менши Lu 1880 3930 C ного ов ایران و ایرانی های ما را با این bedammen von Go hern, app 009 2 me firmasian. 3930 3.ngbuch gottesdienstlichen Gebrauche zum K: B. $ für ige protestantisch evangelische Christen. auf hen ühe CONSIST ge iſe, den KREIS and óga nigzu ( be, eife thas R. Zurn nges ung 3 weybrücken, 1823. von ålfte Gedruckt und in Commission bey G. Ritter und Comp. igter 9b 3930 maaho mentionidantive sad2 atbild HO Univ.- Bibl. Giessen the day Privilegium. # 737 033/ metl Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Baiern 2c. Wir haben uns bewogen gefunden, der Versorgungs Anstalt für geistliche Wittwen und Waysen im Rheinkreise, zu ihrer bessern Begründung, ein Privilegium auf den Druck und Verlag des neuen Gesangbuches für die dortige vereinigte evangelische Kirchen- Gemeinde sowohl, als auf alle, für den Rheinkreis erscheinenden protestantischen liturgischen Schriften, und die in den Schulen einzufüh renden Religionsbücher, zu verleihen. Wir ertheilen daher gedachter Pfarr- Wittwen- und Waysen Pensionsanstalt das Recht, zur Erzielung mög lichst wohlfeiler Preise, und der nöthigen Gleichförmig, keit, obengenannte Bücher ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben, und feil zu halten, und dieselbe, durch aufgestellte Commissarien, im ganzen Rheinkreise verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten anges sessenen Buchdruckern und Buchhändlern, bey Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade, und einer Strafe von Ein hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staats. Casse, die andere Hälfte aber besagter Anstalt, zufallen soll, sich unter keinerley Form und Vorwand, weder mittels noch unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldeter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir Unser protestantisches Consistorium zu Speyer, als Aufsichts- Behörde jener Anstalt, zur Sicherung dieses Privilegiums, bey verspürten Eingriffen, mit Hülfe Unserer Obrigkeiten, gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weßhalb, zu Sedermanns Kenntniß und Warnung, die, in dem Verlage gemeldeter Anstalt erscheinenden, Schriften mit einem bes sondern Stempel, vor der Abgabe, zu bezeichnen sind. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser Königliches geheimes Innsiegel vordrucken lassen, und die Bekanntmachung desselben durch das allgemeine Regierungs- und Intelligenzblatt befohlen. Gegeben Tegernsee den fünfzehnten September im Jahre Ein tausend acht hundert zwei und zwanzig, Un seres Reiches im Siebenzehnten. Mar Joseph. ( L.S.) Graf von Thurheim. Auf Königlichen allerhöchsten Befehl Der General Secretår, Statt dessen J 31: 3 Staudacher, Geheimer Secretár. Vorrede. m เน น Nach dem einmüthigen Beschlusse der, vom zweyten bis zum sechzehnten August 1818 in Kaiserslautern gehaltenen, General- Sy node, auf deren Verhandlungen sich die, arh neun und zwanzigsten November desselben Jahres gefeyerte, kirchliche Vereinigung der protestantischen Christen in dem KöniglichBaierischen Rheinkreise gründet, erscheint gegenwärtige Sammlung geistlicher Lieder, welche, von der General- Synode des Jahres 1821 geprüft und angenommen, sich auch der allerhöchsten Genehmigung, und eines, von ) 0( der Gnade Seiner Majestät, des Königs, ihr huldvollst ertheilten Privilegiums zu erfreuen hat. VI Daß weder Ueberladung noch Mangelhaftigkeit diesem Buche möchte zur Laft gelegt werden können; daß, bey Ausfüllung der verschiedenen Rubriken, sich allenthalben, mit der gebührenden Achtung für beliebte ältere Lieder, eine gerechte Rücksicht auf das verbände, was wir den neuern Dichtern geistLicher Gesänge Gutes und Schönes verdanken; daß, so viel es nur immer geschehen konnte, in den vorhandenen Liedern jede Härte des Ausdrucks verschwände, und doch dem Geiste derselben keine Gewalt angethan würde; daß die Auswahl der Melodien sich möglichst auf die bisher bekannten beschränkte, und überall eine ungekünstelte, edle Einfachheit zu erstreben suchte; daß endlich, unbeschadet der ) 0( Vollständigkeit, der Inhalt sich nicht zu einem Umfange ausdehnte, welcher den Ankauf des Buches erschwerte; das waren die wesent lichsten Forderungen, denen bey diesem wichtigen Unternehmen Genüge gethan werden follte. Möchte diefe, mit unter höchst schwierige Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit glücklich gelöst worden seyn! 418 Derselbe fromme Sinn, welchem gegenwärtige Sammlung geistlicher Lieder ihr Daseyn verdankt, begleitet nunmehr ihr öf fentliches Erscheinen mit dem innigen Wunsche, daß dieses Buch, als rühmliches Denkmal der christlichen Eintracht, welche Gemeinden und Lehrer beseelt, eine recht freudige Aufnahme finde, und bleibenden Segen stifte. Mit immer neu belebender Kraft komme es der öffentlichen und häuslichen Andacht zu Hülfe; es wecke und nähre Gefühle VII ) 0( des Dankes und der heiligen Freude vor dem Allgütigen; es laffe feinen Tugendhaften ohne Ermunterung, keinen Leidenden ohne Trost; es werde ein Antrieb für Kinder und Enkel, nach der Båter Weise, immer mehr fortzuschreiten in der Gnade und Erkenntniß unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, und zu wachsen in allen Stücken an ihm, der das Haupt ist! Speyer, im Monate Jänner 964 mun 1823. d 1823. VIII de tele Sme studis Medués tapld and ad 40 100 adering matiis ed tam on her anis, Ibsted side and tydpism is intiladd des mochiland and a simunol mm. Inhalt. Einleitung. Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel Glaubenslehr 3) Allwissenheit und Allgegenwart 4) Weisheit ● Nro, 1- 13 I. Von Gott und seiner Schöpfung. II. Von der Erhaltung und Regierung der ( Welt, oder von der göttlichen Vorsehung. 20III. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 361) Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 402) Allmacht... 10.42 12 13 14- 19 49 5) Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade,**** Geduld und Langmuth 1. 6) Heiligkeit und Gerechtigkeit 7) Trene und Wahrhaftigkeit. 8) Höchste Seligkeit 11 - - 45- - --35 39 41 44 48 50 51- 56 157 60 ad 618-62 * 363 264 X Inhalt. IV. Von der Sünde und ihrem Elende V. Von der Erlösung der Menschen. Adventlieder. + - ♦ - ♦ 4) Menschwerdung, Geburt und Eigenschaf ten des Erldsers. 2) Von den Lehren und dem Leben Jesu. 3) Von dem Leiden und Sterben Jesu.- Passionslieder - 4) Von der Auferstehung Jesu. lieder. 5) Rückkehr Jefu in die Herrlichkeit. Himmelfahrtslieder 117 6) Wiederkunft Jesu. 120 7) Christus als Haupt seiner Gemeinde. 121- 124 8) Wirkung Christi auf seine Gemeinde durch das Lehr- und Predigtamt ♦ 8 Weihnachtslieder. 74- 81 82- 86 . Ofters ♦ VI. Von der Heiligung des Menschen. on Pfingstlieder. - 1) Von dem heiligen Geiste. 02) Von der Verbreitung des Evangeliums ♦ ✦ 65Nro. ♦ 70- 73 . 104 S 113 118 87-103 9) Verhalten gegen Jesum: a) Glaube an Jesum 126 b) Dankbarkeit und Verehrung 131 c) Liebe und Treue gegen ihn... 136 d) Gehorsam gegen Jesum und Nachahmung seines Beyspiels.... 141- 143 e) Freymüthigkeit im Bekenntnisse seis ner Religion. 69 - - - - 112 125 130 135 140 144 145- 155 156- 157 Inhalt. be 3) Von der Gründung und Erweiterung der christlichen Kirche 4) Von der christlichen Besserung.- Vors bereitungslieder; so wie auch am jähr. lichen Buß- und Bettage. a) Erkenntniß der Sünde und Bitte um Vergebung derselben b) Scham und Reue. ♦ c) Fortgang und Wachsthum in christlichen Besserung ✦ ✦ ♦ ● d) Warnung vor dem Aufschub Besserung. ♦ ♦ • ♦ - ♦ der VII. Von den Mitteln zu unserer Heiligung und Seligkeit. . 161 Nro. . 169 der 158 160 - 1) Von dem Worte Gottes.... 177- 179 2) Gebet. 180 186 XI 171 173 174- 176 boomom 168 170 3) Von den heiligen Sacramenten, und der Confirmation. a) Taufe. 187 189 b) Confirmation . 190 196 c) Das heilige Abendmahl... 197- 208 Die Sitten oder Tugendlehre. I. Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. 209-212 II. Einzelne Pflichten. 1) Pflichten gegen Gott. a) Erkenntniß und Verehrung.. 213-222 - - XII Inhalt. b) Dankbarkeit. c) Freude an Gott, Liebe zu ihm, und Streben nach Gottähnlichkeit • d) Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen • 23 e) Ehrfurcht gegen Gott. Heilighaltung des Eides 3) Pflichten gegen den Nächsten. a) Allgemeine Pflichten. aa) Achtung und Liebe. Bey öffentlichen Catechisationen Beym Anfange und Schluße des Schuluns terrichts 2) Pflichten gegen uns selbst. a) Christliche Selbstliebe b) Sørge für die leibliche Wohlfahrt: ● ● ♦ ♦ ♦ .249 256 bb) Theilnahme an Anderer Schicks salen, und Fürbitte für sie. Wider den Neid ♦ ● 223 229 230 233 Nro. 301 . 308 315 1 - Gesundheit, Ehre, Eigenthum 2c. 261-279 c) Sorge für die Wohlfahrt der Seele: Weisheit,( Erkenntniß), Tugend und Seelenruhe. Himmlischer Sinn 1 cc) Gerechtigkeit und Billigkeit dd) Güte, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit ee) Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, ( Treue, Redlichkeit) und Vorsich hilf tigkeit im Reden.m. m. 322-- 258 259 --232 www 248 280-300 11 255 257 260 307 314 317 318 321 326 use 100 Inhalt. f) Leutseligkeit und Dienstfertigkeit 327 328 gg) Dankbarkeit hh) Demuth und Bescheidenheit 331 ii) Sanftmuth und Friedfertigkeit 332 333 kk) Geduld und Nachsicht.... 334 335 11) Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 336- 340 mm) Sorge für des Nächsten Leben, Gesundheit, Ehre, Eigenthum. Wiedererstattung. 4 20 nn) Sørge für des Nächsten Weisheit,( Erkenntniß), Tugend und Seelenruhe ♦ oo) Sorge für das Wohl der Nachwelt. b) Besondere Pflichten in gewissen Ständen ● Nro. A dd) Geschwister und Blutsverwandten 364 ee) Dienstherren und Dienstboten. 366 ff) Freunde. 1.368 gg) Vaterland und Wohnort.... 371 hh) Obrigkeit und Unterthanen. Huldigung. Am Geburts- oder Namensfeste des Landesvaters oder der Landesmutter ♦ -- 329-330 - 341- - dvidus 374 **. 353- 355 346- 352 und Verhältnissen. aa) Ehegatten. Bey Trauungen. 356 358 bb) Eltern Vormünder und Erzieher 359 cc) Kinder und Verwaiste,( Mündel) 362 361 XIII - 13 345 hag cm 363 365 367 370 373 VI 378 no ce 379 384 XIV Inhalt. Nro. Trauer des Vaterlandes.... 385- 386 387 388 390 393 395 397 ii) Vertheidiger des Vaterlandes. kk) Nachbarn.. 11) Alter und Jugend. mm) Arme und Reiche nn) Fremde und Reisende. oo) Kirchengesellschaften. pp) Prediger und Gemeinden. Ordination und Einführung 9q9) Schul- und Jugendlehrer. ♦ ♦ ♦ ♦ In Schulen und bey Schulprůs fungen rr) Landleute, Künstler und Handwerfer.. 391 . 394 396 IV) Allgemeines Weltgericht. V) Von der Ewigkeit. ss) Verhalten gegen die thierische und leblose Schöpfung 389 III) Auferstehung der Todten, und Wiedersehen. do -- . 402- 406 3 ukunft. I) Kürze des Lebens, und weiser Gebrauch the desselben. II) Von dem Tode 00: 1) Vorbereitung auf denselben 417 2) Wider die Todesfurcht..... 422 - 40- 398-401 . 410- 411 407-409 *** 2* 412- 416 on men - - 421 428 429- 432 433-436 4) Ueberhaupt 2) Von den verschiedenen Schicksalen der Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit 442- 446 437- - 441 Besondere Umstände, Vorfälle 000 und Zeiten.. I. Besondere Umstände und Vorfälle. 4) Einweihung einer Kirche, und Orgel. 447- 2) Im Kriege EAR 3) Am Friedensfeste 4) Bey und nach allgemeiner Noth 5) Bey und nach Mißwachs und Theurung 6) Bey und nach Krankheiten und ansteckenden Senchen 7) Bey und nach anhaltender Nässe 8) Bey und nach anhaltender Dürre 9) Bey und nach einem Gewitter 10) In und nach Wassersgefahren 11) Bey strenger Kälte 12) Nach einer Feuersbrunst 13) Bey Begräbnissen. 2007 Inhalt. 000 ♦ ✦ a) Bey dem Tode eines Gatten, einer Gattin ● Nro. 451 454 458 ♦ - - 460 464 . 465 466 .. 467- 469 - ..470 471 ..472 473 474 475 484 • - - - - 476..485- - 486 b) Bey dem Tode der Eltern 488 c) Bey dem Tode eines Kindes... 490 d) Bey dem Tode junger Personen 491 e) Bey dem Tode alter Personen 492 f) Bey dem Tode eines Religionslehrers 493 494 g) Bey dem Tode eines Verunglückten h) Beruhigung und Trost.....495- 497 i) Andenken an die Vollendeten.- Besonders am Schlusse des Jahres. 498- 499 .. 487- 489 XV rolname 449 450 453 457 459 - XVI QEB che., ode4) Tageszeiten. XC6 PEA II. Besondere Zeiten. 1) Jahreswechsel. 2) Schluß und Anfang 3) Beym Anfange und Schlusse der Wo Sonntag Inhalt. TOA ( c) Herbst... d) Winter TA 8p 7) Reformationsfest. 000 Nro. 2900]* :**.500- 510 des Kirchenjahres 511- 513 Kirchenjahre 5440 a) Morgenzeit. b) Mittagszeit. c) Abendzeit*# 5) Wechsel der Jahreszeiten. 000-08013 dakball - 40-( a) Frühling b) Sommer. 20. 6) Saatzeit, Erntezeit. Dankfest für Ernte und Herbst. * que 514 516 Tischlieder 8) Amts- und Ehe- Jubelfeyer. a) Amts- Jubelfeyer b) Ehe- Jubelfeyer 2017 m2( e * 517523 ** 5538 541 524 527 To CA526 536 537 540 542 543544 545 m2 2( U₂ ( 02 547 T 552 **** 7+ 553- 558 # 5113 26 9003 med gs82( 4 du bonho 2003 mad 8 to spai ada 2 usd use( 5 2012 2011n sooR 90 astf G Sandalonipha baja ada med 90 Menus bonis ado3d 698( no dun, gaupidurs( d mens sid an astusdale( Sen bodenglo me sodnet 546 ( ♦> 559 ade med go@.560 1. mic Einleitung. Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ic. H* C$ Laß mich des Menschen wahren Werth, und dessen, was mich selbst entehrt, mein Gott, zu Herzen nehmen, Nie komm' es mich all' zeit innigst schämen. 3 mir aus meinem Sinn', was Alles ich vermag 19 $ und bin durch deine 2. Du schufst mich, nicht blos Fleisch und Bein, zu diesem Erdenleben; du lies sest mich ein Wesen seyn, das nach Vernunft soll leben. Ich kann mehr, als die Sinne rührt, und durch sie Schmerz und Lust gebiert, umfassen und erwägen. weise Güte. 3. Gott, diesen Vorzug gábst du mir vor so viel Millionen, die, auch belebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verließ'st du mir, Vers nunft und Freyheit, und mit ihr, Gefühl von Recht und Unrecht. 1 2 Bestimmung des Menschen, und dich 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbar keit für Andrer Glück und Leiden; noch mehr, einherz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freu'n, zu lieben. 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir er heben, dir, den die ganze Schöpfung preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann thun, was dir ge fällt, und um mich ber in deiner Welt, was núßlich ist, verbreiten. 6. Nicht blos für diese turze Zeit riefst du mich in dieß Leben, zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben; und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. der Menschheit Werth zu schätzen. 8. Und diese Würde zu entweih'n, sollt' ich gleich Thieren bandein; der Sinne lichkeit ergeben seyn, nicht rein und heilig wandeln? Fern sey ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, mein Gott, dafür, daß ich mich so nicht schånde! 9. Gib, Vater! daß ich allezeit auf mein Gewis sen achte, nach Weisheit und nach Frömmigkeit mit allem Eifer trachte; dich licbe, und mich deiner freu', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir hast vers liehen. 10. Stets will ich nach Vollkommenheit mit allem Eifer trachten, und mich, weil Sünde mich ent weih't, zu hoch für Sünden achten. Nur, wer nach dies sem Adel strebt, und seines Vorzugs würdig lebt, kann sich der Menschheit freuen. 7. Vom Himmel kam, gefandt von dir, deinSohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, Mel. 40.Es ist das Heil unsic. der werden. Wie hoch sind wir 2. Wie wichtig ist doch durch ihn geehrt! Wie ernst lich durch ihn selbst belehrt, der Beruf, den du mir, Gott, gegeben! Als einst Religion, Bibel. mich deine Liebe schuf, da schuf sie mich zum Leben; zum Leben, welches ewig wahrt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du mich hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; es kommt ein höh'res Leben, wo du uns wirst mit milder Hand des Himmels Glück einst geben, das uns nicht Zeit, nicht Zufall nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dessen werth zu machen. 3. O, laß mir doch dieß große Ziel durch nichts ver: rücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust, gewinn', und doch daben nicht fähig bin der höher'n Geistesfreuden? 5. Drum laß mich jene Herrlichkeit, Gott, stets 3 vor Augen haben, und hier, in unsrer Prüfungszeit, um jene besser'n Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, vor allen Dingen mich bemüh'n, und so zur Ernte reifen! 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das so, wie er, die Tugend übt, und sich vorSünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deix ner Güte freu'n in jenena höher'n Leben. 7. Zu diesem Sinne wollst du mir, Gott, Muth und Kräfte geben, damit ich immer möge hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein geprüftes Kind, zu jener Freude gehe. 4. Auf kurze Zeit bin ich nur hier; dieß laß mich nie vergessen! Nur hast du mir zur Uebung zu- 3. Lobsinge, Mensch, gemessen; schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dieser schönen Erde Pracht wird dann auch mir vergehen. Mel 123. Nun lob, mein Seel, den ic. lobsinge dem Gott, dem Preis und Ruhm gebührt, dem Schöpfer aller Dinge dem Herrn, der weislich sie regiert! Er rief auch dich ins Leben, und lehrte dei nen Geist, mit Muth nach Bestimmung des Menschen, allem streben, was groß|| Mångel ben steter Selbste und edel heißt; verlich dir veredlung ab, so prangst du hoher Gaben und reger dort als Engel, umfaßt Kräfte viel, denn glänzend gleich deinen Staub ein und erhaben ist, Sterbli- Grab. Dort sieht dein Geist cher, dein Ziel. stets heller, was er hier dunkel sah', und wächst im Guten schneller, als es einst hier geschah'. Hier wandelst du auf Erden, als Kind, an Gottes Hand, um dort ein Mann zu werden, an Kraft und an Verstand. 2. Was sind die SeelenFräfte des Thiers, das nicht vernünftig denkt? Auf thierische Geschäfte sind sie vom Schöpfer eingeschränkt. Es kann bey blinden Trie: ben, die es befolgen muß, nichts suchen und nichts lieben, als sinnlichen Genuß; steht auf der Schöpfung Lei ter, o Mensch, tief unter dir, und steiget hier nicht weiter; du bleibst sein Herr scher hier. 3. Mit edlern Fähigkeiten, die ewig wachsen, pran gest du, und an Vollkom menheiten nimmst du durch Fleiß und Uebung zu. Du mehrst der Weisheit Schåge, indem du täglich lernst, vollbringst des Herrn Geseze stets leichter, ist dir's Ernst. Du darfst nur stand haft ringen, so stärkt sich deine Kraft, dich selber zu bezwingen, und du wirst tu gendhaft. 4. Ja, legst du deine 5. Groß ist dein Seelenadel; dein Ziel ist die Vollkommenheit. EinLeben ohne Tadel führt dich, o Mensch, zur Seligkeit. Heil ewiglich dem Frommen! Er folget immerdar dem Jesu, der vollkommen, wie Gott, sein Vater, war. Drum wird er einst, erhoben hoch über Tod und Grab, den Gott vollkommen loben, der Menschenwerth ihm gab. 6. Lobsinge, Mensch, lobsinge dem Herrn; denn ewig ist dein Loos! Sey thätig, strebe, ringe, so wirst du edel, gut und groß. O, trag' der Leiden Bürde getrost, als Christ und Mann, weil sie des Geistes Würde erhö hen soll und kann. Stets Religion, Bibel. vorwärts, nie zurücke! Dieß|| so bleibt am Himmelsglús muß dein Wahlspruch seyn; cke der schönste Antheil dein. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. 4. 상황 2 matt $ ² Ge- dan- ke voller Seligkeit! Gedanke Was war' mein Daseyn ohne dich? Mit welchem $ der Unsterblichkeit! Du stårkster Trost im LeSchauder würde mich die Zukunft oft durchbes + ♦ Î ben! Umsonst erhöbe sich mein Herz zum Himben! 5 ✰ mel bey so manchem Schmerz. 2. Ich irrt' ein dunkles Thal hinab bis an mein schreckenvolles Grab, das Ziel von meinen Thränen? Was wäre meines Lebens Glück mehr, als ein flücht' ger Augenblick, mehr, als ein banges Sehnen? Was sind die Freuden dieser Welt, wenn ew'ge Nacht uns einst befällt? 3. Und ist der Leiden grosse Zahl in diesem dunkeln Pilgerthal, nicht oft das Loos des Lebens? Ist nicht das Laster oft beglückt, und seufzt nicht, tief in Staub gebückt, die Tugend oft vergebens? Wird nicht der Wahrheit hoher Werth oft von des Irrthums Nacht entehrt? 4. Heil mir, daß mich mein Gott erschuf! Die Ewig feit ist mein Beruf, und hier das erste Leben. Zwar diese Hülle fällt einst ab, und Asch' und Moder füllt mein Grab; doch wird mein Geist sich heben, erheben über Grab und Staub, unsterb: lich, feines Grabes Raub. 6 Bestimmung des Menschen, 5. Heil mir, mein frohes Aug' erblickt die Brüder, die, der Erd' entrůckt, vor mir den Sieg erstritten. Nach überstandnem Unge: 5. mach des Lebens folgen Alle nach. Es ist nun ausgelitten; und meinem Blick entbüllt sich dann der Gottheit grosser, weiser Plan. Mel. Id) ruf zu dir, Herr Jesu Christ zc. + 회 us Er de ward mein Leib erbaut, und A Doch weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß Z 07 wird auch wieder Erde. Er, mehr als Staub, er nicht sterben werde. $ $ er, Gottes Hauch, wird nach dem Tod auch € 7 leben; schweben, schweben wird er zu Gott, 11 und auch Gott außerm Leibe leben. 2. Mein Leib denkt nicht, mein Geist allein kann den ten, kann begehren; deß, was nicht sichtbar ist, sich freu'n, Gott kennen und vereiren; in dem, was er durch ihn empfand, dich), o meinSchöpfer, finden, dich empfinden, und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest eine Hütte mir, Gedanken da zu same meln, und da zuerst, mein Gott, von dir, und deiner Huld zu stammeln, und, immer mehr veredelt, mich in deinem Lob zu üben, und ges trieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. 4. Ach, viele Heiden Religion, Bibel. wußtens nicht, weil sie, versen Traum der Zeit; nur hüllt in Schatten, nicht dei ner Wahrheit Sonnenlicht, dein Wort, o Gott, nicht hatten; ich aber weißt es! Welch ein Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verderben; mein beßrer, höhrer Theil, die Seele, kann nicht sterben. zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Seligkeit? t, was in mir denkt, ein Hauch? Schwindet es, wie Dunst und Rauch, wann des To: des letzten Siegen alle Kräf te nun erliegen. 2. Bin ich, wann ich ster ben werde, völlig der Ver wesung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde; ach, ein bald verwester Staub! 5. Nicht sterben, ja, nicht sterben! Gott, des bes sern Lebens Glauben soll keines Listrers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben! Ich werde sterben; aber dann wird Gott zu sich mich führen, triumphiren wird meine Seel', und kann im Tode nicht verlieren. 6. Soll nicht verlieren; mehr dereinst, als ich mit al len Sinnen genieße, wann du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen! Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben! Gottes Erben ist dieser Tod Gewinn; die Seele fann nicht sterben! 7 Mel. 58. Freu' dich sehr, o meine 2c. erreicht'ich hier mein Ziel, batt' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren: lieber wär' ich nicht geboren. 3. Ist dieß Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad; sagt, ware um mir's Gott gegeben mir Vernunft gegeben bat? Glücklich wär' ich, nähm' er mir's, gabe mir die Lust des Thiers, das in Freuden húpft und spielet, und den Tod nie voraus fühlet. 4. Seyn und dann vernid)tet werden: Mitternachtges danke fleuch! Oder, ihr Gewürm' auf Erden, neidisch seh' ich bin auf euch! Denn was húlfe mir der 6. Schuf mich Gott für Flug, der so oft zu Gott mich, Augenblicke? Blos für die: trug, wenn ich ganz im Tode 8 Bestimmung des Menschen, stúrbe, ganz, des Todes Naub, verdurbe? 5. Nein, Verachter, meinen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sey, soll kein Blendwerk je mir rauben, feines Leichtsinns Spotteren! Meine Seele ist kein Rauch, ist ein Funken, ist ein Hauch, den ich von dem Schöpfer habe, ihn verweht kein Sturm im Grabe. 6. Geist! das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hulle nur; einst des edlern Leibes Same auf der Aufers stehung Flur! Wie ein Samenkorn verdirbt, Frucht zu tragen, also stirbt auch mein Leib, ein höh'resLeben einem edlern Keim zu geben. 7. Nein, Gott schuf nicht unsre Seelen blos für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Nur für dieses schuf er sie; Seelen, Seelen sterben nie; selig machen, oder richten, wird er fie, und nicht vernichten! 8. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unver: gånglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der ZeitZeugen, Bürgen sind ſie mir, daß ich mich, mein Gott zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb', und ewig lebe! 9. Du, o Schrecken, im Gewissen der Verbrecher; du, o Ruh', und was From me nur genießen, hoher Friede Gottes, du- Zeugen, Bürgen seyd auch ihr, wann der Tod mich schrecket, mir, daß mein Geist nicht sterben werde, wann der Leib zerstäubt zu Erde. 10. Dankt es Jesu, Gotteskinder, daß euch keine Zus kunft schreckt; daß des Todes Überwinder einstdieSchlummernden erweckt! Euch em pfängt, send ihr ihm gleich, wannihr sterbt, ein himmlisch Reich, wo zu einem bessern Leben Gott die Seinen wird erheben. 11. Ewig, ewig werd' ich leben; sicher der Unsterba lichkeit, streb' ich mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich vest und still, jeden Pfad des Rechts, und will, unverrückt zum Ziele streben, hier schon für den Himmel leben! Religion, Bibel. 12. Aber, daß mein Flug nicht wanke, stårke mich, o Gott, dein Wort, und der felige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz, nochleid, Bonne nur und Herrlich keit! Dort, o Gott, vor dei nem Throne meines Kam pfes Preis und Krone. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen ic. nichtung Raub? Der uns das Seyn gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben, lockt Keime aus dem Grab. 4. Nach einem höhern Ziele strebt hier mein Geist schon früh'; doch, ach, so sehr ich ringe, erreich' ich es doch nie. Wozu der Muth, dies Streben, der Keim voll hoher Kraft? Für diese Spanne Leben? Wie klein, 7. Unsterblichkeit! Ge- wie råthſelhaft! danke, der meinen Geist belebt, und in der Trübsal Stunden ihn zu denSternen hebt! Du strahlst mehr, als die Sonne, mir Licht und Warme zu; mein Glück und meineWonne, mein höchster Stolz bist du! 2. Ich sterbe nicht auf ewig, sonst wäre Leben Qual. Ich komme, nach dem Tode, zu Freuden ohne Zahl. Es stammt vom Herrn des Lebens dies süße Vorgefühl. Er gab mir's nicht verge bens; ich seh' mein höh'res Biel. 5. Der Geist des Menschen strebet nach Wahrheit und nach Licht; doch, ach, er strebt vergebens, hier findet er sie nicht. O, dieser Durst nach Wahrheit wird dort, nur dort gestillt, wo einst, in größ'rer Klarheit, der Born der Wahrheit quillt. 6. Hier weinet oft die Zugend, verkannt, verfolgt, geschmäht, indeß des Lasters Sklave sich stolz im Glücke bläht. Dort über Sternen thronet, er, der Gericht einst hält. Die Tugend wird bes lohnet, in einer bessern Welt. 7. Deß freu't sich meine Seele, die vor Erwartung 3. Vernichtet wird auf Erden auch nicht der kleinste Staub. Thor! und des Men- glüh't. Hoch tönet noch am schen Seele wär' der Ver- Grabe der Sieger Jubellied. 10 Ich weiß, an wen ich glaube, weiß, was mir Gott ver: heißt: der Leib nur wird zu Staube, unsterblich ist mein Geist. Bestimmung des Menschen, 8. So sterben Wald und Fluren im Winterschlaf da 8. 1 Mel. Nun sich der Tag geendet hat ic. B 1st Heil dem, der dich, Religion, durch Wort hin; die Frühlingssonne lås chelt, und Wald und Fluren blüh'n. O Bild vom bessern Leben! Du Flur im Früh lingskleid! Mein Haupt werd' ich erheben im Lenz der Ewigkeit. S und That bekennt! Denn ihm gewährst du Se * ligkeit, die keine Sprache nennt. 로 2. Doch dem nur, der von Herzen dich bekennt; demFrömmigkeit, dem wah: re Tugend heilig ist, der ihr sein Leben weih't; 3. Der nicht nach leerem Schatten greift, vom Glau: ben nicht blos spricht; nein, auch des Glaubens Früchte bringt, das Gute thut aus Pflicht; 4. Den, göttliche Reli gion, führst du mit Mutter: hand durchs Pilgerleben hin, und bringst ihn einst ins Vaterland. 5. Schon hier wird jede Freude ihm verschönert, jes des Glück erhöh't; denn inn's re Seelenruh' erheitert ſei nen Blick. 6. Und trübt seinHimmel sich, verbirgt die Sonne sich: so hellt ein Strahl von Gottes Licht ihm auf die schön're beß're Welt. 7. Mit Muth gestüblet, wird er selbst dem Tod' entgegen seh'n; er weiß: durch Grüber werden wir zum hóhern Leben geh'n. 8. Gott, laß uns die Religion, Bibel. Religion stets theu'r und heilig seyn, und laß, bey wahrer Frömmigkeit, uns ihres Segens freu'n! WAX ANG Mel. 181. Er starb, der größte ic. 9. Neligion, von Gott gegeben, wie bist du unserm Herzen werth! Ach! traurig ist das Erdenleben für den, der deinen Trost entbehrt: du gibst uns Trost in jeder Noth, besiegst die Furcht vor Grab' und Tod'! 2. Du bist es, die uns Gott erkennen, uns unsern Schöpfer lieben lehrt; wir dürfen ihn nun Vater nen nen, und hoffen, daß er uns erhört, uns Muth und Kraft zur Tugend schenkt, und unser Aller Schicksal tenkt. 3. Du lebrest unsern Geist vest glauben, er lebe fort in Ewigkeit; die Hoffnung soll uns niemand rauben, die Hoffnung der Unsterblich keit. Und wo uns nichts mehr trösten kann, da fångt dein rechter Trost erst an. 4. Religion, des Lebens Wonne, begleite du uns bis ans Grab; einst strahle du, des Lebens Sonne, vor uns ins Todesthal hinab! Du ziehst um uns der Hoffnung Band; wir geh'n getrost an deiner Hand. Mel. 519. Gott des Him. micls 2c. 10. Theures Wort auß Gottes Munde, das so edle Früchte trägt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Mich ergreifet jenes Lebens Freude, süsses Vorgefühl meinesDenkens, meis ncs Strebens, dort an meis nes Laufes Ziel, wann mein Blick, durch deine Macht, dringet durch des Todes Nacht. 3. Du mein höchstes Gut auf Erden, Führer zur Volls kommenheit! möcht' ich durch dich weiser werden hier in dieser Prüfungszeit! Heil mir! deiner Weisheit Sinn führt zu hoher Würde hin. 4. Geist vom Vater und vom Sobne, du, o meines Gottes Geist! fordern konnt' ich's nicht zum Lohne, was 12 Bestimmung des Menschen, du durch dein Wort mir reichst; freye Güte war's, daß du dieses Licht mir sands test zu. 5. Möcht' ich nun auch recht erkennen deiner Gabe hohen Werth, und von from mem Eifer brennen, auf das, was dein Wort mich lehrt, voll von heil'aem Undachtssinn, meinen Geist zu 11. Theuer sey mir alle, richten hin! 6. Möcht' auf seine Zugendlehren, Lehren der Unsterblichkeit, allezeit ich achtsam hören, daß nicht Welt, nicht Eitelkeit, mich von Gottes Wegen zieh'n, an des Lasters Abgrund hin. 7. Was ich lese, möcht' ich's merken, was du sagst, möcht' ich es thun! Wird dein Wort denGlauben står ken, möcht' es dabey nicht beruh'n! Soll er wahr und lauter seyn, sey auch Herz und Wandel rein. 8. Möchten alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur geh'n! Wort, das ich zum Grunde lege, vest, wie Felsen, sollst du steh'n; daß mein Herz auch Trost und Rath in den Leidenstagen hat. 9. Jesus, dein so edles Les ben,- deine Tugend, deine Treu',- möchten sie mir Eifer geben, daß auch ich, mit heil'gerScheu', hier stets vest im Glauben steh', bis ich dort zum Schauen geh'. Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind hier zc. zeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheisset, traue, vest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bey deiner Wahrheit Licht' lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und, nach seinem heil'gen Willen, uns re Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du ins Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde groſ sen Schaden; doch auch deines Vaters Huld und den Religion, Bibel. Reichthum seiner Gnaden;|| nen Lobgesang, den ich, hocherfreut, dir singe. Du, du heilst auch mich, aus Gnaden, von der Sünde gros sem Schaden. ant lehrst uns aller unsrer Sún den gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir, beschwerteSeelen, es soll euch, zu eu rer Ruh', nicht amTroste bey mir fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die, zu deines Namens Ruhm, dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 13 8. Köstlicher, als Gold, sey mir, was dein göttlich Wort mich lehret. Dank, ja ewig Dank sey dir für den Trost, den du gewähret! Werd' ich einst zu dir erho ben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln. So 7. O, nimm gnådig an nimmst du mich einst, im den Dank, den ich dir voll Scheiden, auf zu deinen höEhrfurcht bringe! Höre mei- hern Freuden. Mel. Ach Gott und Herr 2c. 12. THE Gott ott ist mein Hort, und auf sein Wort # E 11 soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein 499 Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Bestimmung des Menschen, mich von dem Glauben| Mel. 165. O Gott, du from schrecken. mer Gott ic. 3. Wo hätt' ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie, verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblich keit und Leben. Zur Ewige keit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 15. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort er schienen. 6. Nun darf mein Herz, in Neu' und Schmerz der Sünden, nicht verzagen. Nein, du verzeih'st, lehrst meinen Geist, ein glaubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Múb' vermag ich's nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort! denn du hast's uns gegeben. Es sey meinTheil; es sey meinHeil, undKraft zum ew'genLeben. 13. Soli Doll dein verderbe tes Herz zur Heiligung genes sen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort, zum Heil der ganzen Welt, von Gott gegeben ist, und seinen Rath enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehr furcht lies, mit Lust und mit Vertrau'n, und mit dem frommen Ernst, in ihm dich zu erbau'n. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Ge bot für dein Wort ewig bal te, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, und stets das Göttliche in deiner Lehre seh'n! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn Religion, Bibel. 45 man sie redlich sucht, gewis senhaft sie liebt. 5. Lies, frey von Leiden schaft und ledig von Geschäf ten, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräf ten. Des Abends stille Nuh', des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sen der Schrift geweih't! 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurük: ke; empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was dieSchrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sen von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie gebeimniß voll; so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Berstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt un endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt; so glaube, was 12. Halt vest an Bottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist! dein Glück imHim mel werden. Verachte, christlich groß, des Bibelfeins des Spott; die Lehre, die er spricht, nicht, was deiner schmäht, bleibt doch das Witz begehrt. Wort aus Gott. 9. Auch seines schwachen Lichts nicht stolz sich überheben, fern von Vernünfteley, Gott dann die Ehre geben, wann er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from: mer Christ, durch keine Zweifel krånken. Hier bist duKind; doch dort wirdGott mehr Licht dir schenken. Dort, wächst mit deinem Glück' dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. 11. Berebre stets die Schrift. Und sieh'st du Duns Felheiten; so laß dich deinen Freund, der mehr, als du, sicht, leiten. Ein forschene der Verstand, der sich der Schrift geweih't, ein heilverlangend Herz, hebt manche Dunkelheit. Glaubenslehre. I. Von Gott und seiner Schöpfung. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn mein Geist zc. da für mich gewacht, als ich im Dunkeln schlief. 4. Und wenn ihn nicht er 14.Cin Gott ist, ruft reicht mein Flug, mein Geiſt ihn nicht ermißt; so ist's dem Herzen schon genug, daß er mein Vater ist. mir Alles zu, laut sagt es mir mein Herz. Wo fånd' ich, ohne ihn, wohl Ruh', wo Trost bey Leid undSchmerz? 2. Zwar fassen kann ihn nicht mein Geist, wie er sich auch bestrebt, ihn, den das Heer der Sterne preist, vor dem die Erde bebt; 3. Jhn, der, mit unbe grånzter Macht, mich in das Daseyn rief, und der schon 15. 5. Dieß trocknet mir die Thrånen ab, erhellt das Dunkel hier, und gibt mir Muth, wenn nun das Grab sich öffnet unter mir. 6. Ein Gott ist, wohl mir, daß mein Herz dieß innig fühlt und glaubt! Es wäre mir bey Leid und Schmerz sonst jeder Trost geraubt. Mel. Kommt her, spricht Christus 2c. 15 E Wie ie könnt' ich zweifeln, daß du bist, o H Gott, der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Von Gott und seiner Schöpfung. $ Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht ✓ 999 $ mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts nichts ist hier vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ord: nung, die entzückt, im Grof sen und imkleinen; ich sehe, ganz erstaunt seh' ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel' vereinen. 3. Eins muß dem Andern núßlich seyn, daß Alle sich des Daseyns freu'n, die sich empfinden können. Und wie? Doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich! nicht vom Ohngefähr entstanden Himmel, Erd und Meer; so konnte nichts entstehen! Du sprachst ein Wort, da ward, was ist; und einzig darum, weil du bist, ist Alles, was wir sehen. B 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ord 17 nung noch erhält, mit Weißheit jie regieret. Du bist es, der, nach seinem Nath, auch uns auf unsers Lebens Pfad' mit weiser Gnade führet. 6. O, wohl mir, Höchster, daß du bist, und diese Welt nur dein Werk ist! Nun ist gewiß meinLeben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel' nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weih'n, zur 2 18 Von Gott und seiner Schöpfung. 3. Oben wölbt er seinen Himmel; aus Wassern unter seinem Himmel wird jede Wolk' ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Hdhen; es flieht auf sein allmächtig Wehen, und überströmet sie nicht mehr. Er 16. Betet an, laßt uns hemmt der Fluthen Lauf; lobsingen, und Ruhm und enthüllet steigt berauf Got Dank dem Schöpfer brin-| tes Erde, sein Eigenthum, gen, dem Allerhöchsten Ehr' sein Preis und Ruhm, und und Macht! Betet an! Er seines Sohnes Eigenthum. hat erschaffen. Frohlockt, frohlockt, er hat erschaffen. Ihm werde Lob und Preis gebracht! Die Engel sind durch ihn; die Menschen sind durch ihn; Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält; es rühm', es preis' ihn seine Welt! 2. Er verließ die erste Stille, die Welt zu schaffen; was sein Wille aus freyer Huld beschloß, geschah. Als er schaffend rief: Es werde! da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Gute da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel jauchzte schon: Preis dem Schöpfer! Doch schien noch nicht der Welt sein Licht; er sprach: Es sey! da ward es Licht. Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und nach dem Tod' des Himmels Wonne geben. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die 2c. 4. Er gebeut: der Erde Felder, und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blüh'n fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond undSterne regies ren still die ernste Nacht. Erspricht, da lebt im Meer ein tausendfältig Heer. Preis dem Schöpfer! Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schöpfer, der's zum Leben ruft. 5. Sagt, wer schuf auf dem Gefilde das Thier; wer war es, der dem Wilde die Fesseln aufgelöset hat? Sagt, wer gab den Wüsteneyen zum Herrn, der Thiere Furcht, den Leuen? der Ew'ge, groß von Nath und That. Das Von Gott und seiner Schöpfung. kühne Roß, der Stier dankt,| Gott! der Herr ist Gott! Es Herr, sein Daseyn dir! Alles jauchze: der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer, er ist Gott! 6. Tiefer betet an, und bringet der Lobgesänge mehr und singet gewaltigern, er habnern Dank! Ich will, sprach er, Menschen schaffen, nach meinem Bilde sie erschaffen! Und Adam ward, erstaunt' und sang: Gott ist mein Schöpfer, Gott, ich ward auf sein Gebot. Preis dem Schöpfer! Der Herr ist 17. Tr ist nur er, kein Andrer, Gott. 7. Ewig wollen wir lob: singen, und Preis und Dank dem Schöpfer bringen, dem Allerhöchsten Ehr' und Macht! Denn er hat auch uns erschaffen; zu seinem Ruhm auch uns erschaffen. Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir. Frohlockend jauch, zen wir: Preis dem Schö pfer! Er schuf die Welt, die er erhält; es rühm', es preis ihn seine Welt! Mel. Mein's Herzens Jesu, meine Lust 2c. + 19 W enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Liebe, die für Alle wacht, +: quot die Weisheit deiner Wege, so weiß ich, von Beanbetend überlege, 1 1 1;;*] wund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, 4 mein Gott, mein Herr und Vater! 2* 20 Von Gott und seiner Schöpfung. 2. Mein Auge sieht, wo: hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer der Sterne? täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle Welt sag': Amen! Ja alle Welt ehr' Gott, den Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott voll Macht und Herrlichkeit! Gott, deine 13. Wer mißt und zählt Gute reicht so weit, so weit der Himmel reichet. 4. Dich predigt Sonnen schein undSturm, dich preist derSand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt un serm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder: bar bereitet, der Mensch), ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. der Wesen Reih'n, die sich, o Schöpfer, deiner freu'n, zu dir hinauf als Vater seh'n, zu dir aus allen Welten fleh'n. 2. Unzählbar ist der See len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und die, schon selig, unsre Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. So wird, durch deiner Allmacht Kraft, die immer neues Leben schafft, noch manch Geschlecht die Erde seh'n, und durch den Tod zum Leben geh'n. 4. Doch hier auf Erden nicht allein sind Wesen, die Von Gott und seiner Schöpfung. sich deiner freu'n, die auf zu dir, dem Vater seh'n, und Glück und Heil von dir er fleh'n. 5. Zu deines großen Namens Ehr schufst du der Geister zahllos Heer; durch deine Huld sind sie geweiht zu unnennbarer Seligkeit. 6. Wann einst, auf deinen Wink, mein Geist sich seinen 19. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 2C. ◊ pºes # 4 qp² Mit heil'gem Schauer blick ich, Herr, zu 21 Fesseln hier entreißt; dann werd' ich unter ihren Reih'n auch ihnen gleich und selig scyn. 7. Preis dir, o Vater! dessen Ruf mit ihnen mich verschwistert schuf, und nur dem Leibe hier ein Grab Unsterblichkeit dem Geiste, gab. 2. Wie schön, wie herrlich leuchtet mir, aus uner: meßner Ferne, des Mondes fanfter Silberglanz, das milde Licht der Sterne! deines Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, ** Welt auf Welt, von dir geordnet, stehen. 3. Vom Staube wag'ich's, hinzuschau'n, wo deineSonnen glänzen; und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Gränzen. losen Naum der fernsten Sonnenheere mißt kein Erschaffner; ihre Zahl gleicht der des Sands am Meere. 5. Nur du, o Unermeßlicher, zählst ihre Millionen; du segnest hier, du segnest dort, wo frohe Leben wohnen. 6. Auch dort ist deines 4. Umsonst! den gränzen- Reichs Gebiet erfüllt mit 22 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; höhern Wesen; und sie, wie ich, sind, Herr, durch dich, zur Ewigkeit erlesen. 7. Frey werd' ich einst, mit II. Von der Erhaltung und Regierung der Welt; oder von der göttlichen Vorsehung. ihnen, mich von Sonn' zu Sonne schwingen; mit ihnen, Weltenschöpfer, dir, Dank, Preis und Ehre singen! Mel. 74. Wie leuchtet uns der 20. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön; einmuthig Alle Gott erhöh'n, und seine 20. Fleug auf, mein Größe preisen! Wie Alle Ju bel sind und Dank; ein hoher lauter Lobgesang dem Gútigen und Weisen! Ach, wie könnt' ich fühllos schweigen; solcher Zeugen Lob verneh men, und doch seines Ruhms mich schämen! Psalm, mein Lobgesang, Anbetung Gott, und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn viel höh're Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch dich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprachy zu seinen Himmeln: Seyd! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da, voll Reiz und Pracht, vor thm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 4. Für wen hat Gott, gleich einem Zelt, die Him mel über seine Welt so künst lich ausgebreitet? Wer nüßt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und berei tet? Lächeln mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Ge birg? Wem tönt und schwebt der Sånger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das oder von der göttlichen Vorsehung. Meer? Wem lebt der Thiere durch seine Macht, zum Herrzahllos Heer auf blumen- scher mich erhoben. Mir, reichen Triften? Quellen mir gab seine Schöpferhand rieseln; Winde wehen, Fluß' und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch strahlt mir unge schwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, bleibt immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke sei ner Stårke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht; hat über sie, 21. INCL Mel. Ein' veste Burg ist unser Gott ze. 23 Gefühl, Bewußtseyn und Verstand, ihn würdiger zu loben. Rühm' ihn, Seele! Jauchzend halle, von dem Schalle deiner Lieder, Gottes Erd' und Himmel wie der! Durd 0 8. Das Kind, der Jungling und der Mann, die ganzeSchöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vollen Brust, strómt hin, Em pfindungen voll Lust, in ho: be Dankgesånge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Secle, meine tiefgerührte Seele! B urch dich, o Schöpfer, kann die Welt, So lange sie dein Arm erhält, # allein durch dich, bestehen. Du Urquell aller wird sie auch nicht vergehen. H f Kraft, du bist's, der Alles schafft; von dir, von 24 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; 11 o dir allein kommt Leben und Gedeih'n, dich B preisen unsre Lieder! 2. Noch strahlt derSonne mildes Licht herab aus hoher Ferne; noch weicht aus sei nen Bahnen nicht das Heer zahlloser Sterne. Noch wird zu rechter Zeit des Mondes Licht erneut; noch wechsein Tag und Nacht, wie, Herr, es deine Macht von Anbe ginn geordnet. 3. Noch bringen Frost und Schnee und Wind, und Reif und Thau und Regen, die deiner Gute Bothen sind, den Ländern Heil und Se gen. Noch strömet, auf dein Wort, des Lebens Quelle fort, und wenn die Ernte naht, rauscht noch die reife Saat des Schnitters Arm entgegen. 4. Noch immer muß, auf dein Geheiß, der Herbst sein Füllhorn leeren, und nach des Winters Sturm und Eis der Frühling wiederkehren; noch immer würzt die Luft der Blumen süßer Duft; noch stellt in jedem Jahr ver jüngt sich wieder dar, was unser Aug' entzücket. 5. Kein Same, Gott, kein Kraut vergeht, und kein Geschlecht von Thieren. So lange noch die Erde steht, soll keines sich verlieren. Du bist's, der in der Welt die Wesen all' erhält. Es pflanzet, auf dein Wort, sich jedes Würmchen fort in ungezählten Schaaren. 6. Die Thiere sind des Todes Raub, um nic zurück zu kehren; auch unsre Leiber werden Staub, die Zeit wird sie zerstören. Und dennoch fehlen sie durch dich der Erde nie; es werden, wenn der Tod auch gleich Entvölk rung droht, sich Mensch und Thier doch mehren. 7. Ja, Gott, du ſorgst, als Herr der Welt, auch für des Menschen Leben. Du bist es, der es uns erhält; du hörst nicht auf, zu geben, oder von der göttlichen Vorschung. was unsern Leib ernährt, gewiß, du thust mir wohl, und unsrekräfte mehrt. Wer sollte sich nicht freu'n, nicht dir sein Leben weih'n? Wer sollte dich nicht preisen? so lang ich hier noch leben soll! Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht Mel. 125. Vater unser im das Land, doch nährt ihn deiHimmelreich 2c. ne mildeHand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als sic! 22. Gott, deine weise Macht erhält die ganze lebenvolle Welt; und aller Augen freuen sich, und warten boffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 2. Kaum öffnest du die Hand, so fließt herab, was ihnen nöthig ist; mit Wohlgefallen süttigt sie dein Aufsohn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder un bekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Herr und Gott, Gesundheit, Kräfte, täglich Brot; gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so våäterlich für seinenSohn, als du für mich). 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's 25 6. Du schufft mich nicht für diese Zeit; mein Ziel, Herr! ist die Ewigkeit. Vernunft und Freyheit gab mir Gott; für mich ging Jesus in den Tod; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hobeit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfahn. Dem Sünder selbst, der dich verschmäht, gibst du sie ohne sein Gebeth. Wie solltest du mein kindlich Fleh'n um Klei dung, Speis und Trank, verschmäh'n? 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben mich erfreu'n, doch mehr noch deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen Von der Erhaltung und Regierung der Welt; mich, und selbst die reiche|| Dürftigkeit vor Schmach Quelle bist, aus welcher jede und Unzufriedenheit! Du Wohlthat fließt. nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang! 26 9. Bey deiner Gaben Ueberfluß erhalt'mich) mäßig im Genuß, bewahre mich in 23. Mel. Was mein Gott will ic. c. reist, Menschen, preist den Herrn der Prei in Berg und Thal, in Wald und 4 Welt! Seht seiner Vorsicht Spuren, Durch seine Feld, in Wiesen und auf Fluren! Kraft, die nichts erschafft, was er nicht auch regieret, steht alles da, wird fern und nah' sein Rathschluß ausgeführet. 2. Nichts läßt er durch ein Ohngefähr, nichts ohne Zweck geschehen. SeinWink ruft die Geschöpfe her, sein Wink läßt sie vergehen, und was er thut, ist immer gut, kann nie des Zwec's verfeh: len. Ihm mangclt's nicht an Macht und Licht, das Beste zu erwählen. 3. Nur er vertheilt der Kräfte Gang; in Menschen, Thieren, Pflanzen herrscht Ordnung und ZusammenUniv.- Bibl. Giessen oder von der göttlichen Vorsehung. hang zum sichern Wohl des Ganzen. Der Bäume Laub, der feinste Staub, und Was ser, Luft und Erde, zenat, daß die Welt, die er erhält, nie leer an Segen werde. 4. Die dürren Felder trånket er mit Thau und mildem Regen; der Don ner kracht und rollt daher, und bringt den Völkern Se gen. Wir sehn erfreut den Reiz erneut, der unsre Erde schmücket, und, daß die Saat Gedeihen hat, wirkt er, der gern beglücket. 5. Der Herr, der Welten Herr allein, läßt unsern Plan gelingen, gibt Kraft, derTugend treu zu seyn, und Gutes zu vollbringen. Was uns gebricht, versagt er nicht, er will uns stets erfreuen, wenn wir nur gern, ihm, unserm Herrn, hier un ser Leben weihen. 6. Gott, was dein Rath mir nüßlich fand, mag im mer mir begegnen. Mein Schicksal steht in deiner Hand; ich weiß, du willst mich segnen. Ja selbst im Schmerz soll nie mein Herz an deiner Huld verzagen. Ich kenne dich, du kennest 27 mich, wie könnt' ich jemals flagen? Mel. 223. Nun danfet alle Gott 2c. 24. Der du mit starker Hand der Welten All regie: rest, und aller S. erne Heer in seinen Kreisen führest, du blickst mit Vaterhuld auch auf den Staub herab, dem deine Allmacht einst Gefühl und Leben gab. 2. So viel der Wesen sich auf deiner Erde regen, mit Vatergüte kommst du Jeglichem entgegen; doch hast du, Preis sey dir, der selbst den Wurm erquickt, vor allen das Geschlecht der Sterblichen beglückt! 3. Ein Funke deines Lichts glüht auch in unsern Seelen; frey können wir, wie du, was recht und gut ist, wählen; das Ziel, nach dem dein Wort, zu streben, uns gebeut, wir fühlen's tief entzückt, es heißt Unendlichkeit. 4. Du hast uns deinen Sohn zu unserm Heil gege: ben; die Menschheit soll durch ihn stets höher sich erheben; durch Thaten groß und gut, durch Wahrheit und Von der Erhaltung und Regierung der Welt; 9. Laß, wo noch Irrthum herrscht, die Wahrheit machtig siegen, und Recht und 5. Zwar sank sie oft herab Tugend nie auf Erden unvon ihrer hohen Würde; sie terliegen; von jedem hartrug des Lasters Joch, sie ten Druck', von jeder Tyrans trug der Thorheit Bürde; ney' mach)', o Allattiger, durch Borurtheile blind, gemach' uns auf ewig frey! täuscht durch eiteln Wahn, Mel. 194. Du, o schönes Welt Gebäude 2c. entfernte sie sich oft, o Gott, von deiner Bahn. 6. Und ach, wie oft hat fie des Elends Druck em pfunden, vor manchem Wütherich im Staube sich ge wunden! Wie oft verströmte fie, gereizt durch eigne Wuth, in wildem Schlachtactös für einen Babn ihr Blut. 28 durch Recht in Zeit und Ewigkeit ein glückliches Geschlecht! 25. Gott, ott, von Frohge: fühl gehoben, denken wir der alten Zeit, denken wir so mancher Proben deiner Huld und Freundlichkeit! Deine Weisheit, deineStår: fe, strahlt aus jedem deiner Werke, lehrt, voll Hoffnung und Vertrau'n, auf die Zukunft hin uns schau'n. 7. Doch immer väterlich bast du sie, Herr, geleitet; in trüber Nächte Sturm ihr Licht und Trost bereitet; und wenn sie sich gedrångt von allen Seiten sah, warst du, der Nettende, mit deiner Hülf' ihr nah'. 2. Rettung hat dein Arm bereitet uns am Tage der Gefahr, hat zum Lichte die geleitet, deren Pfad um nachtet war. Aus dem Dun kel schufst du Klarheit, zogst 8. O, leit' auch) ferner sie, bervor aus Wahn die Wahr durch deine Huld und Gna- heit, und der Våter Thra de, der Tugend sichre Bahn, nenblick gründete der Kin der Weisheit lichte Pfade; der Glück. daß sie, von dir geführt, bes seliget durch dich, mit kühnem, freyem Flug, stets höher schwinge sich). 3. Ewig weis und ewig milde, waltest du, Allmächtiger, deckest, wie mit einem Schilde, deine Kinder um oder von der göttlichen dich her, wenn sie mit ent schloßnem Muthe für das Wahre, für das Gute vest und treu im Kampfe steh'n, und auf dich voll Hoffnung seh'n. 4. Siegen muß die gute Sache, unter deinem Schutz ist sie! Mag des Frevlers wilde Rache schnauben, er vertilgt sie nie. In den grauenvollsten Stürmen kannst du Licht und Tugend schirmen. Frevler, eure Macht ist Spott! Eine veste Burg ist Gott! 29 Vorsehung. 7. Drohet ihr mit Skla venketten: selbst in Fesseln bleibt sie frey; und es eilet, sie zu retten, ihr Befreyer bald herbey! Und er hat mit euren Waffen, Schwert und Feuer, nichts zu schaffen, Wahrheit siegt durd) innre Kraft; Gott ist's, der ihr Sieg verschafft! 8. Ja, du hilfft ihr kåmpfen, siegen. Mag des Frev: lers Trug und List, mag der Irrthum sie bekriegen; der du selbst die Wahrheit bist, du läßt sie nicht untergehen, ewig wird ihr Reich beste: hen. Immerfort hat deine Macht sie im schwersten Kampf bewacht. 5. Stirbt die Wahrheit in den Flammen? Sinkt die Tugend in der Fluth? O, ihr könnt nur den verdammen, der die Wahrheit liebt und thut. Aber wird sein Blut 9. Auf denn, huldiget dem euch niißen? vor der Wahr- Wahren, huldiget dem Gu heit Nacht euch schützen, die, je mehr ihr sie entehrt, sich nur herrlicher verklärt? 6. Aus des Kampfes heif ser Gährung tritt sie rein und ungetrübt, wie des rei nen Gol des Währung in der Flamme sich ergibt. Fruchtlos strebet ihr, Tyrannen, Licht und Wahrheit zu verbannen; was den Geistern angehört, wird nicht mit 26. Was Gott erschuf, dem Leib zerstört. was er erhält im Himmel ten gern! In den drohendsten Gefahren ist des Schüzzers Arm nicht fern. Liebe im Pilgerlauf hienicden nur die Wahrheit und den Fries den, bis euch in der beſsern Welt ihre Sonne ganz ers hellt. Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. 30 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; und auf Erden, dieß alles kann in seiner Welt und soll vollkommen werden. Zum Bessern hin treibt Gottes Sinn; drum lasset, mit Ent zücken, uns in die Zukunft blicken. 4. Wir denken dieser frohen Zeit, und seh'n, im Geist', auf Erden, die Menschen rein'rer Seligkeit durch) Tugend würdig werden. Ja, unser Blick sieht Menschenglück in Zukunft schöner blühen, und Noth und Elend fliehen. 5. O, dieser sel'gen Hoff nung voll, laßt uns hierSags ten streuen für Wahrheit und für Menschenwohl, und ih2. Einst strahlt der Wahrheit reines Licht den Men schenseelen heller; dann täuscht sie Wahn und Irrthum nicht, des GeistesBlick sieht schneller. Nach Gottes Nath muß jede Saat derrer Frucht uns freuen. In Wahrheit einst gedeihen, einer Welt, die Gott erhålt und ihrer Frucht sich freuen. 3. Und glänzt nur erst dieß bell're Licht, dann werden Menschen leben, die, ganz erwärmt für ihre Pflicht, nach) reiner Tugend streben. Von Zeit zu Zeit wird Sittlichkeit in Gottes Welt sich heben, Vernunft den Sieg erstreben. da müssen Tugendsaaten blúh'n, reifen und gerathen. 6. Deckt uns des Grabes Hügel schon, noch leben uns re Brüder; der Tugend und Religion erschallen ihre Lie der. Auch unser Geist im Himmel preist, mit unsern Erdenbrüdern, dich, Gott, in höhern Liedern. Mel. Allmächtiger, wir singen dir ic. 27. 14 # s stremt, o Gott, aus deiner Hand Durch dich erhebt sich Meer und Land off 學 den Völkern Heil entgegen. Mit weiser Güte theilest zu Fruchtbarkeit und Segen, oder von der göttlichen Vorsehung. 31 du, was diesem fehlt, dem Andern zu, um Alle E zu beglücken. 2. Von dir kommt Weiß|| seinen Fleiß, dem Andern heit und Verstand, wodurch nützlich werde, der Landdie Reiche blühen; du weckst die Weisen in dem Land, und segnest ihr Bemühen, du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, um nůzlich hier zu werden. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfst sie unter sich durch deines Se gens Bante. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, die Völker zu beglücken. 4. Du gibst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfft dem Flor der Handlung auf, vie! Tausende zu nähren; zeigst überall und allezeit zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit, dem Fleiße Mel. 1. Es ist gewißlich ic. 5. Du zeichnest ihren Wir: 28. Du bist ein Mensch, fungskreis den Bürgern die- und Gott hat dir, was künfser Erde, daß jeglicher, durchtig ist, verborgen; dein Herr mann hier durch Müh' und Schweiß, der Künstler dort durch seinenFleiß, der Weise durch Belehrung. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit kindlichem Gemüthe! du herrschest uns veränderlich mit Weisheit und mit Güte. Beglücke unser Vaterland, durch deine milde Segenshand, mit Wohlstand, Fried' und Ruhe. 7. Gib uns, daß wir, mit Redlichkeit, in des Berufs Geschäften benutzen unsre Lebenszeit nach unsern besten Kräften. Mit Luft, o Vater, wendest du dem Lans de deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 32 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; und Schöpfer sorgt dafür, chen Schlägen? Wer allen was nützen deine Sorgen? deinen Gliedern Pracht und Und doch irrst du, mit ban Kraft, sich zu bewegen? Wer gem Sinn, durch tausend jeden Sinn? Wer Aug' und trúbe Sorgen hin, und Ohr? Wer richtete dein denkst: wie will es werden? Haupt empor, zum Himmel aufzublicken? 2. Was quälst du dich, und willst in Schmerz und Kummer dich verlieren? Ist Gott nicht weiser, als dein Herz? Laß ihn allein regie: ren! Befiehl dein Leben, deinen Stand, und, was du thust, in seine Hand, er wird, was gut ist, schicken. 6. Wer gab dir Speise, Kleid und Dach? Wer trug dich voll Erbarmen, als dir's an Allem noch gebrach, auf väterlichen Armen? Wer gab dir deiner MutterBrust, dir, daß du lächeln konn test, Lust? Wer sorgte für dein Leben? 3. Hast du mit ihm sein Hochgezelt, den Himmel, ausgebreitet? Hast du mit ihm den Kreis der Welt, und Licht und Luft bereitet? Gabst du mit ihm der Sonne Macht, zu leuchten, und den Mond der Nacht? Schufft du mit ihm die Sterne? 4. Eh' deine Mutter dich gebar, dein Leben dir verborgen, verborgen dir dein Anfang war, wo waren dei ne Sorgen? Wer hat durch Beystand und durch Rath schon da dein Heil bedacht? Wer hat dich wunderbar bereitet? 5. Wer gab dem Herzen ſeine Macht zu immer glei 7. Und doch willst du nicht ruhig seyn, und Gott nicht walten lassen, als säh'st du seine Weisheit ein, die Men schen doch nicht fassen? Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so willst du ihm nicht trauen? 8. Wo du ihn nicht zum Helfer nahmst, was ist dir da gelungen? Und, wenn du auch zum Ziele kamst, was hast du dann errungen? Ach, Lust auf einen Augenblick, und Kummer für ein wahres Glück- das war's, was du erwählteſt! 9. Durch Eigenwillen 33 13. Solch einem Vater wollten wir nicht unser Heil vertrauen, und nicht auf dies sen Felsen hier, wo sonst kein Fels ist, bauen? Nein, o mein Herz, sey ruhig, sey, auch wenn es stürmet, Gott getreu! Dein Gott kann dich nicht haffen. 14. So wirf denn nur, voll Glaubens, dich in deines Gottes Arme; und sey gewiß, daß våterlich er sich auch dein erbarme. So vieler schon erbarmt' er sich; drum zweifle nicht, er wird auch dich aus allem Kummer reissen! Mel. 527. Nun ruhet in den Wåldern 2c. oder von der göttlichen Vorsehung. kamst du oft in schreckliche Gefahren; doch Gott erschien dann unverhofft, dich gnädig zu bewahren. Er, der nicht, was du wolltest, that, er führte dich, durch seinen Rath, vom Fluche weg, zum Segen. 10. Er richtet die Betrübten auf, macht gut, was wir verwirren, und lenket liebreich unsern Lauf zum Gu ten, wann wir irren; gibt immer das nur, was uns nützt, errettet uns, und hilft und schützt, eh' wir um Hülfe flehen. he 11. Hält Gott dem Men schen oft sein Licht, weil er's nicht wie gråmt, wie angstigt er sich 29. Gesund, mit fro nicht mit lauter eiteln Sor gen; sucht hie und da, und findet nichts; will seh'n, und mangelt doch des Lichts, kann keinen Ausgang finden. hem Muthe, genießen wir das Gute, das unser Gott uns schenkt. O, preist ihn, Christen, preiset den Vater, der uns speiset, und unser Herz mit Freude trånkt. 12. Gott kennet ihn, und eilt er dann, sein Herz ihm auszuschütten; so nimmt er seiner Treu' sich an, läßt nicht umsonst ihn bitten. Geh' nur zu ihm, uns wohl zu thun, ist seine Lust, er kann nicht ruh'n, dein Bestes wahrzunehmen. 2. Er ruft herab: es werde! Und Segen schwellt die Erde, verjúnat steh'n Wald und Flur. Es lebt und schwebt auf Triften, im Wasser und in Lüften erfreut sich jede Creatur. 3. Dann sammeln seinen 3 34 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; Gegen, so viel sich lebend re-|| uns hier. Was ist des Legen, Geschöpfe sonder Zahl. bens Leiden? Ein ernster Vom Menschen bis zum Streit um Seligkeit. Es Wurme, im Sonnenschein mag uns übel gehen; wir und Sturme, herrscht Freud' werden's überstehen. und Wohlseyn überall. 4. Gott aber schaut vom Himmel das freudige Getümmel vom Auf- und Nie dergang; sieht seine Kinder sammeln, und ihr vereintes Stammeln tont ihm, in taus send Sprachen, Dank. 2. Wir werden, was am Herzen nagt, o, Chri sten, überleben, und über alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht; der Geist bes steht. O, laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erforschet die Natur; hier sieht er Got tes Milde, sieht rings um her der Liebe Spur in Wåldern, im Gefilde, im Wintersturm', im kleinsten Wurm', im Frühlingsschmuck, im Negen, und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch wel chen Alles lebt, durch wel 5. Lobsinget seinem Namen, und strebt, ihn nachzuahmen, deß Huld ihr nie ermest; der alle Welten segnet, auf Gut' und Böse regnet, und seine Sonne schei nen läßt! 6. Mit herzlichem Erbar men, reicht eure Hand den Armen, weß Volks sie immer sey'n! Wir sind nicht mehr, nicht minder, find alle Gottes Kinder, und solchen das Gewimmel der len uns, wie Brüder, freu'n. Thiere wandelt, schwimmt, und schwebt, der unter sei nem Himmel die Vögel speist, wird unfern Geist für Licht und Glück erhal 30. Ein Gott regiert, ten. O, laßt den Schöpfer was zagen wir? Ein Gott erzicht durch Freuden, und durch des Schmerzes Druck, Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen eber von der göttlichen Vorsehung. und zerstäuben; es nab' sich Schmerz und Tod undGrab, des Schöpfers Huld wird bleiben! Er segnet gern, und ist nicht fern von allen, die ihn lieben, und sich im Dulden üben. 6. Wir zagen nicht, du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen, durch Lei den, hin zum Guten führst: so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mag's uns übel gehen, wir werden's überstehen. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen e. 31. Wenn dich in dunSenn dich in dun keln Tagen geheimer Kummer drückt, und, unter stil: len Klagen, dein Auge auf wärts blickt; wenn dann kein Licht hernieder in deine Seele fällt: so zage nicht, du Müder! dein Gott regiert die Welt. 2. Er hat auch deinen Leiden ein weises Ziel bestimmt; sie wandeln sich in Freuden, wann er dich zu sich nimmt. Dann lernst du heller sehen, was hier dem Blick ent schwand, schaust, von ent 35 wölkten Höhen, auf dieses Prüfungsland. 3. Dann sind die Finster: nisse durch Gottes Licht zerstreut; die Weisheit seiner Schlüsse entdeckt die Ewigkeit; dann fließt die Freudenzähre; dann tónt dein froher Dank; der Erde Schmach wird Ehre, die Klage Lobgesang. 4. Vollbracht ist, Gott zum Preise, dein kurzer Leidenslauf; du wurdest gut und weise, drum nahm der Herr dich auf. Nun schwinden dir die Freuden bewähr ter Tugend nie. Gott prüfe te sie durch Leiden, und nun belohnt er sie. 5. Dieß hemme deine Sorgen, erleuchte deine Nacht, und zeige dir den Morgen, der einst dich fröhlich macht; dieß lehre, mit Vertrauen auf Gott, den Herrn der Welt, dich dann noch aufwärts schauen, wenn ganz dein Glück zers fällt. 6. So sammle denn, im Stillen, den Trost der Vor sicht ein! Ihr Rath wird sich enthüllen, ihr Licht wird dich erfreu'n. Du segnest einst 3 % Von der Erhaltung und Regierung der Welt; die Pfade, auf denen Gott|| danken: mein Heil, mein dich führt, und dankest sei- Fels ist Gott, und wenn auch ner Gnade, die deinen Lauf Welten wanken. Ich sollte, regiert. was ich bin, nicht etwas ans ders seyn, und mein beson Mel. 165. Gott, du from dres Loos stimmt mit dem mer Gott zc. 32. Nichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regie: ret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und Einer Kette Glied. 2. Er sah' vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was und wie er's wollte; und alles, was er will, ist weise, recht und gut. O, wohl mir, daß meinGlück in seinen Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse seyn, was mir mein Gott gegeben? Der Thor nur klagt und murrt, und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er bat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Ge: Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge, Ich quåle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch, folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd' ich seyn, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt, mit Freundlich keit, in seinen Segens- Kelch des Leidens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen; und mich, mit edlem Sinn', von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich seyn, was mich vollkommner macht? Die Tugend ist mir mehr, als eines Königs Pracht. 8. Ja, Lugend wird bald schwach im Schoose niedrer Freuden, und stark erscheinet øder von der göttlichen Vorsehung. fie, umringt von herben Leiden. Sie strahlt am götts lichsten aus tiefer Dunkelheit, da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 3. Auf der Menschheit ho he Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh' ich hörte, früh' verstand. Aus unendlichemErbarmen, zogst du mich mit Baterarmen, in der Kindheit schon, zu dir. O, wie preis' ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich; was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, mein Bater, dich. Du, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was nur je mir heilsam war, Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. 33. Bester, weisesterreichte deine Huld mir dar. 5. Wie so viele frohe Ta ge schenkte deine Güte mir! Schicktest du auch ein Plage; o, so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Freuden alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh'? Herr, zu zählen sind sie nie! 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, und auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott, o, stehe du mir bey, daß, selbst in Noth und Tod, mein Herz dir folgsam sen. 37 Regierer aller Welten, Preis sey dir! Dir, du meines Le bens Führer, sey auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, for gest für mich väterlich. 2. Dankvoll will ich dich erheben. Du, derAlles werden heißt, gabst mir, mit des Leibes Leben, auch die Seele, die dich preist. Ich, einWunder deinerGüte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als dein Ebenbild mich an. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dråu'n? Nein, ich lasse, Gott, dich walten; stets wirst du mich aufrecht halten. Sende Freude, sende 38 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; deckt, wenn dich an manchen Tagen ein trüber Morgen weckt. Dies ist das Loos der Erden; nur dort ist heit'rer Tag! Dort folgen, nach Be schwerden, dir Ruh' und Wonne nach. 2. Jetzt hüllen Finsternisse den Plan der Vorsicht ein; oft müssen ihre Schlüsse hier unerforschlich seyn. Einst wird der Nebel fallen; dann betest du sie an. Froh wird dein Lied erschallen: wie wohl hat Gott gethan! 3. Erkenne, voll Vertrauen, den Höchsten, der regiert, und die, die auf ihn schauen, mit weiser Liebe führt! Ist gleich sein Rath verborgen, führt gleich sein Weg durch Nacht; so darfst du doch nicht sorgen, weil stets der Vater wacht. Schmerz; dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöh'n mich auch die besten Freunde, fehlte manche Freude mir, waren viel auch meiner Feinde; doch bleib' ich ergeben dir. Nimmer will ich ängstlich zagen, will auf's Ziel von mei nen Tagen, in die höh're Zukunft, schau'n, und mit Freuden dir vertrau'n. 8. Nie verlassen, in dem Leben, wird mich), Vater, deine Huld; was mir nutzt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und vester dir ver trau'n, gehorsam seyn, stets mich deiner Gnade freu'n! 9. Oder seligen Verbindung, Gott, Allgütigster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung gib, o Vater, tåglich mir. Mache du mich immer reiner, daß mein Herz dereinst auch deiner sich im höhern Leben freu', und in dir ganz selig sey. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 34. Entehre nicht durch Klagen die Vorsicht, die dich 4. Sein Rath ist immer Gnade, voll Weisheit bleibt sein Plan; er führt, auf dun kelm Pfade, doch immer him melan. Von ihm fließt Se: gen nieder auf unser Erdenland; er hält der Kette Glie der mit unsichtbarer Hand. 5. Nur er durchschau't das Ganze; nur er umfaßt die Welt. Ihm ist im Sonnenglanze stets Alles aufgehellt. oder von der göttlichen Vorsehung. Vor dir verhüllen Nächte|| me leiden. O, möchten sie den wunderbaren Rath, nach welchem der Gerechte dich oft geführet hat. doch nie des Sünders Glück beneiden! Es währt ja doch nicht lang, nur einen Augenblick. Wie leicht verwelkend Graß, verwelkt dieß eitle Glück. 6. So ehre denn hienie: den die Vorsicht, die dich schüßt; sie wirkt zu deinem Frieden, und gibt dir, was dir nüßt. Ergib dich ihr gelassen, weil sie die Welt re: giert! Bist du von ihr verlassen, wenn sie dich weise führt? 7. Sie ist an deinerSeite, du wirst von ihr gedeckt, wenn morgen oder heute ein Unfall dich erschreckt; geführt von ihren Händen, verlierst du nie den Pfad, den Gott, ihn zu vollenden, dir vorgezeichnet hat. 8. Auch in den bångsten Leiden wird Gott dir nahe seyn, dir Muth in Dunkel heiten, selbst, wenn du zagst, verleih'n. Wird einst dein Lauf sich schliessen, der wunderbar begann, dann wirst du sagen müssen: wie wohl hat Gott gethan! Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst zc. 39 2. Nicht immer kann der Herr zu wildem Frevel schweigen. Er kommt, der Nichter kommt, sich herrlich zu erzeigen. Zurnt, Fromme! nicht auf den, dem seine Bosheit glückt, denn er wird selbst durch sie in seinem Netz verstrickt. 3. Wer seinem Schöpfer trotzt, ertroßt sich sein Verderben. Sey er auch noch so stolz; bald wird er dennoch sterben. Wo ist die Stätte dann, da er zuvor noch stand? Man findet ihn nicht mehr; der Herr hat ihn verbannt. 4. Jhr, die ihr Gott vers ehrt, o, trau't nur seiner Gü te! Er sorgt für euer Wohl, wie sehr die Noth auch wü the. Hofft! Eure Tugend strahlt, der hohen Sonne gleich, einst durch die Wol ken hin; erst aber prüft er 35. Oft blüht ein Frev- euch. ler auf, und Gottes From 5. Wann sah wohl je cin Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mensch den Frommen ganz| das Uebel, das euch droht, verlassen? Ihn fonnte nur verwandelt er in Heil. O, die Welt, doch nie sein Ba- Christen, hofft auf Gott! ter, haffen. Und leidet er auch viel; wie lange währt sein Leid? Er steht einst da vor Gott in voller Herrlichkeit. 7. Ein Richter naht sich einst, in Macht und Huld gekleidet; dann bebt, wer Unrecht thut, dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Groß ist der Tugend Lohn; Gefahr und Elend flieh'n. Der Herr ist Gott, und hilft; ihr Frommen, hofft auf ihn 40 6. O, Christen, übet nur, selbst leidend, edle Werke! Send muthig, wanket nicht! der Herr ist eure Stärke. Das Elend, daß euch drückt, III, Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan 2c. 36. f ◆ Wer er ist, du Einziger, dir gleich? Wer ist so groß, und wer so reich, AJ Ver thut, Gott, deine Werke? Du warst, und Wie du, ein Gott der Stärke? 1 deiner Allmacht Ruf befahl der Welt, zu werden. Bekennt es Völker, die er schuf: Im Himmel und auf Erden ist keiner seines gleichen. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 41 4. Sinkt in den Staub hin, betet an! Gott, Gott nur ist der Höchste! Er ist's allein, und keiner kann ihm gleich seyn, ihm der Nächſte! Er selbst spricht: Ich, allein der Herr, ich bin, ich war, ich werde seyn, der ich bin. kein anderer im Himmel, auf der Erde, hat meinen Ruhm und Namen. 5. Ja, ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange; und ewig soll's kein andrer seyn, von dem ich Heil verlange. Mein ganzes Leben weih' ich dir, meinGott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue, und selig durch dich lebe. 2. Fragt mein erstaunter Geist die Welt, wer sie am ersten Tage, allmächtig schuf? Fragt er die Welt, wer sie noch täglich trage? so nennt sie ihm, du Erster, dich, du Wesen aller Wesen! Gott, deinen Namen nur kann ich auf allen Dingen lesen, und feines andern Namen. 3. Der Sterne unzählbares Heer, das frey im Weltraum schwebet, die Erd', o Gott! die Luft, das Meer, und was in ihnen lebet; wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! Mit welcher Eintracht rufen sie: Der Schöpfung Herr und Meister ist Einer, Gott, der Höchste! 37. C Eigne Melodie. $ ge Gedanken, euch Gott, frey von allen Schranken, ist Schwingt, hei li chwingt, hei li von der Erde los! Kommt Menschen, und lobunaussprechlich groß. $ pdz singt, vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem D Lichte, zu dem kein Auge dringt. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 2. KeinSinn kann ihn erreichen, fein endlicher Verstand. Wer darf sich ihm ver- 38. Lobsinget Gott! gleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten sehen, ob er gleich alle Höhen und jede Tief' erfüllt? 42 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glüh'n; glänzt heller noch ihr Sterne, was send ihr gegen ihn? Mit aller eurer Pracht seyd ihr, im schönsten Lichte, vor seinem Angesichte, noch dunkler, als die Nacht. 4. Du bist des Weltbau's Meister, der deinen Ruhm erhöht; der Vater aller Gei ster, voll Macht und Maje: ståt. Du schufest, Gott, auch mich, ganz selig einst zu leben. Mein Herz sey dir ergeben; mein Leben preise dich! 5. Im Geiste bet' ihn, Seele, und in der Wahrheit an. Lieb' ich des Herrn Be feble, wie selig bin ich dann! Er bat Unsterblichkeit, und Seligkeit und Leben; das al les wird ergeben dem, der sich ganz ihm weiht. Dank, Preis und Ehr' sen unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Huld und Stärke! Singet, brin get frohe Lieder! Fallet nie der! Gott ist herrlich, unaus sprechlich groß und selig! Preis und Ruhm sey von 2. Lobsinget Gott! Dank, uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast, durch Gehors sam bis zum Tod', dasLeben uns errungen! Heilig, selig ist die Freundschaft und Ge meinschaft aller Frommen, die durch dich zum Bater kommen! 3. Lobsinget Gott! Du, Geist des Herrn, sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns glaubig, weise, rein, hilfft uns getrost und fiegreich seyn, im Streit' mit stark uns, in der Freude, unsern Lüsten! Leit' uns, wie im Leide, Gott erge Von Gottes Wesen und Eigenschaften. ben, und der Tugend treu zu ganze Kette; bey ihm ist leben. Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. ft er nicht nah'? Ist er 39. Der Herr ist Gott, nicht fern? Weiß er nicht Uler Wege? Wo ist die Nacht, ein da sich dem Herrn, Mensch) verbergen mdge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau, ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über Ulle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner! Mel. 17. Mein's Herzens Jesu 2c. und keiner mehr; frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? DerHerr ist groß, seinNam' ist groß! Er ist unendlich, grånzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht ver gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; doch vor der Erde schon war er, noch eher, als die Himmel. 3. Des Höchsten Thron umstrahlt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fas sen alle Himmel nicht, die feine Kraft erfüllet. Er blei bet ewig, wie er war, ver borgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern! 4. Wo waren wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet båtte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen 43 7. Unsträflich bist du, hei: lig, gut, und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne.Du hast Unsterblichkeit allein, bist felig, wirst es ewig seyn; bast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr, alle Von Gottes Wesen und Eigenschaften. seine Heere! Der Herr ist| ist ihm gleich; wer ist, wie er Gott, und keiner mehr! Wer so herrlich, so vollkommen? Ewigkeit und Unveränderlichkeit. Mel. Es ist das Heil uns kommen her ic. 40.** 44 ont C 4 FESTI mit ihren Schranken! Ich sinne nach bewuns mir die Gedanken. Unendlicher, den keine Zeit umschließt Beym Denken deiner Ewigkeit vergeh'n F drungsvoll, und weiß nicht, wie ich's fassen soll: du bist, und bleibest ewig! 2. Noch ward von keiner| Vom Engel bis zum Wurm' Sonne Licht durch unsre herab wogst Jedem du sein Welt verbreitet; dieHimmel Schicksal ab, und nanntest jauchzten dir noch nicht, ihn mit Namen. durch deine Macht bereitet; noch war kein Land, noch floß kein Meer an hoher Berge Gründen her: du aber warst schon ewig! 3. Von Ewigkeit her sahest du die künft'ge Welt entste hen; du maßest ihre Zeit ihr zu, und sah'st sie untergehen. 4. Kein Zeitenwechsel ist bey dir, kein Anfang und kein Ende. Kaum Augen blicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu, in alle Ewig feit wirst du derselbe seyn und bleiben. 5. Ja, du bist ewig, du Ewigkeit und Unveranderlichkeit. stirbst nie, bleibst ewig mei-|| schenken, lehr' mich in dieser ner Seele der Fels, den, sterbend, ich für sie zur sichern Zuflucht wähle; denn deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Heil mir, daß ich dir traue! 6. Mein Leib ist sterblich, nicht meinGeist; den will ich dir vertrauen. Er soll, wie mir dein Wort verheißt, er soll dein Antlitz schauen. 41, Gott, ott, du bist von Mein Leib ruht auch nur kurze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! 7. Ob Alles um mich her vergeht, soll ich nicht mit vergehen; vor deinem Thron', der ewig steht, soll ich einst 2. Ewig und unwandels bar ist dein grånzenloses ewig stehen. Du gibst an al- Wissen; was dir einmal lem deinem Heil, Gott, dei nen Auserwählten, Theil. auch mir, auch mir mit ihnen! Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Nie kann's deiner Weisheit fehlen, stets das Beste zu erwählen. 8. Einst fallen Erd' und Himmel bin an deinem Weltgerichte; dann dank' ich's dir, daß ich auch bin, und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig seyn, mich ewig deiner Gnas de freu'n, und dich ohn' Ende preisen. 9. Der seligen Unsterblichkeit, die du mir dort willst 45 kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, mein höchstes Gut, sie stärke mich mit Kraft und Muth', gerecht vor dir zu leben! Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind: c. 3. Du bist nicht, wie Men schen sind, daß dich etwas reuen sollte; bleibest immer gleich gesinnt, und, was je deinRathschluß wollte, weiß dein mächtiges Regieren herrlich auch hinaus zu führen. 4. Sünden bist du ewig feind; wehe denen, die fie 46 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. lieben! Ewig bleibst du de rer Freund, die, was recht Allmacht. und gut ist, üben. Lehre Mel. 429. Wachet auf, so mich), in allen Dingen deinen ruft die zc. Willen treu vollbringen. 5. Stets ist Wohlthun dei 42. Unser Gott ist groß ne Lust, ewig währet deine Liebe; wohl mir, wenn auch ich, mit Lust, mich in guten Werken übe! daß es dann auch meiner Seele nie an wahren Freuden fehle. 6. Deine Worte trügen nicht, denn du bist der Ewigtreue, der das hält, was er verspricht; gib, daß ich mich dessen freue, und mich, bis ich) einst erkalte, vest an deine Wahrheit halte! 7. Mag dann auch die Welt vergeh'n, mag auch Alles mich verlassen! Ewig bleibest du mir stei'n, deine Huld wird mich um fassen, wann ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen! und machtig, sehr herrlich schon geschmückt und präch: tig, Kraft, Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seis ner Allmacht Heere, rühmt, mit den Himmeln, Gottes lichkeit! Sein Kleid ist reis Ehre, verkündet seine Herr nes Licht! Er hålt im Gleich) gewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schaft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat die anmuthsvolle Erde vor ihrenSchöpfer, aufzublüh'n. Allmacht spricht, so stürzen Welten, die Berge flieh'n vor ihrem Schelten, und fahren vor dem Donner bin. Er hat, wie ein Gewand, die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, so wie ein Held aus dem Gezelt, die Sonne, und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Win den schwebet, die Erde schaut er an, sie bebet; er rührt 19 Allmacht. den Sandberg an, er raucht; speißt den Vogel, nährt die Heerde, verneuert die Ge stalt der Erde, erfreut, was durch ihn Leben haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise; liebt und erhält die schöne Welt. Sein Segen kleidet Wald und Feld. 4. Kräuter schufer, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen, der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regie ret, wenn er den Lenz mit Blumen zieret, im Sommer seine Saaten streut. Der Wallfisch und der Wurm, des Frühlings Weh'n, der Sturm rauscht sein Loblied; der Tag, die Nacht rühmt seine Macht, rühmt, daß er stets allmächtig wacht. 5. Dir gebühret Preis und Stärke! Wie groß und viel sind deiner Werke, wie voll von Gütern ist das Land! Schiffe geh'n inweiten Meeren, da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. In Mannigfaltigkeit, und Regelmäßigkeit, prangt die Erde, mit Reiz geschmückt, 47 wohin entzückt mein Aug' auf deine Wunder blickt. 6. Er herrscht in des Welt raums Weiten, läßt Wonne sich auf uns verbreiten, und sorgt mit weisheitsvollem Rath. Menschen muß der Wein erquicken, für sie muß sich die Blume schmůden, vor ihren Augen reift die Saat. Hain, Garten, Flur und Vich vergnügt und nühret sie. Er, vor dent sich die Ceder neigt, wenn Sturm sie beugt Gott ließ sich uns nicht unbezeugt. " 7. Der vergånglich Gras bekleidet, die Fische nährt, die Låmmer weidet, Gott sorgt als Vater, sorgt für mich. Für das Glück von fers nen Tagen sollt ich, wie Heiz den, traurig zagen? Nein, meine Seele, tröste dich! Trau' deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sorgen hin! Gott wird sorgen, der mein Ge bet, eh' ich gefleht, weit besser, als ich selbst, versteht. 8. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebenlanz dem Herrn zu singen, soll meine höchste Freude seyn! Laut soll ihm mein Lob era schallen; mein Opfer wird Von Gottes Wesen und Eigenschaften. ihm wohlgefallen; gerührt ich dereinst bey Engeln will ich mich seiner freu'n. steh'n, entzückt ihn seh'n, Sein Lob ist Seligkeit! Zu ewig dann seinen Ruhm Himmelsglück erneut, werd erhöh'n. Eigne Melodie. 48 43. ped $ Z Gott ott ist mein Lied. Er ist der Gott der II Stärke! Groß ist sein Nam', und groß sind seine to Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen, durch sein Schelten, die Him mel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor- oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah), du sigest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle; und eilt, mir gnådig beyzusteh'n. Allmacht. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb aufsein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll dei nes Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fas sen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöseines Scho pfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spie: gel. Die Luft, das Meer, die Auen, Thal und Hügel, sie sind dein Loblied und dein Psalm. 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Wil len. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stil: len, daß deine Hand mein Leben hält? 49 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Netter wer den, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. 44. Herr, deine Allmacht reicht so weit, als je dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir, zu thun, nicht möglich wär'? 2. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 3. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du lenkest sie, in deiner Hand bleibt alles, was durch dich entstand. 4 Univ.- Bibl. Giessen 50 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 4. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' dann schen, wann wir einst, nach der Todesnacht, zum Leben auf erstehen; wann unsern Staub du neu belebst, und zur Unsterblichkeit erhebst! 5. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein Geist verliert bewundernd sich, und singt nur schwache Lieder; er reicht nicht dich und deine Kraft, die Todten neues Leben schafft. 6. O, schenke mir die Zuversicht die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf' und Trost verspriat, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deiner Allmacht Kraft, die Alles kann und Alles schafft! Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach: c. allen Enden! Ich bin, wo ich auch bin, o Herr, in deinen Vaterhånden! Ich leb' und athme nur durch dich; du trågst und unters stågest mich! 45. Du u bist, o Un ermeßlicher, und wirkst an 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle; der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der leiseste Gedank' in mir; Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 4. Vor dir ist sicher und gewiß, was ich der Welt verhehle; auch in der tief sten Finsterniß, siehst du es, Allwissenheit und All wenn ich fehle; du zeigst es gegenwart. mir und züchtigst mich, zu meiner Beß'rung, vå terlich. 3. Wohl mir, wann ich), durch deine Kraft, mein Herz zu dir erhebe, und redlich und gewissenhaft, nach deinem Willen lebe! Du siehst es, Herr, und stehst mir bey, damit ich immer treuer sey. 5. Du hörst auch meinen Seufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du Allwissenheit und Allgegenwart. sey! die Thränen, die ich weine;|| und dir zu dienen eifrig dein Trost erquicket mein Gemüth, und jederSchmerz und Kummer flieht. 6. O, drück', Allgegen wärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, ich mir zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', bist! Eigne Melodie. 46. C 51 7. Laß, ohne Falsch und Heucheley, mich alle Sunden meiden, daß ich vor dir unstråflich sey, im Gluck und auch im Leiden; weil deine Huld so mächtig ist, weil du allgegenwärtig $ Wh o sind die Weisen, die mich lebwas werden wird? Wer kann erflå + ren, wie Gott erkennt, was war, was ist, ren, was sein Verstand durchschaut und mißt? 11 qp² Wer kennet ihn von Angesichte? Und ob er # Auge dringt. ◊ $ sich zum Himmel schwingt, er sieht ihn nicht # $ er wohnt im Lichte, zu dem kein sterblich 52 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von seiner von seiner ersten Schöpfung her; so wär' ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht auch selbst nicht Engel werden; doch wußt' ich gegen Gott noch nichts, 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit, und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der alles weiß und nennet, was ist, was wer: den soll, und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, begreifen gleich begreifen gleich dich Engel nicht. Ich seh', 47.€ ich fühle meine Schranken; doch du vergiltst mein For schen mir mit immer wür digern Gedanken, o Un erforschlicher, von dir! 5. Du schaust in Näch te, kannst ergründen, was noch so tief verborgen ist. Dieß warne mich vor allen Sünden, vor Heucheley, Betrug und List. Nichts kann vor deinem Blick mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn; dein Daseyn würde stets mich schrecken, könnt' ich auch aus der Welt entflieh'n. 6. Wer kennet seines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber trau'n? Hilf mir, Allwissender, mich prüfen, und meines Herzens Grund durch schau'n! Ach, siehst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn! dann werd' ich hier schon deinen Segen, und dort dein ewig Heil empfah'n. Mel. Aus tiefer Noth 2c. # ◊ Umi msonst, umsonst verhüllst du dich, mein was kann ich Gott verbergen, ich, das Alwissenheit und Allgegenwart. $ 4 poll # Herz, in Finsternisse; Sey, kannst du, dunkler, er nicht alles wisse! # 1 19 fo als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab, च 11 9 und kennet deine Tiefen. 53 ✰ 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, Gedanken meiner Seele; eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet. ken sey'n nicht Sünden! Nein, alle müssen an das Licht, wann Gott kommt, daß er, im Gericht, der Herzen Nath enthülle. 5. Send heilig, seyd von Gott nur voll, Ge danken meiner Seele, daß, wann gerichtet werden soll, 3. Er kennet und durch kein einziger mich quâle. schauet euch, wenn ihr euch Seyd heilig, und dann gleich entziehet, bemerkteuch, fürchtet nichts, Gott wird wenn ihr, Strahlen gleich, am Tage des Gerichts schnell werdet, schnell entgleich Thaten, euch belohflichet. Vergebens wünsch' nen. ich: sterbt! vergeht! ich baß' euch! Aufgezeichnet steht ihr all' in seinem Buche! 4. Der Herr gedenket 48. Herr, du erforscheft ihrer noch, Jahrhunderte verschwinden; sie bleiben, und ich träume doch), Gedan mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun, du kennest Mel. 165. Gott, du from. mer Gott 2c. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. meine Sorgen. Was mei|| Nacht vor dir mich nicht ne Seele denkt, war dir o Gott, bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. verstecken. Du winkst, die Dunkelheit verwandelt sich in Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag, vor dei nem Angesicht.nds un 6. Du wähltest schon mein Loos, eh' ich mich selber kannte; du bildetest mein Herz, ch' ich dich, Vater, nannte. Geschaffen, Gott, von dir, ein Wun der deiner Macht, fühl' ich's, wie våterlich du meiner stets gedacht. 7. Du zähltest, eh' ich war, schon jeden meiner Tage, bestimmtest, weis beitsvoll, sein Glück und seine Plage; was ich nur denk' und thu', das, o mein Schöpfer, war, von An beginn der Welt, dir al les offenbar. 54 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu', du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunend bet' ich an, dich, dessen Weisheit selbst kein Engel fassen kann. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste flie: hen? Mich kann die tief ste Nacht nicht deinem Blick entziehen. Führ' ich zum Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Lief' hinab, auch hier bist du mir nab'. 4. Eilt' ich, dir zu ent flieh'n, vom Abend bis zum Morgen, selbst an dem ften Meer blieb ich di nicht verborgen; auch da umschlöße mich noch dei ne Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Rief ich der Finster: niß, vor dir mich zu bededen, es würde selbst die 8. llnendlicher, wer kann, was du erkennst, erreichen; sich dir, dér Alles sieht, und Alles kann, verglei chen? Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, seh'n, und durch Gehorsam dich, und dei ne Größ' erhöh'n! 9. Erforsche, lebre mich, und prüfe wie ich's mei Weisheit. ne, ob ich unsträflich bin, wenn ich mir heilig scheine. Und wenn mein Fuß viel leicht sich einem Irrweg naht, so leite mich zurück, auf ebnen, bessern Pfad. an nichts, in unermeßnen Weiten ihr Wohlthun zu verbreiten; ein Schatten deines Lichts. 4. Wer hält im Gleichgewichte so großer Körper Last? Wie schwimmt die Welt im Lichte, das du ge schaffen hast? Wer zeigt die rechte Bahn so vielen Himmelsheeren, zum Wohl, nicht zum Zerstören, in 49. Ich lobe dich und sichrer Ordnung an? preise dich, o mein Gott, allein. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen Wer ken die Weisheit zu be merken, die Erd' und Him mel preist. 5. Wer rief, uns zu umgeben, die Luft, die Alles trägt? Durch sie hat Alles Leben, und Alles wird bewegt. Da sam meln Dünste sich, und werden Thau und Regen, und Fruchtbarkeit und Se: gen für Pflanzen, Thier' und mich. Weisheit. Mel. 37. Schwingt, heilige Gedanken: c. 2. Wohin mein Auge blicket, seh' ich, wie deine Hand verbindet, ordnet, schmücket, was erst durch sie entstand. Sie schaffet, sie erhält, zu segnen, zu ergötzen, nach herrlichen Gesetzen, den weiten Bau der Welt. 55 3. Du hingst, in lichten Fernen, hoch über uns hin auf die Sonne, mit den Sternen, uns zu erleuchuns zu erleuch ten, auf. Da hangen sie 6. Wer hat sie so be: reitet, daß sie den Blizz gebiert; daß sie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt, den leichten Vogel hebt, den schnellen Fisch zum schwimmen, und. unsers Mundes Stimmen zu deinem Ruhm belebt? 7. Wer bob, o Gott, die Erde aus deinem Meer' heraus; theilt, daß sie 56 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. fruchtbar werde, so gleich die Wasser aus? Wer sammelt sie, wer bricht die Flüsse, wenn sie schwellen; spricht zu der Meere Wel len: hieher, und weiter nicht? 205/ NOR 8. Wer rief den grünen Wäldern? Wer lock't das Gras hervor; schafft Korn und Most den Feldern, und thürmt Gebirg' empor? Wer schmückt sie überall? Wer gråbt dem Feuer Schlünde, legt in der Liefen Gründe den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weis heit schmücket, verbindet und erhält, nåhrt, segnet und beglücket die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! Ich finge dir, und preise dich, Gott, denn du bist weise; dir bring ich Lob und Dank. Mel. 519. Gott des Him mels 2c. 50. Unerforschlich sey mir immer meines Gottes Weg und Nath, und die Nacht sey ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat! doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich da nur Gott erheben, wo ich Licht und Weisheit seh'? ward mir's nicht von ihm gege ben, wenn ich seinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Sollt'ein Vater unter: lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Ladler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn ver trau'n, glauben, noch nicht völlig schau'n. 4. Sollt' er zu Regie rerinnen seiner Werke, sei ner Welt, meine Lüste setzen? Sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pil gerstande sey mein Theil Zufriedenheit! Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel Liebe, Gute, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld ic. 57 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach, so klage nicht! Was ein; mag er immer dun|| hier schmerzet, wird dort kel seyn! Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; dann erst faß' ich Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld und Langmuth. Eigne Melodie. 51. C Hx pz Wie ie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der mit verbärtetem Gemüthe den Hx PPP² der ein Mensch, den sie nicht rührt? Nein, seine Dank erstickt, der ihm gebührt? $ # ✰ Liebe zu ermessen, sey ewig meine größte Pflicht! $ $ Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich * mein Herz, auch seiner nicht. geleitet? Er, dessen Nath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue 58 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, für welches du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seb'n wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gute sind sie dein. Sieh, darum mußte Chri: stus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht versteh'n? Er follte rufen, ich nicht hören; den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und mei nen Nächsten ſo, wie mich. 52. I * 6 f 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll ganz Liebe seyn, wie er. So lang' ich dieß Gebot erfülle, stell' ich sein Bild niß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle herrscht doch in mir die Sünde nicht. Mel. Wunderbarer König c. $ 4 6. O Gott, laß' deine Gut' und Liebe mir immer: dar vor Augen seyn! Sie stårk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n! Sie tröste mich in Noth und Schmerzen, ste leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Her zen die Furcht des letzten Augenblicks. Aller [ ller qp² Welten Herrscher! Groß ist Sie verherrlicht täglich sich auch pipo||| deine Güte in dem ganzen Weltgebiete. Ja sie an uns allen, die wir hier auf Erden wallen. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld e. 59 pflegt, nåhrt und trägt, nicht nur deine Kinder, 19° nein, auch selbst die Sünder. 2. Dieser Langmuth Grd se läßt sich zwar empfinden, aber niemals ganz ergründen. Frevler so ver schonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabey doch so treu warnen, die dich has sen, Herr, wer kann dieß fassen? dein Herz; sollten wir noch weilen, zu dir hinzueilen? 5. Dank sen dir, o Vas ter, daß du uns'rer schon test, und nicht nach Ver dienst und lohntest! Nothig ist uns Schwachen deine Huld und Gnade, auch noch auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch ferner noch, bis wir dich einst droben ohne Sünde loben. 3. Ach, du bist barmberzig, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; linderst ih ren Kummer, friftest oft ihr Leben, daß auch nach Tugend streben. Reich 53. Ach, wäre nicht, o an Huld und Geduld lock'st du ihre Seelen, dei nen Weg zu wählen. 4. O, daß dieser Reich: thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesind'rung tricbe! O, daß wir, voll Reue, uns're Schuld bedachten, und dir willig folgen möch ten! Unser Schmerz rührt Mel. 23. Was mein Gott will ic. Herr, bey dir Vergebung uns'rer Sünden; wer bülf' uns dann, wo würden wir Gewissendruhe finden? Wie leicht verführt, wie unge: rührt vom Rufe deiner Gnade, verlieren wir uns, Gott, von dir, und geh'n des Irrthums Pfade! 2. Nicht dort erst in der 60 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. -> Ewigkeit, schon in der Zeit auf Erden soll jeder, wie dein Wort gebeut, gut, weis' und heilig werden, sich immer dein in Unschuld freu'n; wie sich, den Näch sten lieben; und ach, zer streut, voll Sinnlichkeit, gehorchter niedern Trieben. 3. Und dennoch), Höch: 54. Erhebe deinen ster, schonest du, und willst nur unser Leben; siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Vergeben; tilgst uns're Schuld mit Baterhuld, wenn wir uns bessern lassen; und gibst uns Theil an deinem Heil, wenn wir die Sünde haf sen. len dein nun immer seyn; dich Vater, kindlich lieben, und dein Gebot bis in den Lod, nach allen Kräf ten, üben. Mel. 27. Allmächtiger, wir singen dir 2c. Blick zum Herrn bey dieser Erde Freuden; er seg net seine Kinder gern, und prüft sie nur durch Leiden. Die Erd' im schönen Lenzgewand macht jedem Er densohn bekannt: Gott ist ein lieber Vater. 2. Noch nie vergaß der Höchste dein, er war dein Schuß, dein Netter; er gab dir milden Sonnenschein nach manchem Unglückswetter. Drum heb zum Himmel deinen Blick, und sprich getrost im Miß geschick: Gott ist ein lieber 4. Der du in' Jesus uns erschienst, dich und zu of fenbaren, als Vater, der nicht nach Verdienst mit uns pflegt zu verfahren, Preis dir, daß du mit Trost und Ruh' Verschuldeten begegnest, und, macht| Vater. die Reu' sie dir getreu, fie ewig, ewig segnest! 5. Wer sollte denn sich dir nicht gern, Allgútiger, ergeben? Wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen, streben? Wir wol3. Er schenkte dir der Freuden viel im frohen Kreis der Deinen; gab ihnen Mitleid und Gefühl, bey deinem Schmerz zu wei nen. Ein jedes Herz, daß für dich schlägt, sagt dir, Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld ic. 61 o fühl' es, Mensch, be wegt: Gott ist ein lieber Vater. dich, als Vater und Ers barmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel; so entdeck' ich leicht die Spu ren deiner Güte. Der Sonne und des Mondes Pracht, dein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Ge müthe, großer Schöpfer, zu befingen deine Güte, deine Stärke. Groß sind deiner Allmacht Werke! 4. Wenn Gott dir Kraft und Muth verleih't, viel Gutes zu vollenden; wenn du der Noth und Dürf tigkeit kannst Hülf' und Freude spenden: so schau, von Fried' und Ruh' be glückt, zum Himmel auf, und fag entzückt: Gott ist ein lieber Vater. 5. Und wenn dir näher rückt der Tod, wenn deine Freunde weinen: so wird Gott, selbst in dieser Noth, als Vater, dir erscheinen. Vollendet ist dein Kampf, dein Lauf zu hohen Freuden nimmt dich auf dein liebe voller Vater. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 55. Gott, ott, dessen große Macht die Welt erschaffen hat, und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe ich sehe fie, und werd' entzückt, wohin auch nur mein Auge blickt. Sobald ich mein Gemüthe auf dich, Scho pfer, achtsam lenke, und dich denke, find' ich Armer 3. In Ungewittern Sturm und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine grosse Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten, und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 4. Dein Erdreich), Gott, das jedermann gibt Brot und Kleider, seh' ich an, empfinde deine Güte. Ich spüre, fühl' und höre sie im Feld und Wald, ich sehe sie in aller Fluren Bluthe. Von dir zeugen alle Dinge, so geringe sie mir schei nen, wie im Großen, so im Kleinen. 62 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 5. O, leite mich durch Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, mit väterlicher Liebe! Auf dich laß mich in Allem seh'n, für 56. o jedes Gute dich erhöh'n! Belebe meine Triebe mein Vater, dir in Allem zu gefallen; dir zu leben, sey mein einziges Bestreben! Mel. An Wasserflüssen Babylon ic. f Fbz Masie trägst du, ben gehäufter Schuld, auch it welcher und Geduld trägst 19 du, Gott, Menschenkinder! Sie nahen dem Vers selbst die größten Sünder! # derben sich; du siehst es, und es jammert dich des # Z Elends dieser Urmen. Daß sie demselben noch ent + flich'n, suchst du ihr Herz zu dir zu zieh'n, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen. Auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch länger stehen. Du wartest ihn; umsonst, und doch pflegst du des Baumes immer noch, ver ziehst, ihn abzuhauen. O was für Langmuth und Heiligkeit und Gerechtigkeit. Geduld! Wer faßt die recht zu thun, für dich und Größe deiner Huld; wer kann sie ganz durchschauen? ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie zum Zugendkampf und dessen Müh', und an des Kampfes Freuden. 6. 3. So gnädig, Herr, erbarmst du dich selbst unbiegsamer Sünder! Doch mehr noch schonst du våterlich der Frommen, deiner Kinder! Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und tråg in guten Werken: so jammert's dich, du denkst daran, wie leicht ihr Herz sie tauschen kann, und eilest, sie zu stärken. 63 Gott, deß Huld nichts gleichen kann, ge denke stets der Sünder; nimm mit Geduld dich ihrer an, wie deiner schwachen Kinder! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß alle sich, durch dich erneut, den Reichthum deiner Gútigkeit zur Buße leiten lassen! 4. Du warnst sie vor des Fall's Gefahr, noch eh' sie irre gehen; Gefallnenreichst du Stärke dar, bald wieder aufzustehen. Du rufest sie voll Lieb' und Huld, verheisfest ihnen ihre Schuld, durchChristum, zu vergeben; und steh'n sie auf, wie feuert Heiligkeit und Ges rechtigkeit. Mel. 40 Es ist das Heil ic. dann dein Troft sie zu dem 57. Du bist, o Gott, Eifer an, unsträflicher zu leben! gerecht; du gibst uns beilige Gesetze, und willst, weil du das Gute liebst, daß keiner sie verletze. Dein Wort und unser Wohl erklárt uns deiner Rechte hohen Werth. Sey, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehlst, 5. Wenn sie oft furcht sam und mit Angst den Weg des Glaubens wallen, nicht freudig, nicht, wie du verlangst, mit vollem Wohlge fallen; wenn sie, obgleich mit Mühe, sich entschließen, 64 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. machst du auch leicht durch Antrieb, durd) Vermögen. Wer nicht von deinem Rechte weicht, den frönet Heil und Segen. Wir rühmen dich, daß du verdammst, was bos ist; daß du uns entflammst, was unrecht ist, zu hassen. 3. Was lobenswürdig ist und nüßt, gebeutst du deinen Knechten, und deine Huld belohnt und schützt die Thaten der Gerechten. Ein Segen, den kein Sün: der hat, entsprießt, durch dich, aus ihrer Saat, die Ruhe des Gewissens! 4. Die Frommen wer den immerdar in deinem Schatten grünen; und kommen sie auch in Gefahr, so bleibest du bey ihnen. Du schützest; ernten sie nicht gleich, wie fruchtbar werden dann, wie reid), die spätern Ernten werden! 5. Denn du bist ihre Zuversicht; du wirst gerecht vergelten. Sie finden auf dem Weg der Pflicht den Lohn in bessern Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdeckst du künf tig und belohnst, und kró nest, was sie thaten. 6. Oft prangt der Sün der, wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, be schattet einen weiten Raum, und trotzt dem fernen Wet ter; doch plötzlich braust der Sturm daher, zerbricht behält nicht Stamm, noch den stolzen Baum, und er Wurzel. 7. In Frieden scheinet er vielleicht, und selig auch zu sterben; weh' aber ihm! denn bald erreicht ein Sturm des Fluches Erben. Dein heiliges Gericht erfüllt, was du gedroht hast, und vergilt ihm nun nach seinem Frevel. 8. Und ich, ich sollte Unrecht thun, weil des Vers brechens Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruh'n, nicht hier sein Haupt schon trafen? Ach, immer blei best du gerecht. Daran ers inn're deinen Knecht, daß er dich immer fürchte! 9. Herr, diese Furcht ergreife mich, wenn mich die Sünde locket, eh' meine Seele sorglos sich verschlim mert und verstocket! Der Heiligkeit und Gerechtigkeit. Tugend Lohn und Ruhm Kraft in mir, dir fröhlich vor dir erhalte Trieb und zu gehorchen! Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele ic. 58. $ Sott ott, vor dessen Angesichte nur ein reis ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die rein→ # D 65 ner Wandel gilt, Höchster, deine Heiligkeit werde ste Klarheit quillt! Hax opz stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig 4 11 ◊ dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein gan zes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unstråflich), recht und gut; ja unsträflich sind die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sey'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff' in uns, Gott, reine Herzen; tödt' in uns der Sünden macht! wie so manche böse Lust wohnet noch in unfrer Brust! Ach wer kann sie alle zählen die Gebrechen unsrer Seelen? 5 66 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so rei nige vom Bösen, durch ihn, unsern ganzen Sinn; gib uns, wie du selbst verheiß'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe! 6. Nie von sündlicher Begierde werde unser Herz entweiht; unsers Wandels größte Zierde sey bewährte Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Dennzu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 4. Es flagt uns das Gewissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben! Da flieht die Ruh' aus unsrer Brust, und auf die süße Sündenlust 59. Gott, du bist heilig folgt eine bittre Reue. und gerecht in allen deinen Wegen; du krónst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil diese zur Zufriedenheit und wah rem Wohl uns leitet. 5. Du strafst oft hier den Sünder schon für seine bösen Thaten, und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gera then. Hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut; ſo fühlt er ihre Leiden. Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. heit vestgestellt, verehre stets und schätze. Wer da von weicht, der weicht zu gleich von seinem Wohl; in deinem Reich' ist nur der Fromme selig. 3. Ja, Herr, dein hei liges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läss sest, fürchten wir dich nicht, uns hier schon inne mer den, daß du auf unsre Thaten steh'st, und ein ge rechter Richter bist, zur Ahndung alles Bösen. 2. Drum willst du auch, daß in der Weltein Jeder die Gefeße, die deine Weis 6. Doch blos zu ihrer Besserung strafft du, o Heiligkeit und Gerechtigkeit. 67 Gott, die Sünder, und wird keinen Trost vers züchtigst nur zur Heiligung missen, ihr ruhiges Gewis oft deine trågen Kinder. sen schützt sie vor innerm Wohl dem, der sich noch Schmerz. bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt und deiner Zucht gehorchet! 7. Weh' aber dem, der in der Zeit nicht deine War: nung höret, dein ernstes Strafgericht nicht scheut, und nicht zu dir sich keh: ret! Wie schrecklich ist der einst sein Theil, wann du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben! 2. Sie freu'n sich ihres Lebens, der kleinsten guten That, und geben nicht vers gebens der reinen Tugend Pfad. Ihr Eifer, der nie ruht, lehrt sie stets wachen, kämpfen, die Macht der Lüste dåmpfen, und stärs let ihren Muth. 8. Herr, dieß bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht drauen. O, bilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unsrer dich erbarmend an, und leit' uns auf der Tugend bahn, daß jeder selig werde! Mel. 37. Schwingt, heilige Gedanken ic. 60. Wie Die bebt vor dir der Sünder, o Gott voll Ernst und macht! Wie freu'n sich deine Kinder der Huld, die für sie wacht! Ihr dir ergebnes Herz 3. Du willst sie, Gott, beglücken, erfreust auch bier sie schon, und zeigest ihren Blicken von fern der Zukunft Lohn; dort wird ein größres Heil, dort were den beßre Freuden, nach dieses Lebens Leiden, ihr ewig fichres Theil. 