und was du immer lösen wirst auf Erden, das wird gelöst sein in den Himmeln. 20. Da gebot er seinen Jüngern, daß sie Niemandem sagen sollten, daß er der Christus ſei. IV. 21. Von da an fieng Jesus 11. Wie möget ihr nicht ver- an seinen Jüngern zu zeigen, daß stehen, daß ich nicht von Brot zu er müsse nach Jerusalem gehen, euch sagte, ibr sollet euch hüten und viel leiden von den Aeltesten, vor dem Sauerteige der Phari- Hohenpriestern und Schriftgelehrsäer und Sadducäer? ten, und getödtet, und am dritten 12. Da sahen sie ein, daß er Tage wieder auferweckt werden. 22. Da nahm ihn Petrus beiseite, fieng an ihm einzureden, und sagte: Herr! da sei Gott vor! Das soll dir gar nicht widerfahren. 7. Da machten sie sich unter einander Gedanken und sagten: Weil wir kein Brot mitgenommen haben. 8. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was machet ihr euch darüber Gedanken, daß ihr kein Brot mitgenommen habet? 9. Verstehet ihr noch nicht, und gedenket ihr nicht an die fünf Brote der Fünftausende, und wie viel Körbe ihr da aufhobet? 10. Auch nicht an die sieben Brote der Viertausende, und wie viel Körbe ihr da aufhobet? Cap. 16. 17. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Sohn Jona; denn Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteige des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadducäer. III. 13. Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi ge- 23. Er aber wandte sich und kommen, fragte er seine Jünger sprach zu Petrus: Weiche von und sprach: Wer sagen die Leute, mir, Satan! Du bist mir zum daß ich, der Sohn des Men- Aergerniß; denn du finnest nicht schen, sei? was Gottes, sondern was der Menschen ist. 14. Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; Andere aber, Elias; noch Andere, Jeremias, oder einer der Propheten. V. 24. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn Jemand mir nachkommen will, so verläugne er sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. 25. Denn wer sein Leben erhal16. Da antwortete Simon Petten will, der wird es verlieren; rus und sprach: Du bist der Chri- wer aber sein Leben verliert um stus, der Sohn des lebendigen meinetwillen, der wird es geGottes. winnen. 15. Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, wer saget ihr, daß ich sei? St. Matthäi. Cap. 16. 17. 26. Denn was nüßte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, litte aber Schaden an seiner Seele? oder was könnte ein Mensch zum Gegenwerth seiner Seele geben? 27. Denn der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem Jeden vergelten nach seinem Thun. 28. Wahrlich, ich sage euch, es find Etliche derer, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reiche. Das XVII. Capitel. 1. Berklärung Jesu. 2. Heilung eines Mondsüchtigen. 3. Ankündigung des Leidens. 4. Entrichtung der Steuer. 12. Ich sage euch aber, daß Und nach sechs Tagen nimmt Elias schon gekommen ist; und Jesus den Petrus und Jacobus sie erkannten ihn nicht, sondern und dessen Bruder Johannes zu fie thaten an ihm, was sie wollsich, und führt sie beiseite auf ten. Also wird auch der Sohn des einen hohen Berg. Menschen von ihnen leiden müssen. 13. Da verstanden die Jünger, daß er zu ihnen von Johannes dem Täufer redete. 2. Und er ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3. Und siehe, es erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. II. 14. Und als sie zum Volke gekommen waren, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie, 15. und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes; denn er ist mondsüchtig und leidet sehr; denn er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser. 16. Und ich brachte ihn zu deinen Jüngern, aber sie konnten ihn nicht gesund machen. 17. Da antwortete Jesus und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch ertragen? Bringet mir ihn hieher. 4. Da hob Petrus an und sprach zu Jesu: Herr, es ist gut, daß wir hier seien. Willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, und Moses eine, und Elias eine. 29 6. Und als es die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht, und fürchteten sich sehr. 7. Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht! 8. Da sie aber ihre Augen auf hoben, sahen sie Niemand, als Jesum allein. 9. Und da sie vom Berge herab giengen, gebot ihnen Jesus und sprach: Saget Niemandem das Gesicht, bis der Sohn des Menschen von den Todten auferstanden ist. 10. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, daß Elias zuvor kommen müsse? 11. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Elias kommt freilich zuvor, und wird Alles herstellen. 5. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich ein Wohlgefallen habe, den höret! 30 Das Evangelium Cap. 17. 18. 18. Und Jesus beschalt ihn, und| den ersten Fisch, der herauf steigt; der Teufel fuhr von ihm aus, und wenn du seinen Mund öffnest, und der Knabe ward von dersel- wirst du einen Doppelpfenning ben Stunde an gesund. finden; den nimm und gib ihn für mich und dich. 19. Da traten die Jünger beiseite zu Jesu, und sprachen: Warum haben wir ihn nicht austreiben können? 20. Jesus aber sagte zu ihnen: Um euers Unglaubens willen. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habet, nur eines Senfkorns groß, so möget ihr zu diesem Berge sprechen: Hebe dich von hier dorthin! und er wird sich heben, und Nichts wird euch unmöglich sein. 21. Aber dieses Geschlecht fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten. III. 22. Als sie nun ihren Weg durch Galiläa nahmen, sagte Jesus zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in der Menschen Hände überliefert werden; 23. und sie werden ihn tödten, und am dritten Tage wird er auf erweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt. IV. 24. Als sie aber gen Capernaum gekommen waren, kamen die, welche den Steuerpfenning einnahmen, zu Petrus, und sprachen: Gibt euer Meister nicht auch den Steuerpfenning? 25. Er spricht: Ja. Und als er in das Haus gekommen, kam ihm Jesus zuvor, sprechend: Was dünkt dich, Simon? Die Könige der Erde, von wem nehmen sie den Zoll oder die Schaßung, von ihren Söhnen, oder von den Fremden? Das XVIII. Capitel. 1. Jesus empfiehlt Demuth; 2. warnt vor Aergernißgeben; 3. lehrt wie gegen fehlende Brüder zu verfahren sei. 4. Gleichniß von dem gütigen Schuldherrn und dem hartherzigen Knechte. Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größte in dem Reiche der Himmel? 2. Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie und sprach: 3. Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so möget ihr nicht eingehen in das Reich der Himmel. 4. Wer nun sich selbst erniedrigt, wie dieses Kind, der ist der Größte im Reiche der Himmel. 5. Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. II. 6. Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals ge= hängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde. 7. Wehe der Welt der Aergernisse halben! Denn es ist zwar nothwendig, daß die Aergernisse kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen das Aergerniß kommt! 8. Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist dir besser, daß du lahm oder als ein Krüppel in das Leben ein26. Petrus spricht zu ihm: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: So sind ja die Söhne frei. 27. Damit wir sie aber nicht ärgern, so gehe hin an das Meer, und wirf die Angel aus, und nimm gehest, als daß du zwei Hände Cap. 18. St. Matthäi. 31 oder zwei Füße habest und in das ihr immer binden werdet auf Erewige Feuer geworfen werdest. den, das wird gebunden sein im Himmel, und was ihr immer lösen werdet auf Erden, das wird gelöst sein im Himmel. 9. Und wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist dir besser, daß du einäugig in das Leben eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest. 19. Weiter sage ich euch, wenn euer zwei auf Erden zusammenstimmen werden, um irgend eine Sache zu bitten, so wird es ihnen zu Theil werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. 20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. IV. 21. Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft foll ich meinem Bruder, der wider mich sündigt, vergeben? Bis auf siebenmal? 10. Sehet zu, daß ihr keinen dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines himmlischen Vaters. 11. Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorne selig zu machen. 12. Was dünkt euch? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat, und es verirrt sich eines aus ihnen, läßt er nicht die neun und neunzig auf den Bergen, und geht und sucht das verirrte? 13. Und wenn es sich begibt, daß er es findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich über dasselbe mehr, als über die neun und neunzig, die nicht verirrt waren. 14. Also ist es auch nicht der Wille euers himmlischen Vaters, daß Einer dieser Kleinen verloren gehe. III. 15. Wenn aber dein Bruder wider dich fündigt, so gehe hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Wenn er dir Gehör geben wird, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16. Wenn er aber nicht auf dich hören wird, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf daß der ganze Handel auf dem Munde von zwei oder drei Zeugen beruhe. 17. Hört er aber dieselben nicht, so sage es der Gemeinde. Wenn er aber auch die Gemeinde nicht hört, so sei er dir wie ein Heide und ein Zöllner. 18. Wahrlich, ich sage euch, was 22. Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis auf siebenmal, sondern bis auf siebenzigmal sieben. 23. Darum ist das Reich der Himmel gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. 24. Und als er anfieng zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig. 25. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, daß er und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, verkauft, und so bezahlt werde. 26. Da fiel der Knecht vor ihm nieder und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir Alles bezahlen. 27. Da erbarmte sich der Herr dieses Knechtes und gab ihn ledig und erließ ihm die Schuld. 28. Als aber derselbe Knecht hinausgegangen, fand er einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Pfenninge schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist. 29. Sein Mitknecht nun fiel ihm 32 zu Füßen, und bat ihn, sprechend: Habe Geduld mit mir, und ich will dir Alles bezahlen. Das Evangelium 30. Er aber wollte nicht, sondern gieng hin, und warf ihn in das Gefängniß, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. 31. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn alles was vorgefallen war. 32. Da forderte sein Herr ihn vor sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Alle jene Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; 33. solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht er barmen, wie ich mich über dich erbarmte? 34. Und der Herr überlieferte ihn erzürnt den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. 35. Also wird auch mein himmlischer Vater euch thun, wenn ihr nicht Jeder seinem Bruder von Herzen die Fehler vergebet.. Das XIX. Capitel. 1. Jesus redet über Ehescheidung und Ehestand; 2. segnet die Kinder. 3. Der reiche Jüngling. 4. Unterredung über den Reichthum. Und als Jesus diese Reden vollendet hatte, zog er aus Galiläa hinweg, und kam in die Grenzen des jüdischen Landes, jenseits des Jordans. 2. Und es folgte ihm viel Volk nach, und er heilte sie daselbst. 3. Da traten die Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, daß sich ein Mann von seinem Weibe um einer jeden Ursache willen scheide? 4. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habet ihr nicht gelesen, Cap. 18. 19. daß der Schöpfer im Anfange sie Mann und Weib geschaffen, 5. und gesprochen: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die Zwei werden Ein Leib sein." 6. So sind sie nun nicht mehr 3wei, sondern Ein Leib. Darum was Gott zusammen gefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. 7. Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Moses befohlen einen Scheidebrief zu geben, und sich von ihr zu scheiden? 8. Er sprach zu ihnen: Moses hat euch nach der Härte euers Herzens erlaubt, daß ihr euch von euern Weibern scheiden möget; von Anfang aber ist es nicht also gewesen. 9. Ich sage euch aber: Wer sich von seinem Weibe scheidet, es sei denn um Hurerei willen, und eine andere zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe; und wer eine Abgeschicdene zur Ehe nimmt, der bricht die Ehe. 10. Seine Jünger sprechen zu ihm: Wenn die Sache eines Mannes mit dem Weibe also steht, so ist es nicht gut zur Ehe zu schreiten. 11. Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist. 12. Denn es sind Verschnittene, die von Mutterleib also geboren sind; und es sind Verschnittene, die von den Menschen verschnitten worden; und es sind Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches der Himmel willen. Wer es fassen mag, der fasse es. II. 13. Da wurden Kinder zu ihm gebracht, daß er die Hände auf sie lege und bete. Die Jünger aber beschalten sie. 14. Aber Jesus sprach zu ihnen: Lasset die Kinder, und wehret Cap. 19. 20. St. Matthäi. 33 ihnen nicht zu mir zu kommen;| 26. Jesus aber sah sie an und denn solcher ist das Reich der Himmel. 15. Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt, zog er von dannen. sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist dieses unmöglich; aber bei Gott find alle Dinge möglich. 27. Da hob Petrus an und sprach zu ihm: Siehe, wir haben Alles verlassen, und sind dir nachgefolgt; was wird denn uns dafür werden? III. 16. Und siehe, Einer trat herzu, und sagte zu ihm: Guter Meister, was muß ich Gutes thun, daß ich das ewige Leben erlange? 17. Er aber sprach zu ihm: Warum heißest du mich gut? Es ist Niemand gut, als nur Einer, Gott. Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote. 18. Er spricht zu ihm: Welche? Jesus antwortet: Das: Du sollst nicht tödten! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugniß geben! 19. Ehre deinen Vater und deine Mutter! und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! 20. Der Jüngling spricht zu ihm: Dieses alles habe ich von meiner Jugend an gehalten; was mangelt mir noch? 28. Und Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wann der Sohn des Menschen auf dem Throne seiner Herrlichkeit sigen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. 29. Und ein Jeder, der da Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Aecker um meines Namens willen verlassen hat, der wird es hundertfältig empfangen, und das ewige Leben erben. 30. Aber viele der Ersten werden die Legten sein, und die Leßten die Ersten. Das XX. Capitel. 21. Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe was du hast, und gib es 1. Die Arbeiter im Weinberge. den Armen, so wirst du einen 2. Ankündigung der Leiden. 3. Die Schaß im Himmel haben; und fomm, folge mir nach. Mutter der Söhne des Zebedäus. 4. Heilung zweier Blinden. 22. Als aber der Jüngling das Wort hörte, gieng er betrübt hinweg; denn er hatte viele Güter. IV. 23. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwer in das Reich der Himmel eingehen. 24. Und wiederum sage ich euch, es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr eingehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes eingehe. 25. Als das seine Jünger hörten, entsegten sie sich sehr und sprachen: Wer kann denn selig werden? Denn das Reich der Himmel ist gleich einem Hausvater, welcher am Morgen früh ausgieng, Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen. 2. Und nachdem er mit den Arbeitern übereingekommen um einen Pfenning für den Tag, sandte er sie in seinen Weinberg. 3. Und als er um die dritte Stunde ausgieng, sah er Andere am Markte müßig stehen, 4. und sprach auch zu diesen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, will ich euch geben. 3 34 Das Evangelium Cap. 20. 5. Und sie giengen hin. Wie-| Ersten sein, und die Ersten die derum gieng er aus um die sechste Leßten. Denn Viele sind berufen, und neunte Stunde und that ebenso. 6. Und als er um die eilfte Stunde ausgieng, fand er Andere stehen, und sprach zu ihnen: Warum stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? 7. Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedungen. Er spricht zu ihnen: Gehet auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, das werdet ihr empfangen. 8. Da es nun Abend war, sprach der Herr des Weinberges zu sei nem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und bezahle ihnen den Lohn, also daß du von den Legten anfangest bis zu den Ersten. 9. Und es kamen die, welche um die eilfte Stunde gedungen worden, und empfiengen jeder einen Pfenning. 10. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; da empfiengen auch sie jeder einen Pfenning. 11. Und als sie den empfiengen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: 12. Diese Legten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last und Hiße des Tages getragen haben. 13. Er aber antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht um einen Pfenning mit mir übereingekommen? 14. Nimm das Deine, und gehe hin. Ich will aber diesem Legten so viel geben als dir. aber Wenige auserwählt. II. 17. Und als Jesus hinaufzog gen Jerusalem, nahm er seine zwölf Jünger auf dem Wege beiseite, und sprach zu ihnen: 18. Siehe, wir ziehen hinauf gen Jerusalem; und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurtheilen, 15. Habe ich nicht macht mit dem Meinen zu thun, was ich will? Oder ist dein Auge neidisch, daß ich gütig bin? 16. Also werden die Legten die 19. und werden ihn den Heiden überliefern, ihn zu verspotten, und zu geißeln, und zu freuzigen; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. III. 20. Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel ihm zu Füßen, und bat etwas von ihm. 21. Er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, daß diese meine zwei Söhne sizen sollen einer dir zur Rechten, und einer zur Linken in deinem Reiche. 22. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Vermöget ihr den Kelch zu trinken, den ich trinken werde, und getauft zu werden mit der Taufe, womit ich getauft werde? Sie sprechen zu ihm: Wir vermögen es. 23. Und er spricht zu ihnen: Ihr werdet zwar meinen Kelch trinken, und werdet getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde: aber das Sißen zu meiner Rechten und zu meiner Linken steht nicht bei mir, Andern zu geben, als denen, welchen es von meinem Vater bereitet ist. 24. Und als es die Zehn gehört, wurden sie über die zwei Brüder entrüstet. 25. Aber Jesus rief sie herzu und sprach: Ihr wisset, daß die Fürsten der Völker über sie herr Cap. 20. 21. St. Matthäi. 35 schen, und die Großen über sie angebunden finden, und ein Füllen Gewalt üben: bei ihr; die löset ab, und führet sie zu mir. 26. Unter euch aber soll es nicht also sein, sondern wer will unter euch groß werden, der sei euer Diener; 27. Und wer will unter euch der Erste sein, der sei euer Knecht. 28. Gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, daß ihm gedienet werde, sondern daß er diene, und sein Leben gebe zum Lösegeld für Viele. IV. 29. Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm viel Volk nach. 30. Und siehe, zwei Blinde, die am Wege saßen, als sie hörten, daß Jesus vorüber gieng, schrien und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser! 31. Aber das Volk beschalt sie, daß sie schweigen sollten. Sie aber schrien noch mehr, und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, du Sohn Davids! 32. Und Jesus stand still, rief ihnen und sprach: Was wollet ihr, daß ich euch thun soll? 33. Sie sagten zu ihm: Herr, daß unsere Augen geöffnet werden. 34. Da erbarmte sich Jesus ihrer, und rührte ihre Augen an, und alsobald sahen ihre Augen wieder, und sie folgten ihm nach. Das XXI. Capitel. 1. Jesu Einzug in Jerusalem. 2. Reinigung des Tempels. 3. Der verdorrende Feigenbaum. 4. Jesu Bollmacht. 5. Gleichniß von den Weingärtnern. Und als sie Jerusalem naheten, und gen Bethphage an den Delberg kamen, sandte Jesus zwei Jünger, 2. und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsobald werdet ihr eine Eselinn 3. Und so Jemand euch etwas sagt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; und er wird sie alsobald wegführen lassen. 4. Dieses alles aber geschah, daß erfüllet würde, was geredet ist durch den Propheten, der da spricht: "> 5. Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einer Eselinn, und auf einem Füllen des Lastthieres." 6. Die Jünger aber giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, 7. und brachten die Eselinn und das Füllen, und legten ihre Kleider auf sie, und setzten ihn darauf. 8. Aber das meiste Volk breitete seine Kleider auf den Weg aus; Andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. 9. Und das Volk, das vorangieng und das nachfolgte, schrie und sprach: Hosanna dem Sohne Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in den Höhen! 10. Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser? 11. Das Volk aber sagte: Dieser ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa. II. 12. Und Jesus gieng in den Tempel Gottes hinein, und tries alle, die im Tempel verkauften und kauften, hinaus, und stieß die Tische der Wechsler um, und die Stühle derer, welche die Tauben verkauften. 13. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben:„ Mein Haus 3* 36 Das Evangelium Cap. 21. wird ein Bethaus beißen! Jhr IV. 23. Und als er in den Temaber habet daraus eine Mörder- pel gekommen, traten die Hohengrube gemacht." 14. Und es kamen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie. priester und die Aeltesten des Volkes zu ihm, während er lehrte, und sprachen: Aus welcher Macht thust du dieses? und wer hat dir diese Macht gegeben? 15. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er that, und die Kinder hörten, die im Tempel schrien und sprachen: Hosanna dem Sohne Davids! wurden sie entrüstet, und sagten zu ihm: 16. Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr noch nie gelesen:„ Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du ein Lob bereitet." 24. Jesus aber antwortete und sagte zu ihnen: Ich will auch eine Frage an euch thun; wenn ihr mir darauf antwortet, will auch ich euch sagen, aus welcher Macht ich dieses thue. 17. Und er verließ sie, gieng zur Stadt hinaus nach Bethanien, und übernachtete daselbst. III. 18. Als er aber des Morgens wieder in die Stadt gieng, hungerte ihn. 19. Und als er einen Feigen baum am Wege sab, gieng er zu demselben, und fand nichts daran als Laub. Da sprach er zu ihm: Nun wachse auf dir hinført keine Frucht mehr in Ewigkeit! Und alsobald verdorrte der Feigenbaum. 20. Und als die Jünger das sahen, verwunderten sie sich, und sprachen: Wie ist der Feigenbaum alsobald verdorret! 25. Woher war die Taufe des Johannes? vom Himmel oder von den Menschen? Aber sie bedachten sich bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel; so wird er uns fragen: Warum babet ihr ihm denn nicht geglaubt? 26. Wenn wir aber sagen: Von den Menschen; so müssen wir das Volk fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten. 27. Und sie antworteten Jesu und sprachen: Wir wissen es nicht. Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher Macht ich dieses thue. 28. Was dünkt euch aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne. Und er trat zu dem ersten hin und sprach: Sohn, gehe bin, arbeite heute in meinem Weinberge. 29. Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht. Hernach aber reute es ihn, und er gieng. 30. Und er trat zu dem andern hin und sagte das Gleiche. Dieser antwortete und sprach: Ja, Herr! und gieng nicht. 21. Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habet, und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur thun, was da dem Feigenbaum widerfahren ist, 31. Welcher von diesen beiden sondern auch wenn ihr zu diesem that den Willen des Vaters: Sie Berge saget: Hebe dich von hin- sprachen zu ihm: Der erste. Da nen, und wirf dich ins Meer! spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, so wird es geschehen. 22. Und alles, was ihr im Gebete bitten werdet, wenn ihr glaubet, werdet ihr empfangen. ich sage euch, die Zöllner und die Huren kommen vor euch in das Reich Gottes. 32. Denn Johannes kam zu euch Cap. 21. 22. 37 ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist es geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen." mit der Lehre der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht. Die Zöllner und die Huren aber glaubten ihm; und da ihr es sahet, reuete es euch doch nachher nicht, so daß ihr ihm geglaubt hättet. 43. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen, und einem Volke gegeV. 33. Höret ein anderes Gleich- ben werden, das dessen Früchte niß: Es war ein Hausvater, der bringt. einen Weingarten pflanzte, und einen Zaun um denselben zog, und eine Kelter darin grub, und einen Thurm baute, und ihn an Weingärtner verlich, und dann außer Land zog. 44. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellet werden; auf welchen er aber fällt, den wird er zermalmen. 45. Und als die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse gehört, merkten sie, daß er von ihnen redete. 34. Als nun die Zeit der Früchte nabete, sandte er zu den Weingärtnern seine Knechte, um seine Früchte zu empfangen. 46. Und sie suchten ihn zu greifen, aber sie fürchteten das Volk, weil es ihn für einen Propheten 35. Und die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen hielt. den einen, den andern tödteten fie, den dritten steinigten sie. 36. Da sandte er wieder andere Knechte, mehrere als zuvor; und sie thaten ihnen eben so. 37. Zulegt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen. 38. Die Weingärtner aber, als fie den Sohn sahen, sprachen unter einander: Dieser ist der Erbe. Kommt, laßt uns ihn tödten, und sein Erbgut behalten! 39. Und sie nahmen ihn, stießen ihn zum Weingarten hinaus, und tödteten ihn. St. Matthäi. 40. Wenn nun der Herr des Weingartens kommt, was wird er diesen Weingärtnern thun? Das XXII. Capitel. 1 Gleichniß von dem Gastmahle. 2. Frage wegen der Kopfsteuer; 3. wegen der Auferstehung; 4. wegen des vornehmsten Gefeßes; 5. und wessen. Sohn Christus? Und Jesus hob an und redete weiter zu ihnen in Gleichnissen, und sprach: 2. Das Reich der Himmel ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte. 3. Und er sandte seine Knechte aus, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen. 41. Sie sprachen zu ihm: Er wird die Uebelthäter übel umbrin4. Da sandte er noch einmal andere Knechte, und sprach: Saget den Geladenen: Siehe, ich habe meine Mahlzeit bereitet; gen, und den Weingarten andern meine Ochsen und das Mastvich Weingärtnern verleihen, die ihm sind geschlachtet, und alles ist die Früchte zu ihrer Zeit geben bereit; kommet zur Hochzeit! werden. 42. Jesus spricht zu ihnen: Habet ihr noch nie in den Schriften gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der 6. die übrigen aber ergriffen 5. Sie aber achteten dessen nicht, sondern giengen, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe; Das Evangelium 38 seine Knechte, mißhandelten und tödteten sie. 7. Als aber der König dieses gehört, ward er zornig, sandte seine Heere aus, brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. 8. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet; aber die Geladenen waren es nicht werth. 9. Darum gehet hin auf die Scheidewege der Straßen, und berufet zur Hochzeit, so viele ihr findet. 10. Und die Knechte giengen hinaus auf die Straßen, und brachten zusammen, so viele sie fanden, Böse und Gute, und die Hochzeit ward voll von Gästen. 11. Als nun der König hineingegangen, die Gäste zu besehen, sah er daselbst einen Menschen, der nicht mit einem hochzeitlichen Kleid angethan war, 12. und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. 13. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und nehmet ihn und werfer ihn hinaus in die äußerste Finsterniß. Daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern. 14. Denn Viele sind berufen, aber Wenige auserwählt. II. 15. Da giengen die Pharisäer und hielten Rath, wie sie ihm in der Rede Fallstricke legten. 16. Und sie sandten zu ihm ihre Jünger sammt den Herodianern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaft bist, und den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrest, und dich um Niemand kümmerst; denn du siehst die Person der Menschen nicht an. 17. Darum sage uns, was dünkt Cap. 22. dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? 18. Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Was versuchet ihr mich, ihr Heuchler? 19. Zeiget mir die Münze der Steuer. Sie reichten ihm einen Pfenning dar. 20. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist das Bild und die Ueberschrift? 21. Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. 22. Und als sie das hörten, verwunderten sie sich, und sie ließen ihn, und giengen hinweg. III. 23. An demselben Tage traten Sadducäer zu ihm, die da sagen, es sei keine Auferstehung, und fragten ihn, sprechend: 24. Meister! Moses hat gesagt: So Jemand stirbt ohne Kinder, so soll sein Bruder dessen Weib zur Ehe nehmen, und seinem Bruder Samen erwecken." "" 25. Nun waren bei uns sieben Brüder. Und der erste, nachdem er ein Weib genommen, starb; und weil er feinen Samen hatte, hinterließ er sein Weib seinem Bruder. 26. Deßgleichen auch der andere und der dritte, bis auf den siebenten. 27. Zulegt, nach Allen, starb auch das Weib. 28. In der Auferstehung nun, wessen Weib von den sieben wird sie sein? Denn alle haben sie zum Weibe gehabt. 29. Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Jhr irret, und kennet weder die Schriften noch die Kraft Gottes. 30. Denn in der Auferstehung nehmen sie nicht zur Ehe, und werden auch nicht zur Ehe ge Cap. 22. 23. St. Matthäi. 39 geben, sondern sie sind wie die| Herrn nennt, wie ist er denn sein Engel Gottes im Himmel. Sohn? 31. Von der Auferstehung der Todten aber, habet ihr nicht gelesen, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht: 32. ,, Ich bin der Gott Abrahams, und der Gott Jsaaks, und der Gott Jakobs!" Gott ist nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen. 33. Und da das Volk es hörte, erstaunten sie über seine Lehre. IV. 34. Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft, versammelten sie sich; 35. und einer aus ihnen, ein Geseßgelehrter, fragte ihn, ihn zu versuchen, und sprach: 36. Meister, welches ist das größte Gebot im Gesege? 37. Jesus sprach zu ihm:„ Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit ganzem deinem Herzen, und mit ganzer deiner Seele, und mit ganzem deinem Gemüthe." 38. Das ist das erste und größte Gebot. 39. Das andere aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 40. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Geseß und die Propheten. V. 41. Als nun die Pharisäer bei einander versammelt waren, fragte sie Jesus, sprechend: 42. Was dünft euch von Christo? wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Davids. 43. Er sagt zu ihnen: Wie nennt denn David im Geiste ihn seinen Herrn, indem er spricht: >>> 44. Der Herr hat zu meinem Herrn gesprochen: Sige zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache." 45. So nun David ihn seinen 46. Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch unterstand sich von demselben Tage an Niemand, ihn weiter zu fragen. Das XXIII. Capitel. 1. Strafrede Jesu gegen die Pharisäer. 2. Wehklage über Jerusalem. Da sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern: 2. Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl geseßt. 3. Darum alles, was sie euch zu halten gebieten, das haltet und thut; aber nach ihren Werken thut nicht; denn sie lehren wohl, aber thun es nicht. 4. Denn sie binden schwere und kaum zu tragende Bürden, und legen sie auf die Schultern der Menschen; sie selbst aber wollen dieselben nicht mit einem Finger bewegen. 5. Alle ihre Werke aber thun sie, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen ihre Denkzeddel breit, und die Säume an ihren Kleidern groß, 6. und lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten, und den Vorsig in den Versammlungen, 7. und die Begrüßungen auf den Märkten, und daß sie von den Leuten genannt werden: Rabbi! Rabbi! 8. Jhr aber sollet euch nicht Rabbi nennen lassen, denn Einer ist cuer Meister, Christus; ihr alle aber seid Brüder. 9. Nennet auch Niemand auf Erden euern Bater; denn Einer ist euer Bater, der in den Himmeln. 10. Auch sollet ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn Einer ist euer Lehrer, Christus. 40 11. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. 12. Wer aber sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet werden. Das Evangelium 13. Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr das Himmelreich vor den Menschen zuschließet. Ihr gehet nicht hinein, und die hinein wollen, die lasset ihr nicht hinein gehen. 14. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr der Witwen Häuser fresset, und dabei zum Scheine lange betet. Darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen. 15. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuch ler! daß ihr Meer und Land durchziehet, damit ihr Einen Judengenossen machet; und wenn er es geworden ist, machet ihr ein Kind der Hölle aus ihm, zweifach schlimmer als ihr seid. 16. Wehe euch, blinde Führer! die ihr saget: Wenn Jemand beim Tempel schwört, das ist nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist zu halten schuldig. 17. Ihr Narren und Blinde! was ist doch größer, das Gold, oder der Tempel, der das Gold heiligt? 18. Und: Wenn Jemand beim Altar schwört, das ist nichts; wer aber bei dem Opfer, das darauf ist, schwört, der ist zu halten schuldig. 19. Jhr Narren und Blinde! was ist doch größer, das Opfer, oder der Altar, der das Opfer heiligt? 20. Darum, wer bei dem Altar schwört, der schwört bei demselben, und bei allem, was darauf ist. 21. Und wer bei dem Tempel schwört, der schwört bei demselben, und bei dem, der darin wohnet. Cap. 23. 22. Und wer bei dem Himmel schwört, der schwört bei dem Throne Gottes, und bei dem, der darauf sizet. 23. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr die Münze und den Anis und den Kümmel verzehntet, und lasset die schwerern Stücke des Gesetzes außer Acht, nämlich das Recht, und die Barmherzigkeit, und die Treue. Diese sollte man thun, und jene nicht lassen. 24. Jhr blinden Führer! die ihr die Mücke seibet, das Kameel aber verschlucket. 25. Wehe euch, ihr Schriftge= lehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr das Neußere des Bechers und der Schüssel reiniget: inwendig aber sind sie voll Raubes und Schwelgerei. 26. Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere im Becher und in der Schüssel, auf daß auch ihr Neußeres rein werde. 27. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr geweißeten Gräbern gleich seid, welche äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voll Todtengebeine und allen Unraths sind. 28. Also scheinet auch ihr äußerlich vor den Menschen gerecht, inwendig aber seid ihr voll Heuchelei und Ungerechtigkeit. 29. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr die Gräber der Propheten bauet, und die Denkmäler der Gerechten auszieret, 30. und saget: Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen, theilhaft gemacht an dem Blute der Propheten. 31. So zeuget ihr ja über euch selbst, daß ihr Söhne derer seid, Cap. 23. 24. welche die Propheten haben. 32. Ja, füllet ihr noch das Maß eurer Väter! 33. Ihr Schlangen! ihr Natter gezüchte! wie wollet ihr dem Gerichte der Hölle entgehen? II. 34. Darum, siehe! ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche der selben werdet ihr tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geiBeln in euern Versammlungen, und sie verfolgen von einer Stadt zur andern; St. Matthäi. getödtet 4. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Schet zu, daß euch Niemand verführe! 5. Denn Viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus! und werden Viele verführen. 35. auf daß über euch komme alles gerechte Blut, das auf Erden ist vergossen worden, vom Blut Abels, des Gerechten, an, 6. Ihr werdet aber von Krieg bis auf das Blut Zacharias, des und Kriegsgeschrei hören; sehet Sohnes Barachias, welchen ihr zu, erschrecket nicht, denn es muß getödtet habet zwischen dem Tempel und dem Altar. alles dieses geschehen. Aber es ist das Ende noch nicht. 7. Denn ein Volk wird sich wider das andere, und ein Königreich wider das andere erheben; und es wird hin und wieder Hunger und Pest und Erdbeben sein. 8. Dieses alles aber ist erst der Schmerzen Anfang. 9. Alsdann wird man euch zur Drangsal überliefern und euch tödten; und ihr werdet gehaffet sein von allen Völkern um meines Namens willen. 36. Wahrlich, ich sage euch, solches alles wird über dieses Geschlecht kommen. 37. Jerusalem! Jerusalem! die du die Propheten tödtest, und steinigest, die zu dir gefandt sind! Wie oft hab ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, aber ihr wolltet nicht. 41 2. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerstört werde. 3. Als er aber am Delberg saß, traten die Jünger besonders zu ihm und sprachen: Sag uns, wann wird dieses geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Zukunft und des Endes der Welt sein? 38. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen. 39. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von nun an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Das XXIV. Capitel. 1. Weissagung von der Zerstörung Jerusalems; 2. vom Ende der Welt. 3. Ermahnung zur Wachsamkeit. Und Jesus gieng hinaus, und zog von dem Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, daß sie ihm die Gebäude des Tempels zeigten. 10. Und dann werden Viele sich ärgern, und werden einander verrather, und einander bassen. 11. Und es werden viele falsche Propheten aufstehen, und werden Viele verführen. 12. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nimmt, so wird die Liebe in Vielen erkalten. 13. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig werden. 14. Und dieses Evangelium vom Reiche wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdboden, allen Völ Das Evangelium 42 fern zum Zeugniß, und dann wird das Ende kommen. 15. Wann ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von welchem geredet ist durch Daniel den Propheten, werdet stehen sehen am heiligen Orte,( wer es liefet, der merke darauf!) 16. alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge. 17. Wer auf dem Dache ist, der steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu nehmen. 18. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht wieder zurück, seine Kleider zu nehmen. 19. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in denselben Tagen. 20. Bittet aber, daß eure Flucht nicht des Winters, noch am Sabbath geschehe. 21. Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nie gewesen, und auch nicht mehr sein wird. 22. Und wenn diese Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch errettet werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage abgekürzt werden. 23. Wenn alsdann Jemand zu euch sagen wird: Siche, hier ist Christus, oder dort! so glaubet es nicht. 24. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten auf stehen, und werden große Zeichen und Wunder thun, um, wo es möglich, auch die Auserwählten zu verführen.. 25. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. 26. Darum wenn sie euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in den Kammern! so glaubet es nicht. Cap. 24. 27. Denn wie der Blig ausfährt vom Aufgange und scheint bis zum Niedergange; also wird die Zukunft des Sohnes des Menschen sein. 28. Denn wo das Aas ist, daselbst versammeln sich die Adler. II. 29. Bald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 30. Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde wehklagen, und werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. 31. Und er wird seine Engel aussenden, mit großem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, und von einem Ende des Himmels bis zu dem andern. 32. Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichniß. Wann sein zweig jest faftig wird, und das Laub hervor wächst, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. 33. Also auch ihr, wann ihr dieses alles sehet, so merket, daß er nahe vor der Thür ist. 34. Wahrlich, ich sage euch, es wird dieses Geschlecht nicht vergehen, bis alles dieses geschehen sein wird. 35. Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. 36. Um den Tag aber und die Stunde weiß Niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater. 37. Wie es aber zu Noahs Zeis ten war, also wird es auch bei Cap. 24. 25. St. Matthäi. 43 der Zukunft des Sohnes des da er es nicht erwartet, und zu Menschen sein. einer Stunde, wo er es nicht weiß, 38. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündfluth aßen und tranken, zur Ehe nahmen und gaben, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche gieng; 51. und wird ihn entzwei hauen, und ihm sein Theil mit den Heuchlern geben. Daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern. 39. und es nicht merkten, bis die Sündfluth kam, und sie alle hinwegraffte: also wird es auch bei der Zukunft des Sohnes des Menschen sein. 40. Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen und der andere verlassen. 41. Zwei werden in der Mühle mahlen; eine wird angenommen, und die andere verlassen. III. 42. Darum wachet, da ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommt. 43. Das aber merket, wenn der Hausvater wüßte, in welcher Nachtwache der Dieb käme, so würde er wohl wachen, und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 44. Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu der Stunde, da ihr es nicht meinet. 45. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde segte, daß er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? 46. Selig ist derselbe Knecht, welchen sein Herr, wann er kommt, finden wird, daß er also thut. 47. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter segen. 48. Wenn aber derselbe ein böser Knecht ist, der in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen; 49. und anfängt die Mitknechte zu schlagen, und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken; 50. so wird der Herr dieses Knechtes an einem Tage kommen, Das XXV. Capitel. 1. Gleichniß von den zehn Jungfrauen; 2. von den Talenten. 3. Das letzte Gericht. Alsdann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegen giengen. 2. Fünf aus ihnen waren klug, und fünf thöricht. 3. Die thörichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Del mit sich. 4. Die klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. 5. Als sich nun der Bräutigam säumte, wurden sie alle schläfrig, und schliefen ein. 6. Um Mitternacht aber erscholl ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Gehet hinaus ihm entgegen! 7. Da erwachten die Jungfrauen alle und rüsteten ihre Lampen. 8. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von cuerm Dele, denn unsere Lampen erlöschen. 9. Aber die klugen antworteten und sprachen: Nicht also, damit nicht etwa uns und euch daran gebreche; gehet vielmehr zu den Krämern, und kaufet für euch. 10. Indem sie aber hingiengen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die, welche bereit waren, giengen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. 11. 3ulegt kommen auch die 44 Das Evangelium Cap. 25. übrigen Jungfrauen, und spre- mit denselben zwei andere gechen: Herr, Herr, thu uns auf! wonnen. 12. Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. 13. Darum wachet; denn ihr wisset weder den Tag, noch die Stunde, wann der Sohn des Menschen kommt. II. 14. Gleichwie ein Mann, der außer Land ziehen wollte, seine Knechte berief, und ihnen seine Güter übergab. 15. Dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eines, einem jeden nach seinen Kräften, und reifete also bald weg. 16. Da gieng der, welcher die fünf Talente empfangen, hin, und bandelte mit denselben, und gewann fünf andere Talente. 17. Desgleichen auch der die zwei Talente empfangen, gewann auch zwei andere. 18. Der aber das Eine empfangen, gieng bin, grub in die Erde, und verbarg das Geld seines Herrn. 19. Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte, und rechnete mit ihnen. 20. Da trat der herzu, der die fünf Talente empfangen, und legte noch fünf andere Talente vor, und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe damit fünf andere Talente gewonnen. 21. Sein Herr spricht zu ihm: Wohl, du guter und getreuer Knecht! du bist über Weniges treu gewesen, ich will dich über Vieles segen; gehe ein in die Freude deines Herrn! 23. Sein Herr spricht zu ihm: Wohl, du guter und getreuer Knecht! du bist über Weniges treu gewesen, ich will dich über Vieles seßen; gehe ein in die Freude deines Herrn! 24. Da trat auch der herzu, der das Eine Talent empfangen, und sprach: Herr, ich kannte dich, daß du ein harter Mann bist; daß du schneidest, wo du nicht gesäet, und sammelst, wo du nicht ausgestreuet haft; 25. und ich fürchtete mich, gieng hin und verbarg dein Talent in die Erde. Siehe, da hast du das Deine! 26. Aber sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wußtest du, daß ich schneide, wo ich nicht gesäet, und sammle, wo ich nicht ausge streuet habe; 27. so hättest du mein Geld den Wechslern darschießen sollen, damit ich bei meiner Rückkunft das Meine mit Zinsen empfangen hätte. 28. Darum nehmet ihm das Talent weg, und gebet es dem, der die zehn Talente hat. 29. Denn einem Jeden, der da hat, wird gegeben werden, und er wird Ueberfluß haben; von dem aber, der nicht hat, wird auch das, was er hat, genommen werden. 30. Und den unnüßen Knecht werfet hinaus in die äußerste Finsterniß. Daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern. III. 31. Wann aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit 22. Da trat auch der herzu, der die zwei Talente empfangen, und sprach: Herr, du hast mir zwei Talente übergeben; siehe, ich habe sißen; Cap. 25. 26. St. Matthäi. 45 32. und vor ihm werden alle| und ihr bekleidetet mich nicht; Völker versammelt werden, und er wird sie sondern von einander, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken sondert. krank, und im Gefängnisse, und ihr besuchtet mich nicht. 33. Und die Schafe wird er zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. 44. Dann werden auch sie ihm antworten und sprechen: Herr, wann saben wir dich hungrig, oder durstig, oder als Fremdling, oder nackt, oder frank, oder im Ge34. Dann wird der König denen fängnisse, und dieneten dir nicht? 45. Dann wird er ihnen antzu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Va- worten und sprechen: Wahrlich, ters! ererbet das Reich, das euch ich sage euch, wiefern ihr es nicht bereitet ist von Grundlegung der thatet einem dieser Geringsten, so thatet ihr es auch mir nicht. Welt an. 35. Denn ich hungerte, und ihr gabet mir zu essen; ich dürstete, und ihr tränktet mich; ich war ein Fremdling, und ihr beherbergtet mich; Das XXVI. Capitel. 36. ich war nackt, und ihr be1. Rathschlag der Priester, Jesum kleidetet mich; ich war frank, und ihr besuchtet mich; ich war im zu tödten. 2. Salbung Jeſu in Bethanien. 3. Entdeckung des Verräthers. Gefängnisse, und ihr kamet zu mir. 4. Stiftung des Abendmahls. 5. Jesus 37. Dann werden ihm die Ge- am Delberge. 6. Jesu Gefangenrechten antworten und sprechen: nehmung. 7. Seine Verurtheilung Herr, wann sahen wir dich hun vor dem jüdischen Rathe. 8. Petruš grig, und speisten dich? oder dur- verläugnet ihn. stig, und tränften dich? Und es begab sich, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 2. Ihr wisset, daß nach zwei Tagen der Ueberschritt ist; dann wird der Sohn des Menschen überliefert, daß er gekreuzigt werde. 38. Wann saben wir dich als Fremdling, und beherbergten dich? oder nackt, und bekleideten dich? 39. Wann saben wir dich krank, oder im Gefängnisse, und kamen zu dir? X 40. Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, wiefern ihr es thatet einem dieser meiner geringsten Brüder, so thatet ihr es mir. 41. Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. 46. Und diese werden in die ewige Strafe gehen; die Gerechten aber in das ewige Leben. 42. Denn ich hungerte, und ihr gabet mir nicht zu essen; ich dürstete, und ihr tränktet mich nicht; 43. ich war ein Fremdling, und ihr beherbergtet mich nicht; nackt, 3. Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schrift: gelehrten, und die Aeltesten des Volles, in den Hof des obersten Priesters, der Cajaphas hieß. 4. Und sie bielten mit einander Rath, daß fie Jesum mit List griffen und tödteten. 5. Sie sprachen aber: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volke werde. II. 6. Als nun Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Uussägigen war, 7. trat ein Weib zu ihm mit 46 Das Evangelium Cap. 26. einer alabasternen Flasche voll segte er sich mit den Zwölfen zu köstlicher Salbe, und goß sie auf Tische. sein Haupt, als er zu Tische saß. 8. Da das seine Jünger sahen, wurden sie entrüstet und sprachen: Wozu diese Verschwendung? 9. Denn diese Salbe hätte man theuer verkaufen und den Armen geben können. 10. Da aber Jesus das bemerkte, sprach er zu ihnen: Was machet ihr dem Weibe Mühe? Denn sie hat ein gutes Werk an mir gethan. 11. Die Armen habet ihr allezeit bei euch, mich aber habet ihr nicht allezeit. 12. Daß sie diese Salbe auf meinen Leib goß, das that sie, mich zum Begräbnisse zu rüsten. 13. Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt wird gepredigt werden, da wird auch das gesagt werden, was diese gethan hat, zu ihrem Gedächtniſſe. 14. Da gieng einer der Zwölfe, Namens Judas Iscarioth, zu den Hohenpriestern hin, 15. und sprach: Was wollet ihr mir geben, und ich will ihn euch überliefern? Und sie bestimmten ihm dreißig Silberlinge. 16. Und von da an suchte er Gelegenheit ihn zu verrathen. III. 17. Am ersten Tage nun der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesu, und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir den Ueberschritt zu essen bereiten? 18. Und er sprach: Gehet hin in die Stadt zu einem gewissen, und sprechet zu ihm: Der Meister sagt: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir den Ueberschritt halten mit meinen Jüngern. 19. Und die Jünger thaten, wie ihnen Jesus befohlen, und bereiteten den Ueberschritt. 20. Als es nun Abend geworden, 21. Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer aus euch wird mich verrathen. 22. Da wurden sie sehr betrübt, und fiengen an, einer nach dem andern, ihn zu fragen: Herr, bin ich es? 23. Da antwortete er, und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel tunft, der wird mich verrathen. 24. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn überliefert wird! Es wäre diesem Menschen besser, daß er nicht geboren wäre. 25. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich es, Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt. IV. 26. Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot, und nachdem er es gesegnet, brach er es, und gab es den Jüngern, und sprach: Nehmet, esset! Das ist mein Leib. 27. Und als er den Kelch genommen, und Dank gesagt, gab er ihnen denselben, sprechend: Trinket aus diesem Alle! 28. Denn das ist mein Blut, das Blut des neuen Testamentes, welches für Viele vergossen wird, zur Verzeihung der Sünden. 29. Jch sage euch aber, ich werde von jest an von diesem Gewächse des Weinstocks nicht mehr trinken, bis an dem Tage, da ich es mit euch neu trinken werde im Reiche meines Vaters. V. 30. Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, giengen sie hinaus an den Delberg. 31. Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr alle werdet euch in dieser Nacht an mir ärgern; denn es Cap. 26. St. Mattbäi. 47 66 steht geschrieben:„ Ich werde den sprach: Mein Vater, wenn dieser Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen." 32. Nachdem ich aber werde auf erstanden sein, will ich euch nach Galiläa vorangeben. Kelch nicht an mir vorübergehen fann, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! 43. Und er fommt und findet sie abermal schlafend; denn ihre Augen waren beschwert. 33. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch Alle an dir ärgern werden, so will doch ich mich nimmermehr ärgern. 34. Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn fräht, wirst du mich dreimal verläugnen. 44. Und er verließ sie, gieng wieder hin, betete zum dritten Male, und sprach eben dieselben Worte. 45. Da kommt er zu seinen Jüngern, und spricht zu ihnen: Schlafet, was übrig ist, und ruhet! Siehe, die Stunde ist genahet, da des Menschen Sohn in der Sünder Hände überliefert wird. 46. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verräth, ist ge= nahet. 35. Petrus spricht zu ihm: Und wenn ich auch mit dir sterben müßte, so werde ich dich nicht verläugnen. Gleicherweise sprachen auch die Jünger alle. 36. Da kommt Jesus mit ihnen in ein Gut, genannt Gethsemane. Und er sagt zu den Jüngern: Siget hier, bis ich dorthin gegangen bin und gebetet habe. 37. Und er nahm zu sich den Petrus und die zwei Söhne des Zebedaus, und fieng an bekümmert zu werden und heftig zu zagen. 38. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist um und um bekümmert bis auf den Tod; blei bet hier, und wachet bei mir! VI. 47. Und indem er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölfe, und mit ihm eine große Schaar mit Schwertern und Stangen, von den Hohenpriestern und Aeltesten des Volkes. 48. Der Verräther hatte ihnen aber ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet! 49. Und alsobald trat er zu Jesu und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi! und küßte ihn. 50. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du hier? Da traten sie herzu, legten Hand an Jesum, und griffen ihn. 51. Und siehe, einer von denen, 40. Und er kommt zu den Jün- die bei Jesu waren, streckte die gern und findet sie schlafend, und Hand aus, zog sein Schwert, spricht zu Petrus: So vermochtet und schlug den Knecht des oberihr denn nicht eine Stunde mit sten Priesters, und hieb ihm ein mir zu wachen? Ohr ab. 39. Und er gieng ein wenig vorwärts, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater! Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch, nicht wie ich will, sondern wie du willst. 41. Wachet und betet, damit 52. Da sprach Jesus zu ihm: ihr nicht in Versuchung fallet. Stecke dein Schwert an seinen Der Geist ist zwar geneigt; das Ort! Denn alle, die das Schwert Fleisch aber ist schwach. ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. 53. Oder meinst du, daß ich 42. Wiederum gieng er zum zweiten Male hin und betete und 48 Das Evangelium Cap. 26. nicht jegt meinen Vater bitten| hast es gesagt! Ja ich sage euch, könnte, und er würde mir mehr als von jetzt an werdet ihr den Sohn zwölf Legionen Engel zusenden? des Menschen sehen sigen zur Rechy54. Wie würden denn die Schriften der Macht, und kommen auf ten erfüllet? Es muß also gescheben. den Wolken des Himmels. 55. In derselben Stunde sprach Jesus zu der Schaar: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Täglich saß ich bei euch lehrend im Tempel, und ihr griffet mich nicht. 65. Da zerriß der oberste Priester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert: Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, nun habet ihr seine Lästerung gehört. 66. Was dünft euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. - 56. Aber dieses alles ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllet würden.- Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. VII. 57. Die aber Jesum gegriffen hatten, führten ihn hin zu Cajaphas, dem obersten Priester, wo die Schriftgelehrten und die Aeltesten versammelt waren. 67. Da spien sie in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten; und Andere gaben ihm Backenstreiche und sprachen: 58. Petrus aber folgte ihm von ferne, bis in den Hof des obersten Priesters. Und er gieng hinein, und setzte sich zu den Dienern, den Ausgang zu sehen. 59. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten und der ganze Rath suchten falsches Zeugniß wider Jesum, daß sie ihn zum Tode brächten. 60. Aber sie fanden keines; obgleich viele falsche Zeugen herzu kamen, fanden sie keines. Zulegt aber kamen zwei falsche Zeugen, 61. und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören, und ihn in drei Tagen aufbauen. 62. Und der oberste Priester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts, was diese wider dich zeugen? 63. Jesus aber schwieg. Und der oberste Priester hob an und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist? 64. Jesus spricht zu ihm: Du 68. Christus, weissage uns! Wer ist's, der dich schlug? VIII. 69. Petrus aber saß drauBen im Hof. Und es trat eine Magd zu ihm, und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer. 70. Er aber läugnete vor Allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 71. Als er jegt in den Vorhof hinausgegangen, sah ihn eine Andere; die sprach zu denen, die daselbst waren: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener. 72. Und er läugnete abermal mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht. 73. Ueber ein Kleines aber traten die Umstehenden herzu, und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, auch du bist Einer aus ihnen; denn auch deine Sprache verräth dich. 74. Da fieng er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsobald krähete der Hahn. 75. Und Petrus ward eingedenk des Wortes Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verläugnen. Und er gieng hinaus und weinete bitterlich. Cap. 27. St. Matthäi. 49 Das XXVII. Capitel. III. 11. Jesus aber stand nun vor 1. Jesus wird dem Pilatus über dem Landpfleger; und der Landliefert. 2. Berzweiflung des Judas. pfleger fragte ihn, sprechend: Bist 3. Jesu Verurtheilung, 4. Mißhand- du der König der Juden? Jesus lung, 5. Kreuzigung, 6. Tod, 7. Be- sprach zu ihm: Du sagst es. gräbniß. 8. Verwahrung des Grabes. Ats es nun Morgen geworden, hielten alle Hohenpriester und die Aeltesten des Volkes einen Rath wider Jesum, daß sie ihn zum Tode brächten. 12. Und als er von den Hohenpriestern und Aeltesten verklagt ward, antwortete er nichts. 2. Und sie banden ihn, führten ihn hin und überlieferten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus. II. 3. Da nun Judas, der ihn verrathen, sah, daß er verurtheilt war, reuete es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohen priestern und den Weltesten wieder, und sprach: 4. Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verrieth. Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu! 5. Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich hinus, gieng hin und erhängte sich. 6. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist. 7. Und nachdem sie Rath gehal ten, kausten sie daraus den Acker des Töpfers, den Fremdlingen zum Begräbnisse. 8. Daher wurde derselbe Acker Blutacker genannt, bis auf den heutigen Tag. 9. Da ward erfüllt was geredet ist durch Jeremias den Propheten, der da spricht: Und ich nahm die dreißig Silberlinge, als den Werth des Geschäßten, wie sie ihn geschätzt hatten, von den Kin= dern Israels, 10. und gab sie für den Acker des Töpfers, wie der Herr mir befohlen hatte." 13. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörest du nicht, wie vieles sie wider dich zeugen? 14. Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, ſo daß der Landpfleger sich sehr verwunderte. 15. Aber auf das Fest war der Landpfleger gewohnt, dem Volke einen Gefangenen ledig zu geben, welchen sie wollten. 16. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, genannt Barabbas. 17. Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollet ihr, daß ich euch ledig gebe? den Barabbas, oder Jesum, den man nennt Christus? 18. Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überliefert hatten. 19. Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm, sprechend: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten. 20. Aber die Hohenpriester und Aeltesten beredeten das Volk, dağ sie den Barabbas begehrten, Jesum aber umbrächten. 21. Der Landpfleger aber hob an, und sprach zu ihnen: Welchen von diesen beiden wollet ihr, daß ich euch ledig gebe? Sie sprachen: Den Barabbas. 22. Pilatus spricht zu ihnen: Was soll ich denn dem Jesus thun, den man Christus nennt? Sie sprechen alle zu ihm: Er werde gefreuziget! 4 50 Das Evangelium Cap. 27. 23. Da sagte der Landpfleger: als er es gekostet hatte, wollte Was hat er denn Uebels gethan? er es nicht trinken. Sie aber schrien noch viel mehr und sprachen: Er werde gekreuziget! 24. Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichte, sondern daß vielmehr ein Aufruhr ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volke, sprechend: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! 25. Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme auf uns und auf unsere Kinder! 26. Da gab er ihnen den Barabbas ledig; Jesum aber ließ er geißeln und übergab ihn, daß er gekreuziget werde. IV. 27. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum in das Richthaus, und versammelten über ihn die ganze Kriegsschaar. 28. Und sie zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel um, 29. und flochten eine Krone von Dornen, setzten sie auf sein Haupt, gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und bogen vor ihm die Knie, verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! 30. Und dann spien sie ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen auf sein Haupt. V. 31. Und nachdem sie ihn verspottet, zogen sie ihm den Mantel aus, und legten ihm seine Kleider an, und dann führten sie ihn hin zur Kreuzigung. 32. Judem sie aber hinaus giengen, fanden sie einen Mann von Cyrene, mit Namen Simon; den zwangen sie, daß er sein Kreuz trage. 33. Und als sie an den Ort gekommen, genannt Golgatha, das heißt Schädelort, 34. gaben sie ihm Essig mit Galle vermischt zu trinken; und 35. Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, theilten sie seine Kleider, und warfen das Loos, auf daß erfüllet würde, was geredet ist von dem Propheten: Sie haben meine Kleider unter sich getheilt und über mein Gewand haben sie das Loos geworfen." 36. Und sie saßen und bewachten ihn daselbst. 37. Und sie hefteten über seinem Haupte seine Beschuldigung an, in dieser Aufschrift: Dieser ist Jesus, der König der Juden. 38. Da wurden mit ihm zwei Mörder gekreuzigt, einer zur Rechten, und einer zur Linken. 39. Die Vorübergehenden aber lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: 40. Der du den Tempel zerstörest, und in drei Tagen aufbauest, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steige vom Kreuz herab! 41. Gleicherweise spotteten ſeiner auch die Hohenpriester, samt den Schriftgelehrten und Aeltesten, und sprachen: 42. Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuze herab, und wir wollen ihm glauben. 43. Er hat auf Gott vertraut, der erlöse ihn jegt, so er ihn will. Denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn. 44. Eben so schmäheten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren. VI. 45. Aber von der sechsten Stunde an ward eine Finsterniß über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das Cap. 27. 28. ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 47. Etliche nun der Dastehenden, als sie es hörten, sprachen: Dieser ruft dem Elias. 48. Und alsobald lief einer aus ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, und tränkte ihn. 49. Die Ulebrigen aber sprachen: Halt! lasset uns sehen, ob Elias komme, daß er ihm helfe. St. Matthäi. 50. Jesus aber rief abermal mit lauter Stimme, und gab den Geist auf. 51. Und siehe, der Vorhang im Tempel riß entzwei von oben an bis unten, und die Erde erbebete, und die Felsen spalteten sich. 52. Und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf, 53. und sie giengen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen. 51 59. Und Joseph nahm den Leib, wand ihn in reine Leinwand, 54. Der Hauptmann aber, und die mit ihm Jesum bewachten, als sie das Erdbeben sahen, und was da geschah, fürchteten sich sehr, und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn! 60. und legte ihn in sein neues Grab, welches er in einen Felsen gehauen; und dann wälzte er einen großen Stein vor die Thüre des Grabes, und gieng hinweg. 61. Es war aber daselbst Maria Magdalene, und die andere Maria, die saßen dem Grabe gegenüber. VIII. 62. Des folgenden Tages nun, welches ist der Tag nach dem Rüsttage, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus, und sprachen: 63. Herr, wir erinnern uns, daß dieser Berführer sprach, da er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferstehen. 64. So befiehl nun, daß das Grab sicher verwahrt werde bis an den dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger des Nachts kommen, und ihn stehlen, und zum Volke sagen: Er ist von den Todten auferstanden! und der legte Betrug ärger werde als der erste. 65. Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet die Wache; gehet hin und verwahret es wie ihr könnet. 66. Da giengen sie hin, versiegelten den Stein, und verwahrten das Grab mit der Wache. Das XXVIII. Capitel. 55. Es waren aber daselbst viele Weiber, die von ferne zusahen, welche Jesu von Galiläa gefolgt waren, und ihm gedienet hatten; 1. Jesu Auferstehung. 2. Beste56. unter welchen Maria Mag- chung der Wache durch die Priester. dalene war, und Maria, die 3. Jesu Abschied von den Jüngern. Mutter des Jacobus und Joses, Aber am Sabbath spät, als der und die Mutter der Söhne des erste Tag der Woche anbrach, kam Zebedäus. Maria Magdalene und die andere Maria, das Grab zu besehen. VII. 57. Als es nun Abend war, kam ein reicher Mann von Arimathäa, mit Namen Joseph, der auch selbst ein Jünger Jesu war. 2. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn des Herrn Engel stieg vom Himmel herab, 58. Dieser gieng zu Pilatus, trat herzu, und wälzte den Stein und bat um den Leib Jesu. Davon der Thüre, und segte sich auf befahl Pilatus, daß ihm der Leib denselben. gegeben werde. 3. Und seine Gestalt war wie 4* 52 Das Evangelium St. Matthäi. Cap. 28. ein Blig, und sein Kleid weiß| digten den Hohenpriestern alles, wie Schnee. was geschehen war. 4. Vor seinem furchtbaren Ansehen aber erbebten die Wächter, und waren wie todt. 12. Diese versammelten sich, samt den Aeltesten, und nachdem sie einen Rath gehalten, gaben sie den Kriegsknechten Geld genug, und sprachen: 13. Saget: Seine Jünger kamen des Nachts, und stahlen ihu, während wir schliefen. 5. Der Engel aber wandte sich zu den Weibern, und sprach: Fürchtet euch nicht! denn ich weiß, daß ihr Jesum, den Gekreuzigten, suchet. 6. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her, sehet den Ort, wo der Herr gelegen. 7. Und gehet eilend hin, und saget seinen Jüngern, daß er von den Todten auferstanden. Und siehe, er geht euch voran nach Galiläa; daselbst werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. 8. Und sie giengen eilend hinweg von dem Grabe mit Furcht und großer Freude, und liefen, es seinen Jüngern zu verkündigen. 9. Als sie aber bingiengen, es seinen Jüngern zu verkündigen, siehe, da begegnete ihnen Jesus, und sprach: Seid gegrüßt! Da traten sie herzu, und ergriffen seine Füße, und fielen vor ihm nieder. 10. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gehet hin, verkündiget es meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa hingehen; und daselbst werden sie mich sehen. II. 11. Als sie aber hingiengen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt, und verkün14. Und wenn dieses dem Landpfleger zu Ohren kommt, so wol len wir ihn besänftigen, und machen, daß ihr außer Sorge seid. 15. Diese nahmen das Geld, und thaten, wie sie unterrichtet waren. Und so wurde diese Rede verbreitet unter den Juden bis auf den heutigen Tag. III. 16. Aber die eilf Jünger giengen nach Galiläa, auf den Berg, wohin sie Jesus beschieden hatte. 17. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Das I. Capitel. 1. Johannes Amt, Person und Predigt. 2. Jesus wird getauft und versucht; 3. tritt in Galiläa auf und beruft die Jünger; 4. lehrt und heilet. Der Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes. 2. Wie geschrieben steht in den 18. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen, und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. 19. Darum gehet hin, und mahet zu Jüngern alle Völker, und taufet sie auf den Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. 20. Und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Amen. Das Evangelium St. Marci. Propheten: ,, Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesichte, der deinen Weg vor dir her bereiten wird." 3. ,, Eine Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade!" Cap. 1. Das Evangelium St. Marci. 4. So taufte Johannes in der| 16. Und da er am galiläischen Wüste, und predigte die Taufe der Buße zur Verzeihung der Sünden. 5. Und es gieng zu ihm hinaus das ganze jüdische Land, und die von Jerusalem, und alle wurden von ihm in dem Flusse Jordan getauft, indem sie ihre Sünden Meere wandelte, sah er Simon und seinen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meere, denn sie waren Fischer. 17. Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen. bekannten. 6. Johannes aber war bekleidet mit Kameelhaaren und mit einem ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und wilden Honig. 7. Und er predigte und sprach: Es kommt Einer nach mir, der stärker ist als ich, dem ich nicht werth bin, vor ihm gebückt, den Schuhriemen aufzulösen. 8. Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen. II. 9. Und es begab sich denselben Tagen, daß Jesus von Nazareth in Galiläa kam und von Jobannes im Jordan getauft ward. 10. Und alsobald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel offen, und den Geist wie eine Taube auf ihn herab steigen. 11. Und eine Stimme erscholl aus den Himmeln: Du bist mein Sohn, der Geliebte, an welchem ich Wohlgefallen habe. 12. Und alsobald treibt ihn der Geist hinaus in die Wüste. 13. Und er war daselbst in der Wüste vierzig Tage, und ward vom Satan versucht; und er war bei den Thieren; und die Engel dieneten ihm. III. 14. Nachdem aber Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa, und predigte das Evangelium des Reiches Gottes, 15. und sprach: Die Zeit ist er füllet, und das Reich Gottes ist genahet; thut Buße und glaubet an das Evangelium. 53 18. Da verließen sie alsobald ihre Neße, und folgten ihm nach. 19. Und als er von da ein wenig weiter gieng, sah er Jacobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, welche auch im Schiffe die Neße ausbesserten. 20. Und alsobald berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Taglöhnern im Schiffe, und folgten ihm nach. IV. 21. Und sie giengen hinein gen Capernaum; und er trat alfobald am Sabbath in die Versammlung und lehrte. 22. Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie, als einer, der Gewalt hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. 23. Und es war in ihrer Versammlung ein Mensch mit einem unreinen Geiste, der schrie, 24. und sprach: Ach! was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. 25. Und Jesus beschalt ihn, und sprach: Verstumme, und fahre aus von ihm! 26. Und der unreine Geist, nachdem er ihn hin und her gerissen, und mit lauter Stimme geschrien, fuhr von ihm aus. 27. Und sie erstaunten alle, so daß sie sich unter einander befragten, und sprachen: Was ist das? was für eine neue Lehre ist das? Denn er gebietet auch den unrei 54 Das Evangelium Cap. 1. 2. nen Geistern mit Macht, und sie| ner, streckte die Hand aus, rührte gehorchen ihm. ihn an, und sprach zu ihm: Ich will es, sei gereinigt! 28. Und das Gerücht von ihm breitete sich alsbald aus in die ganze umliegende Landschaft von Galiläa. 42. Und da er redete, wich der Aussaß alsobald von ihm, und er ward rein. 29. Und sie giengen aus der Versammlung alsobald in das Haus Simons und Andreas, mit Jacobus und Johannes. 43. Und er drohte ihm ernstlich und hieß ihn alsobald weggehen, 44. und sagte zu ihm: Siehe zu, daß du Niemand etwas sagest; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester, und opfere für deine Reinigung, was Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugniß. 30. Simons Schwieger aber lag krank und hatte das Fieber, und sie sagten ihm alsobald von ihr. 31. Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand, und richtete sie auf; 45. Als er aber hinweggeganund das Fieber verließ sie also- gen, fieng er an es vielfach zu bald, und sie dienete ihnen. verkündigen, und die Sache ruch32. Als es aber Abend gewor- bar zu machen, also daß Jesus den, und die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle, die krank und besessen waren. von da an nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einöden Orten, und sie kamen zu ihm von allen Enden. 33. Und die ganze Stadt war vor der Thüre versammelt. 34. Und er heilte Viele, die mit mancherlei Krankheiten behaftet waren; und er trieb viele Teufel aus, und ließ die Teufel nicht reden, denn sie kannten ihn. 35. Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, gieng hinaus an einen einöden Ort, und betete daſelbst. 36. Und Simon, samt denen, die bei ihm waren, eilten ihm nach. 37. Und als sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann suchet dich. 38. Und er spricht zu ihnen: Laßt uns in die nächsten Flecken gehen, auf daß ich auch daselbst predige; denn dazu bin ich ausgegangen. 39. Und er predigte durch ganz Galiläa in ihren Versammlungen, und trieb die Teufel aus. 40. Und ein Aussäßiger kam zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie, und sprach: Wenn du willst, so kannst du mich reinigen. 41. Da erbarmte sich Jesus seiDas II. Capitel. 1. Jesus heilt einen vom Schlage Getroffenen; 2. beruft den Matthäus; 3. vertheidigt seine Jünger in Ansehung des Fastens, und 4. des Aehrenessens am Sabbath. Und nach etlichen Tagen gieng er wieder gen Capernaum; und da man hörte, daß er im Hause wäre, 2. versammelten sich alsobald Viele, so daß sie nicht mehr Plaß hatten, auch nicht draußen bei der Thüre, und er predigte ihnen das Wort. 3. Und man brachte einen, den der Schlag getroffen, zu ihm, der von Bieren getragen wurde. 4. Und da sie vor dem Volke sich ihm nicht nahen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war, und nachdem sie durchgebrochen, lieBen sie das Bett, worauf der Schlagflüssige lag, herab. 5. Als aber Jesus ihren Glanben sah, sprach er zu dem Schlag St. Marci. Cap. 2. flüssigen: Sohn! deine Sünden find dir vergeben. 6. Es waren aber etliche der Schriftgelehrten, die saßen daselbst, und dachten in ihren Herzen: 7. Was redet dieser solche Lästerungen? Wer fann Sünden vergeben, als nur allein Gott? 8. Und alsobald merkte Jesus in seinem Geiste, daß sie also bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denket ihr solches in euern Herzen? 9. Was ist leichter? zu dem Schlagflüssigen sagen: Deine Sünden sind dir vergeben? oder sagen: Steh auf, nimm dein Bett und wandle? 10. Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Schlagflüssigen: 11. Ich sage dir, stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe hin in dein Haus. 12. Und er stand alsobald auf, hob sein Bett auf, und gieng vor aller Augen hinaus; also daß sie alle erstaunten, und Gott priesen, sprechend: Noch nie haben wir solches gesehen. 55 ist das, daß er mit den Zöllnern und Sündern ist und trinkt? 13. Und er gieng wieder an das Meer hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. II. 14. Und als er vorüber gieng, sah er Levi, des Alphäus Sohn, am Zoll figen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach. Und er stand auf und folgte ihm nach. 15. Und es begab sich, als er im Hause desselben zu Tische saß, so seßten sich auch viele Zöllner und Sünder mit Jesu und seinen Jüngern zu Tische; denn es waren Viele, die ihm nachfolgten. 17. Und als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen zu berufen Gerechte, sondern Sünder zur Buße. III. 18. Und die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasteten, und sie kamen zu ihm und sagten: Warum fasten die Jünger des Johannes, und die Jünger der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 19. Und Jesus sprach zu ihnen: können die Hochzeitleute fasten, so lange der Bräutigam bei ihnen ist? So lange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. 20. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam wird von ihnen genommen sein, und dann werden sie fasten in denselben Tagen. 21. Und niemand seht ein Stück rohen Tuches auf ein altes Kleid; sonst reißt das neue Stück dem alten ab, und der Riß wird ärger. 22. Und Niemand fasset neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben; sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche fassen. IV. 23. Und es begab sich, daß er am Sabbath durch die Saat wandelte. Und seine Jünger fiengen an auf dem Wege die Achren abzustreifen. 24. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, warum thun sie am Sabbath, was nicht erlaubt ist? 25. Und er sprach zu ihnen: Habet ihr niemals gelesen, was David that, da er es vonnöthen hatte, und ihn und die bei ihm 16. Und als die Schriftgelehrten und Pharisäer ihn mit den Zöllnern und Sündern essen sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Was waren, hungerte? 56 Das Evangelium Cap. 2. 3. eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach und aus Judäa, 26. Wie er in das Haus Gottes nen Jüngern an das Meer; und hinein gieng unter dem obersten Priester Abiathar, und die Schaubrote aß, die Niemand essen darf, als nur die Priester, und auch denen davon gab, die bei ihm waren? 8. und von Jerusalem, und aus Idumäa, und von jenseits des Jordans, und die aus der Gegend von Tyrus und Sidon, eine große Menge, da sie gehört hatten, wie große Dinge er that, kamen fie zu ihm. 9. Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein Schifflein bereit zu halten um des Volkes willen, damit fie ihn nicht drängten. 10. Denn er heilte Viele, so daß alle, die eine Plage hatten, auf ihn eindrangen, um ihn an27. Und er sprach zu ihnen: Der Sabbath ward um des Menschen willen, nicht der Mensch um des Sabbaths willen. 28. Also ist des Menschen Sohn auch Herr des Sabbaths. Das III. Capitel. 1. Jesus heilt einen Lahmhändigen am Sabbath; 2. entweicht ans Meer und heilt daselbst; 3. erwählt zwölf zurühren. Apostel; 4. vertheidigt sich wider die 11. Und die unreinen Geister, Lästerung der Pharisäer. 5. Die Ver- wenn sie ihn erblickten, fielen vor wandten Jesu. Und er gieng wiederum in die Versammlung. Und es war daselbst ein Mensch, der hatte eine dürre Hand. 2. Und sie gaben Acht auf ihn, ob er ihn am Sabbath heilen würde, auf daß sie ihn verklagten. 3. Und er spricht zu dem Menschen, der die dürre Hand hatte: Steh auf in die Mitte! 4. Und er spricht zu ihnen: Ist es erlaubt am Sabbath Gutes zu thun, oder Böses zu thun, das Leben zu erhalten, oder zu tödten? Sie aber schwiegen. 5. Und indem er sie rings um her mit Zorn ansah, betrübt we gen der Verstocktheit ihres Her zens, spricht er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand ward ihm wieder gesund, wie die andere. II. 6. Da giengen die Pharisäer hinaus, und hielten alsobald mit den Herodianern Rath wider ihn, daß sie ihn umbrächten. 7. Und Jesus entwich mit sei ihm nieder, schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes. 12. Und er drohte ihnen sehr, daß sie ihn nicht bekannt machen sollten. III. 13. Und er stieg auf den Berg, und berief zu sich, die er wollte; und sie kamen zu ihm. 14. Und er ordnete zwölfe, daß sie bei ihm seien, und daß er sie aussende zu predigen; 15. und daß sie Macht haben, die Krankheiten zu heilen, und die Teufel auszutreiben; 16. den Simon, dem er den Namen Petrus beilegte; 17. und Jacobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jacobus, denen er den Namen Boanerges, das ist, Donnersöhne, beilegte; 18. und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jacobus, des Alphäus Sohn, Thaddäus, Simon den Cananiten, 19. und Judas Iscarioth, der ihn auch verrieth. 20. Und sie kamen in das Haus, und das Volk kam abermal zu St. Marci. Cap. 3. 4. sammen, so daß sie nicht einmal Speise zu sich nehmen konnten. 21. Und als die Seinigen es hörten, giengen sie aus, daß sie ihn griffen; denn sie sagten: Er ist nicht bei sich selbst. IV. 22. Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herab ge kommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebub, und durch den Obersten der Teufel treibt er die Teufel aus. 23. Da berief er sie zu sich, und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann ein Satan den andern austreiben? 24. Und wenn ein Reich wider sich selbst uneinig ist, so kann ein folches Reich nicht bestehen. 25. Und wenn ein Haus wider sich selbst uneinig ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen. 26. Und wenn der Satan wider sich selbst aufsteht und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, son dern er nimmt ein Ende. 57 deine Mutter und deine Brüder sind draußen, und suchen dich. 33. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter, oder meine Brüder? 34. Und indem er rings herum die um ihn Sißenden ansab, spricht er: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! 35. Denn wer den Willen Gottes thut, derselbe ist mein Bruder, und meine Schwester, und Mutter. 27. Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen, und seinen Hausrath rauben, es sei denn, daß er den Starken zuvor binde; dann erst wird er sein Haus berauben. 28. Wahrlich, ich sage euch, es werden den Menschenkindern alle Sünden verziehen werden und die Lästerungen, womit sie immer lästern: 29. Wer aber wider den heiligen Geist lästern wird, der hat in Ewigkeit keine Verzeihung, sondern er ist ewiger Strafe schuldig. 30. Weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist. V. 31. Gs tamen nun seine Brüder und seine Mutter; und da sie draußen standen, schickten sie zu ihm, und ließen ihn rufen. 32. Und das Volk saß um ihn her. Und sie sagten ihm: Siche, Das IV. Capitel. Gleichnisse 1. vom Säemann; 2. vom aufwachsenden Samen; 3. vom Senfkorn. 4. Stillung des Seesturms. Und er fieng abermal an zu lehren am Meere. Und es versammelte sich zu ihm viel Volk, also daß er in das Schiff stieg, und auf dem Meere saß; und alles Volk war auf dem Land am Meere. 2. Und er lehrte sie in Gleichnissen viele Dinge, und sagte zu ihnen in seiner Lehre: 3. Höret zu! Siehe, es gieng ein Säemann aus zu säen. 4. Und es begab sich, indem er säete, daß Einiges auf den Weg fiel; und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf. 5. Anderes aber fiel auf das Steinichte, wo es nicht viel Erde hatte; und es gieng alsobald auf, darum weil es nicht tiefe Erde hatte. 6. Als aber die Sonne aufgieng, ward es verbrannt; und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrete es. 7. Und Anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf, und erstickten es, und es gab feine Frucht. 8. Und Anderes fiel in den guten Grund, und gab Frucht, die da aufwuchs und zunahm; und eines trug dreißigfältig, eines sechzigfältig, und eines hundertfältig. 58 Das Evangelium Cap. 4. 9. Und er sprach zu ihnen: Wer| guten Grund empfiengen, sind die, Ohren hat zu hören, der höre! 10. Als er nun allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, sammt den Zwölfen, um dieses Gleichniß. welche das Wort hören und es aufnehmen, und Frucht tragen, einer dreißigfältig, einer sechzigfältig, und einer hundertfältig. 21. Und er sprach zu ihnen: kommt auch das Licht, daß es unter den Scheffel, oder unter das Bett gesetzt werde? und nicht vielmehr, daß man es auf den Leuchter sege? 11. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben das Geheimniß des Reiches Gottes zu erkennen, denen aber, die draußen sind, wird Alles in Gleichnissen zu Theil; 12. auf daß sie mit Augen sehen, und doch nicht erkennen, und mit Ohren hören, und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren, und ihnen die Sünden vergeben werden. 13. Und er spricht zu ihnen: Verstehet ihr dieses Gleichniß nicht, wie werdet ihr alle Gleichnisse verstehen? 14. Der Säemann ist, der das Wort fäet. 15. Die am Wege sind die, wo das Wort gesäet wird, und wann sie es gehört haben, kommt alsobald der Satan, nnd nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesäet worden. 16. Gleicherweise, die den Samen auf das Steinichte empfangen, sind die, welche das Wort hören, und es alsobald mit Freuden auf nehmen; 17. aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind unbeständig; hernach wann Trübsal oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, ärgern sie sich alsobald. 18. Und die den Samen unter die Dornen empfangen, sind die, welche das Wort hören; 19. aber die Sorgen dieser Welt, und der Betrug des Reichthums, und die Begierden nach andern Dingen dringen ein, und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. 20. Und die den Samen in den 22. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, und nichts geschieht heimlich, als nur daß es an den Tag komme. 23. Wer Ohren hat zu hören, der höre! 24. Und er sprach zu ihnen: Sehet zu, was ihr höret! Mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden, und euch, die ihr höret, wird zugelegt werden. 25. Denn wer hat, dem wird gegeben werden; und wer nicht hat, von dem wird auch das, was er hat, genommen werden. II. 26. Und er sprach: Das Reich Gottes ist so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft, 27. und er schläft und steht auf, Nacht und Tag, und der Same wächst und gehet auf, ohne daß er es weiß. 28. Denn die Erde trägt von selbst Frucht; zum ersten das Gras, hernach die Nehre, dann den vollen Weizen in der Nehre. 29. Wann nun die Frucht sich darbietet, schickt er alsobald die Sichel hin; denn die Ernte ift vorhanden. III. 30. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen? oder unter was für einem Gleichnisse wollen wir es darstellen? 31. Es ist gleich einem Senfforne, welches, wann es in die Cap. 4. 5. St. Marci. 59 Erde gefäet wird, das Kleinste ist| Und sie kamen jenseits des Meeunter allen Samen auf Erden. res, in die Landschaft der Gada32. Und wann es gesäet ist, so steigt es auf, und wird größer als alle Gartengewächse, und ge winnt große Zweige; also daß die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können. 33. Und in vielen solchen Gleichnissen trug er ihnen seine Lehre vor, sowie sie es zu hören vermochten. 34. Ohne Gleichniß aber redete er nicht zu ihnen; seinen Jüngern aber legte er Alles besonders aus. IV. 35. Und an demselben Tage, als es Abend war, sprach er zu ihnen: Laffet uns hinüber fahren. 36. Und nachdem sie das Volk entlassen, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiffe war; es waren aber auch andere Schiffe bei ihm. 37. Und es erhob sich ein großer Windsturm, nnd die Wellen schlugen in das Schiff, also daß es bereits voll ward. 38. Und er war auf dem Hintertheile des Schiffes und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn und sprachen zu ihm: Meister, achtest du dessen nicht, daß wir umfommen? 39. Und er stand auf, beschalt den Wind, und sprach zum Meere: Schweig! verstumme! Und der Wind legte sich, und es ward eine große Stille. 10. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? wie habet ihr keinen Glauben? rener. 2. Und als er aus dem Schiffe getreten, lief ihm alsobald aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geiste entgegen, 3. der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und Niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten; 41. Und sie geriethen in große Furcht, und sprachen unter einander: Wer ist doch dieser, daß auch der Wind und das Meer ihm gehorsam find? 4. denn schon oft war er mit Fußbanden und Ketten gebunden gewesen, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen, und die Fußbande zerbrochen; und Niemand mochte ihn bändigen. 5. Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich selbst mit Steinen. 6. Als er aber Jesum von ferne sah, lief er zu, und fiel vor ihm nieder, 7. und schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesu, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht peinigest. 8. Denn er batte zu ihm gesagt: Du unreiner Geist, fahr aus von diesem Menschen! 9. Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er antwortete und sprach: Mein Name ist Legion, denn unser sind viele. 10. Und er bat ihn sehr, daß er sie nicht aus dieser Gegend verweise. 11. Es war aber daselbst an den Bergen eine große Herde Schweine auf der Weide. 12. Und die Teufel baten ihn, und sprachen: Schicke uns in die Schweine, daß wir in dieselben Das V. Capitel. 1. Befreiung eines Besessenen. 2. Heilung des Blutflüssigen Weibes. fahren. 3. Erweckung der Tochter des Jairus. 13. Und alsobald erlaubte es 60 Das Evangelium Cap. 5. ihnen Jejus. Und die unreinen und lege ihr die Hände auf, daß Geister fuhren aus, und fuhren ihr geholfen werde und sie lebe. in die Schweine. Und die Herde stürzte sich von dem Abhange in das Meer( ihrer waren bei zweitausend), und sie ertranten im Meere. 24. Und er gieng mit ihm; und es folgte ihm viel Bolk nach, und fie drängten ihn. 25. Und es war ein Weib, die hatte zwölf Jahre den Blutfluß; 14. Die Hirten aber flohen, und 26. und hatte viel erlitten von verkündigten es in der Stadt und vielen Aerzten, und all ihr Gut auf dem Lande. Und sie giengen aufgewendet, ohne daß es ihr gehinaus zu sehen, was da gesche- holfen, sondern es ward vielmehr hen war. schlimmer mit ihr. 15. Und sie kommen zu Jesu, und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt, sigend und bekleidet und vernünftig, und sie fürch- Kleid an. teten sich. 16. Und die es gesehen, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen, und von den Schweinen. 17. Da fiengen sie an ihn zu bitten, daß er von ihren Grenzen hinweg ziehe. 18. Und als er in das Schiff trat, bat ihn der beseffen gewesene, daß er bei ihm bleiben dürfe. 19. Aber Jesus ließ es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe in dein Haus zu den Deinen, und verkündige ihnen, was der Herr dir Großes gethan, und wie er fich deiner erbarmt habe. 27. Als sie nun von Jesu gehört, kam sie unter dem Volke von hinten herzu, und rührte sein II. 21. Und als Jesus im Schiffe wieder hinübergefahren war, versammelte sich viel Volk zu ihm; und er war am Meere. 28. Denn sie sprach: Wenn ich nur seine Kleider anrühre, so wird wird mir geholfen werden. 29. Und alsobald vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte es am Leibe, daß sie von dieser Plage geheilt worden. 30. Und alsobald bemerkte Jesus bei sich selbst die Kraft, die von ihm ausgegangen war, und wandte sich unter dem Volke um, und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt? 31. Und seine Jünger sprachen zu ihm: Du siehst das Volk, das dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt? 20. Und er gieng hin, und fieng 32. Und er blickte umher, diean in den zehn Städten zu ver- jenige zu sehen, die dieses ge kündigen, was Jesus ihm Großes than hatte. gethan habe, und Jedermann verwunderte sich. 33. Aber das Weib, mit Furcht und Zittern, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, kam und fiel vor ihm nieder, und sagte ihm die ganze Wahrheit. 34. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Gehe hin im Frieden, und sei von deiner Plage gesund! 22. Und siehe, es kam einer der Obersten der Versammlung, mit Namen Jairus; und als er ihn erblickte, fiel er ihm zu Füßen, III. 35. Da er noch redete, 23. und bat ihn sehr, sprechend: kamen etliche von den Leuten des Mein Töchterlein liegt in den leß- Obersten der Versammlung, die ten Zügen: Ich bitte dich, komm sprachen: Deine Tochter ist ge St. Marci. 61 weiter| Woher kommt diesem solches? und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und daß auch solche Thaten durch seine Hände geschehen? 3. Ist dieses nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder des Jacobus und Joses und Judas und Simon? und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. Cap. 5. 6. storben, was bemühest du den Meister? 36. Sobald aber Jesus dieses Wort hörte, sprach er zum Obersten der Bersammlung: Fürchte dich nicht, glaube nur! 37. Und er ließ Niemand ihm folgen, als den Petrus und Jacobus und Johannes des Jacobus Bruder. 38. Und er fommt in das Haus des Obersten der Versammlung, und sieht ein Getümmel, und Weinende und laut Heulende. 39. Und er gieng hinein und spricht zu ihnen: Was machet ihr ein Getümmel, und weinet? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. 40. Und sie verlachten ihn. Er aber, nachdem er Alle hinausgewiesen, nahm er zu sich des Kindes Vater und Mutter, samt denen, die bei ihm waren, und gieng hinein, wo das Kind lag. 41. Und er ergriff des Kindes Hand, und sprach zu ihm: Talitha kumi, das ist verdollmetschet: Mägdlein, ich sage dir, steh auf! 42. Und alsobald stand das Mägdlein auf, und wandelte; denn es war zwölf Jahre alt. Und fie geriethen in großes Erstaunen. 43. Und er verbot ihnen ernstlich, daß Niemand dieses erfahre; und er befahl, ihr zu essen zu geben. 4. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet, als in seinem Vaterlande, und bei seinen Verwandten, und in seinem Hause. 5. Und er konnte daselbst keine Wunderthat thun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auf legte, und sie heilte. 6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens, und zog in die Flecken rings umher und lehrte. II. 7. Und er berief die Zwölfe zu sich, und fieng an, sie, je zwei und zwei, auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. 8. Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen, als nur einen Stab; keine Tasche, kein Brot, kein Geld in den Gürtel; 9. sondern nur Sohlen an den Füßen tragen, und nicht zwei Röcke anziehen. 10. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus eintreten werdet, darin bleibet, bis ihr von dannen ziehet. 11. Und wo sie euch nicht aufs nehmen, noch euch hören werden, da ziehet von dannen, und schütz telt den Staub von euern Füßen, ihnen zum Zeugniß. Wahrlich, ich sage euch: Es wird Sodom und Gomorrha am Tage des Ges richtes erträglicher gehen, als derDas VI. Capitel. 1. Jesus lehrt zu Nazareth, 2. sendet die Apostel aus. 3. Enthauptung des Johannes. 4. Speisung der Fünf tausend. 5. Wandeln auf dem Meer. Und er zog von dannen, und kam in seine Baterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach. 2. Und als es Sabbath war, fieng er an in der Versammlung zu lehren, und Viele, die zuhörten, erstaunten, und sprachen: selben Stadt. 62 Das Evangelium Cap. 6. 12. Und sie giengen aus, und| Bitte von mir, was du willst, predigten, daß man Buße thun solle; und ich will es dir geben. 13. und trieben viele Teufel aus, und salbten viele Kranke mit Del, und heilten sie. III. 14. Und der König Herodes hörte das( denn sein Name ward bekannt) und sprach: Johannes, der Täufer, ist von den Todten auferstanden, darum wirken diese Kräfte in ihm. 15. Andere sprachen: Es ist Elias; Andere aber: Es ist ein Prophet, oder wie einer der Propheten. 16. Da es also Herodes gehört, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe: der ist von den Todten auferstanden. 17. Denn er, Herodes, hatte den Johannes greifen lassen, und ihn in dem Gefängnisse gebunden, wegen der Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zum Weibe genommen hatte. 18. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Weib zu haben. 19. Herodias aber stellete ihm nach, und wollte ihn tödten, und vermochte es nicht. 20. Denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war, und bewahrte ihn; und vieles, was er von ihm hörte, that er, und hörte ihn mit Lust. 21. Und als ein gelegener Tag kam, da Herodes seinen Großen und Obersten, und den Bornehmsten des galiläischen Landes, an seinem Geburtstage ein Gastmahl gab; 22. da trat der Herodias Tochter herein, und tanzte, und es gefiel dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: 23. Und er schwur ihr: Was du auch von mir bitten wirst, das will ich dir geben, bis auf den halben Theil meines Königreiches. 24. Da gieng sie hinaus, und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die aber sprach: Das Haupt Johannes, des Täufers. 25. Und alsobald gieng sie eilend hinein zum Könige, bat und sprach: Ich will, daß du mir jest zur Stunde auf einer Schüssel das Haupt Johannes, des Täufers, gebest. 26. Da ward der König sehr betrübt; doch um des Eides, und um derer willen, die mit ihm zu Tische saßen, wollte er ihre Bitte nicht ungewährt lassen. 27. Und der König schickte alsobald einen Trabanten hin, und befahl, daß sein Haupt gebracht werde. 28. Dieser gieng hin, und enthauptete ihn in dem Gefängnisse, und brachte sein Haupt auf einer Schüssel, und gab es dem Mädchen; und das Mädchen gab es ihrer Mutter. 29. Und als es seine Jünger gehört, kamen sie, und nahmen seinen Leichnam, und legten ihn in ein Grab. IV. 30. Und die Apostel kamen bei Jesu zusammen, und verkündigten ihm alles, was sie gethan, und was sie gelehrt hatten. 31. Und er sprach zu ihnen: kommet ihr beiseite an einen einöden Ort, und ruhet ein wenig! Denn es waren viele, die ab und zu giengen, und sie hatten auch nur nicht Zeit zu essen. 32. Und sie fuhren zu Schiffe an einen einöden Ort beiseite. 33. Und das Volk sah sie hin weg fahren, und es erkannten ihn viele; und sie liefen aus allen Cap. 6. Städten zu Lande dahin ihnen zuvor, und kamen bei ihm zusammen. 34. Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Menge, und erbarmte sich über sie, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fieng an, sie viele Dinge zu lehren. St. Marci. 35. Und als nun der Tag fast vorüber war, traten seine Jünger zu ihm, und sagten: Dieses ist ein einöder Ort, und der Tag fast vorüber. 36. Laß sie von dir, daß sie hingehen in die Dörfer und Flecken rings umher, und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen. 63 V. 45. Und alsobald nöthigte er seine Jünger in das Schiff zu steigen, und vor ihm hinüber zu fahren nach Bethsaida, bis er das Volk entlaſſe. 46. Und nachdem er sie verabschiedet hatte, gieng er auf den Berg zu beten. 47. Und da es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem Meere, und er allein auf dem Lande. 48. Und er sah, daß sie im Rudern Noth litten; denn der Wind war ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen, wandelnd auf dem Meere, und wollte bei ihnen vorüber gehen. 49. Als sie ihn aber auf dem Meere wandeln sahen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien. 50. Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Und er redete alsobald mit ihnen, und sprach zu ihnen: Seid getrost! Ich bin es; fürchtet euch nicht. 51. Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten bei sich selbst über die Maßen, und verwunderten sich. 37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen, und für zweihundert Pfenninge Brot kaufen, und ihnen zu essen geben? 38. Er aber sprach zu ihnen: Wie viel Brote habet ihr? Gebet hin und sehet. Und als sie es erkundigt, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische. 39. Und er befahl ihnen, daß sich alle nach Gesellschaften in das grüne Gras segen sollten. 40. Und sie setzten sich nach Abtheilungen, je hundert und hundert, und je fünfzig und fünfzig. 41. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, und brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, daß sie ihnen dieselben vorlegten; auch die zwei Fische theilte er unter alle. 42. Und sie aßen alle, und wurden satt. 43. Und sie hoben auf von den Stücken zwölf Körbe voll, und von den Fischen. 44. Und derer, welche die Brote gegessen hatten, waren bei fünftausend Männer 52. Denn sie waren nicht verständig geworden über den Broten; denn ihr Sinn war verhärtet. 53. Und sie fuhren hinüber und kamen in das Land Genesaret, und landeten an. 54. Und als sie aus dem Schiffe traten, erkannten die Leute ihn alsobald, 55. und durchliefen die ganze umliegende Landschaft, und fiengen an, die Kranken auf den Betten herum zu tragen, wo sie hörten, daß er da sei. 56. Und wo er einzog in Flecken oder Städte oder Dörfer, da legten sie die Kranken auf die Gassen, und baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren 64 Das Evangelium Cap. 7. dürften. Und so viele ihn anrühr- tes, auf daß ihr eure Sagung ten, denen ward geholfen. haltet. 10. Denn Moses hat gesprochen: Ehre deinen Vater und deine Mutter"; und;" Wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben." 11. Jhr aber saget: Wenn Jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: Es ist Korban, das ist, zum Opfer vergabet, was von mir dir zu Gute kommen sollte; 12. so muß er für seinen Bater oder seine Mutter nichts weiter Ibun. Das VII. Capitel. 1. Jesus verwirft die Menschen sagungen; 2. heilt die Cananäische Tochter, und 3. einen Taubstummen. Und es versammelten sich zu ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren. 2. Und da sie etliche seiner Jünger mit gemeinen, das ist, mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen, beschalten sie dieselben. 3. Denn die Pharisäer und alle 13. Also hebet ihr mit eurer SaJuden essen nicht, sie haben denngung, die ihr aufgesetzt habet, das die Hände ordentlich gewaschen, Wort Gottes auf; und dergleichen und halten an der Sazung der thut ihr viel. Alten. 14. Und er rief alles Volk zu sich, und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und merket! 15. Nichts was von außen in den Menschen hineinkommt, fann ihn verunreinigen; sondern die Dinge, die von ihm ausgehen, die sind es, die den Menschen verunreinigen. 16. Hat Jemand Ohren zu hören, der höre! 17. Und als er vom Volke weg in das Haus gegangen, fragten ihn seine Jünger über das Gleichniß. 18. Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Merket ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? 19. Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch; und geht fort durch den natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt. 20. Er sprach aber: Was aus dem Menschen herausgeht, das verunreinigt den Menschen. 21. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen kommen hervor die bösen Gedanken, Ehebruch, Hurereien, Todtschläge, 4. Und wenn sie vom Markte kommen, essen sie nicht, sie seien denn gewaschen. Und solcher Dinge sind viele, die sie zu halten angenommen, nämlich die Waschungen der Becher und Krüge, und ehernen Geschirre, und Tische. 5. Da fragten ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Sagung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen? 6. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesajas von euch Heuchlern geweisfaget, wie geschrieben steht: ,, Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, ihr Herz aber ist fern von mir. 7. Aber vergeblich ehren sie mich, weil sie solche Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind." 8. Denn ihr verlasset das Gebot Gottes, und haltet die Sagung der Menschen, die Waschungen der Krüge und Becher, und viel andres dergleichen thut ihr. 9. Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerfet ihr das Gebot Got St. Marci. Cap. 7. 8. 22. Diebstähle, Geiz, Bosheiten, List, Ueppigkeit, Neid, Lästerung, Soffart, Eitelkeit. 23. Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus, und verunreinigen den Menschen. II. 24. Und er erhob sich von da, und begab sich an die Grenzen von Tyrus und Sidon. Und als er in ein Haus trat, wollte er nicht, daß es Jemand erfahre, und konnte doch nicht verborgen bleiben. 25. Denn ein Weib hatte von ihm gehört, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und fie kam und fiel ihm zu Füßen, 26.( sie war aber ein heidnisches Weib, aus Syrophönicien gebürtig) und sie bat ihn, daß er den Teufel von ihrer Tochter austreibe. 27. Aber Jesus sprach zu ihr: Laß zuvor die Kinder satt werden; denn es ist nicht gut, daß man das Brot der Kinder nehme, und es den Hündlein vorwerfe. 28. Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr! doch essen auch die Hündlein unter dem Tische von den Brosamen der Kinder. 65 | in seine Ohren, spie, und berührte seine Zunge. 34. Dann blickte er gen Himmel auf, seufzte, und sprach zu ihm: Ephata! das ist, werde aufgethan! 29. Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen, gehe hin; der Teufel ist von deiner Tochter ausgefahren. 30. Und als sie in ihr Haus kam, fand sie den Teufel ausgefahren, und die Tochter auf dem Bette liegend. III. 31. Und nachdem er wieder aus den Grenzen von Tyrus und Sidon weggezogen, kam er an das galiläische Meer; mitten in die Landschaft der zehn Städte. 32. Und sie brachten zu ihm einen Gehörlosen, der kaum reden konnte, und baten ihn, daß er ihm die Hand auflege. 33. Und er nahm ihn von dem Volke beiseite, legte seine Finger 35. Und alsobald wurden seine Ohren aufgethan, und das Band seiner Zunge gelöst, und er redete recht. 36. Und er verbot ihnen, daß fie es Niemand sagen sollten; aber je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es fund. 37. Und sie erstaunten über die Maßen, und sprachen: Er hat doch alles wohl gemacht! Die Tauben macht er hören, und die Stummen reden. Das VIII. Capitel. 1. Speisung der Viertausend. 2. Zeichen am Himmel. 3. Sauerteig der Pharisäer. 4. Heilung eines Blinden. 5. Petri Bekenntniß. 6. Jesu Ankündigung seines Leidens. 7. Anweisung für seine Nachfolger. In denselben Tagen, als sehr viel Volk vorhanden war, und sie nichts zu essen hatten, berief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: 2. Mich jammert des Volkes; denn sie verharren nun drei Tage bei mir, und haben nichts zu essen; 3. und wenn ich sie nüchtern nach Hause lasse, so werden sie auf dem Wege erliegen; denn einige von ihnen kommen weit her. 4. Und seine Jünger antworte ten ihm: Woher könnte Jemand diese hier in der Wüste mit Brot sättigen? 5. Und er fragte sie: Wie viel Brote habet ihr? Sie sprachen: Sieben. 6. Und er befahl dem Volke, sich auf die Erde nieder zu sehen, und nahm die sieben Brote, und nachdem er Dank gesagt, brach er 5 66 ste, und gab sie seinen Jüngern, um sie vorzulegen. Und sie legten dieselben dem Volke vor. Das Evangelium 7. Sie hatten auch ein wenig Fische und als er es gesegnet, hieß er auch diese vorlegen. 8. Und fie aßen, und wurden satt, und hoben von übrig geblie benen Stücken sieben Körbe auf. 9. Derer aber, die gegessen hat ten, waren bei Viertausend; und er ließ sie von sich. II. 10. Und alsobald stieg er in das Schiff mit seinen Jüngern, und kam in die Gegend Dalmanutha. 11. Und die Pharisäer giengen hinaus, und fiengen an sich mit ihm zu besprechen, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, ihn versuchend. 12. Und er seufzte in seinem Geiste, und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlechte kein Zeichen gegeben werden. 13. Und er ließ sie, stieg wieder in das Schiff, und fuhr hinüber. III. 14. Und sie hatten vergessen Brot mit zu nehmen, und hatten nicht mehr als Ein Brot bei sich im Schiffe. 15. Und er gebot ihnen, und sprach: Schet zu, hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer, und vor dem Sauerteige des Herodes. 16. Und sie besprachen sich unter einander und sagten: Weil wir kein Brot haben. 17. Und als es Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Was machet ihr euch darüber Gedanken, daß ihr kein Brot habet? Verstehet ihr noch nicht, und begreifet ihr noch nicht? Habet ihr noch euern verhärteten Sinn? 18. Habet Augen, und sehet nicht; und Ohren, und höret nicht; und seid nicht eingedenk? Cap. 8. 19. Als ich die fünf Brote brach unter die Fünftausend, wie viel Körbe voll Stücke hobet ihr auf? Sie sprachen zu ihm: Zwölf.. 20. Und als ich die sieben unter die Viertausend brach, wie viel Körbe voll Stücke hobet ihr auf? Sie sprachen: Sieben. 21. Und er sagte zu ihnen: Wie möget ihr denn nicht verstehen? IV. 22. Und er kam gen Bethfaida; und sie brachten ihm einen Blinden, und baten ihn, daß er ihn anrühre. 23. Und er nahm den Blinden bei der Hand, und führte ihn vor den Flecken hinaus. Und nachdem er ihm seine Augen bespien, und ihm die Hände aufgelegt, fragte er ihn, ob er etwas sehe? 24. Und als er aufblickte, sprach er: Ich sehe die Leute wandeln, als sehe ich Bäume. 25. Hierauf legte er die Hände noch einmal auf seine Augen, und hieß ihn aufblicken; und er ward wieder hergestellt, und sah sie alle deutlich. 26. Und er schickte ihn in sein Haus, sprechend: Du sollst nicht in den Flecken hineingehen, noch es Jemand in dem Flecken sagen. V. 27. Und Jesus gieng samt seinen Jüngern hinaus in die Fle den bei Cäsarea Philippi; und auf dem Wege fragte er seine Jünger, und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, daß ich sei? est 28. Sie antworteten: Du seiest Johannes, der Täufer; und Andere, du seiest Elias; Andere aber, du seiest einer der Propheten. 29. Und er sprach zu ihnen: Jhr aber, wer saget ihr, daß ich ſei? Da antwortete Petrus, und sprach zu ihm: Du bist der Christus. 30. Und er verbot ihnen ernstlich, daß sie Niemandem von ihm sagen sollten. Dad 108 Cap. 8. 9. St. Marci. 67 VI. 31. Und er fieng an sie zu Und er sprach zu ihnen: Wahrlehren, daß des Menschen Sohn müsse viel leiden, und von den Aeltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getödtet werden, und nach drei Tagen wieder auferstehen. lich, ich sage euch, es sind Etliche derer, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie gesehen das Reich Gottes kommen mit Kraft. 32. Und er redete das Wort frei unverholen. Und Petrus nahm ihn zu sich, und fieng an, ihm einzureden. 33. Aber er wandte sich um, und sah seine Jünger an, und beschalt den Petrus, sprechend: Weiche von mir, Satan! denn du finnest nicht, was Gottes ist, sondern was der Menschen ist. VII. 34. Und er berief das Volk, samt seinen Jüngern, herzu, und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verläugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. 35. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinet- und um des Evangeliums willen, der wird es erhalten. 36. Denn was würde es dem Menschen nüßen, wenn er die ganze Welt gewänne, und litte Schaden an seiner Seele? 37. Oder was könnte ein Mensch zum Gegenwerth seiner Seele geben? 38. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündlichen Geschlechte, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wann er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Das IX. Capitel. 1. Jesus wird verklärt; 2. heilt einen Mondsüchtigen; 3. verkündigt sein Leiden; 4. empfiehlt Demuth, 5. Duldung, 6. Selbstverläugnung und Frieden. 2. Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jacobus und Johannes zu sich, und führt sie allein beiseite auf einen hohen Berg. Und er ward vor ihren Augen verklärt, 3. und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie sie kein Bleicher auf Eiden weiß machen kann. 4. Und es erschien ihnen Elias mit Moses, die redeten mit Jeſu. 5. Und Petus hob an und sprach zu Jesu: Rabbi, es ist gut, daß wir hier seien; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine, und Moses eine, und Elias eine. 6. Denn er wußte nicht, was er sagte; denn sie waren voll Furcht. 7. Und eine Wolfe überschattete fie, und eine Stimme kam aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein Sohn, der Geliebte, den höret! 8. Und auf einmal, als sie umher blickten, saben sie Niemand mehr, sondern Jesum allein bei ihnen. 9. Als sie aber vom Berge herab giengen, verbot er ihnen, daß sie Niemand erzählen sollten, was sie gesehen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden wäre. 10. Und sie behielten das Wort bei sich selbst, und besprachen sich unter einander, was das Auf erstehen von den Todten wäre? 11. Und sie fragten ihn, und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, daß Elias zuvor kommen müsſe? 12. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elias kommt freilich 5* 68 zuvor, und wird Alles herstellen; so wie von des Menschen Sohn geschrieben steht, daß er viel werde leiden, und verachtet werden. Das Evangelium 13. Aber ich sage euch, daß auch Elias schon gekommen ist, und sie thaten ihm, was sie nur wollten, wie von ihm geschrieben steht. II. 14. Und als er zu seinen Jüngern gekommen, sah er viel Volt um sie her, und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen besprachen. 15. Und alsobald erstaunte alles Volk, da es ihn sah, und lief herzu, und grüßte ihn. 16. Und er fragte die Schrift gelehrten: Was besprechet ihr euch mit ihnen? 17. Und Einer aus dem Volke antwortete und sprach: Meister, ich brachte meinen Sobn zu dir, der einen stummen Geist hat; 18. und wo derselbe ihn ergreift, da reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen, und er zehret ab; und ich redete mit deinen Jüngern, daß sie ihn austreiben; aber sie vermochten es nicht. 19. Er aber antwortete ihnen, und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn zu mir. 20. Und sie brachten ihn zu ihm. Und da er ihn sah, riß ihn der Geist alsobald herum, und er fiel auf die Erde, wälzte sich, und schäumte. 21. Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist es, daß ihm dieses widerfahren ist? Er sprach: Von Kindheit auf; 22. und er hat ihn oft in das Feuer und in das Wasser gewor fen, daß er ihn umbrächte; aber vermagst du etwas, so erbarme dich über uns, und hilf uns! 23. Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst; alle Cap. 9. Dinge sind möglich dem, der da glaubt. 24. Und alsobald rief der Bater des Knaben mit Thränen, und sprach: Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben! 25. Da nun Jesus das Volk herzu laufen sah, beschalt er den unreinen Geist, und sprach zu ihm: Du stummer und tauber Geist! ich gebiete dir, fahre aus von ihm, und fahre nicht mehr in ihn. 26. Und nachdem er geschrien und ihn sehr herum gerissen hatte, fuhr er aus; und er ward wie todt, fo daß Viele sagten: Er ist gestorben. 27. Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand, und richtete ihn auf; und er stand auf. 28. Und als er in das Haus fam, fragten ihn seine Jünger beiseite: Warum haben wir ihn nicht austreiben können? 29. Und er sprach zu ihnen: Dieses Geschlecht kann durch nichts ausfahren, als durch Gebet und Fasten. III. 30. Und sie giengen von da weg, und zogen durch Galiläa. Und er wollte nicht, daß es Se mand erfahren sollte. 31. Denn er lehrte seine Jünger, und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn wird in der Menschen Hände übergeben; und sie werden ihn tödten, und nachdem er getödtet worden, wird er am dritten Tage wieder auferstehen. 32. Sie aber verstanden das Wort nicht, und fürchteten sich ihn zu fragen. IV. 33. Und er kam gen Capernaum; und als er im Hause war, fragte er sie: Was habet ihr auf der Straße mit einander besprochen? 34. Sie aber schwiegen still; denn sie hatten sich auf der Straße mit einander besprochen, wer der Größte sei? Cap. 9. 10. 35. Und er sette sich, und rief den Zwölfen, und sprach zu ihnen: So Jemand der Erste sein will, der sei unter Allen der Leßte, und Aller Diener. in St. Marci. 36. Und er nahm ein Kind, und stellte es mitten unter fie; und nachdem er es in die Arme genommen, sprach er zu ihnen: 37. Wer eines solcher Kinder in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesendet hat. V. 38. Johannes aber antwortete ihm, sprechend: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Teufel austreiben, und wir wehrten es ihm, darum, weil er uns nicht nachfolgt. 39. Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht, denn Niemand, der eine Wunderthat in meinem Namen thut, wird leicht Böses von mir reden können. 69 ärgert, so haue ihn ab! Es ist dir besser, daß du lahm in das Leben eingehest, als daß du beide Füße habest und in die Hölle geworfen werdest, in das unauslöschliche Feuer, 46. wo ihr Wurm nicht stirbt, und das Feuer nicht erlöscht. 47. Und wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es aus! Es ist dir besser, daß du einäugig in das Reich Gottes eingehest, als daß du zwei Augen habest und in das höllische Feuer geworfen werdest, 48. wo ihr Wurm nicht stirbt, und das Feuer nicht erlöscht. 40. Denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. VI. 41. Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, darum weil ihr Christi seid, wahrlich, ich sage euch, dem wird sein Lohn nicht ausbleiben. 49. Denn ein Jeder wird mit Feuer gesalzen werden, und ein jedes Opfer wird mit Salz gesalzen werden. 50. Das Salz ist ein gutes Ding; wenn aber das Salz unkräftig wird, womit wollet ihr es würzen? Habet Salz in euch, und seid friedlich unter einander. Das X. Capitel. und Ehestand; 2. segnet die Kinder. 1. Jesus redet über Ehescheidung 3. Der reiche Jüngling. 4. Unterredung über den Reichthum. 5. Ankündigung des Leidens und Todes. 6. Die Söhne des Zebedäus. 7. Heilung des Blinden. 42. Und wer einen dieser KleiUnd er machte sich auf von da, nen, die an mich glauben, ärgert, und kam durch das Land jenseits dem wäre besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt, und er in das Meer geworfen würde. 43. Und wenn deine Hand dich ärgert, so haue fie ab! Es ist dir besser, daß du als ein Krüppel in 2. Und die Pharisäer traten herzu das Leben eingehest, als daß du und fragten ihn: Ist es recht, daß beide Hände habest und in die sich ein Mann von seinem Weibe Hölle fahrest, in das unauslösch- scheide? und versuchten ihn damit. liche Feuer, 3. Er aber antwortete und sprach 44. wo ihr Wurm nicht stirbt, zu ihnen: Was hat euch Moses und das Feuer nicht erlöscht. des Jordans in die Grenzen des jüdischen Landes. Und das Volk zog abermal mit einander zu ihm, und er lehrte sie wieder, wie er gewohnt war. 5. Und wenn dein Fuß dich geboten? 4. Sie sprachen: Moses hat er 70 Das Evangelium Cap. 10. laubt, einen Scheidebrief zu schrei-| 18. Jesus aber sprach zu ihm: ben, und sich zu scheiden. Warum heißest du mich gut? Es 5. Und Jesus antwortete, und ist Niemand gut, als nur Einer, sprach zu ihnen: Nach der Härte Gott. euers Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben. 6. Jm Anfang der Schöpfung aber schuf Gott sie Mann und Weib. 7. Darum wird ein Mensch Bater und Mutter verlassen, und seinem Weibe anhangen; 8. und die Zwei werden Ein Leib sein. So sind sie nicht mehr Zwei, sondern Ein Leib. 9. Was nun Gott zusammen gefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. 10. Und seine Jünger fragten ihn im Hause nochmals darüber. 11. Und er sprach zu ihnen: Wer sich von seinem Weibe scheidet, und eine andere zur Ehe nimmt, der bricht an ihr die Ehe. 12. Und wenn ein Weib sich von ihrem Manne scheidet, und einen Andern zur Ehe nimmt, so bricht sie die Ehe. II. 13. Und sie brachten Kinder zu ihm, daß er sie berühre; die Jünger aber beschalten die, welche sie brachten. 14. Da das Jesus sah, ward er unwillig, und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. 15. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, der wird nicht in dasselbe hinein kommen. 16. Und er nahm sie in die Arme, legte ihnen die Hände auf, und segnete sie. III. 17. Und als er hinaus auf den Berg gieng, lief Einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie, und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? 19. Du weißt die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht tödten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugniß sagen! Du sollst nicht betrügen! Ehre deinen Vater und deine Mutter! 20. Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, dieses alles habe ich gehalten von meiner Jugend an. 21. Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb, und sprach zu ihm: Eines mangelt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du haſt, und gib es den Armen, so wirst du einen Schag im Himmel haben und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach. 22. Er aber ward traurig über diese Rede, und gieng betrübt hinweg; denn er hatte viele Güter. IV. 23. Da blickte Jesus umher, und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen! 24. Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da hob Jesus wiederum an, und sprach zu ihnen: Kinder! wie schwer ist es, daß die, welche ihr Vertrauen auf Reichthum seßen, in das Reich Gottes eingehen! 25. Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr durchgehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes eingehe. 26. Sie aber entsegten sich sehr, und sprachen unter einander: Wer kann denn selig werden? 27. Jesus aber sah sie an, und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott, denn bei Gott sind alle Dinge möglich. St. Marci. Cap. 10. 28. Da fieng Petrus an zu ihm zu sagen: Siehe, wir haben Alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 29. Jesus antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: es ist Niemand, der Haus, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Necker um meinetwillen und um des Evangeliums willen ver=laſſen hat; 30. der nicht hundertfach empfienge, jegt in dieser Zeit Häuser und Brüder, und Schwestern, und Mütter, und Kinder, und Necker, unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Welt ewiges Leben. 31. Aber viele der Ersten werden Leßte sein, und Leßte die Ersten. V. 32. Sie waren aber auf dem Wege, hinaufziehend gen Jerusalem, und Jesus gieng vor ihnen her, und sie erstaunten und fürchteten sich, indem sie ihm nachfolgten. Und er nahm die Zwölf abermal beiseite, und fieng an ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde: 33. Siehe, wir ziehen hinauf gen Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten überliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurtheilen, und ihn den Heiden überliefern: 34. und sie werden ihn verspotten, und ihn geißeln, und ihn anspeien, und ihn tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. VI. 35. Und es giengen zu ihm Jacobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sagten: Meister, wir wünschen, daß du uns thuest, wofür wir dich bitten werden. 71 37. Sie sprachen zu ihm: Verleih uns, daß wir einer zu deiner Rechten, und einer zu deiner Linfen sigen in deiner Herrlichkeit. 36. Er sprach zu ihnen: Was wollet ihr, daß ich euch thue? 38. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, was ihr bittet! Vermöget ihr den Kelch zu trinken, den ich trinke, und euch taufen zu lassen mit der Taufe, womit ich getauft werde? 39. Sie sprachen zu ihm: Wir vermögen es. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde: 40. Aber das Sigen zu meiner Rechten und zu meiner Linken stehet nicht bei mir, Andern zu geben, als denen es bereitet ist. 41. Und als es die Zehn gehört, fiengen sie an über Jacobus und Johannes unwillig zu werden. 42. Aber Jesus rief sie herzu, und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß diejenigen, die als Fürsten der Völker gelten, über sie herrschen, und die Großen unter ihnen über fie Gewalt üben: 43. Nicht also aber soll es unter euch sein; sondern, wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener! 44. Und wer unter euch der Vornehmste sein will, der sei Aller Knecht. 45. Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß ihm gedienet werde, sondern daß er diene, und sein Leben gebe zum Lösegeld für Viele. VII. 46. Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog samt seinen Jüngern und vielem Volke, saß des Timäus Sohn, Bartimäus, der Blinde, am Wege, und bettelte. 47. Und als er hörte, daß es Jesus von Nazareth sei, fieng er 72 an zu schreien und zu sprechen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Das Evangelium 48. Und es beschalten ihn Viele, daß er schweigen sollte; er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 49. Und Jesus stand stille, und befahl, ihn zu rufen. Und sie rufen den Blinden, und sprechen zu ihm: Sei gutes Muthes! Steh auf; er ruft dir. 50. Da warf er seinen Mantel ab, stand auf, und kam zu Jesu. 51. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir thun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni! daß ich sehend werde. 52. Da sprach Jesus zu ihm: Gehe hin! Dein Glaube hat dir geholfen! Und alsobald sah er wieder, und folgte Jesu nach auf dem Wege. Cap. 10. 11. 5. Und Etliche der Umstehenden sprachen zu ihnen: Was machet ihr, daß ihr das Füllen ablöset? 6. Sie aber sagten zu ihnen, wie Jesus befohlen hatte, und sie ließen es ihnen. 7. Und sie führten das Füllen zu Jesu, und legten ihre Kleider darauf, und er segte sich auf dasselbe. 8. Viele aber breiteten ihre Kleider hin auf den Weg; Andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. 9. Und die Vorangehenden und Nachfolgenden schrien und sprachen: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! 10. Gepriesen sei das Reich, das da kommt im Namen des Herrn, das Reich unsers Vaters David! Hosanna in den Höhen! Das XI. Capitel. 11. Und Jesus zog in Jerusalem ein, und gieng in den Tempel, und. nachdem er alles besehen, gieng er, da es nun Abend war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien. 1. Jesu Einzug in Jerusalem. 2. II. 12. Und des folgenden Ta Der verdørrende Feigenbaum. 3. Neiges, da sie von Bethanien wegnigung des Tempels. 4. Die Macht gegangen, hungerte ihn. des Glaubens. 5. Jesu Vollmacht. Und ale fie Jerusalem nabeten, und gegen Bethphage und Bethanien, an den Delberg kamen, sendet er zwei seiner Jünger, 13. Und als er von ferne einen Feigenbaum sab, der Laub hatte, gieng er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben fam, fand er nichts als Laub; denn es war nicht die Zeit der Feigen. 14. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Es esse hinfort in Ewigkeit Niemand mehr Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es. 2. und sagt zu ihnen: Gehet in den Flecken, der vor euch liegt, und alsobald, wann ihr in denfelben hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch kein Mensch gesessen ist; löset es ab, und führet es her. 3. Und so Jemand zu euch spricht: Warum thut ihr das? so saget: Der Herr bedarf seiner; und er wird es alsobald hieher schicken. 4. Da giengen sie hin, und fanden ein Füllen angebunden an der Thüre außen auf der Gasse, und löseten es ab. III. 15. Und sie kommen nach Jerusalem; und Jesus gieng in den Tempel, und fieng an hinaus zu treiben die, welche im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler stieß er um und die Stühle derer, welche Tauben verkauften. 16. Und er ließ nicht zu, daß Cap. 11. 12. St. Marci. Jemand ein Gefäß durch dem Tem-| Hohenpriester und Schriftgelehrpel trage. ten und die Aeltesten zu ihm. 17. Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker: ihr aber habet daraus eine Mördergrube gemacht." 18. Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester hörten es, und suchten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten ihn, weil alles Volk erstaunte über seine Lehre. 