66-3/ 87 Dein und mein pers treffe ute der Trennungs fchiners. SO Georg Christoph Stemer Bierbrauer, den, 30th Mai DE AF Ps. 196 Fr. Th. Weber del. et sculp. A.V. Alles Land bethe dich an, und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Ps. 66. v. 4. Gesangbuch für die protestantische Gesammt- Gemeinde des Königreichs Baiern. CASSA PEAKE Im Verlag der allgemeinen protestantischen Pfarr, Wittwen: Kaffe, Sulzbach, In Commission der J. E. Seidel'schen Buchhandlung. 18 16. 3187 Univ.- Bibl. Giessen Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Baiern. Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämmt= liche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir Uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer VersorgungsAnstalt für Pfarrers- Wittwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum kirchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Echulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kasse zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen PfarrWittwen- Kasse das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmigkeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufgestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angeseffenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Vermeidung Unserer alle höchsten Ungnade und einer Strafe von Ein Hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staats- Kaffe, die andere Hälfte aber der allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kaffe zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder mittel oder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine PfarrWittwen- Kasse- Administration zur Sicherung dieſes Privilegiums, bei verspürten Eingriffen mit Hilfe Unferer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzu= schreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weßwegen auch zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr- Wittwen- Kasse erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes Insiegel aufdrucken lassen, und die Bekannt. machung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in Unferer Haupt- und Residenzstadt München den vierten Auquft im Ein Taufend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. Max Joseph. Ismesde nouoo Graf von Montgelas. Auf königlichen allerhöchsten Befehl, der General Secretár F. Robell di bronę Inhalt. Erste Abtheilung.' Allgemeine Gefänge für den öffentlichen Gottesdienst. Anfang und Schluß des Gottesdienstes Num. I- II. Sonntag 12-19. Allgemeine Lob- Gefänge 20-36. A. gemeine Bitten. 37-46. 3 weite Abtheilung. Gesänge für kirchliche Feste und Handlungen. 1. Kirchliche Feste. Advent 47-53. Weihnachtsfest 54-66. Neujahrs. feft 67-78. Wechsel des Kirchenjahres 79. 80. Fest der Erscheinung Christi 81. 82. Paffionszeit 83-119. Ofter. fest 120 142. Himmelfahrtsfest 143- 152. 152. Pfingstfest 153-168. Fest der Dreieinigkeit 169-174. Allgemeiner Bußtag 175-178. Erndtefest 179-183. Reformations. und Stirchweihfest 184-188. Geburtstag des Regenten 189 191. 2. Kirchliche Handlungen. Taufe 192-198. Confirmation 199-206. Beichs. handlung 207 218. Abendmahlsfever 219-241. Trau. ung 242 244. Jubelhochzeitfeyer 245. Begräbniß 246-255W 3. Außerordentliche Andachtsfever. Huldigung 256-258. weihung einer Kirche 261. 262. 263. Einführung eines Fahnenweihe 259. 260. Ein Einweihung zum Predigtamte Predigers 264. 265. Jubels feyer eines Predigers 266. In allgemeiner Roth 267. 268. Krieg 269-271. Siegesfeyer 272. Friedensfeper 273-275. Inhalt. Theurung 276. 277. Bey ansteckenden Krankheiten und Sen. den 278.279. VI Dritte Abtheilung. Gesänge über die gesammte christliche Glaubens- und Pflichtenlehre. 1. Chriftliche Glaubenslehre. Gott. Deffen Daseyn, Wesen und Eigenschaften 280316. Schöpfung 317-329. Vorsehung, Erhaltung und Regierung 330-339. Natur, Würde und Bestimmung des Me nfchen 340 357. Sittliches Verderben des Menschen 358-362. Erldsung 363-372. Wandel Jesu auf Erden 373-382. Heiligung des Menschen. Sendung des heil. Geistes. Stehe Pfingstfest.- Christliche Kirche 383 388. Wort Gottes 389-398. Selbstprüfung, Reue und Bes ferung 399-409. Glaube und seine Wirkungen 410-417. Wachsthum im Guten 418 434. Glückseligkeit des Chri ften in diesem Leben 435-449. Vom Tode 450-464. Auferstehung 465-470. Bericht 471-477. Vom ewigen Leben 478-492. 94 - 2. Christliche Pflichtenlehre. Christliches Verhalten gegen Gott. Erkenntniß Gottes 493-495. Ehrfurcht 496-498. Der Eid 499-501. Demuth 502. 503. Freude an Gott, und Liebe zu ihm 504-507. Streben nach Nehnlichkeit mit Sott 508. Gehorsam 509-511. Treue 512. 513. Treue 512. 513. Dank barkeit 514. 515. Vertrauen 516-534. gebung 535-543- Gebet 544-551.( Rob Gottes 20-36.) Gesinnungen gegen Jesum 552-562. Geduld und Er. Christliches Verhalten gegen uns selbst. Achtung für Menschenwerth 563. Selbfikenntniß 564. Bernünftige Selbstliebe 565. Selbstschätzung 566. 567. Gorge Inhalt VII für die Seele 568-570. Streben nach Wahrheit und Tu. gend 571. Selbstbeherrschung 572. 573. Umgang mit guten Menschen 574. Einsamkeit 575. Gewissenhaftigkeit 576.577. Wachfamkeit 578 580. Weiser Gebrauch der Zeit 581-586. Sorge für Leben und Gesundheit 587. 588. Måßigkeit 589591. Arbeitsamkeit und Berufstreue 592 595. Reusch heit 596. 597. Vernünftige Ehrliebe 598 599. Weiser Ge brauch irdischer Güter 600-604. Zufriedenheit 605-609. Muth und Gelassenheit im Leiden 610-616. Chriftliche Codeserinnerung 617-622. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 1. Allgemeine Pflichten Menschenachtung und Menschenliebe 623-631. Cor. ge für die geistige und fittliche Wohlfahrt des Nächsten 632-634. Sorge für des Nächsten Leben und Gesund. beit 635.636. Sorge für des Nächsten Ehre 637-639. Sorge für des Nächsten Eigenthum 640. 641. Gerechtigkeit und Billigkeit 642-644. Aufrichtigkeit und Wahrheitslie. be 645. 646. Verschwiegenheit 647. Gemeinnützigkeit und Dienstfertigkeit 648. 649. Theilnahme 650- 653. Leut. feligkeit 654. 655. Friedfertigfeit und Duldsamkeit 656-658. Versöhnlichkeit 659-661. Fürbitte 662. 663. Wohlthätig feit 664-667. Dankbarkeit 668. 669. Freundschaft 670. 671. Verhalten gegen das Alter 672. 2. Pflichten in besondern Verhältnissen. Hausliche Gesellschaft 673. Eltern 676-679. Kinder 680. 681. 683. Dienende 684. 685. Ehegatten 674. 675. Herrschaften 682. Bürgerliche Gesellschaft 686. Vaterlandsliebe 687.688. Obrigkeit 689. 690. Unterthanen 691. 692. Der Vaterlandsvertheidiger 693. Fürbitte für den König 694. ( 189-191.) Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer 695. 696. Schullehrer 697. Vor dem Schulunterricht 698. Nach der Schule 699. Bey der Schulprüfung 700. VIII Inhalt. Bierte Abtheilung. Gesänge in besondern Zeiten und Lagen, hauptsächlich für die Privaterbauung. Morgenlieder 701-713. Jahrszeiten 730-733. Abendlieder 714-729. Witterung 735Saatzeit 734. Reifere 741. Geburtstag 742. 743. Jugend 744 745. Jahre 746. 747. Alter 748. Kummervolles Alter 749. Reife 750. 751. Armuth 752.753. Ben großem Verluste 754. Krankheit 755-757. Genesung 758. 759. Fürbitte für Abwesende 760. Fürbitte für Sterbende 761-763. Sob des Gatten 764. Tod der Gattin 765. Cod der Kinder 766-768. Zod der Eltern 769. Tod geliebter Freunde 770. Undenken an Vollendete 771-773. Der sterbende Chrift 774.775. TO TRIB Erste Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Anfang des Gottesdienstes. Mel. Komm heil'ger Geift, Herre zc. I. C im Staub ein Fremdling ist! Laß, Herr, zu unserm Vaterlande hinauf die hohe Seele steigen, hinauf zu Gott, hin auf zu Gott! rheb' uns zu dir, du, der fst, und war, und seyn wird, Ewiger! Du Unerforschter, und Bekannter! Du aller Himmel Erstaunen! Vor dem Cherub Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. beugt, und nieder ſeine ſerez 2. Herr, vor deinem Angeficht hat die Andacht uns versammelt. Ach verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höschster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder, und sich gnädig auf uns nies der. ne wirft! Ddu, vor dem bald Sünder weinen, bald Lobgesang zu stammeln wagen, Unendlicher, Unendlicher. 2. Entreiß uns der Welt; weck' uns auf von unsrer Eitelteiten Traum! Es ruh' auf uns des Sabbats Stille, da mit im Himmel wir wandeln! O sen, wie du verheissen hast, Versöhner, mitten unter uns! Denn, sieh, in deinem großen Namen sind wir versammelt, anzubeten, o du, der uns bey Gott vertritt. 3. Es fliehe von uns, was die Welt nur angeht, und nicht ewig ist! Zu klein sen hier im Heiligthume uns je der Erdegedanke! Hier fühl' es unsre Seele ganz, daß sie 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn ernelten, und des Irrthums Nacht zerstreuen. 3. Daß, von Eifer gang entbrannt, wir, was du befohlen, üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben; daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. 2 Allgemeine Gesänge bey dem Anfange des Gottesdienstes. Eigne Melodie. nem Licht von Angesicht zu Angesicht. 3. Liebster Jeft, wir sind hier, um dein heilig Wort zu hören; schenk uns Andacht und Begier zu den füßen Himmelslehren, daß die Seele von der Erde ganz zu dir ge zogen werde! 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preißt, dir, Vater, deinem Sohn und Geist, dir, der mit Hilf uns gern ers freut, sey Lob und Preiß in Ewigkeit. 2. Dieses Lebens Wiffen schaft bleibt mit Finsterniß Mel. O liebster Jefu, was 2. 5. S en uns gesegnet, Du umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht Tag der fiillen Feyer! von Gott erfüllet. Gutes den heilger Tag, sey unserm Hers ten, Gutes dichten wollst du zen theuer! Erfüll' mit Anselbst in uns verrichten. dacht uns, Gott zu verehren, sein Wort zu hören. 2. Sein Wort ist Nuf zur Pflicht, zum höhern Leben! Uns, frey von Erdgeschäften, zu erheben zur Ewigkeit, in unentweihter Stille ist Gottes 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht aus Gott geboren! Mach' uns Alle jetzt bereit; öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Hören, Beten, ingen, laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Wille. . Drum soll uns nichts, wollen nur des ew'gen Heils was irdisch ist, zerstreuen. Wir uns freuen, und uns junt Glauben und zu guten Wers ken aufs Neue stärken. 4. Daß wir nach immer höhrer Tugend ringen, sters freu dig unser Tagewerk vollbrin ogen, und reich an Thaten, mit dem Ruhm der Frommen, zum Vater kommen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 4. D Vater, send' uns deinen Geist, der, wie dein heilig Wort verheißt, mit sei. ner nade uns regiert, und auf den Weg zur Wahrheit führt. 2. Eröffne deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; rühr unser Herz, stärk' den Verstand, so wird dein Name recht be-. 3eis Zeige fannt. Jeige dich uns ohne Hülle; sirdm' auf uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott, heilig, heilig, heilig dir, und schauen dich in dei Mel, Schmücke dich, o liebe Seele zc. Allgemeine Gesänge bey dem Schluße des Gottesdienstes. 3 Welt entsage; daß, o du, der Grab einst höre, finds nicht starb, vom Bösen uns Gee Ueberwinderchore? Feyernd fallne zu erlssen, daß die glau- tragen sie die Palmen: ihr bende Gemeine mit dem Va Triumph erschallt von Pfalter sich vereine! men. Herr du selber wollst mich weihen diesem Sabbat deiner Treuen! d 2. D, daß fren von Erde bürden und der Sünde Lafien würden unsre Geelen; unser Wille sanft wie diese Sabbatsstille! daß in deines Himmels Höhen wir von fern den Aufgang sähen jeneslichts, das dann verkläret, wann der Sabbat ewig währet! 4. Decke meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schaar du eingeladen; nicht mehr die Streiter ringen, wo sie Siegeslieder singen. wo 3. Was ich stralen seh' am Throne, ist es nicht der Sieger Strone? Was ich überm 90 Schluß des Mel. Nun danket alle Gott zc. 43 dni 7. Dir unserm Gott sey und Geist. Lob für deines Wortes Leh ren! Den Sündern riefft du Gottesdienstes. dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Vater, Sohn Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung in ih rer Pilgrimschaft. 2. D segne nun dein Wort durch deines Geistes Stärke, um Jesu willen, stets mit Früchten guter Werke; daß unser Glaube dir bis in den Tod getreu, und immer thatiger durch wahre Liebe sey. 3. Gib, Gott, daß wir dich stets als Kinder fürchten mdgen, daheim und in der Welt, auf allen unsern Wegen! Dein Segen sey mit uns, den uns zu, sich ernfilich zu bekehren; 8. Betrübten 38 Eigne Melodie. mot € s woll uns Gott genådig seyn, und seinen Se gen geben. Sein Antlig uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben; daß wir erkennen seine Werk, und was ihn liebt auf Erden, auch Jes sus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werde, und sie zu Gott bekehre. 2. So danken Gott und loben dich die Völker überalle, und alle Welt, die freue sich, und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sund nicht 4 Allgemeine Gesänge beym Schluße des Gottesdienstes. walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten in rechter Bahn zu wallen. Werke; segne jeden in der Noth mit Geduld, mit Trost und Stärke, daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben. 3. Es danke Gott und lobe dich das Volk in guten Thaten! Das Land bring Frucht und beßre dein Wort Eigne Melodie. las wohl gerathen. Uns jeg 10.Jehova, Jehova, Jelaß ne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchten aller meist, und sprecht von Herzen Amen. D. M. Luther. hova! Deinem Namen sey Ehre, Macht und Ruhm. Amen! Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig! Heilig! Heilig erschallen. Halleluja! Halleluja! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. 9. G. Bank gebracht! Denn nun II. Bater, dir sey Preiß ott sey) Preiß und Mel. Woh! mir, Jesus meine zc. was haben wir vernommen, die Sünder selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu gus ten Werken unsern schwachen Glauben stärken. und Ehre, dir sey Lob und Dank gebracht: Dank und Preiß für jede Lehre, die uns weiser, beßer macht! Laß uns jede still erwägen, und sie still ins Herz uns prägen. 2. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen; wer nur seine Wege geht, findet Heil auf seinen Wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, freudig diese Wege wallen. 3. Seine Liebe müsse sich immer mehr uns offenbaren, und die Seinen väterlich vor der Sündenlust bewahren; daß wir nie von ihm uns trennen, ihn bis in den Tod bekennen. 4. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang, unsre 2. Daß wir hier zufrieden Leben und einander gern erfreun, stets nach deinem Beifall streben, und den kleinsten Fehltritt scheun; mit Geduld Beschwerden tragen, und im Leiden nicht verzagen. 3. Eo laß auf der Tugend Wegen uns durch dieses Leben gehn, dankbar froh in deinem Segen deine Vaterhuld uns sehn. Laß uns treu den Lauf vollbringen, und den Preiß am Ziel erringen. Sonntag. Sonntag. Mel. Allein Gott in der zc. 12. An deinem Thron, Allmächtiger, sinkt die Gemeine nieder. Du wirst ihr immer herrlicher! Denn durch Gebet und Lieder prüft sie ihr Innres; und dein Licht erquickt sie, wie dein Wort verspricht, und scheint auch heut uns wieder. 2. Und so erflehn wir dann vereint, was du so oft uns schenktest Trost, Trost für den, der vor dir weint! und den du Freuden schenktest, sich recht zu freun, Gefühl und Kraft! und Frieden dem, der Gutes schafft, seit du zu dir ihn lenktest. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich ze. 13.Dich preißen, Herr, Gesang und Lieder in all den tausend Stimmen der Natur; und Erd' und Himmel tönt sie wieder, nicht die nach dir genannte Stätte nur. Dein großer Tempel ist die weite Welt, ist jedes Herz, das, Heilger, dir gefällt. 2. Doch voller noch strömt uns dein Segen, wie reich er auch den stillen Beter lohnt, in Gnad' und Wahrheit hier entgegen, wo deines Namens Etre sichtbar thront. Hier fleht die Jugend, und hier dankt der Greis; hier brin 5 get Leid und Freude dir den Preis. 3. Hier, wo, beseelt von gleichem Triebe, ein frommes Feierlied das andre hebt, und alles, voll von deiner Liebe, in hohem Himmelssinne lebt und webt- wie stärkt und tröstet hier, wie weihet mich der heil'ge, selige Gedank' an dich! 4. Verkläre dich, aus deis nem Worte, o du, des Lichtes Quell! auch heut uns ganz. Nicht hier allein, an jedem Orte umstral' uns deiner ew'gen Wahrheit Glanz; in Lieb' und Glauben froh uns dir zu weihn, dein Tempel, Heil'ger, überall zu seyn. Mel. O liebster Jesu, was hast zc. 14. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feyert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere. Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre. Laß Aller Lob, laß das Gebet von Allen dir wohlgefallen. 3. Wie freu' ich mich die Stätte zu begrüßen, wo heilis ger Erkenntniß Quellen fließen, und wo dein Ruhm, o Herr, von tausend Zungen froh wird besungen. 6 Sonntag. 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden. Mein Geist soll sich am Anschaun Gottes weiden; das heilge Wort, das seine Boten lehren, mit Andacht hören. 5. Mit Ehrfurcht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten; und willst, was wir zum wahren Heil begeh, ren, uns gern gewähren. 6. laß auch heute deinen Geist mich lehren, und von der Sünde mich zu dir bekehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele dich, Herr, erwähle. 7. Dein Tag fen mir ein Denkmahl deiner Güte; sen mir voll Heils, und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du To. desüberwinder, der bu ant diesem Tag zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde. Gib, daß er immer heiliger mir werde. Lob sey, Erldser, deinem großen Namen auf ewig! Amen. vor dir oft und gern erschei. nen? Du erfreust unsern Geist, wenn wir vor dich treten, Herr, dich anzubeten. 2. Groß ist überall dein Ruhm, wo nur Wesen den. ken. Dieses Tempels Heiligthum kann dich nicht beschränken; doch auch hier strömt von dir deiner Gnade Segen deinem Volk entgegen. 3. Von dem Weltgeräusch entfernt, das uns oft ger streuet, fühlt hier unser Geist und lernt, was ihn stets erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die die Seele laben. 15. Froh versammelt find wir hier, froh, Herr, als die Demen. O wer wollte nicht 4. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Menschen sehen, die hier still und feyerlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt, troß dem Wahn der Spotter, dich, den Gott der Götter. 5. Jeden zieht ein sanftes Band hin zu seinen Brüdern. Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern, Freund und Feind sind vereint, dich, durch den sie leben, dankbar zu erheben. 6. Hier wird Christensinn geweckt, Licht und Trost ver. breitet, mancher Sünder auf. geschreckt und zu dir geleitet; Noth und Schmerz lernt das Mel. Mache dich, mein Geist ze. Herz hier gestärkt ertragen, ohne zu verzagen. 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebens. Er, der uns mit dir Sonntag. • 7 ben mir erworben; kein Sterb licher, du bist gestorben: dit auferstanden, Herr und Gott, du, der der Welt zu seyn gebot; 4. Und diesen Tod, und dieses Leben des Sohns, des Herrn der Herrlichkeit, das sollte nicht mein Herz erheben? dem fäng' ich keine Lieder heut? Wer ist im Himmel und auf Erden, werth mehr, als du, geehrt zu were den, Jesus? Ich Eigne Melodie. 10. Ja, Tag des Herrn, bin dein; und ſollte keinen Dank dir weih'n? du sollst mir heilig, ein Festtag meiner Seele seyn; Gleich jenen ersten Christen heilig will ich den Tag der Ruhe weihn. Weit weg von allen eiteln Dingen, zum Himmel soll mein Geist sich schwingen. Ja, Bater, fröhlich feyr' ich heut den Festtag der linsterblichkeit. 5. Ja, mit den heiligen Gemeinen, die heut vor deinem Antlitz stehn, soll meine See le fich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöh'n. Wo sich die Heiligen versammeln, will ich dein Lob mit Ehrfurcht stammeln. Dort fing' ich in der Engel Chor mein frommes kied zu dir empor! versöhnt, sprach es nicht vergebens. Selig ist, jeder Christ, der es achtsam höret und durch Tugend ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen, und hier Jesu, unserm Herrn, dankbar uns beweisen. Er allein soll es seyn, den sich unfre Seelen stets zum Führer wählen. 2. Sen stark und triumphir' mein Glaube, nun weiß ich, daß du Wahrheit bist! Emporgeschwungen aus dem Staube des Todes hat sich Jesus Christ. Wo ist mun der Triumph des Spottes? Ja, Wahrheit sind, und Worte Gottes sind deine Worte! Ja, du bist der Sohn des Hochfien, Jesus Christ. 3. Anbeten darf ich nun mit Freuden, von ganzer Seele, Jesus, dich! nicht eines Men schen Tod und Leiden war dein Schmerz und dein Tod für mich. Der Sohn hat Le 6. An diesem Gott geweihten Orte erschallt der Gnade Stimme mir; ich höre, Jesu, deine Worte, und stille seufzt mein Herz zu dir. Da wirst du Lehrer mir und Tröster; da kann ich mich, ich dein Erlößter, Gottheiland, deiner Liebe freun, da lern' ich dir ers gebner seyn. 7. Die Schriften Gottes still zu lesen, ist heut mein Glück und meine Pflicht. Wie blind wår' ich, allweises Wesen, verwürf' ich diesen Unterricht! Nein, nein, mit eins 8 Sonntag. faltvoller Seele erforsch' ich, Vater, die Befehle, die lauter Licht und Leben sind, mit Dank und Demuth, als ein Kind. 8. Und sammeln sollst du in der Stille, mein Geist, vor deinem Schöpfer dich! Da frage dich: was sucht mein Wille? Was quält, und was belustigt mich? Da, da ergründe dein Bestreben! Wieg' alle Neden! Prüf' dein Leben! Da, Seele, wenn du redlich bist, vergleiche dich mit fer, eilen, um deinen Schmerz mit dir zu theilen! Du sollst in meinen Armen ruhn! denn Sabbatsfey'r ist Gutes thun. ne Sünden, die du vielleicht noch nie bereut, mit tiefer Neue zu empfinden, bis Gott dein traurend Herz erfreut. Da, da, erwag' des Vaters Gute; da dank' mit Freude, mein Gemüthe, dem Vater der Barmherzigkeit! Ja, tief im Staube dank' ihm heut! 12. Tag des Herrn! du Tag der Wonne, du Tag des Gegens für mein Herz! zur Andacht ruf die Morgensonne, und zieh' die Seele him. melwärts! Gott! segne meine Andachtsstille; erfüll' mit deines Geistes Fülle, mit dei nes Angesichtes Glanz mich heut, o Jesus Christus, ganz. Mel. Allein Gott in der zc. a, da vergiß nicht bei 17. Deuch mich, Heiliger, zu dir, am Tage beiner Ehre! Gib, daß ich heut mit Lernbegier dein Wort erkenn' und höre. Laß diesen Ruhetag allein bir, o mein Gott, geheiligt seyn; geheiligt deis nem Ruhme! 2. Es freue meine Seele sich, hin in dein Haus zu gehen. Dein göttlich Wort erleuchte mich; laß schmecken mich und sehen, wie freundlich du, mein Vater bist, wie dein Gesetz nur Liebe ist, und felig, wer dir folget. 10. Und ferne foll von mei nem Munde heut jede eitle Rede seyn. Nein, feine Gott bestimmte Stunde will ich dem Tand der Erde weihn. Stein Beltbesuch soll mich zerstreuen; mit Frommen soll mein Herz fich freuen; und blieb' ich einsam und allein, in dir, Gott, würd' ich fröhlich seyn. 11. Als sanfter, brüderlicher Tröster, will ich, Verlaßner, zu dir gehn; o mehr als je, bu Hülfentblößter, soll heut mein Herz dir offen stehn! Mit Freuden will ich, Kran- de. 3. Dann, wann der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Himmel zeigen, dann laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht steigen. Gib Lernbegier, Luft und Verstand, daß mir bein Wille recht bekannt, dein Stath mir heilig wer Sonntag. 4. Gib, daß des Geistes Wort und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und ich tren und gewissenhaft, was er mich lehrt, vollbringe. Laß mich durch seinen Unterricht stets eifriger in meiner Pflicht, im Glauben stärker werden. der Himmelsbahn den Mühe, tagen hehr voran! 6. hebe du mein sehnend Herz zur Geisterheimat him. melwärts! Einst, durch der Morgenrsthe Thor, ein En. gel, schweb' auch ich empor. 5. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Se. gens werden; so seh' ich und empfind' in dir den Himmel schon auf Erden, so werd' ich nach der Prüfungszeit zur Ruh' in deiner Ewigkeit, zu deinem Anschaun kommen. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. 10. Wir fingen hier der Andacht Lieder, von Erdenlast und Erdentande fern; verbunden, wie des Leibes Glieder, wir, frohe Unterthanen Eines Herrn. Gestärkt, geweiht erheber sich der Geist, Mel. Vom Himmel hoch, da zc. der Gott in der Gemeine 18. Seht, ans des Himmels goldnem Thor, tritt un fer Fenertag hervor: der Tag des Herrn! Sein Angesicht umstralet hohes Himmelslicht. 2. Wohl heißest du ein Tag des Herrn! Er labte und er quickte gern; und heiligte in Licht und Kraft die niedre Erdenpilgerschaft. 3. Sey uns willkommen, Tag der Ruh! Den Müden hauchst du Labung zu; du sextest Andacht in das Herz, und hebst es fröhlich himmelwärts. 4. Du bist der Sonne Tag und Bild! wie sie mit Glanz die Erde füllt, so beut dein holdes Angesicht dem höhern Einne Freud' und Licht. 5. Ein Engel Gottes, bringest du der stillen Erde Fried' und Ruh', und schwebest auf feiernd preißt. 2. D Preiß dir, Vater in der Höhe! Du nåhrst den Wurm, du zählst des Menschen Haar; und wägest Arbeit, Glück und Wehe mit Weisheit, Macht und Güte jedem dar. Auf dich zu schauen mit Vertraun und Dank, erwecke uns der fromme Lobgefang. 3. Bir schmachten, ach! wir kämpfen, ringen, aus unsers Staubes irrer Dunkelheit, zu hellerm Licht empor zu dringen; zu Gottes Frieden, zur Vollkommenheit. Zu kämpfen nimmer matt und nimmer bang, begeistre uns der weihende Gesang. 4. Wir forschen hier: was fann auf Erden, was soll der Gotteshauch im Staube seyn; wir wünschen, heiliger zu wer. Allgemeine Lobgesänge. den, und immer ähnlicher, o triumphirend unser Ziel dasToVater, dir. Des Herzens deslied mithimmelsvorgefühl. Sehnsucht macht im Lied' der 6. So faltet betend eure Mund, fie mit erweckend, unfern Brüdern fund. 5. Des Saatkorns Hüllen nur vergehen, die Keime dringen fiegend in die Luft: So steigt der Geift zu reinern Hd hen, sinkt einst der Leib hin in die Modergruft. Es feiert Hånde: so preißt, auch für des Lieds Geschenk, den Herrn. Und mahnt ein Lied an's Lebens Ende, so hört auch dann sein Wort des Ernstes gern. Vollendet einst, o Gott des Lebens, preißt dich herrlicher im Engelchor der Geist. IO Allgemeine Lobgesänge. Eigne Melodie. Erster Chor. Zweyter Chor. err Gott, dich lo- Herr Gott, wir danken ben wir! 20. He Dich, Vater, in Ewigkeit, All Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Seraphim, Heilig ist unser Gott, Bende Heilig ist unser Gott, Erster Chor. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl, Die theuren Mårtrer allzumal Die ganze werthe Christenheit Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Den heiligen Geist und Trd fter werth, Du König der Ehren, Jesu Chrift, Der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, Du hast dem Cod zerstört sein Macht, dir! ehrt die Welt weit und breit. und was da dienet deiner Ehr, fingen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Chöre. der Herre Zebaoth! Zweyter Chor. geht über Himmel und Erden weit. und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit: deinen rechten und einigen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewiger Sohn du bift. zu erlösen das menschlich Ges schlecht. und alle Christen zum Himmel bracht. Allgemeine Lobgesänge. II Erster Chor. Du fizst zur Rechten Gottes gleich, Ein Richter du zukünftig bist, Nun hilf uns, Herr, den Die nern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Chrift, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit, Täglich, Herr Gott, wir loben dich, und ehrn deinen Namen stetig. lich. Behut uns heut, o treuer Gott, für aller und und Missethat! Sen uns gnädig, o Herre sey uns Gott, Zeig uns deine Barmherzig, wie unfer keit, Zweyter Chor. mit aller Ehr ins Vaters Reich. 2. Der Engel preißt ihn, jauchzend nennt ihn uns das Heer der Sterne. Der Mensch, alles, das todt und lebend ist. die mit deinem theuren Blut erlöset seyn. mit den Heiligen im ewigen Heil. und segne, was dein Erbtheil ist. und heb sie hoch in Ewigfeit. Bende Chöre. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. D. M. Luther. gnädig in aller Noth! Hoffnung zu dir steht. Mel. An Wafferflüssen zc. der ihn nur schwach erkennt, ehrt aus dunkler Ferne. 21. Der Herr ist Gott! Ihm jauchzen tief in Staub Singt ihm ein Lied in seinem Heiligthume! Er, der vom Himmel auf euch ficht, erschuf euch, ihm zum Kuhme. Ihn zu verehren, send ihr da; Gott, der von Ewigkeit euch sah, kennt Herzen und Gedanken. Der Herr ist heilig; er allein will aller Men schen Vater seyn, und jeder soll ihm danken. und Gruft, auf weiter See, hoch in der Luft, beglückter Wesen Heere. Der Sonne Siralenreiche Pracht, das blasse Licht der stillen Nacht verkündigt Gottes Ehre. 3. Der Herr vergibt uns unsre Schuld, läßt Gnade uns verkünden, trägt unsre Schwachheit mit Geduld, und tilget unfre Sünden. Er straft und er verschont zu: gleich; der Herr ist Gott, sein ist das Reich; er hört der Algemeine Lobgesänge. Frommen Sehnen. Er segnet ren Lauf; und selig ist der Mensch- er denkt: Du bists, der auch sein Schick. fall lenkt. 12 fie; wenn Unfall droht, er idst er fie von Sorg' und Noth, und zählet ihre Thrånen. 4. Jauchzt, Volker, jauchzt: Gelobt sen Gott! Preißt ihn durch frohe Lieder! Jauchzt, Berge, nach: Gelobt sey Gott! Jhr Thåler, hallt es wieder: Gelobi sey Gott! Voll Lust und Dank soll unser hoher Lobgesang den Herrlichen erheben! Der Frevler zittre! Neuer Muth und frommer Andacht heil'ge Glut soll unfer Herz beleben! 3. Wie weise, groß und herrlich ist, Allherrscher, was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; dem Weisen gibst du den Verstand, dem Helden seinen Heldenmuth; dein Werk ist, was er Großes thut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Nuh und Glück, die Ordnung und das Recht zurück! 4. Das Feld belohnt auf Mel. Herr, Gott, dich loben ze. dein Geheiß des treuen Land, manns es blus 22. Dich, Höchfter, preis het Kunst und Wissenschaft ßen wir! Herr Gott, wir dan ken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; und du bists, der auch uns erhält. Drum steigt im hohen Jubel ton auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Him mel zu: Der uns erschuf, ist groß! an Macht und Weisheit groß! an Huld und Lie be groß! ist unermeßlich groß! und alles, Herr, durch deine Kraft! Empor vom Graube flehen wir voll froher Zuverficht zu dir; zu dir, der uns im Himmel hört, und liebreich unsre Freuden mehrt. Kein Wesen ist vor dir zu klein; du willst sein milder Vater seyn. 2. Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Anbeginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah; zahlLose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf beinen Wink, mit Freuden an. Sie gehen unter, sie gehn auf, und immer lenkst du ih. 5. Von deines hohen Namens Ruhm erschallt auch jezt dein Heiligthum. Wie wohl hast du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an; und öffne deine Baterhand auch ferner über unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst lauter noch ,, als hier, Gott unser Dank hinauf zu dir. Amen! Ullgemeine Eigne Melodie. 23.Dubisis, dem Ruhm und Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring' ich Dir. Du, Herr, hast stets mein Schick fal regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wann Noth zu meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott, der Herr, mein Flehn und ließ, nach seinem gnädi gen Rathe, mich nicht in meis ner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder, und rief: o Herr, errette mich! Da half mir Gott, der Mäch. tige, wieder, und mein Gemüth erfreute sich. 4. Wann mich der Haß des Feindes betrübte, tlagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Nache verübte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wann ich, verirrt vom richtigen Pfade, mit Sünden mich umfangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade; und seine Gnade war mir nah. Lobgesänge. 13 Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank' ich für die Prüfung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt. Die dank' ich für die häufigern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für die Güter der Erden, für die Ges schenke deiner Treu. Dir dank' ich; denn du hießest ſie werden, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für das Wunder der Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seel' und ganzem Gemüthe, von allen Kräf ten preiß' ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, gåttliche Werke! Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern! 12. Er hilft; des Abends es Ab währet die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele! Vergiß nicht, was er dir gethan! Berehr und halte seine Befehle, und bet' ihn durch Gehorsam an! 6. Um Trost war meiner Seele so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange! und Gott verließ den Mel. Sollt' ich meinem Gottic. 7. Er half, und wird mich 24. Gott, aus deinen ferner erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut; Er hilft aus der Versuchung zum Schspferhånden giengdie herr liche Natur. Solchen Bau so Allgemeine Lobgesänge. 14 schon vollenden konnte deine Allmacht nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stårke, deiner Huld und Weisheit sehn, und doch 5. Ja, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Herrlichkeit vergeffen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst stumm vorüber gehn? dem kleinsten Wurme ſeine 2. Rings auf Erden hallt es wieder; Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr, dein Preiß sey mein Beruf! Preiß, daß ich dich Vater nenne; Preiß, daß ich dich Vatersorge weiht, du bists, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Dankbar will ich dir vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! Mel. Jefu, der du meine Seele zc. rahmen kann, daß auch ich 25. Halte dich nicht lån. ger, fließe, stille Thrane meines Danks, und mein volles Herz ergieße sich in Ströme des Gesangs! Selig einst vor ihn zu werden, schuf mich Gott; und schon auf Erden seh' und fühl ichs wonnevoll, was ich künftig wer den soll. meinen Schöpfer fenne, daß ich deiner Gute voll immer mehr dich lieben soll. 3. Ja, wann Chránen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten froh mit offnem Herzen gehn.. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Nermsten ja bekannt. Näher werd' ich dir verwandt, hab' ich schuldlos fie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühilos bin. gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 4. Du gedachtest meiner Leiden eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem er sten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, segnen mich und werden Glück. Nieseln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürren Sande? Immer stralt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Strömen nicht durch alle Sinne Lustempfindungen mir zu? Jedes Glück, das ich ge winne, wer gewährt es mir, als du? Ist es, Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinnen habe, und zum tåg. Allgemeine Lobgesänge. lichen Genuß Nothdurft, Fülle, Ueberfluß? 4. Gott, wie viele frohe Tage flossen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin und frey von Plage, wie ein sanfter, klarer Bach. Trafen mich auch Müh' und Sorgen; sie entflohn, und jeden Morgen, wann ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Hab' ich nicht aus deiner Fulle, was mein Herz nur wünschen mag, Epeis und Trank und Dach und Hülle, Schutz und Hülfe jeden Tag? Immer kam und kommt ein Segen unerwartet mir entgegen, und, wo mir ein Ue bel droht, Rettung oder Trost in Noth. 15 Bande für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs süße Freuden, und der Freund schaft Troft im Leiden, Rath und Hülfe haben wir, milder Vater, nur von dir! 9. Dieß gewährst du diesem Leben in der kurzen Prüfungszeit; was wirst du uns dann nicht geben, Vater, in der Ewigkeit, wann wir unsern Lauf vollenden, und aus deines Sohnes Händen, Wandrer auf der Tugend Bahn, ihres Laufes Preiß empfahn! 10. Fließet stårker, und er. gießet in die Jubel des Ges sangs euch in vollern Strö men! fließet, Freudenthránen meines Danks! Selig einst vor Gott zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh' ichs, fühl' ichs wonnevoll, was ich künftig werden soll. 6. Aus den Tiefen, von den Höhen, in den Thälern, vom Gefild, aus den Flüssen, aus den Seen segnest du mich reich und mild. Selbst in Leidensstunden hab ich trüben Mel. O liebster Jesu, was 2c. it genug empfunden deiner 20. Ich will, mein Gott, oft Vatergüte Macht, aber nie genug bedacht. du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sen täglich, ewig sen von mir erhoben! Dich will ich loben! 7. Ach, bey diesem Ueberflusse fehlt uns, immer froh zu seyn, diese Weisheit im Genusse, und Zufriedenheit allein. Darum fließen, darum floffen reiche Quellen unge nossen uns vorüber unerkannt, wie ein Waldstrom in den Sand. 8. Sicherheit im Vaterlande, Ordnung und Gesetz und Recht, dieſe starken, vesten 2. Du bist so groß; wer kann dich gnug erheben? Wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß du bist, begreifen und empfinden; wer dich ergründen? 3. Wie herrlich bist du, wie geschmückt und prächtig! Wie 18 Allgemeine Lobgefänge. machtige fann; wie er dir Huldreich begegnet. 5. Lobe den Herren und feinen hochheiligen Namen! Lob' ihn mit allen, die von ihm bas Leben bekamen! Er ist dein Licht. Seele, vergiß feiner nicht; lob' ihn in Ewig, keit, Amen! - 4. Ein höher Lied ertönt! Nicht blos von Menschenzungen, in Engelchoren wird dem Herrn ein Lied gesungen. Zum Sternenklang tont ihr Gefang:" Lob, Ehre sey Gott in der Höh', und Friede wohn' auf Erden! und Heil euch, Menschen, Brüder, euch soll Himmelsivonne werden!" Eigne Melodie. 5. O Menschen, stimmet ein! Noch euch 20. Lobfingt dem Mach. Mängel und Unvollkommen. tigen, dem Gütigen und Wei sen! Lobsinget unserm Gott, den Erd' und Himmel preis Ben! Jhm, der die Welt mit Almacht hält, der alles, alles weisheitsvoll und liebevoll regieret, bringt ihm anbetend Lob und Dank, dem Lob und gebühret! heit, doch stimmt ins Lied der Engel, Unsterbliche! Gott in der Höh', Gott überall fen Ehr' und Lob! Und Friede wohn' auf Erden! Und Engeln Gottes soll der Mensch durch Tugend ähnlich werden. el. Ich finge meiner Seele ze. ant Sie Erbe predigt dich, 30. Nun banket Alle, 2. umstralt mit Frühlingsglanze; Luft, Sonnen-, Mondenschein, Chau, Regen, Baum und Pflanze, der Thiere Heer, und Fluß und Meer, und Berg und Thal, und Flur und Wald, fie predigen und preißen dich, unfern Gott, den Mächtigen, den Gütigen und Weisen. 3. Was ist der Erdenball, Gott, gegen Sternenheere? Ein Tropfen ist er nur im großen Weltenmeere. In stil ler Nacht, mit welcher Pracht ist dort der Himmel ausge. spannt in ungemeßner Ferne! Es fingen Gottes Sonnen ihm, es singen ihm die Sterne. bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem Herrn, der Himmel, Erd und Meer und, was da lebt, erhält. 2. Besingt mit frohem Jubelschall Gott, unser höchstes Gut, der große Wunder übers all, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kind heit an hat er uns unterstüßt; er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit ge währt. Allgemeine Lobgefänge. 5. Er streut auf dieses Les bens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 19 den, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der måchtig uns erhält, und schon vonkindheit an mehr wohlthut, als ein Mensch verstehn und zählen kann 6. Er trågt, nach gut'ger Båter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, erläßt uns gern die Schuld. 7. Er wecket das Gewissen auf, ruft uns zur Besserung, und stärkt uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heilis gung. 8. Er bleibt uns treu; fein Wort steht vest. Wer hier sich zu ihm halt, kommt, wann er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Er trag' uns ferner mit Geduld, und helf uns heilig seyn, und seiner väterlichen erfreun! Mel. Wer nur den lieben 2c. 10. Er gebe uns ein fröh. 32. daß ich reinre Lip. lich Herz und einen frommen Sinn; er trost' uns auch in jedem Schmerz, und helf uns fernerhin! 11. Er laffe seinen Gegen ruhn auf uns und jedem Land! Er gebe Glück zu unserm Chun, und Heil für jeden Stand! pen hårte und einen preißige übten Mund! Mit Engeln macht' ich um die Wette des Unerschaffnen Thaten fund. Ein hohes Preißlied stimmt ich an; denn Großes hat der Herr gethan. 12. Singt, Chriften, singt ihm Preiß und Dank für seine Gutigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang dort in der Ewigkeit. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns in unserm Leben ein immerfrohes Herz und feinen Frieden geben; woll' uns in seiner Gnab' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preiß sey Gott, dem Vater und dem Sohne, und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone erbarmend aufuns schaut, bleibt, was er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar! 2. Die Sonne flammt: Der Gott der Stärke bestimmte weise meinen Kreis! Der Mond: Mich schmückt' ert Wir sind Werke des Hochsten! stralt der Sterne Preiß. Der braußt, die Eigne Melodie. 31. Nun danfet alle Gott Blige glühn, der Donner mit Herzen, Mund und Hån. rollt: wir sind durch ihn! Allgemeine Lobgesänge. 3. Der Herr erzog uns! deinen Wegen gehn; voll rauschen Wälder; der Baum: Muth und Preiß im tiefsten Gedeihen gab er mir! Er rief Leide empor zu dir, dem Hele mich! weht die Saat der fer, fehn; und stürzten deine Felder. Die Blume dankt ihm Welten ein, wie könnt' ich oh. ihre Zier. Er wog mich! ne Hoffnung seyn? stimmt das Meer mit ein; der Quell: Durch ihn entsprang ich rein! 20 Und 4. Noch froher preißt ihn jedes Leben; das Würmchen auf dem kleinsten Blatt. ich, ich sollt ihn nicht erheben? ich, den er so erhoben hat? Ich könnte seine Wunder sehn und stumm in seiner Schöpfung stehn? 5. Nein, Ruhm dir, Vater! Was ich habe, ward nur durch deine Gute mein. Zur Freude läßt du jede Gabe mir unter deinem Schuß gedeihn; erziehst voll Huld mich in der Zeit zur Wonne deiner Ewigfeit. 6. Preiß dir für jeden Er. densegen; auch für die Trüb. fal, Müh' und kast, die du mir auf des Lebens Wegen als Wohlthat zugewogen hast. War' hier der Mensch von Leiden frey, Herr, wer erfennte deine Treu? 7902 7. Du setztest jeder Erdenplage und jedem Schmerz ein kurzes Ziel. Mir trübten oft fich heitre Tage; du winktest und der Nebel fiel. Mir droh te nahende Gefahr; schnell ward ich deiner Hand gewahr. 8. Drum will ich immer voller Freude und Dank auf 9. Welch Leid vertilgt mich? welches Wehe? Ist nicht die Jubel, tont zu seiner Höhe; Ewigkeit mein Loos? Eont, der Herr ist gnädig, mild und groß! Preiß dir, Erhabner, in der Zeit! Preiß dir in deis ner Ewigkeit! 10. Von deiner Gute will ich singen so lange sich die Zunge regt; dir Dank und Ruhm und Ehre bringen, so lange mir das Herz noch schlägt. Und schlaf ich zur Verwandlung ein, soll Dank mein lezter O. dem seyn. 11. Onimm mein schwaches Lob auf Erden, des Staubes Lob, in Gnaden hin! Zum hdhern Psalme soll es werden, wann ich erwacht als Engel bin. Dann jauchg' ich in der Himmel Chor dir mein Entzücken rein empor. Eigne Melodie. 33. S en Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Allgemeine Lobgesänge. 2. Es danket bir des Him mels Heer, Beherrscher aller Thronen. Und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die preißen dei ne Echspfermacht, die uns und fie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhal ten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! Drum dank', o Gott, drum dank' ich dir; ach, danket alle Gott mit mir! gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief um Herrn in meiner Noth: Uch, Gott, ver nimm mein Weinen! da half Helfer mir vom und mel. Ich dank dir schon durch zc. die mir Troft erſcheinen: 34, Singt unferm Gott 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zu versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhånden leitet er die Seinen allzeit hin und her. Gebt unserm Gott bie Ehre! 21 6. Ich will dich all mein le benlang, o Gott von nun an ehren: man soll, Gott, deinen Lobgefang an allen Orten hd. ren. Mein ganzes Herz ermuntre fich; mein Leib und Geist er freue sich. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Jhr, die ihr Chrifti Nas men nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Thr, die ihr Gots tes Macht bekennt, gebt uns ferm Gott die Ehre! Die fals schen Gözzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! 8. So kommt, laßt vor sein Angesicht auch uns mit Ehr furcht dringen! bezahlet die ges lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles, alles Gott die Ehre! recht gemacht! Gebt unserm ein neues Lied! Er ist der Gott der Stärke; die ganze Welt ist sein Gebiet, und groß sind seis ne Werke. 2. Der Herr ist groß! Licht ist sein Kleid, und was er wählt, das Beste; und Wahrheit und Gerechtigkeit sind seis nes Thrones Veste. 3. Er herrscht als Gott; er will und sprichts, so sind und leben Welten; fie fallen wieder in ihr Nichts auf seines Mundes Schelten. 4. Wer ist dir gleich, Herr aller Welt? Dich Gütigen und Weisen, der alles wunderbar erhålt, dich sollten wir nicht preißen? 5. Du kennest ja, was ist und war in Himmel und auf Allgemeine Lobgesänge. Erden; vor dir ist alles offens bar; du hießeft alles werden. 6 Du bist nicht fern, du bist um mich, ben allem, was ich thue; schirmst mich bey Tag, und schaffft, daß ich auch schlafend sicher ruhe. 14. Herr, ohne deinen Wil. len fällt kein Sperling hier auf Erden; wie sollte, da dein Arm mich hält, mein Herz nicht ruhig werden? 10. Nichts, nichts, o herr, mein Gott, ist mein, das dir nicht angehöre. Mein Mund foll stets voll Lobes seyn, zu deines Namens Ehre. 11. O, wer kann aller Wunder Pracht in deiner Schd pfung fassen? Der Wurm verkündigt deine Macht, du hast ihn werden lassen. 12. Der kleinste Halm auf unfrer Flur ift deiner Weisheit Spiegel. Dein Loblied, Vater der Natur, find Auen, Thal und Hügel. 13. Du tränfst mit Regen unser Land, und gibst uns grüne Weiden. Empfangen wir von deiner Hand nicht Korn und Wein und Feuden? 15. Allmächtiger, bist du mein Schuß, so steh' ich vest in Stürmen. Jch biete selbst der Hölle Truß; denn du wirst mich beschirmen. 7. Du bist mir allenthalben nah'; wenn ich ans Meer entflöhe und selbst gen Himmel, bist du da, und folgst mir, wo ich gehe Eigne Melodie. 8. Du hörst mein Seufzen, 35. Sollt ich meinem C kennst mein Flehn und allen Rath der Seele, du hast mein Thun voraus gesehn, und weißt, wie oft ich fehle. 9. Herr, du bestimmtest, eh' ich war, wie lang ich leben soll te; und deine Liebe wog mir bar, was sie mir geben woll. te. Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar seyn? Solls te nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreun? Isis doch nichts als lauter Liebe, daß sein treues Herz bewegt, das mit Vaterhånden trägt, die in feinem Dienst sich üben. Alle les währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge fieder über seine Jungen ftreckt, also hat auch meine Glieder, Gott, dein starker Urm bedeckt. Ja, noch eh' ich war geboren, hatte deine Liebe schon mich in deinem lieben Sohn sich zum Liebling auserkoren. Alles währt nur kurze Zeit, Gots tes Lieb in Ewigkeit. 3. Für mich Armen, mich Verlornen, der ich Staub und Asche bin, gabst du ihn, den Eingebornen, in den herbsten Tod dahin. Wer muß hier nicht Liebe finden, deren Tiefe unser Geist, selbst wenn Gott uns Beystand leift, nimmer Allgemeine Lobgefänge. völlig kann ergründen. Alles währt nur*. 4. Seinen Geist, den edlen Führer durch des Lebens Dunfelheit, sendet er mir zum Regierer auf dem Weg zur Seligkeit. Stårket dessen Gnadenfülle meines Glaubens schwaches Licht; dann, dann fürcht' ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille. Alles währt nur 2c. 5. Auf die Wohlfahrt mei ner Seelen ist er nicht allein bedacht; sollt dem Leibe etwas fehlen, gibt ers auch durch sei ne Macht. Fehlt mir Kraft zu meinen Werken, bin ich schwach, daß ich nichts kann; nimmt mein Gott sich meiner an. Sei ne Hand eilt mich zu stärken. Alles währt nur zc. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wohin ich mein Auge kehre, find' ich, was mich nährt, erhält. Thiere, Krdu ter und Getreide in den Gründen, auf der Höh', in den åldern, in der See, überall ist meine Weide. Alles währt nur ic. 7. Wann ich schlafe, wacht fein Sorgen! dieß beruhigt mein Gemüth; weil es neu mit jedem Morgen seiner Lie be Proben sieht. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, war ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles währt nur ic. 23 8. Wie so manche schwere Plage, welche Andre öfters frånkt, hat durch meine Lebenstage mein Gott von mir abgelenkt. Ja, der Engel, den er sendet, hat das Böse, das mein Feind anzurichten war gemeint, gnädig von mir abgewendet. Alles währt zc. 9. Wie ein Vater feinem Keinde niemals ganz sein Herz entzieht, ob es gleich zuwetlen Cünde thut und seine Wes ge flieht. Also sieht auch mein Verbrechen Gott, als Vater, schonend an, züchtigt mich, daß ichs gethan; doch zu streng will ers nicht rächen. Alles währt zc. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob mirs gleich nicht also scheint, sind doch, wenn ichs recht erwäge, nur Beweise, daß mein Freund, der mich leitet, mein gedenke, und mich von der argen Welt, die mir täglich Netze stellt, durch die Leiden zu ihm lenke. Al les währtic. 11. Das weiß ich gewiß und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße, und muß endlich stille stehn. Wann der Win ter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wirb auch nach der Pein, wers ers warten kann, erfreuet. Alles währt ic. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, so erheb' ich meine Allgemeine Bitten. 24 Hände zu dir, Vater, als dein Kind: bitte, wollst mir Gnabe geben, dir aus aller meis ner Macht zu vertrauen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob' und lieb' in Ewigkeit. Muth, und dort die Gelig. keit. 2. Las nie gefühllos ms, Herr, deine Huld verkennen! Von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach uns gehorsam dir, mach im Bes ruf uns treu, daß unser Wans del dir stets wohlgefällig sey! 3. Wenn deine Huld uns auf Erden beglücket, Mel. OGott, du frommerGottic. 30. Wir banken freudig wie wird uns seyn, wann ung dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin, und laß uns da dein Antlig sehn; dann wird dich unser Dank in Ewig. bir für alle deine Gaben, die wir, Allgütiger, von dir em pfangen haben. Gesundheit gibst du uns, und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen keit erhöhn. Allgemeine Bitten. mel. Wenn wir in höchsten Erde Glück mich nicht. Die 2c. Welt mit ihrer Lust vergeht; 37. Bis hicher halfft du wer deinen Willen thut, be steht. mir, mein Gott! Du halfft mir aus so mancher Noth. Wie manche blieb mir unbe kannt, die du von mir, Herr, abgewandt! 2. Zum frohen Aufenthalt allhier gabst du so manche Freuden mir; und immer noch ist deine Treu, mich zu beglüs ken, täglich neu. 3. Drum wart' ich ferner auf dein Heil. Ein gut Gewissen sey mein Theil, das hier des Himmels Vorschmack ist, und einst mein Ende mir versüßt. 4. Dein Wort fey meines Lebens Licht! So täuscht der 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht getreu, und gern dem Nächsten nützlich sey; mich freue mit den Fröhlichen, und weine mit den Weinenden. 6. Zum Bohlthun sey mein Herz bereit, zur Sanftmuth, zur Verföhnlichkeit: so bring' ich christlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 7. Im Glück gib mir Be scheidenheit, ein Herz voll from mer Dankbarkeit; im Unglück schenke mir Geduld, und Trost an deiner Vaterhuld. 8. Was sonst mir konnte nüglich seyn, siehst du, mein Allgemeine Bitten. 25 Gott, am besten ein. Drum 5. In unsers Leibes klei. bin ich ruhig und vergnügt bey allem, was dein Nath vers fügt. 9. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Entzieh' mir deine Gnade nicht, und schließt sich hier mein Lebenslauf, so nimm mich in den Himmel auf. nern Noth sen mit uns! Gib uns unser Brod! Labst du den Leib; schickst du ihm Schmerz: froh, still, voll Dank sey unser Herz! Erhalt' uns dir! 10. Da wechselt nicht mehr Freud und Leid; da find' ich bis in Ewigkeit das Glück, das nun kein Wechsel stort, das Glück, das sich beständig mehrt. Mel. Gelobet fenst du, Jesus Chrift zc. 38. u, deß sich alle Himmel freun, auch meine Seele freut sich dein, daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr! daß du mein Vater bist! Mein Vater bist! 2. Weit, über unser Stammeln, weit geht deines Namens Herrlichkeit: ihn heilige, von Lieb' entbrennt, wer deis nen großen Namen nennt, Unendlicher! 6. Vergieb uns unsre Mis ſethat, die, Vater, dich erzurnet hat; wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidi gungen ihm verzeihn! Erbarme dich! 4. Der du dich uns durch ihn en hullst, das nur ist se: lig, was du willsi! Dein Will, o Liebender, gescheh' auf Erden; in der Himmel Höh', du Liebender! 7. 3u schwer sey die Ver. suchung nicht. Uns leucht', Erbarmender, dein Licht, wann uns der Fluch der Sünde schreckt und Nacht vor uns dein Antlik deckt, Erbarmen. der! 8. Erlöf, erlsf uns, unser Gott, aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Herz erflehn, und ein zu deiner Ruhe gehn, Gott, dem wir traun! 9. In. deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Kuhm! Du bist der Herr der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gelobt seyst du! 3. Du herrschest; Gott, wer herrscht dir gleich? Die Welten alle find dein Reich. Am du durch Mel. Ich halt an meinem Chrifum! Gib uns Chriſti 30.Gott, deine Güte reicht zc. Du bisi so weit, so weit die Wolken achen; du frönst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beyzustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' as che 26 auf mein Wort; will vor dir beten! Allgemeine Bitten. denn ich. re meinen Geist; Aufrichtig, keit und rechter Ernst fey meine Frömmigkeit. Selbst meine Triebe, Wünsche und Gedanten lag alle dir, nur dir geheiligt seyn; mein ganzes Herz sey, wie mein Leben, rein. 2. Jch bitte nicht um leberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Gib, daß ich stets bey meinem Thun bedenke, ob dir, o Herr, es wohlgefällig sey; ob ich, der Pflicht und deinem Willen treu, mein Herz allein auf Recht und Tugend lenke; ob nie mein Fuß vom richt. gen Pfade irrt, ob dein Geseß mir immer theurer wird. 4. Daß du, mein Gott, fiets nahe bist uns allen, daß du auch mir allgegenwärtig bist, daß deinem Auge nichts verborgen ist, bewahre mich, zu straucheln und zu fallen. Lockt die Begier, lockt Eitelkeit der Welt; dann gib mir Muth, zu thun, was dir gefällt. 5. Laß sorgsam mich mein schwaches Herz bewachen, wann eitle Lust und Thorheit mich und wann Eigne Melodie. 40. Herr, lehr mich thun meine Treue übt: dann reiche du die starke Hand dem Schwa chen. Vergessen laß mich, was vergånglich ist, selbst leidend fühlen, daß du Vater bist. nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führ mich auf ebner Bahn! Durch ihn laß Weisheit mich und Kraft empfahn, stets unverrückt den 6. Was du mir schickst, darechten Weg zu wallen, dir immer mehr, mein Vater, zu vertraun, und stets mit Luft auf dein Gebot zu schaun. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Men schen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, o treuer Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Kein Heuchelschein, kein unbeständigs Wanken verfüh. vor laß mir nicht grauen, nichts scheuen mich, und war' es auch der Tod; nur laß mich, Herr, in aller meiner Roth nicht meiner Kraft, nur dir allein vertrauen. Du kenUniv.- Bibl. Giessen Allgemeine Bitten. neft jeden Rummer, der mich nagt; du hilfft gewiß, wie du es zugesagt! Met. Wenn wir in höchsten No: then zc. 41.3 ch komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb' zu dir, ein Herz voll Demuth, Preiß und Dank, ein ruhig Her; mein Leben lang. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr; ich harre beiner im merdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in dei ner Hand. Von dir empfieng ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stark ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, mei. nes Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach dei nem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey! 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit 27 der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib dei. nem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gib mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nug', und dankbar sen, und nie aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beyspiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meis ner Tage viel, dann Herr, Herr, meine Zuversicht, ver laß mich auch im Alter nicht. 1. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an, und sen, durch Christum deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und gro ßer Lohn. Mel. In dich hab' ich gehoffet, 2c. 42. Ich weiß, mein Gott, das, was ich thu, allein auf deinem Willen ruh'; von dir Allgemeine Bitten. 28 kommt Glück und Segen. Regierst du mich, so geh' ich stets, o Herr, auf guten Wegen. 2. Es feht in feines Men schen Macht, daß das gescheh, was er bedacht, und er sich dessen freue. Dein weiser Rath, Gotf, macht allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch und denkts voll Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und täuscht sich doch und fehlet. Oft sieht er das für schädlich an, was selbst sein Gott er wählet. 4. Drum gib mir Beisheit aus der Höh', damit ich nie aus Stolz besteh' auf meinem Billen. Mein hschMel. Jesu, meines Lebens Leben terenunch fey, was bu much, 43. Nicht um Reichtum, gehorsam zu erfüllen. 5. Hilf mir, eh' sich mein Herzentschließt, erkennen, was mir schädlich ist; was dir mißfällt, verwehre. Mein einzig Biel, mein bestes Theil sey deine Lieb' und Ehre. 6. Jis Werk von dir, so gib mir Glück; ists nicht von dir, so treibs zurück, und laß michs nicht beginnen. Was du nicht willst, das muß von selbst in kurzer Zeit zerrinnen. 7. Steh' du mir bey und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht; Herr, du bist stark und weise. Vols lende selbst durch mich dein Werk zu deines Namens Preiße. 8. Scheints gleich im Anfang mir zu schwer, will Furcht und Sorge zu mir her von allen Seiten bringen, so muß es doch durch deinen Schutz mir endlich wohl gelingen. 9. Der Weg zum Guten ist oft steil; doch immer findet Ruh' und Heil, wer ihn mit Freuden gehet. Und lohnen wird ihn einst sein Herz, wann er am Ziele stehet.. 10. Dir, Herr, allein sey Ruhm gebracht, frohlockend will ich deine Macht vor al ler Welt erheben, und dir zum Preiß' und mir zum Heil nach deinem Willen leben. nicht um Ehre bitt' ich; bester Vater, dich. Wenn ich Welt. befizer wäre, ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thras nenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Dich, mein Schöpfer, mehr zu kennen, dich in Freu de, dich in Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß vor allem wünscht mein Herz. Dankgefühl bey deinen Ga ben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben, dieß, Aligütger, wünsch' ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, allen Menschen Allgemeine Bitten. wohlzuthun; Troft und Stärte, wann ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Lafter zu bekämpfen, ihre Reißze zu verschmähn, jede Lei denschaft zu dämpfen; dieß, Herr, ist mein kindlich Flehn. 29 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge bühret, wozu mich dein Be fehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, wann ich soll, und thu ichs dann, so gib, daß es gerathe wohl. Kraft und Nachdruck ohnVers druß. 4. Nur auf deinen Willen mit Sanftmuth überwind' fehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, vest in deiner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer ver, mag es? Du allein. um deiner Liebe willen wirft du, was ich bat, verleihn. Ja, 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus mei nem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten 4: Zeigt fich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Verleih' mir Christenmuth; das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind und wenn ich Nath bedarf, auch guten Nath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft les ben, so weit es christlich ist. Billst du mir etwas geben an Neichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabey, daß von unrechtem Gut nichts un termenget sey. Eigne Melodie. 44. 6. Sollt' ich in dieser Welt Gott, du from. Gott, du from mein Leben höher bringen, mer Gott, du Brunnquell aller durch manchen sauren Tritt Gaben, ohn' den nichts ist, hindurch ins Alter dringen, was ist, von dem wir alles so gib Geduld; vor Sünd' haben; gesunden Leib gib mir; und Schanden mich bewahr', und gib auch, daß daben die auf daß ich tragen mag mit Seele unverlegt, rein das Ehren graues Haar. Gewissen sey. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hins auf zu deinen Freuden; dem Leib ein Näumlein gånn' bey frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'. 8. Wann du an jenem Tag die Todten wirst erwecken, wollst du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; läß hören deine Stimm', und meinen Leib weck' auf, und führ ihn schon verklärt zum auser. wählten Hauf. Allgemeine Bitten. 30 9 Gott Vater! Dir sey Preiß hier und im Himmel oben: Gott Sohn, Herr Je su Christ! ich will dich allzeit loben: Gott beilger Geist! Dein Ruhm erschalle mehr und mehr: o Herr, dreyein ger Gott! Dir sey Lob, Preiß und Ehr! Mel. Sollt es aleich bisweis 45. Urquell rquell aller Ses ligkeiten, die in Strömen sich verbreiten durch der Schd pfung weit Gebiet, Vater, hör' mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, nicht damit ich reicher werde, auch um Weltlust komm' ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schäße, die mich nicht verlassen, wenn ich sterbend werd' erblaffen, Tugenden, des Christen werth, sind es, die mein Herz begehrt. 7. Starken Muth im Kampf des Christen mit der Welt und ihren Lüften, Sieg dem Geist, und wenn er siegt, Demuth, die im Staub sich schmiegt; 8. Stárke, alle Lebensplas gen mit Gelassenheit zu tragen; stilles Harren, bis der Tob mich erlößt auf dein Gebot; 9 Seclenruhe, Much im Sterben, wenn die Lippen sich entfärben, und der lezte Seufzer spricht: O mein Je. su, laß mich nicht! 10. Willst du mir in meis nem Leben, Vater, diese Gü ter geben, so wird meiner Leis den Nacht mir zum heitern Tag gemacht. 6. Hoffnung, die mit ho. hem Haupte, wann die Welt ihr alles raubte, hinblickt, wo fie wonnevoll alles wieder finben soll; 11. Immer will ich beten, ringen, stille harren, Dank dir bringen, bis dein Ruf einst meinen Geist zu dir, Vas ter, kommen heißt. 12. Gott, so stärke dann mich müden, gib, daß ich, in dir zufrieden, nie vergesse dein Gebot:" Sey getreu bis in den Tod"! 4. Geber aller guten Ga ben, veften Glauben möcht' ich haben, den kein Zweifel, keine Nacht schwerer Leiden wankend macht. 5. Unverfälschte, wahre lies 40. Weg vom allem, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele zc. be, voller edler, reiner Tries be; Liebe, die dem Feind ver. zeiht, und dem Freund das Leben weiht; was ich sehe, weicht, Gedanten, all zurück! Vater, nur auf deine Nähe richte sich des Glaubens Blick! Wenn mein Herz sich deiner freut, Quelle jeder Seligkeit, wie erhebt sich mein Gemüthe, Gott, du grenzenlose Güte! Allgemeine Bitten. 34 2. Welche Wonne, dich er den Ueberfluß, wann ich mich kennen, dich der Wesen Quell, verdammen muß, wann mich und Ziel! Kindlich rein dich Sündenlasten drücken, wies Vater nennen, welch ein himm- berum mein Herz erquicken. lisches Gefühl! Dich in deinen Werken sehn, in den Tie fen, in den Höhn, dich als Liebe stets empfinden, o wer kann dieß Glück ergründen? 3. Deines Preißes, deiner Freuden sey die ganze Seele voll! Lehre mich in Glück und Leiden, wie ich dich verehren soll. Laß mich findlich auf dich sehn, reiner immer zu dir flehn! Hilf mir, dei nen Gotteswillen immer freus diger erfüllen! 4. Meine Tage, meine Stunden, Vater, sind gezählt von dir; und wie viel sind schon verschwunden, sind auf ewig fern von mir! Herr, um Weisheit bitt ich dich; Stunden wagen lehre mich! Lehr' mich meine Tage zählen, Schd pfer aller Menschenseelen. 5. So nur meine Füße stehen in dem Tempel der Natur, öffne mir mein Aug', zu sehen deiner hohen Weis. heit Spur. Hoffen auf den Himmel, Gott, lehre mich in Glück und Noth! Mich, den Fremdling, laß auf Erden reif zu jenem Leben werden. 6.. Ohne Zahl sind meine Sünden; ohne Maas ist dei ne Huld. Beydes kennen und empfinden, reinigt mich von aller Schuld. Laß der Gna, 7. Lehre mich in bangen Stunden glauben, daß du wohl mir willst; wohl mir, schlägst du mir auch Wun den; wohl mir, wann du dich verhüllst. Vater, höre du mein Flehn! Uleber Bitten und Verstehn kannst du weislich alles lenken und die Ruh' mir wieder schenken. 8. Uleber Leben, über Sterben, wo die Hoffnung schon verschwand; über jegliches Verderben sieget deine starte Hand. Gern erhöreft du mein Flehn und willst gnådig bey mir stehn. In dem schweren Kampf mit Sünden hilfft du, Herr, mir überwinden. 9. O vergåß ich deiner Nå he, Gott, du Gnadenvoller, nie! Dacht' ich, wo ich geh' und stehe, wo ich leide, nur. an fie! Doch mich Schwa. chen kennest du; decke meine Fehler zu, wehr dem Leichtsinn meines Herzens, dieser Quelle meines Schmerzens. 10. Halten mich des Lasters Reize, Gott, von deiner Bahn zurück; schnell zu Jesu Christi Kreuze wende dann des Glaut. bens Blick! Heilig sey der Vorsatz mir: lebend, leidend, sterbend dir, bester Vater, dir vor Allen durch Gehorsam zur gefallen! 32 3 weite Abtheilung. Gesänge für kirchliche Feste und Handlungen. 16 i. Kirchliche Feste. Advent.. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren nicht! Dein Name, Heil der ist unfre Zuversicht. 47. Erhebr ben Herrn, Gib unfern Seelen Nuh': bilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden! Gib Muth und Kraft dazu! 5. Dich wollen wir erhe ben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beßres Leben vor deis nem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unsre Seelen sich deis ner ewig freun. ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlößt. 2. Er kommt zu uns auf Erden in niedriger Gestalt, voll Mühe und Beschwerden war hier fein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Chun und Leiden sein großes Werk vollbracht. 3. Er hats vollbracht! D bringet Gott euern Lobgefang! Erlößte Menschen, finget dem Mittler ewig Dant! Wo niemand helfen kann, da hilft er, der Vertreter, und wird der Menschheit Retter. Onehmt ihn glaubig an. 469 4. Du Freund der Menschenkinder, verwirfuns, Jesu, mel. Jeft, Jefu komm ju mir 2c. 48. 6. ott sey Dank in aller Welt, der sein Wort ges treulich hält, und der Sun der Trost und Rath zu uns hergesendet hat! 2. Was der frommen Vå ter Schaar heißer Wunsch und Sehnen war; er, nach dem ihr Auge sah, Jesus Christus ist nun da. 3. Hier ist mehr als Da vids Sohn; unvergånglich ist fein Advent. sein Thron. Nuh' der See len, ew'ges heil ward durch Jesum uns zu Theil. 4. Menschenfreund, wie dank' ichs dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du unter vieler Last für die Welt bereitet hast. 5. Deiner Hülfe mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn; mach' es von der Sünde frei, daß es deiner würdig sey. 6. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bey allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh' denke, wünsche, wähl' und thu! 7. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! wann mir niemand helfen kann, hilf, und nimm dich meiner an! 8. Wann ich kämpfe, schenke bu Kräfte mir und Seelenruh! Hilf zum treuen Tu gendlauf meiner Schwachheit mächtig auf. 33 2. Ja, bu bist bereits zugegen, du Weltheiland, Gots tes Sohn. Meine Seele labt sich schon an dem gnadenvollen Segen, der mit dir, Herr Jesu Christ, in die Welt gekommen ist. 3. Adle mich durch deine Liebe, die dem Eitlen mich entreißt, und gib Kräfte, daß mein Geist sich, dir zu gefallen übe. Recht dich lieben, o mein Licht, kann aus eigner Straft ich nicht. der Helden? Helfer säumst du langer nicht? Ach, du weißt, was mir gebricht, Geber aller Seligkeiten! Komm, o komm, mich zu erfreun! Denn mein Wunsch ist, dein zu seyn. 4. Herr, erhebe mein Ge müthe, öffne deinem Lob den Mund, daß ich jetzt aus Herzensgrund dankbar preiße dei s ne Güte, weil auch mir, Herr Jesu Christ, du zu gut gekome men bist. 5. Schenk' mir deines Gei ftes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, bis ich einst, durch deine Huld, über Sünd' und Welt erhaben, mit den Engeln dir alsdann Hostanna singen kann. 9. Daß ich, wann du, Lebensfürst, herrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' ents 50. obfingt! Gott hat Mel. Erschienen ist der herrs lich sc. gegen sehn und gerecht vor dir bestehn. sein Wort erfüllt: Sein Sohn, der Gottheit Ebenbild, der Mel. Ach, was soll ich Sünder Menschen Netter und ihr Freund, sein eingebornerSohn ft! machen zc. 40. Kommstou, Jesu, licht erscheint. kobfinget 2. Des Irrthums finstre Nacht durchbricht nur hie und da ein Strahl von Licht. Die Welt, die ganz im Dunkeln lag, erleuchtet nun ein neuer Tag. Fobsinget Gott! 3 Advent. 34 3. Was mancher Weise selbst nicht fand, was Tausenden noch unbekannt, daß Gott der Vater Aller ist, die Wahrheit jeigte Jesus Christ. Lobsinget Gott! 4. Gestürzt ist nun der GöBen Thron. Dir, Gott, und Jesu, deinem Sohn, ertönet Preiß und Lobgesang vom Aufgang bis zum Niedergang. Lobsinget Gott! Geist Gott und Unsterblichkeit, fühlt sich zum Kampf gestärkt, fühlt hier schon Seligkeit. 4. Auf laßt uns dieses Fest mit heil'ger Andacht fenern, froh laßt uns den Entschluß zur Tugend jett erneuern! Auf, bringet unserm Gott Anbetung, Preiß und Dank, und laut er. hebe sich des Herzens Preißgesang! 5. Lobsingt! Gott hat sein Mel. O Gott, du frommer Wort erfüllt: Sein Sohn, 52. Sie eilt, fie fommt, Gott zc. der GottheitEbenbild, der Menschen Retter und ihr Freund, sein eingeborner Sohn, er scheint. Lobfinget Gott! die Zeit, die Gott nach seinem Willen bestimmt, und das, was er versprochen, zu erfüls len. Der große Tag des Herrn, der Tag des Heils ist nah. Denn der, der ihm den. Mel. O Gott, du frommer zc. 51. Preist den Allguti Weg bereiten soll, ist da. 2. Laut schallt das frohe Wort: Der Herr kommt! es verbreitet fich überall der Ruf: Erwachet! und bereitet dem, der da kommt, den Weg! Macht ihm, dem Retter, Bahn! Macht Bahn! bereitet euch, ihn würdig zu empfahn! 3. Er kommt, von Gott gefandt, der Völker Trost und Segen; und Gnad' und Wahrheit ist auf allen seinen Wegen. Er kommt, um eine Welt vom Elend zu befreyn, das menschliche Geschlecht zu seg nen, zu erfreun. gen, preißt ihn, mit uns, ihr Brüder! Hebt euer Herz zu Gott und singt ihm frohe Lie der! Es kommt die Zeit des Heils, in der der Herr er schien; auf, feiert fie erfreut; auf, Christen, preißet ihn! 2. Der Erdkreis lag in Nacht, mit Finsterniß umhüllet; vom Aberglauben war des Menschen Geist erfüllet. Die Finsternisfe flohn, und helles Licht erschien durch Jesum unserm Geist: er ward belehrt durch ihn. 3. Durch ihn sind wir belehrt, die Tugendbahn zuwan- 4. Auf, Menschen, kommt, deln, und fromm und gut, wie laßt uns den Gott der WahrEr, zu denken und zu han- heit preißen! Ihn, der er deln. Durch ihn kennt unser füllt, was er aus Gnaden hat Advent. verheißen. Nie täuscht, was Gott verspricht; sein Wort bleibt ewig stehn. Und fielen Berge hin, dieß Wort kann nicht vergehn! 5. Heil uns, mit uns ist Gott! die Hoffnung glaub'ger Väter, das längst gewünschte Licht, der ganzen Welt Vertreter. Vers sammelt, Völker, euch, ver, sammelt euch zum Herrn! Freut euch, o Menschen, sein, freut euch, und folgt ihm gern! pfangen, Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib felbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preißen soll. Mel. Herzlich thut mich vers : c. 53. Wie soll ich dich em- mich umfaßt. 2. Mit Zweigen grüner Palmen holt dort dein Volk dich ein; ich will in Freu. denpsalmen dir meine Liebe weihn. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben! ach, nimm es gnäs dig an! 35 4. Mich hielten schwere Bane de; du kommst und kaufst mich los. Ich war bedeckt mit Schande; du kommst und machst mich groß; du hebst mich hoch zu Ehren, gibst mir ein ewig Heil; was kann ich mehr begehren? Der Himmel ist mein Theil. 3. Damit du mich befreytest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner vermögend gnug dazu; da jammerte dich meiner; da kamft und halfest du. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben, zur Tilgung meiner Schuld so brünstig mich zu lies ben, als deine freye Huld. Mit göttlichem Erbarmen trugft du der Sünder Last; mit mits leidsvollen Armen hast du auch 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! klagt nicht mehr! Zagt nicht in euern Schmerzen, als ob kein Hels fer wär'. O sehet auf, ihr habet den besten Helfer nah; der eure Seelen labet, der treue Freund ist da. 7. Die ihr mit ernster Neue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe! Erselbst, der Menschenfreund, ruft heilbegiergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gotteskindern, schafft ihs ren Seelen Ruh. 8. Und er verläßt hier feie nen, und weiß, was jedem nůzt. Hat er nicht all die Seinen von Anbeginn geschüßt, und sie in ihrem Leide zu trd sten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 36 9. Er kommt zum Welt. gerichte: der Bösewicht ver geht, wann da im hellen Lich, te vor ihm sein Freund besteht. Beihnachtfest.. Eigne Molodie. Weihnachtfest. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn, und einst nach Leid und Thränen mit Freuden vor ihm stehn. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm, und in dem Himmel machet reich, und seinen lieben Engely gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns gethan, fein groß Lieb zu zeigen an, deß freu sich alle Christenheit, und dank ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. aslenica D. M. Luther. 54. Gelobet elobet feyst du, Jesu Christ, daß du Mensch ges boren bist, von einer Jungs frau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyri. eleis. Vaters einig Mel. Ich finge meiner Seele ic. 2. Des Kind, jetzt man in der Krips 55. Alfo hat Gott die pen findt, in unser armes Fleisch und Blut, verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoos, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein, es leucht wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seinem Saal. Kyrieleis. Welt geliebt, daß er aus freyem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungs, voller Nath schon in der Ewigfeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Der Menschen Freund und höchsies Gut, der Alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, aus Liebe zu uns, an. 4: Ich freue mich, mein Heil, in dir. Du wirst ein Mensch, wie ich; was fehlt mir nun, ist Gott mit mir? wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöch sten, wirst auch mir Nath, Kraft und Held, mein Retter und mein Friedefürst, mein Heil, das Heil der Welt. 6. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst Weihnachtfest. du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht. Wie viel hab ich an dir! 7. Gelobt sen Gott, gelobt fein Sohn, durch den er Gnad erweißt. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn du, mein Geift! Eigne Melodie. 57. Ermuntre dich, mein Mel. Vom Himmel hoch, da schwacher Geist, die Gnade zu erheben, aller 2c. 50. Dies ist der Tag, lied preißt; fie schafft uns Heil den Gott gemacht! Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preiße, wer durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ist! und Leben. Dent' an die Nacht, da Jesus kam, und unsre Menschheit an sich nahm, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. Ogroßer Tag! Erwünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du haft den Mitt ler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir er. schien der starke Held, der Netter einer Sünderwelt, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest; Sohn Gottes, o wie hast du dich so tief erniedrigt, auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 2. Die Völker haben sein geharrt, bis daß die Zeit er füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron, zum Heil der Menschen, seinen Sohn. 3. Zu retten eine Sünderwelt, erscheinst du, langerfehnter Held, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 4. Herr, der du Mensch ge boren wirst, mein Heiland und mein Friedefürst, auf den die Våter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 37 7. Dies ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd in aller Welt gedacht! Jhnpreiße, wer durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ist! 5. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler isis, der fie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schußt, der in des Vaters Schooße sitzt? 6. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heis ligen Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 4. Olehre mich den großen Werth von solcher Liebefaffen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu laffen? Hier traf dich tausendfache Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du 38 Weihnachtfest. auf Erden, ein Menschensohn Mel. Vom Himmel hoch, da zu werden. komm 5. Biel ftårker, Herr, als 58. Es tam die gnaden. volle Nacht! Wie glänzte fie, voll Himmelspracht! Wie freu te sich der Engel Schaar, da Jesus Christ geboren war! 2. Erstaunend beteten fie an, da sie den Trost der Völ ter sahn, und jauchzend sang ihr strahlend Heer: Allein Gott in der Höh sen Ehr'! Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest un, fre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, und kamst, mit Freuden den Tod für uns zu leiden. 6. Sohn Gottes, deiner freu' ich mich! Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste fandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungs. kraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Bas soll ich dir, mein Seelenfreund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint; du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhoren voll Dankbarkeit verehren. 8. Zwar sieht dich hier mein Auge nicht; doch du wirst wiederkommen, dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle dei ne Frommen. Dann seh' auch ich, o Jesu Christ, dich so ver herrlicht, wie du bist; dann wirst du mich zum Leben, das ewig ist, erheben 3. Und Ruhe und Zufries denheit herrsch' auf der Erde weit und breit! Ein Wohlges fallen habe nun auch Gott an seiner Menschen Thun! 4. Die Hirten hatten sie ers blickt; fie hören zitternd und entzückt; fie staunen, beten an und gehn, in Bethlehem ihr Heil zu sehn. 5. Und wer den Neugebornen sah, war froh und sprach; der Herr ist da! Es kommt fein gnadenvolles Reich; welch Kind ist diesem Kinde gleich? 6. O wie viel Licht und Gnade gab mit ihm Gott in die Welt herab! Wie hoch find wir von ihm geliebt, daß er den ein'gen Sohn uns gibt! 7. Der Alles schuf und Alles hält, er kam herab in unfre Welt! Er, der im höchsten Himmel thront, hat auf dem Staube hier gewohnt! 8. Ja, Gottes Lieb' ist un beschränkt. Ein Gott, der seis nen Sohn uns schenkt, schenkt alles, was uns heilsam ist, auf ewig nun durch Jesum Christ. Weihnachtfest. Mel. Sollt ich meinem Gott auf dich baun, deiner nimmers nicht zc. ich 50. Ewig sey dir Lob ges für deine Freu' ewig dir ergeben sey. fungen, menschgewordner Gots tesjohn! Liebe nur hat dich 39 Himmel Thron bist in diefe 60. Fröhlich last und gedrungen, daß du von der Mel. Warum sollt ich mich dann Welt gekommen, und uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut hast so willig angenommen. Ower ist an Huld dir gleich, wer, wie du, so gnadenreich? Gott lobsingen; Hoch erfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 2. Liebend kamst du uns. entgegen, uns vom Elend zu befreyn, wurdest aller Völker Segen, suchtest Aller Trost zu seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und das große Glück erworben, einst von Sünden völlig rein, ganz dir gleich gesinnt zu seyn. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren. Er, der vor der Welt gewesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Nathschluß faffen? Aber dieß ist gewiß; er kann uns nicht hassen. Kommt sein Sohn, von Huld getrieben, zu uns her, wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 3. Ja, du jeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil; gibst uns, wenn wir treu dich ehren, an dem großen Vorzug Theil, in den Himmel einzugehn, und da Gottes Herrlichkeit nach voll brachter Uebungszeit ewig einst verklärt zu sehen. zu wel cher Zuversicht hebt das meine Seele nicht! 4. Wenn er uns verworfen hätte, nåhm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen: Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist zu Bethlems Hütten! seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten! Ärm und niedrig euretwegen; welch ein Freund! Er erscheint uns zum Heil und Segen. 4. Herr, wie groß ist deine Gute! meine Seele freut sich dein, und mit dankendem Gemüthe will ich ganz dein eigen feyn. Wer kann deine Huld ermessen? Dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, 40 Weihnachtfeft. Schmach und Tod göttlich. großerdulden. Lernt den Mens schenfreund erkennen! Gnaden reich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der all euer Sehnen stillen kann! Betet an! Opfert Freudenthränen! Liebt Mel. Jefu, meine Freude ze. ion, der von Liebe brennet! 61. Sefus ift gekommen! Traut dem Herrn, der sich gern euren Bruder nennet! 8. Wann euch eure Sünden tränken, eilt herzu! Seelen ruh' will euch Jesus schenken. Schaut auf ihn mit Glaubens blicken! Zittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquiDankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam; daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Vaters gnåd'gen Willen an uns zu erfüllen. cken. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seis nem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 9. Drückt euch hier so manche Plage; euren Schmerz fühlt sein Herz; kein Erlößter jage! Bringet ihm an seinem Feste Preiß und Ehr'! Wisset, er wähit für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist fie gegen ewge Freuden? 11. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich fren und selig würd:. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig foll freubenvoll sie mein Herz empfinden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! Dann werd' ich, Richter, dich sehn von Ungefichte. Deine Feinde werden beben; aber ich werde mich. freun, und ewig leben. 12. Dir will ich mein Leben weihn, mich in dir für und für, mein Erldser, freuen. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 3. Reine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Einst wird er vom Bösen gänzlich uns erlssen; hier steht er uns bey. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brü der haffen, noch sie hülflos laffen. 4. Wenn wir einst ermu den, führt er uns im Frieden durch des Grabes Nacht. Unfre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, Weihnachtfest. er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch beckte. 5. Auf dem Nichterthrone werden wir im Sohne unsern Netter schaun. Heil und ewigs Leben, wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir, überschwenglich wird er loh. nen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gotteskinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seyb, wie er, voll. kommen! Bleibet feiner werth! 63. Lebt Gott, ihr Chris Mel. Ich finge meiner Seele Lust zc. Preißet ihn, daß er erschien, und sich für euch hingegeben, durch ein göttlich Leben. sten, freuet euch! es kam von feinem Thron, zu gründen uns ter uns sein Steich, herab des Höchsten Sohn. Mel. Es ist gewißlich an der 62. Zeit zc. aßt uns mit ehrfurchtvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feyer lichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preiß sey dem Vater, der ihn gab! Preiß sey dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Menschen. 41 denken. Laßt uns die Dürf tigen erfreun, bekleiden, speis fen, tránken. Nahmt ihr euch hier der Meinen an, spricht er, so habt ihr mirs gethan, und ich, ich wills vergelten. 4. Wer ihn mit trenem Herzen ehrt, den wird sein Same trösten. Bertraut auf ihn, der uns erhört; lobsingt ihm, ihr Erlößten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schizt und liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd ihm gleichgesinnet! Wer nicht, wie er, gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ, nicht seines Reiches Erbe. 3. Drum, laßt uns frohe Geber seyn, und sein dabei ge2. Er kam nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreum, und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein richt zu seyn. 3. Er kam, durch seiner Wahrheit macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 4. Er lehrt uns jedes Unrecht scheun und gibt uns Kraft dazu, und schafft uns, wenn wir es bereun, Begnadigung und Ruh. 5. Er bringt den Troft der beffern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wann unsre Hütte fällt, uns weder Tod, noch Grab. Weihnachtfest. 6. Eröffnet ist uns nun die zem Herzen Theil in wahrem Thür zu seinem Himmelreich. Glauben nehmen; ich will D Christen, wie beglückt sind hinweg vom Eiteln sehn, die wir! Lobt Gott, und freuet Wege deiner Wahrheit gehn, euch! und deiner nie mich schämen, daß ich heilig leb' und sterbe, und zum Erbe deiner Frommen auch von dir werd* aufgenommen. 42 Mel. O heilger Geist, kehr bey 2c. 04. D stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgefang, davon der Himmel tonte, als der zur Welt hernieder kam, und uns fre Menschheit an sich nahm, ber uns mit Gott versöhnte. Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch bir zu werden. 2. Ja, Preiß und Ehre, Gott, sey dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in dei nem Sohn erschieren! Du 05.Vom Himmel kommt Mel. Vom Himmel hoch, da komm 2c. fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Besarben zu entziehn, die fahnsden Lüften dies nen. Pwißoir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen fiehen, mich von Sünden rein zu sehen! der starke Held, der Netter der gefallnen Welt. Die Heers schaar jauchzt, des Himmels Pracht umstrahlt die Hirten in der Nacht. 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit. Sey hoch dafür geprießen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen, und einst volles Glück erlangen. 5. Dir bring' ich, Herr, ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie birs gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einft broben mit den Seligen dich loben. 4. So will ich denn an die sem Heil nun auch von gan. 2. Und seht, ein Bote Gottes schwebt zu ihnen, deren Herz erbebt, und spricht mit Huld im Angesicht: D fürchtet euch, ihr Lieben, nicht! 3. Wißt, große Freude bring' ich euch; der Sohn des Höchsten ward euch gleich; geboren ist in Davids Stadt, er, der des Lebens Fülle hat. 4. Der dort in einer Krippe liegt, er ists, der Sünd' und Tod besiegt; der alles Volk Weihnachtfeft. jur Geligkeit, zum Himmel Gottes Erde weiht. 5. Er sprichts, entschwebt, und ihn umringt ein strahlend Chor, das Gott lobsingt. Es jauchzt der Engelfeyernd Heer: Gott in der Höhe, Gott sey Ehr'! 6. Und Friede herrsch' und Seligkeit auf seiner Erde weit und breit! Gott freue feiner Menschen sich, und segne fie nun ewiglich! 7. Anbetend stammeln ihren Dank die Hirten in den Preiß gefang; erheben freudig sich, und gehn nach Bethlehem, ihr Heil zu sehn. 8. Laßt uns auch dieses Heils uns freun, und Gott von Herzen dankbar seyn; den Sohn verehren, lieben ihn, der uns zum Trost als Mensch erschien. 9. Erfüllen laßt uns sein Gebot, und treu ihm seyn bis in den Tod. Dann schauet er, der ihn uns gab, mit Wohl gefalln auf uns herab; 10. Und nimmt uns nach vollbrachtem Lauf in feinen Himmel gnädig auf. Indeß schall' hier schon unser Dank in seiner Engel Preißgesang! Mel. Wie groß ist des Au macht'gen ze. 66.23 ie sollen wir dir, Vater, danken? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß; ist uns aussprechlich, ohneSchranken! Du gibst den Sohn aus deis 43 nem Schoos dahin, den Sohn, den Eingebornen, er steigt vom Thron zum Staub herab; du sendest ihn zu uns Verlornen und weihest ihn für uns dem Grab. 2. Frohlocket ihm! er steigt hernieder, ein Mensch, gleich uns ein Mensch zu seyn; er nennet Sünder seine Brüder, und macht sie von der Sünde rein; macht, daß wir wieder Gott gefallen, vergießt für uns fein theures Blut; erwirbt Unsterblichkeit uns allen; und Lieb' ist alles, was er thut. 3. Ach, daß auch wir in Liebe brennten, zu dir, du Gott in Knechtsgestalt! ich, daß wir beffer danken önnten! die wärmsten Herzen sind zu kalt. O möchte uns bein Geist entzünden! Gåbst du uns göttliches Gefühl! in Mensch kann würdig, empfinden, die Liebe ohne Mo: snd Ziel. 4. Nun wike.. tie, Gott voll Erbarmen, daß ewig du die Liebe bist. Zu deinen offnen Vaterarmen führt uns Erlößte Jesus Christ. Nun fließt von Gott nur Heil und Leben, nur Liebe; o, wer liebt, wie er? Ein Gott, der seinen Sohngegeben, ein solcher Gott versagt nichts mehr! 5. Er, unser Bruder, heißt uns beten; und du erhörest uns durch ihn! Durch ihn willst du vom Tod erretten, durch ihn dem Elend uns ents ziehn! Weh uns, wenn wir Neujahrsfest. 44 nicht eifrig streben, ihm treu zu seyn mit vestem Muth; und, wie er lebte, hier zu le. ben; ihm nachzukämpfen bis aufs Blut. 6. Dieß sey der Dank für deine Liebe, du, unser Retter, unser Heil. Wer jetzt, auch Neujahrsfest. Mel. Allein Gott in der Höh' sey Ehrze. 07. Du, u, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jezt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; dir will ich mich erge ben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, du bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen, und jeden Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugefloffen wäre. jetzt noch Sünder bliebe, Ges richt und Elend wär' sein Theil! Denn auf den Wolfen wirst du kommen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, die Sünder richten, und die Frommen erhöhn zu dir, auf deinen Thron. 4. Du hast auch im ver flonen Jahr mich väterlich geleitet, und, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Vongan zer Seele preiß' ich dich, aufs Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloffnen Ta gen, und laß mich deine Vas terhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist bes lebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dieß treibe mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beffre Freuden lerne fich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist ja nur mein Prüfungsstand, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Ermuntre mich, die kebenszeit stets weislich anzu wenden, und laß die Bahn jur Ewigkeit mit Vorsicht mich Neujahrsfest. 45 6. Herz und Blick zu dir er. hoben, weih' ich heut mich die aufs Neu. Hore Bessrung mich geloben, dir geloben Tus gendtreu': Gib mir Kraft, Mel. Gott des Himmels und der nach deinem Willen meine Erde zc. 68. Gott mit allenfeinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin; aber auch mit seinen Leiden! Preiß sey dir, daß ich noch bin! Noch ein Mensch, soll ich auf Erden mehr geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, manchem Grabe führtest du vor. über Mel. Allein Gottt in der Höh' sew Ehr zc. hohen Gabe der Gesundheit 09. G 60. preiß ich dich, preiße dich für alle Freuden, preiße dich für alle Leiden. 3. Ja auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Du führst auch auf Dornenwegen uns dem höhern Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die bessre Welt. Für mein eifriges Be streben ist das Ziel mir auf gestellt: Ringen soll ich hier auf Erden, weiser, besser stets zu werden. vollenden. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe dort bey dir kein Unbestand mehr störet. 5. Laß die Zeit mich Weisheit lehren. Ach der Tropfen meiner Zeit, ohne je zurück zukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit! Nichts kann Zeitverlust ersetzen. Laß die Zeit mich weise schagen. Pflichten zu erfüllen. 7. Gib uns allen deinen Segen; heilige der Liebe Band! Laß uns gehn auf deinen Wegen fest vereinigt Hand in Hand. Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! • ott ruft der Sonn' und schafft den Mond, die Tag und Jahr uns geben. Er sch Bet, was auf Erden wohnt, Er fichert unser Leben. Er ist's, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ihn, den Gott der Macht, mit Preiß und Dank erheben. 2. Herr, der da ist und der da war! Von danserfüllten Zungen sey dir für das verflofsne Jahr ein heilig Lied gesungen! Für Leben, Wohls fahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede Chat, die uns durch dich ges lungen. 3. Laß auch dieß Jahr ges segnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zu Neujahrsfest. 46 erst nach wahrer Weisheit streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch, schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden! Nur står ke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern bes neiden. 5. Hilf deinem Volke våter lich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaffnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Ge rechtigkeit in seinem Herzen throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe ben uns sen, bieß, Gott der Liebe, uns verleih' in Christo, deinem Sohne. 4. Er hat auch uns geschos net aus unverdienter Huld, und keinem noch gelohnet nach sei ner Sündenschuld. Wir find in seiner Hand; doch hat er uns getragen, und wohlvers diente Plagen barmherzig abs gewandt. 5. Mit våterlicher Treue nimmt er sich unser an, wenn wir mit wahrer Reue in Jesu glaubig nahn. Er will, was wir bereun, aus Gnaden gern vergeben, und auch zum bes sern Leben uns Hülf' und Kraft verleihn. 6. Eigne Melodie. 70. Helft Gottes Huld fen für alle Gürigkeit, die du an uns bewiesen in der vers gangnen Zeit! Sen ferner unser Gott, und auch im neuen Jahre versorg' uns, und bes wahre die Deinen in der Noth. reich an Barmherzigkeit. Er wars, der unser Land und uns ser Leben schüßte; er gab uns, was uns nützte, mit väterlicher Hand. 3. Er hat sein Wort erhal ten, der Kirche Schuß ges währt; die Jugend und die Alten gepfleget und ernährt, und mit stets milder Hand viel Freuden uns gesendet, viel Unglück abgewendet von uns serm Vaterland. mir preißen! Stimmt, Christen, mit mir ein! Uns dank bar zu beweisen, soll unsre Freude seyn. Er ist der Herr der Zeit, Er, der die Welt regieret, und Sonn' und Sterne führet, und jetzt das Jahr er. Mel. Sey Lob und Ehr dem neut. 2. Mit fröhlichem Gemüthe 71. Det fint fich die dankt ihm, dem Vater, heut! Denn er ist reich an Güte, neue Bahn auf meines Lebens Reise. Froh tret' ich meine Neujahrsfest. Wallfahrt an, nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Gebet und mit Gesang beginn' ich muthig meinen Gang; du wirst mich sicher leiten. 2. Mich schrecket nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhullet. Ich weiß, daß einst durch deine Macht auch Licht aus Nächten quillet! Jegzt faß' ich deinen Rathschluß nicht, doch einst, verklart in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. 3. Rauh oder eben sey mein Pfad: ich will ihn freudig gehen. Ich weiß, dein ewig weiser Rath hat ihn für mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Noth, ein frohes Leben oder Tod, es wird mir heilsam werden. 4. Mein Ziel sey nahe oder fern, das soll mein Herz nicht qualen. Dir, meiner Lebenstage Herrn, dir will ich es befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit: laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden. Mel. Wie groß ist des Allmacht'gen ze. 72. H ier bin ich, Herr, mein ganz Gemüthe ist heute Lob und Preiß und Dank, und die Erinnrung deiner Güte erfüllet mich, und wird Gesang. Mit tausend Jubeln, die von allen gerührten See len zu dir flohn, und jetzt aufs 47 Neue dir erschallen, schwingt er sich auf zu deinem Chron. 2. Weit über alles Glück der Erde entzücket der Gedanke mich, daß ich von dir bemers tet werde, ich, nur ein Staub, ein Sünder ich! Ja, was kein Loblied je verkünden und feine Zunge sprechen kann, des Dankes innigstes Empfinden siehst du- und siehst es gnå. dig an. 3. Du kenneft alle meine Triebe, weißt, wie mein Herz auf dich gelenkt, mit reinem Dank und Kindesliebe an deine große Güte denkt. Froh will ichs meinen Brüdern sagen, daß auch ihr Lobgesang erwacht, wie gut in den verfloffnen Tagen, wie herrlich du's mit mir gemacht. 4. Du haft den Troft ges prüfter Freunde gesandt in meine Einsamkeit; du haft, wann bang mein Auge weinte, mit ihrer Liebe mich erfreut. Für tausend reine, süße Freu den, die du auf meinen Geg gestreut, und für die Wohlthat mancher Leiden sen dir mein heißer Dank geweiht. 5. Im folgen Selbftgefühl vermessen, wie oft vergaß ich, Vater, dein! Doch du haft meiner nie vergessen, und rieffe mich wieder, dein zu seyn. Off ließest du mich tief empfinden, wie gar nichts ohne dich ich sey; vergabst mir alle meine Sünden, und machtest von Gefahr mich fren. 48 Neujahrsfest. 6. Noch leb' ich Vater, Mel. Nun laßt uns Gott lobs noch hienieden, erhalten und zc. beglückt von dir. Du ſchetſt 73. Mit Freuden last schenkst mir deinen hohen Frieden, und deine Gnade wohut in mir. Noch kann ich gute Saa. ten såen in Hoffnung auf die Erndtezeit und glaubig ihm entgegen gehen, dem großen Lohn der Ewigkeit. 7. Sollt' ich für ferne Tage forgen? Du haft es alles wohlgemacht! Mich ängstet nicht der nächste Morgen, und nicht der fernen Zukunft Nacht. Dir, o mein Vater, will ich leben: mit freudigem Vertraun auf dich will ich mich völlig dir ergeben; ich zage nicht; du sorgst für mich. 8. Wenn sonst ein Wunsch hervor sich drånget, o Herr, nach irgend einem Glück und unter mein Gebet sich menget, ihn sieht und richtet schon dein Blick; mir Schwachen wollst du ihn verzeihen, dein Wunsch, wen er dir nicht gefällt, und gnädig mir nur das verleihen, was mir dein Rath für nützlich hält. 9. Was du mir, Beisester, beschieden, muß Glück und Wohlthat für mich seyn; er halte mir nur deinen Frieden, und stets sey deine Gnade mein. Laß in Versuchung mich nicht fallen, auf dich, des Guten Urbild sehn, und stets zu deinem Wohlgefallen die Wes ge wahrer Tugend gehn. uns treten vor Gott, ihn anzus beten! Vor Gott, der unserm Leben bisher hat Straft geges ben. 2. Wir Erdenpilger wan dern von einem Jahr zum anbern. Die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz fren von Plage. Auf dornenvollen Wegen gehn wir dem Grab entgegen. 4. Doch eilet, voll Erbarmen, der Herr mit Vaterarmen uns in Gefahr und Stürmen alle mächtig zu beschirmen. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen ja vergebens, wenn du uns nicht beschüßzest, mit Seraft nicht unterstützeft. 6. rum leite uns im Segent auf allen unsern Wegen; laß Großen und laß Kleinen dein Licht der Gnade scheinen. 7. Wehr' ungerechten Kries gen; laß Menschenliebe siegen und nach den Thränengüssen der Freuden Ströme fließen. 8. Sen der Verlaffnen Va ter, der Frrenden Berather, der unversorgten Gabe, der Armen Schuß und habe. 9. Hilf gnädig allen Stranken! Gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 10. Vor allem, Herr, ver leibe uns deinen Geist aufs Neue, Neujahrsfest. Neue, der uns mit Tugenb fiere und so zum Himmel führe. 11. Das wollest du uns geben für unser Pilgerleben; so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Mel. Allein Gott in der Höh 6. Laß mir dieß Jahr geseg, an ächten Tugendzc. 74. Schnell eilen Jahr früchten. Um güter Thaten auf Jahre hin; schnell flichen unsre Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, mir un gezählt verschwunden! Und keine Stunde kommt zurück; felbst ein verlorner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. mich zu freun, laß mich fie gern verrichten; voll Eifer für des Nächsten Glück, laß mich mit liebevollem Blick ihn tro ften und erfreuen. 2. Gott, diese schnelle Flucht der Zeit soll meinen Geist beleben, nach Thaten, werth der Ewigkeit, nach meinem Heil zu streben. Beståndig folgsam dir zu seyn, dir immer mehr mein Herz zu weihn, laß auch dieß Jahr mich nüßen. 49 5. Laß mich mir strenge Nechenschaft von jedem Tage geben; verleih' mir Einsicht, Muth und Kraft, als wahrer Christ zu leben; gib, daß ich meinen Pflichten treu, und treu in dem Berufe sey, den bu mir angewiesen. 3. Ilmringt mit täglicher Gefahr bin ich in diesem leben; dieß ist vielleicht das leste Jahr, das du mir noch gegeben; wie sollte denn ich meiner Pflicht, und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? 7. Mein Schicksal übergeb ich dir; du wirst es weise lenken. Herr, was mir gut ist, wirst du mir aus Baterliebe schenken. Im Leiden selbst verzag' ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht, es muß mir Wohlthat werden. 8. Soll ich, eh' dieses Jahr verfließt, nach deinem Willen sterben: so laß, der du mein Vater bist, mich deinen Hims melerben. Dann freu' ich mich der Ewigkeit, so dankbar, Gott, wie ich mich heut des neuen Lebens freue. Eigne Melodie. 4. finn scheun; hilf mirEntschlüffe 75. Tausend Jahre find faffen, die selbst im Tode nicht mich reun; laß mich die Thorheit haffen, die dieses Lebens Zeit verträumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet. vor dir, wie einer unsrer Tage; und zum Tode reif find wir am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bist. Du heißest uns entstehen und Deine Werke sehen; du rufft 4 Univ. Bibl. Giessen 50 Neujahrsfest. und wir vergehen. Wer, Un- fall in Gefahren. Deines endlicher, ermißt dein grenzen loses Leben? Jahrtausende selbst geben kein Maas von deinem Leben. Du, du warst vor aller Zeit und du wirst seyn in Ewigkeit. Trostes Freubenlicht wird un fern Muth erheben. Was ndthig ist zum Leben, wirst du uns alles geben. Dankbar lehr' es uns empfahn und un serm Ziel getroft uns nahn. 2. Mit dir unveränderlich ist deine Güt' und Stärke. Du erbarmst dich väterlich der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht; du sättigst uns mit Segen auf unsern Lebenswegen, daß wir dich lie. ben mögen. Herr, wir sehn dein Angesicht, auch sterbend noch, voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit; dann weckst du uns zur Ewigkeit. 5. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Cod; versöhnt in deinem Sohne; gib ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du wollst uns alle leiten durch diese Nacht der Zeiten zum Licht der Ewigkeiten. Unvers änderlicher, dir, dir leben und dir sterben wir. Jahresschluß. 3. Auch das Jahr, du Ewiger, das wir vollendet haben; wie so reich, Allgütiger, war es an deinen Gaben! Bie gejegnet war ſein kauf! Wie 70. Ach, wiederum ein Ma Mel. Wie groß ist des Allmacht'gen ze. Jahr verschwunden! Ein Jahr sahn, wie deine Treue uns wohlzuthun sich freue und je den Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten und kindlich zu dir beten; und du hast mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. und kommt nicht mehr zu rück! Dahin sind so viel tausend Stunden des Lebens, wie ein Augenblick. Hin meis ne Tugenden und Sünden! Doch nein! Der Richter aller Welt läßt jegliche mich wieder finden, wann er vor seinen Thron mich stellt. 4. Hoffnungsvoll betreten wir die neue Bahn des Lebens. Niemals noch vertrauten dir wirSterbliche vergebens. Auch thun wir es ferner nicht. Wir werden es erfahren, du wirst uns, Gott, bewahren vor Un2. Gedanken, Worte, Tha. tenheere! wie?- dürft ihr Gotteslicht nicht scheun? Wenn ich dieß Jahr gestorben wä re, wo wurd' jetzt meine See. Jahresschluß. le feyn? Stund' ich verklärt bey Gottes Kindern? Wär' ich von seiner Lieb' entflammt? Wie, ober båtte mit den Sündern der Allgerechte mich verdammt? 3. Bie?- darf ich den Gedanken wagen: wär ich jetzt reif zur Ewigkeit? Was würde mein Gewissen sagen, wenn Gott mir rief: bu fiirbst noch heut! Wie? könnt' ich heute froh erscheinen, o Aller heiligster, vor dir? Hab' ich denn nichts mehr zu beweis nen? Jst keine Sünde mehr in mir? 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen die Sünden dieses Jahres, nein! Wie kann ichs dir und mir verhehlen, ich bin nicht werth, noch hier zu seyn. Zu oft ließ ich mein Herz erkalten; zu oft verlegt' ich meine Pflicht; ich darf vor dir nicht Rechnung halten; ich zittre!- Geh nicht ins Gericht! len, ich bin nicht werth, mehr hier zu seyn. Wo fang ich an? Gott, welche Menge, vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß, wenn ich Jahre fänge, ich dir zu danken nicht vermag. 51 konnt' ich wieder Lob dir fins gen, weil ich gehoffte Hülfe fand. O Gott, dir danket mein Gemüthe, dich betet meis ne Seele an! Im Staube preiß' ich deine Güte, die Una dank nicht ermüden kann. 6. Und mußt' ich auch mit Schmerzen ringen, so hielt mich deine rechte Hand; bald und 7. Verzeih' den Undank, schenk Erbarmen! Gedenke meiner Sünden nicht, zeig' dem Reuenden und Armen, der Gnade sucht, bein Angesicht! Wie freudig will ich dann mein Leben von nun an deinem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, durch deinen Geist ein Chrift zu seyn! 5. Nein, Vater, fie find nicht zu zählen, die Gnaden Jahres, nein! Wie Mel. Nun danket alle Gott 2c. befestarei ir verbe: 77. Mit dieſem Tag geht 8. Ich danke dir für alle Gnaden, die du dieß Jahr der Welt erzeigt. Den Ars men eile zu entladen, den noch bas Elend niederbeugt! Ja aller, aller Menschen Seelen will ich, mein Heiland Jesus Christ, aufs Neue deiner Huld empfehlen, der du ihr aller Heiland bist. nun auch dieses Jahr zu Ende! Boll brünstigen Gefühls erheb' ich meine Hände mit meinem Geist zu dir, getreuer Gott, empor, und trage mein Gebet und meinen Dank dir vor. 2. Wo ist ein einziger der schnellen Augenblicke, die mir vorüber flohn, der nicht von Jahresschluß. 52 einem Glücke, von einem Gut für mich durch dich bezeichnet war? Hier Wohlthat ohne Zahl! dort Rettung aus Gefahr! 3. Du warest über mir und gabst dem Körper Stärke und meinem Geiste Kraft zu jedem guten Werke. Und welche Freuden fand ich auf des Lebens Pfad für Sinn und Herz, wenn ich mit Unschuld ihn betrat! 4. Du schenktest mir Verstand, das Gute zu erkennen, durch dich fühlt' ich mein Herz vom frommen Eifer brennen, es treulich zu vollziehn, und that ich es ja nicht: so giengfi du doch mit mir, mein Gott, nicht ins Gericht. Mel. Gott, mein Trost und mein 2c. 78. V. merken, sind wir Greife, find wir reif zur Ewigkeit. Dort im großen Weltgerichte, Gott, vor deinem Angesichte, wird Verwerfung oder Heil dann auf ewig unser Theil. ater, mach' uns fromm und weise, treu zu nügen unsre Zeit! Eh' wirs 2. Seele, wiß'es nicht vers gebens: klein ist deiner Tage Zahl. Thatst du jeden Schritt des Lebens mit Bedachtsamkeit und Wahl? Saume nicht, dich selbst zu richten! Forsche nach des Glaubens Früchten! Frage: bin ich auch bereit, wann Gott rust, zur Ewigkeit? 5. Mit jedem neuen Tag' erneute sich dein Segen, mich leitete dein Aug' auf meines Lebens Wegen, mein Wirken kröntest du mit glücklichem Gedeihn, und jeden Tag konnt' ich mich deiner Güte freun. 4. Wie ein Schiff von starken Winden fortgerissen, ists entflohn. Mit ihm stehn num meine Sünden alle vor des 6. So gieng dieß Jahr vor- Nichters Thron. Auch was ben und jeder meiner Tage ich gethan, den Willen meines voll Proben deiner Huld ent- Gottes zu erfüllen; selbst, schwand mir ohne Klage! was ich dieß Jahr gedacht, Nimm dafür meinen Dank in alles ist vor Gott gebracht. schwachen Liedern an! Preiß 5. Wåg' ich selbst von jedem ewig dir, o Gott, der dieß an mir gethan. Tage Tugenden und Sünden ab: o wie steiget dort die Wage! O wie finkt sie hier hinab! Kann ich so vor Got tes Throne freudig stehen? Ist die Krone, die den Frommen Gott verhieß, mir, so wie ich bin, gewiß? 3. Nah' bin ich vielleicht dem Ziele meiner kurzgemeßnen Bahn; willst auch du dich, wie so Viele, diesem Ziel mit Leichtsinn nahn? Sieh, es ist von meinen Jahren wieder eins dahin gefahren! Sind noch viele Jahre mein? Oder wirds das lezte feyn? Kirchen Jahreswechsel. 6. D beginn' ein neues Leben! Fang es diesen Tag noch 80. Freud an; dein streben, richtiger sey deine Bahn! Laß nicht auch dieß Jahr, mit Sünden schwer belastet, dir verschwinden. Seele, nuße deine Zeit redlich für die Ewigkeit! Wechsel des KirchenJahrs. Mel. Vom Himmel hoch, da komm 2c. 79.6 8 fommt ein neues Stirchenjahr; deß freuet sich die Christenschaar. Freu', Kirche Jesu, dich, und sprich: Herr, unser Gott, wir loben dich! 2. Nun hören wir aufs neu hinfort sein bessernd, trd stungsvolles Wort, das uns beseelt mit seinem Geist, das uns den Weg zum Himmel weißt. 53 Mel. Mache dich, mein Geift bereit zc. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, sey stets von uns mit Dank verehrt. Reich bring' es Früchte, daß wir dir lobsingen ewig, dort und hier. reude sey des Kir chenjahrs letzte stille Feyer! Es entflieht, und, o wie wars allen Guten theuer, die dem Herrn immer gern liebend nåher kamen, und sein Wort vernahmen! 2. Preiß' ihn laut, o Chri. stenheit! Seiner Heilserkenntniß war auch dieses Jahr ge= weiht. Bring' ihm das Ge. ständniß heut aufs neu, er sey treu seinem Vaterherzen stets in Freud' und Schmerzen! 3. Schüßz' und bleibe bey uns, Herr! es will Abend werden! fördre dein Reich immer mehr, Licht und Necht auf Erden, bis du einst hehr erscheinst, Richter deiner Brüder, Haupt der treuen Glieder. 4. Fromme Duldung fliehe nicht, Herr, aus unsern Granzen! Mdge deiner Wahrheit Licht immer reiner glänzen! Wer noch irrt, treuer Hirt, den auch wirst du finden, und mit dir verbinden! Fest der Erscheinung Christi. 81. Dem finstern ErdMel. Allein Gort in der Höh' kennen ihn den Herrn, und Ehr zc. er läßt sie im Lichte wandeln. kreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen. Es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie 2. Kaum sandte Gott durch feinen Sohn der Erde große Freuden; so sammelt er sich selber schon die Erfilinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein lichter Stern führt sie zu Feft der Erscheinung Christi. 54 ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. O wär' uns nicht dein Licht, o Gost, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott noch jetzt den Gößen dienen. Nicht fie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreyt von jenen Finsternissen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnaden reichen Zeit stets fromm und weise handeln; auf dich, bey treuerfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, verehren dei Willen, und wer den Namen Christi nennt, auch sein Ge bot erfüllen. Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde knechtisch fröhnet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schats ten liegen; wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen; auch da geh' nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene! Mel. Wohl mir, Jesus meine Seele zc. 82. Vernt den theuren Lehrer schätzen, der den ErdFreis aufgehellt. Kniet nicht mehr vor stummen Gßen; Jesus ist das Licht der Welt. Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern einst gesessen. nen, das die Völker wünsch 2. Ehe dieses Licht erschie ten, lag eine dunkle Nacht auf ihnen; doch wir haben nun den Tag. O Gedanke voller WonJesus selbst ist unsre ne! Sonne. Segen, Heiland, ach verlaß 3. Weiche nicht mit deinem uns nicht! Auf den dunkeln Leidenswegen leucht' uns deis nes Trostes Licht! Unterstütz' uns, wann wir gleiten, und laß deinen Geist uns leiten. 4. Herr, verleih' uns Luft und Stärke, daß wir in der Prüfungszeit uns befleissen guter Werke und der wahren Heiligkeit; daß wir in dem Lichte wandeln, und als wahre Christen handeln. 5. Wandern wir dem finstern Thale näher zu und stehn am Grab; dann sey unser Licht und strahle höhern Trost auf uns herab, daß wir ohne Furcht und Grauen unserm Tod ent gegen schauen. 6. D der süßen Himmels. wonne, wann uns in der Ewigs keit, Jesu, wahre Lebensson. ne, deines Lichtes Glanz erfreut! Dieß gib mir und Al len denen, die sich glaubig nach dir sehnen. Paffionszeit. Passionszeit. Allgemeine Gesänge. Mel. Dir, dir, Jehova will ich singen zc. 5. D Herr, dein Beyspiel soll wie in 83. Ach, fich ihn dul- Noch und Tod die Tugend lohnt. Ob sich auch meine Leiden mehren, wenn Friede nur in meinem Herzen wohnt. Wer treu dir folgt, der findet wahre Ruh, ind geht getrost der Nacht des Todes zu. 6. Ich fürchte nicht des Todes Schrecken, du schliefft auch einst im Grabe, theurer Freund! Mag fie doch meine Asche decken die Erde, wann des Todes Nacht erscheint! Der Gott, der dir das Leben wiedergab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. den, bluten, sterben! O meine Seele, bring' ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, wie mach. tig ihn die Menschenliebedrang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so, wie er, für Sünder sterben kann? 55 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! und jeder Tropfe floß zum Trost für mich, und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du. 3. So sollt' es seyn. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott mir zum Erld ser gab, so wahr schaut er voll Huld auf mich herab. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc. 4. Ja, mir zumt Trost dir zur Ehre gerecht drift and 84. An deine Leiden dendein ger Kampf, dein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine kehre; ich baue vest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preiß und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 7. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Netter, den die treuste Liebe bringt! Dort will ich würd'gern Dank dir sagen, wann dich mein feyernd Lied erhabner singt, dann stimmen alle Heiligen mit ein, der ganze Himmel wird dann Zeuge seyn! ken wir, Herr Jesu Christi, und danken dir, daß du so willig ihre kast zu unserm Heil getragen hast.. 2. Im Geiste folgen wir dir nach, von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu 56 Paffionszeit. Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich bewundernd an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, Betrat dein Fuß den dornen vollen Pfad. Auch uns firsmt Kraft und Troft und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Neuigen die Schuld vergibt, daß ewig un fre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre vest besteht, dein heilig Reich nie untergeht; den hohen Trost: der Welten Gott ist nun uns Vater! gibt dein Tod. 6. Und an dich glaubten, Herr, wir nicht? er gåb' uns Trost und fichres Licht? Mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir, o Edelfter und Bester, dir; und du wirst uns, wann wir dich sehn, zur fro, hen Ewigkeit erhöhn. 2. Menschenfreund von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath; längst hast du dein Werk vollendet, weggethan die Missethat. Doch in den Gedächtnißtagen deiner bittern Leidensagen wir Erlößte, Jesu, die freudig neuen Dank dafür. du der Schmach entriffen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebens. lang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, Kd nig aller Könige! Das er trügst du, mich zum Leben, mich zum Himmel zu erheben. Dank sey Mel. Tefu, meines Lebens Leben zc. 85. Du, ter Menschen dir, Ehrfurchtswürdigster, bas da für! Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der du dich für mich gegeben, Etifter meiner Seligkeit. Du, der sich dem Tode weihte, daß er mich vom Tod befreyte, tausend, tausendmal sen bir, mein Erldser, Dank dafür! 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidens erwerben, gern den Todes bahn; stiegst, uns Leben zu berg hinan. Du vergaßest eigne Schmerzen, trugft nur uns in deinem Herzen. Tausend, tausendmal sey dir, o Erlöser, Dank dafür! 4. Meinetwegen trugs du Bande, littest frecher Läftrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, mein Versöhner und mein Gott. Mich haft 6. Deine große Demuth büßte meinen Stolz und Uebermuth; daß nur ich nicht leiden müßte, floß für mich dein hei lig Blut. Trost in meinen lesten Stunden quillt mir nun aus deinen Wunden. Herr, Paffionszeit. ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Nuh' im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, durch den ich selig bin. Jefu, dir mein Herz zu geben, und wie du gelebt, zu leben, willig einst zusterben dir, dieß, dieß sey mein Dank dafür. Mel. Herzlich thut mich vers langen 2c. 80. ut, dessen Herz voll Liebe sich bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Tries be, zu unsrer Rettung gab! Ach, unter welchen Plagen schloß, Jesu, sich dein Lauf! mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 2. Hier sahst du schon be reiten dein Streuz auf Golga. tha; sahst dich den Grausamkeiten ergrimmter Feinde nah; sahst deine Grabeshöhle und fühltest Todesnoth. Betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 52 als du. Wie fehnlich war dein Flehen um Schonung, und wie still: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will. 5. So warest du mit Freus den gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und giengst mit Willigkeit der fre chen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzule. gen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihrer Bosheit hin. Um dich war alles trube; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 7. Freund der Menschenkinder, den nun kein Leid mehr drückt! wie hoch haft du uns Sünder durch deinen Tod beglückt! Durch ihn ist uns bewähret des Vaters Gnadenrath, den uns dein Mund erkläret, und vest ver. sichert hat. 8. Wie viel sind wir dir schuldig, daß du die schwere Laft des Kreuzes so geduldig für uns getragen haft! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unfer Opfer an! 3. Gott, welche Angstges fühle ergriffen da dein Herz! im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagft du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kampfte da dein Glaube von banger Furcht geschreckt! Befter, brang Angst auf Angst 87. Erforsche mich, er. 4. Auf dich, der Menschen Mel. Ein Lamm geht hin und trägt herzu; und doch hieng nie. mand vester an seinem Gott, fahr' mein Herz, und sieh, 60 Passionszeit. Mel. Oliebster Jesu, was baft ich dort, von Herrlichkeit um. du 2c. 00. Laß beinen Geist mich geben, einst ewig leben. stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren; daß ich getren in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Gib nur, daß ich stets deinen Pfad betrete, im Glaus ben kämpf', im Glauben wach und bete, ivie du, mein Kreuz geduldig auf mich nehme, nie dein mich schäme. 9. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in Uebung guter Werke, so sey mirs Stärke. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Wer könnte wohl das Böse sich erlauben, und an dich glauben? 3. Du hast dich selbst für mich dahingegeben. Wie könnt' ich noch nach meinem Willen Leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, sey un 10. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Nergerniß und eine Thorheit werden, so feys doch mir, trot alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 11. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden frånken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Sterben sey, wann ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! 7. Ja, nun bin ich schon felig hier im Glauben; nun wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; nun werd' Mel. Wie groß ist des Alls macht'gen zc. Schmerzen; dein Geist gibt QI. uns die Kraft, in deinem Namen, dich nachzuahmen. 6. Unendlich Glück! Du littest uns zu gute; ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du haft mir heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. aß mir die Feyer deiner Leiden, o großer Dul der, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschloss sen für mich die Last des Streus zes trug, deß Herz, als schon sein Blut gefloffen, noch voller Liebe für mich schlug. 2. In der Betrachtung heils gen Stunden will ich am Leis denshügel stehn, und, Herr, Passionszeit. Kreuzestöd meinen Tod bezwungen. für deine Todeswunden mit errungen, und durch deinen Dank und Thränen dich erhöhn; will tiefgerührt die Huld. ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie aus Undank es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Da will ich lernen Tu gend üben, in Noth und Tod gelassen seyn; mich stärken, kindlich Gott zu lieben, und meinem Feinde zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod zum feligsten Gewinn. Dir schlage fets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin! Mel. Schwing zu deinem Gott dich zc. 92. Meil Lein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest, und, erhöht auf Gottes Chron, jetzt noch für mich bittest! Welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiben! Owie preiß' ich würdich dich, Stifter meiner Freuden? 61 4. Herr, was bin ich, daß du mein dish so angenommen? Laß die Frucht von deiner. Pein mir zu Gute kommen! Gib mir Beisheit, gib mir Kraft, dankbar anzuwenden, was du mir zum Heil verschafft, und, dir treu, zu enden. 5. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sunden; o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden: daß du auch für meine Schuld einst am Kreuz gestorben, und auf Gottes Vaterhuld Anspruch mir erwors ben. 6. Laß das Wort von dei. nem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz stets zu widerstreben, und voll Dankes, dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum, treulich zu verrichten. 7. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für dein Todesleiden. 2. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath für der Menschen Sünden. Unfre Strafen trugest du, starbst, um uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 3. Nun kann ich ins Todesthat froh und heiter ſehen, und 03. Lamm Gottes, in Mel. O Lamm Gottes, unschul dig zc. zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du hast aus aller Noth Rettung mir Staube mit Blut und Thrånen bedecket! Dein tröfte sich 62 mein Glaube, wann Tod und Sünde mich schrecket! Dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sey meine Ruhe, Herr Jesu! 2. O Lamm Gottes, un schuldig trugst du die herbe Verhöhnung, und littest sie geduldig zu meiner Sünden Verföhnung. Dein Bild soll mich Mel. Herr Jesu Chrift, meins Lebens 2c. 95.Wie ie, großer Dulbeleben, zu dulden, zu verges der, danken wir, wir Sünder ben, wie du zu lieben, Herr für dein Leiden dir! Wer Jesu! gibt für deiner Liebe Schmerz Empfindung uns in unser Herz? 3. O Lamm Gottes, un schuldig für uns am Kreuze geschlachtet! Dein Tod mach mich gebuldig, wenn mich die Welt verachtet! Er schreck' mich ab von Sünden; mit dir mich zu verbinden zu ewe ger Liebe, Herr Jesu! 2. Ber hulf uns Sterblichen vom Tod, den dein Geseß dem Sünder droht? Ach, würde deiner Liebe Macht von uns mit weisem Ernst bes dacht! Eigne Melodie. Paffionszeit. 04. D Lamm Gottes, unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet; allzeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All Sund hast du getragen; sonst müßten wirverzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. Lamm Gottes, unschuldig, am Stamm des Kreu. zes geschlachtet; allzeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All Sünd hast du getragen: sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, un schuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet; allzeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All Sünd hast du getragen: sonst müßten wir verzagen. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! 3. Entgegen giengst du mit Geduld dem Tode- rein von jeder Schuld! Du siehst das menschliche Geschlecht von Gott entfernt und ungerecht! 4. Siehst Tod, wohin dein Auge blickt, und fühlst das Elend, das uns drückt, und hast umsonst gelehrt, gethan umsonst, was nur die Allmacht kann! 5. Wer kann, wer kann dich leiden sehn, und muß in Weh. muth nicht vergehn! Dein unaussprechlichgroßer Schmerz erweiche jedes Sünders Herz! 6. Wen noch das Laster lo. cken kann, seh unterm Kreuze, Herr, dich an! Fühl' Etwas von der Leiden Laft, die dur für uns getragen hast! Paffionszeit. 7. Geprießen seyst du, Jesus Christ, daß standhaft du geblieben bist! Daß keine Schmach, kein Hohn, kein Schmerz ermüdete dein göttlich Herz! 63 8. Du, der so viel für uns gethan, wie beten wir dich würdig an! Ach) nimm die Sünde von uns hin, und schenk uns deinen frommen Sinn! Leztes Leiden Flucht der Jünger. Mel. O liebster Jesu, was haft du 2c. 90.3. ekenner Jesu, werdet nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir Gott vers geffen. Wer ihn vergißt, den wird die Lust der Sünden stets forglos finden. 2. Ach, dann sind auch die feurigsten Entschlüsse gleich lichten Dünsten, die durch Finsternisfe schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie fie entstehen. 3. Die Jünger stärken in der Trübsalsstunde mit Was chen und Gebet sich nicht im Bunde, sind sicher, und entschlafen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. Berläugnung Petri. mel. Jefu, meines Lebens Leben zc. 4. Der ihn verräth ist da seinen Schaaren. Wie mit fein me te haagenden Bee 97. Mitten unter deinen Ge fahren! Wo ist ihr Muth, für thren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hirten, fliehn die Schafe; er wird verlassen, der die Todesstrafe so willig duldet, daß nur seine Heerde gerettet werde. und Tod Jesu. 6. Welch eine Liebe! Jesu, welche Treue! Du leideft, daß der Mensch sich ewig frente. Ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer treu dir bleiben will, der fürchte alles von seiner Schwachheit; eingebenk des Falles der bessern Jünger, streb er, sein Vertrauen auf dich zu bauen. 8. Dein Bild foll stets vor meine Blicke treten; mit dir, Herr, will ich machen, will ich beten, dann werd' ich nie im Kampfe unterliegen, ich werde siegen. Schmerzen sieht dein fanfter Blick herab auf den Freund, der deinem Herzen, Jesu, neues Leiden gab. Da noch zeigt sich dein Gemüthe reich an göttlich großer Güte. Du vergiffest eignen Schmerz; für den Schwachen sorgt dein Herz. 64 2. Ihn vom Falle zu erheben, siehst du ihn voll Mitleid an. Dein Blick sagt: Es ist vergeben! Sen an Muth und Treu' ein Mann! und, zu deines Meisters Ehre, gib durch deinen Fall die Lehre: daß auch selbst ein Starker irrt, wenn er zu vers messen wird." Passionszeit. 3. Owas fühlt dein Freund für Leiden bey dem liebevollen Blick! Sonst erfüllt er ihn mit Freuden, doch nun läßt er Schmerz zurück. Petrus zagt, der dich beleidigt, dessen huld ihn selbst vertheidigt, dem er treu zu seyn verhieß, wenn ihn alle Welt verließ. 4. Thránen bittrer Neue fließen nun von seinem Angesicht; sie in Strömen zu vergießen, schämt sich der Er weichte nicht. Er enteilet dem Getümmel, flehet brünstig auf gen Himmel, daß ihm Gott die Schuld verzeih' und im Schwachen mächtig sey. 5. Deinem Freunde bin ich ähnlich; ach, erbarm' auch meiner dich! Sieh, ich fleh zu dir so sehnlich: stärke, leite, besfre mich! Stets auf deinem Pfad zu wandeln, liebevoll, wie du, zu handeln, bis zum Tod dir treu zu seyn, lebend und im Tode dein! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 98.23 enn ich mich ganz durchdrungen fühle von deiner Größe, Jesus Christ, und sehe, wie du bis zum Ziele der Laufs bahn unser Vorbild bist; wie jede Krone dir gebührt, und keine irdische dich ziert; 2. Wenn ich die Lieb' und Huld empfindé, mit welcher du die Welt umfiengst, und jeden Frrthum, jede Sünde vom Menschen zu vertilgen ringst, und wie dein Herz sich von der Welt und ihrer Thors heit rein erhält. 3. Wenn in mein Herz von deinem Munde das Wort des ew'gen Lebens fließt; wenn du noch in der Todesstunde der ganzen Welt ein Beyspiel bist; dann fordre, was du willst, von mir, auch in den Tod gieng ich mit dir. 4. So fühlte Petrus sich durchdrungen von deiner Grö ße, Jesus Christ; so glaubt er vest das Band geschlungen, das treuer Liebe heilig ist. Doch kaum, daß die Gefahr erscheint, verläugnet er den Herrn und Freund. 5. Da trifft die Tiefe seines Herzens dein ernster, mitleidss voller Blick. Es fehrt int Uebermaas des Schmerzens sein besseres Gefühl zurück. Ihn schmerzt der Neue Schlangenstich; er geht, und weinet bitterlich. 6. Wenn vor den Lockungen der Sünde dein Bild aus meiner Seele flieht, und sie mich in die tiefen Schlünde der Thorheit und Zerstreuung zicht; Passionszeit. zieht; bin ichs nicht auch, der treulos spricht: ich kenne mei nen Heiland nicht? 7. Ach, laß mir dann dein Bib erscheinen, mich hören deine Lehre dann! Wohl mir, wenn noch mein Auge weinen, mein Herz noch Neue fühlen kann! Wie deinem Freund, vergiebst du mir, und ewig trennt mich nichts von bir! 65 5. Kein Dank kann, Jesu, deine Huld erreichen; nichts, nichts ist deiner Gnade zu vers gleichen. Was könnt' ich dir für deines Todes Qualen, mein Heil, bezahlen? Leiden Jesu vor Gericht. 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folg' und stets des Fleisches Lüste dämpfe; so sey denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gieb selbst zu diesem seligen Geschäfte mir Schwae chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich zu dir zieh', und mich regiere, zum Guten Eigne Melodie. 99. liebster Jefu, was führe. Hast du verbrochen? Dir wird das Todesurtheil nun gesprochen; du sollst, damit wir Sünder nicht verderben, wie Sünder sterben. 2. Du wirst verworfen und geschmäht, verhöhnet, mit einem Dornen Kranz zum Spott gekrsnet, gegeifelt und von Schmerzen ganz entkräftet ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller dieser Plagen. Ach, meine unden sind es, die dich ſchla- 100.Seht, welch ein Mel. Herr Jefu Chrift, du höchs stes 2c. gen; was deine Liebe, Herr, für mich erduldet, hab ich vers schuldet. 4. welche Liebe! kann der Mensch sie faffen? Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen! Damit ich lernte Sünden ernstlich meiden, willst bu, Herr, leiden. 8. Dann werd' ich, dir zu leben, mich bemühen, die Lust der Welt aus Liebe zu dir flies hen, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich alles wagen, kein Drohen achten, feine Schmach noch Plagen; mich sollen auch des bångsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. Mensch! wie lag so schwer auf ihm die kast der Sünder! Bie unaussprechlich dul det er für euch, ihr Menschenkinder! Wie ein Verbrecher steht er da; verachtet, und dem Tode nah von blinder Wuth geldstert. 5 Passionszeit. 66 2. Da ist kein Herz, das Mitleid fühlt, kein Aug, das um ihn weinet; kein Balsam, der die Wunden fühlt; fein Netter ach! erscheinet! Die Mordlust tobt, der Wahnsinn droht, aus jedem Munde ruft es: Tod! Er sterbe! sterb' am Kreuze! 3. Ich denke ohne Schaudern nie an jene Jammerstunden; ich fühle vester mich durch sie mit dir, mein Heil, ver bunden. Aus Liebe starbst du ja für mich; wie sollte meine Seele dich nicht ewig, ewig lieben? 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen, denn die Unschuld spricht zu mächtig für fein Leben. mit Gott, und sterb' um deis netwillen. 7. O hochgelobter Gottes sohn, du Tilger meiner Sün den, erhöht auf deines Jaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines To des Schmach und Pein Gerech. tigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe willen. 8. Ich schwöre, Welterld ser, dir, und ewig will ichs halten: so wahr du lebest, soll in mir die Liebe nie erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich les be, Herr, an dich und deine Huld erinnern. 9. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, und fehlt es mir an Kraft und Muth, daß ich sie überwinde; dann rufe mir vom Himmel zu: denk, welch ein Mensch ich war! Und, du, du wolltest mich nicht lieben? 5. Vergeblich, ach vergeb-. lich war die Menschlichkeit des Heiden; die aufgebrachte wil de Schaar sah Jesu Schmach Freuden. Tod beLeiden Jesu am Kreuze. Eigne Melodie. friedigt fie allein; fie fürm- 101.Bereite bich, o ten auf den Richter ein, und schrien: er sterb' am Kreuze. 6. Sieh, welch ein Mensch! Er wird für dich verschmäher und zerschlagen. Hör' ihn! er spricht: ich selber, ich muß beine Sünden tragen. Die Schuld ist dein; durch meinen Tod versöhn' ich, Sünder, dich Christ, wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Er. wäg' an diesem heilgen Orte des sterbenden Erissers Wors te, und rufe Gott um Glaus ben an! Sie können Ruhe dir im Leben, und hohen Trost Passionszeit. im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bey den größten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an, und ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der Göttliche, der größte Beter, fleht liebreich noch für Missethäter, und duldet willig alle Schmach. O Mensch, den Nach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Benspiel rühren, und bete dem Versöhner nach. 3. Welch Beyspicl kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Junger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl! Ach wird mein Aug' einst um die Meinen in meiner letzten Stun. de weinen, so soll dieß Wort mir Troft verleihn: Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Schuß der Meinen seyn. 67 dem Kreuze rief: mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein mußt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich vers laffen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theur erIößt, der Heiland rufet dir noch heute austausend Armen, dir zur Seite, vie Hunger, Durst und Mangel drückt. O felig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer des Armen Mans gel stillet, hat seinen Heiland selbst erquickt. 4. Frohlockt, bußfertigeVer. brecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hort, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute detnes Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. Herr, laß an des Codespforte einst diese gnadenvollen Worte auch meiner Seele Trost verleihn! 5. Wer kann das hohe Leiden faffen, als Christus an 7. Nun enden sich die schwe. ren Leiden; denn Jesus spricht: es ist vollbracht! Wort des Sieges, Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine macht. Heil uns! nun darf es niemand wagen, uns, die Erlößten, zu verklagen; mit Gott ist Friede mun gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist volls bracht! Es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deis nem Munde, Versöhner Got tes, sey auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Passionszeit. 68 Du rufest: Bater, ich empfehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb. Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er fanft sein Haupt, und starb. 9. Bewein' ihn noch mit frommen Zähren, o Christ, du haft ihn sterben sehn. Bald wirst du freudenvoll ihn ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn. Er, den die Frommen jetzt beklagen, wird als ein Held nach dreien Tagen vomGrabe siegreich auferstehn. Den freche Spotter hier entehrten, den wirst du dort bey den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 4. Du hast, Herr, aller Gü ter, so viel für mich gethan; verwirf mich nicht, mein Hu ter; ach nimm, mein Hirt, mich an! Dein Mund erquicket Müde, Betrübten rufest du: mit euch sen Gottes Friede!" von deinem Kreuze zu. 5. Es bringt mir Himmels freuden, was du am Kreuz empfandft, der du nach deinem Leiben für mich auch auf erstandst. Ach, mocht' ich einst mein Leben begnadigt, Herr, von dir, in deine Hände ge Mel. Herzlich thut mich vers ben! Wie wohl geschähe mir! 6. danke dir von Her 102. Der but, voll zen, o Jesu, treufster Freund, Schmach und Wunden, für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; o Jesu, der sein Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dant' ich dir! für deine Codesschmerzen; wie gut hast du's gemeint! Gib nun, daß ich mich halte zu dir mit wahrer Treu, daß, wann ich einst erkalte, in bir mein Ende sey. 7. Bann ich einmal foll scheiden, ach, so verlaß mich nicht! Sen auch im Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wird mirs am allerbångsten an meinem Ende seyn, so reiß mich aus den Nengsten, und lindre meine Pein. 8. Belebe dann mein Hof fen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, 2. Wer kann dir nachem pfinden den Schmerz, die Todesangsi, mit welcher du, von Sürden unszu erretten, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel dort so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer; um Huld fleh' ich zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer! o neig' es auch zu mir! 3. Ach, was du, Herr, erduldet, das ist auch meine Last; Passionszeit. 69 Dahin laß mit Entzücken als. 104. Herr, deinen Himmel sehn! Mel. Wenn mich die Sünden Frånken 2c. dann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken; wer so stirbt, der stirbt wohl. in in an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stärke mich! Laß mich mit Behmuth und Ver. wie einst für die Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens 2c. 103. Du benfest in der Sünder den Tod erduldet, ticfften Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößeft ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein, was ich dir war, wird er dir seyn. 3. Co innig bis zum Tod, fo treu, sen meine Zärtlich. Feit; ich sey so willig, andern benzustehn, und ihnen Beystand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt; dann über. geb' ich euch dem Herrn; er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh' ich, wann es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt; euch sag' ich, die ihr um mich weint: Ge trost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verhei ßen: Ihr send mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! schaun. 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt! Er leidet unsers Todes Pein, fühlt un erhörte Qualen, uns Men. schen zu befreyn. 3. Horts, die ihr eure her. zen dem Sündendienst ergebt! Der Preiß so vieler Schmerzen ist, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner Gnade Theil; erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil! 4. Vernehmts auch ihr, o Spotter, die ihr den Mittler schmäht: Er ist auch euer Retter; auch euch nennt ſein Gebet: sie wissen nicht, was sie begehn; vergib, o Vater ihnen, wenn sie zu dir einst flehn! 5. Jhr, eurer Brüder Fein de, o schlagt an eure Brust! Seyd aller Menschen Freun de! Verdammt der Nache Lust! Bergeltet euern Feinden nie; und Allen, die euch fluchen, vergebt und fegnet fie. 6. Noch hat er keinen Frie. den, noch steiget seine Noth. Seht, es ergreift den Müden 70 Paffionszeit. der fürchterlichste Tob! Nun spannt Gebein, und nicht mit finkt er in die Todesnacht. Erbarm' o Gott, dich unser! Er stirbt; es ist vollbracht! aller Kraft dem Guten und dir nicht ganz ergeben seyn? Eigne Melodie. 4. Wie nun nicht Alle herzlich lieben? Wie nun nur Einen noch betrüben, für den du nicht Gutes thun mit Freuden? littest, Jesus Chrift? Wie nun wie nun nicht gern für Brüder leiden, für die du, Herry gestorben bift? Wie nun auch nur von Unrecht sprechen? ie noch dem Schuldner firen. ge seyn? Wie mich am årg. ften Feinde rächen? Wie nun nur siebenmal verzeihn? 105. it welcher Zunge, welchem Herzen dank' ich dir, Herr, für deine Schmer, zen, für jede mir verborgne Last: für jeden Kampf, den du gestritten, für jeden Tod, den du gelitten, bekämpft und überwunden haft! Wer kennt der Leiden Laft und Menge? Wer sieht der Seligkeiten Ziel? Wer gibt mir Zungen, wer Gesänge, wer meinem Herzen gnug Gefühl? 2. Da, wo bein Blut bers abgefloffen, lieg' ich im Stau be hingegoffen, da möcht' ich ganz Anbetung seyn! Gehors sam bis zum Kreuzestode warst bu; gehorsam bis zum Tode soll ich, wie du, dem Vater feyn. Hier, Jefu, hier sind meine Kräfte; hier ist mein Leben; nimm es an! Dich lieben, dieß sey mein Geschäf te, mein Trost, auf den ich sterben kann. 3. Gekreuzigter, dein Leiden ftarke mich stets in jedem guten Werke; im Tugendkampfe stårt' es mich. Wie sehr mich Lust zur Sünde reize, ich fliehe nur zu deinem Kreuze, umfaffe, Mann der Schmerzen, dich. Wie könnt' ich sehn, dich, Jesu, bluten, wie ſehn dein ausges 5. Auf Golgatha will ich mich schwingen, wann Nacht und Leiden mich umringen, will da im Geiste vor dir stehn; will da dich, Unschuld, stille schmachten, das Kreuz er. dulden, Schmachverachten, da bluten dich und schweigen sehn; will ba mit allen Seelenkráf, ten in deine Leidensnächte schaun; will mit dir an dein Kreuz mich heften, und, gleich dir, lernen, Gott vertraun. 6. Und wann mich meine Sünden kränken, so will ich an dein Leiden denken, will fließen fehn dein göttlich Blut. Für mich auch ist dein Blut geflossen; wer zu dir kommt wird nicht verfioffen; starbst auch mir, auch mir zu gut. Auch ich kann Gnad' und Leben finden; mein Gott bleibt seinem Worte treu; vers gibt auch mir die schwersten Passionszeit. Sünden, macht mich, auch mich, vom Lafter frey. 7. Und in den bangen Todesfrunden blick' ich empor zu deinen Wunden, und fürchte nicht dein Strafgericht. Wenn ich, wie du, nur heilig lebe, mir dich zu lieben mich bestrebe, dann bleibst du meine Zuversicht; dann darf ich freu dig zu dir blicken, wann alles dunkel um mich ist; dann wirst du meinen Geift erquicken, wann mir der Tod die Augen schließt. 8. Dann, dann wird alle Angst verschwinden, ich werde muthig überwinden, mich schwingen über Tod und Grab. Dunaussprechliches Entzüs den! von Angesicht dich zu erblicken, der inden Tod dahin fich gab; dich Jesu, der mit feinem Blute mich ewig macht von Sünden rein. Gott, wie wird mir dann zu Muthe, wie werd' ich Dank und Bonne seyn! Mel. Wer weiß, wie nahe mir 100. mein 2c. Golgatha, zu deinen Höhen erhebt sich danfend jetzt mein Herz. Jm Geiste will ich Jesum seben, ihn fehn in seines Lodes Schmerz. Ich will mich seiner Liebe freun, und dankbar ihm mein Leben weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld selbst sein Tod bewährt! Zwar lei71 det er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Herzens Reinigkeit giebt ihm im Tode Freudigkeit. 3. Er stirbt, die hohen Himmelslehren vonTugend, Pflicht und Sittlichkeit auch selbst durch feinen Tod zu ehren; die Hoff mung der Unsterblichkeit gab seinem Geiste neues Licht, und Todesnacht umschloß ihn nicht. 4. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte mit Gebet durchwacht, die Sterblichen zu Gott geleitet, und treu sein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun der Christ, dem Jesu Wandel Beyspiel ift! 5. Froh feyert er die große Stunde, da er zu seinem Vater geht, und noch mit schon gebrochnem Munde voll Großmuch für die Feinde fleht; den sterbend segnet, der ihn schalt, und Wohlthun ihm mit Haß vergalt. 6. Auf Freunde, die am Kreuze stehen, gießt er der FreundschaftSegen aus, spricht hoffnungsvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus, strömt neuen Trost und Muth und Ruh' den kummervollen Herzen zu. 7. Er sieht auf die vollbrachten Thaten als Aussaat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den sein Berk gerathen, und freut sich der Unsterblichkeit; empfiehlt den Geist in Gottes Passionszeit. 72 Hand, und geht getrost ins beffre Land. 8. Gib, Gott, daß ich ihm ähnlich werde, so wird auch mich der Hoffnung Strahl, rufst du mich einst von dieser Erde, begleiten durch des To. des Thal. Mir wird es dann nicht furchtbar seyn, denn auch im Tode bin ich dein. Mel. Nun ruhen alle Wäl der ic. 107. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heil finkt in den Tod! Mit tief, gerührtem Herzen, schau ihn, den Mann der Schmerzen, in feiner bangen Todesnoth. 