4. Dem Sünder drobt Verderben, ihm drohet dein Gericht; er kann nicht rus hig sterben, erbt deinen Himmel nicht. Bey der gehäuften Schuld, bey immer neuen Sünden, wird er nicht Gnade finden, vers verliert er deine Huld. 5. Du kannst ihn nicht verschonen, wirst mit Ge rechtigkeit, wie er's vers dient, ihm lohnen, der kein 5* 68 Verbrechen scheut; wenn er gleich immer noch sein Glück hier wachsen siehet, im Wohlstand lange blühet, strafst du ihn fünftig doch. 6. Laß mich nach deinen Lehren, Gott, alles Böse 61. X Von Gottes Wesen und Eigenschaften. ✰ scheu'n, dich treu und fromm verehren, und mich des Glaubens freu'n: so werd ich sicher nicht vor deinen Strafen beben, bey dir einst selig leben, bewährt in dem Gericht! Treue und Wahrhaftigkeit. Mel. Ich hab' genug, mein Herr ist ic. $ A So ott ist getreu! Sein Herz, sein VaterGott ist getreu! In Wohlseyn und in *+-+ herz, verläßt die Seinen nie. Mich decket seiner Schmerz erfreut und trägt er sie. o Allmacht Flügel. Stürzt ein ihr Berge! fallt ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er| meiner Prüfung bångsten ist mein treuster Freund. Stunde. Gott ist getreu! Dieß weiß, dieß hoff' ich vest; ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stårket mich, nach seinem Bunde, in 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt; er hält, was er verspricht! Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, so Treue und Wahrhaftigkeit. irr' und gleit' ich nicht. Gott| Lust, wenn schon ein irdisch ist kein Mensch, er kann nicht lügen; das Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu! Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getren! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und, was er thut, ist gut. Die Trüb: sal auch; mein Vater bes sert mich durch alles, was er thut. Die Trübfal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freu'n? Sey Gott getreu, und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Falschheit seyn! Selbst falscher Menschen Neid und Lücke gereis chen endlich mir zum Glücke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er hat uns selbst befreyt von unsrer Sündennoth durch seinen Sohn, durch seine Heiligkeit, durch seinen Kreuzestod. Damit wir Sünder nicht verderben, ließ' er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! 9. Gott ist getreu! Vers giß, o Seele, nicht, wie zärts lich treu er ist. Gott treu zu seyn, sey deine größte Pflicht, so lang du denkst und bist! Halt vest an Gott, sey treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Mein Vater will erseyn, sorgt für mein ewig Wohl; er rufet mich zu seinem Himmel ein, will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, und läßt mich Trost 62. Noch nie haft du durch Christum finden. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Er sieht's mit 69 Mel. 187. Dir, dir, Jeho. vah zc. dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, ver legt; du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn 70 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Erd' und Himmel auch vers|| Wort ist wahr, dein Bund geh'n, wird ewig doch dein steht vest. Wohl dem, der sich Wort bestch'n. auf dich verläßt! 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheissen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleid) noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Liebe uns verhieß; so trifft auch Strafe, die du den, welcher frevelnd dich verließ. 63. Aus deiner Quch Die deine Langmuth, Gott, verschmäh'n, wie wollen die vor dir besteh'n? 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und, allen meinen Pflichten treu, was recht und gut ist redlich übe, entfernt von List und Heu chelen! Dann zeig' ich mich als Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. Höchste Seligkeit. Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's ic. 4. O, pflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehr: furcht, die dich findlich scheut! Gib, daß ich mich vor Leichtsinn húte, vor aller Ungerechtigkeit! Nie werde das von mir gewagt, was dein Gesetz mir untersagt! 5. Doch laß mich auch mit vestem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? Dein le, Schöpfer, nimmt der Mensch, zur Seligkeit bes stimmt, zahllose Freuden; täglich fließt ihr Strom, der unerschöpflich ist. 2. Er fließt durch deine Schöpfung hin, und hat für einen jeden Sinn, für jeden heiligen Genuß, Befriedigung und Überfluß. 3. Vom Himmel strömt sein Segen her; strömt durch Gebirg und Thal und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schätzen gleid)! Höchste Geligkeit. 4. Noch größre Freuden wie selig mußt du selbst nicht sendest du uns, wenn wir seyn! dich nur lieben, zu; du beut'st uns Seligkeiten an, womit kein Mensch uns segnen kann. 8. Unendlich selig! denn du bist unendlich); unermeß lich ist, o Fülle der Vollkommenheit, der Reichthum deiner Herrlichkeit! 9. Der Mensch, wie hoch er strebt, umfaßt er nimmer, was du bist und hast. Nur du durchschau'st dich ganz allein; wie selig, felig mußt du seyn! 10. Und das auf ewig! keine Zeit umgrånzet deine Seligkeit; aus dir, Gott, aller Wonne Meer, strömt ewig Heil und Freude her! 11.Preist ihn, den Gott der 7. Fließt so viel hohe Lust Seligkeit, der hier und dort von dir schon hier auf uns; uns hoch erfreut! Der Herr kannst du schon hier mit solist selig nicht allein; auch chen Gütern uns erfreu'n: wir, wir sollens ewig seyn! Eigne Melodie. 64. 5. Wenn wir dich ken nen, wie entzúckt ist, ihrer Finsternis entrůckt die Seele, die sich deiner freut; was fühlt sie dann für Se: ligkeit! 6. Welch eine Wonne, wenn sie nun, was du be fiehlst, beginnt zu thun; selbst fühlet, wie der Tu gend Werth erhebt, beglüdet und verflårt! C 71 EME ie selig bin ich, wenn mein Geist emWie * I iri por zu Gott sich hebt, und, weil er seinen Schö: pfer preist, des Engels Leben lebt! 72 Von der Sünde und 2. Wer ist so reich geschmückt wie er, mit Herr lichkeit und Glanz? Licht ist sein Kleid, der Sterne Heer ist seines Thrones Kranz. 3. Ein Strom von Selig keiten quillt aus seiner Liebe Kraft; denn er ist ses lig, und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Ja, selig ist nicht er allein; der Herr will, in der Zeit und Ewigkeit, auch) uns erfreu'n durch feine Seligkeit. IV. Von der Sünde Mel. 245. Auf meinen lieben Gott ic. ihrem Elende. 5. Er wollt's und schuf, und nun umringt den Se ligen ein Heer, das selig ist und ihm lobsingt, das nies mand zählt, als er. 6. Auch ich, und das ist mein Beruf, auch ich soll ewig seyn. Heil, Seele, dir, die Gott erschuf, um seiner dich zu freu'n! 7. Schon sieh'st du durch ein dammernd Licht, was Engel mehr versteh'n. Dort wirst du ihn von Angesicht zu Angesichte seh'n. und ihrem Elende. 3. Hier ist kein Unters schied; dein helles Auge sieht auf alle Menschenkin 65. Du, der kein Bo- der, und sieht sie alle Süns der; da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht Einer. ses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist das hin, die uns regieren sollte, nur, was der Vater wollte, mit freudevollen Trieben, zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! un ser Herz mehr, als die ho hern Freuden, mehr, als die 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Ei genthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? Von der Sünde und ihrem Efende. größern Leiden, die wir, auf Ewigkeiten, selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dúnkt uns Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden liebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7.0 Herr, gib uns deinschaften an. Licht, daß wir, was uns ges bricht, beschämt vor dir er kennen, und dann von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen! 8. Wohl dem, der sie ges winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, und neue Kraft er theilen, durd) Christum, schon auf Erden von Sünden frey zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen; erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben! 73 Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, daß ich dich wähle; er sehnt, o Zugend, sich nach dir allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt, ihre Sternheit zu stillen, schmiegt sich den LeidenMel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen C. 3. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Sünde retten? Nur du, Allgütiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Gene sung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget! Und 66. Gott, welch' ein ewig, ewig dank' ich dir. 2. Der gute Vorsatz, den ich fasse, entweicht oft, wie ein Traumgesicht; das Böse thu' ich, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde, zu spåte Thränen folgen nach. Von der Sünde und ihrem Elende. Mel. 125. Vater unser, im| dráu'n, wird tråg und laß, Himmelreich zc. und schlummert ein. 74 5. Und ach! wie nah' 67. Der Hang zum ist dann sein Fall, wenn er, Bösen wohnt in mir; auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, ver: sucht er mich zu Sünden doch, und stärket sich durch Lüste meiner Sinnlichkeit, zu thun, was dein Gesetz verbeut. versuchet überall, von aus sen, durch sein eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen soll; wie leicht, wie leicht verliert er alle Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! mich) schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreuung und Vermessenheit, des Bey spiels Reiz, die Weichlich). feit, ein stark Gefühl für Lust und Schmerz; wie leicht verderben die das Herz. 2. Jch seh's, die Tugend, Gott, ist schön; auch ihre Bahn nur will ich geh'n, be: treten sie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und seine Pflichten nie vergißt, hier ruhig und einst selig ist. 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbstgefälligkeit. Ge lingt ihr's, ach! so glaub' ich dann auch leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verführt; denn ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach; zu reich an Kräften träumt er sich; verläßt sich mehr auf sie, als dich); verschmäht die Feinde, die ihm 7. Wer kann mir beye steh'n? Du allein sollst meis ne Hülf' und Stärke seyn. Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nicht weiche, daß ich standhaft sey, dir bis zum Tode selbst ge treu! 8. Dann kommt die Zeit, wo Herr, von dir der Hang zum Bösen ganz in mir vertilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand und Von der Sünde und ihrem Elende. Herz mehr irrt. Wie heilig sein Herz und bange, sucht werd' ich dann, wie rein, vergebens Fried' und Ruh', wie herrlich, Gott, wie selig und eilt neuen Lastern zu. seyn! 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trů bem Blicke, will, und kann nicht fröhlich seyn, sehnt ver68., wie fanft ift, gangne Zeit zurücke; wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht ic. Herr, dein Joch! O, wie leicht dein Vaterwille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt. 75 2. Aber ach! ist er entfloh'n, des Gewissens sanf ter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frank und müde. Keine, keine Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Druckend ist des La sters Joch, schwer der Sünde harte Bande; und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frey, bey der tief sten Sklavercy. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange; Unmuth folgt auf Taumellust, angstvoll bebt 6. Gottes schön geschmück te Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was den Tugendfreund entzücket, den sein Herz entgegen wallt, läßt die stumpfe Seele falt. 7. Niedre Lust und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er weg aus seinem Herzen; übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld Auge scheut. 8. Herr, dein heiliges Gericht strafet, welche Zugend hassen, die Verächter ihrer Pflicht. Gott, ich will dich nie verlassen; stel' mir in Bersuchung bey, und ers halte selbst mich treu! 76 Von der Sünde und ihrem Elende. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt: c. 69. T Seinem eignen Herzen heucheln, Sünsich mit falscher Tugend schmeicheln und H de thun und sicher seyn; selbst sein Elend nicht empfindann sagen, ich bin rein; den, welche welche gift'ge Frucht der Sünden! B und schuldlos finde? 2. Wer so schläft, ohn'dern Sünde ich mich rein allen Kummer für der See le Seligkeit, eingewiegt in tiefen Schlummer eizer trå gen Sicherheit; ach, wie fürchterliche Schrecken werden endlich den erwecken! 3. Bin ich, wenn ich das 5. Oder, weil durch äußre Werke, und oft blos durch ihren Schein, ich mich in dem Wahne stårke, wohl gefällig Gott zu seyn? oder, weil geheime Sünden Mennur hasse, was schon Menschenblicke nicht ergründen? schen hassen, rein? wenn ich 6. Darum, darum sollt' das nur unterlasse, was auch ich wähnen, ich bedürf der Heiden nicht verzeih'n? Beßrung nicht, keiner Reue, It's genug schon, nichts keiner Thränen, keiner ve verbrechen, was der Menstern Zuversicht? darum mich schen Strafen rächen? 4. Bin ich darum fromm und besser, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächsten Schuld weit gröf ser, als die meinige, mir fcheint? weil von eines Anzu Gottes Kindern zählen, und nicht zu den Sündern? 7. Nein, dieß Blendwerk eitler Lügen täusche meine Seele nie, müsse nie mein Herz betrügen! Heil'ger, dir misfallen sie, weil sie mir Von der Erldsung der Menschen. den wahren Glauben, dei ben, heilig und gerecht zu ne Huld, und Tugend, rau ben. leben. 8. Nein in allen meinen Trieben, frey von falscher Zuversicht, müß' ich keine Günde lieben, auch den Wunsch der Sünde nicht! Deine Kinder müssen streV. Von der Erldsung der Menschen. Adventlieder. ruft 2c. 70. Herr, wir fingen deiner Ehre, erbarm' dich unsrer, und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken, voll Ent zücken! Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Du, der du gnädig bist, wie niemand gnädig ist, bist die Liebe! Schon vor der Zeit, von Ewigkeit, warst du die Liebe, die du bist. 77 9. Laß mich streiten mit den Lüsten, fliehen Stolz und Sicherheit, muthig mich zum Kampfe rüsten, aber frey von Eitelkeit! daß ich nicht vergebens ringe, und gewiß zum Ziele dringe. Mel. 429. Wachet auf, so dieses Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst, auch durch den Tod, uns zum Leben! Du willst allein, daß wir uns freu'n, daß wir verderben, willst du nicht. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schen kest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du einst uns 3. Als wir, von der Sünde Plagen geqâult, in unserm Elend lagen, und Furcht und Schrecken uns umfing, jammerte dich unser Schade; da war es, Gott, als deine Gnade ge rührt bey uns vorüber ging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück, von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, dein Licht, dein Antlik, Gott, zu seh'n! Von der Erlösung der Menschen. 4. Preist ihn, unsers Ju- ren, und der Ankunft Wich bels Lieder! Zur Erde stieg tigkeit früh die Welt erfah sein Sohn hernieder, ward ren. Was geschah', fern Mensch, und starb der Sün- und nah', wußte Gott zu der Tod. Christus hat den lenken, um uns ihn zu schens Tod bezwungen; ein neues fen. Lied werd' ihm gesungen! Er hört uns, er ist unser Gott. Wir sind mit ihm ver söhnt; ihr Lobgesänge, tönt! Tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst kom men wir an seinen Thron, und beten an! 78 Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit ic. 4. Heil uns, daß der Herr erschien! Heil uns schon auf Erden! Hier schon können wir durch ihn froh und heiter werden. Und wie viel wird am Ziel dieser Bahn durch's Leben er den Frommen geben! 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer uns'rer Brü der; er, der Helden größ ter Held, kam zu uns her nieder. Brüderlich wollt' er sich und sein theures Leben hin für Sünder geben. 3. Seiner Ankunft fro: be Zeit ließ Gott offenba: Mel. 132. Jesu, meine Freude 2c. 71. Was der große as der große 72. Jesus ist gekom Bater thut, dem wir ans gehören, ist und bleibet im mer gut, und muß Heil ge währen. Ihm gebricht Weismen. Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er fam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu wer: heit nicht, ihm, der nie verden, seine Wohnung nahm! feblet, was sein Rathschluß Mensch, wie wir, erschien wählet. er hier, der zur Schöpfung sprach: entstehe! der einst spricht: vergehe! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, Von der Erlösung der Menschen. Theil an seiner Sendung schmeckte, den das Grab Gaben, an Gott selbst zu auch deckte. haben! 5. Auf dem Nichterthro3. Keine Macht der Leine werden wir im Sohne den kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gånzlich uns erlösen; hier steht er uns bey. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 4. Wann wir einst er müden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nacht. Unsre todten Glies der gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst 73. 1¹€ 79 unsern Retter schau'n. Heil und ewig Leben wird er allen geben, die ihm hier vertrau'n. Er ward hier versucht, wie wir; überschwänglich wird er lohnen, und der Schwachheit scho nen. 6. Gilet, eilt, ihr Súnder, werdet Gottes Kine der, werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen, seyd, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth! Preis set ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben, durch ein göttlich Leben! Eigne Melodie. #Z Gott ott sey Dank in aller Welt, der sein Ho. Wort beständig hält, und der Sünder Trost und 구 Rath in die Welt gesendet hat. 80 Von der Erlösung der Menschen. 2. Was der alten Vater Schaar Wunsch und Trost und Hoffnung war; was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Da vids Sohn; keines ird's schen Reiches Thron. Licht der Seelen, ew'ges Heil, ward durch Jesum unser Theil. 4. Menschenfreund, wie dank' ich's dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du, unter vieler Last, für die Welt bereitet bast! 5. Deiner Hülfe mich зи freu'n, laß mein Herz dein eigen seyn; madh) es von der Sklaverey jeder Sünde völlig frey! 74. 6. Und wie deine Anfunft war, Hülf und Ret tung aus Gefahr; so er scheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir! - 7. Deine Wahrheit leuch te mir, Herr, ben allem, was ich hier, zur Beför drung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'! 8. Trift mich) Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz, hilf zum treuen Tugendlauf meiner Schwachheit mächtig auf! Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften des Erlösers. Weihnachtslieder. 9. Daß ich, wann du, Lebensfürst, herrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' entgegen seh'n, und gerecht vor dir besteh'n.. Eigne Melodie. q Wi ie leuchtet uns der Morgenstern voll O Sohn, von deinem Angesicht um $ pr 급 Gnad' und Wahrheit von dem Herrn! der Aufgang strahlet mich ein göttlich Licht, daß ich den Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften 2c. $ # X 84 aus der Höhe! Leben werd' ich! Zwar ich werde Tod nicht sebe! # # 17 wieder Erde! Aber dennoch leben werd' ich, ewig leben! 2. O, mach' dich auf, und| dir, zu Gott mich schwin werde Licht, mein Geist! gen! denn hier schon kommt dein 4. Des Vaters Klarheit Licht zu dir vom ew'gen schauen wir in Christi AnThrone; ganz geht dort, gesicht' schon hier, des ew', nach vollbrachtem Lauf, gen Vaters Klarheit! O die Herrlichkeit des Herrn súsfer Blick in jene Ruh', dir auf: der Vater mit dem voll wunderbaren Heils bist Sohne! Jesus, Christus! du! siehst wunderbare Wahrewig's Leben wirst du gebenheit. Jesus zeigt uns, Gottes Kindern, Kronen, ohne Hülle, Gottes Fülle! Herr, den Ueberwindern! Gnade, Gnade schau'n wir, nehmen Gnad' um Gnade! 3. Du bist, Versöhner, mein, ich dein! Geuß fie auch meinem Herzen ein, die Flamme deiner Liebe! Wer war' ich, wenn, durch Heiligkeit, ich nicht der Prú: fung furze Zeit, dir treu, Versöhner, bliebe? Treu dich lieben hilf mir Schwa chen! Hilf mir wachen, kämpfen, ringen, start in 5. O du, der schuf, und der erhält, du hast mich ewig, vor der Welt, in deinem Sohn erforen! Du hast den Bund: durch Christi Blut feyst du auch mir das höchste Gut, Herr, bey dir selbst, beschworen! Preis dir, Gott, dem ich lobsinge; sieh, 82 Von der Erlösung der Menschen. ich bringe Dank im Staube, weiß und fühl', an wen ich glaube! 6. Mein Psalter, meine Harf', erwacht! Noch ruf' ich aus der Liefe Nacht, und kann sein Lob nur stammeln; doch Er, der Alles wohl gemacht, will mich, wenn einst mein Lauf volls bracht, zu höhern Geistern sammeln.Heilig, gnådig, bist du! Singet Christo! Brin get Preis dem Sohne! Bald kommt er mit seinem Lohne. 7. Wie freu' ich dein mich, Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Einst, wann er dich im Tode preist, und jetzt befehl' ich meinen Geist, Herr, Herr! in deine Hån de! Amen! Amen! Du Gott, Amen! Deinem Namen sey'n gesungen Dank, und Preis, und Anbetungen! Mel. 161. Schwing dich auf, zu deinem Gott zc. 75. Von on des Vaters ew'gem Thron kam zu uns auf Erden Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Heil zu werden. Ja, er ward ein Mensch, wie wir; daß wir selig würden, übernahm er willig hier schwerer Leiden Bürden. 2. Nun herrscht er voll Majestát, nach ertragnen Leiden, als der Herr von Gott erhöht, und regiert mit Freuden, weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, ewig mit ihm leben. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch be zeigen; aller Knie fich demuthsvoll vor dem Mitt ler beugen; freudig jede Na tion es mit Dank bekennen: Ersey Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Bas ters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu, Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer! denn durch deinen Todes schmerz leb' und sieg' ich Armer. Du, du kennst, e Menschwerbung, Geburt und Eigenschaften ic. 83 Menschenfreund uns're Leidensstunden, und wie ein Bedrängter weint, hast du ſelbst empfunden. der Höhe! Der Herr ist ges boren! Laßt uns ihm singen, o Christen! auch wir find erkoren, sein uns zu 6. Du, den in der Nie- freu'n, und durch ihn selig drigkeit, Noth und Angst zu seyn. Christen, wir sind umgaben, kannst nun, in nicht verloren! der Herrlichkeit, Mitleid mit uns haben. Wenn Gebet und Angstgeschrey nun zum Himmel dringen, stehst du mitleidsvoll uns bey, hilfst den Sieg erringen. 7. Weichh', Erbarmer, nicht von mir einst an meinem Ende, daß auch ich den Weg zu dir freudig dann vollende! Laß, weil ich auf Erden bin und mit Roth umgeben, deinen lie: bevollen Sinn meinen Geist beleben. 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis, es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlaffen von Hirten. Jesus erschien; Nächte verschwanden durd ihn, die auch den Weisen verwirrten. 8. Lehr' einst in des To des Nacht, wenn die Augen brechen, mich dein Wort: Es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Heimathland dann im Geist erblicke, und mich, durch des Vaters Hand, ew'ge Wonn' erquicke. Mel. 227. Lobet den Herren, den 2c. 76. Chre 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwie tracht, und haßten sich vor den Althren. Jesus erschien! und es ward Friede durch ihn, Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten; Trost und Erquis cung trug er in der Weinenden Hütten. Wo ist ein Freund, der je so treu es gemeint, selber so schmerzs lich gelitten? 5. Ehre sey Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben bat er durch ihn, den Ge bre fey Gott in liebten, uns Allen gegeben. 84 Bon ber Erlösung der Menschen. Bis in das Grab stieg er vom Himmel berab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höbe, Netter, dich preisen: wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danfet schon hier, Christen, o dankt ihn mit mir! Ehre sey Gott in der Höhe! 4. Wenn er uns verwor fen hatte, nähm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Nein, der Erdkreis soll sich freuen: zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Wenn euch nun die Sünden frånken, eilt berzu! Suchet Ruh! Er will Rube schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zit: Mel. 152. Warum sollt' ich tert nicht! denn er spricht: mich dann: c. ich will euch erquicken.. 77. Last uns unserm Gott lobsingen! Hocher freut, laßt uns heut, ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt berab bis ins Grab, Sún der zu erlösen. 3. Wer fann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: Wir sind nicht ver lassen! Kommt sein Sohn, aus freyen Trieben zu uns her, so muß er wahrlich uns auch lieben. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod, göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen! Gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Eures Herzens banges | Sehnen sicbet er. Kommt nun her! Opfert Freuden thránen! Gnade tónet euch entgegen. Welch ein Freund! Er erscheint Feinden selbst zum Segen. 8. Drückt euch hier des Le bens Plage; euern Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlós ster zage! Bringet ihm an seinem Feste Ruhm und Preis; denn er weiß und verschafft das Beste. Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften zc. 85 9. Er verläßt euch nicht, 11. Dir, mein göttlicher ihr Schwachen; mehr, als Befreyer, folg' ich nach, obs ihr, litt er bier, um euch gleich schwach, dennoch im starf zu machen. Diese kurzemer treuer. Keine Weltlust Zeit der Leiden und der Müh' was ist sie gegen ew'ge Freuden? 10. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich fren und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz em pfinden. 78. II aut und kein Leiden, feine Noth und kein Zod soll von dir mich scheiden. 12. Einst erscheinst du zum Gerichte, dann werd' ich, Richter, dich schau'n von Angesichte: und wenn dann die Frevler beben, werd' ich) dein stets mich freu'n, mit dir ewig leben. Mel. Durch Adams Fall ic. # TÉ Helobt feyst du, Herr Jesu Christ, von aller von jedem, der noch sterblich ist, sey froh dir $ Menschen Zungen! Gelobet seyst du von der Schaar, Lob gesungen! $ H$ 4² die einst, wie wir, auch sterblich) war, und nun der $ 1 Last entbunden, hat ewig überwunden. 2. In dieser höh'ern Brú: der Dank soll unser Loblied schallen. Auch schwacher Menschen Lobgesang låfft du dir wohlgefallen. Noch schauen wir, doch nur von Ben der Erlösung der Menschen. 86 fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wozu, nach diesem Leben, du dort und wirst er: heben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Le ben durchgedrungen; bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen; dann singen wir, Herr Jesu Christ, dir, daß du Mensch geboren bist, in deiner Engel Chöre, Anbetung, Preis und Ehre. mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 79., stimmt auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang. davon der Himmel tonte, als der zur Welt hernieder kam, und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte. Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer kam zur Er den, Licht und Heil auch dir zu werden. 4. Hier soll, so lang' noch) 2. Ja, Preis und Ehre, Sterblichkeit und Leiden uns Gott, sey dir! Wie gnaden beschweren, durch unsre gan: voll bist du auch mir in ze Pilgerzeit dich unser Dank deinem Sohn' erschienen! verehren. Es preise Herz und Du sandtest aus Erbarmen Zunge dich, und unser Geist ihn, um die dem Elend zu bestrebe sich, stets durch ein entziehn, die schnóden Lü heil'ges Leben, dich, Heisten dienen. Preis dir, daß land, zu erheben! mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen. 5. Schon hier, erhabner Gottes Sohn, sind wir in Hoffnung selig: die Freu den, die uns dort am Thron' erwarten, sind uns zählig. Dir, der sie huldvoll uns erwarb, für uns ein Mensch ward, für uns starb, sen mit der Engel Heere, auf ewig Dank und Ehre! 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest, unter bitterm Leid, auch mir den Weg zur Se ligkeit. Sen hoch dafür ges priesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Menschwerding, Geburt und Eigenschaften 2c. 87 Frieden schon empfangen, einst auch mich seh' aufges und einst volles Glück er: langen. 4. O gib, daß ich an diesem Heil nun auch, von ganzem Herzen, Theil in wahrem Glauben nehme; daß ich hinweg vom Eiteln seb', die Wege deiner Wahrheit geh', und deiner nie mich schåme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen loben. nommen. 5. Dir bring' ich, Herr, ein dankbar Herz, bereit in Freuden und im Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort, gewissenbaft zu dens ken und zu handeln. Frólich will ich hier im Leben dich erheben, und einst droben, wonnevoll, dich ewig Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. 80.#G Dies ist der Tag, den Gott gemacht; 51 MN $ sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was ↓↓ I 7 durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein gebarrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron' das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst Von der Erlösung der Menschen. im Fleisch, und wirst uns|| Herz erhöht. Gedanke vol Heil. ler Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir!» Ich komm', » im Buche steht von mir: » Gott, deinen Willen thu' » ich gern.» Gelobt sey, der da fommt vom Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, und Friedefürst, auf den die Våter hoffend sah'n, dich, Welterlöser, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier; und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Ma jestät! du bist es, der das 88 81. HE H 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mitt ler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch wenn der ihn schüßt, der zu des Vaters Rechten sist? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Mel. Balet will ich bir geben 2c. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterb Du Freude, du Verlangen der Trostbedürf 1 1 1 1 1 1 1 1 ² 90 lichen! Du wollst mich selbst belehren, wie, deiner Güte tigen! voll, dich meine Seele ehren, dich würdig preisen soll. Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften re. 89 2. Mit Zweigen grüner| leidsvollen Armen die ganze Palmen holt dort dein Volk Welt umfaßt. dich ein; ich will in Freu denpsalmen dir meine Liebe weib'n. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwa der kann, mein Herz will ich dir geben, o nimm es gnådig an! 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr; zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O, sebet auf! ihr habet den besten Helfer nah', der cure Seele 3. Damit du mich be- labet, der treue Freund ist freytest, gabst du dich selbst für mich). Zu meiner Rettung weihtest, du Herr, als Or da. 7. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be fer dich). Uns war das Reichweint, wißt, daß er euch genommen, wo Tugend herrscht und Glück; du Retter bist gekommen, und bringst es uns zurück. verzeihe; er selbst, der Mens schenfreund, ruft reuevole len Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gotteskindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 4. Mich hielten schwe re Bande; du eilft und kaufst mich los. Ich war bedeckt mit Schande; du kommst und machst mich groß, du hebst mich hoch zu Ehren, gibst mir ein ewig Heil; was kann ich mehr begehren? Der Him mel ist mein Theil. 5. O du, an den ich glaube! was war's, das dich bewog? Was war's, daß dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, hast mit mits 8. Ja, er verlässt hier feinen, und weiß, was Jedem núßt. Hat er nicht stets die Seinen von An beginn beschüßt? nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreu'n ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vers geht, wann da im hellen Lichte vor ihm sein Freund besteht. Wohl ewig aller Von der Erlösung der Menschen. allen denen, die seine Wege und Thränen mit Freuden geb'n, und einst nach Leid vor ihm ſtehn! Von den Lehren und dem Leben Jesu. Mel. Fürwahr, du bist, o Gott 2c. 82. 90 1111 Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die und uns zum ew'gen Glück zu leiten, das B Wahrheit, die vom Himmel stammt, dazu ers Herz zu Gottes Lieb' entflammt: P M FO schienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum $ Heil auch mir. 2. Dieß war das che Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kráf te, beseelt von Liebe, anges wandt, durd) deiner Lehren bellen Schein der Menschen Geelen Licht zu seyn! 4 tägli-| freudigem Vertrau'n bis in die Ewigkeit zu schau'n. 4. Und, um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die grössfesten Be schwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Gut' und Huld, sie gern mit himmlischer Ges duld. 5. Bas fonnte deinen Ei fer stóren, das Glück, daß Gott uns zugedacht, den 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzuseh'n; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sicherm Schritt' ein her zu geh'n; ihr Licht, mit Von den Lehren und dem Leben Jesu. Weg, der dabin führt, zu Heil von Gott gefandt! O, lehren? Du scheutest keines würde Jeder dein Verehrer, Menschen Macht. Kein Under deinen Werth noch nicht dank, den dein Volk dir gab, erkannt! Gib, daß ich deis hielt dich von diesem Eifer ner Wahrheit treu, und ab. ewig durch dich selig sey! 6. Dein Licht ist auch zu uns gedrungen; du bist noch jetzt das Licht der Welt. Auf sey dir Lob gen, dir, der das Dunkel aufgebellt, das einst auf ganzen Völkern lag! Die Nacht entfloh, es kam der Tag. 7. Wir sehen nun in größrer Klarheit, als es vor dir die Völker sah'n, erleuchtet nur durch deine Wahrheit, zur Seligkeit die sichre Bahn. Der du auch uns zumlicht erschienst, wie groß ist um uns dein Verdienst! 8. Und, Herr!. noch im mer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott ge geben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich, Erlöser, preißt. 9. Ja, Preis sey dir, du bester Lehrer, auch mir zum 91 Mel. 241. Wer nur den lies ben Gott 2c. 83. Der du dein Wort mir hast gegeben, wie preis' ich würdig dich dafür! Aus Jesu Unterricht quillt Leben für meinen Geist, und Weisheit mir. Kennt' ich ihn, meinen Lehrer nicht: wer gåbe mir dann Trost und Licht? 2. Auf ungewissem, fine sterm Pfade würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; und unbekannt mit Gottes Gnade, ihn nur als strengen Richter scheu'n. Bang sucht' ich Hülfe in der Noth, und schrecklich wäre mir der Tod. 3. Dod) diesen trüben Finsternissen des Irrthums und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entriffen, ihr Licht zerstreut des Zweifele Nacht, lehrt mich, wie viel Gott für mich that, Von der Erlöfung der Menschen. und ebnet selbst den rauh:| froher Zuversicht unsern sten Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen, ich kenne besser meine Pflicht; er lieg ich gleich des Todes: Waffen, so stirbt mein em' ger Geist doch nicht. Der Werke Lohn folgt dort ihm nach; und Gott erfüllt, was er versprach). 5. O, laß mich dieser guten Lehre gehorchen stets mit größrer Lust; und kei nes Zweiflers Spott zer store ihr Trostgefühl in meiner Brust. Er erntet doch nur Reu'und Schmerz; und hohen Frieden fühlt mein Herz. 92 Schöpfer, Bater, nennen, der uns liebt, versorgt, bes schüßet, und uns gibt, was wahrhaft núget. N 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, auf geklärt, uns gelehrt des Geistes Ehre nur auf wahs re Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wann das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt ers hellt, von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, be tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf 84. Führer zur Voll der Tugend Bahn, wil kommenheit, Lehrer, Mulig folgen seinen Lehren, ster uns zu werden hoher, treu durch Roth und Leie reiner Gittlichkeit, wurdest den gehen, um sein ew's du ein Mensch auf Erden. ges Licht zu sehen. Dir schlägt unser Herz ent gegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen. Mel. 214. Liebster Sesut, wir sind hier ic. Mel. 46. Wo sind die Wei fent ic. 2. Du unserm ste Licht, lehrtest uns Gott 85. Gedenk ich, Hei näher kennen, und mit land, an das Leben, daß Von den Lehren und dem Leben Jesu. du auf Erden bast geführt: wie innig fühlt, dich zu er heben, sich dann mein ganz zer Geist gerührt! Ich seh', wie deiner Tugend Größe durch all' dein Thun sich mir verklärt; und, Herr, je mehr ich sie ermesse, em pfind' ich deinen hohen Werth. 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen deine Seligkeit. Du wehr test gern dem Menschenleide, und warst zum Helfen stets bereit; nahmst von den Menschen ihre Sünden, brady'st, freudig, Hungrigen dein Brot, verschafftest das Gesicht den Blinden, und half'st von Krankheit, half'st vom Zod. 3. Zum Heil der Welt gabst du in Schmerzen dich bin und fühltest ihr Gewicht. Zwar klagtest du; doch dei nem Herzen entwich Vertrau'n zum Bater nicht. Laß' diesen Kelch vorüber » gehen!» rief'st du in dei ner Seelenpein;» jedoch » dein Wille soll geschehen! » der meine nicht. Ganz bin ich dein.» }) 31 4. Mit sanftem, schonens den Gemüthe trugst du die Schwachen in Geduld, vere ziehst, mit namenloser Güte, den Sündern auch die schwerste Schuld. Selbst uns ter deiner Mörder Händen, rief'st du, für sie voll Mite leid noch, von ihnen Elend abzuwenden:» vergib es » ihnen, Vater, doch!» 5. O laß es uns doch recht erkennen, wie werth bu uns'rer Ehrfurcht bist, daß wir mit Dankgefühl dich nennen, und dir lobsingen, Jesus Christ! Doch, Herr, dein tugendvolles Leben soll nicht blos unser Loblied seyn, es soll uns auch ein Beyfpiel geben, wie du, der Tugend uns zu weih'n. 6. Verleih' mir selbst, dir nachzuahmen, Erlöser, Stärke, Muth und Treu', damit ich nicht bloß nach dem Namen ein Christ, nein! auch durch Thaten sey. Nie laß mich von der Tugend weichen auch auf des Lebens rauh'ster Bahn; hilf mir dein hohes Bild er: reichen, so weit es meine Schwachheit kann! 86. Von der Erlösung der Menschen. MeL Schmücke dich, o liebe Seele ic. Hott Vort torbild wahrer Menschenliebe, Jeſu, zogen dich herab auf Erden, der Vers € deines Mitleids Triebe, und für sie sogar dein fornen Heil zu werden, Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist, Heis # $ land, deines Gleichen, wer kann dein Verdienst erreichen? 2. Ohne Vortheil zu be gehren, sich in And'rer Dienst' verzehren, Gutes Jedem gern erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, anch an Feinden Wohlthun üben, das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Gute war, Er löser, dein Gemüthe! 3. Du warst Zuflucht allen Armen, jeder fand bey dir Erbarmen, jeder hat auffein Berlangen, Hülfe, Ruh' und Trost empfangen! O, wie pflegtest du zu eilen das Erbet'ne zu ertheilen! Freude war dir's, Selige keiten schon auf Erden auszubreiten. 4. Menschenseelen zu be glücken, Reuerfüllte zu ers quicken, Unverständ'ge zu belehren, Abgewich'ne zu bekehren, Sünder, die die Zugend flichen, liebreich zu Von dem Leiden und Sterben Jesu. dir hinzuziehen; nur für meinem Segen deinen Wan Menschenwohl zu leben, war dein tägliches Bestreben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen abzuwen den, unter frecher Mörder Händen, Angst und uner: hörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, als ein Missethäter starbest und uns ew'ges Heil erwarbest? del oft erwägen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bey dir finden. Gib zur wahren Menschenliebe Kraft und immer rege Triebe. Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich wers den! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, nicht deine ſchelten, Ullen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war, bey Spott und Hohne, deiner TugendSchmuck und Krone; nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Baters heil'gen Willen, mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu 95 Von dem Leiden und Sterben Jeſu. Passionslieder. Mel. 410. Herzliebster Jesuic. 87. Herr, starte mich, dein Leiden zu bedenken, mich) in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! Mensd), gleich uns auf Er 2. Du wolltest, Herr, ein den, und bis zum Tod' am Kreuz' gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen; 3. Welch wundervoll, hoch: heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Bon der Erlösung der Menschen. Kräfte, mein Herz erbebt;|| Gott uns Gnad' erzeiget, ich seh' und ich empfinde den die Gnade steiget. Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist, mit Schrecken und Entzücken, am Kreuz' er blicken. 9. Laß deinen Geist mich, o mein Heiland, lehren, stets deinen Tod im Glauben zu verehren! daß ich, getreu in dem Beruf' der Liebe, mich christ lich übe. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie: der, es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lebrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Got tes Freunde. 96 6. Herr, mein Heil, an dessen Tod ich glaube; ich liege bier vor dir ge búct im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist Gna und Lieb' er weisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, u seb'n, wie hoch, wenn 10. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein schweres Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glau ben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie fönnt' ich jetzt noch meinen Lüsten leben? und nicht viel mehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden? da du so viel für uns, die wir's vers schuldet, liebreich erduldet. 13. Wie könnt' ich jemals meine Brüder bassen? für welche du dein Leben selbst gelassen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertre ten, für sie noch beten? 14. Ich will nicht Haß Von dem feiden und Sterben Jesu. mit gleichem Haß vergelten, für mich geflossen; deß Herz wenn man mich schilt, nicht råchend wieder schelten. Du trugst ja selbst den Haß ver: irrter Brüder, und schaltst nicht wieder. für mich im Tode schlug; der ruhig, heiter und ents schlossen, zu meinem Heil, den Tod ertrug. 28 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deine Todesschmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft, in dei nem Namen, dir nachzuahmen. 16. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben! 17. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden dei nen Willen üben. O, gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kråste! Mel. 46. Wo sind die Weisen 2c. deiner Leiden, o großer Dulder! heilig seyn, um jede Günde gern zu meiden, und dir mein Leben ganz zu weih'n, dir, dessen Blut 97 meiner Stunden will ich 2. Ach! in der stillsten nach deinem Kreuze seh'n, und dich für deine Pein und Wunden mit that'gem Dandie große Lieb' ermessen, die ke, Herr, erhöh'n; gerührt, noch kein Sterblicher gefaßt, und nie es undankbar vergessen, was du für mich gegelitten hast. 3. Mir sollen diese Fey: erzeiten der grösten Liebe heilig seyn; was mich ent ehret, will ich meiden, was dir mißfällt, das will ich scheu'n. Dein Leiden sey auch mir zum Segen, dein Tod mein seligster Gewinn; mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, weil ich durch dich erlöset bin. 4. O, bleibet meinem 88. Laß mir die Feyer Herzen theuer, Gethsemane und Golgatha! ihr Derter, wo die Welt die Feyer der allergröften Liebe sab'. Nach euch will ich voll Undacht schauen, wo mein Erlöser 7 Univ.- Bibl. Giessen 98 Von der Erlösung der Menschen. litt' und starb, und hoff| trauen, der mir die Se nungsvoll auf den ver ligkeit erwarb. Ve 89. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. $ $ er du voll Schmach und Wunden für und unsern legten Stunden den $ Di uns am Kreuze starbst, der du dein theures Leben, höchsten Trost erwarbst; 11 1 noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, B mein Heil, wie dank' ich dir! dira doda 2. Wie viel hast du er duldet, erhakner Menschen sohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn. Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf dei nem Herzen Angst, die das Her; dir brach. 3. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erlösen, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang, zu klagen: Gott, wie verläßt du mich)! 4. Ach, was du Herr erduldet, das ist auch meine Last; ich habe das ver schuldet, was du getragen bast! O, sich, hier steh' ich Armer, um Huld fleb' ich zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer, o neig es auch zu mir! Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Du hast mir, durch nach dir, Vollender, blis dein Leiden, zur Tugend cken. Wer so stirbt, der Muth und Kraft, in Trüb- stirbt wohl! fal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. Nun hab' an deiner Gnade auch ich, mein Retter, Theil, 90. Jeju, meiner Seele und wann des Lebens Pfade sich enden, ew'ges Heil! 6. Ich danke dir von Herzen, Versöhner meiner Schuld, für deine Todes: schmerzen, für deine treue Huld; dir will ich mich ergeben, um, mein Erlöser, dein im Tode, wie im Leben, um ewig dein zu seyn! 7. Wann ich einmal soll scheiden, ach, so verlaß mich nicht! Sen auch im Todes: leiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wird mir's am allerbångsten an meinem Ende seyn: so reiß' mich aus den Aengsten, und lindre meine Pein! 8. Belebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu geh'n, und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel seh'n'; laß mich dann mit Entzücken und heil'ger Sehnsucht voll, 99 Mel. 161. Schwing dich auf, zu ic. Licht, Ursprung meiner Freuden, wie viel Trost und Zu versicht fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, den ich dir jetzt singe; deß, was du an mir gethan, bin ich zu ge ringe. 2. Ich erwäg' es immer mehr, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie du thatst, zu lieben! Uns Verlorne zu befrey'n, haſt du Angst und Banden, Geiß seln, Schmach und Todes: pein willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdigkeit? Nein, des Va ters Güte, deines Herzens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe; dieß hat dich ans Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht das Gewissen nagte. 4. Unerforschlich ist der Rath, heilig, nie ergründet; ohne Gleichen ist die 7* Von der Erlösung der Menschen. That, uns, vom Herrn, ver- wenn auf dich mein Glaube kündet! An sich selbst läßt blickt, mich, Herr, Gnade Gottes Sohn streng die finden. Sieh, ich fall', zerSünden råchen, deren, ih knirscht von Reu', mit wahr rem Gott zum Hohn, Men- hafter Buße und dem Vor schen sich erfrechen. 100 5. Meine schwere Sün denschuld traf den treuen Bürgen; er ließ sich, aus grosser Huld, mir zu gut, erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sey mit mir, dann wird mein Ge wissen nie verzagen, nie ben dir Trost und Freude missen! Trost ergießt in je: des Herz sich aus deinem Herzen, auch den bångsten, herbsten Schmerz heilen dei ne Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt über seine Sünden, 91. satz größ'rer Treu', Jesu, dir zu Fuße! 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', und bey wem ich bleibe, wessen Huld ich mich vertrau', und an wen ich glaube. Jesu, du nur bist's allein, der mich freundlich schirmet, wenn der Sünde Schmach und Pein meinen Geist bestürmet. 9. Hier bin ich dein Ei genthum, soll dort mit dir erben. Drum will ich, zu deinem Ruhm', leben und auch sterben, daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab' erstanden meines Jesu großer Tag, Heil mir! ist vorhanden. Eigne Melodie. ## Begleite mich, o Christ, wir gehen zum auf dessen fürchterlichen Höhen, was P 11111 schmerzensvollen Golgatha; Erwäg', an diesem nie ein Engel faßt, geschah! Von dem Leiden und Sterben Jesu. 19100/ 929 111 17 heil'gen Orte, des sterbenden Erlösers Worte, und * mitt ATIT rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den 401 I Trost im Leben, und einst den Trost im Tode O 3. Geduldig bey den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an, er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blut berg fich von Weitem, er schrick und zitt're, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten, und werde ganz Gefühl, gan; Schmerz! Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze Gots tes Sohn, dein Leben; hier trug er uns'rer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Got tes Huld. was sie gethan! Der Götts liche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misses thäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beyspiel rüh ren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beyspiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter, sterbend, anbes fahl! Ach wird mein Ang' einst um die Meinen in meines Todes Stunde weis nen, so soll dieß Wort mir Trost verleih'n! Der, ale Von der Erlösung der Menschen. der Tod schon um ihn|| blößt, wünscht, daß sein schwebte, die Seinen noch Durst gestillet werde. zu schützen strebte, wird auch Mensch, der dich so theu'r der Meinen Pfleger seyn. erlöst, der Heiland rufet dir noch heute, aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Man gel drückt! O, selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 102 5. Froblockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht! Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese seyn! O Herr, laß, an des Todes Pforte, einst diese trostesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleih'n! 6. Wer kann die großen Leiden fassen, als Christus an des Kreuze rief: Mein Gott! wie hast du mich verlassen? Wie beuget ihn die Last so tief, die uns're Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein mußt' er verschmachten, wår' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich), verlassen, da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Him mels und der Erde, von allem, was erquickt, ent 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heis land spricht: Es ist voll bracht. O Wort des Sieges! Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns, wer darf es jetzt noch wagen, uns, die Erlösten, zu vers klagen, da er für uns genug gethan? Gib daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Geendet ist des Leidens Bahn! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sey auch mein! Laß es in meiner Todes: stunde mir Muth und Zu versicht verleih'n! Du rufest: Bater ich befeble in deine Hände meine Seele, Von dem Leiden und Sterben Sefu. die allen Menschen Heil 2. Du siehst die Mutter, erwarb. Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt' er sanft sein Haupt und starb. siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dies ser Sohn ist dein, was ich dir war, wird er dir seyn. 3. So innig bis zum Tod, so treu, sey meine Zärtlichkeit; ich sey so willig, ans dern beyzusteh'n, und ihnen Beystand zu erfleh'n! zend seinen Ruhm erhöh'n! 4. Wenn euch, die hier Den deine Seufzer jetzt be klagen, der wird, als Held, nach dreyen Tagen, vom Grabe siegreich aufersteh'n! Den freche Rotten hier ent ehrten, den wirst du dort bey den Verklärten, zur Rechten seines Vaters seh'n. Mel. 237. Wenn wir in on höchsten 2c. 10. Bewein' ihn fromm, mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben seh'n! Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauch: 92. Du denkest in der tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößest ihnen Trost ins Herz. 93.1 Von 103 mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt; dann übergeb' ich euch dem Herrn; er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Frob geh' ich, wann es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt; euch sag' ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald wer den wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir, du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: Ihr seyd mein; wo ich bin, sollt ihe ewig seyn! Eigne Melodie. + on Furcht dahingerissen, verläugnet Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er 101 Von der Erldsung der Menschen. $**$ Petrus dich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz; bitterlich. er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seis nen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht fonnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn, und seinen Gott, verherrlichte sein Le ben, verherrlichte sein Lod. 3. Betrübt ist meine See: le, erfüllt mit Reu' und Schmerz! Was hilft's, daß ich's verhehle? durchschaust du doch mein Herz! Be kennen will ich's, Jesu, dir, oft hab' ich dich verläugnet; vergib, vergib es mir! 4. Wenn deines Namens Spotter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn, und Gott, dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Chrift zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. Du hast, o Herr, dein Leben für meine Seligkeit so willig hingegeben, zum Segnen so bereit. Wie uns dankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Sünder mehr fürchtete, denn dich! 6. Ich seh' jest, ich empfin de die Größe dieser Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner grossen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, em pfah'n! 7. Laß mich ben meiner Neue den Bund mit dir er neu'n, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weih'n! Dich zu verläug nen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als Qual und Tod. 8. Bewahr' ich deine Von dem Leiden und Sterben Jesu. Gnade, folg' ich dir standhaft nach; wer ist dann, der mir schade? Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spotter mögen mich verschmäh'n! Sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht seh'n. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frey und gern vor aller Welt bekennen, dich, mei nen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht verläugnest du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. 105 Mel. 93. Von Furcht dahin, name geriffen 2c. Qualen, uns Menschen zu befrey'n. 4. Vernehmt's auch ihr, o Spotter, die ihr den auch euer Retter; auch euch Mittler schmäht! Er ist nennt sein Gebet: fie wis sen nicht, was sie begeh'n; vergib, o Vater, ihnen, wenn sie zu dir einst fleb'n! 5. Jhr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seyd aller Men94. Hin an dein Kreuz zu treten, in deinem Leidenschen Freunde! Verdammt euern Feinden nie; und der Rache Lust! Vergeltet allen, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie. dich voll Glauben anzube: ten, Versöhner, stårke mich! Laß mich mit Wehmuth und Vertrau'n, wie du einst für die Sünder den Tod erdul det, schau'n. 6. Noch bat er feinen Frieden, noch steiget seine Noth. Seht, es ergreift 2. Wie ist des Herrn Ge- den Müden der fürchterlichmüthe bis in den Tod beste Tod! Nun sinkt er in trübt! So brünstig, so voll Gute, bat Jesus uns ge liebt! Er leidet unsers Todes Pein, fühlt unerhörte die Todesnacht. Erbarm', o Gott, dich unsrer! Er stirbt; es ist vollbracht! 3. Hort's, die ihr eure Herzen dem Sündendienst ergebt! Der Preiß so vies ler Schmerzen ist, daß ihr ewig lebt. O, nehmt an sei ner Gnade Theil; erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil! 106 Von der Erlösung der Menschen. Mel. 527. Nun ruhet in den uns alle, und Lob und Wåldern 2c. Dank erschalle ihm nun für unser Heil. Er starb, uns 95. Welt, sich hier zu erreiten, damit wir Fries de hätten. Sein Segen wird auch mir zu Theil. dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ebren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Noch ist der Heil'ge Gottes ein Ziel des frech sten Spottes und unnenn 7. Ich will des Lebens barer Qual. Doch sorat er plagen getrost und willig für die Freunde, doch flebt tragen, so lang' es Gott ge er für die Feinde, noch an fällt; will alles Unrecht dem blut'gen Marterpfahl.haffen, das Böse flieb'n und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 3. Er hatte nichts ver schuldet, der alle Schmach crduldet, ach, alle Noth und Pein. Nein, er war nicht ein Sünder, wie an dre Menschenkinder. Wer kann ihn einer Sünde zeihn? 6. Mich dankbar zu er weisen, will ich gerührt dich preisen, Herr, ich dein Ei genthum. Dein Beyspiel soll mich lehren, des Höch sten Nath verehren, und die gehorchen, sey mein Nuhm. 4. Drum bålt er, voll Vertrauen, sich noch an Gott im Grauen der bångsten Todesnacht; befiehlt am Leidensende den Geist in seine Hände, und ruft: Mein Werk, es ist voll bracht! 5. Vollbracht ist's für 8. Nur Gutes will ich üben, treu meine Freunde lieben, auch meinen Feind erfreu'n. Nie will ich wies der schelten, nie Spott mit Spott vergelten, wie du, dem Lästerer verzeih'n. 9. So will ich leben, ringen, mein Werk hier zu vollbringen, und dann ges trost, wie du, befehl' ich einst am Ende den Geist in Gottes Hände- er füh ret ihn dem Himmel zu! Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 96. Hxe 107 eute! cute, wahrlich! ja, noch heute,» sprach 111 der Herr, am Kreuz' erhöht,» Heute, das betheur' bend noch um Gnade fleht! ich dir, heute noch sollst du, mit mir, in die bes're 11° Welt erhaben, Theil an ew'gen Freuden haben!«< 2. Theures Wort aus nach Jahrtausenden ers Jesu Munde, vest versie: wacht. Nein! sie soll zum gelt durch sein Blut, in bessern Leben durch den der düstern Todesstunde Tod sich bald erheben. gibst du Freudigkeit und Muth. Wann der Christ nun scheiden soll; bleibt er froher Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwan delt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen kann er sterben; seine Seele stirbt ja nie. Ihr dreht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht 4. Theures Wort des ew'gen Lebens, tröste du mein brechend Herz! o, dann ångstiget vergebens meinen Geist der Tren nung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß; denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeus gen, hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr, nun fühl ich, abzuscheiden, eine heil'ge 108 Von der Erlösung der Menschen. Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden; aber Müh' und Sünden hier. Kein, auch noch so frübes, Grab kürzt des Geistes Leben ab. Er soll nur, frey von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 7. Run auch ich, o Herr, befehle, wann ich kaum noch sprechen kann, die durch dich erlöste Seele deiner treuen Sorgfalt an. Und du, Heiland, stårkest mich, rufest mir auch zu, daß ich schon am Tage, da ich sterbe, mit dir Seligkeit er: erbe. scheiden seh'n; was könnte meinem Herzen, bey deinen Todesschmerzen, mehr deis ner Liebe Werth erhöh'n? 6. Furchtlos, reich beglückt im Herzen, ja, von nun an selig ist, frey von Erdenharm und Schmer: 3. An deinem Sterbetas zen, der im Herrn entge mischt in der Deinen schlafne Christ. Was er Klage sich auch mein Trauers Gutes je gethan, jede edle lied. Es fließe, dir zur Ehre, That folgt dann seiner See- der Wehmuth fromme Zähs le von der Erde, daß von re, die heiß auf meiner Gott belohnt sie werde. Wange glüht. 4. Was hat dein Herz empfunden! O trauervolle Stunden, send meinem Geis ste nah'! Ich stehe hier und bete an der geweihten Ståtte, auf deiner Höhe, Golgatha! 2. Dir folgen meine Thrä nen, mit meiner Liebe Seh nen, und fallen auf dein Grab. Hier will ich, dich zu ehren, dir neue Treue schwören; hier sterb' ich als len Sünden ab. 97. Nach tausend Lo desleiden am Kreuze dich verscheiden, für mich ver: era 5. Hier seh' ich dich ges lassen zu meinem Heil blassen, und neigen sanft dein Haupt. Wohl mir in Mel. 527. Nun ruhet in den Todesleiden, bey meinem Wåldern 2c. letzten Scheiden, daß meis ne Seele an dich glaubt! 6. Die Augen sind ges schlossen, aus denen Thrå nen flossen, zum Heil der Von dem Leiden und Sterben Jesu. Welt geweint; verblichen 2. Der, dem an Hoheit deine Wangen, und deine Hånde hangen erstarrt am Kreuz', erblaßter Freund! 7. Mit Ernst will ich hier lernen, von Sünden mich entfernen, und sterben, wie du starbst! Bis zu der letzten Stunde, bleib' ich mit dir im Bunde, der du mir Seligkeit erwarbst! 8. Nun darf ich nicht ver: zagen, wenn in den bångsten Tagen der Tod mir nå her rückt. Ich weiß, auch wenn ich sterbe, daß ich ein Glück ererbe, das ewig mei nen Geist entzückt. 9. O Todestag voll Se: gen, sollt' ich dich nicht er: wägen? an dir starb einst mein Freund! Dich will ich stets erneuern, dich bis ans Ende feyern, mit Thränen, die die Liebe weint. Mel.415. Ich hab' mein Sach Gott heimgestellt zc. 98. Nun ist es alles wohl gemacht. Mein Jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie ver dirbt. 109 feiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Seht Gottes Wink! die Erde fracht, und dicke Nacht ver hållt der Sonne Glanz und Pracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bere sten; Dunkel schreckt; der Todten Gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil furchtbar die Nas tur sich regt, so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Empfinde reu'voll deine Schuld! Aus Gottes Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod- o nimm es wohl in Acht!- hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis ins Grab sich für dich gab; und stirb dem Súndenleben ab! 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erblaßt am Kreuz dein ein'ger Sohn. Nun ists versiegelt: deine Huld tilgt meine Schuld, und trågt forthin mit mir Ge duld. 7. Hin aufsein Kreuz will Von der Erlösung der Menschen. ich stets seh'n, und dankbar seyn; mich dann erfreu'n; seine Treu' erhöh'n; Trost so schlaf ich sanft und selig soll er mir im Sterben ein! Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. 99. 콜 19² du für uns gestorben, uns am Kreuz', in schwerer 貳 110 111* So o schlummerst du in stiller Ruh', der 11 � Muh', ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, odeinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 6. Nein! nichts ver dirbt; selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und mit jugendlicher Kraft aus dem Grabe gehen. 7. So sint' ins Grab mein Leib hinab! Ich will mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedenken. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung seben; son dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Durch dich belebt, o Herr, erhebt mein Leib sich aus dem Staube. Selbst auf Grabeshügeln blüht froher Christen Glaube. 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in stiller Ruhe liegen; denn durch Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 100. Die Sonne stand verfinstert, am Tage ward Von dem Leiden und Sterben Jesu. es Nacht; nun hatt' er überwunden, und rief: es ist vollbracht! 2. Der Erde furchtbar Beben hob das Gebirg empor, und Gottes Todte gin gen aus ihrer Gruft her: vor. 3. Den Lodesüberwinder umgab des Grabes Nacht, und Gottes Engel jauchz ten: Heil ihm, er hat's voll bracht! 4. Das Opfer für die Sünder war dargebracht vor Gott; er starb, und Heil und Leben erwarb uns Christi Zod. 5. Nun wird kein Opfer wieder in Ewigkeit ge bracht, der, den sein Volk erwürgte, der hat es ganz vollbracht. Heil und Würde sie deinen Engeln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Name; wie groß ist deine Macht! Preis dir, und Dank und Ehre! Du hast dein Werk vollbracht. 8. Du kommst und führst die Deinen in deines Va ters Reich; du machst an 10. Dein Beyspiel soll mich stärken, daß ich im Glauben treu, und standhaft in der Liebe bis an mein Ende sey! 11. Darf ich den Tod noch fürchten, der mich von hinnen rafft? Wohl mir, ich überwinde, durch deines Todes Kraft! 12. Du führst mich hin zum Ziele, vollbracht ist dann mein Lauf; dann nimmt in seine Hände auch mich mein Vater auf! Mel. 241. Wer nur den lies ben Gott ic. 6. du, der mich verföhute dem Nichter aller Welt, du hast das Heil der 101. Golgatha! Erde allmächtig hergestellt. 7. Nun wohnt in ew'gem Frieden das menschliche Geschlecht; und du regierst die Völker mit Wahrheit und mit Recht. zu deinen Höhen erhebt jetzt dankend sich mein Herz. Im Geiste will ich Jesum sehen, ihn seh'n in seines Todes Schmerz; ich will mich sei ner Liebe freu'n, und will ihm Herz und Leben weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld Von der Erldsung der Menschen. selbst der Tod bewährt! um ihn stehen, gießt er der Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz' entehrt; doch feines Herzens Reinigkeit gibt ihm im Tode Freudig feit. 112 3. Er stirbt, die hohen Himmelslehren von Tu gend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren; mein Lehrer, dir sey Dank geweiht! Nun kenn' ich meiner Seele Werth, den du, Erlöser, mir erklärt. 4. Er stirbt, der Wohlten Pflicht. thun ausgebreitet, oft Nách: te im Gebet durchwacht, die Sünder hin zu Gott ge leitet, und treu sein Tage werk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun der Christ, der Jesu Beyspiel nie vergißt! Freundschaft Segen aus, spricht hoffnungsvoll von Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus, und strömt getrosten Muth und Ruh' den kummervollen Herzen zu. 7. Er sieht auf die voll brachten Thaten, als Aus saat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den sein Wert gerathen, und freut sich der Unsterblichkeit; die Des muth auf dem Angesicht', freut er sich der vollbrachy 5. Froh feyert er die große Stunde, da er zu seinem Vater geht, und noch mit halb gebrochnem Munde, voll Großmuthy selbst für Feinde fleht; den sterbend ſegnet, der ihn schalt, und Wohlthun ihm mit Haß vergalt. 6. Auf die, die weinend 8. Er, halb der Ewig feit schon eigen, beschäftigt mit dem grossen Ziel, nun auch sein müdes Haupt zu neigen, erhebt das Herz mit Dankgefühl, empfiehlt den Geist in Gottes Hand, und geht getrost in's Vaters land. 9. Erlöser! tausend From me schieden auf dein Ver dienst mit Freudigkeit, em pfanden sterbend Seelen frieden, den Trost, den uns dein Tod verleiht. D, laß mich dir mein Leben weih'n! dir auch noch sterbend dank bar seyn! Von dem Leiden und Sterben Sefu. Mel. 99. O Traurigkeit ,. o Herzeleid ic. mein Leib, Leib, zur Ruh'; schläfft unter kühlem Moose sicher, wie der Säugling 14572 102. Grab meines ruht in der Mutter Schoose. 8. Dann ist vollbracht des Kummers Nacht, erduldet jede Plage; und die Nacht des Grabes wird bald zum ew'gen Tage. Herrn, ich weile gern in deinem heil'gen Schauer. Sanfter, stiller wird in dir meiner Seele Trauer. 2. Ihn, den empört sein Volk entehrt, daß ihm kein Nachruhm bliebe, den Gekreuzigten begrub hier die Hand der Liebe. 3. Indeß nun schon sein Geist den Lohn empfing vom Freudengeber, heiligte sein Leib in dir uns're stil len Gråber. 4. Welch Heiligthum! Um mich herum herrscht fenerliches Schweigen. Se lig, die getrost ihr Haupt zu dem Grabe neigen. 5. Hier weicht der Schmerz, das matte Herz ruht sanft von seinen Lei: den; und des Schatten landes Traum wird zu Himmelsfreuden.n 113 6. So ruhte sie von Schmerz und Müh' hier aus, die blut'ge Hülle; und verklärt entschwebte sie dieser heil'gen Stille. 7. Einft fintst auch du, Mel. 47. Aus tiefer Noth zc. 103. Wie groß, o Herr, erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh' gehst du dem Tod' entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth, warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit, mit Weisheit, zu erziehen, war stets, ben deis ner Lebenszeit, dein ernstliches Bemüben; und selbst im Tode wolltest du Heil, Trost für sie und Seelenruh', voll Großmuth, noch erwerben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn, voll Hel denmuth, mit Freuden zur Stätte Golgatha hinan den Kreuzestod zu leiden. 8 114 Von der Erlösung der Menschen. Hier zeigest du dich, Got tessohn, gequält von Mars tern, Spott und Hohn, in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen; sprichst Trost betrübten See len zu, und fleb'st mit ed: lem Herzen, selbst in der letzten Todesnoth, für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, er löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen; sieh ihn, der dir gekreuzigt ist, jetzt mit dem Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Dent' an sein liebevolles Herz! Ach, sich ihn duldend sterben! 6. Hier denk' an jenen Zweck zurück, der ihn hier: her getrieben! Nun sag' ben diesem Trauerblick': willst du noch Sünden lieben? Nein! hier, o Christ, entschließe dich bey seinem Tode feyerlich, dein Leben ihm zu weihen! such' alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; mit froher Hoffnung geh'st du dann der beßern Welt entgegen! 7. Entsag' den Sünden dieser Welt, und sünden vollen Freuden; flieh' Men 8. Herr Jesu, der du für uns starbst, zur Ret tung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost ers warbst durch Lehren, Lei den, Sterben; steh' und mit deiner Hülfe ben, daß wir stets uns'rer Pflicht ge treu, nach deinem Vor bild leben! 9. Doch auch bey unfrer Súndenschuld, und bey dem Druck' der Leiden, woll'st du uns Trost, Muth und Geduld, durch deinen Tod, bereiten. Naht dann auch unser Ziel heran, so laß uns diese Pilgerbahn im Glauben sanft beschließen! Von der Auferstehung Jesu. Osterlieder. Mel. 429. Wachet auf, so ruft ic. - 104. Lobt den Hoch sten! Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät! schenhaß, der ihm mißfällt; Hört's, betrübte Sünder, Von der Auferstehung Sesu. gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott bat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Ge fang erschall' auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Did), großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ibm, und nehmt, voll Freude, am Siege Theil, den er erstritt! erstritt! Send ihr gleich deß Gra bes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt'. Was wollt ihr traurig seyn? Getrost könnt ihr euch freu'n! Jesus lebet in Ewigkeit! Zu aller Zeit ist er zur Hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Nåcher, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er dem reuerfüllten Sünder ein Vater der Barm herzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft 115 Er tilgt die Schuld, und trägt uns liebreich mit Ge duld. de on 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken! Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie ers neut, zur Frühlingszeit, die junge Schöpfung sich er freut. 5. Auferstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einbergehn, die dein Fuß be trat! Nie gefühlte Seligs feiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst frónet uns das Heil deines Lebens! Halleluja! der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da! Mel. 110. Jesus, meine Zuversicht 2c. zu fegnen. Preist seine Huld! 105. Jesus lebt, mit 8* 116 Von der Erlösung der Menschen. ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich, von den Todten auf erwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle, Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich einst auf ewig selig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. Mel. 74. Wie leuchtet nus i. 106. Triumph, Tri umph und Lobgesang dem, der des Todes Macht 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, låstert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat bezwang, und uns vom Staub erhöhte! Der bohe er zugesagt, daß der Sün- Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie ver der sich bekehre. Gott verschwand in helle Morgen stößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. rothe. Bebet! Gebet, stol ze Spotter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sey mir ge grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille! Nur wenig Tage werden's seyn, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, wer den die Verklärung sehen. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: » Herr, Herr, meine Zuversicht!« 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr lichkeit, kein Leiden. Er 107. 7 Von der Auferstehung Jesu. Eigne Melodie. te $ 2 reis dem Todesüberwinder! Sich, Pre Preis dem Heiliger der Sünder! Preis 117 O er starb auf Golgatha. Sieh, er starb auf Golihm, und Hal- le- lu- ja! herm Chor! 2. Laßt des Bundes Harfe klingen, daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig singen dem, der starb, und ewig lebt! daß das Herz voll Wonne bebt. Preis und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt! dem der starb und ewig lebt! mer 152 gatha. Singt, des neuen Bundes Kinder, aus pr #t ◊ dem Grab' eilt er empor! Singet ihm in hó flammet, rühmt er, dankt er, jauchzt, entreißt dieſer Welt sich. Denn er preist dich, der ihn nun nicht verdammet, weil du starbst, und auferstand'st; Gotts mensch, weil du überwandst! 4. Da, in Morgendam: merungen noch gehüllt, die Erde schwieg, da, zu tiefen Anbetungen, Gottes Engel niederstieg, aber jetzt noch bebend schwieg, da 3. Du, der uns nun nicht verdammet, wie er hebt dein Lob den Geist! Durch die Ewigkeit enterstand'st du, und gesungen 118 Von der Erlösung der Menschen. wurden Himmels Chöre dir, Todesüberwinder, dir! 5. Da die Freundin, ihn zu finden, zu der Gruft ging, wo er schlief; ach, was mochte sie empfinden, als er sanft: María! rief, und als sie: Rabbuni! rief! Herr! einst werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist, und mein Gott: ruft mich nun zu dir der Lod. 6. Wann ich aus dem Grabe gehe, und mein Leib nicht Staub mehr ist; wann ich, Herr, dein Antlig sebe, dich, mein Mittler, Jesus Christ, dich, Verklärter, wie du bist! o dann, wann ich aufer: stehe: hab' ich, du, der Sünder Heil, ganz an deinem Leben Theil! 7. Jetzt, da ich an dich nur glaube, seb' ich dun kel nur und fern, ich, der Wanderer im Staube, dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dennoch, wenn ich innig glaube, wenn ich dür ste, strömet Ruh' mir dein Tod und Leben zu. in 8. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst! Knieen will ich, niederfallen, fleh'n, daß du dich mir enthüllst, und mein Herz mit Kraft ers füllst! dann soll dir mein Lob erschallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! 9. Da hinauf die En gel wallten; in den mäch tigern Gesang lauter ihre Harfen schallten; da ihr Lob zum Throne drang daß davon der Thron er klang, daß die Himmel wiederballten: da warst du vom Tod' erwacht, und dein großes Werk vollbracht! 10. Singt dem Herrn, singt ihm nun Psalmen! Jesus Christus bat gesiegt. Streut dem Ueberwinder Palmen, die ihr bang und weinend schwiegt, als er starb; er hat gesiegt. 3u der Himmel höhern Pfal men, zu der Ueberwinder Chor, steig', o Lied des Lamms, empor! 11. Ueberwunden, übers wunden hat der Herr der Herrlichkeit! Sieh, er schlummerte nur Stunden in des Grabes Dunkelheit, und da überwand er weit: Von der Auferstehung Jesu. und da glänzten seine Wunden; bluteten, Halleluja! nun nicht mehr auf Golgatha. 12. Hügel um den Tod ten Gottes, warum zittert ihr, zu flieh'n? Felsen um den Todten Gottes, warum bebet ihr um ihn? warum stürzt ihr donnernd hin? Hüter um den Todten Gottes, warum sankt ihr, als ihr floh't, warum sankt ihr hin, wie todt? 13. Diesen deinen ersten Zeugen folgten andre 3eu gennach. Konnten deine Boten schweigen, da der Feinde Fluch und Schmach, da der Felsen Donner sprach)? Nichts vermochte sie zu beugen, nichts der Boten Heldenmuth! starben sie; so sprach ihr Blut. 119 108. Vom Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod er schallet laut mein Dank. 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht, und herrlicher erwacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Gras be stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallte froh sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub! Der sich dem Grab' entschwang, er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Un sterblichkeit, im Tode Trost und Ruh', und Hoffnun gen der Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Mel. 64. Wie selig bin ich, Herz erhöht: wir werden aufersteh'n, auf Hoffnung schöner aufzugeh'n! in das Grab gesä't, um wenn 2c. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht; dich stärkt zu jeder Christenpflicht, und ganz zu ihm dich zieht! 9. Dann wird dein Grab Von der Erlösung der Menschen. nicht fürchterlich; du gehst da| Wahrheit Siegel aufges raus hervor, und schwingst, drückt, und dich, als Sohn, verklärt, vom Staube dich geehret. Denn deines To zur bessern Welt empor. des hohen Werth hat er aufs 10. Auferstehungsfest, herrlichste bewährt, da er du bist des bessern Lebens dich auferwecket. Pfand! dich fey're dankbar jeder Christ, der dei nen Trost empfand! 120 Mel. 229. Allein Gott in der Höh' ic. 109. Bringt Preisverleih'n, und mich zu führen. und Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aus der Gruft gekommen. Sey Hochgelobt, Herr Herr Christ, daß du für uns ge storben bist, und siegreich auferstanden! Jesu 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben; auch meiner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu zu Gott 2. Dein Leben in der Majestät bevestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben: daß du hast von der Sunde Macht Befreyung an das Licht gebracht, den Himmel uns geöffnet? 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, bat dem, was du gelehret, der 5. Mein Herr, mein Gott, bilf mir dazu, bilf, daß ich, fren von Sünden, in Got tes Gnade möge Rub' für meine Seele finden. Erhalte deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier, als dein Erlöster, wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Ver storbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird uns nicht ewig decken. Denn wie du auf erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 7. O, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben Von der Auferstehung Jesu. an dich wandeln, und jeder| soll auch dein Freund zeit nach deinem Sinn', mit Herrlichkeit umgeben, rechtschaffen seyn und handeln! daß ich, wann ich einst aufersteh', und dich, des Todes Sieger seh', vor vor dir dann nicht erschrecke. und ewiglich mit dir vereint, wie du verheisfest, leben. Laß einst dieß Glück mein Erbtheil seyn, so werd' ich dein mich ewig freu'n, du Todesüberwinder! 8. Wo du, Herr, bist, 110. Eigne Melodie. 11 421 # px meine lebt, und ich Soieses weiß ich; sollte nicht ſich mein Herz 对 F [!!! soll mit ihm leben. wie das Grab, das einst mich zufrieden geben, deckt, mein zu schwaches Herz auch schreckt? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Nun erwart' ich mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Låsset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? Pun 3. Ich bin durch des Glaubens Band zu genau mit ihm verbunden; er, der auch den Tod empfand, bat ihn mächtig überwuns den. Er erstand, und einst erwacht mein Leib auch durch seine Macht. 4. Staub bin ich, und weiß daher daß zu Staub ich einstens werde; doch ich bleib' es nicht, denn er weckt mich wieder aus der Erde, daß ich in der Herrlichkeit bey ihm sey in Ewigkeit. 5. Dann wird mich, staft 122 Von der Erlösung der Menschen. dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut und geschickt zum bessern Leben; und in diesem Leib werd' ich Je sum sehen ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellern Licht' seine große Lieb' erkennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Netter nennen! Dank ihm! von der Sterb lichkeit bin ich ewig dann befreyt. Siegreich schaut ihr dann umher, weinet keine Thräne mehr. 10. Auf dann! Christen, auf erhebt euern Geist von dieser Erden, lebt schon hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden. Wollt ihr seines Heils euch freu'n, müßt ihr rein und heilig seyn. Mel 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 7. der ſeufzt und fleht, wird er 111. Siegreich stand herrlich dort erhöhen; ir disch werd' ich ausgeså't, himmlisch werd' ich auferste: hen. Zum Verwesen sink' ich ein; einst werd' ich unsterblich seyn. 8. Seyd getrost und hocherfreut! Jesus kennt euch), seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Jesus weckt vom Tod' euch wie: der, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gråber hallt. 9. 3agt nicht vor der fin stern Kluft! Blickt hinauf ins beßre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. mein Heiland auf! Friede ruht auf meinem Grabe. Mir auch geht ein Morgen auf, wann ich ausges schlummert habe. Mich ers schreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. Juo 2. Froh besieg' ich nun das Grau'n, das die Todtenhügel decket. Meinen Hei land werd' ich schau'n, den der Vater auferwecket, der durch seines Grabes Nacht meine Gruft mir heller macht. 3. Wohlthat wird das Sterben mir. Jesus kennt und liebt die Seinen; ewig Von der Auferstehung Jesu. nicht läßt er sie hier kåm: glorreich lebt. Wir, des pfen, dulden, klagen, wei nen. Nein, der Abend eilt herzu; einst gelangen sie zur Ruh'. Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glie: der, wir freu'n uns, daß er ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns ents rückte Gott ihn dem Graz be. Ihr Spotter, bebt! der Sieger lebt! er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. 4. Schwing dich denn, mein Geist, empor! Lerne nach dem Himmel streben! Jesus ging den Weg dir vor; Jesus lebt, auch du sollst leben. Auferstandner, lebenslang weiht mein Herz dir Lobgesang! Mel. 429. Wachet auf, so ruft zc. 112. Shm, dem Todes: überwinder, der Menschen Heil, dem Heil der Sun Sünder, sey ewig Ehre, ewig Dank! Singet ihm mit lautem Schalle, ihr, o Erlöste, singt ihm alle! der ganz ze Erdkreis sey Gesang! Er hat sein Werk vollbracht, besiegt des Todes Macht, und lebt wieder. Dank' ihm erfreut, o Christenheit! sein Leben ist uns Seligkeit! shall 2. Was kann dich nun mebr erschüttern? Der Sünde Sklaven mögen zittern vor ihm, der ewig 123 nicht wanken; die bangen, 3. Unser Herz darf nun zweifelnden Gedanken be siegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels im weiten Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, und breitet um sich Eroft und Licht, was irdisch ist, zerfällt; die Herrlichkeit der Welt doch Jesu Wort steht immag verschwinden; Heil in Ewigkeit. merfort, bleibt Trost und 4. Ja, auch wir, wir werden bleiben; mag im merhin der Leib zerstäu ben, verzehren Moder mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst Gottes Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterblich seyn. In der Verwe sung Grab dringt dann fein 124 Von der Erlösung der Menschen. 3. Zieh unfre Herzen ganz zu dir; hilf, daß vor allen Dingen wir nach dei nem Reiche trachten. Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmuth und voll Demuth seyn, und eitle Lust verachten. Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinemt Dienste ganz ergeben.) Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 113. Wie herrlich Jesu, starker Held, du Retter einer Sünderwelt, hat sich dein Lauf geendet! Dusteg test über Schmerz und Lod, gingst triumphirend hin zu 4. Leit' uns zum Heile hier und dort, und tröst' uns durch dein göttlich Wort, wenn bier uns Trubsal drånget. Ja Se ligkeit ist nur bey dir, des Lebens kurze Freuden hier Gott, der dich zu uns gesind noch mit Leid ver sendet. Ewig trift dich nun kein Leiden; voller Freu den lebst du droben, über Alles hoch erhoben. menget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel ſeh'n und hoffen! Ruf hinab; und ich lebe, und werde sein mich ewig freu'n. Gott, welche Won ne ist dann mein! Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit.- Himmelfahrtslieder. 2. Ja, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nutzen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden! 5. Als hier vergossen war dein Blut, bist du, uns Sterblichen zu gut, zumHim mel eingegangen. Schenk' uns des Glaubens Vestig keit, und laß uns, nach der Uebungszeit, zum ew'gen Heil gelangen! Dafür ſoll dir von uns Allen Dank er schallen; ewig währen soll die Wonne, dich zu ehren! Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit. Mel. 64. Wie felig bin ich, chus wenn ze. 2. Er, den man hier verkannt, verschmåht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majestát; ihm jauchzt der Engel Lob. 114. Der Herr schwingt sich mit Glanz und Pracht zu fernen Welten hin; zum größern Schauseiner Macht ruft nun and der Vater ihn. illon 115. Ueber aller Hime 3. Verehre ihn auch du, mein Geist, und bet' ihn dankbar an; er, der den Weg zu Gott dir weißt, ging selbst den Weg voran! 4. Auch dich will er zu sich erhöh'n, bleibt ihm dein Herz geweiht; du sollst ihn, dir zur Wonne, seh'n in seiner Herrlichkeit. dhoud 5. Welch hohes Glück; mir vielmehr werth, als alles Erdenglück! Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augen blick. 125 6. Einst öffnet mir sein Himmel sich, dann ist mein Leid entfloh'n; und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 7. Erlöser, dir sey Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich höhern Lobgesang, wann mich dein Wink verklärt. Mel. 429. Wachet auf, so diss ruft sc. mel Heere erhobst du dich zum Thron' der Ehre, du, Mittler unsrer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttli cher Zufriedenheit. Du hast die Sündenwelt, mit dei nem Licht' erhellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit.dom 2. Deine trauernden Er lösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über fie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leis den mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weißt. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sab'n deine Freunde. Auch wir empfah'n auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron am Ziel'. 3. Uns die Stätte zu 126 Von der Erlösung der Menschen. bereiten, um die wir Pil ger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dieß Vaterland. Geweiht hast du uns Gott und dir, durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir le ben ewiglich. 4. Welch ein Jubel wird es werden, wann wir, befrent von den Beschwerden, dich einst erblicken, unsern Herrn! Wann wir uns zu dir erheben, wie wird das Herz vor Freude beben! Dann schau'n wir dich nicht mehr von fern. Dann seh'n wir hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die ben dir ist in Ewigkeit. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' c. neuern: Gott und der Tu gend treu zu seyn, treu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 116. Last das Voll: endungsfest uns heut in heil'gen Freuden feyern! froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' er: 2. Er kam zu uns von Gott gesandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Sig der Tugend werde. Nach seinem Beyspiel sollen wir uns alle bilden, alle hier, daß wir zum Vater kommen. 3. Zum Vater! o wir kennen ihn; um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebens bild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend; bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich, unter Spott und Schmerz, erkämpft er die Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun wird der Kampf uns Schwa chen leicht, der Zukunft Dunkel schwindet. 5. Er schwang zum Hime mel sich hinauf, die Stått' uns zu bereiten. Zum Him Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit in Herrlichkeit erscheinen. mel geht nun unser Lauf, zum Himmel, einst wird er zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Woh nungen sind viel in seines Vaters Hause. Dan 6. Was send ihr, Freu: den dieser Zeit? Wer kann nach euch noch streben? Wer ru'n im Schoos der Sinnlichkeit? dem Laster sich ergeben? Die Zeit ist kurz, und steil die Bahn; auf, Christen, strebt zum Ziel' hinan, und eilet, zu voll enden! bly no 7. Ein Himmel wird schon uns're Welt, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsere Kräfte üben. Dann führ an's Grab uns die Natur; aus einem Himmel geh'n wir nur in einen schönern Himmel. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' zc. u 117. Vollendet freudo dig euren Lauf; bleibt Christen, Gott ergeben! Einst weckt der Sohn die Todten auf, und rufet sie zum Leben. Geht muthig seinen Pfad einher; er fuhr 127 2. Er kommt und führet euch ans Licht; doch nicht, daß er euch richte. Getroft send ihr, und zaget nicht vor seinem Angesichte. Der Fromme harret, wonnevoll, des Richters; denn wer glaubt, der soll in sein Gericht nicht kommen. 3. Der Fromme dringet durch das Grab, um ewig Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt verachtet und für Thorheit hält, gerecht und ewig selig. 4. Die stillste That, dem Herrn geweiht, will Jeſus offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch' ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige lohnt zu werden. Gedanken sind gezählt, bes 5. Wer Leidenschaften überwand, um seines Gots tes Willen, obgleich die Welt ihm widerstand, doch standhaft zu erfüllen; wer heilig blieb, obgleich der Von der Erlösung der Menschen. 6. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eit Spott der Welt ihn traf, den|| kommt zum Weltgericht' wird sein Gott als Ueberwin- der Heiland, den wir ehren. der kronen. O, weigert euch, Erlöste, nicht, jeßt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht ſei les Lob bethörte; wer, wineStimme hört, und sie nicht der aller Luste Reiz, auf sei nen Gott nur hörte; wer strebte, måßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, der wird dann Gottes Erbe. mit Geborsam ehrt, wird nicht vor ihm besteben. 128 7. Wer eines der Ge ringsten sich erbarmet; was ihn drückte, ihm tragen half, und brüderlich die Leiden den erquickte, den sieht der Völkerrichter an, als hätt' er solches ihm gethan; ver gilt's ihm überschwänglich. 8. So glaubet denn, und übet nur, was Gott gefällt, ihr Brüder! denn, der für uns zum Himmel fuhr, kommt zum Gerichte wieder. Wohl euch alsdann! dann führt er euch, euch zu belohnen, in sein Reich, zu seines Himmels Wonne. Wiederkunft Jefu. Mel. 47. Aus tiefer Noth 2c. 118. Er kommt, er 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch, was uns hier verborgen war, macht jener Tag uns offenbar, an welchem du er scheinest.mic 3. Da, wann vor dir die Erde bebt, und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen; wann alle Engel vor dir steh'n: da wird auch jedes Auge seh'n, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Da werden, Herr, auf dein Geheiß, die Todten wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis, sich aus dem Grab' erheben; und wer wird da, Herr Jesu Christ, daß du der Herr des Lebens bist, noch ferner läugnen können? 5. Wer spottet dann noch Wiederkunft Sefu. deiner Kraft, wann du, die hier dich fliehen, mit heil' gem Ernst, zur Rechenschaft für ihre Schuld wirst ziehen? Wie muß den Spottern, die dich schau'n, dann 119. Den, nach ſeiner vor dem Niedrigkeit, alle Himmel aufgenommen, Jesus wird, voll Herrlichkeit, einst als Nichter wiederkommen; ihm, der hier sein Werkvollbracht, gibt der Vater diese Macht. 2. Zahllos, wie der Sand am Meer', sammeln dann sich Millionen. Alle sieht, und kennet er, Allen kommt sein Tag, zu lohnen; Alles schweiget, Gott hält Gericht. er nur spricht; Jeder fühlt: Strafgerichte grau'n, wie werden sie verstummen! 6. Und wenn du die Getreuen nun mit Preis und Ehre zierest, sie, ewig ihnen wohlzuthun, zu deinem Himmel führest: wie völlig wird's dann offen bar, daß es des Vaters Rathschluß war, durch dich sie zu beglücken. 7. Gib, daß ich einst, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehe, und dir, der mein Erlöser ist, getrost entgegen sehe. Wann deiner Feinde Rotte zagt, von Reu' und Angst und Furcht geplagt, sey ruhig, meine Seele. 129 8. Daß ich dieß Glück erlangen mag, laß hier, in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben! Gemahnt durch ihn, mich dir zu weih'n, soll meines Herzens Freude seyn, mir ewig Heil verbürgen. Mel. 110. Jesus, meine 30. versicht 2c. 3. Nicht blos Thaten gehen dort dem verdienten Lohn entgegen; jeden Wunsch und jedes Wort wird der ernste Richter wägen; als vor ihm dann offenbar. les, was verborgen war, ist 4. Auch die Sünder werden dann, zitternd, ihren Herrn ihn nennen; doch der Richter spricht:» ich kann euch jetzt nicht mehr anerkennen! Weichet nur, ihr könnt nicht mein, nicht des Him mels Erben seyn!» 9 Ven der Erlösung der Menschen. 5. Aber in des Vaters|| Freuden stellest, Mittler Neich, um zu leuchten, wie dir sey Herrlichkeit, Preis die Sonne, geht der From- und Dank in Ewigkeit! me, geht sogleich vom Ge- Mel. 4. D Ewigkeit, ou c. richt' zur Freud' und Wonne, hört, entzückt, den Zuruf 120. Erhöhter Jesu, an:» Komm, Gesegneter, heran!« 6.» Richtet eure Brüder nicht, ob sie fallen, oder stehen; sonst wird dort ein streng Gericht wieder über cuch ergehen!« Unvergeß lich sey doch mir, Jesu, dieses Wort von dir! Gottes Sohn! der du schon långst der Himmel Thron, alsHerrscher, eingenommen, du wirst dereinst zur rechten Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vers trau'n, dich, Herr, auch meis ne Augen schau'n! 2. Wer fast, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zei: gen! wann du auf lichten Wolken einst, mit deiner Engel Heer, erscheinst, die, Herr, vor dir sich) beugen. Dann sehen wir auf Gottes Thron, in Majestät, des Höchsten Sohn. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab, mit allmachtss voller Kraft, hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das unzählbare, große Heer der Todten wiederges ben. Sie geh'n, durch dich, 130 7. Ein Geringes soll mir's seyn, wenn ein Sterb licher mich richtet! O, gefiel' ich Gott allein, der zur Treue mich verpflichtet! Was ist Beyfall dieser Welt, wenn mein Leben Gott mißfällt. 8. Laß mich stets gewis fenbaft, unbefleckt, in Frie: den wandeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm, auch im Verborg'nen, handeln, nie mich eines Unrechts freu'n, selbst die kleinste Cúnde scheu'n. 9. Der du schonend im Gericht' über mich das Urtheil fällest, dort mich in ein bep'res Licht, unbefleckt, mit Christus als Haupt seiner Gemeinde. Heer, neu beseelt, vom Grab hervor, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinen Thron, um jedem den bestimmten Lohn, nach That, zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheiß'ne Leben. Wer låug net dann noch, Jesu Christ, daß du der Erde Richter biſt? 5. O gib, wann dieser Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', ganz frey von Schuld und Sünde. Laß mich im Glauben standhaft seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'n! 6. Dein Name sey mir ewig werth, und, was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab' ich, in der Ewigkeit, auch Theil an deiner Herr: lichkeit. 131 Christus als Haupt seiner Gemeinde. Mel. 21. Ein' veste Burg 2c. nist( bustiil 121. Wenn Christus ſeine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah"; was er gebeut, steht da. Er schüßt, zu seinem Ruhm, mit Macht das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch macht'ge auf dem Thron sich wider ihn empóren, und den Ges falbten, Gottes Sohn, den Herrn der Welt, nicht eh ren; und schämen sich des Worts des Heilands, uns sers Horts; ist selbst sein Kreuz ihr Spott: nur Staub sind sie vor Gott, wie sehr sie sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widers steh'n, wir halten vest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Von der Erlösung der Menschen. Herzen hält, dem kann die|| rauben; selbst durch sie wird ganze Welt die Seligkeit es vergrößert werden, nicht rauben. 132 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be decken. Der Herr, Herr, unser Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod'; wer will uns denn erschrecken? Mel. 27. Allmächtiger, wir IDM singen zc. ndior toit words, and 122. Die Feinde deines Kreuzes droh'n, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn! beschüßest deine Christen. Dein Chron be stehet ewiglich, vergeblich wird sich wider dich die gan ze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fort gang hindern. Dir können deine Haffer nie dein Erbe 3. Weit woll'st du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Nieders gang bring' alle Welt dir Lobgesang, und glaub' an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmåh'n, die frevelnd sich empóren, laß deiner Gnade Wunder seh'n, daß sie sich noch bekehren! Lehr' sie, mit uns, gen Himmel schau'n, und, unerschüttert im Vertrau'n, auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Christen, wollest du, vest in der Wahr heit gründen, daß wir für uns're Seelen Ruh', in deiner Gnade, finden! Mach unsers Glaubens uns ges wiß, vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre, täglich fertiger, uns dein Geseg erfüllen! Uns, dir Christus als Haupt seiner Gemeinde. gehorsam, zu erneu'n, und deine Frommen; der Tag deiner Huld uns dann zu freu'n, sey unser Heil auf Erden! ist nah', deß freu'n sie sich, wodu wirst wieder kommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sünde meiden, und du führst es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden. Und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit, dein großer Name werden! 8. Voll Zuversicht er: warten dich, Beherrscher, 123. ITIC 9. Ja, komm, o Jesu, ke wieder; befren', durch deifomme bald zu deinem Volnes Arm's Gewalt, uns deines Reiches Glieder! Dein Himmelreich ist uns bereit; von Ewigkeit zu Ewigkeit wird's unser Erbs theil bleiben. 133 Mel. Nun lob', mein' Seel' 2c. $ Gott menn wir um Hülfe beten, Di # 1 seiner Kirche Zuversicht; Mag'ihr jentgegen kam sagt er seine Hülf' ihr nicht. pão E ist ein Schutz in Nöthen, und ver: D pfen die Macht der Finsterniß; der Geist läßt sich nicht dämpfen, die Kirche siegt gewiß. Last 434 Von der Erlösung der Menschen. ihre Hasser toben; sie stürzen sie doch nie, Gott tips 辞 hat die Kirch' erhoben, und er beschirmet sie. 2. Sie ist ein Fels im Meere, es stürme wilder Wogen Fluth; bald bricht, zu Gottes Ehre, an die sem Felsen ihre Wuth. Ob auch schon oft auf Erden, in Nacht verbüllt, ihr Licht schien ausgelöscht zu werden, verlosch es dennoch nicht. Es strablt aus allen Nächten nur mächtiger hervor, weil er, zu Gottes Rechten, zum Tempel sie erfor. 3. Gott ist in ihren Mauern, und sie, erbaut auf Golgatha, die Stadt des Herrn wird dauern, wie der, den sie dort bluten fab', Die Erde wird ver geben, der Himmel nicht befreb'n, die Kirche wird es seben, und nicht mit ihm vergeh'n. Daß fie ganz berrlich werde, wird, ihr zur Geligkeit, der Himmel und die Erde verjünget und er nett. 4. Sie hat schon viele Sünder, wiewohl bedrängt durch Macht und Spott, zu dir bekehrt; viel Kinder zum Himmel dir geboren, Gott! Noch spotten ihrer viele, sie aber achtet's nicht; sie schauet dort am Ziele die Kron' und das Gericht. Schmäh't immer, schmäh't ihr Spotter! denn fruchtbar ist sie noch. Der Herr ist ihr Erretter, sie triumphiret doch. 5. Froblocke, Kirche sin ge, erhebe deines Königs Nubm! Breit' aus sein Reich, und bringe der Sün der viel' ins Heiligthum, daß sie gereinigt werden, daß sie, von dir erhellt, ihm dienen, und auf Erden gern thun, was ihm gefällt; bis alle deine Scheuern der Garben voll, und wir, der Ernte Fest zu feyern, vereinigt sind in dir. Christus als Haupt seiner Gemeinde. Mel. 23. Was mein Gott will: c. 4. Laß, Heiland, uns von Herzen dir für diesen Segen danken! Entzieh' 124. Herr, unser uns nicht der Wahrheit Hort, dein göttlich Wort blieb lange Zeit verborgen. Wir sahen nicht der Gnade Licht, bis der Erleuch tung Morgen neu wieder kam, dann erst vernahm dein Volk das Wort der Wahrheit. Die Nacht entwich, du zeigtest dich der Welt, in Himmelsklarheit. Licht; laß uns nicht ferner wanken von einem Sinn' zum andern bin; aib Hoffe nung, Glauben, Liebe; ein Herz, das treu, und christs lich frey, sich stets im Gu ten übe! 5. Wir können's nicht, 2. Vergebung, Heil, am Himmel Theil gibt, Herr, allein der Glaube. Er führt zu dir, sonst würden wir dem Fluch und Tod zum Raube. Er zieht das Herz auch himmelwarts, und füllt's mit heil'gen Trieben; er lehret mich, vor Allem dich, und mei nen Nächsten lieben. 135 3. Von nah' und fern' dankt dir, dem Herrn, dein Volk für diese Lehren. Doch viele sind auch stolz und blind, und wollen sie nicht hören. Zertrümmre doch des Irrthums Joch, daß alles Eine Heerde, durch dich gerührt, von dir geführt, in Geisteseinheit, werde! die Kraft gebricht; uns stårft nur deine Gnade. Doch wissen wir, vertrau'n wir dir, daß uns kein Un fall schade. Bestürmen gleich dein Königreich der Feinde große Heere; mag's immer seyn! Der Sieg bleibt dein, und dein bleibt auch die Ehre. 6. Vergebens ist der Feinde List, des Spottes Hohngelächter. Der Spott vergeht, dein Reich besteht, und Schmach trift die Ver ächter. Doch bitten wir, o Herr, von dir, zum Haufen deiner Zeugen be kehr' auch sie; laß jedes Knie sich deinem Zepter beugen! 7. Auf Felsengrund steht Gottes Bund, sein bei Von der Erlösung der Menschen. liges Versprechen:» Wenn und du in ihr; nichts kann auch die Welt in Trúm sie dir entreiffen; was ihr mer fällt, soll doch mein Gebet von dir erfleht, gibst Bund nicht brechen.» Em du, wie du verheißen. poren sich gleich wider dich der Völker große Schaaren; du kannst und wirst, o Friedensfürst, die Kirche doch bewahren. 136 8. Dein Schirm verleihto Jesu, deines Lohnes. ihr Sicherheit. Du hast, Doch wird sie einst, wann als du gestorben, zum du erscheinst zum letzten Eigenthum, zum ew'gen deiner Siege, sich freu'n Ruhm, sie theuer dir er mit dir, daß ewig ihr der worben. Sie bleibt in dir Feind zu Füßen liege. Wirkung Christi auf seine Gemeinde, durch das Lehr- und Predigtamt. Mel. Vater unser, im Himmelreich ic. bot 125. 貳 같 THOT 9. Dir traut, o Gott, in jeder Noth die Kirche dei nes Sohnes. Noch harret sie in Kampf und Müh', Dein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An For I † Weisheit und an Liebe reich, bist du, sowohl -4 be + ◊ durch Wort, als That, der schwachen Menschen F sich'rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben ● fich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. Verhalten gegen Jesum. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreyt von Sünden schuld, theilhaftig würden seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott: heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht', was, nach des Höchsten weisem Rath', die Welt noch zu erwarten hat, und machtest auch durch dei nen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund' ge hört, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! 137 dem das Amt, daß die Vers söhnung predigt, stammt. Du machst, durch treuer Lehrer Mund, noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Sies gen måchtig fort. Du sendest, wie dieß Wort verheiß't, noch immer deinen guten Geist, der Licht und Kraft zum Glauben gibt, wenn man die Wahrheit sucht und liebt. 8. Mein Heiland, sieh, ich fleh' zu dir, den Geist der Wahrheit send' auch mir, daß ich, von Eigendünkel frey, nur dir allein gehorsam sey; bis mich dereinst in Ewig, keit ein hell'res Licht bey dir erfreut. Verhalten gegen Jes sum. 5. Du lehrtest uns, durch Wort und That, den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Führer selbst voran; gib, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit Glaube an Jesum. Mel. 40. Es ist das Heil ic. Treu' dir nachzufolgen, ei 126. Ich weiß, an wen frig sey! mein Glaub' sich hålt, kein 6. Du bist es, Herr, von Feind soll mir ihn rauben. 138 Von der Erlösung der Menschen. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt; wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein fur zer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum reichen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden; in jener Welt mein Eigenthum, was kann mir Größers wer: den? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; du schaffst mir, nach dem Streite, Ruh', und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt, mit ihrer Herrlichkeit, vergeht, und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sen mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beß're Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh em. pfinden. 6. Jm Dunkeln seh' ich bier mein Heil, dort seh' ich's flar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil, dort dringt mein Geist stets weiter. In dein Bild werd' ich dort verklärt, und dann erst fühl' ich mei nen Werth, den ich nicht hier erkannte. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Too bin ich getauft; wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; ich bin Herr, dir, du mir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Glüd Verhalten gegen Jefum. 5. Was wir sien, erns ten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich så'te hier für das fünft'ge, begre Leben. Laß mich reichs ernesey der Irrlich Samen ftrcu'n, und mic) dort der Ernte freu'n! Mel. 56. An Wafferflüssen Babylon ic. besteht durch alle Ewig keiten. Mel. 133. Meinen Jejum laß' ich nicht 2c. 127. Ferne fe thum, fern, daß auch diese Christen waren, welche zwar, als ihren Herrn, mit dem Munde Jejum ehren; aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Zugend Freunde find! 2. Ferne, von uns sey der Wahn, sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, und mit Stolz des Herrn Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht 3. Schande nie, wer Je sum nennt, Jesum durch sein Thun und Leben! Wer den Göttlichen bekennt, müss se sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, die uns Jesus ging voran. 4. Gott, erleuchte mei: nen Geist, daß kein unfruchte barer Glaube, der dich blos mit Worten preist, mir auch meinen Eifer raube, wahr: baft christlich aut zu senn, jedes Unrecht stets zu scheu'n. 139 128. 128. Wa as hilft es mir, ein Christ zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem ses ligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, mich nicht getreu beweise, und den, der mich erlöset bat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werke, preise? 2. Was hilft der Glaube, wenn er nicht sich auch in Früchten zeiget; wenn ihm mein Herz noch widerspricht, und sich zum Bösen neiget? Wenn mich die Eitelkeit der Welt in ihrem Netz gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe; geblendet von der Súnde Neiz, Zorn, Hof fahrt, Fleisches- Lüste, Geiz in Werk und Thaten übe? 140 Von der Erlösung der Menschen. 3. Ach, weit mehr Schuld belastet dann mich, der ich Christum kenne, und sein Verdienst nicht läugnen kann, ihn Herrn und Heiland nenne, als den, der noch in Finsterniß und Irrthum strauchelt, ungewiß, ob er auch richtig wandle! Ließ Jesus denn sein Vorbild hier nicht zur Ermunterung auch mir, damit ich darnach handle? 4. Wenn Gram an mei ner Seele nagt, der bittre Sold der Sünden; wenn mein Gewissen mich ver klagt, wo soll ich Ruhe finden? Wer beut mir Trost in meiner Noth, wenn mich der schauervolle Tod mit seinen Qualen schrecket; wenn brechen will das ban: ge Herz, und nur der Reue tiefer Schmerz noch mein Bewußtseyn wecket? Nur Glaube schaffet Ses ligkeit; doch muß er sich durch Freudigkeit in from mer That verklåren. 6. Gott, deiner Gnade werth zu seyn, hilf, daß ich christlich lebe, daß ich ges recht und fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib mir Erkenntniß, Kraft und Muth, und laß mich Sünde, Fleisch und Blut im Glauben überwinden; dann wred' ich, nach dem Kampf der Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Treue finden. Mel. 141. Mach's mit mir Gott, 2c. 129. Wer Gottes Wort nicht hålt' und spricht: ich kenne Gott, der lüget. In solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, erwacht aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein 2. Der Glaube, den sein Wort zum Schein geglaubet Wort erzeugt, soll sich in habe; wenn keine gute, Werken zeigen. Je höher die fromme That mein Leben Erkenntniß steigt, muß auch Der bier bezeichnet hat, den die Liebe steigen. Glauben zu bewähren? Glaub' erleuchtet nicht ab Verhalten gegen Jesum. lein; er stärkt das Herz, und macht es rein. 3. Durch Jesum frey von Missethat, sind wir nun Gote tes Kinder. Wer solche Hoff nung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Christi Beyspiel, als ein Christ, und wird so rein, als er es ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehors sam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein immer thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in dem, der in der Liebe bleibet, in ihr, die uns, ihm angenehm, und fromm zu werden, treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil hat, ohne Liebe, Niemand Theil. 141 gebung im Gericht', ein Pas radies voll Freuden, wann Herz und Auge bricht. 2. Ich weiß an wen ich glaube! Mein Heiland überlist nicht meinen Leib dem Staube, das weiß und hoff' ich vest. Er wird auch ihn verklären und, wann der Sünder bebt, dann wein' ich Freudenzähren; denn mein Erlöser lebt. 3. Ich weiß, an wen ich glaube; mein Glaube täuscht mich nicht. O theurer, hoher Glaube, verlaß' mich Schwachen nicht, damit ich heilig werde, und von der Sunde frey, schon fröhlich auf der Erde, dort ewig se lig sey! Dankbarkeit und Vers ehrung. Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott nicht singen zc. Mel. 81. Valet will ich dir ic. 131. Mit des Herzens 130. Ich weiß, an wen reinsten Trieben, bis das ich glaube; denn ich vers Aug' im Tode bricht, Welttraue Gott! Dieß theure erlöser, dich zu lieben, ist uns Kleinod raube mir keines theure, beil'ge Pflicht. Von Låstrers Spott. Es gibt der Liebe Gluth durchdrunmir Trost im Leiden, Bergen, kamst du aus des Hime 142 Von der Erlösung der Menschen. mels Reich, wurdest schwa chen Menschen gleich, hast mit Noth und Tod gerun gen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 2. Keine lockende Begierde drängte did) zum Eiteln hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig rugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos; und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig, selbst im tief sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar; und wer dir nur folgsam war, sah' sein Heil in voller Klarheit. O, wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun muß alle Furcht verschwinden vor dem gro: Ben Weltenherrn. Freudig Teh'n wir und empfinden: er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Lies be, predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch er: hält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du erschienst, ist die Liebe Gottesdienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stim me: Du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, damit dein Lod ihn zum frömmern Leben reize. Folgt er dir; o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. 6. Heil uns, wenn wir treu dir dienen! Wonne strömt durch unsern Geist. Noch ist es uns nicht erschies nen, was die Zukunft uns verheißt. Dich hat Gott uns selbst gegeben: o, zu welcher Herrlichkeit wird er, nach durchkämpfter Zeit, uns, dein treues Volk, erheben! Herr, durch diesen Hoff nungsstrahl wird uns hell das Todesthal. 7. Dank sey dir von allen Frommen, Preis und Dank sey dir geweiht! Herr, durch Verhalten gegen Jesum. dich ist Heil gekommen in Friede wohnt in seiner das Land der Sterblichkeit. Wer, gleich dir, durch's Le ben gehet, schmeckt schon hier des Himmels Luft; Engel Preisgesang. Brust. Wird er einst zu Gott erhöhet; dann miſcht sich der Liebe Dank in der Eigne Melodie. 132.# ª L 19 esu, meine Freude! bester Trost Segieb' und Treue macht, daß ich 143 17 boxe im Leide; meines Herzens Theil! Hab ich dich, mich freue deiner, Herr, mein Heil. nie zufrieden werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme für mich schreckend seyn. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern! den noch bleib' ich dein. Wenn auch Noth mir furchtbar droht; nichts zerstört der Seele Frieden, den mir du beschieden. + 3. Nicht des Grabes Höhle angstet meine Seele, ruhig F wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden $ bleibet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfaben: Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht, denn ich soll, beym Auferstehen, meinen Mittler sehen. 4. Wer ist, der den Glaus ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern fann? Bey der Feinde Zoben stimm' ich, Gott zu loben, Freuden 144 Von der Erldsung der Menschen. lieder an. Mich bewacht des Höchsten Macht; er wird, wenn auch Feinde hassen, niemals mich verlassen. 5. Locket, Gold und Würden! Oft send ihr nurBürden der betrognen Welt! Mich) follt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der sein Wort mir hält. Elend, Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weicht, ihr Eitelkei ten, die zum Bösen leiten! Thoren täuschet ihr. Sün den, eure Freuden, will ich ewig meiden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid, flicht! durch euch wird dem Gewis sen seine Ruh' entrissen. ihm den Lobgesang, bringt Christen ihm mit Freuden Dank, preist ihn, den Herrn des Lebens! Von Gottes Thron kam er herab, der euch das beßre Leben gab. Die Freud' ist nicht vergebens. 2. O, welche segensvolle Nacht! sie hat der Welt das Licht gebracht. Das Licht des höhern Lebens, der Wahrheit und Gerech tigkeit erhellt des Irrthums finst're Zeit. Die Freud' ist nicht vergebens. 3. Der Völker Sehnsucht ist gestillt. Der reichste Strom von Segen quillt aus diesem Quell des Lebens. Er strömt nicht blos für diese Zeit, er strómet für die Ewigkeit. Die Freud' ist nicht vergebens. 7. Weichet, Sorg' und 3agen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jedem, der ihn liebet, muß, 4. Erhöhet hat nun Jes sus Christ, der selbst auch Mensch geworden ist, den Werth des Menschenlebens. was jetzt betrübet, einst noch, welches Glück, ein Freude seyn. Quält mein Herz auch bitt'rer Schmerz'; selbst im bångsten Leide, bleibst du meine Freude. Mel. 15. Kommt her, spricht::. Mensch zu seyn, und sei ner Würde sich zu freu'n! Die Freud' ist nicht verges bens. 5. Das Bild der Gott heit sah' die Welt, ein Mus 133. Singt, Menschen, ster sah' sie aufgestellt des Verhalten gegen Jesum. göttlich schönen Lebens. Ge-|| Muthe ringen wir zum gründet ist der Tugend Ziel des edlern Lebens. Reich auf ew'gem Grunde. So tont dir unser LobgeFreuet euch! Die Freud' sang, so fließt der Freu ist nicht vergebens. denthrånen Dank dir, Jes 6. Gelobt seyst du! Wir su, nicht vergebens. folgen dir. Mit neuem calnid Mel. Sieh, hie bin ich, Ehrenkönig 2c. # 1 145 134.**€ 6. H Resum ist mir Seine weisheitsvollen Lehren geben 甚 ◊ fot füße, heil'ge Pflicht; und zu jedem guten Werke meinem Geiste Licht, gibt sein Beyspiel Kraft und Stärke. ten. 2. Sollt' ich ihn nicht|| seine Qual zu mehren suchdankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, der, wie er, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte! 3. Der mit liebevollem Herzen, hohen, vesten Muth 5. Gern weil' ich an deiverband, der, selbst bey desnem Bilde, o erhabner MenTodes Schmerzen, Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, 4. Der auf Erden hat gewandelt, wie die Gott heit, tadellos, immer edel hat gehandelt, göttlich edel, göttlich) groß; willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hat gegeben. schenfreund, wo, mit so viel sanfter Milde, Tugendwürde sich vereint; und zu jedem 10 Von der Erlösung der Menschen. guten Werke schöpfe ich hier|| das Muster reiner Güte Muth und Stärke. 146 vollendet dargestellt. 6. Dem göttlichen Gese ze hat er genug gethan, zur steilsten Tugendhöhe stieg er mit Muth hinan. 7. Mit Gott ergebnem Herzen, ertrug er Schmach und Noth, ertrug er alle Leiden und selbst den Kreus zestod. 8. Die Gottheit hat auf Erden sich offenbart, uns ist das Muster reiner Güte 135. Selobt sey un- erschienen, Jesus Christ. 9. Blickt nur mit wahrem Glauben, im Geist, auf Jesum hin, und stärket euch zum Guten, veredelt Herz und Sinn! 6. Durch mein Leben dich zu preisen, ist mir süße, heil'ge Pflicht, dich, den liebevollen Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht. Aehnlich, Jesu, dir zu werden, ist mein höchstes Ziel auf Erden. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. ser Mittler mit frommem Lobgesang! Wir denken sein mit Freuden, und tiefge: fühltem Dank. 2. O, betet an den Bater, der seinen Sohn uns gab! Mit ihm fam Fried' und Segen auf unsre Welt herab. 3. Er kam, um uns Erló ser, um Retter uns zu seyn, uns von den Sklavenbanden des Irrthums zu be rey'n; 4. Durch Wahrheit uns zur Tugend, und, auf der Tugend Bahn, zur wahren Geisteswürde zu leiten himmelan. 5. Für uns hat er gele: bet, und hat in dieser Welt 10. Dank dir, den Mens schen Vater, du gabst uns Zuversicht zu deinem Vaters herzen, und unserm Geiste Licht! 11. Wir seh'n das Ziel im Glauben, und kämpfen für das Gut, das Jesus hat errungen, gestärkt mit neuem Muth. 12. Und müßten wir auch dulden; für Leiden dieser Zeit wird uns der reichste Segen in jener Ewigkeit. 13. Heil uns, wir sind Verhalten gegen Jesum. unsterblich! Durch Jesum|| voll Feinde; ich bin getrost, hoffen wir ein höh'res, beß: res Leben. Dank sey, o Vater, dir! 14. Gelobt sey unser Mittler mit frommem Lob: gesang! wir denken sein mit Freuden, und tiefgefühltem Dank! ich trau' auf dich. Auch wenn die Sünden mich ver klagen, darf ich nicht rets tungslos verzagen; ich weiß, was du für mich ges than. Trát' Alles wider mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkeln Näch 136. Wie wohl ist ten strahlt dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freu'n; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weis nen; bald werd' ich ewig selig seyn. 4. Gelobet seyst du, Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Du liebest mich, was kann mir fehlen? Ich finde jedes Heil bey dir. In noch so drücken, den Beschwerden hab' ich den Himmel schon auf Er den; denn du bist durch den 10* Liebe und Treue gegen ihn. Mel. 91. Begleite mich, o Christ 2c. mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht, was kann mich quälen? Mein Trost, mein Licht, mein Heil bist du. Bey dir vergeß' ich meine Leiden; denn, o wie viele hohe Freuden genieß' id) nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos werden? Bist du doch überall mit mir. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt 147 Von der Erlösung der Menschen. Glauben mein. Weg, Welt, gen und deine Huld ers mit deinen Schmeicheleyen! wägen. Du hast nichts mehr, mich zu erfreuen. Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 148 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich halt' an dir; du bist bey mir. Wenn mich die Feinde 137. Dich, Jefum, hassen, wirst du mich nicht verlassen. Mel. 236. Was Gott thut, das ist ic. laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur einem will ich leben. Nur du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und meinen Glauben rauben. Der Glaubensbund hat vesten Grund: du läsfest dir nicht nehmen, die dei ner sich nicht schämen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen, gingst du für Sünder ins Gericht, und büßtest für mich) Armen. Mit Dankbarkeit, will alle zeit ich deines Leidens Se5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dich, Gottes größte Gabe! Ich weiß, daß wenn ich dich nur habe. Es mir kein Gut gebricht, Herr, soll kein Gold, das mir, als Sold, die Welt auch mag versprechen, je meine Treue brechen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; von dir soll nichts mich scheiden. Dem Christen ist es süße Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Denn all' mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es übers standen, und Ruh' ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanken: Verhalten gegen Jesum. mein Freund ist mein, und Schutz, mein Tröster, und ich bin sein; er ist mein ich bin sein Erlöster. Eigne Melodie. 138. mutt ↓ einen Jesum laß ich nicht; er hat 00400$ 149 sich für mich gegeben. Fordert es nicht Dank 去 ist meines Lebens Licht; 2. Er, in diese Welt ge: sandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade båtten. Nun erschreckt mich kein Gericht; denn ich lasse Jesum nicht. 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehor: sam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich vest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und so laß' ich Jesum nicht. und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er 441 ◊ E 4. So ist er mein Theil und Ruhm, bis an meines #$ 7 * meinen Jesum laß ich nicht. Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum, ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß' ich nicht. 5. Wann mein Auge schon verlischt, Wang' und Lips pen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach) dieses Lebens Müh' will er 150 Von der Erlösung der Menschen. ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf diesem Erdfreis ist's, was des Her zens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 8. Did), mein Jesu, halt' ich vest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr ihn vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 152. Warum sollt ich mich dann gråmen ic. reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme hore. 140. 5. Jesu, treuster Freund 139. Meines Herzens von allen, mit dir will, froh und still, ich durch's Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schre ken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auf erwecken. 2. Freundlich ruft er alle Müden, und sein Bild, sanft und mild, gibt dem Geiste Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen. Er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er fennt die Leidens: stunden: größern Schmerz hat hat kein Herz, als sein Herz, empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen; dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr, immerdar sich von ihm läßt leiten! Eigne Melodie. Wer er ist gut wie du, Stifter wah Verhalten gegen Jesum. 4 + rer Ruh'? Jesu, Freund der Menschenkinder, 111 ◊ Retter der verlornen Sünder, Licht und See Ø lenruh' fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit! zur bestimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Eroen, warst, zur Duldung der Beschwerden unsrer Niedrigkeit, liebevoll bereit. 3. Du hast Schmerz und Noth, selbst den Kreuzestod, von der Sünde schweren Banden uns zu lösen, aus gestanden; hast durch deinen Tod uns versöhnt mit Gott. 4. Deine Majestät, Kónig und Prophet, will ich demuthsvoll verehren, und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, wann die Welt vergebt. 151 5. Zeuch zu dir mein Herz; laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken; und wann Noth und Furcht mich krånken, o, so gib im Schmerz Muth und Trost ins Herz! 6. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanftmuth übe, und wie du, die Demuth liebe; Stolz und Nachbegier herrsche nie in mir. 7. Neiget sich mein Sinn zu dem Eiteln hin, o, dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle! Lenke meinen Sinn auf das Ew'ge hin! 8. Wecke stets mich auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht er falte. Auf der Tugendbahn führ' mich himmelan. 9. In Versuchungszeit stärke mich zum Streit; laß mich wachen, und mit Beten findlich vor den Va ter treten, bis, nach Kampf. und Streit, mich der Sieg erfreut. 152 10. Will der Trübsal Nacht und der Bösen Macht meine bange Seele schrecken; müsse mich dein Schild bede: den. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich acht. 12. Soll's zum Sterben geh'n, laß auf dich mich seh'n, und auf deine Lieb' und Treue, daß ich mich 11. Einen edeln Muth, im Glauben freue, um zu jedes Erdengut, Alles, selbst dir zu geh'n, und dein Heil mein zeitlich Leben, dir zu zu seh'n. Liebe hinzugeben, diesen Von der Erlösung der Menschen. NIN 141. Gehorsam gegen Jesum und Nachahmung seines Beyspiels. Mel. Mach's mit mir, Gott zc. #$ for Mi ir nach, spricht Christus, unser Verläugnet euch, besiegt die pov Heldenmuth gibymir, höchs stes Gut. $ 1 E Held, folgt meinem Vorbild, Christen! gebt ihren Welt, mit ihren schnöden Lüsten; ◊ Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem beil'gen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, und wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gotte ergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll De muth, Sanftmuth, Freund lichkeit und edler Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du, großmüthig, Hülf und Wohlthat zu. Verhalten gegen Sesum. 4. Dein Beyspiel lehrt, Mel. 161. Schwing' dich was schädlich ist, mit wei auf zu ic. ser Vorsicht fliehen; es lehret mich), mein Herz der 142. Solle ich jetzt List und Heucheley entzie: hen. O, wohl mir, wenn ich deinem Sinn' stets und in Wahrheit ähnlich bin! noch, da mir schon deine Güt' erschienen, dich vers lassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit wies der mich beflecken, und nicht mehr die Seligkeit deiner Liebe schmecken? 5. Du ging'st als Führer einst voran, steh'st auch noch mir zur Seite; du kämpftest selbst, und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheu'n? 153 2. Hab' ich doch allein ben dir meine Ruh' gefunden! Du, o Mittler, heil test mir alle meine Wunden! und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder hassen, und mein Heil aus deinem Tod' mir entreissen lassen? 6. Wer mehr, als dich, sein Leben liebt, kann nicht dem Tod' entrinnen; doch wer's, um deinetwillen, 3. Nein, ich bin und gibt, wird es durch dich ge bleib' ein Christ, folge deis winnen. Wer dich als seinen Lehren, lasse keine nen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. Macht noch List mir den Glauben wehren. Wankten Tausende, nicht mich kann die Welt erschüttern. Vest steht mein Vertrau'n auf dich; warum sollt' ich zit tern? 4. Zeigt die Welt ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden? Den Bes drängten Trost und Ruh'? Sündern Gottes Frieden? 7. Drum will ich, treu dir, meinem Herrn, nach deinem Vorbild wandeln, wie du, im Kampf der Tugend gern, mit vestem Muthe handeln! Denn wer nicht kämpft, trågt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Von der Erlösung der Menschen. Gibt sie mir die Zuversicht, zes Leben das größte Beyz daß ich, troß dem Grabe, spiel ist, das jemals ward deiner Ewigkeiten Licht zu gegeben der Erde, Jesu erwarten habe? Christ, o du, dem nachzustreben, zur höchsten Höhe weis't, zu dem empor erheben sich kann des Menschen Geist. 2. Mit Lieb' und Ehr furchtsthránen blickt dir mein Auge nach; unwidersteblich's Sehnen, dir, so viel id)' s vermag, zu gleichen, nachzuklimmen, schwellt meine Brust empor; mir rus fen tausend Stimmen:» o ,. streb' ihm nach!» ins Ohr. 3. Wie du in Licht und Klarbeit uns Gottes Rath enthüllt; wie du im Geist der Wahrheit, was du gelehrt, erfüllt; wie du mit edelm Triebe nur Wohl thun ausgeübt, mit reiner Bruderliebe die Menschen. all' geliebt; 4. Wie du treu deinen Freunden in Nothi bliebst, in Gefahr, und dir selbſt zu den Feinden noch Lieb' im Herzen war; wie sanft, Herr, dein Gemüthe Belei digung ertrug; mit welcher Seelengüte du Segen gabst 154 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Volker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite se: hen; wann der Sich're nun zu spät aus dem Schlaf' er wachet, und der Spotter, der hier schmåht, glaubt, und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld ge: nieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoff nung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, weder Leid, noch Freuden, sollen, o mein Herr und Gott, je von dir mich scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit, und des Flei sches Triebe, alles über wind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 143. Du, u, dessen gan- für Fluch; Verhalten gegen Jesum. 5. Wie dich durch's ganze von dem Herrn und von Leben der Menschheit Glück beseelt', dem großen Zweck ergeben, wozu dich Gott erwählt, stets eifrig zu er füllen, was dein Beruf gebot, des Vaters heil'gem Willen gehorsam bis zum Tod'; atom seinem Sohne, bleibet Gott getreu, bekennet gern seinen Sohn, an den ihr glaubet. Eifer und Beständigkeit übe, wer sich Christi freut! 6. Wie du von Schmerz zu Schmerzen, wie du von Schmach zu Schmach, mit hohem Muth im Herzen, beharrtest, bis es brach; wie du in Schmerz und Freuden vest an der Wahr: heit hingst, und freudig auch durch Leiden zu der Vollendung gingst: 7. So sey's, dir nachzustreben, mir Freude, Se ligkeit, o Jesu, Trost und Leben, Weg zur Unsterblid) feit! Durch deine reine Leh re, durch deines Wandels Licht, ein Leben dir zur Eh re, sey meine höchste Pflicht! 155 Freymüthigkeit im Bekennt niße seiner Religion. Mel. 138. Meinen Sesum laß ich nicht 2c. 2. Sanft und leicht ist Jesu Joch; denn was kann ben ihm euch fehlen? O, wie selig send ihr doch durch den Retter eurer Seelen! Welche Wonn' und Herrs lichkeit wartet eurer nach der Zeit! 4. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch seyd getreu, denn ihr sollet ewig selig werden. Was ist, gegen solch' ein Glück, die ses Lebens Augenblick? 5. Schämt euch seiner Lehre nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmäh'n, wenn sie sich und ihren Witz 144. Hochbegnadigt vergöttern. Was vermag 3. Freue deines Glaus bens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Sees le rühme sich ihrer Hoff nung, ihres Lohnes, frey, voll Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt! Von der Heiligung des Menschen. der Läst'rer Spott wider| Tod, litten sie getrost für Jesum, wider Gott? Bilganing Gott. 6. Was vermag er wi der euch? Welche Macht kann euern Glauben, Got tes Beyfall, Gottes Reich und des Himmels Wonn' euch rauben? Haltet eure Kronen vest! Wehe dem, der Gott verläßt! 156 7. Welchen Kampf hat euer Herr bier für euer Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat sie für ihn gelitten! Schmach und Martern, selbst den VI. Von der Heiligung des Menschen. Pfingstlieder. Von dem heiligen Geiste. 8. Und der Spotter Witz und Hohn könnten euer Herz verführen, euern Antheil an dem Sohn', an dem Himmel zu verlieren? Wanfet, Christen, wanket nie; fleht um Rettung auch für sie. 9. Seyd getreu bis in den Tod; denn ihr glaubet nicht vergebens. Nach dem Tode führt euch Gott zu der Wonne jenes Lebens; und nach einem kurzen Streit krönt euch seine Herrlichkeit. 2. Ganz von deiner Kraft durchdrungen, wie erhellt ward ihr Verstand! Dank und Preis ward dem geſuns Mel. 58. Freu' dich sehr ic. 145. Geist des Herrn, gen, der dich, Geist des Herrn, gesandt. Ach, er leuchte meinen Geist, daß er sich der Nacht entreißt. Laß dein Licht auch mich empfinden, mich bey dir Belehrung finden. 3. Ach erwärme, Geist der Liebe, mein erstorbnes, tråges Herz für der Tugend fromme Triebe; richte du der von dem Throne einst auf jene Boten kam, und, verheißen von dem Soh: ne, sie zu seiner Woh: nung nahm, ihrer Sehn sucht Fleh'n gestillt, sie mit neuer Kraft erfüllt, komm zu mir herab, ich flehe, komm aus deiner sel'gen Höhe. Von dem heiligen Geiste. 157 Erbtheil selbst empfange. es himmelwärts, fern von Genuß gelange, und das diesem Pilgerland hin ins beßre Vaterland! O wie glücklich wird auf Erden dann schon meine Seele werden! 4. Sen du mir ein Geist der Gnade und hilf meiner Schwachheit auf, Fübre mich auf deinem Pfade und befördre meinen Lauf! Reize, wecke, rühre mich, daß, der dich einst sandte, sich über den Gehorsam freue, den ich deiner Lehre weibe. Mel. 37. Schwingt, heilige Gedanken 2c. 6. Laß in trüben Augen blicken deinen Trost mir na he seyn; laß ihn dann mein Herz erquicken, wann mich sonst nichts fann erfreu'n! Sen mir hier im Pilgerland meiner Kindschaft Unterpfand, bis ich zum 146. Geist, den Jesu Liebe auch mir verheißt, auch mir, ich fühle deine Triebe, und danke dir das für. Dein Tempel sey mein Herz! Lehr' mich die Wege wallen, die meinem Gott gefallen, und führ' mich himmelwärts! 2. O, laß mich tief em pfinden des neuen Geistes 5. Heil'ge mich zu jedem Kraft, die Kraft, die mir Werke christlicher Recht von Sünden Hülf' und Ers schaffenheit. Sen mir Anrettung schafft. Erhebe meis trieb, Kraft und Stärke, treu zu nutzen meine Zeit; laß mich auf der Tugend Bahn immer mehr dem Ziele nah'n, und durch dich schon hier auf Erden heilig nen Sinn, daß ich mit reis nem Geiste dich ehr' und alles leiste, was ich Gott schuldig bin. und dir ähnlich werden. 3. Mit allen andern Res ben genieß' und fühl auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn versetzt durch dich. Gib, was mein Va ter sucht, daß ich zum Erns tetage die Frucht des Glaus bens trage, der guten Wers te Frucht. 4. Du lebrest beten, lehre, wie ich mich glau 158 Von der Heiligung des Menschen. bensvoll, daß mich der Vater höre, ihm findlich nahen soll! Durch dich wird mein Gebet des Himmels beste Gaben von dem zu hoffen haben, der Seufzer auch versteht. 5. Du bist ein Geist der Freuden, wer trauert, kennt dich nicht; so leuchte mir im Leiden auch deines Trostes Licht. Uch, nimm dich mei ner an! Du hast in dei nem Worte mir selbst des Himmels Pforte so lieb reich aufgethan. 6. Du bist ein Geist der Liebe, willst nicht, daß Haß und Neid der Christen Herz betrübe, liebst Fried und Einigkeit. Laß allen Streit uns flieh'n, uns Rach' und Zorn ver dammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller Herzen glüh'n. 7. Erhebe dich, und steure den Kriegen, und dein Blick, dein Blick voll Huld erneure verheerter Länder Glück! Friedsame Bürger laß in sichern Hütten wohnen, entferne von den Thronen List, Schmeicheley und Haß! 8. Hilf allen Obrigkei ten! Bau' unsers Fürsten Thron! Beglücke seine Zeiten! Sey du sein Schild und Lohn! Den Alten gib Verstand, Gelebrigkeit der Jugend, und Gottesfurcht und Jugend schmück unser ganzes Land! 9. Gib zweifelnden Ges muthern den Glauben, der erfreut; mit allen wahren Gütern auch wahre Dank barkeit. Vertreib' den bösen Geist, der dir sich widerses Bet, und das, was dich ers gözet, aus unsern Herzen reißt. 10. Gib Freudigkeit und Glauben; gib, der Sünde Stärke zum Kampf im Reich und Werke zu hins dern, Muth und Trieb. Hilf streiten ritterlich! Laß Jeden überwinden, und Reis nen mehr den Sünden zum Dienst ergeben sich)! 11. Nicht' unser ganzes Leben nach deinem Willen ein; damit wir, Gott erges ben, selbst auf den Tod uns freu'n. Kommt dann der letz te Streit, so hilf getroft uns sterben, und nach dem Tod' Von dem heiligen Geiste.ne ererben des Himmels Se-|| zensgrund mit Thaten mehr, ligkeit! als mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Neue Treue, gib uns Schwa, chen! Lehr' uns wachen; Mel. 74. Wie leuchtet und ic 147. heil'ger Geift, start' den Glauben; laß uns nichts die Krone raus ben. kehr' ben uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn; komm, Beystand unsrer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, ent zieh' uns deine Hülfe nicht, und rath' uns, wenn wir fehlen! Reine Freu: den, göttlich Leben, willst du geben, wenn wir be ten; sieb' uns glaubig zu dir treten. 2. Du Quell', aus dem die Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, ergieß dich in uns alle, daß dir die ganze Christenheit in wahrer Glaubenseinigkeit und Heiligfeit gefalle. Laß uns alle deiner Wahrheit Himmels: klarheit froh erkennen, Jesum unsern Heiland nen nen. 159 4. Gib Allen Weisheit und Verstand, den rechten Weg ins Vaterland, den Glaubensweg, zu wandeln. Laß Sund' und Ungerechtigkeit uns standhaft flieh'n, und jederzeit gerecht und redlich handeln. Jesus, Christus, hilf uns allen, die hier wallen, schon auf Erden Bürger deines Him mels werden! 5. Im Leiden schenk uns Muth und Kraft! Laß uns in unsrer Pilgerschaft nie tråg' und zaghaft werden! Von dir verlassen, sinken wir; wenn du uns stärkst, so siegen wir in jedem Kampf auf Erden. Endlich, endlich wird doch Fries de, ew'ger Friede, und die 3. Gib Kraft und Nach- Krone deinen Siegern dort druck deinem Wort; laß zum Lohne. es, wie Feuer, immerfort in unsern Seelen brennen! Hilf, Jesum uns von Her 6. Uns Kindern Eines Vaters sey die Eintracht heilig, daß wir treu die Von der Heiligung des Menschen. Pflicht der Liebe üben, und und Fruchtbarkeit; denn in der kurzen Lebenszeit durch Neid und Haß und Bitterfeit einander nicht be trüben; immer müssen Liebe, Güte, Treue, Friede, bey uns wohnen, uns des Lebens Mühe lohnen! mein Herz bleibt dir entris sen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich mich ganz dir ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 160 7. Dein Ruf: ihr sollet heilig seyn! dringt tief in unsre Herzen ein; sey du nur unsre Stärke! Bild' uns zum Volke, daß dich ehrt, Gott angenehm, den Menschen werth, durch wahre gute Werke! Endlich laß uns überwinden, frey von Sünden, dort empfahen, was wir hier im Glauben sahen. 3. Dich auch kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit achter Treu', meinen Gott und Herrn dich nen nen, stehet mir dein Geist nicht bey. O, so laß ihn denn auf mich künftig wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes: geist, der du menschliche Mel. 58. Freu' dich sehr, o 2c. Gemüther besserst, und mit Trost erfreu'st! Nach dir, 148. Der du uns als Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Him mel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles mö ge lieben, daß ich, mit ges trostem Muth, seiner Vaters 2. Ohne ihn fehlt mei- huld mich freu', und mit nem Wissen Leben, Kraft| wahrer Kindestreu' stets Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest; ja uns um ihn flehen heiß'st, demuthsvoll bet' ich zu dir: Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. Von dem heiligen Geiste. 161 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gna denwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze, durch dein Wort, deine Gnadens wirkung fort, bis sie, durch ein selig Ende, herrlich sich an mir vollende! vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwer den, kann dem Nächsten nüglich werden. 7. Lehre mich, mich selbst 149. Komm, o fomm, erkennen, die verborg'nen Fehler seh'n, sie voll De muth Gott bekennen, und ihn um Vergebung fleh'n; mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte, gib mir immer neue Kräfte! 8. Wann der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wann sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint; gib dann, daß es meiner Seele nicht an Trost und Står kung fehle! Mel. 519. Gott des Hims mels 2c. du Geist des Lebens, hilf uns Schwachen mächtig auf! wir bemüh'n und sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unfrer aller Seelen Weisheit und Ents schlossenheit, daß wir ans ders nichts erwählen, als was uns dein Wort gebeut. Steh' mit deinem Licht uns bey, und mach' uns von Irrthum frey. 3. Zeig' uns selbst die rechten Stege zu der wah ren Wohlfahrt an; raume alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann; 11 Von der Heiligung des Menschen. wirke Reue nach der That, sern Glauben, daß Verfol wenn der Fuß gestrauchelt gung, Schmach und Spott, hat. ihn uns niemals möge raus ben. Du bist unser Schuß, o Gott. Sagt das Herz gleich zweifelnd nein! dein Wort laß gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sol | len sterben, o, so steh' mit Trost uns bey; gib, daß uns, als Gotteserben, jene Herrlichkeit erfreu', die der Vater uns bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. 162 4. Wenn Gefahr und Noth am größten, steh' mit deiner Kraft uns bey, und dein Zeugniß soll uns trósten, daß Gott unser Vater sey, daß des treuen Vaters Zucht nur der Kinder Be stes sucht. 5. Treib' uns, daß wir zu ihm treten, findlich) und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; dann erhört Gott unser Fleh'n, daß wir seine Hülfe seh'n. 6. Wird uns auch um Trost oft bange, seufzt das Herz, voll Traurigkeit: ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o, so wende unser Leid; sprich der Seele lieb: reich zu, gib ihr Muth, Geduld und Rub'! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, förd're in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt! 8. Ja, bewahr' uns un Mel. 8. Nun sich der Tag 2. 150. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott, den, zu meiner Se: ligkeit, dein theures Wort verbeißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich); die Weisheit, die das Herz ent flammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere Zufriedenheit, als als les Glück der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vers Von dem heiligen Geiste trau'n zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig sey'st. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin; zur Tugend stårk er mich; beweise wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld; und er be waffne mich in Schmerz mit Muth und mit Geduld! Mel. 80. Vom Himmel hoch, da 2C. 151. Anbetung sey dir, Gott, gebracht! du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer, durch Jesum Christ, erleuchtet und gehei ligt ist. 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt; da strahlte, Herr, der Wahrheit Licht von deinem Vaterangesicht. 3. Auf Jesu Boten kam die Kraft des Geist's, der alles Gute schafft. In frem Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 163 4. Vom Geist ermuthigt, geh'n sie gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieders gang wird alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie fies gen, stark durch ihn, o Gott. Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theus res Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdkreis überall, und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und, daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt' uns deiner Wahrheit treu, mach' uns von Sünd' und Irrthum frey; dein Geist treib' uns zum Guten an, und leit uns auf der Tugendbahn. 9. Bis wir dereinst im hellern Licht', von Angesicht zu Angesicht, dich schau'n, und in des Himmels Höh'n, durch dich, auch uns verherrs licht ſeh'n. 11* 164 152. Von der Heiligung des Menschen. Mel. Warum sollt' ich mich 2c. $ P prz Höchster Tröster, komm hernieder! Geiſt # *+ 1.1 des Herrn, sey nicht fern, stårke Christi Glieder! ***** Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat dei # nen Rath seinem Volk versprochen. 2. Lehr' auf Jesum uns vertrauen, in der Noth und im Tod' glaubig auf ihn schauen. Wann das Auge reu'voll thrånet, rufe du dann uns zu: ihr seyd Gott versöhnet! 3. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen! Lehr' uns, findlich vor ihn treten; sey nicht fern, Geist des Herrn, lehr' uns, glaubig beten. 4. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen! Gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dampfen! Laß uns Trüb: sal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod, nicht von Jesu schei den! 5. Hilf uns nach dem Höchsten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben! Gib, daß wir nie stille stehen; treib' uns an, froh die Bahn unsers Heils zu gehen! 6. Sey in Schwachheit uns're Stärke; steh' uns bey, mach' uns treu in der Zugend Werke! Führ', wann Gott uns, nach dem Leide, sterben heißt, unsern Geist zu des Himmels Freude Von dem heiligen Geiste. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. und ihre Herzen brannten; unbeweglich ihm ergeben, ward sein Leben ihnen Spies 153. Bringt diesem gel; und ihr Lod der Wahre heit Siegel. Tage Ruhm und Preis, er sey in frommer Christen Kreis ein Tag der Freud' und Wonne! Von ihm ging aus in alle Welt das Licht, das unser'n Geist erhellt, der ew'gen Wahrheit Sonne! Måchtig, kråftig sich bewährend, allverklärend, Preis ihm, Ehre! siegte durch ihn Christi Lehre. 4. Da wurden Hörer, ohne Zahl, von ihres Wor tes Himmelsstrahl' erleuch, tet und entzündet; bis zu den fernsten Völkern hin der Menschheit Segen und Gewinn!- ward Christi Reich gegründet. Gottes Friede kam hernieder, kehrte wieder, daß die Erde seis ner Liebe Schauplatz werde. 5. Werth ist der Tag, daß ihr ihn preist, der Geist des Herrn, des Lichtes Geist, ist von ihm ausges gangen. Ein und dasselbe Kindesrecht winkt jetzt dem menschlichen Geschlecht, sich liebend zu umfangen. Deine Schrecken, Grab schwanden, es entwanden sich dem Staube glorreich) Christi Lehr' und Glaube. ver: 6. Sey, Tag des Heils, gebenedeih't, du bist ein Tag, von Gott geweiht, zu heil'gen Christi Namen. Verbreiten mög' er mehr und mehr des hohen Namens Ruhm und Ehr', und alle - 165 2. Mit Kraft des Him mels, wunderbar, erhob er der Apostel Schaar zur höhern, hellern Wahrheit; nicht mehr der Furcht, der Zweifel Spiel, sah'n ihrer Sendung hohes Ziel sie nun in voller Klarbeit. Ho her Aufschwung, Geist und Leben ward dem Streben, rings auf Erden Boten ih: res Herrn zu werden. 3. Und nicht Verfolgung, Schmach und Spott schied sie von dem erkannten Gott, von dem durch ihn Gesand ten; nicht der Gewalt, der Macht Gebot. Sie achteten nicht Schmerz und Tod, 166 Von der Heiligung des Menschen. Welt sprech': Amen! Immer weiter mög' auf Erden herrschend werden Licht und Klarheit, und das Reich des Rechts, der Wahrheit! Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 20. 154 Preift, Völker die ihr Christen seyd, durch Gottes Geist belehrt; ein Herz voll Dank sen ihm geweiht, der Jesu RuhmverFlårt. 4. Der Tempel der Abgötteren wird Gottes Heiligthum; die Welt, vom Aber glauben frey, der Götzen Ausspruch stumm. 6. Der Geist des Herrn erhebt das Herz, das Jesu Dienst sich weih't, und bey des Lebens größtem Schmerz wird es durch ihn erfreut. 7. Sein Beystand treibt, mit Gottes Kraft, zu großen Thaten an; bezwingt die Macht der Leidenschaft, daß sie nicht siegen kann. 2. Er fommt mit seiner Wunderkraft, mit seinem Trost, der Geist, der Jesu, fingen 2c. Lehre Sieg verschafft, des Sieges Kraft beweist. 3. Sie, die Verzagten, werden kühn, ihr sprachen: reicher Mund macht den, der uns zum Heil erschien, auch fernen Völkern fund. 5. Zerstreuet wird des Irrthums Nacht, die ganze Volker deckt, besiegt des 8. O, sey auch uns Licht, Trost und Kraft, die wir uns deiner freu'n, du Geist, der alles Gute schafft, laß uns dein Tempel seyn! Mel. 27. Allmächtiger, wir 155. Dem Gott der Wahrheit Preis und Dank! Er läßt die Wahrheit siegen; vergebens schreckt Gewalt und Zwang, sie kann nicht unterliegen. Den Menschen, Gottes Ebenbild, erhebt und heiligt, stark und mild, der Geist des guten Gottes. 2. Die Lehre Jesu, vest und klar, gewöhret Licht und Frieden; doch, als sie neue Lehre war, wie kämpfte sie hienieden! Wie drohte Dürf Aberglaubens Macht, wo- tigkeit und Noth, Vermit er droht und schreckt. folgung, Schmach, und Von der Verbreitung Schmerz und Tod, den Jüngern des Erlösers! 3. Sie barrten aus mit frohem Muth, von Gottes Geist durchdrungen; vergossen ward der Lehrer Blut, die Lehre nicht bezwungen; es wandten Völker sich vom Wahn, und beteten den Höchsten an im Geist und in der Wahrheit. 4. Das Heil, in Wahrheit und im Geist den Höch sten anzuflehen, den alles, was da lebet, preist, den reine Herzen sehen, dem wir uns auf der ebnen Bahn der Pflicht und Tugend selig nah'n, bleibt vest auch uns bewahret. 5. Umsonst erhob sich Droh'n und Zwang, die Wahrheit wird erhalten; dir, Gott der Wahrheit, Preis und Dank, du wirst auch ferner walten. Wir wollen deine Wege geh'n, und mit Vertrau'n gen Himmel seh'n: das Gute bleibet ewig. des Evangeliums. 167 Erdkreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen. Es leuchtet nab', es leuchtet fern. Zahllose Völker dies nen den totten Göttern mun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott, durch seinen Sohn, der Erde große Freuden: so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. war' uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen: wir würden, der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Götzen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreyt von jenen Finsternissen. 4. Drum laß, mit froher Dankbarkeit, uns nun im Lichte wandeln, und in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln; auf dich, ben treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht, in Roth und Tod Von der Verbreitung des Evangeliums. Mel. 40. Es ist das Heil ic. 156. Dem finstern vertrauen. Von der Heiligung des Menschen. 5. Wer noch sein Thun dunkle Schatten vorgebildet vom Wissen trennt, nicht hatten, das vollführt sein ehret deinen Willen, der Rath. Nun ist klar, was müsse, weil er dich erkennt, dunkel war, daß sich seiner auch seine Pflicht erfüllen. Gnad' und Treue stets die Nichts helfen Opfer des Menschheit freue. Gebets dem, der da glaubet, und noch stets der Sünde sklavisch dienet. 168 6. Und wo noch bange Dunkelbeit und falsche Schatten liegen, wo Irr thum, Wahn und Sinnlich feit noch Sterbliche betrů gen; auch da geh' nun, im Siegeslauf, das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene! Mel. 132. Sesu, meine Freude ic. 157. Wort bort von Gott gegeben, Wort voll Heil und Leben, Evangelium! Du verkündigst Freude uns im tiefsten Leide, zu des Höchsten Ruhm! Seinen Bund machst du uns kund; feinen Frieden, ew'gen Se gen, bringst du uns entgegen. Gott hat den gesendet, der 3. Alles ist vollendet; verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargeges ben auf dem Blutaltar, Er, erhöht zur Majestät, hat bestätigt seine Lebre, von dem Thron' der Ehre. 4. Alle, die sie hören, sich zu Gott bekehren, finden Trost und Heil. Immer höh're Freuden werden, wann sie scheiden, dort ihr ew'ges Theil. Gott vergibt uns, die er liebt, wenn wir von der Sünde lassen, Muth zur Tugend fassen. 5. Ich will mein Vers trauen auf dieß Trostwort bauen, Jesu, Jesu, dir mich weih'n. Fromm, wie du, zu leben, soll hier mein Be So werd' ich auch einst durch streben, meine Freude seyn! dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel 2. Was den Menschen allen Gottes Wohlgefallen außerschen hat; was sonsterben. Von der Gründung und Erweiterung der 2c. 169 und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! Von der Gründung und Erweiterung der christlichen Kirche. Mel. 519. Gott des Him mels und 2C. 158. Herrlich ist's in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sin nenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist er: höht, und dem Strom' der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäßze? Was sind Kronen dieser Welt? Freun de deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugeſellt. Edel handeln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Ju gend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Pal låsten, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Droh'n dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spotter Heer; ach, sie nahen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr. Ewig wird dein Reich besteh'n; Wahrheit kann nicht untergeh'n! 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan, hoch ent zückt, zu dir hinan. 8. In den fernsten Him melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, se hen seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frey. 170 Von der Heiligung des Menschen. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen, Herr, erwei t're dein Gebiet, und laß einst auch den dich preiſen, der noch blind vor Götzen tniet! Zeig' uns allen, nach der Zeit, deines Reiches Herrlichkeit! verbindet, o ihr Brüder, uns die Tugend einst als Glieder. 3. Die Morgensonne kommt gewiß; muß gleich erst Licht und Finsterniß in kurzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vorbey, dann wird, von düstern Nebeln frey, der Glanz der Wahrheit siegen. Herrlich hebt sich dann die Sonne; und mit Wonne preisen alle deine Kinder einst dich, alle! Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 159. Noch ficb'st du nicht, umhüllt von Nacht, o Mensch, was Gottes Huld und Macht, im Stillen, vorbereitet. Voll heil'ger Größe ist sein Gang. Zwar dünket dir der Weg zu lang, auf dem das Gute 160. Ach, bleib' mit schreitet; aber muthvoll kannst du trauen, Gott wird bauen seinen Garten, und den Keim des Guten deiner Gnade bey uns, Herr Jesu Christ; damit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. warten. 2. Umwölkt ist noch die Zukunft mir; doch fleh' ich schweigend auf zu dir: laß, Gott, dein Reich uns kommen! Ja Herr, es kommt gewiß dein Reich! Schon ist es da, mit ihm zugleich das Heil für alle Frommen. Dein Sohn hat schon es gegründet; vest Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 2. Entzieh' uns deine Lehre, das Wort der Wahrs heit, nicht; durch ihre Kraft gewähre uns immer Trost und Licht. 1273 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrthum frey, bey deiner Wahrs heit bleiben, dir folgsam, dir getreu. 4. Hilf uns die Lüfte Von der christlichen Besserung. dämpfen, hilf uns den Reiz der Welt, und ihre Macht bekämpfen, du sieggewohnter Held! 5. Komm uns mit Kraft entgegen, bilf unsrer Schwachheit auf, und stärke Von der christlichen Besserung. Vorberei tungslieder; so wie auch am jährlichen Bußund Bettage. 161. te 171 das Vermögen zum sichern Zugendlauf. 6. Ja, bleib' mit deiner Treue bey uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. - Erkenntniß der Sünde, und Bitte um Vergebung derselben. Mel. Schwing' dich auf, zu deinem Gott 2c u, den meine Seele liebt, Vater fieh, zu dir, der gern vergibt, komm' ich ↓↓ und zu dir bekehren. 2. Weil ich nicht den Weg gewählt, den dein Sohn gewandelt, hab' ich oft und viel gefehlt, nicht, wie er, gehandelt. Ich ers #f aller Gnaden, ja du nimmst die Sünder an, wenn schuldbeladen; ◊ sie mit den Zähren wahrer Neue dir sich nah'n, kenne meine Schuld; voll der tiefsten Reue, fleh' ich auf zu deiner Huld, Vas ter ach, verzeihe! jo the 3. Leite mich nach deis Von der Heiligung des Menschen. nem Nath; laß mich deis| obne dich, auch beym besten nen Willen so, wie unser Heiland that, treu und frob erfüllen! Regt sich Schwachheit noch in mir, stårke meine Seele, daß fie, Höchster! vest an dir, nicht ihr Heil verfehle. 4. Was kann ich doch 472 162. ** Mel. Alle Menschen müssen 2c. Willen? Ach, du weißt's, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen. Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf' ihn auch vollführen! 1* Ach, wann werd' ich von der Sünde, daß ich ganz sie über winde, # 1 ✰ Gott mein Vater, völlig frey, Noch nicht kann ganz dir wohlgefällig sey? $ ਸ ich mich entwöhnen, ihren Lockungen zu fröhF $ nen; ach, zu oft ereilt sie mich, und verführt 19 mich wider dich. 2. Wenn mein Geist, in fel'gen Stunden, mit der Wahrheit sich genährt, hab' ich oft das Glück empfun den, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr bienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, ganz dir geweiht, und der Tugend Seligkeit. Von der christlichen Besserung. 3. Voll von heiligen Ent schlüßen, schwur ich dann, dir treu zu seyn, und mit wachendem Gewissen reiner Tugend mich zu weih'n, willig wollt' ich da mein Leben, dir mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widersteh'n, standhaft deine Wege geh'n. 4. Aber, ach, zu schnell empöret sich der Leiden schaften Macht; sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut be: dacht! Plößliche Versuchungszeiten, Beyspiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Menge mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. O ich Armer, dem zur Treue veste Seelenstärke fehlt, den so oft aufricht'ge Reue, und so oft doch frucht! os quålt! Ach, wer wird von allem Bösen, allen Mångeln mich erlösen, und wann bin ich ganz befreyt von dem Joch der Sinnlichkeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner sündigen Natur; nicht die Schwachheit wirst du rå chen, bösen Vorsatz strafft 173 du nur. Hätt' den Trost ich nicht, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich dein, höchstes Gut, nie können freu'n. 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach: o, so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann zu les ben, daß ich doch von Heucheley und von Bos heit ferne sey! 8. Wenn ich wanke, laß mich's merken; laß mich streben, vest zu steh'n; eile, mich, dein Kind, zu stärken, lehre selbst mich, sichrer geh'n; warne mich; sey mein Begleiter; täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit! Mel. 73. Gott sey Dank in aller Welt 2c. 163. Täglich naht Vers suchung mir; darum fleh' ich, Herr, zu dir: stehe du mir schüßend bey, daß ich vest im Guten sey. 2. Willig ist der Geist; 474 Von der Heiligung des Menschen. doch ach, gegen Sinnen- Mel. 89. Herzlich thut mich reiz so schwach! Schnell bethört sich oft das Herz, verlangen 2c. aufgeregt durch Lust und Schmerz. 3. Von dem Ziel' entfernt mich weit Menschenfurcht und Eitelkeit. Treu zu bleiben meiner Pflicht strebt' ich, doch vermocht' ich's nicht. 4. Was an Tugend mir noch fehlt, hab' ich oft mir selbst verhehlt, wenn ich, in Verblendung, mich stolz mit Frevlern nur verglich. 5. Der du Reuigen verzeih'st, und den Schwachen Kraft verleih'st, Gott, entziehe du mir nicht deines Geistes Trost Trost und Licht! 6. Laß, auf prüfungsvoller Bahn, täglich mich dem Ziele nah'n. Schütze mich vor Sicherheit auf dem Pfad zur Ewigkeit. 7. Meinem Jesu nur allein streb' ich ähnlich stets zu seyn. Denn ich weiß und glaub', als Christ, daß du stark in Schwachen bist. Erbarmer! 164. Erb Sieh hernieder von deinem Gnadenthron'; es fehrt ein Sünder wieder, durch Chris stum, deinen Sohn! Mit tief gefühlter Neue wirft er vor dir sich hin, gelobt dir stete Treue, und reinen Tugendsinn. 2. Ach, hättest du gerich tet, so wie ich es verbrach, ich wäre längst vernichtet durd) jammervolle Schmach. Die Menge meiner Schul den belastete mich schwer; an meines Heilands Dul den gedacht' ich gar nicht mehr. 3. Von des Gewissens Drange, von meinem ties fen Schmerz, glüht beißer mir die Wange, schlägt bange mir das Herz! Wer kann vor dir bestes ben, vor deiner Wahrheit Licht? Geh', Vater, auf mein Fleben, mit mir nicht ins Gericht! 4. Um meines Heilands willen, vergib die Misser that der Bahn, die ich im Stillen, und vor der Welt, betrat. Ich kenne dein Er barmen, und kehre nun zurück; ich find', in Vater: Armen, Vergebung, Trost und Glück. 5. Er, der am Kreuz' gelitten, starb auch für meine Schuld; auch er hört jetzt mein Bitten, und trågt mich mit Geduld. Wie kann ich dieß erwie dern, wie thätig dankbar 165. $ Von der christlichen Besserung. D - 475 seyn? Ich will, wie meinen Brüdern, auch Feins den gern verzeih'n. 6. Ja, Gott, mit Herz und Leben will ich dir dankbar seyn, will deine Huld erheben, und meines Heils mich freu'n. Vergebung darf ich hoffen; mich täuscht die Hoffnung nicht; der Himmel steht mir offen, Gott, meine Zuversicht! E - Mel. O Gott, du frommer Gott zc Pilger noch auf Erden, den Weg zum ew'gen weiser, besser werden; pZ Vernimm, o Gott, mein Fleh'n! Ich, ich möchte den Tag gern B$ 1 Heil, den oft mein Fuß verliert, ihn möcht' ich bo * # standhaft geh'n, von deiner Hand geführt! ans Ziel. In dir geweih ten Stunden, wie oft hat nicht mein Herz es inni ger empfunden, daß dein 2. Nur du bringst mich Gesetz, mein Gott, mir nichts als Segen ist, daß der sein Heil verkennt, der dein Gebot vergißt! 3. Doch, ach, ich wanke Von der Heiligung des Menschen. noch! die Macht betrog-|| richt', der Treue Preis ner Sinne zerstöret noch zum Lohn. so oft, was ich mit Lust beginne. Gewohnheit böser Lust kämpft mit der Beß' rung noch; das Rechte kenn' 166. Gott, ott, wer kann ich wohl, das Schlimm're wähl' ich doch. 4. Gib, daß, von dir gestärkt, mein Wille nicht mehr wanke! Rein sey das Herz vor dir und heiligsten Falle, jedes Menschen es je ergründen, wer hat nie mit Grau'n durchdacht, welche Noth der Menschen Sünden über unsre Weltgebracht! Alle, seit dem ers Sünden, alle! der Gedanke; gelehrig sey mein Ohr der Weisheit treuem Rath, rechtschaffen, ohne Falsch, mein Wort, wie meine That! 176 5. Vest stehe mein Ent schluß, wie Gottes Felsen stehen, nicht einen Schritt von dir, selbst unbemerkt, zu gehen. Auch wo kein Mensch mich sieht, auch wo kein Ohr mich hört, sen Tugend heilig mir, sey meine Pflicht mir werth. 6. Laß mich, irrt je mein Fuß, die Bahn bald wieder finden. Naht sich Versuchung mir, hilf du sie überwinden. Wer stand haft kämpft und ringt, dem wird, vor Gottes Thron, im heiligsten GeMel. 134. Sieh, hie bin ich, Ehrenkönig 2c. 2. Ach, wer auch nur einmal gleitet auf dem Wege seiner Pflicht, wie viel Her zeleid bereitet ihm der einz' ge Fehltritt nicht, und was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thorheit Freuden! 3. Starke, Gott, vers folgen Schwache; Schwa che Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen sie mit Plagen dei ne Welt, mit welchen Klagen! 4. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyranney, gleich der Pest im Mittag, wüthet! Wie im Finstern Heucheley trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! Von der christlichen Besserung. er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 65. Und wir Sünder könn| reine Tugend gibt? Kann ten wähnen, Gottes hei liges Gericht råche keines Elends Thränen, acht' auf unsre Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sey kein Racher? 10. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, wie so oft mein Herz vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden! 6. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Junglinge und Greise immer auf der Tugend Bahn: o, wie strömte Heil und Se gen Jeglichem von dir ent gegen! 11. Laß der Sünde bitt're Früchte mir stets in Gedanken seyn; mich nie zweifeln am Gerichte; auch den kleins sten Fehltritt scheu'n; daß ich), glaubig, jede Sünde, stark durch dich, ganz übers winde! 7. Würde nicht, wenn schon auf Erden Keiner ganz der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, Mel. 8. Nun sich der Tag 2c. re Lust erhöht, wenn den 167.Nimm, Höchster, Täuschungen der Sünde unser Herz stets widerstunde? 8. Aber schrecklich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfol gen, furchtbar rächen, Rich ter, dein Gesetz und dich! Ja, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben! 9. Und wie quält den sein Gewissen, welcher böse Thaten übt! Bleibt ihm nicht der Trost entrissen, den nur 177 als Geschenk, von mir, mein kindlich Herz allein; kein besser's Opfer kann ich dir, o treuer Vater, weih'n. 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu, dir, meinem Gott und Herrn? Ben dir nur winkt ihm wahre Nuh', und du erquickst es gern. 3. So sey es denn dein Eigenthum, und rauß' es ewig seyn! Schaff' aber, Vater, schaff' es um, und mach' es gut und rein! 12 178 Von der Heiligung des Menschen. 4. Gebeugt vor dir fühlt's seine Schuld und seine Sündlichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft und Heiligkeit. 5. Verwirf, o Gott, dieß Flehen nicht, sey mir mit Grade nah'! Auf dich steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 6. Drum stårke meinen Muth, o Gott, mit freudigem Vertrau'n, auf dich und meines Heilands Tod mein ganzes Heil zu bau'n! 7. Laß deinen Geist, zur Besserung, mir seinen Bey stand leih'n; bald wird dann meine Heiligung, durch sei ne Kraft, gedeih'n. 8. Hilf, daß ich dir mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, im Kampf mit List, Gewalt und Spott, des Sieges mich erfreu'. 9. Hilf, daß ich sey im Leiden vest, durch Hoffnung und Geduld. Mein Trost, 168. wenn Alles mich verläßt, sey deine Baterhuld! 10. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frey, aufrichtig, und, so viel ich kann, zu dienen willig sey! 11. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, rein von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern vers zeih', denn du verzeih'st auch mir. 12. Ein frommes Herz, das sey mein Ruhm, doch fern von Heucheley, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sey! hu 13. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 14. Weg, Welt und Sünd'! euch dien' ich nicht. Nur Gott kann mich allein, dieß bleibet meine Zu versicht!- auch nach dem Tod' erfreu'n. -- Eigne Melodie. ť Ach, was soll ich Sünder machen? Mein Von der christlichen Besserung 29 Gewissen klagt mich an; ich verließ der Tugend $ qu Bahn, und, statt über mich zu machen, gab ich mich, ## in eitelm Sinn, selbst in mein Verderben hin. 2. Jesu sollt' ich mich er geben; und, von schnöder Weltlust fern, ihm nur fol gen, meinem Herrn. Ihn zu lieben, ihm zu leben, war für mich die höchste Pflicht, und ich achtete sie nicht. 179 3. Leerer Land der Eitelkeiten, du, der Sinne flücht'ge Luft, du ersticktest in der Brust, das Gefühl der reinen Freuden, das den Freund der Zugend lohnt, wenn sie in dem Herzen wohnt. 4. Gleich dem Traum' der Morgenstunden, der so leicht uns Menschen trügt, uns bezaubert und entfliegt, sind sie plötzlich nun ver: schwunden jene Lüste; der Genuß, der mir bleibet, ist Verdruß. 5. Ueber die begangnen Sünden quälet Reue jetzt mein Herz; ihren Stachel, ihren Schmerz geben sie mir zu empfinden; tief gesunken seh' ich mich, und ich weine bitterlich. 6. Doch ich will nicht immer zagen, drückt mich gleich des Elends Joch; Jesus ist mein Heiland noch). Auch der Sünder darf es wagen, glaubig zu ihm hinzugeh'n, darf bey ihm um Hülfe fleh'n. 7. Sieh', ich komme: bilf mir Armen! Reuevoll blick' ich nach dir; ein Ers löser bist du mir. Schenke, Herr, mir dein Erbarmen; fey mein Führer, sey mein Licht, meiner Seele Zuvers sicht! 8. Ich gelobe dir auf's 12* 180 Von der Heiligung des Menschen. neue, dem mein Herz sich heute weih't, findliche Er gebenheit; unverbrüchlich 3. Drum, Herr, bekensey die Treue, die, o Heinen wir im Staube dir land, dir gebührt, mich unfrer Übertretung Schuld. zum wahren Glücke führt. Du bist gerecht, doch unser Glaube vertraut auf deine Baterhuld, die Trost und Gnade dem gewährt, der reuig zu dir wiederkehrt. 9. Ja, ich will der Sün de Wege fliehen, und gewissenhaft, unterstützt durch deine Kraft, wandeln nur der Zugend Stege; selig wird für mich die Zeit, seliger die Ewigkeit. Scham und Neue. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott ic. 169. Vor dir verklagt uns das Gewissen, und zeu get laut von unsrer Schuld, daß reuevoll wir flehen müssen: du, Gott der Langmuth und Geduld, sey gnådig uns, und im Gericht verwirf uns, o Erbarmer, nicht! tritt auch der Reinste noch zurück. 2. Uch, wolltest du, Herr, mit uns rechten, vor Scham verstummen müßten wir. Wo ist von allen deinen Knechten auch Einer nur gerecht vor dir? Ja, Hei: ligter, vor deinem Blick 4. Auch uns hast du, in deinem Sohne, den Seelenretter dargestellt. Eröffnet ist zum Gnadenthrone der Weg für eine Sündenwelt. Voll Hoffnung nahen wir hinzu, und finden für die Seele Ruh'. BRE 5. Für uns ist ja sein Blut vergossen; es war zum Opfer dir geweiht. Dieß theure Blut, für uns geflossen, verkündigt uns Barmherzigkeit. Wir sind versöhnt, du willst verzeih'n, und liebreich unser Bater seyn. 6. Ja, gnådig bist du! Zum Verzeihen, zum Wohl thun bist du stets bereit, und wenn wir unsre Schuld bereuen, beweisest du Barm berzigkeit. Vom Tod' er lost, beglückt sind wir, o Von der christlichen Besserung. 181 Preis, Erbarmer, Preis| liebte, was ich hassen sollte, sey dir! und befleckte mein Gewissen, von Verblendung hingerissen. 4. Allzu oft, ach! ward dieß Herz der Verführung sich're Beute, fühlte zwar der Reue Schmerz; doch nach kurzem Gegenstreite, ließ es sich zu neuen Sún den, gar zu leicht nur, wil lig finden. 7. Es zeuge künftig un fer Leben, o Gott, von deiner Gütigkeit! Mit Ernst nach wahrer Beßrung stre: ben, nur thun, was uns dein Wort gebeut, dieß soll des Dankes Opfer seyn, das wir für deine Huld dir weih'n. Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind hier sc. 170. Vater, der so gern verzeiht, gern uns sei ne Liebe schenket, und wenn uns die Sunde reu't, mit Erbarmen an uns denket, laß auch mich, im Schmerz der Sünden, Trost und Gnade ben dir finden! 5. Ja, ich will nun, wie ich soll, alles Böse flich'n und hassen, heiliger Ent schliessung voll, mich durch nichts mehr irren lassen; will mein Herz ganz dir ergeben, und nach deiner Vorschrift leben. 6. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, diesen Vorsatz auszuführen; laß, im Kampf der Leidenschaft, mich doch nie das Ziel verlieren! Lehre mich, das Gute lieben, stårke mich, es auszuüben! 2. Oft versäumt' ich mei ne Pflicht, fing schon oft an, sie zu lieben, und ermannte mich doch nicht, sie mit Ei fer auszuüben; war ver broffen, schwach) und träge, und ging dann verkehrte Wege. 3. Oft der Leidenschaf ten that ich Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. was ich nicht wollte; want 171. Herr, bir gelob te, strauchelte, und fiel, ich neue Treue und neuen Fortgang und Wachsthum in der christlichen Besses rung. 182 Von der Heiligung des Menschen. Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich heut' auf's neue mich ganz zu deinem Eigenthum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet seyn. 2. O Vater, nimm von deinem Kinde den theuern Eid der Treue hin; versucht in Zukunft mich die Sün de, so will ich ihre Netze 172. Rehr, Sünder mich flieh'n, und immer der Tugend weih'n. Sieh, dieser Tag soll Zenge seyn! 3. Nein, niemals will ich treulos werden, nie deine guten Wege flieh'n. Kein Scheingut, keine Lust der Erden, kein Leiden soll mich dir entzieh'n. Weich, Eitelkeit! Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entsag' ich euch. 4. Ja, Gott, du höreft mein Versprechen; tieffich'st du in mein Herz hinein. Sollt ich den Eid auf's neue brechen, so wirst du einst mein Nichter seyn. Hilf nur, daß nie mein Herz vergißt, wie schwer cin solcher Meineid ist! selbst mein Herz dir treu, daß ich, der Frömmigkeit ergeben, in allem Guten standhaft sey; dann winkt mir einst, an deinem Thron, des Sieges Kranz, der Treue Lohn. 5. O Gott, regiere du mein Leben, und mache Mel. 8. Nun sich der Tag geendet hat ic. um! der Heil'ge schuf dein Wesen rein und gut. O, höre deines Gottes Ruf, und faß' zur Befrung Muth. 2. Blick um dich her in der Natur! Folgt sie dem Schöpfer nicht? Du, der Vernunft- geschmückte, nur verletztest deine Pflicht? 3. Wie sich zur Tus gend Lust gesellt, so wohnt beym Laster Schmerz; fieh'st du da nicht Gott gefällt, und rührt es nicht dein Herz? was 4. Reißt nicht des Tus gendfreundes Bild den nachtumwölkten Sinn, mit Allgewalt, und dennoch mild, zur Tugendliebe hin? 5. Spricht nicht in deis nem Innern Gott so deuts lich und so laut? Hat er sein heiliges Gebot nicht deiner Brust vertraut? 6. Hor' Gottes Stimme 173. C I Von der christlichen Besserung. 青 Eigne Melodie. # W überall! sie ruft zur Bes serung. Steh' auf, von deiner Schwachheit Fall, und hoff' Begnadigung! T enn du, mein Gott, verlangst, id) stets weiter, Schritt vor Schritt, zum 183 soll nach Zugend ringen, was suchst du sonst daZie le vorwärts dringen; ben, als mich beglückt zu seh'n? Denn deine D Geligkeit kann ich durch nichts erhöh'n. 2. O Gott, wie gut bist du! Vergåß' ich deinen Willen, der mir zum Heile dient, aufrichtig zu erfüllen; wic treulos wär' ich dann, wie feindlich gegen mich, und, o, wie undankbar, mein Schöpfer, gegen dich! 3.» Du hast nicht recht gethan!» So spräche mein Gewissen früh oder später dann, und seinen Trost vermissen, ist, wenn uns Uns glück trifft, des Leidens größte Pein; denn auch den herb'sten Schmerz versüß't nur er allein. 4. Gott, darum laß mich stets die innre Mahnung ehren, nie des Gewissens Ruf, mit Leichtsinn, überhören! Es warnet mich vor nichts, als was mein Elend mehrt; es billigt 184 Von der Heiligung des Menschen. keine That, die mich vor dir entehrt. 5. Doch, wann ich seinen Wink fromm, als den dei nen, achte, und, was es mir gebeut, stets zu erfüllen trachte; dann baut in meiner Brust Zufriedenheit sich an, und mit getrostem Muth geh' ich die rauh'ste Bahn. 6. Weit höher schåg' ich dann die Gaben deiner Gute, mein offner, reiner Sinn, mein ruhiges Gemüthe schaut traulich auf zu dir, du schaust auf mich herab, und doppelt freut mich dann, was mir dein Beyfall gab. 7. Ja, drohte selbst der Tod, mich plötzlich zu entrücken, so wird ein ruhig Herz, beym Abschied, mich erquicken. Vollendet ist als dann des múden Pilgers Lauf, und du, o Herr, nimmst mich zu ew'gen Freuden auf. Warnung vor dem Auf schub der Besserung. Mel. 47. Aus tiefer Noth ic. keine Sünden klein, wie sehr sie es auch scheinen. Nur wenn wir ganz das Herz ihm weih'n, nur dann sind wir die Seinen, und preisen ihn durch Wort und That, daß uns sein Sohn erlöfet hat, damit wir selig würden. 2. Wer nur der kleinsten Pflicht entweicht, kann großes Heil verlieren, der kleins ste Fehltritt kann uns leicht zum größten: Laster führen, und wer nur eine Sünde liebt, und ihrer Herrschaft sich ergibt, verscherzet Gots tes Gnade. 3. Gerecht, o Gott, ist dein Gericht; ihm eilet er entgegen. Durch Sünden schuld erlangt er nicht den ihm verheiß'nen Segen. Sein Frevel bringt ihn um sein Heil; er hat am Hims mel keinen Theil das laß mich wohl bedenken! 4. Hilf, daß ich stets, mit stillem Schmerz, den kleinsten Fehl bereue; mit beil'gem Ernst mein ganzes Herz nur deinem Dienste weihe: so kann ich deiner Huld mich freu'n, so werd' ich stets bemübet seyn, an 174. Vor Gott sind Heiligkeit zu wachsen. Von der christlichen Besserung. Eigne Melodie 175. 1 173 1 185 a che dich, mein Geist, bereit, daß dir Gott Be ständigkeit 2 199² wache, bet' und strebe, Denn wie leicht irrt und in der Zugend gebe! the papo weicht, wer sich sicher träumet, und zu streiten 5 fåumet! an hab' ich Zeit; jetzt darf ich noch schlafen! Denk Tod und Ewigkeit, den an ihre Strafen; sieb, der Tod, der dir droht, kann dich leicht, in Sünden, unbe: reitet finden. 1400 2. Sage nicht: noch| heit Licht dich erleuchten möge! Wer nicht seh'n will, findet nicht Gottes Ziel und Wege. Hin und her wanket er; träumt und wähnt, in Sünden Ruh' und Glück zu finden. 3. Auf, und nimm dich wohl in Acht vor des Lasters Schlingen; bald kann, wenn der Geist nicht wacht, dich das Fleisch bezwingen. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe auf der Zugend Höhe. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bes zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich brin ge! Wach' und sich, daß dich nie die Verführer fållen, die dir Netze stellen. 6. Trau' dem Herzen nie zu viel, denn es trotzt und 4. Wache, daß der Wahr- zaget; plötzlich wird der Von der Heiligung des Menschen. Sünde Spiel, wer zu spie:|| nicht, sein eigen Herz bes len waget. Leicht betrugt fåmpfen, Begierden widersie und siegt, wenn wir steh'n, und seine Lüfte dåmselbst uns heucheln, vest zu pfen? Ja, Sünder, es ist seyn, uns schmeicheln. schwer; allein, zu deiner Nuh', ist dieß der einz'ge Weg, und dem entsagest du! 7. Aber bet' auch stets dabey, bete bey dem Wa chen; das wird dich von Trägheit frey, und behut sam machen. Gott verleiht Vestigkeit auf dem Tugendpfade, und gewährt bir Gnade. 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vers gessen! Nach deinen Kräf ten selbst bat er sie abges messen. Was weigerst du dich noch? Hat er, den du verklagst, wohl mehr von dir verlangt, als du zu thun vermagst? 186 8. Die Erhörung des Ge: bets wird uns nicht entge hen. Darum, Christen, laßt uns stets wachen, kämpfen, flehen! Euch ist schon euer Lohn bey dem Herrn berei: tet; wacht nur, betet, strei tet! Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. 176. Willst du die Buße noch, die Gott ge beut, verschieben, so schån dest du sein Wort, und kannst dia) selbst nicht lieben. Ist denn die Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ist's 4. Sprich selbst: gewin net Gott, wenn du ihm findlich dienest, und, seiner werth zu seyn, im Glauben dich erkühnest? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was zögerst du denn noch, das Laster zu verlaf sen? Weil es dein Unglück ist, sollst du es flieh'n und hassen. Was weigerst du dich noch, der Zugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft Von der christlichen Besserung. dir an, das Gute zu voll keit, des Glückes der Erldbringen; soll er durch All- sten, wann uns der Tod macht dich, ihm zu gehor: ergreift, uns sicher zu gez chen, zwingen? Er gab dir trösten; reicht das Bekenntdie Vernunft, und du ver- niß hin, daß uns die Sünläugnest sie? Er sendet dir de reut: so ist kein leichter sein Wort, und du gehorchst Werk, als unsre Seligkeit. ihm nie? 7. Sprich nicht:» Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureissen; jetzt ist dieß Werk zu schwer!« Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoh: len, wird stärker auch der Hang, die That zu wieder holen; scheust du dich heute nicht, des Guten Feind zu seyn, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 9. Ist Besrung denn ein Werk von wenig Augenbli den! Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrúcken? Ist ein Geschrey zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst, durch Schuld erzeugt, die wahre Heiligung? 10. Genugt's zur Selig 187 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen. Ist noch das Herz nicht rein, dem Glaub' und Liebe fehlen, und ist es dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. sed 12. Suchst du den Weg zu Gott, so muß sein Geist dich rühren, und dieses Geistes Kraft dein Herz zum Glauben führen. Der Glaube heiligt dich, durchy Heiligung allein wirst du mit Gott verwandt, und geh'st zur Kindschaft ein. 13. Erlöst hat dich der Herr, nicht, daß du Súnder bliebest, und, sich'rer, als zuvor, des Lasters Werke triebest. Gebör' dir Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so wär' es nicht vor Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du 188 Von den Mitteln zu unserer Heiligung zc. lebst, und Gottes Stimme hörest, noch heute schicke dich, sen, es gibt doch keinen Fries den. Der Zugend nur al daß du vom Bösen kehrest!| lein ist er von Gott beschie Gehorche deinem Gott, Gott, den. Ein Mensch, der Gott willst du, zu deiner Pein, gehorcht, erwählt das beste nicht ewig dich mit ihm und Theil; ein Mensch, der Gott mit dir selbst entzwey'n. verläßt, zerstórt sein eignes Heil. 15. Entschließe dich be herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnúgen; was zagst du? Bår' der Kampf auch Anfangs noch so heiß; Gott hilft, und herrlich ist des Ueber: winders Preis. 16. Ruf' Gott in De muth an; er tilget deine Sünden. Låßt der Gerech te dich, daß du gefehlt, em: pfinden, so widerstreb' ihm nicht; denn alle Traurig keit wirkt, wenn sie gótt lich ist, zu deiner Seligkeit. 19. O, Heil dir, wenn alsdann des Lebens Zag fich neiget, und deiner Laufs bahn Ziel sich in der Nähe zeiget; du fürchtest nicht den Tod; als Sieger in dem Streit verbürgt dein Glaube 17. Wie süß das Laster| dir des Himmels Seligkeit. VII, Von den Mitteln zu unserer Heiligung und Seligkeit. Von dem Worte Gottes. 18. Begreifst du Gottes Huld, ist dein Vertrau'n bescheiden, dann trågst du, mit Geduld, auch selbst die schwersten Leiden; die Buße hebt das Herz zu deinem Gott empor, und aus der Trúbsal Nacht, geh'st du verklårt hervor. Mel. 40. Es ist das Heil se. 177. Wir ir haben das Gesetz des Herrn; er hat es uns gegeben. Wir, er ist Herr, wir sollen gern nach seinem Willen leben. Gott mache dich uns selbst bekannt, und gib uns Weiss Von dem Worte Gottes. 189 heit und Verstand, was so was du befiehlst, zu fassen. 2. Du, Gott, willst mehr, als daß ich mir nicht List noch Trug erlaube; daß id), aus Sklavenfurcht vor dir, kein Mörder sey, noch raube. Was hilft's, daß weder Hand noch Fuß noch Auge fündigt? Gott, es muß mein ganzes Herz dir folgen. alde 3. Es läst're, Gott, dein Mensch dich nicht; sey keiner Ehe Schånder; kein Frevler, welcher Eide bricht; kein Schlemmer, kein Verschwender; kein Freund von úppigem Geschwäß! Das 178. Wann heiße willst du, Gott, doch dein Gesetz gebeut noch höh're Pflichten. 4. Wir sollen uns ge wissenhaft in allem Guten üben, und dich, mit aller uns rer Kraft, von ganzem Herzen lieben. Nicht jede Hand: lung nur soll rein; selbst jede Neigung soll es seyn, der stillste Wunsch unstråflich. Thränen mir entfließen mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt, dann sink' ich, Herr, zu deinen Füßen, und finde, was mir Trö stung bringt; dann wird der Glaube mir ein Licht, das meines Kummers Nacht durchbricht. 5. Das forderst du; doch Gott, wer hat die Kräfte, deinen Willen stets durch Gedanken, Wort und That, so heilig zu vollbringen? Wie kraftlos unser Wille sey, wie groß der Lüste Tyranney, das ist dir nicht verborgen. 6. Drum gib du selbst uns Muth und Kraft, der Tugend Weg zu wandeln, und immerdar gewissenhaft zu denken und zu handeln; denn nur, wer reines Her zens ist, und seiner Pflich ten nie vergißt, darf einst dein Antlig schauen. Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. 2. Du, Heiland, bietest jedem Müden Erquis cung, Muth und Hoffnung an, und gibst ihm jenen innern Frieden, den ihm die Welt nicht geben kann. Durch dieses Friedens 190 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. Kraft erfreut, wird ihm der Glaube Seligkeit. er verschafft, belebet uns mit neuer Kraft. 7. Verleih', o Herr, mir diesen Glauben, der mehr ist, als blos frommer Schein! Laß nichts mir seine Freuden rauben; laß ihn durch Liebe thätig seyn, dann werd' auch ich, in jener Welt, den Auserwählten zugesellt. 3. Auch wenn wir zweifelnd oft uns gråmen, wenn Kleinmuth unsern Geist vers stimmt, willst du uns Schwache nicht beschämen, so lang' ein Glaubens- Funke glimmt; du fachst ihn an, du nåhrest ihn, und bald wird er von Neuem glüh'n. 4. Du stärk'st die schon gesunk'nen Hände, stellst vest des matten Kämpfers 179. Dein Wort, o Fuß; gibst der Versuchung folch ein Ende, daß unser Dank dich preisen muß und führ'st auch durch die Prüfungszeit uns nur zu größ'rer Herrlichkeit. Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns ganz des Menschen Pflicht, es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sicher'n Unterricht. O, selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 6. Der Glaube, Herr, ist uns're Stärke; er über windet alle Welt, und wir fet in uns Gottes Werke, und Tugend, die dir wohl gefällt, und jeder Sieg, den Mel. 241. Wer nur den lies ben Gottic. 5. Wir würden immer unterliegen im Kampfe mit der Leidenschaft; wir könn ten keinen Feind besiegen, 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des erfüllt' uns nicht des Glau- Irrthums Finsterniß; ver: bens Kraft; doch wenn dein Geist nur auf uns ruht, so fiegen wir mit Heldenmuth. kündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, wer du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, zeigt, wie du denen Gutes gibst, die dein Gebot mit Freuden Gebet. üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was es uns, o Herr, verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, dieß dein Wort kann mehr beglücken, als alle Schätze dieser Welt; dem, der dich liebet, ist's Entzücken, nur das zu thun, was dir gefällt; und bleibt er treu hier in der Zeit, so lohnt ihn dort die Selig teit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt. Laß folgsam mich auf alles achten, was dein Befehl von mir begehrt. Dann fließen Trost und Seelen ruh' auch mir, aus deinem Worte, zu. Gebet. Mel. 527. Nun ruhet in 2c. 180. Könnt ich, in Angst und Nöthen, nicht Gott vertrau'n, nicht beten: wie elend war ich dann! Wo Trost und Hoffnung weichen, wer wird mirHülfe reichen, wenn ich zu Gott nicht flehen kann. 191 2. Oft raubten bange Schmerzen den Frieden meis nem Herzen, und störten meine Ruh'; doch wann mich Kummer quålte, dann fleht' ich, dann beseelte mich Trost; er floß von Gott mir zu. Leiden mit größerm Muth, 3. Dann trug ich meine ja, Freuden und Ruh' empfand mein Geist, ich fand dann im Gebete den Trost, um den ich fleh'te, den Trost, den, Gott, dein Wort ver: heißt. 4. Fleht' ich zu dir am Morgen, so schwiegen meis ne Sorgen den ganzen Tag in mir; mit ruhigem Ge můthe vertraut' ich deiner Güte, und überließ mein Schicksal dir. 5. Und ruhig war mein Schlummer, so oft ich mei nen Kummer, Gott, dir zuvor geklagt; du, Herr, wachst für mein Leben; von diesem Trost umgeben, war meine Seele unverzagt. -6. Noch werden viele Tage mir traurig, unter Plage und Gram, vielleicht vergeh'n; laß, Herr, in meis 192 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. nen Leiden nichts vom Gebet' mich scheiden, mich im mer freudig zu dir fleh'n! 7. O, laß mich stets em pfinden, daß die Erhörung 181. Th Mel. Er starb, der größte 2c. +€ #T finden, die glaubig dir ver trau'n! Mit ruhevollem Herzen, will ich, in meinen Schmerzen, auf dich nur meine Hoffnung bau'n. ein Heil, o Christ, nicht zu verEin Fleh'n aus rei nem, gutem Da 11 scherzen, sey wachsam, willig zum Gebet'! Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. E ist die Liebe selbst, und hört, was seiner Kin + der Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen, mit Dank und Fle hen, oft und gern! Er lås set, was dir nutzt, geschehen, ist, dir zu helfen, niemals fern, und thut, wenn du recht ernstlich fleh'st, mehr, als du bittest und versteh'st. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet' vor Gott zu steb'n! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf er eines Menschen Fleh'n? Er will blos deine Seligkeit, wenn er, zu beten, dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht:» Bit tet, daß ihr nehmet?« Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht, zu beten, schåmet, der schämt fich Gottes Freund zu seyn, und stößet dieß erhab'ne Gebet. i de 193 Christ, vor Gottes Anges fict; laß keine Trägheit dich besiegen in der Erfüls lung dieser Pflicht! Nein, übe sie, zu Gottes Preis und deinem Heil, mit treuem Fleiß! 2. Sen immer redlich, zu begehren nur, was dein Herz dich bitten heißt. Wie kann ein leeres Wort ihn ehren? Er sieht dein Herz; Gott ist ein Geist. Nur Glaube, nicht der Worte Pracht, ist's, was dein Fleh'n erbórbar macht. Glück muthwillig selbst von sich zurück. 5. Bon Gott nur unser Wohl begehren, ist wahre lich keine schwere Pflicht; und, was wir wünschen, ihm erklären, erhebt dieß unfre Seele nicht? Es gibt uns Muth, und stärkt die Kraft zur Dampfung jeder Leidenschaft. 6. Dich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem Vertrau'n, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt; dann triffst du nichts auf Erden an, das deinen Geist erfreuen kann. 7. Gott, laß uns nicht dieß Heil verscherzen! Gib Kraft und Lust uns zum Gebet'! Und wenn der Mund, mit frommem Her zen, zu dir um Vaterliebe flebt: so höre mich, gib meinem Geist das Glück, das mir dein Wort ver heißt! Mel. 181. Er starb, der größte ic. 182. Komm betend oft und mit Vergnügen, o 3. Doch darfst du, betend, nicht bedingen, wie dich der Herr erhören soll; will gleich dein Wunsch dir nicht gelingen, sein Rath bleibt dennoch liebevoll, und sag'st du ihm Vertrauen zu, so wanke nicht, sonst spottest du. 4. Bet' oft zu Gott, und sieh' in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, daß du ein Kind der Vorsicht bist. Gott bort's, Gott ist's, der Hülfe schafft; er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Erwag' mit dankene 13 194 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. dem Gemüthe, wie viel er für dein Bestes that; schau' auf den Ernst und auf die Güte, womit er dich ge leitet hat. Oft irrtest du, er trug Geduld; erkenn' und preise seine Huld. 6. Bet' oft; durchschau' mit frohem Muthe die gótt liche Barmherzigkeit des Mittlers, der mit seinem Blute uns vom Verderben hat befrent; und eigne dir, zu deiner Ruh' und Hei ligung, sein Opfer zu. 7. Bet' oft; Gott wohnt an jeder Stätte, wo nichts dich, ihm zu nahen, stört. Denk' nicht: wenn ich mit Vielen bete, wird eher, was ich bat, erhört. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sen gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffent lich Gott anzufleh'n, des Höchsten Namen mit den Seinen, mit deinen Brudern, zu erhöh'n. Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nåhrt. 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leis bes Glieder, wär' auch ein Glied davon dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, hört Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet' oft, so wirst du Glauben balten, dich prüfen, und das Böse scheu'n; in Lieb' und Ei fer nicht erkalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gott dir, wenn du betest, zu. 11. Bist du ein Herr, dem Andre dienen; so schä me dich der Andacht nicht. Wie schön, wenn, auch im Beten, ihnen oft leuchtet deines Beyspiels Licht; Dann sind durch dich auch die erbaut, die Gott, der Herr, dir anvertraut. 12. Gott, stårke mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Bitt' und Fleh'n! Doch meine Fehler bey dem Beten wirst du, o Vater, überseh'n, weil mich, der dir zur Rechten figzt, durch seine Fürsprach' unterstützt. Gebet. Mel. 141. Mach's mit mir, 6 Gett ic. 183. In Glück und Glück und Unglück bist du mir der seligste Gedanke Ich finde, Höchster, Licht bey dir und Stärkung, wenn ich wanke. Du bist's, von dem mir Freude quillt, und du, der meine Klagen stillt. 2. Seh' ich des Guten schöne Saat von edeln Menschen streuen, so fühl' ich: jede gute That wird, Gott, durch dich gedeihen; und, dir vertrauend, streu' ich dann selbst guten Saa men, wo ich kann. 3. Seh' ich den Reiz der Frühlingsflur sich um mich her entfalten, und deiner herrlichen Natur stets wech felnde Gestalten: so blickt mein Geist zu dir empor; nur du riefst diese Pracht hervor. 4. Seh' ich im weiten Korngefild' die goldnen Aeh ren wallen, so fühl' ich, wie du, gut und mild, uns nährst mit Wohlge fallen, mit Liebe deiner Kinder Schaar, stets 195 reichtest, was ihr nöthig war. 5. Wenn mich der Liebe Glück erfreut, und treuer Freundschaft Segen mir rings der Freude Blüthen streut auf meines Lebens Begen: so dank ich, Gott der Liebe, dir; denn du gabst diesen Segen mir. 6. Und wollen Welt und Sinnlichkeit mein Herz für's Eitle rühren, von Streben zur Vollkommen heit, zur Sünde mich vers dann denk? ich dein, um führen: Du, Heiligster, in Versuchung stark zu seyn. 7. Wenn auf des Leidens Dornenbahn der Wehmuth Thränen fallen, so blick' ich hoffnungsvoll hinan zu deines Himmels Hallen. Dann wird des Kummers dunkle Nacht, durch deinen Trost, mir hell gemacht. 8. Und winket mir des Todes Hand; mir graut nicht vor dem Tode. Er naht sich, nur von dir ges sandt, und kommt. als Friedensbote, der mich von aller Noth befreyt, und mich zum Himmelsbürger weih't. 10:00 13* 196 Von den Mitteln zu unserer Heiligung 2c. 9. Ja, freudig blick' ich auf zu dir mit kindlich from mem Danke! In Glück und Unglück bist du mir der se ligste Gedanke. Heil mir, daß einst ein Tag erscheint, der näher mid) mit dir ver: eint! neuer Zugendliebe. Was fündlich ist, kann ich, als Christ, durch eigne Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. 4. Gebricht's an sanf tem Sinne mir, an Liebe gegen Brüder: so flieh' ich betend hin zu dir, und basse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und sucht 184. Welch hohes der Feinde Schelten mit Vorrecht schenkst du mir! Dein Lob, Herr, zu verkünden, darf, Asche nur und Staub vor dir, auch ich mich unterwinden. Es kann mein Geist, wie schwach er heißt, emporvom Staube dringen, zu dir sich betend schwingen. Mel. 236. Was Gott thut, das ist ic. 2. Jch darf, mit frober Zuversicht, vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht, du zählst mich zu den Dei nen. Du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und findlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlich feit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in Großmuth zu vergelten. 5. Betracht' ich im Ge bet', mit Schmerz, mein fehlervolles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh' zu dir: verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quålen; wenn mir des Lebens Glück ents flieht, und edle Freunde feh len: so wend' ich mich ges trost an dich; du lebrst mich, mit Entzücken, im Elend Heil erblicken. Sim 7. In stillen Stunden denk' ich oft: was send ihr, eitle Freuden? Ach, wie Gebet. geschwind, wie unverhofft, verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk' ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz fich ange: trieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. O, welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir flebt, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut, auf dich nur baut, den frönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. dual S 9. Du, Geist der Kraft und des Gebets, o stärke mein Vertrauen, und laß mich nur recht findlich stets empor zum Himmel schauen. Und kann ich nicht, mit Zu versicht, zu meinem Vater treten, ſo lehre du mich beten! Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. 197 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe, in wahrer Heiligkeit, in guten Wert ken seyn; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weih'n. doch macht die Schwäche 3. Dieß will ich, und meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu seyn, und immer hab' ich doch so viel noch zu bereu'n. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott, o sieh' es mit Erbarmen, und reiche deine Hand, voll Baterhuld, mir Armen. Gib meinem Geiste Licht, gib meinem Vorsatz Kraft: ſo kämpf' 185. Serr, bore mein ich nicht umsonst mit Welt und Leidenschaft. Gebet, und laß es dir und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite ntidy, flöß' Kraft mir Schwachen ein, laß nicht umsonst mein Fleh'n um deine Gnade fevn. 5. Ich bin ein Pilger bier, umringt von vielen Sündern; ihr Beyspiel könne te leicht der Tugend Eifer hindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem 198 Von den Mitteln zu Geist gefährlich wird; dann steh' mir bey, mein Gott! unserer Heiligung ic. Fehler wirst du, gnadens voll, verzeihen. Hab' ich dann, dir getreu, vollen6. So werd' ich deinem det meinen Lauf: so nimm, Dienst vergebens mich nicht Herr, meinen Geist in deis weihen; der Schwachheit nen Himmel auf! Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag ic. 186. HE Î * Du, deß sich alle Himmel freu'n, auch 1 $ 3 uns're Seele freu't sich dein, daß du, deß Macht 0762 unendlich ist, daß du, Gott, unser Vater bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Denken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Dich ehre, wer dich, Vater, kennt, so oft er deinen Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm, durch Jesu Evangelium. Mach? unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an, Allgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und, wohl zu thun, nie müde wirst, dein Wille, Weisester, gescheh' auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit. 5. Was unser Leben hier erhält, gib uns, so lang es dir gefällt; doch schenk' uns auch ein Herz dabey, das dankbar und genüg sam sey, und dir vertrau! Von den heiligen Sacramenten 2c. 6. Vergib uns, Vater, uns're Schuld, trag' un Pre Schwachheit mit Ges duld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Bruders Fehler gern verzeih'n. Hilf du uns, Herr! 187. 499 7. Zu heiß sey die Versuchung nicht, o, stårk' uns, wenn uns Kraft gebricht; steh' uns zum Siege mach tig ben, mach' uns im Gus ten vest und treu, Erbar: mender! 9. Dich preist des Him mels Heiligthum, die Erde feyert deinen Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrs lichkeit, von Ewigkeit, zu Ewigkeit. Gelobt seyst du! Von den heiligen Sacramenten, und der Confirmation. Taufe. Mel. Dir, bir, Jehovah ic. 8. Erlöse du uns, treuer Gott, nach deinem Rath aus aller Noth. Nimm, nach vollbrachtem Prús fungslauf, uns zu dem bes sern Leben auf, du, dem wir trau'n. * Ich ch bin getauft, nach Jesu Lehren, dich, so zu bekennen und zu ehren, daß ✪ #Q Vater, dei nen Sohn und Geist, o, welch ein Herz und Mund und That dich preist; 0 würdig seyn! Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen 200 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes Recht der Christen mein. Du weih'test mich im heil's gen Bade zum Bürger deines Reiches ein, und thatest in der Folgezeit an mir noch mehr Barmher: zigkeit. 3. Du öffnetest mir das Verständniß durch deines Sobnes Lehr' und Geist. 7. O, stehe nur mit deis nem Geiste, wie du ver ; fie leiteten mich zur Erkennt heissen hast, mir bey, daß niß, wie man dich würich, was ich versprach, auch dig ehrt und preist, und leiste, und treulich dir er welches Heil dein anåd'ger darf ich doch nicht, mein geben sen; und fehl' ich auch, Rath dem, der dich ehrt, Nath dem, der dich ehrt, Gett, einst fürchten dein bereitet hat. Gericht. 4. Daß nicht, vom Leichtsinn hingerissen, mein Herz dich, undankbar, vergaß, erinnertest du mein Gewis sen, an seine Pflicht, ohn' Unterlaß, und wecktest mich zum Zugendlauf, durch dei ne Wahrheit mächtig auf. 5. Gelobt, mein Gott, sey deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freyem, våterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt. Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 6. Wie sollt' ich dich denn nicht verehren, und dir ein Herz voll Liebe weib'n? nicht gern auf deine Stim me hören, und findlich dir gehorsam seyn? Was dir misfällt, sey fern von mir! Geheiligt sey mein Leben dir! 8. Erwecke mich, durch deine Gnade, zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung! Der Zugend, Vater, mich zu freu'n, dieß laß mein stetes Streben seyn! Sache 9. Gib mir Beständig feit im Glauben, laß meis ne Liebe thätig seyn! Laß nichts mir meine Würde rauben, flöß' in Versu chung Muth mir ein! Mit dieser Kraft in meiner Von den heiligen Sacramenten ic. Brust besieg' ich jede böse Lust. als wir verstehen; führst de es aus der Nacht zum Licht' einst, durch deinen Unters richt. 10. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu die voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets be: 3. Sieh', wir weihen dir dieß Pfand deiner våter: fliffen, das jedes Böse ernstlichen Güte, daß es deine lich scheut; ein Herz voll Zuversicht zu dir, und voll Geduld, verleihe mir! Baterhand leite, segne, und behüte; mehr, als unfre Liebe kann, nimmst, Herr, du dich seiner an. 11. Soll ich auf Erden långer leben, so gib, daß dir ich leben mag! Laß mir den Tod vor Augen schwer ben, und kommt dereinst mein Sterbetag, so sey mein Ausgang aus der Zeit ein froher Gang zur Ewigkeit! Mel. 138. Meinen Jesum laß ic. 201 188. Betend naben wir uns dir, bringen dir, auf unsern Armen, dieses Kind, dich flehen wir, großer Vater, um Erbar men! Es ist dein, es lebt durch dich, schütze du es väterlich. 2. Schwach und hülflos liegt es da, ohne Kraft, zu dir zu flehen. Aber du bist ihm doch nah, sorgest mehr, 4. Zu der Christen hos bem Glück ward es hier von dir erkoren. Ach, es weiche nie zurück, sey vers gebens nicht geboren, förs unermüdet, Gottes Reich. dre, seinem Heiland gleich, 5. Liebend, wie ein gus tes Kind, müß' es dich, als Vater, ehren, deinem Sohne gleich gesinnt, nur auf deine Stimme hören! Gottes Geist, erfülle du sein Gemüth' mit Licht und Ruh'! 6. Laß es, unter Schmerz und Lust, treu an seinen Pflichten hangen; ach! es nåhre seine Brust nie ein unerlaubt Verlangen. Wenn sein Aug' im Tode bricht, Gott, o dann verlaß es nicht! 202 Von den Mitteln zu unserer Heiligung 2c. frommer, zu dir, o Vas ter, fleh't. Vernimm den Schwur der Treue, den 189. Herr, dieß Kind sie dir kindlich weih'n; daß er sie nie gereue, woll'st du ihr Beystand seyn. ist dir geweih't, deiner Führung übergeben! Hilf ihm nun, mit Folgsamkeit, deinem Wort' gemäß zu leben! Laß es hier beglückt auf Erden, dort des Him mels Erbe werden! Mel. 214. Liebster Jefu, wir sind hier 2c. 2. Hilf uns allen, da auch wir gleichen Bund mit dir errichtet, und zum Tugendfleiße hier, durch die Taufe, uns verpflichtet, daß wir uns dir treu ergeben, und, als Christen, christlich leben! 3. Sich', wir alle sind bereit, uns von Neuem dir zu weihen; gib dem Vorsatz Vestigkeit, und zum Guten dein Gedeihen! Lei te uns auf deinen Wegen unserm großen Ziel' entge gen. 2. Die Lust der Welt verschwindet, nur Wahrheit, Tugend nicht; wer sie verläßt, der zaget, und fürchtet das Gericht. Heil dem, der widerstehet, wenn Sünde lockt und Welt; die Lust der Welt vergehet; nichts bleibt, was Gott mißfällt. 3. Dir, ewiger Erbars mer, weih'n ihre Herzen sich. Sie wählen, Sohn des Höchsten, zum einz's gen Vorbild dich. Ach! möchten sie sich halten zu dir in Freud' und Noth, und nim mer von dir weichen, im Leben und im Tod'! Mel. 229. Allein Gott in der Höh' 2c. Confirmation. Mel. 89. Herzlich thut mich 191. Lobt Gott in fei verlangen 2c. nem Heiligthum, die ihr 190. Erbore, Gott, erhöre der Flehenden Geden Höchsten kennet, der und sein Evangelium von bet, das, heißer jetzt und Jugend aufvergönnet, der Von den heiligen Sacramenten ic uns den Weg zur Wahrheit zeigt, und unser Herz zum Guten neigt; gebt unferm Gott die Ehre! 2. Dein sind wir, Va ter, Sohn und Geist; dich wollen wir bekennen. Von dem, was uns dein Wort verheißt, soll ewig nichts uns trennen! Nicht Ruhm der Menschen, nicht ihr Spott, nicht Trübsal, nicht der Martertod, nichts soll von dir uns trennen! 3. Den Weg der Wahrheit wählen wir, und wis sen deinen Willen; gib uns die Kraft sie kommt von dir- ihn immer zu erfüllen! Erhalt' in dei ner Lieb' das Herz, daß es im Glücke - - wie im Schmerz, sich findlich dir ergebe! 203 Mel. 141. Machy's mit mir, Gott ic. ( Die Confirmanden.) 192.Deit diesem Tag', an welchem wir, o Vater, vor dir stehen, und uns, voll Inbrunst, Heil von dir und deinem Geist erflehen! D, Geist der Gnade, Geist des Herrn, sey heut' und nimmer von uns fern! 2. Mit Ernst geloben wir auf's neu', dir Heiland, treu zu leben, aufrichtig, ohne Heucheley, uns dir nur zu ergeben. Hört das Gelübd', das wir gethan! Wir rufen Gott zum Zeu gen an. 3. Die Tugend, die uns Jesus lehrt sey unser Schmuck im Leben, sie soll, wenn uns die Welt betbört, Kraft in Versuchung geben, sie soll, auch unter Schmach und Noth, sich nicht verlaugs nen, bis zum Tod. 4. Herr, wir sind dein; verlaß uns nicht! Nichts, soll von dir uns scheiden! 4. Nicht eitle Lust, nicht Du bleibest unsre Zuverirdisch Gut vermog' uns sicht in Freude, wie im Leiden. Getreu bist du; auch uns mach' treu, daß unser Bund beständig sey! Preis dir, und Dank und Ehre! abzulenken. Der Tugend wollen wir mit Muth' stets unsre Herzen schenken. Ihr wißt den Schwur, den wir gethan; wir rufen euch zu Beugen an. Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. 5. Des Ewigen Allwis|| Herz vor Angst und Lust, fenheit soll warnend uns den ernsten Schritt zu wa umschweben; das Bild von gen; der Wahrheit Schatz seiner Heiligkeit in unserm in unsrer Brust an's Tas Herzen leben, damit wir geslicht zu tragen; mit ernstlich uns bemüh'n, was Glaubenskraft zur Rechens ihm entgegen ist, zu flieh'n. schaft uns dem Altar zu ( Die Gemeinde.) naben, und Segen zu em 6. Du gabst sie uns, pfahen. blick, segnend, Herr, auf uns're Kinder nieder! Was du uns leih'st, gehöret dir; gern bringen wir dir's wieder. O, Geist der Gnade, Geist des Herrn, sey du von ihnen nimmer fern! Vor der Prüfung. 204 ic ( Die Confirmanden.) Mel. 236. Was Gott thut 193. Wie pocht das 194. Vor der Einsegnung. ( Die Eltern.) Mel. Du, o schönes Weltgebäude zc. € 2. Es bangt uns', doch wir zagen nicht! Du, Vater! steh'st zur Seite, daß deines Geistes Kraft und Licht uns würdig vor: bereite. O, hör' uns an: es soll fortan von dem, Glück noch Leid uns trens was wir bekennen, kein nen. 10 4 0 o Uns're Kinder, einst zum Bunde $ $ 1² lang gehofft, und theu'r erkauft! daß sie, Vater! mit der Christen heit getauft, Von den heiligen Sacramenten ic. its dir gehören, wollen sie nun selbst beschwören. Was 1 wir lieben, kommt von dir; für die Deinen be ten wir! 2. Ach, in frommem Dank zerfließet tief gerührt das Elternherz; diefer Augenblick versüßet alle Sorgen, jeden Schmerz. Dir, der uns der Kinder Leben heut' zum zweyten mal gegeben, sie mit Baterbuld bewacht, dir sey Lob und Preis gebracht. Schlußgesang nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde.) 1 Mel. 165. Gott, du frommer Gott 2c. 205 was er begehrt, ein from mes Herz zurück. 2. Mit Freuden nehmen wir euch auf in unsre Mitte. Seyd unsrer Kirche Zier, und denkt der ernsten Bitte: verlasset Jesum nicht, bleibt ihm allein geweiht; nur seiner Wahrheit Licht führt euch zur Seligkeit! Mel. 110. Jesus, meine Zu, versicht 2c. ( Die Gemeinde.) 0196. Gottes Gnade 195. Der Höchste fen sen mit euch, stärke euch mit euch, ihr neuen Mit genossen an Jesu Christi Reich! Ihm, der sein Blut vergoffen für eurer Mensch heit Werth, für eures Daseyns Glück, ihm geb't, mit Kraft und Segen! Wallet standhaft, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Dort am Ziele winkt euch schon eurer Treue ew'ger Lohn, 206 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. 2. Heilig sey euch die ser Tag, heilig, was ihr jetzt versprochen! Was heut' euer Mund versprach, wer de nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth, standhaft treu bis in den Tod! daß sie nie ihren großen Zweck verfehlen. Gib, daß ihre Lebenszeit ganz der Tugend sey geweiht! Indo's yourand Das heilige Abendmahl. pinio Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 3. Kämpfet, um den Sieg, im Streit' mit der zu erringen! Wisset, Welt 197. Nun so nabt dem und Sinnlichkeit legt, euch zu verderben, Schlingen. Doch bleibt treu und wan ket nicht, bis das Herz im Lode bricht. ( Die Gemeinde.) 6. Ja, o Vater, stårke sie, diese dir geweihten Seelen! Sey ihr Beystand, Mahle, Brüder, Erlöste Gottes, Christi Gliederden besten Segen euerm Bund! Wir auch, alle eure Brüder, wie ihr, Erlöste, Christi Glieder, wir weis hen uns der Liebe Bund; er sey uns heilig, wir ge loben es vor dir, treuer Vater! Ach schenke du uns Kraft dazu, und deiner Liebe Seligkeit! ( Die Confirmirten.) 4. Gott, zur treuen Folg famkeit haben wir uns dir verpflichtet, und der Taufe Bund erneut, den wir einst mit dir errichtet; hilf uns du nun, daß wir nicht bre: chen die gelobte Pflicht! 5. Stärke uns mit deiner Kraft, schüß' uns vor Ge fahr der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft ihre 2o 198. Herr, du wollest cung überwinden. Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsre Tugend sey! uns bereiten zu deines Mahles Seligkeiten! Sey mits ten unter uns, o Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß würdig unser Herz sich nahen, durch dich vergessen Sund' und Tod! Mel, 429 Wachet auf, so ruft 2c. Von den heiligen Sacramenten zc. in Denn nur von Sünde rein, sind wir, o Jesu, dein, deine Freunde. O laß uns seh'n in jenen Höh'n von fern der Ueberwinder Lohn! vom 2. Einst, in der Verfol gung Tagen ging, wer dein Kreuz trug, ohne Zagen, Bundesmahl zum Blutgericht'. Treu im Kam pfe zu bestehen, mit dir, Herr, in den Tod zu gehen, ist auch noch jetzt des Chri sten Pflicht. O, gib Bestán digkeit auch uns! Nicht Lust noch Leid laß uns scheiden, v Freund von dir; denn dein sind wir, im Tode, wie im Leben, dein! denleben der Mensch, als Bildungszeit, erhält. 2. In dieser Bildungsschule ringen um jeder Tugend Siegeskranz, uns immer höher aufzuschwin gen zu der Vollendung reinem Glanz; zum Neiche, welches du verkündet, auf Herzensreinigkeit gegründet, dem Reich der Wahrheit und des Lichts; dazu berief uns deine Lehre, der Erde Erde Schmuck, der Menschheit Ehre, entstieg durch sie der Mensch dem Nichts. der 3. Dahin uns macht'ger zu erheben, in uns des Willens Vestigkeit nach die sem Ziele zu beleben auch für die spåt'ste Folgezeit, hast du, als heiliges Vers 199. Ich will zu dir mächtniß, zur Feyer uns und zum Gedächtniß, dein letztes Abendmahl geweiht; erneuen soll es uns die Lehre: des Menschen höchste Würd' und Ehre sey Streben nach Vollkommenheit. 4. So nah', ich heute dem Altare, zur Feyer deines Todes, mich, daß ich des Glaubens Kraft er Mel. 91. Begleite mich, o Chrift zc. 207 mein Herz erheben, du Heil'ger, der am Kreuze starb; durch seine Lehre, durch sein Leben uns Glauben an uns selbst erwarb; der auf der Wahrheit lich: ten Bahnen beflügelte des Geistes Ahnen von einer unsichtbaren Welt, für die zu wirken und zu streben, sein Daseyn in dem Er Von den Mitteln zu unserer Heigung zc. fahre, in dem, der einst gegangen aus der Nacht, verherrlicht dich! O, gib, die uns umfangen; uns're daß dieser Himmelsglaube|| Fesseln sanken nieder, wir entreiße mich dem Erden staube, mir heilige die Span= ne Zeit! Daß er zur Treue bis ans Ende beseele mich, und mich vollende zum Bürger der Unsterblichkeit. 208 4 4. Dieses Reich für alle Zeiten auf der Erde zu verbreiten, hast du, Göttlicher, dein Leben willig in den Tod gegeben; trotz Verfolgung, Schmach) und Banden, glorreich deinen Kampf bestanden; von des Sieges Kranz umschlung gen, ausgekämpft und aus gerungen. gerungen. Le.08. Treue. 2. Nieder kamst du auf die Erde, daß fie neu geschaffen werde; aus des Aberglaubens Retten uns're Seelen zu erretten; zu der Freybeit Licht und Leben fiegend uns empor zu beben; und zum göttlichen Ge- 6. Wahrheit ist des Menschlechte, durch der Mensch heit beil'ge Rechte! 5. Hohes Vorbild unsers Strebens, eines Gott geweihten Lebens in Erkennt niß, Licht und Klarheit, wirkend in und durch die Wahrheit, laß, in deines Lichtes Strahle nah'n uns deines Bundes Mable; stårk' und beil'ge unser Streben, rein und fromm, wie du, zu leben. schen Leben; nach ihr ringen, nach ihr streben, für sie wirken, für sie handeln, 3. Frey sind wir hervor: Mel. 86. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. sind deiner Kirche Glieder, zu dem Unsichtbaren, droben, Erben seines Licht's, erhoben, durch das Reich, das du gegründet, mit der Geisterweit verbundet! 200.Von der Erd'em porgeschwungen, von der Wahrheit Licht durchdrungen, die hienieden du ver fundet, und durch Wort und That begründet, sieb, Erlöser, Weltbefreyer, uns vereint in stiller Feyer, zu geloben dir auf's neue, erkannter Wahrheit in Von den heiligen Sacramenten 2c. in ihr athmen, in ihr wan bens Ruhm. Es war auf deln, für sie Müh' und Erden Keiner, Erden Keiner, der besser Kampf erneuen, selbst den wär', als du; es findet Tod für sie nicht scheuen; uns're Seele in dir allein ist des Erdendasenne Wei die Ruh'. he; nur durch Wahrheit sind wir Freye! 7. Sen uns nahe, Gott geweihter, Heiliger, Ge benedeihter! Gib dem ernsten Willen Schwingen, zu vollenden, zu vollbringen! Uns zu diesem edlern Leben, nie ermúdend, zu erbeben; laß, nach deinem Bild auf Erden, frey uns durch die Wahrheit wer den! SEN 201. du, der, bis zum Tode am Kreuz, auch uns geliebt, o du, in jeder Tugend, zu jedem Schmerz geübt! in stiller Andacht naben wir deinem heil'gen Mahl, gedenken deiner Liebe, gedenken deiner Qual 209 4. Doch heut', o Jesu, fühlen wir deine Lieb' auf's neu'; empfinden tief, wie selig dein treuer Jünger Mel. 89. Herzlich that mich sen. Das Bild von deinem Sverlangen 2c. Leben erneut sich unserm Blick'; wir seh'n auf uns're Schwächen mit Reu' und Scham zurück. 2. Da weih'n wir uns auf's neue zu deinem Ei genthum; hinfort nur dir zu leben, zu unsers Glau 3. Von Eitelkeit um geben, von ihrem Reiz umstrickt, wie oft ward schon dem Auge das böh're Ziel entrůckt! Des Vorbilds deis ner Tugend vergaß das schwache Herz, verwarf die bessern Freuden, und wählte Neu' und Schmerz. 5. O, laß, wenn wir das Denkmabl der höchsten Lieb' empfab'n, mit sünde reinem Herzen, uns freudig zu dir nah'n! Der naht sich doch vergebens, der, dir nicht, Heil'ger, gleich, nach Gottes Reiche trachtet, der Tugend ew'gem Neid). 6. Mit vest'rer Treue hange das Herz an seiner 14 210 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. Pflicht; auf Freuden und Mel. 527. Nun ruhet in auf Schmerzen acht' es den Wäldern ic. im Kampfe nicht. Go standhaft, wie du kämpftest, 202. Warm schlägt sey unfrer Tugend Streit, so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der uns erfreut. 7. Sey es auch Last und Mühe, getreu der Pflicht zu seyn; führ' es zu Spott und Schande, uns Gottes Dienst zu weih'n:- was sind der Erde Freuden? Wie schnell sind sie entfloh'n! Was sind der Erde Leiden? Wie bald erscheint ihr Lohn! 8. Des Pilgers wartet droben das rechte Heimath land. Wohlan, ihr Mitge noffen! reicht freundlich euch die Hand, in reiner Lieb' und Treue, im süßen Vorgefühl des Lohns währter Treue, des Wie derseh'ns am Ziel'. bes 9. Jhn, der für uns im Staube den Kampf des Todes rang, den Sieger, den Vollender erhebe Lobgefang! Hier schau'n wir ihn im Bilde, und dort von Angesicht; wir wandeln hier im Dunkeln, doch einst wird alles Licht. mein Herz und freyer, bey deiner Todesfeyer, in mir, Herr Jesu Christ; sieh', wie ich heut' auf's neue an dem Altar mich freue, daß du mein Freund und Net ter bist! 2. Du kamst, mit Huld und Segen, uns liebevoll entgegen, und hast uns Heil gebracht. Du haft für uns gelitten, den Todes: kampf gestritten, in jener grauenvollen Nacht. 3. Für uns hast du dein Leben, am Kreuze, hinge geben in namenlose Pein, um unser Glück zu gründen, und uns vom Dienst der Sünden, und ihren Stras fen zu befrey'n. 4. Drum will ich, ohne Zagen, mich immer so be tragen, wie es dein Wort mich lehrt. Die Sünde will ich hassen, und alles unters lassen, was meinen Menschenwerth entehrt. 5. Dein Beyspiel, deine Lehren, will ich durch Thas ten ehren, und dadurch prei Von den heiligen Sacramenten ic. sen dich; will, durch dein Wort getrieben, Gott über Alles lieben, und meinen Nächsten so, wie mich. 8. Ach, leite mich, voll Gnade, o Herr, auf eb'nem Pfade, zu diesem Ziele hin, daß ich, wann ich am Ende hier meinen Lauf vollende, des bessern Lebens würdig bin! 6. Ben deiner Todes: feyer gelob' ich hoch und theuer, dem Vorsatz treu zu seyn! Um die gelobten Pflichten mit Treue aus zurichten, will ich der Tugend ganz mich weih'n. 7. Du wollest mich bewundernd loben, will sein wahren vor Reizung und Segensmahl erneuen, um Gefahren der Sünden die durch ihn mich dein zu ser Welt, daß ich nie mein freuen. Versprechen aus Leichtsinn möge brechen, und immer thu', was dir gefällt. Mel. 86. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. 211 203. Aus Lus dem eiteln Sinnenleben soll mein Geist heut' aufwärts streben, auf zu dir, der du mich schufest, mich zu deinem Kind' be rufest, und durch Proben deiner Treue täglich mich erquickst auf's neue. Gott, dir will ich betend nahen, laß mich Seelenruh' empfahen. 2. Uns zu retten vom Verderben, ließest du den Mittler sterben, der uns deine Huld verbürgte, als ihn Undank frevelnd würgs te; ihn, von dir zum Herrn erhoben, will ich laut, bes 3. Harte, tief empfund's ne Leiden konnten ihn von dir nicht scheiden; er blieb standhaft, zu erfüllen deis nen heil'gen Vaterwillen. Also führest du die Deinen anders zwar, als wir es meinen, aber heilsam stets und weise, bis an's Ziel der Himmelsreise. 4. Banger Wehmuth Zähren flossen jenes Bundesmahls Genossen; doch) mit liebevollem Munde, gibt der Herr zur Abschiedsstunde seinen Segen den Ges treuen, daß sie sich des Lebens freuen, und getrost in weiten Fernen deinen Rath verkünden lernen. 14* 212 Von den Mitteln zu unserer Heiligung 2c. 5. Nun, mein Vater, mir im Staube ziemt der kindlich fromme Glaube, der in Millionen Herzen still besiegt bat Luft und Schmerzen. Biel hast du mir schon verlieben, mich zum Him: mel zu erzieben; du wirst ferner mich erbeben aus dem eiteln Sinnenleben. 6. Achnlich) meinem Musterbilde, lebre mich, durch Ernst und Milde gegen al le, die bier wandeln, christ lich denken, christlich bandeln. Was ich tief gerührt empfinde, wenn ich vor dir Grade finde, Gott, dieß wede stets mein Streben, findlich treu ganz dir zu leben. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 5. Deaft des Lehrers; Thränen, fließt stromend von den Wangen nieder! 204. Nab't mit. An. Wer das Abendmahl ges dacht im Gemütb', Brüder, Schwestern, dem Altare! Wer von Jugendfeuer glüht, und der Greis im Silber: haare, hoch und niedrig, arm und reich, alle sind vor Gott sich gleich. Freude Thränen, fließet! er mit mir vom Brot erbålt, wer vom Weine jetzt genießet, füble, seiner Würde voll, was er ist, und werden soll. 3. Laßt und alle rein und aut, laßt uns edel wandeln, Brüder! Denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürd' und Bru dersinn uns zu lehren, floß es hin. 2. Auf, mein Blick zur höhern Welt! Fließt, der 4. Der uns mahnet Welt und Zeit für das Gute binzugeben, gab, für Recht und Heiligkeit, gab, für Wahrheit, Blut und Leben; ihm, der euch den Sieg er rang, weibet Dank und Lobgefang! nießt, meine Schwestern, meine Brüder, durch der Tugend Band vereint, dens ke an den Menschenfreund! 6. Alle geb'n wir Eine Bahn, alle geb'n wir zu dem Ziele der Vollkommen beit binan; reidt, voll menschlicher Gefühle, durch Von den heiligen Sacramenten 2c. der Menschheit Werth verwandt, euch auf eurer Bahn die Hand. Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. 7. Wer des Lebens Glück 205. Hier bin ich, genießt, wen des Lebens Sorge drücket, wem der Reue Thräne fließt, wen ein reines Herz beglücket, allen bin ich Bruder, Freund, nirgends hab' ich einen Feind. 8. Nein, ich habe keinen Feind; fließt, der Liebe Chránen, nieder! Wo des Höchsten Sonne scheint, sind die Menschen meine Brüder; wer den Namen Jesu nennt, und wer jetzt noch nicht ihn kennt. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden! Fübl't, als Him melsbürger, euch, und, als Menschen, alle gleich! 213 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; last uns Kräfte, Geist und Gut Brüdern widmen, für sie leben! Laßt uns zu des Himmels Hóh'n, auf der Bahn der Liebe, geh'n! Jesu, zu erfüllen, was du, in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Wil len, zur Pflicht und Wohls that mir gemacht. Verleih', zur Uebung dieser Pflicht, mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ents rissen, durch dich bey Gott Vergebung fand; so freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet did). 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du un ser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich) bis an das Kreuz gebracht! Ja deines Todes bitt'rer Schmerz macht ties fen Eindruck auf mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durdy schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir ers warbst. Nie führe mich 214 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! Völkern herrlich zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen, mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen, mein Heiland, laß es doch gescheh'n, daß mir, zur Stärkung meiner Treu', dein Liebesmahl gesegnet sey! 5. Ich übergebe mich auf's neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir bestånd'geTreue, an deinem Tische, feyerlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Dienstes, den man dir erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Ge wissen fündlich heißt. D, 206. Dein Mahl, O, flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben; nie komm' es mir aus dem Ge müth', welch' eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es starte sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Stau be mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wann du dich, großer Lebensfürst, den Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2C. das Mahl der Liebe, bat meine Seel' erquickt; du, den ich oft betrübe, wie hast du mich beglückt! 2. Den Himmel sah ich offen, und seine Herrs lichkeit, im wundersel'gen Hoffen, auch schon für mich bereit! 3. Das Opfer für die Sünde, du hast es darges bracht, und daß ich Gnade finde, sinkst du in GrabesNacht, 4. Herr Jesu, Netter, Tröster, dir treu sein Les bentang, bringt freudig dein Erlöster, dir seines Herzens Dank! Von den heiligen Sacramenten 2c. 215 5. Dir hab' ich mich ergeben, dir ist mein Herz geweiht! Dich, dankbar, zu erheben, ist hohe Seligfeit! » Sünder,« sprichst du, » du sollst leben, alle Schuld ist dir vergeben.« 4. Und ich weiß nun, ich soll leben, soll einst ewig selig seyn; alle Schylo ist mir vergeben, bleib' ich Mel. 58. Freu' bich sehr, o zc. 207. Deffentlich in nur von Sünde rein. O, dann fürcht' ich kein Ge richt; Tod und Zukunft schreckt mich nicht, wenn ich, redlich und aus Liebe, eifrig deinen Willen übe. der Gemeine hab' ich, Mittler, dich bekannt. Ich empfing, im Brot und Weine, deiner Liebe theures Pfand. Feyerlich war da mein Eid ewiger Beständigkeit. Du, mit dem ich mich vereinte, Herr, du weißt, wie ich es meinte. 2. O, wie war da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Mit dem dankbarsten Gemüthe fühlt' ich ihren hohen Werth, als, im Geist, auf Golgatha ich dein bittres Leiden sah', und dich an dem Kreuz' erblickte, wo dein Tod auch mich beglückte. 3. Laut in mir rief mein Gewissen:» Bist du würdig dieser Huld? ach, das Blut, das du siehst fließen, fließet auch für deine Echuld! Scham Neu' erfüllten mich, glau bensvoll blickt' ich auf dich; und 5. Herr, ich will dich nicht verlassen, nicht des Lasters Wege geh'n; jede Sünde will ich hassen, und den Lüsten widersteh'n. Mein Erretter, o, gib du Kraft und Freudigkeit dazu, daß ich standhaft dich bekenne, und mich nimmer von dir trenne. 6. Laß mir's mein Gewissen sagen, wie so schmerz baft inn're Pein, wie so schwer der Sünde Plagen, und der Zukunft Strafe sey'n! Es erinnre mich) dar: an, wie viel du an mir gethan, und wie unwerth deiner Liebe ich durch schnöden Undank bliebe! 7. Auch zur Liebe meiner Brüder treibe mich die 216 Von den Mitteln zu unserer Heiligung ic. bast aus deiner Fükle Herr, unser schmachtend Herz erquickt. In welches Licht, in welche Stille ward betend unser Herz entrůckt! In uns erwachten böh're Triebe, als sich die Welt um uns verlor. Um uns war Himmel; Gottesliebe bob uns vom Irdischen empor. 2. Vollbracht ist sie, die beil'ge Feyer; verkündigt ward von uns dein Tod. Dein Abendmahl sey stets uns theuer, und unvergess lich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erfalten und vers geh'n, und würdig, einst an jenem Ziele, uns, Herr, 208. Preis dir! Du den Preis der Lugend seh'n! Indivanparnif Dankbarkeit! Sie sind alle deine Glieder, Erben Ei ner Seligkeit. Selbst, der mich jetzt hasset, ist dein Erlöster, Jesu Christ; einst wird er mich nicht betrüben, mich als seinen Bruder lieben. 8. Herr, zu dem ich kind lich trete, blicke, liebevoll, auf mich; böre huldreich, was ich bete, ganz verlaß' ich mich auf dich. Volle Frucht der Besserung Wachsthum in der Heili gung, Hoffnung auf das ew'ge Leben, laß' dein Liebesmahl mir geben! Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. SCHEM mot di po en #lauf mahd but he inf Die Sitten oder Tugendlehre. 1943#HE Hist 7600 ma I. Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. 