19. Und als es Abend geworden, gieng er außer die Stadt hinaus. IV. 20. Und da sie des Morgens vorüber giengen, sahen sie, daß der Feigenbaum von den Wurzeln aus verdørret war. 21. Und Petrus dachte daran, und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorret. 22. Und Jesus hob an und sprachlich ein Prophet gewesen. zu ihnen: Habet Glauben an Gott! 23. Denn wahrlich, ich sage euch, wenn Jemand zu diesem Berge spricht: Hebe dich, und wirf dich ins Meer! und nicht zweifelt in seinem Herzen, sondern glaubt, daß das, was er sagt, geschehe, so wird ihm werden, was er spricht. 24. Darum sage ich euch: was ihr immer im Gebete begehret, glaubet, daß ihr es empfanget, und es wird euch werden. 25. Und wenn ihr stehet und betet, so vergebet, wenn ihr etwas wider Jemand habet, auf daß auch euer Vater in den Himmeln euch eure Fehler vergebe. 26. Wenn ihr aber nicht vergebet, so wird euch euer Vater in den Himmeln eure Fehler nicht vergeben. 73 V. 27. Und sie kommen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umber gieng, kommen die 28. und sprechen zu ihm: Aus welcher Macht thust du dieses? und wer hat dir diese Macht gegeben, daß du solches thuest? 29. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will auch eine Frage an euch thun; antwortet mir, so will ich euch sagen, aus welcher Macht ich dieses thue. 30. War die Taufe des Johannes vom Himmel, oder von den Menschen? Gebet mir Antwort! 31. Und sie bedachten sich bei sich selbst, und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel; so wird er fragen: Warum habet ihr ihm denn nicht geglaubt? 32. Wenn wir aber sagen: von den Menschen, so müssen wir das Volk fürchten; denn sie hielten alle dafür, daß Johannes wirk 33. Und sie antworteten und sprachen zu Jesu: Wir wissen es nicht. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher Macht ich dieses thue. Das XII. Capitel. 1. Das Gleichniß von den Weingärtnern. 2. Frage wegen der Kopfsteuer; 3. wegen der Auferstehung; 4. wegen des vornehmsten Gebotes; 5. und wessen Sohn Christus? 6. Warnung vor den heuchlerischen Schriftgelehrten. 7. Die Witwe beim Gotteskaſten. Und er fieng an in Gleichnissen mit ihnen zu reden. Es pflanzte ein Mensch einen Weingarten, und zog einen Zaum um denselben, und grub eine Kelter, und baute einen Thurm, und verlieh ihn an Weingärtner, und zog außer Land. 2. Und er sandte zu den Weingärtnern zur bestimmten Zeit einen 74 Das Evangelium Cap. 12. Knecht, daß er von den Wein-| wahrhaft bist, und dich um Niegärtnern von der Frucht des Wein- mand fümmerst; denn du sieheft gartens empfienge. 3. Die aber ergriffen ihn, schlugen ihn, und schickten ihn leer fort. 4. Und wiederum sandte er zu ihnen einen andern Knecht; den warfen sie mit Steinen, verwundeten ihm den Kopf, und schickten ihn beschimpft fort. 5. Und er sandte wiederum einen andern, und den tödteten sie; und von vielen andern schlugen sie die einen, die andern tödteten sie. 6. Nun hatte er noch einen ein zigen Sohn, seinen Geliebten; auch den sandte er zuletzt zu ihnen, sprechend: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen. 7. Jene Weingärtner aber sprachen unter einander: Dieser ist der Erbe. Kommt, laßt uns ihn tödten, so wird das Erbgut unser sein. 8. Und sie nahmen ihn, tödteten ihn, und warfen ihn zum Weingarten hinaus. 9. Was wird nun der Herr des Weingartens thun? Er wird kommen, und die Weingärtner umbringen, und den Weingarten Andern geben. 10. Habet ihr auch nicht diese Echrift gelesen: ,, Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. 11. Vom Herrn ist dieses geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen." 12. Und sie suchten ihn zu greifen, aber sie fürchteten das Volk; denn sie merkten, daß er auf sie das Gleichniß gesagt hatte. Und fie ließen ihn, und giengen hinweg. II. 13. Und sie senden zu ihm einige der Pharisäer und Herodianer, auf daß sie ihn in der Rede fangen. 14. Diese kommen und sagen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du die Person der Menschen nicht an, sondern lehrest den Weg Gottes nach der Wahrheit. Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Sollen wir sie geben, oder nicht geben? 15. Er aber, da er ihre Heuchelei sah, sprach zu ihnen: Was versuchet ihr mich? Bringet mir einen Pfenning, daß ich ihn sehe. 16. Sie brachten einen. Und er sagt zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. 17. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gottes, was Gottes ist. Und sie verwunderten sich über ihn. dan III. 18. Und es kamen Sadducäer zu ihm, die da sagen, es sei keine Auferstehung, und fragten ihn, sprechend: 19. Meister! Moses hat uns ge= boten: Wann Jemandes Bruder stirbt, und hinterläßt ein Weib und keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Weib nehmen, und seinem Bruder Samen erwecken. 20. Nun waren sieben Brüder. Und der erste nahm ein Weib, und starb und hinterließ keinen Samen. 21. Und der andere nahm sie, und starb, und auch er hinterließ feinen Samen; und der dritte eben so. 22. Und es nahmen sie alle Sieben und hinterließen keinen Samen. Zulegt, nach allen, starb auch das Weib. 23. In der Auferstehung nun, wann sie auferstehen, wessen Weib wird sie sein? Denn alle Sieben haben sie zum Weibe gehabt. 24. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Jrret ihr nicht Cap. 12. St. Marci. 75 ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. darum, weil ihr weder die Schrif| den nächsten lieben wie sich selbst, ten kennet, noch die Kraft Gottes? 25. Denn wann sie von den Tod ten auferstehen, so nehmen sie nicht zur Ehe, noch werden sie zur Ehe gegeben, sondern sie sind wie die Engel in den Himmeln. 26. Von den Todten aber, daß sie auferstehen, habet ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei dem Busche, wie Gott zu ihm redete, sprechend: Ich bin der Gott Abrahams, und der Gott Jsaaks, und der Gott Jakobs"? 34. Und da Jesus sah, daß er verständig geantwortet, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes. Und es unterstand sich Niemand mehr, ihn weiter zu fragen. V. 35. Und Jesus hob an, und sprach, indem er im Tempel lehrte: Wie sagen die Schriftgelehrten, daß Christus Davids Sohn sei? 36. Denn David selbst sprach im heiligen Geiste: ,, Der Herr bat zu meinem Herrn gesprochen: Sige zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache." 37. So nennt David selbst ihn Herr; und woher ist er sein Sohn? Und die Menge des Volkes hörte ihn mit Lust. 27. Gott ist nicht der Todten, sondern der Lebendigen Gott. Darum irret ihr sehr. IV. 28. Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der gehört hatte, wie sie sich mit einander besprochen, und gesehen, daß er ihnen wohl geantwortet hatte, und fragte ihn: Welches ist das vor nehmste Gebot unter allen? 29. Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste aller Gebote ist: „ Höre Israel! der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr; 30. und du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem deinem Herzen, und von ganzer deiner Seele, und von ganzem deinem Gemüthe, und von ganzem deinem Vermögen." Dieses ist das vornehmste Gebot. 31. Und das andere, ihm gleich, ist dieses:„ Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Größer als diese ist kein anderes Gebot. VI. 38. Und er sprach zu ihnen in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Kleidern einher gehen, und auf den Märkten sich grüßen lassen, 39. und in den Versammlungen und bei den Mahlzeiten oben an sigen wollen; 40. die der Witwen Häufer fref= sen, und zum Scheine lange beten; diese werden ein schwereres Gericht empfangen. VII. 41. Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber, und sah, wie das Volk Geld in den Gotteskasten legte. Und viele Reiche legten viel ein. 42. Und es kam eine arme Witwe, die legte zwei Schärflein ein, das ist einen Heller. 43. Und er rief seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als Alle, die ein32. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Meister, nach der Wahrheit hast du geredet; es ist nur Ein Gott, und kein anderer ist außer ihm; 33. und ihn lieben von ganzem Herzen, und von ganzem Verstande, und von ganzer Seele, und von ganzem Vermögen, und gelegt haben. 76 Das Evangelium Cap. 13. 44. Denn Alle legten von ihrem| schlagen, und vor Fürsten und Ueberfluß ein; diese aber legte Könige gestellt werden um meinetvon ihrer Armuth, alles was sie willen, ihnen zum Zeugniß. hatte, ein, ihre ganze Nahrung. 10. Und unter allen Völkern muß zuvor das Evangelium ge= predigt werden. 11. Wenn sie euch aber hinführen und überliefern werden, so forget nicht zum voraus, was ihr reden sollet, und sinnet nicht darauf; sondern was euch gegeben wird zu derselben Stunde, das redet. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der heilige Geist. 12. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überliefern, und der Vater das Kind, und die Kinder werden sich wider die Eltern erheben, und werden sie zum Tode bringen; Das XIII. Capitel. 1. Weissagung von der Zerstörung Jerusalems. 2. Vom Ende der Welt. 3. Ermahnung zur Wachsamkeit. Und als er aus dem Tempel gieng, spricht einer seiner Jünger zu ihm: Meister! Siehe, welche Steine und welche Gebäude! 2. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Siehest du diese großen Gebäude? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerstört werde. 3. Und als er am Delberg saß gegenüber dem Tempel, fragten ihn beiseite Petrus und Jacobus und Johannes und Andreas: 4. Sage uns, wann wird dieses geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann dieses alles wird vollendet werden? 5. Jesus aber antwortete ihnen, und fieng an zu sagen: Sehet zu, daß euch Niemand irre führe! 6. Denn Viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin Christus! und werden Viele irre führen. 7. Wenn ihr aber von Krieg und Kriegsgeschrei hören werdet, so erschrecket nicht; denn es muß geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. 8. Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben, und ein Reich wider das andere, und es werden Erdbeben hin und wie der, und werden Hungersnöthe und Verwirrungen sein. 9. Dieses sind der Schmerzen Anfänge. Sehet aber ihr auf euch selbst! Denn sie werden euch den Gerichten und den Versammlungen überliefern; ihr werdet ge13. und ihr werdet von Allen gehasset sein um meines Namens willen. Wer aber beharret bis an das Ende, der wird selig werden. 14. Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung, von welchem Daniel, der Prophet, geredet, werdet stehen sehen, wo er nicht sollte; ( wer es lieset, der merke darauf!) alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge. 15. Wer aber auf dem Dache ist, der steige nicht hinab in das Haus, und gehe nicht hinein, etwas aus seinem Hause zu nehmen. 16. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht wieder zurück, sein kleid zu nehmen. 17. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in denselben Tagen! 18. Bittet aber, daß eure Flucht nicht des Winters geschehe. 19. Denn es wird in denselben Tagen eine Trübsal sein, wie sie nicht gewesen von Anfang der Welt, da sie Gott erschaffen, bis jetzt, und auch nicht mehr sein wird. Cap. 13. 14. St. Marci. 77 20. Und wenn der Herr diese werden vergehen, aber meine Tage nicht verkürzt hätte, so Worte werden nicht vergehen. würde kein Mensch errettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählte, hat er die Tage verkürzt. 32. Von dem Tag aber und der Stunde weiß Niemand, auch nicht die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater. 21. Und alsdann wenn Jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus! oder: Siehe dort! so glaubet es nicht. 34. Wie ein Mensch, der außer 22. Denn es werden falsche Chri- Land zog, sein Haus verließ, und stus und falsche Propheten auf seinen Knechten die Gewalt gab, stehen, und werden Zeichen und und einem jeden sein Werk, und Wunder thun, um auch die Aus- dem Thürhüter befahl, daß er erwählten, wo möglich, zu verwachen solle. führen. 35. So wachet nun, denn ihr 23. Jhr aber, sehet zu! Siehe, wisset nicht, wann der Herr des ich habe euch alles vorher gesagt. II. 24. Aber in denselben Tagen, nach dieser Trübsal, wird die Sonne versinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, Hauses kommt, ob am Abend, oder zu Mitternacht, oder um das Hahnengeschrei, oder am Morgen; 36. auf daß er nicht, wann er unversehens kommt, euch schlafend finde. 25. und die Sterne des Himmels werden herab fallen, und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden. 37. Was ich aber euch sage, das sage ich Allen: Wachet! 26. Und alsdann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in den Wolken mit großer Macht und Herrlichkeit. III. 33. Sehet zu, wachet und betet! Denn ihr wisset nicht, wann die Zeit vorhanden ist. 27. Und alsdann wird er seine Engel aussenden, und seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. 28. Von dem Feigenbaume aber lernet das Gleichniß: Wann sein 3weig jept saftig wird, und das Laub hervor wächst, so merket ihr, daß der Sommer nahe ist. 29. Also auch ihr, wann ihr sehet, daß solches geschieht, so merket, daß er nahe ist vor der Thüre. 30. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen sein wird. 31. Der Himmel und die Erde Das XIV. Capitel. 1. Rathschlag der Priester, Jesum zu tödten. 2. Salbung Jeſu zu Bethanien. 3. Entdeckung des Verräthers. 4. Stiftung des Abendmahls. 5. Jesus in Gethsemane. 6. Jesu Gefangennehmung. 7. Berurtheilung vor dem jüdischen Rathe, 8. Verläugnung durch Petrus. Es war aber nach zwei Tagen der Ueberschritt und das Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List griffen und tödteten. 2. Sie sprachen aber: Nicht auf das Fest, damit nicht ein Aufruhr unter dem Volke werde. II. 3. Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussäßigen war, und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, flüssiger, köstlicher 78 Narde, zerbrach die alabasterne Flasche, und goß sie auf sein Haupt. Das Evangelium 4. Es wurden aber Etliche darüber bei sich selbst entrüstet, und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen? 5. Denn man hätte sie um mehr als dreihundert Pfenninge verkaufen, und es den Armen geben können. Und sie murreten wider sie. 6. Jesus aber sprach: Lasset sie! Was machet ihr dem Weibe Mühe? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. 7. Denn die Armen habet ihr allezeit bei euch, und wann ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun: mich aber habet ihr nicht allezeit. 8. Was sie konnte, das that sie; sie salbte zum voraus meinen Leib zum Begräbnisſe. 9. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium wird gepredigt werden in der ganzen Welt, da wird auch das, was diese gethan hat, gesagt werden zu ihrem Gedächtniſse. 10. Und Judas, der Iscarioth, einer der Zwölfe, gieng hin zu den Hohenpriestern, daß er Jesum ihnen verriethe.. 11. Und da sie es hörten, wurden fie froh, und verhießen ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn mit Gelegenheit überlieferte. III. 12. Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Lamm des Ueberschrittes schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und bereiten, daß du den Ueberschritt essest? 13. Und er sendet zwei seiner Jünger, und spricht zu ihnen: Gehet in die Stadt, und euch wird ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt, dem folget; Cap. 14. 14. und wo er hinein geht, da sprechet zum Hausherrn: Der Meister sagt: Wo ist die Herberge, wo ich den Ueberschritt mit meinen Jüngern esse? 15. Und er wird euch einen groBen Saal zeigen, der belegt und bereitet ist; daselbst bereitet für uns. 16. Und seine Jünger giengen aus, und kamen in die Stadt, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten den Üeberschritt. 17. Und als es Abend geworden, kam er mit den Zwölfen. 18. Und als sie sich zu Tische gesegt hatten und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch, Einer aus euch wird mich verrathen, der mit mir isset. 19. Da fiengen fie an traurig zu werden, und einer nach dem andern zu ihm zu sagen: Bin ich es? Und ein anderer: Bin ich es? 4 20. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Es ist einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tunft. 21. Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn überliefert wird! Es wäre diesem Menschen besser, daß er nicht geboren wäre. IV. 22. Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, und nachdem er es gesegnet, brach er es, und gab es ihnen, und sprach: Nehmet, esset! das ist mein Leib. 23. Und er nahm den Kelch, und nachdem er Dank gesagt, gab er ihnen denselben; und sie tranken alle daraus. 24. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des neuen Testamentes, welches für Viele vergossen wird. Cap. 14. St. Marci. 79 willst. 25. Wahrlich, ich sage euch, ich was ich will, sondern was du werde hinfort nicht mehr von dem Gewächse des Weinstocks trinken, bis an den Tag, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes. 37. Und er kommt, und findet sie schlafend, und sagt zu Petrus: Simon! schläfst du? Bermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? 26. Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, giengen sie hinaus an den Delberg. 38. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist ist zwar geneigt, das Fleisch aber ist schwach. 27. Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr alle werdet euch in dieser Nacht an mir ärgern. Denn es steht geschrieben:„ Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen." 39. Und er gieng wiederum hin und betete, und sprach eben dieselben Worte. 28. Aber nachdem ich werde auferstanden sein, will ich euch nach Galiläa vorangehen. 29. Petrus aber sprach zu ihm: Und wenn sich Alle ärgern werden, doch ich nicht. 30. Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verläugnen. 31. Er aber sprach noch stärker: Wenn ich mit dir sterben muß, so werde ich dich nicht verläugnen. Gleicherweise sprachen auch Alle. V. 32. Und sie kommen in ein Gut, dessen Name Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Siget hier, bis ich gebetet habe. 33. Und er nimmt den Petrus und Jacobus und Johannes mit sich, und fieng an zu erschrecken und heftig zu zagen. 34. Und er spricht zu ihnen: Meine Seele ist um und um bekümmert bis auf den Tod; bleibet hier und wachet! 35. Und er gieng ein wenig vorwärts, fiel auf die Erde, und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüber gehen möchte. 40. Und als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafend; denn ihre Augen waren beschwert, und sie wußten nicht, was sie ihm antworteten. 41. Und er kommt zum dritten Mal, und spricht zu ihnen: Nun schlafet, was übrig ist, und ruhet!- Es ist genug! Die Stunde ist gekommen! Siehe, des Menschen Sohn wird in die Hände der Sünder überliefert. 42. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verräth, ist genahet! VI. 43. Und alsobald, da er noch redete, war Judas, einer der Zwölfe, zugegen, und mit ihm eine große Schaar mit Schwertern und Stangen, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Aeltesten. 44. Der Verräther hatte ihnen aber ein Zeichen gegeben, sprechend: Welcher ich küssen werde, der ist es, den greifet, und führet ihn fort, wohl verwahrt. 45. Und als er nun kam, trat er alsobald zu ihm, und spricht: Rabbi, Rabbi! und küßte ihn. 46. Sie aber legten ihre Hände an ihn und griffen ihn. 47. Einer aber von denen, die 36. Und er sprach: Abba, Vater! dabei standen, zog das Schwert, Es ist dir Alles möglich; nimm schlug den Knecht des obersten diesen Kelch von mir! Doch nicht Priesters, und hieb ihm ein Ohr ab. 80 Das Evangelium Cap. 14. 48. Und Jesus hob an und sprach 61. Er aber schwieg und antzu ihnen: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgegangen, mit Schwertern und Stangen, mich zu fangen. 49. Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr griffet mich nicht. Doch, damit die Schriften erfüllet werden! 50. Und es verließen ihn Alle und flohen. 51. Und ein Jüngling folgte ihm, der war mit Leinwand auf dem bloßen Leibe bekleidet; und die Jünglinge griffen ihn. 52. Er aber ließ die Leinwand fahren, und entfloh ihnen nackt. VII. 53. Und fie führten Jesum zum obersten Priester; und es kamen bei diesem alle Hohenpriester und die Aeltesten und die Schriftgelehrten zusammen. 54. Und Petrus folgte ihm von ferne, bis hinein in den Hof des obersten Priesters; und er saß bei den Dienern, und wärmte sich bei dem Feuer. 55. Die Hohenpriester aber und der ganze Rath suchten Zeugniß wider Jesum, ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keines. 56. Denn obgleich Viele wider ihn falsches Zeugniß gaben, so waren die Zeugnisse doch nicht gleich. 57. Und es standen Etliche auf, und legten ein falsches Zeugniß wider ihn ab, sprechend: 58. Wir haben ihn sagen gehört: Ich will diesen von Händen gemachten Tempel zerstören, und in drei Tagen einen andern, nicht von Händen gemachten erbauen. 59. Aber auch so war ihr Zeugniß nicht gleich. 60. Und der oberste Priester stand auf, trat in die Mitte, und fragte Jesum, sprechend: Antwortest du nichts, was diese wider dich zeugen? wortete nichts. Wiederum fragte ihn der oberste Priester, und sagte zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? 62. Jesus aber sprach: Ich bin es; und ihr werdet des Menschen Sohn sehen zur Rechten der Macht sigen und kommen mit den Wolken des Himmels. 63. Der oberste Priester aber zerriß seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiter Zeugen? 64. Jhr habet die Lästerung gehört. Was dünft euch? Sie alle aber verurtheilten ihn, er sei des Todes schuldig. 65. Und Einige fiengen an ihn anzuspeien, und sein Angesicht zu verhüllen, und ihn mit Fäusten zu schlagen, und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener schlugen ihn mit Backenstreichen. VIII. 66. Und indem Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des obersten Priesters. 67. Und als sie den Petrus sah, der sich wärmte, blickte sie ihn an, und sagte: Auch du warst mit Jesu dem Nazarener. 68. Er aber läugnete, sprechend: Ich kenne ihn nicht, und verstehe auch nicht, was du sagst. Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähete. 69. Und als die Magd ihn wieder sah, fieng sie an, zu den Umstehenden zu sagen: Dieser ist einer von ihnen. 70. Er aber läugnete wiederum. Und ein wenig nachher sprachen abermals die Umstehenden zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von ihnen. Denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache gleichet. 71. Er aber hob an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet. 72. Da krähete der Hahn zum St. Marci. Cap. 14. 15. andern Mal; und Petrus ward eingedenk des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräkt, wirst du mich dreimal verläugnen. Und er machte sich hinaus, und weinte. Das XV. Capitel. 1. Ueberlieferung Jesu an Pilatus und Berurtheilung. 2. Seine Mißhandlung, 3. Kreuzigung, 4. Tod, 5. Begräbniß. Und alsobald am Morgen hielten Rath die Hohenpriester mit den Aeltesten und Schriftgelehrten, und der ganze Rath, und führten Jesum gebunden hin, und überlieferten ihn dem Pilatus. 2. Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es. 3. Und die Hohenpriester klagten viel auf ihn. 4. Pilatus aber fragte ihn wiederum, sprechend: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie wider dich zeugen! 5. Jesus aber antwortete nichts mehr, so daß sich Pilatus verwunderte. 6. Aber auf das Fest gab er ihnen einen Gefangenen ledig, welchen sie begehrten. 7. Es war aber einer, genannt Barabbas, samt seinen Mitaufrührern gefangen, die in dem Aufruhr einen Todtschlag begangen hatten. 8. Und das Volk schrie, und hob an zu begehren, daß er thäte, wie er allezeit ihnen gethan. 9. Pilatus aber antwortete ihnen und sagte: Wollet ihr, daß ich euch den König der Juden ledig gebe? 10. Denn er erkannte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid über liefert hatten. 11. Aber die Hohenpriester wie81 gelten das Volk auf, daß er ihnen lieber den Barabbas ledig gebe. 12. Pilatus antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollet ihr nun, daß ich dem thue, den ihr König der Juden nennet? 13. Sie aber schrien wiederum: Kreuzige ihn! 14. Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Uebles gethan? Sie aber schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn! 15. Da nun Pilatus das Volk befriedigen wollte, gab er ihnen den Barabbas ledig, und Jesum, nachdem er ihn gegeißelt, übergab er zur Kreuzigung. II. 16. Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in den Hof, das ist das Richthaus, und rufen die ganze Kriegsschaar zusammen, 17. und ziehen ihm einen Purpur an, und flechten eine Dornenkrone, und sehen sie ihm auf. 18. Und sie fiengen an ihn zu begrüßen: Sei gegrüßt, König der Juden! 19. und schlugen auf sein Haupt mit einem Rohr, und spien ihn an, und bogen die Knie, und fielen vor ihm nieder. III. 20. Und nachdem sie ihn verspottet, zogen sie ihm den Purpur aus, und legten ihm seine eigenen Kleider an, und führten ihn hinaus, daß sie ihn kreuzigten. 21. Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Felde kam, Simon von Cyrene, den Vater des Alexander und Rufus, daß er sein Kreuz trage. 22. Und sie brachten ihn an den Ort Golgatha, das ist verdollmetschet Schädelort. 23. Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken, aber er nahm ihn nicht. 24. Und als sie ihn gekreuzigt hatten, theilten sie seine Kleider, 6 Das Evangelium 82 und warfen das Loos darüber, was Jeder bekommen sollte. 25. Es war aber die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Cap. 15. IV. 37. Jefus aber rief mit lauter Stimme, und gab den Geist auf. 38. Und der Vorhang im Tempel riß entzwei, von oben an bis unten. 26. Und es war die Aufschrift seiner Beschuldigung oben über geschrieben: Der König der Juden. 27. Und mit ihm kreuzigten sie zwei Mörder, einen ihm zur Rechten, und einen zur Linken. 28. Da wurde die Schrift er füllt, die da sagt: ,, Und er ward unter die Uebelthäter gerechnet." 29. Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: Ha! der du den Tempel zerstörest und in drei Tagen aufbauest, 30. hilf dir selbst, und steige vom Kreuz herab. 31. Gleicher Weise spotteten auch die Hohenpriester unter einander, sammt den Schriftgelehrten und sprachen: Andern hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. 32. Der Christus, der König Israels steige nun vom Kreuze herab, auf daß wir es sehen und glauben! Auch die, so mit ihm gekreuzigt waren, schmäheten ihn. 33. Als es aber die sechste Stunde war, wurde eine Finsterniß über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme, und sprach: Eloi, Eloi, Lamma sabachthani! das ist verdollmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum den Leib dem Joseph. hast du mich verlaffen? 46. Und dieser kaufte Leinwand, 35. Und Etliche der Umstehen- nahm ihn herab, wand ihn in die den, als sie es hörten, sprachen: Leinwand, und legte ihn in ein Siehe, er ruft dem Elias. Grab, das in einen Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes. 36. Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, und tränkte ihn, sprechend: Halt! laßt uns sehen, ob Elias kommt, ihn herab zu nehmen. 39. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüber stand, sah, daß er mit solchem Rufe den Geist aufgab, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! 40. Es waren aber auch Weiber, die von ferne zusahen, unter wel chen Maria Magdalene war, und Maria, des jüngern Jacobus und Joses Mutter, und Salome; 41. die ihm auch, als er in Galiläa war, folgten und ihm dienten; und viele andere, die mit ihm gen Jerusalem hinauf gezogen waren. V. 42. Und als es nun Abend geworden( es war nämlich Rüsttag, das ist Vorsabbath), 43. fam Joseph von Arimathäa, ein angesehener Rathsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete, und wagte es, gieng zu Pilatus hinein, und bat um den Leib Jesu. 44. Pilatus aber wunderte sich, daß er bereits gestorben sei, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon so lange gestorben wäre? 45. Und als er es von dem Hauptmann erfahren, schenkte er 47. Maria Magdalene aber und Maria, Joses Mutter, sahen zu, wo er hingelegt wurde. St. Marci. Cap. 16. Das XVI. Capitel. 1. Jesu Auferstehung, 2. Abschied von seinen Jüngern, und 3. Himmelfahrt. Und als der Sabbath vorüber war, kauften Maria Magdalene, und Maria, des Jacobus Mutter, und Salome, Spezereien, auf daß sie hingiengen und ihn salbeten. 2. Und sehr frühe am ersten Tage der Woche kamen sie zum Grabe, als die Sonne aufgieng. 3. Und sie sagten zu einander: Wer wird uns den Stein von dem Eingange des Grabes wälzen? 4. Und als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war. Denn er war sehr groß. 5. Und sie giengen in das Grab hinein, und sahen einen Jüngling zur Rechten sißen, bekleidet mit einem langen weißen Kleide; und sie erschraken. 6. Er aber spricht zu ihnen: Erschrecket nicht! Jhr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, er ist nicht hier; sehet den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. 7. Aber gehet hin, saget es sei nen Jüngern, und dem Petrus, er gehe euch voran nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8. Und sie giengen eilend hinaus, und flohen von dem Grabe; denn es hatte sie ein Zittern und Entsegen befallen, und sie sagten Niemand etwas, denn sie fürchteten sich. 83 11. Und diese, als sie hörten, daß er lebe, und von ihr sei gesehen worden, glaubten sie es 9. Als er aber frühe am ersten Tage der Woche auferstanden, erschien er zuerst der Maria Magdalene, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. 10. Diese gieng hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, die da trauerten und weinten. nicht. 12. Darnach zeigte er sich zweien aus ihnen auf dem Wege in einer andern Gestalt, da sie auf das Land giengen. 13. Und diese giengen hin und verkündigten es den Uebrigen; aber auch ihnen glaubten sie es nicht. II. 14. Nachher zeigte er sich den Eilfen selbst, als sie zu Tische saßen, und schalt ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hatten. 15. Und er sprach zu ihnen: Gebet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium allen Geschöpfen. 16. Wer glaubt und getauft wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. 17. Diese Zeichen aber werden In meinem Namen werden fic die, so da glauben, begleiten: Teufel austreiben; sie werden mit neuen Zungen reden; 18. sie werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden genesen. III. 19. Der Herr nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgenommen in den Himmel, und segte sich zur Rechten Gottes. 20. Sie aber giengen aus, und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. 6* 84 Das Evangelium Das Evangelium St. Lucă. Das I. Capitel. 1. Vorrede. 2. Ankündigung der Geburt des Johannes, 3. und der Geburt Jesu. 4. Maria besucht Elisabeth. 5. Geburt des Johannes. 6. Lobgesang des Zacharias. Nachdem Viele es unternommen haben, eine Erzählung der unter uns vollbrachten Dinge aufzu fegen, 2. wie sie uns diejenigen über liefert haben, die von Anfang an Augenzeugen, und Diener des Wortes gewesen sind; 3. so hielt auch ich es für gut, nachdem ich alles von Anfang an genau erkundigt habe, es dir der Ordnung nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus! 4. damit du von den Dingen, in welchen du unterrichtet worden bist, die Gewißheit erkennest. II. 5. In den Tagen Herodes, des Königs des jüdischen Landes, war ein Priester, mit Namen Zacharias, aus der Ordnung Abia's, und sein Weib von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth. 6. Sie waren aber beide gerecht vor Gott, und wandelten in allen Geboten und Rechten des Herrn unsträflich. 7. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar und beide wohl betagt waren. 8. Es begab sich aber, als er das Priesteramt, zur Zeit seiner Ordnung, vor Gott verrichtete, 9. traf ihn nach des Priesterthums Gebrauche das Loos, daß er räuchern sollte, und er gieng hinein in den Tempel des Herrn. Cap. 1. 10. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen, zur Stunde des Rauchopfers. des Herrn, stehend zur Rechten des Rauchopferaltars. 12. Und Bacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht übersiel ihn. 13. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet iſt erhört worden, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Johannes heißen. 14. Und er wird dir Freude und Frohlocken sein, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15. Denn er wird groß sein vor dem Herrn, und Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit heiligem Geiste wird er erfüllt werden schon von seiner Mutter Leib an. 16. Und viele der Kinder Israel wird er bekehren zu dem Herrn, ihrem Gott. 17. Und er wird vor ihm her gehen im Geist und in der Kraft des Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern, und die Ungehorsamen zur Einsicht der Gerechten, zu bereiten dem Herrn ein gerüstetes Volk. 18. Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich dieses erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist wohl betagt. 19. Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, zu dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. 20. Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis auf den Tag, da dieses geschehen wird; darum weil du nicht ge= glaubt haft meinen Worten, welche werden erfüllt werden zu ihrer Zeit. 11. Da erschien ihm ein Engell 21. Und das Volk wartete auf St. Lucä. Cap. 1. den Zacharias, und verwunderte sich, daß er sich säumte im Tempel. 22. Als er aber heraus kam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie merkten, daß er im Tempel eine Erscheinung gesehen. Und er winkte ihnen und blieb stumm. 23. Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollendet waren, gieng er heim in sein Haus. 24. Aber nach diesen Tagen ward Elisabeth, sein Weib, schwanger; und sie verbarg sich fünf Monate, und sprach: 25. Also hat mir der Herr ge than in den Tagen, da er mich angesehen, meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen. III. 26. Im sechsten Monat aber ward der Engel Gabriel von Gott gefandt in eine Stadt des galiläischen Landes, mit Namen Nazareth, 27. zu einer Jungfrau, die verlobt war einem Manne, mit Namen Joseph, von dem Hause Da 85 33. und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und seines Reiches wird kein Ende sein. 34. Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann solches sein, da ich von keinem Manne weiß? 35. Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das aus dir geboren wird, Sohn Gottes genannt werden. 36. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie ist schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter; und dieses ist der sechste Monat für sie, die vorher unfruchtbar hieß. 37. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38. Maria aber sprach: Siehe, die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel gieng hinweg von ihr. IV. 39. Maria aber machte sich auf in denselben Tagen, und zog mit Eile in das Gebirge, in eine vids; und der Name der Jung- Stadt Juda, frau war Maria. 40. und kam in das Haus des 28. Und der Engel kam zu ihr Zacharias, und begrüßte die Eliherein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Weibern! sabeth. 41. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe, 29. Als sie ihn aber sah, erschrakund Elisabeth ward mit heiligem sie über seine Rede, und dachte, Geiste erfüllet, was doch dieses für ein Gruß wäre. 30. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31. Und siehe, du wirst schwanger werden, und einen Sohn gebären; und du sollst seinen Namen Jesus heißen. 42. und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Weibern, und gesegnet die Frucht deines Leibes! 43. Und woher geschieht mir das, daß die Mutter meines Herren zu mir kommt? 32. Derselbe wird groß sein, und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron Davids, seines Baters, geben; 44. Denn siehe, so wie die Stimme deines Grußes in mein Ohr kam, hüpfte das Kind mit Frohlocken in meinem Leibe. 45. Und selig ist, die da geglaubt hat; denn es wird erfüllt 86 Das Evangelium werden, was ihr vom Herrn ge-| Nicht also; sondern sagt worden. hannes heißen. 46. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, 47. und mein Geist frohlockt über Gott meinen Heiland. 48. Daß er hingesehen hat auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. 49. Denn große Dinge hat mir gethan der Mächtige, und heilig ist sein Name, 50. und seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht über die, so ihn fürchten. 51. Er hat Macht geübt mit seinem Arme. Er hat zerstreuet, die hoffärtig sind im Sinn ihres Herzens. 52. Er hat Gewaltige von den Thronen gestoßen, und Niedrige erhöhet. 53. Hungrige hat er mit Gutem erfüllet, und Reiche leer hinweg geschickt. 54. Er hat Israels, seines Knechtes, sich angenommen, eingedenk zu sein der Barmherzigkeit, 55.( wie er geredet hat zu unsern Vätern) gegen Abraham und seinen Samen, in Ewigkeit. 56. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monaten, und kehrte dann wieder in ihr Haus. V. 57. Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, da sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. 58. Und es hörten ihre Nachbarn und Verwandten, daß der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht, und freuten sich mit ihr. 59. Und es begab sich am achten Tage, daß sie kamen das Kindlein zu beschneiden; und sie nannten es nach dem Namen seines Baters, Zacharias. 60. Seine Mutter aber sprach: Cap. 1. er soll Jo61. Und sie sprachen zu ihr: Es ist doch Niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt. 62. Sie winkten aber seinem Bater, wie er wolle, daß er heisen solle. 63. Und er forderte ein Täfelein, und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name. Und sie verwunderten sich alle. 64. Alsobald aber that sich sein Mund auf und seine Zunge, und er redete und lobte Gott. 65. Und es kam eine Furcht über alle ihre Benachbarten, und durch das ganze jüdische Gebiet wurden alle diese Dinge fund. 66. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kindlein werden? Und die Hand des Herrn war mit ihm. VI. 67. Und sein Vater Zacharias ward mit heiligem Geiste erfüllt, und weissagte und sprach: 68. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat ſein Volk besucht und ihm Erlösung geschafft; 69. und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause Davids, seines Knechtes, 70. wie er verheißen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von der Welt an; 71. Errettung von unsern Feinden und von der Hand Aller, die uns hassen; 72. Barmherzigkeit zu erzeigen unsern Vätern, und zu gedenken seines heiligen Bundes, 73. des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen, 74. uns zu verleihen, daß wir ohne Furcht, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, ihm dienen, Cap. 1. 2. St. Luca. 87 75. in Heiligkeit und Gerechtig-| 7. Und sie gebar ihren Sohn, feit vor ihm, alle Tage unsers Lebens. den erstgebornen, und wand ihn in Windeln ein, und legte ihn in die Krippe, weil sie nicht Plaz hatten in der Herberge. 8. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die bielten die Nachtwache bei ihrer Herde. 9. Und siehe, ein Engel des Herrn stand bei ihnen, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr. 76. Und du, Kindlein! wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Herrn her gehen, seine Wege zu bereiten; 77. um Erkenntniß des Heils zu geben seinem Volke, in Verzeihung ihrer Sünden; 78. wegen der innigen Barm herzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Auf gang aus der Höhe, 79. u erscheinen denen, die in Finsterniß und Schatten des Todes figen, unsere Füße auf den Weg des Friedens zu leiten. 80. Das Kind aber wuchs und ward stark am Geiste, und war in der Wüste bis auf den Tag seines Auftretens vor Israel. Das II. Capitel. 1. Jesu Geburt; 2. Beschneidung; 3. Darstellung im Tempel. 4. Der Knabe Jesus im Tempel. Es begab sich aber in denselben Tagen, daß ein Befehl ausgieng vom Kaiser Augustus, daß alle Welt sich sollte schätzen lassen. 2. Diese erste Schägung geschah, als Cyrenius Landpfleger in Syrien war. 3. Und es zogen Alle, sich schägen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. 4. Es zog aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf in das jüdische Land, in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war; 5. daß er mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war, sich schägen lasse. 6. Es begab sich aber, indem sie daselbst waren, wurden die Tage erfüllt, da sie gebären sollte. 10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. 11. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. 12. Und das sei euch das Zeichen: Ihr werdet das Kind finden in Windeln eingewunden, und in einer Krippe liegend. 13. Und alsobald war bei dem Engel die Menge des himmlischen Heeres, die lobeten Gott und sprachen: 14. Ehre sei Gott in den Höhen, und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen! 15. Und es begab sich, als die Engel von ihnen gen Himmel gefahren, da sprachen die Hirten zu einander: Laßt uns doch nach Bethlehem hingehen, und dieſe Sache sehen, die geschehen ist, die der Herr uns kund gethan hat. 16. Und sie famen eilend, und fanden Maria und Joseph, und das Kind in der Krippe liegend. 17. Und als sie es gesehen, machten sie das Wort fund, das ihnen von diesem Kinde war ge= sagt worden. 18. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. 88 19. Maria aber behielt allejdiese Worte, und erwog sie in ihrem Herzen. Das Evangelium * 20. Und die Hirten kehrten wieder um, und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen war gesagt worden. II. 21. Und da acht Tage erfüllet waren, daß sie das Kind beschnitten, ward sein Name Jesus genannt, den ihm der Engel gegeben hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen war. 22. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses erfüllt waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, 23.( wie im Geseße des Herrn geschrieben steht: Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiliget heißen!") 24. und ein Opfer darzubringen, wie im Geseße des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. III. 25. Und siehe, es war ein Mann zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der heilige Geist war auf ihm. 26. Und er hatte vom heiligen Geiste die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gefalbten des Herrn gesehen. 27. Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hinein brachten, daß sie für das selbe thäten nach der Sitte des Gefeßes; 28. da nahm er es auf seine Arme, und lobete Gott und sprach: 29. Nun, Hert, läsfest du deinen Diener hinfahren, nach deinem Wort, in Frieden! Cap. 2. 30. Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, 31. welches du im Angesicht aller Völker bereitet hast; 32. ein Licht zur Erleuchtung der Heiden, und zum Ruhme deines Volkes Ifrael. 33. Und Joseph und seine Mutter verwunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. 34. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Falle und zum Aufstehen für Viele in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird; 35.( aber auch durch deine eigne Seele wird ein Schwert dringen) auf daß die Gedanken aus vielen Herzen offenbar werden. 36. Und es war eine Prophetinn Anna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Aser, die war hochbetagt, hatte mit ihrem Manne sieben Jahre von ihrer Jungfrauschaft an gelebt, 37. und war eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die wich nicht vom Tempel, und dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38. Und diese trat zu derselben Stunde hinzu, und lobte den Herrn, und redete von ihm zu Allen, die zu Jerusalem auf die Erlösung warteten. 39. Und nachdem sie Alles nach dem Geseße des Herrn vollbracht hatten, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth. 40. Das Kind aber wuchs, und ward stark am Geiste, erfüllt mit Weisheit, und die Gnade Gottes war auf ihm. IV. 41. Und seine Eltern zogen jährlich gen Jerusalem am Feste des Ueberschrittes. 42. Und als er zwölf Jahre alt war, giengen sie nach der Gewohn Cap. 2. 3. St. Lucă. 89 heit des Festes hinauf gen Je-| Regierung des Kaisers Tiberius, rusalem. 43. Und als sie die Tage vollen det hatten, und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus zu Jerusalem; und Joseph und seine Mutter wußten es nicht. als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war, und Herodes Vierfürst von Galiläa, Philippus aber, sein Bruder, Vierfürst von der Landschaft Ituräa und Trachonitis, und Lysanias Vierfürst von Abilene, 44. Da sie aber meinten, er wäre unter den Gefährten, zogen sie eine Tagreise weit, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 2. unter den obersten Priestern Annas und Cajaphas, ergieng das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3. Und er kam in die ganze umliegende Landschaft des Jordans, und predigte die Taufe der Buße zur Verzeibung der Sünden. >> 4. Wie geschrieben steht im Buche der Reden Jesajas des Propheten, der da spricht: Eine Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade! 45. Und da sie ihn nicht fanden, fehrten sie wieder um gen Jerusalem und suchten ihn. 46. Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, sigend mitten unter den Lehrern, ihnen zuhörend, und sie auch fragend. 47. Es erstaunten aber Alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten. 48. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Sohn, warum haft du uns also gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich suchtet? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem, das meines Vaters ist, sein muß? 50. Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51. Und er gieng mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthänig. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52. Und Jesus nahm zu an Weisheit, und Alter, und Gnade bei Gott und den Menschen. Das III. Capitel. 1. Johannes der Täufer; seine Lehren und Schicksale. 2. Die Taufe Jesu. 3. Geschlechtsregister. Im fünfzehnten Jahre aber der 5. Jedes Thal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel niedrig gemacht werden, und das Krumme soll gerade, und die rauhen Wege eben werden, 6. und alles Fleisch soll das Heil Gottes sehen." 7. Er sprach nun zu dem Volke, das binaus gieng, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Nattergezüchte, wer hat euch unterrichtet, dem kommenden Zorne zu entrinnen? 8. So bringet nun Früchte, die der Buße gemäß sind, und fanget nicht an bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. 9. Schon ist aber auch die Art an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird ungeHauen und ins Feuer geworfen. 10. Und das Volk fragte ihn, und sprach: Was sollen wir denn thun? 90 Das Evangelium 8 Cap. 3. 11. Und er antwortete und sprach| II. 21. Es begab sich aber, da zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, theile dem mit, der keinen hat; und wer Speise hat, der thue eben so. alles Volk sich taufen ließ, als auchy Jesus getauft ward und betete, daß sich der Himmel aufthat, 22. und der heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herab stieg, und eine Stimme aus dem Himmel erscholl, die sprach: Du bist mein Sohn, der Geliebte; an dir habe ich ein Wohlgefallen. III. 23. Und Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfieng zu lehren; und war, wie man dafür hielt, ein Sohn Josephs, welcher war ein Sohn Eli. 24. Der war ein Sohn Matthat; der ein Sohn Levi; der ein Sohn Melchi; der ein Sohn Janna; der ein Sohn Josephs; 25. der ein Sohn Mattathias; der ein Sohn Amos; der ein Sohn Nahum; der ein Sohn Esli; der ein Sohn Nangai; 12. Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir thun? 13. Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als was euch bestimmt ist. 14. Es fragten ihn aber auch Kriegsleute, und sprachen: Und was sollen wir thun? Und er sprach zu ihnen: Uebet gegen Niemand Gewalt, und thut Niemandem Unrecht; und begnüget euch mit eurem Solde. 15. Da aber das Volk in Erwartung stand, und Alle in ihren Herzen von Johannes dachten, ob vielleicht er selbst der Christus sei? 16. hob Johannes an und sprach zu Allen: Ich zwar taufe euch mit Wasser; es kommt aber Einer, der stärker ist als ich, dem ich nicht werth bin, den Riemen seiner Schuhe aufzulösen; der wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen. 17. Der hat die Wurfschaufel in seiner Hand, und wird seine Tenne reinigen, und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. 18. Auch viel Anderes noch ermahnete er, und predigte dem Volke das Evangelium. 19. Der Vierfürst Herodes aber, da er von ihm bestraft ward wegen der Herodias, seines Bruders Philippus Weib, und wegen alles des Bösen, was Herodes gethan, 20. fügte zu allem noch das hinzu, daß er den Johannes in das Gefängniß einschloß.or 26. der ein Sohn Maath; der ein Sohn Mattathias; der ein Sohn Semei; der ein Sohn Josephs; der ein Sohn Juda; 27. der ein Sohn Johannes; der ein Sohn Resa; der ein Sohn Zorobabel; der ein Sohn Salathiel; der ein Sohn Neri; 28. der ein Sohn Melchi; der ein Sohn Addi; der ein Sohn Kosam; der ein Sohn Elmodam; der ein Sohn Er; 29. der ein Sohn Jose; der ein Sohn Eliezer; der ein Sohn Jorim; der ein Sohn Matthat; der ein Sohn Levi; 30. der ein Sohn Simeon; der ein Sohn Juda; der ein Sohn Josephs; der ein Sohn Jonan; der ein Sohn Eliakim; 31. der ein Sohn Melea; der ein Sohn Mainan; der ein Sohn Mattatha; der ein Sohn Nathan; der ein Sohn Davids; 32. der ein Sohn Jesse; der ein Cap. 3. 4. Schn Obed; der ein Sohn Booz; der ein Sohn Salmon; der ein Sohn Naasson; 33. der ein Sohn Aminadab; der ein Sohn Aram; der ein Sohn Efrom; der ein Sohn Phares; der ein Sohn Juda; Feut 34. der ein Sohn Jakobs; der ein Sohn Isaaks; der ein Sohn Abrahams; der ein Sohn Thara; der ein Sohn Nachor; St. Luca. 35. der ein Sohn Saruch; der ein Sohn Ragau; der ein Sohn Phalek; der ein Sohn Heber; der ein Sohn Sala; 36. der ein Sohn Kainan; der ein Sohn Arpharad; der ein Sohn Sem; der ein Sohn Noah; der ein Sohn Lamech; 91 alle Reiche der Welt in einem Augenblick. 6. Und der Teufel sprach zu ihm: Ich will dir alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. 37. der ein Sohn Mathusala; der ein Sohn Henoch; der ein Sohn Jared; der ein Sohn Male leel; der ein Sohn Kainan; 38. der ein Sohn Enos; der ein Sohn Seth; der ein Sohn Adams; der war Gottes. Das IV. Eapitel. 1. Jesus wird versucht; 2. lehrt zu Nazareth; 3. lehrt und heilt zu Capernaum und in Galiläa. Jesus aber, voll des heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück, und ward vom Geiste in die Wüste geführt, 2. und vierzig Tage vom Teufel versucht. Und er aß nichts in den selben Tagen; und als sie vollendet waren, hungerte ihn hernach. 3. Und der Teufel sprach zu ihm: Bist du der Sohn Gottes, so sage diesem Steine, daß er Brot werde. 4. Und Jesus antwortete ihm, und sprach: Es steht geschrieben: » Der Mensch wird nicht vom Brot allein leben, sondern von einem jeden Worte Gottes." 7. Wenn du nun mich anbetest, so soll Alles dein sein. 8. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: „ Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten, und ihm allein dienen." 5. Und der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg, und zeigte ihm 9. Und er führte ihn gen Jerusalem, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du der Sohn Gottes, so wirf dich von hier hinab; 10. denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinethalben Befehl geben, dich zu bewahren; 11. und sie werden dich auf den Händen tragen, daß du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest." 12. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen." 99 13. Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, ließ er eine Zeitlang von ihm ab. 14. Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa; und das Gerücht von ihm gieng aus durch die ganze umliegende Landschaft. 15. Und er lehrte in ihren Versammlungen, und ward von Allen gepriesen. H. 16. Und er kam gen Nazareth, wo er erzogen war, und gieng, nach seiner Gewohnheit, am Sabbath in die Versammlung, und stand auf, um zu lesen. 17. Und es ward ihm das Buch des Propheten Jesajas gegeben 92 Das Evangelium Cap. 4. und als er das Buch aufthat, fand| Elisa; aber keiner derselben wurde er die Stelle, wo geschrieben stand: gereinigt, sondern Naeman, der 18. ,, Der Geist des Herrn ist auf Syrer. mir, deßwegen hat er mich gefalbet, er hat mich gesandt, das Evangelium den Armen zu predigen, zu heilen die zerschlagenen Herzens sind, zu verkündigen den Gefangenen Erledigung, und den Blinden Wiederbringung des Gesichtes, die Bedrängten in Freiheit zu sehen; 28. Da wurden Alle voll Zornes in der Versammlung, als sie dieses hörten. 29. Und sie standen auf, und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn auf die Spige des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, daß sie ihn hinabstürzten. 30. Er aber gieng mitten durch sie hin, und zog hinweg. 19. das angenehme Jahr des Herrn zu verkündigen." 20. Und als er das Buch zugethan, gab er es dem Diener wie der und setzte sich, und aller Augen in der Versammlung waren auf ihn gerichtet. B 21. Er aber fieng an ihnen zu fagen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euern Ohren. 22. Und Alle gaben ihm Beifall, und verwunderten sich über die holdseligen Reden, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs? 23. Und er sprach zu ihnen: Allerdings werdet ihr mir das Sprichwort sagen: Arzt, heile dich selbst! Die großen Thaten, von denen wir hörten, daß sie zu Capernaum geschehen, die thue auch hier in deinem Vaterlande. 24. Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande. 25. In Wahrheit aber sage ich euch, viele Witwen waren in den Tagen des Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen war, da eine große Hungersnoth entstand im ganzen Lande. 26. Aber zu keiner derselben ward Elias gesandt, sondern gen Sarepta in Sidonien, zu einer Witwe. 27. Und viele Aussäßige waren in Israel zur Zeit des Propheten III. 31. Und er kam hinab gen Capernaum, einer Stadt des galiläischen Landes, und lehrte sie am Sabbath. 32. Und sie erstaunten über seine Lehre, denn seine Rede war ges waltig. 33. Und in der Versammlung war ein Mensch von einem un reinen Geiste besessen. Und er schrie mit lauter Stimme, 28 34. und sprach: Ach, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist, der Heilige Gottes. 35. Und Jesus beschalt ihn und sprach: Verstumme, und fahre aus von ihm! Und der Teufel, nachdem er ihn in ihre Mitte gewor den, fuhr aus von ihm, und that ihm keinen Schaden. 36. Und es kam ein Erstaunen über Alle, und sie vedeten unter einander und sprachen: Was ist das für eine Rede? Denn er gebietet den unteinen Geistern mit Macht und Gewalt, und sie fabren aus. 37. Und der Ruf von ihm gieng aus in alle Orte der umliegenden Landschaft. 38. Und er stand auf aus der Versammlung, und gieng in das Haus Simons. Die Schwiegermutter Simons aber war mit St. Luca. Cap. 4. 5. einem starken Fieber behaftet, und fie baten ihn für ste. 39. Und er stellte sich über ihr, und beschalt das Fieber; und es verließ sie. Und alsobald stand ste auf und dienete ihnen. 93 zu fahren; und er setzte sich, und lehrte das Volk aus dem Schiffe. 4. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe, und lasset eure Neße zu einem Fang hinunter. 40. Als aber die Sonne unter gieng, brachten alle, welche Kranke hatten mit mancherlei Gebrechen, dieselben zu ihm, und er legte einem jeden aus ihnen die Hände auf und heilte sie. 5. Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Neß hinunter lassen. 41. Es fuhren auch Teufel aus 6. Und als sie dieses gethan, von Vielen, die schrien und sag- schlossen sie eine große Menge ten: Du bist der Christus, der Fische ein, und ihr Neß zerriß. Sohn Gottes. Und er beschalt sie, und ließ sie nicht reden, weil sie wußten, daß er der Christus sei. 7. Und sie winkten den Genossen, die in dem andern Schiffe waren, daß sie kommen und ihnen helfen sollten; und sie kamen, und füllten beide Schiffe, also daß fie sanken. 42. Als es aber Tag geworden, gieng er hinaus an einen einöden Ort; und das Volk suchte ihn, und kam zu ihm, und sie hielten ibn zurück, daß er nicht von ihnen zöge. 43. Aber er sprach zu ihnen: Auch den andern Städten muß ich das Evangelium vom Reiche Gottes predigen; denn dazu bin ich gesandt. 44. Und er predigte in den Bersammlungen des galiläischen Landes. Das V. Capitel. 1. Der Fischfang des Petrus. 2. Heilung eines Aussägigen, 3. und eines vom Schlage Getroffenen. 4. Berufung des Levi. 5. Jesus vertheidigt seine Jünger in Ansehung des Fastens. Es begab sich aber, als ihn das Volk drängte das Wort Gottes zu hören, stand er am See Genesareth. 2. Und er sah zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren aus denselben ausgestiegen, und wuschen die Nege. 3. Da trat er in eines der Schiffe, das Simons war, und bat ihn, ein wenig vom Lande 8. Als das Simon Petrus sah, fiel er zu den Knien Jesu, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; denn ich bin ein sündiger Mensch. 9. Denn ein Schrecken befiel ihn und Alle, die bei ihm waren, wegen des Fischfanges, den sie gethan hatten; 10. und gleicherweise auch den Jacobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Ge nossen waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an sollst du Menschen fangen. 11. Und sie führten die Schiffe an das Land, verließen Alles, und folgten ihm nach. H. 12. Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussages. Und da er Jesum sah, fiel er auf das Angesicht, und bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, so fannst du mich reinigen. 13. Da streckte er die Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich 94 Das Evangelium Cap. 5. will es; sei gereinigt! Und also-| Deine Sünden sind dir vergeben! bald wich der Aussag von ihm. oder sagen: Steh auf und wandle! 14. Und er befahl ihm, es Nie: 24. Damit ihr aber wisset, daß manden zu sagen, sondern gehe hin, der Sohn des Menschen Macht zeige dich dem Priester, und opfere hat, auf Erden Sünden zu verfür deine Reinigung, wie Moses geben, sprach er zu dem Schlaggeboten hat, ihnen zum Zeugniß. flüssigen: Ich sage dir, steh auf, 15. Aber die Rede von ihm brei- hebe dein Bett auf, und gehe in tete sich desto mehr aus; und viel dein Haus. Volk kam zusammen, ihn zu hören und von ihren Krankheiten durch ihn geheilt zu werden. 16. Er aber entwich in die Einöde, und betete. III. 17. Und es begab sich an einem Tage, daß er lehrte; und es saßen Pharisäer da, samt den Geseglehrern, die aus allen Flecken des galiläischen und jüdischen Landes und von Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war wirksam, Kranke gesund zu machen. 18. Und siehe, Männer trugen auf einem Bette einen Menschen, welchen der Schlag getroffen; und fie suchten ihn hinein zu bringen, und vor ihn zu legen. 19. Und da sie wegen des Volkes nicht fanden, wie sie ihn hinein brächten, stiegen sie auf das Dach, und ließen ihn mit dem Bette durch die Ziegel herab in die Mitte vor Jesum. 20. Und als er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch! deine Sünden sind dir vergeben. 21. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fiengen an sich darüber Gedanken zu machen, und sprachen: Wer ist dieser, der solche Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben, als nur allein Gott? 22. Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, hob er an und sprach zu ihnen: Was denket ihr in euern Herzen? 23. Was ist leichter? sagen: 25. Und alsobald stand er auf vor ihren Augen, hob das auf, worauf er gelegen war, und gieng in sein Haus, und preisete Gott. 26. Und Erstaunen ergriff sie alle, und sie priesen Gott, und wurden voll Furcht, und sprachen: Wir haben heute unglaubliche Dinge gesehen. IV. 27. Und nach diesem gieng er aus, und sah einen Zöllner, mit Namen Levi, am Zoll sigen, und sprach zu ihm: Folge mir nach! 28. Und er verließ Alles, stand auf, und folgte ihm nach. 29. Und Levi machte ihm ein großes Mahl in seinem Hause; und es war eine große Schaar von Zöllnern und Andern, die mit ihnen zu Tische saßen. 30. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer murreten wider seine Jünger, und sprachen: Warum esset und trinket ihr mit den Zöllnern und Sündern? 31. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken: 32. Jch bin nicht gekommen zu berufen Gerechte, sondern Sünder zur Buße. V. 33. Sie aber sprachen zu ihm: Warum faften die Jünger des Johannes so oft, und verrichten Gebete, gleicher Weise auch die der Pharisäer; die deinigen aber essen und trinken? 34. Und er sprach zu ihnen: Könnet ihr die Hochzeitleute fasten Cap. 5. 6. St. Luca. 3 95 machen, so lange der Bräutigam| gab, die bei ihm waren; welche bei ihnen ist? doch Niemand essen darf, als nur die Priester? 5. Und er sagte zu ihnen: Des Menschen Sohn ist auch Herr des Sabbaths. 35. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam wird von ihnen genommen sein; dann wer den sie fasten in denselben Tagen. 36. Er sagte aber auch ein Gleichniß zu ihnen: Niemand segt ein Stück eines neuen Kleides auf ein altes Kleid; denn sonst reißt das neue ab, und das Stück vom neuen reimt sich nicht zu dem alten. 37. Und Niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; denn sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er selbst wird verschüttet werden, und die Schläuche verderben. 38. Sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche fassen; so werden beide erhalten. 39. Und Niemand, der alten getrunken hat, will alsobald neuen; denn er spricht: Der alte ist milder. Das VI. Capitel. 1. Der Jünger Achrenessen. 2. Heilung eines Lahmhändigen am Sabbath. 3. Wahl der Apostel. 4. Predigt Jesu. Es begab sich aber, daß er an einem ersten Sabbath nach dem zweiten Tage des Ueberschrittes durch die Saat gieng; und seine Jünger streiften Aehren ab, zerrieben sie mit den Händen, und aßen sie. 2. Da sagten etliche der Pharisäer zu ihnen: Warum thut ihr, was nicht erlaubt ist am Sabbath zu thun? CAN 3. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habet ihr auch das nicht gelesen, was David that, als ihn, und die bei ihm waren, hungerte? II. 6. Es begab sich aber an einem andern Sabbath, daß er in die Versammlung gieng und lehrte; und daselbst war ein Mensch, des sen rechte Hand dürr war. 4. Wie er in das Haus Gottes gieng, und die Schaubrote nahm und aß, und auch denen davon 7. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer gaben Acht auf ihn, ob er am Sabbath heilen würde, auf daß sie eine Anklage wider ihn fänden. 8. Er aber wußte ihre Gedanfen, und sprach zu dem Menschen, der die dürre Hand hatte: Steh auf, und stelle dich in die Mitte. Und er stand auf, und stellte sich dahin. 9. Da sprach nun Jesus zu ihnen: Ich will euch etwas fragen: Ist es erlaubt, am Sabbath Gutes zu thun oder Böses zu thun? das Leben zu erhalten oder zu verderben? 10. Und indem er sie alle rings umher ansah, sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er that also, und seine Hand ward wieder gesund, wie die andere. 11. Sie aber wurden mit Wuth erfüllet, und unterredeten sich mit einander, was sie doch Jesu thun wollten. III. 12. Es begab sich aber in denselben Tagen, daß er auf den Berg gieng zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebete zu Gott. 13. Und als es Tag geworden, rief er seine Jünger herzu, und erwählte aus ihnen zwölfe, die er auch Apostel nannte: 14. Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder An Das Evangelium 96 dreas, Jacobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, 15. Matthäus und Thomas, Jacobus, des Alphäus Sohn, und Simon, genannt Zelotes, 16. Judas, Jacobus Bruder, und Judas Iscarioth, der auch zum Verräther ward. IV. 17. Und er stieg berab mit ihnen, und stellte sich auf einen ebenen Ort; und eine Schaar seiner Jünger, und eine große Menge Volkes aus dem ganzen jüdischen Lande und von Jerusalem, und von der Meeresküste von Tyrus und Sidon, die gekommen waren ihn zu hören, und geheilt zu werden von ihren Krankheiten, 18. und die von unreinen Geistern geplagt waren; und sie wurden geheilt. 19. Und alles Volk suchte ihn an zurühren, denn eine Kraft gieng von ihm aus, und machte alle gesund. 20. Und er hob seine Augen auf über seine Jünger, und sprach: Selig seid ihr Armen! denn euer ist das Reich Gottes. s 21. Selig ihr, die ihr jetzt bungert! denn ihr werdet gesättigt werden. Selig ihr, die ihr jegt weinet! denn ihr werdet lachen. 22. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen, und schmähen, und euern Namen als böse verwerfen um des Menschensohnes willen. Cap. 6. 26. Wehe euch, wenn alle Menschen gut von euch reden! denn eben so thaten ihre Väter den falschen Propheten. 27. Euch aber, die ihr zuhöret, sage ich: Liebet eure Feinde; thut Gutes denen, die euch hassen; 28. segnet, die euch fluchen, und bittet für die, so euch beleidigen! 29. Dem, der dich auf den Baen schlägt, biete auch den andern dar, und dem, der dir den Mantel nimmt, wehre auch den Rock nicht. 30. Einem Jeden aber, der dich bittet, dem gieb; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück. 31. Und wie ihr wollet, daß euch die Leute thun, eben so thut auch ihr ihnen. 32. Und wenn ihr die liebet, die euch lieben, was für einen Dank habet ihr? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben. 33. Und wenn ihr denen Gutes thut, die euch Gutes thun, was für einen Dank habet ihr? Denn auch die Sünder thun dasselbe. 34. Und wenn ihr denen leihet, von welchen ihr hoffet wieder zu empfangen, was für einen Dank habet ihr? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, auf daß sie das Gleiche wieder empfangen. 35. Vielmehr liebet eure Feinde; und thut Gutes und leihet, wo ihr nichts dafür hoffet; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36. Darum seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist. 23. Freuet euch an demselben Tage, und frohlocket! denn siehe, euer Lohn wird groß sein im Himmel. Denn eben so thaten ihre Väter den Propheten. 24. Aber wehe euch, ihr Reichen! denn ihr habet euern Trost dahin. 37. Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verdammet denn euch wird hungern. Wehe 25. Wehe euch, ihr Gesättigten! nicht, so werdet ihr nicht verdammt; laffet nach, so wird euch nachgelassen. euch, die ihr jetzt lachet! denn ihr werdet trauern und weinen. 38. Gebet, so wird euch gegeben Cap. 6. 7. St. Lucă. 97 thut; ich will euch zeigen, wem der gleich ist. werden; ein gutes Maß, ein eingedrücktes und gerütteltes und überfließendes wird man in euern 48. Er ist gleich einem Menschen, Schooß geben. Denn mit eben der, als er sein Haus bauete, tief dem Maße, mit welchem ihr grub, und den Grund auf den Felmesset, wird euch wieder gemessen legte. Als nun das Gewässer sen werden. anschwoll, da riß der Strom diesem Hause zu, und vermochte es nicht zu bewegen; denn es war auf den Felsen gegründet. 39. Er sagte ihnen aber ein Gleichniß: Kann auch ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen? 40. Der Jünger ist nicht über seinen Meister; ein Jeder aber wird vollendet sein wie sein Meister. 41. Was siehest du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken in deinem eigenen Auge achtest du nicht? 42. Oder, wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, halt, ich will den Splitter, der in dei nem Auge ist, ausziehen, so du doch den Balken in deinem Auge nicht siehest? Du Heuchler! ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann magst du sehen, wie du den Splitter ausziehest, der in deines Bruders Auge ist. 43. Denn es ist kein guter Baum, der schlechte Frucht bringe, noch ein schlechter Baum, der gute Frucht bringe.. 44. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von den Dornen sammelt man keine Feigen, und von dem Dornbusche lieset man keine Trauben. 45. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schaße seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schaße seines Herzens das Böse hervor. Denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund. 46. Was heißet ihr mich aber Herr, Herr! und thut nicht, was ich sage? 47. Ein jeder der zu mir kommt, und meine Worte hört, und sie 49. Wer aber höret und nicht thut, der ist gleich einem Menschen, der ein Haus auf das Erdreich, ohne Grund, bauete; und der Strom riß demselben zu, und es fiel alsobald, und der Sturz desselben Hauses war groß. Das VII. Capitel. 1. Jesus heilt den Knecht des Hauptmanns; 2. erweckt den Jüngling zu Nain. 3. Johannes sendet an Jesum. 4. Jesu Urtheil über Johannes. 5. Jesus von einer Sünderinn geſalbt. Nachdem er nun vor den Ohren des Volkes alle seine Reden vollendet hatte, gieng er hinein gen Capernaum. 2. Eines Hauptmanns Knecht aber war frant, und wollte sterben, der demselben werth war. 3. Da er nun von Jesu gehört, sandte er Aelteste der Juden zu ihm, und ließ ihn bitten, daß er komme und seinem Knechte helfe. 4. Da kamen diese zu Jesu, und baten ihn angelegentlich und sprachen: Er ist es werth, daß du ihm dieses erzeigest: 5. Denn er hat unser Volk lieb, und die Versammlung hat er uns gebaut. 6. Da gieng Jesus mit ihnen hin. Und als er jetzt nicht fern von dem Hause war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm, und ließ ihm sagen: Herr! bemühe dich nicht. Denn ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach eingehest. 7 98 Das Evangelium Cap. 7. 7. Darum hielt ich auch mich| 17. Und diese Rede von ihm selbst nicht für würdig zu dir zu gieng aus in das ganze jüdische kommen; sondern sprich nur ein Land und in alle umliegende LandWort, so wird mein Knecht gesund schaft. werden. III. 18. Und es berichteten dem Johannes seine Jünger von diesem allem. Und Johannes berief zwei seiner Jünger zu sich, 19. und sandte sie zu Jesu, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? 8. Denn ich bin auch ein Mensch, einer Gewalt unterworfen, und habe Kriegsknechte unter mir; und sage ich zu diesem: Gehe hin! so geht er; und zu einem Andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Thu das! so thut er es. 9. Als Jesus dieß hörte, verwunderte er sich über ihn, und wandte sich um und sprach zu dem Volke, das ihm nachfolgte: Ich sage euch, auch in Israel habe ich einen so großen Glauben nicht gefunden. 10. Und als die Abgesandten in das Haus zurück kamen, fanden sie den kranken Knecht gesund. II. 11. Und es begab sich des folgenden Tages, daß er in eine Stadt zog, genannt Nain; und es zogen mit ihm viele seiner Jünger, und viel Volkes. 12. Wie er aber dem Stadtthore nahete, siehe, da ward ein Todter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volk der Stadt war mit ihr. 13. Und als sie der Herr sah, erbarmte er sich ihrer, und sprach zu ihr: Weine nicht! 14. Und er trat hinzu, und rührte den Sarg an, die Träger aber standen stille. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! 15. Und der Todte saß auf, und fieng an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. 16. Und Furcht ergriff Alle; und sie priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk gnädig besucht. 20. Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes, der Täufer, hat uns zu dir gesandt, und läßt dir sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? 21. Eben zu derselben Stunde aber heilte er Viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und schenkte vielen Blinden das Gesicht. 22. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes wieder, was ihr gesehen und gehört habet: Blinde sehen, Lahme wandeln, Aussäßige werden rein, Taube hören, Todte stehen auf, den Armen wird das Evangelium gepredigt. 23. Und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. IV. 24. Und als die Boten des Johannes hinweg gegangen, fieng er an zum Volfe zu reden von Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu schauen? Ein Rohr, das vom Winde bewegt wird? 25. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen mit weichen Kleidern anges than? Siche, die in herrlicher Kleidung und Ueppigkeit leben, die sind an den königlichen Höfen. 26. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Pro Cap. 7. St. Lucă. 99 pheten? Ja, ich sage euch, einen, esse. Und er kam in das Haus der noch vortrefflicher ist als ein Prophet. des Pharisäers, und setzte sich zu Tische. 27. Dieser ist's, von dem geschrieben steht:„ Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesichte, der deinen Weg vor dir her bereiten soll." 28. Denn ich sage euch, unter denen, die von Weibern geboren sind, ist kein größerer Prophet, als Johannes der Täufer. Doch der Kleinste im Reiche Gottes ist größer als er. 29. Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner erkannten Gott als gerecht, und ließen sich taufen mit der Taufe des Johannes; 30. die Pharisäer aber und die Gefeßgelehrten verwarfen den Rath Gottes, sich selbst zum Schaden, und ließen sich nicht von ihm taufen. 31. Es sprach aber der Herr: Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechtes vergleichen? und wem sind sie gleich? 32. Sie sind Kindern gleich, die am Markte sizzen, und einander zurufen, und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habet nicht getanzt; wir haben euch Klaglieder gesungen, und ihr habet nicht geweint. 33. Denn es ist Johannes, der Täufer, gekommen, der weder Brot aß, noch Wein trank; da faget ihr: Er hat einen Teufel. 34. Es ist der Sohn des Menschen gekommen, der ißt und trinkt; da faget ihr: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! 35. Und die Weisheit ist von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden. V. 36. Es bat ihn aber einer der Pharisäer, daß er mit ihm 37. Und siehe, ein Weib in der Stadt, die eine Sünderinn war, als sie vernommen, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte eine alabasterne Flasche voll Salbe, 38. und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fieng an seine Füße mit Thränen zu beneßen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, und küßte seine Füße, und salbete sie mit der Salbe. 39. Da das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er doch, wer und was für ein Weib das ist, die ihn anrührt, da sie eine Sünderinn ist. 40. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er antwortete: Meister, sprich! 41. Ein Schuldgläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert Pfenninge schuldig, der andere fünfzig. 42. Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er es beiden. Sage, welcher von ihnen nun wird ihn am meisten lieben? 43. Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er das Meiste geschenkt hat. Er sprach zu ihm: Du hast recht geurtheilt. 44. Und indem er sich gegen das Weib wandte, sprach er zu Simon: Sichest du dieses Weib? Ich kam in dein Haus; du gabst mir kein Wasser für die Füße, sie aber hat meine Füße mit Thränen beneßt, und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. 45. Du gabst mir keinen Kuß; sie aber hat, seit sie hereintrat, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. 7* Das Evangelium 100 46. Du salbtest mein Haupt nicht mit Del, sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt. 47. Darum sage ich dir, ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet; wem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. 48. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. 49. Da fiengen die, so mit ihm zu Tische saßen, an bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt? 50. Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe bin im Frieden! Cap. 7. 8. 6. Und Anderes fiel auf den Felsen; und als es hervorwuchs, verdorrete es, weil es keine Feuchtigfeit hatte. 7. Und Anderes fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen, die mit aufwuchsen, erstickten es. 8. Und Anderes fiel in den guten Grund, und wuchs auf und gab hundertfältige Frucht. Und da er dieses sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! 9. Da fragten ihn seine Jünger, was dieses Gleichniß bedeute. 10. Er aber sprach: Euch ist gegeben die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den Andern aber in Gleichnissen, auf daß sie sehen und doch nicht sehen, und hören und doch nicht verstehen. 11. Das Gleichniß aber bedeutet dieses: Der Same ist das Wort Gottes. Das VIII. Capitel. 1. Das Gleichniß vom Säemann. 2. Die Verwandten Jesu. 3. Stillung des Seesturms. 4. Befreiung des besessenen Gadareners. 5. Heilung des blutflüssigen Weibes, und 6. Erweckung der Tochter des Jairus. Und es begab sich hernach, daß er durch Städte und Flecken reisete, predigend und das Evangelium vom Reiche Gottes verkün- 13. Die aber auf dem Felsen digend; und die Zwölfe mit ihm, sind die, welche das Wort, wann 2. und etliche Weiber, die von sie es hören, mit Freuden aufnehbösen Geistern und Krankheiten men; aber sie haben keine Wurwaren geheilt worden: Maria, zel: die glauben nur eine Zeit genannt Magdalene, von welcher lang, und zur Zeit der Versuchung sieben Teufel ausgefahren waren, fallen sie ab. 3. und Johanna, das Weib des Chusa, eines Verwalters des Herodes, und Susanna, und viele andere, welche ihm dienten von ihrer Habe. 14. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, welche es hören, aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichthum und Wollust des Lebens erstickt, und bringen die Frucht nicht zur Reife. 4. Als nun viel Volk zusammen fam, und sie aus allen Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnisse: 15. Das in dem guten Grunde aber sind die, welche in einem feinen und guten Herzen das Wort, das sie gehöret, behalten, und Frucht tragen in Beharrlichkeit. 5. Es gieng ein Säemann aus, seinen Samen zu säen. Und indem er säete, fiel Etliches an den Weg, und ward zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf. 16. Niemand aber, der ein Licht angezündet, bedeckt es mit einem Gefäße, oder seht es unter ein 12. Die am Wege sind die, welche es hören, und darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen weg, daß sie nicht glauben und selig werden. Cap. 8. Bett, sondern er segt es auf einen Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen. 17. Denn Nichts ist verborgen, das nicht wird offenbar werden; und Nichts heimlich, das nicht wird fund werden und an den Tag kommen. St. Lucă. 18. So sehet nun zu, wie ihr höret! Denn wer hat, dem wird gegeben, und wer nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er meint zu haben. II. 19. Es famen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten vor dem Bolte nicht zu ihm gelangen. 20. Und es ward ihm berichtet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und begehren dich zu sehen. 21. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und es thun. III. 22. Und es begab sich an einem der Tage, daß er und seine Jünger in ein Schiff traten; und er sprach zu ihnen: Laßt uns über den See fahren! Und sie fuhren hin. 23. Als sie aber schifften, entschlief er. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff ward voll Wasser, und sie standen in Gefahr. 24. Und sie traten herzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir gehen zu Grunde! Er aber stand auf und beschalt den Wind und die Wogen des Wassers; und sie legten sich, und es ward eine Stille. 101 IV. 26. Und sie schifften in die Landschaft der Gadarener, die Galiläa gegenüber liegt. 27. Und als er an das Land getreten, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Teufel hatte, und keine Kleider anzog, auch in keinem Hause blieb, sondern in den Gräbern. 28. Als er aber Jesum sab, schrie er, fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesu, du Sohn Gottes des Höchsten? Ich bitte dich, daß du mich nicht peinigest. 29. Denn Jesus hatte dem unreinen Geiste geboten, daß er von dem Menschen ausfahre; denn er hatte ihn seit langer Zeit ergriffen, und er wurde mit Ketten und Fußbanden gebunden und verwahret; aber er zerriß die Bande, und ward vom Teufel in die Wüste getrieben. 25. Da sprach er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten und verwunderten sich, und sprachen unter einander: Wer ist doch dieser, daß er auch den Winden gebietet und dem Wasser, und fie ihm gehorsam sind? 30. Jesus aber fragte ihn, sprechend: Was ist dein Name? Er sprach: Legion! Denn viele Teufel waren in ihn gefahren. 31. Und er bat ihn, daß er sic nicht heiße in den Abgrund fahren. 32. Es war aber daselbst eine Herde vieler Schweine an dem Berge auf der Weide, und sie baten ihn, daß er ihnen erlaube in diese zu fahren. Und er erlaubte es ihnen. 33. Da fuhren die Teufel aus von dem Menschen, und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich vom Abhange in den See und ertranf. 34. Als aber die Hirten sahen, was geschehen war, flohen sie, und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande. 35. Da giengen sie hinaus zu sehen, was geschehen war, und tamen zu Jesu, und fanden den Das Evangelium Menschen, von welchem die Teu-| mich angerührt? fel ausgefahren, bekleidet und vernünftig zu den Füßen Jesu sigen, und sie fürchteten sich. 102 36. Aber auch die, so es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie dem Besessenen geholfen worden. 37. Und die ganze Menge aus der umliegenden Landschaft der Gadarener bat ihn, daß er von ihnen hinweg ziehe; denn es hatte sie eine große Furcht ergriffen. Da trat er in das Schiff und fehrte wieder zurück. 38. Der Mann aber, von wel chem die Teufel ausgefahren, bat ihn, daß er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus entließ ihn und sprach: 39. Kehre zurück in dein Haus, und erzähle, was Gott dir Großes gethan hat. Und er gieng und verkündigte durch die ganze Stadt, was Jesus ihm Großes gethan habe. V. 40. Es begab sich aber, als Jesus zurück kam, empfieng ihn das Volk; denn sie warteten alle auf ihn. 41. Und siehe, es kam ein Mann mit Namen Jairus, der ein Oberster der Versammlung war, und er fiel Jesu zu Füßen und bat ihn, daß er in sein Haus kommen möchte. Cap. 8. Da nun Alle läugneten, sprach Petrus und die mit ihm waren: Meister, das Volk drückt und drängt dich, und du sprichst: Wer hat mich angerührt? 46. Jesus aber sprach: Es hat mich Jemand angerührt, denn ich merkte, daß eine Kraft von mir ausgieng. gieng, drängte ihn das Volk. 43. Und ein Weib, die den Blutfluß seit zwölf Jahren hatte, und all ihr Gut an die Aerzte gewandt, und von keinem hatte geheilt werden können, 44. die trat von hinten herzu, und rührte den Saum seines Klei des an; und sogleich hörte ihr Blutfluß auf. 45. Und Jesus sprach: Wer hat 47. Als nun das Weib sah, daß sie nicht verborgen blieb, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder, und erzählte ihm vor dem ganzen Volke, aus welcher Ursache sie ihn angerührt habe, und wie sie sogleich gesund geworden. 48. Er aber sprach zu ihr: Sei getrost, Tochter! dein Glaube hat dir geholfen. Gehe hin im Frieden! VI. 49. Da er noch redete, kam einer vom Gesinde des Obersten der Versammlung, und sagte zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht. 50. Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird ihr geholfen werden. 51. Und als er in das Haus gekommen, ließ er niemand hineingehen als Petrus und Jacobus und Johannes, und den Vater des Kindes und die Mutter. 52. Sie weinten aber alle, und 42. Denn er hatte eine einzige klagten um sie. Er aber sprach: Tochter von etwa zwölf Jahren, Weinet nicht! sie ist nicht gestorund diese starb. Als er aber hin- ben, sondern sie schläft. 53. Und sie verlachten ihn, weil sie wußten, daß sie gestorben war. 54. Er aber wies Alle hinaus, und ergriff ihre Hand, und rief: Kind, steh auf! 55. Und ihr Geist kehrte wieder, und sie stand alsobald auf: und er befahl, ihr zu essen zu geben. 56. Und ihre Eltern erstaunten; er aber gebot ihnen, Niemand zu sagen, was geschehen war. Cap. 9. Das IX. Capitel. 1. Aussendung der Apostel. 2. Speisung der Fünftausend. 3. Petri Befenntniß. 4. Berklärung Jesu. 5. Heilung eines Mondsüchtigen. 6. Ankündigung des Leidens. 7. Empfehlung der Demuth, und 8. der Duldung. 9. Die Nachfolge Jeſu. Er Er rief aber die Zwölfe zusammen, und gab ihnen Macht und Gewalt über alle Teufel, und Krankheiten zu heilen, 2. und sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen, und die Kranken gesund zu machen. 3. Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts mit auf den Weg, weder Stab, noch Tasche, noch Brot, noch Geld; auch soll einer nicht zwei Röcke haben. 4. Und in welches Haus ihr eintreten werdet, daselbst bleibet, und von da aus ziehet von dannen. 5. Und wo man euch nicht aufnehmen wird, da gehet fort aus derselben Stadt, und schüttelt auch den Staub von euern Füßen, zum Zeugniß wider sie. 6. Und sie zogen aus, und durch zogen die Flecken, predigten das Evangelium, und heilten an allen Orten. St. Lucă. 103 was sie gethan hatten. Und er nahm sie zu sich, und entwich beifeite an einen einöden Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt. 11. Als aber das Volk es erfahren, folgten sie ihm nach; und er nahm sie auf, und redete zu ihnen von dem Reiche Gottes; und die der Heilung bedurften, machte er gesund. II. 12. Aber der Tag fieng an sich zu neigen; und die Zwölfe traten herzu, und sprachen zu ihm: Laß das Volk von dir, daß sie hingehen in die Flecken und Dörfer rings umher, und einkehren und Speise finden; denn hier sind wir an einem einöden Orte. 7. Es hörte aber der Vierfürst Herodes alles, was von ihm geschah; und er stand bei sich selbst an, weil von Etlichen gesagt ward, Johannes sei von den Todten auferstanden; 8. von Etlichen aber, Elias sei erschienen; und von Andern, einer der alten Propheten sei auferstanden. 9. Und Herodes sprach: Den Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, von dem ich solche Dinge höre? Und er suchte ihn zu sehen. 13. Er aber sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; es sei denn, daß wir hingehen und für all dieses Volk Speiſe kaufen sollen. 14. Denn es waren bei fünftausend Männern. Da sprach er zu seinen Jüngern: Machet, daß sie sich nach Gesellschaften seßen, je fünfzig und fünfzig. 15. Und sie thaten also, und ließen Alle sich setzen. 16. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, und brach und gab sie den Jüngern, sie dem Volke vorzulegen. 17. Und sie aßen, und wurden alle fatt; und es wurde aufge= hoben, was ihnen übrig blieb von den Stücken, zwölf Körbe. III. 18. Und es begab sich, als er einsam betete, und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie, sprechend: Wer sagen die Leute, daß ich sei? 19. Sie antworteten und spra10. Und die Apostel kehrten chen: Johannes, der Täufer; zurück und erzählten ihm alles, Andere, Elias; Andere aber, Das Evangelium 104 einer der alten Propheten sei auferstanden. 20. Da sprach er zu ihnen: Wer saget aber ihr, daß ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Der Gesalbete Gottes. 21. Er aber verbot ihnen ernst lich, dieses Niemand zu sagen, 22. indem er sprach: Der Sohn des Menschen muß viel leiden, und verworfen werden von den Aeltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und getödtet, und am dritten Tage auferweckt werden. 23. Er sprach aber zu Allen: Wenn Jemand mir nachkommen will, so verläugne er sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich täglich, und folge mir nach. 24. Denn wer sein Leben erhal ten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird es er= halten. 25. Denn was nügte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber sich selbst verlöre, oder an sich selbst Schaden litte? 26. Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wann er kommen wird in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit. 27. Ich sage euch aber in Wahrheit, es sind Etliche unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen. IV. 28. Es begab sich aber nach diesen Reden, ungefähr acht Tage, daß er den Petrus und Johannes und Jacobus zu sich nahm, und auf den Berg stieg, zu beten. 29. Und indem er betete, ward die Gestalt seines Angesichts anders, und sein Kleid weiß strahlend. Cap. 9. 30. Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, die waren Moses und Elias; 31. die erschienen in Herrlichkeit, und redeten von seinem Ausgange, den er vollbringen sollte zu Jerusalem. 32. Petrus aber, und die mit ihm, waren von Schlaf beschwert. Als sie aber erwachten, sahen sie seine Herrlichkeit, und die zwei Männer, die bei ihm standen. 33. Und es begab sich, als diese von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesu: Meister, es ist gut, daß wir hier seien; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine, und Moses eine, und Elias eine; und er wußte nicht, was er sagte. 34. Und indem er dieses redete, kam eine Wolke, und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als jene in die Wolke hinein giengen. 35. Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein Sohn, der Geliebte, den höret! 36. Und indem diese Stimme erscholl, befand sich Jesus allein; und sie schwiegen, und sagten in denselben Tagen Niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten. V. 37. Es begab sich aber des folgenden Tages, als sie von dem Berge herab kamen, trat ihnen viel Volk entgegen. 38. Und siehe, ein Mann aus dem Volke rief und sprach: Meister, ich bitte dich, siehe doch an meinen Sohn, denn er ist mein Eingeborner. 39. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plöglich schreit er, und er reißt ihn hin und her, daß er schäumt, und weicht nur mit Mühe von ihm, indem er ihn quälet. 40. Und ich bat deine Jünger, daß sie ihn austrieben, aber sie vermochten es nicht. Cap. 9. St. Luca. 105 41. Da antwortete Jesus und 51. Es begab sich aber, als sich sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange soll ich bei euch sein, und euch ertragen? Bringe deinen Sohn hieher. die Tage erfüllten, daß er sollte aufgenommen werden, richtete er sein Angesicht, gen Jerusalem zu ziehen. 42. Und noch indem er hinzu kam, riß und zerrte ihn der Teufel. Aber Jesus beschalt den unreinen Geist, und machte den Knaben gesund, und gab ihn seinem Vater wieder. 52. Und er sandte Boten vor sich her. Und diese giengen hin, und tamen in einen Flecken der Samariter, ihm die Herberge zu bereiten. 53. Und sie nahmen ihn nicht auf, darum, weil sein Angesicht gen Jerusalem gerichtet war. 54. Als aber seine Jünger Jacobus und Johannes solches sahen, sprachen sie: Herr, willst du, daß wir Feuer heißen vom Himmel herabfallen und sie verzehren, wie auch Elias gethan hat? 55. Er aber wandte sich um, und beschalt sie, und sprach: Ihr wisset nicht, welches Geistes ihr seid. 56. Denn des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. Und sie zogen in einen andern Flecken. IX. 57. Es begab sich aber, als sie weiter zogen, sprach Einer auf dem Wege zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wo du auch hingehest. VI. 43. Es erstaunten aber Alle über die große Macht Gottes. Da sich nun Alle verwunderten über alles, was Jesus that, sprach er zu seinen Jüngern: 44. Fasset ihr in cure Ohren diese Worte: Des Menschen Sohn wird überliefert werden in der Menschen Hände. 45. Sie aber verstanden diese Rede nicht, und es war vor ihnen verborgen, daß sie es nicht begrif fen; und sie fürchteten sich, ihn wegen dieser Rede zu fragen. VII. 46. Es stieg aber ein Gedanke in ihnen auf, wer wohl der Größte unter ihnen wäre? 47. Da nun Jesus den Gedanken ihres Herzens sah, nahm er ein Kind, und stellte es neben sich, und sprach zu ihnen: 48. Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich auf nimmt, der nimmt den auf, der mich gesendet hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch Allen, der wird groß sein. VIII. 49. Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen Einen, der in deinem Namen die Teufel austrieb, und wir wehrten es ihm, denn er folgt dir nicht nach mit uns. 58. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt binlege. 59. Er sagte aber zu einem Andern: Folge mir nach. Der sprach: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60. Jesus aber sprach zu ihm: Laß die Todten ihre Todten begraben; du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes. 61. Es sprach aber auch ein Anderer: Herr, ich will dir nachfolgen, zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Hause 50. Und Jesus sprach zu ihm: Wehret es ihm nicht, denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. sind, Abschied zu nehmen. 106 62. Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurück blickt, ist geschickt zum Reiche Gottes. Das Evangelium Das X. Capitel. 1. Aussendung der siebenzig Jünger. 2. Zurückfunft derselben. 3. Der barmherzige Samariter. 4. Martha und Maria. Darnach aber verordnete der Herr noch siebenzig Andere, und sandte sie, je zwei und zwei, vor sich her, in alle Städte und Derter, wohin er selbst kommen wollte. 2. Und er sprach zu ihnen: Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte. Cap. 10. nehmen, so gehet auf ihre Gassen hinaus, und sprechet: 11. Auch den Staub, der sich an uns gehängt hat von eurer Stadt, wischen wir ab auf euch; doch sollet ihr wissen, daß das Reich Gottes zu euch genahet ist. 12. Ich sage euch, es wird Sodom an jenem Tage erträglicher gehen, als jener Stadt. 13. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn, wenn zu Tyrus und Sidon die Thaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie vor Zeiten im Sack und in der Asche sigend Buße gethan. 14. Doch es wird Tyrus und Sidon erträglicher gehen im Gerichte, als euch. 3. Gehet hin. Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. 15. Und du, Capernaum! die du bis zum Himmel erhoben bist, du wirst bis zur Hölle hinab geworfen werden. 4. Traget weder Beutel noch Tasche noch Schuhe, und auf dem Wege grüßet Niemand. 5. Wo ihr aber in ein Haus hineingehet, da sprechet zuerst: Friede diesem Hause! 6. Und wenn daselbst ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wo aber nicht, so wird er zu euch zurück- unterthan in deinem Namen. kehren. 16. Wer euch hört, der höret mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesendet hat. II. 17. Die Siebenzig aber kehrten mit Freuden wieder, und sprachen: Herr, auch die Teufel sind/ uns 18. Da sprach er zu ihnen: Ich 7. In demselben Hause aber blei- sah den Satan wie einen Blizz bet und effet und trinket, was sie vom Himmel fallen. euch darreichen; denn der Arbeiter ist seines Lohnes werth. Gehet nicht aus einem Haus in das andere. 19. Siehe, ich gebe euch die Macht, auf Schlangen und Skorpionen zu treten, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. 8. Und wo ihr in eine Stadt kommt, und sie euch aufnehmen, da esset, was euch vorgesetzt wird, 9. und heilet die Kranken, die daselbst sind, und saget zu ihnen: Das Reich Gottes ist zu euch genahet. 21. Zu derselben Stunde froh10. Wo ihr aber in eine Stadt lockete Jesus im Geiste, und kommet, und sie euch nicht auf- sprach: Ich preise dich, Vater, 20. Doch darüber freuet euch nicht, daß die Geister euch unterthan sind; freuet euch vielmehr, daß eure Namen in den Himmeln geschrieben sind. Cap. 10. St. Lucă. 107 Herr des Himmels und der Erde,| aus und schlugen ihn, und giendaß du diese Dinge vor den Wei- gen hinweg, indem sie ihn halb sen und Verständigen verborgen, todt liegen ließen. und sie den Unmündigen geoffenbaret hast. Ja, Vater, also war es wohlgefällig vor dir. 31. Und von ungefähr zog ein Priester dieselbe Straße hinab, sah ihn und gieng vorüber. 22. Alle Dinge sind mir von meinem Vater übergeben; und Niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, weiß Niemand, als nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. 23. Und er wandte sich zu seinen Jüngern besonders, und sprach: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehet! 24. Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wünschten zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört. III. 25. Und siehe, ein Gesetzgelehrter trat auf und versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? 26. Er aber sprach zu ihm: Was stebt im Gesege geschrieben? Wie liefest du? 27. Er antwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem deinem Herzen, und von ganzer deiner Seele, und von ganzem deinem Vermögen, und von ganzem deinem Gemüthe; und deinen Nächsten wie dich felbst!" 28. Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thu das, so wirst du leben. 29. Er aber wollte sich selbst gerecht machen, und sprach zu Jesu: Und wer ist mein Nächster? 30. Da erwiederte Jesus und sprach: Ein Mensch zog von Jerusalem nach Jericho binab, und fiel unter die Räuber; die zogen ihn 32. Deßgleichen auch ein Levit, der an denselben Ort gelangte, kam und sah ihn und gieng vorüber. 33. Ein reisender Samariter aber kam dahin, und da er ihn sah, erbarmte er sich seiner. 34. Und er gieng hinzu, verband seine Wunden, und goß Del und Wein darauf, dann hob er ihn auf sein eigenes Thier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35. Und als er des folgenden Tages abreisete, nahm er zwei Pfenninge hervor und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Verpflege ihn; und was du mehr auf wenden wirst, will ich, wann ich zurück komme, dir bezahlen. 36. Welcher nun von dieſen Dreien, dünkt dich, sei der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? 37. Er sprach: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm erwiesen. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe auch du hin und thue eben so. IV. 38. Es begab sich aber, als sie weiter zogen, gieng er in einen Flecken; ein Weib aber, mit Namen Martha, nahm ihn auf in ihr Haus. 39. Und diese hatte eine Schwester, Namens Maria, die sich zu den Füßen Jesu segte, und seine Rede hörete. 40. Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu, und sprach: Herr, achtest du es nicht, daß meine Schwester mich allein ließ, dich zu bedienen? So sage ihr nun, daß sie mir helfe. 41. Jesus aber antwortete und 108 Das Evangelium Cap. 11. sprach zu ihr: Martha, Martha!| deßwegen, weil er sein Freund Du machst dir Sorge und Unruhe ist, so wird er doch um seiner um viele Dinge! Unverschämtheit willen aufstehen, und ihm geben, so viel er bedarf. 42. Eines aber ist Noth. Maria hat den guten Theil erwählet, der nicht soll von ihr genommen werden. 9. Und so sage ich euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan werden. 10. Denn ein Jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgethan werden. 11. Wo ist unter euch ein Vater, der, wenn ihn sein Sohn um Brot bäte, ihm dafür einen Stein gäbe? oder auch um einen Fisch, gäbe er ihm statt des Fisches eine Schlange? Das XI. Capitel. 1. Anleitung zum Beten. 2. Er hörung des Gebetes. 3 Heilung eines Besessenen und Bertheidigung darüber. 4. Bestrafung des Unglaubens, und 5. der Heuchelei der Pharisäer. Und es begab sich, als er an einem Orte betete, da er aufgehört, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat. 2. Da sprach er zu ihnen: Wann ihr betet, so sprechet: Unser Bater, der du bist in den Himmeln. Geheiliget werde dein Name. Es komme dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. 3. Gib uns immerdar unser tägliches Brot. 4. Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben allen unsern Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. II. 5. Und er sprach zu ihnen: Welcher unter euch hätte einen Freund, und gienge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Freund, leihe mir drei Brote. 6. Denn mein Freund ist zu mir gekommen von der Straße, und ich habe nichts, ihm vorzusegen; 7. Und jener würde von innen antworten und sprechen: Mache mir keine Mühe! Die Thüre ist schon verschlossen, und meine Kinder sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir geben! 8. Ich sage euch: Wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird 12. Oder auch, wenn er um ein Ei bäte, würde er ihm dafür einen Skorpion geben? 13. So nun ihr, die ihr böse seid, euern Kindern gute Gaben geben könnet, wie vielmehr wird der himmlische Vater den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten. III. 14. Und er trieb einen Teufel aus, und derselbe war stumm. Es begab sich aber, nachdem der Teufel ausgefahren, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. 15. Etliche aber aus ihnen sprachen: Durch den Beelzebub, den Obersten der Teufel, treibt er die Teufel aus. 16. Andere aber versuchten ihn, und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17. Er aber, da er ihre Gedanken wußte, sprach zu ihnen: Ein jedes Reich, das wider sich selbst uncinig ist, wird verwüstet, und ein Haus, daß wider sich selbst ist, fällt. 18. Wenn nun auch der Satan wider sich selbst uneinig ist, wie kann sein Reich bestehen? Da ihr saget, ich treibe die Teufel durch den Beelzebub aus. Cap. 11. St. Lucă. 109 19. Wenn ich aber durch den aber es wird ihm kein Zeichen Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie selbst cure Richter sein. gegeben werden, als das Zeichen Jonas, des Propheten. 20. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Teufel austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. 21. Wenn ein Starker bewaffnet seinen Hof bewacht, so bleibt das Seine im Frieden. 22. Wenn aber ein Stärkerer als er, über ihn kommt, und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung, auf welche er sich verließ, und vertheilt seine Beute. 23. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. 24. Wenn der unreine Geist vom Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er dürre Orte, und sucht einen Ruheplaß. Und findet er ihn nicht, so spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. 25. Und wann er kommt, findet er es gesäubert und geziert. 26. Alsdann geht er hin und nimmt mit sich sieben andere Geister, die schlimmer sind als er, und sie ziehen ein und wohnen daselbst, und es wird das Letzte dieses Menschen ärger als das Erste. 27. Es begab sich aber, indem er solches redete, erhob ein Weib aus dem Volke die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die du gesogen hast! 28. Er aber sprach: Ja, selig sind die, so das Wort Gottes hören und es bewahren. IV. 29. Als aber das Volk sich haufenweise herzudrängte, fieng er an zu sagen: Das ist ein böses Geschlecht. Es fordert ein Zeichen, 30. Denn gleichwie Jonas ein Zeichen war den Niniviten, so wird es auch des Menschen Sohn diesem Geschlechte sein. 31. Die Königinn von Mittag wird am Gerichte mit den Männern dieses Geschlechtes auftreten und sie verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde, die Weißheit Salomons zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomon. 32. Die Männer von Ninive werden am Gerichte mit diesem Geschlecht auftreten, und es verdammen, denn sie thaten Buße auf die Predigt des Jonas. Und siehe, hier ist mehr als Jonas. 33. Niemand aber zündet ein Licht an, und segt es ins Verborgene, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden den Schein sehen. 34. Das Licht des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib heiter; wenn es aber verdorben ist, so ist auch dein Leib finster. 35. So siehe nun zu, daß das Licht in dir nicht Finsterniß sei. 36. Wenn nun dein ganzer Leib heiter ist, also daß er keinen finstern Theil hat, so wird er ganz beiter sein, wie wann das Licht dich mit seinem Strahlen erleuchtet. V. 37. Und indem er redete, bat ihn ein Pharisäer, daß er bei ihm zu Mittag äße. Und er gieng hinein und setzte sich zu Tische. 38. Der Pharisäer aber wunderte sich, als er sah, daß er sich vor dem Mittagsmahle nicht gewaschen hatte. 39. Da sprach der Herr zu ihm: Nun, ihr Pharisäer, ihr reiniget das Aeußere des Bechers und der 110 Das Evangelium Cap. 11. 12. Schüssel, euer Inneres aber ist| Erschaffung der Welt an vervoll Raub und Bosheit. 40. Ihr Thoren! hat nicht der, welcher das Aeußere gemacht hat, auch das Innere gemacht? 41. Vielmehr, was darin ist, gebet zu Almosen, und siehe, Alles ist euch rein. 42. Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Münze und die Raute, und alles Gemüse verzehntet, und übertretet das Recht und die Liebe Gottes. Dieses sollte man thun, und jenes nicht lassen. 43. Wehe euch Pharisäern, daß ihr den Vorsig in den Versammlungen und die Begrüßungen auf den Märkten liebet. 44. Wehe euch, ihr Schriftgelehr ten und Pharisäer, ihr Heuchler! daß ihr seid wie die verborgenen Gräber, auf denen die Leute wandeln und wissen es nicht. 45. Da antwortete einer der Geseggelehrten und sprach zu ihm: Meister, indem du dieses sagst, schmähest du auch uns. 46. Aber er sprach: Und wehe auch euch Geseßgelehrten! denn ihr ladet den Menschen kaum zu tragende Lasten auf, und ihr selbst rühret die Lasten nicht mit einem Finger an. 47. Wehe euch, daß ihr die Gräber der Propheten bauet; eure Väter aber haben sie getödtet. 48. So bezeuget und habet ihr ja ein Wohlgefallen an den Werken eurer Väter; denn sie haben dieselben getödtet, ihr aber bauet ihre Gräber. 49. Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: Ich will zu ihnen senden Propheten und Apostel, und etliche derselben werden sie tödten und verfolgen; gossen ist, 51. vom Blute Abels bis auf das Blut des Zacharias, welcher umkam zwischen dem Altar und dem Tempel. Ja, ich fage euch, es wird gefordert werden von diesem Geschlechte. 52. Wehe euch Geseßgelehrten! denn ihr habet den Schlüssel der Erkenntniß weggenommen. Ihr selbst gienget nicht hinein, und denen, die hineingehen wollten, habet ihr es verwehrt. 53. Da er solches zu ihnen sagte, fiengen die Schriftgelehrten und Pharisäer an, ihm hart zuzuseßen, und ihn über viele Dinge heraus zu locken, 54. indem sie auf ihn lauerten, und etwas aus seinem Munde zu erhaschen suchten, daß sie ihn verflagen könnten. Das XII. Capitel. 1. Warnung vor Heuchelei und Menschenfurcht, 2. vor Habsucht und heidnischen Sorgen. 3. Ermahnung zur Wachsamkeit und Treue. 4. Anküninnerung an die Zeichen der Zeit. digung entstehender 3wietracht. 5. ErAls sich inzwischen das Volk zu Tausenden gesammelt, so daß sie einander traten, fieng er an zu seinen Jüngern zu sagen: Zuvörderst hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer, welcher ist die Heuchelei. 2. Nichts aber ist verdeckt, das nicht wird entdeckt werden, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird. 3. Darum alles, was ihr im Finstern gesprochen, das wird am Lichte gehört werden, und was ihr ins Ohr geredet in den Kammern, das wird man auf den 50. auf daß gefordert werde von diesem Geschlechte das Blut aller Propheten, welches von Dächern predigen. Cap. 12. St. Lucä. 111 4. Ich sage aber euch, meinen| ter oder zum Theiler zwischen Freunden: Fürchtet euch nicht vor euch gesegt? denen, die den Leib tödten, und nach diesem nichts weiteres thun können. 15. Er sagte aber zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor der Habsucht! denn Niemandes Leben besteht in seinen Gütern, indem er Ueberfluß hat. 16. Und er sagte ihnen ein Gleichniß und sprach: Eines reidhen Mannes Feld hatte viel Frucht getragen. 17. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich thun, da ich keinen Platz habe, wohin ich meine Früchte sammeln kann? 18. Und er sprach: Das will ich thun; ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will dahin alle meine Gewächse und meine Güter sammeln; 19. und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter auf viele Jahre liegen, habe nun Ruhe, iß, trint, und sei fröhlich! 20. Aber Gott sprach zu ihm: Du Thor! diese Nacht fordert man deine Seele von dir; und was du bereitet hast, wem wird es werden? 5. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollet: Fürchtet den, welcher, nachdem er getödtet hat, auch macht hat in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, diesen fürchtet! 6. Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfenninge, und nicht Einer aus ihnen ist vergessen vor Gott. 7. Ja auch die Haare euers Hauptes sind alle gezählet. Darum fürchtet euch nicht! Jhr seid bes ser als viele Sperlinge. 8. Ich sage euch aber: Wer immer mich bekennen wird vor den Menschen, den wird auch der Sohn des Menschen bekennen vor den Engeln Gottes. 9. Wer mich aber verläugnet hat vor den Menschen, der wird verläugnet werden vor den Engeln Gottes. 10. Und wer immer ein Wort reden wird wider den Sohn des Menschen, dem wird es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem wird es nicht vergeben werden. 11. Wenn sie euch aber vor die Versammlungen, und vor die Obrigkeiten, und vor die Gewal ten führen, so forget nicht, wie oder womit ihr euch vertheidigen, oder was ihr sagen sollet. 12. Denn der heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollet. II. 13. Es sprach aber einer aus dem Volke zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, daß er das Erbgut mit mir theile. 14. Er aber sprach zu ihm: Mensch wer hat mich zum Rich21. Also geht es dem, der sich selbst Schäße sammelt, und nicht reich ist für Gott. 22. Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch, sor= get nicht für euer Leben, was ihr essen werdet, noch für den Leib, was ihr anziehen werdet. 23. Das Leben ist mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung. 24. Betrachtet die Raben! sie säen nicht und ernten nicht, fie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nähret sie doch. Wie viel besser seid ihr als die Vögel! 25. Wer aber aus euch kann mit Sorgen zu seiner Lebenslänge nur eine Elle hinzusegen? 112 Das Evangelium Cap. 12. 26. Wenn ihr nun auch nicht sehen, und hinzu treten und ihnen das Geringste vermöget, was sor- dienen. get ihr wegen des Uebrigen? 27. Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, auch Salomon in aller seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet, wie eine von diesen. 38. Und wenn er in der zweiten Nachtwache kommt und in der dritten kommt, und findet sie also, selig sind solche Knechte! 39. Das aber merket: Wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen, und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 40. Darum seid auch ihr bereit! denn der Sohn des Menschen kommt zu der Stunde, da ihr es nicht meinet. 28. Wenn aber Gott das Gras auf dem Felde, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet; wie viel mehr wird er das euch thun, ihr Kleingläubigen! 29. Jhr also, fraget nicht, was ihr essen, oder was ihr trinken werdet, und schwebet nicht in ängstlichen Sorgen. 30. Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr dieser Dinge bedürfet. 31. Vielmehr suchet das Reich Gottes, so werden euch diese Dinge alle hinzugethan werden. 32. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. 33. Verkaufet euere Güter, und gebet sie zu Almosen. Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schaß, der nicht abnimmt, im Himmel; wo kein Dieb sich nahet, und keine Motte verderbet. 41. Da sprach Petrus zu ihm: Herr, sagst du zu uns dieses Gleichniß oder auch zu Allen? 42. Der Herr aber sprach: Wer ist der treue und kluge Haushalter, den der Herr über sein Gesinde sehen wird, daß er ihnen zu rechter Zeit die verordnete Speise gebe? 43. Selig ist derselbe Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, finden wird, daß er also thut. 44. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter segen. 45. Wenn aber derselbe Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! und anfängt die Knechte und die Mägde zu schlagen, und zu essen und zu trinken, und sich zu berauschen; 46. so wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, da er's nicht erwartet, und zu einer Stnnde, da er's nicht meint; und wird ihn entzwei hauen, und ihm seinen Theil mit den Untreuen geben. 47. Derjenige Knecht, der seines Herrn Willen kannte, und sich nicht bereit hielt und nicht nach seinem Willen that, wird viele Streiche empfangen. 34. Denn wo euer Schag ist, daselbst wird auch euer Herz sein. III. 35. Eure Lenden seien um gürtet und eure Lichter brennend; 36. und seid gleich Menschen, die auf ihren Herren warten, wann er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und an klopft, sie ihm alsobald aufthun. 37. Selig sind solche Knechte, welche der Herr, wenn er fommt, wird wachend finden. Wahrlich, 48. Der ihn aber nicht kannte, ich sage euch, er wird sich um- und that, was Streiche verdient, schürzen, und wird sie zu Tischel wird wenige empfangen. Bei ei Cap. 12. 13. nem jeden aber, dem viel gegeben ist, wird viel gesucht werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern. IV. 49. Jch bin gekommen, Feuer auf die Erde zu bringen, und was wollte ich lieber, als daß es schon angezündet wäre! 50. Aber ich habe eine Taufe, womit ich getauft werden muß, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist! St. Lucă. 51. Meinet ihr, daß ich gekommen sei, Frieden zu geben auf der Erde? Nein, sage ich euch, sondern Zwietracht. 52. Denn von nun an werden fünf in Einem Hause entzweit sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. 53. Der Vater wird entzweit sein wider den Sohn und der Sohn wider den Bater; die Mutter wider die Tochter und die Tochter wider die Mutter; die Schwieger wider ihre Sohnsfrau und die Sohnsfrau wider ihre Schwieger. V. 54. Er sprach aber auch zu dem Volke: Wann ihr eine Wolke aufsteigen sehet von Abend her, so sprechet ihr alsobald: Es kommt Regen; und es geschieht also. 55. Und wann der Mittagswind wehet, so saget ihr: Es wird eine Hiße werden; und es geschiehet. 56. Ihr Heuchler! die Gestalt der Erde und des Himmels kön net ihr prüfen; wie, daß ihr nicht auch diese Zeit prüfet? 57. Warum urtheilet ihr aber nicht auch von selbst, was recht ist? 58. Denn wenn du mit deinem Widersacher zur Obrigkeit gehst, so wende Fleiß an auf dem Wege, daß du von ihm los werdest. damit er dich nicht vor den Richter ziehe, und der Richter dich dem Gerichtsdiener überliefere, und 113 der Gerichtsdiener dich ins Gefängniß werfe. 59. Ich sage dir, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du. auch den letzten Heller bezahlt hast. Das XIII. Capitel. 1. Die ermordeten Galiläer. 2. Das Gleichniß vom Feigenbaum. 3. Heilung eines frummen Weibes am Sabbath. 4. Das Gleichniß vom Senfkorn und Sauerteig. 5. Ermahnung nach der Seligkeit zu ringen. 6. Wehklage über Jerusalem. Es waren aber zu derselben Zeit Etliche zugegen, die ihm berichteten von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern aus Sünder gewesen, weil sie solches erlitten? 3. Nein, sage ich euch: sondern wenn ihr nicht Buße thut, so werdet ihr alle gleicherweise umkommen. 4. Oder jene Achtzehn, auf welche der Thurm in Siloa fiel und sie tödtete, meinet ihr, daß sie schuldiger gewesen, als alle Menschen, die zu Jerusalem wohnen? 5. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße thut, so werdet ihr alle gleicherweise umfommen. II. 6. Er sagte aber dieses Gleichniß: Es hatte Jemand ei nen Feigenbaum in seinen Weingarten gepflanzt; und er kam und suchte Frucht an demselben, und fand keine. 7. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich komme nun drei Jahre und suche Frucht an diesem Feigenbaume, und finde keine. Haue ihn um! Was soll er noch das Erdreich unnüß machen? 8 114 Das Evangelium Cap. 13. 8. Dieser aber antwortete und| forne, welches ein Mensch nahm sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch und in seinen Garten warf. Und es dieses Jahr, bis daß ich um ihn wuchs, und ward zu einem großen her gegraben und Dünger daran Baume, und die Vögel des Himgelegt habe; mels nisteten auf seinen Zweigen. 20. Und wiederum sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? 9. ob er vielleicht Frucht bringe; wo nicht, so magst du ihn künftig umhauen. III. 10. Er lehrte aber in einer der Versammlungen am Sabbath. 11. Und siehe, da war ein Weib, die achtzehn Jahre einen Geist der Krankheit hatte, und krumm war, und sich gar nicht aufrichten konnte. 12. Als nun Jesus sie sah, rief er sie herzu, und sprach zu ihr: Weib, du bist von deiner Krant heit erledigt! 13. Und er legte ihr die Hände auf, und alsobald wurde sie gerade, und pries Gott. 14. Da ward der Oberste der Versammlung entrüstet, daß Jesus am Sabbath heilte, und sprach zum Volke: Sechs Tage sind, an welchen man arbeiten soll; an diesen nun kommet und lasset euch heilen, aber nicht am Sabbath tage. 15. Der Herr nun antwortete ihm und sprach: Du Heuchler! löset nicht Jeder von euch am Sabbath seinen Ochsen oder Esel von der Krippe, und führt ihn zur Tränke? 16. Diese aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, schon achtzehn Jahre gebunden hat, sollte nicht von diesem Bande gelöst werden am Sabbathtage? 17. Und als er solches sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt; und alles Volk freute sich über alle die herrlichen Thaten, die durch ihn geschahen. IV. 18. Da sprach er: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen? 19. Es ist gleich einem Senf 21. Es ist gleich einem Sauer: teige, den ein Weib nahm, und unter drei Viertel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert ward. V. 22. Und er zog durch Städte und Flecken und lehrte, indem er gen Jerusalem reiſete. 23. Einer aber sprach zu ihm: Herr, sind Wenige, die selig werden? Er aber sprach zu ihnen: 24. Ringet darnach, daß ihr eingehet durch die enge Pforte. Denn Biele, sage ich euch, werden suchen einzugehen, und werden es nicht vermögen. 25. Wann einmal der Hausvater aufgestanden ist, und die Thüre verschlossen hat, und ihr dann draußen stehen und anfangen werdet an die Thüre zu klopfen und zu sagen: Herr, Herr! thu uns auf! so wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht, woher ihr seid. 26. Alsdann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor dir ge gessen und getrunken, und auf unsern Gassen hast du gelehret. 27. Und er wird sprechen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht, woher ihr seid. Weichet von mir alle, die ihr die Ungerechtigkeit übet. 28. Daselbst wird sein das Heulen und das Zähneklappern, wann ihr Abraham und Isaak und Jakob, und alle Propheten sehen werdet im Reiche Gottes, euch aber hinaus geworfen. 29. Und es werden kommen von Aufgang und Niedergang, und von Mitternacht und Mittag, und Cap. 13. 14. St. Luca. 115 werden zu Tische sigen in dem zu den Gefeßgelehrten und PhaReiche Gottes. risäern: Ist es erlaubt am Sabbath zu heilen? Sie aber schwiegen. 4. Da faßte er ihn an, und machte ihn gesund, und entließ ihn. 30. Und siebe, es sind Lette, die werden die Ersten sein; und es sind Erste, die werden die Legten sein. VI. 31. An ebendemselben Tage traten etliche Pharisäer hinzu und sagten zu ihm: Gehe fort, und ziehe von hinnen, denn Herodes will dich tödten. 5. Und er hob an und sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Esel oder Ochs in einen Brunnen fällt, und der ihn nicht alsobald herauszichen wird am Sabbathtage? 6. Und sie vermochten ihm nichts dagegen zu antworten. II. 7. Er aber sagte zu den Geladenen ein Gleichniß, da er beachtete, wie sie die ersten Pläße auswählten, und sprach zu ihnen: 8. Wenn du von Jemand zur Hochzeit geladen bist, so sege dich nicht oben an, damit nicht etwa ein Bornehmerer als du von ihm eingeladen sei, 32. Und er sprach zu ihnen: Gebet hin und saget diesem Fuchse: Siehe, ich treibe Teufel aus, und vollbringe Heilungen heut und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet. 33. Doch so muß ich heut und morgen und übermorgen reisen; denn es geschieht nicht, daß ein Prophet außer Jerusalem um komme. 34. Jerusalem! Jerusalem! die du die Propheten tödtest und stei nigest, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, gleich wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habet nicht gewollt! 35. Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen. Ich sage euch aber, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sprechen werdet: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Das XIV. Capitel. 1. Heilung eines Wassersüchtigen. 2. Warnung vor Rangsucht und Eigennuß. 3. Das Gleichniß von den Gästen. 4. Jesu Forderung an seine Nachfolger. Und es begab sich, als er in das Haus eines Obersten der Pharisäer am Sabbath gieng, um zu speisen, da beobachteten sie ihn. 2. Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm. 3. Und Jesus hob an und sprach 9. und nun der.. der dich und ihn geladen hat, komme und zu dir sage: Mache diesem Play! und du dann müssest mit Schande den letzten Plaß einnehmen.de 10. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sehe dich an den letzten Plaz; damit, wenn der, welcher dich geladen hat, kommt, er zu dir spreche: Freund, rücke weiter hinaus! Dann wird es dir eine Ehre sein vor denen, die mit dir zu Tische sigen. 11. Denn Jeder, der sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet werden. 12. Er sagte aber auch zu dem, der ihn geladen batte: Wenn du ein Mittag- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn; damit nicht etwa auch sie dich wieder laden, und dir Vergeltung werde. 13. Sondern wenn du ein Mahl 8* 116 Das Evangelium Cap. 14. machst, so lade Arme, Krüppel,| 24. Denn ich sage euch, daß Lahme, Blinde; feiner jener Männer, die geladen sind, mein Mahl kosten wird. IV. 25. Es gieng aber viel Volk mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 14 26. Wenn Jemand zu mir kommt, und nicht seinen Vater und Mutter, und Weib und Kinder, und Brüder und Schwestern, ja auch sein Leben hasset, der kann nicht mein Jünger sein. dy 27. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein.. GUE 28. Denn wer aus euch, der einen Thurm bauen will, wird sich nicht zuvor hinsegen und die Kosten berechnen, ob er genug habe zur Ausführung; 29. damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht zu vollenden vermag, Alle, die es sehen, anfangen seiner zu spotten, 30. und sagen: Dieser Mensch fieng an zu bauen und vermochte es nicht zu vollenden. 14. Und du wirst selig sein, weil sie dir nicht vergelten fönnen; denn es wird dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten. III. 15. Als nun Einer, der mit zu Tische saß, dieses hörte, sprach er zu ihm: Selig ist, wer speiset im Reiche Gottes. 16. Er aber sprach zu ihm: Ein Mann hatte ein großes Mahl zubereitet, und Viele geladen. 17. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, den Geladenen zu sagen: Kommet, denn schon ist Alles bereit! 18. Und sie fiengen alle einstimmig an sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und bin genöthigt hinaus zu gehen, und ihn zu besehen; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. 19. Und ein Anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe hin, dieselben zu bewähren; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. 20. Und ein Dritter sprach: Ich habe ein Weib genommen und deßhalb kann ich nicht kommen. 21. Und jener Knecht fam wieder, und berichtete dieses seinem Herrn. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Geh eilend hinaus auf die Gassen und Pläße der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden hier herein. 22. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen, und es ist noch Raum. 23. Und der Herr sprach zum Knechte: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. 31. Oder welcher König, der auszieht, einem andern König eine Schlacht zu liefern, segt sich nicht zuvor hin und berathschlagt, ob er im Stande sei, mit Zehntausenden dem zu begegnen, der mit Zwanzigtausenden gegen ihn ziehet? 32. Wo aber nicht, so sendet er, da jener noch fern ist, eine Bot schaft, und bittet um Frieden. 33. Also nun ein Jeder aus euch, der nicht allem entsagt, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein. 34. Gin gutes Ding ist das Salz; wenn aber das Salz seine Kraft verloren hat, womit wird man es würzen? 35. Es ist weder für das Erdreich, noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Cap. 15.09 Das XV. Capitel. Gleichniß: 1. vom verlornen Schafe und Pfenning, 2. vom verlornen Sohn. Es naheten ihm aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder auf, und isset mit ihnen. d 3. Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichniß und sprach: 4. Welcher Mensch aus euch, der hundert Schafe hat, und Eines aus ihnen verliert, läßt nicht die neun und neunzig in der Wüste, und geht dem verlornen nach, bis er es findet? St. Lucă. 5. Und wenn er es gefunden, nimmt er es auf seine Schultern mit Freuden; 6. und wenn er nach Hause gekommen, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf, das verlorne, gefunden. 7. Ich sage euch, also wird eine Freude sein im Himmel über Einen Sünder, der Buße thut, mehr als über neun und neunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. 8. Oder welches Weib, die zebn Groschen hat, wenn sie Einen Groschen verliert, zündet nicht ein Licht an, und kehrt das Haus, und sucht mit Fleiß, bis sie ihn findet? und 9. Und wenn sie ihn gefunden, ruft sie die Freundinnen die Nachbarinnen zusammen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe den Groschen gefunden, den ich verloren hatte. 10. Also, sage ich euch, ist eine Freude vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße thut. Ein II. 11. Und er sprach: Mensch hatte zwei Söhne. 117 12. Und der jüngere aus ihnen sprach zum Vater: Bater, gib mir den Theil des Gutes, der mir zukommt. Und er vertheilte ihnen das Gut. 06 13. Und nach nicht vielen Tagen nahm der jüngere Sohn Alles zusammen und zog hinweg in ein fernes Land, und daselbst vergeudete er sein Gut mit Schwelgen. 14. Nachdem er aber Alles verzehrt hatte, entstand ein gewaltiger Hunger durch dasselbe Land, und er selbst fieng an Mangel zu leiden. br 15. Und er gieng hin und hängte sich an einen Bürger desselben Landes; der schickte ihn auf seine Uecker, die Schweine zu hüten. 16. Und er wünschte seinen Bauch mit dem Futter zu füllen, welches die Schweine fraßen; aber Niemand gab es ihm. 17. Da gieng er in sich selbst und sprach: Wie viele Taglöhner meines Vaters haben überflüssig Brot; ich aber verderbe hier im Hunger. 18. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater ziehen, und zu ihm sagen: Bater, ich habe ge= sündigt gegen den Himmel und vor dir; 19. und ich bin nicht mehr werth, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen deiner Taglöhner. 20. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Und da er noch fern war, erblickte ihn sein Vater und erbarmte sich, und lief, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. 21. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und bin nicht mehr werth dein Sohn zu heißen. 22. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das vor= Das Evangelium 118 nehmste Kleid her, und ziehet es ihm an, und gebet ihm einen Ring an seine Hand, und Schuhe an die Füße; 23. und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es; und lasset uns essen und fröhlich sein. 24. Denn dieser mein Sohn war todt, und ist wieder lebendig geworden: er war verloren, und ist wieder gefunden worden. Und sie fiengen an fröhlich zu sein. 25. Aber sein älterer Sohn war auf dem Felde; und als er zurück kam und dem Hause nahete, hörte er Gesang und Tanz. 26. Und er rief einen der Knechte herbei, und erkundigte sich, was das wäre. 27. Der sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wieder erhalten hat. 28. Da ward er zornig, und wollte nicht hinein gehen. Nun gieng sein Vater heraus und bat ihn. 29. Er aber antwortete und sprach zum Bater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und habe nie dein Gebot übertreten; und niemals hast du mir einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. 