2. Noch ist der Heilge Got tes ein Ziel bes frechsten Spots tes und unnennbarer Qual. Doch sorgt er für die Freunde, doch fleht er für die Feinde noch an dem blutgen Marterpfahl. schalle ihm nun für unser Heil. Er starb, uns zu erret. ten, damit wir Friede hätten. Sein Segen wird auch mir zu Theil. 6. Mich dankbar zu erwei sen, will ich gerührt dich preis sen, Herr, ich dein Eigenthum. Dein Beispiel foll mich leh. ren, des höchsten Rath vereh. ren, und dir gehorchen sey mein Ruhm. 5. Vollbracht ists für uns alle, und Lob und Dank er, 7. Ich will des Lebens Plas gen getroft und willig tragen, so lang es Gott gefällt; will alles Unrecht haffen, das Bdse fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 8. Nur Gutes will ich üben, treu meine Freunde lieben, auch meinen Feind erfreun. Nie will ich wieder fchelten, nie Epott mit Spott vergelten, wie du, bem tästerer verzeihn. 9. So will ich leben, rin. gen, mein Werk hier zu voll bringen, und dann getrost, wie du, befehl' ich einst am Ende den Geist in Gottes Hände- er führet ihn dem Himmel zu! 3. Er hatte nichts verschuldet, der alle Schmach erdul det, ach, alle Noth und Pein. Nein, er war nicht ein Sünder, wie andre Menschenkin. der. Wer kann ihn einer Sünde zeihn? Mel. Herzlich lieb hab ich trailen ſich noch an Sote im 108.Um Gabe für bie 4. Drum er voll Ver. Gott Grauen der bångsten Todes. nacht: befiehlt am Leidens. ende den Geist in seine Hände, und ruft: mein Werk, es ist vollbracht! Sünderwelt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir bricht erbarmungsvoll dein Herz, wenn dich bei deinem Lodesschmerz die Bösewichter sporten. Du siehst mit segens. Paffionszeit. 73 vollem Blick von ihnen weg mich erschrecket; o dann verauf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hort: vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn, was sie thun, verstehn fie nicht. fichre mich aufs neu, daß meines Gottes Vatertreu' auch meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich, und freuet deiner Hülfe sich. Beschließ' ich meine Pils grimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft. Der letzte Kampf, Herr Jesu Christ, wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mördern so begegnet! Erkennts, die ihr den Heiland ehrt! Fühlt seiner Großmuth hohen Werth, die selbst die Feinde segnet. Er hat auch uns durch sein Gebet den größten Trost von Gott erfleht; er sagt auch uns zu unsrer Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. Er sey gelobt, der in der Noth, und selbst im Tod bewährte, was er uns gebot. 3. Daß Gott mit Lang. muth und Geduld, auch selbst ben schwer gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Zeit zur Beffrung schenkt, nicht nach Verdienste lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, dieß Glück hat deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir ver schafft. Ja, wenn ich, Herr, mit sanftem Sinn dir ähnlich bin, dann wird dein Tod auch mir Gewinn. 4. Wird je mein Herz von Trofte leer, weil meiner Sun den furchtbar Heer aufs Neue 5. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele! Gib, daß mein christlich liebend Herz bey unverdientem Haß und Schmerz zum Vorbild dich erwähle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnre mich daran, wie du einst sterbend noch geschmäht, durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! Es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. Erhebe mich, erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde. Du bist das Haupt, wir folgen bir; zieh uns dir nach, so werden wir dich lieben und uns deiner Pein, und deines Todes ewig freun. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 74 Passionszeit. Eigne Melodie. mein Herr und Gott! Ver mich die 100. Wenn mich die Welt, dem hohen Vorbild fol, gen, das du mir aufgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigens nuß und Heuchelen, und gott. gefällig handeln, bir und der Pflicht getreu. Sünden kränken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll Bedenken, daß du gestorben bist, und Rettung von der Sünden last den renerfüllten Sündern am Kreuz erworben haft. 2. O wundervolle Liebe! Bedenks, o Seele, recht! Er starb aus freyem Triebe, der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch meines Mittlers Tod bin ich von diesen Fluch befreyt, und darf nicht angstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. Tod Jefu. mel. O Traurigkeit, o Herze: leid zc. 4. Drum strömt aus meinem II0.2 Am Kreuz erblaßt, Herzen, o Jesu, dir mein Dank. Für deine Todesschmerzen tsnt dir mein Lobgefang. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig ganz ergeben, und thätig dankbar sey. der Marterlast, der Todesqual entbunden, hat nun in dem stillen Grab Jesus Ruh' ge funden. 2. Ein heilger Schmerz durch bringt mein Herz. Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich tiefge rühret schlagen. 3. Du liebtest mich, und ga best dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? 4. Du hasts gethan! Dich bet' ich an, du König der Er. Isßten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Herr, laß bein bittres Leiden mir Kraft und Weisheit seyn, den Sündendienst zu meiden, mein Leben dir zu weihn. Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wårs auch Schmach und Spott, laß mich geduldig tragen, gleich dir, 8. In meinen legten Stunden schenk du mir Kraft und Ruh'; und hab' ich überwunden, führ' mich dem Vater zu. Noch sterbend will ich dein mich freun; im finstern Thal des Todes wirst du mein Füh. rer seyn. Paffionszeit. 5. Du riefft mit Macht: es ist vollbracht! Du haft dein theures Leben, mein Versch. ner, göttlich fren für mich hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchfien Nath will ich in De muth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie er standen! Leicht schwingt sich des Lebens Fürst aus des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, ErIsfer, ists mir der Weg zum Schauen. 75 dein Ende! wie erhebend in der Noth! wie voll Troft in Schmerz und Tod! 3. Als Verbrecher dargeftellt, wolltest du für uns erblaffen; faheft dich von aller Welt, fühltest dich von Gott verlassen. Doch im größten Todesschmerz blieb dir, Heili. ger, dein Herz. 9. Ich preiße dich; erforsche mich, und siche, wie ichs meyne. Ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 5. Um von ihr uns zu be. freyn, uns zur Tugend zu erheben, übernahmst duSchmach und Pein, opfertest du selbst dein Leben. So von unsrer Seele Werth hast du, Mittler, uns belehrt. 6. Und nun können voll Vertraun und voll findlich frommer Triebe wir zu Gott im Himmel schaun; denn er ist ein Gott der Liebe. Blutge Mel. Jefus, meine Zuvers Opfer will er nicht; Liebe nur III. Ausserungen haft und Zuversicht. du nun, ausgeduldet deine keis den, der du kamst, um wohl zuthun, der du wohlthatst noch im Scheiden. Dich umgab die bängste Nacht: doch nun ist dein Werk vollbracht. 4. Freud' und Wehmuth kämpft in mir, lößt sich auf in Dankbegierde. Wer, o Dul. der, sah in dir nicht der Tugend höchsie Zierbe? in der Mordlust Trunkenheit nicht der Sünde Häßlichkeit? 10. Vergeß ich dein, sowerde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. 7. Jhm, der uns dieß Heil errang, falte, Erdkreis, deine Hånde! Einer Sonne Untergang war des Heilgen Lebensende. Unter ettern fant fie schon um verklärter aufzugehn. 2. Noch im Geist' am Gol'. gatha falt' ich dankbar meine 112. du, den ich sterMel. Es ist genug! so nimm s ist vollbracht, ben sah, wie so lehrreich ist das Opfer für die Welt! Passionszeit. 76 Das Licht der Wahrheit fiegt! Es wird die Nacht, des Irrthums Nacht erhellt, die auf der Menschheit liegt. Der Gottgefandte hat vollendet, sein Blut für unser Heil verpfän. det. Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er ruht nun von der Qual, deß Herz so fühlend schlug, der Unges mach und Leiden ohne Zahl für uns aus Liebe trug. Sein Geift stieg aus dem Mordgetümmel als Ueberwinder auf zum Himmel. Es ist voll bracht! 4. Es ist vollbracht! Wer fah nicht Gottes Spur, als er am Kreuz entschlief? Die Sonn' erlosch, Angst faßte die Natur, die Erde bebte tief; es fpalteten sich Felsenwände bey seinem schauervollen Ende. Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Mie ist nun himmlisch Licht, was liebreich er gelehrt. Sein Blut bewährt mir diesen Un, terricht, fein Tod der Seele Werth. Welch Beyspiel hat er mir gegeben! Wie er einst lebte, will ich leben. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht, des Vaters Rath erfüllt, erfüllt zu Vorhang mel. Wer weiß wie nahe mir mein zc. ris; auf ewig wards enthüllt, 113. Es ist vollbracht! der Liebe Heiligthum. Die Mörder des Entschlafnen beben, ob er gleich ihnen laut vergeben. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Und ach, ein menschlich Herz blieb' talt, schlug' ohne Dank am Kreuze bes, der unterm tiefsten Schmerz in Nacht des Todes sank? Wer sollte nicht mit heißen Zähren ihm heute Lieb und Treue schwören? Es ist vollbracht! 7. Es ist vollbracht! Ach, ewig fenerlich fen mir fein Todestag! Geweiht sey noch, zu preifen, Mittler, dich, mein letter Herzensschlag. Hinauf zu dir blick ich am Ziele, und ruf voll hoher Dankgefühle; Es ist vollbracht! ruft nach dem Leiden des sterbenden Erlössers Mund. O Wort des Trostes, Wort der Freuden, du machst mir die Erlösung kund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret fich; in Tod te dringt ein neues Leben, der Heilgen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht, und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, o Herr, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug ge Paffionszeit. than: Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 4. Netzt fromme Thränen, meine Bangen; voll Glaubens und voll Dankbarkeit sich, Seele, den am Kreuze hangen, der uns vom ew'gen Tod befreyt! Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist voll bracht! 77 wird in dir meiner Seele Trauer. 2. Ihn, den empört sein Volk entehrt, daß ihm kein Nachruhm bliebe, den Gekreuzigten begrub hier die Hand der Liebe. 5. Du, der du dich für mich gegeben, o Jesu, laß mich eifrig seyn, zu deinem Dien ste ganz zu leben, und keine Schmach daben zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm! denn ich bin ganz dein Eigenthum. 6. Soll ich bey dir ergeb. nem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung aus ersebn; so laß auch mich den Trost erfreun: einst kommt das Ende meiner Pein. 7. Fühlt einst mein Herz des Tobes Schrecken, dann Herr, erleichtre mir die Laft. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du den Tod bezwungen hast; so blick ich in des Grabes Nacht mit Siegsgefang: es ist voll bracht! 3. Indeß nun schon sein Geist den Lohn empfieng vom Freudengeber, heiligte sein Leib in dir unsre stillen Gräber. 4. Welch Heiligthum! Um mich herum herrscht fenerliches Schweigen. Selig, die getrost ihr Haupt zu dem Grabe neigen! 5. Hier weicht der Schmerz, das matte Herz ruht sanft von feinen Leiden; und des Schattenlandes Traum wird zu Himmelsfreuden. 6. So ruhte sie von Schmerz und Müh' hier aus, die blutge Hülle: und verklärt entschwebte sie dieser heilgen Stille. 7. Einst finkst auch du, mein Leib, zur Ruh'; schläfft unter kühlem Moose sicher, wie der Säugling ruht in der Mutter Schoose. 8. Dann ist vollbracht des Kummers Nacht, erduldet jede Plage; und die Nacht des Grabes wird bald zum ew'gen Tage. Mel. Es ist genug, so nimm, Herr 2. 115. Sa 115. Sch bin erlöst! Es floß des Mittlers Blut; er Mit ich weile gern in deinem heil- starb den Kreuzestod. gen Schauer. Sanfter, stiller Gott versöhnt empfind' ich O Mel. Traurigkeit, o Herzes II4.meines Herrn, Paffionszeit. Glaubensmuth; ich fürchte Mel. Komm, Seele, fete bich sc. keine Die Weisheit Chor. har mein heil erfunden; die 110. Nad tief gefübl Liebe glorreich überwunden. Ich bin erlöst! tem Schmer; brach ihm das ach Herz. Er ist für Menschen. wohl gestorben. O Menschen, Menschen, weint! Weint Dank dem Menschenfreund! Wie viel hat Jesus euch erwor ben! 78 2. Ich bin erlößt! Es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch; ich komm' nicht ins Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden; der Vater läßt mich Gnade finden. Ich bin erligt! erlßßt! 3. Ich bin erlößt! Der Held zerriß das Band der Feinde meiner Nuh. Zur Hölle hat die Schlüssel seine Hand; er schloß die Pforte zu. Nun können Feinde frommer Seelen mich nicht mit Furcht und Schrecken quälen. Ich bin erlößt! 2. Send fromm und gut! Der ist kein wahrer Chrift, der noch dem Lafter ist ergeben. Ihm, der aus Liebe starb, euch ewigs Gut erwarb, ihm sey geheiligt euer Leben! 5. Ich bin erlöst! In Frie. de fahr' ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn; mein Netter ist mir nah, den Geist beym Abschied von dem Leben ins Land der Engel zu erheben. Ich bin erGemeine. 3. Dir schwör ich, mich zu weihn, und treu zu feyn bir, Göttlicher, in Freud' und Leis den! Die Tugend lehrtest du, der Tugend lebtest vu; nichts soll mich von der Tugend schei den! 4. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich der Herr des Lebens Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt zc. wecht, in neuer Schöpfungs. 117. Nun ist es alles pracht. Ich ruh', werd' ich ins Grab getragen, nur von den schwülen Prüfungstagen. Ich bin erlößt! wohl gemacht. Mein Jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit Kei. ner gleicht, der Herr der Herrs lichkeit erbleicht. Seht Gottes Wink! Die Erde kracht, und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht. 3. Das Heiligthum fteht auf gedeckt! Die Felsen bersten; Passionszeit. Dunkel schreckt: der Todten Gråber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil furchtbar die Natur sich regt, so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Em pfinde reuvoll deine Schuld. Aus Gottes Huld starb Jesus auch für deine Schuld." 5. Sein Tod, o nimm es wohl in Acht, hat Trost und Heil auch dir chre den, der bis ins Grab für dich fich gab, und stirb der Sünde täglich ab! 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein theurer Sohn; nun ists versiegelt: deine Huld, tilgt meine Schuld, und trägt hinfort mit mir Gedult. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets sehn, und dankvoll seine Treu' erhöhn. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf' ich einst sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der Sünde noch? Fern sen von mir ihr schnödes Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, ihm zu gefallen dich bestrebst. 79 des Kampfes Müh. Drum set' ich freutig auf dein Wort den Kampf hier fort, und vol. le Nuh' erwart ich dort. 10. Gestärkt durch dich be. fieg' ich sie, die Zugend lohnt 11. Wie dank ich dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! Dich preiß ich hier schon hoch erfreut; doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit. mel. Herr Jesu Christ meins Lebensze. danken 118.Wir baten bir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist. Dein heiliges und theures Blut komm' unsern Seelen fiets zu gut! 2. Schau liebevoll, o Gottes Sohn, auf uns von deines Baters Thron! Bewahr' uns vor dem eigen Tod, und träff uns in der letzten Noth. 3. Lös auf der Sünde schndGnadenhand! Hilf uns in des Band, und reich uns deine Kreuz geduldig seyn! Uns troste deine Todespein! 4. Auf dich steht unsre Zuversicht; verlaß uns TheurSünde widerstehn, und durch erlößte nicht! Hilf uns der den Tod ins Leben gehn! 9. O tödte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse mel. O Traurigkeit, o Herze dein Tod, das leid Leben fchaft, verleib mir/ 110. 3ur Grabesruh Kraft im Kampf mit meiner Leidenschaft. entschliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns Schmerzenvoll ewigs heil er. worben. Ofterfest. 80 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sey mir! du konntest hier nicht die Verwefung sehen. Bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, dereinst auch mich erwecken. Könnt' ich jetzt noch hoffnungslos vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefef selt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff' durch Christum einst aus dem Grab Erldsung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und, zum Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. desbanden, für unsre Sünde gegeben, der ist wieder erstanden, und hat uns bracht das Leben, daß wir sollen frshlich seyn, Gott loben und dankbar seyn, und singen Halleluja. 8. So fint ins Grab, mein Leib, hinab! Ich will mich doch nicht krånken. Ich will, Jesu, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Osterfe ft. Eigne Melodie. men, und hat die Sünde ab, damit dem Tod ges 120. Christ lag in To- nommen all ſein Recht und sein Gewalt, da bleibet nichts, denn Todsgestalt, den Stachel hat er verloren, Halleluja. 4. So feyern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Bonne, das uns der Herr scheinen läßt, er ist selber die Sonne, der durch seinen Gnadenglanz, erleuchtet unsre Hers zen ganz, der Sünden Nacht ist vergangen, Halleluja. D. M. Luther. 2. Den Tod niemand zwin. gen kunnt, ben allen Men schenkindern, das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden; davon kam der Tod so bald, und nahm über uns Gewalt, uns Eigne Melodie. in ſeinem Reich gefangen, 121. Jesus Christus, Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes unser Heiland, der den Tod Sohn, an unser Statt ist kom- überwand, ist auferstanden, die Ofterfest. die Sünd hat er gefangen. Kyrieeleison. 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Got tes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrieeleison. 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alls in Hån den er hat, er kann erretten, alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison. D. M. Luther. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 81 3. Was vermag uns zu erschüttern? Wer nicht an Ihn glaubt, möge zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferständnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Für uns litt' er den Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Emporer, bebt! der Sieger lebt: er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken: die bangen zweides 122.Amen! Lob und Glaubens Zuversicht. Wie im Sturm der Fels im Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, umglänzt mit Seligkeit und Licht. Des Himmels Bauzers fällt; die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden: doch fort und fort steht Jefu Wort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, auf! rühm' den Ueberwinder, werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, 5. Doch auch wir, wir wer den bleiben. Mag doch die Hülle einst zerstäuben; verzehre Moder mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst feine Ullmacht wies der, wie er, werd' ich unfierblich seyn. In der Verwesung Grab bringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein! Gleich ihm werd' ich unsterblich seyn! der fiegreich auferstanden, befrent uns von des To des Banden und von den Schrecken des Gerichts. Heil uns! sein Grab ist leer; Verwesung droht nicht mehr! Er hat Des Macht, der Mel. Sollt ich meinem Gott nich: Graber Nacht, bas Reich 125.uferfianben, auf der Hölle ist zerstört. erstanden ist, der uns mit Gott 6 Preiß und Stärke sey dem Bollender seiner Werke! dem Todesüberwinder Dank! Singt dem auferstandnen Helden! und alle Himmel, alle Welten, und dieser Erdkreis sey Gefang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst über. wand, fingt, ihr Christen! Sein ist die Macht, er hats vollbracht! Die Welt ist seiner Ehre voll! 82 Ofterfest. versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, lebt er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Dankt dem Höchsten, und erhebt seine Gnade. Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, Er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmts was sein in allen Landen: Wort verhieß, geschah! Wer, wer kann ihm widerstreben? 3. Uns vom Tode zu befreyen, fant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben uns errungen. Die ihr vor dem Grabe bebt, send getrost; denn Jesus lebt! Himmel strebt, sind ihm sicher; - Jesus lebt!" 4. Aus dem Grab uns zu erheben, gieng er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn! Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Chrift, der vom Tod erstans den ist. Unvergänglich sind die Freuden deß, der nach dem 5. Freut euch seiner, Got. tes Kinder; Er sey euer Lob. gefang. Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preiß und Dank! Nühmts in der Versuchung Stunden, wann euch Sund' und Elend dreht, rühmts in eurer Todesnoth: Jesus Christ hat überwunden! Wann der Sünder zagt, ſo hebt euer Haupt auf; Jes sus lebt! empor; im Triumph bricht er 124. Bring hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger fich erhebt. Heil uns allen! Jesus lebt! Mel. Erschienen ist der herrs lich 2c. Seele, Preiß dem Höchsten dar! Dein Heiland, der getödtet war, hebt siegreich nun fein Haupt empor, und gehet aus dem Grab hervor mit Sieg ge krönt. 2. Die Erde bebt, die Wäch, ter fliehn; erfreut sehn seine Jünger ihn; sie, die so zárts sich ihn beweint, erkennen wies der ihren Freund, und jauch. zen ihm. 3. Er lebt, o Seele, auch für dich; er lebt und herrschet ewiglich. So weit die ganze Schöpfung geht, reicht seine Kraft und Majestát. ihn an! bet' 4. Sein müsse sich der Erdfreis freun, und Aller Herzen sich ihm weihn. Er hat aus feines Grabes Nacht Unsterblichkeit ans Licht gebracht. Gelobt sey er! Ofterfest. 5. Er, der nicht mehr im Grabe liegt, hat in dem Kampf für uns gesiegt. Durch seines neuen Lebens Straft wird uns auch Muth und Sieg ver schafft; deß jauchzen wir. 6. Num fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod. Mein Heiland lebt, gelobt fey Gott! Die Hoffnung der Unsterblichkeit erfüllt mich mit Zufriedenheit. Preiß sey dir, Herr! 7. Nichts reißt mich nun aus deiner Hand; dein Leben ist mir Unterpfand, daß ich, o feliger Gewinn! ein sind und Erbe Gottes bin. Das dank' ich dir. 8. Rufft du mich einst zu deiner Ruh, dann eil' ich hoff nungsvoll dir zu; dann werd' ich ewig bey dir seyn, und Gott und Himmel sind dann mein. Gelobt seyst du! Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. [ 125.Bringt ringt Preiß und Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist nun dem Grab entnommen. Sen hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! 2. Dein Leben in der Majestät bevestigt unfern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du nun un fer Heil vollbracht, und von 83 des ew'gen Todes Nacht uns Sünder haft erlöfet! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret, hat deines Todes hohen Werth der Welt aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir! Mein ist dein Sieg, dein Leben. Du lebst und herrschest nun, auch mir dein ewigs heil zu geben, auch meiner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu verleihn, und mich zu Gott zu führen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreye mich von Sünden. Laß mich für meine Ceele Ruh' im Frieden Gottes finden. Erwecke deis nen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlößter wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, die Cobren zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird Totte nicht mehr decken. Denn, weil Du auferstanden bist, fo werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einff aufersichen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jederzeit nach deinem Einn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wann ich nun aufersteh', und dich, des Todes Sieger seh', nicht angstvoll vor dir bebe. Univ.- Bibl. Giessen Offerfest. 84 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben, und du wirst ihn, wann du erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß einst dieß Glück mein Erbtheil seyn, so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesüber winder! ner Sünderwelt, dich, meine Buflucht, für und für. Von ganzem Herzen dank' ich dir. 2. Um deinen Thron, der ewig sieht, glänzt Seligkeit und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu bir; denn du verwirfst mich nicht. Mel. Vom Himmel hoch, da komm 2c. 120.Dic ich bet' ich an, erstandner Held, Erretter eiunaussprechlich ist. 3. Herr, meine Seele preiBet dich. Erlößt auf ewig haft du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmji. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich, und rühme dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist das Erdenleben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Gott, mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. du, du lebst, und wir sind bein, und ewig werden wir es seyn. 6. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir; doch Isser lebt. Trost, der meis 7. Ich weiß, daß mein Ernen Geist erhebt! Ich seh', durch dich gestärkt, ins Grab mit Nuh' und Heiterkeit hinab. 8. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dies fer Zeit! Da findet der vers tlärte Christ das Heil, das 9. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst und felig machst, laß mich mit freu digem Vertraun im Tod auf dich, Erlöser, schaun. Mel. Was mein Gott will, das zc. 127. Dies ist das freu. denvolle Fest, da Gott die Le benssonne auf unsre Gräber scheinen läßt, ein Fest der reinsten Wonne! Nach Kampf und lebt Jesus Christus wieder; Noth, nach Schmach und Tod nun beb' ich nicht, wann Gott einst spricht: leg' deine Hülle nieder! 2. Dem Edelsten sind wir verwandt; auch uns, auch uns umschlinget, mit ihm der Menschheit heilges Band. Wer Gottes Ruf vollbringet, dem ist die Welt schon aufgehellt, zu der wir uns erheben. Singt's hocherfreut, ihr Chris sten, heut: der Cod führt uns zum Leben! Ofterfeft. Mel. Vom Himmel hoch, da komm 2c. 128. Erinnre bich, mein Tags Geist, erfreut des hohen der Herrlichkeit! Halt im Ge dächtnis Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als språch er: Friede fey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und ber ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, er ist dein Bruder und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Ho. heit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sen gebenedeyt von nun an bis in Ewigkeit. 5. erhöht! Glaube, der das Herz Was ist der Erde 6. Vor seinem Thron, in feinem Reich unsterblich, hei lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn- Herr, diese Herrlichkeit ist mein! 85 aus meinem Grabe gehn, und froh zu deiner Rechten siehn. wenn sie mein Eigne Melodie. mit der vergleicht, die ich durch 120. Er ist erstanden Gottes 9. Dann stimm' ich, gang von Sünden rein, in deiner Engel Loblied ein. Mit allen Frommen aller Zeit werd' ich mich freun in Ewigkeit. welchem Ruhm erhebt mich 10. Zu welchem Glück, zu nicht das Christenthum! Mit bin ich auch auferstanden dir gestorben, Gottes Sohn, schon. 11. Wie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Lieb' und Treu', zu deinem Bilde stets erneu'. uns schafft; dein ist das Reich, 12. Du bists, der alles in dein ist die Kraft. Ich hoff auf dich, Herr Jefu Chrift, der du vom Tod erstanden aus des Todes Banden! Auch wir, wir werden auferstehn und in ein besfres Leben gehn. Gelobt sey Gott! 2. Für seine Brüder weckte Gott ihn wieder: wer stets, wie er, für Andre lebt, so fromm und duldend, den ers hebt auch Gott, wie ihn. 3. Er ist erstanden aus des Todes Banden! Auch wir, wir 8. Ich soll, wann du, des werden auferstehn, und in ein Lebens Fürst, in herrlichkeit ew'ges Leben gehn. Gelobt einst kommen wirst, erweckt sey Gott! 7. Du, der du in den Him meln thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. 36 Osterfest. Mel. Ein vefte Burg ist unser heben! Laßt uns von nun an Gott 2c. le. 130.Er lebt! o Freu. ben! Wir find sein Eigenthum, erkauft zu seinem Ruhm. Sein wollen wir allein todt und le bendig seyn, und sein auch ewig bleiben. benwort! er lebt, der Heiland aller Sünber! Der Feinde Heer erschrickt und bebt vor seinem Uleberwinder. Er stritt mit Heldenmuth, und kämpfte bis aufs Blut: durch seinen Mel. Wachet auf, ruft uns Sereitgestod erwarb er uns bey 131. Severn laßt uns die zc. Gott Vergebung unsrer Sunden. diese Stunden; denn unser Herr hat überwunden! Wie selig ist, wer ihn bekennt! Christus hat den Tod bezwun, gen: nun sey von uns ihm Lob gesungen, nun jauchze, mer nach ihm fich nennt! Er stieg zur Gruft hinab, und er verließ das Grab, groß und herrlich. Sein ist das Reich. Fleuch, Irrthum, fleuch! Der Wahr heit Macht behält den Sieg. 2. Nur der Sünder muß erzittern; ihn schreckt der Tod, gleich Ungewittern; und Angst färbt seine Wangen bleich. Meiner wartet ew'ges Leben; der Gott, der mir Vernunft gegeben, hat auch ein unsichtbares Reich. Verkündigt hat's sein Sohn; auf Erden ist es schon bey den Frommen, und Seligkeit ist dem bereit, der treu bis in den Tod beharrt. 2. Er lebt, des Raters ew. ger Sohn, erhöht zu seiner Nechten! Er herrscht, und hilft von seinem Thron auch seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, und ewig schüßt er mich; er thut mit starter Hand den Feinden Widerstand; fie können mir nicht schaben! 3. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt; Gott wird auch mich erwecken. Was Sterb liche am meisten schreckt, der Tod, kann mich nicht schrecken. Sein Stachel ist dahin, da ich versöhnet bin. Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbt nun nicht. Deß trost' ich mich von Herzen. 4. Erlebt, der unbezwungne Held: befingt, ihr Engelchore, befingt, ihr Volker in der Welt, des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, der von dem Tod erwact, der unfern Tod bezwingt, uns Le ben wieber bringt, und mách. tig für uns streitet. 5. Er lebt! O Christen last uns heut frohlockend ihn er. 3. Du, mein Glaube, lehrst mich fiegen; vor dir muß Furcht und Graun erliegen, du Glaus be der Unterblichkeit. Drücken mich des Lebens Leiden: wie lange währr's? des Himmels Freuden empfangen mich nach Ofterfest. furzer Zeit. Klag'ich um einen Freund: mit ihm werd' ich vereint ewig leben. Wen diese Welt gefesselt hält, nur der vergißt des hohen Ziels. 4. Daß ich einst vor Gott nicht zage, sey jeder meiner Lebenstage mit edeln Werken ausgeschmückt! Beffer, immer besser werden, das ist es, was schon hier auf Erden mich nåber hin zum Ziele rückt. So leb' ich in der Zeit fchon für die Ewigkeit, und ich sterbe, des Siegs gewiß, den Gott verhieß; der Tod hat keine Macht an mir. 87 Preiß und Ehre! Huldigt ihm und seiner Lehre! 2. Preiß ihm, Heil uns! Sein Grab ist leer. Vest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. Ofelig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu ges baut, den blinde Wuth zerbrochen. Geele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, sinkt deine Hütte nieder. Empfängt das Grab auch dein Gebein, in Gråber dringt einst Leben ein, verflärt erstehst du wieder. Herr lich wird sich dann aufs Neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. Mel. Erschienen ist der herrs lich 2c. 5. Feyern laßt uns diese Stunden! Für uns hat Jesus überwunden; auch unser ist Unsterblichkeit! Furcht ist nicht im Christenglauben, wer kann uns unsre Hoffnung rauben, wenn wir nur was Gott gebeut? Wir fürchten nicht 133.Gelobt, gelobt fey den Tod; nicht dein Gericht, o Goft! Jesus lebt. O jauchzt ihm Dank, der für uns rang! auf, Halleluja, jauchzet ihm! Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist! Als Sieger geht aus seinem Grab, der erst für uns sein Leben gab. Lob sey dem Herrn! sein großes Werk Mel. Wie schön leucht' uns der 132. Frohlockt dem vollbracht; nun flicht der Sünde finstre Nacht. Er lebt, der für uns Alle litt, und bringt uns seinen Frieden mit. Lob sey dem Herrn! Herrn! Bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenrothe. Bebet, gebet, stolze Spotter, unserm Netter 3. Die Erd' erbebt; dort wälzt vom Grab den Stein die Allmacht Gottes ab; ba riß der Fels, die Hüter flohn; Osterfest. 88 erwacht war Jesus Christus schon. Rob sey dem Herrn! 4. Froblockend macht der Engel Mund sein neuerwach, tes Leben kund. Die Jünger sehen ihn, der lebt, und bald zum Himmel sich erhebt. Lob sey dem Herrn! 5. febt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; und stürb' auch alle Welt mir ab, er bleibt mein Freund bis in das Grab. Lob sey dem Herrn! 6. Er bält, er schützt und trefiet mich; fierb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da komm' ich hin, weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem Herrn! 7. Durch ihn bin ich mit Gött versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermuntre fich; benn Gott, mein Vater, liebet mich. fob sey dem Herrn! 8. Durch feiner Auferfie hung Kraft vollend' ich meine Pilgerschaft, freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort feinen Engeln gleich. Lob sep dem Herrn! 9. Für solchen Trost der Geligkeit dankt dir, herr, deine Christenheit. Wann wir von Angesicht dich sehn, soll dich ein reiner vied erhöhn. Lob sey dem Herrn! Mel. Wohl mir, Jesus meine Freude 2c. 154. Sefus, Sefus ift erstanden! Sicht firemt in des Grabes Nacht; er ist fren von Todesbanden, und sein großes Werk vollbracht; ja, der Steg ist nun errungen, und der legte Feind bezwungen. 2. Laß das Siegeslied en schallen! Uns hat er den Sig gebracht; uns, die noch auf Gräbern wallen, aufgehellt bes Grabes Nacht; uns hat er den Sieg errungen, und sein Werk ist ihm gelungen. 3. Gott, in welcher Sonnenklarheit stralt, was Jesus uns verheißt; ferait die heilge, große Wahrheit: Ewig ist bes Menschen Geist! Tugend reicht an Gottes Throne " Frommen einst die Siegeskrone!" 4. Stimmt nun keine Trauerlieder auf des Frommen Grabe an. Wir betreten sterbend, Brüder, eines bessern Lebens Bahn. Zu der Wahrheit lich, ten Höhen müssen wir durch Gråber gehen. 5. Unsern Todestag hienie. den feyern wir num hocher, freut, als den Uebergang zum Frieben, als Geburt zur Se ligkeit. Weit vollkommner als auf Erden, heilig sollen wir dort werden. 6. Auf! an Jesu Siegess feste laßt uns das Gelübd' erneun: Hier schon soll des größte, beste, wichtigste Geschäft uns unfre Pflich seyn, ten zu vollbringen, nach der Heiligung zu ringen! Ofterfest. Smel. Jefus, meine Zuvers ficht ze. 135. Seus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt! er wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jeſus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Goiterfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre; Guade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuver sicht. 4. Jesus lebt! Eein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Neines Her zens will ich seyn, und den Lüften widerfireben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß. Nichts soll mich von Jesu scheiden; teine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 89 ihm spricht: du bist meine Zuversicht! 6. Jefus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu Eigne Melodie. 430. 3.us, meine 3uversicht, lebt, und ich soll mit ihm leben. Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zu frieden geben, wenn die lange Todesnach mir auch Furcht und Grauen macht? 2. Jesus, er, mein Heiland lebt; leben werd ich und ihn schauen, seyn, wo mein Erldfer schwebt; warum sollte mir denn grauen? Nie verläßt er den, ber glaubt; er ist seines Leibes Haupt. 3. Ich bin durch des Glau. bens Band allzuvest mit ihm verbunden; Jesus reicht mir seine Hand in des Todes ban. gen Stunden, und führt mich zu meiner Ruh', führt mich seis nem Himmel zu. 4. Mich, den einst das Grab bedeckt, wo ich Staub und Asche werde, mich, den mun kein Tod mehr schreckt, mich weck: Jesus aus der Erde, daß ich in der Herrlichkeit bey ihm fey in Ewigkeit. 5. Da wird mich, ftatt dies fer Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, und geschickt zum bes fern Leben; und in diesem Leib seh ich meinen Jesum ewiglich. 6. Dieses Aug, das ster. bend bricht, wird ihn, meinen Heiland, kennen. Ich, ich selbst, 8 go Ofterfest. im reinern Licht, werd' ihn meinen Retter nennen, wann er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreyt. 7. Was verwelklich ist, ver. geht; Fleisch und Blut kann Gott nicht sehen; trdisch wird mein Leib gesa't, himmlisch wird er auferstehen. Zu verwesen fink' ich ein; dort werd' ich unsterblich seyn. gen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, als er erstand. Nun läßt uns Gott einst schauen der Frommen Vaterland. le, dem Welterlöser! Bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzäh. le, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwun. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, o der Wonne! mein Gott und mein Versch. ner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leis den mit reichem Troft belebt! Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in jeder Noth! 2o ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbe. bet; die Hüter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, der lebet; er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwa. chen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden; sie sehn ihn, freun sich, danken dem Aufer. 10. Selig, selig werd' ich standenen. Sie sehn empor fenn, aber hier schon muß ich ihn freigen; sie gehn, wie er streben, ähnlich, Jefu, dir zu gebot, mit Freuden hin, und seyn, und zu dir mich zu erzeugen von ihm bis in den heben, und verklärt mich dort zu freun, wo ich ewig wünsch' zu seyn. 8. Send getrost, send hoch erfreut! Jesus kennt euch, feine Glieder. Chriffen, wehrt der Traurigkeit! Eterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wann sein Diuf: erwachet! schallt, und durch alle Gråber hallt. 9. Lacht der finfiern Erden, Fluft! Seht hinaufins beffre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Dort liegt Schwachheit und Verdruß ewig unter eurem Fuß. Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist ge lehrt; die Götzentempel liegen, Mel. Nun lob mein Seel den der Erdkreis wird zu Gott be, Ich weiß, an wen ich zc. 137. Lobange, meine See, glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der erstanden ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Osterfest. 91 Mel. Wachet auf, ruft uns der Leib gleich in der Gruft. wird 2c. 138. Lobbie höchfien! ben fich von der Erde Staub Jesus lebet! Erlößte Men schen, kommt, erhebet des Welterlöfers Majestät! Horts, be. trübte Sünder, gebet der Freu. de Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Seele, dein Gesang erschall' auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. erheben, wann Jesus den Ents schlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie er. neut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung fich erfreut. 5. Auferstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krdnet uns das Heil deines Lebens! Halleluja! der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da! 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erftritt! Send ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getroft könnt ihr euch Mel. Eey fobund Ehr dem höch: freun! Jefus lebet in Ewig. 130. Meinheiland lebt, keit! Zu aller Zeit ist er zur Hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein sirenger Nächer, wenn ihr die Schuld mit Ernft bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er dem reuerfüllten Sün. der ein Vater der Barmhergigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Tugenblauf ihn zu segnen. Preißt seine Huld! Er tilgt die Schuld, und trägt uns lieb, reich mit Geduld. und hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein; Gein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken! Nicht ewig wird das Grabuns decken, verweßt das 2. Nicht ewig wird, wer bein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Drum geh' ich freudig aus der Welt, Grab macht mir kein Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zuge.. sagt: ich leb', und ihr sollt leben. Osterfest. 92 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich schön verklärt erheben, wann bu, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben zu erwachen. und Eigne Melodie. werd' ich dann vor dit, mein 140. Preiß bem Tobes, Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Fort hin von keiner vast beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb'ich bey dir dann ewig. überwinder! Sieh, er starb auf Golgatha! Preiß dem Heiliger der Sünder! Preiß ihm, und Halleluja! Eingt des neuen Bundes Kinder, aus dem Grab eilt er empor! Sin get ihm in höherm Chor! 5. Owelche Herrlichkeit ist mir in jener Welt bereitet, wo fich ein Freudensirom von dir auf Selige verbreitet! Ich werd' in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und, ewig frey von Schmerz und Müh', ihr siegreich Haupt erheben. O was find Leiben dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit und unbegränzte Freuden! 7. Gib, Herr, daß diese Herrlichkeit mir stets vor Augen schwebe, und oft in meiner Prüfungszeit mein Herz dahin erhebe, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlo cfend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und, weil ich lebe, dir zum Preiß, nach deinem Wort zu leben. Und fühl' ich hier noch Noth und Schmerz, so trösie dieß mein banges Her;: es kommt ein beffres Leben. 2. Laßt des Bundes Harfe klingen, daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mach tig singen dem, der starb und ewig lebt! Preiß und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt! Preiß ihm, der nun für uns lebt! 3. Du, der uns nun nicht verdammet, wie erhebt dein Lob den Geist! Durch die Ewigkeit entflammet, rühmt er, dankt er, fjauchzt und preißt dich, der ihn nun nicht ver dammer, weil du starbst und auferstandst, Gottmensch, weil du überwandst! 4. Ueberwunden, überwan den hat der Herr der Herr lichkeit! Eieh, er schlummerte nur Stunden in des Grabes Dunkelheit. Und da glänzten seine Wunden, bluteten, Halleluja! nun nicht mehr auf Golgatha. Osterfest. 93 3. Wohlthat wird das Ster. ben mir. Jesus tennt und liebt die Seinen; ewig nicht läßt er sie hier kämpfen, duiden, flagen, weinen. Nein, der Abend eilt herzu; einst gelangen sie zur Ruh'. 5. Ben den Tobten ihn zu finden, gieng sie hin, wo Christus schlief. Ach, was mußte fie empfinden, als er sanft: Maria! rief! Herr, einst werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist, und mein Gott: ruft mich nun zu dir der Tod! 6. Wann ich aus dem Gras be gehe, wann mein Staub Berklärung ist, wann ich, Herr, dein Antlig sehe, dich, mein Mittler, Jesus Christ, odann, wann ich auferstehe, hab' ich, du der Sünder Heil, ganz an deiner Gnade Theil! 7. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es Knieen will niederEigne Melodie. Chor. fallen, flehnt, daß du dich mir 142. Vergeßt die Leiden enthüllst, dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! dieser Zeit! Der Freude sey dieß Feft geweiht! Es folgen nach den Leiden der Erde Himmelsfreuden. Mel. Jesus, meine Zuvers 141. Siegreich stand mein Heiland auf; Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 2. Froh besieg' ich nun das Graun, das die Todtenhügel becket. Meinen Heiland werd' ich schaun, den der Vater auferwecket, der durch seines Grabes Nacht meine Gruft mir beller macht. Geist, empor! kerne nach dem 4. Schwing dich dann, mein Himmel fireben! Jesus gieng den Weg dir vor; Jesus lebt, auch du sollst leben. Aufers standner, lebenslang weiht mein Herz dir Preiß und Dank! Gemeine. Wir preißen dich, Herr Jesu Christ, der du vom Tod er. standen bist! Chor. 2. Was sind die Leiden die ser Zeit? In Freude und in Seligkeit verwandeln sich die Klagen, nach kurzen Erdentagen. Gemeine. Wir preißen dich, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist! 94 Himmelfahrtsfest. Chor. 3. Dank, freher Dank dir, Jefu Chrift, der du vom Tod erstanden bist! Auch) uns wird neues Leben nach kurzem Schlaf gegeben. Gemeine. Wir danken dir, Herr Je. su Christ, daß du vom Tod erstanden bist! Himmelfahrtsfest. Mel. Allein Gott in der Höh fährt auf zu seinem Reich. Er 2c. 143. Auf Chrifi Him. der Himmel Heere jauchzen ihm! melfahrt darf sich getroff die Hoffnung gründen, daß einst in meinem Tod auch ich werd fiegreich überwinden. Mein Haupt lebt in der Herrlich keit, und führt nach einer fur. zen Zeit auch mich zu seiner Freude. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland auf, die Strone zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit freudigem Verlangen. Da, wo mein Schaß ist, ist mein Herz; zu ihm schwingt es sich himmelwärts von dieser eiteln Erde. 3. Ach, Herr, verleihe du mir Kraft, nach deinem Reich zu ringen. Dein Geist, der alles Gute schafft, helf' mir den Kampf vollbringen. Und dann am Ende dieser Zeit führ' mich zum Licht der Ewigkeit, zu deines Reiches Freuden. 2. Sein Werk auf Erden iff vollbracht; zerfidrt hat er des Codes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, mit Herr lichkeit ist er gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herr lichkeit. Der Engel Schaaren dienen ihm; lobsinget ihm! lobsinger ihm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht, der unbes zwungne Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßzet seine Christen heit von nun an bis in Ewig teit. Er ist ihr Haupt. Lob. finget ihm; Jhnpreiße Mensch und Seraphim! Mel. Vom Himmel hoch, da fomm 2c. 144. uf, Jesu Junger, freuet euch! Der Herr 6. Ja, Heiland, wir erhe ben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns, denn, Herr, ben dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülf Himmelfahrtsfest. reich an, was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bey dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem Lebenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zieh uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifriger Begier nach dem nur trachten, das da ist, wo du, verklärter Heiland, bist. Mel. Dies ist der Tag der Frühlichkeit zc. 145.Du haft, gefränt und sterblich nicht. 7. O daß, mit Preiß und Ruhm, o Herr, dein Werk vollendet, geweihet Gott ein Heiligthum, der dich zu uns gesendet; zu seinen Kindern uns geweiht, und bein ist nun die Herrlichkeit. 2. Du drndtest nun den gro ßen Lohn für deiner Leiden Menge. Versammelt fichnum deinen Thron, in fröhlichem Gebränge, Vollendete, durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 95 4. Gerettet sind, die sich ver. irrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren! Wie auf der frischen Morgenau auf Blumen unge. zählt der Thau. 5. Sie alle selig, und durch dich, sie Freude deinem Hers zen, das nur für Andre schlug und sich vergaß bey eignen Schmerzen; gerettet alle leben dir, und unter ihnen, Herr, auch wir. 6. Auch wir, o schau von deinem Thron herab auf deine Kinder! auch wir sind deiner Mühe Lohn, zwar sterblich noch und Sünder; doch, das ist un fre Zuversicht, einst sündenfrey 3. Aus alen Vdltern kamen fie, mühselig und beladen, und suchten Ruh', und fanden sie, und sind des Jochs entladen; weihn freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deiner Ar. beit Lohn. Beseliger, wir nie undankbar dich verkennen; und vor der Welt uns schämen nie, dich unsern Herrn zu nennen! Ach, keiner von uns allen sey dir, seinem Retter, unge. treu! 8. Wie wird uns seyn, wann wir, zur Schaar der Seligen erhoben, nun schauen, was hier Glaube war, mit ihr dich würd ger loben, dich selbst entzückt das Auge sieht, das Herz von reinerm Danke glüht!" 9. Dhilf vollenden uns den Lauf, das Tagewert vollbrin gen, und iss vollbracht, zu dir hinauf zu deinem Himmel drins gen; wie du, vor Gottes Nichterthron auch finden guter Thaten Lohn. Himmelfahrtsfeft. el. Allein Gott in der Höh' Wohnungen sind viel in feines Vaters Hause. zc. 140. Last das Vollendungsfest uns heut in heilgen Freuden feyern! froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trubsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu volleis 6. Was send ihr, Freuden dieser Zeit? Wer kann nach euch noch fireben? wer ruhn im Schoos der Sinnlichkeit? dem Laster sich ergeben? Die Zeit ist kurz, und steil die Bahn; auf, Christen, strebt zum Ziel hinan, und eilet, zu vollenden! den! 7. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir einan der lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' ans Grab uns die Natur; aus ei nem Himmel gehn wir nur in einen schönern Himmel. 3. Zum Vater! o wir kenEigne Melodie. nen ihn; um ähnlich ihm zu 147. Triumph! ihr Him. werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Frie de, sein Gebot nur Lieb' und Tugend; bis zum Tod war That auch seine Lehre. mel freuet euch, jauchzt ihm, dem Gottessobne! Er zichet siegreich in fein Reich, em pfängt des Siegers Strone, umstralet ganz mit Himmels. glanz, genießt er nun der Tu gend Freuden. Triumph! be stegt find alle Leiden. 4. Wie groß, wie edel durch fein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz erkämpft er die Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun wird der Kampf uns Schwa. chen leicht, der Zukunft Dunkel schwindet! 2. Auf Erden ist vollbracht sein Lauf, das große Werk ge lungen: nun schwingt er sich gen Himmel auf, das Ziel ist nun errungen! Mit Majestät wird er erhöht zur Rechten Gottes; seine Leiden, Tri umph! verwandeln sich in Freuden. 96 2. Er kam zu uns von Gott gefandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Siß der Tugend werde. Nach seinem Beyspiel sollen wir uns alle bilden, alle hier, daß wir zum Vater kommen. 5. Er schwang zum Himmel fich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unfer Lauf, zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen 3. Doch schließet ihn kein Himmel ein; er wirkt noch fört auf Erden. Noch sollen, die Himmelfahrtsfest. die ihr Herz ihm weihn, durch ihn gesegnet werden. Mit Muth hinan die steile Bahn zum Ziel! Nach kurzem Erdenleide lohnt euch am Ziele Him melsfreude. 4. Gedanke, der das Herz erfreut, Gedanke voller Segen! Die Blume der Unsterblichkeit blüht uns am Grab entge gen. Die beffre Welt ist uns erhellt. Der Weg durch Gråber führt zu Freuden, und sanfter werden wir einst scheiden. 5. So wahr als Jesus Christus lebt, wir werden mit ihm leben! Zum Urquell alles Lichtes strebt der Geist von Gott gegeben. Sinkt nun ins Grab der Leib hinab: so ruht er aus von Erdenleiden; den Geift erwarten Himmelsfreuden. 6. Doch nur der Tugend Sonnenbahn führt zu den selgen Höhen. Auf ihr gieng Je sus uns voran. Laßt uns auch muthvoll gehen die Sonnenbahn zum Ziel hinan. Und koster es auch Kampf und Lei den, dem Sieger lohnen ewge Freuden. 7. Triumph! ihr Christen freuet euch! Nun ist der Tod bezwungen; wir haben Theil an Jesu Reich, der Sieg ist uns errungen. Dem Sieger Dank und Lobgefang! Mit Jesu gehen wir durch Leiden, durch Müh und Kampf zu Himmelsfreuden. 97 Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 3. Uleber aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, bu Stifter unfrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du haft die Sünderwelt mit deinem Licht erhellt. Preiß und Ehre sey, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 148.11. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden freudig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. Size, Sohn, auf meinem Throne! Dir geb' ich meine Welt zum Lohne, und meine Herrlichkeit," sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn! Thr, ihr Fremmen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine traurenden Erlößten, o Herr, zu stärken und ju trdsten kam über sie von dir dein Geist. Er ists, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der bes fern Welt den Weg uns weißt. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Bald, bald empfahn auf dieser Bahn auch wir, wie du, des Kampfes Lohn. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, giengst du voran 7 Himmelfahrtsfest. 98 ins Vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen versam. meln in dieß Vaterland. Geweiht hast du uns Gott, und dir, durch deinen Tod. Wo du lebeft, und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 3. Der Fromme bringe durch das Grab, um ewig Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt vers achtet und für Thorheit hält, gerecht und ewig selig. 4. Die stillste That, dem Herrn geweiht, will Jesus Lob wird der offenbaren. wahren Frömmigkeit vor Allen O welch ein wiederfahren. Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind gezählt, belohnt zu werden. 5. Wer Leidenschaften über wand, um seines Gottes Wil len, obgleich die Welt ihm widerstand, doch standhaft zu erfüllen; wer heilig blieb, obgleich der Spott der Welt ihn traf, den wird sein Gott Me L. Sey fob und Ehr dem höch- als Ueberwinder kronen. 140. Vollendet freudig cuern Lauf. Bleibt Christen, Gott ergeben! Einst weckt der Sohn die Todten auf, und rus fet sie zum Leben. Geht muthig seinen Pfad einher; er fuhr zum Himmel; einst wird er in Herrlichkeit erscheinen. 2. Erkommt und führet euch ans Licht; boch nicht, daß er euch richte. Getrost send ihr und zaget nicht vor seinem Angesichte. Der Fromme par ret womnevoll des Richters; denn wer glaubt, der soll in sein Gericht nicht kommen. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wann wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Dann verschwinden unsre Leiden, dann gehn wir ein zu deinen Freuden, und schauen dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir, hoch erfreut, ganz bei ne Herrlichkeit, Welterisser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bey dir ist in Ewigkeit. 6. Wen keine Wollust, wen kein Geiß, kein eitles Lob be thorte; wer, wider aller küſste Reitz, auf seinen Gott nur horte; wer strebte, mäßig keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, der wird dann Gottes Erbe. 7. Wer eines der Gering ften sich etbarmte; was ihn drückte, ihm tragen half, und brilderlich dieleidenden erquid te, den sieht der Völkerrichte an, als hätt' er solches ihn gethan; vergilts ihm über schwänglich. 8. Co glaubet denn, und übet nur, was Gott gefällt, Himmelfahrtsfest. 99 nieder: doch auch der Engel höh're Lieder verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgebobnen Händen wirst du nicht weg dein Auge wenden, das freundlich auch aufs Niedre sieht. 4. Gib meinem Glauben Mel. Bereite dich, o Christ, wir Muth und Leben, sich über Welt und mit Dank 150. Bollendet ist bein und Freude zu erheben, zu dir in deine Herrlichkeit! D du, der mich den Finsternissen des ewgen Todes hatentrissen, durch den sich Gott mit uns vereint, du, aller Welten Herr und Führer, der Geister ewis ger Regierer, du bist mein Bruder, bist mein Freund! 5. Einst wirst du herrlich wiederkommen. Erldser, komm, es seufzen hier im Thränenthale deine Frommen, ihr Glaube seufzt nach dir, nach dir! Dann werden auf der Wolken Wagen dich Millionen Engel tragen, du wirst in ihrer Herrlichkeit, Herr, allen, die jetzt zu dir weinen, vom Himmel als ihr Freund er scheinen, dann wird the Klagen Seligkeit. ihr Brüder! denn, der für uns zum Himmel fuhr, kommt zum Gerichte wieder. Wohl euch alsdann! dann führt er euch, euch zu belohnen in sein Reich, zu seines Himmels Wonne. Werk; vollendet, o Welt erlöser, unser Heil. Den Fluch hast du von uns gewendet, nun wird dein Segen uns zu Theil. Du, der herab kam, neues Leben, und Licht und Freuden uns zu geben, du schwingft dich auf zu Gottes Chron. Für dich ist jeder Ruhm zu wenig, o du, der Schöpfung Haupt, du König der Könige, des Vaters Sobn! 2. Heil, Sieger, dir! Die Wolten kommen herbey voll Majestät und Licht. Noch einmal sehen deine Frommen dein hulderfülltes Angesicht. Noch fegnest du sie, die Geltebten, und senkest Trost auf die Betrübten, und strömest Freude in ihr Herz. Du bist, du bist von Gott gekommen, wirst mit Triumph dort aufgenommen, zur hohen Wonne wird ihr Schmerz. 3. Ich seh' empor zu dir, Vertreter; dich ber ich still im Staube an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. 3war fallen Engel vor dir 6. Ja, schon am Ende ihrer Tage wird deine Herrlichkeit ihr Theil; wird Himmelswonne ihre Klage, erlangen fie ihr höh'res Heil. Und sie er heben sich vom Staube, und Schauen, Schauen wird ihr Glaube; du, Herrlicher, bist selbst ihr Licht, und frönst, nach überstandnen Leiden, fie 100 Himmelfahrtsfest. ihm Sterne; Finsterniß vor dem, der uns dem Tod ent riß! Sein Blick ist Huld, Licht fein Gewand, und Allmacht seine rechte Hand. Heil ist sein Barmherzigkeit sein Mel. Herr, Gott, dich loben wir 2c. 151. Wie Gott belohnt, Chun; ſein kohn Unsterblich, keit! belohn', o Vater, deinen Sohn! So rief, der ganze Himmel rief, als Jesus Christ am Kreuz entschlief. Es hatte Gott der Himmel Flehn und seines Sohnes Tod gesehn. Zu Gott schwingt sich der Sohn empor; ihm jauchzt der Engel feyernd Chor: Mittler, Vollender, Gott, Heiligster, welchen Tod farbst du auf Golgatha! Du siegst! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Du stirbst nicht mehr auf Golgatha! Entzückt fahn ihm die Jünger nach. Jetzt trug er nicht der Sünder Schmach. Ein schimmerndes Gewölke kam, floß hin vor feinen Fuß, und nahm den Stralenvollen ihrem Blick; und Bonn'und Thränen ward ihr Blick. Verschwunden in der Himmel Fern' ist nun die des Herrn; doch Mel. Wie schön leucht uns werden ſie am Thron einst 152. Wie herrlich, Je stehn, und Jesum Christum wieder sehn. dann mit deinen ewgen Freuden vor aller Himmel Ange ficht. Thut weit des Himmels Pforten auf! Der Sieger schwingt zum Thron sich auf! Erhöht, erhöhet Salems Thor! Der Ueberwinder steigt.empor. Steht, Sterne, still in eurem Lauf! Zu Gott, zu Gott steigt er hinauf! Staub sind 1 Wir freun uns feines gro ßen Lohns; freun uns des Vaters und des Sohns, den eine Sterbliche gebar, der ist, der seyn wird, und, der war; des Bürgen für uns im Ge richt, wann unser Herz im Tode bricht. Du, unser Gott, und unser Herr, wer kann dir würdig danken? Wer von allen, die du dir erschufft, zum Himmel riefft, zum Himmel rufft? Dank dir! Ja Dank und Preiß und Ruhm sey dir in deinem Heiligthum, der für uns starb, der auferstand! Halleluja! Der überwand! Zu Gott gieng er; zu Gott erhebt er jeden, der ihm treu hier lebt. Amen. su, starker Held, du Netter einer Sünderwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach wohl vollbrachtem Lebenslauf fährst du verklärt zum Vater auf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; reine Freuden blühn dir dro ben, dich hat Gott zu sich erhoben. Himmelfahrtsfest. 2. Dir dienen alle Seras phim; und wir vereinen Herz und Stimm', mit ihnen dich zu loben; weil du dein großes Werk vollbracht, nach über standner Leidensnacht genHimmel dich erhoben. Preiß dir, daß wir schon auf Erden können werden Gottes Kinder und des Todes Ueberwinder. 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nußen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Zieh unsre Herzen ganz zu dir; hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmuth 101 und voll Demuth seyn, und eitle Lust verachten. Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Leben deis nem Dienste ganz ergeben. pfer, heil'ger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden fie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf vorhin seyn. 2. Denn du bist der Erdfier genannt, des Allerhöchfien Gabe theuer, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feuer. 5. Sey unser Schuß und unser Hort, und tröst' uns durch dein heilsam Wort, wenn uns hier Trubsal drånget. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel sehn und hoffen. Pfingstfe ft. 6. Für uns, Herr, floß dein theures Blut, für uns bist du, auch uns zu gut, zur Freude eingegangen. Zieh, Jesu, zieh auch uns die nach, daß wir, nach kurzem Ungemach, zur Freude dort gelangen. Dafür soll dir von uns Allen Dank erschallen; Uleberwinder! durch dich sind wir Gottes Kinder. Eigne Melodie. 3. Bund uns ein Licht an im gib uns 153. Komm, Gott, Sche, der liebe Brunft, das ſchwach Fleisch in uns dir bekannt, er halt vest dein Kraft und Gunst. 4. Du bist mit Gaben siebenfalt, der Finger an Gottes rechter Hand, des Vaters Wort gibst du gar bald, mit Zungen in alle Land. 5. Des Feindes Lift treib von uus fern, den Fried schaff 102 Pfingstfest. bey ung deine Gnad, daß wir dein'm Leiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad. Eigne Melodie. 6. Lehr uns den Vater ken nen wohl, dazu Jefum Chrift, feinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beyder Geist, zu verstahn. 7. Gott Vater sey Lob und dem von den Tod. Eigne Melodie. ten auferlund, dem Eröfter fey 155.Rum bitten wir den dasselb gethan, in Ewigkeit alle Stund. Amen. D. M. Luther. heiligen Geist, um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis. 154. K. omm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnadengut deiner Glau, bigen Herz, Muth und Sinn, dein brünfig Lieb entzünd in ibn'n. Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen, das sey dir, Herr, zu Fob gesungen. Halleluja, Halleluja! beständig bleiben, die Trüb. sal uns nicht abtreiben. O Herr, durch deine Kraft uns bereit, und stårk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritter lich ringen, durch Tod und Le ben zu dir bringen. Halleluja, Halleluja. D. M. Luther. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt für fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jefum mit rechtem Glaus ben, und ihm aus ganzer Macht vertraun. Halleluja, 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jefum Chrift kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns beine Gunst, laß uns empfin den der Liebe Brunst, daß wit uns von Herzen einander lie ben, und im Frieden auf ei nem Sinne bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tob, daß in uns die Sinne nicht verjagen, wann der Feind wird das Leben verklagen. Ky rieleis. D. M. Luther. 3. Du heilige Brunft, füßer 150. Der bu, Gott, an Mel Fren dich sehr, o meine Seele zc. Troft, nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienst uns gedenkest, deinen Geist Pfingstfest. uns, die du liebst, wenn wir darum bitten, schenkest, und uns seine Gaben gibst, de. muthsvoll fleh' ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Fehlt nicht allem meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; bleibt mein Herz nicht dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn nicht deines Geistes Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich die mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe? Ewge Quelle wahrer Guter, hochgelobter Gottes geist, der du menschliche Gemüther befferst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlang' auch ich; besfre, triste, stärke mich! Mache mich zu Gottes Preiße heilig und zum Himmel weise. 103 Brüdern knüpfen lerne, und der Zwietracht Geift entferne. 6. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Verges bung flehn; mache täglich Ernst und Tren', sie zu bessern, in mir neut. Zu dem Heiligungs geschäfte gib mir immer neue Kräfte. christlich handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach bei nem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und, zum feligen Gewinn für mein Herz, mit treuer Hand frommer Eintracht schönes Band zwischen 7. Wann der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wann sich Zweifel in mir finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wann mein Aug' zum Bater weint, und er nicht zu hören scheint, dann gieb du, daß meiner Seele Licht und Kraft und Troft nicht fehle! 8. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; felbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, vers langt nach dir. Oso setze durch dein Wort deiner Gnade Wirkung fort, daß sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! 4. Wecke in mir fromme Triebe, daß ich Gott, mein höchstes Gut, treu und über alles liebe, daß ich mit getrosiem Muth seiner Vaterhuld mich freu, mit wahrer Findestren nach des Baters 157.Dir, Bater, dankt Mel. An Wafferflüssen Babyz Ions 2c. Willen mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben. Ich danke die, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wuns der preißt, zum Menschen haft gesendet; der Geist der Wahr. Pfingstfest. 104 heit kam herab, der deinen Boten Stärke gab, daß fie dein Wert vollendet. 2. Erfüllt von seiner un derkraft gehn fie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen fie bekehren. Die Völker hören Mel. Nun bitten wir den heils hocherfreut die Botschaft ihrer 158. Du bem wir un gen u, Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen; die Blindheit und das Laster flieht; wo man den Finger Gottes fieht, muß jeder Feind erliegen. fre Herzen weihn, laß, o Geist fie deine Tempel seyn. Durch dein Wort erfreue die Erlöß ten, die sich ihres Heilands glaubig trösten, daß fie tre vollenden. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt, Verfolgung zu erregen; der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Se gen. Die Junger schreckt nicht Pein noch Müh'; dein Geist, v Vater, stärket sie in Martern und im Tode. Sie bleiben ihrem Herrn getren, bekennen seinen Namen frey und preis ßen ihn im Tode. mir ein neues Herz; es fühle tief der Sünde Schmerz, und lern' im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todesusthen. den schenkest du, und noch im Tode Seelenruh', und lehrst ihn überwinden. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu treue Junger schafft, des Sünden reichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Reu' und Leid, in und Fecub', und Muth im Kampf 150.Geist bes Herrn, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele zc. der Sünden. der von dem Throne einst auf jene Boten kam, und verhei ßen von dem Sohne, sie zu seiner Wohnung nahm, ihrer Sehnsucht Flehn gestillt, sie mit neuer Kraft erfüllt, komm zu mir herab, ich flehe, komm aus deiner sel'gen Höhe. 5. Des Vaters und des Sohnes Geift, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gort den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! Schaff' du in 2. Neiß' uns von dieser Erde los. Zeig' uns, wie un endlich schön und groß Gott ist und die Wahrheit, daß wir ihn kennen, lieben und durch Christum Vater nennen, und die Sünde haffen. 3. O wirk' in uns Bestán. digkeit; gib uns Muth und Kraft in jedem Streit. Unfre Nacht wird kommen; wir alle sterben; tröst' uns dann, daß wir den Himmel erben, und zum Vater kommen. Pfingstfest. 2. Ganz von deiner Kraft durchdrungen, wie erhellt ward ihr Verstand! Dank und Preiß ward dem gesungen, der dich, Geist des Herrn, gesandt. Ach erleuchte er Mel. Jesu, Jefu, komm zu fich der Nacht entreißt. Faß 100.Geist vom Bater 2c. dein Licht auch mich empfinden, und bey dir Belehrung finden. und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Heil'ge dir es immerdar, wie der Jünger Herz es war. 2. Geist der Wahrheit leite mich! Eigne Leitung täuschet mich, weil sie leicht des Ziels verfehlt, und für Glück fich Unglück wählt. 3. Geist des Glaubens stårk' in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt, und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist des Betens, lehre mich kindlich beten, nur durch dich kann des Kindes Flehen rein und vor Gott erhörlich seyn! 3. Ach erwärme, Geist der Liebe, mein erstorbnes tråges Herz für der Tugend fromme Triebe; richte du es himmel, wärts, fern von diesem Pil, gerland hin ins beßre Vater, land! O wie glücklich wird auf Erden dann schon meine Seele werden! 105 hier im Pilgerland meiner Kindschaft Unterpfand, bis ich zum Genuß gelange und das Erbtheil selbst empfange. 4. Sey du mir ein Geist der Gnade und hilf meiner Schwachbeit auf. Führe mich auf deinem Pfade und befördre meinen Lauf! Reiße, wecke, rühre mich, daß, der dich einst fandte, sich über den Gehor. sam freue, den ich deiner Lehre weihe. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht, wenn mich Fleisch und Welt versucht, o dann un terstüße mich, daß ich ringe ritterlich! 5. Heilge mich zu jedem Werke christlicher Rechtschaffenheit. Een mir Antrieb, Kraft und Stärke, treuzunuzeń meine Zeit; laß mich auf der 6. Geist der Heiligung, vers Tugend Bahn immer mehr dem Ziele nahn, und durch dich schon hier auf Erden hei lig und dir ähnlich werden. klår' in mir Jesum mehr und mehr. Mache mich von Sün. den rein, laß mich, gleich ihm, heilig seyn. 7. Geist des Trofies, wann mir Noth, Schrecken im Ges wissen droht, o dann sende Trost und Ruh meinem ban6. Laß in trüben Augen blicken deinen Trost mir nahe seyn; laß ihn dann mein Herz erquicken, wann mich sonst nichts kann erfreun! Sen mir gen Herzen zu. Pfingstfest. 106 8. Geist der Hoffnung, führe du mich dem Himmelserbe zu! Laß mein Herz sich deiner freun und in Hoffnung selig seyn! Mel. Warum sollt ich mich dann 2c. 101. schfier Eröfter, 102. Komm, o Geift, Mel Gott des Himmels und der fomm hernieder! Geist des Herrn, sen nicht fern, stärke Christi Glieder! Er, der nie fein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. von Gott gegeben, fomm, ers lencht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Gib, daß ich mit Ernst und Treu', mich zu bessern thätig fey. 2. Ach, ich irr' in Finster. nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hin geriffen, täuscht die eitle Seele sich; suchet Nuh', und findet fe in der Erde Gütern nie. 2. Lehr' auf Jesum uns vertrauen, in der Noth und imt Cod glaubig auf ihn schauen. Wann das Auge reuvoll thrånet, rufe du dann uns zu: ihr fend Gott verföhnet. 3. Geist der Weisheit, gib uns Allen durch dein Licht Un. terricht, wie wir Gott gefallen! Lehr' uns findlich vor ihn treten; sey nicht fern, Geist des Herrn, lehr' uns glaubig be tett. 4. Hilf den Kampf des Glaus bens kämpfen! Gib ung Muth, Fleisch und Blut, Günd' und Welt zu dampfen! Laß uns Trubsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jefu scheiden! mach' uns treu in der Tugend Werke. Führ', wann Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist zu des Himmels Freude! 5. Hilf uns nach dem Höchflen streben, schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu le. ben: Gib, daß wir nie ftille stehen; treib' uns an, froh die Bahn unfers Heils zu gehen! 6. Sey in Schwachheit un. fre Stärke! steh' uns bey, 3. Hilf mir nach dem Him. mel fireben, der mein Erbtheil aufbehält. Gott und Jesu laß mich leben, nicht den Lüften dieser Welt. Lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Heiland, seyn. 4. Laß mich gern zum Va ter treten, findlich und voll Zuversicht, nur um wahres Gute beten, froh erfüllen jede Pflicht. Gib mir Kraft und frohen Sinn, wann ich schwach und traurig bin. 5. Sey mein Beystand, wann ich sterbe; zeige meinem Geist von fern das mir aufbe haline Erbe in der Herrlich. keit des Herrn. So, gestärkt durch deine Straft, end' ich froh die Pilgerschaft. Pfingstfeft. Mel. Ich finge meiner Seelen 103.R. Eufe 20. icht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Gott, den zu mei. ner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe ges gen bich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was die gefällt, wirkt reinere Zufrie, denheit, als alles Glück der Welt. 107 2. O laß mich tief empfin. den des neuen Geistes Kraft, die Kraft, die mir von Sün. den Hülf' und Errettung schafft. Erhebe meinen Sinn, daß ich mit reinem Geifte dich ehr' und alles leiste, was ich Gott schuldig bin. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur Wahr. heit hin; zur Tugend stärk' er mich, und zeige, wann ich frau rig bin auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein rei nes Herz, versiegle deine Huld, er waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld. 3. Mit allen andern Reben genieß' und fühl' auch ich des rechten Weinstocks Leben, in thn versetzt durch dich. Gib, was mein Vater sucht, bag ich zum Erndtetage die Frucht des Glaubens trage, der gu. ten Werke Frucht. 4. Du lehresi beten; lehre, wie ich mich glaubensvoll, daß mich der Vater höre, ihm find, lich nahen soll! Durch dich wird mein Gebet des Himmels beste Gaben von dem zu hoffen haben, der Seufzer auch ver. steht. 5. Du bist ein Geist der Freuden, wer trauert, fennt dich nicht; so leuchte mir im Leiden auch deines Trostes Licht. Ach, nimm dich meiner an! Du hast in deinem Wor. te mir selbst des Himmels Pforte so liebreich aufgethan. 6. bist ein der Mel. Zeuch ein zu deinen Tho: ren 104. Geit, ben Jefit Liebe, willst nicht, daß Haß Liebe auch mir verheißt, auch mir, ich fühle beine Triebe, und danke dir dafür. Dein Tempel fey mein Herz! Lehr' mich die Wege wallen, die meinem Gott gefallen, und führ' mich himmelwärts! und Neid der Christen Herz betrübe, liebst Fried' und Einig keit. Laß allen Streit uns fliehn, uns Stach' und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller Herzen glühn! Pfingstfest. 108 7. Erhebe dich, und steure den Kriegen; und dein Blick, dein Blick voll Huld erneure verheerter LänderGlück! Fried, fame Bürger laß in sichern Hütten wohnen; entferne von den Thronen List, Schmeicheley und Haß! 8. Hilf allen Obrigkeiten! Bau' unsers Fürsten Thron! Beglücke seine Zeiten! Sey du sein Schild und Lohn! Den Alten gib Versland, Gelebrigkeit der Jugend; und Got. tesfurcht und Tugend schmück unser ganzes Land! 9. Gib zweifelnden Gemü. thern den Glauben, der er freut; mit allen wahren Gü, tern auch wahre Dankbarkeit, Vertreib' den bösen Geist, der bir fich widerseßet, und das, was dich ergößet, aus unsern Herzen reißt. 10. Gib Freudigkeit und Stärke zum Kampf im Glaus ben; gib, der Sünde Reich und Werke zu hindern, Muth und Trieb. Hilf streiten rit terlich! Laß Jeden überwinden, und keinen mehr den Sünden zum Dienst ergeben fich! 11. Nicht' unser ganzes Le. ben nach deinem Willen ein; damit wir, Gott ergeben, felbst auf den Tod uns freun. Kommt dann der letzte Streit, so hilf getrost uns sterben, und nach dem Tod ererben des Him. mels Seligkeit, Met. Wie schön leucht' uns der 2c. 105.D heil'ger Geist, kehr' bei uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn; komm, Beystand unfrer Seelen! Er leucht' uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und rath' uns, wenn wir fehlen! Reine Freude, göttlich Leben, willst du ge ben, wenn wir beten; sieh uns glaubig zu dir treten! 2. Du Quell, aus dem die Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, ergieß dich in uns Alle, daß dir die ganze Christenheit in wahrer Glaubenseinigkeit und Heilig feir gefalle. Laß uns Alle deis ner Wahrheit Himmelsklarheit froh erkennen, Jesum uns fern Heiland nennen. 3. Gib Kraft und Nachdruck deinem Wort; laß es wie Feuer immerfort in unsern Seelen brennen! Hilf Jesum uns von Herzensgrund mit Thaten mehr als mit dem mund vor aller Welt bekennen! Neue Treue gib uns Schwachen; lehr' uns wachen; stårk' den Glauben; laß uns nichts die Krone rauben. 4. Gib Allen Weisheit und Verstand, den rechten Weg ins Vaterland, den Glaubens weg zu wandeln. Laß Sünd' und Ungerechtigkeit uns standhaft fliehn, und jederzeit ges recht und redlich handeln. Jesus Christus, hilf uns Allen, Pfingstfest. die hier wallen, schon auf Erden Bürger deines Himmels werden! 5. Im Leiden schenk' uns Muth und Kraft! Laß uns in unsrer Pilgerschaft nie tråg' und zaghaft werden! Ver lägst du uns, so sinken wir; wenn du uns stärkst, so siegen wir in jedem Kampf auf Er den. Endlich, endlich wird doch Friede, ew'ger Friede, und die Krone deinen Siegern dort zum Lohne. 6. Uns Kindern Eines Vaters sey die Eintracht heilig, daß wir treu die Pflicht der Liebe üben, und in der kurs zen Lebenszeit durch Neid und Haß und Bitterkeit einander nicht betrüben. Immer müssen Liebe, Gute, Treue, Friede, bei uns wohnen, uns des Le bens Mühe lohnen! 7. Schmück' uns mit wahrer Heiligkeit. Ihr sey das Leben ganz geweiht; sey du nur unsre Stärke! Laß uns ein Volk seyn, das dich ehrt, Gott angenehm, dem Menschen werth, durch wahre gute Wer ke! Endlich führ' uns hin zum Sobne, seinem Throne froh entgegen, daß wir ewig jaach. zen mögen. Mel. Komm heiliger Geißt, Herre zc. 100.S Tag, der uns des Vaters Rath und Jesu Heil verkündet hat, mit Inbrunst sey von allen Zungen 109 der ewgen Liebe Preis gesungen! Die Erde lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt. Du hast des Irrthums Finsternissen nach langer Nacht die Welt entriffen. Gelobt sey Gott! gelobt sey Gott! 2. Tag, der du heitrer uns erscheinst, als jener, der mit Stürmen einst den finstern Sinai bedeckte und Israel mit Donner schreckte. Der du ein Tag des Segens bist, du Segenstag, sey uns gegrüßt; wir jauchzen dankbar dir entgegen, für uns auch bist du reich an Segen. Gelobt sey Gott! ge. lobt sen Gott! 2. Lobfingt ihm! Jesus ward erhöht auf Gottes Chron voll Majestät; nun segnet gnädig seine Jünger der triumphirende Vollbringer; er tauft mit Feuer und mit Geist die Schaar der Zeugen, die ihn preißt. Sie sterben selbst für seine Lehre, daß sich die Welt zu ihm bekehre. Gelobt sey Gott! gelobt sey Gott! 4. Ein Sturmwind braußt und macht ihm Bahn, und kündigt ihn den Jüngern an. Er kommt auf sie, bringt höhre Gaben, als Menschen je ém. pfangen haben. Gleich Fener flammen läßt er sich herab, es fimmet feyerlich ihr Mund in lautes Lob zusammen. O himmlisch Lob! O Wunderflammen! Gelobt sen Gott! gelobt sey Gott! 110 Pfingstfest. 5. großer, feliger Be O ruf! Gott, der den Mund zur Rede schuf, lehrt schnell in fremden Sprachen reden; Beredtfamkeit gibt er den Bld. den, Verfolgten gibt er Freu. digkeit, Verzagten Unerschrockenheit. sieht der Streis der Erden aus Schwa, 107.Von Gottes Thros Mel. Herr, Gott, dich loben wir zc. chen Gottes Lehrer werdent. Gelobt sey Gott! gelobt sey Gott! ne fließt ein Strom, der sich ergießt, durchs Heiligthum, durchs Weltenall, lebendig, rein, hell, wie Cristall. An ihm stehn Lebensbaum' und blühn für alle, die der Welt entfliehn. Er labt die Rom menden. Er stillt der Pilger Durst. Er ist dein Bild: Heiliger! Heiliger! Liebender! Tröstender! Seliger! Schö pfer! Geist, der uns der Welt encreißt! Du strdomteft auf der Frommen Schaar, die glau. bensvoll versammelt war, dich, ihr verbeißnes Licht, zu schaun, und dann des Siegers Reich zu baun; mit Muth in alle Welt zu gehn, vor Königen mit Muth zu stehn, zu predis gen, der für uns starb, uns Heil, uns ewigs heil erwarb; nicht Hohn, nicht Schmach, nicht Qual zu scheun, und wen bis in den Tod zu seyn; da eines Sturmwinds Etimm' erscholl, da wurden sie, Gott, deiner voll. 6. Gesandt vt Jesu, gehn sie gern und sammeln überall dem Herrn, selbst aus Ver. folgern, neue Zeugen ihm, dem sich alle Kniee beugen. Um sonst bestürmt fie Grimm und Spott. Sie siegen dennoch, stark durch Gott, trotz alles Grimms, troß alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt sey Gott! gelobt sen Gott! 7. Der Herr mit euch! Der Herr mit euch! Jhr bauet ihm sein neues Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden; die Völker bienen ihm mit Freuden. Nun lernt die Welt, erhellt und frey vom Joché der Abgötterey, den unerkann. ten Schöpfer kennen und ihn durch Chriftum Vater nennen. Gelobt fey Gott! gelobt sey Gott! 8. Und dieser Segen dauert fort. Gelobt fey Gott! Es fiegt sein Wort durch Schaaren von Evangelisten. Auf, rühme, danke, Volk der Chris sen! Dir sendet, wie sein Wort verheißt, der Vater set nes Sohnes Geist; nun sollst du seine milde Gaben in reis cher Fülle von ihm haben. Gelobt sey Gott! gelobt sey Gott! Vom Sturme sitterte bas Haus, da goßest du auf sie dich aus. Dein Wunder, Herr soll sichtbar seyn, drum weihst Pfingstfest. bu fie mit Flammen ein. Es glänzt, indem er spricht, ihr Mund; die Thaten Gottes thut er kund in Sprachen, die sie nie gehört, und die ein Augenblick fie lehrt. Wer nur in ihrem Schatten weilt, der Kranke wird durch sie geheilt. Wenns ihm der Zeugen Mund gebot, entfloh vor ihnen selbst der Tod. Gott rüstete, Gott führte fie. Das Kreuß des Mittlers tragen sie zu jeder fernen Nation, und Aller Heil wird Gottes Sohn. Das Höchste, was fie lehren, ist, Gott, deine Lieb' in Jesus Christ. Von Ewigkeit hast du geliebt. Heil dem, der dich und Jesum liebt! ihn, und den Bruder, den dein Rufzugleich mit uns zum Leben schuf. O du, der uns der Welt ent. reißt, des Vaters und des Sohnes Geist, zur LiebeChrifti flamm' uns an, so wandeln wir des Lebens Bahn; so haben wir, Geist, Tröster, Theil an Jesu Christi ewgem Heil. Amen. 111 mangelhaft ist durch die viele. Hinderung der Anfang unsrer Heiligung! 3. Wie oft erwacht in unfrer Brust gewohnter Sünden böse kust!" Wie stark zicht Ehre und Gewinn ein schwa. ches Herz zur Sünde hin! 4. Der Kampf der Tugend ist so schwer; ach, Selbstver. läugnung fordert er; und frohe Sünder, o wenn die uns reigen, was vermögen sie! 5. Mit Muth gerüstet soll der Christ bekämpfen jede Macht und List, die ihn verfolgt und ihn betrügt, foll fireiten, bis er rühmlich siegt. 6. Wie leicht, wie leicht er. lägen wir, wenn wir, o Geist des Herrn, bep dir nicht Hülfe fänden, wärst du nicht der Schwachen Kraft und Zuver. ficht! 7. Den du erleuchtest und bekehrst, versäumst du nie, wenn er nur erst sich redlich), gut zu seyn, entschließt, getreu auch nur im Kleinen ist. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 8. Du gibst ihm, wenn ihm Rath gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht, zum in 108. Wohl uns, wenn fiets größern Muth, und auch mehr Kraft. 9. Wankt er aus Schwach, heit auch im Lauf und fällt: du hilft ihm wieder auf. Er, wenn er sich auf dich verläßt, nimmt zu an Weisheit, und wird vest. wir, o Geist des Herrn, be. kehrt und glaubig sind, und gern auch heilig würden, wil lig nun versuchen, was Gott will, zu thun. 2. Allein des Glaubens erste Kraft, wie klein ist die, wie 112 Dreyeinigkeitsfest. 10. So wächst der Jungling auf zum Mann, der siehn und überwinden kann, bis er erkämpft, was er begehrt, in allen Prüfungen bewährt., Fest der Dreneinigkeit. Eigne Melodie. 160. Wir ir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er 11. So stehst du allen From men bey, daß sie, bis in den Tod getreu, sich sicher ihrem Ziele nahn, des Glaubens Kleinod zu empfahn. Cund vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben, nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. D. M. Luther. Eigne Melodie. und Seel auch wohl bewah 170.dein Gott in der ren; allem Unfall will er weh ren, kein feid soll uns wider fahren; er forget für uns, hut und wacht, es stehet alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, seinen Sohn und unsern Herrn, der ewig bey dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heiligen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben, und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heis ligen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der der Bioden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schone. Die ganze Christenheit auf Erden hålt in einem Sinn gar eben, hie all Hdh' sey Ehr', und Dank für feine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohl zu is unfire Seligkeit. Erhebet ihn thun, ist er bereit; sein Will' mir Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht; und stets geschieht, was du bes dacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Hoch sten Cohn, dich, seinen Ein gebohrnen, dich sandte Gott von seinem Thron zur Ret tung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott hilf uns im Leben und im Tod; erbarm dich unser Aller! 4,0 Dreyeinigkeitsfest. 4.O heilger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beffre, triste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd und Tod erlößte! Auf deinen Beystand hoffen wir; verlaß uns nicht; so find wir hier und einst dort ewig selig. Gott an dich! Du schufft die Welt, du schufft auch mich. Laß, dieser Wohlthat mich zu freun, und immer dankbar dir zu seyn, mein Herz für dich von Liebe brennen, in Freud' und Leid dich treu bekennen. Eigne Melodie. 171. Sch glaube, Bater, zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heil uns! Heil uns schon auf Erden! Selig werden einst die Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 2. Ich glaub' an dich, Herr Jesu Christ, der du der Men schen Heiland bist. Du kamst vom Vater, und erwarbst uns ewgen Segen, als du starbst. Laß diesen trosterfüllten Glauben mir weder Spott noch Zweifel rauben. 3. Ich glaub' an dich, o heilger Geist, der Führer, Helfer, Troffer heißt. Ach, leit' mich auf der Wahrheit 113 Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! Fallet nieder, und erhebet euern Gott, durch den ihr lebet! 2. Lobsinget Gott, Dank, Preiß und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler 172. Lobfinger Gott, Dank, Preiß und Ehr' sey unferm Gott je mehr und mehr für alle feine Werke! Von 3. Lobsinget Gott! Du Geift des Herrn, sey nie von un ferm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du machst uns weise, fromm und rein, hilf uns getrost und siegreich seyn im Streite mit den Lüften. Leit uns; stårk' uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben, und der Tugend treu zu leben. Me L. Gelobet feyft du, Jesu zc. hinan; fev Beystand mir in 173. Preiß ihm, er schuf jedem Leide; im Tode gib mir und er erhält seine lebenvolle Muth und Freude. Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir Mel. Wie schön leucht uns Leben und wir sterben dir! Gott, sey gelobt! 2. Preiß ihm, er liebt von Ewigkeit; wird ein Mensch, stirbt in der Zeit! Erlöst, cr isst hast du uns dir. Dir le 8 Dreyeinigkeitsfest. 114 ben und dir sterben wir! Gott, sey gelobt! 3. Preiß ihm, er führt des Himmels Bahn, führt den schmalen Weg hinan! Gehei liget hast du uns dir. Dir leben und dir sterben wir! Gott, sen gelobt! 4. Sing' Seele! Freudenthränen fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Ja, Höchster, dir, dir leben und dir sterben wir! Gott, sey gelobt! Vater aller Welt, der durch sein mächtiges Gebot uns er schuf und uns erhält, der voll Weisheit, Güt' und Macht stets für alles sorgt und wacht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes einge bornen Sohn, der Mensch für uns geworden ist, und nun herrscht auf Gottes Chron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unfern Herzen sich erweißt, Rath und Trost und Hülf uns Gott, für Eigne Melodie. 174. Wir glauben all Beit mo Ewigkeit ſegne deine an Einen Gott, Herrn und Christenheit! Allgemeiner Bußtag. Mel. O liebster Jesu, was haft zc. Schmerzen leiden: hilf uns gib den Geist der 175. An dit, an dir, Freuden, uns, die wir keine eigne Straft besitzen, zu unter stüßen. Gott, haben wir gesündigt: o laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch uns erfreuen. 2. Schaff in uns, Höchster, eine reine Seele, ein reines Herz, das deine Wege wähle. Befördre, stärke bey uns das Bestreben, nur dir zu leben. 3. Verwirf uns nicht von deinem Angesichte, gib deinen Geist, daß er uns unterrichte; gib ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege uns leiten möge. 4. Mag unser Herz der Neue 5. Gott, deine Huld ist neu mit jedem Morgen, und deine Gnade hast du nicht verborgen: für uns hast du den Sohn da hingegeben, damit wir leben. 6. Zeig' uns dein Heil, vergib uns unsre Fehle. Dein harret, Vater, unsre müde Seele. Laß Trost und Ruhe unser Herz erfüllen, um Jesu wil len. 7. Erbarmend hör', o Gott, auf unser Flehen. Neuvolle Herzen wirst du nicht vers schmähen; du willst die See. Allgemeiner Bußtag. len, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 8. Hier sind sie, Herr! Wir wollen dich verehren, dich kindlich lieben, alles uns verwehren, was dir mißfällt, wir wollen deinen Willen mit Lust erfüllen. 9. Bevestige du selbst nur dieß Versprechen, und, daß wir es mit Vorsatz niemals brechen, gib uns, Gott, unser Heil, vor allen Dingen auch das Vollbringen. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 170. 115 Tugend reich zu seyn, dem Sundendienst uns zu entzies hen, und unsrer Pflicht uns ganz zu weihn! Führ' uns auf echter Tugend Bahn zu unserm großen Ziel hinan! ins Gericht! 3. Erhöre gnådig unsre Bitten, schenk' uns in Jesu deine Huld, der liebevoll für uns gelitten zur Rettung von der Sund' und Schuld, uns ewge Seligkeit erwarb, ja, selbst für uns am Kreuße starb. 5. Gib, der du Alles weißt zu wenden, daß unser Thun im Segen blüht! Heil unserm Fürsten und Regenten, der sich um unser Wohl bemüht! Beschüßze gnädig jeden Stand, und segne unser Vaterland! rhabnerGott, wir unterwinden uns, demuthsvoll dich anzuflehn, die wir beschämt, voll Reu' empfinden, wie vieles Unrecht wir begehn. Ach, Vater, groß ist unsre Schuld; doch größer deine Gnad' und Huld! 2. Drum, Vater, nimm voll Gnad' und Treue dich unsrer mit Erbarmen an; der du, bey unverstellter Neue, uns die Versichrung hast gethan: du wollst den Tod des mel. Herzlich lieb, hab ich dich, Herr 2c. nicht. Ach geh nicht mit uns 177. Gott, berdu unfre 4. Hilf, daß wir uns mit Ernst bemühen, an wahrer 6. Erhalte uns bey Ruh' und Frieden, Gesundheit, Wohlstand, guter Zeit! Beglücke unfer Thun hienieden, befördre die Gerechtigkeit! Laß Kirch' und Schul' im Segen blühn, um Himmelsbürger zu erziehn! 7. So nehmen wir mit Dank und Freuden das Glück aus deiner Segenshand, das du uns gnädig wirst bereiten für uns und unser Vaterland. , Herr, wir sind dein Eigenthum; Dank sey dir, Ehre, Preiß und Ruhm! Zuflucht bist, Gott, unser Mitler, Jesus Christ, Gott, heilger Geist der Gnaden, Erbarmer, ach verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angeficht, mit Misfethat beladen. Nimm von uns unsrer Sünden Schuld, du Gott der Langmuth und Geduld, und merk auf unser heißes Flehn, daß Allgemeiner Bußtag. 116 wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht ins Gericht! Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus, auf seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land; beglück es, segne jeden Stand! 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuern Eid, und deinen Weg verlassen; doch sich, wir kehren voller Neu' zurück zu dir; o laß aufs Neu' uns deine Rechte faffen! Laß sie uns führen auf den Pfad, den Jesus auch gewandelt hat; daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, vor Ungeduld, vor aller Schuld behüt' uns deine Baterhuld. 3. Schüß' uns vor Irrthum und Gefahr! Erhalte deiner Frommen Schaar der Glaubenseintracht Segen. Uns leite, Gott, dein guter Geist; und was dein Wort verspricht und heißt, sen Licht auf unsern Wegen! Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Frrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort. 4. Auch die Regenten lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Ruh' der Länder Wohlstand heben. Dem Für ſten, ber uns ſchüßt und liebt, 178. Gott, bir gefällt Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. gib du, der gern uns Gutes gibt, das beste, långste Leben! Noch lange sey sein Vaterblick uns, seinen Kindern, kein gottlos Wesen, wer bös ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich gene 5. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in Gefahren zu dir fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Lin derung und Ruh'; die Ster benden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! Sen aller Un terdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfolger Rath, und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit. 6. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr ge währen, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig' zu unserm Flehn dein Ohr; heb' unser Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Sunden. Laß uns nun ganz dein eigen seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst, o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich! ers barme dich! Vergib uns, leit' uns väterlich! Allgemeiner Bußtag. fen, und schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschamung sehn; durch Chriftum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. O stårke mich in dem Gedanken! Gib meinem Vorfaiz Vestigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gib, daß er mir fiets Hülfe leiste und Muth und Mel. Wach auf, mein Heri, zc. 170.Kommt Lommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preiß und Dank ihm bringen für seiner Erndte Gaben, die wir gesammelt haben! 117 Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey: so sieg' ich über Sünd und Welt was dir wohl. und thue, fällt. Erndtefe ft. 2. Was nothig ist zum Leben, hat uns der Herr gegeben aus seinem Ueberflusse, zum freudigen Genusse. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen, gab Bachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 5. Doch, wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Va ter, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach' in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit dei nen Freuden, schaff ein getroffes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit mich ungestörtes Glück erfreut. 4. Preiß dir, Gott, unserm Netter! Oft drohten Sturm und Wetter Verderben unsern Saaten. Dank dir, sie sind gerathen! 5. Du ließeft froh uns erndten. daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn er barmen. 6. Wenn wir die gern ers quicken, die Sorg' und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, fers ner geben. 7. Du wirft einst deine 118 Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie beglücken. Erndtefest. Mel. Allein Gott in der Höh'ze. Chor und Gemeine. 180., Bater, sieh' auf uns herab, die hier voll Dank erscheinen! Du bist's, der die ses Fest uns gab; Preiß dir! du denkst der Deinen; der Gute und der Bese freut sich deiner Huld und Freundlich keit, die Aller sich erbarmite. Chor. 2. O daß doch, wann du uns erfreust durch Segen froher Erndte, wie reich du uns zu fegnen feyst, ein Jeder füh. len lernte! Wenn du nicht unsern Mangel stillst, und uns mit Speif und Freud' erfüllst: wer sollte dann uns segnen? Gemeine. 3. Der ganzen Schöpfung Kräfte sind bestimmt für uns zum Segen. Du sendest hitze, Frost und Wind, gibst Sonnenschein und Regen; so blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath; so segnest du die Erde. Chor. 4. Gern siehst du's, wenn der Mensch sich freut, o Bater, deiner Güte, und, wenn mit frommer Achtsamkeit ein gnügsames Gemüthe mit Dank aus deinen Händen nimmt, was du hienieben haft bestimmt zur Nahrung, zur Erquickung. Gemeine. 5. Die Erd' ist deiner Schå Be voll; der Himmel träufelt Segen; doch der, dem alles dieß entquoll, bist du, der aller, wegen durch seine wundervolle Macht dieß alles hat hervor. gebracht, und jährlich neu uns schenket. Chor. 6. So wollen wir uns sei ner freun; kommt, seine Huld zu feyern; dem Herrn der Erndte Dank zu weihn, bey reich gefüllten Scheuern! Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! O schön ists, Gott zu danken! Gemeine. Sung 7. Geprießen sey die Wun berkraft, die Liebe sey gepries ßen, die Erdbewohnern Nah, rung schafft auf Feldern und auf Wiesen! Du nåhrest uns, wir werden satt; du gibst, daß man noch übrig hat, den Brüdern mitzutheilen. Chor. 8. Nimm gnädig, was das Herz dir weiht, ein schwaches Lob der Liebe! Dein Segen wecke Dankbarkeit und des Ges horsams Triebe; daß unser ganzes Leben sey ein Preiß für deine Vatertreu' in christlich froher Tugend. Gemeine. 9. Des Guten Samen aus Erndtefest. jusfreun, laß uns nie müde werten, und uns getroft der Erndte freun, die unserm Fleiß auf Erden im Guten, nach der Zeit der Saat, dein theures Wort verheißen hat; laß uns auf Hoffnung faen! 119 und wenn ihr seiner Huld euch freut, so gebt, wie er, auch gern. 6. Kein Armer darbe, seufze nie: Ach, mir nur mangelt Brod! Erquickt und unterstüßzet sie, ihr Reichen, in der Noth! Chor und Gemeine. 10. Ja, laß beym Leibes: fegen nicht uns unsern Geist vergessen! Nein, mit noch größerem Gewicht sein Heil, sein Wohl ermessen, je mehr wir sehn, wie du uns liebst, und darum hier uns Segen gibst, um ewig uns zu segnen. 7. Ein solcher Dank gefällt Gott wohl; und er verheißt, daß euch nie Saat und Erndte fehlen soll; denn er ist ewig reich. 3. Dein Segensquell verfiegt, Gott, nie; er fließt von Jahr zu Jahr. Soreich bleibt deine Huld, als sie schon seit der Schöpfung war. Mel. Ich finge meiner Seele 2c. Mel. Wie groß ist des All2c. 181. Wie mild und qu 182.Wir alle, men gütig ist doch Gott! lobfingt, lobfingt dem Herrn! Er gibt uns täglich unser Brod, gibt mehr noch, und so gern. 2. Der Landmann måhte freudenvoll der Felder Segen ab; den Segen, der uns näh ren soll, und den sein Gott ihm gab. 8. Heil dem, der Tugendsaaten streut auf seinem Lebenspfad; zum Erndtefest der EwigFeit reift seine Tugendsaat. 4. O freut euch Gottes Mildigkeit! Wer ist, wie er, so gut? Der uns mit feiner Gnad' erfreut und reichlich Gutes thut. 5. Genießt mit froher Dankbarkeit den Segen eures Herrn; fchenvater, bringen dir an dem Festaltare Dank! Das Alter und die Jugend singen dir heute frohen Lobgesang. Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen floß auf die Ges filde aus deiner offnen Vaterhand. 2. Du schenkteft Sonnenschein und Regen für jede Frucht zur rechten Zeit, und gabst dem Samen Kraft und Segen, den Menschenhände ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gaben Reichthum hin; du nährst den Frommen, nährst den Suns der mit ewigtreuem Vaterfinn. 3. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter, als die 120 Erndtefest. Wolken, reicht? Wer undank bar der Treu' vergessen, die nie von uns, dem Staube, weicht? D, nimm in heißen Freudenzähren, in jedem Puls schlag unfern Dant! Wir wollen ewig dich verehren, durch Thaten, wie durch Preißgefang 4. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, lehr' Milde uns, gib uns Verstand; nicht, um es üppig zu verschwenden, em pfiengen wirs aus deiner Hand. Die Gaben sollen wir gente: Ben, doch mäßig im Genuß uns freun; und mild, wie du, Herr, dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 5. Auch für den Armen wuchs der Segen, den deine Hand so reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; er trockne feine Thränen ab. Er danke heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen, fo viel, o Gott, an uns gethan! Mißernete. Mel. Was Gott thut, das ze. 183. P reißt, Christen, mit Zufriedenheit, preißt Gott, den Herrn der Erndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbar. teit von unsrer Flur entfern te! Noch stets erhält er seine Welt: was nothig ist zum Le ben, will er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr; in sei ner Hand sieht, was die Erde bringet. Des Menschen Mü he baut das Land; Gott gibt, daß sie gelinget. Von ihm als lein kommt das Gedeihn. Nur er läßt unsre Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Wir fahen froh in Hoffnung schon der reichsten Erndt uns entflohn, der uns gezeigte und ist er Segen, Gott nimmt und gibt was ihm beliebt; sein Rath ist uns verborgen; doch will er uns verborgen; doch will er für uns sorgen. 4. Und, o welch seliger Ge. winn, an dem sich gnügen las sen, was da ist, und mit hei term Sinn das veste Zutraun fassen, daß, der die Welt regiert und hält, auch uns, so lang wir leben, was nöthig ist, wird geben! ren dich in allen deinen We5. Ja, Höchster, wir vereh, gen, und traiten unveränder. lich auf deinen milden Segen. Du wirst in Noth auch unser Brod doch täglich uns gewäh ren; laß uns dich findlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weise füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preißen beine Güte mit gnügsamem Ge müthe. Reformations- und Kirchweihfest. Reformations- und Kirchweih fest. Mel. Wenn wir in höchsten Nö- wir selbst ihr Licht nicht hin then 2c. dern. 184. Erhalt uns, Herr, bey deinem Wort, und sieure deiner Feinde Mord, die Jea sum Christum, deinen Sohn stürzen wollen von seinem Chron. 2. Vorurtheil und Finster, niß füllen unsre Seelen; unfer Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit, was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 2. Beweis' dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist. Beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deinem Volk einerlei Einn auf Erd. Steh ben uns in der letzten Noth, gleit uns ins Leben aus dem Tod. 4. Ihr Anschlag, Herr, zu nichte mach; zerstöre ihre böse Each, und stürz sie in die Grub hinein, die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr Gott, lebest noch, und hilfst gewal tig deiner Schaar, die sich auf dich verlasset gar. Ď. M. Luther. Mel. Schwing dich auf zu deis nem 2c. du 185. Der bu felbst die Wahrheit bist, Gott, zu dem ich finge, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Wahrheit kommt von dir zu den Menschenk n dern; sie erleuchtet uns, wenn 121/ 3. Wirf dich, sterbliches Ge schlecht, dankbar vor ihm nieder; seine Wahrheit und sein Recht bracht' uns Jesus wieder. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bes lehret: Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dros hung kann auch nicht leer vorüber gehen: haben Taus sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhmi erfahren? 5. Erd' und Himmel wird vergehn: Gott, dein Wort wird bleiben! Lafferhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige find Staub vor dir, sie mit ihren Herren: du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 6. Du bist Wahrheit, ewig soll nichts von dir mich tren nen, mich die Welt, von Arg. list voll, nicht erschüttern kön 122 Reformations- und Kirchweihfest. für Wonne! Mehr Schim mer, als der Morgenstern, mehr Stralen, als die Son ne. Wie strálst, wie heiligst du, wie schmückst du unsre Geelen, wie beglückst du uns mit deinen Lehren! wohn' el. Sey Lob und Ehr dem höch 180. Die Himmel preis immer rein in dieſer heilgen Stille, daß in des Irrthums Nacht dein Schein die Wahr heit uns enthülle! Von die fem Tempel strom' er aus; stråm' Heiterkeit in jedes Haus, in jede niedre Hütte! nen; muß ich hier gleicht um dein Wort Schmach und Trübfal leiden: so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. Ben deine Macht mit allen ih. ren Heeren, und ihrer Wun. der hohe Pracht firalt, Schd. pfer, dir zu Ehren. Was deine Weisheit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die andre. 2. Doch deiner Schöpfung Unterricht verstanden selbst die Beifen mit allem ihrem For schen nicht, und lernten nicht bich preißen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, dein Evangelium uns nicht verkündigt hätte? 3. Nur Jesu Weisheit, die se nur gibt Blinden Kraft zu sehen, und lehrt das Loblied der Natur, der Schöpfung Ruf verstehen. Durch ihren heilgen Unterricht wird erst des Lebens Dunkel licht, dich, Schöpfer zu erkennen. 7. So tinnen wir, o Dank sey bir! als deine Kinder les ben; bestimmt zu Engeln, mit Begier, nach Gottes Himmel streben, und immer fröhlich mit Vertraun auf unsern gu ten Bater schaun, und liebe voll ihn preißen. 8. Dann wird uns Wobl that jedes Leid; kust jede Tags beschwerde; Erquickung jedes Glück der Zeit, ein Paradies die Erde; ein Engel Gottes wird der Tod; und aus der Gruft glänzt Morgenroth den Kommenden entgegen. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag 4. Von ihr erhellt, fehn wir den Pfad, der näher zu 187.obfingt! denn Got was für uns dir leitet; sehn, bein weiser Nath in jener Welt tes huld und macht vertrieb bereitet; sehn, was wir ohne des Aberglaubens Nacht und dieses Licht am Himmel und jedes Jrrthums Finsterniß, die auf Erden nicht zu unserm uns sein heilig Wort entriß. Trofte finden. Lobsingt dem Herrn! 5. Was brachtest du, o Wort des Herrn, den Sterblichen 2. Verdunkelt war des Wor tes Licht, viel Christenlehrer Reformations und Kirchweihfeft. sahens nicht, und in des Jrr. gen, da wir am Weihungsfest thums Wahn versank durch in diesem Tempel dich, ver. Finfierniß und Glaubenszwang eint, o guter Gott, anbeten das Volk des Herrn. feyerlich. 2. O welch ein Glück ist es, mit Anbern froh verbunden, fich betend dir zu nahn! Ja, das sind sel'ge Stunden! Hier ists, wo unser Herz sich be. tend deiner freut, drum bleibe fiets dieß Haus der Andacht nur geweiht. 3. Lobsingt, lobfingt dem Herrn! denn er schafft neues Licht und immer mehr ver schwindet Geistesstlaveret; der Glaube und der Geist ist frei! Lobsingt dem Herrn! 4. Bewahrt das Wort des Herrn, und seyd verträglich! Liebe, Frömmigkeit und Tu gend sey der Wahrheit Zier; so sieget sie. Gott ist mit ihr, und bleibt ihr Schuß. 5. Zaat nicht, wenn auch der Wahrheit Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Svotter Gottes Wahrheit schmähn. Gott hat sich seine Beit ersehn: er ist der Herr. 6. Seht Gottes Sonne, fie erhellt nicht gleich auf einmal alle Belt. Wohl dem, der rein'res Licht genießt, wenn er ein Kind des Lichtes ist! Das laßt uns feyn! 7. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut, ihr Chrisien, euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwiespalt, wird allein Ein Hirt und Eine Lobsingt dem Heerde seyn. Herrn! 123 fühl der Andacht tief durch. brungen, sey heute dir von uns Lob, Preiß und Dank gesun. 3. Mit lautem Preißgefang dich ehrfurchtsvoll erheben, dieß heilige Geschäft ist Se. ligkeit und Leben. Du, Va. ter, giebst sie uns; in diesem Tempel foll ertönen unser Lied zu dir anbetungsvoll. Glück! die ächten Christenleh 4. Wir sollen hier, welch ren und ihren hohen Werth ſelbst fühlen, nicht blos hören. Andachtshaus verlichn; drum Auch dazu hast du uns dieß müsse unser Herz von heißem Danke glühn. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Scinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; ein Wink zur großen Pflicht, daß man das Kind schon früh zur Herzensreinigkeit, nach Jes sus Sinn, erzieh'. 6. Hier sollen wir vereint Liebe Mel. Nun danket alle Gott 2c. 188.Vom heiligen Ges der Menschenliebe Pflicht anerin schauend zu erneuern; nern uns an den, der auf der Liebe Bahn durch Leben und 124 Geburtstag des Regenten. durch Tod uns muthvoll gieng recht ernstlich überlegen, dann boran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets er wägen, und dieses OrtesZweck Nachwelt freun. wird uns dieses Haus ein Quell des Segens seyn, und seiner wird sich noch die späte Geburtstag des Regenten. Mel. Sey Lob und Ehr dem höchs 2c. 180. Der Thron ber Beltbeherrscher ist ein Schemel deinen Füßen. Sie sind nur Staub, du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Reich ist dein, und dein die Welt; du, der sie schuf und sie erhält, du bist allein ihr Herrscher. 2. Du aber fagtest: ,, Ks. nige will ich den Völkern ge. ben; hoch über andre Sterbliche will ich, der Herr, sie heben! Verehrt der Könige Gebot! Das Leben gab ich und den Tod, mein Recht in ihre Hände! // reißen, dann gebeut dem Sie ge, sie zu schüßen! 5. Unendlicher, regiere sie, daß sie getreu dir dienen! Ver laß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ih nen! Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit, und Weisheit und Gerechtigkeit sen ihres Hauptes Krone. 6. Es müsse, Goft, auf je dem Thron dein Wort Ver ehrer finden; auch Fürsten laß den höhern Lohn auf ihr Bewußtseyn gründen. Gott, sie sind Menschen, so wie wir, laß sie doch nicht ihr Theil blos hier in diesem Leben' haben! 7. So weit dein Reich der Gnade geht, flehn darum deis ne Christen: Erhöre gnådig dieß Gebet, du Vater deiner Christen! So weit der Kreis der Erde geht, soll Jeder deis ne Majestät in seinem Fürsten ehren! 3. Weltbeherrscher, laß fie nie die rechte Bahn verlieren; bewahre stets vor Schmeichlern sie, daß die sie nicht verführen! Lehr' sie the eigen Herz durchschaun, und nur mit Furcht sich selber traun, und dich um Weisheit bitten! Mel. Herr Gott, dich loben 4. Gib Friede! Halte sie 4: von ungerechten wir gen! Ihr Ruhm ſey der: mit 100. Derelten Herr scher, dir, dir, Vater, dan ken wir! Es schuf der Herr, fie zum Streit durch Unrecht der Herr erhält, der Herr bes strengem Blick die Lafter zu besiegen. Wenn aber Völker Geburtstag des Regenten. herrscht auch unsre Welt. Des Segens Fülle strömt ins Land, Allmächtiger, aus deis ner Hand. Der Reiche Schick sal wagst du ab; du warst es stets, der alles gab. Gott, Schöpfer, unser Gott! Erhal ter, unser Gott! Herr, Herr, Herr, unser Gott! Jehova Zebaoth! 2. Zwar hältst du hier noch nicht Gericht; ganz lohnst du, Vater, hier noch nicht; doch deiner Herrschaft Majestät, der teiner, keiner widersteht, haft du der Erde kund gethan. Dich beten alle Völker an! Gerech125 freut! Ihr Segen folgt zur Ewigkeit, und der Beglücker wird erhöht von Gott, vor dem nur That besteht. 5. Wir zweifeln, Gott, wir zweifeln nicht, wir hoffen es voll Zuversicht, daß unser inniges Gebet für ihn, für ihn umsonst nicht fleht. Gott, segn' ihn, Gott, behüte ihn! Umstral' mit deiner Gnade ihn! O Ewiger, dein Angesicht umleucht' ihn stets mit seinem Licht. Dein Friede leit' ihn durch die Zeit, und uns mit ihm zur Seligkeit. Amen. te Herrscher, Gott, gibst du mel. Ich finge meiner Seele zc. bem einen Bolt, und Sül 101. In beiner Starte IQI. Füll' und Ruh' Tyrannen aber sendest du und all ihr Weh' dem andern zu. Du, Herr, du bist es, der es thut; wie du es lentst, so ist es gut. freue sich der König, Gott, und sey, geheiligt und regiert durch dich), dir, seinem Herrn getreu! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Getstes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Uufs lieblichste fiel unser Loos. Wir ruhn in eines Fürsten Schoos, der unser Freund und Vater ist, weil du sein Gott und Vater bist. Ach, laß ihn leben, leben Gott! Der Enkel erst seh' seinen Tod! Lang üb' er noch Gerechtig feit; noch lange üb' er Mensch lichkeit! Erhalt in deiner Weisheit ihn. Zu deiner Hülfe laß ihn fliehn, wenn er sie fühlt, der Herrschaft Laft, mit der du ihn begnabigt haft. 3. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: sein Reich sey auch dein Eigenthum, und Er dein Unterthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sey deiner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ! 4. Wie schmal, wie feil sein Weg auch sey; bleib' er dir, seinem Herrscher, treu! Bohl dem, der viele hier er 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir. Ach, er bes Geburtstag des Regenten. 126 darf vor andern Licht, und Rath und Kraft von dir. 6. Er suche dich; wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so muß er, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 7. Er lieb' auf seinem Thro, ne dich; dein erster, treuster Sohn! Er sey dem Laster fürchterlich; der Tugend Lust und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sen der Ruhm, den er verdien'; und feiner ihrer Seuf zer schren' um Rache wider ihn! 9. Fern sen für ihn das hohe Ziel, nach dem er wallen soll! Gott, mache seiner Tage viel, und jeden ehren. voll! 10. Sein Thron besteh' un wandelbar! Sey seiner Freun de Freund; sen sein Beschü Ber in Gefahr, und seiner Haß ser Feind! 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm; doch, zeucht er in den Krieg, zu schützen Recht und Eigenthum, so folg ihm Muth und Sieg! 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' uns Gott, fo jauchzen wir, und preißen deine Macht.! 2. Kirchliche Handlungen. Taufe. Bey einer Taufhand- flamm' uns heute zu Lob und lung. Mel. Nun lob mein Seel, den 2c. Preiß und Dankbarkeit; et, weck uns zum Vertrauen, mit kindlich frohem gen 192.Geweibt zumChri. Himmel aufzuſchauen, zu dir dem Vater hin; erweck uns zu ermessen, was uns dein Wort verspricht, und nimmer zu vergessen der dir gelobten Pflicht! stenthume ist dieses Kind nun, Gott geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, zur Tugend, Gott, zur Seligkeit. Verlän. gert deine Liebe sein Leben, so verleih' durch deines Geistes Triebe, daß es, dir immer treu, den hohen Werth der Tugend schon früh empfinden lern'. Es folg' in feiner Ju gend, es folge stets dir gern! 3. Du, Vater von uns Ab len, o lehre du uns selbst siets thun nach deinem Wohlgefal len, laß deinen Segen auf uns ruhn! Dem Alter und der Jugend gib deines Geb stes Licht; gib Allen Lust zur Tugend und zu der schwersten Pflicht. Gib uns der Unschuld 2. Auch wir sind, welche Freude! durch unsre Taufe bir geweiht! Dieß Glück ents Taufe. Freuden in unserm Leben viel, und führ' uns auch durch Leiden zu unserm hohen Ziel! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht ze. 103. S₁ ich' uns betend, Gott, vor dir, sieh' dieß Kind auf unsern Armen! Zu dir, Vater, flehen wir, dich auch feiner zu erbarmen. Es sey dein, es lebt durch dich; segne, schüß' " es väterlich. 2. Führ' es aus der Nacht zum Licht, daß es sich und dich erkenne, froh erkenne seis ne Pflicht, und dich liebend Vater nenne; daß es Jesu Lehre treu, folgsam deinem Geiste sey. 3. Laß es, Herr, in Lust und Schmerz, unter Arbeit und Beschwerden, rein erhalten dir sein Herz, und der Menschheit nüglich werden, einst in höherm Licht sich freun, Bür. ger deines Reichs zu seyn! 127 fterblichkeit, empfang' der Christen Segen! Bey ihnen sind auf deinem Pfad getreue Liebe, Trost und Rath, und Lehre bis ans Ende. Mel. Sey Lob und Ehr dem höch: sten 2c. 104. 23 illkommen in der Menschheit Arm, gelieb tes Kind, willkommen! O, sen mit Freuden mild und warm zur Bildung aufgenom: men! Bedürft'ger, als das junge Thier, doch Mensch ge boren, so wie wir, bist du, wie wir unsterblich). 2. Empfang' im Schoosder Christenheit auf Jesu Tugendwegen, du Zögling ber Un3. Es gehe, wie dein Gott es fügt! Ist wenig dir beschieden, so sen ben Wenigem vergnügt, bey kleinem Gut zufrieden; und trifft dich Leiden, Gott ist gut, du bist unsterb lich, habe Muth, und reiner Unschuld Ruhe! 4. Du mögest dich des Les bens freun, es ist ein Men. schenleben; und soll dein Geist, zu höherm Seyn gebildet, einst fich heben, so sinke, wann dein Gott dich ruft, so still und ru. hig in die Gruft, als jetzt in Mutter Arme. Erinnerung an die Taufe. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. 195. Daß ich in deiner Christenheit, mein Gott, geboren bin, bir durch die Taufe bin geweiht, wie sehr ist mirs Gewinn! 2. Nun ward ich in der Kindheit schon mit dir und dem bekannt, den du, o Gott, als deinen Sohn, zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte früh bereits verstehn, was dein allweiser Nath auch mir zum ew'gen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. 128 4. Und so, erleuchtet durch dein Wort, sah ich die sichre Bahn, darauf wir alle hier und dort uns unserm Ziele nahn. 5. Ich kannte noch das La. fter nicht; du warntest mich davor, und hobest durch der Wahrheit Licht zur Tugend mich empor. 6. Du warst mein Führer immertar auf meiner Lebensbahn, und nahmst bey drohender Gefahr dich meiner huid. reich an. Taufe. 7. Wie dank' ich dir, All liebender, für diese Vater treu? Gib, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sen! 8. Dein Geist, o Vater, stårke mich, mein Leben dir zu weihn; so freut mein Herz des Glückes sich, dein Eigenthum zu seyn. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 100. Ewig, ewig bin ich bein, theuer bir, mein Gott, erkaufet; auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist getaufet. Deffen soll mein Herz fich freun. Ewig, ewig bin ich dein. 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, ewig, Vater, bin ich dein. 3. Ich, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Streatur, ſoll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, heilig soll ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein! 4. Ja, dieß in sein Bund mit mir; gnädig hat er mirs verheißen; und ich sollte, Sun de, dir, dir mich nicht mit Macht entreißen? Ja, ich will es, will nicht dein, ich will meines Gottes seyn. 5. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und ges wissenhaft und im Glauben wandeln möge. Er wird mit die Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 6. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist getaufet. Ewige mich felig seyn! ewig laß mich dein, ewig laß wel. Wer nur den lieben Gott x. 107. Ich bin getauft Va nach Jesu Lehren, dich, ter, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mundund That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier und ewig zu erfreun. 2. Sey hochgelobt für diese Gnade! Der Christen Rechte sind nun mein. Du weihtest mich in diesem Bade zu deinen Kind Taufe. 129 Kind und Erben ein, und tha- und laß mich stets dein eitest in der Folgezeit an mir gen seyn! noch mehr Barmherzigkeit. 3. Du finetest mir das Ver fändniß durch deines Sohnes 108. Mein Vater, o Mel. Es woll uns Gott genådig seyn 2c. Lehr' und wie dank' ich dir! Von dir hab' ich mein Leben, und durch die Taufe hast du mir noch größers heil gegeben. Noch eh' ich dieses Heil empfand, eh' ich dich lieben konnte, als ich, mir selbst noch unbekannt, nicht für mich sorgen konnte, hast du mich schon gesegnet. 2. Du nahmst in Chrifti Reich mich auf, kamst liebreich mir entgegen, verhießeſt mir zum Tugendlauf Erleuch tung, Straft und Segen, ver sprachst mir deine Baterhuld, und einst das ewge Leben, versprachst mir alle meine Schuld durch Christum zu vergeben, wenn sie mich herzlich reute. gelangt' ich zur Erkenntniß, wie man dich würdig ehrt und preißt, und welch ein Heil dein weiser Nath dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Gelobt, mein Gott, sen deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freyem, väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt. Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 5. Wie sollt ich dich denn nicht verehren, nicht dir ein Herz voll Liebe weihn? Nicht gern auf deine Stimme hö ren, und findlich dir gehorsam seyn? Was dich entehrt, sen fern von mir! Geheiligt sey mein Leben dir. 6. O stehe nur mit deinem Geifte, wie du verheißen hast, mir ben, daß ich, was ich versprach, auch leiste und stand. haft dir ergeben sey. Ach, fehl ich, so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht! 7. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Befferung, und leite mich auf ficherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meimes Heils, sen ewig mein, 3. Wie groß ist meine Pflicht, nur dir mein ganzes Herz zu geben, mit kindlich folgsamer Begier nach deinem Wort zu leben, den Reitz der Sündenlust zu scheun, und ihre Macht zu dämpfen, des fasters steter Feind zu seyn, mich selber zu bekämpfen, und ähnlich dir zu werden! 4. So bahntest du an deis nem Theil mir schon die sichern Pfade von Kindheit an zu meinem Heil, zu deiner Huld und Gnade. Owär' ich doch auch jederzeit der Pflicht ge 9 130 treu geblieben! Ach, hätte mich die Dankbarkeit doch immer angetrieben, stets als ein Christ zu leben! 5. Beschämt gesteh' ich mei, ne Schuld, und flebe dich um Gnade. Gott, habe noch mit Confirmation. mir Geduld! Ich will des Christen Pfade forthin mit größerm Eifer gehn, will mei ne Pflicht erfüllen. Vernimm, o Gott, vernimm mein Flehu, und gib zum guten Willen auch Kraft, ihn zu vollbringen. Confirmation. mel. Koum, heiliger Geist 2. und Segen! Wallet standhaft, eurem hohen 199.Erhöre, Bater, un. Ziel entgegen! Dort am Ziele winkt euch schon eurer Treue ew'ger Lohn. fer Flehn für sie, die hier entschlossen stehn, den Bund der Taufe zu erneuern, und feyerlich dir zu betheuern, in ihrem Glauben vest zu stehn, in ih rem Thun auf dich zu sehn, im Wandel rein, und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu verscherzen. Erfülle sie dazu mit Kraft! Amor 9898 2. Gib ihnen, Vater, Freu digkeit! Laß des Gelübdes Heiligkeit ihr zartes Herz so tief durchdringen, daß sie das Wollen treu vollbringen. Auch wir erneuern unsern Bund, dir treu zu seyn mit Herz und Mund. Laß alle, die hier be tend stehen, mit ihnen einst zum Himmel gehen. Erhör' uns Gott! Erhör' uns Gott! Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. Die Gemeine. 2. Heilig sey euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt ver sprochen! Bas heut euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth standhaft treu bis in den Tod! 3. Kämpfet, um den Sieg im Streit mit der Sünde zu erringen! Wisset, Welt und Sinnlichkeit legt, euch zu vers derben, Schlingen. Doch bleibt treu, und wanket nicht, bis das Herz im Tode bricht. Die Confirmirten. samkeit haben wir uns die 4. Gott, zur treuen Folg verpflichtet, und der Taufe Bund erneut, den wir einst mit dir errichtet; hilf uns, Vater, daß wir nicht brechen die gelobte Pflicht. 200. Gottes Gnade fey Kraft, schüß uns vor Gefahr uns mit deiner mit euch, stärke euch mit Kraft der Sünden! Gib, daß wir Confirmation. gewissenhaft überEigne Melodie. winden. Hilf, daß unser Herz 202. Mittler, schaut auf dir treu, standhaft unsre Tugend sey! Die Gemeine. 6. Ja, o Vater, stärke sie, dieſe dir geweihten Seelen! Hilf du ihnen, daß sie nie ih ren großen Zweck verfehlen! Gib, daß ihre Lebenszeit ganz der Tugend sey geweiht! 131 Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. Die Kinder. 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt seyn, daß sie nie vom Pfad Tugend in der 201. Sa, Gott, hor'uns, ferstreun. Schütze ſie vor alwir geloben, zum Himmel Herz und Blick erhoben, dein ewges Eigenthum zu seyn. Ewig wollen wir dich lieben, in jeder Tugend früh uns üben, uns dankbar deiner Güte freun. nimm uns huldreich auf und stärk' uns in dem Lauf nach dem Ziele, wo Se ligkeit für Müh und Streit die Treuen lohnt in Ewigkeit. len Schlingen, vor den kockungen der Welt; hilf, daß sie ihr Herz bezwingen, wenn ihm falscher Neitz gefällt. 3. Laß sie treu, in deiner Liebe, vest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geis stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun. Stärke fie durch deine Gnade, wann zu dir sie kindlich flehn, daß fie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn. 4. Halte fie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, vest; laß fie fühlen das die dein Erbarmen, Schwachen nie verläßt. Und wenn eines sich verirrte, und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! Die Gemeine. 2. Segen euch zum Chriftenbunde! Stets heilig sey euch diese Stunde! Gott schaut auf sie einst im Gericht. Ihm, dem Ew'gen, der einst richter, habt the auf ewig euch verpflichtet; wie groß ist, Christen, eure Pflicht! Er richtet Wort und That, und selbst des Herzens Nath, der Gerechte. Vor seiner Schaar wirds of fenbar, wer treu hier seinem Bunde war. fie hernieder, die sich deiner Lehre freun, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie das hin fich gab! Segnend schau bey ihrer Weihe, seguend stets auf sie herab. 5. Keines, keines ach, von allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Gna Confirmation. 132 de fallen, und von dir geschieden seyn! Wehe, Wehe trifft den Sünder; ihn verfolget Schaam und Neu'. Nein, Herr, keines dieser Kinder je Mel. Chrisius, der ist mein x. Friede, felige Gefühle 204. ich diese jungen Seelen, die, Vater, die sich nahn! Sie kommen deinen Segen von neuem zu em, pfahn. lohnen hier den Deinen schon; und die Krone dort am siele ist der Ueberwinder Lohn. Herr, auch diese Bundesglieder lohn' dein Heil schon in der Zeit! Sammle fie einst alle wieder dort in deiner Herrlichkeit! Mel. Schwing dich auf zu zc. Die Gemeine. 203.S egne sie, die dir, o Gott, Treu' gelobet haben; segne, guter Vater, sie mit den besten Gaben! Laß sie voll Vertraun und Muth deine Wege wandeln; chriftlich weise, chriftlich gut bis zum Tode handeln! 201 Die Confirmirten allein. 2. Wir auch bitten demuthsvoll dich um deinen Segen. Herzlich, Vater, bitten wir dich um deinen Segen. Tegne deiner Kinder Fleiß, segne das Bestreben, schuldlos, fromm und tugendhaft stets vor bir zu leben! nen Lehren! Gib, daß durch Religion immer mehr auf Er den Tugend und Zufrieden heit ausgebreitet werden! Gemeine und Confirmir ten. 3. Laß uns alle, alle, Gott, Jesum thätig ehren, eifrig und gewissenhaft folgen set 2. Sie kommen, dir, o Va ter, sich feyerlich zu weihn, und heilig zu geloben, bir ewig treu zu seyn; 3. Zu schwören, jeder Sün de mit Muth zu widerstehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. D blick auf sie mit Se gen, Allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare tren wan deln bis ans Grab. Mel. An Wafferflüssen Baby: lon 2c. 205. So lang ihr auf der Erde lebt, sey dieser Tag euch heilig! So oft Versu chung um euch schwebt, fey dieser Tag euch heilig! Ge schworen habt ihr heut dem Herrn: weicht nicht, wenn ihr oft nah, und fern der Sünde Lockung höret. Ihr send num Jesu Eigenthum; weicht nicht zurück; lebt ihm zum Ruhm, dem ihr jetzt an gehöret! 2. Euch segne heut sein Abendmahl mit neuer Kraft Confirmation. und Stärke! Fromm sey das Herz, und groß die Zahl in Gott vollbrachter Werke! Bricht einst die Nacht der keiden ein, so tröstet euch in Schmerz und Pein mit dem, der auch gelitten. Im Tode stårt' euch dieses Pfand; ihn selbst seht ihr im Vaterland, wann ihr nun ausgestritten. 2. Dich, Vater, will ich findlich ehren, der mich zur Ewigkeit erschuf; auf deine Stimme will ich hören, nie auf der Sünde Zauberruf; denn ihre Neitze sind Betrug, und bringen Elend nur und Fluch. 133 Wegen und leite mich an deiner Hand dem großen, scho. nen Ziel entgegen, hinauf ins besfre Vaterland. Dort wartet mein der Tugend Löhn, verheißen mir durch deinen Sohn. Mel. Wer weiß, wie nahe mirze. 200. Wie heilig ist nen Gang gewiß! mir diese Stunde, da ich dir treu zu seyn versprach! Gott, stärke mich in meinem Bunde; erinnre mich an diesen Tag! Mein Herz vergesse seiner Pflicht, der neubeschwornen Treue nicht! 3. Dich will ich über alles lieben, und deiner Liebe werth zu seyn, mit Eifer mich im Guten üben, und ernfilich alles Bife scheun. Doch, ach, du weißt, wie schwach wir sind; drum stärke du dein schwaches Kind! 4. Erhalte mich auf deinen 5. Und du, erbetner Geist der Liebe, der alles Gute in uns schafft, befördre jeder Tus gend Triebe! Erfülle mich mit deiner Kraft! Erleuchte mich in Finsterniß und mache mei6. Erinnre du mich, wenn ich fehle; hilf meiner Schwach, heit liebreich auf! Erwecke, stärke meine Seele im anges wiefnen Tugenblauf! In tris ben Stunden sende du, o Trdsier, deinen Trofi mir zu! 7. Laß mich das alles treulich halten, was heute, Gott, mein Mund verspricht, und laß mich nimmermehr erkal. ten in meiner, dir beschwor nen Pflicht. Ach, stärke du mich, Herr, mein Gott, dir treu zu seyn, bis in den Tod! 8. Dann werd' ich dieses Tages Feyer in meinem Le ben nie entweihn; ihr Angedenken wird mir theuer und ewig unvergeßlich seyn. Bis einst mein Aug im Tode bricht, vergeß' ich dieses Ta ges nicht. 134 Beichthandlung. Beicht handlung. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 207.2ch, abermal bin ich gefallen mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen, vielleicht noch nicht zum letzten Mal! Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil ich hin! 2. O die verhaßte Lieblingssünde, o die Gewohnheit bd. fer Luft, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie stürmen sie in meiner Brust! Wie mach tig und wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Långst warnte schon mich das Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! von böser Luft dahin geriffen, eilst du, Betroaner, in den Tod; dir raubt die Sünd' in kurzer Zeit dein Glück und deine Seligkeit. 4. Wie oft hab ich mir vorgenommen: uun, nun, will ich die Sünde fliehn; rein und unfiräflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht! 5. Doch regte sich aufs neu' die Sünde, und schwach) mur war mein Widerstand; fie lockte mich, und ach, geschwinde ergriff sie mich, und überwand. Die Luft verschwand mir im Gentus; ihr folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden, und abermal fiel ich so tief! Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug, mein Gewissen rief; Gott, Richter, ich ge dacht' an dich, und dennoch, dennoch fündigt' ich. 7. O tief verborgne Sun. denliebe, wie werd' ich endlich frey von dir? Wie überwind' ich deine Triebe, wie dampf ich deine Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hör mein Flehn, und lehre mich ihr widerstehn! 8. Ach, liebt' ich dich nur, wie ich sollte: dann flöh' die Luft zur Günde mich; und wenn sie mich versuchen woll te, ich würde Sieger, start durch dich; durch deiner Lie be Gottestraft blieb' ich dir treu und tugendhaft. 9. Gott, pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir; und was ich den ke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Stets leben als dein Eigen thum, das sey mir Lust und Heil und Nuhm! 10. So werd' ich endlich überwinden und Herrscher meis ner Lüste seyn; und du wirst die bereuten Sünden mir aus Barmherzigkeit verzeihn. Dank wird mein Leben in der Zeit, Beichthandlung. und Dank in deiner Ewigfeit. Mel. Was Gott thut, das ist sc. 208. Ach, ch, wird denn dein Erlößter nie frey vom Gesetz der Sünden? Ich kämpfe täglich wider sie, und kann nicht überwinden. Ich haß' ihr Joch, und trag' es doch; du siehst, Herr, dem ichs klage, wie ungern ich es trage. 2. Weit mehr, mein Gott, betrübt mich dieß, als alle Noth der Erde, daß ich noch immer nicht gewiß und vest im Guten werde. Wie fürcht ich mich, ich werde dich, durch Fleisch und Blut getrieben, nicht treu, nicht ewig lieben. 3. Doch will ich ruhig seyn in dir, der du die Herzen prüfest. Du kennest uns; nur Staub sind wir, die du ins Leben riefest. Gott, dein Ges" richt verdammt uns nicht, wenn wir nicht schon auf Erden, wie Engel heilig werden. 4. Wir gehn in Unvollkommenheit auf dieses Lebens Pfade; doch unfre schwache Frömmigkeit belohnst du auch mit Gnade. Das Herz soll rein von Bosheit seyn; so willst du die Gebrechen der Mensch lichkeit nicht rächen. 5. Ich, weiß, mein Mittler, Jesus Christ, hat meine Schuld getragen. Weil er für mich gestorben ist, wie könnt' ich 135 denn verzagen? Verdammte mich dein Zorn, der ich zwar schwach bin, aber glaube; was müßte mir mein Glaube? 6. Hilf du mächtiger! überwinden! mir kämpfen, mein Herz zut So werd ich täglich heiliger und freyer von den Sünden. Dort werden sie mich ewig nie von deiner Liebe trennen, mich nie vers führen können. Mel. O liebster Jefu, was 2c. 200.& rzeig'an mir, Erbarmer deine Gnade; gib, daß sie meiner Sünden mich ents lade! Du hast ein Vaterherz; du liebst das Leben; du kannst vergeben! 2. Dein Eifer müsse sich an mir nicht rächen! Gott, wasche mich von allen den Verbrechen, die mich beflecken; rein von allen Sünden, die ihn entzünden! 3. Ich kenn' die Sünden, welche mich entweihen; ich fühle fie, ich sehe, wie sie drauen; fie schrecken mich des Tags, in bangen Nächten, mich Ungerechten! 4. Jehova, dir allein hab' ich gesündigt! Mich schreckt der Fluch, den dein Gesetz verkündigt! Ach, unter seinem Zorn vergeh' ich Armer! Sey mein Erbarmer! 5. Ja, Nichter, deine Drehungen beweisen, daß du gerecht bist, deine Strafen prei 136 ßen dich, daß du rein seyst, heilig, der Verbrecher furcht barer Rächer. Beichthandlung. 6. Du liebst ein reines, hei liges Gewissen. Ach, gib es! laß in meinen Finsternissen mich deine weisheitsvolle Gnade sehen; mich nicht vergehen! 7. Verbirg, verbirg vor deinem Angesichte mein Ueber treten, daß es mich nicht rich te! Tilg' aus die Sünden, die mich, Herr, entweihen, die mich nun reuen! 8. Erschaff' in mir, Gott, eine reine Seele, ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 9. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gib bei nen Geist, doß er mich unter richte; versag' ihn nicht, daß er auf deine Wege mich leiten moge! 10. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hüls fe; gib den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft befiße, mich unterstütze! langen Schlummer auf. Wie ist mein Herz von Reu' zer riffen! Was zeigt mir meines Lebens Lauf? Ach, Thorheit, Undank und Verbrechen; und das Gewissen ruft in mir: das heilige Gesetz wird rå chen, was du verschuldet; wehe dir! 2. Wo sind die Freuden, die die Sünde in ihrem Diens sie mir versprach? Ach, wie entflohn sie so geschwinde, und ließen Gram und Ekel nach! Und mit euch, o ihr eiteln Freuden, entfloh mir meines Lebens Ruh'; nun stürmen täglich neue Leiden von allen Seiten auf mich zu. 11. Eröfine meine Lippen, dich zu loben! Es werde, Herr, dein Ruhm von mir erhoben! Ich will voll Dankbarkeit auf alle Zeiten dein Lob verbreiten! 3. Ich fühl' es, ewig werd' ich leben, und schrecklich wird mein Urtheit seyn. Bas ich verdient, wird Gott mir ge ben, hier Trübsal, und dort Angst und Bein. Verachtet hab' ich seine Liebe, getroßzet ihm ins Angesicht. Gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, wär' er, der Weltenrichter, nicht. 4. Darf ich noch vor dein Antlit treten, der du nur fromme Beter hörst? vor dir noch weinen, zu dir beten, und hoffen, daß du mich er hörst? Du bist gerecht, mein Herz erbebet vor deiner Hei ligkeit in mir. Du bist die Liebe, dieß erhebet mein sinkendes Vertraun zu dir. Mel. Wie groß ist des Alm. zc. 210.Gott, endlich was 5. Wenn ich der Sünde chet mein Gewiffen aus seinem nun entsage, sie flieh' und Beichthandlung. haffe wie den Tod; hinfort nach deinen Rechten frage, und ernstlich ehre dein Gebot; wenn ich zu dir in dei nem Sohne noch bete: hab', o Gott, Geduld; um deines Sohnes willen schone! O dann vergibst du mir die Schuld. 137 4. Will die Welt mit ihrer Luft, will die Sünde uns betrügen, will in unsrer eignen Brust unsre böse Neigung fiegen; dann, ach, dann verlaß uns nicht, du der Schwachen Zuversicht! 6. Ihr Himmel, hört es! Erde höre! Seyd Zeugen zwischen Gott und mir! Vergib mir, Ewiger, ich schwöre bey Christi Code Beffrung dir! Erbarm' dich meiner, und befrepe vom Elend mei ner Sünde mich! Mit kindlicher, mit ewger Treue, so wahr du lebst, verehr' ich dich! Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Eigne Melodie. 211. Deilig sey uns dies 212. Herr Jesu Christ, fer Tag, diese Feyer unsers Bundes! Unfre Herzen sprechen nach die Gelübde unfres Mundes. Gott, du bist es, der es hört, was hier unser Herz dir schwört! du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten; durch dich zum Vater mich zu nahn, von dir Vergebung u empfahn, und Kraft zum neuen Leben. 2. Wie drücket mich der Sünden Last! Nimm sie von meinem Herzen, der du auch mich erlöset haft, erlößt mit Todesschmerzen; damit ich nicht vor Angst und Weh bey dem Bewußtseyn ganz vergeh', daß ich mich schwer verschuldet. 3. Denk ich mit fillem Ernst zurück an mein geführ2. Wir versprechen alle dir neue Treue, neue Liebe, und wir alle weihen dir des gerührten Herzens Triebe. Alle wollen wir nur dein, nie der Welt vnd Sünde seyn. 5. Unvergeßlich soll sie seyn diese Feyer unsers Bundes; unfre Herzen stimmen ein in die Schwüre unsres Mundes. Unsre Treue wanke nicht, bis das Herz im Tode bricht! 6. Alle, die wir bier, vereint durch der Andacht Feyer, stehen, werden, wann der Tod erscheint, froh ins besfre Leben gehen, einzusammeln vor dem Thron treu bewährter Tugend Lohn. 3. Aber, ach, wie schwach sind wir, leicht vom Bösen überwunden! Herr, wir alle flehn zu dir! Stärk' uns dann in solchen Stunden; stärke uns durch deinen Geist, wel chen uns dein Wort verheißt. Beichthandlung. 138 Mel. Wer nur den lieben ze. tes Leben, an das von mir verscherzte was soll dann Trost mir geben? Ben 213. Scharmer Mensch, dir, Herr, find' ich ihn allein; ich würde ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. ich armer Sünder sich hier vor deinem Angesicht, Erbar, mer aller Menschenkinder! Gott, geh' nicht mit mir ins Gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade wiederfährt. 4. Dieß ewig theure Wort verspricht Heil allen, die dich ehren; die reucvoll zu ihrer Pflicht zurück, zu dir, Herr, Fehren, und nun vom Sun. benjoch befreyt, aus wahrer, frommer Dankbarkeit treu deis ne Wege wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, kommt hef zu mir; ich schenk euch Ruh', und richt' euch auf vom Falle; mein Joch ist sanft, leicht meine Fast; nehmt willig fie auf euch, und faßt die Hoff mung, Ruh' zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf tröst anch mich, wann mich die Günden schrecken; du weißt es ich vertrau' auf dich; laß seine Straft mich schmecken! Vergib, o du, der gern ver gibt, das Unrecht, das ich oft verübt, nach deiner Lieb' und Gnade. 7. Es stårke mich dein Freudengeist einst in den letzten Stunden, wann sich mein Geift der Erd' entreißt, von Cinden ganz entbunden; und nimm mich, wann es dir ges fällt, des Himmels würdig, aus der Welt, zu deinen Auserwählten. 2. Um Troft ist meiner Seele bange; die kast ge häufter Missethat liegt schwer auf mir, tie mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Weß trest' ich mich, ich Schuldiger, als deiner, All barmherziger! 3. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschöpf? das willst du nicht. Du, der mit Langmuth mich getragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du Gott, durch den ich leb und bin, gibst mich nicht dem Berderben hin. 4. Du siehst die Folgen meiner Sünden, und seufs' ich: wer vertilget die? ſo läsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: Ich, ich vertil ge fie. Du schenkest mir an Jefu Heil, zur Stillung meis nes Kummers, Theil. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getrost zu dir empor zu sehn; auch mir zum Heil ist er gestorben; auch ich, Herr, darf um Gnade flehn zu dir, dem Gott der gern vergibt, und lieber seg, net als betrübt. Beichthandlung. 139 denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 6. Sprich denn zu mir: ter, ja verzeihen. Oso höre dir ist vergeben! und stille des Gewissens Schmerz; und will mein zaghaft Herz noch beben, so sprich du stärker als mein Herz. Dein Gnadenwort mach alles gut, und schenke mir zur Beffrung Muth. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt mir, daß ichs bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir geweihte Sinn, mein findliches Vertraun auf dich bezeugens: du begnadigst mich. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist feine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! du verwirfft ihn nicht! 5. Allen, die zu dir fich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geångfteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abe genommen haft. 6. Dir will ich mich, denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor beinem Angesicht. Keine schndde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden! Ach, bes wahr', ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! 214. Sch ch erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Denn ich ken ne deine Gute: o wie thener ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner hart auf dich vergebens. Nur Veräch ter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Bertrauen; ficher kann ich auf 215.Jefus nimmt die dich bauen. Deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich, Gnade vor bir finden, geh' nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vas 2. Keiner Gnade sind wir Sünder an. Cagt doch dieses Troftwort Allen, die noch auf verkehrter Bahn und auf Sündenwegen wallen! Hier ift, was fie retten kann. Jefüs nimmt die Sünder an. Beichthandlung. 140 werth; dennoch hat in seinem Worte gnadenreich er sich erklärt, und uns selbst des Himmels Pforte durch sein Sterben aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaaf verIoren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, und zeigt ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommer Alle, kommet her, fommt, ihr tiefgebeugten Sünder! Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Got teskinder. Auf, und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich ben dir Ruh' für meine See le finden, daß dieß Wort mich fiärken fann: Jesus nimmt die Sünder art. 6. Du, der Allen Heil gebracht, nimmst von mir den Fluch der Sünden, und dein Kampf am Kreuze macht, daß auch ich Vergebung finden, und voll Trostes jauchzen tann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Nun stürmt keine Leidenschaft, und ich kann mein Her; jest stillen. Auch mir Schwachen gibst du Kraft, Gottes Willen zu erfüllen, mir, den nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sün der an. 8. Jesus nimmt die Sün der an. Auch mich hat er angenommen, mir den Him. mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und noch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Wer nur den lieben 2. 210. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, erbarme dich, erbarme dich. Noch einmal sieh' von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich. Vergib mir, Vater, geh' noch nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht. 2. Bie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat! Wie oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Miffethat! Doch ich vergaß, was ich versprach, und gieng der Sünde wieder nach. 3. Nun bin ich nah' dem Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Um Trost wird meine Seele ban. ge, um einen Netter aus, der Noth. Mein richtendes Gewissen wacht, und alles um mich her ist Nacht. 4. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh'? er kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Ich setze mein Bertraum auf Beichthandlung. dich, du Freund des Lebens, rette mich)! 5. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlssers Blut. laß durch ihn mich Gnade finden, und zu der Tugend Straft und Muth! Noch einmal, Bater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 6. Gott, sey mein Zeuge, da ich schwore: Mein Herz soll dir gehorsam seyn! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn, und standhaft dei ne Wege gehn. 19 ug 7. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Mert auf die heiligen Befehle des Gottes, der dein Netter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: Er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! 8. Bin ich gleich schwach; du wirst mich stärken, mein Helfer in Versuchung seyn; zum Glauben und zu guten Berken mir Kraft und Freu digkeit verleihn. So sich' ich vest und wanke nicht; denn du bist meine Zuversicht. blisis 141 Sieh' vor dir wirst du mir dein Gericht. mich beben; vergeben? 2. Ja, denn zurnend strafft du nicht, wie oft Menschen pflegen. Weise schafft hice dein Gericht selbst durch Strafe Segen. Ach, sie soll reuevoll uns zur Tugend leiten, und zu Seligkeiten. Mel. Mache dich, mein Geist ze. 217. Neuvoll euvoll nah' ich mich zu dir, Gott, um Trost zu finden. Bangen Schmerz erweckt in mir das Gefühl der Sünden. In mir spricht 3. Nuft nicht von des Lasters Bahn selbst dein Sohn die Sünder: Kommt, Müh. fel'ge, kommt heran, werdet Gotteskinder; Gott vergibt, der euch liebt; es soll euren Seelen nicht an Troste fehlen. 4. Herr, ich komme! Sieh' in mir sehnliches Verlangen, bey der Neue Schmerz von dir Gnade zu empfangen. Dir will ich dankbar mich gang zum Opfer geben; ewig die nur eben. 5. Hält noch Sinnlichkeit mich vest an gewohnten Setten; du, der Schwache nie verläßt, kannst davon mich retten. Mach' mich frey, sieh' mir bey, daß ich jede Sünde machtig überwinde! Mel. Ach, Gott, erhdr meinSeufe 218.Umsonst iss, das daß ich mir mein Herz verhehle! Du, Heiligster, durchschauest meine Seele. Du siehst int Licht, was ich oft nicht an mir erkenne; siehst, wie oft ich fehle. Abendmahlsfeyer. 142 2. Schwach bin ich, Gott, umringt von Eitelkeiten; leicht kann ihr Reitz mein sichres Herz verleiten; schnell wächst die Kraft der Leidenschaft, wenn nicht Vernunft und Wil le sie bestreiten. 3. Drum hilf, daß nie mich Schein und Wahn bethöre; daß ich mit Ernst auf deine Stimme höre, die in mir spricht, daß Weltluft nicht der Tugend zarten Keim in mir zerstöre. 4. Laß mich aus Leichtsinn nie die kleinsten Sünden entschuldigen und unbedeutend finden; stets sie bereun, und ernstlich scheun; sie könnten leicht in mir das Laster gründen. 5. Wer Eine Sünde liebt, fällt leicht in alle: wer Ein Gesetz verlegt, entweiht im Falle die andern mit. Ja, schon ein Schritt führt ab vom Ziel, nach dem ich Pil ger walle. 6. Oft sucht der Mensch aus Schaam, aus Furcht und Schrecken die erste Schuld durch andre zu bedecken; schwächt mehr die Kraft, die Beffrung schaft, und läßt zu spat sich aus dem Taumel we cken. und gebenedeyet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gib uns, Herr Gott, ju gute. Kyrieleison. 7. Dieß warne mich, um sicher nie zu leben, und dem Gewissen nie zu widerstreben, das uns beglückt, oft unters drückt nur ruht, um schreck licher sich zu erheben. 