209. Son ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat auch mein Herz schon oft begehrt. Ach, könnt' ich mich doch ganz ihr weih'n, wie selig würo' ich dann nicht seyn! 2. Gott ist der Selig keiten Fülle, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Boll kommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann flieh'n die heiligsten Ent schlusse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt. 4. Jch Armer, darum kehrt kein Friede in meis nem bangen Herzen ein! Wie bin ich dieses Wechsels můde! Wann werd' ich vest im Guten seyn? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klare heit, beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Tauscheren gefährlich deinem Kinde sey! 6. O, bilde, Vater meis ne Seele; in deiner Liebe mache mich, daß ich kein anders Gut mir wähle, Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. gewiß und unveränderlich; genthum, so bin ich ewig denn bin ich erst dein Ei auch dein Ruhm. Eigne Melodie. 218 210. Jugend, v, wie schön biſt du! Nur durch dich verklärt, find' ich jene wahre Nuh', e die mein Herz begehrt. 2. Oft sehnt sich dieß Mel 40. Es ist das Heil. zc. Herz nach den Trug der Welt; und dann 211. Erfenn ich Got wähl' ich doch, was ihr, nicht was Gott gefällt. 3. Diese Schwachheit duld' ich nicht, die mich täglich plagt, nimmer hält, was sie verspricht, und bald trogt, bald zagt. 4. Bater, gib mir du Be stand, meinem Herzen Licht; ficher leite deine Hand mich den Weg der Pflicht. 5. Ja, es soll nicht Lust, nicht Noth, mich mit dir entzwey'n; eher wollt' ich selbst den Tod, als dir un treu feyn! tes Wahrheit nicht, wie kann ich weise handeln? Und fehlet meinem Geiste Licht, wie werd' ich richtig wandeln? Doch, ist das Dunkel aufgeklärt, dann fühl ich meiner Menschheit Werth, erkenne meine Würde. 2. Der Mensch, durch Wahrheit aufgeklärt, lernt Pflicht und Lugend lieben, und strebet, durch Vernunft belehrt, getreu sie auszu üben. Der Gottheit fühlt er sich verwandt; er hat Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. 219 ihr Bild in sich erkannt, Herz, wie schwer es sey, und freut sich seiner Würde. den Weg des Herrn zu wandeln, von Irrthum und von Sünde frey, zu denfen und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend fostet Müh', sie ist ein Kampf mit Lústen, doch nicht mehr Tugend wäre sie, wenn wir nicht kämpfen müßten! 3. In jedem Menschen, nah' und fern, will er den Bruder ehren, und allem Menschenelend gern, mit Wort und Thaten, wehren; wo Noth ihm ruft, da säumt er nicht, begeistert von dem Wink der Pflicht, als Mensch, als Christ, und Bürger. 4. Ihn treibet nicht ver: heißner Lohn zu edeln, schd: nen Thaten; doch lehrt ihn die Religion, daß achter Tugend Saaten hier reifen für die Ewigkeit; sein Geist verlangt Unsterb lichkeit, um stets sich) zu veredeln. o 5. Hilf uns, o Gott, zu jeder Zeit, nach Licht und Wahrheit streben, damit wir uns zur Aehnlichkeit mit dir stets mehr erheben; dann seh'n wir einst im hellen Licht, was Wahr heit ist, und Recht und Pflicht, und lieben nur die Tugend. 3. Des Lasters Jahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gies fahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts, als Mühe, blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Ent zücken. St 4. Gott, hättest du es uns vergönnt, nach unsers 212. Oft flagt mein Fleisches Willen, wenn 2. Die sich dem Dienst des Lasters weih'n, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie schaffen selbst sich Noth und Pein, und haben keis nen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat auch oft seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. Mel. 23. Was mein Gott will 2c. 220 Tugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. Wollust, Neid und Zorn| Wollen und Vollbringen. entbrennt, die Lüste fren Er kennet mich; nur er al zu stillen; und dürft', im lein kann, wenn mich ZweiAufruhr wider dich, der fel stören, mein Nath, Menschen Bosheit schalten; mein Trost und Beystand gerechter Gott, wie würde seyn, und mein Gebet ersich dann deine Welt ge hören. stalten! 5. Du willst, der Mensch soll glücklich seyn, drum gabst du ihm Gesege. Sein Wohl fann nur durch sie gedeih'n, sie sind des Le bens- Schäßze. Du sprichst zu uns durch den Verstand, und lehrst durch das Ge: wissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, bald fließ'n, bald wählen müssen. 6. Nur seinen Trieben folgt das Thier, der Mensch dem Licht der Seele. Vernunft erhielt er, Gott, von dir, und Freyheit, daß er wähle. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend, was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Heil'ger ähnlich werden! 7. Ich streite nicht durch eigne Kraft; drum muß es mir gelingen. Gott ist es, weldier beydes schafft, das 8. Mich stårket auf der Tügend Pfad das Beyspiel sel'ger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat einst selbst mein Herr und Meister. Nie müsse mich des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bey Gott, und nicht bey Menschen findern. 9. Drum will ich jetzt und allezeit an meinen Lod gedenken; auf Rechenschaft und Ewigkeit oft meire Blicke lenken. Das Kleinod, das am Ziel' mir winkt, soll mir vor Augenschweben, und, wenn mein Muth im Kampfe sinkt, mit Kraft mich neu beleben. 10. Gott ist barmherzig; freue dich des Trostes, meis ne Seele! Er schonet meis ner väterlich, wenn ich aus Schwachheit fehle. Verföönt mit sich hat seine Huld die Einzelne Pflichten. Welt in seinem Sohne; Schuld find' ich an seinem Vergebung der bereuten Throne. II, Einzelne Pflichten Erkenntniß und Verehrung. Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. 213. Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben, ist Won ne, die mein Herz erfreut, wirkt eifriges Bestreben, dir und der Tugend mich zu weih'n; lehrt mich das Glück, ein Mensch zu seyn, und froh es zu empfinden, daß du mein Herr und Vater bist, daß es dein heil': ger Rathschluß ist, schon hier mein Wehl zu gründen. 221 gegen Gott. Pflichten. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Endzweck ist, nachdenkend überlege: Herr, desto mehr führt jeder Blick auf das für mich bes stimmte Glück, mich auf ein beß'res Leben; ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur, bey jedem Blick', entdecken; ich sehe sie in der Natur, in allen dei nen Zwecken; seh' Ord nung und Zusammenhang in aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne; und alles, was und hor', zeigt deine Größe immer mehr, führt mich zu neuer Bonne. 4. O laß mich, deiner werth zu seyn, stets mehr kann ich es, mich dankbar von dir entdecken, und, freu'n, und meinen Geist erwecken, daß, wenn er fich im. Forschen übt, er nur die Wahrheit sucht und liebt; laß ihn bey Dunkel, heiten, wo er von Taus oft zu weit von dir vers schung leicht verführt, sich liert, nie Eigendúnkel leis ten! 5. Ganz kann hier meis 222 ne Fassungskraft nicht dei ne Größe sehen, nicht alles, was dein Rathschluß schafft, nach meinem Wunsch, verstehen, und wagt mein Forschen dann zu viel, will es das ihm gesetzte Ziel, aus Vorwitz, über schreiten: so laß mich die sen Vorwiß scheu'n; du willst ja mehr Licht mir verleih'n nach dieses Le bens Zeiten. 214. THRE x Einzelne Pflichten. 772€ 6. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfah ren und verstehen, dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir manches offenbar, was mir hienieden dunkel war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich, mit größ'rer Sicherheit, stets heller'm Licht entgegen. Eigne Melodie. 1 +*+ Az Niebster Jesu, wir sind hier, um dein Reine irdische Begier soll jetzt # ## göttlich Wort zu hören. daß das Herz ganz von uns're Andacht stören, # der Erde, nur zu dir gezogen werde. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umgeben. Mache du uns das bekannt, was uns dient zum frommen Lesen. Laß uns deines Wortes Lehren, glaubig, durch Gehorsam ehren. Mon 3. Deiner Weisheit reis nes Licht leuchte jetzt auch unsern Seelen, daß wir ihrem Unterricht folgen, und das Gute wählen! Lenke du Gebet und Leh re uns zum Heil, und dir zur Ehre! Pflichten gegen Gott. Mel. 40. Es ist das Heil ic| ließ sein Heil mich sehen. Drum bring' ich Dank, o 215. Lob, Ehr und Bater, dir! Ad), danket Alle Gott, mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! Dankt ihm, der so viel Wunder thut, mit fröhli: chem Gemüthe! Sein Trost erfüllet unser Herz, er heilt und lindert jeden Schmerz. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Er ist uns nah', Gott ist noch nicht von seinem Volk' geschieden, bleibt ſei ner Frommen Zuversicht, gibt ihnen Heil und Frie den. Mit Vaterhånden führt er die, die ihm vertrau'n, und segnet sie. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenmacht nicht helfen kann, hört er noch unsre Klagen, nimmt unsrer sich, als Vater, an, und läßt uns nicht ver zagen. Wo Muth und Ruhe von uns weicht, ist er es, der uns Hülfe reicht. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. So viel ich kann will ich schon hier, o Herr, dir Opfer bringen. In höher'n Welten einst wird mir dein Lob noch mehr gelingen. Mein Geist, o Gott, erhebe dich, mein ganzes Herz erfreue sich. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher aller Welten. Wer kann, o Gott der Liebe, dir, was du gethan, vergelten! Wir preisen alle deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ges schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will sein weiser Rath mit steter Gnade walten. In seinem ganzen Königreich herrscht Licht, und Recht, und Huld zugleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: ver: nimm, o Gott, mein Fle hen! Da half mein Ret ter mir vom Tod', und 223 8. Die ihr euch Gottes Kinder nennt, gebt unſerm Gott die Ehre! Jhr, die 224 Einzelne Pflichten. ihr seinen Sohn bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Vergebens trotzt der Sünder Spott; der Welten Herrscher bleibet Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Wer seiner weisen Führung travt, darf vor dem Tod nicht beben; der Herr, der Nacht und Grab durch schaut, weckt ihn zu neuem Leben, wenn einst sein Donner, aus der Gruft, zum Weltgericht die Zod: ten rust. Gebt unserm Gott die Ehre! 10. Go fommet denn! Sein Angesicht schaut gnd dig auf uns nieder; bezablt des Dankens süße Pflicht, und singt ihm Jubellieder! Der Herr hat stets an uns gedacht, und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. 181. Er starb, der größte ic. 216. Noch och sing ich bier aus dunkler Ferne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wann einst, weit über alle Sterne, dich mein verklärtes Auge sieht, dann schallet dir, im Jubelflang der Ueberwinder, mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! du schaust bernieder auf mid), dein Kind, du hörst mein Fleh'n, und kannst den Dank der schwachen Lieder, eh' ich sie dachte, schon versteh'n; sie geben meinem Geiste Schwung, und förs dern meine Besserung. 3. Froh wall' ich bin, mit meinen Brüdern, zu deines Tempels Heiligthum. Da schallt, in dir geweih ten Liedern, o Höchster, deines Namens Ruhm; und dann erweitert sich die Brust, im Hochgefühle heil'ger Lust. 4. Die Kraft von deis nen Himmelslebren erhebt und adelt dessen Geist, der, fromm vereint mit heil': gen Chören, Gott, deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt, und aus gerührtem Her zen fingt. 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, wann ich dir meine Freuden sang, der Andacht reine Gluth empfunden, die da durch Pflichten gegen Gett. meine Seele drang. Mein Herz, wann dir mein Lied erscholl, ward seliger Em pfindung voll. 6. Ich habe mir die Last der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht, und, statt des Kummers, Ruh' und Freuden in mein beklommnes Herz gebracht. Die Hoffnung lebte wie der auf, sang ich zu dir, mein Gott, hinauf. 7. Doch sang ich noch aus dunkler Ferne. O, welche Wonne wird es seyn, wann einst, weit über alle Sterne, Gott, mich dein Antlik wird erfreu'n! Da bin ich dir ganz Lobgesang in aller Himmel Jubelklang. 3. Dein Wort bleibt nies mals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Trost auf Trubsalswegen, die du zu unserm Heil bes stimmt; verleih't im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. So werd' es denn mit Ernst verkündigt dem Frommen, der die Tugend liebt, dem Wankenden, der oft noch fündigt, dem Frevler, der noch Laster übt, dem Heuchler, der sich 217. Wie lieblich ist, schwer bekehrt, dem Zweif ler, der noch Wahrheit ehrt. Mel. 181. Er starb, der größte ic. 225 o Herr, die Stätte, wo dei nes Namens Ehre wohnt! O, gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Se: gen die belohnt, die deines Wortes sich erfreu'n, und dir ein Herz voll Andacht weih'n. 2. Wohl dem, der dich in deinem Tempel, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob, und sein Erempel stärkt auch des Nebenmenschen Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 5. Gib deinem Diener, der uns lehret, des Eifers Kraft, der Weisheit Licht; und wer das Wort der Wahrheit höret, verschließe ja sein Herz ihm nicht. D, send' uns allen deinen Geist, 15 226 Einzelne Pflichten. der uns den Weg des Le: bens weist. Mel. 181. Er starb, der größte 2c. 218. Den en Höchsten öffentlich verehren, und in sein Haus mit Freuden geh'n, um andachtsvoll sein Wort zu hören, und ihn lobpreisend zu erhöh'n; wie heilig ist nicht diese Pflicht, und welchen Segen bringt sie nicht! 2. Wenn du nur in der Still' ihn ehrest, zwar Jes sum deinen Heiland nennst; doch ihn nicht öffentlich verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst: bist du dann sein? bist du ein Christ, der seinem Heis land dankbar ist? 3. Wer sich dem Got tesdienst entziehet, nicht achtet auf den Ruhetag; aus Trägheit die Versammlung fliehet, und nicht mit andern beten mag, entzieht sich einer heil'gen Pflicht, und gibt, was Gottes ist, ihm nicht. 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause Gottes geh'n. Wie manche sind, die auf dich schauen, die blos auf Andrer Vorbild seh'n! O, denk', daran, daß du, als Christ, ein gutes Beyspiel schuldig bist. 5. Doch selber dich von deinen Pflichten und von der Bahn zur Seligkeit noch immer mehr zu un terrichten, in dieser deiner Prüfungszeit, wie nöthig ist dieß nicht, o Christ, der du geneigt zu Fehlern bist! 6. Wie schwach sind uns're eignen Kräfte! Wie schwach Erkenntniß und Verstand! Der Gottesdienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gu tig uns verband; ein Mits tel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Tugend schafft. 7. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, da man anbetend Gott verehrt, und um das Ewige bemüht, sich aller Erdensorg' ent zieht! 8. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das Pflichten gegen Gott. hier ein frommes Herz be:|| Herr, uns're Seelen; vers lebt, wenn es, in sel'gen Augenblicken, sich im Gebet' zu Gott erhebt, und voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. treib' aus uns des Jrthums Nacht; laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die uns dein Rathschluß kund gemacht, damit dein großer Ruhetag uns ewig dort beglücken mag. 9. Wie nichtig sind der Erde Freuden dem, der des Himmels Freuden schmeckt! Wie Mel. 175. Mache dich mein Geist: c. der wenn man im Leiden sein 219. Sammelt euch, Herz dem besten Freund ent deckt! Wie nichts ist alles Glück der Welt dem, der mit Gott sich unterhält! o Christen, gern hier an heil'ger Stätte! Singt und danket euerm Herrn! Preist ihn im Gebete! Hört und ehrt, was er lehrt, und ers wågt im Stillen seinen Vas terwillen. 2. Sich, o Gott, hier kommen wir, mit der Schaar der Deinen. O, wer wollte nicht vor dir andachtsvoll erscheinen? Du erfreu'st jeden Geist, der nach Weiss heit ringet, und heit ringet, und zu dir sich schwinget. 3. Groß ist überall dein Ruhm, wo nur Wesen den ken. Dieses Tempels Heis liathum kann dich nicht bes schränken; doch auch hier strómt von dir Licht und Trost und Segen deinem Volk entgegen. 15* 10. Komm't, fromme Christen, theure Brüder, vereint im Geist, vor Gott zu steh'n; komm't, wir sind eines Leibes Glieder, komm't, unsern Schöpfer zu erhöh'n! Frohlockend preiset Jesum Christ, der unser Haupt und Mittler ist. 11. O, laß uns schme: cken und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist! Er, der so gnädig uns: rer Sünden, sobald wir Bu Be thun, vergißt, von neuem uns, als Kinder, liebt, und liebreich Gnad' um Gnade gibt. 12. Erleuchte selbst, 227 228 Einzelne Pflichten. 4. Von dem Weltge: räusch)' entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt bier unser Geist und lernt, was ihn stets erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höher'n Gaben, die hier Fromme laben. 5. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Menschen sehen, die hier still und feyerlich, mit uns, vor dir steben. Jeder nennt und bekennt, trotz dem Wahn der Spotter, dich, den Gott der Götter. 6. Jeden zieht ein sanf tes Band hin zu seinen Brüdern; alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern; Freund und Feind sind vereint, dich, durch den sie leben, friedlich zu erheben. 7. Hier wird frommer Sinn geweckt, Licht und Trost verbreitet, mancher Sunder aufgeschreckt, und zu dir geleitet, und die Noth, die uns drobt, lernt, in bösen Tagen, unser Herz ertragen. 8. Ja, dein Wort, das bier ertönt, ist das Wort des Lebens! Er, der uns mit dir versöhnt, lehrt' es nicht vergebens. Selig ist jeder. Christ, der es achtsam bó ret, und durch Tugend eh ret. 9. Gott, wir wollen, oft und gern, dich im Tempel preisen, und hier Jesu, une serm Herrn, dankbar uns beweisen. Er allein soll es seyn, den sich uns're Seelen stets zum Führer wählen. 10. Heil uns allen, wenn wir hier nie dein Wort vers achten, und, den Engeln gleich, vor dir zu erscheinen, trachten! Schön und groß ist das Loos aller, die sich üben, dich, o Herr, zu lies ben. Mel. 86. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 220. Zeige dich uns ohne Hülle, ström' auf uns der Gnade Fülle, daß, o Herr, an deinem Tage, un ser Herz der Welt entsage; daß, erlöst, durch deine Leis den, zu der Tugend reinen Freuden, deine glaubige Gemeine mit dem Vater sich vereine! 2. O, daß frey von Ers denburden, von der Sünde Pflichten gegen Gott. Lasten würden uns're Seelen; unser Wille sanft, wie diese Sabbathstille; daß von fern aus deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang såben, das uns alle dann verklåret, wann der Sabbath ewig währet! 3. Was ich strahlen seh' 221. am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Sind die Lieder, die ich höre, nicht der Ueberwinder Chöre? Feyerno tragen sie die Pal men, ihr Triumph ertönt in Pfalmen! Herr, du wols left ſelbst mich weihen die sem Sabbath deiner Treuen! Mel. Wir Christenleut 2c. 229 #ep nun un geh'n wir hin, im frommen Sinn, dein Werk, o Gott, auf Erden hier zu treiben. Wer Tugend übt, den nächsten liebt, lebt ewig, 11 wenn auch Welten einst zerstäuben. *# 2. Drum wollen wir, auf Erden hier, nach deines Sohnes Vorſchrift leben, und kommnt 222. Güt'ger Gott, der Tod, auf dein Gebot, uns auf zu dir in's Va terland erheben. Mel. 214. Liebster Sesu, wir sind hier zc. wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gib uns Eifer, daß wir 230 hier treu nach diesem Worte leben. Gib, o Herr, dem Glauben Stärke, daß er thätig sey durch Werke! 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und 223. G 背 HE C Einzelne Pflichten. X nun un glauben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Woken, und zum Wollen das Vollbringen: so wird Alles wohl gelingen. Dankbarkeit. Eigne Melodie. danket alle Gott mit Herzen, der große Dinge thut an uns und #f H $ That und Worten, der måchtig uns erhält, und al len Orten, i 2 Gutes hat gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns, so lang' wir le ben, ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben; woll' uns in sei ner Gnad' erhalten immer fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Dank ****** uns von Kindheit an, bis diesen Augenblick, nur tot sey Gott, dem Vater und dem Sohne, Preis sey dem heil'gen Geist! Gott, der vom Himmelsthrone wohl an uns allen thut, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut! Lob sey ihm immerdar! Pflichten gegen Gott. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. Gewissen auf, ruft uns zur Besserung, und stärkt uns, achten wir darauf, 224. Nun danket alle, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein Wort steht vest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wann er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Er trag' uns ferner mit Geduld, und helf uns heilig seyn, und seiner våterlichen Huld uns allezeit erfreu'n! bringet Ehr', dem großen Herrn der Welt, der Him mel, Erde, Luft und Meer, und jeden Staub erhält! 231 2. Besingt mit frohem Jubelschall Gott, unser höchstes Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstützt; er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle neh: men wir noch immer, was uns nährt, und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Nath uns prüft, erleichtert er. 10. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz und eis nen frommen Sinn; und selbst des Lebens bitt'rer Schmerz sey uns, durch ihn, Gewinn. 11. Er lasse seinen Se gen ruh'n auf uns und jedem Land! Er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil für jeden Stand! 12. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst weih't ihr höher'n Lobge: sang ihm in der Ewigkeit. Mel. 194. Du, o schönes * Weltgebäude zc. 6. Er trågt, nach gut'ger Båter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. 7. Er weckt uns das 225. Halte dich nicht Einzelne Pflichten. långer, fließe, stille Zihre| Bracht' auch einer Müh' meines Danks! Meine volle Seel' ergieße sich in Strome des Gesangs! Daß ich gut und selig werde, schuf mich Gott; schon auf der Erde, seh' und fühl ich wonnevoll, was ich fünf tig werden soll. 232 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Au: genblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, segnen mich und werden Glück. Rieseln nicht im Pilger lande Quellen auch aus dürrem Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 3. Strómen nicht durch alle Sinne neue Freuden stets mir zu? Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt es mir, als du? Ist es, Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft, ja, selbst Ueberfluß? 4. Gott, wie viele frohe Tage flossen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin, und fren von Klage, frey von Noth und Ungemach! und Sorgen: sie entfloh'n, und jeden Morgen, wann ich deine Sonne sah, was ren neue Freuden da. 5. Hab' ich nicht aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag? Sveis und Trank und Dach und Hülle, Schuß und Hülse jeden Tag? Immer kam und kommt dein Ses gen, unerwartet, mir ent gegen, und, wo mir ein Utebel droht, Rettung, oder Trost in Noth. den Höhen, in den Tha 6. Aus den Tiefen, von lern, vom Gefild', aus den Flüssen, aus den Seen fegnest du mich, Herr, Tage, Stunden haben wir so mild. Jahre, Wochen, genug empfunden deiner Vatergüte Macht; aber genug bedacht. nie 7. Oft, im reichen llebers fluße, quält uns Unzufrie denheit; fehlt uns Weiß, heit im Genuße, und ein Herz voll Freundlichkeit. Deines Segens Quellen flossen uns vorüber unge noffen, wir vergaßen uns're 226. Pflicht; doch versiegten sie uns nicht. 8. Sicherheit in unsem Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, ve: sten Bande für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Hülfe haben wir, milder Vater, nur von dir. 9. Dieß gewährst du die sem Leben, dieser kurzen Pilgerzeit; was wirst du uns einst nicht geben, Höchster, in der Ewigkeit, soll. Eigne Melodie. Pflichten gegen Gott. B 7 H 233 wann wir unsern Lauf vollenden, und aus dei nen Vaterhånden, nach vollbrachter Tugendbahn, unsers Sieges Preis empfahn! 10. Fließet stårker, und ergießet in die Jubel des Gesangs euch in vollen Strömen, fließet, Freudens thránen meines Danks! Gut und selig einst zu werden, schuf mich Gott, und schon auf Erden seh' ich's, fühl' ich's, wonnevoll, was ich künftig werden te! 1² Jehovah, Jehovah, Jehovah! Deinem #t Namen sey Ehre, Macht und Ruhm. Amen! of Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt, auf #tot god dein Wort, in Staub zerfällt, soll in unsern Hal 234 Einzelne Pflichten. F len das Heilig, Heilig, Heilig erschallen. Halleluja! Halleluja! 2. Sohn Gottes!:::: Deinen Namen preist un ser Lobgesang. Amen! Amen! Die Liebe hat dich uns gesandt; du machst ihren Rath bekannt, willst uns von dem Bösen, o Heiland,::::! erlösen. Sen hochgelobt!:,: X 227. 1 3. Geist Gottes!::: Deinen Namen erhebet uns ser Lied. Amen! Amen! Durch dich kam Wahrheit, Licht und Recht zu dem sterblichen Geschlecht. Deis ner die Erlösten, du Heil', ger,:,:,:,:! sich trösten. Halleluja!:,:! Eigne Melodie. o be den Herren, den mächtigen Stimme frohlockend mit ein in die 4. If König der Ehre! Seele, dein Dank schalle, mit himmlischen Chöre! frohem Gesang, deinem Erhalter zur Ehre! 2. Lobe den Herren, der alles auf's Beste re: gieret; der dich mit Weis: heit und Güte bis hieher geführet; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Dank es ihm innigst ges rühret! Pflichten gegen Gott. 3. Lobe den Herren, geregnet. Denke daran, der fünstlich und fein dich was der Allmächtige kann; bereitet; der dir Gesund wie er dir huldreich) be heit verliehen; dich freund gegnet. lich geleitet! In wie viel Noth hat nicht der gnådige Gott Schutz dir und Rettung bereitet! 5. Lobe den Herren! Wie selig ist's, seiner sich freuen, und das Gelübde der Frömmigkeit stets ihm erneuen! Er ist dein Licht. Seele, vergiß seiner nicht; eil', ihm ein Danklied 4. Lobe den Herren, der stets dich beschützet und segnet! ihn, dessen Hims mel dir Ströme der Liebe zu weihen. Eigne Melodie. 228. TE 235 4 ollt' ich meinem Gott nicht singen? Ihm nicht Preis und Ehre bringen? $ So Sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? D, es ist ja. Mich nicht seiner Lie be freu'n? ? # nichts, als Liebe, was sein Vaterherz bewegt, R was mich mit Erbarmen trågt, wenn ich seinen 1 py to # 1 Willen übe. Alles währet seine Zeit, Gottes # Lieb' in Ewigkeit. 236 Einzelne Pflichten. 2. Wie ein Aoler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat mich, und mei ne Brüder, Gottes treuer Schuß bedeckt. Er, der über mich schon wachte, als ich kaum zu seyn be: gann, sah' mit Vaterbuld mich an, eh' ich noch em: pfand und dachte. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Für mich Armen mich Verlornen, mich), der ich ein Sünder bin, gab er seinen Eingebornen, Jes sum, in den Tod dahin. Mir zum Heil kam er auf Eroen, lebrte, litt, ver goß sein Blut, starb am Kreuze mir zu gut, daß ich möchte selig werden. Alles wäbret seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Mir zum Lehrer, mir zum Führer, sandt' er sei: nes Sohnes Geist, zum Beschützer, zum Regierer, der mir gibt, was er ver heißt. Er beruhigt meine Seele, schenkt mir Muth und Zuversicht, Licht und Stärke, daß ich nicht mei nes Daseyns Ziel verfehle. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Ewig soll ich selig werden. Welche Zukunft wartet mein! Doch, ich soll auch schon auf Erden, täglich seiner Huld mich freu'n. Was bedarf ich; welche Gabe fehlt mir zur Zufriedenheit, wenn ich, was er mir gebeut, wenn ich ihn vor Augen babe? Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Erde dienen mir zum Se 6. Himmel, Luft und gen, und, durch ihn, müs fen mir die Berge grünen, müssen mir die Thaler blüh'n. Thier' und Kraus ter und Getreide, in den Gründen, in der Höh', in den Buschen, in der See, find mir Nahrung, sind mir Freude. Alles währet seis ne Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wie so manche schwes re Plage hat mein Gott schon abgewandt! Wie so viele heit're Tage hat er mir schon zugesandt! Blieb mir auch sein Rath verborgen, dennoch war er Heil für mich. Gott entriß mich, Pflichten gegen Gott. våterlich, jeder Angst und phirt. Die, so hier mit allen Sorgen. Alles wah: ret seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie sein liebreich Herz entzieht, wenn es gleich, verführt zur Sünde, von dem rechten Wege fliebt: also schont Gott seiner Kin der, straft und züchtigt sie; doch nie straft er und verwirft er sie, wie verstockte, freche Sünder. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Ja, Gott segnet auch durch Leiden, auch auf rauhen Wegen führt seine Hand zu höhern Freuden, und wer treu war, trium 229. Thránen såen, ernten jens seits, hoch erfreut, Him melslust und Seligkeit, wann sie vor dem Throne stehen. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewige feit. 237 10. O, der du so reich an Liebe, Gott, so sehr mein Vater bist, bilf, daß ich mich täglich übe, dein zu seyn, als wahrer Christ! Leib und Seele mag vers schmachten, wenn du mein bist! Laß denn mich jedes Scheinglück gern um dich und um deine Huld verachten; denn es währt nur kurze Zeit. Deine Lieb' in Ewigkeit! Eigne Melodie. * Ale [ llein Gott in der Höh' sey Ehr', und Er sorget, daß uns nimmermehr Ge ttel 9 9 9 9 x+ ² Dank für seine Gnade. Uns wohlzuthun ist er bereit; fahr und Unfall schade. ************* sein Rath ist uns're Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 238 Einzelne Pflichten. 2. Ja, Vater, wir er heben dich, mit freudigem Gemüthe! Du berrschest unveränderlich, mit Weis: heit und mit Güte. Un endlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn, dich, sei nen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmels thron', zur Rettung der Verlornen. Du, Mittler zwis schen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod'; erbarm' dich unsrer aller! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, heil'ge, tröste, die Jesus Christ, durch seinen Tod, zum Dienst' des Herrn er löste! Auf deinen Bey stand hoffen wir, verlaß uns nicht; so sind wir hier, und auch einst ewig selig. Freude an Gott, Liebe zu ihm, und Streben nach Gottähnlichkeit. Mel. 161. Schwing dich auf 2c. freue dich, dank' ihm, meis ne Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren drauen? Ist's nicht Wonne, ist's nicht Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret, einen Vas ter, welcher mir, was mir nützt, gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele trånket. 3. Wenn ich ernstlich dein Gebot, und mit Freuden übe, wenn ich kindlich dich, mein Gott, fürcht' und ehr' und liebe: o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfin dung voll, reich in deiner Güte! 4. Dann darf ich, mit Zuversicht, nach dem Him mel blicken. Meine Leiden fühl' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und ers böh'n mich weit über alle 230, Deines Gottes Schmerzen. Pflichten gegen Gott. 5. Du bist mein! so sag' ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: mir ist dei ne Gnade, dir ist meine Wohlfahrt werth, der du mir das Leben schenktest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom alle meine Missethat men; hat er weggenommen. Ihm vertrau', ihn bet' ich an, glaub' an seine Leiden, und die Macht der Sünde kann mich von dir nicht scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes sern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such' ich nicht vergebens! Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu deinen Freuden. 8. Meine Freud' in dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sey der Tod; er fann sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben; bald bricht 239 Herr, dein Tag herein, mit ihm neues Leben. 9. Gib mir, Gott, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, als dein Kind, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust der Sünde nie dieses Heil mir wider sie, mit Vernunft rauben! Rüste selbst mich und Glauben! Gib mir und mein Thun regiere, deinen Geist, der mich daß ich mein Vertrau'n auf dich ewig nicht verliere! Mel. 194. Du, o schönes Weltgebäude C. 231. Quelle der Volls kommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich! Wie viel Trost gibt sie im Leiden, wie erhöh't sie meine Freuden. Deine Liebe soll allein Antrieb mir zur Tugend seyn. 2. Denk' ich deiner, wie Einzelne Pflichten. erbebet meine Seele sich in| werden, ohne sie, nach dies mir! Wie getröstet, wie ser Zeit, würdig seyn der belebet fühl ich mich, o Seligkeit? Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Står ke, wie entlastet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz. 240 3. Floß aus deiner Se: gensfülle mir nicht stünd lich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, wirkest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nenat! 6. Heil mir, wenn ich es empfinde, daß du, Gott, die Liebe bist, und, aus Liebe, jede Sünde ernstlich meide, als ein Christ! Wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte; dann, o Vater, fehlt mir nicht Seelenruh', und Zu versicht. 7. Noch ehr' ich dich uns vollkommen, ist mein Herz gleich liebevoll. Dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, freu dig ihn erfüllen, und empfab'n an deinem Thron der vollkommnen Liebe Lohn.. 4. Du erlöstest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott; ließest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, bast du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich freu'n, und von dir geliebt zu seyn, 232. Dir, Höchster, 5. Sollt' ich dir, du Herr der Welten, der so väterlich mich liebt, nur mit Undank das vergelten, was mir deine Liebe gibt? Könnt' ich ruhig bier auf Erden, ohne deine Liebe, Mel. 46. Wo sind die Weis sen. 2c. soll ich ähnlich werden, vollkommen soll ich seyn, wie du, Gott, Schöpfer Himmels und der Erden! Dieß ruft mir Jesus Chris stus zu. Mit Furcht und bebendem Entzücken, doch Pflichten gegen Gott. neubelebt an Herz und ich werde siegen und vol Geist, wag' ich's in jenes Licht zu blicken, daß dich, Unendlicher, umfleußt. lenden, schon weht mich Gottes Frieden an. 241 5. Nie will ich, Lob 2. Jch, so gering, ein nur zu erschmeicheln, dem Mensch, ein Sünder, der, Ruf der Pflichten folgsam Gott, dein Ebenbild ver- seyn; nie Tugend um Bes lor; ich schwinge, mit dem wundrung heucheln, und Ueberwinder des Todes, meinen Geist durch Stolz mich zu dir empor. Weicht entweih'n. Nie will ich sel hinter mich, du Sonn' und ber mich erheben, von meis Erde! Ein Strahl der Gottner Thaten Glanz bethört; heit wohnt in mir; wenn wie könnt ich denn das Ziel ich dem Schöpfer ähnlich)| erstreben, wenn Hochmuth werde, so bin ich größer meine Seel' entehrt? noch, als ihr. 3. Das Ziel, zu dem nur Geister fliegen, dieß hohe Ziel erwartet mich). Im Schoose meines Her zens wiegen schon Ahnungen und Kräfte sich. Ich bin bereit, den Weg zu wallen, der mich in jene Höhen führt, und, wo der Engel Psalmen hallen, am Throne Gottes sich verliert. 6. Wenn mir kein Ruhm zu wünschen bliebe, wie klein wär' ich doch noch vor dir! Du, Gott, willst nur ein Herz voll Liebe, nicht eitler Thaten Schein, von mir. Aus Liebe riefest du den Welten, aus Liebe gabst du deinen Sohn. Wer kann dir, Höchster, dies vergelten? Wo reifet, Ew', ger, dir ein Lohn? 4. Von jeder bösen Lust 7. Wie oft, wie oft vers geläutert, mit frommem, gaß ich Armer, ich Frev: heiligem Gefühl, durch Liesler treulos meine Pflicht; be und Gebet erheitert, und doch, unendlicher Er erring' ich das erhabne Ziel. Kein täuschend Irrlicht soll mich blenden, fein Wahn verdunkeln meine Bahn; barmer! verschonte mich noch dein Gericht. Auf Flügeln deiner Huld ger tragen, wag' ich es noch, 16 242 Einzelne Pflichten. mein Gott, zu dir die kühnen Augen aufzuschlagen, und du vergibst die Sünde mir. 8. Laß mir dieß Bild im Herzen leben, daß ich, von Leidenschaften frey, selbst meinem Feinde zu vergeben, stets willig und entschlossen sey. Vielleicht, eh' noch der Morgen grauet, verschlang uns beyde schon das Grab, und ach, ein heil'ger Richter schauet dann auf die Schuldigen herab! 9. Durch Großmuth, Herr, will ich mich råchen, wenn mich ein Feind zu Boden drückt, und seinen Zorn durch Liebe schwächen, wenn er Verderben auf mich blickt; will keinen Dienst ihm je versagen, erschien er auch mit Trog vor mir; geduldig will ich Alles tragen, als eine Prüfung, Gott, von dir! 10. Du sendest Sonnenschein und Regen des Gu: ten und des Bösen Feld, du schüttest deinen vollen Gegen gleichgütig auf die ganze Welt. Lieb' ich nur, die mich wieder lieben, und schließe sanft an sie mich an, und hasse die, so mich betrüben, was hab' ich Großes dann gethan? 11. Nein, segnen will ich, die mir fluchen, will des Verfolgers Ungestům, durch Wohlthun, zu entkräfs ten suchen, durch Liebe mildern seinen Grimm. Durch Liebe nur kann ich erringen das hohe Ziel, schon winkt es mir; nur Liebe trågt, auf kühnen Schwin gen, mich, über Zeit und Grab, zu dir. Bertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Wils len. Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. 233. Der Herr ist meis ne Zuversicht, mein eing'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott. Auf sein Gebot wird meine Seele stille, mir gnügt des Va ters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? Du bist des Schwachen Stärke! Zu Pflichten gegen Gott. dir emporgerichtet, schau'n wir nichts, als Wunderwerke. Herr, groß von Rath, und stark von That! Mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollen den. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen. Er kann, wenn ihn auch Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Deß Frommen Herz wird frey von Schmerz. Der Süne der eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte, in der Noth, das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Sünder zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh' de: nen, die zu Menschen flieh'n; weh' dem, der Gott entweichet! Der Treue Lohn hat Gottes Sohn, der einst am Kreuz gestor ben, als Mittler, dir erwors ben. 243 6. Sey unbewegt, wenn um dich her auch Ungewits ter stürmen! Flieh' nur zu Gott, dann wird dich er, mit starkem Arm, beschirs men. Des Herzens Qual, der Thränen Zahl kennt er; mit Baterhånden will er dein Leiden enden. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt es ja, was mir gebricht, wenn ich mich sorgend qua le. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächti ger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. Ja, dir nur, meinem Gott und Herrn, will ich) mich ganz ergeben. Nur dir allein befehl' ich gern mein Wohlseyn und mein Leben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Mel. 23. Was mein Gott will 25. 234. Vertrauen ist des Christen Pflicht, ein findliches Vertrauen. Er soll, wenn's itm an Troff 16* 244 Einzelne Pflichten. ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner An dacht freuet, doch, fern von wahrer Frömmigkeit, nicht vor der Sünde scheuet: so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung faffen; er fühlt, bey des Gewissens Schmerz, sich endlich doch gebricht, o Herr, auf dich nur schauen, und nie bist du dem Frommen fern; du kannst ihn nie verschmähen; du segnest und errettest gern, und hörest auf sein Fleben. 2. Doch soll kein Thor, mit Zuversicht, die stolze Hoffnung wagen, du, Vater, werdest ihm auch nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich), bey aller unverlassen. frer Schuld, dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelenket. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder tråge, verfolget blind der Thorheit Plan, 3. Wie leicht, o Gott, geht ungerechte Wege. Er fann deine Macht des Menschmeichelt sich, du werdest schen Wunsch erfüllen! Wie ihn den Uebeln doch ent leicht, noch eh' er es ge dacht, des Herzens Klagen stillen! Doch wer, in Noth,|| werden ihn nicht fliehen. durch Wunder nur sich will geholfen sehen, der schmäh't die Ordnung der Natur, und sündigt durch sein Flehen. 4. Wer einer Huld versichert ist, darf deinen Segen hoffen. Es stebt, weil du sein Vater bist, ihm selbst der Himmel offen. Wer nicht in dir den Vater liebt, und, auf der Bahn des Lebens, nicht dir sein ziehen. Umsonst! will er sie selbst nicht flieh'n; sie 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von dros henden Gefahren, die, ohne Nachtheil unsrer Pflicht, leicht zu vermeiden waren. Wir sollen, mit Besonnen heit, auch Rath und War nung nutzen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beym Leichtsinn schützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft Pflichten gegen Gott. mir deinen Beyfall nicht, 3. Wie Gott mich führet, sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir ver: trau'n, nic thôricht, nie vermessen, soll, um getrost auf dich zu schau'n, nie meiner Pflicht vergessen. folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bey, was kann von ihm mich scheiden? Auf Gott steht meine Hoffnung vest; was er mir widerfahren läßt, Mel. 40. Es ist das Heil ic. muß mir zum Besten dienen, 235. Wie Gott mich führet, will ich geh'n, er fann nichts Böses wählen; läßt denen, die auf ihn nur se'n, an keinem Gut es fehlen. Wie er mich führt, folg' ich ihm nach, durch Freuden und durch Unge: mach, voll findlichen Vertrauens. 2. Wie Gott mich führet, will ich gern von ihm mich leiten lassen, kann ich gleich oft den Weg des Herrn, und seinen Rath nicht fassen. Mein Eigenwille weigre sich, in Gottes Hand ergeb' ich mich, mit kindlichem Gemüthe. 236. e 245 4. Wie Gott mich führet, wird er mich, auch in den ihm folge, väterlich mit seis größten Stürmen, wenn ich ner Huld beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erhält; so laß er, wie's ihm wohl gefällt, mich leben, oder sterben. 5. Wie Gott mich führet, will ich geh'n durch Freuden oder Leiden. Hier kann ich nicht sein Untlig seh'n; dort schau' ich's einst, voll Freuden. Dort seh' ich, daß sein Vaterrath mid) treu und wohl geführet hat; wohl mir, wenn ich ihm folge! Eigne Melodie. Mas Gott thut, das iſt wohlgethan; stets der an, 246 XX Einzelne Pflichten. 4 gut ist und bleibt sein Wille. Er ist mein Gott, drum halt' auch ich ihm stille. 辛 der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; $ drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wie sollt' ich ängstlich klagen? Führt er mich gleich auf rauher Bahn, so will ich doch nicht zagen. Hab' ich Geduld, wird seine Huld zum Besten Alles wenden. Es steht in seinen Hånden. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht, mein Leben, von dem nichts Böses kommen kann; ich will mich ihm ergeben. Ja, seine Treu' ist täglich neu; drum will auf ihn ich bauen, und seiner Güte 237. ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich trinken, der bitter ist, nach meinem Wahn, soll doch mein Muth nicht sinken. Sein Trost ergötzt mich doch zuletzt, gibt Freudigkeit dem Her zen; dann weichen alle Schmerzen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dieß bleibt mein Trost im Glauben. Ihn soll, wenn Noth und Tod sich nah'n, nichts meis nem Herzen rauben. Mein Gott hat mich so våterlich bis diesen Tag erhalten; drum laß ich ihn nur wal trauen. 4. Was Gott thut, daßten. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. $ P Menn Menschenhülfe dir gebricht, so X Pflichten gegen Gott. # I hoff' auf Gott, und zage nicht. Wenn Niemand 247 hilft, so hilft doch er; mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen seyn. Wer weiß, ob, wer ein Freund dir scheint, es immer treu und redlich) meint. 3. Lieb' auch kein Betrug; hat er auch 238. In allen meinen Licht und Macht genug? Thaten laß ich den Höchs Entreißt nicht oft ein Austen rathen, der Alles kann genblick ihm, deinem und hat. Er muß in allen Freunde selbst, sein Glück? Dingen, damit sie uns ge 4. Nur Gott ist's, des lingen, mit Hülfe segnen sen Schild dich deckt, wenn Rath und That. Noth und Elend dich er schreckt. Dein wahrer Freund bleibt er allein, und wird es bis zum Grabe seyn. 2. Surg' ich auch spät und frühe; was helfen Sorg' und Mühe, wenn er nicht sorgt und wacht? Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; er hat noch Alles wohl gemacht. 5. Schützt er dich, o dann ist dein Feind nicht furcht bar mehr, wenn er's auch scheint. Es muß, vor sei: ner Allmacht Dråu'n, sich selbst des Meeres Sturm zerstreu'n. 3. Es kann mir nichts geschehen, er hat's vorher gesehen, und selber mir bes stimmt. Nie will ich mehr begehren, will gern auch das entbehren, was er aus Vaterhuld mir nimmt. 6. Was sich ihm auch entgegen stellt; es geht doch, wie es ihm gefällt. Laß ihn beschließen, was er will, und hoff' auf ihn, und halt ihm still! Mel. 527. Nun ruhet in den 2C, 248 Einzelne Pflichten. 4. Wohl mir, daß seine Gnade, auf jedem rauhen Pfade, mich leitet und be: schůzt! Wall' ich auf seinen Wegen, so wird, durch sei nen Segen, mir nichts ge brechen, was mir nügt. 5. Ihm will ich selbst mein Leben, getrost und wil lig, geben, sobald er's mir gebeut. Es sey heut' oder morgen, dafür laß ich ihn forgen; er weiß allein die rechte Zeit. 6. Sey denn im Tod und Leben ihm, meine Seel', ergeben, voll froher Zuversicht! Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe versäumet und vers låst dich nicht! Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. 239. Auf Gott und und Nath nicht auf meinen will ich mein Wohlseyn bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen, als Gott und Vater, tragen. 2. Er sah, von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde; bestimmte meines Lebens Zeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der, zu des Glaubens Ehre, nicht zu besiegen wåre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und bätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, ges wäbrt, wenn's seine Weißheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht das, was ich ersehe, was Gott beschließt, geschehe! 4. Ist nicht ein unges störtes Glück weit schwes rer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bey dessen Last wir klagen? Die gröfte Noth hebt doch der Lod; der Erde Ruhm und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr baft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Reichthum, Glanz und Pracht, sind nicht das Glück der Sees len. Wer Gottes Nath vor Augen hat, dem ist sein gut Gewissen ein Licht in Finsternissen. Pflichten gegen Gott. 6. Was ist des Lebensweiser Huld, daß dir fein Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten! Unfall schade; nur leide mit Geduld! Er wird dich schon beschützen; auch Lei den müssen dir, durch seine Weisheit, nützen; erwarte dieß von ihr! Der Herr hilft seinen Knechten. 4. Gott irrt in seinen Wegen, in seiner Wahl sich nicht. Sein Thun ist lauter Segen, sein Gang Mel. 89. Herzlich thut mich ist Recht und Licht. Und verlangen 2c. 240. Befiehl du deis efiehl du deis ne Wege und alles, was dich kränkt, der treuen Baterpflege deß, der das Weltall. lenkt. Den Ster nen, Wolken, Winden, bezeichnet er die Bahn; auch du wirst Wege finden, nach seiner Weisheit Plan. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergeb'n; auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll besteh'n. Gott läßt, durch Sorg' und Gråmen, und selbstges machte Pein, sich keine Wohlthat nehmen. Drum hoff auf ibn allein! 3. Er ist voll Treu' und Gnade, und sorgt, mit 249 wenn er seinen Kindern ein Glück wer kann sein Werk dann hindern? Er spricht, so ist's vollbracht. 5. Und brausten alle Stürme und Wetter her auf sie; nein, unter Got: tes Schirme, erlågen sie doch nie! Jm Himmel und auf Erden kann ihm nichts widersteh'n. Was er be schließt, muß werden, was er gebeut, gescheh'n. 6. Bertrau' ihm, meine Seele, er weiß, was dir gebricht. Daß er dein Bestes wähle, das glaub', und zweifle nicht. Er führt zu einer Wonne, die, wenn dein Gram entfleucht, dem Glanze seiner Sonne, nach trüben Tagen, gleicht. 250 7. Entreiß' dich allen Sorgen, geh' treu der Tu gend Bahn! Es bricht viel leicht schon morgen ein schön'rer Tag dir an! Dann siehst du mit Entzücken die dunkle Nacht entflieh'n, die deinen schwachen Blicken so undurchdringlich schien. Einzelne Pflichten. 8. Laß ihn nur thun und walten; er wird, als weiser Fürst, dein Schick: sal so gestalten, daß du ihn preisen wirst; wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem Rath, sein großes Werk vollführet, das dich bekümmert hat. 9. Zuweilen mag's wohl scheinen, als ob er von von dir wich', als hört er dich nicht weinen, und übersähe dich; doch hat in trüben 241. # W Stunden dein Herz sich heilig, rein und ihm ge treu, erfunden, wie wird er dich erfreu'n! 10. O, wohl dir, dem Getreuen; du trägst den Sieg davon! Laß dich den Kampf nicht reuen; dir winkt des Himmels Lohn. Hier sollst du überwinden das Leiden dieser Zeit; dort wirst du Ruhe finden, und ew'ge Seligkeit. 11. So höre, was ich) flehe: verlaß mich, Vater, nicht! Sey du in meiner Nähe, wann einst mein Auge bricht. Laß allen, die dann weinen, an meis nes Grabes Rand, das Licht der Hoffnung scheis nen, dort aus dem Heis mathland! Eigne Melodie. H cr nur den lieben Gott läßt walten, den wird er wunderbar er halten HT 7 2 und hoffet auf ihn al lezeit, Wer Gott, dem in aller Roth und Traurigkeit. $ 11 Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Pflichten gegen Gott. 2. Was hilft's, wenn, dunkeln Lauf der weisen unter Gram und Sorgen, dein banges Herz zwar Trost begehrt, und doch, vom Abend bis zum Morgen, die unzufried'ne Klage währt? Vermehrest du nicht selbst dein Leid durch Ungeduld und Traurig keit? 3. Zu Gott sey deine Seele stille, fromm, in Verläugnung und Geduld; was dich betrübt, ist nie sein Wille, doch oftmals ist es deine Schuld. Er ist ja Vater, der dich liebt, dir alles, was dir nůßet, gibt. 4. Der weise Vater kennt die Stunden, wo Trúbsal oder Freude nützt; hat er dich nur getreu be funden, so glaube vest, daß er dich schüßt. Er trocknet dir, eb' du es meinst, die Thránen ab, die du noch weinst. 251 Führurg Gottes auf. 6. Noch danken wirst du ihm, nur glaube, was Gott thut, das sey wohl bedacht; er hebt den Nies dern aus dem Staube und stürzt des stolzen Sünders Macht. Wohl dem, der, mit Ergebung, schweigt, wo sich ihm selbst kein Ausweg zeigt. 7. So wandle denn auf Gottes Wegen, bet' und sey deiner Pflicht getreu; denk' nicht, daß Gott dir seinen Segen, auch ohne Arbeit, schuldig sey. Es ist sein eigenes Geheiß: ver, bind', o Christ, Gebet und Fleiß! 8. Mein Gott, du bist's, auf den ich traue, mein Hels fer, meine Zuversicht, auf den ich Glück und Hoffnung baue. Erbarmer, ach, vers laß mich nicht! Führst du mich, Gott, gleich wunders lich; zu dir nur, Vater, führe mich! 5. Denk nicht, wen Lust und Glück umfassen, daß der ein Liebling Gottes sey; du aber sey'st von ihm er gleich dein Ungstgeschrey. 242. Was soll ich Die Zukunft flärt den ängstlich klagen, und ohne Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern zc. 252 Einzelne Pflichten. Hoffnung zagen? Der Höch ste sorgt für mich; er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nützt es, heid: nisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer seh'n? Du, Va ter meiner Tage, kennst, eh' ich dir's noch klage, mein Leid, so wie mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst alles, was mir fehlet; drum, Seele, was dich quålet, befiehl dem Herr'n, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sor: gen, die Noth, die oft verborgen an meinem Her zen nagt, werf ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Ja, wenn mein Auge thrånet, und sich nach Hülfe sehnet; so klag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Tu haft mir hier im Leben schon größer's Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt, und kränkt. 8. Du leitest, Herr, die Deinen, nicht immer, wie sie's meinen, doch stets nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Aus gang und die That. 9. Wenn ich hier Zie fen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: mein Gott nimmt mich Erlösten ges wiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bey der Froms men Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut Pflichten gegen Gott. dein Rath uns führt; nach schåbe, schon morgen mich überstand'nem Leiden sing' ich dir danny mit Freu den, den Danf, der deiner Huld gebührt.. gereu'n. Nur Einen Wunsch vor allen laß, Herr, dir wohlgefallen, den Wunsch zufrieden stets zu seyn! 5. Sich groß und finde lich zeigen, heißt tief im Staube schweigen, und neh men, was Gott gibt. Er 243. Gott hab ich kann uns nicht verlassen, die ihm vertrau'n, nicht hassen; er züchtigt nur, weil er uns liebt. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. mich ergeben in diesem Pilgerleben, im Unglück und im Glück. Ihm dank' ich meine Freuden; ihn preis ich auch im Leiden, bis zu dem legten Augen blick. 253 gebricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's ges 6. Wenn ich verlassen scheine, und trostlos bin, und weine; was will mein banges Herz? Herr, bilf es mir besiegen! Es sehnt sich nach Vergnügen, doch was es wünscht es wünscht, wird oft sein Schmerz. 2. Gott war's, der für mich wachte, noch eh' ich war und dachte. Des Ew' gen treue Hand hat gnå dig mich geleitet; auch da mein Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Lei den fand. 3. Was helfen meine Sorgen? Mein Glück ist mir verborgen, mein Unglück kenn' ich nicht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele, zu ihrem wahren Glück, 244. Warum willst 7. Nicht das, warum ich flehe, dein Wille nur geschehe, und was mir heils sam ist. Ich will, dir, Herr, ergeben, getroft und. ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. Mel. 152 Warum sollt' ich mich ic. du doch für morgen, ban ges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Einzelne Pflichten. Wozu dient dein täglich| Noth ließe Gott húlflos Gråmen? Nur dazu, dir mich verschmachten? Ich die Ruh', ohne Noth, zu bin sein; mir soll nicht nehmen. grauen. Väterlich liebt Gott mich. Ihm will ich vertrauen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laß ich, dich, Gott, walten. 254 3. Der das Größ're uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Klein're schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Pil gerreise mir gebricht, kennt er's nicht, er, der ewig Weise? Sollt' er meiner je vergeffen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme! 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der 7. Nuk' ich meine Zeit und Kräfte, widme sie, spät und früh nützlichem Ge schäfte: o dann kommt sein reicher Segen, ganz gewiß meinem glaub' ich dieß, Thun entgegen. 1 8. Ich will nur vor allen Dingen suchen, mir Weisheit hier, Tugend zu erringen. Was mir sonst noch nůßt hienieden, das wird mir, Herr, von dir ja gewiß beschieden. 9. Vor der fernen Zu kunst zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag' an Plagen. Heute leb' ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 10. Sorge du nur. Ich befehle, glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du. Dir halt ich stille; ich soll dein ewig seyn. Es ges scheh' dein Wille! 245. Pflichten gegen Gott. Eigne Melodie. Auf meinen lieben Gott trau' ich in O 255 for aller Noth. Die ihn um Rettung flehten, verließ er nie in Nöthen. Er wird mein Unglück wenden, VII es steht in seinen Händen. 2. Auch beym Gewis|| auf kurze Leiden, den Deis sensschmerz' verzaget nicht nen ew'ge Freuden. 5. Ich harr' und traue dir, einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein Versprechen, das wirst du nimmer brechen. Auch ich bin, wann ich sterbe, des ew'gen Lebens Erbe. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich zc. mein Herz. Auf Christum will ich bauen, und vest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 3. Und nimmt der Lod mich hin, ist's dennoch mein Gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, er läßt mich nicht im Staube. Es mag der Leib erkalten; 246. Sãe deine Thrås den Geist wird Gott er halten. 4. Mein Heiland, Jesu Christ, der du, aus Liebe, bist für mich am Kreuz' gestorben, du hast mir Heil erworben; du schaffst, nensaat, frommer Dulder, hier im Glauben; auch der allerrauhste Pfad müsse dir den Trost nicht raus ben, daß einst, nach der Dunkelheit, dich ein hell'res Licht erfreut. 256 Einzelne Pflichten. 2. Ausgerungen haben| frob zurücke schauen auf schon viele, die bier glaus den Weg, der, durch die bend litten; beten an vor Nacht, dich in's Land des Gottes Thron; ihre Krone Lichts gebracht. ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freu'n. 3. Denk', daß Gottes Vaterhand, weisheitsvoll, die Leiden wäget, und dich, in der Thranen Land, immer mit Erbarmen trá get. Bäterlich ist sein Bemüh'n, dich zum Himmel zu erzieh'n. 7. O, dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die dem Aug' entflossen! Wie ein Strom von oben her, wird der Trost ins Herz gegossen, Trost vom Quell der Seligkeit, überwie gend alles Leid. 4. Hier ist dein Erzies hungsstand, hier sollst du, durch Prüfung, lernen; dort ist das vollkommne Land; dort in unbekannten Fernen winkt dir unvermischtes Glück; dorthin wende deinen Blick! 5. Liebe ist es, welche dir Lebensglück und Freu: den schenket; Liebe fügt es, wenn dich bier Angst und Schmerz und Kum mer frånket. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb' ist alles, was er thut. 8. Harre, Dulder, un verzagt, harre in der Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen steh'n; wirst die Krone winken seh'n. 9. O, dann schwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne. Vor dir liegt die Ewigkeit, dieses beitre Land der Wonne. Ohne Thränen geh'st du ein, ewig selig da zu seyn. Mel. 37. Schwingt, heilige Gedanken ic. 6. Lerne denn Gelaf fenheit, Unterwerfung und 247. Von Gett will Vertrauen! An dem Schluß der Prüfungszeit wirst du ich nicht lassen; denn er verläßt mich nicht. Im Pflichten gegen Gott. Kummer mich zu fassen, 5. Lobt ihn mit Herz gibt er mir Kraft und Licht. Er steht mir búlf reich ben; mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu versorgen, ich sey auch, wo ich sey. und Munde, lobt ihn, der Alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, darin man fein gedenkt! So nutzt man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden, durch ihn, schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 126. Mag doch die Welt vergehen, mit aller ihrer Pracht; das Heil bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den Lauf; doch wach' ich, wann im Grabe ich ausgeschlummert habe, zum höhern Leben auf. 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft, und ändert sich; doch Gottes Vatertriebe sind unverän derlich. Er weiß aus jeder Noth, eh' wir's vermutbet hätten uns wunderbar zu retten, und bilft uns felbst vom Tod'. 3. Nur ibm will ich ver trauen, auch in der schwer sten Zeit, auf seine Hülfe bauen; er segnet selbst durch Leid. Gott sey es heimgestellt, ihm will ich übergeben Leib, Seele, Gut und Leben. Er mad)' s, wie's ihm gefällt! 4. Nur das fann ihm gefallen, was gut ist; gab er doch selbst seinen Sohn uns allen, beglückt und liebt uns noch. Hat Gott soviel gethan, wird er auch das gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen kann. 257 7. Mein Geist wird ewig leben, und dort soll ihn, verklärt, ein neuer Leib umgeben, des höher'n Daseyns werth. Wie werd' ich dann mich freu'n; wie fröhlich Gott erheben! In jenem neuen Leben, wie rein, wie selig seyn! 8. Vergilt, was ich hier dulde, die Leiden dieser Zeit, wenn ich sie nicht verschulde, nicht Gottes Ewigkeit? Sie ist von Freude voll, die den, der Christum liebet, und sich 17 Einzelne Pflichten im Guten übet, auch ewig auch das Sterben selbst Ge lohnen soll. Gwinn. 258 9. Das ist des Höchsten Das iſt bes. Wille, das meines Vaters Rath; drum geh ich, fromm und stille, des Lebens dun feln Prad. Sein Geist bleibt mir nicht fern. Er ist es, der mid) leitet, zum Him mel mich bereitet; wenn er winkt, folg' ich gern. Mel. 4. O Ewigkeit, du 2c. Ruh'. 248. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh'; er führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Verleih' auch mir Beståndigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Zief pråg' es meinem Herzen ein, welch Glück es sey, ein Christ zu seyn. 3. Ich bin erlöst, und bin ein Christ; mein Herz ist rubig, und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Sch dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nichts vergebens! Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht, durch deinen Tod, erworben. Nun wird mein Leib zwar Asd)' und Staub, doch nicht des Todes ew'ger Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist 4. Was send ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jes ner Herrlichkeit, mit Ruh', entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vers traue; ach, bald verschwins det aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schåndlich Joch, in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und kann ich gleich auch jetzt noch nicht ganz frey von Fehlern werden, so ist mein Trost: Gott hat Pflichten gegen Gott. Geduld, und straft mich Ehrfurcht gegen Gott.- nicht nach meiner Schuld. Heilighaltung des Eides. mbones Mel. 223. Nun danket alle Gott 2c. dank ich meine Ruh'; du heilest meine Wunden zu, und stillest mein Gewissen; und fall' ich noch in mei nem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du Mitt ler, hast mich, aus der Angst, die mich umfing, 249. He Herr, gerissen. Nur dir ver 1190731 150 err, aller Weisheit Quell, o, laß mich recht erkennen, daß nur die Frömmigkeit auch Weisheit sey zu nennen; sey zu nennen; doch gib mir auch daben ein Herz, das so dich ehrt, wie dir es wohlgefällt, und uns dein Sohn gelehrt. ihm. Beförd're mein Bes 2. Ich nenne mich nach streben, auch stets, nach seinem Sinn, zu denken und zu leben. Ich bin ges tauft auf ihn. Dieß sen Geist mich ruft, mir stets zur Heiligung, wozu sein Ermunterung. 7. Gelobt sey Gott, ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung, ich fühle täglich Besserung des Herzens und des Lebens; bin stets getrost und tugendhaft, o Herr, durch deines Geistes Kraft. NOTRAN 259 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Nuhm! Mich lehrt dein Evangelium, vest glauben, Liebe üben. Es gibt mir Ruh' und Heiter: keit, führt mich zu wahrer Seligkeit; wie sollt' ich es nicht lieben? Es sey mein Trost, es sey mein Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 3. Auch mir gabst du dein Wort; dieß leite meia ne Seele, daß sie den sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nüßt der Glaube mir, was der Erkenntniß Licht, wenn es zum Guten mir an Lust und Kraft gebricht? 4. Laß mich gewissen haft in allen Stücken 17* 260 Einzelne Pflichten. wandeln, und überall vor dir so denken, reden handeln, daß ich, im Hers zen rein, dir, Gott, ver trauen kann, und froh versichert sey: du nimmst dich meiner an. 5. Doch, wenn ich Schwa: cher noch, aus Uebereilung, fehle, Herr, so verwirf mich nicht. Erwecke meine Seele, daß sie den Fehltritt gern erkenne, bald bereu', und, ihn auf's künftige zu meiden, wachsam sey. 6. Ich übergebe mich bis an mein Lebensende, mit allem, was ich bin, in deine Vaterhånde. O, mache du, mein Gott, den Vorsatz vest in mir, ein wahrer Christ zu seyn; so leb' und sterb' ich dir. Mel. 187. Dir, dir Seho vah zc. 250. Dich, Höchster, ehrerbietig sdheuen, sen meine Lust und Seligkeit; denn Niemand kann sich deiner freuen, der nicht dein heilig Auge scheut. Erfülle denn, o. Bater, mich mit Kindesehrfurcht gegen dich! 2. Sie sey ein Licht, auf allen Wegen, für meinen irrenden Verstand; sie treibe mich, das abs zulegen, was ich als uns recht hab' erkannt. Ein Herz, von jeder Sünde rein, will ich, Herr, dir zum Opfer weih'n. 3. Laß mich, o Vater, stets erwägen, daß du allgegenwärtig bist, und keine Neigung in mir hegen, die dir, mein Gott, zu wider ist. Was hilft der Beyfall aller Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt. 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, damit ich, deinem Rufe treu, in meinem Glücke nie vermes sen, in Noth nicht wankel müthig sen; daß ich nicht frevle, weil du schonst, nicht gleich nach unserm Thun uns lohnst. 5. Laß mich mit weiser Vorsicht fliehen, was mich zu Sünden reizen kann; mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner bülfreich an: so leg' ich schon in dieser Zeit Pflichten gegen Gott. den Grund zu meiner Se: ligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trúbsal scheu'. Und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frey. Nie store Furcht, noch Lust der Welt, mich, das zu thun, was dir ge fällt. 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln, und stets, ich sey auch, wo ich sey, nach deiner Vorschrift, redlich handeln, entfernt von aller Heucheley! Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. Mit dieser Ehrfurcht will ich sterben, dann schre: den Tod und Grab mich nicht; dann werd' ich jenes Leben erben, das mein Er löser mir verspricht. Zum Baterhause geh' ich ein, um ewig selig dort zu seyn. Mel, 4. O Ewigkeit, du Donnerwort ic. 251. Gott! der du Herzenskenner bist; Herr! dem die Falschheit Gråuel 261 ist, und jeder Trug Verbres chen. Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwis fender, dir ist es kund; du Heiliger wirst's rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Und wann ich schwör rend vor dir steb', binauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe; wann ich dich, Gott, zum Zeugen ruf, zum Rächer dich, der mich erschuf, durch den ich bin und lebe! dann sey von Lug' und Heucheley mein Herz und meine Zun ge frey! 3. Wenn Frevler aud) noch da dich schmäh'n, und frech vor dir mit Lügen steh'n, dann laß mein Herz erschrecken! Weh' den, der seinen Gott verlacht, ihn zu der Bosheit Siegel macht, sie vor der Welt zu decken! Mit Zittern dent' ich deiner dann, der Leib und Seel verderben kann. 4. Secle, wenn du dich noch liebst, erwäg', was du zum Pfande gibst, dein Glück, dein ewig Leben! Verlier' nicht mit Vermes 262 Einzelne Pflichten. doch Gott und Seligkeit, muthwillig, nicht verlieren. Was immerhin mein Loos hier sey; nur reines Herz, und Gott dabey! 8. Gott lehre mich ben jedem Eid, aus Scheu' vor deiner Heiligkeit, die Wahrheit redlich sprechen. Be schwör' ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht, was ich gelobte, brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu seyn; erhalt mich ewig, ewig bein! 9. Gott, der, du selbst die Wahrheit bist, mein 6. Wie thöricht, wer noch Trost auch noch im Tode denkt und spricht: Gott sieht ist, was mir dein Wort es nicht, Gott achtet's nicht!| verheissen. So wahr du So låstern Spotter- Rotten. Gott bist, sagst du's zu, Ja, Gottes Langmuth ist ich bör's mit heitrer Sees bekannt; er lähmt nicht lenruh: nichts soll mich dir jede falsche Hand; doch entreiffen! Ich halte, Vas Gott läßt sich nicht spotten. ter, meinen Eid und Er kann dich strafen in der fürchte nicht die Ewig Zeit, und strafen noch in feit. Ewigkeit. 7. Nein! Ehre nicht, kein Gut, noch Geld, und keine Herrlichkeit der Welt, foll mich so weit verführen. 252. Heilig, heilig Und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will genheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Gewann'st du auch die ganze Welt; ist sie es, die dich schadlos hält? 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich, beym Leiden dieser Zeit, kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe! Ist Gott und Jesus nicht mehr mein; dann besser nie ge boren seyn! " Mel. 110. Sesus meine Zuversicht 2. sey der Eid, euch, ihr Christen, die ihr schwöret Pflichten gegen Gott. Fühl't mit Ernst die Hei ligkeit euers Richters, der euch höret; wißt, er ist der Lügen Feind hier, und wann er einst erscheint. 2. Er, der Wahrheit Gott, begehrt, wenn wir ihm gefallen wollen, daß wir ihren hohen Werth füh len und auch ehren sollen; denken, wie wir reden, sie nie verstellen, läugnen nie. 3. Bann ihr eure Hand erhebt, dann ergreif euch heil'ges Schrecken! Dentt: Gott ist uns nah', er lebt, er wird alles doch entdecken, was Betrug und List verstellt, er, der Rich, ter aller Welt. 4. Gott, dem keine Finsterniß euch verhüllet, wann ihr lüget, hört und strafet den gewiß, der durch falschen Schwur, betruget. Was für Menschen täuschend war, ist vor Gott doch offenbar. 263 gens Klage folgt auf jedem Tritt' euch nachy, quált bey Nacht euch und am Tage; dieses innere Gericht, o, wie furchtbar ist es nicht! 16. Pein und Elend würde dann alles um euch ber auf Erden; alles, was sonst segnen kann, müßte dann zum Fluch euch werden; und Verzweiflung kam' zugleich, ohne Rettung, über euch! 7. Sagt: für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Rube, nicht die Leberzeugung hin, daß das recht ist, was ich thue; daß mich, wo der Heil'ge spricht, keine Neigung mehr besticht. 8. Dann dürf't ihr zu trau'n und Hoffnung, se Gott hinan, voll Verhen; könnt' auch selbst die rauh'ste Bahn muthig und mit Ruhe gehen. Jedem, der es redlich meint, ist Gott Vater, ist Gott Freund. Mel. 228. Sollt' ich meis nem Gott 2c. 5. Wenn ihr wolltet, ach! euers eignen Her- 253.Gut und heilig ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst; in tiefer Stille, Einzelne Pflichten. hört die Schöpfung dein| empfinden, daß uns unser Gebot. Die im Himmel Herz verführt, daß die eitle dir lobsingen, steh'n um Lust der Sünden uns zus deinen Thron bereit, freuen legt den Tod gebiert. Mach' sich der Seligkeit, deinen uns deinen Willen wichy Willen zu vollbringen; tig, führ' auf deine Bahn nur der Mensch erkennt's uns hin, lehr' uns jeden oft nicht für sein Glück Irrthum flieh'n; denn dein und seine Pflicht. Weg allein ist richtig. Mach' uns unsern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sey. 2. Dir gehorcht, mit fanf ter Wonne, deiner Engel zahllos Heer. Deine Be ste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, alles dienet deinem Willen; alles, Höchster, was du schufft, eilt und drångt sich, wann du rufft, dein Gebot stets zu er füllen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 5. So wird auch bey uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot dank bar ausgerichtet werden heiliger und großer Gott! Alle Werke deiner Hände werden unterthan dir seyn; alle deiner Huld sich freu'n, bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, wer deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. 3. Stolz emport sich mei ne Seele, Herr und Schö pfer, wider dich. Deine göttlichen Befehle sie thöricht hinter sich, läßt 254. Gott, deinen heis 264 sich nicht von dir regies ren; glücklicher nach ihrem Wahn, wählt sie eine andre Bahn, die sie soll zum Him mel führen, gehet, mit be thörtem Sinn, auf verkehr Mel. 181. Er starb, der größte ic. ligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam ſeyn, nur sie zu meiner Nichtschnur wählen, und dir mein ganzes Leben weih'n. Dein Wille ist gerecht und ten Wegen bin.gut; wohl dem, der ihn mit 4. Laß es doch uns tief Freuden thut! 13 Pflichten gegen Gott. 2. Gehorsam forderst du von allen, die dich zu fen nen fähig sind. Auch ich kann dir nur dann gefal len, wenn ich, dir folgfam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht, aus Skla: venfurcht, mit Zwana. auch tausend Freuden, auf ihren Lasterwegen, an; so laß mich alles flich'n und meiden, was mich von dir entfernen kann. Der Súnde Lobn ist endlich Schmerz, und quält mit Reue unser Herz. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne, o, hilf mir, daß ich immerdar, dir, Bater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir geborsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, er war's selbst bis zum Kreu: zestod'. 7. Doch, wenn ich mich im Guten übe, mit Eifer deinen Willen thu'; dann schenkst du, Gott, mir deis ne Liebe, mit ihr zugleich Gewissensrub'; dann fühl ich hier schon Seligkeit, und bleibe dein in Ewigs. feit. 4. Laß deine heiligen mir immer Mel 8. Nun sich der Lag geendet 2c. wärtig seyn, laß mich, daß 255. Gott will ich die 265 ich sie nie verlege, dich den Allwissenden, stets scheu'n. Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget haft. 5. Sobald ich deine Stim me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter seyn. 16. Beut mir die Welt nen, ihm allein; ich bin sein Eigenthum. Nur ihm will ich mein Leben weih'n, Gehorsam sey mein Ruhm. 2. Bie heilig, wie ges recht und gut ist, wes mir Gott gebeut! Wohl dem, der seinen Willen thut, und, gut zu seyn, sich freut! 3. Web' dem, der seine Pflicht vergißt! Er bringt sich selbst in Noth; denn nur was bös und schädlich ist, verbeut uns unfer Gott. 266 Einzelne Pflichten. 4. Gott ist, wenn er Gesege gibt, ein Vater, kein Tyrann; er treibt uns blos, weil er uns liebt, ihm zu gehorchen, an. 5. Leicht ist die Last, und sanft sein Joch; er stärkt uns selbst zum Lauf, und straucheln, fallen wir dann doch, so hilft er selbst uns auf. uns beten, und froh zum Vater treten, der aller Bater heißt. O laßt uns ihn verehren, nach seines Sohnes Lehren! Er schenk' uns seinen guten Geist. 2. Herr, präge jede Wahrheit, mit Rührung und mit Klarheit, in uns're Hers zen ein. Gib, daß wir sie, zum Segen, behalten und erwägen. Laß uns des Wortes Chåter seyn! 3. Verstärk' in uns die Triebe zur Andacht und zur Liebe, zu wahrer Frömmigkeit!, mach' uns alle Laster mit jedem Tag vers hafter, und heilig, was dein Wort gebeut! 6. Er warnet, drohet und verheißt, legt Heil und Tod uns vor; und ich, erhellt durch seinen Geist, verschlöß ihm Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, sich seiner Kindschaft freu'n? Nur die sind dieser Würde werth, die seinem Dienst sich weih'n. 8. Gott, dir sey denn mein Herz geweiht; ich bin dein Eigenthum. Gib meinem Willen Vestigkeit! Gehorsam sey mein Ruhm! Ben öffentlichen Catechis fationen. Mel. 527. Nun ruhet in den 257. Quell der Weißs Wåldern 2c. 4. Ja, lehre, deinen Willen uns immer treu erfül len, und deines Wort's uns freu'n. Dem Alter, wie der Jugend, gib Reiz zu jeder Tugend. O, lehr? uns, Jesu folgsam seyn. No adem Mel. 519. Gott des Himmels d und der Erden ic. beit und der Tugend! ses unlig, wer dich sucht und liebt, 256. Thr Kinder last und bey dir, schon in der Pflichten gegen uns selbst. Jugend, seinem Geiste Nahrung gibt! Ja, wer diese Pflicht erfüllt, hat ein Gut, das ewig gilt. 2. Nichts soll dieses Gut uns rauben. Dir, Erlöser uns zu weih'n, dich zu lieben, dir zu glauben, das soll uns're Freude seyn. O, wie ruhig wandeln wir dann durchs Gråberthal zu dir. 267 3. Die Blume, die der Morgen fand, im bunten Farbenschimmer, verblich oft plößlich und verschwand am Mittag schon auf im mer. So sind auch wir vergånglich hier. Gott, laß uns früh' auf Erden reif für den Himmel werden. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. Beym Anfange und Schlusse des Schulunterrichts. Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. Himm 259. Geber guter Gaben, nur dir lobsingen wir; denn was wir Gutes haben, das kommt allein von dir. 258. Gott, laß den Unterricht gedeih'n zu rei nen Geistesfreuden. Laß, deines Beyfalls werth zu seyn, uns immer Trägheit meiden. Lenk' unsern Sinn zur Weisheit hin; verleih' uns Lust und Kräfte zum nüglichen Geschäfte. 2. Gib, daß, von eitelm Leichtsinn frey, wir treulich unsre Pflichten, wie mühsam uns auch manche sey, doch immer gern verrichten. Was böse heißt, was foll uns nicht trügen mit 260. Du willst es, sündlichem Vergnügen. Herr, mein Gott, daß ich 2. Auch jetzt gabst du uns wieder zum Fleiße Mun terkeit. Dir tónen uns're Lieder aus froher Dankbarkeit. 3. Laß unser ganzes Les ben dir, Vater, heilig seyn. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weih'n. Pflichten gegen uns ſelbst. Christliche Selbstliebe. Mel. 165. O Gott, du from mer Gott 2c. adal 268 Einzelne Pflichten. mich selbst auch liebe. Hilf, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe. Ich febne mich nad) Glück; laß dieß Verlangen rein, laß, Schöpfer, diesen Trieb nie mein Verderben seyn. 2. Gib, daß mein gan zes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue. Wer als ein Christ fich liebt, der fühlt auch, als 6. Ein gottergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das allein kann uns des Le bens Müh' versüßen; das ein Christ, was seines Nädraubet uns kein Tod, es sten Wohl und dir entgegen 3. Nicht Neid, nicht Ei gennuß beherrsche meine Geele! Laß mich bey dem, was ich zu meinem Glücke wähle, auf Wahrheit, Bil ligkeit und Recht und Treue schau'n, und nie mein Wohlergeh'n auf Und'rer Elend bau'n. 5. Nic blende mein Ge müth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Reiz ents flieht ja doch im Tod' auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was nüßet eitle Pracht? Nicht ein vergångs lid) Gut ist's, was uns selig macht. 4. Kein Segen wohnt bey dem, der nicht das Un recht meidet; mein Glück kann das nicht seyn, wo: durch mein Nächster leidet. Der Selbstsucht neidisch Fleh'n erhörst du, Vater, nicht; nur das gefällt dir wohl, was Liebe, betend spricht. folgt uns aus der Zeit, und schenkt uns Nuh' und Trost auch in der Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beyfall ach tet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Rub' und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dieß sey mein Ziel, mein Fleiß! O, segne mein Bestreben; dann werd ich wahrhaft froh schon hier auf Erden leben; nur dann lieb' ich mich so, wie dir es wohlgefällt, lieb' über Alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. Pflichten gegen uns selbst. 269 Sorge für die leibliche 5. Wie könnt ich so mich Wohlfahrt. Gesund heit, Ebre, Eigenthum. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. bassen, und diese Welt vers lassen, eh' du, mein Gott, mich ruf'st? Der Feige nur wird fliehen, und Pflichten sich entziehen, zu welchen 261. Was ist mein du, o Herr, ihn schufft. 6. Was leicht in Krank beit stürzet, des Lebens Zeit verkürzet, laß mich mit Sorgfalt flieh'n; doch auch nicht ängstlich zagen, es aus Beruf zu wagen; auch dazu hast du mir's verlieh'n. -- zeitlich Leben, daß du mir, Gott, gegeben? Ein un schäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe; je größer wird mein Glück dort seyn. 7. In deine Vaterhånde befehl' ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Stets sey mein ganz zes Leben der Tugend nur ergeben. Hilf du, Gott, meiner Schwachheit auf. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir, im Glauben der künft: gen Erntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es dein beilig Wort gebeut. 8. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht, dir ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Guten übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 4. Mir selbst es zu ver: fürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Von dir hab' ich dieß soll dir es Mel. 187. Dir, dir Jehos vah zc. wiedergeben, wann du es 262. Des Leibes ware willst; doch früher nicht. ten und ihn nähren, dies Einzelne Pflichten. ist, o Schöpfer, meine|| nes Körpers Wohlseyn Pflicht; was er bedarf, ihm zu gewähren, gebies tet mir dein Unterricht. D, stehe mir mit Weisheit bey, daß diese Pflicht mir heilig sey! 270 2. Sollt' ich, o Herr, nicht theuer schätzen, was deine Hand mir anvertraut; den wundervollen Bau verlegen, den du, mein Schó pfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein; wie dürft' ich sein Zerstörer seyn?@@ 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mit tel uns, daß wir sie nutzen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Ist dir die Sorge nicht zu klein; wie follte sie denn mir es seyn? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, sind mehr, als alle Schätze, werth. Wie leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib beschwert! Nächst Tu gend ist das höchste Gut Gesundheit und ein froher Muth. 5. So gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was mei: stórt; daß nicht, wenn ich je Schmerzen leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Stö rer deiner Ruh', du selbst zogst dir dein Uebel zu. 6. Laß, jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren, achtsam seyn. Drückt mich die Last der Krank heit nieder, so flöße du Geduld mir ein. Gib gu ten Muth, und dann verz leih', daß auch des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch will ich auch nie übertreiben, was auf des Leibes Pflege zielt, und stets in jenen Schran fen bleiben, die dein Ge se mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein Zweck und meine Sorge seyn. 8. Nein, meinem bessern Theil, der Seele, sey stets der größte Fleiß geweiht; daß sie des Himmels nicht verfehle, und nütze dieſe Prüfungszeit: Vergänglich ist der Leib von Staub; mein Geist wird nicht des Todes Naub. Pflichten gegen uns selbst. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c 263.€ TOL * Wem em Gott Gesundheit hier verleiht, 99999 14 der hat von Gütern dieser Zeit gewiß die größte Effo £ Gabe. Allgütiger, wie froh bin ich, daß ich Gesundheit habe! 2. Daß ich sie habe dank ich dir; nur du, mein Bater, hast sie mir aus großer Huld geschenket. Du machst, daß ich noch heiter bin, und mich kein Uebel frånfet. 271 3. Erhalte, Gott, auch fernerhin Gesundheit mir und jeden Sinn, so lang ich leb' auf Erden; daß ich der Welt, wie du ge: beutst, stets möge núßlich werden. 4. Der Sünde folgt Ver derben nach); sie bringt nur Angst und Ungemach, an Leib und Seele Schmerzen. Fern sey's von mir, durch eigne Schuld, Gesunds heit zu verscherzen. 5. Ein gleicher Muth in Freud und Leid, zufriede ner Sinn und Mäßigkeit und Ordnung in Geschäfs ten, dieß sey mein Ruhm; so wird gewiß kein Laster mich entkräften. 6. Gib, daß ich meines Lebens Kraft, die deine Güte mir verschafft, auf's Nüßlichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Preis, und Andrer Glück, verwende. 7. Doch schickst du, Herr, 272 Einzelne Pflichten. mir Krankheit zu, so gib Geduld und Seelenruh', das Leid mir zu versüßen. Mein Trost im Schmerz sen deine Huld, ein ruhi ges Gewissen. 8. Und bringt die Kranks heit mir den Tod, so soll noch in der letzten Noth der Trost mein Herz erheben: nicht Tod, nicht Krankheit trift mich mehr in jenem bessern Leben. Mel. 187. Dir, dir Jehovah 2c. 264. Wie mannigs faltig sind die Gaben, mit welchen uns die Erde nährt; wie viel, o Gott, hat, uns zu laben, uns deine milde Hand gewährt. Ja alles, was der Mensch genießt, ist Segen, welcher ihr entfließt. 2. Du gibst uns Brod, damit wir leben; es spenden Speiterkeit und Kraft der Hügel reich belad'ne Reben uns mit der Traus ben edel'm Saft. An Almacht und an Güte reich, ernährst du und erfreuft zu gleich 3. Du segnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die, Gott, durch deine Batermilde, in jedem Jahre sich erneut, damit der Mensch, von Sorgen frey, gesättigt und erquicket sen. 4. Du streu'st, daß wir nicht Mangel leiden, uns deine Gaben reichlich hin. Gibst zum Bedürfniß auch noch Freuden, und trånkst mit Wonne jeden Sinn. Wie ist, zum Wechsel im Genuß, so reich, so groß dein Ueberfluß! 5. So will ich denn mit Freuden essen, was deine Vaterbuld mir schenkt; doch nie dabey, o Herr, vers gessen, daß sie mich speist, daß sie mich trånft; und mir nur solche Lust ver wehrt, die mich beschädigt und zerstört. 6. Drum will ich måßig im Genusse der Gaben dei ner Gute seyn, und nichts von deinem Ueberflusse, o Gott, durch Schwelgeren entweih'n. Genuß, mit fro her Mäßigkeit, dieß ist die beste Dankbarkeit! 7. Mit Speis und Trant Pflichten gegen uns selbst. den Leib beschweren, ist strafbar, ziemt dem Christen nicht. Du gibst sie uns, daß sie uns nähren, und stårken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweih't und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 8. Die Schwelgeren lähmt unsre Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, 3ank und Streit; macht tråg zu jeglichem Geschäfte, und hemmt des Geistes Thitigkeit; erniedrigt unter's Thier hinab, und stürzet vor der Zeit in's Grab. 9. Gott, mit Vernunft will ich genießen, was du mir gibst als Speiß und Trank, und den Genuß mir zu versüßen, schau' ich auf dich, mit frohem Dank. Nur der ist deiner Güte werth, der dich, den Geber, fromm verehrt. 2. Gib eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle; daß er immer dir, o Gott, geheis ligt bleibe; kein Blick vers botner Lust entweih' mein Auge, daß ich's immer frey zu dir erheben könne! 3. Auch meine Zunge rede nie, was schändlich ist zu hören; nie soll der Unschuld Rechte sie, durch frechen Scherz, entehren! Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nützt und bessert. 4. Mein Ohr laß dir nur offen seyn, taub, wenn die Wollust schmeichelt; sie ladet zum Verderben ein, wo sie mir Freuden heuchelt. Durch ihre Lockungen bes thört, verliert, wer deinen Ruf nicht hört, der Un lein Leib soll, schuld Trost und Würde. Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 273 265. Mein Leib soll, Gott, dein Tempel seyn, mit allen seinen Gliedern. Ich soll ihn dir zum Dienste weih'n, zum Dienst auch meinen Brüdern. O, gib, daß ich dein Heiligthum für sie, und, Herr, für deinen Ruhm stets unbefleckt bes wahre. 5. Da, wo sie wandelt, haucht sie Gift.Welch Elend, das die Sklaven unheiliger Begierden trifft in tausends 18 274 Einzelne Pflichten. fachen Strafen! In wel cher Schande Tiefe sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verstrickt in ihren Netzen! 6. Ach, wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh' und Stille; da, wo der Wollust Flamme glüht, ſelbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und ver. 266. Eifrig sey und heert mehr Segen, als das Schwert zerstört, als Pest und Glut verwüsten. 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbrecher, daß du allge: genwärtig bist, ein Eiferer, ein Rächer; verstockt sich, und verfolgt mit Spott die Tugend, höhnt dein Wort, o Gott, und Jesum, den Erlöier. vest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu seyn; in der Unschuld heitern Stils le, deiner Güte mich zu freu'n! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, soll zur Sünde mich bethören, des Gewissens Frieden stören. 2. Alles, was du vorges schrieben,.dienet nur zu uns serm Heil. Segen wird, wenn wir dich lieben, dir gehorchen, uns zu Theil. Uns zum Besten nur, gebeut dein Gesetz Enthaltsamkeit, Zucht und Ordnung im Ge nusse, Mäßigung im Uebers flusſe. immer reines Herzens ist, und deinen Tempel ehret! Schon hier wird es ihm wohlergeh'n; dort soll er dich und Jesum seh'n, und ewig selig werden. 8. Ach, dieser Leib, den er entweiht, wie wird er auferstehen? Reift wohl auch das zur Herrlichkeit, was wir in Schande såen? Wie wird dann, wer, durch Wort und That, die Un schuld hier gemordet bat, vor seinem Nichter stehen? 9. Heil dem, der deiner nie vergißt, Gott, dein Werk nicht zerstöret; der Mel. 96. Werde munter, mein 2c. 3. Unf're Kindheit, uns're Jugend, unser Alter darfsich freu'n. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber hei lig muß sie seyn; nicht ein Pflichten gegen uns selbst. Taumel, der bethört, derGe: zu erfreu'n, liebenswürdig fühl und Kraft zerstört, der, im Sturme wilder Lüste, Paradiese macht zur Wüste. und gefällig, aber nur durch Tugend, seyn; hold und ohne Schmeichelen, stets beschei 4. Nur in unbefleckten den, und doch frey, ohne Herzen, nur in einer tea Frechheit, stets bedächtig, schen Brust toben nie der immer ihrer selber machtig! Neue Schmerzen, wohnen 8. Laß die Frechheit wilwahre Ruh' und Lust. Under Sitten nimmer unser beherrschte Sinnlichkeit töd Herz entweih'n; laß Pallast tet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden, und verwandelt sie in Leiden. und nied're Hütten jeder Tugend Wohnung seyn! Ja, es strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch der Himmel ist, daß sein Haus, daß, Gott, die Erde deines Himmels Vorhof werde. 5. Sittsamkeit und Un: schuld schmücket mehr, als Schönheit; sie vermehrt jede Lust, die uns entzucket, jedes Glückes Neiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; denn sie hoffen voll Vertrauen, Gott dereinst im Licht zu schauen. 6. Daß er keusch und züchtig lebe, unbefleckt an Geist und Leib, ringe, wer dich ehret, strebe Jungfrau, Jungling, Mann und Weib! Vor Verfüh und 275 9. Dann umfah'n uns Heil und Segen, göttliche Zufriedenheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch größ', rer Seligkeit; bis zum Heis ligthum auch wir aus dem Vorhof dringen, dir reiner Herzen Opfer bringen; ewig dir, o Gott, lobsingen. Mel. 51. Wie groß ist des Allmacht'gen 26. Herz gehorche nie einer 267. Gott will, wir schåndlichen Begierde; Hei ligkeit sey ihre Zierde! 7. Laß fie fröhlich und gesellig, sanft und willig, sollen uns der Jugend und jeder Zeit des Lebens freu'n; denn selbst die Fröhlichkeit ist Tugend, nur, o mein 18* Einzelne Pflichten. Herz, genieße rein! Genieß'|| ren im Sommer dir ente der Freuden dieser Erde, Gott will's; doch hûte dich, mein Herz, daß keine Lust dir Unlust werde, und deine Freude niemals Schmerz. gegen blinkt, so oft im Herbst, mit vollen Beeren geschmückt, die süße Traube winkt. 2. Brich jede Blume, die des Lebens verschlung'ne Pfade für dich schmückt! Sie blüht und duftet nicht vergebens; nur der ist weise, der fie pflückt! Umsonst blüht nicht die Rosenlaube, der Garten Schönheit, jedes Jahr; und nicht umsonst färbt sich die Traube, sie beut dir ihre Freuden dar. 276 3. Gott füllet seine schöne Erde mit neuem Segen je: des Jahr, daß sie der Freude Schauplaß werde, für seine Menschen, immerdar. Thal, Hain und Flur ruft uns entgegen: Gott liebt die Menschen, die er schuf; genießt, genießt von sei nem Segen! tönt überall der Schöpfung Ruf. 4. Folg' diesem Ruf', und nimm die Freude mit frohem Sinn, die Gott dir beut; freu' dich, so oft, im Blumenkleide, sich rings um dich die Flur erneut, so oft, der Schimmer reicher Neh5. Freu' dich der Welt, doch nie genieße die Freude ganz allein für dich; ges theilte Lust ist doppelt süße, und höh're Wonn' erfüllet dich, wenn deine Hand des Kummers Thränen von deiner Brüder Auge wischt, und, die sich nach Erquickung sehnen, durch einen Labetrunk erfrischt. 6. Wie blühet dann, dich zu beglücken, rings um dich her, der Schös pfung Pracht! Es bringt dir jeder Tag Entzücken, und jede sternenhelle Nacht; wohlthätiger gießt dann die Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird dir jede Wonne, durch das Bewußtseyn guter That. 7. Genieße, was dir Gott beschieden, sen froh, doch denke stets dabey, daß nicht dein Vaterland hienieden, daß hier nicht deine Heimath sey; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, geschaf Pflichten gegen uns selbst. 277 fen ist; genieße måßig soll ich meine Kräfte, daß stets, und werde der hd kein Augenblick entweicht, hern Freuden werth, als der zum Vorwurf mir ges Christ. reicht. 5. Nie soll Hang zur Mel. 110. Jesus, meine Zu Weichlichkeit und zu finn versicht 2c. lichem Vergnügen meinen Trieb zur Thätigkeit uns 268. Gott gab mir von terdrücken und besiegen; leicht mich ihnen zu ents zieh'n, will ich ihre Lo dung flieh'n. 6. Auch Gesellschaft, Umgang, Scherz, selbst die reizendste der Freuden, soll mein leicht verführbar Herz, wenn's die Pflicht gebeut, vermeiden; blos, um thätiger zu seyn, darf ich meinen Geist zerstreu'n. 7. Laß, o Gott, mich eifervoll sjede meiner Stun den nüßen, sie gebrauchen, wie ich soll, und das wahre Glück besigen, daß dereinst, am Schluß der Zeit, ihr Ge nuß mich nicht gereut. meiner Zeit keinen Augen blick vergebens, gab mir für die Ewigkeit den Gebrauch des Erdenlebens; seines Werthes mich zu freu'n, soll ich thätig, fleißig senn. 2. Nie soll ich im Müs figgang meine Lebenszeit verträumen; soll, bey meiner Pflichten Drang, keine unachtsam versäumen; soll sie immer froh vollzieh'n, und den kleinsten Aufschub flieh'n. 3. Jeden Tag soll ich, mit Fleiß, des Berufes Pflicht vollbringen, und in meinem Wirkungskreis immer weiter vorwärts dringen; nicht zu früh' zu lange ruh'n, was ich tråge thun. 4. Keine Arbeit soll ich 269. Zur Arbeit, nicht schen'n, nie soll ein Berufsgeschäfte mich verdrie ßen, noch gereu'n; nutzen zum Müssiggang, bin ich bestimmt auf Erden. Drum will ich jetzt und lebenslaug Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. Einzelne Pflichten. kein Knecht der Trågbeit|| vollbringen. Dann wird, werden; will gern, mit aller meiner Kraft, so eifrig, als gewissenhaft, was mir ge: bührt, verrichten. denn du, Herr, stärkest mich, mir Alles leicht gelingen. Ein Herz, das sich des Gus ten freut, gibt bey'm Ge schäfte Heiterkeit, versüßet jede Mühe. 278 2. Hast du ein Amt, so warte sein! Das ist, o Herr, dein Wille. Gib du zu meinem Thun Gedeih'n, daß ich ihn treu erfülle; und laß mich an Vollkommenheit, an Einsicht und an Tüchtig keit zu meinen Pflichten, wachsen. 3. Stets will vor tråger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahren, wo mein Beruf mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte sparen. Wenn sie ermatten, dann will ich, durch reine stille Freuden, mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Bedachtsam laß mid) seyn, und nicht, in Eitelkeit und Träumen, die Zeit zur Uebung meiner Pflicht, ver schwenden und versäumen! Nur dieser Pflicht mich ganz zu weih'n, das müsse meine Sorge senn, mein Ruhm und mein Vergnügen. 5. Ein heil'ger Trieb be lebe mich, was du willst, zu 6. Nicht Stolz, noch Geiz verführe mich, gewissenlos zu handeln. Laß mich, o Gott, regiert durch dich, mit reinem Herzen wandeln. Mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüglich, als ich kann, zu seyn, das sey mir Ehr' und Reichthum. 7. Dein Wohlgefallen sey mein Ziel bey allem, was ich thue. Wie hätte, wenn ich dir mißfiel', dann mein Gewissen Ruhe? Und ach, wenn dieses mich vers flagt, wie schüchtern dann, und wie verzagt, geh' ich den Weg durch's Leben! 8. Hilf, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich) auf der Erde dein weiser Ratb, o Gott, erschuf, mir Vorbereitung werde, damit ich bier schon in der Zeit zur höhern Kraft und Thås tigkeit des bessern Lebens reife. Pflichten gegen uns selbst. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. klagen; dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereu'n. Wann Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoffnung ein. 6. Wann einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichem Segen steh'n; wann Taus sende sich freuen, und heis den zu. 2. Er stärkt des Leibeskräfsen Dank uns weihen: wie te; er fördert die Geschäfte, ist dann unser Lohn so gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Nur das, was stets erfreut der Unsern Wohlfahrt schützen der Welt und Nachwelt nú Ben- das ist das Glück der Thåtigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie tråg' im Gu ten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, un sern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sey immer unser höchstes Ziel! 5. Wann andre trostlos 270. 3um um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer mir gegeben, und nicht zu tråger Ruh'. Wie Frucht barkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freu 279 BARR schön! Mel. 1. Es ist gewißlich an an der 2c. 271. Sr'sGott, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; gibt er zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen; dann wird mein Thun, ich zweifle nicht, wenn es nur ihm nie widerspricht, auch stets sein Segen krönen. 2. Nie müssig seyn soll meine Hand, das freudig zu verrichten, wozu mich mein Beruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten! Dann wird mir seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir núßet, geben. 280 Einzelne Pflichten. 3. Bist du der Frommen Schild und Lohn, und schützt sie deine Gna de, daß nicht des Feindes Spott und Hohn, aus Mißgunst, ihnen schade, dann stört sie seine Schelsucht nicht; sie geb'n ge- 272. Laß mich, o Gott, trost die Bahn der Pflicht, und bleiben unverdrossen. 4. Drum gib, daß ich, o Gott, auf dich bey mei ner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gebe; nach deines Reichs Ge: rechtigkeit, nach Tugend und Vollkommenheit, will ich vor allem trachten. gewissenhaft mein irdisch Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, um weislich hauszuhalten, wie mir es núßt und dir gefällt, daß ich die Güter jener Welt darüber nicht verliere! 5. Laß Müssiggang und Tråabeit mich, mit allem Ernste, meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden, in meinem Stande thätig sen. Dein Segen, Vater, steh' mir ben, daß ich auch Andern nüße! 6. Sey überall, o Gott, mit mir! Die Werke mei ner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 2. Was ich besitze, kommt von dir und deinem milden Segen. Nicht zum Verders ben gabst du mir mein irdis sches Vermögen, und nicht zu meinem Wohl allein; auch Andern soll ich nüßlich seyn, und gern ihr Bestes fördern. 3. Gib, daß ich nicht zum Uebermuth dadurch vers leitet werde; denn, nur gelieh'n ist jedes Gut und aller Glanz der Erde. Nie reiß' ein zeitlicher Gewinn mein Herz so sehr zum Ei teln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was nugte mir die Pflichten gegen uns selbst. ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verblendete mich Gut und Geld, die Pflich ten zu verletzen, die mich dein heilig Wort gelehrt? 8. Es kommt ein Tag der Rechenschafft; dieß laß mich stets erwägen! dann brauch' ich, Gott, gewissenbaft den mir vertrauten Se Die Tugend nur hat wahrengen. Wer, Andern wohlzuWerth; nach ihr nur will thun, sich freut, der hat sich ich trachten! eine Saat gestreut zu ew's ger Freudenernte. 5. O, schenke, Gott, mein Vater, mir nur deines Geis stes Gaben, dann werd' ich, froh und reich in dir, die Güter dann bin ich sicher deiner Huld, voll Frieden, Hoffnung und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 281 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh', von Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und wird, am Tage des Gerichts, den Sünder nicht erretten. 7. Laß mich die Güter dieser Zeit nicht schwelgerisch verschwenden! Hilf du mir, sie mit Sparsamkeit, stets nützlich anzuwenden. Gib, daß durch) sie, aus Dankbes gier, ich auch dem Nächsten, nicht blos mir, des Lebens Müh', erleichtre! Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. 273. Las mich doch Laß nicht, o Gott, dem Reichthum dieser Erde so mei ne Neigung weih'n, daß er er mein Abgott werde! Oft fehlt beym Ueberfluß' doch die Zufriedenheit; und was ist, ohne sie, des Lebens Herrlichkeit? 2. Ach, kein vergånge lich Gut kann alle Wün sche stillen! Auch steht ja sein Besitz nicht blos in unserm Willen; nicht stets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemüh'n gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig fell beglücken, das darf kein Einzelne Pflichten. Unfall ihm, selbst nicht| Mel. 141. Mach's mit mir, der Tod, entrůcken. Der Gott 2c. Thor hat Geld und er hat's, und wünscht noch 274. Wohl dem, der mehr; doch immer bleibt fein Herz von Ruh' und Freude leer. 282 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie sklavisch das zu lieben, was man mit Müh' gewinnt, bald fchwel gerisch verzehrt, bald for: genvoll bewacht, und balo mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schatz auf Erden! Sonst alles nur nicht dieß, kann mir entrissen werden; dieß bleibt im Tod' auch mein, und folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, einst in die Ewigleit. 6. Wo dieses fehlt, da find Pracht, Reichthum und Vergnügen nur citeln Traumen gleich, die un fern. Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin! beßre Schäße liebt, als Schäßze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie sollen unser Herz ers freu'n, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gü tern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit er schuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die ed lern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz ver: drängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. Pflichten gegen uns selbst. 5. Der Geiz, so viel er dich erfrechen, der Sache, an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quålt durch Habsucht deinen Geist, er tödtet dein Gewissen, und zieht, durch schmeichelnden Gewinn, dich blind zu je: dem Frevel hin. die das Recht, verdammt, aus Habsucht, recht zu sprechen; und selbst der Tugend gröster Feind ers fauft an dir sich einen Freund. 6. Um wenig Vortheil wird dann schon der Mein eid aus dir sprechen; dein karger Sinn sucht an dem Lohn der Arbeit abzubrechen; aus Geiz wirst du der Witt wen Fleh'n, der Waisen Thränen widersteh'n. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frey zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst, um ein verächtlich Geld, ein Schmeichler, und die Pest der Welt. 283 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohls thuns Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zu Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater, und, aus Geiz, entziehst du dich den Kindern, und läßest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hin: 275. Du flagst, und dern; und glaubst, du hast sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, ge macht. 9. Hast du ein richter: liches Amt, so wirst du 11. Erhalte mich, o Gott, dabey, daß ich ge nügsam bleibe, und nim mermehr Abgötteren, als Knecht des Geizes, treibe. Ein weises Herz und que ter Muth sey meines Les bens größtes Gut! Mel. 46. Wo sind die Weisen ic. fühlest die Beschwerden des Stand's, in dem du dürftig leb'st; du strebest glücks licher zu werden, und sieb'st, daß du vergeblich strebst. Ja, flage, Gott erlaubt 284 Einzelne Pflichten. dir Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der 276. Sey zufrieden, Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last. mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, Alles wohl zu mas chen. 3. Gott ist der Herr, 2. Beydes, Erd' und Him Glück in Hoffnung seh'n; dieß ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lebre diesen Weg mich geh'n! Mel. 152. Warum sollt' ich mich dann 20. und seinen Segen vermel, preisen seine Macht; theilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du, zu denken, dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. Tag und Nacht, müssen sie beweisen. Senn' und Mond, das Heer der Sters ne, was sich regt, und bes wegt, lobt ihn, nah' und ferne. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier zeigen dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so kleines nentrågernen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in dee Heh', in der See, oder 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte, in tråger nen, Unzufriedenheit; besorge deines Stand's Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit! Bey Pflicht und Fleiß, sich Gott ergeben, ein ewig Pflichten gegen uns selbst. sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Blizz und Sturm preisen seine Stärfe. 7. Drůckte mich der Er denplagen finstres Heer noch so schwer, du, Gott, halfft sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhan den; deine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 285 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlas sen. Trau' dem Herrn, er hilft gern, und kann dich nicht bassen. 5. Sollt' ich ihn denn nicht erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel' ist sein Geschenke. Wird mir nicht Dank zur Pflicht, wenn ich dieß be denke? 6. Wie sein väterliches 277. Weit werther Sorgen Tag und Nacht für mich wacht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mir nicht, Gott, mein Licht, deine Huld verkündet. 9. Er wird deine Wüns sche stillen; heiße gut, was er thut, ehre seinen Wils len! Väterlich in allen Dingen ist sein Rath, jes de That muß ihm wohlges lingen. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. noch, als Hoheit, Ruhm und Schäße dieser Erden, soll dir, o Christ, das Eigenthum des guten Namens werden. Du wirkst mit je dem Augenblick durch ihn auf deines Nächsten Glück. 2. Gott wird ihn dir, wenn deine Pflicht dir heilig ist, verleihen, und ohne diese wirst du nicht dich seines Segens freuen. Wann långst vermodert dein Gebein, ziert er noch deines Grabes Stein. 3. Wer überall die Menschheit ehrt, den Nächs sten weiß zu schätzen, der wird auch dadurch seinem Werth ein bleibend Denkmal setzen. Dem folget 286 Einzelne Pflichten. Schande vor der Welt, der Andrer Werth in Schatten stellt. 4. Des guten Namens Eigenthum wird segnend dich begleiten, wird deines Herzens edeln Ruhm, als Beyspiel, weit verbreiten. Es schreckt, wenn er nur für dich spricht, auch der Verldumdung Gift dich nicht. 5. Willst du dich sei nes Segens freu'n; las laß Gottes Wort dir rathen! Sey wachsam! Fliehe nicht allein des Lasters Frevel thaten; du must dich alles Ernst's bemüh'n, auch selbst den bösen Schein zu flieh'n. Mel. 125. Vater unser im Himmelreich 2c. 278. Das Glück der Ehre, wie so groß scheint's Tausenden! Wie athemlos jagt alle Welt derselben nad), trågt gern unzählig Ungemach; will selbst nicht eiteln Schein verschmäh'n, nur um sich recht verchrt zu seh'n. 2. Auch Frommen ist der Beyfall werth, womit der Tugendfreund sie ehrt. Von Hütten bis zum Thron empor, leiht jeder gern dem Lob sein Ohr. Das Kind, den Jüngling und den Mann, spricht Andrer Beyfall freundlich an. 3. Allgútiger, das kommt von dir; du liebst mich, darum hast du mir den Ehrtrieb, der so stark sich regt, in meine Brust tief eingeprägt. Er soll mir Sporn zur Tugend seyn, mich deines Beyfalls stets zu freu'n. 4. Ach, nur zu oft ließ ich durch ihn mich auf verkehrte Wege zieh'n; das Lob des Unverstands galt mir weit mehr, als Ruhm, o Herr, vor dir. Das war nur meiner Blindheit Schuld, du aber trugft mich mit Geduld. 5. Von nun an sey mein höchster Ruhm, hier, als dein Bild und Eigenthum, mit höchster Ernst, zu aller Zeit, zu streben nach Vollkommenheit; durch Wohlthun Brüder zu ers Pflichten gegen uns selbst. freu'n, und meiner Pflicht|| der Welt mehr, als mein stets treu zu seyn! Nächster, nüße, wenn ich Verstand und Kraft weit mehr, als er, befize: bin ich dann besser schon? O, beydes kommt von dir, Verstand und Tüchtigkeit, und du erhältst es mir. 6. Gib, das mein Herz es nicht vergißt, wie ei tel Rubm bey Menschen ist; wie sehr oft Menschen lob sich irrt, wie leicht es uns entrissen wird, und doch gewissenlos oft macht, wenn die Vernunft nicht in uns wacht. 7. Wann Nuhmsucht mich betbören will, so laß, von Leidenschaften still, Gott, dann auf dein Gericht mich seh'n, wo denen, die vor dir besteh'n, einst so gerecht, als gnadenvoll, dein Lob und Beyfall werden soll. Mel. 165. O Gott, du frommer 2c. 287 3. Wenn mir ein größ's res Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigkeit mich mehr, als Andre, fegnet: berechtigt dein Geschenk mich dann zum Ulebermuth? Thu' ich mir nicht zuviel auf deine Huld zu gut? 4. Wenn ich, geehrt und groß, in hohen Würden stebe, und Andre unter mir auf niedrer Stufe sehe; wer machte sie gering, und wer erhöh'te mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würs 279. Herr, der du diger, als ich? Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein un verdientes Gut. Darum bewahre mich vor Stolz und. Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten übers heben? Was ich besitz', ist dein; von dir hab' ich mein Leben; zum Guten, das ich thu', gibst du nur das Gedeih'n. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! Einzelne Pflichten. Sorge für die Wohlfahrt wir an der Seele: Weisheit( Er- Grånze! kenntniß) Tugend und Seelenruhe.- Himmlis scher Sinn. 288 Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon. c. des Forschens 3. Weiß unser sterblich Auge gleich, durch selbst ers fund'ne Waffen, auch in der Wesen fernstes Reich sich Zugang zu verschaffen; und dringt vom Tropfen Thau empor, bis zu des Ostens gold'nem Thor' auf der Geschöpfe Leiter; wie oft bålt nicht des Forschers Lauf der ernste Zuruf, wars nend, auf:» Bis hierher und nicht weiter!« 280. Der Schwach heit Kinder, wallen wir durch dieses Erdenleben; beschränkt ist unser Wissen hier, mit allem Ringen, Streben nach boh'rer Wahrheit höher'm Licht; die volle Wahrheit wird uns nicht! 4. Ein endlicher Verstand In einen dunkeln Spiegel ermißt doch nie das ewig seh'n uns're schwachen Au- Wahre; kennt vieles nicht, gen nur; wie viele Wun- was sichtbar ist, und nie der der Natur sind uns verschloß'ne Siegel! das Unsichtbare; sein höchstes Ringen bleibt Versuch, und ein geheimnisvolles Buch sein eignes Seyn und Wesen; durchspäht auch ein Jahrhundert er das Buch der Wunder um sich her; es blieb' unausgelesen. 2. Schwingt forschend gleich des Menschen Geist zum Licht sich auf durch Ahnen; durchspäht der Ster ne Pfad' und weis't dem Blige seine Bahnen; er ringen wir, des Irrthums Spiel, auch hier schon mandhes Strebens Ziel und mancher Wahrheit Kränze! Wie oft steh'n, mit gesenk tem Haupt, des Lichtes, das uns schien, beraubt, 5. Und Menschentugend, wenn sie gleich den schöns sten Sieg errånge, an Edelthaten groß und reich, zum höchsten Ziele drånge; was ist sie, in der Wahr Pflichten gegen uns selbst. heit Licht', als die Erfül lung unsrer Pflicht, der Zweck des Erdenlebens? Wer nicht nach diesem Ziele strebt, der darf nicht sagen, daß er lebt; heißt Menſch und vergebens. 6. So laßt uns unser Angesicht demüthig nieder beugen! Sind uns're Tage stundlich nicht von uns'rer Ohnmacht Zeugen? Ist alles, was der Mensch erstrebt, sein Herz und seinen Geist erhebt, nicht Gottes Gnad' und Gabe? In ihm nur athmen, leben wir, des Lichts, der Wahrheit Quell strömt hier, durch ihn, uns schon am Grabe. 7. Nie wollen wir er füllter Pflicht uns prahlend überheben! Wie nach der Wahrheit höher'm Licht', laß uns nach Demuth stre: ben! Dem, der erkenn't, es bleibe viel ihm noch zu thun, wird nichts das Ziel, nach dem er strebt, entrúden; der Stolze, der's er: reicht schon glaubt, verliert die Kronen, die das Haupt der Demuth jenseits schmü den. 289 Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. 281. Dir, Quell des Lichts, der Seligkeit, dankt unser Geist das Ringen nach und Wahrheit menheit. Zu dir sich aufzus schwingen, das sollt' allein sein Streben seyn; drum gab ihm deine Liebe Vers stand und edle Triebe. 2. Der Wahrheit uners meßlich Meer kann nur dein strömt sie zu denen her, Blick umfassen; von dir die sie nicht flieh'n, nicht bassen. Auch nach der Zeit, in Ewigkeit wird jedem Menschenleben sie stets zu forschen geben. 3. Dein Ebenbild, den Menschen, weckt, vor allen Kreaturen, ein Drang, zu forschen, und entdeckt ihm deiner Weisheit Spuren. Er ist beglückt, und hoch entzückt, wenn's ihm ge lingt, auf Erden an Kennts niß reich zu werden. 4. Wahr ist's, es kostet uns viel Müh', ins Heilig, thum der Wahrheit hinein zu schau'n; wir seh'n es nie in der ersehnten Klars 19 290 Einzelne Pflichten. heit. So manches noch bleibt für uns doch verhüllt, bey'm besten Willen, uns Alles zu enthüllen. 