30. Da aber dieser dein Sohn, der dein Gut mit Huren durch gebracht hat, gekommen ist, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. 32. Du solltest aber fröhlich sein und dich freuen; denn dieser dein Bruder war todt, und ist wieder lebendig geworden; er war verloren, und ist wieder gefunden worden. Cap. 15. 16. Das XVI. Capitel. 1. Das Gleichniß vom ungerechten Haushalter; und 2. vom reichen Mann und armen Lazarus. Er sagte aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter: und dieser ward bei ihm angeklagt, daß er ihm seine Güter verschleudere. 2. Und er berief ihn und sprach zu ihm: Warum höre ich das von dir? Gib Rechnung von deiner Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. 3. Da sprach der Haushalter bei sich selbst: Was soll ich thun, weil mein Herr die Verwaltung von mir nimmt? Graben kann ich nicht; zu betteln schäme ich mich. 4. Ich weiß, was ich thun will, auf daß, wann ich der Verwaltung entsegt bin, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. 5. Und er rief einen jeden der Schuldner seines Herrn zu sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6. Der sprach: Hundert Tonnen Oel. Und er sprach zu ihm: Nimm deine Handschrift, und sehe dich und schreibe eilend fünfzig. 7. Darnach sprach er zu einem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sagte: Hundert Malter Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deine Handschrift und schreibe achtzig. 8. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er fluglich gethan. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger als die Kinder des Lichtes gegen ihr Geschlecht. 9. Und auch ich sage euch: Machet euch Freunde von dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr scheidet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. 10. Wer treu ist im Kleinsten, Cap. 16. St. Luca. 119 der ist auch in Bielem treu; und mit den Brosamen, die von des wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch in Bielem ungerecht. 11. Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu waret, wer wird euch das Wahre anvertrauen? 12. Und wenn ihr im Fremden nicht treu waret, wer wird euch das Eure geben? 13. Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. 14. Es hörten aber dieses alles auch die Pharisäer, die da geldgierig waren, und verspotteten ihn. 15. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst gerecht machen vor den Menschen, aber Gott fennt eure Herzen: denn was bei den Menschen hoch ist, das ist ein Gräuel vor Gott. 16. Das Geseß und die Propheten gehen bis auf Johannes; von da an wird das Reich Gottes durch das Evangelium verkündigt, und ein Jeder dringt mit Gewalt hinein. 17. Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehe, als daß Ein Pünktlein des Gesetzes falle. 18. Jeder, der sich von seinem Weibe scheidet, und eine Andere zur Ehe nimmt, bricht die Ehe; und Jeder, der eine von ihrem Manne Abgeschiedene zur Ehe nimmt, bricht die Ehe. Reichen Tische fielen; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre. II. 19. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und Seide, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor des sen Thüre voller Geschwüre, 21. und begehrte sich zu sättigen 22. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und von den Engeln in Abrahams Schooß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. 23. Und als er in der Hölle seine Augen aufhob, da er in der Pein war, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schooße. 24. Und er rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich meiner, und sende den Lazarus, daß er die Spiße seines Fingers in Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Schmerzen in dieser Flamme: 25. Abraham aber sprach: Sohn, gedenke, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun aber wird er getröstet, und du leidest Schmerzen. 26. Und über dieses alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß die, welche von hier zu euch hinüber steigen wollen, es nicht können, noch die, so dort sind, zu uns herüber kommen. 27. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest; 28. denn ich habe fünf Brüder; daß er sie warne, damit nicht auch sie an diesen Ort der Pein kommen. 29. Da spricht zu ihm Abraham: Sie haben Moses und die Propheten; hören sie dieselben! 30. Er aber sprach: Nein, Bater Abraham! sondern wenn Einer von den Todten zu ihnen kommt, werden sie Buße thun. 31. Er aber sprach zu ihm: Wenn sie Moses und die Prophe 120 Das Evangelium Cap. 17. ten nicht hören, so werden sie auch| 9. Weiß er demselben Knechte nicht glauben, wenn Einer von den Todten auferstände. Dank, daß er gethan, was ihm befohlen war? Ich meine es nicht. 10. Also auch ihr, wann ihr Alles gethan habet, was euch befohlen war, so saget: Wir sind unnüge Knechte; denn wir haben gethan, was wir schuldig waren zu thun. IV. 11. Und es begab sich, indem er gen Jerusalem reisete, daß er mitten durch Samaria und Galiläa zog. 12. Und als er in einen Flecken fam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne. 13. Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, Meister, erbarme dich unser! Das XVII. Capitel. 1. Warnung vor Aergerniß 2 Er mahnung zur Bersöhnlichkeit. 3. Glaubensstärke und Demuth. 4. Heilung der zehn Aussägigen. 5. Wann und wie das Reich Gottes komme. Er sprach aber zu den Jüngern: Es ist unmöglich, daß nicht Aergernisse kommen, wehe aber dem, durch welchen sie kommen! 2. Es wäre ihm besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt, und er in das Meer geworfen würde, als daß er einen dieser Kleinen ärgere. II. 3. Habet Acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder wider dich sündigt, so bestrafe ihn; und wenn es ihn reuet, so vergib ihm. 4. Und wenn er siebenmal des Tages wider dich fündigt, und siebenmal des Tages sich zu dir wendet, und spricht: Es reuet mich! so sollst du ihm vergeben. III. 5. Und es sprachen die Apostel zum Herrn: Mehre uns den Glauben! 14. Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es begab sich, indem sie hingiengen, wurden sie rein. 15. Einer aber aus ihnen, als er sah, daß er geheilt worden, kehrte wieder um, mit lauter Stimme Gott preisend, 16. und fiel auf das Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm; und dieser war ein Samariter. 6. Da sprach der Herr: Wenn 17. Da antwortete Jesus und ihr Glauben hättet wie ein Senf- sprach: Sind nicht zehen rein geforn groß, so sprächet ihr zu die- worden? Wo sind aber die Neun? sem Maulbeerbaume: Hebe dich 18. Sind keine gefunden wor aus mit der Wurzel, und pflanze den, die wieder umkehrten, Gott dich in das Meer! und er würde die Ehre zu geben, als nur dieser euch gehorchen. Fremdling? 7. Wer aus euch wird seinem Knechte, der pflügt oder weidet, wann derselbe vom Felde heim kommt, alsobald sagen: Komm her und setze dich zu Tische! 8. Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite, was ich speisen möge, umschürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und hernach iß und trink du! 19. Und er sprach zu ihm: Steh auf und gehe bin; dein Glaube hat dir geholfen. V. 20. 218 er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwor tete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man es merken möge. 21. Man kann nicht sagen: Siehe hier ist es; oder siehe dort! Denn Cap. 17. 18. fiehe, das Reich Gottes ist innert euch. 22. Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, nur Einen der Tage des Menschensobnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen. 23. Und sie werden zu cuch sagen: Siehe hier ist er; oder siehe dort! Gehet nicht hin, und folget nicht nach. mandads 24. Denn wie der Bliß, der von einer Himmelsgegend strablet, zu der andern hin leuchtet, also wird auch der Sohn des Menschen sein an seinem Tage. 25. Zuvor aber muß er viel leiden, und verworfen werden von diesem Geschlechte. 26. Und so wie es ergangen in den Tagen Noahs, also wird es auch sein in den Tagen des Men schensohnes. St. Lucä. 13 27. Sie aßen und tranken, sie nahmen zur Ehe und wurden zur Ehe genommen, bis zu dem Tage, da Roab in die Arche gieng; und die Sündfluth kam und vertilgete Alle. 28. Gleicherweise wie es auch ergangen in den Tagen Lots: Sie aßen und tranfen, sie kauf ten und verkauften, sie pflanzten und baucten. 121 33. Wer sucht sein Leben zu erhalten, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten. 34. Ich sage euch, in derselben Nacht werden Zwei auf Einem Bette sein, der Eine wird angenommen, und der Andere verlassen werden. 29. An dem Tage aber, da Lot aus Sodom herausgieng, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und vertilgete Alle. 30. Auf diese Weise wird es sein an dem Tage, da des Men schen Sohn geoffenbaret wird. 31. An demselben Tage, wer auf dem Dach ist, und sein Geräth im Hause, der steige nicht hinab, dasselbe zu nehmen; und wer auf dem Felde ist, der kehre gleicherweise nicht wieder zurück. 32. Gedenket an das Weib Lots. 35. Zwei werden mahlen zusammen; die Eine wird angenommen, und die Andere verlassen werden. 36. 3wei werden auf dem Felde sein; der Eine wird angenommen, und der Andere verlassen werden. 37. Und sie antworteten und sagten zu ihm: Wo, Herr? Und er sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, daselbst werden sich die Adler versammeln. Das XVIII. Capitel. 1. Das Gleichniß vom ungerechten Richter, und 2. vom Pharisäer und Zöllner. 3. Jesus segnet die Kinder. 4. Der reiche Jüngling. 5. Ankündigung seines Leidens. 6. Heilung des Blinden. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichniß dafür, daß man allezeit beten und nicht laß werden müsse, 2. und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete Gott nicht, und scheute sich nicht vor den Menschen. 3. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, und sie kam zu ihm und sprach: Rette mich von meinem Widersacher. 4. Und er wollte eine Zeit lang nicht; hernach aber sprach er bei sich selbst: Ob ich schon Gott nicht fürchte und mich vor den Menschen nicht scheue; 5. dennoch, weil mir diese Witwe Mühe macht, will ich sie retten, damit sie nicht beständig komme und mich betäube. 6. Und der Herr sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt. 122 Das Evangelium Cap. 18. 7. Sollte denn Gott nicht seinen das Reich Gottes nicht annimmt Auserwählten Rettung schaffen, wie ein Kind, der wird nicht die Tag und Nacht zu ihm rufen, in dasselbe hinein kommen. wenn er gleich gegen sie verzieht? 8. Ich sage euch, er wird ihnen Rettung schaffen in Bälde. Doch, wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden? IV. 18. Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben crerbe? II. 9. Er sagte aber auch zu Etlichen, die auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die Uebrigen verachteten, dieses Gleichniß: 19. Da sprach Jesus zu ihm: Warum heißest du mich gut? Niemand ist gut, als nur Einer, Gott. 20. Du weißt die Gebote: ,, Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht tödten! Du sollst nicht stehdalen! Du sollst nicht falsches Zeug10. Zwei Menschen giengen hin- niß sagen! Ehre deinen Vater auf in den Tempel zu beten; der und deine Mutter!" eine war ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. 11. Der Pharisäer stellte sich, und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 12. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, was ich einnehme. 13. Und der Zöllner stand von ferne, und wollte auch nicht ein mal seine Augen zum Himmel aufheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig! 14. Ich sage euch, dieser gieng mehr gerechtfertigt in sein Haus hinab als jener; denn wer sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöhet werden. III. 15. Sie brachten aber auch die Kindlein zu ihm, daß er sie berühre. Da es aber die Jünger sahen, beschalten sie dieselben. 16. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. 17. Wahrlich, ich sage euch: Wer 21. Er aber sprach: Dieses alles habe ich gehalten von meiner Jugend an. 22. Da Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Noch Eines mangelt dir: verkaufe Alles, was du hast, und vertheile es unter die Armen; so wirst du einen Schaß im Himmel haben, und komm, folge mir nach. 23. Als er aber dieses hörte, ward er sehr betrübt, denn er war sehr reich. 24. Als nun Jesus sah, daß er sehr betrübt wurde, sprach er: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen! 25. Denn es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr eingehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes eingebe. 26. Da sprachen, die es hörten: Wer kann denn selig werden? 27. Er aber sprach: Was unmöglich ist bei den Menschen, das ist möglich bei Gott. 28. Da sprach Petrus: Siehe, wir haben Alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 29. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist Niemand, der Haus, oder Eltern, oder Brüder, oder Weib, oder Cap. 18. 19. St. Luca.n@ 123 Kinder verlassen hat um des Rei- und alles Volk, das es gesehen, ches Gottes willen, lobete Gott. 30. der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben. V. 31. Er nahm aber die Zwölfe zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir ziehen hinauf gen Jerusalem, und Alles wird vollendet werden, was durch die Propheten geschrieben ist von des Menschen Sohn. 32. Denn er wird den Heiden überliefert werden, und wird verspottet und mißhandelt und angespien werden; 33. und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. 34. Und sie verstanden nichts davon, und diese Rede war vor ihnen verborgen, und sie merkten nicht, was da gesagt war. VI. 35. Es begab sich aber, als er gegen Jericho nahete, saß ein Blinder am Wege und bettelte. 36. Und da er das Volk vorüber ziehen hörte, erkundigte er sich, was das wäre. O 37. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber. 38. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 39. Und die voran giengen, beschalten ihn, daß er schweigen sollte; er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 40. Da blieb Jesus stehen, und hieß ihn zu sich führen. Und als er näher gekommen, fragte er ihn, 41. und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sagte: Herr, daß ich sehend werde. 42. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. 43. Und alsobald sah er, und folgte ihm nach, und pries Gott; Das XIX. Capitel. 1. Zachäus. 2. Das Gleichniß von den anvertrauten Pfunden. 3. Jesu Einzug in Jerusalem. 4. Reinigung des Tempels. Ap Und er kam gen Jericho und zog hindurch. 2. Und siehe, da war ein Mann, mit Namen Zachäus, ein Oberzöllner, und dieser war reich. 3. Und er suchte Jesum zu sehen, wer er wäre, und vermochte es nicht vor dem Volke; denn er war klein von Gestalt. 4. Da lief er voraus, und stieg auf einen wilden Feigenbaum, damit er ihn sehe; denn er sollte daselbst durchkommen. 5. Und als Jesus an den Ort kam, blickte er auf und sah ihn, und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herab; denn heute muß ich in deinem Hause bleiben. 6. Und er stieg eilend herab, und nahm ihn auf mit Freuden. 7. Und als sie das sahen, murreten sie alle und sprachen: Er ist bei einem sündigen Manne eingekehrt, Herberge zu nehmen. 8. Zachäus aber trat hin und sprach zum Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich Jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig wieder. 9. Und Jesus sprach zu ihm: Heut ist diesem Hause Heil widerfahren, dieweil auch er ein Sohn Abrahams ist. 10. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, das Verlorene zu suchen und selig zu machen. II. 11. Indem sie aber dieses hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichniß, darum, weil er nahe bei Jerusalem war, und sie mein Das Evangelium 01 Cap. 19. würde| 23. Warum gabest du denn nicht mein Geld auf den Wechslertisch, daß ich es bei meiner Rückkunft mit 3insen eingezogen bätte? 24. Und zu den Umstehenden sprach er: Nehmet von ihm das Pfund, und gebet es dem, der die zehn Pfunde hat. 25.( Und sie sagten zu ihm: Herr, er hat schon zehn Pfunde.) 26. Denn ich sage cuch: Einem Jeden, der hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das, was er hat, genommen werden. 124 ten, das Reich Gottes alsobald offenbar werden. 12. Er sprach: Ein edler Mann zog in ein fernes Land, um ein Reich zu empfangen und dann wieder zu kommen. 13. Da rief er zehn seiner Knechte, und gab ihnen zehn Pfunde, und sagte zu ihnen: Handelt, bis ich wieder komme. 14. Seine Mitbürger aber has seten ihn, und schickten ihm eine Gesandtschaft nach, zu sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. 15. Und es begab sich, als er wieder kam, nachdem er das Reich empfangen, da ließ er die Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, vor sich rufen, damit er erfahre, was ein Jeder erhandelt hätte. 16. Da kam der Erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde gewonnen. 17. Und er sprach zu ihm: Wohl, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen, so sollst du Macht haben über zehn Städte. 18. Und der zweite kam und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfunde erworben. 19. Er sprach auch zu diesem: Und du sei über fünf Städte. 20. Und ein Anderer kam und sprach: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, welches ich in einem Schweißtuche aufbewahrt hatte. 21. Denn ich fürchtete dich, weil du ein harter Mann bist: du nimmst, was du nicht hingelegt, und erntest, was du nicht gesäet hast. 22. Da sprach er zu ihm: Aus deinem Munde will ich dich rich ten, du böser Knecht! Wußtest du, daß ich ein harter Mann bin, daß ich nehme, was ich nicht hingelegt, und ernte, was ich nicht gefäct habe: E 27. Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über fie herrsche, führet hieher und erwürget fie vor mir.- 28. Und nachdem er dieses gesagt, zog er weiter und reisete hinauf gen Jerusalem. III. 29. Und es begab sich, als er gen Bethphage und Bethanien nabete, an den Berg, welcher der Delberg heißt, sandte er zwei seiner Jünger ab, 30. und sprach: Gebet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und wenn ihr hinein kommet, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, worauf noch nie ein Mensch gesessen; löset es ab und führet es her. 31. Und wenn euch Jemand fragt: Warum löset ihr es ab? so sprechet also zu ihm:: Der Herr bedarf seiner. 32. Da giengen die Abgesandten hin und fanden es, wie er ihnen gesagt batte. 33. Als sie aber das Füllen ablöseten, sprachen die Herren desselben zu ihnen: Warum löſet ihr das Füllen ab? 34. Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner. 35. Und sie brachten es zu Jesu, und sie warfen ihre Kleider auf Cap. 19. 20. St. Luca. 125 das Füllen und septen Jesum| und die Schriftgelehrten suchten darauf. ihn umzubringen, und die Vornehmsten des Volkes. 36. Als er aber fortzog, breiteten sie ihre Kleider aus auf den Weg. 37. Und als er jegt nahete an dem Abhange des Delberges, fieng die ganze Menge der Jünger freudig an Gott zu loben mit lauter Stimme wegen aller der Thaten, die sie gesehen hatten, 48. Und sie fanden nicht, was sie thun sollten; denn das ganze Volk hieng an ihm, da es ihn hörte. 38. und sprachen: Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in den Höhen! 39. Und Etliche der Pharisäer unter dem Volke sprachen: Meister, beschilt deine Jünger! 40. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien. 41. Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie, 42. und sprach: Wenn auch du doch an diesem deinem Tag erkennetest, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. 43. Denn es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem Wall umgeben und dich ringsum einschließen und von allen Seiten ängstigen werden; 44. und sie werden dich auf den Boden schleifen, und deine Kinder in dir, und werden in dir keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. IV. 45. Und als er in den Tempel hineingegangen, fieng er an hinauszutreiben die, welche darin verkauften und kauften; 46. und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben:„ Mein Haus ist ein Bethaus! Jhr aber habet daraus eine Mördergrube gemacht." Das XX. Capitel. 1. Jesu Bollmacht. 2. Das Gleichniß von den Weingärtnern. 3. Frage wegen der Kopfsteuer; 4. wegen der Auferstehung; 5. und wessen Sohn Christus? 6. Warnung vor den Schriftgelehrten.d Es begab sich aber an einem dieser Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium predigte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, samt den Aeltesten herzu, 2. und sagten zu ihm, sprechend: Sage uns, aus welcher Macht thust du dieses? oder, wer ist es, der dir diese Macht gegeben hat? 3. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch et was fragen, und saget es mir.. 4. War die Taufe des Johannes vom Himmel, oder von den Menschen? 5. Sie aber bedachten sich bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: Vom Himmel; so wird er sprechen: Warum habet ihr ihm denn nicht geglaubt? 6. Wenn wir aber sagen: Von den Menschen; so wird das ganze Volk uns steinigen, denn es ist überzeugt, Johannes sei ein Prophet. 7. Und sie antworteten, sie wüßten nicht, woher. 8. Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, aus welcher Macht ich dieses thue. II. 9. Er fieng aber an zu dem Bolfe dieses Gleichniß zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weingarten, und verlieh denselben an 47. Und er lehrete täglich im Tempel; die Hohenpriester aber 126 Das Evangelium Weingärtner, und zog eine lange Zeit außer Land. 10. Und zur bestimmten Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, daß sie ihm von der Frucht des Weingartens geben sollten. Die Weingärtner aber schlugen ihn und schickten ihn leer fort. 11. Und er fuhr fort, und sandte einen andern Knecht. Sie schlugen aber auch diesen, und beschimpften ihn, und schickten ihn leer fort. 12. Und er fuhr fort und sandte einen dritten; aber auch den verwundeten sie, und stießen ihn hinaus. 13. Da sprach der Herr des Weingartens: Was soll ich thun? Ich will meinen Sohn senden, den geliebten; vielleicht, wenn sie diesen sehen, werden sie sich vor ihm scheuen. 14. Als aber die Weingärtner denselben saben, sprachen sie unter einander: Dieser ist der Erbe: Kommt, laßt uns ihn tödten, damit das Erbgut unser werde. 15. Und sie stießen ihn zum Weingarten hinaus, und tödteten ihn. Was wird ihnen nun der Herr des Weingartens thun? 16. Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen, und den Weingarten Andern geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne! 17. Er aber blickte sie an und sprach: Was heißt denn das, was geschrieben steht: ,, Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden"? 05 Cap. 20. Stunde; aber sie fürchteten das Volk, denn sie merkten, daß er auf sie dieses Gleichniß gesagt hatte. III. 20. Und sie gaben Acht auf ihn, und sandten Auflaurer ab, die sich stellen sollten, als wären sie redlich, auf daß sie ihn bei einer Rede fasseten, um ihn der Obrigkeit und der Gewalt des Landpflegers zu überliefern. 21. Und sie fragten ihn, sprechend: Meister, wir wissen, daß du recht redest und lebrest, und nicht die Person ansiehst, sondern den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrst. 22. Ist es uns erlaubt, dem Kaifer die Steuer zu geben, oder nicht? 23. Da er aber ihre Arglist merkte, sprach er zu ihnen: Was versuchet ihr mich? 24. Zeiget mir einen Pfenning. Wessen Bild und Ueberschrift hat er? Sie antworteten und sprachen: Des Kaisers. 25. Er aber sprach zu ihnen: So gebet denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. 26. Und sie vermochten nicht ihn bei einem Worte zu fassen vor dem Volke; und sie verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen. IV. 27. Es traten aber etliche der Sadducäer herzu, welche läugnen, daß eine Auferstehung sei, fragten ihn und sprachen: 28. Meister! Moses hat uns ge= boten: Wenn Jemandes Bruder ein Weib. hat, und stirbt ohne Kinder, so soll dessen Bruder das Weib nehmen, und seinem Bruder Samen erwecken. 29. Nun waren sieben Brüder. Und der erste nahm ein Weib, und starb ohne Kinder. 30. Und der zweite nahm das Weib, und auch er starb ohne 18. Ein Jeder, der auf diesen Stein fällt, der wird zerschellet werden; auf welchen er aber fallen wird, den wird er zermalmen. 19. Und es fuchten die Hohenpriester und Schriftgelehrten Hand an ihn zu legen zu derselben Kinder. Cap. 20. 21. 31. Und der dritte nahm sie, und gleicherweise die Sieben alle, und hinterließen keine Kinder und starben. 32. Zuleht nach Allen starb auch das Weib. H St. Lucä. 33. In der Anferstehung nun, wessen Weib wird sie sein? Denn alle Sieben haben sie zum Weibe gehabt. 34. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Kinder die ser Welt nehmen zur Ehe und werden zur Ehe gegeben: 35. Die aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Todten, die nehmen nicht zur Ehe, und werden nicht zur Ehe gegeben. 36. Denn sie können nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich, und sind Kinder Gottes, da sie Kinder der Auferstehung sind. 37. Daß aber die Todten auf erstehen, hat auch Moses angedeutet, bei dem Busche, wo er den Herrn nennt den Gott Abrahams, und den Gott Jsaaks, und den Gott Jakobs. 127 VI. 45. Indem aber alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern: 46. Hütet euch vor den Schrift: gelehrten, die gern in langen Kleidern einhergehen, und lieben die Grüße auf den Märkten, und die ersten Sie in den Versammlungen, und die ersten Pläße bei den Mahlzeiten: 47. die der Witwen Häuser fres sen, und zum Scheine lange beten: diese werden ein schwereres Gericht erfahren. 38. Gott ist aber nicht der Todten, sondern der Lebendigen Gott; denn sie leben ihm Alle. 39. Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast wohl geredet. 40. Sie unterstanden sich aber nicht mehr, ihn etwas zu fragen. V. 41. Er sprach aber zu ihnen: Wie sagen si daß Christus Davids Sohn sei? C Das XXI. Capitel. 1. Die Witwe beim Gotteskasten. 2. Weissagung von der Zerstörung Jerusalems. 3. Vom Ende der Welt. 4. Ermahnung zur Nüchternheit und Wachsamkeit. Und als er aufblickte, sah er die Reichen, die ihre Gaben in den Gotteskasten legten. 2. Er sah aber auch eine arme Witwe, die zwei Schärflein einlegte. 3. Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr als Alle hineingelegt. 4. Denn alle diese legten von ihrem Ueberflusse zu den Gottes= gaben; sie aber hat von ihrer Armuth, die ganze Nahrung, die sie hatte, eingelegt. II. 5. Und als Etliche von dem Tempel sagten, daß er mit schönen Steinen und Weihgeschenken gezieret sei, sprach er: 6. Was ihr da sehet, es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem andern bleiben wird, der nicht zerstört werde. 7. Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann wird denn dieses geschehen, und welches wird das Zeichen sein, wann dieses ge= schehen wird? 8. Er sprach: Sehet zu, daß ihr nicht verführet werdet! Denn 42. Und doch sagt David selbst im Buche der Psalmen:„ Der Herr bat zu meinem Herrn gesprochen: Siße zu meiner Rechten, 43. bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache." 44. So nennet ihn nun David seinen Herrn: wie ist er denn sein Sohn? 128 Das Evangelium 19 Cap. 21. Viele werden kommen unter mei- sehen, alsdann erkennet, daß ihre nem Namen und sagen: Ich bin Verwüstung genabet ist. es, und die Zeit ist genahet! Darum ziehet ihnen nicht nach! 9. Wenn ihr aber von Krieg und Zerrüttungen hören werdet, so erschrecket nicht; denn diese Dinge müssen zuvor geschehen. Über nicht alsobald ist das Ende. 21. Alsdann fliehe, wer im jüdischen Lande ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, der entweiche daraus; und wer auf dem Lande ist, gehe nicht hinein. E 22. Denn dieses sind Tage der Rache, damit Alles erfüllet werde, was geschrieben steht. 23. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in denselben Tagen: denn es wird große Noth in dem Lande sein, und Zorn über diesem Volke. 24. Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes, und gefangen geführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllet sind. III. 25. Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Völker, daß sie sich nicht zu rathen wissen, bei dem Tosen des Meeres und der Wogen; 26. indem die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwarten der Dinge, die über den Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 10. Dann sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich wider das andere erheben, und ein Reich wider das andere; 11. und große Erdbeben werden sein hin und wieder und Hunger und Seuchen, und Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel werden geschehen. 12. Vor diesem Allem aber werden sie Hand an euch legen, und euch verfolgen, und in Versammlungen und Gefängnisse überliefern, und vor Könige und Fürsten führen um meines Namens willen. 13. Es wird euch aber widerfahren zum Zeugnisſe. 14. Darum nehmet es zu Herzen, daß ihr nicht zum Voraus darauf denket, wie ihr euch verantworten wollet. 15. Denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, welcher alle eure Widersacher nicht werden widersprechen noch widerstehen fönnen. 16. Jhr werdet aber überliefert werden auch von Eltern und Brüdern, und Verwandten und Freunden, und sie werden Etliche aus euch zum Tode bringen, 17. und ihr werdet von Allen gehasset sein um meines Namens willen. 18. Und nicht ein Haar von euerm Haupte wird verloren gehen. 19. Durch eure Geduld gewinnet eure Seelen. 20. Wann ihr aber werdet Jerusalem von Kriegsheeren umlagert 27. Und alsdann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in der Wolke mit großer Macht und Herrlichkeit. 28. Wann aber dieses anfängt zu geschehen, so richtet euch auf, und erhebet euere Häupter; denn es nahet eure Erlösung. 29. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet den Feigenbaum und alle Bäume. 30. Wenn sie jest ausschlagen. und ihr es sehet, so merket ihr von selbst, daß der Sommer jetzt nahe ist. 31. Also auch ihr, wann ihr Cap. 21. 22. St. sehet, daß dieses geschieht, so merket, daß das Reich Gottes nahe ist. 32. Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis Alles geschehen sein wird. 33. Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. IV. 34. Habet aber Acht auf euch selbst, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden mit Schwelgerei und Trunkenheit, und Sorgen der Nahrung, und unversehens über euch komme jener Tag. 35. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. 36. Darum wachet zu jeglicher Zeit, und bittet, daß ihr gewürdigt werdet zu entfliehen diesem allem, was geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. 37. Er war aber des Tages im Tempel und lehrete, und des Nachts gieng er hinaus, und über nachtete an dem Berge, welcher der Delberg heißt. 38. Und alles Volk kam frühe zu ihm im Tempel, ihn zu hören. Das XXII. Capitel. 1. Rathschlag der Priester, Jesum zu tödten. 2. Stiftung des Abendmahls. 3. Rangstreit der Jünger. 4. Warnung an Petrus. 5. Jesus in Gethsemane. 6. Jesu Gefangennehmung, 7. Verläugnung durch Petrus, 8. Verurtheilung vor dem jüdischen Rathe. Es nahete aber das Fest der ungesäuerten Brote, das man den Ueberschritt nennt. 2. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten das Volf. 3. Es fuhr aber der Satan in den Judas, zugenannt Iscarioth, der von der Zahl der Zwölfe war. Luca. 129 4. Und er gieng hin und unterredete sich mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihnen denselben überliefern wollte. 5. Und sie wurden froh, und kamen überein, ihm Geld zu geben. 6. Und er that das Versprechen, und suchte eine Gelegenheit, um ihn ohne Auflauf ihnen zu überliefern. II. 7. Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem man das Lamm des Ueberschrittes schlachten mußte. 8. Und er sandte den Petrus und Johannes, und sprach: Gehet hin, bereitet uns den Ueberschritt, daß wir ihn essen. 9. Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir ihn bereiten? 10. Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hinein fommet, so wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; dem folget in das Haus, wo er hinein geht, 11. und saget zu dem Hausherrn: Der Meister sagt dir: Wo ist die Herberge, wo ich den Ueberschritt mit meinen Jüngern esse? 12. Und derselbe wird euch einen großen belegten Saal zeigen; daselbst bereitet. 13. Sie giengen nun hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten den Ueberschritt. 14. Und als die Stunde da war, segte er sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit ihm. 15. Und er sprach zu ihnen: Mich hat sehnlich verlangt, diesen Ueberschritt mit euch zu essen, ehe denn ich leide. 16. Denn ich sage euch, ich werde nicht mehr davon essen, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes. 17. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen, und theilet ihn unter euch. 9 130 Das Evangelium Cap. 22. 18. Denn ich sage euch, ich 30. daß ihr effet und trinket an werde nicht mehr trinken von dem meinem Tische in meinem Reiche, Gewächse des Weinstocks, bis das und siget auf Thronen, und richtet Reich Gottes gekommen ist. die zwölf Stämme Israels. 19. Und er nahm das Brot, und nachdem er Dank gesagt, brach er es, und gab es ihnen, sprechend: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird: dieß thut zu meinem Gedächtniſse! IV. 31. Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen; 20. Gleicherweise auch den Kelch, nach dem Mahle, sprechend: Die ser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, das für euch vergossen wird. 21. Doch siehe, die Hand dessen, der mich verräth, ist mit mir am Tische. 22. Und des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, durch welchen er verrathen wird! 23. Und sie fiengen an sich unter einander zu fragen, welcher es wohl wäre aus ihnen, der dieses thun würde? III. 24. Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größten zu halten sei. 25. Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über fie, und die über sie Gewalt üben, heißt man Gnädige. 26. Jhr aber nicht also; sondern der Größte unter euch werde wie der Jüngste, und der Oberste wie der Diener. 27. Denn wer ist größer? der, welcher zu Tische sigt, oder der, welcher dienet? Ist es nicht dér, welcher zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der, welcher dienet. 28. Jhr aber seid es, die bei mir ausgeharret haben in meinen Versuchungen. 29. Und ich verordne euch, wie mir mein Vater das Reich verordnet hat, 32. ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht abnehme; und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. 33. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir auch in Gefängniß und in Tod zu gehen. 34. Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geläugnet hast, daß du mich kennest. 35. Und er sprach zu ihnen: Als ich euch aussandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? Sie sprachen: nichts. 36. Nun sprach er zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, gleicherweise auch die Tasche; und wer es nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. 37. Denn ich sage euch, auch das muß noch an mir erfüllt werden, was geschrieben steht:„ Und er ist unter die Uebelthäter gerechnet worden." Denn was von mir ge schrieben steht, das ist vollendet. 38. Sie sprachen: Herr, siehe Er hier sind zwei Schwerter. sprach zu ihnen: Es ist genug. V. 39. Und er gieng hinaus nach seiner Gewohnheit und kam an den Delberg. Es folgten ihm aber auch seine Jünger. 40. Und als er an den Ort gekommen, sprach er zu ihnen: Betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. 41. Und er riß sich von ihnen los, ungefähr einen Steinwurf weit, und kniete nieder und betete, Cap. 22. St. Lucä. 131 42. und sprach: Vater, wenn VII. 54. Nachdem sie ihn nun du diesen Kelch von mir nehmen willst! Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! 43. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel, der ihn stärkte. 44. Und er war im Kampfe, und betete noch eifriger; und sein Schweiß war wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen. 45. Und als er vom Gebet auf gestanden, und zu seinen Jüngern kam, fand er sie schlafend vor Traurigkeit. 46. Und er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. VI. 47. Indem er aber noch redete, siehe, eine Schaar, und der Judas hieß, Einer der Zwölfe, gieng vor ihnen her, und nahete sich Jesu, um ihn zu küssen. 48. Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kusse verräthst du des Menschen Sohn? 49. Als nun die, so um ihn waren, sahen, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, follen wir mit dem Schwerte drein schlagen? gefangen hatten, führten sie ihn fort, und brachten ihn in das Haus des obersten Priesters. Petrus aber folgte von ferne. 55. Und da sie mitten im Hofe ein Feuer angezündet, und sich zusammen gesegt hatten, saß Petrus mitten unter ihnen. 50. Und es schlug Einer aus ihnen den Knecht des obersten Priesters, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. 56. Als ihn aber eine Magd beim Feuer sigen sah, und ihn anblickte, sprach sie: Auch dieser war mit ihm. 57. Er aber verläugnete ihn, und sagte: Weib, ich kenne ihn nicht. 58. Und bald darnach sah ihn ein Anderer und sprach: Auch du bist Einer von ihnen. Petrus aber sprach: Mensch! ich bin's nicht. 59. Und nach Verlauf ungefähr einer Stunde bekräftigte es ein Anderer, sprechend: In Wahrheit, auch dieser war mit ihm, denn er ist ein Galiläer. 60. Petrus aber sprach: Mensch! ich weiß nicht, was du sagst. Und alsobald, indem er noch redete, krähete der Hahn. 61. Und der Herr wandte sich um, und sah Petrus an. Da ward Petrus eingedenk des Wortes des Herrn, wie er zu ihm gesprochen: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verläugnen. 62. Und Petrus gieng hinaus und weinete bitterlich. VIII. 63. Und die Männer, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und schlugen ihn. 51. Da antwortete Jesus und sprach: Lasset es bis hieher! Und er rührte sein Ohr an und heilete ihn. 52. Es sprach aber Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und zu den Aelte sten, die gegen ihn gekommen waren: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und mit Stangen. 53. Da ich täglich bei euch im 66. Und als es Tag geworden, Tempel war, habet ihr die Hände versammelten sich die Aeltesten des nicht wider mich ausgestreckt. Aber Volkes, die Hohenpriester und dieß ist eure Stunde und die Schriftgelehrten, und führten ihn Macht der Finsterniß. 64. Und verhüllten ihn, schlugen ihn ins Angesicht, und fragten ihn, sprechend: Weissage, wer ist es, der dich geschlagen hat? 65. Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. vor ihren Rath, 9* 132 Das Evangelium Cap. 22. 23. 67. und sprachen: Bist du der| hörte, fragte er, ob der Mensch Christus, so sage es uns! Er ein Galiläer sei? aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sagte, so würdet ihr es nicht glauben. 68. Wenn ich aber auch fragte, so würdet ihr mir nicht antworzu Jerusalem war. ten, noch mich ledig lassen. 69. Von jetzt an aber wird des Menschen Sohn sißen zur Rechten der Macht Gottes. 70. Da sprachen sie alle: So bist du also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin es. 71. Da sprachen sie: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Denn wir selbst haben es gehört aus seinem Munde. Das XXIII. Capitel. 1. Jesus vor Pilatus und 2. vor Herodes. 3. Seine Verurtheilung, 4. Hinführung, 5. Kreuzigung, 6. sein Tod und 7. Begräbniß. 11. Und Herodes, samt seinen Kriegsschaaren, verachtete ihn und spottete seiner, zog ihm ein weißes Kleid an, und schickte ihn wieder zu Pilatus. 12. Es wurden aber Pilatus und Herodes Freunde mit einander an demselben Tage. Denn zuvor waren sie mit einander in Feindschaft. 2. Sie fiengen aber an ihn zu III. 13. Pilatus aber rief die verklagen, und sprachen: Wir ha- Hohenpriester und die Obersten ben diesen erfunden, daß er das und das Volk zusammen, und Volk abwendet, und wehret, dem sprach zu ihnen: Kaiser Steuern zu geben, indem er sagt, er sei Christus, der König. 14. Jhr habet diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk abwende; und siehe, als ich ihn vor euch verhört, habe ich an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deren ihr ihn anklaget. 15. Aber auch Herodes nicht, denn ich habe euch zu ihm hingeschickt, und siehe, es ist nichts von ihm verübt worden, was des Todes würdig wäre. 16. Darum will ich ihn züchtigen und dann ledig lassen. 17. Er mußte ihnen aber auf das Fest Einen ledig geben. 18. Es schrie aber die ganze Menge, sprechend: Hinweg mit Und es stand die ganze Menge derselben auf, und sie führten ihn vor Pilatus. II. 7. Und da er vernahm, daß er aus dem Gebiete des Herodes sei, sandte er ihn hin zu Herodes, der auch selbst in diesen Tagen 3. Da fragte ihn Pilatus, spre chend: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es. 4. Da sprach Pilatus zu den Hohenpriestern und dem Volke: Ich finde feine Schuld an diesem Menschen. 5. Sie aber bestanden darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er lehret durch das ganze jüdische Land, von Galiläa an bis hieher. 6. Als aber Pilatus von Galiläa 8. Herodes aber freute sich sehr, als er Jesum sah; denn seit langem wünschte er ihn zu sehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen. 9. Er fragte ihn nun mit vielen Worten, aber Jesus antwortete ihm nichts. 10. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen da, und verklagten ihn heftig. Cap. 23.0 St. Lucä. 133 diesem, und gib uns den Barab-| zu den Bergen zu sagen: Fallet bas ledig! über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! 19. Derselbe war wegen eines in der Stadt entstandenen Aufruhrs und Todtschlages ins Gefängniß geworfen worden. 20. Da rief ihnen Pilatus wiederum zu, weil er Jesum ledig zu lassen wünschte. 31. Denn wenn man an dem grünen Holze solches thut, was wird an dem dürren geschehen? 32. Es wurden aber auch zwei andere Uebelthäter hingeführt, daß sie mit ihm hingerichtet würden. V. 33. Und da sie an den Ort kamen, den man Schädel nennet, kreuzigten sie daselbst ihn und die Uebelthäter, den einen zur Rechten, den andern zur Linken. 21. Sie aber riefen dagegen und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! 22. Und zum dritten Mal sprach er zu ihnen: Was hat denn dieser Böses gethan? Ich habe keine Schuld des Todes an ihm gefunden. Darum will ich ihn züchtigen und dann ledig lassen. 23. Sie aber hielten an mit lautem Geschrei, und forderten, daß er gekreuzigt werde; und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. 24. Da beschloß Pilatus, daß ihr Begehren geschehen solle. 25. Und er gab ihnen den ledig, welcher eines Aufruhrs und Todtschlages wegen war ins Gefängniß geworfen worden, den sie begehrten, Jesum aber übergab er ihrem Willen. 34. Jesus aber sprach: Bater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Sie theilten aber seine Kleider, und warfen das Loos. 35. Und das Volk stand und sah zu. Es spotteten aber auch die Obersten mit ihnen und sprachen: Andern hat er geholfen; er helfe nun sich selbst, wenn er der Christus ist, der Auserwählte Gottes. 36. Es spotteten seiner aber auch die Kriegsknechte, indem sie herzu traten, ihm Essig brachten, und sprachen: 37. Bist du der König der Juden, so hilf dir selbst. IV. 26. Und als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen Simon von Cyrene, der vom Felde kam, und legten ihm das Kreuz auf, es Jesu nachzutragen. 38. Es stand aber auch eine Aufschrift über ihm in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: Dieser ist der König der Juden. 39. Einer aber der Uebelthäter, die am Kreuze hiengen, lästerte ihn und sprach: Bist du der Christus, so hilf dir selbst und uns. 27. Es folgte ihm aber eine große Menge des Volkes, und Weiber, die ihn beklagten und betrauerten. 28. Da wandte sich Jesus zu ihnen und sprach: Ihr Töchter 40. Der andere aber antwortete Jerusalems, weinet nicht über und beschalt ihn und sprach: Fürchmich; weinet vielmehr über euch test auch du Gott nicht, da du selbst und über eure Kinder. doch in gleichem Gerichte bist? 29. Denn siehe, es kommen Tage, da man sagen wird: Selig die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! 30. Dann wird man anfangen 41. Und wir zwar gerechter Weise, denn wir empfangen, was dessen, so wir gethan haben, werth ist, dieser aber hat nichts Unrechtes gethan. 42. Und er sprach zu Jesu: Herr, 134 Das Evangelium Cap. 23. 24. sei meiner eingedenk, wann du in| gekommen waren, und beschaueten dein Reich kommst! das Grab, und wie sein Leib hingelegt ward. 56. Und nachdem sie zurückgefehrt, bereiteten sie Spezereien und Salben; aber den Sabbath über ruhten sie nach dem Geseße. 43. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du bei mir im Paradiese sein. VI. 44. Es war aber um die sechste Stunde, und es ward eine Finsterniß über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 45. Und die Sonne ward verfinstert, und der Vorhang im Tempel riß mitten entzwei. 46. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Bater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Und als er dieses gesagt, gab er den Geist auf. 47. Als aber der Hauptmann sah, was geschah, pries er Gott und sprach: Wahrhaftig, dieser Mensch war gerecht. 48. Und alles Volk, das herbei gekommen war zu diesem Schauſpiel, als sie schauten, was geschah, schlugen sie an ihre Brust und kehrten zurück. 49. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, und die Weiber, die ihm nachgefolgt waren von Galiläa, und sahen dieses. VII. 50. Und siehe, ein Mann, mit Namen Joseph, der ein Rathsherr war, ein guter und gerechter Mann, 51.( der hatte ihrem Rath und Thun nicht beigestimmt) von Arimathäa, einer Stadt der Juden, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; 52. der gieng zu Pilatus, und bat um den Leib Jesu. 53. Und er nahm ihn herab, wand ihn in Leinwand, und legte ihn in ein gehauenes Grab, worin noch Niemand gelegen war. 54. Und es war Rüsttag, und der Sabbath brach an. 55. Es folgten aber auch die Weiber, die mit ihm aus Galiläa Das XXIV. Capitel. 1. Jesu Auferstehung. 2. Jesus zeigt sich zwei Jüngern auf dem Wege nachy Emmaus; 3. und den Eilfen. 4. Jesu Himmelfahrt. Am ersten Tage aber der Woche bei frühem Morgen kamen sie zum Grabe und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten, und noch Etliche mit ihnen. 2. Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grabe. 3. Und da sie hineingegangen, fanden sie den Leib des Herrn Jesu nicht. 4. Und es begab sich, als sie deßhalb beängstigt waren, siche, da standen bei ihnen zwei Männer in strahlenden Kleidern. 5. Als sie nun erschrocken waren und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Todten? 6. Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Seid eingedenk, wie er zu euch redete, da er noch in Galiläa war, 7. und sprach: Des Menschen Sohn muß überliefert werden in die Hände sündiger Menschen, und gekreuzigt werden, und am dritten Tage wieder auferstehen. 8. Und sie wurden seiner Worte eingedenk. 9. Und sie kehrten vom Grabe zurück, und verkündigten alles dieses den Eilfen und allen übrigen. 10. Es war aber Maria Magdalene, und Johanna, und Maria, des Jacobus Mutter, und die Cap. 24. übrigen mit ihnen, welche den Aposteln dieses sagten. 11. Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Mährchen, und sie glaubten ihnen nicht. St. Lucă. 12. Petrus aber stand auf und lief zum Grabe; und als er sich hinein bückte, sieht er die leinenen Tücher allein liegen, und gieng heim, sich verwundernd über das Geschehene. II. 13. Und siehe, Zwei aus ihnen giengen an eben demselben Tage nach einem Flecken, der von Jerusalem sechszig Stadien entfernt war, mit Namen Emmaus. 14. Und sie redeten mit einander von allen diesen Begegnissen. 135 nen geseßt, die am Morgen frühe beim Grabe waren; 15. Und es begab sich, indem sie mit einander redeten und sich besprachen, nahete sich Jesus selbst, und gieng mit ihnen. 23. die fanden seinen Leib nicht, und kamen und sagten, sie hätten auch eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagten, er lebe. 24. Und Etliche der Unsrigen giengen hin zum Grabe, und fanden es also, wie es auch die Weiber gesagt, ihn selbst aber haben sie nicht gesehen. 25. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren, und langsamen Herzens zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! 26. Mußte nicht Christus solches leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? 27. Und er hob an von Moses und allen Prophèten, und legte ihnen aus in allen Schriften, was von ihm geschrieben steht. 28. Und sie naheten dem Flecken, wohin sie reisefen, und er stellte sich, als wolle er weiter gehen. 29. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget! Und er gieng hinein, bei ihnen zu bleiben. 16. Ihre Augen aber wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten. 17. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr mit einander wechselt unterweges, und seid so traurig? 18. Da antwortete der Eine, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du der einzige Fremdling zu Jerusalem, der nicht erfahren, was daselbst geschehen ist in diesen Tagen? 30. Und es begab sich, als er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, segnete es, und brach und gab es ihnen. 19. Und er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen zu ihm: Von Jesu von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in That und Wort vor Gott und allem Volke; 31. Da wurden ihre Augen aufgethan, und sie erkannten ihn; und er kam unsichtbar von ihnen hinweg. 32. Und sie sprachen zu einander: 20. und wie ihn unsere Hohen- Brannte nicht unser Herz in uns, priester und Obersten zum Todes- wie er mit uns redete auf dem urtheil überliefert und ihn gefreu- Wege, und wie er uns die Schrifzigt haben. ten eröffnete? 21. Wir aber hofften, er wäre der, der Israel erlösen sollte. Aber bei dem allem ist heute der dritte Tag, seit dieses geschehen ist. 33. Und sie standen auf in derselben Stunde und kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Eilfe und die mit ihnen waren, versammelt, 22. Zudem haben uns auch etliche Weiber von uns in Erstau34. die sprachen: Der Herr ist 136 Das Evangelium St. Luca. Cap. 24. wahrhaftig auferstanden und dem| euch gesagt habe, als ich noch bei Simon erschienen. 35. Und sie selbst erzählten, was auf dem Wege geschehen, und wie er von ihnen erkannt worden beim Brotbrechen. euch war, daß Alles müsse erfüllt werden, was im Gesetze Moses und den Propheten und Psalmen von mir geschrieben steht. 45. Da öffnete er ihnen den Verstand, die Schriften zu verstehen, und sprach zu ihnen: 46. Also steht geschrieben, und also mußte Christus leiden, und von den Todten auferstehen am dritten Tage, 47. und in seinem Namen Buße und Verzeihung der Sünden gepredigt werden unter allen Völkern, anfangend von Jerusalem. 48. Jhr aber seid Zeugen dessen. 49. Und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch; ihr aber bleibet in der Stadt Jerusalem, bis ihr angethan werdet mit Kraft aus der Höhe. IV. 50. Da führte er sie hinaus bis gen Bethanien, und hob seine Hände auf und segnete sie. 51. Und es begab sich, indem er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr hinauf in den Himmel. 52. Und sie fielen anbetend vor ihm nieder, und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude. 53. Und sie waren allezeit im Tempel, und lobten und priesen Gott. Amen. III. 36. Indem sie aber davon redeten, trat Jesus selbst mitten unter sie, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 37. Aber bestürzt und voll Furcht meinten sie einen Geist zu sehen. 38. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr erschrocken, und warum steigen solche Gedanken auf in euern Herzen? 39. Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selbst! Rühret mich an und sehet! denn cin Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet daß ich habe. 40. Und indem er dieses sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. 41. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habet ihr etwas zu essen hier? 42. Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch und von einem Honigwaben. 43. Und er nahm es und aß vor ihnen. 44. Er sprach aber zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu Das Evangelium St. Johannis. Das I. Capitel. 1. Christi hohe Person und Menschwerdung. 2. Johannes des Täufers Zeugniß von sich, und 3. von Jesu. 4. Andreas und Petrus die ersten Jünger Jesu. 5. Philippus und Nathanael. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2. Dieses war im Anfang bei Gott, 3. Alle Dinge sind durch daßselbe geworden, und ohne dasselbe ist auch nicht Eines geworden, das geworden ist. 4. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5. Und das Licht scheint in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht angenommen. 6. Es war ein Mensch, von Cap. 1. Das Evangelium St. Johannis. Gott gesandt, mit Namen Johannes. 7. Dieser kam zum Zeugniß, daß er zeugete von dem Lichte, damit Alle durch ihn glaubten. 8. Er war nicht das Licht, sondern daß er von dem Lichte zeugete. 9. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 137 20. Und er bekannte und läugnete nicht; nämlich er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Und er sagt: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein! 10. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, und die Welt erkannte ihn nicht. 11. Er kam in das Seinige, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. 12. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen die an seinen Namen glauben; 13. welche nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. 14. Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns( und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater) voll Gnade und Wahrheit. 15. Johannes zeugte von ihm, und rief, sprechend: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen; denn er war eher als ich. 16. Und aus seiner Fülle haben wir alle Gnade um Gnade empfangen. 17. Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. 18. Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schooße war, der hat es verkündigt. 22. Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? 23. Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn! wie Jesajas, der Prophet, gesprochen hat. 24. Die Gesandten aber waren aus den Pharisäern. all 25. Und sie fragten ihn und spra-- chen zu ihm: Warum taufest du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elias, noch der Prophet? 26. Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Was ser; aber mitten unter euch steht er, den ihr nicht kennet. 27. Er ist es, der nach mir kommt, welcher vor mir gewesen ist, dem ich nicht werth bin den Schuhriemen aufzulöſen. 28. Dieses geschah in Bethabara, jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. III. 29. Des folgenden Tages sieht Johannes Jesum zu sich kommen und spricht: Siehe das Lamm Gottes, welches hinnimmt die Sünde der Welt. II. 19. Und dieß ist das Zeugniß des Johannes, als die Juden 30. Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist, denn er war cher als ich. 31. Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar werde, darum kam ich, mit Wasvon Jerusalem Priester und Leser zu taufen. viten sandten, ihn zu fragen: 32. Und Johannes zeugete und Wer bist du? sprach: Ich sah den Geist vom 138 Das Evangelium Cap. 1. Himmel herab steigen wie eine| wollte Jesus nach Galiläa reisen, Taube, und er blieb auf ihm. und er findet den Philippus und sagt zu ihm: Folge mir nach. 45. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. 33. Und ich fannte ihn nicht; aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du sehen wirst den Geist herab steigen, und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem heiligen Geiste tauft. 34. Und ich habe es gesehen, und habe bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist. IV. 35. Des folgenden Tages stand Johannes wiederum da, und zwei von seinen Jüngern. 36. Und indem er auf Jesum blickte, der vorüber wandelte, spricht er: Siehe das Lamm Gottes! 37. Und die beiden Jünger hörten ihn dieses sagen, und folgten Jesu nach. 38. Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, spricht er zu ihnen: 39. Was suchet ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi,( das heißt verdollmetschet Lehrer) wo blei best du? 40. Er spricht zu ihnen: Kom met und sehet. Sie kamen und sahen, wo er bleibe, und blieben denselben Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. 41. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den Zweien, die es von Johannes gehört hatten, und ihm nachgefolgt waren. 42. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon, und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das ist verdollmetscht der Gefalbte. 46. Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Den, von welchem Moses im Gesege und die Propheten geschrieben, haben wir gefunden, Jesum, den Sohn Josephs, von Nazareth. 47. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und siehe! 48. Jesus sah den Nathanael zu sich kommen, und sagt von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem kein Betrug ist. 49. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaume warest, sah ich dich. 50. Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels! 51. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Weil ich dir sagte, ich sah dich unter dem Feigenbaume, glaubst du? Du wirst Größeres als dieses sehen. 52. Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel geöffnet sehen, und die Engel Gottes auf und nieder steigen auf des Menschen Sohn. Das II. Capitel. 43. Und er führte ihn zu Jesu. 1. Jesu erstes Wunder zu Cana. Jesus aber sah ihn an und sprach: 2. Reinigung des Tempels. 3. Jesu Du bist Simon, der Sohn Jonas, Borsicht. du wirst Kephas genannt werden, das wird verdollmetschet Fels. V. 44. Des folgenden Tages Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war daselbst. Cap. 2. 2. Es wurden aber auch Jesus und seine Jünger zu der Hochzeit geladen. 3. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. St. Johannis. 4. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagen wird, das thut. 6. Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Sitte der Reinigung der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß faßte. 7. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. 8. Und er sagt zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. 9. Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte( und er wußte nicht, woher es war; die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den Bräutigam, 139 14. Und er fand im Tempel die Leute, die Ochsen und Schafe und Tauben verkauften, und die Wechsler die da saßen. 15. Und er machte eine Geißel aus Stricken, und trieb Alle ans dem Tempel hinaus, samt den Schafen und Ochsen, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um. 10. und spricht zu ihm: Jeder mann segt zuerst den guten Wein vor, und wann sie trunken geworden, alsdann den geringern; du hast den guten Wein behalten bis jegt. 11. Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. II. 12. Darnach zog er hinab gen Capernaum; er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nicht viele Tage daselbst. 16. Und zu denen, welche die Tauben feil hatten, sprach er: Traget dieses hinweg! Machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause! 17. Es gedachten aber seine Jünger daran, daß geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus verzehret mich." 18. Da hoben die Juden an und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, daß du dieses thust? 19. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. 13. Und es war der Juden Ueberschritt nahe, und Jesus zog gen Jerusalem hinauf. 20. Da sprachen die Juden: In sechs und vierzig Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? 21. Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. 22. Als er nun von den Todten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, daß er solches gesagt, und glaubten der Schrift und dem Worte, das Jesus gesprochen hatte. III. 23. Als er aber zu Jerusalem war, am Feste des Ueberschrittes, glaubten Viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er that; 24. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht, weil er Alle kannte, 25. und weil er nicht bedurfte, daß Jemand Zeugniß gebe von Das Evangelium 140 dem Menschen; denn er selbst wußte, was in dem Menschen war. Das III. Capitel. 1. Jesu Gespräch mit Nicodemus. 2. Abermaliges Zeugniß des Täufers von Jesu. Es war aber ein Mann aus den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster der Juden. 2. Dieser kam zu Jesu des Nachts und sprach zu ihm: Rabbi! wir wissen, daß du ein Lehrer bist von Gott gekommen; denn Niemand kann diese Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. 3. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn Jemand nicht von oben herab geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er zum zweiten Mal in seiner Mutter Leib eingehen und geboren werden? 5. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn Jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Cap. 3. 10. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist ein Lehrer in Israel, und weißt das nicht? 11. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, was wir wissen, reden wir, und was wir gesehen haben, be zeugen wir; und doch nehmet ihr unser Zeugniß nicht an. 7. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir sagte, ihr müsset von oben herab geboren werden. 8. Der Wind wehet, wo er will, und du hörst sein Tosen, aber du weißt nicht, woher er kommt, noch wohin er fährt. Also ist ein Jeder, der aus dem Geiste geboren ist. 9. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann solches geschehen? 12. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von den irdischen Dingen sage; wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde? 13. Und Niemand ist hinauf gestiegen in den Himmel, als nur der aus dem Himmel herab gestiegen ist, des Menschen Sohn, der im Himmel war. 14. Und wie Moses die Schlange erhöhete in der Wüste, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, 15. auf daß ein Jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. 16. Denn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn dahin gegeben hat, auf daß ein Jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. 17. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die 6. Was aus dem Fleische gebo- Welt durch ihn selig werde. ren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist. 18. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. 19. Das aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. 20. Denn ein Jeder der Arges thut, hasset das Licht, und kommt nicht zu dem Lichte, damit seine Werke nicht gestraft werden. Cap. 3. 4. St. Johannis. 141 21. Wer aber die Wahrheit tbut, men, der hat besiegelt, daß Gott der kommt zu dem Lichte, damit wahrhaft ist. seine Werke offenbar werden, daß fie in Gott gethan sind. II. 22. Nach diesem kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land, und daselbst hielt er sich mit ihnen auf und taufte. 23. Aber auch Johannes taufte in Enon, nahe bei Salim, weil viel Wasser daselbst war. Und sie kamen dahin und ließen sich taufen. 24. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängniß geworfen. 25. Es erhob sich nun eine Streitfrage unter den Jüngern des Johannes und den Juden wegen der Reinigung. 26. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi! Der, welcher bei dir war jenseits des Jordans, dem du Zeugniß gabest, siehe der tauft, und Jedermann kommt zu ihm. 27. Johannes antwortete und sprach: Es kann ein Mensch nichts nehmen, es sei ihm denn gegeben vom Himmel. 28. Jhr selbst seid mir Zeugen, daß ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor demselben her gesandt. 29. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der da steht und ihn hört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. 30. Jener muß wachsen, ich aber abnehmen. 31. Wer von oben her kommt, der ist über Alle; wer von der Erde ist, der ist von der Erde, und redet von der Erde; wer aus dem Himmel kommt, der ist über Alle, 32. Und was er gesehen und gehört hat, das bezeuget er; und sein Zeugniß nimmt Niemand an. 33. Wer sein Zeugniß angenom34. Denn, wen Gott gesandt hat, der redet die Worte Gottes; denn nicht nach einem Maße gibt Gott den Geist. 35. Der Vater hat den Sohn lieb, und hat Alles in seine Hand gegeben. 36. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibet auf ihm. Das IV. Capitel. 1. Gespräch Jesu mit der Samariterinn. 2. Die Samariter, und 3. die Galiläer glauben an Jeſum. 4. Heilung eines franken Sohnes zu Capernaum. Als nun der Herr erfuhr, daß die Pharisäer gehört hatten, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes, 2.( wiewohl Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger) 3. verließ er das jüdische Land, und zog wieder nach Galiläa. 4. Er mußte aber durch Samaria reisen. 5. Da kommt er nun in eine Stadt Samaria's, genannt Sichar, nahe bei dem Felde, welches Jaz kob seinem Sohne Joseph gegeben. 6. Es war aber daselbst der Brunnen Jakobs. Da nun Jesus müde war von der Reise, septe er sich also an den Brunnen, es war um die sechste Stunde. 7. Da kommt ein Weib aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen. 9. Das samaritische Weib spricht nun zu ihm: Wie begehrst du, der du ein Jude bist, von mir zu 142 Das Evangelium Cap. 4. trinken, die ich ein samaritisches 20. Unsere Väter haben auf dieWeib bin?( Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.) 10. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Got tes kenntest, und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Was ser gegeben. 11. Das Weib spricht zu ihm: Herr, du hast ja kein Schöpfgeschirr und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? 12. Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brun nen gegeben, und selbst daraus getrunken, samt seinen Söhnen und seinem Bich? 13. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten: 14. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einem Quellwasser werden, das aufquillt in das ewige Leben. 15. Das Weib spricht zu ihm: Herr! gib mir dieses Wasser, daß ich nicht dürste, noch hieher kommen müsse zu schöpfen. 16. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm hieher. 17. Das Weib antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann. 18. Denn fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Das hast du wahr geredet. 19. Das Weib sagt zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. sem Berge angebetet; und ihr faget, zu Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll. 21. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22. Jhr betet an, was ihr nicht wisset; wir beten an, was wir wissen: denn das Heil ist aus den Juden. 23. Aber es kommt die Stunde und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geiste und in der Wahrheit; denn der Vater sucht solche Anbeter. 24. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25. Das Weib spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der Christus genannt wird; wann derselbe kommt, wird er uns Alles verkündigen. 26. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet. 27. Und über diesem kamen seine Jünger, und verwunderten sich, daß er mit dem Weibe redete. Doch sagte Keiner: Was suchest du? oder, was redest du mit ihr? 28. Nun ließ das Weib ihren Wasserkrug stehen, und gieng in die Stadt, und spricht zu den Leuten: 29. Kommet, sehet einen Menschen, der mir Alles gesagt, was ich gethan habe! Ist nicht dieser der Christus? 30. Da giengen sie aus der Stadt heraus, und kamen zu ihm. 31. Inzwischen aber baten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß. 32. Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht wisset. 33. Da sprachen die Jünger zu 1 St. Johannis. Cap. 4. einander: Hat ihm denn Jemand zu essen gebracht? 34. Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist, daß ich thue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und sein Werk volbringe. 35. Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage cuch, hebet eure Augen auf, und beschauet die Felder, denn sie sind schon weiß zur Ernte. 36. Und wer erntet, der empfängt Lohn, und sammelt Frucht zum ewigen Leben; auf daß sich zu gleich, der da säet, freue, und der da erntet. 143 45. Als er nun nach Galiläa gekommen, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie Alles gesehen, was er zu Jerusalem am Feste gethan hatte, denn auch sie waren auf das Fest gekommen. IV. 46. Nun kam Jesus wieder nach Cana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein königlicher Diener, dessen Sohn krank war, zu Capernaum. 37. Denn hier ist der Spruch wahr: Ein Anderer ist, der da säet, und ein Anderer, der da erntet. 38. Ich habe euch ausgesandt zu ernten, was ihr nicht gearbeitet habet; Andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. II. 39. Aus derselben Stadt aber glaubten Viele der Samariter an ihn um der Rede des Weibes willen, welches bezeugte: Er hat mir Alles gesagt, was ich gethan habe. 40. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb daselbst zwei Tage. 41. Und noch viel mehrere glaubten um seines Wortes willen. 42. Und zu dem Weibe sprachen fie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selbst gehört, und wissen, daß dieser wahrhaftig der Welt Heiland, der Christus, ist. 47. Als dieser gehört hatte, daß Jesus aus Judäa nach Galilää gekommen sei, gieng er zu ihm und bat ihn, daß er hinab komme und seinen Sohn gesund mache; denn er wollte sterben. 48. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. 49. Der königliche Diener sagt zu ihm: Herr, komm hinab, che mein Kind stirbt. 50. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Und der Mann glaubte dem Worte, das Jesus zu ihm gesprochen hatte, und gieng hin. 51. Indem er aber jegt hinab gieng, kamen ihm seine Knechte entgegen, und verkündigten ihm: Dein Knabe lebt. 52. Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53. Da erkannte der Vater, daß es eben in der Stunde geschehen, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte und sein ganzes Haus. 54. Dieses zweite Zeichen that Jesus wiederum, als er aus dem jüdischen Lande nach Galiläa gekommen war. III. 43. Nach den zwei Tagen aber zog er von dannen, und gieng nach Galiläa. 44. Denn Jesus selbst bezeugte, daß ein Prophet in seinem Vater lande nicht geachtet werde. 144 Das Evangelium Das V. Capitel. 1. Jesus heilt einen Kranken zu Bethesda; und 2. vértheidigt seine Sendung von Gott. 5. Es war aber ein Mensch da selbst, der acht und dreißig Jahre zugebracht in seiner Krankheit. 6. Da Jesus diesen da liegen sah, und erfuhr, daß er schon lange Zeit zugebracht, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 7. Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser bewegt wird, in den Teich bringe: indem ich aber komme, so steigt ein Anderer vor mir hinab. Cap. 5. 12. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesprochen: Hebe dein Bett auf und wandle. Nach diesem war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. 2. Es ist aber zu Jerusalem, an dem Schafthore, ein Teich, der auf hebräisch Bethesda genannt wird, und fünf bedeckte Gänge hat. 14. Nach diesem findet ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, damit dir nicht etwas Aergeres widerfahre. 3. In diesen lag eine große Menge Kranker, Blinder, Lahmer, 15. Da gieng der Mensch hin, Schlagflüssiger, welche auf die und verkündete den Juden, daß Bewegung des Wassers warteten. Jesus es sei, der ihn gesund ge4. Denn ein Engel stieg zu gemacht habe. wissen Zeiten in den Teich hinab, und bewegte das Wasser. Wer nun zuerst hinein stieg nach der Bewegung des Wassers, der ward gesund, mit welcher Krankheit er immer behaftet war. 8. Jesus spricht zu ihm: Stch auf, hebe dein Bett auf, und wandle! 9. Und alsobald ward der Mensch gesund, und hob sein Bett auf und wandelte. Es war aber Sabbath an demselben Tage. 10. Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbath; es ist dir nicht erlaubt, das Bett hinweg zu tragen. 11. Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, der sprach zu mir: Hebe dein Bett auf und wandle. 13. Aber der Geheilte wußte nicht, wer es war, denn Jesus hatte sich hinweg begeben, da viel Volk an dem Orte war. 16. Und deßwegen verfolgten die Juden Jesum, und suchten ihn zu tödten, weil er dieses am Sabbath gethan. II. 17. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bis jegt, und ich wirke auch. 18. Darum suchten die Juden noch mehr ihn zu tödten, weil er nicht nur den Sabbath gebrochen, sondern auch Gott seinen Vater genannt, und sich selbst Gott gleich gemacht habe. 19. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst thun, er sehe es denn den Vater thun; denn was dieser thut, das thut gleicherweise auch der Sohn. 20. Denn der Vater liebet den Sohn, und zeiget ihm Alles, was er selbst thut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, so daß ihr euch verwundern werdet. 21. Denn wie der Vater die Todten erweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche er will. 22. Denn der Vater richtet auch Niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben; St. Johannis. Cap. 5. 23. auf daß alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. 24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört, und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben, und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode ins Leben hinüber gegangen. 25. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde und ist schon da, wo die Todten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört, werden leben. 26. Denn wie der Vater in sich selbst das Leben hat, also hat er auch dem Sohne verliehen, in sich selbst das Leben zu haben. 27. Und er hat ihm auch Macht gegeben Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist. 28. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in welcher Alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden; 29. und es werden hervor gehen, die das Gute gethan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse gethan haben, zur Auferstehung des Gerichtes. 30. Ich kann nichts von mir selbst thun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 31. Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugniß nicht wahr. 32. Ein Anderer ist, der von mir zeuget; und ich weiß, daß das Zeugniß wahr ist, welches er von mir zeuget. 33. Ihr habet zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugniß gegeben. 145 34. Jch aber nehme das Zeugniß nicht von einem Menschen, sondern ich sage dieses, damit ihr selig werdet. 35. Jener war ein brennendes und scheinendes Licht, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde ergögen an seinem Scheine. 36. Ich habe aber ein größeres Zeugniß als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben, daß ich sie vollbringe, dieselben Werke, die ich thue, zeugen von mir, daß mich der Vater gesandt hat. 37. Und er, der mich gesandt hat, der Vater selbst hat von mir ge= zeuget. Weder seine Stimme habet ihr jemals gehört, noch seine Gestalt gesehen, 38. und sein Wort habet ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubet dem nicht, den er gesandt hat. 39. Forschet in den Schriften, weil ihr meinet darin das ewige Leben zu haben; und diese sind es, die von mir zeugen. 40. Und doch wollet ihr nicht zu mir kommen, auf daß ihr das Leben habet. 41. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; 42. aber ich kenne euch, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habet. 43. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmet mich nicht an. Wenn ein Anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. 44. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmet, und die Ehre, die von Gott allein kommt, nicht suchet? 45. Meinet nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt, Moses, auf welchen ihr hoffet. 46. Denn wenn ihr dem Moses 10 146 Das Evangelium Cap. 5. 6. glaubtet, so würdet ihr auch mir| ger aber denen, die sich gesetzt glauben; denn von mir hat der hatten: desgleichen auch von den selbe geschrieben. Fischen, so viel sie wollten. 47. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben? Das VI. Capitel. 1. Speisung der Fünftausend. 2. Jesu Wandeln auf dem See. 3. Seine Rede zu Capernaum. 4. Das Bekenntniß Petri. Nach diesem fuhr Jesus über das galiläische Meer bei Tiberias. 2. Und es folgte ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. 3. Jesus aber gieng auf den Berg hinauf, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. 4. Es war aber nahe der Ueberschritt, das Fest der Juden. 5. Da nun Jesus seine Augen aufhob und sah, daß viel Volt zu ihm kam, spricht er zu Philippus: Woher werden wir Brote kaufen, daß diese eſſen? 6. Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte. 7. Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Pfenninge Brote reichen nicht hin für sie, daß Jeder von ihnen nur ein wenig empfange. 12. Als sie aber gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Stücke, damit nichts verderbe. 13. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Stücken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig geblieben waren, die gegessen hatten. 14. Die Leute nun, da sie das Zeichen sahen, welches Jesus gethan, sprachen: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll. 15. Da nun Jesus merkte, daß sie kommen und ihn ergreifen würden, um ihn zum Könige zu machen, entwich er wiederum auf den Berg, er allein. II. 16. Als es aber Abend geworden, giengen seine Jünger hinab an das Meer, 17. stiegen in das Schiff und fuhren über das Meer gen Capernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18. Und das Meer erhob sich, da ein starker Wind wehete. 19. Als sie nun ungefähr fünf und zwanzig oder dreißig Stadien gefahren, sahen sie Jesum auf dem Meere wandeln, und sich dem Schiffe nahen; und sie fürchteten sich. 8. Einer aus seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, spricht zu ihm: 9. Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das unter so viele? 20. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin's, fürchtet euch nicht! 21. Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und alsobald war das Schiff an dem Lande, nach welchem sie fuhren. 10. Da sprach Jesus: Machet, daß sich die Leute seßen. Es war aber viel Gras an dem Orte. Da segten sich die Männer, bei fünf tausend an der Zahl. III. 22. Des folgenden Tages, da das Volk, das jenseits des Meeres stand, sah, daß kein anderes Schiff daselbst war, als nur das Eine, in welches seine Jünger ge 11. Da nahm Jesus die Brote, und als er Dank gesagt, theilte er sie den Jüngern aus, die Jün- stiegen waren, und daß Jesus nicht Cap. 6. St. Johannis. 147 Brot vom Himmel. mit seinen Jüngern in das Schiff mein Vater gibt euch das wahre gegangen, sondern daß seine Jünger allein abgefahren waren; 23.( es waren aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort gekommen, wo sie das Brot gegessen batten, nach der Danksagung des Herrn) 33. Denn das ist das BrotGottes, welches vom Himmel herab kommt und der Welt das Leben gibt. 34. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot. 35. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. 24. da also das Volk sah, daß Jesus nicht daselbst war, noch seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe, und kamen gegen Capernaum, und suchten Jesum. 25. Und als sie ihn jenseits des Meeres fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hieher gekommen? 36. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habet und doch nicht glaubet. 37. Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. 26. Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habet und gesättigt worden seid. 27. Wirket nicht die Speise, die verdirbt, sondern die Speise, die ins ewige Leben bleibt, welche der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, besiegelt. 28. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir thun, daß wir die Werke Gottes wirken? 29. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubet, den er gesandt hat. 30. Da sagten sie zu ihm: Was thust du denn für ein Zeichen, daß wir sehen und dir glauben? Was wirkest du? "} 31. Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen." 32. Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Moses hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern 38. Denn ich bin vom Himmel herab gekommen, nicht daß ich meinen Willen thue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich von Allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am legten Tage. 40. Denn das ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß Jeder, der den Sohn siehet und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am legten Tage. 41. Da murreten die Juden über ihn, daß er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herab gekommen ist; 42. und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir fennen? Wie sagt er denn: Ich bin vom Himmel herab gekommen? 43. Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murret nicht unter einander! 44. Niemand kann zu mir fommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe: 10* 148 Das Evangelium Cap. 6. und ich werde ihn auferwecken am| gesandt hat, und auch ich durch legten Tage. den Vater lebe; so wird auch, wer mich isset, durch mich leben. 45. Es steht geschrieben in den Propheten:„ Und sie werden alle von Gott gelehret sein." Jeder nun, der es vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. 58. Das ist das Brot, das vom Himmel herab gekommen ist; nicht wie eure Väter das Manna geges sen haben und sind gestorben: Wer dieses Brot isset, der wird in Ewigkeit leben. 46. Nicht daß Jemand den Vater gesehen habe, außer der, der von Gott ist, der hat den Vater gesehen. 47. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. 48. Ich bin das Brot des Lebens. 49. Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, und sind gestorben: 50. Das ist das Brot, das vom Himmel herab kommt, daß, wer davon isset, nicht sterbe. 51. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herab gekommen ist. So Jemand von diesem Brot isset, der wird in Ewigkeit leben. Über das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. 52. Da stritten die Juden unter einander und sagten: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? 53. Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esset und sein Blut trinket, so habet ihr kein Leben in euch. 54. Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. 55. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56. Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. 57. Wie mich der lebendige Vater 59. Solches sprach er, als er in der Versammlung zu Capernaum lehrte. 60. Viele nun aus seinen Jüngern, als sie dieses hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer mag sie hören? 61. Da aber Jesus bei sich selbst wußte, daß seine Jünger darüber murreten, sprach er zu ihnen: Aergert euch das? 62. Wie dann, wann ihr werdet des Menschen Sohn dahin auf fahren sehen, wo er zuvor war? 63. Der Geist ist es, der da lebendig macht; das Fleisch ist gar nichts nüße. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und Leben. 64. Aber es sind Etliche aus euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glauben, und wer ihn verrathen werde. 65. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn gegeben von meinem Vater. IV. 66. Von da an traten Biele seiner Jünger zurück, und wandelten nicht mehr mit ihm. 67. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollet auch ihr hinweggehen? 68. Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. 69. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Cap. 6. 7. St. Jobannis. 149 70. Jesus antwortete ihnen:| hinaufgegangen waren, gieng auch Habe ich nicht euch zwölf er- er zu dem Feste hinauf, nicht wählet? Und aus euch ist Einer öffentlich, sondern gleichsam insein Teufel! geheim. * 71. Er meinte aber den Judas, Simons Sohn, den Iscariot; denn dieser war es, der ihn nachher verrieth, Einer aus den Zwölfen. Das VII. Capitel. 1. Jesu Reise nach Jerusalem aufs Laubhüttenfest 2. Jesu Rede im Tempel. 3. Ungleiches Urtheil über ihn unter dem Volk und im jüdischen Rathe. Und Jesus zog nach diesem umher in Galiläa; denn er wollte nicht im jüdischen Lande umherziehen, weil die Juden ihn zu tödten suchten. 2. Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe. 3. Da sagten seine Brüder zu ihm: Ziche von dannen und gehe hin in das jüdische Land, auf daß auch deine Jünger deine Werke sehen, die du thust. II. 14. Erst um die Mitte des Festes aber gieng Jesus in den Tempel hinauf und lehrete. 15. Und die Juden verwunderten sich und sprachen:" Wie kennt dieser die Schriften, da er sie doch nicht gelernet hat? 16. Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. 4. Denn Niemand thut etwas im Verborgenen, und sucht doch öffentlich bekannt zu sein. Wenn 17. So Jemand will dessen Willen thun, der wird dieser Lehre halben erkennen, ob sie aus Gott sei, oder ob ich aus mir selbst rede. 18. Wer aus sich selbst redet, du solche Dinge thust, so offender sucht seine eigene Ehre; wer bare dich selbst der Welt. 5. Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und keine Falschheit ist in ihm. 6. Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber cuere Zeit ist immer bereit. 19. Hat nicht Moses euch das Gesetz gegeben? Und doch thut Niemand aus euch das Geseß. Warum suchet ihr mich zu tödten? 20. Das Volk antwortete und sprach: Du hast einen Teufel! Wer sucht dich zu tödten? 21. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ich habe Ein Werk gethan, und ihr Alle verwundert euch darüber. 22. Moses hat euch die Beschneidung gegeben,( nicht daß sie von Moses kommt, sondern von den 7. Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber hasset sie; denn ich zeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind. 8. Gehet ihr hinauf zu diesem Feste; ich gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllet. 11. Da suchten ihn die Juden an dem Feste und sprachen: Wo ist derselbe? 12. Und es war ein großes Gerede über ihn unter dem Volfe. Etliche sagten: Er ist gut. Andere sagten: Nein, sondern er verführet das Volk. 9. Solches sagte er zu ihnen, und blieb in Galiläa. 10. Nachdem aber seine Brüder 13. Doch redete Niemand frei offen von ihm, aus Furcht vor den Juden. 150 Das Evangelium Cap. 7. Vätern) und am Sabbath be-| Ich bin noch eine kleine Zeit bei schneidet ihr den Menschen. euch, und dann gehe ich hin zu 23. Wenn ein Mensch am Sab- dem, der mich gesandt hat. de bath die Beschneidung empfängt, damit das Geset Moses nicht übertreten werde, was zürnet ihr mir denn, daß ich einen ganzen Menschen gesund gemacht habe am Sabbath? 34. Jhr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, da hin könnet ihr nicht kommen. 35. Da sprachen die Juden unter einander: Wo will dieser hingehen, daß wir ihn nicht finden werden? Will er zu den unter die Griechen Zerstreuten gehen, und die Griechen lehren? 24. Richtet nicht nach dem Scheine, sondern richtet gerechtes Gericht. 25. Da sprachen Etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie suchen zu tödten? 26. Und siehe, er redet frei offen, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, daß dieser wahrhaft der Christus ist? 27. Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wann aber der Christus kommt, so wird Niemand wissen, woher er ist. 28. Da rief Jesus lehrend im Tempel und sprach: Ja, ihr kennet mich, und wisset, woher ich bin. Und von mir selbst bin ich nicht gekommen, sondern der Wahrhaftige ist es, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet. 29. Jch aber kenne ihn, denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt. 30. Da suchten sie ihn zu greifen; aber Niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 31. Viele aber aus dem Volke glaubten an ihn und sprachen: Wann der Christus kommt, wird er mehr Zeichen thun, als dieser gethan hat? 32. Die Pharisäer hörten, daß das Volk solches von ihm murmelte; und es sandten die Pharisäer und Hohenpriester Diener ab, daß sie ihn griffen. 33. Da sagte Jesus zu ihnen: 36. Was ist das für eine Rede, die er gesprochen: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen? 37. Aber am letzten Tage des Festes, der groß war, stand Jesus, rief und sprach: So Jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! 38.. Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift gesprochen, Ströme lebendigen Wassers fließen. 39. Das sagte er aber von dem Geiste, welchen die empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. III. 40. Viele nun aus dem Volke, die diese Rede hörten, sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet! 41. Andere sagten: Er ist der Christus. Andere aber sagten: Kommt denn der Christus aus Galiläa? 42. Hat nicht die Schrift geſprochen, daß aus dem Samen Davids, und von dem Flecken Bethlehem, wo David war, der Christus kommen werde? 43. Also ward seinethalben eine Spaltung unter dem Volke. 44. Etliche aber aus ihnen wollten ihn greifen, doch Niemand legte Hand an ihn. 45. Da famen nun die Diener Cap. 7. 8. St. Johannis. 151 zu den Hohenpriestern und Phari-| geboten, eine solche zu steinigen. säern zurück, und diese sprachen Was sagst nun du? zu ihnen: Warum habet ihr ihn nicht gebracht? 46. Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet, wie dieser Mensch. 6. Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, auf daß sie ihn anklagen könnten. Jesus aber bückte sich nieder, und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 47. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden? 48. Hat auch Jemand von den Obersten, oder von den Pharisäern an ihn geglaubt? 7. Als sie nun anhielten ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie! 8. Und er bückte sich wiederum nieder, und schrieb auf die Erde. 9. Als sie aber das hörten, und von ihrem Gewissen gestraft wur50. Da spricht zu ihnen Nicode- den, gieng Einer nach dem Anmus, der des Nachts zu ihm ge- dern hinaus, von den Aeltesten an kommen, und Einer aus ihnen bis auf die Legten, und Jesus ward allein gelassen, und das Weib, das in der Mitte stand. 10. Als sich nun Jesus aufrichtete, und Niemand sah, als das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind deine Ankläger? Hat dich Niemand verurtheilt? 49. sondern dieses Volk, welches das Geseß nicht fennt; verflucht iſt es. war: 51. Richtet auch unser Geseß einen Menschen, man habe denn zuvor von ihm selbst gehört und erkannt, was er thut? 52. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist auch du aus Galiläa? Forsche und siehe: kein Prophet ist aus Galiläa aufgestanden. 53. Und ein Jeder gieng hin in sein Haus. Das VIII. Capitel. 1. Die Ehebrecherinn. 2. Jesu Reden an die Juden. Jesus aber gieng an den Delberg. 2. Am Morgen früh aber kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er segte sich und lehrete fie. 3. Da brachten die Schriftge lehrten und Pharisäer zu ihm ein Weib, im Ehebruch ergriffen, und stellten dasselbe in die Mitte, 4. und sprachen zu ihm: Meister, dieses Weib ist auf der That als Ghebrecherinn ergriffen worden. 5. Im Geset aber hat uns Moses 11. Sie sprach: Niemand, Herr! Jesus sprach zu ihr: So verurtheile auch ich dich nicht. Gehe hin, und sündige nicht mehr. II. 12. Wiederum nun redete Jesus zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsterniß wandeln, sondern das Licht des Lebens haben. 13. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugest von dir selbst; dein Zeugniß ist nicht wahr. 14. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Wenn ich auch von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugniß doch wahr, denn ich weiß, woher ich gekommen bin, und wohin ich gehe; ihr aber wisset nicht, woher ich komme, und wohin ich gehe. 15. Jhr richtet nach dem Fleische; ich richte Niemand. 16. Wenn ich aber auch richte, 152 Das Evangelium Cap. 8. so ist mein Gericht wahr; denn ich| daß er zu ihnen von dem Bater bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17. Es steht aber auch in euerm Gefeße geschrieben, daß das Zeugniß zweier Menschen wahr sei. 18. Ich bin es, der von mir zeuget, und es zeugt von mir der Vater, der mich gesandt hat. 19. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich, noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen. 20. Diese Worte redete Jesus bei dem Gotteskasten, als er im Tempel lehrte; und Niemand griff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 21. Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen, und in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dahin könnet ihr nicht kommen. 22. Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst tödten, daß er spricht: Wohin ich gehe, dahin könnet ihr nicht kommen? 23. Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24. Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euern Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubet, daß ich es bin, so werdet ihr in euern Sünden sterben. redete. 28. Darum sprach Jesus zu ihnen: Wann ihr den Sohn des Menschen werdet erhöhet haben, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin, und daß ich nichts von mir selbst thue, sondern wie mich mein Vater gelehret hat, das rede ich. 29. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater läßt mich nicht allein; denn ich thue allezeit, was ihm wohlgefällt. 30. Als er solches redete, glaubten Viele an ihn. 31. Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, ſo seid ihr wahrhaft meine Jünger; 32. und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. 33. Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same, und sind nie Jemandes Knechte gewesen; wie sagst du denn: Ihr werdet frei werden. 34. Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ein Jeder, der Sünde thut, ist der Sünde Knecht. 35. Der Knecht aber bleibt nicht auf immer im Hause; der Sohn bleibt auf immer. 36. Wenn nun der Sohn euch frei macht, so werdet ihr wahrhaft frei sein. 37. Ich weiß, daß ihr Abrahams Same seid; aber ihr suchet mich zu tödten, denn mein Wort findet keine Statt bei euch. 25. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Eben das, was ich von Anfang euch gesagt habe. 38. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; und ihr nun thut, was ihr bei eurem Vater gesehen habet. 26. Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaft; und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 27. Sie verstanden aber nicht, I nen: Wenn ihr Abrahams Kinder 39. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus spricht zu ih Cap. 8. St. Johannis. 153 wäret, so thätet ihr die Werke| Ebre; es ist Einer, der sie sucht Abrahams. und richtet. 40. Nun aber suchet ihr mich zu tödten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt, welche ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht gethan. 41. Jhr thut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht uneheliche Kinder, wir haben Einen Vater, Gott. 42. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben. Denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt. 43. Warum erkennet ihr meine Rede nicht, daß ihr mein Wort nicht hören könnet? 44. Jhr seid von dem Vater dem Teufel, und die Gelüste cuers Vaters wollet ihr thun; der war ein Menschenmörder von Anfang, und bestehet nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner, und der Vater derselben. 45. Weil aber ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. 46. Wer unter euch kann mich einer Sünde strafen? So ich aber die Wahrheit rede, warum glaubet ihr mir nicht? 51. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn Jemand mein Wort halten wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit. 52. Da sprachen die Juden zu ihm: Jest haben wir erkannt, daß du einen Teufel haft. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: So Jemand mein Wort hält, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. 47. Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. 48. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist, und einen Teufel hast? 49. Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Bater, und ihr entehret mich. 53. Bist du größer als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54. Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; es ist mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr saget, daß er euer Gott ſei. 55. Und doch habet ihr ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn. Und wenn ich spräche, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. 56. Abraham, euer Vater, frohlockete, daß er meinen Tag sehen sollte. Und er sah ihn und freute sich. 57. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham geſeben? 58. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich. 59. Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich, und gieng zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entwich also. Das IX. Capitel. 1. Heilung eines Blindgebornen. 50. Ich aber suche nicht meine 12. Verhör des Blindgebornen vor den Das Evangelium 154 Pharisäern. 3. Jesu Rede gegen die Pharisäer. Und da er vorbeigieng, sah er einen Menschen, der von Geburt an blind war. 2. Und seine Jünger fragten ihn, sprechend: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? 3. Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern auf daß die Werke Gottes an ihm offenbar würden. 4. Ich muß wirken die Werke dessen, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. 5. So lang ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6. Als er solches gesagt, spie er auf die Erde, und machte einen Teig aus dem Speichel, und strich ihn auf die Augen des Blinden, 7. und sprach zu ihm: Gehe hin, wasche dich im Teiche Siloa( das wird verdollmetschet: gesandt). Da gieng er hin und wusch sich, und kam sehend zurück. II. 8. Die Nachbarn nun, und die ibn zuvor gesehen hatten, daß er blind war, sprachen: Ist das nicht der, der da saß und bettelte? 9. Etliche sagten: Er ist es. Andere aber: Er ist ihm ähnlich. Er selbst sagte: Ich bin es. 10. Da sprachen sie zu ihm: Wie sind dir deine Augen auf gethan worden? 11. Er antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Teig, und bestrich meine Augen, und sprach zu mir: Gehe hin zum Teiche Siloa, und wasche dich! Als ich aber hingieng und mich wusch, ward ich sebend. 12. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist derselbe? Er sagt: Ich weiß es nicht. Cap. 9. 13. Da führen sie ihn, den Blindgewesenen, zu den Pharis säern. 14. Es war aber Sabbath, als Jesus den Teig machte, und ihm die Augen öffnete. 15. Nun fragten ihn wiederum auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sprach zu ihnen: Er hat einen Teig auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich, und nun sehe ich. 16. Da sprachen Etliche aus den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbath nicht hält. Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen thun? Und es war eine Spaltung unter ihnen. 17. Da sprachen sie wiederum zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, daß er deine Augen auf gethan hat? Er sprach: Er ist ein Prophet. 18. Nun glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind gewesen, und sehend geworden sei, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen berufen hatten. 19. Und sie fragten dieselben, sprechend: Ist das euer Sohn, von welchem ihr saget, daß er blind geboren sei? Wie ist er denn jegt sehend? 20. Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, daß dieses unser Sohn ist, und daß er blind geboren ist; 21. wie er aber nun sieht, das wissen wir nicht, oder wer seine Augen aufgethan hat, wissen wir nicht. Er hat selbst das Alter, fraget ihn selbst; er mag selbst für sich reden. 22. Das sagten seine Eltern darum, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß, wer ihn als den Christus anerkennen würde, 155 gestoßen batten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? 36. Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr! auf daß ich an ihn glaube? 37. Und Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es. 38. Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel vor ihm nieder. III. 39. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gerichte in diese Welt gekommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. 40. Und es hörten dieses etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? Cap. 9. 10. von der Versammlung ausgestoßen werden sollte. 23. Darum sprachen seine Eltern: Er hat das Alter; fraget ihn selbst. 24. Da beriefen sie zum zweiten Mal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. 25. Da antwortete derselbe und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht: Eines weiß ich, daß ich blind war, und jetzt sehe. 26. Sie sprachen aber wiederum zu ihm: Was hat er dir gethan? Wie that er deine Augen auf? 27. Er antwortete ibnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habet nicht darauf gehört; was wollet ihr es noch einmal hören? Wollet auch ihr seine Jünger werden? St. Johannis. 28. Sie schmäheten ihn, und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. 29. Wir wissen, daß Gott mit Moses geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist. 30. Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: Das ist doch wunderbar, daß ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat doch meine Augen aufgethan. 31. Wir wissen aber, daß Gott die Sünder nicht höret; sondern wenn Jemand gottesfürchtig ist, und seinen Willen thut, den höret er. 32. Von der Welt an ist es nicht erhört worden, daß Jemand die Augen eines Blindgebornen auf gethan hat. 33. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts thun. 34. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren, und du willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus. 35. Jesus hörte, daß sie ihn aus41. Jesus sprach zu ihnen: Wenn ibr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde; nun aber saget ihr: Wir sehen; darum bleibet eure Sünde. Das X. Capitel. 1. Jefu fernere Rede gegen die Pharisäer. 2. Jesus, der gute Hirt. 3. Die Juden wollen ihn abermals steinigen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer nicht durch die Thüre in den Schafstall hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2. Wer aber durch die Thüre hinein geht, der ist der Hirt der Schafe. 3. Diesem thut der Thürhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft seine Schafe mit Namen, und führt sie heraus. 4. Und wenn er seine Schafe heraus gelassen hat, so geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. 5. Einem Fremden aber werden sie nicht nachfolgen, sondern vor 156 Das Evangelium 0 Cap. 10. ihm fliehen; denn sie kennen die 18. Niemand nimmt es von mir, Stimme der Fremden nicht. sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Macht es zu lassen, und habe Macht es wieder zu nehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Bater empfangen.. 19. Da ward wiederum eine Spaltung unter den Juden, um dieser Worte willen. 20. Viele aus ihnen sagten: Er hat einen Teufel und ist unsinnig, was höret ihr ihn? 21. Andere sagten: Das sind nicht Reden eines Besessenen. Kann auch ein Teufel der Blinden Augen aufthun? 6. Dieses Gleichniß sagte ihnen Jesus. Sie aber verstanden nicht, was das war, das er ihnen sagte. 7. Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch, ich bin die Thüre der Schafe. 8. Alle, die vor mir gekommen, sind Diebe und Mörder: aber die Schafe haben nicht auf sie gehöret. 9. Ich bin die Thüre. So Jemand durch mich eingeht, der wird selig sein, und wird ein- und ausgehen, und Weide finden. 10. Der Dieb kommt nur, daß er stehle und würge und verderbe. Ich bin gekommen, daß sie Leben und Ueberfluß haben. II. 11. Ich bin der gute Hirt; der gute Hirt läßt sein Leben für die Schafe. 12. Der Miethling aber, und der nicht Hirt ist, dem die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und flieht; und der Wolf ergreift und zerstreuet die Schafe. 13. Der Miethling aber fliehet, weil er ein Miethling ist, und sich nicht um die Schafe bekümmert. 14. Ich bin der gute Hirt, und kenne die Meinen, und werde von den Meinen gekannt, 15. gleichwie der Vater mich kennt, und ich den Vater fenne. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16. Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stalle sind; auch diese muß ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird Eine Herde und Ein Hirte werden. 17. Darum liebet mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, daß ich es wieder nehme. 22. Es war aber die Tempelweihe zu Jerusalem, und es war Winter. 23. Und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomons. 24. Da umringten ihn die Juden, und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sage cs uns frei offenbar. 25. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet es nicht; die Werke, die ich thue im Namen meines Vaters, diese zeugen von mir. 26. Aber ihr glaubet nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen; wie ich euch gesagt habe. 27. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach. 28. Und ich gebe ihnen ewiges Leben; und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen, und Niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als Alle, und Niemand kann sie aus meines Baters Hand reißen. 30. Ich und der Vater sind Eins. III. 31. Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Cap. 10. 11. St. Johannis. 157 32. Jesus antwortete ihnen: Es war aber Einer krank, mit Viele gute Werke habe ich euch Namen Lazarus, von Bethanien, sehen lassen von meinem Vater; dem Flecken der Maria und Marum welches dieser Werke willen tha, ihrer Schwester. ich steiniget ihr mich? 33. Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steini gen wir dich nicht, sondern wegen einer Lästerung, und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machest. 34. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Geseße:„ Ich habe gesagt, ihr seid Götter"? 35. So es diejenigen Götter nennt, an welche das Wort Got tes ergieng, und die Schrift nicht fann aufgelöst werden; 36. wie saget ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst; weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? 41. Und Viele famen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen gethan; alles aber, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr. 37. Thue ich nicht die Werke mei nes Vaters, so glaubet mir nicht. 38. Thue ich sie aber, so glaubet, wenn ihr auch mir nicht glaubet, doch den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und ich in ihm. 39. Da suchten sie wiederum ihn zu greifen; aber er entgieng ihren Händen. 40. Und er zog wieder hin jen- Licht dieser Welt. seits des Jordans, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb daselbst. 42. Und es glaubten Viele daselbst an ihn. 2. Es war aber Maria, die den Herrn gesalbt, und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank war. Das XI. Capitel. 1. Auferweckung des Lazarus. 2. Rathschlag der Priester, Jesum zu tödten. 3. Da sandten nun die Schwestern zu ihm, sagend: Herr! siebe, der, den du lieb hast, ist krant 4. Als aber Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, auf daß der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde. 5. Es liebte aber Jesus die Martha und ihre Schwester und den Lazarus. 6. Als er nun hörte, daß er krank sei, da blieb er noch zwei Tage an dem Orte, wo er war. 7. Hernach dann spricht er zu den Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa ziehen. 8. Die Jünger sprechen zu ihm: Rabbi, eben jetzt suchten die Juden dich zu steinigen, und du ziehest wieder dahin? 9. Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden des Tages? Wenn Jemand bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, denn er siehet das 10. Wenn aber Jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, denn das Licht ist nicht in ihm. 11. Solches sprach er; und nach diesem sagt er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist entschlafen; 12. aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke. Da sprachen seine Jünger: Herr, ist er entschlafen, so wird er geneſen. 13. Jesus aber hatte von seinem Tode geredet; sie meinten aber, er rede von dem natürlichen Schlafe. 158 Das Evangelium I Cap. 11. 14. Da nun sagte es ihnen| sprach: Der Meister ist da und Jesus frei heraus: Lazarus ist ruft dich. gestorben; 29. Als diese das hörte, stand sie eilend auf, und kam zu ihm. 30. Jesus war aber noch nicht in den Flecken gekommen, sondern war noch an dem Orte, wo ihm Martha entgegen gekommen. 31. Die Juden nun, die bei ihr im Hause waren und sie tröste ten, als sie sahen, daß Maria so eilend aufstand und hinaus gieng, folgten ihr nach, und sagten: Sie geht zum Grabe, daß sie daselbst weine. 15. und ich bin froh um euert willen( damit ihr glaubet), daß ich nicht dort gewesen bin. Aber lasset uns zu ihm gehen! 16. Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern: Lasset auch uns hingehen, daß wir mit ihm sterben! 17. Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grabe liegend. 18. Bethanien war aber nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien weit. 19. Und Viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie zu trösten wegen ihres Bruders. 20. Martha nun, als sie hörte, daß Jesus komme, lief sie ihm entgeaen, Maria aber saß im Hause. 21. Da sprach Martha zu Jesu: Herr! wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben. 22. Aber auch jegt weiß ich, was immer du von Gott begehren wirst, das wird Gott dir geben. 23. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24. Martha sagt zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am legten Tage. 25. Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, ob er schon stirbt, wird doch leben; 26. und Jeder, der lebt, und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubest du das? 27. Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. 28. Und als sie dieses gesprochen, gieng sie hinweg, und rief ihre Schwester Maria heimlich, und 32. Als nun Maria dabin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie zu seinen Füßen, und sprach zu ihm: Herr! wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben. 33. Als nun Jesus sah, wie sie weinte und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, ward- er in seinem Geiste heftig bewegt und betrübte sich, 34. und sprach: Wo habet ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siche! 35. Jesus weinete.* 36. Da sagten die Juden: Siehe wie hat er ihn geliebet! 37. Etliche aber aus ihnen spra chen: Konnte nicht dieser, der die Augen des Blinden aufgethan, machen, daß auch dieser nicht stürbe? 38. Jesus nun, nachdem er abermal in sich selbst heftig bewegt worden, kam zum Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. 39. Jesus spricht: Hebet den Stein weg! Martha, die Schwe ster des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist vier Tage hier. 40. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glau Cap. 11. 12. St. Johannis. 159 best, so werdest du die Herrlichkeit| in demselben Jahre oberster PrieGottes sehen? ster war, weissagte er, daß Jesus für das Volk sterben werde; 41. Da hoben sie den Stein weg, wo der Verstorbene lag. Jesus aber hob die Augen aufwärts, und sprach: Bater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast. 52. und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammen brächte. 53. Von jenem Tage an rathschlagten sie nun, daß sie ihn tödteten. 42. Doch ich wußte, daß du mich allezeit erbörest; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. 43. Und als er dieses gesprocheu, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44. Und der Verstorbene kam heraus, gebunden an Händen und Füßen mit Grabtüchern, und sein 55. Es war aber nahe der UeberAngesicht war mit einem Schweiß- schritt der Juden. Und aus dertuch umwunden. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn, und lasset ihn hingehen. selben Gegend giengen Viele hinauf gen Jerusalem, vor dem Ueberschritte, um sich zu reinigen. 56. Da suchten sie Jesum, und sprachen zu einander, im Tempel stehend: Was dünkt euch, daß er nicht kommt auf das Fest? 57. Es hatten aber auch die Hohenpriester und die Pharisäer einen Befehl gegeben, wenn Jemand wüßte, wo er wäre, daß er es anzeigte, damit sie ihn greifen könnten. 45. Viele nun aus den Juden, die zu Maria gekommen waren, und sahen, was Jesus gethan batte, glaubten an ihn. 46. Etliche aber aus ihnen giengen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus gethan. II. 47. Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Rath, und sprachen: Was thun wir? Denn dieser Mensch thut viele Zeichen. 48. Lassen wir ihn also, so werden Alle an ihn glauben; und dann werden die Römer kommen und uns die Stätte und das Volf wegnehmen. 54. Darum wandelte Jesus nicht mehr frei öffentlich unter den Juden, sondern zog von da hinweg, in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, genannt Ephraim, und hielt sich daselbst auf mit sei nen Jüngern. 49. Einer aber aus ihnen, Cajaphas, der in demselben Jahre oberster Priester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, 50. und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, daß Ein Mensch sterbe für das Volk und nicht das ganze Volk umkomme. 51. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern weil er Das XII. Capitel. 1. Salbung Jesu zu Bethanien. 2. Rathschlag der Priester wider Lazarus. 3. Jesu Einzug in Jerusalem. 4. Jesu Antwort, als Griechen ihn zu sehen wünschten. 5. Der Juden Unglaube. Jesus nun kam sechs Tage vor dem Ueberschritte nach Bethanien, wo Lazarus war, der todt gewesen, und den er von den Todten auferweckt hatte. 2. Da machten sie ihm daselbst ein Gastmahl, und Martha dienete, Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. 160 Das Evangelium Cap. 12. 3. Da nahm Maria ein Pfund| Zion! Siehe, dein König kommt, Salbe, flüssiger köstlicher Narden, salbte die Füße Jesu, und trocknete seine Füße mit ihren Haaren; das Haus aber ward erfüllt vom Geruche der Salbe. sigend auf dem Füllen einer Eſclinn." 4. Da sprach einer aus seinen Jüngern, Judas, Simons Sohn, der Iscariot, der ihn hernach verrieth: 16. Solches aber verstanden seine Jünger nicht von Anfang, sondern als Jesus verherrlichet war, da wurden sie eingedenk, daß solches von ihm geschrieben war, und daß sie ihm solches gethan hatten. 17. Das Volk nun, das bei ihm war, bezeugte, daß er den Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn von den Todten auferweckt habe. 5. Warum ward diese Salbe nicht verkauft für dreihundert Pfenninge und den Armen gegeben? 6. Er sagte aber dieses nicht, weil er sich um die Armen befümmerte, sondern weil er ein Dieb war, und den Beutel hatte, und das Eingelegte wegnahm. 7. Da sprach Jesus: Laß sie! Auf den Tag meines Begräbnisses hat sie das aufbewahrt. 8. Denn die Armen habet ihr allezeit bei euch: mich aber habet ihr nicht allezeit. II. 9. Es erfuhr nun viel Bolk aus den Juden, daß er daselbst sei; und sie kamen, nicht um Jesu willen allein, sondern auch um den Lazarus zu sehen, den er von den Todten auferweckt hatte. 10. Aber die Hohenpriester bielten Rath, daß sie auch den Lazarus tödteten. 11. Denn seinetwegen giengen viele von den Juden hin, und glaubten an Jesum. III. 12. Des folgenden Tages, da viel Volk, das zum Feste gekommen war, hörte, daß Jesus nach Jerusalem komme, 18. Darum gieng ihm auch das Volk entgegen, weil sie gehört, daß er dieses Zeichen gethan habe. 19. Da sprachen die Pharisäer zu einander: Sehet ihr, daß ihr nichts ausrichtet? Siehe, die Welt läuft ihm nach. IV. 20. Es waren aber etliche Griechen aus denen, die hinauf kamen, um anzubeten am Feste. 21. Diese nun giengen zu Philippus, der von Bethsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten gern Jesum sehen. 22. Philippus kommt und sagt es dem Andreas, und Andreas und Philippus wiederum sagen es Jesu. 23. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, daß des Menschen Sohn verherrlichet werde. 24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, ſo bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so trägt es viel Frucht. 13. nahmen sie Palmenzweige, und giengen hinaus ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gepriesen 25. Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein sei der da kommt im Namen des Leben in dieser Welt hasset, der Herrn, der König Israels! wird es zum ewigen Leben be 14. Jesus aber fand einen jun- wahren. gen Esel, und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: 15.„ Fürchte dich nicht, Tochter 26. So Jemand mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener Cap. 12. sein. Und so Jemand mir dienet, den wird mein Vater ehren. 27. Jest ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Bater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. St. Johannis. 28. Bater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen. 29. Das Volk nun, daß dabei stand, und dieses hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Es hat ein Engel mit ihm geredet. 30. Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euert willen. 31. Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. 32. Und ich, wann ich von der Erde erhöhet bin, werde ich Alle zu mir ziehen. 33. Dieses aber sagte er, andeutend, welches Todes er sterben würde. 161 V. 37. Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen gethan hatte, so glaubten sie doch nicht an ihn. 34. Das Volk antwortete ihm: Wir haben aus dem Gefeße gehört, daß der Christus in Ewigfeit bleibe; wie sagst du denn, des Menschen Sohn müsse erhöhet werden? Wer ist dieser Sohn des Menschen? 38. Auf daß das Wort des Propheten Jesajas erfüllet würde, welches er gesprochen:„ Herr, wer glaubt unserer Predigt? und wem ward der Arm des Herren offenbar?" 39. Darum fonnten sie nicht glauben; denn wiederum sprach Jesajas: 40. ,, Er hat ihre Augen verblendet, und ihr Herz verhärtet, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen verstehen, und sich bekehren, und ich sie ge= sund mache." 41. Solches sprach Jesajas, als er seine Herrlichkeit sah, und von ihm redete. 42. Doch glaubten auch viele von den Obern an ihn; aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht von ausgestoßen der Versammlung würden. 43. Denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. 44. Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesendet hat. 45. Und wer mich siehet, der siehet den, der mich gesendet hat. 46. Jch bin ein Licht in die Welt gekommen, auf daß ein Jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsterniß bleibe. 35. Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, so lange ihr das Licht habet, damit euch nicht die Finsterniß überfalle. Und wer in der Finsterniß wandelt, der weiß nicht, wohin er gehet. 36. So lange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, auf daß ihr Kinder des Lichtes werdet. Solches redete Jesus und gieng hin47. Und wenn Jemand meine Worte hört, und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht. Denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt selig mache. 48. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat weg, und verbarg sich vor ihnen. schon seinen Richter: das Wort, 11 Das Evangelium 162 das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage. 49. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesendet hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich reden und was ich sagen soll. 50. Und ich weiß, daß sein Gebot das ewige Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat. Das XIII. Capitel. 1. Das Fußwaschen. 2. Entdeckung des Verräthers. 3. Das Gebot der Liebe. 4. Ankündigung der Verläugnung Petri. Vor Sor dem Feste des Ueberschrittes aber, da Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen sei, daß er aus dieser Welt zum Vater gehe; wie er die Seinigen in der Welt geliebt hatte, also liebte er sie bis ans Ende. 2. Und als das Mahl gehalten war, da der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iscariot, schon. ins Herz gegeben hatte, daß er ihn verriethe; 3. obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater Alles in die Hände gegeben, und daß er von Gott ausgegangen sei, und zu Gott hingehe; 4. steht er vom Mahle auf, und legt seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich; 5. darauf goß er Wasser in das Becken, und fieng an den Jüngern die Füße zu waschen, und sie mit dem Schurze zu trocknen, mit dem er umgürtet war. 6. Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, du solltest mir die Füße waschen? 7. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jest nicht, du wirst es aber hernach verstehen. Cap. 12. 13. 8. Petrus spricht zu ihm: Du sollst mir die Füße in Ewigkeit nicht waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keine Gemeinschaft mit mir. 9. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr! nicht meine Füße nur, sondern auch die Hände und dashaupt! 10. Jesus spricht zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nichts als die Füße zu waschen, sondern er ist ganz rein. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. 11. Denn er kannte seinen Verräther, darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. 12. Nachdem er nun ihre Füße gewaschen, und seine Kleider angezogen hatte, segte er sich wieder zu Tische, und sprach zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? 13. Jhr heißet mich Meister und Herr, und ihr saget recht, denn ich bin es. 14. Wenn nun ich, der Herr und Meister, eure Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen. 15. Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, daß, wie ich euch gethan habe, auch ihr thuet. 16. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der, der ihn gesendet hat. 17. Wenn ihr solches wisset, selig seid ihr, wenn ihr es thut. 18. Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählet habe. Doch, auf daß die Schrift erfüllet werde: ,, Der mit mir das Brot ißt, der hat seine Ferse wider mich erhoben." 19. Sept sage ich es euch, ehe es geschieht, damit, wann es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Cap. 13. 14. 20. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, wen ich sen den werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesen det hat. II. 21. Da Jesus dieses gesprochen hatte, ward er im Geiste betrübt, und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Einer aus euch wird mich verrathen. St. Johannis. 22. Da sahen die Jünger einander an, und wußten nicht, von welchem er rede. 23. Es lag aber einer seiner Jünger am Tische an der Brust Jesu, den Jesus liebte. 24. Diesem winkt nun Simon Petrus, daß er forschen solle, wer es sein möchte, von dem er redete. 25. Da legte sich derselbe an die Brust Jesu, und spricht zu ihm: Herr, wer ist es? 163 ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und wird ihn alsbald verherrlichen. 33. Kindlein, noch eine kleine Zeit bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dahin könnet ihr nicht kommen; so sage ich auch zu euch jetzt. 34. Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet; wie ich euch geliebet habe, daß auch ihr einander liebet. 35. Daran wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe habet unter einander. 26. Jesus antwortet: Der ist es, dem ich den eingetunkten Bissen geben werde. Und er tunkt den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Iscariot. 27. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in denselben. Da spricht Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. 28. Das aber verstand Keiner von denen, die zu Tische saßen, wozu er es ihm sagte. 29. Denn Etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, so sage Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Feste bedürfen; oder daß er den Armen etwas geben solle. 30. Da nun Jener den Bissen genommen hatte, gieng er alsobald hinaus. Es war aber Nacht. IV. 36. Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Wo ich hingehe, dahin kannst du mir jegt nicht folgen, hernach aber wirst du mir folgen. III. 31. Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verherrlichet, und Gott ist verherrlichet in ihm. 32. Ist Gott verherrlichet in 37. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. 38. Jesus antwortete ihm: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal wirst verläugnet haben. Das XIV. Capitel. Jesu Abschiedsreden an seine Jünger. 1. Ermahnung zum Glauben an Gott und ihn. 2. Seine innige Verbindung mit dem Bater. 3. Verheißung des heiligen Geistes. 4. Segnungen und Tröstungen. Euer Herz werde nicht betrübt! Glaubet an Gott, und glaubet an mich. 2. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe zu bereiten. hin, euch eine Stätte 3. und wann ich hingegangen bin, und euch eine Stätte bereitet 11* Das Evangelium 164 habe, so will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seid. 4. Und wo ich hingehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr. II. 5. Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? 6. Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Bater, als nur durch mich. 7. Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an fennet ihr ihn, und habet ihn gesehen. 8. Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Bater, so genügt es uns. 9. Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? 10. Glaubest du nicht, daß ich im Bater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibet, er thut die Werke. 11. Glaubet mir, daß ich im Vater bin, und der Bater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir um der Werke selber willen. 12. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich thue, auch thun, und größere als diese wird er thun; denn ich gehe zu meinem Vater; Cap. 14. III. 15. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote.ins 16. Und ich will den Vater bit: ten, und er wird euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch in Ewigkeit bleibe; 17. den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht mag empfangen, denn sie sieht ihn nicht, und fennet ihn nicht. Jbr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch, und wird in euch sein. 18. Ich will euch nicht verwaiset lassen; ich komme zu euch. 19. Noch ein Kleines, und die Welt siehet mich nicht mehr; ihr aber werdet mich sehen, denn ich lebe, und auch ihr werdet leben. 