2. Herr, durch deinen hei ligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und 8. Gib, daß ich täglich mehr des Guten übe; doch nicht aus Eigennuß und niederm Triebe; nie, weil der Welt es wohlgefällt; nein, immer nur aus wahrer Tugendliebe. Abendmahls fener. 9. Mich selbst veredeln, an dern nüßlich werden, und auch umringt von Trübfal und Beschwerden, treu zu den Höh'n der Tugend gehn; dieß, Helligster, dieß sey mein Ziel auf Erden. Eigne Melodie. 210. Gott sey gelobet eleiſon. alpin das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyri3. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben, nicht größer Güte konnte er uns schenken, daben wir sein sollen gedenken. Kyricleison. 4. Herr, dein Lieb so groß dich zivungen hat, daß dein Abendmahlsfeyer. Blut an uns groß Wunder that, und bezahlt unser Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison. 5. Gott geb uns allen sei ner Gnaten Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen, in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison. 6. Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit, leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleifon. D. M. Luther. unser Heiland, der von uns Gottes Zorn wandt, durch das bitter Leiden sein, half er uns aus der Hölle Pein. Eigne Melodie. 220. Jesus Christus, dem Munde, so bist du recht 9. Gläubst du das von Her zensgrunde, und bekennest mit wohl geschickt, und die Speis se deine Seel erquickt. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 143 von Sünden schwer, und vor Angst ist betrüber sehr. 6. Solch größ Gnad und Barmherzigkeit, sucht ein Herz in großer Arbeit: ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen, kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 4. Du sollst Gott, den Va. ter preißen, daß er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn gegeben hat. 8. Hättst du dir was könnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß ein Speise sey der Kranken, denn ihr Herz 10. Die Furcht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. D. M. Luther. 3. Wer sich will zu dem Mel. Es ist Tisch machen, der hab wohl 221. acht auf sein Sachen, wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht. gewißlich an der Zeit ze. alt im Gedächt niß Jesum Chrift, o Seele, der auf Erden von seinem Thron gekommen ist, ein Heis land dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank' ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift! Er hat für dich Abendmahlsfeyer. 144 gelitten, und dir, da er ge storben ist, am Kreuz das Heil erftritten, Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Je fum Christ, der von dem Grab erstanzen, nunmehr zur Rechten Gottes ist, und von des Todes Banden die Seinigen hat frey gemacht, und ew'ges Leben wiederbracht. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Je fum Chrift, der mit Triumph und Freuden gen Himmel aufgefahren ist, die Stätte zu bes reiten, da du einst feine Herr lichkeit und ihn wirst schaun in Ewigkeit. Dank' ihm für diefe Liebe. 5. Halt' im Gedächtniß Je. fum Chrift, der einst wird wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Bösen und die Frommen. Drum sorge, daß dit dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Mein Heiland, den der Himmel preißt, dich will ich ewig loben. D stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben! Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glatt bens Straft, damit ich dir mit neuer Treue diene. bens letzte Nacht, die Nacht voll Angst und Schmerzen, die dich dem Tode nah ge. bracht, fen heilig unserm Her zen. Un deine Leiden ohne Zahl laß uns, wann dein Ge dächtnißmahl wir feyern, dank, bar denken. 2. Jm Leiden selbst lag dir das Wohl der Deinen noch am Herzen; wie sprachst du ihnen liebevoll Trost zu, bey eignen Schmerzen. Du reich test ihnen Brod und Wein; dieß sollte ihnen Denkmal seyn von deiner großen Liebe. 3. Dank dir, der du aus Liebe starbst; dein Tod gibt Troft im Leiden; die Hoff nung, die du uns erwarbsi, gibt selbst im Tode Freuden. Du heißest uns bey Bred und Wein uns deines Se genstodes freun, und deis ner nie vergessen. 4. Aus Dankbarkeit laf uns auch nun die Sünde ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun, und standhaft seyn im Leiden. Wir wollen deine große Huld und deine Sanftmuth und Geduld durch unser Leben ehren. 5. So wird uns dein Ges dächtnißmahlErmunterung zur Licbe, so stärkt es in uns überall der Tugend edle Tries be. So können wir uns deis Mel. Es ist gewißlich an der zc. ner freun, beruhigt und ver sichert seyn, mit dir, Herr, 222. Herr, deines Le- einst zu leben! Mel. Abendmahlsfeyer. 145 mel. Allein Gott in der Höh' sey zc. 6. Die Liebe, die du mir ist nicht zu ermes223. Sch preiße dich, o fen. mache ſelbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen; daß ich aus wahrer Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sey, und die zur Ehre lebe. Herr, mein Heil, für deine Lodesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du warst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele fich deß ewig freuen möge! 7. Zum ewgen Leben haft du dich für mich dahingeges 2. O wie viel Segen läßt ben. Dein Abendmahl erwes dein Tod zu meinem Heil mich cke mich, mit Ernst darnach zut finden! Erldsung aus der fireben. Herr, mache mich das größten Noth, Vergebung als zu geschickt, und werd' ich ler Sünden, Gewissensrub' einst der Welt entrückt, so sey und Tugendkraft, und Trost dein Tod mein Leben. in meiner Pilgrimschaft, das hat er mir erworben. 3. Ich fühle, Herr, voll Neu'und Schmerz, die Schwere meiner Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du aus deines Vaters Huld auch die Vergebung meiner Schuld mir Neuigenerworben. 4. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von dieser großen Gute. Wie viel hast du an mich gewandt! Ostärke mein Gemüthe, daß ich voll Zu versicht auf dich in meinem ganzen Leben mich an deine Gnade halte. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. Vor dem Abendmahl Mel. Vater unser im Himmels 224. Chrift eile nie mit zc. sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin; denk nicht, des großen Dulders Blut macht Jedes Sünders Laster gut. Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit. 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sey nicht dein Feind, empfang' es nicht dir, ach, zum firengeren Gericht! Nein; erst empfinde tief deint Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz. 3. Erst sey dein Vorfaß vest und rein, nicht mehr der Sünde Sclav' zu seyn; erst gib zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, durch 10 146 Raub entwandt; erst, Zürnen der, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich. 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tugend Bahn; dann gehe zum Altar hinan. Abendmahlsfeyer. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau auf den groSen Dulder hin, ber liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, fren von Heuchelen und Wahn, müßß jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmahl uns gemacht; gerührt denk' er hier an dein Kreuz, und widersteh' der Süns de Reiß. 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, und froh dem Tod entgegen sehn. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 225. Herr err, du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sey mit ten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubenvollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd' und Cod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig seyn. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feyern wir das große Abendmahl bey dir! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 220. Schicke bich, er lsßte Seele, glaubig nach des Herrn Befehle, seinen Mitt lertod zu feyern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnas den wirst du von ihm einge laden. Eil' ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm ges trost, es ist sein Wille! Komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Vers langen, Glaubensstärkung zu empfangen. Der du huldreich deinen Frieden sterbend mir auch haft beschieden, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdig doch genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil uns dir zum Preiße. 4. Dwie sehnt sich mein Ges müthe, Menschenfreund, nach). deiner Güte! Ewig währet dejne Treue, und du siehst Abendmahlsfeyer. 147 mein Herz voll Neue. Ach rer zu den Sternen, du, von. so stille denn mein Gehnen, dem wir lieben lernen; blick, trockne liebreich meine Thrå- o Herr, auf die Geweihten, nen! Tilg', Erbarmer, meine die ein Opfer dir bereiten! Sünden; laß mich Ruh' und Tief im seligen Gemüthe, Frieden finden! flammt Empfindung deiner Güte. 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Geelenruh' und ewges Leben wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen; nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich. Herr, fie sey mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb und thätig preiße. 2. Du hast auch für uns dein Leben in der Blüthe hins gegeben; auch für uns haft du gelitten, und den schwers sten Kampf gestritten. Durch bes Lebens Dunkelheiten willst du uns zum Lichte leiten; mächtig willst du in Gefahren unser Herz dir treu bewah ren. - 3. Sieh', wir freuen uns und beben im Bemühn, uns zu erheben. Unsre Schwäche schlägt uns nieder, deine Huld erhebt uns wieder. In dem sehnlichen Verlangen, dir nun ewig anzuhangen- o, wie innig flehn wir Alle: schüße selbst uns vor dem Falle! 4. Du, dem unsre Thränen fließen, laß dein Mahl uns recht genießen! Wohl uns, wohl in deinem Lichte! Ach nicht Weh' uns zum Gerichte! Unsre heiligen Gefühle, rette fie im Weltgewühle; daß dich unser Herz verkläre im Gehors sam deiner Lehre. 7. Du, dem die verklärten Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfiengen, laß auch mich dahin einst kommen, daß ich mich mit allen From men ewig deiner Huld erfreue, und dir meine Jubel weihe. Bey der Abendmahlsfeyer. Mel. Schmücke dich, o liebe 5. Gegen hat dein Mund gesprochen, liebend ist dein Herz gebrochen. Liebe wird in uns hinauf zut Seele 227.Blick herab aus bir begleiten. Liebe müſſe un deinen Höhen, du, nach dem Wir liebend seben! Unser Füh. serm Leben deines Gegens Weihe geben! Wir sind beis 146 Abendmahlsfener. ner Liebe Erben, laß uns Tugend unser Leben bis in segnend, liebend fierben! den Tod zu weihn. Wechfelgefang. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Die Versammlung. Mel. Jefus, meine Zuversicht: c. 5. Bis zum Tode liebtest du, bis zum Tode all die Deinen. Wort voll 228. Die ihr feine Lauf- ruh, voller Troft für die, die weinen, wenn sie Schuld und Vorwurf schreckt, wenn ihr Auge Nacht bedeckt. bahn lauft, theure, miterlößte Brüder, alle, die ihr feyd getauft, alle Jesu Chrifti Glie. der, kommt, Erlößte, kommt, erneut hier den Bund der Ge ligkeit. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich verl. sc. 2. Voll Andacht, Dank und Freude, o Jesu, kommen wir, gedenken deines Todes, erheben uns zu dir. Erweckt ben deinem Mahle zu neuer vester Treu, empfinden wir, wie selig, wer dir sich weihet, sey. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 3. Sie, die jetzt voll Zuverficht, Jesu, deines Heils sich freuen, laß sie wandeln stets im Licht, und sich ewig ganz dir weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 6. Wie viel du, Herr, ets duldet, bis in den Tod uns treu; wie voll des hohen Ses gens, dein Tod, dein Leiden sey; zu welchen Seligkeiten uns unser Glaube führt; wie fühlen wirs so innig, wie tief zum Dank gerührt! Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 7. Gott ist gnädig, und wir gebens. Unterpfand vom künft traun seiner Gnade nicht vers gen Schau'n wird uns dieses Mahl des Lebens. Inniger fühlt hier der Geist, daß Gott hält, was er verheißt. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 8. Zwar sehen unsre Augen dich, unsern Heiland, nicht; nicht deine Huld und Liebe in deinem Angesicht; sehn nicht das Brod dich reichen, des Bundes Kelch uns weihn; hier spricht nicht deine Stim me: Nehmt, und gedentet. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich ze, 4. Wie brennen unsre Sees len in heilger Dankbegier! Wie schlagen unsre Herzen voll heißer Liebe dir! Sie fromm ist das Gelübde, hinfort, von Sünde rein, der mein! ܠܘܘܐ Abendmahlsfeyer. 9. Doch wir, auch wir empfinden, wie göttlich du uns liebst, wann du in deinem, Mahle der Gnade Pfand uns gibst. Ins Reich des Lichts erhebet sich unser Geist entzückt, wo er einst, frey vom Staube, dich, Jesu, selbst er blickt. Die Versammling. sind Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 10. Jesu Christi Schmerz und Tod werd' in aller Welt verkündigt. Freudig nahe sich zu Gott, wer geheiligt, wer entsündigt, dem, der liebend uns verzeiht, sich zum Opfer dankbar weiht. 149 ken, soll sich unser Herz zu dir, Jesus Christ, voll Andacht lenken; heiß zu Gott um Stärkung flehn, muthvoll deinen Pfad zu gehn. 2. Zu der hohen Seligkeit, die ein reines Herz gewähret, zu der fanften Heiterkeit, die kein Erdensturm zerfidret, führt uns Sterbliche der Pfad, wel chen einst dein Fuß betrat. 3. Wer dir ähnlich werden will, wache über seine Triebe; weihe anspruchlos und still sich der großen Pflicht, der Liebe; segne, wie du, Menschenfreund, liebevoll selbst seis nen Feind. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 11. Laß diesen Tag der Won ne uns, Herr, gesegnet seyn, daß wir noch einst im Himmel uns seines Gegens freun. Und was wir dir gelobten, das zu verleih' uns Kraft. Dann enden wir einst freudig des Lebens Pilgerschaft. thum 4. Fühlt auch tiefen Gram das Herz, drückt auch schwer der Leiden Bürde; es bewahr' im bångsten Schmerz still er. duldend seine Würde; firahlt doch frommer Zuversicht in die Nacht des Unglücks Licht. 15. Wenn die heilge Pflicht gebeut, Wunsch und Neigung zu befiegen, wollen wir im heißen Streit nicht verzagen, nicht erliegen. Hoher Friede lohnt das Herz für der Üeberwindung Schmerz. de Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 12. In das Chor der Him mel dringt, Herr, auch unser stammelnd kallen. Wann, von 6. Ja, mit unnennbarer Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beffrer Lobgefang deiner hohen Liebe Dank. Ruh', die kein Erdenglück gewähret, wandelt der dem Ziele zu, der den Ruf der Tugend ehret; deffen Leben, Jesus Christ, deinem Vorbild ähnlich MS17 7. uns in der Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. ist. 220.Fenerlich vereinigt zeit, dieſe Ruhe zu erringen, hier, deines Todes zu geden- daß wir einst mit Freudigkeit Abendmahlsfeyer. 150 unser Tagewert vollbringen. Todesschmerz jetzt neuen Ein Feyerlich geloben wir, Heiland, vestre Treue dir. druck auf mein Herz! 8. Reich' uns Schwachen deine Hand, richte wieder auf, die fallen, daß vereint zum Vaterland wir mit heilger Sehnsucht wallen. Wenn wir still im Guten stehn, laß uns auf dein Beyspiel fehn, an 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, Erldser, starbft; durch schndden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zue Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 9. Sinkt sie dann zum letzten Mal uns hinab, der Erde Sonne, endet sich der Tage Zahl, o so schlummern wir zur Bonne jener Welt, im Herzen rein, voll Vertraun und Hoffnung ein. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir bestånd'ge Treue bey deinem Mahle feyerlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich, dram bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Mel. Wer nur den lieben Gott Spottern schämen der Ehre, die man dir nie mich ze. 230. Hier bin ich, Jefu, zu einem Schritt bequement, zu erfüllen, was du in jener Leidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 2. Es werde mir für mein Gewiffen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bey Gott Vergebung fand: so freuet meine Seele sich in deinem Heil und preiBet dich. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd was versieht, Vers söhnlichkeit und Sanftmuth üben, aus frommem, christ lichem Gemüth, stets einges denk der Schuldenlast, die du mir, Herr, erlassen haft. 8. Es stärke fich in mir der Glaube, daß ewig meine See.. le lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wann du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirft. 9. Gebeugt lieg' ich zu dei 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, mit der du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Es mache, Herr, dein Abendmahlsfeyer. nen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, laß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl geseg net sey. 151 heil erwarb, von ganzem Hers zen leben. 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen! Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Leben dir zu weihn, und deinen Tod ju preißen. Laß mich den Ernst der Hei ligung durch eine wahre Bes ferung mir und der Welt be weisen. Mel. An Wasserflüffen Babys lons 2c. 231.Ich Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Erbarmer, würdige du mich des Reichthums deiner Gnaden. Ich liege hier vor GotMel. Herslich thut mich zc. tes und des Menschen Sohn, 232. Ich fich' voll Dank mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlößten. und Liebe bey Jesu Kreuze hier; sein Pfad so steil und trübe, er lieget ernst vor mir. Ihn seh' ich, der sein Leben der Menschheit Wohl geweiht, so ruhig hingegeben für unsre Geligkeit. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gotteskinder. Ich denk' an deine Leidensnacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du haft mir heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt; mit ich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget meine Sünden, und läßt bey seinem Mahle hier mich Gnad' um Gnade finden. Er hört der Neue fehnlich Flehn, will gern mich fren und glücklich sehn, will gern die Schuld vergeben. Nur soll ich ihm, der für mich starb, und mir so großes 2. Es fließt der Rührung Zähre, o Allerbarmer, dir; ich seh' aus höhrer Sphäre die Erde unter mir. Es schei nen jetzt die Freuden des Le bens mir so klein, der schwere Kampf mit Leiden so leicht und kurz zu seyn. 3. Beruhigt weicht das Toben der Leidenschaft zurück; mein Geist, zu dir erhoben, genießt der Tugend Glück, des Himmels Vorgefühle, wo, Gott, dein Friede wohnt, wo herrlich dort am Ziele der Preiß den Sieger lohnt. 4. Dir schwör' ich: bis die Univ. Bibl. Giessen Abendmahlsfeyer. 159 Gonne des Lebens niedersinkt, zu der Vergeltung Wonne die letzte Stunde winkt, mit gleicher, vester Treue gehorsam dir zu seyn; dir, Ewiger, aufs neue mein ganzes Herz zu weihn. 5. O wenn im Weltgewüh- Mel. Es ist gewißlich an der c. Herz des ver gift, dem warnenden Gefühle 233. Ich will den Bunb der Neue sich verschließt: wer wird mich dann bewahren, und mein Erretter seyn, wo ringsum mir Gefahren, Verlust des Friedens draun? 6. Du wirft es, deffen Gnade dem Schwachen Muth verleiht, auf ungebahntem Pfade die Vaterhand ihm beut. Er halte meiner Seele der Un schuld hohes Glück, und führe, wenn ich fehle, erbarmend mich zurück. 7. Laß mich nie muthlos zagen, wenn Dunkel mich um giebt, wenn in den Prüfungstagen sich jede Aussicht trübt. Es ist, o Gott, dein Wille, der über mich gebeut: dieß stärke mich zur Stille und fanften Heiterkeit. 8. Laß mich des Lebensfreuden durch reinen Dank dir weihn, und mäßig und bescheiden mich meines Glückes freun; was du mir schenktest, theilen bereit mit Freund und Feind, und schnell zu helfen eilen, wo ein Verlaßner weint. 9. Laß treu mich meinen Pflichten, freut deinem großen Ruf, mein Tagewerk verrichten, zu dem dein Mink mich schuf. Nah' dann sich einst das Ende vom kurzen Pilger. lauf: du nimmst in deine Hände dein Kind, o Bater, auf. mit meinem Herrn bey seinem Mahl erneuern; ich will von Weltgeschäften fern heut sein Gedächtniß feyern. Der Tag fey still und heilig mir. Froh foll mein dankbar Herz zu dir, Erldser, fich erheben. 2. Mich führenicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrs ter Sinn dadurch schon Gnas de finde. Nein, frey von niedrer Heuchelen, von eitlem Selbstbetruge frey, will ich dein Mahl heut feyern. 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben sen mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preißen. 4. Mit Neue will ich meine Schulb vor meinem Gott gestehen, und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich mit glaubi gem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe finden. 5. Es sey das Mahl der Abendmahlsfeyer. Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit froherm Muthe dir folg' auf der Lugend Pfade, mich immer meines Vaters freu' und voll der frohen Hoffnung sey, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über alles lie be, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe. Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein lebenlang mit reinem Herzen bringen. 153 ben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten und zum Erbtheil der Erlößten, zu des Himmels Herrlichkeiten, wenn ich folge, vorbereiten. 4. Nim so sey der Bund erneuet! Ganz sey dir mein Herz geweiher! Täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben; was du liebst, will ich auch lieben, ernstlich mich im Guten üben; was du haffest, will ich haffen, fiets von dir mich leiten las sen. 5. Doch ich fühle meine Mel. Schmücke dich, o liebe sc. Schwäche. Jesu, was ich dir wie leicht ist 234. Jesu, Freund der das gebrochen! ſchneller oft, Menschentinder, der du dich zum Heil der Sünder, von des Himmels hohen Freuden zu den bångsten Todesleiden willig haft herabgelassen, wer kann dein Erbarmen faffen? Tiefgerührt von deiner Güte, preißt dich dankvoll, mein Gemüthe. als ichs versprochen. Darum stårk in mir die Triebe dankbeflißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einft erfale, treu dir sey und Glauben halte. 6. Hilf mir wider alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Neiß zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich stets in dem Gewissen deis nen Frieden mag genießen, und, erstanden einst vom Grabe, Theil an deinen Freuden habe. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet; Licht, den Weg des Heils zu finden; Trost bey dem Gefühl der Sünden; Kraft, der Bessrung nachzujagen; Muth, des Le.. 7. O wie will ich dich er. bens Last zu tragen, und die heben, wann du einst im hdHoffnung beffrer Zeiten in dem hern Leben zu der Wonne Reich der Ewigkeiten. deiner Frommen, Herr, ich hoff's, mich läsfest kommen! Da, da wird mich nichts mehr sidren, dich aufs innigste zu ehren; da werd' ich, befreyt 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erwor Abendmahlsfeyer. 154 von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. 5. Wer wollte nicht den letzten Willen des Heiligsten, der je auf Erden war, zu seinem eignen heil erfüllen; nicht des Freundes am Altar, der Sünd' und Tod, sich opfernd, überwand, und Erd' und Himmelfeyerlich vers band? Mel. Dir, dir, Jebova, will zc. 235.aft uns den Bund der Liebe fenern, den Jesus Christus durch sein Blut geweiht! Laßt uns ihn preis Ben, unsern theuern, erhabnen Freund, voll Lieb' und Dankbarkeit! Wer that je für der Menschen Wohlfahrt mehr? Wer war so groß, so liebe voll, wie er? 2. Die ganze Menschheit, rein von Sünden, mit seinem ewgen Vater durch den Bund der heilgen Liebe zu verbinden, kam er und that uns Got tes Willen kund; ertrug er Schmach und Qual mit Hel denmuth, und gab zum Bun desopfer selbst sein Blut. 3. Er sah sie nahen seine Feinde, im bangen Dunkel seiner letzten Nacht; doch war im Kreise seiner Freunde er noch auf aller Trost und Heil Mel. Jefus, meine Zuversicht zc. bedacht; vergaß der nahen 230. Raht mit Andacht Schmach und Todesqual, und stiftete sein großes Abend mahl. im Gemüth euch dem heiligen Altare! Wer von Jugendfeuer glüht, und der Greis im Sil berhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht, hier send ihr alle gleich! 4. Ich scheide, sprach er, um die Meinen, die freudig üben, was ich lehrt' und that, mit mir auf ewig zu vereinen, im Hause deß, der mich gesendet hat. Nehmt, eßt und trinkt, dieß ist mein Leib, mein Blut; gedenket mein, so oft ihr solches thut. 6. Wie felig, fern vom Erd gewühle, sich ihm zu weihn in Liebe und Vertraun, und voll der heiligsten Gefühle aufs schöne Ziel der Ewigkeit zu schaun; da, wo so göttlich uns sein Bild erscheint, und felbst die Reu' dankbare Thras nen weint! 7. So laßt uns oft in heils ger Stunde bey seinem Mah. le das Gelübd' erneun, der Liebe feyerlichem Bunde durch Zeit und Ewigkeit getreu zu seyn; und froher dann hinan des Lebens Hdh'n zum großen Hause seines Vaters gehn! 2. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle streben wir zum Ziele reiner Heiligkeit hinan: reicht mit herzlichem Gefühle, durch der Lieb' und Hoffnung Abendmahlsfeyer. Band veft verknüpfet, euch die Hand. Wer 3. Auf, den Blick zur hd hern Welt! Fließt, der Freude Thränen, fließet. vom Brod des Herrn erhält, wer vom Kelch des Herrn genießet, fühle, seiner Würde voll, was er seyn und werden foll. 4. Laßt uns Alle rein und gut, himmlisch wandeln, Schweftern, Brüder! Denket: Jesu Chrifti Blut floß für uns am Kreuze nieder; Liebessinn und Pflichtgebot sieget über Schmerz und Tod, 5. Der uns mahnt, der Welt Gewinn für den Himmel hinzugeben, gab für Gottes Sache hin Ruhe, Freude, Blut und Leben. Weihet dem Erldser Dank, weiht euch selbst ihm lebenslang! 6. Wer gebeugt von Sorgen geht, wer des Lebens Glück genießet, wer vor Gott in Unschuld steht, wem der Neue Thräne fließet, sen in Liebe uns vereint; unser Herz kennt keinen Feind! # 55 ten, Troft im Leiden. Und was hier ihm theuer war, bleib' uns theuer immerdar! 7. Nein, es kennet keinen Feind! Wohl und Frieden wünscht es Allen! Wo des Höchsten Sonne scheint, mége Jeder ihm gefallen: wer den Heiland, Jesus, ehrt, und wer immer von ihm hört. 9. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben: laßt uns Kräfte, Zeit und Gut Menschen wid men, für sie leben! Laßt uns zu des Himmels Höh'n auf der Bahn der Liebe gehn. 8. Fließt, der Liebe Thrånen, fließt; Seclenruhe, Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Gu Mel. Herzlich thut mich vers langen 2c. 237. du, der bis zum Tode am Kreuz auch uns geliebt, der bis zum Tode Tugend bey Schmerz und Hohn geübt, wir nahen uns voll Andacht zu deinem Todesmahl, gedenken deiner Liebe, gedenken deiner Qual. 2. Wir weihen uns aufs neue dir, Herr, zum Eigen thum; wir wollen dir nur le ben, durch ächtes Christenthum. Es ist auf Erden keiner, der besser ist, als du; es findet unsre Seele ben dir nur wahre Ruh'. 3. Wenn, Herr, auf dich zu hören, sich unser Ohr ver. schließt; wenn, deinem Wink zu folgen, das Herz zu trage ist; wenn eitle Luft der Sinnen in unsrer Seele wohnt: dann ernten wir die Früchte, womit die Sünde lohnt. 4. Von Eitelkeit umgeben, geleitet oft von Bahn, verirren, ach, wir Schwache uns leicht von deiner Bahn. Das Vorbild deiner Tugend ver Abendmahlsfeyer. 156 gist so oft das Herz; verwirft die bessern Freuden, und wählet Neu und Schmerz. 5. Doch heut, o Jesu, fühlen wir beine Lieb' aufs neu; empfinden ganz, wie selig dein treuer Jünger sey. Das Vorbild deines Lebens erneut sich unserm Blick; wir fehn auf unfre Schwächen mit Schaam und Neu' zurück. bewährter Tugend, des Wie dersehns am Ziel. 9. Kommt, miterlößte Bruder, wir wandeln, Hand in Hand, dem großen Ziel ent gegen, ins rechte Vaterland, voll Bruderlieb' und Treue, tm süßen Vorgefühl des Lohns 10. Den herrlichen Vollen der erhebe mein Gesang! Bringt bey dem Mahl der Liebe ihm Preiß und frohen Dank! Wir schauen hier im Bilde, und dort von Ange ficht; wir wandeln hier im Dunkeln, doch einst wird alles Licht. 6. O laß, wann wir der Liebe geweihtes Mahl em pfahn, mit fündenreinem HerMet. Fren dich sehr, o meine Seele zc. zen zu dir uns alle nahrt. 238. Voller Ehrfurcht, Der Eegendeines Todes wird dem nur, der, dir gleich, nach Gottes Reiche trachtet; ihn lohnt das Himmelreich. 7. Mit ganzer Seele hantge das Herz an seiner Pflicht. Auf Freuden und auf Schmerzen acht' es im Kampfe nicht. So standhaft, wie du kämpfteft, sey unfrer Tugend Streit; so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der uns erfreut. 8. Sey es auch Last und Mühe, der Pflicht getreu zu seyn; führ's auch zu Spott und Schande, ihr standhaft uns zu weihn: was ist das Glück der Erde? Wie bald ist es dahin! Was sind der Erde Leiden? Wie bald find sie dahin! Dank und Freuden komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden, und gedenk' an deinen Tod. Mitt ler, der du für mich starbst, mir ein ewges Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sey mein eifrigstes Bestreben. 2. Ich empfind' es jetzt dir schuldig bin. Du, du gabst aufs was ich, Herr, mit großer Treue ganz dich mir zum Gegen hin, zeigtest mir den Weg zu Gott, und ertrugft den Kreuzestod, mir im Leben und im Sterben sichre Trdsiung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freyer Zutritt mir und Kraft, auf der Tugend sicherm Pfade vest einherzugehn, verz schafft. Und du rufft aufs Neute mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Gegen nehme, und mich deiner niemals schäme. Abendmahlsfeyer. 157 4. Sollt' ich, Sefu, denn ner Mittler, Jesus Chrift! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlges fällig ist. Es müsse deines Codes Pein mir immerdar vor Augen seyn! vergebens deinen Leib, dein Blut empfahn? Nicht zur Beffrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit wahrem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein neues frommes Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, prag' thn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn, Muth, die Sünde stets zu fliehn, ihre Lockungen und Freuden bis an meinen Tod zu meiden. 6. Geh' mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Zugendlauf nimmer wanke, nie ermüde; so erqui cket mich dein Friede. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Jch, sündhaft und des Todes werth, ich soll nicht sterben, sondern leben; denn leben soll, wer sich bekehrt. Du starbst für Sün der, starbst für mich; wie preiß' ich, o wie preiß' ich dich! 3. Heil mir, dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab' ich dir vers sprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feyerlich gelobt' ichs dir; sey du nun Hülf und Beystand mir. O 7. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmber. zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und vest, daß sie mich auch nicht verläßt. Nach des Lebens turzen Leiden führt sie mich zu Himmelsfreuden. 4. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht; im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Im Tode noch sey, Herr, dein Heil mein höchster Trost, mein bestes Theil. R 5. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt mich je von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein: o laß mich deiner wür. dig seyn! Nach dem Abendmahl. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Mel. Wie groß ist des Alls ze. 230.Nim 240. Preiß dir, du hast -imm hin den Dank für deine Liebe, erhab. aus deiner Fülle, Herr, unser 158 Trauung. schmachtend Herz erquickt! In welches Licht, in welche Stille war betend unser Geist entrückt! In unserwachten höh're Mel. Wie schön leucht uns der z. Triebe, als sich die Welt um 241.Wir nahen uns, uns verlor. uns war Himmel; Gottesliebe hob uns vom Irdischen empor. 2. Vollbracht ist nun die heil'ge Feyer, verkündet ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß bleib uns theuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorge. fühle in uns erkalten und vergehn! Laß würdig einst am o Gottes Sohn, von Dank durchdrungen deinem Thron; du hast uns nun gegeben im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; dieß komm' auf ewig uns zu gut und stärk' in uns dein Leben. Amen! Amen! Welche Freuden nach dem kei den warten droben, wo wir dich ohn' Ende loben! Trauung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, Mel. Wie schön leucht uns deric. freuet 242. Aufeuch wird Got. 243. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih' auch sie( uns) zum Segen, die hier( wir) vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen. Laß sie( uns), Va ter, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm vor dir und heilig wandeln! 2. Laß sie( uns) auf dich im Glauben sehn; der Zukunft frohentgegen gehn; Beschwe den muthvoll tragen; im Stils len immer dein sich( uns) freun, geschäftig, treu und friedsam seyn; in Leiden nicht verzagen. Ja, gieb, daß sie( wir) dir ers geben, glücklich leben, freus tes Segen ruhn; er hat ihn euch gewährt! Geht hin, und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach; sein Heil sollt ihr empfahn; kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung feiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. großen Ziele, Herr, deine Herv lichkeit uns sehn! 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er Trauung. 159 6. Und gönnst dit ihnen, Gott, die Freude, an Kindern ihre Lust zu sehn: so laß fie Mel. Wer nur den lieben Gott ic. fröhlich dann auch beyde Allgütiger, dein Lob und 244. Vonbir Gott, find eifervoll ſich ſtets bemühn, fie fromm und weise zu erziehn. der Ehe Freuden. Du, der du Mann und Weiberschufft, und fie im Glück, so wie im Leis den, zu großer Pflichten Ue bung rufft: gib, daß sie beyde dir. sich weihn, und dein sich über alles freun. 7. Wenn sie so deine Wege wallen, vereinigt durch der Liebe Band, o Gott, zu deinem Wohlgefallen, wie hoch beglückt ist dann ihr Stand; Belebt sie deiner Liebe Sinn: o so wird alles ihr Gewinn. dig sterben, und vereint den Himmel erben. 2. Erhalte sie auf deinen Wegen, nimm alles ihres Thuns dich an, und laß sie jedes Glückes Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn, wenn ihr vereinigtes Gebet zu dir um Gnad und Hülfe fleht. 3. Dir sey durch deines Geistes Triebe geheiliget ihr Geist und Leib. Gib, daß mit un verrückter Liebe sich stets ihr- Herz ergeben bleib', mit Liebe, die voll Zärtlichkeit einander fich zu dienen freut. Kein Theil verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestum. Und trifft den einen Last und Plage, so mildre sie der andre ihm. Das Glück, deß sich der eine freut, schaff' auch dem andern Seligkeit. 5. Laß sie einander, wo sie fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn, und sich, das Gute nur zu wählen, Ermunterung und Beyspiel seyn. Wie wächst dann jeden Augenblick mit ihrer Tugend auch ihr Glück. 8. Drum leite sie auf deinem Pfade, bis an das Ziel von ihrer Bahn, nach deinem Rath; und deine Gnade nehm' einstens sie zu Ehren an. Dann krönt sie auch vor deinem Thron der frommen Liebe höh'rer Lohn. Jubelhochzeitfeyer. el. Sey Lob und Ehr dem Höchsten zc. 245. du, den keine Sprache nennt, den tief das Herz empfindet, der süße Bande knüpft und trennt, und dann auf ewig bindet: des Dankes Opfer ist bereit; hier stehn, von deiner Huld erfreut, zwey hochbejahrte Zeugen. 2. Ein tiefgerührtes Greisenpaar sinkt betend vor dir nieder; der Tag, der einst ihr ( der unser) Glück gebar, er Fehret festlich wieder. Ein halb Jahrhundert floh dahin; fie( wir) sahn es still vorüber Trauung. 160 ziehn, denn ihre( unfre) Liebe weilte. 3. Du leiteteft sie( uns) Hand in Hand, Ein Herz und Eine Seele, mit jedem Jahre mehr verwandt. frohe Mund erzähle, wie jeder Trug der Sinne wich, im raschen Strom der Jahre sich veredelte die Liebe. Der 4. Gott, welche Wunder deiner Macht enthüllt ein langes Leben! Bis hieher hast du sie ( uns) gebracht! Sieh ihre ( unfre) Lippen beben! Vernimm der Enkel Jubelchor, und diesen Seufzer, tief hervor aus frohgerührtem Herzen! 5. Bis hieher hast du fie ( uns) gebracht;- wie man che treue Gatten barg schon des Grabes tiefe Nacht in ihre Trauerschatten! Wie viele wur den früh getrennt; sie( wir) stehn vereint, und selig nennt dich ihre( unsre) Seele: Va ter! Begräbniß. Eine Stimme. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr nochSterblichen, nur ein! Es bleibot ja im Grabe nicht, denn Jesus kommt, und hält Gericht. Der Chor. - 6. So leite fie( uns) durchs Alter auch, du Stärke aller Schwachen! Bis zu des le bens letztem Hauch wird deine Liebe wachen. Wie Eine Stunde sie( uns) verbandso führe deine Vaterhand fie ( uns) auch vereint zum Zie le! Mel. Nun lasset uns den Leib zc. 240. Begrabt den Leib bein nun die Verweſung weit Eine Stimme. mein in feine Gruft; bis ihn des Nichters Stimme ruft. Wir fäen ihn, einst blüht er auf, und steht zum bessern Leben auf. zerstreun; es bleibt als Stauß in dessen Hand, der mächtig es mit mir verband. Der Chor. 2. Zurück zur Mutter Erde kehrt hier alles, was ihr angehört. Der Leib verweßt; doch einst erwacht er wieder que des Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bey Gott, frey von der Erde Schmerz und Noth; verziehen hat ihr Gottes Huld der Erdenschwachheit Fehl und Schuld. Eine Stimme. Gott ist barmherzig; er vers stößt im Tode nicht, die er erisßt, für die der Welterlöser starb, der allen Gnad' und Heil erwarb. 4. Der Begräbniß. 161 Der Chor. Wir Was sich auch das Herz erkohs 4. Wir wandeln hier im ren- ach verloren ist verloren? uns nicht dunkeln Thal, erdulden oft 2. Nein, du bist uns nicht hier Müh' und Qual. verloren, Theurer, den( Theutragen Jesu Christi Joch, ent- re, die) der Sarg umschließt! schlafen einst, und leben doch. Heil dir, dich hat, neugeboren, eine höhre Welt begrüßt! Was du Wahres hier ges dacht, was du Edles treu volls bracht, reift in ewger Wonne Segen, dort vergeltend dir entgegen. Eine Stimme. Auch mich hat Trübsal oft gedrückt; nun hat mich Gottes Ruh erquickt. Was find die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! Der Chor. 5. Nun, du Erlößter, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. Eine Stimme. Wohl euch, wenn tren ihr darnach ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Der Chor. 6. O laß, Erlöser, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß unsre ganze Seele bein, und freudig unser Ende seyn! 3. Dank dir, Dank für Lieb' und Treue, aus dem nassen Auge Dank! Dank für deines Beyspiels Weihe; aus des Herzens Innerm Dank! es leitet licht und mild, durch das Leben uns dein Bild; und der Erde schönste Habe ward dir Liebe noch im Grabe. O und endet alles in des Grabes Nacht? Und des Todes Schrecken wendet von uns keiDes Gottes Macht? Wår' es Wahrheit, wenn das Herz ahndet bey der TrennungSchmerz; ― 4. Daß du, Gott, ihn( fie) uns geschenket, deiner Güte Preiß dafür! Der du ihne ( fie) ans Ziel gelenket, Preiß auch dafür, Vater, dir! Auch im dumpfen Grabgesang dir, o Jesu, frohen Dank! Unfrer harrt ja, was wir flehen, ewig sel'ges Wiedersehen. Mel. Nun lasset uns den Leib zc. Mel. Freu dich sehr, o meine ze. 248. Nun bringen wir 247. Sabießunserziel? ben Leib zur Nuh', und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, nicht immer 11 162 Begräbniß. der Verwesung Raub; er wird, tig öffnen wirst; dann laß wann Christus einst erscheint, uns fröhlich auferstehn, und mit seiner Seele neu vereint. dort dein Antlitz ewig sehn. 3. Hier, Mensch, hier lerne, unser Leben iſt. Nach Sor. 240. Sanft und ruhig was du bist: lern' hier, was Mel. Alle Menschen müssen i. ge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. sey dein Schlummer in der Erde fühlem Schoos! Nach des Lebens Müh' und Kum mer ward dir nun ein bessres Loos. Wir umringen noch dein Grab, schauen wehmuths voll hinab; doch zur Ruhe gehn auch wir. Gott sey Dank! wir folgen dir. 2. Weg mit unserm Blick vom Staube! Was hier schlummert, bist du nicht. Schon erblickt dich unser Glaus be dort, umglänzt von höherm Licht. Nach des Lebens Pilgerlauf schwang dein Geist zu Gott sich auf. Nein, du selbst bist nicht mehr hier! Gott sey Dank! wir folgen dir. 3. Laßt uns trocknen unfre Thränen; ewig ist auch unser Geist! Heil uns, wann nach langem Sehnen er dem Staus be sich entreißt! Dort, wo keine Thräne fließt, wo nicht Tod, nicht Trennung ist, freun wir ewig uns mit dir. Gott sey Dant! Dir folgen wir. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit. Auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, be denke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bey den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem Vater fichn: ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' jeder feiner Seele wahr! Mel. Jefus meine Zuversicht ze. 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sey uns nah, Herr das Sterben zum zieh unsre Seelen zu dir hin. ere Jefu Chrift; mach' uns 250. Tiefe Trauer eint Gewinn; 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gråber mäch uns hier, wo uns Freude sonst umfangen, des( der) Gelieb ten denken wir, der( die) den Begräbniß. Weg vorangegangen, und sein ( ihr) schlummerndes Gebein segnen wir mit Thränen ein. 2. Was er( fie) Gutes hier gethan, was uns einst mit ihm ( ihr) verbunden, blicken wir voll Wehmuth an; es ist nicht mit ihm( ihr) verschwunden: denn wie schnell das Leben cilt, Gutes bleibt und Liebe weilt. 3. Christen schreckt nicht Grab und Tod; nicht erhebt sich bange Klage. Durch das Grab glänzt Morgenroth von dem ew'gen Frühlingstage; und der Tempel Gottes steht, wo kein Sturm der Erde weht. 4. Flucht an eines Engels Hand, Rettung vor den Ungewittern, Weg ins ew'ge Va terland- fann der Christ vor dir erzittern? Seines Glaubens Freudigkeit harrt des Tags, der ihn befreyt! 5. Laßt uns oft den ernsten Blick in die Nacht der Gråber fenten! Laßt uns liebevoll zu rück an geliebte Todte denken; daß wir in Bereitschaft stehn, muthig ihnen nachzugehn! 163 ches Gesicht findest du im Grabe nicht. 2. Gleich des Feldes Blus men schwindet alles Fleisch umber; traurig sucht der Freund, und findet seinen Freund nicht mehr. Vor dem welken Greis am Stabe sinkt der Jüngling und der Knabe; vor der Mutter finkt ins Grab oft die junge Braut hinab. 3. Gleich des Feldes Blumen werde alles Fleisch vers stäubt. Nur der Erdenleib wird Erde; sein Bewohner bleibt. Ja, du lebst, Gelieb. ter( Geliebte), lebest über Sternen, oder schwebest mits leidsvoll um deinen Freund, der an deinem Grabe weint. 4. Diese Kräfte, dieses Trachten nach Vollkommenheit, dieses Vorgefühl, dieß Schmachten nach Unsterblich feit: dieser Geift, der Welten denket, würde mit ins Grab gesenket? Und geschaffen hätte Gott dieses alles nue zum Spott? 5. Nein, nicht spottend, nicht vergebens schufft du, Gott, dein Bild! Lieb' und Weisheit hat des Lebens Geift in Staub gehüllt! Diese Hül le wird zertrümmert, und die freye Seele schimmert zu der höhern Geister Chor immer herrlicher empor. 6. Auf, von Moder und Verwesung blick' hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesung alles Jammers Eigne Melodie. ( 251. Trockne rockne deines Jammers Thränen; heitre dei nen Blick: denn es bringt kein banges Sehnen ihn, der starb, zurück. Ach, die holde Stimm' und Nede, und der Lieblichteiten jede, und sein freundli Begräbniß. 164 fleust; wo nicht Krieg, Erdbeben, Fluthen, Hunger, Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Tod liebenden Geliebten droht. liebt, er isis, der es euch ge wiß einst vollkommner wieder gibt. 7. des Wonnetags, der wieder ewig Freund und Freund, Aeltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Mann 4. Ja, ihr sollt es wieder sehn, euer Kind, das ihr be weint; sollt mit ihm am Throne stehn, wo euch Gottes Huld vereint. 5. Schaut denn weg von und Weib vereint! Bann, jener Gruft, die nun euern gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preißen, der aus Jrrthum, Kampf und Gram uns in seine Ruhe nahm. Liebling deckt! Wist, daß Gott auch euch bald ruft, und auch euch einst auferweckt! 6. Blickt zur Ewigkeit em por! Lernet euch des Himmels freun! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll seyn. 8. Bald vielleicht, ach bald verschwunden ist auch meine Zeit, und die letzte meiner Stunden naht vielleicht noch heut. Olaßt Gottes Weg uns wandeln; immer gut und redlich handeln! Wann uns dann der Vater ruft, schrecket uns nicht Tod, noch Gruft. Am Grabe Frühverstor. Bey der Beerdigung eines Kindes. Eigne Melodie. 252.eltern, weinet auf ausſprechlich tiefe Schmerzen. das Grab eures Kindes Thrånen hin; aber trocknet sie auch ab; denn sein Tod ist euch Gewinn. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre gan ze Hoffnung sieht: kaum kann, ohne zu verzagen, diesen Schmerz das Herz ertragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stolz und Krone finket mit 2. Prüfen will Gott euer Herz, prüfen eures Glaubens Berth. Zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz kindlich sei nen Willen ehrt! bener. Mel. Herr, ich habe mißgehan: 2c. 255. Wenn der Sch unfre pfer der Geschlechter Lieben zu sich rust; wenn die Söhne, wenn die Tochter sin ken in die frühe Gruft: ach, un 3. Er, der euerm Arm entriß, was ihr jetzt noch weinend Begräbniß. 165 des Vaters Haupt; Mütter zu unserm Troft zurück! Allen von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! müß' es Beyspiel seyn, zu beglücken, zu erfreun! 4. Ach, es müßte unterliegen, dieses arme, schwache Herz, hülfest du uns, Herr, nicht siegen über Tod und Trennungsschmerz! Deine Nechte schlug uns nieder; dei ne Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh er rungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder geben! 3. In dem Segen deiner Chaten lebst du fort noch in der Zeit; jenseits werden die die Saaten Erndten ewger Seligkeit; schon lohnt dich erfüllte Pflicht, denn du schauest Gottes Licht. 4. dann, wann zum vollen Lohne die Gerechten auf erstehn, werden wir mit dir zum Throne des Vergelters preißend gehn; rufen dort vor seiner Schaar: Kron' ihn, der uns Segen war! 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am GraMel. Alle Menschen müsfen 2c. de nicht. Selbst des Todes 255. Wer mit Luft und be Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einst als Glück erscheinen. Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun, wer der Welt zum Gegen lebte, soll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächtniß bleib' und daure! Seine Nachwelt flag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schå ten kann. Am Grabe eines edlen Mannes. Mel. Gott, des Himmels und der 2c. 254. Nube fanft hier, wo die Schwüle banger Erdentage weicht! Lieblich weh' um dich die Kühle; Gottes Erde sen dir leicht! Segen folgt dir nach ins Grab; alle weinen Dank hinab. 2. Wohlzuthun war dein Bestreben; und du warst uns Freud' und Glück. Welch ein Bild von deinem Leben blieb 2. Laßt uns alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie viele müssen sagen: Mir auch hat er wohl gethan! Ja, gerecht sind unfre Zahren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehrt der Wehmuth laus ter Schmerz. 3. Seines frommen Lebens Thaten bleiben segnend uns 166 Außerordentliche Andachtsfeyer. zurück; und die Frucht der Seine Tugend nachzuahmen, edlen Saaten ist der Nach- edel, wie er war, zu seyn, welt Heil und Glück! Ach wolle Gott uns Kraft ver ten laßt uns seinen Namen! leihn! 3. Ausserordentliche Andachtsfeyer. Huldigung. Mel. Aus meines Herzens Gruns leiten, es sieht in deinek Hand. 5. Es leuchte, Gott der Gü te, dem Könige dein Licht; Ges rechtigkeit behüte ihn allzeit im Gericht. Laß stets durch sein Bemühn die Frommen sicher wohnen, nie laß ihn Frevler schonen, selbst stets das Unrecht fliehn. 2c. 250. Dir, höchfter Herr und König der Könige und Herrn! dir ift man unterthå, nig! du herrscheft nah und fern, du unser Herr und Gott; an Ehren groß und prächtig, zum Schute stark und mach tig, ein Helfer in der Noth." 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Obrigkeit von dir, und dir zur Ehre; ihr Schwerdt, das Frevlern draut, empfieng fie nur von dir. er ihr zuwider lebet, der, Höchster, widerstrebet, dir selbst so. wohl, als ihr. 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den König ehre, wie uns Er trågt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb' erfüllen, wird dein Will' auch erfüllt. 4. Laß deines Geistes Gaben fiets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch erhaben, gern deinen Willen thun. Du herrscheft selbst im Land; das Herz der Obrig. keiten kannst du, wie Bäche, 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segneft gern. Wir bitten ohn' Ermüden: gib Segen, Heil und Frieden durch Jes sum, unsern Herrn! Mel. Sey Lob und Ehr dem sc. 257. 257. Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Heil uns Allen schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß fie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Gegen 167 mer sich bewußt, daß nicht jes der herrschen fann; sey ein guter Unterthan. Außerordentliche Andachtsfeyer. und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sey, den Redlichen mit Hulf erfreu', dem Unrecht kraftig steure. 3. Laß uns, durch ihre Macht beschüßt, des Friedens Gluck genießen; erwerben, was dem Leben nüßt, und seine Müh' versüßen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 4. Beschirme fie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gonnen, mit ihrer List und ihrem Truß ihr niemals schaden können. Nie fehle je der guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen. 5. Gib denen Folgsamkeit und Treu', die ihr sind untergeben, daß Jedermann beflissen sey, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen trdne sie, und sey ihr Lohn auf ewig. 2. Nie vermessen strebe er, höher, als er soll, als er Recht, Gelegenheit und Nath, und auch Kraft zu nüßen hat. 3. Ungleich ist der MenScham' dich schen Loos; der ist niedrig der ist groß. deines Standes nicht; nöthig ist doch jede Pflicht. 6. Laß fie und uns voll Eifer seyn, in deiner Furcht zu leben; uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben: daß so vor deiner Majestät, die über Alles, Alles geht, Regent und Volk sich beuge. 4. Zur gemeinen Wohlfahrt sey den Gesetzen stets getreu; denn wer diese gern vollführt, ist so frey, als der regiert. Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir ze. 258.2 5. Schaue Jesum Christum an: sey, wie er, auch unterthan; halte gern, nicht blos aus Noth, deiner Obrigkeit Gebot. er gehorcht, der thu's mit Lust. Er bleib' im6. Selbstbeherrschung ist so schwer. Irrt dein Herrscher, frauchelt er: so verdamm' ihn nicht und sprich: Er ist auch ein Mensch, wie ich. 7. Ach, wie oft verführt ihn nicht zur Vergessenheit der Pflicht, schmeichelnd oder rånkevoll, der, den er beglicken soll. 8. Lebe selbst gewissenhaft; deiner Obern Rechenschaft laß dem Herrn, und sich nur du, daß du selbst gerecht seyst, zu. 9. Ehre, Furcht, wem sie gebührt; Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gåbst du Gott, dem Herrn, was du schuldig bist, stets gern. Außerordentliche Andachtsfeyer. 168 10. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß' und Fried' und Sicherheit, welch ein Glück, das, wer es hat, nur durch gute Obern hat! 11. Wo sich alle, groß und klein, dieses Glückes recht er freun: da ist glücklich jeder Stand, ja, da blühen Stadt und Land. 12. Wer sich sträflich wiberseßt, Ordnung und Gesetz verleßt, wird der Strafe nicht entfliehn, Gott, sein Richter, findet ihn. 13. Obrigkeit und Unterthan bete Gott, den höchsten, an; fürcht' ihn, scheue sein Gericht, das gerecht ist; frevle nicht! Fahnenweihe. Eigne Melodie. 259. Hebt ebt das Herz! hebt die Hand! Erd' und Himmel soll ihn hören unsern hohen Schwur der Ehren, unsern Schwur fürs Vaterland! Glorreich schwebe die fes Zeichen, das voran im Streite weht! Keiner soll von hinnen weichen, wo sich dieß Panier erhebt! 2. Hebt das Herz! hebt die Hand! Wehe muthig, edle Fahne! Daß sich jede Brust ermahne für das heil'ge Vaterland. Mache, stolzes Ehrenzeichen, alle Männer ehrenvest, daß sie tausendmal erbleichen, eh' nur einer did verläßt. 3. Hebt das Herz! helt die Hand! hebt sie zu der Himmel Meister! Hebt sie zu dem Geist der Geister! Hebt sie hoch vom Erdentand! Daß wirs treu und heilig halten in Gedanken, Wort und That! Gott muß doch zuletzt verwal ten, was der Mensch beschloss sen hat! mel. Sey Lob und Ehr dem Höchs sten zc. 200. auf dessen Ruf die Erde blüht err, unser Gott, und bebet, der unsem Geist zum Licht erschuf, das deinen Chron umschwebet, wir sind, o Herr, dein Eigentbum; laß dir in deinem Heiligthum jetzt unsern Schwur gefallen! 2. Du schenktest uns ein Va terland, worin wir glücklich leben. Was konnte deine Segenshand uns Neidenswerthers geben? Heil unserm König! Er ist gut; wer wollte nicht mit frohem Muth Ihm Blut und Leben weihen! 3. Des Vaterlandes Ruf vereint zum starken Schuß die Brüder. Nicht Macht allein besiegt den Feind; die Treue wirft ihn nieder. Drum bleibt der Fahne treu, sie führt zu Ruhm und Sieg; denn Ruhm gebührt dem Tapfern nur, dem Treuen! 4. So denket, Brüder, die ihr hier den heil'gen Bund Außerordentliche Andachtsfeyer. 169 späht, dem komm' hier Troft von oben in das beklommne Herz; zu dir, o Gott, erhoben, vergeß er seinen Schmerz. Und jedes heiße Flehen, das hier dich findlich ehrt,- laß in Erfüllung gehen, wenn es uns heil gewährt. Kirche. 4. Die feyernd am Altare verkündigen des Heilands Tod, Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. erwecke und bewahre zur Heidein Die 201.Dir bleibe, Herr, in der Taufe Weihe bir werden dargebracht, veredle und erfreue des Christenglaubens Macht. Die hier vor dir beschwören der Ehe heil'gen Bund, laß treu im Wandel ehren, was dir gelobt ihr Mund. 5. Erhör' uns, Herr, so schauen als Himmelsvorhof wir dieß Haus; noch in der Gråber Grauen strömt es dann seinen Segen aus. Es nah' nun auch die Stunde, die uns von hinnen ruft: die hier erhaltne Kunde folgt uns selbst in die Gruft, daß einstens höh're Sonnen sich uns zum Tempel weihn, daß rein'res Preißes Wonnen uns ewig dort erfreun. Einweihung zum Predigtamt. Mel. Komm, heiliger Geift zc. er du vom Him mel Licht uns gibst, und alle nach Hülf und Hoffnung Menschenseelen iebst, fie alle Menschen steht, wer mit des Kummers Blicken, umsonst beschwöret, an Gott und Va terland, daß ihr treu haltet, was ihr schwöret. Dem Eide treu, dem König hold, so gebt auch freudig, wenn ihr sollt, Ihm euer Blut und Leben! Einweihung einer geweihet, dir, unser Gott, dein Tempel hier! Dir wurde er geweihet; stets sey er auch beschirmt von dir. Wend' ab von ihm Gefahren; gib Pfleger, treu bemüht, daß noch in fernern Jahren hier ton' des Enkels Lied. Kein Frevlender betrete das theure Heiligthum; es wohn' an dieser Stätte nur deines Namens Ruhm. 2. Gib hier stets treue Lehrer, die rein dein Wort verkündigen! Gib hier stets from me Hörer, die reich des Glaubens Früchte sehn! Es geh', wer hieher komme, gebessert weg von hier; der Glaubige und Fromme fühk sich gestärkt in dir. Das zagende Gemüthe erheb' hier muthig sich; gerührt von deiner Güte, such' hier der Sünder dich. 3. Wen Sorg' und Mangel drücken, wer einsam unter 202.De 170 Außerordentliche Andachtsfeyer. schufft zum ewgen Leben, sie uns für den Pilgerlauf; richt alle willst zu dir erheben, o segne, Vater, ihn, der heut der Wahrheit heil'gem Dienft sich weiht! Auch er will Licht von dir verbreiten; auch er zum Himmel Seelen leiten. Gib Weisheit ihm und Freu digkeit! unsern Blick zur Heimath auf! Die sich zum Himmelsdienste weihen, die laß sich deiner Kraft erfreuen, in Jesus Christ, zu deinem Ruhm. Einführung eines Pre digers. 2. Gott, schwören will er, schwören bir, mit Muth und Mel. Wer nur den lieben Gott u heiliger Begier der Wahrheit 204. Gib, Gott, dem um Spur stets nachzugehen, immer mehr des Lichts zu sehen; ihr göttlich Wort zu leh ren rein, und Thäter selbst des Worts zu seyn, um alle die sich ihm vertrauen, durch Lehr' und Leben zu erbauen. Laß diesen Schwur ihm heilig feyn! Lehrer Glück und Kräfte zu seinem segensreichen Stand, ihm, den zum Heiligungsges schäfte du uns als Führer zu gesandt! Hilf du ihm selbst, daß seine Treu, o Gott, an uns gesegnet sey. 3. Einst wird ihn richten bein Gericht, ihn richten nach der großen Pflicht, die er ge lobt. Wir alle horen ihn feyerlich dir Treue schwören. O wehe, weh' ihm, wenn er bricht, was er so heilig dir verspricht! Wohl aber ihm und ew'ger Segen, führt treu er Seelen dir entgegen! Dann, Gott, verklärt thn einst dein Licht! 2. Laß die auf allen seinen Wegen ihn, den du riefft, em pfohlen seyn; beglücke, was er thut, mit Segen, der Aussaat Mühe mit Gedeihn. Für unser Wohl schlag' ihm das Herz; Gram, den er fühlt, sey unser Schmerz. Mel. Kommt, heiliger Geift ze. 203. Komm, Geist des Herrn, du Geist der Kraft, der Göttliches in Menschen schafft! Müh'n und Gefahren hat das Leben; und eitel ist der Sinnen Streben; o stårk 3. Knüpf zwischen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens vestes Band; ihm reiche mit aufricht'gem Triebe der Achtung jeder gern die Hand. Wer Gott und fein Wort liebt und ehrt, der hält auch dessen Diener werth. 4. Einst laß uns dankvoll ihm begegnen, der Gottes Weg uns gehen hieß, ihn mit ent zückter Rührung segnen, daß er ihn uns so treulich wies. Er find' im höhern Vaterland Außerordentliche Andachtsfeyer. uns wieder, wie er hier uns fand. 5. Dann rufen, Herr, du wollst es geben! ihm einstens viele Seelen zu: Heil sey dir, denn du haft das Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, laß ihn dieses Glück erfreun, von Menschenseelen Retter seyn! Mel. Wie schön leucht uns der 2c. 205.W 171 ben, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und die zur Ehre. 4. Wanit einst dein großer Tag erscheint, dann führe uns der treue Freund dir, Vater, froh entgegen. Die Seelen sind ihm zugezählt; wenn deren keine dort ihm fehlt, dann lohn' ihm Himmelssegen! Gott, wie werden wir uns freuen mit dem Treuen, wann zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! ohl uns! wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preißet seine Treue! Wieder neue ward fie heute. Dank sey unsre heil'ge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt; Heil ihm zu dem Geschäfte, uns treu zu bilden in der Zeit, zum Leben in der Ewigkeit, Herr, gib dazu ihm Kräfte! Lehr' ihn, hilf Jubelfeyer eines Pre. digers. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. ihm thun und leiden, bulden, 200.uf, und dankt streiten, beten, machen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe. Ueben hilf uns dann im Lei dem Herrn der Geister, daß er uns zu Geistern schuf; preißt des Weltbaus Herrn und Meister: daß sein liebevoller Ruf, hoch empor in feiner Welt, hat die Menschheit aufgestellt, in der Wahrheit Licht zu wandeln, und der Pflicht getreu zu handeln. Nach der Handlung. 5. So sen gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sey dem Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen frendig dir die Hand; wir gehn mit dir ins Vaterland; du führst uns. Amen, Amen! Heilig bleib' uns diese Stun de! Unserm Bunde treu zu leben, fey stets unser aller Streben! Außerordentliche Andachtsfeyer. 172 2. Preißt ihn lauter! Ach verblendet hatte uns der Sin ne Wahn! Aber, Heil uns, Heil! gesendet ward nach seiner Liebe Plan, Gottes eingeborner Sohn, daß er uns zum lichten Thron, zu des Allerbarmers Gnade, leitete auf sicherm Pfade. Mel. Auf meinen lieben Gott x. 3. Seus fam! Im Geift 207. Es güchtigt beine verehret, ward forthin der ein'ge Gott; Jesus kam! o Menschen höret: Liebe war Sein Hauptgebot! Jesus kam! und aufgehellt ward die Nacht der Geisterwelt, und der GdBendienst zerfidret, und der Liebe Geist verklåret! 4. Uns auch, uns hat er be. glucket! Jesut seligmachend Wort- preiß' ihn seine Schaar entzucket!- spendet uns noch fort und fort hohe Gotteswis senschaft, Ruh' des Herzens, Tugendkraft, frohen Muth in schweren Leiden, Hoffnung ewger Himmelsfreuden. 5. Dank dir, der zum groFen Werke, das du angefangen hast, deinen treuen Die nern Stärke, Muth verleihst zu jeder Last; daß du fromme Lehrer schon hier mit reichem Segenslohn, mit der Hoff nung mehr zu geben, still beglückst im Erdenleben. 6. Auf denn, frommer Greis, und preiße deinen Gott heut froh gerührt, der dich auf des Lebens Reise, an ein seltnes Ziel geführt! Sich, wir alle alle hier freuen innigst uns mit dir. Sieh die andachts volle Menge bringt, mit dir, Gott Lobgesänge. In allgemeiner Noth. Hand, o Höchster, unser Land. Zu deinem Vaterherzen steigt auf, in Furcht und Schmer, zen, das heiße Flehn der Armen; vernimm es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; fie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen fie lindern, kannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth; uns, die jetzt angstvoll flehen, laß Troft und Rettung sehen! Verwandeln kannst du Leiden in neue Lebensfreuden. 4. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfer nen: so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen. 5. Herr, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken. 6. Wenn unser Herz dich Außerordentliche Andachtsfeyer. 173 liebt, so wird, was uns be- uns nicht, o herr, von deinem trübt, uns doch zum Hell gedeihen, und uns zuletzt erfituen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 7. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. D sprich zu unsrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 8. Schließt einst sich unser Lauf: dann klärt sich alles auf; dann trocknet Gott die Thränen, und stillt des From men Sehnen; dann finden unfre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. Angesicht. 5. Drum kommen wi, Herr, unser Gott, und rufen zu dir in der Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hilflos wir, Herr, zu dir flehn. 6. Nur du bist unsre Zuverficht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht! Um Christi willen steh' uns bey, mach' uns von aller Plage frey! 7. Dann danken und lob singen wir mit freubenvollem Herzen dir; gehorsam deinent theuren Wort, Herr, preißen wir dich hier und dort. Krieg. Eigne Melodie. 260. Verleih uns Fries Gott zu doch ja Mel. Wenn wir in höchsten Nd 2c. 208. Sehn wir nur den gnädiglich, Herr Trübfal umuns her, und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und ſpat. 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir fliehn du einzger Helfer in der Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz zu dir hinauf in un ferm Schmerz und flehn dich um Begnadigung, um unsres Elends Linderung. 4. Erbarmend, Vater, fageft du dem, der dir trauet, Gnade zu durch Jesum; du verwirfst unsern Zeiten; es ist kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Gott, gib Fried in unserm Lande, Glück und Heil zu allem Stande! mein 2c. D. M. Luther. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 270. Gott, ein furchtbar Kriegeswetter, zieht über unfer Haupt daher! Doch, bist du unser Schutz und Rets ter: so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 174 Außerordentliche Andachtsfeyer. 2. Ach, gib in diesen bangen zu dir. Steh' uns bey, AL Tagen uns, Herr, den Sink, auf dich zu sehn, und da, wo Andretrostlostagen, mit Zuverficht zu dir zu hn; weil Men fchenhülfe ng nüßt, wenn Deine Macht in nicht beschützt. liebonder, Herr der Welt, Allmächtiger! Hor'uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Ver wüstung, Elend, Tod. 2. Ach, des Krieges Flam men glühn! Ordnung, Rub und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bey dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, nicht an un frer Sünden Schuld; gieb uns Hoffnung und Geduld. 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hieher, und wei ter nicht! sprich, o Höchfier, nur ein Wort, und die Schre cken fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eis len uns von neuem zu. Unsre Zuflucht, Herr, bist du! 4. Gibst du Frieden, dann, odann beten wir dich freudig an; Unschuld, Fleiß und Redlichkeit preißen dich in Sichers heit. Aber jetzt noch seufzen wir, jest noch flehn wir angst voll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! Laß 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand den Scepter führt; daß über sie dein Auge wacht, und dein die Weisheit ist und Macht. 4. Dir werfen wir uns in die Arme, und flehen um Barmherzigkeit! Sen unser Vater, und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüßze gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand. 5. Doch findet dein allweifer Wille noch hårtre Prüfungen für gut: so fassen wir in frommer Stille, voll Zuver sicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Dann werden wir gerührt dich preißen, wann du uns wieder wohlgethan, dich, Gott, den Gütigen und Weifen; drum beten wir dich hof Sieges feyer. Mel Herr, Gott, dich loben fend an! Ja, du bist unsre 272. Dich, Gort, dich wir zc. Zuversicht! Wer dir traut, den verläßt du nicht. preißen wir; Dank, Vater, Dank sey dir! Du führst die Mel. Singen wir aus Herzens Sonnen ihre Bahn, dich fleht das Kind des Staubes an. 2c. 271.Um Erbarmen fle. Hüllst du auch deinen Pfad in hen wir, um Erbarmen, Gott, Nacht: o so verherrlicht deine 175 dem jede Macht sich beugt, vor dem das kühnfte Drohen schweigt. Zu dir schaut in des Sieges Laufanbetend auch der Krisger auf; und auch im graußen Schlachtgewühl ehrt dich und sich das Pflichtgefühl. Außerordentliche Andachtsfeyer. Macht doch segnend einst in Liebe sich; und frohe Herzen suchen dich. Was sich auch hebt, was fällt: du bist der Herr der Welt! Wie bu es warst bis heut, bleibst dus in Ewigkeit. 2. Auch, wo auf Blutgr Schlachten Feld der Tod die grause Erndte hålt; wo zwischen Brüdern furchtbarn Streit, ach, selbst die heil'ge Pflicht gebeut: auch da, Herr, waltet deine Macht, du lentest jeden Sturm der Schlacht. Ob stolz die Kraft, ob kühn der Muth viel angestaunte Thaten thut: das Ziel von jedem Völkerkrieg er ruht in deiner Hand, der Sieg! Heil unsers Reiches Heere! Heil! Ihm ward der Sieg, der Sieg zu Theil! Friedensfeyer. 3. Drum bringen wir im Festgesang dir, Gott der SieMel. Ich finge meiner Seele 2c. gleich zur Freude fich auch 273. Bringt Ehre Gott, bringt Ehr' ihm her, und Jubel und Gesang; ihm, mach tig, gnabig, mild ist er! der Wonne lauten Dank! Schmerz, doch preißt dich dankbar unser Herz! Gieng über Leichen auch der Pfad, auf dem des Friedens Hoffnung naht; sieht auch der Blick, von Thränen schwer, der Traurenden viel um sich her; ist auch bey solchem Dankgefühl die Menschheit ferne noch vom Ziel doch bringen wir im Festgesang, Allmächtiger, dir unsern Dank. 5. Aus tausend Wunden seufzt der Schmerz: Erbarme bich, o Vaterherz! Ach, triste du, des Trostes Gott, die trauern um der Lieben Tod! Du, der uns oft geholfen hat, Allmächtiger, zu Nath und That hilf auch forthin; laß Segen blühn, wo jetzt die Ach, Donnerwolken ziehn. Denn jetzt auch hast du dich verklärt, weil fromm dich unser Glaube ehrt. Du bists, ende, Herr, des Krieges Noth; gib Frieden, du, des Friedens Gott! 2. Das Land ist frey, das Land ist frey von jedem Graul des Kriegs, von der bedrohten Sclaverey, vom Jammer selbst des Siegs! 3. Der Friede kehrt von Gott zurück; der Freude Ruf voran; mit ihm der Völker Lust und Glück. Das hat der Herr gethan! 4. Der Herr hat sich zu uns 176 Außerordentliche Andachtsfeyer. geneigt; hat Frieden uns ge- bete froh der Erdkreis au währt, es ruht der Sturm; dich preiß er, Gutiger! der Donner schweigt; zur Pflugschaar wird das Schwert. Mel. Quein Gott in der Hip 5. Mit angesey Ehrzc. than, bringt Ruhm und Preis 274. G ihm her! Seniet hin vor ihm und betet an! Wo ist ein Gott, wie er? 6. Wie er ein Vater, der so reich an Huld und Mitleid ist? Jauchzt; er erbarmt sich über euch! Fließt, Freuden thránen, fließt! 7. Des Säuglings Wimmern drang vor ihn; der Mutter Angstgeschrey; und, seht, des Krieges Wetter fliehn; fie fliehn, und wir sind frey. 8. Der Greis, verjüngt, wie schwach er war, eilt hin, zum Dank entbrannt, mit seinen Kindern zum Altar, den Saugling an der Hand. 9. Und dankt, daß du die Menschen liebst, und Frühlichkeit für Schmerz, und friedliche Gedanken gibst den Fürsten in das Herz. 10. Und find die Völker nun versöhnt, so werd' auch, wo ein Feind noch einen Bruder haßt und höhnt, sein Herz mit ihm vereint. 11. Weil nun des Krieges Stürme ruhn, laß uns aus Dankbarkeit mit Eifer, Gott, und freudig thun, was dein Gesetz gebeut! 12. So viel hast du an uns gethan, o Allgewaltiger! Dich her Lobgesang erschallet dir ott, unfer fro zum Preiße! Vernimm ge rührter Herzen Dank, daß du nach Vaterweise dich haft er barmt und Hülf' gesandt, und Schwert und Feuer abge wandt, die uns verderben wollten. 2. Wie manche Stadt, wie manches Land ward, ehe du gewehret, von der zum Streit erhobnen Hand geängstigt und verheeret! Nur du hast gro Ferm Leid gewehrt, du hast Gebet und Flehn erhört, auch unsre Noth geendet. 3. Wo Furcht und Angst die Herzen brach, wo Mordges wehre schreckten, wo Zucht und Ordnung niederlag, das Feld Erschlagne deckten: da kehrt zurück die goldne Zeit, Erholung, Ruhe, Sicherheit und deines Segens Fülle. 4. Der Landmann fammlet ungestört in ausgeleerte Scheuern, was, Gott, ihm deine Hand beschert, froh deine Huld zu feyern. Und schwe fierlich vereinen sich Gut' und Gerechtigkeit, durch dich der Länder Glück zu bauen. 5. Gott, der das Glück der Menschen liebt, schüßt und erfreut ihr Leben, du bists, der Sieg und Frieden gibt, und Außerordentliche und ihn auch uns gegeben. Nur dir gebühret unser Dank, nur dich preißt unser Lobgefang, der du so gern erfreuest. 6. Wehr' ferner nun, nach deiner Treu', wehr' mächtig allen Kriegen, daß uns der Friede lang erfreu'; laß Men schenliebe fiegen! Beschüße du mit starker Hand des Königs Thron und Stadt und Land, und jedes Standes Wohlfahrt. 7. Wir traun auf dich nur wollst du auch uns wahre Weisheit lehren, daß wir des Friedens rechten Brauch in Mißbrauch nicht verkehren, und nicht durch Stolz und leppigkeit, durch Leichtsinn, Ungerechtigkeit uns eigne Noth bereiten. 8. Erhebt, erhebt Gott immerdar, den Geber aller Güter! Er ist und bleibet, wie er war, der Menschen Freund und Hüter. Gleich herrlich, so von Rath als That, hilft er, wie er geholfen hat. Ihm sey allein die Ehre! Andachtsfener. 177 lobt, gelobt sey Gott, der Welte beherrscher, Gott; der Weltbeglücker, Gott der Friedens geber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich; an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: das Weltall schweigt; du sprichst ein Wort: der Ens gel neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot. Du siehst, daß Volker sich entzweyn, mit Schwert und Waffen sich bes dräun; die Waffen sinken, und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, so bald dein Wille, Herr, gebeut, und aller Krieger Macht zerstreut. 3. Wie schreckend, wie vers heerend war emporter Völker Zwist! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sans ken hin; bey Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und Thränen floßen ihnen nach. Gott, furchtbar war der Volfer Zwist. Dank dir, Allgutiger! Er ist durch dich, der Erd' und ges Mel. Herr Gott dich loben wir 28. 275. 3u bir, Unendli- schlichtet und nun beigelegt. 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt. Aus deinem Schoos strömt uns des Friedens sanfte Nuh' und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan. cher, zu dir, Allgütiger, der Volkern still zu seyn gebot, und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor; zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang: Ge12 178 Außerordentliche Andachtsfeyer. 5. Laß ihn, laß ihn bestån- und nicht mit Härte sprechen: dig seyn den Frieden, deß geht hin, euch helfe Gott! wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns ruhn, und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, beglück' und segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist, den treuen Führer, mit uns seyn! Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! 4. Laß Fleiß und gute Tha ten zu aller Wohl gedeihn. Die Früchte laß gerathen, uns wieder zu erfreun. Mit mil der Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen; dann keh ret reicher Segen zurück in unser Land. 5. Erhör' uns, Vater, kro ne das Jahr mit deinem Gut; und unser Herz gewöh ne zu stillgelaß'nem Muth. Lehr' es, sich deiner freun, zu dir Vertrauen haben, und Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht deine Segensgaben durch Mißs brauch nie entweihn. 270. Dit befter Troft Du 2c. der Armen, du Herr der gan zen Welt, du Vater voll Er. barmen, der selbst den Wurm erhält: o sieh auf unsre Noth! Laß deine Hülf er scheinen! Wir trauern, Gott, und weinen, die Armuth seufzt nach Brod! 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu. Oft hat uns Noth getroffen; doch standest du uns bei. Du hilfft, du rettest gern; so sey denn unser Leben dir voll Vers Gott und Herrn! traun ergeben, dir, unserm Me L. Ich halt an meinem Gott zc. 2. wende, der Zeiten schweren kauf; 277. Du baft, o ghas thu' deine Vaterhånde, uns zu versorgen, auf. Uns helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in lles berfiuß ihn kehren, wann's uns unmöglich deucht. denreicher Gott, in Theurung uns ernähret, im Elend und in Hungersnoth Errettung uns gewähret; und nun hat deine Segenshand von uns und unserm Vaterland den Mangel abgewendet. 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und, zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz; damit sie gern ihr Brod büflösen Brüdern brechen, 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, das Angstgeschrei der Armen; du, Bater der Barmherzigkeit, fahst auf sie voll Erbarmen! Groß war Außerordentliche Andachtsfeyer. bie Noth; groß unsre Schuld; doch größer noch war deine Huld, und deine Macht und Weisheit. 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Dank und Preiß und Ehre geben; laßt mit vereintem Lobgesang uns Gottes Huld erheben! Der Herr erfüllt, was er verspricht: So lang die Erde steht, solls nicht an Saat und Erndte fehlen. 4. Wie schrecklich lehrte Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! O laß uns dich allein, o Gott, stets unsern Retter nennen! Lehr' uns in allem auf dich schaun, dich kindlich fürchten, dir vertraun und deine Gaben schätzen. 5. Verleih', daß wir im Ueberfluß uns nie mit Stolz erheben; stets måßig bleiben im Genuß der Wollust widerstreben; daß wir mit dem, was deine Hand so liebevoll uns zugewandt, auch Arme gern erfreuen! Bet ansteckenden 179 wir, die Hände ringend, Herr, zu dir: du wollest dich erbars men! Auge nicht bewacht, nicht, Gott, uns rettet deine Macht; wer wacht, wer hilft uns Armen? In unserm Jammer flehen 2. Der Seuche Gift verbreitet sich weit um uns her; erbarme dich; laß uns nicht plöglich sterben! Sieh, wir bes weinen unsre Schuld! Vers gib, vergib uns, Gott der Huld, und laß uns nicht vers derben. 3. Kein Reichthum schüßt, kein Stand, kein Ort, hier jammern Wittwen, Eltern dort, und da verwaiste Kine der. Der Seuche Todeshauch erreicht auch den, der ångste lich vor ihr fleucht, den Froms men, wie den Sünder. 4. Auch Kunst und Vorficht retten nicht; wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. Dhilf uns, hilf uns in der Noth! Allmächtis ger, gebeut dem Tod, daß er nicht länger wüthe! Krankheiten und Seuchen. 5. Sen mit den Sterbens den, daß fie dein Untlig schaun, und alle, die noch leben, die bewahre! Still Aller Kume mer, Angst und Schmerz, daß bald ein jedes bange Her wie gern du hilfst, erfahre! 6. Das ganze Volk frohe betet Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 278. Wenn uns dein Erretter, an, und preißet deis ne Gnade. Mit neuem Leben wandeln wir, mit Muth und Treue, Gott, zu dir, auf dei nem sichern Pfade. 180 Außerordentliche Andachtsfeyer. Mel. An Wafferflüffen Babys 3. Zu dir, du Menschen. der Deinen bans 2c. 279.Es foll, Herr, uns ge Herzen. Du hörteſt uns die Seuchen fliehn, du heilest unsre Schmerzen. O du Er barmer voll Geduld, nach uns frer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Ge züchtigt, o wir preißen dich, gezüchtigt hast du väterlich, und väterlich geschonet. fer Lobgesang jetzt deinen Ruhm befingen, des ganzen Volkes lauter Dank dir Preiß und Ehre bringen. Du warst mit uns in großer Noth, wir sahen überall den Tod, den Untergang uns drohen. Nun wuthet böser Seuchen Heer in unserm Vaterland nicht mehr, sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sa hen hier so viele Brüder ster ben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verders ben. Da war kein Schonen; stundlich war mit Schrecken näher die Gefahr, fast alle Kunst vergebens. Der Tod wich vor ihr nicht zurück; ach, es schien jeder Augenblick der legte unsers Lebens. 4. Wir wollen, der du uns befreyst, o Gott, dich ewig loben. Sey ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an; es jauchze, wer nur danken kann, und diene deinem Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Froh lockt; er hilft uns in der Noth, frohlockt ihm, Amen, Amen! Dritte Abtheilung. Gesänge über die gesammte Glaubens- und Pflichtenlehre. 1) Christliche Glaubenslehre. ott. und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wir wären nicht, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte! Nur er erhält, was er erschafft, der Wesen ganze Kette. Bey ihm ist Weisheit und Verstand, bey ihm ist Stärke; seine Hand umspan net Erd' und Himmel. Gottes Daseyn und Wesen. Ehrzc. Mel. Allein Gott in der Höh 280. Der Herrift Gott, und keiner mehr, frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er fo herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß; sein Nam' ist groß; er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 181 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher als der Himmel. 3. Um seinen Thron her firsmt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen 5. Ist er nicht nah'? Ift er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, die vor dem Herrn ein Herz verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanken selbst entfliehn ihm nicht, noch ehe sie ent stehen. 6. Wer schützt die Welten ohne dich, o Herr, vor ihrem Falle? Und wessen Arme breis ten sich beschüßend über Alle? Du bist es, Gott der Macht und Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, du, unser Herr und Vater. Gott. 182 7. Unsträflich bist du, hei lig, gut, und reiner als die Conne. Wohl dem, der deis nen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn; hast Freuden, Gott, die Fulle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preiß und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Verstumme Schmerz! flieht, zweifelnde Gedanken! Laß, Vater, o laß nie mein Herz in seinem Glauben wanken! Du bist, du bist, ich seh' dich ja, in allen deinen Werken da; du schaffst und du regierest! starken Hanb das Zelt so herr. lich ausgespannt, hoch über tausend Welten? Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 281. Es ist ein Gott! lied wieder! 2. Da stehet deiner Allmacht Bild! Wie funkeln deine Sterne! Wie leuchtet mir so sanft, so mild dein Mond aus tiefer Ferne. Jest flieht vor größerm Glanz die Nacht; die Sonn' entsteigt in ihrer Pracht dem Schooß der Morgenrothe. 4. Wer schmücket Hügel, Feld und Au mit wunder voller Güte? Weß ist der Regen? weß der Thau? wer trånket Saat und Blüthe? Wer donnert von der All macht Sit? Wer ruft dem Sturme, ruft dem Blitz? Wer wälzt des Meeres Wogen? 5. Wo ist der Anfang seis ner Kraft? Wo wird sein Wirken enden? Er, der seit Ewigkeiten schafft, schafft noch mit Vaterhånden. In taus fend Stimmen tönt und hallt aus Hdh' und Thal, von Berg und Wald des Schöpfers Lobs 6. Und könnte, Gott, und könnte mir die ganze Welt entschwinden; ich würde den Beweis in mir von deinem Daseyn finden. Ich bin! Ich bin! und könnt' ich seyn, wär' ich, Allmächtiger nicht dein, wärst du nicht, Gott, mein Vater! 7. Der mich aus seiner Quelle trånkt, mich speist von seinem Gute, deß Kraft in meiner Seele denkt, und wallt in meinem Blute, und fühlt und wirkt im Herz und Sinn, durch den ich ward, und deß ich bin, muß der nicht seyn und leben? 3. Wer hieß sie werden? jog sie an mit diesem Strahlenkleide? Wer führte sie durch 8. Ja, Gott, du bist! Vers ihre Bahn Jahrtausende, wie stumme, Schmerz! flieht, heute? Wer hat mit seiner zweifelnde Gedanken! laß, Gott. 183 Vater, o laß nie mein Herz aller Müh, dir Lob in ewger in seinem Glauben wanken. Wonne. Du bist, du bist, ich seh' dich ja in allen deinen Werken da; du schaffest, du regierest. Mel. O liebster Jefu, was hast 283. Ich weiß, daß Gott 282. Es lebt ein Gott, Gram mit Waffen, wenn dies Mel. Ich dank dir schon durchzc. ist; er hat mich erschaffen! gåbe wider Furcht und se Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wäre? der Menschen liebt; wohin mein Auge blicket, ruft Alles laut: Gott lebt, Gott gibt, was unser Herz entzucket. 2. So ruft die dunkle Regennacht, von keinem Stern erleuchtet; so ruft der Mond in seiner Pracht, der meinen Pfad erleuchtet. 3. Nicht nur wenn Frühlingslüfte wehn durch kaub und junge Blüthe; nicht nur wenn reife Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte: 4. Ich seh' sie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und wenn der Donner in der Höh' die bangen Herzen schrecket. 5. Ich sehe sie bey ftetem Glück in tausend, tausend Freuden; auch sieht sie mein bes thranter Blick in kurzen Erdenleiden. 6. Es lebt ein Gott, der Menschen liebt, so ruft, was ich erblicke und wenn sich auch der Himmel trübt, es dient zu meinem Glücke. 2. Jch, ohne Vater auf der weiten Erde, gieng' trostlos durch ein Leben voll Beschwers de wüßt' keine Heimath, schlich am Pilgersiabe nur bang zum Grabe. 7. Einst seh' ich ohne Thrånen sie noch heitrer als die Sonne, und finge, fren von 3. War' ich nicht elend, war ich nicht verloren? Ach besser wär's, ich wäre nicht geboren, wenn ich, wo Tauschung herrscht und Trug der Lüste, von Gott nichts wüßte! 4. Im Menschen wohnte darum eine Seele, damit er fich mit bangen Zweifeln qua le? Er sehnte nach dem Heil des bessern Lebens sich nur vergebens? 5. Flieht, låsternde Gedan. ken! Ihr entehret die Seele, deren Himmel ihr zerstöret. Flieht! nur der unglücksel'ge Wahn der Thoren hat euch geboren. 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, an wen ich glaube, weß Hauch mein Geist ist, wer den Leib vom Staube so kunstvoll schuf, mich trågt, mich unterstüßet, mich täglich schüßet. 184 7. Ich weiß, auf welchen Grund mein Glück ich baue, wen ich verehre, wem ich kindlich traue. Stets will ich dankbar mich im Guten üben, ihn ewig lieben. Gott. 5. Dien'ihm mit allen Kräf ten; gehorch' ihm; sey bereit zu heiligen Geschäften, die dir sein Wort gebeut! So lerne deinen Werth in seinem Dienst empfinden; zerbrich das Joch der Sünden, das Joch, das el. Seuch ein zu deinen Thos dich entehrt. ren 284. Schwingt, heilige Seele, der väterlich dich liebt! Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frey von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Kommt, Menschen, und lobsingt vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. Erfülle die Befehle, die er dir freundlich giebt, und ehr' ihn durch Vertraun! Dann wirst du über Sternen ihn näher kennen lernen, ihn im mer größer schaun. 2. Kein Sinn kann ihn erMel. Herzlich lieb hab ich dich ic. reichen; kein Menſch, kein 285. Weh' bem, ber Engel ist dem Höchsten zu vergleichen, den kein Gedanke mist. Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ew'gen Preis Be mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Laß, Sonn', in hoher Ferne dein Antlitz schöner glühn; glänzt, Sonnen gleich, ihr Sterne: was seyd ihr gegen ihn? Ihr send mit aller Pracht, womit der Herr euch schmücket, womit ihr uns entjucket, nur Abglanz seiner Macht. läugnet, daß du bist, linend. licher! Sein Leben ist ihm leer von reiner Freude. Sein wilder, latterhafter Blick sehnt sich umsonst nach wahrem Glück, umsonst nach Trost im Leide. Die Lust zu guten Thaten flieht vor dem, der seinen Gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein Herz erfreut von onne der Unsterblich keit. Gott, unser Gott! wie jammervoll, wie fürchterlich wird unser Leben ohne dich! 4. Preißt, Menschen, euern Meister, wie ihn der Engel preißt, den Vater aller Geister, den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, o Seele, hoch erhoben; ein Geift, um ihn zu loben! Er wågs, und preiß' ihn auch! 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, und wer regieret dann die Welt? Wer sorgt dann für mein Leben? Zu wem soll sich mein Lob. gesang, daß ich einst ward, zu wem mein Dank, daß ich noch bin, erheben? Verhängniß Gott. 185 oder Ungefähr war dann ew'ger Geift, mag mich ein mein Gott, und blind ist der! Vernunft und Freyheit wå ren Spott, und schreckenvoll wär' einst mein Tod. Gott, wahrer Gott! Wie graunvoll wird mir deine Welt, wenn deine Macht sie nicht erhält. Thor verspotten! faut will ich zeugen, daß du bist, und daß es schnöder Frevel ist, dich fühlen und noch spotten. Mein Geist und Leib freut sich in dir, Unsterblicher, weich nicht von mir! Was sind die Leiden dieser Zeit dem, dersich seines Gottes freut? Dort im Gericht, wann Erd' und Himmel untergehn, wird, daß du bist, der Spotter sehn. 3. Kann ohne dich ein Glück erfreun, für mich ein Gut auf Erden seyn, und kann ichs froh genießen? Was hilft mir Freyheit und Verstand? ists keine Wohlthat deiner Hand; was nutzt ein Mel. Wer nur den lieben Gott zc. gut Gewiſsen? Biſt du nicht, 286. Wo find' ich Gott, so erfreun sie nie; ein Traumbild, ein Gedicht sind sie! Die Erd' ist Finsterniß; kein Licht stralt her von deinem Angesicht. Kein Schuß ist da. Auf Tugend wartet dort kein Lohn, und hier trifft sie oft Schmach und Hohn. den me ne Seele weit über alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, und der allein mir Freude gibt? Wann kommt die Zeit, wo er, mein Freund, sich inniger mit mir vereint? 2. Ich seh' ihn nur in eis nem Spiegel; ich bet' ihn hier in Schwachheit an. Ach, hátte meine Seele Flügel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! Wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht seyn! 3. Dürft' ich am Fuße deis nes Thrones mit allen Engeln dich erhöhn; könnt' ich zur Seite deines Sohnes, wie die Vollendeten dich sehn! ich, der ich hier kaum stammeln kann, welch hohes Loblied stimmt' ich an! 4. Ach wußt' ich keinen Gott, wohin wollt' ich vor meinen Feinden fliehn? Wem flagt' ich ihr Verbrechen? Des Frommen Thränen, seinen Lod, wer achtet ihrer, wenn kein Gott sich aufmacht, ihn zu rächen? Vor Schmach und Ungerechtigkeit gåb' nur das Grab mir Sicherheit. Mit meinem Hauch wär' mein Gebet alsdann wie leichter Staub verweht, und er, mein Feind, ber trotzig keinen Nächer glaubt, erhobe höhnend dann fein Haupt. 5. Nein, eh' ich zweifle, daß du seyft, unwandelbarer, 4. Doch, Gott, auch hier will ich dich preißen, seh' ich Gott. 186 dich gleich nicht wie du bist; denn deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen fie! doch zeigt ihr Glanz mir deine Herlichkeit nicht ganz. 5. Zwar sprichst du, wie mit einem Kinde, in deinem Worte hier mit mir; wie gut, wie zärtlich! Nur die Sünde verdunkelt oft dieß Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweißt? 8. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Va ter, zu gefallen üben! Wie felig wär' ich dann durch dich! Nun aber tauscht oft meinen Geist ein Glück, das nur von aussen gleißt. beine Weisheit wohn' in mit, daß ich von allem Irrthum frey vor jedem Blendwerk sicher sey. Mel. Wach auf, mein Herz und finge zc. 6. Doch, Finsterniffen er auch mein bld 287.3u bir erhebt mein des Aug' erhellt; was lern' ich Gott, von dir? Mein Wissen bleibt doch nur Stück werk in der Welt. Auch nehm' ich allzuoft nur Bahn und Vorurtheil für Wahrheit an. 2. Wer wollt' es, daß die Erde, daß ihre Sonne werde? 7. Doch hört' ich nur auf er rief dem Sternenheere? schuf Wolken, Ström' und Meere? deine Stimme in deinem Worte! Hort' ich nur, mit from mem Herzen auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! Dann würd' ich inniger mich dein und deiner Herrlichkeit erfreun. 3. Wer hieß zu Luftgefilden sich Au und Hügel bilden? hieß all' die Millionen, Luft, Erd' und Meer bewohnen? 9. treuer Vater, ich empfinde mein Elend! Zieh mich ganz zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde, und 10. Gib, daß der Stral von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich, näher seh' in größrer Klar heit, als hier an diesem Pri fungsort. Jch, der ich hier kaum stammeln kann, erhebe würdiger dich dann. Glaube mich, Gott, vom nie, dern Staube. Wohl mir, ich kann dich finden, dein Daseyn froh empfinden! 4. Und wer hat mir das Les ben, mir diesen Leib gegeben, mir diesen Geist geschenket, der fühlt, erkennt und denket? 5. Wer gab mir das Ge wissen, mich in den Finster. nissen des Lebens früh zu leh ren, die Tugend zu verehren? 6. Wer mir zu Erdenleiden die Hoffnung neuer Freuden, und Sinn und Kraft zum Stre Gott. 187 ben nach einem höhern Le Mel. Chrift, unser Herr, zum zc. ben? Nur du, den Gott ich 280. Wer ist bir gleich, 7. nenne! Wohl mir, daß ich dich kenne! Laß mich dir stets vertrauen, dich immer näher schauen! du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wen nennen alle Himmel Herr? Wen Gott der Macht und Stärke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf hieß Erd' und Himmel werden. Bekennt es, Mel. Ich dank dir schon durch 2c. Völker, die er schuf: im und auf Erden ist Einheit. 288. Nur Einer, nur der feiner feines Gleichen! Herr ist Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen. Will er, die Welt soll nicht mehr seyn, schnell muß die Welt vergehen. 3. Sein ist Gewalt und Majestät. Nur er ist Welt regierer; der Sterne, die er ausgesa't, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name; mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rath, wer soll te dich nicht preißen? 5. Dich preißt entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen. Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? 6. Mein ganzes Leben weih' ich dir mit kindlichem Vertrauen. Im Lichtreich werd' ich mehr als hier, von dir, Erhabner schauen, da 2. Der Sonnen unzählbares Heer, und die sie hoch umschweben, die Welten all, und Luft und Meer, und die in ihnen leben; wie preißet ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! mit wel cher Eintracht rufen fie: Der Schöpfung Herr und Meister ist Einer, Gott, der Höchste. 3. Sinkt in den Staub hin, betet an! Lobsingt! Gott ist der Höchste, der Allgewaltige! Wer kann ihm gleich seyn? wer der Nächste? Er selber spricht: Ich bin der Herr! ich bin, ich war, ich werde seyn, der ich bin; kein ande rer, im Himmel, auf der Er. de, hat meinen Ruhm und Namen. 4. Und du bists, den als Gott allein anbetend ich vers ehre! Und ewig solls kein andrer seyn, von dem ich Heil begehre! Vom Staube blick ich jetzt zu dir, mein Gott, auf den ich traue; mehr zeigst du 188 deine Größe mir, wann ich Dein Untlig schaue, wo Engel dich anbeten. Gott. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was klag' ich angstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße; und daß voll Müh' und Unbestand dieß Leben mir verfließe? ewig lieben; mein Name ward in deine Hand zu meinem Heil geschrieben. Ewigkeit und Unvers ånderlichkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet, 2c. 200. Gott ott, wie du bist, so warst du schon, noch ehe du Mel. Allein Gott in der Höh'ic. von deinem Thron Geschöpfe, 201. Unendlicher, ben die nicht waren, ins Leben riefft, um deine Macht und Gute zu erfahren. 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, wann dieser Erdkreis nicht mehr ist, in jenen Ewigkeiten; wo du uns krönst, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. keine Zeit umschließt mit ih ren Schranken! Denk' ich mir deine Ewigkeit, so schwinden die Gedanken. Ich finne nach, bewundrungsvoll, und weiß nicht, wie ichs fassen soll: du bist und bleibest ewig! 3. Du nur bist unverån derlich; mit dir wird deine Wahrheit sich unwandelbar erhalten, wann alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 2. Stoch ward von keiner Sonne Licht durch unsre Welt verbreitet; die Himmel jauchz ten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war kein Land, noch floß kein Meer an hoher Berge Gründen her; du aber warst schon ewig. 4. Ob Felsen weichen, Berge hin ins Meer sich stürzen; Sonnen fliehn, und bang der Erdkreis zittert; bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich 7. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird er's seyn; von ihm kann nichts mich scheiden. Die Welt vers geht mit ihrer Lust; nicht Gott und seine Freuden. 3. Von Ewigkeit her sahest du die Welten all' entstehen, und maßeft ihnen Zeiten zu, und Kreise, die fie gehen. Vom Engel bis zum Wurm herab wogst jedem du sein Schicksal ab, daß er sein Ziel erreiche. 4. Kein Zeiten Wechsel ist vor dir, kein Anfang und kein Ende. Kaum Augenblicke le ben wir, wir Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit Gott. 189 wirst du derselbe feyn und mel. Sen Lob und Ehr dem zc. bleiben. Ja, bu bist ewig, du 202. Wer gleicht bir, 5. ftirbst nie, bleibst ewig meiner Seele der Fels, den sterbend ich für sie zur sichern Zuflucht wähle; denn deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Wohl mir, daß ich dir traue! 6. Mit Ruhe kann ich einst den Geist dir, Vater, übergeben. Dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt ihm ein unendlich Leben. Der Leib selbst ruht nur kurze Zeit; am Erndtetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 7. Ob alles um mich her vergeht, werd' ich doch nicht vergehen; vor deinem Chron, der ewig steht, werd' ewig ich bestehen. Du gibst an allem deinem Heil, Gott, deinen Auserwählten Theil; mir, auch mir mit ihnen! auch 8. Einst fallen Erd' und Himmel hin an deinem Weltgerichte; dann dank' ichs dir, daß ich noch bin, und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig seyn, mich ewig deiner Gnade freun, und dich ohn' Ende preißen. Gott? Undenkbar ist die Zahl von deinen Jahren. Du warst, o Schöpfer, was du bist, eh' alle Sonnen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, warst du dir immer selbst ges nug, und keiner Welt bedürftig! 9. Der seligen Unsterblich feit, die du mir dort wirst schenken, lehr' mich in dieser kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, mein höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft und Muth, ge recht vor dir zu leben! 2. Ja, Höchster, tausend Jahre sind dir weniger als Stunden; dir, wie der Tropfe schnell zerrinnt, begonnen und verschwunden; fie, längst entflohn, sind immerdar mit allem, was da ist und war, dir, Schöpfer, gegenwärtig. 3. Was bin ich, Gott, vor dir? Ich Staub, ich schnell verblühte Blume; ich, ach, wie bald des Grabes Raub, mit Glück und Lust und Ruh me? Wie ein Geschwät des Tages fleucht mein Pilgerleben hiy; es gleicht dem leichten Morgentraume. 4. Und dennoch jeigst du mir von dir so viel in Augens blicken; entdeckest deinen Rathschluß mir, mich ewig zu beglücken! Du machst dieß Les ben, dir sey Dank! zu einem heitern Uebergang in jenes beffre Leben. 5. Unwandelbar und ewig ist, Herr, deine Gnad' und Treue. Du bleibst auf immer, was du bist, der Gott, deß ich mich freue. Ob Erd' und Himmel untergeht, wohl Gott. 190 mir! wohl mir! dein Wort besteht, du wirst mich nie ver laffen. bald, gleich bem Laube, git tern, bald, furchtbar nur durch ihn, die Welt im Sturm ers 3 schüttern, und, will er, muthlos fliehn. Allgegenwart und All wissenheit. Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. 293. Der Der er Herr ist in den Höhen, auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Men schen zu ihm flehen, wo ihn der Engel preißt, ist er. Ift, wo ich in Gedanken mich den ken mag, mir nah'; ist, fren von allen Schranken, in je dem Raume da; umfaßt mit feinen Händen die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Er zündet jede Sonne, und aller Sterne Lichter an; strömt Leben, Lust und Wonne durch alles was empfinden kann! Der Erde froh Gewimmel, und was im Meere webt, was unter seinem Himmel, und was im Himmel lebt, ihr, alle seine Werke, empfindet Tag und Nacht er= staunt des Schöpfers Stärke und seine Huld und macht! 3. Von seinem hohen Throne vertheilt er weise Lust und Schmerz; giebt Fürsten ihre Krone, lenkt, Wasserbächen gleich, ihr Herz. Es müssen feinen Willen selbst Volksvers berber thun; was er beschließt, erfüllen, und toben oder ruhn; 4. Allgegenwärtig schauet fein allumfaffend Aug'umher; und wer nur ihm vertrauet, den schüßzet, den versorget er. Er hört das Schrei'n der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Ga ben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht; Er ists, der auch verborgen uns nah' ist, uns bewacht. 5. Wie könnt ihr denn, Vers brecher, dem, der so nah' euch ist, entgehn? könnt wähnen, er, der nächer, werd euer finsires Werk nicht sehn? Eh' noch Gedanken werden, von ferne sieht er fie, und alle Nächt' auf Erden verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seis nen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worein ihr euch verhüllt. 6. Flieht, fliehet, wie vor Winden die Wolken, an das fernste Meer; er wird, er wird euch finden; an allen Enden herrschet er. Sagt, Sünder: mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott; am Tag, in allen Nächten, und wo ich bin, ist Gott. Sagt: wo ich sitz' und gehe und liege, hier ist Gott; im Thal und Gott. in der Höhe, und überall ist Gott! 7. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört sie, zählt ihre Thränen, hilft und entfernt, was ihnen broht. Sagt, Fromme: mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufs, ist Gott. Wo keinen Freund ich habe; wo niemand hilft, ift Gott; im Sturm, im Tod im Grabe, und überall ist Gott! schest mich, dir bin ich nie verborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen; was je mein Geist gedacht, war dir bereits bekannt eh' ein Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Auf meiner Zunge ist kein Wort, das du nicht wis fest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschlies Beft, was mir begegnen soll. Erffaunt seh' ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 191 4. Könnt auf dem Son. nenfiral ich fern zum Meere fliehen, mich würde deinem Blick kein fernes Meer entziehen. Auch dort umschlösse mich doch deiner Allmacht Hand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. Mel. O Gott, du frommer 2c. Du mein Ge 204. Herr, du erfor bein eh' ich ans Licht gekom. men, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Aug' erblickte mich eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich zum Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah'. 5. Rief ich der Finsternis, vor dir mich zu bedecken; doch würde deine Hand mich faffen und erschrecken! Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag, vor deinem Angesicht. der 7. O welche Tiefen, Gott, eisheit und Gedanken! unzählbar sind sie mir; denn fie find ohne Schranken. Voll Ehrfurcht ber ich an. mich auf dich nur fehn, und durch Gehorsam dich und deinen Ruhm erhöhn. Laß 8. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich unfträflich sey, wenn ich mir heilig scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, und leite meinen Gang auf deiner Wahrheit Pfad. Gott. 192 Mel. Mir nach, spricht zc. 205. -te bist du, Hochfter, von uns fern; du wirkst an allen Enden. o ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, und deine Rechte schüßzet mich. 2. Was ich nur denke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du siehst Mel. Aus tiefer Noth schren 2. es, wenn ich fehle. Nichts, 206.Umsonst, umsonst nichts kann deinem Aug' entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einfamkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse; was kann ich Gott verbergen? ich? daß er nicht alles wisse? Und wärst du dunkler als das Grab? das Auge Gottes schaut hinab, und kennet deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, Gedanken meiner Seele. Eh' ich euch selbst entdecken kann, von eu rer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet. 3. Er kennet und durchschauet euch, wenn ihr euch mir entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Blitzen gleich, schnell auffahrt, schnell entfliehet, Vergebens wünsch' ich; sterbt! vergeht! Ich haff euch! Auf gezeichnet steht ihr schon in seinem Buche. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, und bleibt auch eine bdse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie und züchtigst mich zu meiner Bess rung väterlich. liger, zum Vorbild mir erwäh le; daß ich dein heilig Auge scheu', dich zu verehren eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich han deln; und stärke mich mit deis ner Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich, o Herr, verleih', daß dieß mir Trost und Warnung sen! 5. Du höreft meinen Seuf zern zu schaffst, daß mir Hulp erscheine. Mit Vater liebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wågest meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele; gib, daß ich dich, du Heis 4. Der Herr gedenket ihrer noch; Jahrhunderte verschwinden. Sie bleiben, und ich traume Gott. träume doch: Gedanken seyn nicht Sünden. Nein, alle muss sen an das Licht, wann er er scheint, und im Gericht der Herzen Nath entdecket. 5. Seyd heilig, o seyd Gottes voll, Gedanken meiner Seele, daß, wann gerichtet werden soll, kein einziger mich quále! Send heilig! O, dann fürcht' ich nichts! Gott wird am Tage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. Mel. Wie groß ist des All, macht'gen 2c. 207. Wo find die Wei sen, die mich lehren, wie Gott erkennt, was war, was ist, was werden wird? Wer kann erklären, was sein Verstand durchschaut und mißt? Wer kennet ihn von Angesichte? Und ob er sich zum Himmel schwingt, er sieht ihn nicht; Er wohnt im Lichte, zu dem kein sterblich Auge bringt. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller See len von seiner ersten Schöpfung her; so wär ich wei ser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht auch selbst nicht En gel werden; doch wußt' ich gegen Gott noch nichts. 193 Punkt der Ewigkeit! Ddu, der alles weiß und nennet, was ist, und werden soll, und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit, und jede Welt, die er gebauet, und jeden 4. Ja, dich bewundern, die vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, bes greifen gleich dich Engel nicht. Ich seh', ich fühle meine Schranken; doch du vergiltst mein Forschen mir mit immer würdigern Gedanken, o Uner. forschlicher, von dir! 5. Du schaust in Nächte, kannst ergründen, was noch sotiefverborgen ist; dieß wars ne mich vor allen Sünden, vor Heucheley, Betrug und List. Nichts kann vor deinem Blick mich decken; kein falscher Schein betrüget ihn; dein Daseyn würde stets mich schrecken, könnt' ich auch aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennét seines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Hilf mir, Alwissender, mich průfen, und meines Herzens Grund durchschaun! Ach, siehst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn! dann werd' ich hier schon deinen Segen, und dort dein ewig Heil empfahn. COL Mel. Allein Gott in der Höh sev ze. 208.3 u Gott, o Seele, 13 Gott. 194 schwing' dich auf, und werde Dank und Wonne: Er lenkt voll Kraft der Welten Lauf, zeigt ihre Bahn der Sonne! Durch ihn nur sind und leben wir. Was mich erfreut, das schenkt er mir; er ist Allgegenwärtig. 102. Wenn sich in stiller Einsamkeit mein Geist zu ihm erhebet, und, voll von hoher Eeligkeit, in ihm, in ihm nur lebet; dann ſieht ſein gnaden. 299. Die ie Himmel rüh voller Blick Wohlgefallen auch mein Glück; er siehts allgegenwärtig. Schall pflanzt seinen Namen men des Ewigen Ehre, ihr fort. Ihn rühmt der Erd kreis, ihn preißen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr gått lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbareSterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kömmt und leuchtet und fegnet von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein held. 3. Vernimm's, und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Vers kündigt Weisheit und Ord nung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den klein sten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? Ogib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist jede Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich; ich bins, und werde seyn, der ich 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vor satz fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jedes Laster baffe, so mangelt mir nie Licht und Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott, ist allgegenwärtig. 6. Dann schwing' ich mich zu dir hinauf, zu deines Him mels Freuden; beginne meis nen höhern Lauf, auf ewig frey von Leiden; dann werd' ich dich, der alles lenkt, im Tod und Leben Freude schenkt, mit allen Engeln preißen. 4. Wenn er mir heitre Ta ge gibt, und dieses Lebens Freuden, und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden; so trau' ich ihm und zage nicht, denn er schafft Finsterniß und Licht; er ist allgegenwärtig. do 5. Und wann mein Auge sterbend bricht, wann jeder Sinn nun schwindet, und schon die bange Seele nicht der Freundschaft Trost empfindet; wann nichts mehr mich erfreuen kann, o Gott der Hülfe!- dann, auch dann bist du mir gegenwärtig. 2 II macht. Eigne Melodie. Gott. 195 seyn werde, dein Gott und Mel. Dies ist der Tag der Fröhe Vater ewiglich. lichkeit zc. 301.5 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Bott der Ordnung, und dein Heil; ich bins! Mich liebe von ganzen Gemüthe, und nimm an meiner Gnade Theil. err, deine Alla macht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich war'? Mel. Wir Christenleut 2c. 300. Gott, gränzenlos, Schöpfungswert allmächtig 2. Du dein großes undenkbar groß, der Urquell aller Kraft ist deine Stärke. Schon sehn wir hier so viel von ihr; doch sehn wir kaum den Anfang ihrer Werke. 2. Durchflög' ich gleich dein 3. Die Größe deiner Thaten weites Reich, und sähe deine fernste Sonne glänzen; ich sähe dort doch nicht den Ort, wo du nicht wärst, nicht dei ner Allmacht Gränzen. zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräf te steigt, die die Natur bewes gen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt alles, was durch dich entstand. 4. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein Geist verliert bewuns dernd sich, und singt dir schwa che Lieder; erreicht nicht dich und deine Kraft, die ewig und allmächtig schafft. 5. schenke mir die Zu versicht, die deiner Macht vertrauet! Sie, die aus Nichts mich rief ans Licht, und was mein Auge schauet, sie ist, sie ist die Gotteskraft, die auch mir Trost und Hülfeschafft. 3. Was du erschufft, was du jetzt rufft, und rufen wirst, wer kann das alles zählen? Doch wolltest du roch mehr dazu erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch im merfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Solmgefließt ihr Quell, und ist doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein Wort, so fließt er fort in neuen Himmeln, und auf neuen Erden. 5. Und deine Kraft, o Gott, erschafft, stets, was mir nützt, denn du bist groß und weise! Dieß lehre mich, damit ich dich für alles, was du thuft, mit 302.23. Ehrfurcht preiße. 1 Mel. Es woll unsGott genådig ze. 302.Wotsntverpfalm, Gott. 196 der dich erreicht, dich, Herr, und deine Stärke; die Macht, der ausser dir nichts gleicht, die Größe deiner Werke? Wo tont der festliche Gesang? Laß mich die Jubel hören! meines schwachen Liedes Dank, mit ihm vereint, dich ehren, dein Lob hier wiederhallen! Laß mel deinen Füßen. Der Him mel, welchen deine Hand aus breitet, denn du füllest? Zum Zelte ist er ausgespannt, dar ein du dich verhüllest, daß mich dein Glanz nicht tödte. 6. Wie strahlt, zum Preiße deiner Macht, in nie durch schauten Fernen dein Himmel mir in jeder Nacht von Ster nen über Sternen! Werzählt, wer leitet ihre Schaar? Wer nennet sie beym Namen? Du thust's! Als keine Welt noch war, da riefst du: kommt! sie kamen, und lobten ihren Vater. 2. O könnt' ich, Schöpfer ,. dich erhöhn, wie meine höhern Brüder, die Engel, die dein Antlitz sehn! Verständ' ich ihre Lieder! So lange schon von bir gewöhnt zu deinem hohen Preiße, lobsingen sie; ihr Jubel tont durch aller Himmel Kreise, ein voller Strom des Lobes. 3. Und dennoch, könnt' ich auch, wie sie, mich näher zu dir schwingen; doch faßt' ich deine Größe nie, und würde schwach nur fingen. So hoch sich auch ihr Jubel hebt mit tausendfachen Stimmen dich zu erreichen; dennoch strebt, hinauf zu dir zu flimmen, ihr hoher Flug vergebens. 4. Unübersehbar, gränzen los ist deiner Wunder Menge! Ein hoher Inhalt, allzugroß für endliche Gesänge; Wo kann ich hinschaun, wo sich mir nicht unermeßlichkeiten entdecken, Herolde von dir, die seit der Schöpfung Zeiten, wie groß du bist, erzählen? 5. Ich kann, mein Gott, Weisheit. Eigne Melodie. wie groß du bift, errachen 303. Sch lobe Herr, und mehr, als wissen. Was ist der Erde Kreis? Er ist ein Sche- preiße anbetend dich allein! 7. Auch mich riefft du aus jener Nacht, mir Leben zu bes reiten; und mich erhielt, Herr, deine Macht, wann mir Ge fahren dräuten. Die Himmel schuf allein dein Ruf, und mich auch, deinen Erben; doch jeder Himmel; den er schuf, wird altern und verderben; ich aber werde leben. 8. Stårte Gottes, Macht des Herrn, o meines Gottes Rechte! o Gott der Liebe, dem ich gern ein würdig Opfer bråchte! Ergreife, stårk', ent. flamme mich, daß ich dich rüh men könne; daß ich, von dir begeistert, dich stets zu verch ren, brenne. Dein Lob sey meine Wonne! Gott. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geift, in allen deinen Werken die Weisheit zu bemerken, die hoch der Engel preißt. 197 ten Lauf regierst; des Frühlings Schmuck erneuest, und Schnee und Schloßen streuest? ● 4. In tausend Stufen bils dest du der Thiere lange Reis hen, und allen fließt dein Segen zu, daß alle sich erfreuen. Sie sammeln gern, mit froher Müh; du nähreft und du fåttigst sie; läß'st auch für sie die Saaten und süße Frucht gerathen. 2. Herr, deine Weisheit schmucket, bereichert und er. hält, nährt, schützet und beglücket, die lebenvolle Welt. Cie rühme mein Gefang! er ton' zu deinem Preiße; denn, Gott, du bist allweise; Anbetung dir und Dank! 5. Wer hätte diese Stufenbahn so gut, wie du, gewäh let? Wer hätte, was du thatst, Mel. Ermuntre dich, mein schwa, gethan, des Mittels nicht vercher fehlet, allen Wesen Ue304. Wertan, Gott, berfluß, und flers erneuerten Genuß aus deiner Hand ges währet, und ihr Geschlecht vermehret. wie groß du bist, ganz den ten, ganz empfinden? kann, was des Höchsten Weisheit ist, begreifen und ergründen? Wem wird fie je enthüllet feyn? Wer dringt in ihre Tiefen ein: sieht hier nicht Dunkelheiten des Forschers Blick begleiten? 2. Es kann, Allweiser, wie du schufft, kein Sterblicher verstehen; Es kann, was du ins Daseyn rufft, kein Auge übersehen. Wer kennet aller Kräfte Gang? erforschet den Zusammenhang, durch den du fie verbindeft, und Welt auf Welten gründest? 3. Wer weiß, wie du der Sonnen Flug und ihre Stralen leiteft; wie du des Mondes stillen Zug und seine Bahn bereiteft; die Erd' um ihre Sonne führst, und aller Wel6. Wohin mein forschend Auge sieht, in Thieren, Baumen, Pflanzen, schließt immer alles Glied an Glied, ist Ordnung in dem Gangen; zielt hier Verlust, zielt dort Gewinn aufs allgemeine Beste hin; ward, was ein Theil entbehret, dem nüßlichern ge währet. 7. Wer weiß, wenn er auch mehr Verstand, als selbst der Engel hätte, weiß, wie sich Kraft mit Kraft verband, wie in der Wesen Kette sich Glied an Glied zusammenfügt, kein Hinderniß die Kraft besiegt, die Thätigkeit und Leben dem Erdenstaub gegeben. 8. Was, Gott, dein weiser Nath beschließt, ist gut, und 198 muß geschehen; und was uns unerforschlich ist, hast du vor hergesehen; du weißt durch deine große Kraft, die alles kann und alles schafft, der Menschen freyes Denken zu beinem Zweck zu lenken. 9. Dir will ich denn, voll Buversicht, meinSchicksal über lassen, und wenn mir Hülf' und Rath gebricht, die frohe Hoffnung fassen: Du werdest fiets mein Helfer seyn, durch deine Weisheit mich erfreun, und wenn mich Leiden drücken, mich sicher doch beglücken. Gott. den täuschet nicht die Hoffnung beffrer Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entde ckest du, Herr, und belohnf die Thaten der Gerechten. 4. Oft prangt der Sünder wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, beschattet ei nen weiten Raum, und trotzt dem fernen Wetter. Schon braußt der Sturm, der Stolze fällt; entwurzelt liegt er und entstellt; zerfireut sind seine Blåfter. 5. Und sollt ich darum Unrecht thun, weil der Verbre, cher Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruhn, ihr Haupt nicht hier schon trafen? Dein heili gedroht hast, und vergilt dem ges Gericht erfüllt, was du Sünder seine Thaten. Heiligkeit und Gerechtigkeit. Mel. Ich halt an meinem Gott ze. 305. Du bist, o Gott, gerecht; du gibst uns heilige Gefeße, und willst, weil du bas Gute liebst, daß keiner sie verletze. Dein Wort und die Bernunft erklärt uns deiner Rechte hohen Werth; sey, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehlst, machst du auch leicht durch Antrieb, Mel. Freu dich sehr, o meine x. durch Vermögen. Wer nicht 300. Gott, vor beffen von deiner Ordnung weicht, den krönet Heil und Segen. Ein Segen, den kein Sunder hat, erwächst aus des Gerechten Saat: die Ruhe des Gewiffens. Angesichte nur ein reiner Wan del gilt; keiner kommt zu dei nem Lichte, der nicht dein Ge setz erfüllt. Heilig und gerecht bift du, und uns Allen rufft du zu: ich bin heilig; heilig werde jeder Mensch schon auf 3. Du bist der Frommen Buversicht, und wirst gerecht vergelten. Wer dir gehorcht, der Erde! ne mich, wenn mich die Sün 6. Gerechter Gott, dieß war. de locket, eh' meine Seele sorg. los sich verschlimmert und vers stocket! Der Tugend Berth erhalt' in mir stets Trieb und Kraft, o Mater, dir mit Freu. den zu gjorchen. Gott. 2. Heilig ist dein ganzes Wefen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was Mel. Nun danket alle Gott zc. dein Wille wählt und thut, ift 307. Preis bir, dem untadelhaft und gut, und unsträflich find die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. Heiligen! Olehr' uns dir ges fallen, durch Aehnlichkeit mit dir! Du schenkest ja uns al len Erkenntniß deines Rechts; schenk' uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig seyn, und fromm und gut, wie du. 2. Wer schützte so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eigen Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer gibt der Tugend Ruh', auch wann sie kämpfen muß? Du thuft's, Vergelter, du! 3. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe; sein Herz gibt Zeugniß ihm, daß er, was Recht ist, thue. Mit Seligkeit bes lohnt's ihm jede gute That. Selbst leidend freut er sich des Wegs, den er betrat. 4. Wer von der Frömmigkeit, von dir, Gerechter, weis chet, der flieht umsonst vor dir; denn dein Gericht errei chet ihn dennoch, es verfolgt, wo kein Verfolger ist, ihn selbst sein eignes Herz, durch das du Richter bist. 3. Heilig sollen deine Kinder, ähnlich deinem Bilde seyn. Herr, vor dir besteht tein Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthåtern bist du feind. Wer be harrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff in uns, Gott, reine Herzen! Tödt' in uns der Sünde Macht: Unser Elend ist vor dir; schwach und bald verführt sind wir, und wer kann sie alle zählen, die Gebrechen unsrer Seelen? 199 nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 5. Starb, o Gott, uns zu erlösen, Jesus einst, so laß uns nun ernstlich durch ihn allem Bösen widerstehn, und Gutes thun! Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen heil' gen Geist, daß er unsern Geist regiere, und auch uns zum Himmel führe. 6. Unsers Wandels höchste Bierde sey, was deinen Bey fall hat; teine sündliche Begierde schände Neigung, Wort und That. Mach' uns deinem Bilde gleich! denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, 5. Drum will ich, Heiliger, die Sünde stets verachten; nur auf der Tugend Ruf und dei nen Willen achten. Mein Sinn sey Jesu Sunn, so het. 200 lig und so rein! Dann wird gewiß mein Herz voll deines Friedens seyn. Gott. zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach Wahrhaftigkeit und weisem Plan, im Wechsellauf Treue. der Dinge zum Gewinn des ewgen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und Eigne Melodie. 308.Gott ist gefreu! stum finden. Gott ist getren! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder acht. Auch freut es ihn, wenn schon ihr irdisch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlseyn und im Schmerz erfreut und trägt er fie. Mich decken seiner All macht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge! Fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff' ich vest; ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärker mich, nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübsten Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist; so irr und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht be lügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sen Gott getreu, und fürchte nichts! Mag doch die Welt voll Arglift seyn! Selbst falscher Men fchen Neid und Tücke gereichen mirzum wahren Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu seyn, sey deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt vest an Gott, sen treu im Glau ben! laß nichts den starken Troft dir rauben: Gott ist ges treu! 4. Gott ist getreu! Er han belt väterlich, und, was er thut, ist gut; die Trübfal auch; mein Vater beffert mich durch Mel. Wer nur den lieben Gott: c. alles, was er thur. Die Frid: 300. Noch nie haft du Trubfal gibt Geduld und Stärke dein Wort gebrochen, nie dets Gott. nen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du ver. sprochen; vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel gleich vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mel. Gott des Himmels und Mund verheißen hat. Nach 310. Weicht, ihr Berder deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. ge! fallt, ihr Hügel! Berg' und Felsen, stürzet ein! Bester wird als Berg' und Hügel Gottes Vatertreue seyn! Läßt den Weltkreis untergehn; Gottes Wahrheit muß bestehn. 2. Gnade hat er mir versprochen; das ist Gottes Bund mit mir! Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür! Erd' und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Güte uns verhieß; so trifft die Strafe, die du drauest, den Sünder endlich auch gewiß. Die deine Langmuth, Gott, verschmähn, wie wollen sie vor dir bestehn? 4. Opflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehrfurcht, die dich findlich scheut! Gib, daß ich mich vor Leichtsinn hüte, vor aller Ungerechtigkeit! Nie werde das von mir gewagt, was dein Geseß mir unter sagt! 5. Doch laß mich auch mit bestem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels; dein Bund steht vest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 201 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und, allen meinen Pichten treu, durch Falschheit keinen je betrübe, und ferne sey von Heuchelen. Dann bin auch ich des Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 3. Nicht auf Menschen will ich schauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelen, ist wahrhaftig und getreu. 4. Draut die Welt mir, mich zu haffen, und verfolgt mich will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarme doch meiner sich; denn er bleis bet immerdar was er ist und was er war. 5. Scheint er auch mich nicht zu achten, und verbirgt fein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten, doch vers gißt er meiner nicht; denn er 202 Gott. bleibet immerdar, was er ift und was er war. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt emport; ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem Gott uur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Schirm und Schild. 7. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn; will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun. Erd' und Himmel mag vergehn; doch sein Bund bleibt ewig stehn. Güte und Barmherzigkeit. Eigne Melodie. 311. Auguriger, llgütiger, mein Preißgesang frohlockt zu dir, und lebenslang sey dir mein Lob geweiht; denn du bist gut, und jeder Ort, die Erde hier, der Himmel dort, rühmt deine Gütigkeit. 2. Die Sonne, Vater, ist dein Bild; ist segensreich und gut und mild; thut immer wohl, wie du. Es strömt von ihr mit jedem Etral Licht und Erquickung ohne Zahl der frohen Erde zu. 3. Un jedem Schmucke der Natur, in jedem Blümchen auf der Flur fühl' ichs, wie gut du bist; selbst wenn dein Wettersturm uns draut, seh' ich, wie neue Fruchtbarkeit aus Wetterwolken fließt. 4. Ja, herr, unendlich gut bist du. Der Morgen ruft's dem Abend zu, der Tag der stillen Nacht. Die Flur, be deckt mit Schnee und Eis, das Erndtefeld ruft dir zum Preiß: gut ist der Gott der Macht! 5. Nichts ist von deinem Wohlthun leer; das kleinste Sandkorn an dem Meer ist deiner Güte Preiß. Der Wurm im Staube lebt durch dich; durch dich freut er des Lebens sich, und stirbt auf dein Geheiß. 6. Aus deines Segens Ue berfluß schöpft unaufhörlichen Genuß der Engel an dem Chron. So lang wir pil gern bis zum Grab, fströmt Seligkeit auf uns herab, der Tugend süßer Lohn. 7. Doch wer begreift wie gut du bist? Undenkbar, wie dein Wesen, ift, Herr, deine Freunds lichkeit. Vom Staube jauchzt mein Lied zu dir, und reiner, feuriger als hier, tont's in der Ewigkeit. Eigne Melodie. 312. obsinget Gott, und betet an, preißt ihn mit fro hen Liedern! Lobsing' ihm, Seele! denn wer kann sein Wohlthun ihm erwiedern? Er ist die Liebe! Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm ver traut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen Gott. sich erneut, und ewig, ewig währet! 2. Daß ausser dir nicht alles leer von Freud' und Leben bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer und diese Welt aus Liebe! Du selbst bedurf test ihrer nie, Unendlicher, du ließest sie zu ihrem Heile werden. Sie wurden; und du fühleft nun die Wonne, allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, tein Engel selbst ermißt, o Bater, die sen Segen; wie gütig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Liebe reicht so weit als deines Reichs Unendlichkeit, weit über alles Denken! Ach, was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu schenken? 203 dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an meinen Brüdern übe. 6. Du bist die Liebe! Dank sey dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Va ter nenne! Auch ich will gut und liebreich seyn, will glücklich machen, will erfreun, will segnen und dir gleichen. Von diesem Sinn und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. 4. Undankbar wichen wir von dir und folgten unserm Herzen, und seine Thorheit büßten wir mit Neue und mit Schmerzen. Da fandtest du den Sohn, o Gott! Unsterblichkeit hat uns sein Tod, und ew'ges Heil erworben. Ver föhnt bist du; erlößt sind wir. Preiß, ewiger Erbarmer, dir, daß er für uns gestorben! 5. Vater, welchem feiner gleicht an Liebe wie an Stårke, tein Dank, kein Lobgefang erreicht die Wunder dei ner Werke. Doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich mel. Nun lob mein Seelden ze. 313. Mit fröhlichem Ges müthe dankt, die ihr Christo angehört, dankt Gott, daß seine Gute, so wie sein Daseyn ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an ihrem Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet zu erfreun. Welch frdh. liches Gewimmel in ihrem mil. den Sonnenschein! Von ihren heitern Stralen, wo sie hervorbricht, fliehn die bangen, finstern Qualen, wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur We Gott. 204 sen wohnen, hat sie auch sich verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Lieb' erquickt. Erfreulich ist das Leben, und schauervoll der Tod; doch besser noch als Les ben, ist deine Güte, Gott. uns so theuer! denn sie verläßt uns nie. Was ist 314.Wie groß ist bes wohl milder, treuer, und trdftender, als sie? 4. Wer wollte sie nicht loben? fie, die doch Allen Alles gab, vom hohen Engel droben, bis zu dem kleinsten Wurm hinab. Von so viel Kreaturen läßt sie nicht eine leer; und ihres Segens Spuren verbreitet sie umher. Und wie sie voll Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver gessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 5. Zu ihrem Lob erwecke vor allem du dein Herz, o Christ! Komm her, und sich, und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist! Auf, seinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, und deine ganze Seele sey Inn2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meis ner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geis fie neue Kraft? Wer låst mich so viel Glück genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? brunst und Gefühl! Von sei- 3. Blick' o mein Geift, in ner Güte sage, wie treu fie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht. jenes Leben, für welches du erschaffen bist; wo du mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind fie dein. Sieh', darum mußte 6. Wir sind viel zu geringe der Treu', die er an uns gethan! Wir schaun die großen Dinge mit heiliger Bewund, rung an. Er schenkt den Sohn uns Sündern, erlöset uns durch ihn, erwählet uns zu Kindern, will selbst uns zu sich ziehn. Auf, da in Jesu Namen ihm unser Lob gefällt; lobsingt ihm, Amen! Amen! Sein Lob füll' alle Welt! Eigne Melodie. Gott. Christus leiden, damit du könntest felig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht chren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte ru fen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten so wie mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille. Ich soll die Liebe seyn, wie er. Je mehr ich dieß Gebot erfülle, stellt sich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner See le, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stark in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie triste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie befieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 205 zu erbarmen! Ach, wie so mancher Sünder lebt in fiolzer Sicherheit, und strebt dir immerdar entgegen. Und doch, o Vater, suchst du ihn von seinem Irrweg abzuziehn, zur Bessrung zu bewegen. 2. So nachsichtsvoll erbarmst du dich selbst unbiegs famer Sünder; wie liebreich, Gott, wie väterlich verschonst du deine Kinder! Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und tråg' in guten Werken, so jammerts dich; du denkst daran, wie leicht ihr Herz sie täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 3. Du warnest sie vor der Gefahr, noch eh' sie irre gehen; Gefallnen reichst du Stärke dar, gleich wieder auf zustehen. Verirrte rufest du voll Huld; versprichst den kommenden die Schuld aus Gnaden zu vergeben: schenkst ihnen Muth, zur Bessrung Kraft, und nach vollbrachter Pilgerschaft, Heil, Ruhe, Woun' und Leben. Geduld und Langmuth. 4. Laß diese Langmuth, der nichts gleicht, doch alle Sunder rühren; sie eh' der Tag des Heils entweicht, zurück zur Tugend führen. Ach, keis ner Schuld auf Schuld Mel. An Wasserflüssen Babyl. 2c. 315. Gott, welche lang- burch frechen Mißbrauch deimuth und Geduld erzeigest du uns Armen; bereit, auch bey gehäufter Schuld, dich unsrer ner Huld! Hilf uns das Bd. se hassen, daß wir uns, Herr, durch dich erneut, den Reich 206 Gott. thun deiner Gütigkeit zum oft, was er an uns gethan; Himmel leiten lassen. der Gnade, die kein Mensch ermessen, des Heils, das un ser Herz nicht fassen kann; vergessen sein, der unsrer nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. Mel. Dir, dir, Jehova will zc. 316.2 aßt uns, dem Vater laßt uns singen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied! vom Irdischen zu ihm uns schwingen, der immer freund lich auf uns niedersicht! Er höret unsern Preiß; und reine Lust strömt, wenn er herzlich tönt, in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm singen! Was wir haben, sind schwa che Lieder und ein dankbar Herz, für alle, alle seine Gaben, für alle Vatertreu' bey Freud' und Schmerz, für je den Trost, den, zu ihm hin gewandt, ein blutend Herz in seiner Liebe fand. 3. Er ist voll Liebe, voll Erbarmen; hat, eh' wir wa ren, uns als Gott geliebt. Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt. Er ruft zurück uns von des Lasters Bahn, und leitet uns der Tugend Pfad hinan. 4. Nur wir sein Werk, nur wir vergessen undankbar de wallen, hat er uns mit 5. Seit wir auf dieser Er Barmherzigkeit geführt; uns segnen, war sein Wohlgefal len, uns retten, wenn wir uns von ihm verirrt, uns tro aus Leid uns Freude schaffen, sten, wenn wir weinten, und war ihm Seligkeit. 6. Und so mit treuen Va terhånden will er uns leiten bis an unser Grab; uns voll bereiten, uns vollenden; im Todesthal uns seyn ein sich rer Stab; und, lebten wir ihm unsre Pilgerzeit, uns ges ben Leben und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gott, wie gut bist du! O Seele, sink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fließ, Freudenthrane, fließ, erzähle, wie viel, wie viel der Herr an mir gethan! Ihm ähnlich werden, sey mein bester Dank, mein Leben ihm ein steter Lobgesang. Schöpfung. Met. Sollt ich meinem Gott der Welten Heere, die sein nicht zc. Liebs 317. Alles rühmt des lich firalet unter ihnen beine Ques Schöpfers Ehre, Alles rüh, Sonne, Gott, es bricht durch met seine Macht. Zahllos sind des Himmels Raum ihr Licht Schöpfung. 207. hes Lied; mir Verstand, es einzusehen: Liebe, Liebe seyst du nur; o so soll mit der Natur auch mein Mund dein Lob erhöhen! Nimm, Herr, meinen Lobgesang! Mein Ge horsam sey mein Dank. mild hervor, auch uns zu die nen, deine Schöpfung zu erfreun; Gott, wie herrlich 15 mußt du seyn! 2. Allenthalben find' ich Spuren: Gott ist weise, gut ist Gott. Herr, dich lobet auf den Fluren früh der Thau, das Herrlich Eigne Melodie. glänzen die Gefilde, wann der 318.Augewaltiger! Allneue Tag erwacht. Gott, der weiten Schöpfung Pracht predigt deine Treu' und Milde. D, wer kann in deine Höhn ohne Dank und Rührung fehn! gegenwärtiger! die Himmel erzählen donnernd dein Lob; es ruft's der Sphären Wies derhall; verkündets laut der Welten All, die einst dein Wink als Sterne in ungemeßne Ferne aus altem Nichts ins Daseyn hob. 3. Hüte dich, o Mensch, zu Elagen, daß der Herr nicht Liebe sey. Sieh' den Wurm, er wird dirs sagen: Gottes Huld ist täglich neu. Wer ernähret im Gesträuche die Geschöpfe, wann es schneit? Wer den Wurm zur Wintersfeit? Und in deinem großen Reiche hättest du, der Alles macht, mich, den Menschen, nicht bedacht? an 2. Herr, unser Gott! Dut, aller Völker Gott! dich preißet der Wesen unzählbare Schaar an allen Orten fern und nah, als ihren Urquell, Jehova. Du Herr der Ewigkeiten, Regierer aller Zeiten, der ewig seyn wird, ist und war.rdu 4. Keine Blume blüht vergebens, denn sie duftet und erfreut. Gib, o Vater meines Lebens, meinem Herzen Achtsamkeit, deine Absicht zu erfüllen, dir mein Leben ganz zu weihn, Alles um mich zu erfreun, und zu thun nach deinem Willen. Selbst die kleinste That entflieh', unbemerkt, o Herr, mir nie! 5. Gabst du, Schöpfer deiner Werke, die kein Auge vollig sieht, allen Thieren ihre Stärke, ihrem Mund ein fro3. Unerforschlicher, Allweiser, Schöpfer, Herr! Wer zeichnete dem Winde die Bahn? Wer spaltete der Ber ge Schlund? Wer öffnete der Meere Grund? Wer hieß des Lichtes Stralen das Blau der küfte malen? Wer zog mit Grün die Fluren an? 4. Du, deß starke Hand die Elemente band, als aus dem Schoose der ewigen Nacht durch deines Schöpferodems Wehn die Welt, wie 208 Schöpfung. fie dein Plan erfehn, hervors geschaffne waren, schon Wun. gieng; alles Leben und Regsamkeit und Streben nach Ordnung war durch deine Macht. der seiner Gute sahn. Ihr Heer, umstrahlt von Licht, be deckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Voll Preiß und Dank tont ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. 5. In den Lüften schallt, aus jeder Tiefe hallt das Zeugs nig deiner göttlichen Kraft; der Löwe brüllt's bey seinem Raub, das Würmchen trägt's durch Schutt und Staub, es prangt durch Nehrenfelder, im Schatten kühler Wälder, quillt aus der Traub' im Purpurs saft. - 2. Er nur kennt die Mil lionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen, und seiner Größe Ruhm erhöhn. Heilig ist er, heilig! rufen fie tief anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlich keit! jauchzen alle. Wer ist, wie er, frohlockt ihr Heer, wer ist, wie Gott, der uns erschuf? 6. Doch über alles preißt, Gott, dich des Menschen Geist. Thu rüstete dein mächtiger Ruf zum Herrn von deinem Ueberfluß, gab ihm den köst, lichsten Genuß; gab, daß er 3. Hohe Seligkeit ists ih Flüglich wähle, Vernunft ihm in die Seele, und Drang nach höherem Beruf. nen, dem Gott, der sie er schuf, zu dienen, und tren zu thun, was er gebeut. Winden gleich, und gleich den Blißen, gehn sie vom Thron aus, segnen, schützen, und får dern unsre Seligkeit. freun fich brüderlich, wenn Sünder reuvoll sich der Tu gend weihn; wenn unser Dank den Preißgesang der Himmel hier schon wiederhallt. 7. Allgewaltiger! Obu All gütiger! laut tone durch Erd' und Himmel dein Lob! Es preiße jedes Wesen dich, und freue feines Daseyns sich; doch mehr als tausend Chöre bringt, Gott, mein Geist dir Ehre, daß ihn dein Wink zum Geift erschuf! Sie Mel. Wachet auf, ruft uns 4. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer hier heilig ehren, und ewig zc. 310. Betet an, ihr Men fich mit ihnen freun; ſoll, er schen, bringet dem Höchsten Ruhm und Preiß! Lobfinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Zahllos sind der Geister Schaaren, die, eh' noch Erdlößt durch deine Gnade, zu dir geführt auf ebnem Pfade, wie sie verklärt und selig seyn. Vernehmt's, ihr Men schen, bört: wer sich zu Gott bekehrt, Schöpfung. bekehrt, wird am Throne in seinem Reich, den Engeln gleich in seiner Herrlichkeit ihn schaun! 5. Werdet heilig, gleich den frommen, verklärten Geistern! Gott wird kommen mit seiner Heerschaar zum Gericht. Wel cher Ruhm, wenn er uns al len, mit einem Blick voll Wohlgefallen, in ihrem Kreis das Urtheil spricht! Heil uns, wir beten dann mit allen En geln an, gleich den Engeln! Ihr Preißgesang und unser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. 2.09 Schöpfer; doch war's noch Er nicht auf Erden Licht. sprach: Es sey! Da ward es Licht. 3. Oben wölbt er seinen Himmel; aus Wassern unter seinem Himmel wird jede Wolk ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Höhen; es flicht auf sein allmächtig Wehen, und überströmet fie nicht mehr. Tief braust um sie die Fluth; am Strom des Lichtes ruht nun die Erde, sein Eigenthum, für seinen Ruhm ein großes, schönes Heilig. thum. Mel. Wachet auf, ruft uns 4. Er gebeut; der Erde Felder und Hügel, Thäler, Berg'und 320. Betetan, laßt uns bar burch sein Wort voll lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Güt' und Macht. Betet an, er hat erschaffen; er hat, was ist, aus Nichts erschaffen! Ihm werde Lob und Preiß gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich sich bereitet; er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm', es preiß' ihn seine Welt! Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regies ren stiller in der Nacht. Er spricht; da füllt das Meer ein tausendfältig Heer ihm zum Preiße. Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schö pfer, der's zum Leben ruft. 5. Und wie wimmelt's im Gefilde von Thieren! wie im Wald vom Wilde! Von Freuden ballen Berg und Thal. 2. Wohlzuthun aus seiner Fülle, sich mitzutheilen, war sein Wille; und was er wollte, das geschah. Er gebot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel, fand die Erde zum Preiße seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel jauchzte schon seinem Schöpfer, er ist Gott! er bevölkerte die Erde mit diefer lebensfrohen Heerde, so mannigfaltig ohne Zahl? Mas fich auf Erden regt, sich fühe let, sich bewegt, schuf der Höchste. Der Herr ist Gott, der Herr ifi Gott! Er ist der 14 210 Schöpfung. 6. Tiefer betet an, und bringet des hohen Lobes mehr, und singet erhabner euren Preißgesang! Laßt uns, sprach er, Menschen schaffen; ein Bild von uns, nach uns geschaffen, und Adam ward, und jauchzte Dank! Dank, rief er, Schöpfer, Gott; ich ward auf dein Gebot, Preiß dir, Scho. pfer! Du, Herr, bist Gott, du, Herr, bist Gott! Es ist kein andrer Herr, als Gott! 7. Ewig wollen wir lobfingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Gut' und Macht. Jauchzt, er hat auch uns erschaffen; nach seinem Bild auch uns erschaffen! Ihm werde Dank und Preiß gebracht! Wir sind, o Gott, von dir. Frohlockend rufen Frohlockend rufen wir: Preiß dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält; es rühm, es preiß' ihn feine Welt. danke: Gott schuf, o Seele dich! Gott, dem ich Alles danke, rief auch ins Leben mich. Er, der mit Licht und Pracht den ganzen Erdkreis schmucket, und jeden Wurm beglücket, er hat auch mich gemacht. thätig mich belebt! Ich weiß mein Schöpfer, Gott, gab me dieß erste Leben, wird mir ein beffres geben; er ist und bleibt mein Gott. Mel. Wie schön leucht' uns 322. der zc. E rhebe dich, mein Lobgesang, zu Gott, um Ruhm und Preiß und Dank vor seis nen Thron zu bringen! Er Mel. Von Gott will ich nicht sc. hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die ihrem 321. Erfreutender Ge. Herrn noch höh're Psalmen fingen. Mich auch hat er mit den Heeren, die ihn ehren, ju den Stufen seines hohen Throns gerufen. 2. Erfreuender Gedanke, der mächtig mich erhebt, und, wenn ich irr' und wanke, wohl 3. Ich sollte muthlos kla gen, wenn mich mein Vater schlägt? Nicht gern ein Leiden tragen, das er mir auferlegt? Es dient zu meinem Heil; et kann und wird es enden. Von seinen treuen Händen erwart' auch ich mein Theil. 4. Erfreuender Gedanke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich alles danke, rief auch ins Leben mich! Er wägt mein Glück mir zu, und machet meine Leiden zu Quel len größrer Frauden; Gedan ke voller Ruh! 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu sei nen Himmeln: Seyd! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich fanden da voll Reiß und Pracht vor ihm, zum Preiße seiner Macht, die Himmel und Echspfung. die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 211 4. Er hat, o Sonne, dein Gezelt, die Himmel über seine Welt für mich auch ausgebreitet. Wer nützt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich an seinem Segen? entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 3. Wie sie so herrlich sind, 7. So hat mein Gott an so schön, einträchtig alle Gort mich gedacht, hat über fie erhöhn, und seine Größe prei- durch seine Macht zum Herrfen! Wie alles Jubel ist und scher mich erhoben. Er gab Dank, ein hoher, lauter Lob. mir meinen Leib, gab auch gefang des Gütigen und Wei- die Seele, seines Odems sen! Ach, wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhms mich schämen! Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele! Jauchzend halle von dem Echalle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 8. Das Kind, der Jungling und der Mann, die gan ze Schöpfung bet' ihn an, und seiner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vol len Brust, sirdmt hin, Em pfindungen voll Lust, in hohe Dankgesänge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Vem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen Mel. Herr Gott, dich loben wir ze. Meer beviltert fich das 323. Es war noch feine Wem Thiere jahllos Heer in Höhen und auf Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch firalt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden gnug für mich, noch immer schön und jugendlich mein Auge zu Zeit; es war nur Ewigkeit: jetzt schufft du, Gott, der Himmel Heer, und aller deiner Geister Heer. Die Himmel sind, wie weit sie sich ausbreiten, wie geschmückt durch dich, nur Hütten für den bes fern Geist, der, selig nur, dich kennt, und preißt: Erster! Unendlicher! Weiser! Allmäch tiger! Gnädiger! Heiliger! Jehova! unser Gott! 212 Schöpfung. Du haft den Erdkreis ausgeschmückt mit Schönheit, die die Seel' entzückt; sie, die die Himmel übersiralt, die Sonne, die uns Leben stralt, du führeft sie zu uns herauf, und immer läuft sie ihren Lauf. Den sanftern Mond hast du gemacht, den Führer und den Schmuck der Nacht. Wohin wir, unser Schöpfer, gehn, wie weit des Forschers Bli Mel. Vom Himmel hoch, da komm zc. dke fehn, trieft, utmächti- 324. Ich freue meines ger, dein Fuß von deiner Gnaden Ueberfluß. Die Quelle rinnt, es tråuft ber Thau; sie trånfet uns, er tranft die Au. Der Berg, das Thal, der Wald, das Feld, der Erdkreis, den dein Arm erhält, ist schön, ist Segen, ist bestreut, Allmächtiger, mit Fruchtbarkeit. Wir leben gern! des Lebens Müh' du linderst und versüßest sie! den Schweiß auf unserm Angesicht bestralet deines Segens richt. So hast du unsre Welt geschmückt mit Schönheit, die die Seel' entzückt. Doch was sie war, das ist fie nicht! Sie trifft auch dei nes Fluchs Gericht: Erdbe ben, Donner, Stürme, Meer, Krieg, ungezählter Seuchen Heer. Wir sterben, und du schickst das Schwert, den Tod, den Tod, der uns verheert. Ach, Staub zu werden, finken wir ins Grab, furchtbarer Gott, vor dir. Ein schwaches Lüftchen weht, wenn du ihm winkst, dem nahen Grab uns zu. Der Mensch des Todes fichrer Raub, was wär' des Elends Knecht, de Staub, hätt' ihn dein Mit ler nicht versöhnt, mit dir, Unendlicher, versöhnt? Gerech tester, was wären wir, Jeho va, Richter, was vor dir? Lebens mich, und preiße, Gott der Liebe, dich. Ich rufe dir mit Jubel zu: Mein Schö pfer und mein Gott bist du! 2. Wo du bist, Vater, bin ich froh. Wo ist ein Punkt der Schöpfung, wo der Stral von deiner Herrlichkeit nicht jedes Aug' und Herz erfreut? 3. Wann aus des Schlum. mers stiller Nacht mein Aug' zum neuen Tag erwacht, und Alles lebt im neuen Licht, wer fühlt, wer fühlt dich, Vater, nicht? 4. Mein Herz schlägt mách. tiger in mir; es strebt empor, empor zu dir, du Quell des Lebens, höchster Geist, den jeder Hauch des Mundes preißt. 5. Mit stiller Luft erfüllt es mich; wohin ich sehe, feh ich dich; und Alles, was ich seh', ist dein, und Alles gut, und Alles mein. 6. Der Sonne Stral, bes Mondes Licht ist dein, und leuchtet dir doch nicht; ist Schöpfung. mein, und ihre Herrlichkeit erfreut dich, weil sie mich er. freut. 7. Mich fühlet, mich belebt die Luft. Mein ist der Frühlingsblume Duft, und mein der Bach, der Quell, der See, die Tiefe mein, und mein die Höh'. 8. Du segneft mich durch Tag und Nacht, durch deines Himmels stille Pracht; und täglich und auf tausend Art hast du dich mir geoffenbart. 9. Was bin ich, Gott, was werd' ich seyn? Unsterklich einst, und ewig dein! Wer fühlt die Lieb', und sinket nicht lobpreißend auf sein Angesicht? 10. Empfindung deiner Herrlichkeit, ein Herz, das ganz sich deiner freut, das still in deiner Fügung ruht, und freudig deinen Willen thut; 11. Das sey mein Dank, das sey mein Preiß! Er ist dir angenehm. Ich weiß, auch dieß, mein schwaches Loblied dringt hinauf, wo dir der Engel singt. 213 durch die er alles schafft? Er spanuet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen; es drängen Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reissen nicht. Er ruft den Ungewittern; das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er schafft, wenn Blizze zünden, wenn Inseln untergehn. Er winkt den raschen Winden; schnell wird sein Himmel schön. 