5. Oft zieht den Geist in seinem Flug der Leib zum Staube nieder; auch Lei denschaft und Sinnentrug erinnern uns bald wieder, auf Erden sey nichts mån: 282. Was in mir gelfren, und das Vollkomm'ne wohne, Herr, nur an deinem Throne. 6. Gott, ohne dich, wie mancher Wahn wird uns in Fesseln halten! O, leit' uns selbst auf rechter Bahn, und wenn wir je erkalten im muth'gen Lauf'; so hilf uns auf, mit immer neuem Ringen zur Wahrheit durch zubringen. 7. Sie ist es werth, daß wir nach ihr, mit beißem Durst', uns sehnen. O, wel ches Opfer könnten wir für sie zu groß noch wähnen? Licht bleibet Licht, und der wird nicht sich wahren Heils erfreuen, der noch das Licht mag scheuen. 8. Doch hier ist Morgen: dåmm'rung nur; dort wer, den wir's ergründen, frohlo dkend, aller Wahrheit Spur im vollsten Lichte finden. Auf dieses Glück leit' un' sern Blick, daß wir dazu auf Erden, recht vorbe: reitet werden. Mel. 15. Kommt her, spricht Christus 2c.. forscht, was in mir denkt, hast du, mein Schöpfer, mir geschenkt; gib, daß ich dir's auch weihe! Von dir kommt Wissen und Vers stand; hilf, daß der Ga ben deiner Hand ich mich mit Demuth freu'e. 2. Ich ward, durch deiner Allmacht Ruf, das, was ich bin. Nicht ich erschuf mir meiner Seele Kräfte. Sie auszubilden, wer vers leiht, als du, mir die Ge legenheit, und Segen zum Geschäfte? 3. Wenn schnell und leicht und ohne Müh' mein Geist die Wahrheit faßt, laß nie mich Glücklichen verges sen: Gott schuf den Geist, Gott gab die Kraft; am Tage jener Rechenschaft wird er darnach mich messen. 4. Wer viel empfing, Pflichten gegen uns selbst. soll reiche Saat des Guten im Kleinen treu einst auf dem Lebenspfad', mit vollen Händen, streuen. Wer sicher schlummert, kårglich så't, der wird der einstens, ach, zu spät, was er versäumt, bereuen. Gott erhöh'n, wenn fes selfrey sein Geist zum Hims mel dringet. 5. Gott ist gerecht. Wer ohne Schuld mit Schwach heit kämpft, und in Geduld der Tugend Früchte bringet, den wird er war 6. Viel oder wenig sey mein Theil; nur laß durch Trägheit mich mein Heil," durch Stolz es nie verscherzen; laß mich nicht Arbeit scheu'n und Müh', und ach, Vermessenheit sey' nie im leicht bethörten Herzen! 1 Mel. Herr Jesu, Gnadensonne 2c. 283. e 291 - Laß mich den Aberglauben, o Vater, ihn mir das Glück nicht rauben, dein treues ernstlich scheu'n, Dich, Gott, und deine Lehren, von Kind zu seyn. Herzen zu verehren, sey meine höchste Pflicht. 2. Du hast des Lichtsentsagen, was der Verhienieden, weil du mein stand nicht lehrt, auf's Vater bist, mir soviel nur Ungefähr nicht wagen, was beschieden, als mir nicht die Vernunft empórt; so schädlich ist. Das thatest werd' ich weise handeln, du aus Güte; mit kind mit fluger Vorsicht wan lichem Gemüthe dank' ich deln, kein Spiel des Zus dir, Gott, dafür. falls seyn. 3. Gern will ich dem 4. Ich darf nicht alles 19* 292 Einzelne Pflichten. wissen, was deiner Weis heit Rath, nach heilig ho: hen Schlüssen, gewählt, geordnet hat; du läßt von deinen Zwecken durch Mit tel nichts entdecken, die Unvernunft erdacht. 5. Doch Wunder zu be gehren, aus thöricht fal schem Wahn, die mir Gott nicht gewähren, ich nicht verlangen kann, das heiß set zu vermessen mißken nen und vergessen, sey'st ein weiser Gott. du 6. Im kleinsten deiner Werke, o Vater der Na tur, entdeck' ich Huld und Stärke, und deiner Weis heit Spur; du, der die Welt regieret, und mich, als Vater, führet, lenk'st aller Kräfte Gang. 7. Auf dich nur laß mich bauen, und, frey von ei telm Wahn, dir, Gott, allein vertrauen, treu geh'n der Tugend Bahn; dann bebt, in dunkel'n Nächten, vor unsichtbaren Mächten mein kindlich Herz nicht mehr. 8. Ja, laß den Aber glauben mich, Vater, ernstlich flieh'n, ihn mei ne Ruh' nicht rauben, noch dir mein Herz ent zieh'n. Du, der mich stets beschützet, du weißt auch, was mir nůzzet; dir uns terwerf ich mich! Mel. 36. Christ, unser Herric. 284. Wenn jemals Zweifel auch in mir sich wider deine Lehren und ihren Ursprung, Gott, von dir, und ihren Werth empören; dann hilf, damit mir nicht dein Licht leicht sinnige Gedanken verduns keln, daß ich ihnen nicht nachhängen mög' und wans ken, und Herr, dein Wort verachten! 2. Wenn Stolz, und Lust zur Sund', und Spott, mit Zweifeln mich umstri den, dann stehe du mir bey, o Gott, daß sie mich nicht berücken. Ich will, sobald sie mir sich nah'n, schon darum alle hassen, weil sie mich reizen, deine Bahn abtrünnig zu ver lassen; will schnell sie un terdrücken. 3. Dann zeige mir die Pflichten gegen uns selbst. Tugend sich in ihrer gan zen Würde; dann laß mich seh'n, daß sie für mich kein Joch sen, keine Bürde! 285. Wer bin ich? Und würde sie's, wird sie doch leicht, wenn mich die Hoffnung stüßet, daß der Getreue, der nicht weicht, durch deine Macht beschiget, glückselig werden müsse. 293 4. Und zweifl' ich, aus Unwissenheit, aus Mißverstand der Lehren; so laß mich, Gott, mit Redlichkeit mehr Licht von dir bes gehren! Ich müsse dann mit Ernst und Fleiß nach mehr Erkenntniß streben, erweitern meiner Einsicht Kreis, und gern nach dem auch leben, was ich mehr einseh'n lerne. Welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht versteh'n; gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu seh'n. Wer sich nicht selbst recht fennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deis nem Preis; mein Leben nützlich anzuwenden, das väterlich Geheis. Doch leb' ich, als dein Eis genthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? ist dein 5. So werd' ich, Gott, mehr Wissenschaft, mehr Licht von dir empfangen, mehr Eifer auch, mehr Muth und Kraft, dem Gu ten anzuhangen; bis du, der du so gern mich hier vor Trug und Wahn bes 4. Du kennest unsers Her wahrest, in einem hellern zens Tiefen, die noch mir Lichte mir dich völlig offen selbst verborgen sind; drum barest, dich näher zu erlaß mich oft mein Innres kennen. prúfen, mich fragen: bin 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; beweis't es aber auch die That? Herr, öffne du mir das Verständniß, recht eins zuseh'n, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich vest im Glauben steh'! Mel. 82. Fürwahr, du bist, o Gott 2c. 294 Einzelne Pflichten. ich Gottes Kind? Gib, daß kein falscher Wahn mich trúgt, womit sich Mancher selbst belügt! 5. Kann der, der bey dem hellsten Wissen, des Her zens Zustand sich verhehlt, auf wahre Bes'rung seyn beflissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand. Drum mache mich mit mir bekannt! 6. Den wahren Weg zu meinem Heile entdeckest du, o Vater, mir; doch, daß ich, ihn zu wandeln, eile, bedarf ich Muth und Kraft von dir. Erleuchte mich mit dei nem Licht', so täuschen mich Verführer nicht. 7. Geh' ich noch) strau: chelnd auf dem Pfade, der mich zum wahren Leben führt, so hilf mir, Gott, daß deine Gnade mein Herz zu frommem Ernste rührt; gib mir zur Bes'rung Lust und Kraft. Du bist's, der Bey des in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O, laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr belfen kann. Hier mache mich zum Himmel flug, und frey vom schöden Selbstbetrug! Mel. 58. Freu' dich sehr, o 2c. 286. Gott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meines Herzens Ties fen, ach, entdecke sie auch treu dir in meinem Wandel mir; laß mich sehen, ob ich sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigens liebe sind die Gößen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reis ner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese nur allein erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht bloß das, was wir gethan, auch die Quelle siehst du an. Deine Liebe soll uns Pflichten gegen uns selbst. dringen, jedes Gute zu die Reue, die mein banges vollbringen. Herz betrübt; sey mir gnås dig, und verzeihe, daß ich dich nicht mehr geliebt. mache reiner meinen Sinn; lenk' ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allen dir, o Höchster, zu gefallen. 8. Laß, Herr, alle meis ne Werke Früchte deiner Liebe seyn! Sie erfülle mich mit Stärke, ganz mein Leben dir zu weih'n! Herr, ich bin dein Eigens thum, und es sey mein böchster Ruhm, daß ich hier schon auf der Erde deiner Liebe würdig werde. 295 trennen 4. Wie ein leichter Ne bel, schwinden meine Zu genden vor dir; ach, noch Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung mei ner Pflicht. Ohne, Gott, an dich zu denken, ließ ich mich von Selbstsucht lenken. 5. Ich gehorchte deinem Rechte, daß mir diese Folg: samkeit Huld und Gunst bey Menschen brachte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beyfall mich er hob, o wie süß war mir dieß Lob! Nurvon ihm ließ ich mich treiben, meiner Tugend treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich 287. Gott, der auch dich vergessen, dir, mein Gott, nicht dankbar seyn; deine Liebe nicht ermessen, mich nicht deines Beyfalls freu'n? Und was war denn mein Gewinn? Eiteln Ruhm nahm ich das hin, statt zu dir mich auf zuschwingen, ew'ges Lob mir zu erringen. 7. Sieh, Allwissender, Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. uns in's Leben rief, wie gut bast du in uns, wie tief den Grund zum höchsten Glück gelegt, und Drang darnach in uns erregt! 2. Groß ist die Würde, heilig, rein und ganz dir ähnlich, Herr, zu seyn; schön ist das Ziel, auf heil's ger Bahn, mich der Volls kommenheit zu nah'n. Einzelne Pflichten. 3. Doch seine Kraft, die Gott, führst du uns tågs Gott verlieh', kennt selbstlich neuen Freuden zu. der Mensch im Anfang' nie, 9. Vergib, o Vater, betritt ganz bülflos dieses wenn wir noch), gefesselt Feld der Bildung für die an der Schwachheit Joch, künft'ge Welt. des Fortschritts Freuden überseh'n, und zagend oft noch) stille steh'n! 4. Wenn den Geschöpfen nied'rer Art die Fähigkeit gegeben ward, was sie seyn können, bald zu seyn, und sich der vollsten Kraft zu freu'n: 10. Stárk' unsern Muth, wenn langsam gleich der gute Borsaß siegt, und zeig' dann, wann er sinken will, uns schon der Treue, des Beharrens Lohn. 5. Da steht er mitleids: werth und schwach selbst noch dem niedern Tbiere nach; und spåt und langsam zeigt sich nur des Gei stes höhere Natur. 11. Einst sollen wir, in Ewigkeit, zu höherer Volls kommenheit uns schneller schwingen; mache du uns tåglid) tüchtiger dazu! 6. Der Macht der Sinn lichkeit entreißt sich, erst nach langem Kampf, der Geist. Nur stufenbeise klimmen wir zum hohen Ziel' hinan, zu dir. 7. Im Wahrheitsfor: schen hält den Blick so mancher Wahn und Schein zurück; das Herz lernt erst, durch Irregeh'n und Fallen, vest im Guten steh'n. 296 8. Doch, o, wie hoch kann es erfreu'n, des Wachsthums sich bewußt zu seyn! Auf diesem Wege, Mel. 1. Es ist gewißlich an ic. 288. Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen, und in der Gnade kurzen Zeit, was du, befiehlst vollbrin gen. Wie würd' ich sonst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzus geh'n, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nah'n, erst, wann wir sterben sollen, zu dir Pflichten gegen uns selbst. mit allem, was sie in sich hält, mir deine Huld ersetzen. sich wenden, deine Bahn erst dann betreten wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort' bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. So laß denn auch auf Erden des Gei: stes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden! Gib dazu Weisheit, Lust und Trieb; kein Gut der Welt sey mir so lieb, o Gott, als deine Gnade. 4. Gewinn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was mir's? Nie kann die Welt, 289. Ernst ist der 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch noch im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Seelenfriede und ein Blick auf jenes Lebens Freuden. 297 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit edelm Muth' verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht' dereinst bes steh', sey meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trågs heit mich beschüßest, und mich, zur Treu' in dieser Pflicht, mit Kräften unters süßest? O, stårke mich mein Gott, dazu; so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. Mel.46. Wo sind die Weis sen 2c. Streit! Durch Kampf er rungen will jeder Preis der Tugend seyn; nur wer zum Ziele hingedrungen, kann sich der Siegeskrone freu'n. Hier ist der Kampfplatz jes der Zugend, das anges wies'ne Ulebungsfeld; hier, wo das Ulter, wie die Jus gend, wankt, strauchelt und gar oft auch fällt. 2. Schwer ist es, Lüste zu besiegen, die gern das schwache Herz genießt, das 298 Einzelne Pflichten. listig, den Verstand zu trů gen, schon wählt, eh' sich der Geist entschließt. Es strömt die Lust durch alle Sinne, sie überrascht, und fiegt geschwind. Schwer ist's, daß ich den Sieg gewinne, wo in mir selbst die Feinde sind. 3. Hier locken Beyspiel, Reiz und Triebe, die ganze schmeichlerische Welt; par thenisch wählt die Sinnen liebe nur das, was ihrem Hang gefällt. Die Tugend soll den måcht'gen Sinnen, dem Spott der Welt, der Eitelkeit, der Siege schwer sten abgewinnen; ein gros fer, aber edler Streit! dringe weiter bis zu des großen Siegers Thron! Er, aller Kämpfer Vorbild zei get, wie schón es ist, ges treu zu seyn, und ladet, wann dein Haupt sich neis get, dich zu des Himmels Freuden ein. 5. Verzage nicht, du edler Streiter, schwer ist dein Kampf, doch groß dein Lohn! Ermanne dich, und 6. O, folg ihm nach, dem Sieger, streite, damit auch du den Preis erringst, und, an des Ueberwinders Seite, Triumphgesänge fens ernd singst! Dert wehen nur der Sieger Palmen; hier übt die Zugend sich im Streit', dort tont dein Lied in ihre Psalmen, von Ewigs feit zu Ewigkeit. 4. Sie soll die feinsten Lieblingssünden, erregter Leidenschaften Macht, und böse Wünsche überwinden, 290. Mich selbst muß schon früh' im Herzen angefacht. Wahr ist es, ach! nicht leicht errungen wird hier der Kranz des Sieges seyn; und doch ist's Tausenden gelungen, die sich nun ihres Sieges freu'n. Mel. 37. Schwingt, heilige Gedanken 2C. ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn; das Gute zu vollbringen, die Sünden lust zu scheu'n, muß ich, mit edelm Muth', mich auf den Kampfplatz wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir's die Pflicht gebeut, mich ihm Pflichten gegen uns selbst. unterstützt mich hier? Da, Vater, kannst allein, zum eifrigen Bestreben, mir Muth und Kräfte geben, und mir den Sieg verleih'n. zu unterziehen; soll mit Ents schlossenheit auch, wo Gefahren sind, selbst die Ge fahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu' im Kampf gewinnt. 3. Wie schwer ist dieß Geschäfte der Selbstbeherr mir! Wie find meine Kräfte! Wer 291. Nicht, daß ich's 4. Laß mich aus Pflicht verachten strafbare Sinnlichkeit; für's höchste Gut nicht achten die Güter dieser Zeit; hilf jede Leidenschaft in ihrem Anfang dämpfen; als Christ sie zu bekämpfen, stårk'mich durch deine Kraft! 299 5. Mit Weisheit mich zu lieben, will ich stets wachsam seyn, mich vor den macht'gen Trieben des Eigennutzes scheu'n. Wenn Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berú: den; so hilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; will in dem ernsten Streit mich selbst nicht hin. tergehen; gib mir Entschloss senheit, und unterstütze mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Lüste dåmpfe: so sieg' ich, Gott, durch dich. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. schon errungen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend, ohne Bachsamkeit, verliert sich bald in Sichers heit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wann sein Nächs ster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in uns', rer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Zugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittſamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Herz für Tugend an. 300 WUR Einzelne Pflichten. 4. Oft ist die Aend'rung uns'rer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dampfst sie, doch du wechs felst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, du dienst der Wollust, fröhn'st dem Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neid's, der Schmahsucht Triebe erwed: ten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schránk'st dich ein, flieh'st nicht die Schmähsucht, nur den Echein. 6. Dudenk'st, weil Din ge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde dein Herz nichts verführen; doch je: des Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Von Rachsucht scheinst du dir befrent; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wall't auf, und dráut, und schilt so lieblos und so hart, als es vorher gescholten ward. 8. Oft denkt, wann wir der Stille pflegen das Herz im Stillen tus gendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du flich'st, geneigt zur Ruh' und Stille, die Welt und liebst die Eins samkeit; doch bist du, for dert's Gottes Wille, auch dieser zu entflieh'n bereit? Du hast zur Eifersucht nicht Hang; flieh'st du auch Unmuth? Müssiggang? 11. Du bist gerecht; wie? auch bescheiden? Liebst Mäßigkeit; wie? auch Ge duld? Du dienest gern, Pflichten gegen uns selbst. wann andre leiden; ver gibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sen nicht vermessen! Wach' und streite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat sei ne schwache Seite, die greift der Feind der Wohl fahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' über: all! das Böse zu vollzieh'n, scheu' mich, es zu bestreis ten, versäum', es flug zu flieh'n. 3. Gott laß mich eifrig streben, der Zugend treu zu seyn, aus Pflicht für fie nur leben, mich jedes Guten freu'n; laß mich es nie vergessen, daß auch der Fromme fällt, wenn er sich, zu vermessen, für völlig sicher hält. 4. Um auch die kleins sten Sünden, und ihren Reiz zu flieh'n, laß lebs Mel. 89. Herzlich thut mich haft mich empfinden, daß verlangen 2c. sie zu größern zieh'n; laß über meine Triebe mich 292. Wie schwach immer wachsam seyn, ers halt' von Sündenliebe Herr, meine Seele rein! 5. Hilf mir, bey den Gefahren der Welt und Eitelkeit, mein schwaches Herz bewahren, daß es sie weise scheu't. Nie will ich Schmeichler hören, die in ihr Netz mich zieh'n, zur Sünde mich bethören, dann schadenfroh entflieh'n. ist meine Tugend, wie leicht verirr' ich mich! Seit meiner frühen Jugend, wie oftmals fehlte ich! Zum Guten meist zu tråge, und sinnlich bis in's Grab, führt mich vom rechten Wege gar leicht Verblendung ab. 301 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meiner Pflicht; ich kenne wohl das Gute, doch, leis der, thu' ich's nicht. Leicht laß ich mich verleiten, 6. Mein Herz kann bald verzagen, bald wies der trogig seyn; hier, was es nicht soll, wagen, 302 Einzelne Pflichten. dort, was mir Pflicht ist, scheu'n. Von Eitelkeit be fangen, traut es sich selbst zu viel; bald bin ich hintergangen, und seiner Lüste Spiel. 7. ib, Gott, auch hier mir Schwachen Muth und Entschlossenheit, zu beten und zu wachen, daß mich kein Schritt gereut; hilf, daß ich bald bemerke, wann sich mein Herz ver irrt, und, stolz auf seine Stärke, selbst sein Verråther wird. 8. Dann werd' ich nicht erliegen, durch ernste Wachsamkeit werd' ich doch end lich siegen; auch in dem schwersten Streit' nie von dem Kampfplatz weichen, so sehr Gefahren droh'n; des Glaubens Ziel errei chen, mit ihm des Kampfes Lohn. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' ic. ත 293., welch' ein unschågbares Gut, ist doch ein gut Gewissen! Besitz' ich das, so hab' ich Muth, wann Andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 2. Gott, deines Bey falls mir bewußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in meis ner Brust, wer ist's, der mir dann schade? Ich ſeh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet deine Liebe. 3. Und ob ich auch oft Låsterung und Schmach hienieden dulde; so ist mir's doch Beruhigung, daß ich sie nicht verschulde. Weiß sich nur mein Gewiss sen rein, und meid' ich auch den bösen Schein: wirst du mich, Herr, bes schützen. 4. Ich sehe, mit Zus friedenheit, der künft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freudig keit auf allen meinen We gen. Wird gleich mein Werth oft hier verkannt, dort, in dem bessern Vas terland, wird einst die Wahrheit siegen. 5. Ja, meines Lebens Pflichten gegen uns selbst. schönste Zier sey stets ein gut Gewissen; es werde dieses Kleinod mir durch keine Sünd' entrissen! Gott, deiner Huld gewiß zu seyn, dein heilig Recht nie zu entweih'n, sey meine größte Sorge! 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme, ehren, und, ohne frommen Vorsatz nicht, auf seine Warnung hören! Und mahnt es mich an meine Schuld: so laß mich, Va ter, deine Huld, voll Reu' und Glauben suchen! 7. Durch deine Gnade stårke mich, und waffne meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie mit Absicht fehle! Denn nur, wer reines Herzens ist, hat immer dich, durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. Mel. 187. Dir, dir, Jehovah zc. 294. Wenn ich ein gut Gewissen habe, wie groß ist meine Seligkeit! Es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück schon in der Zeit. In Freud' 303 und Leiden gibt es hier die wahre Seelenruhe mir. 2. Ich bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und beilig ist; mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost bin ich, vor Gott zu treten, und als sein Kind, voll Freudigkeit, ihn, meinen Vater, anzubeten, der Schwachheit liebevoll verzeiht, und täglich neue Kräfte gibt dem, welcher ihn von Herzen liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfols gung, Låst'rung, Schmach und Hohn; denn des Ge wissens inn're Freuden sind süßer, als der Menschen Lohn. Und was kann hös her'n Trost verleib'n, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. So eil' ich denn, mit vestem Schritte, dem letzten meiner Tage zu, und fällt des Lebens morsche Hütte, so geh' ich ein zu wahrer Rub', weil dann mein Geist, der Gott gelebt, zum höhern Leben sich erhebt. 304 Einzelne Pflichten. 6. O Seele, darum feygends überschrey'n, stets beflissen, daß, bey unwan: würd' es mein Verfolger delbarer Treu', ein immer seyn. freudiges Gewissen dein Trost in diesem Leben sey. Und du, mein Gott, regiere mich; denn was vermag ich, ohne dich? Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. 295. Zum um Trost in allen Kümmernissen, zum Licht auf unbekannter Bahn, gab mir der Schöpfer das Gewissen; es zeigt mir jeden Irrweg an; es ist ein heiliges Gericht, durch das die Stimme Gottes spricht. 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden, und wäre Frevels mir bewußt, es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wår' in meiner Brust. Ach, jedes Kleinod gåb' ich hin, dem innern Vorwurf zu ent flieh'n! 3. Ob ich auch über Meere ginge, und eine grause Wüste mich, als 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann; sein Glück auf das Bes wußtseyn gründet, treu hab' er seine Pflicht ges than; der höher, als den Ruhm der Welt, ein freu diges Gewissen hålt! 5. Es lehrt mich, wenn ich schuldlos leide, Geduld auch in der größten Pein; ein dürftig Glück, die klein ste Freude, wird mir, mit ihm, Entzücken seyn. Der Friede wohnt in meiner Brust, bin ich mir Böses nicht bewußt. 6. Und einst, wann ich vollendet habe, wann Todesnacht mein Auge deckt; wohl meinem Herzen dann am Grabe, daß es kein innrer Richter schreckt! Dann, Trost der Unschuld, fübrest du mich einem ew' gen Frieden zu! Mel. 43. Gott ist mein Lied 2c. meine dort em Yeft pfinge; mein bec Gewissen 296. Besig' ich nur ließe sich doch nie und nire ein ruhiges Gewissen; so Pflichten gegen uns selbst. ist für mich, wenn Andre za zum Fall verschließen; und gen müssen, nichts Schrecks doch verschloß ich mir ihn liches in der Natur. nicht! 2. Dieß sey mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz, mit ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei get; wenn Gottes Geist es meinem Geist bezeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den höchsten Trost im Leben, sollt' ich für eitle Lust der Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, sich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch' Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 6. Welch' Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen; doch, Dank sey Gott! ich schützte mich. 305 7. Und welch' Gericht, mir selbst es sagen müssen: ich konnte mir den Weg 8. Was kann im Glück den Werth des Glücks er, höhen? Ein ruhig Herz versüßt im Woblergehen dir jeden frohen Augenblick. 9. Was kann im Schmerz die Pein der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 10. Was gibt dir Muth, die Güter zu verachten, wornach mit Angst die nies dern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größ're Gut. 11. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bey Gott. 12. Im Herzen rein, hinaufgen Himmel schauen, und sagen: Gott, du, Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann gróßer ſeyn? 13. Sieh', Alles weicht, und du wirst sterben müssen. Was wird alsdann dir deis 20 306 Einzelne Pflichten. nen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 14. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! 15. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Mel. 40. Es ist das Heil ic. 297. Wie mancher lebt, als wär' ihm hier sein ew'ges Heil beschie den! Er sinnt und sorget für und für, und fühlt sich nie zufrieden. Glanz, Macht und ird'scher Güter viel und eitle Freuden sind das Ziel, wornach er einzig trachtet. 2. Des Lebens tägliches Gewühl beschäftigt all' sein Denken, raubt ihm die Freyheit, sein Gefühl zur bessern Welt zu lenken. Sein Herz und Thun wird nicht bewacht; denn daß nur Tugend selig macht, bat er nie recht erwogen. 3. Pflicht und Gewissen wird verletzt, wenn böse Lust gebietet. Bald wird, wer seinen Gott nicht schågt, sich nicht vor Leichtsinn hú tet, ein Sklave seiner Leis densaft, schwächt und vers liert zuletzt die Kraft zu al lem wahren Guten. 4. Zwar hört er oft: » Glanz, Macht und Gut » und Freude wird vergehen. » Nur wer den Willen Got » tes thut, wird einst vor ihm bestehen.« Doch hat er nie gelegne Zeit zur Sorge für die Ewigkeit. >> Die Welt hält ihn gefesselt. 5. Auch denkt er wohl: wer überall sich kein Vers geh'n erlaubet, von frems dem Gut, in keinem Fall', nur das Geringste raubet, der bringt es in der Welt nicht weit, und hätte doch) Gelegenheit, reich und ges ehrt zu werden. 6. Ist's Wollust, oder Schwelgeren, die ihn zum Bösen dringet: so gibt er vor, Naturtrieb sey, was ihn zu Sünde zwinget. Das lúgt er; denn Ver nunft ist nur der Trieb Pflichten gegen uns selbst. der edleren Natur, und und die soll uns beherrschen. 7. Und schändlich ist's, darauf zu bau'n:» Bey Gott » sey viel Verschonen; er » werd' ein glaubiges Ver » trau'n gern mit Vergebung » lohnen.« So wird der Hei ligste verlacht, als bått' er ein Gesetz gemacht, um nicht darauf zu halten. 8. Drum weh' dem, der auf Christi Tod Bertrau'n und Hoffnung setzet, wenn er des Heiligsten Gebot ver säumet und verletzet! Denn er verspottet Gottes Rath, der uns durch ihn berufen hat, den Sünden abzusterben. 9. Vergeblich ist sein duß'res Thun im Lesen, Be ten, Singen. Denn dabey läßt er es beruh'n, will nicht nach Tugend ringen, die wahr und ungeheuchelt sey. Sein Gottesdienst ist Gleißneren, die nie der Höchste billigt. 10. So lebet, wer sein höchstes Gut in ird'schen Dingen findet. Doch Reich thum, Macht und hoher Muth und alle Freude schwindet; dann hat er 307 hier sein ganzes Theil, und erbet nicht das ew'ge Heil, das Gott nur Frommen schenket. 11. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz und ruhiges Gewissen; dann wird Entbehrune, und selbst Schmerz zum Heil mir dies nen müssen. Erhebst du mich zur Ewigkeit, so bin ich, Vater, dann bereit zu höhern Geistesfreuden. Mel. 491. Welt, ade, ich bin dein 2c. 298. Warum wohne dieß heisse Sehnen nach stets höher'm Glück in mir, und entlockt mir so viel Thränen, immer unbefries digt hier? Warum ring' ich so vergebens nach voll kommnem Glück des Les bens? Soll die Hoffs nung, mir zur Pein, im Genuß' nur Täuschung seyn? 2. Zahllos hast du deine Gaben, Gott, auf Erden ausgestreut! Sie sind Leib und Geist zu laben, reich an Mannigfaltigkeit. Süße Freuden soll dem 20* Einzelne Pflichten. Leben deine ganze Schóder reinen, namenlosen pfung geben, wirksam soll, uns zu erfreu'n, Kunstfleiß und Gesellschaft seyn. Seligkeit; einst wird sie auch uns erscheinen, nach vollbrachter Pilgerzeit. Uns ermüdet Gutes üben, un aufhörlich Menschen lieben, dieß ist deine Seligkeit; mach' auch uns dazu bereit! 3. Warum wird nun, im Genusse, dieses Herz doch nimmer satt, wenn's auch bis zum Ueberflusse Freuden dieses Lebens bat? Warum müssen deine Gaben Reiz nur in der Ferne haben? Warum sink', im vollsten Gluck', ich zum Mißmuth oft zurück? 7. Laß mich froh und standhaft wandeln, wie es dir, o Gott, gefällt; nur, wie du gebeutst, zu handeln, sey mein Ziel in dieser Welt. Folg' ich findlich deinem Willen, wirst du all' mein Seh nen stillen; alle, welche dir vertrau'n, sollen, was sie hoffen, schau'n. 308 4. Doch was flag' ich? Vatergüte winkt mir, Sinnenlust zu flieh'n, mein leicht irrendes Gemüthe nüchtern davon abzuzieh'n; meinem Geiste Seligkeiten durch die Zugend zu bereis ten, deren Reiz und höchsten Werth Reu' und Eckel nie verzehrt. 5. Ist mir's nicht, Gott, dir zum Preise, unaussprechlicher Gewinn, daß ich in dem Tugendfleiße steten Wachsthums fähig bin? Rastlos diesem nachzustre ben, für die Tugend nur zu leben, ihrem Dienst' mich ganz zu weih'n, das soll meine Freude seyn. 6. Ewig wohnst du in Mel. 15. Kommt her, spricht Christus ic. 299. Von on dir, 0 Höchster, kommt die Lust, der rege Trieb in meiner Brust, beglückt und froh zu leben. Um Licht und Weisheit bitt' ich dich; o lehre du, mein Vater, mich, nach wahrem Wohl zu stres ben. 2. Stets heilig sey mir dieser Trieb; doch dein Ges bot auch stets so lieb, daß Pflichten gegen uns selbst. ich mein Wohlergehen nur|| Herz bemüh'n, die schnöde such' auf jenem sichern Lust der Sünde flieh'n, und Pfad', den mir dazu dein nur der Tugend leben. weiser Nath von Ewigkeit ersehen. 3. Untrüglich ist nur dein Verstand, nur dir ist ganz genau bekannt, was Noth, was Heil gebieret; mich aber täuschet falscher Wahn, ich seh' noch oft als núßlich an, was mich zum Elend führet. 4. Drum laß mich nicht dem Scheine trau'n, und niemals, um mein Glück zu bau'n, blos, was mir gut dúnkt, wählen! Herr, dein Wort sey auch hier mein Licht; denn folg' ich dem, so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. mir, den ſchiednen Werth der Güter, die der Mensch begehrt, recht einseh'n und bedenken, und meine größte Emsigkeit auf das, was ewig mich erfreut, mit weiser Sorgfalt lenken! 309 6. Verleih'st du diese Weisheit mir, so werd' ich auch vorzüglich hier nach deinem Beyfall stre: ben; mich um ein reines 7. Dann wird mich wahs res Glück erfreu'n; beruhigt wird mein Geist dann seyn in meinen Pilgertagen. Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Liebe nicht, All. gútiger, versagen. 8. Ich gehe dann den eb'nen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und mich in alle Ewigkeit kein Unfall mehr berühret. Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. 300. Wie des Lebens Freuden auf flieh'n, flieh'n, schnell Sturmes Flügeln; jetzt in Jugendschöne blüh'n, bald von Todtenhügeln überdeckt, nichts sie weckt; denn der Sehnsucht Flehen schafft kein Wiedersehen! 2. Winkt der Freude Vollgenuß dem entzückten Herzen, ach, dann nahet schon Verdruß, und es 310 Einzelne Pflichten. brangen Schmerzen sie zu rück, unser Blick sieht des Glückes Sterne kaum noch in der Ferne. 3. Wie der Ehre Ruf ertont; wie der Hobeit Schimmer jetzt so mancher knechtisch fröhnt, wie des Goldes Flimmer, Sinnen luft in der Brust, alles hier bewegen, und zum Kampf' erregen! 4. Doch, des Todes Stunde hallt, und des Leibes Glieder neigen fühllos, starr und kalt, sich zum Grabe nieder; in der Gruft Moderduft sie in Nacht ver húllet, und den Sarg erfüllet. 5. Nackt, wie deiner Mutter Schoos du dich einst entwunden, geh'st du wie der arm und blos; dann ist hingeschwunden alles Glück deinem Blick'; Sin nenlust und Freuden müssen von dir scheiden. noch nicht das Leben, das mir Gott will geben. 7. Nur, was göttlich ist, besteht, sinket nicht zum Grabe, ewig ist es, und vergeht nicht, wie Erdenhabe; göttlich heißt auch mein Geist, lebt für Ewigs feiten, nicht für Erdens Zeiten. 8. Dieser reine Gottes finn, der mich hier beglücket, alles folget mir dahin, was den Geist entzücket; Wahrs heit, Licht, sterben nicht, und die heil'gen Triebe frommer Menschenliebe. 9. Sie, die mir so theuer war, jeder Tugend Freude, ruht nicht auf der Todtens bahr', nicht im Sterbekleis de, bleibet mir, wird von hier, auf des des Geistes Schwingen, hin zum Va ter dringen. 10. Wo, in ewig hellem Licht', der Gerechte wohnet, und ein heiliges Gericht gute Thaten lohnet; müß 6. Hier, wo die Versen Noth, Schmerz und gånglichkeit über Gräbern Tod, Angst und Klage flies stehet; wo so schnell ein ben, Siegeskränze blühen. Hauch der Zeit jedes Glück verwehet; hier ist Noth, Schmerz und Lod, hier 11. Das nur soll mir heilig seyn, was mir ewig bleibet; Erdengüter sind Pflichten gegen den Nächsten. nicht mein, was im Grab re nie, noch spott', des zerstäubet, folgt mir nicht; Tugend, Licht, sie allein nur gelten dort in schöner'n Welten. geistig Armen, wie sehr auch er verblendet sey; bist du denn ganz von Irrthum frey? Pflichten gegen den Nächsten.- Allgemei ne Pflichten. Achtung und Liebe. el. 141. Machs mit mir, Gott 2c. 301. Im Menschen welchem Volk und Land er möge angehören, sollst, weil er dir als Mensch verwandt, du deinen Näch sten ehren. Er ist es nicht als Christ allein, nein, auch der Nichtchrist soll dir's senn! " 2. Nicht höhnen ihn wenn falsch auch ist das, was er glaubt; ihn lieben, trotz seinem Irrthum, das, o Christ, ist Pflicht. frey ihn üben, wovon er überzeugt sich hålt, und wår' es auch durch Wahn entstellt. Laß 311 3. Frag' nicht erst kalt: was glaubst du? wie? um fein dich zu erbarmen. Den schwachen Bruder ärge 4. Doch ward dir der Erkenntniß mehr, so such' fie zu verbreiten, und deine Brüder um dich her zur Wahrheit hinzuleiten. Die Wahrheit siegt durch eignes Licht; drum überliste, zwinge nicht! 5. Hast du ein reiner's Licht, so sey beslissen, vor Gefahren des Irrthums und der Zäuscheren es sorge sam zu bewahren. Du sollst den Irrwahn, průfend, flieh'n; doch sen auch duldsam gegen ihn! 6. Dir ward Vernunft, das höchste Glück, das gröste Gut des Lebens, und deines Geistes hellen Blick schärft Gott dir nicht vergebens; du sollst dem Irrthum widersteh'n, nur vorwärts, nie zurücke geh'n. 7. Doch müsse nie dein hell'res Licht zum Stolze dich bethören! Die wahre Weisheit bläht sich nicht, will anspruchlos belehren, und theilt vom Sieg, den Einzelne Pflichten.bi sie erstritt, auch Andern| wir schon in dieser Welt gern die Früchte mit. redlich thun, was ihm gefällt. 8. So schüge denn vor Trug und List die anerkannte Wahrheit! Sey nicht dem Namen nach blos Christ, sey's wirklich; streb' nach Klarheit, und übe, was dir Wahrheit ist; erst dann bist du ein echter Christ. 312 4. Und wir sollten uns entzwey'n? lieblos uns einander hassen, und, zu unſ rer eignen Pein, uns von Groll beherrschen lassen? Wer kein Freund des nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Mel. 110. Jesus, meine 3u- Gottes Hand zum voraus versicht 2c. vor Undern haben, Anseh'n, Reichthum, hoher Stand, 302. Allen Menschen Leibeskräfte, Geistesgaben; und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: euern Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Christen, was bier Gott gebeut, sey uns hei lig allezeit. 2. Wir sind Bürger Eis ner Welt, sind nur Eincs Leibes Glieder, welchen Gottes Macht erhält, Kin der Eines Vaters, Brüder, die der ew'gen Liebe Ruf alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen gleich gege: ben, und auch Eine Hoff nung nur, Hoffnung auf ein beß'res Leben, wenn alles dieß befrent uns nicht von der Menschenlie be Pflicht. 6. Nein, die Mannigfal tigkeit uns'rer Gaben soll uns lehren, búlfreich, in Geselligkeit, eins des Andern Wohl zu mehren. Jeder soll, nicht sich allein, auch den Brüdern nützlich seyn. 7. Nach dem dir ver trauten Pfand messen sich auch deine Pflichten; gab Gott viel in deine Hand, hast du viel auch zu ente richten; doch nicht blos, was du gethan, auch den Willen sieht er an. Pflichten gegen den Nächsten. 8. Dein Erlöser sagt es dir:» Wer hier der Ge» ringsten Einen pflegt, » der thut es ſelber mir, » denn ihr alle send die » Meinen! Mancher, den » die Welt nicht ehrt, ist vor » Gottes Augen werth!«<9. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, daß an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehme, freudig übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie Christus uns erklärt. 10. Ihm, dem Heiland, deinem Sohn, der für uns sogar sein Leben, unter Leiden, Schmach und Hohn, willig einst hat hingege ben, Jesu laß uns ähnlich seyn, uns, wie er, der Liebe weih'n. 313 spricht: ich liebe Gott, und hast doch seine Brů: der, der treibt mit Got tes Wahrheit Spott, und tritt sie, frevelnd, nieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Näch sten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Gús ter hat, und sieht die Brüs der leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleis den, der sündigt an der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäh't, und gern fie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeb't, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Berleumder widerspricht, der liebt auch seinen Brus der nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß, den nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, cus Eigennuß, aus Weichlichkeit Mel. 141. Machs mit mir, ihm nüßet, nicht aus Ges horsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächs Gott 2c. 303. So jemand sten nicht. S. 5. Wer harret, bis, ihn anzufleh'n, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Armen beyzusteh'n, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, was 314 Einzelne Pflichten. ihm gebricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 6. Wer Nied're, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf quålet, und, obne Nachsicht, straft und stürmt, sobald sein Näch: fter feblet: wie bleibt, bey seinem Ungestum, Gott, beine Liebe wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht, mit Rath undThat, nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du ver: magst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch, bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszu üben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 9. Vermindert diese Nei gung sich, und droht sie, zu erschlaffen, dann sprich: die Liebe selbst hat mich zu ihrem Bild' erschaffen! Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein, und, dir gleich, soll ich gútig seyn! 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Ei nes Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Näch ster ist sein Kind, wie ich. 11. Wie mein Heil, soll der Brüder Heil mir stets vor Augen schweben. Durch Jesum ist uns allen Theil an Gottes Huld gee geben. Wer Mensch heißt, ist auch Gottes Kind; bin ich denn mehr, als Andre sind? 12. Du schenkst mir tågs. lich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Ge duld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht vers zeib'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was wir den Brüs dern hier gethan, guch Niedern und Geringen, sieht Jesus als ein Opfer an, daß wir ihm selber bringen. Wie könnt' ich sein Verehrer seyn, und ihn in Brüdern nicht erfreu'n? 14. Ein strenges, doch gerecht Gericht wird über Pflichten gegen den nächsten. 315 sey, Gott, dir gethan! den ergeben, der nicht was ich Brüdern thu', das barmherzig ist, der nicht eilt, Brüdern beyzustehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist! 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durs stigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Aug' Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund, im Kummer, Andre stårkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Gott, unbemerkt. Mel. 165. Gott, du from mer ic. 304. Gib mir, o Gott, ein Herz, das je den Menschen liebet, bey Andrer Wohl sich freut, bey Andrer Noth betrübet; ein Herz, das Eigennut und Neid und Härte flieh't, und sich um Andrer Glück, wie um sein Glück bemüht. 2. Erblick ich Dürftige, so laß mich liebreich eilen, von dem, was du mir gibst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb', nur angestaunt zu seyn, und mich verehrt zu seh'n, nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dieß sey mir Got tesdienst! auch unbemerkt von ihnen, den Nebenmens schen gern mit Rath und That zu dienen. Mich trei be nicht erst Dank zu mil der Wohlthat an; nein, 5. Sucht Bosheit irgends wo den Frieden zu vernich ten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten; aus Schmähs sucht stóre nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühde Fehler zu! me sein Verdienst, und des 6. Laß, Gott, das Böse mich mit Bösem nie vergels ten. Still, duldsam will ich seyn, wenn Andre dráu'n und schelten. Gib, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen, mit eingeschränktem Blick, bey meinem Nächsten sehen! Noch inniger soll Einzelne Pflichten. mich sein ewig Glück ers|| glücklich nur, und bestimmt freu'n, noch mehr sein See lenheil mir angelegen seyn! zur Tugend Alle, die zu Einer Seligkeit schuf des Vaters Gútigkeit? 8. Den, der im Guten wankt, zu leiten und zu stårs ken; den, der noch sicher ist, ben seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuzieh'n, dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemüh'n! 9. Ja, heilige du selbst, o Herr, mein ganzes Leben, der Menschenliebe mich von Herzen zu ergeben! Wen nicht des Nächsten Wohl, wen nicht sein Kummer rührt, der ist nicht werth, daß er den Christennamen führt. 316 Mel. 168. Ach, was soll ich Sünder c. 305. Sollten Men fchen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer seyn; follt' ich sie nicht gern ers freu'n? Sind nicht alle Christen Glieder dessen, der für Alle starb, Allen Selig keit erwarb? 2. Eines Vaters Kinder Alle; Alle schwach schon von Natur, durch Verbindung 3. Meine Brüder sollt ich bassen, lieblos, unbarms herzig seyn? meinem Feinde nicht verzeih'n? keine Schulden ihm erlassen? und der Herr erläßt mir doch meine Schuld, und trägt mich noch. 4. Ja, du, der für Ue belthäter um Vergebung bat, die Last, welche du getragen hast, war die doch warst du von Rache Schuld der Uebertretter; fern, duldetest, vergabest gern. 5. Wenn mein Herz vom Hang zur Sünde hin gerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach entbrennt: hilf dann, daß ich überwinde meinen Haß, und laß mich seh'n in den Tod für uns dich geh'n; 6. Wie dir deine Thras nen flossen, als dein Aug' um mich geweint; wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergoßen; wie du in der Pflichten gegen den nächsten. Todesangst, im Gebet' für Mörder, rangst. 7. Dringe dann zu mei: nen Ohren, Wort des Herrn.» Ich liebte dich; » wer den Bruder liebt, » liebt mich, wer nicht liebt, » der ist verloren. Gott ist » Liebe, Gottes Kind wird » dem Bater gleich gesinnt« 8. O, so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanft: muth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, daß ich lauter, redlich, treu, mild, und gern versöhnlich sey. 9. Ja, euch alle, Christi Glieder, unsers Haupts, der für uns starb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreu'n, wohlthun dulden und verzeih'n. Mel. 430. Aufersteh'n, ja aufersteh'n 2c. 306. Lieblich ist es, Lieblich ist es, wenn der Eintracht Band, hier in dem Prüfungsland 1 uns All' umschlin get, die Jesus Christ einst bringet in's Vaterland. 317 2. Wie der Thau ein durres Land erquickt, wenn Sonnenglut es drückt, so spendet Segen auf allen unsern Wegen die Liebe uns. 3. Drum so falle denn des Hasses Wand, die hier und da noch stand, und Brüder trennte; du, Gott und Vater, sende uns Jesu Sinn! 4. So wie er zu uns, den Seinen, sprach:» Ihr » Lieben folgt mir nach, send » eins gesinnet, und liebt » euch, ihr gewinnet das » Himmelreich«! 5. So sen es bey uns in Wort und That, daß, auf des Lebens Pfad, er, uns zur Seite, als Führer uns geleite zur Seligkeit. 6. Und das Reich der Himmel wird sich nah'n, das wir nur hoffend sah'n in höhern Welten, ad), weil uns hier so selten ſein Geist erfüllt! 7. Nur wenn seiner Wahrs heit Licht uns scheint, und Liebe uns vereint, blüh'n hier uns Freuden und jens 318 Einzelne Pflichten. seits Seligkeiten im Ba terland. 8. Drum soll uns vers einen Christi Sinn; belebe, stårke ihn, daß er nicht weiche aus deines Sohnes Reiche, du Herr und Gott! Mel. 47. Aus tiefer Noth c. 307. Sab ich der Dinge tiefsten Grund, und sprach' mit Engelzungen; macht' ich der Zukunft Thaten fund; versetzte, ganz durchdrungen von Glau benskraft, auch Berg' in's Meer, und kåm' das nicht aus Liebe her; so wär's für mich vergebens. ist sie fern, und rühmt die guten Thaten gern, die sie am nächsten findet. 4. Auch guten Willen sieht sie an, beschämet nicht den Schwachen. Die Hoffnung eignen Vortheils kann sie niemals wankend machen. Sie zürnet nicht; auch selbst im Scherz bes trübt sie nicht des Nächsten Herz; zum Besten kehrt sie Alles. 5. Wo Laster, stolz, das Haupt erhebt, da trauert still die Liebe; sie freut sich deß, der eifrig strebt, daß er die Tugend übe. Nur bey der Wahrheit wohnet sie; des Nächsten 2. Gåb' ich mein ganz Schaden sucht sie nie; sigt Vermögen hin zum Opfer nie im Rath der Spötter. für die Armen; ich hätte 6. Die Liebe trägt den deffen nicht Gewinn, that'| Schwachen gern, glaubt ich's nicht aus Erbarmen.willig alles Gute; scheint Ja, stürzt' ich mich mit Heldenmuth, gleich) Mår: tyrern, in Feuersglut; umsonst wär's, ohne Ziebe. oft die Hülfe noch so fern, sie hofft mit starkem Mu the. Droht ihr ein Leiden, ohne Schuld, auch das erträgt sie mit Geduld, und niemals wird jie måde. 3. Die wahre Lieb' ist sanftmuthvoll, ist schonend und gelinde; sie meidet Bitterfeit und Groll, und deckt des Nächsten Sünde. Von Neid und Mißgunst 7. Wann endlich jede Wissenschaft, wann Alles hier vergehet; wann dort, Pflichten gegen wo Gott ein Neues schafft, kein Stückwerk mehr be: stehet; währt Liebe doch nach dieser Zeit, und bleibt in alle Ewigkeit des Him mels größte Tugend. 8. So gib denn Kraft, zu lieben, mir, du Schöpfer guter Triebe! Mein ganzes Herz gehört nur dir; erfüll' es ganz mit Liebe! daß ich, Gott, über Alles dich, und meinen Nach sten, gleich als mich, nach Jesu Vorbild, liebe. den Nächsten. uns ja! Und in jedem Mens schen finden wir uns selber fern und nah. Alle haben unser Blut, Allen ist der Schöpfer gut, Allen gibt er seine Gaben; Alle will er selig haben, 319 308. Ah, den warden nie die Augen ben des Bruders Leiden naß, der sein Leben läßt verrauchen unter Groll und Menschenhaß. Steinern ist sein faltes Herz, niemals sah' er himmelwärts; nie hat er, in frohen Stunden, guter Men: schen Glück empfunden. 2. Liebe soll uns alle bin: den; denn Ein Vater schuf 3. Sollen wir die Ban de lösen, die der Herr uns halten hieß? Nein, dieß wagen nur die Bösen, nur Verruchte können vieß. Uns vereine immerhin ves ste Treu und Brudersinn, daß nur Segen auf uns walte, und ein Arm den andern halte. Theilnahme an Anderer Schicksalen, und 4. Aller Menschen Va Fürbitte für sie.( Wister! hóre, wenn wir dichy der den Neid.) um Beystand fleh'n, nach Mel. 96. Werde munter, mein der liebevollen Lehre deis Gemüthe 2c. nes Sohns einherzugeh'n. Sie ist måchtig und ges beut Sanftmuth, Duldung, Einigkeit; ruft uns auf zu edeln Thaten, heißt uns retten, trösten, rathen. 5. ltnd, was dein Ges fandter lehrte, that er auch, zu Aller Glück. Keiner sets ner Brüder kehrte ohne Trost von ihm zurück. Ja, es liebte Niemand mehr half so gern, so schnell, wie er. Liebe drang ihn, 320 Einzelne Pflichten. selbst das Leben, ohne Murren, hinzugeben. 6. Seinem Beyspiel nach zukommen, Christen, das sen uns're Pflicht! Wer es nie in Acht genommen, kennt der Menschen Va ter nicht. Lauter, thätig, allgemein, starf muß unfre Liebe seyn; dann nur können wir auf Erden Gottes echte Kinder werden. uns mit einem liebevollen Herzen ihm entgegen geh'n; auch dem Bruder, welcher bier anders denkt und glaubt, als wir, freunds lich uns're Hånde reichen, dir, o Gott der Liebe, gleichen! 10. Einst, wann dieſe Welt uns schwindet, Va ter, bleibt die Liebe doch. Sie beseligt, sie verbindet uns in deinem Himmel noch! Wer in ihrem Dienst' besteh't, erntet dort, was er gesa't; ist von aller Noth entladen, und ihm folgen seine Thaten. 7. O du Gott der Liebe, leite uns, zu thun, was dir gefällt! Wohlthun sey des Menschen Freude; Liebe sey das Band der Welt! Jeder wende, wo er kann, willig seine Gaben an, daß nicht Jemand Mangel habe, Niemand karg sein Pfund vergrabe. 8. Send' uns Kraft und 309. Wie wohl ist Muth und Willen, Segen um uns auszustreu'n; Ar men ihre Noth zu stillen; der Verfolgten Schuß zu seyn! Laß uns gern zu je: der Zeit, ohne Stolz und Eitelkeit, unfrer Brüder Glück erhöhen, und nicht falt vorüber achen. 9. Aller Wohlfahrt laß uns wollen, selbst dem Fremdling beyzusteh'n, Mel. 91. Begleite mich, o Christ 2c. mir, wenn, mit Erbarmen, ich meiner Brüder Elend seh'! Wie wohl ist mir, wenn ich dem Armen mit Hülf' und Rath entgegen geh', wenn seiner Freude stille Záhre dem, der durch mich ihm half, zur Ehre, von seiner bleichen Bange fließt; wenn dann mein Herz die süßen Freuden beymAnblick weggeschwund Pflichten gegen den Nächsten. ner Leiden, des Wohlthuns Freuden auch genießt. 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken, und Menschen fröhlich machen kann! wenn der, den schwere Lasten drú den, durch mich Erleichterung gewann; wenn, mit der Sanftmuth Sinn und Mienen, ich armen Brů dern, die mir dienen, das Loos versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst verkenne; Erholung ihren Kräften gönne, und, nach der Arbeit, süßen Schlaf. 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dem Kranken, der unter Angst und Schmergen ringt, wo sein Vertrau'n beginnt zu wanken, ob sein Gebet zu Gott auch dringt; wenn ich ihm treu entgegen eile, sein Elend willig mit ihm theile, ihn tröst' in seiner Einsamkeit; ihm seiner Armuth Jammer mindre; ihm seiner Wun- 321 4. Wie wohl mir, wenn verwaisten Kindern ich Vater werde; wenn ich sie der Noth entreissen, wenn ich mindern ihr Elend kann, sie weis erzieh'; wenn ih rem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold sind; ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt, wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverlaß'ne in der Hütte so werth mir, als der Reiche, ist! 5. Du schufft zum Menschen mich; erhalte, mein Schöpfer, stets den Sinn in mir, daß meine Liebe nicht erkalte, durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Nichts laß mir die Ems pfindung nehmen für Men, schenwohl, und nie mich schämen des Mitgefühls bey fremder Noth. Dein Beystand sey, wie ich den Armen mit Hülf' erfreue, voll Erbarmen, mit mir auch, wenn mir Elend droht. den Schmerzen lindre sein Händedruck ist Selig- 310. Gib, Gott voll keit! Lieb' und Güte, den Trieb in mein Gemüthe, mich fremden Glücks zu freu'n! Bey meines Nächsten 21 Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 322 Einzelne Pflichten. Schmerzen, laß fern von meinem Herzen der Bos heit wilde Freude seyn! 2. Auf Andrer Wohl ergehen, mit Wohlgefallen, sehen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen, dem Nächsten Kräns tung machen, ist teuflisch böser Hohn und Spott. 3. Wer überall der Gas ben, die Andre von dir haben, mit gleicher Lust sich freut, der ist, nad deinem Bilde, barmherzig, gútig, milde; fühlt hier schon Himmelsseligkeit. die Gaben, die ich und Andre haben; mit Weiss heit hältst du Haus, und theilst uns Menschen allen, nach freyem Wohlgefallen, mit Weisheit deine Güter aus. 7. Ein neidisches Ge müthe greift dich und deis ne Güte, mit Unmuth, tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde! wenn ich mich unterwinde, zu meis stern das, was du gethan. 8. Mich selbst nur wür be stehlen, der Neid in de quälen, mir meine Rus meiner Brust. Herr, mas dhe mir dieß Laster je mehr und mehr verhaßter! Auch Andrer Glück sey meine Lust. 4. Der Stolz, die Eigen liebe, sind freylich macht' ge Triebe, des Andern Wohlergeh'n, und was du ihm hienieden des Guten mehr beschieden, mit scheelen Augen anzus ſeh'n. 5. Jedoch du hilft mir 311. Solle ich den Sout ich nur kämpfen, hilsst Neid und Mißgunst dämpfen, wenn wachsam bin. Wenn ich auf Jesum sehe, um deinen Beystand flehe, lenkst du mein Herz zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, Mel. 96. Werde munter, mein Gemüthe 2c. beneiden können, den Gott mehr, als mich, beglückt? oder ihm die Leiden gön nen, die der Herr ihm zugeschickt? Sollt' ich je so grausam seyn, fremden Unglücks mich zu freu'n? hämisch Andrer Noth vers Pflichten gegen den nächsten. mehren, und ihr Glück, aus Mißgunst, stören? de schon mein Geist entehrt. Wenn ich sein geringstes 2. Nein, so würd' ich Weh' nur mit Schadens ein Empörer in dem Reisfreude säh': würd' ich schon che Gottes seyn; stürzte, mein Herz entweihen, mich als ein Ruhestörer, mich des Höchsten Huld nicht in eigne Noth und Pein; freuen. wäre nicht des Glückes werth, das der Herr auch mir bescheert; ja ich wür: de selbst mich hassen, und den Weg zum Heil ver lassen. 5. Nein, mit Sorgfalt will ich wehren jedem Drang der Leidenschaft; nimmers mehr soll sie verzehren meines Lebens Lust und Kraft. Treulich will ich mich bemüh'n, Neid und Mißgunst stets zu flieh'n; will mit Fröhlichen mich) freuen, Traurigen mein Mitleid weihen. 3. Drum will ich, mit Ernst, erwägen, daß wir alle Brüder sind; auch mein Nächster fleht um Segen, und auch er ist Gottes Kind; ja, wie sehr sich der ents ebrt, der, von niederm Neid emport, seinen eige nen Werth verkennet, und kein Glück dem Nächsten gönnet. 6. Schenke du mir, Gott der Liebe, Mitge fühl für Jedermann, daß ich mich, aus reinemTriebe, Andrer Glückes freuen kann! Hilf mir, daß ich, liebevoll, Andrer Noth, so wie ich soll, thätig mir zu Herzen ziehe, und zu lindern mich bemühe! 4. Wollt' ich je die klein sten Freuden, die er mehr, als ich, erfährt, lieblos ihm, auch nur beneiden; würMel. Herr Jesu Christ, dich zu uns it. 323 312. # 4 Für piir unfre Brüder beten wir, o Vater, 21* Einzelne Pflichten. ↓ ↓ o p q r p t wie für uns, zu dir; gib, der du aller Vater bist, 19 ## gib Jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir bringen wir, ben werde treu und vest, Herr, Lobgesang, Anbe: wer, Gott, von dir sich tung, Ehre, Preis und führen läßt. Dant, der du auch uns're Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes gibst! 7. Entreiß' des Lasters Tyranney die Sünder, Gott, damit sie, frey, nur deine heil'gen Pfade geh'n, und einst in dem Gericht besteh'n! 324 3. Dank, daß du ihrer auch gedenkst, durch Jesum ihnen Hoffnung schenkst; zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft! 4. Deß freu'n wir uns, und danken dir, und beten innig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld sich freu'n! 5. Nimm ihrer våter lich dich an, und leite sie, auf ebner Bahn, zur Weisheit und zum Tugendsinn, dem größten, seligsten Gewinn! 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück! Im Glaus ◊ + 8. Gib Allen einen fros ben Muth! bewahr ihr Leben und ihr Gut! erhalt' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Nuhm! sie nie, und sind sie traurig, 9. In ihrer Noth verlaß' tröste sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit; dort deines Himmels Seligkeit! 300 d Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 313. Barmherziger, erhöre der Liebe heisses Fleb'n! Laß, den[ die] wir innig lieben, doch deine Pflichten gegen den Nächsten. Hülfe feb'n! Er[ site] liegt Mel. 415. Ich hab' mein³ und ringt, und duldet, gequält von Sach' 2. und Schmerz. Wir seh'n ihn[ ie] 314. an, und weinen. Wie blu tet unser Herz! 325 2. Du pflanztest ja dem Menschen den Trieb des Mitleids ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer seyn! Gern wür den wir ihn[ fie] retten; doch wir sind viel zu schwach. Nur du kannst ihn[ sie] er lösen von allem Ungemach. 3. Des Leidens schwere Stunden laß bald vorüber: geh'n. Doch, Herr, nicht unser Wille, der deine soll gescheh'n! Wir fleh'n zu dir, wir hoffen, Allmächtiger, auf dich. Erbarme dich des Kranken,[ der Kranken] und hilf ihm[ ihr] våterlich! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm [ ihr] heute schon, und rufft aus unsrer Mitte du ihn [ fie] vor deinen Thron: dann steh' ihm[ ihr] bey, und führe ihn[ ie] hin durch's dunkle Thal; dann lind're ihm[ ibr], Erbars des Todes letzte mer, Qual! Vernimm, o D Gott, das heisse Fleh'n der Kranken, die zum Tode geh'n. Ach, sey in ihrer letzten Noth ihr Freund, ihr Gott! Ein Schlummer sey für sie der Tod. 2. Erschüttert sie noch banger Schmerz: so stärke das beklomm'ne Herz, daß es den Gram, der an ihm nagt, dir, Bater, klagt, und nicht an deiner Huld vers zagt. 3. Ach, ihren Seelen führe du, Geist Gottes, Trost und Hoffnung zu; und lehre du sie, voll Vers trau'n, und ohne Grau'n, hin in die Nacht des Gras bes schau'n! 4. Zeig' ihnen dann den Loh'n von fern, und hilf den Schwachen, Geist des Herrn, daß, wenn sie um Erbarmung fleb'n, sie freus dig seh'n, wie der uns liebt, zu dem sie geh'n. 5. Nimm, nach vollbrach, tem Lebenslauf, sie zu des Himmels Frieden auf. Vers wirf, wenn nun ihr Auge Einzelne Pflichten.big bricht, verwirf fie nicht fucht hin, um einen kleins o Herr, von deinem Anlichen Gewinn, des Nach gesicht. sten Recht zu krånken! 6. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Beste nicht ganz rein. Wer könnte dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 326 7. Sen ihnen doch nicht fürchterlich. Erbarm', o Richter, ihrer dich, daß, für die beff're Welt erneut, in Ewigkeit, ihr Herz sich deiner Liebe freut! Gerechtigkeit und Bik ligfeit. Mel. 15. Kommt her, spricht Christus 2c. 315. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit; wer diese beilge Pflicht entweih't, kann nie dir wohl gefallen. Ohn' alles Anseb'n der Person, wirst du einst Jedem seinen Lohn, wie er's verdiente, geben. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist, zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie reiffe mich die Hab: 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets, mit wahrer Lust, der Liebe Pflichten üben! Ein Herz, das nur auf Un recht denkt, zu schaden sucht, und Brüder frånkt, wie könntest du es lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlan gen kann, auch billig gegen Jedermann, wie du ge beutst, zu leben! 5. Laß mich beständig dahin seh'n, mit Jeglichem so umzugeh'n, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz, durch meine Härte, je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten meffe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit, und lasse mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vers gessen. Pflichten gegen den Nächsten. serem Gewinn, Andern un geredt begegnen, weil ich reich und machtig bin? 316. Aller meiner Sollt' ich, weil so oft Verbrecher, und erkaufte Urtheilssprecher sich im Glück' und Wohlstand seh'n, Un. recht auch, wie sie, begeh'n? 5. Würden der Bedrångs ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht schon mein Gewissen mir, mit Angst undSchrecken, drâu'n, und ihr erster Rächer seyn? 6. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Uns gerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Wolltest du auch mein Verbrechen langmuthsvoll nicht hier schon rächen; harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklichers Ge richt? Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. Bruder Rechte sollen, Gott, mir heilig seyn. Wenn ich fie zu frånken dächte, ihres Kummers mich zu freu'n; über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verletzt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Wil len nicht. 2. Könnt' ich, taub bey ihren Klagen, ihnen das, aus Eigensinn, oder Neid und Geiz, versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich, ohne Treu' und Glauben, Andern Gut und Ehre rauben: tråfe dann mit Recht mich nicht einst ein schreckliches Gericht? 3. Nein, ich will das Unrecht hassen, billig gegen Jedermann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fordern fann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen; will, mit Freuden, lieber niedrig seyn und blos, als, durch Unrecht, reich und groß. 4. Sollt' ich, Gott, bey deinem Segen und bey gróf 327 7. Nein, ich will ge recht und billig, selbst auch gegen Feinde, seyn; Nies mand drücken, lieber wil lig Jedem, der mich) frånkt, verzeih'n. Hab' ich macht, Einzelne Pflichten. ich will sie nügen, die Be-|| Unglück bringen, der meine drångten zu beschützen; ei len, wo Verlaß'ne fleh'n, ihnen liebreich benzusteh'n. Ford'rung nicht erfüllt. 2. Mißlingen der Ges schäfte und Mangel seiner Kräfte befiehlt mir Billigs keit. Auch, bey dem besten Willen, kann er oft nicht erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 8. Sichern darf ich mei: ne Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; Gott, wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freu'n, so wie du, Herr, zu verzeih'n? 3. Und ich, Herr, sollt' es wagen, ihm Nachsicht zu versagen, sollt' unerbitt lich seyn? Ich sollt' ihn gar nicht hören, sein Elend noch vermehren, Berhaft und Untergang ihm drau'n? 9. Hilf mir immer rich tig wandeln, und, von allem Unrecht fern, bil lig, schonend, liebreich han deln, ähnlich Jesu, meinem Herrn. Er, der Richter aller Welten, wird mir Alles einst vergelten. Dort ist Ernte, hier die Saat; wohl mir, wenn ich Gutes that! 4. Gern will ich etwas leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn dieses für ihn spricht; auch, bey erwies'nen Klagen, ihm Mitleid nicht versagen, und nicht der der Menschenliebe Pflicht. 328 Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 317. Mein Gott " nach deinen Lehren, darf ich nicht stets begehren, was streng vor Menschen gilt; nicht hart mein Recht erzwingen, und den in's 5. Hab' ich ihm das entrissen, was er durch aus nicht missen, und ich - entbehren kann; muß er zu Grunde gehen, und ich sein Elend sehen; was ist der Sieg, den ich ges wann? 6. Wohl ist vielleicht, im Streite, das Recht auf Pflichten gegen den nächsten. meiner Seite; ist's auch die Menschlichkeit? Nein, müßte sie den Siegen des Rechtes unterliegen, dann wår' ich mit mir selbst ent zwey't. 7. Nur auf sein Recht zu dringen, und, um es zu erzwingen, den hårt'sten den hårt'sten Schritt nicht scheu'n, das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth er: barmen, und als ein Christ gesinnet seyn. 8. Sein Elend zu vermindern, und seinen Schmerz zu lindern, laß, Gott, mir Freude seyn; stets will ich billig bleiben, mein Recht nie übertreiben, und je: de Art der Härte scheu'n! Güte, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. 134. Sieh, hie bin ich sc. - 329 und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Ur: men beyzusteh'n, ist Pflicht, die Vernunft und Schrift uns lehren, und wodurch) wir Gott verehren. 2. Speiset den, der Hunger leidet, und die durstig sind, die trånk't; eil't, daß ihr die Nackten fleidet; tröstet die, die Kummer kränkt; Schwas che such't zu unterstützen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe fleh'n, nein, von Mitgefühl getrieben, eilet, Allen beyzusteh'n; die auch, die im Stillen leiden, führt zu unverhofften Freuden. 4. Denkt, es träfen euch die Schmerzen, euch des Dulders herbe Pein; würs den nicht auch euern Her zen Hülf' und Trost will kommen seyn? Und ihr wolltet nicht des Armen euch in seiner Noth erbarmen? 5. Liebe sey dir keine Bürde, keine Last, beglück, 318. Wohlzuthun ter Christ; Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist. Unfrer Brüder Elend weh. ren, heißt den Unsichtba ren ehren. 6. Ja, es lohnt mit sanften Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn, seh'n, 330 Einzelne Pflichten. wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 7. Heil und Glück auf unser'n Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bey Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzig keit. Was sind Mühen, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? 8. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreu'n! Was wir hier gesået haben, ernten wir einst reichlich ein. Seyd barmherzig! Helft den Armen! Gott wird eurer sich erbarmen! Mel. 161. Schwing dich auf, zu ic. Genuß, und durch Schwel gereyen, darf er seinen Ueberfluß frevelhaft ent weihen. Soll er Gott nicht ähnlich seyn? Hat er seine Gaben nicht, um Brüder zu erfreu'n, wel dhe Mangel haben? 3. Von dem Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen, ihre Thrd nen zählet er, höret ihre Klagen; siebt auch, wann das harte Herz kummer freyer Reichen keine Thras nen, und kein Schmerz, rühren und erweichen. 4. Ach, das Urtheil ist gefällt, Jammer und Vers derben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel, erben. Liebe nur schafft Seligkeit, sie nur fann beglücken, ihre Saaten, bier gestreut, bringen dort 319. Wer der Erde Entzücken. Güter hat, und nicht dem, der schmachtet, liebreich hilft mit Nath und That, seines Grams nicht achtet, fühllos treibet seinen Spott mit der Noth des Armen; o, wie dürfte der zu Gott flehen um Erbarmen? 2. Nicht durch üppigen 5. Reiche, bórt's! Ers barmet euch, fleht zu euch der Arme, daß sein Gott auch über euch sich der, einst erbarme, weil ihr, als der Dürft'ge schrie, was er bat, gewährtet; den Bedrängten halft, und sie kleidetet und nährtet. Pflichten gegen den Nächsten. 6. Mitleidsvoll und hülf» ersten Leben, wahrlich, reich seyn, seiner Miterlös» dieses alles habt ihr auch ten Retter werden, und» mir gegeben.» sich freu'n, Traurige zu trösten; Dank in ihrem Angesicht, und in ihren Blicken Wonne währt dieß nicht himmli 320. Coel ist es, sches Entzücken? 334 Mel. 519. Gott, des Him mels 2c. Freunde lieben; aber ges 7. Doch es wird der gen Jedermann Bruderlies Gaben Werth, die der be, Wohlthun üben, auch Reiche spendet, nur durch Freundlichkeit vermehrt und sich selber schåndet, wer nicht ohne Murren gibt, und bevor er schenket, erst den Dürftigen betrübt, und durch Härte frånket. dem Feinde, wo man kann, helfen, ohne Selbstgewinn, das ist wahrer Christensinn. 2. Wer sich, zögernd, erst bedenket, und den Armen in der Noth, statt zu hels fen, hönisch frånfet, ehret nicht des Herrn Gebot. Sage der nicht, daß er liebt, der mit Spott und Vorwurf gibt. 8. Wohl euch, wenn ihr, in der Zeit, mild, wie Gott, gesinnet, Schäße für die Ewigkeit sammelt und gewinnet! Was ihr habt, laßt ihr einst bier; was ihr thut den Brüdern, ohne Ruhm und Lohnbe gier, wird euch Gott er wiedern. 9. Jesus sagt dann auch zu euch, als getreuen Knechten:» Erbet meines Vaters » Reich; erbt es, ihr Ge» rechten! Was ihr mei- se 3. Nur, um Menschenbenfalls willen, milde Gaben auszustreu'n, und nicht lieber auch im Stillen uns des Wohlthuns zu erfreu'n, ist Verrath an unsrer Pflicht, und geziemt dem Christen nicht. 4. Doch, nicht alle, welche leiden, sind auch gleicher Hülfe werth. Weis Vorsicht muß entschei * nen Brüdern gabt in dem den, wer mit größer'm Recht 3.32 Einzelne Pflichten. Ibegehrt; ob nicht das, was dieser fleht, einem Wür digern entgeht. 5. Wer sich tråg', im Müßigleben, nur auf Andrer Mitleid stützt, und, ider Weichlichkeit ergeben, seine Kräfte nicht benutzt, sich nicht selbst als Men schen ehrt, ist nicht unsrer Hülfe werth. 6. Aber sich des from: men Armen, den Entfråf tung niederdrückt, der im Stillen seufzt, erbarmen, das ist weise, das beglückt, gibt des Himmels Bor schmack schon hier auf Erden uns zum Lohn. 7. Glaube, Hoffnung, Liebe währen. Dir, o Höchster, ähnlich seyn, dich am würdigsten vereh ren, kann die Liebe nur allein; von der Saat, die fie gestreut, reifet ew'ge Seligkeit. Mel. 69. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, Freude hier, und dort das Leben. zig! Menschen, höret die ses heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: feyd barmherzig, so wie 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. 4. Hülfreich zu Bedränge ten eilen, ihnen Schuß und Retter seyn; Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und vers zeih'n; Gram und Noth in Luft verwandeln, das heißt menschlich, göttlich handeln. 5. Herr, es ist ja von dem Deinen, was wir ges 321. Send barmher seyn, wo Brüder weinen; ben; laß uns nie fühllos unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen, seyd barmhers zig, so wie er! Gebt den Dürftigen und Armen, was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt; auch ungesehen, euer'n Brüs dern beyzustehen. Pflichten gegen den nächsten. Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit( Treue, Reda lichkeit) und Vorsichtigkeit im Reden. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht zc. pt. 322. Te € + $ Sib, ib, Gott, daß ich der Wahrheit ਸ treu, und redlich stets im Umgang' sey, ents 333 fernt von der Verstellung List, die keines Chri✪ sten würdig ist. 2. Verhaft sey mir die Schmeicheley und glatter Worte Täuscheren; und, was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge spricht. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vors sicht flieh'n, und klug zwar seyn, doch ohne falsch, nach Jesu Nath, in Worten, so wie mit der That. 4. Nicht Offenherzigkeit allein soll eine beil'ge Pflicht mir seyn; es sey mir's auch Verschwiegen heit, wo es des Nächsten Wohl gebeut. 5. Nie wandle Mem schenfurcht mich an, wenn ich die Unschuld retten fann. Nie will ich mich vor stolzem Drdu'n, nie vor der Macht der Bösen scheu'n. 6. Wer Wahrheit über Alles schätzt, und nicht mit Vorsatz sie verletzt ist, Gott, dein Freund, und wird besteh'n, wenn alle Falschen untergeh'n. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott! Verfolgten ihn auch Hohn und Spott, träf' ihn auch Haß der ganzen Welt; 334 Einzelne Pflichten. 4 sein Troft bleibt, daß er die gefällt! 8. Er wird vor deinem Angesicht' einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh, in voller Herrlichkeit, hervorglänzt, und die Nacht zerstreut. 9. Daß einst dieß Heil auch mich erfreu', erhal, te mich der Wahrheit treu; laß, wohlgefällig dir zu seyn, mich ihr mein ganzes Leben weih'n. Mel.89. Herzlich thut mich verlangen. Ic. 323. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, ganz das ist, was er scheint; nie, wohlzudienen, schmeichelt, nie doppelzúngig spricht, nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der streng fich hütet, mit Falschheit umzugeh'n, der keine Lu gen brütet, die Wahrheit zu verdreh'n! Vor Gottes Ängen wandelt er stets auf rechter Bahn, und, wo er spricht und handelt, flagt nie sein Herz ihn an. 3. Wohl dem, der Out und Leben, droht ihm Ges walt und List, für Wahrs heit hinzugeben, bereit und willig ist! Mit hohem Sees lenfrieden, blickt er zum Himmel auf, wo ihm sein Lohn beschieden, nach treu vollbrachtem Lauf. 4. So laß denn alles Lügen, Gott, ferne von mir seyn. Nie soll die Lippe trügen, nie sey die Tugend Schein! Es wars ne mein Gewissen mich vor der Heucheley, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrheit sey! 5. Nie laß mich das versprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wann mir's Beschwerde macht; nie soll mich Stolz verleiten, auch nie des Beys spiels Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was Schmäh sucht ausgedacht. 6. Auch da die Wahrs heit sagen, wo sie Gefahr mir bringt, dieß laß beherzt mich wagen, wenn Pflicht Pflichten gegen den Nächsten. gefühl mich dringt. Gib Klugheit, daß ich wisse, wo ich, ganz ohne Scheu, freymüthig reden müsse, wo Schweigen besser sey. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wenn er mit bösen Tücken in Rúm merniß mich bringt: so stårke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und Alles dir empfehle; du gibst der Unschuld Sieg. 8. Ein Herz, voll Treu und Glauben, daß, Gott, zu dir sich hålt, das soll mir Niemand rauben; so scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen, dort werd' ich, als dein Kind, dich mit den From men schauen, die ewig selig sind. Mel. 162. Alle Menschen müssen. ic. 324. Laß, o Gott, mich eifrig streben, stets der Wahrheit Freund zu fenn! Zu des Himmels fel'gem Leben geben keine Lúgner ein, und vor dei nem Angesichte werden sie 335 beschämt zu nichte. Deinem Blick sind immerdar Aller Herzen offenbar. 2. Mich in Andrer Gunst zu lügen, leerer Schwäßes rey zu freu'n; heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr, dieß laß mit Ernst mich scheu'n! Wahrheit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sey des Herzens Grund; redlich sprech' auch stets der Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Grdu'l; und ein unglücksel'ges Leben ist ges wiß ihr künft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bey Redlichen im Lande; jeder rechte Mens schenfreund ist der Falschheit Rånken feind. 4. Schmåht mich, ohne mein Verschulden, der Vers leumder Lästermund; o, so laß mich's still' erdulden! Einst wird doch die Wahr beit kund. Darf ich ja nicht långer schweigen, meine Uns schuld zu bezeugen, so vers leihe, daß dabey Herz und Mund voll Sanftmuth sen! 5. Daß du, Herr, an jes 336 Einzelne Pflichten. dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einz'ges meiner Worte Gott, vor dir verborgen ist, dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte. Wenn die Falschen unter geh'n, wird der Wahrheit Freund besteh'n. mit Ernst bedenken! Dein Lob, des Nächsten Ehr' und Nutz, der Unschuld und der Tugend Schutz beschäft'ge meine Zunge! 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spottereyen verrathen ein verderbtes Herz. Daß sie nicht mich entweihen, hilf du mir, Gott, durch Mel. 1. Es ist gewißlich an ic. 325. Die Bunge, die deinen Geist, daß Herz und Mund dich findlich preist, wie es dem Chris sten ziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, daß redet überall der Christ, spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den 3orn der Menschen nicht; doch wird auch Schweis gen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. verständlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! Mißbrauch' es nicht. Sie bringet Tod und Leben; sie fluchet, und fie lobet Gott, sie segnet und fie treibet Spott; so gut ist sie, so böse! 2. Laß, Herr, mich stets, von Herzensgrund, mit Ehrfurcht dein gedenken; dann wird gewiß auch nie mein Mund der Wahrheit Rechte frånken. Ich thue dann, von Schmeicheley, List, Lästersucht, Verstellung fren, auch redend keine Sünde. und 3. Auf deinen Ruhm Andrer Wohl soll stets mein Thun sich lenken. Laß dann auch, wann ich reden soll, mich dieß 6. Weh' aber dem verweg'nen Mund, Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Hers zens Leichtsinn fund, und oft zu spåt bereuet! Wer frevelnd flucht, thut selbst Verzicht auf ein barmhers ziges Gericht, und trotzt der Gnade Gottes. Pflichten gegen den Nächsten. 7. Nie will ich, um zu hintergeh'n, auf Lügen li stig sinnen, will gern die Wahrheit eingesteh'n, durch Ranke nichts gewinnen. Vor Gott ist nur die Wahrheit groß, und Schande wird des Feigen Loos, der frevelnd sie verläugnet. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. 337 2. Was man mir als Geheimniß sagt, das will ich treu verhehlen, wie sehr auch Andrer Neugier plagt, es ihnen zu erzählen. So bleib' ich des Vertrauens werth, mit welchem mich mein Freund beehrt. 3. Wenn höh're Pflicht mir nicht verbeut, es treu: lich zu bewahren, so will ich, mit Bedachtsamkeit, es Niemand offenbaren. Mich kaufe nicht der höchste Preis, das zu verrathen, was ich weiß. 4. War' auch mein Freund mir ungetreu, und hielt nicht sein Verspres chen, will ich doch), durch Verrätherey, nie meine Treue brechen; will dann auch noch verschwiegen seyn, und nie der Freunde schaft Recht entweih'n. 326. Sen heilig mir, Sicherheit, mir seine Sor 5. Nie er, ohne Verschwiegenheit, du schö ne Pflicht der Freunde! Wer nicht, aus Leichtsinn, dich entweiht, der macht sich selten Feinde. Er scha det Andern, wenn er spricht, aus Mißverstand und Vor sag, nicht. gen klagen; ich will sie, mit Verschlossenheit, in meis nem Herzen tragen. Es sey, begehrte er's auch nicht, mir doch das Schweigen heil'ge Pflicht. 6. Was er nicht fordert, thu' ich doch, aus redlich gutem Willen, um, selbst auch ungeheißen noch, des Freundes Wunsch zu stillen. Der beste Zweck wird oft verfehlt, wenn man ihn nicht der Welt verhehlt. 7. Auch sollen meine Lippen nicht des Nächsten Ruf beflecken, nie Fehler, die der Liebe Pflicht mich bergen heißt, entdecken. Ob man von mir auch Bó22 Einzelne Pflichten. ses spricht, sag' ich es doch|| in einem Hinterhalt' auf von Andern nicht. lauernd, schadenfrohe Tücke, und Haß in lächelnder Ges stalt; sein Blick, kein Blick der Heucheley, ist liebreich, offen, gut und frey. 3. Sein Antlig heiter, wie der Morgen, wird trüb', und seine Freud' entflieht, wann er Bekümmerniß und Sorgen in seines Bruders Auge sieht, und strahlt in neuer Heiterkeit, wann ein Getrösteter sich freut. 338 8. So will ich Andrer, mit Bedacht, auch stets im Reden schonen, durch nichts, was ihnen Kummer macht, je ihr Vertrauen lohnen; verbergen laß mich das mit Fleiß', was, ausser mir, mein Freund nur weiß. 9. Gib, daß ich stets, durch wahre Treu', mir sein Vertrau'n verdiene; kein Schwäger, kein Ver råther sey; daß ich mich nie erfühne, aus Haß, aus Rachsucht oder Groll, zu reden, wann ich schweigen soll. Leutseligkeit und Dienstfertigkeit. Mel. 82. Fürwahr, du bistic. 327. Nicht mürrisch, finster, ungesellig ist, wer ein Christ zu seyn sich freut; ist, ohne Schmeicheley, ges fällig; vereinigt Ernst mit Freundlichkeit. Voll Mit gefühl, nimmt stets sein Herz an Freuden Theil, und Theil am Schmerz. 2. Es liegt in keinem seiner Blicke, gleich wie 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig, zeigt immer sich der wahre Christ, nie sklas visch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Andern glück, lich ist, weil er, wie sein Erlöser, liebt, und freu dig jede Tugend übt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu zu werden, nicht traurig, Heuchlern gleich, einher. Doch freche, lüsterne Geberden, die Gott miss fallen, baßt auch er; auch selbst in Blicken will er rein, stets froh, nie ausgelassen seyn. 6. Durch freundliches Gespräch erheitert er auch des Blöden Angesicht; und jedes Herz fühlt sich er Pflichten gegen den Nächsten. weitert und freudenvoller, ein Mensch, der Dienstbes wann er spricht; denn, was er sagt, und was er thut, ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. 7. Er wird gefallen, er gebiete, er warne, strafe; er gebeut, er warnt, und straft, voll Lieb' und Güte, mit Ernst, und doch mit Freundlichkeit; und tröstet er, wie bald vergißt der Dulder, was ihm schmerz lich ist! 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, eifrig, Jeden zu erfreu'n, und sanft und liebe voll und freundlich, soll je der Schüler Jesu seyn. Ach, wären wir's! Ach, glichen wir, o Vorbild aller Liebe, dir! 9. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten wollen wir, in Wahrheit, Menschenfreunde werden, stets ähnlicher, o Jesu, dir; so werden wir uns ewig freu'n, und Gottes wahre Kinder seyn. Mel. 173. Wenn du, mein Gott ic. 339 gierde kennet, und seine Pflicht zu thun, aus Men schenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid der Welt zu dienen dringt, das, was sein Herz ihm sagt, aus freyem Trieb, vollbringt. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienste beflissenbeit sucht er dieß zu erreichen; er hålt für eignes Wohl sich nicht als lein gemacht, er fühlt sich für die Welt von dir here vorgebracht. 3. Die Welt, so denkt er sich, hat Recht auf meine Kräfte; ihr nüßen, ist für mich) ein seliges Geschäfte. Als Glieder, schuf uns Gott, als Bürger Einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. Go denkt der Men schenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, wie eige. nem Wohl, zum Wohl der Welt zu leben; ihm wird des Nächsten Glück sein eis gener Gewinn, er fühlet fremde Noth, als tråfe sie 22* 328. Wie felig lebt auch ihn. Einzelne Pflichten. 5. Er eilt, dem, der's du ihn herzlich lieben, vers bedarf, nach Kräften bey gelten ihm; es ist so süß, zustehen; sein Anseh'n und des Dankes Pflicht zu üben! sein Freund, sein Stand, Wohlthätig wärmt sie uns sein Wohlergeben, sind Mite sre Brust, und nah' an jes tel, die er nützt, des Nächynes Lebens Lust gränzt dans sten Trost zu seyn, und ihn, fende Ergießung. durch Rath und That, mit Hülfe zu erfreu'n. 6. Was Andrer Noth durft beischt, daß reizet sei ne Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zur wahren Menschenliebe; fein Stolz, kein Eigennut treibt ihn zur Gütigkeit. Genug, daß Gottes Wort, zu lieben, ihm gebeut. 2. Ward Hülfe dir, zur Zeit der Noth, von einem deiner Brüder; vers gilt ihm! Theilt er dir sein Brod, theil' du mit ihm es wieder! O, strebe nach Ge legenheit, ihm Gegenlieb' und Dankbarkeit recht ins nig zu beweisen! 7. Laß mich auch so gesinnt, mein Gott, durch Christum, werden! Boll re gen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so núzlich, als ich kann, dem Nach sten stets zu seyn; dann führst du einst auch mich ins Reich der Liebe ein. 3. Wird er verfolgt, steh' du ihm bey, rett' ihn von seinen Feinden! Verläßt ihn Alles, bleib' ihm treu, bilf ihm zu neuen Freunden! Wenn der Verleumdung tödtend Gift die Ehre seines Namens trifft, sey du der Unschuld Retter! Dankbarkeit. 4. Macy'seines Herzens Redlichkeit bekannt; versüß sein Leben! Sey, ihm zu helfen, selbst bereit, das Liebste hinzugeben. Ihm núße gern dein Fleiß, dein Nath, und deine Dankbar, keit sey That, nicht blosses 340 Mel. 17. Mein's Herzens Jesu ic. 329. Wenn jemand Wortgepränge! Gutes dir erwieß, follst 5. Das schwårzeste der Pflichten gegen den Nächsten. Laster ist der Undank; nimmer schånde er dein Herz! Du bist Mensch, und und ach, des Undanks Ende 330. Wenn Menschen ist, daß der Redliche dich flieht, Bertrau'n und Liebe dir entzieht, und Alles dich verachtet! streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn, und michy, nit willigem Gemüthe, durch ihren Rath und Troft erfreu'n: mit reiz hem Gegen segne dann, die ich nicht wieder segnen kann. 2. Es zeuge meiner Freu de Zähre von meines Hers zens Dankbarkeit, wie eis frig id) für sie begehre was sie beglücket und ers freut; mit welchem Ernste mein Gebet für sie zu dir, mein Vater, fleht. 6. Gott ist es, o, vergiß es nie! der Freunde dir er wecket; und jeder Undank gegen sie, der deine Seel' beflecket, ist wahrer Undant gegen Gott; du treibst mit Gottes Güte Spott, ver, kennst du Menschengüte. 7. Benut' auch nie für dich zu sehr des Wohlthuns milde Gaben! Bedenk', es gibt der Menschen mehr, die Hülfe nöthig haben. Fühl' ihre Noth auch, du allein fannst nicht des Trost's be dürftig seyn; und sie, wie du, sind Brüder. 341 8. Drum suche freudig auch für sie Wohlthäter zu erwecken, und lasse Neid und Mißgunst nie, o Christ, dein Herz beflecken! Das ist die wahre Dankbarkeit, die Gott gefällt, das Herz erfreut, und reichen Segen bringet. Mel. 181. Er starb, der größte ic. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glück's, von Herzen, freu'n; voll Kummer über ihre Leiden, gern, wo ich kann, ihr Tröster seyn. Wie sehr fühl' ich mich selbst beglückt, wenn ich erleichtre, was sie drückt! 4. Ich will sie lieben, will sie ehren, will über mein Bedürfniß sie, mit meinen Klagen, nicht bes schweren, bescheiden seyn, zudringlich nie; und wenn ihr Herz auch Andre liebt, 342 Einzelne Pflichten. nie mürrisch, neidisch und betrübt. 5. Kann ich, was ih, nen schadet, hindern, be fördern, was ihr Wunsch begehrt; erleichtern, was fie drückt, und lindern, was fie bekümmert und beschwert: frohlocken will ich, Bater, dann, wenn ich's durch deinen Beystand kann. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein eifriges Gebet zu dir; und was sie wünschen, das ge linge! Denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf jeden, der mir Freuden gab, komm' Freude auch von dir herab. 7. Erfreue sie mit dei ner Gúte, und deine Huld verlaß sie nie! Sen stets ihr Helfer, und behüte vor Widerwärtigkeiten ste! Trift dennoch sie Gefahr und Schmerz, o, dann gib Ruhe in ihr Herz! 8. Nimm sie, o Vater, mit Erbarmen, wann sie hinüber schlummern, an! Sie haben, weil sie lebten, Armen, mit deinen Gaben, wohlgethan. Belohne sie in Ewigkeit mit deines Himmels Seligkeit! Demuth und Bescheis denheit. Mel. 187. Dir dir, Jehos vah zc. 331. Von on dir auf diese Welt gerufen, steh'n, Vater, alle Menschen hier auf höhern und auf niedern Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du machest doch sind vor dir wir alle arm, du machest reich; gleich. Andre haben, und das iſt 2. Nicht jeder hat, was Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du uns, Vater, alle liebst; denn Alle sollen glücklich seyn, und einer ich des Andern freu'n. 3. Beglücken, und auch glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum ist der hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand, denn jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern Pflichten gegen den nächsten. vorgezogen? wer wieder and're Menschen mir? Nur du, durch freye Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. 5. Und wie, ich sollte nicht bescheiden, ich stolz und übermüthig seyn? ich den nicht achten? den benei den? mich, weil er mehr empfing, nicht freu'n? Er hebt mich das denn über ihn, wenn Gott mir mehr, als ihm, verlieh'n? 6. O, laß, in meinem ganzen Leben, mich meines größern Glückes nicht, zu Andrer Kränkung, überheben, verkennen nie der Demuth Pflicht; nicht Andrer Gaben stolz verschmäh'n, und bloß auf meinen Vors zug seh'n! 7. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht kann nicht, ohne sie, mich freu'n. Nimmt keiner meines Glücks sich an; ach, wie verlassen bin ich dann! 343 entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzt und liebt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. O, wohl ihm! denn Bescheidenheit allein gibt Liebenswürdigkeit. 9. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend den größten Reiz, den Gaben Werth; leih't Glanz und Hoheit jeder Zugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt. Rur Demuth und Bescheidenheit ist unfre wahre Herrlichkeit. 10. Gib, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns alles núßen, was wir haben, uns gegenseitig zu erfreu'n. Dann werden einst, in deinem Reich)', an Seligkeit wir alle gleich. Sanftmuth und Fried. fertigkeit. Mel. 1. Es ist gewißlich an 2c. 332. Laß mich, Gott, Brüder zu erfreu'n, in Mienen und in Blicken, gebieterisch und stolz nicht 8. Wer eitler Ehre gernseyn, und feinen unters 344 Einzelne Pflichten. drücken; den Haß, den den Haß, den Zorn, die Rache flieh'n, und mich, durch Freund lichkeit, bemüh'n, auch Nie dre zu gewinnen! 162. Voll Sanftmuth Nachsicht und Geduld, laß mich des Schwachen schonen, gefällig und voll Menschenhuld die Dienst, begier belohnen, durch die man meinen Wunsch er füllt, und meines Herzens Sorgen stillt, mich tröstet, warnt, und bessert! is 3. Der fromme Dulder, der sich scheut, mir seines Kummers Klagen, aus blo der, banger Schüchtern: heit, so wahr sie sind, zu sagen, der seh in meinem 333. Nach Rub' und Blick' mein Herz, seh' Mit gefühl bey seinem Schmerz, und Eifer, ihn zu lindern! 4. Laß mich mir nie, aus Bitterfeit, der Spott sucht Lust erlauben, und nie, durch Unbescheidenheit, mir Gunst und Achtung rauben; nie schrecke der Verachtung Blick den, der mir Zutrau'n gönnt, zurück, sein Herz mir zu eröffnen! 5. Darf ich bey frem den Fehlern nicht, so gern ich möchte, schweigen, muß ich, nach des Berufes Pflicht, der Fehler Größe zeigen: so laß, wenn Andre sich vergeh'n, sie doch bey jedem Borwurf seh'n, daß ich sie liebreich table! 6. Muß den, der mir gehorchen soll, ich zum Gehorsam dringen, so laß mich, Gott, nicht unmuthsvoll, was ich befehl', era zwingen, im Warnen auch noch freundlich seyn, bey Strafen jede Härte scheu'n, den Jahzorn unterdrücken! Mel. 426. Mein Jesus ist mein 2c. Eintracht streben und, fern von allem Zwist, mit An dern friedlich leben, als Menschenfreund und Christ; 2. Dieß kann nur dem gelingen, der ihre Wohls fahrt liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung vergibt. 3. Nachgebend und ges fällig, und aller Streitsucht Feind, zeigt er sich stets gesellig, und schonet seinen Freund. Pflichten gegen den nächsten. 4. Er sucht das zu vermeiden, was Andrer Rechte frånkt, weil er von sich bescheiden, von Undern edel denkt. 345 11. Sie, Herr, stets hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weih'n, und nie sie zu verletzen, las mein Bestreben seyn! 5 800316 5. Wo sich ein Zwist will regen, da sucht er jeden Streit, mit Klugheit, beyzulegen, ist voll Gelas senheit, 6. Der Uebereilung Sünchin den entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nach sicht finden, besiegt des Unmuths Schmerz. 7. Durch Spott und 334. Gott, ber bu Wigeleyen frånkt er den Nächsten nicht; ist willig, zu verzeihen, was nur der Jahzorn spricht. wesi 8. Er weiß sich zu bescheiden, wird nicht erbit tert, kann auch Wider sprüche leiden, und nimmt Belehrung an. 9. Ulm stets sich gleich zu bleiben, wird er, aus Billigkeit, sein Recht nie übertreiben, weil's ihm sein Herz gebeut. 10. So Fried' und Eintracht lieben, streng mei den jeden Streit; die Brüder nicht betrüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. 12. Mich selbst zu über, winden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Geduld und Nachsicht. Mel. 228. Sollt' ich meis nem Gott ic. die Menschen liebest, Gnas de nur, nicht strenges Recht, huldvoll und ers barmend, übest an dem sündlichen Geschlecht', laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sey, wie du, gesinnt! Herr, du woll'st den Sinn mir ge ben, der bey Fehlern Nachs sicht zeigt, und mit Sanfts muth spricht und schweigt! 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last; und, so lang' ich hier soll wobs nen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! So verlangt es, Einzelne Pflichten. Gott, dein Wille, und erfreuet uns der Eintracht die Eintracht liebest du; frommer Sinn; unser Herz, Vater, hilf auch mir dadurch ihn erneuet, lohnt ein zu! Gib ein Herz mir, göttlicher Gewinn. Sende, das die Stille, und den Gott, uns deinen Frieden, Frieven sucht und liebt, dann entflieht die Leiden das, statt Rache, Sanfts schaft, und, durch deines muth übt.de Geistes Kraft, sind wir selig schon hienieden, bis einst, in der Herrlichkeit, ew'ger Leidenschaft? Friede und erfreut. 3. Was kann mehr das Herz beschweren, als die Wuth der Leidenschaft? Zantsucht, Groll und Haßis sin verzehren nach und nach Mel. 519. Gott des Him des Lebens Kraft, mas mels und zc. d chen alt uns vor den Jahren, und zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Zornes Raserey nie des Herzens Meister ſey! ld noise the 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und mit Gleich muth dem begegnen, der zum Banken Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Frie: densfürst, der du uns einst richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Frie: dens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ja, mit ew'gem Heil, 346 335. Nichte nicht mit Hohn und Strenge, wenn du And're fehlen sieh'st. Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht flieh'st. Sey bedachtsam; richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefsten Gründe von des nächsten Handlung ein? Ist auch, was du tadelst, Günde? oder trügt dich nicht der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seis ner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? und, die Feinde seiner Tugend, sind Pflichten gegen den nächsten. sie alle dir bekannt? Wie, du rechnest das ihm zu, daß er Mensch ist, so, wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch, ohne seinen Willen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; möchte klug seyn bey der Pflicht, aber Bos, heit übt er nicht. 347 8. Sieh' nicht deines Nächsten Leiden schnell als Strafen Gottes an; gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann; nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmäh sucht bin. dumpnuna 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Argwohn hegt, und, wenn And're wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt. Mehre niemals ihren Schmerz; rühre, beff're nur ihr Herz. 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nach, ster fordern kann! Ach, wie wurd' es dich nicht frånken, griff' er deine Ehre an! Du willst Schonung von dem Herrn; be du auch Nach sicht gern! me 6. Selbst bey wirklichem Vergehen, meide, mit Bescheidenheit, alles unbefugte Schmåhen, Hårte, Spott und Bitterkeit. Menschen. freundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. Versöhnlichkeit und Feindesliebe. man Mel. 141. Mach's mit mir ic. 7. Mit dem reinsten Her: 336. Herr, der du zen biete ihm die Hand zu seinem Glück; bringe, wenn du kannst, voll Güte, von dem Frrweg ihn zurück. Jst, wie jetzt dein Nächster fällt, nicht auch dir manch Neg gestellt? sterbend noch für die, die dich erwürgten, batest; der du vor deinem Vater sie so liebevoll vertratest; wann werd' auch ich dir ähnlich seyn, und meinem Feinde gern verzeih'n? 10. Nur der Richter als ler Welten richtet mit Ge rechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Er, der Ew': ge, bålt Gericht; richte du den nächsten nicht. des 348 Einzelne Pflichten. 2. Ein Sünder, dem noch Rache glüht im auf gebrachten Herzen, der noch mit Wohlgefallen sieht auf seiner Feinde Schmerzen, besteht vor deinem Ange ficht, du Gott der Huld und Langmuth, nicht. Sinn bekehren; ihn, der mich baßt, das sanfte Joch der Liebe tragen lehren! Wie göttlich würd' ich mich erfreu'n, könnt ich des Feins des Herz erneu'n! 7. Wie würd' er mich am Weltgericht dann ſeinen Bruder nennen, sich als ein Freund auf ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott erheben, dessen Hand uns für die Ewig feit verband! 3. D Stimme Jesu, bringe mir recht tief in meine Seele:» Wie du vers » gibst, vergibt Gott dir! Erwåg' es, und dann » wähle! Der wählt den Gegen, der vergibt, und » der den Fluchy, der Rache » übt.« ich met >) 4. Sey, Seele, werth der Seligkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergib; auch Gott verzeiht, und straft nicht deine Sún den. Nicht Rache, Segen rufe du, Gott ähnlich, deins nem Feinde zu! ing 5. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Sünder; mit Blut er warb auch ihm das Heil der Todesüberwinder. An mich und ihn ergeht der Ruf des Gottes, der uns beyde schuf. 6. O, könnt' ihn meine Sanftmuth noch zu besser'm 8. Ja, gern will ich Gott, auf dein Wort, Haß und Verfolgung leis den; will gern verzeih'n, da du mir's dort vergiltst mit ew'gen Freuden, wenn mir im Himmel einst mein Feind dankbare Freudens thrånen weint. Mel. 69. Herr, ich habe mißgehandelt. 337. Allen, weiche nicht vergeben, wirst auch du, Herr, nicht verzeih'n; trostlos werden sie im Les ben, trostlos einst im To de seyn; unentladen ihrer Sünden, auch vor dir nicht Gnade finden. Pflichten gegen den Nächsten. 2. Ob sie reuig zu dir flehten, hörst du doch ihr Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, dein er barmend Angesicht. Sün dern, welche Brüder hassen, willst du keine Schuld er: lassen. 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat; wie der To desüberwinder selbst für seine Mörder bat: so soll auch der Christ verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. 4. Ach, wir alle sind Verbrecher, häufen alle Schuld auf Schuld. Du, der Sünden ernster Rächer, habe noch mit uns Geduld! Sen uns gnådig, daß wir leben, und vergib, wie wir vergeben! 5. Wir geloben dir's mit Freuden, willig wollen wir verzeih'n; nie uns råchen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrey'n; tåglich vor dein Antlitz treten, und auch für die Feinde beten. 6. Stårk' uns, Vater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn 349 wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht; daß wir schnell sie überwinden, soll sie uns gewaffnet fin den. 7. Du, der einst sein Blut vergossen, laß uns dir doch ähnlich seyn! Nicht umsonst ist es geflossen, wenn wir uns der Liebe weih'n. Es verbürgt uns ewig Leben, wenn wir, so wie du, vergeben. 8. Heil uns! Gott vers zeiht uns Sündern, geht mit uns nicht in's Gericht, nimmt und auf zu seinen Kindern, zurnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach' in uns zu dåmpfen! Mel. 15. Kommt her, spricht 2c. 338. Gott, deines Beyfalls mich zu freu'n, in Wort und That ein Christ zu seyn, der Tugend nur zu leben, will ich dem Feins de, der mich frånkt, und mich zu unterdrücken denkt, voll Sanftmuth, gern vers geben! 2. So sehr mich auch sein Einzelne Pflichten. Haß betrübt, wenn ich ihn| duld, nach der du mich sonst als Freund geliebt, und immer lieben wollte: so wenig, Gott, erlaubst du mir, daß ich, voll Zorn und Rachbegier, ihn wie: der frånken sollte. 350 3. Als Mensch sey er mir immer werth, wie er auch deine Huld erfährt; ich darf ihn nicht betrů ben; sein Haß berechtiget mich nicht zur Uebertretung meiner Pflicht; den Feind auch soll ich lieben. 4. Du, Gott, voll Nachund sicht und Geduld, erzeigst uns allen gleiche Huld; dein Sonnenschein Regen erquickt nicht From me nur allein, auch Bose suchst du zu erfreu'n, auch sie beglückt dein Segen. 5. Und dennoch sollt' ich nicht, wie du, voll Huld, zu meiner eignen Ruh', auch meinen Feind noch segnen? nicht dem Beleidiger verzeih'n? aus Rachsucht unversöhnlich seyn? ihm nicht als Christ begegnen? verschonest; verdiente nicht, daß du verzeihst, mit so viel Segen mich erfreust, und ewig einst belohnest. 6. Nicht würdig wär' ich deiner Huld', nicht 7. O, laß mich Haß und Rachgier scheu'n, durch Wohlthun auch den Feind erfreu'n, und zu gewinnen suchen; aus roher Unvers söhnlichkeit, die nur erbits tert, nicht verzeiht, nie meinem Haffer fluchen! 8. Empfänd' ich noch so tiefen Schmerz, laß Herz sanft zu gewinnen mich sein unversöhnlich trachten, weil ich, entfernt von Haß und Groll, sein Glück, so wie das meine, soll stets zu befördern soll stets trachten. 9. Und wenn er sein Vergeh'n bereut, mir ſeis ne Hand zum Frieden beut, sich mit mir zu vergleichen: so laß mich, fern von Heucheley, von Lust und von Verstellung frey, ihm treu die meine reichen. 10. So fürcht' ich nicht, Gott, dein Gericht; ich kann, mit froher Zuvers werth, o Vater, der Gesicht, mich deiner Liebe Pflichten gegen den nächsten. freuen; und üb' ich hier meine Uebungszeit einst Versöhnlichkeit, so darf ich sterbend nicht bereuen. 1916 Eigne Melodie. 339. G 351 11 nie ie will ich dem zu schaden suchen, Nie will ich meinem Feinde fluchen, # der mir zu schaden sucht. Mit Güte will ich ihm wenn er aus Haß mir flucht. # 11²/ 1 $ $ of begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dieß ist des Herrn pd O Gebot. 2. Er, der von keiner Sunde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt', so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schel ten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ist's, Verleums dung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Ger wissen zu unsrer Ehre spricht. Dieß will ich des sto mehr bewahren; ſo bessert mich mein Feind, und lehrt mich, weiser zu verfahren, indem er's böse meynt. 352 Einzelne Pflichten. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir erfann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth råchen, an ihm das Gute seh'n, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt' er långer schmäh'n? 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ, bereit zum Frie: den, bereit zu Diensten seyn. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhigt: will ich im Stillen für ihn beten, und Gott vertrau'n; Gott schützt. Mel. 141. Machs mit mir Gott 2c. 340. Verbittre bir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache! Ver geben ist des Menschen Pflicht, Vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Sey dir empfindlich auch der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden; doch soll, bist du ein Christ, dein Herz sich nicht am 3orne weiden, soll alles Unrecht gern verzeih'n, nicht eigenmächtig Richter seyn. 3. So schwer auch die se Pflicht dir scheint, du sollst sie dennoch üben 1 sonst bist du nicht des Heis lands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Emporet auch dein Unmuth sich; sieh' Jesum an, besiege dich! 4. Wer hat je größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie vers schuldet? Und dennoch will er liebevoll, daß Jeder selig werden soll. wahrer Ruhm, Beleidigern 5. Ihm folgen, ist dein verzeihen, bringt Ehre dei nem Christenthum;' fich ihres Falls nicht freuen, nicht den, der dich schmäht, wieder schmåb'n, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. 6. Im Zorn' denkt Niemand ernstlich) nach, was Gott gefallen sollte; die Pflichten gegen den Nächsten. die Rache selbst vermehrt|| ich gern, so wird für mich die Schmach, die man be strafen wollte. Was recht ist, daß wird nicht bedacht, wenn deine Rachgier wild erwacht. die gute Sache sprechen. Dein Wort empfiehlt der Sanftmuth Sinn, gibt ihm den Himmel zum Gewinn. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit und Glauben aus dem Herzen, stört des Gemüths Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmer: zen. Sie hindert Dank, Ge bet, Vertrau'n, und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n. 8. Was dir von Men schen widerfährt, quillt oft aus deinen Sünden; du handelst thöricht und ver kehrt, wie kannst du Ach tung finden? Reiz' nicht des Feindes Uebermuth; sen beiter, weise, sanft und gut! - 9. Durch Sanftmuthübe nur die Pflicht!- wirst du den Feind besiegen; o, raube deiner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeih'n, dein Vater und Vergelter seyn. 10. Herr, aus Gehor sam gegen dich, will ich mich selbst nicht rächen! Verzeih' 353 Sorge für des nächsten Leben, Gesundheit, Ehre, Eigenthum. ( Wiedererstattung). Mel. 78. Durch Adams Fall ic. 341. Mein eignes Leben nicht allein, auch meiner Brüder Leben soll mir, o Bater, heilig seyn, und deinen Ruhm erheben. Nach Kräften will ich ihnen gern, von Kaltsinn, Neid und Nachsucht fern, ibr Leben zu beschützen, durch Rath und Hülfe nützen. 2. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freunds lichkeit sie bitten, den Se gen der Gesundheit nie, durch Leichtsinn, zu zerrütten. Was ihres Lebens Frieden stört, was ihrer Sorgen Bürde mehrt, das will ich stets, mit Freuden, entfernen und vermeiden. 3. Es müsse, wer mir dienstbar ist, nie über Härte 23 354 Einzelne Pflichten. flagen! Wie dürft' ich je, als Mensch und Christ die Schonung ihm versagen, die mir, o Herr, dein Wort gebeut? Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein eignes Wohl zu mehren, der Brüder Last erschweren? 4. Des Schwachen Füh rer will ich seyn; den Kran: ten will ich pflegen; den Traurigen mit Trost ers freu'n auf seinen Leidenswegen; will eilen, beyzusteh'n in Noth; will retten aus Gefahr und Tod; will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. vor 5. Mein Herz, zur Rettung stets bereit, soll sich, auch in Gefahren, Härte, Unempfindlichkeit und Feigheit, streng bewah ren. Der Retter eines Lebens seyn, ist Wonne mir nicht hier allein, auch noch in bessern Welten willst du es, Herr, vergelten. 6. So laß mich denn des Lebens Gut, als dein Geschenk, verehren, und, mit der Liebe frohem Muth, auch Undrer Elend wehren! Wenn dann der Tod sie scheiden heißt, so quält kein Vorwurf meinen Geist, und ich kann, ohne Grauen, auf ihre Gräber schauen. Mel. 519. Gott des Hims mels: c. 342. Theuer, wie mein eignes Leben, wie mein Ruf und Eigenthum, sey mir, Menschen, euer Leben, euer Eigenthum und Ruhm, alles, was euch Gottes Rath gab und noch bestimmet hat. 2. Streb't schon in der Zeit der Jugend nach Vers diensten, werb't, gewinn't durch Geschäftigkeit, und Tugend, die die besten Schäße sind, werdet ans geseh'n und reich; o, wie gerne gönn' ich's euch! 3. Immer will ich, frey vom Neide, und vom Ei gennuge rein, cuer's Se gens, eurer Freude, euer's Glücks und Nuhms mich freu'n; froh, daß unser Gott euch liebt; euch so mild und reichlich gibt. 4. Allen helfen, eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden Pflichten gegen den nächsten. wehren, Allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath; willig, jedes Unrechts Feind, aller Menschen wah, rer Freund. 5. Lasset uns einander lieben, gern einander glück lich seh'n, keinen frånken und betrüben, keinen drüwelcher den, keinen schmåh'n; christlich, wie uns Gott gebeut, meiden auch den kleinsten Streit! 6. Laßt uns halten Treu' und Glauben, flieh'n, was Andern schädlich ist; Urme, Schwache nicht berauben, durch Betrug, Gewalt und List. Sieht und straft der Höchste nicht falsches Maaß und falsch Gewicht? 7. Ja, es sey, was wir versprechen, auch zu halten, uns nicht leid. Unser Wort laßt uns nicht brechen, nie entweih'n, durch falschen Eid; von Betrug und Rånken rein, lieber arm, als treulos, seyn! 8. Hassen laßt uns alle Lügen, alle Schmåhsucht; Jeder sey offenherzig und verschwiegen, in der Freund schaft vest und treu; Jeder 355 nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an! 9. Laßt uns Gutes gern belohnen, wie es unser Gott belohnt, und der Brüder Fehler schonen wie der Herr auch unsrer schont. Ach, er schont mit Huld welcher Langmuth und Geduld! 10. Also laßt, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, und als seine Kinder, lieben, ohne 3wang und Heucheley! S, wie selig werden wir dann nicht werden, dort und hier! Mel. 173. Wenn du, mein Gott ic. 343. Wenn du des Nächsten Ehr' und Achtung such'st zu schmålern, und von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern, aus Ehrsucht oder Neid, verkleinerst seinen Ruhm, deckst seine Schwachs heit auf; wo bleibt dein Christenthum? 2. Wenn du, aus Arg wohn blos, von ihm nur Böses denkest, und, durch 23* 356 Einzelne Pflichten. ein falsch Gerücht, ihm|| schadest und ihn krånkest; wenn deine Eifersucht, wenn ihn dein Spott ent: ehrt; sprich selbst, bist du dann noch des Christennamens werth? 3. Wenn du den Läst rer hörst, und unter Spot tern sigest, und, blos aus Menschenfurcht, nicht Andrer Unschuld schügeft; wenn, aus Gefälligkeit, du selbst Verleumder bist, und nichts zum Besten kehrst; bist du dann noch ein Cbrift? 4. O Mensch, bedenke doch, Gott bort an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Vorte? Und er, der Alles sieht, er sollte dich nicht seh'n, wenn du dich frech erkühnst, die Unschuld selbst zu schmäh'n? 5. Wenn du der From men lachst, wenn du die Tugend schåndeft; dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwendest; sieht's nicht Gott, wie zugellos dann du ihn in den Seinen fchmähst? Dein Richter hört dir zu. 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gekrånk ten Frommen, die du enta ehret hast, mit Seufzern vor ihn kommen. Es kommt gewiß ein Tag, wo Gott einst vor Gericht', im Ungesicht' der Welt, auch dir dein Urtheil spricht. 7. Und dennoch wolltest du des Nächsten Ehr' vers legen? und, wenn du sie verletzt, nicht schleunig sie ersetzen? Nein, künftig sey sie dir so werth, als eigs ner Ruhm. Beschütz' und rette sie stets als ein Hei ligthum. 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch unfrer Zungen! Drum hûte dich, o Christ, vor allen Lå sterungen. Wer in dem Nächsten gern den Men schen liebt und ehrt, den ehrt auch Gott, der bleibt des höchsten Beyfalls werth. Mel. 175. Mache dich, mein Geist 2c. 344. Gott, dem Eis gennuße will ich mich nicht ergeben. Nie wird sein Be gehren still, er vergällt Pflichten gegen den nächsten. mein Leben. Es entflieh'n|| kriecht vor seinem Feinde, mir durch ihn tausend edle Freuden, wandeln sich in Leiden. und mißhandelt Freunde. 2. Durch sein niedriges Gewühl wird das Herz verődet, jedes edlere Gefühl in der Brust ertödtet. Sein Geheiß gibt mich preis jeder Sünd' und Schande, löst der Menschheit Bande. 3. Geldgier, die mir Tag und Nacht keinen Frieden schenket, quålet mich, wenn sei. Macht all' mein Wollen lenket; denn er hat, nimmer satt, jeden neuen Morgen im mer neue Sorgen. 12 4. Dein Bild, Vater, wird in mir frech, durch ihn, zerstöret. Der erkennt nicht, daß er dir, Heil'ger, an gehöret, der nicht dich, auch nicht sich, noch die Brüder ehret, nicht der Habsucht wehret. 357 5. Als des Eigennutes Knecht, scheut er keine Sünden, und kein Weg ist ihm zu schlecht, was er sucht, zu finden. Ach, er lügt, und betrügt, 6. Er, der fremden Elends lacht, hat, durch seine Tücke, manch Bers brechen schon vollbracht, und, mit scheelem Blicke, freut er sich inniglich, wenn der Nächste leidet, dessen Glück er neidet. 7. Nichts erweicht sein hartes Herz; mit der Noth des Armen, mit des franken Dulders Schmerz, fühlt er fein Erbarmen. Ja, er schmäh't den, der fleht, nur, um sein Begehren schleunig abzuwehren. 8. Gott, laß solche Leis denschaft mid) doch nie be rücken; gib mir Wachsam keit und Kraft, daß ich ihren Stricken mich ents zieh', damit nie Eigennutz mich schände, dir mein Herz entwende! 9. Jesus sey ein Vor bild mir, er, der selbst sein Leben, für der Brü der Wohlfahrt, hier willig hingegeben. Ich bin sein, er sey mein; nicht Ges winn, noch Leiden, soll von ihm mich scheiden. 358 Einzelne Pflichten. Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 345. Fern ern sen mein Leben jederzeit von aller Ungerechtigkeit! Wie könn te sonst dein Freund ich seyn, und deines Beyfalls, Gott, mich freu'n? 2. Wer seines Nächsten Rechte frånkt, auf Andrer 8. Wer Undern Schaden Schaden boshaft denkt, vers je gethan, und, wenn er leget des Gewissens Pflicht, ihn erstatten kann, sich des und ehret dich, Gerechter, sen weigert, findet nicht, nicht. vor dir Erbarmen im Ge richt'. 3. Du schreibst in je des Herz, o Gott, tief ein das billige Gebot: Was du nicht willst, daß dir geschicht, das thue du auch Andern nicht! 4. Verletz' ich nun, o heil'ger Gott, durch Unrechthandeln, dieß Gebot: Allwissender, bin ich es nicht, der dann sich selbst das Urtheil spricht? 5. Ich foll,- dieß sagt, Herr, dein Gebot, das jedem Sünder Strafe droht, nie ungerechten Guts mich freu'n, ja, selbst nicht dar nach lústern seyn. durch Betrug und Diebes rey'n, an ihrer Habe, ihrem Gut, den Brüdern boshaft Schaden thut. 7. Wohlan, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht våterlich! Beging ich's je, so sey mir's leid, und zum Ersatz mein Herz bereit! 