13. und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater verherrlichet werde in dem Sohne. 14. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so will ich es thun. 20. An demselben Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch. 21. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebet. Wer aber mich liebet, der wird von meinem Vater geliebet werden; und ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren. 22. Da spricht zu ihm Judas, nicht der Iscariot: Herr, wie ge schieht es, daß du dich uns willst offenbaren, und nicht der Welt? 23. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 24. Wer mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesendet hat. 25. Dieses habe ich zu euch geredet, da ich noch bei euch bin. 26. Der Tröster aber, der heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch Alles lehren, und euch Cap. 14. 15. St. Johannis. 165 an alles erinnern, was ich euch| die Schosse. Wer in mir bleibet gesagt habe. und ich in ihm, der trägt viel Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts thun. IV. 27. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie ihn die Welt gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz werde nicht betrübt, und verzage nicht! 6. So Jemand nicht in mir bleibet, wird er weggeworfen wie das Rebschoß, und verdorret; und man sammelt sie, und wirft sie in das Feuer, und sie verbrennen. 7. So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, so möget ihr, was ihr wollet, bitten, und es wird euch geschehen. 8. Darin ist mein Vater verherrlichet, daß ihr viel Frucht traget, und werdet meine Jünger. 9. Gleichwie mich der Vater geliebet hat, so habe auch ich euch geliebet. Bleibet in meiner Liebe. 10. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben; wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe, und bleibe in seiner Liebe. 11. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch bleibe, und euere Freude vollkommen werde. II. 12. Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, wie ich euch geliebet habe. 13. Größere Liebe hat Niemand als die, daß Einer sein Leben lasse für seine Freunde. 14. Jhr feid meine Freunde, wenn ihr alles thut, was ich euch gebiete. 15. Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr thut; euch aber habe ich Freunde genannt, denn alles was ich von meinem Vater gehört habe, das habe ich euch fund gethan. 16. Nicht ihr habet mich erwählet, sondern ich habe euch erwählet, und dazu bestimmt, daß ihr hingehet und Frucht traget, und daß eure Frucht bleibe; damit, 28. Jhr habet gehört, daß ich zu euch gesprochen: Ich gehe hin, und komme zu euch. Wenn ihr mich lieb hättet, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesprochen: Ich gehe zum Vater; denn mein Bater ist größer als ich. 29. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschicht, damit ihr glaubet, wann es geschehen ist. 30. Ich werde nicht mehr Vieles mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und er hat mir nichts an. 31. Aber damit die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und also thue, wie mir der Vater befohlen hat. Stehet auf, lasset uns von hinnen gehen! Das XV. Capitel. 1. Das Gleichniß vom Weinstock. 2. Ermahnung zur Liebe. 3. Beruhigung über den Haß der Welt. Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2. Jedes Schoß an mir, das nicht Frucht trägt, nimmt er weg, und jedes, das Frucht trägt, reiniget er, auf daß es noch mehr Frucht trage. 3. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch geredet habe. 4. Bleibet in mir, und ich in cuch. Gleichwie das Schoß nicht kann Frucht tragen von sich selbst, es bleibe denn am Weinstocke; also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet. 5. Ich bin der Weinstock, ihr 166 was ihr immer den Vater in meinem Namen bittet, er es euch gebe. 17. Das gebiete ich euch, daß ihr einander liebet. III. 18. Wenn die Welt euch hafset, so wisset, daß sie mich vor euch gehaffet hat. 19. Wenn ihr von der Welt wäret, so hätte die Welt das Jhrige lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum basset euch die Welt. 20. Gedenket an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie auch das eurige halten. Das Evangelium 21. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesendet hat. 22. Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. 23. Wer mich haffet, der hasset auch meinen Vater. 24. Hätte ich nicht die Werke unter ihnen gethan, die kein Anrer gethan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen, und haben doch mich und meinen Vater gehaffet. 25. Doch damit das Wort erfüllet werde, das geschrieben ist in ihrem Gesege:„ Sie haben mich ohne Ursache gehaſset." 26. Wann aber der Tröster kommt, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, derselbe wird von mir zeugen. 27. Und auch ihr werdet zeugen, weil ihr von Anfang bei mir gewesen. Comin Cap. 15. 16. Das XVI. Capitel. 1. Jesus fündigt seinen Jüngern Verfolgung an; 2. zeigt ihnen den Nußen seines Hingangs zum Vater; 3. tröstet sie mit dem Wiedersehen; 4. verheißt ihnen Erhörung des Geihre Schwäche und Zerstreuung. betes in seinem Namen; 5. verkündet Solches habe ich zu euch geredet, damit ihr euch nicht ärgert. 2. Sie werden euch von den Versammlungen ausstoßen; ja, es kommt die Stunde, daß Jeder, der euch tödtet, meinen wird, Gott einen Dienst zu thun. 3. Und dieses werden sie euch thun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. 4. Aber ich habe euch solches gesagt, damit, wann die Stunde kommt, ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Dieses aber sagte ich euch nicht von Anfang, weil ich bei euch war. II. 5. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesendet hat, und Keiner aus euch frägt mich: Wo gehest du hin? 6. Sondern weil ich euch dieses gesagt habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllet. 7. Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist euch besser, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hin gehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. 8. Und wenn derselbe kommt, so wird er die Welt überführen der Sünde halben, und der Gerechtigkeit halben, und des Gerichtes halben. 9. Der Sünde halben, weil sie nicht an mich glauben; 10. der Gerechtigkeit halben, weil ich zu meinem Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehet; Cap. 16. St. Johannis. 167 11. des Gerichtes halben aber,| 21. Das Weib, wann sie gebiert, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. 12. Noch Vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. hat Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wann sie aber das Kind geboren hat, so gedenkt fie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt geboren ist. 13. Wann aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in alle Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er höret, das wird er reden, und das Zukünftige wird er euch verkündigen. 22. So habet auch ihr jetzt Traurigkeit; ich werde euch aber wieder sehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude wird Niemand von euch nehmen. 14. Derselbe wird mich verherrlichen, denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen. IV. 23. Und an demselben Tage werdet ihr mich gar nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das wird er euch geben. 24. Bis jest habet ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf daß eure Freude vollkommen sei. 15. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinigen nehmen und euch verkündigen. HI. 16. Ueber ein kleines, so sehet ihr mich nicht; und wiederum über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe hin zum Vater. 17. Da sprachen Etliche aus sei nen Jüngern zu einander: Was ist das, daß er zu uns sagt: Ueber ein Kleines, so sehet ihr mich nicht, und wieder über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; und: Ich gehe zum Vater? 18. Da sagten sie: Was ist das, was er sagt: Ueber ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. 19. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Darüber fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so sehet ihr mich nicht, und wiederum über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen? 20. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit wird zur Freude werden. 25. Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet. Aber es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden werde, sondern frei offenbar von dem Vater euch verkündigen. 26. An demselben Tage werdet ihr in meinem Namen bitten. Und ich sage euch nicht, daß ich den Bater für euch bitten werde; 27. denn er selbst, der Vater, liebet euch, weil ihr mich geliebet, und geglaubt habet, daß ich von Gott ausgegangen bin. 28. Ich bin ausgegangen von dem Vater, und bin in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. V. 29. Seine Jünger sprechen zu ihm: Siehe, nun redest du frei offenbar, und sagest kein Gleichniß. 30. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und nicht nöthig hast, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Das Evangelium 168 31. Jesus antwortete ihnen: Jest glaubet ihr? 32. Siebe, es kommt die Stunde, und ist schon gekommen, daß ihr euch zerstreuen werdet, ein Jeder in das Seinige, und mich allein lassen: aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 33. Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden babet. In der Welt werdet ihr Angst haben; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Das XVII. Capitel. Jesu Abschiedsgebet, worin er 1. für sich, 2. für seine Apostel, und 3. für alle Gläubigen bittet. Solches redete Jesus, und erhob seine Augen zum Himmel, und sprach: Bater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, auf daß auch dein Sohn dich verherrliche; 2. gleichwie du ihm Macht über alles Fleisch gegeben hast, auf daß er Allen, die du ihm gegeben hast, das ewige Leben gebe. 3. Aber das ist das ewige Leben, daß sie erkennen dich, den einigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum. 4. Ich habe dich verherrlichet auf Erden; das Werk habe ich vollendet, das du mir gegeben hast, daß ich es thue. 5. Und nun verherrliche mich du, Bater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. II. 6. Ich habe deinen Namen geoffenbaret den Menschen, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahret. 7. Nun haben sie erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Cap. 16. 17. 8. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, die habe ich ihnen gegeben; und sie haben sie angenommen, und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir ausgegangen, und geglaubt, daß du mich gesandt hast. 9. Jch bitte für sie, nicht für die Welt bitte ich, sondern für fie, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, mein: Und ich bin verherrlichet in ihnen. 11. Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Bater! bewahre sie in deinem Namen, die du mir ge geben hast, daß sie Eins seien, gleich wie wir. 12. Da ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben, habe ich behütet, und keiner aus ihnen gieng verloren, als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllet würde. 13. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der Welt, auf daß sie meine Freude in sich vollkommen haben. 14. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasset, weil sie nicht von der Welt sind, gleichwie ich nicht von der Welt bin. 15. Jch bitte nicht, daß du sie aus der Welt nehmest, sondern daß du sie vor dem Bösen bewabrest. 16. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt bin. 17. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18. Gleichwie du mich in die Welt gesendet hast, so habe auch ich sie in die Welt gesendet. 19. Und ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. St. Johannis. Cap. 17. 18. III. 20. Nicht für diese aber bitte ich allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden; 21. auf daß Alle Eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, daß auch sie in uns Eins seien; auf daß die Welt glaube, daß du mich gesendet hast. 22. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, auch ihnen gegeben, damit sie Eins seien, gleich wie wir Eins sind; 23. ich in ihnen, und du in mir, auf daß sie vollkommen Eins seien, und auf daß die Welt erkenne, daß du mich gesendet und sie geliebet hast, gleich wie du mich geliebet. 24. Bater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, auf daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben, weil du mich geliebet haft vor der Grundlegung der Welt. 169 3. Nachdem nun Judas die Kriegsschaar und von den Hohenpriestern und Pharisäern Diener genommen, kam er dahin mit Laternen und Fackeln und Waffen. 25. Gerechter Vater! die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber babe dich erkannt, und diese haben erkannt, daß du mich gesendet hast. 26. Und ich habe ihnen deinen Namen kund gethan, und werde ihn kund thun, auf daß die Liebe, mit der du mich geliebet hast, in ihnen sei, und ich in ihnen. Das XVIII. Capitel. 1. Gefangennehmung Jesu. 2. Erste Verläugnung von Petrus. 3. Verhör vor Annas. 4. Zweite Verläugnung von Petrus. 5. Verhör vor Pilatus. Als Jesus dieses geſprochen, gieng er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kedron, wo ein Garten war; in diesen gieng er und seine Jünger. 4. Jesus nun, der Alles wußte, was über ihn kommen werde, gieng hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? 5. Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Es stand aber auch Judas, der ihn verrieth, bei ihnen. 6. Wie er nun zu ihnen sprach: Ich bin's! wichen sie zurück, und fielen zu Boden. 7. Da fragte er sie wiederum: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. 8. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich es bin. Suchet ihr nun mich, so lasset diese hingehen. 9. Damit erfüllet würde das Wort, das er gesprochen: Die du mir gegeben hast, von denen habe ich keinen verloren. 2. Es wußte aber auch Judas, der ihn verrieth, den Ort; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. 10. Simon Petrus nun, der ein Schwert hatte, zog es, und schlug den Knecht des obersten Priesters, und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name aber des Knechtes war Malchus. 11. Da sprach Jesus zu Betrus: Stecke dein Schwert in die Scheide. Soll ich den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, nicht trinken? 12. Die Kriegsschaar nun, und der Oberste, und die Diener der Juden griffen Jesum und banden ihn. 13. Und sie führten ihn zuerst zu Annas, denn er war der Schwie gervater des Cajaphas, der in demselben Jahre oberster Priester war. 14. Cajaphas aber war derjenige, 170 Das Evangelium Cap. 18. welcher den Juden gerathen, es recht geredet, was schlägst du wäre gut, daß Ein Mensch um- mich? käme für das Volk. 24. Da sandte ihn Annas gebunden zu Cajaphas, dem obersten Priester. II. 15. Es folgete aber Simon Petrus und der andere Jünger Jeſu nach. Dieser Jünger aber war dem obersten Priester bekannt, und gieng mit Jesu hinein in den Hof des obersten Priesters. 16. Petrus aber stand draußen an der Thüre. Da gieng der andere Jünger, der dem obersten Priester bekannt war, heraus, und redete mit der Thürhüterinn, und führte den Petrus hinein. 17. Da spricht die Magd, die Thürhüterinn, zu Petrus: Bist nicht auch du von den Jüngern dieses Menschen? Er spricht: Ich bin's nicht. 18. Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten, denn es war falt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmte sich. III. 19. Der oberste Priester nun fragte Jesum über seine Jünger und über seine Lehre. 20. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei offenbar zu der Welt geredet; ich habe allezeit in der Versammlung gelehrt und im Tempel, wohin die Juden von allen Orten zusammen kommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet: 21. Was fragest du mich? Frage die, so es gehöret, was ich zu ihnen geredet habe! Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe. 22. Als er aber dieses gesprochen, gab einer der Diener, der dabei stand, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Antwortest du also dem obersten Priester? 23. Jesus antwortete ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise, daß es unrecht sei; habe ich aber IV. 25. Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist nicht auch du von seinen Jüngern? Er läugnete und sprach: Ich bin's nicht. 26. Da spricht einer von den Knechten des obersten Priesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen: Habe ich dich nicht bei ihm im Garten gesehen? 27. Da läugnete Petrus wie derum, und alsobald krähete der Hahn. V. 28. Da führten sie Jesum von Cajaphas weg in das Richt haus; es war aber Morgens frühe. Und sie selbst giengen nicht in das Richthaus hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern den Ueberschritt essen möchten. 29. Da gieng Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was für eine Klage bringet ihr wider diesen Menschen? 30. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wenn dieser nicht ein Uebelthäter wäre, so hätten wir ihn dir nicht überliefert. 31. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn, und richtet ihn nach euerm Gesetze. Da sprachen die Juden zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, Jemand zu tödten. 32. Damit das Wort Jesu erfüllt würde, das er gesprochen. andeutend, welches Todes er sterben würde. 33. Da gieng Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? 34. Jesus antwortete ihm: Redest du das von dir selbst, oder Cap. 18. 19. haben es dir Andere von mir gesagt? 35. Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überliefert: was hast du gethan? 36. Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Diener dafür streiten, daß ich den Juden nicht überliefert würde: nun aber ist mein Reich nicht von hier. St. Johannis. 37. Da sprach Pilatus zu ihm: Also bist du ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommeu, daß ich der Wahrheit Zeugniß gebe. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. 171 3. und sprachen: Sei gegrüßet, König der Juden! und gaben ihns Backenstreiche. 38. Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit? Und nachdem er dieses gesprochen, gieng er wieder heraus zu den Inden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. 39. Jhr habet aber eine Gewohnheit, daß ich euch Einen ledig gebe auf den Ueberschritt: wollet ihr nun, daß ich euch den König der Juden ledig gebe? 40. Da schrien sie wiederum alle, und sprachen: Nicht diesen, sondern den Barabbas. Barabbas aber war ein Mörder. 4. Da gieng Pilatus wieder her: aus, und spricht zu ihnen: Siehe, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. 5. Also fam Jesus heraus, die Dornenkrone tragend und den Purpurmantel. Und er spricht zu ihnen: Siehe, welch ein Mensch! II. 6. Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn und freuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Das XIX. Capitel. 1. Geißelung und Verspottung Jesu. 2. Seine Verurtheilung und 3. Kreuzigung. 4. Maria und Johannes beim Kreuze. 5. Jesu Tod, und 6. Begräbniß. 7. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach unserm Geseze muß er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. 8. Da nun Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, 9. und gieng wieder hinein in das Richthaus, und sprach zu Jesu: Woter bist du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. 11. Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben herab ge= geben wäre. Darum hat der, der mich dir überliefert, größereSünde. 12. Von da an suchte Pilatus ihn ledig zu lassen. Die Juden aber schrien und sprachen: Wenn du diesen ledig läsfest, so bist du nicht des Kaisers Freund; ein Jeder, der sich zum Könige macht, widersetzt sich dem Kaiſer. 13. Da Pilatus dieses Wort Thörte, führte er Jesum heraus, Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. 2. Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen, septen sie auf sein Haupt, und legten ihm einen Purpurmantel an. 10. Da spricht Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich ledig zu lassen? 172 Das Evangelium Cap. 19. und setzte sich auf den Richter- Kriegsknecht einen Theil; und stuhl, an den Ort, welcher Steinpflaster, auf Hebräisch Gabbatha, heißt. den Rock. Der Rock aber war ohne Naht, von oben an gewoben durchaus. 14. Es war aber der Rüsttag des Ueberschrittes und um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König! 15. Sie aber schrien: Hinweg, hinweg mit ihm! kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euern König soll ich freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser. III. 16. Da nun übergab er ihnen denselben, daß er gekreuzigt werde. Sie nahmen aber Jesum, und führten ihn hin. 17. Und sein Kreuz tragend gieng er hinaus an die sogenannte Schädelstätte, welche auf Hebräisch Golgatha heißt. 18. Daselbst kreuzigten sie ihn, und mit ihm zwei Andere zu beiden Seiten, Jesum aber in der Mitte. 19. Es schrieb aber Pilatus auch eine Aufschrift, und segte sie auf das Kreuz; es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. 20. Diese Aufschrift nun lasen viele von den Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt; und es war Hebräisch, Griechisch und Lateinisch geschrieben. 21. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden; sondern, daß dieser gesagt habe: Ich bin der König der Juden. 22. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. 23. Die Kriegsknechte nun, als fie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Theile daraus, für jeden 24. Da sprachen sie zu einander: Laßt uns ihn nicht zertheilen, sondern darum loosen, wessen er sein soll. Damit die Schrift erfüllet würde, welche spricht:„ Sie haben meine Kleider unter sich getheilt, und über mein Gewand haben sie das Loos geworfen." Die Kriegsknechte nun thaten solches. IV. 25. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, des Cleopas Weib, und Maria Magdalene. 26. Da nun Jesus die Mutter und den Jünger, den er lieb hatte, da stehen sah, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! 27. Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von derselben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. V. 28. Nach diesem, da Jesus wußte, daß jetzt Alles vollbracht sei, damit die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet! 29. Nun stand ein Gefäß da voll Essig. Da füllten sie einen Schwamm mit Essig, steckten ihn auf ein Rohr von Ysop, und hielten es ihm an den Mund. 30. Als nun Jesus den Essig genommen, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt, und gab den Geist auf. 31. Die Juden nun, damit die Leichname nicht am Kreuze blieben über den Sabbath, weil es Rüsttag war( denn der Tag desselben Sabbaths war groß), baten den Pilatus, daß ihnen die Beine gebrochen, und sie herab genommen würden. 32. Da kamen die Kriegsknechte, St. Johannis. Cap. 19. 20. und brachen dem Ersten die Beine, und dem Andern, der mit ihm gefreuzigt war. Das XX. Capitel. 1. Auferstehung Jesu. 2. Er zeigt sich der Maria Magdalene; 3. den Jüngern; 4. dem Thomas. 5. Zweck dieses Buches, Am ersten Tage aber der Woche fommt Maria Magdalene früh, da es noch finster war, zum Grabe, und sieht den Stein hinweggenommen von dem Grabe. 2. Da läuft sie, und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagt zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grabe hinweg genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 3. Da gieng Petrus hinaus und der andere Jünger, und kamen zum Grabe. 37. Und wieder eine andere Schrift sagt:„ Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben." 4. Die beiden liefen mit einander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grabe. VI. 38. Nach diesem aber bat Joseph von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, aber ein heimlicher, wegen der Furcht vor den Juden, den Pilatus, daß er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe; und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. 5. Und als er sich hinein gebückt, sieht er die leinenen Tücher liegen; doch gieng er nicht hinein. 6. Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in das Grab hinein, und sieht die Tücher liegen, 7. und das Schweißtuch, das 39. Es kam aber auch Nicode- um sein Haupt war, nicht bei mus, der zuerst des Nachts zu den Tüchern liegend, sondern beiJesu gekommen war, und brachte seite zusammengewickelt an einen eine Mischung von Myrrhen und besondern Ort. Aloe, bei hundert Pfunden. 40. Da nahmen sie nun den Leichnam Jesu, und wanden ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie der Juden Sitte ist zu begraben. 41. Es war aber an dem Orte, da er gekreuzigt worden, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in welches noch Niemand war gelegt worden: 42. Dahin nun, wegen des Rüsttages der Juden, weil das Grab nahe war, legten sie Jesum. 33. Als sie aber zu Jesu kamen, und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine 173 nicht; 34. sondern einer der Kriegsknechte stach mit einem Speere in feine Seite, und alsobald kam Blut und Wasser heraus. 35. Und der es gesehen, hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahrhaft; und er weiß, daß er Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubet. 36. Denn dieses geschah, damit die Schrift erfüllet würde:„ Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden." 8. Da nun gieng auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grabe gekommen war, und sah es und glaubte. 9. Denn sie verstanden noch nicht die Schrift, daß er müsse von den Todten auferstehen. 10. Da giengen die Jünger wieder heim. II. 11. Maria aber stand draußen vor dem Grabe und weinete. Wie sie nun weinete, bückte sie sich in das Grab, 12. und sieht zwei Engel in 174 Das Evangelium Cap. 20. weißen Kleidern sigen, den einen] 21. Da sprach Jesus wiederum zum Haupte, und den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen war. zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesendet hat, so sende ich euch. 13. Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Daß sie meinen Herrn hinweg genommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 14. Und als sie dieses gesprochen, wandte sie sich um, und siehet Jesum stehen, und wußte nicht, daß es Jesus war. 15. Jesus spricht zu ihr: Weib, was weinest du? wen suchest du? Sie, meinend, es wäre der Gärtner, spricht zu ihm: Herr, hast du ihn hinweggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen. 16. Jesus spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißt, Meister! 17. Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern, und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Bater, und meinem Gott und eurem Gott. 18. Da kommt Maria Magdalene und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herren gesehen, und daß er solches zu ihr gesprochen habe. III. 19. 218 es nun Abend war an demselben Tage, dem ersten der Woche, und die Thüren verschlossen waren, da wo sich die Jünger versammelt hatten, wegen der Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20. Und als er dieses gesprochen, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, als sie den Herren sahen. 22. Und nachdem er solches gesprochen, hauchte er sie an, und sprach zu ihnen: Empfanget den heiligen Geist! 23. Wem ihr die Sünden vergebet, dem sind sie vergeben; wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten. IV. 24. Thomas aber, einer aus den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25. Da sagten ihm die andern Jünger: Wir haben den Herren gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe, und lege meinen Finger in das Mal der Nägel, und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich es gar nicht glauben. 26. Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum im Hauſe, und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Thüren verschlossen waren, und trat mitten unter fie und sprach: Friede sei mit euch! 27. Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29. Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, hast du geglaubt! Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. V. 30. Noch viele andere Zeichen nun that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht in diesem Buche geschrieben sind. 31. Diese aber sind geschrieben, Cap. 21. St. Johannis. 175 auf daß ihr glaubet, daß Jesus| kamen im Schiffe( denn sie waren sei der Christus, der Sohn Got- nicht fern vom Lande, sondern tes, und daß ihr durch den Glau- etwa zweihundert Ellen weit), ben das Leben habet in seinem und zogen das Netz mit den Fischen nach. Namen. 9. Als sie nun an das Land gestiegen, sehen sie ein Kohlenfeuer am Boden, und einen Fisch darauf liegen, und Brot. 10. Jesus spricht zu ihnen: Bringet von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habet. 11. Da stieg Simon Petrus hinein, und zog das Neß auf das Land voll großer Fische, hundert drei und fünfzig, und wiewohl deren so viele waren, zerriß doch das Neß nicht. Das XXI. Capitel. 1. Jesus zeigt sich den Jüngern am See Tiberias. 2. Jesu Unterredung mit Petrus und Andeutung seines Schicksals. 3. Schluß des Buches. Nach diesem offenbarte sich Jesus wiederum den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber also: 2. Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Cana in Galiläa, und die Söhne des Zebedaus, und zwei Andere von seinen Jüngern. 3. Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe hin zu fischen. Sie sprechen zu ihm: So gehen auch wir mit dir. Da gienger fie binaus, und stiegen sogleich in das Schiff, aber in derselben Nacht fiengen sie nichts. 4. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Gestade; doch wußten die Jünger nicht, daß es Jesus sei. 5. Da spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habet ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 12. Jesus spricht zu ihnen: Kommet, esset zu Mittag! Aber keiner der Jünger durfte ihn fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr sei. 13. Da kommt Jesus, und nimmt das Brot, und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch. 14. Das war nun das dritte Mal, daß sich Jesus seinen Jüngern offenbarte, nachdem er von den Todten auferweckt war. 6. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Neß auf die rechte Seite des Schiffes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es, und vermochten es nicht mehr zu ziehen vor der Menge der Fische. 7. Da sagt der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr. Da nun Simon Petrus hörte, daß es der Herr ſei, gürtete er das Oberkleid um sich, denn er war nackt, und warf sich ins Meer. 8. Die andern Jünger aber II. 15. Als sie nun zu Mittag gegessen hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, liebest du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! 16. Er spricht zu ihm wieder zum zweiten Male: Simon Jona, liebest du mich? Er sagt zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Weide meine Schafe! 17. Er spricht zu ihm zum dritten Mal: Simon Juda, hast du mich lieb? Da ward Petrus traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Das Evangelium St. Johannis. 176 und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe! 18. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wolltest; wann du aber alt geworden, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten, und führen, wohin du nicht willst. 19. Dieses aber sagte er andeutend, durch welchen Tod er Gott preisen würde. Und nachdem er dieses gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach! 20. Als aber Petrus sich um- III. 25. Es sind aber noch viele gewandt, sieht er den Jünger fol- andere Dinge, die Jesus gethan gen, den Jesus liebte, der auch hat; und wenn sie, eines nach bei dem Mahle an seiner Brust dem andern, beschrieben würden, gelegen, und gesprochen hatte: so glaube ich, selbst die Welt Herr, wer ist es, der dich verräth? würde die Bücher nicht fassen, 21. Als Petrus diesen sah, spricht die zu schreiben wären. Amen. Die Geschichten der heiligen Apostel. Das I. Capitel. 1. Vorrede. 2. Himmelfahrt Jesu. 3. Wahl des Apostel Matthias. Das erste Buch, o Theophilus, habe ich verfaßt von allem dem, was Jesus von Anfang gethan und gelehret, 2. bis zu dem Tage, da er auf genommen ward, nachdem er durch den heiligen Geist den Aposteln, die er erwählt hatte, Befehl gegeben; 3. welchen er sich auch, nach seinem Leiden, durch viele Beweise als lebendig zeigte, indem er während vierzig Tagen ihnen erschien, und vom Reiche Gottes redete. Cap. 21. er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? 22. Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. 23. Da gieng diese Rede unter die Brüder aus, daß derselbe Jünger nicht sterbe. Aber Jesus sprach nicht zu ihm, daß er nicht sterbe, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? 24. Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugniß wahr ist. II. 4. Und indem er sie versammelte, gebot er ihnen, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr( sprach er) von mir gehört habet. 5. Denn Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 6. Als sie nun zusammen gekomchend: Herr! wirst du in dieser men waren, fragten sie ihn, spreZeit dem Volke Israel das Reich wieder herstellen? 7. Er sprach aber zu ihnen: Euch Stunde, welche der Vater festge gebührt nicht zu wissen Zeit oder sezt hat nach seiner eigenen Macht. 8. Aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der über euch kommt, und werdet mir Zeugen sein in Jerusalem und im ganzen jüdischen Lande, und in Samaria, und bis an das Ende der Erde. Cap. 1. Die Geschichten der heiligen Apostel. 177 9. Und als er solches gesprochen,| Acker aus dem Lohn der Ungerechward er emporgehoben, indem sie tigkeit, und, da er hinabgestürzt, es sahen, und eine Wolke nahm barst er mitten entzwei, und alle ihn hinweg aus ihren Augen. seine Eingeweide wurden aus10. Und als sie gen Himmel geschüttet. aufblickten, indem er hinfuhr, siebe, da standen zwei Männer bei ihnen in weißen Kleidern, 11. die auch sprachen: Ihr galiläischen Männer! was stehet ihr und blicket gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch aufgenommen worden in den Himmel, wird also wieder kommen, wie ihr ihn sabet in den Himmel fahren. 12. Da fehrten sie um gen Jerusalem, von dem Berge, welcher Delberg heißt, der nahe bei Jerusalem ist, eine Sabbathsreise weit. 13. Und als sie hineingekommen, giengen sie hinauf in den Saal, wo sie sich aufhielten, Petrus, und Jacobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jacobus, des Alphäus Sohn, und Simon der Zelote und Judas, Jacobus Bruder. 19. Und es ward fund Allen, die zu Jerusalem wohnen, so daß jener Acker genannt wurde in ihrer Sprache Akeldama, das ist, Blutacker. 20. Denn es ist geschrieben im Buche der Psalmen: ,, Seine Behausung soll öde werden, und Niemand sei, der darin wohne." Und: Sein Amt empfange ein Anderer." 21. So muß nun von den Männern, die mit uns zusammengekommen die ganze Zeit hindurch, da der Herr Jesus unter uns aus- und eingieng, 22. von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, da er von uns hinaufgenommen wurde, Einer von diesen muß Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. 23. Und sie stellten Zwei dar, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Justus, und Matthias. 24. Und sie beteten und spra= chen: Herr, du Herzenskenner Aller, zeige, welchen du erwählt hast von diesen beiden, III. 15. Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den 25. zu empfangen das Loos dieJüngern auf und sprach( es waren ses Dienstes und Apostelamtes, aber gegen hundert und zwanzig Personen beisammen): von welchem Judas abgetreten, um hinzugehen an seinen Ort. 26. Und sie gaben ihre Loose, und das Loos fiel auf Matthias, und er ward gewählt zu den eilf Aposteln. 14. Diese alle verharreten einmüthig im Gebet und Flehen, mit den Weibern und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. 16. Jhr Brüder, es mußte erfüllt werden dieses Wort der Schrift, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt über Judas, welcher zum Wegweiser ward denen, die Jesum gefangen nahmen. 17. Denn er war uns beigezählt und hatte das Loos dieses Dienstes empfangen. 18. Dieser nun gewann einen Das II. Capitel. 1. Die Ausgießung des heiligen Geistes am Pfingstfeste. 2. Erſte Predigt des Petrus und ihre Wirkung. 3. Sinn und Wandel der ersten Christengemeinde. 12 178 Die Geschichten Cap. 2. Und als der Tag der Pfingsten 13. Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen sich erfüllete, waren sie alle einmüthig beisammen. Weines. 2. Und es entstand plößlich vom Himmel ein Getöse, wie eines daher fahrenden gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. 3. Und es erschienen ihnen zertheilte Zungen, wie feurig, und es segte sich auf einen jeden unter ihnen. 4. Und sie wurden alle mit dem heiligen Geiste erfüllt, und sien gen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.. 5. Es wohnten aber zu Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, aus allen Völkern unter dem Himmel. 6. Da aber dieses Getöse gesche hen, kam die Menge zusammen, und wurde verwirrt; denn es hörte sie Jeder in seiner Sprache reden. 7. Es erstaunten aber Alle, verwunderten sich, und sprachen zu einander: Siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? 8. Und wie hören wir sie, Jeder in unserer Sprache, in der wir geboren sind: 9. Parther und Meder und Elamiter, und die in Mesopotamien, in Judäa und Cappadocien, in Pontus und Asien wohnen, 10. in Phrygien und Pamphylien, in Aegypten, und in den Gegenden Libyens um Cyrene, und die Fremdlinge von Rom, Juden und Judengenossen, 11. Greter und Araber, hören wir sie in unsern Zungen reden von den großen Thaten Gottes? 12. Sie erstaunten aber alle, und standen bei sich selbst an, und sprachen Einer zum Andern: Was soll doch dieses bedeuten? mit den Eilfen, und erhob seine II. 14. Da trat Petrus auf Stimme, und sprach zu ihnen: Ihr die ihr zu Jerusalem wohnet, das jüdischen Männer, und ihr alle, sei euch fund, und horchet auf meine Worte! 15. Denn nicht, wie ihr wähnet, sind diese betrunken; denn es ist die dritte Stunde des Tages. 16. Sondern dieß ist das, was durch den Propheten Joel gespro chen ist: 17. Und es wird geschehen in den lezten Tagen, spricht Gott, ich werde ausgießen von meinem Geiste über alles Fleisch; und es werden weissagen eure Söhne und eure Töchter, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Aeltesten Träume träumen. 18. Ja auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in denselben Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. 19. Und ich will Wunder thun am Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer, und Dampf des Rauches. 20. Die Sonne wird verwandelt werden in Finsterniß, und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. 21. Und es wird geschehen, ein Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird selig werden." 22. Jhr israelitischen Männer, höret diese Worte: Jesum, den Nazarener, einen Mann, von Gott bei euch erwiesen durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn that mitten unter euch, wie ihr selbst wisset; 23. diesen, nach Gottes bestimmtem Rathschlusse und Borhersehung Cap. 2. der heiligen Apostel. 179 dabingegeben, habet ihr genommen 34. Denn David ist nicht in die und durch der Ungerechten Hände Himmel hinaufgefahren, sondern ans Kreuz gebeftet und getödtet. er sagt selbst:„ Der Herr sprach 24. Jhn hat Gott auferweckt, zu meinem Herrn: Sige zu meiindem er die Bande des Todes ner Rechten, gelöset, wie es denn unmöglich war, daß er von demselben gehalten würde. 25. Denn David spricht von ihm: ,, Ich sahe den Herren alle zeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, daß ich nicht entwegt werde. 26. Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte; ja auch mein Fleisch wird ruhen auf Hoffnung; 35. bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache." 36. So erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott ibn zum Herrn und Christus gemacht hat, diesen Jesus, wel chen ihr gekreuziget habet. 37. Als sie aber das hörten, gieng ihnen ein Stich durch das Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir thun, ihr Männer und Brüder? 27. denn du wirst meine Seele nicht im Todtenreiche lassen, und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sebe. 28. Du thatest mir kund die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude bei deinem Angesichte." 29. Jhr Männer und Brüder! ich darf wohl freimüthig zu euch reden von dem Stammvater David: Er ist gestorben, und begraben worden, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag. 39. Denn euch gilt die Verheißung und euern Kindern, und Allen, die ferne sind, so viele der Herr unser Gott herzurufen wird. 40. Und noch mit andern mehreren Worten bezeugte und ermahnte er, sprechend: Lasset euch retten von diesem verkehrten Geschlechte! 30. Da er nun ein Prophet war und wußte, daß ihm Gott mit einem Eide verheißen, daß er aus der Frucht seiner Lenden nach dem Fleische den Christus erwecken, und auf seinen Thron segen wolle; 31. hat er voraussehend geredet von der Auferstehung Christi, daß seine Seele nicht im Todtenreiche gelassen ward, noch sein Fleisch die Verwesung sah. 41. Sie nun nahmen sein Wort mit Freuden an und ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage bei dreitausend Seelen hinzugethan. III. 42. Sie verharreten aber in der Lehre der Apostel, und in der Gemeinschaft, und im Brechen des Brotes, und im Gebete. 32. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dessen wir alle Zeugen sind. 43. Es kam aber über alle See33. Nachdem er nun durch die len Furcht, und viele Wunder Rechte Gottes erhöhet worden, und Zeichen geschahen durch die und die Verheißung des heiligen Apostel. Geistes vom Vater empfangen, hat 44. Die Gläubigen alle aber er das ausgegossen, was ihr jetzt waren beisammen, und hatten sehet und höret. Alles gemein; 12* 38. Petrus aber sprach zu ihnen: Thut Buße, und lasse sich ein Jeder von euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Bergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen. 180 Die Geschichten Cap. 2. 3. 45. und die Güter und die Habe| 8. und er sprang auf und stand verkauften sie und vertheilten sie und wandelte; und er gieng mit unter Alle, je nachdem Einer ihnen in den Tempel, indem er bedurfte. umher wandelte, und sprang, und Gott lobete. 9. Und es sah ihn alles Volk umher wandeln und Gott loben. 10. Und sie erkannten ihn, daß er der war, der um das Almosen an der schönen Pforte des Tempels gesessen; und sie wurden mit Verwunderung und Erstaunen erfüllt über das, was ihm widerfahren war. 11. Da er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen zusammen in der sogenannten Halle Salomons, 46. Und täglich verharreten fie einmüthig im Tempel, und brachen in den Häusern das Brot, und nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens, 47. lobten Gott, und hatten Gunst bei dem ganzen Volke. Der Herr aber that täglich solche, die selig wurden, hinzu zu der Gemeinde. Das III. Capitel. 1. Petrus heilt einen Lahmgebornen, und 2. hält eine Nede an das Volk. Petrus aber und Johannes giengen mit einander hinauf in den Tempel zur Stunde des Gebetes, der neunten. 2. Und ein Mann, der lahm war von Mutterleibe, ward herbeige tragen, den sie täglich hinsegten an die Thüre des Tempels, die man die schöne nennt, um ein Almosen zu bitten von denen, die in den Tempel hineingiengen. 3. Als derselbe den Petrus und Johannes sab, die in den Tempel hineingeben wollten, bat er sie um ein Almosen. 4. Aber Petrus blickte ihn an samt Johannes, und sprach: Siehe uns an! 5. Er aber achtete auf sie, in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen. 6. Da sprach Petrus: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und wandle! 7. Und er ergriff ihn bei der rechten Hand, und richtete ihn auf. Und alsobald wurden seine Fußsohlen und seine Knöchel fest, voll Erstaunen. II. 12. Als Petrus das sah, hob er an zu dem Volke: Jhr israeliti: schen Männer, was verwundert ihr euch darüber, oder was blicket ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit ge= macht, daß dieser wandelt? 13. Der Gott Abrahams, und Isaaks, und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Sohn Jefum verherrlicht, den ihr überliefert, und verläugnet habet vor dem Angesichte des Pilatus, da derselbe urtheilte, ihn ledig zu lassen. 14. Jhr aber habet den Heiligen und Gerechten verläugnet, und begehrt, daß euch ein Mörder gez schenkt werde. 15. Den Fürsten des Lebens aber habet ibr getödtet, welchen Gott von den Todten auferweckt hat, dessen wir Zeugen sind. 16. Und wegen des Glaubens an seinen Namen hat diesen hier, den ihr sehet und kennet, sein Name gestärkt, und der Glaube durch ihn hat ihm diese volle Gesundheit gegeben vor euch allen. 17. Und nun, ihr Brüder, weiß ich, daß ihr in Unwissenheit Cap. 3. 4. der heiligen Apostel. 181 gehandelt habet, so wie auch euere| Christen; 3. ihre brüderliche Gemeinschaft. Obern. 18. Gott aber hat, was er durch den Mund aller seiner Propheten vorher verkündigt, daß nämlich Christus leiden müsse, also erfüllet. 19. So thut nun Buße, bekehret euch, daß euere Sünden getilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesichte des kündigten. Herren kommen, und 20. und er den euch vorherbestimmten Jesum Christum sende; 21. welchen indeß der Himmel aufnehmen muß bis auf die Zei ten der Herstellung aller Dinge, wovon Gott geredet hat durch den Mund aller seiner heiligen Propheten, von der Welt an. 22. Denn Moses sprach zu den Vätern: ,, Einen Propheten wird euch der Herr euer Gott erwecken aus euern Brüdern, gleich mir; auf den sollet ihr hören in allem, was er zu euch reden wird. 23. Und es wird geschehen, jede Seele, welche nicht hören wird auf diesen Propheten, die wird vertilgt werden aus dem Volke." 24. Ja auch alle Propheten, von Samuel an und den folgenden, so viel ihrer geredet haben, die haben auch diese Tage vorber verkündigt. 25. Jhr seid die Söhne der Propheten, und des Bundes, den Gott aufrichtete mit unsern Vätern, da er zu Abraham sprach:„ Und in deinem Samen werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde." 26. Euch zum ersten hat Gott, da er seinen Sohn Jesum auferweckte, denselben gesandt, euch zu segnen, indem sich ein Jeder von seiner Bosheit befehre. Indem sie aber zum Volke redeten, traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann des Tempels, und die Sadducäer, 2. die es verdroß, daß sie das Volk lehrten, und in Jesu die Auferstehung von den Todten ver3. Und sie legten Hand an sie, und setzten sie ins Gefängniß bis auf den morgenden Tag, denn es war bereits Abend. 4. Viele aber von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig. Und es ward die Zahl der Männer bei fünftausend. 5. Es geschah aber auf den folgenden Tag, daß ihre Obern und Ueltesten und Schriftgelehrten sich zu Jerusalem versammelten; 6. und Annas, der oberste Priester, und Cajaphas, und Johannes, und Alexander, und alle die aus hohenpriesterlichem Geschlechte waren. Das IV. Capitel. 1. Petrus und Johannes vor dem jüdischen Rathe. 2. Gebet der ersten 7. Und sie stellten dieselben in ihre Mitte und fragten sie: Aus welcher Macht, oder in welchem Namen habet ihr dieses gethan? 8. Da sprach Petrus, erfüllt mit heiligem Geiste, zu ihnen: Jhr Obern des Volkes, und ihr Aeltesten Israels! 9. Wenn wir heute verhört werden wegen der Wohlthat an einem franken Menschen, durch wen ihm sei geholfen worden; 10. so sei fund euch allen und dem ganzen Volke Israel, daß in dem Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gefreuzigt, den Gott auferweckt hat von den Todten, durch denselben dieser gesund vor euch stehet. 11. Dieser ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, ver Die Geschichten 182 schmähet worden, der zum Eckstein geworden ist. 12. Und es ist in keinem Andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir sollen felig werden. 13. Als fie aber die Freimüthigfeit des Petrus und Johannes sahen, und erfuhren, daß sie ungelehrte und gemeine Leute waren, verwunderten sie sich, und erkannten dieselben, daß sie mit Jesu gewesen waren. 14. Da sie aber den Menschen bei ihnen stehen sahen, der geheilt worden, konnten sie nichts dagegen sagen. 15. Da hießen sie dieselben aus dem Rathe abtreten, und berath- Warum tobeten die Heiden, und schlagten sich mit einander, die Völker sannen auf vergebliche Dinge? 16. und sprachen: Was wollen wir diesen Menschen thun? Denn daß ein kundbares Zeichen durch sie geschehen ist, das ist Allen, die zu Jerusalem wohnen, offenbar, und wir können es nicht läugnen. 17. Aber damit es nicht weiter verbreitet werde unter das Volk, so wollen wir ihnen ernstlich drohen, daß sie hinfort auf diesen Namen mit keinem Menschen reden. 26. Die Könige der Erde traten zusammen, und die Fürsten versammelten sich mit einander wider den Herren und wider seinen Ge salbten." 27. Denn es versammelten sich in Wahrheit wider deinen heiligen Sohn Jesum, welchen du gesalbet hast, Herodes und Pontius Pilatus, mit den Heiden und dem Bolke Israel; 28. zu thun, was deine Hand und dein Rath zuvor beschlossen hatte, daß es geschehen sollte. 29. Und nun, Herr, siehe an 19. Petrus aber und Johannes ihre Drohungen, und verleihe deiantworteten ihnen, und sprachen: nen Knechten, mit aller FreimüOb es recht sei vor Gott, euch thigkeit dein Wort zu reden; mehr zu gehorchen, als Gott, urtheilet ſelbst. 30. indem du deine Hand ausstreckest zur Heilung, und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Sohnes Jesu. 18. Und sie ließen dieselben rufen, und geboten ihnen, durchaus nicht mehr zu reden noch zu lehren auf den Namen Jesu. 20. Denn es ist uns unmöglich, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden. Cap. 4. Volkes, denn Alle priesen Gott über das, was geschehen war; 22. denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an welchem dieses Zeichen der Heilung geschehen war. II. 23. Als sie aber ledig gelafsen waren, kamen sie zu den Jhrigen und verkündigten alles, was die Hohenpriester und die Aeltesten zu ihnen gesagt hatten. 24. Sie aber, da sie es hörten, erhoben einmüthig ihre Stimme zu Gott, und sprachen: Herr, du bist der Gott, der den Himmel, und die Erde, und das Meer, und Alles, was darin ist, gemachet hat; 25. der du durch den Mund Davids, deines Knechtes, gesprochen: 21. Sie aber droheten ihnen noch weiter und ließen sie dann ledig, weil sie nicht fanden, wie sie die selben strafen fönnten, wegen des 31. Und als sie gebetet hatten, wurde der Ort erschüttert, an dem sie versammelt waren, und Alle wurden mit dem heiligen Geiste Cap. 4. 5. der heiligen Apostel. 183 erfüllt, und redeten das Wort| es verkauft, war es nicht in deiGottes mit Freimüthigkeit. ner Gewalt? Warum beschlossest III. 32. Die Menge der Gläu- du denn in deinem Herzen diese bigen aber war Ein Herz und That? Du hast nicht Menschen Eine Seele; und auch nicht Ei- gelogen, sondern Gott. ner sagte, daß etwas von seinen Gütern ihm eigen wäre; sondern es war ihnen Alles gemeinsam. 33. Und mit großer Kraft gaben die Apostel das Zeugniß von der Auferstehung des Herrn Jesu; und große Gnade war auf ihnen allen. 34. Denn auch kein Dürftiger war unter ihnen; denn die, welche Besiger von Neckern oder Häusern waren, verkauften sie, und brachten den Erlös des Verkauften, 35. und legten ihn zu den Füßen der Apostel; und man theilte einem Jeden aus, je nachdem einer nöthig hatte. 36. Und Joses, von den Aposteln zugenannt Barnabas, das ist verdollmetscht, Sohn des Trostes, ein Levit aus Cypern gebürtig, 37. da er einen Acker hatte, verkaufte er ihn, und brachte das Geld, und legte es zu den Füßen der Apostel. 5. Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied. Und es kam große Furcht über Alle, die dieses hörten. 6. Es standen aber die Jüngeren auf, rüsteten ihn zum Begräbnisse, und trugen ihn hinaus und begruben ihn. 7. Und es begab sich, nach einer Weile von ungefähr drei Stunden, da kam sein Weib herein, nicht wissend, was geschehen war. 8. Da hob Petrus zu ihr an: Sage mir, habet ihr das Gut so theuer verkauft? Sie sprach: Ja, so theuer. Das V. Capitel. 1. Ananias und Sapphira. 2. Wunder der Apostel. 3. Abermalige Gefangennehmung und Befreiung derfelben. 4. Gamaliels Rath. Ein Mann aber, mit Namen Ananias, samt Sapphira, seinem Weibe, verkaufte ein Gut, 2. und entwendete von dem Erlöse, mit Wissen auch seines Weibes, und brachte einen Theil, und legte ihn zu den Füßen der Apostel. 3. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, den heiligen Geist zu belügen, und von dem Erlös des Gutes zu entwenden? 9. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr Eins geworden, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begruben, sind vor der Thüre, und werden dich hinaus tragen. 10. Und sie fiel alsbald zu seinen Füßen nieder und verschied: und als die Jünglinge herein tamen, fanden sie dieselbe todt, und trugen sie hinaus, und begruben sie zu ihrem Manne. 11. Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde, und über Alle, die solches hörten. II. 12. Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volke, und sie waren Alle einmüthig beisammen in der Halle Salomons. 13. Von den Uebrigen aber wagte Keiner sich zu ihnen zu gesellen; aber das Volk hielt sie hoch, 14. und immer mehrere wurden hinzu gethan, die an den Herrn glaubten, eine Menge Männer 4. Konntest du es nicht als dein Eigenthum behalten? Und da du und Weiber, 184 Die Geschichten Cap. 5. was doch das werden wollte? 15. so daß man die Kranken auf hörten, standen sie ihrethalben an, die Gassen hinaus trug, und sie auf Betten und Bahren legte, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen derselben überschattete. 25. Da kam Einer und verfündigte ihnen: Siehe, die Männer, welche ihr ins Gefängniß geseßt, die stehen im Tempel, und lehren das Volk. 16. Es kam aber auch die Menge der umliegenden Städte gen Je- 26. Da gieng der Hauptmann rusalem zusammen, und brachten hin mit den Dienern, und führte Kranke, und von unreinen Geifie herbei, nicht mit Gewalt, denn stern Geplagte, welche alle gehei sie fürchteten das Volk, daß sie nicht gesteiniget würden. let wurden. III. 17. Es erhob sich aber der oberste Priester und Alle, die mit ihm waren, nämlich die Sekte der Sadducäer, und wurden voll Eifers, 27. Und sie brachten dieselben, und stellten sie vor den Rath, und der oberste Priester fragte sie, 28. und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, nicht zu lehren auf diesen Namen? und siehe, ihr habet Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre, und wollet das Blut dieses Menschen auf uns bringen. 18. und legten ihre Hände an die Apostel, und fegten sie in öffentlichen Gewahrsam. 19. Aber der Engel des Herren öffnete in der Nacht die Thüren des Gefängnisses, führte sie heraus und sprach: 20. Gehet hin, und stellet euch, und redet im Tempel zum Volke alle Worte dieses Lebens. 21. Als sie dieses hörten, giengen sie frühe in den Tempel und lehreten. Es kam aber der oberste Priester, und die mit ihm waren, und riefen den Rath und alle Aeltesten der Kinder Israel zu sammen, und sandten in das Gefängniß, daß man sie brächte. 22. Als aber die Diener hinkamen, fanden sie dieselben nicht im Gefängnisse; da kehrten sie zurück und verkündeten es und sprachen: 23. Das Gefängniß zwar fanden wir verschlossen mit aller Sicherheit, und die Wächter vor den Thüren stehen; als wir aber öffneten, fanden wir Niemanden darin. 24. Als aber der oberste Priester und der Hauptmann des Tempels, und die Hohenpriester diese Worte 29. Es antwortete aber Petrus und die Apostel und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen. 30. Der Gott unsrer Bäter hat Jesum auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und umgebracht habet. 31. Diesen hat Gott als einen Führer und Heiland durch seine Rechte erhöhet, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu verleihen. 32. Und wir sind seine Zeugen von diesen Dingen; und auch der heilige Geist, den Gott denen, die ihm gehorchen, gegeben hat. 33. Sie aber, als sie solches hörten, ergrimmeten und rathschlagten, sie zu tödten. IV. 34. Es stand aber im Rathe ein Pharisäer auf, mit Namen Gamaliel, ein Geseglehrer, angesehen beim ganzen Volke, und befahl, die Apostel ein wenig abtreten zu lassen; 35. und sprach dann zu ihnen: Cap. 5. 6. der heiligen Apostel. 185 Ihr Ifraelitischen Männer, sebet der täglichen Hülfeleistung übereuch vor mit diesen Menschen, sehen würden. was ihr thun wollet. 36. Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf, der sich für etwas Großes ausgab, und dem eine Anzahl Männer, bei vierhunderten, anhieng; der ward erschlagen, und Alle, die ihm folgten, zerstreuten sich und wurden zu nichte. 37. Nach diesem stand Judas, der Galiläer, auf, in den Tagen der Schaßung, und zog viel Volk zum Abfall nach sich; und auch der kam um, und Alle, die ihm folgten, wurden zerstreuet. 38. Und jest sage ich euch: Stehet ab von diesen Menschen, und lasset sie! Denn, ist dieser Rath oder dieses Werk von Menschen, so wird es zerstört werden: 39. Ist es aber von Gott, so vermöget ihr es nicht zu zerstören. Daß ihr nicht etwa gar als solche erfunden werdet, die wider Gott streiten. 40. Und sie folgten ihm; und fie riefen die Apostel herbei, und gaben ihnen Streiche, und verboten ihnen, in dem Namen Jesu zu reden, und ließen sie ledig. 2. Da beriefen die Zwölfe die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht geziemend, daß wir das Wort Gottes verlassen und Tischen dienen. 3. Darum, ihr Brüder, sehet euch um nach sieben Männern aus euch, von gutem Zeugnisse, voll heiligen Geistes und Weisheit; die wollen wir zu diesem Bedürfniß bestellen, 4. wir aber wollen im Gebete und im Dienste des Wortes verharren. 5. Und die Rede gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geisles, und Philippus, und Prochorus, und Nicanor, und Timon, und Parmenas, und Nicolaus, einen Judengenossen aus Antiochien. 6. Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. 7. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger mehrte sich zu Jerusalem sehr, und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam. II. 8. Stephanus aber, voll Glaubens und Kraft, that Wunder und große Zeichen unter dem Bolte. 41. Diese aber giengen voll Freuden von dem Rathe hinweg, dar um daß sie gewürdigt worden, für seinen Namen Schmach zu leiden. 42. Und alle Tage, im Tempel und in den Häusern, hörten sie nicht auf, zu lehren und das Evangelium von Jesu Christo zu predigen. Das VI. Capitel. 1. Erwählung von sieben Almosenpflegern. 2. Anklage der Juden wider Stephanus. 9. Es standen aber Etliche aus der sogenannten Synagoge der Libertiner, und Cyrenäer, und Alexandriner, und derer von Cilicien und Asien, auf, und stritten mit Stephanus. 10. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, womit er redete. 11. Da stifteten sie Männer auf, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte reden gehört wider Moses Aber in denselben Tagen, als die Jünger sich mehrten, entstand ein Murren der Griechischen gegen die Hebräer, daß ihre Witwen bei und Gott. 186 Die Geschichten Cap. 6. 7. 12. Und sie bewegten das Volk in einem fremden Lande, und man und die Aeltesten, und die Schriftgelehrten, und traten hinzu, rissen ihn fort, und führten ihn vor den Rath. wird ihn dienstbar machen, und übel behandeln, vierhundert Jahre. 13. Und sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Lästerworte zu reden wider diese heilige Stätte und das Gesez. 7. Und das Volk, dem sie die nen werden, will ich richten, sprach Gott; und darnach werden sie ausziehen, und mir dienen an diesem Orte." 8. Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und also zeugte 14. Denn wir haben ihn sagen er den Isaak, und beschnitt ihn gehört: Dieser Jesus von Naza- am achten Tage, und Isaak den reth wird diese Stätte zerstören, Jakob, und Jakob die zwölf und die Gebräuche ändern, die uns Moses überliefert hat. 15. Und da Alle, die im Rathe saßen, auf ihn blickten, sahen fie sein Angesicht wie das Ungeficht eines Engels. 5. Und er gab ihm kein Besigthum darin, auch nicht einen Fuß breit, und verhieß ihm dasselbe zum Eigenthum zu geben und seinem Samen nach ihm, obwohl er kein Kind hatte. Stammväter. 9. Und die Stammväter waren neidisch auf Joseph und verkauf ten ihn nach Aegypten; und Gott war mit ihm, Das VII. Capitel. 1. Rede des Stephanus. 2. Sein Tod. Da sprach der oberste Priester: Verhält sich dieses also? 2. Er aber sprach: Ihr Männer, Brüder und Väter, höret! Der Gott der Herrlichkeit erschien unsere Bäter fanden keine Speise. 11. Es kam aber ein Hunger über das ganze Land Aegypten und Canaan, und große Trübsal, und unserm Vater Abraham, da er in Mesopotamien war, bevor er in Charran wohnte, 12. Als aber Jakob hörte, daß Korn in Aegypten sei, sandte er unsere Väter hin das erste Mal. 3. und sprach zu ihm: ,, Gehe aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft, und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde." 13. Und im zweiten Male gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und es wurde dem Pharao das Geschlecht Josephs kund. 4. Da gieng er aus dem Lande der Chaldäer, und wohnete in Charran. Und von da, nach dem Tode seines Vaters, führte er ihn herüber in dieses Land, welches ihr jetzt bewohnet. 14. Da sandte Joseph hin, und berief seinen Vater Jakob zu sich und seine ganze Verwandtschaft mit fünf und siebenzig Seelen. 15. Da zog Jakob hinab nach Aegypten, und starb, er und unsre Väter. 16. Und sie wurden herübers gebracht nach Sichem, und in das Grab gelegt, das Abraham um Geld von den Söhnen Hemors, Sichems Vater, gekauft hatte. 17. Als aber die Zeit der Verheißung nahete, die Gott dem 6. Es redete aber Gott also: Sein Same wird Fremdling sein 10. und errettete ihn aus allen seinen Trübsalen, und gab ihm Gnade und Weisheit vor Pharao, dem Könige von Aegypten; und er septe ihn zum Fürsten über Aegypten, und über sein ganzes Haus. Cap. 7. der heiligen Apostel. 187 Abraham geschworen hatte, wuchs Rede, und ward ein Fremdling das Volk, und mehrete sich in Aegypten, im Lande Madian, wo er zwei Söhne zeugete. 18. bis daß ein anderer König 30. Und als vierzig Jahre erfüllet aufstand, der Joseph nicht kannte. waren, erschien ihm in der Wüste 19. Dieser handelte arglistig ge- des Berges Sina der Engel des gen unser Geschlecht, und behan- Herrn in der Feuerflamme des delte unsere Väter übel, so daß| Busches. sie ihre Kinder aussegen mußten, 31. Da das Moses sah, verdamit sie nicht beim Leben blieben. wunderte er sich über das Gesicht. 20. In dieser Zeit ward Moses Als er aber hinzu trat, es zu geboren, und er war schön vor betrachten, ergieng die Stimme Gott, und ward drei Monate in des Herrn an ihn: seines Vaters Hause ernährt. 21. Als er aber ausgesetzt worden, hob ihn die Tochter Pharaos auf, und erzog ihn sich selbst zum Sohne. 32. Ich bin der Gott deiner Bäter, der Gott Abrahams, und der Gott Jsaaks, und der Gott Ja=kobs. Moses aber zitterte, und wagte nicht hineinzuschauen. 33. Da sprach der Herr zu ihm: Weisheit der Aegypter unterrich- Löse die Schuhe von deinen Füßen; tet, und war mächtig in Worten und Thaten. 22. Und Moses ward in aller denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land. 34. Ich habe wohl gesehen die Drangsal meines Volkes, das in Aegypten ist, und habe ihr Seufzen gehört, und bin herabgestiegen, sie zu erretten. Und nun komm, ich will dich nach Aegypten senden. 23. Als er aber vierzig Jahre alt ward, stieg der Gedanke in ihm auf, seine Brüder, die Kinder Israels, zu besuchen. 24. Und da er Einen sah Unrecht leiden, stand er ihm bei, und schaffte Recht dem Unterdrückten, indem er den Aegypter erschlug. 25. Er meinte aber, seine Brüder würden es verstehen, daß Gott durch seine Hand ihnen Heil gebe; sie aber verstanden es nicht. 26. Und am folgenden Tage kam er dazu, da sie mit einander haderten, und ermahnte sie zum Frieden, sprechend: Ihr Männer seid Brüder; warum thut ihr einander Unrecht? 27. Der aber, welcher seinem Nächsten Unrecht that, stieß ihn weg und sprach: Wer hat dich zum Obern und Richter über uns geſept? 28. Willst du mich tödten, so wie du gestern den Aegypter ge= tödtet haft? 29. Da entfloh Moses auf diese 35. Diesen Moses, den sie verläugneten und sprachen: Wer hat dich zum Obern und Richter gesept? diesen sandte Gott als Obern und Erlöser durch den Engel, der ihm erschien im Busche. 36. Dieser führte sie heraus, indem er Wunder und Zeichen that im Lande Aegypten und am rothen Meer, und in der Wüste, vierzig Jahre. 37. Dieses ist der Moses, der zu den Kindern Israel sprach: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euern Brüdern erwecken, gleich mir; den sollet ihr hören. 38. Dieser ist es, der in der Gemeinde in der Wüste war mit dem Engel, der zu ihm redete 188 auf dem Berge Sina, und mit unfern Vätern; der lebendige Aussprüche empfieng, sie uns zu geben; 39. dem unsre Väter nicht wollten gehorsam sein, sondern ihn von sich stießen, und sich mit ihren Herzen nach Aegypten wandten, 40. indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns her ziehen sollen; denn dieser Moses, der uns aus Alegyptenland geführt, wir wissen nicht, was ihm widerfahren ist. 41. Und sie machten ein Kalb Cap. 7. 48. Allein der Höchste wohnet nicht in Tempeln von Händen gemacht, wie der Prophet sagt: 49. Der Himmel ist mein Thron, und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollet ihr mir bauen? spricht der Herr, oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? 50. Hat nicht meine Hand die ses alles gemachet?" 51. Ihr Hartnäckigen und Unbeschnittenen am Herzen und den Ohren! ihr widerstrebet allezeit in denselben Tagen, und brachten dem heiligen Geiste; wie eure dem Gößen ein Opfer, und freu- Väter, so auch ihr. ten sich an den Werken ihrer Hände. 42. Da wandte Gott sich ab, und gab sie dahin, daß sie dieneten dem Heere des Himmels; wie geschrieben steht im Buche der Propheten: Habet ihr mir Brandopfer und Schlachtopfer dargebracht die vierzig Jahre in der Wüste, Haus Israel? 52. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolget? Und fie tödteten die, welche vorher verkündigten von dem Kommen des Gerechten, dessen Verräther und Todtschläger ihr nun gewor den seid; 53. ihr, die ihr das Gesetz durch der Engel Dienst empfienget, und es nicht beobachtet habet. Die Geschichten 43. Und ihr habet die Hütte des Moloch und daß Gestirn euers Gottes Remphan umhergetragen, die Bilder, die ihr gemachet, sie anzubeten. Und ich werde euch hinwegführen über Babylon hinaus." 44. Die Hütte des Zeugnisses war mit unsern Vätern in der Wüste, wie der, der zu Moses redete, befahl sie zu machen nach dem Vorbilde, das er gesehen batte. 45. Diese brachten auch unsre Väter, wie sie dieselbe empfangen, in das Land, mit Josua, bei der Besignahme der Heiden, welche Gott vertrieb vor dem Angesicht unserer Väter, bis auf die Tage Davids; 46. welcher Gnade fand vor Gott, und bat, eine Wohnung zu finden für den Gott Jakobs. 47. Salomon aber erbaute ihm ein Haus. II. 54. Als sie aber dieses hörten, ergrimmeten sie in ihren Herzen, und knirschten mit den Zähnen über ihn. 55. Er aber, voll des heiligen Geistes, blickte gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehend zur Rechten Gottes, 56. und sprach: Siehe, ich sehe die Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. 57. Sie aber schrien mit lauter Stimme, hielten ihreOhren zu, und stürmten einmüthig auf ihn los, 58. und stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider nieder zu den Füßen eines Jünglings, mit Namen Saulus, 59. und steinigten denStephanus, welcher anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Cap. 7. 8. der heiligen Apostel. 189 60. Und nachdem er niederge-| staunen, indem er sich für etwas fniet, rief er mit lauter Stimme: Großes ausgab. Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und nachdem er dieses gesprochen, entschlief er. 10. Auf ihn achteten Alle, vom Kleinen bis zum Großen, und sprachen: Dieser ist die große Kraft Gottes! 11. Sie achteten aber auf ihn, weil er sie so lange Zeit durch seine Zaubereien in Erstaunen gesegt hatte. Das VIII. Capitel. 1. Verfolgung der Christengemeinde durch Saulus. 2. Philippus zu Samaria. 3. Simon, der Zauberer. 4. Der Kämmerer aus Mohrenland. Saulus aber hatte Wohlgefallen an seinem Tode. Und es kam an demselben Tage eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem, und Alle zerstreuten sich in die Gegenden von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. 2. Es begruben aber den Stephanus gottesfürchtige Männer, und stellten eine große Trauer an um ihn. 3. Saulus aber verderbte die Gemeinde, drang in die Häuser ein, schleppte Männer und Weiber fort, und überlieferte sie ins Gefängniß. II. 4. Die nun, so sich zerstreut hatten, zogen umher, und predigten das Wort des Evangeliums. 5. Philippus aber kam hinab in eine Stadt Samaria's, und verfündigte ihnen Christum. 6. Und das Volk achtete einmüthig auf das, was Philippus sagte, da sie hörten und sahen die Zeichen, welche er that. 7. Denn aus vielen von unreinen Geistern Besessenen fuhren diese aus mit großem Geschrei; es wurden aber auch viele Schlagflüssige und Lahme geheilt. 8. Und es ward eine große Freude in jener Stadt. 12. Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium predigte vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi, ließen Männer und Weiber sich taufen. 13. Aber Simon glaubte auch selbst, und ließ sich taufen und hielt sich stets zu Philippus; und da er Zeichen und große Thaten geschehen sah, erstaunte er. 14. Als aber die Apostel zu Jerusalem hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie zu ihnen den Petrus und Johannes. 15. Diese kamen hinab und beteten für sie, daß sie den heiligen Geist empfiengen. III. 9. Ein Mann aber mit Namen Simon trieb vorher in der Stadt Zauberei, und segte das Volk von Samaria in Er16. Denn er war noch auf keinen von ihnen gekommen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesu. 17. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfiengen den heiligen Geist. 18. 213 aber Simon sah, daß durch die Auflegung der Hände der Apostel der heilige Geist gegeben ward, brachte er ihnen Geld und sagte: 19. Gebet auch mir diese Macht, daß, wem ich die Hände auflege, der den heiligen Geist empfange. 20. Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld sei samt dir verdammt, weil du gemeint haft, die Gabe Gottes durch Geld zu erkaufen. 21. Du hast weder Theil noch Gemeinschaft an diesem Worte, 190 Die Geschichten Cap. 8. denn dein Herz ist nicht aufrichtig| die er las, war diese:„ Wie ein vor Gott. Schaf ward er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so thut er seinen Mund nicht auf. 33. In seiner Erniedrigung ist sein Gericht hinweggenommen worden. Wer wird aber sein Geschlecht erzählen? Denn hinweggenommen wird sein Leben von der Erde." 34. Der Kämmerer aber hob zu Philippus an und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet solches? von sich selbst, oder von einem Andern? 35. Da that Philippus seinen Mund auf, und hob an von dieser Schriftstelle, und verkündigte ihm das Evangelium von Jesu. 36. Als sie aber die Straße fort zogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer spricht: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert, daß ich getauft werde? 37. Da sprach Philippus: Wenn du glaubest von ganzem Herzen, so mag es geschehen. Er antwortete und sprach: Jch glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist. 38. Und er hieß den Wagen still balten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. 22. Darum thue Buße von die ser deiner Bosheit, und bitte Gott, ob dir die Tücke deines Herzens möge vergeben werden. 23. Denn ich sehe, daß du voll bitterer Galle, und in Ungerechtigkeit verstrickt bist. 24. Da antwortete Simon, und sprach: Betet ihr für mich zum Herrn, daß nichts über mich komme von dem, was ihr gesagt habet. 25. Sie nun, nachdem sie das Wort des Herrn bezeuget und gelehrt hatten, kehrten nach Jerufalem zurück, und predigten vielen Flecken der Samariter das Evangelium. IV. 26. Der Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf, und gehe gegen Mittag auf die Straße, die hinabführt von Jerusalem nach Gaza, die da wüste ist. 27. Und er stand auf und zog hin; und siehe, ein Aethiopier, ein Kämmerer und Gewaltiger Candace's, der Königinn der Aethiopier, welcher über ihren ganzen Schap gesetzt war, der war gekommen, um zu Jerusalem anzubeten, 28. und kehrte nun zurück, und saß auf seinem Wagen, und las den Propheten Jesajas. 29. Da sprach der Geist zu Philippus: Gehe hinzu, und halte dich zu diesem Wagen. 30. Da lief Philippus hinzu, und hörte ihn den Propheten Jesajas lesen, und er sprach: Verstehest du auch, was du liefest? 31. Er aber sprach: Wie sollte ich das können, wenn Niemand mich anleitet? Und er bat den Philippus, daß er aufsteigen, und sich zu ihm segen möchte. 32. Die Stelle der Schrift aber, wwwn 39. Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, riß der Geist des Herrn den Philippns hinweg, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr, denn er zog seine Straße freudig. 40. Philippus aber ward zu Azot gefunden, und er zog umher und predigte das Evangelium in allen Städten, bis er kam gen Cäsarea. Das IX. Capitel. 1. Bekehrung des Saulus. 2. Petrus heilt den Aeneas, und 3. erweckt Tabitha von den Todten. Cap. 9. der heiligen Apostel. 191 Saulus aber schnaubte noch 11. Der Herr sprach zu ihm: Drohung und Todtschlag wider die Jünger des Herrn, und gieng Steh auf, und gehe in die Gasſe, die man die gerade nennt, und frage im Hause des Judas nach zum obersten Priester, 2. und begehrte von ihm Briefe nach Damascus an die Versamm lungen; damit er, wen er von der Lehre fände, Männer und Einem Namens Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet, 12. und hat in einem Gesichte einen Mann gesehen, Namens Ananias, der herein kam und ihm die Hand auflegte, daß er wieder sehe. Weiber, gebunden gen Jerusalem führte. 13. Da antwortete Ananias: Herr, ich habe von Bielen gehört von diesem Manne, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt. 14. Und hier hat er Macht von den Hohenpriestern, Alle, die deinen Namen anrufen, zu binden. 15. Aber der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels. 16. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden soll. 3. Indem er aber reisete, begab es sich, daß er der Stadt Damas cus nahete, und plößlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel. 4. Und da er zur Erde fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul, Saul, was verfolgest du mich? 5. Er sprach: Wer bist du, Herr? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer sein, wider auszuschlagen. den Stachel 6. Da sprach er mit 3ittern und Schrecken: Herr, was willst du, daß ich thue? Und der Herr antwortete ihm: Steh auf, und gehe hinein in die Stadt, und es wird dir gesagt werden, was du thun sollst. 7. Die Männer aber, die mit ihm reiseten, standen bestürzt, indem sie zwar die Stimme hörten, aber Niemand sahen. 8. Da stand Saulus von der Erde auf, aber obgleich seine Augen geöffnet waren, sab er Niemand; da leiteten sie ihn nun an der Hand, und führten ihn hinein gen Damascus. 9. Und er konnte drei Tage lang nicht sehen, und aß nicht und trank nicht. 10. Es war aber ein Jünger zu Damascus, mit Namen Ananias, zu diesem sprach der Herr in einem Gesichte: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! 17. Da gieng Ananias hin, und kam in das Haus, und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen auf der Straße, die du her kamst, damit du wieder sehest, und erfüllt werdest mit heiligem Geiste. 18. Und sogleich fielen von seinen Augen wie Schuppen, und er sab alsobald wieder, und stand auf und ließ sich taufen, 19. und nahm Speise und stärkte sich. Er war aber bei den Jüngern zu Damascus etliche Tage. 20. Und alsobald predigte er in den Versammlungen Jefum, daß dieser der Sohn Gottes sei. 21. Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, und sprachen: Ist es nicht dieser, der zu Jerusalem die vertilgte, die diesen Namen 192 anrufen, und der dazu hieher gekommen war, daß er dieselben gebunden zu den Hohenpriestern führte? Die Geschichten 22. Saulus aber ward noch mehr gekräftigt, und verwirrte die Juden, die zu Damascus wohnten, indem er bewies, daß dieser der Christus sei. 23. Als aber viele Tage vergiengen, rathschlagten die Juden mit einander, ihn zu tödten. 24. Es ward aber dem Saulus ihr Anschlag kund. Und sie be wachten die Thore Tag und Nacht, damit sie ihn tödteten. 25. Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht, und ließen ihn über die Mauer hinab in einem Korbe. 26. Als aber Saulus nach Jerusalem gekommen, versuchte er es sich zu den Jüngern zu gesellen; aber Alle fürchteten ihn, weil sie nicht glaubten, daß er ein Jünger sei. 27. Barnabas aber nahm ihn und führte ihn zu den Aposteln, und erzählte ihnen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen, und daß derselbe zu ihm geredet, und wie er zu Damascus frei offenbar in dem Namen Jesu gelehrt habe. 28. Und er gieng mit ihnen aus und ein zu Jerusalem, 29. und lehrte freimüthig in dem Namen des Herrn Jesu. Er redete auch und stritt mit den Griechischen; sie aber suchten ihn zu tödten. 30. Da das die Brüder erfuhren, führten sie ihn hinab gen Cäsarea, und sandten ihn hinweg gen Tarsus. 31. Also hatten nun die Gemeinden durch ganz Judäa und Gali läa und Samaria Frieden, und wurden erbauet, und wandelten in der Furcht des Herrn, und wurden mit dem Troste des heiligen Geistes erfüllt. Cap. 9. II. 32. Es begab sich aber, daß Petrus, als er überall umher zog, auch hinab kam zu den Heiligen, die zu Lydda wohnten. 33. Er fand aber daselbst einen Mann, mit Namen Aeneas, der seit acht Jahren zu Bette lag, weil er vom Schlage getroffen war. 34. Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas! Jesus Christus macht dich gesund! Steh auf, und mache dir selbst dein Bette! Und alsobald stand er auf. 35. Und es sahen ihn Alle, die zu Lydda und Saron wohnten, und bekehrten sich zum Herrn. III. 36. Zu Joppe aber war eine Jüngerinn, mit Namen Tabitha, welches auf Griechisch Dorcas heißt; diese war voll guter Werke und Almosen, die sie übte. 37. Und es begab sich in denselben Tagen, daß sie frank ward und starb; und sie wuschen sie, und legten sie in ein Obergemach. 38. Weil aber Lydda nahe bei Joppe ist, und die Jünger gehört hatten, daß Petrus daselbst sei, so fandten sie zwei Männer zu ihm, und báten ihn, daß er nicht säumen möchte, zu ihnen zu fommen. 39. Da stand Petrus auf und gieng mit ihnen. Und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach, und es traten zu ihm alle Witwen, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche Dorcas gemacht hatte, da sie noch bei ihnen war. 40. Da bieß Petrus Alle hinausgehen, und kniete nieder und betete; dann wandte er sich zu der Leiche und sprach: Tabitha, steh auf! Sie aber öffnete ihre Augen und sah den Petrus, und septe sich auf. 41. Und er reichte ihr die Hand und richtete sie auf. Und er rief Cap. 9. 10. der heiligen Apostel. 193 um die sechste Stunde. die Heiligen und die Witwen, und| Petrus auf das Dach, zu beten, stellte sie ihnen lebend dar. 42. Und es ward fund durch ganz Joppe, und Viele glaubten an den Herren. 43. Es geschah aber, daß er viele Tage in Joppe blieb bei Simon, einem Gerber. Das X. Capitel. Die Bekehrung des Hauptmanns Cornelius. Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Cornelius, ein Hauptmann der Kriegsschaar, die man die Italische nennt; 2. fromm und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause, der viele Almosen an dem Volke übte, und ohne Unterlaß zu Gott betete. 3. Der sah in einem Gesichte deutlich, um die neunte Stunde des Tages, einen Engel Gottes zu sich herein kommen, der zu ihm sprach: Cornelius! 4. Er aber sah ihn an, erschraf und sprach: Was ist es, Herr? Er sprach zu ihm: Deine Gebete und dein Almosen sind zum Gedächtniß vor Gott aufgestiegen. 5. Und nun sende Männer gen Joppe, und laß den Eimon, der genannt wird Petrus, holen! 6. Derselbe ist zur Herberge bei Simon, einem Gerber, dessen Haus am Meere liegt; der wird dir sagen, was du thun sollst. 10. Da ward er hungrig, und verlangte zu essen. Indem man aber etwas zubereitete, kam über ihn eine Entzückung. 11. Und er sieht den Himmel geöffnet, und zu sich herab kommen ein Gefäß wie ein großes Tuch, an vier Enden gebunden, und auf die Erde niedergelassen. 12. Darin waren allerlei vierfüßige Thiere der Erde, und wilde, und kriechende Thiere, und Vögel des Himmels. 13. Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus! schlachte und iß! 14. Petrus aber sprach: Nicht doch, Herr! denn nie habe ich irgend etwas Gemeines oder Unreines gegessen. 15. Und eine Stimme sprach wiederum zum andern Mal zu ihm: Was Gott gereiniget hat, das halte du nicht für gemein. 16. Dieses geschah zum dritten Mal, und das Tuch ward wieder in den Himmel hinaufgenommen. 17. Als aber Petrus bei sich selbst im Zweifel stand, was wohl die Erfcheinung bedeutete, die er gesehen; siehe, da standen die Männer, die von Cornelius abgesandt waren, und das Haus Simons erfragt hatten, im Vorhofe, 18. und riefen und erkundigten sich, ob Simon, mit dem Zunamen 7. Als nun der Engel, der mit Petrus, hier zur Herberge sei. Cornelius geredet, hinweg gegan- 19. Indem nun Petrus über gen, rief er zwei seiner Haus- das Gesicht nachdachte, sprach knechte und einen gottesfürchtigen zu ihm der Geist: Siehe, drei Kriegsknecht von denen, die stets um ihn waren, Männer suchen dich. 8. und erzählte ihnen Alles, und sandte sie gen Joppe. 9. Des folgenden Tages aber, als jene auf dem Wege waren, 20. Darum steh auf, steige hinab, und ziehe mit ihnen ohne Bedenken, denn ich habe sie gesandt. 21. Da stieg Petrus hinab zu den Männern, die von Cornelius und der Stadt naheten, stieg zu ihm gesandt waren, und sprach: 13 194 Die Geschichten 01 Cap. 10. Siehe, ich bin der, den ihr suchet.| ein Mann vor mir in glänzendem Was ist die Ursache, warum ihr Kleide, hier seid? 31. und sprach: Cornelius! dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist vor Gott gedacht worden. 22. Sie sprachen: Cornelius, der Hauptmann, ein rechtschaffener und gottesfürchtiger Mann, der ein gutes Zeugniß hat von dem ganzen Volke der Juden, hat von einem heiligen Engel den Befehl empfangen, dich in sein Haus holen zu lassen, und deine Reden zu hören. 32. Darum sende nach Joppe, und laß Simon, der genannt wird Petrus, holen; derselbe ist zur Herberge in Simons, eines Gerbers, Haus am Meere, der wird, wann er fommt, zu dir reden. 33. Da schickte ich zur Stunde 23. Da rief er sie herein, und zu dir, und du hast wohl gethan, beherbergte fie. Des folgenden daß du gekommen bist. Und nun Tages aber zog er mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe giengen mit ihm. sind wir alle vor Gott hier zu gegen, zu hören alles, was dir von Gott aufgetragen ist. 34. Da that Petrus seinen Mund auf und sprach: In Wahrheit erfahre ich nun, daß Gott die Person nicht ansieht, 35. sondern in allem Volk, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übet, der ist ihm angenehm. 36. Das ist das Wort, welches er den Kindern Israels gesendet, da er Frieden verfündigen ließ durch Jesum Christum, dieser i Aller Herr. 37. 3hr wisset die Sache, die geschehen ist durch das ganze jüdische Land, und anfieng in Gali laa, nach der Taufe, welche JeHannes predigte; 38. von Jesus von Nazareth, wie ihn Gott gesalbet mit heili gem Geiste und Kraft, der umber zog, indem er Gutes that, und heilete Alle, die vom Teufel über wältigt waren; denn Gott wat mit ihm. 39. Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im jüdischen Lande und zu Jerusalem gethan; und sie haben ihn ans Holz gehängt und getödtet. 40. Diesen hat Gott auserwedt am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden. 24. Und des andern Tages kamen fie nach Cäsarea. Cornelius aber wartete auf sie, und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammen berufen. 25. Als es nun geschah, daß Petrus hinein fam, gieng ihm Cornelius entgegen, und fiel ihm zu Füßen und betete an. 26. Petrus aber richtete ibn auf und sprach: Stehe auf! Auch ich bin ein Mensch. 27. Und indem er sich mit ihm unterredete, gieng er hinein, und fand Biele verfammelt. 28. Und sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es einem jüdischen Manne nicht erlaubt ist, mit einem Ausländer umzugehen, oder sich ihm zu naben; aber mir hat Gott gezeigt, daß ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. 29. Darum bin ich auch ohne Widerrede gekommen, da ich her gerufen ward. Und nun frage ich, aus welcher Ursache ihr mich hieher gerufen habet? 30. Und Cornelius sprach: Es find jegt vier Tage bis zu dieser Stunde, daß ich fastete, und um die neunte Stunde betete in mei nem Hause. Und siehe, da stand Cap. 10. 11. der heiligen Apostel. 195 41. nicht allem Volke, sondern hinein gegangen, und hast mit den von Gott vorher verordneten ihnen gegessen. Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung von denTodten. 42. Und er gebot uns, dem Volke zu verkündigen und zu bezeugen, daß er sei der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Todten. 4. Da hob Petrus an und erzählte ihnen alles der Reihe nach und sprach: 43. Diesem geben alle Propheten Zeugniß, daß durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfangen werde ein Jeder, der an ihn glaubt. 44. Als Petrus noch diese Worte redete, kam der heilige Geist auf Alle, die das Wort hörten. 45. Und es erstaunten die Gläubigen aus der Beschneidung, so viel ihrer mit Petrus gekommen waren, daß die Gabe des heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen worden. 46. Denn sie hörten dieselben in Bungen reden, und Gott hoch preisen. 47. Da hob Petrus an: Mag auch Jemand das Wasser verwehten, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie wir? 48. Und er befabl, daß sie getauft würden im Namen des Herren. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben. Das XI. Capitel. 1. Vertheidigungsrede des Petrus wegen Aufnahme der Heiden. 2. Die ersten Christen zu Antiochia. 3. Agabus. Es hörten aber die Apostel und die Brüder, die im jüdischen Lande waren, daß auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hätten. 2. Und als Petrus gen Jerusalem hinauf kam, machten die von der Beschneidung ihm Vorwürfe, und sprachen: 3. Du bist zu Unbeschnittenen 5. Ich war in der Stadt Joppe und betete; da sah ich in der Entzückung ein Gesicht, ein Gefäß herabkommen, wie ein großes Tuch, an vier Enden herniedergelassen vom Himmel, und es kam bis zu mir. 6. Als ich nun in dasselbe blickte und es betrachtete, sah ich vierfüßige Thiere der Erde, und wilde Thiere, und kriechende, und Vögel des Himmels. 7. Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Steh auf, Petrus, schlachte und iß! 8. Ich sprach aber: Nicht doch, Herr! denn etwas Gemeines oder Unreines ist nie in meinen Mund gekommen. 9. Aber eine Stimme antwortete mir zum zweiten Mal vom Himmel: Was Gott gereiniget hat, das halte du nicht für gemein! 10. Solches geschab zum dritten Mal; und Alles ward wieder hinaufgezogen in den Himmel. 11. Und siebe, zur Stunde standen drei Männer vor dem Hause, worin ich war, die von Cäsarea zu mir gesendet waren. 12. Und der Geist hieß mich mit ihnen ziehen ohne Bedenken. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir giengen hinein in das Haus des Mannes. 13. Und er berichtete uns, wie er den Engel gesehen in seinem Hause stehen, der zu ihm sagte: Sende Männer gen Joppe, und laß Simon, der genannt wird Petrus, holen; 14. der wird Worte zu dir reden, durch welche du wirst selig werden, du und dein ganzes Haus. 13* 196 Die Geschichten Cap. 11. 12. 15. Indem ich aber anfieng zu und Glaubens; und es ward viel reden, kam der heilige Geist auf Volk dem Herren hinzugethan. 4 fie, wie auch auf uns im Anfange. 16. Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte; Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit heiligem Geiste getauft 25. Es zog aber Barnabas nach Tarsus, den Saulus aufzusuchen, und als er ihn gefunden, brachte er ihn gen Antiochia. werden. 26. Und es begab sich, daß sie ein ganzes Jahr zusammen kamen in der Gemeinde, und viel Voll lehrten, und daß zuerst in Antiochia die Jünger Christen genannt wurden. 17. So nun Gott ihnen die gleiche Gabe verlieh, wie auch uns, die an den Herrn Jesum Christum gläubig geworden sind, wer war ich denn, daß ich hätte Gott wehren können? III. 27. In denselben Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem hinab gen Antiochia. 18. Als sie dieses hörten, be ruhigten sie sich, und priesen Gott sprechend: So hat denn auch den Heiden Gott die Buße gegeben zum Leben. 28. Und es trat einer aus ihnen auf, mit Namen Agabus, und zeigte durch den Geist einen gro ßen Hunger an, der über den ganzen Erdkreis kommen werde; welcher auch entstand, unter dem Kaiser Claudius. II. 19. Diejenigen nun, die sich zerstreut hatten von der Verfolgung, welche des Stephanus wegen entstanden war, zogen bis 29. Da beschlossen die Jünger, nach Phönicien und Cypern und je nachdem ein Jeder Vermögen Antiochia, indem sie zu Nieman- hatte, zur Hülföleistung zu senden dem das Wort redeten, als allein den Brüdern, die im jüdischen zu den Juden. Lande wohnten. 20. Es waren aber Etliche aus ihnen, Cyprier und Cyrenäer, die, als sie gen Antiochia kamen, zu den Griechen redeten, und ihnen das Evangelium von dem Herrn Jesu predigten. 30. Das thaten sie auch, und sandten es an die Weltesten durch die Hand des Barnabas und Saulus. 21. Und es war die Hand des Herren mit ihnen, und eine große Zahl glaubte, und bekehrte sich zum Herren. 22. Es kam aber das Gerücht von ihnen zu den Ohren der Gemeinde in Jerusalem, und sie sandten den Barnabas ab, daß er gen Antiochia hingehe. 23. Und als er ankam und die Gnade Gottes sah, ward er erfreut, und ermahnte Alle, mit festem Vorsage des Herzens bei dem Herrn zu verharren. 24. Denn er war ein trefflicher mann, und voll heiligen Geistes Das XII. Capitel. 1. Hinrichtung des Jacobus. 2. Ge fangennehmung des Petrus und seine Errettung. 3. Herodes Tod. Um dieselbe Zeit legte der König Herodes Hand an, um Etliche aus der Gemeinde zu verfolgen. 2. Und er tödtete den Jacobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte. II. 3. Und als er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und nahm auch den Petrus gefangen. ( Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote.) 4. Und als er ihn ergriffen, legte er ihn in das Gefängniß und über Cap. 12. der heiligen Apostel. 197 gab ihn viermal vier Kriegsknech-| der Mutter des Johannes, mit ten zur Bewachung, Willens, ihn dem Zunamen Marcus, wo Viele nach dem Ueberschritte vor das versammelt waren und beteten. Volk zu führen. 5. So ward Petrus nun in dem Gefängnisse verwahrt; es geschah aber inbrünstiges Gebet von der Gemeinde für ihn zu Gott. 6. Als aber Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in der selben Nacht zwischen zwei Kriegsknechten, mit zwei Ketten gebunden; und Wächter vor der Thüre verwahrten das Gefängniß. 7. Und siehe, der Engel des Herren stand da, und ein Licht glänzte in dem Gemache. Er schlug aber den Petrus an die Seite, und weckte ihn, und sprach: Steh eilend auf! Und die Ketten fielen ihm ab von den Händen. 16. Petrus aber fuhr fort zu klopfen; und als sie aufthaten, sahen sie ihn, und erstaunten. 17. Er winfte ihnen aber mit der Hand, zu schweigen, und er8. Und der Engel sprach zu ihm: zählte ihnen, wie der Herr ihn Gürte dich, und ziehe deine Schuhe aus dem Gefängnisse geführt habe. an! Da that er also. Und er Er sprach aber: Verkündiget diespricht zu ihm: Wirf deinen Man- ses dem Jacobus und den Brüdern. tel um, und folge mir! 9. Und er gieng hinaus, und einen andern Ort. folgte ihm, und wußte nicht, daß es Wahrheit war, was durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen. 10. Als sie aber durch die erste und zweite Wache hindurch gegangen waren, kamen sie zu dem eisernen Thore, welches nach der Stadt führt, und dieses that sich ihnen von selbst auf. Und sie traten heraus, und giengen eine Gasse vorwärts, und alsobald schied der Engel von ihm. 11. Und Petrus kam zu sich selbst, und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt, und mich errettet hat aus der Hand des Herodes, und von aller Erwartung des Volkes der Juden. 12. Und als er sich besonnen, gieng er zum Hause der Maria, 13. Als aber Petrus an die Thüre des Vorhofes anklopfte, kam eine Magd herbei, Bescheid zu geben, mit Namen Rhode. 14. Und da sie die Stimme des Petrus erkannte, that sie vor Freuden den Vorhof nicht auf, sondern lief hinein und verkündete, Petrus stehe vor dem Vorhofe. 15. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist nicht bei Sinnen. Aber sie bestand darauf, es wäre also. Da sprachen sie: Es ist sein Engel. Und er gieng hinweg und zog an 18. Als es nun Tag geworden, war eine nicht geringe Bestürzung unter den Kriegsknechten, was doch mit Petrus geschehen sei? 19. Herodes aber, als er ihn forderte und nicht fand, verhörte die Hüter, und hieß sie hinführen. Und er gieng aus dem jüdischen Lande nach Cäsarea hinab, und hielt sich daselbst auf. III. 20. Er war aber erbittert gegen die von Tyrus und Sidon. Da kamen sie einmüthig zu ihm, und gewannen den Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land von dem des Königs sich ernährte. 21. Aber an einem bestimmten Tage zog Herodes ein königliches Kleid an, und setzte sich auf den Thron, und hielt eine Rede an fie. 22. Das Volk aber rief ihm zu: 198 Die Geschichten Cap. 12. 13. Das ist eines Gottes Stimme,| Insel bis nach Paphos durchzogen, und nicht eines Menschen. 23. Alsobald aber schlug ihn der Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gegeben hatte; und von Würmern gefressen gab er den Geist auf. fanden sie einen jüdischen Zauberer und falschen Propheten, Namens Bar- Jesus, 24. Das Wort Gottes aber wuchs und mehrete sich. 25. Barnabas aber und Saulus kehrten zurück von Jerusalem, nachdem sie die Hülföleistung vollbracht hatten, und nahmen auch den Johannes, mit dem Zunamen Marcus, mit sich. Das XIII. Capitel. 1. Erste Reise des Paulus unter die Heiden. 2. Der Zauberer Elymas. 3. Rede des Paulus zu Antiochia in Pisidien. 4. Aufstand der Juden wider ihn und Barnabas. Es waren aber zu Antiochia in der Gemeinde daselbst etliche Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas, und Simeon, genannt Riger, und Lucius von Cyrene, und Manahen, der mit dem Bierfürsten Herodes auferzogen war, und Saulus. 2. Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werke, zu welchem ich sie berufen habe. 3. Da fasteten und beteten sie, und legten ihnen die Hände auf und entließen sie. 4. Diese nun, ausgesandt vom heiligen Geiste, zogen hinab gen Seleucia, und schifften von dannen nach Cypern. 5. Und als sie gen Salamis kamen, verkündigten sie das Wort Gottes in den Versammlungen der Juden. Sie hatten aber auch den Johannes zum Diener. II. 6. Und als sie die ganze 7. welcher bei dem Statthalter Sergius Paulus war, einem verständigen Manne. Dieser berief den Barnabas und Saulus, und begehrte das Wort Gottes zu hören. 8. Aber es widersetzte sich ihnen Elymas, der Zauberer( denn so wird sein Name verdolmetscht), und suchte den Statthalter von dem Glauben abzuwenden. 9. Saulus aber, der auch Paulus heißt, erfüllt mit heiligem Geiste, blickte ihn an und sprach: 10. O du, aller List und aller Schalkheit voll, Kind des Teufels, Feind aller Gerechtigkeit, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herren zu verkehren? 11. Und nun siehe, die Hand des Herren kommt über dich, und du wirst blind sein und die Sonne nicht sehen eine Zeit lang. Alsobald aber fiel Dunkel und Finsterniß auf ihn, und er gieng umher und suchte Handleiter. 12. Da nun der Statthalter sah, was geschehen war, ward er gläubig und erstaunte über die Lehre des Herren. III. 13. Paulus aber und seine Gefährten fuhren von Paphos ab, und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes aber trennte sich von ihnen, und kehrte gen Jerusalem zurück. 14. Sie aber zogen weiter von Perge, und kamen gen Antiochia in Pisidien, und giengen in die Versammlung am Sabbathtag, und segten sich. 15. Und nach Vorlesung des Gesetzes und der Propheten ließen die Obersten der Versammlung ihnen sagen: Ihr Brüder, habet Cap. 13. der beiligen Apostel. 199 ihr ein Wort der Ermahnung an| und die unter euch Gott fürchten, das Volk, so redet! an euch ist das Wort dieses Heils gesendet. 16. Da stand Paulus auf, und winkte mit der Hand, und sprach: Jhr israelitischen Männer, und die ihr Gott fürchtet, höret mir zu! 17. Der Gott dieses Volkes Js rael erwählte unsere Väter und erhöhete das Volk, da sie Fremdlinge waren in Aegyptenland, und mit hohem Arme führte er sie hinaus aus demselben. 18. Und er trug sie bei vierzig Jahren in der Wüste; 19. und vertilgte sieben Völker im Lande Canaan, und gab ihnen das Land derselben zum Eigenthum. 20. Und nach diesem gab er ihnen bei vierhundert und fünfzig Jahren Richter, bis auf Samuel, den Propheten. 21. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre lang. 22. Und nachdem er denselben entsegt, erweckte er ihnen den David zum Könige, dem er auch Zeugniß gab, sprechend:„ Ich babe David gefunden, den Sohn Jeffe, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen thun wird." 23. Aus dessen Samen hat nun Gott, nach der Verheißung, Israel zum Heiland Jesum erweckt, 27. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obern haben diesen nicht erkannt, und auch die Stimmen der Propheten, die an jedem Sabbath gelesen werden, durch ihr Urtheil erfüllet. 28. Und obgleich sie keine Schuld des Todes fanden, begehrten fie doch von Pilatus, daß er getödtet werde. 29. Und nachdem sie Alles vollendet, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holze herab, und legten ihn in ein Grab. 30. Gott aber hat ihn auferweckt von den Todten. 31. Derselbe erschien mehrere Tage hindurch denen, die mit ihm aus Galiläa gen Jerusalem hin aufgezogen waren, welche nun seine Zeugen sind an das Volk. 32. Und wir verkündigen euch das Evangelium der an die Väter geschehenen Verbeißung, daß Gott dieselbe uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem er Jesum auferweckte. 24. nachdem Johannes vor dessen Auftritt die Taufe der Buße allem Volke Israel gepredigt hatte. 25. Als aber Johannes den Lauf vollendete, sprach er: Wer meinet ihr, daß ich sei? Ich bin es nicht; sondern siehe, es fommt Einer nach mir, dem ich nicht werth bin, den Schuh seiner Füße zu lösen. 26. Ihr Männer und Brüder, Söhne des Geschlechtes Abrahams, 33. Wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: ,, Du bist mein Sohn, heut habe ich dich gezeuget." 34. Daß er ihn aber von den Todten auferweckte, so daß er nicht mehr zurückkehren sollte zur Verwesung, hat er also gesprochen: Ich will euch die dem David sicher verheißene Gnade geben." 35. Darum spricht er auch an einem andern Orte: Du wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe." >> 36. Denn David, nachdem er zu seiner Zeit dem Rathschlusse Gottes gedienet, ist entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden, und hat die Verwesung gesehen. 37. Der aber, den Gott aufer 200 Die Geschichten d Cap. 13. 14. weckte, hat die Verwesung nicht| 47. Denn also hat uns der Herr gesehen. geboten:„ Ich habe dich zum Lichte der Heiden geseht, daß du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde." in 48. Als die Heiden dieses hörten, wurden sie froh, und priesen das Wort des Herrn, und es glaubten, so viel threr verordnet waren zum ewigen Leben. 49. Es verbreitete sich aber das Wort des Herren durch das ganze Land. 50. Die Juden aber reizten die andächtigen und angesehenen Weiber auf, und die Vornehmsten der Stadt, und erregten eine Verfolgung wider Paulus und Barnabas, und vertrieben sie aus ihren Grenzen. 38. So sei euch nun kund, ihr Männer und Brüder, daß durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; 39. und von Allem, wovon ihr nicht konntet in dem Gesetze Moses gerecht gesprochen werden, wird in diesem ein Jeder, der glaubt, gerecht gesprochen. 40. So sehet nun zu, daß nicht über euch komme, was gesagt ist in den Propheten: 41. Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch, und werdet zu nichte; denn ich thue ein Werk, in euern Tagen, ein Werk, welches ihr nicht glauben werdet, wenn es euch Jemand erzählet." 42. Als sie aber aus der Versammlung giengen, baten sie, daß auf den nächsten Sabbath ihnen diese Worte möchten geprediget werden. 20170 51. Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen über sie, und kamen gen Jconium. 52. Die Jünger aber wurden mit Freude und heiligem Geiste erfüllet. Das XIV. Capitel. 43. Nachdem aber die Versammlung aus einander gegangen war, folgten viele der Juden und an- 1. Verrichtungen und Schicksale des dächtigen Judengenossen dem Pau- Paulus und Barnabas zu Iconium; lus und Barnabas nach, welche 2. zu Lystra; 3. ihre Rückkehr nach zu ihnen redeten, und sie ermahnAntiochia. ten, in der Gnade Gottes zu verharren. IV. 44. Und am folgenden Sabbath versammelte sich fast die ganze Stadt, das Wort Gottes zu hören. 45. Als aber die Juden die Menge sahen, wurden sie mit Ei- 2. Die ungläubigen Juden aber fersucht erfüllt, und widersprachen erregten und erbitterten die Gemüdem von Paulus Gesagten, wider- ther der Heiden wider die Brüder. sprachen und lästerten. 3. Doch hatten fie lange Zeit 46. Da sprachen Paulus und ihren Aufenthalt daselbst, und Barnabas frei offenbar: Euch lehrten unerschrocken im Herrn, mußte das Wort Gottes zuerst geprediget werden; da ihr es aber von euch stoßet und euch selbst nicht würdig achtet des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden. Es geschah aber zu Jconium, daß sie mit einander in die Versammlung der Juden giengen, und also redeten, daß eine große Menge von Juden und Griechen gläubig wurden. der Zeugniß gab dem Worte' seiner Gnade, und ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände. 4. Aber die Menge der Stadt theilte sich, und die Einen waren Cap. 14. der heiligen Apostel. 201 mit den Juden, die Andern aber zu dem lebendigen Gott, der den mit den Aposteln. 5. Als sich aber ein Sturm erhob von den Heiden und Juden, samt ihren Obern, sie zu mißhandeln und zu steinigen, 6. und sie dessen inne wurden, entflohen sie in die Städte Lycao niens, Lystra und Derbe, und in die umliegende Landschaft; 7. und daselbst predigten sie das Evangelium. II. 8. Und zu Lystra saß ein Mann, unvermögend an den Füßen, Lahm von Mutterleib an, der niemals gewandelt hatte. 9. Dieser hörte Paulus reden, und als derselbe ihn anblickte und sah, daß er Glauben hatte, ihm könne geholfen werden, 10. sprach er mit lauter Stimme: Stehe auf deine Füße aufrecht!| ten, er wäre gestorben. Und er sprang auf und wandelte. 11. Das Volk aber, als es sah, was Paulus gethan, erhoben fie ihre Stimme, und sprachen auf Lycaonisch: Die Götter sind in Menschengestalt zu uns herabgetommen. 12. Und sie nannten den Barnabas Jupiter, den Paulus aber Mercur, darum weil er das Wort führte. 13. Der Priester des Jupiter aber, dessen Tempel vor ihrer Stadt war, brachte Ochsen und Kränze an die Thore, und wollte samt dem Volke opfern. 14. Als aber die Apostel, Barnabas und Paulus, das hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen heraus unter das Volk, und schrien und sprachen: 15. Jhr Männer, warum thut ihr dieses? Auch wir sind Menschen, gleichen Anfechtungen wie ihr unterworfen, und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch von diesen eiteln Dingen bekehret Himmel und die Erde gemachet hat, und das Meer, und alles, was darin ist; 16. der in den vergangenen Zeiten alle Heiden hat ihre Wege wandeln lassen; 17. wiewohl er sich selbst nicht unbezeuget ließ, sondern Gutes that, indem er vom Himmel herab uns Regen gab und fruchtbare Zeiten, und mit Speise und Freude unsre Herzen erfüllte. 18. Und durch diese Reden konnten sie das Volk kaum beruhigen, daß sie ihnen nicht opferten. 19. Es famen aber aus Antiochia und Iconium Juden an, die überredeten das Volk und steinigten den Paulus, und schleppten ihn hinaus vor die Stadt, da sie mein20. Als ihn aber die Jünger umringten, stand er auf, und gieng hinein in die Stadt. Und des folgenden Tages zog er mit Barnabas fort nach Derbe. III. 21. Und nachdem sie dieser Stadt das Evangelium gepredigt, und Viele zu Jüngern gemacht, kehrten sie wieder zurück gen Lystra und Iconium und Antiochia, 22. stärkten die Seelen der Jünger, und ermahnten sie, im Glauben zu verbarren, und daß wir durch viele Trübsale eingehen müssen in das Reich Gottes. 23. Nachdem sie aber ihnen Aelteste erwählt hatten in jeder Gemeinde, empfahlen sie dieselben unter Gebet und Fasten dem Herrn, an welchen sie gläubig geworden. 24. Und sie durchzogen Pisidien, und kamen nach Pamphylien: 25. und nachdem sie zu Perge das Wort gepredigt, zogen sie hinab gen Attalia. 26. Und von da schifften sie nach 202 Die Geschichtened Cap. 14. 15. Antiochia, von wo aus sie der sprachen: Man muß sie beschneiGnade Gottes waren empfohlen den, und ihnen gebieten, das Geworden zu dem Werke, das sie sep Moses zu halten. vollbracht hatten. 6. Da kamen die Apostel und die Aeltesten zusammen, über diese 27. Als sie aber dort angekommen waren, und die Gemeinde Sache zu erkennen. versammelt hatten, erzählten sie, 7. Als sich nun viel Streit erhob, wie große Dinge Gott mit ihnen stand Petrus auf und sprach zu gethan, und daß er den Heiden ihnen: Ihr Männer und Brüder, die Thüre des Glaubens geöffnet ihr wisset, daß Gott lange vor habe. diesen Tagen unter uns mich er28: Sie hatten aber nicht gewählt hat, daß durch meinen Mund ringe Zeit ihren Aufenthalt da- die Heiden das Wort des Evangeselbst bei den Jüngern. Das XV. Capitel. 1. Apostolische Versammlung zu Jerusalem wegen Beschneidung der Heiden- Christen. 2. Schreiben derselben an die Christen zu Antiochia. 3. Paulus und Barnabas trennen sich. Und Etliche kamen herab aus dem jüdischen Lande und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauche Moses beschneiden lasset, so könnet ihr nicht selig werden. 2. Da sich nun Zwiespalt erhob, und Paulus und Barnabas nicht geringen Streit mit ihnen hatten, verordneten sie, daß Paulus und Barnabas, und etliche Andere aus ihnen, zu den Aposteln und Aeltesten gen Jerusalem hinauf ziehen sollten, dieser Streitfrage wegen. 3. Diese nun, von der Gemeinde geleitet, durchzogen Phönicien und Samaria, und erzählten die Bekehrung der Heiden, und machten große Freude allen Brüdern. 4. Als sie aber gen Jerusalem gekommen, wurden sie von der Gemeinde und den Aposteln und den Aeltesten empfangen, und verkündigten, wie große Dinge Gott mit ihnen gethan habe. 5. Es standen aber Etliche auf von der Sekte der Pharisäer, welche gläubig geworden, und liums hören und glauben sollten. 8. Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugniß, indem er ihnen den heiligen Geist gab, gleichwie auch uns. 9. Und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. 10. Warum versuchet ihr nun Gott, ein Joch auf den Nacken der Jünger zu legen, welches weder unsere Väter noch wir tragen mochten? 11. Sondern durch die Gnade des Herrn Jesu Christi glauben wir selig zu werden, auf die Weise, wie auch jene. 12. Es schwieg aber die ganze Menge, und hörte dem Barnabas und Paulus zu, welche erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott unter den Heiden durch sie gethan. 13. Nachdem sie aber geschwie gen, hob Jacobus an und sprach: Ihr Männer und Brüder, höret mich! 14. Simon hat erzählt, wie Gott zuerst gnädig angesehen aus den Heiden ein Volk anzunehmen für seinen Namen. 15. Und damit stimmen überein die Worte der Propheten, wie geschrieben steht: 16. ,, Darnach will ich mich wie Cap. 15. D der zurück wenden und wieder auf bauen die zerfallene Hütte Davids, und das Zerstörte an ihr will ich wieder bauen, und sie wieder aufrichten, der heiligen Apostel. 17. auf daß die übrigen der Menschen den Herrn suchen, und alle Völker, über welche mein Name angerufen worden, spricht der Herr, der dieß alles thut." 18. Gott sind von Ewigkeit her alle seine Werke bekannt. 19. Darum urtheile ich, man soll denen aus den Heiden, die sich zu Gott befehren, keine Beschwerde machen; 20. sondern ihnen schreiben, daß sie sich enthalten von den Befleckungen der Gögen, und der Unzucht, und dem Erstickten, und dem Blute. 21. Denn Moses hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Versammlungen an jedem Sabbath vorgelesen wird. II. 22. Da gefiel es den Aposteln und den Aeltesten, samt der ganzen Gemeinde, Männer aus sich zu erwählen, und mit Paulus und Barnabas gen Antiochia zu schicken, nämlich den Judas, mit dem Zunamen Barsabas, und den Silas, angesehene Männer unter den Brüdern. 203 25. So hat uns, die wir einmüthig versammelt waren, ge= fallen, Männer auszuwählen, und zu euch zu senden mit unsern Geliebten Barnabas und Paulus, 26. Männern, die ihr Leben preisgegeben haben für den Namen unsers Herrn Jesu Christi. 27. Wir haben also den Judas und Silas gesandt, welche auch selbst euch mündlich eben dasselbe verkündigen sollen. 23. Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: Die Apostel und die Aeltesten und die Brüder wünschen Heil den Brüdern zu Antiochia und in Syrien und in Cilicien, die aus den Heiden sind. 28. Es hat nämlich dem heiligen Geiste und uns gefallen, euch keine weitere Beschwerde aufzulegen, außer diesen nothwendigen Stücken: 29. Daß ihr euch enthaltet der Gögenopfer, und des Blutes, und des Erstickten, und der Unzucht; wenn ihr vor diesen Dingen euch in Acht nehmet, so werdet ihr wohl thun. Lebet wohl! 30. Nachdem nun diese entlasſen worden, kamen sie gen Antiochia und versammelten die Menge, und übergaben das Schreiben. 31. Und da sie dasselbe gelesen, freuten sie sich des Trostes. 32. Judas aber und Silas, die auch selbst Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vieler Rede, und stärkten sie. 33. Und nachdem sie einige Zeit daselbst zugebracht, wurden sie mit Frieden von den Brüdern zu den Aposteln entlassen. 34. Es gefiel aber dem Silas, daselbst zu bleiben. III. 35. Paulus aber und Barnabas hielten sich zu Antiochia auf, und lehrten und predigten mit noch vielen Andern das Wort des 24. Da wir gehört, daß Etliche, die von uns ausgegangen, durch Herrn. Reden euch verwirrt und eure Seelen beunruhigt haben, indem sie sagten; man müsse sich beschneiden lassen und das Geseß halten; denen wir es nicht befohlen hatten: 36. Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Laß uns wieder umkehren, und unsere Brüder in allen den Städten, in welchen wir das Wort des Herrn 204 Die Geschichten Cap. 15. 16. verkündigt haben, besuchen, wie| im Glauben gestärkt, und mehrten es um sie stehe. sich an der Zahl täglich. 6. Als sie aber Phrygien und die Landschaft Galatien durchzogen, ward ihnen vom heiligen Geiste gewehrt, das Wort in Asien zu predigen. 37. Da rieth Barnabas, den Johannes, der genannt wird Marcus, mitzunehmen. 38 Paulus aber hielt für billig, den, der von ihnen gewichen aus Pamphylien, und nicht mit ihnen gezogen zu dem Werke, diesen nicht mitzunehmen. 7. Und sie kamen in Mysien, und versuchten nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. 39. Da entstand ein starker Eifer, so daß sie sich von einander trenn ten, und Barnabas den Marcus zu sich nahm, und nach Cypern fchiffte. 8. Da reiseten sie bei Mysien vorbei, und kamen hinab gen Troas. II. 9. Und es erschien dem Paulus in der Nacht ein Gesicht: Ein 40. Paulus aber wählte den Si- macedonischer Mann stand vor las, und zog aus, von den Brü- ihm, und bat ihn, sprechend: dern der Gnade Gottes empfohlen. Komm herüber nach Macedonien, 41. Er durchzog aber Syrien und hilf uns. und Cilicien und stärkte die Gemeinden. 10. Als er diese Erscheinung gesehen hatte, suchten wir alsobald nach Macedonien zu ziehen, da wir daraus schlossen, daß uns der Herr berufen habe, ihnen das Evangelium zu predigen. 11. Wir fuhren nun von Troas ab, und kamen geraden Laufes gen Samothrace, und des folgenden Tages gen Neapolis; 12. und von da gen Philippi, welches die erste Stadt des Theiles von Macedonien ist, eine Pflanzstadt. Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf. 13. Und am Sabbathtage giengen wir hinaus vor die Stadt, an den Fluß, wo man das Gebet zu halten pflegte, und seßten uns, und redeten zu den Weibern, die da zusammen gekommen waren. III. 14. Und ein Weib, mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerinn aus der Stadt Thyatira, die Gott verehrte, hörte zu; und der Herr that ihr Herz auf, daß sie Acht hatte auf das, was von Paulus geredet ward. Das XVI. Capitel. donien. 1. Paulus nimmt den Timotheus mit sich. 2. Pauli Reise nach MaceBekehrung der Lydia und 4. des Kerfermeisters zu Philippi. Er kam aber nach Derbe und Lystra, und siehe, ein Jünger war daselbst, mit Namen Timotheus, der Sohn eines jüdischen Weibes, die gläubig war, aber eines griechischen Vaters. 2. Der hatte ein gutes Zeugniß von den Brüdern zu Lystra und Iconium. 3. Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn, und ließ ihn beschneiden der Juden wegen, die an jenen Orten waren, denn sie wußten alle von seinem Vater, daß er ein Grieche war. 4. Indem sie aber die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen zur Befolgung die Verordnungen, welche von den Aposteln und von den Neltesten zu Jerusalem waren beschlossen worden. 5. Die Gemeinden nun wurden 15. Als sie aber getauft worden war samt ihrem Hause, bat sie, Cap. 16. und sprach: So ihr urtheilet, daß ich gläubig sei dem Herrn, so tommet in mein Haus, und bleibet daselbst. Und sie nöthigte uns. IV. 16. Es begab sich aber, als wir zum Gebete giengen, daß uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagergeist hatte, und ihren Herren großen Gewinn verschaffte durch Wahrsagen. der heiligen Apostel. 17. Diese folgte dem Paulus und uns nach, und rief: Diese Männer find Diener des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen. 18. Und solches that sie viele Tage. Paulus aber, den dieses verdroß, wandte sich um, und sprach zu dem Geiste: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus zu derselben Stunde. 19. Als aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Gewinnes ausgegangen war, ergriffen sie den Paulus und den Silas, und schleppten sie auf den Markt vor die Obern, 20. und führten sie den Hauptleuten zu, und sprachen: Diese Männer, die Juden sind, verwirren unsre Stadt, 21. und verkündigen Gebräuche, welche uns nicht erlaubt ist anzunehmen, noch auszuüben, da wir Römer sind. 22. Und das Volk stand zumal wider sie auf; und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab, und befahlen sie mit Ruthen zu schlagen. 23. Und nachdem sie ihnen viele Streiche gegeben, warfen ste die selben ins Gefängniß, und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren. 205 25. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und es hörten fie die Gefangenen. 24. Dieser, als er solchen Befehl erhalten, warf sie in das innere Gefängniß, und schloß ihre Füße in den Stock. 26. Plöglich aber entstand ein großes Erdbeben, so daß die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und alsobald öffneten sich alle Thüren, und die Bande Aller wurden los. 27. Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlafe, und ale er die Thüren des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert, und wollte sich tödten, weil er meinte, die Gefangenen wären entflohen. 28. Aber Paulus rief mit lauter Stimme, und sprach: Thue dir kein Leid, denn wir sind alle hier! 29. Da forderte er ein Licht, sprang hinein, und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder. 30. Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herrn, was muß ich thun, daß ich selig werde? 31. Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig werden. 32. Und fie redeten zu ihm das Wort des Herren, und zu Allen, die in seinem Hause waren. 33. Und er nahm sie in derselben Stunde der Nacht zu sich und wusch sie von den Streichen, und wurde alsobald getauft, er und die Seinigen. 34. Und er führte sie in sein Haus, segte ihnen ein Mahl vor, und frohlockte, daß er mit seinem ganzen Hause an Gott gläubig geworden. 35. Als es aber Tag geworden, sandten die Hauptleute die Gerichtsdiener und sagten: Laß jene Männer ledig! 36. Da verkündigte der Kerkermeister dem Paulus diese Worte: 206 Die Geschichten Cap. 16. 17. Die Hauptleute haben gefandt,| 5. Aber die ungläubigen Juden daß man euch ledig lasse. So gehet nun heraus und ziehet in Frieden! wurden voll Neides und nahmen etliche boshafte Männer aus dem Pöbel zu sich, rotteten sich zusammen, und machten einen Aufruhr in der Stadt, und sie drangen auf das Haus Jasons ein, und suchten dieselben, um sie vor das Volk zu führen. 6. Als sie aber dieselben nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Obern der Stadt, und schrien: Diese, die den Erdkreis aufrührisch gemacht haben, sind auch hieher gekommen. 7. Die hat Jason aufgenommen, und sie alle handeln wider die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein Anderer sei König, nämlich Jesus. 8. Sie segten aber das Volk und die Obern der Stadt, die solches hörten, in Unruhe. 9. Und nachdem ihnen Jason und die Uebrigen Bürgschaft geleistet, ließen sie dieselben ledig. II. 10. Die Brüder aber schick ten alsobald in der Nacht den Paulus und den Silas gen Beroe; welche, als sie dort angekommen, in die Versammlung der Juden giengen. 11. Diese aber waren edler, als die zu Thessalonich, indem sie das Wort mit aller Bereitwilligkeit aufnahmen, und täglich die Schrif ten erforschten, ob dieses sich also verhalte. 12. Viele nun aus ihnen glaubten, auch von den angesehenen griechischen Weibern und Männern nicht wenige. 13. Uls aberdie Fuden_von Thessalonich erfuhren, daß auch zu Beroe das Wort Gottes von Paulus verkündigt ward, kamen sie auch dahin und bewegten das Volk. 37. Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns, die wir Römer sind, öffentlich unverhört geschlagen und ins Gefängniß geworfen, und jetzt schicken sie uns heimlich fort? Nicht also; sondern sie mögen selbst kommen, und uns heraus führen. 38. Da verkündigten die Gerichtsdiener diese Worte den Hauptleuten; und sie fürchteten sich, als sie hörten, daß sie Römer seien; 39. und sie kamen und redeten ihnen zu, und führten sie heraus, und baten sie, aus der Stadt zu ziehen. a 40. Als sie aber aus dem Gefängnisse heraus gegangen waren, giengen sie zu der Lydia; und als sie die Brüder sahen, ermahnten sie dieselben, und zogen hinweg. Das XVII. Capitel. 1. Paulus zu Thessalonich; 2. zu Beroe; 3. zu Athen. Nachdem sie nun durch Ampbipolis und Apollonia gereiset, kamen sie gen Thessalonich, wo eine Bersammlung der Juden war. 2. Paulus aber gieng nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein, und unterredete sich drei Sabbathe mit ihnen aus den Schriften, 3. indem er sie eröffnete und darthat, daß Christus leiden und von den Todten auferstehen mußte, und daß dieser sei der Christus, Jesus, welchen ich euch verkündige. 4. Und Etliche aus ihnen ließen sich überzeugen, und hielten sich zu Paulus und Silas, auch von den andächtigen Griechen eine große Menge, und der vornehmsten Weiber nicht wenige. Cap. 17. der heiligen Apostel. 207 14. Alsobald aber sandten da die| und eure Heiligthümer besichtigte, Brüder den Paulus fort, daß er fand ich auch einen Altar, an gegen das Meer hin ziehe; Silas welchem geschrieben stand: Dem aber und Timotheus blieben da- unbekannten Gott. Den ihr nun, selbst. ohne ihn zu kennen, verehret, diesen verkündige ich euch. 15. Die nun, welche den Paulus geleiteten, führten ihn bis gen Athen, und nachdem sie den Auftrag an Silas und Timotheus empfangen, daß sie aufs bäldeste zu ihm kommen sollten, zogen sie fort. III. 16. Da aber Paulus zu Athen ihrer wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voll Gögenbilder sah. 24. Gott, der die Welt, und Alles, was darin ist, gemacht hat, dieser, da er Herr des Himmels und der Erde ist, wohnet nicht in Tempeln von Händen gemacht; 25. noch wird ihm von Menschenhänden gedienet, als ob er Jemandes bedürfe, da er selbst Allen Leben und Athem und Alles gibt. 17. Darum hielt er Gespräche in der Versammlung mit den Juden und den Andächtigen, und alle Tage auf dem Markte mit denen, welche zugegen waren. 26. Und er hat aus Einem Blute das ganze Geschlecht der Menschen gemacht, auf dem Erdboden zu wohnen, und hat vorher geordnete Zeiten, und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt: 18. Aber Etliche der epicuräischen und stoischen Philosophen ließen sich mit ihm ein; und Etliche 27. Den Herrn zu suchen, ob sprachen: Was will doch dieser fie ihn wohl spüren und finden Schwäger sagen? Andere aber: möchten; da er doch nicht fern Er scheint ein Verkündiger frem- ist von unser einem Jeden; der Götter zu sein; weil er ihnen das Evangelium von Jesu und der Auferstehung verkündigte. 28. Denn in ihm leben, weben und sind wir. Wie auch etliche eurer Dichter gesagt haben: Denn wir sind auch seines Geschlechtes. 29. So wir nun Gottes Geschlecht sind, so müssen wir nicht meinen, daß die Gottheit gleich sei Gold oder Silber oder Stein, durch Menschenkunst und Erfindung gebildet. 30. Nun hat Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen, und verkündigt jeßt allen Menschen allenthalben Buße zu thun; 31. darum, daß er einen Tag gesept hat, an welchem er den Erdkreis richten wird mit Gerechtigkeit, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und Jedermann glaubwürdig dargethan hat, indem er ihn auferweckte von den Todten. 19. Und sie nahmen ihn und führten ihn auf den Areopagus, und sprachen: Können wir erfahren, welches diese neue Lehre ist, die von dir vorgetragen wird? 20. Denn du bringst fremde Dinge vor unsere Ohren; so wollen wir nun erfahren, was dieses sein mag. 21. Die Athener aber alle und die Ausländer, die sich dort aufhielten, beflissen sich keines andern Dinges, als etwas Neues zu sagen und zu hören. 22. Da stand Paulus mitten auf dem Areopagus, und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe an Allem, daß ihr überaus die Götter fürchtet. 23. Denn als ich umher gieng, 32. Da sie aber von der Auf erstehung der Todten hörten, spot 208 Die Geschichten Cap. 17. 18. teten die Einen, die Andern aber| verehrte, dessen Haus zunächst der sprachen: Wir wollen dich dar- Versammlung war. über nochmals hören. 33. Und so gieng Paulus hinweg aus ihrer Mitte. 34. Etliche Männer aber hiengen ihm an und wurden gläubig; unter denen auch Dionysius, der Areopagite, war, und ein Weib, mit Namen Damaris, und Andere mit ihnen. 8. Crispus aber, der Oberste der Versammlung, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause. Und viele der Corinther, die zuhörten, glaubten und ließen sich taufen. 9. Aber der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! 10. Denn ich bin mit dir, und Niemand wird dich angreifen, dir Uebles zu thun: denn ich habe viel Volk in dieser Stadt. Nach diesem aber schied Paulus 11. Und er verweilte ein Jahr und von Athen, und kam gen Corinth. sechs Monate daselbst, und lehrete 2. Und da er daselbst einen Ju- unter ihnen das Wort Gottes. den fand, mit Namen Aquilas, 12. Als aber Gallion Statthalaus Pontus gebürtig, der neulichter von Achaja war, standen die aus Italien gekommen war, samt Juden einmüthig wider Paulus Priscilla, seinem Weibe, weil auf, und führten ihn vor den Claudius befohlen hatte, daß alle Richterstuhl und sprachen: Juden aus Rom weichen sollten, gieng er zu denselben; 13. Dem Gesetze zuwider überredet dieser die Leute Gott zu verehren. 3. und weil er von gleichem Handwerke war, blieb er bei ihnen, und arbeitete; sie waren nämlich Zeltmacher ihres Handwerfs. 14. Als aber Paulus den Mund öffnen wollte, sprach Gallion zu den Juden: Wenn es eine Ungerechtigkeit, oder ein arger Frevel Das XVIII. Capitel. 1. Paulus zu Corinth. 2. Seine Reise nach Ephesus und Antiochien. 3. Apollos zu Ephesus. 4. Er hielt aber in der Verwäre, ihr Juden, so würde ich sammlung jeden Sabbath Ge- euch billig anhören. spräche, und überzeugte Juden und Griechen. 5. Als aber Silas und Timosolche Dinge will ich nicht Richter sein. 15. Wenn es aber eine Streitfrage ist über eine Lehre, und über Namen, und über euer Geseß, so theus aus Macedonien gekommen sehet ihr selbst zu, denn über waren, ward Paulus im Geiste eifrig gedrungen, den Juden zu bezeugen, daß Jesus der Christus sei. 6. Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er seine Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt! Ich bin rein; von nun an werde ich zu den Heiden ziehen. 16. Und er trieb sie hinweg von dem Richterstuhle. 17. Da ergriffen alle Griechen den Softhenes, den Obersten der Versammlung, und schlugen ihn vor dem Richterstuhle; und Gallion nahm sich dessen nichts an. 7. Und er gieng von dannen, und kam in das Haus eines Mannes, mit Namen Justus, der Gott blieben, nahm von den Brüdern II. 18. Paulus aber, nachdem er noch viele Tage daselbst ver Cap. 18. 19. der heiligen Apostel. 209 Abschied, und schiffte hinweg nach ward er denen, die gläubig geSyrien und mit ihm Priscilla und Aquilas, nachdem er sein Haupt zu Kenchreä geschoren hatte, denn er hatte ein Gelübde. worden, durch die Gnade sehr behülflich. 28. Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden öffentlich, und 19. Und er gelangte gen Ephe- erwies durch die Schriften, daß sus, und ließ jene daselbst; er Jesus der Christus sei. aber gieng in die Versammlung, und hielt Gespräche mit den Juden. 20. Da sie ihn aber baten, längere Zeit bei ihnen zu bleiben, willigte er nicht ein; 21. sondern nahm Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muß durchaus das kommende Fest zu Jerusalem begehen, ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will. Und er fuhr von Ephesus ab. 22. Und als er gen Cäsarea gekommen, gieng er hinauf und grüßte die Gemeinde, und zog dann hinab gen Antiochia. 23. Und nachdem er einige Zeit daselbst zugebracht, zog er aus, und durchreisete nach einander die Landschaft Galatien und Phrygien, und stärkte alle Jünger. III. 24. Ein Jude aber, mit Namen Apollos, von Alexandrien gebürtig, ein beredter Mann, kam gen Ephesus, der mächtig war in den Schriften. 25. Dieser war unterrichtet im Wege des Herrn, und, feurig im Geiste, redete und lehrte er genau von dem Herrn, kannte aber allein die Taufe des Johannes. Das XIX. Capitel. 1. Paulus zu Ephesus. 2. Seine Wunder daselbst. 