3. Tief aus emporten Wellen hebt er Gebirg', und trocknet sie. Er legt in Felsen Quellen, fie rieseln und versiegen nie. Er ziert mit jungem Lichte das Antlitz der Natur, und Blumen, süße Früchte sind dann der Schmuck der Flur. Er füllt selbst Wüsteneyen mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann. 4: Herr, dein ist Huld und Stärke, und alle Weisheit, Gott, ist dein. Das rühmen Mel. Nun lob mein Seel den zc. deine Werke, das jauchzen, die sich deiner freun. in des 325. Kommt, kommt den Weltalls Chöre tönt unser Ju Herrn zu preißen, der groß von Rath ist, stark von That; den Gütigen, den Weisen, der keinen seines Gleichen hat; den Schöpfer großer Werke, den Vater jeder Kraft! Ift's Weisheit nicht und Stärke, wir. belruf. Preiß dir und Dank und Ehre, dir, der auch uns erschuf! Sieh', Freudenthranen fallen, die Herzen schla gen dir! Du lebst, du wirkst in allen; nur die vertrauen C 214 Schöpfung. Mel. Ich dank dir schon durch zc. heit deiner Wege, die Liebe, Alle wacht, anbetend 320. Mit heil'gem überlege: so weiß ich von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, präch. tig ausgeschmückt, preißt dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herr lichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! Schauer blick ich hin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, Welt auf Welt, so schön geordnet stehen. 2. Auf deine Erde stralt herab aus weiter, hoher Ferne des Mondes fanfter Silberglanz, das milde Licht der Sterne. 5. Vom Staube wag' ich's hinzuschaun, wo deine Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Gränzen. 4. Umsonst! den gränzenlofsen Raum der fernsten Sonnenheere mißt kein Erschaffner, zahllos sind sie, wie der Sand am Meere. 5. Du zählst, o Unermeß licher, der Sterne Millionen, und herrscheft hier, und seg nest dort, wo nur Geschöpfe wohnen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit hd hern Wesen: und sie, wie ich, find, Herr, durch dich zur Ewigkeit erlesen. 7. Frey werd' ich einst mit ihnen mich von Sonn' zu Son ne schwingen; mit ihnen, Weltenschöpfer, dir Dank, Preiß und Ehre singen. Mel. Sey Lob und Ehr dem höch ften 2c. 327. W. enn ich, oScho pfer, deine Macht, die Weis. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preißt der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in ſeis ner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet: der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preiß, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gut' und Größe. Schöpfung. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Der, den der Welten Loblied preißt, sei angebetet! Amen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. In allen meinen Thaten zc. 320. Wer zählt der EnMel. Vom Himmel hoch, da zc. gel Heere, die du zu deiner Ehre, 328. Unentlicher, wer( chufft! Sie freun fich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du fie rufft. zählt die Reih'n der Schaaren, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchzen, betend dich erhshu? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und, die erzogen in der Zeit, sich nun in höhern Welten freut. 3. linzählbar ist der Seelen Echaar, die jetzt und einst noch wunderbar du mit der Mensch heit Hülle zierst, und durch den Tod zum Leben führst. 215 7. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch ihn mit euch verbrüdert schuf, der Erden hülle nur ein Grab, Unsterb lichkeit dem Geiste gab. 4. Zahllose Geister preißen dich von Welt zu Welt und sehnen sich, den Einzigen, dem fie vertraun, im Licht der Seligen zu schaun. 5. Wann, o ihr Himmlifchen, mein Geist fich seinen Fesseln einst entreißt, drängt er auch sich in eure Reih'n, ein Mitanbeter Gottes, ein. 6. Entzückt vom Licht, das er errang, begeistert von dem Throngefang, frohlockt er Dank, und strebt und ringt euch nach, wenn er dem Vater singt. 2. Sie, die nur Tugend üben, dich über Alles lieben, in Eintracht dich erhöhn, sie eilen, in Gefahren uns Pilger zu bewahren, in Noth uns liebreich beizustehn. 3. Bekehren, Gott, sich Sunder, und werden deine Stins der, die nun das Böse scheun; dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder sich einst, wie fie, am Throne freun. 4. In solchen Geisterchören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von Sünden, sich, ihnen gleich zu werden freut. 5. Drum, Höchster, laß auf Erden mich ihnen ähnlich werden, wie sie, dir folgfam seyn; laß retten und bewahren mich Menschen in Gefahren, mich jeden gern durch Hülf, et freun. 6. Was sind einst Müh und Leiden, wann du zu ihren 216 Vorsehung. Freuden vor deinen Thron mich rufft! Dann jauchz' ich laut und preiße dich, Gott, in ihrem Kreise, daß du für mich auch Engel schufft. 7. Froh lehren fie mich Gefang. Vorsehung, Erhaltung und Regierung. droben, dich würdiger zu lo. ben, des Himmels höhern Dank. Ich stimm' in ihre Chöre; dann wird zu deiner Ehre der ganze Himmel ein Eigne Melodie. 330. Die Sonne schmi. cket Berg und Thal; es war met uns ihr milder Stral; und schon hat manch Jahr hundert ihr mildes Feuer über all empfunden und bewun dert. 2. Doch ist sie nur dein Mel. Vater unser im Himmels reich ber die Welt erfüllt! Du bist 331. Gott eine weife die wahre Sonne. Aus dei ner Batergüte quillt Licht, Le ben, Heil und Wonne. Macht erhält die ganze lebens oft, volle Welt, und Aller Augen 3. Dein Auge, das für Al- nungsvoll auf dich; auf dich, freuen sich, und warten hoff, les wacht, hat auch auf unser Wohlfeyn Acht, und wird nie matt und trübe. Selbst in bewölkter Mitternacht umstralt uns deine Liebe. der du sie alle liebst, und allen ihre Speise gibst. 4. Du bists, der die er schaffne Welt vom Engel bis zum Staub erhält; du siehest unfre Sorgen. Kein Blått chen, das vom Baume fällt, bleibt deinem Blick verbor gen. 5. D Wahrheit, Himmels glanz vom Herrn, sen mir zu meinem Heil nicht fern! Geh' auf in meiner Seele, daß ich mein Ziel hier kennen lern', und sichre Wege wähle! fey stets mein Licht. O laß 6. Ja, Herr, dein Wort mich deiner Leitung nicht muth willig widerstreben! Zu treuer Uebung meiner Pflicht gib Wärme, Licht und Leben. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nothig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt fie nie. Nie find Geschöpfe deiner Hand die unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt Vorsehung. so' väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du fannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht; ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 217 9. Bei deiner Gaben Ues berfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr' mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit! Du nährst mich, Vater; Preiß und Dank bring' ich dir all mein Lebenlang! Eigne Melodie. 5. Der Vogel bauet nicht bas lamb; boch nährt ihn bei: 332. Gott ist mein lieb! ne milde Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich; und Vater, ich verges' es nie, weit mehr bin ich vor dir, als fie! 6. Mich schufft du nicht für diese Zeit; mein Ziel ist eine Ewigkeit, Vernunft hab' ich von dir, o Gott; für mich gieng Jesus in den Tod; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Dem Sünder selbst, der dich, verschmäht, gibst du sie ohne sein Gebet. Auch mich wirst du, Herr, auf mein Flehn, mit dem, was ich bedarf, versehn. 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben mich erfreun; doch mehr noch deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, und selbst die reiche Quelle bist, aus welcher jede Wohlthat fließt. Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Name, groß sind seine Werke, und alle Him mel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so find und leben Welten. und er gebeut: so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in Ewigkei ten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du fizest 218 oder gehest; ob du an's Meer, ob du gen Himel flöheft: so ist er allenthalben da. Mel. O liebster Jesu, was Er weiß, with it, Gele. 333. Gott forgt für alle, 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. Vorsehung. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weis den; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. die auf Erden wohnen; er ist der Vater aller Nationen, der allen reichlich gibt, und gern gewähret, was sie ernähret. 2. Er schaut die Erd' an; die Gefilde lachen; er wässert fie mit Thau, sie reich zu machen. Sein Strom ist voll; er forget für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tief gepflügten Furchen füllt sein Segen; die Erde lechst, und sie erfrischt sein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Auf Bergen und in The lern hüpfen Heerden; er schafs fet Gras, daß sie gesättigt wer den. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Erndt' entgegen. 5. Sein Ruhm ertönt von den Geschöpfen allen, und Wald und Au und Berg und Thal erschallen von lautem, ihm frohlockendem Getümmel hinauf zum Himmel. 6. Dich preißt, o Gott, entzückt auch meine Seele. Was ist's, das ihr an Glück und Bonne fehle? Und wenn die Welt und alles Gut zerstäubet: ihr Segen bleis 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Netter werden: so frag' ich nichts nach bet. Vorsehung. 219 mich erfreun! Täglich wirft du mir beweisen, wie so mild und gut dut bift. Deine Güs te werd' ich preißen, daß fie unerschöpflich ist." Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 334. Sch Ich will danken und lobsingen Gott, der seine Welt regiert. Preiß und Ruhm will ich ihm bringen, der mich wie ein Vater führt. Mel. Wernur den lieben Gott zc. Dessen Augen nie ermüden 335. Nie kann ich meider zu bewachen, die er liebt; mir Leben, Freude, Frieden, der mir alles, alles giebt. 2. Alle liebst du, aller Le ben ist dein Werk und ist dir werth; allen gibst und wirst du geben, was das fromme Herz begehrt. Alles Große, alles Kleine ist, Herr, offentbar vor dir, und für alle forget deine Batergüte für und für. nes Gottes Wege mit meinen Blicken übersehn; noch, wenn ich alles überlege, vollkommen seinen Rath versiehn. Doch weis und heilig ist sein Plan: er herrscht als Gott; ich bet' ihn an. 3. Meines kurzen Lebens Tage zähleft und bewahrest bu; wiegeft auf gerechter Was ge mir mein ganzes Schicksal zu: überschüttest mich mit Segen, sättigst mich mit milder hand, führest mich auf sichern Wegen, Gott, nach meinem Vaterland. 4. In die Tiefen meiner Seele blickst du und ergründest sie. Was ich denke, was ich wähle, birgt sich deinem Aluge nie; du, du siehst's, ob ich dich liebe, Geber der Unsterblichkeit, ob ich jede Tugend übe, die mir dein Gesetz gebeut. 5. Heil mir, wenn ich ernstlich firebe, deiner Liebe werth zu seyn; o dann werd' ich, weil ich lebe deiner Aufsicht 2. Ich kann genug von ihm erkennen, mich seiner Macht und Huld zu freun, bewundernd Vater ihn zu nennen, mein ganzes Leben ihm zu weihn; genug, ihm findlich zu vertraun, und immer froh auf ihn zu schaun. 3. Er wählt, was brauch' ich mehr zu wissen? nichts Böses, thut vergebens nichts. Selbst in des Lebens Finsterniffen bedarf ich keines hellern Lichts. Was er hier werden läßt, ist ja zum Besten seiner Menschen da. 4. Der Wolken Sturm, des Meers Getümmel braußt, oder ruht, wie er's beschließt, er, welcher höher als die Him mel, und tiefer als der Abgrund ist; er fegnet selbst im Eturm, was lebt, wenn auch die Welt erschüttert bebt. 5. Was brauch' ich alles zu ergründen, was er beschlossen Vorsehung. an. hat und macht? Genug, ich das Land mit deinen Gütern kann den Vater finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, ist alles recht, ist alles gut. 220 6. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Negens, des BliBes und der inde Gang? Kenn' ich die Quellen alles Segens? Bersteh' ichs, wie das Meer entsprang? Sah' ichs, wie er die Berge wog, und seiner Erde Richtschnur zog? 7. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergehn? Wer gibt verständige Gedanten, der Weisheit Lehren zu verstehn? Der Herr, der weise nur beschließt, nur thut, was gut und heilig ist. 8. Ihm will ich folgen, alles hassen und meiden, was er mir verbeut; ihm will ich kindlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. führe mich; er führt gewiß zum Lichte von der Finster. niß. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 336.№ 3. Dein Fußtritt in den Bolken träuft von Fett und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest und du füllst 4. Wie herrlich glänzet jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 5. Wem firdmt sie nicht, von dir erfüllt, in tausend Bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich), wie du? 6. betet, Menschen, be tet an! Erwägt's, und denket nun: was hat Gott schon an uns gethan? Was will er künftig thun? 7. Läßt er uns seine Freund lichkeit schon hier so reichlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der bessern Welt geschehn? 8. Noch tiefer dringt als dann mein Blick in feine Wunder ein. Gott, laß dieß erhabne Glück mir stets vor Augen seyn! Eigne Melodie. och immer wechfeln ordentlich bes Jahres 337. D Herr, mein Beiten ab, und früh und spat ergießet sich dein Regen, Gott, herab. Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in dei nen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer seyn. 2. Du, du regierst, bift Vorschung. Beisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinen Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid; und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage! Allein, verwehrt's mein ewig Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Aus Liebe gibst du uns der Erde Freuden; aus Liebe sendest du der Erde Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld, so zag' ich nicht; du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf' er ſehn. 221 ich dessen Güt' und Macht, der sie erschuf: so steigt mein Geist empor, und betet an und preißt. 2. Gott, der den Himmel ausgespannt, umfasset ihn mit starker Hand, und seines Reis ches Herrlichkeit, ist ohne Gränzen, Maaß und Zeit. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben; Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn? 3. Und diese Welt, im Schöpfungsreich ein Punkt nur, wie an Schmuck so reich! wie voll von Freuden ohne Zahl, und Wundern Gottes überall! 4. Doch für das Ganze sorgt nicht nur der gute Vater der Natur; er, der den kleinsten Staub beseelt, hat jedes Haupthaar auch gezählt. 5. Und ohne seinen Willen fällt kein Sperling nieder; denn er hält den Wurm, der sich im Staube nährt, des Schußes, wie den Engel, werth. 6. Und so sorgt auch sein Baterfinn für mich, und was ich hab' und bin. Leib, Seele, Geist, Herz und Verstand verdank' ich seiner Vaterhand. 7. Er wog nach meiner Få higkeit mir meine Wohlfahrt und mein Leid, mein ganzes Schicksal bis ins Grab, und meine Lebensdauer ab. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 8. Erhalte den Gedanken mir, o Gott: was kommt, das von dir! deine 338. Seb' ich erstaunt Vorsicht an mir thut, ist herr. der Welten Pracht, und dent' lich, weise, heilig, gut. 222 Natur, Würde und Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 330. Wie eingeschränkt ist alles Wissen! Wie unerforschlich die Natur! Umhüllt von tiefen Finsterniffen verlier' ich oft der Weisheit Spur. Ich bin ein Mensch, ein Mensch von Staub, und ach, wie leicht des Irrthums Raub! 2. Was ist doch alle Lust auf Erden? Ein süßer Traum! Echnell fliehet fie. Sie wirkt oft Sorgen und Beschwerden, und was sie gibt, befriedigt nie. Man hofft, genießt und wünschet mehr, und das ge täuschte Herz bleibt leer. 3. Wie oft darbt nicht die stille Tugend, die weinend zu dem Himmel blickt! Die Unschuld seufzt, oft in der Jugend schon vom Verfolger unterdrückt; und oft ist des Verdienstes Lohn nur Müh' und Elend, Schmach und Hohn. 4. Ich sehe Sünder fühn sich brüsten, und vest und unerschüttert stehn. Sie folgen frech nur ihrenküsten, als tonn. ten sie nicht untergehn. Sie freveln, und ihr Glück gedeiht; fie troßen der Gerechtigkeit. Gott, dich soll mein Geift er heben! Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Him. mel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank' es dir! auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, daß dein Bild im 5. Doch Gott regiert! O feiten nicht! Er richtet einsi; Seele, zage bey Unbegreiflich an jenem Tage wird, was bier dunkel war, dir licht. Es folgt dem Sünder seine Schmach, dem Frommen seine Tugend nach. 6. Entreiße dich der Erde Lüften! Erhebe dich zur Ewig keit! Geht gleich dein Weg durch dunkle Wüsten, getroft! kurz ist der Pfad der Zeit. Bald, bald wird er dir aufge hellt, und dich umstralt die besre Welt. Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. Mel. OGott, du frommerGott ze. Menschen sich verkläre. Da hast du den Geist, der in 340. Allmächtig großer mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit, aus freier Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufeft! Wie herrlich ist das Glück, wozu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, wohl thatig seyn, wie du: o wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! Bestimmung des Menschen. 4. Laß mir dieß große Ziel hier kann ähnlich doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sen dieß, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet möge seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Du bist der Wahrheit 341. C Es Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt- zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beyfall gibt, was du uns selbst gelehrt. s werde Gott von dir erhoben, du feines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preißt? Jhn, der mich schuf, sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freun? 6. Laß deine Heiligkeit mich fiets zum Mujter nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lust bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, bers üben will, auch gern be hülflich seyn. 7. Gib, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Be schwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leiden ihm versüßt und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ents fernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und dei nem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon 223 werden. Dann werd' ich ewig einst mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. 2. Schen ist der sonnen. reiche Himmel, den er zu seinem Throne wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; doch mir gab seine Baterhand Empfindung, Leben und Verstand. 3. Anmuthig, prachtig, zum Entzücken ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Neiße, die sie schmücken? Und doch, was nützte diese Welt dem Menschen, könnt' er nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur ihnen D meines Schöpfers Lob. Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf! 5. Gott, ich kann denken, ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Em Natur, Würde und pfindung meiner Sinne Ge- zu seyn, und seiner Liebe mich dankentausendfacher Art. Ach, zu freun. 224 strebt' ich, alle dir zu weihn, roie selig könnt' ich hier schon seyn! Mel. Dir, dir, Jehova, will xc. 6. Ich kann fie fammeln 342. Hoch über mir und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. 3u tausend Thaten hab' ich Straft; wer gibt sie? Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Bonne, Glück und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist meiner Thorheit Schuld, und schnöder Mißbrauch seiner Huld. 8. Begabt mit wundervol len Sinnen, mit Freyheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich, o Gott, dich liebgewinnen, dich nur, und nichts gebräche mir. Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sen, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit! Von deiner Liebe zu entbrennen, dieß sey mir Ruhm und Seligkeit! Nimm hin mein Herz; was fehlt mir dann, wenn es sich beiner rühmen kann! 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, feines Odems Hauch, mein Geift! Auch ich will meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preißt. Ihn, der mich schuf, sein Bild dein Sternenhimmel und dein Gesetz, o Heiligster, in mir erhebt den Geist vom Erdges tümmel, hebt ihn anbetungsvoll hinauf zu dir; der Andacht heiliges Gefühl durchglüht, Unendlicher, mein staunendes Gemüth. 2. Gefühl für meine Menschenwürde prägt jenes heilige Gesetz mir ein; selbst bey des Erdenlebens Bürde fühl ich den hohen Werth, ein Mensch zu seyn, wenn ich mit Eifer und Entschlossenheit erfülle, was mir dein Gesetz gebeut. 3. Ich soll, ich will das Gute lieben, nicht darum, weil hier jeder Tugendthat Beloh, nung folgt; ich soll sie üben, weil Tugend ihre innre Würs de hat. Sie hebt den Geist hoch über Grab und Zeit, bes lebt den Glauben an Unsterb, lichkeit. 4. Nicht angstlich streb' ich nun auf Erden nach dem Ge nusse voller Seligkeit; nur würdig will ich ihrer werden, das Gute thun, weil es die Pflicht gebeut. Bin ich es würdig, dann gewiß, o dann bet' ich dich einst in deinem Himmel an. 5. O Vater, segne mein Bestreben, dem hohen Ruf zur Tugend Bestimmung des Menschen. 225 Lugend treu zu seyn; laß mich sich dein, der du mein Vater ganz meinen Pflichten leben, bist, zu freun und dich zu nur ihnen meine Lebenskräfte lieben. weihn! Den Frommen nur, der treu war seiner Pflicht, stralt einst der Eugend Werth im hellern Licht. 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preißt, auch Preiß und Ehre geben. Auch ich kann thun, was dir gefällt, und um her in deiner Mel. Ich halt an meinen Gott zc. 343. Laß mich des Men Welt, was nüglich ist, verschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst entehrt, mich allzeit innig schå men. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was alles ich) vermag und bin durch deine weise Gute. 2. Du bildetest mir mein Gebein, du hauchtest mir die Seele allmächtig, o mein Schöpfer, ein, durch die ich denk' und wähle. Noch mehr als was die Sinnen rührt und durch fie Schmerz und Lust gebiert, kann ich verstehn und fassen. 3. Gott, diesen Vorzuggabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freyheit, und mit ihr Gefühl für Recht und Unrecht. 4. Du schufft mich zur Gefelligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für Anbrer Glück und Leiden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, breiten. 6. Nicht blos für diese kurze Zeit riefft du mich in dieß Les ben; zu Freuden einer Ewigs feit soll sich mein Geift erhes ben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. 7. Vom Himmel kam, ges sandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menscha heit Werth zu schätzen! 8. Und ich sollt' diesen Werth entweihn, und meiner unwerth handeln? der schnöden Lust ergeben seyn, nicht deine Wege wandeln? Fern sey von mir ein solcher Sinn! Bewahre mich, Gott, deß ich bin, daß ich so tief nicht sinke! 9. Gib vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewiffen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe, und mich 15 326 beiner freu', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir hast verliehen. Natur, Würde und vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Durch deiner Vorsicht gnåd'ges Walten, die mich von Kindheit an umfieng, bin ich daß 344. Gott, den Erd' Noth vorüber gieng. Ich lebe noch und preiße dich, Herr, deine Rechte schüßzet mich. und Himmel ehren, von dir kommt aller Welten Pracht! Was wir Vollkommnes sehn und hören, hat deine Schöpferhand gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht reicht aller Menschen Weisheit nicht. 2. Jch preiße, Vater, deine Güte, die mich auch wunderbar erschuf, und mit frohlockendem Gemüthe verehr' ich deinen Schöpferruf, mich deiMel. Herr Jesu Christ, du höchs ner Wunder zu erfreun unb 345. Wie wichtig ist Herold deines Ruhms zu seyn. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunberbar und schön gebaut; daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach' und Sinnen an vertraut. Und mich hast du zum Herrn der Welt, dem Alles dienen soll, bestellt. 4. Du gabst zum Denken und Empfinden mir dieß Gefühl, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergrünben, wie herrlich du, mein Schöpfer, senst; jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 7. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und willig thu', was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit: daß ich bis in den Tod dir treu, dir dank bar und gehorsam sey. 5. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht blos für diese Zeit: nein, Herr, du hast ihn mir geschenket zum Leben in der Ewigkeit, um da doch der Beruf, den Gott uns hat gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Va terland; nur, Gott, bey dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand ein Glück uns auf gehoben, das keine Zeit uns wieder nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns des sen werth zu machen. 3. laß mir doch dieß große Ziel durch nichts vers rücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabep nicht tüchtig Bestimmung des Menschen. bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilger bin ich ja nur hier; laß mich dieß nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfarth zu gemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dieser schönen Erde Pracht wird dann für mich verge hen. 5. O laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben, und hier in dieser Prüfungszeit um jene beff're Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich einst nicht darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, sich seiner Wür de freuet, das so, wie Jesus, Tugend übt, und sich vor Sunden scheuet: ein solches Herz, das wird allein sich ewig dei ner Güte freun in jenem hshern Leben. 227 Leib auch deine Spur, Gott, der du ihn bereitet. Du gabst ihn mir, Herr, nur von die bin ich so schön bekleidet. 7. Zu diesem Sinne wollft du mir, Gott, Muth und Kräf te geben, damit ich immer msge hier nach den Gesetzen les ben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Find dein Erbtheil einst empfange. 2. Schon der Geschöpfe gros ßes Heer, die du uns unter warfst, wie sehr rühmt's deine Gut' und Stärke! Wohin entzückt mein Auge blickt, erblick ich Wunderwerke. Der Lei b. Mel. In dich hab ich gehoffet ze. 340. Obra 3. Doch lauter predigt noch von dir des Menschen edler Blick an mir. Auch in des Körpers Hülle verklåret fich so sichtbarlich, Herr, deiner Gnaden Fülle. 4. Froh trägt der Mensch sein Haupt empor; ohn Uns terlaß bringt Aug' und Ohr ihm neuen Stoff zum Den ken; wohin es sey, kann leicht und frey er seine Glieder lens ken. bschon des Geistes Hülle nur, zeigt doch mein Gants 5. Sanft, lieblich oder fürchterlich, malt jede Herzens regung sich im Ausdruck der Geberden. Will ich's auch nicht, muß mein Gesicht beym Unrecht schamroth werden. 6. Auch Andern soll mein innrer Sinn, gut oder böse, wie ich bin, nicht ganz vers borgen bleiben; mein Anblick soll, gleich tugendvoll zu werden, Andre treiben. 7. Doch ist mein Leib die Hulle nur; allein die geistige Natur kann, Gott, dein Bild erfaffen. Dmocht ich's seyn, nie bloßen Schein von außen sie glänzen lassen! 928 Natur, Würde und Der Gei ft. Mel. Wie groß ist des All, macht'gen zc. 347. Sch bin, und Dank kenntnißquell. wird meine Freude; ich bin, und mein ist eine Welt. Ich seh' und hör', und unterscheide, was mir in's Ohr und Auge fällt. Ich, selber mir bewußt, gewinne Gedanken zahllos, wo ich bin. Zum Kunstwerk meiner äußern Sine ne ward mir ein hoher innrer Sinn. 32. Es tballt die Saat im goldnen Lichte; es tont Ge fang; es wehet Duft; mich laben süßgereifte Früchte; mich tühlt ein sanfter Hauch der Luft; und Alles wird in mir Gedanke, schnell ins Bewußt feyn mir gestellt; ein Blick nur, und in enger Schranke faß ich die weite Außenwelt. 3. Doch wer erforscht es, wie verlieren sich fremde Wes sen in mein Sch? Wo stehn die Gränzen? Wo berühren der Geist und die Erscheinung durch stilles Anschaun hell; vermag Gedanken zu verbinden, und wird sich selbst Er. 6. Was werd' ich einst, o Gott, erkennen, wann meine Sinnenhülle fällt, dort, wo zahllose Sonnen brennen, zu leuchten mir von Welt zu Welt! Da wird, ach, was kein Aug' erspähte, kein Ohr vernahm, mir offenbar; und jede Belt, die ich betrete, weih' ich dir, Gott, zum Dankaltar. Verstand und Vers nunft. Me L. Ich halt an meinem Gott ze. Macht entriffen, und finde 348. Dem Menschen, Wunder im Verstand; erist's, durch den ich alles Wissen, mir immer unbegreiflich, fand. Schöpfer, glångt dein Licht. mit heiligen Gedanken naht er sich dir; ihn hemmen nicht des Körpers enge Schranken. Er ist dein Bild im Wesens heer; mit Sinn und Trieb empfieng nur er Vernunft, der Gaben höchste. 2. Mit ihr empfieng er, Gott, von dir die Herrschaft 4. Er nur erkennt die Näh' und Ferne, der Dinge Stus fenbahn und Lauf; nimmt, wie den Himmel voller Gter ne, so auch das Sonnenstaubchen auf; macht Alles, was die Sinn' empfinden, in mir 5. Was wär' ich ohne diese Gabe? Was ohne sie die Schöpfung mit? Du, dem ich sie zu danken habe, mein Dank frohlockt hinauf zu dir. Du siehst Gedanken, eh' fie werden; sollt' ich dir, Gott, nicht jeden weihn? Nicht stres ben, als dein Bild auf Erden auch an Erkenntniß reich zu seyn? Bestimmung des Menschen. 229 deiner Erde, und Schöpfer- sie kämpft mit Macht der kraft, daß alles hier durch ihn verschönert werde. Sie macht ihm Müh' und Arbeit leicht; und was nicht Aug' und Ohr erreicht, kann er durch sie er gründen. Menschheit Recht zu schützen; verläßt der Wahrheit Spuren nie, und selbst durch Zweifel dringet sie zu ihrem reinern Lichte. 3. Sie zeigt im Staub ihm deine Spur, wie in der Wel tenferne; führt von dem Schauplatz der Natur zu dir ihn über Sterne; zerstreut um ihn des Irrthums Wahn, und weiß des Lebens dunkle Bahn ihm freundlich zu erhellen. 4. Sie macht durch weisen Unterricht ihm schöner seine Freuden, und bringt ein überirdisch Licht in seine Nacht der Leiden. Sie zeigt ihm sein erhabnes Ziel, und weckt und nährt in ihm Gefühl für seine hohe Würde. 8. Durch Jesum, preißt es laut! erschien sie in des Him mels Stlarheit. Wir freuen uns, belehrt durch ihn, des höhern Lichts der Wahrheit. Er liebte stillen Prüfungsgeist, der sich dem Vorurtheil ent reißt, und haßte blinden Glaus ben. 9. Preiß dir, der uns so herrlich schuf! Dich mit Vers nunft zu ehren, und folgsam stets auf ihren Ruf, auf ihr Gesetz zu hören, dieß sey uns allen heil'ge Pflicht, daß wir des Menschen Würde nicht in schudder Lust vergessen. 5. Sie gibt ihm Muth, fie gibt ihm Kraft, fich selber zu bezwingen; im Kampfe mit der Leidenschaft die Freyheit Gefühlsvermögen. Mel. Befiehl du deine Wege zc. erringen. Sie lehrt, nur der Sugend Baby, daß 340. Wie schlägt voll Bahn einer schönern Welt hinan, zu dei nem Himmel führet. 6. Durch sie erfennet er das Band, das deine Vaterliebe um alle, alle Menschen wand, und fühlet höhre Triebe. Tief rührt ihn nun der Brüder Schmerz; mild wird die Hand, und groß das Herz, auch Feinde zu beglücken. 7. Es stürm auf fie der Wetter Nacht mit fürchterli chen Blitzen; sie jaget nicht, Dank und Liebe dir, Gott mein fühlend Herz! Du gabst mir Sinn und Freude, gabst mir Gefühl für Schmerz; und Wohl und Wehe bilden im Wechsellauf der Zeit mich zu dem höhern Leben in deiner Ewigkeit. 2. Schön ist dein Land, die Erde, reich jeder Quell der Luft; und schnell werd' ich des Guten und Schönen mir bewußt; und jede reine Freu 230 Natur, Würde und de ist Lebenssonnenschein, in der Schmerz von dieser Erde dem des Geistes Kräfte zur Thätigkeit gedeihn. Banden, von Sinnlichkeit mein Herz. 3. Was fühl ich, wenn bie Gonne, wie neugeschaffen, glüht, und auferstanones Leben auf Erden grünt und blüht! Was, wenn am Friedensstrale die schönre Saat gedeiht, die mild umher die Weisheit und Menschenhuld gestreut! 8. Wenn einsam meine Gees le zu dir, dem Netter, fleht, wie stärkt mich hoher Friede im findlichen Gebet! Und preißt des Dankes Thrine dich an des Leidens Ziel: 0 dann ist mein Entzücken des Himmels Vorgefühl! 4. Schlingt in des Freundes Leben fich freundliches Geschick; fällt selber mir zum Loose ein unverhofftes Glück; lohnt mir des Tages Mühe ein edles Herz mit Luft: welch heilige Gefühle erfüllen meine Brust! 5. Sanft hebt, was ich empfinde, mich zu der Geisterwelt, wenn mir das Licht der Wahrheit das Leben mehr erhellt; wenn ich die Luft befiege, die bald die Neue trübt, und des Gewissens Stimme mir stillen Beyfall gibt. 6. Wie ist so wohl dem Herzen nach jeder Edelthat! Wenn ich den Kummer stillte, eh' mich der Dulder bat; 9. Es fliehn die Erdge, danken; ich athme Seligkeit, wenn dir im Heiligthume die Andacht Opfer weiht. Da knie ich mit den Frommen vor deinem Thron und du fiehst freundlich unsre Rüh rung, und lohnst mit Himmelsruh'. 10. Sieh' jetzt auch meine Thrane, fie rinnt voll Dank herab! Preiß dir, deß Vatergüte ein fühlend Herz mir gab! Nie schlag' es für die Günde! Nein dieses zarte Herz fühl' nur der Unschuld Freuden, nie, nie der Neue Schmerz! Sprache. wenn ich die Unschuld schütz- Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. te, die Hand dem Feinde 350. La bot: wie füß ist dann die Ruhe im fanften Abendroth! 7. Ob auch des Bruders Leiden tief meine Bruft er füllt; wohlthätig ist die Zäh re, die aus dem Mitleid quillt. Faßt Kummer selbst mein Leben; getroft! es läßt schuf. aßt dem Schö pfer Dank uns fingen! Preiß und Jubel ihm zu bringen, sey uns heiliger Beruf! Wer vermag von ihm zu schweis gen? Unsre Worte selbst find Zeugen, daß uns seine Güte Bestimmung des Menschen. ken, wählen, wechseln schnell durch sie die Seelen; sie stimmt Herzen zum Verein. Durch fie herrschen wir auf Erden; können andrer Lehrer werden, und mit Rath und Troft erfreun. 2. Daß in Laute wir vermogen unsrer Seele Sinn zu prägen, welche wunderbare Kraft! Ohne das Geschenk der Nede wär' des Menschen Leben dde. Sie ist's, die ihm Bildung schafft. 3. Sie, im Bunde mit den Einnen, ordnet erst, was sie gewinnen, unterrichtet Aug' und Ohr. Sie verknüpfet Willensfreyheit. die Gedanken. Durch fie Schranken tritt aus seinen Mel. Von Gott will ich nicht ze. unser Geist zur Welt hervor. 351. Es schuf bie ew'ge Liebe; aus ihren Händen gieng der Mensch, der mehr als Triebe, der auch Vernunft empfieng. Da sprach fie: Alles sey dir unterthan auf Erden; such' Schöpfer da zu werden; geh', wähle, du bist frey! 2. Preiß ihr, die zu dem Range der Freyheit uns ers hob! Im heiligen Gesange verkünden wir ihr Lob! Frep sollen wir uns freun, selbst unser Glück bereiten, Glück überall verbreiten, der Gotts heit ähnlich seyn. 5. O wie schön verfließt die Stunde, wenn im treuen Freundschaftsbunde jeder, was er denket, spricht! Unsern Gram hilft es befiegen; süßer wird uns das Vergnügen, heller uns der Wahrheit Licht. 231 626 6. Gott, wie könnten wir auf Erden weise je und glücklich werden, wären ohne Sprache wir? Welche Gabe! Mit Entzücken unsern Dank dir auszudrücken, tönt sie jetzt hinauf zu dir. 7. Dankbar wollen wir sie brauchen; nie in Gift die Worte tauchen, nie durch Schmåhung fie entweihn; nie durch Spott und freche Neden Tugend lästern, Unschuld tödten, und der Eintracht Störer seyn. 8. Nein, durch sie dich, Gott, verehren, Menschen ras then, Menschen lehren, und sie trösten wollen wir. Dans ken noch für diese Gabe sollen an dem offnen Grabe unsre letzten Worte dir. 3. Gefesselt ist durch Triebe das Thier in Luft und Meer; Zwang ist bes Chieres Liebe; frey ist der Mensch, nur Er. Ihm folgt selbst die Natur; denn er ist Herr der Erde; wie er will, daß sie werde, so wird, so blüht die Flur. 4. Er drückt sein Herrscher. fiegel rings ihren Werken auf; er ebnet Thal und Hügel, lenkt rascher Ströme Lauf; Natur, Würde und 232 kann Selbstbeherrscher seyn; kann, was er will auf Erden, ein Thier, ein Engel werden; er kann, wie Gott, sich freun. 5. Er kann im Kreis der Pflichten der Gottheit, die ihn schuf, ein neues Reich errich ten; und dieß ist sein Beruf. Und er wollt ihn entweihn? entweihn der Mensch heit Würde, und unter sei ner Bürde von Erde Thier nur seyn? 6. Nein, frey gefinnt, zerstören wir unsre Würde nicht. Nein, ungezwungen hören wir auf den Ruf der Pflicht. Es feffelt Sinnlichkeit vergebens unsern Willen! fren sind wir, und erfüllen, was die Vernunft gebeut. 7. Am Ziele lohnt der Friede uns jeden heißen Streit; am Ziele trinkt der Müde vom Strom der Seligkeit. Dort sammelt fie, dort front die Liebe jeden Frommen, in deß um ihn: Willkommen! der ganze Himmel tont. meinem Willen; felbst durch dich, allweifer Gott, ward ich fähig, dein Gebot zu verleBen, zu erfüllen. Tod und Leben, Heil und Qual, bei des sieht in meiner Wahl. nenheer der Nacht schloß in Kreise deine Macht; nie ge leitet vom Gedanken, folger Thiere knechtisch nur blinder Trieben der Natur. 2. Was ich seh' hat seine Schranken; selbst das Ster3. Aber mir ist mehr ver liehen, fern von Zwang urd Sclaverey. Ich kann denken, handeln frey, Gutes thun und Böses fliehen; bin der Herrschaft mir bewußt über jede niedre Lust. 5. Binden kann man mie die Glieder, aber nie den rea gen Geist. Er ist frey, und er zerreißt alle Bande, firebet wieder auf zur Wahrheit, auf zu Gott; allen Zwang macht er zu Spott. 6. wie fühl ich mich erhaben! Wie durch Freyheit mich geehrt! Gott, wie ist fie Mel. Alles ist an Gottes Segen sc. mir so werth; fie, die schöns deiner Gaben! Frey vom 352. Freyheit gabst du Drucke der Natur, folgt mein Geist nun deiner Spur. 4. Regt in mir euch, starte Triebe! Jhr verdrängt im Kampf mich nicht von dem Pfade meiner Pflicht, wenn ich sie von Herzen liebe. Meinem Geiste bleibt das Reich; will er, so besiegt er euch. 7. Seine Freuden zu erhö, hen, drångst du nicht gewalts sam ihn auf den Weg der Tugend hin; willig soll er selbst ihn gehen. Zwar ges segnet ist sein Gang; doch dein Ruf ist ohne Zwang. Bestimmung des Menschen. 8. Menschenwürde, Menschenwürde, ja, du sollst mir heilig seyn! Leichter wird, gedenk' ich dein, mir des Er denlebens Bürde; stiller duld' ich Hohn und Schmerz, und den Himmel hofft mein Herz. 9. Stärke, Gott, mich in dem Streben, meines Geistes freye Kraft über wilde Leidenschaft immer siegreich zu erheben! Mich begleite jeder zeit Sanftmuth und Besons nenheit. 10. Wenn ich fren und un gezwungen und mit christlich frohem Sinn, dir, o Vater, folgsam bin; welches Heil wird dann errungen! Mag die ganze Welt vergehn; ewig wird mein Heil bestehn. 233 3. O sey immer heilig mir, heilig, wo ich lebe, Stimme Gottes, daß ich dir niemals widerstrebe; mich auch in verschwiegner Nacht nie vermessen freue; auch ba, wo kein Zeuge wacht, jedes Unrecht scheue! 4. Sey mir heilig, daß ich treu meine Kräfte übe, für die Menschheit thätig sey, nie ein Herz betrübe; daß ich auf der Pilgerbahn jeden Kampf bestehe, und von Sieg zur Sieg hinan zu dem Ziele gehe. 5. Einst zerrinnt mein Erdenglück; alle meine Habe nimmt die Erde einst zurück an dem dunkeln Grabe. Und doch komm' ich reich zu dir, Gott, aus Finsternissen; denn ich hörte dich, und mir folgt Gewissen. Mel. Schwing dich auf zu deis ein gut Gewissen. nem zc. 353. Welche Stimme Fähigkeit vollkommner 2. Ist es Stimme der Natur? Stimme der Erfahrung? Nein, so spricht die Gottheit nur. Welche Offenbarung! Aus dem Reich der Geister spricht fie. in meine Seele, daß im Sinnenland ich nicht meines Ziels verfehle. spricht in mir, spricht zu meiner Seele, bey der Lockung zu werden. der Begier, daß ich ängstlich Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. wähle? im Stampfe uiuft mit Wuth in 354- Mitten unter un zu, daß ich überwinde, lohnt den Sieg mit Him melsruh' und mit Qual die Sünde? derkreise legtest du, Herr, sanft und leise mich als schwachen Säugling hin; decktest noch aus Vaterliebe Ohnmacht über meine Triebe, Schlummer über jeden Sinn. 2. Doch bald schien von al len Seiten mir die Welt sich auszubreiten; Aug' und Ohe ward aufgethan. Täglich rief die Schöpfung lauter; unver 234 merkt mit ihr vertrauter stieg ich, Gott, zu dir hinan; 3. Sah', wie dich, den Unsichtbaren, Erd' und Himmel offenbaren; sah' durch deines Wortes Kraft fich des Irrthums Nacht erhellen; trank aus tausend, tausend Quellen Bildung, Tugend, Wissen schaft. 4. Aber, Gott, was ist mein Wissen? Nur ein Stral in Finsternissen, nur ein Tropfen aus dem Meer. Natur, Würde und Was mein Eifer, deinen Willen stets durch Thaten zu erfüllen? Nur ein Schwanken hin und her. 5. Doch, was kann der Mensch besiegen! Welche Hd hen find erstiegen, selbst mit Kummer, Schweiß und Blut! Meine Brüder auf den Hd hen winken, ihnen nachzugehen; rufen: Alles zwingt der Muth! 6. Treffen, meinen Geift zu nähren, nicht der Weisheit hohe Lehren allenthalben mein Gehör? Liegen nicht die Näh' und Ferne, hier die Erde, dort die Sterne immer leh rend um mich her? 7. Gränzenlos find die Gebiete, die, o Schöpfer, deine Gute meinem Geiste übergab. Wenn ich von der niedern Erde durch dich abgerufen werde, überflieg' ich Zeit und Grab. 8. Sonnen flammen, Erden glänzen; neue Welten ohne Gränzen nehmen mich als Schüler auf. Jede Laf ist abgefallen; zu des Sons nentempels Hallen trägt mich neue Kraft hinauf. 9. Wo ist Ziel, und wo ist Ende? Wo ich hin das Auge wende, strömt aus allen Welten Licht. Ewig zu ihm aufzustreben, gibst du, Gott, unsterblich Leben; diesen Geift zerstörst du nicht! Unsterblichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott x. 355. Ich bin zur Ewig. feit geboren, für eine beffre Welt bestimmt; mein Leben ist nicht ganz verloren, wenn gleich das Grab die Hülle nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? War' auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geift hat nicht im Staube Nuh', er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Er schuf mich ja, der Gott der Liebe, zu höherm Glück, zu höh'rer Lust, und pflanzte selbst dazu die Tries be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehns sucht mich erfüllt, läßt wahr. lich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig Bestimmung des Menschen. treu zu lieben, der Wahrheit hellres Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. Gott, der auch diesen Trieb mir gab, vertilgt ihn sicher nicht im Eigne Melodie. Er ist gerecht, er muß 356. Ich sterbe nicht: 5. bergelten. Die Tugend wird von ihm gekrönt, und fern von seinen bessern Welten bleibt, wer fie lästert und verhöhnt. Das Laster, mag's es mögen die Gestalten, die um mich blühn, verwelken und vergehn; es mag der Leib, der mich umgibt, veralten, auch hier sich freun, das ka-, mein Auge seinen Tag fich ster kann nicht glücklich seyn. neigen sehn. Nein, jenseits steht mein Ziel; die Ewigkeit verspricht mir ein geheimt Gefühl. Ich sterbe nicht! 6. Einst führet er mich aus dem Staube herauf, zum leben und zum Licht. Es triumphirt mein frommer Glaube! Ich zittre vor dem Tode nicht, und froh erhebt sich nun mein Geist, dem Gott Unsterblichkeit verheißt! 7. Mein Jesus lebt; wer will mich todten? Er fichert mir Unsterblichkeit; er gibt mir Muth in Todesnsthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib soll auferftehn, vollkommen einst zum Himmel gehn. 235 Geist mir Kräfte geben, im Glauben tugendreich zu seyn. Dann hältst du auch für mich bereit die Wonne der Unsterb lichkeit! 8. Jhr Thåler, finkt! Fallt, Berge, nieder! Mein vester Glaube fürchtet nichts. Ich sehe einst den Morgen wieder, den Morgen jenes ew'gen Lichts. Dann fångt mein wahres Leben an; o Gott, wie selig bin ich dann! 9. Herr Jesu, laß zu jenem Leben mich täglich hier die Aussaat streun. Laß deinen 2. Ich sterbe nicht! Die Kräfte, die ich habe, der Sinn und Trieb nach der Unendlichkeit, vergehen nicht am schauerlichen Grabe; nur ih ren Keim entfaltet mir die Zeit. In Schatten ring' ich hier nach Wahrheit; doch ihr Licht winkt immer höher mir. Ich sterbe nicht! 3. Ich sterbe nicht! Zu arm ist dieses Leben für meinen Geist, zu eng die Gegenwart. Die Zukunft nur kann, was er wünscht, ihm geben, die Freyheit ihm, der er entgegen harrt. Und nur gefesselt feyn sollt' er zum Kampf der Pflicht, um zu verschmachten? Nein, ich sterbe nicht! 4. Ich sterbe nicht! Ich fah'die stille Tugend so himms lisch, nahm zu ihr den schwes ren Lauf; ich opfert' ihr die Natur, Würde und 236 Freuden meiner Jugend, und Glück und Ruh' für Müh' und Leiden auf. Vollkommen wollt' ich seyn; und ich, voll Zuversicht, blieb' unvollendet? Nein, ich sterbe nicht! 5. Ich sterbe nicht! Von Gott gesandt zur Erde, reicht die Religion mir ihre Hand; fie, Engel mir in Trübfal und Beschwerde, zeigt mir den Himmel als mein Vaterland. Und, ach, mich tilgte Gott aus seinem Angesicht? Flieht, Zwei fel! Schweige Spott! Ich sterbe nicht! 6. Ich sterbe nicht, muß gleich der Leib verwesen, durch ben ich mich und meinen Schd pfer fand. Der innre Mensch fångt an erst zu genesen, leßt freundlich ihm der Tod sein irdisch Band. Sobald der äuBre fällt, schwebt jener auf ins Licht der hohen Geister welt. Ich sterbe nicht! 7. Ich sterbe nicht! Mein ist ein ewig Leben. Drum finke, Haupt, es schwinde jeder Sinn! Was ich verlier', wird Gott mir wiedergeben am Auferstehungsfeste mit Gewinn. Zum Engel eingeweiht, entschweb' ich dem Gericht in die Unendlichkeit; ich sterbe nicht! ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Ewigkeit? Spotter sagen: nur ein Hauch ist das Leben, schwindet auch, wie ein Stral in Nacht verschwindet, daß man seine Spur nicht findet. für Augenblicke, blos für die fen Traum der Zeit? Nur zu 2. Bin ich, wann ich ster. ben werde, völlig der Verwes sung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde, und ein bald verweßter Staub. Ach, ers reicht' ich hier mein Ziel, hatt' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren, lieber wär' ich nicht geboren! 3. Ist dieß Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad: sagt, warum mirs Gott gegeben, mir Vernunft gegeben hat? Glücklich war ich, nåhm' er mir's, gabe mir die Lust des Thiers, das in Freuden hüpft und spielet, und den Tod voraus nicht fühlet. 4. Nein, Verachter, meinen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sey, laß ich mir kein Blendwerk rauben, nicht des Leichtsinns Spotteren, als ver gehe, gleich dem Rauch, mit des Mundes letztem Hauch, was den Leib von Staub bes lebet, in ihm denket, Gott erhebet. 5. Geift, das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. nur; eines bessern Leibes Saas me auf der Flur. 357. Schuf mich Gott wie das Korn wird aufge. Idßt, Frucht zu tragen, so vers weßt auch mein Leib, dem hd Bestimmung des Menschen. hern Leben einen edlern Reim zu geben. 6, Nein, Gott schuf nicht unsre Seelen blos für einen Augenblick; nicht durch Sehn sucht sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Seelen, Seelen sterben nie. Nach des kurzen Lebens Müh' wird er jegliche einst richten, aber keine je vernichten. - 237 tes, du,- fichre Bürgen send auch ihr vor der dunkeln Zukunft mir, daß mein Geist nicht sterben werde, wann der Leib zerstäubt zu Erde. 9. Heil mir! ewig soll ich leben; ficher der Unsterblich keit, sireb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich vest und still jeden Pfad der Tu gend; will unverrückt zum Ziele fireben, hier schon für den Himmel leben. 7. Dieser heiße Durft im Herzen nach der Unvergånglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit,-Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich, Schöpfer, mich zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 8. Du, o Schrecken im Gewissen der Verbrecher, bu, o Ruh', und was Fromme nur genießen, hoher Friede Gct- Krone. sen wohnt in mir. Auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, versucht sie mich zur Sünde doch, und stärket sich durch Leidenschaft und Sinnlichkeit zu thun, was bein Gesetz verbeut. 2. Ich fühl's, die Tugend, Gott, ist schon; ich will auch ihre Bahn nur gehn; betrete fie voll Lust und Muth, ge 10. Aber daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort und der fes lige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit; Dort, o Gott, vor deinem Throne meines Kampfes Preiß und Sittliches Verderben des Menschen. Mel. Vater unser im Himmels wiß, daß, wer nicht Sünde reich zc. thut, Pflichten nie 358. Die kuſt zum B&- vergißt, hier ruhig und dort selig ist. 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Si cherheit, zu eitler Selbstgefäl ligkeit; gelingt es ihr, so glaub' ich dann gar leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verführt, denn, ach! wer fiol und sicher wird, ist schwach, 238 Sittliches Verderben des Menschen. vergrößert seine Kräfte sich, verläßt sich mehr auf sich, als dich, verachtet Feinde, die ihm draun, wird tråg' und laß, und schlummert ein. 5. Wie nah', wie nah' ist dann sein Fall, wenn er, versuchet überall, durch sein bethörtes eignes Herz, durch Luft, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen soll! Wie leicht, wie leicht verliert er alle Kraft und weicht! 6. Jch fühle meine Schwachheit, Gott; mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreu ung und Vermessenheit, des Beyspiels Reitz, die Weichlichkeit, des Fleisches Luft, der Seele Schmerz, wie leicht verberben sie mein Herz! 7. Wer kann mir beystehn? Du allein sollst meine Hülf und Stärke seyn! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sen und bis zum Tode dir getreu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir die Lust zum Bösen ganz in mir ver tilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand und Herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig seyn! schen gut; du gabst ihm Sim und Kräfte zum seligen Ge schäfte, stets recht vor dir handeln, in Heiligkeit zu wan deln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Ei genthum, wie tief sind wir ge fallen! Wo ist jetzt unter Allen Ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was bein Wille wollte, zu wählen und zu lieben und freudig auszuüben. 4. Der Sinne Luft und Schmerz rührt, leider! unser Herz mehr als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeis ten selbst unserm Geist bereiten. 5. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens eitler Hang reißt uns zur Sünden liebe, erstickt die edlen Triebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft vor dir wir fehlen? 6. D Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns ge bricht, beschämt vor dir er kennen, und von dem Ernst entbrennen, der Sünde zu ents sagen, der Beffrung nachzu jagen. 7. Wohl dem, der sie ges Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. winnt! Denn, so verderbt wir willst ke350. Du, der kein B&. ben der Tugend Kraft uns ge. ses thut, du schufft den Mens ben, damit wir noch auf Ers Gittliches Verderben des Menschen. den dir gleich gefinnet werden. 8. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen! Erwecke, Gott, die Herzen, nach Heiligung zu streben, daß ewig dir wir leben. Mel. Wie groß ist des Allm. zc. 300. Gott, welch ein Kampf in meiner Seele, welch, steter Widerspruch in mir! Mein Geift gebeut, daß ich dich wähle; er sehnt, o Tu gend, sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüsternheit zu stillen, schmiegt sich den Leidenschaften an. 2. Der gute Vorsatz, den ich faffe, entweicht oft, wie ein Traumgesicht; das Böse thu' ich, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sunde, zu späte Thränen folgen nach. 3. Wer Isßt mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Sünde ret. ten? Nur du, Allgütiger, nur du! Ein Stral von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send' ihn, 239 daß mein Glaube fieget! Und ewig, ewig dank' ich dir. e Mel. Ich hab mein Sach Gott zc. 301. Noch schauen wir im dunkeln Wort; noch reißt uns Wahn und Irrthum fort, und unser wankender Vers stand hat, abgewandt von Gott, oft Gottes Rath verkannt. 22. Auch der, der nicht aus Leichtfinn fehlt, der weiser denkt, mit Vorsicht wählt, stets forschet mit Bescheidenheit, dringt hier nicht weit, um ringt von tiefer Dunkelheit. 3. Uns decket Dunkelheit vom Herrn. Auf Erden sollen wir nur fern des Ewigweisen Rathschluß fehn, im Vorhof stehn, und noch ins Heilig. thum nicht gehn. 4. Wenn vor dem Schöpfer, tief gebeugt die kühne Wißbegier auch schweigt, so tragen wir der Sünde Joch, so fliehn wir doch, du Heiligster, dein fanftes Joch. 5. Ach wir, der llebertretung Raub, wir Himmelserben, und wir Staub, wir Sünder, Gott, was wären wir, erhö ben wir, nicht glaubend unsern Blick zu dir? 6. Wird hier der Sohn der Sterblichkeit nie von der Sün de ganz befreyt? Ach, wären's Schwächen nur allein, die uns entweihn! Mocht unfre Schuld nie Bosheit seyn! Sittliches Verderben des Menschen. 240 7. Du, der uns Arme nicht versidßt, von allem Elend einst erlsßt, wie werden wir, von Sünden rein, uns deiner freun! wie dann uns dir, Vollender, weihn! Mel. O Gott, du frommer 2c. 302.W. er bin ich, Gott, vor dir, wenn ich mein Innres prüfe? Es ist verderbt, barum verbirgt mir's feine Tiefe; es würde, ach, sich felbst in seiner Blöße sehn; brum weigert's troßend sich die Prüfung zu bestehn. 2. Zwar kann mein Herz fich nie der Wahrheit ganz verschließen, gleich deiner Stimme, spricht mein warnendes Gewissen, ein Schimmer jenes Lichts, das du mir aufgesteckt, bricht in die Nacht hinein, mit der das Herz sich deckt. 3. Der Richter in mir selbst stört dann die falsche Ruhe. Ich billige zwar nicht das Böse, das ich thue, ich klag' mich selber an, und steh' er schrocken still: und dennoch thu' ich nicht das Gute, das ich will. 4. Ich weiß, wie groß es sey, aus Ueberlegung handeln; und dennoch eile ich, der Men ge nachzuwandeln; ich folge ungezamt dem sinnlichen Gefühl, der Strom reißt mich dahin, und ich verfehl' mein Ziel. 5. Ein gegenwärtig Gut versäum' ich zu genießen; im Glücke bin ich stolz, verzagt in Kümmernissen; ich fliehe, was mich sucht, und suche, was mich flieht: so bin ich ohne Ruh' um Ruhe stets bemüht. 6. Mein Nächster hat ein Recht auf heil'ge Menschen. pflichten; versagt er eine mir wie eil' ich ihn zu richten! lind, o wie oft hab' ich sein heilig Recht entweiht! Wie nahe grånzt mein Recht an Ungerechtigkeit! 7. So ist des Menschen Herz! Wer hat dieß Herz ver kehret? Er selbst aus Unbe dacht hat Gottes Werk ent ehret. Der Mensch kam un befleckt aus seines Schöpfers Hand; er fank und er ver darb, weil er sich ihr ent wand. 8. Doch, so verderbt wir sind, du willst uns, Vater, heilen, uns deines Geistes Kraft zur Besserung ertheis len; du gibst der Seele Licht, dem Herzen Lauterkeit. Du hilfft, daß auch die Müh' der Schwächeren gedeiht. 9. Nie müsse dir mein Herz, o Retter, widerfireben. Du beutst den Himmel mir, du willst, auch ich soll leben; mein Glück ist dein Gebot; noch steht mein Heil ben mir: o reich' mir deine Hand; ich komme, Herr, zu dir. Erlda Erlösung. Erlösun ung. Mel. Lobsinget Gott und betet bist es noch jetzt auf der Himmel 303. Anbetung, Preiß weg der Sünde Joch mit ihrem und Dank sey dir, o Jesu, unser Leben! Preißwürdig bist du für und für; wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich, und des Höchsten Sohn, Besitzer seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreas turen Heere. schudden Lohne; suchst, die ihr dienen, zu befreyn; beschwer. ter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude; du gibst den Müden Seelenruh', und wer dich liebt, den stårkest du, daß nichts von dir ihn scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bey uns noch alle Tage. Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für dieses Evangelium, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; gib, daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lob stets übe! 2. Dein sind sie; denn durch deine Kraft ward Himmel, Meer und Erde. Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch wel ches Gott der ganzen Welt zu seyn gebot. Du bists, der alles tråget, was sichtbar und un sichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekom. men, und haft selbst unser Fleisch und Blut freywillig angenommen. Dein Leben gabst du willig dar, zu retten, was verloren war; du wardst ein Knecht auf Erden. O Huld, die sonst nichts Glei ches hat! Du starbst für un fre Misfethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und 241 Mel. Sey Lob und Ehr dem höchsten 2c. 304. Auf, Chriften, last uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heilensthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Nath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Misfethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und 16 Erlösung, 242) nach Grabesnacht Mel. O Gott, du frommer ich Himmel aufgeſchwungen. 365. Beginnt ein Lieb gen 3. Wo ist des Todes Herr. schaft nun? Hier ist sein Ule berwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröff net ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan fur ewgen Wonne leitet. voll Dank, mit feyerndem Ges müthe, Erlößte Gottes, fingt dem Vater aller Güte, dem Allgewaltigen, dem, welcher groß von Rath, uns seinen eignen Sohn zum Heil erwecket hat! 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freyem Trieb sein Liebfies und sein Größtes. Preiß ihm der so viel an uns thut! Preiß seinem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in feinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuße starb. Wohl allen, die ihm trauen! 2. Gefallen waren wir, und niemand konnte retten; fein Vater sein Geschlecht, kein Bruder Brüder retten; erls sen konnte nur der Abgefall. nen Schaar sein eingeborner Sohn, er, der ihr Schöpfer war. 3. Er hats gethan! Er hat erlöset, feyert, feyert! Er hat zur Seligkeit die Sünderwelt erneuert; er hat errettet, er! Durch seiner Liebe Macht hat er Unsterblichkeit für uns ans Licht gebracht. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hd ren! Auf unsers Mittlers Hülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum eigen Wohl, der Weg, auf dem man friebevoll, auch schon auf Erden, wandelt. 7. Herr, leite uns auf diefer Bahn, zieh' uns zu deinem Mel. Ich dank dir schon durch e. Cone! Er gieng als Vor- 300. Gedankey der uns bild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir an seinem Heil, an seinem Himmel ewig Theil, und preiBen deine Liebe. Leben gibt, wer kann dich ganz. durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 4. Wo sind die Götter nun, die Tempel, die Altåre? We sind fie? Singet, dankt, bringt Gott, dem Vater, Ehre! Bringt Ehre seinem Sohn; er hat's, er hat's gethan, der Liebe größtes Werk! Der Erd kreis bet' ihn an! Erlösung. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finster nissen, lehrst du mich Gottes Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Bunder nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und Wärme froh empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen: allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Fehlt mir der Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich ir ren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte vest am Glauben. 10. So lang ich seinen Wil len gern mit reinem Herzen 243 thue, so fühl' ich Freudigkeit im Herrn, und des Gewissens Nuhe. 11. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und mich einst aus der Erde erweckt, und zu dem Reich erhebt, da ich ihn schaus en werde. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des himmels Erbe, dieß bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er fendet mir den Geiſt 307. Herr, der im Glauben mich zu stärken, und macht durch ihn mich tugendhaft, und reich an guten Werken. 12. Und meine Liebe könnte hier für ihn jemals erkalten? Dieß ist die Liebe, Gott, zu dir: dein Wort von Herzen halten. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich Herr, nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch würdig seyn, für dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so fördre doch dein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 16. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? Mel.Wachet auf, ruft uns die zc. err, wir fingen Erbarm' dich deiner Ehre. unser, und erhöre! Nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so be. Crissung. 244 glücken, so lieben und so seg nen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, von Ewigkeit war Gott die Liebe, wird ſie 308. seyn. di schallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Chron und be ten an. 4. Preißet ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Chriftus hat den Tod bezwun. gen; ein Loblied werde ihm gesungen! Uns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tont, tönt zum Himmel! Er Mel. Schwing dich auf zu uc. 2. m zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen; bist liebe voll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. ommt mit Dank vor Gottes Thron! Preißet Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heilzu werden. Ehret, preißt ihn, der da kam, daß wir selig würden. Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und erfreun, im mer sein Bestreben; und um Aller Heil zu feyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequált, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfieng, fern von deiner Wahrheit Pfade; da 3. Num als Herr, von Gott war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns übergieng. Da rief dein Vater blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu fehn. erhöht, nach vollbrachtem Wer. te, herrschet er voll Majestát, und mit Gnad' und Stärke; sammelt all' uns in sein Reich, die wir darnach fireben. From me sollen Engeln gleich mit ihm ewig leben. 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeugen, aller Knie sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sey Got tes höchfter Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zu gleich Gott, durch den wir le ben; denn der Tugend heilig Erlösung. Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Boses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 6. Laßt uns Christen, laßt uns ihn reines Herzens licben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild schen, und, wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist voll. bracht! froh, wie er, einst sprechen: o bann schreckt uns nicht die Nacht, wann die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land ter Verklärung, leiten. 245 schufft uns, wie das heer der jetzt schon sel'gen Geister, doch liebtest du uns mehr. Die Strafen unsers Falles nahmst du am Kreuz auf dich, regierst nun über alles, und herrschest ewiglich. 3. Du trågest alle Dinge, Allmächt'ger, durch dein kraf tig Wort; das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Scep, ter führest, geschieht, was dir gefällt. Bey bir steht Tod und Leben: drum wird einft jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Dir Ehre zu erzeigen, dieß ist des Vaters Wille, el. Nun lob, mein Seel, den ze. foll vor die sich alles beugen, die Welt deines Lobes 300. Mein Heiland, boll! Du biſt das Heil der fich', im Staube bet ich, o Ewiger, dich an! Ich weiß, an wen ich glaube, du hast als Gott dich fund gethan. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Berlorne in menschlicher Natur, ein Volk dir zu erlösen, erschienst du in der Zeit; doch, eh' die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. Erden: wer auf dein Wort nicht hört, kann nimmer fe lig werden; wer aber dich verehrt, dem hilsst du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit, und macht ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftig Wort gemacht. Auf dein all mächtig: Werde, entstand die Welt in ihrer Pracht. Dun ser Herr und Meister, du 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in unsrer Welt, wo der Gerechten Saame vor dir, dich preißend, nieder fällt! Dort preißen Seraphinen dich, großer Menschensohn! Mit Freude dir zu dienen, stehn fie vor deinem Chron. Wer soll. Univ.- Bibl. Gjessen Erlösung. $ 46 te dein sich schämen? Du bist ja unser Ruhm, und würdig, Preiß zu nehmen von deinem Eigenthum. 6. Mein Heiland, ich verehre dich, der auch meine Sünde trug. Beschäme und befehre durch deiner Gnade fanften Zug, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben; theil ihnen Kräfte mit, dich glaubig zu erkennen, und welche dich erkannt, die laß von dir nichts trennen. Erleuchte jedes Land. Mel. Wie schön leucht uns derzc. 370.Wie Die groß, wie an gebetet ist dein Name, Herrscher Jefu Chrift! Wie theuer deinem Volke! Wie hell ward's in der Finsterniß durch deine Lehre! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolfe! Als du, Herr, kamst, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, bir zu danken. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo find fie? to die Hohen, und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Nicht fie; Jesu, deine Fehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preiße. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel fehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns fiarbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Freuden. Was sind Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder werden sol. len, wenn an dich fie glauben wollen? lichkeit entäußert, eine kurze 4. Du hast dich deiner HerrZeit für uns von Gott vers laffen. Und nun mit Preiß und Nuhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünde Gräuel hassen. Sündern willst du heil und Leben wie, der geben; richteft alle, die nur wollen, auf vom Falle. 5. Vom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort, und auch der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brachten. Ihrer, Je su, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preiß und Ruhm und Dank dir brin gen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher, Jesu Chrift! Wie herrlich bey den Deinen. Doch, führst du uns zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre kob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Erlösung. Mel. Wie schon leucht uns der zc. Tröste du mich, Seligmacher, auf der 371. Wie herrlich stralt Erde Himmelsfreuden inne der Morgenstern! werde. welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten! Glanz Gottes, der die Nacht burchbricht, du bringst in finfire Seelen Licht, die nach der Bahrheit schmachten. Dein ort, Jesu, ist voll Stlarheit führt zur Wahrheit und zum keben; wer kann dich genug erheben? 247 2. Du, hier mein Trost, und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König: von ganzem Herzen preiß' ich dich; hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir femm' ich; wahr. lich feiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 5. Und wie, Gott Vater, preiß' ich dich! Bon Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund: was ist's, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte teine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher kobgesang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freun de, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wann er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wann ich nun dein Antlig schane. 3. Durch dich nur kann ich felig seyn. O drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltfinn dei nen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Secle. 4. Von Gott firalt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens Mel. Wie schön leucht uns der sc. werd erblicken. Du wirst in. 372. Wo ist ein solcher deß durch deine Kraft, die Nuh' in miden Seelen schafft, Gott, wie du? Du schaffft mich stärken und erquicken. den Müden Trost und Ruh'; 248 Nuh', die nicht zu ergründen. Du bist ein Gott, der gern erfreut; drum sollen wir Barmherzigkeit durch dich, o Jesu, finden. Segnend kamst du zu uns nieder, deine Brüder zu dem Leben, das aus Gott ist, zu erheben. Erlösung. 2. Auch mich hast du vom Fluch befreyt; wer faßt, Herr, diese Seligkeit, und deines Mitleids Triebe? Erwäg' ich, was du mir erwarbst, als du für mich am Kreuze starbst, so glüht mein Herz voll Liebe. Ewig laß mich voll Vertrauen auf dich schauen, Schmerz und Freuden sollen nie von dir mich scheiden. 3. Du, hier und dort mein beßtes Theil, wie sehntest du dich nach dem Heil der tief gefallnen Kinder! Du stelltest dich als Mittler dar, verbandest, was getrennet war, Gott und verlorne Sünder. Freude! Beide werden Eines; unge meines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede! 4. Mitleidig, Heiland, fie best du den Fehlern schwacher Kinder zu; noch beugt und Sünde nieder. Doch, firau cheln wir in unserm Lauf, st hilfst du uns voll Sanftmuth auf, und stärkst zum Kampf uns wieder. Schwache trägt du voll Erbarmen auf den Armen; willst Gebrechen nicht am schwachen Menschen rå chen. 5. Die Gnade macht uns ewig frey von jeder Sünde Sclaverey; sie hilft uns über winden. Nach dieser Frey. heit dürft auch ich; o Jesu, Jesu, laß fie mich im Glau ben an dich finden! Herzlich will ich dich nur lieben, und mich üben, deinen Willen freu dig immer zu erfüllen. 6. Gib Kräfte mir, denn ich bin schwach; von dir ge stärkt folg' ich dir nach auf steilem Tugendwege: daß ich im Tod und Leben dein, unstråflich und von Sünden rein, dein Antlitz schauen möge. Reiner, reiner laß mich wer den schon auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Ende loben. Wandel Jesu auf Erden. mel. Dit, dir, Jehova, will ich zc. Tugend unser Herz entflammt, Jesu, in 373. Auf Erden Wahr- der Welt; und freudig ſehn wir ihre Nacht erhellt. heit auszubreiten, die reine Wahrheit, die vom Himmel 2. Um Wahn und Irrthum frammt, und die, zum Himmel zu zerstören, was für Beuns zu leiten, für Gott und schwerden nahmst du über Wandel Jesu auf Erden. 249 dich! Es mochten Notten sich fireun, und deiner sich noch empören; du lehrtest frey; alle Menschen freun! nichts war dir fürchterlich. Du fiarbst für deine Lehre; hell Mel. Wer weiß, wie nabe mir sc. und rein wird fiets bas Licht der Menschen 374. Der du auf Erden seyn. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade, zu ihrem Heil, das nie vergeht, zu sehn; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sicherm Schritte muthig fort zu gehn; ihr Licht, mit immer freudigem Bertraun zu Gott, zur Ewigkeit empor zu schaun. 4. O wie erhebend ist die Wahrheit, die, eh' du kamst, auch nicht die eisen sahn! Des Menschen Ziel umleuchtet Klarheit; die Zugend führet uns zu ihm hinan: führt uns zu Gott, der väterlich uns liebt, und Renevollen gern die Schuld vergibt. das wollen wir, wie du es uns gelehrt; dann werden wir des höhern Lebens werth. haft gewandelt in unbefleckter Heiligkeit, und fiets gerecht und gut gehandelt, gib, daß in meiner Prüfungszeit ich auch so eifrig und so treu in allen meinen Pflichten sey. 2. Laß mich nach deinem Beyspiel leben, denn dieß ist Weisheit, ob die Welt auch dieses selige Bestreben für Aergerniß und Thorheit hält. Nur unverfälschte Frömmig keit belohnt mich mit Zufriedenheit. 5. Ihn lieben, weiß und heilig leben, dem Nächsten Nath und Trost und Hülfe seyn, wie Gott, den Schuidigern vergeben, selbst den mel. O Gott, du frommer Gott Lobfeind fegnen und erfreum, 375.Cxfcheine meinem 6. Dank, Ehre dir, erhab. ner Lehrer, und dem, der dich zu unserm Heil gesandt! Ach, würde jeder dein Verehrer, der irrend dein Verdienst noch nicht erkannt. Laß deine Bahrheit jeden Wahn zer 3. Hilf, daß mein eigenes Gewissen mir stets ein gutes Zeugniß gibt; dann werd' auch ich das Glück genießen, daß Gott, der Heilige, mich liebt, und, was er über mich verhängt, gewiß zu meinem Besten lenkt. Geist, erhabnes Bild der Eugend, erleichtre mir den Weg, den steilen Weg der Tugend! Von Kindheit an betratst du, Jesu, diesen Pfad, und ehrtest deinen Gott mit Herz und Mund und That. 2. Mit Freuden fiets bereit, des Vaters hohen Willen, wär' er auch Screußestod, ge Wandel Jesu auf Erden. horsam zu erfüllen, frugst du Zeit; dann erbst du auch, wie geduldig, still, Entbehrung, er, das Reich der Herrlich Müh' und Schmerz, sahst die feit. Beglückteren, und neitlos blieb dein Mel. Liebster Jefu, wir sind zc. 13.20 menschlich schlug dein 370. Führer zur Voll So LeiHerz für jedes Menschen den; theilnehmend sah dein Blick unschuld'ge Menschen freuden. Dein himmlisch ho. her Sinn, von Eigennus wie rein! nur selig im Gefühl, stets Andre zu erfreun. kommenheit, Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen. 250 4. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche leien, dort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Drauen umgaben, wo du giengst, dich, Heiliger, doch du giengs ftandhaft durch sie hin mit Vestigkeit und Ruh'. 5. Voll hohen Friedens blieb bis an des Lebens Ende dein schuldlos Herz; der Geist gab in des Vaters Hände sich ohne Beben hin; vollendet war die Bahn; mit jedem Schritt fahst du den großen Lohn dir nahn. 6. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben in meines Vaters Hand die Seele übergeben, wenn sie, voll Eifer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich wird an Treu', an Tugend und Geduld. 7. Schau auf, mein Geist, auf ihn! verschmäh' des Lafiers Freuden! Der Sünde Gold ist Tod und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens turze 2. Du gabst unserm Geife Licht, lehrtest uns Gott nå her kennen, uns mit froher Zuversicht unsern Schöpfer, Water, nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet, und uns gibt, was wahrhaft nißet. 3. Du haft ums der Mensch heit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns ges lehrt des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wann das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Chriften, betet an! Laßt uns Christum herz lich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen. Wandel Jesu auf Erden. 251 Mel. Vater unser im Himmels reich zc. 6. Noch immer hilfst du deiWort in nem 377. Rein Lehrer ist dir, mächtig fort. Du fendeſi, wie Jefut, gleich! An Weisheit und an Liebe reich bist du, fowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, und preißt für deine Lehre dich. es uns verheißt, noch immer deinen guten Geist, der jedem, welcher Wahrheit liebt, zum Guten Licht und Kräfte gibt. 7. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß ich mit heis liger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und tren den Lehren deiner Weisheit sey, bis mich bey dir in Ewigkeit der reinern Wahrheit Licht erfreut. wie 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wir, befreyt vonSündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Mel. Dies ist derTag derFröhlich Ruhm, Herr, für dein Evan- 378.r nach, spricht feit zc. gelium. Christus, unser Herr, folgt meinem Vorbild, Christen! Kommt, heiliget euch immer mehr; entreißt euch allen Lu ften. Ich litt für euch, und ihr send mein; ihr Alle sollt mir ähnlich seyn. 3. Die Wahrheit, die du uns gelehrt, wird nicht durch Wunder nur bewährt; auch ihre Gründe wanken nie, und die Erfahrung spricht für sie. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott. 4. Und wie bewährt es deine That! Du zeigtest uns der Tugend Pfad, und giengst als Vorbild uns voran. Wie könnt' ich, die auf solcher Bahn ju folgen, tråg' und muthles seyn! Bie je mich einer Sünde freun! 5. Du bist es, Herr, von dem das Amt, daß die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite fiets mit deiner Kraft ihr Amt, da mit es Nußen schafft. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem frommen Leben. Mit Ernst und Freuve will ich dir zu folgen mich be fireben. Du zeigst zur Tugend uns die Bahn, auf der man ficher wandeln kann. 3. Nie suchtest du bey Menschen Ruhm, warst gütig, sanft und stille; du starbst, wir find dein Eigenthum; das war des Vaters Wille. Du dachtest nur an unfre Nuh', und selbst für Feinde batefi du. 4. Dein Beyspiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich Bandel Jesu auf Erden. 1952 mein Herz der List und Heu chelei entziehen. Owohl mir, wenn ich deinem Sinn in Wahrheit, Heiland, ähnlich bin! 19 5. Du giengst als Führer einst voran, und stehst mir noch zur Seite; du kämpftest felbst, du brachst die Bahn, imd stärkst auch mich im Strei re. Wie könnt' ich denn noch zaghaft fenn, und mich, dir nachzufolgen, scheun? 6. Wer hier fein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bey dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen; wer mit dem Mund nur dich verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. Dir, Herr, zu folgen, wünschen wir. Gewähr im Kampf uns Allen Standhaf tigkeit; gib Stärke mir, der Tugend Weg zu wallen. Wer hier nicht kämpft, trägt auch den Lohn des ewgen Lebens nicht davon. Mel Dieß ist der Tag der zc. 370.0 Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommenstes Erempel, dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel; dein Wandel rein von aller Schuld, Gott angenehm, werth seiner Huld! 2. Wer war wohl eifriger als bu, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh' ihn treulich zu erfüllen; dir keines Eigen ruhms bewußt, war, ihn zu preißen, deine Lust. 3. Wenn je bein Auge Frevler fah, warst du voll edler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hieng dein gan zer Sinn; auf ihn sah fiets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuben. Du warst bereit, nach seinem Rath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ. 5. Du zeigtest, daß die größ te Noth dich nicht zum Murren reiße, warsi Gott gehor sam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war veste Zuversicht auf ihn dir ewig theure Pflicht. 6. Von ihm verlassen blieb dein Herz an ihm, trotz alles Spottes; dein Hoffen war im bångsten Schmer; die sichre Hülfe Gottes. Und, was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte beiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seis ner Rechten voll Majestät, und die ertént von allen Got tesknechten das Lob, deß du so würdig bist. O felig, wer dir ähnlich ist! Wandel Jesu auf Erden. 253 folget mir! und ich will euch erquicken. Wer mein Wort hört und glaubet, der wird leben, ja ewig leben." 7. Untadelhaft, von feiner Sünd' entweihet, sprach er, wer ist, der mich nur Einer zeihet? Und zeihen konnte Mel. O liebster Jesu, was zc. seiner Tadler keiner ihn auch nur Einer. 8. Gib, daß nach deinem Beispiel hier gewissenhaft ich lebe, in Geist und Wahrheit Gott, gleich dir, stets zu verehren firebe; mit Freuden mit Freuden seinen Willen thu', und ganz in seiner Fügung ruh'! 380. Still, niedrig, ohne rauschendes Gepränge, entfernt von dem, was sonst der Menschen Menge für groß hålt, wandelte der Herren Größter, der Menschen Bester. 2. Ach, nicht sich dienen lassen, andern dienen wollt' Er, der Herr, der uns zum Heil erschienen. Freiwillig wählte er, statt Erdenfreuden, Armuth und Leiden. 3. Doch groß war er bey aller dußern Blöße, groß durch die stille, ihm nur eigne Größe; erhaben, groß durch alles, was er dachte, sprach und vollbrachte. 5. Kraftvolle Lehren wahrer Weisheit flossen von sei nem Munde; um ihn her er gossen sich Ströme von Hold feligkeit und Gnade auf jedem Pfade. 8. Wer hat wie er gelebet und gelehret? Wer so viel Licht und Heil der Welt gewähret? Ber hat je solcher Thaten Ruhm erreichet, der seinem gleichet? 9. Er war's, der uns zum Heil erscheinen sollte, durch den uns Gott begnad'gen, seg nen wollte. Ihn kennen und verehren macht auf ewig bes glückt und selig. 4. Erbarmen, Gute war sein ganzes Leben, der Menschen Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Wohl geweiht und Gott er. 381. Vorbild wahrer geben; voll Thätigkeit, sein Werk und Gottes Willen tren zu erfüllen. Menschenliebe, Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden, und für sie dein theures Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die Größe deiner Lieb' und Huld crmäße? 6." Ihr Müden, sprach er einst mit sanften Blicken, kommt 10. Herr, gib uns Kraft, mit Eifer nachzustreben dem großen Vorbild, das du uns gegeben: an Tugend und an Weisheit groß zu werden schon hier auf Erden. 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in Andrer Dienst ver 254 Wandel Jesu auf Erden. zehren, Gutes Jedem gern und für sie zu Gott zu be erzeigen, zu Beleidigungen ten. schweigen, auch an Feinden Bohlthun üben, das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von dieser Gute war, Erlöser, dein Gemüthe! 3. O du Zuflucht aller Armen, jeder fand bey dir Erbarmen; jeder hat auf sein Verlangen Nuh' und Trost von dir empfangen! Dwie pflegtest du zu eilen, das Erbetne zu ertheilen! Freude Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 7. Demuth war bey Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone. Nie hast du nach Ruhm getrach. tet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heil', gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zuni Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe ben dir finden! Gib zur wahren Menschen. liebe Kraft und immer rege Triebe! Laß mich immer mehr auf Erden ähnlich deinem Bilde werden. 4. Menschenseelen zu beglüchen, Reuerfüllte zu erquicken, linverständige zu lehren, Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken; dicß war, Herr, in deinem Leben dein beständiges Besireben. Mel. Dieß ist der Tag der 2. . Und wie hoch stieg dein 382. Welch hohes Bey. 5. Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Stras fen abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaffnem Herzen, als ein Misfethäter stärbest, und uns ew'ges Heil erwarbest! spiel gabst du mir, mein Heis land, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Bes gier, dir nachzuahmen, fire. ben? Nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; Haß mit Haß nicht zu vergelten; deine Schmaher nicht zu schelten; Allen freundlich zu begegnen; die dich lästerten, zu segnen; deine Mörder zu vertreten seyn. 2. Dein Herz, von Sún den nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein gan, zer Wandel Heiligkeit, dein Endzweck Gottes Ehre. Du littst und starbst, uns zu bes freyn, und unsre Seligkeit zu Wandel Jesu auf Erden. 3. Du führtest uns zur Feinde. Du warst gehorsam Tugend an, und, standhaft ihr ergeben, giengst du selbst ihre schwere Bahn, mit Muth uns zu beleben. So große Leiden, ohne Schuld, ertrugst du alle mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn, zu wehren jedem Leide, stets wohl zu thun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanftmuth und mit Huld mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; auch Sünder trugst du mit Geduld, und batst für deine spiel sey. bis zum Tod, und ehrtest selbst im Tode Gott. Heiligung des Menschen. unser Gott, ein gute Behr und Waffen, 6. Ein solches Vorbild haft du mir, o Jesu, hinterlassen, wie du zu leben, ähnlich dir in deinem Thun und kaffen. Nimm, sprichst du, meine Laft auf dich; komm, folge mir, und thu, wie ich! Christliche Kirche. er hilft uns frey aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt mennt, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins glei chen. 255 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es fireit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erfohren. 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sey und nicht mich deinen Freund nur nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch Andern selbst ein BeyEigne Melodie. 383. Ein veste Burg ist Zebaoth, und ist kein ander Fragst du: wer er ist? heißt der Herr Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wår, und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sauer er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht, ein Wortlein kann ihn fåällen. 4. Das Wort fie sollen lassen stahn, und kein Dank. dazu haben, er ist bey uns 256 Christliche Kirche. wohl auf dem Plan, mit sei- unerschüttert im Vertraun auf nem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren bahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns boch bleiben. D. M. Luther. Mel. Ich Mel. Ich halt an meinem Gott 2. halt an meinem Gott 2c. 384. Die Feinde deines wir leben. Streuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, beschußest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern: drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir können deine Feins de nie dein Erbe rauben; felbft durch sie wird es ver größert werden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften och die Völ beinene leiten! Bom Aufgang 385. Herr, unser Hort, Mel. O Herre Gott, dein göttlich Wort zc. Niedergang bring' dein göttlich Wort blieb lange Zeit verborgen. Wir sa hen nicht der Gnade Licht, bis der Erleuchtung Morgen nun wieder kam; dann erst vernahm dein Volk das Wort der Wahrheit. Die Nacht entwich, du zeigtest dich der Welt in Himmelsklarheit. 2. Ver. bis zum alle Welt dir Preiß und Dank und glaub' an deinen Namen! deine Zukunft warten. lest du vest in der Wahrheit 5. Uns, deine Christen, wol gründen, daß wir durch sie Heil, Trost und Ruh' für unfre Seelen finden. Mach Vor Irrthum und vor Fins unsers Glaubens uns gewiß! sterniß bewahr' uns, weil 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich emporen, laß deiner Gnade Wunder fehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun, und 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen! Lehr uns mit jedem Tage mehr treu dein Gesetz erfüllen! Gehors sam deiner Vorschrift seyn, und dann uns deiner Gnade freun, sey unser Heil auf Erden! 7. So werden wir, dir un terthan, mit Ernst die Sün de meiden, und du führst uns auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden; und herr lich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit dein großer Name werden. Christliche Kirche. 2. Vergebung, Heil, am Himmel Theil gibt, Herr, allein der Glaube. Er führt zu dir, sonst würden wir dem Fluch und Tod zum Raube. Er zieht das Herz auch himmelwärts, und füllt's mit heil'gen Trieben; er lehret mich, vor allem dich, und meinen Nächsten lieben. 3. Drum dankt, o Herr, dir weit umher dein Volk für diese Lehren. Doch viele sind noch stolz und blind, und wollen sie nicht hören. Zertrummre doch des Irrthums Joch, daß alles Eine Heerde, von dir geführt, o guter Hirt, in Geisteseinheit werde. 4. Gib auch, daß wir von Herzen dir für diesen Segen danken. Entzieh' uns nicht der Wahrheit Licht; laß uns nicht ferner wanken von ei nem Sinn zum andern hin; gib Hoffnung, Glauben, Lies be; ein Herz, das treu und christlich fren sich stets im Guten übe. 257 geht, dein Reich besteht; du bleibst Gesalbter Gottes. Doch bitten wir, o Herr, von dir: zum Haufen deiner Zeugen bekehr auch sie; laß jedes Knie fich deinem Scepter beugen. 7. Best, wie ein Fels, Gott Israels, steht uns noch dein Versprechen:" Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, soll doch mein Bund nicht brechen." Empdren sich gleich wider dich der Völker große Schaaren; du kannst und wirst, o Friedefürst, die Kirche doch bewahren. 8. Du bist ihr Herr; was will sie mehr? Du hast, als du gestorben, zum Eigenthum, zum ew'gen Ruhm sie theuer dir erworben. Sie bleibt in dir und du in ihr; nichts kann sie dir entreiffen; was ihr Gebet von dir erfleht, gibst du, wie du verheißen. 9. Dir traut, o Gott, in jeder Noth die Kirche deines Sohnes. Noch harret sie in Kampf und Müh', o Jesu, deines Lohnes. Doch wird sie einst, wann du erscheinst zum letzten deiner Siege, sich freun mit dir, daß ewig ihr der Feind zu Füßen liege. 5. Wir können's nicht; die Kraft gebricht; uns stärkt nur deine Gnade. Doch wis sen wir, vertraun wir dir, daß uns kein Unfall schade. Bestürmen gleich dein Königreich der Feinde große Heere; mag's immer seyn! Der Mel. Herr Jesu Christ du höchs Sieg bleibt dein, und dein 380.D Jefu, Licht und stes 2c. bleibt alle Ehre. 6. Vergebens ist der Fein- Heil der Welt, der du in die de List, der Hohngesang des sem Leben dein Wort, das Spottes. Der Spott ver. Gottes Rath enthält, jur 17 Chriftliche Kirche. Richtschnur uns gegeben, du wir erhoben werden. Dann bist der Herr der Christenheit, die du, voll Huld und Freundlichkeit, die aus den Menschen sammelst. endet sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preiß und ew'ger Freude. 2. Du willst sie, als dein Eigenthum, zur wahren Weis heit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit be reiten. Du, Herr, bist groß von Nath und That; und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfund nem Glück erhöht, befrent von allen Mängeln. Dann preißen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrs licht! 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns 387. W kein Feind kann rauben. Zufriedenheit und Himmelsruh' fließt allen schon auf Erden gu. Dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spotter immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in vertehrtem Sinn sich wider dich emporen; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst und du beschüßest fie durch deines Geistes Weisheit. 5. Dein ist das Reich und bein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 258 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch wer ben zur Vollkommenheit auch Mel. Ein veste Burg ist unser xc. Wenn enn Chriftus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßzet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; nichts ist der Gro ßen Macht und List. lange währt ihr Spott? Auch Staub sind sie vor Gott. Sie mögen sich empören. Wie 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten vest am Glauben. Chriftliche Kirche. Gelobt sen Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hålt über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Much im Tod; was kann uns denn erschre cken? 259 nen Trost, Ein Glück, Ein Heil. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch getrennet sind, find alle doch nur Eine Heerde, in fiebe Jesu gleich gesinnt, durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. 5. Und welche Freunde, welche Brüder hat nicht im Himmel dort der Christ, wo Jesus seines Leibes Glieder versammelt, wo er sichtbar ist! Da soll sein Diener nicht allein; mit allen soll er selig seyn. 6. Er sprach ja selbst:" fie Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 700 Sohl dem, der sollen leben; ich will, daß, Christo angehdret! Auch er hat Freunde: denn sein Freund ist Christus, und wer Chriftum ehret, durch Einen Sinn mit ihm vereint. Nicht einsam wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen. hat. wo ich bin, die seyn, die, Vater, mir von dir gegeben, fich meiner hier im Glauben freun: Eins dort, wie schon im Glauben hier, auch in der Herrlichkeit mit mir." 7. O Trost, zu Jefu Auserkohrnen zu kommen, zu der Våter Schaar, zu unsers Gottes Erstgebornen, zu jes dem, der hier heilig war, mit denen dort am Thron zu fichn, mit ihnen allen Gott er höhn!" 8. Mach' uns, o Jesu, dazu tüchtig, dein würdig Eigen, thum zu seyn. O mach' das Christenthum uns wichtig! denn was kann uns so sehr erfreun, wie hier in dieser Pilgerzeit, so dort einst in 2. Er sey auch unbekannt: ihn lieben und achten alle die, die sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichtig treu und brüderlich, so bald sie fehn, daß er ein Chrift, ein wahrer Jünger Jesu ist. 3. Kein Eigennut, Stolz, kein Leiden, kein Wechfel ihres Glücks, kein Schmerz entzieht ihm ihrer Treue Freuden, ihr vest mit ihm verbundnes Herz. Sie haben kein an einander Theil durch Ei- der Ewigkeit. Wort Gottes. 9. Schenk' uns den Geift edler Diensibeflissenheit, daß der Bruderliebe, der Nach- alles, unserm Bunde tren, sicht und der Einigkeit. Gib, Ein Herz und Eine Seele daß sich jeder eifrig übe in sey. 260 Wort Gottes. Eigne Melodie. 380. Ach Gott, vom Armen. Himmel sieh darein, und laß dich deß erbarmen, wie wes nig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen, dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar ben allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet, ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet, der wählet dieß, der ander das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schon von auffen. 3. Gott wollt ausrotten alle Lahr, die falschen Schein uns lehren, darzu ihr Zung stolz, offenbar spricht: Troß, wer wills uns wehren? Wir haben Recht und macht allein, was wir setzen, das gilt gemein, wer ist, der uns sollt meistern? getroft und frisch fie greifen an, und seyn die Kraft der 5. Das Silber, durchs Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden, an Gottes Wort man warten soll deßgleichen alle Stunden, es will durchs Kreuz bewähret seyn, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein, vor diesem ars gen Geschlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sich in uns nicht flechte, der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute sind in deinem Volk erhaben. 7. Ehr sey Gott Vater alles zeit, auch Christ, dem Einges bornen, und dem Tröster, heiligen Geist, gar hoch in Himmelschoren. Wie es im Anfang und auch jetzt gewes sen ist, und bleibet stets in der Welt, der Welt. Amen. D. M. Luther. 4. Darum spricht Gott, ich muß auf seyn, die Armen find verstdret, ihr Seufzen bringt zu mir hab Eigne Melodie. ihr Stlas erhéret, mein heils 300. Dieß find die heil Klag fam Wort soll auf dem Plan gen zehn Gebot, die uns gab Wort Gottes. unser Herre Gott, durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Ky, rieleis. 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr, kein Götter sollt du haben mehr; du sollt mir ganz vertrauen bich, von Herzensgrund lieben mich. Ky rieleis. 3. Du sollt nicht brauchen zu Unehrn den Namen Got. tes, deines Herrn; du sollt nicht preißen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrieleis. 261 jemands Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand, den Armen in deinem Land. Kyrieleis. 4. Du sollt heilgen den fiebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deinem Thun laff'n ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrielcis. 5. Du sollt ehrn und g'horsam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrieleis. 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrieleis. 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Uns schuld sollt auch retten du, und seine Schand decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollt deins Nachsten Weib und Haus, begeh. ren nicht, noch etwas draus; du sollt ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. 7. Dein Eh' follt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein ander mey'n, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis. 8. Du sollt nicht fehlen Geld noch Gut, nicht wuchern 11. Die Gebot all uns ge geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, er kennen sollst, und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis. 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, ber unser Mitts ser worden ist, es ist mit un. ferm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. D. M. Luther. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 301. Dein Wort, Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. Ofelig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unfern Wegen, zerstreut des Irr thums Finsterniß; verkündigt 262 Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlge. fällig ift. Sort Gottes. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt wie viel Gut's du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen find besser, als alles Silber, Gold und Geld; ein Schatz, weit köstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Hochster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Befehl von mir bes gehrt: so fließen Trost und Seelenruh' auch mir, aus deis nem Worte zut. Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; mit Sün denschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Stra fe scheun. Ich hatte keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Doch allen diesen Fin sterniffen des Irrthums und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entriffen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Sie zeiget mir des Höchsten Rath, und führt mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott geschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht, mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, in deiner Herr lichkeit dich sehn. 5. Gott, laß mich dieser guten Lehre gehorchen mit stets größrer Luft; und keis nes Spotters Wahn zerstöre ihr Troftgefühl in meiner Brust! Mein ganzes Leben preiße dich! Dein Heil er freu' im Tode mich! Mel. Wer weiß, wie nabe mir zc. Mel. Ach Gott und Herr 2. 302. Der du dein Wort ich bich, mein Gott, dafür: 393. Gott ist mein hort, mir wie Nie kann mein Dank dich gnug erheben. Durch Chriftum schenkst du Weisheit mir. Kennt' ich die Lehre Jesu nicht, wie wenig hätt' ich Troft und Licht! 2. Auf ungewissen, finstern und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerbar mich seine Kraft empfinden; daß ich dir treu Bort Gottes. im Glauben sey, und rein, o Herr, von Sünden. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne fie verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verföhnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu' und Schmerz der Sünden nicht vergehen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist recht findlich zu dir flehen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist deines Heils Geschäfte. Durch eigne Müh' vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, du hast dieß Wort zu meinem Troft gegeben. Es sey mein Heil, mein bestes Theil, mein Weg zum ewgen Leben. 263 den; laß mich dadurch weise werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen. Hilf du selbst mir, immerfort deutlicher es eins zusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn vers stehen; laß mich auch beflissen seyn, den erkannten Weg zu gehen; sonst würd' ich ben allem Wissen seinen Trost ents behren müssen. 4. Folg' ich seinem Unters richt, so werd' ich's an mir erfahren, was es denen vest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find' ich manche Dunkelheit bey des Glaubens hohen Lehren; laß mich Zweis felsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Immer lenke meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf den ewigen Ges winn, daß ich fren und selig werde. Was sind Güter dies ser Zeiten gegen jene Herrlichs keiten. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 304. Herr, err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich dich und mich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Wahr 7. Gib mir täglich neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir ge wissenhaft, als dein treues heit lehrt dein Wort auf Er- Kind zu wandeln, so wird Bort Gottes. zeigst uns auch den Weg zun Leben, und lehrest uns: Gott will verzeihn. Du führst zu Mel. Wer nur den lieben Gott c. dem, der uns versöhnt, und uns mit Heil und Gnade 395. Geift des Lichts, front. den Finsternissen des Irrthums wird, wer Licht be gehrt, durch deine Wahrheit nur entriffen, die uns den Weg des Friedens lehrt. Ge. täuscht von Trug und Thorheit irrt, wer nicht von dir er leuchtet wird. 264 einft, in jenem Leben, mich ein hellres Licht umgeben. 2. Zur wahren Weisheit oft ju tråge, kennt er nicht fich, noch seine Pflicht, nicht seinen Gott, noch seine Wege, und selbst sein tiefes Elend nicht; vergißt in eitler Sicher, heit, Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 4. Du zeigst uns Gott in seiner Größe, in seiner Heiligkeit und Huld; zeigst uns fein Recht, des Menschen Blöße, und unsers Ungehorsams Schuld, das Elend un frer Sicherheit, Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 6. Auch schauen wir in dei nem Lichte der Frömmigkeit und Tugend Werth, und alle Frommen im Gerichte von Gott begnadigt und verklärt, und ihre Leiden in der Zeit, wie nichts in jener Herrlichs feit. 3. Dank dir, o Geist, und Preiß und Ehre! Du hast uns Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Durch Yeſu Wort, der Wahr: 300. Soffbein verderb olldein Jesu heit Lehre, wird uns das Dunkel aufgeklärt. So ler nen wir durch dich, wie blind, wie thdricht und verderbt wir sind. 5. Das sehen wir durch dich und beben. Doch sollen wir verzagen? Nein. Du 7. Olaß dieß Licht, zu Got tes Ehre und unserm Heil, uns alle sehn; und das Geschenk der besten Lehre nicht undanks bar, noch frech verschmähn! Gib, daß wir thun, was du uns lehrst, bis du ben Gott uns einst verklärst. tes Herz zur Heiligung gene sen, Christ, so versäume nicht das Wort des Herrn zu lesen. Bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hat te. Merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte. So lies, mit Ehr furcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem from men Ernst, in Gott dich zu erbaun. Bort Gottes. 265 3. Sprich fromm: O Gott, so laß dich das nicht schrecken; vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für ew'ge Wahrheit halte, laß mich das Göttliche in deiner Lehre sehn, und immer mehr den Nath von meinem Heil verstehn. ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Wiß begehrt. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt: Gott ists, der Weisheit gibt dem, der sie redlich sucht, und fie von Herzen liebt. 5. Lies, fren von Leiden schaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, sen, wie der Tag des Herrn, von dir der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein schöner Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, oft bei des Tages Müh' in dein Gemüth zu rücke; empfinde seine Kraft, und stärke dich durch ihn zu dem gefaßten Schluß, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, bazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist; du wirst das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht es geheimnisvoll, 9. Sich seines schwachen Lichts vor Gott nicht überheben, fern von Vernünfteley ihm Dank und Ehre geben, wenn er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ists, das glauben, was er spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel krånken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dirschenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten, so laß dich einen Freund, der mehr als du ficht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Wahrheit freut, ein schon geprüftes Herz, hebt oft die Dunkelheit. 12. Halt vest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christ lich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, ist doch und bleibt von Gott. 256 Mel. Ich halt an meinem Gott zc. 397.Wenn enn hier in dies fer Uebungszeit mein Herz voll Unruh' bebet; und wenn nach reiner Sittlichkeit mein Geist oft irrend strebet: so gibt dein Wort, o Gott, zur Pflicht dem Herzen Muth, dem Geiste Licht; gibt Trost und Seelenruhe. Wort Gottes. die Vernunft nun siegen. Ein Blick hin auf die Ewigkeit und, Gott, auf deine Heiligkeit stårkt sie bey ihrem Rampfe. übe standhaft meine Pflicht. Du, Gott, bist einst Vergelter. 2. Gott, welches Glück! zu dir kann sich mein Geist und Herz erheben, zum frohen Glauben, daß auch ich soll ewig, ewig leben; das ich zu reinrer Sittlichkeit, zu immer größrer Seligkeit ohn' Ende reifen werde. 3. Die Tugend hofft einst Seligkeit; der Glaube kann mich die Mel. Jesu, meine Freude zc. Sinnlichkeit zum Streit, kann 308. Worf, von Gott 4. Ja, Vater, meine Bes ferung, sie wird, fie muß gelingen; ich will nach meiner Heiligung mit Muth und Eifer ringen. Rein wird dann meine Tugend seyn; ich wer de jedes Lafter scheun, ge. stärkt durch diesen Glauben. 5. Wenn hier der Fromme dulden muß, der sich der Tugend weihet; und wenn der Sünder im Genuß des Glückes sich erfreuet, so stört dieß meine Ruhe nicht; ich 6. Und wenn mein Aug' auf Gråber blickt, wo meine Brüder liegen; dann denk und fühl' ich hochentzückt, daß Grab und Tod nicht siegen; daß über sie der Geist sich hebt, und dort in bessern Welten lebt, wo Tugend nicht mehr weinet. 7. D Glaube, der das Herz erfreut, nichts, nichts soll dich mir rauben! Mich lehrt an Gott und Ewigkeit ein heilig Wort vest glauben. Dich Vater, will ich lebenslang für diese Führerin mit Dank, im Tode noch dich preisen. gegeben, Wort voll Heil und Leben, Evangelium! Du vers kündigst Freude uns im tiefs sten Leide zu des Höchsten Ruhm! Seinen Bund machst du uns kund; seinen Frieden, ew'gen Segen bringst du uns entgegen. 2. Was den Menschen allen Gottes Wohlgefallen ausersehen hat; was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Nun ist klar, was dunkel war, daß sich seiner Gnad' und Treue stets die Menschheit freue. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verhei. ßen war. Jesus hat sein Les Selbstprüfung, Reue und Besserung. 267 ben für uns dargegeben auf wenn wir von der Sünde lass dem Blutaltar. Er, erhöht sen, Muth zur Tugend faffen. zur Majestät, hat bestätigt sei- 5. Ich will mein Vertrauen ne Lehre, von dem Chron der auf dieß Trostwort_bauen, Ehre. Jesu, dir mich weihn. Fromm, wie du, zu leben, soll hier mein Bestreben, meine Freude seyn! So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, felig sterben und den Himmel er. 4. Alle, die sie hören, sich zu Gott bekehren, finden Trost und Heil. Immer höh're Freuden werden, wann sie scheiden, dort ihr ew'ges Theil. Gott vergibt uns, die er liebt, ben. Selbstprüfung, Reue und Besserung. Mel. O Gott, du frommer Gott 309. Alwissender, ich leids edle Triebe bey jeder Bewies ich Menschenliebe, und regten sich in mir des Mits fremden Noth? Floh ich des Stolzes Reiß, der Schadens freude Hohn, und Schmähs sucht, wie den Geiz? 5. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? Durch Güte die beschämt, die mir zu schaden suchten? Bes zwang ich meinen Zorn? lebt' ich Versöhnlichkeit, und sah ich Andrer Glück mit Lust und ohne Neid? 6. War ich der Unschuld Schuß, und hab' ich sie vers theidigt? Durch Spott und Bitterkeit nie Niedliche beleis digt? Hab' ich Geringere durch Härte nicht gedrückt, und, soviel ich vermocht', auch Andere beglückt? will jetzt meines Herzens Tie fen und meinen Lebenslauf, nach deiner Vorschrift prüfen. Ich möchte gern von Schuld und von Vergehen rein, mich meiner Besserung und deiner Gnade freun. 2. Hab' ich dich, Gott, ges liebt, und durch ein frommes Leben von dieser Liebe auch Beweise dir gegeben? Hab ich dich treu verehrt, im Kummer dir vertraut, und durch mein Beispiel stets die Meinigen erbaut? 3. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften, Verstand und Willen stets zu nützlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, und keine böse Luft genährt und angefacht? 4. War ich gerecht und treu? 7. War mir das Seelenheil des Nächsten immer theuer? Goß ich in keine Brust der Wollust wildes Feuer? 268 Selbstprüfung, Reue und Besserung. Reißt' ich zum Leichtsinn wieder eifrig wallen, und leh nicht? Verlor durch meine re mich dein heilig Recht, mit Schuld auch keiner seinenTrost, Freuden thun nach deinem auch keiner deine Huld? Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 8. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken! Sey gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken. Ich will mit größerm Fleiß mich jeder Tugend weihn, und wie der sanftmuthsvoll den Feh, lenden verzeihn. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? Eigne Melodie. 401.Erbarm'bich err 400. An vir allein, an mein schwaches Herz, geneigt dir hab' ich gesündigt, und übel, Gott, vor dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; Sieh', Gott, auch meinen Jammer zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz, sich auf den Irrweg leiten. Gleichwie ein Rohr vom Wind regiert, so irrt, von Leiden. schaft verführt, auch oftmals meine Seele. Wann komm' ich zu der wahren Nuh', daß ich das Gute gerne thu', und nur, was Recht ist, wähle. an. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirr ten Sinn zu himmlischen Ges danken. Wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Gei stes Kraft befreyt, so wird es mir gelingen. Ich halte dei nem Geifte still; ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen! 3. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und mich, bes freyt von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beyzustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schreyn, der Herr er hört mein Flehen, und nimmt sich meiner Seele an. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade trösten, Gott, Vater der Barmherzigkeit. D schenke mir den Frieden der Erlößten; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich Mel. An Wasserflüssen Babys lon Selbstprüfung, Reue und Besserung. 269 uns ewig freun. Basfest jeden falschen Schein; von Sünden rein, deines Heils mit Ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf mir reblich kämpfen! Erhebe den gebeugten Muth; hilf mir der Leis denschaften Glut durch deine Gnade dämpfen. 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden mei ner Jugend! Wie hart schien mir oft meine Pflicht! Wie rauh die Bahn der Tugend! Und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Vater, laß mich diese Huld undankbar nicht verachten! Dir folgen, bringt mir wahres Heil; laß mich nach diesem bessern Theil von ganzer Seele trachten. 5. Ich bin ein Mensch; du kennest mich. Wie schwach find meine Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich; Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht zu leben. Das für will ich, dein Eigenthum, o Vater, deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. 2. Von den Sterblichen ist keiner deiner großen Gnade werth; unter allen auch nicht einer, der nicht oft von dir sich kehrt. Dennoch willst du das Verderben deiner schwa. chen Kinder nicht; rufest fie zu ihrer Pflicht; rufest: rum wollt ihr sterben? der, kehrt zu eurem Glück, kehrt auf meinen Weg zurück! Was Sün 3. Laß, Herr, dieses Wort mich rühren, reuvoll dir mein Herz zu weihn; laß es mich zur Tugend führen, um gefällig dir zu seyn. Komm' ich mühvoll und beladen mit der Sündenlast zu dir: o so nahe du dich mir mit dem Reichthum deiner Gnaden; sey Erbarmer, gehe nicht, Vater, mit mir ins Gericht! 4. Dein Erbarmen überwieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Geistes Benstand sieget, wenn mein Geist erschrocken zagt. O wie soll mein Herz dich lieben, der du mich in Christo liebst, und Mel. Sollt ich meinem Gott mir neue Kräfte gibst, gern nicht zc. die 402. Gott, aus deffen das Wort der Seligkeit der Begnadigten gebeut! Gnadenfülle lauter Segen auf uns fließt, alles, was dein Rath und Wille fordert, ord. net, und beschließt, ist der Weg jum wahren Leben. Wahre Sinnesbesserung, steter Fleiß der Heiligung, soll uns immer mehr erheben, bis wir, ganz 5. Dich von ganzem Hers zen lieben, deinem Wink ges horsam seyn; auch am Nach sten Liebe üben, und mich seis nes Wohlfeyns freun; fromm bey allen meinen Pflichten, Gott, auf deinen Willen sehn; Gelbfiprüfung, Reue und Besserung. 270 deine Wege folgsam gehn; red lich, was du willst, verrichten; Sündenwege ernstlich fliehn; dieß sey täglich mein Bemühn! stets offen sey; weil frevelmi. thige Verstockung, und ach, ein Leben, ohne Reu' im Sün dendienste zugebracht, einst ewig unglückselig macht. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 403. Gott, hilf mir, daß heile mir gegeben, und die 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben: drum laß mich in der die du zum für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. ich Buße thue, weil mich noch beine Stimme lockt. Bewah re mich vor falscher Ruhe, das ben das Herz sich leicht verstockt, wenn du gleich das Ge wiffen rührst, und zum Gefühl der Sünde führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines eing' gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemi. the, zu fühlen seine Sünden noth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du, Herr, vom Verderben, nimmst seine Buße gnädig an; macht ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld! Er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Bessrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht; sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelt und gering sie schätzt. 5. So gib, daß deiner sanften Lockung, o Gott, mein Herz 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sünden. dienst befreyt, und leite mich selbst auf dem Pfade der chrifts lichen Rechtschaffenheit. Wie selig bin ich dann schon hier! Wie glücklich einst, mein Gott, bey dir! Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 404. Gott, ich will mich ernfilich prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meis nes Herzens Tiefen; ach, ent decke sie auch mir. Laß mich sehen ob ich treu dir in meis nem Wandel sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Götzen dieser Welt; aber sie sind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Kro ne der Gerechten nicht zum Lohne. Selbstprüfung, Reue und Besserung. 3. Die um deiner Liebe wil. len wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns bringen, gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieb lingssünden mich, o Heiligster, von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß an dich zu denken, ließ von Eigen nuß mich lenken. 5. Oft gehorcht ich deinem Nechte nur, daß meine Folg. samkeit mir bey Menschen Ehre bråchte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beyfall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, dem Gesetze treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen; wie so undankbar bir seyn, deine Liebe nicht er messen, deines Beyfalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab' ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beyfall trachten. 7. Du, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sey mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit. Mache reiner meis nen Sinn; lenk' ihn zu dem 271 Einen hin, dich zu lieben, und vor allen dir, o Höchster, zu gefallen. Werke Früchte deiner Liebe 8. Laß, Herr, alle meine feyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dieß mein höchster Ruhm, daß dein Eigenthum; drum sey ich hier schon auf der Erde deiner Liebe würdig werde. mel. Freu dich sehr, o meine zc. 405. schfier, denk ich an die Güte, die du mir bis her erzeigt, o so wird mein Scham. gebeugt, daß ich dich ganz Gemüthe zu der tiefsten gering geschäßt, dein Gebot hintangesetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Bergehun. gen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. wie hab' ich sie entweiht! Ach zur Ungerechtigkeit und zum schnsden Dienst der Sün den ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schwes ren Sorgen machte sie das Herz mir frey! Was mir nüßte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt' ich dir? O wie hab' ich so vermessen, deis Selbstprüfung, Reue und Besserung. 272 nes Wohlthuns Zweck vergeffen. 4. Ben dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sün, de fliehn, und von meinem Seelenschaden frey zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab' ich gefündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu! Dir hab' ich oft aufgekündigtmeineschuld'ge Kindestreu. Ach vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zu ruck durch deine Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich aufs Neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein trösiend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! hin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunsch zurück, sie fesselt keine Klage. Doch was sie thaten, führt, mit richterlichem Blick, mir, ernst und warnend, jetzt Erinnerung zurück. 2. Des Menschen Selig. keit, des Herzens süßen Fries den, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, er, warb ich mir noch nicht zum bleibenden Gewinn; gab es, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 3. Ach, ich vergaß der Pflicht, die Reißungen zu Sün den, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwin. den; ergebungsvoll und still, mit ruhigen Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 4. Verzeih', Allgütiger, bu fiebst der Neue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. mit neuer Treue will ich deine Wege gehn. Laß einst am großen Ziel, o Gott, dein heil mich sehn! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe Mel. Wer nur den lieben Gotte mir fiets mächtig ben, taf407. Mein Jefus ist ein daß mein Herz dir heilig sey. Dich Freund der Seelen, die in der zu lieben, dir zu leben, sey Angst und Sündennoth nur mein herzliches Bestreben. ihn zu ihrem Trost sich wäh len, der sie geliebt bis in den Tod. Sie sollen Ruh' von Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 400. Ich blicke prüfend nimmt die Sünder an. ihm empfahn; mein Heiland 2. Wenn Selbstprüfung, Reue und Besserung. 273 2. Wenn das verdammen Sünden Schmerzen, wenn er de Gewissen sie bis zur Hölle auf Jesu Tod uns weißt. niederbeugt; wenn Thränen Wer ist, der uns verdammen ohne Hoffnung fließen, ist's kann? Mein Heiland nimmt Jesus doch, der ihnen zeigt, die Sünder an. wie man dem Fluch entrinnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. dankt ihm laut, erlößte Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, in dem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst fein Leben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahingegeben! Wer wollte mm noch traurig seyn? Er jeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hort dieß, ihr angefochtne Seelen; eilt alle, flieht in Jesu Schooß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zugethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seis nes Mitleids Triebe. Wenn auch kein Stral der Hoffnung scheint, so zage nicht; er ist die Liebe; er ist dein Netter und dein Freund. Heil allen, die im Ernst sich nahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thrdnen und schenkt den Müden süße Ruh'. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Vernimm denn seinen Ruf, und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil', errette deine Seele, und triff die Wahl des besten Theils! Flieh' heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich, und mach' uns rein, so wols len wir, der Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar seyn. Weil dann ein jeder rühmen kann: gottlob, auch mich nahm Jesus an. 6. Er bringt in seinen off nen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbarmen des liebevollen Vaters Sinn, den Je fus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. Mel. Wie groß ist des Allm. sc. 7. Auch fendet er in unſre 408. Wie fürcht, ich Herzen den wahren Tröster, feinen Geist; der stillet aller mich, mein Herz zu prüfen, 18 Selbstprüfung, Reue und Besserung. 274 mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick' ich über seine Tiefen bald låßig, bald mit Vorsatz hin! Mich warnet heimlich mein Gewissen: betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Geneigt, mein Unrecht nicht zu wissen, vergeß' ich alles, was er spricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der Eitelkeit. Gott, durch den Mißbrauch deiner Gnade verfinke ich in Sicherheit. Nach tausend gern vollbrachten Sünden denk' ich einmal an Jesum Christ, und hoffe dich versöhnt zu finden, weil er für mich gestorben ist. bleiben Mel. O Gott, du frommer Gott meine Triebe, und unerleuch 400. Wilt u die Bu Pillst du ße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? s tet mein Verstand. Mein Herz ist leer von deiner Lie be, mit meinen Pflichten um bekannt; mein Glaub' ist todt und ohne Früchte; mein Wandel ohne Besserung; und den noch hoff ich im Gerichte, o Gott, von dir Begnadigung. 4. Ich Unbesonnener, wie lange werd' ich mich selber hintergehn! Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwe. cke, Gott, mich aus dem Schlafe; ach groß ist freylich meine Schuld! Doch eile nicht mit deiner Strafe, und hab', o Vater, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir felbst verhehle, verhehl' ich mich vor dir doch nicht; denn in der Tiefe meiner Seele ist alles deinen Augen Licht. Reiß mich aus meinen Finsternissen! Entfalte du mein Herz vor mir! Dann treibe mächtig mein Gewissen zur Buße mich und, Gott, zu dir. 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, beffre, leite mich auf deiner ebnen Bahn, und lehre mich dann Gehorsam gegen dich. Auf dich, o Heil'ger, laß mich sehen; vor dir sey Herz und Wandel rein, so werd' ich der Gefahr ent gehen, betrogen von mir selbst zu seyn. 2. Allein, wie schwer ists nicht, sein eigen Herz bekampfen. Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist es der eing'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie ver. geffen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Selbstprüfung, Reue und Besserung. 275 Ist Gott denn ein Tyrann, der des Höchsten Feind zu seyn: mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil fie dich glücklich macht, be fiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugneft fie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszu reißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächßt sie nicht durch die Beit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut be fohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, 9. Ist denn die Besserung ein Werk von Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Jft denn ein Flehn zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst, durch Schuld erzeugt, die wahre Heiligung? 10. Genügt's zur Seligkeit, des Glückes der Erlößten, wann uns der Tod ergreift, fich sicher zu getrösten; reicht das Bekenntniß hin, daß uns die Sünde reut: so ist kein leichter Wert als deine Se ligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen. Ist dieses dein Beruf, Gott dies nen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. ft dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehr. ten Sinn den Sünder, der be harrt, nicht Gott zulegt dahin? 13. Hat Christus uns er. lößt, damit wir Sünder bleis ben, und, ficher durch sein Blut, bas kaster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: fo Selbstprüfung, Neue 276 ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sey wacker! Gott ist nah', und stärkt dich durch sein Wort. 15. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb' ihm nicht; denn diese Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 16. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott ver låßt, verläßt sein eignes Heil. und Besserung. 17. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Lei den; Gott kennt und liebt dein Glück; fie führt zu seinen Freuden, und schafft ein reines Herz voll frommer Zu versicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deis ner Pflicht. 18. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Ges wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genuffe seyn, und sich der Se ligkeit schon hier im Glauben freun? 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns felbst deinen Sohn. Er litt, 19. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hö rest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest! D suche deinen Gott, willst du zu deiner Pein dein hier verscherztes Glück nicht ewig dort bereun. Glaube und seine Wirkungen. mel. Wer weiß, wie nabe mir mein 2c. 410.Gott, deine Gua- O Gott, wie haft du uns ges damit wir Frieden hätten, für uns den der Sünde Lohn. liebt! Welch ein Erbarmen ausgeübt! de bringt uns Leben; sie schafft uns Heil und Seelenruh. Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnådig an, die sich voll Reue zu dir nahn. 3. Dank, ewig Dank sey deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Chrifti willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bes kehrt und glaubig seinen Mittler ehrt! Glaube und seine Wirkungen. 277 4. Du rettest ihn von allen de freun, und deinem Dienst Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; er kann getrost und freudig sagen: Gott -ift für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ist's, der für mich litt und mich noch jetzt bey Gott vertritt. 5. O Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich dei ner Gnade freut! Sey's auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufrieden heit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Friede stårkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Nöth, gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gu te, und macht getrofi selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Vorschmack jener Seligkeit. 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey. Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frey. Denn der, der Aller Sunden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. O laß mich dieß im Glauben faffen, und, Vater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wanft, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein Heil steht unbeweglich vest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnamein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß' ich diese Huld. Mel. O Gott, du frommer Gott 411.5.0 err, ohne Glautben kann kein Mensch vor dir bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Fles hen: o günde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Laß mich, Gott, daß du bist, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir den Trost aus meinem Herzen raus ben, daß du dem, der dich sucht, fiets ein Vergelter fenft, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; gib, daß ich ihm vertraue, und meine Hoffnung vest auf deine Treue baue. Gib, daß ich dir im Glück und Unglück immer treu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folg. sam sey. 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von ganzer Seele nenne, und dankbar für das Heil, das mir sein Tod gewährt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Verdienst sey mir beständig theuer; er 278 Glaube und seine Wirkungen. fülle mich mit Trost, und Seelenruh' gegeben. Ich steh' mache mich stets freyer vom im Glauben, bin ein Christ, schudden Sündendienst; es an dem nun nichts verdamm stårke mich mit Straft, zu dei- lich ist. nes Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 4. Mir wiederfuhr Barmherzigkeit. Mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieben. Ich bete vol ler Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht, mein Geist fühlt Gottes Frie den. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. Mel. Ewigkeit, du Donners 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht. Nichts raubt meinen wort zc. 412. Sch fchäme mich nicht Leiden, nicht Gefahren. des Heilands nicht, vor dem voll froher Zuversicht mein Knie fich dankbar beuget, Gott, welch ein theures werthes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geist bezenget, ich soll durch Jefum Chriftum rein, durch ihn Durch den ich alles hier ver mag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bift treu; gib, daß ichs auch im Glauben sey. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Dann schau' ich, was ich hier, Herr, auf dein Wort geglaubt, und meine Krone wird mir nimmermehr geraubt. Mel. Ich halt an meinem Gottic. gerecht und 2. Srob fühlt mein Herz 413. Ich weiß, an wem Froh die Gotteskraft, die in der fel'gen Wissenschaft von dem Erlöser lieget: die alle Kennt niß dieser Welt, und was fie Reizendes enthält, unend lich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm, ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ists mein bestes Theil. In keinem andern ist mir Heil und Recht zum ew'gen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, der Beyfall Gottes, seine Huld, und mein Glaube hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier ge glaubt; wer ist, der mir mein Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kur zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Uebers winder beut, zum ew'gen Sie geslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt; du, Glaube und seine Wirkungen. 279 der den Tod für mich ge- das Leben nicht, und nicht der schmeckt, du stärkst mich, daß Tod! Mein find des Him. ich siege. mels Freuden. 3. Du, Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zit deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bey dir; dort hab' ich alles, was ich hier nur suche, und nicht finde. 4. D lenke meines Geistes Mel. Jefu, meines Lebens zc. mel auf dich, auf meiner Seele 414.Oft noch will mein Glück, auf Ewigkeit und Him mel. Kurz ist der Erde Herr lichkeit, vergänglich alles Glück der Zeit; im Himmel sey mein Wandel. 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beffre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Vollendungstag er scheint, dann werd' ichs froh empfinden. 7. Wie groß ist meine Herr lichkeit! Empfinde sie, o See. le! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele; Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh' ich hier, wo ich dir glau big traue, die Seligkeit, die dort bey dir in vollem Sicht ich schaute. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wann dein Bild in mir sich ganz verkläret. 17. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; was kann von dir mich scheiden? Nicht Glück und Last, nicht Leid und Noth, Glaube wanken; stårk' ihn, Gott, ich bitte dich! O wie wird mein Herz dir danken und frohlocken! Höre mich! Laß mich nicht an dir verzagen! immer kühnre Bitten wagen! Sinkt mein Glaube, gieße du Del dem schwachen Lichte zu! 2. Wollen Zweifel sich erheben, blender mich des Irrthums Schein, o so laß mein Herz nicht beben, den Verstand nicht dunkel seyn! Zeig' alsdann dein Licht mir wieder! Strôme Glauben auf mich nieder! Deiner Wahrheit reiner Glanz, Herr, ents hülle mir sich ganz! 3. Auf dein Wort nur, nicht auf Lehren schwacher Men schen, laß mich sehn! Deine Stimme laß mich hören, deine Stimme recht verstehn! Mehr als Zeugniß aller Welten, laß mir, Gott, dein Zeugniß gel ten! Richte meinen ganzen Sinn nur auf deine Wahr. heit hin! Glaube und seine Wirkungen. 280 4. Bahren Glauben schenk vor allen andern Gaben, Vater, mir! Wem er fehlt, muß dir mißfallen; wer ihn hat, ist Eins mit dir. Er belebe meine Triebe, sen der Stab, die Hand der Liebe! Er be fiege, wie ein Held, meine Sünde, Fleisch und Welt! 5. Glauben, als wenn ich dich sähe, flöße mir, mein Heiland, ein! Im Gefühl von deiner Nähe laß mein Herz fich täglich freun! Jesu, willst du dich nicht zeigen? Hore mich! wie kannst du schweigen? Gib mir Glauben; nahe dich meinem Geist, und stärke mich! 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich, und weiß allein, wie dieß Herz von Sehnsucht brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle; und nicht meiner Zweifel Wahn, meinen Glaus ben sieht er an. 6. Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein tief verderbies Herz. Heut ist mir die Tugend wichtig, morgen mir die Sünd' ein Scherz. Wäre nur mein Glaube vester! Stårk' ihn, mehr ihn, Allerbester! Jesu, eile, staré ihn du! Ach, sonst find ich keine Nuh'. 3. Mir auch ist sein Sohn gegeben, durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig seyn. Mich sah' Gott von seinem Throne; mich ers wählt er in dem Sohne, eh' noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 4. Wer will nun noch den verklagen, den Gott selbst zum Leben wählt? den noch zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott; mich kann nichts schrecken. Gottes Huld wird mich bede cken. War ich gleich der Sün de Knecht: er, mein Gott, macht mich gerecht. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 5. Theuer bin ich ihm er worben. Heil mir! hier ist Christ, 415. Schweiget, bange mich geſtorben, auch für mich Zweifel, schweiget! Mein Erbarmer ist getren; und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sey. Mir drohn keiner Rache Flammen; will mich auch mein Herz verdammen, faß' ich dennoch Muth im Schmerz; Gott ist größer, als mein Herz. erstanden ist, der zur Rechten Gottes fizet, auch mich sieht, mich machtig schützet, mich ver tritt und nie verstößt, mich aus aller Noth erlößt. 6. Troß der Welt und ihres Spottes! Troß der Höll' und ihrer Wuth! Ich, gewiß der Liebe Gottes, überlaß mich sei Glaube und seine Wirkungen. 281 ner Hut. Was will je von mir, was mir draut! Ich bin ihm mich scheiden? Nein, ich werd' in allen Leiden mehr als nur geduldig seyn; selbst mich meiner Trubsal freun. durch das Leiden meines Heis lands eingeweiht zu des Himmels Freuden. 3. Was ich Böses je ges than, reuet mich von Herzen. Glaubig schau' ich Jesum an, ihn, den Mann der Schmerzen. Vater, dein geliebter Sohn starb für mich mit Freuden; num darf ich der Sünde Lohn im Gericht nicht leiden. 4. Stürme Welt nur, ftür. me Tod! Wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in jeder Noth Gott mit seiner Gnade. Eie, mein Schild im schwersten Streit, füßer noch als Leben, kann mir Trost in Traurigkeit, Nuh' in Etir, men geben. 5. Quält der Zweifel mich, es sey Gott mir nicht gewogen; Täuschung ist's, denn er ift tren; er hat nie gelegen. Wärest du, o Gott, mein Feind, könnt' ein Troft mich laben? Könnt' ich Jesum dann zum Freund und Erlöser haben? 7. Laßt denn rauhe Wet ter stürmen! Alles um mich her sey Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang auch hülflos bliebe, leitet doch mich seine Liebe in die Wohnungen des Lichts, durch die Nacht; drum fürcht' ich nichts. 8. Ich beharr' in meinem Glauben. Nichts, wenn man auch alles raubt, kann mir Gottes Liebe rauben; drum erheb' ich froh mein Haupt. Gnug, daß meiner ter gedenket, der mir seinen Sohn geschenket, und mich nimmermehr verläßt. Dieser Fels steht ewig vest. Eigne Melodie. 416.S. chwing' zu dei nem Gott dich auf, schwermuthsvolle Seele! Hemme Deiner Thränen Lauf, bange, bisbe Seele! Zweifel nicht, nicht Drohn noch List sollen dir den Glauben und den Trost, den Jesus Christ dir erwor ben, rauben. 2. Auf, ermanne dich zum Streit! Sieh' die Palme we ben! Såmpf ums Glück der Ewigkeit! Gott will bey die stehen. Sprich: nimm von 6. Sagt, was ist im Himmelszelt? Was im tiefen Meere? Was ist Gutes in der Welt, das für mich nicht wäre? Wer hat Sonn' und Sternenglanz für mich leuchten laffen? Gottes Huld umfließt mich ganz, und mich follt' er haffen? 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist der uns scheide? dringen Leiben auf mich ein, schwindet alle Freude; nun so kommt die Prüfung doch) von 282 Glaube und seine Wirkungen. geliebten Händen, und ein hoff' ein ewig Leben. Mein Tag muß endlich noch all mein Gott, ein Vater, der verzeiht, Unglück enden. hat mir das Recht zur Selig. feit in seinem Sohn gegeben. 8. Gottes Kinder fåen zwar traurig und mit Chránen; doch, es kommt ein Freudenjahr einst nach langem Sehnen. Ja, fie kommt, die Erndtezeit, wo die Saat auf Erden, wo die Thranen dieser Zeit lauter Jubel werden. 9. O so faffe dich, mein Herz! Wanke nicht im Glauben! Laß nicht Freude, laß nicht Schmerz dir die Krone rauben! Preiß ihm, der den Tod bezwang! Seinem groBen Namen ton' auf ewig mein, Gefang! Er wird helfen. Amen. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Hers zen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn, von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deis nes Namens willen; Laß ihn Erden 417.hoff ich denn ihn täglich mehr mein Herz mit vestem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich erneun, und mich mit Trost erfüllen! Mel. Kommt ber zu mir, sprichtic. Wachsthum im Guten. Mel. Es wolleGott uns gnädig ze. 2. Die kommen nicht ins 418. Bewahre mich, Jefu ſagen, und nicht mit rech. Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethore, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, er weißt! Erinnre mein Gewis fen, wie in der Wahrheit und im Geist dich die verehren müssen, die dir gefallen wollen. tem Ernst zugleich der Heili gung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läß'st du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Wachsthum im Guten. Jünger hie blos äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaus be thätig sey, und Tugendfrüchte, bringe; daß ich vom Sündendienste frey, mit Eifer darnach ringe, im Glauben zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln; o laß in Freude und im Schmerz, mich richtig vor dir wandeln! Dein Wille sey mein Augenmerk; hilf selbst mir ihn vollbringen! Durch dich muß jedes gute Werk dem immer wohl gelingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch wenn ich aus Unwiffenheit und Uebereilung fehle, fo thu' an mir Barmherzigkeit; sey gnädig meiner Seele, und hilf ihr auf von ihrem Fall! Erhalt' mich bey dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dort würdiger dir diene. 283 kennen, nur seinen Gott und Herrn ihn mit dem Munde nennen, ist echtes Christenthum; Befolge deine Pflicht, wie dir sein Wort fie lehrt; die Heuchler kennt er nicht. ein Chrift! Wohl dir, wenn Herz und Leben von deinem Christenthum ein sichres Zeugniß geben! Wo ist ein höh'rer Ruhm? Welch Glück kann größer seyn, als Christi Wege gehn, und Gottes Huld sich freun? 3. Zum Guten willig seyn, mit Ernst das Böse haffen, den Lüsten widerstehn, gewohn te Sünden lassen, dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; fein todter Glaube führt zur ewgen Wohlfahrt hin. Mel. O Gott, du frommer zc. wahrer Heiligkeit. 2. Du sagst: ich bin ein Chrift! Nicht Jesum nur be4. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind, in unverfälschter Liebe, wenn du, wie Chriftus war, voll stiller Sanftmuth bist, voll Demuth und Geduld, dann sag': ich bin ein Chrift! 5. Jedoch, so lang dich noch der Sinn der Welt regieret, dein Stolz zur Eitelkeit und Schmähsucht dich verführet; nicht Sanftmuth in dir herrscht, nur Zorn und Haß und Neid, so bist du noch entfernt von Wenn, Jedem wohlzu, 410. Du fagft: ich bin thun, die Unschuld zu beſchi. ßen, mit möglichst treuem Fleiß den Brüdern gern zu nutzen, ohn' Eigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist; auch wenn's Verläugnung gilt, dann sag': ich bin ein Chrifi! 7. Gott, Allbarmherziger, o schenke doch uns allen, die Chrifti Namen schmückt, auch Kraft, die zu gefallen! Ver Wachsthum im Guten. 284 leih' uns, Vater, Kraft, zu folgen Jesu Ruf, zu wandeln würdiglich dem himmlischen Beruf! Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. 420. G rmuntre, Seele, dich, und sey dem Gott, der dich erschaffen, treu, und folMel. Gott, des Himmels und z. ge dem Gewiffen. Kie, glaub 421.Fern vom Biel, wor es, wird es dich gereun, haft du, unsträflich fromm zu seyn, von Herzen dich befiiffen. 2. Des Lasters Ruf gehorche nicht. Gehorche Gott; er täuscht dich nicht; was er gebeut ist Segen. Er liebt uns Menschen väterlich, führt durch Geduld und Tugend dich dem höchsten Glück entgegen. 3. Gott theilt dir selbst die Stärke mit; drum gehe stets mit veftem Schritt fort auf der Tugend Pfade. Die Luft verführt, die Tugend nie, und Gott, dein Gott, belohnet sie mit ewig großer Gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle Jein der Sünde stets vor Augen seyn; dich täuschen ihre Freuden. Bald, bald verwandelt ihr Genuß in Unruh' sich und lieberdruß, und endigt sich im Leiden. 6. Nein, wache, kämpfe, bete du, dein Gott sieht deinem Kampfe zu, einst wird er dich belohnen! O bleib' ihm treu, und wanke nicht! Dent' an den Tod, denk' ans Gericht und an des Sieges Kronen! 5. Gott kennt der Tugend hohen Werth, und den hat Jefus dich gelehrt, den wollteft tu verachten, und nicht mit aller deiner Kraft die Selig feiten, die sie schafft, früh zu besitzen trachten? nach ich ringe, fleh' ich, o mein Gott, zu dir. Hilf daß ich den Lauf vollbringe; wirke Muth und Kraft in mir. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu. 2. Ach, ich irr' in Finfier, nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich. Von Begierden hingerissen, täuscht oft meine Seele fich, suchet Ruh', und findet sie in den Erdengütern nie. 3. Hilf mir nach dem Him. mel fireben, der den Lohn mir aufbehält; Gott und Jesu laß mich leben, nicht den Lüften dieser Welt. Lehre mich von Sünden rein, eifrig nur im Guten seyn. 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Fichts zum fes ben hin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jes den Tag meinem Ziele kom men mag. 5. Gib zur Uebung guter Werke mir Erkenntniß, Kraft und kust; und im Kampfe flöße Stärke mir in die ver Wachsthum im Guten. 285 be. Nimm allen Kaltfinn von mir hin; gib, daß ich siets mich übe, auf ihn zu sehn, ihm nachs zugehn, mich seiner nicht zu schämen, und allezeit mit Freu digkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut verdammt der Mel. Was mein Gott will, das zc. 422. Hilf mir, mein Rachsucht Triebe; nicht biss mein Freund, auch selbst mein Feind erfahre meine Liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld laß, Herr, mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt nicht für das höchste achten, und nie nach pracht, nach Hoheit, Macht und Würden ängstlich streben; laß mich vielmehr, nach deiner Lehr', in wahrer Demuth leben. sagte Brust; gib mir Trost in jeder Noth, hilf mir treu feyn bis zum Tod. 6. Sey mein Beystand, wann ich sterbe: zeige meinem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn. Dann, ges stärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgrimschaft. Gott, verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich, meinen Gott und Vater, glaus big nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud', mich jemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', wenn ich dich, Gott, be trübe. Gib, daß ich alles Bd se scheu, und nur das Gute liebe. Laß meine Pflicht, mein Gott, mich nicht mit Vorsatz je verlegen. Der Seele Heil, mein bestes Theil, das laß mich theuer schätzen. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih' mir einen vesten Glauben, der standhaft, treu und thätig sey; nichts soll mir die sen rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod, dein Heil getroft umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland lie. 7. Betrug und List und Heuchelen hilf mir mit Sorgfalt fliehen. Nie muß ich mich durch Gleißnerey um Menschengunst bemühen. Laß Ja und Nein mir heilig féyn; laß mich nie lieblos richten, und Zank und Streit mit Freund, lichkeit, mit Lieb' und Sanft. muth schlichten. 8. Herr, lehre mich Enthalt. samkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, muß ich 286 Wachsthum im Guten. 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuten, nicht achten auf der Sünde Schmeis cheleyen, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, und thatig ehren. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten: so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten. Ehrt mich dein Beyfall, so kann ich mit Freuden Verachtung leis den. 6. Du achtest nicht das An. sehn der Personen, gerecht wirst du einst richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend' ich einstens mei ane Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfun Mel.O liebster Jesu, was haft zc. den: wie schon verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge 423. Ich hab', o Gott, Freuden. aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meis nem Nächsten handeln. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang und alle Trägheit fliehe, und meinem Nächsien lebenslang zu dienen mich be. mühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preiß, o Gott, mir wohl gelingen; und segnest du das, was ich thu', so laß mich dir lobsingen. 10. Ach gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe; so wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bey dir den Lohn der Treue geben. mir ernstlich vorgenommen, nie auf der llebertreter Pfad zu Mel. Befiehl du deine Wege zc. kommen, vor dir zu wandeln, 424. Sch dir mich und mein zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh' ob ich's redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; gib, daß ich nie ermüde deinen Willen treu zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wann mich kein Mensch fieht, leitet: wie sicher werd' ich deine Wege wandeln; wie richtig handeln! Ich soll zum Leben bringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Be ruf. In einer Welt voll Sün den soll ich nur ihm mich weihn, fie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig seyn. 2. In meiner frühsten Ju gend hat er mich das gelehrt. Schön, göttlich ist die Tugend, und meines Eifers werth. Ihr folgen reine Freuden; und wer, was Gott will, thut, hat Wachsthum im Guten. felbst in seinem Leiden Zufriedenheit und Muth. 3. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, trotz ihres Spottes, auf seinem Pfade geht: was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war; welche Krone! welch eine Seligkeit! 4. Das glaub' ich; mich verlanget, dein Kind, o Gott, zu seyn; und meine Seele hanget doch nicht an dir allein. Ich lasse nach zu ringen; und doch ist's mein Beruf, ich foll zum Leben dringen, für wel ches Gott mich schuf. 287 glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein;-Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend ges ben. 5. Dir, seufz' ich, anzuhangen, Erbarmer, dir allein. Du hast es angefangen, das gute Werk ist dein. Vollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt. In deine Vater hånde befehl ich meinen Geist! 3. Selig ist, wer seine Sün de wehmuthsvoll vor Gott be. reut, und, damit er Gnade finde, ernfilich alle Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn; glücklich soll er hier auf Erden, seliger im Himmel werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, gern Beleidigung vergibet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt. Mächtig wird der Herr ihn schützen: er wird Gottes Reich besitzen. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn; welche vest am Guten hangen, blos an des Gu425. Kommt, und last ten Schein; deren Herz nichts mehr begehrt, als, was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höh'rer Kraft erfüllen. uns Jesu Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preißt! Die im Glauben vest bestehn, treu der Tugend Wege gehn, und ihn vor der Welt bekennen, dürfen sich die Seinen 6. Selig sind, die voll Erbarmen keinem ihre Hülf' ent ziehn; bei den Kranken, bei den Armen, nie des Elends Anblick fliehn; gern behalf. 2. Selig, wer in Demuth lich sind mit Rath und nach lebet, feiner Schwachheit nie Kräften mit der That. Die vergißt; nie voll Stolzes sich se werden Hülf empfangen erhebet, wenn er groß und und Barmherzigkeit erlangen. nennen. Wachsthum im Guten. 288 7. Eelig find, die ihrer Her zen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reißze böser Lufi, regt er sich in ihrer Brust, immer standhaft widerstehen, werden Gottes Antliß sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet, wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich befleiBen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig find, die ohn' Verschulden Schmach, Verfol gung, Haß und Pein, als Verehrer Christi dulden, und Gott mehr, als Menschen, scheun. Gott steht ihnen mäch tig ben, und will sie für ihre Treu' auf das herrlichste belohnen, bei ihm sollen sie einst wohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend fichern Bahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe; daß mein Herz sich, durch deines Geistes Stärke, stets befleiße guter Werke! Herz, wie schwer es sey, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend kostet müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch, richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kam pfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie find die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist ans fangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ift anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter hin führt er zum Heil und endlich zum Ents zücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unfres Fleisches Willen, wenn Wol lust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frey zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu kranken, den Menschenhaß; was wür dest du von diesem Gott wohl denken? Mel. Durch Adams Fall ist ganz 2c. 420. Oft Hlagt bein Geſetze. Sie find es, die das 5. Gott will, wir sollen glück lich fenn; drum gab er uns Herz Wachsthum im Guten. Herz erfreun; sie sind des Lebens Schätze. Er spricht in uns durch den Verstand, er redet durchs Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freyheit ist's, fie wählen. Ein Chier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eis genthum und sein Beruf auf Erden? Die Tugend; was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ähnlich einft zu werden. 7. fern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Dich stärket auf der Tu gend Pfad das Beyspiel fel'ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf die sem Pfade hindern; der wah, re Ruhm ist Ruhm ben Gott, und nicht bey Menschenkin dern. 289 Kraft der bessern Welt allmächtig ihn beleben. 10. Und endlich, Christ, sen unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit dru cket. Gott kennt des Herzens Medlichkeit und sieht auf dein Bestreben; er ist ein Vater der verzeiht, und er hat Lust am Leben! mel. Wachet auf, ruft uns die ze. 427. Tugend ist der See. le Leben. Wie sollt' ich denn nach ihr nicht fireben? Des größten Eifers ist sie werth. Gott, du kennest mein Verlangen! Dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Ach, würde mir doch Straft von dir dazu verschafft! wie innig würd' ich mich freun, war ich ganz rein! Wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott, du bist der Freu den Fülle, den dein Verstand ist Licht; dein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Du liebst mit stets gleicher Stäre ke das Gute nur, und deine Werke find Wahrheit und Ge. rechtigkeit. O bilde mich nach dir, so finde ich schon hier. Nuh' der Seele; bis, nach dem Leid der Prüfungszeit, vollkommne Wonne mich ers 9. Sen stark, sen mann lich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Stampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben, und jene freut. 19 Wachsthum im Guten. 290 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle bin ich, so lang ich hier noch walle! Zerstreut ist hier noch oft mein Sinn. Wachsam gnug bin ich nicht immer, oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt keidenschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch; wie drückt mich dieses Joch! Ach, ich Armer! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? Wann werd' ich vest im Guten seyn? 4. Herr, du kannst allein mich stärken! Von dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell. Leite mich nach deiner Wahrheit; fie leuchte mir in voller Klar heit beståndig, unbefleckt und hell. Wer sich auf dich vers läßt, wird in der Tugend vest. Mein Erbarmer, ich hoff' auf dich; o mache mich im Guten unveränderlich! daß ich überwinde, auf Got tes Hülfe sehn; muß jeden Reiß zur Sünde und ihre Lust verschmähn. 428.Um als ein Chrift zu leben, muß ich die Sünde scheun, und immer mich bestreben, von Herzen fromm zu seyn; muß Gottes Wege wandeln; auch bey dem Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln, und thun, was ihm gefällt. 2. Jch muß mit Ernste ringen, und stets gewissenhaft bekämpfen und bezwingen die Macht der Leidenschaft; muß, 3. Die Täuschungen der Sinne muß ich behutsam fliehn; daß ich mein Heil gewinne, mich eitlemStolz entziehn; muß standhaft in Gefahren, die oft mir furchtbar dräun, den Glaus ben treu bewahren, und ohne Tadel seyn. 4. Wie schwach sind meine Kräfte zur ebensbesserung; wie schwach, Herr, zum Ges schäfte der wahren Heiligung! Doch sollt' ich darum zagen? Nein, im Vertraun zu dir, Gott, will ich's muthig was gen; soy du nur stets mit mir! 5. Verleih' zu diesem Werke mir nur, durch deinen Geist, die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt. Durch ihn gib meiner Seele die Einsicht und die Straft, Mel. Befiehl du deine Wege ze. daß ich das Eine wähle, was ewigs Glück mir schafft. 6. Werd' ich im Guten trå ge, so stärke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf, und mache jedes Lafter, ob Sun. der gleich sich freun, mir je den Tag verhafter, um treuer dir zu seyn. 7. So kann ich alle Sün den, mich selbst, die Welt, den Tod, und alles überwin den, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen; ich Wachsthum im Guten. 291 dring' ins Reich des Lichts; Herzen. Tief im Staube bitt' ich bin gewiß zu siegen. Dein Wort, o Gott, versprichts. ich dich: heilige du selber mich! Mel. Jesu, der du meine Seelesc. 5. Sieh' mich dürften nach dem Guten; früh und spät dir. Laß mein Herz 420.Bater, heilig mocht nicht länger bluten; beinen ich leben, Nechtthun wäre meine Lust; aber Lüste wider fireben dem Gefets in meis ner Brust. Ach, die Flüchtigfeit des Herzens ist noch oft ein Quell des Schmerzens. Schwer drückt mich der Sunde Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. Geist verleihe mir. Laß mein Flehn nicht seyn vergebens; fende doch den Geist des kebens. Zich' mit neuer Straft mich an, daß ich dir gefallen kann. 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorfaz trai' ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend Mel. An Wasserflüffen Babyl. sc. ſprach, folgten Sünbentage 430. Was hilft es mir nach. ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe, und heis lig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe; wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott er schuf, nicht würdig mich bes weise, und den, der mich er Isset hat, in Worten nur, nicht durch die Thar und gute Wer ke preiße? 3. Tausendmal hab' ich geweinet, schmer; lich meinen Fall bereut, glaubig mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut. Gnädig sahst du auf mich nieder; aber bald vergaß ich wieder, Vater, meine Pflicht und dich, und mein Herz besiegte mich). 6. Ja, du hörst mein kind. lich Flehen und erquickst mein Herz mit Ruh'. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du. Uleberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden, und in jenen Himmelshöhn rein vor deinem Antlitz stehn. 4. Vater, du nur kannst mich retten, wenn mich Nie mand retten kann. Beten will ich, brünstig beten: schau mich mit Erbarmen an! Reiß' die Wurzel meiner Schmerzen, reiß' die Sünd aus meinem 2. Was hilft es, wenn hier Jesum Christ mein Mund Erlöser nennet, wenn keine Tus gend in mir ist, und ihn mein Herz verkennet? Was hilft's, 292 Wachsthum im Guten. fein Vorbild anzusehn, doch migkeit in guten Werken preis ohne Lust ihm nachzugehn? ßen. Was hilft mir seine Lehre, wenn mich sein Geist nicht stets regiert, wenn, von der Sünde Reitz verführt, ich seinen Ruf nicht höre? 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, ich, der ich Christum kenne; weiß, was er einst an mir gethan, ihn Herrn und Meister nenne; als der, der in der Finster niß des Irrthums lebt noch ungewiß, ob er auch richtig nes Wortes Licht? Was hilft mir mir aller Unterricht, wenn ich darnach nicht handle? 4. Und woher nehm' ich Trost und Ruh', wann Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Wer hilft mir in der letzten Noth, jeigt sich der schauervolle Tod mir einst mit seinen Schres den, wht mein Gewissen drohend auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh' mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn feine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Denn Glaube, wie ihn Gott gebeut, muß ihn durch wahre From6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe, und vor die heilig, fromm und rein zu wandeln, mich bestrebe; daß ich, an Muth und Kraft ein Held, der Sünde Reiß, die Lust der Welt im Glauben überwinde, und dann nach wohl durchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkeit für meine Treue finde. mel. O liebster Jefu, was ic. 431.23en wird, o Gott, die Wonne der Erlößten, nach. dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor Throne der Sieger Krone? vor deinem 2. Nur den, o Herr, der, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; der an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet und fren beken net; 3. Der deine Wahrheit une ter Menschen Kinder verbrei tet, sie erleuchtet, und die Sünder durch Thaten reißt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Der, was er glaubt, ge wissenhaft auch übet, die Menschen all', als seine Brüder, liebet, nicht lästert, sie nicht frånkt, nicht stolz sich blähet, und keinen schmähet. Wachsthum 5. Der Sünden haffet, und bod) mit den Sündern Mit leiden fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Der nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speißt, die Nackten fleidet, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genützt zu haben; 7. Der, züchtig in Gedan ken, keusch auch lebet; der seiner Hoheit nie sich überhebet; im Glücke mäßig, gutig und bescheiden, getroft im Leiden; nicht hält, und spricht: ich kenne Gott; der trüget: in folchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. im Guten. 293 3. Durch Jesum rein von Misfethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, und reinigt sich, wie Jesus Christ, der hier sein hohes Vorbild ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer seinen Willen thut, in dem ist wahre Gottesliebe. Ein täglich thẳtig Christenthum, das ist des Glau. bens Frucht und Ruhm. 8. Den wird, o Gott, die Wonne der Erlößten, nach dieses Lebens kurzem tam pfe trdsten; den schmückt im vor deinem Eigue Melodie. Throne des Mittlers Krone. 433. Berhat denGlau432.Wer Gottes Wort vor seinem Ungesichte der wah. Mel. Zieß ist der Tag der zc. ben, dessen Früchte beweisen daß er gefällt, und einst ren Tugend Preiße hält? 2. Der, der durch seines Gei stes Triebe zu allem Guten fich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehor. sam und ihm ähnlich ift; 3. Der, der vor Gott unfiräflich wandelt, nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig hanbelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen ernstlich liebet, gerecht, gelind, voll 2. Der Glaube, den fein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 5. Der bleibt in Gott, und Gort in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die lieb' ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 294 Wachsthum im Guten. Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und Andre zu erfreun fich freut; 5. Der, der den Ruhm, felbst seiner Feinde, durch keine lästerung verletzt; wenn er gleich seines Gottes Freunde nur seiner Freundschaft würdig schätzt; 6. Der die Verehrer Got, tes ehret; mit ihnen thut, was Gott gefällt; der, was er feinem Nachften schwöret, und schwür' er sich zum Scha, den, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gefeße, auf ungerechten Wucher leiht, und, durch gerecht erworbne Schäßze, der Armen traurend Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten mit den Armen erquicket und in Schuß sie nimmt: der findet auch bey Gott Erbarmen; dem ist des Glaubens Preiß be stimmt. 9. Der, der im Glücke siets bescheiden, in Trübfal stets geduldig ist: der, Gott, erbt deines Himmels Freuden, der ist dein Kind; der ist ein Christ. entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höch. sten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit; und Jesus spricht: Wer darnach trach, tet, der findet auch Zufrieden. heit; ihn lohnet innre Seelenruh', und alles andre fällt ihm zu. 3. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht; nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer, beruht auf deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der tauscht sich selbst, so lang er lebt. 4. Zum Guten sen nicht sichern Vortheil bringt. Sey dann nur willig, wann es dir fromm und gut, wenn aud) nicht immer die fromme Ab ficht dir gelingt! Frag' nicht: Was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 5. Doch übst du redlich dei ne Pflichten; so sey getrost und zage nie: Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er dein Gott, belohnet fie. Ein Herz, von Sünd' und Lastern Mel. Ich bin in meinem Gott zu rein, kann nicht auf immer frieden zc. elend seyn. 434. Wer stets mit reis nem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frey von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht; wer jedem Laster sich 6. Ja, leb' und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst. Auch Jesus gab sein Leben hin, Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. und Herrlichkeit ward sein find oft bende nicht vereinet; Gewinn. nur droben ist Vollkommen. 7. Im Himmel dort ist heit. Wer hier der Tugend nicht nur Tugend, dort ist Saaten få't, wird dort zum auch hohe Seligkeit. Hier ew'gen Glück erhöht. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 295 Mel. Wernur den licben Gott zc. 435. Beglückt, beglückt läugnung, und entbehrt, was 5. Beschwerden scheut er nicht, mit ist, wer auf Erden mit allen seinen Sträften strebt, an guten Werken reich zu werden; und nicht für diese Welt nur lebt; stets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel' unsterblich ist. Sinn und Phantasie gelüftet, großmüthig, größrer Freuden werth; wie schmeichelnd auch das Laster sey, er bleibt sein Feind; und Gott getreu. 6. Er widersetzt mit vestem Muthe bem Laster sich, und kämpft für Gott; ihn treff' im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott: ihm bleibet doch der Preiß des Streit's: Er kampft, und ringt, denn Gott gebeut's! 7. Er zählt der großen Siege viele, und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch! Nur ihr send groß; nur. ihr send reich! 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, gern und schnell zu thun; spricht nicht im Sommer, gleich dem Erågen: Noch will ich schlummern, will noch ruhn; så't früh, und wuchert mit der Zeit, zur Erndte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet mit der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er, hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann; und nußet jeden Augenblick für Gott und seiner Brüder Eigne Melodie. lück nie abgefchreckt von Hin. 436. Befit' ich nur ein 4. dernissen, stärkt er durch Gottes Stärke sich zu seinen hei, ligen Entschlüssen, gleich Felsen unerschütterlich; und wie er auch zu kämpfen hat, wird Jeder doch vollführt zur That. ruhiges Gewissen: so ist für mich, wenn Andre zagen müs sen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sey mein Theil! Dieß soll mir Niemand rau. 296 ben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben; der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget: wenn Gottes Geist in meinem Geis fie jeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! Glückseligkeit des Christen 4. Und diesen Trost im Tode und im Leben, sollt' ich für Luft, für Luft der Sinne geben? Dieß laffe Gottes Geist nicht zu! 5. Laß auch die Pflicht, dich felber zu besiegen, die schwers ste seyn! Sie isis! Doch welch Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen: doch, Dank sey Gott! ich schützte mich! 7. Und welch Gericht, selbst zu fich sagen müssen: Ich Fonnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht! 8. Was kann im Glück den 9. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im fchwerffen Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriedues Herz. Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größre Gut. 11. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn we: das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bey Gott. 12. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen, und sa. gen: Gott, du Gott bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann größer seyn? 13. Sieh', alles weicht, bald wirst du sterben müssen. Bas wird alsdann dir deinen Lod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 10. Was gibt dir Muth, die Güter zu verachten, worwach mit Angst die niedern 14. Heil dir, o Chrift, der diese Rub' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußt seyn gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! Mel. Schwing dich auf zu zc. Fin ruhig Herz verjüßt im 437. Deines Gottes Wohlerachen dir jeden frohen Augenblick. 15. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht vás terlich, daß kein Gut dir feh le? Echützt dich seine Vors sicht nicht, wann Gefahren drauen? It's nicht Selig. keit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begeh ret, einen Vater, welcher mir, in diesem Leben. was mir nützt gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele trånket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht' und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Gemü the feliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit 3u versicht auf zum Himmel bli den; selbst der Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zus friedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchg' ich dann; wer ist, der mir daß ich rühmen kann: mein iſt beine Gnade! Dir ist meine Wohl fahrt werth, di gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern kebens, himmlische Vollkom297menheit, such' ich nicht vergebens. Wann mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein keiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese fanf: e Freudigkeit, die zu dir ich habe, sen mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Süste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun régiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verlieke. Mel. Wie groß ist des Allmt. zc. 438. 438. Entfernet euch, un sel'ge Spotter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt. Mein Herz hat einen Gott zum Netter, und einen Trost, den nichts mir raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; ich weiß, mit diesem Leib umgeben, schau' ich einst Jesum Christum an. 2. Was seyd ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die beste Hoffnung fehlt? Gott achtet eure Macht geringer, als ihr den Sclaven, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit Glückseligkeit des Christen 298 wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Ihr fieget heut, man haßt euch mergen; ihr waret Götter, und send Staub! 3. Weltmenschen, was find eure Freuden? Die Wollust, die euch Kein Mel. Wer nur den lieben Gott zc, Chrift wird euch dieß Glück 430. Es firdmen unfre Lebenstage aus ihrer Quelle flücht'gen keine Klage; Nichts fort und es hemmt die hat auf Erden sichern Ort: und dennoch hängt dein Herz fich leicht an das, was immer ir entweicht. in beneiden; es folgt nicht bes Grabes Nacht. Ihr rechs net mit erhiztem Blute des fers nen Tages Mißbrauch aus; die nahe schreckliche Minute ilgt euer Glück auf ewig aus. 4. The fend dahin! Des Christen Größe geht auf nach kurzer Todesnacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Schauspiel aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knech ten, und Bettler den Monarchen gleich; der Tag gibt Adel den Gerechten, und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in jene Zu Funft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust. Ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets be wußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Heil entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaff. net sie. Du lehrst mein Leben mich ge. nießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird. sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 6. Dich, letzte Stunde meines Lebens, die du dem Chriften heilig bist, dich, dich er wart' ich nicht vergebens; ich thu', was deiner würdig ist. 2. Ein Fremdling bist du nur hienieden. Vergiß es nie, dein höh'res Ziel! und wisse: Nur im Seelenfrieden besitzt der Mensch des Segens viel. Das andre gibt und nimmt die Zeit; es bleibt nur innre Seligkeit. 3. Doch, wo erringst du diesen Frieden? Nicht, wo des Glückes Sonne lacht. Die füße Ruh' labt nur den Mus den, und Licht geht aus der Mitternacht. Durch Schmerz, durch Mißgeschick allein er ringt der Mensch das besfre Seyn. 4. Der Tugend Fülle, ihre Tiefe, wer fände sie, wenn bey dem Schmerz nicht eine höh're Stimme riefe:" Er manne dich! gib Gott dein Herz!" Ja, Gott, mein Gott, dein weiser Rath- er leite mich den Lebenspfad! in diesem Leben. 5. Wenn ich nur dich, mein Bater, habe, dann fürcht' ich feine Erdennoth; von dir kommt jede gute Gabe, und muthvoll trok' ich selbst dem Tod. Heil dem, der freudig beten kann: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 6. Nach diesem Heile will ich ringen. Nur dann besiege ich die Welt, wenn unter allen Erdendingen mein Herz nichts mehr gefangen hält. Dem freyen Geist, dem reinen Sinn wird auch das Mißgeschick Gewinn. 7. Ich preiße meines Gots tes Güte, und er ist meine Zuversicht; geduldig harre ich der Blüthe, die aus dem Dorn der Feiden bricht. Sie blüht, in ew'gem Himmelsglanz, noch dort in meinem Siegerkranz. Mel. Was sorgst du ångßlich zc. 440. Liegt Gottes Beyfall mir am Herzen; will ich nicht Ruh' und Heil verscher zen, nicht zittern, wenn mir Menschen dräun; will ich den Frieden im Gewissen, und füBer Hoffnung Troft genießen: so muß ich treu der Tugend seyn. 299 und Freyheit rauben; ruft sie mir zu: Berzage nicht! 3. Ich fühl im Innern Much und Sträfte zu jedem nützlichen Geschäfte, wenn ihr mein ganzes Herz sich weiht. Zum Himmel hebt sich meine Scele, und läßt mich hoffen, daß die Fehle der Schwachheit Gottes Huld verzeiht. 4. Den Bruder, wie mich selber, ehren, stets seines Les bens Wohlfahrt mehren, ihn warnen, wenn Gefahr ihm droht; und wenn ihn herbe Leiden drücken, mit Trost sein wundes Herz erquicken; das ist ihr heiliges Gebot. 5. Mein Lohn, wenn ich sie redlich übe, ist Gottes Huld, der Menschen Liebe; dem Tode kann ich ohne Graun, wenn er mir winkt, entgegen bli cken; ich kann mit freudigem Entzücken empor zu Gott, dem Richter, schaun. sie wird mir werden, die Se ligkeit, nach der auf Erden mit frommer Sehnsucht ich gestrebt. Zu deiner Rechten werd' ich siehen, umringt von Seligen mich sehen, die tugendhaft, wie ich, gelebt. 7. Mit allen Guten, allen Weisen, werd' ich dich, ew'ger Vater, preißen, und höh'rer Wirksamkeit mich weihn. Mit den Verklärten, mit den En. geln, werd' ich, befrent von Erdenmangeln, dir, Heilige 2. Sie ist mein Schmuck und meine Würde; leicht wird durch sie mir jede Bürde; sie ist in finftrer Nacht mein Licht. Wenn mir Verleumder Treu' und Glauben, Tyrannen Glück ster, dann ähnlich seyn. 300 Glückseligkeit des Christen Mel. Ewigkeit, du Donner, so trag' ich doch nicht mehr Sünde wort 2c. 441. Mein Glaub' ist in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; und kann ich gleich hienieden nicht ganz frey von Fehlern werden, so ist mein Troft: Gott hat Geduld, und firaft mich nicht nach meiner Schuld. meines Lebens Rub'; er führt mich deinem Himmel zu, o Gott, an den ich glaube. Vers Teily' auch mir Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterb. lichkeit nichts meiner Seele raube. Tief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück es fey, ein Christ zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch Jesu Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, nicht mehr des Todes ew'ger Raub; er ist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlößter bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlößt, ich bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig, und vergißt die Schmer, sen dieses Lebens. Ich dul. de, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll, ich leise nicht vergebens. Gott felber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die mich umfieng, geriffen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh', du heiltest meine Wunden zut, du stilltest mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey Gott! Ich bin ein Christ, und seine Guad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachse in der Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens; ich fühle durch des Geistes Kraft mich stark, getrost und tugendhaft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium vest glauben, Liebe üben. Es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Seligkeit; wie sollt' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein Herz dabey, so preiß' ich ewig deine Treu. 4. Was send ihr Leiden die fer Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Rub' entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und er quickt er mich, wenn ich ihm hier vertraue; bald, bald verHimmelsfreuden schmeckt mein 442 Schen hier lebt schwindet aller Schmerz, und Mel. Lobt Gott, ihr Christen freuet: c. Herz. 5. Bin ich gleich schwach, selig und vergnügt, wer Got in diesem Leben. tes Wege geht, die schnode Lust der Welt besicgt, vest in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zufriedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn er des Beyfalls Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. sich erfreut, mit dem ihn Gotf 444.Bater, meine See le kenner bich, und chrt dich gern, und nenuet gut und hei lig dein Gebot. Ewig wünscht fie, dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben, dein allein zu seyn, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele jagt sich müde nach dem Blendwerk dic. ser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen, möchtest du sie Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. gang erfüllen, hier und dort in belohnt. 3. Welch größrer Lohn er wartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergebnem Sinn gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit gehn, so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Bonne sehn. 443. Selig find des Himmels Erben, die Todten, die in Christo sterben; sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent. zücken und Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie von aller Sorg' und Müh. Gelobt fey Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werke sie. 30% Tod ist nun nicht mehr. Preihet Jefum! Er fank hinab, wie wir ins Grab: Er gieng zu Gott; wir folgen nach. 2. Dank, Anbetung, Preiß und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit und Ehre, sey dem Versöhner, unserm Herrn! Siegend sind sie eingegangen jum heil, nach dem sie wei nend rangen: nun sehn sie es nicht mehr von fern. Nun weinen sie nicht mehr; der Ewigkeit! 3. Gib, daß aller Tand der Erde nie für mich verführend werde; keines Wunsches ist er werth. Tugend ist das Glück. der Seele; gib, daß ich nur diefe wähle, Gott, der mein Gebet erhört. 4. Frieden werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herz lich dich allein; such' ich, Va ter, mehr als Allen, such' ich dir nur zu gefallen, o so ist dein Himmel mein. 5. Mag die Welt mich immer hafsen, kann ich dich im Geist umfassen, und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude, und ver lier', auch wenn ich leide, nicht den Much zu meiner Pflicht. Glückseligkeit des Christen 302 6. Laß den Reiß der Eitelfeiten ne von dir hinweg mich leiten; bleibe du mein höchsies Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden sehn, und stand haft überwinden: gib dazu mir Kraft und Muth. 7. Lenke, Bater, mein Befireben hin zu jenem bessern Leben; lehre mich schon in der Zeit mich am Ewigen ergeben, hier den Werth der Dinge schätzen, wie dort in der Ewigs feit. gleich mehr Glück und An sehn haben, ben dem, was Gott ihm gibt, erfreut. 5. Schenkt Gottes Huld ihm viel, so wird er vielen nüßen, und, wie sein Gott, gutthätig seyn; des Freundes Glück erhöhn, verlaffne Tu gend schußen, und selbst den Feind in Noth erfreun. 6. Ihm ist es leichte Last, die Pflichten auszuüben, die er dem Nächsten schuldig ist; die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben; und durch die Liebe siegt der Christ. Eigne Melodie. 445.2r Gottes We schützt deinen Nuhm, dein Le Er nie dein Glück, ben; denn er ehrt Gottes Bild in dir. Er trägt dich mit Ge duld, ist willig zum Verge, ben; denn Gott- denkt ervergibt auch mir. 8. Sein Beyfpiel sucht dein Herz im Guten zu bestärken, er nimmt an deiner Tugend Theil; denn alle sind von Gott beſtimmt zu guten Werken, und haben Einen Herrn, Ein Heil. ge geht, nur der hat wahren Frieden; er widersteht der bosen Lust; er kämpft, und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, ist seiner Tugend sich bewußt. 2. Er merktauffeinen Gang, geht ihn mit heil'gem Muthe; wächst an Erkenntniß und an Straft; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute, das Gott durch sein Wort in ihm schafft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich ernstlich sich vor ihm; bereut der Fehler Zahl, und fillt der Sünde Schmerzen durch Jesu Huld, und traut auf ihn. 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schme cket, erhöht sein Glück, stillt seinen Schmerz, gibt ihm Ge duld und Muth. Kein Tod, der ihn erschrecket! Im Tode noch freut sich sein Herz. 4. Getreu in feinem Stand, genießt er Gottes Gaben, bleibt 440.2 von Me L. Wer nur den lieben Gott zc. Per, o mein Gott, Neid; und ist, wenn André aus dir geboren, ein neues in diesem Leben. 303 Herz von dir empfängt, zum ihm auf, und förderst seiner Eigenthume dir erforen der Sund' entsagt, und göttlich denkt, und göttlich lebt: wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 2. Befreyt aus seinen Finsternissen, und von der Sünde Sclaveren; begnadigt, ruhig im Gewissen, vom Fluche des Gesetzes frey, sieht er in dir, mit dir vereint, den Vater nur, und keinen Feind; 3. Darf alles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; wird alles auch von dir empfangen, weil der zu seinem Heile starb; Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe in der Pilgerschaft; 4. Bum sichern Siege deine Etärke, und deinen Geist der Heiligung zu einem jeden guten Werke; im Leiden Trost und Linderung; und selbst in seiner Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. Tugend Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen; liebt alle Men schen brüderlich. Was er nur thut, wird Heil und Segen; auch freut er deines Beifalls fich. Mag doch der Sünder ihn verschmähn: er wird von dir, o Gott, gesehn. 8. Er, sicher, daß er felig werde, zufrieden hier mit sei. nem Loos, ist für die eitle Lust der Erde zu selig schon, zu reich und groß, und seine Wünsche, Gott, begränzt kem Glück der Welt, wie sehr es glänzt. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht; es ist sein Freund. Von dir zum Erben angenommen, froh, lockt der Christ, wenn er er scheint. Er endet fröhlich sei. nen Lauf, und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer aus dir geboren, ein neues Herz von dir empfängt, und dir zum Eis genthum erkoren, der Sund' entfaat und gåttlich denkt, und göttlich lebt! wie felig ist dein seind, dein Eigenthum, der Christ! 5. In seinem kindlichen Gebete ist er der frohen Zuver ficht, daß ihn dein Sohn vor bir vertrete; und du beschämst dein Kind auch nicht. deine Vaterhuld gewährt ihm immer mehr, als er begehrt. Ja, Mel. Jesu, meine Freude: c. 6. Bereit zu helfen und zu 447. Wie getroft und trösten, lenkst du mit våterlicher Huld, was nur geschieht, ju seinem Besten, und hast, wenn er auch fehlt, Geduld; bilfft gern von seinem Fall heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst auf grüne Auen, und so gern Glückseligkeit des Christen 304 erfreuft; niemals wird ben dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich michy, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du, mein Seligmacher, waffnest mich mit Muth. Wenn die Welt er bebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, wirst du mich bedecken. 3: Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen, mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Etaube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern, ich, ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde fic, gestärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder; du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie wird reuevollen Seelen dein Erbarmen fehlen. das schätzet meine Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Thoren trachten, reich in dir, verachten! 7. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethdren, Traum und Eitels keit? Du erfreust des Menschen Geist; du willst die, die dich verehren, ewig wieder ehren. 8. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden; und was hoff' ich dort? Unbegränzte Zeiten, voller Se ligkeiten, hoff' ich auf dein ort. Sie sind mein durch dich allein; bleib' ich dir ge treu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 9. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stårke mich im Leiden, weiche nicht von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 5. Daß ich Gott erkenne, froh ihn Vater nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. habe, dank ich dir allein; daß 448. Wie fanft sehn wir dein Geist mich unterweißt, und mich führt auf ebnem Pfade, dank' ich deiner Gnade. 6. Würdig dir zu leben, dieß fey mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt ergstet, o mein Gott, den Frommen, wie fren, wie unbeklommen sich seinem Zie le nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Hime mel aufgethan. Er in diesem Leben. 305 2. Er sieht sein Erdenleben dem Herrn nur lebt, daß ihr gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Saaten; fchon lohnt für seine Thaten ihn Ruh' und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst betrof fen, sieht er das Grab nun offen; Er geht und fürchtet nichts. Ein Stral der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunteln Pfade ihm vor; nah' ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wiederschein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Entzücken; ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen; ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Erfaltet noch am Ende zu Gott die kalten Hände, um dankend sich zu freun. Preiß dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Seele! Er spricht's, und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns leben, uns nach dem Sinne streben, der ihm dieß Glück erwarb; damit auch wir, als Er ben der Seligkeit, einst sterben, wieder bewährte Fromme starb. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. 440. Wohl euch, the ihr Glaubigen, wohl euch, daß ihr an guten Werken reich zu wer den euch bestrebt! 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust, was Gott befiehlt, hier lernt, und, eus res Vorzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt! 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, von ihmrunter. stüßt, Licht, Straft, Gelegen heit und Zeit zu edlen Chaten nützt! 4. Daß ihr die Selbstvers läugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheu't; auch, wenn sie schwer ist, doch der Pflicht getreu zu seyn euch freu't! 5. Daß, leidet für die Tugend ihr Verfolgung oder Spott, ihr recht thut ohne Ruhmbegier, und keinen scheu't, als Gott! 6. Wohl dem, der Glauben hat und übt, und alles Gute blos um seines Gottes willen liebt! Wohl ihm! Sein Lohn ist groß. 7. Wo wohnet die Zufrie denheit, wo wahre Ruh' und Lust? Nur bey der wahren Heiligkeit; nur in des Frommen Brust. 8. Wenn er ein trauernd Herz erquickt; sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch beglückt, als hätt' ers ihm gethan? 9. Die Erndt' ist reicher als die Saat, die hier sein Glau 20 Vom Tode. 306 be få't; ihm folget jebe gute That, wenn er zum Vater geht. 10. Zu dürftig ist die ganze Welt dem, der der Sünd' entflohn, best an dem Unsicht baren hält; der Himmel if sein Lohn. Vom Tode. Mel. O liebster Jefu, was baft ic. einstens sich die Schlacken 450. Ach, daß fie bald höhere Genüsse, die Heimath grüße. der müden Seele schlüge, die Stunde, die mich sanft hins über trüge; wo ich, befreyt von jeder Laft der Erde, Gott schauen werde! 7. Bis ich die letzte Thråne ausgeweinet, bis mir auf dein Geheiß der Tod erschei net, gebeut dein heiliger, dein weiser Wille, mir tiefe Stille. 2. Sen mir willkommen, heiß ersehnte Stunde, wann scheidend ich, mit schon er blaßtem Munde, Ihnsterbend preiße, der mich nun gerufen auf höh're Stufen. 8. So will ich, dir ergeben, ruhig warten; du wirst auch mich, wie Alle, die dein harr ten, wenn ich vollendet dieses Prüfungsleben, zu dir erheben. 3. Komm, führe mich auf lichtumstrahlten Wegen, dem Morgen meines höhern Seyns entgegen, wo ich, ein Wandes rer am hellen Tage, vor nichts mehr zage! 4. Doch, ist's auch recht, voll Ungeduld und Thrduen sich nach dem Ziele feiner Laufbahn sehnen? Ifts besser nicht, vor Gott fich kindlich 451. Chr beugen, und männlich schweigen? 5. Der Vater nur weiß, was dem Kinde nüßet; Er ist's, der mich mit Liebe un terstützet; an seiner Hand, wann wär' ich je erlegen auf rauhen Wegen? 6. Ja, heilsam find mir die ser Erde Leiden, daß ich, wann 9. Er kommt gewiß, mein hoher Feyerabend, der endlich mir sich nahet, stil und las bend; im Arm des Todes, nach des Tages Schwüle, mich bringt ins Kühle. bringt ins Kühle. Eigne Melodie. brifius, der ift mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben; mit Freuden geh' ich hin. 2. Ich freue mich zu fier ben: denn nach vollbrachtem Lauf soll ich sein Reich erer. ben; mein Heiland nimmt mich auf. Vom Tode. 3. Bald hab' ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach kurzen Prüfungsstunden leb' ich bey dir, o Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, sen Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinne, wann Gedanken, wie ein verlöschend Licht, hieher und dahin wanken; ach, dann verlaß mich nicht! 6. Laß, Herr, mich sanft und stille einst scheiden von der Welt; doch, es gescheh' dein Wille, thu', wie dir's wohl gefällt! 7. Dann sing' ich mit der Menge, die dich im Himmel preißt, dir ewig Lobgesänge, Gott, Vater, Sohn und Geist! Mel. Ich lobe, Herr, und preise ze. 452. Der lebte meiner Tage ist mir vielleicht nicht fern: o dann wird meine Slage ein kobgesang dem Herrn! Dann endet sich mein Lauf, und jedes meiner Leiden; mich nimmt zu seinen Freuden der Herr, mein Mittler, auf. 2. Für feines Neiches Erben hat Jesus mich erklärt: was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! daß ich unsterblich werde, ent 307 schwing' ich mich der Erde, ich, der ich Erde bin. 3. Nur meines Leibes Bür. de, nicht mich verschließt die Gruft. Mich hebt zu höh'rer Würde mein Jesus, der mich ruft. Sein Bote ist der Tod. Er, schrecklich nur den Süns dern, willkommen Gottes Kindern, führt mich hinauf zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entrons nen, geh' aus dem Kampf hervor. hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brus der, in ihre hohen Lieder stimm ich, selbst Engel, ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kinds schaft gab. In seiner Ewigs keit wird er mit höhern Freus den die Auserwählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von Gott geså't; der Freudentag wird kommen, da reif die Erndte steht. Dann wird der Erndtetag ein neues ew'ges Leben auch meis nem Staube geben, der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst. Er. halt' mich stets bereit im Glaut. ben deiner Frommen: lag bann 508 Vom die Stunde kommen, die mich und sie befreyt. 8. Dann wandl'ich frey von Kummer des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der letzte meiner Tage, er kommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn! 5. Des Himmels Bonn' und Freuden faßt nie ein sterb. lich Herz. Trost für kur ze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preiß und Dank! Preiß ihm, der auch für Sünder den Kelch des Todes denen, die auf Er 453. Die auf der Erde den sich schon bem Himmel weihn, die, aufgelößt zu wer den, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu ge ben, wann er, ihr Herr, ge beut, gehn fie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Code. wenn des Kampfes Ende ge waltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlö set hast. Mel. Befiehl du deine Wege- sc. trank! wallen, die Sterblichen, find Staub. Sie blühen auf, und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch je de, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getroft gehn Gottes KinEigne Melodie. der die edle, dunkle Bahn, zu 454. Grene dich, o meine der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo felbst der freche Spotter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Netter, erzittert und verzagt. Seele, felig, felig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich be fehle, sollst du ewig dich ers freum! Aus der Trubsal dies ser Zeit führt er dich zur Se ligkeit, zu dem Throne seines Sohnes, zum Genusse seines Lohnes. 3. Wann, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir ges beut; wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wann meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 2. Dank ihm für dein Pil erleben. Wie viel Gutes hat er schon dir in dieser Welt gegeben, und wie groß ist dort dein Lohn! Ueberschwenglich segnet Gott jede durchgekämpfte Noth derer, die aufs Künft'ge schauen, und im Glauben ihm 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und vertrauen. Vom Tode. 309 3. Reine, ganz vollkommne Freuden kennen Gottes Pilger nicht; dennoch sind sie auch ne treue Hand hin zu deinem Vater führen, um ben dir zu triumphiren. im Leiden ruhig und voll Zu- 8. Dort, zu deiner Wonn versicht. Ihres Glaubens erhoben, übt mit neuen Kräf Läuterung ist die Frucht der ten sich meine Seele, dich zu Züchtigung. Alle Dinge mus loben, preißt, Erldser, ewig sen ihnen endlich doch zum bich; sicher, daß ihr Leib derBesten dienen. einst, wann du zum Gericht erscheinst, auferwecket aus der Erde, auch, wie sie, verherrlicht werde. 4. Sey bey allen deinen Sorgen Gottes Willen unter than; bricht doch auch ein heitrer Morgen auf die langste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, und sein väterliches Haus tristet, nach dem Pilgerleiden, ihn mit taufend süßen Freuden. 5. Ringe, dich von allen Sünden loszureißen, und die Welt, und dich selbst zu überwinden; liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich mit Tugend; Gott Eigne Melodie. Lod gefreut, un, erscheint die 455. Gott hab' ich alles Beit zu sterben, seines Soh nes Reich zu erben. 6. Jesu, den ich hier be kenne, gib, daß weder Lust noch Schmerz mich von dei ner Liebe trenne; wo mein Schatz ist, fen mein Herz! Mache du mich selbst bereit für das Heil der Ewigkeit! Ich von dir erlöst zum Leben, will mich ewig dir ergeben. 7. In des Todes bittern Stunden will ich deiner Huld mich freun; dann auch sollen deine Wunden meiner Seele Zuflucht seyn. In mein himmlisch Vaterland wird mich dei 9. Darum freue dich, o Seele, felig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich befehle, sollst du ewig dich ers freun! Aus der Trübsal dieser Zeit führt er dich zur Seligkeit, hin zum Throne seines Sohnes, zum Genusse seines Lohnes. heimgestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlän gert er die Prüfungszeit, ich bin bereit zu allem, was der Herr gebeur. 2. Die Stimde wähl' er, wie er will; ich harre seiner und bin still. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt, auch meine Tage find gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch Haus mit seinen reichen Gaben aus. Und doch bleibt meine Lebenszeit Müh. feligkeit, ein schwerer, sorgens voller Streit. Vom Tode. 310 4. Hier finden wir kein dauernd Glück, wir blühn nur einen Augenblick, wir fallen gleich ben Blumen ab, dann nimmt das Grab den Leib, den uns der Schöpfer gab. 5. Jetzt sind wir jung, ges fund und stark, doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du bist, ach, bald vergißt die Welt, was du gewesen bist. 6. Ach, machte doch, o Ewis ger, der Tod mich stets bedach tiger! Hält doch um feinen Augenblick ihn Jugend, Glück, Stand, Reichthum oder Macht zurück. 7. Das ist der Sünde Schuld, o Gott, denn sie allein gebahr den Tod. Von seiner Macht ist Niemand frey, wie groß er sen; denn, wer ist, Gott, von Sünden frey? 8. Und, ach, wie wechseln Lust und Leid in meiner kur. zen Pilgerzeit! Drum geh' ich mit gelaßnem Sinn zum Grabe hin; denn Sterben ist für mich Gewinn. 9. Ich fühl's, wie Sünd' und Zukunft draum; doch will ich frohen Muthes seyn. Litt' ja dein eigner Sohn, o Gott, für mich den Tod; litt' alles, was dein Fluch mir droht. 10. Und er erstand, das tröstet mich; denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht; er läßt auch mich im Grabe nicht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern; ich leb' und sterbe meinem Herrn. Ich werde leben, Gott, und dann bet' ich dich an, wo mich kein Tod mehr tödten kann. 12. Ich schaue dann dein Angesicht; das glaub' ich vest und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befrent, in deiner Wonn' und Herrlichkeit. 13. Nimm, Gottes Sohn, mein Heil, mich an, wenn keis ne Welt mich trösten kann. Schließ' du in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Le. ben und im Tode seyn. 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott! Gib Allen einen fel'gen Tod! Auch mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ' uns in deine Herrlich. feit. Mel. Was Gott thut, das ist z. 450.3 Ich bebe nicht vor Tod und Grab. Im Grabe ruht der müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlößt der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehn sucht fillet; nur dann, wann diese Hütte fällt, wird erst mein Bunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig' ich empor, Vom Tode. vom Schattenthal zur Klar heit, von Täuschung zu der Wahrheit. 3. Von hier, wo oft die Inschuld weint, und oft das laster sieget, bis der Vergeltingstag erscheint, wo die sis unterlieget. Die Klage soweigt; der Jubel steigt! Ter Unschuld schönste Freuder blühn aus der Saat der Leden. bi AD Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beff re leben; denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort einst geben. Was Tod uns heißt, befreyt den Geist; er miß zu allen Frommen als Engd Gottes kommen. 311 Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuverficht. Mel. Wer weiß, wie nahe mirze. 457. Sa Ich n ch will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe dank' ich dir. Zum Cegen gabst du mir das Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Wohl mir! fucht' ich es dir zu weih'n; dann bleib' ich auch im Tode dein. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du, Erldser, für mich starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du giengst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Und mag auch in des Grabes Nähe mir die Verwesung furchtbar draun; du, Herr, auf den ich hoffend sehe, du wirst auch dann mir Beystand seyn. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Ziel verzag' ich nicht. 3. Der Leib wird schwach; die morsche Hütte, in der mein 6. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preiß ich dich; denn ewig werd' ich bey dir leben, und ewig freu' ich deiner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn; wohl mir, daß ich erlöset bin! 2. Gott, welche feyerliche Mel. Valet will ich dir geben zc. Stunden, wann du nun In Gottes Nath der Erd' entziehst; auf mich, 458. 3 ben du getreu erfunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir, Erlößten, nicht! ergeben, verlaß ich gern die Welt; ich gel Welt; ich geh' zum bessern Les ben, sobald es ihm gefällt. Was war's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. Vom Tode. 319 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbar men zu:" Kommt her, beladne Herzen, ihr findet ben mir Ruh!" Dieß Wort aus deinem Munde, laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben fenn. 3. Mit dir muß es mir glucken, den Kampf zu überstehn. In glaubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Uleberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel Tod? stårk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir trauet meine Seele; dich lobt, was in mir ist, dich, dem ich sie empfehle, der du die Liebe bist. Mel. Wenn mein Stündlein ze. 450. K omm nur, geliebs ter Todestag, komm, Ende meiner Leiden! Der Pilger, der in Schmerzen lag, entschlummert nun mit Freuden, und dürftet seinen Gott zu sehn, im Kleid der Unschub hinzugehn zu seinem Gnader. throne. 2. Jch zittre zwar, ein Menso bin ich, ins Grab hinab zt schauen. Der Tod, o Goth ist fürchterlich, er füllt das Herz mit Grauen. Oft ist de Geist zwar schreckenleer; dah oft noch, Herr, erzittert er wr jenem Todesschauer. 3. Doch kann ich, mein Ers Idser, dich in jener Nacht enst finden; wachst du, Allmich tiger, um mich, so muß die Augstverschwinden. Mit Freu den scheid' ich dann von hier. Jch bebe nicht, ich wil mit dir durch finfire Thaler wal finfire len. 4. Du, mein Erbarmer, läffest mich nicht ewig untergehen; nach jenem leszten Kampf will ich von Ange sicht dich sehen, will nich in deiner Liebe freun, un ewig, ewig ben dir seyn, men Gott und mein Erlöser! 5. Du kämpftest aud; einst schreckten dich des Todes schwe re Bande. Du gieagst den finstern Weg für mich voran zum Vaterlande. Den letzten Schritt aus dieser Zeit, den Ulebergang zur Ewigkeit, wirst du mir einst erleichtern. 6. Drumzage, meine Seele, nicht! Du lebst, du lebst ohn' Ende. Wirf dich voll hoher Zuversicht in deines Schöpfers Hände. Verlaß den Leib des Todes gern! Vielleicht ist je. Vom Tode. ser Tag nicht fern, an dem ihn Gott erwecket. 7. Bald weicht der Stand der Dunkelheit, und Jesus fährt hernieder. Der Treue kommt mit Herrlichkeit zu uns, den Seinen, wieder. Er macht uns seinem Bilde gleich, da mit wir dort in seinem Reich wie Sterne Gottes glänzen. 8. An uns stirbt nichts, als Sterblichkeit; der Geist bleibt unverloren; wir werden nur der Last befreyt, und himmlisch neu geboren. Denn was wir hier verweslich så'n, wird dort unsterblich auferstéhn in Kraft und hoher, Klarheit. 9. Du Todeshülle, lege dich mit Freuden in die Erde! Ruht, ihr Gebeine, ruht, bis ich von Gott gerufen werde! Jm neuen himmlischen Gewand wird er mich dann ins Vater land der Auserwählten führen. 10. Mich wird er, wann ich sterben soll, zu seinem Neich erheben, und ich werd', hoher Wonne voll, vor ihm dann ewig leben. Voll gott licher Zufriedenheit will ich in alle Ewigkeit ihm Halleluja fingen. 313 2. Zwar nutz' ich mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit; denn du versüßest sie, o Gott, doch Müh und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Tugend schützt, nicht Stand, noch Geld, nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum fichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, und selig ist, und ewig lebt mit Jesus Christ. 6. Froh' werd auch ich, wann's dir gefällt, ein Bürger deiner bessern Welt; dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. 7. Den Trost, o Jesu dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's vers fichert: ihr send mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und Mel. Gott hab ich alles heimges ic. 400. Mein Leben sieht euch ewig freun. Er thu', in Gottes Hand. was er für heilsam fand! Er Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. zählte ja, so wie mein Haar, 401. S mir, ich war, auch meine Lebensstunden dar. elig find die, welche nun in dem friede. Vom Tode. 314 vollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freun. Möchten wir schon selig seyn! 2. Gott, du willst's, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus felber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Mehr, unendlich mehr als wir, hat der Göttliche gelitten. Lehr uns glaubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach), nur eine kurze Stunde gegen jener Ewigkeit. Aber an die kurze Stunde knüpftest du, o heil'ger Gott, für uns Leben oder Tod. noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einst: es ist vollbracht! Mel. Wenn mein Stündlein x. 462. Wann einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selber nicht, daß er entschläft, empfindet; wann meine Lieben um mich siehn, und mich in dir entschlummern sehn, und meinen Tod beweinen: 2. Dann, Gott, empfange meinen Geift, der sich zu dir erhebet, der dankbar deine Güte preißt, daß er nun ewig lebet. Dann träste, die bes trübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meis ner Bonne freuen. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beym Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstützen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Code gehn. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Heil mir, das Grab wird einstens bir ihn wieder geben müssen! Du kommst, Erwecker, deine Macht, die ihn aus Staub hervorgebracht, kann ihn aus Staub erneuern. 6. Daß wir dein find, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken; diese Kraft der bessern Welt laß uns, wann 4. Was sollt' ich trauern, daß im Tod mein Leib u Staub vermodert? Ich weiß wir sterben, schmecken; flöße#ja, daß ihn einft mein Gott Ruh' und Trost uns ein, selbst vom Tode wieder fodert. D im Tode froh zu seyn. Hoffnung, daß nach kurzer 7. Wann wir auch, um Rub' mein Leib erwacht, wie auszuruhn, zu den Todten groß bist du! und welch ein Gottes gehen, wollst du mehr Trost im Tode! Vom Tode. 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wann er nun kommt, nicht achten; mit glaubensvollem Blick auf dich, nach meinem Biele trachten; will mich demselben freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir bewahret. 6. Alles flieht. Was soll Mel. Gott des Himmels und zc. mich heften an die Erde, an die mit allen 403. Weiche, Toves- meinen Kräften ring' ich nach Unsterblichkeit. Weiche, Furcht des Grabes, weich'! Engeln macht der Tod mich gleich. 7. Fren von jeglicher Beschwerde, ferne von der feis den Nacht, flieg' ich über Zeit und Erde, im Gefühl: es ist vollbracht. Ueber Bitten und Verstehn werd' ich fühlen, werd' ich sehn. 8. Nie gehörte Preißgesänge hert dann mein entzücktes hr; und zur auserwählten Menge tragen Engel mich empor. Selig bin ich einst, wie sie; fliehe Furcht des Todes, flieh'! 9. Bald, o bald ists überstanden; ruhig harr' ich, Herr, auf dich! Viele Tausend übers wanden; überwinden werd' auch ich. Lauter noch, als die Natur, ruft mir Jesus: glaube nur! 10. Soll ich zagen, soll ich beben? Du, mein Heis land, rufest mich durch des Todes Nacht ins Leben; mir ist sie nicht fürchterlich, da schrecken, weiche, freu' des Grabes dich, mein Herz! Liegt sie da, die kalte Leiche, weggeweint ist jeder Schmerz, und der Thránen Quell verfiegt, wann mein Staub beym Staube liegt. 2. Tod, du heileft jede Wunde; jeden Kummer endest du! Flieht der Odem mir vom Munde, eil' ich Himmelsfreuden zu. Deckt die Grabnacht mein Gebein, werd' ich Licht und Freyheit seyn. 3. Nimm für alle Erden freuden, Vater, frommen Dank von mir! Dank für alle meine Leiden bringt die frohe Seele dir! Doch entführst du beyden mich, preiß ich herzlicher noch dich. 315 nimmt die Ruh' in ihren Schook. 5. Wann ich in den besten Stunden, an des treusten Freundes Hand, inniglich mit ihm verbunden, jeden Wunsch befriedigt fand, fühlt' ich doch mit stillem Leid jeder Freude Nichtigkeit. 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen Seligkeiten ohne Zahl. Eins mit deinem Vaterwillen, erndt' ich Freuden, frey von Qual. Mich, von Erd' und Sünde los, Vom Tode. 316 mich der, der ewig lebt, zu sich in sein Reich erhebt! 11. Fliehe denn von meinem Munde, Lebensodem! In das Grab blick' ich, naht die letzte Stunde, ohne Furcht und Graun hinab. Herr, du starbst, du lebtest mir; freubig, freudig sterb' ich dir! 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wann nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Bielleicht umgibt mich ihre Flehen Mel. Wie schon leucht' uns der zc. 404. Wie wird mir noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Va ter! Ich befehle meine See le deinen Händen; jezzo, Vas ter, deinen Händen. daun, o dann, mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht; entladen von der Sterblichkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Fren' dich, Seele! Stärke, tröste dich, Erliste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. lich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist un. vergänglich, überschwänglich! Die Erldßten wird sie unaus sprechlich trösten. 2. Ich freue mich, und be be doch. So drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nieder! Der Herr erleichtert mir dieß Joch, es stärkt durch ihn mein Herz fich doch, glaubt, und erhebt fich wieder. Jesus Christus, laß mich streben dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale! Er fen dir nicht mehr fürchter5. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblich keit wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich be gleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann, mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von feiner Sünde mehr entweiht; ein Mitgenoß der Ewigkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig fingen wir dir; bringen Preiß und Ehre, dir, der war und seyn wird, Ehre. Auferstehung. Auferstehung. Eigne Melodie. 465.21 Auferstehn, ja auf erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'! Unsterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd' ich gesa't. Der Herr der Erndte geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthránen Tag, du, meines Gottes Tag, wann ich im Grabe genug gefchlummert habe, erweckst du mich.. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. ben ist, ist auch für mich erstanden! 2. Ich finke zu verwesen ein, und werde wieder Erde; doch werd' ich nicht auf ewig seyn, was ich im Grabe werde. Im Schooße Gottes ruht mein Geist von diesem Leben aus, und fleußt von Wonn' anbetend über. Ach, mein Auge sahe nie, meinem Ohr ertonte nie, solch Heil in die sem Leben! 3. Das kam in feines Menschen Herz, was denen Gott bereitet, den Pilgern, die oft trüber Schmerz zum ew'gen Leben leitet. Wir schauen in das tiefe Meer, erforschen's nicht: denn Gott ist der, der unser sich erbarmet. Mehr, viel mehr, als wir verstehn, mehr, als unsre Thränen flehn, gibt uns, der ewig liebte. 4. Sen, Seele, stark, und fürchte nicht durchs finfire Thal zu wallen. Nah'andes Thales Nacht ist Licht; der Engel Jubel schallen ins letzte Seufzen der Natur. Der, ben sich selbst, dir Gnade schwur, sein Haupt am Kreuße neigte: er erfüllt des Bun des Eid; er ist ganz Barm, herzigkeit; Dank sen ihm, Preiß und Ehre! 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler! Dann leb' ich im Heiligthume, zu feines Namens Ruhme. Halleluja. 317 Eigne Melodie. 466. instreift dieSaat: mein Staub erfieht zu Jesit Christi Leben. D, die ihr meinen Glauben schmäht, wie werdet ihr dann beben! Im Wetter des Gerichts gefä't ward, wer alsdann zum Tod ersteht. Fallt über ihn, ihr Berge! Hosianna! Jesus Christ, der für mich gestor5. Anbetung ihm! Des Bundes Eid erfüllt er, der sein Leben mit herzlicher Barmherzigkeit hin in den Tod ge Auferstehung. 318 geben: in jenen Tod auf Gol gatha. Dein Vater, der dich bluten fah, ward da, ward mir versöhnet. Sohn, erwürgt bist du für mich, eh' die Welt war. Dein bin ich, eh' ward, was ist, und ewig! Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 407. Vott on dem Grab stand Jefus auf. Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 2. Froh besieg' ich nun das Graun, das die Todtenhügel becket; meinen Heiland werd' ich schaun, den der Vater auf erwecket, der durch seines Grabes Macht mir mein Grab hat froh gemacht. 3. Keine Zukunft macht mir bang; ewig, ewig werd' ich leben. Froh will ich mit Lobgesang meinen Leib ihm wieder geben; weil den bessern Theil, den Geist, nichts aus seinen Händen reißt. 4. Ihm sen Preiß! er hat die Macht dir, o Tod, o Grab, genommen. Mich heißt jene finstre Nacht nur zu meinem Freunde fommen. Ruft sie spåter, ruft sie früh; meine Seele stirbt doch nie. 5. Ruhe dann, und schlafe fiß, du mein Leib, im kühlen Grabe, den aus seiner Hand gewiß ich verherrlicht wieder habe. Gott, wie werd' ich dann mich freun, ein verklår. ter Mensch zu seyn! 6. Wohlthat wird das Ster ben mir; Gottes Liebe denkt der Seinen. Ewig sollen wir nicht hier kämpfen, dulden, Flagen, weinen. Unser Mor gen eilt herzu, und bringt frommen Streitern Ruh'. 7. Schwinge dich, mein Geist, empor! Heilig sey dein ganzes Leben! Jesus gieng den Weg mir vor; Jesus lebt, und ich soll leben. Hei land, bist du nur ben mir, o so leb' und sterb' ich dir! Eigne Melodie. achet auf! ruft einst die Stimme, des Soh nes Gottes Allmachtsstimme. Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft. Wachet auf, erlößte Sünder! Versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Wel ten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorben; erwacht! Lobt den Höchfien! Macht euch bereit zur Ewigkeit; sein Tag, sein großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Fel sen beben, die Frommen ste ben auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf. Ihr Er. löser kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um Auferstehung. deinen Thron und Leben, Got tessohn. Preiß dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlich feit. 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen; genießen nun der Tugend Lohn. Chriftus firomt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, das Ohr empfand sie nie, diese Wonne. In Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Lob und Preiß! 319 Wer an ihn glaubt, foll leben, sich seines Heils erfreun, sich aus dem Grab erheben, und ewig ben ihm seyit. 4. Ja, Jesu, deine Brüder, die Glaubigen, dein Ruhm, sind deines Leibes Glieder, sind Gottes Heiligthum, durch deinen Geist erneuet, zum Erbtheil dort im Licht versiegelt und geweihet, noch eh' ihr Auge bricht. 5. Wann ich denn nun im Grabe des Todes stille Nacht einst durchgeschlummert habe, erweckt mich deine Macht. Nie müsse diesen Glauben ein finfirer Zweifel mir aus meinem Herzen rauben! Er Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. kommt, mein Heil, von dir. 6. hoher, fel'ger Glau 400. Wann einst in be: der Herr kommt zum Gemeinem Grabe des Todes stille Nacht ich durchgeschlummert habe, so weckt mich Jesu Macht. Ja, ja, mein Leib wird leben, wann ihm mein Heiland ruft. Heil mir! ich darf nicht beben beym Anblick meiner Gruft. erlöſen richt, und weckt mich aus dem Staube, und führt mich dann zum Licht! Bewahre meine Seele, damit ich, dir getreut, nicht Tod für Leben wähle; dein ewig, Jesu, sey). Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 2. Du, der uns zu fich ſelbst bem os ou els fent 470, Warum erbebft unvergänglich Wesen, Sieg über Tod und Grab, uns lie bevoll erworben, und an das Licht gebracht; du nahmst, da du gestorben, dem Tode feine Macht. Er 3. Wie riefen deine Boten der Welt so troftvoll zu: kommt, und weckt die Tod ten aus ihrer Grabes Ruh'! du, meine Seele, bey dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höh le, nur deine Hülle finkt hins ab. Sie schuf des Schöpfers Hand aus Staub; drum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust Welt- Gericht. 320 den Ursprung aller Wesen von den erblicken, den hier allein Angesicht zu Angeficht; be wunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. der Glaube sieht; den, der dich ewig zu beglücken, Ver brechern gleich am Kreuz ver schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehn, was keines Weis fen Mund erklärt; was hier vollkommen einzusehen des Wissens Trieb umsonst begehrt. Dann tauscht dich Bahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach, Welt: Gericht. Mel. Ewigkeit, du Donners jener Ewigkeit, mit allen sei Schrecken; dann wird wort 2c. 471.Der unfreMensch- euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod, vor seinem Zorn bedecken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürch terlich. heit an sich nahin, als er uns zu verföhnen kam, kommt einst zu richten wieder. Gewiß ist feiner Zukunft Zeit; in aller feiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Vernimm's, o Welt, und beffre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Wo bleibt der Nächer? fragt der Spott; warum verzeucht denn euer Gott? Hort's, Sünder, hört's mit Beben! Euch, die ihr frech ihm wieder strebt, und in der Bosheit ficher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Bald ist der Sünden Maaß erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt. 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gråber Ruh'. Zum zweytenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund 4. Wann schrecklich seiner Donner Schall und tönender Posaunenhall der Erde Grund erschüttern; wann nun des Sünders ganze Welt wanit, krachend stürzt, zertrümmert fällt, wann selbst die Himmel zittern, und, vor den Richter hingerückt, der Spotter glaus bet und erschrickt; 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad' und Rettung finden? Die ihr der Bosheit Maaß noch häuft fühlt, Welt- Gericht. fühlt, eh' euch dieser Tag er greift, die Lasten eurer Sünden; daß ihr euch selbst nicht einst verflucht, wenn ihr vergebens Hülfe sucht. 3. Zahllos, wie der Sand am Meer, sammeln dann sich Millionen. Alle fieht und fennet er, allen kommit fein Tag zu lohnen. Alles schwei. get, wenn er spricht; jeder fühlt, Gott hålt Gericht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir; ich bin ein Missethåter. Begnadige, wenn dein Gericht mir einst mein letztes Urtheil spricht, auch mich, den Uebertreter. Du, Rechnung geben, um Vergel der die Sünder nicht ver stößt, du, Jefu, haft auch mid) eriößt. 4. Auch von Worten muß ich dann, wie von Werken, tung zu empfahn, wie ich that bey Leibes Leben; wie ich Samen hier gestreut, erndt' 105 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reißt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Lang muth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich wird der Sünder Pein und groß der From menonne seyn. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. 472. C ilend rückt mein Tod heran; stündlich eil' ich ihm entgegen, um von dem, was ich gethan, Rechenschaft Gott abzulegen. Thaten in der Prüfungszeit lohnt erst ganz die Ewigkeit. 321 ten Schaar wird der Rich. ter offenbar! 2. Den nach seiner Niedrigs keit einst der Himmel aufge. nommen, Jesus wird voll Herrlichkeit zum Gerichte wie derkommen, in der Engel lich ich in der Ewigkeit. 5. Selbst der Herzen stil. len Nath wird der Richter offenbaren; jedem wird für jebe That Lohn auf ewig wiederfahren. Jener Tag, o Gott, macht klar, daß dein Dienst umsonst nicht war. 6. Dann glänzt in des Va ters Reich der Gerechte wie die Sonne; fühlt auf ewig, Engeln gleich, unaussprech. lich süße Wonne. Aber fern vom Vaterland bleibt, wer Jefum nicht erkannt. 7. Spotter, schmäht nicht Gottes Huld, schmaht nicht der Versöhnung Lehre! Ach, Gott hat mit uns Geduld; will, daß jeder sich bekehre. gn des Herrn Barmherzig. feit suchet eure Seligkeit! 8. Sünder, die ihr euer Herz, wie auf einen Schlächt. tag, weibet, flagt, und weinet bey dem Schmerz, den ihe selbst euch zubereitet! Zum 21 822 Belt Gericht. Gericht führt euer Pfad; zit tert, wann der Richter naht! 9. Jungling, deines Lebens 15. Dir, der schonend im Lust nüße froh in allen Din gen; aber wisse, was du thuft, wird Goit vor Gericht einst bringen; frühe, frühe denk' an ihn, um der Sünden Reitz zu fliehn! Gericht über mich das Urtheil fället, und mich vor sein An gesicht unbefleckt mit Freuden fiellet, dir sey Preiß und Herr lichkeit nun und bis in Ewig la feit. 10. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet. Fromme, Fromme, wenn Wel. Aus tiefer Noth schrenx. blickt zur Ewigkeit, womir 473. Groß wird bes unter Leiden weinet! Bald geht ihr zum Himmel ein, ewig bey dem Herrn zu seyn. Sünders Elend seyn, unend lich schwer zu tragen. ld, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Geltgerichts er schreckt; zur Rechenschaft ihn fordert. 11. Siehe, Christ, ein Ackersmann hofft geduldig warmen Regen für die Saaten zu em pfahn, sieht der kostbarn Frucht entgegen; sey auch bu geduldig, Christ, da der Richter nahe ist. 12. Heil mir, wer an Je, fum glaubt, dringt vom Tod hindurch ins Leben, kann beym Weltgericht sein Haupt als Versöhnter froh erheben. Dieß, Erldser, sagtest du jedem dei ner Junger zu. 13. Ein Geringes soll mir's seyn, wenn ein Sterblicher mich richtet. gefiel ich Gott allein, der zur Treue mich verpflichtet! Hilf mir, Vater, daß ich treu, treit in meinem Wandel sen! 14. Laß mich stets gewissen haft, rein und heilig vor dir wandeln! Eingedenk der Ne. chenschaft, fromm auch im Verborgnen handeln, selbst die kleinste Sünde scheun, dir aud meine Freuden weihn. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stun den sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm ver schwunden! Er hat es le bens Zweck verfehlt, o welche Reu' ergreift und quält zu spåt num seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf fein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der llebermuth, womit er An dre krånkte? Gebeugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des fasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klo. gen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte. Und Welt- Gericht. Jeder Schmerz, durch ihn ver. mehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht:" Weicht von mir Uebelthäter!" und selber sein Gewissen spricht:" Du bist ein Üebelthäter!" Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. O Sünder, fichre Sünder, cilt, euch reuvoll zu bekehren! Last nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethdren: zur Bessrung sen noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe. 7. Sie kommt; ihr mögt, was Gott euch droht, bezwetfeln oder glauben. Und leicht kann euch ein schneller Tod die Zett zur Bessrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbar, mer seyn, will eure Sünden noch verzeihn; o suchet seine Gnade! 323 Erden; und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen wer den. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten: du, du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewige keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir! hab' ich hier sie nicht treu verwendet, forglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schwe. ben! Möcht' ich immer, mei ner Pflicht treu zu bleiben, streben, daß ich nie thricht sie außer Augen setze, nie sie frech verlege. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernfilich mich täglich, und auch heute, darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigs feit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. Mel. Straf mich nicht in 2c. 474. Derr ich bin dein mich gleich bey jeder Sünde, 7. Mein Gewiffen ftrafe Eigenthum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einfi kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du dann mir zu: bes serst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Ge richts werd' ich mit den Frommen zu dem Anschaun beines Welt- Gericht. 324 Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten! fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Mel. Es ist gewißlich an der zc. Die Frommen aber stehn im Friedens, ihr 475. Schon ist der Tag Angesicht ftrahlt seliges Ent. von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos auß Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwis senden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn fie vor dem Nichter. zücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er fie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre sel'ge Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken. Es stårke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden Frånken. Es reißze mich, ges wissenhaft, und eingedenk der Nechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Mel. Wachet auf, ruft uns dies. Recht die Wage hält, wird 470. Wachet auf vom teine Sünde siegen. Hier ist zur Busse nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt fein falscher Beuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt, erbt das Reich der Ehren! so spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: hinweg von mir, Verbrecher! Schlaf, ihr Sünder! Ers wacht! denn euch, ihr Men schenkinder, erwartet Grab und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! noch ist zur Bessrung Zeit. Gerecht, gerecht ift Gott! Er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, gerent ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. Welt- Gericht. Sünder werden angst voll zagen, sich vor dem Rich ter selbst verklagen, und be bend stehn vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! Er wird zu eurem heile kommen; bald kommt er, und mit ihm sein Lohn. Euch schrecket kein Gericht; der Herr verwirft euch nicht. Euer Mittler hat euch verföhnt, mit Gott versöhnt; wer überwindet, wird gekrönt. 3. Send bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Her zen zu empfangen; denn plößlich bricht fein Tag herein; und der Richter wird vom Bosen sein Volf, die Frommen, ganz erlssen, von Sünd und Tode sie befrenn. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigfeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen, send stets bereit auf diese Zeit, und singt Gott Dank in Ewigkeit. Mel. Wer weiß, wie nahe mir sc. 477.Wem enn ich auf Got tes Wegen wanke und firaus cheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er har's verkündigt; fein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sen raub und steil; wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und 325 standhaft bin, gestärkt durch) seine Baterhuld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 3. Oft will id) zu mir sel ber fagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich ben allen Plagen nur feines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich von aller Noth befrent. 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: der du zu mei.. ner Rechten bist, du warst ge.. horsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet its comm, erbe meines Vaters Neich! Sey felig und den Engeln gleich! as mu den 5. Du hast in deinen ar. men Brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; ich nahm in meiner Kirche Gliedern Segen deiner Wohlthat an. Kemm nun, Gesegneter, zu sir des Himmels Freuden werden dir! 6. O welche Wonne war tet meiner, wenn ich mit brúderlichem Sinn den nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin! Wie könnt ich hart und lieblos seyn; Betrübte sehn, und nicht erfreun! 7. Den aber, der hier, ohn' Erbarmen, nicht menschen. freundlich sich beweißt; ber, fühlles bey der Noth der Ar men, fie ihrem Elend nicht entreißt, ben hungrigen fein 326 Vom ewigen Leben. Brod nicht bricht, verwirft reich an Früchten guter Wer der Herr einst im Gericht. 8. D Herr, verleih' mir Muth und Stärke, damit mein Glaube dir getreu, und Jopal, 350 Idotte adi imm cloc Vom ewigen Leben. Eigne Melodie. 478.2 lle Menschen muss fen sterben, ihre Herrlichkeit verblüht; feiner fann den Himmel erben, der zuvor den Lod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Gerne will ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wie bergeben, gern verlaffen diese Welt. Denn nach diesem Erbenleiden warten meiner höh're Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht, Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir fiets hei lig seyn. Gott erfüllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange; ruft er mich, o dann erlange ich das Heil der Ewigkeit, wenn ich nützte diese Zeit. ke, bewährt und unverwerf. lich sey! So werd' ich ewig felig seyn; mich ewig deiner, Gott, erfreun. 4. Dort, ben Jesu, find ich Leben. Millionen siehen schon, ibren Netter zu erheben, um des Hocherhabuen Thron. Schaaren fel'ger Get fter ringen, mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erldser, Je sus Christ. 5. Alle, die ihm nachge wandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen thin die neuen Lieder, werfen fich voll Ehrfurcht nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihm, der einst den Tod be zwang. 6. Vaterland verflärter Frommen! Heil, Unsterblich. feit und Ruh', was fein Sterblicher vernommen, Got tes Heil gewähreft du! Freu, denerndten schenkt Gott benen, welche hier gefä't mit Chras nen; alle Chránen trocknet er; Sünd' und Elend find nicht mehr. 7. Möcht' ich doch, sie zu empfangen diese große Herr lichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im To de noch erfreut! Diese Hütte mag zerstäuben; wird mein Geist doch ewig bleiben. Ster ben wird mir zum Gewinn: Vom ewigen Leben. benn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröftung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoff nung voll, zag' ich nicht in Kümmerniffen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und fur; sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich chriftlich fie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug! tel. Nun laßt uns den Leib zc. 479. Des Des 327 O 6. fel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele fich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein heil'ger Rath zu meinem Wohl geordnet hat; von Angesicht schau' ich dich dann, und bete deine Führung an. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Va ter dich genannt; Gott, welch ein Vorzug! In ihm liegt ein Hoffnungsgrund, der nim mer trügt. e 5. Dein Wort zeigt mir die beffre Welt, an der des Chriften Glaube hält. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Lehren aufges Elårt! 8. Biel Freude gabst du mir schon hier; Algütiger, wie dank' ich's bir; Wie oft folgt kleinerm Ungemach bald selige Vergütung nach! 9. So hat schon dieser Kinde heitsstand der höhern Hoff nung Unterpfand; die Huld, die fegnend hier erfreut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 10. Des freudigsten Vers trauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wann einst von Sund' und Noth befrent, ich reife zur Vollkommen. Todes Graun, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit macht; mein Geist, er leuchtet durch dein Licht, er bebt vor der Verwesung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umge, ben bin; mein Geist, noch lebend, wie zuvor, schwingt aus den Trümmern sich empor. 3. Ein imm'res mächtiges heit. 23 Gefühl verkündigt mir mein höh'res Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 11. Der. Tod darf mir nie furchtbar seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Got tes Straft besiegt mein Herz der Krankheit und der Trennung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint; dann wird ein frohes Wiedersehn, auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unfrer Tage, füh. re du uns alle diesem Biele zu! Mach' uns in Guten best und treu, daß uns der Tod erfreulich) fey! ans) 328 Vom ewigen Leben. 480. Die Hoffnung na- reißt, und nim nicht mehr ſo Mel. Es ist gewißlich an der zc. dieses Körpers Banden auf Bink ent eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. fer Pilgerzeit dem Christen 2. Zu dieser Ruhe werd' ich alle Leiden. Er blicket, trifft kommen, und, Gott, wie felig ein Kummer ihn, getrost nach bin ich dann! In deinem seiner Heimath hin, wo ihn Himmel aufgenommen, fang kein Schmerz mehr quålet. ich das besfre Leben an, wo nach der Laft, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. her Ewigkeit, voll reiner Him melsfreuden, versüßt in die 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben; zu dir, der sie zum Besten lenkt, und dann auch gnådig av uns denkt, wann wir im Stillen weinen. 3. Du siehst, o Vater, un fern Schmerz; du zählest un fre Zähren, du stärkest das gebeugte Herz, und wirft ums Trost gewähren. Du schaust auch liebevoll auf mich; mein Gott, mein Gott, ich hoff auf dich; du bist mein Fels, mein Netter! 3. Wie Mütter ihre Kin der trösten, so tröffet deine Gütigkeit mich mit der Wonne der Erlößten, mit ewiger Zu friedenheit; dann wird mir völlig offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein from mer Lobgesang bir felbfit für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz' ich dann: sie sind voll. bracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 4. Soll ich in dieser Les benszeit noch manche Trüb. 5. Auf ewig trifft mich fal leiden, so harr' ich in Gelaffenheit auf deines Him mels Freuden. Bald find fie beiner Frommen Theil; dort schau' ich dich, o Gott, mein Heil, und segne meine Thrå, dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk und fühle nichts als Freuden, gekrönt von dir mit Preiß und Ehr'. Mein Glück wird vest, und alles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. nen. TO DARU RA6. Gott, laß mich dieß zu Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. Herzen faffen, daß du den, der dich liebt, nicht 481. Es ist noch eine stets willst in der Unruh laf. Ruh' vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wann er sich fen, die dieses Leben noch umgibt; dieß flöße Muth und Vom ewigen Leben. 329 Kraft mir ein, die auch im Wie tief war er von Angst Leiden treu zu seyn. 7. Gid, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue; wie bu darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Selig og und durchdrungen! wie seufzt' er laut! wie floß sein Blut! Doch fahn die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Treu blieb er Gott bis in den Tod; dann fuhr er herrlich auf zu Gott, teit. 4. Mitgenossen seiner Lei. den find wir; einst erndten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns uns rin. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 482. Sefus wird einst gen, mit unſerm Haupt hin. wiederkommen; erlösen wird er seine Frommen von allem Elend dieser Zeit. Dann, an seinem großen Tage verwan delt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sen fröhlich), Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, bein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig, ewig Heil. durch zu bringen, und seines Himmels werth zu seyn! Er, unsre Zuversicht, verläßt die Frommen nicht; Halleluja! die ihm vertraun, die werden schaun, wie herrlich er die Seinen führt. 2. Augenblicke dieser Lei ben: was send ihr gegen je ne Freuden der unbegränzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft, und ringt, fie zu erlangen, die ihr dazu berufen seyd. Euch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf. Ule berivindet! das Ziel ist nah'; bald send ihr da, und eure Leiden find nicht mehr. 5. Ja, Herr Jesu, du wirst kommen, wirst einst erlösen deine Frommen; wir freuen uns und danken dir. In den trüben Leidenstagen soll unfer Herz nun nicht verzagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer dein Erlößter ist; wir find stille. Und wenn die Welt in Trümmer fällt, bist dus, an dem der Christ sich hält. Mel. Wie schön leucht uns der zc. 483.Mein Lein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterhand aus wie bat er selbst gerungen! neuen Wundern wird erkannt, 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, ftritt auch mit unerschöpftem Muth. Ach, 3:30 Vom ewigen Leben. die du dort haft verbreitet. melt deine Vaterhand, die Mächtig fühl ich mich ge trieben, bich zu lieben, der zum Leben jener Welt mich will erheben. deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich), frey von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen dort die reinste Freund. schaft pflegen. 12. Was sind die Frenden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die bey dir ist zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel under deiner Gute dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bey den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkomm nes Leben. 6. Dort ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt. Wie glänzt sein Thron in jenen Himmels Höhen! Dort werd' auch ich, Herr Jesu Christ, der du der Dei nen Bone bist, dich mit Ents zücken sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich scheis den von den Freuden, die du droben deinen Freunden auf gehoben. 3. Dort ist kein Tod mehr und kein Grab. Du trocknest alle Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Kein Leid ist mehr, der Schmerz ist fern; dort ist die Herrlichkeit des Herrn im Glanz uns aufgegangen. Völlig gibt sich den Erlößten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 7. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehålt! Kein Mensch kann sie erwerben. Der du vorans gegangen bist, zieh' dir mich nach, Herr Jesu Christ, hilf mir dein Reich ererben. Ach, ein Stral nur jener Freude nach dem Leide leucht' mir Schwachen, mir mein Ende froh zu machen.. 29 4. Mit neuer Inbrunst lies ben wir, o Gott, dich dann, und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unMel. Wer weiß, wie nahe mir. fre tauſendfache Luft an deiz 484. Nach einer Pris ner großen Güte. Kein Neid, fein Streit, hemmt die Triebe reiner liebe unter Seelen, die nun ewig nicht mehr fehlen. tion for fing kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort ver wandelt sich die Klage in gott liche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preiß. 5. Gott, welche Schaar ist bort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sam, 2. Mahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon man Vom ewigen Leben. 33¹ chen fel'gen Augenblick; doch unerforschlich hier geschah; da alle Freuden, die ihm werden, find ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch), und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. denkt mein Geist, mit Preiß und Dank, die Schickung im Zusammenhang. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Weit; bald fämpft in seinem eignen her zen ein Feind, der öfters siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart; ein heilig, heilig, heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward. Und Cherubim und Seraphim, und alle Himmel jauchzen ihm. 4. Hier, wo die Tugend Efters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch me frey von Pein, nie frey von eigner Schwachheit feyn. 5. Hier fuch' ich's mur, dort werd ich's finden. Dort werd' ich heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth em pfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lies ben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 9. Da werd' ich in der En und heilig fehn, das nie ge gel Schaaren mich ihnen gleich störte Glück erfahren, mit Frommen fiets fromm umzus gehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer See. le seyn! 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel fah; das wun12. Was send ihr, Leiden dieser Erden, dod) gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewige derbar und heilig nennen, was feit zu Ewigkeit? Wie nichts, Vom ewigen Leben. 332 wie gar nichts gegen fie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 5. Allen, die ich werde se. hen, werd' ich jenseits hoff. und entge 485. Nirgends ist Ge- gen gehen. Reiner Gottes. nuß hienieden immer rein und unvergållt. Hat dieß Leben fteten Frieden? ungetrübte Luft die Welt? Selbst an treuer Freunde Herzen drohen uns der Trennung Schmers zen, und des Lebens schonliebe voll, liebte ich hier treu die Brüder, segnend find' ich sie dort wieder, und durch je. den Augenblick wächst mit ih. rem Heil mein Glück. tes Glück währt kaum einen 480. Noch wallen wir Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Augenblick. im Thränenthal, gedrückt von Kummer, Müh' und Qual, doch nur noch wenig Tage. Dann fliehen wir aus dies fer Zeit hinüber in die Ewig keit, weit weg von jeder Plage. 2. Dann sinkt der Leib ins tühle Grab, der Staub zu als lem Staub' hinab, nicht sterblich mehr zu leben. Mit freyem Flug und hohem Blick kehrt der entbundne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. O wohl ihm, war er fromm und gut, wenn er von seiner Arbeit ruht, wenn Thaten ihn begleiten! wenn er, vereint mit Jesu Chrift, uns stråflich, rein und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten! 2. Aber einst stillt Wieder finden jeder Trennung her ben Schmerz. Wo wir treuer uns verbinden, schließt sich vester Herz an Herz. Und der Edlen Kreis wird gro Ber, der Verbundnen Freude beffer; die wir liebten unge fehn, freun sich mit uns umzugehn. 3. O des Wiedersehens Etunde, von der Trennung ungetrübt, wo den reinen Freundschaftsbunde Ewigkeit mun Dauer gibt! dich sicher zu erleben, will ich un. abläßig streben, weise, gut und fromm zu seyn: so werd' ich mich deiner freun. verließ, grausam in der Noth verstieß. 4. Dann werd' ich dort Keinen sehen, dessen Anblick mich erschreckt; kein Verführ ter wird dort stehen, der mit Vorwurf mich bedeckt; fo wird mir kein Feind erscheinen; über mich wird einer weinen, daß ich fühllos ihn 4. O hohes Glück, vor Gott zu stehn! Freude, Jesu, dich zu sehn, und mit dir deine Glieder! zu sehen dich in dei nem Ficht von Angesicht zu Angesicht, dich, Erster aller Brüder! Vom ewigen Leben. 333 find alle Thränen? 5. Ich, ich, der jetzt noch den dieser Zeit? Wie nichts Thränen weint, ich werde, wann der Herr erscheint, dann leuchten, wie die Sonne! Jch, Sünder, werd' von Sun den rein, idy, Sterblicher, un sterblich seyn; ich Gottes Bild und Wonne. 6. Wie wird mir dann zu Muthe seyn, wann alle Todten, groß und klein, o Jesu, vor dir siehen! wann du mich dann mit Namen nennst, vor Gott und Engeln mich bekennst, ich ewig dich soll sehen! 7. Wann ich in meines Got tes Stadt, die seine Hand erbauet hat, im Anschaum mich verliere! wann ich in deinem Himmelreich, den Engeln und bir selber gleich, ein neues Leben führe, 8. Befrent, und ewig fern von Qual, erquickt mit Freuden ohne Zahl, komm' ich Gott immer näher. Dann steigt mit jedem Augenblick der Seele unaussprechlich Glück noch unaussprechlich höher. 9. Und aller Seraphinen Schaar, und wer auf Erden heilig war, find alle meine Brüder, sind alle nur Ein Leib mit mir, unb fingen ewig, Jefu, dir aus Einem Munde Lieder. 10. Wie ist der Seligkeit so viel! O Freuden, ohne Maaß und Ziel, hoch über alles Sehnen! Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das let. 11. Sen stark, sey freudenvoll, mein Geist! Gott lebt! Gott hält, was er verheißt! Gott ist ein Gott der From men! Nichts, glaub' es, ist für dich zu groß, für dich, zu dem aus Gottes Schooß selbst Jesus ist gekommen. Mel. Alle Menschen müssen: c. 487. D wie unaus. sprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da ernd. ten wir unzählig, was wir hier gefäct, ein. Da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier zwar kann, was bu den Deinen, dort für Glück bereitet hast, nicht in vollem Licht erscheinen; noch hat's kein Verstand gefaßt. Nach der Erde kurzen Leiden findet einst an Himmelsfreuden jeder, der dich treu verehrt, mehr, als je sein Herz bes gehrt. 3. Neue Wunder deiner Gute werden unser Glück er höhn, und mit dankbarem Ge. müthe werden wir einst dort es sehn, deine Huld sey überschwänglich, und die Wohl fahrt unvergånglich, die dem, der dich redlich liebt, deine: Vaterhand bort gibt Vom ewigen Leben. 334 4. Dann wirst du dich unfern Seelen offenbaren, wie du bist. Seine Bonne wird uns fehlen, da, wo alles Bonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als er an dem Kreuze starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Liebe, Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir und dem, der selbst sein Leben willig für Mel. Wachet auf, ruft uns uns hingegeben. Mit ihm, 488. Neiß dich los, zc. eig' unserm großen Freund, sind wir ewig dann vereint. mein Geiff, von Sorgen! die Todesnacht hat hellen Mor gen, hat ew'ges Licht im Hin terhalt. Denn so spricht, der wahrhaft zeuget: ich komme! Du, den Elend beuget, hör's und sey froh, ich komme bald; ich, und mit mir mein kohn! Schau', dich erwartet schon deine Strone. Halt' aus im Streit! Kurz ist die Zeit; wer glaubt, der überwindet weit. 2. Zuruf, der mich ganz beseelet, mein Heiland lebt; weg, was mich qualet! denn, wo er ist, da soll ich seyn. mir die Stätte zu bereiten, schmeckt' er des Todes Bitter keiten, nahm er das Reich als Sieger ein. Von seinem Him. mel her fließt nun ein Gna denmeer auf mich nieder. Er ist mein Hort, sanft wie sein Wort, mein Seligmacher fort 6. D wer sollte sich nicht sehnen, aufgelößt und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns er freun; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stort. Stadt der Frommen, voll Be gier, dahin zu kommen, trach. te, weil du hier noch bist, nur nach dem, das droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen nim mel gehn. Mache du mein Herz nur reiner, daß auch ich dich moge sehn! Hilf, ach hilf du meiner Seele, daß sie nie des Wegs verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig Lob dir singt! m 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so töstlich sey, ist's doch niemals von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frey. Echnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Uebel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sey, o Seele, hoch er freuet über das erhabne Glück, bas dir einst dein Gott ver leihet! Richte beines Glaubens Blick oft nach dieser und fort. Vom ewigen Leben. 335 13. Dieses weiß ich; könnt' dich gern schon heut herben. ich beben, zu schwach vom Staube mich zu heben, zu dem mich Kummer niederreißt? Nein, das Haupt liebt seine Glieder, der Bruder schämt sich nicht der Brüder; groß ist, was Jesus uns verheißt, was er schon hier er. füllt. Die Thräne, die jetzt quillt, Lust und Prüfung flichn schnell vorbey; doch seine Treu' wird jeden Morgen an uns Doch noch soll ich Feffeln tragen, noch oft vielleicht im Stillen klagen, wie schwer der Leib des Todes sey. Getrost, zu meinem Glück bringt jeder Augenblick mich ihm nå. her. Bald heißt es ja: bas Grab ist da; und Jesus kommt, Halleluja! neu. 4. Streye denn nur noch mit Weinen die edle Saat! Gott kennt die Seinen. Für Ewigkeiten fåcft du. Nach des rauhen Winters Wüthen erscheinen frische Frühlingsblüthen, eilt bald die Erndte zeit herzu. Dann geht der Christ hervor, hebt froh sein Haupt empor, Hofianna! Er, auf dem Thron, des Höch ften Sohn, ist seiner Treuen großer Lohn. mel. Alle Menschen müffen ze. 480. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie sirdmest du mir, umringt und süße Hoffnung zu! Je. vom Weltgetümmel, Muth der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltet's vest, ihr theuern Brüder, haltet's vest, dieß werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder, wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; Viele schon erreichten's, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir erreichen's auch gewiß! 5. Wirf alsdann in eine Wage, was nun dich drückt, die ganze Plage der schweren Pilgerschaft hinein: ach, was wird dann alle Plage der Pilgerschaft, was aller Tage 3. Nur, wie fromme Wan. ertragne Last und Hiße feyn? drer müffen, bleibet wacker, Ein leichter, herber Rauch, fend, nie laß! Stets der ho. von dem die Spur sich auch hen Zwecks beslissen, wacht schnell verlieret; den Tropfen und kämpft ohn' Unterlaß! Leid der bittern Zeit verschlingt Feinde steh'n an euren We. das Meer der Seligkeit. gen, Stürme toben euch ents 6. Tag voll himmlischem gegen; mancherley Gefahren Entzücken, mit nassen sehn- droh'n. Fasset Muth! groß fuchtsvollen Blicken zög' ich ist der Lohn. 336 Vom ewigen Leben. 4. Was kein Auge je gefe Liebe mir erscheint; dann steht hen, was kein Ohr gehdret es hell vor meinem Blick: hat, was kein Herz hier zu" Auch was beweint ward, erfleben je sich unterwunden kommt zurück." hat, das hat Gott dort dem 4. D Himmelshoffnung, bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet: drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst gieng euch voran. 5. Diese Bahn führt uns zum Himmel. O wie strömst, Gedanke, du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! schon Schimmer, Mel. Herr Jesu Chrift, du höchs Bes 2c. bas nach einer tursen Frift 401.2 ft ju je auch von mir errungen ist. ann zu ner Seligkeit mein Geist em por sich schwinget, und Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott zc. von jenem Glück erfreut, schon hier ein singet: dann 400.Wenn oft in fey, fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. erlicher Stille, vom Todes graun der Welt entführt, mein Herz in tiefer Wehmuthsfülle, sich über Zeit und Grab verliert; dann hör' ich, daß es in mir spricht:" Ich bin! und brum vergeh' ich nicht!" 2. Wann tiefgebeuget von Beschwerde, des Lebens Freude mir entflieht, und nirgends auf der weiten Erde mein Herz fich Nath und Troft erfieht, bann tönet mir ein Engelwort: " Hier ist die Saat, die Erud. te bort!" láchle immer, wann Freud', wann Leid das Herz bewegt! Uniglånze mich wie Morgen schimmer, wann Nacht auf meinen Pfad sich legt, und drück' es tief dem Schwachen ein:" Was göttlich ist, muß ewig seyn." 3. Wann in der Nacht, beym Glanz der Sterne, mein Ang' am Grab der Theuren weint, und, Tröstung bietend aus der Ferne, der Geist der 2. Zwar der kann hier schon selig seyn, der sich im Guten über; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor deinem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkeln zu dem Lichte. Dich preiß' ich dann und dei nen Sohn, der dir zur Rech ten auf dem Thron der Macht und Ehre sitzet. 4. An Vom ewigen Leben. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb' ich meine Hånd' empor, und falle jauch fend nieder, und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern ho hen Lobgefang voll Halleluja, Preiß und Dank hallt jeder Himmel wieder. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 402.3um um Himmel schau en wir hinauf, und falten froh die Hände. Einst endet sich des Lebens Lauf; doch segnen wir das Ende. Nicht furcht bar droht der nahe Tod; die Leiber nur zerstäuben; frohlockt! die Seelen bleiben. 2. O laffet in Unsträflich. keit uns nach dem Ziele streben; wir wallen hier nur furze Zeit, Ein Tag ist unser Leben. Der Tag entflieht, ach, oft verblüht im Morgenroth der Knabe; und wer ist fern vom Grabe? 3. Hier waren vor uns Vie le schon; wer mag die Zahl ermessen? Sie flohen, wie die Jahre flohn; die meisten sind 337 vergessen. Wo Menschen gehn, wohin wir sehn, weht Staub zerfallner Glieder der Våter und der Brüder. 4. Wie Manchen haben wie gekannt, der weit hinaus noch blickte, und, o so bald, mit matter Hand, ans Herz uns scheidend drückte. Längst ward beweint der Jugendfreund; es wankt der Greis am Stabe zu seiner Enkel Grabe. 5. Wir gleichen All' der Feldessaat, vom Sommers wind umwehet, sie weiß nicht, wann der Schnitter naht; ein Wink! die Sichel måhet. Es ruft, es ruft aus jeder Gruft: " O Mensch, gedenk' ans Ende!" Wir denken, Gott, ans Ende. 6. 3um Himmel führt des Lebens Lauf: drum seguen wir sein Ende; zum Vater schauen wir hinauf, und falten froh die Hände. Der Vas ter beut Unsterblichkeit. Das Grab mag einst uns decken; das Grab kann uns nicht schrecken. 7. Wohlan, von Herzen wollen wir die Bahn der Lu gend gehen! Wer weiß, ob wir uns Alle hier noch einmal wiedersehen? Wir sehn uns doch im Himmel noch. Mag denn das Grab uns decken: es soll uns nimmer schrecken! 22 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 2) Christliche Pflichtenlehre. Christliches Verhalten gegen Gott Erkenntniß Gottes. Mel. Chrift, unser Herr zum Jordan 2c. 493. Der er du, o Gott, te wird die Finsterniß, die dich und deine Pfade ihm oft verbirgt; er wird gewiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets deine Werke kronen. mein Schöpfer bist, du, den ich kindlich ehre, dich richtig zu erkennen, ist des Christen Luft und Ehre. Stets feliger durch dich zu seyn, dich immer mehr zu lieben, sich deiner immer mehr zu freun, muß er sich täglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 5. Was er nicht faßt, ver, schmåht er nicht, empört sich nicht dawider; und, wo er zweifelt, fucht er Licht, fragt seine weisern Brüder; fragt feis ne Lehrer; harrt und schweigt, daß er nicht frevelnd richte, was er nicht einsieht; übers zeugt: im Dunkel und im Lichte feyst du gleich groß und herr lich. 338 2. Wir können uns zu dir auch hier schon immer näher schwingen; wie schwach wir find, mit dir, mit dir wird uns dieß Werk gelingen. Nur laß uns auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auf der Offenbarung Licht, getreu und forschend merken, damit wir weiser werden. 3. Nur Sünder geben, Herr, nicht acht, wie du dich uns verklärest; mit welcher Weisheit, Huld und macht du uns erhältst und nähreft; wie alles, schön geordnet, sich zum allgemeinen Segen vereinigt; wie so väterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest! 4. Wer fromm und gut ist, sieht's erfreut; sieht täglich mehr Beweise von deiner Größ' und Herrlichkeit, zu deinem Ruhm und Preiße. Zum Lich6. Wie liebt er nicht dein Wort, o Herr, das doch die Spotter haffen! Er ehrt's, und täglich strebet er ganj fei nen Sinn zu fassen. Wann's ihm nun zeiget deinen Sohn, und deiner Liebe Thaten, der Secle Werth, der Tugend kohn, die Erndten ihrer Saas ten: was fühlt er da für Freu den! 7. Ist dieß blos Morgen, rithe, spricht der Heilige voll Wonne, was wird der Tag einst seyn, welch Licht der Zu kunft volle Sonne! Wie theuer sind ihm dann, o Herr, nicht deines Worts Gesetze! viel theurer, Gott, viel herrlicher, als aller Reichen Schäße, als jedes Glück der Erde. 8. So wird er fiets erlend teter, von Vorurtheilen freyer, Chriftliches Verhalten gegen Gott. 339 zum Guten immer williger, rauben, was mir mein ewig standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erfenntniß gibt mehr Freudigkeit im Leiden; gibt, weil er brünstiger dich liebt, mehr Trost, gibt hohe Freuden, selbst in der Angst des Todes. 9. Laß denn von heiliger Begier und Sehnsucht mich entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen; daß ich, von jedem Wahne frey, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sey, und tåg, lich mehr mich übe, dich würdig zu erheben! Heil gebiert. Stein Zweifel sen mir hinderlich; kein fres cher Spott verführe mich. 4. Vor allem laß ben mir lebendig die Lehre deines Wor tes seyn, und mich, wie sie gebeut, beständig dir meine ganze Liebe weihn. Gib, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 5. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sen. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahres 404. Mein Gott, du Trosies seyn, und mich, wann wohnst in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt; doch gibst du mir zum Unterrichte dein Wort, das mich zur Weisheit bringt, und dich und meiner Seele Berth, und beinen Rath mich kennen lehrt. Leib und Seele scheiden, mit Kraft und Muth und Licht erfreun. Dort seh' ich dich im hellern Licht von Ange sicht zu Angesicht. Mel. O liebster Jefu, was ic. 2. Gib, daß ich es fiets 405. Wann fich, o Gott, theuer achte, dieß Licht in meiner Finsterniß; und mache mich, wenn ich's betrachte, von seiner Göttlichkeit gewiß. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß, Gott, mein Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum mein Geiff zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bes strebet, so müß' er nicht an Eitelkeiten denken; dich müß' er denken. 2. Sey du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke! Herr, ich schmachte dich recht zu kennen, und nach deinen Lehren dich zu verehren. 340 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 3. Was ist im Himmel, leite meine Seele, daß sie den Höchster, was auf Erden, das, Weg zur Wahrheit nicht vers so wie du, verdient, erkannt fehle! Verleih' ihr, daß fie zu werden? Nichts ist, das nicht so leicht ermüde, Ernst, meinen Durst nach Heil so Lust und Friede! stille, als deine Fülle. 4. Dich kennen, sen die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme leh ren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Starte; auch haft du uns, 400. B hoch dafür geprießen! felbst unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewah ren; wenn wir den Weg, den fie uns führen sollen, nur wandeln wollen. 7. Zu diesem, ntir so felt gen Geschäfte erheb' und står te meiner Seele Sträfte: Gib, wann ich dich in deinem Vorte höre, daß nichts mich sidre. 8. Ach mein Verstand ist trag', ist leicht zerstreuet, und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entriffen, eh' ichs inne werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermessen, verführt ihn, seiner Gränzen zu vergessen; will mehr, als beine Lehren uns vergönnen, von dir erkennen. 10. Steh' mir denn bey und 11. Dann werd' ich immer besser dich erkennen; dann tåg, lich mehr von deiner Lieb' entbrennen; dir gern gehors chen, fröhlich dich erheben, dir ewig leben! Ehrfurch t. Mel. O Gott, du frommer Gottic. ewahre meinen Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit Ehrfurcht selbst der Geister Heer erfen. net, daß nie durch Unbedacht ich strafbar ihn entweih'; daß nie mir Scherz und Spott dein großer Name sey. 2. Stets heilig bleib' er mir; und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren: fo reiße nie der Strom der Spit. ter mich dahin. Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mit genosse bin. 3. Auch sey der Name deß, durch den ich, Gott, dich kenne, mir heilig, daß ich ihn fiets ehrerbietig nenne. Die fent. nen Jesum nicht, die nicht sich seiner freun, und seinen Na men frech, durch Lästerung entweihn. 4. Von meinen Lippen fern sey Fluch, sey freches Schws. Christliches Verhalten gegen Gott. 341 ren! Fern sey schamloser 5. Ja, Vater, laß mit Furcht Scherz! Der Mensch kann dich nicht ehren, auf des sen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; und nicht gefallen kann dir, Höchster, sein Gebet. und Zittern mich schaffen meis ne Seligkeit; laß mich nicht deinen Geist erbittern durch Eigenfinn und Sicherheit. Stärt mich zu allem Guten hier, daß ich den Himmel nicht verlier'. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir 407. Vor bir, o Gott, ben forgfam fey), und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frey. Nie halte Furcht und Lust der Welt mich ab, zu thun, was dir gefällt. fich findlich scheuen, ist unser Glück, ist unsre Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Ruge nicht; drum wirk' in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. Bey allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, dieß meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 7. Laß stets in deiner Furcht mich wandeln, und überall, wo ich auch sey, nach deiner Vorschrift redlich handeln; du hasfest alle Heucheley. Ver dich von Herzen scheu't und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. kust einst mich sterben, so schreckt 8. In deiner Furcht laß mich weder Tod noch Grab. Ich werde jenes Leben erben, zu dem dein Sohn das Recht mir gab. Gott, deine Furcht bringt Segen ein; ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. 3. Gib, daß ich siets zu Her. zen nehme, daß du allgegen wärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, ein Gräuel ist. Der Beyfall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. mel. Wer nur den lieben Gott zc. 4. Laß immer dein Gericht 408. Willst du der mich scheuen, und wirke from. men Ernst in mir, mein Leben beinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bey aller Missethat so liebreich noch getragen hat. Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weif und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn Chriftliches Verhalten gegen Gott. 342 gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Des Ew'gen Größe lern' empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nicht dich unterwinden, mit thdrichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Nath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Laft. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft vergessen hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 7. Sich stets vor dem All. macht'gen scheuen, gibt Kraft und Muth und Freudigkeit, wann uns der Menschen stol zes Drauen, was Gott miß. fällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so bebe ich vor Menschen nicht. 5. Den Höchften vor der Welt verehren sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut; auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das übt, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läst dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst, so wird die Gottesfurcht dich får ken, daß du auch dieß verschmerzen lernst. Wer seinem Schopfer wohlgefällt, ist glück lich selbst beym Spott der Welt. યુદ 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, o höchster, sehn; laß fie mich zu der Weisheit füh ren, so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich schen't! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit! 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, Der Eid. wort wird dich die Furcht des Herrn Mel. O Ewigkeit, du Donners erwecken, auch dann das Unrecht noch zu scheun. Denk' nur: vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 409. ott, der du her. zenskenner bist, dem Falsch heit fiets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen; kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund; und einst wirst du es råchen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wann ich schwe rend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seb', und meis ne Hand erhebe; wann ich, voll heil'gen Ernstes, dich, All wissender, anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heucheley mein Herz und meine Zunge frey. Christliches Verhalten gegen Gott. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn, und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrecken! Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bos. heit macht, sie vor der Welt zu decken! Wel' ihm! er fürget freventlich in ewiges Verderben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, tein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, das dich schadlos hält. 343 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid; ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht vers lieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht! Gott achtet's nicht! So låstern Epstterrotten. Zwar seine Langmuth ist bekannt; er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht fpotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nie fre velnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit freuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlitz schaun. mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott bist, Sohn nicht mehr mein Heiland iſt, 500. Heilig, heilig fey dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bey den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befreyn? Dann beffer, nie geboren seyn. der Eid euch, ihr Christen, die ihr schwöret! Furchtbar ist die Heiligkeit eures Nichters, der euch höret; furchtbar, aller Lügen Feind, hier, und wann er einst erscheint. 2. Er, der Wahrheit Gott, begehrt, wenn wir ihm ges fallen wollen, daß wir ihren hohen Werth fühlen, und auch ehren sollen; denken, wie wir reden; sie nie verstellen, långnen nie. 3. Wann ihr eure Hand erhebt, dann ergreif' euch heil'. ges Schrecken. Denkt: Gott ist uns nah', er lebt, er wird Alles doch entdecken, was Bes 344 trug und Lift verstellt, er, der Richter aller Welt. Christliches Verhalten gegen Gott. 4. Wenn ihr freveln wol let, ach, eures eignen Herzens Klage folgt auf jedem Tritt euch nach, quält bey Nacht euch und am Tage: Selbst gericht was ist ihm gleich! alle Ruhe raubt es euch. 5. Fluch und Elend würde dann Alles um euch her auf Erden; Alles, was sonst seg. nen kann, würde Pein und Rache werden; und Verzweiflung tâm' zugleich ohne Nettung über euch. - sten Meere, du findest allent. halben ihn; er kann, so mách, tig er auch wäre, fich deiner Allmacht nicht entziehn; ihm hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beyfall, Gunst und Schutz der Welt. 3. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwoGedanken oft erneuern: des gen, was ich thu', und den Eides Nichter, Gott, bist du. Du schaust ins Herz, und dein Gericht bringt einst mein Inns res an das Licht. Demuth. 6. Nein! für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die lles mel. In allen meinen Chaten ze, daß Recht if, was ich thue; daß mir, 502. Gis, Gott, wenn ist, was mein Gott befiehlt, mehr als meine Neigung gilt. ich dir diene, daß ich 7. Dann kann ich zu Gott empor voll Vertraun und Hoffnung sehen; gnädig neigt er dann sein Ohr allezeit zu meinem Flehen. Er, der Herr, der Lügen Feind, ist mein Vater, ist mein Freund. mich nicht erkühne, darüber stolz zu seyn. Wer kann bey seis merken? Wer ist von allen nen Werken, wie oft er fehle, Mängeln rein? 2. Such' ich wohl deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als mir dein Wort gebeut? Trag' ich die sanfte Bürde, aus Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 501. Wer, Gott, ben wohl immer mit Zufrieden. heit? deinem Namen schwdret, und treulos sein Versprechen bricht, ber ist ein Frevler; denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertraun zu dir hinauf gen Himmel schaun. 2. Und flöh' er zu dem fern3. Such' ich den Trieb zu Sünden in mir zu überwinden aus wahrer Frömmig keit? Oft sind die guten Tries be nicht Früchte deiner Liebe, nein, Früchte nur der Furcht und Zeit. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 4. Der Sünden meiner Jus gend, der Mångel meiner Lugend, wie viel find ihrer nicht! Welch unbestånd'ges Wanken in Thaten und Gedanken, bei deiner Wahrheit hellem Licht! 5. Doch, wenn auch, die zur Ehre, rein meine Tugend wäre, ist das mein Eigenthum? Wer ließ mich unter richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehnt und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kraf te zum Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du lehrst uns weise wählen; du rufft uns, wenn wir fehlen, auf deinen Weg zurück; entwöhnest uns von Sünden, lehrst uns die Tu gend finden, und in der Eu, gend unser Glück. 8. Fern seys, wenn ich dir diene, Gott, daß ich mich erkühne, darüber stolz zu seyn. Nie, nie will ich vermessen, wie schwach ich bin, verges sen; der Demuth soll mein Herz sich weihn. Mel. In allen meinen Thaten ze. 503.2 as ich nur Gu tes habe, ist deine milde Gas be, alles Mein Daseyn und mein Leben 345 ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Verstand und Lust und Kräfte zum nützlichen Geschäfte hab' ich von deiner Huld. Dein ist's, wenn gus te Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; an Fehlern bin allein ich schuld." 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? Deis ne Treue, du Herr der gans zen Welt! Du ordnest meine Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie dir's, Allweiser, wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt: Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? War ich deß mehr, als Andre, werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich befsinge, und werd' es ewig seyn. Das laß mich nie vergessen; so werd' ich nie vermessen vor dir mich meines Vorzugs freun. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhånden mir gütig zugewandt; gehorsam bir zu werden, das sen mein Fleiß auf Erden, dazu gib Demuth und Verstand. Freude an Gott und Liebe zu ihm. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 504. 504. Dich ich lieb' ich, Gott, denn deine Gnade ver. 346 Chriftliches Verhalten gegen Gott. jungt mit jedem Morgen sich; det dort und hier mich, o bewahre mich auf deinem Barmherzigster, von dir. Pfade, und stärk' in deiner Liebe mich, daß ich, dir ganz Mel. Wer nur den lieben Gott. geweiht und freu, versichert 505. D u, Vater dei ner Menschenfinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist: laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode seyn. 2. Laß mich, weil ich noch leb' auf Erden, stets vest in deiner Liebe stehn; laß nie, dem Frevler gleich zu wer den, mich Wege des Verder bens gehn. Ich habe meine Lust an dir, und diese, Gott, erhalte mir. 3. Wo deine Frommen dir lobsingen, wo sie vor deinem Sohn, dem Herrn, die Opfer ihres Dankes bringen, da, lieber Vater, blieb' ich gern; dazu gib selber mir die Kraft, die alles Gute in uns schafft. 4. So lern' ich, Gott, dich kindlich lieben, und deine Wunder recht verstehn; in deinem Dienst willst du mich üben, mich vorbereiten, dich zu sehn, bis einst in jener Herrlichkeit mich deine Liebe ganz erfreut. 5. Erhalte nur mir diese Liebe zu dir, mein Vater, und mein Gott; wird über mir der Himmel trübe, und häuft sich Angst, Gefahr und Noth, so laß auch da mich standhaft fenn, in deiner Liebe mich zu freun. 6. Lieb' ich nur dich, so kann im Leben kein Schicksal mir erschrecklich seyn. Wenn Todesschatten mich umgeben, kann ich noch dein, o Gott, mich freun. Ich weiß, nichts scheis 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe. zu der Welt, und gib, daß ich Verleugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt' ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Na tur! 4. Laß mich um deines Na mens willen gern thun was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfül len, so sieh' auf meine Willigs keit, und rechne mir nach dei ner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden, das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorg falt meiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Christliches Verhalten gegen Gott. 347 Sünde selbst zu scheun, laß, deines Gleichen? Du stehst Vater, mich beflissen seyn. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübfal führt zu ew'gen Freuden; Wer hre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nutzt, wird mächtig von dir unterstüst. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn: so werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet, 2c. 500. Sch Ich freue mich, mein Gott, in dir, und bin getrost, wenn ich dich hier zu meinem Theil mir wähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meis ner Seele. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß tröstet meine Seele. mir bey und bleibst mir treu, wenn Berg' und Hügel weichen. 4. Du bist mir der bewähr te Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo find' ich 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herri ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht; und wer auch mein Verderben sucht, der wird zu Schanden werden. Du stehst mir bey mit Vatertreu', so lang ich leb' auf Erden. 7. Und schließt sich einst mein Lebenslauf, so nimmst du mich zu dir hinauf, dem Ursprung wahrer Freuden. Wie leicht vergißt, wer selig ist, des Lebens furze Leiden! 2. Du hast mich von der Welt gewählt und deinen Findern zugezählt; mag mich die Welt doch haffen! Du liebst Mel. Jesu, meines Lebens Les mein Wohl, wirst gnadenvoll 507. Quelle der Vollmich nimmermehr verlaffen. kommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Geligkeiten segnet deine Liebe mich! Könnt' ich je nach Weltlust trachten? Mehr, als dich, ein Gut hier achten? Mir soll deine Lieb' allein mehr als Erd' und Him mel seyn.ing 8. Noch hat's kein mensch. lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist dort mein Theil, und Niemand wird mir's rauben. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 348 2. Denk' ich deiner, wie er hebet meine Seele fich in mir! Wie getröstet, wie belebet, fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie entlastet er mein Herz von Bekümmerniß und Mel. Dir, dir, Jehova, will ich c. 3. Sloß aus deiner Segens- 508. Dir immer abits fülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich den te, daß ich wähle, dankt dir, Bater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 4. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bangsten Streite, selbst mit feinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 5. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein keben trübt? Könnt' ich ohne fie auf Erden ruhig und zu frieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist; meiner das nur würdig finde, was dir wohlge, fällig ist! Einst, Herr, werd' ich deinen Willen ganz erken. nen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun, und in dir ganz selig seyn. Streben nach Aehnlich keit mit Gott. licher zu werden, du hohes Vorbild der Vollkommenheit, das ist mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Ziel noch in der Ewigkeit. Wie selig ist, wer stets ihm näher strebt, obschon er sich nie ganz zu ihm erhebt! Menschenliebe, die selbst den 2. Wenn ich aus reiner Schein des Eigennußzes flicht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn die That kein fterblich Auge fieht: dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, und liebevoll erhält. 3. Wenn ich auf seine Weis heit achte, die nicht dem kleine ften seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mit tel wählt, und selbst mit Weiss heit handle, so wie er: so gleich ich meinem Vorbild im mer mehr. 4. Wenn ich mit immer re gem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lies be, wie sehr auch oft der Sün Chriftliches Verhalten gegen Gott. de Luft erwacht; wenn in Gehorsam. Gefahr mein Herz sich nie ver- me 1. Wer nur den lieben Gott ze. gißt: dann gleich ich dem, der 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdienste för dre, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Bessrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu': dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt, und straft, so gern sein Herz verzeiht. rein und heilig ist. 500.Gott, beinen beis mit sie stets ligen Befehlen will ich Lust gehorsam seyn; zu meiner Nichtschnur wäh len, und dir mein ganzes Les ben weih'n. Dein Will' ist heis lig, recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut. 6. Wenn ich durch Tauschung nie betruge, die Wahrheit ehre, Feind der Falsch heit bin; mein Wort nie bres che, niemals luge, und bracht' es mir der ganzen Welt Gewinn; dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint, und Falschheit haßt, dem großen Wahrheitsfreund. 349 7. Wenn ich mich Leidender erbarme, mit liebevollem, brus derlichem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sen, daß ich sein Erretter bin: dann gleich ich dem, der ganz die Liebe ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 8. So sey, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden; mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höh'rer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz dazu erhebt. 2. Gehorsam ist die beste Gabe, ist mehr als Opfer und Gesang. Wenn ich die die geopfert habe aus Liebe nur, und nicht aus Zwang; o dann erfüllet Himmelslust schon hier auf Erden meine Brust. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth: er war gehorsam bis zum Tod. 4. Laß deine heiligen Ge setze mir immer gegenwärtig seyn; gib, Herr, daß ich fie nicht verleße, und ernstlich fürchte, was sie draun. Dein Joch ist sanft, leicht deine Last; wohl dem, der dieß im Glauben faßt! 5. Wann ich, Herr, deine Stimme höre, so mache dur mich selbst bereit, daß ich fie durch Gehorsam ehre, und thue, was sie mir gebeut. Laß mich nicht hörer nur allein, Chriftliches Verhalten gegen Gott. 350 laß mich zugleich auch Thåter seyn. 6. Verspricht die Welt mir tausend Freuden, daß ich die ungehorsam sey, so laß mich ibre Lockung meiden, und mache mich vom Eitlen frey; bis frey von allem Menschenwahn, ich dir mit Freuden folgen fann. Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz empört sich meine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich. Deine göttlichen Befehle wirft fie thöricht hins ter fich, läßt sich nicht von dir regieren; glücklicher nach ihrem Wahn, wählt sie eine andre Bahn, die sie soll zum Himmel führen; sie geht mit bethörtem Sinn auf verkehrs ten Wegen hin. 4. Laß es doch uns tief empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Luft der Sünden uns zuletzt den Tod gebiert. Mach' uns deis nen Willen wichtig, fühy' auf Mel. Sollt ich meinem Gott zc. deine Bahn uns hin, lehr uns jeden denn 510. Gut und heilig bein Weg allein ist richtig. mach' uns unsern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sey. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe, dann fühl ich, Bater, daß ich dich mit jedem Tage stärker liebe; und thu' ich das, so liebst du mich, und lohnst die Mühe dieser Zeit mit Freuden deiner Ewigs feit. ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst! in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen fich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne deiner Engel zahllos Heer. Deine Veste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, alles bienet Mel. Nun danket alle Gott. deinem Willen; alles, Höch. 511. Herr, dein Gebot ster, was du schufft, eilt und brängt sich, wann du rufft, dein/ bringt Heil, und deine Lehre Gebot stets zu erfüllen; nur der Leben; wie könnt' ich dir, dem, 5. So wird auch bey uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot dankbar ausges richtet werden, heiliger und großer Gott. Alle Werke deis ner Hände werden unterthan dir seyn; alle deiner Huld sich freun, bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, wer deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. Christliches Verhalten gegen Gott. 351 Gott der Liebe, widerstreben? erziehn, ist dein Bemühn. Mag auch des Lasters Freund im Glücke stolz hier blühn! Mich soll dieß dennoch nicht in seine Netze ziehn. 2. Auch wann kein Mensch mich sieht, will ich mein Herz bewahren! was hier verborgen blieb, wirst du einst of fenbaren. Wann mir die bose Lust unwiderstehlich ist, dann will ich denken Gott, daß du mein Nichter bist. 3. Sollt' ich der Menschen Gunst nur zu erringen trachten? Nein; Herr, wenn du mich liebst, mag mich die Welt nicht achten! Gib, daß ich nur allein der Frömmigkeit mich weih', und daß mein Leben stets dir wohlgefällig sey. Treue. Eigne Melodie. 512. Du Gott, haft bismich so väterlich, so treu her geleitet; errettet oft aus Trubsal mich, mir Glück und Lust bereitet; im dunkeln Les ben mir Licht gegeben. Sieh, wie bewegt mein Herz dir schlägt! Wie könnt' ich mun auf Erden dir jemals untreu werden! 2. Der Menschengunst verändert sich, stammt oft von niederm Triebe. Nur du bist unveränderlich; du bleibst der Gott der Liebe. Im Lauf der Beiten zu Seligkeiten mich zu Wie sollt' ich deinen Willen nicht immer gern erfüllen! 3. Ein Wechsel ist's von Freud' und Leib, das Leben auf der Erde; oft weichet Glück und Heiterkeit vor Infall und Beschwerde: doch soll nicht Leiden, noch Luft mich scheiden, noch frecher Spott von dir, mein Gott! Du reichst des Himmels Krone der Treue nur zum kohne. Mel. Was mein Gott will, das sc. 513.S en Gott getreu, halt' seinen Bund; bekenn' ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf veftem Grund; drum bleib' ihm stets ergeben. Wie hat Gott dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade! Vertrau' dem Herrn, und wandle gern der Tugend fichre Pfade. 2. Sey Gott getreu von Jugend auf; laß keine Lust, fein Leiden dich je in deines Lebens Lauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er vers spricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sey Gott getreu in jes dem Stand, in welchen er dich seizet; dann schüßzt dich seine starke Hand: wer ist, der dich verletzet? Wer seinen Rath zum Beystand hat, ist immer wohl berathen. Wer Christliches Verhalten gegen Gott. 352 mit Gebet zur Arbeit geht, hat Glück ben seinen Thaten. 4. Sen Gott getreu, sein theures Wort freymüthig zu betennen vor Jedermann, an jedem Ort, dich seinen Freund zu nennen. Was in der Welt dir wohlgefällt, muß alles bald vergehen; nur Gottes Wort bleibt immerfort zum Heil der Frommen stehen. 5. Sey Gott getreu in je dem Streit, dann wirst du tüberwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verlege nicht die kleinste Pflicht. Doch wirst du dich vergehen: so nug' die Neu', um fünftig treu die Prüfung zu bestehen. 6. Sen Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich scheiden. Er ist mit dir in jeder Noth; er schüßt in Glück und Leiden. Und seine Macht wird durch die Nacht des Grabes selbst dich leiten. Dann lohnen dich einst ewiglich des Himmels Seligkeiten. 2. Eh' ich noch dich Bater nannte, eh' ich reif zum Dens ken war, eh' ich Schmerzen und Gefahr, eb' ich Glück und Freude kannte, forgtest du schon väterlich für mein Da seyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Ge. fühl für Tugend, fegnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreu. den hab' ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in jedem Leiden; und wie oft trågt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfah. ren, wie du deine Kinder liebst, ihnen Schutz und Bey stand gibst, sie vor Ulebeln ju bewahren; wie du sie ver. forgst und nährst, ihnen mans chen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich ges denkst, Böses auch zum Gu ten fenfft; wie du mein Ge schick regiereff, meine Wohl el. Ach, was soll ich Sünder te. fahrt zu erhöhn, lern' ich immer mehr verstehn. Dankbarkeit. 514. Alles hast du mir gegeben, alles bin ich, Gott, durch dich; du, nur du beglücest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Frei heit und Verstand, gab mir Deine Schöpferhand. 7. Mit dem freudigfien Ge müthe fühl ich jeder Wohl that Werth, die mir täglich wiederfährt; preiße deine weis se Güte, und erfleh' auch künf tig mir Segen, Trost und Heil von dir. Mel. Christliches Verhalten gegen Gott. 353 Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. blieben, wie viel wir wider dich Mit Gnaden uns 515. Gott, du bist die zu fegnen ist ewig deine Lust; Liebe uns wohlzuthun ist mit Dank dir zu begegnen, sey deine Lust. Drum preißt mit stets auch unsre Luft! frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Wie so gar ohne Gränzen ist deine Gutig feit! So weit die Himmel glänzen übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht; und hast auch uns, uns allen viel Gutes zuge dacht. Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil, ihn freus big zu erfüllen, sey unser bes stes Theil! 2. Uns ewig zu beglücken, erschufft du uns und deine Belt, die hier schon zum Ents zücken so viele Wunder in sich hält; noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Bonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, fandt'st du den Sohn felbſt ſein Leben für uns Ber. 510. Ach, lorne gab. 5. Wer hier auf seinen Be gen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Eegen, in dieser und in jener Welt. Du schaffst ihm ſelbst aus Leiden den herrlichsten Ges winn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Gus te! mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemu the voll Liebe zu dir seyn. Vertrauen. herab, der huldreich Mel. Ach, was soll ich, Sünder 2c. 3. Mit jedem neuen Mor gen ist immer deine Güte neu, und allen unsern Sorgen kamst du zuvor mit Batertreu. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagest du uns nicht. Wie sind doch unsre Lage, Herr, deiner Gute voll! selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 4. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu ge. ch, wie ist der Menschen Liebe so veränder. lich, so falt! Wie erstirbt sie doch so bald! Seele, fetz' auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, nimmer deine Zuversicht. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie; denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt, und sehn ruhig Welten untergehn. 3. Täglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig! feine Treu' wird mit jedem Mor23 354 Chriftliches Verhalten gegen Gott.. gen neu Jhn, den Ewigen, Segen, großer Gott, allein erwähle dir zum Freund und gelegen: du bist unser hoch. jauchze dann, daß kein Feind sies Gut. Ueber alles hoch dir schaden kann. dich schätzen, und auf dich die Hoffnung setzen, gibt allein getroffen Muth. 4. Darum will ich dich er wählen, Vater, ich will nur allein ganz bir mein Vertrauen weihn. Aber ach, die Sträfte fehlen meinem Vorsatz; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. Plsßlich überfällt mich wieder Sorge der Vergånglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid, und dann sink' ich muthlos nieder, fuche bey dem Menschen Ruh', und mein Helfer bleibst doch du. 6. Ach vergib mir, wenn in Staube dieses Lebens sich mein Geist oft so schwer der Welt entreißt. Ach, Ach, vergib mir, wenn mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht vest, sich nicht ganz auf dich verläßt. 7. Täglich laß mein Herz empfinden, daß ihm Menschen gunst nicht nutzt, wenn es nur auf sie sich stüßt. Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir, und dann, Vater, hilf du mir. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhorst, der du sie selbst beten lehrst; laß mich vest im Glauben stehen; und erfahren, wie so treu deine Baterliebe sen. Eigne Melodie. 2. Dut, der mich bisher er nåhret, manche Freude mir gewähret, bist und bleibeft ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Heb. fer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 517.Aues ift um Sachen, die nur Sorg' 3. Soll ich ängstlich mich und Unruh' machen, und vers gänglich sind, bemühn? Nein ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, anders dir gefällt. Dir will wird sich schicken, wenn es ich mich froh ergeben; Glück alles sey dir heimgestellt. und Trübsal, Tod und Leben, 6. Soll ich hier noch langer leben: o so wollst du Kraft mir geben, mich um das nur zu bemühn, was in Ewigkeit bestehet; alles Irdische ver. gehet, und fährt wie ein lles ist an deinem Strom dahin. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu Dir hab' ich rechter Zeit. nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. Christliches Verhalten gegen Gott. 355 Mel. Was Gott thut, das ist zc. 6. Was ist des Lebens Herr Wie bald ist sie vers 518. Auf Gott, und schwunden! Was ist das Lei nicht auf meinen Nath will den dieser Zeit? Wie bald ich mein Glück stets bauen, ist's überwunden! Hofft auf und dem, der mich erschaffen den Herrn! er hilft uns gern. hat, mit ganzer Seele trauen. Send fröhlich ihr Gerechten! Er, der die Welt allmächtig der Herr hilft seinen Knech. hält, wird mich in meinen Ta- ten. gen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah' von aller Ewigs feit, wie viel mir nüßen wür. de, bestimmte meine Lebensjeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? kann auch ein Schmerz bey diesem vesten Glauben mir meine Ruhe rauben? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ichs bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, ben dessen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich einst am Grabe. 5. An dem, was ewig glück lich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Reichthum, Pracht sind nicht bas Glück der Seelen. Wer Gottes Nath vor Augen hat, hem wird ein gut Gewissen die Trübfal einst versüssen. Mel. Valet will ich dir geben sc. 510.Beficht bu beine du Wege und alles, was dich Frånkt, der treuen Baterpflege deß, der den Weltkreis lenkt. Den Sternen, Wolken, Winden, bezeichnet er die Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß gehen kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs foll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, dann wird dein Werk bestehn. Er läßt durcy Sorg' und Gramen, und selbst gemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. 3. O Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut fey, oder schade Geschöpfen deiner Hand! Und was du bann erlesen zum Besten deiner Welt, das kommt zum Stand und Wesen, sobald es dir gefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt's dir, Allweiser, nicht; dein Thim ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht! Dein Werk kann niemand + 356 Christliches Verhalten gegen Gott. hindern, wenn du entschlossen fre Wege gewiß zum Him. bist zu thun, was deinen Kin- mel ein. dern wahrhaftig nützlich ist. 5. Und braußten alle Stür Mel. Valet will ich dir geben ze. me und Wetter her auf fie; 520. Dem Herrn will Gott, unter deinem Schirme verzagten sie doch nie! Jm Himmel und auf Erden kann nichts dir widerstehn. Was du gebeutst, muß werden, und was du willst, geschehn. ich vertrauen, verlassen mich auf Gott, auf Sand nicht Schlösser bauen, nicht zagen in der Noth. Er ist's, der mich geführet, so lang ich denken kann. Er, der die Welt regieret, nimmt sich auch meiner an. 6. Drum, Seele, laß ihn walten! Er will dein Wohlergehn. Er wird auch dich erhalten; bewundernd wirst du sehn, wie gut er dich regieret, wie wunderbar sein Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 7. Verzieht der Trost auch lange, weil's so dir heilsam ist: so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt! Er wird dir Hülfe senden, um die dein Auge thránt, und all bein Unglück wenden, aus dem du dich gesehnt. 8. Wohl dir! denn deine Treue trägt einst den Sieg davon. Daß dich dein Kampf nicht reue, denk' feinen großen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 9. Mach', Herr, ein selig Ende mit aller unsrer Noth. Stårk' aller Müden Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; so gehen un2. Bey ihm ist Himmel, Erde, und Mensch und En gel gleich. Er spricht:" vergeh' und werde!" zum Staub und Königreich. Er straft, und kann behüten, denn sein ist Nach' und Lohn. Hier läßt er Donner wüten, dort läßt er sie nur drohn. die ich 3. Die Thräne, weine, fließt oft aus Unver. stand. Wann ich verlaffen scheine, hålt mich des Höchsten Hand. Was ich heur Un glück nenne, ist morgen schon mein Glück. Ich, der ich mich nicht fenne, fenn' auch nicht mein Geschick. 4. Wenn aber trübe Stunden, wenn mancher Jammer, tag, wenn hier geheime Wun den, und wenn dort Schlag auf Schlag, und Schrecken schnell auf Schrecken den Un tergang mir drohn, ist Gott mir Stab und Stecken, und, Schild und großer Lohn. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 357 5. Den Frommen, die Gott nüßen deine Sorgen? Was lieben, ist alles Seligkeit. Ihr Jauchzen, ihr Betrüben, ihr Siegen und ihr Streit, ihr Glück und ihre Plage, ihr ganzer Lebenslauf lößt sich am legten Tage in Himmelsfreuirrest du mit bangem Sinn durch tausend Kümmernisse hin, und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden. den auf. 6. Hinweg mit bangen Plagen, mit Gram und Unge duld! Durch Zittern und durch Zagen häuft Strafe sich und Schuld. Wir meh ren unsre Schmerzen, ver größern unsre Pein, und fidßen unserm Herzen gehei mes Gift nur ein. 7. Wie triftlich sind die Lehren, die Gottes Wort mir gibt! Mein Flehn will Gott erhören; er züchtigt, den er liebt. Nach trüben Augenblicken geh ich zur frohen Nuh'. Mein Geist eilt mit Entzücken der Schaar der Sel'gen zu. 8. Kurz sind der Christen Leiden, kurz ihre Prüfungszeit, nicht werth der ew'gen Freuden und der Unsterblich feit. Trost, wie kannst du frösten, wie sehr das Herz erfreun! Ich geh mit den Erlößten zum Lohn des Himmels ein. Mel. Ermuntre dich, mein schwar cher zc. 521. u bist ein Mensch, und Gottes Rath ist Sterblichen verborgen; noch herrscht er, wie er immer that; was 2. Was quälst du dich, und willst in Schmerz und Sorgen dich verlieren? Ist Gott nicht weiser als dein Herz? Laß ihn allein dich führen! Denn all dein Gram dient nur dazu, daß du dich felbft aus deiner Ruh' in Angst und Schwermuth stürzest, und dir dein Leben kürzest. 3. Wirf deine Sorgen doch auf ihn, der schon so lang regieret, und vielmals, was unmöglich schien, voll Weisheit ausgeführet. Ergib dich seiner Baterhulb, und trag' dein Leiden mit Geduld! Er wird, was gut ist, schicken, und dich gewiß beglücken. 4. Eh' deine Mutter dich gebar, als noch in ihr verborgen dein schwaches Leben schlummernd war, wo waren deine Sorgen? Wer hat schon da dein Wohl bedacht? Wer hat dich an das Licht gebracht, und Seele, reib und Leben aus Gnaden dir gegeben? 5. Wer hat gesorgt, daß nichts gebrach, als du die Welt betratest; noch ehe deine Zunge sprach, und zu durch Weinen batest? Wer hat an deiner Mutter Brust gefunde Nahrung, stille Lust dir schon Chriftliches Verhalten gegen Gott. 358 voraus bereitet, und dich bis her geleitet? 6. Erhebe nur dein Anges ficht! Hier unten und dort oben, wo siehst du Gottes Güte nicht, nicht seiner Weisheit Proben? Wie oft hat er dir väterlich ein Glück be reitet, das du dich zu hoffen nicht erkühntest; und mehr, als du verdientest. 9. Er richtet die Betrübten auf, macht gut, was wir verroirren; er leitet liebreich un fern Lauf, und lenkt uns, wo wir irren; gibt immer das nur, was uns müßt, errettet uns, und hilft und schüßt, eh' wir Gefahren sehen, und ihn um Hülfe fleben. bauen? Vertrau' ihm, und dann zage nicht! Ein Herz voll vester Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoffnung zittern. 