6. Dein Segen fann mit dem nicht seyn, der, 9. Auf Buse, die er dein Woblgefallen ruh'n, meint zu thun, fann nie wenn er das Unrecht, das er that, nach Kräften nicht erseget hat. 10. Gib, Herr, daß ich dieß wohl bedent', und nie durch Unrecht Andre krånk'! Nicht Habgier, ja, selbst Armuth nicht, verleite mich von meiner Pflicht! 11. Drum laß mich fern seyn jederzeit von aller Un gerechtigkeit! Du bist ge recht, dieß sey auch ich! In diesem Sinne stårte mich! Pflichten gegen den Nächsten. Sorge für des Nächsten| selig werden wollt, wie Weisheit,( Erkennt ihr's werden könnt, und niß) Tugend und Seesollt! lenruhe. Mel. 162. Alle Menschen müs sen sterben 2c. 346. a, o Jefu, mich empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du, mich von Bahn und Sún den zu befrey'n, erschienen bist; daß ich Gottes Wege walle, daß du liebreich, eh' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich noch warnest, mich bewahrst. 359 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, und durch feine Kraft erneut, ich den Höchsten möge lieben, freu: dig thun, was er gebeut; daß ich willig unterlaffe, das, was ihm mißfällt, und hasse, als ein dir ge treuer Christ, was vor Gott ein Gräuel ist. 3. Ach, wie könnt' ich dieß empfinden, und doch fühllos Menschen seh'n, in der Sklaverey der Sünden, Wege des Verderbens geb'n, und nicht rufen, daß sie's hören: Eil't ihr Brüder, umzukehren, wenn ihr 4. Auch für meiner Brüs der Seelen, nicht für mein Heil nur allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, soll ich gern ihr Führer seyn. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich könnte, sie zu dir: fors derst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Finsternissen selbst errettet, soll auch ich unterweisen deß Gewiffen, der von deinem Wege wich; soll ihm zeigen, was ihn blende, und, daß er zu dir sich wens de, vor dem Fall ihn wars nen, ihn bitten, weil er kann, zu flieh'n. 6. Hilf du selbst mir ihn erweichen und, wenn meine Bitten nicht bis zu feinem Herzen reichen, sen mein Beyspiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie nur der, der deine Wege hier, voll Muth und Eifer, geht, bis ans Ende wohlbesteht. 7. Laß ihn seh'n an meinen Freuden, wie bes Einzelne Pflichten. glückt der Fromme ist, im Leben, durch Rath und wie du, selbst im schwersten Leiden, ihm noch Freund und Vater bist, daß auch er der Lust der Erde sich entreiße, beilig werde; ganz sich deinem Dienst zu weih'n, selig, so wie ich, zu seyn. 360 durch Erinnerung, durch gutes Beyspiel, streben; ihm Achtung für Religion und Liebe gegen deinen Sohn vest suchen einzuprágen! 4. Je mehr du mir Ge legenheit und Fähigkeit verlichen, je mehr laß mich, mit Redlichkeit, die See len, die dich fliehen, zu retten noch beslissen seyn, und nicht Verdruß, nicht 347. Gott, meines Arbeit scheu'n, dir, Gott, Mel. 1, Es ist gewißlich an 2c. Nächsten bestes Theil laß mich stets theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil, mit Lieb' und Sorg falt, trachten. Du schufft sie zur Unsterblichkeit, und haft sie selbst zur Seligkeit, durch deinen Sohn, beru: fen. 2. Den Nächsten zur Verschlimmerung, zu Thor, heit, Eitelkeiten, zum Jrr thum, zur Versündigung, durch List und Zwang, ver leiten; durch That und bó ses Beyspiel, ihn in Laster und Verderben zieh'n; o Gott, welch' ein Vers brechen! 3. Laß mich nach seiner Besserung im Glauben und sie zuzuführen. 5. Gibst du mir Kinder, Herr, mein Gott; gibst du mir Hausgenossen: laß mich dein heiliges Gebot sie lehren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 6. Kann ich nicht zeit lich Gut und Glück den Meinigen erwerben: das reichste Gut laß ich zu rück, wenn sie nur Zu gend erben. Hilf, Gott, daß ich ihr Vorbild fey, van Sünden und von La stern fren, sie fromm für dich erziehe. 7. O, wohl mir, wenn Pflichten gegen den nächsten. ich Andre nie geärgert und| ten hinzuzieh'n; und leuch, verblendet, durch Leichtsinntet ihnen stets mein Licht, oder Bosheit sie von dir, so fehlt mir deine Liebe Gott, abgewendet! Ward nicht. irgendwo, durch meine durch meine Schuld, ein Mensch verlustig. deiner Huld, so gib, daß ich ihn beß're. 8. Laß Jeden, den sein Unrecht reut, vor dir Ber gebung finden, der Tugend, die das Herz erfreut, er: bab'ne Lust empfinden. Führ' ihn zurück zur Hei ligung; laß mich, durch eig ne Besserung, ihn stärken 3. Wie viel wird, durch des Beyspiels Macht, in deine Menschenwelt ges bracht! Es wirkt im Stillen um sich her, und Ans dre fühlen immer mehr, wie leicht, von seinem Reiz belebt, ihr Herz ihm nachzuahmen strebt. und erbauen. Mel. 125. Vater unser, im Himmelreich 2c. 348. Von dir, der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nützlich in der Welt zu seyn. diese große Pflicht nicht ehrt, der ist auch keiner Freude werth. er 361 4. O, wehe dem, der sorglos bleibt, und kühn des Lasters Werke treibt; den nie der Blick der Un schuld rührt, und nie zur Lebensweisheit führt; der selbst die Schwachen gern berückt, und listig in sein Netz verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich seh'n, wann die Verführten um ihn steh'n, und wenn alsdann auchy ihre Qual noch mehret seis ner Leiden Zahl, wie ist sein frecher Geist verzagt, weil sie ihn, Herr, vor dir verklagt! 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich be 6. Ich flehe, Gott, ems por zu dir: ac, fern' sey dieses Loos von mir! Mein múh'n, auch sie zum Gul Beyspiel leite jederzeit auch 362 Einzelne Pflichten. Andre hin zur Frömmig keit! Die schönste Lehre fruchtet nicht, wenn ihr mein Leben widerspricht. 7. Verleihe selbst mir Trieb und Kraft, zu thun, was Heil und Segen schafft, und jede meiner Reden sey von allem Reiz zur Sünde frey! In meinem Kreise herrsche nur der Sinn für Unschuld und Natur! 3. Ein frecher Blick kann Böses stiften, den Kinder, uns belauschend, seh'n; ein schlüpfrig Wort ihr Herz vergiften, noch ehe sie es ganz versteh'n. Bald ist die schnöde Lust erweckt, das Kind vom Laster angesteckt. 4. Die Unart der Ges wohnbeitssunde, die bose Lust bey uns gebar, lebt bald als Abdruck auch im Kinde, das erst noch rein und schuldlos war; denn Mel. 187. Dir, dir, Jeho mehr, als der Ermahnung vah zc. 8. Wer hier, durch Bey spiel Rath und That, den Christengeist verbreitet hat, der sieht sich einst mit Ruhm gekrönt, wann seiner Brúder Dank ertönt, und er, von Seligen umringt, das hohe Lied des Himmels fingt. 2. Die Liebe sorgt, daß sie nicht schade; sie treibt nicht Muthwill, stellet nicht ich ungeberdig; auf dem Pfade der Tugend, auf der Bahn der Pflicht, geht sie auch Andern leuchtend vor, und ziehet sie zu sich em por. 349. Wer årgert der Geringsten einen, nicht, was er spricht und thut, be wacht, und böses Beyspiel gibt den Kleinen, mit scho nungslosem Unbedacht: er sey auch, was er sey, er ist kein edler Mensch, kein wahrer Christ. Wort, reißt Beyspiel junge Herzen fort. 5. Die Wahrheit selbst kann sie gefährden, des los sen Irrthums Quelle seyn; das Beste kann verfänglich werden, den Reinen nur ist alles rein. Dem jus gendlichen Unverstand beut, täuschend, Phantasie die Hand. Pflichten gegen 6. Der Kinder Trieb, uns nachzustreben, sey denn ein rühmlich Ziel gestedt, und ihre Schule sey das Leben der Eltern, daß sie unbefleckt und schuldlos sich des Daseyns freu'n, und künft'ger Wohlfahrt Sa men streu'n. 7. Dann wirkt das red, liche Bemühen, zu machen für der Unschuld Glück, und sie zum Himmel zu erziehen, veredelnd auch auf uns zurück; es wird der Sünde Hinderniß, und und macht uns unsrer selbst gewiß. Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. 350. Dir ir zu leben, dir zu sterben, ewig, Vas ter, dein zu seyn, und, mit deines Himmels Ers ben, deiner Wonne mich zu freun, wann des Ab schieds Thränen fliessen, meine Augen sanft sich schliessen; diese Gnade wünsch' ich mir, die er bitt' ich mir von dir. 2. Daß ich's könne, laß mich streben, Frey von den Nächsten. Sünde, glaubensvoll, und gerecht vor dir zu leben, auszurichten, was ich soll. Dieß zu thun, gib Licht und Stärke, daß, im Fleiße guter Werte, ich, von allen Feblern frey, jeder Zugend Vorbild sey. 3. Allen will ich nüt, lich werden; ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Uergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht! Seelen, lange nach dem Sterben, durch sein Beyspiel zu verderben, daß sie dich, o Heil'ger, flieh'n: welch ein Fluch, wie fürcht' ich ihn! 363 4. Aber, welch ein hoher Segen, o wie sehnlich wünsch ich den! ist es, auf der Zugend Wegen seinem Tod' entgegen geh'n! Auch nach ihm noch Brüdern dies nen, ein Beweis, ein Denk mal ihnen, wie es ewig uns erfreu', Gott zu folgen, gern und treu. 5. Dieß begehr' ich, will auf Erden reichlich guten Samen streu'n; solch ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freu'n. Dir auch Sünder zuzufüh, 364 Einzelne Pflichten. ren, soll sie, Herr mein Beyspiel rühren, daß sie, einst bey dir zu seyn, standhaft sich der Tugend weih'n. 6. Daß auch das, was ich verlasse, Erben nicht zu Zwist und Streit reizen möge, nicht zum Hasse, noch zur Ungerechtigkeit, will ich, weil ich lebe, sorgen; denn mein Tod ist mir verborgen. Hab' ich so mein Haus bes stellt, scheid' ich freudig von der Welt. sonet 3. Es leucht' auch mei nes Glaubens Licht in Worten und in Werken, daß Andre sich zu frommer Pflicht, auch durch mein Beyspiel, stårken, und Tu gend, die an mir sich zeigt, der Brüder Herz zur Tu gend neigt. 4. Web' mir, wenn auf des Lasters Bahn mein Beyspiel Andre führte, fie das, was ich gesagt, ges than, zur Sünde reizen würde! Weh' mir, wenn je, durch mich verführt, ein Mensch den Pfad des Heils verliert! 5. Bewahre mich, o 351, Daß ich das Bó, Herr, mein Gott, daß- nie mein Thun und Leben, durch Leichtsinn, frechen Scherz und Spott, mög' Undern Unstoß geben. Mein Herz und Wandel müsse rein, und Wort und That stets núßlich seyn! 7. In den letzten Augen blicken nicht mehr sorgen dürfen; dann sagen können, voll Entzücken: Vater, Va ter, nimm mich an, der ich, dir nun meine Seele, und die Meinigen befehle! Hab' ich dieses Ziel erreicht, wic wird dann mein Sterben leicht! Mel. 141. Mach's mit mir, Gott ic. i 2. Gib Kraft und Weißheit, daß ich nur auf gutes Beyspiel achte, mich freue jedes Edeln Spur, und gleich zu werden trad te den Frommen, die, treu jeder Pflicht, froh wandeln, Gott, in deinem Licht. se nie, bethört durch bó ses Beyspiel, wable; nicht, wo man Böses sicht und hört, nachahmend mich ver: fehle; o Gott, der alles Gute schafft, gib dazu Weisheit mir und Kraft! Pflichten gegen den nächsten. Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. 352. Gott ott will, ich soll nicht mir allein, ich soll auch Andern leben, mein ganzes Herz der Tugend weih'n, ein gutes Beyspiel geben. Durch die Erfüllung dieser Pflicht, durch Sitten, Lehren, Unterricht, soll ich den Brüdern nügen, an jedem Ort, zu jeder Zeit, in dem, was sie erbaut, er freut, und sie vor Uebel schüßen. 2. Kein Stand, so nie drig er auch sey, kein Glück, das mich erbebet, macht je von dieser Pflicht mich frey; von Tugendfleiß belebet, fehlt mir's nie an Gelegenbeit, bald Demuth, bald Barmherzigkeit, baldSanft muth auszuüben, mich) mei ner Brüder Wohl zu weih'n, stets redlich gegen sie zu seyn, sie treu, wie mich, zu lieben. 3. Im Glück soll ich mich måßig freu'n, im Uns glück nicht verzagen; vor allem Uebermuth mich scheu'n, und still das Leiden tragen; o welch ein seliger Gewinn, 365. wenn ich nicht stolz, nicht muthlos bin; damit auch Andre lernen, durch Des muth und Bescheidenheit, vonStolz und feigerSchüche ternheit sich weise zu ents fernen! 4. In einem jeden Wirs fungskreis, den Gott für mich beschieden, als Kind, als Jüngling, Mann und Greis, darf nie mein Herz ermúden, durch Unterwers fung, Lernbegier, durchy Ernst und Klugheit nicht blos mir, nein Andern auch zu nutzen; den Eltern danks bar stets zu seyn, der Jus gend meinen Rath zu leih'n, die Unschuld zu beschützen. 5. Als Gatte, Vater, Herr und Freund, soll ich stets christlich handeln, so reden, wie mein Herz es meint, und stets mit Vors sicht wandeln; soll nie mich meiner Pflicht entzieh'n; soll ernstlich jede Sünde flieh'n, und ihrem Hang entsagen, daß die auch, die, Gott, deine Hand mit mir, zu ihrem Glück, verband, nie eine Sünde wagen. 6. Die wahren Freunde 366 Einzelne Pflichten. liebt mein Herz, ich kann sie nicht entbehren, sie lindern meines Kummers Schmerz, fie stillen meine Zähren; doch bin ich nicht so tugendhaft, so fromm und so gewissenhaft, als meine Freunde glauben: wurd' ich, so untreu mei Mel. 47. Aus tiefer Noth 2. ner Pflicht, durch ein verwerflich Beyſpiel, nicht mir ihre Achtung rauben? 7. Oft darf mein Herz auf immer sich deß, was ich that, erfreuen; oft schåm' ich meiner Hand, lung mich, und kann sie nur bereuen. Wohl mir, wenn ich das Böse flieh', und ernstlich sorge, daß ich nie der Pflicht zuwider handle, daß keiner, den 2. Der Såmann så't, und, was er streu't, vers mein Vorbild rührt, durch| hüllt der Schoos der Erde; dieses Vorbilds Reiz ver führt, auf bösen Wegen wandle. er sieht nicht gleich, wie viel gedeih't, und was er ernten werde. Der Same keimt, die Wolke träuft, die Sonne wärmt, und was ihn reift, das muß sich endlich zeigen. 3. So seh'n wir nach des Lebens Müh, o Gott, in deinem Lichte, was in der Welt durch uns gedieh', des Fleißes edle Früchte. Dem 8. Gott, gib mir Bey: stand, gib mir Kraft, mich eifrig zu bestreben, für An, drer Wohl gewissenhaft und christlich fromm zu leben. Laß mich nicht nur, sie zu erfreu'n, kein Opfer feine Mühe scheu'n, ihr wahres Glück zu gründen; laß du sie, Vater, auch schon hier, bey jeder Christenpflicht, in mir, das beste Beyspiel finden! Sorge für das Wohl der Nachwelt. 353. Wer Wer weiß wann wir im Grabe ruh'n? Dir, Gott, sind wir ers geben; uns folget was wir Gutes thun, dereinst ins bes're Leben. Wir werden ewig selig seyn, und uns noch dort des Guten freu'n, das hier durch uns entstans den. Pflichten gegen den Nächsten. Sien folgt der Erntetag, Best, was wir Gutes thun, mit seiner Garben Fülle, uns, Vater, überleben; nach. O, möchten wir einst dann wirken wir hienieden ernten! fort, und freu'n uns hier, und steigen dort, von dir gesegnet, höher. 4. Wohlan, laßt uns nicht tråge ruh'n, o, laßt uns wirken, handeln, und Edles stiften, fördern, thun für die, die nach uns wandeln! Was långst für unser Wohl geschah, eh unser Aug die Welt noch sah, das laßt uns oft erwägen. 367 Mel. 17. Mein's Herzens Sesu. c. 354. Auwirke Allwirkender 5. Durch uns'rer Våter Kraft und Muth, ist Heil uns zugeflossen, und Manches Edeln Schweiß und Blut ward auch für uns vergossen. Was Jesus, der am Kreuze starb, vorlängst zu unserm Heil erwarb, deß freu'n wir uns noch heute. stets reger Geist im Hime mel und auf Erden, du bist es, der entstehen beißt, was ist, und noch wird werden! Durch dich, durch deine Vas terhand, sind um uns Luft und Meer und Land des Segens reiche Quellen. 2. Von dir kommt Eins sicht und Verstand, du machst die Staaten blühen; 6. Für Söhn' und En- du weckst die Weisen in dem fel Bäume zich'n, damir Land', und segnest ihr Bes fie Labung finden; mit mühen! Du gibst dem Geis menschenfreundlichem Beste Thätigkeit, du bist's, der ihm die Kraft verleiht, der Wahrheit Neich zu fördern. müh'n, das Wohl der Nachwelt gründen, und und für das kommende Ge schlecht bewahren Wohl fahrt, Licht und Recht, o, das gibt ew'ge Wonne. 3. Der Künste sanftes Band knüpfst du um ferne Nationen; durch sie strömt, uns erfreuend, zu der Ses gen aller Zonen; daß auf der Erde weit und breit, zur Tugend der Geselligs 7. Mag einst der Leib im Grabe ruh'n, du willst den Geist erheben, und lå 368 Einzelne Pflichten. keit, der Mensch erzogen werde. 4. Lehr' uns des flücht' gen Lebens Zeit, o Vas ter, weise nutzen, und uns durch Arbeit, Thätigkeit, vor ihrem Mißbrauch schů gen! Laß nie ermúden uns im Fleiß', und jedes Guten Kron' und Preis uns zu erringen streben! 5. Laß für der Mensch heit Wohl uns glüh'n, es fördern, uns erfreuen, und unerschrocken, muth voll, fühn, nicht Müh' und Undank scheuen! Weß Volk's und Glaubens er auch sey, von Vorurtheil und Selbstsucht frey, sey jeder Mensch uns Bruder! - 6. Uns alle wärmt dein Sonnenschein, uns allen strömt dein Regen. So laß uns dir denn ähnlich seyn in einer Liebe Segen! Wie du die Gut' und Liebe bist, so sey es jeder, der als Christ, Herr, deinen Cohn bekennet. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott zc. ihr Lebensstunden? Zeit, edle Zeit! wo flieb'st du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit dem ich auf der Erde bin! Ein großer Theil von meis ner Zeit ist schon in's Meer der Ewigkeit. 2. Ermunt're dich aus deinem Schlummer; auf, Seele, auf, ermunt're dich! Dieß sey dein Gram, dieß sey dein Kummer, daß mancher Tag umsonst vers strich. Der ungenüßte Aus genblick bringt Strafe dir, kommt nie zurück. 3. Die ganze Schöpfung ist geschäftig; der Stern durchwallet seine Bahn; das kleinste Würmchen wirkt so kräftig, als es nach seinen Kräften kann. Eh' noch die Sonne für uns glüht, tönt schon der Lerche frohes Lied. 4. Und du, o Mensch, der Schöpfung Zierde, am Geiste hoch, am Körper schön, zeigst oft so wenige Begierde, den weisen Schöpfer zu erhöh'n. Ja, du nennst Trägheit süße Ruh', und bringst dein Le 355. Wo eil't ihr hin, ben träumend zu. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Les bens Werth versteht; er naht sich früher noch der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist ein Menschenleben werth, das ungenützt vorüber fährt? 6. Mensch, sen ein Mensch! Fang'an, zu leben, und núßlich für die Welt zu seyn! Fang' an, dem Gu ten nachzustreben; bring' das Bersäumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 7. Sen nicht den kleinsten Zeitpunkt músig, da du nicht deine Pflicht er füllst; du hast den Tag nicht überflüßig, den du so frech verschwenden willst. Dieß ist der wichtigste Ver lust, wenn du die Zeit be: dauern mußt. 369 was Gott von dir einst fors dern kann? 9. Herr meiner Tage, schenk' auch künftig mir stets zu solchem Leben Kraft; so leb' ich, als ein Mensch, vernünftig, und als ein Christ gewissenbaft; so dank ich dir in Ewigkeit noch für die mir geschenkte Zeit! Besondere Pflichten in gea wiffen Ständen und Vers hältnissen. Ehegatten.( Bey Tram ungen.) Mel. 527. Nun ruhet in den ic. 356. Du, Gott, schufft selbst die Triebe der reinen, teufchen Liebe, thust mehr, als wir versteh'n. Die sich heut'[ wir uns] Treue schwös ren, wollst du, o Gott, ers hören und segnend auf sie [ uns] niederseb'n! 8. Gib dir von einem 2. Wirst du, o Gott, fie jeden Tage, den Gott dir[ uns] leiten: so werden sie schenket, Rechenschaft;[ wir] nie gleiten; sie[ wir] durchdenk' ihn, leg' ihn auf| wollen dir vertrau'n, im die Wage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? hast du nach Möglichkeit gethan, Woblseyn nie vermessen des Gebers Huld vergessen, in Roth auf deine Hülfe bau'n. 24 370 Einzelne Pflichten. 3. Getrost! Des Höchs sten Gnade bahnt euch[ uns] die neuen Pfade; getrost! mit euch[ uns] ist Gett! Schlagt ein die treuen[ Wir geben uns die] Hände, und du Allgút'ger, sende herab den Segen, sen ihr[ unser] Gott! Herz ergeben bleib', daß Jedes sich, voll Zärtlichkeit, stets gern dem Dienst des Undern weih't. 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den einen Last und Plage, so mild're sie der andre ibm; das Glück, deß sich der eine Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. freut, schaff' auch dem ans 357. Von dir, Gott, sind der Ehe Freuden. Du, der du Mann und Weib erschufst, und sie im Gluck', Glüd', so wie im Leiden, zur les bung großer Pflichten rufit, laß fie[ uns] o Vater, dir sich[ uns] weih'n, und reich in deiner Liebe seyn. dern Freudigkeit. 5. Laß sie[ uns] auch da sich[ une], wo sie[ wir] feh len, sanftmüthig nachseh'n und verzeih'n, und stets, mit dir geweihten Seelen, im Guten sich[ uns] zu wach, sen freu'n. Wie wächst dann jeden Augenblick mit ihrer [ unfrer] Tugend auch ihr [ unser] Glück! ay 2. Erhalte sie[ uns] auf deinen Wegen; nimm ihres 6. Und gönnst du[ uns, [ unsers] ganzen Thuns dich o Gott] ihnen, Gott, die an, und laß sie[ uns] jedes Freude, aus ihrer[ unfrer] Glückes Segen mit Dank Ehe Frucht zu seb'n: wie von deiner Huld empfab'n, fröhlich werden sie[ wollen wann mit vereinigtem Gewir] dann beyde, Allgúti bet' das Herz zu dir um Hülfe fleht. ger, dein Lob erhöh'n, und eifervoll sich[ uns] auch be müh'n, dem Himmel Bür ger zu erzieh'n. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 3. Der reinen Tugend edelm Triebe sen heilig stets ihr[ unser] Geist und Leib! Gib, daß mit immer gleicher Liebe sich beyder[ unser] 358. Von dir, du Pflichten gegen den nächsten. Gott der Einigkeit, ward ben, und dann deinen Hime selbst der Ehebund geweiht; mel erben! o, weih' auch sie[ uns] zum Segen, die hier[ wir] vor deinem Angesicht' bereit steb'n, dir den Schwur der Pflicht und Eintracht abzulegen. Laß sie,[ uns] Vater, dir ergeben, einig leben treu sich[ uns] lieben, fromm der Christen Pflichten üben! 2. Du, Vater, knüpftest selbst das Band; laß sie, [ uns], durch Eintracht, Hand in Hand, der Ehe Glück vermehren! Laß ihre[ unsre] Liebe lauter seyn; laß Untreu' nie den Bund ents weih'n, den sie[ wir] dir heute schwören! Immer laß fie[ uns], dir ergeben, friedlich leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 371 Eltern, Vorminder und Erzieher. Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's c. 16 359. Groß roß ist, ihr Eltern, eure Pflicht! Vers derbet eure Kinder nicht, gewöhnt sie in der früb'sten Zeit zu núßlicher Geschäf tigkeit. 100% 2. Lehrt sie, wann ihr Berstand erwacht Gott kennen, seine Güt' und Macht; lehrt sie auf seine Werke seh'n, und, was sie lernen, auch versteh'n. 3. Sorgt, daß sie, recht zu thun, sich freu'n, und sich vor Gott stets findlich scheu'n. Zur Weisheit führt die Furcht des Herrn, und hält das Böse von uns fern. 3. D, segne sie,[ uns] der gern beglückt, und Se gen uns von oben schickt, auf allen ihren[ unſern] Wegen! Laß sie[ uns] in Kins dern sich[ uns] erfreu'n; gib zur Erziehung dein Ge: deih'n, zu ihrer[ uns'rer] Sorgfalt Segen! Laß sie [ uns], Höchster, dir ergeben, 5. Erstickt durch Unters glücklich leben, freudig sterricht und Zucht der ersten 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh' zur Tus gend an. 24* Einzelne Pflichten. Sünde Keim und Frucht,|| rer herzlich an! Gott richs damit sie Gottes Ebenbildtet einst, und fordert dann, früh' werden, liebreich, wenn ihr nicht eure Pflich sanft und mild. ten thut, von eurer Hand der Kinder Blut.. 372 6. Bedenkt, daß Rin der leicht versteh'n, wenn sie auf euern Wandel seh'n, was gut, was bös' ist, leicht gerührt von dem, wozu ihr sie verführt. 7. Rühmt,- denn ihr Herz ist schwach und weich, rühmt doch vor ihren Obren euch der Uebertre Mel. 40. Es ist das Heil 26. tung eurer Pflicht, aus eu 360. Zur Bildung bat nennt, rer frühen Jugend, nicht! uns deine Hand, Gott, Kin 8. Muthwillen der übergeben, bestimmt, nie Witz; nie preist des Kinder Welt, dem Vaterland' des schadenfrohen Geist, als Munterkeit; ein trúg, möchten sie doch wohl zu núßen, fromm zu leben. lich's Herz und Lügen nie, als Spiel und Scherz. gedeih'n, ganz der Bestim mung würdig seyn, zu der du sie erschufest! 9. Erweckt zum Guten ihr Gefühl in zarter Kind heit; euer Ziel sey nicht blos Anstand vor der Welt, sen Liebe deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Stla veren, daß sie das Glück des Menschen sey. 11. So nehmt euch ih12. Für Gott sucht sie hier zu erzieh'n, denn sie sind euch von ihm gelieh'n. Dort freu't euch auf ihr Wiederseh'n, wann sie am Thron des Höchsten steh'n. 2. Doch, was, o Herr, dein Sohn gelehrt, laß ih, nen treu verkünden, und sie des Christenthumes Werth im Herzen tief empfinden; gib, daß sie stets vor aller Welt die Wahrheit, wie es dir gefällt, durch Wort und That bekennen. 3. Gib Kraft uns, auf der Tugendbahn sie treulich Pflichten gegen den nächsten. hin zu leiten; sie reize Wort und Beyspiel an, des Lasters Weg zu meiden; hilf, das nicht Thaten, frecher daß Scherz, der Kinder unverdorbnes Herz, durch unsre Schuld, entweihen. 5. Gott, lehre sie, dich findlich scheu'n, die Obern folgsam ehren, die Brüder lieben, bülfreich seyn, ges wissenhaft sich nähren, ges troft im Leid', gesegt im Glück'; das Christenthum, in jedem Stück', durch ihren Wandel zieren. 373 4. O, laß sie gut und weise seyn, und ernstlich 361. Welch ein wich, tiges Bemühen, welch ein feliger Beruf, Menschen weise zu erziehen, die sich Gott zum Bilde schuf! Ihm zum Ruhm, der Welt zum sich bestreben, dem Tugend- Segen, treu der Kinder fleiße nur allein und ihrer Pflicht zu leben! Nie schleiche sich in ihre Brust das Gift der niedern Sinnenlust, durch schmeichelnde Verführer. Wohl zu pflegen, Eltern, welche heil'ge Pflicht, und wie herrlich lohnt sie nicht! 6. Erhöre, Bater, uns ser Fleh'n, laß nichts von dir sie scheiden, und standhaft deine Wege geh'n, in Freude, wie im Leiden! Sie sind, wie wir, o Va ter, dein; laß uns auch dort vereinigt seyn, und ew'ges Heil genießen! Mel. 162. Alle Menschen müs sen sterben 2c. 2. Wächst der Mensch, von früher Jugend, ohne Zucht und Bildung auf; fehlt Erkenntniß ihm und Tugend, o wie traurig ist sein Lauf! Unbekannt mit seiner Würde, ist er sich und Andern Bürde, kann nicht edeln Samen streu'n, fann nicht deiner, Gott, sich freu'n. 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder liebreich anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh fie Tugend lieben, und das Gute willig üben. Diese Pflicht ist ernst und groß, und von ihr spricht nichts uns los. 374 Einzelne Pflichten. 4. Menschenschöpfer und Ernährer, laß, zu fördern Menschlichkeit, Våter, Müts ter, Pfleger, Lehrer, Für sten und die Obrigkeit, mit vereinter Sorgfalt, wachen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Wort und Beyspiel zieh'n, selber Sund' und Laster flieh'n. 6. Dort, vor deinem Ans gesichte, werden die Erzie her steh'n, selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dir fönnen fagen: Keinen, Herr, ver for ich von den Meinen! und dann Kinder fleh'n für fic: Gott, vergilt nun ihre Müh'! seine Thätigkeit! Laß sie, Vater, wohlgerathen sei, ner Liebe reiche Saaten, zeitlich Glück und ewig Heil sen des Menschenfreundes Theil! 7. Gib, daß Jeder, der mit Treue, sich dem Wohl der Jugend weih't, des Ges lingens fich erfreue; fegne Kinder und Verwaiste. ( Mündel) 5. Früh schon werde ih ren Herzen jede Tugend zum Gewinn; daß sie nicht 362. Gott, dir sey ihr Wohl verscherzen, laß fie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe sie, auf ebner Bahn, zu der Mensch beit Ziel hinan. Mel. 110. Jesus, meine Zu versicht 2c. mein Dank geweiht, beilig dir mein ganzes Leben. Denn aus freyer Mildig keit, hast du selbst es mir gegeben; es durch Eltern. mir verlich'n, die zum Gu ten mich erzieh'n. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz, kindlich sey und nicht blos scheine; daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thränen zu dir weine, für ihr Glück dir dankbar sen, und mich ihrer Freuden freu'. 1001 3. Laß auf ihre Winte doch mich mit zarter Sorg, falt achten, ja, selbst ihren Wünschen noch stets zuvor, zukommen trachten; gern, was sie vergnügt, vollzich'n, Pflichten gegen den nächsten. stets, was sie betrübet, flieh'n. wir noch den Verlust ge kannt, war der Ersatz ges funden. funden. An Leib und Geist genährt, gespeist, geh'n, mit der Liebe Se gen, der Zukunft wir ents gegen. 3. Der dunkeln Zufunft? funft? Nein, vor dir, o Gott, ist Licht und Helle, du bist und bleibest für und für des reichsten Ses gens Quelle. Vertrauen wir und folgen dir, so wird dein heilig Walten uns schützen und erhalten. 4. Belohne du, mit Heil und Glück, die Pfleger uns'rer Jugend; es ruh' auf uns ihr Freudenblick, wenn Frömmigkeit und 263. Schon frühe Tugend als Saat gedeiht, die sie gestreut, wenn unser Wohlgerathen be front der Liebe Thaten. 4. Mir zum Muster dien' auch hier Jesus Christ, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war ein Beyspiel frommer Kin der, war von seiner Kind beit an seinen Eltern unters than. 5. Freude sey mir's, ihm auch hier nachzuahmen! O, wie billig, wie gefällig ist's Gott, dir! Mache du mich Mache du mich dazu willig. Wohl mir dann! Es wird auch mein dein verheiß'ner Segenseyn. Mel. 236. Was Gett thut, das ist 20. 375 doch sind wir elternlos, Gott blieb mit uns Ur men; tief war das Leid, der Schmerz war groß, noch größer sein Erbar men. Vom Vaterhaus führt er uns aus, doch) gab er auf dem Wege uns Schuß und treue Pflege. 2. Ein frommes Mit gefühl verband der bittern Trennung Wunden;- ch' Geschwister und Bluts, verwandte. Mel. 69. Herr, ich habe miß. gehandelt sc. 364. Wenn Geschwi ster fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind, wenn in ihrem stillen Einzelne Pflichten. 376 Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: o, dann ruh't auf ihnen allen Got: tes Blick mit Wohlgefale len. 2. Durch das Band des Bluts verbunden, sollten fie durch's Leben geh'n, und den Reiz der schnels len Stunden freundlich mehren und erhöh'n; soll ten Haß und Neid ent fernen, und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloff'nem, frohem Herzen üben was Gott gebot, theilen 365.Im Stillen wok Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. len wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wans del liebt, und Frommen das, was sie begehren, was ihnen nützt und wohl thut, gibt; schon oft hat uns auch unbemerkt Gebet zum Zugendfleiß' gestärkt. 4. O, wer wollt in früher Jugend nicht schon fanft und friedlich seyn? Aus den Häusern dringt die Zugend in die große Welt hinein. Wer die Set nen fann betrüben, wird auch fremdes Wohl nicht lieben. Kindern ist ihr Glück be reit; alle Hausgenossen streben, sich mit Freunden zu umgeben. 6. Liebe, komme du vom Himmel! Komm' in unser Herz berab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis in's Grab; laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus res gieret werden. 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gefeg: net und erfreut. Eltern seh'n sich dort belohnet; Mel. 181. Er starb, der größte ic. 2. Uns alle, die wir fleh'n, verbindet des Blu tes und der Freundschaft Band, und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, und preist dich, ew'ger Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in Pflichten gegen den nächsten. dem Ehebunde in vester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Seligkeit und Lust durchwebt; er blickt mit Nuh' und heis term Sinn' auf Pfad und Ziel der Wahrheit hin. 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Hers zen Tugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht; wenn sie der El tern Beyfpiel rührt, und - auf den Weg zum Him mel führt! 5. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen nech sei ner Pflicht Erfüllung strebt; wenn Eintracht und Zu friedenheit ein Haus zum Sig des Segens weiht! 377 willig reicht, und Hülf und Beystand gern erzeigt. 6. Wohl uns, wenn auch, ben unsern Freuden, sich freut der Nachbar und der Freund! wenn er, bey'm Anblick uns'rer Leiden des Mitleids stille Thräne weint, die Bruderhand uns 7. Ja, denen, die dich findlich ehren, o Bater strömt dein Segen zu; sie wandeln folgsam deinen Lehren, vertrau'n auf dich, und finden Ruh', und fin den Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zer stört. der Kelch der Leiden den 8. Zwar wird auch oft Deinen, Herr, von dir ges sandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue vest verband. Oft stórt des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 9. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingeschenkt; du wirst, du fannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 10. Mag doch des Los des Arm uns trennen, wir werden einst uns wieder: sebn' in jener Welt, die Un sern kennen, vor Gott mit 378 Einzelne Pflichten. ihnen dankend stehn; da, wo kein Tod mehr trennen kann, steh'n wir vereint, und beten an. 11. Und preisen ewig Gottes Gute, die unaus sprechlich uns geliebt, und dem, ihm heiligen, Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack gibt; durch Freundschaft uns zur Ewigfeit, zur Wonne der Ver klärten weih't. Dienstherren und Dienstboten. Mel. 141. Machs mit mir, Gott it. 366. Durch dich I Gott, bin ich, was ich bin, und es ist deine Ga be, daß ich, als Herr, Dienst und Gewinn von meinen Brüdern habe. Von mancher Arbeit, mancher Müh' befreyt mich deine Huld, durch sie. 2. Gib, daß ich ihnen jederzeit mit Freundlichkeit begegne; nie hart sey, ihre Thätigkeit, mit meinem Beyspiel, segne, und, unter falschem Vorwand, nie ihr den verdienten Lohn ents zieh'. 3. Erfüllen sie mit Reds lichkeit, mit Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, im hauslichen Geschäfte: so gib, daß ich dann, ihre Treu mit Dant zu lohnen, mich erfreu'. 4. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht nach Möglichs keit versüße; daß er, wenn Hülfe ihm gebricht, sie auch von mir genieße; daß ich ihm, fehlt er, gern sein Pfleger sey. verzeih', in Krankheit auch 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zum höher'n Leben; für ihn und mich hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Richter, hat mein Knecht mit mir ders einst ein gleiches Recht. 6. O, pråg' auf's tiefe ste dieß mir ein! Nie muß ich mich erfühnen, tyrannisch gegen die zu seyn, die meinem Hause dienen. Auch wer mir dient, ist Mensch, wie ich. Ihn lieben soll ich, gleich wie mich). Pflichten gegen den nächsten. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 367. Gott deinen weisen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir theuer seyn, und alle meis ne Kräfte von Herzen dem Geschäfte, zu dem du mich beriefest, weih'n. 2. Ich soll hier Undern dienen; und dien' ich red: lich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott, Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, so heischt es, Vater, dein Gebot. 3. Laß obne bittre Kla, gen des Lebens Last mich tragen, und fromm auf dich stets seh'n; im Neden und im Schweigen mich immer so bezeigen, wie ich vor dir, Herr, kann besteh'n. 379 erfreuen, gern mein Vers geh'n bereuen, und willig folgsam seyn; ich will sie redlich lieben, treu meine Pflichten üben, und Mús Biggang und Trägheit scheu'n. 4. Bor frechem Stolz und Neide, vor List und Schadenfreude bewabre, Gott, mein Herz. Was meine Herrschaft frånket, in Unmuth sie versenfet, dieß sen zugleich mein eigner Schmerz. 5. Nein, ich will sie 6. Du, Gott, bist der Ges rechte, der Herr der Herr'n und Knechte, der Alle gern erfreut; der Niedrigste auf Erden kann groß im Him mel werden, hat, wie sein Herr, einst Seligkeit. 7. Laß mich dieß stets ermessen, nie meine Pflicht vergessen, und jedes Uns recht scheu'n; so wirst du, Her: der Welten, es reich lich mir vergelten, mit ew' ger Wonne mich erfreu'n. Freunde. Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich zu uns ic. 368., welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, Vertrau'n mir schenkt, mich herzlich liebt, mit mir sich freuet und bes trübt; 2. Der, vest vereinigt 380 erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Tu gend lebt, mit mir nach einem Ziele strebt! 3. Gedanke, Neigung, Will' und That sind eins in uns, den heil'gen Pfad, den wir, von dir erleuchtet, seh'n, getreu und Hand in Hand zu geh'n. 4. Der Herzen Heil und Besserung, nicht eitler Lüste Sättigung, der wahren Liebe Hochgefühl ist unsre Sehnsucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, erleichtern gern uns jede Pflicht, und bitten dich, vereint, um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 6. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, mit sanftem Blick; und da, wo er zu irren scheint, warn' ich auch ihn, als treuer Freund. 7. Und wenn ich strauchle, ( denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch!) so 369. Wie segensvoll reicht er seine Bruderhand auch mir, und führet mich zurück zu dir. 8. Wir öffnen uns die Einzelne Pflichten. Herzen gern, daß Jeder, stets von Täuschung fern, nur auf oes Freundes Stim me hört, und nie ein Schmeichler uns bethört. 9. Nicht Argwohn, Miß, trau'n, oder Streit, nicht Freude und nicht Traurig feit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt uns'rer Freundschaft vestes Band. 10. Wir theilen Alles, Luft und Leid, in inniger Vertraulichkeit; und zartes Mitgefühl versüßt uns al les, was uns schmerzlich ist. 11. Und trennst du, Gott, auch Freund und Freund; die Herzen bleiben doch vers eint, durch Liebe, durch Ges bet, durch Rath, und wo wir können, durch die That. 12. Vollenden wir einst unsern Lauf; so nimmt uns Eine Heimath auf. Unends lich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. Mel. 1. Es ist gewißlich an der 2c. ist Freundschaft hier in diesem Pilgerleben! Sie kann im Glück und Unglück mir des Herzens Frieden Pflichten gegen den Nächsten. geben. Sie ist der Tugend starkes Band; wir nah'n getroft, an ihrer Hand, uns hin zu unserm Ziele. 2. Der Freundschaft Pflicht und schönstes Ziel ist Treu', und reine Freu de bey unserm Glück, und Mitgefühl ben allem un serm Leide. Aufrichtig ist fie stets bereit, schon hier, und für die Ewigkeit, des Freundes Wohl zu gründen. 3. Sie flieht vor Falsch heit, Hinterlist, vor Selbst sucht und dem Neide; haßt Argwohn, Wankelmuth und ist entfernt von Scha denfreude. Der Tugend nur reicht sie die Hand; denn jedes lasterhafte Band entehrt der Freundschaft Würde. 381 der stets es redlich mit mir meint, der mir in mei nem Leben ein wahres Tu gendvorbild sey, und sich mir standhaft und getreu in Glück und Unglück zeige. 6. Der meine Unvoll, kommenheit mit sanfter Schonung trage; mir Feh, ler, ohne Bitterfeit, nur mich zu bessern, sage; der mich vor Sünden immers dar, vor Jrrthum, Schaden und Gefahr an Leib und Seele, warne. 10un3 7. Doch laß mich, ohne Klugheit, nicht mit Jedem Freundschaft machen. Wer frechen Hohn dem Heil', gen spricht, die Zugend kann verlachen, ein Wol lüstling, ein stolzes Herz, wer fühllos ist bey Ans drer Schmerz, sey nie mals mein Vertrauter! 4. Ein solcher Freund war Jesus Christ, der selbst uns Sünder liebte, und nur, was groß und edel ist, uns hier zum Beyspiel übte; aus bloßer Liebe für uns starb, und Gottes Freundschaft uns erwarb, uns ewig zu beglücken. 8. Ein Mensch, vom Laster angesteckt, wird leicht auch mich verführen; daß mich sein Umgang nicht bes fleckt, soll er mich nie res gieren. Ach, wie kann der, der ohne Scheu, dich, 5. Gib du mir, Hóch Gott, verläugnet, Menster, einen Freund,- nur schen treu und redlich seyn du kannst ihn mir geben, und bleiben? 382 Einzelne Pflichten. 9. Doch hab' ich einen Freund von dir, der mich beglückt, erhalten, dann soll die Freundschaft auch in mir nie gegen ihn erfalten! Laß mich vers schwiegen, redlich seyn, Neid, Falschheit, Argwohn, Schmeicheley'n und Eigen nuß stets fliehen! 10. Gott, pråge du der Liebe Sinn recht tief in meine Seele, daß ich auch Feinde mir gewinn', und nicht ihr Herz verfehle. Schon hier beglückt die Einigkeit, und auch des Himmels Seligkeit ist wahre Lieb' und Freundschaft. Mel. 228. Sollt' ich mei nem Gott zc. werd' und bin ich nur durch ihn. 3. Dant dir, Gott, mit Herz und Munde, daß, an treuer Freunde Hand, mir schon manche frohe Stunde, wie ein Augen, blick, entschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir derer Liebe gab, wel 370. Auf, erwachet che, treu bis an, das Grab, mit mir danken, mit mir leiden, mir durch Mitgefühl verwandt, und von dir mir zugesandt. 4. Dank, daß du auf meinem Wege manchen Freund mir beygesellt, der mich, werd' ich matt und tråge, auf der Tu gend Bahn erhält, der die Freuden mit mir they meine Lieder, singt mit frohem Dank dem Herrn! Gott sieht auf den Staub bernieber, hört der Men schen Flehen gern. Sollt' ich ihn nicht froh erheben? Floß aus seiner Baters band, eh' ihn noch mein Mund genannt, mir nicht Freude schon und Leben? Alles, alles, was ich bin, 2. Doch, was wären Freudentage, theilte ſie kein Freund mit mir? Ach, sie endeten in Klage, irrt' ich dd' und einsam bier, wår' ich, wie in Wüste neyen, auf die Erde hins gebannt, lebt allein und unbekannt, und müßt ohne Freund mich freuen. Fros her soll mein Loblied seyn! Stimmt, ihr Brüder, mit mir ein! Pflichten gegen den nächsten. let, die mir deine Güte schaft Vaterlande, zu dem schenkt, und wenn mich ein Kummer frånkt, lieb, reich mich zu trösten eilet; wenn ich sinke, mich er hebt, und mit mir stets weiter strebt. Himmel unsern Geist, daß wir dort uns wieder finden, wo, von Mängeln ganz bes frent, zum Genuß der Se ligkeit, wir uns inniger vers binden; wo nicht Trennung mebr, noch Tod, unsrer Freundschaft Bund bedroht. 5. Dir geheiligt sen die Wonne, die mir echte Freundschaft beut, und ers wärmend, wie die Sonne, mich erquicket und erfreut! Ach, an frommer Freunde Hånden, werd' ich meinen Pilgerlauf, der mich führt zu dir hinauf, froher, glücks licher vollenden, und der einst vor deinem Thron ernten wahrer Freundschaft Lobn. 6. Alle, die mich nah und ferne lieben, Vater, segne sie! O, du segnest ja so gerne, Herr, mein Gott, verlaß sie nie! Ihres Hers zens stilles Sehnen, ihr Bedürfniß, ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Freuden, ihre Thrå nen, alles dieß ist nahe mir, alles, Herr, empfehl' ich dir. 7. Hebe, wann der Zod die Bande, die uns binden, einst zerreißt, zu der Freund383 Vaterland und Wohn ort. Mel. 1. Es ist gewißlich an 2c. 371. Groß roß ist um uns der Pflichten Kreis, als Bürger dieser Erde; daß, bier zu wirken, uns ser Fleiß doch nimmer lås ßig werde! Laß jede, Gott, uns heilig seyn, ihr redlich unsre Kraft zu weih'n, uns feiner zu ents ziehen. 2. Vor Allem treu dem Vaterland, und seinem Dienste leben; in jeder Lage, jedem Stand nach Bürgertugend streben; das ist's, was machtig unsern Geist der thatenlosen Rub' entreißt, ist reine Tugende liebe. 3. Dem Volle Heil, 384 Einzelne Pflichten. dem angestammt von eh, renvollen Ahnen, den Geist sie regt, die Brust ent flammt; es geht der Ehre Bahnen; nie wanft in ihm die Kraft, der Muth, sich zu erhalten Recht und Gut, und seiner Freyheit Würde. das Verhängniß auch ents reißt, den freygesinnten, vesten Geist kann keine Zeit erdrücken. 6. Und sinkt das Va: terland dahin, der Zeiten Sturm' zum Raube, be wahrt es sich den freyen Sinn, bleibt noch ein Volk im Staube. Was 7. Wenn Liebe für das Vaterland des Menschen Brust beweget, gibt es für ihn kein Sklavenband, selbst, wenn er Fesseln tråget; in Feffeln noch bleibt er ihm treu, still wirkend, schafft er's tågs lich neu, vom Zeitsturm' unerschüttert. 4. An seines Vaterlan des Heil', und, was ihm frommt und núget, nimmt es mit Blut und Leben Theil, hält aufrecht, was es schüßet. Es strebt und ringt, und sorgt und wacht für der Gesetze Kraft und Macht, auf die sein Wohl sich gründet. 5. Für seinen Fürsten, sein Geschlecht, des Vaters landes Ehre, des freyen Glaubens heil'ges Recht in Wert, in That und Lebre; für seiner Sprache Kraft und Geist, steht es, wenn Noth, Gefahr es beißt, dem Felsen gleich 372. Mein Baters im Meere. 8. O, daß in uns'rer Pflichten Kreis', als Bürs ger dieser Erde, sie, jeder Bürgertugend Preis, uns allen Kleinod werde! Daß, was auch raubt des Schicks fals Hand, nie Liebe für das Vaterland aus unser'm Herzen weiche!- Mel. 27. Allmächtiger, wir fingen 2c. land, daß mir mein Gott zur Wohnung angewiesen, läßt in Bedrückungen und Noth mich seinen Schuh genießen; es gibt mir Brot und Sicherheit und Sicherheit, schafft Recht mir und Gerechtig Pflichten gegen den Nächsten. feit, und schüßt mein Gut und Leben. 2. Es knüpfet, mit der Liebe Band, mich vest an meine Brüder, daß jedes Glied und jeder Stand, treu, liebevoll und bieder, im allgemeinen Wohl und Web' auch jederzeit sein eignes seh', nur jenes mehr, dieß minder. 3. Drum will ich stets bemühet seyn, durch nüßliche Geschäfte, dem Dienst' des Staates mich zu weih'n, und Zeit, Beruf, und Kräf: te, dem Vaterlande, das mich schützt, und mir und meinen Brüdern núßt, mit treuem Eifer dienen. 4. Nie will ich Ruh' und Sicherheit durch füh: nen Frevel stören; will meines Landes Obrigkeit, als Gottes Ordnung, ebren; und ihren Willen jederzeit, mit treuer Unterwürfigkeit, so viel ich kann, befolgen. 5. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; und fiets ihr widriges Geschick, nach Möglichkeit, vermin dern; will gerne dienen Jedermann, und helfen, 385 wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 6. Auf, Brüder, die ibr's redlich meint, nüßt euerm Vaterlande, das ench zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Ein Jeder leiste, was er soll, gewissenhaft und lie bevoll, wie Bürgerpflicht es heischet. 7. Gott, steh' uns gnds dig ben, daß wir nach dieser Pflicht stets leben, als treue Bürger, auch schon hier nach jenem Reiche streben, in das nur fromme Knechte geh'n, die hier im Dienste treu besteh'n, zu dem du sie berufen! Mel. 82. Fürwahr, du bistic. 373. Shr, Bürger Eines Staates, Brüder, vereinigt euch zum Lobges sang! Bringt unserm Baz ter frohe Lieder, sagt ihm für seine Gnade Dant, ihm, welcher uns, mit weiser Hand, vereinigt hat im Bas terland'. 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, nur Meg schenumgang bildet ihn; ver 25 386 Einzelne Pflichten.bi gebens irrt er auf Gefil alle seine Kräfte zum all den, die ihm allein entgemeinen Wohl empor; und gegen blúb'a; nur Men Ordnung und Zusammen fchen lindern seinen Schmerz bang vermehrt und stärkt und gießen Freuden in sein der Thaten Drang. Herz. 3. Ach, hülflos tritt er in das Leben, sich seiner felbst noch unbewußt; noch fennt er selbst nicht sein Bes streben, und schon ist er der Andern Lust; denn schon empfängt, mit treuer Hand, den Ankömmling das Va terland. 4. Er wächst, gleich eis nem jungen Baume, vom Vaterland gepfleget, auf. Erwacht er aus dem Jus gendtraume zu einem that's gen Lebenslauf: so schafft es ihm zur Tugend Kraft in Kampf mit Sünd' und Leidenschaft. 5. Ja, ihm kommt dann auf feinen Wegen die göttliche Religion, mit ihrem Heile, früh' entgegen, zeigt ibm des Glaubens Werth und Lohn; und dem Beruf, ein Christ zu seyn, kann er mit Tausenden sich weib'n. 6. Beginnt er endlich das Geschäfte, für das die Vorsicht ihn erfor, so streben 7. Vereint zu einem gleichen Ziele, wird Jeder dann des Andern Glück, und Jeder sieht, mit Frohs gefühle, auf das gemeine Wohl zurück; und, was nicht Ein Mensch wirken kann das fangen sie vereinigt an. 8. Nicht Alle haben gleiche Kräfte; hier nútet Einsicht und Verstand, dort Kors perkraft bey dem Geschäfte, bey Undern Kunst dem Va terland'; doch eng verbun den wirken sie mit dem, was Jedem Gott verlich. 9. Und von der Obrig feit des Landes strömt Schutz und Sicherheit uns zu; sie schützt die Menschen jedes Standes, und sichert uns des Friedens Ruh'! Ja, durch ihr väterlich Bemüh'n, seh'n wir des Landes Wohl fabrt blúb'n. 10. D, danfet Gott, der uns verbunden durch der Gesellschaft enges Band! Wir haben Glück und Ruh' Pflichten gegen den nächsten. gefunden in unserm theu: len, nicht dir gehorchen ern Vaterland; hier, wo, wollen. ung als Bürger und als Christ, ein Jeder Freund des Andern ist. 11. So laßt uns denn einander núßen auf der uns angewies'nen Bahn, das allgemeine Wohl beschützen, so viel ein Jeder Kraft em: pfah'n. Nur wer sein Vaterland verehrt, ist auch des Christennamens werth! he Obrigkeit und Unter thanen.( Huldigung.) Mel. 236. Was Gott thut, das ist ic. 387 Bardi 374. Laß, Höchster, uns're Obrigkeit sich deines Segens freuen! Dann wird ihr Rath zu aller Zeit, und, was sie thut, gedeihen; weil Menschen Rath und Menfchen That, Gott, ohne dei nen Segen, auf Erden nichts vermögen. of 2. Du, Herr, gibst Weisheit und Verstand den Richtern auf der Erde, du machst, daß selbst des Starken Hand mit Kraft gerüstet werde. Sie irren sich, die, frevent lich, da, wo sie herrschen sob 3. Gib, Gott, daß uns's re Obrigkeit ihr Amt mit Weisheit führe, daß sie, mit Muth und Sorgsamkeit, der Bürger Wohl regiere! Gib, daß sie nie des Amtes Múh' und seine Lasten scheuen, nein ihrer Pflicht sich freuen! 4. Wenn sie das Wohl der Bürgerschaft zu fördern sich bestreben, so woll'st du Weisheit, Muth und Kraft den biedern Obern geben, damit ihr Rath, als gute Saat, durch dich, o Gott, gedeihe, und jedes Herz erfreue! And thus p erfreue! fa 5. Nie müsse Widers spånstigkeit die gute Absicht stören, noch bitt're Unzufries denheit die edle That cers schweren! Mit Willigkeit und Dankbarkeit soll Je der, den sie schützen, das Gute unterstützen! 6. Die ihnen anvertraute Macht sey Stütze der Ge setze, daß sie der Frevler nicht verlacht, der Beß're höher schäße! daß seine Pflicht, aus Vorsatz, nicht der Bürger unterlasse, mit Unrecht sich befasse. 25* 388 Einzelne Pflichten. 7. Daß Tugend nur und Frömmigkeit bey uns, o Gott, besteben, und Ord nung und Gerechtigkeit der Burger Wohlerhöhen; daß folgsam wir, durch Eins tracht, hier beglückt und sicher, leben, der Tugend fiets ergeben. Mel. 47. Aus tiefer Nothic. 375. Erbe Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst, auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit, durch sie beglückt zu werden! Verleih' ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Wohl dem Lans de schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild' gleich, sich selbst, durch Weisheit, ehre, und, stets an edeln Thaten reich, das Wohl des Lan: des mehre; Bedrängten ihren Beystand leih'n, laß fie der Unschuld Zuflucht seyn, dem Unrecht kräftig steuern! das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir stets durch Frömmigkeit dich ehren, und schon in der Zeit den Segen davon ernten. 4. Wer mag, wenn dein Arm sie bewacht, die Herrs schaft ihr mißgónnen? Wird dann der Feinde List und Macht ihr jemals schaden fónnen? Wird jede gute, weise That, die sie ſich vorgenommen hat, nicht auch dein Segen krönen? 5. Gib denen Treu' und Willigkeit, die ihr sind untergeben, daß sie, zu folgen, stets bereit, streng ihren Pflichten leben! Ers leicht're ihr des Lebens Múb', mit deiner Huld begleite fie, und sey ihr Lohn auf ewig! 6. Laß sie, mit uns, bes flissen seyn, in Frömmigkeit zu leben, mit uns, sich deis nem Dienst zu weih'n, und dein Lob zu erheben, daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Re gent und Volk sich beuge. Mel. 237. Wenn wir in höch sten 2c. 3. Laß uns, von ihrem Schuß' bewacht, des Friedens Glück genießen, und 376. Wer herrschet ruhig, unter ihrer Macht, und ein Richter ist, der Pflichten gegen den nächsten. wisse, daß auch du es bist; wer Macht hat, fühle, sein Beruf sey von der Macht, die Alles schuf. 2. Er, wie der Unters than, dein Knecht, sey dein Bild, Gott, und sey gerecht, sen menschenfreund lich, herrsch' allein, der Se: gen seines Volks zu seyn. 3. Nie such' er seine Größ' und Macht in Ueppigkeit und eitler Pracht; nie in des Armen Druck und Last, den du, wie ihn, erschaffen hast. 4. Es flamme nie in feiner Hand das Schwert durch ein verödet Land! Er suche seinen Ruhm, als Held, nicht im zerstörten Glück der Welt. 5. Es zeige seiner Macht Gewicht sich And'rer Thron verderblich nicht; doch, heischt das Wohl der Sei nen Krieg, dann folg' ihm Muth zur Schlacht, zum Sieg. 6. Für Menschenelend voll Gefühl, fey er auch selbst im Schlachtgewühl; er lind're húlfreich Schmerz und Noth, und ehre der Gefallnen Tod. 389 7. Nie sey ihm, als der Lüste Spiel, sie zu befrie: digen, sein Ziel; nie der Begierden Såttigung, und sklavische Vergötterung. 8. Der Unschuld Rechte beug' er nicht! Gerecht, o Herr, wie dein Gericht so müss' er richten, nur allein des Trugs und Fres vels Schrecken seyn. 9. Verhaßt sen ihm die Schmeichelen! Wer redlich, unerschrocken, frey die Wahrheit spricht, den hör' er an, nicht den, der heus chelnd friechen kann. 10. Auch ihm, dem Herrs scher auf dem Thron', sen beilig die Religion; doch zwing' er die Gewissen nicht; auch duldsam seyn ist Fürs stenpflicht. 11. Verdienste heb' er gern empor; sey überall selbst Aug' und Obr; und sebe, nicht getäuscht durch List und Wahn, was Allen núßlich ist. a 12. Sein eignes Beys spiel wirke mehr, als sein Geseß; weit um sich her verbreit' es Lust zu dem, was gut und recht ist; geb' zur Zugend Muth. 390 Einzelne Pflichten. 13. Er, ganz von Vorjener groß; jeder Stand urtheilen frey, stets der ist ehrenvoll, wenn er lei Verlaß'nen Zuflucht, sey stet, was er soll. der Armen Reichthum, in der Noth, womit sie Ue bermuth bedroht. 14. Verloren rechn' er jebe Zeit, wo er nicht wohl thut und erfreut; doch heilt er Wehmuth, Gram und Schmerz: so werd'es Wonne für sein Herz. 15. So herrsch' er, und ihm opfre dann mit Freuden Gut und Blut, wer Mann, wer treu und muthvoll, als ein Christ, folch eines Herrschers würdig ist! 4. Schön ist's, gut zu herrschen; schön, jeden guten Weg zu geh'n, den ein guter Führer weist, den dein Gott dich wandeln heißt. 3. Ungleich ist der Men schen Loos, der ist niedrig, 5. Zur gemeinen Wohl fahrt, sey dem Geſetze stets getreu! Wer ihm gern ges horchen kann, der nur ist ein freyer Mann. 6. Schaue Jesum Chris stum an; er, wie du, ein Unterthan, zum Gehorsam ftets bereit, ehrte feine Obrigkeit. Mel. 73. Gott sey Dank zc. 7. Selbstbeherrschung ist so schwer; irrt dein Herr 377. Wer gehorcht, ſcher, strauchelt er, so vers der thu's mit Luft, bleibe stets sich wohl bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sey ein guter Untertban! damm' ihn nicht, und sprich: er ist auch ein Mensch, wie ich. 2. Wer sich selbst gern überhebt, und nach hohen Dingen strebt, füble, daß fein Rang ihn ziert, der ihm nicht, mit Recht, gebührt. 8. Ach, wie oft verführt ihn nicht, zur Vergessenheit der Pflicht, schmeichelnd oder ránkevoll, der, den er beglücken soll! 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gåbst du's Gott, Pflichten gegen den Nächsten. dem Herrn, was dir auf gelegt wird, gern! 10. Wohl dem, der die Obern ehrt! Nur durch fie ist uns gewährt Ordnung und Gerechtigkeit, Friede, Schutz, und Sicherheit. 11. Lebe selbst gewissen haft, ihres Wandels Rechen schaft laß dem Herrn; gib, wohl bedacht, nur auf dein Verhalten Acht. widerstrebet dir selbst, sowohl als ihr. 3. Ach, großer Herrscher, lehre mich doch, durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie es dein Wort mich heißt. Du selbst hast sie bestellt; und, daß wir ihren Willen, in Furcht und Lieb', erfüllen, ist, was auch dir gefällt. 4. Laß deines Geistes 12. Obrigkeit und Un- Gaben auf ihnen reichlich terthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird ges recht seyn; sündigt nicht! Mel. 37. Schwingt, heilige zc. ruh'n. Nur das macht sie erhaben, daß sie, was du willst, thun. Du herrschest selbst im Land'. Das Herz der Obrigkeiten kannst du, wie Bäche, leiten, es steht 378. Jehovah, dir, in deiner Hand. dem König der Könige und Herr'n, ist Alles unterthås nig; du herrschest nah' und fern, du Gott, Herr Ze baoth! An Ehren groß und prachtig, zum Schuße stark und machtig, ein Helfer in der Noth! 391 2. Nach deines Wortes Lehre, ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wåre; ihr Schwert, daß Frevlern dråut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zu wider lebet, weh' ihm, er 5. Gib, daß sie ihre Würde durch Unrecht nie entweih'n, und ihre höchste Zierde laß Licht und Weis heit seyn. Gib, daß, durch ihr Bemúb'n, die Frommen sicher wohnen, nie laß sie Frevler schonen, stets selbst das Unrecht flieh'n. 6. Gib, daß, durch ihr Regieren, wir mit Zufrie denbeit ein ruhig's Leben führen, in wahrer From migkeit. Herr Gott, du segnest gern; so gib uns Einzelne Pflichten. 392 benn hienieden stets Segen, Heil und Frieden, durch Jesum, unsern Herrn, Um Geburts, oder Na, mensfeste des Landes vaters oder der kan desmutter. Mel. 74. Wie leuchtet uns 2C, 379. Herr unser Gott, dich leben wir, Allgütiger, wir danken dir, und preis sen deine Gnade. Von deinem Vaterangesicht ent strablt der Liebe mildes Licht, und leuchtet unserm Pfade. Heilig, beilig, beis lig Wesen aller Wesen, aus dem Staube hebet uns dir der Glaube! zu 2. Heil uns, Herr! dei ne Batertreu' und Huld ist alle Morgen neu, und krónt, die dir vertrauen. O, laß uns stets, mit frommem Sinn, auf deinen beil'gen Willen bin, voll frober Hoffnung, schauen. Weisheit, Allmacht heißt, o Führer, und Regierer, dein Vermögen, und dein Thun ist nichts, als Segen! 3. Beschirm', o Gott, mit starker Hand, auch künftig unser Vaterland; Gerechtigkeit und Frieden, aus Bürgertreu' und Bies dersinn, sey uns, zum bleis benden Gewinn, von deis ner Huld beschieden! Wenn wir fromm bier als die Deinen uns vereinen, strömt dein Segen tausends fältig uns entgegen. beten wir; durch Fürsten 4. Für unsern König kommt uns Heil von dir, wenn sie, Herr, deinen Wil len, zum Glück des Volls, Hinblick auf die Ewigkeit, der im Schonend, lohnend, ihr mit frommer Treu', erfüllen. Gemüthe, reich an Güte, weis' und milde, herrschen sie nach deinem Bilde. 5. Gib, daß auch unfre Königinn, mit dir geweih' tem, frommemSinn, sich beis nes Segens freue. Was sie, o Herr, von dir bes gehrt, sey ihr durch deine Huld gewährt, und jeden Gram zerstreue. Hóre, Va ter, laß geschehen, was wir flehen; deinen Namen preis sen wir tobsingend. Amen. Pflichten gegen den nächsten. Mel. 223. Nun danket Alle Born uns allen stromen Gott 2c. ließ! 5. Fürwahr! ihn gab uns 380. Versammelt, Gott. Fürwahr! er trägt Brüder, euch an Gottes Danfaltåren, in seinen Tempeln bringt ihm dar der Freude Zähren! das ganze Land erheb', in feyer: lichem Chor anbetend, Aug' und Herz zu Gott, dem Herrn, empor! die Krone, als ein verdiens tes Erb', ein Mensch auf seinem Throne! Sein Will' ist unser Glück, und Liebe sein Gebot. Gelob' ihm unser Herz denn Treu' bis in Tod! 2. Es jauchze jeder Mund dem frohen Tag' entgegen, der auf uns niedersinkt, mit neuem Lebens. Segen, der uns den Fürsten gab, des Volkes Stolz und Glück! Der reinsten Freude Fest, Heil uns, es kehrt zurück! 3. Noch unser nennen wir den Vater auf dem Throne; mild' ist sein Fürs und 393 6. Dieß Gott, sen unser Dank! Ein jedes Herz ers neue den Eid der Huldis gung, den Schwur der Lieb' und Treue! Gehorsam, Kindessinn, wo Pflicht und Recht gebeut, mach' uns des Segens werth, der uns durch ihn erfreut! Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. ne Krone; Gerechtigkeit sein 381. In deiner Stars Schild, sein Zepter Hirtens stab; Dank dir, Allmächtiger, der ihn zum Herrn uns gab! 4. So lang' in unsrer Brust des Lebens Pulse geben, soll es ein Fest uns seyn, den frohen Tag zu sehen, der ihn in's Leben rief, der ihn uns werden hieß, mit ihm der Freude le freue sich, Gott, unser Fürst und sen, geheiligt und regiert durch dich, dir, seis nem Herrn, getreu! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft, und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Er förd're willig deis 394 nen Ruhm, er denke gern daran, sein Reich sey auch dein Eigenthum, und er dein Unterthan! Einzelne Pflichten. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sey deiner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ! 5. Groß und voll Múh' ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir; ach, er bedarf vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 10. Um seinen Thron ſev immerdar Recht und Ge rechtigkeit! Sen sein Be schüger in Gefahr, wenn ihn ein Feind bedråut! 11. Er wünsche nie des Helden Ruhm! Doch zeucht er in den Krieg, zu schü ten Recht und Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg! 12. Sein werd' in jes dem Fleh'n zu dir, mit Lieb' und Dank, gedacht! Erhör' es, Gott, dann preisen wir mit Ehrfurcht deine Macht! 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn: so müß' er, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreu'n! 7. Er lieb' auf seinem 382. Herrscher, bir, Throne dich, als ein ge treuer Sohn! Er sey dem Laster fürchterlich; der Zugend Schutz und Lohn. 8. Beglückter Völker Lie be sen sein edelster Gewinn; und keiner ihrer Seufzer schrey' um Rache wider ihn! no 9. Noch fern sey ihm das hohe Ziel, nach dem er wallen soll; Gott, mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. der mächtig waltet, und überall mit Weisheit schab tet, der Herrschaft gibt und Herrschaft nimmt, dir, der bösen Anschlag wendet, und Heil der Erde Völkern spendet, in Einklang jeden Mißlaut stimmt, dir, Gott, tont unser Danf, dich preist der Lobgesang, Hocherhab, ner! Allwaltender, der Welten Herr, sey, unsers Königs Schirm und Schild! 2. Licht, Gerechtigkeit Pflichten gegen den nächsten. und Wahrheit umleucht', das Beste, was unser gans mit nie getrübter Klarbeit, des Königs Herz, des Kós nigs Thron! Keinen Tag muss er verlieren! Du, höchster Herr, hilf ihm res gieren; gib du ihm Kraft, sey du ibm Lohn! Sein milder Herrscher Blick seb' auf des Volkes Glück! Wohlfahrt ströme im ganzen Land aufjeden Stand, durch seine weise Mensch: lichkeit. zes Land erquickt. Der Eintracht holdes Band vers binde Stand mit Stand! Aufzuopfern gemeinem Heil sein eigen Theil ist Chris stenpflicht, sey Bürgerruhm! 5. Redlichkeit und lau t're Tugend zier' unfre Männer, uns're Jugend, und Wahrheit jegliches Ges müth! Ernste Zucht und fromme Sitte sey überall in unsrer Mitte, von An3. Für des Herrschens dacht sey das Herz durch Müh' erquicke, o Gott, ihn glüht! Des Glaubens hels mit des Landes Glücke, mit les Licht entzeuch uns, Vaz feines Volkes treuem Sinn; ter, nicht! Denn es lendy und, gedrückt von Fürstens tet durch Erdennoth, durch sorgen, nehm' er, am Abend Schmerz und Lod, hinauf und am Morgen, im Lansin's beß're Baterland. deswohl den Lohn sich hin. Durch treue Herzlichkeit, sen sein Gemüth erfreut! Herr, versüß' ihm des Le bens Müb', verlaß ihn nie, und stark ihn stets auf seiner Bahn. 395 4. Weisheit wollst du, Herr, gewähren des Für sten Råthen, und sie leb ren, was recht, was wahr ist, was beglückt. Jeder acht' nur das für's Größte, und Jedem sey nur das 6.Herr, erhalt' dem Kós nig Frieden! Ihm sey das schöne Loos beschieden, der Trost von Tausenden zu feyn! Schütt' auf seine Les benspfade die Segensstrós me deiner Gaade! Nur du kannst dauernd uns erfreu'n. Wer, allem Bösen seind, es wohl mit Allen meint, den beglücke! Herr, unser Hort, sen hier, sen dort des Königs Wonne, Trost und Theil! 396 Einzelne Pflichten. Mel. 223. Nun danket Alle Gott 2c. 383. Vor Sor dir, der Welten trägt, der über Kro nen waltet, und ihre Zeiten wägt; vor dir, o Gott, entfaltet, in reger Andacht, sich das Herz für ihn gerúbrt, der uns, durch deine Macht, berufen, mild re giert. 2. Will deine Vaterhand, Allgütiger, den Segen der Liebe auf ein Land, das sei ner werth ist, legen, so hast du ihm zum Heil als Herrscher den bestellt, der tugendhaft, gerecht, dir, Vater, wohlgefällt. Mel. 236. Was Gott thut, das ist ic. von dir erfüllt, empfängt aus deinen Händen das Gute, das von dir ent quillt, dem Volk es auss zuspenden. Glückseligkeit, Gerechtigkeit im Lande zu erhalten, läßt du Regens ten walten. 3. Wenn dann nach deis nem Vatersinn des Herrs schers edle Werke in unserm so ist es deine Stärke, auf Wohl und Frieden blüh'n, die wir schau'n, und hof fend trau'n, du hältst des Fürsten Leben mit deinem Schuß umgeben. Trauer des Vaterlans des. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 384. Im Herrscher, 385. The Thränen, Sbr der, o Gott, dich ehrt, ist seines Volkes Frieden, und seinem Heil dein Schutz ger währt. Deß Macht zerfällt hienieden, der groß sich nennt, und dich nicht kennt, ihm fehlt auf seinen We gen, Allmächtiger, dein Se: gen. fließet nieder, ertönt des Schmerzes Lieder, und wers det Grabgesang! Es weh'n des Todes Schauer, und allgemeine Trauer seufzt in der Glocken Feyerklang. 2. Der Fürst, deß Geist 2. Gerechter Schmerz! Es raubte der Tod von unserm Haupte der Hoheit Schmuck und Zier; fie Pflichten gegen den nächsten. sant herab vom Throne, dabin ist uns're Krone, und tieferschüttert jammern wir. 3. Er, der uns mit dem Schilde der Liebe, Gút' und Milde, so lang' er herrscht, umgab; sein Reich auf Weisheit stützte, das Recht, die Wahrheit schützte, des Landes Vater sant in's Grab! 4. Ein Mensch auf seinem Throne, trug er die Fürstenkcone, als wohl verdienten Lohn; sein Herz war, wie sein Leben, der Menschheit Dienst' erge ben, ein Spiegel der Religion. 5. Und ach! von uns geschieden schläft er in stil lem Frieden nun in des Grabes Schoof'! Zwar schmückt die schön're Krone ihn zum gerechten Lohne, doch thrånenwerth ist unser Loos. 6. Es sind der Kinder Zähren; wer mag dem Schmerze wehren? Ihr Herz war sein Altar; zu früh' hat er geendet. Dank dir, der ihn vollendet, 397 Dank dir, daß er einst unser war! 7. Zur Mild'rung uns', rer Trauer, gib jedem Gus ten Dauer, und segne sein Gedeih'n. Ja, laß, nach deinem Bilde, den Geist der Kraft und Milde jetzt mit des Thrones Erben seyn! Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen ic. 386. Ein Pilgergang durch's Leben ist unser Daseyn hier; ein Traum, ein Schattensch veben, zu sterben, leben wir; wie sich die Pfade winden, in's Grab nur leiten sie, und stete Heimath finden wir auf der Erde nie. 2. Sen mit uns Kraft und Fülle, blüh' uns der Jugend Roth, in dunkler Nebelhülle schwebt über und der Tod; auf Hút, ten, wie auf Throne, sinkt nächtlich er heres, und schüttelt selbst die Krone von Fürstenhäuptern ab. 3. 3u modernden Ge beinen versammelt er, was 398 Einzelne Pflichten. lebt; verwais'te Kinder weinen, wenn er den Arm erhebt; auch uns'res Glú des Tagen sank nächtlich er herab; gebeugt steh'n wir, und klagen um uns': 387. Wir sind, wenn rer Fürstinn Grab. 4. Sie, die, mit Him meléfrieden, ihr Volk, ihr Land umfing; die unter uns hienieden, ein Engel Gottes! ging; file, sibres Fürstenstandes Stolz, Zier: de, Schmuck und Ehr, die Mutter ihres Landes und Volkes ist nicht mehr. 5. Uns blieb vom bol den Bilde schön menschlider Natur, von ihrer Gut' und Milde das Un gedenken nur; webmüthig uns umgebend, besänftigt's unsern Schmerz; und un vergeßlich lebend bewahrt es unser Herz. Bertheidiger des Ba terlandes. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 6. Du, der sie uns hie nieden so freundlich zuge: sellt, o, gib ihr deinen Frie: den in der Vollendung Welt! Cib, für der Erdenfrone entschwundne Herrs lichkeit, ihr, Höchster, dort zum Lohne des Himmels Seligkeit! es die Pflicht gebeut, zum Kampf für's Vaterland bereit; des Thrones Schuß, des Reiches Wehr, steht stark und muthig unser Heer. 2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefabr, noch Tod. Wir alle steh'n in Gottes Hand, und sterben gern für's Vaterland. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht. O, führ' durch uns des Friedens Gluck, führ'uns, gekrönt mit Sieg, zurück! 4. Wir geben muthig in die Schlacht; du bist es, Gott, der für uns wacht. Wir fürchten dich, nur das aibt Muth; wir fürchten teiner Feinde Wuth. 5. Und heilig ist uns uns', re Pflicht! Wir lassen uns re Fahnen nicht! Wir trach ten nicht nach Raub und Pflichten gegen den nächsten. Gold, und sind vergnügt| mich betrübe. Sey in der mit unserm Gold. Noth ihr Freund und Gott; befrey' an jedem Morgen ihr Herz von bangen Sorgen! 6. Dem stolzen Feinde furchtbar, sind wir schonend gegen Weib und Kind, und Greis und Säugling und den Mann, der uns nicht widerstehen kann. 2. Doch laß auch mich ibr Beystand seyn in Krants beit und Gefahren! Laß Rath und Trost mich ihnen weih'n, und sie vor Gram bewahren! Ich bin ja hier, o Gott, von dir bestimmt und außerfeben, dem Nächsten bevzustehen. 7. Der Arm des from men Kriegers hebt den liebreich auf, der vor ihm bebt; wird nie an denen sich vers geh'n, die, webrlos, ihn um Schonung fleh'n. 8. Er übet gern, nach heißent Streit, die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vaterland, dem Für sten werth, wird er von Freund und Feind geehrt. 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! Und fällt auch einer in der Schlacht, die Himmelskron' ihm der erwarb, der für uns all' am Kreuze starb. Nachbarn. Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. daß ich, fomm und treu, auch meine Nachbarn lie: be; daß ihre Wohlfahrt mich erfreu', ihr Unglück 399 L 3. O, laß durch mein Benehmen nie mich ihnen Kummer machen! Mein Herz sey willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie besigen, nach Möglichkeit, zu schüßen. 388. Gib, Höchster, erduldet. 4. Gib, daß ich gern verschwiegen sen, daß ich den Frieden suche, und nie, aus Neid und Heucheley, im Stillen ihnen fluche. Und thun sie mir auch Unrecht hier; hab' ichs nur nicht vers schuldet, so wird es leicht 5. Was hilft der Feinds schaft finstrer Sinn? Er führt nur in's Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit 400 Einzelne Pflichten. dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, O send entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 3. Des frommen Alters Bürde erhöhet seine Würde, und macht auch dir ihn werth. Weh' dem, der ihn verachtet, nicht gern und willig trachtet zu thun, was seine Freuden mehrt! 6. Herr, präge mir den Gleichmuth ein, der mich vor 4. Wie viel hat er ers Haß behütet, und laß mich fahren; wie viel in früher'n auch als Nachbar seyn, Jahren gewirkt, geseh'n, was mir dein Wort ge- gehört! Nun will ich von bietet. Wer liebreich ist, ihm lernen mit Sorgfalt wie du es bist, wird einst, zu entfernen, was meines wann Feinde beben, in Lebens Frieden stört. deiner Nähe leben. 5. Gelähmt sind seine Kräfte; von jeglichem Ge schäfte beißt ihn das Alter rub'n. Ich will ihn unter stützen, ihn in Gefahr bes schützen, und, wo ich fann, Alter und Jugend. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 389. Auch noch im ihm Gutes thun. spåten Alter, erhebt, o Welterhalter, der Mensch zu dir den Blick. Der from me Greis am Stabe, bald reif zur Ruh' im Grabe, erfleht von dir des Lebens Glück. 6. Wenn Mißmuth ihn beseelet, und Freundlichkeit ibm feblet, und Schwach beit ihn verstimmt; so will ich duldend schweigen, und ihm, durch Schonung, zeis gen, daß Liebe mir im Herzen glimmt. 2. Wann rief er je ver gebens am Abend seines Lebens dich, o Erbarmer, an? Du tröftest ihn im Leiden, schenkst ihm noch manche Freuden, und führst 7. Ja, liebreich will ich streben, die nah' am Ziele leben, wie du, Gott, zu erfreu'n. Ich will die Alten ehren, will ihrem Kum ihn sanft auf öder Bahn.mer wehren, und stets Pflichten gegen den Nächsten. ihr Freund und Helfer seyn. 8. Dieß ist, o Gott, dein Wille, und wenn ich ihn erfülle, so lohnt mir 390. Mel. Ermunt're dich, mein schwacher zc. € Seelenruh'; und komm' auch ich zum Alter, ſo bist du mein Erhalter, und fübr'st auch mir dann Helfer zu. 401 ch will, in stiller Einsamkeit, zu SDir sey mein ganzes Herz geweiht, ges 19 $ 6 dir, Gott, mich, erheben. Gib du mir Kraft,-fie weiht zum frommen Leben! - I P 11 kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Willen mit Treue zu erfüllen. 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind. Wohl mir, wenn ich dich liebe! O, mache mich dir gleich ge: finnt, und heil'ge meine Triebe! Laß meine Seele feusch und rein, unstråflich meinen Wandel seyn, um, Bater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen. gefälligkeit bewahre mich die Tugend. Wie furz, wie flüchtig ist die Zeit der Schönheit und der Jugend! Was nügen, ohne Tugend, fie? Drum sollen, Gott, an ihnen nie, mit thôricht eiteln Freuden, sich meine Blicke weiden. 4. Sucht, zu gefallen, 3. Vor stolzer Selbstmüsse nicht mein schwaches 26 Kin Einzelne Pflichten. Herz bethören; sie würde| lang der Unschuld und der mein Gefühl für Pflicht, Tugend Dank, bis du zum und meine Ruh' zerstören. höhern Leben dereinst mid) Gesuchte Zier und Pracht wirst erheben. der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich, beschei den, in Zucht und Demuth fleiden. 5. Wenn Umgang mir Verführung droht; so lebre mich, ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden. Die Unschuld sey mein lieb ster Rubm; ein guter Ruf mein Eigenthum, den Je der gern mir gónne, den Niemand låstern könne. 402 6. Laß edle Freundinnen in mir ein Herz, wie ibres, finden, damit, in frommer Eintracht, wir der Freund schaft Glück empfinden. Laß unf're Liebe sanft und rein, laß herzlich unsern Umgang seyn, daß nie sich unfre Seelen durch Neid und Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst, durch dein Gebot, den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhórest. Ich opfere dir lebenss Arme und Reiche. mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 391. Wer arm und dürftig ist, o her, ach, welche Leiden duldet er, wenn ihn des Reichen Ue berfluß nicht sättigt, wo er darben muß! 2. Wie elend ist, wer, alt und schwach, umher irrt, ohne Hüll' und Dach, und, bey der Krankheit Qual und Noth, umsonst sich sehnt nach seinem Tod! 3. Wie elend erst, wenn um ihn ber viel Kinder rus fen: Brot! und er tief auf seufzt, und, bey Müh' und Fleiß, doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Wenn ihn, der sich so mühsam nährt, ein inn's rer, tiefer Gram verzehrt, und seine stille Thräne rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind! 5. Ihm strahlet nicht der Sonne Licht; ihm lacht Pflichten gegen den nächsten. der schöne Erdkreis nicht; ften, die sich freu'n, wie ihm ist die Welt, in aller Gott, der Armen Trost Pracht, so öde, wie die zu seyn; von diesen nehm' Mitternacht. er dankbar an, was ihre Huld ihm geben kann. 6. Was soll er dann be. ginnen, Gott? Verzagen, dich in seiner Noth verläugnen? Und soll er allein nur leiden? Er nicht glücklich seyn? 7. Willst du ihn nie be: glücken? Ja, du willst es, Herr; dein Auge sab vor der Geburt der Welten schon sein Leiden und auch seinen Lohn. 8. Er schau' in deine Zukunft hin, und sage zu sich selbst: ich bin ein Wandrer nicht auf lange Zeit; wohin? zu Gottes Seligkeit. 9. Er trag' und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des Fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frey von aller Schuld der Trägheit sey. 10. Dann flag' er Men schen, was ihn quält, und wenn ihm ihre Hülfe fehlt, sen nicht sogleich sein Herz emport; er wisse, daß sein Gott ihn hört. 11. Noch gibt es Chris 403 12. Und unter Arbeit und Geduld vertrau' er Gottes Vaterhuld; sie wird ihm Trost und Hülfe senn, und ihn von aller Roth befrey'n. 13. Einst sieht er, nach der Thránensaat, daß ihm auch selbst der raub'ste Pfad ein Weg zu Gott war; aus der Zeit ein fich'rer Weg zur Seligkeit. Mel. 15. Kommt her, spricht Christus 2c. 392. Wer sich mit Ernst der Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit; er scheu't sich, zu verschwenden. Du, Vas ter, du beglückteft ihn; nun sorgt er, was du ihm verlieh'n, stets weislich anzuwenden. 2. Dieß Gut ist nicht sein Eigenthum; er soll es nur zu deinem Ruhm, mit Redlichkeit, verwalten. Er weiß es, und, voll Dank, 26 404 Einzelne Pflichten. barkeit, sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, da: mit wohl hauszuhalten. 3. Er schwelget nie beym Ueberfluß, ist immer må ßig im Genuß erlaubter Sinnenfreuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und Ueppigkeit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Er suchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu 393. Aus Gottes mil der bewahren; er weiß, Wechsellauf der Zeit bringt er sich einst zur Ruh' des Grabes niederlegen. 7. Sollt' ich, o Gott, nicht sparsam seyn, nicht weislich die Verschwendung scheu'n, den Mißbrauch deiner Gaben? Ja, heilig sey mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann Zuvers sicht, auch selbst im Man gel, haben. 5. Doch nie verlegt er feine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Gerührt von seiner Brüder Noth, theilt er mit Hung, rigen sein Brot, und line dert Gram und Schmerzen. Freuden. O Menfch, be der Hand kommt jede deiner Mangel oft und Dürftigfeit, und mancherley Gestrebe dich, den Undank zu vermeiden! Mißbrauche nie fahren. das Gut, daß dir dein Gott gewährt. Du bist und blei best arm, wenn ihn dein Herz nicht ehrt. 6. Er hilft, im Stillen, wo er kann; was er durch Eparsamkeit gewann, wird zu der Menschheit Gegen. Jhm strömet Dank und Freude zu, und frob kann mel. 465. Gott, du frommer Gott ic. 2. Was du dein eigen nennst, hat er dir nur ges lieben, um dich zur Thäs tigkeit und Treue zu ers ziehen. Du raubst dir seine Huld, wenn du Verschwendung liebst, und dich mit stolzem Sinn der Ueppigkeit ergibst. nouns 3. Wie kann erborgter Glanz dir eigne Würde Pflichten gegen den Nächsten. geben, und deinen wahren| Land und Spiel und Ruhm, den Ruhm vor Schwelgeren verwenden? Gott, erheben? Nein, was Wer wollte so sein Glück nicht in dir ist, steht nicht und seine Kraft zerstreu'n, in deiner Macht. Nur Zu- und nicht, durch treuenFleiß, gend und Verstand gilt den Menschen núßlich seyn? mehr, als Fürstenpracht. 4. Dein Gott ist selbst ein Geist, den keine Pracht verblendet. Er liebet nur das Herz, das gern zu ihm sich wendet. Sey im merhin verhüllt in durfti ges Gewand; er reicht, wenn du ihm folgst, dir seine Vaterhand. 8. Die große Stunde naht, wo dir dein Nichter winket. Dann flieht der Prunk der Welt, und deine Hütte sinket. O Mensch, entferne dich von aller Ueppigkeit! Sonst hat die Zukunft nichts, was deis nen Geist erfreut. 5. Wozu verlieh er dir die krafterfüllte Seele? Er wollte, stets das wahre Gute wähle. 394. Der edle Geift Ach, du betrügst dich selbst, wenn du das Ziel ver rückst, und deine Hülle nur, nicht deine Seele schmückst. 6. Kein Edler fesselt sich an leere Kleinigkeiten. Sein Geist ist gut und groß, und weiß sich selbst zu leiten. Was Wohlstand ihm gebeut, das ehret er als Pflicht; doch folget er dem Strom der eiteln Thoren nicht. 7. Wie köstlich ist die Zeit! Wer wollte sie ver schwenden, und nur auf 405 Fremde und Reisende. Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. hebt sich vom Staube hoch über Zeit, Geburt und Stand; ibn fesselt weder Volk, noch Glaube, nicht sein Geschlecht und Vaters land. Der Menschheit Wür, de ist sein Stand, die gans ze Welt sein Vaterland. 2. Doch liebt er auch in seiner Hülle den engen Raum, der ihn umschließt, und freuet sich der Gegens fülle, die sich zunächst um ihn ergießt. Er liebt den Ort, der ihn gebar, der 406 Einzelne Pflichten. Nachbarn und der Freunde Schaar. 3. Reißt ihn das Schicksal von den Geinen, wie einsam wird ihm die Natur im unbekannten Land erscheinen, und wär' es 395. Du, welchen auch die schönste Flur. Er fühlt sich aus der Welt verbannt, fühlt sich verlassen und verkannt. 4. Doch fehrt er in die Heimath wieder, nach lan ger Trennung, einst zurück; dann sinket aller Kummer nieder, ihm lacht von neuem Freud' und Glück, und, bey zufried'nem, heiter'm Sinn, fließt seine Lebenszeit da hin. derst du's, selbst Gut und Blut! 5. Da lebt er mitten unter denen, die ihn ver steh'n, die er versteht, die feines Herzens heisses Seb: nen schon lange sich herben geflebt; da drückt ihm einst, zu fanfter Ruh', des Freun des Hand die Augen zu. 6. O du, mir selbst von Gott gegeben, sen mix will kommen, Vaterland! Mit dir verknüpfe mich im Le ben ein unauflöslich beil'ges Band; dir weih' ich Kräfte, Fleiß und Muth und, forMel. 4. O Ewigkeit, du Donnerwort 2c. feine Welt ermißt, der du allgegenwärtig bist mit al lem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du, mein Gott, bist ibnen nah' auf allen ihren Wegen. Du übersiehst, o Gott, sie nie; ach segne, Vater, segne sie! 2. Du selber trenntest ſie von mir; da seufzte laut mein Herz zu dir, da flo Ben meine Thränen; ich suchte sie, und fand sie nicht; ach, da verfiel mein Anges sicht von langem, beissem Sehnen; doch du gabst mir auch Trost und Ruh: ich will ihr Gott seyn, sagtest du. 3.3a, Herr, in Noth und in Gefahr, sey du ihr Netter immerdar, der Schuß, auf den sie bauen! Laß sie der Tugend Wege geh'n, auf dich und deine Hülfe seh'n, mit kindlichem Vertrauen; und gib zu ihrer Pilgrim, Pflichten gegen den Nächsten. schaft, ben jedem Schritte, neue Kraft! 4. Erleicht're ihres Les bens Segen Gott, begleite ste, wo sie auch immer wallen. Gesegnet sey durch sie das Land, in welches sie dein Wink gesandt, hilf ihnen, Vater, allen! Laß sie in Fried' und Wohlergeh'n noch Kind und Kindeskinder sehn! 5. Gib, daß sie ihrer Werke Ruhm, ihr unverleßlich Eigenthum, einst über's Grab begleite! Ihr Tod muß, wie ihr Leben, seyn! Sanft ruh' ihr bei liges Gebein, ach, nicht an meiner Seite! Bis einst dein Erntetag erscheint, der wieder sie und mich vereint. 6. O, wie gedenk' ich dein so gern, du Zag des Lebens, Tag des Herrn! Bann wird dein Licht erscheinen? Lag, der auch die mir wieder gibt, die ewig meine Seele liebt die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unser Herz dann freu'n! Gott, welch ein Anblick wird es seyn! 407 Kirchengesellschaften. Mel. 241. Wer nur den lieben ic. 396. Wohl den, der Christo angehöret! Auch er hat Freunde; denn sein Freund ist Christus, und wer Christum ehret, durch einen Sinn mit ihm vers eint. Nicht einsam wan delt er den Pfad, auf den ibn Gott gerufen hat. 2. Er sey auch unbekannt; ihn lieben und achten alle, welche sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichs tig, treu und brüderlich, sobald sie seh'n, daß er ein Christ, ein wahrer Jünger Jeſu ist. 3. Kein Eigennut, kein Stolz, fein Leiden, kein Wechsel ihres Glücks, kein Schmerz, entzieht ihm ihrer Treue Freuden, ihr vest mit ihm verbund'nes Herz. Sie haben an einander Theil durch Einen Trost, Ein Glück, Ein Heil. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch getrennet sind, sie bilden doch nur Eine Heerde, in Liebe, Jesu gleich gesinnt, 408 Einzelne Pflichten. in durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. so dort einst in der Ewig, feit? 102. 9. Schenk' uns den Geist der Bruderliebe, der Nach sicht und der Einigkeit. Gib, daß sich Jeder eifrig übe in edler Dienstbeflis fenheit, daß Alles, unser'm Bunde treu, Ein Herz und Eine Seele sey. 5. Und welche Freunde, welche Brüder hat nicht im Himmel dort der Christ, wo Jesu seines Leibes Glie: der versammelt, wo er sicht: bar ist! Da soll sein Diener nicht allein, mit allen soll er selig seyn.lle Jais 6. Er sprach ja selbst: » Sie sollen leben; wo ich » bin, sollen die auch seyn, » die, Vater, mir von dir 397. Schon weicht » gegeben, fich findlich dir » im Glauben weih'n; ver » sint, so wie im Glauben » bier, dort in der Herr » lichkeit mit mir.« 7. O Trost, zu Jesu Auserfornen zu kommen, zu der Våter Schaar, zu unsers Gottes Erstgebornen, zu Jedem, der hier heilig war; mit ihnen dort am Thron zu steh'n, und Gott mit ihnen zu erhöh'n! die finst're Mitternacht des Aberglaubens und die Macht der Vorurtheile schwindet; schon leuchtet uns der Morgenstern, und jener Tag ist nicht mehr fern, da Ein Band uns verbins det. Uebe Liebe, Christ, und höre Jesu Lehre: lies ben sollen, die nach ihm sich nennen wollen. 8. Mach)' uns, o Jesu, dazu tüchtig, dein würdig Eigenthum zu seyn. Stets sey das Christenthum uns wichtig! denn was fann uns so sehr erfreu'n, wie hier in dieser Pilgerzeit, Mel. 74. Wie leuchtet uns 2c. 2. In allem Volk wird von dem Herrn nur der geliebt, der immer gern die Bahn der Tugend wan delt. Wer Recht thut, Gott durch Zugend ehrt, der hat vor ihm den größten Werth, weil er vernünf tig handelt. Darum übet Pflichten gegen den Nächsten. Tugend, Brüder, Gott sieht nieder auf uns alle, wer durch Tugend ihm ges falle. 3. Nur auf Gesinnung und auf That sieht er, der Aller Herzen Rath mit Einem Blick durchschauet. Wem reiner Tugendsinn gebricht, dem hilft sein lees rer Glaube nicht, wie sehr er darauf bauet. Darum laßt uns, so zu leben, uns bestreben, daß die Erde reich an Lieb' und Eintracht werde. 409 398. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein, und dein soll Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sey ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort, und Licht, mit ihm, und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er, leuchtet, Gott, durch dich, den Schülern Jesu gleich gesinnt, viel Geelen für dein Reich gewinnt! 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugend, haft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft. 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und forschen, ob auch dein Wort lehrt, was uns Flärt. ihr Unterricht er Prediger und Gemein den.( Ordination und Einführung.) 6. Ist ihr Wort dein Wort auch zugleich, dann Mel. 237. Wenn wir in laß uns, Herr, an Weiss heit reich, des Guten edeln Samen streu'n, um dich höchsten 2c. und sie auch zu erfreu'n. 7. Durch solchen Lohn beglückt schon hier, frohlo, den sie:» Gott ist mit » mir! Die, mir nach), Got, » tes Wege geh'n, werd' » ich im Himmel wieder, » seh'n!« 8. Ermahnen, bitten, warnen sie: so weig're, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns ver 410 Einzelne Pflichten. E beutst, zu thun, was du durch fie gebeutst. 9. Laß, Vater, ihren Unterricht, wenn sie, wie wir, auch straucheln, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnädig an! 10. Fern sey von uns der Frevel, Gott, durch Undant sie, durch Haß und Spott, zu frånfen, daß sie ihre Pflicht mit Seufzen thun, mit Freu, den nicht! 3. O, gib ihm deiner Geistes Gaben, durch die Weisheit Licht, und deines wir Trost und Unterricht von ihm zu hoffen haben. Laß seine Lehren wahr und rein, vest seinen eig nen Glauben seyn, sein Leben fromm und heilig! 4. Un Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß ihn die Schwachen tragen, und feimt der Same Mel. 40. Es ist das Heil ic. nicht sogleich, nie an der Frucht verzagen. Gib, daß er stets mit Freundlichkeit, entfernt von Haß und Bitterkeit, vor jeder Súns de warne. 11. Nein, Gott, wir wollen sie erfreu'n; dankbare, fromme Hörer seyn! So führst du einst auch uns zugleich, mit ihnen, in dein ewig Reich. des Irrthums Wahn, und Laster zu bestreiten, und Menschen, auf der Wahrheit Bahn, zur Tugend hin zuleiten! Wie edel! aber auch wie schwer! Laß unsern Lehrer täglich mehr des Rufes Wärde fühlen. 399. Dein ist das Licht, das uns erhellt, Gott, dein das Amt der Lehrer. Welch ein Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Dieß lehr' uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns allen fund, bekannt der Weg zum Leben. 2. Welch hoher Ruf, 5. Gib, daß mit Nüh rung und mit Lust er stets uns unterweise, des Werths der Tugend sich bewußt, uns ihren Segen preise, daß nicht allein sein Un terricht, daß uns auch sei Pflichten gegen den nächsten. nes Beyspiels Licht auf ihn, Herr, an deinem deine Wege leite. Thron, der Tugend und der Treue Lohn in ew'ger Wonne finden! 6. Laß ihn die Irren den zurück zu deiner Wahr beit führen; sie, eifrig für ihr wahres Glück, belehren, warnen, rühren; ihn Mel. 74. Wie leuchtet und ic. geduldig seyn, gelind, 400. Beherrscher beis nicht stolz, noch hart, stets ſo gesinnt, wie Christi Dienern ziemet. 7. Trifft ihn Verfolgung oder Spott, so laß' ihn dann mit Freuden, mit unerschrocknem Muth', o Gott, für deine Wahr heit leiden. Sie kommt von dir, und ehret dich; umsonst empóren Frevler sich, dein Licht, Herr, zu verdrängen. 8. Belohne, Vater, ihn schon bier mit deinem reich sten Segen; doch dien' er redlich, Herr, nur dir, und nicht des Lohnes wes gen. Mit Vorsatz laß ihn nie betrübt, von allen Red lichen geliebt, geehrt von Allen werden. 411 9. Und war er seinem Rufe treu, bezeugt ihm sein Gewissen, daß er der Sünde Sklaverey der See len viel entrissen; so laß ner Christenbeit, o Jesu, Herr der Herrlichkeit, du Führer deiner Heerde! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ges fällt, sorgst, daß sie selig werde. Trostvoll, göttlich sind die Lehren, die wir bóren! Heil und Leben willst du deinen Freunden geben. 2. O, wohl uns, Herr, daß du uns liebst, nach deinem Sinn und Lehrer gibst, die uns zum Him mel führen, und, voll von boher Wissenschaft, von Tugendliebe, Geist und Kraft, auch Sünderherzen rühren! Treue Hirten laß den See, len niemals fehlen, und die Heerden, mit den Hir ten, frömmer werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, uns von dir gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die 412 Einzelne Pflichten. Geelen, die sich ihn ver trau'n, durch Lebr' und Le ben zu erbau'n, gib Weis: heit ihm und Kräfte! Mách tig steh' ihm stets zur Seite, daß er streite, bet und wa che, sich und Andre selig mache. fern; du famist in Jesu Ramen. O, reich' uns dei ne Freundeshand! Mit dir geh'n wir in's Vaterland, und du mit uns auch, Amen. Heilig sey uns diese Stun be! Treu dem Bunde, den wir schließen, werden wir des Heils genießen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruh'n! Lehr' ihn sein Amt mit Freuden thun! Entfern', was ihn betrübet! Gib, wenn er deine Wahrheit lehrt, uns 401. Deilig sey und stets ein Herz, das folgsam hört, und sich im Guten übet! Stärke Lehrer und Gemeine! Laß sie deine Treue sehen, und auf dei nen Wegen gehen! 5. Wann einst dein groz ßer Tag erscheint, laß un sern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zu gezählt; ogib, daß dort ihm feine fehlt; laß keine ihn verlieren! Vor dir, Nichter, wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen, und dir Jubellieder weihen. 6. Sen uns gesegnet, Knecht des Herrn! Dein Herz sey nimmer von uns mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. diese Stunde, die, feyerlich, zum schönsten Bunde, dir, Lehrer, dir und uns er scheint! Er, der über uns regieret, bat dich in un sern Kreis geführet; Gott ist's, der dich mit uns vers eint. Froblockend preisen wir den Heiligen mit dir. Seis ner Wahrheit, die in der Zeit die Nacht zerstreut, sen ewig unser Herz ge weiht. 2. Uns von Gott und unsern Pflichten, mit Fleiß und Treu', zu unterrichten, von Wahn und Sünd' uns zu befrey'n; zu veredeln uns're Freuden, zu stärken uns in bangen Leiden, im Tode Tröster uns zu seyn; Pflichten gegen den Nächsten. ja, dieß gelobst du hier;|| Treu' sen jeden und gern geloben wir, dir an uns neu! zu folgen, und jederzeit, mit Freudigkeit, zu thun, was Gottes Wort gebeut. ( Nach der Handlung.) 3. Nun gelobt mit Herz und Munde ist das Ge lübd'! Zum schönsten Bun de sind uns're Seelen nun vereint! Nichten wird der Heil'ge, richten gerecht uns nach des Bundes Pflid, ten, wenn sein Vergeltungstag erscheint. Heil uns, wenn alle wir dann im Triumph mit dir geh'n zum Throne! Dort danken wir die Palme dir, und ewig lohnt dich Gott dafür. Yudic Schule und Jugendleh, rer.( In Schulen, und bey Schulprüfun gen.) - Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c.. 402. Gib, Gott, dem Lehrer Glück und Kräfte zu seinem segensreichen Stand, ihm, den zum Hei: ligungsgeschäfte du uns, als Beystand, zugesandt! Hilf du ihm, Vater, seine 413 Morgen 2. Laß dir auf allen seis nen Wegen, den du uns gabst, empfohlen seyn; beglücke, was er thut, mit Segen, und jede Aussaat mit Gedeih'n. Für unser Wohl schlag' ihm das Herz; was ihn betrübt, sey uns auch Schmerz. 3. Knúpf' gwifchen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens vestes Band; es reiche, mit aufricht gem Triebe, ein jeder dankvoll ihm die Hand. Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hält auch seine Lebrer werth. be 4. Einst laß uns freudig ihm begegnen, der Gottes Weg uns gehen hieß, ihn mit entzückter Rührung segnen, daß er ihn uns so treulich wieß. Er find' im böher'n Vaterland uns wie der, wie er hier uns fand! 5. Dort rufen,( möge Gott es geben!) mit hö ber'm Dante, wir ihm zu: Heil sey dir! denn du haft das Leben, die Seele uns gerettet, du! O Gott, laß ihn dieß Glück erfreu'n, 3 414 Einzelne Pflichten. und vieler Seelen Retter seyn! Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 403. Die Menschen Mel. 74. Wie leuchtet uns der IC. zu erziehen, bringt Heil für Welt und Staat. Gott, segne das Bemühen, laß 405. Erfreulich sey, reifen unsre Saat! 2. Ja, Nacht und Irrthum fliehet da, wo dein Licht erhellt. Auch uns're Schule blühet, durch dich, o Herr der Welt! 3. Gib, treuer Vater, daß wir dir das ganze Les ben weih'n. Wie glücklich werden wir schon bier, und dort, wie selig seyn! und feyerlich der Prüfung Tag, an welchem mich so viele Zeugen hören! Er kommt, mit ihm fommt Freud' und Schmerz, hier freut sich hoch, dort bebt ein Herz, wenn sich die Zeugen mehren; Beyfall, Ehre, Lob und Liebe kro net heute Fleiß und Tu gend. Heil dir, wohldurch, lebte Jugend! 2. Wenn ich bisher ge wissenhaft und treu ge: 404. Mit findlich brauchte meine Kraft, nach frommer Dankbegier schau'n wir zu dir hinauf; Herr Gott, dein Lob verkünden wir, o, nimm es liebreich auf! meiner Pflicht stets lebte, und wenn, an treuer Lehrer Hand, mein Eifer immer unverwandt dem Ziel' ent gegen strebte; werd' ich da wohl stumm erröthend, ängstlich stammelnd, heute beben, da ich Rechenschaft soll geben? 3. Dem Trågen flopft 3. Mit kindlichyem Ge müthe singt Jeder dir heut' Preis; denn deine Vater güte beglückte unsern Fleiß. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 2. Auch heute ward von dir beglückt, durch Wahrbeit, unser Geist. Wie fühlet sich das Herz entzückt, daß dich voll Andacht preist! Pflichten gegen den nächsten. die bange Brust, er fühlet| Ben jede Kraft, eingedent Wehmuth, statt der Lust; der Rechenschaft! muß Thorheit nun bereuen. Der aber, der im regen Fleiß die Zeit durchlebte, erntet Preis, und kann sich heute freuen. Alles Gute wird belohnet von dem Va ter unsers Lebens. Nur der 407. Wie reich, o Tråge hofft vergebens. Schöpfer der Natur, bist du an Macht und Güte! Du schmückest jedes Jahr die Flur mit Blumen, Gras und Blüthe. Mel. 519. Gott des Him mels und der 2c. 406. Unfre ganze Sees le fühle sich zu neuer Lust erhöht; immer mehr nah'n wir dem Ziele, wo der Lohn des Fleißes steht; laß den Vorsatz, gut zu seyn, heute wieder uns ers neu'n! 2. Ewig dauern iene Freuden, die uns Fleiß und Tugend gibt; Müßiggang bedroht mit Leiden den, der trågen Schlum mer liebt; o, laßt uns nie ſtille steh'n, nein, im Gu ten weiter geh'n! 3. Wer durch Nichtstbun fie entweihte, seine eele Jugendzeit, o, der kehre reuvoll heute wieder zu der Thätigkeit! Laßt uns nú 415 Candleute, Künstler und Handwerker. Mel. 19. Ich dank' dir schon 2c. 2. Du gibst uns warmen Sonnenschein, und Thau und milden Regen. Daß Saat und Pflanzen wobl gedeih'n, bringt selbst dein Donner Segen. 3. Durch dich wächst Frucht auf Baum und Strauch; durch dich reift das Getreide; und mildig lich versorgst du auch das Vieh, mit fetter Weide. 4. Wie fröhlich machst du meinen Stand! Du gibst mir Kraft und Stärke, mit regem Fleiß zu bau'n das Land, und segnest meine Werke. 5. So Viele klagen über Roth, ich darf nie Man 416 Einzelne Pflichten.com gel leiden. Mich lohnt der Fleiß; ich bau' mein Brot; der Arbeit folgen Freuden. 6. Und ward' auch andern Menschen gleich mehr Geld und Gut beschieden; nur die Genügsamkeit macht reich, und ich bin wohl zu frieden. 7. Es fehlt mir an Ge 408.h bank bir, sundheit nicht, mich quâlen feine Sorgen, und freund: lich weckt zu meiner Pflicht mich jeder neue Morgen. 8. Vorüber geht mir schnell die Zeit, bev meinem Tagsgeschäfte. Die Sonne lacht mir Heiterkeit, der Wiesen Duft gibt Kräfte. 9. Und 0, wie süß die Ruhe lohnt, bin ich nun Abends múde! Denn unter meinem Dache wohnt der Eintracht holder Friede. 10. Das ist doch je ge wißlich wahr: wer auf der Tugend Wegen einhergeht, findet immerdar Zufriedens heit und Segen. 12. Will immer freudig dir vertrau'n, du Gott im Himmel oben, auf deine Macht und Güte schau'n, und dich von Herzen loben. 11. Drum will ich stets, von Falschheit rein, recht schaffen, treu und bieder, und gern des Armen Hel fer senn, und Bruder mei ner Brüder; con sim 1/10 Mel.80. Vom Himmel hoch, da ic. Gott, für meinen Stand, du gibst dem Fleiße meiner Hand Gedeihen; lohnst ihn mit Gewinn, und machst, daß ich zufrieden bin. 2. Wenn gleich von dir nicht hoch gestellt, nüt' ich doch auch der Bruderwelt; ich schaff' durch Fleiß von Zeit zu Zeit ihr Nothdurft und Bequemlichkeit. 3. Wie ist ein Land so segensvoll, wo jeder wirket, was er soll, wo überall der Fleiß regiert, und Redlichkeit sich nie verliert! dapat 4. Wie viele Kräfte re gen sich, wie viele Hånde auch für mich! Und ich doch wollte müßig ruh'n, und nicht mein Werk mit Freuden thun? 005 5. Leicht wird mir jede Tagesmüh', bet ich zu Pflichten gegen den nächsten. Gott des Morgens früh;|| Alles angeordnet hat, wird und ist mein Tagverk Völkern dauerhaftes Heil gut vollbracht, lohnt mich durch der Gesellschaft Band mit süßer Ruh' die Nacht. zu Theil. 6. Und Gottes Segen folgt mir nach. Schon hab' ich Hülle, Brot und Dach. Was hat vor mir der Reiche mehr? Ich schlaf und werde satt, wie er. 7. Umringt die Großen auch mehr Pracht; nicht sie ist's, die uns glücklich macht. Wie Mancher gråmt im Prunke sich, und hat der Sorgen mehr, als ich! 8. Nur wer das Seine redlich thut, ist glücklich, bat stets frohen Muth. Die Zeit der Müh' rollt schnell dahin, und einst lohnt mehr noch ihr Ger winn. 9. Wer viel empfangen hat, von dem wird viel gefordert; angenehm ist auch, wer treu im Kleinen ist, dir, der du Aller Vater bist. Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich zu uns ic. 409. Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der 417 2. Durch gegenseitiges Bemüh'n, sieht man der Bürger Wohlfahrt blüh'n, und durch vereinte Thätige keit, die sich dem Dienst des Staates weiht. 3. Ein Bürger ist des andern Freund; sie, die ein gleicher Zweck vereint, seh'n, durch des eignen Vors theils Werth, das allges meine Glück vermehrt. 4. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der Eine nützt durch Geis steskraft, durch Einsicht und durch Wissenschaft; 5. Der durch die Arbeit seiner Hand, durch Kunstgewinn, dem Vaterland, und der, den Noth und Mangel drückt, wird durch des Reichen Hand erquickt. 6. So knúpsst du, Gott, durch jeden Stand der alls gemeinen Wohlfahrt Band, vertheilst, durch deiner Weis heit Wahl, des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 100 NO27 418 410. Verhalten gegen die thierische und leblose Schöpfung. Follo TH 車 4 Einzelne Pflichten. me miting Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 11 1 Herr, laßt mich stets die große Pflicht ** $ $ bedenken, das, was du schufft, aus Leichtsinn κÏÏ Ï ↓↓↓↓↓↓ nie zu frånken, nie deine Gaben frevelnd zu vernichten; denn du wirst's richten. po 2. Wie groß und schon find alle deine Werke! Dich rühmt die Flur, der Baum in seiner Stärke, der Thiere Menge, die auf Erden le: ben, in Lüften schweben. 3. Dein Will' ist zwar, mit Weisheit sie zu nügen, fogar als Eigenthum sie zu besitzen; doch sollen wir nie, was du schufft, verbeeren, zur Lust zerstören. 4. Ein solcher Frevler ist, Herr, dir entgegen; er achtet nicht den übergroßen Segen, den du voll Huld, nicht, daß man ihn ver schwendet, uns zugewendet. 5. Mit Schadenfreude stórt er Baum und Pflanze im schönsten Wuchs; Natur in ihrem Glanze kann ihn nicht rühren, nicht mit allem Segen sein Herz bes wegen. 6. Dem zarten Baums chen raubt er seine Säfte; er stórt der wirkenden Na tur Geschäfte, und macht der fünft'gen Welt gehoff te Früchte boshaft zu nichte. 7. Nur ein gefühllos Berhalten gegen die thierische und leblose 2c. 419 Herz kann an den Leiden|| bestimmte diese Erde nicht der Thiere sich in Gottes für die Menschen nur ab Schöpfung weiden; sie lein; auch Thiere schuf er, zwecklos quälen, und mit groß und klein, des Lebens ihren Schmerzen leichtsin sich zu freuen. nig scherzen. 8. Wohl mir, wenn ich mir's zum Gewissen mas che, wie auch das Heer der Spotter mich verlache, was Gott erschuf- nichts soll mich fünftig blendenrecht anzuwenden. 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenhalben mehre; sie füllten Wälder, Berg' und Thal und Seen, Fluß' und Meere, belebten hier die hohe Luft, und dort der Erde tiefste Kluft, und freuten sich des Les bens. 9. Um mich soll alles, was ba lebt, sich freuen! Kein Thier soll über mich um Rache schreyen. Ich darf es núten, seinen Lod befehlen, doch nie es quds len. nd 3. Nie kann des weisen Forschers Sinn der Arten Anzahl wissen; doch sånt auch nur die kleinste hin, so wär' das Band zerriss sen, das in der weiten Gottes- Welt die Wesen an einander hält zu einem grof sen Ganzen. 4. Das kleinste Thier betritt die Welt, wie ich, auf seine Weise; es fühlt sein Dasenn, und erhält sich auch mit Trank und Speise; hat, so wie ich, auch Sins neskraft, fühlt, was ihm Lust und Schmerzen schafft; 411. Der weise Scho verläßt, wie ich, das Les ben. pfer, dessen Ruf einst måch tig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, 10. Mit milder Scho nung will ich ihre Freuden durch Grausamkeiten ihnen nie verleiden. Er halte, Gott, mir der Er barmung Triebe, und diese Liebe! Mel. 1. Es ist gewißlich an 2c. 5. Dem, der für Alles Sorge trågt, dem Vater 27* 420 std Einzelne aller Dinge, ist nichts, was auf der Welt sich regt, zu flein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen nie vergißt, ist auch des Wurmes Schöpfer. 6. Und er, der alle Wes sen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere das, was er ihm gibt, gedan: fenlos zu rauben? Was gåbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die All macht schuf, mit Leichtsinn zu zerstören? 7. Nein! kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag auch, was mich zur Mensch heit hebt, mag die Vernunft ihm fehlen! Durch sie trag' ich der Gottheit Bild; doch lehrt sie mich auch, göttlich mild, Glück um mich her verbreiten. 8. Vernunft, erhab'ne * 85 5 Pflichten. das Seelenkraft, Geschenk aus Gottes Hånden! ich müsse nie durch Leidenschaft selbst deine Würde schånden. Wer den erhab'nen Zwed vergißt, wozu du ihm ges geben bist, der schåndet deine Würde. 9. Vernunft! du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren, in der Geschöpfe großem Heer den Schöpfer zu verehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf vers schmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 10. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und gefüllos, mit der Zeit gewiß auch Menschen quas len. Wer frech ein Mit geschöpf betrübt, und Härt' und Gransamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. bhimania for po asd ghaspoljup] moons alla * TC 3ukunft. bio# 33 up di ad I. Kürze des Lebens, und weiser Gebrauch desselben. 412. nice thing bgo bid Eigne Melodie. A Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist B - der Menschen Leben! Eilend fliehen uns're Stun 1 den; faum genossen, kaum empfunden, sind sie $ uns auch schon verschwunden! 2. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Mens wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Seht die schen Stärke! Morgen ist des Todes Beute, wer, gesund und froh, noch heute mit den Seinen sich ers freute. Rose, wie sie glühet! Mors gen ist sie schon verblühet. So der Jugend Reiz ents fliehet. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Men 3. Ach, wie nichtig, ach, 422 Kürze des Lebens, u. weiser Gebrauch desselben. schen Ehre! Wer nach Bey- der Erde Staub verwehen! fall sehnlich schauet, und Tugend fann nie unterges auf Menschengunst vertrau hen! et, hat sein Glück auf Sand gebauet. Mel. 237. Wenn wir in höchsten ic. 5. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig sind der Menfchen Echipe! Reichthum 413. Wie ficher lebt ist des Himmels Gabe; aber alle deine Habe ret tet dich doch nicht vom Grabe. alcol 6. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Men schen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß, troß Herrscherstab und Siegen, doch zuletzt dem Tod erliegen. der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeis chelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel; der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr; und keiner nimmt den Irrthum wahr. 7. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Men 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Hers fchen Prangen! Der im Purzen oft an meinen Lod. pur hoch vermessen ist, gleich einem Gott, gesessen, seiner wird im Tod' vergessen. Der, den der Tod nicht wei se macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht, als 8. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist die Lust der Erde! Oft verwandeln uns re Freuden sich schon hier in bitt're Leiden, und einst müs sen wir doch scheiden. 9. Eins nur Gott dieß Eine sey uns theu'r und heilig! Tugend, Tu gend wird bestehen! Laßt bleibet! 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und un sers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Sec len vor Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier vers Kürze des Lebens, u. weiser Gebrauch desselben. 423 borgen war, den Rath der|| sen in der Heiligung, ist Herzen offenbar. wahre Todserinnerung. 6. Drum, da der Tod dir täglich draut, so sen stets wacker und bereit; prúf' deinen Glauben, als ein Christ, ob er durch Lie be thâtiq ist. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geb' mit mir nicht ins Gericht; des Todes Bild erinn're mich, vor dir zu wandeln würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag' vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes, in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleb', stets meiner Schwachbeit widersteh' uno einstens, in des Glaus bens Macht, mit Freuden ruf': es ist vollbracht! 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Got tes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein glaubig's Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe nach 40 als wäre sie ein Werk von 414. Schön ist Gote dir. Mel. 138. Meinen Jefum lag ich nicht ic. tes Erde zwar, doch es kann auf ihr nichts dauern; jeder Schönheit drobt Ge fahr von des Todes falten Schauern; denn durch ihn herrscht in der Zeit übers all Vergänglichkeit. 10. Der Ruf des Lebens, daß du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt: eingedenk 2. Ach, kaum drångt, mit süßem Duft, aus der des Todes seyn; und wach- Knospe sich die Rose, off Cro 424 Stürze bes Porn 424 Kürze des Lebens u. weifer Gebrauch desselben. net sich ihr schon die Gruft|| verloren gehen! Blos zum in der Erde füblem Schoo: fe, und es flieht des Lenzes Pracht, wenn sie kaum uns angelacht. Sammeln pfleget man Ern tefelder abzumdhen! Um der Blume sich zu freu'n, muß man erst den Saamen ftreu'n. 3. So, des Frühlings Blüthen gleich, kann auch mich ein Sturm verwehen. Manche, die, an Hoffnung reid), in die fernste Zukunft sehen, überrascht im More genroth ihrer Jugend schon der Tod. 7. Auch der Leib, den wir hier så'n, muß verwes sen in der Erde, daß, zum Himmel einzugeh'n, er vers flårt und geistig werde. Durch des Schöpfers Kraft erneut, reift er zur Volls kommenheit. 4. Ach, so schläft wobl Mancher schon, den ich, wei nend, Freund noch nenne; Viele sind der Erd'entfloh'n, deren Namen nur ich kenne; und wie Vieler Herrlich keit ruht schon in Berges fenheit! 5. Gott, auch mir fiel dieses Loos, ich auch werde einst gesdet! Dieses Eine weiß ich bloß, nicht, wann mich der Schnitter måhet; ehe, denn ich's ahnen kann, legt er seine Sichel an.. 6. Doch in deinem Rei che fann, soll auch nichts Mel. Ich hab mein Sach' Gott heimgestellt ze. 16 ✰ 415. 15 Wie 8. Nun so will ich mit Vertrau'n, ohne Furcht, den Lod begrüßen, ihm getrost in's Auge schau'n, durch die Hoffnung ihn versüßen: dies ses Leibes Sterblichkeit führt mich zur Vollkommens heit. 9. Meine höchste Sorge sey, im Erziehungsstand der Erde, daß mein Geist, von Mängeln frey, heilig und vollkommen werde. Du, o Gott voll Lieb' und Macht, rufft mich aus des Grabes Nacht! Die fleucht dahin der Menschen Zeit! Kürze des Lebens, u. weiser Gebrauch desselben. 425 J$ 1 19 wie eilen wir zur Ewigkeit! wie mancher finkt, 2 $ eh' er's gedacht, in Todes- Nacht! O Seele, nimm $ ** dieß wohl in Acht! 2. Dieß Leben ist gleich| kein irdisch Glück gibt wah, einem Traum; gleich einem re Nub'. leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. a 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin! mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. t 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? was Ehr' und Reichthum nach dem Zod'? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? 330 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist ein beß'res Gut bewußt, nur die fes Eine such' ich hier, es bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir seyn, wann ich dich seh', und froh zu deiner Rechten steh'? O mein Erlöser, stårke mich, daß standhaft ich, bis an mein Ende, liebe dich. 108 4. So lang ich noch auf Erden wohn' erwecke mic), o Gottes Sohn. Zu wachen, sey' mir beil'ge Pflicht; ich weiß ja nicht, wie bals mein sterbend Auge bricht. 416. Es eilt der legte Mel. 181. Er starb, der größte zc. von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbey. Erfauf die Zeit, uno, statt zu klagen, sie sey zu kurz, ge, brauch' sie treu! Nimm, mit 426 Kürze des Lebens, u. weiser Gebrauch desselben. erkenntlichem Gemüth', der|| dich zu dieser Pflicht. Sprich: naben Stunde wahr; sie flicht! dir, o Gott, ist nichts vers borgen, stets siehst du mich im hellsten Licht'; ich will, mein Leben gern der Tus mich deiner Huld zu freu'n, gend weih'n. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Ziel, ver: schiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und träumst dir noch der Jahre viel. Wie viele Stunden sind noch dein? Kann diese nicht die letzte seyn? 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit. als deine Saat zeit, weislich núßen, und thun, was dir der Herr ge beut. Er ruft dir menschen freundlich zu:» Sieb, Eins » ist noth! Was saumest du? 4. Drum eile, rette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sey wachsam, bet' und überzähle der Mens fchentage kleine Zahl. Wår auch dein Ende noch so fern, sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu ge fchenkten Morgen erwecke 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil, ohne dich, sie nichts vermag! Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich, aus allenKräften, nach wah rer Weisheit hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäf lebt, und einst, voll Glau ten, die Pilgertage durdige, bens, sagen fann: du, Gott, nimmst mich zu Ehren an. bey meinem Ende hörs 8. Mein sprachlos Fleh'n du, Herr, der mich schei Baterbände befehl ich, den heißt. In deine treuen Höchster, meinen Geist! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. disad mu Von dem Tode. 354 II. Von dem Tode. Vorbereitung auf denselben. 427 4. Der du, zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst, hilf, Todes, Mel. 89. Herzlich thut mich überwinder, bilf mir aus verlangen 2c. solcher Angst! Und wenn des Kampfes Ende gewal 417. Die auf der Er tiger mich faßt, nimm de wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Berborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede bringt uns Kunde, daß nå her sen die Gruft. 