3. Demetrius erregt einen Aufstand wider ihn. Es begab sich aber, während Apollos zu Corinth war, daß Paulus, nachdem er die obern Länder durchzogen, gen Ephesus kam. Und als er etliche Jünger fand, sprach er zu ihnen: 2. Habet ihr, nachdem ihr gläubig geworden, den heiligen Geist empfangen? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob ein heiliger Geist sei. 3. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sprachen: Auf die Taufe des Johannes. 4. Da sprach Paulus: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volke sagte, daß sie an den glauben sollen, der nach ihm komme, das ist, an Christum Jesum. 5. Als sie dieses hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesu. 6. Und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten in Zungen und weissagten. 7. Es waren aber ihrer in Allem etwa zwölf Männer. 26. Dieser fieng auch an frei offen zu lehren in der Versammlung. Da ihn aber Aquilas und Priscilla hörten, nahmen sie ihn zu sich, und legten ihm den Weg 8. Und er gieng in die VersammGottes noch genauer aus. lung, und lehrte frei öffentlich, 27. Als er aber nach Achaja indem er bei drei Monaten Gehinübergehen wollte, ermahnten spräche hielt, und sie, das Reich die Brüder die Jünger, und schrie- Gottes betreffend, überzeugte. ben ihnen, daß sie ihn aufnehmen 9. Da aber Etliche sich verstockmöchten. Und als er dort ankam, ten und nicht glaubten, sondern 14 Die Geschichten 100 Cap. 19. vorwißige Künste getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen, und verbrannten sie vor Allen, und fie berechneten ihren Werth; und fanden ihn an Geld fünfzig tausend Drachmen. 210 die Lehre vor der Menge lästerten, trennte er sich von ihnen, und sonderte die Jünger ab, und hielt täglich Gespräche in der Schule eines Mannes, der Tyrannus hieß. 10. Dieses geschah zwei Jahre lang, so daß Alle, die in Asien wohnten, das Wort des Herrn Jesu hörten, Juden und Griechen. II. 11. Und Gott wirkte nicht geringe Thaten durch Paulus; 21. Nachdem aber solches vollbracht war, nahm sich Paulus 12. so daß auch auf die Kranken im Geiste vor, durch Macedonien Schweißtücher oder Gürtel von und Achaja zu ziehen, und gen seinem Leibe gelegt wurden, und Jerusalem zu reisen, indem er die Krankheiten von ihnen wichen, sprach: Wenn ich daselbst gewesen und die bösen Geister von ihnenbin, muß ich auch Rom sehen. ausfuhren. 13. G unterfiengen sich aber Etliche von den herumziehenden jüdischen Beschwörern, über die, welche böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesu zu nennen, III. 23. Es entstand aber um indem sie sagten: Wir beschwören diese Zeit eine nicht geringe Be euch bei dem Jesus, welchen Pau- wegung der Lehre wegen. lus predigt. 22. Er sandte aber zwei seiner Gehülfen, den Timotheus und Erastus, nach Macedonien, und hielt selbst sich noch eine Zeit lang in Asien auf. 24. Denn ein gewisser Demet 14. Es waren aber Söhne eines rius mit Namen, ein Silberarbei Scevas, eines jüdischen Hohen- ter, verfertigte silberne Tempel priesters, ihrer sieben, die solches der Diana und verschaffte den thaten. Künstlern nicht kleinen Gewinn. 15. Aber der böse Geist antwor= tete und sprach: Jesum kenne ich wohl, und von Paulus weiß ich, wer seid aber ihr? 16. Und der Mensch, in welchem der böse Geist war, sprang auf sie hin, ward ihrer mächtig, und übte Gewalt an ihnen aus, also daß sie nackt und verwundet aus jenem Hause entflohen. 17. Dieses aber ward kund Allen, Juden und Griechen, die zu Ephesus wohnten. Und es kam Furcht über sie alle, und der Name des Herrn Jesu ward hoch gepriesen. 18. Und Biele von denen, die gläubig geworden, kamen und bekannten, und erzählten ihre Thaten. 19. Biele aber von denen, die 20. Also mit Macht mehrte sich das Wort des Herrn, und nahm zu an Kraft. 25. Diese versammelte er, samt denen, die mit dergleichen Arbeiten zu thun hatten, und sprach: Ihr Männer, ihr wisset, daß von dieser Arbeit unser Wohlstand kommt. 26. Und ihr sehet und höret, daß dieser Paulus nicht allein zu Ephesus, sondern fast durch ganz Asien viel Volk beredet und ab wendig gemacht hat, indem er sagt, das seien keine Götter, die mit Händen gemacht werden. 27. Aber es ist nicht nur Ge fahr, daß dieses unser Geschäft in Verfall komme, sondern auch, daß der Tempel der großen Göt tinn Diana für nichts geachtet, und zulegt auch ihre Majestät vernichtet werde, welche doch ganz Asien und der Erdkreis verehrt. Cap. 19. 20. der heiligen Apostel. 211 an Jemand einen Anspruch, so werden Gerichtstage gehalten, und es sind Statthalter da; sie mögen einander verklagen. 28. Als sie das hörten und voll| die Künstler, die mit ihm sind, Zornes wurden, schrien sie: Groß ist die Diana der Epheser! 29. Und die ganze Stadt ward voll Verwirrung, und sie stürmten einmüthig nach dem öffentlichen Schauplay hin, und rissen mit sich den Gajus und Aristarchus, die Macedonier, Gefährten des Paulus. 30. Da aber Paulus unter das Volk gehen wollte, ließen es ihm die Jünger nicht zu. 31. Auch etliche der Obern Afiens, die seine Freunde waren, schickten zu ihm, und baten ihn, sich nicht auf den Schauplaß zu begeben. 32. Die Einen nun schrien dieß, die Andern das; denn die Versammlung war in Verwirrung, und die Mehrzahl wußte nicht, weßwegen sie zusammen gekommen waren. 33. Da zogen sie den Alexander aus dem Volke hervor, da ihn die Juden hervor stießen. Und Alerander winkte mit der Hand, und wollte sich gegen das Volk verantworten. 34. Als sie aber vernahmen, daß er ein Jude sei, erhob sich Eine Stimme von Allen, und sie schrien bei zwei Stunden: Groß ist die Diana der Epheser! 35. Da stillete der Schreiber das Volk, und sprach: Ihr Männer von Ephesus, welcher Mensch ist denn, der nicht wüßte, daß die Stadt Ephesus die Tempelpflegerinn ist der großen Göttinn Diana und des vom Himmel gefallenen Bildes? 36. Da nun dieses unwidersprechlich ist, so sollt ihr ruhig sein, und nichts Uebereiltes thun. 37. Denn ihr habet diese Mänhergeführt, die weder Tempelräuber sind, noch euere Göttinn gelästert haben. ner 38. Hat aber Demetrius, und 39. Wenn ihr aber anderer Dinge wegen ein Ansuchen habet, so wird es in der geseßlichen Versammlung erledigt werden. 40. Denn wir stehen in Gefahr, daß wir wegen heute des Aufruhrs angeklagt werden, weil keine Ursache da ist, womit wir diese Zusammenrottung entschuldigen könnten. Und als er solches gesagt, entließ er die Versammlung. Das XX. Capitel.. Troas 1. Paulus Reise durch Macedonien nach Philippi. 2. Begebenheit zu 3. Abschiedsrede an die Aeltesten von Ephesus zu Milet. Nachdem aber der Aufruhr gestillet war, berief Paulus die Jünger zu sich, und als er von ihnen Abschied genommen, zog er aus, nach Macedonien zu reisen. 2. Und nachdem er jene Länder durchzogen, und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland. 3. Und er brachte daselbst drei Monate zu: und da ihm, als er nach Syrien abfahren wollte, die Juden nachstellten, entschloß er sich, wieder durch Macedonien zurückzukehren. 4. Es begleiteten ihn aber bis nach Asien Sopater, des Pyrrhus Sohn von Beroe, von den Thessalonichern Aristarchus und Secundus, und Gajus von Derbe und Timotheus, aus Asten aber Tychicus und Trophimus. 5. Diese zogen voraus, und warteten unser zu Troas. 6. Wir aber fuhren nach den Tagen der ungesäuerten Brote von Philippi ab, und kamen in14* 212 Die Geschichten 09 Cap. 20. nerhalb fünf Tagen zu ihnen gensen, an Ephesus vorbeizuschiffen, Troas, wo wir uns sieben Tage damit er keine Zeit in Asten zuaufhielten. bringen müsse; denn er eilte, wenn es ihm möglich wäre, auf den Tag der Pfingsten zu Jeruz salem zu sein. II. 7. Am ersten Tage aber der Woche, als die Jünger versammelt waren, das Brot zu brechen, bielt Paulus Gespräche mit ihnen, Willens des folgenden Tages hinweg zu ziehen, und erstreckte die Rede bis um Mitternacht. III. 17. Von Milet aber schickte er gen Ephesus, und ließ die Aeltesten der Gemeinde herüber rufen. 8. Es waren aber viele Lampen in dem Saale, wo ste versammelt 18. Und als sie zu ihm gekommen, sprach er zu ihnen: Ihr wisset, vom ersten Tag an, da ich Asien betreten, wie ich unter euch die ganze Zeit gewesen bin, 19. dem Herren dienend mit aller Demuth, unter vielen Thränen und Versuchungen, die mir widerfuhren durch die Nachstellungen der Juden; 20. wie ich nichts zurückgehalten habe, was heilsam war, daß ich euch nicht verkündigt und gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, 21. indem ich Juden und Griechen beschwor zur Bekehrung zu Gott, und zum Glauben an unsern Herrn Jesum Christum. 22. Und nun siehe, gebunden im Geiste ziehe ich gen Jerusalem; was mir daselbst begegnen wird, weiß ich nicht: 23. Außer daß der heilige Geist von Stadt zu Stadt mir bezeuget und sagt, daß Bande und Trübsal meiner warten. 24. Aber ich achte alles dessen nicht, und halte auch mein Leben nicht theuer für mich, so daß ich meinen Lauf mit Freuden vollende, und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesu empfangen habe, zu verkündigen das Evangelium der Gnade Gottes. 25. Und nun siehe, ich weiß, daß ihr nicht mehr werdet mein Ange sicht sehen, ihr alle, bei welchen ich durchzog und das Reich Gottes predigte. 26. Darum bezeuge ich euch am waren. 9. Und es saß ein Jüngling, mit Namen Eutychus, am Fenster, der sank in tiefen Schlaf, da Paulus so lange Gespräche hielt; und vom Schlafe überwogen fiel er vom dritten Stock hinab und ward todt aufgehoben. 10. Da gieng Paulus hinab und warf sich über ihn, umfaßte ihn und sprach: Machet kein Getümmel, denn seine Seele ist in ihm. 11. Und er gieng wieder hinauf, und brach das Brot und aß, und unterredete sich noch lange mit ihnen, bis der Tag anbrach, und zog also hinweg. 12. Sie brachten aber den Knaben lebendig, und waren nicht wenig getröstet. 13. Wir aber giengen voraus zu Schiffe, und fuhren nach Assus, um von dort den Paulus zu uns zu nehmen; denn er hatte es also verordnet, weil er zu Lande reisen wollte. 14. Als er aber zu Assus zu uns stieß, nahmen wir ihn auf, und kamen gen Mytilene. 15. Und von da schifften wir ab, und kamen am folgenden Tage Chios gegenüber; des andern Tages aber fuhren wir nach Samos, und nachdem wir zu Trogyllium übernachtet, kamen wir den nächsten Tag nach Milet. 16. Denn Paulus hatte beschlos der heiligen Apostel. Cap. 20. 21. heutigen Tage, daß ich rein bin von dem Blute Aller.. 27. Denn ich habe nicht zurückgehalten, daß ich euch nicht den ganzen Rathschluß Gottes verfündiget hätte. 28. So habet nun Acht auf euch selbst, und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern gesetzt hat, zu weiden die Gemeinde des Herrn, die er erworben hat durch sein eigen Blut. 29. Denn ich weiß das, daß nach meinem Weggange räuberische Wölfe unter euch kommen werden, die der Herde nicht schonen. 30. Und selbst aus euch werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger loszureißen und nach sich zu ziehen. 31. Darum wachet, und seid eingedenk, daß ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, mit Thränen einen Jeglichen zu ermahnen. 32. Und nun empfehle ich euch, ihr Brüder, Gott und dem Worte seiner Gnade, ihm, der da mächtig ist zu erbauen, und euch das Erbe zu geben unter allen Geheiligten. 33. Silber oder Gold oder Klei der habe ich von Niemand begehrt; 34. ihr wisset selbst, daß für meine Nothdurft und für die, so mit mir waren, diese Hände gedienet haben. 35. Ueberall habe ich euch gezeigt, daß man also arbeiten, und der Schwachen sich annehmen müsse, und eingedenk sein der Worte des Herrn Jesu, daß selbst sprach: Es ist seliger geben, als empfangen. er 36. Und da er solches gesprochen, kniete er nieder, und betete mit ihnen allen. 37. Es ward aber viel Weinens von Allen, und sie fielen dem Paulus um den Hals, und küßten ihn, 213 38. schmerzlich betrübt, am meisten über das Wort, das er gesagt hatte, daß sie sein Angesicht nicht mehr sehen würden. Und sie begleiteten ihn an das Schiff. Das XXI. Capitel. 1. Paulus Reise von Milet nach Jerusalem. 2. Weissagung des Agabus. 3. Ankunft des Paulus zu Jerusalem. 4. Aufstand der Juden wider ihn, und seine Gefangennehmung durch die Römer. Als es aber geschehen, daß wir uns von ihnen losgerissen hatten und abgefahren waren, famen wir geraden Laufes nach Cos, und des folgenden Tages nach Rhodus, und von da nach Patara. 2. Und da wir ein Schiff fanden, das nach Phönicien fuhr, stiegen wir ein und fuhren ab. 3. Als wir aber Cypern ansichtig wurden, ließen wir dasselbe links liegen, schifften nach Syrien, und fuhren gen Tyrus, denn daselbst hatte das Schiff die Last auszuladen. 4. Und da wir die Jünger aufgefunden, blieben wir daselbst fieben Tage. Diese sagten dem Paulus durch den Geist, er sollte nicht hinauf ziehen gen Jerusalem. 5. Als es aber geſchah, daß wir diese Tage vollendet hatten, giengen wir heraus, und zogen fort, indem sie uns alle mit Weibern und Kindern begleiteten, bis vor die Stadt hinaus; und wir knieten nieder am Gestade und beteten. 6. Und nachdem wir von einander Abschied genommen hatten, stiegen wir in das Schiff, fie aber kehrten wieder in das Ihrige. 7. Wir aber beendigten die Fahrt, und kamen von Tyrus gen Ptolemais, und begrüßten die Brüder, und blieben einen Tag bei ihnen. 214 Die Geschichten 4, 12 Gap. 21. 8. Des folgenden Tages aber| bus, und alle Neltesten waren zogen wir, Paulus und die bei zugegen. ihm waren, und kamen gen Gäsarea, und wir giengen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den sieben war, und blieben bei ihm. 9. Derselbe hatte vier Töchter, Jungfrauen, welche weissagten. II. 10. Als wir aber mehrere Tage dort blieben, kam aus dem jüdischen Lande herab ein Prophet, mit Namen Agabus. 11. Und er kam zu uns, und nahm den Gürtel des Paulus, und band sich die Hände und die Füße, und sprach: Das sagt der heilige Geist: Den Mann, dessen dieser Gürtel ist, werden also zu Jerusalem die Juden binden, und in die Hände der Heiden überliefern. 12. Da wir solches hörten, baten wir und die aus dem Orte, daß er nicht hinauf ziehe gen Jerusalem. 13. Aber Paulus antwortete: Was machet ihr, daß ihr weinet, und mir das Herz brechet? Denn ich bin nicht nur mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem bereit für den Namen des Herrn Jesu. 14. Und da er sich nicht bereden ließ, beruhigten wir uns, und sprachen: Der Wille des Herren geschehe! 19. Und nachdem er sie gegrüßt, erzählte er alles und jedes, was Gott unter den Heiden durch seinen Dienst gethan hatte. 20. Sie aber, als sie solches hörten, priesen den Herrn, und sprachen zu ihm: Du siehest, Bruder, wie viele Tausende der Juden sind, die gläubig geworden, und alle sind Eiferer für das Gesez. 21. Sie sind aber von dir be: richtet worden, du lehrest alle Juden, die unter den Heiden sind, den Abfall von Moses, und sagest, fie sollen ihre Kinder nicht beschnei den, und nicht nach den Gebräuchen wandeln. 22. Wie ist es nun? Nothwendig wird eine Menge zusammen kommen, denn sie werden hören, daß du hergekommen bist. 23. So thue nun dieses, was wir dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben; III. 15. Nach denselben Tagen aber machten wir uns reisefertig, und zogen hinauf gen Jerusalem. 24. diese nimm zu dir, und laß dich reinigen mit ihnen, und trage die Kosten für sie, daß sie das Haupt scheren, so werden Alle erkennen, daß an dem, was sie von dir berichtet worden, nichts ist, sondern daß du auch selbst wandelst als Einer, der das Gesetz hält. 25. Was aber die Heiden betrifft, welche gläubig geworden, so haben wir in einem Sendschreiben verordnet, daß sie von diesen Dingen keines zu beobachten haben, als nur daß sie sich hüten sollen vor dem Gögenopfer, und dem Blute, und dem Erstickten, und der Unzucht. 16. Es giengen aber auch etliche Jünger von Cäsarea mit uns, die brachten mit sich den, bei dem wir Herberge nehmen sollten, einen gewissen Mnaso aus Cypern, einen alten Jünger. 17. Und als wir zu Jerusalem angekommen, nahmen uns die Brüder mit Freuden auf. 26. Da nahm Paulus die Männer zu sich, und gieng am folgen den Tage mit ihnen, nachdem er 18. Am folgenden Tage aber sich hatte reinigen lassen, in den gieng Paulus mit uns zu Jaco- Tempel, und fündigte die Erfül Cap. 21. 22. der heiligen lung der Tage der Reinigung an, bis für einen jeden aus ihnen das Opfer dargebracht war. IV. 27. Als aber die sieben Tage zu Ende giengen, sahen die Juden aus Asien ihn im Tempel; da verwirrten sie das ganze Volk, und legten Hand an ihn, 28. und schrien: Ihr israelitische Männer, kommet zu Hülfe! Das ist der Mann, der wider das Volk, und das Gesetz, und diese Stätte Alle allenthalben lehret. Dazu hat er auch noch Griechen in den Tempel geführt, und diese heilige Stätte entweihet. 29. Sie hatten nämlich vorher den Trophimus von Ephesus in der Stadt mit ihm gesehen, und meinten, daß ihn Paulus in den Tempel geführt habe. 30. Und es kam die ganze Stadt in Bewegung, und entstand ein Zusammenlauf des Volkes; und fie ergriffen den Paulus, und schleppten ihn zum Tempel hinaus, und alsobald wurden die Thüren verschlossen. 31. Indem sie ihn aber zu tödten suchten, kam Anzeige zu dem Obersten der Kriegsschaar hinauf, daß ganz Jerusalem in Verwirrung sei. 32. Der nahm sogleich Kriegsknechte und Hauptleute zu sich, und lief gegen sie hinab. Als sie aber den Obersten und die Kriegsknechte sahen, hörten sie auf, den Paulus zu schlagen. Apostel. 215 35. Als er aber an die Stufen kam, begab es sich, daß er von den Kriegsknechten getragen wurde, wegen der Gewalt des Volkes. 36. Denn die Menge des Volkes folgte und schrie: Hinweg mit ihm! 37. Und da Paulus sollte in das Lager hineingeführt werden, spricht er zu dem Obersten: Darf ich etwas zu dir sprechen? Er aber sprach: Verstehest du Griechisch? 33. Da nahete der Oberste hinzu und griff ihn, und ließ ihn mit zwei Ketten binden, und erkundigte sich, wer er wäre, und was er gethan. 34. Die Einen aber riefen dieses, die Andern jenes unter dem Volke; und da er vor dem Getümmel nichts Gewisses erfahren konnte, befahl er, ihn in das Standlager zu führen. 38. Bist du also nicht der Aegyptier, der vor diesen Tagen einen Aufruhr machte, und die vier tausend Mann von den Meuchelmördern in die Wüste hinaus führte? 39. Aber Paulus sprach: Ich bin ein jüdischer Mann, von Tare sus, einer nicht unberühmten Stadt in Cilicien, Bürger. Ich bitte dich aber, erlaube mir zu dem Volke zu reden. 40. Und als er es erlaubt hatte, stellte sich Paulus auf die Stufen, und winkte mit der Hand dem Volke. Und da eine große Stille geworden, redete er sie an in hebräischer Sprache, und sagte: Das XXII. Capitel. 1. Rede des Paulus an das Volk. 2. Neuer Aufruhr der Juden wider ihn. 3. Sein römisches Bürgerrech t schüßt ihn vor Geißelung. Ihr Männer, Brüder und Väter, höret jetzt meine Verantwortung vor euch. 2. Als sie aber hörten, daß er in hebräischer Sprache zu ihnen redete, hielten sie sich noch stiller, und er sprach: 3. Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsus in Cilicien, aber erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels unterrichtet mit allem Fleiße in dem väterlichen Gesetze, und war ein Giferer für Gott, wie ihr alle es heute ſeid. 4. Ich verfolgte diese Lehre auf 216 Die Geschichten Cap. 22. den Tod, indem ich Männer und unsrer Väter hat dich vorher be Weiber band und ins Gefängniß stimmt, seinen Willen zu erkenüberlieferte. nen, und den Gerechten zu sehen, und die Stimme aus seinem Munde zu hören. 15. Denn du sollst ihm bei allen Menschen ein Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehöret hast. 5. Wie auch der oberste Priester der Aeltesten und der ganze Rath mir Zeugniß gibt, von welchen ich auch Briefe an die Brüder empfieng, und gen Damascus zog, um auch die, welche daselbst waren, gebunden zu Jerusalem zu führen, auf daß sie gestraft würden. 6. Es geschah mir aber, als ich reisete und gegen Damascus nahete, daß um Mittag plößlich aus dem Himmel mich ein großes Licht umstrahlte. 16. Und nun, was säumest du? Steh auf, und laß dich taufen, und deine Sünden abwaschen, indem du den Namen des Herren anrufst. 7. Und ich fiel zu Boden, und hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Saul! Saul! was verfolgest du mich? 8. Ich aber antwortete: Wer bist du, Herr? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgest. 9. Die aber bei mir waren, sahen zwar das Licht, und wurden voll Furcht, aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht. 10. Und ich sprach: Herr, was soll ich thun? Der Herr sprach zu mir: Steh auf, und ziehe nach Damascus, und daselbst wird dir von allem gesagt werden, was dir verordnet ist zu thun. 11. Da ich aber von dem Glanze jenes Lichtes nicht sehen konnte, ward ich von meinen Begleitern an der Hand geführt, und kam gen Damascus. 12. Aber ein gewisser Ananias, ein frommer Mann nach dem Gesege, der von allen Juden, die daselbst wohnten, ein gutes Zeugniß hatte, 13. fam zu mir, trat herzu, und sprach zu mir: Bruder Saul, sei wieder sehend! Und zu derselben Stunde konnte ich ihn ansehen. 14. Er aber sprach: Der Gott 17. Es geschah mir aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war, und im Tempel betete, da gerieth ich in eine Entzückung, 18. und sah ihn, der zu mir sprach: Eile, und gehe schnell von Jerusalem weg, denn sie werden dein Zeugniß von mir nicht an nehmen. 19. Und ich sprach: Herr, sie wissen selbst, daß ich die, welche an dich glaubten, ins Gefängniß legte und schlug in den Versammlungen, 20. und daß auch ich dabei stand, als das Blut Stephanus, deines Zeugen, vergossen ward, und daß ich ein Wohlgefallen hatte an sei nem Tode, und die Kleider derer verwahrte, die ihn tödteten. 21. Und er sprach zu mir: Ziehe hin, denn ich will dich unter die Heiden in die Ferne aussenden. II. 22. Sie hörten ihn aber bis auf dieses Wort, da erhoben sie ihre Stimme, sprechend: Hinweg mit einem Solchen von der Erde, denn es gebührt sich nicht, daß er lebe. 23. Da sie aber schrien, und die Kleider zerrissen, und Staub in die Luft warfen, 24. ließ der Oberste ihn in das Standlager führen, und befahl, ihn mit Geißelung zu verhören, damit er erfahre, aus welcher Ursache sie also über ihn schrien. Cap. 22. 23. der heiligen Apostel. 217 III. 25. Als sie ihn aber mit| Dich wird Gott schlagen, du geden Riemen hingestreckt hatten, weißete Wand! Und du sigest, sprach Paulus zu dem Hauptmann, mich zu richten nach dem Gesetze, der dabei stand: Ist es auch er- und heißest wider das Gesez mich laubt, einen Römer, und noch schlagen? dazu unverurtheilt, zu geißeln? 26. Als der Hauptmann das hörte, gieng er zu dem Obersten, und berichtete es ihm, und sprach: Siehe zu, was du thun willst, denn dieser Mensch ist ein Römer. 27. Da kam der Oberste herzu, und sprach zu ihm: Sage mir, bist du ein Römer? Er aber sprach: Ja. 4. Die Umstehenden aber sprachen: Den obersten Priester Gottes schmähest du? 5. Und Paulus sprach: Ich wußte nicht, ihr Brüder, daß er oberster Priester ist. Denn es steht geschrieben: ,, Dem Obersten deines Volkes sollst du nicht übel reden." 6. Da aber Paulus wußte, daß 28. Und der Oberste antwortete: der eine Theil aus Sadducäern, Ich habe für eine große Summe der andere aus Pharisäern bedieses Bürgerrecht erkauft. Paulus stand, rief er im Rathe: Ihr aber sprach: Ich aber bin sogar Männer und Brüder, ich bin ein darin geboren. Pharisäer, und Sohn eines Pharisäers; wegen der Hoffnung, und der Auferstehung der Todten werde ich gerichtet. 29. Da standen alsobald die, welche ihn peinlich verhören wollten, von ihm ab, und auch der Oberste fürchtete sich, da er vernommen, daß er ein Römer sei, und weil er ihn hatte binden lassen. 30. Des folgenden Tages aber, da er mit Gewißheit erfahren wollte, wessen er von den Juden angeklagt werde, entledigte er ihn der Bande, und ließ die Hohenpriester samt ihrem ganzen Rathe zusammen kommen, und führte den Paulus hinab und stellte ihn unter fie. 7. Als er aber dieses gesagt, entstand ein Zwiespalt unter den Pharisäern und den Sadducäern, und die Versammlung theilte sich. 8. Denn die Sadducäer sagen, es sei keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist; die Pharisäer aber bekennen beides. 9. Es entstand aber ein großes Geschrei, und die Schriftgelebrten von der Partei der Pharisäer standen auf, und stritten und sprachen: Wir finden nichts Böses an diesem Menschen; hat aber ein Geist zu ihm geredet, oder ein Engel, so wollen wir nicht wider Gott streiten. 10. Da aber ein großer Zwiespalt ward, besorgte der Oberste, Das XXIII. Capitel. 1. Paulus vor dem Rathe zu Jerufalem. 2. Mordanschlag der Juden wider ihn. 3. Seine Wegführung nach Cäsarea zum Landpfleger Felix. Da blickte Paulus auf den Rath und sprach: Ihr Männer und Brüder! Ich habe mit allem gutem Gewissen im Dienste Gottes gelebt bis auf diesen Tag. Paulus möchte von ihnen zerrissen werden, und ließ die Kriegsschaar hinab kommen, und ihn aus ihrer Mitte reißen, und in das Standlager führen. 2. Aber der oberste Priester Ananias befahl den Umstehenden, ihn auf den Mund zu schlagen. 11. Aber in der folgenden Nacht trat der Herr zu ihm und sprach: 3. Da sprach Paulus zu ihm: Sei gutes Muthes, Paulus! Denn 218 Die Geschichten Cap. 23. II. 12. Als es aber Tag geworden, rotteten sich etliche der Juden zusammen, und verfluchten sich, weder zu essen noch zu trinken, bis fie den Paulus umgebracht hätten. 13. Es waren aber ihrer mehr als vierzig, die diese Verschwörung gemacht hatten. wie du zu Jerusalem von mir 21. Laß dich aber nicht von gezeugt hast, also sollst du auch ihnen bereden, denn es stellen zu Rom zeugen. ihm mehr als vierzig Männer aus ihnen nach, die sich verflucht haben, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn umgebracht; und jetzt sind sie bereit und warten auf deine Zusage. III. 22. Der Oberste nun entließ den Jüngling, und gebot ihm, Niemand zu sagen, daß er ihm dieses fund gemacht habe. 14. Diese giengen zu den Hohenpriestern und sprachen: Wir haben uns aufs höchste verflucht, nichts zu genießen, bis wir den Paulus umgebracht haben. 15. So zeiget nun ihr samt dem Rathe dem Obersten an, daß er ihn morgen zu euch hinab führen solle, als wolltet ihr seine Sache genauer untersuchen; wir aber sind bereit, ehe er hinzu, nahet, ihn zu tödten. 16. Als aber der Schwestersohn des Paulus von diesem Anschlage hörte, kam er, gieng hinein in das Lager, und meldete es dem Paulus. 17. Da rief Paulus einen der Hauptleute herzu, und sprach: Führe diesen Jüngling zu dem Obersten, denn er hat ihm etwas zu melden. 18. Der nun nahm ihn und führte ihn zu dem Obersten, und sprach: Der gefangene Paulus berief mich zu sich, und bat mich diesen Jüngling zu dir zu führen, der dir etwas zu sagen habe. 19. Da nahm ihn der Oberste bei der Hand, gieng mit ihm bei: seite, und fragte ihn: Was hast du mir zu melden? 20. Und er sprach: Die Juden sind überein gekommen, dich zu bitten, daß du morgen den Paulus in den Rath hinab führen lassest, als wollten sie seine Sache noch genauer untersuchen. 23. Und er berief zwei Hauptleute und sprach: Machet zweihundert Kriegsknechte bereit, daß sie nach Gäsarea ziehen, und siebenzig Reiter, und zweihundert Lan zenknechte, von der dritten Stunde der Nacht an; 24. auch sollen sie Thiere herzu. bringen, damit sie den Paulus darauf segen, und ihn sicher zu dem Landpfleger Felir bringen. 25. Und er schrieb einen Brief, der diesen Inhalt hatte: 26. Claudius Lysias wünscht dem vortrefflichsten Landpfleger Felip Heil! 27. Diesen Mann, der von den Juden ergriffen worden, und sollte von ihnen umgebracht werden, habe ich, indem ich mit der Kriegsschaar herbeikam, gerettet, da ich vernahm, daß er ein Römer ſei. 28. Da ich aber die Ursache erfahren wollte, wegen deren sie ihn anklagten, führte ich ihn in ihren Rath hinab. 29. Da fand ich, daß er wegen Streitfragen ihres Geseges ange klagt werde, aber keine Anklage auf sich habe, die des Todes oder der Bande werth wäre. 30. Da mir aber angezeigt worden, daß von den Juden ein Anschlag wider diesen Mann geschehen sollte, habe ich ihn zur Stunde zu dir geschickt, und auch den Klägern entboten, daß sie die Cap. 23. 24. der heiligen Apostel. 219 Sache gegen ihn vor dir anbrin-| 5. Wir fanden nämlich, daß die gen sollen. Lebe wohl! ser Mann eine Pest ist und Zwie31. Die Kriegsknechte nun nah- tracht stiftet unter allen Juden men, wie ihnen befohlen war, auf dem Erdkreis als ein Anfühden Paulus, und führten ihn rer der Sekte der Nazarener. 47 durch die Nacht gen Antipatris. 32. Des folgenden Tages aber ließen sie die Reiter mit ihm ziehen, und kehrten wieder in das Standlager zurück. 6. Der auch versuchte, den Tempel zu entheiligen, den wir auch ergriffen, und wollten ihn nach unserm Gesetze richten. 33. Und als diese gen Cäsarea gekommen, übergaben sie dem Landpfleger den Brief, und stellten ihm auch den Paulus dar. 34. Nachdem aber der Landpfleger den Brief gelesen, und auf die Frage, aus welcher Provinz er wäre, erfahren, daß er aus Cilicien sei, 35. sprach er: Ich will dich verhören, wann auch deine Ankläger angekommen sein werden. Und er befahl, ihn in dem Richthause des Herodes zu verwahren. Das XXIV. Capitel. 1. Klage der Juden wider Paulus vor Felir. 2. Dessen Verantwortung. 3. Fortwährende Gefangenschaft des Paulus. 7. Aber Lystas, der Oberste, kam dazu, und führte ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen hinweg, 8. und hieß seine Ankläger zu dir kommen. Von ihm kannst du selbst, so du ihn verhörest, alles das erfahren, dessen wir ihn anklagen. 4. Damit ich dich aber nicht länger aufhalte, bitte ich dich, uns in Kürze nach deiner Freundlichkeit anzuhören. 9. Es stimmten aber auch die Juden bei, und sagten, daß sich diese Sache also verhalte. II. 10. Aber Paulus hob, da der Landpfleger ihm winkte zu reden, also an: Da ich weiß, daß du seit vielen Jahren unter diesem Volke Richter bist, so vertheidige ich meine Sache mit desto fröhlicherem Muthe, 11. indem du erfahren kannst, daß es nicht mehr als zwölf Tage sind, seit ich hinaufzog, in Jerufalem anzubeten. Nach fünf Tagen aber kam der oberste Priester Ananias mit den Neltesten und einem Redner Ter- 12. Und sie fanden mich weder tullus hinab, diese hielten Vortrag im Tempel, daß ich mit Jemand vor dem Landpfleger wider Paulus. Gespräch gehalten, oder einen Auf2. Und als er vorberufen worlauf im Bolke erregt hätte, noch den, hob Tertullus die Anklage in den Versammlungen, noch in an, und sprach: der Stadt. 13. Sie können auch die Dinge nicht darthun, deren sie mich jest anklagen. 3. Daß wir vielen Frieden durch dich genießen, und heilsame Dinge diesem Volke durch deine Fürsorge geschehen, das anerkennen wir allezeit und allenthalben, vortrefflichster Felix, mit aller Dankbarkeit. 14. Ich bekenne dir aber dieses, daß ich nach der Lehre, die sie eine Sekte heißen, dem Gott der Bäter also diene, daß ich allem dem glaube, was in dem Geseße und in den Propheten geschrieben steht, 15. und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch diese selbst 220 Die Geschichten Cap. 24. 25. warten, daß eine Auferstehung[ wann ich aber gelegene Zeit beder Todten sein werde, der Gerechten und der Ungerechten. 16. Darum übe ich mich auch selbst, allezeit ein unverlegtes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen. 17. Ich kam aber nach mehrern Jahren, Almosen darzubringen meinem Volke, und Opfer. 18. Dabei fanden mich, als ich gereiniget war, im Tempel, nicht mit Volksauflauf noch mit Getüm mel, etliche Juden aus Asien; 19. die sollten vor dir gegenwärtig sein, und mich anklagen, wenn sie etwas wider mich hätten. 20. Oder diese selbst mögen sagen, ob sie an mir ein Ünrecht gefunden haben, als ich vor dem Rathe stand; komme, will ich dich rufen lassen. 26. Zugleich hoffte er aber auch, daß ihm von Paulus Geld gegeben würde, damit er ihn ledig lasſe. Darum ließ er ihn auch öfter kommen, und besprach sich mit ihm. 27. Als aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix zum Nachfolger den Porcius Feftus, und da er sich bei den Juden Dank erwerben wollte, hinterließ Felix den Paulus gebunden. Das XXV. Capitel. 1. Paulus vor Festus. 2. Festus stellt ihn dem Agrippas vor. Als nun Festus in der Provinz angekommen, zog er nach drei Tagen von Cäsarea hinauf gen Jerusalem. 21. es wäre denn wegen dieses einzigen Wortes, das ich ausrief, als ich unter ihnen stand: Wegen der Auferstehung der Todten werde ich heute von euch gerichtet. 2. Da hielten vor ihm die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden Vortrag wider Paulus, und baten ihn, 3. es als Gunst begehrend wider denselben, daß er ihn gen Jeru salem holen lasse, indem sie einen Anschlag machten, ihn unterweges umzubringen. III. 22. Als Felir dieses gehört hatte, verwies er sie auf spätere Zeit, da er genauer um diese Lehre wußte, und sprach: Wann Lyfias, der Oberste, herab kommt, will ich eure Sache untersuchen. 4. Allein Festus antwortete, Pau23. Und er befahl dem Haupt- lus werde zu Cäsarea in Verwahmann, den Paulus in Berwahrung gehalten, er selbst aber werde rung zu nehmen und milde zu hal- in Bälde wieder abreisen. ten, auch Niemandem der Seinigen zu wehren, ihm Dienste zu leisten oder zu ihm zu kommen. 5. So mögen denn die Mächtimit gen unter euch, sprach er, hinab ziehen, und wenn eine Schuld an diesem Manne ist, ihn anklagen. 24. Nach etlichen Tagen aber kam Felix, mit Drusilla, seinem Weibe, die eine Füdinn war, und ließ den Paulus holen, und hörte ihn von dem Glauben an Christum. 25. Als er aber von der Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem fünftigen Gerichte redete, ward Felix voll Furcht, und antwortete: Für dießmal gehe hin; 6. Nachdem er aber nicht mehr als acht oder zehn Tage bei ihnen gewesen, zog er gen Gäsarea hinab, und des folgenden Tages sette er sich auf den Richterstuhl, und hieß den Paulus vorführen. 7. Und als derselbe erschien, umstanden ihn die Juden, die von Jerusalem hinab gekommen waren, Cap. 25. der heiligen Apostel. 221 und brachten viele und schwere| einen Menschen hinzugeben zum Klagen wider Paulus vor, die sie nicht beweisen konnten. 8. Denn er verantwortete sich: Weder gegen das Gesetz der Juden, noch gegen den Tempel, noch gegen den Kaiser habe ich etwas verbrochen. 9. Festus aber, da er sich bei den Juden Gunst erwerben wollte, antwortete und sprach zu Paulus: Willst du gen Jerusalem hinauf ziehen, und daselbst dieser Dinge halber vor mir gerichtet werden? 10. Aber Paulus sprach: Ich sehe vor dem Richterstuhle des Kaisers, da muß ich gerichtet werden. Den Juden habe ich kein Unrecht gethan, wie auch du gar wohl erkennest. 11. Denn habe ich Unrecht gethan und etwas begangen, das des Todes werth ist, so weigere ich mich nicht zu sterben. Ist aber nichts von dem wahr, dessen diese mich anklagen, so kann mich ihnen Niemand schenken. Ich berufe mich auf den Kaiser. 12. Da besprach sich Festus mit seinem Rathe und antwortete: Du hast dich auf den Kaiser berufen; du sollst zum Kaiser reisen. Verderben, ehe der Angeklagte die Kläger vor Augen habe, und Gelegenheit erhalte, sich der Klage halben zu verantworten. 17. Als sie nun hieher zusammen gekommen waren, machte ich gar keinen Aufschub, sondern septe mich des folgenden Tages auf den Richterstuhl, und hieß den Mann vorführen. 21. Da sich aber Paulus darauf berief, daß er auf des Kaisers Entscheidung in Verwahrung gehalten werde, so ließ ich ihn verwahren, bis ich ihn zum Kaiser sende. 22. Agrippas aber sprach zu Festus: Ich möchte gern auch selbst diesen Menschen hören. Er sprach: Morgen sollst du ihn hören. II. 13. Als aber etliche Tage vergangen waren, kam der König Agrippas und Bernice gen Cä- 23. Des folgenden Tages nun farea, um den Festus zu begrüßen.| kam Agrippas und Bernice mit 14. Und da sie mehrere Tage daselbst sich aufhielten, legte Festus dem König die Sache des Paulus vor, und sprach: Es ist ein Mann von Felir gefangen hinterlassen worden, großem Gepränge, und giengen in das Richthaus mit den Obersten und den angesehensten Männern der Stadt, und auf Festus Befehl ward Paulus gebracht. 24. Und Festus sprach: König Agrippas, und ihr Männer alle, die ihr mit uns zugegen seid! Da sehet ihr diesen, wegen dessen mich die ganze Menge der Juden angieng zu Jerusalem und hier, indem sie schrien, er dürfe nicht länger leben. 15. wegen dessen, als ich zu Jerusalem war, die Hohenpriester und Aeltesten der Juden Vortrag hielten, und ein Urtheil wider ihn verlangten. 16. Denen antwortete ich, es sei nicht der Römer Gewohnheit 18. Als nun die Kläger auftraten, brachten sie keine Klage über ihn vor, dergleichen ich vermuthete; 19. sondern sie hatten nur gewisse Streitfragen wider ihn, betreffend ihre Religion, und einen verstorbenen Jesus, von welchem Paulus sagte, daß er lebe. 20. Da ich aber bei der Streitfrage über solche Dinge zweifelhaft war, sagte ich, ob er wolle gen Jerusalem ziehen, und daselbst dieser Dinge halben gerichtet werden? 222 # 25. Weil ich aber erfand, daß er nichts gethan, das des Todes werth wäre, und auch er selbst sich auf den Kaiser berufen hat, so habe ich beschlossen, ihn abzusenden. Cap. 25. 26. dienend, zu gelangen hoffen. Wegen dieser Hoffnung werde ich, König Agrippas! angeklagt von den Juden. 8. Wie? Wird es bei euch für 26. Ich weiß jedoch über ihn unglaublich geachtet, daß Gott nichts Gewisses dem Herrn zu Todte auferwecke? Schreiben. Darum habe ich ihn| 9. Sch meinte zwar bei mir vor euch geführt, und vornämlich selbst, ich müßte gegen den Namen vor dich, König Agrippas, damit Jesu von Nazareth viel Feindich nach geschehener Untersuchung seliges ausüben. etwas zu schreiben wisse. 27. Denn es dünkt mich ungereimt, einen Gefangenen hinzusenden, und nicht auch die Klagen wider ihn anzuzeigen. 10. Was ich denn auch zu Je rusalem that; und Viele der Hei ligen schloß ich ins Gefängniß, wozu ich von den Hohenpriestern die Gewalt empfangen hatte; und wenn sie getödtet wurden, gab ich die Stimme dazu. 11. Und in allen Bersammlungen strafte ich sie oft, und zwang fie " zu lästern, und über die Maßen wüthend wider sie, verfolgte ich sie auch bis in die ausländischen Städte. Die Geschichten d Das XXVI. Capitel. 1. Rede des Paulus vor Agrippas, und 2. dessen Ausspruch. Agrippas nun sprach zu Paulus: Aa Es ist dir gestattet für dich zu sprechen. Da streckte Paulus die Hand aus, und verantwortete sich also: 2. Ich schäße mich glücklich, König Agrippas! daß ich über alles, dessen ich von den Juden angeklagt werde, vor dir mich heute verantworten soll; 3. da du aller Gebräuche und Streitfragen unter den Juden vorzüglich kundig bist; darum bitte ich dich, mich geduldig anzuhören. 4. Meinen Lebenswandel nun von Jugend auf, den ich von Anfang unter einem Volke zu Jerusalem führte, wissen alle Juden; 5. da sie mich von früher her kennen,( wenn sie es bezeugen wollen) daß ich nach der strengsten Sekte unserer Religion gelebt habe, als ein Pharisäer. 6. Und jest stehe ich vor Gericht wegen der Hoffnung auf die von Gott an unsere Väter geschehene Verheißung, 7. zu welcher unsere zwölf Stämme, eifrig Tag und Nacht Gott 12. Als ich nun in solchem Thun gen Damascus reisete, mit Vollmacht und Erlaubniß von den Hohenpriestern, 13. sah ich mitten am Tag auf dem Wege, o König, vom Him mel her ein Licht, heller als der Glanz der Sonne, welches mich, und die mit mir zogen, umglänzte. 14. Und da wir alle zur Erde gefallen waren, hörte ich eine Stimme zu mir reden und in hebräischer Sprache sagen: Saul, Saul! was verfolgest du mich? Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen. 15. Ich aber sprach: Wer bist du, Herr? Und er sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. 16. Aber steh auf, und stehe auf deine Füße! Denn dazu bin ich dir erschienen, dich zu verordnen zum Diener und Zeugen dessen, was du gesehen hast, und was ich dir offenbaren werde. Cap. 26. 27. der heiligen Apostel. 223 27. Glaubst du, König Agrippas, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubest. 17. Und werde dich erretten von| kannt sei; denn nicht in einem dem Volke und von den Heiden, Winkel ist dieses geschehen. unter welche ich dich jetzt sende, 18. ihre Augen zu öffnen, daß sie sich bekehren von der Finsterniß zum Lichte, und von der Gewalt des Satans zu Gott, daß sie empfangen Vergebung der Sünden, und das Erbe unter den Gehei- 29. Aber Paulus sprach: Ich ligten, durch den Glauben an mich. wünschte zu Gott, daß nicht nur 19. Daher, Rönig Agrippas! fast, sondern ganz, nicht allein war ich der himmlischen Erscheidu, sondern auch Alle, die mich nung nicht ungehorsam, 28. Agrippas aber sprach zu Paulus: Du beredetest mich fast, daß ich ein Chrift würde. heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande. II. 30. Und als er dieses gesprochen, stand der König und der Landpfleger auf, und Bernice, und die bei ihnen saßen. 20. sondern habe denen zu Damascus zuerst, und zu Jerusalem, und im ganzen jüdischen Lande, und den Heiden verkündigt, Buße zu thun, und sich zu Gott zu befehren, indem sie Werke thun, die der Buße würdig seien. 21. Um dieser Dinge willen griffen mich die Juden im Tempel und suchten mich zu tödten. 22. Aber da mir Hülfe von Gott 32. Agrippas aber sagte zu Fe= widerfahren, stehe ich bis auf die- stus: Dieser Mensch hätte können sen Tag, und zeuge vor Kleinen und Großen, und lehre nichts anderes, als wovon die Propheten gesagt haben, daß es geschehen werde, und Moses; 31. Und da sie hinweg gegangen, redeten sie mit einander und spra= chen: Dieser Mensch thut nichts, was des Todes oder der Bande werth wäre. ledig gelassen werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte. 23. nämlich, daß Christus leiden müsse, und daß er, der Erste aus der Auferstehung der Todten, Licht verkündigen werde dem Volke und den Heiden. 24. Als er aber solches zu seiner Verantwortung redete, sprach Festus mit lauter Stimme: Paulus, du bist unsinnig! Die vielen Schrif ten verwirren dich zum Unsinn. 25. Er aber sprach: Ich bin nicht unsinnig, vortrefflichster Festus! sondern Worte der Wahrheit und Besonnenheit rede ich. 26. Denn es weiß von diesen Dingen der König, zu welchem ich auch freimüthig rede; denn ich kann mich nicht bereden, daß ihm etwas von diesen Dingen unbeDas XXVII. Capitel. 1. Paulus Schiffahrt von Cäsarea nach Melite. 2. Sturm und Schiffbruch. Als es aber beschlossen war, daß wir nach Italien hinschiffen sollten, übergaben sie den Paulus und etliche andere Gefangene einem Hauptmann, mit Namen Julius, von der kaiserlichen Kriegsschaar. 2. Nachdem wir aber ein adramyttenisches Schiff bestiegen hat:ten, mit dem wir nach den Ortschaften Asiens schiffen sollten, fuhren wir ab, und mit uns war Aristarchus, ein Macedonier von Thessalonich. 3. Und des andern Tages liefen wir zu Sidon ein; und Julius erzeigte sich menschenfreundlich gegen Paulus, und erlaubte ihm, zu 224 Die Geschichten Cap. 27. seinen Freunden zu gehen, und| Anker auf, und fuhren näher an ihrer Pflege zu genießen. Creta hin. 4. Von da fuhren wir ab und schifften unter Cypern hin, weil die Winde uns entgegen waren. 5. Und nachdem wir das Meer bei Cilicien und Pamphylien durchschifft hatten, kamen wir gen Myra in Lycien. 6. Und daselbst fand der Hauptmann ein Schiff von Alexandria, das nach Italien fuhr, und brachte uns auf dasselbe. 7. Da wir aber während vieler Tage eine langsame Fahrt hatten, und mit Mühe gegen Enidus kamen, weil der Wind uns nicht hinzuließ, so schifften wir unter Creta hin, gegen Salmone. 8. Und indem wir mit Mühe an der Küste hinfuhren, famen wir an einen Ort, der schöne Schiffshafen genannt, in dessen Nähe die Stadt Lasäa war. 9. Als aber viele Zeit verflossen, und die Schiffahrt schon gefährlich war, weil auch die Fastenzeit schon vorüber war, warnete Paulus und sprach zu ihnen: 19. Und am dritten Tage warfen wir mit eigener Hand das Geräthe der Schiffes aus. 20. Da aber bei vielen Tagen weder Sonne noch Sterne schie nen, und ein heftiger Sturm anhielt, verschwand endlich alle Hoffnung, daß wir gerettet würden. 21. Und da man lange nichts gegessen hatte, stellte sich jest Paulus mitten unter sie und sprach: Man hätte zwar, ihr Männer, mir gehorchen, und nicht von Creta abfahren, und sich diese Schädigung und den Berlust ersparen sollen. 22. Doch so ermahne ich euch auch jest, gutes Muthes zu sein, denn Niemandes Leben aus euch wird verloren gehen, nur das Schiff. 23. Denn es trat zu mir in dieser Nacht ein Engel des Gottes, dessen ich bin, und dem ich auch diene, 24. und sprach: Fürchte dich ihr Vorhaben erreicht, zogen die nicht, Paulus, du mußt vor den 10. Jhr Männer, ich sehe, daß mit Schädigung und großem VerLust, nicht nur für die Ladung und daß Schiff, sondern auch für unser Leben die Fahrt geschehen wird. 11. Aber der Hauptmann glaubte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr, als dem, was von Paulus gesprochen ward. 12. Und da der Hafen nicht wohlgelegen war zum Ueberwintern, gab die Mehrzahl den Rath, auch von da abzufahren, ob sie etwa könnten nach Phönix gelangen, einem Hafen von Creta, der gegen Süd- und Nord- West liegt, und daselbst überwintern. II. 14. Aber nicht lange darnach stieß gegen die Insel ein Wirbelwind, Ost- Nord genannt. 15. Und da das Schiff ergriffen ward und dem Winde nicht widerstehen konnte, überließen wir es, und schwebten.. 13. Da nun ein sanfter Südwind wehete, meinten sie, sie hätten 16. Als wir aber an einer klei nen Insel, Claude genannt, hinliefen, vermochten wir kaum des Bootes mächtig zu werden. 17. Dieses zogen sie herauf, gebrauchten der Hülfe, und umbanden das Schiff; und weil sie fürchte ten, auf die Syrte geworfen zu werden, ließen sie die Segel her: unter und schwebten also. * 18. Da wir aber heftig vom Sturm umbergetrieben wurden, warfen sie des folgenden Tages von der Ladung aus. Cap. 27. der heiligen Apostel. 225 Kaiser treten; und siche, Gott| Speise zu euch zu nehmen, denn hat dir Alle geschenkt, die mit dir schiffen. dieses dienet zu eurer Errettung; denn keinem von euch wird ein Haar vom Haupte verloren gehen. 35. Und nachdem er dieses gesprochen, nahm er Brot, dankte Gott vor Allen, und brach es, und fieng an zu essen. 36. Da wurden alle gutes Muthes, und nahmen auch selbst Speise zu sich. 37. Wir waren aber in dem Schiffe alle zusammen zweihundert sechs und siebenzig Seelen. 38. Und nachdem sie sich mit Speise gesättigt hatten, erleichterten sie das Schiff, und warfen die Speise ins Meer. 39. Als es aber Tag geworden, erkannten sie das Land nicht; sie wurden aber einen Meerbusen gewahr, der ein Gestade hatte, an welches sie das Schiff wo möglich anzutreiben beschlossen. 25. Darum seid gutes Muthes, ihr Männer! Denn ich vertraue Gott, daß es also geschehen werde, in der Weise, wie zu mir ist geredet worden. 26. Aber auf eine Insel müssen wir geworfen werden. 27. Als es aber die vierzehnte Nacht war, seitdem wir auf dem Adriatischen Meere herumgetrieben wurden, vermutheten um Mitternacht die Schiffsleute, daß sich ihnen Land nähere. 28. Und fie ließen das Senkblei hinunter, und fanden zwanzig Klafter. Und als sie ein wenig weiter gefahren und es wieder hinunterließen, fanden sie fünf zehn Klafter. 29. Und da sie fürchteten, auf rauhe Orte geworfen zu werden, warfen sie vom Hintertheile des Schiffes vier Anker aus, und wünschten, daß es Tag würde. 30. Als aber die Schiffsleute aus dem Schiffe zu entfliehen suchten, und das Boot ins Meer hinab ließen, unter dem Vorwande, als wollten sie vom Vordertheile Anker auswerfen; 31. sprach Paulus zu dem Hauptmann und zu den Kriegsknechten: Wenn diese nicht im Schiffe bleiben, so könnet ihr nicht gerettet werden. 32. Da hieben die Kriegsknechte die Seile des Bootes ab, und lieBen es hinausfallen. 40. Und so zogen sie die Anker auf, und ließen sie ins Meer und löseten zugleich die Bande der Steuerruder; dann zogen sie das kleine Segel auf nach dem Winde, und hielten dem Gestade zu. 41. Da sie aber auf einen Ort geriethen, der zu beiden Seiten Meer hatte; stieß das Schiff auf, und das Vordertheil blieb unbeweglich fest, das Hintertheil aber gieng aus einander von der Gewalt der W en. 42. Es ward aber von den Kriegsknechten ein Rathschlag gefaßt, daß sie die Gefangenen tödten wollten, damit nicht Jemand durch Schwimmen entfliehe. 33. Bis es aber mochte Tag werden, ermahnte Paulus Alle, Speise zu nehmen, und sprach: Es ist heute der vierzehnte Tag, daß ihr wartet, und ohne Nahrung geblieben seid, indem ihr nichts zu euch genommen habet. ans Land zu kommen; 34. Darum ermahne ich euch, 44. und die Uebrigen theils auf 43. Der Hauptmann aber, der den Paulus erhalten wollte, verhinderte ihr Vorhaben, und befahl, wer schwimmen könne, solle sich zuerst ins Meer werfen, um 15 226 Die Geschichten Cap. 28. Bretern, theils auf Stücken vom| und legte ihm die Hände auf, und Schiffe. Und so geschah es, daß Alle an das Land gerettet wurden. machte ihn gesund. Das XXVIII. Capitel. 1. Thaten des Paulus auf Melite. 2. Seine Ankunft in Rom. 3. Seine Gefangenschaft und Verkündigung des Evangeliums daselbst. Und als sie gerettet waren, da erfuhren sie, daß die Insel Melite beige. 2. Die Einwohner aber erzeigten uns nicht geringe Menschenfreundlichkeit, denn sie zündeten ein Feuer an, und nahmen uns alle zu sich wegen des anhaltenden Regens und wegen der Kälte. 3. Als aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenraffte, und auf das Feuer legte, fam eine Natter aus der Hipe hervor, und fuhr ihm an die Hand. 4. Wie aber die Einwohner das Thier an seiner Hand hängen sahen, sprachen sie zu einander: Gewiß ist dieser Mensch ein Mörder, den, ob er gleich aus dem Meere gerettet wurde, die Rache dennoch nicht leben ließ. 5. Er jedoch schleuderte das Thier in das Feuer, und ihm ge schah nichts Böses. 6. Sie aber erwarteten, er werde aufschwellen, oder plößlich todt niederfallen. Als sie aber lange warteten, und sahen, daß ihm kein Leid widerfuhr, änderten sie ihre Meinung, und sagten, er sei ein Gott. 7. Aber in der Gegend dieses Ortes hatte der Vornehmste der Insel, Namens Publius, Güter; dieser nahm uns auf, und beherbergte uns drei Tage freundlich. 8. Es begab sich aber, daß des Publius Vater am Fieber und an der Ruhr krank darnieder lag. Zu dem gieng Paulus hinein, betete, 9. Als nun dieses geschehen, kamen auch die übrigen auf der Insel, die Krankheiten hatten, herbei, und wurden geheilt. 10. Diese erwiesen uns auch viel Ehre, und als wir abfuhren, gaben sie uns das Nöthige mit. II. 11. Nach drei Monaten aber fuhren wir ab auf einem Schiffe, das auf der Insel überwintert hatte, von Alexandria, mit dem Zeichen der Zwillinge. 12. Und wir liefen ein zu Syrakus, und blieben daselbst drei Tage. 13. Und von da schifften wir herum, und kamen gen Rhegium; und da nach einem Tage sich der Südwind erhob, kamen wir den zweiten Tag nach Puteoli. 14. Daselbst fanden wir Brüder und wurden gebeten, sieben Tage bei ihnen zu bleiben; und so kamen wir nach Rom. 15. Und von da kamen die Brüder, als sie von uns gehört hatten, hinaus uns entgegen bis gen Appiiforum und Trestabernä. Als Paulus dieselben sah, dankte er Gott und fassete Muth. 16. Da wir aber gen Rom ge kommen, übergab der Hauptmann die Gefangenen dem Obersten der Leibwache; dem Paulus aber wurde gestattet, für sich zu bleiben mit dem Kriegsknechte, der ihn bewachte. III. 17. Es begab sich aber nach drei Tagen, daß Paulus die Vornehmsten der Juden zusammen be rief. Und als sie zusammen gekommen, sprach er zu ihnen: Ihr Män ner, Brüder! wiewohl ich nichts wider das Volk oder die väterlichen Gebräuche gethan habe, bin ich ge fangen von Jerusalem in die Hände der Römer überliefert worden. 18. Diese wollten, nachdem fie Cap. 28. der beiligen Apostel. 227 mich verhört hatten, mich ledig 25. Und da sie unter einander lassen, weil keine Schuld des To- uneins waren, schieden sie hindes an mir war. weg, nachdem Paulus Ein Wort 19. Da aber die Juden wider- gesprochen: Trefflich hat der heisprachen, ward ich genöthigt, mich lige Geist durch den Propheten auf den Kaiser zu berufen, nicht Jesajas zu unsern Vätern geredet, als ob ich gegen mein Bolk etwas da er sagte: zu klagen hätte. 20. Wegen dieser Ursache nun habe ich euch berufen, um euch zu sehen und mit euch zu sprechen; denn um der Hoffnung Israels willen bin ich mit dieser Kette umgeben. 21. Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben weder Briefe deinethalben aus Judäa empfangen, noch ist Jemand von den Brüdern gekommen, der von dir etwas Böses verkündigt oder gesagt hätte. 22. Wir begehren aber von dir zu hören, was du für eine Meinung habest; denn von dieser Sekte ist uns bekannt, daß ihr aller Orten widersprochen wird. 23. Nachdem sie ihm nun einen Tag bestimmt hatten, kamen ihrer Mehrere zu ihm in die Herberge. Diesen legte er das Reich Gottes aus und bezeugte es, und suchte ihnen die Lehre Jesu aus dem Gesetze Moses und den Propheten zu beweisen, vom Morgen an bis zum Abend. 24. Und Etliche wurden von dem überzeugt, was er sagte, Etliche aber blieben ungläubig. "> 26. Gehe hin zu diesem Volke, und sprich: Mit den Ohren werdet ihr hören, und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen, und nicht erkennen. 27. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen baben sie zugeschlossen; daß sie nicht etwa mit den Augen sehen, und mit den Ohren bören, und mit dem Herzen verstehen, und sich bekehren, und ich sie gesund mache." 28. So sei euch nun fund, daß den Heiden das Heil Gottes gesandt worden ist; diese werden es auch hören. Das I. Capitel. 1. Gruß des Paulus an die Gemeinde. 2. Seine Sehnsucht zu ihr zu kommen. 3. Die Kraft des Evangeliums. 4. Die Sünden der Heiden. Paulus, ein Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert zum Evangelium Gottes, 29. Und als er dieses gesagt, giengen die Juden hinweg, und hatten viel Streitens unter einander. 30. Es blieb aber Paulus zwei ganze Jahre in einem eigenen gemietheten Hause, und nahm Alle auf, die bei ihm eintraten, 31. indem er das Reich Gottes predigte, und von dem Herrn Jeſu Christo lehrte mit aller Freimüthigkeit ungehindert. Die Epistel St. Pauli an die Römer. 2. welches er vorher verheißen hat durch seine Propheten in den heiligen Schriften, børen ist aus dem Samen Davids 3. von seinem Sohne, der genach dem Fleische, 4. und erwiesen als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geiste der Hei15* 228 Die Epistel St. Pauli Cap. 1. ligung, durch die Auferstehung ihr zu Rom seid, das Evangevon den Todten, von Jesu Christo, lium zu predigen. unserm Herrn; III. 16. Denn ich schäme mich des Evangeliums Christi nicht; denn es ist eine Kraft Gottes zum Heil einem Jeden, der daran glaubt, dem Juden zuerst, und auch dem Griechen. 17. Denn die Gerechtigkeit Got tes wird in demselben gcoffenbaret aus dem Glauben zu dem Glauben, wie geschrieben steht:„ Der Gerechte aber wird aus dem Glauben leben." IV. 18. Denn geoffenbaret wird der Zorn Gottes vom Himmel über alle Gottlosigkeit und Unge rechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. 5. durch welchen wir die Gnade und das Apostelamt empfangen baben, um Gehorsam gegen den Glauben zu bewirken unter allen Heiden um seines Namens willen, 6. unter welchen auch ihr seid, berufen von Jesu Christo: 7. Allen Geliebten Gottes und berufenen Heiligen, die zu Rom find: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 8. Zuvörderst danke ich meinem Gott durch Jesum Christum euer aller halben, daß euer Glaube in der ganzen Welt verkündigt wird. 9. Denn mein Zeuge ist Gott, dem ich in meinem Geiste diene im Evangelium seines Sohnes, wie ich unabläßig euer gedenke, 10. und allezeit in meinem Gebete flehe, ob ich endlich einmal, nach dem Willen Gottes, glückliche Gelegnheit haben möchte, zu euch zu kommen. 11. Denn mich verlanget, euch zu sehen, daß ich euch eine geistliche Gabe mittheile, um euch zu stärken; 12. das heißt, daß ich mit getröstet werde bei euch durch den gemeinschaftlichen Glauben, euern und meinen. 13. Ich will euch aber, ihr Brüder nicht verschweigen, daß ich mir oft vorgesetzt habe, zu euch zu verhindert), auf daß ich auch unter euch einige Frucht habe, wie unter den übrigen Heiden. 14. Gegen Griechen und NichtGriechen, gegen Weise und Unverständige bin ich ein Schuldner; 15. und so bin ich so viel an mir ift, geneigt, auch euch die 19. Darum daß dasjenige, was man von Gott erkennen fann, unter ihnen offenbar ist; denn Gott hat es ihnen geoffenbaret. 20. Denn sein unsichtbares We sen wird seit Erschaffung der Welt deutlich ersehen, so man es in den Werken betrachtet, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, damit sie keine Entschuldigung haben. 21. Darum daß fie Gott erkann ten, und doch ihn nicht priesen als Gott, noch ihm dankten; sondern verfielen in ihren Gedanken in eiteln Wahn, und ihr un verständiges Herz ward verfinstert. 22. Da sie vorgaben, sie wären Weise, wurden sie zu Thoren, 23. und vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Got des vergänglichen Menschen, und der Vögel, und der vierfüßigen und der friechenden Thiere. 24. Darum gab sie auch Gett dahin, in den Gelüsten ihrer Har zen, in die Unreinigkeit be eiber unter einander zu fänden: 25 sie, welche die Wahrheit Cap. 1. 2. an die Römer. 229 Gottes mit Lügen vertauschten,| richtest, verdammst du dich selbst; und den Geschöpfen Ehre und denn du, der du richtest, thust Dienst erwiesen, mehr als dem eben dasselbe. Schöpfer, welcher gepriesen sei in Ewigkeit! Amen. 2. Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes nach der Wahrheit über die ergeht, die solches verüben. 26. Darum gab sie Gott dahin in schändliche Gelüste; denn ihre Weiber verwandelten den natürlichen Gebrauch in den unnatürlichen. 3. Meinest du aber, o Mensch! der du die richtest, die solches verüben, und dasselbe thust, daß du dem Gerichte Gottes entrinnen werdest? 27. Gleicher Weise, auch die Männer verließen den natürlichen 4. Oder verachtest du den ReichGebrauch des Weibes, und ent- thum seiner Gütigkeit und Geduld brannten in ihrer Begierde gegen und Langmuth, und erkennst nicht, einander, also daß Männer mit daß die Güte Gottes dich zur Männern Schande trieben, und Buße leitet? den verdienten Lohn ihrer Ver- 5. Aber nach deiner Verstocktheit irrungen an sich selbst empfiengen. und deinem unbußfertigen Herzen 28. Und so wie sie es verworfen, häufst du dir selbst den Zorn auf Gott recht zu erkennen, so gab den Tag des Zornes und der auch Gott sie dahin einem ver- Offenbarung des gerechten Geworfenen Sinne zu thun, was richtes Gottes; fich nicht geziemet; 29. erfüllt mit jeglicher Ungerechtigkeit, Unzucht, Schalkheit, Geiz, Bosheit; voll Neid, Mord, Hader, Betrug, Tücke; 30. Ohrenbläser, Verläumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, stolz, Erfinder böser Dinge, ungehorsam gegen die Aeltern; 31. unvernünstig, treulos, wortbrüchig, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig; 32. die, ungeachtet sie das Recht Gottes kennen, daß, die solches verüben, des Todes würdig sind, nicht nur selbst dieses thun, sondern auch ihr Wohlgefallen daran haben, wenn Andere es verüben. Das II. Capitel. 1. Gottes unparteiische Gerechtigkeit. 2. Auch die Juden sind Sünder. Darum arum kannst du dich nicht entschuldigen, o Mensch, wer du auch sein magst, der du Undere richtest; denn indem du den Andern 6. welcher einem Jeden nach seinen Werken vergelten wird; 7. denen, die durch Standhaftigkeit in gutem Werke nach Preis und Ehre und Unvergänglichteit trachten, das ewige Leben; 8. denen aber, die widerspenstig und der Wahrheit ungehorsam sind, der Sünde aber gehorchen, Ungnade und Zorn. 9. Trübfal und Angst über jede Seele eines Menschen, der Böſes wirket, über den Juden zuerst, und auch über den Griechen; 10. Preis aber und Ehre und Frieden einem Jeden, der Gutes wirket, dem Juden zuerst, und auch dem Griechen. 11. Denn bei Gott ist kein Anseben der Person. 12. Denn Alle, die ohne das Gesetz sündigten, werden auch ohne das Gesey verloren gehen. Und Alle, die unter dem Geseßze fündigten, die werden durch das Gesek gerichtet werden; 13. Denn nicht die Hörer des 230 Die Epistel St. Pauli Cap. 2. 3. Gefeßes sind gerecht vor Gott, wohl nüßlich, wenn du das Gesez sondern die Thäter des Gesetzes übest; wenn du aber ein Uleberwerden gerecht gesprochen werden. treter des Geseges bist, so ist deine 14. Denn wenn die Heiden, die Beschneidung Vorhaut geworden. das Gesetz nicht haben, von Natur thun, was das Gesetz enthält, so sind diese, die das Geses nicht haben, sich selbst das Geseß, 26. Wenn nun der Unbeschnittene die Rechte des Gesetzes hält, wird ihm nicht seine Vorhaut für Be schneidung gerechnet werden? 15. als die zu erkennen geben, daß das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben sei, indem auch ihr Gewissen solches bezeugt, und ihre Gedanken sich unter einander anklagen, oder auch entschuldigen; 16. an dem Tage, wann Gott das Verborgene der Menschen rich ten wird, nach meinem Evangelium, durch Jesum Christum. II. 17. Siehe, du wirst ein Jude genannt, und stügest dich auf das Gesetz, und rühmest dich in Gott, 18. und erkennst seinen Willen, und prüfest was recht und unrecht sei, aus dem Geses unterrichtet; 19. und vermissest dich, ein Führer der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in der Finsterniß sind, 20. ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, der einen Abriß des Wis sens und der Wahrheit in dem Geseze habe. 21. Du nun, der einen Andern lehret, lehrst dich selbst nicht! Du, der predigt, man solle nicht stehlen, stiehlst! 22. Du, der spricht, man solle nicht ehebrechen, brichst die Ehe! Du, der die Gögen verabscheut, beraubst die Tempel! 23. Du, der sich in dem Gesetze rühmt, entehrest Gott durch Uebertretung des Gesetzes! 24. Denn der Name Gottes wird um euertwillen unter den Heiden gelästert", wie geschrieben steht. 25. Denn die Beschneidung ist 27. Und wird nicht der von Natur Unbeschnittene, wenn er das Geset hält, dich richten, der du, unter dem Buchstaben und der Beschneidung, ein Uebertreter des Gesezzes bist? 28. Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist das nicht Beschneidung, die äußerlich, am Fleische geschieht; 29. sondern der, der im Verborgenen ein Jude ist, und die Beschneidung des Herzens im Geiste, nicht nach dem Buchstaben. Ein solcher hat sein Lob nicht von den Menschen, sondern von Gott. Das III. Capitel. 1. Widerlegung einiger Einwürfe. 2. Juden und Heiden sind gleich straf würdig. 3. Sie werden einzig durch den Glauben gottgefällig. Was für einen Vorzug hat denn der Jude? Oder was für einen Nußen hat die Beschneidung? 2. Viel in jeder Weise! Denn fürs erste sind ihnen die VerheiBungen Gottes anvertraut worden. 3. Denn wie? Wenn Etliche nicht glaubten, sollte ihr Unglaube die Treue Gottes aufheben? 4. Das sei ferne! Vielmehr muß Gott wahrhaft sein, alle Menschen aber Lügner! Wie ge schrieben steht: Daß du in deinen Worten als gerecht erkannt werdest, und siegest, wann, du gerichtet wirst." >> 5. Wenn aber unsere Ungerech tigkeit Gottes Gerechtigkeit dar Cap. 3. thut, was wollen wir dazu sagen? Soll Gott ungerecht sein, wenn er Strafe auflegt?( Ich rede nach menschlicher Art.) 6. Das sei ferne! Denn wie könnte sonst Gott die Welt richten? 7. Denn wenn die Wahrhaftigfeit Gottes durch meine Lüge noch mehr erhöhet ward zu seinem Ruhm, warum werde ich denn noch als ein Sünder gerichtet? 8. und sollen wir nicht thun, wie man uns verläumdet und Etliche vorgeben, daß wir sagen: Laßt uns das Böse thun, damit das Gute komme? Solcher Verdammniß ist gerecht. II. 9. Wie denn? Haben wir einen Vorzug? Ganz und gar nicht! Denn wir haben vorher Alle, Juden und Griechen, beschuldigt, daß sie unter der Herr schaft der Sünde seien. Jan die Römer. 10. Wie geschrieben steht: ,, Es ist Keiner gerecht, auch nicht Einer; 11. Es ist keiner, der verständig sei; es ist Keiner, der Gott mit Ernst suche. 12. Alle sind abgewichen, sie find zusammen unnüz geworden; es ist keiner, der Gutes thue, es ist auch nicht Einer. 13. Ein offenes Grab ist ihr Rachen; mit ihren Zungen reden fie Trug, Schlangengift ist unter ihren Lippen. 14. Ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. 15. Ihre Füße sind schnell zum Blutvergießen; 16. Verwüstung und Jammer ist auf ihren Wegen, 17. und den Weg des Friedens kennen sie nicht. 18. Keine Furcht Gottes ist vor thren Augen." 231 auf daß jeder Mund verschlossen werde, und alle Welt vor Gott strafwürdig sei. 20. Darum daß aus den Werken des Geseßes kein Mensch vor ihm wird gerecht gesprochen werden; denn durch das Geseg kommt Erkenntniß der Sünde. 19. Wir wissen aber, daß das Gesetz Alles, was es spricht, denen fagt, die unter dem Geseze sind; III. 21. Jezt aber ist ohne das Gesetz die Gerechtigkeit Gottes ge= offenbaret, die von dem Geseß und den Propheten Zeugniß erhielt; 22. nämlich die Gerechtigkeit Gottes, die durch den Glauben an Jesum Christum kommt für Alle und über Alle, die da glauben; denn es ist kein Unterschied. 23. Denn Alle haben gesündigt, und mangeln der Ehre vor Gott, 24. und werden gerecht gesprochen ohne Verdienst durch seine Gnade, vermittelst der Erlösung, die da ist in Christo Jesu. 25. Shn hat Gott verordnet zu einem Sühnopfer durch den Glauben in seinem Blut, zur Beweisung seiner Gerechtigkeit, wegen der Vergebung der vorher geschehenen Sünden, unter der Langmuth Gottes; 26. zur Beweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, so daß er gerecht sei, und den gerecht mache, der da ist aus dem Glauben an Jesum. 27. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen! Durch welches Geset? Durch das der Werke? Nein! sondern durch das Gesez des Glaubens. 28. So halten wir nun dafür, daß der Mensch durch den Glauben gerecht gesprochen werde, ohne die Werke des Gesetzes. 29. Oder ist Gott nur der Juden Gott? Nicht auch der Heiden? Ja! auch der Heiden; 30. weil ja Gott Einer ist, der die Beschnittenen aus dem Glau 232 Die Epistel St. Pauli Cap. 3. 4. ben und die Unbeschnittenen durch| Nicht da er beschnitten, sondern den Glauben gerecht machen wird. da er noch unbeschnitten war. 31. Machen wir also das Geseg kraftlos durch den Glauben? Das seit ferne! sondern wir bestätigen das Gesey.jaltra aid 15. Das IV Capitel. Die Gerechtmachung durch den Glauben, nicht durch Werke, an Abrahams Beispiel gezeigt. pin Was können wir nun sagen von unserm Vater Abraham, daß er dem Fleische nach erlangt habe? 2. Denn wenn Abraham aus den Werken gerecht gesprochen wurde, so hat er Ruhm, aber nicht vor Gott. a 3. Denn was sagt die Schrift? ,, Abraham aber glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigfeit gerechnet." 11. Und er empfieng das Zeichen der Beschneidung, als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er noch unbeschnitten war; auf daß er ein Vater würde aller unbeschnittenen Gläubigen, auf daß auch ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet werde: 12. und ein Vater der Beschnit tenen, derer nämlich, die nicht nur beschnitten sind, sondern auch in den Fußstapfen des Glaubens wandeln, den Abraham, unser Bater, hatte, als er noch unbe schnitten war. 13. Denn nicht durch das Geset ward die Verheißung dem Abra ham oder seinen Nachkommen zu Theil, daß er Erbe der Welt sein solle, sondern durch die Gerechtig feit des Glaubens. 4. Dem aber, der Werke verrichtet, wird der Lohn nicht als eine Gnade, sondern als eine Schuldigkeit angerechnet. 5) Dem aber, der keine Werke verrichtet, aber an den glaubt, der 15. Denn das Gesetz wirket den den Gottlosen gerecht spricht, dem Zorn; denn wo kein Gesetz ist, wird sein Glaube zur Gerechtig- da ist auch keine Uebertretung. keit angerechnet. S 16. Darum ist es aus dem Glau 6. Sowie auch David die Selig- ben, damit es eine Gnade sei, auf preisung des Menschen ausspricht, daß die Verheißung gewiß sei dem Gott die Gerechtigkeit zu- für alle seine Nachkommen, nicht rechnet ohne Werke.jun allein für die vom Geseße, son 7. ,, Selig find die, deren Misse- dern auch für die von dem Glauthaten vergeben, und deren Sün- ben Abrahams, der unser aller den bedecket find an 8. Selig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anvechnet." d 9. Diese Seligpreisung nun, gilt fie allein den Beschnittenen, oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen nämlich, daß dem Abraham sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet wurdentot and 10. Wie ward, er ihm nun angerechnet? Da er beschnitten, oder das er noch unbeschnitten war? 14. Denn wenn die vom Gesepe Erben sind, so ist der Glaube zu nichte gemacht, und die Verhei ßung aufgehoben. Bater ist, 17. wie geschrieben steht:„ Zum Vater vieler Völker habe ich dich gemacht;" vor dem Gott, dem er glaubte, der die Todten lebendig macht, und dem, was nicht ist, ruft, als ob es wäre; st 18. der gegen Hoffnung auf Soffnung glaubte, auf daß er ein Vater vieler Völker würde, nach dem Ausspruche Also soll dein Same sein!" orsa nath Cap. 4. 5. Bu an die Römer. 233 unsre Herzen durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben worden. 19. Und nicht schwach im Glau-| Liebe Gottes ausgegossen ist in ben, zog er nicht in Betrachtung seinen schon erstorbenen Leib, da er fast hundertjährig war, noch den erstorbenen Leib der Sara; 20. an der Verheißung Gottes zweifelte er nicht in Unglauben, sondern ward gestärkt im Glauben, Gott die Ehre gebend, 21. und völlig versichert, was er verheißen habe, das sei er auch vermögend zu thun. 6. Denn Christus ist, da wir noch schwach waren, zur bestimmten Zeit für die Gottlosen gestorben. 7. Nun wird kaum Jemand für einen Gerechten sterben; für den Wohlthäter wagt vielleicht noch Jemand zu sterben. 22. Darum ward es ihm auch zur Gerechtigkeit gerechnet. 23. Es ist aber nicht allein sei netwegen geschrieben, daß es ihm angerechnet worden; 24. sondern auch unsertwegen, denen es wird angerechnet werden, die wir an den glauben, der Jesum, unsern Herren, auf erweckt hat von den Todten; 25. welcher dahin gegeben ward um unsrer Uebertretungen willen, und auferweckt um unsrer Gerecht sprechung willen. Das V. Capitel. 1. Friede mit Gott, die Frucht des Glaubens. 2. Wie von Adam her der Tod, so durch Christus das Leben. Da wir nun gerecht gesprochen worden aus dem Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herren Jesum Christum. 2. Durch welchen wir auch den Zutritt erlangt haben durch den Glauben zu dieser Gnade, in der wir fest stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. 3. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch in den Trübsalen, da wir wissen, daß die Trübsal Geduld wirket, 14. die Geduld aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; 152 die Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden, weil die 8. Es beweiset aber Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns starb, da wir noch Sünder waren. 9. Um so viel mehr nun werden wir, da wir jetzt durch sein Blut gerecht gesprochen worden sind, durch ihn vor dem Zorne gerettet werden. 10. Denn so wir, da wir Feinde waren, mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, so werden wir um so viel mehr, da wir nun versöhnt sind, gerettet werden in seinem Leben. 11. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch in Gott durch unsern Herrn Jesum Christum, durch welchen wir jetzt die Versöhnung erlangt haben. II. 12. Darum gleichwie durch Einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen, und durch die Sünde der Tod; und also auch der Tod auf alle Menschen übergegangen ist, indem sie alle gefündigt haben: 13. Denn bis auf das Geset war die Sünde in der Welt; die Sünde wird aber nicht zugerechnet, wenn kein Gesez da ist. 14. Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis auf Moses, auch über diejenigen, welche nicht gesündigt hatten nach der Aehnlichkeit der Uebertretung Adams, welcher ein Vorbild des Zukünftigen ist. 15. Uber nicht wie das Bergehen, ist eben also auchy die Gnadengabe. 234 Die Epistel St. Pauli Cap. 5. 6. ¡ Denn wenn durch des Einen Ver- der Sünde abgestorben sein, und gehung die Vielen gestorben sind, so ist noch viel mehr die Gnade Gottes und die Gabe durch die Gnade des Einen Menschen Jesu Christi den Vielen reichlich wider fahren.. 2. aus der Knechtschaft der Sünde in den Dienst Gottes treten. Was wollen wir nun sagen? Wollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade noch größer werde? 16. Auch nicht, wie es durch den Einen, der fündigte, geschab, ist die Gabe. Denn das Urtheil kam von dem Einen zur Verdamm niß; die Gnadengabe aber von vielen Vergehungen zur Gerechtmachung. 2. Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde abgestorben sind, wie sollten wir ferner in ihr leben? 3. Oder wisset ihr nicht, daß wir alle, die wir auf Christum Jesum getauft worden, auf seinen Tod getauft worden sind? 4. Wir sind also mit ihm begra17. Denn wenn vermöge der Vergehung des Einen der Tod ben worden, durch die Taufe auf herrschte durch den Einen, so werden Tod; damit, wie Christus den noch viel mehr die, welche durch die Herrlichkeit des Vaters den Ueberfluß der Gnade und der von den Todten auferweckt wor Gabe der Gerechtigkeit empfan- den ist, auch wir gleicher Weise gen, im Leben herrschen durch den in einem neuen Leben wandeln. Einen, Jesum Christum. 18. Demnach also, wie es durch eines Einzigen Vergehen für alle Menschen zur Verdammniß kam; so kam es auch durch eines Einzigen Gerechtmachung für alle Menschen zur Gerechtsprechung des Lebens. 19. Denn wie durch den Ungehorsam des Einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht wurden; so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen gerecht gemacht werden. 20. Das Geseß aber ist daneben eingetreten, damit das Vergehen noch größer würde. Wo aber die Sünde größer geworden, da erzeigte sich die Gnade noch überschwenglicher; 21. damit, wie die Sünde herrschte in dem Tode, also auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christum unsern Herren. 5. Denn, so wir mit ihm verbunden wurden durch die Nehnlichkeit seines Todes, so werden wir es ja auch in der Auferstehung sein: 6. indem wir das erkennen, daß unser alter Mensch ist mitgekreuzigt worden, damit der Leib der Sünde kraftlos gemachet werde, daß wir nicht mehr der Sünde dienen. 7. Denn, wer gestorben ist, der ist von der Sünde gerecht gesprochen. 8. Sind wir aber mit Christo ge storben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; 9. da wir wissen, daß Christus, von den Todten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Herrschaft mehr über ihn. 10. Denn was er starb, das starb er der Sünde Einmal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11. Also follet auch ihr euch für solche halten, die der Sünde tødt find, aber Gott leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Das VI. Capitel. 11. Der Chrift soll durch die Taufe II. 12. So lasset nun die Sünde Cap. 6. 7. an die Römer. 235 nicht herrschen in euerm sterblichen| Sünde befreit, aber Gott dienstLeibe, ihr zu gehorchen in seinen bar geworden seid, so habet ihr Begierden. eure Frucht zur Heiligung, das Ende aber das ewige Leben. 23. Denn der Sold der Sünde ist der Tod; die Gnadengabe Gottes aber ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. 13. Auch stellet nicht eure Glieder der Sünde dar zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit; sondern stellet euch selbst Gott dar, als aus Todten Lebendiggewordene, und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit. 14. Denn die Sünde wird keine Herrschaft über euch haben; denn ihr stehet nicht unter dem Geseße, sondern unter der Gnade. 15. Wie nun? Sollen wir fündigen, weil wir nicht unter dem Gefeße stehen, sondern unter der Gnade? Das sei ferne! 16. Wisset ihr nicht, daß, wem ihr euch darstellet als Knechte zum Gehorsam, ihr dessen Knechte seid, dem ihr gehorchet, entweder der Sünde, zum Tode; oder des Gehorsams, zur Gerechtigkeit. 17. Gott aber sei Dank, daß ihr Knechte der Sünde gewesen, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, welchem ihr seid übergeben worden. 18. Befreit aber von der Sünde, seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden. Das VII. Capitel. 1. Die Christen, nicht mehr unter dem Gefeße, gehören Christo an. 2. Das Gesetz, an sich gut, ward Anlaß zur Sünde. 3. Die Herrschaft der Sünde durch das Fleisch. Oder wisset ihr nicht, ihr Brüder! ( denn ich rede mit solchen, die das Gesetz kennen) daß das Gesetz über den Menschen nur so lange herrschet, als er lebt? 2. Denn das Weib, das unter dem Manne steht, ist durch das Gesetz an den Mann gebunden, so lange er lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie vom Gesetze des Mannes erledigt. 3. Demnach also, während ihr Mann lebt, wird sie eine Ehebrecherinn heißen, wenn sie sich an einen andern Mann ergibt; wenn aber der Mann stirbt, so ist fie frei von dem Gesetze, so daß sie 19. Ich rede nach menschlicher keine Ehebrecherinn ist, indem sie Art, wegen der Schwachheit euers eines andern Mannes Weib wird. Fleisches. Wie ihr nämlich eure 4. Also seid auch ihr, meine Glieder dargestellt habet zum Brüder! dem Geseße getödtet Dienste der Unreinigkeit und der Ungerechtigkeit, zur Ungerechtig keit; also stellet jegt eure Glieder dar zum Dienste der Gerechtigkeit, zur Heiligung. worden, durch den Leib Christi, auf daß ihr einem Andern angehöret, nämlich dem, der von den Todten ist auferweckt worden, damit wir Gott Frucht bringen. 20. Denn als ihr Knechte der Sünde waret, da waret ihr frei für die Gerechtigkeit. 21, Welche Frucht nun hattet ihr damals von den Dingen, deren ihr jept euch schämet? denn das Ende derselben ist der Tod. 22. Jest aber, da ihr von der 5. Denn, als wir im Fleische waren, da waren die Leidenschaften der Sünden, welche durch das Gesetz kamen, wirksam in unsern Gliedern, um dem Tode Frucht zu bringen. 6. Jegt aber sind wir von dem Geseße erledigt, da wir demige 286 Die Epistel St. Pauli Cap. 7. 8. 17 Nun aber wirke nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. storben sind, in dem wir festges| ich nicht will, so stimme ich dem halten wurden, so daß wir die Geseße, bei, daß es gut sei. nen sollen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten des Buchstabens. do 10 mns all. 7. Was wollen wir nun sa gen? Ist das Gesetz Sünde? Das seis ferne! Sondern die Sünde hätte ich nicht gekannt, außer durch das Gesetz; denn auch von der Begierdeb hätte ich nichts gewußt, wenn das Geset nicht gesagt hätte: , Du sollst nicht begehren!" 181E8 nahm aber die Sünde einen Anlaß durch das Gebot, und wirkte in mir jegliche Begierde; denn ohne das Gesetz ist die Sünde todt. 19. Ich aber lebte einst ohne Gesep. Als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; III. 13. So ist denn das Gute mir zum Tode geworden? Das fei ferne! fondern die Sünde; damit sie als Sünde erscheine, indem sie durch Gute mir den Tod wirkt, damit die Sünde über die Maßen sündhaft werde durch das Gebot. 18. Denn ich weiß, daß in mir, das ist, in meinem Fleische, nichts Gutes wohnet. Denn das Wollen liegt mir wohl bei, aber das Wir fen des Guten finde ich nicht. 19. Denn nicht das Gute, das ich will, thue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, das begehe ich. 21. Ich finde also das Geset für mich, der ich das Gute thun will, daß mir das Böse anhängt. 22. Denn ich habe Lust an dem Gesege Gottes, nach dem inwendigen Menschen, 10 ich aber starb. Und das Gebot, das mir zum Leben gegeben war, dasselbe ward mir als zum Tode dienend erfunden. 23. aber ich sehe ein anderes Ge11. Denn als die Sünde einen seg in meinen Gliedern, das dem Anlaß genommen durch das Ge- Geseße meines Gemüthes widerbot, hat sie mich verführt und streitet und mich dem Geseße der durch dasselbe getödtet. Sünde, das in meinen Gliedern 12. Also ist das Geset heilig, ist, gefangen nimmt. und das Gebot heilig und gerecht und gut. 24. Sch elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? 25. Sch danke Gott, durch Je fum Christum, unsern Herrn! Demnach nun diene ich selbst nach dem Gemüthe dem Gesetze Gottes, aber nach dem Fleische dem Gesetze der Sünde. 14. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15. Denn was ich wirke, erkenne ich nicht; denn nicht was ich will, das verrichte ich, sondern was ich hasse, das thue ich. 16. Wenn ich aber das thue, was 20. Wenn ich aber das thue, was ich nicht will, so wirke nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnet.. Das VIII. Capitel. 1. Der Wandel der Christen im Geiste, 2. ihre Kindschaft, 3. ihre Hoffnung und selige Zuversicht. So ist also keine Verdammniß mehr für die, welche in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geiste. Cap. 8. an die Römer. sk 287 2. Denn das Gesetz des Geistes| dem Fleische, nach dem Fleische des Lebens in Christo Jesu hat zu leben. mich frei gemacht von dem Geset der Sünde und des Todes. Ag 3. Denn was dem Geseze unmöglich war, indem es durch das Fleisch geschwächt war, das that Gott, und fandte seinen Sohn in Aehnlichkeit des sündlichen Fleisches und um der Sünde willen, und ver dammte die Sünde im Fleische, 4. damit das Recht des Geseges erfüllt werde in uns, die wir nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geiste. 5. Denn die nach dem Fleische sind, trachten nach dem, was des Fleisches ist; die aber nach dem Geiste, trachten nach dem, was des Geistes ist. 6. Denn das Trachten des Fleisches ist der Tod; das Trachten des Geistes aber ist Leben und Friede. 7. Darum daß das Trachten des Fleisches eine Feindschaft wider Gott ist; denn es unterwirft sich nicht dem Gesege Gottes; denn es vermag es auch nicht. 8. Die aber im Fleische sind, können Gott nicht gefallen. 9. Jhr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnet. Wenn aber Jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. 10. Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar todt wegen der Sünde; der Geist aber ist das Leben der Gerechtigkeit wegen. 11. Wenn aber der Geist dessen, der Jesum von den Todten auferwird ad tod 13. Denn wenn ihr nach dem Fleische lebet, so müsset ihr sterben; wenn ihr aber mit dem Geifte das Thun des Leibes tödtet, so werdet ihr leben. 09 Susp 14. Denn Alle, die vom Geiste Gottes getrieben werden, sind Kinder Gottes.d 15. Denn ihr habet nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, wiederum zur Furcht; sondern ihr habet den Geist der Kindschaft empfangen, in welchem wir rufen: Abba, Vater! 16. Eben dieser Geist gibt Zeugniß unserm Geiste, daß wir Kin0: 0) der Gottes sind. 17. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben Christi; wenn wir anders mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrmeid 0483 licht werden. 18. Denn ich halte dafür, da die Leiden der jetzigen Zeit nicht werth seien der Herrlichkeit, idie an uns soll geoffenbaret werden. III. 19. Denn das sehnliche Harren des Geschöpfes wartet auf die Offenbarung der Kinder SL 46 Gottes. 20. Denn der Eitelkeit ward das Geschöpf unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den Willen dessen, der es unterwarf ni 21. auf Hoffnung hin, daß auch das Geschöpf selbst wird befreit werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22. Denn wir wissen, daß alles weckte, in cu odten Geschöpf mit uns seufzt und sich schmerzlich ängstiget bis auf jest. 23. Nicht allein aber es, jondern auch wir die wir die Erstlinge des Geistes empfangen haben, auch wir seufzen in uns selbst, er, der Christum auferweckte, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnet. II. 12. Demnach nun, ihr Brüder! sind wir Schuldner nicht 238 und warten auf die Kindschaft, auf die Erlösung unsers Leibes. 24. Denn in der Hoffnung sind wir selig geworden. Eine Hoff nung aber, die man fiehet, ist keine Hoffnung; denn was Einer sieht, wie hoffet er es noch? 25. So wir aber hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf mit Geduld. 26. Eben also kommt aber auch der Geist unsern Schwachheiten zu Hülfe. Denn was wir beten follen, wie sich's gebühret, wissen wir nicht; aber der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichen Seufzern. Die Epistel St. Pauli 27. Er aber, der die Herzen erforschet, weiß, was der Sinn des Geiste ist, denn er bittet für die Heiligen nach Gottes Weise. 28. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Rathschlusse berufen sind. 29. Denn die er zum voraus ersehen, die hat er auch vorher bebestimmt, gleichgestaltet zu sein dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß er der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern 30. Die er aber vorher bestimmt, die hat er auch berufen; und die er berufen, die hat er auch ge recht gesprochen; die er aber gerecht gesprochen, die hat er auch verherrlichet. 31. Was wollen wir nun dazu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? 32. Er, der seines eigenen Sohnes nicht verschonete, sondern ihn für uns alle dahin gab, wie sollte er nicht auch mit ihm Alles uns schenken? 33. Wer will die Auserwählten Gottes anklagen? Gott, der gerecht spricht? 34. Wer ist, der fie verdamme? Cap. 8. 9. Christus, der gestorben ist, ja noch mehr, der auch auferstanden, der auch zur Rechten Gottes ist, der uns auch vertritt? 35. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübfal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?" 36. Wie geschrieben steht: ,, Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag, wir sind geachtet worden wie Schlachtschafe." 37. Aber in diesem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebet hat. 38. Denn ich bin dessen gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Bufünftiges, 39. weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geschöpf, uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, unserm Herren. Das IX. Capitel. 1. Paulus Trauer über die Ausschließung der Juden. 2. Gottes Verheißungen stehen gleichwohl fest; 3. Gottes Rathschluß aber ist frei. Ausschließung Schuld. 4. Die Juden sind selbst an ihrer Ich sage die Wahrbeit in Christo, ich lüge nicht, dessen gibt mir mein Gewissen Zeugniß im heiligen Geiste, 2. daß ich große Traurigkeit und unabläßigen Schmerz in meinem Herzen habe. 3. Denn ich wünschte, selbst ein Fluch von Christo zu sein für meine Brüder, meine Verwandten dem Fleische nach; 4. welche Israeliten sind, denen die Kindschaft, und die Herrlichkeit, und die Bündnisse, und die Gesep Cap. 9. an die Römer. si 239. sondern an Gottes Erbarmen. gebung, und der Gottesdienst, und| Femandes Wollen oder Laufen, die Berheißungen angebören, 5. auch die Bäter, und von welchen Christus dem Fleische nach herstammt; der da Gott ist über Alles, gelobt in Ewigkeit! Amen II. 6. Es ist aber unmöglich, daß das Wort Gottes unerfüllt bleibe. Denn nicht Alle, die von Israel herstammen, die sind Israeliten. 7. Auch sind nicht Alle, darum weil sie Abrahams Same sind, seine Kinder; sondern in Isaak soll dir der Same genannt werden." 8. Das heißt, nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. 9. Denn das Wort der Verbeißung ist dieses: ,, Um diese Zeit will ich wieder kommen, und Sara soll einen Sohn haben." 10. Aber nicht diese allein, sondern auch Rebekka, als sie von einem Einzigen schwanger war, von unserm Vater Isaak. 11. Denn als die Kinder noch nicht geboren waren, und weder etwas Hutes noch Böses gethan hatten, damit der Rathschluß Got tes nach der Wahl fest bliebe nicht aus Werken, sondern von dem Berufenden 12. ward zu ihr gesagt: ,, Der Größere wird des Kleineren Knecht sein." 13. Wie geschrieben steht: ,, Den Jakob habe ich geliebet, den Esau aber gehaffet." III. 14. Was wollen wir nun fagen? Jst Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne! 15. Denn zu Moses spricht er: » Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig sein will; und werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarmen will." 16. So steht es nun nicht an 17. Denn die Schrift sagt zu Phq= rao:„ Eben dazu habe ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht zeige, und daß mein Name verfündigt werde auf der ganzen Erde." 18. So ist er nun gnädig, wems er will, und verstocket, wen er will 19. Du wirst nun zu mir sagen: Was beschuldigt er denn noch? Denn wer mag seinem Willen widerstehen? ** 20. Vielmehr, o Mensch, wer bist du, daß du mit Gott haderst? Spricht auch das Gebilde zu sei nem Bildner: Warum hast du mich also gemacht? 21. Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Thon, aus der selben Masse zu machen ein Gefäß zu Ehren und ein anderes zu Unehren? 22. Wenn aber Gott, da er wollte seinen Zorn zeigen und seine Macht kundthun, die Ge- s fäße des Zornes, die zum Verderben zugerichtet waren, in groal ßer Langmuth trug, 23. und damit er den Reichthum seiner Herrlichkeit kund thue gegen die Gefäße der Barmherzigkeit, die er zur Herrlichkeit vorher bereitet hatte? 24. Als solche hat er auch uns berufen, nicht allein aus Juden, i sondern auch aus Heiden. 25. Wie er auch durch Hoseas spricht:„ Ich will, die nicht mein Volk sind, mein Volk heißen, und die nicht die Geliebte ist, die Geliebte. 26. Und es wird geschehen, an dem Orte, wo einst zu ihnen gesagt ward: Ihr seid nicht mein Volk! da werden sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden." 27. Jesajas aber ruft über Israel aus:„ Wenn die Zahl der Kinder 240 Die Epistel St. Pauli Cap. 9. 10. Israels wäre wie der Sand am| ihre eigene Gerechtigkeit aufzuMeere, so wird doch nur der richten suchen, sind sie der GeUeberrest selig werden. rechtigkeit Gottes nicht unterthan. 28. Denn er vollendet und be- 4. Denn das Ende des Gesetes schleunigt das Wort mit Gerech- ist Christus, zur Gerechtigkeit tigkeit; denn das beschleunigte einem Jeden, der da glaubt. Wort wird der Herr ausführen 5. Denn Moses beschreibt die auf Erden." Gerechtigkeit, die aus dem Ge 29. Und wie Jefajas vorher ge- sege kommt:„ Welcher Mensch sagt hat: ,, Wenn nicht der Herr die Dinge thut, der wird dadurch Zebaoth uns einen Samen übrig leben." gelassen hätte, so wäre es uns wie Sodom ergangen, und wir wären Gomorrha gleich geworden." IV. 30. Was wollen wir nun sagen? Die Heiden, die nicht nach Gerechtigkeit trachteten, haben Gerechtigkeit erlangt, die Gerech tigkeit nämlich, die aus dem Glauben kommt. 31. Ssrael aber, welches nach dem Geseße der Gerechtigkeit trachtete, ist nicht zu dem Gesetze der Gerechtigkeit gekommen. 32. Warum? Weil es nicht aus dem Glauben, sondern als aus den Werken des Gesetzes darnach trachtete. Denn sie stießen an den Stein des Anstoßes, 33. wie geschrieben steht: ,, Siehe, ich lege in Sion einen Stein des Anstoßes, und einen Felsen des Nergernisses; und ein Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden." Das X. Capitel. Der blinde Eifer der Juden, die ihre eigene Gerechtigkeit suchen, und die Predigt des Glaubens verschmähen. Ihr Brüder! der Wunsch meines Herzens und mein Gebet zu Gott ist für Israel, daß sie selig werden. 2. Denn ich gebe ihnen das Zeugniß, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit Einsicht. 3. Denn weil sie die Gerechtigfeit Gottes nicht erkennen, und 6. Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben sagt also:„ Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinaufsteigen in den Himmel?" das heißt Christum herab zu holen; 7., oder, wer will hinabsteigen in den Abgrund?" das heißt, Christum von den Todten herauf zu holen? 8. Sondern was sagt sie?„ Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen;" das heißt, das Wort des Glaubens, das wir predigen. 9. Nämlich, wenn du mit deinem Munde Jesum als den Herren be kennest, und mit deinem Herzen glaubest, daß Gott ihn von den Todten auferweckt hat, so wirst du selig werden. 10. Denn mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, aber mit dem Munde bekennt man zur Seligkeit. 11. Denn die Schrift sagt: ,, Ein Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden." 12. Denn es ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche; denn Alle haben denselben Herrn, der reich ist für Alle, die ihn anrufen. 13. ,, Denn ein Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird selig werden." 14. Wie werden sie nun den anrufen, an den fie nicht geglaubt haben? wie werden sie aber glauben, von dem sie nicht gehört Cap. 10. 11. haben? wie werden sie aber hören ohne einen Prediger? but itb 15. wie werden sie aber predigen, wenn, worden? an die Römer. wie geschrieben steht: Wie lieb lich sind die Füße derer, die das Evangelium des Friedens, die das Evangelium des Guten ver fündigen!", DAC 241 Oder wisset ihr nicht, was die Schrift von Elias sagt? wie er vor Gott klagend auftritt wider Israel und spricht: 31901) TUD 3.Herr! deine Propheten haben 16. Aber nicht Alle waren dem sie getödtet, und deine Altäre zerz Evangelium gehorsam. Denn Festört; und ich bin allein übrig gefajas sagtis, Herr! wer hat dem blieben, und sie trachten mir nach geglaubt, was er von uns ge- dem Leben." höret? fass Mons 17. So kommt denn der Glaube aus dem Hören, das Hören aber durch das Wort Gottes da 4. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir übrig gelassen siebentauſend Männer, welche ihre Knie nicht dem Baal gebogen haben." 18. Aber ich sage: Haben sie es nicht gehört? Freilich: In alle Lande ist ausgegangen ihr Schalt, und bis an die Enden der Welt ihre Worte." M 5. So ist nun auch zur jegigen Zeit ein Rest nach der Wahl der Gnade geblieben. 19AC 19. Aber ich sager Hat Israel es nicht erkannt? Moses zuerst spricht: ,, Ich will euch zum Eifer reizen mit einem Volt, das nicht mein Bolt ist, mit einem unverständigen Bolk will ich euch zum Zorne reizen." tat 20. Jesajas aber wagt es frei und spricht: ,, Ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten, und ward denen offenbar, die nicht nach mir fragten." 21. Zu Israel aber sagt er: » Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus gegen ein ungehorsames und widerspenstiges Volk." ganz verDas XI. Capitel. 1. Die Juden sind nicht stoßen. 2. Die Heidenchriften dürfen sich also nicht überheben; denn 3. auch die Juden werden sich einst noch betehren. 4. Bewunderung der gött lichen Weisheit. So sage ich nun: Hat Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelite, vom Samen Abrahams, aus dem Stamme Benjamin. 2. Gott hat ſein Voll nicht verer 6. Wenn aber durch Gnade, fo ist es nicht mehr aus den Werken, sonst wäre die Gnade keine Gnade mehr. Wenn aber aus den Werfen, so ist es nicht mehr Gnade? sonst wäre das Werk nicht mehr ein Werk. MAG 3191( 0012 7. Wie nun? Was Israel fucht, das hat es nicht erlangt; die Auserwählten aber haben es erlangt, die Uebrigen aber sind verhärtet worden. du 8. Wie geschrieben stebt: Gott gab ihnen einen Geist der Schlafsucht, Augen, daß sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht hören, bis auf den beutigen Tag. (( 9. Und David spricht:, Ihr Tisch werde ihnen zum Fallstrick, und zum Fang, und zum Anstoß, und zur Widergeltung. 10. Ihre Augen werden verfinstert, daß sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit! ( 11. So sage ich nun: Stießen sie darum an, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall ist das Heil den 16 242 Heiden geworden, um sie zum Eifer zu reizen. 12. Wenn aber ihr Fall der Reichthum der Welt ist, und ihr Verlust der Reichthum der Heiden; wie viel mehr ihre Vollzahl? 13. Denn euch, den Heiden, sage ich: In wie fern ich der Heiden Apostel bin, mache ich mein Amt herrlich, Die Epistel St. Pauli 14. ob ich etwa die, so mein Fleisch sind, zum Eifer reizen, und Etliche aus ihnen selig machen möge. 15. Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ward, was wird die Annahme anders sein, als das Leben aus den Todten? 16. Sind aber die Erstlinge heilig, so ist es auch die ganze Masse; und wenn die Wurzel heilig ist, so sind es auch die Zweige. . Gap. 11. verharrest in der Gütigkeit, sonst wirst auch du ausgehauen werden. 23. Aber auch jene, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden eingepfropft werden; denn Gott ist mächtig, sie wieder einzupfropfen. II. 17. Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen worden, du aber, der ein wilder Delbaum war, statt ihrer eingepfropft, und der Wurzel und der Fettigkeit des Delbaumes theilhaft geworden bist, 18. so rühme dich nicht wider die Zweige; rühmst du dich aber, so trägst nicht du die Wurzel, sondern die Wurzel dich. 24. Denn wenn du aus dem von Natur wilden Delbaum ausgehauen, und, gegen die Natur, dem edlen Delbaum eingepfroft wurdest; wie viel mehr werden diese, die natürlichen Zweige, ihrem eigenen Delbaum einge pfropft werden! III. 25. Denn ich will euch, ihr Brüder! dieses Geheimniß nicht verschweigen, damit ihr nicht euch selbst klug dünket: daß Verstockung zum Theil über Israel gekommen ist, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen sein wird. 26. Und so wird ganz Israel selig werden, wie geschrieben steht:„ Es wird aus Sion der Erlöser kommen, und die Gott Lofigkeiten abwenden von Jakob. 27. Und dieses ist mein Bund mit ihnen, wann ich ihre Sünden werde hinweg genommen haben." 28. Betreffend das Evangelium zwar sind sie Feinde, um euert willen; betreffend aber die Erwählung Geliebte, um der Väter willen. 29. Denn die Gaben und die Berufung Gottes mögen ihn nicht 19. Nun wirst du sagen: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. 20. Recht! Durch den Unglau- gereuen. ben find fie ausgebrochen worden; 30. Denn gleichwie auch ihr vor du aber steheft durch den Glau- Zeiten gegen Gott ungehorsam ben; sei nicht stolz, sondern waret, nun aber Barmherzigkeit fürchte dich! erlangt habet durch ihren Unge 21. Denn, wenn Gott der natür- horsam; lichen Zweige nicht verschonte, so möchte er auch deiner nicht verschonen. 22. Darum siehe die Gütigkeit und die Strenge Gottes; gegen die, so gefallen sind, die Strenge, gegen dich, die Gütigkeit, sofern du 31. also find auch jene jegt un gehorsam gewesen, damit durch die Barmherzigkeit gegen euch auch sie Barmherzigkeit erlangen. 32. Denn Gott gab sie alle in Ungehorsam dahin, damit er all allen Barmherzigkeit erweise. Cap. 11. 12. IV. 33. welch eine Tiefe des Reichthums der Weisheit und der Erkenntniß Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! 34. ,, Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen?" 35. ,, Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm sollte wieder vergolten werden?" 36. Denn aus ihm, und durch ihn, und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. an die Römer. 2. Und stellet euch nicht gleich dieser Welt, sondern gestaltet euch um, durch die Erneuerung euers Gemüthes, damit ihr erkennet, was der Wille Gottes sei, der gute und wohlgefällige und vollkommene. Das XII. Capitel. 10. In der brüderlichen Liebe seid gegen einander herzlich gefinnet; in der Ehrerbietung thut es einander zuvor. 1. Ermahnung zum Dienste Gottes; 2. zur Bescheidenheit und Pflichttreue; 3. zu thätiger Liebe, auch gegen Feinde. Darum ermahne ich euch, ihr Brüder! durch das Erbarmen 11. Im Fleiße seid nicht träge; Gottes, daß ihre eure Leiber dar- seid inbrünstig im Geiste; dienet stellet als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer, welches ist euer vernünftiger Got tesdienst. II. 3. Denn ich sage, vermöge der Gnade, die mir verliehen ist, einem Jeden unter euch, daß er nicht höher von sich denke als zu denken sich gebührt; sondern denke auf Bescheidenheit, wie Gott einem Jeden das Maß des Glaubens zugetheilt hat. 243 4. Denn gleichwie wir an Einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder haben dieselbe Berrichtung: 5. also find wir Viele Ein Leib in Christo, einzeln aber unter einander Glieder; 6. wir haben aber, nach der uns verliehenen Gnade, verschiedene Gaben. Hat Jemand die Weißsagung, so sei sie mit dem Glauben übereinstimmend. 7. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amtes; ist Jemand ein Lehrer, so warte er der Lehre; 8. ermahnt Jemand, so warte er des Ermahnens; gibt Jemand, so gebe er mit redlichem Herzen; regiert Jemand, so thue er es mit Eifer; übt Jemand Barmherzigteit, so thue er es mit Freuden. 9. Die Liebe sei ungeheuchelt! Hasset das Böse, hanget dem Guten an. dem Herren. 12. Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal; verharret im Gebete. III. 13. Kommet der Nothdurft der Heiligen zu Hülfe; übet die Gastfreundschaft. 14. Segnet die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. 15. Seid fröhlich mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. 16. Seid Eines Sinnes unter einander; strebet nicht nach hohen Dingen, sondern lasset euch herab zu dem Niedrigen; dünket nicht euch selber flug. 17. Vergeltet Niemanden Böses mit Bösem; befleißet euch des Guten vor allen Menschen. 18. Ist es möglich, so viel an euch ist, haltet Frieden mit Jedermann. 19. Rächet euch selbst nicht, ihr Geliebten! sondern gebet Raum dem Zorne; denn es steht geschrieben:„ Mir gehört die Rache; ich will widergelten, spricht der Herr." 16* 244 Die Epistel St. Pauli Cap. 12. 13. 20. Darum wenn dein Feind der Zoll; die Furcht, dem die hungert, so speise ihn; wenn er Furcht; die Ehre, dem die Ehre dürftet, so tränke ihn. Denn gebühret. wenn du dieses thust, so wirst du II. 8. Seid Niemanden etwas feurige Kohlen auf sein Hauptschuldig, außer daß ihr einander sammeln. liebet; denn wer den Andern lie ber, der hat das Gesez erfüllt. 9. Denn das Gebot:„ Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht tödten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugniß sagen! Du sollst nicht begehren!" und so noch ein anderes Gebot ist, das wird in diesem Worte zusammengefasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst." 10. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe des Gesetes Erfüllung. III. 11. Darum thut dieses, da ihr die gelegene Zeit wisset, daß die Stunde jegt da ist, daß wir vom Schlafe erwachen; denn jept ist unser Heil näher, als da wir gläubig wurden. 12. Die Nacht ist vergangen, und der Tag hat sich genahet. So laßt uns nun ablegen die Werke der Finsterniß und anziehen die Waffen des Lichtes. 13. Laßt uns ehrbar wandeln, als am Tage; nicht in Schmausen und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweisungen, nicht in Zank und Neid; 14. sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und pfleget nicht des Fleisches zur Erfüllung det Lüste. 21. Laß dich vom Bösen nicht überwinden, sondern überwinde mit dem Guten das Böse. Das XIII. Capitel. 1. Ermahnung zum Gehorsam gegen Obrigkeiten; 2. zur Liebe, und 3. zur Sittenreinheit. Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten unterthan; denn es ist feine Obrigkeit, ohne von Gott. Die Obrigkeiten aber, die vorhanden sind, die sind von Gott verordnet; 2. also daß, wer sich der obrigfeitlichen Gewalt widersegt, der Ordnung Gottes widerstrebt; die aber dieser widerstreben, werden sich selbst das Urtheil empfangen. 3. Denn die Regenten sind nicht zur Furcht den guten Werken, sondern den bösen. Willst du dich aber vor der Obrigkeit nicht fürchten, so thue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben. 4. Denn sie ist Gottes Dienerinn dir zum Guten. Thust du aber das Böse, so fürchte dich, denn nicht umsonst trägt sie das Schwert; denn sie ist Gottes Dienerinn, eine Rächerinn zur Strafe für den, der Böses thut. 5. Darum ist es nothwendig unterthan zu sein, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. 6. Denn darum bezahlet ihr auch Steuern; denn sie sind Diener Gottes, die eben darauf halten müssen. 7. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid; die Steuer, dem die Steuer; den Zoll, dem Das XIV. Capitel. 1. Ermahnung, einander nicht äuße rer Dinge wegen lieblos zu richten oder zu verdammen; und 2. dem Schwa hen keinen Anstoß zu geben. Den Schwachen aber im Glauben nehmet auf, nicht zu Zweifeln der Gedanken. 2. Der Eine glaubt Alles essen Cap. 14. an die Römer. 245 zu dürfen, der Schwache aber isset| für sich selbst Gott Rechenschaft nur Gemüse. 3. Wer isset, der verachte den nicht, der nicht isset; und wer nicht isset, der richte den nicht, der isset; denn Gott hat ihn aufgenommen. 4. Wer bist du, der du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. er wird aber stehen bleiben, denn Gott ist mächtig, ihn aufrecht zu halten. 5. Der Eine achtet einen Tag vor dem andern, der Andre aber achtet alle Tage gleich. Ein Jeder sei in seinem Sinne völlig verfichert. 16. Darum machet nicht, daß euer Gutes gelästert werde. 6. Wer auf den Tag hält, der hält für den Herrn darauf; und wer nicht auf den Tag hält, der 17. Denn das Reich Gottes behält für den Herrn nicht darauf. steht nicht in Essen und Trinken, Wer isset, der isset dem Herren, sondern in Gerechtigkeit und Friedenn er danket Gott; und werden und Freude im heiligen Geiste. nicht isset, der isset dem Herren nicht, und danfet Gott. 18. Denn wer in diesen Dingen Christo dienet, der ist Gott wohlgefällig und bewährt bei den Menschen. 7. Denn Keiner aus uns lebt sich selbst, und keiner stirbt sich selbst; 8. denn leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herren. geben. II. 13. So lasset uns nicht mehr einander richten, sondern darauf achtet vielmehr, nicht dem Bruder Anstoß oder Aergerniß zu geben. 14. Ich weiß, und bin dessen überzeugt, im Herrn Jesu, daß nichts an sich selbst gemein ist; sondern nur, wer etwas für gemein hält, dem ist es gemein. 15. Wenn aber um einer Speise willen dein Bruder betrübt wird, so wandelst du nicht mehr nach der Liebe. Verderbe nicht durch deine Speise den, für welchen Christus gestorben ist. 9. Denn dazu ist Christus gestorben, und auferstanden, und wieder lebendig geworden, daß er beides über Todte und über Lebendige herrsche. 19. Darum so lasset uns nach dem trachten, was zum Frieden dienet und zur Erbauung unter einander. 20. Zerstöre nicht der Speise wegen das Werk Gottes. Es ist zwar Alles rein; aber es ist dem Menschen böse, der es zum Anstoß iſset. 21. Es ist gut, wenn du kein Fleisch isfest, und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas thust, woran dein Bruder sich stößt, oder ärgert, oder schwach wird. 10. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? 22. Hast du den Glauben, so habe Denn wir alle werden vor den ihn für dich selbst vor Gott. Selig Richterstuhl Christi gestellt werden. ist, wer sich selbst nicht richtet in 11. Denn es steht geschrieben: dem, was er für gut erkennt. So wahr ich lebe, spricht der 23. Wer aber zweifelt, der ist Herr, vor mir sollen sich beugen verurtheilt, wenn er iffet, weil alle Knie, und alle Zungen sollen er es nicht aus Glauben thut. Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde. Gott bekennen." 12. So wird nun Jeder von uns 246 Die Epistel St. Pauli Cap. 15. 11. Und wiederum: ,, Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!" "" 12. Und wiederum sagt Jesajas: Es wird sein die Wurzel Jesse's, und der aufsteht, über die Heiden zu herrschen; auf ihn werden die Heiden hoffen." Wir aber, die wir start sind, sollen die Schwachheiten der Schwachen tragen, und nicht uns selbst gefallen wollen. 13. Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und ja Frieden durch den Glauben, da 2. Ein Jeder aus uns wolle mit ihr reich seid in der Hoff seinem Nächsten zum Guten genung, durch die Kraft des heiligen fallen zur Erbauung.or 3. Denn auch Christus wollte nicht sich selbst gefallen, son dern wie geschrieben steht: ,, Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen." 4. Denn was vorher geschrieben worden, das ward uns zur Lehre vorher geschrieben, auf daß wir durch die Geduld und den Trost der Schriften die Hoffnung haben. 5. Aber der Gott der Geduld und des Trostes verleihe euch, Eines Sinnes unter einander zu sein, nach Jesu Christo: 6. damit ihr einmüthig mit Einem Munde Gott, den Bater unsers Herrn Jesu Christi, preiset. 7. Darum nehmet einander auf, gleichwie auch Christus euch aufgenommen hat zur Ehre Gottes. 8. Ich sage aber, daß Jesus Christus ein Diener der Beschnittenen geworden ist der Wahrhaftigkeit Gottes wegen, um die Verheißungen der Väter zu be stätigen; Das XV. Capitel. 1. Ermahnung zur Duldsamkeit gegen Schwachgläubige und zur Eintracht. 2. Entschuldigung des freimüthigen Schreibens. 3. Zusage nach Rom zu kommen. 4. Ermahnung zur Fürbitte für ihn. 9. und daß die Heiden um der Barmherzigkeit willen Gott preisen, wie geschrieben steht: ,, Darum will ich dich bekennen unter den Heiden, und deinem Namen lobsingen." 10. Und wiederum heißt es: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volke!" Geistes! II. 14. Ich bin aber, meine Brüder! selbst auch euerthalben versichert, daß auch ihr voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntniß, und fähig auch einander zu er mahnen. 15. Doch habe ich euch, ihr Brüder! zum Theil freimüthiger geschrieben, um euch weiter zu erinnern, fraft der Gnade, die mir von Gott verliehen ist, 16. daß ich sei ein Diener Jesu Christi für die Heiden, der den heiligen Dienst des Evangeliums Gottes verrichtet, damit das Opfer der Heiden wohlgefällig werde, geheiliget im heiligen Geiste. 17. Darum darf ich mich rühmen in Christo Jesu, was Gott betrifft. 18. Denn ich werde mich nicht unterstehen, von etwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt, die Heiden zum Gehor sam zu bringen, durch Wort und That, 19. durch Kraft der Zeichen und Wunder, durch Kraft des Geistes Gottes, so daß ich von Jerusalem an und rings umher bis nach Illyrien das Evangelium Christi erfüllet habe. 20. Ich befleiße mich aber, also das Evangelium zu predigen, nicht da, wo Christi Name schon be an die Römer. Cap. 15. 16. fannt war, damit ich nicht auf fremden Grund baue, 21. sondern wie geschrieben steht: Denen nicht davon verkündigt worden, die sollen es sehen, und die es nicht gehört haben, sollen es vernehmen." III. 22. Darum bin ich auch öfters verhindert worden, zu euch zu kommen. 23. Jetzt aber, da ich keine Stätte mehr habe in diesen Ländern, aber ein Verlangen habe, zu euch zu kommen, seit vielen Jahren; 24. so will ich zu euch kommen, wenn ich nach Spanien reise; denn ich hoffe euch im Durchreisen zu sehen, und von euch dorthin das Geleite zu empfangen, wenn ich vorher mich an euch zum Theil werde ersättigt haben. 25. Jest aber reise ich nach Je rusalem, den Heiligen zu dienen. 26. Denn es hat denen in Macedonien und Achaja gefallen, eine Hülfleistung zu thun für die Armen unter den Heiligen zu Jerusalem. 27. Ja es bat ihnen gefallen, und sie sind es ihnen auch schuldig. Denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Theil nahmen, so sind sie auch schuldig, ihnen in den leiblichen Dienst zu leisten. 28. Wenn ich nun dieses werde ausgerichtet, und ihnen diese Frucht sicher eingehändigt haben, so will ich bei euch durch nach Spanien reisen. 247 den Ungläubigen in Judäa, und daß mein Dienst, den ich nach Jerusalem verrichte, den Heiligen wohlgefällig sei; 32. damit ich mit Freuden zu euch komme nach dem Willen Gottes, und mich mit euch erquicke. 33. Der Gott des Friedens aber sei mit euch Allen! Amen. 29. Ich weiß aber, daß ich, wann ich zu euch komme, mit voller Segnung des Evangeliums Christi kommen werde. Das XVI. Capitel. 1. Empfehlung der Phöbe. 2. Grüße an Gläubige. 3. Ermahnung. 4. Grüße von Gläubigen. 5. Schlußgebet. 2. daß ihr sie aufnehmet im Herrn, wie es den Heiligen geziemt, und ihr beistehet in jedem Geschäfte, worin sie euer bedarf; denn auch sie ward Bielen ein Beistand, und auch mir selbst. II. 3. Grüßet die Priscilla und den Aquilas, meine Mitarbeiter in Christo Jesu, 4. welche für mein Leben ihren eigenen Nacken dargeboten haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Gemeinden unter den Heiden, 5. und die Gemeinde in ihrem Hause. Grüßet den Epänetus, meinen Geliebten, welcher der Erstling aus Achaja für Christum ist. 6. Grüßet die Maria, die viel für uns gearbeitet hat. 7. Grüßet den Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, welche unter den Aposteln rühmlich bekannt sind, welche auch vor mir in Christo gewesen sind. 8. Grüßet den Amplias, meinen Geliebten im Herren. 9. Grüßet den Urbanus, unsern Mitarbeiter in Christo, und den 31. daß ich errettet werde von Stachys, meinen Geliebten. IV. 30. Jch ermahne euch aber, ihr Brüder! durch unsern Herrn Jesum Christum und durch die Liebe des Geistes, daß ihr mit mir ringet im Gebete für mich zu Gott, Ich empfehle euch aber unsere Schwester Phöbe, welche Dienerinn der Gemeinde zu Kenchreä ist, Die Epistel St. Pauli an die Römer. Cap. 15. 19. Denn euer Gehorsam ist Federmann bekannt geworden; darum freue ich mich euerthalben, ich wünsche aber, daß ihr weise seid zum Guten, aber einfältig zum Bösen. 20. Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter euern Füßen zertreten in Bälde. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch! IV. 21. Es grüßen euch Timotheus, mein Mitarbeiter, und Lucius, und Jason, und Sofipater, meine Verwandten. 248 10. Grüßet den Apelles, den Bewährten in Christo. Grüßet die von dem Hause des Ariftobulus. 11. Grüßet den Herodion, meinen Verwandten. Grüßet die vom Hause des Narcissus, die im Herren sind. 12. Grüßet die Tryphäna und Tryphosa, die im Herren arbeiten. Grüßet die Persis, die Geliebte, die viel gearbeitet hat im Herren. 13. Grüßet den Rufus, den Auserwählten im Herren, und seine und meine Mutter. 14. Grüßet den Asyncritus, den Phlegon, den Hermas, den Patrobas, den Hermes und die Brüder bei ihnen. 22. Jch, Tertius, der diesen Brief geschrieben, grüße euch im Herren. 23. Es grüßt euch Gajus, mein und der ganzen Gemeinde Wirth. Es grüßt euch Erastus, der Verwalter der Stadt, und Quartus, der Bruder. 24. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch Allen! Amen. V. 25. Dem aber, der euch stär ken kann nach meinem Evangelium und der Predigt Jesu Christi, nach der Offenbarung des Geheimnisses, welches in den Zeiten der Welt verschwiegen war, aus. 18. Denn solche dienen unserm 26. nun aber ans Licht gebracht, und durch die prophetischen Schrif ten nach dem Befehl des ewigen Herrn Jesu Christo nicht, son- Gottes zum Gehorsam im Glauben dern ihrem Bauche, und durch süße Worte und Schmeichelreden ver= führen sie die Gemüther der Unschuldigen. 15. Grüßet den Philologus und Julias, den Nereus und seine Schwester, und den Olympas, und alle Heiligen bei ihnen. 16. Grüßet einander mit dem heiligen Kuffe. Es grüßen euch die Gemeinden Christi. III. 17. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder! Acht zu haben auf diejenigen, welche, zuwider der Lehre, die ihr gelernt habet, die Entzweiungen und die Aergernisse anrichten, und weichet dieselben allen Heiden kundgethan worden; 27. dem allein weisen Gott dur Jesum Christum, ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Die I. Epistel St. Pauli an die Corinther. Das I. Capitel. 1. Gruß des Paulus. 2. Danksagung für die den Corinthern erwiesene Gnade. 3. Warnung vor Parteisucht und falscher Weisheit Christi durch den Willen Gottes, und Sosthenes, der Bruder, 2. an die Gemeinde Gottes, die zu Corinth ist, an die Geheiligten in Christo Jesu, die berufenen Heiligen, samt allen denen, die aller Orten den Namen unsers Herrn Paulus, berufener Apostel Jesu Cap. 1. Die I. Epistel St. Pauli an die Corinther. 249 Jesu Christi anrufen, ja ihres| mand von euch getauft habe, und unsers Herren. außer Crispus und Gajus, 3. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! 15. damit nicht Jemand sage, ich habe auf meinen Namen getauft. II. 4. Ich danke meinem Gott allezeit euertwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christo Jesu gegeben ist; 16. Doch habe ich auch des Stephanas Haus getauft; sonst weiß ich nicht, daß ich noch Jemand getauft habe. 17. Denn Christus sandte mich nicht zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen; nicht mit Weisheit der Rede, damit das Kreuz Christi nicht entkräftet werde. 18. Denn das Wort vom Kreuze ist zwar denen, die verloren gehen, eine Thorheit; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Kraft Gottes. 5. daß ihr in allen Stücken durch ihn reich geworden seid, in aller Lehre, und aller Erkenntniß. 6. Wie denn das Zeugniß von Chrifto unter euch befestigt wor= den ist, 7. so daß ihr keinen Mangel habet an irgend einer Gnadengabe, und wartet auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, 8. welcher euch auch befestigen wird bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid an dem Tage unsers Herrn Jesu Christi. 9. Gott ist getreu, durch den ihr seid berufen worden zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. III. 10. Jch ermahne euch aber, ihr Brüder! durch den Namen unsers Herrn Jesu Christi, daß ihr alle einerlei Rede führet, und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr zusammen stimmet in Einem Sinne und Einer Meinung. 11. Denn mir ist von euch kund geworden, meine Brüder! durch der Chloe Hausgenossen, daß Streitigkeiten unter euch find. 12. Ich meine aber das, daß Jeder aus euch spricht: Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber Christi. 13. Ist Christus zertheilet? Ist etwa Paulus für euch gefreuziget, oder seid ihr auf Paulus Namen getauft worden? 14. Ich danke Gott, daß ich Nie19. Denn es sieht geschrieben: „ Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen verwerfen." 20. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der gelehrte Zänker dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemacht? 21. Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott, durch die Thorheit der Predigt selig zu machen, die da glauben. 22. Nämlich die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit. 23. Wir aber predigen Christum den gekreuzigten, den Juden ein Aergerniß, den Griechen eine Thorheit. 24. Den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als Griechen, predigen wir Christum als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25. Denn das Thörichte von Gott ist weiser als die Menschen; und das Schwache von Gott ist stärker als die Menschen. 26. Denn sehet eure Berufung Die I. Epistel St. Pauli 250 an, ihr Brüder! Nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Gewaltige, nicht viele Edle sind; 27. sondern was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zu Schanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Starken zu Schanden mache: 28. und was unedel ist vor der Welt, und was verachtet, das hat Gott erwählt, und das, was nicht ist, auf daß er das, was da ist, zu nichte mache. 29. damit kein Fleisch sich rühmen möge vor Gott. 30. Aus ihm aber seid ihr in Christo Jesu, welcher uns zur Weisheit geworden ist von Gott, zur Gerechtigkeit und Heiligung und Erlösung; 31. auf daß, wie geschrieben steht: Wer sich rühmen will, der rühme sich im Herrn." Das II. Capitel. Paulus predigt nicht die Weisheit der Welt mit Worten menschlicher Beredsamkeit, sondern die Weisheit Gottes mit Worten des Geistes. Und auch ich, da ich zu euch kam, ihr Brüder! kam nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Zeugniß Gottes zu verkündigen. 2. Denn ich beschloß nichts Anderes unter euch zu wissen, als nur Jesum Christum, und zwar den Gefreuzigten. 3. Und ich war in Schwachheit und Furcht und vieler Zaghaftigkeit bei euch. 4. Und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, Cap. 1. 2. 5. damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe. 6. Wir reden freilich Weisheit vor den Vollkommenen, aber nicht Weisheit dieser Welt, auch nicht ( der Obern dieser Welt, welche zu nichte werden; 7. sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnisse, die ver borgene, welche Gott von Ewigkeit her zu unserer Herrlichkeit vorher bestimmt hat. 8. welche keiner der Obern die ser Welt erkannt hat:( denn hätten sie dieselbe erkannt, fo hätten sie nicht den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt;) 9. sondern wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen, und kein Ohr gehöret, und in keines Menschen Herz aufgestiegen ist, das hat Gott bereitet denen, die ihn lieben." 10. Uns aber hat Gott es durch seinen Geist geoffenbaret; denn der Geist erforschet Alles, auch die Tiefen Gottes. 11. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also weiß auch Niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. 12. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen mögen, was uns von Gott geschenkt ist. 13. Und das reden wir auch, nicht mit Worten von menschlicher Weisheit gelehrt, sondern mit Worten, gelehrt vom heiligen Geiste, also daß wir geistliche Dinge mit geistlichen vergleichen. 14. Der finnliche Mensch aber fasset die Dinge nicht, die des Geistes Gottes sind, denn sie sind ihm eine Thorheit; und er kann Cap. 2. 3. un an die Corinther.. 251 sie nicht erkennen, denn sie wer- 9. Denn Gottes Mitarbeiter sind den geistlich beurtheilt. 15. Der geistliche aber beurtheilt zwar Alles, er selbst aber wird von einem beurtheilt. 16. ,, Denn wer hat den Sinn des Herren erkannt, welcher ihn unterweise?" Wir aber haben den Sinn Christi. Das III. Capitel. 1. Die Parteiungen der Gorinther. 2. Die christlichen Lehrer sind nur Diener und Gottes Mitarbeiter, und für ihr Werk verantwortlich. 3. Warnung vor eingebildeter Weisheit. Und ich, ihr Brüder! konnte mit euch nicht reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, als mit Unmündigen in Christo. 2. Ich gab euch Milch zu trinken, und nicht Speise; denn ihr vermochtet es noch nicht, ja ihr vermöget es auch jegt noch nicht, denn ihr seid noch fleischlich. 3. Denn so lange unter euch Eifer und Zank und Spaltungen sind, seid ihr da nicht fleischlich, und wandelt nach menschlicher Weise? 4. Denn wenn Einer sagt: Ich bin des Paulus; ein Anderer aber: Ich des Apollos: seid ihr nicht fleischlich? II. 5. Wer ist denn Paulus? wer ist Apollos? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, 6. und zwar so wie der Herr es einem Jeden gegeben hat. Sch habe gepflanzet, Apollos hat be goffen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben. 7. Also ist weder, der da pflanzet, etwas, noch der da begießet, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 8. Der aber pflanzet, und der begießet, sind Eins; Jeder aber wird seinen Lohn empfangen je nach seiner Arbeit. inis wir; Gottes Ackerfeld, Gottes Gebäude seid ihr. 10. Nach der mir verliehenen Gnade Gottes habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein Anderer nun baut darauf fort. Ein Jeder aber sehe zu, wie er darauf baue. 11. Denn einen andern Grund mag Niemand legen, außer dem der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12. Wenn aber Jemand auf die sen Grund bauet Gold, Silber, Edelgestein, Holz, Gras, Stoppeln; 13. so wird eines Jeden Werk offenbar werden, denn der Tag wird es klar machen, weil er durchs Feuer geoffenbaret wird; und wie eines jeden Werk beschaffen sei, wird das Feuer bewähren. 14. Wird Jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleiben, so wird er Lohn empfangen. 15. Wird Jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird selig werden, doch so wie durchs Feuer. 16. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnet? 17. So Jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott auch verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. III. 18. Niemand betrüge sich selbst. So Jemand sich unter euch weise zu sein dünkt in dieser Welt, der werde ein Thor, auf daß er weise werde. 19. Denn die Weisheit dieser Welt ist Thorheit vor Gott. Denn es steht geschrieben: ,, Er erbaschet die Weisen in ihrer Arglist." M 20. Und wiederum: Der Herr kennet die Gedanken der Weisen, I daß sie eitel sind." 252 Die I. Epistel St. Pauli Cap. 3. 4. 21. Darum rühme sich Niemand| du dich, als ob du es nicht empfander Menschen; denn Alles ist euer; 22. es sei Paulus, oder Apollos, oder Kephas, oder die Welt, oder Leben oder Tod, oder Gegenwärtiges oder Zukünftiges; Alles ist euer; 23. Jhr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. Das IV. Capitel. 1. Ansehen und Amt der Apostel; 2. ihre äußere Lage und ihr Verhal ten dabei. 3. Ernste und väterliche Ermahnung. Dafür halte man uns, nämlich für Diener Christi und Haushalter der Geheimnisse Gottes. 2. Nun fordert man mehr nicht von den Haushaltern, als daß ein jeder treu erfunden werde. 3. Mir aber ist es das Geringste, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage. Aber ich richte auch mich selbst nicht. 4. Denn ich bin mir zwar nichts bewußt, ich bin aber darum nicht gerecht gesprochen; der Herr aber ist es, der mich richtet. 5. Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, welher auch die Heimlichkeiten der Finsterniß ans Licht bringen, und die Rathschläge der Herzen offenbaren wird; und dann wird einem Jeden das Lob werden von Gott. 6. Dieses aber, ihr Brüder! habe ich auf mich und Apollos angewandt euertwegen, damit ihr an uns lernet, nicht mehr von euch zu halten, als geschrieben ist, damit ihr nicht Einer um des Andern willen aufgeblasen seid gegen einander. 7. Denn wer zieht dich vor? Was hast du aber, das du nicht empfangen bättest? Hast du es aber doch empfangen, was rühmest gen hättest? 8. Ihr seid schon satt, ihr seid schon reich geworden, ihr herrschet schon ohne uns! Und wollte Gott, ihr würdet herrschen, damit auch wir mit euch herrschen könnten. II. 9. Denn ich halte dafür, Gott habe uns, die Apostel, als die Geringsten dargestellt, wie zum Tode Verurtheilte; denn wir sind der Welt, sowohl Engeln als Menschen, zum Schauspiel geworden. 10. Wir sind Thoren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christo; wir sind schwach, ihr aber stark; ihr seid geehrt, wir aber verachtet. 11. Bis auf die jeßige Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße, und werden geschlagen und haben keine bleibende Stätte, 12. und mühen uns und arbei ten mit unsern Händen; werden wir geschmähet, so segnen wir; werden wir verfolgt, so dulden wir es; 13. werden wir gelästert, so bit ten wir; als der Auswurf der Welt sind wir geachtet worden, als der Abschaum Aller bis jept. III. 14. Nicht um euch zu be schämen, schreibe ich dieses, sondern als meine geliebten Kinder ermahne ich euch. 15. Denn wenn ihr zehntausend Zuchtmeister in Christo hättet, so habet ihr doch nicht viele Väter; denn in Christo Jesu durch das Evangelium habe ich euch erzeuget. 16. Darum bitte ich euch, werdet meine Nachfolger! 17. Aus dieser Ursache habe ich den Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebter und treuer Sohn im Herren ist, der wird euch an meine Wege in Christo erinnern, wie ich allenthalben in jeder Ge meinde lehre. Cap. 4. 5. 6. Han die Corinther. 253 18. Als würde ich aber nicht| 7. Schaffet den alten Sauerteig zu euch kommen, find Etliche auf geblasen. 19. Ich werde aber bald zu euch kommen, so der Herr will, und werde nicht die Rede der Aufgeblasenen erkundigen, sondern ihre. Kraft. 20. Denn nicht in Rede besteht das Reich Gottes, sondern in Kraft. 21. Was wollet ihr? Soll ich mit der Ruthe zu euch kommen, oder mit der Liebe und dem Geiste der Sanftmuth? Das V. Capitel. 1. Bestrafung der Nachsicht gegen einen Blutschänder. 2 Warnung vor Gemeinschaft mit Lasterhaften. Ueberall hört man, daß Unzucht unter euch sei, und eine solche Unzucht, die auch unter den Heiden nicht genannt wird, so daß einer seine Stiefmutter zum Weibe habe. 2. Und ihr seid aufgeblasen und habet euch nicht vielmehr betrübt, auf daß aus eurer Mitte hinweggethan würde, der diese That begangen hat. 3. Denn ich einmal, zwar dem Leibe nach abwesend, doch mit dem Geiste gegenwärtig, babe schon, als wäre ich gegenwärtig, beschlossen, den, der dieses also verübt hat, 4. nachdem in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi ihr und mein Geist versammelt sein werdet, mit der Kraft unsers Herrn Jesu Christi, 5. einen solchen dem Satan zu übergeben, zum Verderben des Fleisches, damit der Geist selig werde am Tage des Herrn Jesu. II. 6. Euer Rühmen ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? hinweg, damit ihr ein frischer Teig seid, gleich wie ihr ohne Sauerteig seid; denn auch unser Osterlamm ist für uns geschlachtet, nämlich Christus. 