7. Doch willst du niemals ruhig seyn; willst Gott nicht walten lassen. Dringst du in feine Weisheit ein, die Menschen doch nicht faffen? Wenn du nicht er regiert; Mel. Was Gott thut, das ist x. wenn er nicht deinen Weg dich 522. Du, Herr, bik bist führt, so fängst du an zu za gen, zu murren und zu klagen. 8. Bedenke doch, wie man ches Mal du nicht zum Ziel gekommen, wann ohne Gott, auf eigne Wahl, du etwas unternommen. Was aber dir dein Gott ersehn, das mußte fenn, das ist geschehn, und Niemand konnt es bindern von allen Menschenkindern. 10. Und diesem Vater wolltest du dein Heil nicht anvertrauen? Nicht deines Lebens ganze Ruhy' auf diesen Felsen 11. Wirf als ein Kind voll Glaubens dich in deines Got tes Arme, und fleh' ihn, daß er väterlich auch deiner sich erbarme. So kommt dein ångstlich Herz zur Ruh'; ver, trau' auf ihn, so findest du auf deines Vaters Wegen zu leßt nur Heil und Segen. meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht; dir hab' ich mich ergeben. Du bist mein Gott; auf dein Ges bot wird meine Seele stille; mir guügt dein weiser Wille. 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht traun? Du bist der Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn deine Wunder, werke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gna denvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From men Herz wird fren von Schmers; der Sünder eitles Christliches Verhalten gegen Gott. 359 Dichten eilst du, Herr, zu mein Fels, auf den ich traue, zernichten. bis ich dein Antlitz schaue. 4. Drum hoff, o Seele, hoff' auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der und Erbarmung findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann Sünder zit tern, ein Fels in Ungewittern. 5. Sieh' auf das große Beyspiel hin, das Jesus dir gelassen; sieh' ihn im Kampf, fieb' sterbend ihn den Bater noch umfassen! O möchtest du zu deiner Nuh' auf Jesum Christum schauen und lernen, Gott vertrauen! 6. Drum bebe nicht, wann um dich her sich Wetterwol ten sammeln. Gott hilft, wann Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wage die Schmerzen, und waist sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht! auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quale. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlaffen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand empfehl' ich mich, mein Wohlseyn und mein Leben. Mein heffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod Mel. Erschienen ist der herrs lich 523. Gott lebet noch! Ich sorge nicht, denn er ist meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein; er wird mein Schuß und Retter seyn! Gott lebet noch! 2. Gott lebet noch! Bas gram' ich mich? Eorgt nicht mein Schöpfer väterlich? Ist er's nicht, der die ganze Welt durch seine weise Macht er. hält? Gott lebet noch! 3. Fehlt mirs an Einsicht, Macht und Nath, wann mich Gefahr umgeben hat; so denk' ich voll Vertraun daran, daß Gott regiert, und bet' ihn an. Gott lebet noch! 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Mein Vater meint und macht es gut, wann er mich prüft; brum hab' ich Muth; Gott lebet noch! 5. Legt Gott auf mich ein schweres Joch, wie schwer's auch sey, so hoff' ich doch; denn er hilft tragen, was uns plagt; er stärket den, der nicht verzagt; Gott lebet noch! 6. Naht der Versuchung Stunde sich, so sieht er liebevoll auf mich. Er gibt mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall ich, so bilft er mir auf; Gott lebet noch! 360 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 7. Mein Vater, forge du ich nur bey dir in Gnaden, für mich, denn ich vertraue nur auf dich. Hilf mir in meiner letzten Noth; so fing' ich fröhlich selbst im Lod: Gott lebet noch! welcher Feind kann dann mit schaden? Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. Eigne Melodie. 524. Gott, ott, mein Trost und mein Vertrauen, ewig meine Zuversicht! Deine Hül fe werd' ich schauen, seh' ich fonst auch nirgends Licht. Auch auf rauhen, dunkeln Wegen find' ich Freude, find' ich Segen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 2. Seit der Jugend ersten Jahren hast du treulich mich geführt. Dwie oft hab' ich erfahren, wie dein Vaterherz gerührt Hülfe mir und Netz tung fandte, wann mein Flehn zu dir sich wandte! Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 3. Alles sey dir übergeben; was du thust ist wohlgethan, es sen Sterben oder keben; dankbar nehm' ich alles an. Mag die Laft auch schwer mich drücken, du kannst stårfen und erquicken. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 4. Führe mich, Herr, wie du denkest, daß ich vor dir wandeln soll! Wenn nur du mein Schicksal Ienkest, o so geht mirs ewig wohl. Steh' 5. Muß ich manchen Schmerz empfinden, fühl' ich oft, wie schwer es sey, sich durch Les den durchzuwinden; weiß ich boch, mein Gott ist treu. Jede Laft hilfft du mir tragen, und ich sollte trostlos zagen? Dei. ner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 6. Bin ich niedrig hier auf Erden, trifft mich unverdiens ter Hohn, hoff' ich doch ers höht zu werden, Ewiger, vor deinem Thron. Mögen dann mich Menschen haffen! Du, du wirst mich nicht verlaffen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 7. Würden nicht, die Men schen geben, nicht der Sin nen Lust, nicht Geld, such' ich; nur ein frommes Leben sey mein Reichthum auf der Welt. Meine Lust sey, dich zu schauen, und mein Stolz, dir zu vers trauen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. Ich empfehl' mich deinen Händen, Bater, voll Zufries denheit. Jede Klage wird fich enden, jeder Schmerz wird Seligkeit. Kann ich von des himmels Höhen einst mein Schicksal übersehen, o dann Chriftliches Verhalten gegen Gott. 361 fprech' ich tief gerührt: selig Alles gut, obs noch so trau. hast du mich geführt. rig schiene. Mel. Was mein Gott will, das: c. duld' es nur; auch Leiden find 5. Trifft dich ein Leiden, uns Segen. Kein Baum trägt 525. Ich hab' in Gottes Früchte, keine Flur blüht ohne Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben; benn Gott ist mein, und ich bin sein; was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, und Kreuz auflegt, ist doch sein Thun voll Gnade. Sturm und Regen. Co dringt mein Herz auch oft durch Schmerz zu meines Gottes Freuden; nimmt er mich dann zu Ehren an, was schaden alle Leiden? 2. Es kann mir fehlen nims mermehr, mein Vater muß mich lieben. Läßt er mich auch oft freudenleer, so will er. mich nur üben. Er will mein Herz, auch unter Schmerz, gewöhnen sich zu fassen. Trau' in Geduld ich seiner Huld, wird er mich nicht verlassen. 3. Gebildet hat mich seine Kraft, mir Seel' und Leib gegeben. Er ist's, der Nahrung mir verschafft; er fristet mir das Leben. Erbarmend hat auch mich sein Rath gezählet zu den Seinen. Der fo mich liebt, so viel mir gibt, er kann's nicht böse meinen. 6. So fall', o Vater, denn auch ich getrost in deine Hände. Ich traue dir; du sorgst für mich bis an der Laufbahn Ende. Wie treu du seyst, das wird mein Geist zu deinem Preiß erfahren. Du wirst's auch einst, wann du er, theinst, vollkommen offenbaren. nenschen, ich nehm' ihn an 7. Willst du mir geben Sons mit Freuden; doch sollte Glück mir schädlich seyn, so gib mir Kreuz und Leiden. Die bang. ste Nacht ist bald durchwacht, dann folgt ein ew'ger Mors gen. Wie du mich führst und führen wirst, laß ich dich gerne sorgen. 8. Auch noch im Tode bin ich dein; mir soll vor ihm nicht grauen; er führt zum beffern Leben ein, und leitet mich zum Schauen. Dort wird mir klar, was dunkel war in meinem ersten Leben; und dann werd' ich voll Wonne Leid uns, seinen Kindern, dich für Leiden selbst erhe. biene, und was er thut, ist ben. 4. Ben ihm ist Allmacht und Verstand; gut ist der Herr, und weise. Mein Weinen ist ihm wohl bekannt; kein Seufjer flagt zu leise. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann 362 Chriftliches Verhalten gegen Gott. Eigne Melodie. 520. 3₁ In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat. Er muß in allen Din gen, soll etwas mir gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, er hat's vorher gesehen, und weise mir bestimmt. Nie will ich mehr begehren, und willig das entbehren, was seine Baterhuld mir nimmt. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem WilMel. Wer nur den lieben Gottic. len machen; ich traue ſeiner 527. Mein Hort if Gott, ihn laß ich walten: ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nicht, und sein bin ich. Ich sege meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freu de, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Er retter, stärke mich! denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier feine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld; er schont, er züchtigt viel gelinder; als ich's verdien', und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz, er hat ein våter liches Herz. 4. Wohl mir, daß seine Gnade auf meines Lebens Pfade mich leitet und beschützt! Hab' ich mich ihm ergeben, wie freudig kann ich leben! Nichts fehlt mir, was mir ewig müßt. 7. Dir hab' ich mich erge. ben, zu sterben und zu leben, wie mir's dein Wink gebeut; es sey heut oder morgen, dich, Vater, laß ich sorgen; du weißt allein die beste Zeit. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder; und weckt der Tag mich wieder zu neuer Lebenspflicht; irr' ich auf dunkeln Wegen Gefahr und Noth entgegen: so ist sein Wort mir Trost und Licht. 6. Ja, Herr, was du beschlossen, dem will ich unverbroffen und froh entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; mit dir will ich ihn überstehn. 8. So sey nun, Seele, stils le; dich leitet Gottes Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vas ter in der Höhe, Er weiß zu allen Sachen Nath. 4. Gott ist die Liebe! Sollt ich zagen? Er gab mir dich, o Jesu Chrift! Was könnte Christliches Verhalten gegen Gott. en Bes 363 ist alles, was Gott will; willig duld' ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk' ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ist's für mich gewiß, daß mir's Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so rei chen Segen, als dem Nächs sten, mir verlieh; soll doch Mel. Ach, was soll ich Sünder sc. Andrer Wohlstand nie Neid in meiner 528. clig, wer mit Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. fillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz fein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt! 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gots tes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. beiter; im Vertraum auf Gots 8. Ich bin unverzagt und tes Wort, seh' ich meine Wall. Der bis hicher fahrt fort. half, hilft weiter; er hält vest, was er verspricht. Gott, mein Gott verläßt mich nicht. mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und über jeden Unmuth siegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! 2. Ach, kein Schicksal met nes Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält mich nur vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh' ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich Eigne Melodie. Kummer prückte, ei noch 520. Von Gott will ich meine Thrane rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm' ich Glück und Freuden aus des Höchsien milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt: oso faß ich Muth zu leiden! Gut nicht laffen, denn er verläßt mich nicht; im Kummer mich zu faffen, gibt er mir Kraft und Licht. Er steht mir hilf reich bey; mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu ver, sorgen, ich sey auch, wo ich sey. Christliches Verhalten gegen Gott. 364 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft und ändert fich; doch Gottes Vatertriebe find unveränderlich. Er weiß aus jeder Noth, eh' wirs vermuthet hatten, uns wunderbar zu retten; er hilft ums selbst vom Tod. 3. Nur ihm will ich vertrauen, und in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen; er wender alles Leid. Jhm sen es beimgestellt! Leib, See. le, Gut und Leben will ich ihm übergeben; er mach's, wie's ihm gefällt! der Leib wird neu geboren zum bessern Vaterland. Wie felig werd' ich seyn! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich schon Trúbsal dulde und Leiden dieser Zeit, das ich auch oft verschulde, kommt doch die Ewigkeit. O die ist freudenvoll! Dann wird mir Gott versüßen, was ich hier dulden müssen; dann ist mir's ewig wohl. 9. Das ist des Vaters Wil le, das ist sein weifer Rath! Aus seines Sohnes Fülle, der mich erldset hat, empfang' ich Trost und Licht. Sein Geist ist's, der mich leitet, zum Him. mel mich bereitet. Wie selig bin ich nicht! 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns nüßlich ift. Gut meint er's mit uns Allen; er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel gethan, so wird er auch gewähren, was unsern Leib ernäh. ren, den erfreuen kann. Eigne Melodie. ½. Lobt ihn mit Herz und 530.Warum follt ich 5. beides Munde, ihn, der uns schenkt! Gesegnet ist die Stunde, darin man sein gedenkt. So braucht man recht der Zeit. Wir sollen ja auf Erden in ihm schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. mich denn gråmen? Hab' ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bey, gelegt im Glauben? 6. Mag doch die Belt vergehen mit aller ihrer Pracht! Das Glück bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den Lauf; doch, wann auch ich im Grabe nun ausgeschlummert habe, weckt er mich wieder auf. 7. Mein Geist ist unverloren in Gottes Baterhand; 2. Nackend kam ich in das Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst gegeben. Nackend geh' ich von der Erde, wann ich sie nach viel Müh' einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben, ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Nimmt er's wie Christliches Verhalten gegen Gott. 365 der, wer kann's wehren? in sich hålt, muß wie Rauch Nehm' ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. verschwinden. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angsi und Pein, solle' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bey guten Tagen oft ergößt; soll ich jetzt nicht auch etwas tragen? Er liebt mich im tiefsten Leide; våterlich führt er mich von dem Schmerz zur Freude. 6. Spotter mögen mich verachten! Kränkt in Noth gleich der Spott, will ich's doch nicht achten. Laßt fie sporten, laßt fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand vels ler Sand; Kummer der Gemüther. Wohl mir, daß mit edlern Gaben dort mein Hirt, Christus, wird mich ohn' En. de laben. 8. Denn kein Tod kann ganz mich tödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt auch die schwer sten Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann wird sich an bes fern Schätzen unser Herz auf den Schmerz ewig dort er gögen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt 11. Herr, mein Hirt, Brun aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben, und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o laffe. Laß mich, laß mich hin mein Licht, aus dem Herzen gelangen, wo du mich, und ich dich ewig werd' umfangen! 7. Unverzagt und ohne ein wo Eigne Melodie. er ist, ſeinem Gott vertrauen. 531. Was Gott thut, Nichts wird er zu schrecklich finden. Auch den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. das ist wohlgethan! gerecht bleibt stets sein Wille. Wer dieß von Herzen glauben kann, der ist vergnügt und stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu ers halten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! fein Wort kann ja nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an fet. ner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wen. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 366 den; es sieht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlzethan! Nur er weiß, was mir nüßzet. Der irrt auf ungewiffer Bahn, der sich auf ihn nicht fiüßet. Ja, feine Tren, ift tåglich neu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Gute trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben; ihm, der nichts Boses wollen kann, ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da Sffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich trinken, der bitter ist nach meinem Wahn, soll doch mein Muth nicht sinken, weil Gott zuletzt auch mich er giszt mit süßem Trost im Herzen, dann weichen alle Schmer, jen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das soll mein Troft fiets bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß' ich ihn nur walten. dir nützet; Gott weiß es, und Gott schüßzet; er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah; eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah'. 3. Die kleinste meiner Sor gen ist dem Gott nicht verbor gen, der alles sieht und hält; und, was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Laft der Welt, 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück ver. mehret, sey mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleßzet, wenn's alle Welt auch schätzet, fey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott. Mel. In allen meinen Chaten 2c. 532.Was ist's, daß ich barmst du ewig dich. Mas 7. Du bist der Müden Står, aller deiner Werke er mich quale? Harr' feiner, meine Seele; harr' und sey unverzagt! Du weißt nicht, was kann mir wiederfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 367 Eigne Melodie. uns unser Beh' und Ach? Was wir alle 533. Was mein Gott Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. will, geschch' allzeit! Er wäh let stets das Beste. Zu helfen ist er den bereit, der an ihn glaubet veste. Aus jeder Noth hilfft du, mein Gott, und züchtigest mit Maßen. Wer dir vertraut, vest auf dich baut, den wirst du nicht verlassen. 3. Zu Gott sey deine Seele stille, und stets mit seinem Nath vergnügt! Erwarte, was fein guter Wille zu deinem Wohlergehn verfügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, weiß doch am besten, was uns fehlt. 2. Herr, meine Seele hofft auf dich; du bist mir Ruh' und Leben. Dein Thun ist Liebe! nie will ich dir mur rend widerstreben. Dein Wort ist wahr, und in Gefahr werd' ich von dir beschüßzet. Herr, deine Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir nüßet. 3. Wenn es dein Wille mir gebent, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in deinen Rath mich fassen. Erbarme bich, und reite mich in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod auch für mich überwunden. Eigne Melodie. 534.23 er nur den lieben Gott läßt walten, und hofs fet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, und weiß wohl, was uns müßlich sey. Wenn er uns nur hat trent er. funden, aufrichtig, ohne Heu chelen; so kommt er, eh' wir's uns versehn, und läffet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshißze, daß du von Gott verlassen seyft; daß jeder wahres Glück besitze, den alle Welt als glücklich preißt. Bei allem Scheinglück ist das Herz oft voller Unruh, Sorg' und Schmerz. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und armi zu machen, den Urmen aber groß und reich. Er ist's allein, der Jedermann bald stürzen, bald erhöhen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Begen! Berrichte dei ne Pflicht getreu! Trau' ihm und seinem reichen Eegen, so Chriftliches Verhalten gegen Gott. 368 wird er täglich ben bir neu! Denn, wer nur seine Zuver, sicht auf Gott setzt, den verlågt er nicht. Geduld und Ergebung. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 535. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir! Wie droht sie meinem Heile! Gott, wärst du nicht mein Troft und Licht, mein Heil in finstern Tagen, so müßt' ich längst verzagen. 5. dann wird alle Trau rigkeit aus meiner Brust ver schwinden; vergessen werd' ich all mein Leid, und nur mein Glück empfinden. Mein Lob, gesang voll Preiß und Dank wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. 6. will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen. Beruhigen soll sich mein Herz, und nicht voll Unmuth klagen. Du bist bereit, zu rechter Zeit, o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. Mel. O liebster Jesu, was ic. 2. Vor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht 530. Ein Hert, o Gott verhehlen; darf meinen Kummer, meinen Schmerz vertraus lich dir erzählen. Dann schafs fest du mir Troft und Ruh' aus deiner Gottheit Fülle, und meine Seel' ist stille. in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft ver. gessen, täglich ermessen! 3. Du lehrest mich den hoben Werth der Trubsal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden waren. 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht, du forgst für meine Tage. Dein Auge schläft und schlummert nicht; du hd. rest meine Klage. Du kronst mich einst, wann du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Wonne, Preiß und Ruhme. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Våter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Ulebertre ter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erbul den wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. 4. ft Dürftigkeit, in der die Trägen tlagert, find Haß und Pein, die Stolz und Wol luft tragen, des Schwelgers Schmerz, Christliches Verhalten gegen Gott. Schmerz, des Neid's vermißte Freuden, christliches Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gots tesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die sich jetzt in finfirer Schwermuth qualen, Prüfung der Seelen? 6. Doch felbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züch tigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen; wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und gegen euch, was find, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden! 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlößten sicher getrösten! 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dieß stårket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 369 er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, dort einst erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heilis gung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. wirkt Weisheit und Erfah 14. Das Kreuz des Herrn Glauben Muth und Nahrung. rung; Erfahrung gibt dem Ein starkes Herz steht in der Noth noch veste. Hoffe das Beste! Mel. Wernur den lieben Gott zc. 537.& ntschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jest kennst du, was dir gut ist, nicht; einst stralet dir sein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen unges wisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt fich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat 11. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: Bis bieber! zu dem Meere? Ist auf. 24 370 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 3. Dort findest du, von les åndern kann, und, was du Licht umflossen, auch deiner thust, ist wohlgethan. Erdenthränen Lohn. Schau! ihre Saat ist aufgeschlossen, fie blüht der nahen Erudte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reist sie für die Ewigkeit. 2. Du führst uns selbst auf unsern Wegen zu höherer Voll. tkommenheit. Auch Widerwar. tigkeit wird Segen für jeden, welcher die sich weiht. Sieht's gleich der blébe Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herzlich feyn. 3. Laß dann mich stille seyn und hoffen! Hast du mir Pris fingen bestimmt, so steht dem Vaterherz bem offen, der sei ne Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert: dich leitet Gott. benk zurücke, O wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott, gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerfidrest, dich, Bater, bet' ich findlich an! Ich hoff auf dich mit vestem Muth; denn, was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh' ihn hoher Ahnung voll. Einst werd' ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 538.. err, mache mei. me Seele stille! Ben jedem Leiden, das mich fränkt, ges schicht doch nur dein weiser Wille, der alles mir zum Beften lenkt. Du bist's, der Als 4. Uns bleibt oft, was uns nißt, verborgen; genug für uns: du hast's erkannt! Wię oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Un verstand! Was schädlich ist, das hinderst du; das Gute sendest du uns zu. 5. Und endlich wird die Stunde kommen, da mich voll kommnes Glück erfreut: denn endlich führest du die From men zur völligen Zufrieden. heit. Und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Nath der beste war. 6. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz, start aller Klagen, voll Dankes und-voll kobes seyn: Der Herr hat für mein Heil gewacht, und alles mit mir wohl gemacht! Chriftliches Verhalten gegen Gott. 371 Mel. In allen meinen Chaten ic. lenken, und, was mir gut ist, wird geschehn. 1530. Ich hab' in guten Stunden des Lebens Glück Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. alsmmid empfunden, und Freuden oh. 540. Sắc deine Thräne So nensaat, frommer Dulder, hier im Glauben! Dunkel sey dein Lebenspfad; doch laß nie den Troft dir rauben, daß nach dieser Dunkelheit dich ein hel les Licht erfreut. gelassen mich auch im Leiden faffen. Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh' erbulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erges ben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich pertranen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. bum 4. Laß du mich Gnade fins den, mich alle meine Sünden erkennen und bereum. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; fein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Le ben fenn. 5. Wenn ich in Chrifto fierbe, bin ich des Himmels Er be; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des To. des Pfade vertrau' ich deiner Gnabe; du, Herr, bist bey mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenten. Der Herr wird alles 2. Ausgerungen haben schon viele, die im Glauben litten. Sieh', sie stehn vor Gottes Thron; ihre Kronen sind ers stritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auf erleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich lieb reich tråget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freuden schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer frånket. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb ist alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelaffenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. D dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, wie ihr hier Chriftliches Verhalten gegen Gott.) 372 gefloffen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost ins Herz gegossen; und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ewig Glück. 7. Drum sey, Dulder, un verzagt; harr' in deiner Näch, te Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sie ger offen stehn; wirst die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heitre Land der Wonne. In den Himmel gehst du ein, ewig selig da zu seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 541. Was ist mein te sien Helfer an. Er weiß didy 6. Er wird es seyn. Ruf Gefahren ihn als den be dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dieß stärke deine Zu versicht! ben hier auf Erden? Ein Bech fel ist's von Lust und Leid. Hier stdren Sorgen und Beschwerden nicht selten die 3ufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ'ge Freuden, mein Geist, in dei nem Prüfungsstand. Denn bliebst du frey von allen Leis den, wie würde deine Tren erkannt? Vollkommne Rub' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott. Nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst, nach deis ner Vatertreu, mir stets mit Rath und Hilfe ben. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich ge lasſen sie ertrage, und machst 7. Befiehl ihm alle deine Wege; hoff, und vertrau' ihm allezeit. Auch auf dem aller rauhsten Stege blick' freudig auf zur Ewigkeit: da wirst du frey von aller Pein, zufrieden einst und selig seyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich, auch in der größten Noth, vertrauen. Du bist bey mir, das stärke mich. Wer dessen fiets ver sichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. Christliches Verhalten gegen Gott. 373 Mel. Gott hab ich alles heimges haft seyn, und mich, daß du stellt zc. mich) läuterst, freun. 542. Wenn bu burch du Widerwärtigkeit mich lautern Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. willst, ich bin bereit, die kaſt 543. Wohlthätig find mein zu tragen, die du hier, Vater, mir auflegen willst; sie kommt von dir! der Erde Leiden; dieß glaub' ich vest, und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. In Glauben und Gelassenheit vollend' ich diese Lebenszeit. 2. Kann ich, was deine Blicke sehn, kurzsichtig, wie ich bin, verstehn? Ist, was für Einen Augenblick sich mir als Glück darstellen mag, auch wirklich Glück? 3. Kaum seh' ich eine Spanne weit; du siehst durch Zeit und Ewigkeit, und wählest, übergeb' ich mich getrost an dich, was ewig Wonne bringt, für mich. 4. Ich zittre zwar, denn ich bin schwach, bin finnlich, eil' auch dem oft nach, was der, dem seinen wahren Werth dein Wort erklärt, nicht schätzen kann und gern entbehrt. 5. Die Selbstverläugnung fordert Muth; doch ist sie nicht ein köstlich Gut? Wer ist ein Christ, und gleicht nicht gern den Märtyrern, nicht gern auch Christo, seinem Herrn? 6. Wo ist der Held, den je ein Streit, wie hart und mühvoll er war, reu't, wenn er nur kämpfte wie ein Mann, bas Feld gewann, und dann des Cieg's genießen kann? 7. Das werd' auch ich; denn deine Huld belohnet Hoffnung und Geduld. Ich will in je dem Leiden dein, will stand2. Durch Leiden will mich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt; will mich das weise Streben leh ren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt. Ich soll mit kindlichem Vertraum auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Würd' ich bey lauter Erdenfreuden, und in des Glüs ckes Sonnenschein so leicht der Thorheit Pfad vermeiden? so sehr der Sünde Lockung scheun? War' ich stets fren von Noth und Schmerz, wie leicht verführt wär' dann mein Herz! 4. Nichts predigt mir so laut die Lehre: Vergånglich ist die Lust der Welt! als Trübfal, wann die heiße Zäh. re der Wehmuth auf die Wans ge fällt. Sie lebret mich Be ständigkeit, Geduld und Gotts ergebenheit. 5. Wird einst der lette Stab zerbrechen, auf welchen sich mein Arm gestützt; wann Krankheit, Schmerz und Gram 374 Chriftliches Verhalten gegen Gott, mich schwächen, und macht 2. Geheiligt werd der Na und Reichthum mich nicht me bein, dein Wort bey und schüßt: dann folg' ich gern hilf halten rein, daß auch wir der süßen Pflicht, zu suchen leben heiliglich, nach deinem Gottes Angesicht. Namen würdiglich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit, und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig Geift uns wohne bey mit seinen Gaben mancherley, des Sa tans Sorg und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich), auf Erden, wie im Himmelreich, gib uns Ge duld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Wil len thut. 6. Ja, Leiden sind die wei. fen Wege, wodurch mich Gott zur Tugend führt; wohlthåtig sind die sanften Schläge, wodurch er mein Gewissen rührt. Ich ehre seine Vater hand, die mir das Leiden zugesandt. 7. Gott will, wie gute Våter handeln, durch Züchtigung mich auferziehn; ich soll vor ihm unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüfte fliehn; mich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 8. Ich nehm' in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen, auch auf der rauhsten Lebens bahn. Ihr Ende wird mich einst erfreun, mir Wonne, Ruh' und Friede seyn. 5. Gib uns heut unser tåge lich Brod, und was man darf zur Leibes Noth; b'hut uns, Herr, vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in guten Fries den stehn, der Sorg und Geis zes müßig gehn. Gebet. Eigne Melodie. 6. All unfer Schuld ver gib uns, Herr, daß sie uns nicht wie wir 544. Vater unfer im auch unfern Schuldigern ihr Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder seyn, und dich rufen an, und willst das Beten von uns han; gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens, grund. Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit, in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Ver. suchung nicht; wenn uns der böse Geift anficht zur linken Christliches Verhalten gegen Gott. 375 und zur rechten Hand, hilf met? Ist des Gebetes Frucht uns thun starken Widerstand, nicht dein? Wer sich der im Glauben vest und wohl Pflicht zu beten schämet, der gerüst, und durch des heiligen schämt fich, Gottes Freund zu Geifies Trost. feyn. 8. Von allem lebel uns erlöß, es sind die Zeit und Tåge bds, erlöß uns von dem ewgen Tod, und träft uns in der lett i Noth, bescher uns auch ein selges End, nimm unser Seel in deine Hand. 9. Amen, das ist, es werde wahr, stårk unfern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, das wir hiemit gebeten han, auf dein Wort, m dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. 3. Sein Glück von seinem Gött begehren, ist dieß denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dieß unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem Vertraun, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft in Einfalt deis ner Seelen; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Löne find's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Stumst gebeut. Gott kein ein D. M. Luther. Mel. Wie groß ist des Alm.zc. 545. Dein Heil, o fallen, das ist vor ihm Beredsamkeit. Christ, nicht zu verscherzen, sey wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus rei nem gutem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Anges fichte mit Dank, mit Demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu ftehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: Bittet! daß ihr neh, 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, im Glauben sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, ents ehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret, und dann vergißt, was er besch wur, und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ift. Bet' oft zu Gott, und fühl in Leiden, wie göttlich er das 376 Chriftliches Verhalten gegen Gott. Leid versüßt. Bet' oft, wann Herz. Nicht dein gebognes dich Versuchung quålet; Gott Knie, nicht Thränen, nicht hort's, Gott ist's, der Hülfe Worte, Seufzer, Pfalm und schafft. Bet' oft, wann inn- Ton, nicht dein Gelübd' rühr: rer Troft dir fehlet; er gibt Gott, dein Sehnen, dein Glaut' den Mülden Stärk' und Kraft. an ihn und seinen Sohn. 7. Bet' oft, und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau auf die Güte, mit der er dich gelei tet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, im Alter dort, er trug Geduld, rief dich durch Glück und Kreuz zur Tugend; erkenn' und fühle seine Huld. 11. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder, oder mehr. Denk' nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh' bey Gott Gehör. Gott ist kein Mensch; ist dein Begehren gerecht und gut, so hört's Gott gern; ist's nicht gerecht, so gelten Zäh ren der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 8. Bet' oft, und schau' mit fel'gen Blicken hin in des Ewigen Gezelt, und schmeck' in glaubigem Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, weich Glück! Doch ist's von jenem Glück, das dem der Herr wird offenbaren, der ihm hier dient, kein Aus genblick. 9. Bet' oft; durchschau' mit heil'gem Muthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit feinem theuern Blute die Welt, der Sünder Welt, befreyt. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist eine Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, und ehr' im Glauben Gottes Rath. 10. Bet oft; entdeck' am fillen Orte Gott ohne Zagen beinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Worten auf das 12. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn; dein Herz voll Andacht zu ents decken, wie es dein Mitchrist dir entdeckt, und ihn zur Inbrunst zu erwecken, wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem Andre dienen, so sey ihr Beyspiel, sen es stets, und fey're täglich gern mit ihnen die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, die Gottes Hand dir anvertraut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen; er ist ein Christ, und werd' er. baut! 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men schen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glie Christliches Verhalten gegen Gott. der; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich průfen, und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und gern zum Guten weise seyn. Eigne Melodie. 540. ir, dir, Jehova, will ich singen; wer ist an Huld und macht so reich, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; o gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, wie es allein dir wohl gefällig ist! 2. Zieh' mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn vereine mich mit dir; dein Geist in meinem Herzen wohne, und meine Sinnen und Verstand regier'; daß ich mich ganz, Herr, deinem Willen weih', und in dem Frieden Gottes selig sey. 377 nem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sey; er stärkt mich auch im Kreuz zu frommer Treu'. 4. Dein Geist treibt mich vor dich zu treten mit Seuf zern, die mir unaussprechlich find; er lehret mich recht glaubig beten, gibt Zeugniß mei. 5. Wenn mich dein Geist selbst beten lehret, so bitt' ich nur: dein Will', o Herr, ges scheh'! und Alles wird von dir erhöret, was ich im Namen deines Sohnes fleh', durch welchen ich mit dir vereinigt bin, und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dich, Vater, habe! ich bin nun voller Trost und Freudigkeit, und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die gibst du; und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 7. Wohl mir! ich bet' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir, jeßt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! 3. Verleih' mir, Höchster, folche Güte, so bet' ich dich in Geist und Wahrheit an; so preißt aus dankendem GemüMel. Jesu, meine Freude zc. the mein frommes Lied, was 547. Kommt, und last. du an mir gethan. Es hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, und deinen Himmel ahn' ich dann schon hier. uns beten! Oft vor Gott zu treten, ist der Christen Pflicht. Ruft! der Gott der Ehren wird als Vater hören; ruft mit Zuversicht! Naht zum Herrn; er sieht es gern, wenn die Kinder vor ihn treten. Kommt, und laßt uns beten! 378 Christliches Verhalten gegen Gott. 2. Betet, daß die Heerde mir Kraft in Schwachheit ge nicht zerfreuet werde, die an Jefu halt. Betet für die Feinde, werdet betend Freumde Freunde aller Welt. Welche Noth auch immer droht; dein Gebet und deinen Glauben muß sie dir nicht rauben. 3. Sieh' in Frend und Nd then deinen Jesirs beten! Wer fein Junger ist, bet' in Geist und Worten, bet' an allen Orten, bete stets als Christ. Ruf' Gott an; er will und kann dich in aller Noth er quicken, liebreich dich beglücken. 4. Geb' in deine Kammer, flag' ihm deinen Jammer, der dich muthlos macht. Gott hat auf die Seinen dann auch, wann sie weinen, als ihr Hüter, acht. Gottes Herz fühlt unsern Schmerz; kann nicht ungerührt es tragen, daß wir jammernd klagen. 5. Scheint Gott auf dein Beten fern von dir zu treten, bleibt er drum doch nah'. Er wird die Getreuen endlich doch erfreuen, ist mur Glaube da. Sprich: mein Hort! es fagt dein Wort:" ruf, ich will dir Hülf erweisen, und du sollst mich preißen." ben, Geduld und Muth in jeder Noth; bey jedem Gram, ben jedem Schmerz ein ruhi ges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Troft und Ruhe finden, wenn mein Ge wissen mich verklagt? wenn bey der Menge meiner Sün den mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bey dir um Gnade jieht. 3. Muß ich um des Ge wissens willen ein Spott der Lafterhaften seyn, so bet' ich demuchsvoll im Stillen meinem Gott; er hört mein Schrey'n, nimmt väterlich sich meiner an, und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rås chen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unver stand geflucht. Nein meine Rach' ist ein Gebet, das um Vergebung für ihn fleht. 5. Und wann ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich Gott, der mich erhös ret, um Trost in diesem Kum mer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den Me I. Wer nur den lieben Gottze. verwirft er nicht. 548. Mein bester Trost Geschäfte des Standes, den 6. ich an bey dem in diesem Leben ist ein Gebet er mir verlich, zu meinem Gott. Dieß kann nicht umsonst um so fleh' ich Kräfte; der Christliches Verhalten gegen Gott. Gott der Stårke gibt mir fie. Er gibt aus våterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Ge duld. 7. Wenn meine böse Lust zu dâmpfen, mir Schwachen Muth und Kraftgebricht, dann bitt' ich Gott; er hilft mir kämpfen, und gibt mir Much zu jeder Pflicht; und, stark burch meines Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bey Nie mand Hülfe finden kann, so ruf' ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beystand an, der, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seuffer noch versteht. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 540. Wann ich vor oft in heil'ger Einfamfeit zu meinen trete, und ihm aus voller Seele bete, was fühl ich da für Selig, keit! Mein Geift erhebt sich; alles flicht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann acht' ich nicht der niedern Freuden, durch die die Welt mit ihrer Pracht die Menschen, die sich drum beneiden, hier oft zu ihren Sclaven macht, und freue mich des Glücks allein, Gott angenehm und werth zu seyn. 3. Dann weichen auch die schwersten Sorgen; kein Lei, den, dessen Last mich drückt, 379 bleibt dem Allwiffenden ver. borgen, der in des Herzens Tiefen biickt. Er bleibt mein Vater, der mich liebt, auch. wann er mich durch Leiden übt. 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, erhebt zum Glaus ben unsern Geist, und hilft uns alles, alles meiden, was uns der Tugend leicht ent reißt; nur müssen unsre Bits ten rein und eines Christen würdig seyn. 5. Drum bitt ich nicht in meinen Leiden:" Vater, nimm du sie von mir!" Auch bitt' ich nicht in meinen Freu Den:" Erhalte, Schipfer, diese mir!" Nur um ein Gott ergebnes Herz bet' ich in Freu den und im Schmerz. mel. Ermuntredich, mein ſchwas 550. Wie füß, o Bas 2c. ter, ist die Pflicht, als Kind vor dich zu treten, voll Des Gott, zu dir zu beten! Welch muth und voll Zuversicht, o Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz dir, Vater, weihe! 2. Allwiffender, ich bete nicht, um dich erst zu beleh, ren; nicht in dem Wahn, was mir gebricht, das müffest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht andern Pflichten zu entgebn; nicht, 380 Christliches Verhalten gegen Gott. tråge, dich zum Segen durch land gründen. Bitten zu bewegen. ht 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feyerlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in gu ten Werken mein Herz vor bir zu stärken. 4. Wann ich in stiller Einfamkeit mein Herz zu dir er hebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal über gebe; dann schöpf' ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden, und Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Hier fleh' ich, warm von Zärtlichkeit, für meine Her zensfreunde; im Geiste der Versöhnlichkeit, dem Mittler nach, für Feinde. Ich bete für das Wohl der Welt, der Obern, die mir Gott bestellt, um ruhig unter ihnen als Bürger treu zu dienen. 6. Mit keiner Welt vertausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thrå nen vor dir stand, tief deine Vaterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. Geist des Herrn und des Gebets, laß in dem Glück und Unglück stets, zu meiner Tugend Se gen, mit Gott mich Umgang pflegen! 8. Bin ich am Ziel von mei nem Lauf zu schwach, um laut zu beten, dann blick' ich, Gott, zu dir hinauf, und will im Geiste beten. Noch sterbend, Bater, dank' ich dir, der dur fo vieles Gute mir im Leben hast erwiesen. Sen ewig, Herr, geprießen! Me I. Wer nur den lieben Gott zc. 551.3u bir, o Gott, bas Herz erheben, zu dir mit from mer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß dieser Pflicht mich nie vergessen; laß mich, bes kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermes sen, welch Heil von dir mir wiederfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und allen gern, was gut ist, gibt. 3. Wann ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stil len Wunsch vertrau'; wann ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir um Hülfe schau'; dann sey mein Geist von Heucheley, von Stolj 7. Gott, laß mich nur durch Nüchternheit der Andacht Glut entzunden, und der Erhörung Freudigkeit auf meinen Hei- und Eigendünkél frey. Christliches Verhalten gegen Gott. 381 4. Nie muß ich das von Einem will ich leben. Du dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt. Denn du erhöreft kein Gebet, das zu des Andern Schaden flebt. du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Er. den, mein Glück im Himmel werden. 5. Wünsch' ich mir Güter dieser Erde, so sen auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn; daß ich, von Geiz und Karg2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat vesten Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand neh. men. heit fern, mit Weisheit sie ge- 3. Dich, Jesum, laß ich brauchen lern'. ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen giengst du für Sün, der ins Gericht, und büßteft für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut, um deines Leidens willen, die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich sieht meine Zuversicht, wann meine Fein de toben. Ich flieh' zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde haffen, wirst du mich nicht verlaffen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz foll uns nicht scheiden. Es bleis bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh' ist dann vorhanden. 6. Wünsch' ich bei fummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn; und bitt' ich dich um Lebensfreuden; so laß mich, Gott, um das nur flehn, was deiner Weis heit Rath beschließt, und was mir wahrhaft nüßlich ist. 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd' ich mich hülflos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein kindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübfal Rub' und Heiterkeit. Gesinnungen gegen Jefum. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 552. Dich, Jefum, lag ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur 6. Dich, Jefum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaus be wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sierb' ich Chriftliches Verhalten gegen Gott. 382 mit dem Gedanken: mein Freund ist mein, und ich bin fein; er ist mein Schuß, mein Eröffer, und ich bin sein Er. lößter. mehr irre gehn. Laß meinen Fuß auf deinem Pfade nicht straucheln oder stille stehn. Du reines Licht, du Gnadens gianz, füll' meine Seele ganz. Eigne Melodie. 6. Jm höchsten Glück, im tiefften Leibe nur dich zu lies für lang 553. Dich will ich lies ich lebe, Pflicht und Freude. noch reiner lieb' ich, Jesu, dich, erhaben über Welt und Zeit, dort in der Ewigkeit. ben meine Stärke, mein Hei land dort, mein Heiland hier, nicht nur mit Borten auch durch Werke und immerwährende Begier, nur dir zu fol gen, o mein Ficht, bis mir mein Herz einst bricht. 2. Dich will ich lieben, o mein Leben! Du bist mein Herr, du bist mein Gott. Ich will dich sterbend noch erheben; du liebtest mich bis in ben Tod. Sieh', wie mein Aug, o Menschenfreund, des Dantes Chránen weint! 3. Ach, daß ich dich so spåt erkannte, und dich, mein Trost und höchstes Gut, nicht frü her meinen Netter nannte, da doch mein Heil auf dir beruht! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich nicht geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte Ruh' und fand sie nicht; ich hatte mich von Gott gewendet, da brang in meine Nacht ein Licht. Ich folgte ihm, da fchenktest du mir wieder Seelenruh'. 5. Erhalte mich in deiner Gnade, und laß mich nicht Eigne Melodie. 554. Sefu, meine Fren de, bester Trost im Leide, höchstes Gut im Glück: alle meine Triebe richten stets in Liebe nur auf dich den Blick. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nimmer glücklich wer den. 2. Wenn der Sünde Schre. cken Zagen mir erwecken: Jes sus hebet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab um fahen: Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Welt. gericht; freudig, daß ich Jes fum fehe, blick ich auf zur Höhe. 3. Wer ist, der den Glau ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bey der Hölle Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Mitt lers Macht; die fann aller Feinde Wüthen mächtig Ruh' gebieten. Chriftliches Verhalten gegen Gott. 383 4. Lockt nur, Gold und reine Tugend, die er lehrte, Schätze, Ehre sey der Göße durch sein göttlich Leben chrte; der betrognen Welt: mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, vesten Muth ver, band; der feibt bey des To des Sdymerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Graus famkeit ihm fluchten, feine Qual zu mehren fuchten; 5. Weich) des Eiteln Liebe, weicht des Fleisches Triebe: Thoren täuschet ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden; fliehet fern von mir. lleppigkeit, Geiz, Hochmuth, Neid, ihr beschweret das Gewissen: euch will ich nicht wissen. 6. Veichet Sorg' und Zagen! schweiget, bange Klas gen! Jesus ist ja mein. Wenn mein Herz ihn liebet, muß, was jetzt betrübet, endlich mich erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh': Jesuz auch im bångsten Leide bleibst du meine Freude! 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben. 2. Sollt' ich ihn nicht folgsam preißen, der das Heil der Menschen ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, 5. O ich weil' an deinem Bilde gern, erhabner Men. schenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find' ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preißen, sen mir hohe, heil'ge Pflicht; dich, den lies bevollen Weisen, dich der Menschheit Heil und Licht! Nehnlich, Jesu, dir zu wers den, sey mein höchstes Ziel Mel. Wohl mir, Jesu, meine Freude zc. 555. Sefum ewig zu ver auf Erden. ehren, ist mir eine heil'ge Pflicht; feine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werte gibt sein Beyspiel Kraft und Stärke. Mel. Jefus, meine Zuversicht zc. 556. Meinen Jefum lag ich nicht; er hat sich für mich gegeben. Fordert es nicht Dank und Pflicht ihn zu lies ben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß' ich nicht. 384 Christliches Verhalten gegen Gott. 2. Durch ein Herz voll Mel. Dieß ist der Tag der x. Dankbarkeit, wenn ich übe, was er liebes 557. Preiß, Ehr und voll gebeut, halt' ich vest an feiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht. 3. Er nur ist mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wann mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß' ich meinen Jesum nicht. 5. Auch im Himmel ist er mir Leben, Licht und sel'ge Freude; dort belohnt er, was ich hier ihm zu Ehren willig leide. Dort schau' ich sein Angesicht: meinen Jesum laß' ich nicht. 6. Weder Welt, noch Welt luft ist's, was mit Ruhe mich erfüllet; du nur, Jesu, du nur biff's, der des Herzens Wünsche stillet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jefu, laß' ich nicht. 7. Dich, mein Jesu, halt ich vest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr ihn vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: meis nen Jesum laß ich nicht. Dank, Erlöser, dir! dich rüh met meine Seele. Den Fries den Gottes gibst du mir; was ist noch, das mir fehle? Du führst mich deinem Himmel zu; wo ist ein solcher Gott, wie du? 2. Mein Glück ist's, deiner mich zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein höchster Ruhm, dir werth zu seyn; was du gebeutst, zu üben; mein Trost, auf deinen Schuß zu trau'n, und meine Hoff nung, dich zu schau'n. 3. Heil mir, ich bin dein Eigenthum; nichts soll von dir mich scheiden, nicht Wol luft, Güter oder Ruhm, nicht Schmach, nicht Tod noch kei den; du hast mich durch dein Blut erkauft; auf deinen Tod bin ich getauft. 4. Du, der gern Allen Freu de gibt, du wirst mich nicht vernichten; du, der mich bis zum Tod geliebt, du wirst mich gnädig richten; wann Erd' und Himmel untergehn, werd' ich zum Leben aufer stehn. 5. Nicht Trübfal mehr, nicht Leid, noch Schmerz, be trübt dort uns, die Deinen; nicht klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthránen weinen. Du, der für uns sein Leben gab, du trocknest alle Zähren ab. 6. Dort Chriftliches Verhalten gegen Gott. 385 gen! 6. Dort schauen wir und mich Heil und Troft erlan. beten an vor deinem Angesichte; wir, die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder deiner Liebe sehn, und ewig deinen Nuhm erhöhn. 2. Ich streb', o Jesu, himmelwärts; entzünde du doch selbst mein Herz mit Flammen reiner Liebe; damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich faffe, und nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 3. Hier seh' ich zwar dein Angesicht, o göttlicher Erlöser nicht; dort werd' ichs einst erblicken. Doch kannst du hier durch deine Kraft, die müden Seelen Ruhe schafft, mich stårken und erquicken. hilf du, daß mein hier vom Staube mich erhebej mir des Himmels Vorschmack gebe. Jesu, Glaube 4. Gott Vater, o wie preiß' ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Mit dir hat Jesus mich vereint; er ist mein Bruder und mein Freund; was ist, das mich betrübet? Ewig liebt er. Ihn Mel. Wie schön leucht uns der zc. ( 558. Sohn Gottes und Seele, nur zum Freunde, o und dann fürchte keine Feinde. 7. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mich's erwerben; du der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben; gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey. 8. Mit Furcht und Zittern laß mich stets nach deiner Gnade ringen; gib mir den Eifer des Gebets, zu dir mich aufzuschwingen; laß standhaft mich im Stampfe stehn, ge trost den Pfad der Trübsal gehn. 9. So lang ich noch als Fremdling hier in diesem Leben walle, so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle; so dank' ich dir auf Erden schon, und reis ner einst vor deinem Chron. des Menschen Sohn, du, hier mein Trost und dort mein Kohn, des Himmels großer König! Von ganzem Herzen lieb' ich dich. Hab' ich nur dich, so rühret mich das Glück der Er de wenig. Laß mich, bitt' ich, Quell des Lebens, nicht vergebens dich verlangen! Laß 5. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm soll auch unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Nuhm und Wohlgefallen. Singet, singet Jesu Brüder, Freuden. 25 Chriftliches Verhalten gegen Gott. 386 lieder! Gottes Kinder, singt dem großen Ueberwinder! 6. Wie freu' ich mich, o Jes su Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Du endest felig meinen Lauf, und nimmst mich einst zu dir hinauf; ich eil' in deine Hände. Amen! Amen! Ja, ich werde von der Erde freudig gehen, und dein Antlitz ewig sehen. Mel. Schwing dich auf zu zc. 550. Soll ich jetzt noch, da mir schon deine Gut' erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? Mit den Lüften die ser Zeit wieder mich befle cken, und nicht mehr die Se, ligkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bey bir meine Ruh' gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! und ich follte dein Gebot, wie die Sünder hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren laffen? den Müden? den Bedrängten Trost und Ruh'? Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trog dem Grabe, deiner Ewigkei ten Licht zu erwarten habe? 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker ste hen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen? wann der Sich're num zu spåt aus dem Schlaf erwas chet, und der Spotter, der hier schmäht, glaubt, und nicht mehr lachet? 6. O wie thdricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trubsal nicht, nicht Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sunde, Welt und Eitelkeit, und des Fleis sches Triebe, alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, halt auf deine Lehren, laffe keine Macht Mel. Wie schön leucht uns der ic. noch ist mir den Glauben 500. Welch Glück, e wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrüßen! Sie wird mein Vertraum auf dich mir doch lassen müßen. Jesu, dein zu seyn, und hier in deinem Dienst allein mit Freuden sich zu üben! Wer liebt, wie du? Wer rettet mich? Wer gab sich in den Tob für mich? D, sollt' ich Christliches Verhalten gegen Gott. dich nicht lieben! Mein Theil, mein Heil! Dir ergeben sey mein Leben, sen mein Ster. ben, deinen Himmel einst zu erben. 2. Herr, laß mich unerschüttert dein, im Tod und Leben treu dir seyn; dieß bitt' Mel. Seelenbräutigam! Jesu zc. ich bich mit Thränen. Befrey' 561. Wer ist gut wie mich von der Sünde Schmach; ihr Reitz ist groß; ich bin zu schwach, von ihr mich zu entwöhnen. Tröst mich, wenn ich über alles meines Falles dann mich schäme, und zur Gnade Zuflucht nehme! 3. 3war alle, die sich, Je fu, dir ergeben, drückt manch Leiden hier. Es fordert deine Liebe Gehorsam, Demuth, Willigkeit, Verläugnung mancher Eitelkeit, selbst meiner liebsten Triebe. Und sie, die nie Lafter meiden, fast kein Leiden hier empfinden, spotten mein bey ihren Sünden. 4. Doch, wanke, meine Seele, nicht! Gerecht ist Gott und sein Gericht; schau' über's Grab hinüber. Das Glück sen auch dem Sünder hold: die Tugend lohnt Gott nicht mit Gold; ist dir sein Heil nicht lieber? Glaube! bleibe treu, und streite: dir zur Seite hilft die Sünden dir dein Heiland überwinden. 387 Christ; du, der einst starb und ewig ist, lohnst dort mit hoe hern Freuden. Selig, selig werd' ich enden; deinen Häns den, Herr, befehle ich noch sterbend meine Seele! 5. Ja, dennoch bleib' ich, Herr, bey dir. Nichts raubet meinen Himmel mir, nichts kann von dir mich scheiden. Du bist mein Heil; ich bin ein du, Stifter wahrer Ruh'? Jesu, Freund der Menschenkinder, Retter der verlornen Sünder, Licht und Seelen. rub' fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit! zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Erden, warst zur Duldung der Beschwers den unsrer Niedrigkeit liebe. voll bereit. 3. Du hast Schmerz und Noth, selbst den Kreuzestod, von der Sünde schweren Ban. den uns zu lösen, ausgestans den; hast durch deinen Tob uns versöhnt mit Gott. 4. Deine Majestät, König und Prophet, will ich des muthsvoll verehren und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, wann die Welt vergeht. 5. Zeuch zu dir, mein Herz; laß in Freud und Schmerz mich an deine Treue denken, und wann Noth und Furcht mich trånken, o so gib im Schmerz Muth und Trost ins Herz! 6. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer 388 Chriftliches Verhalten gegen Gott. Sanftmuth übe, und wie du die Demuth liebe; Stolz und Rachbegier herrsche nie in mir. 7. Neiget sich mein Sinn gu dem Eiteln hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle! Len ke meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 8. Wecke stets mich auf, daß in meinem Lauf nichts von bir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erfalte. Auf der Tugendbahn führ' mich himmelan. 9. In Versuchungszeit står te mich zum Streit; laß mich wachen, und mit Beten kind lich vor den Vater treten; bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 10. Will der Trübfal Nacht und der Menschen Macht meine bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild be decken. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich acht. 11. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut, alles, und auch selbst mein Leben még fürs Gute willig geben; die fen Heldenmuth gib mir, hoch ftes Gut. 12. Soll's zum Sterben gehn, laß auf dich mich sehn, und auf deine Lieb' und Treue, daß ich mich im Glauben freue, um zu dir zu gehn, um dein Heil zu sehn. Eigne Melodie: 562.Wie wohl ist mit, wenn o Freund der Seelen, ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Trost, mein Licht, mein Heil bist du. Bey dir vergeß' ich meine Leiden; denn, o wie viele hohe Freu. mit dir! Hier ist mein Him. den genieß ich nicht, vereint mel schon auf Erden; wie konnt' ich jemals murhlos wer den? Du, du bist überall mit mir. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getrost, ich trau' auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht rettingslos vers zagen; ich weiß, was du für mich gethan. Tråt' alles wi der mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnå. dig an. rauhen Wegen; doch du bist 3. Hier wall' ich zwar auf meine Zuversicht. Auch Leis den werden mir einst Segen; aus dunkeln Nächten firalt dein Licht. Nur Sünder zits tern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 389 weinen; bald werd' ich ewig felig seyn. schwerden hab' ich den Himmel schon auf Erden; denn 4. Gelobet seyft du, Freund du bist durch den Glauben der Seelen! In deiner Huld, mein. Weg, Welt, mit dei wie wohl ist mir! Du liebest nen Schmeicheleyen! Du haft mich; was kann mir fehlen? nichts mehr, mich zu erfreuen. Ich finde jedes Heil bey dir. Mein Freund ist mein, und In noch so drückenden Be- ich bin sein! Christliches Verhalten gegen uns selbst. Nchtung für Men, re mich das alles meiden, was meinen Menschenrang entehrt; denn jene Welt mit ihren Frenden ist auch des größten Opfers werth. würde vergessen, noch fie je 4. Nie will ich meine hohe entweihn: sie sey mein Adel, meine Zierde! Nie will ich ihrer unwerth seyn. Getreu dem himmlischen Berufe will ich auf Jesu Vorbild fehn, um stets zu einer höhern Stufe des Lichts zu ihm hinanzugehn. schenwerth. Mel. Wie groß ist des All2c. 563. Wie groß ist meis ne Menschenwürde, wie hoch mein Nang schon in der Welt! Dort werd' ich, daß ich selig würde, selbst Engeln Gottes zugesellt. Wie hoch bin ich schon hier erhoben, wie herr lich ist mein Erdenstand! ich kann Gott kennen, ehren, los ben und dort ist einst mein Vaterland. - Selbstkenntniß. 2. Mein Geist, bestimmt noch fortzuleben, wann dieser Mel. Wer nur den lieben Gott zc. leib in Staub zerfällt, wird 504. Wer bin ich? wel. über Sonnen sich erheben, in Wohnungen der bessern Welt. Erinnre mich an diese Wür de, Gott, dessen Hand mich dazu schuf; sie sey mir bey des Lebens Bürde Ermuntrung, Troft und Tugendruf. che wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um mich so, wie ich bin, zu sehn. Wer nicht sich selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 3. Sie stärke mich zu allen Pflichten, zu allem, was dein Wort gebeut; das alles freudig zu verrichten, sen hier für mich schon Seligkeit. Sie leh. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; du schufft mich, Gott, zu deinem Preiß. Mein Leben nüglich anzuwenden, ist Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 390 mein Beruf, und dein Geheiß. Doch leb' auch ich, dein Eigenthum, wie mir's gebührt, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Beweißt es aber auch die That? Ach, öffne du mir mein Verständ. niß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'? 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. rung Lust und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft. liebe. 4. Du kennest meines Her zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind. Drumlaß mich oft und Mel. trag ich bein Bilb? bin ich 505. Du milift es, Gott, du frommer Gott zc. dein Kind? Bewahre mich vor eitlem Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich felbst noch bleibt, wie kann der für sein Bestes sorgen? Was ist, das ihn zur Bessrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. willst err, mein Gott, ich soll mich felber lieben. Hilf denn mir diese Pflicht nach deiner Vor. schrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir einge. Pflanzt, in heil'ge Gränzen ein. 7. Doch bin ich von der Tugend Pfade, der mich zum Leben führt, noch fern, so wecke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernstlich suchen lern'. Gib mir zur Beff. 8. Jch muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. Olaß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Him mel flug, und frey von Bahn und Selbstbetrug. Vernünftige Selbst. 2. Gib, daß mein ganzes Herz fich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Bd. se ernfilich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieh' auch, als ein Christ, was der Vernunft und dir, o Gott, zu wider ist. 3. Kein niedrer Eigenmuß beherrsche meine Seele; und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabey auf Recht und Wahrheit schaun, und nie mein Wohlergehn auf An. drer Unglück baun. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Selbstschågung. 4. Kein Segen wohnt bey dem, der nicht das Unrecht meidet; das kann mein Glück Mel. Wer nur den lieben Gott ze. nicht ſeyn, wodurch mein Näch. 500. Von bir in dieſe ster leidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht, wie könnt' er einst befiehn vor dir, Herr, im Ge. richt! Welt gerufen, stehn, Schö pfer, alle Menschen hier auf vielerley verschiebnen Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir; nie gleich einander an Gestalt, an Neigung, Stăn. den und Gewalt. 5. Nie blende mein Ge müth der Eitelkeiten Schimmer! Die Welt mit ihrer Luft vergeht doch einst auf immer. Was hilft ein flüchtig Glück? Was nuset eitle Pracht? Wo ist ein zeitlich Gut, das stets zufrieden macht? 6. Ein dir ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, dieß, dieß allein kann uns des Lebens Müh' versüßen; dieß bleibt uns auch im Tod, und folget aus der Zeit, wann alles andre weicht, uns in die Ewigkeit. 391 7. O felig, wer darnach mit Ernst und Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beyfall achtet. Der, nur der liebt sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit.lt au 8. Dieß sey mein Ziel, mein Fleiß! O segne mein Bestre, ben; dann werd' ich wahr, haft froh schon hier auf Erden leben; dann nur lieb' ich mich so, wie dir es wohlge. fällt, lieb' über Alles dich, dich, Gott, und nicht die Welt. 2. Nicht Jeder hat was Andre haben: und das ist Gute; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; denn Alle sollen glücklich seyn, und Einer sich des Andern freun. 3. Beglücken, Herr, und glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum, Gott, ist der auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand; und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du thuft's, durch freye Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zu vor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Laß mich in meinem gan. zen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu Andrer Kränkung überheben, verken. nen nie der Demuth Pflicht; nicht blos auf meinen Vor. 392 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. zug sehn; nicht Andrer Gaben stolz verschmähn! 6. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie nie. brig sie auch seyn; sie können meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keiner meines Glücks sich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringern gern erkennt und schätzt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! denn Bescheidenheit ist aller Stände Herrlichkeit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Neiß, Liebenswürdigkeit und Werth, und Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt; denn Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 9. Gib, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: Laß vom Stolze rein, uns Alles brauchen, was wir haben, uns mit einander zu erfreun! Dann werden all' in deinem Reich an Seligkeit einander gleich. habe, vor Stolz und Ueber. muth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nach ster, nüße: wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, be fize: wer gab mir ihn, als dü? 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, be gegnet: bin ich dein beffrer Knecht? Gibt deine Gutig. keit, die mich vor Andern seg. net, mir wohl zum Stolz ein Recht? 4. Wenn ich, geehrt und groß, in Würden mich erbli cke: Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft, bey seinem kleinern Glücke, viel würdiger als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben, und meines schwachen Lichts? Was ich besitz', ist dein! Du sprichst; so bin ich Leben: du sprichst; so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das Ge deih'n und jede gute Gabe, von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth! Eigne Melodie. Sorge für die Seele 567. Was as ist mein Mel. Erschienen ist der herrlich 2. Stand, mein Glück, und je 508. Erwache, Sohn de gute Gabe? Ein unverdientes Gut. Bewahre mich, der Ewigkeit! entreiße dich Gott, von dem ich Alles ber Dunkelheit, und firebe Christliches Verhalten gegen uns selbst. 393 Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit! du wirst mich er. freun, und mich zum Anschaun Gottes weih'n in Ewigkeit. mit entzücktem Sinn, zum ho. hen Ziel der Weisheit hin! Mensch, du bist Geist! 2. Die Tausend Wunder seiner Welt hat Gott umsonst nicht aufgestellt; mit Forscherblick sollst du fie sehn, und ihres Schöpfers Ruhm erhöhn; du, Wunder selbst! 3. Gott lenkt mit Weisheit, was er schuf; und dir ertönt der innre Ruf: beacht' es, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt, in Macht und Huld! 4. Erkenne, was die Menschheit ehrt, und reine Freuden ihr gewährt. Erhebe deines Geistes Blick vom wandelba ren Erdenglück zum höchsten Gut. 5. Dich selbst, dein Stres ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und wandle, blin. dem Wahn entflohn, im Lichte der Religion; es stralt aus Gott. 6. Es leuchtet dir auch; fen ein Christ! Dann wird dirs klar, was Wahrheit ist. Dir stürzt des Aberglaubens Reich; es schwingt dein Geist fich, Engeln gleich, zum höhern Licht. - 7. Weisheit, Weisheit, leite mich! ich bin ein Christ, und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 8. Mag jeder Reiß der Welt verblühn; mag dieses Mel. Allein Gott in der Höh' ic. 509. Nach meiner See. le Seligkeit soll ich hier eifrig streben; drum will ich, Vater, meine Zeit in Leichtsinn nicht verleben. Wie könnt' ich sonst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf sein Verder. ben sehen; wann man nicht sündigen mehr kann, dich um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in dei nem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; so laß denn schon auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Gib dazu Weisheit, Lust und Trieb! Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich dir nicht aufopfre. 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mir's? kann auch die Welt, mit allem was sie in sich hält, mir dei. ne Huld ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir 394 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Troff und Freudigkeit auch mag Fleisch und Blut in allem felbst im Tode geben? Nicht übel oder wohl gefallen. Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur deine Gnade, nur ein Blick in jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dins gen trachten, und, ist die Welt mir hinderlich, die Welt mit Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht vor dir besteh', sey meine größte Sorge. 3. Ihr habt Ürfach zu be. kennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt; und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja daß außer seiner Gnade, in euch nichts, denn Seelen. schade. 4. Selig, wer im Glauben fåmpfet, selig, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dampfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Chris Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Him. mel will ererben, muß zuvor mit Chrifto sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern tråg' und lässig seyn, eure Neigung zu Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. bezwingen, so bricht eure Hoff ein; ohne Streit 570. Schaffet, schaffet, und scrieg folger niemals rech. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstützest? O stårte mich, mein Gott, dazu! so find' ich hier schon wahre Nuh', und dort ein ewig keben. Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärt'ge Zeit; sondern schauer über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemuhet euch auf Erden, wie ihr könnet selig werden. 2. Daß nur dieses msg' geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut, und desselben Neigung gehen; sondern, was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Nichtschnur seyn, es ter Sieg: wahren. Siegern wird die Krone nur zum bey gelegten Lohne. 6. Mit der Welt fich luftig machen, hat bey Christen keine Statt: fleischlich reden, thun und lachen, schwächt den Geift und macht ihn matt. Ach, bey Christi Kreuzesfahn' geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechen Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gett stets tragen, denn er kann mit keib und Seel' uns zur Höllen Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 395 niederschlagen; er ist's, der Weisheit sey; meinen Fleiß des Guten Quell, und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. D so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt ihr, Christus Glieder, die der Geist des Höchsten regt, in den Kreuzestod darnieber, was zum Bdsen euch bewegt. Hauet Hånd' und Füße ab, was euch argert, fenkt ins Grab, und denkt mehrmals an die Wor, te: dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde, und daben auf Jesum sehn, bis ich seinen Benstand finde in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh' doch nicht mit mir Ar. men ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen, Gott verfiegle das in mir; auf daß ich in Jesu Na men so den Glaubenskampf ausführ'. Er, er gebe Kraft und Stark', und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Streben nach Weisheit und Tugend. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 571.. ehr', o Gott, mich recht bedenken, was die wahre darauf zu lenken, siehe mir aus Gnaden bey. Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hålt, fördert nicht mein Wohlergehen, und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's mit Ernste trachten, sich von Mängeln zu befreyn; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendunkel scheun; oft auf seine Fehler fehn, reuig fie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Beffrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 3. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Neu' das Herz beschwert, fern sich hals ten von den Freuden, die der Sünde Dienst gewährt; eiteln Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genusfe flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; stets nach bessern Gütern trachten. 4. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel er sehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern nach Gottes Billen thun; froh in seiner Fü gung ruhn, leidend durch Ge duld ihn ehren, nicht im Gra. me fich verzehren. 5. Weisheit ist es stets be. denken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dorthin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt auf das wahre Vaterland richten, und Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 396 mit Ernste streben, für die Ewigkeit zu leben. 6. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittler huld vertraun; glaubig seine Stimme hören, und auf sei nen Wandel schaun. Solche Weisheit fommt von dir; Herr verleihe fie auch mir; laß fie mich zu allen Seiten auf des Friedens Wege leiten. 2. Ich soll kein Ulebel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterzie hen; foll mit Entschlossenheit da, wo Gefahren sind, aus Pflicht Gefahr nie scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampfund Sieg gewinnt. laß, Herr, mich achtsam seyn; laß mich die Eigenliebe und jeden Dunkel scheun. Will Wollust, Zorn und Geiß mein schwaches Herz berücken, hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reißz. Selbstbeherrschung. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 572. Mich selbst muß Mel. Wie groß ist des Allm.. ich bezwingen, um dir, Gott treu zu feyn; bas Gute zu 573. Schwer ist der vollbringen, der Sünde Lust zu scheun, muß ich mit Christenmuth den Kampf der Tus gend wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrschung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte! wie stark die Leidenschaft! Du, Vater, kannst allein zu meinem treuen Etreben mir Much und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Auf jeden meiner Triebe 5. Auf dich nur will ich se. ben; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bes stehen, er sen mir noch so schwer. Du unterstützest mich, mich selber zu bekämpfen, der Lüfte Macht zu dämpfen; ich fiege, Gott, durch dich. Kampf! denn nur errungen will jeder Preiß der Tugend feyn; wer bis zum Ziele durchgedrungen, kann sich der Siegeskrone freun. Hier ist der Kampfplatz jeder Tugend ,. das angewiesie Uebungsfeld; hier, wo das Alter, wie die Jugend, wankt, strauchelt, und gar öfters fällt. 2. Schwer ist es, Lüste zu besiegen, für die das Herz empfänglich ist, das, oft ge neigt, sich zu betrügen, schon wählt, eh' sich der Geist ent schließt. Es strömt die Lust durch alle Sinnen ins offne Herz und siegt geschwind!- Schwer ists, den Sieg dazu gewinnen, wo in uns selbst die Feinde find. 3. Die Tugend soll der Macht der Sinnen, dem Spott Christliches Verhalten gegen uns selbst. 397 der Welt, der Eitelkeit der schaft, Herr, verbinde uns in Siege schwersten abgewinnen: ein großer, aber edler Streit! Sie soll die feinsten Lieblingsfunden erregter Leidenschaften Macht, und böse Wünsche überwinden, schon früh im Herzen angefacht. dem Kampfe wider jede Sunde, daß der Versuchung keiner unterliege, daß jeder siege. 3. Laß ihren Eifer in der Tugend Werken mich sehn, und meinen Fleiß und Eifer stärken, um nicht, wenn sie dein Werk mit Eifer treiben, zurück zu bleiben. 4. Wahr ist es: ach! nicht leicht errungen wird hier des Sieges Krone seyn; und doch ist's Tausenden gelungen, die nun sich ihres Sieges freun! Verzage drum nicht, edler Streiter! Schwer ist dein Kampf, doch groß dein Lohn. Ermanne dich, und bringe weiter, bis zu des größten Siegers Thron. 4. Laß mich mit Lust den Rath der Weisen hören, und mache sie geneigt, mich zu bes lehren; und, brauch' ich Trost, mich, ihren Miteriößten, mits leidig trösten. 5. Daß sie mich liebreich warnen, eh' ich falle; und mir's entdecken, wenn ich richtig walle, wie ich der wahren Tugend Hindernisse bes siegen müsse. 5. Ja, ring' ihm nach dem Sieger! streite, bis du die Krone einst erringst, und an des Ueberwinders Seite Triumphgefange feyernd fingst. Dort wehen einst der Sieger Pal men, hier übt die Tugend sich im Streit; dort schallt dein Lob und ihre Psalmen von Ewigkeit zu Ewigkeit. 6. Sind wir nicht darum deine Kinder, Brüder; und alle, Vater, Eines Leibes Glieder, daß wir, um Einen Himmel zu besitzen, einander nüßen. 7. Nur darum laß, Erbar. mer, uns zusammen einander stets zur Tugend mehr ent flammen; und so vereint, o laß es uns gelingen! zum Himmel dringen! Umgang mit guten Menschen. Mel. O liebster Jesu, was haft zc. 574. In beiner Liebe, Einsamkeit. Gott, nicht zu erkalten, will Mel. Gott des Himmels und zc. ich mich fiets zu deinen Stin. 575. Sa, zur Stille will dern halten; durch sie erleuchtet, freudiger mit ihnen nur dir zu dienen. ich fliehen, will durch Einge. zogenheit dem Geräusche mich entziehen, das mich sidret und 2. Der Heiligung Gemein Christliches Verhalten gegen uns selbst. 398 zerstreut; ruhig will ich und allein, Gott, mit dir beschäf, tigt seyn. 2. Nicht aus Wahn, noch Aberglauben, oder mir aus Eigenfinn; nicht, der Welt den Fleiß zu rauben, den ich Brüdern schuldig bin; weder wild noch menschenscheu; nicht aus Stolz und Gleißnerey. 3. Nur zu prüfen mehr im Stillen, wie entschlossen, wie getreu, deinen Willen zu erfüllen meines Herzens Vor, sey; ob, von niedrer Selbstsucht fern, ich dir redlich dien' und gern? 6. Wohl mir, Gott, denn ich gewinne dann für meine Vilgerschaft über alle meine Sinne mehr Gewalt, mehr Licht und Kraft; deiner Gnade mir bewußt, mehr zum Guten Muth und Lust. willst, zu thun; hab' auch dann durch deine Huld in der Trübfal mehr Geduld. 7. Wenn, in dir geweihter Stille, meine Leidenschaften ruhn, werd' ich vester, strebt mein Wille froher, was du 8. Und so kehr' ich, theure Brüder, freudiger zu dem zu rück, was mein Amt ist; lebe wieder unter euch für euer Glück; um euch nützlicher zu seyn, um mich auch mit euch zu freun. 4. Jeder Täuschung dann entriffen, seh' ich näher, Gott, mein Ziel; freyer sieht auch Gewissenhaftigkeit. ftes ze. mein Gewissen, wo ich siegte, Mel. Herr Jesu Christ, du höchs mo ich fiel; stärker flammt mein Herz sich dann zu der Tugend Kämpfen an. 570. 5. Mehr empfind' ich deine Liebe, wo mich kein Geräusch zerstreut, stärker deines Geistes Triebe, mehr der Zukunft Herrlichkeit; heller feh' ich dein Gericht, mehr die Wür. de meiner Pflicht. 9. Aber meine Seel' erhe bet nur zu dem, was sie er. kohr, zu dem Himmel, dem fie lebet, sich mit leichterm Flug empor, daß, von jeder Bürde frey, sie nun bald ganz selig sey. welch ein uns schäßbares Gut ist doch ein rein Gewissen! Besitz' ich das, so hab' ich Muth, wann An. dre zagen müssen. Dann zits tert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Ge richt; ich habe Gott zum Freunde. 2. Herr, deines Beyfalls mir bewußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in meiner Brust, und wer ist, der mir schade? Ich seh' auf dich in jeder Noth, womit die Zukunft mich be droht; mich träftet deine Liebe. 3. Und ob ich auch oft Lå sterung und Schmach hienie. den dulde; so ist mir's doch Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Beruhigung, daß ich sie nicht verschulde. Erhalt' ich mein Gewissen rein, und meid' ich auch des Bösen Schein; dann wirst du, Herr, mich schüßen. 4. Ich sehe mit Zufrieden, heit der künft'gen Welt ent gegen; sie gibt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort macht, Wahrhaftiger, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund, dort wird der Fromme siegen. 5. Bewahre denn, o Vater, mir ein unverletzt Gewiffent. Nie werde dieses Kleinod hier durch Sünde mir entrissen. Dein heilig Recht nie zu entweihn, und deiner Huld gewiß zu seyn, sey meine größte Sorge. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als Stimme Gottes ehren; laß mich mit Widerwillen nicht auf seine Warnung horen. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deinem Beyfall trd ste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte fich, und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer stets reines Herzens ist, nur der kann, als ein wahrer Christ, sich deines Beyfalls freuen. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 577.3um um Trost in mei nen Kümmernissen, zum Licht 399 auf meiner dunkeln Bahn gab mir der Schöpfer das Gewissen; es zeigt mir jeden Jerweg an; es ist ein herrliches Gericht, durch das die Stimme Gottes spricht. 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden, und wäre Frevels mir bewußt; es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Brust! O je. des Kleinod gåbest du bei ih. ren Qualen hin um Ruh'. 3. Und ob ich über's Meer entflöhe, und eine grause Wiste mir zu meiner Wohnung ausersähe; ein bös Gewissen folget mir. Kein Jauchzen kann es überschrein, kein Bild der Wollust schläfert's ei.. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann; sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, treu hab' er seine Pflicht gethan; der höher als den Ruhm der Welt, ein freu diges Gewissen hålt! 5. Es lehrt mich, wann ich schuldlos leide, Geduld, auch in der größten Pein; ein dürf tig Glück, die kleinste Freude, wird mir, mit ihm, Entzücken seyn. Der Friede wohnt in meiner Brust, bin ich mir Böses nicht bewußt. 6. Und einst, wann ich vol. lendet habe, wann Todes Nacht mein Auge deckt; wohl meinem Herzen dann am Grabe, daß mich kein innrer Nich ter schreckt! Dann, Trost der 400 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Unschuld, führest du mich eis und voll Hochmuth schmet. nem ew'gen Frieden zu! cheln. Wachsamkeit. 6. Aber bet' auch stets da bey, bete bey dem Wachen! Gott muß dich von Trägheit frey und behutsam machen. Er Munterkeit auf Eigne Melodie. 578. Mache dich, mein dem rechten Pfade durch er betne Gnade. Geist, bereit! wache, fleh' und bete! Schlummre nicht in Sicherheit; du erwachst zu spåte, wenn die Noth und der Tod dich vielleicht in Sünden unbereitet finden. 2. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prufungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt dem es daß er ficher stehe auf der Tugend 570. Nich Höhe. 3. Wach'! sonst bringt des Feindes Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du fchläfrig bist, leicht dich über winden. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung falleft. 4. Wache! daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fållen, die dir Netze stellen! 5. Wach' und hab' auf dich wohl acht! Trau' nicht dei nem Herzen! Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. es ist voller O List, kann sich selber heucheln, 7. Nun so will ich immer. dar wachen, flehn und beten, und vermehrt sich die Gefahr, brünstiger noch beten. In der Noth, selbst im Tod, werd' ich froh bestehen; Gott wird mich erhöhen. mel. Wer nur den lieben Gotte. icht, daß ich's schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, bas strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Befferung ist Tugend; oft ist sie nur ein Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, ficht Christliches Verhalten gegen uns selbst. 401 sieht unser Stolz für Tu. Wir werden im Geräusche gend an. 4. Oft ist die Aendrung deis ner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht qualen, und dampfft sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiß, dein Stolz wird Wollust, oder Geiß. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe, erweckten dir so manchen Feind; du wirst behut, sam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen stren gen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; drum auch bescheiden? Liebst Mäßig. keit; drum auch Geduld? Du dienest gern, wann Andre leis den; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Las stern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sen nicht vermessen! Wach' und streite; denk' nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicher. heit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall! 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreyt; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. Mel. An Wasserflüffen Babyl. 26. 8. Oft denkt, wann wir 580.Wenn ich, o Gott, der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. von dir geführt, auf deinen Wegen wandle; wenn ich durch deinen Geist regiert nach dei26 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 402 nem Willen handle; wenn mir mein Herz das Zeugniß gibt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut der Erden: so kann ich dieser Seligkeit durch Stolz und durch Vermessenheit, gar leicht verlustig werden. 2. Wie bald erliegt ein sichrer Sinn, bekämpft durch seine Lüfte; sieht ruhig auf Gefahren hin, wovor er zittern müßte. Vollkommen glaubt er schon zu seyn; benkt, diese Sünde sey nur klein, und jene Pflicht nicht wichtig: nun ist er seinem Falle nah, fällt un. vermerkt, und glaubt noch da, er wandle vest und richtig. 3. So schwach if, herr, 581. Bestimme meinem ist, der Mensch! so bald zur Sünde fortgerissen; sein Eifer wird gar leichtlich kalt, nachgebend sein Gewissen. Weh' ihm, wenn er vermessen ist, wenn seine Schwachheit er vergißt, in sich nur Stärke siehet! Der Irrthum und die Sinnlichkeit besiegen ihn in kurzer Zeit, wenn er nicht wacht und flie, het. 4. Drum lehre mit Behut famkeit auf meine Bahn mich schauen, laß nie mich, Gott, in Sicherheit auf meine Tu gend trauen. Wenn mich Verfuchungen bedrohn, so zeige sie von fern mir schon, daß ich mich zeitig rüste. Bedachtsam wende sich mein Blick auf diese Welt, auf Zeit und Glück, und auf die Macht der Lüste. 5. So werd' ich, Gott, von dir geführt auf deinen Wegen wandeln, durch deinen guten Geist regiert, nach deis ner Vorschrift handeln; ich werde nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Ver. messenheit, von deinen Rech, ten weichen. Heil allen From men! Heil auch mir! Wir werden, Preiß und Dank sey dir! des Glaubens Ziel er reichen. eiser Gebrauch der Zeit. mel. Befiehl du deine Wege zc. Pfade, Herr, wie du willst sein Biel! Du schenkest mir der Gnade, auf kurzem Weg auch, viel; du, Vater, gabst das leben, und dein Rath weiß es wohl, was er dem Kinde ge ben, wie lang es leben soll. 2. Jm hellen Sonnenglanze, im sanften Morgenlicht, im bunten Blüthenkranze, den uns der Frühling flicht, im gold, nen Fruchtgefilde, und in des Winters Ruh', sprichst du mit Vatermilde dem Menschen freundlich zu. 3. Wer überall dich findet, f du, höchster, groß und gut, auf dich sein Hoffen gründet, und seinen Trost und Muth, dem wurde mehr gegeben in engbeschränkter Zeit, als auch Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 403 das långste Leben dem Un- Mel. Wie groß ist des Allm. xc. dankbaren 4. Daß wir vereint mit Un- 582. Cilt furge Tage dern, in Frieden, Hand in meines Lebens! eilt in dem Hand das Erdenthal durch, schnellsten Flug dabin! Ich wandern ins beffre Vaterland, weiß, ich lebe nicht vergebens, daß Recht und Lieb' und Treue, weil ich dereinst unsterblich in aller Freud' und Noth, uns bin. Sie fliehn, die kurzen für den Himmel weihe, das, Augenblicke, wie süße MorgenHerr, ist dein Gebot. träume fliehn; und jeder ist mir doch zum Glücke der gan zen Ewigkeit verliehn. 5. Wer deine Stimme hd ret, auf deine Weisheit traut, stets, wie es Jesus lehret, hinauf zum Himmel schaut, und nach des Geistes Frieden mit regem Eifer strebtwohl dem! der hat hienieden stets lang genug gelebt. 2. Wie kurz ist meine Pil gerreise hinüber in das Vas terland! Doch dieß ist Wohl. that, dieß ist weise Regierung einer Vaterhand. Nah' ist vielleicht der Wallfahrt Ende, und nah' am großen Ziel mein Lauf; dann eil' ich in des Vas ters Hände zu seiner Herrlichkeit hinauf. 6. Um fünft'ger Tage Mor, gen will ich nicht ängstlich flehn, und nicht mit bangen Sorgen hinaus ins Weite sehn; bis sich die Augen schlieBen, das Gute freudig thun, das Gute froh genießen, und dir ergeben ruhn. 7. Du läsfest jetzt mich leben, ich fülle diesen Tag mit dir geweihtem Streben; so folgt ihm Friede nach. Der Tag kommt nimmer wieder; ich will mich heute freun, und was euch nützet, Brüder, in treuer Kraft euch weihn. 8. Der du die Sterne führest am Himmel auf und ab, auch meinen Lauf regierest du, Vater, bis ins Grab; du schenkest Gnad' auf Gnade, du rufft der bessern Welt; o setze meinem Pfade sein Ziel, wie dir's gefällt! 3. Was ist alsdann dieß Erdenleben mit aller seiner schweren Pein? Wie froh wird fich mein Geist erheben, und seiner Seligkeit fich freun! Wie kurz ist dieses Lebens Dauer! Vielleicht, daß bald die Stimde schlägt, da sich des nahen Todes Schauer in allen meinen Adern regt. 4. Wohl mir dann, wenn ich keine Stunde verschwen. det von der kurzen Zeit; wenn ich mit dem verliehnen Pfun de gewuchert für die Ewigkeit! Früh oder spät mag fie dann schlagen, die Sterbes glocke; sie befreit von jedem Schmerz, und ohne Zagen er. wart' ich Tod und Ewigkeit. Christliches Verhalten gegen uns selbst. 404 5. Sie ist mir Ruf zu hoher Wonne in einer Welt voll Troft und Licht, wo nichts den Mittagsglanz der Sonne des neuen Tages unterbricht. Dann zähl' ich nicht mehr Tag und Stunden; mein Maasstab ist die Ewigkeit, und mein Gefühl, der Erd' entbunden, des Himmels ganze Seligkeit. Me I. Wer nur den lieben Gott zc. 583. G s eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herben. Er. kauf die Zeit! Und, statt zu Flagen: fie fen zu kurz, gebraucy' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht. 2. Getäuscht von Tand und Eitelkeiten verfehlst du deines Lebens Ziel; verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten; haft du der Jahre noch so viel? Wer kann dir dafür Bürge seyn, der nächste Morgen noch sen dein? Ende war auch fern: sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neugeschenk, ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht; sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freum, mein Leben ganz der Tugend weihn! 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gånnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnas den mir noch diesen Tag. Wie viel ist jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in gotts gefälligen Geschäften die Pil gertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: dit nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn bey meinem Ende vernimmst du, meine Seele preißt dich sterbend noch, in deine Häns de befehl' ich, Vater, meinen Geist! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hülle fällt. 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du des kurzen Lebenszeit als theure Saatzeit weislich nüßen, und thun, was bir der Herr gebeut. Er ruft mit hohem Ernst dir zu: Sieh', Eins ist noth! Was du? Mel. Jesu, Jefu, komm zu 2. 4 Drum eil', errette deine 584. Menschen, euer Le 4. Seele, und denke nicht: ein andermal! Auf! sammle dich! und überzähle der Menschen tage kleine Zahl. Gesetzt, dein ben eilt. Ohne Rast und un verweilt fließt sie hin die kurze Zeit, in das Meer der Ewigkeit. V Christliches Verhalten gegen uns selbst. 405 2. Nehmt auch Stunden getreu, dir zum Preiß und mir wohl in Acht! Wirket Gutes! zum Glück, nüße jeden Augens denn die Nacht, da man nicht blick. mehr wirken kann, kommt, und rückt oft schnell heran. 3. Jetzt noch ist der Tag des Heils; trefft die Wahl des bessern Theils. Stellt euch dieser Welt nicht gleich, send an guten Werken reich. 4. ihr Zeit Mel. Wer nur den lieben Gott ze. traumt, fie reager Ruh vers 585.D bag von meinen säumt, fie in eitlem Tand ver. derbt, weh' alsdann euch, wann ihr fierbt! 5. Der Versäumniß eurer Pflicht folgt im göttlichen Gericht, wann der Tod euch hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Aber so ist nicht der Christ; weise lebt er, und vergißt nicht der nahen Ewig, keit, und nützt sorgsam seine Zeit. 7. Jede Stunde, da sein Geist sich der Erde mehr entreißt, bringt ihm, flieht sie gleich dahin, einen ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, die er nützt, Waisen hilft und Wittwen schüßt, Arme speißt, die dauert dort stets in ihrem Lohne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und des Frommen Thätigkeit täglich, Gott, vor Augen seyn, daß ich Trägheit lerne scheun. 11. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit, und empfang' vor deinem Thron, meiner Arbeit Gnadenlohn. 10. Steh' mit deiner Kraft mir bey, daß ich meiner Pflicht Lebenstagen doch keiner ganz verloren sey! Verlorne Stunden, ach, sie nagen das Herz zu spät mit Gram und Reu', und den entwichnen Augens blick bringt Reue nicht, nicht Flehn zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir werth und theuer seyn; laß mich die Zeit, die du zum Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Luft der Eitels keit, die doch zuletzt das Herz bereut. las mich Werke der Tugend 3. Noch ist es Tag; jetzt laß wirken; denn die Nacht, wo Niemand wirkt, kommt bald; es stärke zum Tugendfleiß mich Wie viel ist deine Macht. noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 4. Wie schwach ist noch mein Herz, wie schwanket es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, wanket der Bruderliebe Sinn in mir! Wie viel ist noch für Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 406 mich zu thun! und ich, ich follte jetzt schon ruhn? 5. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenützt vorbey! Ich schwör' es, Gott! mit Herz und Munde- erhalte mich dem Schwure treu!- dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sey jeder Augen blick geweiht! 6. Geht dann mein Tagewerk zu Ende, und ist am Biele nun mein Lauf; so heb' ich freudig meine Hände zu dir, mein Gott und Vater, auf, und ruf: Es ist voll bracht; nicht mein, dein sey der Ruhm, die Ehre dein! Doch, ach, was ist das Leben werth, wenn es nicht unsre Tugend mehrt? 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Lebens Werth versteht; er nähert fruher sich der Bahre, als er ben Weg der Tugend geht. 4. Nicht eine Stunde will ich müßig, verdrossen nie zur Arbeit seyn; kein Augenblick ist überflüssig: drum soll mir jeder wichtig seyn; denn ein Verlust, zu spät bereut, ist der Verlust der edlen Zeit. 5. Von jedem meiner Le benstage, Gott, forderst du einst Rechenschaft. Drum sey an jedem meine Frage: Volls bracht' ich ihn auch tugends haft? und jede Stunde meis ner Zeit sey dir und meiner Pflicht geweiht. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Sorge für Leben und 580.Wo eilt ihr hin, Gesundheit. ihr Lebensstunden? Ach, edlé Mel. Wer nur den lieben Gott x. Zeit, wo fliehst hin? Wie viele Tage sind verschwundene 587. Des Leibes ware feit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit floß schon ins Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus dei nem Schlummer; auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sey dein Gram, dieß sey bein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich. Den ungenüßten Augenblick bringt Feine Reue dir zurück. ten und ihn nähren, dieß ist, o Schöpfer, meine Pflicht; durch eigne Schuld ihn zu zers stören, verbietet mir dein Üns terricht. Ostehe mir mit Weiss heit bey, daß diese Pflicht mir heilig sey! 2. Sollt' ich, o Herr, nicht theuer schätzen, was deine Hand mir anvertraut? den wundervollen Bau verlegen den du, mein Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein; wie dürft' ich sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu be schützen, gibst du mit milder Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 407 Vaterhand die Mittel uns, lich Leben? Wozu ist mirs daß wir sie nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu Elein; wie sollte sie denn uns es seyn? gegeben? Es ift, herr, dein Geschenk! Ich lebe, um auf Erden zum Himmel reif zu werden; deß sey mein Herz stets eingedenk! 4. Gefunde Glieder, muntre Kräfte sind mehr als alle Schäße werth. Wie leiden des Berufsgeschäfte, wenn Krankheit unsern Leib beschwert! Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein froher Muth? 5. Drum gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlsenn stört; daß nicht, wenn ich je Schmerzen leide, mein Geist den innern du bift Storer deiner Nub'; dit selbst zogst dir dein Leiden zu! 6. Doch niemals will ich übertreiben, was auf des Lei bes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleiben, die bein Gefeß mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein mein Wunsch und meine Sorge seyn. 7. Mein größter Fleiß auf dieser Erde fen meiner Seele, Gott, geweiht, daß sie zum Himmel weise werde, und reife zur Vollkommenheit! Vergänglich ist der Leib von Staub; mein Geist wird nie des Todes Raub. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, werd' ich mich ihrer freun. Je långer ich hier lebe, und, gut zu handeln, strebe, je reicher wird die Erndte seyn. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? Gib, Herr, daß mir, im Glauben der künftgen Erndtezeit, mein Leben auf der Erde so werth und wich tig werde, wie mir's dein heilig Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verfürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefst mich ins Leben; dir soll ich's wiedergeben, wann du gebeutst, doch früher nicht. 5. Die Luft, die leicht be thoret, des Lebens Kraft zerstöret, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch laß mich auch nicht zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. Was nüßt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend firebt? Wer Gott und Mentel. In allen meinen Thaten zc. fchen liebet, im Guten treu sich übet, nur der hat lang h 588. Was ist mein zeit, und wohl gelebt. Christliches Verhalten gegen uns selbst. Måßigkeit. mer reicher Nehren im Son Mel. Wie groß ist des Allm. 2c. mer dir entgegen blinkt, so oft im aus 589. Gott will, wir ren Weinhügeln Gottes Se gen winkt. follen uns der Jugend und jeder Zeit des Lebens freun: denn selbst die Fröhlichkeit ist Tugend, nur, o mein Herz genieße rein! Genieß' der Freuben dieser Erde, Gott will's! Nur hute dich, mein Herz, daß keine Lust dir Unluft werde und niemals deine Freude Schmerz. nie genieße die Freude ganz 5. Freu' dich der Welt, doch allein für dich; getheilte Luft ist doppelt süße, und höh're Wonn' erfüllet dich, wenn deis nen von deiner Brüder Auge ne Hand des Kummers Thrá nen von deiner Brüder Auge wischt, und, die sich nach Er. quickung sehnen, durch einen Labetrunk erfrischt. 408 2. Brich jede Blume, die des Lebens verschlungne Pfade für dich schmückt! Sie blüht und duftet nicht verges bens; nur der ist weise, der Entzücken die Schöpfung Gots 6. Dann blüht mit süßerem tes um dich her; es gibt dir stärkendes Entzücken die Luft, von Blumendüften schwer; fie pflückt! Umsonst blüht nicht. dann gießt wohlthätiger die die Rosenlaube, der Gärten Schönheit jedes Jahr; und nicht umsonst färbt sich die Traube, fie beut dir ihre Freuden dar. Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird der Schöpfung Wonne durch das Bewußtseyn guter That. 3. Gott füllet feine schöne Erde mit neuem Segen jedes Jahr, daß sie der Freude Schauplatz werde, für seine Menschen immerdar. Thal, Hain und Flur ruft uns entgegen: Gott liebt die Men schen, die er schuf; genießt, genießt von seinem Segen! tönt überall der Schöpfung Ruf. beschieden, doch so, daß nie 7. Genieße, was dir Gott dein Herz vergißt, daß auch die reinste Lust hienieden nur Vorbereitungsfreude ist; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, geschaffen ist; genieße mäßig, weif, und werde der höhern Freuden werth, als Christ. Mel. Nun danket alle Gott. 4. Folg' diesem Ruf, und nimm Freude mit frohem Sinn, die Gott bir beur; 500. Herr, deſſen Bas freu' dich, so oft im Blumen Fleide sich rings um dich die Flur erneut, so oft der Schime terhuld uns so viel Lust bereis tet, wie selig ist der Mensch, der, gern von dir geleitet, mur Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 409 dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und jede Lust verschmäht, die dir nicht wohlgefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, anbetend sich erhebet; wenn er mit Eifer strebt, Gott, deis ner werth zu seyn, und dieß ihn fähig macht, sich deiner Huld zu freun! 3. Wie selig, wenn er stets der Erde kurze Freuden mit weis ser Vorsicht wählt! Ihr Ulebermaß wird Leiden, und hinterläßt oft Neu', oft Kummer el. Wer nur den lieben Gott zc. 7. Des Zweckes eingedenk, zu welchem ich geboren, geh' mir kein Freudentag ganz ungenügt verloren. Erholung sey er mir; er stårke mich mit Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. 6. Drum sen die Unschuld fiets Gefährtin meiner Freu. den. Dem Schwelger will ich nie sein blendend Glück beneiden; was mir an Reich thum fehlt, erfest Zufrieden heit; das schönste Lebensglück gibt stille Häuslichkeit. 8. Nie soll durch meine Luft der armre Bruder leiden; der Tag, der mich erfreut, erfüll' auch ihn mit Freuden, dann deiner Güte freun, und süß darf ich mich getrost, Gott, wird mir davon einst die Erinnrung seyn. te schenkt ein heiliger Genuß. 501. Wie mannichfal 4. Verleih', Allgütiger, daß meine schwache Seele, wann sie nach Lust sich sehnt, nie solche Freuden wähle, die spåter mich gereun; es schlage meine Brust, zu meinem eignen Wohl, nur für die reine Lust. 5. Daß leerer Zeitvertreib nie meine Tage tödte; daß fromme Tugend nie bey meinem Scherz errsthe! Denn nach vollbrachter Pflicht darf ich mich zwar erfreun, doch keinen Augenblick dem Dienst der Sünde weihn. tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, uns ju laben, so viel des Guten uns ge zu währt! Ja, alles, was ber Mensch genießt, beweißt, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Du fegneft Auten und Ges filde mit unerschöpfter Fruchts barkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahrerneut, damit der Mensch, von Sorgen frey, sich sättige und dankbar sey. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, gibst uns auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott. Wie groß, zum Wechs sel im Genuß, ist deiner Ga ben Ueberfluß! 410 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 4. Drum will ich måßig im Genusse der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von meinem Leberflusse durch nie dre Schwelgerey entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis und Trank den Leib beschweren ist straf bar, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinn lichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht träge zum Berufsgeschäfte, und hemmt des Geistes Thas tigkeit. Drum laßt uns die fes Lafter scheun; laßt mäßig uns und nüchtern seyn! läßt sie uns gelingen. Was unser Fleiß hier unternimmt, wird, wenn's mit seinem Wil len stimmt, nicht ohne Forts gang bleiben. 2. Nie müßig seyn soll meis ne hand, das freudig zu ver, richten, wozu mich Kraft, Be ruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten! Dann wird mir seine Gutigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir nüßet, geben. 3. Drum gib, daß ich, o Gott, auf dich bey meiner Ar beit fehe. Mit Licht und Weis heit segne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reichs Gerechtigkeit, nach Tu gend und Vollkommenheit laß, mich vor allem trachten. 4. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit allen Erns ste meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden in meis nem Stande thätig sey. Dein Segen krone meine Treu', daß sie auch Andern nutze! 5. Sey überall, o Gott, mit mir! Die Werke meiner Hån de befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preiß, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge. 7. Uns den Genuß mehr zu versüßen, laß, Gott, auf dich uns findlich sehn, so oft wir Speis und Trank genießen, und dich durch Dankbarkeit erhöhn, dich, der uns, seine Kinder, liebt, und Nahrung uns und Freude gibt. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 592. Gott if's, ber bas Mel. Wer nur den lieben Gotts. schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur 503. Mit bir geb' ich Arbeit Muth und Kraft, und an mein Geschäfte, o Gott! C Christliches Verhalten gegen uns selbst. 411 Du gibst durch deinen Geift Dann freu' ich mich in Ewig. mir gütig auch zur Arbeit keit des nüglichen Gebrauchs Kräfte, so lange du mich le der Zeit. ben heißt. Laß, dieser Hoffnung mich zu freun, auch dei nen Rath mir heilig mel. In allen meinen Thaten ze. n. Der ehrt bich nicht, der 504.3um Fleiße ward 2. seine Tage in trågem Müßig gang verlebt, und, sich und Andern nur zur Plage, das ihm verliehne Pfund vergråbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot; und wer ihn übet, ehrt dich, Gott. 3. Du gabst mit so viel andern Trieben uns auch den Trieb zur aufs nüßlichste zu üben, gibst du uns auch Gelegenheit. Du kennest unsrer Arbeit Müh', und deine Kraft erleichtert sie. 4. Ich will auf diese Ordnung sehen, ihr folgen, und mich ihrer freun. Wie sollt' ich dabey irre gehen, und nicht vielmehr gesegnet seyn von dir, der du der Arbeit Last auch reichen Lohn beschie. den haft? 5. So wart' ich denn auf deinen Segen, und sorge nicht, wie's werden soll; ich geh' ihm doch gewiß entgegen, und bin des hohen Trostes voll: mein Fleiß, o Höchster, ist vor dir; du siehst und du vergiltst ihn mir. 6. Jch trösste mich deß nicht vergebens, bleibt er gleich unvergolten hier; du reichst am Abend meines Lebens auch mir der Treue Lohn dafür. das Leben vom Schöpfer mir gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er firdmt uns Glück und Freuden zu. te; er fördert die Geschäfte, 2. Er stärkt des Leibes Kräfgibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram mer, und lindert oft den herb. und Kumsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Nur das, was stets erfreut- der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen- das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie tråg' im Gus ten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sey immer unser höchstes Ziel! 5. Wann Andre troftlos Elagen; dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wann Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoffnung ein. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 412 6. Wann einst viel edle Thaten um uns, gleich) reifen Saaten, mit reichem Segen stehn; wann Tausende sich freuen, und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Sey Lob und Ehr dem höch: sten 2c. 505.3 ur Arbeit, nicht zum Müßiggang, bin ich beflimmt auf Erden. Drum 2. Hast du ein Amt, fo warte sein! So, Herr, ge beut dein Wille. Du gibst zu meinem Thun Gedeihn, wenn ich ihn treu erfülle; gibst, daß ich an Vollkommenheit, an Einsicht und an Fertigkeit stets im Berufe wachse. Keuschheit. 500. Der Wollust Reith will ich jetzt und Lebenslang Mel. Wer nur den lieben Gottu. durch Arbeit nüglich werden; will gern mit aller meiner Kraft, will eifrig und gewis senhaft, was mir gebührt, zu widerstreben, laß, Höch ster, meine Weisheit seyn. Sie ist ein verrichten. Gift für unser Leben, und ihre Freuden wer demuthsvoll zu dir: o schaff den Pein. Drum fleh' ich ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Straft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage find Früchte dieser Leiden. schaft. Der haßt sich selber, der fie liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Ge wissensschmerz in das ihr preiß gegebne Herz. 4. Der Mensch finkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schån 3. Drum will vor tråger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahren, und, wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte sparen. Wann sie er matten, dann will ich durch reine stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. der Arbeit Heiterkeit, verfüget jede Mühe. 4. Ein heil'ger Trieb belebe mich, Herr, meines Standes Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das fich des Guten freut, gibt bey 5. Gib, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich auf der Erde dein weiser Rath, o Gott, erschuf, mir Vorberei tung werde, damit ich hier schon in der Zeit zur höhern Straft und Thätigkeit des bes sern Lebens reife. O 0 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 413 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude selbfi ist Tugend, aber heilig mus fie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturme wils der Lüste Paradiese macht zur Wüste. 4. Nur in unbefleckten Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden, und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr als Schön. heit; fie vermehrt jede Lust die uns entzücket, jedes Glü ckes Reitz und Werth. Reinen Herzen der Mel. Werde munter, mein 2c. 507.Eifrig fey und vest jeder Womne rein und hell, mein Wille, reines Herzens, und sie hoffen voll Vertrauen, Gott, zu seyn, in der Unschuld Gott, dein Antlig einst zu heitern Stille deiner Gnade schauen. mich zu freun! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so fehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, suchen und genießen! 6. Keusch und züchtig stets zu leben, unbefleckt an Geist und Leib, sollen deine Jinger streben, Jungfrau, Jung, ling, Mann und Weib. Vor Verführung schüße sie, und ihr Herz gehorche nie einer sehåndlichen Begierde; Heiligkeit sey ihre Zierde! 7. Laß sie fröhlich und gesellig, fanft und willig zum Erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend seyn; hold und ohne det und entehrt die Würde, die ihm sein heil'ger Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! 2er sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Drum will ich allen bssen Lüften mit Muth und Nachdruck widerstehn, und um mich gegen sie zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, sehn. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu reich und freund, lich ist, als daß sie aus Neid verbiete, was das Leben uns verfüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesetz Bescheidenheit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Ueberflusse. 414 Christliches Verhalten gegen uns selbst. Schmeicheley, stets bescheiden und doch frey, ohne Frech heit stets bedachtig, immer ihrer selber machtig! 8. Laß die Frechheit wilder Sitten nimmer unser Herz entweihn! Laß Pallåste, laß die Hütten jeder Tugend Woh, nung seyn! Gib, daß jeder als ein Christ, dessen Wunsch der Himmel ist, sich bestrebe, daß die Erde deines Himmels Vorhof werde. 9. Dann umfahn uns Heil und Segen; göttliche Zufriedenheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch größrer Se ligkeit; bis zum Heiligthum auch wir aus dem Vorhof bringen, dir reiner Herzen Opfer bringen, ewig dir, o Gott, lobsingen. mel. Benn mich die Sündenic. 500. Herr, laß nach Vernünftige Ehrliebe. Mel. Ich halt an meinem Gott zc. eitler Ehre mich niemals geis sig seyn! Gib, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, einst vor dir 508. Du gabft, o Gott, beſteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sey, Va ter, immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! der alles schafft, das Leben mir auf Erden; ich soll mit immer reger Kraft den Men schen nüßlich werden. Doch, ach, wie schwer wird diese Pflicht, wenn guter Name mir gebricht, und jeder mich verachtet! weinen sie an meiner Gruft noch Thränen wahrer Liebe. 3. Vermag ich auch kein großes Glück den Meinen zu gewähren; mein guter Name bleibt zurück, und wird auch sie noch ehren. Sie finden leichter dann den Freund, der's gut und treu mit ihnen meint, ihr Leben gern verfüßet. 4. Ja, Gott, ich will durch frommen Sinn nach gutem Namen streben, und ist und bleibt er mein Gewinn, doch nie mich stolz erheben. Wird aber hier mein Werth vers kannt, getrost! im bessern Vas terland nimmst du mich an mit Ehren. 2. So sey denn mehr als alles Gold, mir dieser Name theuer! Ist meiner Brüder Herz mir hold, so leb' ich forgenfreyer; und wann der Tod zu dir mich ruft, dann 3. Nicht im Besitz von Scha Ben und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; sie sind doch Eitelkeit; fie find so oft des Thoren Glück, ver. 0 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 415 laffen uns im Sterben, und hauszuhalten, wie mir es bleiben hier zurück. nützt und dir gefällt, daß ich die Güter jener Welt darüber nicht verliere. 4. Nicht Stand und äuß re Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sen allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu' verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Vorbild üben, das sey mir wahrer Ruhm. 6. Sey's auch, daß auf der Erde, das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewigkeit, und, Herr, dein Beifall lohnet mir mit Zufriedenheit! 7. Wann einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst, und an Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse meinem ew'gen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Weiser Gebrauch irdischer Güter. 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; zu meinem und zu Andrer Wohl verliehst du mir es; dazu soll ich weis. lich es benützen. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergänglich, ist nur Er de. Gib, daß ich nie zum lebermuth dadurch verleitet wer. de. Nie reiß' ein irdischer Ges winn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was nützte mir die ganze Welt mit allen ihren SchäBen, verblendeten mich Gut und Geld, die Pflichten zu vers letzen, die mich dein heilig Wort gelehrt? Die Tugend nur hat wahren Werth; nach ihr nur will ich trachten. 5. O schenke dazu gnädig mir, Gott, deines Geistes Ga ben; so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben; so bin ich sicher deiner Huld, voll Frieden, Freude und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. Mel. Wo Gott der Herr nicht zc. 600. Herr, lehre mich alles Böſen. gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, damit wohl 6. Den Geiß laß ferne von mir seyn, die Wurzel Von Unruh' und Gewissenspein kann Reich. thum nicht erlssen; er nüßet mir im Tode nichts, und wird Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 416 am Tage des Gerichts die Seele nicht erretten. 7. Was du mir schenktest will ich nicht, dem Choren gleich, verschwenden; nein, sorgen will ich, es nach Pflicht mit Nußen anzuwenden. Hilf mir damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht blos mir, des Lebens last er leichtern. o Gott, dem Reichthum dieser Erde so meine Neigung weihn, daß er mein Abgott werde! Oft fehlt beym Ueberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlich keit? und nichts darf's ihm ent rücken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Herz von Ruh' und Freude leer. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; dieß laß mich stets bedenken, und ernstlich, treu, gewissenhaft mein Streben dahin lenken, daß von Mel. Gott des Himmels und zc. ben Gütern dieser Zeit ich 602. Neichthum ist bes einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen erndte. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Höchsten Gabe, ist des warmsten Dankes werth. Schwe. rer wird der Gang zum Gras alles Glück ent 001.Laß mich doch nicht, behrt, und mit jedem Morgenroth kläglich ruft: woher nun Brod? 2. Aber nichts find alle Schätze, wenn uns Tugend nicht belebt, und wenn über die Geseßze kühn sich unser Stol; erhebt. Reichthum in des Choren Hand ist nur segens loser Tand. 2. Kann ein vergånglich Gut des Geistes Wünsche stillen? Und reich zu werden, Gott, steht das in meinem Willen? Nicht stets wird Neichthum dem, der rastlos darnach ringt, und oft verliert ihn der, dem sein Bemüh'n gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücten, muß unvergånglich seyn, 4. Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schaß auf Erden! Sonst alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen wer den. Dieß bleibt im Tod auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit, zum seligfien Gewinn, hin in die Ewigkeit. 3. Ben die Habsucht quält und drånget, wer sich nie ge sichert glaubt, wem der Geiß das Herz verenget, und des Lebens Frieden raubt, wen nur goldner Staub entzückt, nein, der ist noch nicht be glückt. 4. Flüchtig sind der Erde Freuden, flüchtig, wie die Blüthen Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 417 Blüthenzeit. Nur ein Thor Mel. Wer nur den lieben Gott zc. fann den beneiden, der ſein 603. Wenn uns, e Herz durch Sinnlichkeit und durch Glück der eiteln Welt seinen Geist gefesselt hålt. D Gott, durch deine Milde, dieß Leben wie ein Bach verfließt, der durch beblümte Lustgefilde in größre Ströme fich ergießt; dann lehr' uns dankbar nicht allein, lehr' weise uns und wachsam seyn. 5. Dwie bald ist hinges schwunden, was nur glänzt und Lüste reißt! Noch hat Niemand Heil gefunden, der nur eitle Pracht ergeißt. Oft zerstört ein Augenblick selbst das höchste Erdenglück. 6. Sey es auch von langer Dauer! Mensch, dich treffe keine Noth! Jetzt ergreift dich Todesschauer, morgen schon vielleicht der Tod. Ach, nun sinkt ins dunkle Grab auch dein ganzes Glück hinab. 7. Reiße denn von schnd den Ketten deine freye Seele log! Lerne deinen Himmel retten! Sen für diese Welt zu groß! Alles, was du siehst, zerstäubt; nur das Unsichtbare bleibt. 8. Nuße deines Gottes Gabe! Mindre seiner Kinder Noth! Gib dem Kranken, was ihn labe! Brich dem Hungrigen dein Brod! Folge redlich deiner Pflicht! Diese Freuden fliehen nicht. 9. Gott, wie reich an Ses ligkeiten ist der Menschenfreund schon hier! Friede wandelt ihm zur Seiten, Kronen schimmern ihm bey dir, und in deinem Heiligthum tönet einst ihm Dank und Ruhm. 2. Die Gunst des Glückes bringt Gefahren; o lehr' uns, durch Bescheidenheit vor seis nem Mißbrauch uns bewahren, vor Uebermuth und Ueppigkeit, daß Jeder, deinem Rufe treu, nie unwerth seis nes Glückes sey. 3. Des hohen Werthes deis ner Gaben und ihres Zweckes eingedenk, beweise Jeder, was wir haben, sey nicht verdient, sey dein Geschenk; sen ein Geschenk nur für die Zeit, und nicht für eine Ewigkeit. 4. Daß nie der Schimmer ihn verblende, daß er dir nicht, burch ihn bethört, sein Herz und seine Lieb' entwende, die, milder Geber, dir gehört; so stårke liebreich seinen Geist, daß er der Weltluft sich ents reißt. 5. Und daß kein Armer fich bekümmre, nicht so beglückt, wie er, zu seyn; so firal' um her sein Glück und schimmre auf Arme hin, sie zu erfreun. Er sey durch Macht und Ueberfluß des Schwachen Stab, des Lahmen Fuß! 27 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 413 6. D dann wird seiner Milde wegen, die Andre zu erfreun fich freut, für ihn aus dieses Lebens Segen ein Reichthum für die Ewigkeit. Der folget ihm, denn nie ver gißt sein Gott, daß er ihm ähnlich ist. Mel. Dieß ist der Tag der ze. 604. Wobl ohl dem, der beffre Schäßze liebt, als SchåBe dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Cugend reich zu werden; und in bem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! sucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn Hartherzig ab. zubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geißze hart, des Wohl thuns Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiß entehrt und bricht? 2. Wahr ist es, Gott vers wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weiss heit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit soll nicht die Seele schmachten; ich soll zuerst nach Frömmigkeit, nach Gottes Reiche trachten; dieß ist Zufriedenheit. Mel. Wie groß ift des Allm.*. des Menschen hoher Nuf, den 605. Du flagst, imb Gott zur Ewigkeit erschuf! und 4. Der Geiß erniedrigt uns fer Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, ber Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. fühleft die Beschwerden bes Stand's, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebt. Ja, tlage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 5. Der Geitz, so viel er an fach reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch hab. 8. Erhalte mich, o Gott, dabey, daß ich mir gnügen lasse, Geitz ewig als Abgöttes ren von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sey meines le bens größtes Gut! Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Men schen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott be schieden; entbehre gern, was du nicht haft; ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß feine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verbienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzu friedenheit; besorge deines Stand's Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. Bey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung fehn, dieß ist der Weg zu Ruh' und Leben, Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Mel. Wie groß ist des Allm. ic. 606. C ntehre nicht, o Chrift, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Sorg falt hindern kann, daß sie dir 419 einst zum Segen werden, und bete Gottes Führung an! 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden; nimm's dank bar an aus seiner Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die seine Huld mit ihm verband. Er gibt dir Munterkeit und Kräfte, er nåhrt und stärkt sie väterlich; sie braus chen, das ist dein Geschäfte, und beides, Glück und Ruhne für dich. 3. Hat Andern beines Vas ters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, so denke fröhlich: mehr Vermögen vers weigert er aus Gute mir. Weiß er nicht besser, was mir nüßet, was meinem Nachsten müßt, als ich? Wenn er mich nährt, wenn er mich schützet, wie gütig sorgt er dann für mich! 4. Du prangest nicht in hoa hen Würden; beneide nicht der Großen Glück! Sie seuf zen unter schweren Bürden; oft stürzet sie ein Augenblick. Dir ist kein Ueberfluß ges währet; ihn wünschen ist ein Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich ges nug. 5. Du hast, o Gott, zum frohen Leben mir, was ich brauch', und mehr verliehn; laß täglich sich mein Herz bestreben, die Unzufriedenheit zu fliehn. In Demuth lag mein Herz sich üben, und sich 400 Christliches Verhalten gegen uns selbst. stets deiner Güte freun. Dich Christ von dir berufen ist, da fürchten, dir vertraun, dich kann er deinen Willen zu deilieben, soll ewig meine Freude nem Ruhm erfüllen; auch seyn. selbst in allen Leiden durch deine Kraft mit Freuden. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 607. Mein Loos in die ewig zu erfreuen, die Heili 7. Harrt deine Seligkeit nicht der gen und Treuen? Die wünsch' ich zu erstreben; die wolleft du mir geben! ser Welt sen stets was Gott gefällt! Dich, Vater, laß ich wählen; mir, wählst du's, kann nichts fehlen; wenn ich nur heilig lebe, und dir mich ganz ergebe! 2. Laß meine Seele nie, benn dir gehöret sie, an eiteln Gütern hangen, sie nie so sehr verlangen, als ob sie, zu entbehren, zu schön und herrlich wåren! 3. Erretten Stand und Macht, Rang, Ansehn, Gold und Pracht, wenn ich nichts Edlers habe, vom Schrecken vor dem Grabe, und von Bekümmernissen ein zagendes Gewissen? 4. Ist dieses frey und rein, barf ich mich deiner freun, und dich, mein Gott, nicht fürchten, was hab ich dann zu fürchten? Was kann mir biesen Glauben mit seinen Freuden rauben? 5. Weß nimmst du dich nicht an? Was ewig freuen kann, das gibst du, Vater, allen mit Huld und Wohlge fallen, und was du weigerst, follen wir gern entbehren wollen. 6. Wohin, Gott, dein 8. Gewährst du diese mir, dann werde mir von dir von dieses Lebens Freuden, und auch von seinen Leiden, was dir gefällt, beschieden; ich habe deinen Frieden! Mel. Wohl mir, Jesus, meine ic 608. Scheint dir frels denleer das Leben, freudenleer dein Stand, dein Loos; ist dein höchster Wunsch, dein Streben, reich zu seyn, ge ehrt und groß: dann verflies Ben deine Tage unter Miß muth, Sorg' und Plage. 2. Lerne mäßiger begehren, måßiger im Wünschen seyn, jetzt genießen, dann entbeh ren; o wie glücklich wirst du seyn! Deine Freuden, deine Schmerzen fließen dir aus deis nem Herzen. 3. Hoher Stand und große Guter schaffen nicht Zufrie denheit; wahre Ruhe der Ge müther wohnt nur bey Genügs samkeit, die mit Weisheit fich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. M Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 421 4. Gott vertheilet seinen was nicht Engel faffen, orda Segen stets mit weiser Vater nen, so wie mir's gefällt? hand, nicht, wie wir's zu wün- Hier sollst du dem Herrn vers schen pflegen, immer, wie er's traun, glauben hier, und dort heilsam fand; dich auch hat erst schaun. er nicht vergessen, auch dein Theil dir zugemessen. 4. Soll er deine Wünsch' erheben zu Beherrschern seis ner Welt? Kann er heilig seyn und geben, was doch Lüften nur gefällt? Wohluns, wenn er nicht gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger stande sey mein Theil Zufries denheit. Dort in meinem Va terlande wohnt die wahre Se. ligkeit. Find' ich dort gewiß mein Heil, o so sey mein Weg hier steil! 5. Ringe, um der Tugend willen, ringe nach Zufrieden heit! Schwere Pflichten zu erfüllen, brauchst du Geistess heiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu je der Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in mei nem Leben redlich meine Pflichten thun, still und findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! Mel. Gott des Himmels und zc. 609.Unerforsch 6. Wandelst du auf rauhen Wegen, meine Seele, klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und einst faß' ich Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. nerforschlich sen mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; ist doch alles, was er thut, wie's auch scheine, und gut. Mel. Jesu, meine Freude ze. 2. Sollt ich das von Gott 610.Chrift, aus seinem nur loben, wo auch ich schon Weisheit seh'? It's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Fre. velt der nicht, welcher klagt, baß ihm Gott mehr Licht verfagt? Herzen banne Sorg' und Schmerzen! Schöpfe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich brücket, Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen fiets mit dir erwachen; wohl wird's Gott doch machen. 3. Soll ein Vater unter Laffen, was sein Kind für Thorheit hält? Soll Gott, Muth und Gelassenheit im Leiden. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 2. Ist der Himmel trübe, bleib' ich ihm ergeben; ich bin wankt der Freunde Liebe, wird bie Last dir schwer; stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzulachen; wohl wird's Gott doch machen. sein, er mein. Ihm, dem Herrn, vertrau' ich gern; Wunderbar mag Gott es mas chen, wohl wird er's doch machen. 3. Lasten abzunehmen, hilft nicht Angst noch Gramen, schafft auch keine Raft. Ungebuld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. 2agend Herz, jähm' deinen Schmerz! Drückt bie Bürde schon den Schwachen; wohl wird's Gott doch machen. 4. Du führst Chrifti Namen; Chriftum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erd' erzittert und die Welt zerbricht. Der steht vest, der Gott nicht läßt. Rings um dich laß Donner frachen; wohl wird's Gott doch machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Chrift zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was bein Gott verhångt! Sieg' als Held! Mag doch die Welt deiner Hoffnung spottisch las chen! wohl wird's Gott doch machen. 6. Dabey foll's denn blei ben! Ich will nie mich sträuben, folgfam Gott zu seyn. Stets, im Tod und Leben Mel. Herr Jefu Chrift, du t. OII. Den Herrn, ber an mein Leiden denkt, mich, wenn ich's ihm erzähle, aus seinem Freudenbecher tränkt, erhebet meine Seele. Er ist mein Lobgesang, mein Heil, mein starker Fels, mein Licht, mein Theil, das ich auf Ers den wähle. 2. Er hat durch Weisheit und Verstand den Himmel ausgebreitet. Wie groß ist er, wenn seine Hand den Gang der Bliße leitet! Wie gnädig, wenn ein Frommer weint, und er in seiner Macht ers scheint, und für den Frommen streitet! 3. Er fandte Schrecken über mich; da war um Trost mir bange. Ich rief: Warum verbirgst du dich? Mein Gott, ach wie so lange! Wie lange soll ich traurig seyn? Laß ab, daß ich nach deinem Draun Barmherzigkeit erlange!. 4. Da sah' der Herr mein Elend an, wie seine Hand mich drücke; ließ Gnad' in meiner Angst sich nahn, das mit er mich erquicke, und sprach, als ich im Glauben bat: ich werfe deine Miffe. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. that weit hinter mich zu rücke. 5. Er strafte, wenn ich von 10. Er ist mit mir, ich ihm wich, mit väterlichen zittre nicht; er richtet meine Schlägen, und schlug mit Gånge. Kommt mit mir vor Menschenruthen mich nicht sein Angesicht im heiligen Ges über mein Vermögen; und prånge! Versammelt euch kam mir, wenn ich zu ihm rief, damit ich nicht im Tod entschlief, mit Rath und Trost entgegen. 8.23 wacht, und wird mir väterlich Hülf und Errettung senden. 7. Dann schütt' ich aus vor ihm mein Herz, wann ich deß inne werde, und weine kindlich meinen Schmerz zum Himmel von der Erde. Da nimmt der Herr sich meiner an, und läßt mich Trost und Schutz empfahn, daß ich errettet werde. 6. Oft muß sich meine Red, Mel. Wer nur den lieben Gott zc. lichkeit von Frevlern ſpotten 612.Der wahren Chri mir laffen; oft suchen mit Bank und Streit, die mich ohn' Ursach haffen. Oft re. det hart und trotziglich die böse Bunge wider mich: der Herr hat ihn verlassen. sten ganzes Leben ist eine stete Pilgerschaft. In viel Gefahs ren hingegeben, braucht hier der Wandrer große Kraft; braucht Vorsicht, Treute, Wachsamkeit, braucht Eifer und Entschlossenheit. 2. Kein wahrer Christ hat immer Frieden; von Kampf zu Kampfe muß er gehit. nur denen ist der Lohn bes schieden, die in dem Streit als Helden stehn; nur diese labt einst Himmelsruh'; drunt kämpf', o Seele, kämpfe du! 8. Er spricht: ich habe dich erlößt; wenn ich nach Trost verlange, vernimmt mein Flehen, und verstößt mich nicht, ist mir gleich bange; er stärket den betrübten Muth, daß wider aller Feinde Wuth ich Rath und Hülf' erlange. 9. Und wenn sein Zorn die Völker schlägt, trägt er mich auf den Händen, wie seinen Sohn der Vater trågt, Gefahren abzuwenden. Empire Welt dich wider mich! Gott herzu von fern! Gerechte, fingt mit mir dem Herrn! Dem Herrn singt Lobgesänge! 3. Was ist der Frommen långstes Leiden? Ein kurzer schwerer Traum;- wie oft erquicket ihn dafür mit Freus den sein Gott; er hilft ihn unverhofft, und strömet Hete terkeit und Ruh' dem kummer. vollen Herzen zu. 4. Zwar Fleisch und Blut pflegt's oft zu grauen, es hält das Kreuz für überschwer; die aber auf zum Himmel schauen, die fürchten sich davor Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 424 nicht mehr. Wenn unser Geist nur willig ist, so hilft der Sie ger, Jesus Christ. 5. Drum soll die Hoffnung vest mir stehen, daß alles Leiden dieser Zeit, das gleich der Erde wird vergehen, nicht werth sey jener Herrlichkeit, die schon am Ziel der Lauf bahn glänzt, und treue Streiter dort umkrångt. 6. Wohlan, es stürmen Noth und Plagen, es stürmen Feinde auf mich zu! Ich bin ein Chrift, ich will nicht zagen; denn meine Hülfe, Herr, bist du, zu dem umsonst kein Schwacher fleht; und meine Waffen sind Gebet. 7: Hilf, Jefu, jeden Feind bekämpfen, und Glauben halten, und bestehn; hilf mir die Leidenschaften dämpfen, und stets auf dich, Vollender, sehn. Dann gib mir nach vollbrach, tem Streit die Krone der Gerechtigkeit. sind denn seines Geiftes Tries be? Warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht ges troft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich bet, und kann nicht glaus big beten; denn, ach, es fehlt mir Zuversicht! 2. Sind meine Sünden mir vergeben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in feinem Sohn verliehn: Wo 4. Sonst war mir's Freu de, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wor war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen faffen, und meine Kraft hat mich vers laffen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich qualen, und wein' voll Unruh meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. Signe Melodie. 6. Zag' nicht, o Christ, denn 613. Duflagft, o Chrift, Beugen beffrer Herzen, als in schweren Leiden, und seufgest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du Flagst und rufft: Herr, wie so lange? Und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Je sum einen Herrn zu nennen, als durch den hell'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist em pfangen? Er ist's, der dich Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott. Er wohnt bey denen, die sich nach feiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er sieht bein Leid, er hört dein Weinen, und läßt dir Trost und Hülf' erscheinen, nach einem kurzen Augenblick. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, låßt er oft Strenge dich erfahren, und schickt dir diese Laft. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Goit sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. 9. Gott ließ so manchen seis ner Frommen in dicß Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bey. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, follst das Vertraun auf dich Mel. Wie groß ist des Allm. c. entfernen, und fehn, was 614. Klag' nicht, mein Gottes Gnade sey. Herz, wenn alle Freuden des Lebens ferne von dir fliehn; wenn schwere Prüfungen und Leiden dir oftmals allen Trost entziehn. Trag' standhaft jegs liche Beschwerde; wie bald verfließt die Prüfungszeit! Erhebe dich vom Staub der Erde, und freue dich der Ewigkeit! 12. 3war ist um Troft dir jeßo bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 425 tig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen. Sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: Ich stårke dich, ich helfe dir! 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mäch. 14. Auf, faffe dich in dei. nen Nöthen! Sprich: Wollte mich der Herr auch tödten, so barr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlößten; und will mich Gott nicht eher trösten, wird er mich doch im Tod erfreun. 2. Wirst du auch über deinen Glauben an Gott und Jesum stolz verlacht; sey stark, und laß dir ihn nicht rauben! Gott, der allmächtig für dich wacht, der Herr und Richter aller Welten, der aller Frommen Zuflucht ist, wird dir's einst tausendfach vergelten, wenn bis ans Ende treu du bist. 3. Verachten dich der Eu gend Feinde, wenn du in Einfalt Tugend übst; verlachen +26 Christliches Verhalten gegen uns selbst. dich selbst deine Freunde, weil nicht leben magst; wenn Gott bu Gott mehr als Freunde sein Angesicht verhüllet, dich liebst; sey standhaft! Jesus nicht erhöret, wann du klagst; wird dich nennen; sein Freund, so darfst du dennoch nicht ver sein Liebling wirst du seyn; zagen, weil er dein Trost und bor Engeln wird er dich be- Retter ist; dein künftig Schicks kennen, dich ewig lieben und sal wird dir sagen, daß du sein erfreun. Freund und Liebling bist. 4. Bemühst du dich, der Deinen Segen, des Vater landes Glück zu seyn; steht bir die ganze Welt entgegen, laß dein Bemühn dich nicht gereun! Bald wallst du nicht mehr hier auf Erden; es ist ein Himmel, Seele! dort wird beine Treu' vergolten werden; drum sen beherzt, und kämpfe fort! 5. Wenn man dich einen Heuchler nennet und deine Mel. Herr Jesu Christ, meins 2. Eugend Lafter schilt, so sage 615. Nun ist die let Leis nicht, weil Gott kennet, bei dem nicht Menschenurtheil gilt. Sey still! dem Herrn gehört die Rache; wenn Er nur redlich dich erklärt. Er kennt und führt der Unschuld Sache, und ehrt den ewig, der ihn ehrt. densstunde! Nun soll ich in Gott anbetend ruhn, soll glau ben, wo mein Aug' nichts sieht; Allmächtiger, stärk' mein Gemüth! 6. Mußt du mit Leiden schaften ringen, und beugen ihre Stürme dich; bist du zu schwach dich zu bezwingen, emport in dir die Sünde sich; so bete! Gott hilft; bet' und leide; bald kommt des Kam pfes letzte Zeit. Ersiege dir des Himmels Freude! Gott hilft; ergreif' die Ewigkeit! 8. Sey start, mein Geist, in deinem Leiden! dein Glau be kämpfe ritterlich! Sen redlich, Laster stets zu meiden; der größten Trubsal rühme dich! Sen stark! Gott ruft die Uleberwinder nach ihrem Kampf zu seinem Thron, und fegnet ewig seine Kinder. Sey stark! Gott selber ist dein Lohn. 7. Wenn Traurigkeit dein Herzerfüllet, und du vor Angst 2. Ob Bangigkeit mein Herz umgibt, so weiß ich doch, daß Gott mich liebt; und wenn er noch so ferne scheint, so weiß ich doch, wie gut er's meint. 3. Er ist ein Vater; er ver zeiht die Sünden, die mein Herz bereut, und wären meis ner Fehler mehr, als meiner Haar', als Sand am Meer. 4. Wenn ihn mein Glaube vest umfaßt, erleichtert er die schwerste Last; wann Elend und Gefahr mir draut, ist Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 427 mich frånken, alles mich in Noth versenken, dennoch hab ich Trost und Muth, was mein Vater thut, ist gut. 3. Wann ich in Gefahren lebe, mein Erbarmer, so erhebe meine Hoffnung sich zu dir; Trost sey deine Liebe mir! 4. Rühmen will ich fie, nicht zagen; alles, was du zuschickt, tragen, und in deiner Güte ruhn, und mit Lust, was Necht ist, thun. er's, der sanft mein Herz erfreut. 5. Noch nie hat er mir Troft versagt, wann Angst mein banges Herz zernagt; flieht nur mein banges Herz ihm zu, so schenket er mir Seelenruh'. 6. Wann folgte nicht auf Nacht der Tag? Wenn nur die Seele warten mag, so har, ret sie vergebens nicht auf Gott und seines Trostes Licht. 7. Heil mir! Gott ist, und Gott ist mein, so nah' er sey, so fern er schein; ob ihn mein Herz auch nicht empfind', er ist mein Vater, ich sein sind. 8. Ich warte, schweige, dulde nur, seh' ich von ihm auch keine Spur, such' ich auch lang vergebens ihn; mein ist er, so gewiß ich bin. 9. Sein bin ich, so gewiß er ist; sein, so gewiß als Jes sus Christ zu uns vom hohen Himmel kam, und Theil an unserm Elend nahm. 10. Jch feh' ihn nicht; doch er fieht mich; er kennt mich, weiß es, Staub bin ich. Der Vater zurnt von Herzen nicht; Gedanke, sey mir Trost und Licht! 5. Muß ich seufzen: Vater, zähle jeden Seuffer meiner Seele! Zeichne meine Thras nen an; ja, du zeichnest, Gott, sie an! Eigne Melodie. 6. Einst erfahr' ich's, und mit Freuden, daß in allen meis nen Leiden deine Huld unendlich ist; daß du, Gott, unend. lich bist. 7. Machtig ist der Herr, mein Netter; denn er ist der Gott der Götter. Auf sein Wort verlaß' ich mich; seines Wortes rühm' ich mich. 8. Schweiget alle meine Klagen! Hoffen will ich und nicht zagen, und in deiner Gute ruhn, und mit Luft, was recht ist, thun. Chriftliche Todeserin. 616. 2. nerung. enn auch Wiberwärtigkeiten wider meine Mel. Jesu, Jesu komm zu zc. Ruhe streiten, will ich dennoch 617. Christ, gebent' an voll Vertraun auf zu dir, mein Vater, schaun. deinen Tod, eh' er in der Nähe droht, daß du von ihm weisen 2. Dann mag, was da will Christliches Verhalten gegen uns selbst. 428 Ernst, früh dein Heil zu schaf fen lernst; 2. Daß du, wann er nun erscheint, nicht ihn fliehst, als einen Feind, aus der Furcht dich straks ermannst, gern die Hand ihm bieten fannst. 3. Kennst du ihn, so zagst du nicht, blickft ihm heiter ins Gesicht. Er führt Gottes fel'ger Ruh', deinem großen Ziel dich zu. 4. Ueberfiel' er dich auch früh: wohl dir! dieses Lebens Müh' endet er und du kommst dann an dem Ziele früher an. 5. Da, Beglückter, findest du nach der Arbeit deine Ruh'; da reicht Gott von seinem Thron ewig dir der Tugend Lohn. 6. Nur sey weise, nur laß ist keine Stunde ungenüßt, laß, des Guten viel zu thun, Geist und Kräfte niemals ruhn. 7. Wann dann früh dein Tod fich naht, reift auch früh dort deine Saat: Wer früh viel zu nutzen strebt, hat auch jung schon viel gelebt. 2. Am Morgen blüht und glångt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So. sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, ins Grab. Und, Sees le, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? getümmel! Hier ist der Kampf, 3. Entziche dich dem Welt. dort ist die Ruh'. Ach, fireb eil einer bessern Heimath zu! und ringe nach dem Himmel! Wie bald verfließt der Prü fung Zeit! Drum lebe für die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten; was du zu thun jetzt schuldig bist, das eiie heus te zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn. 5. Es sey, o Vater meines Lebens, die Warnung: wachet! send bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 618. Jest leb' ich; ob010. Meine Lebensget ich morgen lebe? ob diesen Abend? weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott er gebe! dann kenn' und thu' ich meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft be. reit zu meiner Rechenschaft. verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ist's vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod! Saus me nicht; denn Eins ist Noth. Christliches Verhalten gegen uns selbst. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier dir MenEigne Melodie. fchen gaben, nichts wird dich 620. Was forgst du im Tod erfreun; diese Güter find nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gu tes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Beugniß gibt, wird einst dei nen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Lode Freudigkeit. ångstlich für dein Leben? Es Gott gelaffen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich) nüßen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben. Dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun! Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun; einst erweckt er mich vom Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 429 jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 7. Tritt im Geift zum Grab oft hin, fiehe dein Gebein ver. senken! Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich Rets bedenken! Lehre du mich's 2. Der Tod soll nicht dein Herz erschrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir siets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch nicht in deiner Pflicht dich hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: follt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt ge schwind. 4. Denk' an den Tod, wann böse Triebe, wann Lust der Welt und ihre Liebe dich reiBen; und ersticke sie. Sprich: fann ich nicht noch heute fiers ben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, begieng ich doch solch Uebel nie. 5. Denk' an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deis ne Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die Eitelkeis 430 der Erden, daß, wann sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Dent' an den Tod bey frohen Tagen! Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unsterblich leben soll! 7. Denk' an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wo nach die Neichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir! wann ich in Chrifto fierbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 8. Denk' an den Tod, wann Leiden kommen! Sprich: alle Trübfal eines Frommen ist geitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bosen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Y621. Eigne Melodie. 621. 2. Per weiß, wie nahe mir mein Ende! Schnell flieht die Zeit, schnell kommt der Tod; wie unvermuthet, wie behende kann kommen meine Todesuoth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Abend an ders werden, als es am frühen Morgen war. So lang ich lebe hier auf Erden, leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Laß mich mein Ende stets bedenken, und Buße thun, wenn ich gefehlt, und nicht in küste mich versenken, nicht wählen, was mich ewig quält. Mein Gott, ich bitt' durch Chris sti Blut, mach's nur mit meis nem Ende gut. 4. Laß mich noch in gefun den Tagen mein Haus bestel len, um zu dir mit wahrer Freudigkeit zu sagen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt'durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Erhebe meinen Geist zum Himmel, und lehre mich das Eitle fliehn! Lenk' meinen Wunsch, auch im Getümmel der Welt auf ew'ge Güter hin! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde mit dem Ver. dienste Jesu zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bey dir vollkommne Rub'. Mein Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 43 A Gott, ich bitt' durch Christi der Tag des Todes sen noch Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. fern. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; im Leben ist er meine Freude, mein Trost in meiner letzten Noth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 8. Ich weiß, ich weiß, an wen ich glaube, der Tod ist mir nicht fürchterlich. Die Seele lebt und aus dem Staube erhebt auch einst mein Korper sich. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Drum leb' ich in gelaffner Stille, und so gelassen sterb' ich auch. Wie Gott es füget, ist sein Wille mir heilig bis zum letzten Hauch. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 10. Mein Ende komm' heut oder morgen! Ich weiß, mit Jesu glückt es mir: er wird für meine Seele sorgen; er bringt sie, Vater, einst zu dir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr; und keiner nimmt den Irrthum wahr. der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn ge dacht. 4. Wir leben für die Ewig. keit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Le. bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da der Tod dir tåglich draut, so sey stets wach. sam und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letz. ten Noth, ein Wunsch durch des Erldfers Tod vor Gottes Chron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und ein Mel. Herr Jesu Chrift, meins 2c. 022. Wie ficher lebt glaubig Herz von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gotf 432 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Zweck, zu welchem du hier lebst, dein höchstes Ziel nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft.in 11. Jhr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod's erinnerung. 12. Wie oft vergeß' ich diese Christliches Verhalten Menschenachtung und Menschenliebe. Mel. Lobsinget Gott und betet 2c. 023. Der bu die Liebe felber bist, und gern die Menschen segnest, auch jedem, der bein Feind noch ist, mit Freund lichkeit begegnest; o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier auf deinen Wegen wandeln. Die können keine Christen seyn, die sich nicht Andrer Wohl fahrt freun, nicht menschen freundlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Gegen; dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengst, gieng Wohlthun mit; dein Wort, dein Wert, und jeder Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht; drück' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, De muth, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnas de fleh', stets meiner Schwachs heit widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': Es ist voll bracht! gegen den nächsten. Schritt war Segen und Er barmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Ver derben zu befreyn, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder; auch da noch bleibst du, Gottessohn, ein Freund der Menschenkin der. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrs ten suchest du auf rechten Weg zu leiten; du hörst der Seuf zenden Gebet, und brauchst nur deine Majestät, um Se gen auszubreiten. 4. Laß denn in meiner Vil gerschaft mich auf dein Vors bild sehen. Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weis nenden Christliches Verhalten gegen den nächsten. nenden zu klagen. Nie müß' ich den, der meinen Rath, der meine Hilfe nöthig hat, was er bedarf, versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler de. cken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld zur Beffrung ihn erwecken; und sündigt er oft gegen mich, so freue meine Seele fich, ihm willig zu vergeben. Dann werd' ich dich, Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, stets würdiger erheben. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 024.66 ib mir, o Gott, ein Herz, das alle Menschen liebet, bey ihrem Wohl sich freut, bey ihrer Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück, wie um sein Glück, bemüht. 2. Erblick ich Dürftige, so laß gerührt mich eilen, von dem, was du mir gabst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich geehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Essen mir heil'ge Pflicht, felbst unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rath und That zu dienen! Nicht Dank erst treibe mich ju milder Wohlthat an; nein, was ich Gutes thu', das sey, Herr, dir gethan! 433 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begeg net; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Betrübte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Gott, unbes merkt. 5. Sucht Bosheit irgendwo nur Zwietracht anzurich, ten, so will ich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlich ten. Aus Schmähsucht sidre nie mein Mund des Nächsien Ruh'; er rühme sein Verdienst, und decke Fehler zu! 6. Fern sey's, o Gott, von mir, das Böse zu vergelten! Still, duldsam sey mein Sinn, wenn Andre draun und schels ten! Vergeben will ich dem, der mir zu schaden sucht, den lieben, der mich haßt, den segnen, der mir flucht. Noch 7. Auch laß mich nie allein auf zeitlich Wohlergehen, mit eingeschränktem Blick, bey meis nem Nächsten sehen. mehr, Herr, müsse mich sein Seelenwohl erfreun, und über alles werth sein ewig's Heil mir seyn! 8.Den, der im Guten wankt, im Tugendfinn zu stärken; den, der noch sicher ist bey seinen bösen Werken, von der ver. kehrten Bahn des Lasters abzuziehn; dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. D heilige du selbst, Gott, meines Herzens Triebe, durch 28 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 434 deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn. Kraft und Zeit meiner Brü der Glück geweiht. 6. Dieß ist wahre Men schenliebe, die Vernunft und Schrift uns lehrt; wenn ich fie mit Freuden übe, dann wird Jesu Reich vermehrt. Mel. Gott des Himmels und Daß ich's mehre, stärke du, Gott der Liebe, mich dazu! 025. Immer will ich fren vom und vom EiEigne Melodie. gennuse rein, étterm Glücke, 626.Las mich, o Goth eurer Freude, Brüder, Zeit und Kräfte weihn, und dem Unrecht herzlich feind, leben als ein Menschenfreund. die Achtung nie verletzen, die ich als Mensch dem Menschen schuldig bin. Ihn nie gering, ihn wie mich selbst zu schätzen, zu bieten ihm die Hand mit Brudersinn; dieß sey mir im mer heil'ge Pflicht! Wer nicht den Nächsten ehrt, der schäßt sich selber nicht. 2. Gern zu rathen, froh zu geben, hier zu helfen, dort zu leihn, Unterdrückte zu erheben, und Beleidigern verzeihn, trösten, wo der Trost gebricht, sey mir Freude stets und Pflicht. 3. Treuer Freundschaft Band zu schlingen, zu entfernen, was fie trennt, Feinde zur Ver föhnung bringen, Isschen, wo die Streitfucht brennt, Unschuld schüßen in der Noth, sen mir heiliges Gebot. 4. Arme suchen, die verborgen in der Noth zum Himmel flehn, Wittwen, Waisen gern versorgen, hilfreich nach den Kranken fehn, lindern des Bedrängten Schmerz: dieß sey Wonne für mein Herz. 2. Er sey entblößt von Reich, thum, Macht und Ehre;- solch Außenwerk gibt nicht dem Menschen Werth!-er wohne fern; er fenne nicht die Leh re, die mich so froh dich, Gott, anbeten lehrt; verkenn' in sei nem Wahn auch mich; er ist mit mir verwandt; ist, Gott, dein Kind, wie ich. 3. Und ich folle ihn aus Uebermuth verachten? aus Eigennut sein heilig Recht entweihn? aus Zorn und Haß ihn nur zu frånken trachten! Nein, Gott, ich will ihm wohl thun, ihn erfreun; ihm wohl thun, wär' er auch mein Feind! O segne mein Gelübd, du 5. Freudig, thätig will ich nüßen, Gott, für Licht und Besserung, jede Anstalt unterstüßen für des Elends Milderung; wo ich kann, sey großer Menschenfreund! Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 435 mel. Jesu, der du meine Seele zc. man Arges von mir denken; dulden will es, wie 027. Menſchenfreund, wenn ein Menſch mir Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand; und ich reich' ihm, weil er gleitet, um so williger die Hand. nach deinem Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde, neig' auch mich zur Liebe hin. Un werth war ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth mich nach dir zu nennen, ehrt' ich nicht der Liebe Pflicht. 2. Wo du dich nur Men schen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur; an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. O du Gütigster von Allen! Keinen hast du je vers schmäht; wer verirrt war, wer gefallen, wer um Troft zu dir gefleht, hat für seines Herzens Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Rettend firect' ich meine Arme, du Verlaßner, aus nach dir; wenn ich dein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir. Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, fein Vergeben üb' auch meine Seele gern. 5. Mag man mich auch bitter frånken;-er, mein Heis land, litt wohl mehr. Mag 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn. Es gewährt so hohen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun. Wer nach Dank und Ruhm nur ringet, hat ja seis nen Lohn dahin. Wen das Herz zur Liebe dringet, erndtet dauernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens reiner Gute freut er einst sich, wär's auch spåt; endlich- Heil uns!- kommt zur Blüthe, was der Menschenfreund gesät. 028.S Mel. Allein Gott in der Höh' zc. åb' ich der Dine ' ge tiefsten Grund, und sprach' mit Engelzungen; macht' ich der Zukunft Thaten kund, vers setzte, ganz durchdrungen von Glaubenskraft, auch Berg' ins Meer, und kam' das nicht aus Liebe her, so wär's für mich vergebens. 2. Gåb' ich mein ganz Vermögen hin zur Gabe für die Armen; ich hätte deffen nicht Gewinn, that' ich's nicht aus Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 436 Erbarmen. Ja, stürzt' ich mich mit Heldenmuth, gleich mår tyrern, in Feuersglut; umsonst wär's ohne Liebe. 3. Die wahre Lieb' ist fanftmuthvoll, ist schonend und gelinde; fiemeidet Bitterkeit und Groll, und deckt des Nächsten Sunde. Von Neid und Mißgunst ist sie fern, und rühmt die guten Thaten gern, die sie am Nächsten findet. eignen Vortheils kann sie niemais wankend machen. Sie zürnet nicht; auch sest im Scherz betrübt sie nicht des Nächsten Herz; zum Besten kehrt fie alles. 4. Nicht ihre Größe sieht sie an, beschämet nicht den Mel. Dieß ist der Tag der zc. Schwachen. Die Hoffnung Die Hoffinung 020. S. Jemand 5. Wo Laster stolz das Haupt erhebt, da trauert still die Liebe; fie freut sich deß, der eifrig firebt, daß er die Zugend übe. Nur ben der Wahrheit woh net sie; des Nachsfen Schaden sucht sie nie, sizzt nie im Rath der Spotter. doch nach dieser Seit, und bleibt in alle Ewigkeit des Himmels größte Tugend. 6. Die Liebe trägt den Schwachen gern, glaubt wil. lig alles Gute; scheint oft die Hülfe noch so fern, sie hofft mit starkem Muthe. Umgibt fie Leiden ohne Schuld, auch das erträgt sie mit Geduld, und niemals wird sie müde. 7. Wann endlich jede Wis fenschaft, wann alles hier vergehet; wann dort, wo Gott ein Neues schafft, fein Stück. werk mehr bestehet; bleibt Liebe 8. So gib denn Straft zu lieben mir, du Schöpfer guter Triebe! Mein ganzes Herz gehört nur dir; erfüll' es ganz mit Liebe! daß ich, Gott, über alles dich, und meinen Näch. sten gleich als mich, nach Jesu Vorbild, liebe. spricht: Ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und reißt sie ganz bar nieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hun grigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsien Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht den Verleumdern widers spricht, der liebt auch seinen Bruber nicht. 4. Wer zwar mit Nath, mit Troft und Schuß den Näch, sten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nißet, nicht Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 437 alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anjuflehn, ein Armer erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnenweinet, nicht gütig forscht, was ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf qualet, und ohne Nach ficht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet; wie bleibt bey seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 11. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut, wiemich, erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dieß mehr als sie verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht ver zeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Ulebel nicht zu wehren sucht, das oft fie bürftig machet, nur sorgios ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Straft dazu, und sorgst dafür, so liebest dit. 9. Ermattet dieser Trieb in bir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild geMel. Ach, was soll ich Sünder zc. geben. Denk oft: Gott, was 630. Sollten Menich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig seyn? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum biene deinem Nächsten gern, denn wir sind schen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sie sind alle Christi Glieder; Christi, der für alle 13. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erldser, an, als hätt' ich's ihm erwiesen; und ich, ich follt' ein Mensch noch seyn, und Gott in Brüdern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preißt! Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 438 starb, allen Gottes Huld er warb. 2. Er hat All' aus Einem Blute stammen lassen; Alle find Gottes; Jeder ist sein Kind. Alle sind mit Einem Blute ihm erkauft, und Eines Throns Erben Erben sei nes Sohns. - 6. Deine Thränen, wie fie floffen, als dein Aug' um mich geweint, laß mich fehn, o Menschenfreund; laß mich sehn dein Blut vergossen, ausgeschüttet, Herr, für mich, und von Gott verlassen dich! bleibt über ihm! Gottes Zorn bleibt über ihm! 3. Gottes Kinder wollt' ich haffen? lieblos, unbarmher. zig seyn? meinem Feinde nicht verzeihn? meine Schuld ihm nicht erlassen? Und der Herr erläßt mir doch meine Schuld, und trägt mich noch! 4. Der du für die Ulebel, thäter um Geduld batst, und die Laft unfrer Schuld getra- 631. Thener, gen Mittler und Vertreter, es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach' entbrennt; úberwind', o überwinde meinen Haß, und laß mich sehn in den Tod für uns dich gehn! 7. Dringe dann zu meinen Ohren, Wort des Herrn: Ich liebte dich; wer den Bruder liebt, liebt mich; wer nicht liebet, ist verloren; Gottes Jorn 8. Laß mich's hören, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gutigkeit; daß ich, wie du lieb test, liebe, reblich liebe, mild, getreu, fanft und leicht ver föhnlich sey! 9. O ihr, Eines Hauptes Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gnad' und Heil erwarb; lieben will ich euch, ihr Brüder; für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dub den, und verzeihn! Mel. Gott des Himmels und ze. heuer, wie mein eignes Leben, wie mein Nam' und Eigenthum, sey mir, Men schen, euer Leben, euer Eigen, thum und Ruhm; alles, was euch Gottes Rath gab, und noch bestimmet hat. 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Verdiensten; werbt, gewinnt durch Geschäf tigkeit und Tugend, die die besten Schäße sind; werdet angesehn und reich: alles, alles gonn' ich euch. 3. Immer will ich, fren vom Neide, und vom Eigen nuße rein, eures Segens, eurer Freude, eures Glücks und Ruhms mich freun; froh, daß unser Gott euch liebt, euch fo mild und reichlich gibt; 4. Allen helfen; eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland Christliches Verhalten gegen den nächsten. that; Schaden wehren; allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath; willig; jedes Unrechts Feind; aller Menschen wahrer Freund. 5. Laffet uns einander lieben, gern einander glücklich sehn; Keinen krånfen und betrüben, keinen drücken, Kei nen schmähn; aller Zwietracht, alles Streit's Feinde seyn; denn Gott gebeut's. 6. Laßt uns halten Treu' Mel. Dieß ist der Tag derzc. und Glauben; flichn, was 032. Daß ich das Bs. Andern schädlich ist; Arme, Schwache nicht berauben durch Gewalt, Betrug und List. Welch ein Gráu'l vor Gott ist nicht falsches Maß und falsch Gewicht! se nie, bethört durch böses Beyspiel, wähle; nicht, wo man Böses fieht und hört, nachahmend mich verfehle: o Gott, der alles Gute schafft, gib dazu Weisheit mir und Kraft. 2. Gib Kraft und Weisheit, daß ich nur auf gutes Benspiel achte, mich freue jedes Edlen Spur, und gleich zu werden trachte den Frommen, die, treu jeder Pflicht, froh wandeln, Gott, in deinem Licht. 3. Es leucht' auch meines Glaubens Licht in Worten und in Werken, daß Andre sich zu frommer Pflicht auch durch mein Beyspiel stärken, und Tugend, die an mir sich zeigt, der Brüder Herz zur Tugend neigt. 4. Weh' mir, wenn auf des Lasters Bahn mein Beyspiel Andre führte, sie das, was tch geredt, gethan, zur Sünde 7. Laßt uns nie, was wir versprechen, widerrufen, weil's uns reut; nie, was zugesagt ist, brechen, oder schånden unfern Eid; von Betrug und Ticken rein, lieber arm, als treulos seyn. 439 10. Also laßt, von Gott getrieben, uns einander gern und treu und als seine Stinder lieben ohne Zwang und Heucheley! O wie selig wers den wir dann nicht werden dort und hier! 8. Haffen laßt uns alle Lügen, alle Schmähsucht; jeder sen offenherzig und verschwiegen; in der Freundschaft vest und treu; jeder nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an. 9. Laßt uns Gutes gern belohnen, wie's uns unser Gott belohnt; und der Brider Fehler schonen, wie der Herr auch unser schont. Ach, er schout, mit welcher Huld, welcher Langmuth und Geduld! Sorge für die geistige und fittliche Wohl fahrt des nächsten. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 440 reißen würde. Web'mir, wenn je burch mich verführt, ein Mensch den Pfad des Heils verliert! and Hausgenossen; laß mich dein heiliges Gebot fie lebrea, unverdroffen. Du gabfi fie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 5. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben, so laß sie doch das größte Gut, die Tugend, von mir erben. Laß mich, dir, Gott, fie zu erziehn, selbst Sund' und Laster cifrig fliehn, Mel. Sey Lob und Ehr dem höch- und stets behutsam wandeln. sten 2c. 6. Und hätt' ich eine See 633. Laft meines Nách le, Gott, geärgert und ver. aß ften bestes Theil mich werth und theuer achten, o Gott, und seiner Secle Heil zu för. dern, ernfilich) trachten. Du schufft sie zur Unsterblichkeit, und haft sie selbst zur Eelig. keit durch deinen Sohn be= blendet, durch reichtsinn, Bos, heit, frechen Spott von dir fie abgewendet; oso vergib mir diese Schuld, und laß mich wieder deine Huld durch ihre Beff'rung finden! 5. Bewahre mich, o Herr, mein Gott, daß nie mein Thun und Leben durch reichtfinn, frechen Scherz und Spott mog Andern Anstoß geben. Mein Herz und Wandel müsse rein, und Wort und That stets nüglich seyn! fe. Den Nächſßien zur Ber: 634. Von dir, der meis Mel. Vater unfer im Himmels reich zc. schlimmerung, zu Thorheit, Eitelkeiten, zum Irrthum, zur Versündigung durch List und Zwang verleiten; durch That und böses Beyspiel ihn in La ster und Verderben ziehn; oWer diese große Pflicht nicht Gott, welch ein Verbrechen! ne Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nußlich in der Welt zit seyn. ehrt, der ist auch keiner Freu de werth. 3. Hilf mir nach seiner Bes ferung im Glauben und im Leben, durch Rath und durch Erinnerung, durch lehrreich Benspiel streben, daß Achtung für Neligion und Jesum Christum, deinen Sohn, in ihm sich stets vermehre. 4. Gibst du wir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir spiels Macht! 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte red. lich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuziehn; und wird mein Beyspiel ihnen Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3 Wie groß ist jedes Bey würd' es Chriftliches Verhalten gegen den Nachsten. 441 nimmer bricht ein Menschenherz ohne eines Andern Schmerz; unsre Sorgen selbst und Leiden såen für ein fremdes Glück, leichtern ähnliches Geschick. 4. O wehe dem, der forg- 2. Schon des Kindes erstes los bleibt und fühn des La- Lächeln scheuchet Mutterfor sters Werke treibt, den nie gen fort; noch des Greises der Blick der Unschuld schreckt, mattes Nocheln spricht ber und aus des Lasters Taumel Lehr' und Warnung Wort. weckt; der selbst die Schwa Wer das Leben auch als chen gern berückt, und listig Bürde von sich wirft, ist Anin sein Netz verstrickt! dern doch theuer, unentbehrlich noch! und zu seiner Menschenwürde kann ein redliches Bemühn selbst den Bds. wicht noch erziehn. 3. Weh' darum dem Mdr. der! wehe! Aber weh' auch mir, wenn ich, je bedrångt ein Leben sähe, und ihm kalt entzöge mich. Wehe, wenn des Todes Same, mit des Lasters Gift getränkt, in ein Leben sich gesenkt, wenn es langsam stirbt am GrameMensch, durch deine Schuld, wenn früh sich's verzehrt in Sorg' und Müh'. stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es tåglich wirkt, und immer mehr die Schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 5. Wie trostlos wird er einst sich fehn, wann um ihn die Verführten stehn, und, wann nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sen so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob' es dir! Mein Beyspiel reißze jederzeit zur Tugend mur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Sorge für des nåchsten Leben und Gesundheit. Mel. Sollt ich meinem Gottze. 4. Heil, o Heil dem weis chen Herzen, Heil der zarten, vesten Hand, wenn durch dich vom Tod, von Schmerzen je sich los ein Leben wand; heil wenn gebeugte Kran635. Heilig sey bes ten in der düſtern Einſam. Menschen leben, heilig jeder Menschenbrust! Gott, Gott war es, der's gegeben, der es schuf für Schmerz und Lust. Jedes Leben schaffet Freuden; keit du mit deinem Trost ers freut! Sieh', o fich', wie herzlich danken Seufzer, Worte und Ton und Blick, flehen dir vom Himmel Glück. +42 Christliches Verhalten gegen den nächsten. 5. Menschen! einem Men fchenleben, wall' es unbe merkt auch hin, Dauer, Kraft und Freuden geben welch ein feliger Gewinn! Müssen wir auch drum entbehren, kostet es der Stirne Schweiß, gilt es manches Opfers Preiß: fröhlich wollen wir's gewähren. Nur in steiler Höhen Glanz schwebt der Liebe Sie gestranz. 1 - ben nicht allein, auch meiner Brüder Leben soll mir, o Va ter, heilig seyn, und deinen Rühm erheben. So will ich stets denn ihnen gern, von Kaltsinn, Neid und Nachsucht fern, ihr Leben zu beschützen, durch Nath und Hülfe nüßen.. Wohl zu mehren, der Brüder Last erschweren! 5. Mein Herz, zur Rettung ftets bereit, soll sich, auch in Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Gefahren, vor hårt und Unund Feigheit 636. Mein eignes Le- trent bewahren. Welch ein Ges 030. winn barrt hier mein schon, und hoh'rer dort am Richters thron, wird mir der Ruhm gegeben: du reitetest ein Leben! 6. Ich will des Lebens heil'ges Gut als dein Geschenk, Herr, ehren; und mit der Liebe frohem Muth der Menschen Freuden mehren. Wann dann der Tod sie scheis den heißt, so quält kein Vorwurf meinen Geist, und ich kann ohne Grauen auf ihre Gråber schauen. 2. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freundlich, keit sie bitten: den Segen der Gesundheit nie durch Leicht finn zu zerrütten. Was ihres Lebens Frieden stårt, was dessen Sorgenbürde mehrt, das will ich siets mit Freuden entfernen und vermeiden. 3. Es müsse, wer mir dienstbar ist, ne über Härte flagen! Wie dürfte ich, als Mensch und Christ, die Schonung ihm versagen, die mir, o Herr, dein Wort gebeut! Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein eignes 4. Des Schwachen Füh. rer will ich seyn; den Kran ken will ich pflegen; den Traus rigen mit Trost erfreun auf seinen Leidenswegen; will ei len benzustehn in Noth; will retten aus Gefahr und Tod; will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. Sorge für des Nach, sten Ehre. Mel. O liebster Jesu, was haft e. 657. Hilf, Gott, daß ich den Nächsten redlich liebe, durch Schmähn und Richten nimmer ihn betrübe, ihn nicht verleumde, noch durch Tuck Christliches Verhalten gegen den nächsten. 443 2. Siehest du auch stets die Gründe von dem Thun des Nächsten ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde? tris get dich nicht oft der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? Oder reißzt dich Leidenschaft? und Ränke sein Wohlseyn kránke. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, wo es die Pflicht vergönnt, der Welt verhehle, und strauchelt er, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich weise ihn zu bessern trachte, und seiner Seele Wohlfahrt theuer ach te, für die ja auch der Heiligste sein Leben dahin gege. ben. 4. Was andre Menschen Gutes an sich haben, laß mich erkennen, Herr, als deine Gaben. Es fülle nie mein Herz mit eitlem Neide, vielmehr mit Freude. 5. Gib, daß ich stets in wahrer Demuth lebe, und Jedermann das Seine willig gebe; nichts Arges denke, suche oder übe, gern helf' und liebe. 3. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nachfier fordern kann! O wie würde dich es frånken, griff' er deine Ehre an! Nein, auch deis ner schont der Herr; schonend sollst du seyn, wie Er. 4. Selbst ben wirklichen Vergehen meide mit Beschei denheit alles unbefugte Schmås hen, Härte, Spott und Bitterfeit. Menschenfreundlich decke du deines Bruders Fehler zu. 5. Irrt dein Nachster, o so biete ihm die Hand zur Leis tung dar! Warne du mit Ernst und Güte ihn vor drohender Gefahr; und fällt er in seinem Lauf, hilf mit sanf 6. Laß mich, o Vater, im mer mehr auf Erden an Liese tem Geist ihm auf. be dir und Jefu ähnlich wer den! Gib Kraft dazu, so hab' ich schon hienieden, Herr, dei nen Frieden. 638. Richte nicht mit Anbittrer Strenge, wenn du dre fehlen siehst; groß ist auch der Fehler Menge, die du felbst nicht sorgsam fliehst. Lieblos richten sollst du nicht; Schonen ist des Christen Pflicht. 6. Siche nicht des Nachffen Leiden gern als Strafe Gottes an; gonne dem erlaubte Freuden, der sie noch ge. nießen kann! Nie gib schuldMel. Gott, des Himmels und ic. los frohen Sinn heuchlerischer Schmähsucht hin. 7. Er, der Nichter aller Welten, richtet mit Gerech tigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dies ser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht; richte du den Näch. sten nicht! 444 Christliches Verhalten gegen den nächsten. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 030. 28. enn ich mit Freuden hor' des Andern Ehre schmälern, und rede selber gern von meines Bruders Fehlern; aus Mißgunst oder Stolz verkleinre feinen Ruhm; deck seine Schwächen auf: wo bleibt mein Christenthum? 2. Wenn ich aus Argwohn blos von ihm nur Böses denke, und durch ein falsch Gerucht ihm schade und ihn krån ke; wenn ihn mein Neid, mein Haß, mein Stolz, mein Spott entehrt: bin ich dann noch ein Christ, und dieses Namens werth? 6. Darf ich mit Spott und Hohn die Tugend jemals schånden; dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwen den? Allwissender, du hörst der frechen" Schmåhung zu; ihr Richter, Heiliger, ihr Rå cher bist einst du! 7. Hab' ich durch Lästerung je Schuld auf mich geladen; so laß durch Widerruf mich tilgen ihren Schaden. Des Nächsten Ehre sey mir stets ein Heiligthum! Nicht lieblos richten, nein, sie schützen sen mein Ruhm! Sorge für des Nachften Eigenthum. 3. Wer, wenn er Låstrer hört, und bey Verleumdern fitet, aus niebrer Menschen. 040.2 furcht nicht Andrer Mel. Freu dich sehr, o meineze. lles, was ich bin und habe, kommt, o Gott, aus deiner Hand. Wie so manche gute Gabe haft du mild mir zugewandt! Vater, all mein Gluck ist dein; dei nem Ruhme will ich's weihn! Niemals laß mich mehr ver. langen, als was ich von dir empfangen. 2. Laß mich dankbar und zufrieden im Gemiß der Güter seyn, die mir deine Huld be. schieden; über Andrer Glück mich freun; nie auf meiner Bruder Glück neidisch sehn mit scheelem Blick; nie, was du mir gabst, verachten, nie nach fremden Gütern trach. schußzet; wer aus Gefälligkeit felbst ein Verleumder ist, und nichts zum Besten kehrt: bleibt der auch noch ein Chrift? 4. Wer jeden Echein er greift, den nächsten hart zu richten, verlegzet der nicht frech die heiligste der Pflich ten? Ist dies nicht eitler Stolz, ist's nicht Vermessenheit? Vergißt er daben nicht der eignen Fehlbarkeit? 5. Gott ist mir immer nah'; er hört an jedem Orte, wo ich nur immer sey, ein jedes meiner Worte; er gab die Sprache mir; darf ich mich unterstehn, mit dieser Gabe nun ünschuldige zu schmähn? ten. Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 3. Dem, der Arbeit und Geschäfte, die mir nüßten, fiber nahm, der mit Aufwand seiner Sträfte meinem Fleiß zu Hülfe fam, laß mich lohnen seine Müh)', redlich ihm vergelten sie; Trug und Unrecht laß mich fliehen, Niemand Lohn und Sold entziehen. 4. Eigenthum, das ich entwende, muß Verderben für mich seyn; aber halt' ich meis ne Hände von Betrug und Raube rein: dann darf ich mit Zuversicht treten vor dein Angesicht. Deffen Flehn, Gott, wirst du hören, den Verbrechen nicht entehren. 5. Hått ich mich durch Andrer Schäßze und durch Urglist reich gemacht: Laß mich, Gott, daß ich's erseße, bald und eifrig feyn bedacht! Lieber arm und dürftig seyn, als mich eines Unrechts freut, und nach bald entflohnen Freuden des Gewissens Qualen leiden! 6. Heil'ger Gott, ein from mes Leben liebest und belohneft du. Gib mir Kraft, und laß mich streben, stets gerecht zu feyn, wie du; daß mein Leben ohne Neu', ohne Qual mein Ende sey; daß mich, wann ich einst erwache, keine Schuld verdammlich mache! 445 zu scheun, fren vom Betrug ju leben, gerecht und tren zu seyn; daß ich aus Habsucht nicht durch schlau erdachte Ränke des Nächsten Rechte krånfe, so viel mir auch ge. bricht. 2. Ich soll sein Glück vermehren, weil ich sein Bruder bin, nicht seine Wohlfahrt sids ren durch schåndlichen Ge winn; das, was er mir ge liehn, geliehn zu treuen Hans den, darf ich ihm nicht ents wenden, und listig an mich ziehn. 3. Gewinn, der ihm gebüh ret, wird durch Betrug nur mein; was er dadurch verlieret, kann nie mir Segen seyn; sein Recht gehört mir nicht, nie darf ich es verle, en, ich muß es heilig schägen, das ist Gewissenspflicht. 4. Er soll durch mich nicht leiden; und raub' ich ihm sein Gut, raub' ich ihm seine Freus den aus Geitz und Ulebermuth; so wird sein tiefer Schmerz, der Gram, der ihn verzehret, das Glück, das er entbehret, ein Vorwurf für mein Herz. 5. Ich muß mir das vers bieten, was Andern Schaden bringt; und Schaden auch verhüten, wo kein Gesetz mich zwingt. Was ich erstatten soll, das darf ich nicht verschieben; Mel. Aus meines Herzens Grun: Gerechtigkeit fiets lieben, ist Pflicht für Andrer Wohl. 641. Beförbre, Herr, 6. Wer, Schaden zu ersetzen mein Streben, den Eigennug aus falscher Scham sich scheut, Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 446 weiß nicht das Glück zu schåBen, das dauerhaft erfreut; raubt sich sein ew'ges Heil, hat, weil er Brüder frånket, und an ihr Recht nicht den tet, auch nicht am Himmel Theil. 7. Gott, dieß will ich er messen, den Reiß der Habsucht scheun; die Folgen nie ver gessen, die Tod und Zukunft braun, wenn stråflicher Gewinn, der leicht mein Herz bethöret, mein Eigenthum vermehret, und ungerecht ich bin. Gerechtigkeit und Billigkeit. 5. Eines Unterdrückten Thranen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es ungerechte wäh nen, trifft, Herr, deine Strafe du auch mein VerMel. Jesu, der du meine Seeleze. 042. Auer meiner Brü- brechen langmüthsvoll nicht hier schon rächen: harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher Gericht? der Rechte sollen, Gott, mir heilig seyn! Wenn ich sie zu tränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bey ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geißz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben: welchen Haß verdient' ich nicht! welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Un recht haffen, Recht erzeigen Jedermann; jedem geben, je dem laffen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden als begehen, und mit Freuden lieber nie drig seyn und blos, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufs zer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken draun, und ihr erster Nächer seyn? 6. Nein, ich will gerecht und billig, selbst auch gegen Feinde seyn; Keinen drücken; lieber willig dem Beleidiger verzeihn. Hab' ich macht: ich will sie nützen, die Be drängten zu beschüßen; eilen, wo Verlaß'ne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Sichern will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Senechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir so viel Schulden: ſollt' ich denn kein Unrecht dulden; nicht gelind seyn, mich nicht Christliches Verhalten gegen den nächsten. 447 fort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. freun, wie du, Vater, zu verjeihn? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jefut, meinem Herrn. Er, der Richter aller Welten wird mir alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, im Gericht, das mir sich naht. 6. Herr, mit dem Maß, womit ich hier dem Nächsien messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reiße Billigkeit, und Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. 043.Du liebst, o Gott, laffe mich zu feiner Zeit ber Liebe Pflicht vergessen! Gerechtigkeit, und sirafest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Er kann vor dir, Herr, nicht bestehn; nur der wird einst dein Antlig fehn, der Recht und Wahrheit liebet. 2. Gerechter Gott! laß dei nen Geift zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir in meinen Sinn, verführt durch schåndlichen Gewinn, des Nächsten Recht zu kranken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das gern auf Unrecht denkt, das Schaden sucht und Andre frånkt, wie kann das Brüder lieben? 5. Laß mich beständig darauf fehn, mit jeglichem so umzu gehn, wie ich's von ihm begebre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Hårte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 4. Nie seufze Jemand über mich. Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsien gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immer. mel. Wenn wir in höchsten Nd: then 2c. 044. Fern ern sey mein Le ben jederzeit von aller Ungerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst dein Jünger seyn, und beiner Gnade, Gott, mich freun? nic 2. Wer seines Nächsten Nechte kränkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, verleget des Gewissens Pflicht, und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wer Andern Schaden hat gethan, und irgend ihn ersetzen kann, doch deß fich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 4. Er kann nicht wahre Buße thun; dein Gegen wird nicht auf ihm ruhn, eh' er das Bofe, das er that, nach Möglichkeit erseßzet hat. 5. Wohl dem, o Gott, der dieß bedenkt, und nie durch Christliches Verhalten gegen den nächsten. 448 Unrecht Andre Frånkt! Du bist gerecht, dieß sey auch ich; in diesem Borsag stårke mich! wann ihn sein Rath erleuch ten kann. 7. Er spricht mit Wahl und Vorbedacht; scheut aber kei nes Menschen Macht, wann Wahrheit und Gerechtigkeit der Unschuld Rettung ihm ges beut. Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe. Mel. Wo Gott zum Haus nicht 645.Aufrichtig, redlich, der Wahrheit, ist sein Freund. 8. Wohl ihm! denn Er, Feind, der Gott offen, frey ist Jefu Jünger; Er fürchte nichts; er wird fiets getreu der Wahrheit, bestehn, wann alle Lugner die er nie verletzt, und über untergehn. alles liebt und schätzt. 9. Mit ihm ift Gott! Mit ihm ist Gott! Träf' ihn Verleumdung oder Spott, tráf ihn der Haß der ganzen Welt: was achtet's der, der Gott ge fällt? 2. Er, irrt er gleich, und oft auch leicht getäuscht von Heuchlern, haßt und fleucht der schleichenden Verstellung List die Gott und ihm ein Gräuel ist. 3. Er haft Verleumdung, Schmeichelen und glatter Worte Tauscherey; betrügt mit seinem Auge nicht; spricht, wie er denkt; denkt, wie er spricht. 4. Er rühmt für keinen 040. W. Preiß der Welt Laster, und enthält sich auch des Scheines von Betrug; klug, aber ohne Falschheit Flug. 10. Er wird vor seinem Angesicht einst stralen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglänzt und die Nacht zerstreut. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Dohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält! 5. Was aus der Liebe Quelle fließt, was seinen Brüdern müßlich ist, und wohlgefällig Gott dem Herrn, das redet er, und redet's gern; 2. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gewalt und List, für Wahrheit hinzuges ben, bereit und willig ist! Du, gern des Irrenden sich an, Gott, wirst ihn erhöhen, wann 6. Entdeckt nicht alles, was er denkt; verschweigt, was schadet oder Frånkt; nimmt einst Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 449 einst in ihrem Licht beschämt Verschwiegenheit, du schöne die Falschen stehen, enthüllt durch dein Gericht. Pflicht der Freunde! Wer nicht aus Leichtsinn dich entweiht, der macht sich selten Feinde; er spricht mit Vorsicht, wenn er spricht, und schadet und ers bittert nicht. 3. O Herr, laß alles Lügen stets ferne von mir seyn; nie soll die Lippe trügen; nie sey die Tugend Schein! Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelen, damit ich stets be flissen der Treu' und Wahrheit sey. 4. Laß niemals mich ver sprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wann mir's Beschwerde macht; nie Leichtsinn mich verleiten, und nie des Beyspiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmahsucht nur erdacht. 5. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, da mit ich meine Pflicht mit Flugheit üb' und wisse, wann ich für Andrer Wohl, und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 6. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hålt, das soll mir Niemand rauben! So geh' ich aus der Welt im freudigen Vertrauen, wann einst dein Tag erscheint, mit Wonne dich zu schauen, dich, Gott, der Wahrheit Freund. Verschwiegenheit. Mel. Dieß ist der Tag der zc. 047. Sep dans ey beilig mir, 2. Wer dich bewährt im Freunde fand, welch Heil ist dem beschieden! Du knüpfest vest der Herzen Band, und sicherst Nuh' und Frieden; du minderst Gram, beförderst Glück, verhütest manches Mißgeschick. 3. Wie oft entzweyt Ges schwätzigkeit verbundne gute Herzen! Wie oft erregt sie Zank und Streit, und Kum mer, Gram und Schmerzen! Des Guten würd' auch mehr gethan, zerstörte sie nicht oft den Plan. 4. Drum will ich sie von Herzen scheun, und jedes Wort bedenken; will, wenn ich's soll, verschwiegen seyn, um Andre nicht zu kränken. Nein, durch sie werde niemals laut, was mir ein offnes Herz vers traut! 5. Wenn mir nicht höh're Pflicht gebeut, es frey zu of fenbaren, will ich es siers mit Sorgsamkeit in meiner Brust bewahren. Brächt' auch Ver. rath mir Glück und Ruhm; es bleibet mir ein Heiligthum. 6. Würd' auch mein Freund mir ungetreu, und brach' er sein Versprechen, will ich doch durch Verrätherey nie meine 29 450 Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. Treue brechen; will dann auch noch verschwiegen seyn, der Freundschaft Rechte nicht entweihn. 7. Auch sollen meine Lippen nicht des nächsten Ruhm be, flecken, nicht Fehler, die der Liebe Pflicht mich bergen heißt, entdecken. Geheime Sorge ihn davon foll mir's seyn, warnend zu befrenn. 8. So laß, Gott, durch Vorsichtigkeit mich meines Nächsten schonen; durch Treu' und durch Verschwiegenheit ihm sein Vertrauen lohnen; und nie aus Nachsucht, Haß und Groll mich reden, wann ich schweigen soll. Gemeinnüßigkeit und Dienstfertigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 2c. ob Luft, die zu beschamen, die Gutes von mir nehmen, nicht meines Wohlthuns Quelle sey? 2. Laß nie bey Andrer Klagen mich, eh' ich helfe, fragen: was wird mein Lohn denn seyn? Ich will, nach deis nem Bilde, mit reiner Herzensmilde zur Hülfe schnell und willig seyn..b 3. Bey meinen guten Werken laß fiets mich darauf merten, ob Stoiz und Prahlerey, 4. Wenn ich des Dankes Zähre für Wohlthun auch ents behre: so laß doch nie mein Herz des Wohlthuns múde werden; ja selbst auch mit Be schwerden vermindre gern es fremden Schmerz! 5. Es liebe nicht nur Freun de; es sorge selbst für Feinde, voll Großmuth, voll Geduld! Du hilfsi ja in Gefahren, o Gott, auch Undankbaren; selbst Böse segnet deine Huld. 6. Laß mich dir ähnlich wer den; dann lohnt mein Fleiß auf Erden mich schon mit Seligkeit. Noch größern Lohn verkündet dein Wort mir, Herr; ihn findet mein Geist einst in der Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Beſtreben, nicht blos für mich 049. Vereinigt laßt uns zu leben, auch Menschenfreund zu seyn; auch Undern gern zu nügen; des Glücks, das sie besitzen, mich, wie des meinis gen zu freun. Gutes wirken! Christen, füget Hant in Hand! Es schlinge sich um unsre Hers jen der Menschenliebe sanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein ster. bend Auge bricht. 2. Wir sind ja Eines Va ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Un. terschied hier Brüder, wir mé gen arm seyn oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beystand seyn. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Mens schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sey durch uns fein Schmerz! Sein heitrer, bankerfüllter Blick erhöht dann unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! Oonne, Menschen glücklich sehn! Durch dich wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreich)' re Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschen freund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkün bigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du så'test für die beffre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der reinsten Menschenliebe weiht, der streut den Samen edler Thaten, und erndtet hohe Seligkeit. Auf, laßt uns diesen Samen fireun! Auf, laßt uns Menschenfreun de seyn! Theilnahme. Mel. Ich dank dir schon durch zc. 050.2 451 2. Drum will ich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen setzen, und, war's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlseyn schätzen. 3. Nie reiße mich ein frem. des Glück zur Mißgunst und zum Neide; nie Andrer wis driges Geschick zu Hohn und Schadenfreude. 4. Ich will vielmehr in Andrer Bohl, o Gott, mein eigs nes finden, und, wenn ich kann, auch wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen. schufft mein Herz, bey meines Nächsten Freuden mich mit zu freun, und, fühlt er Schmerz, auch gern mit ihm zu leiben. 5. Ich will auch selber meis nem Feind des Mitleids Thrane weihen; wann er in seinem Unglück weint, ihn gern mit Hülf erfreuen. 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden. 7. Dein Beyfall ist mir dann gewiß, und unter det. nem Segen geh' ich,- dein Wort verspricht mir dieß- froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Him meis geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. Mel. Schwing zu deinem Gott 26. liebender, du 651. Heilig, heilig ist das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegrün 452 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. bet; ist geknüpft, daß beffer euern Gram verweinen, bis mir seine Welt gefalle. Ei nen Schöpfer haben wir, Eis nen Vater alle! die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 2. Einen Vater, der uns Brod und Gesundheit schenket, der im Glück und in der Noth unsrer gleich gedenket; der nicht nur mit Freundlich keit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir auch auf mich, fein stind, blickt er freund 652. S nieder. und ferne, sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einander lies ben; wohlthun, Elend mindern hier, keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz ben des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb' mein Herz bey des Bruders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschlie Ben; immer will ich Sorg' und Müh liebreich euch verfüßen. Alle, alle leben wir um uns zu beglücken; und ihr send nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 7. D gewiß! dann werdet ihr froh den Vater preißen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet- welch ein Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüs derlich trösten und erquicken. 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tragen; kann ich's nicht, so will ich dann trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust mel. Fren dich sehr, o meinex. ollt' ich den bes neiden können, den Gott mehr, als mich, beglückt? Sollt ich ihm das Leiden gönnen, das ihn kränkt und niederdrückt? Sollt ich je so grausam seyn, seines Unglücks mich zu freun, hämisch seine Noth vermeh ren, und sein Glück aus Miß gunst sidren? 2. Nein, so wär' ich ein Empdrer in dem Reiche meis nes Herrn, blieb' als frecher Ruhestörer, auch von eigner Ruhe fern, wäre nicht des Glückes werth, das der Herr auch mir gewährt; ja, ich wür de selbst mich hassen, und den Weg des Herrn verlassen. 3. Darum will ich stets er. wägen, daß wir alle Brüder sind. Auch mein Nächster fleht um Segen, und auch er ist Gottes Kind. Der wird durch sich selbst entehrt, wer, von niederm Neid emport, seines Nächsten Werth verkennet, und sein Wohlseyn ihm mißgonnet. Ehriftliches Verhalten gegen den nächsten. 453 4. Gott vertheilet seine Gas mich freuen kann! Hilf mir, ben, wann und wie es ihm daß ich mitleidsvoll fremde gefällt. Alles, alles was wir Leiden, wie ich soll, sorgsam haben, kommt von ihm, dem mir zu Herzen ziehe, und zu Herrn der Welt. Geb' er lindern mich bemühe! wenig oder viel, unser Wohl ist nur sein Ziel. Thorheit Mel. Ich dank dir schon durch zc. war es, barauf denken, ſeine 653. Wer Menschen, wår' Liebe zu beschränken. 5. Keiner hat ein Recht zu fragen: Herr der Welt, was machest du? Mürrisch seyn, und neidisch klagen, zieht uns seine Strafen zu. Weislich und mit Vatersinn geht er vest und still dahin. Wer kann seine Wege tadeln, ohne selbst sich zu entadeln? 6. Gut in meines Nächsten Händen dienet oft zu größerm Heil; um es edler zu verwenden, ward's nur ihm, nicht mir, zu Theil. Aber wenn er sorglos ist, und des Menschenwohls vergißt; o dann wird sein Glück auf Erden ihm ein Quell des Schreckens wer, den. 7. Einst entfliehn der Erde Freuden; auch der Reiche stirbt Dahin. Ach, wie könnt' ich ihn beneiden, wenn ich fromm und heiter bin? Nein, ich will mich treu bemühn, Neid und Mißgunst stets zu fliehn; will mit Fröhlichen mich freuen, Traurigen mein Mitleid weihen. 8. Schenke mir, o Gott der Liebe, Liebe gegen Jeder. mann, daß ich stets aus reinem Triebe fremden Glücks seine Brüder, liebt, der freut sich ihrer Freuden; und wenn ein Unfall sie betrübt, so theilt er ihre Leiden. 2. Sein edles, liebevolles Herz ist fern von allem Neide, und fühlet nie ben fremdem Schmerz die Regung wilder Freude. 3. Er wird, sucht ihn auch mancher Feind durch Haß und Spott zu krånken, dem Feinde, der im Unglück weint, des Mitleids Thräne schenken. 4. Er wird voll Menschlichkeit sich freun, des Nächsten Wohl zu mehren; gern in der Noth sein Beystand seyn, gern seinem Summer wehren; 5. Wird, wenn er's kann, selbst Andrer Glück mit fro hem Eifer gründen, und im mer mit zufriednem Blick darin das Seine finden. 6. Gott, laß mich, deiner werth zu seyn, so meine Brus der lieben; gern Leiden mildern, gern erfreun, und nie ein Herz betrüben. 7. Dann werd' ich immer, Herr, vor dir, froh und zus frieden leben, und du wirst, 454 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. guter Vater, mir das Glück haßt, auch er; in seinem Blick der Zukunft geben. auch keusch und rein, stets fröhlich, ohne frech zu seyn. 6. Durch liebliches Gespräch erheitert er auch des Bidden Angesicht; und jedes Herz erweitert und Leutseligkeit. ONE Mel. Wer nur den lieben Gott 2. 654. Nicht mürrisch, benvoller, wann er ſpricht; denn, was er sagt, und was er thut, ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. finster, ungesellig ist, wer ein Christ zu seyn sich freut; ist ohne Schmeichelen gefällig; vereinigt Ernst und Freundlichkeit; ist traurig mit den Traurigen, und fröhlich mit den Fröhlichen. 7. Er muß gefallen, er ge biete, er warn', er straf auch; er gebeut, er warnt, er straft voll Lieb' und Güte, mit Ernst, und doch mit Freundlichkeit; und tröstet er: wie kräftig spricht sein Wort zum Trost des Bruders nicht! 2. Es liegt in feinem seiner Blicke, als wie in einem Hinterhalt, auflaurend schaden frohe Tücke und Hag in lås chelnder Gestalt. Sein Blick, kein Blick der Heuchelen, ist liebreich, offen, gut und frey. 3. Sein Antlitz, heiter wie der Morgen, wird trüb' und seine Freud' entflieht, wann er Bekümmerniß und Sorgen in seines Bruders Auge fieht, und stralt in neuer Herrlichkeit, wann ein Getrösteter fich freut. 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, eifrig, jeden zu erfreun, und fanft, und anmuthsvoll und freundlich soll jeder Jünger Jesu senn. Ach, wären wir's! Ach, glichen wir, o Vorbild aller Liebe, dir! 9. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten laß, o Herr, uns aller Menschen Freunde werden, dir, Hei land, immer ähnlicher; so werden wir uns ewig freun, und Gottes wahre Kinder 4. Bescheiden, fittsam, ehr. erbietig ist, wer ein Jünger Jesu ist; nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Andern glücklich ist. Er seyn! ist, weil er wie Jesus liebt, die Brüder zu erfreun geübt. Mel. Herr Jefu Chrift, du höchs 5. Er schleicht, für fromm 655. Was Menschen zc. erklärt zu werden, nicht traitrig, Heuchlern gleich, einher; krånket, will ich flieh'n, fie zu erfreuen finnen; will mich doch freche, lüsterne Geber den baßt, wie sein Gott sie durch Freundlichkeit bemüh'n, Colmena Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. auch Niedre zu gewinnen. Der Menschheit Werth würd' ich entweih'n, wollt' ich je über müthig seyn, und stolz auf Andre blicken. 2. Voll Sanftmuth, Nachficht, Freundlichkeit will ich der Schwachen schonen; mit Gegenlieb' und Dankbarkeit will ich der Liebe lohnen, die meine Wünsche gern erfüllt, Friedfertigkeit und Duldsamkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. und meines Herzens Kum- 650. Dir Bater, Dank mer stillt, mich tröstet, warnet, beffert. und Preiß und Ehre von aller deiner Kinder Schaar, Dir, Herr der hohen Sternenhees re, bring' jeder Mund Anbetung dar! Du unser aller Vater, gib zu preißen dich, uns Kraft und Trieb. 3. Der stille Dulder, der sich scheut, die Sorgen, die ihn nagen, aus Ehrgefühl und Schüchternheit, vertraulich mir zu flagen, der seh' in meinem Blick ein Herz, das Mitgefühl bey seinem Schmerz und milder Sinn belebet. 4. Nie, nie will ich mit Bitterkeit mir Spott und Scherz erlauben; mir nie durch Unbescheidenheit des Nächsten Zutraun rauben. Nie schrecke der Verachtung Blick den Hülfsbedürftigen zuruck, mir seinen Wunsch zu äußern. 5. Darf ich, als Freund ber Tugend, nicht zu frem Den Fehlern schweigen; ge beut es meines Standes Pflicht beym Unrecht Ernst zu zeigen: dann lehr' mich weise mäßigung, und Tadel und Erinnerung sey Ausdruck edler Liebe. 455 daß ich mit Verdruß, was ich befahl, erzwinge; auch wars nend will ich freundlich seyn, mich vor des Unmuths Härte scheun, und sirafend auch noch lieben. 6. Wann ich aus Pflicht gebieten muß, und auf Gehorsam dringen: fern sey's dann, 2. Bereit, dich dem zu offenbaren, den Sehnsucht drängt, sich dir zu nahn, nimmst du von allen Völkers schaaren Gebete, Lieder, Opfer an. Ganz ohne Stral von deinem Licht ist keines Menschen Angesicht. 3. Von allen keiner, wel che leben, ist fern, Unend. licher, von dir. Jn dir, du Vater aller, weben wir alle, sind und athmen wir; und dich zu suchen, rufest du, voll Liebe, allen Herzen zu. 4. Dem rufst du lauter, jenem leise: Ein Gott ist, welcher dich erschuf! Nur der ist froh und gut und weis se, der gläubig hört auf dei nen Ruf; und wer dich fromm Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 456 und findlich ehrt, deß Flehen wird von dir erhört. 5. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lichte treu zu seyn. Wie könn test du den strenge richten, dem du mehr Licht versagtest? Nein! Begnadigtest du nicht selbst den, der's wagte, dir zu widerstehn? 6. Und wir, wir sollten 6. Und wir, wir follten ftrenge richten? Wir lieblos seyn, wo du verschonst? die Einfalt und die Tugend rich. ten, die du vielleicht mit Ehre lohnst? den schmähen, der bich anders ehrt, als uns der Vater Glaube lehrt? 7. Wer heilig deinen Namen nennet, dir ehrfurchtsvoll zu dienen meint; so gut bich ehrt, als er dich kennet, fey Bruder uns, mit uns vereint! wehe dem, der sie verdammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! 8. Erwecke Fürsten, bilde Lehrer voll weiser Men fchenfreundlichkeit. Entwaff ne mächtig, Herr, den Std rer der Eintracht und Ver träglichkeit; und heller firale bald dein Licht, wo noch an Duldung es gebricht! nun mit gleichem Ernst und Triebe den Andern liebe. 2. Wie darf denn die, die Einen Gott bekennen, der Streit, wer mehr Erkenntniß habe, trennen, und Herzen, die sich Eines Heilands freuen, zum Haß entzweyen? 3. Soll denn, wer stark ist, nicht die Schwächern keit, der Lieb' entsagen? Und tragen? Soll er der Einig du, Allvater, schontest doch der Schwachen, sie stark zu machen! ben einander wohnten, und, 4. Wenn wir, wie Brüder, irrt ein Bruder, seiner Schwäs che schonten; wie würden wir, dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! froh des fichts, und preiße 5. Wer heller sieht, sey dich, der es gab; er sey in Demuth weise; den Brüdern leucht' er vor; an Einsicht größer, sen er auch besser. 6. Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe sich freyer in der Wahrheit Prüfung übe, und gern zum Lichte, frey vom Bruderhaffe, sich leiten lasse. 7. O dazu müsse deine Lieb' uns dringen! Du wollest, Herr, dieß große Werk voll bringen, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus allen werde. Mel. O liebster Jesu, was zc. 657. Uns schuf Ein Gott; uns ließ von allem 658. W er liebevoll durch Mel. O liebster Jesu, was zc. Der leben will, nen Sohn erlösen, daß jeder und glücklich, der betrübe nie Christliches Verhalten gegen den Nächsten. feine Brüder, fliehe Zank, und liebe stets selbst die Eintracht; herzlich, treu, verschwiegen, ein Feind der Lügen. 2. Er sey gerecht, fen bils lig; übertreibe nie seine Rechte bis zur Hårte, bleibe stets ruhig, sen im Eifer feiner mächtig, und stets bedächtig. 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer, recht zu haben, sich verwirren; nie stolz; stets frey, daß er sie leicht gewinne, vom Eis gensinne. 4. Im Tadel sanft; nie bitter im Verweise; stets herzlich in des Bruders Ruhm und Preiße; stets sorgsam, wenn er Fehler sucht zu bes fern, nichts zu vergrößern. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden; in jedem Streite sittsam und bescheiden, auch fittsam, wann er fiegt; holdselig, gütig, nicht übermüthig. zum Vergeben. 7. Daß Brüder sich mit Brüdern nicht entzweyen, eil' er, Verdacht und Mißtraun zu zerstreuen; und lindre flüglich Unmuth und die Schmerzen gefränkter Herzen. 457 noch eh' sie bitten, ohne Selbsterhebung, sie mit Vergebung. 9. Er wird in Sicherheit und Friede wohnen; ihn wird man preißen; wann er fehlt, ihn schonen; ihn, wann er spricht, zu warnen und zu lehren, mit Freuden hören. 10. Sein Beyfall ist Be lohnung; selbst Verweise von ihm sind lieblich, sich zum Ruhm und Preiße wird er nicht Fehler, die er straft, vergrößern; wird gern sie bessern. II. So wird zur Freude jeder seiner Tage; nach seinem Tode seufzt der Brüder Klage: ach, er war gut, nie stolz, nie übermüthig, stets sanft und gütig! 6. Demüthig, wie auch Christus war; stets billig; zu tragen Schwache, sie zu schoVersöhnlichkeit. nen willig; nicht träge, die Mel. O liebster Jesu, was haft zc. Gefallen aufzuheben; ſchnell 650. Herr, mein Ver såhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! Ers weck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 8. Versöhnlich, eil' er selbst der Feinde Neue entgegen; fordre sie nicht; und erfreue, 12. Frohlockend geht er und empfängt am Throne des Soh nes, dem er folgte, feine Kros ne. Da wohnt er, Gott, in einem höhern Frieden; in deis nem Frieden. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schalt'st nicht wieder, als man 458 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. dich gescholten. Du segnetest jes Glück verlieren; so laß, mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. o Herr, mich, ihr zu wider. stehen, auf dich dann sehen. 10. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. handelt. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen An dre brennen? Ich sollte je Ich sollte je mals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater! dem sagen; und Mel. Dieß ist der Tag der zc. Groll im Herzen gegen Brü. 660. Herr, der bu fier, der tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? bend noch für die, die dich erwürgten, batest; der du vor deinem Vater sie so liebevoll vertrateft; wann werd' ich doch dir ähnlich seyn, und meinem Feinde gern verzeihn? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bey dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Juns ger ist nur, wer, wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets ver föhnlich finden lasse, und Rachgier haffe. 7. Wann meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, auch wenn sie mich empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, und, so wie du, den, der mir flu- s chet, fegnen. Herr, mache gegen alle, die mich haffen, mein Herz gelaffen. 9. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan 2. Ein Sünder, dem noch Rache glüht im aufgebrachten Herzen, der noch sein Wohl gefallen ficht an seiner Feinde Schmerzen, besteht vor dei nem Angesicht, Lieb' und Langmuth, nicht. o Gott der 3. D Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele: wie du vergibst, vers gibt Gott dir! Erwåg' es, und dann wähle! Der wählt den Segen, der vergibt, und der den Fluch, der Rache liebt. 4. Sey, Seele, werth der Seligkeit, dich selbst zu über, winden. Duld' und vergib; auch Gott verzeiht, und straft nicht deine Sünden. Nicht Nache, Segen rufe du, Gott ähnlich, deinem Feinde zu! Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 459 5. Auch mein Beleidiger rechte, vergalt die Schmach hat Theil am Heiland aller mit Huld; die Wuth ergrimms Sünder; mit Blut erwarb ter Knechte ertrug er mit Ges auch ihm das Heil der Todes- duld. Sollt' ich denn wieder überwinder. An mich und ihn schelten, da er nicht wieder. ergeht der Ruf des Gottes, schalt? Mit Liebe nicht ver. der uns beyde schuf. gelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müss sen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich ver fahren, indem er's böse meynt. 6. O tönnt ihn meine Sanftmuth noch zur Seligkeit bekehren! ihn, der mich) haßt, das sanfte Joch der Liebe tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, könnt' ich des Feindes Retter seyn! 7. Wie würd' er mich am Weltgericht dann seinen Brus der nennen, und als ein Freund sich ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott er heben, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden; wie gern verjeihn, da du mir's dort vergiltst mit ew'gen Freuden; wenn mir im Himmel einst mein Feind dankbare Freudenthranen weint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir erfann; auch die will ich be reuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er långer schmähn? 5. Auch ihm will ich mit Freuden zu dienen willig seyn, ihn gern in seinen Leiden mit Rath und Hülf' erfreun. Wie wird es mich erquicken, wenn endlich er, erweicht, mit reue vollen Blicken, die Bruder. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 661.Nie will ich wieder hand mir reicht! fluchen, wann mir mein Haffer flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft be gegnen, nicht drohen, wann er droht; schilt er, so will ich segnen; dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der GeFürbitte. Eigne Melodie. 662. Der bu fo gern du so uns Menschen fegneft, uns immer liebevoll begegnest, hilf uns dir treu ergeben seyn, Christliches Verhalten gegen den nächsten. 460 um deiner Huld uns stets zu freun. 2. Vermehre, Gott, die Zahl der Frommen; laß alle näher zu bir kommen, ſtets 663. Für unfern Näch 003. Mel. Wenn wir in höchsten Nis then ze. näher ihrer Seligkeit, bereits ihr Herz geweiht. die dir sten beten wir, o Vater, wie für uns, zu dir. Gib, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 2. Dir tsnet unser Lobges sang, wir bringen Ehre dir und Dank, daß du auch unfre Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes gibst. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, den Eingebornen ih nen schenkst, zu deinem Hims mel fie auch schufft, zum Glaus ben sie, zur Tugend rufft. 4. Daß mit dem Glück der Zeit sie auch durch seinen heis ligen Gebrauch gesegnet find; daß nach dem Tod auch sie dich sollen seh'n, o Gott! 5. Deß freun wir uns und danken dir, und beten brunstig, Gott, zu dir: laß stets fie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld fich freun. 6. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite fie auf deiner Bahn, und mache fie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum. 3. Beglücke jedes deiner Kinder; machy alles Elends täglich minder, gib Frieden unserm Vaterland und Glück und Heil zu jedem Stand! 4. Laß, die an deiner Statt regieren, den Herrscherstab mit Weisheit führen; ihr Herz sen der Gerechtigkeit und wahrer Menschenhuld geweiht. 5. Laß treue Hirten, from me Heerden Ein Herz und Eine Seele werden; laß jene weise Führer seyn, und diese stets den Irrweg scheun. 6. Laß Aeltern an dem Wohlergehen der Kinder ihre Freude sehen; die Kinder bilde deine Kraft verständig, fromm und tugendhaft. 7. Ja, Vater, komm mit deinem Segen dem Jüngling und dem Greis entgegen; laß jeden, was ihm müßt, empfahn, und nimm dich aller Kranken an. 8. Erhöre das Gebet der Deinen; ach, laß sie niemals trostlos weinen, und sende jes dem Hülf und Rath, der keinen Freund und Retter hat. 9. Gib, daß uns allen schon die Erde ein Vorhof deines Himmels werde. Wer Mensch ist, freue dankbar sich, Gott, deiner Huld, und preiße dich. 7. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wah ren Glück; den, der von dir fich führen läßt, den mach' im Glauben treu und vest. 8. Entreiß' des Lasters Ty ranney die Sünder; mach', Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 461 ben, o alles Guten Geber, dich. o Gott, fie frey, daß sie nur deine Pfade gehn, und einst dein Vaterantlitz sehn. 9. Gib Allen einen frohen Muth; bewahr' ihr Leben, Haus und Gut; bewahr' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm. 10. In ihrer Noth verlaß fie nie; und sind sie traurig, tröste sie. Gib ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Him mels Seligkeit. 11. Einst preißen wir, den Engeln gleich, erhöht, versammelt in dein Reich, dich ewig; ewig danken wir, o unser aller Vater, dir. 4. Nicht, um gesehn zu werden, erleichtern sie Beschwerden; beglücken blos aus Pflicht. Nicht stolz noch über. müthig, sind sie, weil du's bist, gütig; beschämen, wenn sie geben, nicht. 5. Des Dankes frohe Zähre ist ihres Herzens Ehre, ift Seligkeit für sie. Fließt feine, so ermüden sie doch, in dir zufrieden, dir, Vater, nachzuahmen, nie. 6. Sie, aller Menschen Freunde, sie sorgen selbst für Feinde voll Großmuth, voll Geduld. Du hilfft ja in Ges fahren, o Gott, auch Undankbaren; selbst Böse segnet deine Wohlthätigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 2c. Huld. 664. Daß fiets noch ben erfahren, selbſt auf Er. 7. Christen streben, nicht blos für sich zu leben, und wohlzu thun fich freun; gern ihren Brüdern nutzen, sie segnen, fie beschüßzen: das ist, o Gott, dein Werk allein! ihren Kladen, wie werth, fie, Gott, dir sind: weit mehr noch in dem Lohne, den einst vor deinem Throne ihr menschenfreundlich Herz gewinnt. 3. Dir ähnlich, gehn und streuen sie ihre Saat aus, freuen, gefä't zu haben, sich, und preißen, daß fie Gaben für Andrer Wohlfahrt ha. 2. Daß fie bey gen nicht, eh' fie wohlthun, 665. Ich wird mein Ich bin des vedafür? Solch eine reine sten, redlichen Entschlusses, Milde, die sie zu deinem Bilde verklären soll, entspringt die milden Gaben deines lles berflusses zum Besten meiner Brüder anzuwenden, mit treuen Händen. von dir. 2. Jst, Gott, dein eigner Sohn doch nicht erschienen, daß er sich dienen ließ; er kam, zu dienen, und ward Mel. O liebster Jefu, was hast ze. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 462 ein Knecht der Menschen, um vom Bösen sie zu erlösen. 3. Er brauchte seine Größ' und macht die Armen zu trd sten, sich der Kranken zu er barmen; Verlornen Heil und Gnade zu erwerben; für uns zu fierben. 4. O wie verschönert sich nicht Gottes Erde, wo, daß er sanft und mild und gütig werde, sein Junger strebt, zu Ehren seinem Namen, ihm nachzuahmen! 5. Ich will denn auch durch ein wohlthätig Leben mich zu der Aehnlichkeit mit ihm erheben! Gib Kraft, daß ich das Glück, das ich befißze, für André nüße; 6. Nicht suche nur, was mein ist; meinen Brüdern, die du erlößt hast, deines Leis bes Gliedern, mit Rath und Hülfe beysteh'; Allen, Allen, dir zu gefallen. 7. Denn darum gibst du uns so viele Gaben, daß Alle Segen auszutheilen haben, daß jeder glücklich werd', und frey vom Neide, der Menschen Freude. ben hier, und dort das le ben. end barmherzig, Menschen, höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret:" Send barmherzig, so wie Gott!" Gebt, so wird auch euch gegeben Les 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ist es, der uns schuf! Wir sind Alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Nuf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. sehen, send barmherzig, so wie 3. Gottes Bild in euch zu er! Eilt, dem Armen beyzus stehen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, warum soll die Welt es wissen? 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Net ter seyn; Kummer lindern, sten und erfreun; und dieß Wunden heilen, wohlthun, tro thun aus edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos seyn, wo leid tröste sie; daß, wann wir weinen; unser Mit zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. Mel. Herr, ich habe mißgehans delt 2c. Met. Herr, ich habe misschan. 667.2. 666.S Pohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das ver geffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen benzustehn, ist Pflicht,- Pflicht, die Jes fus felbst uns lehret, und die Gott den Höchsten ehret. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 2. Speiset die, die Hunger Dankbarkeit. leiden, und die durstig find, die mel. In dich hab' ich gehoffet ze. trånkt. Eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, die Kummer frånkt. Schwache fucht zu unterstützen, Unter brückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben und zu euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott ge trieben, nach Vermögen beyzustehn. Die auch, die im Stillen leiden, führt zu unverhofften Freuden. 4. Liebe sey dir keine Bür. de, keine Last, beglückter Christ! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülf. reich bist. Welch ein Ruhm für die Erlößten, arme Brüs der Christi trösten! 5. was wirkt's für sanfte Freuden, der Verlaffnen Heil zu seyn; sehn, wie sie in ihrem Leiden sich, durch uns gestårkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, schafft uns himmlisches Entzücken. 463 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bey Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit; und einst dort zum Gnadenlohne schenkt uns Gott des Himmels Strone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun! Was wir hier gefået haben, erndten wir dort reichlich ein. Seyd barmher. fig, liebt die Armen! Gott wird euer sich erbarmen. 668.3ch fleh, Ich fleh', Allieben. der, zu dir: was du mir gabst, erhalte mir, den regsten aller Triebe, den Sinn der wahren Dankbarkeit für Mitgefühl und Liebe! 2. Weh' mir, wenn Stolt und Sicherheit je meiner Brust die Seligkeit des Dankgefühls entriffen! Wie niedrig würd' ich dann, wie klein mir selbst erscheinen müssen! 3. Mir ist's, als fühlte ich noch heut die Stunde der Ver lassenheit, we ich nach Hülfe fragte, und mir, in tiefer Dun. kelheit, kein Hoffnungsschimmer tagte. 4. Da stand die Liebe nah' bey mir, und rief: ich rath', ich helfe dir! und bot mir ihre Rechte; wie tief gesunken wäre ich, wenn ich deß nie gedächte! 5. Wenn jetzt, da ich gebor. gen bin, ein thöricht eitler Er. densinn mit Undank mich bes fangen; wenn ich vielleicht seit Jahren schon gefühllos hinge. gangen! 6. Nein! immer in der Ges genwart der kleinsten Wohl that, die mir ward, soll sich mein Herz erheben, und, war es wenig oder viel, für Liebe Liebe geben. 7. Vergelten frenlich kann ich nie, was mir zu meinem 464 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. Glück gebieh; doch kann ich's rein empfinden, und mit des Dankes Chránenblick der Welt und dir verkünden. 8. Erhalte, Herr, mir dieß Gefühl, bis ich an deiner Hand das Ziel der Wallfarth einst gefunden! Dort wird dann reiner, frommer Dank, was ich hier schwach empfunden. auch Andern gibt, nie mür. risch, neidisch und betrübt. 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern, befördern, was ihr Wunsch begehrt, ers leichtern, was sie drückt, und lindern, was sie bekümmert und beschwert: frohlocken will ich, Vater, dann, wann ich's durch deinen Beystand kann. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein brünsti ges Gebet zu dir; und was sie 669. Wenn Menschen wünſchen, das gelinge: denn, streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu feyn, und mich mit willigem Gemüthe durch ihren Rath und Trost erfreun: mit reichem Segen fegne dann, die ich nicht wieder segnen kann! Herr, fie thaten wohl an mir! Auf jeden komme Freud' her ab, der Freude gibt und Freu de gab! 2. Es zeuge meiner Freude Zähre von meines Herzens Dankbarkeit; mit was für Eifer ich begehre, was ihre Herzen, Gott, erfreut; mit welcher Innbrunst mein Gebet für sie zu dir, mein Vater, fleht. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden, und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth: mit Freuden will ich's thun, o Gott! 4. fie ehren, will über mein Bedürfniß fie mit meinen Klagen nicht beschweren, stets sittsam, überlästig nie; wenn ihre Hand 7. Umfahe fie mit deiner Güte, und deine Huld verlaß fie nie! Sey stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigs keiten sie; und trifft sie doch Gefahr und Schmerz, so tröst' und heile selbst ihr Herz! 8. Nimm sie zu deines Reis ches Erben, wann einst sie scheiden, gnädia an! Erquicke sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Chron, sey unaussprechlich groß ihr Lohn! Freundschaft. mel. Sollt' ich meinem Gott. Ich will fie lieben, will 670. was wären D meine Freuden, theilte sie kein Freund mit mir! und wie trug' ich meine Leiden, irrt' ich De Christliches Verhalten gegen den nächsten. 405 1 ich dd' und einsam hier, wär' 5. Alle, die mich nah' und ich wie in Wüsteneyen auf die Erde hingebannt, lebr' al lein und unbekannt, müßte ohne Freund mich freuen, fånde hier in Freud' und Schmerz nie ein gleichgestimmtes Herz! ferne lieben, Allbarmherziger, fegne sie, du segnest ger ne- fegne sie, Allgnädiger! ihrer Seele stilles Sehnen, ihr Bedürfniß, ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt leht, ihre Freuden, ihre Thränen, ihre leiseste Begier, alles, Herr, empfehl' ich dir. 2. Dank dir, Herr, mit Herz und Munde, daß an treuer Freunde Hand manche frohe sel'ge Stunde, reich an Segen, mir verschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir deren Liebe gab, gab, die bereit, bis an das Grab mit zu dan ken, mit zu leiden, deine treue Vaterhand mir so unverdient verband. 3. Dank, daß viel der bes sern Seelen, mir ein Segen und der Welt, mich zu ihren Freunden zählen, von dir selbst mir zugesellt; die das Gute mit mir theilen, das mir deine Güte schenkt, gern, wann mich ein Kummer kränkt, meiner Seele Wunden heilen, mich erheben, wann ich sank: Preiß dir, Vater, Preiß und Dank! 6. Hebe, wann der Tod die Bande, die uns binden, nun zerreißt, zu der Freundschaft Vaterlande, zu dem Himmel unsern Geist. Drüben laß uns wieder finden, was hier unsrer Lieb' entfloh; doppelt glücklich, doppelt froh, himm. lischer uns dann verbinden dort, o Vater, wo verklärt unsre Freundschaft ewig währt. o dann vollenden schnellern Schritts wir unsern Lauf, und er führt zu dir hinauf. mel. Wo Gott zum Haus nicht ze. 071.S welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 4. Dir geheiligt sey die Freude, die für mich aus Freundschaft quillt, voll Erquickung, wann ich leide, immer rein, und sanft und mild. Nur an frommer Freunde Hånden, die, o Heiliger, sich dir ganz zum Opfer weihn 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich mit mir, sen mir wohl! vereint um Kraft, gleich gut 2. Der, vest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! zu seyn, gleich tugendhaft. 4: Vom Irren hålt er mich zurück durch weisen Rath, 30 466 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. mit sanftem Blick; und wann am Stabe, bald reif zur Ruh Er mir zu irren scheint, so im Grabe, freut noch des warn' ich treulich ihn, als Erdenlebens fich). Freund. 5. Nicht Argwohn, Miß traun oder Streit, nicht Freu de und nicht Traurigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft vestes Band. 6. Wir theilen alles, Lust und Leid, in inniger Ver. traulichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schick fal Freund und Freund: die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet, durch Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst un fern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf; unendlich ist die Seligkeit, die ewig und vereint erfreut! 2. Er rufet nicht vergebens im Herbste seines Lebens dich, Ewigguter, an. Du trofiest ihn im Leiden, und läsfest Jugendfreuden ihm oft noch blühn auf seiner Bahn. 3. Ihn macht des Alters Bürde, wenn er mit stiller Würde sie trägt, der Achtung werth; viel hat der Greis er fahren, gekämpft oft mit Ge fahren, und manchen Dienst der Welt gewährt. 4. Jetzt ruft ihn vom Ge schäfte der Mangel seiner Kräf te, und nöthigt ihn zu ruhn; ich soll in jungen Jahren nie Fleiß und Eifer sparen, für ihn so viel ich kann, zu thun. 5. Ja, ich will mich bes streben, die nah' am Ziele leben, wie du, Gott, zu ers freun. Ich will die Alten ehren, will ihre Ruh' nicht stören, will ihnen Trost und Beystand seyn. Verhalten gegen das Alter. Mel. Nun ruhen alle Wälderzc. 6. Du Führer meiner Ju gend, von dir kommt Kraft zur Eugend; o laß mich jeder 072. Auch noch im fpå. zeit gern dieſe Pflicht erfül. ten Alter fühlt sich, o Welterhalter, der Mensch beglückt durch dich. Der fromme Greis len; dann ehr' ich deinen Willen, und werd' im Alter auch erfreut. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 467 Pflichten in besondern Verhältnissen. Hausliche Gesellschaft. Mel. Es ist genug! so nimm 2c. 5. D welch ein Glück, wenn Sittlichkeit auch 673. welch ein Glück, genoſſen ziert; wenn Jedes, ben seinen Lieben ruhn, fern vom Geräusch der Welt! Mit frohem Muth das für die Seinen thun, was Gott felbst wohlgefällt; belohnt für Arbeit und Beschwerden von einer treuen Seele werden; stets mit Fleiß zu thun, sich freut, was ihm zu thun ge bührt! Auch ihnen frohe Stunden geben, auch sie zum Guten mehr beleben; o welch ein Glück! o welch ein Glück! 2. welch ein Glück, um O ringt von Kindern fenn, die frohen Muthes blühn; mit Lust und Fleiß sich ihrer Bil bung weihn, für Gott sie zu erziehn; still, wie ihr Geist erwacht, bemerken, ihn immer fanft im Guten stärken; o welch ein Glück! gib es doch auch mir! Er 6. O welch ein Glück! Gott, und mein Haus; dann leben füll' mit Frömmigkeit mich alle wir schon in der Selig keit. Dann werden einst ich vor dir erscheinen. O welch und die Meinen nur seliger ein Glück! Ehegatten. ein fich Mel. Kommt her zu mir, in der Lieben Kreis von Gott 074. Die Ehe foll uns zc. gesegnet sehn, und seine Huld mit Ehrfürcht, Dank und Preiß vor ihnen laut erhöhn; vereint mit ihnen vor ihn treten, und für ihr Wohl mit Andacht beten; o welch ein Glück! 4. O welch ein Glück, von stillem Wohl umblüht, in Ein tracht fröhlich seyn, und, wenn es welft, der Freund selbst treulos flieht, sich noch der Seinen freun! Wie wird so klein das Maß der Schmer. gen an ihrem lieben, treuen Herzen! O welch ein Glück. heilig seyn! Der Schöpfer setzte selbst sie ein der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus seiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn er die liebt und ehren kann, die Gott ihm ausersehen! Wie glück lich lebt an seiner Hand die Gattin, die ihm Gott gesandt, ihm hulfreich beyzustehen! 3. Gott, der du uns ver bunden hast, mach' leicht uns Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 466 jede Lebenslast; laß jede still uns tragen. Ein Herz, das kindlich dich verehrt, soll nicht, wenn Freud' in Schmerz sich kehrt, wild und verzweifelt Flagen. 4. Gib unsern Seelen Einigkeit, daß, wie im Glück, uns auch im Leid Zufriedenheit nie fehle. Laß nie uns unsern Bund entweihn; laß treu uns, redlich, friedsam seyn, Ein Herz und Eine Seele. 5. Lenk' ab den Sinn von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden achter Tugend. Selbst unser spåtes Alter sey von drückenden Beschwerden frey, und heiter wie die Jugend! Lieb' und Treue, ja, vom Him mel stammest du, Ehe, und mit deiner Weihe führest du dem Himmel zu! Geister ru fest du ins Leben, leichterst jes ben Lebensschmerz, füllst mit Seligkeit das Herz: aber uns zu Gott zu heben, zu der Tus gend Hochgefühl, das, das ist dein höher Ziel. ne leiden, deren Schicksal deine Hand segnend an das meine band." 4. Zu des Lebens Ernst er ziehet ernst des Hauses Müh' und Pflicht, und die treue Liebe siehet edel auf das Ihre nicht. Eignes Glück im fremden finden, rastlos um sich Mel. Sollt ich meinem Gott ze. Her erfreun, still entbehren, hohen Sinns 075. Heil'ger Bund der sich überwinden, ſelig ſeyn in Herzensruh' lehrest, Bund der Ehe, du. 5. In des Hauses trauter Stille feimt das zartere Ge fühl; dort erstarket auch der Wille für das weite Weltges wühl. Menschheit, huldige der Ehe! Sie mur hat zur Menschlichkeit pflegend dich zuerst geweiht; sie hob zu der Geisterhöhe, von der Erde niedern Bahn, zu dem Him mel dich hinan! 2. Wer allein durchs Leben gehet, fühlet minder Schmerz und kust; inniger zum him. mel flehet eine liebevolle Brust: " Guter Bater, gib mir Freu. den; sey in meiner Noth mir nah'! Mir nicht, Mir nicht gilt es ja; Jene freun fich, Je. 3. Wer nach Gott nie wollte fragen- ben des Kindes Todeskrampf, bey der Gattin Jammerklagen, betet er im Glaubenskampf. Und wenn in der Gräber Staube nun ein Herz vermodern soll, einst von sel'ger Liebe voll, spricht der Zweifel selbst:" Ich glau be!" Was sich hier vereint ges sehn, nein, es kann nicht un tergehn! 6. Darum waltet ob den Ehen wunderbar, o Gott, dein Rath; und wie du es hast er. sehen, also nur wird es zur That. Auch auf dunkeln, rau. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 469 froh hinaus! Gott bau't ihnen auch ihr Haus. Auch er wird Mann und Vater seyn: auch sie wird Weib und Mutter seyn! Lobsingt dem Herrn! 7. Gesegnet wird auch ihr Geschlecht; denn das ist der Frommen Recht und Segen; Mel. Gelobet feyst du, Jesuszc. also wird belohnt ein jedes Haus, wo Tugend wohnt! Lob. eltern. 676. Die ihr beglückt fingt dem Herrn! hen Wegen hält die Treuen deine Hand, krönt mit Segen ihren Stand. Für der Ehe reichen Segen, Herr der Ehen, Preiß sey dir! jauchzt die Menschheit für und für. mit Kindern send, die Gott fürchten, freut euch; freut euch eures Glücks, und laßt nicht ab zu danken dem, der sie euch gab! Lobsingt dem Herrn! 2. Dank sey dem höchsten Vater, Dank, daß es euch durch ihn gelang, dem Him mel Bürger zu erziehn, deß freuet euch, und preißet ihn! Lobsingt dem Herrn! 8. Ihr könnt auch wohl noch Enkel sehn auf den Pfaden Gottes gehn; sie euren from men Kindern gleich, und einft versammelt all' um euch), bey Gott, bey Gott. 9. Wann ihr dann hingeht, redet dann segnend eure Lie ben an: Bleibt gut und fromm, so werdet ihr auch felig sterben, froh, wie wir! auch froh, wie wir! 3. Der Segen eurer Zärtlichkeit, dessen ihr vor ihm euch freut, ist feine Gabe, sein Gefchent; deß bleibet ewig eingedenk, und dankt dem Herrn! 4. Wenn Schn' und Toch, ter um euch her blühn, und täglich eifriger, was gut ist, lieben: welche Luft durchströMel. Wo Gott zum Haus nicht met täglich eure Brust! Lob. 677. Die Kinder, de fingt dem Herrn! ren wir uns freun, find alle, Gott und Vater, dein; find deiner Menschheit Blüthen, Herr; bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treue Eltern fich bemühn, fie dir zum Preiße zu erziehn: so gib zu dieser 5. Rinnt dann, ihr Freudenthranen, rinnt, daß fie fromm und glücklich sind; die Tochter keusch und sanft und gut; der Sohn zu thun voll Lust und Muth, was Gott gebeut! 6. Schaut in die Zukunft 10. Die ihr beglückt mit Kindern seyd, die Gott fürch. ten, freut euch); freut euch eures Glücks, und laßt nicht ab zu danken dem, der fie euch gab! Lobsingt dem Herrn! Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 470 schweren Pflicht Geduld und Weisheit, Kraft und Licht. 3. Nie fehle wahre 3årtlichkeit, die ernstlich droht, doch auch verzeiht, die liebs reich warnt und weislich schont zu rechter Zeit bestraft und lohnt. 4. Gib allen Kindern kern begier, gum Guten Luft und Furcht vor dir; zeig' ihnen in der Jugend schon des stillen Fleißes süßen Lohn. 5. Gesegnet fen ihr Unter richt in deines Wortes ho herm Licht. Früh schau' ihr Geist zu dir hinauf, früh schließ ihr Herz der Pflicht sich auf. 6. Im Glauben mache fie gewiß; bewahre sie vor Aer gerniß, und tilg' auch in der eignen Brust der Selbstverführung böse Lust. 7. Daß wir in ihnen Chriften sehn, die freudig deine Wege gehn; ben Mühe auch boll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut. 8. Dann gib, so viel als bir gefällt, einst ihnen von dem Glück der Welt; bleibt beine Huld nur stets ihr Theil, Heil ihnen dann, auf ewig Heil! fie in früher Zeit zu nüßlicher Geschäftigkeit. 2. Wohl euch, wenn keiner je vergißt, was aller Weis heit Anfang ist! Daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Weisheit sey. 3. Lehrt sie, wann ihr Ver. stand erwacht, Gott fennen, seine Lieb' und Macht; lehrt fie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch vers ftehn. 7. Rühmt, denn ihr Herz ist schwach und weich, o rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht! 8. Muthwillen nennt nie Wit; nie preißt des Knaben schadenfrohen Geist als Muns Mel. Wo Gott zum Haus nicht terkeit; ein trüglich Herz und gibtzc. Lügen nie als bloßen Scherz. 678.Groß ist, ihr Nel. 9. Erweckt des Guten schnell Verzärtelt Gefühl in ihrem Herzen; euer gewöhnet Ziel sey nicht bloß Anstand tern, eure Pflicht! eure Kinder nicht; doch mehr für ihren Geift, 4. Besorgt für ihren Leib, schaut stets umher, was ihrer unschuld schaden kann, und führt fie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht der ersten Sünde Keim und Frucht; damit sie Gottes Ebenbild früh werden, liebreich, sanft und mild. 6. Gedenkt, daß Kinder leicht verstehn, wenn sie auf euern Wandel sehn, was gut, was bds ist; leicht gerührt von dem, wozu ihr sie ver. führt! Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. vor der Welt; sey Liebe deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaveren, daß sie das Glück des Menschen sey. 11. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einst, und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 4. Menschenschöpfer, Tugendlehrer, laß, zu fördern Menschlichkeit, Våter, Müt ter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unfre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr' und Beyspiel ziehn, selber Sünd' und Laster fliehn. 5. Pflanz' in aller Stinder Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Wohl verscherzen; laß fie 12. Erwägt's, und fürchtet fein Gericht, um auch vor sei nem Angesicht euch ewig ih rer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk, und sein! 471 traut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh fie Lus gend lieben, und das Gute willig üben. Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, nichts spricht von ihr uns los. 079. Menschen weife zu niß und Leichtfinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe sie auf ebner Bahn sicher zu dem Ziel hinan. erziehen, die zum Leben Gott erschuf, welch ein wichtiges Bemühen! welch ein wichtiger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eig nen Heiles wegen, Kinder weif' und gut erziehn, welch ein wichtiges Bemühn! 6. Dort, vor deinem Angesichte werden die Erzieher stehn; felig, wann sie im Ge richte ihre Kinder vor dir sehn, und dann können sagen: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen! und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh'! 7. Menschen weif und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wichtiges Bemühen! welch ein seliger Beruf! Laß, o Heil'ger, deinen Willen alle Neltern treu erfül len; lohne hier schon ihre Müh', lohn', Vergelter, ewig fie! 2. Wachst der Mensch von früher Jugend ohne Zucht und Bildung auf; fehlt Erkennt niß ihm und Tugend, o wie traurig ist sein Lauf! Unbekannt mit seiner Würde, ist er sich und Andern Bürde; kann nicht deiner, Gott, sich freum, nicht dem Nächsten müßlich seyn. 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder liebreich anvers Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. Kinder. Mel. Gott des Himmels und ze. 680.Gott, ott, du hast mir viel gegeben; o wie dank ich dir dafür! Liebreich gabst dut mir das Leben; gabst auch gute Aleltern mir; Aeltern, des ren Zärtlichkeit immer sorgt und mich erfreut. 472 2. Sie vergessen, mich zu schußen, ihre eigne Sicher heit; sparen, thắtig mir zu nützen, keine Kräfte, Müh' und Zeit; mich zur Tugend zu erziehn, ist ihr eifrigstes Bemühn. 3. Laß mich sie doch wieder lieben, ihnen immer dankbar seyn; um ihr Herz nicht zu betrüben, alles, alles Bose scheun. Niemals reiffe Eigenfinn mich zum Ungehorsam hin. 4. Laß auf ihren Wint mich achten, sie durch Folgsamkeit erfreun, ihre Warnung nie verachten, troßig nie und zornig seyn. Fehler, die sie mir berziehn, laß mich immer sorg. sam fliehn. zen wallt. Leicht wird jede andre falt; aber, o die heißen Triebe guter Aeltern wech. feln nie, treu und ewig lies ben fie! 5. Sorge für ihr Wohler, gehen; laß sie der Erziehung Müh' nicht durch mich vereis telt sehen. Segne, Bater, fegne fie! Langes Leben sey ihr Theil; einst ihr Lohn dein ew'ges Heil! 2. Wie besorgt in Kindes Pflege ist die Mutter! Wie so treu stehet ihr der Vater bey! Immer wach und im mer rege, fühlt nie ihre Zärtlichkeit Unlust und Verdroffenheit. 3. Für der Kinder Glück ers tragen beide willig jede Mah'; und kein Opfer scheuen sie, kein Entbehren, kein Entsagen, wenn es ihren Lieben nützt, vor Gefahr und Schmerz fie schüßt. 4. Welcher Vater, um aus Fluthen seine Kinder zu be freyn, stürzte sich nicht selbst hinein? Würde nicht die Mutter bluten, riffe Blut ihr Kind aus Noth? Mutterliebe troßt dem Tod! 5. Muttertreue, Vaterliebe, überschwenglich groß send ihr! wie elend waren wir ohne diese Himmelstriebe, die, an Huld unendlich groß, Gott in Aeltern Herzen goß. 6. Muttertreue, Vaterliebe! Jede Tugend, Kunst, Geschick, unfre Bildung, unser Glück ist das Werk der treuen Liebe; alles Gute kommt von ihr; Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. dir!" ley, Gott der Liebe, 681. Keine Liebe gleicht pflegen; sey, bis einst ihr Au. 7. Liebend Aeltern ber Liebe, die in eltern Her, ge bricht, guter Kinder süße Christliches Verhalten gegen den nächsten. 473 Pflicht! Heil dem Kind und gewissenhaft gegen jeden MenGottes Segen, das den Ael- schen sey. Hoch und niedrig, tern lebenslang Ehrfurcht wei- arm und reich, alle sind vor het, Lieb und Dank! dir wir gleich. mel. Gott, mein Troft und zc. Herrschaften. Mel. Nicht so trauris, nicht so zc. 083.Hschfter Herrscher, 682. Du u vertheilft der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst den Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; bist gleich gut und gleich ge recht; dieß erkenn' der Herr und Knecht. 2. Wer bey ärmlichem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Haus ses Glück tren sich meinem Dienste weiht; wer durch Folg, famkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihn Redlich keit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsatz fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrey; kann ich fordern, daß er's sey? 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verletzung mei ner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, dennoch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, fireng und grausam seyn, heißt, der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und du regierest weise, mit Gerechtigkeit; deine große Herrschaft führest du mit Huld und Freundlichkeit. Laß, die herrschen und befehlen, alle, Herr, den Trieb beseelen: gleich wie du gerecht zu seyn, und der Milde sich zu freum. 2. Gib, daß sie mit Ernst erwägen, daß du Herr der Herren bist, daß die Quelle deiner Segen auch für die, so dienen, fließt; daß vor dir, dem Herin der Welten, Tus gend nur und Weisheit gels ten: denn vor deinem höchsten Thron ist kein Ansehn der Person. 3. Und dann werden sie auch geben nach Gerechtigkeit den Lohn; fich, gelind zu seyn, bestreben, fern von Stolz und hartem Drohn; werden zwar dem Unrecht wehren; doch auch treue Diener ehren; from me Diener zu erfreun, werden sie stets willig seyn. 4. Aber, Gott, auch sie erfreue, wer nun ihnen Dienste weiht, durch Gehorsam, Ehrs furcht, Treue, Liebe, Zucht und Redlichkeit. Hilf, daß alle, welche dienen, sich nicht frech, o Gott, erkühnen, zu verlegen Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 474 ihre Pflicht, nicht zu achten das Gericht. 5. Treu und emfig alle Pflichten, wie sie ihr Beruf gebeut, auch die schwerern, auszurichten, gib du ihnen Willigkeit. Daß sie nicht blos Menschen dienen, nein, dem Herrn: das rufe ihnen dein Geift zur Ermuntrung zu, das geb' ihrem Herzen Ruh'. 6. Die befehlen und die dienen, beyde lehre, Gott, dein Geist so zu handeln, wie es ihnen Jesu Lehr' und Beyſpiel weißt. Die Gerechten nur bestehen, Herr, vor dir; die Frommen sehen, wie du ewig nicht vergisst den, der treu im Kleinen ist. d schaft Willen, damit sie meis nes Diensts sich freu', mit Eifer mög' erfüllen. 5. Vertraut sie etwas meis ner Hut, so laß mich darauf achten, und immer, als mein eignes Gut, das ihrige bes trachten. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegiergen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr etwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr wis derfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das alles sey auch mir so werth, als ob's das Meis ne wäre. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sey's mein Troft auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann entzogen werden.. Dienende. Mel. Ich dank dir schon durch zc. 684. Berufen hast du im Leben mir unter meiner 9. Mit Wohlgefallen siehst und wirst schon hier mich, mein Gott, in andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in 10. Kommt meines Lebens dieser Welt zu geben. Laft und Müh, Herr, deinen Frieden geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen; und du, du willst mit Baterhand dabey mich unterstützen. 3. Laß Dienste nie mich aus den gen setzen; und kostet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verleßen. 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner HerrAbend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich zu Ehren an, und schenkst mir ew'gen Frieden. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. af bieß in meinem 685. Gott, beinen weis Aus sen Willen soll jeder hier er. füllen: laß ihn mir heilig feyn; und alle meine Sträfte von Herzen dem Geschäfte, zu dem du mich beriefest, weihn. Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 2. Ich soll hier Andern die nen; und dien' ich treulich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott. Laß meiner Herrschaft Millen mich gern und treu erfüllen, als beinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr', ohne bittre elas gen des Lebens Last mich tragen, und immer auf dich sehn. Im Reden und im Schweigen will ich als Christ mich zei gen, und auf dem Pfad der Tugend gehn. 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abzuwehren, soll mein Bestreben feyn. Ich will fie herzlich lieben, mit Vorsatz nie betrůben, vertroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will fie nie beneiden, will alle Trägheit meiden, und alle Zantsucht fliehn, will recht heitsvollem Rath, der alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thå tigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegen. feitiges Bemühn beginnt der Bürger Wohl zu blühn. 475 thun, nicht betrügen, nicht lå. stern und nicht lügen, und als lem Leichtsinn mich entziehn. 3. Bedürfniß, und des Flei Bes Gang wirkt Ordnung und Erden stets nüßlicher zu wer6. In meinem Dienst auf den, sen Freude mir und wandle, ben allem, was ich Pflicht. Ich bin ja, wo ich handle, o Herr, vor deinem Angesicht. Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Wo Gott zumHaus nicht zc. 080. Nach Gottes weis- und durch die Arbeit ſeiner Zusammenhang; der nüßt durch dem Vaterland, 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte, und bender Troft und Heil. Der Niedrigste auf Erden kann groß im Himmel werden, hat, wie der Reiche, an dir Theil. 8. Laß mich dieß oft ermess sen, nie meine Pflicht vergessen, und meines Rufs mich freun: so wirst du, Herr der Welten, es reichlich mir vergelten, und ich werd' ewig glücklich seyn. Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der müßt mit seinem kühnen Muh, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der allges meinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Christliches Verhalten gegen den nächsten. 476 Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reich #hum, Ueberfluß, und immer wechselnder Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und Nuh' fließt ums durch diese Ord, nung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn? nicht feines Stan des sich erfreun? auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wir ken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen fich, zum Glück der Welt. Vaterlandsliebe. Mel. Es ist das Heil unsic. 087.3 eymtheuren Namen: Vaterland, erwachen beil'ge Triebe. Ich fühle mich mit ihm verwandt; ich fühle, daß ich's liebe. Hier gieng des Lebens Tag mir auf; o Land, in dir begann mein Lauf zum hohen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unschuld lernt' ich hier die ersten Worte stammeln, und mir Begriffe, Gott, von dir, und deinen Werken sammeln. Ich sah mit Ael tern mich vereint, und sie und mancher Jugendfreund ver, füßten meine Tage. 3. Wie Viele waren um mich her geschäftig, mein zu pflegen! Wie Viele führten immer mehr der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Bürgerrecht bereit; hier fand ich Ruh' und Sicher, heit im Schuße der Gesetze. 4. So will ich denn auch dankbar seyn, und meinen Brüdern nüßen, will rathen, helfen und erfreun, und Gus tes unterstüßen. Was Ord. nung, Recht und Eintracht nährt, und was des Landes Wohlstand mehrt, soll stets mir theuer bleiben. 5. Ich will durch Fleiß und Redlichkeit dem Vaterlande dienen, und, was mir das Gesetz verbeut, mich nie zu thun erkühnen; will jedem geben, was ich soll, und ohne Zwang und ohne Groll die Vorgesetzten ehren. 6. Um überall aus Danks begier des Landes Ruhm zu gründen, soll auch der Frem de stets in mir den Freund der Menschen finden. Ich will gerecht und liebreich seyn, ihm in Gefahren Schuß ver leihn, und Freuden ihm ge währen. 7. Wie könnt' ich, ist mein Vaterland mir werth, mich so vergehen, ein fremdes Volk mit Unverstand zu haffen und zu schmähen. Verdienst und Tugend, nah und fern, foll immer meine Seele gern an jedem Menschen schätzen. 8. Owohl dem Lande, wo der Geist des Christenthums regieret; wo Jeder dich, o Christliches Verhalten gegen den nächsten. Bater, preißt, und sich mit Weisheit zieret; wo nie die Bürgertreu' entflieht, und keiner sich der Pflicht entzieht, Gemeinwohl zu befördern! die Lüfte, Blumen schmücken auch die Grüfte; unter Druck und Noth hervor drängt sich Menschenkraft empor. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 5. Nein, ihr sollt uns nicht verklagen, Enkel dieser ernsten Zeit! Nein, wir wollen nicht auch 088. Web dem, der brückt, und was auch bräut! eh' im falten Herzen stets das eigne Wohl nur trägt, seine Freuden, seine Schmerzen für die Gegenwart nur wägt! Sind wir Schwestern nicht und Brüder? Alle Eines Hauptes Glieder? Ward nicht uns vertraut das Recht selbst fürs Weisheit rathe! Pflicht ges biete dem erhobenen Gemüs the! Freudig gibt ein edler Sinn sich dem Heil der Nachwelt hin. Obrigkeit. mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 2. Der bu frevelnd willst 680. Du gründest, All. gewaltiger, der Weltbeherrscher Thronen, und schaffest, o Allgütiger, daß wir hier sicher wohnen. Preiß deiner Huld, die sie erhålr! Dein ist ihr Reich, und dein die Welt; du bist auch ihr Beherrscher. der du, nicht magst baun! möchtest du die Seufzer hören, möchtest du die Thränen schaum von den Söhnen und den Töchtern, spåt von fünftigen Geschlechtern, wenn ihr Elend, in die Gruft noch, ein" Wehe!" nach dir ruft. 3. Aber Heil den treuen Händen, Heil dem zarten milden Sinn, die im Wirken, die im Spenden seh'n den eigenen Gewinn! Wachs auch spåt, in fremdem Raume, einst der Kern empor zum Baume, froh doch senken sie ihn ein: Menschen wird er ja erfreun! 477 4. Hätt' uns Dunkel auch umzogen, würde Theures auch vermißt: dennoch werde tren erwogen, was die Pflicht der Beiten ist. Stürme reinigen 2. Unendlicher, regiere fie, daß sie dir willig dienen! Verlaß mit deiner Huld fie nie; nicht ihr Geschlecht nach ihnen! Huld, welche wohlzus thun sich freut, und Weis heit und Gerechtigkeit sey ihre schönste Krone! 3. Gib, Vater, daß sie die getreu, dir ähnlich, uns regieren! Nie müsse Stolz, nie Heucheley zu Lastern sie vers führen! Laß sie ihr eignes Herz durchschaun; voll Furcht 478 Christliches Verhalten gegen den nächsten. vor dir, sich selbst nicht traun, durch ein verödet Land! Er und dich um Weisheit bitten. suche seinen Ruhm als held 4. Gib Friede; halte sie nicht im zerstörten Glück der zurück von ungerechten Krie Welt. gen! Ihr Ruhm sen ihres Landes Glück, sein Segen ihr Vergnügen! Wenn aber Volker sie zum Streit durch Unrecht zwingen, dann gebeut dem Siege, sie zu schü. ßen! 5. Nie stürz' er fremde Thronen um; des Friedens Delzweig sey sein Ruhm! Doch, heischt der Schutz der Seinen Krieg, so folg' ihm Muth gur Schlacht, und Sieg! 6. Für Andrer Jammer voll Gefühl, sen schnelle Hül fe, Herr, sein Ziel; nie fre cher Lüste Sättigung, nie sclavische Vergstterung! 7. Der Unschuld Nechte beug' er nicht! Als gieng er selbst in dein Gericht, so müss er richten, und allein des Trugs und Frewels Schres cken fenn! Er Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. daß nur der, 600. Wer herrscht, wer ber frey die Wahrheit ſpricht, Fürst, wer König ist, der wife se, daß du Nichter bist! Wer Macht hat, wisse, sein Beruf sen von der Macht, die Alles schuf! sein Liebling se denn hört, wer Macht hat, Schmeichler an, wie leicht, wie leicht wird er Tyrann 2. Er, wie der Unterthan, bein Knecht, sen, Gott, dein Bild, und sen gerecht; sey menschenfreundlich, herrsch' allein, ein Segen seines Volks zu feyn! 5. Es müsse, Gott, auf jedem Thron dein Wort Verehrer finden! Auch Fürsten laß auf deinen Sohn der Zukunft Hoffnung gründen! Sie find auch Sünder, Gott, wie wir; laß Gnade denn auch sie vor dir in ihrem Tode finden! 3. Nie brauch' er seine Größ' und Macht zur Ueppig keit, zu eitler Pracht; nie zu des Armen Druck und Last, den du, wie ihn, geschaffen hafi! 4. Nie flamm' und stral' in seiner Hand sein Schwert 9. Er bre dich; doch zwing er nie Gewiss n, schon' und achte sie; gewiß, daß durch Gewaltz wer irrt, nie mehr, als bloß ein Heuchler wird. 1. Verdienste heb' er gern empor; sey überall selbst Aug und Ohr; und sehe, nie ge täuscht durch List und Wahn, was allen nüßlich ist. 11, Sein eignes Beyspiel wirke mehr, als sein Geses; weit um sich her verbreit' es Lust zu dem, was gut und recht ist, und zur Tugend Muth. Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 12. Er, seinem großen Rufe treu, sen der Verlaffnen Zuflucht; sey der Armen Reichthum, und in Noth ein sichrer Schirm, wie du, o Gott! 13. Verloren rechn' er seine Zeit, wo er nicht wohlthut und erfreut! Doch werd' auch Wonne jeder Schmerz, den er geheilt hat, für sein Herz! 14. So herrsch' er, und ihm opfre dann mit Freuden Gut und Blut, wer Mann, wer. gut und muthvoll, wie ein Christ, solch eines Herrschers würdig ist! Unterthanen. 6. Walte ferner, segnend walte über uns, dein Eigens thum! Unsern König, Gott, Mel. Goft, des Himmels und zc. ete! Wohl des Landes sen sem Ruhm! Heil ihm, der uns Gutes gibt! und sein 601. Gott der Orbs epter fey geliebt! nung, Herr der Stände, Höchster, dessen Macht die Welt, alle Werte deiner Hände stets in weiser Ordnung hält Preiß sey dir, der Herren Herr! Ewig Allgewaltiger! 2. Ruh' und Ordnung vest zu gründen, riefst du Herrscher auf den Thron. Schußz soll hier die Unschuld finden, das Verdienst gerechten Lohn, und das Schwert der Rache droht jedem Frevler Schmach und Tod. 479 der Thron Wahrheit und Ne ligion. 4. Weiser, beffer soll auf Erden unser brüderlich Ge schlecht, ruhiger, beglückter werden durch der Ordnung Licht und Recht. Segnend soll die Saat gedeihn, welche gute Fürsten freun. 5. Herr der Herren, für die Gaben deiner Ordnung danken wir; was wir Gutes durch sie haben, kommt doch Alles nur von dir. Gütig sieht dein Vaterblick auch auf uns und unser Glück. 3. Nehnlich deiner Gottheit Bilde sol des Landes Vater seyn, durch Gerechtigkeit und Milde schützen, segnen und erfreun; ehren, schirmen soll 7. Laß nach deines Mor, tes Lehren Unterthan und Obrigkeit nur des Landes Wohl begren, sad mit frommer Willigkeit thun und geben, was die Pflicht fordert, Gott, und dein Gericht. 8. Gib uns, gib auch unsern Kindern Frieden, Ruhe, Sicherheit. Laß dein Wohl thun nie sich mindern; und führst du in schwere Zeit: o dann steh' uns gnädig ben, daß auch sie uns heilsam sey! 9. Leit' uns, Gott, mit Ba terhånden, deiner Ordnung stets getreu, daß, wann wir den Lauf vollenden, uns das Reich beschieden sey, das auf Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 480 emig die beglückt, die des Himmels Krone schmückt. 8. O möchten wir gewissen. haft, und stark durch innre Tugendkraft, uns redlich die sen Pflichten weihn; wie glück lich würden dann wir seyn! 212 Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibtzc. 002. G ott, der zum Segen für die Welt uns Obre gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen jeder treu, und folgsam dem Gesetze sey. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für des Landes Glück. Durch sie fließt Sicherheit und Ruh' den aller Stände zu. Der Vaterlandsver theidiger. Mel. Wenn wir in höchsten Nis then ic. 3. Nicht jeder iſt an wür. 003. Wir find, wenn de groß, oft ein niedrer Stand sein Loos; doch jeder, sen er noch so klein, kann ach tungswerth als Bürger seyn. 4. Er ist's, wenn er die Bürgerpflicht nicht öffentlich, nicht heimlich bricht, ihr seine Sorge, Kraft und Zeit mit Freude, Tren' und Eifer weiht. es die Pflicht gebeut, zunt Stampf fürs Vaterland bereit; des Thrones Schuß, des Reis ches Wehr, steht stark und mus thig unser Heer. 2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefahr, noch Tod. Wir stehen all' in Gottes Hand, und sterben gern fürs Bater land. 5. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt, und, fern von niedrer Ränke List, zum Wohl des Ganzen thätig ist. 6. Er weiß: nur des Gefetes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 7. Er lebt von Trug und Unrecht frey, stets folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frey, als ber regiert. 9. Du kannst uns helfen, Gott, nur du; o gib uns selbst die Kraft dazu! Dann wer den Streit und Zwietracht fliehn; Glück wird in jedem Stande blühn. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht! O führ' durch uns des Frie dens Glück, führ' uns gekrönt mit Sieg zurück! 4. Wir gehen muthig in die Schlacht; du bist es, Gott, der für uns wacht. Dich fürchten wir, nur das gibt Muth; wir fürchten keiner Feinde Wuth. 5. Und heilig ist uns unsre Pflicht! Wir lassen unsre Fahnen nicht! Wir trachten nicht Christliches Verhalten gegen den nächsten. 481 der Welten Herr, sey unsers Königs Schirm und Schild! nicht nach Raub und Gold, und sind vergnügt mit unserm Sold. 6.Dem stolzen Feinde furcht bar, sind wir schonend gegen Weib und Kind, und Greis und Saugling und den Mann, der uns nicht widerstehen kann. 7. Der Arm des frommen Kriegers hebt den liebreich auf, der vor ihm bebt; und schü get ihn, und nie vergießt er dessen Blut, der wehrlos ist. 8. Er übet gern nach heis sem Streit die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vaterland, dem Fürsten werth, wird er von Freund und Feind geehrt. 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! Und fällt auch einer in der Schlacht, die Himmelskron' ihm der er warb, der für uns all' am Kreuße starb. 2. Licht, Gerechtigkeit und Wahrheit umleucht' mit ewig schöner Klarheit des Königs Herz, des Königs Thron! Keinen Tag muss er verlie. ren! Du, höchster Herr, hilf ihm regieren; gib du ihm Ferast, sey du ihm Lohn! Sein milder Herrscher Blick seh' auf des Volkes Glück! Wohlfahrt ströme im ganzen Land auf jeden Stand durch feine weise Menschlichkeit. 3. Für des Herrschens Müh' erquicke, o Gott, ihn mit des Landes Glücke, mit seines Volkes treuem Sinn; und, gedrückt von Fürstenfor. gen, nehm' er am Abend und am Morgen im Landeswohl den kohn sich hin. Durch treue Herzlichkeit sen sein Ge much erfreut! Herr versüß ihm des Lebens Müh', verlaß ihn nie, und stärk' ihn stets auf seiner Bahn.. Fürbitte für den König. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 4. Weisheit wollst du, Herr, Rå 004. Herrscher, bir, der then und sie lehren, was recht, mächtig waltet, und überall was wahr ist, was beglückt. mit Weisheit schaltet, der Jeder acht nur das fürs Herrschaft gibt und Herrschaft Größte, und jedem sey nur nimmt; dir, der bösen An- das das Beste, was unser schlag wendet, und Heil der ganzes Land erquickt. Der Erde Völkern spendet, in Ein- Eintracht holdes Band vers Flang jeden Mißlaut stimmt, binde Stand mit Stand! dir, Gott, tönt unser Dank, Aufzuopfern gemeinem Heil dich preißt der Lobgesang, sein eigen Theil ist Christen. Hocherhabner! Allwaltender, pflicht, sey Bürgerruhm! 31 482 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. Redlichkeit und lautre Tugend zier unsre Männer, unsre Jugend, und Wahrheit jegliches Gemüth! Ernste Zucht und fromme Sitte sey über all in unsrer Mitte, von Andacht sey das Herz durchglüht! Des Glaubens helles Licht entzeuch uns, Vater, nicht! denn es leuchtet durch Erdennoth, durch Schmerz und Tod, hinauf ins besfre Vaterland. 6. Herr, erhalt dem König Frieden! Ihm sey das schöne Loos beschieden, der Trost von Tausenden zu seyn! Schütt' auf seine Lebenspfade die Se gensströme deiner Gnade! Nur du kannst daurend uns erfreun. Wer, allem Bösen feind, es wohl mit Allen meint, den beglücke! Herr, unser Hort, sen hier, sen dort des Königs Wonne, Trost und Theil! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ze. Lehr' und That voll Geist und Kraft! Unterrichts 605. Das Amt der uns freun, gewisſenhafte Ho Laß Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. rer seyn; erkannte Wahrheit üben treu, daß sich ihr Herz auch unsrer freu'. 2. Gesegnet sen ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, mit treuem Fleiß dein heilig Wort, und Licht mit ihm und Tus gend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet felbst durch dich, den Jungern Jesu gleich gesinnt, viel Geelen für dein Reich gewinnt! 6. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früch te schon sie hier in unsrer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 7. Fern sen von uns der Frevel, Gott, durch Undant sie durch Haß und Spott zu frånken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen, thun. 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du 8. Ja, Gott, wir wollen fie erfreun, dankbare, from me Hörer seyn; dann füh rest du einst uns zugleich uns treue Führer gibst, die mit ihiten in dein ew'ges weise sind und tugendhaft, in Reich. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 483 Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. uns auch ihres Beyspiels Licht auf deine Wege leite. 600. Dein ist das Licht, das uns erhellt; von dir das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Dieß lehrt uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns allen kund, uns kund der Weg zum Leben. 2. Welch großes Amt, Betrug und Wahn und kaster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen. 3. Gib ihnen deiner Weis heit Licht; stärk' ihres Geis stes Gaben, die sie zu Andrer Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, vest ihren eignen Glauben seyn, ihr Leben fromm und heilig. 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen, und keimt der Saame nicht sogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit Unverdroffenheit und ohne Haß und Bitterkeit vor Sund' und Laster warnen. 6. Laß sie den Irrenden zurück zu deinem Pfade füh ren, besorgt für seiner Seele Glück, zur Besserung ihn rühs ren. Laß sie geduldig und ges lind, nicht stolz, nicht hart seyn, stets gesinnt, wie's Christi Dienern ziemet. 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott, o dann laß sie mit Freuden, mit unerschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Du sand. teft fie; fie ehren dich. Um sonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr, fie auch schon hier. Dein Segen fep mit ihnen, wenn sie uneigen nützig dir und ihren Brüdern dienen. Laß sie mit Vorfag nie betrübt, von allen Rede lichen geliebt, geschätzt von allen werden. 9. Und wenn sie ihrem Nus fe treu, durch deines Geistes Gaben, viel Seelen aus der Sclaverey der Sünd' errettet haben, so laß sie, Gott, int reinsten Licht des großen Lohns erfüllter Pflicht, des ew'gen Heils sich freuen. Schullehrer. 5. Gib, Herr, der alles Gute schafft, wenn sie uns mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. unterweisen, daß sie, voll Geistes und voll Kraft, der Tugend Würde preißen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, daß voll Gets 067. Last dankbar uns die Lehrer ehren, die fiets mit Ernst und Sorgfalt sich be Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 484 mühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von sei nen Fehlern abzuziehn! Durch fie wird Saat des Guten aus gefireut; fie feimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig find die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auf das Licht der Wahrheit sehn! Wo bleibt ihr Werth? Wo bleibet ihre Kraft, mit Tugendsinn zu thun, was Nußen schafft? 3. Preiß dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Vaterhuld gedenkst, und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich segnest du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Wir sehn der Zukunft frob entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht uns einst der Tod sich auf dein Wort, so feßzen fie dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn. Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Nuhm und thre Freude seyn! Erfülle fie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler See len stammt! 6. Lag fie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch wann sie stras fen, noch belehren, und sorg. sam selbst den Schein des Un rechts fliehn. Religion und reine Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit. 7. O welche Pflichten! Wel che Würde! Gott, steh' auch hier dem treuen Kehrer bey! Erleichtre seines Amtes Bür. de, damit er stets getrost und muthvoll sey; und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt, das dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Las sten drücken, wenn ihm der heitre, frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn er blicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt fo lang es Tag noch ist! Vor dem Schulunter. richt. Mel. Allein Gott in der Höh'. 608. err, unfer Gott, wir bitten dich um Weisheit und um Tugend. Regiere du uns väterlich in unsrer frühen Jugend. Laß deinen Gegen auf uns ruhn, nur das zu lieben und zu thun, was deine Wahrheit lehret. Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 485 3. Du läsfest gute Schulen blühn zum Glück für Welt und Staat; und junge Men schen da erziehn, zu gehn der Tugend Pfad. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt; giebst ihrem Fleiß Gedeihn, um nutlich einst, wo bir's gefällt, in jedem Stand zu seyn. 2. Nach Einsicht und Ge schicklichkeit laß täglich mehr uns streben. Mach)' uns zum Dienst der Welt bereit, bereit um höhern Leben. Dann werden wir mit Freudigkeit zurück auf unsre Jugendzeit in jeder Zukunft blicken. Nach der Schule. Mel. Christus, der ist mein zc. 000. Di ie Stunden weiser Lehre sind abermals das hin! Wohl uns, wenn wir fie nüßten zu bleibendem Gewinn. 2. Wem wohlgenußt die Stunden des Tags vorüber, gehn, den lohnet Nuh' im Herzen; dem ist der Abend schön. 3. Der wird sich seiner Jugend noch spät im Alter freun; wird froh zu Grabe gehen; dann ewig glücklich seyn. Ben der Schulprüfung. Mel. Ich finge meiner Seele ze. 700. Sich' uns verfammelt, Gott, vor dir, verfammelt feyerlich! Mit tiefer Rührung preißen wir an die ser Stätte dich. 2. Von die kommt eisheit und Verstand, von dir der Wahrheit Licht; du machst uns mit uns selbst bekannt, und lehrft uns Recht und Pflicht. 5. Wer immer treu nach ſeiner Pflicht gebrauchte Zeit und Kraft, der freuet sich, und bes bet nicht, bey seiner Rechenschaft. 6. Jhn lohnet Preiß, und stille Luft erfüllt sein gutes Herz. Bang schlägt dem Tra gen nur die Brust, und ihn trifft Scham und Schmerz. 7. Laß treu uns nüßen Kraft und Zeit, o Gott, gewissenhaft; dann geben wir mit Freudigkeit auch dir einst Rechenschaft. Nach der Prüfung. 8. Preiß, Vater, dir! Mit Freuden fah'n, mit Freuden Härten wir, was Fleiß und Ei fer bier gethan; nimm unsern Dank dafür! 9. Laß diese Schule ferner. hin der Weisheit Tempel seyn; mach' Ordnung, Fleiß umb Tugendfinn hier immer all gemein. 10. Beglücke, Herr, die Obrigkeir; belohn' der Lehrer Treu'; gib, daß noch in der Ewigkeit die Saatzeit uns er freu'! 486 Vierte Abtheilung. Gesänge in besondern Zeiten und Lagen, hauptsächlich für die Privat- Erbauung. Morgenlieder. Mel. Aus meines Herzens Gruns er mein Herz bewahren, und glücklich die Gefahren der de 701. Aumächtiger, ich Sünde fehn, und fliehn. hebe mein Aug' empor ju dir; Preiß dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, beine Huld ist groß, und nies mals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht erlischt, und daß mich, fren von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt; dieß dank' ich deiner Macht und deiner Vatertrene. Durch fie bin ich aufs Neue mit heiterm Muth erwacht. 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gutigkeit. Verlaß der Armen keinen; wehr'allem Herzeleid. Du willst so gern erfreu'n, und eilst, uns bey zustehen; so laß der Liebe Flehen dir wohlgefällig seyn. 6. Du femmst mein stillstes Sehnen, und neigst dein Ohr zu mir. Mein Seufzen, meine Thränen, Erbarmer, sind vor dir. Deß soll mein Herz sich freum. Nichts ist, wovor ich bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein. 3. Beschüßzer meiner Seele! ich traue fiets auf dich. Daß 702. Da hat fie fich Mel. Mein Gott, nun ist es wies der Morgen 2c. ich nichts bofes wähle, fo wable du für mich! Gib, was mir müglich ist, Gott, dem ich alles danke! Mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist. empor gehoben, die Sonne Gottes, wie so schön! Sollt' ich nicht ihren Schöpfer loben, der sie erhält in ihren Höh'n? Wie groß ist sie, wie stralen. reich! Nichts ist an Herrlich, feit ihr gleich. 4. Er stärke mich, mit Freu, den zu thim, was dir gefällt; er tröfte mich im Leiden; und 2. Sie gießt auf Tiefen und will die kufi ber Welt mich auf Höhen ein Meer von femals nach sich ziehn, helf Freuden, bringt den Tag, heißt In besondern Zeiten und Lagen. 487 Millionen Augen sehen, weckt, sten lobzusingen. Ich will, was in tiefem Schlummer lag. D Stralenquelle, welche Lust ergießest du in meine Brust! voll frommer Dankbegier, mein Vater und Erhalter, dir Preiß und Verehrung bringen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Ge muthe. Froh empfind' ich deine Güte. 3. Jedoch nicht dir, dem schwachen Funken vom Licht der Lichter, nein, nicht dir gebührt mein Lied; herabgesunken bist du aus Gottes Hand zu mir und allen, die mit mir sich freun, hier Zeugen seiner Huld zu seyn. 4. Anbetung ihm! Er schuf mich höher. Ich kenne mich, weiß, daß er ist; bin ihm viel tausend Stufen näher; ein Mensch, ein Geist, sein Kind, ein Christ! D, dieses Vorzugs mich zu freun, will ich ihm ganz mein Leben weihn! 5. Du magst dann auf sein Wort vergehen; es mag das Heer der Sterne fliehn: ich werde jene Sonnen sehen, die für verklärte Wesen glühn; dich sehen, der mich rief aus Nichts, dich, Gott, den Urquell alles Lichts. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sehest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sey hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke. Dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe! 6. Gott! laß auf meines Lebens Wegen mir theuer die sen Glauben seyn. Du leitest mich dem Licht entgegen, auch wo des Todes Schatten bräun; führst mich an deiner treuen Hand durchs dunkle Thal ins Baterland. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nu ßen mich bemühe. Prüfe, fiehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Chrift! O Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm sen deine Gnade. Leicht in die Irre führet mich das eigne Herz, erhalte mich, o Herr, auf rechtem Pfade. Stark' mich, daß ich stets mich übe deine Liebe zu betrachten, Mel. Wie schön leucht uns der zc. über alles dich zu achten. 703. Dich feb' ich wie weit foll mich der heilige 5. Auch im der der Morgenlicht, und übe froh die beilge Pflicht, dem Höch Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Tha In besondern Zeiten und Lagen. 488 le wall' ich hier: verklårt er schein' ich einst vor dir im höhern Licht und Leben. Auf dich hoff ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig lob. zusingen. Eigne Melodie. 704. Gott bes him thum. mels und der Erden, Vater, unerschaffner Geist, der uns Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn! Laß vor dir mich Gnade finden, glaubensvoll auf Jesum schn; treu nun wandeln seinen Pfad; schenen jede Misfethat. und mein Hort. Nirgends, denn von dir allein kann ich recht bewahret seyn. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß wann nun dein großer Tag uns erscheint und dem Gericht, ich davor erschrecke nicht. 6. Meinen Leib und meine Geele übergeb' ich deine Treu'. Du, dem ich mich ganz befehle, steh' auch diesen Taj mir bey. Sey mein Schuß mein Glück, mein Ruhm; denn ich bin dein Eigen 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahren, Angst 705- Sn Morgenrothge und Schmerzen hast behütet und bewacht, und ben aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. kleidet, beginnt sie ihren Lauf, die schöne, große Sonne, wie herrlich geht sie auf. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach dei nem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer 7. Was ich thu' und treu vollende, sey, Herr, eine fille Saat für den Himmel; kommt mein Ende, sanft wird es durch gute That. Nach der Arbeit führest du freundlich mich ins Land der Ruh'. Mel. Christus, der ist mein kes ben sc. 2. Willkommen uns, will kommen, des guten Gottes Bild! So groß und so erha ben, und doch so sanft und mild! 3. Du weckft zu nenem les ben die schlummernde Natur, und Wohlgerüche duften auf blumenreicher Flur. 4. Und alles, alles frenet des neuen Lebens sich. Auch du mein Geist, erfreue des neuen Lebens dich. 5: Dank ihm, dem Ewig guten, mit frommem Lobge fang! Singt, Menschen, meine Brüder, singt cuerm Schöpfer Dank. In besondern Zeiten und Lagen. 6. Zum Glücke zweier Wel ten schuf er, der Vater, euch. Und ist die schöne Erde an Freuden schon so reich; 7. Wie wird dereinst sein Himmel für Eingeweihte seyn! Des Herzens Gute weihet zu Gottes Himmel ein. 489 meine Seele. Sen mir ein Retter in Gefahr; ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, des feine Pflicht erkenn' und willig thue. 8. Daß ich als dein gehor. sam Kind dir zu gefallen frebe, dir treu ergeben, fromm gesinnt, in deinem Reiche lebe. 9. Daß ich, dem Nächsien beizustehn, nie Fleiß und ArMel. Ich dank dir schon durch zc. beit scheue; mich über Andrer Wohlergehn und ihre Tugend 8. Send gut und reines Herzens! Gott, laß mich's immer seyn! So kann ich mich der Erde, wie deines Himmels freun! 700. Mein erst Gefühl freue. sen Preiß und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobfing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen viel zu schwach, lag ich und schlief im Frieden; wer war inveffen für mich wach? wer 707. M. Mein schenkte Schlaf dem Müden? ein Gott, nun ist es wieder Morgen; die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Cors gen mit mir, o Vater, wieder auf. Die Ruh' ist aus, der Schlaf ist hin, und ich seh' wieder, wo ich bin. 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du, deffen Kraft es uns erhält, haft mir's jetzt neu gegeben. 4. Gelobet feyst du, Gott der Macht, gelobt fey deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen. Herr, lehre du mich felt er thun nach deinem Wohl gefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeurst, beschließe. Eigne Melodie. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag fein Elend hat; hier, wo ich taglich ålter werde, zum Tode reifer, der sich naht. Gott, der mich beschützt und nährt, wär ich doch deiner Liebe werth! 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu 490 In befondern Zeiten und Lagen. thun, was dir gefällt! Es ten, was du an mir gethan? gehe mir nach deinem Willen, Wirst du nach Opfern schauen! o weiser Herrscher aller Welt! Eie gelten nichts vor dir. D Schließ' mich in deine Vor- forderst nur Vertrauen, nur ficht ein, dein will ich todt Liebe, Gott, von mir. und lebend seyn. 3. Dir will ich mich erge ben; ich freue mich in dir Erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deiner Weis heit Pfad. Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 4. Vergib mir, Vater, alle Cinden! Vergib, was ich nicht recht gethan. O laß mich Gnade vor dir finden; nimm mich durch Jesum wieder an. In seinem Namen fich' ich dich; er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; ich bin mir selber nicht genug. Behüte mich vor Misfethafen, vor böser Menschen List und Trug. Erhalte mich auf ebner Bahn, und, was ich thu', sen wohlgethan. 6. Behüte Seele, Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr' und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gib auch dazu Kraft und Muth; und willst du mich mit Glück erfreun, laß mich auch dafür dankbar seyn. 4. Nur eins laß mich e flehen: ein christlich frommes Herz, auf dich stets auf sehen, in Freuden wie in Schmers; laß mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beyfall achten, als allen Ruhm de Welt. 5. Laß mich dir vest ver trauen, das Gute standhaft thun, und, froh gen Himmel schauen, in deinem Willen ruhn. Bereit, den Lauf zu schließen, bewährtdurch Glüd und Noth, und lauter im Ge wiffen; so finde mich det Mel. Befiehl du deine Wege zc. Tod! 2. Du, Herrscher aller Wel, ten, nimmst dich auch meiner m. Wie soll ich dir vergel. 708. Noch läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem 700.2. Gemüth' eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nie. der, der sie und mich gemacht. Zigne Melodie. ach' auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, der Menschen treuen Hüter. 2. Ja, Vater, voll Erbar men beschützest du mich men. Schlaf, sprachst du, ohne Grauen! Du ſollst die Sonne schauen. In besondern Zeiten und Lagen. 3. Dein Wort, Herr, ist Tage, Geber der Unsterblich. geschehen; ich kann das Licht keit, jenem Nichtenden einst noch sehen. Du gibst, daß sage, er sey ganz von mir ich aufs Neue mich meines entweiht. Auch noch heute Lebens freute. wacht' ich auf: Dank dir, Herr! zu dir hinauf führ' mich jeder meiner Tage, jede Freu. de, jede Plage. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sen Ehre, Anbetung, Preiß und Ehre. 5. Vernimm, o Gott, mein Flehen! Du kannst ins Innre sehen; du, Zärtlichster der Våter, erhörst den frommen Beter. 6. Dein Werk wollst du vollenden, mir deine Hülfe senden, und mich zu guten Werken durch deine Gnade stärken. 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten. Mel. Ich finge meiner Seele Lust.c. 711. 3t u deinem Preiß und Ruhm erwacht, bring' ich dir Ruhm und Preiß, dir, Gott, der durch die Rub' der Nacht mich zu erquicken weiß. 2. Schöpfer, deine Gil. tigkeit ist alle Morgen neu! Du bist ein Vater, der erfreut, und groß ist deine Treu'. du mir zu Mel. Werde munter, mein Ges müthe zc. 710. Wann ich einst von meinem heil von neuem einen Tag. Gib, daß ich davon je.. den Theil mit Weisheit nügen mag. 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Ge. winn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin. 5. Gib, daß ich, fern von Müßiggang, in meinem Stan. 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgerreise. 491 jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und, von dieses Lebens Summer frey, den schönern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner 3. Daß ich's ohne Zittern sehe, wann mein letzter Tag erscheint, wann zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lind're dann des Todes Pein; laß mein End' ihm lehrreich seyn, daß ich ihn zum Himmel weise, und den Herrn des Todes preiße. In besondern Zeiten und Lagen. 492 de treu, und, wem ich kann, mein Lebenlang bereit zu dies nen sey. 6. In allem, was ich denk' und thu', sey dein Gebot vor mir; und, wann ich von Geschäften ruh', so sey mein Herz bey dir. 7. Was du mir zum Vers gnügen gibst, vermehr' in mir die Lust, ganz dein zu seyn, der du mich liebst, mir so viel Gutes thust. 8. Wann Sorg' und Kummer mich befällt, so laß auf dich mich schau'n, und deiner Vorsicht, Herr der Welt, mit frohem Muthe trau'n. 9. An deiner Gnade gnuge mir! Sie ist mein bestes Theil; mein Trost und meine Zu flucht hier, und dort mein volles Heil. Morgenlied eines Leis denden. Mel. Mein Gott, nun ist es wies der zc. 3. Herr, eile doch, mir bei zustehen; verlaß den schwa chen Dulder nicht! Ach, neige zu mir, auf mein Fleyen, dein väterliches Angesicht. Gib mir Geduld, und bey dem Schmerz ein stilles, dir ergebnes Herz. 6. Einst fommen doch det Nuhe Stunden; es rückt mein Endedoch herbey: dann ist das Leiden überwunden; ich bit von aller Tribial frey; dann 712. Morgen folgt auf Sorge, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit er fommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen mir die Tage der Erdenpilgerschaft vor ben! Der Morgensonne neues Licht erheitert meineSeele nicht. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch laß ich dich, o Vater, forgen: du kennft und willst mein wahres Wohl; und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch langer tragen, so halt' ich dei ner Fügung still. In dir zu frieden, will ich sagen: Es gehe mir, wie Gott es will! Ich will auch unter Schmer und Pein, geduldig und voll Hoffnung seyn. 7. Gestärkt durch diesen ho hen Glauben, geh' ich getrof der Leiden Pfad. Nichts fell mir diese Hoffnung rauben auch dann nicht, wann be Tod fich naht. Vielleicht nod heut' erscheint er mir. mir! ich leb' und sterbe dir 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt; wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen Mel. Ich halt an meinem Gotts swingt; noch immer fich' ich 713. Nach einer schu unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. jensvollen Nacht seh' ich den In besondern Zeiten und Lagen. 493 Morgen wieder. Der über Kinder, Freunde tief betrübt alles Leben wacht, sah' auch an meinem Lager trauren. auf mich hernieder. In groser Angst verlich er mir nicht kundrung nur, er schenkte mir auch Troft und 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Strant heit Plage. Zu dir erhebet fich mein Herz, auch an dem bösen Tage. Durch Leiden ziehst du mich zu dir, und bleibst, mein Vater, ewig mir der Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hålt mein Glaube dann noch vest, wann alles um mich weinet. Du bist es, ber mir Ruhe gibt, wann ter, nicht; du stärkst die ban, 4. Auch sie verläßt du, Va. gen Herzen, gibst Troft und derst ihre Schmerzen. Dir, fromme Zuversicht, und lin Ewiger, empfehl' ich sie; wenn alles stirbt, Herr, du ftirbst nie, du bleibst der Waisen Vater. 4. Du schenkst den Müden fanfte Ruh', und, wann wir ſchlummern, wachest du; doch 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; wär' ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden; so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, und frohe Hoffnung wirket. Abendlieder. Mel. Wenn wir in höchsten Nö- wie viel Seelen wallen nicht then 2c. 714. Ach, Gott, wie um. Gericht! im Schlummer hin vor dein un bemerkt verfließt die Zeit, die mir geliehen ist; sie rauscht vorbey, schnell wie ein Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewig feit ergreift mich nach durchlebter Zeit; ich sey alsdann auch, was ich sey, ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Da wall' ich hin, da war tet mein das Anschaun Gottes, oder Pein; ach Gott, mein Heil und mein Vertraum, laß felig mich dein Antlitz schaun! Traum vor dir; wie Gras, 5. Wir sind nur wie ein so blühn und welten wir. Bald forderst du uns vor Gericht; vor dir besteht der Sünder nicht. 6. Verzeihe denn nach det. ner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld; schenk' mir an Jesu Christo Theil, und deine Gnade sen mein Heil. 7. Gib mir ein reines, from mes Herz, lenk' meine Win sche himmelwärts; so leb' und sterb' ich dir allein, im Leben bein, tin Code dein. 494 In besondern Zeiten und Lagen. 8. Ich fürchte nichts, von im Glück bescheiden? Ertrug bir bewacht, mein Gott, auch ich Müh' und Last und Un nicht des Grabes Nacht. Im fall mit Geduld? half ich in Todesthale beb' ich nicht; Noth? Vergab ich meinem benn du bist meine Zuversicht. Feind die Schuld? mel. OGott, du frommer Gott ze. 6. Wie nust' ich für mein Herz des Umgangs süße Stum. den? ich der 715. Der Tag ist wie. fchaft Glück? Sprach ich ber hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verlebt? Entfloh er mir verge bens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht, gelebt? was ich empfunden? Way auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch un chulds voll? Und hab' ich nichts geredt, das ich bereuen soll? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, fromm, güchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den er mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, geprießen; mir und der Welt genügt, und was ich that, gethan, weil es der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen fahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz 7. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 8. Gott, der du alles weißt, du, dem ich nichts verhehle, ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seele. Vergib dem Neuigen die oft verletzte Pflicht; vergib und geh', o Herr, mit mir nicht ins Gericht! gestärkt? Mel. Nun ruhen alle Wäldern Gedacht ich im Genuß 710.Die Sonne finte thren Geber froh? War ich nieder; die stille Nacht komm 5. 9. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; und wirst, Barmherziger, nicht meiner Schuld gedenken. Auch wann ich schlafe, wacht dein Auge über mir; leb' ich, so leb ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! ber Güter und der Freuden an In besondern Zeiten und Lagen. wieder, und mit ihr Schlaf und Nuh'. Sie bringt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte, und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich, und er zähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan; mit findlichem Gemüthe lobfing' ich seiner Gute; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Er der Eigne Melodie. Quell der Güter; er ist mein 717.Einfam bin ich; tie. ich treuer Hüter, der, wann schlummre, für mich wacht. fe Stille herrscht um mich in der Natur. Unter einer dun. keln Hülle liegt der Farben schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mich hält wach die stille Zeit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 4. Er läßt es finster werden, und hüllt den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt Gott mit Segens- Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Aus unermeßner Ferne führt er das Heer der Sterne am Firmament herauf; sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 495 Größter! Du Gnädigster und Bester! Du sorgest auch für mich. Ja, Bater, ich empfehle dir freudig Leib und Seele; du bist mein Gott; ich trau auf dich. 6. Groß, wann der Mor. gen grauet; groß, wann der Abend thauet; groß in der stillen Nacht; im Sonnen, schein und Sturme, am Men schen und am Wurme, groß jeigst du, Vater, deine Macht. 7. Voll Majestät und Stärte stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da. So bald du riefft: Es werde! so stand auch Meer und Erde mit allen Himmeln herrlich da. 8. Du Mächtigster und 9. Soll jetzt der Schlaf zum Leben mir neue Kräfte geben, so schlaf' ich fröhlich ein; soll er mein Leben enden, so wirft du mich vollenden, und auch mein Gott im Tode seyn. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! heil'ge Schauer faffen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen fich! Und wo find des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnensiralen glänzen, und kein Lebensodem weht? 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets fie alle liebend, fegnend überschaut? wer, der seines Teme pels Halle ins Unendliche ge baut? 4. Kann mich hier sein Name 496 In besondern Zeiten und Lagen. trügen? hier mir leuchten ohne dann der Welten Schöpfung Sinn? Er schrieb ihn mit liegt. Flammenzügen; und sein Name heißt: Ich bin! Ja, du Mel. Jesu, der du meine Seele zc. biſt, ben Gott wir nemmen, ber 718. Gott der Tage, des Weltalls Schöpfer ist! Seligkeit ist's, dich zu kennen, der du aller Vater bist. ad 5. Deiner Werke Offenbas rung liegt mir aufgeschlagen da; und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah'. Du, der wölbte diesen Bogen, und der Sterne Laft bewegt, hast den Puis auch aufgezogen, der in meinem Herzen schlägt; Gott der Nächte! unsre Sees le harret dein, hält sich nur an deine Nechte, nie kannst du uns ferne feyn; auch in stil. ler Nächte Stunden hat sich manches Herz gefunden, und sich aus dem Lärn der Welt einsam bey dir eingestellt. 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freyer, näher schaut dich, Weltengeift; dich, ben 3. Vater! sende Muth den feiner heil'gen Feyer, frey vom Staub der Erde preißt. 2. Vater, viele Menschen weinen, viele Kranke schmach ten nun: aber du verläsfest keinen, heißest wachen, heißest ruh'n; trockneft viele tausend Thränen, und erfüllst das heiße Sehnen aller die zu deis nen Höh'n hoffnungsvoll um Ruhe fleh'n. 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebens. finn, birgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollenbung hin! Nein, dein Kind wird nicht versinken in des Grabes Dunkelheit; dem die lichten Welten winken in der Unermeßlichkeit. Schwachen, Licht in jedes dunkle Hers. Allen, die be kümmert wachen, lindre du den heißen Schmerz. Laß die Witt wen, laß die Waisen deine Lieb' und Treue preißen. Gon ne Kranken sanfte Ruh'; Ster benden sprich Tröstung zu. 8. Jst mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Stralen, ihn zu schaun, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen 4. O du treuer Menschen. hüter! Nacht ist vor dir wie der Tag. Allgewaltiger Gebies ter! du verwandelft Schmerz und Plag' unverhofft in Dank und Freuden. Ach! laß alle, die jetzt leiden, bald erlößt aus ihrer Pein, deiner Vaterhuid sich freun. 5. Vater! dieser Nam' er weitert jede Brust voll Angst und In besondern Zeiten und Lagen. und Schmerz. Wie der Mond die Nacht erheitert, kommt die Ruh' in jedes Herz, das nach deinem Troste weinet, eh' die Sonne wieder scheinet. D, wie oft verwandelst du bangen Schmerz in süsse Nuh'! 6. Jesus Christus! manche Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröster! du willst deinen Kindern auch Mel. Werde munter, mein Ges müthe zc. durch Schlaf den Summer 720. Derr, es ist von lindern: wachen, oder schlummern sie, weichst du doch von ihnen nie. 497 laden, ich bin ben dir in Gnas den, und in dem Himmel ist mein Theil. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, tren heiligen Befehlen durchs ganze Leben gehn! Auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preiß des Glaubens sehn! meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. nüßlich zugebracht, und zur Freude mir's die mir 710. Herr, der du mir anbefohlnen Pflichten, tren und emsig zu verrichten! das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge. Wie viel hast du an mir gethan! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld ent5. Beschirmt von deinem Segen, eil' ich der Ruh' ents gegen, wofür mein Herz dich preißt. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hans de empfehl' ich, Vater, meis nen Geist! 2. Aber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu', meine Fehler wohl verschweigen? Ach, sie alle sahest du; Gott, wie oft vergieng ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, Heilis ger, wie oft wir fehlen? 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe doch mit mir Ges duld! schwer mit Sündenschuld beladen, fleh' ich: ach vergib die Schuld! Deine große Vatertreu' werd' auch diesen Abend neu. Hilf mir, künftig deinen Willen immer freudiger erfüllen! 4. Heilig werde mein Ge müthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sey! Steh' mit deiner 32 498 In besondern Zeiten und Lagen. großen Güte auch in dieser dir hin, und weiß, wie sicher Nacht mir bey! Nimm dich unser Aller an! Wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen kei nen Unfall darf beweinen. ich im Schatten deiner Flügel bin; du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gebante! Weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Ist dieß vielleicht die letzte Nacht in meiner Prü fungszeit; so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 5. Laß mich dir zum Preiß erwachen, die mein Herz geweihet seyn, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreun. Doch, bestimmt dein Rath, o Gott, mir noch heute meinen Tod, o so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bey Mel. Nun fich der Taggeendet zc. mir und hilfft aus aller Noth. 721.So fliehen unsre Lage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Mü den Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibeft, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; und wofür sollte mir dann graun? Mich schützt ja deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnas de nur noch Theil, mein Herr und Gott, so fürcht' ich nichts in der Natur, und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, es versidßt ja deine Huld den Neuevollen nie. 6. Ich eil' im Glauben zu Mel. O Ewigkeit, du Donners 722.So hab' ich, Gott, zc. durch deine Macht nun wieder einen Tag vollbracht; sey hoch dafür geprießen! Mit froher Rührung dank' ich dir für alle Wohlthat, die du mir so un verdient erwiesen. O laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun! 2. Auch des verflognen Ta ges Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung still zu ruhn, und deinen Willen gern zu thun, nicht mir, nur dir zu leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' du auch in die ser Nacht Erquickung mir, dem Müden. Beschirmet deine Rechte mich: hab' ich zum In besondern Zeiten und Lagen. 499 Schuße, Hochster, dich: so entgegen dieser Nacht und jeschlafe ich im Frieden; er wache froh; und dir geweiht sen dann die neue Lebenszeit! ner Nacht. Bleibt mir doch des Vaters Segen; schützet mich doch Gottes Macht; und ein schönes Morgenroth weckt vom Schlaf mich und vom Tod. Mel. Gott des Himmels und ze. 723. Stiller Friede fin- Mel. Nun fich der Tag geendet zc. nieder, wann fet mbet, man bie Nacht724.Wer unter deinem auch meine Glieder, múde von des Tages Last! Auch mein Geist sehnt sich nach Ruh'; drücke mir die Augen zu! 2. Wann ich sie geschloffen habe, bin ich halb entrückt der Welt; liege, wie in meis nem Grabe einst der Todesschlaf mich hålt. Ohne Sin. ne, Kraft und Licht leb' ich noch und weiß es nicht. 