2. Getrost geh'n Gottes Kinder die finst're Lodes bahn, zu der versteckte Sünder verzweiflungsvoll sich nah'n, wo selbst der freche Spotter nicht mehr zu spotten wagt, und vor dem Gott der Götter er: zittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn, unter Angst und Beben, mein Herz im Kampfe bricht: Herr 418. Ash Gott, was o, über Tod und Leben, dann verlaß mich nicht! ist der Menschen Glück? mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him, mel weih'n! die, aufgelöst zu werden, in Hiligkeit fich freu'n. Sie så'ten bier im Leben für die Unsterb lichkeit, und sind, es Gott zu geben, wann er will, stets bereit. 6. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für furze Leiden, für kurs zen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank, daß er für uns, die Sünder, den Kelch des Todes trank! Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 428 Von dem Lode. de Es währt nur einen Au genblick. Wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefesselt hält. 2. Hier haben wir fein Eigenthum; doch trachten wir nach Ehr und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch erhört; so seh'n wir uns're Qual vermehrt. 3. Der Kummer dringt bis auf den Thron, und Sorgen sind des Reich thums Lohn. Wer in der Würde glänzend prangt hat noch kein wahres Gut erlangt. 4. Von allem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns überlebt? Was folgt uns in die Ewigkeit, wenn über uns der Herr ges beut? 5. Auch selbst des Purs purs schonet nicht der Tod, der in die Hütten bricht. Nicht Reichthum, Hoheit, Ehr und Macht befrey'n uns von des Grabes Nacht. 6. Von aller Pracht und Herrlichkeit bleibt uns zu legt ein Sterbekleid. Nach furzer Zeit ist dieß auch Staub, und so, wie wir, der Erde Raub. bue aun 7. So fliebt ein Rauch im Sturm und Wind, so fällt ein Blatt, und so ges schwind sinkt eine Blume welfend hin. Was ist's, daß ich noch eitel bin? sta 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? In Kurzem bin auch ich nicht mehr. Vielleicht ist schon mein Abschied nah', man sucht mich; ich bin nicht mehr da. 9. Die Tugend, die wir ausgeübt, bleibt, wann der Erde Glanz zerstiebt. Ber als ein wahrer Christ ges lebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begräbt. und Herrn. Nun ruft ihn 10. Er lebte seinem Gott Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. 11. Gott, dessen weiser Rath bestimmt, daß es mit mir ein Ende nimmt; ente reisse, weil's noch heute heißt, der Welt und Sünde meinen Geist. 12. Der Erde Reichthum folgt mir nicht, wenn dieß Vorbereitung auf denselben. mein irdisch Haus zerbricht, nur aus dem Born des Glaus bens quillt ein Trost, der mich mit Muth erfüllt. 13. In Jesu schlaf' ich freudig ein; einst werd' auch ich ihm ähnlich seyn. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wann mich sein Wort zum Leben ruft! 14. Ihm folg' ich treu durch Tod und Grab. Er ist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklårt und freudenvoll, sein Angesicht einst schauen soll. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich ic. 419. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe, und wie wenig ist's viel leicht, das ich noch zu leben habe? Dent', Mensch, an deinen Zod; fäume nicht; denn Eins ist noth! 0 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen ga ben, nichts wird dich im 429 Tod' erfreu'n; diese Ou ter sind nicht dein.ge 3. Nur ein Herz, daß Gutes liebt, nur ein ru higes Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz. von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Benn, in deiner leg ten Noth, Freunde hülflos um dich beben; dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbt, fürchte Gott, und bet? und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst! Deine Zeit ist Gottes Sache; statt den Tod mit Angst zu scheu'n, lerne, seiner dich zu freu'n. 6. Ueberwind' ihn durc Vertrau'n. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube; selig soll ich, ihn zu schau'n, mich erheben aus dem Stau be. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem To de seine Macht. 430 7. Tritt' im Geist zum Grab' oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich sterblich bin, 420. 7 ⑤ Von dem Tode. #T! lehre du mich selbst bedenfen! lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Eigne Melodie. Mein Leben ist ein Pilgrimsſtand, o der Himmel ist mein Vaterland; ich finde keine ◊ 1117 o Ruh' auf Erden. Ich suche meines Gottes Stadt, ✰ die er mir dort erbauet hat; da werd' ich ewig * +99 selig werden. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne flieh'n, so schwin: det meine Zeit dahin. Hier ist der Ort nicht, den ich wähle; ich eile nach der Ewigkeit. Ach, mache mich dazu bereit; bewahre, Va ter, meine Seele! Gib, + daß ich, als ein frommer Christ, stets suche, was im Himmel ist. 3. Der Tugend Hinder: nisse, Gott, sind viele; Trúbsal, Noth und Spott muß hier so oft, wer fromm ist, leiden. Sein Weg ist Vorbereitung schmal, und weit sein Ziel; und doch sind seiner Fein de viel, und wenig oft der Tugend Freuden; und dennoch soll's ihn nie gereu'n, dein Pilger hier, o Gott, zu sevn! 4. Hilf darum mir, o Jesu Christ, der du mein Heil geworden bist, hilf mir, du Fübrer aller From men! Mit Selbstverläugnung, Herr, will ich, er muntert und gestärkt durch dich, stets näher zu dem Ziele kommen! Streit' ich, wie du, nur standhaft hier, so erb' ich ewig auch mit dir. 5. Verleihe mir Bestån digkeit; laß mich, mit Un erschrockenheit, mit Muth, auf deinen Wegen gehen! Fall' ich, mein Gott: so hilf mir auf; laß mich vollenden meinen Lauf, und in der Noth mich vest be: stehen; getrost auf deinen Schutz vertrau'n, und se lig einst dein Untlig schau'n! Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. 421. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, 431 auf denselben. was irdisch ist, kann nicht besteh'n; drum gib, daß ich mich nicht entfärbe, wenn Grabeslüfte mich umweh'n. Die wahre Heimath ist bey dir; mein bleibend Vater: land nicht hier. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin. Zerbrechlich bin ich, gleich der Scherbe; kann, wie die Blume, schnell vers blüh'n. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, und welcher Tod das Herz mir bricht; dem Einen wird das Scheiden herbe, der Andre stirbt, und ahnt es nicht. Wie du, Herr, willst, gib nur daben, daß einst mein Ende selig sey. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Staub mein Grab bedeckt; doch, daß ich nimmermehr verderbe, daß deis ne Hand mich auferweckt, mit dieser Hoffnung schlaf ich ein; die Erd' ist allenthalben dein. 5. Dein Wort verbürgt 432 Von dem Lode. mir's; wenn ich sterbe, mich streben, dir zu leben, nimmst du, Herr, meinen dir zu sterben, deines Va Geist zu dir. Bin ich nur ters Reich zu erben! dein, und Christi Erbe, und hab' ich dich am Grabe hier: so bleib' ich sel'ger Hoffnung voll, wann, wie, und wo ich sterben soll. 3. Besiege dann des Lo des Grau'n, mein Geist, er ist der Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sen dir nicht mehr fürchters lich; zur höchsten Seligkeit wird dich der Herr durch ihn erheben. Gottes Huld ist uns vergånglich, überschwangs Mel. 74. Wie leuchtet uns zc. lich; die Erlösten wird sie anaussprechlich trösten. Wider die Todes furcht. 422. Wie wird mir dann, d, dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde! Von keiner Günde mehr entweiht, ert. bunden von der Sterblich feit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich), Seele! Stärke, triste dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird ge ben. 2. Ich freue mich, und bebe doch. Es druckt des Sündenelends Joch mich in den Staub darnieder. Nur Jesu Beystand stärket mich; an ihn, den Mittler, hale ich mich, und er erhebt mich wieder. Jesus Christus, las 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn dieß mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh' ich dieß Fleben noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß getrost den Lauf mich enden! 5. Gind meiner Tage hier noch viel; bin ich viele leicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schim mert; geht meine Lauf bahn hier noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert; durch dich hoff ich rriche Saaten guter Tha Wider die Todesfurcht. ten auszustreuen, dort der Ernte mich zu freuen. 6. Wie wird mir dann, Erlöser, seyn, wann ich, mich deiner ganz zu freu'n, dich dort anbeten werde! Von leiner Sünde mehr entweiht, ein Erbe deiner Geligkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Preis dir, daß mir, durch dein Leiden, jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. 3. Nur meines Leibes Bürde, nicht mich, verschließt die Gruft; mich hebt zu höh'rer Würde mein Vater, der mich ruft. Sein Bote heißet Lod! Er, furchtbar nur den Sündern, will, kommen Gottes Kindern, erlöst sie aus der Noth. erlöst sie aus der Noth. 4. Ich, der Gefahr ents ronnen, geb' aus dema Kampf hervor; hoch über alle Connen hebt mich mein Glaub' empor Da tret Mel. 37. Schwingt, heilige ich in die Reih'n der En Gedanken. ic. gel, meiner Brüder; in ihre hohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. 423. Der er legte meis ner Lage ist mir vielleicht nicht fern. O, dann wird meine Klage ein Lobge fang dem Herrn. Voll. bracht ist ganz mein Lauf; ich trete hin zum Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinder auf. 433 2. Für seines Reiches Erben bat Jesus mich ers tlårt. Was fürcht' ich mich, zu sterben, wie er mich ster: ben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn; damit ich selig werde, entschwing' ich mich der Erde, zu bessern Welten bin. 5. Gott schau't von seis nem Throne mit Huld auf mich herab, dem er, in ſeis nem Sohne, das Recht der Kindschaft gab. Ich darf zu ihm mich nah'n, für meinen Kampf auf Erden von ihm gefrönt zu werden, das Kleinod zu empfah’n. 6. Die Leiber wahrer Frommen sind Saat von Gott gefä't. Der Erntetag wird kommen, wo Gottes Odem weht; wo sie, durdy ihn verklärt, empor vont 28 434 Von dem Tode. ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröfte, die, betrübt um mich, mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefall'ner Leib bleibt bier; ihn wird das Grab verschließen. Heil mir! das Grab wird den, noch dir ihn wiedergeben müssen! Du kommst, o Schöpfer; deine Macht, die ihn aus nichts hervors gebracht, kann ihn aus Staub' erneuern. 4. Ich trau're nicht, finkt auch hinab mein Leib zur Gruft, und modert. Ich weiß ja, daß ihn von dem Grab mein Gott einst wieder fodert. O Hoff Mel. 47. Aus tiefer Noth. ic. 424. Wann einst mein nung, daß, nach kurzer Rub', mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch' ein Trost im Tode! sterbend Auge bricht, mein delegter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und felbst es nicht, daß er ents schläft, empfindet; wann meine Freunde um mich steh'n, und mich in dir entschlummern seh'n, und meinen Tod beweinen; 2. Dann, Vater, nimm BC Grabe schweben, zu einem neuen Leben, dep Wonne ewig währt. 7. Dir bleib ich, Herr, ergeben, dir, meines Lebens Fürst, der du mich einst zum Leben, zum Himmel, führen wirst. Ich harre die ser Zeit, getreu in deinem Bunde; ich freue mich der Stunde, die ewig mich be freyt. 8. So geh' ich, fren von Rummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht, nach furzem Schlummer, ein neuer Morgen an. Heil mir! er ist nicht fern, der Yegte meiner Tage, er fommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn. 5. Des Todes Schrecken, Gott, will ich, wenn er nun fommt, nicht achten, mit glaubensvollem Blick' auf dich, nach der Bollens dung trachten; will mich dem Ziele freudig nah'n, Wider die Todesfurcht. mein himmlisch Kleinod zu empfah'n, das Jesus mir bewahret. Mel. 73. Gott sey Dank, in aller Welt zc. 426. Cat 4. Ueberfiel' er dich auch früh': wohl dir! dieses bes bens Müh' endet er, und du kommst dann an dem Ziele früher an. 425. Christ, gedent' dest du, nach der Arbeit, deis 5. Da, Beglückter, fins ne Ruh'; da reicht Gott von seinem Thron ewig dir der Tugend Lohn. an deinen Tod, eb' er in der Nähe droht, daß von ihm du weisen Ernst, früb dein Heil zu schaffen, lernst; 2. Daß du, wenn er nun erscheint, nicht ihn flieb'st, als einen Feind, dich von deiner Furcht er mannst, gern die Hand ihm bieten kannst. 3. Kennst du ihn, so zagst du nicht, blickst ihm heiter ins Gesicht. Er führt Gottes sel'ger Ruh', deinem großen Ziel, dich zu. 435 6. Streue forgsam in der Zeit Saaten für die Ewigs feit; laß, des Guten viel zu thun, Geist und Kräfte niemals ruh'n. 7. Wenn dann früh dein Tod sich naht, reift auch früh dort deine Saat. Wirke treu, dann lebst du viel, käm' auch früh dein Lebensziel. Eigne Melodie. * # Î+| 1² Mein Jesus ist mein Leben; reißt $ schon der Tod mich hin, was sollt' ich ångstlich beben? Der Tod ist mir Gewinn! 28* tho 436 Von dem Tode. 2. Durch Jesum werd' ich selig! Dieß Wort steht ewig vest; die Freuden sind unzählig, die es mich hof fen läßt. 3. Bald hab' ich über wunden des letzten Kams pfes Pein; durch Jesu Blut und Wunden geh' ich zum Himmel ein. 4. Wenn mir die Augen brechen, ich kaum mehr athmen kann, nicht hören, nicht mehr sprechen, dann nimm dich meiner an! 5. Wenn Sinne, wenn Gedanken, wie ein verlo schend Licht, noch hin und 427. 1 15 wieder wanken: Gott, dann verlaß mich nicht! 6. Nimm von mir Furcht und Kummer o Jesu, stärke mich! Leicht, wie des Müden Schlummer sanft sey mein Lod, durch dich. 7 7. Laß vest an dir mich hangen, mein Licht und mein Vertrau'n, und stille mein Verlangen, dich ewig dort zu schau'n! 8. Dann sing' ich, mit der Menge, die dich im Himmel preist, dir ewig Lobgesänge, Gott, Vater, Sohn und Geist. Mel. Ach Jesu, meiner Seelen Freude ze. ## € Was sorgst du ängstlich für dein Les !!!!!! ** 11 ben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Nuh' � 11 und deine Pflicht; du sollst es lieben, weislich nügen, es dankbar, als ein Glück, besigen, ver, 11 $ D lieren, als verlor'st du's nicht. Wider die Todesfurcht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu ers wecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch, zu leben, mins dern; doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, viel mehr dir Kraft dazu vers leih'n. 3. Ermattest du in dei nen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: soll ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Dent' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: tann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich boch solch Uebel nie. 5. Denk' an den Lod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht so beftig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen wer, Side 437 den, du dann dich nicht so sehr betrübst. pas 6. Dent' an den Tod bey frohen Tagen; kann deine Lust sein Bild vers tragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich bein Vergnügen zu verfü ßen: welch Glück werd' ich erst dort geniessen, wo ich unendlich leben soll. 7. Dent' an den Zod wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk' an den Tød, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trubsal cines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich lei de; doch von allem Bösen wird mich ja bald der Tod erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Dent' an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Zugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöh'n. Sprid 438 Von dem Lode. ben dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch Unheil folget dem Verbrechen, und plöglich werden sie vergeh'n. 10. Dent' an den Lod in bangen Stunden, wo alle Hoffnung dir ent: schwunden, und Gott dich nicht zu hören scheint. Sprich: Bater, es ge scheh' dein Wille! dann macht er deine Seele stille, geschieht auch nicht, was du gerneint. 3. Wer zählt die Tausen de, die schon vor uns dahin geschieden? Sie floh'n, wie ibre Jahre floh'n, und ru ben nun im Frieden. Wohin wir seh'n, wo Menſchen geh'n, sind sie umweht von Lüften aus ihrer Brüder Grúften. 4. Bie Manchen haben wir gekannt, der munt'ces Leben zeigte, und, wie die Blum' in dürrem Sand, sein Haupt doch plößlich neigte. Wie Manchen barg uns schon der Sarg; ges fund noch gestern, heute 428.3u Gott schwingt schon der Verwesung Beute. unser Geist sich auf, wir fal ten fromm die Hände; einst endet sich des Lebens Lauf, doch segnen wir das Ende. Nicht furchtbar droht uns unser Lod; die Leiber nur zerstäuben; Gottlob! die Seelen bleiben. 5. Wie manchen Bater sab'n wir flieh'n, und Kinder um ihn zagen; wie manche Jungfrau sah'n wir bláh'n, und früh' zum Grabe tragen; wie Man cher weint um einen Freund; wie mancher schleicht am 11. Go suche dir in als len Fällen den Tod recht lebhaft vorzustellen, dann wirst du ihn nicht zitterno scheu'n; dann wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 2. Drum laßt, von Sún den unentweih't, uns nach) dem Himmel streben, wo wir einst zur Unsterblichkeit veredelt, ewig leben. Daß Leben flicht; wie oft ver blüht im Morgenroth der Knabe, und ist nicht fern vom Grabe. Mel. 236. Was Gott thut, das ist sc. Wider die Lodesfurcht. Stabe zu seiner Enkel Gras be. 6. Wir gleichen wohl der Feldesfaat, die reif und golden wehet; sie weiß nicht, wann der Schnitter nabt, und wann die Sense måhet. Auch uns ruft oft ganz unverhofft der Tod, aus diesem Leben, zu Gott uns zu erheben. 439 8. Woblan! mit Eifer wollen wir die Bahn der Tugend gehen. Wer weiß, ob wir uns alle hier noch einmal wieder sehen? Wir seh'n uns doch im Himmel noch; drum mag das Grab uns decken, das Grab soll wir sein Ende. Entzückt uns nicht schrecken! 7. Ja, dorthin führt des Lebens Lauf, drum segnen TILL schwingt unser Geist sich auf; wir falten froh die Hände. Unsterblichkeit folgt dieser Zeit; was lebt, kanns nicht vergehen; wir werden auferstehen. III. Auferstehung der Todten und Wiedersehen. Eigne Melodie. 429. $$ HeŢ ÿ Ï*/ ps achet auf!« so ruft die Stimme, so Wachet auf, er löste Sünder! Vers o 14² rufet einst des Richters Stimme:» verlaßt, ihr » fammelt euch, ihr Gottes, finder! Der Welten B » Todten, eure Gruft! Des Todes stille Nacht » Herr ist's der euch ruft. + » ist nun vorbey; erwacht! Lobt den Höchsten! 440 Auferstehung der Todten f Macht euch bereit zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da! Tag iſt b 2. Erd' und Meer und Felsen beben; die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf. Ihr Erlöser kommt voll Klarheit, vor ihm ist Güte, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn front ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlich feit. 430. 3. Ewig sey dir Lob ges sungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen, genießen nun der Zugend Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n dich ohne Hülle, ihn, un sern Freund und Gottes Sohn. Noch sah kein Nus ge sie, noch scholl dem Ohre nie diese Wonne. In Ewigs keit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! Eigne Melodie. WERE Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du, mein $$$ Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Gelobt sey Gott! und Wiedersehen. te 2. Wieder aufzublüh'n| Zu der sel'gen Geister werd' ich gesä't. Der Herr Chor schwingt sich frey der Ernte geht und sam mein Geist empor. melt Garben, uns ein, uns, die hier starben. Ge lobt sen Gott! 2. Wiederaufblüh'n, Sohn der Erde, wirst du aus des Grabes Nacht; schweigen wird dann die Beschwerde; kleiden wird dich größ're Pracht. Wann der Lenz die Erd' erneuet, wann sich Al les um mich freuet, ruft mir jedes Blümchen zu: wieder. aufblüh'n wirst auch du! 3. Heil mir! schöner werd' ich blühen, mir auch bricht mein Frühling ein! Aller Kummer wird ents fliehen; Tod und Trennung nicht mehr seyn. Ja, mit jedem Augenblicke, eil' ich dann zu höher'm Glücke eile zu der Wahrheit Quell was hier dunkel war, wird hell. 3. Tag des Danks, der Freudenthránen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumen den wird dann uns seyn. Mit Jesu geh'n wir ein zu seinen Freuden. Der mů den Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligs ste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heiligs thume, zu seines Namens Ruhme! Ihn schau' ich dann. 441 Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. 4. Dann, o Wonn'! auf höher'n Sphären fühl' ich ganz der Tugend Glück, 431. Sh will nicht mir entfliessen keine Zähren, vor dir erbeben, Tod, du Schrecken der Natur! Al les reift zu neuem Leben; blieb' denn ich im Tode nur? Nein, entfliehet, ban ge Schrecken! Stets wird nicht das Grab mich decken! und mich trübt tein Mißgeschick. Dort, vor des All mächt'gen Throne, schmücket mich die Siegeskrone; bort durchdringet meine Brust nie gefühlte Wonn' und Zust. und de 442 Auferstehung der Todken zc. 5. Drum erhebe dich vom Staube, o mein Geist, in jene Welt! Der Vernich tung nicht zum Raube wirst du, wenn dein Leib zerfällt. Trage still der Erde Mån gel! Bald, im frohen Kreis der Engel, denkest du der Prüfungszeit dann mit hos her Freudigkeit. It Mel. 430. Aufersteh'n, ja, us aufersteh'n 2c. 432. Wiederseb'n! Wenn, aus des Grabes Nacht, verklärt zum Licht erwacht des Geistes Hülle; e, welcher Freuden Fülle erscheint mit dir! Er, 2. Wiederseh'n!- Er, der den Tod bezwang, dem Leben Sieg errang, er hat's verheißen. Wer fann uns ihm entreissen? Ihm sterben wir. 3. Wiederseh'n!— Der Der Wonne Zähren, fließt. Wie sie der Herr begrüßt, alle die Geinen, will er auch uns erscheinen; ihm leben wir. 4. Wiederseh'n!- Nicht hier der Leichenstein schließt uns're Trauten ein. Hinauf vom Staube führt sie em por der Glaube an Jesum Christ. 5. Wiederseh'n!- Der Geister sel'ge Schaar, die hier einst unser war, harrt auf die Lieben, die noch zu rúd geblieben im Thränen, thal. 6. Wiederseh'n im bessern Heimatbland! Der Liebe heilig Band knüpft dort sich wieder; dann tönen Ju bellieder im Vaterhaus. - 7. Wiederseh'n!— Ja, hier auf Erden schon reift uns der Treue Lohn. Der Freude Thränen vergießt, nach bangem Sehnen, wer glaubt und hofft. IV. Allgemeines Weltgericht. Mel. 89. Herzlich thut mich dem Gerichte, der freche verlangen 2c. Thor sich lúgt, daß ihn der Tod vernichte, ach, sei 433. Wenn, troßend ne Hoffnung trügt! Mich Allgemeines Weltgericht. soll sein Wahn nicht stóren, weil mich ein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: der Herr hält einst Gericht. 2. Ich seh' die Erde beben, geöffnet jede Gruft die Todten wiedergeben, wann Gottes Stimme ruft. Dem kommt der Treue Segen, dem seiner Bosheit Lohn, wie er's verdient, entgegen, an Gottes Rich, tertbron. 3. Umsonst sucht da der Sünder vor Gottes Macht zu flieh'n. Herr, alle Mens schenkinder wirst du zur Nechnung zieh'n. Du rufst, und sie erscheinen, und feiner bleibt zurück; doch, Vater, nur den Deinen winkt dann der Gnade Blick. 2015 443 sinnlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst den Sündenknechten ihr Theil in jener Pein, und führest die Gerechten zu deinen Freuden ein. 6. Drum laß mit Ernst o Herr, mich schauen auf dein Gericht; doch wan) fe mein Vertrauen auf deine Liebe nicht! Vor dir laß fromm mich wandeln, und hier zu aller Zeit so, wie ein Weiser, handeln der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vor handen, wird diese Welt vergeh'n: so fürcht' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron' zu steb'n. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befrent; führst mich, mit deinen Knechten, in deine Herrlichkeit. 4. Frohlockend seh'n die Frommen dein göttlich Un gesicht; schon hier dem Fluch' entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun trium phirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh', seh'n sie den 434. Schon seh' ich Himmel offen, und du, Herr, seanest sie. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht. ic. den Tag sich nah'n, stünd, lich eil' ich ihm entgegen, 5. Wie angstvoll aber wo von dem, was id ge beben, die hier dein Wort than, Rechenschaft dir ab, verhöhnt, und durch einzulegen, Herr, mich deine 444 Allgemeines Weltgericht. Stimme ruft, aufzusteh'n aus meiner Gruft. 2. Was ich dachte, was ich sprach, kann ich dir dann nicht verhehlen. Alles, Alles folgt mir nach, Wort und Thaten wirst du zäh, ten; wie ich Samen hier gestreut, ernt' ich in der Ewigkeit. Mel. 47. Aus tiefer Noth. c. 435. Schon ist der 3. Selbst der Herzen Tag von Gott bestimmt, stillen Rath wird der Richda, wer auf Erden wans ter offenbaren; Jedem wird delt, sein Loos aus Gottes für jede That Lohn auf Händen nimmt, nachdem ewig widerfahren. Jener er hier gehandelt. Er Tag macht alles klar, was fommt, er kommt, des ich that, und wer ich war. Menschen Sohn; er kommt, und Wolkensind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 4. Sieh', wir streuen, mit Vertrau'n, unser Saats forn auf die Erde; hoffen in Geduld, zu schau'n, daß es bald ein Fruchthalm werde; sey auch du geduldig, Christ, da nicht fern der Richter ist! 5. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet! Froms me, blickt zur Ewigkeit, wenn ihr unter Leiden wei net! Bald geht ihr zum Himmel ein, ewig selig dort zu seyn. Willen wandeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen bans deln; selbst die kleinste Sün de scheu'n, Herz und Les ben Jesu weih'n! 6. O, laßt uns ge wissenhaft nur nach Gottes 2. Hier, an dem Rand' der Ewigkeit, hier steh'n die Millionen, die, seit dem ersten Tag' der Zeit, auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier steh'n sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahre heit unterliegen; hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Bosheit siegen; hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht Allgemeines Weltgericht. mehr Betrug und List; hier gilt fein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören, erwars tungsvoll und tief gebeugt. Kommt, erbt das Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schaar; doch die, die widerspånstig war, heißt er nun von sich weis chen. 5. Dann wirst du uns, mit Majestät, dein Urtheil, Herr, verkünden! Den Frevler, der dich hier vers schmäht, verdammen seine Sünden. Wie wird ibn dann sein Unrecht reu'n! Er fann sich nicht des Him mels freu'n, er selbst hat fich verbannet. 6. Doch, die Gerechten leuchten dann so, wie der Glanz der Sonne. Du, Herr, nimmst sie zu zu Ehren an; o welche hohe Wonne! Sie schauen, mit erstauntem Blick, des Glaubens und der Liebe Glück, daß dort der Frommen wartet. 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reid), das du für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohl 445 seyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkom menheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stórt fort hin ihr Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht wenn mich hier Leiden från ken; es reize mich, gewis senhaft, und, eingedent der Rechenschaft, nach deis nem Wort' zu wandeln. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. 436. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hat's. verkündigt, fein Gericht ist unausbleiblich; strauch, le nicht! 2. Der Weg der Tus gend, den ich walle, sen rauh und steil; wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, weil ich getreu und standhaft bin; gestärkt, o Gott, durch Allgemeines Weltgericht. deine Huld, zur Selbstvers|| menschenfreundlich sich ers läugnung, zur Geduld. weist; der, fühllos bey der Noth der Armen, Bedrång, te nie erquickt, noch speist; den Hungrigen sein Brot nicht bricht, auch, ohne Gnade, das Gericht. 7.» Fühllose!« wird der Richter sagen,» ver schlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer » Brúder Klagen; entweicht! >> ich hab' euch nie erkannt. » Für den, der Brüder »> nicht erfreut, ist freuden: »> leer die Ewigkeit! 8. So wirst du jede Sún, ter, wenn du einst den de richten, gerechter Rich Uebertretern ihrer Pflichten, in deiner Majestät, ers scheinst. Dann wird der Fromme sich erfreu'n, dem Bösen alles schrecklich seyn. 446 3. Bedächt' ich oft in meinen Zagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, wenn ich, ben allen Plagen, mir feines Frevels bin bewußt! Es fommt gewiß die Ewig feit, die mich aus jeder Noth befreyt. Find 900 310 34. Dann werd' ich Jesu & Stimme hören:» Der du zu meiner Rechten bist, sp» du warst gehorsam meinen » Lebren; nimm bin, was Is dir bereitet ist! Du Treu» er, sey den Engeln gleich; rekomm, erbe meines Va » ters Reich!«< bin 5. Solch eine Wonne wartet meiner, wenn ich, mit bruderlichem Sinn, den Nächsten lieb' und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Gott, gwer fann hart und lieblos feyn; Betrübte seh'n, und nicht erfreu'n? 6. Ach, dort trifft den, der, ohn' Erbarmen, nie 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sen! So werd' ich ewig selig seyn, mich ewig dei ner Liebe freu'n. * 24 Von der Ewigkeit überhaupt. V. Von der Ewigkeit. Ueberhaupt. Mel. 181. Er starb, der größte 2c. 437. Wenn oft in feverlicher Stille, vom Todesgrau'n der Welt entführt, mein Herz, in tiefer Web muthsfülle, sich über Zeit und Grab verliert; dann bör' ich, daß es in mir spricht:» Ich bin! und drum vergeh' ich nicht!«< 2. Wenn, tiefgebeuget von Beschwerde, des Le bens Freude mir entflieht, 447 3. Wenn in der Nacht, beym Glanz der Sterne, mein Aug' am Grab' der Theuern weint, und, Tró stung bietend aus der Fer ne, der Geist der Liebe mir erscheint; dann steht es bell vor meinem Blick:» Auch, was beweint ward, fommt zurück, 4. O Himmelshoffnung, lach'le immer, wenn Freud', wenn Leid das Herz bes wegt! Umglänze mich, wie Morgenschimmer, wenn Nacht auf meinen Pfad sich legt, und drück' es tief dem Schwachen ein:» Was göttlich ist, muß ewig seyn.« Mel. 181. Er starb, der größte, 2. 438. Nach einer Prús fung furzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die und nirgends auf der weis| Klage in göttliche Zufries ten Erde mein Herz sich Rath und Trost ersieht; dann tónet mir ein Engel wort:» Hier ist die Saat, die Ernte dort!« denheit. Hier übt die Zu gend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der From me schmeckt auf Erden schon manchensel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein uns vollkommnes Glück. bleibt ein Mensch, und seis ne Rub' nimmt in der Seele ab und zu. Er 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; 448 Von der Ewigkeit. bald kämpft in seinem eige nen Herzen ein Feind, der öfters siegt, als fällt; bald sinkt er, durch des Nächsten Schuld, in Kummer und en in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vers gift, hier kann der Mensch nie frey von Pein, nie fren von eigner Schwach, heit seyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend gan zen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Lie be werd' ich seh'n, ihn lies ben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Ge winn mich fühlen, daß ich ewig bin. auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schickung im Zusam Soul! menhang. 8. Da werd' ich, in der Engel Schaaren, mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugeh'n. Da wird, durch jeden Augenblick, ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich 9. Da werd' ich dem den Dank bezablen, der Gots tes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen Mas len noch segnen, daß er mir ihn wieß; da find' ich, in des Höchsten Hand, den Freund, den ich auf Erden fand. 10. Da ruft,- o, möch viels te Gott es geben! leicht auch mir ein Sel'ger zu:» Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele, mir gerettet, du. Gott, wie muß dieß Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! drags 11. Was seyd ihr, Leis Ueberhaupt. den dieser Erden, doch ge gen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll wer: den von Ewigkeit zu Ewigs feit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Múh'! und kein Grab. Dort trock, nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ges schrey; denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Mel. 74. Wie leuchtet uns zc. Knechte, keine Plagen mehr, 439. Mein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er nach jenem Him mel blickt, dahin dein Wort uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wuns dern wird erkannt, die du da haft verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben jener Welt mich will er heben. 449 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die wir dereinst dort finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gute dar, daß wir sie frob empfinden; doch hier sind wir bey den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dert nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr, zur Prüfung, zu ertragen. 4. In deinem höher'n Heis ligthum erschallet måchtig, Herr, dein Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da sieht man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermús den seh'n wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Voll groß'rer Ehrs furcht lieben wir dich, Vas ter, dann, lobsingen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stórt den Frieden uns'rer Brust und uns're tausende fache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frome 29 450 Von der Ewigkeit. men, die ich bier beweint, die find' ich einst dort wieder. Da sammelt deine Vater hand sie, die Ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frey von Mängeln, felbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Wie selig werd' ich dann erst seyn, wie sicher werd' ich dann mich freu'n, retter! Dein leid ist faum ein Morgentraum, auf ihn folgt ewig, ewig Heil. 2. Augenblicke dieser Lei den! Was seyd ihr gegen jene Freuden der unbegråny ten Ewigkeit? Seh't vie Kron' am Ziele prangen, und kämpft, und ring't, fie zu erlangen, die ihr so boch begnadigt seyd! Euch hält in euerm Lauf kein Schmerz des Lebens auf, Ueberwin Bald send ihr da, und eu re Leiden sind nicht mehr! dir ewiglich lobsingen! Oder! Das Ziel ist nah'! Jesu, Herr der Herrlich feit, auch mir ist dieses Heil be reit; hilf mir es auch ers ringen! Laß mich eifrig dar nach streben, und mein Le ben so hier führen, daß ich dort kann triumphiren. 3. Der sich euch zum Voll erwählet, der eure Thränen alle zåblet, stritt auch mit ungebeugtem Muth. Wie bat Jesus einst gerungen! Wie tief war er von Angst durchdrungen! Mie seufit' er laut, wie floß sein Blut! Doch jab'n die Feinde nicht 440.Jesus kommt, von auf seinem Angesicht bange Schrecken; ein held in Roth, litt er den Lod, da jauchzten alle Himmel ibm. allem Bösen uns, seine Chris sten, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit.Sen fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, 4. Mitgenossen seiner Leis den sind wir, einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberminder ein. Last uns kåmpfen, laßt uns riner ist nicht fern, dein Ergen, mit unserm Haupt hin Mel. 429. Wachet auf, so ruft ic. Ueberhaupt. durch zu bringen, und sei nes Himmels werth zu seyn. Der Hülf' uns schafft, ist er! Sein großer Nam' ist: Herr, uns're Stärke; die ihm vertrau'n, die werden schau'n, wie herrlich er den Seinen lohnt. 5. Ja, du kommst, von al lem Bösen uns, deine Chris sten, zu erlösen; deß sind wir froh und danken dir. Herr, auch in den bångsten Tagen soll unser Herz doch nicht ver: zagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer unser Retter ist, und sind stille; wenn Gott uns hält, vergeh', o Welt; stúrz' ein auf uns, wir za gen nicht! 451 Mel. 15. Kommt her, spricht Christus 2c. | rub't, als Engel, ibu begleis ten; wenn, ähnlich dir, o Jesu Christ, er beilig, rein, und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten. 3. hohes Glück, vor Gott zu steh'n! O Freude, Jesu, dich zu seh'n, und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich, Ersten aller Brüder! 4. Wie wird mir dann zu Muthe seyn, wann der Erwachten grosse Reih'n vor dir versammelt stehen; wann du mich dann bey'm Namen nennst, und vor den En geln mich bekennst, die dich, mit mir, erhöhen? 5. Ach, ich, der jetzt noch Thrånen weint, ich werde, wenn dein Glanz erscheint, dann leuchten, wie die Sons 441. Cinst sinkt der ne; ich Sündiger, von Sünden rein, ich Sterblicher, uns sterblich seyn, voll Dant's, o Gott, voll Wonne! Leib in's tühle Grab, der Staub zu anderm Staub hinab, nicht sterblich mehr zu leben! Mit freyem Flug und frohem Blick kehrt der entbund'ne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 2. Wohl ihm, wenn Thas ten, fromm und gut, zum Grab, in dem die Hülle 6. Wenn ich, befreyt von aller Qual, getränkt mit Freuden ohne Zabl, nicht mehr in Thränen fåe; wie steigt dann jeden Augenblick derSeele namenloses Glück, in meines Gottes Näbe! 29 452 Von der Ewigkeit. 7. Und aller höhern Geis ster Schaar, und wer auf Erden heilig war, sind alle meine Brüder, sind alle nah' verwandt mit mir, und fingen stets, Erlöser, dir, aus Einem Munde, Lieder. 8. Der Geligkeiten, Goit, wie viel! O Freuden ohne Maaß und Ziel! Hoch über alles Sehnen! O Ewig: feit! O Seligkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts sind alle Thränen! 9. Sey stark, sey freus denooll, mein Geist! Gott lebt, Gott hält, was er verheißt; er ist der Gott der Frommen! Kein Heil ist je für dich zu groß. Ist doch zu dir, aus Gottes Schoos, sein eigner Sohn gekoms men! Von den verschiede nen Schicksalen der Frommen und Gott: losen in der Ewigs feit. Mel.194. Du, o schönes Welt gebäude zc. 442. D, wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Ja, dort eraten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zäh ren, unser Leben ewig wäh, ren. Gott, zu welcher Se ligkeit führst du uns durch diese Zeit! 0 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Niemand's Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden fast deines Himmels gros ße Freuden? Doch), nach dies ses Lebens Leiden, werden alle, die dir trau'n, mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden dort ihr Glück erhöh'n. Mit erstaunendein Gemüthe, soll dann unser Auge seh'n, deine Huld sey überschwänglich, und die Wohlfahrt unvergånglich, die dem Treuen, der dich liebt, deine Baterhuld dort gibt. 4. Dann wirst du dich un sern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. Von den verschiedenen Schicksalen ber ic 5. Da wird deiner From men Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott! zu meih'n; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hin gegeben. Ja, mit dir, o Menschenfreund, sind wir ewig dann vereint! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob es noch so kést lich sen, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Gorgen, Furcht und Kummer frey. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns drückt, Bonn' auf Wonne uns beglückt. 453 8. Sen, o Seele, hoch er freuet über das erhab'ne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! richte deines Glaubens Blick oft nach je ner Stadt der Frommen; mit dem Ernst, dahin zu kom men, trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 6. D, wer sollte sich nicht sebnen, aufgelöst und da zu seyn, wo, nach ausge: weinten Thränen, ew'ge Gü ter uns erfreu'n; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, uns're in verfehrt, die forthin fein Kum- 443. Selig find bes mer stort! Himmels Erben, die Tod ten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit! Im Frieden ruben sie, los von der Erde Müh'! Lobt den Bater! vor Gottes Thron', zu seinem Sohn' begleiten ihre Werke sie! 9. Ohne Heiligung wird feiner, Herr, in deinen Himmel geh'n. O, so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu seh'n! Hilf du selber meiner Seele, daß fie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit vers flåre den Weltversöhner, uns 454 Von der Ewigkeit. sern Herrn! Siegreich sind fie eingegangen zum Heil, nach dem sie kämpfent rán: gen; nun seh'n fie es nicht mehr von fern. Nun weinen sie nicht mehr; ihr Loblied, rein und hehr, preiset Jes fum. Er sant hinab, wie wir, in's Grab. Er ging zu Gott; wir folgen nach. Mel. 181. Er starb, der größte ic. 444. Es ist noch eine Ruh' vorhanden für jeden Gott ergeb'nen Geist, wann er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen, einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denft. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, uno, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenom men, fang' ich das beß're Leben an, wo nach der Last, vie hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Da schweigen alle meine Klagen, da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen, mit nie gefühlter Rührung, Dank. Frob jauchz' ich dann: » Es ist vollbracht; der Herr » hat Alles wohl gemacht!«< 4. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gefrónt von dir, mit Preis und Ehr'; mein Glück wird vest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 5. Gott, laß mich dieß zu Herzen fassen, daß Jeden, der die redlich liebt, du nicht im Kampfe willst verlassen, der dieses Leben noch umgibt! Das flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn. 6. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden viel erduldet hast, will ich des Lebens múde werden, und fühl' ich dies ser Lage Last: so starke måchtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich ents reißt. 7. Gib, daß in Hoffnung jener Rube, die einst der Lohn der Frommen ist, Von den verschiedenen Schicksalen der ic. ich gern des Vaters Wil len thue, wie du, o Herr, mein Vorbild bist; so folgt auf meine Uebungszeit ge wiß vollkommne Seligkeit. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 445. Hoch über Erd undErdenzeit, hoch überTod und Sterblichkeit, schwing' dich, o meine Seele! Schau' über Sarg und Leichengruft und Moverstaub und Moderduft und düst're Grabeshöle schau', o Sees le, heil'gen Bebens, dei nes Lebens Morgenröthe in der Geiber Schaueröde. 2. Was du hier siehst, ist welfes Laub, was bier verstirbt, ist Staub von Staub, war Hülle deiner Brüder. Nur sie wird morsch, nur sie zerbricht; der Leib nur modert, Geis ster nicht. Sinkt sie zur Erde nieder, wirst du wie der dich zum Leben neu er heben. Ew'ge Freuden war: ten dein nach kurzen Leiden. statt der Wahrheit, Trug oft spricht! fren von der Sinne Schranken, nim mer wanken, Dunkelbeiten werden Freuden einst dir geben, wirst im hellern Licht' du leben. 3. Ja, ewig, ewig wirst du seyn, dich ewig deines Gottes freu'n, und ses lige Gedanken in dieser Weisheit Dämmerlicht, wo, 455 1 4. Der Vorsicht Wege wirst du seh'n und besser dort ihr Werk versteh'n, in Kenntniß weiter rücken; des Monds, der Sonn' und Sterne Bahn, der großen Schöpfung weisen Plan mit himmlischem Ents zücken überblicken. Und es werden neue Erden, neue Himmel glänzen dir im Sterngewimmel. 5. Dort wirst du, ohne Unbestand, mit bessern Mens schen, Hand in Hand, durch Paradiese wallen. Nichts störet deinen Frieden dann, und feine Thräne, die hier rann, wird mehr dem Aug' entfallen. Allen, Allen strömt gleich belle, jene Quelle, boher Freuden, aus dem Meer' der Ewig feiten. 6. Dort reift zur Frucht die Erdensaat; dort lohnt dir jede gute That dein Va ter überschwänglich, und 456 Von der Ewigkeit. macht dich unnennbarerLust, hier Sterblichen noch unbewußt, der Seligkeit eme empfänglich. Unvergång, lich, frey von Mängeln, gleich den Engeln, wirst du droben reiner deinen Schöpfer loben. 7. Nicht herrscht der Sin ne nied're Lust, die hier die Ruh' in deiner Brust oft unbezwinglich stórte, nicht herrscht dort Erdens laster mehr, das hier, oft ohne Wiederkehr, dich, Sinnlicher! bethoret; dann betebret, aufgenommen zu den Frommen, rein im Hers gen, wird kein neu Ver geh'n dich schmerzen. 8. Drum schwing' dich über Erd' und Zeit, hoch über Tod und Sterblichkeit, frohlockend, meine Seele! Blick über Sarg und Lei chengruft und Moderstaub und Moderduft und dústre Grabeshöhle. Laß, o Seele, wird Gott winken, sie nur sinken, diese Hülle! Dein harr't ew'ger Wonne Fülle. wird die Strafe seyn, die Sünder leiden sollen, wenn sie nicht hier gerecht und rein durch Christum werden wollen. Sie treiben, höhe nend dich, o Gott, mit Je su Wahrheit ihren Spott, und trogen deiner Gnade. 2. Der Gott, der uns verschont und liebt, wenn wir die Laster bassen, der gnädig jede Schuld vers gibt, wenn wir uns bessern lassen, er bar's verkündigt; er, der gut, gerecht in al lem, was er thut, wahr. haftig ist und beilig. and 3. Auch Christus, der uns Heil erwarb, der, von der Sünde Bürden uns zu erretten, litt und starb, damit wir selig würden, auch er ist's, der uns warnt und mahnt, und uns den Weg zum Leben bahnt. Weh' dem, der ihn nicht achtet! " 4. Sein Wort ist wahr! Ihr zweifelt noch, daß er euch will beglücken? laßt von der Leidenschaften Joch, euch schmählich niederdrů, cken? Die ihr so leicht euch täuschen laßt, könn't ihr Mel. 47. Aus tiefer Noth. 2c. 446. Ach, schrecklich durchschau'n, was er um Von den verschiedenen faßt, der Zukunft Tief' er gründen? 5. Träum't ihr, barme herziger, als er, zu seyn? Glaub't ihr, gerechter zu richten, weiser, als der Herr, den frevelnden Ver: achter? Hat er euch seiner Strafen Art, mit ihren Folgen, offenbart, daß ihr ihn meistern wollet? Schicksalen der ic.( 457 8. Du zitterst vor der Ewigkeit? Ach, zitt're dir zum Heile, daß, eh' du's glaubst, nicht, was er draut, dich Sichern übers eile. Zu deinem Heil ents hüllt er dir die Schrecken des Gerichts, daß hier du nicht der Sünde dienest. 9. Zerbrich nur selbst der Sünde Joch, entreiß dich ihren Ketten; dann such' auch deine Brüder noch von Sünden zu errets ten; doch Furcht soll nicht der Antrieb senn, dem Dienst der Zugend dich zu weih'n; er bringt dir Ruhm und Freude. 7. Nicht jedes Volk em pfängt das Licht, das seine Christen haben; verschies 10. D, wann du einst vollendet bist, dann wirst du ganz verstehen, wie der Gerechte gnädig ist; froh, den wird auch sein Gericht| lockend wirst du's sehen. und Lohn seyn, wie die Gaben. Da, wo er nicht gesået hat, wird er, wie er schon hier nie that, auch dort nicht ernten wollen. Dann ist, was dich hier zittern macht, enthüllt von jedes Schattens Nacht, ganz Herrlichkeit und injor at der Wonne! 6. Gerecht ist, gut, was er gebeut, und werth, daß er's gebiete; und nicht zu wider, was er drau't, der Heiligkeit und Güte. Laßt ihm die Wage; sein Ge wicht verfälschen Trug und Willkühr nicht; er wägt nach Recht und Wahrheit! 2008 Besondere Umstände, Vorfälle und Zeiten. I. Besondere Umstände und Vorfälle. Einweihung einer 3. Hier, wo wir alle Kirche, und Orgel. freudig ruh'n, an uns'rer Wünsche Ziele, bier opfern wir dir alle nun, mit res gem Dankgefühle, Gebete, wie dein Geist sie lehrt, Gelübde, unsers Glaubens werth, und stille Freuden thrånen. Mel. 27. Allmächtiger, wir singen 2c. 447. Dank und Anbe: tung bringen wir, mit freus bigem Gemüthe, in dieser Feyerstunde dir, dem Urs quell aller Güte! Viel hast du, Herr, an uns gethan; du hörtest unser Flehen an, und sprad) st, ein mächtig Werde! 2. Da ward dieß Haus, dein Heiligthum, ein Dents mal deiner Ehre, ein bir ge weihtes Eigenthum, ein Tempel deiner Lehre. Du hast uns bis hieher gefübrt, und dir, o Vater, dir ge bührt Anbetung, Preis und Ehre! 4. O, fieb' mit gnaden, vollem Blick auf dieses Opfer nieder! Vereine uns zu höher'm Glück, als Ei nes Leibes Glieder. O, breit' auch über dieses Haus stets deine Vateraufsicht aus, daß ihm kein Unfall schade. 5. So oft wir dann in Zukunft hier, mit Andacht, vor dich treten, und, from mer Rührung voll, zu dir für unsern Fürsten beten, so hör' uns, Gott, uno Einweihung einer Kirche und Orgel. segne ihn, und fördre, loh, ne sein Bemüh'n um seiner Länder Wohlstand. 6. Stets müss', Allgú tiger, uns hier das Licht der Wahrheit scheinen, und immer inniger mit dir im Glauben uns vereinen; bier muß es uns mit Heiters feit, mit Trost im Unglüc, Muth im Streit, und Jesu Sinn erfüllen. 7. Einst seh'n wir dich in beller'm Licht, daß du uns wirst gewähren. Dann, Vater, preisen mir dich nicht an irdischen Al tåren; wir preisen dich vor deinem Thron, und ernten bort den bóber'n Lohn, der deiner Treuen barret! Mel. 110. Jesus, meine 3u, versicht ic. - 448. 2, wie heilig ist es hier, und wie selig diese Stätte! Ja, hier ist des Himmels Thúr, bier erböret Gott Gebete; hier erschallet Gottes Wort; ach, wie heilig ist der Ort! 2. Was für Heil ist bis bierher diesem Hause widers fahren! Wenn der Herr nicht ben uns wär', ach, 459 wer wollt' uns offenbaren, welcher Weg zum Himmel führt, und was uns zu thun gebührt? 3. O, wie lieblich, o, wie schön sind der Chris sten Gottesdienste! Laßt uns eilen, hinzugeh'n, bier erlangt man, zum Gewinns ste, einen Schatz, der ewig währt, den fein Rost, fein Wurm versehrt. 4. Komm't, ihr Sünder, nun herzu, fall't vor euerm Vater nieder! Su chet die Gewissensrub', geb't, was ihr entwende:, wie, der, theilt den Armen reichs lich aus, und dann komm't in dieses Haus. 5. Bleibe ben uns, lies ber Gott, bleib' ben uns, mit deinem Worte; steure selbst der Låst'rer Spott, und laß, Herr, an diesem Orte deine Kirche vest be. steh'n, bis die Welt wird untergeb'n! n 6. Stell' uns fo che Leh. rer dar, die mit Lehr' und Leben bauen, die uns weiden immerdar auf den rechten Lebensauen, daß der falschen Lebrer Gift feines deiner Kinder trifft. 460 Besondere Umstände und Vorfälle. 7. Laß dein Antlig auf uns seh'n! Herr, erhöre hier Gebete, bóre, wenn wir zu dir fleh'n; auch bewahre diese Stätte, daß ihr weder Raub noch Gluth, noch Verfolgung, Schaden thut. 8. So wird unser Herz schon hier deines Himmels Vorschmack baben, bis wir alle dort bey dir uns im Friedenstempel laben; dort vereint sich unser Danf mit der Engel Lobgefang! Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. unsern Lobgesang der Or, gel prächt'ger Zon! Erhe, be dich mit Preis und Dank, o Lied, zu Gottes Thron! 4. Du, Ewiger, sey hochgepreist, du schärf'st des Menschen Sinn, und len fest weislich seinen Geist auf Kunsterfindung hin. 2. Wer gab die Kunst und Wissenschaft, die solch ein Werk erfand? Wer legte so viel Schöpferkraft in eines Menschen Hand? 3. Wer lehrte so, aus Schwung und Fall der Luft, Gesang ihn ziehn? Wer gab dem schweigen den Metall die hohen Me: lodien? 5. Es zeigt, was Mens schenmühe kann, auch dies ses Werk für sich; doch alles, was der Mensch ersann, gelingt ihm nur durch dich. 7. Ihr frommes Lied brang himmelwärts aus 449. Wie rauscht in findlichem Gemüth; o, was re doch auch unser Herz von Andacht tief durchglüht! 8. Dem Sange gebe Kraft und Schwung dieß Werk, das wir dir weih'n, und Flügel der Begeistes rung soll es der Andacht leih'n. 9. Mit heil'ger Inbrunst bebe sich der Geist zu dir empor, so oft die Orgel, feyerlich, begleitet unſern Chor. 6. Wie würden sie, in heil'ger Scheu, die from men Våter, steb'n, säh'n fie der Orgel Kunstgebau, und hörten ihr Getön! 10. Einst wird mit einem höher'n Ton' dieß schwa che Lied vertauscht, wo, Im Kriege. Herr, um deinen Strahlen thron, der Engel Harfe rauſcht. 11. Dort schweigt die Saite, schweigt das Rohr, und jeder Miston fliebt; Gelobt sey Gott! Der Welten Chor stimmt dort in unser Lied. 12. Vernimm indeß der Klage Schrey, sieh' unsers Dankes Drang, und unser ganzes Leben sey dir, Herr, ein Lobgesang! Im Kriege. Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. 450. Gott, ein banges Kriegeswetter zieht über unser Haupt einber! Doch, du bist unser Schutz und Re: ter; drum beben wir vor feinem Heer', wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gib, daß in diesen trüben Tagen wir nur auf dich, o Vater, seh'n, und da, wo And're trostlos za gen, mit Zuversicht zu dir nur fleh'n; weil Menschen hülfe wenig nüßt, wenn 461 deine Macht uns nicht be schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden, du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Herr, du bist uns're Zuversicht! Wir bitten dich: verlaß uns nicht! 4. Je weniger sich oft mals zeiget, woher uns Hülfe noch entspringt; je mehr oft Noth und Plage steiget, und Alles in Zer rúttung bringt; um so viel mehr laß, voll Vertrau'n, uns, Gott, auf deine Vors ficht schau'n! 10 5. Dem Feinde hilft nicht große Menge; dem Mächt's gen bilft nicht seine Kraft. Der Roß' und Wagen stark Gebränge ist's nidt, was Völkern Sieg verschafft. Auf sie bofft zwar der Stolze gern; allein der Sieg kommt nur vom Herrn. 6. Gott, fånde je dein weiser Wille für uns selbst Züchtigungen gut: so fafs sen wir, in frommer Stille, zu dir, o Herr, den frohen Muth, daß du gewiß, zur 462 Besondere Umstände und Vorfälle. rechten Zeit, uns zu erret, ten, fen'st bereit. 7. Froh werden wir dich rühmen müssen, wie du uns wieder wohl gethan. Gott ist gerecht in seinen Schlüs sen; ibn bete dankbar Alles an. Er hilft und er errettet gern; lobsinget ibm! lobs fing't dem Herrn! Am Friedensfeste. Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. 451. Willkommen, den holdes Kind des Himmels, o Friede, der du uns beglückst, wilden Lärm des Kriegsgetúmmels, und aller Feinde Muth erstickst! Dich sandte Gott, der uns erhört, und Wonne nach dem Leid gewährt. 2. Er ist ein Herr der Kriegesschaaren; er beugt der Stolzen Uebermuth; er ist ein Netter aus Gefah: ren, und dampft des heiß sen Kampfes Wuth. O Cbris fren, preiset seine Macht! sie hat uns Nuh' zurückges bracht. 3. Wer ist, wie Gott? Was er behütet, dem darf sich kein Zerstörer nah'n. Wenn er den Streitenden gebietet, so wandeln sie des Friedens Bahn; Verwüs stung, Angst und Raubsucht flich'n, und Sicherheit und Segen blüh'n. 4. Nun weih't ihm Dank und Preisgesänge; erkennet seine Freundlichkeit! Run ruf't in festlichem Gedränge: der Arm des Herrn bat uns befreyt! Er sandte Frieden uns zurück, und Friede, Friede, welch ein Glück! 5. Erhebet ihn, der mit Erbarmen, obgleich oft hart, die Sünder schlägt, und im mer, wie auf Vaterarmen, sein Volk durch Schreckens, nåchte trågt! Erhebet ihn, mit frohem Sinn! Die Schreckensnachte sind das hin. 6. Aus Liebe lern't ihm ferner trauen, wenn Uns glück auf euch niederstürzt! Ihr werdet seine Hülfe schauen; denn seine Hand ist nie verkürzt. Wo wir auch keine Rettung seh'n, heißt er die Noth vorübergeh'n. 7. Lobsing't ihm, durch ein frommes Leben; ihn ehrt Gehorsam nur allein; mit Ernst der Tugend sich Am Friedensfeste. ergeben, das heißt den be: sten Dank ihm weih'n. So heilig't ihm denn euer Herz, und dann vergeßt Gefahr und Schmerz! 8. Doch preiset ihn auch, durch Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblick't! Bedenkt's, wie viele sind der Armen! Gott will, daß ihr sie gern erquick't; damit von Kummer Alles frey, und durch den Frieden glück lich sen. 9. Vernimm, o Gott, die Friedenslieder, die unser frohes Herz dir weiht! Wie schallen uns're Tempel wie der von deiner Macht und Freundlichkeit! Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr, unser Gott, wir danken dir! Mel. 227. Cobet den Herren, den mächtigen 2c. 463 was wir, deine Kinder erfubren. Grause Verhees rungen sind noch die traus rigen Spuren. Aber, wie bell rinnt nun der Sege nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Sieh', Vater, gnå, dig herab auf die Freude der Deinen! Höre, du lies be, den Jubel der Großen und Kleinen! Frieden gabst du, Frieden und sichere Ruh', Freuden nad) Klas gen und Weinen. 4. Dank dir, Allgütiger! Ehre und Preis deinem Namen! Fern ist das Elend, in das deine Kinder einsto tamen; von Druck und Noth find wir jetzt nicht mehr bedroht. Lob sey dir, Ewiger! Amen. is bin introdes edi Mel. 64. Wie felig bin ich, wenn ic. 452. Nahet anbetend dem Guddigen, nahet, Be, 453. Bring't Ebre glückte; sing't ihm! Er ist's, der den Frieden vom Him mel uns schickte. Preiset ihn hoch! Er hat zertrümmert das Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Bater, du weißt es, Gott, bring't Preis und Dank dem treuen Bater dar; ihm, der, als Muth und Hoffnung sant, uns Schuß und Netter war. 2. Kein Blut fließt mehr, das Land ist frey von je, Besondere Umstände und Vorfälle. dem Gräu'l des Krieg's, weiht dir frommen Dant von der gedrohten Scla der Greis. veren, vom Jammer selbst des Sieg's! 3. Der Friede kehrt von Gott zurück, der Freude Ruf voran; mit ihm der Volker Lust und Glück. Das hat der Herr gethan! 4. Der Herr hat sich zu uns geneigt. Wir waren's zwar nicht werth; doch rubt der Sturm, der Don ner schweigt; zur Pflugschaar wird das Schwert. 464 5. Mit Feyerkleidern ans gethan, bringt Ruhm und Preis ihm her! Knie't hin vor ihm und betet an! Wo ist ein Gott, wie er? 6. Wie er ein Vater, deffen Hand des Kummers Nacht zerstreut, und hülf reich unser Vaterland durch seine Huld erfreut? 7. Des Kind's Gewimmer drang vor ihn, der Muts ter Angstgeschrey; und scht, des Krieges Wetter flieh'n, fie flieh'n, und wir sind fren. 9. Er dankt dir, daß er Vater ist; daß dein Schutz, in Gefahr, der Unschuld, gegen Macht und List, ein treuer Beystand war; 10. Daß du das Glück der Menschen liebst, und Fröh lichkeit für Schmerz, und friedliche Gedanken gibst den Fürsten in das Herz. 11. Die Nationen sind versöhnt; des Friedens Sons ne scheint; kein Bruder baßt, verfolgt und höhnt den andern mehr, als Feind. 12. Nun, weil denn alle Stürme ruh'n, laß uns, aus Dankbarkeit, mit Eifer Gott, und freudig thun, was dein Gesetz gebeut! 13. So viel hast du an uns gethan; denn du bes glückst so gern! Dich bete froh der Erdkreis an, und jauchze dir, dem Herrn! Bey und nach allges meiner Notb. " Mel. 245. Auf meinen lies ben Gott 2c. 8. Die Jungfrau singt, von Angst befreyt, dir Höchster, Lob und Preis; 454. Cs züchtigt deine vergnügt in fanfter Freude, Hand, o Höchster, jetzt das Bey und nach allgemeiner Noth. Land. Zu deinem Vater herzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrey der Armen; erhör' es mit Erbarmen. 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden; ein Wort aus deinem Munde verandert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ge richt ben allem, was wir dulden; denn groß sind uns're Schulden; du züchtig'st doch noch minder, als wir's ver, dient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen! Laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen. 5. Verkürze, Herr, die Noth, die uns so furchtbar droht, und, die voll Kummers fleben, laß bald Erleicht'rung sehen; ver wandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, o Herr 465 der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ents fernen, so stárk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchts. vollem Schweigen, vor dir uns findlich beugen. 7. Ja, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß sie die Sicher'n schres den, die Schläfrigen erwes cken, und redlich Fromme stärken, auf dein Gebot zu merken. 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen; es wird uns dei ne Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stårke denn das Herz, daß, auch im groß. ten Schmerz, es nie an Muth ihm feble. O, sprich zu unsrer Seele: getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden!**** 10. Am Schluß von unserm Lauf klärt einst sich Alles auf; dann wird die Aussicht heiter; dann thrånt kein Auge weiter; dann fins den uns're Herzen nur Wone ne nach den Schmerzen, 30 466 Besondere Umstände und Vorfälle. Mel. 237. Wenn wir in höch. Steh' uns durch Jesum sten 2c. Christum ben, mach' uns von allen Plagen fren! 7. Nach überstand'nem Leid und Schmerz lobsingt dir freudig unser Herz. Ges horsam deinem theuern Wort', Herr, preisen wir dich hier und dort. 455. Seb'n wir nur Trubsal um uns her, und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Ist dieß dann unser Trost allein, daß wir uns deiner noch erfreu'n; daß, wenn die probt, du unser Helfer bist 456. Erhebt den Herrn in Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir, in unserm Schmerz', und fleh'n dich um Begnadi gung und aller Leiden Lin derung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dieß allen, die dir trauen, zu, durch den, der uns Beglücker ist, durch unsern Heiland, Jesum Chrift. 5. Ja, mit Vertrauen flagen wir all' unf're Noth, oHöchster, dir! Ach! deine Bateraugen feb'n auch uns, wenn wir verlassen steh'n. 6. Nur du bist uns're Zuversicht. Vergilt nach unf'rer Schuld uns nicht! Mel. 426. Mein Jesus ist mein 2c. mit Freuden, o Christen, betet an! Er liebt nicht uns're Leiden; er hat und wohlgethan. 2. Schon drobten uns Gefahren, schon riß uns Kleinmuth fort; da sprach, uns zu bewahren, der Herr sein Allmachtswort. 3. Vor seinem Winte schwanden die Schrecken schnell dabin, und unfre Herzen fanden ihn reich an Vaterfinn. 4. Er lenkt mit weiser Liebe und alle durch die Welt, daß Jeder gern sich übe, zu thun, was ihm ge fällt. 5. Er reizet uns're Sees len auch durch Gefahren Bey und nach allgemeiner Roth. an, das beste Theil zu wäh:|| Lauf vollenden, und uns len, das nie vergehen kann. im Himmel freu'n! 6. Er steht auf dunkelm Pfade oft unbemerkt uns Mel. 8. Nun fich der Tag ic. daß seine Macht und IMG013 Gnade zuletzt uns lichtvoll 457. Du liebest nicht ſey. intre 7. Wer wollt' ihm nicht vertrauen und seine Wege geh'n, nicht, selbst im Zo desgrauen, durch Hoffnung ihn erhöh'n? 8. Nein, unser ganzes Leben sey dir, o Gott, geweiht; denn du nur fannst uns geben, was un ser Herz erfreut. 9. Nur du kannst uns beschirmen, wenn Wasser fluth sich hebt, wenn Flam: men uns umstürmen, und wenn die Erde bebt. 10. O Herrscher, dich zu preisen, selbst wenn die Welt vergeht, dieß ist der Ruhm der Weisen, und die ser Ruhm besteht. 11. Drum lassen wir dich walten, und folgen deiner Hand. Was du uns haft erhalten, ist deiner Liebe Pfand.n 467 12. Wir wollen's treu verwenden, und stets barm berzig seyn, bis wir den der Menschen Leid, dich, Bater, bet' ich an; du hilft uns mit Barmbers zigkeit, so bald die Weis, beit kann. 2. Durichtest nicht nach uns Prer Schuld, und leitest uns ser Herz zur Unterwerfung und Geduld durch Furcht, Gefahr und Schmerz. 3. Lob, Preis und Dank, du endig'it sie, und oftmals wunderbar! Herr, deiner Hálf vergeß' ich nie, Ges lübde bring' ich dar! 4. Ja, dir gehorchet die Natur, und déin ist ihre Kraft; du sendest auf vers borg'ner Spur das, was uns Hülfe schafft. 5. Ich will, wie, Gott, dein Wort befiehlt, der Liebe Saaten streu'n; mit dem, was dein Schutz mir erhielt, auch Brüder gern erfreu'n. 6. Vor Mißbrauch, Herr, bewahre mich durch deines Wortes Licht! Mein eitles 30* 468 Herz vermesse sich, wenn du mich segnest, nicht. 7. Auf dich, Herr, will ich findlich schau'n, wenn mich Gefahr bedroht, und dir durch deinen Sohn ver trau'n, auch selbst in To desnoth. Besondere Umstände und Vorfälle. neu; jetzt bleibt von Nah rungssorgen kaum noch der Reichste fren. Uns helfen fannst du leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren wann's uns unmöglich daucht. 4. Dem Reichen gib Er Bey und nach Mißbarmen, Gefühl für Ans wachs und Theu rung. Mel. 37. Schwingt, heilige d'rer Schmerz, und, zu er freu'n die Armen, ein mit leidsvolles Herz; damit er mild sein Brot bedrängten Brüdern breche, und nicht Gedanken 2c. 458. Du bester Trost gefühllos spreche: helf Gott euch aus der Noth! der Armen! Gott, Herr der ganzen Welt! Du, Vater voll Erbarmen, der das, was lebt, erhält, du, un f're Zuversicht, auf den wir alle sehen, zu dem wir alle flehen, verlaß uns, Bater, nicht! 5. Laß Jeden liebreich eilen, mit milder Freunds lichkeit, den Armen auszus theilen, was deine Huld ihm leih't. Einst sieht das Jesus an, wenn wir die Brüder retten und sättigen, als hätten wir das ihm selbst gethan. 2. Allliebender! ach, wende der schweren Zeiten Lauf; thu' deine milden 6. Laß jede Frucht ges Hände, uns zu versorgen, rathen, uns wieder zu ers auf! Was irgend Leben freu'n, und allen unsern hat, nähr'st du mit Wohl Saaten gib Wachsthum und gefallen, nåhr' uns auch), Gedeih'n! Mit milder Vas schaff' uns allen, bey unterhand gib Wärme, Thau ferm Mangel, Nath. 3. Bisher war jeden Morgen dein Vatersegen und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in uns ser Land. $ Bey und nach Mißwachs und Theurung. 469 7. Erhör' uns, Vater, war die Noth, groß unfre fróne das Jahr mit deis Schuld, noch größer war, nem Gut, daß sich das Herz Gott, deine Huld, und gewöhne zum stillgelaß'nen deiner Allmacht Stärke. Muth! Lehr' es sich deiner freu'n, zu dir Vertrauen haben, und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweih'n. 3. O bester Bater, Preis sey dir, Anbetung, Ruhm und Ehre; von Dank ers füllt, lobsingen wir, und Erd' und Himmel höre: der Höchste hält, was er verspricht; so lang' die Ers de steht, soll's nicht an Saat und Ernte fehlen! 8. Allgútiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'! Oft hat uns Notb betrof fen, doch standest du uns ben. Du hilfft, du ret test gern, so sen denn uns ser Leben vertrauensvoll er geben bir, unserm Gott und Herrn! 4. Wir lieben auch im Unglück dich; denn du bleibst uns gewogen. Laß uns, da du uns väterlich jetzt bin zu dir gezogen, die Sünden fünftig ernst Mel. 47. Aus tiefer Nothic. lich flich'n, und dir, der gnädig uns verzieh'n, ganz 459. Ats bitt'ter Hun- unser Leben weihen. 5. Ach, nur die Noth und Trübsal lehrt uns, uns ser Nichts erkennen, daß wir, o Gott, zu dir be fehrt, dich unsern Netter nennen! In Allem laß auf dich uns schau'n, dich finde lich ehren, dir vertrau'n, und deine Gaben schätzen; 6. Daß wir, schenkst du uns Ueberfluß, uns nie durch Stolz erheben; stets måßig bleiben im Genuß'; ger und bedroht, bast du uns, Gott, ernähret, zur Zeit der Theurung und der Noth uns Sättigung ges währet, und nun hat dei ne Segensband von uns und unserm Baterland den Mangel abgewendet. 2. Du lindertest, Herr, unser Leid, warst Retter allen Armen, du, Vater voll Barmberzigkeit, balsst ihnen mit Erbarmen. Groß 470 Besondere Umstände und Vorfälle. der Wollust widerstreben; von dem, was deine Bas tergnad' uns mildreich gab, durch Liebesthat, den Ars men gern erfreuen. 37. Ach, möchtest du uns väterlich vor mangel stets bewahren! Wir hoffen, Herr, getrost auf dich; du hilfft auch in Gefahren. Ja gern, o Vater, wen dest du dem Lande deinen Segen zu, wo man die Tugend ehret. meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit, durch deine Gnade, würdig. guar 3. Ach, guter Gott, ich bitte dich: hilf mir und allen Kranken! Erwecke jes den doch, wie mich, zu heiligen Gedanken! Gib uns Gelassenheit und Rub'; und unser bester Arzt sey du, in Schmerzen unser Tröster! 4. Erquicke, Gott, und stårke die, die liebreich mei ner pflegen; für ihre Treu' Ben und nach. Krant belohne sie mit deinem reis sheiten und anstechen Segen! Gib gegen ſie en denden Seuchen. Mel. 47. Aus tiefer Noth ic. mir Freundlichkeit; gib ihs nen, Herr, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwa 460. Dein Wille, Vas dhe. ter, sendet mir die Schmers 5. Soll diese Krankheit zen, die ich leide; doch, Helfer, ich vertraue dir, du febr'st sie gern in Freude. Du bist es, der mein Leis den wägt; was deine Hand mir auferlegt, wird sie auch tragen belfen. tödtlich seyn, und ich die Welt verlassen: so will ich, Herr, von Sünden rein, im Glauben dich umfassen! Des letzten Kampfes Angst und Schmerz erleicht'te mir, und laß mein Herz, noch sterbend, dir vertrauen! 6. Doch willst du neue Kräfte mir, zu långer'm Leben, schenken: dann laß so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken; da 2. Voll Hoffnung, wend' ich mich zu dir; ich blei be dir ergeben. Herr, wie du willst, so schic's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bey dir allein steht Bey und nach Krankheiten und ansteckenden ic. 471 mit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! dort, häuft, durch ihre Nice derlage, der Verwüstung bange Tage. Mel. 58. Freu' dich sehr, o zc. 4. Wo man ihre Spur entdecket, wo sie nur zu wüthen scheint, siehet, weil 461. Gott, du låst die Furcht schon schrecket, die Seuche wüthen, ihrem Hauch' folgt Gift und Tod; du allein kannst uns behú ten, wenn sie noch so furcht bar drobt. Und wenn es dein Wink gebeut, naht sich uns de: Rettung Zeit, sind die fummervollen Stunden unsers Schreckens schnell verschwunden. auch der Freund nicht seis nen Freund; und man scheuet, weil ihr Gift un vermerkt so viele trifft, selbst des Umgangs süße Freus den, sucht auch diese zu vermeiden. 2. O, wie viele wirft fie nieder, sie, des Todes Dienerin; Våter, Mütter, Kinder, Brüder reißt sie schnell zum Grabe hin; schont nicht Alter, Stand, Geschlecht, auch der Herr muß, wie der Knecht, bey dem tödtlichen Verderben búlflos, ohne Rettung, sters ben. 3. Nicht der Arzt, nicht 462. Mit welchem das Bemühen seines Eifers, seiner Pflicht, kann uns der Gefahr entziehen, ihn auch schont die Seuche nicht; immer schleicht sie weiter fort, tödtet hier und tödtet 5. Gott, erhöre unser Flehen, Vater, ach erbare me dich, laß uns Troft und Rettung sehen, bilf uns Armen våterlich; doch), wenn deiner Weisheit Rath unsern Tod beschlossen hat: o, dann führ' uns, nach dem Leiden, zum Genuß der Himmelsfreuden! Mel. 223. Nun danfet Alle Gott ic. Dank, o Gott, soll dich mein Lied erheben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben; du stand'st mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bey, und von 472 Besondere Umstände und Vorfälle. Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frey.nl 2. Dem Tode war ich ben dir des Lebens werth zu feyn. mel. 263. In dich hab' ich zc. für mein Leben, um meine La- 463. Preipt, Bolter, gerstatt, so manche Freunde beben; doch id) erbebte ich) nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah ich ges trost hinab. unsern Gott und Herrn, er ist ein Helfer nah und fern; wer sollt' ihn nicht erheben! Bey'm Elend' auch verschont er gern, und rettet Bieler Leben. 3. Ich sah das Todes: thal zwar finster vor mir liegen; doch lichtvoll hin ter ihm ein himmlisches Vergnügen; es winkte meis nem Leib hier Ruh' und Sicherheit, und meiner Sees le dort Heil und Unsterblichkeit. 4. Indessen stårktest du die balberstorb'nen Glieder; dem Geiste gabst du Muth, dem Körper Kräfte wieder; und so gibst du mich, Gott, den Meinigen zurück, und dafür dank' ich dir; auch Leben ist ja Glück! 5. Run, durch dies Le ben selbst, will ich dir Dank beweisen, durch fromme Thätigkeit stets deine Liebe preifen; treu meiner Pflichter die du mir test, weih'n, um ewig einst 464. Wir kommen, 2. Wie furchtbar drohte sein Gericht, wie wüthete die Seuche nicht! Wer tonnte ihr gebieten? Er nur allein. Sein Wille spricht, und sie hört auf zu wütben. 3. Wir sab'n die tootliche Gefahr, die Unruh', Angst und Schmerz gebar, auch uns Verderben drohen; und nun ist sie, so nah' sie war, durch seinen Schuß, entflo hen. 4. O, laßt uns froh und dankbar seyn, dem Höchsten Lobgesänge weih'n, mit eis frigem Bestreben, die Reis zung jeder Sünde scheu'n, ganz für die Tugend leben! Mel. 56. An Wasserflüffen Babylon 2c.dk Bey und nach anhaltender Nåffe. Helfer, dir Gesang, und| tigt bast du väterlich, und Ruhm und Preis zu brin: väterlich geschonet.t gen. Dir, Retter, laß uns lebenslang mit frommem Dank lobsingen. Du warst mit uns in unsrer Noth! Wir sahen überall nur Tod und Untergang uns drohen. Nun wüthet böser Geuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 4. Wir wollen, der du uns befrey'st, o Gott, dich ewig loben. Sey ewig, Vas ter, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an und jauchze, wer nur denfen kann, und diene deinem Nas men, uno rühme findlich dich, den Herrn! Froblock't: Gott bilft und rettet gern! Frohlock't ihm! Amen, Amen! 2. Wir saben dort, wir sahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da war fein Schonen; stündlich war furchtbarer, nåber die Ge, fahr, und alle Kunst vergebens. Den Würger tries kein Arzt zurück; auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 473 63. 3udir, du Menschen retter, schrie'n der Deinen bange Herzen. Du hörtest uns, die Seuchen flich'n; du heilest uns're Schmerzen. O du Erbarmer, voll Ge buld, nach unsrer Ueber: tretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt, o, wir preisen dich, gezüchs Bey und nach anhab tender Näffe. Mel. 175. Mache dich, mein Geist zc. 465. Schmerz und Klage füllt das Land, traus rig steh'n die Früchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nich, te. Zeig' uns doch Gnade noch)! Vater, voll Erbars men, hilf, ach, hilf uns Ar men! 2. Du regierst der Wol fen Lauf, und befiehlst dem Regen; sprich ein Wort, so bort er auf, und uns bleibt dein Segen. Steb' Besondere Umstände und Vorfälle. uns bey und zerstreu',|| nahen; was Thier' und Herr, mit starker Rechte, Menschen nähret, schien unsers Kummers Nächte. ganz durdy Fluth verheeret. 3. Sende warmen Sons nenschein, der die Frucht erquide! Gott, wir schau'n auf dich allein, mit des Glaubens Blicke! Wehr' der Noth, gib uns Brot und, nach mancher Plage, wieder Freudentage! 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Hers zens Flehen; du hörtest, was wir baten, und schütztest unsre Saaten. 5. Schon sentten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du seg. nest uns mit Wonne. 4. Preis und Ruhmsey dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade. Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben, und uns ganz ergeben. 6. Wir preisen deine Güte, mit fröhlichem Ge múthe. Ja, unser ganzes Leben sey ewig dir erges ben. 474 sid Mel. 520. Wach' auf, mein Herz 16. N 97 Bey und nach anhab tender Dürre. 2. Uns drückten bange Sorgen, an jedem neuen Morgen, so oft fich Wolken tbürmten und Regenwetter ſtürmten. Mel. 519. Gott des Himmels und der ic. 466. Ertón't, ibeFreus denlieder! Sie scheint, fie 467. Gott von große strahlet wieder! Wir seh'n sie, welche Wonne, die lang verhüllte Gonne! ser Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir. Mit ges ångstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir; bu nur weißt, was uns gebricht, guter Gott, verlaß uns nicht! 2. Långst schon lechzt 3. Des Feldes Früchten am Sonnenlichte unser Erd saben wir das Verderbenreich, dürr, wie Sand. Bey und nach anhaltender Dürre. Ach, es schmachten alle steigen empor und preisen Früchte in dem säfteleeren ihn. Land. Schrecklich droht uns hier Verlust; Sorge für die bange Brust. 3. Ach, erhalt' uns deis nen Segen, den der Untergang bedroht; gib uns einen milden Regen, und verfürze Gram und Noth. Doch, wir trauen dir es zu: was uns qut ist, fügest du. 4. Stårk uns, Herr, in dem Vertrauen: unser Wohl versäumst du nicht! Nur auf deine Liebe bauen wir die veste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst dich uns'rer gnådig an. 475 Mel. 123. Nun lob meinSeel' Monicb den ic. I 2. Mit Muth im Anges sichte, beschaut der Lands mann nun sein Feld. Ers quickt hat Gott die Früchte, er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Ach ren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen náhren und sie erfreuen foll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Res gen schickt, und lechzendes Gefilde, mit Baterhuld, ers quickt. 3. Erhalter unsers Les bens, Herr, dem wir jetzt uns dankbar náh'n, o, laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand em pfah'n! Da sendest Thau und Regen; gibst milden Sonnenschein, und eilft, mit deinem Segen uns alle zu erfreu'n. D, lehr, uns dich erheben, dir kindlich fromm vertrau'n, menschenfreundlich leben, bis wir dich ewig schau'n. und Da 468. Mitmildem Re gen finfet Erquickung auf bie dürre Flur! Wie labt fie fich, wie trinket ihn die verschmachtete Natur! Die fanften Ströme fühlen der Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr tråg' und schwer. Gott ſpricht, und Seufzer schweis Mel. 82. Fürwahr, du bistic.. gen, und Hig' und Durre 469. Dant, Dant flieh'n, und fromme Lieder dem Herrn; denn seine Mil 476 Besondere Umstände uns Vorfälle. de ist heut' und jeden Mor. gen neu. Ihr ausgedorre: ten Gefilde schmec't wieder seine Huld und Treu'; auch du, erquicter Grachalm, bist ein Zeuge, daß Gott gútig iſt. 2. Dank, Dank dem Herrn; sein milder Negen gab neue Kräfte der Ratur, die schon erstarb; fein rei cher Gegen ward Balsam für die durre Flur. Im Jubelchor ruft sie ihm zu: wie groß, o Gott, wie gut bist du! 3. Dank, Dank dem Herrn; der Herr regies ret mit Weis beit und Barm berzigkeit. Er, der uns Dürre zugeführet, hat nun durch Regen uns erfreut. Er ist'e, der freundlich zu uns spricht: auf mich setz't eure Zuversicht. Bey und nach einem Cewitter. 2. Auch wenn du don nerst, zürn'st du nicht, bist Vater uns und Freund; bist's, wenn der Blig fich Bahnen bricht, und flame mend uns erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Tater dich. 4. Du reinig'fst durch den Blig die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamvoller Duft, was erst geſchnachtet hat. 5. Du kannst auch töb ten; doch es scheut der Chrift nicht dein Gericht. Wer deis ner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 6. Drum will ich still und rubig seyn, auch wenn dein Donner droht. Weg, bange Furcht! Ich bin ja dein, und du bist mein, o Gott! Mel. 187. Dir, dir Jeho. vah ic. Mel. 8. Nun sich der Tag 2c. 470. Sn Dunkel bulit 471. 2ie gniig ift búllt der Himmel sich, ein schwe: res Wetter dråut. Ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. des Höchsten Wille! Der Donner schweigt; die Blizze flieh'n. Nun fdmückt, in an genehmer Stille, der Sonne Bey und nach einem Gewitter. 477 Glanz das feuchte Grún. ne Donner nicht; denn du Mein Herz, das kaum mit bist meine Zuversicht. Angst noch rang, dankt jetzt In und nach Wasser s dem Herrn, mit Lobgesang. gefahren. 2. Es preiset freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies; den Mel. 410. Herzliebster Jesut ic. herrn, der sich im Wetter so 472. I will dem Ich majestätisch bören ließ, der selbst des Blizzes Strablen lenkt, und gnddig seines Volk's gedenkt. Herrn zu jeder Zeit vers trauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen. Auch in den nächsten, schrecks lichsten Gefahren kann er bewahren. 3. Bewundernd nehm' ich seine Güte, auch selbst im Ungewitter, wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplay dar. Zum Ber sten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebtenThie: res Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwule Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sey erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du fannst und willst uns stets erfreu'n. Dich schrecken dei 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Saus len zittern, und da, wo, Bergen gleich, emporte Wellen zum Himmel schwels len. vid 3. Sey alles Sturm und Aufruhr und Getümmel, er schuf das Meer, den Erd freis und den Himmel. Bas er gebeut im Himmel und auf Erden, nur das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! Und allgewaltig ist sein Herrscherwille. Der Strom gehorcht, die Wogen sinken nieder, und ruhen wieder. 5. Wer händeringend 478 Besondere Umstände und Vorfälle. sein Geschick beklagte, den Abgrund offen fab und schon verzagte, froblocket dann und rufet: Gott ist Ret ter im Sturm, im Wetter. 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben, und Eisgebirge sich im Strome beben, und, furchte bar drohend, jeden Damm erschüttern; ich will nicht zittern. 7. 3u dir empor will ich am Strome schauen, und ruhig deiner Macht und Liebe trauen. Du, Herr, fannst leicht uns, wenn du willst, bewahren auch in Gefahren. tiefsten Angst uns dir vers trauen lehren; du zeigtest, daß du nie von Herzen uns betrüb'st, uns nie vers lassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 0022102 3. Wie hebt sich unser Geist noch jett bey dem Gedanken. Es bricht mit Ungestüm der Strom aus seinen Schranken! Jedoch, wie sehr er tobt, er tobt auf dein Gebot, und zieht sich schnell zurück, so bald dein Wink ihm droh't. 4. Wer ist, o Herr, wie du? Wer denkt an deis ne Größe, und fühlt nicht, tief gebeugt, sich selbst in seiner Blöße? Du bändigst Mel. 223. Nun danket Alle die Natur; und was ver Gott 2c. mögen wir? Ach, wir sind und arm, wir sind, 473. Crbabner Herr wie Nichts, vor dir! der Welt! Dir werde Dank gesungen! Du hast, durch beine Macht, die Wuth des Strom's bezwungen. Schon riß er Häuser fort, und schon verzagten wir: nicht weiter! ſagtest du, und er gehorchte dir. 2. Du, Höchster, woll: test dich und deine Huld verklären, auch in der uns 5. Durch dich nur wird wohl, der du dent Eis gebieten, und Fluthen zähmen fannst, wie furcht bar sie auch wüthen! Nur du bestimmst das Maaß des Glückes und der Noth; in deinen Händen ruht das Leben und der Tod. 6. Wir preisen dich, o Gott, mit danferfülltem Nach einer Feuersbrunst. Triebe; wir freu'n und deiner Macht, sie wird ge, lenkt durch Liebe. Auch aus den Fluthen strahlt uns dei ne Herrlichkeit. O, nimm das Opfer an, das unser Herz dir weiht!*** 7. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden, wider streben, und nicht, in Heis ligkeit, zu deiner Ehre les ben? Gehorcht dir selbst der Strom, gehorcht dir jede Welt; wie frech, wenn wir allein nicht thun, was dir gefällt! Bey strenger Kälte. Mel. 47. Aus tiefer Noth, c. 4. Der du dem Vieh sein Futter gibst, die jungen Raben speisest, und uns, die du in Chrifto liebst als Bater dich beweisest; 474. Von Frost und erhöre deiner Kinder Fleh'n! D, laß die Kålte bald vers geh'n vor milder Sonnen wärme! Kälte starrt das Land, und Vieh und Menschen schauern. Ach, hilf uns, Gott, mit starker Hand, daß wir nicht furchtsam trauern. In tiefer Demuth fleben wir: um Jesu wile len laß vor dir uns Hülf' und Rettung finden. 479 beiß, daß Niemand dars ben müsse! Laß bald gelinde Winde web'n, und keine Flur mehr öde steh'n. Vers sorg' uns, deine Kinder. 2. Gefesselt sind, mit Schnee und Eis, die Fel der, Bach' und Flüsse. O, schmelze sie durch dein Ge3. Gib, daß nicht Mens schen, Vieh und Frucht vom Frost beschädigt werden. Dem Dürftigen, der Hülfe sucht, erleicht're die Be schwerden. Ach, rühre jes des Reicher'n Herz, daß er der Armen Noth und Schmerz, voll sanften Mits leids, lind're! Nach einer Feuers brunst. Mel. 237. Wenn wir in höch sten tc. ses 475. Gott ott, deffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft, mit welcher schrecks 480 Besondere Umstände und Vorfälle. lichen Gewalt verwüstet es, wie leicht, wie bald! 2. Uch, manche Häuser bat's verzehrt, und mancher Armen Glück zerstórt! Auch dieß hat deine Hand getban; wir weinen, Herr, und be ten an! 3. Wir weinen; doch ver ehren wir auch deine Huld, sie half auch hier, und hielt der Flammen schnellenlauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jam mer, Gott, zu dir! Laß sie nicht búlflos, tröste die, die du gebeugt haft; segne sie! 5. O, gib, daß, wer ver: schont ward, nicht vergesse seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu ers freu'n; barmherzig, Gott, wie du, zu seyn! 6. Du kannst, wenn Jammer uns bedroht, ihm mächtig wehren, jede Noth in Heil verwandeln; weis und gut ist alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld, mit frommer Zuversicht, vertrau'n, und stets auf deine Hülfe bau'n! 8. Schút' unser ganzes Baterland ver Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist. Bey Begräbnissen. Mel. 430. Aufersteh'n, ja, aufersteh'n 2c. 476. Anvertraut ber Erde Schoos zur Ruh', Ente schlummerter, bist du! Des Lebens Klänge, des Welt, gewübl's Gedränge vers stummten dir. 2. Ausgekämpft hast du der Sterblichkeit beschwer, devollen Streit; haft übers wunden, des Lebens Müh' entbunden; wohl dir, du ruh'st! 3. Sanft schläfst du, der Erde Notb entrückt! Wir preisen dich beglückt; dank bar erheben den, der dir Rast gegeben, Erlöster, wir. 4. Fließet gleich des Schmerzes Thrán' herab, Entschlaf'ner, auf dein Grab: Trost ist der Glaus Bey Begräbnissen. be, wir werden über'm Staube die wiedersehn! 5. Wort des Segens, o du, des Lebens Wort, wir seb'a uns wieder dort! Du bist dem Herzen Strahl in der Trennung Schmerzen, von oben her! 477. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft. Wir såen ihn, einst blüht er auf, und steigt, verklärt, zu Gott hinauf. 2. Aus Staub erschuf der Vater ibn, zum Staube zieht der Tod ihn bin. Er schläft, verwest; doch einst erwacht er wieder aus des Grabes Nacht. 3. Wie felig wird der Fromme seyn! Er geht zum ew'gen Leben ein. Das Va terhaus ist aufgethan, ihn, den Getreuen, zu empfabh'n. 481 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und ma Mel. 237. Wenn wir in chen zu der Ewigkeit, durch höchsten 2c. Glaub' und Tugend, uns bereit! 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er, Gott, von dir erquickt. Des reinsten Friedens Palme weht ihm, der auf seinen Geist gesät. 5. Gott, dem er treu blieb. bis zum Grab, wischt dort des Dulders Zbrånen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? 7. Laß, Weltverföhner, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß uns're ganze Seele dein, und selig unser Ende seyn! Mel. 236. Was Gott thut, das ic. 478. Das Leben fliebt, die Zeit enteilt, fie fliebt auf schnellen Flügeln; und, wo der Fuß des Pil gers weilt, er steht an Lor deshügeln. Vergänglichkeit ist Loos der Zeit, und dieses Lebens Gabe nur ein Ges schenk zum Grabe. 2. Auch du, im Leben uns so werth, von unsrer Lieb' umfangen, bist von dem heis matblichen Herd, o Freund, dahingegangen; dein Anges 31 41 482 Besondere Umstände und Vorfälle. sicht, es lächelt nicht mehr freundlich auf uns nieder; und nimmer hier mehr wies der. 3. Ach! deiner Stimme holder Klang wird nicht mehr um uns tönen; nicht mehr des Lebens Pilgergang dein Geist, dein Herz ver schönen. Ach! bald nun Staub, dein Ohr ist taub der Freunde Schmerz und Klagen, die dich zu Grabe tragen. 4. Du rub'st, im stillen Schlafgemach', aus von des Lebens Kummer; es weint dir stille wünscht Frieden deinem 479. Gebt dem Lode Schlummer! Du wareft gut, mit veftem Muth gingst du dem Tod' entgegen; dir folgt der Deinen Segen. 5. Wer seines Dasenns Zweck erfüllt, darf nicht im Tode zagen; er sieht des Grabes Nacht, enthüllt, zum schönen Morgen tagen; der Schatten Thalumalangt der Strahl des Glaubens; Lebensfülle quillt aus des Grabes Hulle. nicht Schmerz, nicht Klage fann dich hier zurück uns ges ben. Vom Grabe dann den Blick binan zu jenen Welten oben, wohin du dich erhoben! 6. Du gingst, Entschlaf, ner, uns voran in dieses neue Leben; nicht Wunsch, 7. Dort wandelst du auf lichter Bahn; fließ't leiſer denn, ihr Thränen! Was Gott thut, das ist wohlges than, weit über unser Wäh nen; sein Will' ist Kraft, gebeut und schafft, was wechselnd auch zerstäubet, ein Ew'ges, daß da bleibet. Mel. 161. Schwing' dich auf, zu ic. seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senk't den Leichs nam immer ein!£ aßt die Erde rollen; furchtbar darf es uns nicht fenn, daß wir sterben sollen! 2. Laßt als Schreckgestalt den Tod niemals uns erbli den! Freudenruf sen sein Gebot, Ruf, uns zu beglü den! Seine Botschaft heißt uns ja, zu den fel'gen From men, unserm großen Ziele nah', immer näher kommen. Bey Begräbnissen. 3. Erntefeld! Hierte, nachtvolle Grabesstätte, ruben sie, Christen! uns're und deck' ihn fühlend zu. Er Bruder; kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Rub' der Müden! Für das beß're Vaterland schlummert er bienieden. schlafe hier in Frieden den stillen Schlaf der Müden, des Dulders lang erseufzte Ruh'. 4. Gent't nun den Leichs nam nieder zum Staube seis ner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist farfter Schlummer; ibn stört kein Erdenfummer; Gott ist es, der ihn einst ers weckt. 5. Zum Leben ohne Sors gen weckt ihn der frohe Mors gen, wo alle Welt erwacht. Heil diesem todten Staube! fo singt der Christen Glaus be: auch er wacht aus 4. Saaten der Unsterb: lidskeit! Heilige Gebeine bald verfließt auch uns're Zeit! Ruft der Tod: er, fcheine! ruf' er dann! wir find bereit; wer des Lebens Gabe nuget für die Ewig, keit, zittert nicht am Grabe. Mel. 527. Nun ruhet in den ic. 480. Da stehen wir, Todesnacht. 483 3. Sey ihm ein Ruhebet die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube; uns stärkt der Christen Glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließ't nur, ihr Thrå nen, fließet! Ein Sterbli der beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mútterliche Erde, dein Kind, frey von Beschwerde, in deis 481. So gib denn, S. ne milden Arme auf. fromme Christenschaar, der Erde das, was Erde war; 31* 6. Zum Himmel blick't, Betrübte! dort wandelt der Geliebte, nach Finsterniß, im Licht. Vergönnet ihm die Freude, und wehret euer'm Leide, und wisch't die Zäh ren vom Gesicht. Mel. 237. Wenn wir in höchsten 2c. 484 Besondere Umstände und Vorfälle. sie beut dem Múden hier im Sand die Ruhe, die er sonst nicht fand. 2. Ja, hier, wo keine Thräne rinnt, gestillt des Leidens Klagen sind, bier bricht dem Schlummernden fein Schmerz, fein Erden fummer mehr das Herz. 3. Hier endigt der Ver: folgung Wutb, bier ist's, wo Druck und Plage ruht; hier ward durch süßen Schlaf erquickt, den manche schwes re Last gedrückt. 4. Hier weicht die Ho heit mit dem Glück, der blose Mensch bleibt nur zurück; ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind seine ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet hat er seinen Lauf. Der Geist eilt in das Vaterland, und ist beglückt in Gottes Hand. dein Leben ist; nach Sorg' und Furcht und mancher Noth, ereilet dich zuletzt der Lod. 7. Du aber lerne, was du bist, o Mensch, und was 8. Sdnell schwindet deis ne Lebenszeit, schnell nähert sich die Ewigkeit; wie wir die Zeit bier angewandt, so reicht den Lohn des Richters Hand. 9. Drum, sich'rer Mensch, befinne dich), Tod, Grab und Richter nahen sich. Auch dir sind sie vielleicht nicht fern; sey fromm, und wan d'le vor dem Herrn! Gräbern steh'n, laßt, Chris 10. Hier, wo wir an den sten, uns zum Vater fleh'n: o Gott, an Tod und Ewigerinn're uns zu aller Zeit, feit! Mel. 80. Vom Himmel hoch ic. 482. Des Todes Grau'n, des Grabes Nacht fliebt, Herr, vor deiner Wahrheit Macht. Mein Geist, erbellt von deinem Licht, erbebt vor der Vers 6. Nimm den entseelten Leib, o Gruft, bis Jesus ihn einst wieder ruft, und daß, was hier der Tod zerstórt, einst neu belebet und verwesung nicht. klärt. 2. Es falle nur die Hütte bin, mit der ich hier umge ben bin; ich selber, lebend, Bey Begräbnissen. wie zuvor, schwing' aus den| quälten bange Sorgen mich, Trümmern mich empor. 3. Ein inn'res, mächti: ges Gefühl verkündet mir mein höh'res Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe, Vater, dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsquell, der nie versiegt. 5. Dein Sohn zeigt mir die bes're Welt, an die mein Her fich glaubig bält; wie herrlich wird der Mensch heit Werth, durch Jesu Wort, mir aufgetlårt! 6. Osel'ge Aussicht, auch für mich! Entzückt bibt meine Gerle sich; ich feb seb' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat; genieß se deines Gnadenblicks, und der Vollendung meines Glücks. 8. Viel Gutes gabst du mir schon hier, Allliebender, wie dank' ich's dir? Kaum 485 so kehrten sie in Freuden sich. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höher'n Hoffnung Unterpfand; die Huid, die segnend hier ers freut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 10. Des freudigen Ver trauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wann einst von Sünd' und Noth befrent, ich reife zur Volls kommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft, besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat außgeweint; dann wird ein frohes Wieders seb'n, auf ewig, unser Glúdk erhöh'n. 13. Herr unsrer Lage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bey standhaft frommer Treu', des Lebens End' erfreulich sey! 200 Besondere Umstände und Vorfälle. Mel. 141. Mach's mit mir, seb't! fie blüht, vom Früh, Gott 2c. lingshauch umweht. 486 483.6 eweihter Ort, wo Saat, von Gott gefi't, dem großen Tage der Ernte reift! sen mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage vers stummt, wo mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gefannt! - 2. 3war flossen hier der Thránen viel, wann von des Freundes Herzen den treu'sten Freund das Schicks fal riß;- mit tief gefühl, ten Schmerzen, hab' ich auch felbst, ach, manchem Freund die Abschiedsthráne schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schafe fet Ruh' den Müden nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt zum ew'gen Frieden. Bein't, Freunde, nicht; denkt: Wiederseb'n! Die Todten werden aufers steh'n! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gråber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schöner'n Leben wieder. Im Herbste starb die Rose; 5. Und was man bier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist! Bernunft und edler Wille eroebt und über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 6. Drum tann mein Blick vom Leichenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, werd' ich nicht angst, lich beben. Ich pflücke in der Blüthe- Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlaf'ne Brüder, send, werd' ich vielleicht bald werden. Nun dann durch's Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Ulebergang zu jenem Vaterlande der Weg zum Heil, der edel hier des Las sters Sklavenbande zerris, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu ge weiht. Bey Begräbnissen. 9. Auf Gråbern der Ents schlaf'nen sey der Zugend bund auf's neue versiegelt! Ich gelobe hier der Tugend ew'ge Treue. Und heilig in mir jede Pflicht, bis einst mein Auge sterbend bricht. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 484. Dem Staube ges ben wir den Staub; was Fleisch ist, wird des Todes Naub; und eilend flieht der Menschen Zeit, gleich eis nem Pfeil, zur Ewigkeit. 2. Kaum hat die Welt uns angelacht, so deckt uns schon des Grabes Nacht; verschont bleibt Keiner, groß und reich, der Bettler wird dem König gleich. 3. So ist des Leibes Huts te bald zerstört, und leblos, starr und falt. Allein der Geist, den Gott uns gab, ist fren vom Tod', sinkt nicht in's Grab. 4. Sey's, daß der From men Leib zerfällt, sie harren tiner beßern Welt, und geben, an des Lebens Rand', die Seelen gern in Gottes Hand. 487 5. Dort rührt sie keine Noth mehr an, die uns auf Erden schreden fann; dort ernten sie, verklärt und rein, den großen Lohn der Tu gend ein. 6. Und Jesus, der vom Tod' erstand, und seine Schrecken überwand, ver fammelt sie von Zeit zu Zeit zu Erben seiner Herrlichkeit. 7. Co zitt're dann, wer faster übt, wann ihn des Todes Macht umgibt; dem Frommen ist er nur Ge winn, getrost geht er zum Grabe hin. 8. Herr, lebr' uns, eb' die Zeit zerrinnt, bedenken, daß wir sterblich sind, damit wir, flug und tugendhaft vollenden uns're Wander, schaft. 9. Einst bricht für uns, und Jedermann, der große legte Zag beran, da Jeden, den ein Grab bedeckt, der Weltenrichter auferweckt. 10. Mittler, deine Knechte freu'n sich dieses Tag's, und harren dein! Laß uns dann muthig auf, ersteh'n, und ein zu deiner Wonne geb'n! Besondere Umstände und Vorfälle. Bey dem Tode eines Gatten; einer Gattinn. Eigne Melodie. 485. 488 Last mich weinen! Uch, sie haben, meis 다. # # Å nen besten Freund begraben. Er ging hin, ließ # 98 mich zurac, und mit ihm entsloh mein Glüdk. 2. Er, der zärtlichste der Gatten, ruht schon in des Grabes Schatten; und die weite Welt umher ist für mich nun öd' und leer. 6. Ach, ich rang, und rang vergebens um die Seele meines Lebens; du, o Gott, riefft sie von mir. Doch ich had're nicht mit dir. 3. Wie so schön war mir das Leben, seit ich ihm mein Herz gegeben! Was war Mühe, Sorg'und Schmerz? Alles theilte ja sein Herz. 4. Froh und glücklich mich zu sehen, meine Freuden zu erhöhen, sorgt' er immer. Uns're Zeit war voll stiller Seligkeit. 5. Nun zerstört, vom Sturm der Leiden, sind die Blüthen meiner Freuden, und voll Dornen ist der Pfad, den der Witwe Fuß betrat. 7. Nein, auch bey des Kummers Zähren, will ich deinen Rath verehren. Hö re nur in deinen Höh'n der verlaß'nen Witwe Fleh'n. 8. Hilf, daß ich den Gram bezwinge, wann ich bang eie Hände ringe, wann die Welt zu eng mir scheint, wann mein Aug' in Nächten weint. 9. Hor', auf meines Glü des Trümmern, die verlaß's nen Waisen wimmern; fors ge du, daß sie gedeih'n, und laß nie uns hálflos seyn! Bey Begräbnissen.. 10. Gib, daß ich, in from: mer Stille, jede Pflicht ge trost erfülle, bis einst das zerris'ne Band wieder knúpft des Todes Hand. Mel. 47. Aus tiefer Noth c. 486. Sic Die starb, ach, starb mir viel zu früh, zu früh auch für die Meinen! die alle wehmuthsvoll um fie, mit mir, dem Vater, weis nen. Gott, welches Leiden, welcher Schmerz! Mir blus tet immer mehr das Herz, ben meiner Kinder Thrå nen, mon 489 4. O du, des Rath mir heilig ist, blick' tröstend auf mich nieder! Ich weiß, daß du voll Liebe bist; und du nabmst mir sie wieder. Doch bleib' ich nicht getrennt von ihr; du nahmst sie früher nur zu dir, um früher ihr zu lohnen. 5. Ja, dort werd' ich sie wieder seh'n, in deinem bessern Leben. Als Engel, wird aus deinen Höh'n sie mir entgegen schweben. Wie wird mir dann, o Bater, seyn, wann sie mich, durch) verklärte Reih'n, zu deinen Throne führet! 2. Du weißt, was ich in ihr verlor, um die so tief ich leide. Sie, die mein liebend war meines Bey dem Lode der Eltern. mel. 99. D Traurigkeit ic. Lebens Freude; vergalt mir 487. Gott, welch ein liebreich jede Múh', und forgte treulich, spát und früh, für mich und uns're Lieben. 3. Du gabst sie mir, wie dankt' ich dir für diese schöne Gabe! Sie ward dann im mer theu'rer mir; nun ruht fie schon im Grabe. Stillseh, nend blick' ich um mich her, und, ach, ich finde sie nicht mehr, die Freundinn meines Lebens. Schmerz zernagt mein Herz! welch frühes, bitt's res Leiden! Ach, ich fab den guten Mann, meis nen Vater, scheiden. 2. Er ging von mir nach Haus, zudir; nun hab' ich feinen Vater, feinen mehr, der Schuß mir ist, Pfleger und Berather.. 3. Wer wird für mich nun väterlich hier, in der 490 Besondere Umstände und Vorfälle. Fremde, sorgen? O, wie fröhlich war durch ihn mei nes Lebens Morgen! 4. Sie sind entfloh'n, ents floh'n mir schon die jugend lichen Freuden; meines Morgens Heiterkeit trübt ein schweres Leiden. 5. Ad, ließ kein Glück er mir zurück, beym frühen Schlafenlegen? Ja, was Kindern Häuser baut, seis nen Vatersegen. un 6. Und lehrte nicht sein Unterricht, zu dir mich hoffe nung faffen? Keinen, sprach er freudig oft, hat noch Gott verlassen. 7. Drum halt' ich mich, Herr, vest an dich; will deine Wege gehen. In der Heimath werd ich dann ihn einst wieder sehen. Mel. 181. Er starb, der größte ic. 488. Die ich so heiß geliebet habe, ach, meine Mutter ist nicht mehr! Sie ruht, die Gute, schon im Grabe, und jammervoll irr' ich umher. Ach, über all vermiß' ich sie; in meis nem Herzen stirbt sie nie. 2. Sie war so sorgsam, mich zu pflegen, zu bilden mir Verstand und Herz; bracht immer Freuden mir entgegen, und linderte mir jeden Schmerz. Aus Liebe, war sie, Tag und Nacht, auf mich und auf mein Wobl bedacht. 3. Drum wollt' ich nies mals sie betrüben, nein immer dankbar sie erfreu'n; ihr beyzusteh'n, mich fleißig üben, und ihres Alters Stüße seyn, stets wohl thun ihr, nach Kindespflicht; und, ach, nun fann, nun kann ich's nicht! 4. O, der du lohn'st in bessern Welten, was Jeder Gutes hier begann, du, Vater, wirst nun ihr vere gelten, was ich ihr nicht vergelten kann. Sie war so fromm, so herzlich gut; und du bist's, der nun wohl ibr thut. 5. Gleich gut zu werden, will ich streben; ihr Bils soll stets mein Führer seyn! Dann wird sie sich im böher'n Leben, vor dir, o Gott, noch meiner freu'n; und einst ruf' ich bey ihr ent zúci:» Gott hat mich auch » durch Schmerz beglückt!« 489. Bey Begräbnissen.de Bey dem Tode eines Kindes. Eigne Melodie. o € XXX$ ist nicht mehr, für mich nicht mehr, Wie eine Ro se sab ich's blüh'n; ◆ 491 das lie be Kind! Wie freudenleer ist nun mein und weis und fromm es zu erzieh'n, war immer Erdenkiben! Ach, meine Hoffnung sant in's mein Bestreben. $ $ *# Grab, und Freud' und Lust mit ihr hinab. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz! Der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heissen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag' ich nicht; nein, bei lig sen mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz zu eh ren. Auch weinend will ich dankbar seyn, du gabst, du nahmst; es war ja dein! 490. 3. Wohl ihm! In Un schuld brach sein Herz; geſi, chert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höh're Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Belt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ist's in deiner Hand; ging mir vor, an in's Vaterland. Eigne Melodie. # 1 7 ✪ Eltern, weinet auf das Grab euers 492 Besondere Umstände und Vorfälle. 190 99 Kindes Thränen hin; aber trocknet sie auch ab; denn sein Tod ist ihm Gewinn. Cast 32. Gott entriß es der Gefahr, die uns noch auf Erden droht. Uebergang zur Engelschaar, sanfter Schlummer ware sein Tod. 3. Prufen will Gott euer Herz; prú en euere Glaubens Werth. Zeig't ihm, daß ihr, auch im Schmerz, findlich) seinen Willen ehr't! Hum 4. Er, der euerm Arm entriß, was ihr jetzt noch weinend liebt, er ist's, der es euch gewiß einst voll komm'ner wiedergibt. 5. Ja, ihr soll't es wie der seh'n, euer sind, daß ihr bewein't sollt mit ihm am Throne steh'n, wo euch Gottes Huld vereint. 6. Schau't denn weg von jener Gruft, die nun euern Liebling dedt! Wist, daß Gott auch euch einst ruft, und auch euch einst aufer weckt! 491.111 want ord for 7. Blick't zur Ewigkeit empor! Lernet euch des Himmels freu'n! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch bort einst lichtvoll seyn. Sint Bey dem Tode junger Personen. Mel. Welt Abe, ich bin dein müde ic. Erdentöchter, Erdensöhne, schnell eilt H eure Zeit dabin! Geyv nicht stolz auf eure Schöne, Bey Begräbnissen.deoh 493 $ I ↓↓ denn wie bald fann sie verblüh'n! Euers Mundes 11 Hauch verflieget; euers Lebens Quell versieget; tros 11 get nicht auf eure Kraft, auch des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, send nicht traurig, wenn, nach Gockes Rath, zur Gruft, ach, so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft! Foler, fråftiger, verflårter, liebe: voller, liebenswerther bebt, zu bob'rer Geister Chor, sich der freye Geist empor. 3. O, was ist des Gras bes Höhle? O, was ist des Grabes Nacht? Men fchen, mit gebeu zter Seele, fürchten nicht des Todes Macht. Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist, im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß, steh'n, und zu höher'n Freus den geh'n. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren! Unsrer barrt ein schöner's Loos. Was hier starb, ruht unverloren in des ew'gen Baters Schoos. Súße Hoffnung, schöner Glaube! Alles schwinget einst vom Staus be, nach vollbrachtem Pils gerlauf, herrlicher zu Gott sich auf. hed 5. Leibesschönheit mag verblühen, ibren Glanz zerstört die Zeit; Seelens reiz kann nie entfliehen, er ist für die Ewigkeit. Edler Sinn und reine Tugend lohnt mit ewig heit'rer Jus gend, und, nach einem fure zen Streit, fronet uns Uns sterblichkeit. 494 Besondere Umstände und Vorfälle. 6. Laßt der Erde Glück vergeben; Gott ist's, der den Geist erhält! Tugend, Tugend wird besteben, wenn die duß're Hütte fällt! Wie die Gottheit unvers gånglich, wie die Tugend überschwänglich, ist des Christen wahres Glück; nur das Eitle bleibt zurück! Bey dem Tode alter Per sonen Mel. 47. Aus tiefer Noth ic. 492. Erwäge deine Sterblichkeit, und eile, fromm zu leben! Wie schnell, o Christ, entrinnt die Zeit, die dir dein Gott gegeben! Und würdest du auch noch so alt; die Jahre flieh'n, und einst erschallt auch dir des Todes Stim me. 2. Und wie kann jemals sich dein Herz nach hohem Alter sehnen? Du schnest oft dich nur nach Schmerz, nach Schwachheit, Noth und Thränen. Das Alter ist nicht stets ein Glück; o hebe, himmelan den Blick, nur da ist wahres Leben. 3. Wie mancher Alte wankt gebeugt, mit findi schem Verstande, und allem Frobsinn abgeneigt, an sei nes Grabes Rande! Den Seinigen kein Helfer mehr, felbst hülfsbedürftig, feuf zet er nad) Nuh' und nach Erlösung. 4. Schau' auf das Grab, und siehe hier das Ende. aller Thránen. Was hilft's, mit ångstlicher Begier, nach Erdenglück sich sehnen? Wie lange währet der Ge nus? Dein Sinn wird stumpf, und Ueberdruß ers greifet deine Seele. 5. O, wohl dir, wenn dich edler Muth zum hdher'n Ziele leitet, und auch in's Alter dich ein Gut, das ewig ist, begleitet! Dann senke sich dein mate tes Haupt, dann werde je der Kraft beraubt; du hast noch Kraft zu hoffen. 6. Ja, Hoffnung stärkt des Frommen Sinn, am Ende seiner Tage. Sie schwanden, wie ein Traum, dahin mit ihrer Lust, und Plage; doch seine Hoffnung schwindet nie, und Gett, sein Freund, erfüllet ſie, und gibt ihm neues Le ben. Bey Begräbnissen. 7. So schlumm're denn in Frieden ein, wenn dich das Alter drücket! DCbrist, wie wohl wird da dir senn, wo Jesus dich erquicket! Wie freudenvoll, wie ju gendlich wird deine freye Seele sich im Vaterlande fühlen. nun, nach deinem Rath, seinen Geist in deine Hans de. Nur die Kraft von seiner Rebre trocknet unfre Webmuthözähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft:» Selig ist, wer » an mich glaubet!« Ja, Bey dem Tode eines Nelis des Himmels Heil und gions- Lehrers. Frieden ist dem Redlichen beschieden. Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind zc. 493. Fromm, wie er gewandelt hat, endet sich, zum Trost der Seinen, un sers Lehrers Erdenpfad; und wir schau'n ihm nach, und weinen. Ach, er hat uns treu belehret, und zum Guten hingekehret. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das bat er verkündet, und, ges stärkt durch deinen Geist, vieler Seelen heil gegrün det. Uns zu Jesu zu erbeben, war sein eifrigstes Bestreben. 495 3. Treulich ging er selbst den Pfad reiner Tugend, bis an's Ende, und gab 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von uns ferm Lebrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und und würdige Verehrer wats rer Frömmigkeit auf Erden, und des Himmels Erben werden! 6. Wenn wir dann einst um ihn steh'n, und mit ihm zum Throne dringen, mit ihm den Erlöser seh'n, dem wir Preis und Ehre brine gen; ach, wer nennt die Seligkeiten, die dann ewig uns begleiten! 7. Gott, er ruhe sanft und mild, er, der une dir nåber führte! Unvergess lich sen sein Bild jedem Herzen, das er rührte! Seine schönen Tugendlehe Besondere Umstände und Vorfälle. ren wollen wir durch Tha- schiehet, erfolgt auf dein ten ehren. Gebot. Du willst: der Tod entfliehet! Du willst: so Bey dem Tode eines Ver fommt der Lod. unglückten. 496 Mel. 426. Mein Jesus ist mein 2c. 494. Gott, welch tiefe Trauer hat unsern Blick umbúllt! Es ist des Schreckens Schauer, der unser Herz erfüllt. 2. Was ist des Menschen Leben? Was ist des Men schen Kraft? Von Noth und Angst umgeben, wird er oft hingerafft. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr! od sp 4. Wer zählet die Ge fahren, die uns auf Erden droh'n? Willst du uns nicht bewahren; so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern We gen umhüllt uns Dunfels heit, und oft ist Noth zu gegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch alles, was ges 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deis ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ångstlich zagen, erhöh'st du unser Glück, und lenkst von trübern Tagen uns, wun derbar, zurück. 9. Auch wenn des To des Grauen uns plötzlich niederreißt, darf unser Geist dir trauen; du liebest un fern Geist. 10. Er fann und wird nicht sterben; er eilet nur hervor, entreißt sich dem Berderben, und schwebt zu dir empor. 11.D, lehr' uns wachen, beten, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freu'n. 12. Der Erde Schrecken schwinden auf ewig vor uns hin; wir seh'n dann und empfinden: der Lod war nur Gewinn! Bey Begräbnissen.dnotil Beruhigung und Troft. Mel. 194. Du, o schönes Weltgebäude zc. 495. Trocknet euers Jammers Thránen, heitert euern trüben Blick; denn es bringt kein banges Seh: nen die Entschlafenen zu rück! Ach, die holde Stimm' und Rede, und der Lieb: lichkeiten jede, und das freundliche Gesicht rubt im Grab', und kehret nicht! 2. Gleich des Feldes Blumen, schwindet, was da lebet rings umber. Trau ernd sucht der Freund und findet den geliebten Freund nicht mehr. Wie der welke Greis am Stabe, sinkt der Jüngling und der Knabe; und das schauervolle Grab zieht zuletzt auch uns hinab. 3. Gleich des Feldes Blumen, werde, was gebo, ren war, zerstäubt! Nur der Erdenleib wird Erde; aber sein Bewohner bleibt. Ja, ihr leb't, Geliebte, lebet über Sternen, oder schwebet mit leidsvoll um jeden Freund, der an euerm Grabe weint. 4. Dieses Streben, Streben, dieses Trachten aufwärts 497 zur Bollkommenheit, dieses Borgefühl, dieß Schmach, ten, Brüder, nach Un sterblichkeit, dieser Geist, der Welten denket, würde mit in's Grab gesenket? Und geschaffen hätte Gott dieses alles nur zum Spott? 5. Nein, dem Tod' wird nicht zum Raube, Gott, - dein Bild, des Men schen Geist kann nicht unters geb'n im Staube, wenn dein Wink uns scheiden heißt. Nur die Hülle wird versenket, doch die freye Seele lenket zu der höher'n Geister Chor freudig ihren Flug empor. 6. Auf! von Moder und Verwesung blicke dort bine auf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesang ab les Erdenjammers fleußit; wo nicht Krieg, Erdbeben, Fluthen, Hunger, Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Lod, liebenden Geliebten drobt, 7. Ach, des Wonnetag's, der wieder, was am Grabe hier geweint, Eltern, Kins der, Schwestern, Brüder, Freund und Gatten vest vers eint; wann, gelehrt von 32 498 Besondere Umstände und Vorfälle. Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrthum, Schmach und Gram uns in seine Ruhe nahm! 8. Bald, vielleicht, ach, bald verschwunden ist auch uns're Lebenszeit, und wer weiß? von meinen Stunden ist die letzte nicht mehr weit! O, laßt Gottes Weg uns wandeln, immer gut und redlich handeln, daß wir, wenn der Vater ruft, freu: dig sinken in die Gruft! Mel. 69. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. edeln Sohne, seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stúß' und Krone sintet mit des Vaters Haupt; Mütter von der Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden? 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht: ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Tren nung Schmerz zu tragen! 3. Wenn der Tod, im 4. Ach! es mußte unters liegen, dieses arme, schwache Herz; bålfest du uns, Herr, nicht siegen über Tod und Trennungsschmerz. Schlägt uns gleidh) das Leiden nies der: Vater du erheb'st uns wieder. 5. Ja, Herr, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst 496. Loft der Tod die des Lodes Nacht wird helle, fanften Bande treu vereins durch des Glaubens mil ter Lieben auf; enden des Licht. Alles, was wir Freunde und Verwandte ih hier beweinen, wird uns res Erdenlebens Lauf, ach, dort als Glück erscheinen. dann fühlen uns're Her zen unaussprechlich tiefe Schmerzen! 6. Wandeln nicht, in hos hen Freuden, uns're Lieben dort am Thron'? und wir sollten sie beneiden, um den früh errung'nen Lohn? Wirst du nicht im besser'n Leben die Verlor'nen wies dergeben? 7. Ach, warum wird uns entrissen, was uns doch so theuer war? Hier nicht sollen wir es wissen, Bey Begräbnissen. dort erst wird es offenbar. Rathfel, die wir hier bes weinen, werden dort im Licht erscheinen. 