8. Darum lasset uns das Fest begehen nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit, sondern mit ungesäuertem Brote der Lauterkeit und Wahrheit. 9. Ich schrieb euch in dem Briefe, ihr sollet feine Gemeinschaft mit Unzüchtigen haben. 10. Und ich meinte nicht überhaupt mit den Unzüchtigen dieser Welt, oder den Geizigen, oder Räubern, oder Gözendienern; denn sonst müßtet ihr ja aus der Welt weggehen. 11. Nun aber schrieb ich euch, ihr sollet nicht Gemeinschaft haben mit Jemand, der sich läßt einen Bruder nennen, und ist ein Unzüchtiger, oder ein Geiziger, oder ein Gözendiener, oder ein Lästerer, oder ein Säufer, oder ein Räuber; mit einem solchen sollet ihr nicht einmal essen. 12. Denn was sollte ich auch die außer der Gemeinde richten? Richtet nicht ihr die, so drinnen find? 13. Gott aber wird die, so draußen sind, richten. Thut den Bösen von euch selbst hinweg! Das VI. Capitel. 1. Bestrafung der Streithändel vor heidnischen Richtern. 2. Warnung vor Unzucht. Darf Jemand unter euch, der eine Rechtssache mit dem Andern hat, vor den Ungerechten sich richten lassen und nicht vor den Heiligen? 2. Wiset ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? 254 Und wenn durch euch die Welt gerichtet wird, seid ihr denn nicht würdig der geringsten Rechtshändel? Die I. Epistel St. Panli 3. Wisset ihr nicht, daß wir über Engel richten werden? geschweige denn über die zeitliche Nahrung? 4. Wenn ihr nun Rechtshändel habet über Nahrung, so nehmet ihr die, welche bei der Gemeinde verachtet sind, und setet sie zu Richtern. 5. Zur Beschämung sage ich es euch: Also ist kein Weiser unter euch, auch nicht Einer, der zwischen Bruder und Bruder entscheiden könnte; 6. sondern ein Bruder rechtet mit dem andern, und das vor Ungläubigen? 16. Oder wisset ihr nicht, daß, wer einer Hure anhängt, Ein Leib mit ihr ist? ,, Denn es werden, heißt es, die Zwei Ein Fleisch sein." 17. Wer aber dem Herren an hängt, der ist Ein Geist mit ihm. 18. Fliehet die Unzucht! Eine jede Sünde, die ein Mensch be geht, ist außer dem Leibe, der Ünzüchtige aber fündigt gegen seinen eigenen Leib. 19. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habet, und daß ihr nicht euch selbst angehöret? 9. Oder wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Frret nicht! Weder Unzüchtige, noch Gögen- 20. Denn ihr seid theuer erkauft; diener, noch Ehebrecher, noch darum so preiset Gott mit euerm Weichlinge, noch Knabenschänder, Leibe und mit euerm Geiste, als 10. noch Diebe, noch Geizige, welche Gottes sind. noch Säufer, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. 7. Schon das ist gänzlich ein Fehler an euch, daß ihr unter einander zu rechten habet. Warum laffet ihr euch nicht lieber Unrecht thun? Warum lasset ihr euch nicht lieber Schaden zufügen? 8. Sondern ihr thut Unrecht und füget Schaden zu, und zwar Brüdern. 11. Und solche sind unter euch gewesen. Aber ihr wurdet abgewaschen, aber ihr wurdet geheiliget, aber ihr wurdet gerecht gesprochen durch den Namen unsers Herrn Jesu und durch den Geist unsers Gottes. Cap. 6. 7. 13. Die Speisen sind für den Magen, und der Magen ist für die Speisen. Gott aber wird die sen und jene abthun. Der Leib aber ist nicht für die Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib. 14. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auf erwecken durch seine Kraft. II. 12. Alles ist mir erlaubt; aber nicht Alles nügt. Alles ist mir erlaubt, aber ich will von keinem Dinge mich beherrschen lassen. 15. Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich nun die Glieder Christi neh men, und sie zu Hurengliedern machen? Das sei ferne! Das VII. Capitet. Vorschriften und Räthe betreffend 1. die Verehlichten, 2. die Unverehlichten, 3. die Witwen. Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habet, so ist es dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre. 2. Aber um der Unzucht willen habe Jeder sein eigenes Weib, und Jede habe ihren eigenen Mann. 3. Dem Weibe leiste der Mann Cap. 7.0 an die Corinther. 255 die schuldige Pflicht; eben so auch| ser läßt es sich gefallen, bei ihr das Weib dem Manne. nicht 4. Das Weib hat über ihren Leib nicht macht, sondern der 14. Denn der ungläubige Mann Mann; eben so hat auch der ist durch das Weib geheiligt, und Mann über seinen Leib Macht, sondern das Weib. 5. Entziehe sich keines dem Andern, es geschehe denn mit Beider Einwilligung eine Zeitlang, damit ihr dem Fasten und dem Gebet oblieget. Und darnach kommet wieder zusammen, damit euch nicht der Satan versuche wegen eurer Unenthaltsamkeit. das ungläubige Weib ist durch den Mann geheiligt. Sonst wären ja eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig. 6. Dieses sage ich euch aber als Bergünstigung, und nicht als Befehl. 7. Denn ich wünschte, daß alle Menschen wären, wie ich bin; aber Jeder hat eine besondere Gabe von Gott, der Eine diese, der Andere jene. 8. Ich sage aber den Unverehlichten und den Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie bleiben, wie ich. 9. Wenn sie aber sich nicht enthalten können, so mögen sie sich verehlichen; denn es ist besser, sich verehlichen, als von Begier den brennen. 10. Den Verehlichten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß das Weib sich von dem Manne nicht trenne; 11. wenn sie sich aber auch ge trennt hat, so bleibe sie unverehlicht, oder versöhne sich wieder mit dem Manne; und daß auch der Mann sich von dem Weibe nicht scheide. 12. Den Uebrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder ein ungläubiges Weib hat, und diese läßt es sich gefallen, bei ihm zu wohnen, so sheide er sich nicht von ihr. zu wohnen, so scheide sie sich nicht von dem Manne. 15. Will aber der ungläubige Theil sich trennen, so trenne er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht ge= bunden. Im Frieden aber hat uns Gott berufen. 16. Denn wie weißt du, Weib! ob du den Mann werdest selig machen? oder du, Mann! wie weißt du, ob du das Weib werdest selig machen? 17. Nur, wie Gott einem Jeden zugetheilt, wie der Herr einen Jeden berufen hat, also wandle er. Und also verordne ich in allen Gemeinden. 13. Und ein Weib, das einen ungläubigen Mann hat, und die18. Ist Jemand als Beschnittener berufen worden, der ziehe keine Vorbaut. Ist Jemand als Unbeschnittener berufen, der lasse sich nicht beschneiden. 19. Die Beschneidung ist nichts, und die Vorhaut ist nichts, sondern das Halten der Gebote Gottes. 20. Ein Jeder in dem Berufe, in welchem er ist berufen worden, in demselben bleibe er. 21. Bist du als Knecht berufen worden, so mache dir deßwegen keine Sorge; doch wenn du frei werden kannst, so benuße es lieber. 22. Denn wer im Herrn als knecht berufen worden, der ist ein Freigelassener des Herrn; deßgleichen auch, wer als ein Freier berufen ist, der ist ein Knecht Chriſti. 23. Jhr seid theuer erkauft; werdet nicht Knechte der Menschen. 24. Ein Jeder, worin er berufen 256 Die I. Epistel St. Pauli Cap. 7. 8. worden, ihr Brüder, darin bleibe| Geist. Die Verehlichte aber sorgt er vor Gott. um die Dinge, welche die Welt betreffen, wie sie dem Manne gefallen möge. 35. Dieses sage ich aber zu euerm eigenen Besten, nicht um euch eine Fessel anzulegen, sondern damit ihr wohl anständig und wohl anhaltend dem Herren dienen könnet ungetheilt. II. 25. Die Jungfrauen betreffend, habe ich kein Gebot des Herrn; doch gebe ich meine Meinung, als Einer, der vom Herrn begnadigt ward, treu zu sein. 26. So meine ich nun, solches sei gut um der bevorstehenden Noth willen, daß es dem Menschen gut sei, also zu sein. 27. Bist du an ein Weib gebun den, so suche keine Auflösung; bist du frei von einem Weibe, so suche fein Weib. 28. Doch wenn du dich auch verehlichst, so sündigst du nicht, und wenn eine Jungfrau fich verehlicht, so sündigt sie nicht. Aber Trübsal für das Fleisch werden solche baben. Ich aber schone euer. 29. Das aber sage ich, ihr Brüder! daß die Zeit im Ulebri gen verkürzt ist; damit auch die, so Weiber haben, seien, als hätten sie keine; di 30. und die Weinenden, als weinten sie nicht; und die Fröhlichen, als freuten sie sich nicht; und die Kaufenden, als behielten sie es nicht; 31. und die diese Welt brauchen, als gebrauchten sie dieselbe nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergehet. 36. So aber Jemand meint, es stehe seiner Jungfrau nicht wohl an, wenn sie ihre mannbaren Jahre überschreite, und muß es also geschehen, so thue er, was er will, er sündigt nicht; sie mögen sich verehlichen. 37. Wer aber in seinem Herzen fest steht, und nicht genöthigt wird, sondern Freiheit hat nach seinem eigenen Willen zu handeln, und das in seinem Herzen be schlossen hat, seine Jungfrau zu behalten, der thut wohl. 38. Darum thut auch der, wel cher seine Tochter zur Ehe gibt, wohl; wer sie aber nicht zur Ehe gibt, der thut besſer. III. 39. Ein Weib ist durch das Geseß gebunden, so lange ihr Mann lebt; ist aber ihr Mann entschlafen, so ist sie frei, sich, mit wem sie will, zu verehlichen, nur geschehe es im Herren. 40. Sie ist aber seliger, wenn sie so bleibt, nach meiner Meinung. Ich glaube aber, daß auch 32. Ich will aber, daß ihr ohne Sorgen seid. Der Unverehlichte sorgt um die Dinge, welche den ich den Geist Gottes habe. Herrn betreffen, wie er dem Herren gefallen möge. 33. Der Verehlichte aber sorgt um die Dinge, welche die Welt betreffen, wie er dem Weibe fallen möge. ge= 34. Es ist auch ein Unterschied zwischen dem Weibe und der Jungfrau. Die Unverehlichte sorgt um die Dinge, die den Herrn betreffen, daß sie heilig sei an Leib und Das VIII. Capitel. 1. Vom Essen der Gößenopfer. 2. Der rechte Gebrauch christlicher Freiheit. Betreffend aber die Gößenopfer, so wissen wir, daß wir alle die Erkenntniß haben; die Er fenntniß blähet auf, die Liebe aber erbauet. 2. So aber Jemand sich dünken Cap. 8. 9. an die Corinther. 257 läßt, er wisse etwas, der hat meinen Bruder ärgert, so will ich noch nichts erkannt, so wie man lieber nimmermehr Fleisch essen, erkennen soll. damit ich nicht meinen Bruder ärgere. 3. Wenn aber Jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. 4. Betreffend nun das Essen der Gögenopfer, so wissen wir, daß ein Göge nichts in der Welt ist, und daß kein anderer Gott ist, als nur der Eine. 5. Denn obschon sogenannte Götter sind, sei es im Himmel oder auf Erden; wie es denn viele Götter und viele Herren gibt; 6. so haben doch wir Einen Gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind, und wir zu ihm; und Einen Herrn Jesum Christum, durch welchen alle Dinge sind, und wir durch ihn. 7. Aber nicht in Allen ist die Erfenntniß; denn Etliche machen sich bis jest ein Gewissen über den Gögen, und essen es als Gößenopfer; und ihr Gewissen, da es schwach ist, wird befleckt. 8. Die Speise aber macht uns nicht vor Gott angenehm. Denn essen wir, so sind wir darum nicht besser; und essen wir nicht, so sind wir darum nicht geringer. II. 9. Sehet aber zu, daß nicht etwa diese eure Freiheit den Schwachen zum Anstoß gereiche. 10. Denn wenn Jemand dich, der du die Erkenntniß hast, siebt im Gözenhause zu Tische sigen, wird nicht sein Gewissen, da er schwach ist, bewogen werden, die Gößenopfer zu essen? 11. Und so geht über deiner Erkenntniß der schwache Bruder verloren, um dessen willen Christus gestorben ist. 12. Wenn ihr aber also euch an den Brüdern verfündiget, und ihr schwaches Gewissen verleget, so verfündiget ihr euch an Christo. 13. Darum, wenn die Speise Das IX. Capitel. 1. Paulus verzichtet freiwillig auf das seinem Apostelamte zukommende Recht, Unterhalt zu fordern; ſucht vielmehr 2. Allen Alles zu werden; aber auch 3. für sich selbst die Seligzu erringen. feit Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei? Habe ich nicht Je= sum Christum, unsern Herrn, ge= sehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herren? 2. Bin ich Undern nicht ein Apostel, so bin ich es doch euch; denn das Siegel meines Apostelamtes seid ihr im Herrn. 3. Meine Vertheidigung gegen die, welche mich richten, ist dieses. 4. Haben wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken? 5. Haben wir nicht das Recht, eine Schwester als Weib auf der Reise mitzuführen, wie auch die andern Apostel, und die Brüder des Herrn, und Kephas? 6. Oder haben allein ich und Barnabas nicht das Recht, nicht zu arbeiten? 7. Wer dienet je im Kriege auf eigenen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg, und ist nicht von dessen Frucht? Oder, wer weidet eine Herde, und ist nicht von der Milch der Herde? 8. Rede ich solches nach menschlicher Art? Oder sagt nicht auch das Geſet solches? 9. Denn im Gesepe Moses steht geschrieben:„ Du sollst dem Ochsen, wenn er drischt, nicht das Maul verbinden." Sorget Gott für die Ochsen? 10. oder sagt er es nicht vornämlich um unsertwillen? Ja um 17 CENIAN Die I. Epistel St. Pauli 258 Cap. 9. unsertwillen ist es geschrieben, bin von Jedermann her, so habe daß der Pflüger auf Hoffnung ich mich doch Jedermann zum pflügen soll, und der Drescher auf Knechte gemacht, damit ich desto Hoffnung dreschen, daß er des Mehrere gewinne. Gehofften theilhaft werde. 11. Wenn wir euch das Geistliche gesäet haben, ist es etwas Großes, wenn wir euer Leibliches ernten? 12. Wenn Andere dieses Recht auf euch genießen, warum nicht vielmehr wir? Doch wir haben uns dieses Rechtes nicht bedient, sondern wir ertragen Alles, damit wir dem Evangelium Chrifti kein Hinderniß verursachen. 13. Wisset ihr nicht, daß die, welche die heiligen Dienste verrichten, vom Heiligtbum ihre Nahrung haben? die, welche des Altars warten, vom Altar ihren Theil haben? 14. Also hat auch der Herr denen, die das Evangelium verz kündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben. 15. Ich aber habe mich keines dieser Dinge bedient. Ich schreibe aber dieses nicht darum, damit es also mit mir gehalten werde; denn es wäre mir besser zu sterben, als daß mir Jemand meinen Ruhm zu nichte machen sollte. 20. Und ich bin den Juden wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gescge stehen, als ob ich unter dem Geseße stünde, damit ich die unter dem Gesetze Stehenden gewinne; 21. denen, die ohne Geseß sind, als ob ich ohne Gesetz wäre, da ich doch vor Gott nicht ohne Gefeß bin, sondern dem Gesege Christi unterworfen, damit ich die, welche ohne Geseß sind, gewinne. 22. Ich bin den Schwachen wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin Allen Alles geworden, damit ich durchaus Etliche selig mache. 23. Solches aber thue ich um des Evangeliums willen, damit ich auch daran Theil haben möge. III. 24. Wisset ihr nicht, daß, die auf der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur Einer den Preis erlangt? Laufet also, daß ihr ihn erlanget. 25. Ein jeder Wettkämpfer aber ist enthaltsam in allen Dingen; 16. Denn wenn ich das Evan- jene zwar, damit sie eine vergelium predige, so habe ich kei- gängliche Krone empfangen, wir nen Ruhm; denn die Nothwendig- aber, eine unvergängliche. keit liegt auf mir; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte! 26. Jch nun laufe also, daß es nicht auf's Ungewisse sei; ich käm pfe also, daß ich nicht Streiche in die Luft führe; 17. Denn wenn ich es freiwillig thue, so habe ich Lohn; thue ich es aber ungern, so ist mir das Haushalteramt doch anvertraut. 18. Was ist also mein Lohn? Daß ich bei meiner Berkündigung das Evangelium Christi frei von Kosten mache, so daß ich mein Recht im Dienste des Evangeliums nicht gebrauche. Das X. Capitel. 1. Warnung vor sündlichen Lüsten; 2. vor Gözendienst und vor dem Essen II. 19. Denn, wiewohl ich frei der Gößenopfer. 3. Ermahnung, 27. sondern ich behandle meinen Leib hart, und bringe ihn in Knechtschaft, damit ich nicht etwa, da ich Andern predige, selbst verwerflich erfunden werde. Cap. 10. aan die Corinther. 259 Niemandem anstößig, vielmehr Allen stehe, der sehe zu, daß er nicht nüglich zu werden. falle. 13. Es hat euch noch keine Bersuchung ergriffen, als nur menschliche; Gott aber ist getreu, der wird euch nicht über euer Vermögen versucht werden lassen; sondern er wird mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, II. 14. Darum denn, meine Geso daß ihr sie ertragen möget. liebten! fliehet vor dem Gößendienste. Ich will euch aber nicht verschweigen, ihr Brüder! daß unsere Väter alle unter der Wolke waren, und alle durch das Meer zogen; 2. und Alle auf Moses getauft wurden in der Wolke und im Meere, 3. und Alle dieselbe geistliche Speise aßen, 4. und Alle denselben geistlichen Trank tranken; denn sie tranken aus dem geistlichen Felsen, der nachfolgte, der Fels aber war Christus. 5. Allein nicht hatte Gott an der Mehrzahl derselben ein Wohlgefallen; denn sie wurden hingestreckt in der Wüste. 6. Dieses aber ist uns zum Vorbilde geschehen, auf daß wir uns nicht des Bösen gelüsten lassen, wie jene gelüftet hat. 7. Werdet auch nicht Gößendiener, gleich wie Etliche von ihnen, wie geschrieben steht:„ Das Volt sette sich nieder zu essen und zu trinken, und sie standen auf, zu tanzen. 8. Laßt uns auch nicht Unzucht treiben, wie Etliche derselben Unzucht trieben, und fielen an Einem Tage drei und zwanzig tausend. 9. Laßt uns auch nicht Christum versuchen, wie auch Etliche derselben versuchten, und von den Schlangen umgebracht wurden. 10. Murret auch nicht, wie auch Etliche derselben murreten, und von dem Verderber umgebracht wurden. 11. Dieses Alles aber ist zum Vorbild jenen widerfahren, und ward aufgeschrieben zur Warnung für uns, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. 12. Darum, wer da meint, er 15. Ich rede als mit Klugen; beurtheilet ihr, was ich sage. 16. Der Kelch der Danksagung, Gemeinschaft des Blutes Christi? welchen wir segnen, ist er nicht die Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? 17. Denn Ein Brot, Ein Leib find wir viele, dieweil wir Alle des Einen Brotes theilhaft sind. 18. Sehet auf den Israel nach dem Fleische! Stehen nicht die, so die Opfer essen, in Gemeinschaft mit dem Altar? 19. Was sage ich nun? Daß der Göße etwas sei; oder daß das Gögenopfer etwas sei? 20. Vielmehr, was die Heiden opfern, das opfern sie den Teufeln, und nicht Gott. Ich will aber nicht, daß ihr in Gemeinschaft stehet mit den Teufeln. 21. Jhr tönnet nicht den Kelch des Herren trinken, und den Kelch der Teufel. Ihr könnet nicht an dem Tische des Herren Theil nehmen, und an dem Tische der Teufel. 22. Oder wollen wir den Herren zum Eifer reizen? Sind wir stärker als er? III. 23. Es ist mir Alles erlaubt, aber es nüßt nicht Alles; es ist mir Alles erlaubt, aber es erbaut nicht Alles. 24. Niemand suche seinen eigenen 17* 260 Die I. Epistel St. Pauli Cap. 10. 11. Nußen, sondern Jeder den des Brüder! daß ihr in Allem meiner Undern. eingedenk seid, und wie ich sie 25. Alles was auf der Fleisch- euch gegeben habe, die Verordbank feil ist, das esset, und unter- nungen festhaltet. suchet nichts, um des Gewissens willen; >> 26. Denn des Herren ist die Erde, und was sie erfüllet." 27. Und wenn euch Jemand von den Ungläubigen zu Gaste bittet, und ihr wollet hingehen, so effet Alles, was euch vorgelegt wird, und untersuchet nichts, um des Gewissens willen. 28. Wenn aber Jemand euch sagen würde: Dieses ist Gözenopfer, so esset es nicht, um dessen willen, der es angezeigt, und um des Gewissens willen.( Denn des Herren ist die Erde, und was sie erfüllet.) 29. Ich rede aber nicht von dem eigenen Gewissen, sondern von dem des Andern; denn, warum soll meine Freiheit von eines Andern Gewissen gerichtet werden? 30. Wenn ich mit Dank genieße, warum soll ich um dessen willen gelästert werden, wofür ich dank fage? 31. Jhr esset nun, oder ibr trinket, oder was ihr immer thut, das thut alles zur Ehre Gottes. 32. Seid unanstößig sowohl den Juden als den Griechen, und der Gemeinde Gottes; 33. gleichwie auch ich in allen Dingen Jedermann gefallen will, indem ich nicht suche, was mir nügt, sondern was Vielen, auf daß sie selig werden. Das XI. Capitel. 1. Vom äußern Anstand beim Gebete. 2. Bestrafung der unwürdigen Feier des heiligen Abendmahles. Seid meine Nachfolger, gleich wie auch ich Christi. 2. Ich lobe euch aber, ihr Ti 3. Jch will aber, daß ihr wisset, daß eines jeden Mannes Haupt Christus ist, das Haupt des Weibes aber der Mann, das Haupt Christi aber Gott. 4. Ein jeder Mann, der betet oder weissägt, und hat etwas auf dem Haupt, entehrt sein Haupt. 5. Ein jedes Weib aber, das betet oder weissagt mit unbedeck tem Haupt, entehrt ihr Haupt; denn es ist eben so viel, als wäre sie geschoren. 6. Denn wenn sich ein Weib nicht bedeckt, so lasse sie sich auch das Haar abschneiden. Wenn es aber für ein Weib schimpflich ist, sich das Haar abschneiden oder scheren zu lassen, so bedecke sie sich. 7. Der Mann nämlich soll sich das Haupt nicht bedecken, da er das Bild und die Ehre Gottes ist; das Weib aber ist des Mannes Ehre. 8. Denn der Mann ist nicht von dem Weibe, sondern das Weib von dem Manne. 9. Denn es ward auch nicht der Mann um des Weibes willen er schaffen, sondern das Weib um des Mannes willen. 10. Deßwegen soll das Weib eine Macht auf dem Haupte haben, um der Engel willen. 11. Doch so ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann, im Herren. 12. Denn wie das Weib von dem Manne ist, also ist auch der Mann durch das Weib; Alles aber von Gott. 13. Urtheilet bei euch selbst: Geziemt es sich, daß ein Weib unbedeckt zu Gott bete? 14. Oder lehrt euch auch nicht die Natur selbst, daß, wenn ein Cap. 11. 12. insan die Corinther. Mann lange Haare trägt, es eine Schmach für ihn ist; 15. wenn aber ein Weib lange Haare trägt, es eine Ehre für fie ist? denn das Haar ist ihr statt einer Bedeckung gegeben. 16. Will aber Jemand hierüber gern streiten, so haben wir eine solche Gewohnheit nicht, noch auch die Gemeinden Gottes. II. 17. Indem ich euch aber dieses anbefehle, kann ich nicht loben, daß ihr nicht zu euerer Verbesse rung, sondern zur Verschlimmerung zusammen kommet. 18. Denn fürs Erste, wenn ihr in der Gemeinde zusammen kommet, so höre ich, feien Spaltungen unter euch, und zum Theil glaube ich es. 19. Denn es müssen auch Sekten unter euch sein, damit die Bewähr ten offenbar werden unter euch. 20. Wenn ihr nun mit einander zusammen kommet, so heißt das nicht des Herren Abendmahi essen. 21. Denn Jeder nimmt sein eigenes Mahl vorher bei dem Essen, und der Eine hungert, der Andere aber schwelget. 22. Habet ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes, und beschämet die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht. 261 Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute: Dieses thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniſſe! 26. Denn so oft ihr dieses Brot esset, und diesen Kelch trinket, sollet ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis daß er kommt. 27. Welcher nun unwürdig dieses Brot ist, oder diesen Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein des Leibes und Blutes des Herrn. 28. Der Mensch bewähre aber sich selbst, und also esse er von dem Brote und trinke von dem Kelche. 29. Denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ist und trinkt sich selbst das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. 30. Deßwegen sind unter euch viel Schwache und Kranke, und ein guter Theil schlafen. 31. Denn wenn wir uns selbst richteten, so würden wir nicht gerichtet. 32. Werden wir aber gerichtet, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht mit der Welt verurtheilt werden. 33. Darum, meine Brüder, wann ihr zusammen kommet zu essen, so warte Einer auf den Andern. 34. Hungert aber Jemand, so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gerichte zusammen kommet. Das Uebrige aber will ich anordnen, wann ich komme. Das XII. Capitel. 1. Verschiedenheit der Geistesgaben und Aemter unter den Christen; 2 ihr 23. Denn, was ich vom Herren empfangen, das habe ich euch auch berichtet, nämlich: daß der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, das Brot genommen, 24. und als er Dank gesagt, hat Werth und ihre Anwendung, erläutert er es gebrochen, und gesprochen: durch das Beispiel vom menſchlichen Nehmet, effet! das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird! Die ses thut zu meinem Gedächtnisse! 25. Deßgleichen auch den Kelch nach dem Mahle, indem er sprach: Leibe. Was aber die geistlichen Gaben betrifft, so will ich euch, ihr Brüder, nicht in Unwissenheit lassen. 2. Ihr wisset, daß ihr Heiden 262 Die 1. Epistel St. Pauli Cap. 12. waret, und euch zu den stummen 14. Denn auch der Leib ist nicht Gößen hinführen ließet, wie ihr geführt wurdet. Ein Glied, sondern viele. 3. Darum thue ich euch fund, daß Niemand, der durch den Geist Gottes redet, Jesum lästert, und Niemand Jesum einen Herrn nennen kann, als nur durch den heiligen Geist. 4. Es sind aber mancherlei Gaben, doch nur Ein Geist; 5. und es sind mancherlei Aemter, und nur Ein Herr; 6. und es sind auch mancherlei Wirkungen, doch nur Ein Gott, der Alles in Allen wirket. 7. Einem Jeden aber wird die Offenbarung des Geistes gegeben zum gemeinen Nugen. 8. Dem Einen nämlich wird durch den Geist gegeben das Wort der Weisheit; einem Andern aber das Wort der Erkenntniß nach demselben Geiste; 9. einem Andern der Glaube in demselben Geiste; einem Andern Gaben der Gesundmachung, in dem Einen Geiste; 10. einem Andern Wunderwirfungen; einem Andern die Weissagung; einem Andern die Prüfung der Geister; einem Andern verschiedene Zungen; einem Andern die Auslegung der Zungen. 11. Alles dieses aber wirkt eben derselbe Eine Geist, der einem Jeden besonders vertheilt, wie er will. II. 12. Denn gleichwie der Leib Einer ist, und viele Glieder hat, alle Glieder aber des Einen Leibe8, obgleich ihrer viele, doch nur Ein Leib sind; also auch Christus. 13. Denn in Einem Geiste sind wir alle zu Einem Leibe getauft worden, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu Einem Geiste getränkt worden. 15. Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht die Hand bin, so gehöre ich nicht zum Leibe; sollte er darum nicht zum Leibe gehören? 16. Und wenn das Ohr spräche: Weil ich nicht das Auge bin, so gehöre ich nicht zum Leibe; sollte es darum nicht zum Leibe ge hören? 17. Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? wenn er ganz Gehör wäre, wo wäre der Geruch? 18. Nun aber hat Gott die Glie: der geordnet, ein jedes aus ihnen am Leibe, wie er gewollt hat. 19. Wenn aber Alles Ein Glied wäre, wo wäre der Leib? 20. Nun aber sind viele Glieder, aber nur Ein Leib. 21. Es fann aber das Auge nicht zu der Hand sagen: Ich bedarf deiner nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht. 22. Sondern vielmehr die Glieder des Leibes, welche die schwä chern zu sein scheinen, sind nothwendig; 23. und die uns die verächt lichern am Leibe zu sein dünken, die umgeben wir mit desto mehr Ehre, und die unanständigen an uns erhalten desto mehr Wohlanständigkeit; 24. die wohlanständigen an uns aber bedürfen es nicht. Ja Gott hat den Leib also eingerichtet, daß er dem geringern Gliede desto größere Ehre gab, 25. damit feine Spaltung in dem Leibe sei, sondern die Glieder gleiche Sorge für einander tragen. 26. Und wenn Ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; wenn Ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. Cap. 12. 13. 14. il an die Corinther. 27. Jhr aber seid der Leib Christi, und Jeder an seinem Theil Glieder. 28. Und Gott setzte die Einzelnen in der Gemeinde für's Erste zu Aposteln, für's Andere zu Propheten, für's Dritte zu Lehrern, sodann Wunderkräfte, dann Gaben der Gesundmachung, Hülfleistungen, Vorsteherschaften, verschiedene Zungen. 29. Sind Alle Apostel? Sind Alle Propheten? Sind Alle Lebrer? Haben Alle Wunderkräfte?| werden. 30. Haben Alle Gaben der Gesundmachung? Reden Alle in Zungen? Sind Alle Ausleger? 31. Eifert aber nach den bessern Gaben; und ich zeige euch noch einen trefflichern Weg. Das XIII. Capitel. 1. Nothwendigkeit, 2. Eigenschaften, und 3. Werth der christlichen Liebe. Wenn ich mit Menschen- und Engel- Zungen redete, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2. und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und wenn ich allen Glauben hätte, so daß ich Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3. Und wenn ich alle meine Habe den Armen austheilte, und wenn ich meinen Leib hingäbe, auf daß ich verbrannt würde, hätte aber die Liebe nicht, so würde es mir nichts nügen. II. 4. Die Liebe ist langmüthig, sie ist gütig; die Liebe beneidet nicht; die Liebe prahlet nicht; sie blähet sich nicht auf. 5. Sie ist nicht unanständig; fie sucht nicht das Shrige; sie läßt fich nicht zum Zorne reizen; sie deutet nichts zum Argen. 263 6. Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber mit der Wahrheit. 7. Sie erträgt Alles, sie glaubt Alles, sie hofft Alles, sie erduldet Alles. III. 8. Die Liebe hört nimmermehr auf: seien es aber Weiſsagungen, so werden sie abgethan werden; seien es Zungen, so werden sie aufhören; sei es die Erkenntniß, so wird sie abgethan 9. Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser Weissägen ist Stückwerk. 10. Wann aber das Vollkommene wird gekommen sein, dann wird das Stückwerk abgethan werden. 11. Da ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann geworden, habe ich abgethan, was kindisch war. 12. Denn wir sehen jegt durch einen Spiegel im Räthsel; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeßt ist mein Erkennen Stückwerk; dann aber werde ich völlig erkennen, wie auch ich völlig erkannt bin. 13. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, dieſe drei; die größte aber unter diesen ist die Liebe. Das XIV. Capitel. 1. Werth der Sprachengabe und der Lehrgabe; 2. ihre Anwendung in den Versammlungen. Strebet nach der Liebe; doch eifert nach den geistlichen Gaben, am meisten aber, daß ihr weissaget. 2. Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für die Menschen, sondern für Gott; denn Niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse. 264 Die I. Epistel St. Pauli. Cap. 14. 3. Wer aber weissagt, der redet| redet, der bete, auf daß er es für die Menschen zur Erbauung, auslege. zur Ermahnung, und zum Troste. Frucht. 14. Denn wenn ich in Zungen 4. Wer in Zungen redet, der bete, so betet zwar mein Geist, ¹erbauet sich selbst; wer aber aber mein Verstand ist ohne weissagt, der erbaut die Gemeinde. 5. Ich wünschte aber, daß ihr 15. Wie ist es nun? Ich will Alle in Zungen redetet, noch viel im Geiste beten, ich will aber mehr aber, daß ihr weissagen auch mit dem Verstande beten; möchtet. Denn wer weissagt, ist größer, als wer in Zungen redet; es sei denn, daß er es auslege, damit die Gemeinde Erbauung empfange. ich will im Geiste lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstande lobsingen. 6. Nun aber, ihr Brüder! wenn ich zu euch käme und in Zungen redete, was würde ich euch nüßen, wenn ich nicht zu euch redete, sei es in Offenbarung, oder in Erkenntniß, oder in Weissagung, oder in Lehre? 7. Ist es doch eben so mit den leblosen Dingen, die einen Laut von sich geben, sei es eine Flöte oder eine Harfe, wenn sie nicht bestimmte Töne geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? 8. Und auch wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Streite rüsten? 9. Also auch ihr, wenn ihr durch die Zunge nicht eine verständliche Rede gebet, wie kann man verstehen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden. 10. So viele Arten von Sprachen mögen wohl in der Welt sein, und keine derselben ist ohne Sinn. 11. Wenn ich nun den Sinn der Sprache nicht weiß, so werde ich dem Redenden ein Fremder sein, und der Redende für mich Fremder. 16. Sonst wenn du im Geiste ein Dankgebet sprichst, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen zu deiner Danksagung sprechen, da er nicht weiß, was du sagst? 17. Du magst wohl schön dank sagen, aber der Andere wird nicht erbaut. 18. Ich sage Gott Dank, daß ich mehr, als ihr alle, in Zungen rede. 19. Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte durch meinen Verstand reden, damit ich auch Andere unterrichte, als zehntausend Worte in Zungen. 20. Ihr Brüder! seid nicht Kinder am Verstande, sondern an der Bosheit seid kindisch, am Verstand aber seid vollkommene Männer. 21. Es steht im Gesetze geschrie ben:„ Ich will in andern Zungen und mit andern Lippen zu diesem Volke reden, aber auch so werden sie mich nicht hören, spricht der Herr." 22. Darum so sind die Zungen zum Zeichen, nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubi gen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. 23. Wenn nun die ganze Ge daß ihr zur Erbauung der Gemeinde zusammen käme, und Alle meinde reich seid. II. 13. Darum wer in Zungen 12. Also auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben strebet, so suchet, würden in Zungen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige Cap. 14. 15. berein, würden sie nicht sagen, ihr wäret unsinnig? 24. Wenn aber Alle weissagten, und es käme ein Ungläubigen oder Unkundiger herein, so wird er von Allen überwiesen, von Allen beurtheilt, an die Corinther. 25. so wird daß Verborgene seines Herzens offenbar; und so wird er auf sein Angesicht fallen, und Gott anbeten, und verkünden, daß Gott wahrhaftig in euch sei. 26. Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammen kommet, so bat Jeder unter euch einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Zungenrede, hat eine Offenbarung, bat eine Auslegung; Alles geschehe zur Erbauung. 27. Und will Jemand in Zungen reden, so seien es je Zwei, böchstens Drei, und Einer nach dem Andern, und Einer lege es aus. 28. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde; er rede aber zu sich selbst, und zu Gott. 29. Propheten aber sollen Zwei oder Drei reden, und die Andern sollen es beurtheilen. 30. Wenn aber einem Undern eine Offenbarung wird, der da figt, so soll der Erste schweigen. 31. Denn ihr könnet Einer nach dem Andern Alle weissagen, auf daß Alle lernen, und Alle getröstet werden. 265 35. Wollen sie aber etwas ler= nen, so mögen sie daheim ihre Männer fragen; denn es steht den Weibern übel an, in der Gemeinde zu reden. 32. Und die Geister der Propheten sind den Propheten unterthan. 33. Denn Gott ist nicht ein Gott der Zerrüttung, sondern des Friedens. Wie in allen Gemeinder Heiligen: 34. Gure Weiber sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern unterthänig sollen sie sein, wie auch das Geseß sagt. 36. Oder ist von euch das Wort Gottes ausgegangen? oder ist es zu euch allein gekommen? 37. Wenn Jemand meint, ein Prophet zu sein, oder ein vom Geiste Erleuchteter, der erkenne das, was ich euch schreibe, daß es des Herrn Gebote sind. 38. Ist aber Jemand unwissend, so mag er unwissend sein. 39. Darum, ihr Brüder! strebet darnach zu weissagen, und das Reden in Zungen wehret nicht. 40. Alles aber geschehe wohlanständig und nach der Ordnung. Das XV. Capitel. 1. Beweis der Auferstehung der 2. Art und Zeit der Auferstehung. Todten aus der Auferstehung Christi. Ich thue euch aber, ihr Brüder! das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habet, in wel chem ihr auch stehet, 2. durch welches ihr auch selig werdet, wenn ihr es, in welcher Weise ich es euch verkündigt habe, festhaltet; es wäre denn, daß ihr vergeblich geglaubt hättet. 3. Denn ich habe euch vornämlich überliefert, was ich auch empfangen habe, daß Christus ge storben ist für unsere Sünden, nach den Schriften; 4. und daß er begraben, und daß er auferweckt worden am dritten Tage, nach den Schriften. 5. und daß er erschienen dem Kephas, bernach den Zwölfen. 6. Darauf erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf Einmal, von denen die meisten jegt noch 266 Die I. Epistel St. Pauli Cap. 15. leben, etliche aber auch entschla- in Christo entschlafen sind, ver: fen sind. 7. Darauf erschien er dem Jacobus, hernach den Aposteln allen. 8. Zulegt aber unter Allen gleich als einer unzeitigen Geburt er schien er auch mir. 9. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, der ich nicht werth bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. 10. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade gegen mich ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr als sie alle gearbeitet; doch nicht ich, sondern die Gnade Got tes, die mit mir ist. 11. Sei ich es nun, oder seien es jene; also predigen wir, und also habet ihr geglaubt. 12. Wenn aber Christus gepredigt wird, daß er von den Todten auferweckt worden, wie sagen Etliche unter euch, daß keine Auferstehung der Todten sei? 13. Sst aber keine Auferstehung der Todten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. 14. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist ja unsre Predigt vergeblich, vergeblich aber auch euer Glaube. loren. 19. Haben wir allein in diesem Leben auf Christum gehofft, so sind wir die Elendesten unter allen Menschen.( najsionada 20. Nun aber ist Christus von den Todten auferweckt worden, und der Erstling geworden unter den Entschlafenen. 23. Ein Jeder aber in seiner Ordnung: der Erstling Christus, darauf die, so Christi sind, bei seiner Zukunft. 24. Hernach das Ende, wann er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, wann er wird ab gethan haben alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt. 25. Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde wird unter seine Füße gelegt haben... 26. Der legte Feind, der abge than wird, ist der Tod. >> 27. Denn ,, Alles hat er seinen Füßen unterworfen." Wenn es aber heißt. daß Alles unterworfen sei, so ist offenbar der ausgenommen, der ihm Alles unterworfen hat. 28. Wann ihm aber Alles wird unterworfen sein, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm Alles unterworfen hat, damit Gott sei Alles in Allen. 29. Was werden sonst die thun, die sich um der Todten willen taufen lassen, wenn die Todten gar eitel; ihr seid noch in euern/ nicht auferweckt werden? Wozu Sünden; lassen sie sich um der Todten wil16. Denn wenn die Todten nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. 17. Ist aber Christus nicht auf erweckt worden, so ist euer Glaube 18. ja es sind auch die, so len taufen? 15. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir wider Gott gezeugt, er habe Christum auferweckt, den er nicht auferweckt hat, wenn nämlich die Todten nicht auferweckt werden. 21. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Todten. 22. Denn gleichwie in Adam Alle sterben, also werden auch in Christo Alle lebendig gemacht werden. Cap. 15. an die Corinther. 267 30. Wozu stehen auch wir in ein Stern übertrifft den andern Gefahr zu allen Stunden? an Glanz. 42. Also auch die Auferstehung der Todten. Es wird gesäet in Verwesung, und wird auferweckt in Unverweslichkeit; 31. Ich sterbe täglich, bei dem Ruhme, den ich von euch habe in Christo Jesu, unserm Herrn! 32. Wenn ich, menschlicher Weise, zu Ephesus mit wilden Thieren gestritten habe, was hilft es mir? Wenn die Todten nicht auferweckt werden, so laßt uns essen und trinken, denn morgen sterben wir. 33. Lasfet euch nicht verführen! Böse Geschwäße verderben gute Sitten. 43. Es wird gefäet in Unehre, und wird auferweckt in Herrlichfeit; es wird gefäet in Schwach heit, und wird auferweckt in Kraft; 34. Werdet rechtschaffen nüchtern, und fündiget nicht; denn Etliche haben keine Erkenntniß von Gott; zu eurer Beschämung fage ich es. II. 35. Aber es möchte Jemand sagen: Wie werden die Todten auferweckt? Mit was für einem Leibe kommen sie? 36. Du Thor! was du säest, das wird nicht lebendig, es sterbe denn. 37. Und was du säest, da säest du nicht den Leib, der werden soll, sondern du säest ein bloßes Korn, etwa von Waizen, oder einer andern Frucht. 48. Wie der Irdische, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische, so sind auch die Himmlischen; 49. und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen. 50. Das aber sage ich, ihr Brüder! daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können, auch die Verwesung die Unverweslichkeit nicht ererben wird. 51. Siehe, ich sage euch ein Geheimniß: Wir werden zwar nicht alle entschlafen; wir werden aber alle verwandelt werden, 52. plöglich, in einem Augenblick, bei der legten Posaune; 41. Einen andern Glanz hat die denn die Posaune wird erschallen, Sonne, und einen andern Glanz und die Todten werden auferweckt der Mond, und einen andern werden unverweslich, und wir Glanz haben die Sterne; denn werden verwandelt werden. 38. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeden Samen seinen besondern Leib. 39. Nicht alles Fleisch ist einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes Fleisch hat das Bieh, ein anderes die Fische, ein anderes die Vögel. 44. Es wird gesäet ein sinnlicher Leib, und wird auferweckt ein geistiger Leib. Es gibt einen sinnlichen Leib, und gibt einen geistigen Leib. >> 45. So steht auch geschrieben: Es ward der erste Mensch, Adam, zu einer lebendigen Seele," der legte Adam zu einem lebendig machenden Geiſte. 46. Aber das Geistige ist nicht das erste, sondern das Sinnige; hernach das Geistige. 47. Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der andere Mensch, der Herr, ist vom Himmel. 40. Und es gibt himmlische Leiber, und gibt irdische Leiber; aber einen anderen Glanz haben die himmlischen, einen andern die irdischen. 268 Die I. Epistel St. Pauli Cap. 15. 16. 53. Denn dieses Verwesliche muß 5. Ich werde aber zu euch kom anziehen Unverweslichkeit, und men, wann ich werde Macedonien dieses Sterbliche muß anziehen durchzogen haben, denn ich werde Unsterblichkeit. durch Macedonien ziehen. 54. Wann aber dieses Verwesliche wird angezogen baben Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche angezogen Unsterblichkeit, wobin ich reise. 6. Bei euch aber werde ich viel leicht verweilen, oder auch überwintern, damit ihr mich geleitet, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben stebt:„ Der Tod ist verschlungen in den Sieg. 55. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" 56. Der Stachel aber des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. 57. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben durch unsern Herrn Jesum Christum. 58. Darum, meine geliebten Brüder! seid fest, unbeweglich, nehmet immer zu in dem Werke des Herrn, weil ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herren. Das XVI. Capitel. 1. Anordnung der Steuer nach Judäa. 2. Empfehlung des Timotheus. 3. Schluß des Briefes. Betreffend aber die Sammlung für die Heiligen, wie ich den Gemeinden in Galatien verordnet habe, also thut auch ihr. 2. Je den ersten Tag der Woche lege ein Jeder unter euch etwas bei Seite, und sammle, nachdem es ihm wohl geht; damit nicht erst dann, wann ich ankomme, die Sammlungen geschehen müssen. 3. Wann ich aber angekommen sein werde, so will ich die, welche ihr dazu tüchtig finden werdet, mit Briefen absenden, daß sie eure Liebesgabe nach Jerusalem überbringen. 4. Wann es aber der Mühe werth ist, daß auch ich hinreise, so sollen sie mit mir reisen. 7. Denn ich will euch jetzt nicht im Vorbeigehen sehen; sondern ich hoffe einige Zeit bei euch zu bleiben, so der Herr es zuläßt. 8. Ich werde aber zu Ephesus bleiben bis zu der Pfingsten. 9. Denn eine große und wirk same Thüre hat sich mir aufgethan, und der Widersacher sind Viele. II. 10. Wenn aber Timotheus kommt, so sehet zu, daß er ohne Furcht bei euch sei, denn er treibt des Herren Werk, wie auch ich. 11. Darum soll ihn Niemand verachten. Geleitet ihn vielmehr in Frieden, daß er zu mir komme; denn ich erwarte ihn mit den Brüdern. 12. Betreffend aber den Bruder Apollos, so habe ich ihn vielfältig ermahnt, daß er mit den Brüdern zu euch reise; und es war durchaus nicht sein Wille, jegt zu kommen; er wird jedoch kommen, wann er Gelegenheit haben wird. III. 13. Wachet, stehet im Glauben, seid männlich, seid stark! 14. Alles bei euch geschehe in Liebe! 15. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder! Jhr kennet das Haus des Stephanas, daß sie die Erst linge in Achaja sind, und daß sie sich dem Dienste der Heiligen gewidmet haben; 16. auf daß auch ihr Solchen unterthänig seid, und einem Jeden, der mit uns wirkt und arbeitet. 17. Jch freue mich aber über die Ankunft des Stephanas und Fortunatus und Achaicus; denn Cap. 16. er an die Corinther. si 269 euern Mangel haben diese mir| alle. Grüßet euch unter einander ersetzt; mit dem heiligen Kusse. 18. denn sie erquickten meinen Geist und den eurigen. Darum erkennet solche Männer. 21. Dieß ist der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. 22. So Jemand den Herrn Jesum Christum nicht liebt, der sei ein Fluch, Maranatha! 19. Es grüßen euch die Gemeinden in Asien. Es grüßen euch vielfältig im Herren Aquilas und Priscilla, samt der Gemeinde in ihrem Hause. 23. Die Gnade des Herrn Jesu Christi sei mit euch! 24. Meine Liebe sei mit euch Allen in Christo Jesu! Amen. 20. Es grüßen euch die Brüder Die II. Epistel St. Pauli an die Corinther. Das I. Capitel. Heil, und unsere Hoffnung ist fest euerthalben, 1. Des Paulus Gruß. 2. Sein Dank gegen Gott für Trost und Nettung in Trübsalen. 3. Bericht wegen seiner vorgehabten Reise. 7. weil wir wissen, daß ihr, wie der Leiden, also auch des Trostes theilhaft werdet. 8. Denn wir wollen euch nicht verschweigen, ihr Brüder! betreffend unsere Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, daß wir über die Maßen beschwert wurden, über Vermögen, so daß wir selbst unser Leben verloren gaben. 9. Ja, wir selbst hatten bei uns schon den Ausspruch des Todes, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Todten auferweckt: 10. Welcher aus solchem Tod uns errettet hat, und errettet; auf welchen wir hoffen, daß er uns auch ferner erretten werde; 11. indem auch ihr uns behülflich seid durch Gebet, damit für die von Vielen uns erbetene Gabe auch von Bielen gedankt werde unfertwegen. 12. Denn unser Ruhm ist dieser, das Zeugniß unsers Gewissens, daß wir in Aufrichtigkeit und Lauterfeit Gottes, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes in der Welt gewandelt haben, am meisten aber unter euch. 13. Denn wir schreiben euch Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, an die Gemeinde Gottes, die zu Corinth ist, samt allen Heiligen, die in ganz Achaja sind. 2. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 3. Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, 4. der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir die, welche in allerlei Trübfal sind, trösten können mit dem Troste, womit wir selbst von Gott getröstet werden. 5. Denn gleichwie das Leiden Christi an uns überaus groß ist, also ist durch Christum auch unser Trost überaus groß. 6. Sei es aber, daß wir Drangsal leiden, so geschieht es zu eurem Trost und Heil, welches wirksam wird in Erduldung eben derselben Leiden, die auch wir leiden; oder sei es, daß wir getröstet werden, so geschieht es zu eurem Trosft und 270 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 1. 2. nichts Underes, als was ihr leset,| Glauben herrschen wollen, sonoder auch selbst erkennet. Ich dern wir sind Mitbeförderer eurer hoffe aber, ihr werdet es auch Freude, denn ihr stehet fest im bis ans Ende erkennen; Glauben. 14. gleich wie ihr auch uns zum Theil erkannt habet, daß wir euer Ruhm sind, so wie auch ihr der unsrige seid am Tage des Herrn Jesu. III. 15. Und in solchem Vertrauen wollte ich früher zu euch kommen, damit ihr eine zweite Gnade empfienget; 16. und bei euch hindurch nach Macedonien reisen, und dann wieder aus Macedonien zu euch kommen, und von euch mich in das Jüdische Land geleiten lassen. 2. Denn wenn ich euch traurig mache, wer ist, der mich fröhlich mache, als nur der, welcher von mir traurig gemacht wird? 3. Und ich habe euch eben dieses 17. Da ich nun mir solches vorgeschrieben, damit ich nicht, wenn nahm, habe ich wohl leichtsinnig ich käme, von denen Traurigkeit gehandelt? Oder was ich mir vor- hätte, deren ich mich freuen sollte; nehme, nehme ich es mir nach da ich das Vertrauen zu euch allen dem Fleische vor, damit bei mir habe, daß meine Freude euer aller bald Ja, bald Nein sei? Freude ist. 18. Über Gott ist getreu, daß unsere Rede gegen euch nicht Ja und Nein ist. Das II. Capitel. 1. Empfehlung des Schuldigen zur Wiederaufnahme. 2. Dank gegen Gott für die Verbreitung des Evangeliums. Ich habe aber für mich selbst dieses beschlossen, nicht wieder mit Traurigkeit zu euch zu kommen. 19. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns ist gepredigt worden, nämlich durch mich und Sylvanus und Timotheus, war nicht Ja und Nein, sondern Ja ist in ihm gewesen, 20. denn so viele Verheißungen Gottes sind, so ist in ihm das Ja und in ihm das Amen, Gott zur Ehre durch uns. 21. Der aber uns mit euch befestigt auf Christum, und uns gesalbet hat, ist Gott; 22. der uns auch besiegelt, und das Pfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat. 23. Jch rufe aber Gott an zum Zeugen über meine Seele, daß ich, um euch zu schonen, nicht mehr nach Gorinth gekommen bin. 24. Nicht daß wir über euern 4. Denn aus großer Trübsal und Angst des Herzens habe ich euch geschrieben unter vielen Thränen; nicht damit ihr traurig ge macht werden solltet, sondern da mit ihr die Liebe erkennen möchtet, die ich vorzüglich zu euch habe. 5. Hat aber Jemand traurig gemacht, der hat nicht mich trau( damit ich nicht zu viel sage) rig gemacht, sondern zum Theil euch alle. 6. Einem solchen sei diese Strafe widerfahren ist; genug, die ihm von den Mehrern 7. so daß ihr im Gegentheil ihm vielmehr vergeben und ihn trösten sollet, damit nicht etwa ein solcher in der allzugroßen Traurigkeit versinke. 8. Darum ermahne ich euch, daß ihr euere Liebe gegen ihn befräftiget. 9. Denn darum habe ich euch auch geschrieben, um die Probe an die Corinther. Cap. 2. 3. von euch zu sehen, ob ihr in Allem gehorsam seid. 10. Wem ihr aber etwas verund von allen Menschen verstanden und gelesen wird. 2. Jhr seid unser Brief, der gebet, dem vergebe auch ich; denn in unser Herz eingeschrieben ist, auch ich, so ich Jemanden etwas vergeben habe, so vergab ich's ihm um euertwillen im Angesichte Christi, auf daß nicht der Satan einen Vortheil über uns gewinne; 11. Denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt. II. 12. Als ich aber nach Troas kam, das Evangelium Chrifti zu predigen, und mir eine Thüre im Herrn aufgethan wurde, so hatte ich keine Ruhe in meinem Geiste, weil ich meinen Bruder Titus nicht fand; 13. sondern ich nahm Abschied von ihnen, und zog nach Macedonien. 16. für diese zwar ein Geruch des Todes zum Tode, für jene aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist dazu geschickt? 17. Denn wir sind nicht wie Viele, die das Wort Gottes verfälschen; sondern als aus Lauterkeit, sondern als aus Gott, vor Gott, in Christo reden wir. 271 briefe an euch, oder Empfehlungsbriefe von euch? 5. Nicht daß wir geschickt wären, von uns selbst etwas zu denken, als aus eigener Kraft, sondern unsere Geschicklichkeit ist von Gott; 14. Gott aber sei Dank, der uns allezeit triumphieren läßt in Christo, und den Wohlgeruch seiner Erkenntniß durch uns an allen Orten offenbaret. 6. welcher uns auch geschickt gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tödtet, der Geist aber macht lebendig. II. 7. Wenn aber der Dienst des 15. Denn wir sind Gott ein lieb- Todes im Buchstaben, in Stein licher Geruch Christi unter denen, gegraben, in Herrlichkeit war, die selig werden, und unter denen, also daß die Kinder Israel das die verloren gehen; Angesicht Moses nicht anschauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Angesichtes, die doch abgethan werden sollte; 8. wie sollte nicht viel mehr der Dienst des Geistes in Herrlichkeit sein? 9. Denn wenn der Dienst der Verdammniß Herrlichkeit ist, so ist der Dienst der Gerechtigkeit noch viel mehr in Herrlichkeit. 10. Ja sogar nicht verherrlicht ist das Verherrlichte in diesem Stücke, gegen die überschwengliche Herrlichkeit. 11. Denn wenn das, was abgethan werden sollte, mit Herrlichkeit war, so wird noch viel mehr das, was bleibt, in Herrlichkeit ſein. 12. Weil wir nun eine solche Das III. Capitel. 1. Die Corinther sind des Apostels Empfehlungsbrief. 2. Vorzüge des neuen Bundes und seiner Diener vor dem alten. Fangen wir abermals an, uns selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir, wie Etliche, Empfehlungs3. Es ist offenbar, daß ihr ein Brief Christi seid, ausgefertigt durch unsern Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf die fleischernen Tafeln des Herzens. 4. Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott: Die II. Evistel St. Pauli Cap. 3. 4. 4. in denen der Gott dieser Welt als Ungläubigen den Sinn verblendet hat, daß ihnen nicht scheine die Erleuchtung des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. 5. Denn wir predigen nicht ung felbst, sondern Christum Jesum, daß er der Herr sei, wir aber eure Knechte um Jesu willen. 6. Denn Gott, der aus der Finsterniß das Licht hervor leuchten hieß, ist der, welcher in un sern Herzen das Licht hat aufgehen lassen zur Erleuchtung der Erkenntniß von der Herrlichkeit Got mtes im Angesichte Jesu Christi. II. 7. Wir haben aber diesen Schap in irdenen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft von Gott sei, und nicht von uns. 8. Wir werden allenthalben bedrängt, aber nicht geängstigt; wir werden in Zweifel versetzt, aber nicht in Berzweiflung; wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; 9. wir werden nieder geworfen, aber wir kommen nicht um; 272 Hoffnung haben, so gebrauchen wir große Freimüthigkeit; 13. und thun nicht wie Moses, der eine Decke über sein Angesicht legte, damit die Kinder Israel nicht das Ende dessen anschauen möchten, was abgethan werden follte. 14. Aber ihr Sinn ward verhärtet; denn bis auf den heutigen Tag bleibt eben dieselbe Decke auf der Lesung des alten Testamentes, und ist nicht aufgedeckt, weil sie in Christo abgethan wird. 15. Allein bis auf heute, wann Moses gelesen wird, liegt eine Decke auf ihrem Herzen. 16. Wann es sich aber zu dem Herrn bekehren wird, so wird die Decke weggenommen. 17. Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18. Wir alle aber sehen mit auf gedecktem Angesichte die Herrlich keit des Herrn wie in einem Spiegel, und werden umgewandelt in eben dasselbe Bild, von Herrlich lichkeit zu Herrlichkeit, als von des Herrn Geiste. Das IV. Capitel. 1. Paulus Treue im Dienste des Evangeliums. 2. Seine Mühsale und Leiden; 3. sein Trost und Ziel. Darum, weil wir diesen Dienst haben, nach der Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist, so werden wir nicht müde; 2. sondern wir haben den heimlichen schändlichen Dingen entsagt, da wir nicht in Arglist wandeln, noch das Wort Gottes verfälschen, sondern durch die Offenbarung der Wahrheit uns dem Gewissen aller Menschen empfehlen vor Gott. 3. Ist aber auch unser Evangelium verdeckt, so ist es vor denen verdeckt, die verloren gehen; 10. wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe herum, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 11. Denn immerdar werden wir, die wir leben, dem Tode überliefert um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleische. III. 12. Also ist der Tod in uns wirksam, das Leben aber in euch. 13. Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, nach dem, was geschrieben steht:„ Ich glaubte, darum redete ich," so glauben auch wir, und darum reden wir auch; 14. weil wir wissen, daß der, welcher den Herrn Jesum auferweckt hat, auch uns durch Jesum Cap. 4. 5. an die Corinther. 273 auferwecken, und mit euch dar- 6. Darum sind wir allezeit guten stellen wird. 15. Denn Alles geschieht um euertwillen, damit die vermehrte Gnade durch die Danksagung Vieler überflüssig werde zur Ehre Gottes. Muthes, und wissen, daß so wir im Leibe daheim sind, wir fern von dem Herrn auf der Wanderung find. 7. Denn im Glauben wandeln wir, und nicht im Schauen. 8. Wir sind aber gutes Muthes, und haben vielmehr Lust auszuwandern aus dem Leibe, und daheim zu sein bei dem Herren. 9. Darum befleißen wir uns auch, wir mögen daheim sein oder auf der Wanderung, ihm wohl= gefällig zu sein. 10. Denn wir Alle müssen vor dem Richterstuhl Chrifti offenbar werden, damit ein Jeder empfange, je nachdem er im Leibe gehandelt hat, es sei gut oder böse. II. 11. Weil wir nun die Furcht des Herren kennen, so suchen wir die Menschen zu gewinnen, Das V. Capitel. 1. Paulus Hoffnung und Sehn- Gott aber sind wir offenbar, ich sucht nach der himmlischen Heimat. hoffe aber, auch euerm Gewissen 2. Sein Eifer, dem Herrn zu gefallen. offenbar zu sein. 3. Das Amt der Versöhnung. 16. Darum werden wir nicht müde; sondern, ob auch unser äußere Mensch zerstört wird, so wird doch der innere erneuert von Tag zu Tag. 17. Denn die schnell vorüber gehende leichte Last unserer Trübsal schafft uns immer überschweng licher ein ewiges Gewicht der Herrlichkeit, 18. da wir nicht betrachten das Sichtbare, sondern das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist zeit lich, aber das Unsichtbare ist ewig. 12. Wir empfehlen uns nicht abermal bei euch, sondern wir geben euch Anlaß zum Ruhme unserthalben; damit ihr ihn habet gegen die, welche sich nach dem Ansehen rühmen, und nicht nachy dem Herzen. Denn wir wissen, daß, wann unser irdisches Haus, die Hütte, abgebrochen sein wird, wir ein Gebäude von Gott haben, ein Haus, nicht von Händen gemacht, ein ewiges, in den Himmeln. 2. Darum seufzen wir auch in 13. Denn sind wir außer uns, diesem, da wir uns sehnen, mit so sind wir es für Gott; sind unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden; 3. wenn wir nur bekleidet, nicht nackt erfunden werden. wir vernünftig, so sind wir es für euch. 14. Denn die Liebe Christi dringt uns, indem wir also urtheilen, 4. Darum seufzen wir, die wir daß, wenn Einer für Alle gestorin der Hütte sind, und sind be- ben, somit sie alle gestorben sind. schwert, indem wir nicht wün- 15. Und er ist für Alle gestorben, schen entkleidet, sondern überklei- damit die, welche leben, nicht det zu werden, auf daß das Sterb- mehr sich selbst leben, sondern liche vomleben verschlungen werde. dem, der für sie gestorben, und 5. Der uns aber eben dazu zu- auferweckt worden. bereitet hat, ist Gott, der uns 16. Daher wissen wir von nun auch das Unterpfand des Geistes an von Niemand nach dem Fleigegeben. sche; und wenn wir auch Christum 18 274 nach dem Fleische gekannt haben, so kennen wir ihn doch jezt nicht mehr so. 17. Ist daher Jemand in Christo, so ist er ein neues Geschöpf. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist Alles neu geworden. III. 18. Alles aber kommt von Gott, der uns durch Jesum Christum mit fich selbst versöhnt, und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat. 19. Denn Gott war es, der in Christo die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Uebertretungen nicht zurechnete, und das Wort der Versöhnung in uns legte. 20. So sind wir nun gesandte Boten an Christi Statt, gleich als ob Gott durch uns ermahnete; wir bitten an Christi Statt: Las set euch mit Gott versöhnen! Die II. Epistel St. Pauli 21. Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir die Gerechtigkeit Gottes in ihm würden. Das VI. Capitel. 1. Ermahnung zu würdiger Anwendung der Gnade Gottes nach Paulus Vorbild. 2. Warnung vor der Gemeinschaft mit den Ungläubigen und Gößendienern. Als Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangen habet. Cap. 5. 6. tes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Nengsten, 5. in Streichen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Mühsalen, in Wachen, in Fasten; 6. in Reinigkeit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Gütigkeit, im heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe; 2. Denn er spricht: ,, Zur angenehmen Zeit habe ich dich erböret, und am Tage des Heils habe ich dir geholfen." Siehe, jegt ist die angenehme Zeit; siehe, jetzt ist der Tag des Heils. 3. Wir geben Niemand irgend einen Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werde; 4. sondern in allen Dingen erweisen wir uns als Diener Got7. in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und Linken; 8. durch Ehre und Schmach, durch böse und gute Nachrede; als Verführer, und doch wahrhaft; 9. als Unbekannte, und doch erfannt; als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte, und doch nicht getödtet; 10. als Traurige, aber allezeit fröhlich; als Arme, die aber Viele reich machen; als solche, die nichts haben, und doch Alles besigen. I. 11. Unser Mund hat sich gegen euch aufgethan, ihr Corinther! unser Herz hat sich erweitert. 12. Jhr habet nicht engen Raum bei uns, aber ihr habet engen Raum in euerer Liebe; 13. zu gleicher Erwiederung( ich rede als mit Kindern) erweitert auch ihr euch! 14. Ziehet nicht an fremdem Joche mit den Ungläubigen; denn was hat die Gerechtigkeit mit der Ungerechtigkeit zu schaffen, oder was für Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsterniß? 15. Wie stimmt Christus mit Belial zusammen? oder welchen Theil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? 16. Was hat der Tempel Gottes für eine Vereinigung mit den Gößen? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesprochen hat:„ Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen Cap. 6. 7. aan die Corinther. 275 Eifer für mich verkündigte, so daß ich mich noch mehr freute. wandeln; und ich will ihr Gott| Verlangen, euer Weinen, euern sein, und sie sollen mein Volk sein. 17. Darum ziehet weg aus ihrer Mitte, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret das Unreine nicht an, so will ich euch auf nehmen. III. 8. Denn wenn ich euch auch traurig gemacht habe durch den Brief, so bereue ich es nicht, wenn ich es auch bereut habe. Denn ich sehe, daß euch jener Brief, wenn auch nur auf eine Stunde, traurig gemacht hat. 18. Und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige." Das VII. Capitel. 1. Ermahnung zur Heiligung. 2. Paulus Liebe zu den Corinthern. 3. Freude über die Wirkungen seines ersten Briefes. Da wir nun solche Verbeißungen haben, ihr Geliebten! so laßt uns uns selbst reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, also daß wir die Heiligung in der Furcht Gottes vollenden. II. 2. Gebet uns Gehör; wir haben Niemand beleidigt, Niemand verderbt, Niemand übervortheilt. 3. Ich sage das nicht zur Verurtheilung; denn ich habe vorhin gesagt, daß ihr in unserm Herzen seid, um mit euch zu sterben und mit euch zu leben. 4. Groß ist meine freudige Zuver sicht zu euch, groß mein Rühmen euerthalben; ich bin mit Trost er füllt, ich bin überflüssig reich an Freude bei aller unserer Trübfal. 5. Denn als wir nach Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir waren in aller Weise bedrängt; von außen Kampf, von innen Furcht. 9. Nun freue ich mich, nicht darum, daß ihr traurig geworden seid, sondern daß ihr traurig geworden zur Buße; denn ihr seid nach Gott traurig geworden, auf daß ihr in keiner Weise von uns Schaden erlittet. 10. Denn die Traurigkeit nach Gott bewirkt eine Buße zur Seligkeit, die Niemand bereut; die Traurigkeit der Welt aber bewirkt den Tod. per 36 11. Denn siehe, eben dieses, daß ihr nach Gott traurig geworden seid, welchen Fleiß hat es in euch bewirkt, ja Entschuldigung, ja Unwillen, ja Furcht, ja Verlangen, ja Eifer, ja Bestrafung. Auf alle Weise habet ihr erwiesen, daß ihr rein seid in dieser Sache. 12. Darum, wenn ich euch auch geschrieben habe, so geschah es doch nicht wegen des Beleidigers, noch wegen des Beleidigten, sondern damit unser Fleiß für euch bei euch offenbar werde vor Gott. 13. Deßwegen sind wir getröstet worden durch euern Trost; noch weit mehr aber freuten wir uns über die Freude des Titus, daß sein Geist ist erquickt worden von euch allen. 6. Aber der die Niedergebeugten 14. Denn was ich ihm von euch tröstet, Gott tröstete uns durch etwa gerühmt habe, darin bin ich die Ankunft des Titus; nicht zu Schanden geworden, son7. nicht allein aber durch seine dern wie wir Alles in Wahrheit Ankunft, sondern auch durch den zu euch geredet haben, also ist Trost, womit er euerthalben war auch unser Rühmen gegen Titus getröstet worden, als er uns euer Wahrheit geworden. 18* 276 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 7. 8. 15. Und seine Liebe ist um so unsers Herrn Jesu Christi, daß er inniger gegen euch, da er des Ge- um euertwillen arm wurde, da er horsams von euch allen gedenkt, reich war, damit ihr durch seine wie ihr mit Furcht und Scheu Armuth reich würdet. ihn aufgenommen habet. 16. Darum freue ich mich, daß ich in Allem Zuversicht zu euch habe. Das VIII. Capitel. 1. Aufforderung zu milder Beisteuer nach dem Muster der Christen in Mace donien. 2. Ruhm und Empfehlung der mit dem Einsammeln Beauftragten. Wir thun euch aber fund, ihr Brüder! die Gnade, die Gott in den Gemeinden von Macedonien gegeben hat. 2. Denn bei vielfältiger Bewährung durch Trübsal ist der Ueberfluß ihrer Freude und ihre tiefe Armuth in den Reichthum ihrer Gutherzigkeit überflossen. 3. Denn nach ihrem Vermögen, ich bezeuge es, ja über ihr Bermögen, freiwillig, 4. mit vielem Zureden baten sie uns, die Gabe und die Mittheilung dieses Dienstes für die Heiligen zu übernehmen. 5. Und nicht bloß wie wir hofften, sondern sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn und uns hin, durch den Willen Gottes; 6. so daß wir den Titus ermahnten, daß er, wie er angefangen, so auch bei euch diese Liebesgabe vollenden möchte. 7. Aber sowie ihr in allen Stücken ausgezeichnet seid, in Glauben und Lehre und Erkenntniß und allem Eifer, und der Liebe, die ihr zu uns traget, so schaffet, daß ihr auch in dieser Gabe euch auszeichnet. 8. Nicht als Gebot sage ich die ses, sondern damit ich durch den Eifer Anderer auch die Nechtheit eurer Liebe bewähre. 9. Denn ihr kennet die Gnade 10. Und ich gebe hierin meine Meinung; denn das ist euch nütlich, da ihr nicht allein das Thun, sondern auch das Wollen seit vorigem Jahre angefangen habet. 11. Nun aber vollendet auch das Thun, damit, wie das Gemüth zum Wollen geneigt war, eben so auch das Vollenden Statt finde, je nachdem ihr habet. 12. Denn so das geneigte Ge müth vorhanden ist, so ist Einer angenehm, je nachdem er hat, nicht nachdem er nicht hat. 13. Dieses sage ich aber nicht, damit Andere Erleichterung haben, ihr aber Bedrängniß; sondern nach der Gleichheit soll zu jeziger Zeit euer Ueberfluß für den Mangel Jener dienen. 14. auf daß auch ihr Ueberfluß für euern Mangel diene, damit Gleichheit werde. 15. Wie geschrieben steht:„ Wer viel gesammelt, hatte nicht Üeberfluß; und wer wenig gesammelt, hatte nicht Mangel." 16. Gott aber sei Dank, der denselben Eifer für euch dem Titus in das Herz gegeben hat. 17. Denn nicht nur nahm er die Ermahnung an, sondern, weil er noch größern Eifer hatte, reisete er freiwillig zu euch ab. II. 18. Wir sandten aber mit ihm den Bruder, der das Lob wegen des Evangeliums bei allen Gemeinden hat. 19. Und nicht allein das, sondern er ist auch von den Gemeinden erwählt zu unserm Reisegefährten mit dieser Liebesgabe, die von uns besorgt wird zur Ehre des Herrn selbst, und zum Beweise unsere geneigten Gemüthes; Cap. 8. 9. an die Corinther. 277 20. indem wir das verhüten| 5. Darum hielt ich für nöthig, wollten, daß uns nicht Jemand die Brüder zu ermahnen, daß sie übel nachrede dieser reichen Steuer voraus reisen zu euch, und diesen halben, die durch uns besorgt euern zum voraus angekündigten Segen vorher zurüsten, damit er bereit sei, also daß es ein Segen sei und nicht ein Geiz. wird. 21. Denn wir befleißen uns des Guten, nicht nur vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen. 6. Das aber bedenket: Wer 22. Wir sandten aber mit ihnen sparsam säet, der wird auch sparunsern Bruder, den wir oft und sam ernten; und wer in Segen in vielen Stücken als eifrig erfun- fäet, der wird in Segen auch den haben, der jept aber noch viel ernten. eifriger ist in dem großen Vertrauen zu euch. 23. Betreffend den Titus, so ist er mein Mitgenosse und Mitarbeiter bei euch; betreffend unsre Brüder, so sind sie Apostel der Gemeinden, eine Ehre Christi. 24. So zeiget nun den Beweis eurer Liebe und unsers Rühmens von euch an ihnen, und das im Angesicht der Gemeinden. Das IX. Capitel. 1. Fernere Ermunterung zu dieser Steuer. 2. Beschreibung ihrer schönen Wirfung. Denn von der Dienstleistung für die Heiligen ist es überflüssig für mich, euch zu schreiben. 7. Ein Jeder, wie er im Herzen sich vornimmt; nicht mit Traurigkeit oder mit 3wang, denn einen fröhlichen Geber hat Gottlieb. 8. Gott aber ist mächtig, jede Gnade im Ueberfluß über euch zu bringen, auf daß ihr in Allem allezeit alle Genüge habet, und überflüssig reich seid zu jedem guten Werke. 9. Wie geschrieben steht:„ Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibet in Ewigkeit." II. 10. Er aber, der Samen darreicht dem Säemann, der reiche auch Brot dar zur Speise, und vermehre eure Saat, und laſſe die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen; 11. damit ihr in allen Dingen reich werdet zu jeder Gutherzigkeit, welche durch uns Danksagung gegen Gott wirket. 12. Denn der Dienst dieser Hülfleistung füllt nicht nur den Mangel der Heiligen aus, sondern ist auch überflüssig reich in dem Danke Vieler gegen Gott; 13. indem sie durch die Bewährung dieses Dienstes Gott preisen für euern Gehorsam des Bekenntnisses zum Evangelium Christi und die Gutherzigkeit der Gemeinschaft gegen sie und gegen Alle; 14. und in ihrem Gebet für euch, da sie eine herzliche Zuneigung 2. Denn ich kenne euer geneigtes Gemüth, welches ich von euch rühme gegen die Macedonier, daß Achaja bereit gewesen seit vorigem Jahre; und euer Eifer hat Viele angereizt. 3. Ich habe aber die Brüder gesandt, damit nicht unser Rühmen von euch falsch befunden würde in diesem Stücke; damit ihr, wie ich sagte, bereit wäret; 4. daß nicht etwa, wenn die Macedonier mit mir kämen und euch unbereitet fänden, wir zu Schanden werden( damit wir nicht sagen, ihr) in solcher Zuversicht des Rühmens. 278 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 9. 10. zu euch haben, wegen der über-| gegeben zu eurer Erbauung, und schwenglichen Gnade Gottes an nicht zu eurer Zerstörung, so würde euch. ich nicht zu Schanden werden. 9. Damit ich nicht scheine, als wolle ich euch in Furcht segen durch die Briefe, 15. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe. 10.( denn die Briefe, sagt man, sind nachdrücklich und stark, aber die leibliche Gegenwart ist schwach, und die Rede verächtlich;) 11. so denke ein Solcher das, daß, wie wir abwesend mit Worten in den Briefen sind, ebenso wir auch anwesend mit der That sein werden. Das X. Capitel. Paulus Bertheidigung wider die Beschuldigungen seiner Gegner. Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmuth und Freundlichkeit Christi; ich, der unter Augen zwar demüthig unter euch ist, abwesend aber muthig gegen euch: 2. Ich bitte euch, daß ich nicht, wann ich anwesend bin, müsse muthig sein in der Zuversicht, mit welcher ich gedenke es gegen Etliche zu wagen, die von uns denfen, als wandelten wir nach dem Fleische. 3. Denn ob wir schon im Fleische wandeln, so streiten wir doch nicht nach dem Fleische; 4. denn die Waffen unsers Streites sind nicht fleischlich, sondern durch Gott mächtig Festungen zu zerstören; 5. so daß wir die Gedanken zerstören, und jede höhe, die sich wider die Erfenntniß Gottes erhebt, und alle Anschläge gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Chriftum; 6. auch bereit sind, allen Ungehorsam zu rächen, wenn euer Gehorsam vollständig sein wird. 7. Sehet ihr auf das, was vor Augen liegt? Traut Jemand sich selbst zu, daß er Christi sei, so mache er hinwiederum von sich selbst den Schluß, daß, gleichwie er Christi ist, also auch wir Christi feien. 8. Denn wenn ich mich auch noch etwas mehr rühmen wollte wegen unserer Gewalt, die der Herr uns 12. Denn wir unterstehen uns nicht, uns selbst beizuzählen oder zu vergleichen mit Etlichen, die sich felbst empfehlen; sie aber, indem sie sich nach sich selbst mes sen und sich mit sich selbst ver gleichen, sind unverständig. 13. Wir aber wollen uns nicht ins Ungemessene rühmen, sondern nach dem Maße der Regel, mit welchem Maße uns Gott zugetheilt hat, so daß wir auch bis zu euch gelangt sind. 14. Denn nicht als gelangten wir nicht bis zu euch, strecken wir uns zu weit aus; auch bis 3. zu wei zu euch sind wir ja mit dem Evangelium Christi gekommen. 15. Wir rühmen uns nicht ins Ungemessene mit fremden Arbeiten; wir haben aber die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, durch euch überaus groß zu werden nach unserer Regel, 16. das Evangelium auch in den Ländern zu predigen, die über euch hinaus liegen, und uns nicht mit fremder Regel dessen, was schon fertig ist, zu rühmen. 17. Wer sich aber rühmt, der rühme sich im Herrn. 18. Denn nicht der ist bewährt, der sich selbst lobt, sondern der, den der Herr lobt. e 279 ich mich gehütet, euch zur Last zu fallen, und werde mich ferner üten. 10. So gewiß die Wahrheit Christi in mir ist, soll dieser Ruhm mir nicht gewehrt werden in den Ländern von Achaja. 11. Warum das? Weil ich euch nicht lieb habe? Gott weiß es. 12. Was ich aber thue, das werde ich ferner thun, damit ich denen die Gelegenheit abschneide, welche Gelegenheit suchen, damit sie in dem, dessen sie sich rühmen, eben so erfunden werden wie wir. 13. Denn Solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich in Apostel Christi verkleiden. 14. Und das ist fein Wunder, denn der Satan selbst verkleidet sich in einen Engel des Lichtes. 15. Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken gemäß sein. 16. Ich sage abermal, Niemand 5. Denn ich denke nicht min- halte mich für thöricht; wollet ihr der zu sein, als jene vornehmen Apoſtel. aber doch, nun so nehmet mich als einen Thörichten auf, damit auch ich mich ein wenig rühmen möge. 17. Was ich rede, das rede ich nicht nach dem Herren, sondern als ein Thor, in dieser Zuversicht des Rühmens. Cap. 11. dan die Corinther. Das XI. Capitel. Paulus weitere Vertheidigung gegen falsche Apostel durch Anführung seiner Leiden. Möchtet ihr doch ein wenig meine Thorheit ertragen! Doch ihr er traget mich ja. 2. Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch Einem Manne verlobt, euch als eine reine Jungfrau Christo zuzuführen. 3. Ich fürchte aber, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer Lift, so möchte euer Sinn verdor ben und von der Aufrichtigkeit gegen Christum abgeführt werden. 4. Denn wenn der, so zu euch kommt, einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben; oder wenn ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habet; oder ein ande res Evangelium, das ihr nicht angenommen habet: so ertraget ihr es wohl. 6. Bin ich aber auch ein Unkundi ger in der Rede, so bin ich es doch nicht in der Erkenntniß; so sind wir doch in Allem und vor Allen unter euch offenbar geworden. 7. Oder habe ich Sünde gethan, indem ich mich selbst erniedrigte, damit ihr erhöhet würdet; daß ich umsonst das Evangelium Gottes euch verkündigt habe? 8. Ich habe andere Gemeinden beraubt, da ich von ihnen Sold genommen, zu eurem Dienste; und da ich bei euch war, und Mangel litt, bin ich Niemanden beschwerlich gefallen. 9. Denn meinem Mangel halfen die Brüder ab, die aus Macedo nien kamen, und in Allem habe 18. Da Viele fich rühmen nach dem Fleische, so will auch ich mich rühmen. 19. Jhr ertraget ja gerne die Thörichten, da ihr klug seid. 20. Jhr ertraget es ja, wenn Jemand euch zu Knechten macht, wenn Jemand euch aufzehrt, wenn Jemand von euch nimmt, wenn Jemand sich überhebt, wenn Jemand euch ins Gesicht schlägt. 21. Zur Schande sage ich das, daß, wir so schwach gewesen sind. Worauf aber Jemand trøget( ich) 280 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 11. 12. rede in Thorheit), darauf troße| Stadt der Damascener, indem er ich auch. mich fangen wollte; 33. und ich ward durch das Fenster in einem Korbe über die Mauer herabgelassen, und entrann seinen Händen. 22. Sind sie Hebräer? ich bin es auch. Sind sie Israeliten? ich auch. Sind sie Abrahams Nachkommen? ich auch. 23. Sind sie Diener Christi? ( ich rede thöricht) ich bin's noch viel mehr; ich habe weit mehr Mühsale, über die Maßen viele Streiche ausgestanden, war weit mehr in Gefängnissen, öfters in Todesgefahren. 24. Von den Juden habe ich fünf Mal vierzig Streiche, weni-| ger einen, empfangen. 25. Dreimal bin ich mit Ruthen geschlagen, einmal gesteinigt wor den; dreimal habe ich Schiffbruch gelitten; einen Tag und eine Nacht habe ich in der Meerestiefe zugebracht. 26. Ich war öfters auf Reisen, in Gefahren auf Flüssen, in Gefahren durch Mörder, in Gefahren von meinem Volke, in Gefahren von Heiden, in Gefahren in Städten, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meere, in Gefahren unter falschen Brüdern; 27. in Arbeit und Mühe, öfters in Nachtwachen, in Hunger und Durst; öfters in Fasten, in Kälte und Blöße: 28. ohne was noch außer diesem ift, mein täglicher Zulauf, die Sorge für alle Gemeinden. 29. Wer ist schwach, und ich bin nicht auch schwach? Wer wird geärgert, und ich entbrenne nicht? 30. Wenn ich mich rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. 31. Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der gelobt sei in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. 32. In Damascus bewachte, der Landpfleger des Königs Aretas die Das XII. Capitel. 1. Paulus Demuth. 2. Seine Un eigennüßigkeit und Liebe gegen die Corinther. Es ist mir freilich das Rühmen nichts nüge; denn ich will auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn kommen. 2. Ich weiß einen Menschen in Christo, der vor vierzehn Jahren ( ob im Leibe, weiß ich nicht, oder ob außer dem Leibe, weiß ich nicht; Gott weiß es,) bis in den dritten Himmel entrückt ward. 3. Und ich weiß von demselben Menschen,( ob im Leibe, oder außer dem Leibe, weiß ich nicht; Gott weiß es,) 4. daß er in das Paradies entrückt ward, und unaussprechliche Worte hörte, welche keinem Menschen zu sagen gestattet ist. 5. Wegen desselben will ich mich rühmen, meiner selbst wegen aber will ich mich nicht rühmen, als nur meiner Schwachheiten. 6. Zwar wenn ich mich rühmen wollte, so würde ich darum nicht thöricht sein, denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht Jemand mehr von mir halte, als was er an mir sieht, oder von mir hört. 7. Und damit ich mich der Ueberschwenglichkeit der Offenbarungen nicht überhebe, ward mir ein Pfahl im Fleische gegeben; ein Engel des Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. 8. Wegen dessen habe ich den an die Corinther. Cap. 12. 13. Herrn dreimal gebeten, daß er von mir ablassen möchte. 9. Und er sprach zu mir: Laß dir genügen an meiner Gnade; denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollendet. Darum will ich am liebsten mich vielmehr in meinen Schwachheiten rühmen, auf daß die Kraft Christi bei mir denselben Fußstapfen? wohne. 19. Meinet ihr wiederum, wir 10. Darum habe ich ein Wohl- verantworten uns gegen euch? gefallen an Schwachheiten, an Miß- Vor Gott in Christo reden wir. handlungen, an Nöthen, an Ver- Das alles aber, Geliebte! um folgungen, an Aengsten, um Christi eurer Erbauung willen. willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. II. 11. Ich bin thöricht geworden mit Rühmen; ihr habet mich dazu gezwungen. Denn ich sollte von euch gelobt werden, da ich um nichts geringer bin als jene vornehmen Apostel, wenn ich gleich nichts bin. 20. Denn ich fürchte, wenn ich fomme, möchte ich euch nicht so finden, wie ich wünsche; und auch ihr möchtet mich so finden, wie ihr nicht wünschet; es möchten Hader, Eifersucht, Zorn, Zant, Verläumdungen, Ohrenbläsereien, Hochmuth, Zerrüttungen unter euch seien; 21. daß abermal, wann ich komme, mein Gott mich demüthige bei euch, und ich trauern müsſe über Viele, die zuvor schon ge13. Denn was ist es, darin sündigt, und nicht Buße gethan ihr den übrigen Gemeinden nach- haben wegen der Unkeuschheit, und gefegt wurdet, außer daß ich euch Unzucht, und Ausschweifung, die nicht beschwerlich gefallen bin? sie begiengen. Vergebet mir dieses Unrecht! 12. Die Zeichen eines Apostels sind unter euch gewirkt worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und Kräften. 281 17. Habe ich etwa durch Jemand von denen, die ich zu euch sandte, euch übervortheilt? 18. Jch habe den Titus gebeten, und mit ihm den Bruder gesandt: hat etwa Titus euch übervortheilt? Haben wir nicht in eben demselben Geiste gewandelt? nicht in eben 14. Siehe, zum dritten Mal bin ich nun bereit, zu euch zu kommen, und werde euch nicht beschwerlich fallen; denn ich suche nicht das Eurige, sondern euch. Es sollen ja nicht die Kinder den Eltern Schäge sammeln, sondern die Eltern den Kindern. 15. Sch aber will sehr gerne Kosten aufopfern, ja mich selbst aufopfern für eure Seelen, ob ich auch, so sehr ich euch lieb habe, weniger von euch geliebet werde. 16. Doch es sei, ich habe euch nicht belästigt; weil ich aber schlau bin, so habe ich euch mit List gefangen. Das XIII. Capitel. 1. Aufforderung zur Besserung, 2. zur Selbstprüfung. 3. Schlußermahnungen und Grüße. 3um dritten Mal komme ich nun zu euch. Auf zweier und dreier Zeugen Munde wird Alles beruhen. 2. Ich habe es voraus gesagt, und sage es voraus, als zum zweiten Male anwesend, nun abwesend, denen, die zuvor gesün-, digt haben, und den übrigen allen, daß, wann ich abermal komme, ich nicht schonen werde; 3. weil ihr eine Probe verlanget, daß Christus durch mich rede; Die II. Epistel St. Pauli an die Corinther. Cap. 13. 9. Denn wir freuen uns, wenn wir schwach sind, ihr aber stark seid; das aber wünschen wir auch, euere Vollkommenheit. 10. Darum schreibe ich dieſes abwesend, auf daß ich anwesend nicht Strenge gebrauchen müsse, nach der Gewalt, die mir der Herr gegeben hat zum Erbauen, und nicht zum Zerstören. III. 11. Uebrigens, ihr Brüder! freuet euch; werdet vollkommen; tröstet euch; seid Eines Sinnes; seid friedfertig! so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 12. Grüßet einander mit dem heiligen Kusse. Es grüßen euch die Heiligen alle. 13. Die Gnade des Herrn Jesu Christi, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heili gen Geistes sei mit euch Allen! Amen. 282 welcher gegen euch nicht schwach, sondern mächtig ist unter euch. 4. Denn ob er auch aus Schwach heit gefreuzigt ward, so lebt er doch aus der Kraft Gottes; denn auch wir sind schwach in ihm, doch werden wir in ihm leben aus der Kraft Gottes gegen euch. II. 5. Prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; bewähret euch selbst! Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr nicht bewährt seid. 6. Ich hoffe aber, ihr werdet erkennen, daß wir nicht unbewährt sind. 7. Jch bete aber zu Gott, daß ihr nichts Böses thut; nicht damit wir bewährt erscheinen, sondern damit ihr das Gute thut, wir aber gleich als Nichtbewährte seien. 8. Denn wir vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Die Epistel St. Pauli an die Galater. Das I. Capitel. 1. Paulus Gruß. 2. Klage über die Unbeständigkeit der Galater. 3. Seine Rechtfertigung, daß er sein Evangelium nicht von Menschen empfangen. Paulus, Apostel, nicht von Menschen, noch durch einen Menschen, sondern durch Jesum Christum und Gott den Vater, der ihn auf erweckt hat von den Todten, 2. und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatia. 3. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserm Herrn Jesu Christo; 4. der sich selbst für unsere Sünden dahin gegeben, damit er uns aus der gegenwärtigen bösen Welt herausreiße nach dem Willen Gottes, unsers Vaters, 5. welchem sei Ehre von Ewigfeit zu Ewigkeit! Amen. II. 6. Mich wundert, daß ihr euch so bald von dem, der euch zu der Gnade Christi berufen hat, zu einem andern Evangelium umwenden lasſet; 7. was doch nichts anderes ist, als daß Etliche sind, die euch verwirren, und wollen das Evangelium Christi verkehren. 8. Aber wenn auch wir, oder ein Engel vom Himmel, euch ein anderes Evangelium predigen würde als das, welches wir euch gepre digt haben, so sei er ein Fluch. 9. Wie wir zuvor gesagt haben, sage ich auch jest wiederum: So Jemand euch ein anderes Evange lium predigt als das, welches ihr empfangen habet, so sei er einFluch. Cap. 1. 2. Die Epistel St. Pauli an die Galater. 283 10. Suche ich denn jetzt Men- Gemeinden des jüdischen Landes schen zu gewinnen oder Gott? von Person unbekannt. Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig zu sein suchte, so wäre ich nicht Christi Knecht. III. 11. Jch thue euch aber fund, ihr Brüder! daß das Evangelium, welches von mir verfündigt wor den, nicht ein menschliches ist; 23. Sie hatten nur gehört: Der, welcher uns einst verfolgte, verfündigt jetzt den Glauben, welchen er einst vertilgen wollte. 14. Und ich übertraf im Judenthum viele Altersgenossen in mei nem Volke, indem ich für die Sagungen meiner Väter noch hestiger eiferte. 15. Als es aber Gott, der mich von Mutterleib an auserkor und durch seine Gnade berief, gefiel, 16. seinen Sohn an mir zu offen baren, damit ich das Evangelium von ihm unter den Heiden verkündige, da gieng ich alsobald nicht mit Fleisch und Blut zu Rathe, 17. und zog auch nicht hinauf gen Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren; sondern reisete nach Arabien, und kehrte von da wieder zurück gen Damascus. 18. Darauf, nach drei Jahren, zog ich nach Jerusalem hinauf, den Petrus zu besuchen, und blieb bei ihm fünfzehn Tage. 24. Und sie priesen Gott meinetwegen. Das II. Capitel. 12. denn ich habe es nicht von 1. Paulus Reise nach Jerusalem. einem Menschen empfangen, noch[ 2. Brüderliche Vereinigung der Apogelernt, sondern durch eine Offen stel mit ihm. 3. Sein Streit mit barung Jesu Christi. Petrus. 13. Denn ihr habet von meinem ehemaligen Wandel im Judenthum gehört, daß ich die Gemeinde Gottes überaus verfolgte, und sie verwüstete. Darauf, nach vierzehn Jahren, zog ich abermal nach Jerusalem hinauf mit Barnabas, und nahm auch den Titus mit. 2. Ich zog aber hinauf vermöge einer Offenbarung, und legte ihnen das Evangelium vor, das ich unter den Heiden predige; besonders aber denen, die in Ansehen standen, damit ich nicht etwa vergeblich liefe, oder gelaufen wäre. 3. Aber auch Titus, der bei mir war, obwohl ein Grieche, ward nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen. 4. Nämlich wegen der eingedrungenen falschen Brüder, die sich eingeschlichen hatten, unsere Freibeit, die wir in Jesu Christo haben, auszukundschaften, damit sie uns in Knechtschaft brächten. 5. Diefen gaben wir nicht eine Stunde nach, daß wir uns ihnen unterworfen hätten: damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch verbleibe. II. 6. Was aber diejenigen betrifft, die in Ansehen standen, ( wer sie waren, daran liegt mir nichts; Gott sieht die Person des Menschen nicht an) also jene Angesehenen haben mich nichts Weiteres gelehrt: 7. Sondern im Gegentheil, da sie sahen, daß mir das Evange 19. Einen andern aber von den Aposteln sah ich nicht, außer Jacobus, den Bruder des Herren. 20. Was ich euch schreibe, fiebe, Gott weiß es, daß ich nicht lüge. 21. Darauf kam ich in die Gegenden von Syrien und Cilicien. 22. Ich war aber den christlichen 284 Die Epistel St. Pauli Cap. 2. 3. lium an die Unbeschnittenen an-| auch wir an Christum Jesum ge vertraut sei, so wie dem Petrus an die Beschnittenen; glaubt, damit wir gerecht gesprochen würden aus dem Glauben an Christum, und nicht aus den Werfen des Geseges; darum weil aus den Werken des Gesetzes kein Mensch gerecht gesprochen wird. 17. Wenn wir aber, die wir suchen in Christo gerecht gesprochen zu werden, auch selbst als Sünder erfunden würden, so wäre ja Christus ein Diener der Sünde. Das sei ferne! 18. Denn wenn ich das wieder aufbaue, was ich niedergerissen habe, so stelle ich mich selbst als einen Uebertreter dar. 19. Denn ich bin durch das Geseß dem Gesetze abgestorben, damit ich Gott lebe. 8.( denn der, welcher in Petrus wirksam war zum Apostelamt an die Beschnittenen, der war auch wirksam in mir für die Heiden) 9. und da sie die Gnade erkannten, die mir verliehen worden, nämlich Jacobus und Kephas und Johannes, die man für Säulen achtet, so gaben sie mir und Bar nabas den Handschlag der Gemeinschaft, daß wir unter den Heiden, sie aber bei den Beschnittenen predigen sollten: 10. Nur daß wir der Armen eingedenk wären, was ich mich auch wirklich beflissen habe zu thun. III. 11. 218 aber Petrus nach Antiochien kam, widerstand ich ihm unter Augen, weil er straf würdig war. 12. Denn, ehe Etliche von Jacobus ankamen, aß er mit den Heiden; als sie aber angekommen waren, zog er sich zurück, und sonderte sich ab, weil er die Beschnittenen fürchtete. 13. Und es heuchelten mit ihm auch die übrigen Juden, so daß auch Barnabas mit hingerissen ward von ihrer Heuchelei. 14. Aber als ich sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus vor Allen: Wenn du, der du ein Jude bist, nach heidnischer Sitte lebst und nicht nach jüdischer, warum zwingst du denn die Heiden nach jüdischer Sitte zu leben? Das III. Capitel. 1. Gerechtigkeit kommt durch den Glauben, nicht durch Werke des Gesepzes. 2. Das Gesetz hebt die Ver heißung nicht auf, sondern 3. war der Erzieher zu Christus hin. ihr unverständigen Galater! Wer hat euch so bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet; euch, denen Jesus Christus vor Augen abgebildet worden als unter euch gekreuzigt? 2. Dieses Eine will ich von euch wissen: Habet ihr den Geist an Jesum Christum; so haben aus den Werken des Gesetzes em15. Wir, von Geburt Juden und nicht Sünder aus den Heiden, 20. Ich bin mit Christo gekreuzigt: ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleische lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebet und sich selbst für mich dahin gegeben hat. 21. Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Geset kommt, so wäre ja Christus umsonst gestorben. 16. weil wir wissen, daß der Mensch aus den Werken des Geseges nicht gerecht gesprochen wird, sondern nur durch den Glauben 285 14. auf daß den Heiden der Segen Abrahams zu Theil würde durch Christum Jesum, auf daß wir die Verheißung des Geistes empfiengen durch den Glauben. II. 15. Jhr Brüder! ich rede nach menschlicher Weise. Niemand verwirft doch eines Menschen befräftigtes Vermächtniß, oder verordnet noch etwas hinzu. 16. Nun aber sind dem Abraham die Verheißungen gesprochen worden und seinem Samen. Es heißt nicht;" Und den Samen," als von Mehrern; sondern als von Einem: Und deinem Samen," welcher ist Christus. 17. Das aber sage ich: Der von Gott zuvor bekräftigte Bund auf Christum hin wird durch das vierhundert und dreißig Jahre nachher gegebene Geseg nicht entkräftet, um die Verheißung aufzuheben. an die Galater. Cap. 3. pfangen, oder aus der Predigt vom Glauben? 3. Seid ihr so unverständig? Jm Geiste habet ihr angefangen, und wollet nun im Fleische vollenden? 4. Habet ihr umsonst so viel erlitten? Wenn es anders um sonst ist! 5. Der euch nun den Geist er theilt, und Wunder in euch wirkt, that er es aus den Werken des Geseges, oder aus der Predigt vom Glauben? 6. Gleich wie Abraham Gott glaubte, und es ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. 7. So eikennet denn, daß diejenigen Abrahams Kinder sind, die aus dem Glauben sind. 8. Da aber die Schrift vorher sah, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht sprechen werde, so verkündigte sie dem Abraham zum Voraus: Es sollen in dir alle Heiden gesegnet werden." 9. So werden nun die, so aus dem Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet. 18. Denn wenn das Erbe aus dem Gesetze käme, so käme es nicht mehr aus der Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch die Verheißung geschenkt. 10. Denn alle, die aus den Wer- 19. Wie ist es nun mit dem ken des Gesepes sind, sind unter Geseg? Es ward der Uebertredem Fluche; denn es steht ge- tungen wegen hinzugefügt, bis schrieben: ,, Verflucht sei ein Jeder, der Nachkomme käme, dem die der nicht beharret in allem, was Verheißung geschehen, und ward geschrieben steht in dem Buche des vermittelst der Engel verordnet. Gesetzes, daß er es thue!" durch die Hand des Mittlers. 20. Der Mittler aber ist nicht eines Einzigen; Gott aber ist nur Einer. "" 11. Daß aber im Geseße Niemand vor Gott gerecht gesprochen werde, ist offenbar, denn der Gerechte wird aus dem Glauben leben." 12. Das Gefeß aber ist nicht aus dem Glauben, sondern der Mensch, der dieses thut, wird dadurch leben." 13. Christus hat uns von dem Fluche des Gesetzes erkauft, da er für uns zum Fluche geworden; ( denn es steht geschrieben; ,, Verflucht ist ein Jeder, der am Holze hängt!") 21. Ist nun das Geset wider die Verheißungen Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gefeß gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Geseße. 22. Allein die Schrift hat Alles unter die Sünde zusammengefaßt, damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesum Christum denen gegeben würde, die da glauben. 286 Die Epistel St. Pauli Cap. 3. 4. III. 23. Che aber der Glaube| dem Geseze waren, loskaufte, auf kam, wurden wir unter dem Ge- daß wir die Kindschaft empfiengen. sege verwahrt, und eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffen baret werden sollte. 6. Weil ihr aber Kinder seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater! 24. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum hin, damit wir durch den Glauben gerecht gesprochen würden. 7. Darum so bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; bist du aber Kind, so bist du auch Erbe Gottes durch Christum. 25. Da aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. II. 8. Damals freilich, als ihr Gott nicht kanntet, waret ihr Knechte derer, die von Natur nicht Götter sind. 26. Denn ihr alle seid Kinder Gottes durch den Glauben in Christo Jesu. 27. Denn so viele euer Chriftum getauft worden, haben Christum angezogen. 28. Da ist weder Jude noch Grieche; da ist weder Knecht noch Freier; da ist weder Mann noch Weib; denn ihr alle seid Einer in Christo Jesu. 29. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. die 59. Nun aber, da ihr Gott er auf kannt habet, oder vielmehr von Gott erkannt worden seid, wie möget ihr wieder zurückkehren zu den schwachen und dürftigen Anfangsgründen, denen ihr wieder von Neuem dienen wollet? 10. Jhr beobachtet Tage, und Monate und Zeiten und Jahre. 11. Sch fürchte für euch, daß ich umsonst an euch gearbeitet habe. 12. Seid wie ich, denn auch ich bin wie ihr; ihr Brüder! ich bitte euch. Ihr habet mir nichts zu Leide gethan. 13. Ihr wisset vielmehr, daß ich wegen Schwachheit des Fleisches euch das erste Mal das Evangelium verkündigte. Ich sage aber, so lange der Erbe noch ein Kind ist, so ist zwischen 14. Und ihr habet meine Verihm und einem Knechte kein Untersuchung in meinem Fleische nicht schied, ob er gleich Herr von verachtet noch verschmäht; sonAllem ist; 2. sondern er steht unter Auf sehern und Haushaltern bis zu der vom Vater bestimmten Zeit. 3. Also waren auch wir, als wir noch Kinder waren, den Anfangsgründen der Welt als Knechte unterworfen. Das IV. Capitel. 1. Die Kindschaft der Christen. 2. Ermahnung, wieder zur Wahrheit zurückzukehren. 3. Das Evangelium eine Anstalt zur Freiheit. 4. Als aber die Erfüllung der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, von einem Weibe geboren, dem Geseße unterworfen; 5. auf daß er die, welche unter dern wie einen Engel Gottes habet ihr mich aufgenommen, wie Christum Jesum. 15. Was war es nun, daß ihr euch damals so selig prieset! Denn ich gebe euch das Zeugniß, daß ihr, wo möglich, euch die Augen ausgestochen und sie mir gegeben hättet. 16. Bin ich also euer Feind ge worden, weil ich euch die Wahrheit sage? 17. Sie eifern um euch nicht Cap. 4. 5. an die Galater. 287 auf gute Art; sondern sie wollen| dem Geiste Gebornen verfolgte, uns ausschließen, damit ihr um fie eifert. also auch jest. 18. Gut ist es, sich zu beeifern für das Gute allezeit, und nicht bloß, wann ich bei euch bin. 19. Meine Kinder! die ich aber mal mit Schmerzen gebäre, bis daß Christus in euch gestaltet werde: 20. Ich wünschte aber, daß ich jegt bei euch wäre, und meine Stimme verändern könnte; denn ich stehe euerthalben an. III. 21. Saget mir, die ihr unter dem Gefeße sein wollet, höret ihr das Gesez nicht? 22. Denn es steht geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, den einen von der Dienstmagd, und den andern von der Freien. 23. Aber der von der Dienstmagd war nach dem Fleische geboren, der aber von der Freien kraft der Verheißung. 24. Welches einen bildlichen Sinn hat. Denn diese bedeuten die zwei Bündnisse; das eine vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, dieses ist die Hagar. 25. Denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien, und entspricht dem jegigen Jerusalem, und ist mit ihren Kindern in Knechtschaft. 30. Allein was sagt die Schrift? Treibe die Dienstmagd aus und ihren Sohn, denn der Sohn der Dienstmagd soll nicht mit dem Sohne der Freien erben." 26. Aber das höhere Jerusalem ist die Freie, die unser aller Mutter ist. 27. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die nicht gebar! Brich aus in Jubel und jauchze, du die nicht in Wehen lag! Denn viele Kinder wird die Verlassene haben, mehr als die, welche den Mann hat." 28. Wir aber, ihr Brüder! sind nach der Weise Isaaks, Kinder der Verheißung. 31. So sind wir nun, ihr Brüder! nicht der Dienstmagd Kinder, sondern der Freien. Das V. Capitel. 1. Ermahnung fest zu stehen in der christlichen Freiheit; sie aber nicht zu mißbrauchen, sondern 2. in der Liebe und im Geiste zu wandeln. 29. Allein wie damals der nach dem Fleische Geborne den nach So bestehet nun in der Freiheit, womit Christus uns frei gemacht hat, und lasset euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen. 2. Siehe, ich Paulus sage euch, daß, wenn ihr euch beschneiden lasset, Christus euch nichts nüßen wird. 3. Jch bezeuge aber hinwiederum einem jeden Menschen, der sich beschneiden läßt, daß er schuldig ist, das ganze Gesetz zu halten. 4. Jhr seid von Christo abgethan, wenn ihr im Geseze wollet gerecht gesprochen werden; ihr seid aus der Gnade gefallen. 5. Denn wir warten im Geiste aus dem Glauben auf die Hoffnung der Gerechtigkeit. 6. Denn in Christo Jesu vermag weder die Beschneidung noch die Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. 7. Shr liefet gut; wer hat euch aufgehalten, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? 8. Diese Ueberredung kommt nicht von dem, der euch berufen hat. 9. Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. 10. Ich habe das Vertrauen zu 288 Die Epistel St. Pauli Cap. 5. 6. euch im Herrn, daß ihr nicht an- daß, die solche Dinge thun, das ders gesinnet werdet. Wer euch aber verwirret, der wird die Strafe tragen, er sei wer er Reich Gottes nicht ererben werden. wolle. 22. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmuth, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treu und Glauben, Sanftmuth, Enthaltsamkeit. 11. Ich aber, ihr Brüder! wenn ich noch die Beschneidung predige, warum werde ich noch verfolgt? Das Nergerniß des Kreuzes wäre ja abgethan. 12. Wollte Gott, daß die, welche euch beunruhigen, auch wegge schnitten würden! II. 13. Denn ihr seid zur Freiheit berufen, ihr Brüder! nur daß ihr die Freiheit nicht zu einer Gelegenheit für das Fleisch machet, sondern durch die Liebe einander dienet. 14. Denn das ganze Gesetz wird in Einem Worte erfüllet, nämlich in dem: ,, Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 15. So ihr euch aber unter einander beißet und verzehret, so sehet zu, daß ihr nicht von einander aufgerieben werdet. 16. Ich sage aber, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Begierde des Fleisches nicht vollbringen. 17. Denn das Fleisch begehrt wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Diese aber liegen mit einander im Streite, daß ihr nicht das thut, was ihr wollet. 18. Wenn ihr aber vom Geiste getrieben werdet, so seid ihr nicht unter dem Geseße. 19. Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung, 20. Gögendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietrachten, Sekten, 21. Neid, Todtschläge, Böllerei, Schwelgerei, und was dem ähnlich ist, wovon ich euch vorher sage, wie ich auch vorher gesagt habe, 23. Wider solches ist das Geset nicht. 24. Die aber, welche Christi sind, haben ihr Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden gefreuzigt. 25. Wenn wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. 26. Laßt uns nicht nach eitler Ehre begierig sein, nicht einander herausfordern, noch einander beneiden. Das VI. Capitel. 1. Ermahnung zu brüderlicher Zurechtweisung der Fehlenden; und 2. zu beharrlicher thätiger Liebe. 3. Schluß. Ihr Brüder! wenn auch ein Mensch von einem Falle übereilt würde, so bringet ihr, die ihr geistlich seid, einen solchen wieder zurecht im Geiste der Sanftmuth; und siehe dich selbst vor, daß nicht auch du versucht werdest. 2. Einer trage des Andern Bürde, und also erfüllet das Gesep Christi. 3. Denn wenn Jemand sich einbildet, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich in sei nem Sinn. 4. Ein Jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und alsdann wird er nur für sich selbst den Ruhm haben und nicht gegen Andere. 5. Denn ein Jeder wird seine eigene Last zu tragen haben. II. 6. Es theile aber, wer in dem Worte unterrichtet wird. dem, der ihn unterrichtet, mit von allen Gütern. 7. Srret nicht! Gott läßt seiner Cap. 6.> nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er auch ernten. an die Galater. 8. Denn wer auf sein Fleisch säet, der wird vom Fleische das Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird vom Geiste das ewige Leben ernten. 9. Lasset uns aber nicht müde werden, Gutes zu thun; denn wir werden zu seiner Zeit ernten, wenn wir nicht ermatten. 10. Demnach lasset uns nun, da wir Gelegenheit haben, das Gute thun gegen Jedermann, am meisten aber gegen die Genossen des Glaubens. III. 11. Sehet, mit wie vielen Worten ich euch mit eigener Hand geschrieben habe. 12. Die sich wollen angenehm machen dem Fleische nach, die nöthigen euch, daß ihr euch beschneiden lasset, nur damit sie nicht mit dem Kreuze Christi verfolgt werden. 289 13. Denn auch sie, die sich beschneiden lassen, halten nicht selbst das Geseß, sondern sie wollen, daß ihr euch beschneiden lasset, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. 14. Von mir aber sei es fern, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unsers Herrn Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gefreuzigt ist, und ich der Welt. 15. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung etwas noch Vorhaut, sondern ein neues Geschöpf. 16. Und so viele nach dieser Regel wandeln werden, über die komme Friede und Barmherzigkeit, und über den Israel Gottes! 17. In's Künftige mache mir Niemand Mühe, denn ich trage die Wundenmale des Herrn Jesu an meinem Leibe. 18. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geiste, ihr Brüder! Amen. Die Epistel St. Pauli an die Epheser. Das I. Capitel. 1. Paulus Gruß. 2. Danksagung für die geistlichen Segnungen in Christo. 3. Gebet um Erleuchtung der Ephefer. Paulus, Apostel Jesu Ghristi durch den Willen Gottes, an die Heiligen zu Ephesus und Gläubigen in Christo Jesu. 2. Gnade sei mit euch, und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 3. Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen in den Himmeln durch Christum. 4. Wie er uns denn in ihm erwählte vor der Grundlegung der Welt, daß wir heilig und unsträflich vor ihm seien in der Liebe; 5. da er uns zuvor bestimmte zur Kindschaft für ihn, durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens; 6. zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat um des Geliebten willen, 7. in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, nämlich die Bergebung der Uebertretungen, nach dem Reichthum seiner Gnade; 8. die er uns überschwenglich erwiesen in aller Weisheit und Einsicht, 9. da er uns fund that das Geheimniß seines Willens nach seinem Wohlgefallen, welches er sich selbst vornahm, die Veranstaltung zu treffen auf die Erfüllung der Zeiten, 19 290 Die Epistel St. Pauli Cap. 1. 2. 10. daß er Alles zusammenfaßte| auferweckte, und ihn seßte zu sei in Christo, was im Himmel und was auf Erden ist, in ihm, ner Rechten in den Himmeln, 21. erhoben über alle Obrigkeit 11. in welchem wir auch zum und Gewalt und Macht und Herr Erbtheil find angenommen wor- schaft, und jeden Namen, der den, zuvor bestimmt, nach dem genannt wird, nicht allein in Borsage dessen, der Alles wirket dieser Welt, sondern auch in der nach dem Rathe seines Willens; zukünftigen; 12. damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit dienen, wir, die wir zum voraus schon auf Christum gehofft haben; 13. in welchem auch ihr seid, nachdem ihr das Wort der Wahrheit gehört habet, das Evangelium eurer Seligkeit, in welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habet, seid besiegelt worden mit dem Geiste der Verheißung, dem heiligen, 14. welcher das Pfand ist unsers Erbes, zur Erlösung seines Eigenthums, zum Preise seiner Herrlichkeit. III. 15. Darum auch ich, nachdem ich von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesum, und von der Liebe gegen alle Heiligen vernommen habe, 16. so höre ich nicht auf, für euch zu danken, indem ich euer eingedenk bin in meinem Gebete, 17. auf daß der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung in Erkenntniß seiner; 18. erleuchtete Augen eures Verstandes, damit ihr wisset, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, und welches der Reichthum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen; 22. und Alles unterwarf unter seine Füße, und ihn setzte zum Haupte über Alles, der Gemeinde, 23. welche ist sein Leib, die Fülle dessen, der Alles in allem erfüllet. 19. und welches die überschwenliche Größe seiner Macht an uns, die wir glauben, nach der Wirksamkeit der Kraft seiner Stärke, 20. die er erwiesen hat an Christo, da er ihn von den Todten, Das II. Capitel. 1. Vormaliger und jeziger Zustand der Epheser. 2. Bereinigung der Juden und Heiden unter Christus. Und euch, die ihr todt waret durch die Uebertretungen und die Sünden, 2. in welchen ihr einst wandeltet nach dem Laufe dieser Welt, nach dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jeßt wirksam ist in den Kindern des Ungehorsams; 3. unter denen auch wir alle einst wandelten in den Begierden unsers Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Ge danken thaten, und von Natur Kinder des Zornes waren, wie auch die Uebrigen; 4. ja, Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat, nach seiner großen Liebe, mit der er uns geliebet, 5. auch da wir todt waren durc die Sünden, uns mit Christo leben dig gemacht,( aus Gnaden ſeid ihr selig geworden) 6. und uns mitauferweckt, und mitgesetzt in den Himmeln, in Christo Jesu, 7. auf daß er in den folgen den Zeiten den überschwenglichen Reichthum seiner Gnade zeigte in seiner Gütigkeit gegen uns in Christo Jesu. Cap. 2. 3. man die Epheser. 291 8. Denn durch die Gnade seid| 19. So seid ihr nun nicht mehr ihr selig geworden vermittelst des Gäste und Fremdlinge, sondern Glaubens; und das nicht aus Mitbürger der Heiligen, und euch, es ist Gottes Gabe; Hausgenossen Gottes, 9. nicht aus den Werken, damit nicht Jemand sich rühme. 10. Denn sein Geschöpf sind wir, erschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen uns Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen. II. 11. Darum seid eingedenk, daß ihr, die ihr einst Heiden waret im Fleische, die ihr Unbeschnittene genannt wurdet von den sogenannten Beschnittenen, deren Beschneidung am Fleische mit Händen geschehen; 12. daß ihr zu derselben Zeit ohne Christus waret, entfernt von dem Bürgerrechte Israels, und fremd den Bündnissen der Verheißung, daß ihr keine Hoffnung hattet, und ohne Gott in der Welt lebtet. 13. Nun aber, in Christo Jesu, seid ihr, die ihr einst ferne waret, nahe gekommen in dem Blute Christi. 14. Denn Er ist unser Friede, der aus Beiden Eines gemacht hat, und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen, 15. die Feindschaft, indem er in seinem Fleische das Gesetz der Gebote in Verordnungen abgethan, auf daß er die Zwei in ihm selbst zu Einem neuen Menschen schaffe, indem er Frieden stiftete, 16. und sie Beide in Einem Leibe mit Gott verföhnte durch das Kreuz, nachdem er die Feindschaft an demselben getödtet. 17. Und er kam, und verkündigte durch das Evangelium Frieden, euch den Fernen, und den Nahen; 18. Denn durch ihn haben wir den Zutritt Beide in Einem Geiste zu dem Vater. 20. erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus selbst der Eckstein ist, 21. in welchem der ganze Bau zusammengefügt, erwächst zu einem heiligen Tempel im Herren, 22. in welchem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geiste. Das III. Capitel. 1. Paulus Apostelamt unter den Heiden. 2. Sein Gebet für die Epheser. Deshalb ich, Paulus, der Gefangene Chrifti Jesu für euch die Heiden; 2. so ihr anders von der Verwaltung der Gnade Gottes gehört habet, die mir für euch verliehen worden, 3. daß mir durch eine Offenbarung das Geheimniß fund gethan worden, wie ich vorher mit Wenigem geschrieben habe, 4. woran ihr, so ihr es leset, meine Einsicht in das Geheimniß Christi erkennen könnet; 5. welches zu andern Zeiten den Menschenkindern nicht war fund gethan worden, wie es jetzt ſeinen heiligen Aposteln und Propheten im Geiste geoffenbaret wurde; 6. daß nämlich die Heiden Miterben seien und Miteinverleibte und Mitgenossen seiner Verheisung in Christo, durch das Evangelium, 7. dessen Diener ich geworden bin vermöge des Geschenkes der Gnade Gottes, die mir verliehen ward, nach der Wirkung seiner Macht. 8. Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, ward diese Gnade verlichen, unter den Heiden den 19* Die Epistel St. Pauli Cap. 3. 4. unergründlichen Reichthum Christi meinde, in Christo Jesu, auf alle zu verkündigen, Geschlechter, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 9. und Allen ans Licht zu bringen, welches die Gemeinschaft dieses Geheimnisses sei, das von Ewigkeit her verborgen war in Gott, der alle Dinge erschaffen hat durch Jesum Christum; 292 10. damit jetzt den Mächten und Gewalten in den Himmeln durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes fund würde, 11. nach dem Vorsage von Ewigkeit her, den er ausgeführt hat in Christo Jesu, unserm Herrn, 12. in welchem wir die Freudigkeit und den Zutritt haben in Zuversicht, durch den Glauben an ihn. 13. Darum bitte ich, nicht muthlos zu werden in meinen Trübsalen für euch, worin euere Ehre bestehet. Das IV. Capitel. 1. Ermahnung zu christlicher Eintracht und 2. zu neuem reinem, aufrichtigem und liebevollem Sinn und Wandel. So ermahne ich euch nun, ich der Gefangene im Herrn, daß ihr würdig wandelt der Berufung, mit welcher ihr berufen worden; 2. mit aller Demuth und Sanft muth, mit Langmuth einander in Liebe ertraget, 3. und euch befleißet zu halten die Einigkeit des Geistes durch das Band des Friedens, 4. Ein Leib und Ein Geist; so wie ihr auch berufen worden auf Eine Hoffnung eurer Berufung. 5. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, 6. Ein Gott und Vater Aller, der da ist über Alle, und durch Alle, und in uns Allen. 7. Einem Jeglichen aber unter uns ward die Gnade verliehen nach dem Maße der Gabe Christi. Er stieg 8. Darum heißt es: hinauf in die Höhe, und führte Gefangene gefangen, und ertheilte Gaben den Menschen. >> II. 14. Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, 15. von welchem alle Geschlechter in Himmeln und auf Erden genannt werden: 16. auf daß er euch gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem innern Men schen, 17. daß Christus durch den Glauben in euern Herzen wohne; 18. damit ihr, in der Liebe fest gewurzelt und gegründet, mit allen Heiligen begreifen möget, welches die Breite und Länge und Tiefe und Höhe ſei; 9. Jenes aber: ,, er stieg binauf," was heißt es anders, als daß er auch vorher hinabstieg zu den untern Gegenden der Erde? 10. Der hinab stieg, ist eben der, der auch hinauf stieg über alle Himmel, damit er Alles erfüllete. 19. und erkennen die Liebe Christi, die allen Verstand übersteigt, damit ihr erfüllet werdet zu der ganzen Fülle Gottes. 11. Und Er setzte Etliche zu Aposteln, Etliche zu Propheten, Etliche zu Evangelisten, Etliche zu Hirten und Lehrern; 20. Dem aber, der da kann über Alles thun, überschwenglich mehr, als wir bitten und verstehen, nach 12. zur Zubereitung der Heili gen für das Werk des Dienstes, der Kraft, die in uns wirket, für die Erbauung des Leibes 21. Jhm sei Ehre in der Ge- Christi, Cap. 4. 5. an die Ephefer. 293 Geiste cuers Gemüthes, 13. bis wir alle zur Einigkeit 23. dagegen erneuert werden im des Glaubens und der Erkenntniß des Sohnes Gottes gelangen, und ein vollkommener Mann werden, nach dem vollen Maße der Größe Christi: 14. auf daß wir nicht mehr Kinder seien, die hin und her geworfen und umhergetrieben werden von jedem Winde der Lehre, durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Schlauheit zu Künsten der Verführung: 15. sondern rechtschaffen seien in Liebe, und also heran wachsen an ihn in allen Stücken, der das Haupt ist, Christus. 16. Aus ihm ist der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Hülfe leisten in Wirksamkeit nach dem Maße eines jeden Gliedes, und erfüllt sein Wachsthum zu seiner Erbauung in Liebe. II. 17. So sage ich nun das, und bezeuge im Herren, daß ihr nicht mehr wandeln sollet, so wie die übrigen Heiden wandeln in der Eitelkeit ihres Sinnes; 18. die in ihrem Verstande verfinstert sind, entfremdet von dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens; gen alle Unreinigkeit mit unersätt licher Begierde. 24. und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist, in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit. 20. Jhr aber habet nicht also Christum gelernt; 21. so ihr anders von ihm gebört, und in ihm unterrichtet worden, wie in Jesu die Wahrheit ist; 22. daß ihr, den vorigen Wandel betreffend, ablegen sollet den alten Menschen, der verdorben wird vermöge der betrüglichen 25. Darum leget ab die Lügen, und redet die Wahrheit, Jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind unter einander Glieder. 26. Zürnet; doch sündiget nicht. Die Sonne gehe nicht unter über euerm Zorne. 27. Und gebet nicht Raum dem Teufel. 31. Alle Bitterfeit und Grimm, und Zorn und Geschrei und Lästerung sei hinweggenommen von euch, samt aller Bosheit. 32. Seid vielmehr gegen einander 19. die, nachdem sie alles Ge- gütig, innig barmherzig, vergebet fühl verloren, sich der Ausschwei- einander, gleich wie auch Gott fung ergeben haben, zu vollbrin- in Christo euch vergeben hat. 28. Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr; sondern arbeite vielmehr und schaffe mit den Händen etwas Gutes, daß er dem Dürftigen mitzutheilen habe. 29. Keine schlechte Rede gehe aus euerm Munde, sondern welche gut ist zur Erbauung nach Be dürfniß, daß es wohlthätig sei denen, die es hören. 30. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, mit welchem ihr besiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Das V. Capitel. 1. Fernere Ermahnung zur Reinheit und Heiligkeit. 2. Pflichten der Ehegatten. So seid nun Gottes Nachahmer, wie geliebte Kinder, 2. und wandelt in der Liebe, so wie auch Christus uns geliebet hat, und sich selbst für uns dahin gegeben zur Gabe und zum Opfer, Gott zu einem angenehmen Geruche. 294 Die Epistel St. Pauli Cap. 5. 3. Unzucht aber und Unreinig-| 16. und erfaufet die gelegene feit jeder Art, oder Geiz werde Zeit, denn die Tage find böse. unter euch nicht einmal genannt, so wie es Heiligen geziemt; 17. Darum seid nicht thöricht, sondern verstehet, was der Wille des Herrn ist. 18. Und berauschet euch nicht 4. auch schändliche Worte und thörichte Rede, oder leichtfertiger Scherz, Dinge, die sich nicht mit Wein, in welchem ein heilgebühren, sondern vielmehr Dant- loses Wesen ist, sondern werdet fagung. erfüllt mit dem Geiste; 19. und redet zu einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet und spielet in euerm Herzen dem Herren. 20. Und saget allezeit für Alles Dank Gott dem Vater, im Namen unsers Herrn Jesu Christi. 21. Und seid einander unterthan in der Furcht Gottes. II. 22. Jhr Weiber, seid unterthan euern Männern, als dem Herrn. 23. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde, und er ist der Heiland des Leibes. 5. Denn das sollet ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Geiziger, der ein Gößendiener ist, Erbtheil hat im Reiche Christi und Gottes. 6. Niemand betrüge euch mit eiteln Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.. 7. Darum werdet nicht ihre Mitgenossen. 8. Denn ihr waret einst Finster niß, nun aber seid ihr ein Licht im Herren: wandelt als Kinder des Lichtes. 9. Denn die Frucht des Geistes besteht in aller Gütigkeit ünd Gerechtigkeit und Wahrheit. 10. Und prüfet, was dem Herren wohlgefällig set. 11. Und habet keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß; vielmehr bestrafet sie auch. 12. Denn was heimlich von ihnen geschieht, ist schändlich auch nur zu sagen. 13. Alle diese Dinge aber werden von dem Lichte gestraft und geoffenbaret; denn Alles, was offenbar wird, das ist Licht. 14. Darum heißt es: Wache auf, der du schläfft, und stebe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten!" "> 15. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtig wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise. 24. Aber wie die Gemeinde Christo unterthan ist, also seien es auch die Weiber den Männern in Allem. 25. Jhr Männer, liebet eure Weiber; gleich wie auch Christus die Gemeinde geliebet, und sich selbst für sie dahin gegeben hat, 26. damit er sie heiligte, nachdem er sie gereinigt mit dem Was serbade durch das Wort, 27. damit er sie sich selbst herrlich darstellte, eine Gemeinde, die nicht Flecken oder Runzeln oder etwas dergleichen habe, sondern damit sie heilig und unsträflich ſei; 28. Also sollen die Männer ihre Weiber lieben, als ihre eigenen Leiber. Wer sein Weib liebt, der liebet sich selbst. 29. Denn niemand hat je sein eigen Fleisch gebasset, sondern er nähret und pflegt es, gleich wie auch der Herr die Gemeinde; Cap. 5. 6. H an die Epheser. 30. denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleische und von seinen Gebeinen. 31. ,, Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen, und seinem Weibe anhangen, und diese Zwei werden Ein Fleisch sein." 32. Dieses Geheimniß ist groß; ich aber rede auf Christum und die Gemeinde. 33. Allein auch unter euch habe ein Jeglicher sein Weib also lieb wie sich selbst; das Weib aber fürchte den Mann. Das VI. Capitel. 1. Pflichten der Eltern und Kinder, 2. der Herren und Knechte. 3. Ermah nung zur Beharrlichkeit im Kämpfen, Wachen und Beten. 4. Schluß. 295 9. Und ihr Herren, thut daßselbe auch gegen sie, und lasset das Drohen; da ihr wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und daß bei ihm kein Ansehen der Person ist. III. 10. Uebrigens, meine Brüder! werdet mächtig im Herrn und in der Kraft seiner Stärke. 11. Ziehet an die ganze Rüstung Gottes, damit ihr bestehen könnet wider die Ränke des Teufels. 12. Denn wir haben nicht einen Kampf wider Fleisch und Blut, sondern wider die Mächte, wider die Gewalten, wider die Weltregenten der Finsterniß dieser Zeit, wider die bösen Geister unter den Himmeln. Ihr Kinder, seid gehorsam euern Eltern im Herrn; denn das ist gerecht. 2. ,, Ehre deinen Vater und deine Mutter!" das ist das erste Gebot mit Verheißung: 3. daß es dir wohl gehe, und du lange lebest im Lande." 4. Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorne, sondern erziehet sie in der Zucht und Ermahnung des Herren. II. 5. Jhr Knechte, seid gehorsam euern leiblichen Herren, mit Furcht und Scheu, in Aufrichtigkeit euers Herzens, als Christo; 6. nicht mit Augendienst, als solche die den Menschen gefallen wollen, sondern als Knechte Christi, die den Willen Gottes von Herzen thun, 13. Darum ergreifet die ganze Rüstung Gottes, damit ihr Widerstand thun könnet an dem bösen Tage, und Alles überwältigen und bestehen. 14. So stehet nun, gegürtet um euere Lenden mit Wahrheit, und bekleidet mit dem Panzer der Gerechtigkeit, 15. und beschuhet an den Füßen mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens. 16. Ueber alles ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen werdet löschen können. 17. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 18. Mit allem Gebet und Flehen betet zu aller Zeit im Geiste, und eben dazu wachet in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen, 7. und mit Willigkeit dienen, als dem Herrn und nicht den Menschen; 19. und für mich, daß mir verliehen werde das Wort in Deff8. da ihr wisset, daß, was Jeder nung meines Mundes, mit FreiGutes thun wird, er dafür Be- müthigkeit kund zu thun das Gelohnung vom Herrn empfangen heimniß des Evangeliums, wird, er sei Knecht oder Freier. 20. um dessen willen ich ein Ge Die Epistel St. Pauli an die Epheser. Cap. 6. wie es um uns stehe, und er eure Herzen tröste. 23. Friede sei den Brüdern, und Liebe, samt dem Glauben, von Gott dem Vater, und dem Herrn Jesu Christo! 24. Die Gnade sei mit Allen, die unsern Herrn Jesum Christum lieb haben in Unvergänglichkeit! 296 sandter bin in Banden, auf daß ich darin frei unerschrocken sei, so wie ich reden soll. IV. 21. Damit aber auch ihr wisset, wie es mit mir stehe, was ich mache, so wird Tychicus, der geliebte Bruder und getreue Diener im Herren, euch Alles kund thun; 22. den ich eben darum zu euch gesandt habe, daß ihr erfahret,| Amen. Die Epistel St. Pauli an die Philipper. Das I. Capitel. 1. Paulus Gruß. 2. Danksagung, Liebe und Gebet für die Philipper. 3. Nachricht von seinem Zustande. 4. Ermahnung zur Standhaftigkeit. Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, an alle Heiligen in Christo Jesu, die zu philippi sind, samt den Aufsehern und Dienern. 2. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 3. Sch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke, 4. allezeit in allem meinem Gebete, da ich für euch alle mit Freuden das Gebet verrichte, 5. wegen eurer Theilnahme am Evangelium vom ersten Tage an bis jetzt, 6. und bin eben dessen in guter Zuversicht, daß der, so in euch das gute Werk angefangen hat, es vollenden werde bis auf den Tag Jesu Christi. 7. Wie es denn billig ist, daß ich solches von euch Allen denke, darum weil ich euch im Herzen habe in meinen Banden, und in der Bertheidigung und Bekräftigung des Evangeliums, da ihr Alle mit mir an der Gnade Theil nehmet. 8. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlangt in der inniglichen LiebeJesu Christi. 9. Und dafür bitte ich, daß eure Liebe je mehr und mehr wachse in Erkenntniß und aller Einsicht; unrecht sei, damit ihr lauter und 10. um zu prüfen, was recht und unanstößig seid auf den Tag Chriſti, 11. erfüllt mit Früchten der Ge rechtigkeit, die durch Jesum Christum sind, zur Ehre und zum Preise Gottes. III. 12. Ich wünsche aber, daß ibr erfahret, ihr Brüder, daß meine Begegnisse noch mehr zur Förderung des Evangeliums gerathen sind, 13. so daß meine Bande in Christo offenbar geworden in dem ganzen Richthause und bei den Uebrigen allen, 14. und die Mehrzahl der Brüder im Herrn haben durch meine Bande Zuversicht gewonnen, und wagen desto kühner, das Wort ohne Furcht zu predigen. 15. Zwar predigen Etliche Christum aus Neid und Streitsucht; Etliche aber auch aus gutem Willen. 16. Jene aus Streitsucht verkün digen Christum nicht redlich, da sie meinen, Trübsal zu meinen Banden hinzuzufügen: 17. die aber aus Liebe, weil sie wissen, daß ich zur Vertheidigung des Evangeliums geſetzt bin. 18. Was thut das? Wird doch auf alle Weise, sei es zum Scheine Cap. 1. 2. Die Epistel St. Pauli an die Philipper. 297 oder in Wahrheit, Christus ver- 29. Denn euch ward aus Gnakündigt; und darüber freue ich den verliehen, nicht nur an Chrimich, ja werde mich auch freuen. stum zu glauben, sondern auch 19. Denn ich weiß, daß mir um seinetwillen zu leiden; dieses zum Heil ausfallen wird, durch euer Gebet, und die Unterstügung des Geistes Jesu Christi. 20. Nach meiner festen Erwar tung und Hoffnung, daß ich in keinem Stücke werde zu Schanden werden; sondern daß bei aller Freimüthigkeit, wie allezeit so auch jest, Christus werde verherrlicht werden an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. 21. Denn mein Leben ist Christus, und Sterben ist mein Gewinn. 22. Wenn aber das Leben im Fleische mir ersprießlich ist zu meinem Werke, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. 23. Denn ich werde von Beidem gedrungen: ich habe Lust abzu scheiden und bei Christo zu sein, denn das wäre weit das Bessere; 24. aber im Fleische zu verblei ben, ist nöthiger um euertwillen. 25. Und in dieser Zuversicht weiß ich, daß ich bleiben und zusammen bleiben werde mit euch Allen, zu eurer Förderung und Freude im Glauben, 26. damit euer Ruhm groß werde in Christo Jesu meinethalb, wann ich wieder zu euch komme. IV. 27. Nur wandelt würdig des Evangeliums Christi, damit, wenn ich komme und euch sehe, oder wenn ich abwesend bin, ich von euch höre, daß ihr fest stehet in Einem Geiste und mit Einer Seele mitkämpfet für den Glauben des Evangeliums; 28. und euch in keinem Dinge von den Widersachern schrecken lasſet; was für sie eine Anzeige des Verderbens ist, für euch aber der Seligkeit, und zwar von Gott. 30. indem ihr denselben Kampf habet, welchen ihr an mir geſehen, und nun von mir höret. Das II. Capitel. 1. Ermahnung zur Eintracht, 2. zur Demuth nach dem Muster Jesu; 3. zur eifrigen Sorge für die Seligkeit. 4. Anfündigung der Sendung des Timotheus und Epaphroditus. Ist nun irgend eine Ermahnung. in Christo, ist irgend ein Zureden der Liebe, ist irgend eine Gemeinschaft des Geistes, ist irgend herzliche Liebe und Erbarmung, 2. so erfüllet meine Freude, daß ihr Eines Sinnes seid, die gleiche Liebe habet, einmüthig und gleich gesinnet seid; 3. nichts aus Zanksucht oder eitler Ehrfucht thut, sondern in der Demuth Jeder den Andern höher achte als sich selbst, 4. und Jeder nicht auf das Seinige sehe, sondern Jeder auch auf das, was der Andern ist. II. 5. Denn ihr sollet also ge= sinnet sein, wie Jesus Christus auch war, 6. welcher, obwohl er in Gottes Gestalt war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein; 7. sondern sich selbst ausleerte, indem er die Gestalt eines Knechtes annahm, und ähnlich den Menschen ward; 8. und von Ansehen wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, und gehorsam ward bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes. 9. Darum hat ihn auch Gott über die Maßen erhöhet und ihm einen Namen geschenkt, der über alle Namen ist; 298 Die Epistel St. Pauli Cap. 2. 