3. Und so weit sich Nacht erstrecket schläft die Sorge, schläft der Fleiß. Finsterniß und Ohnmacht decket einen halben Erdenkreis. Frevel nur und Kummer wacht hier und da noch in der Nacht. 4. Dennoch geht in tiefer Stille Gottes Schepfung ih, ren Lauf. Ueber dieser Todtenhulle thun sich weite Himmel auf; Sonn' an Sonne, Stern an Stern, eine neue Stadt des Herrn. 5. Und, wann von dem Sternenheere keiner mehr am Himmel glüht; wann die grauenvolle Leere ew'ges Dunkel überzieht, find' ich an des Vaters Brust ew'ges Licht und ew'ge Luft. 6. Freudig geb' ich hier Schirme ruht, o Gott, der ewig wacht, der troßt mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Aus dder, stiller Finsters niß sing' ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Vaterhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abgewandt. 4. Du saheft auf mich, wann ich litt, und nahmst dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott, wie ist deiner Huld so viel! Du machst die Prüs fung leicht. Die Tage fliehn, bald ist mein Ziel der Pilgrims schaft erreicht. 6. Doch dir empfehl' ich meine Zeit; so lang es dir gefällt, du Vater der Barm herzigkeit! leb' ich auf dieser Welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn: benn du bist meine Zus versicht von meiner Jugend an. 8. Mit Finsterniß umringt, schließ' ich die Augen betend zu; In besondern Zeiten und Lagen. 500 denn du, mein Vater, bist um mich, und segnest meine Ruh'. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 725. W illkommen, Abendstille, willkommen Zeit der Ruh'! Es legte Gottes Wille heut einen Tag mir zu. Er ist dahin! verschwunden in die Bergangenheit; und näher viele Stunden bin ich der Ewigkeit. meiner Pilgrimschaft kein Troft mir je zu Theil. 2. Wohl mir, wenn keine Stunde in seinem schnellen Flug dem Herzen eine Wunde qualvoller Neue schlug! Wohl mir, wenn ich jetzt müde 3. Ach, ohne dich, wie låge schwer auf mir des Lebens Noth; von Trost und aller Hoffnung leer wär' ohne dich der Tod. 4. Doch welchen Troft fühlt nun mein Herz! Du bist und bleibst mein Gott! dein Wort versüßt mir jeden Schmerz und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schla fend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir graun; du wirst mein Helfer seyn. 6. Und sollte, Vater, diese nach guten Tagen ruh'! Nacht des Leidens letzte seyn; des Gewissens Friede, wie wohl mir! Dann ist mein himmlisch lohnest du! Lauf vollbracht, dann ist dein Himmel mein! 3. Es bring' dem großen Ziele mich näher jeder Tag! Mit Ruh' und Dankgefühle Mel. In sich hab' ich gehoffet zc. seh' ich dann jedem nach. Zum 727. Ein Tag des Kum Himmel reif zu werden, dient Freude mir und Noth; mich Wanderer auf Erden führt freundlich heim der Tod. mers und der Last ist über. standen! Herr, du haft dem Schwachen Kraft geschenket. Du, treuer Gott, haft selbst die Noth zu meinem Heil gelenfet. Abendlied eines Leis denden. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 2. Ich danke, freudig dank' ich dir auch für die Leiden, die du mir, o Vater, zugetheilet. Er kommt von dir, der der 720. Auch diesen Tag mir ein Herz voll Wunden heilet. hab ich vollbracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Va. terlieb' und macht verdank' ich es, o Gott! 3. Leid' ich, so ist's auf bein Geheiß; du gibst mich nicht dem Zufall Preiß, der Bosheit nicht zum Raube. Wenn ohne Freund mein Kummer weint, weiß ich an wen ich glaube. 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd' in 4. Du, Herr, bist meines In besondern Zeiten und Lagen. 501 Lebens Licht; mein Führer, leben soll, dann führ' uns aus darum graut mir nicht, durch der Prüfungszeit zu deiner Dunkelheit zu wallen. Laß frohen Ewigkeit. mich in Noth, und einst im Tod in deine Hände fallen! 8.Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. 201 Schluß der Woche. Mel. Ach bleib bey uns, Herr Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 728. Unwiederbringlich ſchnell entfliehn die Tages bie 720. Die Woche gehet umns Gott verliehn. Die Woche kommt und eilt davon; ver gangen ist auch diese schon. zwar zu Ende, doch Gottes Vatertreue nicht: wohin ich meine Blicke wende, schwebt fie vor meinem Angesicht. Ich leb', o Gott, allein durch dich; du schüßtest und erhieltest mich. 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, für deinen Beystand in der Noth, für tausend Proben deiner Tren'; denn deine Huld war tåglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreyt, sich mancher guten That erfreut; weß war bie Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 2. Mein Dank soll auf zum Himmel steigen für deine große Gütigkeit! Von ihr kann diese Woche zeugen, wie meine ganze Lebenszeit: die Hand, die mir viel Gutes gab, hielt auch viel Böses von mir ab. 3. Doch, Vater, meine Seele bebet, wenn sie mit Scham zurücke denkt, wie übel ich vor dir gelebet, und dich durch Un. dank oft gekränkt. Ich sehe meine große Schuld: wie uns werth bin ich deiner Huld! 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht; verzeih' uns die verletzte Pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Chrifti willen sprich uns frey. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunben uns gezählt, bie legte weislich uns verhehlt. 6. Drum weck' uns aus der Sicherheit, daß, eingedenk der Sterblichkeit, wir stets dem Tod entgegen fehn, und immer in Bereitschaft stehn. 7. Ist einst die Zahl der Tage voll, die jeder hier durch4. Wie univerth bin ich deis ner Treue! Ich fühl' es tiefgebeugt vor dir! Verwirf, verwirf nicht meine Reue! Vergib um Jesu willen mir! Gott, der so viel an mir gethan, nimm mich zum Kinde wieder an. 5. Soll ich noch länger auf der Erde dein Pilgrim seyn, so fieh' mir bey, daß meine Seele frommer werde, mein Leben In besondern Zeiten und Lagen. 502 dir geheiligt sey: laß, unverführt vom Reiß der Welt, mich willig thun, was dir gefällt. 6. Nun leg' ich mich zur Rus he nieder, und fürchte nichts: du bist bey mir! Weckt mich der neue Morgen wieder, dann dank' ich und lobsinge dir, daß du in grauenvoller Nacht für Jahrszeiten. d) Frühling. Der Herr ist allenthalben da, mel. Sey Lob und Ehr dem ic. im Himmel, Erd' und Meere. finge dir, 730. Lob fey Gott, der denn wo ich bin, bist du bey mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. den Frühling schafft; Gott, der den Erdkreis schmücket! Preiß sen ihm, Ehre, Stark und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält, er liebt und fegnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch ge fegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die, Höchster, deine Boten sind, zu Quellen deines Segens. 2. Das Land, das erst er. storben lag, erwacht und lebt nun wieder: es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, er. freut sich feines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjungt, erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel: mit Freundlich, keit schaut er herab, der allen Wefen Leben gab, auf seiner Hande Berke. mich, dein schwaches Kind gewacht. 7. Doch soll in meinem Pilgerleben dieß meine letzte Woche seyn: ich will in deinen Rath ergeben mich, Herr, auf jene Ruhe freun, die mein Ers idser, als er starb, in seinem Reiche mir erwarb. 4. Lobfinget ihm, er ist uns nah': fingt alle seine Heere! 6. Selbst, wann, vom Don. nersturm bebraut, erschrockne Länder zittern, strömt Segen, Heil und Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Welten schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben; dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strds men laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier fich dir ergeben, und einst dir in Christo freudig sterben! In besondern Zeiten und Lagen. Sommer. Eigne Melodie. eit um mich her ist Alles Freude, verschönt ist, Schöpfer, deine Welt; es prangt in seinem Feverkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld. Wie heilig ist mir jede Stätte! Wohin ich seh', wohin ich trete, erblick ich bich, o Schöpfer, dich; wohin ich seh' auf allen Fluren, allen deinen Kreaturen erblick ich, Welterhalter, dich. in 731.Weit 503 4. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings junge Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. Zum vollen, fröh. lichen Genusse empfängt von was lebet, Speif und Trant. deinem lleberflusse, o Gott, Gebirge geben, Thaler geben was allen nöthig ist zum Le ben; und alle jauchzen froh dir Dank. Alles Freude. O freu' auch, 5. Weit um mich her ist meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er auch mich! Laß dessen Lob umher erschal. len, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: Dir, Gott, sen Preiß, dir Dank und Ehre, der du der Ewiggute 2. Das Rauschen in belaub ten Bäumen ruft: freudig müßt ihr Gott erhöhn! Die Zeit in Schwermuth zu verträumen, ist Gottes Welt zu reich), zu schön! Mir sagt, beglångt vom Morgenstrale, der Felder Reichthum in dem Thale: wie segnet unser Gott so gern! Mir sagt das Wogen seiner bist! Fluthen: Gott ist der Urquell alles Guten! Die Bäche murs Herbst. mein: lobt den Herrn! Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt zc. 3. Wie beugen fich der 732. Neif ist nunmehr Saaten Spitzen! Wie schwel len sie von Segen an, daß kaum der Halm die Nehre stüßen, die reiche Last kaum tragen kann! Der kühlen Düfte Lieblichkeiten, die Wålder um sich her verbreiten, hast du, o Gott, für mich ge macht. Gott! groß an Weisheit, Huld und Stärke, wie viel, wie groß sind deine Werte, wie milde hast du mich bedacht! der Felder Saat; vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle fich, und öffnet sie uns mildiglich. 2. Der früchtevolle Garten prangt mit seinen Gaben, und verlangt von seiner vast be frent zu seyn, um Gottes Kinder zu erfreun. 3. Auf traubenvollen Hu geln schallt des Winzers Lob und widerhallt von Berg zu Berg; In besondern Zeiten und Lagen. 504 benn Most und Wein giebt uns der Herr, uns zu erfreun. 4. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling, und der Mann, der Greis, sen fröhlich, Gott zum Ruhm und Preiß. 5. Auch wann ich alt bin, sorgt für mich mein Herr und Gott noch väterlich; er, der, auch wann mein Herbst sich naht, für mich noch viele Freuden hat. 6. Froh kann ich sterben, wenn ich nur, wie seine seg. nende Natur, auch Segen gab, und er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 7. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur daß ihr Same nicht verbirbt, und schöner auf lebt, wann ihr Freund, der Frühling, wiederum erscheint. 8. So blüh' und reif' ich in der Zeit zu größerer Vollkommenheit: still keimt der Tu gend Saat hervor, und reift zur reichen Erndt' empor. domu W inter. Eigne Melodie. des Schöpfers Ehre, lobsingen seiner Gur' und. Macht. stürzen Regengüsse sich täglich auf die Felder hin; der Sturm, die ausgetretnen Flüsse, die trüben Nebel preißen ihn. Die Sonn' in ihrer weitften Ferne am kurzen Tage, Mond und Sterne in langer heller Winternacht; die wilden, un gestümen Meere verkündigen 2. Er rief der Sonne: Kehre wieder auf deiner wei ten Bahn zurück! Sie gieng, sank täglich früher nieder, und immer matter ward ihr Blick. Er rief den Winden: stürmt! fie fuhren gewaltsam her; be deck' die Fluren! rief er dem Schnee; er deckte fie; gerinnt ihr Ströme! sie gerannen; ihr Meere wüthet! da begannen fie ihren Kampf, da braußten sie. 4. So wird auch unser Leib ermüden; und ruhen in des Grabes Nacht. Sanft wird er schlummern da in Frieden, von dem, der nimmer schläft, bewacht. Daß unser Staub 733. Goft winft; fo geläutert werde, finkt er zur Aussaat in die Erde. Gott fordert ihr ihn wieder ab. Seinew'gerFrühlingstag wird kommen, und dann verlassen seine Frommen, voll neuer kebenskraft, das Grab. 3. Von ihrer Arbeit ruht die Erde, sie schläft von Gottes Hand bedeckt, daß ihre Kraft erneuert werde, bis sie der Frühling wieder weckt. Vertraut hat in des Schöpfers Namen der Landmann ihr den spåten Samen; der Schöpfer wacht auch über ihn. Todt liegt er da; ihm wird das Leben der Sonne Rückkehr wieder geben, und reich an Hoffnung soll er blühn. 5. D Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie sehnet sich mein Geist nach dir! O du, In besondern Zeiten und Lagen. der Auferstehung Sonne, wann wirst du aufgehn über mir! Zum Leben führt mich Gott durch Sterben; des Reimes Hille muß verderben, soll er entwickeln sich und blühn. Der Christ kann seinen Tod nicht scheuen; der Christ muß sich des Todes freuen: ein ew'ges Leben folgt auf ihn. Saatzeit. 3. So krdne denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte; und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß weder Frost, noch noch Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 734. Es bauet, Gott, auf Hagelſturm und Regenfluth ihr zum Verderben werde. dein Geheiß, der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen fie: du sollst dein Brod bey Fleiß und Müh', so lang du lebest, essen. 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib ferner 505 deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen. Der Landmann baut umsonst das Land, wenn deine milde Vaterhand nicht seine Arbeir segnet. 735. Der hohe Himmel dunkelt sich, ein Wetter Got tes draut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. Witterung. Gewitter. fürchterlich; dem aber, der Mel. Nun fich der Tag geendet zc. dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 2. Duzürnest, wann du donnerst, nicht, du bist der Menschen Freund. Nicht blaffer fey mein Angesicht, wann uns dein Blizz erscheint. e 3. Dem Sünder nur, ber bich nicht kennt, dem bist du 4. Du, Gott, bist unfre Zuversicht. Gern lassen wir dich walten. Du siehst, woran es uns gebricht, kannst mach. tig uns erhalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Rühm, für uns, dein Werk und Eigenthuni, forthin auch gnådig sorgen. 4. Gut ist für uns der Sonne Stral, gut für uns. Tag und Nacht; gut ist auch deines Blizzes Stral, der Zeuge deiner Macht. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft, dein Regen kühlt die Saat, ein frischer, balsamvoller Duft stårkt, was geschmachtet hat. 6. Laß fren das Herz von Nengsien seyn, wann uns dein In besondern Zeiten und Lagen. 7. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu mannig. faltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Mel. Oliebster Jefu, was baft zc. Trübsal sie bewähret, nur mehr verklåret. 906 Wetter broht. Weg bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb', o Gott! 730. Rommt, laft uns Gott und seine Größ' erheben; vor ihm, und nicht vor feinem Donner beben, und nicht, denn er fann schrecken und auch schützen, vor seinen Blißen. 2. Sie können tödten, euch und eure Heerden; Zerstörer fevu, und auch wohlthätig werden; ihr aber sollt, wann sie die Welt erschüttern, nicht heidnisch zittern. 3. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, wo Don ner unter seinem Fußtritt rol. len; nicht, daß, wo Blize flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 4. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Sturm und in der Stille dein Rath und Wille. 8. So stralt, wann Donner die Natur erschüttern, in größ rer Schönheit sie nach Unge. wittern, als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne! 9. Verderbenschwangre Dün. ste fliehn, und Seuchent, die uns und unsern Heerden drohn, entweichen; auch athmen wir, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft und Leben. 10. So steigt, wann einst am größten aller Tage für Fromme nicht mehr seyn wird Leid und Klage, empor aus deines Weltgerichts Getümmel, ein neuer Himmel. 11. Wir werden dann zu einem neuen Leben hervor. gehn, werden dir entgegen schweben, in diesen neuen Himmel aufgenommen mit allen Frommen. 12. Weil wir noch hier find, sen von uns erhoben! dann werden wir mit neuer Kraft dich loben; dir bringen, Herr, für alle deine Werke, Preiß, Dank und Stärke! 5. Von tiefer Ehrfurcht, Herr, vor dir durchdrungen, sehn wir in der Natur Erschüt terungen auch Güte, die sie schmucket und belebet, selbst wenn sie bebet. 6. Fruchtbarer wird fie mel. Mein Jesu, dem die zc. dann, wie deine Frommen, 737. Mit reinem Glanz geprüft zu werden, oft in Trübfal kommen. Wir leiden, durch Geduld zu edlen Werken uns mehr zu stärken. bestralt die Sonne nun wieder Gottes schöne Welt; in ihrem Licht strömt neue Wonne auf In besondern Zeiten und Lagen. Menschen, Thiere, Wald und Feld. Des Donners furchtbar rollend Drohen hallt nicht mehr durch die schwüle Luft; Erquis ckung folgt dem kühlen Duft, und Angst und Sorge sind ents flohen. 2. In der Natur ist Fries bensfeyer; die Hügel stehn in höh'rer Pracht; und alles, alles athmet freyer, und neue Lebenskraft erwacht. Der Landmann fieht durch milden Regen die Saat und Pflanzen fatt getränkt; froh schlägt sein Herz; im Geiste denkt er fich den nahen Erndtesegen. Mel. O Gott, du frommerGott zc. 3. B Vater, laß uns dich 730. Herr, allerhöchster erkennen im Donner im Sonnenschein; dich freudig unsern Helfer nennen, und deinem Ruf gehorsam feyn. Du bleibst der Vater von uns allen, der auch durch Uebel uns beglückt, auf alle huldvoll niederblickt. O laß dir unser Lob gefallen! Gott im Himmel und auf Er. den, dem Wolken, Luft und Wind allzeit gehorsam werden; was du befiehlst, geschieht: o laß auch unser Flehn durch dich, Allmächti ger, jest in Erfüllung gehn! 2. Wir bitten findlich dich um deinen Vatersegen: gib uns, o Vater, gib uns einen milden Regen! Staub ist jetzt unser Land, erstorben ist die Flur; es schmachtet Feld und Thier, es trauret die Natur. Dirre. sind Mel. Gott des Himmels und zc. 507 lich droht uns ihr Verlust; Sorge füllet unsre Brust. 3. D erhalt' uns deinen Se. gen, treuer, liebevoller Gott! gib uns einen milden Regen, und verkürze unsre Noth. Gott, wir trauen es dir zu, was uns gut ist, fügest du. 738.Gott, ott, von großer Macht und Güte, deine Hül. fe suchen wir, mit geängste. tem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht; o verlaß, berlaß uns nicht! 2. Bald dem todten, dürren Sande gleichet weit umber das Land; und, versengt vom Sonnenbrande, welft die Frucht, die kraftvoll stand. Schreck. 4. Stärke du uns dieß Ver. trauen: umfer Wohl versäumist du nicht. Auf dich, Gnaden. voller, bauen wir die veste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst dich unser gnädig an. 3. Befeuchte Berg und Thal, erfrisch' jetzt unsre Felder! Dein Regen träufle sanft auf Anger, Gärten, Wälder! Das, was bisher gelechzt, erquicke, Herr, aufs Neu', daß jedekrea. tur dir freudig dankbar sey! 4. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Regen, auf unser tråges Heri In besondern Zeiten und Lagen. 508 mit taufendfachem Segen. Der Fromme nur kann sich, Gott deines Segens freun; o laß uns alle reich an wahrer Tugend seyn! Was Thier und Menschen nåhret, schien durch die Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Hö. hen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du horteft, was wir baten, und schüßztest unsre senkten sich Saaten. nåffe. mad Mel. Mache dich, mein Geift zc. 740.org' und Klage füllt das Land; Gott, hor un fer Flehen! Soll der Segen deiner Hand uns verloren ges 6. Wir preißen deine Güte hen? Herr, wir schaun voll Vertraun auf zu deinen Hunfer ganzes Leben sey kinde mit fröhlichem Gemüthe; und hen; laß uns Hülfe sehen. nieder, doch du erhobst fie wie. der. O Herr der milden Son ne, du gibst uns neue Worne. 2. Herr, du lenkst der Wol lich dir ergeben. ken Lauf, du gebeutst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh' uns ben, und zers strer', Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! mit 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke! Auf dich schauen wir allein des Glaubens Blicke. Stets ist gut, was Gott thut. In den trübsten Tagen darf kein Herz verzagen. Geburtstag. Eigne Melodie. 742. Dir bank' ich heu. te für mein Leben; am Tage, da du mirs gegeben, dank' ich Gnad' allein bewogen, hast du dir, Gott, dafür. Durch freye mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 03 2. Uns drückten bange Sor gen an jedem neuen Morgen, so oft fich Wolken thürmten, und Regenwetter fiürmten. 3. Des Feldes Früchte saben wir dem Verderben nahen. bereitet; an deiner Rechten 2. Du hast mich wunderbar mich geleitet bis diesen Augen blick. Du gabft mir tausend Mel. Wach auf, mein Herz und zc. 741. Ertönet, Freuden, meine Selage und meine Leiden lieder, sie scheint, fie stralet wieder! Wir sehn sie, welche Bonne! die lang verhüllte Sonne. in mein Glück. 3. Ich bin der Treue zu ge ringe, mit der du, Herrscher aller Dinge, stets über mich gewacht. Gott, damit ich glücklich werde, hast du an mich, mich Staub und Erde, von Ewigkeit her schon gedacht! 4. Du sahst und hörtest schon mein Sehnen, und zähl In besondern Zeiten und Lagen. teft alle meine Thränen, eh' ich bereitet war; und wogst, eh' ich zu seyn begonnte, eh' ich zu dir noch rufen konnte, mir mein bescheiden Theil schon dar. 5. Für alle Wunder deiner Treue, für alles, dessen ich mich freue, lobsinget bir mein Geist. Er selber ist dein größt Geschenke; dein ist's, daß ich durch ihn dich denke, und dein, daß er dich heute preißt. 6. Daß du mein Leben mir gefristet, mit Ståark' und Kraft mich ausgerüstet, dieß, Vater, dank' ich dir; daß du mich wunderbar geführet, mit dei nem Geiste mich regieret, dieß alles, Vater, dank ich dir. 7. Soll ich, o Gott, noch långer leben, so wirst du, was mir gut ist, geben; du gibst's, ich hoff auf dich. Dir, Gott, befehl'ich Leib und Seele! Der Herr Herr, dem ich sie befehle, der segne und behüte mich! 4. Herr, du zähltest meine Thränen, eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merkteft dit mein Sehnen unter dieses kebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Wann ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt, ließest du mich Gnade finden, Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Erbarmen überströmtest du mich Barms 743. Schöpfer der er herziger, dafür reinen Herzensdank von mir! schaffnen Heere, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich auch dir zur Ehre haft ans Licht der Welt gebracht. Sin. ne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 509 pflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sey dir ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich be. reitet, und mit Kräften aus. geziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zuges führt. 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dafeyn aus. gewählt. Hat mir's an Gele. genheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preiß und Dank dafür! 6. O, was bin ich, Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich zu dir so treulich lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Laß mich fromm und christlich enden, Schöpfer, mei. nen Lebenslauf! Führe mich Für die treue Bater mit Vaterhånden zu dem ho. In besondern Zeiten und Lagen. 510 hen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erfigebornen, mit des Mittlers Auserkornen jauchz' ich dort, o Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür! Mel. Ermuntre dich, mein schwas cher 2c. 744.3 • trete vor dein Ang cht, du Schöpfer meiner Jugend: verwirf mein findlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, boch jung und unerfahren, wird leicht geblen det durch den Schein, und ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Ers halter; sie werde meiner Jus gend Glanz, und sey mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meis ner Tage seyn, der nicht, zu deiner Ehre, geweiht der Tugend wäre! 6. Auch lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende; daß ich mit weiser Thätigkeit zum Guten sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' sey nicht umsonst; o segne fie! Laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 7. Erhöre gnädig mein Ge stürzt sich in Gefahren. Obet, du Führer meiner Ju mache mich mir selbst bekannt, und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich gehen möge! gend; erhör' es! Meine Sees le fleht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dant' ich dir. Nie weiche, Gott, dein Geist von mir, das mit ich meine Wege unstråflich wandeln möge. 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiß, der den Stol; gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen; zur Mel. Wie groß ist des Allm. c. Trägheit, die den Geist ver. 745. Wohl dem, der zehrt, und jeden Trieb zum Lafter nåhrt;- laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wann mir auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Res zu ziehen, Verführer fich voll Årglift nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beyfpiel, Herr, entferne nicht mein Heri von dir und seiner Pflicht; seines Lebens Morgen ganz seinem Herrn und Schöpfer weiht, beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit! Er wird die wilde Lust der Jugend und jedes las sters Neiße fliehu; fein Herz wird nur für Gott und Tu gend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. In besondern Zeiten und Lagen. 2. Von Sorgen frey, voll Muth, und heiter wallt er der Tugend hohe Bahn mit ves stem Schritte immer weiter, imd blickt getrost zu Gott hinan. Auch wo Verführer ihn umgeben, besiegt er sie durch Wachsamfeit; ermüdet nie in seinem Streben nach Unschuld und Vollkommenheit. 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie fanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er streut den Samen jeder Tugend, und freuet sich der Erndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm des Al ters Lohn. Reifere Jahre. Eigne Melodie. 511 Sturm, ins Leben tiefer ein; die Blume ward ein Baum. 4. Einst Kind, nun Mann!Wie fern, wie tief liegt mir die Bahn, die ich durchlief durchlief an wessen Hand? Du warst mir allenthalben nah', o du, den nie mein Auge sah, und doch mein Herz empfand! 5. Du Unsichtbarer über mir, ich kam von dir und geh' zu dir; du weißt es, wie und wann? Mein Leben welkt das hin wie Laub; du bist's, der auch aus Todesstaub mich neu beleben kann. 6. Ich wandle freudig meinen Pfad; der bis hieher geholfen hat, hilft wahrlich fer. nerhin! Dort werd' ich unvers hüllt ihn schaun; in diesem feligen Vertraum ist Sterben mein Gewinn! 740.S Ich fam aus meis ner Mutter Schooß, ein Sohn des Mel. Wer nur den lieben Gott zc. blos, mit chwachheit ange- 747.Schaur hin in die 2. Ich wußte nicht woher? wohin? noch schlummerte Gedank' und Sinn, unthätig, schwach und zart; der Blume, die allmählig sich am Sonnenstral entfaltet, glich ich Blume höhrer Art. than; ich kam ins ungekannte vergangnen Zeiten, o Chrift, Land des Lebens, meinen neuen und sammle Weisheit ein! Stand trat ich mit Weinen an. fern von dem Dienst der Eitelkeiten, der Tugend ganz dein Herz zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück, Zufriedenheit. 3. Die Blüthetzeit gieng schnell vorben, der Kindheit füßes Einerley, der Jugend Frühlingstraum. Ich wurs jelte, bey Sonnenschein und 2. Dant' thm, dem Herrn, für alle Freuden, womit er dich so oft erquickt; doch dank' ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. In Allem, was er an dir thut, bleibt stets sein Nath doch weis und gut. In besondern Zeiten und Lagen. 512 3. Vergiß nicht, wie er dich beschützte, wann sich Gefahr zu dir genaht; dir gab was deiner Seele müßte, so oft ein from. mes Flehn ihn bat; und wie er dir noch mehr gewährt, als je von ihm dein Herz begehrt. 4. Erinnre dich der Gnas denstunden, die der Alliebende dir gab: sind sie in seinem Dienst verschwunden, so fürchte nicht das nahe Grab. Dir bleibt von der verschwundnen Zeit dann noch Gewinn in Ewigkeit. 5. Doch sieh' auch voller Schaam und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lerne daraus beffre Treue und größre Sorge für dein Glück: so Fimmelst du noch Weisheit ein, selbst aus den Fehlern, die dich reun. 3. Du, meines Lebens Quell und Kraft, mein Vater, sey geprießen! du hast in meiner Pilgerschaft dich groß an mir bewiesen. Wie hast du mich stets väterlich, oft wunderbar geführet, wohl regieret! In jeder Noth hab' ich dein Wohl thun, Herr, gespüret. 4. Durch dich ist meiner Redlichkeit manch gutes Werk gelungen; doch that ich auch nicht jederzeit nach deinen Forderungen. Du, Gott der Huld, hast mit Geduld, auch in der Schwachheit Tagen, mich getragen. Gedenke nicht der Schuld von meinen vies len Tagen! 5. Du, Herr, bist meine Zuversicht, mein Schöpfer und Erhalter. Ich hoff' auf dich; verlaß mich nicht, verlaß mich 748. Sieb', Seele, bin nicht im Alter! Mein Haar ter dich zurück auf die durch. verbleicht, die Kraft entweicht; ▸ 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; vom Schöpfer ward es dir gegeben, hier guten Saamen auszusfreun, der für die Ewigkeit dir reift, und dir der Freuden Erndte häuft. 7. Dann siehst du einst am Ziel der Leiden zufrieden auf's Bergangne hin, und ahneest künft'ge Seligkeiten, die nicht, wie hier, vorüberfliehn; dort, wo ein ewges Glück dir lacht, wenn du das Gute treu vollbracht. lebten Jahre; doch wirf auch vorwärts einen Blick; was fiebst du? Sarg und Bahre. Schon bin ich alt; wie bald, wie bald find meine Lebensstunden hier verschwunden! Nach kurzem Aufenthalt werd' ich nicht mehr gefunden. 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich; du bist voll Huld und Gnade. Mit Vaterhånden trugst du mich auf jedem meiner Pfade. Wie dank' ich dir? Herr, du haft mir in meinem langen Leben viel gegeben. Was geb' ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben? 21 Iter. mel. Jch ruf zu dir, Herr 2c. In besondern Zeiten und Lagen. es neigen sich die Jahre hin zur Bahre. Mach' einst mein Ende leicht, wann ich von binnen fahre. 6. O Gott, erlöse mich! ich bin von langem Kampfe müde. Nimm meine Seele zu dir hin, ben dir ist Ruh' und Friede. Schließ' meinen Lauf! froh hoff' ich brauf: ich werde auch im Sterben nicht verderben; verklärt steh' ich einst auf, die Seligkeit zu erben. Kummervolles Alter. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 7. Ich harre froh und stille, bis Gnadenwille mich 740. Gott hat in trü- trdnet nach dem Streit. An ben Tagen mich våterlich ge tragen von meiner Jugend auf. Ich sah' auf rauhen Wegen des Höchsten Hand und SeLegen; er lenkte meinen meiner Laufbahn Ende sink' ich in Jesu Hände, und er führt mich zur Seligkeit. 513 deß soll sich meine Schwachheit freun. 5. Er will auch schwachers Alten, was er versprochen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich schwach und müde, bey ihm ist Trost und Friede; er steht in aller Noth mir bey. 6. Nach wen'gen bangen Stunden hab' ich ganz überwunden; ich bin dem Ziele nah', dem Ziele meiner Leiden. Dwelche hohe Freuden er. warten meine Seele da! Reise. Mel. Befiehl du deine Wege ze. 2. Sein Weg war oft vers 750. Beglücke meine borgen; doch wie der heitre Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab' ich stets erfah. ren: der Herr weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. Reise; Gott, ich vertraue dir! Sey gnädig, und beweise, wie treu du bist an mir! Auf allen meinen Wegen begleite våter. lich mit deinem Heil und Ses gen, mit deinem Schußze mich. 2. Ich bin in deinen Hans den, deß darf mein Herz fich freun. Du kannst mir Hülfe senden, wo mir Gefahren dráun. Bin ich bey dir in Gnaden, so fürcht' ich keine Noth; du wehrest allem Schaden, und sicherst vor dem Tod. 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut dir, Vater, übergeben, 33 3. War Menschenrath vergebens, so kam der Herr des Lebens, und half und machte Bahn. Ihn laß ich thun und rathen; denn er thut große Thaten, und nimmt sich unser mächtig an. 4." Bis zu des Alters Tagen will ich dich stärken, tragen, und dein Erretter seyn:" dieß hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; 514 In besondern Zeiten und Lagen. und gehn mit frohem Muth. mein Loos gewählet; dir un. Erhalte meine Kräfte, beglücke terwerf' ich willig mich. Du meinen Fleiß und mein Be- kennst am besten, was mir feh. rufsgeschäfte, zu deinem Ruhm let, drum halt ich weinend mich an dich. Schwer drückt und Preiß. der Armuth bittre Noth, und Kummer ist mein täglich Brod. 4. Laß dir auch meine Lie ben, o Herr, empfohlen seyn! Nichts müsse sie berrüben; dein Segen fie erfreun! Sehn wir uns fröhlich wieder in Glück und Wohlergehn, wie werden unsre Lieder, Gott, deinen Ruhm erhöhn! 2. Laß nur an dir mich nicht verzagen, wann alles wankt und alles weicht; dann wird auch in den trübsten Ta gen mir selbst die schwerste Burde leicht. Der größte Reichthum dieser Zeit ist doch zuletzt Vergänglichkeit. Me 1. Wer nur den lieben Gott zc. 751. Dank dir, Erhal Erde voll Sorg und Un. Oft seh' ich dieser zufriedenheit; der mächtige kämpft mit Beschwerde, den Stolzen drückt die Eitelkeit. Sind sie denn glücklicher als ich? Und sorgt mein Gott nicht auch für mich? ter meines Lebens! Du hast mich froh zurückgebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; mich schüßte gnädig deine Macht. Dir, dir, o Herr, ge bührt mein Dank; dich preise fröhlich mein Gefang! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner Vatergüte freun, mit ihnen mein Gebet vereinen, dir meines Dankes Opfer weihn. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich; du schüßtest, du beglücktest mich. 3. Sen ewiglich von mir geprießen! Wie viel des Gus ten hast du mir auch jetzt von neuem, Gott, erwiesen! Mein schwaches Lob gefalle dir! Auch Fünftig will ich dir vertraun, und stets auf deine Hülfe schaun. Armuth. and Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 752. Du Schöpfer, hast 4. Ja, forge ferner! Jff's dein Wille, so mindre meine Dürftigkeit; wo nicht, so hofft in frommer Stille mein Herz auf eine besfre Zeit. Auch klei ner Gaben mich zu freun, laß mich für wenig dankbar sepn. Fleiß 5. Bey Müh' und sich dir ergeben, ein ewig's Heil in Hoffnung fehn, dieß fey mein Glück im dunkeln Leben, um freudig meinen Weg zu gehn. Dann wird gewiß der Mangel mir zur Segens fülle, Gott, bey dir. Mel. Wo soll ich fliehen hin u ein, murren will 755. Nein, ich nicht, Gott, meine Zuver In besondern Zeiten und Lagen. 515 ficht, daß ich nur wenig habe. Bey großem Verluste. Auch dieß ist deine Gabe. Ich mel. Oliebster Jesu, was hast zc. ſoll auch dafür danken; nicht 754. Du haft es mie im gegeben und genommen; Preiß dir, o Herr! Zwar ist meint Herz beklommen: doch mein Vertraun, mein Glaube foll nicht wanken; ich will dir danken. 2. Du bist mein Gott, mein Heil: dieß bleibt mein bestes Theil, die Quelle meiner Freu de, auch wenn ich Mangel leide. Ward mir nicht viel beschieden, ist doch mein Herz zufrieden. 3. So war's auch Jesus Christ. Er, der mein Vors bild ist, wie arm war er hie nieden! Jedoch in Gott zufrieden hat er der Armuth Pla gen mit stillem Muth ertragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, folg' ich, sein Jünger, gern. Ich will nicht angstlich sorgen, nicht für den andern Morgen mit Kummer mich befaffen; Gott wird mich nicht verlassen. 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich: du forgst gewiß für mich. So lang ich hier soll leben, wirst dit mir alles ge ben, was ich in meiner Lage bedarf mit jedem Tage. 6. Zwar drückt der Armuth Joch. Doch soll ich långer noch mit ihrer Last mich plagen, fo hilf sie mir ertragen, daß dieser Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrick werden. 7. Schließt dieses Leben sich, so wird auf immer mich kein Mangel weiter drücken; mit freudigem Entzücken werd'ich dann deiner Gaben, mein Gott, die Fülle haben. 2. Verborgen mir, doch gue tig ist dein Wille. Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir, und wenn es meiner Ehre, Allwis sender, gemäß gewesen wåre; du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rech ten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben, und fündlich leben. 5. Mein Herz vor Sund und Thorheit zu bewahren, ist mir vielleicht dieß Unglück widerfahren. Auch Trübsal läsfest du uns, Herr, begege nen, um uns zu segnen. 6. Wie viel des Guten ist mir noch geblieben, mein gute ter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sey dir! es ist mein gut Gewissen mir nicht entriffen. 7. Wie sollt' ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig seyn, und standhaft die vertrauen! Auch künftig wirft In besondern Zeiten und Lagen. 516 du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Ar. beit meiner Hände, und leite gnådig mich bis an mein Ende! Mit allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zu frieden. bi Krankheit. Mel. Herr Jesu Chrift, du höchs ftes zc. 6. Doch du neue 755. Es ist dein Wille, Kräfte mir zu längerm Leben schenken; dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu' und Redlichkeit der Tugend Wege wandle. 3. Verhür' es, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleich tre die Beschwerde. Du, Va, ter, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf, und erbarm' dich meiner! Herr, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche! Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Helfer in der Noth, und kehrst fie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; dein soll mein Herz sich trösten. 2. Voll Hoffnung wend' ich mich dir; ich bleibe dir er Mel. Wer nur den lieben Gott ze. geben. Derr, wie bu tillf, 750. Nicht mehr, als du so schick's mit mir, zum Ster ben oder Leben! Bey dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 4. Erquicke, Gott, und stärke fie, die liebreich meiner pfle. gen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen. Gib gegen sie mir Freundlichkeit, gib ihnen, 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen; so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen. Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir, und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen. meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meis nem Krankenlager hier lob. sing' ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheu te, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübfal soll ich leeren! Ach Herr, bu weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren aus meinen matten In besondern Zeiten und Lagen. 517 du, 5. Ich weiß nicht meiner Tage Ziel; vielleicht ist es noch fern; doch laut spricht in mir ein Gefühl:" Dein Leben weih' dem Herrn!" 6. Soll ich mich neu des Lebens freun, so will ich, Herr, es dir in guten, edlen Thaten weihn; gib neue Kräfte mir! 7. Doch soll ich jetzt nach deinem Rath vollenden meis nen Lauf, so nehme denn der dunkle Pfad in seine Nacht mich auf. 8. Ich faffe findlich deine Hand, du, meine Zuversicht; fie leitet mich ins Vaterland: ihr Lieben, weinet nicht! gr Augen brach. O stårke du, Ostärke voll Vaterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! 4 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring', o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein: doch du, du wirst mein Helfer seyn! 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prů fungsstunde währt. Und wenn auch ganz im Kampf der Leis den sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Mel. Nun fich der Tag geendet zc. 757.Schwer brückt der Krankheit Bürde mich, mir schwindet Kraft und Muth; durch meine Adern windet sich nur matt das tråge Blut. 2. In meinen Nerven wühlt der Schmerz; wer kann mir Helfer seyn? wer Tröster für das tranke Herz? Du, du, o Gott, allein! — 3. Ich weiß ja: Alles, was mich trifft, kommt, Herr, von deiner Hand; du sahest, Freude war mir Gift: du hast mir Schmerz gesandt. 4. Den bittern Kelch, ge fült von dir, mit weiser Vaterhuld ich trink' ihn still; du reichst ihn mir, du gibst mir auch Geduld. 09030 Genesung. lids Mel. Von Gott will ich nicht ze. 758. Als in der Krank heit Schmerzen die Seele faft versank, und nun aus vollem Herzen mein Flehn zum Hims mel drang: da hörte Gott mein Flehn, da half mir seine Liebe. Nun soll voll frommer Triebe ihn Herz und Mund erhöhn. 2. Herr über Tod und Le. ben, du meiner Våter Gott, wie soll ich dich erheben, mein Netter von dem Tod? Was ist des Menschen Dank? Wer hat dich gnug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, der Engel Lobgefang. 3. Und doch von dir zu schweigen wär' eine Frevelthat. Ich will, ich will's bezeugen, wie Gott errettet hat. 518 In besondern Zeiten und Lagen. Hort's Menschen: Gott nur keit stets deine Liebe preißen, kann uns von dem Tod errets ten. O, wenn wir ihn nicht hätten, wer hülf' uns Armen dann? und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bey dir des Le. bens werth zu seyn. 4. Ja, laßt uns ganz ihm leben, wir sind sein Eigen. thum; und jedes Tags Besire. ben sen seiner Gnade Ruhm! Ihm widmen umfre Zeit, vor 700. seinen Augen wallen, ihm bienen, ihm gefallen, ist Ehr' und Seligkeit. Fürbitte für Abwesende. Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. u, welchen keine Welt umschließt, der du allges genwärtig bist, mit allem dei nnen Segen; wo meine Lieben Mel. Nun danket alle Gott zc. find, auch da bist du, mein Gott, bist ihnen nah', auf 750. Mit welchem Dank, allen ihren Wegen. o Gott, soll dich mein Lied er heben! Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bey, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder fren. 2. Dem Tode war ich nah'; schon fah' ich für mein Leben, um meine Lagerstatt, Ver. wandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht, mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah' ich getrost hinab. 3. Almächtig stärktest du die Halberstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinis gen zurück! Dir dank' ich, Gott, nur dir, des neuen Le bens Glück! 4. Herr, durch mein Leben felbst will ich dir Dank, bes weisen, durch fromme Thätig, 2. Du selber trenntest fie von mir: da seufzte laut mein Herz in mir, da flossen meine Thränen. Doch schwand, Herr, meine Zuversicht zu dir, zu ihrem Vater, nicht; dir weint' ich meine Chránen. 3. Du, Herr, du bleibst ihr Freund und Gott, ihr Schuß, ihr Netter in der Noth, auf den sie sicher bauen. Gib ihnen auf der Pilgerschaft durchs Le ben Klugheit, Muth und Kraft, und laß sie dir vertrauen. 4. Erleichtre ihres Lebens Müh', dein bester Segen komm' auf sie, daß sie uns nie betrüben. Gesegnet sey durch sie ihr Land, beschüße sie mit deiner Hand, sie alle, die wir lieben. 5. Vielleicht seh' ich ihr Angesicht nie wieder, und es soll uns nicht ein zweyter Abschied trüben. Bald kehren fie- o süßes Glück!- viel In besondern Zeiten und Lagen. leicht in meinen Arm zurück! It's hier nicht, ist's doch drüben. 6. O wie gedenk' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen! Tag, ein Wiedersehn!" der gewiß mir wieder gibt, die ewig meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen. Fürbitte für Ster bende. Mel. Nun fich der Tag geendet zc. 701.3. armherziger, wie gern nimmst du des Mitleids Seufzen an! O gib auch mir, dem Schwachen, Ruh', der nur noch beten kann. 2. Ach ein, mir theures Leben sinkt hinab in Todes. schmer;; wenn nicht dein Aus ge Rettung winkt: so bricht das kranke Herz. 3. Darf ich dieß Leben nicht erflehn, so nimm es bald zu dir! Doch kann ich es gerettet fehn, so hilf, und schenk' es mir! 4. Ach, wenn ich ihn( sie) verlieren muß, entheb' ihn ( fie) sanft der Qual, und eis nes Engels heitrer Gruß wink' ihm( ihr) ins Ruhethal. 5. Du selber schlangst der Liebe Band so innig um mein Herz; o reich' mir deine Vaterhand im hoffnungslosen Schmerz! 519 wär' ich, Vater, ohne dich?- mein Herz ist glaubensvoll. 7. Ich weiß, im größten Schmerz wirst du an meiner Seite stehn; ich höre dich, du rufft mir zu:" Es gibt 6. Im Augenblicke, da ich mich verlassen sehen soll; was Mel. Wenn mein Stündlein ze. 702. Ein Sterbender ringt, Vater, hier mit bangen Todesschmerzen. Er fleht, und mit ihm flehen wir: O sende seinem Herzen Muth in der letzten Todesnoth! Laß ihn in einem fanften Tod der Leiden Ende finden. 2. Mit Reu' im Herzen denket er an sonst begangne Sünden, und flehet: Laß mich, Gütiger, ben dir Verzeihung finden! Du hast sie ja dem zugesagt, der ernstlich sein Vergehn beklagt, und sich zu bessern strebet. 3. So schenk' ihm denn die Freudigkeit, daß er Verge, bung habe, Vertraun und Unerschrockenheit beym dun. keln Pfad zum Grabe! Laß ihn auf Jesum Chriftum schaun, der, dir ergeben, voll Vertraun, auch diesen Weg einst wallte. 4. Nun übergibt er seinen Geist in deine Vaterhände, und seufzt: Herr, wie dein Wort verheißt, gib mir ein fel'ges Ende! Ich sehne mich daheim zu seyn, wo deiner Liebe ich mich freun, ja, ewig freuen werde. 5. gib ihm, was sein In besondern Zeiten und Lagen. 520 Herz begehrt, und ende seine Leiden! Zeig' ihm, wenn seine Angst sich mehrt, den Vorschmack höhrer Freuden. Und, wenn er nicht mehr sprechen kann, so nimm sein stöhnend Seufzen an, und laß ihn se lig enden! Mel. Wachet auf, ruft uns die c. 703.6ott fey mit vir! Amen, Amen. Entschlaf in jenem großen Namen, den Erd' und Himmel tief verehrt. Deine Laufbahn hat ihr Ende; dein Schöpfer nimmt in seine Hände die Seele, die ihm angehört. Hor', o erlößter Geist, der bald am Thron ihn preißt: Jesus Christus hat dich versöhnt! Von ihm gekrönt, empfängst du num des Glaubens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen des Lebens nach der Todesnacht! Sey gesegnet! Amen, Amen! Entschlaf in Jesu Christi Namen! Er starb für dich und hats vollbracht. Er, er macht dich allein und ganz von Sünden rein. Und du sündigst nun bald nicht mehr; der Brüder Heer, der Engel Heer nimmt dich nun auf. 3. Nimm den letzten Trost und Segen: du eilest zwar dem Grab entgegen, doch zittre deine Seele nicht! Zwar wir gehen hin und såen dich ir. disch aus, doch auferstehen sollst du mit jenes Tages Licht. Geh ein, zu deiner Ruh'! Der Herr schließt nach dir zu. Auferste. hen nach kurzer Ruh', wirst, Todter, du, zum bessern Leben auferstehn. Tod des Gatten. Mel. Sollt es gleich bisweilen ze. 704. Laßt mich weinen! Ach, sie haben meinen besten Freund begraben. Er gieng heim, ließ mich zurück, und zerfidret ist mein Glück. 2. Er, der zärtlichste der Gatten, ruht schon in des Grabes Schatten; und die weite Welt umher ist für mich nun dd' und leer. 3. Wie so schön war mir das Leben, seit ich ihm mein Herz gegeben! Was war Mü he, Sorg' und Schmerz? Alles theilte ja sein Herz. 4. Froh und glücklich mich zu sehen, meine Freuden zu erhöhen, sorgt' er immer. Unt fre Zeit war voll stiller Se. ligkeit. 5. Nun zerstört vom Sturm der Leiden sind die Blüthen meiner Freuden, und voll Dornen ist der Pfad, den der Wittwe Fuß betrat. 6. Ach, ich rang, und rang vergebens um die Seele met nes Lebens; du, o Gott, riefft sie von mir. Doch ich hadre nicht mit dir. 7. Nein, auch bey des Kummers Zähren will ich dei nen Rath verehren. Höre nur In besondern Zeiten und Lagen. 521 in deinen Höh'n der verlaßnen nend blick' ich um mich her, Wittwe Flehn. und, ach, ich finde sie nicht mehr, die Freundin meines Lebens. 8. Hilf daß ich den Gram bezwinge, wann ich bang die Hande ringe, wann die Welt ju eng mir scheint, wann mein Aug' in Nächten weint. 9. Hor' auf meines Ghi des Trümmern die verlaßnen Waisen wimmern; sorge du, daß sie gedeihn, und laß nie uns hülflos seyn. 10. Gib, daß ich in from mer Stille jede Pflicht getrost erfülle, bis einst das zerrifne Band wieder knupft des Codes Hand. 5. Ja, dort werd' ich sie wieder sehn, in deinem bessern Leben. Als Engel wird aus deinen Höhn sie mir entge. gen schweben. Wie wird mir dann, o Vater, seyn, wann sie mich durch verklärte Reih'n Mel. Wenn mein Stündlein sc. zu deinem Throne führet! Tod der Gattin. 705. Sie starb, ach starb mir viel zu früh, zu früh auch für die Meinen, die alle wehmuthsvoll um sie mit mir, dem Vater, weinen. Gott, welches Leiden, welcher Schmerz! Mir blutet immer mehr das Herz bey meiner Stinder Thrå, nen. 4. O du, deß Rath mir heilig ist, blick' tröstend auf mich nieder! Ich weiß, daß du voll Liebe bist; und du nahmst mir sie wieder. Doch bleib' ich nicht getrennt von ihr; du nahmst sie früher nur zu dir, um früher ihr zu lohnen. 2. Du weißt, was ich in ihr verlor, um die fo tief ich leide. Sie, die mein liebend Herz erkor, war meines Le bens Freude; vergalt mir lieb. reich jede Müh', und sorgte treulich spät und früh für mich und unsre Lieben. 3. Du gabfi fie mir; wie dankt' ich dir für diese schöne Gabe! Sie ward dann immer theurer mir; nun ruht sie schon im Grabe. Stillseh, Cod der Kinder. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 766. Balb müffen wir oft wiedergeben, was Gott uns hier zur Freude gab. Oft for. dert er aus diesem Leben fo früh schon unsre Kinder ab; Gott, wie verwundet dieß das her! wie weint aus ihm der bittre Schmerz! 2. Doch was hilft unfer banges Sehnen? ruft es die Schlummernden zurück? Was helfen unfre heißen Thránen? was hilft der schwermuths. volle Blick? Verdoppeln wir nicht unser Leid durch allzugroße Traurigkeit? 3. Sind denn die Todten zu beweinen, die sanft im stillen Grabe ruhn, und deren In besondern Zeiten und Lagen. 522 Seelen zu den Seinen, um ih nen ewig wohlzuthun, nach seinem liebevollen Rath, schon Jesus aufgenommen hat? 4. Wir hoffen ja mit Freudenthränen für uns auch dies ses Himmelsglück; und, die es fanden, ach, die sehnen sich nicht in diese Welt zurück. Im Himmelsglanz vor Gott verklärt, sind sie nicht mehr bedaurenswerth. 5. O dieser Glaube gibt im Leiden uns Kraft, Trost und Zufriedenheit; verwandelt dann in stille Freuden durch Hoffnung unsre Traurigkeit, und überzeugt sie, was Gott thut, sey weise, väterlich und gut. 6. Wohlan! so gehen wir zufrieden mit Gottes Rath die dunkle Bahn, dich, den( die) der Tod von uns geschieden, dich treffen wir dort wieder an; dort, wo einst Jesus, unfer Hirt, die Seinen ewig seg. nen wird. 4. Auch meine Thränen preißen dich. Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und jetzt in reinrer Heiligkeit und himm lischer Vollkommenheit vor deinem Throne übest. Bisher vertrautest du sie mir; Herr, meine Seufzer danken dir. 5. Rufst du, o Vater, einst auch mich auch dann preiß' ich mit Thränen dich;- doch Dann werd' ich meine Kinder dann mit Freudenthränen. Mel. O Ewigkeit, du Donners wort 707. Für einen Himmel fehn, vor dir mit ihnen dan reiften fie; doch meinen Wün schen noch zu früh. Es war, o Herr, dein kend stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd' ich siets bey ihnen seyn, und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Nun bringen wir den ze. voll Jugendkraft fie blühn, und hoffte, dir sie zu erziehn, dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode seyn. 3. Herr, ich verehre dein Gebot. Doch darf ich meiner Kinder Tod mit heißem Schmerz beweinen! Vor dir, der du barmherzig bist, voll Mitleid unsern Jammer siehst, vor dir, Herr, darf ich weis nen. Auch Aelternliebe stammt von dir; nicht zurnen kannst du, Vater, mir. blutet mein verwundet Herz! Wie kampf' ich wider meinen Schmerz! We find ich, was 708.So finke benn ins thn stille? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinen Wünschen noch zu früh. stille Grab, du, deines Got tes Saat, hinab! für eine beffre Welt bestimmt, die dich in ihre Pflege nimmt. 2. Dein Leben war ein kur, zer Traum, du ahntest ſeine 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Wie ist mein Herz so hoffnungsleer, so freubenlos mein Leben! Ich sah In besondern Zeiten und Lagen. Freuden Faum; doch auch, daß Leben Leiden hat, verbarg dir deines Gottes Rath. 3. Schon in des Lebens Morgenroth umarmte dich als Freund der Tod; der Mittag ist oft heiß und schwül, der Abend schauerlich und kühl. 4. Du fankest auf der Mut ter Schooß in sanften Schlummer forgenlos; wir sinken, ach, erst schwer gedrückt, ins stille Grab, das uns erquickt. 5. Du kanntest treue Liebe nicht; doch auch kein lächelnd Ungeficht, das viel von heil'ger Liebe ligt, und tief verwuns dend dich betrügt. 6. Dein Herz war ohne Schuld und Neu'; dein Geist von Vorurtheilen frey; so zogst du unentweiht und rein in dei nen Freudenhimmel ein. 7. Geborgen vor des Schick, fals Draun, bist du, wo wir einst werden seyn; all' unfre Sorgen, Kind, um dich nahm eine höh're macht auf sich. 8. Wo du nun lebst, da reifest du. Wo du nun wan. delst, da ist Nuh'. Die Liebe bat sich ausgeweint, mit En. geln sieht sie dich vereint. 9. Vor des erhellten Auges Blick kehrt dein geliebtes Bild zurück. Du reichest uns die Palme zu, und rufft: kommt auch ins Land der Ruh'! Tod der Eltern. Mel. Fren dich febr, o meine x. 700. Ach, so soll denn 523 Alles enden in des Garges dunkelm Staub! Scheu muß felbst der Blick fich wenden von des Todes Moderraub! Und es blieb' im Schmerz. gewühl nur das mahnende Gefühl: Was sich auch das Herz erkohren- ach verioren ist verloren. 2. Nein, du bist uns nicht ver. loren, Theurer, den( Theure, die) der Sarg umschließt! Heil dir, dich hat, neugeboren, eine höh're Welt begrüßt! Was du Wahres hier gedacht, was du Edles treu vollbracht, reift, in ew'ger Wonne Segen, dort vergeltend dir entgegen. 3. Dank dir! Dank für Lieb' und Treue, aus dem nassen Auge Dank! Dank für deines Beyspiels Weihe; aus des Herzens Innerm Dank! O es leitet, licht und mild, durch das Leben uns bein Bild; und der Erde schönste Habe ward dir- Liebe noch im Grabe! 4. Daß du, Gott, ihn( fie) uns geschenket, deiner Güte Preiß dafür! Der du ihn( sie) ans Ziel gelenket, Unbeting, Erbarmer, dir! Auch im dumpfen Grabgesang dir, o Jesu, froßen Dank! Unser harrt ja, was wir flehen, seligs, feligs Wiedersehen. Cod geliebter Freunde. Eigne Melodie. 770- Ach bier nicht mehr, fern von mir bist du! nichts seh' ich mehr von dir, 524 In besondern Zeiten und Lagen. o liebe, treue Seele! Entflohn ke; besiege jede Leidenschaft, aus meinen Armen weit, aus erfülle mich mit Muth und diesem Thal der Sterblichkeit Kraft, du himmlischer Ge entflohn bist du, o Seele! danke! 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin; dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Mir fehlt, mir fehlt die am Eigne Melodie. Weg ins beffre Baterland; 771. wie felig fend mir fehlt des Lebens Freude. 3. Doch sey mein Schmerz auch noch so groß; mein Freund ruht nun in Gottes Schooß; vor Gott will ich mich bengen. Seliger, ges nieß' dein Glück! Ich wun. wünsche dich nicht mehr zurück; geduldig will ich schweigen. ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott ge kommen! Jhr send entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umge ben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 4. Ja, stille will ich Gott vertraun, auf seine gute Füh. rung schaun, und gehn auf seinen Wegen. Einst schwingt mein Geist sich auch empor; ich finde, was ich hier verlor; mein Freund fliegt mir entgegen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Nicht Schmerz und Leiden stort den Geist in seinen Him. melsfreuden. 5. Du, Seliger, wirst vor mir siehn, dich werd' ich frühlich wieder fehn. O freudenvolle Stunde! Ich fliege dei nen Armen zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 6. Dann schau' und bet' ich an mit dir; Ein Herz und Seele, fingen wir vom Segen unfrer Leiden, und von des Glaubens großem Lohn. Schon dank' ich Gott, und fühle schon des Himmels hohe Freuden. 7. Gedanke der Unsterblichkeit, erheitre jede Dunkelheit, und stärk' mich, wann ich wan. Andenken an Vollendete. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen, ihr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Men. schen Geist hier nicht verstehet. 5. O, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks den Himmel er ben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Vater, ernst lich darnach fireben! Führ uns gnädig zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst In besondern Zeiten und Lagen. 525 zur vollen Ruh' und Freude 5. Alle Geister, die voli kommen! Klarheit, streitend für das Heiligthum, wurden Märtyrer der Wahrheit, suchend nicht des Streitens Ruhm; die, auf ihrem Pfad im Licht, hin sich) opferten der Pflicht, und als Sieger Gottes schieden; ruht, ihr Kämpfer, ruht im Frieden! Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 772.Ruben dindfug uhen sie in Gots tes Frieden, fie, die, hier bes grüßet kaum, frühe schon hin. über schieden, aus des Lebens Morgentraum; und die erst nach langer Qual aus der Erde dunkelm Chal mit zerrissnem Herzen schieben. Au' ihr Seelen, ruht in Frieden; 2. Die nach Irdischem nicht Krebten, ew'ges Glück in Hoff, nung sahn, treu der ernsten Pflicht nur lebten, trotz der bornenvollen Bahn; und, wie groß das Opfer war, freudig ihr es brachten dar; ungern drum vom Wirken schieden; Mel. Befiehl du deine Wege zc. rubet, ruhet, fanft, ihr Deui- 773. Wir benken, Gott, den! der Lieben, die frey von Sor. gen ruhn. Wir sind zurück. geblieben; sie sind in Frieden nun. Sie hörten unsre Klage, sie theilten unser Leid; sie ha. ben froher Tage sich oft mit uns gefreut. - 3. Die sich still nach Liebe fehnten, wie der Mensch dem Menschen gibt, einsam ihren Pfad bethranten, ach, verkannt und ungeliebt; und von deren treuer Hand kaum Ein Herz den Druck verstand, die doch lies bend, segnend schieden; ruht, ihr Dulder, ruht im Frieden! 4. Die nicht Glück, nicht Rube kannten, auf des Kam pfes offnem Feld, aber Muth und Stärke fandten in die tiefentschlafne Welt; die die Geister aufgeweckt, nie durch Menschenfurcht geschreckt; die noch warnend, mahnend schie. den; ruht, ihr Fromme, ruht im Frieden! 6. Ruht auch ihr, o theure Seelen, die ihr meiner Tage Glück, bey des Lebens Drang und Qualen, trugt in eurer Liebe Blick! Dort noch, in des Vaters Reich, mit euch selig, dank' ichs euch! Ach, daß ihr dahin geschieden!- Nuht in Gottes heil'gem Frieden! 2. O Gott, das ist vergan. gen! Was irbisch ist, vergeht; doch inniges Verlangen nach ihrem Glück besteht. Gib ih nen Wohlergehen in deiner bes sern Welt; laß uns sie wieder. sehen, wann unfre Hülle fällt. 3. Ihr Loos ist nun gefal len; du, Herr, verwirfft sie nicht. Wo nun die Lieben wallen, ist Friede, Recht und Licht. Wir wollen würdig han. deln; nicht lang ist unsre 526 In besondern Zeiten und Lagen. Bahn: zu dir, o Vater, wan. Mel. Wachet auf, ruft uns die ze. beln wir, ihnen gleich, binan. 775. Still, o Seele, 4. Der Geist entflieht der Hülle, die sich zum Grabe neigt, wann zu der Wonne Fille er fiegreich aufwärts steigt. Die Guten blicken nie. der; wir sehn im reinern Licht euch, die wir lieben, wieder, und trennen dann uns nicht! Gott erscheinet! Mein Auge hat bald ausgeweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder! Bald werd' ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein höhers, Gott, wartet mein; unsterb. lich seyn soll ich, soll ewig dein mich freun. 2. Welt und Sünde find bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter front. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt' ich mich oft nach Nuh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah; von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreyt, schwing' ich mich über Welt und Zeit. 5. O stille, Herr, dieß Sehnen nach Unvergånglichkeit; so trocknen unsre Thränen, so schwindet unser Leid. Wir wollen dir auf Erden mit vester Hoffnung traun, und reines Herzens werden, um ewig dich zu schaun. Der sterbende Christ. Se L. Ermuntre dich mein schwa: cher 2c. 774.6 ott, öffne deinen Himmel mir! Es nahn die letzten Stunden. Bald steigt mein Geist empor zu dir, bald hab' ich überwunden. Bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herr lichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel' em pfehl' ich dir in deine Vater hånde. Sen gnädig, Gort, mein Vater, mir, und mache fanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, und will mit Ruh' und Freuden, von dieser Erde scheiden. 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen: Dank dir! mir ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Weß ist die hohe Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir? Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh' ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Anhang einiger Lieder für die evangelische Gemeinde in Augsburg, aus ihrem bisherigen Gesangbuche. Mel. Mein Jesus lebt, was 2c. stårket meinen Geist, wenn 776. Noch fing ich hier er in seiner Brüder Chören, Gott! deinen großen Namen preist; Anbetung dir und Ehre bringt, und Lob und Dank gerührt dir singt. aus dunkler Ferne, Gott meines Lebens! dir mein Lied. Wenn einst, hoch über alle Sterne, dich mein verklärtes Auge sieht: dann 5. Oft hab ich auch in schaltet dir im Jubelflang stillen Stunden, wenn ich der Ueberwinder mein Gesang. dir meine Freuden sang, der Andacht Seligkeit empfuns den, die durch die frohe Seele drang. Mein Herz, wenn dir mein Lied erfcholl, ward himmlischer Gefühle 2. Wohl mir indeß! Du. schaust hernieder, steigt mein Gebet zu dir hinan. Du hörst den Dank der schwa: chen Lieder mit Vaterhuld in Gnaden an; und meine Besserung und Ruh nimmt durch der Andacht Uebung voll. zu. 3. Froh wall ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum: da schallt in dir geweihten Liedern des Dankes Stimme dir zum Ruhm; und dann durchdringet meine Brust ein fromm Gefühl der reinsten Lust. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren erhebt und 6. Ich habe mir die kast der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht, und, statt des Kummers, Ruh und Freuden in mein beklommnes Herz gebracht. Sang ich zu dir, mein Gott! hinauf: so lebte meis ne Hoffnung auf. 7. Mir sollen heilige Ge fänge ein Labfal meiner Wallfahrt seyn, bis ich mit der Erlösten Menge dir werd ein bessers Loblied weihn, dir, den der ganze Anhang. Himmel preist, Gott! Vater, Sohn und heilger Geist! Mel. Wunderbarer König! 2c. 777.Gott ist gegenwärott ist gegenwär. tig. Froh ihn anzubeten, läßt uns vor sein Untlig treten! Er ist groß und herrlich. Alles, alles beuge sich vor seinem Thron und schweige, andachtsvoll, uns zum Wohl, auf die felgen Lehren seines Worts zu hören. 2. Möchten wir doch wir dig deinen Namen preisen, Gott! dir würdig Dank er weisen! Möchten wir, gleich Engeln, einst dein Lob erhöhen, und wie sie dein Antlig sehen! Hilf, daß wir, dir schon hier, großer Gott! in allen suchen zu gefallen. 3. Gieb, daß unsre Kenntniß sich von dir vermehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. Unsre ganze Seele müße schon auf Erden, grof fer Gott! dein Tempel wer den. Wo wir stehn, wo wir gehn, hilf uns, dir nur leben, und dich stets erheben. Mel. Wunderbarer König! 2c. Höchsten, Heiland von uns allen! Laß dir unser Lob ges fallen. Deines Vaters Liebe hast du uns erkläret, und auch durch die That bewähret. Herr! du hast uns der Last, welche Sünder drücket, gnadenvoll entrücket. 2. Hohe Lobgesänge schale len dir zum Preise, Herr! durch aller Himmel Kreise, daß du, von Erbarmen gegen uns geleitet, uns ein ewig Heil bereitet. Sollten wir, Jesu! dir nicht vor allen Dingen Dank und Ehre bringen? 3. Sing ihm, meine Sees le! singe seine Liebe dankvoll aus erfreutem Triebe. Er ist auch dein Retter, hat sein theures Leben willig auch für dich gegeben. Preis ihn gern, deinen Herrn; preis ihn durch dein Leben, gånzlich ihm ergeben. 4. Bringt ihm Preis, ihr alle, die ihr Christum kennet, und ihn euren Heiland nennet! Sein erfreu sich je der, der sich ihm ergiebet, ihn von ganzem Herzen lies bet! Ewges Heil ist sein 778 Jesu! Sohn des Theil, und einst wird er Anhang. broben, ihn ohne Ende lo- gleich der Morgensonne mit ben. Mel. Ein Kindelein so 2c. 779. Halleluja! denn uns ihrem ersten Strahl, verbrei tet Licht und Wonne, und Leben überall. Durch ihn kömmt Heil und Gnade auf unsre Welt herab, er segnet ist heut ein göttlich Kind gebohren. Von ihm kommt unbis zum Grab. freSeligkeit, wir waren sonst unsre Pfade durchs Leben verlohren. Am Himmel håtten wir nicht Theil, wenn nicht zu unser aller Heil dieß Kind gebohren wäre. Rett uns alle, Jesu Christ, der du unser Bruder bist! Dir fey Lob, Preis und Ehre! Met. Nun lob mein Seel ic. 3. Frohlockt, ihr Mitges hoffen der Erde und der Sterblichkeit! Uns ist nun aufgeschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Auf uns fre Erd hernieder kam Gots tes ewger Sohn: nun hebt er seine Brüder empor zut 780.So lang wir hier Gottes Chron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlohrnen Hort: nun sind sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. noch wallen, soll, Jesu Christ! dein Lobgesang empor zum Himmel schallen. Dir opfre jede Seele Dank! und jeder der Gebohrnen er: freu sich, Mensch zu seyn! und jeder der Verlohrnen rühm es, erlöst zu seyn! Zum Heiland uns gegeben erschienst du, Gottes Sohn! Mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mitt: ler, Jesus Christ, und danken, daß er allen Erretter, Frund und Bruder ist! Er, 4. O du, dem jegt die Menge der Engel und Vers klärten singt! vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst einst auf Er. den, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwers den, ein schwaches Men, schenkind. O laß auch uns auf Erden dir gleich gesin. net seyn, bis wir einst himma Đơn Ban gi lisch werden, und dein uns ewig freun! 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht; dann sind wir nah dem Throne, u. schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn und Sterne er haben, jauchzen wir, und mit der Himmel Heere schallt unser Lobgefang: dem Ewigen sey Ehre! dem Welterlöser Dank! el. Lobe den Herrn ic. 781.Ehre sey Gott in der Höhe! Der Herr ist gebohren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoh ren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! It er nicht uns auch gebohren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis! in Finsterniß irr: ten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien. Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, zu Brüdern bestimmt, Gott durch Liebe zu ehren, haßten mit Bitter keit sich an der Gottheit Altåren. Jesus erschien; und es ward Friede durch ihn. Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Wohlthun und Segen entsproßen des Göttlichen Tritten; Trost und Erquis ckung trug er in der Wei nenden Hütten; selbst er ihr Freund hat auch mit ihnen geweint, hat auch geduldet, gelitten. 5. Ehre sey Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, daß ich meinen Netter einst sehe, ihn mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Ehre sey dir, Heiland der Menschen schon hier; Ehre ses Gott in der Höhe! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 782.Geist der Andacht! senke du dich in unsere Seele nieder! Sie erfülleTrost und Ruh! ImGesange frommer Lieder, in geweihter Pfalz - Anhang. men Chor strebe sie zu dir empor! 2. Diesen feyerlichenTag weih die ehrfurchtsvollste Stille, daß der Wehmuth Seufzer nach unsers Dankes Thräne quille; unsre Seele still vor Gott, denk an ihres Mittlers Tod. 3. Diese Welt und ihre Muh, dieses Lebens kurze Freuden, eitle Lust vergesse fie; tief gerührt von seinen Leiden, seiner martervollen Schmach, folge sie ihm betend nach. 4. Zwischen Erd undhim: mel schwebt blutend er, der nichts verschuldet, für der Brüder Wohl gelebt, Müh und Arbeit gern erduldet, Nächte im Gebet durchwacht und auf Menschenwohl gedacht. 5. Liebend hat er an sein Herz mit den ausgespannten Armen, jetzt erstarrt im Todesschmerz, oft voll Mitleid und Erbarmen, Kinder seines Volks gedrückt, oft die Schmachtenden erquickt. 6. Nun verschmachtet er und ringt, ach von aller Welt verlassen! Kein Gefühl des Mitleids dringt in die Seelen, die ihn haffen. O wie furchtbar hat die Welt Sünd und Eitelkeit entstellt! 7. Aber Jesus murret nicht, will des Vaters Rath vollenden, weiß, die Nacht wird doch mitlicht, Schmach mit Herrlichkeit sich enden; hält getrost imKampfe aus, führt sein großes Werk hins aus. 8. Hocherhabner, Ewiger! vor dir wirft der Geist sich nieder; preist dich, Unerforschlicher, daß für ihn und seine Brüder dieses Todes dunkle Nacht, Trost und Ruh ans Licht gebracht. 9. Ja Erbarmender, wir schaun nun getrost zu deinem Throne. Uns auch liebst du: wir vertraun, Vater, dir in deinem Sohne; leben dir und sterden dir. O wie hoch beglückt sind wir! Nach eigener Melodie, 783.Friede tont's mit frohem Schalle heut in unf rer Vaterstadt. Lobet Gott von Herzen alle, der dem Krieg gesteuert hat, ihm, der uns so herzlich liebet, Anhang. uns den edeln Frieden giebet. Alles, was lebt und Odem hat, lobe den Herren früh und spat. 2. Augsburg! ja du hasts erfahren, was des Krieges Grimm vermag. O wie hast du nicht vor Jahren oft geführet diese Klag; ach! daß doch auf dieser Erde einmal wieder Friede werde! Und es ward. Was 5. Gott des Friedens! wollst verleihen steten Fried zu unsrer Zeit; uns noch ferner benedeyen, von uns wenden Krieg und Streit. Dankbar wollen wir, voll Freuden, dein Lob, deinen Ruhm verbreiten. Alles, was lebt und dem hat, lobe denHerren früh und spat. Mel. Nun lob mein Seel den 2. Odem hat, lobe den Herren 784. Preist ihn im Heir früh und spat. ligthume, den Herrn, der 3. Gott hat deine Klag erhöret, und dich gnådig angesehn, dir des Friedens Heil bescheret. Wäre dieses gnädig an uns denkt, der seinem Eigenthume, der seis nem Volke Frieden schenkt. Daß keine Thrånen fließen, wie zu der Våter Zeit, daß Freyheit der Gewissen, und wohl geschehn, wenn er deiner nicht verschonet, wenn er nach Verdienst gelohnet? Recht und Sicherheit in unGnade wars. Was Odem hat, lobe den Herren früh und spat! sern Mauren wohnen, bey aller unfrer Schuld: das schaffet sein Verschonen. Preis ihm, dem Gott voll Huld! 4. Gott giebt Frieden seinem Lande, da er seine Wohnung hat; Segen giebt er jedem Stande; reich ist seine Gut und Gnad, tåglich Gutes zu erweisen. Laßt uns ihn von Herzen preisen! Danket ihm. Was Odem hat, lobe den Herren früh und spat! Mel. Allein Gott in der Höh 26. 785.Dein Volk, o Herr! singt frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm auch unserkobgefang in uns rer Brüder Chöre, die heut in deinem Heiligthum, zu deines großen Namens Anhang. re! Dir jauchze unser Herz und Mund! Auch unser Le. ben mach es kund, daß wir dich dankbar preisen! mel. Wie herrlich ists 2c. 786. Du hafts gethan; du gabst uns Ruh und Frie. de; durch dich erkennen wir der Wahrheit Licht, Allgútiger! Mit dankendem Gemü the erscheinen wir vor deis nem Angesicht, und beten wonnevoll dich an für das, was deiner Gnade Macht an uns gethan. 2. Wie seufzte nicht einst unfrer Våter Klage, da sie Verfolgung und Gewissens. zwang, Krieg, Seuche, Tod, Verarmung, jede Plage des tiefsten Elends neunzehn Jahrelang erduldeten, nach deinem Rath, bis du gewährtest, was ihr langes Flehn erbat! 3. Du stärktest sie, die Trübsal zu ertragen, und ihrer Ueberzeugung treu zu seyn. Der Fried erschien, zu heilen ihre Plagen, mit Lohn die treuen Kämpfer zu erfreun. Du hast den Fries den uns geschenkt: das preiRuhm, dir Jubellieder singen. 2. Dieß ist ein Tag, von dir gemacht; von dir, Herr! ists geschehen, daß wir, frey von des Frrthums Nacht, das Licht der Wahrheit se: hen; daß wir, von Men schentand befreyt, dir, wie Dein eignes Wort gebeut, rechtschaffen dienen können. 3. Du läsfest hier imeiligthum dein lautres Wort uns hören; zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unfern Häusern ist es auch uns frey zum täglichen Gebrauch. Lehr dieses Glück uns schåzen. 4. Es leuchtet uns, o Herr! dein Licht, wenn wir zusammen treten, daß wir vor deinem Angesicht, nach deinem Willen beten. Dir, dir fingt unsre Christenheit; es herrscht Verstand, Erbaulichkeit in unsern heil gen Liedern. 5. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr! fey ewig Dank gebracht, dir Nuhm, Preis, Lob und Eh Anhang. sen wir, das ists, woran dein Volk heut denkt. 4. Entzeuch uns nie des Friedens theure Gaben. Er. halt uns ewiglich dein theu: res Wort. Herr, über alle Menschenmacht erhaben! sey unser starker Schild und unser Hort. Und käm ein Sturm:( wir sind ja dein) so wollest du uns in der Noth zur Seite seyn. 5. Hilf uns, den Segen groß und theuer achten, wo: für dich unser koblied heute preist, und zu bewahren, zu benüßen trachten, wie es die theure Pflicht des Danks uns heißt. Weh! weh dem, der sein Pfund vergråbt, verschlendert und damit nicht zu gewinnen strebt! 6. Nein, nein du gabst uns Freyheit, Ruhe, Frie: de, Gott! groß von Güte, groß von Macht und Rath! Dich preise unser dankendes Gemüthe, dich unser ganzes Leben durch die That. Ja, ewig bete jeder an vor dir mit Preis für das, was du an uns gethan! - Nach vorhergehender Melodie. 687., Gott der Liebe, welch ein Glück der Friede! und welch ein Elend Feindschaft, Haß und Krieg! Wie wohl that unsern Våtern deine Güte, die, als die Noth ihr Maaß fast überstieg, das Joch von ihren Schultern nahm, mit Fries den ihnen und mit Heil entgegen fam. 2. Laß uns, die du mit Frieden haft gesegnet, voll Friedens gegen unsre Brüder seyn: und wer uns dann nicht friedlich, Herr! begeg net, den müße dennoch unfre Lieb erfreun. O du, der Alter Leben facht, Gott! åndre jedes Herz, das ſei, nem Bruder flucht. 3. Thu denen wohl, die anders, als wir, denken, doch gutgesinnt und edelmů, thig nie uns unsrer Ueber. zeugung wegen frånken, uns wohlzuthun sich freun, be lohne sie mit deiner Gnade, deinem Heil; das Glück der Billigkeit und Liebe sey ihr Theil. 4. Heil denen, die der Wahrheit Licht verbreiten, Anhang. und ihre Brüder zu dem Christenthum, zu ächtem Glauben, wahrer Tugend leiten, auf daß sie etwas seyn zu deinem Ruhm. Dein Reich, ein Reich voll Seligkeit, verbreite sich, Herr Je fu, Hirt der Seelen! weit. 5. Q! wenn uns einst dein Ruf zu dir versammelt; dann wird Ein Hirt und Eine Heerde seyn: welch, welch ein Fried! Die schwache Lippe stammelt hier nur davon, und die sich sein er. freun, die fassen ihn nicht ganz; er ist, ist unaussprechlich groß, wie du, sein Geber, bist. tig. Von der Allmacht Thros ne blickt er, segnend in dem Sohne, auf sein Volk hienieder. Preist ihn, preiset alle unsern Gott mit lautem Schalle! Freuet euch! Jesu Neich wird nicht unterges hen; ewig wird's bestehen. 2. Unsre Kinder schwd. ren, dieses Reiches Bunde, Treu' in dieser ernstenStunde. ,, Daß aus diesem Bun de, auch nicht Eines falle; // bittet, flehet für sie Alle! Und voran, geht die Bahn, die zur Krone leitet, so der Herr bereitet. 3. Unsrer Seele Retter! Hilf den Schwachen allen, standhaft deine Wege wals len. In dem heißen Kampfe, mit den Jugendlüsten, hilf zum Siege deinen Chris sten! Stårke sie, daß durch sie, Herr, dein Reich auf Erden, möge herrlich werden. 6. Führ uns dahin, bring, bring uns ganz zum Frieden, du deines Volks er. kohrner Friedefürst! und schenk uns jest im Glauben schon hienieden den Vorschmack dessen, was du schenken wirst dem, der dir treu ist, einst im Schaun. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. Stark uns, dir treu zu 789.Segen über dieſem seyn, stårk uns, dir fest zu traun. Bunde! Im Frieden fließe jede Stunde von dieser Ehe fanft dahin. Mag auch Mel. Wunderbarer König 2c. 788.Gott ist gegenwär- mancher Tropfen Leiden sich 2nhang. mischen in den Kelch der Freuden: sie danken dir, o Vater! ihn. Laß sie zu dir auffehn, Gott! deine Wege gehn ohne Wanken. Sey du ihr Gott im Glück, in Noth, im Leben, Vater! und im Tod. Mel. Wie wohl ist mir, o 2c. 790.3u dir erhebt sich mein Gemüthe, du Freund der Menschen, Jesu Christ, der du durch deines Herzens Gute der Welt ein Vorbild worden bist! Du lebtestSündern nur zum Besten; sie zu befreyen, sie zu trösten, ent fagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun war dein Bestreben; der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. O Jesu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! War' ich wie du, so ganz der Menschenlieb ergeben, so sanft, so mitleids-, voll, wie du! O pflanz in mich die holden Triebe des Mitleids und der Menschen liebe, fldß deinen edeln Sinn mir ein! So ziert mein Wandel deine Lehre; so krd. net mich die hohe Ehre, dein Freund und Erbe einst zu seyn. mel. Gott des Himmels ze, 791. Herrlich ist's in deis nem Reiche, König der er. Idsten Schaar! Jede Erden lust entweiche: doch beutst du mir Wonne dar; Wonne, die den Geist entzückt, ewig, ewig ihn beglückt. 2. Was sind Rang und eitle Schäße, was sind Kronen dieser Welt, Herrscher, dem der die Gefeße deines Reiches ehrt und hält? Edel handeln ist sein Ruhm, deis ne Huld sein Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deis nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe. wallt dein Herz, und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! Anhang. 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten: Friede schwebt um deinen Thron. In Pallåsten und in Hütten, überall ist groß dein Lohn. Jeder, jeder der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen fanken in den Staub: fest hat stets dein Thron gestanden; ni wird er der Zeiten Naub. Wahrheit kann nicht untergehn; ewig wird dein Reich bestehn. 7. In den fernsten Him. melsstrichen glänzt, o herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, sehen seine Strahlen nicht. Doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frey. 8. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst noch den dich preisen, der vor stummen Gößen kniet! Zeig uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit. Mel. Christus, der ist mein 2c. 792. Ach bleib mit deiner Gnade bey uns, Herr Jesu Christ! damit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzeuch uns deine Lehre, das Wort der Wahrs heit nicht. Durch ihre Kraft gewähre uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir von Irrs thum frey, bey deiner Nede bleiben, dir folgsam, dir ges treu. 4. Komm uns mit Kraft entgegen, hilf unsrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum mune tern Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüfte dämpfen, hilf uns, denReiz der Welt, und ihren Trog bekämpfen, du sieggewohnter Held! 6. Ja bleib mit deiner Treue bey uns, Herr, unfer Gott! Beständigkeit verleis he, hilf uns aus aller Noth, Mel. Was Gott thut 26. 793. Was Gott erschuf, was er erhält im Himmel Anhang. und auf Erden Preis ihm! das kann in seiner Welt, und soll vollkommner werden. Zum Bessern hin wirkt Gottes Sinn. Drum laffet mit Entzücken uns in die Zukunft blicken. 2. Einst strahlt der Wahrheit reines Licht der ganzen dann Menschheit heller; täuscht sie Wahn und Irr, thum nicht, dann siegt das Gute schneller. Nach seinem Rath wird jeder Saat der Wahrheit Gott Gedeihen und reiche Frucht verleihen. 3. Wir denken dieser fro. hen Zeit und sehn im Geist aufErden die Menschen rein. rer Seligkeit durch Tugend würdig werden. Der Mensch heit Glück sieht unser Blick in Zukunft schöner blühen und Noth und Elend fliehen. 4. O dieser sel'gen Hoff nung voll, laßt hier uns Saaten strenen für Bahr: heit und für Menschenwohl, und ihrerFrucht uns freuen! In einer Welt, die Gott erhålt, da müßen Tugendfaa: ten zu seinem Ruhm gerathen. 5. Deckt uns des Grabes Hügel schon: noch leben un fre Brüder; der Tugend und Religion erschallen ihre Lie der. Auch unser Geist im Himmel preist, mit unsern Erdenbrüdern, dich, Gott, in höhern Liedern. Mel. Mein Jesus lebt 2c. 794 Religion, von Gott gegeben! Sey ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein göttlich Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins Vaterland. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Sch darf getroft ihn Vater nen nen, gewiß seyn, daß er mich auch hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut. Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schår: fet meines Geistes Blick zur hellen Einsicht meiner Pflich ten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärkest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du giebst dem Geiste Anhang. fündenvoll, und Er ganz rein: doch ist er mein, und ich bin sein. füßen Frieden, erheiterst mild reich an allen Gaben; ich den trübenSinn; reichst dem Belasteten und Müden den fichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 5. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, verkündest mir Unsterblichkeit. DerHimmel steht durch dich mir offen und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht; du, du bist meine Zuversicht. 2. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrs lichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebetet und gewacht; was er geleistet und gelitten; was er gewonnen und erstritten; ja selbst sein Leib und Blut ist mein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 6. Jadu, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis an's Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg in's Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sey Dank für dich, Religion! Mel. Mein Heiland nimmt zc. 3. Er, Er versüßt mir jes den Schmerz, in ihm hab ich schon hier den Himmel. Er, Er erfüllet ganz mein Herz, schafft Ruhe mitten im Getümmel, und dieses Weltgebäude wår ohn' ihn mir dd' und freudenleer. Nun bin ich, wenn mich alle fliehen, und Brüder selbst sich mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 795.Gott ist mein Freund: wie froh bin ich Er hat mich selbst ihm aus. erwählet, sich mir bekannt gemacht, und mich voll Huld den Seinen zugezäh. let. Zwar Gott ist Alles, ich bin Nichts; ich Schat: ten, Er der Quell des Lichts; 4. Nun zürn und stürme ich Erd und Staub, Er jeder Feind! Er foll mir hocherhaben; ich arm, Er doch nicht Angst erwecken. St n B à ít ga Und ist der Richter selbst meinem Glück gewandt. Was hier mir schmerzlich war, beut dann mir Wonne dar; was mich zu Chrånen zwang, wird dann mein Lobgesang. mein Freund, wie kann das Weltgericht mich schrecken? Auch wenn mein sterbend Auge bricht, hoff ich auf ihn, und zage nicht. Mag dieser Leib doch einst vergehen, und meinen Staub die Luft verwehen: wie sollt ich Grab und Moder scheun? Mein Freund ist mein, und ich bin fein. Mel. Auf, auf, mein Herz ic. 796. Das Glück des Erdenlebens ist nicht mein bestes Theil. Ich sehne nicht vergebens mich nach vollkommnem Heil. Folg ich nur dir, mein Gott! so führst du durch den Tod mich einst zum Leben hin, wo ich ganz selig bin. 4. Auf ewig wohnt dein Friede dann, Gott! in meis ner Brust; des Rechtthuns nimmer müde thu ich mit steter Lust, was mir zur Se ligkeit dein Will auch dort gebeut, wo jeder frohe Geist dich durch Gehorsam preist. 5. Da seh ich selbst mein Hoffen aufs Glück der Ewig, keit unendlich übertroffen, und fühl es hocherfreut, wie der sein Glück recht baut, der deinem Wort hier traut, ihm folgt, und dann sich fest auf deine Treu verläßt. 6. O du, der meiner See le dieß Glück bereitet hat! gieb, daß ichs nicht verfeh, le, und leite mich den Pfad der lautern Frömmigkeit: so ist Zufriedenheit hienie. den schon mein Theil, und dort vollkommnes Heil. Mel. Mein Heiland nimmt ze. 797.Gottlob! ich kenn 2. Da dffnet meinen Blikfen sich deines Himmels Pracht: ich sehe mit Entzuk: ken die Erdße deiner Macht, zu segnen, zu erfreun, die hier sich ganz dir weihn, und jauchze, daß auch ich von dir, mein Gott! nicht wich. 3. Ich sehe dann mit Freu: den, wie deine Vaterhand mir dieses Lebens Leiden zu ein Vaterland, dem jeder Anhang. Tag mich näher leitet. Hier ist nur mein Erziehungs: stand, der mich zum Himmel vorbereitet. Bald, Gott! erhebst du mich zu dir. Den hohen Rathschluß hast du mir so hell in deinem Wort erklåret, so fest durch Jesu Tod bewähret, der, da er aus dem Grab er: wacht, Unsterblichkeit ans Licht gebracht. 2. Der reichsten Güter Ueberfluß empfang ich dann aus deinen Händen. Dort wird die Hoffnung inGenuß, der Glaube sich in Schauen enden. Die Führung, die zu wunderbar, zu dunkel mir hienieden war, seh ich im trosterfüllten Lichte, genieße meiner Leiden Früch: te, und preise deinen weisen Rath, der mich so gut geleitet hat. 3. Den Freund, den ei nen Augenblick Tod oder Schicksal von mir scheiden, find ich, gekrönt mit höherm Glück, in Vollgenuß der Himmelsfreuden. Hier, wo mich nichts mehr ihm entreißt, werd ich, mit ihm Ein Herz und Geist, verdop: pelt süß mein Glück empfins den, mit ihm zur Tugend mich entzünden, und rühmen, daß mich deine Hand zum ewgen Wohl mit ihne verband. 4. Dort folgt ein jedes Werk mir nach; ich erndte, wie ich Saamen streute. Das Brod, das ich den Armen brach, die Zeit, die ich Verlaßnen weihte, Fleiß im Beruf, und treuen Rath, und die geringste fromme That wirst du, Gerechter! nicht vergessen. Die Frucht der Werke soll ich effen, die ich als Christ in Gott gethan, für jedes ewgen Lohn empfahn. 5. Laß mir, Gott! diese Seligkeit, laß mir durch sie den Lauf auf Erden, als meine Vorbereitungszeit, alsUlebungsstand recht wichtig wenden. Sie, meines Glaubens hoher Preis, er, wecke mich zum Tugendfleiß; sie sey der Balsam meiner Leiden; die beste Wurze meiner Freuden; bey dunkeln Führungen mein Licht; im Tode meine Zus versicht! Anhang. Mel. Mein Jesus lebt zc. 798.Wenn ich mit frommem Ernst die Wege, die, Gott! mich deine Hand geführt, die weise Gute überlege, mit der mein Schickfal du regiert: dann falt ich meine Hände dir, des Dankes Thran entfließet mir. 2. Von deinem hocherhabnen Throne sahst du mit Blicken voller Huld auf mich, der ich im Staube wohne, trugst mich mit Langmuth und Geduld, mit Wohlthat fåttigtest du mich; and was ich bin, ward ich durch dich. 3. Vom Stammeln meiner Kindertage bis zu dem dankenden Gebet, mit dem dich nun für Freud und Klage, Allgütiger! mein Herz erhöht, verließ mich deine Treue nicht; in Finsterniß warst du mein Licht. 4. Dich will ich preifen, dich erhöhen, so lange mich dein Arm erhålt; will voll Vertrauens auf dich sehen, auf dich, der, wenn die Welt zerfällt, und wenn der Himmel selbst vergeht, doch ewig bleibt und ewig steht. 5. Zwar meinen Blicken ist verborgen, was noch der Zukunft Nacht verhüllt. Doch, sollt ich darum ångst. lich sorgen? Hast du nicht stets dein Wort erfüllt, das dem, der treu ist seiner Pflicht, auch Hülf und Schuß von dir verspricht? 6. Du wirst mir Kraft und Weisheit geben, zu thun, was mein Beruf gebeut, den schwachen Muth in mir beteben bey Hinderniß und Schwierigkeit. In jeder Prüfung, jeder Noth halt ich mich fest an dich, mein Gott! 7. Du wirst für mich, was gut ist, wählen, nicht nur für diesen Augenblick derkebenszeit, nein, für der See, len erhabners, unvergångs lichs Glück. Auch, wo mein Fuß auf Dornen tritt, geht, Vater! deine Liebe mit. 8. Mein höchstes Gut sey weise Freude, wenn mir des Glückes Sonne scheint; sey Christenmuth da, wo ich leis de und ungefehn mein Augeweint; sey Glaub an Gott und Gottes Sohn, sey Tugend und Religion. Register. NB. Die Lieder sind nach den Numern, nicht nach der Seitenzahl, bezeichnet. 20 Ach, abermal bin ich 207 Ach, daß sie bald der Ach, Gott, vom 450 389 Ach, Gott, wie unbemerkt 714 769 Ach hier nicht mehr, Ach, sich ihn dulden, Ach, so soll denn Alles Ach, wiederum ein Jahr Ach, wie ist der Ach, wird denn dein Allein Gott in der 76 516 478 208 Bald müssen wir oft 170 Barmherziger, wie Befiehl du deine Wege Befördre, Herr, mein 642 Alle Menschen müssen Aller meiner Brüder Alles hast du mir Alles ist an deinem Alles rühmt des 514 517 317 Alles, was ich bin und 640 Allgewaltiger! Allgegenw. 318 Allgütiger, mein Beginnt ein Lied voll Beglücke meine Reise Begrabt den Leib in Beglückt, beglückt ist, Bekenner Jesu, werdet Bereite dich, o Christ, 650 Berufen hast du mich, 701 Besiß ich nur ein 311 Alliebender, du schufft Allmächtiger, ich hebe Allmächtig grosser Allwissender, ich will Uls in der Krankheit Also hat Gott die Welt Amen! Lob und Preiß Am Kreuz erblaßt, Anbetung, Preiß und Un deine Leiden denken An deinem Thron, An dir allein, an dir An dir, an dir, Gott, Auch diesen Tag hab Auch noch im späten Auf Christen, laßt Auf Christi Himmelfahrt 770 83 340 399 758 55 Bestimme meinem Betet an, ihr Menschen Betet an, laßt uns Bewahre meinen Bewahre mich, Herr, 363 Bis hieher halfft du Beym theuren Namen 84 Blick herab aus deinen 122 110 Auf Erden Wahrheit 373 Auferstanden, auferstanden 123 Auferstehn, ja 465 Auf euch wird Gottes Auf Gott, und nicht Auf Jesu Jünger, Aufrichtig, redlich, Auf, und dankt dem Ausgerungen hast, du B. 12 Bring, Seele, Preiß 400 Fringt Ehre Gott, 175 Bringt Preiß und 726 672 364 143 527 C. Chrift, aus deinem Christ, eile mie mit 242 518 144 645 266 III 766 761 519 641 365 750 435 246 96 IOI 684 436 581 319 320 496 418 687 37 227 124 273 125 610 224 528 Christ, gedenk an Christ lag in Christus, der ist mein D. Register. 451 617 Dich, Höchster, preißen 120 Dich, Jesum, laß ich Dich lieb ich, Gott, Dich preißen, Herr, Dich seh ich wieder Dich will ich lieben Da hat sie sich Dank dir, Erhalter Das Amt der Lehrer Daß ich das Böse nie Daß ich in deiner Daß stets noch Christen Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, Dein ist das Licht, Dein Wort, o Höchster Dem finstern Erdkreis Dem Herrn will ich 520 Dem Menschen, Schöpfer 348 611 Den Herrn, der an Der du auf Erden Der du dein Wort Der du die Liebe Der du, Gott, an uns Der du, o Gott, mein Der du selbst die Der du so gern uns Der du, voll Schmach Der du vom Himmel Der Herr ist Gott! fingt Der Herr ist Gort, und Der Herr ist in den Der hohe Himmel Der letzte meiner Der Morgen kommt, Der Tag ist wieder Der Chron der Der unsre Menschheit Der wahren Christen Der Welten Herrscher, Der Wollust Reiß zu Des Leibes warten und Des Todes Graun, des Dich bet ich an, Dich, Gott, dich preißen 702 751 695 632 195 664 Die Feinde deines Die Himmel preißen 437 Die Himmel rühmen 545 696 Die Hoffnung naher 391 Die ihr beglückt mit 81 Die ihr seine Laufbahn 374 392 Die auf der Erde Die Bahn ist rauh, Die Ehe foll uns 493 185 662 102 262 623 Die Woche gehet 156 Dieß ist das freudenvolle 21 280 Die Kinder, dereit Die Luft zum Bösen Die Sonne schmücket Die Sonne sinket Die Stunden weiser Dieß ist der Tag, den Dieß ist der Tag, zum Dieß sind die heiligen Dir bleibe, Herr, Dir dank ich heute für Dir, dir, Jehova, will Dir, höchster Herr und 293 Dir immer ähnlicher 735 Dir unserm Gott sey 452 Dir, Bater, dankt mein 712 Dir, Vater, Dank und 715 Du bester Trost der Du bist ein Mensch, Du bist, o Gott, Du bists, dem Ruhm 189 471 612 190 Du, dem wir unsre Du denkest in der 596 587 479 126 272 Du, deß sich alle Du, der kein Böses Du, der Menschen Heil Du, dessen Herz voll 22 552 504 13 703 553 453 535 674 384 186 299 480 676 228 677 358 330 716 699 729 127 56 14 390 261 742 546 256 508 7 157 656 276 521 305 23 158 103 359 85 86 38 Du Register. 598 67 522 Du gabst, o Gott, der Du Gott, du bist der Du, Gott, hast mich so 512 Du gründest, Allgewaltiger 689 Du hast es mir gegeben 754 Du hast, gekrönt mit 145 Du hast, o gnadenreicher 277 Du, Herr, bist meine Du klagst, o Christ, in Du klagst, und fühlest Du liebst, o Gott, Du sagst: ich bin ein Du, Schöpfer, haft Du, Vater deiner Du vertheilst der Du, welchen keine Du willst es, Herr, Eifrig sey und vest Eilend rückt mein Tod Eilt kurze Tage meines Ein veste Burg ist Ein Herz, o Gott, in Einfam bin ich; tiefe Ein Sterbender ringt, Einst reift die Saat: Ein Tag des Kummers Eltern, weinet auf das Entehre nicht, o Chrift Entfernet euch, unsel'ge Entschwinge dich, mein Erbarm dich, Herr, Erforsche mich, erfahr Erfreuender Gedanke: Erhabner Gott, wir Erhalt uns, Herr, ben Erhalt uns, Herr, die Erhebe dich, mein Erhebt den Herrn, ihr Erheb uns zu dir, du, Erhöre, Vater, unser Erinnre dich, mein Er ist erstanden aus 613 605 643 419 752 505 682 760 565 597 472 582 383 536 606 438 537 401 529 88 57 420 Erlebt! O Freudenwort! 130 Erlöser, fieh, ich falle Ermuntre dich, mein Ermuntre, Seele, dich Erscheine meinem Geist Ertönet, Freudenlieder Erwache, Sohn, der Erzeig an mir, Erbarmer Es bauet, Gott, auf 375 741 87 321 Es eilt der letzte von Es ist dein Wille, Es ist ein Gott! Es ist noch eine Ruh Es ist vollbracht, das Opfer für Es ist vollbracht! ruft Es kam die gnadenvolle Es kommt ein neues Es lebt ein Gott, der 717 762 Es woll uns Gott 466 Es züchtigt deine Hand, 727 Ewig, ewig bin ich 252 Ewig sey bir kob F. Es schuf die ew'ge Es soll, Herr, unser Es sirdmen unsre Es war noch keine Es werde Gott von Fern sey mein Leben Fern vom Ziel, Fenerlich vereinigt Fevern laßt uns diese Freude sey des 176 Freue dich, o meine 184 Freyheit gabst du 257 Fröhlich laßt uns Gott 322 Frohlockt dem Herrn! Froh versammelt find Führer zur Vollkommen. 47 199 128 heit, Für deinen Himmel 129 Für unsern Nächsten 34 4568 209 734 583 755 281 481 112 113 58 79 282 351 279 439 323 341 8 267 196 59 644 421 229 131 80 454 352 60 132 1376 767 663 Register. 160 54 Gott sey mit dir! Gedanke, der uns 1366 Gott sey Preiß und Geist des Herrn, der 159 Gott sorgt für alle, Geist vom Vater und 160 Gott, unfer froher Gelobet fenst du, Jesu Gott, von groffer Gelobt, gelobt sey Geweiht zum Christenth. Gib, Gott, dem Lehrer Gib, Gott, wann ich dir Gib mir, o Gott, ein Gott, aus deinen Gott, vor desfen 24 Gott, aus dessen Gnadenf. 402 Grab meines Herrn, Gott, deine Gnade Groß ist, ihr Eltern, 410 Groß wird des Sünders 39 Gut und heilig ist dein 509 685 177 Gott, deine Güte reicht Gott, deinen heiligen Gott, deinen weisen Gott, deine weise Macht 331 Gott, der du Herzenskenner 499 Gott, der du unfre Gott der Ordnung, Gott der Tage, Gott Gott, der zum Segen Gott des Himmels Gott, dir gefällt kein Gott, du hast mir viel Gott, endlich wachet Gottes Gnade sey mit Gott, gränzenlos, Gott hab ich alles Gott hat in trüben Gett, hilf mir, daß ich Gott, ich will mich Gott ist getreu! Sein Gott ist mein Hort, Gott ist mein Lied! Gott ists, der das Gott lebet noch! ich Gott, mein Troft und Gott, mit allen seinen Gott, öffne deinen Gott ruft der Sonn' Gott sey Dank in aller Gott sey gelobet und 530 d763 9 00333 271 738 306 360 315 133 192 Gott, welch ein Kampf Gott, welche Langmuth 264 502 624 Gott, wie du bist, so Gott will, wir sollen Gott winkt: so stürzen 290 589 733 114 678 473 510 691 Halte dich nicht länger, Halt im Gedächtniß Hebt das Herz! hebt Heil'ger Bund der 718 Heilig, heilig ist das 692 Heilig, heilig sen der 704 Heilig sey des Menschen 178 Heilig sey uns dieser 680 Helft Gottes Huld 210 Herr, allerhöchster 200 Herr, deine Allmacht 300 Herr, deines Lebens 455 Herr, dein Gebot 749 Herr, der du mir das 403 Herr, der du sterbend 404 Herr, dessen Vaterhuld 590 308 Herr, du erforscheft 393 Herr, du wollst uns 332 Herr, es ist von 592 Herr Gott, dich loben 523 Herr ich bin dein 524 Herr Jesu Christ, du 68 Herr, laß nach eitler Herr, lehre mich gewissen haft 311 719 660 774 69 48 Herr, lehr mich thun 219 Herr, mache meine 25 221 259 675 651 500 635 211 70 739 301 222 294 225 720 20 474 212 599 600 40 5.38 Register. 394 Ich komme vor dein 659 Ich lobe, Herr, und Ich preiße dich, o Herr Ich schame mich des Herr, mein Licht, Herr, mein Versöhner, Herr, ohne Glauben Herr, segne mein Herr, stärke mich, dein Herr, unfer Gott, auf Herr, unser Gott, wir bitten 698 Herr, unser Hort, dein 385 Herr, vor deinem 89 260 Herr, wir singen deiner Herrscher, dir, der Heut öffnet sich die Hier bin ich, Herr, Hier bin ich, Jesu, zu Hilf, Gott, daß ich den Hilf mir, mein Gott, Hin an dein Kreuz zu Hoch über mir dein Höchster, denk ich an Höchster Herrscher, du Höchster Erdster, komm J. 411 648 412 Ich finge dir mit Herz 27 Ich soll zum Leben Ich steh voll Dank Ich fierbe nicht; es 2/ Ich trete vor dein 694 367 Ich weiß, an wem mein Ich weiß, daß Gott ist; Ich weiß, mein Gott, Ich will danken und 71 72 230 637 422 405 ch will den Bund mit Ich will dich noch im Ich will, mein Gott 104 Jehova, Jehova, 342 Jefu, Freund der Jesu, meine Freude Jesum, ewig zu Jesus Christus, unser Heiland, der den Jesus Christus, unser Heiland, der von Jefus, Jesus ist 213 Jesus ist gekommen! 456 Jefus lebt, mit ihm 665 Jesus, meine 115 Jesus nimmt die Jesus wird einst 683 161 Ja, Gott, hor uns Ja, Tag des Herrn, Ja, zur Stille will ich Ich armer Mensch, ich Ich bebe nicht vor Ich bin des vesten, Ich bin erlößt! es Ich bin getauft nach Ich bin, und Dank Ich bin zur Ewigkeit Ich blicke prüfend hin Ich erhebe mein Ich fleh, Allliebender, 668 Ich freue meines Lebens 324 214 Ich freue mich, mein Ich glaube, Vater, Ich hab' in Gottes Ich hab' in guten Ich hab', o Gott, mir Ich fam aus meiner Ich komme, Herr, und 201 16 575 197 347 Jetzt leb' ich, ob ich 355 Immer will ich frey In allen meinen 406 506 In 171 Ist dieß unser Ziel 525 K. 539 Keine Liebe gleich der 531 41 303 223 423 746 231 Komm, Geist des Kein Lehrer ist dir, Klag nicht, mein 424 232 356 744 413 283 42 334 233 457 26 10 V 234 554 555 121 In deiner Liebe, Gott, In deiner Stärke freue In Gottes Rath 458 n Morgenroth gekleidet, 705 247 220 134 61 135 136 215 482 618 625 526 574 681 377 614 263 Register. 153 532 Komm, Gott, Schöpfer, Komm, heiliger Geist, Komm nur, geliebter Komm, o Geist, von Kommst du, Jefu, Kommt, kommt, den Kommt, laßt uns Gott lobsingen, Kommt, last uns Gott und 736 179 Kommt mit Dank vor 368 Kommt, und laßt uns beten! Kommt, und laßt uns Jesu Lehren, m. M. i 154 mache dich, mein 459 Mein bester Trost in 162 Mein eignes Leben 49 Meine Lebenszeit Meinen Jefum láß Mein Erldser, Gottes Mein erst Gefühl sey Mein ganzer Geist, 325 Mein Glaub' ist meines Mein Gott, du wohnst Mein Gott, nun ift es Mein Gott, zu dem ich Mein Heiland lebt, und Mein Heiland, fich, im Mein Hort ist Gott, 90 Mein Jesus ist ein 633 Mein Leben steht in 343 Mein Loos in dieser 601 Mein Vater, o wie 626 Menschen, euer Leben Menschenfreund, nach Menschen weise zu Mich selbst muß ich mir nach, spricht Mit diesem Tag geht Mit dir geh' ich an Laßt uns, dem Vater Laßt uns den Bund Laßt uns mit ehrfurchtsv. Lehr', o Gott, mich Lernt den theuren Liebster Jesu, wir sind Liegt Gottes Beyfall Lobe den Herren, den Lob sey Gott, der den Lobsinge, meine Seele, Lobfinget Gott, Dank, Lobsinget Gott, und Lobfingt dem Mächtigen, Lobfingt! denn Gottes Lobfingt! Gott hat sein Lobt den Höchsten! Yobt Gott, the Christen, 547 425 {. Laß deinen Geist mich Laß meines Nächsten Laß mich des Menschen Laß mich doch nicht, o Laß mich, o Gott, die Laß mir die Feyer Last dankbar uns die Laßt das Vollendingsfest 146 91 697 Laßt dem Schöpfer 350 Laßt mich weinen! 764 316 235 62 Mit Freuden laßt uns Mit fröhlichem N. 312 29 Nach einer Prüfung 187 578 548 636 619 556 50 138 92 706 483 441 494 707 216 139 369 527 407 460 607 198 584 627 679 572 378 571 737 97 Mit heil'gem Schauer 82 Mit reinem Glanz 3 Mitten unter deinen 440 Mitten unter Wunderkreiſe 354 28 Mittler, schau auf sie 730 Mit welchem Dank, 137 Mit welcher Zunge, 172 202 77 593 73 313 326 759 105 484 Nach einer schmerzenvollen 713 Nach Gottes weisheitsv. 686 Nach meiner Seele 63 Nach tief gefühltem 569 116 Naht mit Andacht im Nein, murren will ich Nicht, daß ichs schon Nicht mehr, als meine Nicht mürrisch, finster, Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Nie bist du, Höchster, Nie kann ich meines Nie will ich wieder Nimm hin den Dank Nirgends ist Genuß Noch läßt der Herr Noch immer wechseln Noch nie hast du dein Noch schauen wir im Noch wallen wir im Nun bitten wir den Nun bringen wir den Nun danket Alle, bringet Nun danket alle Gott Nun ist die Leidensstunde Nun ist es alles wohl Nur Einer, nur der D. Obschon des Geistes D daß ich rein're Lippen Register. 236 Jesu, wahrer Frömmig. feit 753 579 Oft klagt dein Herz, Oft noch will mein D Geist, den Jesu D Geist des Lichts, D Golgatha, zu deiner D Gott, den Erd' und D Gott, du bist die D Gott, du frommer D Gott, ein furchtbar Oheil'ger Geist, kehr D Herr, mein Gott, O Jesu, Licht und 756 654 163 43 295 335 661 239 485 708 336 309 Lamm Gottes, unschuldig, liebster Jefu, was Ostimm auch du mit Tag, der uns des Vater, send uns Vater, sieh auf uns was wären meine welch ein Glück, bey welch ein Segen ist 671 welch ein unschäßbares 576 361 107 Welt, sich hier dein wie felig send ihr 486 771 155 wie unaussprechlich 487 248 17 O zeuch mich, Heiliger, P. 30 31 Preiß dem Todesüber. 346 32 615 117 Preiß dir, du hast aus 288 Preiß, Ehr' und Dank, D Lamm Gottes, im Staube 414 164 O daß von meinen 585 O du, den keine Sprache 245 Quelle der Vollkommen. O du, der bis zum 237 heiten, 426 395 106 344 515 Preiß ihm, er schuf, Preißt, Christen, mit Preißt den Allgütigen, 533 140 winder! Preiß dir, dem heiligen! 307 240 557 173 183 51 R. Neichthum ist des Reif ist nunmehr der Reiß dich los, mein Reuvoll nah' ich mich Richte nicht mit bittrer Ruhen sie in Gottes. Nuhe sanft hier, wo 379 93 44 270 165 337 Sde beine Thränenfaat, 386 Sab' ich der Dinge 94 99 64 166 180 670 673 507 602 732 488 217 638 772 254 540 628 Register. 249 534 Sanft und ruhig sey Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schau hin in die Scheint dir freubenleer Schicke dich, erlößte Schnell eilen Jahr' auf Schöpfer der erschaffnen Heere, Schon hier lebt felig Schon ist der Tag voit Schuf mich Gott für Schweiget, bange Schwer drückt der Schwer ist der Kampf! Schwingt, heilige Gedanken, Schwing zu deinem Segne fie, die dir, Seh' ich erstaunt der Sehn wir nur Trubsal Seht, aus des Himmels Seht, weich ein Selig find des Himmels Gelig find die, welche Selig, wer mit fillem Seyd barmherzig, Sen Gott getreu, halt Sey heilig mir, Verschwiegenheit, Sey Lob und Ehr' dem Sey uns gesegnet, Tag Sie eilt, sie kommt, Siegreich) stand mein Sieh diese jungen Sich, Seele, hinter Sieh uns betend, Gott, Sieh uns versammelt, Sie starb, ach starb Gingt unserm Gott So fliehen unsre Tage So hab' ich, Gott, Sohn Gottes und des So hoff ich denn mit So Jemand spricht: ich So lang ihr auf der Soll dein verderbtes Herz Sollten Menschen, Sollt' ich den beneiden Sollt' ich jetzt noch, da Sollt' ich meinem Gott 743 Sorg' und Klage füllt 442 So finke denn ins 475 Stiller Friede sinket 357 Still, niedrig, ohne 415 Still, e Seele, Gott 757 ३. 573 570 747 608 226 74 18/ ueber aller Himmel Um als ein Chrift zu Um Erbarmen flehen Um Gnade für die Umsonst ists, daß ich Umsonst, umsonst ver. hüllst du Unendlicher, den feine Unendlicher, wer zählt Unerforschlich sey mir Unser Wandel ist imt Uns schuf Ein Gott; 100 443 461 528 666 513 417 629 647 33 205 396 Tausend Jahre sind 75 250 Theuer, wie mein eignes 631 284 Tiefe Trauer eint uns 416 Triumph! ihr Himmel 203 Trockne deines Jammers 338 Tugend ist der Seele 268 U. 630 652 559 35 740 768 723 380 775 147 251 427 148 428 271 108 218 296 291 328 609 52 489 657 141 204 748 193 Unwiederbringlich schnell 728 Urquell aller Seligkeiten, 45 V. 700 Vater, dir sen Preiß 765 Vater, heilig möcht' ich 34 Vater, mach uns fromm Vater, meine Seele 722 Vater imfer im Himmel reich, 721 558 TIV 429 78 444 544 Vereinigt laßt uns Vergeßt die Leiden Verleih uns Frieden Vollendet freudig Vollendet ist dein Voller Ehrfurcht, Vom heiligen Gefühl Vom Himmel fommt Von dem Grab stand Von dir, der meine Von dir, du Gott der Von dir, Gott, find Von dir in diese Welt Von Gottes Throne Von Gott will ich Vorsild wahrer Menschenliebe, Vor dir, o Gott, fich B. Register. 535 649 eh dem, der im kalten 688 142 Web dem, der läugnet, 285 269 Weiche, Lodesschrecken, Beicht, ihr Berge, 463 149 310 150 Weit um mich her ist 238 Welche Stimme spricht Welch Glück, o Jesu, Welch hohes Beyſpiel Wenn auch Widerwärtigkeiten. 188 Bach auf, mein Herz, Wachet auf! ruft einst Wachet auf vom Wann einst in meinem Wann einst mein sterbend Auge Wann ich einst von Wann ich vor meinen Wann oft zu jener Wann sich, o Gott, Wann uns, o Gott, Warum erbebst du, Warum sollt' ich mich Was Gott thut, das Was hilft es mir ein Was ich nur Gutes Was ist mein Leben Was ist mein Stand, Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will, Was Menschen frånfet, Was sorgst du ångstlich Weg von allem, was 65 467 634 243 Wenn Christus seine Wenn der Schöpfer Wenn du durch Wider244 566 167 wärtigkeit 529 381 497 462 710 549 567 588 Wenn hier in dieser Wenn ich auf Gottes 532 533 655 620 Wegen wanke Wenn ich mich ganz Wenn ich mit Freuden 709 Wenn ich, o Gott, von 580 327 469 109 468 Wenn ich, o Schöpfer, 476 Wenn Menschen streben, 669 Wenn mich die Sünden Menn oft in feyerlicher Wenn uns dein Auge Wen wird, o Gott, die 490 Wer bin ich, Gott, vor 491 Wer bin ich? welche 495 Wer gehorcht, der thu's 603 Wer gleicht dir, Gott? 470 er, Gott, ben deinem 530 Wer Gottes Wege 531 Wer Gottes Wort nicht 430 Wer hat den Glauben, 503 Wer herrscht, wer 541 Wer ist dir gleich, du Wer ist gut wie du, Wer kann, o Gott, wie Wer leben will, und Wer Menschen, seine 731 353 560 382 Wer mit Luft und Wer nur den lieben Gott 46 Wer, o mein Gott, aus 616 387 253 542 397 477 98 639 278 431 362 564 258 292 501 445 432 433 690 289 561 304 658 653 255 534 446 Register. 536 Wir nahen uns, o Wer stets mit reinem Wer unter deinem Wer weiß, wie nahe, Wer zählt der Engel Wie eingeschränkt ist Wie fürcht' ich mich, Wie getroft und heiter, Wie Gott belohnt, Wie, groffer Dulder, Wie groß ist des Allmacht'gen Wie groß ist meine Wie groß, wie angebetet ist 370 Wie heilig ist mir Wie herrlich, Jesut, Wie herrlich firalt Wie mannigfaltig find Wie mild und gütig Wie fanft sehn wir den Wie schlägt voll Dank Wie ficher lebt der Wie sollen wir dir, Wie soll ich dich ems 329 Wir sind, wenn es die 339 Wir fingen hier der 408 Wo eilt ihr hin, ihr 447 Wo find' ich Gott, den 151 Wohl dem, der besfre 95 Wohl dem, der Christo Wohl dem, der richtig Wohl dem, der seines Wohl euch, ihr Glaubi, gen, wohl Wohlthåtig find der 314 563 206 591 152 Wohl uns, wenn wir, 371 Wohl uns! wohl uns, Wohlzuthun, und 181 Wo ist ein solcher Gott, 448 Wort von Gott 349 Wo sind die Weifen, 622 Wo tont der Psalm, 66 434 Wir glauben all' an Einen 724 Gott, Schöpfer 621 53 550 pfangen, Wie süß, o Vater, ist Wie wichtig ist doch der Wie wird mir dann, o Wie wohl ist mir, o Willkommen, Abendstille, 725 Willkommen, in der Willst du der Weisheit 498 Willst du die Buße 562 194 409 Wir alle, Menschenvas ter, bringen Wir danken dir, Herr Wir danken freudig Wir denken, Gott, der Wir glauben all' an Einen Gott, herrn 345 464 182 118 3. Beige dich uns ohne Zu deinem Preiß und Zu dir erhebt mein Zu dir, o Gott, das Zu dir, Unendlicher, 3u Gott, o Seele, Zum Fleiße ward bas Leben Zum Himmel schauen Zum Trost in meinen Kümmernissen, 36 773 Zur Arbeit, nicht zum 174 169 241 693 19 586 286 604 388 646 745 449 543 168 265 667 372 398 297 302 6 711 287 551 275 298 594 492 57? 595 Zur Grabesruh' entschlies fest du, 119 Auserlesene Beicht Kommunionund Konfirmations Gebete. Augsburg, bey Christian Bloßfeld junior, Buchbinder und Verleger, pub spre biste pre Tormations@ Jesz 2240- You natten STROCAIGLANG st Hausliche 0522 905 Vorbereitung zur Beichte. Morgengebeth am Beichttage. Dir, Allliebender, ähnlich zu werden, ist die hohe Bestimmung, die ich erreichen soll. Aber wie konnte ich es dir, Allwissender, verbergen! nur zu oft vergesse ich meinen Beruf, und bleibe von dem Ziele fern, das du mir gesteckt haft. Die Sorgen und Zerstreuungen der Erde betauben nur zu häufig meinen Geist und mein Herz, und machen, daß ich das Eine, was noth ist, nur zu leicht aus dem Auge verliere, den irdischen Geschäften und Vergnügungen das Heil meiner Seele nachseße, und zu sehr in sinnliches Treiben und sinnliche Luft versinke. Das böse Beyspiet der Welt, der Umgang mit andern, das scheinbare Glück so vieler Thoren und Sünder, meine äußere Lage und so manche andere Verhältnisse und Umstände meines Lebens wie nachtheilig wirkt dieß alles oft auf meinen fittlichen Charak I* Morgengebeth am Beichttage. ter; wie verderblich ist bisweilen der Einfluß daz von auf meine Gesinnung und mein Herz! Und wie viele und starke Feinde hat meine Tugend tief in meinem Innersten zu bekämpfen! Wie viele niedere Begierden, wie viele untergeordnete Triebe und Wünsche, wie viele heftige, ungezügelte Leidenschaften durchkreuzen und durchtoben in manchen Augenblicke meine Brust! wie oft bin ich zu schwach, fie zu bezähmen, zu måßigen und den Kampf mit ihnen glücklich zu bestehen! Ach, fie bringen nur zu häufig meine Seele aus ihrem Gleichgewichte, mein Herz aus dem nöthigen Gleichmuthe und das Sittengeseß zum Schweigen, das du, o Gott, tief in mein Innerstes geschrieben haft! Ich strauchle und falle nur zu leicht auf der Tugend Bahn, oder gebe auf derselben rückwärts, statt mit freudigem Muthe vorwärts zu schreiten. Sündige ich auch nicht mit Absicht und Vorsak, so irre ich doch oft aus Unwissenheit oder Uebereilung, oder Schwäche und Ohnmacht. Meide ich auch sorgfältig große Lafter und Verbrechen: so mache ich mich doch dabey mancher geringscheinenden und weniger in die Augen fallenden Fehltritte und Abweichungen von der firengen Pflicht schuldig. Strebe ich auch nach) immer größerer fittlichen Selbstvervollkommnung, so ge= schieht dieß doch nicht immer mit aller Anstrengung 4 Morgengebeth am Beichttage. 5 meiner Kräfte, nicht mit hinlänglichem und anbaftendem Eifer, nicht mit inniger Geelenfreudigkeit und fester, unerschütterlicher Treue! MON Ja, Allheiliger, ich fühle meine Schwach heit und Mangelhaftigkeit in ihrem ganzen Umfange, wenn ich einen tiefern Blick in mein Innerftes werfe, und mich vor deinem Angesichte ernst und strenge prüfe. Auch dann, wenn mein Wille auf das Gute gerichtet ist, und meine Bes ferung und Veredlung mir am Herzen liegt, muß ich bekennen, daß ich noch in vieler Hinsicht höchst unvollkommen und von dem Ziele noch weit entz fernt bin, das deine Hand mir vorgezeichnet hat. Ueberlasse ich mich mit aller Ruhe des Gemüthes dieser Betrachtung, so kann ich einer drückenden Unzufriedenheit mit mir selbst nicht entfliehen. Nad gen gerechte Vorwürfe des Gewiffens an meinem Herzen: o wie unglücklich fühle ich mich dann! welche Betrübniß erfüllt meine Seele, welche Reue ergreift mein Gemüth! Auch wenn ich mie keiner groben Verlegungen der Pflicht bewußt bin, schon das Gefühl kleinerer Mångel und Verirrungen, und der Gedanke, daß ich nicht ganz das bin, was ich seyn soll, sind dazu geeignet, mein u gee Innerstes mit Traurigkeit zu erfüllen, und meis nen Muth zu schwächen zu dir, o Heiligster, meinen Blick emporzurichten! Denn wie könnte Morgengebeth am Beichttage. ich mich auch mit Unbefangenheit und kindlich frommer Zuversicht dir nahen, der du nur das der du nur Gute liebst und uns immerfort zurufft: Ihr sollt heilig seyn, denn ich bin heilig, euer Gott!" Ach, ein sehr druckendes Gefühl bemächtigt sich unsers ganzen Wesens, wenn wir uns an unsre fittliche Schwäche und Unvollkommenheit lebhaft erinnern, und wie könnten wir daben anders hintreten vor deinen Thron, als mit Empfindungen der Schaam, herzlicher Betrübniß und aufrichtis ger Reue! wie sollten wir nicht mit gerührter Seele in tiefer Demuth zu dir flehen: ,, Gott sey uns Sündern gnädig!" 6 17451 ed Wohl uns, daß wir auch bey der größten Mangelhaftigkeit an deiner Gnade und BarmHerzigkeit nicht verzweifeln dürfen! Als einen gerechten, aber auch als einen gnädigen und langmüthigen Gott hat sich uns der geoffenbart, der für unsre Sünden am Kreuze starb; als einen Gott, der selbst auf tief gefallene Sünder mit Baterhuld und Schonung herabsieht, und ihnen ihre Sebltritte vergiebt, wenn sie ihre Sünden erFennen eine aufrichtige Reue und Betrübniß darüber empfinden und sich mit dem ernsten Borsaße der Besserung seinem Richterſtuhle naben; als einen Gott, der nicht Gefallen hat an dem Tode und Verderben des Sünders, sondern Morgengebeth am Beichttage. Z 1 baran, daß er sich bekehre und lebe. Ja, Algus tiger unversiegbar ist die Quelle deiner Liebe und Barmherzigkeit; auch dem, der tief gefallen ist, biethet fie Labung und Erquickung dar, wenn er aus derselben mit perändertem Sinne schöpft: on no Schwachheit ist der Menschheit Loos; Deine Gnad' ist grenzenlos; Dein Erbarmen unermeßlich! Uns hieran erinnern, uns zu strenger Selbstprůvan erinnern, u fung zu ermuntern, zur Besserung anzueifern, zu edlen gottgefälligen Vorsäßen zu begeistern, und uns mit dir, Aaliebender, wieder auszuföhnen. das ist der große Zweck jener Anstalt der christlichen Kirche, die wir die Beichte nennen. Mit Recht zahlen wir sie zu den schönsten und wichtig= sten Gnadenanstalten der Christenheit. Sie führt uns ja tiefer in uns selbst zurück: fie erinnert uns lebhaft an unsre erhabne Bestimmung; sie sucht uns dem Ziele zu nähern, das uns vorgesteckt ist; ruft uns deine grenzenlose Liebe und Barmhers zigkeit, o Gott, in das Gedächtniß zurück, und verkündigt uns Verzeihung aller unsrer Sünden, wenn wir in Zukunft der Thorheit und dem Laster entfagen, und nur dir, dem, den du gesandt hast, der Wahrheit und der Tugend leben! O welch' eine heilige, fegensreiche Anstalt ist daher die Beichte! An ihr heute Theil zu nehmen, Morgengebeth am Beichttage. ist mein Wunsch. Segne mein Vorhaben, bbu, von dem alles Gute und alles Gedeihen kommt! Mache mich durch die Kraft deines heiligen Geiftes würdig, vor deinem Richterstuhle zu erscheinen, und aus dem Munde des Dieners deines Wortes den troftreichen Zuruf zu verheharen: ,, Dir find Deine Sünden vergeben!" ili" Gone smis * Selbstprüfung vor der Beicht in der Kirche. U BRUT Ehe ich an dieser segensreichen Ghaden& Anstalt Theil nehme was könnte ich Befferes thun, als einen tiefern Blick in mein Innerstes werfen; und bor dir, der du tief in das Verborgene siehst, und die geheimsten Falten, Regungen, Gedanken, Wünsche und Gesinnungen meines Herzens kennst, dies fes Herz unbefangen und mit aller Strenge prüfen, und untersuchen, ob ich auch würdig sey, mich dein Kind und einen Bekenner deffen zu nennen, der nie eine Sünde gethan hat, und in dessen Munde nie ein Betrug erfunden worden?, 110 Hab' ich mich auch immer so will ich mich in diesen stillen, ernften Augenblicken prüfen- lebhaft an meine Bestimmung erinnert, und wac mein Bestreben allezeit darauf hingerichtet, sie zu erreichen, und dir, o Gott, und meinem Heilande immer ähnlicher, immer weiser, beffer und ed Selbstprüfung vor der Beicht in der Kirche. ter zu werden? Lag mir die fittlich)- religiöse Verz edlung meines Wesens sters als die höchste Angelez genheit meines Lebens am Herzen? Habe ich auch die Gelegenheiten, die du mie gabst, meine Kenntnisse und Einsichten zu erweitern, im Euten zu wachsen, und deine großen Zwecke auf Erden zu befördern, treu und redlich benutzt? Habe ich immer zuerst getrachtet nach deinem Reiche und nach Deiner Geredigkeit, o Gott? Oder haben sinnli che Zerstreuung und Luft den bessern Menschen in mir betäubt meinen Blick vom Himmtifchen, unsichtbaren, Heiligen und Ewigen abgelenkt, mich zu sehr an das Freiſche und Vergängliche gefesselt, und mich das Eine vergeffen laffen, was noth ist? Merkte ich auch auf die vielen Winke, die du mic in Rucksicht meiner Befferung gabst, und machte ich von den Mitteln, die du mir bey den Geschäf te meiner fitilichen Verboukommnung darbotheft, einen gewissenhaften Gebrauch? Oder sah ich leichts finnig über dieß alles hinweg, und folgte mehr den Antrieben meiner Sinnlichkeit und der verführerischen Lockstimme einer verderbten Welt? Gabich mich gern dem wohlthätigen Einfluffe und den Erz munterungen der Religion hin? nahm ich gern und oft Theil an religiösen Anstalten und Uebungen der Frömmigkeit? fuchte ich besonders den Geist des Evangeliums immer näher kennen zu ters 10. Morgengebeth am Beichttage.hels nen, und überließ ich mich willig der fanften Let tung des Christenthums? Oder blieb ich gleichgültig und kalt in Hinsicht auf die heiligen Angeles genheiten des Glaubens, gleid gültig und kalt in Hinsicht auf Jesum und seine beglückende Lehre? B3 072) stootgenoo Suchte ich wohl mein Innerftes, besonders die schwachen Seiten meines Herzens, meine Liebs lings- Neigungen und Lieblings- Gewohnheiten immer genauer kennen zu lernen? Und wenn ich etwas in mir entdeckte, was vor dem Richterstuhle des Gewissens und der Religion nicht bestehen konnte, suchte ich es wohl zu unterdrücken, und mich von demselben für immer zu befreyen? Hatte ich mit meinen Begierden und Leidenschaften und mit den verführerischen Lockungen der Thorheit und des Lasters zu kämpfen sammelte ich da wohl alle meine Kräfte flehte ich dabey wohl dei nen Benstand an, o Herr? kämpfte ich auch wohl mit Muth, mit freudiger Anstrengung und beharrlicher, Treue? machte ich wohl von allen mir dargebothenen Mitteln Gebrauch, den Sieg da= von zu tragen, und stärker zu fenn als der Leidenfcbaften und der Verführung Macht? Oder wis derstand ich zu wenig den Angriffen meiner innern Tugendfeinde und den nachtheiligen Einwirkungen der Welt auf mein Herz? maguAED Selbstprüfung vor der Beicht in der Kirche. 11 Nahm ich mich auch sorgfältig nicht nur vor groben Vergebungen, sondern auch vor kleineren Fehlern und Verirrungen in Acht? war ich ges wissenhaft in der Erfüllung auch geringscheinender Pflichten? fuchte ich, auch in keinem Worte zu feblen, und in allen Stücken ein treuer Hausbalter der mancherley Gnaden Gottes zu seyn? Und that ich auch meine Pflicht mit Liebe, mit uneigennüßigem Eifer, mit Freudigkeit der Seele und des Gemüths, und so vollkommen, als es mir nur immer möglich war? Oder machte ich mir kein Gewissen daraus, so manche meiner Pflichten zu verleßen, weil sie mir geringfügig schienen, oder sie nur mit halber Seele, vielleicht mit Unmuth und Widerwillen, oder bloß aus eigennůßigen Absichten, um des äußerlichen Vortheils willen, zu erfüllen? Die Geschäfte, die du, Allgütiger, mir in meinem Stande und Berufe angewiesen haft, sind fie auch von mir mit Fleiß, mit Eifer und Treue betrieben worden? war es mir immer Freude, was du mir an Talenten, Kenntniffen, Einsichten, Geschicklichkeiten, irdischen Gütern, Macht, Ans sehen und Einfluß geschenkt haft, zum Wohle der Menschheit redlich anzuwenden? Machte ich von keinem dieser Güter einen stråflichen Mißbrauch? suchte ich immerfort, mit Hülfe derselben, das Morgengebeth am Beichttage. hai Silen 29122 Reich des Wahren, Guten und Rechten zu erweitern, menschliches Elend zu vermindern, Unterdrückte zu schüßen, und die Summe wahrer Freuden und wahren Glücks auf Erden zu vermehren? Leitete mich bei meinem Verhalten gegen meine Gegner und Widerfacher immer der Geist der Liebe und der Versöhnlichkeit? oder war ich gegen meine Feinde bisweilen rachfüchtig und ungerecht? Ermüdete ich nicht in meiner wohlthåtigen Wirksamkeit, wenn sie mit Anstrengung, mit feindseligem Widerstand, mit schnödem Undank, mit Leiden und Aufopferungen verbunden war? War ich besonders denen, deren Wohl du in meine Hände gelegt, denen, die du durch heilige Bande näher mit mir verbunden hast, ganz das, was ich ihnen, deinem Willen gemäß, seyn sollte? Guchte ich ihnen das Leben zu erleichtern und angenehm zu machen, und durch Lehre und Beyspiel ihre Bildung und Beredlung zu befördern, und dadurch ihr innres Glück fester zu gründen? Benahm ich mich überhaupt in allen meinen Verhältnissen als ein Wesen, das mit dir verwandt, und durch Jefum fo theuer erlöst ist? Allwissender! wie könnte ich es deinem allfes henden Auge verbergen noch manche, noch viele Mängel kleben mir an; noch bin ich nicht das, was ich seyn, noch bin ich von dem Ziele fern, 12 Selbstprüfung vor der Beicht in der Kirche. 13 nach welchem ich ringen soll. Gefehlt habe ich auf mancherley Weise, und fühle es tief, daß ich deiner Liebe nicht ganz würdig bin. Unmuth über mich selbst erfüllt meine Brust. O laß auch mie die Gnade zu Theil werden, die du bußfertigen Sündern versprochen ʼn verſprochen haft, und ſiehe mit Nachsicht und Schonung auf mich herab! Mit reuvollem Herzen und mit dem ernsten Vorsaße der Bes ferung nahe ich mich deinem Thron, und gelobe dir und dem, der auch für mich gestorben ist, ge= lobe dem Wahren, Guten und Rechten neue, ewige Treue! Mit diesen Gesinnungen und Entschlies Bungen will ich heute Theil nehmen an einer der heiligsten Gnadenanstalten der Kirche, und wenn ich dabey mein ganzes Herz vor dir, Alwissender, ausschütte, wenn ich auf meinen Knieen um Ver= gebung meiner Sünden flehe, und meine guten Vorsäße abermals erneure: o dann laß mein Ges beth und meine Gelübde empor dringen vor deinen Thron; dann erhöre mein Flehen; dann segne meis ne dir gefälligen Entschlüsse, und laß mich, mit dir ausgeföhnt, getröstet und beruhigt von der hei= ligen Ståtte zurückkehren, und ein neues, gerechtes und glücklicheres Leben beginnen. O Herr hilf! o Herr laß alles wohl gelingen! Amen. Hoff Fromme Betrachtung nach der Beichte. Abendgebeth am Beichttage. So habe ich sie denn aus dem Munde des Dieners deines Wortes, Algütiger, vernommen, die trostvolle Versicherung, daß mir meine bisherigen Fehltritte und Sünden von dir vergeben sind. Du haft Nachsicht bewiefen mit meiner Schwäche, du hast das Gelübde der Besserung dir huldreich gefallen lassen, und mich wieder angenommen zu deinem Kinde, o Gott! Welch' eine drückende Last ist dadurch von meinem Herzen gewichen; wie sehr fühle ich mich erleichtert und erquickt; wie ist es auf Ein Mal so heiter um meine Seele, so still und ruhig in meinem Gemüthe geworden! Welt und Leben sie erscheiz nen mir nun in einem helleren, freundlicheren zichte; denn Ruh' und Friede und sanfte Heiterkeit wohnen in meinem Innern, und wo sie walten, da waltet auch wahres, hohes Glück! Alliebender! gerührt ist meine Seele, voll frommen Dankes gegen dich mein Herz! Grenzen= los ist deine Barmherzigkeit; das habe auch ich - Abendgebeth am Beichttage. Besonders an dem heutigen Tage erfahren! Unwürdig deiner Liebe, nabte ich mich doch mit frommen Hoffnungen deinem Richterstuht, und Du erfülltest fie; ich flehte um deine Huld und Nachsicht und Gnade, und du erhörtest mein Flehen, erließest mir meine Schuld, und nahmst mich in die Reihe deiner Kinder auf! Was bin ich, o Herr, daß du dich meiner so våterlich ane nimmst! Wo finde ich Ausdrücke, die würdig und edel genug wåren, deine grenzenlose Gute zu preifen, und die für den großen Beweis von Barmherzigkeit zu danken, den ich abermals von dir erhalten habe? O nimm ihn in Gnaden an, dent fchwachen Dank, den ich dir stammle, und siehe daben nicht auf das Opfer, sondern auf das Herze womit ich dir es bringe. Mit ewiger Liebe und Treue hånge dieses Herz an dir; dem Wahren und Guten fen es ganz geweiht, und nie werde es entHeiligt durch niedrige Luft und Sündendienst. 15 Ja, der Tugend und Frömmigkeit sen mein ganzes Leben heilig, und treue Erfüllung aller meiner Pflichten hienieden der Gegenstand meines eifrigsten Strebens. Mit jedem Tage verständiger, weifer, beffer, gewissenhafter, dir, Allheiliger, und deinem großen Sohne ähnlicher zu werden das habe ich dir gelobt; du haft meinen Schwut bernommen, und ihn zu halten, sen mir allezeit die - Abendgebeth am Beichttage heiligste Pflicht. Oft will ich die gefaßten guten Vorsäße erneuern, und dahin arbeiten, daß fie in edle Handlungen und bleibende Gesinnungen übergehen Ist auch ihre Ausführung mit Anstrengung und manchem barten Kampfe verbun deh: du wirst mir Kraft verleihen, in diesem Kam pfe zu fiegen, wenn ich nur ernstlich siegen will. Wachen will ich über mich, damit ich von der Sünde nicht in unbewachten Augenblicken übers rascht und überwältigt werde, und kommen Stunden der Versuchung und Anfechtung, so will ich mich flüchten in den Schooß der Einsamkeit, will hinfallen auf meine Kniee, deinen Beystand, Allgütiger, anfleben, und dann, gestärkt durch dich, jeder Bersuchung mit edlem Stolze begegnen und mit unerschütterlichem Muthe widerstehen. Oftes be mir in jedem Kampfe mit der Sünde bey; dein guter Geist geleite mich durch die Labyrinthe des Lebens, und dein allmächtiger Arm halte mich aufs recht auf der oft steilen und schlüpfrigen Tugendbahn. Bin ich in Gefahr, zu straucheln und zu fallen, so trete der heutige Tag und die heilige Stunde vor meine Seele, wo ich von dir Vers zeihung meiner Sünden erhielt, und dir gelobte, immer nur auf rechten Wegen zu wandeln und der Tugend treu zu bleiben bis in den Tod. Die Ers innes 16 Selbstprüfung vor der Beicht in der Kirche. 17 innerung an diese wichtige, trostvolle Stunde fis chere mich vor dem Fall. Wie heilig ist mir diese Stunde, Da ich dir treu zu seyn versprach! Gott, stårke mich in meinem Bunde, Erinnre mich an diesen Tag! Mein Herz vergesse seiner Pflicht, Der neu beschwornen Treue nicht! 0 Einnre du mich, wenn ich fehle; Hilf meiner Schwachheit liebreich auf! 14 d Erwecke, stårke meine Seele in Im angewiefnen Tugendlauf; In trúben Stunden sende du, O Tröster, deinen Trost mir zu! Laß mich das Alles treulich halten, Was heute, Gott, mein Mund verspricht, Und laß mich nimmermehr erkalten In meiner dir beschwornen Pflicht. Ach, stårke du mich, Herr, mein Gott, Dir treu zu seyn bis in den Tod. Hausliche Vorbereitung auf das heil. Abendmahl. Shordt Morgengebeth am Kommuniontage.i Ein Tag ernfter Betrachtungen und frommen Dankes sey der heutige Tag für mich. Denn fevern 3 18 Morgengebeth am Kommuniontage. soll ich an demselben das Gedächtniß meines göttlichen Erlösers; vergegenwärtigen soll ich mir den Heiland der Welt mit seinen unsterblichen Verdiensten, mit feinen großen Leiden und seinem heiligen Versöhnungstode, und das Mahl der Liebe halten, das er aus Liebe zu seinen Bekennern eingefeßt hat. Ich soll mich dabey mit ihm auf das innigste vereinigen; er soll einkehren ben mir, und durch die Kraft seines Evangeliums in mir wirksam senn; gestärkt durch ihn, soll ich mich des Lebens von neuem erfreuen, getrosten Sinnes zu meinem mit mir versöhnten Vater im Himmel blicken, mich über die Beschwerden und Leiden der Erde beruhigt, zu erfreulichen Hoffnungen erhoben, und zur Tugend und Frömmigkeit begeistert fühlen. O du, der du deinen Sohn auch zu meiner Erldfung gefandt haft, verleihe mir daben deinen guten Geist, damit ich das Gedächtniß seiner Leiden und seines Todes auf eine würdige Weise feyern möge! sepe Was ich Jesu und seiner heiligen Lehre an Erleuchtung, Ermunterung, Troft, Beruhigung und Stärkung zu verdanken habe, will ich heute mit aller Sammlung meines Geistes und Gemüthes überlegen. Er hat auch mich von Unwissenheit und schädlichen Frrthümern befrent, und mich aufgeFlärt über die wichtigsten und heiligsten Angelegenheiten des Herzens und Lebens; er hat mich den, Morgengebeth am Kommuniontage. 19 von dem alles kommt, und das schöne Verhältniß kennen gelehrt, in welchem ich zu dem Geiste aller Geister stehe; er hat mir geoffenbart, wie ich Gott verehren und wie ich gesinnt seyn müsse, um ihm zu gefallen, er hat mir den Weg zum Himmel und zum Leben gezeigt, und mich durch Lehre und Beyspiel zur Wahrheit und Tugend zu ermuntern, und mein inneres Glück dadurch zu gründen gesucht. In einem freundlicheren Lichte läßt er mich die unvermeidlichen Uebel und Leiden der Erde erblicken, als Schickungen der göttlichen Weisheit und Güte und als Beförderungsmittel unsrer Veredlung und Glückseligkeit; mit Vertrauen zu Gott und edlem Muthe erfüllt er mich in den Ta= gen, die mir nicht gefallen wollen, und läßt in den Stunden der Sorge und des Grams meine Seele im Schooße seiner Religion Ruhe finden und Erquickung und Troft. Auch als Leidender hat er mir ein Vorbild gelassen, daß ich nachfol= gen soll seinen Fußstapfen. Und welche erfreuliche, befeligende Aussichten öffnet er mir jenseits des Grabes! wie benimmt er mir alle Furcht vor gånglicher Auflösung! wie laßt er mich in dem Tode nur einen Friedens- Engel erblicken! Erwäge ich dieß alles mit dem gebührenden Ernste o wie fühlt sich da mein Herz gehoben und zu dem innigsten, warmsten Dank gegen ibn gestimmt! Wie könnte 2 Morgengebeth am Kommuniontage. ich daher das heilige Mahl der Liebe, das mich so lebhaft an ihn erinnert, das mir ihn ganz vergegenwärtigen soll, anders feyern, als mit gerührter, dankerfüllter Seele! Bedenke ich daben, wie viel es meinem Heilande gekostet hat, mir alle jene Wohlthaten und Segnungen zu verschaffen, überlege ich, wie viel er entbehren, kämpfen und leiden, wie schmählich er selbst sein Leben endigen mußte, um auch für mich das große Werk der Erlösung zu vollenden: o wie mächtig fühle ich mich dann hingezogen zu ihm; wie muß ich die hohe, grenzenlose Liebe bewundern, mit der er auch mich umfaßte; wie ganz durchdrungen von Ehrfurcht, Liebe und Dank gegen ihn muß meine Seele seyn! Diesen Empfindungen will ich mich heute gan; überlassen; voll von diesen Gefühlen, will ich Theil nehmen an dem Tische des Herrn. Und da auch meine Erlösung dem Heilande der Welt so viel gekostet hat, so will ich mich um so ernster und strenger prüfen, ob ich die Wichtigkeit und Größe seiner Wohlthaten auch zu schäßen weiß, und sie zu meinem Seelenheile zu benußen geneigt und gewohnt bin? Denke ich wohl oft über das Gute nach, das mir Gott durch Christum er= wiesen hat, und wende ich auch dieses Gute zu mei= ner Erleuchtung, Besserung und fittlichen Vervoll Morgengebeth am Kommuniontage. kommnung treu und redlich an? suche ich auch den Geift des Christenthumes immer näher kennen zu lernen, und gebe ich mich feinen Winken, seinen Aufforderungen und seinem heilsamen Einflusse überhaupt willig hin? ist es auch mein ernstliches Bestreben, in der Erkenntniß der heiligen Religion, die Christus gegründet hat, und in der christlichen Tugend immer weiter zu kommen? bin ich auch eifrig bemüht, nicht nur mit Worten, sondern in der That und in der Wahrheit ein Bekenner Jesu zu seyn, und dem Erlöser immer ähnlicher zu wer= den? Woht mir, wenn ich) bey dieser Untersuchung und Prüfung nicht erröthen und mein Herz sich nicht schämen darf! Es fehlt mir dann an inns rer Ruhe, Zufriedenheit und Heiterkeit der Seele nicht. De b 1798790 390 Meinem Heilande und seiner beglückenden Religion treu zu bleiben bis in den Tod, und immer ſo zu empfinden, zu denken, zu wollen und zu han= deln, wie sie gebeut! dieß sey der heilige Vorsak, mit dem ich mich auch heute dem Tische nåhern will, den seine Liebe mir bereitet hat. Empfin dungen des Wohlwollens und der Versöhnlichkeit sollen mich dahin begleiten. Verziehen und ver geffen sen alles, was mir Ulebels von Andern zugefügt worden ist; auch die leiseste Regung von Rachfucht, Haß, Groll und Feindschaft werde von mir Morgengebeth am Kommuniontage. unterdrückt; mit versöhntem Herzen will ich mich dem nahen, der die Liebe selbst ist, und dem, der aus Liebe zu uns sein theures Blut am Kreuze vergof; vergeben will ich damit auch mir vergeben werde, und damit mein Herz rein und edel sen, um den aufzunehmen, der vom Himmel kam und nun zur Rechten der Majestät Gottes sist, von woher er einst kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten, 22 Gott der Liebe und der Barmherzigkeit, sen mit der Kraft deines guten Geistes bey mir, und gieb, daß ich das heilige Abendmahl meines Herrn und Heilandes würdig genieße, und dadurch ge= stärkt werde zur Ertragung jeder irdischen Laft, zu treuer Erfüllung aller meiner Pflichten, und zu der herzerfreuenden Hoffnung, einst zu dir zu koms men und zu dem, den du gesandt hast! Amen. sami dan got nolail Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. du, der du einst auch für mich gelitten und den Tod am Kreuze geduldet haft, großer Heiland und Erlöser der Welt! ich nahe mich dem Tische, den deine Liebe mir bereitet hat. Empfangen soll ich dein heiliges Mahl, und dadurch mich auf das innigste vereinigen mit dir. O weichet aus meiner 23 Morgengebeth am Kommuniontage. Seele, Gedanken des Leichtsinns, Sorgen der Erde; und ihr unreinen Wünsche und Neigungen als le, und werdet dafür rege Gedanken des Ernstes, heilige Sehnsucht nach dem Himmlischen und Ewiz gen, Gefühle der Liebe und des Danks, Vorsätze der Besserung, Ahndungen und Hoffnungen einer unsichtbaren, höheren Welt. Reinige und heilige mein Herz, o Gott, damit dein Sohn gern eine Fehre ben mir, und laß mich, wenn ich sein heiliges Mahl genieße, Eins werden mit ihm, so wie er Eins ist mit dir! O neige dich, neige dich zu mir berab, mein Mittler und Erlöser! Meine Seele ist bereit, dich aufzunehmen, mein Herz verlangt nach dir, und o wie wohl ist mir in deiner Nähe. O Jesu, sev mit mir! sey mit mir, o Jesu! Amen. Nach dem Genuffe des heil. Abendmahls. do 35 long 910 So hab' ich es denn empfangen, dein heiliges Mahl, o Jesu Christ! Wie gestärkt fühlt sich mein Geist und mein Herz! Von dem Throne des Höchsten neigtest du dich zu mir herab, und verbandest dich unsichtbar mit mir. O wirke in mir des Gue ten viel; gieb mir Kraft, allen bösen Trieben. Lüften und Versuchungen glücklich zu widerstehen, den Kampf der Tugend männlich zu kämpfen, und 24 Morgengebeth am Kommuniontage. bir treu zu bleiben bis in den Todan Mein Herz, das sich durch dich neu gestärkt fühlt, bleive immer rein und gut, bleibe ein Wohnplas edler Reguns gen und Gesinnungen, ein Tempel der Wahrheit, der Tugend und Liebe. Dann wirst du gerne ben mir weilen, und ich werde mich deiner Nähe innig freuen, und mich durch dich und in dir stets glücklich fühlen! Amen. 160 lamite Fromme Betrachtungen D dober nach dem heiligen Abendmahle. Abendgebeth am Kommuniontage. Gott der Liebe und der Barmherzigkeit! nimm meinen innigsten Dank für die große Wohlthat, die du mir heute in dem Genusse des heiligen Abendmahles deines Sohnes hast zu Theil werden laffen. Du hast ihn auch zu meiner Erlösung und Beglickung auf die Welt gesandt, und durch ihn auch) mich deiner Gnade und Barmherzigkeit theilhaftig gemacht. Er war mir bey dem Mahle der Liebe gegenwärtig, und ich fühle mich durch ihn neu gestärkt, im Glauben befestigt, zum Guten ermuns Abendgebeth am Kommuniontage. 35 tett, und voll froher, seliger Hoffnung. O segne du selbst die besseren Vorsåße, die ich heute gefaßt, und erhalte, o erhalte mir die heitere Stimmung der Seele, die ich der heiligen Gnadenanstalt vers danke, an der ich Theil genommen habe. Du aber, großer, göttlicher Erlöser der Welt, der du einst auch für mich entbehrtest, kämpftest, littest und starbft! wie kann ich dir vergelten, was du an mir gethan bast? wie kann ich dir würdig genug dafür danken, daß ich heute durch die Feyer deines Todes und den Genuß deines heiligen Mahles von neuem über die Beschwerden der Erde ges tröstet, zur Ertragung meiner Leiden gestärkt, im Vertrauen zu Gott befestigt, für Wahrheit, Recht und Tugend begeistert, und zu der seligen Hoff nung der Unsterblichkeit erhoben worden bin? O laß dir wohlgefallen den schwachen Dank, den ich dir für deine Liebe stammle, und bleibe mir stets gegenwärtig mit deiner hohen Tugend, deiner reinen Herzensgüte und deinen Verdiensten um mich), mit deinen Leiden und deinem Tod. Sey mein Vorbild in allem, mein Leitftern auf der Bahn des Guten, mein Trost in den Tagen des Kummers, und einst meine Hoffnung und Stärkung in der Stunde, wo ich von dannen scheiden muß. Lockt mich die Sünde vom rechten Wege ab: so rette ein stiller Hinblick nach dir meine Unschuld und Tu Abendgebeth am Kommuniontage. gend. Bangt und jagt meine Seele, so denke fie an dich, und fühle sich beruhigt und gestärkt. Bin ich nahe daran, den Lasten und Drangfalen dieses Lebens zu unterliegen, so richte mich die Erinnes rung an deine Leiden empor, und flöße mir Muth ein, die oft beschwerliche Reise zum Grab getrosten Sinnes fortzusetzen. Fordert der meine Seele zurück, der sie mir gegeben hat: so tritt du vor die Scheidende hin, und reiche ihr Labsal und stårkende Hoffnung. ad di and mind Inno siling ourse Mit Liebe will ich allezeit an dir hången, o Jes fu! Dit sen mein ganzes Herz geweiht: dein guter Geist leite mich, und reich an hoher Freude sey für mich der Gedanke, daß einft ein Tag kommen soll, wo ich dich im Kreise deiner Treuen, in der Mitte der Millionen durch dich Geretteten, am Throne: des Ewigen sehen werde. Preisen soll ich dich dann meine Seele würdiger und edler, als sie es hier vermag, preifen soll sie dich mit unzähligen Engeln und Erlösten in Ewigkeit! Amen. 26 810 BADGE 10119 TONE Dole nismo to, boungjae smiem ius Onit Honing nog dor em sins in 70( on pentd what is —1 27 Vor der Konfirmation. welch ein wichtiger, heiliger Tag für mich ist der heutige Tag! Dank dir, Allliebender, daß du mich denselben haft erleben lassen! Erneuern soll ich an demselben den Bund, den ich mit dir ben meiner Taufe geschlossen habe; was damals andere für mich versprachen, soll ich heute selbst mit Leberlegung und Freyheit des Willens geloben; ich soll dir, dem, den du gesandt hast, seiz ner heiligen Religion, die ich nun näher kennen gelernt habe, der Wahrheit und der Tugend ewis ge Treue schwören, und dann zu einem Mitgliede der christlichen Kirche von neuem fenerlich aufge= nommen, und aller Borrechte erwachsener Bekenner Jeſu theilhaftig werden. O daß ein heiliger Ernst mein ganzes Innerstes erfüllte, und mein Herz die ganze Wichtigkeit der kirchlichen Feyer empfände, an der ich Theil rehmen soll! daß ich wohl überlegen möchte, was ich zu geloben im Begriffe bin, und es mit dem festen Vorsake gelobte, mein Gelübde nie zu vergessen, und ihm in jeder Lage meines Lebens unerschütterlich) treu zu bleiben, so lang ich hier im Staube walle! The 1960 Vor der Konfirmation. Algütiger, du hast mich bisher auf deinen Va terarmen getragen, du hast mein Leben gefristet mich unzähligen Gefahren entriffen, und über mein leibliches und geistiges Wohl mit aller Sorgfalt gewacht; du haft mir theure, geliebte Aeltern geschenkt, die mit Zärtlichkeit an mir bången, für mich sorgten, mich schüßten und pflegten, und keine Entbehrungen, keine Mühe und kein Opfer scheuten, wenn es darauf ankam, mein wahres Beste zu befördern; du verliehest mir treue Lehrer, die mit Eifer an der Bildung meines Geistes und der Veredlung meines Herzens arbeiteten, mich im Nachdenken übten, den Kreis meiner Kenntniffe erweiterten, und mich besonders dich), o Gott, und deinen großen Sohn, meinen Heiland und Erlöser, näher kennen lehrten, und mir den Weg zeigten, den ich wandeln muß, wenn ich dir und Jefu gefallen und wahrhaft glücklich werden will; du gabst mir außerdem noch Gelegenheit genug, mich zu bilden und zu vervollkommnen, und alles das kennen zu lernen, was zu meinem wahren Frieden dient; du ließest mir dabey in meinem bisherigen Leben zahllose Freuden zu Theil werden, und jeder meiner Tage war durch mannigfaltige Wohl= thaten bezeichnet, die deine Baterhand mir zufließen ließ. Dieß alles tritt an dem heutigen, für mich so wichtigen und festlichen Tage vor meine Seele; mein Herz ist tief gerührt, und meine Thränen fließen. Es find Thränen der Freude und des Danks; der Freude, daß ich mich deines Schußes und deiner Gnade rühmen darf, des Dankes gegen dich, daß du bisher so viel an mir gethan haft, und gegen all' die theuern, geliebten Seelen, die für 28 Vor der Konfirmation. mich gesorgt, mich gebildet, erzogen und auf vielfältige Weise zu erfreuen und zu beglücken gesucht haben. Was ich dir und was ich ihnen schuldig bin: o es entschwinde meinem Gedächtniffe mie; zu vergelten vermag ich) es nicht; aber bestreben, eifrig bestreben will ich mich, durch ein edleres, dankba= res Benehmen und durch einen vernünftigen, tadellosen Lebenswandel deiner und ihrer Liebe stets würdig zu seyn. Herr, sen mit mir, wenn ich dieß zu thun gelobe, und heute in deinem Hause fever= lich den Bund mit dir, mit Jesu und mit der Wahrheit und Tugend erneure! ( 31 st Blick auf mich von deinen Höhen! Hör, Allgütiger, mein Flehen! Höre deines Kindes fallen; Laß mein Stammeln dir gefallen. se Diesen frohen Tag zu feyern, Meinen Taufbund zu erneuernadobi sond Knie' ich heute bethend nieder, Heilige dir Geist und Glieder. Gieb zu diesem guten Werke Eifer mir, und Muth und Stärke! Ach, belebe jetzt aufs neue Meinen Glauben, meine Treue! Laß, Erldser, deine Lehren Mich mit Herz und Wandel ehren. Dich zu lieben, dir zu leben, Sey mein heiligstes Bestreben! 29 1. Herr, laß deinen Geist mich leiten: Laß den schwachen Fuß nicht gleiten! Gieb, daß ich vor jeder Sündem nun noc Haß und Abschen stets empfinde, 30 1 Vor der Konfirmation. Nur auf deinen Willen achte Und nach deinem Reiche trachte. Dieß nur kann mich vorbereiten Zu des Himmels Seligkeiten. Keimt der Hang in meinem Herzen, Diesen Himmel zu verscherzen; Regen sich des Lasters Triebe: Dampfe fie durch deine Liebe! Herr, bewahre mich im Glauben, Laß denselben nichts mir rauben, Und nimm einst am Lebensende Meinen Geist in deine Hände! Amen. Nach der Konfirmation. So habe ich denn dir, o Gott, und dem, den du zu unsrer Erlösung gesandt hast, so wie dem Wahren und Guten neue, ewige Treue geschworen. Du haft mein feverliches Gelübde vernommen, 20wisfender und Allheiliger, und umschwebt hat mich daz ben dein guter und heiliger Geist. O er umschwebe mich auch fernerhin, er begleite mich durch alle Labyrinthe dieses Lebens, er lehre mich thun nach dei nem Wohlgefallen und führe mich stets auf ebner Bahn! Auf den guten Vorsåßen, die ich heute gefaßt habe, laß deinen Segen ruhen, Algütiger, und verleihe mir immer Luft und Kraft, sie auszuführen und ihnen treu zu bleiben bis in den Tod. Ach, deiner Stärkung und deines Beystandes werde ich von nun an in einem hohen Grade bedürfen! Mehr Nach der Konfirmation. als bisher mir selbst überlaffen, werde ich vielleicht oft in Gefahr gerathen, auf dem Wege der Tugend zu straucheln und zu fallen; so manche sinnliche Triebe werden bey mir in ihrer ganzen Macht erwachen, und meine Bernunft zu betäuben, so man= che Reizungen der Welt mich zur Thorheit und zur Sünde zu verleiten, so manche böse Beyspiele und Lockungen der Verführung mich von dem rechten Pfade abzulenken und in die Neße des Lasters zu verstricken suchen. O dann stehe mir mit der Kraft deines guten Geistes bey, Allliebender, und halte mich aufrecht auf schlüpfriger Bahn. Stehe mir ben im Kampfe mit der Welt und meinen innern Tugendfeinden, und laß mich jede niedrige Begierde und Lust, jede unedle Regung in meiner Brust, jede tadelhafte Leidenschaft glücklich besiegen. Hilf mir treu bleiben alle dem, was mahr und recht und dir gefällig ist. Mit Ehrfurcht und Liebe hånge meine ganze Seele an der heiligen Religion, zu der ich mich bekenne; sie sey meine Leiterin und Gefährtin durch das Leben, meine Stüße und mein schüßender Engel in den Stunden der Versuchung, meine Trösterin in jedem Leiden, und wenn auch ich einmal von dannen scheide, so reiche sie mir in der ernsten Todesstunde den Kelch wahrer Labung und Erquiz cung dar. Mein eifrigstes Bestreben sey immer darauf hingerichtet, deiner Vaterhuld, der Liebe derer, die mir die nächsten sind, und der Achtung und Zu= neigung aller Weifen und Guten würdig zu seyn. Wie zufrieden und heiter werde ich mich dann füh len! Denn glücklich, überaus glücklich ist der, der schon in seiner Jugend auf deinen Wegen wandelt, und sie auch in seinem höheren Alter nicht verlegt. 31 Nach der Konfirmation. bisi Er wallt gestärkt und immer heiter hid ala Auf seiner rosenvollen Bahn; dojijo stinGeht in Erkenntniß immer weiter als us 535 Und. blickt getrost zu dir hinan; 190390 adsiz Besiegt durch Ernst und Wachsamkeit Die Reizungen der Sinnlichkeit. pit 32 Wie freudenreich sind seine Tage; Wie sanft verfließt ihm seine Zeit! Ihn zwinget nichts zu später Klage, 11912 Jhn reut nicht die Vergangenheit. Die Blüthe seiner Jugend schon Verheißet ihm des Alters Lohn. 1dies Y stind 1970 MON slom Er ist der Aeltern Trost und Wonne; Er sammelt ihren Segen ein, m Und heiter, wie die Morgensonne, Kann er sich seines Schöpfers freun, Und beugt ihn auch Verlust und Schmerz, Ein Blick zu ihm erhebt sein Herz. ke Er geht mit Muth und Kraft durchs Leben, Ensal Sieht mit Zufriedenheit zurück, 5 Und wenn die Zeitverschwender beben, Jom So fühlet er der Weisheit Glück; Er weiß, ein unvergånglich Heil Wird hier und dort ihm einst zu Theil. Ja, unvergånglich ist die Krone, Und ewig rein die Seligkeit, Die deine Liebe, Gott, zum Lohne Der frühen Tugend einst verleiht. Auf, meine Seele, kämpf um sie, Und scheue nie des Kampfes Muh'! Amen. plant pun si onu Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 ¹6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta ₁6 14 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8