8. Welche drohende Ge fahren harr'ten noch der Theuern hier! Gott, du wolltest sie bewahren, dars um nahmst du sie zu dir. Manchen schweren Kum mernissen hast du sie viels leicht entrissen! 9. Beugt ihr Tod auch uns're Herzen, führt er auch in dunkle Nacht bars ter Prüfungen und Schmer: zen; Vater deine Huld und macht führt die Dei nen auch durch Leiden zum Genusse beffrer Freuden. 10. Der Entschlafenen gedenken, ihrer Liebe, sey uns Pflicht! Freudig laßt den Blick uns lenken auf wärts hin zu jenem Licht, wo sich alle wiedersehen, die hier Gottes Wege ge hen. Mel. 426. Mein Jesus ist mein zc. 497. Das Grab ist tief und stille, und schauder baft sein Nand; es deckt mit 499 schwarzer Hülle ein unbes fanntes Land. 2. Das Lied der Nach tigallen tönt nicht in seis nen Schoos; der Freunds schaft Thrånen fallen nur auf des Hügels Moos. 3. Verlaß'ne Bräute rins gen umsonst die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Ties fe Grund. 4. Doch sonst an kei nem Orte wohnt die ers sehnte Rub'; nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimatb zu. 5. Das arme Herz hies nieden, von manchem Sturm bewegt, erlangt den wahren Frieden, erst wann es nicht mehr schlägt. Andenken an die Vollens deten.( Besondere am Schlusse des Jahres.) Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen ic. 498. Wir denken 1 Gott, der Lieben, die nun im Grabe ruh'n; wir find zurückgeblieben, sie find befriedigt nun! Wie wir 32* 500 Besondere Umstände und Vorfälle. in frühern Jahren, vernicht. Wo nun die Lieben eint durch Herz und Haus, so froh beysammen waren, das prest uns Thränen aus. 2. Was einer fühlt' und dachte in manchem lieben Jahr, das sprach sein Mund, das brachte sein Herz dem Andern dar. Sie sahen uns're Wunden, fie kannten unser Leid; fie haben froßer Stunden mit uns sich oft gefreut. 3. O Gott, das ist vergangen; was irdisch ist, vergeht; doch inniges Ber langen nach ihrem Glück besteht. Gib ihnen Wohl ergeben in deiner bessern Welt; laß uns sie wieder sehen, wann unser Leib zerfällt! 4. Sie fehlten oft, doch dessen gedenken wir nicht mehr; vergessen sey's, vers geffen; nicht fehlen ist so fawer! Doch alles Gute bleibe, das wir an ihnen ſah'n; ihr edles Vorbild treibe auch uns zur Tu gend an. 5. Die Hüllen sind ge fallen, die Fehler blieben wallen, ist Friede, Recht und Licht. Wir wollen würdig handeln, nicht lang ist unsre Bahn; zu dir, o Vater, wandeln wir, ihnen gleich, hinan. 6. Noch Manche sind ge blieben; wir wollen fromm und rein und lebenslang sie lieben, nnd ihrer Lieb' uns freu'n. Die Lebenden und Todten bewach'st du, Herr der Herr'n; was dein Gesetz geboten, voll bringe Jeder gern. 7. Es ist bes Geistes Hülle, was sich zum Gras be neigt, wann, zu der Wonne Fülle, der Geist befriedigt steigt! Ja, hoff't nur, Schwestern, Brúder! wir seh'n, in reinem Licht, all' uns're Lieben wieder, und trennen uns dann nicht! 8. Laß trocknen uns're Thränen, sich lindern un ser Leid, und stille, Herr, das Sebnen nach laut'rer Seligkeit! Wir wollen dir auf Erden, mit vester Hoff nung, trau'n, und reines Herzens werden, damit wir einst dich schau'n. Bey Begräbnissen. Mel. Trockne deines Jammers Thränen 2c. fff 499. tx € Dumpf und erast, wie Grabgeläute, MIK L schallt der Glocken Ton, mahnt uns an die Lie: ✪ ben heute, die dahia gefloh'n. Frommer Christen If# Schaaren wallen zu den Gott geweihten Hallen, 夜 Ef* 501 got weg vom niedern Erdentand', himmelauf den Blick gewandt. 2. Männer, Jünglinge und Greise blicken ernst empor; aus den Gräbern tonet leise Geisterlaut her vor:» Sterbliche, denkt an das Ende!« Und, ge faltet ihre Hände, bringt der Christen fromme Schaar ihrer Undacht Opfer dar. 3. Sey gegrüßt uns, heil'ge Stätte, zu der Sterblichkeit ernster Feyer im Gebete und Gesang geweiht. Unsern Brübern, abgeschieden zu der eis math stillem Frieden, brine gen, im entfloh'nen Jahr, wir der Wehmuth Thrä nen bar. 4. Ach! wie mancher unfrer Lieben sant vor 502 Besondere Umstände und Vorfälle. uns hinab! Nichts ist uns zurück geblieben, als ihr dunkles Grab. Sprach' Sprach' und Laut sind uns vers tlungen, und nur in Er innerungen, hörbar nur des Geistes Ohe, tonen fie zu uns empor. 5. Aber selig sind, die schlafen, allen Leiden, die in der Prüfung Thal' sie trafen, find entronnen sie! Fried' umfängt sie, Ruh' und Kühle, nach des Erden, lebens Schwüle; feine Gorge drückt fie mehr, und ihr Aug' ist thránen leer. 6. Uns voran sind sie gegangen in der Heimath Land; nur die Hüllen hat empfangen der Verwesung Hand. Zu den Sternen aufgehoben, wohnet bep dem Vater oben, was nicht Tod, nicht Grab entreißt, und was ewig lebt, der Geist. be, Schauen! Bonne fühlt ihr frommes Herz; Schweis ge Klage denn und Schmerz! 8. Aber unvergeßlich schwebe stets um uns ihr Bild! Ihr Gedächtnis bleib' und lebe in uns freundlich, mild, zeige in den theuern Zodten uns des besser'n Daseyns Boten; ruf' uns zu:» Das Grab ist nur Weihe höherer Natur.» 9. Mahn' uns, auf zum Licht zu bringen, das sie dort verflårt; fâmpfend um den Sieg zu ringen, den nur Kampf gewährt; selbst veredelnd weltbes glückend, immer weiter, höher rückend, uns zu nah'n dem Ulebergang' in gereifs ter. Geister Rang. " 10. Auszudulden, auß zuhalten, wenn sich Prús fung naht; Zugendfeime zu gestalten zu vollbrachter That! Und, durch Zugend, schon auf Erden, Bürger jener Welt zu werden, wo des Sieges Palme sprießt, die Berklärter Stirn' um schließt. 7. Bein't den Sel', gen Freudenthrånen! Auf zum Himmel blic't! Ueber Hoffen, über Wahnen sind fie dort beglückt. Reich be lohnt ist ihr Vertrauen, 11. Heilig soll uns denn Wahrheit ward ihr Glauder Theuern Angedenken Besondere Zeiten. fenn; kräftig unfern Muth befeuern, uns der Plicht zu weih'n. Du, o Vater, woll'st uns hören, wenn an II. Besondere Zeiten. Jahreswechsel. Mel. 134. Sieh, hie bin ich, Ehrenkönig 2c. 503 ihrem Grab' wir schwören, auszudauern, was uns droht; treu der Wahrheit, bis zum Tod! 4. Bin ich dann mit Ernst beflissen, mich im Geiste zu erneu'n, o, so lasse mein Gewissen sich des hohen 500. Hilf, o Jefu, laß Trosts erfreu'n, daß du gern uns willst erhören, wenn wir uns zu dir bes fehren. gelingen; hilf, ein neues Jahr fångt an! Laß es neue Kräfte bringen, fromm zu wandeln deine Babn. Neues Heil und neues Les ben wolle beine Huld uns geben. 2. Dankvoll beug' ich meine Kniee, Gott, vor dir, daß deine Hand so viel Gates, spåt und frühe, liebs reich mir hat zugewandt. Meines Herzens findlich Flehen soll, Herr, deinen Ruhm erhöhen. 5. Ja, du woll'st mir Gnade geben, daß bieß Jahr mir heilig sen; daß ich christlich möge leben, ohne Falsch und Heuchelen; daß ich fromm auf dieser Erde, und dort ewig selig werde. 6. Deine Liebe soll mich leiten auf dem Weg', der Frömmigkeit, mir mit Sorg, falt zu bereiten, dauernde Zufriedenheit. Lieber will ich Unrecht leiden, als, was 3. Laß dieß Jahr ein Jahr der Gnade mir und meinen Brüdern seyn; daß dir miffällt, nicht meiden. mir feine Sünde schade, will ich ganz mein Herz dir weih'n. Hilf mir, Heil'ger, dir zu leben, dann ist alle Schuld vergeben. 7. Was ich denke, red* und thue, das gescheh' in dir allein; wann ich wache, wann ich ruhe, wollest du, Herr, bey mir seyn, und, 504 Befondere Zelten. zu allen guten Berken, mich, durch deine Hülfe, stärken. 8. Dir zum Ruhm, als deine Gabe, laß mich neh men Speis und Trank, und gebrauchen, was ich habe, mit Zufriedenheit und Dank. Laß mich, Herr, mit deinem Gegen auch der Brüder Wohlfahrt pflegen. 9. Wann ich leide, mich betrübe, und voll Angst und Kummer bin; o dann sende, Gott der Liebe, mir den findlich) frommen Sinn, der dich selbst im Schmerz erhebet, und vor Tod und Grab nicht bebet, p 10. Jesu, laß mich fröh, lich enden dieses angefang's ne Jahr! Trage mich auf deinen Händen, bleibe bey mir in Gefahr! Und soll ich die Welt verlassen, will ich glaubig dich umfassen. Mel. 520. Wach' auf, mein Herz 2c. 501. Mit Freuden laßt uns treten vor Gott, ihn anzubeten, vor Gott, ber unserm Leben bis hie ber Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger mans dern von einem Jahr' zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird faum von uns empfunden. 3. 3war diese Lebens, tage sind nie ganz frey von Plage; wir geb'n, auf raw hen Begen, der Ewigkeit entgegen. 4. Doch, Gott liebt uns nicht minder, als Båter ihre Kinder; und wird auch in Gefahren, stets gnädig uns bewahren. 5. Erbalter unser Les ben, wir sorgen nur vere gebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest. 6. Mit glaubigem Vers trauen, laß uns auf dich nur schauen! Gib vesten Muth im Leiden, ein dank bar Herz in Freuden! 7. Gib, Vater, allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, ein Herz, das sich geduldet, durch Murren nicht verschuldet. 8. Herr, wehre du den Kriegen, laß Menschenliebe siegen, und sich, wo Thrä, nen fliessen, des Trostes Quell ergießen. Jahreswechsel. 9. Gib deinen milden Gegen zu allen unsern Wes gen. Las Großen, Herr, und Kleinen der Freuden Sonne scheinen. Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und 10. Sey der Verlaß'nen der da war, von danfers Vater, der Irrencen Befüllten Zungen, sey dir, für rather; die Unterbrückten das verfloßne Jahr, ein schüße, die Armen unter heilig Lied gesungen; für stüße. Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Nuh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß dieß Jahr auch gesegnet seyn, daß du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Rub' und Freuden. Doch scha det uns das Glück der Welt: Mel. 17. Mein's Herzens so sende Kreuz und Leiden; Jesu ic. nur stårke mit Geduld das Herz, und laß uns nicht, in 502. Gott rief die Noth und Schmerz, die Glücklichern beneiden! 505 11. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Ge: danken den fummervollen Geelen, die sich mit Schwer muth quälen. 12. Vor Allem, Herr, verleibe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tu gend ziere, und so zum Himmel führe. 13. Das wollest du uns geben, du, Herr von un serm Leben! so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Sonne, schuf den Mond, das Jahr darnach zu thei: 5. Hilf deinem Volke len; er forget, daß man ficher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet våterlich in diesem Jahre wieder! Erbarme der Vers laß'nen dich, und der be 506 Besondere Zeiten. drångten Brüder! Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuble throne; daß Tu gend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bey 4. Daß und deiner All uns sey; dieß, lieber Vamacht Hand väterlich geleis ter, dieß verleib' in Chris Land Ruh' und Glück vers tet; daß du über unser sto, deinem Sohne! breitet; daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich gelungen; dafür, Gott, sen Dank und Preis herzlich dir geſungen! 5. Freudig, Vater, tres ten wir in dieß Jabr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir einer je vers gebens? Ja, du wirst vers lassen nicht uns in unſerm Leben; du wirst uns, ben Fleiß und Pflicht, Speis und Freuden geben. Mel. 161. Schwing dich auf ic. 503. Ewig und un wandelbar, Gott, ist dei ne Gnade; und durch dich strömt immerdar Heil auf uns're Pfade. Tagund Jah re åndern sich, und wir felbst veralten. Du nur bleibest; und durch dich werden wir erbalten. 2. Jedes uns'rer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Laterhuld beglückt uns auf allen We gen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und Wonne, und, durch dich, fommt Trost und Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollen, det haben, war erfüllt, o Herr, von dir, mit den bes sten Gaben, Heil und Freu de, Trank und Brot haft du uns gewähret, und in Wohl that selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 6. Schnell entfliehet unse re Zeit; groß sind uns're Pflichten; lehr' uns, Herr, mit Freudigkeit alle treu verrichten! Jede That, die dir gefällt, laß uns wohl gelingen; jede Segen für Sahreswechsel. die Welt und den Himmel| meinen Brüdern sagen, bringen. damit auch ihr Gesang er wacht, wie gut in den Mel. 51. Wie groß ist des verfloss'nen Tagen, wie Allmächt'gen ic. herrlich du's mit mir ge macht. 504. Hier bin ich, Herr, mein ganz Gemüthe erfüllt des Dankes heisser Drang, und die Erinn' rung deiner Güte begeistert mich, und wird Gesang. Mit tausend Jubeln, die von allen gerührten See len dir flob'n, und jetzt aufs neue dir erschallen, schwingt er sich auf zu dei nem Thron'. 2. Weit über alles Glück der Erde, entzucket der Gedanke mich, daß ich von dir bemerket werde, ich, nur ein Staub, ein Guns der ich! Ja, was tein Loblied je verkünden, und teine Zunge sprechen kann, des Dankes innigstes Em pfinden sich'st du,- und sieb'st es gnådig an. 3. Du fennest alle meine Triebe, weißt, wie mein Herz auf dich gelenft, mit reinem Dank und Kindes: liebe, an deine große Gü te denft. Froh will ich's 507 4. Du hast den Trost geprüfter Freunde gesandt in meine Einsamkeit; du hast, wann bang mein Aus ge weinte, mit ihrer Liebe mich erfreut. Für tausend reine, süße Freuden, die du auf meinen Weg ge. streut, und für die Wohl that mancher Leiden sey dir mein beißer Dank geweiht. 5. Im stolzen Selbst, gefühl vermessen, wie oft vergaß ich, Bater, dein! Doch du haft meiner nie vergessen, und riefft mich wieder, dein zu seyn. Oft ließest du mich tief empfinden, wie gar nichts, ohne dich, ich sey; vergabst mir alle meine Sünden, und machtest von Gefahr mich frey. 6. Noch leb' ich, Var ter, noch hienieden, erhal ten und beglückt von dir! Du schenk'st mir deinen hohen Frieden, und deine Gnade wohnt in mir. Noch Besondere Zeiten. kann ich gute Saaten sien, in Versuchung mich nicht in Hoffnung auf die Erntes fallen, auf dich, des Gu zeit, und glaubig ihm entsten Urbild, seh'n, und stets, gegen gehen, bem großen zu deinem Wohlgefallen, Lohn der Ewigkeit. die Wege wahrer Tugend geb'n. 0 7. Sollt' ich für ferne Lage sorgen? Du hast es alles wohl gemacht! Mich ångstet nicht der nächste Morgen, und nicht der Mel. 491. Welt, Abe, ich bin ic. fernen Zukunft Nacht. Dir, 505. Wiederum ein 508 o mein Vater, will ich les ben; mit freudigem Ver trau'n auf dich, will ich mich völlig dir ergeben; ich zage nicht, du forg'st für mich. 8. Wenn sonst ein Wunsch hervor sich drånget, o Herr, nach irgend einem Glück, und unter mein Gebet| sich menget, ihn sieht und richtet schon dein Blick; mir Schwachen woll'st du ihn verzeihen, den Wunsch, wenn er dir nicht gefällt, und gnädig mir nur das verleiben, was dein Rath mir für nüglich hält. 9. Was du mir, Wei fester, beschieden, muß Glück und Wohlthat für mich seyn; erhalte mir nur deinen Frieden, und stets sey deine Gnade mein. Laß Jahr verschwunden! Ach, es kommt nicht mehr zurück! Heit're Tage, trúbe Stun den schwanden, wie ein Augenblick. Flob'n zugleich aud) meine Sünden? Nein, die werd' ich wieder finden, wann der Richter aller Welt einst vor sein Gericht mich stellt. 2. Wenn er reichlich mich gesegnet, bin ich, sei ner Liebe werth, ihm auch stets mit Dank begegnet? Hab' ich nie mich selbst ente ehrt? Lebt' ich fromm aach seinem Willen? öffentlich), und fromm im Stillen? Täuschte mich das Laster nicht? Uebt' ich treulich meine Pflicht? 3. Wie? darf ich's zu denken wagen? Bin ich reif zur Ewigkeit? Könnt Jahreswechsel. ich's hören, obne Zagen, rief' mir Gott: du stirbst noch heut'? Dürft' ich frob vor ihm erscheinen? Hätt' ich nichts mehr zu beweis nen? Folgte, Heiliger, zu dir feiner Schuld Bewußt seyn mir? 4. Ach, es waren meine Sünden zahllos auch in diesem Jahr, und mit Scham muß ich empfin den, wie so oft ich untreu war! Darf ich noch Verzeihung hoffen? Ja, dein Bas terherz sieht offen Jedem, der die Schuld bereut, und sich fromm im Geist erneut. 5. Deine Wahrheit konnt' ich hören, frey zum Ans dachtshause geh'n, öffentlich dich, Herr, verehren, und um deine Gnade fleh'n. Oft empfand ich deine Lies be; oft erwachten neue Triebe, fromm zu seyn, in meiner Brust; dich zu lies ben, neue Luft. 6. So verzeih' denn, schenk Erbarmen; denke meines Undanks nicht! Gib mir tiefgebeugten Armen neue Kraft zu meiner Pflicht! Dir nur will ich 509 Fünftig leben; eifrig will ich mich bestreben, mich der Tugend ganz zu weih'n, und ein wahrer Christ zu seyn. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu 2c. 506. Gott, du bist der Herr der Zeit, und dein ist unser Leben. Laß mich auch jetzt, voll Freudigkeit und Rührung, dich erheben! Ein Jahr ist abermal dahin! Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Macht und Güte! 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an. Dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Les ben. Wir blühen und vers geh'n durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst, und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; an jedem Mors gen wird sie neu, mit Wohls thun uns zu segnen. Ich fenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 510 Besondere Zeiten. 4. Du hast, auch im verfloß'nen Jahr', mich vås terlich geleitet; oft, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer See le preis ich dich; auf's neue, Gott, ergeb' ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Voll Reu' erfenn ich meine Schulo von den verfloß'nen Tagen; dochter stóret. du vergibst, mit Baterhuld Mel. 40. Es ist das Heil ic. wirst du mich Schwachen tragen! Ja, stehe du mir 507. Schnell fließen bülfreich ben, daß ich mit Ernst beflissen sey, der Sunde Reiz zu flichen. 6. Gib mir, o Bater, Lust und Kraft, der Tu gend treu, zu wandeln; laß täglich mich gewissen haft mit mir und Andern handeln! Dein Geist bele: be Herz und Muth, dich, 2. Gott, diese schnelle o du allerhöchstes Gut, Flucht laß mich, zu meinem mehr, als die Welt, zu lies| Heil, bemerken, und mich, ben. aus Liebe gegen dich, heut' in dem Vorsag stärken, dir, Bater, folgsam stets zu seyn, der Tugend eifrig mich zu weih'n, auch dies ses Jahr zu núßen! 3. Umringt, mit täglis 7. Ihr Reiz vergebt; drum will ich mich mit Weisheit ihm entziehen. Um edle Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist mein Vorbereitungsstand, der Himmel erst mein Vaters land; laß Herr, mich das hin trachten! 8. O, lebre selbst mich, meine Zeit mit Weisheit auzuwenden, und laß den Lauf zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden! Der Tage Last erleicht're mir, bis meine Seligkeit bey dir kein Wechsel weis Jahr auf Jahre hin; noch schneller Tag' und Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, nicht auch schon mir verschwunden! Und feine, keine kommt zurück; selbst ein verlor'ner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. Jahreswechsel. cher Gefahr, bin ich in dies sem Leben; vielleicht ist dieß das letzte Jahr, das du mir hast gegeben; und dennoch sollt' ich meiner Pflicht und dir, Herr meis ner Lage, nicht aus allen Kräften leben? 4. O, möcht' ich diese Thorheit scheu'n; möcht' ich Entschlüsse fassen, die mich zu feiner Zeit gereu'n, und jenen Leichtsinn hassen, der die so edle Zeit vers träumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet! 511 7. Laß mir dieß Jahr gesegnet seyn an åchten Tugendfrüchten; und, guter Thaten mich zu freu'n, mich gerne sie verrichten; voll Eifer für der Brüder Glück, laß mich, mit lies bevollem Blick", froh ihren Rummer lindern. 8. Mein Schicksal übers geb' ich dir, du wirst es weife lenken, und, was mir gut ist, huldreich mir, aus Vaterliebe, schenken. Im Leiben selbst verzag' ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht: es muß mir Wohltbat werden. 5. Laß mich die mir vers lieh'ne Zeit nach ihrem Zwed vertheilen; nicht zum Genuß der Fröhlich feit zu schnell, zu häufig eilen; den Müssiggang, die Trägheit flich'n und keiner Arbeit mich entzieh'n, wodurch ich Andern nutze. 6. Laß mich mir strenge Rechenschaft von jedem La ge geben; mir Eins Mel. 8. Nun sich der Tag ic. sicht, Muth und Kraft, 508. Mit Riesens als wahrer Christ zu leben; gib, daß ich meinen Pflich ten treu, und treu in dem Berufe sey, den du mir angewiesen. 83 9. Und wenn dieß Jahr mein letztes ist, so laß mich selig sterben, und, dir ers fauft durch Jesum Christ, des Himmels Freuden er, ben. Sind diese nur auf ewig mein: wie groß wird meine Wonne seyn, im Kreise der Erlösten! schritten naht das Jahr dem Ziel der kurzen Bahn. Bald zeigt der letzten Stuns de Schlag die neue Bus funft an. 512 Besondere Zeiten. 2. So schnell floh auch mein Lebens- Lenz, so wird mein Sommer Sommer flieh'n; des Herbstes schönste Blu me welft im nahen Wet ter hin. 3. Drum soll jetzt, bey des Jahres Schluß, mein ernster Vorsatz seyn: die furgeme'ßne Pilgerschaft der Tugend nur zu weih'n. 4. Ja, dir, o Tugend, schwór' ich hier, ich hier, zu fol gen bis ans Grab! Dieß ist der Zweck, warum Gott mir so manche Freude gab. 5. Wie oft lag ich in stiller Ruh', vom süßen Schlaf erquickt, da man cher beß're Mensch, als ich, zu dir nach Trost geblickt; 6. Der seufzend auf dem Lager sich in Roth und Elend wand, von dir, mit Thränen, Lind'rung bat, und keine Hülfe fand. dir's nicht gefällt, so gib mir nur ein frommes Herz, den größten Schatz der Welt, 7. Nimm jetzt den Dank, den dir, o Gott, ein Herz voll Liebe zollt; sieh' diese Thräne gnådig an, die meinem Aug' entrollt! 8. Gib ferner mir der Erde Glück! Doch, wenn Mel. 173. Wenn du, mein Gott ic. 509. Mit Lit diesem Tage geht nun auch das Jahr zu Ende; voll innis meine Hände und meinen gen Gefühls erheb' ich Geist zu dir, o guter Gott, empor, und trage im Ge bet' dir reinen Dank jetzt vor. 2. Wo ist auch einer nur der schnellsten Augenblice, die mir vorüber flob'n, der nicht von einem Glücke, von einem Gut für mich, durch dich, bezeichnet war? Hier Wohlthat obne Zahl! Dort Rettung aus Gefahr! 3. Mein Körper war gesund, und meine Seele beiter; gesegnet mein Be ruf; was fehlte mir noch weiter? Und welche Freu den fand ich auf des Lebens Pfad für Sinn und Herz, wenn ich mit Unschuld ihn betrat! and 4 Vernunft erhielt'st du Jahreswechsel. mir, das Gute zu erkennen; durch dich fühlt' ich mein Herz von frommem Eifer brennen, es treulich zu voll, zieh'n. Bergaß ich meine Pflicht: so warst du Va ter mir, und strenger Rid ter nicht. 5. So ging dieß Jahr vorben, so schwanden meis ne Tage, voll Proben deis ner Huld, entfernt von Noth und Klage. O, nimm mein Dankgefühl, im schwas chen Liede, an! Preis ewig dir, o Gott, der dieß an mir gethan. 6. Jetzt leg' ich mich zur Ruh', und, unter deinem Segen, boff' ich den kleis nen Rest des Jahrs zu rückzulegen. Erwach' ich morgen früh: so sey im neuen Jahr', Gott, deine Huld mit mir, wie sie in diesem war. 7. Und da du, liebevoll, auch mir in meinem Leben, so manchen treuen Freund, so manches Herz gegeben, das näher oder fern für mich, voll Liebe, schlägt, die Freude mit mir theilt, den Kummer mit mir trägt; 513 8. So segne alle sie aus deines Reichthums Fülle; gib ibnen Freud' und Trost in dieser Abendstille; laß, wenn ihr Auge weint, fie deine Hülf' erfreu'n, mich Zeuge ibres Glück's, auch in der Zukunft, seyn. Mel. 491. Welt, Ade, ich bin dein ic. 510. Wie Wiederum ein Jahr verschwunden, wie der Schaum im wilden Bach! Denfet seinen heis tern Stunden, denket seis nen trüben nach! Hin zu jenen grauen Jahren floh es, die schon vor ihm waren; brachte Freud' und Kum mer viel, und uns näher an das Ziel. 2. Unaufhörlich wech felnd freiset hier des Mens schen kurze Zeit. Sieh', er blühet, altert, greiset, und geht hin zur Ewigkeit, Bald verschwinden selbst die Schriften von den mors schen Todesgrüften; Schöns beit, Neichthum, Ehr' und macht sinkt mit in die Todesnacht. 3. Sind wir denn auch alle lebend, wer noch heute 33 514 Besondere Zeiten. im Tod'. Ja, dort sammeln wir uns wieder, singen hohe Siegeslieder' Ew'ge Wonne fühlt das Herz, für der Trennung furzen Schmerz. vor dem Jabr, in des Lebens Fülle strebend, froh mit uns verbunden war? Ach, wie mancher ist geschieden, liegt und schlummert schon im Frieden! Ruhe wün, schen wir hinab in der Freunde stilles Grab! 4. Und wer weiß, wie mancher modert über's Jahr von uns im Grab! Schluß und Anfang des Kirchenjahres. Mel. 82. Fürwahr du ic. Denn unangemeldet fodert 511. Best steht dein uns der Tod vom Schaus play ab. Ach, bey lauem Frühlingswetter weh'n oft schon verwelfte Blätter! Wer noch bleibet, wünscht dem Freund: Rub' im stillen Grab und weint. Wort, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr', und Jahrhunderte vergehen, doch deine Huld ist tågs lich neu. Für diese Güte bringen wir auch heute Dant, o Vater, dir. 5. Nur der Tugendhafs te schließet ruhig seine 2. Gesichert blieben die Augen zu, und mit fro: Altåre, und unentweiht bem Traum versüßet ihm dein Heiligthum. Noch hös sein Gott des Grabes ren wir, Gott, deine Leh Nuh'! Nach des Erdenlere, noch singen wir von bens Kummer schläft er sanft des Todes Schlummer, bis des Vaters Wink ihm ruft, aufzusteh'n aus seiner Gruft. 6. Nun, wohl auf denn! Frohen Muthes, auch wenn Grab und Trennung droht! Denn, wer gut ist, findet Gutes, wie im Leben, so deinem Ruhm. Durch Tauf' und Abendmahl und Wort pflanzt sich dein Reich noch immer fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, an's Licht, nach unsern Thaten uns zu richten: Gott, Richter, so besteh'n Schluß und Anfang wir nicht. Du trugst uns alle mit Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O, laß es deinem Geist' gelingen, bey uns, in diesem neuen Jahr', die Sunde mächtig zu bezwins gen, wo sie bisher noch herrschend war. Heut' schwö ren wir, o Gott, auf's new', dir und der Tugend ew'ge Treu'. 19 5. Las bier, wo wir jetzt niederfallen, der Wahrs heit unverfälschtes Wort auch unsrer Nachweit noch erschallen. Gib, daß an diesem heil'gen Ort auch fie der Taufe Bund er neu', und sich des Mah les Jesu freu'. des Kirchenjahres. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Und kommt fie in Gefahr durch ihrer Feins de Schaar, dann, o Herr Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jes dem Lande. 515 che danket dir; noch wohnt dein Wort im Lande, 2. Sey, Herr, mit uns; verlaß uns nie, uns, deis nes Leibes Glieder! Hilf deiner Kirche, schüße sie; denn wir sind deine Brüs der. Sie, die dir vest vers traut, hast du dir selbst erbaut. Erhalte sie stets rein, und, die den Bund entweih'n, die heilige dir wieder. 6. Uns alle laß dich findlich ehren, als dein geweihtes Eigenthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort be seelt, nicht mehr nach Zag und Jahren zählt. 3. Eins ist's, was deis ne Trenen fränkt: daß une ter deinen Christen noch Mancher deiner nicht ges denkt, beherrscht von seis nen Lüsten. Wie Vieler Glaub' ist schwach; falt ihre Lieb', und ach), sie überlegen nicht: es harrt ein ernst Gericht auf tråge, sich're Christen. Mel. 21. Ein veste Burg ic. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß 5124Herr, deine Kir wir frommer waren! Mady' alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekebren. Vers 33* 516 la Besondere Zeiten. leih' und Wissenschaft und Glauben, Lust und Kraft, Entschlossenbeit und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehre. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden; laß uns, gestårket durch dein Wort, im Guten nie er múden! Erleicht're, was uns drückt, und gib, was uns beglückt. Nach dieser Prüfungszeit führ' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden! 6. Here, deine Kirche streitet noch; bilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf sey, müsse doch tein Kämpfer unterliegen! Erbór' ihr findlich's Fleh'n, und eil', ihr beyzusteh'n, daß sie recht standhaft sey, der Wahrheit stets getreu! Hilf deiner Kirche fiegen! Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. men, und sein Wort vers nahmen! 2. Preis ihn laut, o Christenheit! Seiner Heils, erkenntniß war auch dieses Jahr geweiht. Bring' ihm das Geständnis heut' auf's neu', er sey treu, helfe, wenn wir flagen, was zu schwer ist, tragen. 3. Schüße deines Wors tes Chr', es will Abend werden! Ford're dein Reich immer mehr, Licht und Recht auf Erden, bis du einst hehr erscheinst, Nich ter deiner Brüder, Haupt der treuen Glieder. theuer, die dem Herrn im mer gern liebend näher fa4. Fromme Duldung fliehe nicht, Herr, von uns fern Gränzen! Möge dei ner Wahrheit Licht im mer reiner glänzen! Wer noch irrt, treuer Hirt, den auch wirst du finden, und mit dir verbinden. Beym Anfange und Schluße der Woche. ( Sonntag) 513. Freude sey des Mel. 236. Was Gott thut, das ic. Kirchenjahr's letzte stille Es und, 0, wie war's allen Guten 514. Die neue Wo o, che geht nun an, und ist schon eingetreten. Wach' Beym Anfange und Schluße der Woche. 517 mir Bekümmerniß und Schmerzen, daß meine Pflicht dich also nicht kann loben, wie ich sollte, und ich so gern auch wollte. 6. Jedoch, in Chrifto wirst du dir es wohl ge fallen lassen. In Christo will ich ferner mir die gute Hoffnung fassen, daß du mich wirst, mein Lebensfürst, bey allen meinen Werken in dieser Woche stärken. auf, mein Herz, und denk' daran, daß du zu Gott sollst beten, und ihm daben für seine Treu', mit Danken und mit Singen, ein Morgenopfer bringen. 2. Viel hundert Wo chen hab' ich schon im Les ben angefangen; und keine ist doch je davon erlebet und vergangen, in welcher nicht ein Gnadenlicht von Gott mich angeblicket, und tausend Gut's geschicket. 3. Und selbst die Leiden dieser Zeit, die mir auch mit begegnet, hat er durch viel Zufriedenheit gemil dert und gesegnet; so, daß er nie, in Angst und Müh', mich ohne Trost ließ stehen, nod) darin untergehen. 4. Ach, fallen mir die Sünden ein: was wird in so viel Wochen für Schuld nicht aufgehäufet seyn? Und, doch was ich ver: brochen, hat er daben auf Buß' und Neu', in Christo mir verziehen, und alle Huld verliehen. is 5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, mit find lich) frommem Herzen. Zwar meine Schwachheit machet 7. Mein Aue- und Eins gang sen beglückt an Seels und Leibessegen. Bring' mir, was meinen Geist erquickt, in deinem Wort entgegen; denn dieß allein, Herr, fann es seyn, was mir in diesem Leben soll Licht und Ruhe geben. 8. Doch aber soll sich meine Zeit mit dieser Wo, dhe schließen: o dann wird mir die Ewigkeit auch selbst den Tod versüßen. Denn dich und mich, ja, mich und dich, kann weder Freud' noch Leiden, ja selbst der Tod nicht scheiden. 9. Woblan! so maq's gleich wunderlich in dieser Woche gehen: es fann doch sho anders nicht um mic), als gut und beilsam, steben: Denn, was Gott fügt, wird mich vergnügt bey allen meinen Sachen, und endlich selig machen. 518 Besondere Zeiten. mere Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. bin zur Ewigkeit. Dort forderst du, Herr, Rechenschaft von meiner Zeit und Geisteskraft.in 6. So sen denn jeder Augenblick mir wichtig für mein ew'ges Glück. Des bessern Lebens werth zu seyn, will ich mich ganz 515. Unwiederbring der Lugend weih'n. lich schnell entflieh'n die Tage, die mir Gott ge lieh'n. Die Woche kommt, und eilt davon; vergangen ist auch diese schon! 5. Ich eile mit dem Strom' der Zeit stets näher 7. Ginkt dann mein Leib dem Grabe zu: so fey're ich den Tag der Ruh', von einer schönern Gonn' erhellt, o Gott, in deiner bessern Welt. 8. Dort bin ich meines Heils gewiß; dort wed seln Licht und Finsternis nicht mehr, wie hier. Du, ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß, mich nicht! mel. 17. Mein's Herzens Jesu ic. 2. Kein Tag verfloß, kein Augenblick mir, ohne Segen, Ruh' und Glück. Die Hand, die mir viel Gutes gab, wandt' auch von mir viel Böses ab. 3. Und wenn jetzt, voll Zufriedenheit, mein Herz sich guter wer gab die Kraft? wer 516. Allgegenwärti das Gedeih'n? Gott, dir gebührt der Ruhm allein. 4. Auch fehlt' ich oft, und merkt' es nicht. Ver zeih' mir die verletzte Pflicht. O, fich', Erbarmer, mei ne Neu', und stärke mich zu vester Treu'. ger, vor dir sinkt die Ge meinde nieder. Dein Vaters antlig leuchtet ihr; denn durch Gebet und Lieder prüft sie ihr Inn'res; und dein Licht, erquickt sie, wie dein Wort verspricht, und scheint auch heut' und wie der. 2. Und so erfleb'n wir Tageszeiten. 519 3. Daß ich's, ohne Zagen, sehe, wenn mein leg, ter Tag erscheint; wenn zum dunkeln Thal' ich gehe, und mein Freund nun um mich weint! Lind're dann des Todes Pein, laß mein End' ihm lehrreich seyn; daß ich ihn zum Himmel weise, und dich, Herr des Lodes, preise! denn vereint, was du so oft uns schenktest.- Sen Trost für den, der vor dir weint! und dem du Freuden schenktest, gib, sich zu freu'n, Gefühl und Kraft! und Frieden dem, der Gutes schafft, seit du zu dir ihn lenktest. Tageszeiten. Morgenzeit. Mel. 96. Werde munter, mein 2c. 517. Wann ich einst von jenem Schlummer, 518. Mein erst Ger welcher Tod heißt, aufer: steh', und, befreyt von je: dem Kummer, jenen schös nern Morgen seh': o, dann wach'ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner mei ner Lage, Geber der Unsterblichkeit, im Gericht' mich einst verklage, daß ich treulos ihn entweiht! Auch noch heute wacht' id) auf! Dank sey dir! Zu dir hinauf führe jeder meiner Tage mich durch jede Freud' und Plage! Mel. 19. Ich dank dir schon 2c. schäft sey Lobgesang! Ers bebe, mein Gemüthe, er, heb' und preise lebenslang den Vater aller Güte. 2. Mich selbst zu schützen, viel zu schwach, lag ich und schlief im Frieden; werwar indessen für mich) wach, und schenkte Schlaf dem Maden? 3. Wer sorgt, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer lenft mein Blut in seinem Kreif, und schüßt mich vor Gefabren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem 520 Tag' und seinem Licht', mich wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. Besondere Zeiten. 6. Gelobet seyst du, Gott der Macht! gelobt sen deine Treue, daß ich, nach einer sanften Nacht, mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruh'n, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens anådig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefabr, ein Vater, wann ich fehle! 519. Gott X 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Rube, ein weis ses Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue! 10. Daß ich, als dein geliebtes Kind, dir zu ges fallen strebe, und fromm und tugendhaft gesinnt in deinem Reiche lebe. 11. Daß ich, dem Nächs sten beyzusteh'n, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern bey Und'rer Wohlers geh'n und ihrer Tugend freue! 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht geniesse, und meis nen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließ se! Eigne Melodie. ott des Himmels und der Erden; derden Tag, die Nacht läßt werden, Bater, Sohn und heil'ger Geist, dessen Gút' und Mond und Sonne scheinen heißt; D Macht die Welt, und was in ihr ist, erhält; # Tageszeiten. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Ge: fahr, Angst, Noth und Schmerzen, baft so våters lich bewacht, und ben al ler meiner Schuld mich noch trågst mit Vaterhuld. 3. Laß doch alle Lust zur Sinte, gleich der Nacht, in mir vergeh'n; daß ich Kraft zur Tugend finde, mich auf Jesu Vor, bilo seb'n! Deinem Dien ste mich zu weih'n, müsse mein Bestreben seyn. 4. Mich erinn're jeder Morgen, Gott, an jenen großen Tag, und die erste meiner Sorgen sey, wie ich bestehen mag, wenn, o Höchster, dein Gericht dann auch mir das Urs theil spricht. 5. Ach! ich strauchle leicht; drum leite mich, o Herr, nach deinem Wort'; sey und bleibe du auch 520. heute mein Beschüßer und mein Hort. Niemand, als nur du allein, kann mir Kraft zur Pflicht verleih'n! 6. Guter Vater, ich empfehle dir, mit findlich frohem Sinn, meinen Leib und meine Seele, was ich habe, was ich bin. Segne mich, ich bin ja dein, und will dein auf ewig seyn. 521 • 7. Hülfe wollest du mir senden, wann Gewalt und List mir droht; Alles mir zum Besten wenden, jetzt im Leben, einst im Tod! Sterb' ich: o, so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'! Eigne Melodie. 8. Hore, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Was mir gut ist, Herr, gewähre, wie dein Wort es mir vers heißt. So will ich dich hier und dort herzlich preisen immerfort. Wach' auf, meinHerz, und finge dem 522 Besondere Zeiten. Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, #f PT. der Menschen treuem Húter! 2. Als mich die dunfeln Schatten der Nacht umlagert hatten, befahl ich, fromm ergeben, dem Schutz' des Herrn mein Les ben. stand senden, und mich in meinen Tagen mit Huld und Langmuth tragen. 8. Du wollest selbst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Him 3. Ein sanfter Schlaf sank nieder auf meine Aumel mich bereiten! genlieder; da hofft' ich, mit Vertrauen, den neuen Tag zu schauen. 4. Gottlob, es ist gesches hen, ich kann das Licht nun sehen; Gott macht, daß ich aufs neue mich meines Daseyns freue. 5. Er hielt mich mit Erbarmen in seinen Vaters armen, und ließ durch keis nen Schrecken mich aus dem Schlummer wecken. 6. Nimm, Herr, als Opfergabe, das Beste, was ich habe! Ein Herz voll Dank und Wonne, be grüßt die Morgensonne. 7. Dein Werk woll'st du vollenden, mir deinen Bey, 9. So find' ich wahren Segen auf allen meinen Wegen, und selbst aus Er tenleiden entspringen ew's ge Freuden. Mel. 74. Wie leuchtet uns 2. 521. Dich feh' ich wieder, Morgenlicht, und übe froh die heil'ge Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Mit kindlich frommer Dank begier, will ich, o Gott und Vater, die Preis und Verehrung bringen. Schös pfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Ges müthe; froh empfind' ich deine Güte. 2. Von ganzem Herzen Tageszeiten. dank' ich dir für deine Gna- lige Gedank' an dich oft de, die du mir auch diese Nacht erwiesen. Zu meis nem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu. Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich; und ich merke neue Stärke. Dich erhebe Herz und Zunge, weil ich lebe! still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier. Einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese auf von " mir fliche; daß ich die furze 522. Dich, Menschen, 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm ist deine Gna de. Denn ach, was bin ich, ohne dich? Ein schwaches Kind! erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade! Stårk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich| zu achten. 523 Lebenszeit, in dristlicher| vater, groß und gut, dich Zufriedenheit, zu nutzen, preist mein Lobgesang. Laß mich bemühe! Prüfe, siehe, mich, was deine Liebe thut, wie ich's menne! Dir ist erbeben lebenslang. feine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 5. Auch im Geräusch' der Welt soll mich der hei Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 2. Unthätig lag im Schlummer ich, und dein gedacht' ich nicht. Doch du gedachtest, Gott, an mich; dein Schutz verließ mich nicht. 3. Vergangen ist die dunk'le Nacht, die Finster, niß ist hin; ich schaue deiner Schöpfung Pracht, und fühle, daß ich bin. 4. Und fühle, daß du Vater bist, und Alles, Alles liebst, was durch dich Leben hat und ist, und Allen Gutes gibst. eu 524 Besondere Zeiten. 5. Das fühl ich, Gott, und lobe dich nicht mit dem Mund' allein; nein treuer Vater, inniglich will ich mich deiner freu'n. 6. Und will, wann ich mich deiner freu', auch Brüder gern erfreu'n; will seyn, wie du, so gut und treu, und stets das Böse scheu'n. 7. Daß unschuldvoll ich 523. Der Morgen leben mag, sen heute mein Bemüh'n; nie soll von meiner Zeit ein Tag mir ungenügt entflieh'n. 8. So wie sich ihre Zahl vermehrt, so mehre sich mein Fleiß; die Zugend ist des Fleißes werth; sie lohnct Kind und Greis. 9. Drum will ich immer, wo ich kann, das Gute üben hier; dann wohnet gerne Jedermann, als Bruder, neben mir. 10. Wenn dann von tau: fend Brüdern bier mein Beyspiel Einen lehrt, nur Einen, dank' ich dir dafür; der Eine ist es werth. 12 lich thut, was dir gefällt, hat Freude um sich her. 11. Dann wird ja, Gott, in deiner Welt des Guten mehr und mehr; wer red: 12. Du segnest ihn mit frohem Muth', mit Ruhe sein Bemüh'n; und jeder Fromme ist ihm gut, und seine Tage blüh'n. Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. kommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wies der neu. Wie traurig flies Ben meine Tage der bangen Wanderschaft vorbey! Der Sonne neu geschenktes Licht erheitert meine Seele nicht. 2. So traurig, als die Abendstunden, ist dieser neue Tag für mich, weil, ach, die Qual, die ich em pfunden, nicht vor der Morgensonne wich! Ich hoffte Trost in meiner Pein; doch meine Hoffnung traf nicht ein. 3. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, mund täglich härtere Be schwerde zu Klagen und zu Thránen zwingt; noch im mer fleh' ich unerhört um Tageszeiten. 525 Labung, die mein Herz| mir, o Gottessohn, den begehrt. theuer mir erworb'nen Lohn. 8. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, geh' ich getrost der Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffe nung rauben, auch dann, wann sich der Tod mir naht. Vielleicht noch heut' erscheint er mir. Wohl mir! Ich leb' und sterbe dir. 4. Herr, eile doch, mir benzustehen; verlaß den můden Wand'rer nicht. Neig', o mein Vater, auf mein Flehen, dein gnadenvolles Angesicht. Gib mir Geduld, und bey dem Schmerz ein stilles, dir ergeb'nes Herz! 5. Mir ist mein Schick sal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch laß ich dich, o Vater, sorgen, und bin der frohen Hoffnung voll, daß, was dein Rath beschließt und thut, stets beilig sey, ge, recht und gut. 6. Soll ich die Last noch långer tragen, wohlan, nur dir ergeb' ich mich; mit meinem Heiland will ich sagen: wie du, Herr, willst, und nicht, wie ich! So laß mich, Vater, in der Pein geduldig, wie mein Mittler seyn. 7. Hab' ich des Lebens Last empfunden, so rückt mein Ende doch herbey; dann hab' ich ewig über wunden, und bin von aller Trúbsal frey; denn du gibst Mittagszeit( Tischlieder.) Mel. 223. Nun danfet Alle Gott. ic. 524. Wir danken Gaben, die wir, o Vas freudig dir für alle deine ter, jetzt von dir empfans gen haben! Gesundheit gibst du uns, und Nahrung, die erfreut, hier einen frohen Muth, dort deine Selig, feit! 2. Laß nie gefühllos uns, wie gut du bist, verkennen, von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf' uns treu, daß unser Wandel, Gott, dir wohlgefällig sey! 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so Besondere Zeiten. beglücket, wie wird uns| Lobgesang dir lieb, du seyn, wenn uns dein Him mel einst entzücket! Führ' uns dahin und laß uns da dein Antlitz seb'n; dann Mel. 312. Herr Jesu Christ, wird dich unser Dank noch dich zc. würdiger erhöh'n! Un 526 526. Du schenkst uns, Mel. 8. Nun sich der Tag ic. Gott, so väterlich jetzt 525. Herr, lehr' uns Speis und Trank; wir bey dem Ueberfluß, den deine Huld gewährt, daß nur ein mäßiger Genuß dich, als den Geber, ehrt. preisen dich. Denn alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Hilf, daß wir eifrig uns bemüh'n, der Gaben werth zu seyn, und so, wie du, von Eifer glüb'n, viel Gutes auszustreu'n! 3. Nur dann ist unser 2. Sich, deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir; o laß uns den Genuß gedeih'n, und dir dafür auch dankbar seyn! 527. Herr der Welt. Wohl dem, der all sein Lebenlang gern thut, was dir gefällt! Abendzeit, Eigne Melodie. Nun ruhet in den Wäldern, in Stadt und Z $ H 11 Dorf, auf Feldern, ein Theil der müden Welt; doch # 29 11 $ du, o Seele, schwinge dich noch empor, und singe dem Gott, der liebreich dich erhält, Tageszeiten. 2. Der holden Sonne Blanzen ist fern von un sern Grenzen, uns decket Finsternis; doch Gott wird vor Gefahren uns väterlich bewahren; drum weiche jes de Rúmnerniß! 3. Die Augen steh'n verdrossen, sind trübe, halb geschlossen, und kaum mehr fühl' ich mich. Wie? fónnt' ich vor Befahren, mich wohl noch selbst bewahren? Geschützt lin ich, Gott, nur durch dich! 4. Jetztlegen meine Glies der sich auf das Lager nies der, um morgen aufzus steh'n. Einst werd' ich, wann im Grabe ich g'nug geschlummert habe, des schöner'n Morgens Wonne ſeh'n. 5. Woll mir, es thut im Schlumme der Erde Leid und Kummer nicht mehr dem Herzen wh! Doch ganz frey von Beschwerden soll ich dereint erst werden, wenn ich am Ziel der Laufbahn teh'. 6. Gott, deine Vorsicht decke mid Schlafenden! Es wecke ncht Unfall mich, noch Pein So wird, zu 527 meiner Freude, vor jedem bangen Leide mein stilles Lager sicher seyn. 7. Auch euch, ihr meine Lieben, wird keine Noth betrüben; Gott höret un, ser Fleb'n! Laß, Vater, frev von Sorgen, nach sanftem Schlaf', am Mors gen, des Tages Licht uns wieder seh'n! Mel. 420. mein Leben ist zc. 528. Wir sind, o Herr, in deiner Macht, du bast uns an das Licht gebracht, und du erhältſt uns auch das Leben. Du fennest uns'rer Monden Zabl, weiß'st, wann der Geist dem Ruhethal soll seine Hülle wiedergeben; und wo einst unser Grab soll seyn, das siey'st und fügest du allein. 2. Vielleicht schließt heute nur zur Ruh' ein kurzer Schlaf die Augen zu, und fliehet mit dem jungen Morgen. Vielleicht ist's auch die letzte Nacht, viel leicht des Lebens Weg vollbracht; das weiß'st nur du, uns ist's verborgen. Wen 528 Besondere Zeiten. man von uns zuerst be gråbt, fennst du, wie sicher er auch lebt. 3. Uns schreckt der Grab, gedanke nicht, der dunkle Pfad führt auch zum Licht'; wir bleiben doch in Ba| terhånden. Getroft, getroft! wir bleiben sein. Wenn wir ihm unser Leben weih'n, wird er auch herrlich uns vollenden. Drum sey will kommen, Ruh' der Nacht! Wir schlummern sanft, der Höchste wacht. Mel. 96. Werde munter, mein Gemüthe 2c. in jenen Schlummer, Tos deßruh', in deine Nacht, wo ich harre, frey vom Kummer, bis der große Tag erwacht; o, dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein, wall' ich hin zu deren Huts ten, die hier glücklich ausgestritten. ich, als ein Wand'rer, sey muthvoll, tugendhaft, und fren von den Lasten dies ser Erde, wenn ich abges rufen werde! Mel. 58. Freu' bch sehr ic. 529. Sint' ich einst 530. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dabin. Könnt' ich mir doch Zeugniš geben, daß ich ihn, nah deinem Sinn', recht un nützlich zugebracht, und jur Freude mir's gemacht, die mir anbefohl'nen Pflichten treu und emsig auszurichten! 2. Jezzo schlaf' ich, auf zuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich stets mich fertig machen, Vas ter, zu der Ewigkeit, daß 3. Ruhig laß den Tag mich sehen, der als Nets ter mir erscheint, wenn, mit nicht erbörten Fleben, treue Liebe mich beweint. Står fer, als mein Freund, im Schmerz, seymein gotte verlangend Herz daß ich, voll von deinen Preise, ihn zu dir ger Himmel weise. 2. Aber kanı ich dir, dem Zeugen defen, was ich denk', und hu', meis ne Fehler wohl verschweis gen? O, sie all: fabest du! Ja, wie oft verging ich mich Tageszeiten. nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Heile meiner See: le Schaden; tilge meiner Sünden Schuld. Deine unbegränzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, daß ich künftig deinen Wil len besser mög', als heut', erfüllen. 4. Heilige du mein Ge müthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sey. Steb', mit deiner großen Güte, auch in dieser Nacht mir ben. Nimm dich meines Hauses an, webre dem, was schaden kann, daß ich morgen, mit den Meinen, keinen Unfall darf bewei nen. 5.2ß mich dir zum Preis erwachen, ewig dir gewid, met seyn, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreu'n. Doch, bin ich noch heut' vom Tod, Herr, nach deinem Rath bedroht, nun, so nimm, an meinem Ende, Leib' und Seel' in deine Hände! 529 Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. 531, Da Der er Tag ist wieder hin; und diesen Theil des Lebens, wie bab' ich ihn vollbracht? Berstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst' dem Guten nachgestrebt, und nicht der Selbstsucht mehr, als meiner Pflicht, gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn an gefangen? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Ges schöpf von Gott, der Tu gend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Bes ruf', den Gott mir anges wiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; mir und der Welt genügt, und jes den Dienst gethan, weil ibn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sab'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz res gieret? Hat mich im Stil len oft ein Blick auf Gott 34 Besondere Zeiten. gerübret? Erfreut' ich mich| gangen? Bestritt ich auch des Herrn, der unser Fley'n bemerkt, und hab' ich im Bertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? in mir ein unerlaubt Vers langen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich ge beut, bin ich, vor ihm zu steh'n, auch willig und bereit? 5. Dacht' ich, bey dem Genuß der Güter dieser Erden, an dessen Lieb' und Macht, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich 9. Gott, der du Alles weißst, was könnt' ich dir verbehlen? Ich füble tågs ihn im Staub'? Empfand| lich noch die Schwachheit ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? meiner Seelen. Vergib, durch Christi Blut, mir die verletzte Pflicht; vergib, und gehe du mit mir nicht ins Gericht! 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch fanft, mein Scherz stets unschuldsvoll? Entschlüpfte mir kein Wort, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinen auch durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie, durch mein| Mel. 8. Nun sich der Zag ic. zum Guten unterrichtet? War zu des 532. Auch diesen Tag Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das And're traf, war mir dieß angenehm? bab' ich vollbracht mit allem Gram und Schmerz! Gott, deiner Vaterlieb'und Macht vertraute vest mein Herz. 2. Gábst du mir nicht zum Leiden Kraft, dient' 530 8. War mir der Febltritt leid, so bald ich ihn be 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden frånken; du liebst Barm, herzigkeit, und wirst auch mir sie schenfen. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! Tageszeiten. es mir nicht zum Heil': so wurd' in meiner Pilger, schaft kein Trost mir je zu Theil. 3. Ja, ohne dich, wie läge schwer auf mir des Le bens Noth! Von Frieden und von Hoffnung leer wär', ohne dich, mein Lod! 4. Doch, welche Rube fühlt mein Herz! Gott, ich vertraue dir. Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz; dein Schutz wacht über mir. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf' vertrau'n; auch schlummernd bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir grau'n; du wirst mein Helfer seyn. 6. Und sollte, Vater, diese Nacht des Leidens letzte seyn; wohl mir! Dann ist mein Kauf vollbracht, dann ist dein Himmel mein! Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen ic. 531 werf' ich mich betend nies der; du bist es, dessen Allmachtsruf, nur um zu seg, nen, meine Brüder und mich, wie diesen Himmel, schuf. 2. Dich singt mein Lied! Der Sterne Saaten hat zahllos deine Hand gestreut, um, auf von dir bestimmten Pfaden, zu wandeln, wie dein Wink gebeut. Da chweben sie in sichern Kreisen so friedlich hin, wie Freund an Freund ein großes Chor, das, dich zu preisen, in seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennet mir die Wesen alle, aus deren Mund dein Loblied steigt, das mit der Welten Jubelballe bis zu dem Lied' des Engels reicht? Wer nennt das Lied im höhern Zone, das dir die ganze Schöpfung singt, und das vereinigt bis zum Throne des Va ters aller Wesen dringt? 533. Hier steh' ich 4. Auch mich schuf Gott unter Gottes Himmel, seh' und meine Brüder, aus tausend Welten über mir; Staube, doch mit einem und, fern vom rauschenden Geist', deß Lobgesang sich Getümmel, weih' ich die in die Lieder des Himmels heil'ge Stille dir! Vor dirmischet und ihn preist. Lobs 34* 532 Besondere Zeiten. fing' ihm denn, der dich zum Leben, zur Zugend dich, mein Geist, erfor, einst wirst du auf vom Staube schweben zu einer höhern Welt empor. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 534. Vernimmt für 535. Der zag ers bleicht, es kommt die Nacht; ihr ruft dein Wink, o Gott der Macht! Du ord netest es weisheitsvoll, daß Licht und Schatten wechseln soll. deinen Segen, eh' wir zum Schlaf uns legen, Gott, unsern Lobgesang. Dein war's an diesem Tage, daß weder Schmerz noch Plage in unsers Hauses Mitte brang. 2. Dein war's, wenn wir uns freuten, und Saat zum Guten streuten, die unverwelklich ist; dein, wenn wir Wahrheit lernten, und uns vom Wahn ent fernten, der du der Wahrheit Urquell bist. fen Brüder sieh' mitleids voll hernieder, und, die ein Kummer beugt, bes freve du vom Kummer, durch einen sanften Schlum mer, und mach' ihr Herz bald wieder leicht! Mel. 237. Wenn wir in höchsten zc. 3. So laß, o Gott, im Frieden jetzt uns und je den Müden vom Schweiß' des Tages ruh'n; stärk' uns mit neuen Kräften zu fünftigen Geschäften. Wir hoffen, Herr, du wirst es thun! 4. Auch auf die trans 2. Mein Körper sinkt nun bald zur Ruh', sein müs des Auge schließt sich zu; doch meines Geistes Auge wacht auch noch in Dunkeb heit und Nacht. 3. Gott, laß mein Aug' auf dich allein, eh' es sich schließt, gerichtet feyn, auf deine Huld, auf meine Pflicht; verlegt' ich diesen || Tag sie nicht? 4. Was unterließ, was that ich heut', das Pflicht befiehlt und Pflicht verbeut? Auf, mein Gewissen, rede du, wieg' mich nicht ein zu falscher Ruh'! Tageszeiten. 5. Gott! wie viel fehlt zur Tugend mir; wie wes nig bin ich) rein vor dir, hör' ich, was mein Gewis sen spricht, prüf' ich mein Thun in deinem Licht'? 6. Herr, meines Heils bin ich gewiß, und fürchte keine Finsterniß, weil Jesus Christ, das Licht der Welt, mir meines Lebens Pfad erhellt. 7. Doch wer von diesem Lichte weicht, wie irret der, und ach, wie leicht verliert er sich in tiefster Nacht die alles um ihn schrecklich macht. 8. Du liebst und übst Ge rechtigkeit, mein Gott, doch deine Huld verzeiht dem, der dir seine Schulo gesteh't, und reuig um Vergebung fleb't. 9. Ach, Herr, was bin ich, ohne dich? Wie liebevoll erhältst du mich; sey hoch gelobt durch Jesum Christ, daß du mir Freund und Vater bist. 10. Um seinetwillen fahreckt mich nicht, o Heili ger, dein ernst Gericht; denn deine große Baterhuld ges 533 denkt nicht der vergang'nen Schuld. 11. Nach Missethat vera giltst du nicht uns Sündern, wie dein Wort verspricht; denn größer noch, als uns're Schuld, ist deine Schonung und Geduld. 12. Soweit, durch deine Macht erhöht, der Himmel von der Erde steht, im Kreis der Welten ohne Zahl, ums glänzt mit deines Lichtes Strahl; 13. So hoch, so uner, meßlich ist die Huld, die unsrer nie vergist, und die, mit jedem Tag erneut, uns schußet, segnet und ers freut. 14. So weit des Mors gens gold'nes Thor, qus dem die Sonne glänzt here vor, entfernt vom dústern Abend steht, wo uns ihr Antlig untergebt; 15. So weit entfernet Gottes Huld von uns auch uns'rer Sünden Schuld; sie ist's, die über mich bey Nacht, des Morgens und des Abends wacht. Mel.410. Herzliebster Jesu zc. 536. Entflohen sind 534 Besondere Zeiten. auch dieses Tages Stun, den; noch baben wir des Lebens Glück empfunden; laßt uns mit frohem Dank den Herrn erheben, durch den wir leben. der letzte Tag auf Erden; sollt' unser Schlaf ein Tos desschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zu jenem Les ben. 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel' Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er uns fern Seelen! Wer kann sie zählen? 3. Noch immer låst er uns Erbarmung finden. Er bandelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; Mel. 8. Nun sich der Lagic. er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Ach, unser Herz erkennt's, voll Scham und Reue! Du wollest es mit Trost und Rub' erfüllen, um Christi willen! 5. Uns wohlthun ist dein ewiges Vergnügen. Dein Aufseh'n schüßt uns, wenn wir hülfflos liegen und, Todten gleich, um büllt von Finsternissen, nichts von uns wissen. 6. War' dieß für uns 7. So legen wir getrost zur Rub' uns nieder; seh'n wir erfreut die Mors gensonne wieder, dann preisen wir, mit fröhlichem Gemüthe, Gott, deine Güte! Wechsel der Jahres. zeiten. 537. Noch immer wechseln ordentlich des Jabe res Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, berab. 2. Du füllest liebreich unser Land mit deinen Gütern an, und leitest uns mit Vaterhand auf unse rer Lebensbahn. die 3. Von deinem Wolkens himmel träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit; Saat geht auf, fie blüht und reift, sie sättigt und erfreut. Wechsel der Jahreszeiten. 535 Frühling. 4. Bon dir gesegnet, gibt der Baum, wenn Jemand Echatten sucht, ihm unter Raum, Mel. 27. Allmächtiger, wir sc. und oft auch füße Frucht. 538. Gelobt fen, der 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie, deiner Liebe Bild, nicht reine Wonne zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, als du? 7. Herr, ohne dich vers gingen wir, und wir vers dienten's auch; und den noch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wem fehlt, o Vater, deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit wel cher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O, betet, Menschen, betet an! Erwägt's und denfet nun: was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch) thun? 16. Er will in jeder Jahreszeit uns segnen und erfreu'n und einst noch, in der Ewigkeit, cer Gott der Liebe seyn. den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket, mit ewig unerschöpfter Kraft das, was er schuf, beglücket! Der Herr ers schaft, der Herr erhält; er liebt und segnet feine Welt. Lobsinget ihm, Ges schöpfe! 186 2. Daß Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es stromet jeden neuen Zag sein Segen neu bernieder. Der Wurm, der in dem Staus be webt, der Bogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Untlig ist verjungt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getúmmel. Und voll Erbarmen schaut berab, der Allen Seyn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Doch fühllos, Gott, und unbeseelt, sind Auen und Gefilde; auch haf 536 du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, fennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ew'ges Leben. S 5. Lobsinget Gott, er ist uns nay'! Singt, alle seine Heere: der Herr ist allenthalben da, im mel, Erd' und Meere! 539. Erwacht zum Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, ben mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. Besondere Zeiten. 6. Du rufft die Wols fen in das Land, und still'st den Durst der Erde, daß mit den Gaben beiner Hand der Mensch gesegnet werde. bau, Regen, Sonnens schein und Wind sind deis ner Allmacht Boten, find die Quellen deines Gegens. 7. Selbst wenn, vom Donnersturm' bedráut, er schrocken, Lånder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern; dann bricht die Sonne neu her vor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter fchweigen. 8. Bon dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strós men laben. O, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir, als Christen, freudig sterben! Mel. 81. Valet will ich ic. neuen Leben, prangt um mich die Natur, und ſanfte Lüfte weben durch die vers jungte Flur. Empor aus seiner Hülle drängt sich der junge Halm, der Wälder öde Stille belebt der Vögel Psalm. 2. O Vater, deine Milde fühlt Berg und Thal und Au. Es grünen die Gefilde, beseelt mit deinem Thau. Der Blumenweid' entgegen eilt froh die Heerd' in's Thal, und in dem Staus be regen sich Wesen ohne Babl. 3. Schon glänzt von blauer Veste die Sonn' auf uns're Flur, schon weiht zum Schöpfungsfeste sich jede Kreatur; und alle Blüthen dringen aus ihrem Keim hervor, und taus Wechsel der Jahreszeiten. send Wesen schwingen sich aus dem Schlaf' empor. 4. Die Flur im Blus menkleide ist, Schöpfer, dein Altar; und Opfer reiner Freude weiht dir das junge Jahr. Es bringt die ersten Düfte der Frühlingsblumen dir, und, schwebend durch die Lüfte, lobsingt die Lerche dir. 5. 3ch schau' ihr nach, und schwinge, voll Dant, mich auf zu dir! O Schó pfer aller Dinge, verehet sey'st du von mir! Weit über sie erhoben, fühl' ich der Fluren Pracht, kann denken und dich loben, dich, der den Frühling macht. 6. Lobsing' ihm, meine Seele, dem Gott, der Freu, den schafft; lobsing', ihm, und erzähle die Werke sei ner Kraft! Hier, von dem Blüthenhügel bis zu der Sterne Bahn, steig', auf der Andacht Flügel, dein Loblied himmelan! Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott ic. 540. Söher hebt sich Gottes Sonne; früher 537 strablt ihr segnend Licht; Alles athmet neue Wonne, Wonn' ist jedes Angesicht. Lächelnd senkt der Lenz fich nieder auf die Wal der, auf die Flur. Die ers storbene Natur lebet wies der, wirfet wieder. Sci pfer, deiner Huld und Macht sev mein frömmster Dank gebracht. 2. Reine Winterstürme heulen durch die Luft zers störend her. Und die vols len Segel eilen wieder, ohne Furcht, auf's Meer. Bie die Nebel nun ents fliehen! Wie verjüngt die Erde ist! Wie der Bach so fröhlich fließt; fröhlich Au' und Garten blüben! Schöpfer, deiner Huld und Macht sey mein frömmster Dank gebracht. 3. Fröhlich bey der Ar. beit wallet nun der Land, mann auf sein Feld, und sein herzlich Lied erschallet jubelvoll dem Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt, durch from me Zuversicht, seinen Gott, und zweifelt nicht, daß er reichlich ernten werde. Schöpfer, deiner Huld und 38 Besondere Zeiten. Macht sey mein frómmster Dank gebracht. 4. Wie die Heerden auf den Feldern rubig weis den, wie so mild Gott sie nährt; wie in den Wäl dern frener hüpft und scherzt das Wild! Hört der Vö gel frohe Chöre, hier der lauten Nachtigall, dort der frühen Lerche Schall! Alles bringt dem Schö: pfer Ebre! Ja, Herr, deis ner Huld und macht sen von mir auch Dant ge bracht! 5. Glänzend und im Feyerfleide prangt die blu thenreiche Flur; jede Blume lächelt Freude, preist den Schöpfer der Natur. Er schafft Thau ihr, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', und noch Samen, ehe sie welft, und wieder niedersinfet. Auch von mir sey Dant gebracht, Vater, deiner Huld und Macht! 6. Diese Herrlichkeit der Erde ist ein Schatten von dem Licht', das ich ewig schauen werde, dort, vor Gottes Angesicht. Auch das frob'ste Erdenleben fliehet unaufbaltsam fort; bleis bend ist nur, was uns dort Gott verheissen hat zu geben. Vater, deiner Huld und macht sey mein frömmster Dank gebracht! Sommer. Mel. 91. Begleite mich, o Christ ic. 541, Weit eit um mich her ist Alles Freude! Wie schön ist, Schöpfer, deine Welt! Wie prangt, in schö nem Feyerfleide, Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich geh?, wobin ich trete, bist du so nahe, Gott, und ich erblicke dich auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen, erblick ich, Aller Vater, dich. 2. Das Murmeln in beredten Bäumen ruft: fröblich müßt ihr Gott ers böh'n; die Zeit in Schwers muth zu verträumen, ist, Menschen, seine Welt zu schön! Mir sagt, beglänzt vom Morgenthaue, die Flur, der Garten und die Alue: wie segnet unser Gott Wechsel der Jahreszeiten. 539 so gern! Mir sagt das Nauschen seiner Fluthen: Gott ist der Urquell alles Guten! Der Bach sagt lispelnd: lob't den Herrn! 3. Wie beugen sich der Saten Spigen; wie schwel len sie von Segen an, daß kaum der Halm die Achre stützen, die reiche Last kaum tragen kann! Hier sam mein emfig schon die Bie nen viel' Ernten, um auch uns zu dienen, von Got tes schönen Blumen ab; bort spinnt der Seiden wurm und webet, eb' er verwandelt wieder lebet, 542. Dich loben dei sich seine Hüll' und auch fein Grab. 4. Wie hast du, Gott der Gúr und Stärke, so våterlich an uns gedacht! Wie viel und groß sind deine Werke; wie schön und wunderbar gemacht! 3um vollen, fröhlichen Ge nusse, empfängt von dei nem Ueberflusse, was les bet, feine Speis', o Gott! Gebirge bringen, Thüler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; den Thies ren Gras, uns Wein und Brot! 5. Weit um mich her ist Alles Freude. D, freu' auch, meine Seele dich, in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er auch mich! Laß dessen Lob umber ers schallen, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschön pfe Chöre: dir, Gott, sey Preis, bir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist. Mel. 81. Balet will ich dir 2c. ne Werke, und Alles dans fet bir! Sen, Gott der Huld und Stärke, gepriesen auch von mir! Es zeigt an allen Enden sich deis ner Güte Spur; aus deis nen Vaterhånden strömt Segen auf die Flur. 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feyerkleid! Wir seh'n im schönsten Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Dich baten wir um Leben, wer gibt so gern, als du? Du hast es uns gegeben, und Ueberfluß dazu. 540 Besondere Zeitent. 3. Die glänzendsten Ge filde, so weit das Auge blickt, sind Zeugen deiner Milde, die jedes Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnittern der fegensvolle Halm; von Kindern, Vätern, MútVätern, Mút tern tónt dir ein Freuden psalm. 4. Die Pracht der reis chen Auen strömt Wonn' in uns're Brust; doch mischt auch Furcht und Herbst. Grauen sich oft zur Soms Mel. 322. Herr Jesu Christ, merlust. Du ruf'st vom mein's 2c.. Wolfensige den Boten dei ner Macht, dem Wetter 543. Sill lächelnd, sturm', dem Blike; der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt; es bebet die schwache Strea: tur! Indeß, o Gott, bele: bet dein Odem die Natur. Es wälzt sich milder Re gen vom Sturmgewölfe los, und Fruchtbarkeit und Segen erfüllt der Erde Schoos. flåren deinen Rubm; du schufft zum Paradiese vers welfte Fluren um. 7. Der du das Land ers quickest, daß Trift und Ans ger grúnt, den Sterblichen beglückest, auch wenn er's nicht verdient, dich preist der Engel droben mit heis ligem Gesang; auch ich, Herr, will dich loben mein ganzes Leben lang! 6. Die Blume stand in Trauer, nun haucht sie står fer'n Duft; der Himmel fårbt sich blauer, und reiner wird die Luft. Thal, Higel, Felb und Wiese, vers wie ein frommer Greis, der sterben will, voll Dank und Preis, daß er dem Herrn gehorchte, nab't der Herbst; von Segen trieft sein Pfad. 2. Der früchtenreiche Garten prangt mit vollen 3weigen, und verlangt, von seiner Last befrent zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreu'n. 3. Der Sånger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleugt, wo mild're Lüfte ihn umweh'n, und neue Saaten aufere steh'n. Wechsel der Jahreszeiten. 4. Denn Gott ernährt, was fleugt und webt, daß alles fröhlich sen, was lebt; daß in der Schöpfung weis tern Kreif' nur Jubel sey, und Dank und Preis. 5. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Win zers Lob, und wiederhallt von Berg zu Berg; denn Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, 544. Früh', mit um der so viel Wunder thut; der Jüngling, wie der Mann und Greis, sey fröhlich, Gott, zu deinem Preis. 7. Auch wenn du al terst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch vås terlich; der dich mit Freuden noch beglückt, auch wenn dein Abend näher rückt. wölftem Angesicht', geht schon die Sonne nieder, und spät erscheint ihr schwäs cher's Licht am trüben Himmel wieder. Die schöne ste Zeit ist nun entfloh'n, die rauhen Stürme raus schen schon durch die ents blösten Felder; die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes kalter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 8. Froh fannst du ster, ben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, ge segnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 541 9. Auch die Natur ver: blüht und stirbt, rur, daß ihr Same nicht ver dirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der les benvolle Lenz, erscheint. 10. So blúb'st und reif'st du in der Zeit zu größe, rer Vollkommenheit, Nur sey ein guter Game, sey Gott auch bis in den Lod getreu. Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon zc. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblöst von ihrem Gegen; entfråftet sieht nun die Natur ber Winterruh' entgegen. Ge theilt in große Schaaren flieh'n die Vögel vor dem Frost, und zieh'n weit über Besondere Zeiten. Land und Meere. Gott| ein mächtiger Erhalter! nimmt der Wandernden Er, der die Schwachen fidh an, bezeichnet ihnen gern beschützt, die Müden ibre Babn, und fåttigt måchtig unterstützt, die ihre Heere. Grabe wanken. nnah' am den wir, o Gott, mit fros hem Herzen dir, wie in der Jugend, danten. 3. Uns, seine Menschen, Gebeugt vom Alter wer will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir, neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Jahres rau he, ode Zeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht, doch er gewährt, voll Liebe, was uns hier ernährt, mit väterlichen Hånden. 6. Wohl allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen; sie werden ihre Jugend nicht im Alter einft bereuen! Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Jhm wird das Alter Jugend seyn, und ihrer wird er sich noch freu'n in seinen letzten Ta gen. 542 4. Wie sind all' uns're Kammern voll von seiner Gute Gaben, von Gegen, ber uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Ja, deine Vorsicht wehrt der Noth; es muß das Land dem Menschen Brot, dem Vich sein Futter ge ben; und Wein, der uns Winter. Mel. 141. Mach's mit mir Gott 2c. fer Herz erfreut, und un, 545. Des Jabres fers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Auch unser Leben einst verblübt, wie jetzt das Feld, im Alter. Doch Gott ist's, welcher auf und sieht, Schönheit ist nun fort, und traurig steh'n die Trif ten; es stürmt ein unge stúmer Nord aus den em porten Lüften; vom Frost erstarrt die Eroe nun, und ihre Lebensfrüfte ruh'n. Wechsel der Jahreszeiten. 2. Wohl mir, bey dieser| men zuzueilen; fübl' seinen rauhen Zeit darf ich vor Jammer, seinen Schmerz, Frost nicht beben; mich dein Brot mit ihm zu theis schüßt mein Dach, mich len. Wer seiner Brüder wärmt mein Kleid, und Noth vergißt, verdient nicht, Brot erhält mein Leben. daß er glücklich ist. Auf meinem Bette schlaf' ich ein, und fann mich sanf. ter Nube freu'n! 543 3. Glück der Arme nicht, dem Brot und 546. Auch für den Kleidung feblen, dem oft das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen; den Krankheit hin auf's Lager streckt, und doch fein weiches Bett bedeckt. Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich 2c. Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir; nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur. 2. 3war liegt ihr grüs 4. Bor Tausenden binner Schmuck zerstört, von ich beglückt, die in der Stille klagen; da Warm' und Nahrung mich erquickt in rauben Wintertagen. O, freu' dich, frommes Herz, in mir, und bringe Gott den Dank dafür. Frost und Eis und Sturm verheert; ein silberfarbes nes Gewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch pflegt die Erde mütterlich die ihr vertraute Saat, die sich im naben Lenze segenvoll enthüllen und uns nähren soll. 5. Sieh' nicht auf das, was dir noch fehlt, was Mancher mehr besitzet; fieh' auf die Noth, die And're quålt, vor der Gott dich be, schützet, und preise seine Vaterhand, die so viel Glück dir zugewandt. 6. Doch säume nicht, mein frohes Herz, dem Ar4. Doch nicht geräusch, voll; still, geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Vater, mit vers borgner Lust, in seiner schwachen Kinder Brust. 5. So tbut, was And're segnen fann, ein guter und 544 Besondere Zeiten. bescheid'ner Mann; sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, und blüh'n, was er im Stillen that, zu reichen Ernten in der Zeit, zur reichern in der Ewigkeit; 7. Wie uns'rer Fluren Saat durch dich im Stillen keimet, väterlich, obgleich von Menschen nicht bes merkt, durch deine Mild', o Gott, gestärkt. 8. Es brause fürchterlich umber des Winters mächt', ger Sturm, auch er bringt dann auch Segen, wenn er droht, von dir, der wohl thut, auch durch Noth! 9. Wie viele Freuden haben wir, auch jetzt, o n.ilder Gott, von dir, der du so väterlich uns trägst, uns sättigeft, erwärmst und pflegst! 10. Durch alle Zeiten, Bater, sey dir, wer dich kind: lich ehrt, getreu! Las Jes den deinen Ruhm erhöb'n, und freudig deine Wege geb'n! 11. Und jeder Wechsel deiner Zeit entflamm' uns, Herr, zur Dankbarkeit, und mach' uns ähnlich deinem Bild'; denn du bist immer gut und mild. 12. Du bleibst stets mäch tig, Gott, und groß. Wir werden, wenn der Erde Schoos auch uns bedeckt hat, dich zu seh'n, aus un sern stillen Gräbern geh'n! 13. Und auferweckt, das Feyerkleid der himmlischen Unsterblichkeit anlegen, und vor deinem Thron' dich preis sen, Gott, und deinen Sohn, 14. Daß nun hinfort fein Wechsel ist; daß du in Al lem Alles bist, ein Gott, der, nach des Grabes Nacht, den Frommen ewig selig macht. Saatzeit, Erntezeit. Dankfest für Erns te und Herbst. Mel. 263. In dich hab' ich gehoffet 2c. 547. Liebreicher Gott, dein Gegenswort erzeiget sich noch immerfort in seis ner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nutz bestellt und angebaut fann werden. Saatzeit, Erntezeit. 2. In Hoffnung streu'n|| durch dich, ins bess're Les wir Saamen aus; doch ben dringen. segnest du nicht Feld und 7. Dort reift, o Herr, Haus, so ist die Müh' ver- nach deinem Rath, auch gebens. Nur deine Kraft selbst von meiner Thränen, und Gute schafft uns Unfaat mir ew'ge Freudens terhalt des Lebens. dernte; o, wohl dann mir, wenn ich dir hier getrost vertrauen lernte! 8. Nur mache mich, o Gott, bereit, in Glauben Frucht zu bringen; so will und Gottseligkeit viel gute ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. duen? 3. Laß unfre Saat ge segnet seyn; gib Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Ges deiben uns ſpåt und früh', nach Sorg' und Müh', einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr, o Gott, vor jeglicher Gefahr, Mel. 40. Es ist das Heilic. beine Huld und Gnade, 548. Es baut, o Gott, daß uns, die heut' das Feld erfreut, kein Unfall plötzlich schade. 5. Bey dieser Aussaat seh' ich hier so mand) er baulich Bild von mir: denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich, durch Kreuz, den Himmel finden. 545 6. Und wie das Saat: forn erst verdirbt, und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zu bringen; so werd' auch ich, erweckt auf dein Geheiß, der Mens schen Hand die Erde, voll Hoffnung, daß nun auch ihr Fleiß von dir gesegnet werde; auf dein Verspres dhen trauen sie: du sollst Müh', auf dieser Erde dein Brot, ben Fleiß' und finden. 2. Noch iminer traf dieß Wort uns ein; gib ferner seinen Segen! Daß Saat und Pflanzen wohlgedeih'n, gib Sonnenschein und Res gen; denn ohne deine Ses genshand bringt selbst ein 35 546 Besondere Zeiten. wohlgebautes Land nicht, was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller Menschen Müh' im Pflan zen und Begießen, ldp'st du, o Gott, nicht spät und früh des Segens Ströme fließen. Nur du regierst den Witt'rungslauf; durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. So fróne denn mit Fruchtbarkeit das Land, nach deiner Güte; und wenn die Aussaat nun ges deiht, o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Hagelsdh ag sie nicht zer storend treffen mag, nicht Flut sie überschwemme! 5. Wir trau'n auf dich, wir zagen nicht, und lassen gern dich walten. Du, Vas ter, weißt, was uns ge bricht, hast lange hausgebalten. So wirst du denn, zu deinem Ruhm, mit Noth, durft uns, dein Eigen tum, noch fernerhin verforgen. Mel. 82. Fürwahr, du bist zc. 549. daß doch bey der reichen Ernte, womit du, Höchster, und erfreust, ein jeder frob empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, senst; wie gern du unsern Mangel still'st, und uns mit Speis und Freud' erfüll'st. 2. Du fiebst es gern, wenn deiner Güte, o Vas ter, unser Herz sich freut, und ein erfenntliches Ges müthe auch das, was du, für diese Zeit, uns zur Er quickung baft bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So fomm't denn Gottes Huld zu feyern; kommt Christen, se iner uns zu freu'n, und, bey den angefüllten Scheuern, ihm unsern frömmsten Dank zu weih'n. Jbm, der uns stets Versorger war, bring't neues Lob zum Opfer dar. 4. Nimm gnådig an dieß Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Bater treu' auch unser ganzes Les ben ſey. Saatzeit, Erntezeit. 5. Du nåhrest uns blos aus Erbarmen. Dieß treib' auch uns zum Wohlthun an. Nun sey auch gern ein Trost der Armen, wer ih ren Mangel stillen kann. Herr, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm núßlich ist. 7. Bewahr' uns den ges schenkten Segen; gib, daß uns sein Genuß gedeih', und unser Herz auch seinet wegen dir dankbar und er: geben sey. Du, der den Körper nährt und speist, erquick' auch ewig unsern Geist! 2. Die Kraft, wodurch das Saatkorn steigt, wos durch in bunten Streifen, das Feld sich mahlt, und reis 6. Thu' deine milden fend bleicht, wer kann die Segenshånde, uns zu er: Kraft begreifen? Wo wüns quicken, ferner auf. Verdervoll die Nehre schwillt, forg' uns bis an unser Ende, und sich für uns mit Nah, und mach' in unserm Lerung füllt, wirkt da nicht benslauf uns dir im Klein Gottes Athem? sten auch getreu, daß einst uns größ'res Glück erfreu'. 547 Mel. 229. Allein Gott in der Höh' ic. und hat und Brot gegeben. Er, dessen Weisheit, dessen Kraft mit Vatergüte wirkt und schafft, sorgt auch für unser Leben. eil't, mit Dank den Herrn lobpreisend zu erheben! Er fåttigt und erfreuet gern, 4. Auch für den armen franken Mann, der Kleis der, Holz und Speisen, durch Arbeit, nicht erwerben kann, für Wittwen und für Waisen, für Jeden, 550. Cift, Christen, welcher seufzt und weint, für Jeden Freund, für jez den Feind, sorgt deine Bar tergúte. 35* 3. Ja, du befruchtetest das Land, du Geber aller Gaben! Es kam aus deis ner Baterhand, was wir empfangen haben! Du gabst nicht Einem nur allein; wer Mensch ist, soll auch Bruder seyn, du, Vater, sorg'st für Alle! 548 Besondere Zeiten. 5. Wir haben nichts für uns allein, auch And're wollen leben. Drum foll es stets uns Freude seyn, den Armen auch zu geben. Was wir für And'rer Wohl gethan, das sieht einst der Erlöser an, als wär' es ihm geschehen! 6. O, wohl uns, wenn wir emsig hier der Liebe Saaten freuen; dann wird uns, Vater, einst bey dir ein Erntetag erfreuen, wo alle, die hier wohlge than, des Himmels reichen Lohn empfah'n, und ewig ihn genießen! Mel. 8. Nun sich der Lag 2c. 551. Die Felder sind nun abgemäh't, die wir voll Aehren sah'n. Du börtest, Gott, was wir gefleht; nimm unsern Dank jetzt an. 2. Den Samen, den wir ausgestreut, gab deine Va terband; uns gabst du Kruft zur Emsigkeit, und Fruchtbarkeit dem Land'. 3. Duschafftest, daß der Wit'rung Lauf der Saat ersprießlich war; sie wuchs zu reichen Ernten auf. Go fróntest du das Jahr. 4. Und selbst zum Ern ten schencktest du uns Kräfte und Gedeih'n. Wir sams melten in Fried' und Ruh', Gott, deinen Segen ein. 5. Auf, Christen, unferm Gott und Herrn sey Lob und Danf gebracht! Er segnet, er beglückt so gern; preist seine Huld und Macht! 6. Jhm dankt der Vö gel munt'rer Chor, und preist den Herrn der Welt; froh tónet ihr Gesang em por zu Gott, der sie erhält. 7. Der ist nicht werth ein Mensch zu seyn, nicht deiner Gaben werth, der dich nicht, ohne Heuchels schein, durch That und Les ben ehrt. preisen wir, Gott, deine 8. Mit froher Seele Batertreu'! Bieb' uns're Herzen ganz zu dir, und steb' uns ferner ben! 9. Go lang' in uns das Herz noch schlägt, die Aus Au દ્ર gen offen steh'n, soll unser Herz, vom Dank bewegt, auf deine Güte seh'n. Saatzeit, Mel. 236. Was Gott thut, das ic. 552. Preift, Chriften, Lied erschallen! mit Zufriedenbeit, preist Gott, den Herrn der Erns te, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von uns'rer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, will er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand ist, was die Erde bringet; des Menfchen Mübe baut das Land: Gott gibt, daß sie gelinget. Von ihm allein kommt das Gedeih'n, und er nur läßt die aaten blüh'n, reifen und gerathen. 3. Wir sahen, froh in Hoffnung schon, der reich sten Ernt' entgegen, und plöglich ist er uns entfloh'n, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt, Gott gibt, was ihm beliebt; sein Rarb ist uns verborgen, doch will er uns versorgen. Erntezeit. Preis sey dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt, ihm zum Wohlgefallen, ein frohes 4. Was trauern wir und säumen noch, den Bater zu erbeben? Nein, laßt uns, troß dem Mangel, doch ihm Ruhm und Ehre geben! 549 5. Sein ist die Herrs schaft; wie er will, vertheilt er seine Gaben. Ihm bal ten wir in Demuth still, auch wenn wir wenig ba. ben. Denn was er thut, ist recht und gut; geschieht, daß seine Ehre und unser Wohl sich mebre. 6. Er ist allmächtig, alle Roth fann er zum Besten lenten. Der gute Vater wird uns Brot, auch bey dem Mangel, schenken; wie hat er sich so väterlich bisher an uns bewiesen! Auch jetzt sey er gepriesen! 0801 7. Wie manches segens reiche Jahr hat er uns schon bescheret! Wie gnådig uns noch immerdar, von Jus gend auf, genåbret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf ibn, den Bater, schauen, und seiner Güte trauen? 8. O, welch ein seliger Gewinn, an dem sich g'nús gen lassen, was da ist, und, mit heiter'm Sinn', das veste Zutrau'n faffen, daß, 550 Besondere Zeiten. der die Welt regiert und hålt, auch uns, so lang' wir leben, was nöthig ist wird geben! 9. Allweiser, wir vers ebren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveranderlich auf deinen mil den Segen. Ja, dein Gebot fann uns'rer Noth, se: sø bald nur du willst, web, ren, in Bonne fie verkeh ren! 10. Wir beten demuths voll dich an, der Alles weise füget, des Vorsicht niemals irren kann, deß oblibun Wohlthun niemals trüget, Froh danfen wir, Erhalter, dir, und preisen peine Güte mit findlichem Gemäthe. Reformations- Fest. Unu pishite las Ind Mel. 74. Wie leuchtet 4500 15, und ic 10,114 thin side 553. Komm', komm', du licht in Gottespracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen. Weck auf, was schläft in dun fler Haft, zund' an der rechten Undacht Kraft, uns heil'gen Schmuck zu leis hen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lentet, groß und prächtig. 2. O seh't! im hellen Glanze steht die Kirche Christi hoch erböht; ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel sah'n harrend auf nach folchem Ziel, und haben's nicht gesehen. Selig, felig, wer da siehet, was ents glühet Gottes Strable;Himmelslicht im finstern Thate. HONES 3. Berdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschens trug begraben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Unbeginn? Ach, Hüter! ist die Nacht bald hin? Ist nah' des Aufgangs Stunde? Singet, bringet Morgenlieder unserm Hús ter! Er schläft nimmer; berrlich fam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Auserkornen dringt der Schein,» Steh't auf, ihr soll't mein Rüstzeug Neformationsfest. » senn, euch ruft des Rei Mel. 27. Allmächtiger, wir Iam » ches König.« Da schallt'es ingen ac. Die Wahrheit macht euch fren, die Nacht ist hin, 554. Die Himmel der Tag herben, und Ju bel ballt vieltonig. Herr, Herr! Ew'ger! Zreu im Halten, und im Walten überschwänglich, Gott, dein Licht ist unvergånglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsterniß, die Erde bebt, der Vorhang ris, da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind bingefloh'n, manch Reich gestürzt und mancher Thron, die Kirche steht geborgen. Jesus Christus gestern, heute, und in weite Ewigs feiten! Eil't, sein Lob heut' auszubreiten! 551 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb' und Glauben vest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphirend dro ben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort; jauchz't, Ber Flärte! Jauchg, o Erde, seinem Namen: Heilig, beilig, heilig.- Amen. preifen deine Macht, mit allen ihren Heeren, und ihrer Wunder hohe Pracht strahlt, Schöpfer, dir zu Ehren. Was deine Weis, heit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die and're. 2. Doch deiner Schö pfung Unterricht verstan den selbst die Weisen, mit allem ihrem Forschen, nicht, und lernten nicht dich preis sen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, dein Evangelium uns nicht verkündet hätte? 3. Nur Jesu Weisheit, diese nur gibt Blinden Kraft zu sehen, und lebrt das Loblied der Natur, der Schöpfung Ruf verstehen. Durch ihren heil'gen Unters richt wird erst des Lebens Dunkel licht, dich, Schi pfer, zu erkennen. 4. Von ihr erhellt, seh'n wir den Pfad, der näher zu dir leitet; feb'n, was für uns dein weiser Rath in jener Belt bereitet; 55.2 Besondere Zeiten. seh'n, was wir, ohne dies ses Licht, am Himmel und auf Erden nicht zu unserm Troste finden. CC jede Zagebeschwerde; Ers quickung jedes Glück der Zeit; ein Paradies die Er de ein Engel Gottes wird 5. Was brachtest du, o der Lod, und aus der Wort des Herrn, den Gruft glänzt Morgenroth Sterblichen für Wonne! den Kommenden entgegen. mehr Schimmer, als dernis Morgenstern, mehr Strah, Mel. 80. Vom Himmel hoch 26. len, als die Sonne. Wie strabl'st, wie heilig'st du, wie schmück'st du uns'reSees len, wie beglück'st du uns mit deinen Lehren! 6. Drum wohne hier, wohn' immer rein in dieser heil'gen Stille, daß in des Irrthums Nacht dein Schein die Wahrheit und enthülle! Von diesem Tem pel stróm' er aus; strom Heiterkeit in jedes Haus, und jede nied're Hütte! 7. So können wir, o, Dank sey dir! als beine Kinder leben; bestimmt zu Engeln, mit Begier nach Gottes Himmel streben, und immer fröhlich, mit Vertrau'n, auf unsern gu ten Vater schau'n, und liebes voll ihn preisen. 8. Dann wird uns Wohlthat jedes Leid; Lust 555. Heil euch, und Gottes hoher Lohn, Volls endete, vor Gottes Tbron'! Heil euch in jener bessern Welt, wo Recht und Wahrs beit nimmer fällt. 2. Ihr ginget, mit era bab'nem Sinn, durch Blus men und durch Dornen bin; ihr nahmt, in stiller Heiterkeit, das harte Loos der Sterblichkeit, usus 3. Ihr sprachet laut für Recht und Pflicht, und war't der Menschen Knechte nicht; wir sigen oft in fei ger Ruh', und hören losen Spottern zu. 4. Ihr zoget aus, mit bohem Muth, und fragtet nichts nach Geld und Gut; wir stehen säumend an der Thur', und fragen: Was wird uns dafür? Reformationsfest. 5. Jhr wußtet nichts von Heuchelen, und sprach't am Throne laut und frey; wir haschen nach der Ehre Dunst, und buhlen oft um Menschengunst. ben zu dem Schöpfer auf; und wir vergessen, ach, so leicht, daß Gott den Leidensfelch uns reicht. 8.Långst triumphir't ihr, feyert dort den Sieg an jenem Freudenort. Ihr habt vollendet; schön und groß ist euer Glúd, ist euer Loos! 6. 3hr ginget vest, mit Freudigkeit, von Sieg zu Sieg, von Streit zu Etreit; wir fliehen oft, bey Ruh' und Gluck, im Kampfe mit uns selbst, zurück, 7. 3hr fabet, in dem 556. Deilig, heilig, schweren Lauf, mit Glaus heilig singen wir dir, Herr Zebaoth! und bringen des frommsten Dankes Opfer dar. Engel jauchzen deis ner Ehre, es preisen dich auch uns're Chöre, dich, der da seyn wird, ist und war. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Hallelu jah! Von Ewigkeit zu Ewigkeit ist dein das Reich, die Herrlichkeit! 9. Der Himmel ist euch aufgethan, ihr wandelt, auf der Sternenbahn, hin zur Vollendung, bin zum Licht', vor euer's Mittlers Anges sicht. 553 10. Heil euch! mit fro, hem, vestem Sinn' euch nach, euch nach zum Him mel bin! Ihr seyd voran, wir folgen euch im Leben und im Himmelreich! 11. Wenn auch kein Wüth'rich uns bedráut, und uns, za sterben, hier gebeut; so soll doch un, fer Leben rein, Gott und der Tugend heilig seyn! 83 Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 2. Dich, den Sohn, den Herrn der Ehren, mit frohem Danke zu ver ehren, welch' süße Pflicht der Christenheit! Der den Weg zu Gott und lehrte, des Aberglaubens Macht 554 Besondere Zeiten. zerstörte, welch' Heil bat uns durch dich erfreut. In deines Vaters Reich, an Macht und Huld ihm gleich, willst du segnen vou deinem Thron', mit reichem Lohn, die treu dir waren, Gottessohn! 3. Geist des Friedens, Geist der Wahrheit! es leuchtet uns, in ew'ger Klarheit, dein weltbeglü dend, göttlich) Wort. Zur Geduld in guten Werken kannst du allein den Glaus ben stårken, du bist des Frommen Trost und Hort! Dein Eigenthum sind wir, wir leben, sierben dir Amen, Amen! Du gibst uns Licht und Zuversicht, wenn unser Herz im Tode bricht. da. Mel. 36. Chrift, unser Herr, is zum 2c. 557. Soft, ott, welchen herrlichen Gewinn find' ich in Jesu Lehre, wenn ich auf ihn nur achtsam bin, ibn durch Gehorsam ehre. Kein Menschenherz, ruft er mir zu, fann Gottes Lieb' ergründen; wer mir nur folgt, soll Seelenruh', Vergebung seiner Eünden, und Kraft zur Tugend finden. aldne 2. Doch ach! so man, ches Christenbeer, gefeſſelt von den Banden des Vors urthe: ils, hat nur zu sehr dein Wort, Herr, mißvers standen; bat Menschensinn bineingedacht, und, als zu deiner Ehre, in Fes seln die Vernunft gebracht, zu glauben Menschenlehre, als ob sie Christi wäre. 3. Gelobt sen'st du, o Gott, daß wir, auf Wabr heit recht beflissen, wohl Menschenfaßungen von ihr zu unterscheiden wissen; daß die Vernunft uns uns terweist, dein Wort recht zu verstehen; nicht blos die Worte, nein, den Geist der Lehren auszuſpäben, was du willst, selbst zu sehen. 4. So dient une, Herr, das eine Licht, das and're zu verstärken. Durch beyde gibst du Unterricht, auf beyde soll ich merken. Dem Wahn' vermag kein Alters Amts- und Ehe- Jubelfeyer. thum der Wahrheit Glanz zu geben; der Zeiten Fort schritt stößt ihn um, und trotzt dem eiteln Streben, ihn wieder zu erheben. als als 5. Doch, Herr, da Nacht 3. Sie bebten nicht vor und Wahn so schwer dem Macht und List; als Helfer Licht der Wahrheit wei in dem Streite, stand unser chen: so laß sich die Ver- Mittler, Jesus Christ, den nunft stets mehr im rein- Kämpfenden zur Seite. So sten Lichte zeigen. Wem ward der Feinde Droh'n du Vernunft gabft, schäme zu Spott; denn eine veste sich, vom Glauben sie zu Burg ist Gott, wenn wir trennen. Nein, fie laß alle, auf ihn vertrauen. die für dich, von Glaus benseifer brennen, Glaubensstúge kennen. Mel. 40. Es ist das Heil ic. 558. Vor pir, Herr, denken wir erfreut an unf' rer Våter Glauben! Der Feind erhob sich fühn zum Streit', der Welt dein Wort zu rauben; sie aber kämpf ten vitterlich, gestärkt, All, mächtiger, durch dich; sie tämpften und sie siegten. 555 2. In Dunkel war dein Wort verhüllt, und die Vernunft gefangen; doch fie, durch deine Kraft er, füllt mit Heldenmuth, er: rangen Triumph dem uns terdrückten Licht', und ach, teten Gefahren nicht, im Kampf für Recht und Wahrheit. 4. Herr, wir auch wol len Gut und Blut für Recht und Wahrheit wa gen! Verleih' auch uns den frommen Muth, im nicht verzagen. Du bist und bleibest unser Hort! Wir halten vest an deinem Wort, und schwören ew'ge Treue! thos rus Amts- und Ehe- Ju belfeyer. bildste wist iken Amts- Jubelfeyer. Mel. 91. Begleite mich, o Christ zc. 559. Ein Jubelgreis Besondere Zeiten. im Silberhaare, umstrahlt| Welten! Dich trugt fein von Frühlings. Wieder schein, tritt, tief bewegt, zu dem Altare, des Dans fes Opfer dir zu weih'n. Du, Ewiger! bast seinem Leben, ads, einen selt'nen Tag gegeben! Ein balb Jahrhundert, wohl voll bracht, liegt hinter ihm, und nicht der Leiden ge denkt er beute, nur der Freuden, und deiner Huld, du Gott der Macht! Wahn, dich irrt kein Schein! Was wir hier werden, sind, unt haben, verdanken wir, Herr, deinen Gaben. Nur, was wir gern und treu vollbracht, nur, was in dir den Geber ehrte, und unsrer Brüder Wohlfahrt mehrte, ist's, was ung dir willkommen macht. 556 08 12. Getreu in seinem Amt' und Stande, voll Muth für Wahrbeit, Recht und Pflicht, hat er genutzt dem Baterlande, und uns're Huldigung umflicht zu wohlverdiertem Ehrentoh. ne, sein graues Haupt mit einer Krone, die feiner edeln Thaten Werth, wo durch er uns zum Dank' verbunden, und, wenn er einst dabin geschwunden, auch sein Gedächtniß noch verklärt. 4. Doch ach, was sind die reichsten Saaten, die wir als Erdenpilger streu'n, was ist die Reihe guter Thaten, die uns am Les bensziel erfreu'n, wenn du, Gerechter! willst daaegen der Tage Zahl, die Kräfte wägen, die deine Huld uns bier verleiht? Wie manche Stunde ward durch traumet, wie manche heil' ge Pflicht versäumet, wie oft die edle Kraft entweiht! 5. Vernimm des Greis ses stilles Flehen, dem du dieß Feft vergönnet haft! Hör ihn mit Demuth eine 3. Go lohnen Menschen! gestehen:» Mein Lohn war Doch vergelten, wie sich's» größer, als die Last; gebührt, fannst du allein, die Ernte reicher, als du Herr und Richter allern die Saaten, und alles, » Amts und Ehe- Jubelfeyer. » was mir wohlgerathen, blicken wir, ew'ger Vater, » verdank' ich einzig Got auf zu dir!. » tes Huld! Nur sie bat » mich bisher geleitet, so » vielen Segen mir berei » tet, erlassen mir so man » che Schuld!«< 6. Nimm, Ewiger! mit Patergúte des Greises findlich Opfer an. Dein liebevoller Schuß behüte ihn bis an's Ziel der Lebenebahn. Auch uns, o Höchster! woll'st du stärken zu regem Fleiß in guten Werken. Noch ist es Tag, bald kommt die Nacht! Wohl allen, die sich Christen nennen, und einst mit Jefu sagen können:» Herr, nimm uns auf; es ist voll bracht!«< Ehe Jubelfeyer. Mel. 110. Jesus, meine Zuversicht. 2c. 2. Du, o Gott, hast bis hieher diese Liebenden geleitet; du allein die Wies derkehr eines Fest's für fie bereitet, das mit Blus then sie umstreut, ihrer Jugend Lenz erneut. im Silberbaar', nab' schon an des Grabes Rande, knüpft ein frommes Ebe paar noch einmal der Liebe Bande, und mit Rührung 3. Jhr beklommnes Herz durchbebt süße Wehmuth, frommes Sebnen, und der Andacht Blick erhebt sich zu dir mit Freudens thrånen. Dir, der ihr Er, balter war, bringen sie ihr Opfer dar. 4. Ja, dieß Fest kommt, Herr, von dir! Mit dem frohen Ehepaare danken, Ewiger, auch wir! O wie schön, wenn, nah' ter Bahre, eh' der Leib zum Staube sinkt, noch einmal der Frühling winkt! 5. Ach, was ist vergan gen schon, und wie man, che Freud' entschwunden! 560. Neu verjungt Träumen gleich, sind sie entfloh'n, alle Luft- und Leidensstunden. Doch ver: gessen sen der Schmerz, Dank nur füble jegt das Herz! 556 Amts- und Ehe- Jubelfeyer. 6. Gott mit dir, verehrs tes Paar! Vester faß die rechten Hände! Nah' ist schon dein letztes Jahr, Luft und Leiden eilt zu Ende. Ungetrennt wird dein Verein, seliger, im Himmel seyn! 609 7. Wenn am Schluß der Lebensbahn Kind und Enkel dich begrüßen, deis nen Segen zu empfah'n, deinen Abschied zu ve süßen; o, dann hoffe Wies derseh'n! Liebe kann nicht untergeh'n! NESE 006 408 W than b ** 700* 8 01 dal but Register der Lieder.my 00)*** DHAR Die Zahlen weisen auf die Nummern der Lieder hin. nists 21. Ach, bleib' mit deiner 160|| Auch diesen Tag hab'ich 532 Ach, dem wurden nie die 308 Ach, Gott, was ist der M. 418 Ach, schrecklich wird die S.446 Ach, wann werd' ich von 162 Ach, wäre nicht, o Herr, 53 Ach, was soll ich Sünder 168 Ach, wie heilig ist es hier 448 Ach, wie nichtig, ach wie 412 Allein Gott in der Höh' 229 Allen Menschen, und auch 302 Allen, welche nicht verg. 337 Aller meiner Brüder R. 316 Aller Welten Herrscher 52 Allgegenwärtiger, vor 516 Allwirkender, stets reger 354 Als bittrer Hunger uns 459 Anbetung sey dir, Gott, 151 Anvertraut der Erde S. 476 Auch für den Winter dant. 546 Auch noch im späten Alter 389 Auf Erden Wahrheit ausz. 82 Auf, erwachet, meine Lied. 370 Auf Gott, und nicht auf 239 Aufmeinen lieben Gott 245 Auferstehn, ja auferst. 430 Aus deiner Quelle, S. 63 Aus dem eiteln Sinnen!. 203 Aus Erde ward mein Leib 5 Aus Gottes milder Hand 393 B. Barmherziger, erhdre 313 Befiehl du deine Wege 240 Begleite mich, o Christ 91 Begrabt den Leib in 477 Beherrscher deiner Christ. 408 560 Register. 67 Christ, gedenk', an deinen 425 Bestg' ich nur ein ruhig. 296| Den nach seiner Niedr. 119 Bester, weisester Regierer 33 Der du dein Wort mir 83 Betend nahen wir uns 188 Der du mit starker Hand 24 Betet an, laßt aus lobs. 16 Der du uns als Vater 148 Bringt diesem Tage R. 153 Der du voll Schmach u. 89 BringtEhre Gott, bringt 453 Der edle Geist hebt fich 394 Bringt Preis und Ruhm 109 Der Hang zum Bösen Der Herr ist Gott, und 39 C. Der Herr ist meine Zuv. 233 Der Herr schwingt sich 114 Der Höchste sey mit euch 195 Der letzte meiner Lage 423 Der Morgen kommt, und 523 Der Schwachheit Kinder, 280 Der Tag ist wieder hin 531 Der Tag verbleicht, es 535 Der weise Schöpfer, dess. 411 575 Des Jahres Schönheit Des Leibes warten, und 262 Des Todes Grau'n, des 482 Dich, Höchster, ehrerbiet. 250 Dich Jesum, laß ich ewig 137 Dich kennen, Gott, ist S. 213 Dich loben deine Werke 542 Dich, Menschenvater, g. 522 Dich seh' ich wieder M. 521 Die auf der Erde wallen, 417 Die Feinde deines Kreuz. 122 Die Felder sind nun abg. 551 D. Da stehen wir, die Deinen 480 Dank, Dank dem Herrn 469 Dank und Anbetung br. 447 Das Amt der Lehrer, Hr.398 Das Glück der Ehre, wie 278 Das Grab ist tief und 497 Das Leben flicht, die Zeit 478 Daß ich das Böse nie, 351 Dein Heil, o Christ, 181 Dein ist das Licht, das 399 Dein Wahl, das Mahl 206 Dein Wille, Bater, 460 Dein Wort, o Höchster, 179 Deines Gottes freue dich 230 Dem finstern Erdkreis ist 156 Dem Gott der Wahrheit 155 Dem Staube geben wir 484 Den Höchsten öffentlich 218 Register. DieHimmelpreisen deine 554 Die ich so heiß geliebet h. 488 Die Menschen zu erziehen 403 Die neue Woche geht 514 Die Sonne stand verfinst. 100 Die Zunge, die verst. 325 Dieß ist der Tag, den G. 80 Dir, Höchster, soll ich 232 Dir, Quell des Lichts, der 281 Dir zu leben, dir zu sterb. 350 Du, bester Trost der Arm. 458 Du bist ein Mensch, und 28 Du bist, o Gott, gerecht 57 Du bist, o Unermeßlicher, 45 Du, den meine Seele liebt 161 Du denkest in der tiefsten 92 Du, der kein Böses thut 65 Du, deß sich alle Himmel 186 Du, dessen ganzes Leben 143 Du, Gott, schufft selbst 356 Du flagst und fühlest die 275 Du liebest nicht der Mens. 457 Du liebst, o Gott, Ger. 315 Du schenkst uns, Gott, 526 Du, welchen keine Welt 395 Du willst es, Herr, mein 260 Dumpfund ernst, wie G.499 Durch dich, Gott, bin ich, 366 Durch dich, o Schöpfer, 21 561 A. 441 Edel ist es, Freunde lieb. 320 Ehre sey Gott in der Höhe 76 Eifrig sey und vest mein 266 Eil't, Christen, eil't mit 550 Ein Gott ist, ruft mir 2. 14 Ein Gott regiert, was 30 Ein Jubelgreis im Sib. 559 Ein Pilgergang durchs L. 386 Einst sinkt der Leib ins Eltern, weinet auf das 490 Entehre nicht durch Kl. 34 Entflohen sind auch dieses 536 Erbarmer, sich hernieder, 164 Erdentochter, Erdens. 491 Erfreulich sey und feyerl. 405 Erhabner Herr der Welt! 473 Erhalt' uns Herr, die D. 375 Erhebe deinen Blick zum 54 Erheb't den Herrn mit F. 456 Erhöhter Jesu, Gottes 120 Erhöre, Gott, erhöre 190 Erkenn' ich Gottes W. 211 Er kommt, er kommt zum 118 Ernst ist der Streit! D. 289 Ertón't, ihr Freudenlied. 466 Erwacht zum neuen Leben 539 Erwäge deine Sterblick 492 Es baut, o Gott, auf dein 548 36 562 Register. Es eilt der letzte von den 416| Gib, Höchster, daß ich Es ist nicht mehr, für mich 489 Es ist noch eine Ruh' v. 444 Es strömt, o Gott, aus 27 Es züchtigt deine Hand 454 Ewig und unwandelbar 503 388 Gib mir, o Gott, ein H. 304 Gott, deine weise Macht 22 Gott, deinen heiligen B. 254 Gott, deinen weisen Will. 367 Gott, deines Beyfalls mich 338 Gott, dem Eigennuße 344 bdge| Gott, der auch uns ins 287 Gott, der du die Menschen 334 Gott, der du Herzensk. 251 Gott des Himmels und 519 Gott, dessen große Macht 55 Gott, dessen Macht des 475 Gott, dirsey mein Dank 362 Gott, du bist heilig und 59 Gott, du bist von Ewigt. 41 Gott, du fåßt die Seuch. 461 Gott gab mir von meiner 268 Gott hab' ich mich ergeb. 243 Gott, ich will mich ernstl. 286 Gott ist ein Schuß in 123 Gott ist getreu. Sein H. 61 12 43 Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott, laß den Unterricht 258 Gott, meines Nächsten 347 Gott rief die Sonne, schuf 502 Gott sey Dank in aller 73 Gott, von Frøhgefühl geh. 25 F. Fern sey mein Leben jed. 345 Ferne sey der Srrthum, 127 par Fleug auf, mein Psalm, 20 Freude sey des Kirchenj. 513 Fromm, reie er gewand. 493 Früh, mit umwölktem U. 544 Führer zur Vollkommenh. 84 Für unsre Brüder beten 312 G. Geb't dem Tode seinen R. 479 Gedanke voller Seligkeit 4 Gedenk' ich, Heiland, an 85 Geist des Herrn, der 145 Gelobt sey, der den F. 538 Gelobt sey unser Mittler 135 Gelobt sey'st du, Herr J. 78 Gesund, mitfrohem M. 29 Geweihter Ort, wo S. 483 Gib, Gott, daß ich der W.322 Gib, Gott, dem Lehrer G.402 Gib, Gott, voll Lieb' und 310 563 Herr, dieß Kind ist dir 189 Herr, du erforschest mich 48 Herr, du wollest uns ber. 198 Herr, es ist von meinem 530 Herr, höre mein Gebet 185 Herr, laß mich stets die 410 Herr, lehr' uns bey dem 525 Herr, stårke mich, bein 87 Herr, unser Gott, dich 379 Herr, unser Hort, dein 124 Herr, wir singen deiner 70 Herrlich ist's in deinem 158 Herrscher, dir, der mächt. 382 Heute, wahrlich! ja noch 96 Hier bin ich, Herr, mein 504 Hier bin ich, Jeju, zu erf. 205 Hier steh' ich unter Gott. 533 Hilf, o Jesu, laß geling 500 in an dein Kreuz zu 94 Hoch über Erd' und Erd. 445 Hochbegnadigt von dem.144 Höchster Tröster, komm' 152 Höher hebt sich Gottes 540 J. Register. Gott, von großer Macht 467 Gott, vor dessen Angesichte 58 Gott, welch ein Kampf 66 Gott, welch ein Schmerz 487 Gott, welchen herrlichen 557 Gott, wer kann es je erg. 166 Gott will ich dienen, ihm 255 Gott will, ich soll nicht 352 Gott will, wir sollen uns 267 Gottes Gnade sey mit 196 Grab meines Herrn, ich 102 Groß ist, ihr Eltern, 359 Groß ist um uns der 371 Gut und heilig ist dein 253 Güt'ger Gott, wir dant. 222 H. Halte dich nicht länger, 225 Heil dem, der dich, Rel. 8 Heil diesem Tag, an Heil euch, und Gottes 555 Heilig, heilig, heilig, 556 Heilig, heilig sey der 252 Heilig sey uns diese 401 Herr, aller Weisheit 249 Herr, deine Allmachtreicht 44 Herr, deine Kirche dank 512 Herr, der du Alles gibst 279 Herr, der du sterbend 336 192 Ich bin getauft, nach Jes. 187 Sch dank' dir, Gott, für 408 Sch lobe dich und preise 49 Sch weiß, an wen ich 130Herr, dir gelob' ich neue 171| Ich weiß, an wen mein 126 36* Register. Komm', komm', du licht, 553 Komm', o komm' du Geist 149 Komm', o schmerzlich füße 194 Könnt' ich in Angst und N. 180 £. Ich will dem Herrn zu 472|| Komm' betend oft, und mit182 Ich will in stiller Eins. 390 Sch will nicht vor dir 431 Sch will zu dir mein Herz 199 Jehovah, dir dem König, 378 Jehovah, Jehovah, Jeh. 226 Jesu, meine Freude 132 Jesu, meiner Seele licht 90 Jefum ewig zu verehren 134 Sesus ist gekommen.Dant't 72 Jesus kommt, von allem 440 Sesus lebt, mit ihm auch 105 Sesus, meine Zuversicht 110 Ihm, dem Todesüberw. 112 Shr Bürger eines Staat. 373 Ihr Kinder laßt uns bet. 256 Ihr Thränen, fließet 385 Im Herrscher, der, od 384 Im Menschen, welchem 301 Im Stillen wollen wir 365 In allen meinen Thaten 238 In deiner Stärke freue 381 In Dunkel hüllt der H. 470 In Glück und Unglück 183 Ist's Gott, der das Verm. 271 K. Kehr', Sünder, um! der 172 Kein Lehrer ist dir, Jesu, 125 564 1 Laß, Höchster, unsre D. 374 Paß mich den Aberglaub. 283 Laß mich des Menschen Laß mich doch nicht, o G. 273 Laß mich, Gott, Brüder, 332 Laß mich, o Gott, gewis. 272 Laß mir die Feyer deiner 88 Laß, o Gott, mich eifr. 324 Laß, o Jesu, mich empf. 346 Laßt das Vollendungsfest 116 Laßt mich weinen, ach, fie 485 Laßt uns unserm Gott 77 Lieblich ist es, wenn der Liebreicher Gott, dein Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr und Preis dem 215 Lobe den Herren, den 227 Lobsinge, Mensch, lobsinge 3 Lobsinget Gott! Dant, 38 Lob't den Höchsten! Jesus 104 Lob't Gott in seinem H. 191 Loft der Lod die sanften 496 306 547 214 Register. M. Mache dich, mein Geist, 175 Mein eignes Leben nicht 341 Mein erst Geschäft sey 518 Mein Geist, o Gott, 439 Mein Glaub' ist meines 248 Mein Gott, ich weiß 421 Mein Gott, nach deinen 317 Mein Jesus ist mein Leb. 426 Mein Leben ist ein Pilg. 420 Mein Leib soll, Gott, 265 Mein Vaterland, das 372 Meine Lebenszeit verst. 419 Meinen Jesum lag' ich 138 Meines Herzens reinste 139 Mich selbst muß ich bezw. 290 Mir nach, spricht Christ. 141 Mit des Herzens reinsten 131 Mit diesem Tage geht 509 Mit Freuden laß't uns 501 Mit heilgem Schauer 19 Mit findlich frommer D. 404 Mit mildem Segen sinket 468 Mit Riesenschritten naht 508 Mit welchem Dank, o G. 462 Mit welcher Langmnth 56 N. Nach einer Prüfung turz. 438 Nach Gottes weisheitsv. 409 565 288 Nach meiner Seele Sel. Nach Ruh' und Eintr. 333 Nach tausend Lodesleid. 97 Rahet anbetend dem G. 452 Nah't mit Andacht im G. 204 Neu verjüngt im Silb. 560 Nicht, daß ichs schon err. 291 Nicht mürrisch, finster, 327 Nicht um ein flüchtig G. 150 Nichts ist von ungefähr. 32 Nie will ich dem zu schad. 339 Nimm, Höchster, als G. 167 Noch immer wechseln ord. 537 Noch nie hast du dein W. 62 Noch stehst du nicht, umh. 159 Roch sing' ich hier aus 216 Nun banket Alle, bringet 224 Nun danket Alle Gott 223 Run geh'n wir hin im 221 Nun ist es alles wohl gem. 98 Nun ruhet in den Wäld. 527 Run, so nah't dem Mahle, 197 , daß doch bey der reich). 549 O du, der bis zum Tode 201 D Geber guter Gaben 259 O Geist, den Jesu Liebe 146 Golgatha, zu deinen 101 Gott, du bist der Herr 506 566 Register. 450 494 O Gott, ein banges K. D Gott, welch tiefe L. O heil'ger Geist, febr' 147 Ostimm' auch du, mit 79 O D, welch ein Segen ist ein 368 O, welch ein unschäßbar. 293 Welt, sieh hier deine. 95 O, wie sanft ist, Herr, 68 D, wie unaussprechlich s. 442 Deffentlich in der Gem. 207 Oft blüht ein Frevler auf, 35 Oft flagt mein Herz, wie 212 P.in dhe Preis dem Todesüberw. 107 Preis dir, du hast aus 208 Preift, Christen, mit 3. 552 Preist, Menschen, preis't 23 Preipt, Völker, die ihr 154 Preist, Volker, unsern 463 Q. Quell der Weisheit und 257 Quelle der Vollkomm. 231 900 din. Religion, von Gott geg. 9 Richte nicht mit Hohn 335 ruho S. Sãe deine Thrånensaat 246 Såh' ich der Dinge tiefst. 307 Sammelt euch, o Christ. 219 Schmerz und Klage füllt 465 Schnell fließen Jahr' auf 507 Schon frühe sind wir elt. 363 Schon ist der Tag von 435 Schon seh' ich den Tag 434 Schon weicht die finst're 397 Schön ist die Zugend, 209 Schön ist Gottes Erde 414 Schuf mich Gott für Aug. 6 Schwing't, heilige Ged. 37 Seh'n wir nur Trubsal 455 Seinem eignen Herzen 69 Selig sind des Himmels 443 Sey heilig mir, Versch. 326 Sey zufrieden, mein 276 Seydbarmherzig! Mensch.321 Sie starb, ach, starb mir 486 Siegreich stand mein 111 Sing't, Menschen, ihm 133 Sink' ich einst in jenen 529 So gib denn, fromme 481 So jemand spricht: ich 303 So schlummerst du in 99 Soll dein verderbtes Herz 13 Sollt' ich den beneiden 311 Sollt' ich jetzt noch, da 142 Sollt' ich meinem Gott 228 Sollten Menschen, meine 305 Still lächelnd, wie ein 543 Register. T. Täglich naht Versuch. 163 Theuer sey mir allezeit, 11 Theuer, wie mein eignes 342 Theures Wort, aus G. 10 Triumph, Triumph und 106 Trocknet euers Jammers 495 Tugend, o wie schon 210 11. Ueber aller HimmelHeere 115 Umsonst, umsonst verhüllst 47 Unendlicher, den feine 40 Unerforschlich sey mir 50 Unser Gott ist groß und 42 Unsre ganze Seele fühle 406 Unsterblichkeit! Gedanke 7 Unwiederbringlich schnell 515 As 567 Vernimm für deinen Seg. 534 Vernimm, o Gott, das 314 Vernimm, o Gott, mein 165 Versammelt, Brüder, 380 Vertrauen ist des Christ. 234 Vest steht dein Wort, 511 Vollendet freudig euern 117 Vom Todesthal' hinauf 108 Von der Erd'emporgesch). 200 Von des Vaters ew'gem 75 Von dir auf diese Welt 331 Von dir, der meine Freud. 348 Von dir, du Gott, der 358 Von dir, Gott, sind der 357 Von dir, o Höchster, 299 Von Furcht dahin gerissen 93 Von Frost und Kälte 474 Von Gott will ich nicht 247 Vor dir, der Welten 383 Vor dir, Herr, denken 558 Vor dir verklagt uns das 169 Vor Gott sind keine S. 174 Vorbild wahrer Mensch. 86 V. fails Vater, der so gern verz. 170 Verbittre dir dein Leben 340 STOVANS ANE BI W. 500.0 Wach' auf, mein Herz, 520 Wachet auf, so ruft die 429 Wann einst mein sterbend 424 568 Register. Wann heisse Zhránen 178 Wann ich einst von jenem 517 Warm schlägt mein Herz 202 Warum willst du doch 244 Warum wohnt dieß heisse 298 Was der große Vater thut 71 Was Gott erschuf, was er 26 Was Gott thut, das ist 236 Was hilft es mir, ein 128 Was in mir forscht, was 282 Was ist mein zeitlich Leb. 261 Was soll ich ängstlich kl. 242 Was sorgst du ångstlich 427 Weit um mich her ist all. 541 Weit werther noch, als 277 Welch ein wichtiges B. 361 Welch hohes Vorrecht 184 Wem Gott Gesundheit 263 Wenn Christus seine K. 121 Wenn dich in dunkeln 31 Wenn du des Nächsten 343 Wenn du, mein Gott, 173 Wenn Geschwister fromm 364 Wenn ich auf Gottes 436 Wenn ich ein gut Gewiss. 294 Wenn ich, o Schöpfer 17, Wenn jemals Zweifel 284 Wenn jemand Gutes dir 329 Wenn Menschenhülfe dir 237 Wenn Menschen streben, 330 Wenn oft in feyerlicher 437 Wenn, troßend dem G. 433 Wer ärgert der Geringst. 349 Wer arm und dürftig ist 391 Wer bin ich? Welche w. 285 Wer der Erde Güter hat 319 Wer gehorcht, der thu's 377 Wer Gottes Wort nicht 129 Wer herrschet und ein R. 376 Wer ist dir gleich, du E. 36 Wer ist gut, wie du 140 Wer mißt und zählt der 18 Wer nur den lieben G. 241 Wer sich mit Ernst der 392 Wer weiß, wann wir im 353 Wie bebt vor dir der S. 60 Wie des Lebens Freuden 300 Wie fleucht dahin der 415 Wie gnädig ist des H. 471 Wie Gott mich führet, 235 Wie groß ist des Allm. 51 Wie groß, o Herr, ersch. 103 Wie herrlich, Jesu, start. 113 Wie könnt' ich zweifeln, 15 Wie leuchtet und der 74 Wie lieblich ist, o Herr, 217 Wie mancher lebt, als 297 Wie mannigfaltig sind 264 Wie pocht das Herz vor 193 Wie rauscht in unsern 449 Wie reich, o Schöpfer 407 Wie schwach ist meine 292 Wie segensvoll ist F. 369 Wie selig bin ich, wenn 64 Wie selig lebt ein Mensch 328 Wie sicher lest der Mensch 413 Wie soll ich dich empfang. 81 Wie wichtig ist doch der 2 Wie wird mir dann, o 422 Wie wohl ist mir, o 136 Wie wohl ist mir, wenn 309 Wiederseh'n! Wenn 432 Wiederum ein Jahr vers. 505 Wiederum ein Jahr verf. 510 Willkommen, holdes K. 451 Willst du die Buße noch 176 Wir danken freudig dir, 524 Wir denken, Gott, der 498 - Register. 569 Wir haben das Geset 177 Wir kommen, Helfer, 464 Wir sind, o Herr, in 528 Wir sind, wenn es die 387 Mo eil't ihr hin, ihr£. 355 Wo sind die Weisen, die 46 Wohl dem, der beß're 274 Wohl dem, der Christo 396 Wohl dem, der richtig 323 Wohlzuthun und mitz. 318 Wort von Gott gegeb. 157 3. 3eige dich uns, ohne H. 220 3u Gott schwingt unser 428 Zum Fleise ward das 270 3um Trost in allen K. 295 3ur Arbeit, nicht zum 269 3ur Bildung hat uns 360 5 SY L $ 780 91 N ST W 90 M n S S M ST 915 911 911 Sn ST 911 36 911 Of 910 - Seite 83, über lieb 76 Mel. 227, statt Lobet lies Lobe. 120 Lied 108, Vers 9, oben, statt nich in einigen Eremplaren lies nicht. 80 Home 230 271 331 Druckfehler. 16102 141 www * 10** 223, 3cile 1, statt alle lies Alle. 263 n 6, 3eile 7, statt verwende lies vollende. 320, Vers 2, Zeile 4, statt honisch lies höhnisch. 375 statt Nro. 263 lies 363. 463, über Lieb 452 Mel. 227, statt Lobet lies gobe. Storit Shaft grippints Für Gerich Corvintrend wen 2 thighs Nam 1 t. 10. den helt ſteft geschrieben For Apoffolyo 10 Aug. lib 33 Wolfe loves Manche Vinpfänden. und mehr den A Züche Zeft Verzug کرو Martin Sie harnichtegi o ce 2 de Enzenden einu Ghlauch noch leicht verl ſein gefunkent uund. deklicht K.Z. 1880 Inches 1 Centimetres Blue 2 4 Cyan 2 5 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8