3. 10. daß in dem Namen Jesu| mit seinem Bater, mit mir gedient alle Knie sich beugen sollen derer, die im Himmel, und auf Erden, und unter der Erde sind, hat an dem Evangelium. 23. Diesen nun hoffe ich zu senden, zur Stunde sobald ich absehe, wie meine Sachen stehen. 24. Jch vertraue aber auf den Herrn, daß auch ich selbst bald zu euch kommen werde. 11. und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. III. 12. Darum, meine Gelieb ten, so wie ihr allezeit gehorsam gewesen, nicht nur als in meiner Gegenwart, sondern jezt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, wirket euer Heil mit Furcht und Zittern; 13. denn Gott ist es, der Beides in euch wirkt, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. 14. Thut Alles ohne Murren und Zank; 15. damit ihr unsträflich und unversehrt seid, untadelhafte Kinder Gottes, mitten unter einem verderbten und verkehrten Geschlechte, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt, 16. indem ihr an dem Worte des Lebens fest haltet, mir zum Ruhm auf den Tag Christi, daß ich nicht vergeblich gelaufen, noch vergeblich gearbeitet habe. 17. Ja ob ich auch geopfert werde über dem Opfer und Dienste euers Glaubens, so freue ich mich, und freue mich mit euch Allen. 18. Gleicherweise aber freuet auch ihr euch, und freuet euch mit mir. IV. 19. Ich hoffe aber in dem Herrn Jesu, den Timotheus bald zu euch zu senden, damit auch ich frohen Muthes werde, wenn ich erfahre, wie es um euch steht. 20. Denn ich habe keinen so Gleichgesinnten, der so redlich für euch sorgen wird. 21. Denn sie alle suchen das Jhrige, nicht die Sache Christi Jesu. 22. Seine Bewährung aber kennet ihr, daß er, wie ein Kind 25. Jch hielt aber für nöthig, den Epaphroditus, meinen Bruder und Mitarbeiter und Mitstreiter, euern Abgeordneten und Diener meiner Nothdurft, zu euch zu senden; 26. sintemal er ein Verlangen hatte nach euch Allen, und betrübt war, weil ihr hörtet, daß er krank gewesen. 27. Denn er war auch frank und nahe dem Tode; aber Gott hat sich über ihn erbarmet, und nicht allein über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht Traurigkeit auf Traurigkeit hätte. 28. Desto schleuniger nun habe ich ihn gesandt, damit ihr, wann ihr ihn wiedersehet, euch freuet, und auch ich weniger Traurigkeit habe. 29. So nehmet ihn nun auf im Herrn mit aller Freude; und haltet solche Männer in Ehren. 30. Denn um des Werkes Christi willen ist er bis nahe zum Tode gekommen, und hat sein Leben in Gefahr gesetzt, auf daß er den Mangel eurer Dienstleistung gegen mich ersegte. Das III. Capitel. 1. Warnung vor falschen Lehrern. 2. Paulus Sinn und Streben. 3. Er mahnung, ihm darin nachzuahmen. Uebrigens, meine Brüder! freuet euch im Herrn! Euch dasselbe zu schreiben, verdrießt mich nicht, euch aber macht es fest. 2. Hütet euch vor den Hunden; hütet euch vor den bösen Arbeitern; hütet euch vor der Zerschneidung. Cap. 3. 4. an die Philipper.sto 299 3. Denn wir sind die Beschnei-| 13. Jhr Brüder! ich halte mich dung, die wir Gott im Geiste dienen, und uns rühmen in Christo Jesu, und nicht auf das Fleisch nicht dafür, daß ich es ergriffen habe. vertrauen. 4. Wiewohl auch ich auf das Fleisch vertrauen könnte. Wenn Jemand sich einbildet, er könne auf das Fleisch vertrauen, so kann ich es noch mehr. 5. Denn ich ward am achten Tage beschnitten, bin vom Geschlechte Ifraels, aus dem Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer; 6. nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde; nach der Gerechtigkeit, die im Gefege ist, unsträflich. II. 7. Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. 8. Ja allerdings achte ich jest Alles für Schaden um der Alles übertreffenden Erkenntniß Christi Jesu, meines Herrn, willen; um dessen willen mir dieses Alles zum Schaden ward, und ich es für Unrath achte, damit ich Christum gewinne, 9. und in ihm erfunden werde als ein solcher, der nicht hat seine eigene Gerechtigkeit, die aus dem Gesetze, sondern die durch den Glauben an Christum, nämlich die Gerechtigkeit aus Gott im Glauben; 10. um zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung, und die Gemeinschaft seiner Leiden, so ich seinem Tode ähnlich werde, 14. Eines aber sage ich: Ich vergesse was hinter mir ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir ist, und eile nach dem vorgesteckten Ziele, zu dem Kleinod der Berufung Gottes von oben in Christo Jesu. III. 15. So viele unser nun vollkommen sind, laßt uns also gesinnet sein; und solltet ihr etwa anders gesinnet sein, so wird Gott auch das euch offenbaren. 11. ob ich vielleicht zur Auferstehung der Todten gelangen möge. 12. Nicht, daß ich es schon ergriffen habe, oder schon vollkommen sei; ich jage ibm aber nach, ob ich es ergreifen möge, indem ich auch von Christo Jesu ergriffen bin. 16. Doch wozu wir schon gekommen sind, da laßt uns nach gleicher Regel wandeln, und gleich gefinnet sein. 17. Werdet meine Mitnachfolger, ihr Brüder! und sehet auf die, welche also wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habet. 18. Denn Biele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt babe, nun aber es auch mit Weinen sage, daß sie Feinde des Kreuzes Chrifti find. 19. Jhr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, und ihre Ehre in ihrer Schande, sie sind auf die irdischen Dinge bedacht. 20. Denn unser Bürgerrecht ist im Himmel; von woher wir auch den Heiland erwarten, den Herrn Jesum Christum, 21. welcher den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten wird, daß er ähnlich werde dem Leibe seiner Herrlichkeit nach der Macht, mit der er auch alle Dinge sich unterthan machen kann. Das IV. Capitel. 1. Fernere Ermahnungen an Einzelne und Alle. 2. Danksagung für die empfangene Unterstügung. 3. Schluß. Darum, meine geliebten und ersehnten Brüder! meine Freude 300 Die Epistel St. Pauli an die Philipper. Cap. 4. und Krone! stehet also fest im kann auch Ueberfluß haben; ich Herrn, ihr Geliebten! bin überall und in allen Dingen geübt, sowohl fatt zu sein, als zu bungern, sowohl Ueberfluß zu haben als Mangel zu leiden. 2. Die Euodia ermahne ich, und die Syntyche ermahne ich, Eines Sinnes zu sein im Herrn. 3. Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Mitgenosse! stehe ihnen bei, die an dem Evangelium mit mir gekämpft haben, nebst Ele: mens, und meinen übrigen Mit arbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen. 4. Freuet euch im Herrn alle zeit! abermal sage ich: Freuet euch! 5. Lasset eure Freundlichkeit allen Menschen kund werden! Der Herr ist nahe: 6. Sorget um nichts, sondern in allen Dingen lasset im Gebet und Flehen mit Danksagung eure Bitten vor Gott kund werden. 7. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euern Sinn bewahren in Christo Jesu. 8. Im Uebrigen, ihr Brüder! was wahrhaft ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was lieb: lich, was wohl lautet, ist irgend eine Tugend, und ist irgend ein Lob, dem denfet nach! 9. Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und gesehen habet an mir, das thut, so wird der Gott des Friedens mit euch sein. II. 10. Ich bin aber hoch erfreut worden im Herrn, daß ihr jett einmal aufs neue fräftig geworden seid, für mich zu sorgen; worauf ihr auch sonst dachtet, aber ihr hattet keine Gelegenheit dazu. 11. Nicht daß ich dieses des Mangels halben sage; denn ich habe gelernt, mich mit dem, was ich habe, zu begnügen. 12. Jch fann niedrig leben, ich 13. Sch vermag Alles durch Christum, der mich stärket. 14. Doch habet ihr wohl ge= than, daß ihr Antheil nahmet an meiner Drangsal. 15. Aber auch ihr, Philipper, wisset, daß im Anfange des Evangeliums, als ich aus Macedonien auszog, keine Gemeinde an mir Theil genommen für Rechnung von Geben und Empfangen, als nur ihr allein. 16. Denn auch als ich zu Thessalonich war, habet ihr mir ein und zwei Male für meine Noth durft gesandt. 17. Nicht daß ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht, daß sie sich mehre für euere Rechnung. 18. Ich habe aber Alles zur Genüge, und habe überflüssig; ich habe die Fülle, nachdem ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes, Gott wohlgefälliges Opfer. 19. Mein Gott aber wird euch all euer Bedürfniß erfüllen, nach seinem Reichthum, in Herrlichkeit, in Christo Jesu. III. 20. Gott aber, unserm Bater, sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 21. Grüßet jeden Heiligen in Christo Jesu. Es grüßen euch die Brüder, die bei mir sind. 22. Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die aus dem Hause des Kaisers. 23. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch Allen! Amen. Cap. 1. Die Epistel St. Pauli an die Colosser. Die Epistel St. Pauli an die Coloſser. Das I. Capitel. 1. Paulus Gruß. 2. Dank und Gebet für die Coloffer. 3. Hoheit und Würde Jesu. 4. Des Apostels Amt. Paulus, Apoftel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Timotheus, der Bruder, 2. an die Heiligen zu Colossä und gläubigen Brüder in Christo. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Bater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 3. Wir danken Gott, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, allezeit in unserm Gebete für euch, 4. da wir von eurem Glauben in Christo Jesu, und von eurer Liebe gegen alle Heiligen gehört haben; 301 6. das zu euch gekommen ist, so wie auch in alle Welt, und Früchte trägt, wie auch in euch, von dem Tage an, da ihr es gehört und die Gnade Gottes in der Wahrheit erkannt habet; und wachsend in der Erkenntniß Gottes; 11. gekräftigt mit aller Kraft, nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu aller Geduld und Langmuth mit Freuden; 12. und danket dem Vater, der uns geschickt gemacht hat zum Erbtheil der Heiligen im Lichte, 13. der uns aus der Gewalt der Finsterniß erlöset, und in das Reich seines geliebten Sohnes versegt hat; 14. in welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Bergebung der Sünden. III. 15. Welcher ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborne aller Geschöpfe. 16. Denn in ihm sind alle Dinge 5. der Hoffnung wegen, die eucherschaffen worden, was im Himin den Himmeln aufbehalten ist, mel und was auf Erden ist, das von welcher ihr schon früher ge- Sichtbare und das Unsichtbare, bört habet in dem Worte der es seien Throne oder Herrschaften Wahrheit des Evangeliums, oder Obrigkeiten oder Gewalten; alle Dinge sind durch ihn und für ihn erschaffen. 17. Und Er ist vor Allem, und alle Dinge bestehen in ihm. 18. Und Er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde; er ist der. Anfang, der Erstgeborne von den Todten, damit er in Allem den Vorrang babe. 7. so wie ihr es auch gelernt habet von Epaphras, unserm geliebten Mitknechte, der ein treuer Diener Christi für euch ist, 8. der uns auch eure Liebe im Geiste fund gethan hat. 9. Deshalb auch wir, von dem Tage an, da wir es gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit der Erkenntniß seines Willens in aller Weis19. Denn also gefiel es Gott, in ihm alle Fülle wohnen zu lassen; 20. und durch ihn Alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn, sowohl was auf Erden als was im Himmel ist. 21. Und euch, die ihr vormals entfremdet waret und Feinde mit heit und geistlicher Einsicht; euren Gedanken in den bösen Wer10. damit ihr des Herrn würdig ken, hat er nunmehr versöhnet, wandelt, zu allem Wohlgefallen, in dem Leibe seines Fleisches, fruchtbar in allem guten Werte, durch den Tod, 302 Die Epistel St. Pauli Cap. 1. 2. 22. euch darzustellen heilig und Alle, die mein leibliches Angesicht untadelhaft und unsträflich vor nicht gesehen haben, ihm: 2. damit ihre Herzen getröstet 23. wenn ihr anders im Glau- werden, verbunden in Liebe, und ben gegründet und fest verbleibet, zu allem Reichthum der vollkomund euch nicht entwegen lasset von menen Einsicht, zur Erkenntniß der Hoffnung des Evangeliums, des Geheimnisses Gottes, des welches ihr gehört habet, das Baters, und Christi, allen Geschöpfen unter dem Himmel ist gepredigt worden, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin. IV. 24. Nun freue ich mich in meinen Leiden für euch, und mache vollständig an meinem Fleische, was den Trübsalen Chrifti noch fehlte, für seinen Leib, welcher ist die Gemeinde; 25. deren Diener ich geworden bin, nach dem Auftrage Gottes, der mir gegeben worden an euch, das Wort Gottes völlig zu predigen, 26. das Geheimniß, das verborgen war von der Welt Zeiten und Geschlechtern her, jegt aber geoffenbaret wurde seinen Heiligen, 27. denen Gott fund thun wollte, welches sei der Reichthum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden, welcher ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. 28. Shn verkünden wir, und ermahnen jeden Menscheu, und unterrichten jeden Menschen in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen in Christo darstellen; 29. wofür ich denn auch arbeite und kämpfe, nach der Wirksamkeit dessen, der in mir wirket in Kraft. Das II. Capitel. 1. Ermahnung zur Festigkeit im Glauben. 2. Warnung vor Irrlehrern und ihrer Scheinweisheit. Denn ich will, daß ihr wisset, welch großen Kampf ich habe für euch, und die zu Laodicea, und 3. in welchem alle Schäße der Weisheit und der Erkenntniß verborgen sind. 4. Ich sage aber dieses, damit Niemand euch mit beredten Wor ten betrüge. 5. Denn ob ich schon dem Leibe nach abwesend bin, so bin ich doch im Geiste bei euch, und freue mich, und sehe eure Ordnung, und die Festigkeit eures Glaubens an Christum. 6. Wie ihr nun angenommen habet Christum Jesum den Herrn, so wandelt in ihm, 7. gewurzelt und erbaut in ihm, und befestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid, und nehmet zu darin mit Danksagung. II. 8. Sehet zu, daß euch Nie mand beraube durch die Weltweisheit und eiteln Trug nach den Sagungen der Menschen, nach den Anfangsgründen der Welt, und nicht nach Christo. 9. Denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. 10. Und ihr seid in ihm erfüllet, welcher das Haupt aller Hoheit und Gewalt ist. 11. In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit der Beschneidung, die nicht mit händen geschieht, in dem Ausziehen des sündlichen Leibes des Fleisches, in der Beschneidung Christi, 12. mit ihm begraben in der auferweckt worden durch den GlauTaufe; in ihm seid ihr auch mit ben der Wirkung Gottes, die ihn von den Todten auferweckt hat. Cap. 2. 3. an die Colosser.10 303 13. Und euch, die ihr todt waret| man ihn nicht werth achtet, zur in den Uebertretungen und der Sättigung des Fleisches. Vorhaut euers Fleisches, hat er mit ihm lebendig gemacht, da er euch alle Uebertretungen vergeben, 14. da er die Handschrift gegen uns in den Saßungen, die wider uns war, austilgte, und sie hinweg nahm, indem er sie an das Kreuz heftete, 15. da er den Hoheiten und den Gewalten die Rüstung auszog, und sie öffentlich zur Schau führte, und über sie in ihm triumphirte. 16. So soll euch nun Niemand richten über Speise und über Trank, oder in Ansehung eines Feiertages oder Neumondes oder Sabbaths. 17. Dieses ist ein Schatten des Zukünftigen, der Leib aber ist Christi. 18. Lasset euch euer Kleinod durch Niemand entreißen, der sich gefällt in Demuth und Verehrung der Engel; der sich in das, was er nicht gesehen bat, einläßt, eitler Weise aufgeblasen von dem Sinne seines Fleisches, 19. und sich nicht hält an das Haupt, aus welchem der ganze Leib, durch die Gelenke und Bande unterstüßt und zusammengefügt, wächst zu der Größe, die Gott gibt. 20. Wenn ihr nun mit Christo den Anfangsgründen der Welt abgestorben seid, warum lasset ihr euch denn, als lebtet ihr noch in der Welt, beschweren in den Sagungen: Das III. Capitel. 1. Ermahnung zum himmlischen Sinne, 2. zur Rechtschaffenheit, 3. zur Liebe. 4. Pflichten des Hausstandes. Seid ihr nun mit Chrifto auferstanden, so suchet was droben ist, wo Christus ist, sißend zur Rechten Gottes. 2. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3. Denn ihr seid abgestorben, und euer Leben ist mit Christo in Gott verborgen. 4. Wann aber Christus offenbar werden wird, der unser Leben ist, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. 21. Berühre es nicht! koste es nicht! greife es nicht an! 22. Welches alles zum Verder ben gereicht durch den Gebrauch, nach den Geboten und Lehren der Menschen. II. 5. So tödtet nun euere Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinigkeit, Fleischeslust, böse Begierde, und den Geiz, der ein Gößendienst ist; 6. um welcher Dinge willen der Zorn Gottes fommt über die Kinder des Ungehorsams; 7. in welchen auch ihr vormals wandeltet, als ihr unter ihnen lebtet. 8. Nun aber leget auch ihr dieses alles ab, Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schändliche Reden aus eurem Munde. 9. Lüget nicht gegen einander; ziehet den alten Menschen aus mit ſeinen Thaten, 10. und ziehet an den neuen, der erneuert wird zur Erkenntniß nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat; 11. wo nicht ist Grieche und Jude, Beschnittener und Unbeschnittener, Ausländer, Scythe, Knecht, Freier, sondern Alles und 23. Was freilich einen Schein der Weisheit hat, in selbsterwähltem Gottesdienste und Demuth in Allen Christus. und Härte gegen den Leib, indem III. 12. So ziehet nun an, als Cap. 13. 4 24. weil ihr wisset, daß ihr vom Herren die Bergeltung des Erbes empfangen werdet, denn ihr dies net dem Herrn Christo. 25. Wer aber Unrecht thut, der wird empfangen, was er Unrechtes gethan hat, und es gibt kein An sehen der Person. SI Das IV. Capitel. ild 1. Ermahnung zu Gebet und Born ficht. 2. Schluß des Briefes Ihr Herren, erweiset euern Knech ten das Recht und die Billigkeit, da ihr wisset, daß auch ihr einen!!! 16. Lasset das Wort Christi reich- Herrn im Himmel habet. nuom 2. Verharret im Gebet, und wa lich unter euch wohnen; in aller Weisheit lehret und ermahnet euch mit Psalmen und chet in demselben, mit Danksagung, geſängen und geiſtlichen Viedern 3. Und betet zugleich auch mit finget dem Herren lieblich in euern Herzen. uns, daß uns Gott eine Thüre des Wortes öffne, das Geheimniß Christi zu lehren, wegen desenl ich auch gebunden bin, 17. Und was ihr immer thut, mit Worten oder mit Werken, das thut alles im Namen des Herrn Jeſu, also daß ihr Gott, dem Bater, danket durch ihn. 4. damit ich dasselbe offenbare so, wie ich lehren soll. Cauall 5. Wandelt in Weisheit gegen die, welche draußen sind, und erkaufet die gelegene Zeit. IV. 18. Jhr Weiber, feid unter than euern Männern, wie sich's gebührt im Herren. 6. Eure Rede sei allezeit lieblich, mit Salz gewürzt, so daß. ibr wisset, wie ihr einem Jeden ant worten sollet. 19. Jhr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. 20. Jhr Kinder, seid den Aeltern gehorsam in allen Dingen; denn das ist dem Herrn wohlgefällig. 21. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht, damit sie nicht muthlos II. 7. Wie es um mich stehe, das wird euch Tychicus, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn, Alles fund thun; 8. den ich eben deßwegen zu euch gesandt habe, daß er erfahre, wie es um euch steht, und er eure Herzen tröfte; 304 Die Epistel St. Pauli Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte, innigliches Erbarmen, Gütigkeit, Demuth, Sanftmuth, Langmuth. 13. Vertraget einander, und vergebet einander, so Einer wider den Andern eine Klage bat; wie auch Christus euch vergeben hat, also thut auch ihr. 14. Uleber dieses alles aber ziehet an die Liebe, die da ist ein Band der Vollkommenheit. 15. Und der Friede Gottes walte in euern Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar! werden. 22. 3hr Knechte, seid in allen Dingen euern leiblichen Herren gehorsam, nicht mit Augendienst, als solche, die den Menschen ge= fallen wollen, sondern in Aufrichtigkeit des Herzens, weil ihr Gott fürchtet. 23. Und Alles, was ihr thut, das schaffet von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen, 9. samt Onefimus, dem treuen und geliebten Bruder, der einer der Eurigen ist; sie werden euch Alles fund thun, was hier vorgeht. 10. Es grüßt euch Aristarchus, mein Mitgefangener, und Marcus, der Better des Barnabas, wegen Cap. 4. dessen ihr Aufträge erhalten habet, ( wenn er zu euch kommt, so nehmet ihn auf!) an die Colosser. 11. und Jesus, genannt Justus; die aus der Beschneidung sind. Diese allein sind meine Mitarbei ter am Reiche Gottes, die mir zum Troste geworden sind. 12. Es grüßt euch Epaphras, einer der Eurigen, ein Knecht Chrifti, der allezeit für euch kämpft im Gebete, daß ihr bestehen möget vollkommen und erfüllt in allem Willen Gottes. 13. Denn ich gebe ihm das Zeugniß, daß er großen Eifer hat für euch, und die zu Laodicea, und die zu Hierapolis. Das I. Capitel. 1. Paulus Gruß. 2. Dank und Freude über den thätigen Glauben der Thessalonicher. is Paulus und Sylvanus und Timotheus an die Gemeinde der Thessalonicher in Gott dem Vater, und dem Herrn Jesu Christo. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo. II. 2. Wir danken Gott allezeit für euch alle, und gedenken euer in unserm Gebete, 305 14. Es grüßt euch Lucas, der Arzt, der Geliebte, und Demas. 15. Grüßet die Brüder zu Laodicea und den Nymphas und die Gemeinde in seinem Hause. Die I. Epistel St. Pauli an die Theſſalonicher. wie ihr denn wisset, wie wir uns unter euch erwiesen euertwegen. 6. Und ihr seid unsre und des Herrn Nachfolger geworden, indem ihr das Wort aufnahmet, des heiligen Geistes; unter vieler Trübsal, mit Freude 3. indem wir unablässig eingedenk sind euers Werkes im Glauben, und eurer Mühe in der Liebe, und eurer Standhaftigkeit in der Hoffnung, auf unsern- Herrn Jesum Christum, vor Gott, unserm Bater. 16. Und wann der Brief bei euch gelesen ist, so machet, daß er auch in der Gemeinde zu Lapdicea gelesen werde, und daß auch ihr den von Laodicea leset. 17. Und saget dem Archippus: Siehe auf das Amt, das du im Herrn empfangen hast, daß du es erfüllest. 18. Der Gruß von meiner, des Paulus, Hand. Gedenket meiner Bande! Die Gnade sei mit euch! Amen. 7. so daß ihr Vorbilder wurdet allen Gläubigen in Macedonien und Achaja. 8. Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Macedonien und Achaja, sondern auch an allen Orten ist euer Glaube an Gott kund ge= worden, so daß wir nicht nöthig haben, etwas davon zu sagen. 9. Denn sie selbst verkündigen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden, und wie ihr euch von den Gözen zu Gott bekehrt habet, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott, 4. Denn wir wissen, von Gott geliebte Brüder! eure Erwählung, 5. daß unser Evangelium zu euch kam nicht bloß in Rede, sondern auch in Kraft und im heiligen Geiste, und in großer Zuversicht; Borne. 10. und zu erwarten seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckte von den Todten, Jesum uns errettet von dem zukünftigen der 20 306 Die I. Epistel St. Pauli Gay. 2. wir vor euch das Evangelium Gottes. 10. Ihr seid Zeugen und Gott, wie wir heilig und gerecht und unsträflich bei euch, die ihr gläubig wurdet, gewesen sind. 11. Wie ihr auch wisset, daß wir einen Jeden aus euch, wie ein Bater seine Kinder, ermahnt und getröstet, Das II. Capitel. 1. Paulus Treue und väterliche Liebe gegen die Thessalonicher. 2. Ihre Aufnahme des Evangeliums. 3. Sein Verlangen nach ihnen. Denn ihr wisset selbst, ihr Brüder! daß unser Eingang bei euch nicht vergeblich war, 2. sondern, obschon wir vorher gelitten hatten, und mißhandelt worden waren, wie ihr wisset, zu Philippi, so waren wir denn noch muthig in unserm Gott, bei euch das Evangelium Gottes vor zutragen unter vielem Kampfe. 3. Denn unsere Ermahnung kam nicht aus Betrug, auch nicht aus Unreinigkeit, noch aus List: 4. sondern, gleichwie wir von Gott sind würdig erfunden wor den, daß uns das Evangelium anvertraut werde, also reden wir, nicht um den Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsre Herzen bewährt. 14. Denn ihr seid Nachfolger geworden, ihr Brüder! der Ge meinden Gottes, die im jüdischen 5. Denn niemals haben wir Lande sind in Christo Jesu, weil Schmeichelworte gebraucht, wie auch ihr eben dasselbe von euern ihr wisfet, noch unter einem Vor- eigenen Volksgenossen erlitten hawande uns der Habsucht ergeben; Gott ist Zeuge! bet, wie auch jene von den Juden; 15. welche auch den Herrn Je sum getödtet und ihre Propheten, und uns verfolgt haben, und Gott nicht zu gefallen suchen, und gegen alle Menschen feindselig sind; 16. die uns wehren zu den Hei den zu reden, daß fie selig wer den, um das Maß ihrer Sünden immerdar voll zu machen; aber der Zorn ist über sie gekommen zu ihrem Ende. III. 17. Wir aber, ihr Brüder! nachdem wir von euch verwaist waren auf eine Stunde, dem An gesichte, nicht dem Herzen nach, strebten wir desto mehr, cuer Angesicht zu sehen, mit großer Begierde. 6. Wir suchten auch nicht Ehre von Menschen, weder von euch, noch von Andern, obschon wir uns hätten ein Gewicht geben können, als Christi Apostel; 7. sondern wir waren liebreich in eurer Mitte. 12. und euch beschworen haben, würdig zu wandeln des Gottes, der euch zu seinem Reiche und zu seiner Herrlichkeit beruft. II. 13. Darum danken wir auch Gott unablässig, daß ihr das von uns empfangene Wort der Predigt Gottes aufnahmet nicht als Wort der Menschen, sondern, so wie es in Wahrheit ist, als Wort Gottes, welches auch wirksam ist in euch, den Gläubigen. 8. Wie eine Umme ihre Kinder pflegt, so waren wir, voll herzlicher Zuneigung zu euch, willig euch mitzutheilen, nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben, darum weil ihr uns lieb geworden waret. 9. Denn ihr gedenket, ihr Brüder! an unsre Arbeit und Mühe: indem wir Nacht und Tag arbeiteten, um Niemandem aus euch beschwerlich zu fallen, predigten 18. Darum wollten wir zu euch Cap. 2. 3. 4. an die Thessalonicher. 307 kommen, ich Paulus nämlich, aller unsrer Noth und Trübsal, einmal und zum zweiten Mal; durch euern Glauben. und der Satan hinderte uns. 8. Denn nun leben wir, wenn ihr fest stehet im Herrn. III. 9. Denn was für einen Dank können wir Gott euertwegen vergelten für alle die Freude, mit der wir um euertwillen uns freuen vor unserm Gott? 10. Wir beten Tag und Nacht über alle Maßen, daß wir euer Angesicht sehen, und, was eurem Glauben noch mangelt, ergänzen mögen. 11. Gott selbst aber, unser Vater, und unser Herr Jesus Christus, richte unsern Weg zu euch. 19. Denn wer ist unsere Hoff nung, oder unsere Freude, oder die Krone unsers Ruhmes? Seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesu Christo bei seiner Zukunft? 20. Ja, ihr seid unsre Ehre und Freude. Das HI. Capitel. 1. Paulus Sorge um die TheffaIonicher. 2. Sein Trost über ihre Beständigkeit. 3. Sein Dank und Gebet für sie. Darum, weil wir es nicht länger ertragen konnten, wollten wir lieber allein in Athen zurückbleiben, 20 und sandten den Timotheus, unsern Bruder und Diener Gottes und unsern Mitarbeiter am Evangelium Christi, um euch zu stärken, und euch zu ermahnen eures Glaubens halben 3. damit Niemand wankend werde in diesen Trübsalen; denn ihr wisset selbst, daß wir dazu bestimmt sind. 4. Denn als wir bei euch waren, jagten wir es euch vorher, wir würden Trübsal leiden müssen; wie es auch geschehen ist und ihr wisset. 5. Darum auch, da ich es nicht långer ertragen konnte, fandte ich ihn, um euern Glauben zu erfahren, ob nicht etwa der Versucher euch versucht hätte, und unsre Arbeit vergeblich wäre? II. 6. Jegt aber, da Timotheus von euch zu uns gekommen, und uns freudige Botschaft gebracht bat von eurem Glauben und eurer Liebe, und daß ihr uns allezeit in gutem Andenken habet, und verlanget wie auch wir zu ſehen, gleich 7. darum find wir, ihr Brüder! durch euch getröstet worden in 12. Euch aber lasse der Herr zunehmen und überflüssig werden in der Liebe gegen einander und gegen Jedermann, wie auch wir gegen euch sind; 13. um euere Herzen zu stärken, daß sie unsträflich seien in Heiligfeit vor Gott, unserm Vater, bei der Zukunst unsers Herrn Jesu Christi samt allen seinen Heiligen. Das IV. Capitel. 1. Ermahnung zur Keuschheit und Redlichkeit; 2. zu brüderlicher Liebe und stiller Arbeitsamkeit. 3. Belehrung und Trost wegen der Entschlafenen. Uebrigens nun, ihr Brüder! bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesu, nach dem von uns empfangenen Unterrichte, wie ihr follet wandeln und Gott gefallen, daß ihr noch mehr zunehmet. 2. Denn ihr wisset, was für Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. 3. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung; daß ihr euch der Unzucht enthaltet; 4. daß ein Jeder aus euch wisse, sein Gefäß zu besigen in Heiligung und Ehre, id jus 20* 308 Die I. Epistel St. Pauli Cap. 4. 5. 5. nicht in schändlicher Begierde die entschlafen sind, nicht zuvor wie die Heiden, die Gott nicht kommen werden. kennen; 6. daß Niemand seinen Bruder übernehme und übervortheile in dem Handel; denn der Herr ist Rächer über dieses Alles, wie wir euch auch vorher gesagt und be zeuget haben. 16. Denn der Herr selbst wird unter dem Feldherrnruf, unter der Stimme des Erzengels und unter der Posaune Gottes vom Himmel herab kommen, und die Todten in Christo werden zuerst aufer stehen; 7. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinigkeit berufen, sondern zur Heiligung. I 17. hernach werden wir, die Lebenden und übrig gebliebenen, zugleich mit ihnen entrückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein. 8. Demnach nun, wer dieses verwirft, der verwirft nicht einen Menschen, sondern Gott, der auch seinen heiligen Geist in uns gegeben hat. II. 9. Von der brüderlichen Liebe aber habet ihr nicht nöthig, daß wir euch schreiben; denn ihr selbst seid von Gott gelehrt, um euch unter einander zu lieben: D 10. Denn das thut ihr gegen alle Brüder in ganz Macedonien. Wir ermahnen euch aber, ihr Brüder! daß ihr noch mehr zunehmet, 11. und euch befleißet, ein stilles Leben zu führen, und das Eure zu thun, und mit euern eigenen Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten; 12. damit ihr wohlanständig wandelt vor denen, die draußen sind, und Niemandes bedürfet. III. 13. Wir wollen aber euch nicht in Unwissenheit lassen, ihr Brüder! über die, so entschlafen sind, damit ihr nicht trauert wie die Hebrigen, die keine Hoffnung 18. So tröstet nun einander mit diesen Worten. Das V. Capitel. 1. Die Ungewißheit der Zukunft des Herrn. 2. Nöthige Wachsamkeit und Vorbereitung. 3. Allgemeine Fr mahnungen. 4. Schluß. Von den Zeiten und Stunden aber, ihr Brüder! habet ihr nicht nöthig, daß euch geschrieben werde 2. Denn ihr wisset selbst genau, daß der Tag des Herrn also kommt wie ein Dieb in der Nacht. 3. Denn wann sie sagen werden: Es ist Friede und Sicherheit; dann überfällt sie plößliches Verderben, wie die Wehen das schwangere Weib, und sie werden nicht ent fliehen können. II. 4. Jhr aber, ihr Brüder! seid nicht in Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb überfalle. 5. Ihr alle seid Kinder des Lich tes und Kinder des Tages; wit gehören nicht der Nacht, noch der Finsterniß an. 6. Laßt uns also nicht schlafen wie die Andern, sondern wächen und nüchtern sein. 7. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die Be trunkenen sind des Nachts be trunken. 60 baben. 14. Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und wieder auferstanden ist; ebenso wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesum mit ihm führen. 50 15. Denn das sagen wir euch als Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und übrig bleiben auf die Zukunft des Herren, denen, Cap. 5. D an die Thessalonicher. 309 8. Wir aber, die wir dem Tage| gelte; sondern strebet allezeit nach angehören, wollen nüchtern sein, dem Guten, sowohl gegen einangerüstet mit dem Panzer des Glau- der, als gegen Jedermann. bens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung des Heiles. 9. Denn Gott hat uns nicht zum Zorne bestimmt, sondern zur Er werbung des Heiles durch unsern Herrn Jesum Christum, 16. Freuet euch allezeit. 17. Betet obne Unterlaß. 10. der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben. 11. Darum ermahnet einander, und erbauet Einer den Andern, wie ihr es auch thut. 21. Prüfet Alles, behaltet das Gute. 22. Enthaltet euch von allem Schein des Bösen. IV. 23. Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch ganz und gar; und euer ganzer Geist und Seele und Leib werde unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi bewahret! 24. Getreu ist, der euch beruft, der wird es auch thun. 25. Jhr Brüder, betet für uns. 26. Grüßet die Brüder alle mit dem heiligen Kusse. 14. Wir ermahnen euch aber, ihr Brüder! weiset die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmüthigen, helfet den Schwachen auf, seid langmüthig gegen Alle. 27. Ich beschwöre euch bei dem Herrn, daß dieser Brief allen heiligen Brüdern vorgelesen werde. 15. Sehet zu, daß Keiner Je- 28. Die Gnade unsers Herrn mandem Böses mit Bösem ver- Jesu Christi sei mit euch! Amen. III. 12. Wir bitten euch aber, ihr Brüder! daß ihr die erkennet, die an euch arbeiten, und euch vorstehen im Herrn, und euch zurecht weisen; 13. und daß ihr sie überaus lieb und werth haltet um ihres Wertes willen. Seid friedsam unter einander! Y 18. Danket für Alles; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu gegen euch. 19. Löschet den Geist nicht aus. 20. Berachtet die Weissagungen nicht. Die II. Epistel St. Pauli an die Thessalonicher. Das I. Capitel. wie es billig ist, denn euer Glaube wächst sehr, und die Liebe eines 1. Paulus Gruß. 2. Freude über Jeden von euch allen gegen eindie Standhaftigkeit der Thessalonicher unter allen Trübfalen. 3. Gebet für sie. ander nimmt zu; 4. wir selbst uns euer Paulus, und Sylvanus, und rühmen in den Gemeinden Gottes Timotheus, an die Gemeinde der Thessalonicher in Gott, unserm Bater, und dem Herrn Jesu Christo. um eurer Geduld und eures Glaubens willen in allen euern Verfolgungen und den Trübsalen, die 2. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Bater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 3, Wir sollen Gott allezeit euertwegen danken, ihr Brüder! ihr erduldet; 5. eine Anzeige des gerechten Gerichtes Gottes, daß ihr sollet gewürdigt werden des Reiches Gottes, um dessen willen ihr auch leidet. 310 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 1. 2. 6. Da es ja gerécht ist vor Gött,| fómmend, als ob der Tag Christi denen, die euch Trübsal zufügen, vorhanden sei. Y mit Trübsal zu vergelten; 3. Niemand betrüge euch auf 7. euch aber, die ihr Trübfal irgend eine Weise; denn zuvor leidet, mit Erquickung, samt uns, muß der Abfall kommen, und der in der Offenbarung des Herrn Mensch der Sünde offenbar wer Jesu vom Himmel, mit den Enden, der Sohn des Verderbens, geln seiner Macht, 8. in flammendem Feuer, da er " Rache übt an denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unsers Herrn Jesu Christi nicht geborsam sind. 9. Diese werden Strafe leiden, ewiges Verderben, vom Angesichte des Herrn und von der Herrlich feit seiner Stärke; 10. wann er fommen wird, verherrlicht zu werden in seinen Heiligen, und bewundert in allen Gläubigen( wie auch unser Zeugniß bei euch Glauben fand) an jenem Tage. III. 11. Darum beten wir auch allezeit für euch, daß euch unser Gott der Berufung würdigen, und alles Wohlgefallen der Gütigkeit und das Werk des Glaubens in Kraft vollführen wolle; 12. damit der Name unsers Herrn Jesu Christi in euch verherrlicht werde, und ihr in ihm, nach der Gnade unsers Gottes, und des Herrn Jesu Christi. 4. der Widersacher, der sich er hebt über Alles, was Gott oder Heiligthum genannt wird, so daß er sich in den Tempel Gottes sett als ein Gott, und vorgibt, er fei Gott. 5. Seid ihr nicht eingedenk, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? 6. Und nun wisset ihr, was ihn aufhält, damit er zu feiner Zeit offenbar werde.s 7. Denn das Geheimniß der Ungerechtigkeit wirft schon jest; wenn nur erst der, so bis jest aufhält, weggeschafft wird. 8. Und dann wird der Bösewicht offenbar werden; den der Herr mit dem Hauche seines Mundes vertilgen, und durch die Erschei nung seiner Zukunft vernichten wird. 9. Seine Zukunft geschieht nach der Wirksamkeit des Satans, mit aller Kraft und Zeichen und Wundern der Lüge, 10. und mit allem Trug der Ungerechtigkeit unter denen, die verloren gehen, dafür daß sie die Liebe der Wahrheit nicht annahmen, damit sie selig würden. Das II. Capitel. 1. Von der Zukunft Christi und dem ihr vorausgehenden großen Verführer. 2. Ermahnung zur Festigkeit. Wir bitten euch aber, ihr Brüder! betreffend die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, und unsere Vereinigung bei ihm, 11. Und darum wird ihnen Gott Wirksamkeit des Frrthums senden, damit sie der Lüge glauben; 12. auf daß alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Wohlgefallen hatten an der Ungerechtigkeit. 2. daß ihr euch nicht bald von euerm Sinne entwegen, noch er- II. 13. Wir aber sollen Gott schrecken lasset, weder durch einen allezeit euertwegen danken, vom Geist, noch durch eine Rede, noch Herrn geliebte Brüder! daß each durch einen Brief, als von uns! Gott von Anfang erwählt hat zur Cap. 2. 3. aan die Thessalonicher. 311 Seligkeit in der Heiligung des und nicht nach der Lehre, die er Geistes, und dem Glauben an die Wahrheit; von uns empfangen hat. 14. wozu er euch berufen durch unser Evangelium, zur Erwerbung der Herrlichkeit unsers Herrn Jesu Christi. 15. So stehet nun fest, ihr Brüder! und haltet an den Ueberlieferungen, welche euch gelehrt worden, sei es durch Rede, oder durch Briefe von uns. 16. Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt, und einen ewi gen Trost und eine gute Hoffnung gegeben hat in Gnaden, 9. Nicht daß wir nicht Gewalt dazu haben, sondern damit wir uns euch zum Vorbild darstellen, daß ihr uns nachahmet. 10. Denn auch als wir bei euch waren, geboten wir euch dieses: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. 11. Wir hören nämlich, daß Etliche aus euch unordentlich wandeln, und nichts arbeiten, sondern unnüge Dinge treiben. 12. Solchen aber gebieten wir, und ermahnen sie durch unsern Herrn Jesum Christum, daß sie uns, daß das Wort des Herren sich in der Stille arbeiten, und ihr schnell verbreite, und verherrlicht eigenes Brot essen. Uebrigens betet, ihr Brüder! für werde wie bei euch, 13. Ihr aber, ihr Brüder! wer2. und daß wir errettet werden det nicht müde Gutes zu thun. von den schlimmen und bösen 14. So aber Jemand unserm Menschen, denn nicht Alle haben Wort in dem Briefe nicht ge den Glauben. Chorcht, den bezeichnet, und gehet nicht mit ihm um, damit er beschämt werde. 17. tröste eure Herzen, und stärke euch in allem guten Wort und Werke! Das III. Capitel. 1. Bitten und Wünsche an die Thesfalonicher. 2. Ermahnung an die unordentlich Wandelnden. 3. Schluß des Briefes. 7. Denn ihr selbst wisset, wie ihr uns nachahmen sollet; denn wir haben uns nicht unordentlich unter euch verhalten, 8. und auch nicht umsonst von Jemand das Brot gegessen, sondern mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag gearbeitet, um Niemandem von euch beschwerlich zu fallen. 3. Aber der Herr ist getreu, welcher euch stärken, und vor dem Bösen bewahren wird. 4. Wir haben aber im Herrn das Vertrauen zu euch, daß, was wir euch gebieten, ihr thut, und weiter thun werdet.com 5. Der Herr aber lenke eure Herzen, zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi. 15. Doch haltet ihn nicht als einen Feind, sondern weiset ihn zurecht als einen Bruder. III. 16. Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch den Frieden allezeit auf alle Weise! Der Herr sei mit euch Allen! 17. Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand; das ist das Zeichen in jedem Briefe, so schreibe ich. 18. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch Allen! II. 6. Wir gebieten euch aber, ihr Brüder! in dem Namen, unfers Herrn Jesu Christi, daß ihr euch von jedem Bruder zurück ziehet, der unordentlich wandelt Amen. Die I. Epistel St. Pauli & Sap. 1. Die I. Epistel St. Pauli an den Timotheus. | Herrlichkeit des seligen Gottes, welches mir anvertraut worden. 1 Das I. Capitel. 1. Paulus Gruß. 2. Vorsicht wegen falscher Lehrer. 3. Lobpreisung der ihm widerfahrenen göttlichen Gnade. 4. Ermahnung an Timotheus. III. 12. Und ich danke dem, der mich gestärkt hat, Christo Jesu, unserm Herrn, daß er mich für treu geachtet, und in das Amt eingesetzt hat; 312 Paulus, Apostel Jesu Christi, nach dem Befehl Gottes, unsers Heilandes, und des Herrn Jésu Christi, der unsre Hoffnung ist, 2. an Timotheus, seinen ächten Sohn im Glauben. Gnade, Barmherzigkeit, Frieden von Gott, un serm Vater, und Christo Jesu, unserm Herrn! II. 3. Als ich nach Macedonien reiste, ermahnte ich dich, in Ephesus zu bleiben, damit du Etlichen gebietest, nichts Fremdes zu lehren, 4. noch auf Fabeln und Geschlecht register zu achten, die kein Ende haben, und mehr Streitigkeiten bewirken, als Erbauung Gottes im Glauben. 13. mich, der ich zuvor ein lästerer und Verfolger und Gewaltthätiger war; aber mir ist Erbar men zu Theil geworden, weil ich es unwissend that im Unglauben. 14. Ueberschwenglich aber wär die Gnade unsers Herrn mit dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. 1.2 8 15. Das ist ein gewisses Wort, und aller Annahme würdig, daß Christus Jesus in die Welt ge kommen ist, die Sünder selig zu machen; unter welchen ich der erste bin. 16. Aber darum ist mir Erbarmen zu Theil geworden, damit Jesus Christus an mir, dem er sten, alle seine Langmuth erzeige, zum Vorbilde für die, so künftig an ihn glauben würden zum ewi gen Leben. 17. Dem König aber der Ewigkeit, dem unvergänglichen, dem unsichtbaren, dem allein weisen Gott sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. IV. 18. Dieses Gebot übergebe ich dir, mein Sohn Timotheus, nach den vorangegangenen Prophezeiungen über dich, damit du streitest nach denselben den guten Streit, 19. so daß du Glauben und ein gutes Gewissen behaltest, welches Etliche von sich gestoßen, Land am Glauben Schiffbruch gelitten haben op bui Momn, Asd 20. Unterwelchen! Hymenaus ist und Alexander, die ich dem 5. Das Ende des Gebotes aber ist Liebe aus reinem Herzen, und gutem Gewissen, und ungeheucheltem Glauben. 6. Davon irrten Etliche ab, und wandten sich zu eitelm Geschwäge. 7. Sie wollen Geseglehrer sein, und verstehen nicht, weder was sie sagen, noch was sie bekräftigen. 8. Wir wissen aber, daß das Geseg gut ist, wenn jemand es recht anwendet; 9. da er dieses weiß, daß für den Gerechten das Geses nicht aufgestellt ist, sondern für die Ungerechten und Ungehorsamen, Gottlosen und Sünder, Unheiligen und Verruchten, Vatermörder und Muttermörder, Todtschläger, 10. Unzüchtige, Knabenschänder, Menschenräuber, Lügner, Meineidige, und was sonst der heilsamen Lehre zuwider ist, 4811 11. nach dem Evangelium der Cap. 2. 3. an den Timotheus. 313 Satan, übergeben, babe, daß sie 12. Dem Weibe gestatte ich nicht, gezüchtigt werden, nicht mehr zu zu lehren; auch nicht, über den Lästern. as$ 50 Mann zu herrschen, sondern site o ermahne ich nun vor allen Dingen, Bitten, Gebete, Fürbitten, Danksagungen zu thun für alle Menschen, 2. für Könige und Alle, die in Hoheit sind; damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 3. Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, 4. welcher will, daß alle Menschen selig werden und zur Erkenntniß der Wahrheit kommen. 15. Denn es ist Ein Gott, auch Ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, T Das II. Capitel. 1. Ermahnung zu Gebet und Für- geschaffen, hernach Eva. bitten. 2. Bom Verhalten der Männer und Weiber in den gottesdienstlichen Bersammlungen. 6. der sich selbst zum Lösegeld gab für Alle; was bezeuget werden sollte zu seiner Zeit, 7. wozu ich bestellt bin als Prediger und Apostel( ich sage die Wahrheit in Christo ich lüge nicht), ein Lehrer der Heiden, in Glauben und Wahrheit. soll sich still verhalten. 13. Denn Adam ward zuerst 14. Und Adam ward nicht verführt, sondern das Weib ward verführt, und gerieth in Uebertretung. 15. Sie wird aber selig werden durch Kindergebären, wenn sie verbleibt im Glauben und der Liebe und der Heiligung mit der Sittsamkeit. Das III. Capitel. 1 Eigenschaften der Vorsteher( Bischöfe); 2. der Diener( Diaconen) und ihrer Weiber. 3. Fundament und Summe des Christenthums. Das ist ein gewisses Wort: So Jemand nach dem Amte eines Vorstehers strebt, der begehrt ein gutes Werk. 2. So soll nun ein Vorsteher unsträflich sein, Eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, ehrbar, gastfrei, geschickt zu lehren, 3. tein Weinsäufer, kein Schläger, nicht schändlichen Gewinn suchend, sondern freundlich, ohne Streitsucht, ohne Habsucht; 4. der seinem eigenen Hause wohl vorsteht, der Kinder hat in Gehorsam mit aller Ehrbarkeit; 5.( wenn aber Jemand seinem eigenen Hause nicht weiß vorzustehen, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?) II. 8. So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten, und heilige Hände aufheben, ohne Zorn und Zweifel; 9. deßgleichen die Weiber in ehrbarer Kleidung mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit; daß sie sich schmücken, nicht mit Haarflechten, oder Gold, oder Perlen, oder töstlichem Gewande:* 6. kein Neubekehrter, damit er nicht aufgeblasen werde, und in das Gericht des Lästerers falle. 7. Er soll aber auch ein gutes Zeugniß haben von denen, die 10. sondern was sich ziemt für draußen sind, damit er nicht in Weiber, die sich zur Gottesfurcht die Schmähung und den Fallstrick bekennen, durch gute Werke. des Lästerers falle. 11. Das Weib lerne in der Stille, II. 8. Die Diener sollen glei in aller Unterwerfung.cherweise ehrbar sein, nicht zwei 314 züngig, nicht dem Trunk ergeben, nicht schändlichen Gewinn uchend; Die I. Epistel St. Pauli 9. sondern solche, die das Geheimniß des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. 10. Auch sollen diese zuerst geprüft werden, dann mögen sie dienen, wenn sie tadellos sind. 11. Die Weiber sollen gleicherweise ehrbar sein, nicht verläumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. 12. Die Diener seien Männer, die Ein Weib haben, die den Kindern wohl vorstehen und ihren eigenen Häusern. 13. Denn die, welche wohl gedienet haben, erwerben sich eine gute Stufe, und viele freudige Zuversicht im Glauben in Chrifto Jesu. III. 14. Solches schreibe ich dir mit der Hoffnung, bald zu dir zu kommen; man j 15. so ich aber verzöge, damit du wissest, wie du dich verhalten sollest im Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit. 116. Und anerkannt groß ist das Geheimniß der Gottseligkeit: Gott ward geoffenbart im Fleische, gerechtfertigt im Geiste, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit. Das IV. Capitel. 1. Berführer und Frrlehrer. 2. Nußen der Gottseligkeit. 3. Ermahnung an Timotheus zu würdiger Amtsführung. Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in den letzten Zeiten Etliche werden vom Glauben abfallen, und auf verführerische Geister und kehren der Teufel achten; Cap. 3. 4. 2. durch die Heuchelei solcher, welche Lügen reden, die gebrandmarkt sind in ihrem Gewissen, 3. die verbieten zu heurathen, und heißen sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zum Genusse mit Danksagung für die Gläubigen, und die, welche die Wahrheit erkannt haben. 4. Denn alles von Gott Ge schaffene ist gut, und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird. 5. Denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und das Gebet. II. 6. Wenn du dieses den Brü dern vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, erzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist. 7. Aber die unheiligen und läppischen Fabeln weise ab; übe dich hingegen zur Gottfeligkeit. 8. Denn die leibliche Uebung ist zu Wenigem nüße; die Gottseligfeit aber ist zu allen Dingen nüße, und hat die Verheißung des jezi gen und des künftigen Lebens. 9. Das ist ein gewisses Wort, und aller Annahme würdig. 10. Denn auf dieses hin arbeiten wir auch, und lassen uns schmähen, weil wir die Hoffnung auf den lebendigen Gott gesegt haben, der ein Heiland ist aller Menschen, besonders der Gläubigen. 11. Solches gebiete und lehre. III. 12. Niemand verachte deine Jugend, sondern werde ein Vorbild den Gläubigen in der Lehre, im Wandel, in der Liebe, im Geiste, im Glauben, in der Keuschheit. 13. Bis ich komme, halte an mit dem Borlesen, mit der. Er mahnung, mit der Lehre. 14. Bernachlässige nicht die Gabe, die in dir ist, die dir durch Weiß van den Timotheus. Cap. 4. 5. fagung, mit Hände- Auflegen der Ueltesten gegeben worden. 15. Darauf sinne, damit gebe um, damit dein Zunehmen offen bar sei vor Jedermann. 16. Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre, beharre in diesen Stücken; denn wenn du dieses thust, wirst du dich selbst selig machen, und die, welche dich hören. Das V. Capitel. Borschriften betreffend 1. die Witwen und ihre Besorgung; 2. die Neltesten und ihre Bestrafung; 3. die Handauflegung, diant Einen Aeltern beschilt nicht hart, sondern ermahne ihn als einen Bater; jüngere als Brüder; 2. ältere Frauen als Mütter; jüngere als Schwestern, in aller Keuschheit. sist0 and Co 3. Die Witwen ehre, die, welche wirklich Witwen sind. Utes 4. Hat aber eine Witwe Kinder oder Entel, so sollen diese zuerst lernen gegen ihr eigenes Haus fromm zu sein, und ihren Eltern Bergeltung zu leisten; denn das ist gut und angenehm vor Gott: 5. Die wahrhafte und verlassene Witwe aber hat ihre Hoffnung auf Gott gesegt, und verharrt in den Bitten und Gebeten Tag und Nacht. 6. Die Uleppige aber ist lebendig todt. tad 7. Und solches gebiete, damit fie unsträflich seien. 8. Wenn aber Jemand für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorget, der hat den Glauben verläugnet, und ist schlimmer als ein Ungläubiger. 315 10. wenn sie Kinder erzogen, wenn sie Fremde beherbergt, wenn sie den Heiligen die Füße gewaschen, wenn sie Bedrängten Hülfe geleistet hat, wenn sie jedem guten Werke nachgekommen ist. 11. Jüngere Witwen aber nimm nicht an; denn wenn sie üppig geworden sind wider Christum, so wollen sie heirathen, 9. Eine Witwe werde erwählt, wenn sie nicht unter sechszig Jahten ist, Eines Mannes Weib war, in guten Werken Zeugniß hat; 12. und haben ihr Urtheil, daß sie die erste Treue gebrochen haben. 13. Zugleich sind sie auch müßig, und lernen herumlaufen in den Häusern; und nicht nur müßig sind fie, sondern auch geschwäßig und vorwißig, und reden, was sich nicht geziemt. 14. Darum will ich, daß jüngere Witwen heirathen, Kinder gebären, den Haushalt führen, dem Widersacher keinen Anlaß zu Schmähungen geben; 15. denn schon haben sich etliche abgewandt nach dem Satan. 16. So ein Gläubiger oder eine Gläubige Witwen hat, so leiste er denselben Hülfe, und die Gemeinde werde nicht beschwert, damit sie den wahrhaften Witwen Hülfe leisten möge. II. 17. Die Aeltesten, die wohl vorstehen, sollen doppelter Ehre werth geachtet werden, besonders die da arbeiten im Worte und in der Lehre. "" 18. Denn die Schrift sagt: Dem Ochsen, der drischt, sollst du das Maul nicht verbinden." Und: ,, Der Arbeiter ist seines Lohnes werth." 19. Wider einen Aeltesten nimm keine Klage an, es sei denn auf Aussage von zwei oder drei Zeugen. 20. Die Fehlbaren bestrafe vor Allen, damit auch die Uebrigen Furcht haben. 21. Ich beschwöre dich vor Gott und dem Herrn Jesu Christo, und 316 Die I. Epistel St. Pauli den auserwählten Engeln, daß du dieses beobachtest ohne Vorurtheil, und nichts thuest nach Gunst. III. 22. Lege Niemandem schnell die Hände auf, und mache dich nicht fremder Sünden theilhaft; dich fern. bewahre dich selbst rein. 6. Es ist aber ein großer Er23. Trinke nicht mehr nur Was- werb die Gottseligkeit mit Genügser, sondern genieße ein wenig samkeit. Wein, um deines Magens und deiner öftern Schwachbeiten willen. 24. Etlicher Menschen Sünden find offenbar, und gehen ihnen voran zum Gerichte, Etlichen aber folgen sie nach. 25. Eben so sind auch die guten Werke, offenbar, und die, welche anders sind, können nicht verborgen bleiben. Das VI. Capitel. 1. Vorschriften für Knechte. 2. Warnung vor Aufgeblasenheit, Streitsucht und Geiz. 3. Schlußermahnungen an Timotheus. Cap. 5. 6. 5. eitle, Gezänke solcher Menschen, die verkehrten Sinnes und der Wahrheit beraubt sind, die da meinen, die Gottseligkeit sei ein Erwerb. Von solchen halte Alle, die als Knechte unter dem Joche sind, sollen ihre Herren aller Ehre werth halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre gelästert werde. 2. Die aber gläubige Herren haben sollen dieselben nicht verachten, weil sie Brüder sind; son. dern ihnen desto mehr dienen, weil sie Gläubige und Geliebte sind, die van der Wohlthat Antheil nehmen. Soiches lehre und ermahne. 1 2017 II. 3. So Jemand Fremdes lehrt, und nicht den heilsamen Worten unsers Herrn Jesu Christi, und der Lehre nach der Gottseligkeit beitritt, en 4. der ist aufgeblasen, und weiß nichts, sondern hat eine Sucht nach Streitfragen und Wortgezänk, daraus entsteht Neid, Hader, Läsierungen, böser Verdacht; 7. Denn wir haben nichts in die Welt hinein gebracht; so ist offenbar, daß wir auch nichts heraus tragen können. 8. Wenn wir aber Nabrung und Bedeckung haben, so sollen wir uns daran genügen lassen. 9. Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke, und viele thörichte und schädliche Begierden, welche die Menschen in Untergang und Ver derben stürzen. 10. Denn der Geiz ist eine Wur zel alles Bösen; und Etliche, die sich demselben ergaben, sind vom Glauben abgeirrt, und haben sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt. 236753 S III. 11. Du aber, o Mensch Gottes, fliche solches, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Geduld, Sanst muth. 12. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife, das ewige Leben, zu welchem du berufen worden bist, und das gute Bekenntniß abgelegt hast vor vielen Zeugen.qug 13. Ich gebiete dir vor Gott, der Alles lebendig macht, und vor Christo Jesu, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntniß abe legte, 14. daß du das Gebot haltest unbefleckt, unsträflich, bis zur Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi; 15. welche zu seiner Zeit zeigen Cap. 6. an den Timotheus. 317 reich an guten Werken, freigebig, mittheilsam; wird der Selige und allein Ge- 18. daß sie wohlthätig seien, waltige, der König der Könige, und der Herr der Herrschenden, 16. der allein Unsterblichkeit hat, der in unzugänglichem Lichte wohnt, den kein Mensch gesehen hat, noch sehen kann: Ihm sei Ehre und Macht! Amen. 17. Den Reichen in der jegigen Welt gebiete, daß sie nicht stolz seien, noch ihre Hoffnung seßen auf den ungewissen Reichtbum, sondern auf den lebendigen Gott, der uns Alles reichlich darbietet zum Genusse; Das I. Capitel. # 1. Gruß des Paulus. 2. Ermahnung an Timotheus zu standhaftem Bekenntniß des Evangeliums. 3. Lob des Onesiphorus. Die II. Epistel St. Pauli an den Timotheus. 7. Denn Gott gab uns nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft, und der Liebe, und der Selbstbeherrschung. Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, in der Verheißung des Lebens in Christo Jesu, 2. an Timotheus, seinen geliebten Sohn. Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und Christo Jesu, unserm Herrn! II. 3. Ich danke Gott, dem ich, von den Voreltern her, mit reinem Gewissen diene, wie ich unablässig deiner gedenke in meinem Gebete Tag und Nacht, 19. fich einen guten Schag sammeln auf die Zukunft, damit sie das wahrhafte Leben erlangen. 20. O Timotheus! bewahre das Anvertraute, und vermeide die unheiligen eiteln Geschwäße, und die Widersprüche der fälschlich so genannten Erkenntniß, 4. voll Verlangen dich zu sehen, eingedenk deiner Thränen, damit ich mit Freude erfüllt werde, 5. da ich mich erinnere des ungeheuchelten Glaubens, der in dir ist; welcher zuerst wohnte in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunice, und ich bin verfichert, auch in died a 6. Um dieser Ursache willen er innere ich dich, die Gabe Gottes anzufachen, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände 21. wozu sich Etliche bekannt haben, und darüber vom Glauben abgeirret sind. Die Gnade sei mit dir! Amen. 8. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn, noch auch meiner, des um seinetwillen Gebundenen, sondern leide mit dem Evangelium, nach der Kraft Gottes, 9. der uns selig gemacht, und berufen bat mit heiliger Berufung, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Vorsaße und nach der Gnade, die uns verliehen worden in Christo Jesu vor den Zeiten der Welt, 10. jest aber geoffenbart wurde durch die Erscheinung unsers Heis landes Jesu Christi, welcher den Tød vernichtet, aber Leben und Unvergänglichkeit an das Licht gebracht hat durch das Evangelium, 11. zu welchem ich bestellt bin als Prediger und Apostel, und Lehrer der Heiden. 12. Um dieser Ursache willen leide ich auch solches; aber ich schäme mich dessen nicht, denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin dessen gewiß, daß er mächtig 318 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 1. 2 ist, das mir Anvertraute zu be-| kämpft, so wird er nicht gefrönt, wahren bis auf jenen Tag. 13. Halte das Borbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und der Liebe in Christo Jesu. 14. Das edle anvertraute Gut bewahre durch den heiligen Geist, der in uns wohnet. III. 15. Du weißt das, daß Alle, die in Asien sind, sich von mir abgewandt haben, unter welchen Phygellus und Hermogenes ist. 16. Der Herr schenke Barmherzigkeit dem Hause des Onesiphorus, denn er hat mich oft erquickt und sich meiner Ketten nicht geschämt; 17. fondern, als er zu Rom war, suchte er mich sehr eifrig auf, und fand mich. 18. Der Herr gebe ihm, daß er Barmherzigkeit finde bei dem Herrn an jenem Tage! Und wie viel er zu Ephesus gedienet, weißt du am besten. Das II. Capitel. 1. Ermunterung zum ausharrenden Kampfe. 2. Warnung vor Frrlehrern; 3. vor Jugendlüsten; 4. vor unnüßen Streitfragen. 11. Das ist ein gewisses Worts Sind wir mitgestorben, so werden wir auch mitleben; 12. dulden wir, so werden wir auch mitregieren; verläugnen wir, so wird auch er uns verläugnen.) 13. Wenn wir untreu werden, so bleibt er treu; er kann sich selbst nicht verläugnen. II. 14. Daran erinnere und be schwöre vor dem Herrn, nicht in Wortgezänk zu treiben, welches zu nichts nüße ist, nur zur Verkehrung der Zuhörer führt. 15. Befleiße dich, dich Gott bewährt darzustellen als einen Arbeiter, der sich nicht schämen muß, der das Wort der Wahrheit richtig vorträgt. 16. Aber der unheiligen eiteln Geschwäge entschlage dich; denn sie werden immer mehr zur Gottlosigkeit fortschreiten, Du u nun, mein Sohn! werde start in der Gnade, die in Christo Jesu ist. 2. Und was du von mir gehört haft vor vielen Zeugen, daß anvertraue treuen Menschen, die geschickt sein werden, auch Andere zu lehren. 3. Du nun leide das Ungemach, als ein guter Streiter Jesu Chrifti. er kämpfe denn recht. 6. Der Ackermann, der arbeitet, soll zuerft der Früchte genießen. 7. Merke auf das, was ich sage; möge der Herr dir Einsicht geben in allen Dingen! 4. Keiner, der da streitet, verwickelt sich in die Geschäfte des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn zum Streite geworben hat. 5. Wenn aber auch Jemand 8. Halte im Gedächtniß Jesum Christum, der von den Todten auferweckt worden," aus dem Samen Davids, nach meinem Evan gelium, 9. in welchem ich Ungemachy leide bis zu Banden, wie ein Uebelthäter; aber das Wort Got tes ist nicht gebunden. 10. Darum erdulde ich Alles um der Auserwählten willen, da mit auch sie die Seligkeit erlangen, die in Christo Jesu ist, mit ewiger Herrlichfeit. 17. und ihre Lehre wird um sich fressen wie der Krebs. Unter diesen ist Hymenäus und Philetus, 18. welche von der Wahrheit abirreten, indem sie sagen, die Auf Cap. 2. 3. an den Timotheus. 13 319 erstehung sei schon geschehen, und 2. Denn die Menschen werden bei Etlichen den Glauben um stoßen. selbstsüchtig sein, geizig, prahlerisch, übermüthig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, 19. Jedoch der feste Grund Got tes besteht, und hat dieses Siegel: „ Der Herr kennet, die sein sind!" 3. lieblos, unversöhnlich, Verund:„ Es stehe ab von der Un- leumder, unenthaltsam, wild, dem gerechtigkeit ein Jeder, der den Guten feind, Namen Christi nennet!" 20. In einem großen Hause aber sind nicht bloß goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und die einen zur Ehre, die andern zur Unehre. 21. Wenn nun Jemand sich rein hält von Solchen, der wird ein Gefäß zur Ehre fein, geheiligt und nüßlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werke zubereitet. IH. 22. Fliehe die jugendlichen Lüste, jage aber nach Gerechtigfeit, Glauben, Liebe, Frieden mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen. IV. 23. Aber die thörichten und ungeschickten Streitfragen weise ab, weil du weißt, daß sie nur Streit erzeugen. 24. Gin Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern freundlich sein gegen Jedermann, geschickt zum Lehren, duldsam gegen die Bösen, 25. und mit Sanftmuth die Wi derspenstigen züchtigen, ob ihnen etwa Gott Buße verleihe zur Erfenntniß der Wahrheit, 26. und sie wieder erwachen aus der Schlinge des Teufels, von dem sie gefangen sind für seinen Willen. 4. Verräther, frech, aufgeblasen, mehr die Wollust liebend, als Gott, 5. die den Schein der Gottseligkeit haben, aber ihre Kraft verläugnen. Und von diesen wende dich weg. 6. Denn zu ihnen gehören die, so sich in die Häuser schleichen und die Weiber einnehmen, welche, mit Sünden beladen, von mancherlei Lüsten getrieben werden, 7. immerdar lernen, und niemals zur Erkenntniß der Wahrheit fommen können. 8. Und gleicher Weise wie Jannes und Jambres dem Moses widerstanden, also widerstehen auch diese der Wahrheit, Menschen von verderbtem Sinne, verwerflich in Ansehung des Glaubens. 9. Allein sie werden es nicht weiter treiben; denn ihre Thorheit wird Jedermann offenbar werden, wie sie es auch bei jenen wurde. 10. Du aber bist mir nachgefolgt in der Lehre, im Betragen, im Vorsage, im Glauben, in der Langmuth, der Liebe, der Geduld; 11. in den Verfolgungen, den Leiden, wie sie mir zu Antiochia, zu Iconium, zu Lystra widerfahren; welche Verfolgungen ich ertrug, und aus allen hat der Herr mich errettet. Das III. Capitel. 12. Und auch alle, die gottselig 1. Schilderung der Frrlehrer. 2. Er- leben wollen in Christo Jesu, mahnung an Timotheus zum Fest- werden verfolgt werden. halten an der heiligen Schrift. Das aber wisse, daß in den legten Tagen schlimme Zeiten vor handen sein werden. 13. Die bösen Menschen aber und Betrüger werden es immer ärger treiben, indem sie verführen und verführt werden. 320 Die II. Epistel St. Pauli Cap. 3. 4. II. 14. Du aber bleibe in dem,| 7. Ich habe den guten Kampf was du gelernt hast, und dessen gekämpft, den Lauf vollendet, den du gewiß bist, da du weißt, von Glauben behalten: wem du es gelernt haft; 15. und daß du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche dich können weise machen zur Seligkeit, durch den Glauben in Christo Jesu. 16. Die ganze Schrift ist von Gottes Geist eingegeben, und ist nüzlich zur Lehre, zur Bestrafung, zur Verbesserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; 17. daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werke geschickt. Das IV. Capitel. 1. Ermahnung an Timotheus zu gewissenhafter Amtsführung. 2. Paulus nahe Vollendung. 3. Perschiedene Nachrichten. 4. Schluß des Bricfes. So beschwöre ich dich nun vor Gott und dem Herrn Jesu Christo, der da richten wird die Lebendiden und die Todten in ſeiner Grscheinung und seinem Reiche: 2. Predige das Wort, balte an, es sei gelegen oder ungelegen; bestrafe, beschilt, ermahne, mit aller Langmutb und Belehrung. 3. Denn es wird eine Zeit sein, wo sie die heilsame Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Begierden mit Lehrern in Menge beladen werden, wie ihnen die Ohren jucken. 4. Und von der Wahrheit werden ſie ihre Ohren abwenden, und zu den sich 5. Du aber wache in Allem, dulde Ungemach, thue das Werk eines Evangelisten, vollbringe deinen Dienst. II. 6. Denn ich werde jetzt geopfert, und die Zeit meiner Auf lösung ist nahe. 8. Was übrig ist, so liegt für mich bereit die Krone der Ge rechtigkeit, welche der Herr mir geben wird an jenem Tage, der gerechte Richter, und nicht allein mir, sondern auch Allen, die seine Erscheinung lieb baben. III. 9. Befleiße dich, bald zu mir zu kommen. 10. Denn Demas hat mich verlassen, weil er die jeßige Welt lieb gewann, und ist nach Thessalonich gereist, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. 11. Lucas ist allein bei mir. Nimm den Marcus zu dir, und bringe ihn mit dir, denn er ist mir nüßlich zum Dienste. 12. Den Tychicus aber habe ich nach Ephesus gesendet. 13. Den Mantel, den ich zu Troas bei Carpus gelassen, bringe mit, wann du kommst, und die Bücher, besonders die Pergamentrollen. 14. Alexander der Kupferschmid hat mir viel Böses zugefügt; der Herr vergelte ihm nach seinen Werken. 15. Vor ihm hüte auch du dich; denn er hat unsern Worten großen Widerstand geleiſtet. 16. Bei meiner ersten Verantwortung ist mir Niemand beigestanden, sondern Alle habea mich verlassen. Es werde ihnen nicht zugerechnet! 17. Der Herr aber stand mit bei, und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht werde, und alle Heiden sie hören; und ich ward errettet von dem Rachen des Löwen. 18. Und es wird mich der Herr von allen bösen Werken erretten, und mich erhalten zu seinem himm Chp. 4.0 321 lischen Reiche Shm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.. Eile, vor dem Winter zu kommen. Es grüßt dich Eubulus, IV. 19. Grüße die Prisca und und Pudens, und Linus, und den Aquilas, und das Haus des Claudia, und die Brüder alle. Onefiphorus. 22. Der Herr Jesus Christus sei 20. Erastus ist zu Corinth ge- mit deinem Geiste! Die Gnade blieben; den Trophimus aber licß sei mit euch! Amen. ich zu Milet frank zurück.) 21413101 Die Epistel St. Pauli an den Titus. an den Timotheus. Das I. Capitel. 1: Baulus Gruß. 2. Eigenschaften der zu erwählenden Vorsteher( Biſchöfe). 3. Beſchreibung der Frilehrer auf Greta Paulus, ein Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi, für den Glauben der Auserwählten Gottes und die Erkenntniß der Wahrheit, die da ist in Gottseligkeit, 2. auf Hoffnung des ewigen Lebens, welches der nicht trügende Gott vor den Zeiten der Welt verheißen, d 3. zu seiner Zeit aber sein Wort geoffenbaret hat durch die Predigt, die mir anvertraut ist, nach dem Befehle Gottes, unsers Heilandes; 4. an Titus, meinen ächten Sohn nach dem gemeinschaftlichen Glau ben. Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Bater, und dem Herrn Jesu Christo, une ferm Heiland! II. 5. Um deßwillen ließ ich dich in Creta zurück, damit du daß Mangelnde verbessern, und von Stadt zu Stadt Aelteste einsegen mögest, wie ich dir befohlen habe; 6. wenn Jemand untadelhaft ist, Eines Weibes Mann, und gläubige Kinder hat, über die keine Klage geführt wird wegen ausschweifenden Lebens, oder Ungehorsam. 7. Denn der Vorsteher soll untadelhaft sein als Haushalter Gottes; nicht anmaßend, nicht zornmüthig, kein Weinsäufer, kein Schläger, nicht schändlichen Gewinn suchend; 8. fondern gaſtfrei, ein Freund des Guten, enthaltsam; 9. der festhalte an dem gewissen Worte nach der Lehre, damit er tüchtig sei, sowohl zu ermahnen in der gesunden Lehre, als die Widersprechenden zu widerlegen. III. 10. Denn es gibt viele Un=" gehorsame, eitle Schwäger, und Verführer, zumeist die aus der Beschneidung, 11. denen man den Mund stopfen muß; die da ganze Häuser zerrütten, indem sie lehren, was man nicht soll, um schändlichen Gewinnes willen. 12. Es hat Einer aus ihnen, ihr eigener Propbet, gesagt: ,, Die Greter sind allezeit Lügner, böse Thiere, saule Bäuche." 13. Dieses Zeugnis ist wahr; um dieser Ursache willen bestrafe sie scharf, damit sie gesund bleiben im Glauben, 14. und nicht achten auf jüdische Fabeln, und Gebote von Menschen, welche von der Wahrheit sich abwenden. 15. Den Reinen ist Alles rein: den Befleckten aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist ihr Sinn und ihr Gewissen. 16. Sie rühmen sich wohl, Gott zu kennen, aber mit den Werken 21 322 Die Epistel St. Pauli Cap. 2. 3. verläugnen sie ihn, indem sie ab-| 12. die uns unterweiset, daß scheulich sind, und unfolgsam, und wir die Gottlosigkeit und die welt zu jedem guten Werke untüchtig.lichen Büste verläugnen, und mäßig und gerecht und gottselig leben in der jegigen Welt; s 13. und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi, Du aber lehre, was der gesunden Lehre gemäß ist; 14. der sich selbst für uns dahin gegeben, damit er uns erlöſete von aller Ungerechtigkeit und 2. daß die alten Männer nüch- reinigte sich selbst ein eigenthümtern seien, ehrbar, mäßig, gesund liches Volk, das eifrig sei in guten im Glauben, in der Liebe, in Werken. der Geduld; Das II. Capitel. 1. Die Pflichten der Christen nach ihrem Alter, Geschlechte und Stande. 2. Erinnerung an die erschienene Gnade Gottes. 3. daß gleicherweise die alten Frauen sich betragen, wie den Heiligen geziemt, nicht verläumden, nicht vielem Wein ergeben seien, sondern Gutes lehren, 4. damit sie die jüngern Zucht lehren, ihre Männer und Kinder zu lieben, 5. sittsam, keusch, haushälterisch, gütig, ihren Männern unterthan zu sein, damit nicht das Wort Gottes gelästert werde. 6. Gleicherweise ermahne die jungen Männer, daß sie mäßig seien. 7. In allen Dingen stelle dich selbst dar als ein Vorbild guter Werfe; im Unterrichte zeige Unverfälschheit, Ehrbarkeit, 8. gesunde, untadelhafte Rede, damit der Widersacher beschämt werde, da er nichts Schlechtes von euch sagen kann. 9. Die Knechte ermahne, daß sie ihren Herren unterthan seien, in Allem wohlgefällig, nicht wider sprechen; 10. nichts entwenden, sondern alle gute Treue beweisen, damit fie die Lehre Gottes, unsers Heilandes, in allen Stücken zieren. II. 11. Denn es ist die Gnade Gottes erschienen, die allen Menschen heilsam ist; 15 406 15. Solches lehre, und ermahne und bestrafe mit allem Ernste; Niemand verachte dich! Das III. Capitel. 1. Gehorsam gegen die Obrigkeit und Milde gegen Jedermann. 2. Ver meidung thörichter Streitfragen und 3. des ( 1) B Briefes Erinnere sie, daß sie den Obrigfeiten und Gewalten unterthän seien, folgsam, zu allem guten Werke bereitwillig, 2. Niemand lästern, nicht streit süchtig seien, sondern freundlich, alle Sanftmuth gegen alle Menschen beweisen. 3. Denn auch wir waren ehemals unverständig, unfolgsam, irreten, dienten mancherlei Be gierden und Wollüsten, lebten in Bosheit und Neid, verhaßt und einander hassend. 4. Als aber die Gütigkeit und die Menschenliebe Gottes, unferé Heilandes, erschienen, 5. hat er, nicht aus den Werken in Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barm herzigkeit uns selig gemacht, durch das Bad der Wiedergeburt, und Erneuerung des heiligen Geistes, 6. welchen er reichlich über uns Cap. 3. ausgegossen durch Jesum Christum, unsern Heiland; 7. damit wir, durch seineGnade gerecht gesprochen, der Hoffnung nach Erben des ewigen Lebens würden. 8. Das ist ein gewisses Wort, und ich will, daß du solches bekräftigest, damit die, welche an Gott gläubig geworden sind, sich bestreben, in guten Werken vor zuleuchten. Dieses ist gut und den Menschen nüglich. II. 9. Aber der thörichten Streitfragen, und Geschlechtregister, und Zänkereien, undStreitigkeiten über das Gesez entschlage dich; denn sie sind unnüt und eitel. an den Titus.NANG 10. Einen settirerischen Menschen weise ab nach ein- und zweimaliger Zurechtweisung; 11. und wisse, daß ein solcher 323 verkehrt ist, und fündigt, von sich selber verurtheilt. III. 12. Wann ich den Artemas zu dir senden werde, oder den Tychicus, so befleiße dich, zu mir nach Nicopolis zu kommen, denn daselbst habe ich beschlossen, den Winter zuzubringen. 13. Zenas, den Geseggelehrten, und Apollos rüste mit Fleiß auf die Reise, daß es ihnen an nichts mangle. 14. Es sollen aber auch die Unsrigen lernen, mit guten Werken vorzuleuchten für die nothwendigen Bedürfnisse, damit sie nicht unfruchtbar seien. 15. Es grüßen dich Alle, die bei mir sind. Grüße Alle, die uns lieben im Glauben. Die Gnade sei mit euch Allen! Amen. Die Epistel St. Pauli an den Philemon. 1. Paulus Gruß. 2. Freude über das in euch ist, für Christum Philemons Glauben und Liebe. 3. Bitte Jesum. um Wiederaufnahme des Onesimus. 4. Schluß des Briefes. 7. Denn wir haben viele Freude und Trost an deiner Liebe; denn Paulus, ein Gebundener um die Herzen der Heiligen sind erChrifti Jefu willen, und Timo- quickt worden durch dich, Bruder. theus, der Bruder, an Philemon, III. 8. Darum, wiewohl ich in den Geliebten, unsern Mitarbeiter; Christo volle Freiheit hätte, dir 2. und an Apphia, die Geliebte, zu gebieten, was sich geziemt, so und Archippus, unsern Mitstrei- will ich doch, um der Liebe wilter, und an die Gemeinde in dei- len, vielmehr bitten: nem Hause. 3. Gnade sei mit euch, und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! II. 4. Ich danke meinem Gott allezeit, indem ich deiner gedenke in meinem Gebete, 9. Ich, Paulus, wie ich bin, ein alter Mann, jegt aber auch ein Gebundener um Jesu Christi willen, 10. bitte dich für meinen Sohn, den ich in meinen Banden gezeugt habe, Onefimus, 11. der dir ehemals unnüz war, jegt aber dir und mir nüglich ist. Ich sende ihn zurück, 12. du aber nimm ihn, das ist, mein eigen Herz, auf 5. weil ich von deiner Liebe höre und von dem Glauben, welchen du an den Herrn Jesum und gegen alle Heiligen hast, 6. auf daß die Gemeinschaft deines Glaubens sich wirksam be13. Ich wollte ihn bei mir beweise in Erkenntniß alles Guten, halten, auf daß er mir an deiner 21* 324 Die Epistel St. Pauli an den Philemon. gad Statt in den Banden des Evan-| es bezahlen; daß ich dir nicht geliums dienete. sage, daß du auch dich selbst mir schuldig bist. 14. Aber ohne deinen Willen mochte ich nichts thun, damit deine Gutthat nicht wie gezwungen, sondern freiwillig wäre. 20. Ja, Bruder, laß mich deiner im Herrn genießen! Erquicke mein Herz im Herren! 15. Denn vielleicht ist er darum auf eine Stunde entwichen, damit du ihn ewig wieder habest; 16. nicht mehr als einen Knecht, sondern als mehr denn einen Knecht, als einen geliebten Bruder, vornämlich für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im Fleische, als im Herren. IV. 21. Jm Vertrauen auf dei nen Gehorsam habe ich dir gebeschrieben, weil ich weiß, daß du noch mehr thun wirst, als ich dir sage. 17. Wenn du mich nun für deinen Mitgenossen hältst, so nimm ihn auf, wie mich selbst. 18. Wenn er dir aber Schaden zugefügt hat, oder etwas schuldig ist, so rechne daß mir an. 19. Ich, Paulus, habe es mit eigener Hand geschrieben: Ich will Amen. Die Epistel St. Pauli an die Hebräer. Das I. Capitel. 1. Gottes Offenbarung durch seinen Sohn. 2. Dessen Würde und Er habenheit über alle Engel. 22. Zugleich aber bereite mir auch eine Herberge, denn ich hoffe, daß ich durch euer Gebet euch werde geschenkt werden. 23. Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christo Jesu, Marcus, 24. Aristarchus, Demas, Lucas, meine Mitarbeiter. 25. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geiste! Nachdem Gott manchmal und auf mancherlei Weise vor Zeiten zu den Vätern geredet durch die Propheten, hat er in diesen legten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, der Name höher ist, den er vor ihnen aus empfangen hat. 99 5. Denn zu welchem unter den Engeln hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget"? und wiederum: ,, Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein"? 6. Und da er wiederum den Erst gebornen in die Welt einführte, spricht er: Und es sollen alle Engel Gottes ihn anbeten." " 9. 7. Und von den Engeln zwat spricht er: Der seine Engel zu Winden macht, und seine Diener zu Feuerflammen." om 8. Vom Sohne aber:„ Dein Thron, o Gott, währt von Ewigfeit zu Ewigkeit; ein Scepter des Rechts ist der Scepter deines Reiches. is mradne 4. und ist um so viel, erhabener 9. Du liebtest die Gerechtigkeit, geworden, denn die Engel, als und haßtest die Ung erechtigkeits II. 2. welchen er zum Erben aller Dinge geseßt, durch den er auch die Welt gemachet hat, 3. welcher, als der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, und der alle Dinge trägt mit dem Worte seiner Macht, nachdem er durch sich selbst die Reinigung unserer Sünden vollbracht, sich gesegt hat zur Rechten der Majestät in den Höhen; Cap. 1. 2. Die Epistel St. Pauli an die Hebräer. 825 darum hat dich, v Gott, dein Gott| Ertheilungen des heiligen Geigefalbt mit dem Del der Freude, stes, nach seinem Willen. vor deinen Mitgenossen aus." 10. Und:, Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und deiner Hände Werk sind die Himmel. II. 5. Denn nicht den Engeln hat er die zukünftige Welt, von welcher wir reden, unterworfen. 6. Es hat aber Jemand irgendwo bezeugt, sprechend: Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest? oder des Menschen Sohn, daß du auf ihn fichest? Lin 11. Sie werden vergehen, du aber bleibest; und sie werden alle wie ein Kleid veralten; 7. Du hast ihn ein Geringes erniedrigt unter die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönet, und ihn geseßt über die Werke deiner Hände. 8. Du hast Alles unterworfen unter seine Füße." Denn indem er ihm Alles unterworfen, ließ er Nichts übrig, das ihm nicht unterthan wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm Alles unterworfen sei. 12. und wie ein Gewand wirst du sie zusammenwickeln, und sie werden verwandelt werden: Du aber bist eben derselbe, und deine Jahre werden kein Ende nehmen." 13. Zu welchem aber unter den Engeln hat er jemals gesagt: Sige zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache"? 14. Sind sie nicht alle dienst bare Geister, zum Dienst ausgesendet um derer willen, welche die Seligkeit ererben werden? 0797 Das II. Capitel. 1. Warnung, die göttliche Heilslehre nicht zu verschmähen. 2. Christi Hoheit nach seiner Erniedrigung. 3. Seine Herablassung zu uns Brüdern, um uns zu retten. 9. Den aber, der ein Geringes unter die Engel erniedrigt wor den, Jesum, sehen wir wegen des Leidens seines Todes mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er, durch Gottes Gnade, für einen Jeden den Tod schmecken sollte. 10. Denn es geziemte sich für ihn, um dessen willen alle Dinge, und durch den alle Dinge sind, daß er den, der viele Kinder zur Herrlichkeit führte, den Anführer ihrer Seligkeit, durch Leiden vollkommen machte. III. 11. Denn sowohl der, welcher heiligt, als die, welche geheiligt werden, sind alle aus Einem. Aus dieser Ursache schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen, 12. indem er spricht:„ Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkündigen, mitten in der Gemeinde will ich dir lobsingen." 13. Und wiederum: ,, Ich will 4. indem Gott zugleich Zeugniß mein Vertrauen auf ihn seßen." ablegte durch Zeichen und Wun- Und wiederum:, Siehe, ich und die der, und mancherlei Kräfte, und Kinder, die mir Gott gegeben hat!" Darum sollen wir desto mehr achten auf das, was wir gehört haben, daß wir nicht etwa auegleiten. 2. Denn wenn das durch die Engel verkündigte Wort fest war, und jede Uebertretung und Ungehorsam den gerechten Lohn empfieng, 3. wie werden wir denn entflie: ben, wenn wir eines so großen Heils nicht achten? Welches anfangs durch den Herrn ist gepredigt, und von denen, welche ihn gehört haben, zu uns gebracht und bestätigt worden, 326 Die Epistel St. Pauli Cap. 2. 3. 14. Da nun die Kinder Flei- zum Zeugnisse dessen, was versches und Blutes theilhaft sind, kündigt werden sollte; so hat auch er gleichfalls eben daran Theil genommen, damit er durch den Tod den zu nichte machte, der die Macht des Todes hat, das ist, den Teufel, 6. Christus aber als Sohn, über sein eigenes Haus gesetzt; und sein Haus sind wir, so wir anders die freudige Zuversicht, und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten. 15. und diejenigen befreite, welche, durch Furcht des Todes, ihr ganzes Leben lang in Knechtschaft gehalten waren. 16. Denn er nimmt sich ja nicht der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an. 17. Daher mußte er in Allem den Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde, und ein treuer Hoherpriester im Dienste vor Gott, um die Sünden des Volkes zu versöhnen; 18. Denn worin er gelitten hat und selbst versucht worden ist, vermag er denen, die versucht werden, zu helfen. Das III. Capitel. 1. Christi Erhabenheit über Moses. 2. Warnung vor Unglauben und Abfall an dem Beispiel der Israeliten. Daher, ihr heiligen Brüder, die ihr der himmlischen Berufung theilhaft seid, betrachtet den Besandten und Hohenpriester unsers Bekenntnisses, Christum Jesum, 2. der treu war dem, der ihn dazu gemacht hat, wie auch Mofes war in seinem ganzen Hause. 3. Denn größerer Herrlichkeit ist dieser gewürdigt worden als Moses, so viel größere Ehre als das Haus der hat, der es bereitet hat. 4. Denn jedes Haus wird von Jemand bereitet; der aber Alles bereitet hat, ist Gott. 5. Und Moses zwar war treu in seinem ganzen Hause als Diener II. 7. Darum, wie der heilige Geist sagt: ,, Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, 8. so verhärtet eure Herzen nicht, wie in dem bittern Hader, an dem Tage der Versuchung in der Wüste, 9. da mich eure Väter versuch ten; sie prüften mich, und sahen meine Werke vierzig Jahre lang. 10. Darum ward ich entrüstet über dieses Geschlecht, und sprach: Immerdar irren sie mit dem Herzen. Sie aber erkannten meine Wege nicht. 11. So daß ich schwur in meinem Zorne: Sie sollen nicht eingeben in meine Ruhe." 12. Sehet zu, ihr Brüder, daß nicht etwa in Jemand unter euch ein arges Herz des Unglaubens sei, indem er abfällt von dem lebendigen Gott; 13. sondern ermahnet euch selbst alle Tage, so lange es heute heißt, damit nicht Jemand aus euch verhärtet werde durch den Betrug der Sünde. 14. Denn wir sind Chrifti Mit genossen geworden, so wir anders die anfangs gefaßte Zuversicht bis ans Ende fest behalten, 15. indem es heißt:„ Heute, wenn ihr seine Stimme hören wer det, so verhärtet eure Herzen nicht, wie in dem bittern Hader." 16. Denn welche fiengen, da sie es gehört, einen bittern Hader an? Waren es nicht Alle, die unter Moses aus Aegypten ausgezogen waren? 17. Ueber welche aber wär et Cap. 3. 4. Bugn die Hebräer. 327 vierzig Jahre entküstet? Nicht 7. so bestimmt er wiederum einen über die, welche sündigten, deren Leiber hinfielen in der Wüste? 18. Welchen schwur er, daß sie nicht in seine Ruhe eingehen sollTag Heute," indem er durch David spricht, nach so langer Zeit, wie vorhin gesagt worden: „ Heute, wenn ihr seine Stimme ten, als nur den Ungehorsamen? hören werdet, so verhärtet eure 19. Und wir sehen, daß sie nicht eingehen konnten wegen ihres Unglaubens. Herzen nicht." Das IV. Capitel. 1. Ermahnung, sich der verheißenen Ruhe nicht verlustig zu machen durch Unglauben. 2. Der Ernst des Wortes Gottes. 3. Ermunterung zu Standhaftigkeit und Vertrauen. So laßt uns nun Sorge tragen, daß nicht etwa, da die VerheiBung hinterlassen ist, in seine Ruhe einzugehen, Jemand aus euch als zurückgeblieben erscheine. 2. Denn eine solche Verkündigung ist auch uns geschehen, wie jenen; aber das gehörte Wort half jenen nichts, weil es nicht mit dem Glauben vereinigt war bei denen, die es hörten. 3. Denn wir, die wir geglaubt haben, gehen in die Ruhe ein; wie er gesprochen hat: So daß ich schwur in meinem Zorne: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!" obschon die Werke seit Grundlegung der Welt geschaffen waren. 4. Denn er hat in einer Stelle von dem siebenten Tage also gesprochen: Und es ruhete Gott am siebenten Tage von allen seinen Werken." 5. Und in dieser Stelle wiederum: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!" 6. Da nun noch übrig gelassen ist, daß Etliche in dieselbe eingehen sollen, und die, denen die Berkündigung zuerst geschah, nicht eingiengen wegen ihres Ungehorsams; 13 日 1965 年 "" 8. Denn wenn sie Josua zur Ruhe eingeführt hätte, so würde er nicht von einem andern Tage nach diesem reden. 9. Also ist dem Volke Gottes noch eine Sabbathsruhe übrig gelassen. 10. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruhet auch selbst von seinen Werken, so wie Gott von den seinigen. 11. So laßt uns nun Fleiß anwenden, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht Jemand als gleiches Beispiel des Ungehorsams falle. II. 12. Denn das Wort Gottes ist lebendig, und kräftig, und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, Gelenken und Mark, und mächtig, die Gedanken und Sinnen des Herzens zu richten. 13. Und es ist kein Geschöpf vor ihm unsichtbar, sondern Alles ist bloß, und ganz aufgedeckt vor den Augen dessen, zu welchem wir zu reden haben. III. 14. Da wir nun einen groBen Hohenpriester haben, der durch die Himmel hindurchgegangen ist, Jesum, den Sohn Gottes, so laßt uns an dem Bekenntnisse fest halten. 15. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleiden haben könnte mit unsern Schwachheiten, sondern einen, der in allen Dingen ist versucht worden, wie wir, doch ohne Sünde. 16. So laßt uns nun hinzugehen mit freudiger Zuversicht zu dem Throne der Gnade, damit wir 328 Die Epistel St. Pauli Cap. 5. 6. 10. von Gott genannt ein Ho herpriester nach der Ordnung Melnchisedeks. is II. 11. Davon haben wir viel zu reden, und es läßt sich schwer erklären, da ihr träge im Hören geworden seid. Barmherzigkeit erlangen, und Gnade finden, zur Hülfe in rechter Beit. en Das V. Capitel. 1. Christus von Gott selbst zum Hohenpriester eingesetzt. 2. Trägheit im Denken aber hindert das Verstehen solch höherer Lehren. Denn jeder aus den Menschen genommene Hoherpriester wird für die Menschen eingesegt zum Dienste vor Gott, auf daß er sowohl Gaben als Opfer für die Sünden darbringe; MIP ARN soh 2. der billige Nachsicht haben fann mit den Unwissenden und Irrenden, indem er auch selbst mit Schwachheit umgeben ist. 3. Und um dieser willen muß er, wie für das Volk, so auch für sich selbst Opfer darbringen für die Sünden. 4. Und Niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern wer von Gott berufen wird, gleich wie auch Aaron. 12. Denn, da ihr solltet Lehrer sein vermöge der Zeit, habet ihr wieder nöthig, daß man euch lehre, welches die Anfangsgründe der Offenbarungen Gottes feien, und seid solche geworden, die Milch nöthig haben, und nicht starke Speise. 13. Denn Jeder, der noch Milch genießt, ist unkundig des Wortes der Gerechtigkeit; denn er ist noch ein Kind. 14. Für die Vollkommenen aber ist die starke Speise, die durch die Gewohnheit geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten und des Bösen. Das VI. Capitel. 1. Warnung vor Abfall. 2. Ermahnung zur Beständigkeit um der unwandelbaren Verheißung Gottes willen. 5. Also hat auch Christus nicht sich selbst die Ehre gegeben, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm sprach: Du bist mein Darum wollen wir die anfängSohn, beute habe ich dich gezeuget." liche Lehre von Christo beiseite 6. Sowie er auch in einer andern lassen, und uns zu dem VollkomStelle sagt Du bist Priester menen wenden, ohne abermals in Ewigkeit, nach der Ordnung den Grund zu legen mit der Buße Melchifedeks." Ami bi von todten Werken, und dem Glauben an Gott, 914 1004 7. Er hat, in den Tagen seines Fleisches, Gebete und Flehen dem, der ihn von dem Tode erretten konnte, mit starkem Geschrei und Thränen dargebracht; und ist aus seiner Furcht erhört worden. 2. mit der Lehre von der Taufe, und der Handauflegung, der Auf erstehung der Todten und dem ewigen Gericht. da 3. Und dieses wollen wir thun, wenn anders Gott es zuläßt. 8. Und wiewohl er der Sohn war, hat er doch aus dem, was er gelitten, Gehorsam gelernt. 9. Und nachdem er vollendet war, wurde er Allen, die ihm gehorsam sind, ein Urheber ewiger Geligkeit; schl# 1499 mante 4. Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden, und die himmlische Gabe geschmeckt haben, theilhaft geworden sind des heiligen Geistes, 5. und das herrliche Wort Got Cap. 6. 7. aan die Hebräer. 329 tes und die Kräfte der zukünfti-| ben der Verheißung das Unwangen Welt geschmeckt haben, delbare seines Rathschlusses noch er es mit einem Eide, 6. und doch abgefallen sind, stärker beweisen wollte, verbürgte wiederum zur Buße zu erneuern; da sie den Sohn Gottes sich wiederum freuzigen; und zur Schmach ausstellen. 7. Denn das Erdreich, welches den häufig auf dasselbe fallen den Regen trinkt, und nüßliches Kraut trägt für die, um deren willen es auch gebaut wird, empfängt Segen von Gott; 8. dasjenige aber, welches Dornen und Disteln trägt, ist untauglich, und dem Fluche nahe; sein Ende ist die Verbrennung. 9. Wir sind aber von euch, ihr Geliebten, des Bessern überzeugt, und dessen, was Seligkeit bringt, ob wir gleich also reden. 10. Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er eures Werkes vergesse, und der Arbeit der Liebe, die ihr gegen seinen Namen bewiesen, da ihr den Heiligen gedient habet und noch dienet. II. 11. Wir wünschen aber, daß Jeder aus euch denselben Fleiß beweise, zur völligen Sicherheit der Hoffnung, bis ans Ende, 12. auf daß ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erlangen. 13. Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwur er, da er bei keinem Größern schwören konnte, bei sich selbst, 14. und sprach:„ Wahrlich, ich will dich reichlich segnen und dich mächtig vermehren!" ani 8 15. Und da er also Geduld geübt, erlangte er die Verbeißung. 16. Menschen nämlich schwören bei dem Größern, und der Eid ist ihnen das Ende alles Widersprechens zur Bekräftigung. 17. Darum, als Gott den Er18. damit wir durch zwei unwandelbare Dinge, wobei es unmöglich ist, daß Gott Unwahrheit geredet habe, einen starken Trost haben, wir, die wir dazu unsre Zuflucht nehmen, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen. 19. welche wir als einen sichern und festen Anker der Seele haben, der auch in das Innere des Vorhangs hinein geht, 20. wohin als Vorläufer für uns eingegangen ist Jesus, der, nach der Ordnung Melchisedeks, ein Hoherpriester geworden in Ewigkeit. Das VII. Capitel. 1. Aehnlichkeit Christi mit Melchisedek. 2. Vorzug des Priesterthums Christi vor dem levitischen. Denn enn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester des höchsten Gottes, der dem Abraham, als er von der Niederlage der Könige zurückkehrte, entgegen gieng, und ihn segnete, 2. dem auch Abraham von Allem den Zehnten zutheilte; der verdollmetscht erstlich König der Gerechtigkeit heißt, dann aber auch König von Salem, das ist, König des Friedens; 3. ohne Bater, ohne Mutter, ohne Geschlechtregister, der weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens hat, aber gleichgemacht ist dem Sohne Gottes, bleibt Priester für immerdar. 4. Schauet aber, wie groß der war, dem selbst Abraham, der Stammvater, den Zehnten von der eroberten Beute gab. 5. Zwar haben die von den Söhnen Levi, welche das Priester 330 Die Epistel St. Pauli * Cap. 7. thum empfangen, das Gebot, den dieses offenbar, wenn, in NehnZehnten nach dem Gesetze von lichkeit mit Melchisedek, ein andem Volke zu nehmen, das ist, derer Priester aufsteht, s von ihren Brüdern; wiewohl auch 16. welcher es nicht nach dem sie aus den Lenden Abrahams Gesetze eines fleischlichen Gebotes hervorgegangen sind. geworden ist, sondern nach der Kraft des unvergänglichen Lebens. 17. Denn er bezeuget: Du bist Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchisedeks." 16. Der aber, dessen Geschlecht nicht von ihnen hergeleitet wird, hat den Zehnten von Abraham genommen, und den, der die Verheißungen hatte, gesegnet. 18. Es geschieht nämlich die Aufhebung des vorigen Gebotes, seiner Schwachheit und Unbrauchbarkeit wegen, 19.( denn das Gesetz hat nichts zur Vollkommenheit gebracht;) und dagegen die Einführung einer bessern Hoffnung, durch welche wir uns Gott nahen. 20. Und in wie fern sie nicht ohne Eidschwur geschehen ist, 10. Denn er war noch in den Lenden seines Vaters, als ihm Melchisedek entgegen gieng. 21.( denn jene sind ohne Eidschwur Priester geworden; dieser aber mit einem Eidschwur durch den, der zu ihm spricht: Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit, nach der Ord nung Melchisedeks!") II. 11. Wenn nun die Vollkommenheit durch das levitische Priesterthum gekommen wäre( denn auf dieses hatte das Volk das Geseß empfangen), wozu war denn 22. in so fern ist Jesus eines noch nöthig, daß nach der Ordnung bessern Bundes Bürge geworden. Melchisedeks ein anderer Priester 23. Und von jenen sind die meiaufstehe, und nicht nach der Ord- sten Priester geworden, weil sie nung Aarons genannt werde? durch den Tod gehindert wurden, 12. Denn so das Priesterthum da zu bleiben; a abgeändert wird, geschieht nothwendig auch eine Aenderung des Gefeßes.gtomi sono 13. Der nämlich, auf welchen dieses gesagt wird, gehörte zu einem andern Stamme, aus wel chem Keiner des Altares gewartet hat. 14. Denn es ist offenbar, daß unser Herr aus Juda entsprossen ist auf welchen Stamm Moses nichts wegen des Priesterthums verordnet hat. rom tropis 15. Und noch vollständiger ist 7 Ohne allen Widerspruch aber wird der Geringere von dem Höhern gesegnet.ard code 8. Und hier empfangen sterbliche Menschen den Zehnten; dort aber der, von dem bezeugt wird, daß er lebe. 9. Ja, so zu sagen, ist durch Abraham auch von Levi, der den Zehnten empfängt, der Zehnte genommen worden. 24. dieser aber, weil er in Ewigfeit bleibt, hat ein unvergäng liches Priesterthum. na 25. Daher kann er auch poll kommen selig machen, die durch ihn zu Gott kommen, da er im merdar lebt, um sie zu vertreten. 26. Denn ein solcher Hoher: priester geziemte uns, der heilig, schuldlos, unbefleckt, von den Sündern abgesondert, und höher ist als die Himmelsdasd 310l 27 der nicht täglich vonnöthen hat, wie die Hohenpriester, zuerst Cap. 7. 8. 9. an die Hebräer. 331 Raum gesucht. für die eigenen Sünden Opfer zu würde nicht für einen zweiten bringen, und dann für die des Volkes; denn dieses hat er Einmal gethan, als er sich selbst zum Opfer gebracht. 28. Denn das Gesetz seht Men- Hause Israel und mit dem Hause schen zu Hohenpriestern ein, welche Juda einen neuen Bund aufSchwachheit haben; das Wort richten werde; des Eidschwures aber, der nach dem Geseß erfolgte den Sohn, der in Ewigkeit vollkommen ist. 8. Denn tadelnd sagt er zu ihnen:„ Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, wo ich mit dem 9. nicht wie der Bund, welchen ich mit ihren Vätern machte an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie auszuführen aus dem Lande Aegypten; denn sie blieben nicht bei meinem Bunde, und ich verwarf sie, spricht der Herr. Das VIII. Capitel. Christus ein erhabener Hoherpriester, als Mittler eines neuen und bessern Bundes. Die Summe aber des Gesagten ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln; 10. Das nämlich ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gefeße in ihr Gemüth legen, und sie in ihre Herzen schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. 2. ein Diener des Heiligthums und der wahrhaften Hütte, wel che der Herr errichtet hat, und nicht ein Mensch. 3. Jeder Hoherpriester nämlich wird eingeseßt, daß er Gaben und Opfer darbringe; daher ist es nothwendig, daß auch dieser etwas habe, das er darbringe. 11. und nicht mehr werden sie Jeder seinen Nächsten, und Jeder seinen Bruder Lehren sprechend: Erkenne den Herren! Denn Alle werden mich erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ibnen. 12. Denn ich werde ihren Ungerechtigkeiten gnädig sein, und ihrer Sünden und ihrer Miffethaten nicht mehr gedenken." 4. Wenn er auf Erden wäre, so wäre er nicht einmal Priester, weil die Priester da sind, welche nach dem Gefeße die Opfer darbringen; 13. Indem er sagt: ,, Einen 5. diese dienen dem Abbild und neuen Bund", hat er den ersten Schatten der himmlischen Dinge; für veraltet erklärt. Was aber wie denn Moses den göttlichen veraltet und altersschwach wird, Befehl empfieng, als er die Hütte das ist dem Untergang nahe. vollenden sollte:„ Siehe zu, heißt es, daß du Alles nach dem Vorbilde machest, das dir auf dem Berge gezeigt ward." Das IX. Capitel. 6. Nun aber hat er einen um so viel vortrefflicheren Dienst erhalten, als er auch eines bessern Bundes Mittler ist, der auf befsere Verheißungen gestiftet ist. 2. Denn es ward die erste Hütte 7. Denn wenn jener erste Bund eingerichtet, worin der Beuchter ohne Tadel gewesen wäre, so war, und der Tisch und die 1. Der Gottesdienst des alten Bundes, nur Abbild des vollkommenen, 2. dessen Hoherpriester Christus ist. Es hatte zwar auch der erste Bund feine Sagungen des Gottesdienstes und das irdische Heiligthum. 882 Die Epistel St. Pauli Cap. 9. 12. auch nicht durch Blut den nodum in Böcken und Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut Einmal in das Heiligthum, und erlangte eine ewige Erlösung. 13. Denn wenn das Blut von Rindern und Böcken, und die Be sprengung mit der Asche der jungen Kuh die Befleckten heiligt zur Reinigung des Fleisches; Schaubrote; diese wird das Heilige genannt; 3. hinter dem zweiten Vorhange aber die Hütte, die genannt wird das Allerheiligste, s 4 welche den goldenen Rauchaltar enthielt, und die Bundeslade, überall mit Gold überdeckt, in welcher der goldene Krug war, der das Manna enthielt, und die Ruthe Aarons, welche gegrünet hatte, und die Tafeln des Bundes, 5. oben über derselben aber die Cherubim der Herrlichkeit, die den Gnadendeckel überschatteten; von welchen jetzt nicht im Einzelnen todten Werken, um dem lebendizu reden ist. Agen Gott zu dienen? 14. wie viel mehr wird das Blut Christi, der durch den ewigen Geist sich selbst als ein untadelhaftes Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von 106 6. Da nun dieses also eingerich- 15. Und deßwegen ist er Mittler tet ist, so gehen in die erste Hütte die Priester allezeit, und vollbringen die Gottesdienste; eines neuen Bundes, damit, nachdem der Tod geschehen zur Er lösung von den Uebertretungen 7. in die zweite aber nur Ein- unter dem ersten Bunde, die Be mal des Jahres allein der Hohe- rufenen die Berheißung des ewi priester, nicht ohne Blut, welgen Erbes empfiengen. ches er darbringt für sich selbst 16. Denn wo ein Vermächtniß und für des Volkes Verirrungen. 8. Damit deutet der heilige Geist dieses an, daß der Weg zum Heiligthum noch nicht geoffenbart sei, so lange die erste Hütte noch Bestand habe. 9. Welches ein Gleichniß ist auf die gegenwärtige Zeit, da noch Gaben und Opfer dargebracht werden, welche den, der den Dienst verrichtet, nicht können dem Gewissen nach vollkommen machen; 10. da diese Dinge einzig in Bezug auf Speisen und Getränke und mancherlei Waschungen und fleischliche Sagungen auferlegt sind bis auf die Zeit der Verbesserung. II. 11. Als aber Christus fam als ein Hoherpriester der zukünf tigen Güter, ging er durch die größere und vollkommenere Hütte, die nicht von Händen gemacht, das ist nicht von dieser Schöpfung ist, ist, da muß der Tod dessen erfolgt sein, der es gestiftet hat. 17. Denn ein Vermächtniß ist bei Todten fest, weil es feine Kraft hat, so lange der lebt, der es gestiftet har. 18. Daher ist auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden. SAA 19. Denn nachdem jedes Gebot nach dem Geseg von Moses dem ganzen Volke war kund gemacht worden, nahm er das Blut der Kälber und Böcke samt Waſser und Purpurwolle und Ysop, und besprengte damit sowohl das Buch selbst als alles Volk, 20. und sprach: Das ist das Blut des Bundes, welchen euch Gott geboten hat!" 21. Und auch die Hütte, und alle Geräthe des Gottesdienstes besprengte er ebenso mit dem Blute. >> Cap. 9. 10. an die Hebräer. 388 22. Und es wird fast Alles mit Hinzutretenden nimmermehr vollBlut gereinigt nach dem Gesege, und ohne Blutvergießung geschieht feine Vergebung. dit 80 23. Darum ist es nothwendig, daß die Abbilder der Dinge in den Himmeln durch Solches ge reinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer, als diese sind. 24. Denn nicht in ein Heiligthum von Händen gemacht gieng Christus hinein, ein Nachbild des wahrhaften, sondern in den Himmel selbst, um nun vor dem Angesichte Gottes für uns zu erscheinen; 25. auch nicht, damit er sich selbst mehrmals opferte, wie der Hohe priester jegliches Jahr in das Heiligthum hinein geht mit fremdem Blute; 6. An Brandopfern und Sündofern hast du kein Wohlgefallen. 26. sonst hätte er oftmals leiden müssen von der Grundlegung der Welt an; nun aber ist er Einmal am Ende der Welt zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst erschienen. 7. Da sprach ich: Siehe, ich komme,( in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben) um zu thun, o Gott, deinen Willen," 8. Indem er vorher sagt: ,, Opfer und Gabe und Brandopfer und 27. Und ebenso wie den Men- Sündopfer bast du nicht gewollt schen geseßt ist Einmal zu sterben, und hast kein Wohlgefallen dardarnach aber das Gericht: an," welche nach dem Gesege dargebracht werden; kommen machen. 2. Denn sonst hätte man ja aufgehört Opfer darzubringen, weil die den Gottesdienst Uebenden, nachdem sie Einmal gereinigt wor= den, keine Gewissensschuld der Sünden mehr gehabt hätten. 3. Vielmehr geschieht in jenen Opfern alle Jahre ein Gedächtniß der Sünden. W 110H 4. Denn unmöglich kann der Rinder und Böcke Blut die Sünden hinwegnehmen. 09 5. Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: ,, Opfer und Gabe hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir zubereitet. 28. Also auch Christus, nachdem er sich einmal geopfert, um Vieler Sünden hinwegzunehmen, wird zum zweiten Male ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten zur Seligkeit.do oom 100 9. spricht er hierauf: ,, Siehe, ich komme, o Gott! deinen Willen zu thun." Er hebt das Erste auf, um das Andere festzustellen. 16 Das X, Capitel. drom 10. Und in diesem Willen sind wir geheiligt durch das Opfer des Leibes Jesu Christi Ein für Allemal. nustun tur 1. Die vollkommene Versöhnung durch das Eine Opfer Christi. 2. Warnung vor Rückfall in Unglauben und Sünde. 3. Ermahnung zur Standhaftigkeit. ons Denn weil das Geseß den Schate ten der zukünftigen Güter enthält, nicht das wirkliche Ebenbild der 12. Er aber, nachdem er ein einDinge, so kann es auch mit den- ziges Opfer für die Sünden dare felben alljährlichen Opfern, welche gebracht, hat sich für immerdar man immerfort darbringt die zur Rechten Gottes gesept, prite 11. Und jeder Priester steht täge lich und verrichtet den Gottesdienst, und bringt zum öftern die selben Opfer dar, welche nimmermehr die Sünden hinwegnehmen können: 118# 334 Die Epistel St. Pauli Gap. 10. 13. und wartet hinfort, bis seine| je mehr ihr sehet, daß sich der Feinde zum Schemel seiner Füße Tag nahet. 141 gemacht werden. 14. Denn mit einem einzigen Opfer hat er die, welche geheiligt werden, für immerdar vollkommen gemacht. 26. Denn wenn wir freiwillig fündigen, nachdem wir die Gr kenntniß der Wahrheit erlangt haben, so bleibt für die Sünden fein Opfer mehr übrig; 15. Das bezeugt uns aber auch der heilige Geist. Denn, nach dem er zuvor gesagt hatte: 16. Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach denselben Tagen!" spricht der Herr:„ Ich will meine Gesege in ihre Herzen legen, und sie in ihre Gemüther schreiben; 17. und ihrer Sünden und ihrer Missethaten will ich nicht mehr gedenken." 18. Wo aber Vergebung dieser ist, da ist kein Opfer mehr für die Sünde. II. 19. Da wir nun, ihr Brüder! Zuversicht haben auf den Eingang in das Heiligthum durch das Blut Jesu; 20. welchen er uns eingeweiht hat, als einen neuen und lebendigen Weg, durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch; 21. und einen großen Priester über das Haus Gottes: 22. so laßt uns hinzu gehen mit wahrhaftem Herzen, in völliger Sicherheit des Glaubens, gereinigt im Herzen von bösem Gewissen, 23. und am Leibe gewaschen mit reinem Wasser: Laßt uns das Befenntniß der Hoffnung festhalten ohne Wanken; denn treu ist, der die Verheißung gegeben. 24. Und laßt uns auf einander Acht haben, zur Anreizung in der Liebe und in guten Werken, 25. indem wir unsere Versammlung nicht verlassen, wie Etliche zu thun pflegen, sondern einander ermahnen; und das um so mehr, n 27. sondern eine schreckliche Er wartung des Gerichtes, und der Zorn des Feuers, welches die Widerspenstigen verzehren wird. 28. Wenn Semand das Geset Moses gebrochen hat, so muß er ohne Erbarmen, auf den Aus spruch von zwei oder drei Zeugen hin, sterben. 29. Wie viel schlimmerer Strafe, meinet ihr, wird der schuldig geachtet werden, der den Sohn Got tes mit Füßen getreten, und das Blut des Bundes für gemein ge achtet, durch welches er geheiligt worden, und gegen den Geist der Gnade gefrevelt hat? 30. Denn wir kennen den, der gesprochen hat: ,, Mir gehört die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr." Und wiederum:„ Der Herr wird sein Volk richten." 31. Es ist schrecklich, in die Hände III. 32. Gedenket aber an die des lebendigen Gottes zu fallen. vorigen Tage, in welchen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden, viel Kampf der Leiden erduldet habet; 33. indem ihr theils durch Schmach und Trübsale zur Schau gestellt wurdet, theils Mitgenos sen derer, die also wandelten, wurdet. 34. Denn ihr hattet ja Mitlei den mit meinen Banden, und den Raub eurer Güter nahmet ihr mit Freuden auf; da ihr erkennet, daß ihr für euch ein besseres und blei bendes Gut im Himmel habet. 35. Darum so werfet cure Zuversicht nicht weg, da sie eine große Belohnung hat. Cap. 10. 11. Horan die Hebräer. 335 36. Denn ihr habet Geduld von-| len; denn wer zu Gott kommen nöthen, damit ihr den Willen will, muß glauben, daß er sei, Gottes thun und so die Verheifung erlangen möget. und denen, die ihn mit Ernst suchen, ein Belohner sei. 37. ,, Denn nur noch eine ganz kleine Zeit, so wird, der da kommen soll, kommen und nicht verziehen. 38. Der Gerechte aber wird aus dem Glauben leben; weicht er aber zurück, so hat meine Seele tein Gefallen an ihm." 39. Wir aber gehören nicht dem Zurückweichen zum Verderben an, sondern dem Glauben zur Rettung der Seele. Vas mi Das XI. Capitel. es 1. Beschaffenheit und 2. Wirkungen des Glaubens, gezeigt an den Gläubigen des alten Bundes. Es ist aber der Glaube eine Zuversicht dessen, was man hofft; eine Ueberzeugung der Dinge, die man nicht siehet. 2. Denn in ihm haben die Alten Zeugniß empfangen. 3. Durch den Glauben erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort bereitet worden, also daß nicht aus sichtbaren Dingen die Dinge, die man sieht, entstanden sind. H. 4. Durch den Glauben brachte Abel Gott ein vorzüglicheres Opfer dar als Kain, und durch ihn ward er für gerecht erklärt, da Gott über seine Gaben Zeugniß gab; durch ihn redet er auch noch, wiewohl er gestorben ist. 5. Durch den Glauben ward Enoch hinweggenommen, ohne den Tod zu sehen; und er ward nicht mehr gefunden, weil ihn Gott hinwegnahm; denn vor seiner Hinwegnahme hat er das Zeugniß empfangen, daß er Gott wohlgefalle. 6. Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott wohl zu gefal 7. Durch den Glauben erbaute Noah, als er eine göttliche Offenbarung empfangen über das, was man noch nicht sah, in Furcht eine Arche zur Rettung seines Hauses; und durch ihn verurtheilte er die Welt, und ward ein Erbe der Gerechtigkeit, die durch den Glauben fommt. pot mistms 8. Durch den Glauben war Abraham, als er berufen ward, ge horsam, auszuziehen in das Land, das er zum Erbtheil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme. 9. Durch den Glauben hielt er sich auf in dem Lande der VerheiBung, als in einem fremden; und wohnte in Hütten mit Isaat und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10. Denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Erbauer und Schöpfer Gott ist. 11. Durch den Glauben empfieng auch Sara selbst die Kraft, daß sie schwanger ward; und über ihr Ulter hinaus gebar sie, weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte. 12. Daber sind auch von Einem und zwar Erstorbenen Kinder entsprossen, gleichwie die Sterne des Himmels an Menge, und wie der Sand am Gestade des Meeres, der unzählbar ist. 13. Im Glauben starben diese alle, ohne die Verheißungen empfangen zu haben, sondern sie schauten sie nur von ferne, und trösteten sich ihrer, und begrüßten fie freudig, und bekannten, daß sie Gäste und Fremdlinge auf Erden seien. 336 Die Epistel St. Pauli S1 Cap. 110 14. Denn die solches sagen,| als für eine Zeit lang den Genuß zeigen damit an, daß sie ein der Sünde haben; Vaterland suchen. of 15. Und hätten sie dabei an jenes gedacht, aus welchem sie ausgezogen, so hätten sie ja Zeit ge babt, dahin zurückzukehren. 26. indem er für größern Reich thum als die Schäße Aegyptens die Schmach Christi achtete; denn er sah auf die Belohnung ingnit 27. Durch den Glauben verließ er Aegypten, ohne den Grimm des Königs zu fürchten; denn er hielt fest an dem Unsichtbaren, als ob er ihn säheurs, Ispa 28. Durch den Glauben hat er das Passah veranstaltet, und das Ansprengen des Blutes, damit der Würger der Erstgebornen sie nicht berühre.lle 16 dll.08 29. Durch den Glauben giengen sie durch das rothe Meer wie durch trockenes Land; und als die Aegypter es versuchten, ertranken sie. 30. Durch den Glauben fielen die Mauern von Jericho, nachdem man sieben Tage um sie herumgezogen. Z 31. Durch den Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter mit Frieden aufge nommen hatte. 20. Und was soll ich weiter sagen? Denn die Zeit würde mir fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gedeon, und Barak und Samson und Jephta, von David und Samuel und den Propheten; 33. welche durch den Glauben Königreiche bezwangen, Gerech 23. Durch den Glauben ward tigkeit übten, Verheißungen der Moses nach seiner Geburt drei langten, der Löwen Rachen verMonate von seinen Eltern borgen, weil sie sahen, Kind schön war, und ſie fürchteten das Gebot des Königs nicht. 24. Durch den Glauben weigerte sich Moſes, als als er erwachsen war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen; das 16. Jest aber trachten sie nach einem bessern, das ist, nach dem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott ge nannt nnt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet. 17. Durch den Glauben hat Abraham den Isaak geopfert, als er versucht ward, und brachte den Eingebornen dar, er, der die Verheißungen empfangen hatte, 18. zu welchem gesagt worden war:„ In Isaat soll dein Same genannt werden." 19. Denn er bedachte, daß Gott mächtig sei auch von den Todten zu erwecken; von woher er ihn auch, gleichnißweise, wieder erhielt. 20. Durch den Glauben segnete Isaak den Jakob und den Esau in Bezug auf die Zukunft. 21. Durch den Glauben segnete Jakob bei seinem Sterben einen jeden der Söhne Josephs, und betete an über der Spige seines Stabes. 22. Durch den Glauben gedachte Joseph bei seinem Ende des Auszuges der Kinder Israel, und gab Befehl wegen seiner Gebeine. verschlossen, 25. und wollte lieber mit dem Volke Gottes Ungemach leiden, 34. die Gewalt des auslöschten, der Schärfe des Schwer tes entrannen, aus Schwachheiten Kraft gewannen, im Streite start wurden, und der Fremden Heere schlugen. 35. Weiber erhielten aus, der Auferstehung ihre Todten wieder. Andere aber wurden auf die Folter|| Cap. 11. 12. an die Hebräer. 337 gespannt, und nahmen die Befrei-| aufs Blut widerstanden im Kampfe ung nicht an, um eine herrlichere wider die Sünde; Auferstehung zu erlangen. 36. Andere erfuhren Spott und Geißelung, dazu Bande und Gefängniß; 37. wurden gesteinigt, zersägt, versucht, erlitten den Tod durchs Schwert, giengen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, hatten Mangel, Trübsal, Ungemach; 38.( ihrer war die Welt nicht werth!) irreten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und Klüften der Erde. 39. Und diese alle, obschon fie durch den Glauben Zeugniß hat ten, kamen nicht in Besiß der Verheißung, 40. weil Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hatte, damit sie nicht uns Das XII. Capitel. 1. Ermahnung zum standhaften Aufsehen auf Jesum. 2. Heilsamkeit göttlicher Züchtigungen. 3. Warnung vor Trägheit und vor Verschmähung der Gnade Gottes. Darum also auch wir, da wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so laßt uns alle Last ablegen, und die uns ganz umringende Sünde, und laßt uns mit Geduld in dem Kampfe, der uns vorgelegt ist, laufen, 2. indem wir aufsehen auf den Anführer und Vollender des Glaubens, Jesum; welcher für die Freude, die ihm vorgelegt war, das Kreuz erduldete, die Schande verachtete, und sich zu der Rechten des Thrones Gottes geſetzt hat. 3. Denn beachtet den, der ein solches Widerstreben von den Sündern gegen sich erduldet hat, das mit ihr nicht ermattet und den Muth fallen lasset in euern Seelen. II. 4. Ihr habet noch nicht bis 5. und doch habet ihr des Trostes vergessen, der zu euch spricht, als zu Söhnen: Mein Sohn! achte die Züchtigung des Herrn nicht gering, und laß den Muth nicht fallen, wenn du von ihm gestraft wirst; 6. denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er geißelt jeden Sohn, an dem er Wohlgefallen hat." "> 7. Wenn ihr Züchtigung erduldet, so beweist fich Gott gegen euch als gegen Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? 8. Bleibet ihr aber ohne Züchtigung, welcher Alle theilhaft geworden, so seid ihr ja unächte und nicht 9. Und nun hatten wir schon die Väter unsers Fleisches zu Züchtigern, und scheuten sie: sollten wir denn nicht noch viel mehr dem Vater der Geister uns unterwerfen, und leben? 10. Denn jene züchtigten uns für wenige Tage, nach ihrem Gutdünken; er aber zum Besten, damit wir seiner Heiligkeit theilhaft werden. 11. Alle Züchtigung aber, wenn sie vorhanden ist, dünkt uns nicht zur Freude zu gehören, sondern zur Traurigkeit: hernach aber bringt sie denen, die durch sie geübt sind, eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit. III. 12. Darum richtet die erschlafften Hände und die ermüdeten Knie wieder auf; 13. und thut gerade Tritte mit euern Füßen, daß nicht das Lahme ausgerenkt, sondern vielmehr geheilt werde. 14. Jaget nach dem Frieden mit Jedermann, und nach der Heili22 ( 338 thung, ohne welche Niemand den Herrn sehen wirdUnispida nis 15. Und sehet zu, daß nicht Jemand die Gnade Gottes versäume; daß nicht eine giftige Wurzel naufwachse, und Verwirrung errege, und durch diese Viele befleckt werden; bin 16. daß nicht jemand ein Unzüchtiger sei, oder ein Ruchloser, wie Esau welcher für eine einzige Speise seine Erstgeburt verkaufte. 17. Denn ihr wisset, daß er auch nachher, da er den Segen erben wollte verworfen ward; denn er fand keine Stätte für die Reue, obschon er sie mit Thränen suchte. 18. Denn ihr seid nicht zu dem Berge gekommen, den man berühren konnte, und der in Feuer brannte, und zum Dunkel und Finsterniß und Ungewitter, p 19. und dem Schall der Posaune, und dem Ton der Worte, deren Hörer baten, daß nicht weiter zu ihnen geredet würde; 20. denn sie konnten nicht ertragen, was geboten ward:„ Wenn auch ein Thier den Berg berührt, so soll es gesteinigt, oder mit Geschoß erlegt werden;" SS 21. und so schrecklich war die Erscheinung, daß Moses sprach: " Ich bin voll Furcht und Zittern!" 22. Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion, und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem, und zu viel tausend Engeln; S 23. zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgebornen, die in den Himmeln aufgeschrieben sind, und zu( Hott, dem Richter Aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten; 24. und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesu, und zu dem Blute der Besprengung, das Besseres redet als Abels Blut. Die Epistel St. Pauli Cap. 12. 13. 25. Sehet zu, daß ihr euch dem nicht weigert, der da redet! Denn wenn Jenes der Strafe nicht ent flohen, die sich dem geweigert, der auf der Erde den Befehl gab, wie viel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel redet! nl mords ismda 26. Seine Stimme bewegte da: mals die Erde; jezt aber hatuer verheißen, sprechend:„ Noch Einmal erschüttere ich nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel." 27. Dieses noch Einmal" aber deutet auf die Aenderung der bewegten Dinge, als solcher, die geschaffen sind damit die unbe wegten bleiben. stianoat bom 28. Darum, weil wir ein unbe wegliches Reich empfangen haben, so laßt uns Dank beweisen, dürch welchen wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furchtsd 29. Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. ing 317 310 11 Das XIII. Capitel. 1. Ermahnung zu verschiedenen Tugenden, 2. zur Festigkeit, und zur Folgsamkeit gegen die Lehrer. 3. Sc genswünsche und Schluß. Die brüderliche Liebe bleibe 2. Der Gastfreiheit vergesset nicht; denn durch sie haben Etliche ohne ihr Wissen Engel beherberget. 3. Seid eingedenk der Gefange nen als Mitgebundene, und derer, die Ungemach leiden, als solche, die auch selbst noch im Leibe sind. 4. Die Ehe sei in Ehren bei Allen, und das Ehebett unbeflect; Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten. 5. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasset euch genügen an dem, was da ist; denn Er hat gespro chen: ,, Ich will dich nicht laſſen, und dich gar nicht verlassen." 6. So daß wir getroft sagen mé Chp$ 13.400 ngen Der Herr ist mein Helfer, und ich will mich nicht fürchten, was foll mir ein Mensch thun?" II. 70 Seid eingedenk eurer Fühter, die euch das Wort Gottes gepredigt haben; beschauet den Ausgang ihres Wandels, und ahmet ihren Glauben nachum 8.1 Jesus Christus ist gestern und heute eben derselbe, und in Ewigkeit.dnbard) megidas 9. Laßt euch nicht von mancherlei und fremden Lehren hinreißen; denn es ist gut, daß das Herz durch Gnade befestigt werde, nicht durch Speisen, von welchen die keinen Nußen empfiengen, die darnach wandelten. did a ilun an die Hebräer. T 10. Wir haben einen Altar, von dem die nicht das Recht haben zu tessen, welche der Hütte dienen. 11. Denn von den Thieren, deren Blut, für die Sünde, in das Heiligthum durch den Hohenpriester hineingetragen wird, werden die Leiber außerhalb des Lagers verbrannt. 1112 802 12. Daher hat auch Jesus, um durch sein Blut das Volk zu heiligen, außerhalb des Thores gelitten. 22. Ich ermahne euch aber, ihr Brüder! nehmet an das Wort der Ermahnung; denn ich habe euch in Kürze geschrieben. 23. Wisset, daß der Bruder Timotheus ledig gelassen ist; mit ihm, wenn er bald kommt, werde ich euch sehen. mumm 24. Grüßet alle eure Führer, und alle Heiligen. Es grüßen euch die aus Italien. 25. Die Gnade sei mit euch 16. Der Wohlthätigkeit aber und Allen! Amen. der Gemeinschaft vergesset nicht, I 0110 13. So laßt uns nun zu ihm vor das Lager hinaus gehen, und seine Schmach tragen. 14. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen die zukünftige. 15. Darum laßt uns durch ihn allezeit das Opfer des Lobes Gott darbringen, das ist, die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. 000 250 339 denn an solchen Opfern hat Gott ein Wohlgefallen.or mods m 17. Gehorchet euern Führern, und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben sollen; damit sie dieses mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen; denn das wäre euch kein Gewinn. 18. Betet für uns! Denn wir sind der Zuversicht, daß wir ein gutes Gewissen haben, indem wir in allen Stücken ehrbar wandeln wollen. 17/06 19. Jch bitte euch aber um so eifriger dieses zu thun, damit ich euch desto bälder wiedergegeben 815 werde. III. 20. Aber der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe von den Todten wieder gebracht hat durch das Blut des ewigen Bundes, unsern Herrn Jefum, rom 21. er mache euch fertig in allem guten Werke, um seinen Willen zu thun, und schaffe in euch, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesum Christum; ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. immertising 30. 8 22* phot54 340 Die Epistel St. Jacobi. S Capa D sie motor 3 dopsin nist to blow mai ai me Die Epistel St. Jacebi. tad Bgi43 mi The Das I. Capitel. Versuchung erduldet; denn, nhch# 1. Gruß. 2. Ermunterung zur dem er bewährt worden, wird er Standhaftigkeit im Leiden. 3. Ur- die Krone des Lebens empfangen, sprung der Versuchungen. 4. Die ächte welche der Herr denen verheißen Frömmigkeit. sua md rind ast hat, die ihn lieben.do rs Jacobus Knecht Gottes und des Herrn Jesu Christi, wünscht den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung find; Freude. H. 2. Achtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in 14. Jeder aber wird versucht, mancherlei Versuchungen fallet; wenn er von seiner eigenen Bast 3. und erkennet, daß die Be- gezogen und gelockt wirdinis di währung euers Glaubens Geduld 15. Hernach, wenn die Lust em wirkt; 510 dtpfangen hat, gebiert sie die Sün4. die Geduld aber habe ein voll- de; die Sünde aber, swenn sie kommenes Werk, damit ihr voll vollendet ist, gebiert den Tods kommen und ganz seid, und in nichts einen Mangel habet. 16. Frret nicht, meine geliebten Brüder! du lid 5. So aber Jemand unter euch an Weisheit Mangel hat, der bitte sie von Gott, der Allen gerne gibt, und Niemand schilt, und sie wird 17. Alle gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Ber änderung ist, noch ein Schatten des Wechsels. 100 dihm gegeben werden. 6. Er bitte aber im Glauben, und zweifle nicht; denn der Zweifler gleicht der Welle des Meeres, die vom Winde bewegt und getrieben wird. 7. Denn ein solcher Mensch denke nicht, daß er etwas von dem Herrn empfangen werde, sig in 8. Ein wankelmüthiger Mann ist unbeständig in allen seinen Wegen. ngd 150 19. Es rühme sich aber der Bruder, der niedrig ist, seiner Hoheit; 10. der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn wie die Blume des Grases wird er vergehen. u S III. 13. Niemand, wenn er vers sucht wird, sage: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht vom Bösen versucht werden, und auchy er versucht Niemand 11. Denn die Sonne gieng auf mit der Hiße, und verdorrete das Gras, und seine Blume fiel ab, und die Schönheit ihres Unsehens war dahin; also wird auch der Reiche in seinen Wegen verwelként. 12. Selig ist der Mann, der die PUIDU 18. Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gleichsam die Erstlinge seiner Geschöpfe wären. 19. Darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, lang sam zum Zorne.unit is pl 20. Denn der Zorn des Mannes wirkt nicht Gerechtigkeit vor Gott. 21. Darum legetaballerin sauberkeit und allen Auswuchs der Bosheit, und nehmet mit Sanft muth auf das eingepflanzte Wort, welches eure Seelen kann selig machen. duod ejun odid IV. 22. Seid aber Thäter des Wortes, und nicht allein Höret, indem ihr euch selbst betrüget.m 23. Denn so Jemand einhörer des Wortes ift, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, Cap. 1. 2. welcher sein angebornes Angesicht im Spiegel betrachtet; Die Epistel St. Jacobi, 341 5. Söret, meine geliebten Brüder! Hat 24. nachdem er nämlich sich selbst betrachtet, gieng er davon, und vergaß alsobald, wie er beschaf fen war. and 1190 190 dieser Welt erwählt, daß sie am Glauben, reich seien, und Erben des Reiches, welches er denen, die ihn lieben, verheißen hat? Shr 25. Wer aber in das vollkommne aber habt den Armen verachtet. Gesetz der Freiheit hineingeblickt, 6. Ueben nicht die Reichen Geund dabei beharret hat, ein sol- walt über euch aus, und ziehen cher, der nicht ein vergeßlicher nicht sie euch vor Gericht? Mod Hövery sondern ein Thäter des Werkes ist, ein solcher wird selig in seinem Thun sein.ds I $ 26. Wenn Jemand unter euch sich einbildet, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Gottesdienst ist eitel. 7. Lästern nicht sie den schönen Namen, nach welchem ihr genannt seid? in nism 91 8. Wenn ihr jedoch das königliche Geseß erfüllet, nach der Schrift: ,, Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" so thut ihr recht; 27. Eind reiner und makelloser Dienst vor Gott dem Vater ist dieser, Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich felbst von der Welt unbefleckt erhalten mod nos de 9. wenn ihr aber die Person ansehet, so übet ihr Sünde, und werdet von dem Geseze gestraft als Uebertreter. 10. Denn wer das ganze Geseg hielte, verfehlte sich aber in Einem, der ist in Allem schuldig geworden. 11. Denn der, welcher sprach: 1. Warnung vor partciischem An-„ Du sollst nicht ehebrechen! sehen der Person, und 2. vor einem sprach auch:„ Du sollst nicht drus du nun Meine Brüder! habet nicht mit Ehe brichst, aber tödtest, so bist Ansehen der Person den Glauben du ein Uebertreter des Geſeßes an die Herrlichkeit unsers Herrn geworden. isbjornis no Sefu Chrifti. 12. Also redet und also thut, als solche, die durch das Gesetz der Freiheit sollen gerichtet werden. 1943 19 od 2. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit goldenen Ringen, in einem herrlichen Kleide, ges käme aber auch ein Armer in einem unsaubern Kleide hinein; aroul nallo di vistouni 13.0 und ihr fähet auf den, der das herrliche Kleid trägt, und sprächet zu ihm: Seße du dich hieher aufs beste! und zu dem Armen sprächet ihr: Stehe du dort, oder seße dich hier unter meinen Fußschemel! dadi 13. Denn ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit geübt bat; die Barmherzigkeit aber rühmet sich wider das Gericht.. II. 14. Was hilft es, meine Brüder! wenn Jemand sagt, er habe Glauben, hat aber nicht Werke? Kann ihn der Glaube selig machen? 14. machtet ihr dann nicht unter euch einen Unterschied, und wäret Richter mit übeln Gedanken? 15. Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester nackt wären, und Mangel litten an nder täglichen Nahrung; 15 pin St * t mobi stin Das II. Capitel. ( 6 ELE 342 Die Epistel St. Jacobi. भी शार 16. und Jemand aus euch spräche Das III. Capitel. im Frieden! den der Zunge. wärmet euch und ſättiget euch! 2. Die christliche Weisheit. med ihr gäbet ihnen aber nicht, was zu des Leibes Nothdurft dient, was hülfe es? 17. So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, an sich Werdet nicht euer Biele Lehrer, meine Brüder; denn ihr wisset, daß wir ein strengeres Gericht empfangen werden. 195 selbst todt. Gap. 2. 37 22. Siehst du, daß der Glaube zu seinen Werken mitwirkte, und aus den Werken der Glaube vollkommen ward; "" 23. und die Schrift ward erfüllt, die da spricht: Und Abraham glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet, und er ward ein Freund Gottes genannt." 18. Allein es möchte Jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben aus deinen Werken, und ich will dir auch aus meinen Werken meinen Glauben zeigen. 3. Siehe, den Pferden legen wir die Zäume in den Mund, damit 19. Du glaubst, daß nur Ein sie uns gehorchen, und wenden Gott ist. Du thust wohl; auch ihren ganzen Leibindin af die Teufel glauben es, und zittern. 4. Siebe, auch die Schiffe, die 20. Willst du aber wissen, oso groß sind, und von heftigen eitler Mensch, daß der Glaube ohne die Werke todt ist? Winden getrieben werden, werden von dem kleinsten Steuerruder gewendet, wohin die Absicht des Lenkenden nur will. Phil 21. Ist nicht Abraham, unser Vater, aus den Werken gerecht gesprochen er 5. die ein Sohn Isaat auf den Altar dar- kleines Glied, und thut sich großer Dinge aus. Siebe, ein geringes Feuer, wie einen großen Wald zündet es an! brachte? pendan 6. Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Also findet sich die Zunge unter unsern Gliedern, die den ganzen Leib befleckt, und steckt den Kreis der Schöpfung in Brand, und wird von der Hölle in Brand gesteckt. 1960 2. Denn wir fehlen alle viel. Wenn Jemand in der Rede nicht fehlt, der ist ein vollkommener Mann, mächtig auch den ganzen Leib im Zaume zu haltenig m Raeben so hab, die Hure, aus den Werken gerecht gesprochen worden, da sie die Boten aufnahm, und auf einem andern Wege hinaus ließ? 26. Den wie der Leib ohne den Geist todt ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke todt. 7. Denn alle Natur der wilden 24. Sehet ihr, daß der Mensch Thiere und der Vögel, der krie aus den Werken gerecht gesprochenden und der Meerthiere, wird chen wird, und nicht aus dem gezähmt und ist gezähmt worden Glauben allein? von der menschlichen Natur; 8. die Zunge aber kann kein Mensch zähmen, fie ist ein unbändiges Uebel, voll tödtlichen Giftes. 9. Mit ihr lobpreifen wir Gott, den Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bilde Gottes geschaffen sind 10. Aus demselben Munde gebt Lobpreisung und Fluch. Nicht Cap. 3.4 Die Epistel St. Jacobi, 343 SLE soll, meine Brüder, das also damit ihr es in euern Lüften 11. Gießt auch die Quelle aus derselben Deffnung das Süße und das Bittere? 3d od wo 12. Kann auch, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven bringen, oder ein Weinstock Feigen? Also kann auch keine Quelle salziges und süßes Wasser geben. ansrede vergeblich? Ein eifersüchti II. 13. Wer ist weise und ver- ges Verlangen hat der Geist, der fragni ständig unterteuch? Er zeige aus in uns wohnet; dem guten Wandel seine Werfe in Sanftmuth der Weisheit. 114. Wenn ihr aber bittern Eifer und Zanfsucht in euerm Herzen habet, so rühmet euch nicht, und lüget nicht wider die Wahrheit. 15. Diese Weisheit ist nicht von oben herab kommend, sondern eine irdische, sinnliche, teuflische. 6. er gibt aber desto größere Gnade. Darum spricht fie:„ Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demüthigen aber gibt er Gnade." 7. So unterwerfet euch nun Gott: widerstehet dem Teufel, so wird er von euch fliehen. 8. Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen! Reiniget die Hände, ihr Sünder! und heiliget die Herzen, ihr Wankelmüthigen! 9. Fühlet euer Elend, und trauert und weinet! Euer Lachen verkehre sich in Trauer, und euere Freude in Betrübniß! 16. Denn wo Eifer und Zanksucht ist, da ist Zerrüttung und alles schlechte Wesen. 4. 3hr Ehebrecher und Chébres cherinnen! wisset ihr nicht, daß die Freundschaft der Welt Feinds schaft wider Gott ist? Wer also der Welt Freund sein will, der wird zu einem Feinde Gottes. 5. Oder meinet ihr, die Schrift 17. Aber die Weisheit von oben herab ist fürs erste rein, dann friedsam, freundlich, folgsam, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, und ungeheuchelt. 18. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden gesäet denen, die Frieden halten. STYTTA dig Das IV. Capitel. 1. Bestrafung der Streitsucht, 2. der Schmähsucht, und 3. des vermessenen Selbstvertrauens. Spod Woher ist Krieg und Kampf unter euch? Ist es nicht daher, aus euern Lüsten, die in euern Gliedern streiten? 2. Ihr gelüftet, und erhaltet es nicht; ihr beneidet und eifert, und könnet es nicht erlangen; ihr tämpfet und krieget, aber ihr merhaltet es nicht, darum weil ihr nicht bittetion 103. Shr bittet, und empfanget es tight, darum weil ihr übel Bittet, 10. Demüthiget euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. II. 11. Berunglimpfet einander nicht, ihr Brüder! Wer seinen Bruder verunglimpft, und seinen Bruder richtet, der verunglimpft das Geseß, und richtet das Gesep. Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht Thäter des Geseges, sondern dessen Nichter.n 12. Einer ist der Geseggeber, der selig machen und verderben kann. Du aber, wer bist du, der du den Andern richtest? III. 13. Nun wohlan! die ihr saget: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt ziehen, und wollen daselbst ein Jahr zubringen, und Handel treiben, und gewinnen; Stat 193 14. die ihr nicht wisset, was morgen sein wird! Denn was ist 344 Die Epistel St. Jacobi. Cape 4, 5 euer Leben? Ein Dampf ist es, wartet auf die föstliche Frucht Der tteine Zeit sichtbar ist, der Erde, und harret geduldig un hernach aber verschwindet. Falls ihretwegen bis sie den Früh15. Anstatt daß ihr sagen sollWenn der Herr will, und wir leben, so wollen wir dieses oder jenes 16. Nun aber rühmt ihr euch ches Rühmen ist böse. 17. thun, und thut es nicht, dem i werdet. Siche, der Richſteht te keht vor der Thüre. Nehmet, meine Brüder, zum Vorbilde des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben. 11. Siehe, wir preisen die selig, welche ausharren. Ihr habet von der Geduld Hiobs gehört, und das Ende vom Herrn habet ihr geschen; daß der Herr reich i an und voll Mitleid. ansturi sid S III. 12. Vor allen Dingen aberg meine Brüder! schwöret nicht weder bei dem Simmel, noch bei der Erde, noch irgend einen an dern Eid; sondern es sei euer Ja, Ja; und euer Nein, Nein; auf daß ihr nicht in das Gericht fallet. IV. 13. Hat Jemand ein Leiden unter euch, der bete. Ist Jemand gutes Muthes, der singe Psalmen. 14. 3st Jemand frank unter euch, so rufe er die Aeltesten der Gemeinde zu sich, und sie sollen über ihn beten, und ihn mit Del salben, im Namen des Herrn; nu 907501 log sandme tilat Id ensupl 190 and 20 Das V. Capitel. -90 13097500 1. Bevorstehende Strafe der ungerechten Reichen. 2. Ermahnung zu geduldigem Ausharren. 3. Verbot des Schwörens im gemeinen Leben. 4. Nechtes Verhalten in Freude und und und Spätregen, empfange. 8. So barret auch ihr geduldig, stärket eure Herzen, denn die Zukunft des Herrn ist genabet! 9. Seufzet nicht wider einander, Nun wohlan, ihr Reichen! weinet und jammert über das Elend, das über euch fommt! 2. Euer Reichthum ist verfault, und eure Kleider sind von Schaben zerfressen. 01. 3. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnisse wider euch sein, und euer Fleisch verzehren, wie Feuer. 3hr habet in den legten Tagen Schäre gesammelt. 4. Siebe, der Lohn der Arbeiter, die euere felder geschnitten haben, der von euch zurück behalten ist, schreit laut, und das Rufen der Schnitter ist vor die Ohren des Herrn der Heerschaaren gekommen. 5. Ihr habet auf Erden wollüstig und üppig gelebt; ihr habet eure Herzen geweidet wie am Schlachttage. 10310 15. und das Gebet des Glaus bens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er auch Sünden gethan bat, so wird ihm vergeben werden. 16. Bekennet einander die Feh ler, und betet für einander, da mit ihr gesund werdet. Die fräß tige Bitte eines Gerechten berai II. 7. So harret mag viel. Ust ihr Brüder! bis zur Zukunft des 17. Elias war ein Mensch, gleis Herrn. olmar Siche 6. Ihr habet den Gerechten verurtheilt, getödtet; er widersteht euch nicht, ale jobild der Ackermann1 chen Anfechtungen unterworfen Capt 500 Die Epistel St. Jacobi. wie wir, und er betete ernstlich, unter eu und es bekehrt Jemand von der Wahrheit abdaß es nicht regnen sollte; und es regnete nicht auf das Land geirrt ist, denselben, drei Jahre und sechs Monate. 20. der wisse: Wer einen Sün18. Und er betete wiederum, da der von seinem Irrwege bekehrt, gab der Himmel Regen, und die der wird eine Seele vom Tode Erde ließ ihre Frucht hervor- retten, und die Menge der Sünwachsen. 10 11 den bedecken. 19. Jhr Brüder! still 351 wenn Jemand 907 1947 al SI Di Die I. Epistel St. Petri. ALS 345 diumbad MTS M stöd fi nomine est IN TUR TI Tudt du mude 3 134 Das 1. Capitel. 10 Gruß. 12. Lobpreisung Gottes für die herrliche Hoffnung durch Chriftum. 3. Ermahnung zum heiligen | Glaubens viel köstlicher erfunden werde, als das Gold, das vergeht, aber durch das Feuer bewährt wird, zu Lob und Preis Wandel, d d d und Herrlichkeit in der OffenPetrus, Apostel Jesu Christi, an barung Jesu Christi; die Fremdlinge in der Zerstreuung, in Pontus, Galatien, Cappadocien Asien und Bithynien, 2. die Auserwählten nach der Vorherbestimmung Gottes, des Baters, in der Heiligung des Geiſtes, zum Gehorſam und zur Besprengung mit dem Blute Jesu Christi. Gnade und Friede werde euch gemehret! ie 190 II. 3. Hochgelobt sei Gott, der Bater unsers Herrn Jesu Christi, der, nach seiner vielfältigen Barmherzigkeit, uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten 40 6. Darüber frohlocket ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es ſein ſoll, betrübt worden ſeid unter 7. damit die Bewährung euers Glaubens, die Seligkeit der Seelen davon traget. 10. Nach dieser Seligkeit suchten und forschten die Propheten, die von der Gnade, die euch zu Theil werden sollte, weissagten. 11. Sie forschten, auf welche, oder auf was für eine Zeit der Geist Christi deute, der in ihnen war, und die auf Christum wat tenden Leiden samt der darauf 4. zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, welches im Himmel für uns aufbehalten wird; folgenden Herrlichkeit vorher be 101 zeugte. Funde 12. Da wurde ihnen geoffenbart daß sie nicht sich selbst, sondern 5. die wir in der Kraft Gottes uns dieneten mit dem, was euch durch den Glauben bewahrt wer- jept verkündigt worden durch die, den zur Seligkeit, die bereit ist, welche euch das Evangelium ge in der legten Zeit geoffenbart zu predigt haben im heiligen Geiste, werdens der vom Himmel gesandt worden ist, in welche Dinge die Engel hinein zu blicken gelüftet. III. 13. Darum umgürtet die Lenden eures seid, nüchtern, und hoffet vollkommen 8. den ihr, ohne ihn zu kennen, lieb habet; an den ihr glaubet, ohne ihn jetzt schon zu schauen, und dessen ihr euch freuet mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, 9. indem ihr das Ende euers 3468 Cap.$ 1.27 aufe died Guade, die euch gebracht wird in der Offenbarung Jesu Chrifti 107 1d id mass 14 Als gehorsame Kinder, stel let euch nicht gleich den vorigen Lüsten in eurer Unwissenheit; 15 25. aber des Herrn Wort bleibt in die Ewigkeit. Dieses aber ist das Wort, welches unter euch im Evangelium ist verkündigt worden. og er nun 13 Das II. Capitel. midsid 15. sondern, wie der, der euch 1. Fernere Ermahnung zur Heilig berufen hat, heilig ist, also werdet feit; 2. zum Gehorsam gegen Obrigauch ihr heilig in allem Wandel.liteiten und Herrschaften; 3. zu gedul 16. Denn es steht geschrieben: diger Ertragung des Unrechts. tladims „ Seid heilig, denn ich bin heilig." So leget nun ab alle Bosheit, 170 Und wenn ihr den als Vater und alle List, und Heuchelei, und anrufet, der ohne Ansehen der Neid, und alle Verleumdungen! Person nach eines Jeden Werk richtet, so wandelt in Furcht die Zeit eurer Pilgerschaft; 2. Wie neugeborne Kinder habet eine Begierde nach der vernünfti 16 gen, unverfälschten Milch, auf daß ihr durch dieselbe wachsen mögetz 3. wenn ihr anders empfunden habet, daß der Herr gütig ist. 18. da ihr wisset, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst seid von euerm eiteln Wandel, der euch von den Vätern überliefert war, 19. fondern mit dem theuren Blute Chrifti, als eines untadelichen und unbefleckten Lammes; 20. welcher zwar vor der Grundlegung der Welt dazu vorher bestimmt war, aber in diesen letzten Zeiten erschien um euertwillen, 4. Da ihr zu ihm hinkommet, zu dem lebendigen Steine, nder von den Menschen zwar verwors fen, vor Gott aber auserwählt und köstlich ist; 104 5. so werdet auch selbst als lebendige Steine erbaut, ein geist liches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um. darzubringen geistliche Opfer, die Gott ange nehm sind durch Jesum Christum. 21. die ihr durch ihn an Gott glaubet, der ihn von den Todten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott stehe. 22. Nachdem ihr eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist geheiligt habet zur ungeheuchyelten brüderlichen Liebe, 6. Darum steht auch in der Schrift:„ Siehe, ich lege in Sion einen auserwählten köstlichen Ec stein! und wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden." 7. Für euch nun, die ihr glau bet, ist die Kostbarkeit; für die Die I. Epistel St. Petri so habet einander innig lieb aus Ungehorsamen aber ist der Stein, retnem Herzens of $ den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, und ein Stein des Unstoßes, und ein Fels des Nergernisses.un tim mod 8. Sie stoßen an, weil sie dem Worte nicht gehorsam sind, wozu sie auch bestimmt worden sind 9. Jhr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priester schaft, das heilige Volk, das Volk des Eigenthums; damit ihr e 23. Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige Wort Gottes, das in die Ewigkeit bleibet di 24. Denn alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume des Grafes. Das Gras ist verdorrety und seine Blume ist abgefallenza Cap. 12. 3.3 Die If Epistel St. Petri gezüchtigt werdet und desierdulat det? Wenn ihr aber für Gütesa) thun leidet, und es erduldet, daß ist Gnade bei Gott. thin us fol Tugenden dessen verkündiget, der das, wenn ihr für Bergehungen euch aus der Finsterniß zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat. 100 Die ihr ehemals kein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid; die ihr nicht begnadigt waret, nun aber begnadiget worden seid. 11. Jhr Geliebten! ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, buie du se da 1219 und führet euren Wandel unter den Heiden löblich, damit sie da, wo sie euch als Uebelthäter verleumden, aus euren guten Werken, wenn sie dieselben an schauen Gott preisen am Tage der Heimsuchung. ni sis II. 13. So seid nun aller menschlichen Ordnung unterthan, um des Herrn willen; es sei dem Könige, als dem Oberherrn, 14. oder den Landpflegern, als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Uebelthäter, und zum Lobe derer, die Gutes thun. D 15. Denn so ist es der Wille Gottes, daß ihr durch Gutesthun der Unwissenheit der thörichten Menschen den Mund stopfet; 16. als Freie, und doch nicht solche, welche die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit brauchen, sondern als Knechte Gottes. 3478 21. Denn dazu seid ihr berufen? worden, weil auch Christus für uns gelitten, und uns ein Vorbild gelassen hat, auf daß ihr sein nen Fußstapfen nachfolgen sollet. 22. Er hat keine Sünde gethan, noch ist ein Betrug in seinem Munde erfunden worden. june 23. Als er gescholten ward, schalt er nicht wieder; als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet. did 81 24. Er hat unsre Sünden selbst an seinem Leibe auf das Holz getragen, damit wir der Sünden los würden, und der Gerechtigkeit lebten; durch seine Wunden seid ihr geheilt worden. stul 25. Denn ihr waret wie irrende Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Auf- t seher eurer Seelen.com immif Das III. Capitel. IS 17.Ehret Jedermann! Liebet die Brüderschaft! Fürchtet Gott! Ehret den König i 1. Pflichten der Ehegatten. 2. Allgemeine Ermahnung zu Christlicher Rechtschaffenheit. mnd and modopse Gleicher Weise ihr Weiber, seid unterthan euren Männern, damit, auch wenn Etliche dem Worte nicht gehorchen, sie durch den Wandel ihrer Weiber, ohne Wort, gewonnen werden anonis. todod of 2. wenn sie euern in der Furcht teuschen Wandel geschaut habens 3.Euer Schmuck sei nicht der äußerliche mit Haarflechten, und Umhängen von Gold, oder Anin to ziehen der Kleider; sid mi and III. 19. Denn das ist Gnade; 4. sondern der verborgene Mensch wenn Jemand wegen des Gewis- des Herzens, in der Unvergänge fens vor Gott Betrübendes erträgt lichkeit des fanftmüthigen und und Unrecht leidet, lisd and it stillen Geistes, welcher vor Gott 20. Denn was für ein Ruhm ist föstlich istude for smul& snis) dnu 18. Jhr Hausknechte, seid mit aller Furcht den Herren unter than, nicht nur den guten und freundlichen, sondern auch den ungeschlachtenpfradon 348 Die I. Epistel St. Petri. Cap 3, 4 5. Denn also schmückten sich auch wortung gegen Jeden, der von vor Beiten die heiligen Weiber, die ihre Hoffnung auf Gott setten, und waren Männern euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, mit und 16. und habet ein gutes Ge wissen, damit da, wo sie euch als Uebelthäter verleumden, die zu Schanden werden, welche euern guten Wandel in Christo schmähen. 6. wie Sara dem Abraham ge horsam war und ihn ihren Herrn nannte, deren Töchter ihr geworden seid, wenn ihr Gutes thut, und bor feinem Schrecken euch fürchtet. 17hr Männer deßgleichyen, wohnet bei ihnen gemäß der Er fenntnis, als bei dem schwächern weiblichen Geschlechte, und ertheilet thnen Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, damit euer Geber nicht gehindert werden 17. Denn es ist besser, daß ihr für Gutesthun, wenn es det Wille Gottes ist, leidet, als für Bösesthunt foreplonde tod 18. Denn auch Christus hat Einmal der Sünden wegen gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns Gott zuführte; und ward zwar getödtet nach dem Fleische, aber lebendig gemacht nach dem Geiste; 16mod najjim II. 8. Endlich aber seid Alle gleichgesinnt mitleidig, brüderlich, innigbarmherzig, freundlichy! 9. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Scheltworten, sondern im Gegentheil segnet, weil ihr wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbet. 19. in welchem er auch hingieng, und den Geistern im Gefängnisse predigte, musbynnue and moldat 10. Denn wer das Leben lieb haben, und gute Tage sehen will, der halte seine Zunge ab vom Befen, und seine Lippen, daß sie nicht Trug reden! me 11. Er wende sich weg vom Böfen, und thue Gutes er suche Frieden und jage ihm nach. 20. die vor Zeiten ungehorsam waren, als die Langmuth Gottes in den Tagen Noah's harrete, als die Arche bereitet ward, in wel cher Wenige, das heißt, acht Seelen, durchs Wasser hindurch ge rettet wurden in 198 12. Denn die Augen des Herrn achten auf die Gerechten, und feine Ohren auf ihr Gebet; aber das Angesicht des Herrn ist wider die, welche Böses thun.u 13. Und 21. Deffen Gegenbild auch uns jegt rettet, die Taufe, nicht als ein Abwaschen der Unsauberkeit des Fleisches, sondern als Angelobung eines guten Gewissens gegen Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi; of indus 22. welcher zur Rechten Gottes euch er in den fes thun könne, wenn ihr Nachfolger des Guten seid? gefahren, und ihm die Engel und Gewalten und Mächte unterthan worden sind. nis dramoć now 14. Doch, wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, felig seid ihr! Bor ihrem Drohen Das IV. Capitel.ms& aber fürchtet euch nicht, und er- 1. Fernere Ermahnungen zu christ schrecket nicht; 106 bilichem Wandel, 2. und zu freudigem 15. sondern Gott den Herren Ausharren in Verfolgungen heiliget in euern Herzen: seid aber allezeit bereit zur Berant m Da nun Christus im Fleische für uns gelitten hat, so waffnet and Cape 4. 5. Die I. Epistel St. Petri. 349 ihr euch mit demselben Sinne; II. 12, 3hr Geliebten, laßt euch denn wer im Fleische gelitten, der hat abgelassen von der Sünde 2. damit ihr nicht mehr den Lüsten der Menschen, sondern dem Willen Gottes die noch übrige Zeit im Fleische lebet.indd 3. Denn es sei uns genug, daß wir die vergangene Zeit des Lebens den Willen der Heiden vollbracht haben, da wir wandelten in Ausschweifungen, Büsten, Trunken heit, Schwelgerei, Trinkgelagen und unerlaubten Gößendiensten. 4. Darum befremdet es sie, daß ihr nicht mehr mit ihnen in die selbe: Unordnung der Ausschweifung laufet, und sie lästern; 15. sie werden Rechenschaft geben müssen dem, der bereit ist, zu richten die Lebendigen und die Todten. 6. Denn dazu ward auch den Todten das Evangelium verkündigt, daß sie zwar nach Menschen Weise gerichtet werden, nach Gottes Weise aber im Geiste leben. 17. Es ist aber das Ende aller Dinget genahet. So seide nun mäßig und nüchtern zum Gebete. 8. Vor allen Dingen aber habet gegen einander inbrünstige Liebe; denn die Liebe wird der Sünden Menge bedecken. nou 17. Denn die Zeit ist da, daß das Gericht von dem Hause Gottes anfange. Wenn es aber zuerst bei uns anfängt, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen? 110 18. Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird der Gott lose und Sünder erscheinen? 9. Seid gastfrei gegen einander, 19. Darum sollen auch die, ohne Murren.p 8901 udalon welche nach dem Willen Gottes 10. Wie Jeglicher eine Gabe leiden ihm, 1, als dem treuen empfangen hat, so dienet damit Schöpfer, ihre Seelen empfehlen, einander als gute Haushalter der in Gutesthun.de bom d mancherlei Gnade Gottes.n fa big 10 11. Wenn Semand redet, so base Das V. Capitel. 1. Ermahnung an die Weltestem. 2. Allgemeine Ermahnungen zur Demuth und Standhaftigkeit. 3. Schluß for dist pilot rede er es als Gottes Aussprüche; wenn Jemand ein Amt verwal tet, so thue er es als aus dem Vermögen, das Gott darreicht; des Briefes. damit in allen Dingen Gott ver- Die Ueltesten unter euch ermahne heerlicht werde durch Jesum Chri- ich, der Mitälteste und Zeuge, der stum; welchem sei die Ehre und Leiden Christi, auch Mitgenosse die Macht von Ewigkeit zu Ewig- der Herrlichkeit, die geoffenbart Leit! Amen. af 1nd similag enn werden soll: nored togolle 19de das Feuer der Läuterung unter euch nicht befremden das zur Versuchung über euch ergeht, als widerführe euch etwas Befremdlichess ndi day that no 13. sondern, so wie ihr der Seiden Christi theilhaft seid, so freuet euch, auf daß ihr auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch freuen und frohlocken möget. 14. Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, selig seid ihr! denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruhet auf euch, Bei jenen zwar wird er gelästert, bei euch aber verherrlicht. g IL 15. Denn Niemand aus euch leide als Todtschläger, oder Dieb, oder Uebelthäter, oder als einer, der in ein fremdes Amt greift. 16. Leidet aber Jemand als Christ, so schäme er sich nicht; er preise vielmehr Gott an diesem Theil. ST 937 350 Die I. Epistel St. Petti. S. Cap. 5. m2 Weidet die Herde Gottes unter 9. Demn widerstehet, fest im Glau Teuch und führet das Aufseheramt nicht gezwungen, sondern frei willig; auch nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern aus neigtem Gemüthers hinge 13. nicht als Herrscher über das Erber, sondern so daß ihr Vorbilder der Herde seid; ben, da ihr wisset, daß dieselben Leiden an eurer Brüderschaft in der Welt erfüllet werden. bas ge- 10. Aber der Gott aller Gnade, ber uns zu ſeiner ewigen bort lichkeit in Christo Jesu berufen hat, er wolle, nachdem ihr eine kleine Zeit gelitten, selbst euch völlig bereiten, stärken, kräftigen, fest gründen! op om m 14. so werdet ihr, wann der Oberhirt erscheint, den unverwelklichen Kranz der Ehre davon tragen. 11. Ihm sei die Ehre, und die 15. Gleicherweise, ihr Jün- Macht von Ewigkeit zu Ewiggern seid den Weltesten unter- teit! Amen. pauldodre) dru than. Seid aber alle einander III. 12. Sch habe euch durch unterthan, und bekleidet euch mit Sylvanus, den treuen Bruder, der Demuth; denn Gott wider- wie ich erachte, mit Wenigem ge stehet den Hoffärtigen, aber den schrieben, euch zu ermahnen, und Demüthigen gibt er Gnade. zu bezeugen, daß dieses die wahr 6. So demüthiget euch nun unterhafte Gnade Gottes sei, in wel die gewaltige Hand Gottes, damit cher ihr steheti mut@ St er euch zu seiner Zeit erhöhe. 13. Es grüßt euch die mitauserwählte Gemeinde zu Babylon, und Marcus, mein Sohn. 7. Und alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sørget für euch. 14. Grüßet euch unter einander mit dem Kusse der Liebe! Friede sei mit euch Allen, die in Christo Jesu find! Amen. and and grow hue bus or no 8. Seid nüchtern, wachet, denn eurer Widersacher, der Teufel, geht umber wie ein brüllender Löwe, und sucht, wen er verschlinge. mine silmade blau sif modni di Die II. Epistel St. Petri. Huis of 156 Cs Indu langt Das I. Capitel. aspal sing buo sia der uns durch Herrlichkeit und Tugend berufen hat, 4. durch welche er uns die größ ten und theuersten Verheißungen Simon Petrus, Knecht und geschenkt hat, damit ihr durch Apostel Jesu Christi, an die, welche gleich theuren Glauben mit uns erlangt haben, in der Gerechtigkeit unsers Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi.. dieselben göttlicher Natur theilhaft würdet, wenn ihr dem in der Welt durch die Lust herrschenden Verderben entfliehet; 5. so wendet auch eben deßwegen euerm Glauben die Tugend, in allen Fleiß an, und erzeiget in der Tugend die Erkenntniß, 2. Gnade und Friede werde euch gemehret, in Erkenntniß Gottes und unsers Herrn Jesu! 2. 3. Da seine göttliche Macht uns Alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit dienet, geschenkt that durch die Erkenntniß dessen, 7. in der Gottseligkeit die brü1. Gruß. 2. Ermahnung zum Fleiß in christlichen Tugenden. 3. Wahrheit der christlichen Lehre. pushbe 6. in der Erkenntniß die Ent haltsamkeit, in der Enthaltsamkeit die Geduld, in der Geduld die Gottseligkeit, gdymas Cap. 1. 2. Die II. Epistel St. Petri ( 351 derliche Liebe, in der brüderlichen Biebe die allgemeine Liebe n ni8 Denn wenn diese Dinge bei 18. Und diese Stimme, die vom Himmel daher kam, haben wir gehört, als wir bei ihm waren euch sind und sich mehren, lassen auf dem heiligen Bergespiller fie euch nicht unthätig, noch un- 19 Und wir haben das festere fruchtbar sein für die Erkenntniß prophetische Wort, und ihr thut unsers Herrn Jesu Christi. wohl, darauf zu achten, als auf 9. Denn wem diese Dinge man ein Licht, das an einem dunkeln geln der ist blind, kurzsichtig, Orte scheint, bis der Tag anund hat der Reinigung seiner vori- breche, und der Morgenstern aufgen Sünden vergessen.onus sgebe in euern Herzenschis d 10.Darum befleißet euch desto mehr, ihr Brüder! eure Berufung und Erwählung fest zu machen; denn wenn ihr solches thut, werdet ihr nimmermehr fehlen. 11. Denn so wird euch reichlich verschafft werden der Eingang in das ewige Reich unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 20. indem ihr das zuerst erkennet, daß keine Weissagung der Schrift in eigener Auslegung geschieht. 21. Denn nicht aus menschlichem Willen ist jemals die Weissagung ergangen, sondern vom heiligen Geiste getrieben, haben die heiligen Menschen Gottes geredet. 12. Darum will ich nicht ver- me säumen, euch allezeit an diese Dinge zu erinnern, wiewohl ihr sie wisset, und in der vorhandenen Wahrheit befestigt seid. 143: Ich halte es aber für Pflicht, so lange ich in dieser Hütte bin, euch durch Erinnerung zu erwecken, 14. da ich weiß, daß das Ablegen meiner Hütte bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus Christus mir eröffnet hat. m 15. Ich will mich aber auch stets befleißen, daß ihr, nach meinem hingang, euch dieser Dinge er innern könnet. III. 16. Denn wir sind nicht schlau ersonnenen Fabeln gefolgt, indem wir euch die Macht und Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi fund thaten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Majestät. 17. Denn er empfieng von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als zu ihm eine solche Stimme von der hocherhabenen Herrlichfeit daher kam: Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an welchem ich Wohlgefallen habe! Das II. Capitel. sid 1. Von den Irrlehrern und ihrem dus 33 Strafgerichte. 2. Ihre schreckliche Verdorbenheit. 693 8 Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Bolte, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche verderbliche Sekten nebeneinführen werden, indem sie auch den Herrn, der sie erkauft hat, verläugnen, und ein schnelles Verderben über sich bringen. 2. Und Viele werden ihren Ausschweifungen folgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit gelästert werden. 3. Und in Habsucht werden fie durch erdichtete Worte von euch Gewinn ziehen; aber ihr Gericht ruhet schon längst nicht, und ihr Verderben schlummert nicht. 4. Denn hat Gott der Engel, die fündigten, nicht verschont, sondern sie in Ketten der Finsterniß zur Hölle gestürzt und dahingegeben, daß sie zum Gerichte aufbewahrt würden; situs 5. und hat er der alten Welt 352 Die II. Epistel St. Petri. Cap. 2. nicht verschont, sondern nur den| len an sich, sie haben ein Herz Noah, den Prediger der Gerech in Habsucht geübt, Kinder des tigkeit, mit sieben Andern bewahrt, Fluches, als er die Sündfluth über die Welt der Gottlosen brachte; 6. und hat er die Städte So doma und Gomorrha in Asche gelegt, und zur Zerstörung verdammt, und zu einem Beispiel für künf tige Gottlose aufgestellt; t 15. sie haben den richtigen Weg verlassen und sich verirret, und sind dem Wege Bileams, des Sohnes Bosors, nachgefolgt, wel cher den Lohn der Ungerechtigfeit liebte, 7. und den gerechten Lot, der von dem zuchtlosen Wandel der Ruchlosen gequält ward, erlöst; 8. denn durch Blick und Gehör ward dieser Gerechte, der unter ihnen wohnte, Tag für Tag in seiner gerechten Seele von gottlofen Werken gepeinigt: 16. aber die Zurechtweisung für seine Uebertretung empfieng: das stumme Lastthier redete mit menschlicher Stimme, und wehrte der Thorheit des Propheten. 9. so weiß der Herr die Gottseligen aus der Versuchung zu erlösen, die Ungerechten aber auf den Tag des Gerichtes aufzube wahren, daß sie gestraft werden; 10. vornämlich aber die, so dem Fleische nachwandeln in der Lust der Befleckung, und die Herrschaft verachten; Frevler, Anmaßende, die sich nicht scheuen, die Majestäten zu lästern, 11. da doch die Engel, die an Stärke und Macht größer sind, kein lästerndes Urtheil wider sie vor dem Herren fällen. II. 12. Diese aber, wie unvernünftige Thiere, von Natur zum Fang und Verderben geboren, lästern, was sie nicht verstehen, und werden in ihrem Verderben auch verderbt werden, 21. Denn es wäre ihnen besſer, sie hätten den Weg der Gerech13. und den Lohn der Ungerechtigkeit nicht erkannt, als daß sie, tigkeit davon tragen, da sie die nachdem sie ihn erkannt haben, tägliche Schwelgerei für ihre Luft achten, Schandflecken und Scheusale, die in ihren Betrügereien schwelgen, indem sie mit euch praffen. wieder umkehren von dem ihnen gegebenen heiligen Gebote. 22. Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort ergangen; Der Hund kehrt um zn seinem Gespienen, und das gewaschene Schwein zum Wälzen im Kothe. 14. Sie haben Augen voll Ehebruch und unersättlich in der Sünde, fie locken unbefestigte Seemami istera?) 17. Diese sind Brunnen ohne Wasser, Wolken vom Sturmwinde getrieben; denen das Dunkel der Finsterniß in Ewigkeit aufbehalten ist. 18. Denn indem sie aufgeblasene eitle Worte reden, verlocken fie durch Fleischeslüfte, durch Ausschweifungen auch die, welche den im Irrthum Wandelnden wirklich entflohen waren, 19. indem sie ihnen Freiheit verheißen, da sie doch selbst Knechte des Verderbens sind; denn von wem Jemand überwältigt ist, des sen Knecht ist er auch geworden. 20. Wenn sie nämlich, den Be fleckungen der Welt entflohen durch die Erkenntniß des Herrn Jesu Christi, wieder in dieselben verstrickt und überwältigt wer den, so ist ihr Leptes ärger geworden, als das Erste. Cap: 3. Die II. Gvistel St. Das III. Capitel. 1 Gewißheit der Zukunft Christi. 2. Ermahnung zu würdiger Bereit schaft auf dieselbe359 Ihr Geliebten! Dieses ist schon der zweite Brief, den ich euch schreibe; in beiden will ich durch meine Erinnerung euern lautern Sinn erwecken, 2. daß ihr eingedenk eingédent Worte, die vorher gesagt worden von den heiligen Propheten, und des Gebotes von uns den Aposteln des Herrn und Heilandes. 3. Das sollt ihr zuerst wissen, daß in den legten Tagen Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, die Ver und fasen Butunft? Denn heißung seiner seitdem die Bäter entschlafen sind, bleibt Alles also von Anfang der Schöpfung. Terri? Petri. II. 11. Da nun dieses alles aufer Ofgelöst wird, wie mächtig follett seid der ihr sein in heiligem Wandel und in Gottseligkeit, bug mad woo 5. Denn es ist in ihnen mit ihrem Willen verborgen, daß vor längst Himmel und Erde waren, aus Wasser und durch Wasser entstanden durch das Wort Gottes. 6. Vermittelst deren wurde die damalige Welt mit Wasser über schwemmt, und gieng zu Grunde. 7. Aber die Himmel, die jest find, und die Erde sind durch eben dasselbe Wort dem Feuer aufgespart, und werden aufbehalten für den Tag des Gerichtes und des Verderbens der gottlosen Menschen. 8. Dieses Eine aber sei euch nicht verborgen, ihr Geliebten! daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. 9. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie Etliche es für einen Verzug achten, sondern er ist langmüthig gegen uns, indem er nicht will, daß Jemand verloren gehe, sondern daß Alle sich zur Buße kehren. 353 10. Es wird aber der Tag dese Herrn kommen, wie ein Dieb in der Nacht, an welchem die Hime mel werden mit Krachen vergehen die Elemente aber in Brande auf gelöst, und die Erde und dies Werke auf ihr verbrannt werden. 12. also daß ihr erwartet und eifrig suchet die Zukunft des Taz ges Gottes, an welchem die Hime mel im Feuer werden aufgelöst werden, und die Elemente sim Brande zerschmelzen. in al 13. Wir erwarten aber nach simmel und eine neue Erde, in seiner Verheißung, einen neuen denen Gerechtigkeit wohnet, d 14. Darum, ihr Geliebten! da m ihr solches erwartet, fo befleißét euch, unbefleckt und untadelhaft vor ihm erfunden zu werden in d Frieden. 119160156 15. Und achtet die Langmuthsid unsers Herrn für euer Heil; fosf wie auch unser geliebte Brüder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit euch geschrieben hat, n 16. wie auch in allen Briefen, os wann er in denselben von dies!! sen Dingen redet; wobei Einiges in schwer zu verstehen ist, was Unent wissende und Unbefestigte verdre hen, wie auch die übrigen Schrif ten, zu ihrem eigenen Verderbentu 17. Jhr nun, ihr Geliebten! dait ihr dieses vorher wisset, so hütetlen euch, daß ihr nicht durch den d Irrthum der Ruchlosen mit fort gerissen werdet, und aus der eigen nen Festigkeit fallet. aspbero) 18. Wachset vielmehr in derary Gnade und Erkenntniß unfers 1 Herrn und Heilandes Jesu Chrifti bun! Ihm sei die Ehre beides jegt unders auf den Tag der Ewigkeit! Amen. 23 Die Id Epistel St. Johannis. Caps 14121 land Die I. Epistel St. Johannis.968 OMN gebe, und uns von aller Unge rechtigkeit reinigers Of nuo Das La Capitel et 1. Das Zeugniß der Apostel von Jefu 2 Nothwendigkeit uns als 10. Wenn wir sagen, daß wit Sünder zu bekennem notatur nicht gesündigt haben, so machen add wir ihn zum Lügner, und sein Was von Anfang war, was wir Wort ist nicht in uns gehört, was wir mit unsern Aug 154 11 Alsónem gen gesehen, was wir geschaut, und unsere Hände berührt haben, von dem Worte des Lebens; 2. und das ist d ndDas II. Capitel in ģisut baret worden, und wir haben es gesehen, und bezeugen, und verfündigen euch das ewige Leben, welches bei dem Vater war, und uns geoffenbaret wurde; 354 3. was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft habet mit uns unsre Gemeinschaft aber ist mit dem Bater, und mit seinem Sohne Jesu Christo. 4. Und dieses schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei. II. 5. Und das ist die VerheiBung, die wir von ihm gehört haben, und euch verkündigen, daß Gott Licht ist, und keine Finsterniß in 6. mist.stol mad mouJesus der Versöhner der Welt 2. Kennzeichen der Gemeinschaft mit und Weltliebe. 4. Warnung vor Verführerm Meine Kindlein dieses schreibe ich euch, damit ihr nicht fündiget. Und wenn Femand fündigt ho haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, den Gerechten. lpune di bus 2. Und Gruist die Versöhnung für unsere Sünden, nicht allbin aber für die unsern, sondern auch für die der ganzen Welt?# 1 nu U. 3. Und daran erkennen wit, daß wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote haltenbus Sond 4. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt und hält feine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in diesem ist die Wahrheit nicht d 5. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaft die Liebe Got tes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. 16. Wer sagt, er bleibe in ihm, der muß, wie jener gewandelt hat, auch selbst also wandeln. wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsterniß, so lügen wir und thun die Wahrheit nicht! bus sidnoned ad no 7 Wenn wir aber im Lichte wandeln, wie Gr im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft mit einander, und das Jesu Christi Blut seines Sohnes reinigt uns von aller Sünde du puudles 18. Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahr 8. Wiederum schreibe ich euch heit ist nicht in uns! dll 85 ein neues Gebot, was wahrst 9. Wenn wir unfred Sünden in thin und in euch; denn die bekennen, so ist er treu und ge Finsterniß vergeht, und das wahr recht, daß es uns die Sünden verhafte Licht scheinet schon shid 7. Ihr Brüder! nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, das ihr von Unfang an hattet; das alte Gebot ist das Wort, das ihr von An fang an gehört habet.judi 100 ES Cap. 2.60 Die L Epistel St. Johannis. 9. Wer sagt, er ſei in dem Lichte. und seinen Bruder, der in der Finsterniß bis jetzt. dsni 19. Sie sind von uns ausge10. Wer seinen Bruder liebt, gangen, aber sie waren nicht aus der bleibt in dem Lichte, und kein uns; denn wenn sie aus unsuges Anstoßen ist in ihm.nape thnwesen wären, so wären sie bei uns 11. Wer aber seinen Bruder bas geblieben; aber es sollte offene set, der ist in der Finsterniß, und bar werden, daß nicht alle aus wandelt in der Finsterniß, und uns seien. 300058 weiß nicht, wohin er gehet; denn die Finsterniß hat seine Augen verblendet. m 1 min bus aspian 20. Und ihr habet die Salbung von dem Heiligen, und wisset Attes. 21. Ich habe euch nicht geschrieHI 12. Ich schreibe euch, Kind- ben, weil ihr die Wahrheit nicht lein! weil euch die Sünden ver- wisset, sondern weil ihr sie wisset, geben sind, um feines Namens und weil alle Lüge nicht aus der willenu thin 14i timod ur Wahrheit ist. 13.Schuschreiber euch, ihr Bä ter! weil ihr den erkannt habet, der von Anfang ist. Ich schreibe euch, ihr Jünglinge! weil ihr den Bösen überwunden habet. Ich schreibe euch, ihr Kinder! weil ihr den Vater erkannt habet. 14. Ich habe euch geschrieben, ihr Väter! weil ihr den erkannt habet, der von Anfang ist. Ich habe euch geschrieben, ihr Jünglinge weil ihr stark seid, und das Wort Gottes in euch bleibt, und ihr den Bösen überwunden habet.indranat sid fir 22. Wer ist der Lügner, als nur der, welcher läugnet, daß Jesus der Christus sei? Dieser ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn läugnet, bu ned 23. Ein Jeder, der den Sohn läugnet, hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater. If 24. Was ihr nun von Anfang an gehört habet, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibet, was ihr von Anfang an gehört habet, so werdet auch ihr in dem Schne und in dem Vater bleiben. gin 25. Und diese ist die Verheißung, die er uns verheißen, hat, das ewige Leben. misinden 15. Habet nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn Jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Baters nicht in ihm. 16. Denn alles, was in der Welt ist, nämlich die Lust des Fleisches und die Lust der Augen, und der Hochmuth des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt ist es. d 160 17. Und die Welt vergeht und ihre Luft; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibt in Ewigkeit. 26. Dieses habe ich euch geschrie ben von denen, die euch verführen. 27. Und die Salbung, welche ihr von ihm empfangen habet, bleibt in euch, und ihr habet nicht vonnöthen, daß euch Jemand belehre; sondern wie euch eben diese Salbung über Alles belehret, und wahr ist, und keine Lüge ist; und wie sie euch belehrt hat, so werdet ihr in ihm bleiben. an Trai bleiN. 18. Ihr Kinder! Es ist die lepte Beit, und wie ihr gehört habet, daß der Widerchrist kommen werde, so sind schon nicht viele Widerchristen aufgestanden. 28. Und nun, Kindlein bet in ihm, damit, wanneer geoffenbart werden wird, wir freu dige Zuversicht baben, und nicht 23* 355 Daher erkennen wir, daß die legte Zeit da ist. XO 356 Die I. Epistel St. Johannis. Schanden werden vor ihm, bei jeiner Zukunft. 29. Wenn ihr wisset, daß er gerecht ist, ſo erkennet, daß Jeder, der die Gerechtigkeit thut, aus ihm geboren ist. Das III. Capitel. 1. Glück und Hoffnung der Kinder Gottes; 2. ihre Kennzeichen: Gerechtigkeit und Bruderliebe; 3. und deren Wirkung: Freudigkeit zu Gott. Sehet, welche große Liebe uns der Vater geschenkt hat, daß wir sollen Kinder Gottes heißen. Darum erkennet uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. 2. Jhr Geliebten! Wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist es nicht geoffenbart worden, was wir sein werden. Wir wissen aber, daß, wann es wird geoffenbart sein, wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 3. Und ein Jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, der reinigt sich, gleichwie Er rein ist. Cap. 2. 3. 9. Ein Jeder, der aus Gott ge boren ist, thut nicht Sünde; denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. 10. Daran sind die Kinder Got tes, und die Kinder des Teufels offenbar. Ein Jeder, der nicht Gerechtigkeit thut, ist nicht aus Gott, und wer seinen Bruder nicht liebet. II. 4. Ein Jeder, der die Sünde thut, der thut auch die Uebertretung des Geseßes, und die Sünde ist die Uebertretung des Geseges. 5. Und ihr wisset, daß Er geoffenbart worden ist, damit er unsre Sünden hinwegnehme; und Sünde ist nicht in ihm. 6. Ein Jeder, der in ihm bleibt, jundiget nicht. Ein Jeder, der fündigt, hat ihn nicht gesehen, noch ihn erkannt. 7. Ihr Kindlein! Niemand verführe euch! Wer die Gerechtigkeit thut, der ist gerecht, gleichwie Er gerecht ist. 8. Wer die Sünde thut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel fündigt von Anfang. Dazu ist der Sohn Gottes geoffenbaret worden, daß er die Werke des Teufels zerstöre. 11. Denn das ist die Botschaft. die ihr von Anfang an gehört habt, daß wir einander lieben sollen. 12. Nicht wie Kain aus dem Bösen war, und seinen Bruder erwürgte. Und warum erwürgte er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht. 13. Verwundert euch nicht, meine Brüder! wenn euch die Welt haffet. 14. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben hinüber gegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibt im Tode. 15. Ein Jeder, der seinen Bruder hasset, ist ein Menschenmörder; und ihr wisset, daß jeder Menschenmörder das ewige Leben nicht in sich bleibend hat. 16. Darin haben wir die Liebe erkannt, daß er sein Leben für uns gelassen hat; so sollen auch wir für die Brüder das Leben lassen. 17. Wer aber die Güter der Welt hat, und sieht seinen Bruder Mangel leiden, und verschließt sein Erbarmen vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? 18. Meine Kindlein! lasset uns nicht mit Worten, noch mit der Zunge, sondern in That und Wahrheit lieben. III. 19. Und daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und werden vor ihm unsre Herzen beruhigen; Cap. 3. 4. Die I. Epistel 20. wenn unser Herz uns verdammt, daß Gott größer ist als unser Herz, und kennet alle Dinge 21. Jhr Geliebten! wenn unser Herz uns nicht verdammt baben wir freudige Zuversicht zu Gott; so 22. und was wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten, und thun, was vor ihm wohlgefällig ist. 23. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesu Christi, und ein ander lieben, wie er uns das Gebot gegeben hat. 24. Und wer seine Gebote hält, der bleibt in ihm, und Er in dem selben; und darin erkennen wir, das er in uns bleibt, aus dem Geiste, den er uns gegeben hat. Das IV. Capitel. 1. Warnung vor Irrlehrern. 2. Er munterung zur Bruderliebe aus der Liebe Gottes. Ihr Geliebten! glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott seien; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen. 2. Daran erkennet ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen sei, ist aus Gott; 3. und jeder Geist, der nicht bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen sei, ist nicht aus Gott; und dieß ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr gehört habt, daß er komme; und jegt ist er schon in der Welt. 4. Ihr seid aus Gott, Kindlein und habet jene überwunden; denn größer ist der, welcher in euch ist, als der in der Welt. 5. Jene sind aus der Welt, darSt. Johannis. 357 6. Wir Wir sind aus Gott. Ber Gott erkennt, der höret uns; wer nicht aus Gott ist, der hört uns nicht. Daraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrthums. II. 7. Jhr Geliebten! Laßt uns einander lieben, denn die Liebe ist aus Gott, und ein Jeder, der liebt, ist aus Gott geboren, und fennet Gott. 8. Wer nicht liebet, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. 9. Darin ist die Liebe Gottes gegen uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt hat, daß wir durch ihn lebten. 10. Darin besteht die Liebe, nicht daß wir Gott geliebet, sondern daß er uns geliebet, und seinen Sohn gesandt hat zur Versöhnung für unsre Sünden. 11. Ihr Geliebten! Wenn uns Gott also geliebet bat, so müssen auch wir einander lieben. 12. Niemand hat Gott jemals geschaut: wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen geworden. Gall 13. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben, und er in uns, daß er uns von seinem Geifte gegeben hat. 14. Und wir haben geschaut und bezeugen, daß der Vater den Sohn zum Heilande, der Welt gesandt hat, 15. Wer bekennet, daß Jesus der Sohn Gottes sei, in dem bleibt Gott, und er in Gott, 16. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt um reden sie aus der Welt, und in Gott, und Gott in ihm. die Welt höret sie. 17. Darin ist die Liebe bei uns 358 Die I. Epistel St. Johannis. Caps 42 5. vollkommen geworden, daß wir sondern in dem Wasser und dem Trelldige Zuversicht haben am Tage des Gerichtes; weil, gleich wie Er ist, auch wir sind in dieser Welt. 18. Furcht ist ni nicht in der Liebe; sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Blute; und der Geist ist es, det da zeuget, denn der Geist ist die Wahrheit. 1 101 3000 m 7. Denn Drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind Eines. 103 m. 8. Und Drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, und das Wasser, und das Blut; und dieſe drei gehen auf Eines.aut stads 9. Wenn wir das Zeugniß der liebe und annehmen, das Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht 20. Wenn jemand spricht: Ich Zeugniß Gettes größer; denn dieß ist das Zeugniß Gottes, das er gezeuget hat von ſeinem Sohne. 10. an Gottes glaubt, der hat das Zeugniß in sich; wer Gott nicht glaubt, der ihn zum Lügner weil er an das Zeugniß nicht geglaubt hat, das Gott von seinem Sohne gezeuget hat. 11. Und dieß ist das Zeugniß, daß Gott uns ewiges Leben ge geben hat, und dieses Leben- in seinem Sohne ist. 12. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. 19. Laßt uns ihn lieben, denn Et hat uns zuerst geliebt. 21. Und dieses Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, auch Bruder lieben O ist Das V. Capitel. Der Glaube als das Kennzeichen und die siegreiche Kraft der Kinder Gottes. Ein Jeder, der da glaubt, daß Jesus der Christus sei, ist aus Gott geboren; und Jeder, der den liebt, der ihn geboren hat, liebt auch den, der von ihm geboren ist. 12. Daran erkennen wir, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben, und seine Gebote halten, bun 3. Dennt das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht 4. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt, und das ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, unser Glaube. 5. Wer ist's, der die Welt überwindet, als nur der, welcher glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes fei? WE 6. Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus: nicht im Wasser allein, 13. Dieses habe ich euch geschrie ben, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubet, damit ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und damit ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubet. 14. Und das ist die freudige verſicht, die wir zu ihm haben, daß, so wir um etwas bitten nach seinem Willen, er uns erhöret. 15. Und so wir wissen, daß er uns erhört, um was wir bitten, so wissen wir auch, daß wir die Bitten erlangen, die wir von ihm gebeten haben. Tedang ta 16. Wenn Jemand seinen Bru der fündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, der wird bitten, Capp 5400 Die II Epistel St. Johannis. und er wird ihm das Leben geben, denen nämlich, die nicht zum Tode fündigen. Es gibt eine Sünde zum Tode; nicht für diese sage ich, daß jer bitten solle. 17. Alle Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt eine S Sünde nicht zum Tode.me and 18. Wir wissen, daß ein Jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern wer aus Gott geboren worden, der bewahret sichy, und der Böse berührt ihn nicht. 359 19. Wir wissen, daß wir aus Gott Gott sind, und die ganze Welt liegt im Urgen. TOIT gad 20, Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist, und uns Verstand gegeben hat, daß wir den Wahrhaften erkennen; und wir sind in dem Wahrhaften, in seinem Sohne Jesu Christo. Dieser ist der wahrhafte G Gott und das ewige Leben. uy tips, et 21. Ihr Kindlein! hüteta euch vor den Gögen! Amen. Os 11100 Turple tobim er Nelteste an die auserwählte Cyria und ihre Kinder, welche ich liebe in der Wahrheit, und nicht ich allein, sondern auch Alle, welche die Wahrheit erkannt haben, and fts of drug machines id Die 11. Epistel St. Johannis. med Is and smo impuse doing Tidur an die viele über ihren Christenwandel. 3. War- sind in die Welt gekommen, die nung vor Irrlehrern. 4. Schluß des nicht bekennen, daß Jesus ChriBriefes. stus im Fleische gekommen sei. Dieß ist der Verführer und der Widerchrist. sil aspions 1 empfangen. 2, um der Wahrheit willen, die in uns bleibt, und bei uns sein wird in Ewigkeit. F13 3. Es sei mit euch Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Bater, und von dem Herrn Jesu Christo dem Sohne des Baters, in Wahrheit und Liebe! II. 4. Sch bin sehr erfreut worden, daß ich unter deinen Kindern gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln, wie wir das Gebot empfangen haben vom Vater. 5. Und nun bitte ich dich, Cyria, nicht als schreibe ich dir ein neues Gebot, sondern das, welches wir von Anfang an gehabt haben, daß wir sollen einander lieben. 6. Und dieß ist die Liebe, daß wir wandeln nach seinen Geboten. Dieß ist das Gebot, wie ihr von Anfang an gehört habet, daß ihr darin wandeln sollet, bin INST..IYOT 8. Sehet euch vor, daß wir nicht verlieren, was wir gearbeitet haben, sondern vollen Lohn oped and 9. Ein Jeder, der da abweicht, und nicht bleibt in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer da bleibet in der Lehre Christi, der hat beide, den Vater und den Sohn. 10. Wenn Jemand zu euch kommt, und diese Lehre nicht bringt, so nehmet ihn nicht in das Haus, und heißet ihn auch nicht willkommen. 11. Denn wer ihn willkommen ſeinen heißt, der nimmt Theil an bösen Werken, stog IV. 12. Sch hätte euch noch viel zu schreiben, aber ich wollte es nicht durch Papier und Tinte thun; sondern ich hoffe zu euch fom341 men, und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude vollkommen sei, 13. Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester, der Auserwählten, Amen.• GIK SH1G Ở THỔ T illa 10 mi 10- suude 360 Die III. Epistel St. Johannis. Die III. Epistel St. Johannis. biste 1. Gruß an Gajus. 2. Freude über seinen christlichen Wandel und seine Wohithätigkeit. 3. Klage über Distrephes und Lob des Demetrius. 4. Schluß des Briefes. Der Uelteste an Gajus den Geliebten, welchen ich liebe in der Wahrheit. 2. Geliebter! Vor allen Dingen wünsche ich, daß es dir wohl gehe, und du gesund seiest, wie es deiner Seele wohl geht. II. 3. Denn ich bin sehr erfreut worden, als Brüder kamen, und für deine Wahrheit zeugten, wie du in der Wahrheit wandelst. 4. Ich habe keine größere Freude, als diese, daß ich höre, wie meine Kinder in der Wahrheit wandeln. 5. Geliebter! Du handelst treu in dem, was du gegen die Brüder thust, und gegen die Fremdlinge. 6. Sie haben für deine Liebe vor der Gemeinde gezeuget, und du wirst wohl thun, wenn du sie geleitest, wie es Gottes würdig ist. 7. Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen, und haben von den Heiden nichts mitgenommen. 8. Darum sind wir schuldig, solche aufzunehmen, damit wir mit arbeiter für die Wahrheit werden. 17 1. Gruß. 2. Von den Irrlehrern und ihrer Lasterhaftigkeit. 3. Ermahnung zur Beständigkeit im Glauben. 4. Schluß des Briefes. II. 9. Ich habe der Gemeinde geschrieben; aber Distrephes, der unter ihnen will der Erste sein, nimmt uns nicht an. Judas, Knecht Jesu Christi, und Bruder des Jacobus, an die Berufenen, die in Gott, dem Bater, geheiligt, und Jesu Christo bez wahrt sind. 10. Darum, wann ich komme, will ich ihn seiner Werke erinnern, die er thut, indem er mit bösen Worten über uns schwatt; und damit nicht zufrieden, nimmt er nicht nur selbst die Brüder nicht auf, sondern wehrt es denen, die es thun wollen, und stößt sie aus der Gemeinde. Die Epistel St. Juda. 11. Geliebter! Ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Wer Gutes thut, ist aus Gott; wer aber Böses thut, hat Gott nicht gesehen. 12. Demetrius hat ein gutes Zeugniß von Jedermann und von der Wahrheit selbst; und auch wir zeugen, und ihr wisset, daß unser Zeugniß wahr ist. IV. 13. Sch hätte noch viel zu schreiben, aber ich will nicht mit Tinte und Feder an dich schreiben; 14. sondern ich hoffe dich als bald zu sehen; und dann wollen wir mündlich mit einander reden. 15. Friede fei mit dir! Es grü ßen dich die Freunde. Grüße die Freunde mit Namen! II. 3. Geliebte! Da ich mit allem Fleiße darauf dachte, euch von dem gemeinsamen Heile zu schreiben, hielt ich es für nöthig, ench zu schreiben mit der Ermahnung, für den Glauben, der den Heiligen einmal übergeben worden, zu tämpfen. dood onl 4. Denn etliche Menschen haben sich nebeneingeschlichen, die u 2. Barmherzigkeit und Friede und Liebe werde euch gemehret! folchem Gerichte lange zuvor auf Die Epistel St. Judä. wekche die Gnade unsers Gottes zur Ausschweifung verkehren, und den alleinigen Herrscher, Gott, und unsern Herrn Jesum Christum verläugnen. 5. Ich will euch aber daran erinnern, was ihr einmal wisset, daß der Herr, nachdem er das Voll aus Aegypten errettet, das zweite Mal die, welche nicht ge glaubt hatten, vertilgte. 361 und mit sich selbst weiden; Wolken ohne Wasser, von Winden umber getrieben; Bäume im Spätherbst, unfruchtbar, zweimal erstorben. entwurzelt; 8. Eben so jedoch auch diese, indem sie träumen, beflecken sie das Fleisch, verachten die Herrschaft, und lästern die Majestäten. 9. Michael aber, der Erzengel, als er mit dem Teufel Streit und Wortwechsel hatte um den Leib Moses, wagte nicht, ein Urtheil der Lästerung über ihn zu fällen, sondern sagte: Der Herr beschelte dich! 14. Es hat aber auch von diesen Enoch, der Siebente von geweissagt, sprechend: mit seinen viel tausend Heiligen, 6. Und daß er die Engel, die ihre Würde nicht bewahrten, son- Adam, dern ihre eigene Wohnung ver- Siehe, der Herr ist gekommen ließen, zum Gerichte des großen Tages, mit ewigen Banden unter der Finsterniß aufbewahrt hat. 7. Wie Sodom und Gomorrha und die umliegenden Städte, die, gleicher Weise wie diese, Unzucht trieben, und anderm Fleische nach giengen, zum Beispiel aufgestellt sind, indem sie die Strafe des ewigen Feuers leiden. 15. Gericht zu halten wider Alle, und zu strafen alle Gottlosen unter ihnen, um alle Werke ihrer Gottlosigkeit, die sie verübt, und um alles Harte, welches die gottlosen Sünder wider ihn geredet haben." 16. Diese sind Murrende, mit ihrem Schicksal Grollende, nach ihren Lüften wandelnd; und ihr Mund redet stolze Worte, indem sie die Angesehenen bewundern, des Nugens wegen. 17. Jhr aber, Geliebte! feid eingedenk der Worte, die von den Aposteln unsers Herrn Jesu Christi sind vorher gesagt worden, 18. daß sie euch sagten, in der legten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren Gelüsten der Gottlosigkeiten wandeln. 10. Diese aber lästern, was sie nicht kennen; was sie aber von Natur wie die unvernünftigen Thiere wissen, darin verderben fie fich 13. wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschänmen; Irrsterne, denen das Dunfel der Finsterniß in Ewigkeit aufbehalten ist. 19. Das sind die, welche sich selbst absöndern, Fleischlichgesinnte, die den Geist nicht haben. III. 20. Jhr aber, Geliebte erbauet euch auf euern heiligsten Glauben, und betet mit heiligem 11. Wehe ihnen! denn auf dem Wege Kains wandelten sie, und durch die Verführung von Ba- Geiste. laams Lohne wurden sie dahin gerissen, und durch die Wider seglichkeit Korabs tamen sie um. 12. Diese sind bei euern Liebes mahlen Schandflecke, indem sie 21. Bewahret euch selbst in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unsers Herrn Jeſu Chrifti zum ewigen Leben. 22. Und mit den Einen habet 362 Die Offenbarung S Cap. 1. und unsträflich vors feine Herr lichkeit zu stellen, mit Frohlocken, Erbarmen, indem ihr einen Unter-| euch vor Fehltritten zu behüten, schied machet; d app online 23. die Andern aber rettet mit Furcht, und reißet sie aus dem Feuer, und hasset auch den Rock, der von dem Fleische befleckt ist. IV. 24. Jhm aber, der vermag, and the major 25. dem allein weisen Gott, unt serm Heiland, sei Ehre und Majestät, Macht und Gewalt, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen. Die Offenbarung St. Johannis. all at & Das I. Capitel. jodgen sehen, auch die, welche ihn 1. Vorrede. 2. Gruß des Johannes durchstochen haben und wehklaan die Gemeinden in Asien. 3. Die Erscheinung und der erhaltene Auftrag, Die Offenbarung Jesu Christi, welche ihm Gott gab, seinen Knechten zu zeigen, was geschehen soll in Bälde. Und er hat es fundgethan durch Sendung seines En gels, seinem Knechte Johannes, 2. welcher bezeugt hat das Wort Gottes, und das Zeugniß Jesu Chrifti, und alles, was er gesehen. 3. Selig, der da liefet, und die da hören die Worte der Weissagung, und bewahren, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe. su 4. Johannes an die sieben Gemeinden, welche in Asien sind: Gnade sei mit euch, und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt; und von den sieben Geistern, die vor seinem Throne sind, un NO HOOOO 5.und von Jesu Christo, der da ist der treue Zeuge, der Erstgeborne von den Todten, und der Herrscher über die Könige auf Erden: dem, der uns geliebt, und uns mit seinem Blute von unsern Sünden gereinigt, mu 10. Ich war im Geiste am Tage des Herrn, und hörte hinter mir eine starke Stimme, gleich einer Posaune, and if 803 09 11. die sprach: Ich bin das A und das O der Erste und der Leyte. Was du siehest, das schreibe in ein Buch, und sende es den sieben Gemeinden, welche in Asien ann sind nach Ephesus, und nach Smyrna, und nach Pergamus, und nach Thyatira, und nach Sardes, und nach Philadelphia, und nach Laodicea. S 12. Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, welche mit mir redete; und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, 13. und in der Mitte der sieben Leuchter Einen, der gleich, war einem Menschen- Sohne, angethan mit einem bis auf die Füße reichen den Kleide, und um die Brust mit einem goldenen Gürtel umgürtet. 6. und uns zu Königen und Priestern gemacht hat Gott, feinem Vater, ihm sei die Herrlichkeit, und die Kraft, von Ewigfeit zu Ewigkeit! Amen.pn gen werden seinetwegen alle Ge schlechter der Erde. Ja, Amen! 8. Ich bin das A und das D, der Anfang und das Ende! spricht der Herr, der da ist, und der da war, und der da kommt, der Allmächtige. 7 Siehe, er fommt mit den Wolken, und ihn werden alle Au III. 9. Sch, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse in der Trübsal, und dem Reiche, und der Geduld Jesu Christi, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes und des Zeug nisses Jesu Christi willen. Cap. 1. 2. St. Johannis 363 44. Sein Haupt aber und seine| haft, die sich Apostel nennen, und Haare swaren weiß, wie weiße es nicht sind, und haft fie als LügWollel wie Schnee; und seine ner erfunden; man sid Augen wie eine Feuerflamme, 15. und seine Füße gleich Erz wie im Ofen geglühet; und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. 16. Und er hatte in ten Hand sieben Sterne und aus seinem Munde gieng ein scharfes zweischneidiges Schwert; und sein Ungesicht war wie die Sonne in ihrer Kraft. 41 156 rok 17. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie todt; und er legter seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Lette jonginte san 18. und der Lebendige, und ich war todt, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, und habe die Schlüssel des Todes und des Todtenreiches. 13. und daß du Geduld haft, und haft um meines Namens willen gearbeitet, und bist nicht müde geworden. 10 mi 19 4. Aber ich habe wider dich, daß deine erſte Liebe 5. Darum gedenke, wovon du abgefallen bist, und thue Buße, und thue die ersten Werke! Wo aber nicht, so komme ich ſchnell über dich, und werde deinen Leuchter von seiner Stätte rücken, wofern du nicht Buße thust. bl 6. Aber das hast du, daß du die Werke der Nicolaiten hassest, welche auch ich haſſe. 7. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, welcher mitten im Paradiese Gottes ist. 19. Schreibe, was du gesehen II. 8. Und dem Engel der Gehaft, und was ist, und was ge- meinde zu Smyrna schreibe: Das schehen soll nach diesem.sagt der Erste und der Lepte, 20. Das ist das Geheimniß der welcher todt war und lebendig fleben Sterne, welche du gesehen geworden ist: bdmismatc haft an meiner Rechten, und die sieben goldenen Leuchter: Die fie ben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden. 9. Ich weiß deine Werke, und deine Trübsal, und deine Armuth, du bist aber reich, und die Lästerung von denen, die sich Juden nennen, und sind es nicht, sondern eine Versammlung des Satans. En Das II. Capitel. Juu 1. Schreiben an die Gemeinde zu Ephesus, 2. zu Smyrna, 3. zu Pergamus, 4. zu Thyatira. S Dem Engel der Gemeinde zu Ephesus schreibe: Das sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der in der Mitte der sieben goldenen Leuchter wandelt: bu 11. Wer ein Ohr hat, der höre, 2. Ich weiß deine Werke und was der Geist den Gemeinden deine Arbeit und deine Geduld, sagt: Wer überwindet, der soll und daß du die Bösen nicht tra- nicht geschädigt werden von dem gen kannst, und daß du die geprüft zweiten Toder nds do maloud 10. Fürchte nichts, was du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird Etliche aus euch ins Gefängniß werfen, damit ihr geprüft werdet; und ihr werdet Trübfal haben zehn Tage. Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Dond Die Offenbarung 364 III. 12. Und dem Engel der Gemeinde zu Pergamus schreibe: Das sagt, der das scharfe zwei schneidige Schwert hat: 13. Ich weiß deine Werke, und wo du wohnest, da wo der Thron des Satans ist; und daß du fest hältst an meinem Namen, und meinen Glauben nicht verläugnet haft, auch in den Tagen, in denen Antipas, mein getreuer Zeuge, getödtet wurde bei euch, da wo der Satan wohnet. 14. Aber ich habe etwas Weniges wider dich, daß du daselbst solche haft, die an der Lehre Balaams halten, welcher den Balak lehrte ein Nergerniß vor die Kinder Israels zu legen, Gößenopfer zu essen, und Unzucht zu treiben. 15. Also hast auch du solche, die an der Lehre der Nicolaiten halten, was ich haffe. 16. Thue Buße! Wo aber nicht, so komme ich schnell über dich, und werde mit ihnen Krieg führen mit dem Schwerte meines Mundes. 17. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich von dem verborgenen Manna zu essen geben, und will ihm einen weißen Stein geben, und auf dem Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen Niemand ken net, als wer ihn empfängt. IV. 18. Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme, und dessen Füße gleich dem Erze sind: 19. Ich weiß deine Werke, und deine Liebe, und deinen Dienst, und deinen Glauben, und deine Geduld, und daß deiner legten Werke mehr sind als der ersten. 20. Aber ich habe etwas Weniges wider dich, daß du das Weib Jesabel, die sich eine Prophetinn Cap. 2. 3. nennt, läsfest meine Knechte leh ren und verführen, Unzucht zu treiben und Gößenopfer zu essen. 21. Und ich gab ihr Zeit, daß sie Buße thue von ihrer Unzucht; und sie hat nicht Buße gethan. 22. Siehe, ich werfe sie ins Bette, und die mit ihr ehebrechen, in große Trübsal, wenn sie nicht Buße thun von ihren Werken. 23. Und ihre Kinder will ich tödten; und alle Gemeinden wer den erkennen, daß ich der bin, der Herzen und Nieren erforschet. Und ich will euch geben einem Jeden nach euern Werken. 24. Euch aber sage ich, den Uebrigen zu Thyatira, so viele diese Lehre nicht haben, und welche die Tiefe des Satans, wie sie sagen, nicht erkannt haben: Ich will keine andere Last auf euch legen. 25. Nur haltet fest, was ihr habet, bis daß ich komme. 26. Und wer überwindet, und meine Werke bis ans Ende be wahret, dem will ich macht geben über die Heiden. 27. Und er wird sie mit eisernem Stabe weiden, wie irdene Gefäfſe zerschlagen werden; wie auch ich solche Macht von meinem Vater empfangen habe. 28. Und ich will ihm den Morgenstern geben. 29. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Das III. Capitel. 1. Schreiben an die Gemeinde zu Sardes, 2. zu Philadelphia, 3. zu Laodicea. Und dem Engel der Gemeinde zu Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich weiß deine Werke, daß du den Namen hast, daß du lebest, und bist todt. 2. Sei wachsam, und stärke das Cap. 3. St. Johannis. 365 Uebrige, das sterben will; denn ich dich bewahren aus der Stunde ich habe deine Werke nicht vollkommen vor Gott erfunden. der Versuchung, die über den gan zen Erdkreis kommen wird, zu versuchen, die auf Erden wohnen. 3. So gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es, und thue Buße. Wenn du nun nicht wachest, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht merken, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. 11. Siehe ich komme bald; behalte, was du hast, auf daß Niemand deine Krone nehme. 12. Wer überwindet, den will ich zu einem Pfeiler im Tempel meines Gottes machen, und er wird nicht mehr hinaus kommen; und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes, und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalems, welches aus dem Himmel von meinem Gott herab steigt, und meinen Namen, den neuen. 4. Aber du hast wenige Namen zu Sardes, welche ihre Kleider nicht befleckt haben; und diese werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es werth. 5. Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens, und will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. 6. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! II. 7. Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrbafte, welcher den Schlüssel Davids hat, der da öffnet und Niemand schließt, und schließt und Niemand öffnet. 8. Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dich gestellt eine geöffnete Thüre, die Niemand schließen kann; denn du hast geringe Kraft, und haft mein Wort bewahrt, und meinen Namen nicht verläugnet. 9. Siehe, ich gestatte aus der Versammlung des Satans Einigen, die sich Juden nennen, und es nicht sind, sondern lügen; siehe, ich will machen, daß sie kommen, und vor deinen Füßen niederfallen, und erkennen, daß ich dich geliebt habe. 10. Weil du das Wort meiner Geduld bewahrt hast, so will auch 13. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! III. 14. Und dem Engel der Ge meinde zu Laodicea schreibe: Das sagt der Amen, der treue und wahrhafte Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: 15. Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. O daß du kalt oder warm wärest! 16. So aber, weil du lau bist, und weder kalt noch warm, ſo werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 17. Denn du sprichst: Ich bin reich, und bin reich geworden, und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du der Elende bist, und der Erbärmliche, und Arme, und Blinde, und Nackte. 18. Jch rathe dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geglühet ist, damit du reich werdest; und weiße Kleider, damit du dich bekleidest, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu ſalben, damit du ſehest. 19. Alle, welche ich lich habe, die strafe und züchtige ich. So sei nun eifrig, und thue Buße. 366 Die Offenbarung Capa 36 4.151 20. Siehe, ichstehen an der| und in der Mitte des Thrones) Thüre und klopfer an. So Jemand und rings um den Thron bier meine Stimme hört, und die Thüre öffnet, so werde ich zu ihm hinein gehen, und das Mabt mit ihm halten und er mit mir 21. Wer überwindet, dem will ich verleihen, mit mir auf meinem Throne zu sigen, wie auch ich überwunden habe, und size mit meinem Vater auf seinem Throne. 227) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! d Thiere, boller Augen vörnen und hinten 610 jue ton Jommid mi 7. Und das erste Thier war gleich einem Löwen toundis das zweite Thier gleich einem Kalbe, und das dritte Thier hatte mein Angesicht wie eines Menschen, und das vierte Thier war gleich einem fliegenden Adler. in G III. 8. Und von den vier Thieren hatte ein jedes sechs Flügel, rings 5399100 mad Therum und von innen voller Au gen; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, und sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott, der Allmächtige, der da war, und der das ist, und der da kommt! 6mm 190 1919 19 9. Und wann die Thiere werden Preis und Ehre und Dank geben dem, der auf dem Throne sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, tuon Das IV. Capitel. 1. Der Thron Gottes. 2. Die vier und zwanzig Aeltesten und die vier 3. Ewige Anbetung Gottes. Darnach sah ich, und stehe, eine Thüre war aufgethan im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte wie eine Posaune mit mir reden, die sprach: Steige hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll. 2. Und alsobald war ich im Geiste: und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Throne saß Einer. 3. Und der darauf saß, war von Ansehen gleich dem Stein Jaspis und Sardis; und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich Smaragd. mi II. 4. Und rings um den Thron waren vier und zwanzig Throne und auf den Thronen sah ich die vier und zwanzig Aeltesten sigen, Das V. Capitel. nomdon bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern hatten sie goldene Kronen. dull& 11. Das Buch mit den sieben Siegeln. 2. Allgemeine Lobpreisung des Lammes, das sie öffnen wird. 5. Und von dem Throne gehen Blige und Donner und Stimmen aus, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Throne, welches die sieben Geister Gottes finden 74 6. Und vor dem Throne wie ein gläsernes Meer, gleich Krystall; Und ich sah an der Rechten, deſſen, der auf dem Throne saß, ein Buch, von innen und außen beschrieben, mit sieben Siegeln versiegelton 2.6 Und ich sah meinen starken Engel, oder verkündete mit lauter Stimme: Wer ist swürdig, daß 10. so werden die vier und zwanzig Aeltesten niederfallen vor dem, der auf dem Throne sist, und anbeten den, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und ihre Kronen niederwerfen vor dem Throne, und sprechem: nam 11. Würdig bist du Herr! zu empfangen den Preis und die Ehre, und die Macht; denn du bast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie, und wurden sie geschaffen.ne p Capt 58 6400 St. Johannis 867 Buch zu öffnen, und seine Siegel| den Thron und die Thiere Unid zu dösen mod m part du die Weltesten; und ihre Zahl war 3. Und Niemand vermochte weder zehntausendmal zehntausend, und im Himmel, noch auf Erden, noch tausendmal tausend; ut of dontia unter der Erde, das Buch zu 12. die sprachen mit lauter Stim öffnen, noch in dasselbe zu blicken. me: Würdig ist das Lamm, das 4. Und ich weinte sehr, daß Nie- geschlachtet ist, zu empfangen die mand würdig erfunden ward, das Macht und Reichthum und Weisz Buch zu öffnen, noch in dasselbe beit und Stärker und Ehre und zu blicken. 19142 stisid ond du Ruhm und Lobpreisung Inarradis 5. Und einer von den Weltesten spricht zuid mir: noWeine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamme Juda ist, die Wurzel Davids, das Buch zu öffnen, und seine sieben Siegel zu lösend fi giljod qilio pilise 13. Und alles Geschöpf, das da ist im Himmel, und auf der Erde, und unter der Erde und was auf dem Meere ist, und Alles) was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sigt, und dem Lamme sei das Lob, und die Ehre, und der Ruhm, und die Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Conte II. 16. Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier Thiere, und in der Mitte der Aeltesten stand ein Lámm, 14. Und die vier Thiere spraz als wäre es geschlachtet, das hatte chen: Amen! Und die vier und sieben Hörner und sieben Augen, zwanzig Aeltesten fielen nieder, welche sind die sieben Geister und beteten an den, der da lebet Gottes, die ausgefandt sind über von Ewigkeit zu Ewigkeit.jus die ganze Erde.no gramo blap malara bon endt 7. Und es kam und nahm dashi al diodallo Gull S Buch aus der Rechten dessen, der mit Das VI. Capitel. auf dem Throne saß. 8. Und als es das Buch genome men, fielen die vier Thiere und die vier und zwanzig Aeltesten vor dem Lamme nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Rauchwerk, welche sind die Gebete der Heiligen. Eröffnung der ersten sechs Siegel und dessen Folgen. 15m1080) Und ich sah, als das Lantm eines von den Siegeln öffnete, und ich hörte eines von den Thieren sagen, wie eine Donnerstimme: Komm und schaue! hiole modstrie 2. Und ich sah und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und es ward ihm eine Krone gegeben und er zog aus als ein Sieger, und daß er stegeted mundid, twe 9. Und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, das Buch zu nehmen, und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden, und haft uns Gott er kauft mit deinem Blute, aus allen 3. Und als es das zweite Siegel Stämmen, und Zungen, und Völ- öffnete, hörte ich das zweite Thier fern, und Nationen; mad ju sagen: Komm und schaue! gil 10. und hast uns unserm Gott zu 4. Und es zogaus ein anderes Königen und Priestern gemacht, Pferd, ein feuerrothes, und dem dis da herrschen werden auf Erden. der darauf faßt, ward Macht ge 11. Und ich sah, und hörten die geben, den Frieden von der Erde Stimme vieler Engel rings um zu nehmen, und daß sie einander 368 Die Offenbarung Cap. 6. 7. härener Sack, und der Mond ward wie Blut. erwürgen sollten; und ihm ward| die Sonne ward schwarz, wie ein ein großes Schwert gegeben. 5. Und als es das dritte Sie gel öffnete, hörte ich das dritte Thier sagen: Komm und schaue! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd; und der darauf saß, hatte eine Wage in seiner Hand. 13. Und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von starkem Winde erschüttert wird. 14. Und der Himmel entwich wie ein Buch, das zusammen gerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden aus ihren Stellen gerückt. 6. Und ich hörte eine Stimme in der Mitte der vier Thiere, die sprach: Ein Maß Weizen um einen Pfenning, und drei Maß Gerste um einen Pfenning; und das Del und den Wein schädige nicht. 7. Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Thieres sagen: Komm und schaue! 8. Und ich sah, und siehe, ein fables Pferd, und der darauf saß, dessen Name ist der Tod; und daß Todtenreich folget ihm nach, und ihnen ward Macht gegeben, über den vierten Theil der Erde, zu tödten mit dem Schwert, und mit Hunger, und mit Seuche, und durch die wilden Thiere der Erde. 9. Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die erwürgt waren um willen, und des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, welches sie hatten. 10. Und sie riefen mit lauter Stimme, und sprachen: Wie lange, o Herr, du Heiliger, und du Wahrhaftiger! richtest und rächest du nicht unser Blut an denen, die auf Erden wohnen? 11. Und es wurden ihnen einem Jeden weiße Kleider gegeben, und es ward ihnen gesagt, daß sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch würden getödtet werden gleich wie sie. 12. Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben geschah, und 15. nd die Könige der Erde, und die Großen, und die Reichen, und die Heerführer, und die Ge waltigen, und alle Knechte, und alle Freien verbargen sich in die Klüfte, und in die Felsen der Berge, 16. und sprachen zu den Bergen und den Felsen: Fallet auf uns, und verberget uns vor dem Angesichte dessen, der auf dem Throne sigt, und vor dem Zorne des Lammes! 17. Denn gekommen ist der große Tag seines Zornes, und wer mag bestehen? Das VII. Capitel. 1. Bezeichnung der Knechte Gottes. 2. Die Schaar der Märtyrer. 3. Ihre Seligkeit. Und nach diesem sah ich vier Engel, die standen an den vier Ecken der Erde, und hielten die vier Winde der Erde, daß kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgend einen Baum. 2. Und ich sah einen andern Engel von Aufgang der Sonne heraufsteigen, der hatte das Sie gel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln, welchen Macht ge geben ward, die Erde und das Meer zu schädigen, 3. und sprach: Schädiget die Cap. 7. 8. St. Johannis. 369 Erde nicht, noch das Meer, noch| sagung, und die Ehre, und die die Bäume, bis wir die Knechte Macht, und die Stärke sei unserm unsers Gottes an ihren Stirnen Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! besiegelt haben. Amen. 4. Und ich hörte die Zahl der Besiegelten: Hundert und vier und vierzig tausend Besiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israel. 5. Aus dem Stamme Juda zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Ruben zwölftausend Befiegelte; aus dem Stamme Gad zwölftausend Besiegelte; 14. Und ich sprach zu ihm: Herr! du weißt es. Und er sagte zu mir: Das sind die, welche aus der großen Trübsal kommen; 6. aus dem Stamme Aser zwölf- und sie haben ihre Kleider gewatausend Besiegelte; aus dem Stam- schen und weiß gemacht mit dem me Nephthalim zwölftausend Be- Blute des Lammes. fiegelte; aus dem Stamme Ma- 15. Darum sind sie vor dem naffe zwölftaufend Besiegelte; Throne Gottes, und dienen ihm 7. aus dem Stamme Simeon Tag und Nacht in seinem Tempel; zwölftausend Besiegelte; aus dem und der auf dem Throne sißt, Stamme Levi zwölftausend Be- wird über ihnen wohnen. fiegelte; aus dem Isaschar zwölf- 16. Es wird sie nicht mehr huntausend Besiegelte; gern, es wird sie auch nicht mehr dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne, noch irgend eine Hipe. 8. aus dem Stamme Zabulon zwölftausend Besiegelte; aus dem Stamme Joseph zwölftausend Beflegelte; aus dem Stamme Benjamin zwölftausend Besiegelte. II. 9. Nach diesem sah ich, und fiehe eine große Menge, die Niemand zählen konnte, aus allen Nationen, und Stämmen, und Völkern, und Zungen, die standen vor dem Throne, und vor dem Lamme, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen. 10. Und fie riefen mit lauter Stimme, und sprachen: Das Heil sei unserm Gott, dem, der auf dem Throne sigt, und dem Lamme! 11. Und alle Engel standen rings um den Thron und die Aeltesten und die vier Thiere, und fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht, und beteten Gott an, 12. und sprachen: Amen! Die Lobpreisung, und der Ruhm, und die Weisheit, und die DankIII. 13. Und es hob einer von den Aeltesten an, und sprach zu mir: Diese mit den weißen Kleidern Bekleideten, wer sind fie, und woher sind sie gekommen? 17. Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie weiden, und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen; und Gott wird alle Thränen abwischen von ihren Augen. Das VIII. Capitel. 1. Eröffnung des siebenten Siegels. Das Erscheinen von sieben Engeln mit Posaunen. 2. Die vier ersten Engel posaunen. Und als es das siebente Siegel öffnete, ward eine Stille im Himmel bei einer halben Stunde. 2. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. 3. Und ein anderer Engel fam, und stellte sich an den Altar, der hatte ein goldenes Rauchfaß; und ihm ward viel Rauchwerk gege24 Die Offenbarung 3708 bend daß ermes geben zu den Gebeten aller Heiligen auf den goldenen Altar jo der voril dem Thrones ist. dnu stbijs med 4Und der Rauch des Rauchwerks zulden Gebeten der Heili gen stieg auf, aus der Hand des Engels, vor Gott.sjgainsaros Cap. 8. 9.0 dritte Theil der Sterne, auf daß der dritte Theil derselben verfinstert würde, und der Tag nicht schiene feinen dritten Theil und dien Nacht in gleicher Weise. modif 13. Und ich sah und hörte einen Engel, der in der Mitte des Hima mels flog, und mit lauter Stimme rief: Wehe, weher wehe denen, die auf Erden wohnen, wegeng der übrigen Posaunen Stimmen der drei Engel, die noch posaunen werden! sad sapnisdis 5 Und der Engel nahm das Rauchfaß, und füllte es aus dem Feuer des Altares, und warf es auf die Erde und es entstanden Stimmen, und Donner, und Blige, und Erdbeben.nu 6. Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, bes reiteten sich, daß ste posauneten. Das IX. Capitel.ne 1. Das Posaunen des fünften und 2, des sechsten Engels spul? me II. 7. Und der erste Engel posau- Und der fünfte Engel posaunete, nete, und es entstand Hagel und und ich sah einen Stern, der vom Feuer mit Blut vermischt, und Himmel auf die Erde gefallen war mit vi ward auf die Erde geworfen; und und ihm ward der Schlüssel zu der dritte Theil der Bäume ver dem Schlunde des Abgrundes brannte, und alles grüne Gras gegeben. sto Indt inil sid verbrannteu patout megold 12. Und er öffneten den Schylund 8. Und der zweite Engel posau- des Abgrundes; und es stieg dit nete und wie ein großer Berg, in Feuer brennend, ward in das Meer geworfen; und der dritte Theil des Meeres ward Blut, d Rauch empor aus dem Schlunde wie der Rauch eines großen Ofens; und die Sonne und die Luft ward verfinstert von dem Rauche des Schlundes. amis 80@ Sl 3. Und aus dem Rauche giengen Heuschrecken aus auf die Erden und es ward ihnen Macht ge geben, wie die Scorpionen der Erde Macht habent sun ammite 9. 4. Und es ward ihnen gesagt, daß sie nicht das Gras der Erde schädigen sollten, noch irgend etwas Grünes, noch irgend einen Baum, sondern nur die Menschen, welche nicht das Siegel Gottes an ihren Stirnen haben.! 101dqu 5. Und ihnen ward gegeben, sie nicht zu tödten, sondern zu peini gen fünf Monate lang. Und ihre Bein war wie die Pein feines Scorpions wenn er einen Men schensgestochen hat. sid dml al 6. Und in denselben Tagen wer 9. und es starb der dritte Theil der Geschöpfetim Meere, die da Leben hatten, und der dritte Theil der Schiffe gieng zu Grundeord 10. Und der dritte Engel posaunete, und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Theil der Flüsse, und auf die Wasserquellen. aupronink 11. Und der Name des Sternes heißt Wermuth; und es ward der dritte Theil der Gewässer zu Wermuth, und viele der Menschen starben von den Gewässern, weil sie bitter geworden waren. 12. Und der vierte Engel pofaunete, und es ward geschlagen der dritte Theil der Sonne, und der dritte Theil des Mondes, und der ** S Cap. 9. 10. St. Johannis. 3718 den die Menschen den Tod suchen, mal zehntausend, und ich hörte und werden ihn nicht finden; ihre Zahl. ling in mind und werden begehren zu sterben, 17. Und also sah ich die Pferde und der Tod wird vor ihnen in dem Gesichte, und die darauf fliehen. TLC saßen; die hatten feurige und dunkelblaue, und schweflichte Pan zer; und die Köpfe der Pferde wie Löwenköpfe; und aus ihrem Munde gebt Feuer, und Rauch, und Schwefel. 7. Und die Gestalten der Heuschrecken waren gleich Pferden, die zum Streite gerüstet sind, und auf ihren Köpfen wie Kronen gleich Gold, und ihre Angesichter wie Angesichter von Menschen. 8. Und sie hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie der Löwen. 18. Von diesen drei Plagen wurde der dritte Theil der Menschen ges tödtet, von dem Feuer, und dem Rauch, und dem Schwefel, die aus ihrem Munde giengen. a 19. Denn die Macht der Pferde ist in ihrem Munde, und in ihren Schwänzen, denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen, und haben Köpfe, und mit diesen schädi gen sie. 20. Aber die übrigen Menschen, die nicht getödtet wurden durch diese Plagen, thaten nicht Buße von den Werken ihrer Hände, daß sie nicht mehr anbeteten die Teufel, und die Gößen von Gold, und Silber, und Erz, und Stein, und Holz, die weder sehen, noch hören, noch wandeln können; 21. und thaten auch nicht Buße von ihren Mordthaten, noch von ihren Zaubereien, noch von ihrer Unzucht, noch von ihren Dieb stählenm mo lan as ánu atse 9. Und sie hatten Panzer wie eiserne Panzer; und das Getön ihrer Flügel war wie das Getön vieler Wagen mit Rossen, welche zum Streite laufen. 10. Und sie haben Schwänze wie Scorpionen, und an ihren Schwänzen waren Stacheln, und ihre Macht war, die Menschen zu schädigen fünf Monate lang. 11. Und sie haben über sich zum Könige den Engel des Abgrundes, sein Name ist auf Hebräisch Abaddon, und im Griechischen hat er den Namen Apollyon( Verderber). 12. Das eine Wehe ist vorüber, siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesem. BUR II. 13. Und der sechste Engel posaunete, und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altares, der vor Gott steht, 14. die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebun den an Euphrat! STT T 15. Und es wurden gelöst die vier Engel, welche gerüstet waren auf Stunde und Tag und Monat und Jahr, daß sie den dritten Theil der Menschen tödteten, 16. Und die Zahl des Reiter heeres war zweimal zehntausend 4116 No 19. nu bbpl Das X. Capitel. 910 THE 1. Ankündigung der unaufhaltsamen Gerichte Gottes. 3. Johannes lein vers Und ich sah einen andern starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke; und ein Regenbogen auf seinem Haupte, und sein Ange sicht wie die Sonne, und seine Füße wie Feuersäulen. und 2. Und er hielt in seiner Hand 24* 372 Die Offenbarung Cap. 10. 11 ein offenes Büchlein, und er sette| als ich es verschlungen hatte, wart seinen rechten Fuß auf das Meer, mein Bauch verbittert.d den linken aber auf die Erde. 3. Und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt; und als er gerufen, redeten die sieben Dongen, und Könige. ner ihre Stimmen. 11. Und er spricht zu mir: Du sollst abermal weissagen über viele Völker, und Nationen, und ZunOnlf 4. Und als die sieben Donner geredet hatten, wollte ich schreiben; und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe dieses nicht! 5. Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel, 6. und schwur bei dem, der da lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, der geschaffen hat den Himmel und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist, daß keine Zeit mehr sein soll; Das XI. Capitel. 1. Auftrag an Johannes, den Tempel zu messen. 2. Die beiden Zeugen Gottes und ihre Schicksale. 3. Das Posaunen des siebenten Engels. Und mir ward ein Rohr gegeben, gleich einem Stabe; und der Engel stand und sprach: Mache dich auf, und miß den Tempel Gottes, und den Altar, sund die darin anbeten; baby stns bio 2. und den Hof, der außerhalb des Tempels ist, laß weg, und miß ihn nicht; denn er ist den Heiden gegeben, und sie werden die heilige Stadt zertreten zwei und vierzig Monate lang. II. 3. Und ich will meinen zwei Zeugen geben, daß sie weissagen werden tausend zweihundert sechzig Tage lang, bekleidet mit 7. sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wann er posaunen wird, so ist das Geheimniß Gottes vollbracht, Säcken. wie er seinen Knechten, den Pro- 4. Diese sind die zwei Delbäume pheten, verkündigte. und die zwei Leuchter, die da vor dem Herren der Erde stehen. 5. Und wenn Jemand sie schädi gen will, so geht Feuer aus ihrem Munde, und verzehrt ihre Feinde; und wenn Jemand sie schädigen will, so muß er also getödtet werden. II. 8. Und die Stimme, die ich aus dem Himmel gehört hatte, redete abermal mit mir, und sprach: Gehe hin, nimm das offene Büchlein in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht. Isten 9. Und ich gieng zu dem Engel, und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er spricht zu mir: Nimm, und verschlinge es; und es wird deinen Bauch verbittern, aber in deinem Munde wird es süß sein wie Honig. 10. Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels, und verschlang es: und es war in meinem Mund wie Honig so süß, und mall Tald 6. Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, daß kein Regen falle in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Macht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit allerlei Plage, so oft sie wollen. 7. Und wann sie ihr Zeugniß werden vollbracht haben, so wird das Thier, das aus dem Abgrund Cap. 11. 12. St. Johannis. 373 heraufsteigt somit ihnen Krieg| regieren von Ewigkeit zu Ewigführen, und wird sie überwinden, und sie tödtenbirgl 19 dni 1 8. Und ihre Leichname werden auf den Gassen der großen Stadt liegen, welche geistlich Sodoma und Aegypten heißt, wo auch unser Herr ist gekreuzigt worden. 9. Und sie werden aus den Völkern und Stämmen und Zungen und Nationen ihre Leichname drei Tage und einen halben sehen, und werden ihre Leichname nicht laffen in ein Grab legen.. 10 Und die auf Erden wohnen, werden sich über fie freuen, und fröhlocken, und werden einander Geschenke schicken; denn diese zwei Propheten peinigten die, so auf Erden wohnen. i alsums 11. Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in fie, und fie traten auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche fie schautent and modsp mopust keit! on two uma mai 16. Und die vier und zwanzig Aeltesten, die vor Gott saßen auf ihren Thronenfielen, auf ihr Angesicht und beteten Gott an, und sprachen: nommit ordi. 19 17. Wir danken dir, Herr, Gott, Allmächtiger oder da ist und der da war, und der da kommt, daß du deine große Macht, ergriffen hast, und regierest te org 18. Und die Völker sind zornig n geworden, und dein Zorn ist ge kommen, und die Zeit der Todten, daß sie gerichtet werden und daß du den Lohn gebeft deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen, und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und daß du verderbest die, so die Erde verderben. 19. Und es ward der Tempel Gottes im Himmel geöffnet, und die Lade des Bundes ward gesehen in seinem Tempel. Und es ge= und Donner, und Erdbeben, und großer Hagel.to jimmists and matchan monist so e Stimme vom Himmel, die zu ihnen sprach: Steiget hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolker und dies schauten fie sie das Das XII. Capitel. sida .8,.11 1. Das gebärende Weib und der Drache. 2. Sturz des Drachen auf durch den Drachen. die Erde. 3. Verfolgung des Weibes boru 10 990 07100 Undang zu derselben Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Theil der Stadt fiel; und es wurden in dem Erdbeben sieben tausend Menschen getödtet, und die Uebrigen wurden voll Furcht, und gaben Ehre dem Gott Und ein großes Zeichen erschien im Himmel, ein Weib bekleidet mit der Sonne, und der Mond des Himmels: silbid ug unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von zwölf Sternen. dou muit 14. Das zweiten Wehe ist vor über; siehe, das dritte Wehe kommt schnell, Tonos id di III. 15. Und der flebente Engel posaunete; und es erschollen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Reiche der Welt sind unserm Herrn geworden und seinem Gesalbeten, und er wird der hatte sieben Köpfe und zehn 2. Und sie war schwanger, und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt. it is i 3. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer feuerrother Drache, 374 Die Offenbarung Cap. 12. 13. Hörner, und auf seinen Köpfen| Himmel, und die ihr darin wel fieben Kronen; 4. und sein Schwanz zog den dritten Theil der Sterne des Himmels nach sich, und warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor dem Weibe, das gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind verschlinge. net! Wehe der Erde, und den Meere, denn der Teufel ist; euch hinabgestiegen, und hat eine großen Zorn, da er weiß, da er nur wenige Frist hat. III. 13. Und als der Drache sah daß er auf die Erde geworfen war, verfolgte er das Weib, wel ches den Knaben geboren hatte. 5. Und sie gebar einen Sohn, der alle Heiden weiden sollte mit eisernem Stabe; und es ward ihr Kind entrückt zu Gott und zu seinem Throne. 14. Und es wurden dem Weibe zwei Flügel des großen Adlers gegeben, daß sie in die Wüste fliege, an ihren Ort, woselbst sin ernährt wird eine Zeit, und zwei Zeiten, und eine halbe Zeit, fern von dem Angesichte der Schlange. 6. Und das Weib floh in die Wüste, wo sie einen Ort hat, von Gott bereitet, daß man sie daselbst ernähre tausend zweihundert und sechzig Tage. II. 7. Und es ward ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel. 15. Und die Schlange schoß aus ihrem Munde nach dem Weibe Wasser, wie einen Strom, damit sie von dem Strome fortgerissen werde. mi 16. Und die Erde half dem Weibe, und die Erde that ihren 8. Und sie gewannen die Ober- Mund auf und verschlang den hand nicht, und ihre Stätte ward Strom, welchen der Drache aus nicht mehr gefunden im Himmel.seinem Munde geschossen hatte. 9. Und es ward geworfen der 17. Und der Drache ergrimmte große Drache, die alte Schlange, über das Weib, und gieng hin, genannt der Teufel und der Satan, Krieg zu führen mit den Uebrigen der den ganzen Erdkreis verführet, ihres Geschlechtes, welche die Ge geworfen ward er auf die Erde, bote Gottes halten, und das Zeug und seine Engel wurden mit ihm niß Jesu Christi bewahren. geworfen. 10. 18. Und ich stellte mich auf den Sand des Meeres. ich hörte eine mächtige Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unserm Gott, und die Macht seinem Gesalbten geworden; denn herabgeworfen ward der Ankläger unsrer Brüder, der fie verklagt vor unserm Gotte Tag und Nacht. 11. Und sie haben ihn überwunden durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebet bis zum Tode. 12. Darum seid fröhlich, ihr Das XIII. Capitel. 1. Das Thier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern. 2. Das Thier mit den zwei Hörnern. Und ich sah aus dem Meere ein Thier aufsteigen, das hatte sieben Köpfe und zehn Hörner, und auf seinen Hörnern zehn Kronen, und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung. 2. Und das Thier, das ich sah, war gleich einem Parder, und seine Füße waren wie eines Bären, und 11 1 Cap. 13. 14. ſein Rachen wie ein Löwenrachen; und der ihm 11 Kraft, und seinen Thron, und große Macht. jiondogt dus 3. Und ich sah einen seiner Köpfe wie auf den Tod verwundet, und seine Todeswunde ward geheilt. Und die ganze Erde folgte verwundert dem Thiere nach. 4. Und sie beteten den Drachen an, welcher dem Thiere die Macht gegeben, und beteten das Thier an, und sprachen: Wer ist dem Thiere gleich? und wer vermag mit ihm zu streiten? 5. Und es ward ihm ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete; und es ward ihm Macht gegeben, Krieg zu führen zwei und vierzig Monate. 6. Und es that seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen, und seine Hütte, und die im Himmel wohnen. 7. Und es ward ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen, und sie zu überwinden; und es ward ihm Macht gegeben über alle Geschlechter, und Zungen, und Nationen. St. Johannes. 8. Und es werden es anbeten alle, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens des Lammes, das geschlachtet ist, von der Grund legung der Welt an. 9. Hat Jemand ein Ohr, der höre! 10. So Jemand in Gefangenschaft wegführt, so wird er in Gefangenschaft hingeführt; so Jemand mit dem Schwerte tödtet, so muß er mit dem Schwerte getödtet werden. Hier ist die Geduld und der Glaube der Heiligen. 375 12. Und alle, Macht des erſten Thieres übt es aus Thier aus der Erde aufsteigen, und es hatte zwei Hörner, gleich meinem Lamme, und redete wie ein dr Drachese nista nema guz ben, und macht, daß die Erde, und die darauf wohnen, das erste Thier anbeten, dessen Todeswunde geheilt ward. 13. Und es thut große Zeichen, daß es selbst Feuer vom Himmel auf die Erde vor den Menschen herab fallen macht. 14. Und es verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind vor dem Thiere zu thun; und es sagt denen, Bis die auf Erden wohnen, ein Bild zu machen dem Thiere, welches die Wunde vom Schwerte hat und lebend geblieben ist. 15. Und es ward ihm verliehen, dem Bilde des Thieres einen Geist zu geben, auf daß das Bild des Thieres auch redete, und machte, daß alle getödtet würden, die das Bild des Thieres nicht anbeteten. 16. Und es macht, daß Allen, den kleinen und den Großen, und den Reichen und den Armeu, und den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand, oder auf ihre Stirne, 17. und daß Niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, so das Malzeichen hat, den Namen des Thieres, oder die Zahl seines Namens. 18. Hier ist die Weisheit! Wer Verstand hat, der rechne die Zahl des Thieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundert sechs und sechzig. Das XIV. Capitel. 1. Das Lamm und seine Berehrer. 2. Die drei warnenden Engel. 3, SeErnte, und 5. die Weinleſe. Und ich sah, und siche, das Lamm stand auf dem Berge Sion, und mit ihm hundert, und vier 376 und vierzig tausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben. 2. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, wie das Rauschen vieler Wasser und wie die Stimme eines großen Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie die Stimme von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielten. 3. Und sie sangen wie ein neues Lied vor dem Throne und vor den vier Thieren und den Aeltesten; und Niemand konnte das Lied lernen, als nur die hundert und vier und vierzig tausend, die erkauft sind von der Erde. 4. Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich rein. Diese sind es, die dem Lamme nachfolgen, wohin es gehet. Diese sind erkauft worden aus den Menschen zu Erstlingen Gott und dem Lamme, Die Offenbarung Cap. 14. 9. Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stim me: Wenn Jemand das Thier 1001tion und sein Bild anbetet, und daß Malzeichen auf seine Stirne oder auf seine Hand nimmt, 10. so wird auch er trinken von dem Zornweine Gottes, der unvermischt eingeschenkt ist in den Becher seines Grimmes; und er wird gepeinigt werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamme.c 11. Und der Rauch ihrer Pein steigt auf von Ewigkeit zu Ewig feit; und keine Ruhe haben Tag und Nacht, die das Thier und sein Bild anbeten, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt. 12. Hier ist die Geduld der Hei ligen, welche die Gebote Gottes halten und den Glauben an Jesum. III. 13. Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Schreibe: Selig find die Todten, die im Herrn sterben, von jept an! Ja, spricht der Geist, daß sie ruhen von ihren Arbeiten; ihre Werke aber folgen ihnen nach. II. 6. Und ich sah einen andern Engel durch die Mitte des Him mels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium, es zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, und allen Nationen, und Stämmen, und Zungen, und Völkern. IV. 14. Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß Einer, gleich einem Menschensohne, der hatte auf sei nem Haupte eine goldene Krone, und in seiner Hand eine scharfe Sichel. 15. Und ein anderer Engel gieng 7. Der sprach mit lauter Stim- hervor aus dem Tempel, der rief me: Fürchtet Gott, und gebet ihm mit lauter Stimme dem, der auf Ehre! Denn die Stunde seines der Wolke saß: Schlage deine Gerichtes ist gekommen; und betet Sichel an, und ernte; denn die den an, der den Himmel, und Stunde des Erntens ist dir ge die Erde, und das Meer, und kommen, denn die Ernte der Erde die Wasserquellen gemachet hat.ist dürre geworden. 8. Und ein anderer Engel folgte 16. Und der auf der Wolke saß, ihm, der sprach: Gefallen, gefal- schlug seine Sichel an auf die len ist Babylon, die große Stadt; Erde, und die Erde ward geerntet. denn mit dem Zornwein ihrer Unzucht hat sie alle Heiden getränkt. V. 17. Und ein anderer Engel gieng hervor aus dem Tempel, 5. und in ihrem Munde ist kein Betrug erfunden worden; denn sie sind unsträflich vor dem Throne Gottes. Cap. 14. 15. 16. 377 der in dem Himmel ist, und auch er hatte ein scharfes Rebmesser. 18. Und ein anderer Engel gieng hervor von dem Altar, der hatte Macht über das Feuer; und er rief mit lautem Rufe dem, der das scharfe Rebmesser hatte, und sprach: Schlage dein scharfes Rebmesser an, und schneide die Trauben des Weinstocks der Erde ab, denn seine Beeren sind reif geworden. 4. Wer sollte dich nicht fürchten, Herr, und deinen Namen preisen? Denn du bist allein heilig. Denn alle Völker werden kommen und anbeten vor dir; denn deine Gerichte sind offenbar geworden. III. 5. Und nach diesem sah ich, und siehe, der Tempel der Hütte des Zeugnisses im Himmel ward geöffnet, 19. Und der Engel legte sein Rebmesser an die Erde, und schnitt den Weinstock der Erde ab, und schüttete die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes. 6. und die sieben Engel, welche die sieben Plagen hatten, giengen hervor aus dem Tempel, angethan mit reiner und glänzender Leinwand, und umgürtet um die Brust mit goldenen Gürteln. 20. Und die Kelter ward außer- 7. Und eines der vier Thiere gab halb der Stadt getreten, und es den sieben Engeln sieben goldene floß Blut aus der Kelter bis an Schalen voll des Zornes Gottes, die Zäume der Pferde, tausend der da lebet von Ewigkeit zu sechshundert Stadien weit. Ewigkeit. St. Johannis. Das XV. Capitel. 1. Sieben Engel mit den sieben legten Plagen. 2. Loblied der Sieger über das Thier. 3. Die Engel empfangen die Zornschalen. Und ich sah ein anderes Zeichen in dem Himmel, groß und wunderbar, sieben Engel, welche die sieben legten Plagen hatten, denn in denselben ward der Zorn Gottes vollendet. II. 2. Und ich sah wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermischt, und die Ueberwinder von dem Thier und von seinem Bilde, und von seinem Malzeichen, und von der Zahl seines Namens standen an dem gläsernen Meere und hat ten Harfen Gottes. 3. Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes, und sprechen: Groß und wunderbar sind deine Werke, o Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaft sind deine Wege, du König der Völker! 8. Und der Tempel ward voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes, und von seiner Kraft; und Niemand konnte in den Tempel hineingehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren. Das XVI. Capitel. Ausgießung der sieben Zornschalen durch die Engel. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engein: Gehet hin, und gießet die Schalen des Zornes Gottes aus auf die Erde! 2. Und der erste gieng hin, und goß seine Schale aus auf die Erde; und es entstand ein böses und schädliches Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Thieres hatten, und die sein Bild anbeteten. $ 16 3. Und der zweite Engel goß seine Schale aus in das Meer; und es entstand Blut, wie eines Todten, und alle lebendigen Wesen starben im Meere. 4. Und der dritte Engel gos Die Offenbarung 0378 seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen; und es entstand Blut. 5. Und ich hörte den Engel der Gewässer sagen: Du bist gerecht, Herr! der du bist, und der du warest, du Heiliger, daß du also gerichtet hast. 6. Denn das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergos sen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; ja sie sind dessen würdig. 7. Und ich hörte einen Andern, von dem Altare her sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaft und gerecht sind deine Gerichte. 8. Und der vierte Engel goß seine Schale aus auf die Sonne; und ihr ward gegeben, die Men schen in Feuer zu erhigen. 9. Und die Menschen wurden erhigt mit großer Hiße, und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und thaten nicht Buße, ihm Ehre zu geben. 10. Und der fünfte Engel goß seine Schale aus auf den Thron des Thieres; und das Reich desfelben ward verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz, 11. und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen, und wegen ihrer Geschwüre, und thaten nicht Buße von ihren Werken. 12. Und der sechste Engel goß seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, auf daß der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne. 13. Und ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Thieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister ausgehen, gleich Fröschen. Cap. 16. 17. 14. Es find nämlich Geister der Teufel, die Zeichen thun, welche Teufel, die 3 ausgehen zu den Königen des gan zen Erdkreises, sie zu versammeln zum Streite an jenem großen Tage Gottes, des Allmächtigen, gun 15.( Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wachet, und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt wandle, und man seine Schande sehe.) modtor 16. Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch heißt Armageddon. and all 17. Und der siebente Engel goß seine Schale aus in die Luft; und es gieng eine laute Stimme her vor vom Tempel des Himmels, von dem Throne», die sprach: Es ist geschehen! 18. Und es geschahen Stimmen und Donner und Blize, und ein großes Erdbeben geschah, derglei chen nie gewesen, seit die Men schen auf Erden waren, ein sol ches also großes Erdbeben. 19. Und es ward die große Stadt zu drei Theilen, und die Städte der Heiden fielen; und Babylon, der großen, ward vor Gott ge dacht, ihr den Becher des Zornweines seines Grimmes zu geben. 20. Und alle Inseln flohen, und die Berge wurden nicht mehr ge funden. 21. Und ein großer Hagel, wie Centner schwer, kam vom Himmel herab auf die Menschen, und die Menschen lästerten Sott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage sehr groß war. T Das XVII. Capitel. 1. Babylon. 2. Ihre und des Thie res geheimnisvolle Bedeutung. Und es kam einer aus den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, und redete mit mir, und sprach zu mir: Komm! ich will Cap. 17.00 St. Johannis. 379 dir das Gericht der großen Hure| 9. Hier ist der Verstand, welcher zeigen, die auf den vielen Was fern sigt; Weisheit hat. Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf welchen das Weib figt; 10. und sind sieben Könige: Fünfe sind gefallen, und der Eine ist no noch nicht gewann er kommt, kleine Zeit bleiben. das war, und nicht ist, ist auch selbst der Achte, und ist einer von den Sieben, und geht hin ins Verderben. 12. Und die zehn Hörner, die du gesehen, sind zehn Könige, welche noch kein Reich erlangt haben; aber Macht wie Könige erlangen fie auf eine Stunde mit dem Thiere. 2. mit welcher die Könige der Erde Unzucht getrieben haben, und trunken wurden vom Weine ihrer die auf 3. Und er brachte mich in eine Wüste hin im Geiste. Und ich sah rothen Thiere sizen, das voll war von Namen der Lästerung, und hatte sieben Köpfe und zehn Hörner. 4. Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach, und übergoldet mit Gold, und Edelsteinen, und Perlen; und hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll Gräuel und Unreinigkommen; und darf er nur eine feit ihrer unzuchter Stirne ein und ihre Macht und Gewalt über5. Name geschrieben, ein Geheimniß: geben sie dem Thiere. Babylon, die große, die Mutter 14. Diese werden mit dem Lamder Huren und der Gräuel derme streiten, und das Lamm wird Erde. ste überwinden, denn es ist der 6. Und ich sah das Weib trun- Herr der Herren, und der König ken von dem Blute der Heiligen, der Könige, und die mit ihm sind, und von dem Blute der Zeugen die Berufenen und Auserwählten Jesu; und ich verwunderte mich, und Gläubigen. als ich sie sah, mit großem Ver1 15. Und er sprach zu mir: Die die wo Hure sigt, sind Völker, und Mengen, und Nationen, und Zungen. 16. Und die zehn Hörner, die du gesehen auf dem Thiere, diese werden die Hure hassen, und sie verwüstet und bloß machen, und ihr Fleisch verzehren, und sie verbrennen mit Feuer. II. 7. Und der Engel sprach zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir das Geheimniß des Weibes sagen, und des Thieres, das sie trägt, welches die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat. 8. Das Thier, welches du gesehen, war, und ist nicht mehr da, und es wird aufsteigen aus dem 17. Denn Gott hat ihnen in Abgrunde, und ins Verderben ihre Herzen gegeben, seinen Sinn hingehen; und die auf Erden auszuführen, und Einen Sinn wohnen, werden sich verwundern, auszuführen, und ihr Reich dem deren Namen nicht geschrieben Thiere zu geben, bis die Worte sind auf dem Buche des Lebens Gottes volbracht sein werden. von Grundlegung der Welt an, 18. Und das Weib, das du genowann sie das Thier sehen, daß sehen, ist die große Stadt, welche war, und nicht ist, und da Herrschaft hat über die Könige sein wird. der Erde. Die Offenbarung e Cap. 18. Das XVIII. Capitel. od| Tag ihre Plagen kommen, Lod 1. Ankündigung des Gerichtes über und Leid, und Hunger und fie Babylon. 2. Wehklage ihrer Anhän- wird mit Feuer verbrannt werger über sie. 3. Wiederholte Ankün- den; denn stark ist der Herr, Gott, digung ihres Unterganges. AS der sie richtet. orator din 380 Und nach diesem sab ich einen Engel aus dem Himmel herab steigen, der hatte große Gewalt, und die Erde ward erleuchtet von seiner Herrlichkeit. 2. Und er rief mit mächtiger Stimme, und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die große, und ist eine Behausung der Teufel geworden, und ein Gefängniß aller unreinen Geister, und ein Gefängniß aller unreinen und verhäßten Vögel. 13. Denn von dem Zornweine ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von der Macht ihrer leppigkeit reich geworden. 4. Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Gehet aus von ihr, mein Volt, damit ihr nicht theilhaft werdet ihrer Sünden, und da mit ihr nicht von ihren Plagen empfanget. Sh 5. Denn ihre Sünden reichten bis an den Himmel, und Gott gedachte ihrer Ungerechtigkeiten. 6. Vergeltet ihr, wie auch fie euch vergolten hat, und verdoppelt ihr zweifach nach ihren Werken; in dem Becher, in welchem fie euch eingeschenkt, schenket ihr doppelt ein. 7. Wie viel sie sich selbst herrlich machte und Ueppigkeit trieb, so viel gebet ihr nun Pein und Leid. Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königinn, und bin nicht Witwe, und Leid werde ich nicht sehen. 8. Darum werden an Einem II. 9. Und es werden sie bewei nen, und um sie klagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht und leppigkeit getrieben wann sie den Rauch ihres Brandes sehen; 10. und werden von ferne stehen aus Furcht vor ihrer Pein, und sprechen: Wehe, wehe, du große Stadt Babylon, du gewaltige Stadt! Denn in Einer Stunde ist dein Gericht gekommen. el 11. Und die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, denn ihre Waaren kauft Niemand mehr; mine 50 90 12. die Waaren von Gold, und Silber und Edelsteinen und Perlen, und feiner Leinwand, und Purpur, und Seide, und Scharlach; und allerlei Thyen- Holz, und allerlei Elfenbeingeräthe, und allerlei Geräthe vom köstlichsten Holze, und von Erz, und Eisen, und Marmor; L IS I 13. und 3immt, und Rauchwerk, und Salbe, und Weihrauch, und Wein, und Del, und Semmelmehl, und Waizen, und Lastthiere, und Schafe, und Pferde, und Wagen, und Leiber und Seelen der Menschen. 14. Und die Früchte, woran deine Seele Lust hatte, sind von dir gewichen; und alles Glänzende und Prächtige ist von dir gewichen; und du wirst es nicht mehr finden. dam drm finns 15. Die Kaufleute dieser Dinge, die von ihr reich geworden, wer den von ferne stehen aus Furcht vor ihrer Pein, weinend und trauernd, und sprechende 16. Webe, wehe, die große Stadt, die bekleidet war mit Cap. 18. 19. St. Johannis. 381 feiner Leinwand, und Purpur, gehört werden; denn deine Kaufund Scharlach, und übergoldet mit Gold, und Edelsteinen, und Perlen; denn in Einer Stunde ward dieser so große Reichthum verwüstet. nisu. 85 dnil leute waren die Großen der Erde, und durch deine Zauberei wurden alle Völker verführet. 24. Und in ihr ward das Blut der Propheten und Heiligenge funden, und aller derer, die ge= schlachtet worden auf Erden. 17. Und alle Steuermänner, und die ganze Menge derer, die auf den Schiffen sind, und die Schiffleute, und so viele auf dem Meere Das XIX. Capitel. nist Gewerb treiben, standen von ferne, 1. Triumphlied der Himmlischen über 18. und riefen, da sie den Rauch Babylons Untergang. 2. Die Anbetung ihres Brandes sahen, und spra- wird vom Engel abgelehnt. 3. Der chen: Wer war gleich dieser gro- Sieg Christi über das Thier und den Ben Stadt? MASC Lügenpropheten und ihre Anhänger. 19. Und sie warfen Staub auf Und nach diesem hörte ich wie eine ihre Häupter, und riefen weinend laute Stimme vieles Volkes im und trauernd: Wehe, wehe, die Himmel, die sprach: Halleluja! große Stadt, in welcher reich wur- Das Heil, und der Ruhm, und den Alle, die Schiffe auf dem die Ehre, und die Kraft dem Meere hatten, von ihrer Kostbar- Herrn, unserm Gott! feit; denn in Einer Stunde ward fie verwüstet. Tomis) Che 20. Sei fröhlich über sie, du Himmel, und ihr heiligen Apostel und Propheten! Denn Gott hat das Gericht für deuch über sie gehalten. III. 21. Und es hob ein starker Engel einen Stein auf, wie einen großen Mühlstein, und warf ihn in das Meer, und sprach: Also mit Gewalt wird Babylon, die große Stadt, hingeworfen, und und sie wird nicht mehr gefunden werden. 11 22. Und die Stimme der Harfenspieler, und Sänger, und Flöten spieler, und Posaunenblaser wird nicht mehr in dir gehört werden; und kein Künstler irgend einer Kunst wird mehr in dir gefunden werden, und die Stimme der Mühle wird nicht mehr in dir gehört werden; 23. und das Licht des Beuchters wird nicht mehr in dir scheinen, und die Stimme des Bräutigams und der Braut nicht mehr in dir 2. Denn wahrhaft und gerecht sind seine Gerichte; denn er hat gerichtet die große Hure, welche die Erde verderbte mit ihrer Unzucht, und das Blut seiner Knechte an ihr gerächet. 3. Und zum andern Mal sprachen sie: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. 4. Und es fielen die vier und zwanzig Neltesten und die vier Thiere nieder, und beteten Gott an, der auf dem Throne saß, und sprachen: Amen! Halleluja! 5. Und eine Stimme gieng aus vom Throne, die sprach: Lobet unsern Gott, alle seine Knechte, und die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen! 6. Und ich hörte wie eine Stimme vieles Volkes, und wie das Rauschen vieler Gewässer, und wie eine Stimme gewaltiger Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige regieret! 7. Laßt uns fröhlich sein und 382 frohlocken, und ihm die Ehre ge= ben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet. 1500 8. Und ihr ward gegeben, sich zu kleiden in feine Leinwand, rein und glänzend. Die Leinwand nämlich ist die Gerechtigkeit der Heiligen. anu pus 9. Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig find die, welche zu dem Mahle der Hochzeit des Lammes geladen find! Und er sprach zu mir: Dieses sind die wahrhaften Worte Gottes. Die Offenbarung II. 10. Und ich fiel vor seinen Füßen nieder, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Siehe zu, thu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, die das Zeugniß Jesu haben. Bete Gott an! Denn das Zeugniß Jesu ist der Geist der Weissagung. III. 11. Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe ein weiBes Pferd, und der darauf saß, ward genannt der Treue und Wahrhafte; und mit Gerechtigkeit richtet und streitet er. 12. Seine Augen aber waren wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupte waren viele Kronen, und er trug einen Namen geschrieben, den Niemand kennet, als nur er selbst. 13. Und er war angethan mit einem Kleide in Blut getaucht, und sein Name heißt: Das WortGottes. 14. Und die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pfer= den, angethan mit weißer und reiner Leinwand; Cap. 19. 20.0 16. Und er trägt an seinem Kleide und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Königes und Herr der Herren. 17. Und ich fab einen Engel in der Sonne stehen, der rief mit lauter Stimme, und sprach zu allen Vögeln, die durch die Mitte des Himmels fliegen: Kommt und versammelt euch zum Mahle des großen Gottes, and 196mallog 18. daß ihr verzehret das Fleisch der Könige, und das Fleisch der Heerführer, und das Fleisch der Starken und das Fleisch der Pferde und derer, die darauf sigen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, und Kleinen und Großen. BSTRUCK 836 6 19. Und ich sah das Thier undsl die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, Krieg zu füh ren mit dem, der auf dem Pferdes saß, und mit seinem Heerend nom 20. Und das Thier ward er griffen, und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm that, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Thieres annahmen, und sein Bild anbe teten: lebendig wurden die bei den geworfen in den Pfuhl des Feuers, der in Schwefel brennt. 21. Und die Uebrigen wurden getödtet mit dem Schwerte, das aus dem Munde dessen gieng, der auf dem Pferde saß; und alle Vögel wurden gesättigt von ihrem Fleischemia OTRO 1980) Das XX. Capitel. 1. Bändigung des Drachen auf tau15. und aus seinem Munde geht send Jahre 2. Lausendjähriges Reich. ein scharfes Schwert, daß er die 3. Legter Kampf des Drachen und ſein Heiden damit schlage; und er wird Gericht. 4. Allgemeine Auferstehung fie mit eisernem Stabe weiden; und Weltgericht. und er tritt die Kelter des Zorn- Und ich sah einen Engel aus Weines des Grimmes Gottes, des dem Himmel herab steigen, Allmächtigen, nadoćn Shatte den Schlüssel des Abgrun der Caps 201 2100 St. Johannis.19 3838 des und meine große Kette an sei| die geliebte Stadt. Und es fiel ner Hand is stiu 2. Unde er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn auf tausend Jahre, 3. und warf ihn in den Abgrund, und schloß zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Hei den verführe, bis die tausend Jahre vollendet wären. Und nach den selben muß er auf kurze Zeit los floh die Erde und der Himmel, und es ward keine Stätte für sie gefunden. IV. 11. Und ich sah einen großen weißen Thron, und den, der gelassen werden. Gupino 15 darauf saß; vor dessen Angesicht 1.4. Und ich sah Throne, und fies segten sich darauf, und das Gericht ward ihnen gegeben; und die Seelen derer, die enthauptet worden um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen und die das Thier nicht an gebetet hatten, noch sein Bild, und nicht das Malzeichen auf ihre Stirne und auf ihre Hand genommen hatten; und sie wurden lebendig, und regierten mit Christo die tausend Jahreidi tim du smis Feuer von Gott aus dem Himmel herab, und verzehrte sie. i am 10. Und der Teufel, der sie verführte, ward in den Pfuhl des Feuers und Schwefels geworfen, wo das Thier ist, und der falsche Prophet; und sie werden gepeinigt werden, Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Die übrigen der Todten aber wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet sind. Dieses ist die erste Auferstehung. 6. Selig und heilig ist, wer Theil hat an der ersten Auferstehung! Ueber diese hat der andere Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein, und mit ihm regieren tausend Jahre. III. 7. Und wann die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnisse losgelassen werden. 8. und wird ausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, sie zum Streite zu versammeln, deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. 9. Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde, und umringten das Heerlager der Heiligen und 12. Und ich sah die Todten, Kleine und Große, vor dem Throne stehen, und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch ward geöffnet, welches das Buch des Lebens ist; und die Todten wurden gerichtet aus dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. 13. Und es gab das Meer die Todten, die in ihm waren, und der Tod und das Todtenreich gaben die Todten, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein Jeder nach seinen Werken. 14. Und der Tod und das Todtenreich wurden in den Pfuhl des Feuers geworfen. Dieses ist der andere Tod. 15. Und so Jemand nicht im Buche des Lebens geschrieben gefunden ward, so ward er in den Pfuhl des Feuers geworfen. I am Das XXI. Capitel. 1. Neue, selige Schöpfung. 2. Beschreibung des neuen Jerusalems. Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer war nicht mehr 2. Und ich Johannes sah die 384 Die Offenbarung Cap. 21. heilige Stadt, das neue Jerusa- auf einen großen und hohen Berg, lem, von Gott aus dem Himmel und zeigte mir die große Stadt, herab steigen, zubereitet wie eine das heilige Jerusalem, die von Braut, die für ihren Mann ge- Gott aus dem Himmel herabstieg, schmückt ist. 11. welche die Herrlichkeit Gottes hat. Und ihr Licht ist gleich dem köstlichsten Edelsteine, wie ein krystallglänzender Jaspis. SLAUG UD 12. Und sie hat eine große und hohe Mauer, und zwölf Thore; und auf den Thoren zwölf Engel, und Namen angeschrieben, welche die Namen der zwölf Stämme der Kinder Israel sind. 13. Von Aufgang drei Thore; von Mitternacht drei Thore; von Mittag drei Thore; von Niedergang drei Thore. 14. Und die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine, und auf ihnen zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 15. Und der mit mir redete hatte ein goldenes Rohr, damit er die Stadt und ihre Thore und ihre Mauer messe. 16. Und die Stadt liegt im Viereck, und ihre Länge ist so groß wie ihre Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr, auf zwölftausend Stadien; die Länge, und die Breite, und die Höhe derselben sind gleich. 17. Und er maß ihre Mauer, hundert und vier und vierzig El len, nach Menschenmaß, welches der Engel hatte. 18. Und der Bau ihrer Mauer war Jaspis, und die Stadt reines Gold, gleich reinem Glase. 19. Und die Grundsteine der Stadtmauer waren mit allerlei Edelsteinen geschmückt: der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Sapphir, der dritte ein Chalcedonier, der vierte ein Smaragd, 20. der fünfte ein Sardonyy, der sechste ein Sardis, der siebente 3. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel, die sprach: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. 4. Und Gott wird alle Thränen abwischen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, und nicht Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5. Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache Alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind gewiß und wahrhaft. 6. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das D, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst geben. 7. Wer überwindet, der wird dieses alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. 8. Den Furchtsamen aber, und Ungläubigen, und Ruchlosen, und Mördern, und Unzüchtigen, und Zauberern, und Gößendienern, und allen Lügnern wird ihr Theil sein in dem Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt, welches ist der andere Tod. II. 9. Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten voll der sieben legten Plagen, und redete mit mir, und sprach: Komm, ich will dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen! 10. Und er brachte mich im Geiste Smit St. Johannis. Cap. 21. 22. in Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der eilfte ein hyacinth, der zwölfte ein Amethyst. 21. Und die zwölf Thore waren wölf Perlen, je eines der Thore var aus Einer Perle; und die Gassen der Stadt waren reines Gold, wie durchsichtiges Glas. 22. Und einen Tempel sah ich nicht in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. 23. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihr Licht ist das Lamm. 24. Und es werden die Völker in ihrem Lichte wandeln, und die Könige der Erde ihre Herrlichkeit und ihre Ehre in sie bringen. 25. Und ihre Thore werden nicht geschlossen werden am Tage, denn Racht wird daselbst nicht sein. 26. Und man wird die Herrlich feit und die Ehre der Völker in fie bringen. 27. Und es wird überall nichts Unreines in sie eingeben, noch was Gräuel und Lüge übt; sondern nur die geschrieben sind im Buche des Lebens des Lammes. Das XXII. Capitel. 1. Fernere Beschreibung des neuen Jerusalems. 2. Gewißheit dieser Weissagung und ihre baldige Erfüllung. 3. Schluß. Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Krystall, der ausgieng vom Throne Gottes und des Lammes. 385 Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. 3. Und kein Verbanntes wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihre sein; und seine Knechte werden, 15m ihm dienen, Me 4. und sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein. 5. Und Nacht wird daselbst nicht sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes, noch des Sonnenscheins; denn der Herr, Gott, erleuchtet sie, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. II. 6. Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiß und wahrhaft, und der Herr, der Gott der heiligen Propheten, hat seinen Engel gesandt, seinen Knechten zu zeigen, was geschehen soll in Bälde! 7. Siehe, ich komme bald! Se lig ist, wer die Worte der Weise sagung dieses Buches bewahret. 8. Und ich Johannes bin es, der solches sah und hörte; und nat als ich es gehört und gesehen, fiel ich nieder anzubeten vor den Füßen des Engels, der mir sola ches zeigte. mat dee 9. Und er sprach zu mir: Siehe zu, thue es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, der Propheten, und derer, die die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an! 10. Und er sprach zu mir: Versiegle die Worte der Weissagung dieses Buches nicht! Die Zeit ist nahe. 11. Wer Unrecht thut, der thue weiter Unrecht, und wer unrein 2. In mitten ihrer Gassen und ist, verunreinige sich weiter; und auf beiden Seiten des Stromes der Gerechte übe weiter Gerechtig- i stand der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt und jeglichen Monat seine Frucht gibt; und die feit, und der Heilige heilige fich weiter. 12. Siehe, ich komme bald, und 25 Die Offenbarung St. Johannis. 386 mein Lohn mit mir, zu vergelten einem Jeden, wie sein Werk sein wird. 13. Ich bin das A und das D, der Anfang und das Ende, der. Erste und der Lette. 14. Selig sind, die seine Gebote halten, daß sie Macht erlangen über den Baum des Lebens, und durch die Thore eingehen in die Stadt. 15. Draußen aber sind die Hunde, und die Zauberer, und die Unzüchtigen, und die Mörder, und die Gözendiener, und Alle, welche die Lüge lieben und üben. 16. Ich Jesus habe meinen Engel gesandt, euch solches an die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenftern. III. 17. Und der Geist, und die Braut sprechen: Komm! Und wer Cap. 22. es hört, der spreche: Komm! Und wer dürstet, der komme; und wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. 18. Jch bezeuge Jedem, der die Worte der Weissagung dieses Bu ches hört: Wenn Jemand zu die sem etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buche geschrieben sind. 19. Und wenn Jemand etwas hinweg nimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott seinen Theil hinweg nehmen von dem Baume des Le bens, und aus der heiligen Stadt, die in diesem Buche geschrieben sind. 20. Es spricht, der dieses be zeuget: Ja, ich komme bald. Amen! Ja, komm, Herr Jesu! 21. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch Allen! Amen! دد ن کار Ima AHS Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 7 3/ Color 18 19 8 4 B.I.G. Black